Nr.40 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 21 Bezugspreis: 388chentlich 70 Pfennig, monatlich 8, Reidjsmart voraus zahlbar. Unter Areuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Bormärts" mit der Sonntags beilage Bolf und Seit mit„ Gied Yung und Kleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Wiffen smmb Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint medjentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialbemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreife: Die einipaltige Ronpareille. seile 70 Bfennig. Reklamezeile 4, Reichsmart. Aleine Anzeigen" bas fettgedrudte Wort 20 Pfennig ( zuläffig zwei feitgebruckte Worte), jebes weitere Bort 10 Pfennig. Stellengesuche bas etite Bort 10 Bfennig, jedes weitere Wort 5 Bfennig. Borte über 15 Buchftaben aäbien für amei Boris. Familienanzeigen für Abonnenten Belle 30 Bfennig. Anzeigen für die nächste Nummer milfen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden firake 8, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2306-2507 Sonnabend, den 24. Januar 1925 Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Geiellichaft, Devontentane Lindenstraße 3 Rücktritt der Regierung Braun Ein kommunistisch- volksparteilich- deutschnationaler Triumph. Demissionsbeschluß auf Vorschlag des Ministerpräsidenten. Wie der Amtliche Preußische Preffedienst mitteilt, hat der preußische Ministerpräsident Braun im Caufe des gestrigen Abends an den Präsidenten des Landtags folgendes Schreiben gerichtet: 3ch beehre mich, ergebenft mitzuteilen, daß das kabinett heute beschlossen hat, in seiner Gesamtheit zurüfzutreten. Wenn auch das Ergebnis der heutigen Abstimmung des Landlags das kabinett verfaffungsrechtlich nicht zwang zurüd zutreten, hat es gleichwohl den Rücffriff beschlossen, da die Haltung der Parteien ein eriprießliches Arbeiten für das Wohl des Landes nicht mehr gewährleistet." gez. Braun. Die Sigung des Kabinetts dauerte nur wenige Minuten. Der Vorschlag des Ministerpräsidenten, die Demiffion des Gesamtkabinetts zu beschließen, wurde ein ftimmig angenommen. Die Regierung führt die Geschäfte weiter, bis der neue Ministerpräsident gewählt ist und feine Mitarbeiter ernannt hat. Das dürfte schon im Lauf der nächsten Woche geschehen. Nach dem Wortlaut der Verfassung war das Kabinett Leineswegs zum Rücktritt genötigt. Die von der Boltspartei zum besonderen Zwed ausgeflügelte Theorie, die Regierung müfje nach jeder Landtagserneuerung automatisch zurüdireien, ist vollkommen hinfällig. Die verfassungsmäßige Mehrheit wurde für fein Mißtrauensvotum erreicht. Nach dem Buchstaben der Verfassung fonnte die Regierung bleiben. Wenn sie trotzdem zurückgetreten ist, so hat sie damit gezeigt, daß ihr der Geift der Berfassung über dem Buchstaben steht. Braun war vom Borgänger diefes Landtags gewählt. Er blieb im Amte, bis dieser Landtag durch Abstimmung befundet hatte, ob er sein Bleiben oder seinen Rüdiritt wünschte. Da sich eine Mehrheit für sein Bleiben nicht ergab, zog er die Konsequenzen, die zwar vom Buchstaben der Berfaffung nicht gefordert werden, die aber dem Geist des parlamentarischen Systems entsprechen. Ehre, wem Ehre gebührt. Bon den Siegern des gestrigen Tages verdienen die Kommunisten den ersten Preis. Sie waren führend. Ihr Mißtrauensantrag gegen die Regierung, der befanntlich mit 221 gegen 221 Stimmen abge lehnt wurde, fand Annahme durch die Deutschnationalen und die übrigen Rechtsparteien. Sie waren die Führer der Abstimmungen, fie maren die Führer der Skandale, von jubelndem Beifall der Rechten begleitet. gut an!" schrie da voll Empörung selbst der demokratische Abg. I Biegler. Ja, er fängt gut an mit allen Anzeichen einer brutalen Sozialreaktion. Sein Wegbereiter aber im Reich und in Breußen: ,, die einzige Arbeiterpartei Deutschlands!" Die Tatsache läßt sich nicht bestreiten, daß die 45 Kommunisten im Reichstag, die 44 im Landtag von Arbeitern gewählt sind. Aber diese Arbeiter haben allen Grund, sich zu schämen. Heute sehen sie, was sie angerichtet haben. Sie haben, indem sie kommunistisch wählten, ihre klassen genossen verraten und die Geschäfte der schlimmsten Arbeiterfeinde besorgt. $ Die deutschnational tommunistisch- volksparteiliche Roalition hat einstweilen freilich nichts anderes erreicht als einen vollkommenen Wirrwarr. Wie wird die Wahl des neuen Ministerpräsidenten ausfallen? Das wird von den Berhandlungen abhängen, die in den nächsten Tagen geführt werden. Die vorhandenen Möglichkeiten ergeben sich aus der Zusammensetzung des Landtags. Ihm gehören an: 114 Sozialdemokraten. 109 Deutschnationale 81 Zentrum 45 Bolksparteiler 44 Kommunisten 27 Demokraten 17 Wirtschaftsparteiler 11 Nationalsozialisten 2 Polen Hält die Weimarer Koalition zusammen, so tann ein Rechtsmann nur dann Ministerpräsident werden, wenn auch Die Kommunisten für ihn stimmen. Tun fie das aber nicht, sondern geben fie bei einer Stichwahl weiße Bettel ab, so verbleiben höchstens 406 beschriebene Zettel, 222 davon, also weitaus die Mehrheit, werden von Anhängern der Weimarer Koalition abgegeben. Die Wiederwahl Brauns erscheint also nicht nur als Möglichkeit, sondern als der beste Ausweg aus der verworrenen Lage. Bird Braun von diesem Landtag wiedergewählt, dann hat er sein Bertrauen und braucht sich um Mißtrauensanträge, die nicht die verfassungsmäßige Mehr heit erhalten, nicht mehr zu fümmern. Eine Rechtsregierung wäre in Preußen aber nur möglich, wenn das Zentrum fie offen unterstüßte. Bliebe das Zentrum gegen sie in der Opposition, so würden zu ihrer Unterſtügung nur 183 Abgeordnete einschließlich der 17 Nationalsozialisten! übrig bleiben. 267 aber stünden gegen fie. Ohne Zentrumshilfe fann ein Rechtsfabinett feinen Tag regieren. Die einzige Arbeiterpartei Deutschlands" hat mit den Scharfmachern eine Koalition geschlossen, um aus der preu: Bischen Regierung und aus der preußischen Berwaltung die Arbeitervertreter hinauszuwerfen. Es genügt ihr nicht, Sturmbod und Wegbereiter der Regierung Luther im Reich gewesen zu fein, fie stimmt den Deutsch Gestern haben von den 81 Zentrumsabgeordneten brei, nationalen vollkommen darin bei, daß die Aufrichtung eines die Herren v. Popen, Baumann und Loenart, sich reaktionären Kurses im Reich erst halbe Arbeit ist. Auf im Verlauf der Abstimmungen durch Enthaltung von ihrer Auf im Berlauf der Abstimmungen durch Enthaltung von ihrer Breußen fommt es an, und die Kommunisten wären schlechte Fraktion getrennt, in der ob dieses Borganges große EmRnechte der Reattion, menn fie nicht auch hier die Aermel pörung herrschen soll. Die überwiegende Stimmung soll für aufgefrempelt und in die Hände gefpudt hätten. Die Re die Wiederwabi Brauns sein. gierung Luther ist das Werk der einzigen Arbeiterpartei Deutschlands" und der Rücktritt der Regierung Braun ist miederum das Wert der einzigen Arbeiterpartei Deutsch lands". Ohne sie das lehrt jeder Blid auf die Biffern der Parteienstärke- hätte die Reaktion es niemals geschafft. Für den kommunistischen Mißtrauensantrag stimmten gestern: 108 Deutschnationale 43 Rommuniſten 45 Boltsparteiler 11 Nationalsozialisten 14 Wirtschaftsparteiler 221 Eine nette Gefellchaft! Ihr Zahlenbild Derbient, überall öffentlich angefchlagen zu werden, wo Arbeiter verfehren. Es wird Begeisterung für die KPD meden, diefe einzige Arbeiterpartei Deutschlands". Wer fann nach solchen Taten noch daran zweifeln, daß sie mit fliegenden Fahnen auf dem Weg der bolichemistischen Weltrevolution vorwärts marschiert? Im Reichstag hat gestern die Rechte einen Borstoß ge macht, den finderreichen arbeitslosen Bitmen die Erwerbslosenunterstügung zu fürzen. Der neue Kurs fängt Eine Haltung, wie die im Reichstag, wird dem Preußenzentrum wegen der anders segenden verfassungsrechtlichen Bestimmungen nicht möglich fein. Hier ist die Frage: We imarer Koalition oder Bürgerblod?" ganz flar gestellt, ein Mittelweg ist nicht sichtbar. Abstimmungen und Skandal. Auf die Ablehnung des fommunistischen Antrages im Landtage folgt die namentliche Abstimmung über den Antrag Dr. Windler( Dnat.), dem Ministerpräsidenten, dem Fi. panzminister, dem Kultusminister, dem Innen minister und dem Handelsminister das Bertrauen zu entziehen. Der Antrag richtet sich nur gegen die sozialdemokra tifchen Minister. Zunächst wird abgestimmt über den Ministerpräsidenten, zugleich auch in seiner Eigenschaft als Finanzminister und Kultusminister. Die Abstimmung wird getrennt vorge nommen: Zunächst wird abgestimmt über den Kultusminister, zwei. tens über ben Finanzminister, dann über den Ministerpräsidenten Die Abstimmung über den Kultusminister hatte das folgende Ergebnis. Abgegeben wurden 437 Stimmen. Davon stimmten mit Ja 220, mil ein 217 Das Ergebnis wird von den Parteien, die mit 3a geftimmt haben, mit flürmischen Beifallskundgebungen aufgenommen. Als der Präsident erklärt, der Antrag fei abgelehnt, ba es an der verfaffungsmäßigen Mehrheit fehle, die mehr als die Hälfte = der gefeßlichen Mitglieder betrage, also mindestens 226, entspinnt sich eine lange Geschäftsordnungsaussprache über die Auslegung der einschlägigen Bestimmungen. unseren Gunsten entschieden; nur Spitfindigteiten können sie ver Abg. Schlange Schöningen( Dnat.): Die Rechtsfrage ist zu unfeln. Ueber verfassungsmäßige Formalitäten tönnen wir hier noch lange streiten; das erlösende Wort muß und wird hoffentlich vom Ministerpräsidenten Braun selbst gesprochen werden. Es kann nur so lauten, daß er nach einer derartigen moralischen Niederlage nicht zu einer Bergewaltigung dieses Hauses schreiten darf, sondern daraus die moralische Schlußfolgerung zieht. Abg. Pied( Komm.) erflärt gleichfalls, daß das Staatsministerium nach der Abstimmung feine Politif unmöglich weiter führen tönne. Die Abgeordneten der Deutschen Volkspartei, insbesondere Dr. v. Campe und Stendel, vertraten in der Aussprache den Standpunit, Bertrauen gar nicht gehabt habe, es fomme daher in Frage Art. 57 eine einfache Majorität genüge, da der Kultusminister das 2bf. 1. Abg. Koch- Dennhausen( Dnat.) verfrat den gleichen Standpunkt, ebenso Baeder- Berlin( Dnat.). Den gegenteiligen Standpunkt vertraten die 2bgg. Nuschke ( Dem.) und Grzesinsti( Soz.), die darauf hinwiesen, daß der deutschnationale Antrag finngemäß derselbe sei, wie der vorhin abgelehnte Tommunistische Antrag, ein Standpuntt, dem fich auch der Präfident Bartels anschloß. Es folgt darauf die namentliche Abstimmung über die Entziehung des Vertrauens gegenüber Braun als Finanzminister. Die namentliche Abstimmung hat das folgende Ergebnis: Mit Ja stimmen 221, mit ein 218 Abgeordnete. Der Präsident vertritt diefelbe Feststellung wie bei der vorigen Abstimmung. Die Bertreter der Deutschen Volkspartei und der Deutschnationalen Boltspartei behalten fich weiteres vor. gegen Braun als Ministerpräsidenten sowie gegen die Minister Severing und Siering. Hierauf stimmt das Haus ab über Entziehung des Vertrauens Das Ergebnis ist das gleiche wie im vorhergehenden Falle: Mit Ja ftimmten 221, mit Лein 218 Abgeordnete. Abg. Koch- Deynhausen( Dnat.) spricht die Erwartung aus, daß cus den Mehrheitsverhältnissen, die sich ergeben hätten, die Minister Braun, Siering und Severing die Konsequenzen ziehen möchten.( Lebh. Beifail rechts.) Wir jedenfalls werden aus dieser Folgerungen mit gebotener Schnelligkeit ziehen.( Lebh. Beifall Abstimmung die für die drei Minister sich ergebenden politischen rechts.) Abg. Grzesinski( S03.) erklärt, daß diese Abstimmung ohne alle Bedeutung sei.( Lachen rechts.) Welche Konsequezen die Herren darcus ziehen, bleibe ihnen überlaffen. Abg. v. Campe( D. Vp.) weist darauf hin, daß immer wieder das Wesentliche von den Herren von links übersehen werde. Nach der Neuwahl habe das Ministerium Braun überhaupt noch feit Bertrauensvotum bekommen, das es nach Art. 57 Abs. 1 brauche. präsident selbst erklärt habe, er laffe fich nicht leiten vom Kleben Abg. Ladendorff( Wirtsch. Bgg.) betont, daß ja der Ministeram Amte, sondern vom Pflichtgefühl. Angesichts der Mehrheit gegen das Kabinett Braun erwarten wir, daß er zurücktritt. Abg. Pied( Komm.) stellt mit Bedauern fest, daß die werftätige Bevölkerung Breußens jo lange die Schande einer solchen Regierung geduldet habe.( Der Redner erhält hierfür einen Ordnungsruf.) Das Haus wendet sich nunmehr zur namentlichen Abstimmung über den Bertrauensanfrag der von den Nationalsozialisten gestellt worden ist. Abg. Grzesinsti( Soz.) erklärt, der Antrag, das Bertrauen aus zusprechen, sei unwahrhaftig, deshalb würden sich das Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten an der Abstimmung nicht beteiligen. Bor Mitteilung des Ergebnisses wird von der Rechten und von der Deutschen Bollspartei, besonders vom Abg. v. Ennern, das Wort zur Gefchäftsordnung verlangt.( 3uruf: Mitten in der AbStimmung!) Der Präsident teilt mit: Es sind 223 Stimmen abgegeben worden, der Landtag ist also beschlußunfähig. Un ( Heftiger Widerspruch rechts und bei den Komm. geheurer Lärm im gangen Haufe. Zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten scheint sich ein Handgemenge entwickeln zu wollen. Die Worte des Präsidenten, der die nächste Sigung festsetzt, gehen in dem tofenden Lärm unter. Von der Tribüne hört man lärmende Kundgebungen. Die Kommunisten antworten darauf. Als Bräfident 2artel nach Feststellung der Tagesordnung und Mitteilung der Gegenstände den Präsidentenfig verläßt, stürzt Abg. Pied zur Tribüne. reißt die Präsidentenglode an fich und übernimmt unter dem tosenden Beifall feiner Fraktion und ungeheurem Tumult bez Vorsiz. Es wird ein hoch auf die Internationale ausgebracht, ir bas pon ber Tribune aus eingestimmt wird.) Bor der Abstimmung hatte der Sozialdemokrat Grzeftnstt Aber vor allem: für diese Beschimpfung der Politit erklärt, der Antrag, das Vertrauen auszusprechen, sei unwahrhaftig, der Regierung Braun hat die Doltsparteiliche deshalb würden sich das Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten Fraktion gechlossen gestimmt: eine Selbst besudelung, an der Abstimmung nicht beteiligen. wie sie in der Geschichte des Parlamentarismus beispiellos Nächste Sigung: Dienstag, 3. Februar: Große Anfrage dasteht! Windler( Dnat.) über die Grenze zwischen Polen und Ostpreußen, Eberleins Kranz. fozialdemokratische Anfrage über die Wohnungsnot in Oberschlesien, deutschnationale Anfrage über das Saargebiet. Schluß 3 Uhr 40 Minuten. Infolge des inzwischen erfolgten Rücktritts der Regierung dürfte die nächste Sigung schon früher stattfinden mit der Tagesordnung: Wahl des Ministerpräsidenten. Nach dem Rücktritt des Preußischen Kabinetts berief der Bandtagspräsident Bartels auf Sonnabend, 11 Uhr Dormittags, eine Sigung des Aeltestenrats ein, um die aus dem Rücktritt gegebene Lage zu besprechen. Eine nette Brüderschaft! Was die Kommunisten beantragen und wofür die Rechte stimmt! Es verlohnt sich, den vollen Wortlaut dès( mit Stimmen. gleichheit abgelehnten) fommunistischen Mißtrauensantrages abzudrucken: „ Das preußische Staatsministerium hat während seiner bis. herigen Amtsdauer bewiesen, daß es nicht gewillt ist, die Intereffen ter werftätigen Bevölkerung zur Richtschnur seiner Politit zu machen. Es hat sich nicht nur dem Raub des Achtstundentages burch die Ausbeuterklasse nicht widersetzt, sondern ist sogar in den Staats- und Gemeindebetrieben mit der Arbeitszeitverlänge rung vorangegangen. Es hat nichts getan, um die Löhne der Arbeiter und die Gehälter der Angestellten und unteren Beamten den gestiegenen Lebens. haltungskosten und bedürfnissen dieser anzupassen. Es ist weder gegen die Betriebsstillegungen und Kurzarbeit noch gegen die entwürdigende und ganz unzureichende Form der Erwerbslofenfürsorge vorgegangen. Ebenso wenig hat es etwas unternommen, um die Erwerbslosen in den Produktionsprozeß einzureihen. Es hat der ungeheuren Steuerbelastung der Minderbemittelten und der Schonung des Besitzes Vorschub geleistet. Es hat der Annahme der Dawes Geseze feinerlei Wider. stand entgegengesetzt. Es hat die Privatisierung staatlicher und kommunaler Betriebe gefördert. Es deckt die ausgesprochene Rachejustiz und den schmachvollen Strafvollzug, ohne die Möglichkeit zur Korrektur durch eine umfassende Amnestie ergriffen zu haben. Es hat, wie der Staatsbantsfandal und die Domänenverpach tungen sowie die staatlichen Holzverkäufe beweisen, in der uner. hörtesten Weise Staatsgelder verschleudert und das Anwachsen der Rorruption zu nie dagewesenem Umfange begünstigt. Kurzum, das preußische Staatsministerium hat sich in jeder Beziehung als ein der werftätigen Bevölkerung feindliches bewiesen. Daher beantragen wir: Der Landtag molle beschließen: Das Staatsministerium besitzt nicht das Bertrauen des Landtages." Es ist verständlich, daß die Rechtsparteien entschieden Widerspruch dagegen erhoben, daß vor der Abstimmung dieser Antrag verlesen wurde. Offenbar befürchteten sie, daß einzelne Boltsparteiler bei der Lektüre dieses Dofumentes einen Rest von Schamgefüh I empfinden und ihre Hand zu diesem efelerregenden Spiel nicht bieten würden. Auch bie Kommunisten scheinen bie gleichen Sorgen empfunden zu haben, denn fie stimmten ebenfalls gegen die Berlesung dieses ihres eigenen Antrages! Wir stellen feft: Rommunisten haben sich nicht gescheut, poltsparteiliche, völkische und deutschnationale Stimmen für Diesen ihren Antrag in Anspruch zu nehmen. Bei Kamerad G'sund. Es ist ein sonderbares Gefühl, wenn man nach Jahren wieder in feine alte Garnisonstadt fommt. Man glaubt immer noch an allen Eden und Enden drohe das Unheil, aus irgendeinem Tor. peg müsse eine Heldengestalt" mit dem eisernen erster" heraus, stolzieren, vor der man zu erstarren hätte, bis man endlich am Rafermentor seine große Ruhe wiederbekommt, wenn harmlose Leute mit dem zivilistischen Eßtrug und dem weichen Filzhut her ausspazieren. Ich lernte die fleine Stadt zum ersten Male fennen, als ich vor 10 Jahren, notdürftig vom Flecktyphus geheilt, todmüde aus Rußlands Schneefeldern heimkehrte. Hier wirft bu lange ausruhen fönnen," prophezeite man mir, es mimmelt nur so von alten Beständen. Auffällig groß war vor allem hier die große Bahl der Herzfranken, vom Offizier bis zum griffefloppenden Musketier. Kerle, start wie die Fleischerhunde, hatten dieses Leiden, pon dem ich nie so viel gehört hatte als gerade zu jener Zeit. Der afte Stabsarzt schien auch dafür allerhand Verständnis zu haben. Schade nur, daß dieser liebe Dr. Unblutig gerade zur Beit meines Eintreffens durch einen anderen ersetzt wurde, der einer anderen Weltanschauung huldigte. Schon wenn man die Hand an der Türflinte des Unterfuchungszimmers hatte, war man-felddienstfähig. Die Herzfrankheiten nahmen in erschreckendem Maße ab. Zur Zeit der großen Nachuntersuchungen( im militärischen Volksmunde Christen verfolgungen genannt) wurden ganze Kolonnen gesund geschrieben. Wie die alten Griechen ihre Rachegöttinnen freundlicherweise als die Wohlgesinnten" bezeichneten, so nannte man den neuen Etabsarzt gemäß seiner stereotypen Redensart Bollständig g'jund!" ben„ Ramerad G'sund". An alle diese Dinge mußte ich denken, als ich durch die Stadt manderte und hier und da alte Bekannte wieder traf, die alles ehemalige Herzfrante waren. Der neue Dottor schien doch richtige Diagnosen gestellt zu haben, denn von ihrem alten Leiden war nichts mehr zu spüren. Der eine fuhr Motorrad, der andere mar in großer Sportaus rüstung, ein dritter plauderte vor einem Modegeschäft mit einem hübschen Mädchen( er hatte in mehrfacher Hinsicht stets mit dem Herzen zu tun) und die ehemalige Kompagniemutter überraschte ich beim echten Startbier. wohnt er *** Als ich in die elegante Bahnhofstraße einbog, die wir einst mit unsinniger Bepackung und blötend: Es ging ein Bauer in's " Heu" durchziehen mußten, las ich ein Schild neben der Haustür: Dr. med. L...., praktischer Arzt und Geburtshelfer. Also hier der Kamerad G'fund". Ich weiß nicht, woher mir plöglich der halbfrivole Gedanke lam, ihn trop förperlicher und geistiger Rüstigkeit zu besuchen. Gram bin ich ihm, im Grunde genommen, nie gewesen, und außerdem muß ich gestehen, daß mir von allen vier Fakultäten die Medizinmänner die liebsten sind. Aerzte find fchwer anzutreffen, und wenn es der Fall ist, dann geht der Weg zu ihnen leider nur durch's- Bartezimmer. Hier gab's die üblichen Jammergestalten: das Weiblein mit dem verbundenen Ropf, das ftrofulöse Kind, die leidende junge Während der entscheidenden Abstimmungen im preußischen Bandtag ereignete sich ein Zwischenfall, der als unvergängliches Zeichen dieses Tages festgehalten werden muß. Schon vordem hatte man beobachtet, wie einige von den kommunistischen Abgeordneten auf dem Wandelgang mit einem geheimnisvollen Balet wichtig taten. Dann gab der Präsident das Ergebnis der Abstimmung über den Mißtrauensantrag gegen den Ministerpräsidenten Braun befannt: 221 Stimmen dafür, 218 dagegen. In diesem Augenblick durchbricht der Kommunist Eberlein die Reihen der nach vorn geströmten Abgeordneten und legt einen großen Trauer franz auf den Platz des Ministerpräsidenten nieder. Die Rechte johlt und jubelt, die Deutschnationalen und Bölkischen quietschen Dor Bergnügen, es fehlt nur noch, daß Herr Wulle oder Herr Bindler den Kranz aufhebt und dem strahlenden Eberlein aufs Haupt drückt. Denn das war die Situation. Nicht nur daß die Kommunisten an diesem Freitag der Reaktion zur Rüdgewinnung ihrer Herrschaft über Preußen halfen, ist charakteristisch viel bezeichnender ist noch, wie sie es taten. Mit Jubel, Begeifte rung und Fastnachtsstimmung, als gelte es ihren eigenen großen Sieg, fo gingen die Kommunisten zu Werte. Als die geringen Mehrheiten der Mißtrauensvoten gegen die sozialdemokratischen Minister verkündet wurden, da hätte man aus den strahlenden Ge. sichtern dieser Helden schließen müssen, daß nun die Räteherr fchaft in Breußen vor der Tür stände und nicht eine deutschnationale Rechtsregierung. Keine Berlegenheit, feine Scham bei diesen Helden, wenn der Triumph der Rechten aufgellte, den sie allein ermöglicht hatten. Die fozialdemokratischen Abgeordneten, die neben den Rom munisten ihre Plätze haben, fonnten interessante Studien über die Geistesverfassung dieser„ Arbeitervertreter" machen. Schopenhauers Wort, wonach die Schadenfreude die reinste Freude ist, fand hier verblüffende Bestätigung: als Hauptthema flang aus den kommunisti fchen Zurufen und Gesprächen immer wieder der Jubel darüber, daß nun die sozialdemokratischen Verwaltungsbeamten bald von ihren Blähen verschwinden und arbeitslos" werden würden. Diese reine Freude wurde durch feinerlei Besorgnis darüber getrübt, daß an die Stelle diefer fozialdemokratischen Regierungspräsidenten, Landräte ufw, doch nur ausgesprochene Reaktionäre treten fönnen. Tatsächlich machte mancher fommunistische Abgeordnete den Eindruck eines feinen Kindes, das feine Buppe zerschmeißt und sich föniglich über den Krach und die Scherben amüsiert. Am nächsten Tag wird es heulen, weil es feine Buppe mehr hat, aber was weiß solch Kinderhirn vom nächsten Tage?! Auch diese Kindstöpfe schienen feinerlei Begriff davon zu haben, daß sie nichts anderes taten, als Breußen der Re. aktion auszuliefern. Freilich wurde es ihnen von einigen fozial. demokratischen Abgeordneten mit genügender Deutlichkeit gesagt. Antworten fonnten sie darauf nicht. Es gibt ja teine Antwort auf eine so flare Wahrheit. So blieb den Kommunisten nichts als ihr allzeit parates Auskunftsmittel, nämlich mit den Fäusten auf bie unbequemen Berkünder der Wahrheit loszugehen. Am Schluffe der Sibuna noch ein paar bezeichnende Bilder: Während der Bräsident die Tagesordnung für die nächste Sigung verfündet, brüllen die Kommunisten aus voller Rehle: Amnestie, Amnestiet Sie werden ftaunen, wieviel Amnestie es geben wird, wenn erst mit ihrer Hilfe ein beutfcnationales Rabinett in Breußen regiert. Sie werden überhaupt noch sehr ftaunen, und das Lachen vom Freitag wird ihnen gründlich vergehen. Ob freilich die Helden persönlich, die sich gestern fo eifrig für eine Rechtsregie. rung bemühten, die Sonfequenzen auf fich nehmen werden? Irgendwo liegen wohl schon die Bäffe bereit... Ein würdiges Finale: der Präsident hat die Sigung geschlossen, aber Herr Bied bemächtigt sich der Glode und hält eine Gigung von eigenen Gnaden ab. Die deutschynationalen Bundes brüder amüfieren sich föniglich. Was sollen sie diese Affereien tragisch Frau, außerdem war noch ein Mann vorhanben, der in einer Gartenlaube" aus dem Jahre 1889 blätterte. Nach einer halben Stunde war ich an der Reihe. Run, mein Herr," sagte er, wie steht's? Wo fißt der Schmerz?" Wie wohl das tat, dazu diese freundlich einladende Bewegung mit der Hand nach dem bequemen Stuhl. Wenn ich da an das Jahr der Schrecken denke, o, wie was nicht wohl das tat, genau derselbe Mensch, und doch Schale"," Milieu" und Zeit ausmachen! Dr. G'sund ließ mich gar nicht zu Worte tommen, wahrscheinlich hatte fein scharfes uge einen plöglichen Farbenwechsel an mir entdeckt. Gilfertig er. griff er das Höhrrohr und setzte es an." Ja, ja, das liebe Herz! Sportherzchen! Nicht wahr?" sagte er, wahrscheinlich im Hinblic auf meine, touristische Aufmachung. Und welchen Sport treiben Sie?" Burzeit feinen, das war einmal, im großen Sport jahre 1915/16", entgegnete ich 8. Er fniff die Augen zu, legte den Kopf zurüd und besah mich mißtrauisch von der Seite; anscheinend stellte er Erinnerungsver fuche an. Herr Doftor, Sie machen mir bange, auf mein Herz laffe ich nichts tommen, im Gegenteil, damals haben Sie mir mein Herz leiden ausgeredet und ich bin Ihnen dankbar dafür. Deshalb mein furzer Besuch." Er sprang auf und machte denten: Saufert! Früher hätte er's gesagt. Che er Gelegenheit nahm, sich wieder zu feßen und teures Rezeptpapier zu verfchreiben, reichte ich ihm die Hand zum Abschied. Also, Herr Doftor, nichts für ungut; übrigens heute abend Treffen aller G'sunden" und ehemaligen Herzfranken im Ratskeller", und ganz alkoholfre wird's nicht hergehen, aber mir hoffen alle auf Ihre freundliche Mitwirkung. Er lächelte sauer. füß und drückte mir die Hand. Nach einer Weile stedte er den Kopf zum Wartezimmer her. ein. Der nächste, bitte!" Mir schien, als ob ein bißchen Aerger in der Stimmie gelegen hätte. Im Ratsteller warteten mir auf ihn natürlich vergeblich. Es ift eben eine heitle Sache, wenn man einmal Stabsarzt war. Die Sonnenfinsternis. A. V. Die erste der vier intereffanten Finsternisse des Jahres 1925- es find zwei Sonnen- und zwet Mondfinsternisse findet heute statt und ist eine totale Sonnenfinsternis. Da sich bei diesen die Zone der völligen Berfinsterung stets nur über einen ganz fmalen Streifen der Erdoberfläche erstreckt, jo kommt auf jeden Bunkt der Erde im Durchschnitt nur alle zweihundert Jahre einmal eine totale Sonnenfinsternis, und auch diesmal ist bei uns von dein Phänomen, das in Mitteleuropa nur partiell ist, wenig zu sehen. Die größte Dauer der Totalität beträgt 2 Minuten 31 Gefunden und liegt im nördlichen Atlantik. Sichtbar ist das Naturschauspiel in der östlichen Hälfte von Nordamerita, in Mittelamerita, im Norden Südamerikas, in der nördlichen Hälfte des Atlantischen Ozeans bis nach der Südfpige von Grönland und nach Island, in West- und Mittel europa und im Nordwesten Afrikas. Die schmale Totalitätszone berührt die nordamerikanischen Seen, durchzieht den Nordatlantit und endet nördlich von Schottland. In Deutschland ist nur der Anfang der Finsternis zu sehen, die in Berlin um 4 Uhr 3 mi | nehmen? Diese fommunistischen Helden, die aus dem Parlament eine Affentomödie machen, haben ihnen zu einem Sieg verholfen Lasse man sie ihre Hanswurftiaden fortjeßen. Solange fo reiche Früchte für die Reaktion daraus erwachsen, wird sich fein Deutschnationaler daran stoßen! Wer aber die kommunistischen. Abgeordneten von Beginn bis Schluß der Abstimmung beobachtet hat, der bringt den unauslösch lichen Eindrud nach Hause, daß es für diese Borfämpfer des echten und unverfälschten Reditalismus teine größere Herzenswonne, feine stärkere Befriedigung, fein innigeres Glück geben kann, als der finstersten Reaktion zu Siegen zu verhelfen. In der Freude der Deutschnationalen bemerkte man doch die Erwartung der mate. riellen Früchte, des Machtzuwachses, der wirtschaftlichen und politischen Positionen, die sie vom Sturz des Kabinetts Braun erhoffen. Die Kommunisten dagegen waren die Uneigennügig= teit in der Person: fie freuten sich am Glück der anderen! Obwohl auch sie vom Sturz der Regierung Braun nur Nachteile erwarten fönnen, schuf es ihnen doch innerste Befriedigung, mit vollen. Händen die Deutschnationalen, Deutschvölkischen und übrigen Rechtstumpane zu beschenten auf Kosten der deutschen Arbeiter! Das Ministerium Braun. Das jetzt zurückgetretene Ministerium Braun besteht in Preußen seit dem 5. November 1921. Bei der Wahl des ministerpräsidenten erhielt damals Otto Braun 197 Stimmen. Gir Teil der Volkspartei hatte weiße Stimmzettel abgegeben. Dem Ministerium Braun war in dem im Februar 1921 gewählten preußischen Landtag ein Ministerium Stegerwald vorangegan Kapp- Butsch preußischer Ministerpräsident. Nach dem Ergebnis der gen. Otto Braun war bereits seit dem 30. März 1920 nad dem Landtagswahlen vom Februar 1921 aber, die den Parteien der Weimarer Koalition nur noch eine tnappe Mehrheit gaben( die Mandate der Unabhängigen fonnten damals noch nicht dieser Koalition zugerechnet werden), erflärten Demofraten und Sentrum, eine neue Regierung nur mit Einschluß der Boltspartei biiden 3u können. Infolgedessen wurde der Zentrumsabgeordnete Stegerwald am 9. April mit 352 gegen 56 Stimmen gewählt. Als es Stegerwald nicht gelang, sein Rabinett auf breiter Basis zu bilden, trat er zurüd, er wurde am 21. April gegen die Stimmen der Sozialdemokratie wiedergewählt. Sein Kabinett trat aber am 1. November 1921 zurück und ihm folgte dann das Ministerium dieser Zusammensetzung mit den Ministern Severing( Inneres), Siering( Handel), Dr. Wendorff( Landwirtschaft), Am Zehnund Boelig( Unterricht, blieb es bis zu den Wahlen am 7. Dezemhoff( Justiz), Hiertfiefer( Wohlfahrt), v. Richter( Finanzen) ber zusammen. ber zusammen. Kurz vor dem Zusammentritt des neugewähiten Landtags legten die beiden volksparteilichen Minister ihre Aemter nieder und der Ministerpräsident Braun übernahm provisorisch die freigewordenen Ministerien für Finanzen und Unterricht. Das Land Preußen hat also verhältnismäßig nur selten einen Regierungsiridh, vom November 1918 bis Ende 1920, Braun März 1920 wechsel gehabt, im ganzen vier Ministerien: Ministerium bis April 1921, Stegerwald April 1921 bis November 1921 und zurückgetretene Ministerium Braun hatte also die längste eens. wieder Braun November 1921 bis 23. Januar 1925. Das jetzt Dauer von 3 Jahren und knapp 3 Monaten. Braun als Kabinett der Großen Koalition. Die Hehe gegen Scheidemann. Nun auch Bertreibang and der Wohnung. 19 In As Genoffe Scheidemann dem Ruf seiner landsmäs schen Genoffen in Coffel im Januar 1920 Folge leiftete und als Oberbürgermeister nach seiner Baterstadt ging, wurde er von der deutschnationalen Bresse mit den Worten begrüßt: Wir werden biesen Menschen jeden Tag an den Branger stellen!" Die fortgelegte Hege blieb dann auch nicht ohne jeben Erfolg. Zunächst gab es Anpöbeleien, Schimpf- und Drohbriefe in großen Mengen, Bea fudelung des Hauses, in dem Scheidemann wohnte und dergleichen Dinge mehr. Su Pfingsten 1922 wurde dann wurde dann bas. Blausäure. nuten nachmittags beginnt. Da an diesem Tage der Sonnenuntergang aber schon um 4 Uhr 35 Minuten erfolgt, so ist die beginnende Bedeckung der Sonne durch die Mondscheibe nur von Orten aus zu beobachten, die ganz freien Ausblick auf den südwestlichen Horizont haben. In Amerika find zur Beobachtung der Sonnen. finsternis die weitestgehenden Borbereitungen seitens der wissen schaftlichen Institute getroffen. Der 3eppelin Los Angeles hat gestern eine 24ftündige Fahrt nach Nantucket angetreten. An Bord befinden sich Astronomen der Washingtoner Seesternwarte, die eventuell über ben Wolfen die Sonnenforona studieren und photos graphische Aufnahmen machen wollen. Die New Yorter Börse wird heute 45 minuten ( päter als gewöhnlich beginnen, um den Angestellten zu ermöglichen, die totale Sonnenfinsternis zu beobachten. Die größten Wolfenfrager der Welt find von Tausenden von Personen gemietet worden. Die Los Angeles" ist in einen astronomischen Beobachterposten verwandelt worden. Das Schiff führt eine ganze Reihe von berühmten aftronomischen Fachleuten und nicht weniger als 1000 Rilogramm Fernrohre, Meßinstrumente und finemato graphische Apparate an Bord. Die Beobachtungen werden durch Rundfunk augenblicklich meitergegeben. Die Spannung auf die Sonnenfinsternis war am Borabend in New York auf das höchste gestiegen. Spaltenlange Artifel in den Beitungen ftellten alle anderen Geschehnisse in den Hintergrund. Den Höhepunkt erreichte gestern die Aufregung, als der Führer der Los Angeles", Kommandeur Klein, die Mitteilung machte, daß das Luftschiff wahrscheinlich bereits in der Nacht von Latehurst nach New York fliegen und erleuchtet über der Stadt kreuzen wird. Heute früh soll dann der Zeppelin furz vor Beginn der Sonnenfinsternis am äußersten Oftzipfel von Long Island erscheinen, um die Beobachtungen zu machen. In der Komödie errang Mar Pallenberg gestern einen neuen Sieg als Regisseur und Titethelb des fublimen Luftspiels „ Darbamelle, der Betrogene". Der Franzose Emile Mazaud behandelt hier das alte, stets aktuelle Problem des hinter. gangenen Ehemannes. Durch einen höchst originellen Einfall und Stoff zu einem duftigen, scheimischen, fcharmanten Spiel gestaltet. durch eine feinfinnige, geiftvolle Betrachtungsweise hat er den heiflen und hinter der Komödie blickt bitterernst bie Tragik hervor. Dgn. bis 7. März eine Ausstellung von Arbeiten Hans Boelzigs statt. Im Archifet ur- Museum der Technischen Hochst ale findet vom 26. Januar Ja der Buchhandlung 3. M. Spaeth, Königftr. 52, werden am 29., abends 8 Ubr, erta König und Henry v. eifeler aus eigenen Berten lesen. Das Tanzheft der Deutschen Kunffschau". Die„ Dentiche Kunkischau fügt mit dem 1. Heft des 2. Jahrgangs ihrer Sammlung von Sonderheften ein Tangbeit hinzu. Mit zarten japanischen Berfen ist bie Reihe von Auflaten und Ellays eingeleitet, in der u. a. Delar Bie über Musik und Tanz, Mar Terbis über Das russische Ballett und Mary Bigman über das tän gerische Stomponieren geschrieben hat. Die große Zänzerin felbft, Gret Balucca( zu einem Auffas von Jürgens), Hilde Schewior und Szenen aus Mary Bigmans großer Tanzsinfonie, dazu alte Balletifigurinen find in guten Bildern wiedergegeben. auch der Berbrauch an altoholischen Getränken und Tabaf als Maßstab für die Zahlungsunfähigkeit Deutschlands her angezogen. attentat verübt, dem unfer Genoffe nur durch einen glüdlichen 3ueder in Zukunft maßgebend für die Reparationsleistungen fein soll, fall nicht zum Opfer fiet. Wenn der Mensch nicht aus dem geben zu schaffen war, dann sollte er wenigstens aus dem 2mte entfernt werden, obgleich die Stadt Cassel unter dem „ System Scheidemann" ausgezeichnet gefahren ist die von unserem Genossen vorgelegten fünf Etats find Jahr für Jahr von der Stadt verordnetenversammlung einstimmig angenommen worden! Die Abbauversuche sind bisher vergeblich gewefen. Aber die Gegner ver zagten nicht. Einzug Scheidemanns waren im Parterre Steuerbureaus unterIst die Reichsregierung bereit, aus voltswirtschaftlichen, volts erzieherischen, finanziellen und nationalen Erwägungen die reigabe der Getreideernte für die Synapserzeu gung zu unterbinden? Braunschweiger Gemeindewahlen. Seit fünf Jahren ist Scheidemann Mieter des Magistrats in einem von der Stadt beschlagnahmten Haus, das früher von dem Oberbürgermeister Roch allein bewohnt worden war. Seit dem finden im Freistaat Braunfawrig die Kommunalwahlen statt. Der Braunschweig, 23. Januar.( Eigener Bericht.) Am 15. Februar gebracht. Außerdem wohnen in dem fleinen Haus noch zwei Wahlkampf ist zunächst erst in der Breffe entbrannt. Die Bürger weitere Familien. Das Haus wurde vor mehreren Jahren von dem Einheitstifte aufzustellen. Gie warten nun doch mit vier Listen lichen haben sich ohne Erfolg bemüht, in der Stadt Braunschweig eine Borbesitzer, einem im Krieg reich gewordenen Mann, aufgetauft, auf, von denen zwei„ Einheitstiften" find. Die erste nennt sich der es bis auf den heutigen Tag im Innern noch nicht besichtigt nationale Einheitstifte" und umfaßt die politischen hat. Er begann aber sofort mit Bersuchen, Scheidemann aus dem Barteien von den Nationalsozialisten bis zum Sentrum. Das häuf Haus herauszuprozeffieren. Das ging natürlich stets schief. Nach lein Sentrumsleute hatte sich schon bei der Landtagswahl am dem aber für gewiffe Wohnungsstreitigkeiten das Landgericht zu 7. Dezember dem schwarzweißroten Blod angeschloffen. Diesmal ständig geworden ist, stiegen die Aussichten des neuen Hausbesitzers. haben sie sich aus Angst vor der Sozialdemokratie fogar mit Er hatte aus den Aften erfahren( von wem?), daß bei der Beschlag den Hakenkreuzlern verbündet. Die Wirtschaftliche Ein. nahme ein Formfehler vorgekommen sei. Damit hatte er fein Glüd.heitstifte" ist aufgestellt von Handel und Gewerbe, Handwerter Er erfuhr dann weiter( woher anders als wieder aus den Aften?), und Gastwirteverbänden. Hinter der Liste„ Bolts wohlfahrt daß nach der Beschlagnahme des Hauses im Jahre 1920 ein 3wangs stehen Mieter, Bodenreformer, Freilandfiedler und Kinderreiche. Die mietsvergleich zwischen dem Magiftrat und dem früheren Haus Demokraten führen eine eigene Lifte. Die Sozialdemokratie hatte befiger nicht abgeschlossen fet man darf sich in solchen Fällen bisher nicht die Mehrheit im Stadiverordneten follegium. sei nicht gütlich einigen! Das Gericht sprach dem Kläger zunächst die Barterreräume zu, die seit dem 1. Oftober le er stehen. Jetzt hat bas Gericht in einer weiteren Berhandlung entschieden, daß Scheidemann das Haus bis zum 1. März räumen muß. Der Kläger, der nur für fich und seine Frau Wohnung gebraucht und jeßt glänzend wohnt, bekommt nunmehr noch ein ganzes Haus hinzu. Zu den annähernd 9000 Wohnungsuchenden, die in den Listen des Caffeler Wohnungsamts eingezeichnet sind, fommen zwei weitere Familien. Aber abgesehen von dieser Seite der Sache MieterSchutz in der Praris ist die Hauptsache, daß der erste Beamte der Stadt zunächst obdachlos wird. Wie wir unsern Genossen fennen, glauben wir sagen zu dürfen, daß sich seine Gegner täuschen, wenn sie annehmen, ihn durch irgend daß sich feine Gegner täuschen, wenn sie annehmen, ihn durch irgend welche Heze mürbe machen zu fönnen. Da nach dem mißglückten Attentat auf Scheidemann schon am nächsten Tage mindestens 30 000 Arbeiter vor feiner Wohnung aufmarschierten, um ihm eine Onation zu bringen, rechnet man in parteigenössischen Kreisen Caffels damit, daß noch vielmehr Menschen sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen werden, zuzusehen, wenn die Wohnung des Oberbürger meisters freigemacht werden foll. Ein Tendenzurteil zusammengebrochen. Genosse Hermann freigesprochen! Weimar, 23. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Nach fünfffündigen Verhandlungen fällte das Gericht in der neunten Abendftunde folgendes Urteil: Minister Hermann und die Kreisdirektoren Herschel. mann- Eisenach, Faulian- Roda und Rennert- Meiningen werden freigelprochen. Regierungsaffeffor& unje wird wegen Urkundenfälschung zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis verurteil Das Ergebnis der Berhandlung vom November 1924 gegen den Genossen Minister Hermann war ein völliger Busammenbruch der Antlage. Auf unverantwortliche Treibe reien, reaktionärer Beamten hin war am 3. Januar Genoffe Hermann unter der Anschuldigung schwerer Ur fundenfälschung verhaftet worden. Eine Antlage wegen Borba fierung einer Urkunde, megen eines Attes Der Staatshoheit, wie er dem allgemeinen Berwaltungsbrauch entsprach! Der Hamburger Prozeß. Urbahns Aussagen. Hamburg, 23. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Im Hamburger Hochperratsprozeß refapitulierte der Borsitzende am Freitag Urbahns und unterstrich besonders dessen Sak, daß er die polis morgen zunächst die bisherigen Ausführungen des Hauptangeflagien tische Berantwortung für die Ottoberunruhen übernehme. Urbahns befam dann wieder das Wort und ließ sich in einer zweistündigen Rede über die politische Situation im Herbst 1923 aus, die für bie Revolution günstig gewesen sei. Die KBD. habe damals die Barole der Arbeiter und Bauernregierung" aufgestellt. Der Bezirt offerfante habe allerdings diefe Barole aufs entschiedenste befämpft Als die Rebellion der banerischen Generale tam, habe der Bezirk Bafferfante entgegen den Weisungen der Zentrale be Schloffen, dem Billen der Arbeiterschaft Rechnung zu tragen. Die Bezirksleitung wurde umgestellt und ein Kopi von drei Männern wurde gewählt. Jeder hatte fid) Rommiffare zur Ausführung der Beschlüffe heranzuholen. Ich hatte politi fche Rommiffare. Der militärische Leiter hat Militärs heran gezogen. Urbohns läßt sich dann über die Vorgänge in Sachfen und den Chemnizer Betriebsrätetongreß aus, der zu spät gekommen sei. Als aber das Haus des Chemnizer Blattes Don Bolizei umstellt worden sei, wären bie fächsischen Genoffen sehr verblüfft gewesen. In diesem Augenblid habe für sie festgestanden, daß die Gesamtpartei nicht gerüstet war zu einem entscheidenden Rampf. Er habe versucht, einen Genoffen aus der fächsischen Regierung zu sprechen, durch den Präsidenten sich weigerte, die Tribüne zu verlassen, zun Schweigen zu bringen. Erst die Unterbrechung der Sigung fonnte dem Zwischenfall ein Ende bereiten Nach ihrer Wiederaufnahme ergriff Herriot das Wort Er erflärte, daß er sich für heute baraui beschränte, auf die Kriti? zu antworten, die die von der Regierung beschlossene Aufhebung der Gesandtschaft beim Batitan gefunden habe, daß er sich dagegen die Erklärungen zu den übrigen Fragen der auswärtigen Politik für die nächste Woche vorbehalten wolle. Herriot wies zunächst den Borwurf zurüd, daß er aus Eigensinn oder Bersteifen auf eine Dofirin handle. Die ganze Frag habe vor allem mit Religion nicht das geringste zu tun. Wenn bar ziehungen zum Batikan abzubrechen, so geschehe das nicht aus Reli Weinifterium zu dem Entschluß gefommen sei, die diplomatischen Begionsfeindlichkeit, sondern vor allem aus der Erwägung heraus, daß Recht auf biplomatische Vertretung habe. Den Einwand Briands, der Batikan keine weltliche Macht sei und infolgedessen tein daß in der auswärtigen Politi! Opportunität allein zu entscheiden habe, tat Herriot mit der Erklärung ab, daß nach seiner Auffassung ein Bolititer in erster Linie bie Blicht habe, an der Spize ber Regierung die Grundsäge zur Durchführung zu bringen, die er als Führer der Opposition vertreten habe. Der belgische Zolltarif. Beginnende Abkehr vom Schutzollsystem. Brüssel. 23. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Für die Zolltariftommission erstattete am Donnerstag der frühere Außenminister Jaspar der Kammer Bericht über den neuen Bolltarifgefeßentwurf. der Waren deutscher, tschechischer und österreichischer Herkunft besonders hohen Einfuhrzöllen unterwirft unter dem Borwand, das valutarische und andere Berhältnisse diese Länder zu unbilliger Ron furrenz befähigen. Diese Behauptung ist natürlich längst nicht meh wahr. Der Bericht stellt indes immerhin den Anfang einer Reaktion barin: Die vorgeschlagenen Maßnahmen begegnen allenthalben 3 gegen die fchuzzöllnerischen Bestrebungen dar. Es heißt nämli feln und widersprechen den belgischen Traditionen. Allerdings würde der Gefeßentwurf den belgischen Unterhändlern bei Wirtschaftsper. handlungen eine Kampfwaffe bieten. Aus diesem Grunde stimmte die Kommission dem Gesetzentwurf zu, aber die Sondettarife gegen die drei genannten Länder müßten beseitigt werder, fobalb die schwebenden wirtschaftlichen Verhandlungen abgeschlossen find. Die Kommission ist der Ansicht, daß die belgische Industrie nu: durch Ausfuhr leben und nur die freie Konturrenz den beign Industrieprodukten den Absatzmarkt sichern kann. Jeder, selbst indirekte Schugzoll, müßte ble belgische Industriekraft schwächen. Denn fein Bolschutz für den Inlandsmarkt fönne den Berlust des Auslands. marftes ersetzen. Darum sei die baldige Rüdtehr zum aften Freihandelssystem geboten. Die belgische Regierungstrije ist abermals pertagt. Die Drohung der Kleritalen, das Ministerium Theunis über die Erhöhung der Lehrergehälter zu stürzen, hat sich als blinder Lärm erwiesen. Sp. wohl die Kleritalen wie die Liberalen, oder richtiger gesagt, Leile diefer innerlich völlig zerrütteten Parteigebilde möchten sich wohl gerne vor den Neuwahlen aus der übelbeleumdeten Regierungstoalition retten, wagen aber den entscheidenden Schritt doch nicht. So wird versucht, doch noch die paar Monate bis zu den Wahler fortzumurfteln. Aber über Nacht fann ein neuer Konflift und ein. neue Krise entstehen. Rücktritt Grantings. habe aber nur Frau Brandler angetroffen, die gerade ihre Sachen padte. Das sei ein weiteres Symptom für ihn gewesen, und er fei schleunigst noch Hamburg gefahren, weil er erfannte, daß die Situation nicht geeignet zum Rompf mar. In Hambura angefom men, habe er fich fchlafen gelegt und fet erst durch Schiffe auf der Straße geweet worden. Was er in diesem Audenblid empfunden babe, fönne er nicht beschreiben. Als er die Lage am Dienstag. Stocholm, 28. Januar.( Eigener Erabtberidit Genoffe Eian morgen überfah, babe er erfaunt, baß mit hielem: Rampf ein großer Gaben für die Bartet angerichtet werde. Erg, der sawedtime Miniſteipräsident, bat ſich ent dloſſen, mit habe lofort den 25 brud bes Rampfes angeftrebi. Ueber Rüdicht auf seinen schwer angegriffenen Gefundhenszufiand ſeine feine Tätigkeit nach dem Butsch verweigert Urbahns die Demiiiton einzureichen. ie idjon gemeldet, wird Gense Aussage, ebenso darüber, ob ein bestimmter Termin für horison fein Amtenachfolger. den Ausbruch des Rampfes festgelegt war. Nach einigen Fragen des Borsitzenden und des Staatsanwalts ist die Bernehmung bes Hauptangeflagten beendet, In der Nachmitto aligung wurde der Angeklagte rehbe pernommen, ber der Leiter der Gewertschaftsabteilung Eine schamlofe Berleumdungstampagne gegen Serber KPD. Groß- Hamburg war. Er ertlärte u. a., daß die Arbeit mann und die Sozialdemokratie feßte ein, gespeist von amt der Kommunistischen Partei auf das Ziel gerichtet sei, die Gemert lichen Stellen der Thüringer Bürgerblodregierung. Die An- fchafisbewegung zu überwinden. Als Kommunisten feien fie gewillt, flage wegen schwerer Urkundenfälschung brach zusammen. den Machtkampf um die Gewerffaaften mit Gewalt zu führen. Das Dennoch verurteilte das Gericht Hermann am 13. November Biel war. Die Gewerffhaftsbewegung mit allen zu 3000 m. Geldstrafe wegen- Untreue. Es bescheinigte ihm Mitteln in den politischen Machtkampf zu ziehen. ausdrücklich, daß er nicht aus unehrenhaften Motiven gehandelt Deshalb feien auch die roten Gewerkschaftstartelle gebildet worden. habe. Das Urteil war ein Tendenzurteil schlimmster Art Der Angeklagte äußert sich dann über die EinigungsverhandBürgerblockjustiz lungen zwischen Ortsausfchuk des ADGB. und den fozialistischen Barteien, an denen er in Bertretunug Urbohns teilgenommen habe. Er habe die Bezirksleitung nicht unterrichtet, da inzwischen schon die Kämpfe begonnen hatten. Der Angeflagte antwortet auf die Frage des Borsigenden, ob das Endziel der Kommunistischen Bariei nur auf dem Wege der Gewalt zu erreichen und ob nach feiner Meinung der bewaffnete Aufstand eine Selbstfolge bes Gene. ralftreits fei, mit Ja. Die Berhandlungen werden dann auf Sonn abend verlagt, da der nächste Angeflagte Levn von einem Unwohl. frei- fein fein befallen wird und nicht vernehmungsfähig ift. Die Hezze gegen Hermann in der Rechtspresse ging unent wegt weiter. Die deutschnationalen Beitungen und auch die Beitungen der Deutschen Boltspartei haben im Wahlkampf den Minister Hermann auf das standalöseste beschimpft und vérleumdet Bürgerblodtaftif. Die Berufungsverhandlung hat nun zu einem völligen Fiasto der Hege gegen Hermann geführt. Hermann ist frei gesprochen. Das Urteil gegen Runze, der in der ersten Instanz freigesprochen wurde, erscheint ganz unverständlich, da am Ende der Verhandlungen der ersten Instanz der Oberstaatsanwalt selbst die Freisprechung des Regierungsaffessors Kunze beantragt hatte. Hermann ist glänzend gerechtfertigt, die Methode der Berleumdung aber wird fortgefeßt sie entspricht dem inneren Wesen der Bürgerblodbestrebungen. Lüge und Verleumdung find die Grundlagen, auf denen die Deutschnationalen nach der Macht streben. Getreide für Schnapsbrenner. Eine sozialdemokratische Anfrage. Die sozialdemokratische Frattion hat im Reichstag folgende An. frage eingebracht: Der Reichsminister für Ernährung und Landwirt. fchaft hat laut einer in der Zeitschrift„ Das Gasthaus" veröffentlichten Mitteilung an den Reichsminister der Finanzen( Geschäftsnummer I, 2528) die Berarbeitung von Getreide zu Branntwein wieder uneingeschräntt zugelassen. Er begründet die Freigabe damit, daß infolge der ungünstigen Witterung im vergange. nen Sommer und Herbst größere Getreidemengen nicht mehr zur menschlichen Ernährung verwendbar seien. Dieser Grund würde aber doch höchstens die Freigabe des ungenießbaren Korns gerecht. fertigt haben. Auch der von dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft angeführte Hinweis, daß eine Bermehrung der Schlempeerzeugung notwendig fei, ist nicht stichhaltig, denn es find Futtermittel genügend vorhanden. Die schrankenlose Freigabe von Getreide für Schnapsbrennereien muß im In- und Auslande als unvereinbar mit der troftlosen Ernährungslage von Millionen unserer Boltsgenoffen empfunden wer den. Noch immer ist Brot notwendiger als Schnaps. Die Förderung des Branntweingenufles burd) bie Reichsregierung ist aber nicht nur ein Angriff auf Volfsernährung und Volksgefund. heit, sondern birgt auch die Gefahr einer Steigerung der Zahlungen Deutschlands an die alliierten Mächte. Wird doch zur Ermittlung des im Dames- Gutachten vorgeschlagenen Wohlstandsindeges, Weitere Militärkontrolle. Generalbericht erst in zwei Wochen. Paris, 23. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die von der eng lischen Breffe veröffentlichte Mitteilung, daß es innerhalb der Bot. fafterfonferenz zu meinungsverschiebenheiten über bie Ergebnisse der Militarfontrolle in Deutschland gekommen sei und infolgedessen tie für legten Mittwoch anberaumte Sigung der Konfe. renz hat verta gt werden müssen, scheint nach den Angaben der zuständigen Stellen in Baris nicht den Tatsachen zu entsprechen. Nach den getroffenen Dispositionen werde die Kontrollfommission ihre Tätigkeit in Deutschland bis Ende dieses Monats fort. legen, so daß ihr Bericht frühestens in der ersten Bode des Februar in Paris erwartet werden fönne. Dagegen foll die Bot schaftertonferenz beabsichtigen, in der Zwischenzeit der deutschen Re gierung auf deren Note wegen der Nichträumung Soins zu antworten. Eine halbamtliche Mitteilung versichert, baß über den Text dieser Antwort bereits volle Berständigung zwischen Den beteiligten Regierungen erzielt fei. den beteiligten Regierungen erzielt fei. Diese note, die in den nächsten Tagen überreicht werden fall, werde die deutsche Auslegung bes Bersailler Art. 429 zurüdweifen und erneut betonen, daß eine bes Bersailler Art. 429 zurüdweifen und erneut betonen, daß eine endgültige Entscheidung erft erfolgen tönne, wenn der Schlußbericht der Kontrollkommission vorliege. Herriot über die Botschaft beim Vatikan. Er tritt weiter für Aufhebung ein. Parts, 23. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Rammer bat. nachdem sie am Freitag vormittag die Besprechung einer Inter pellation über die Wohnungskrise und die von der Regierung ange. fündigten Maßnahmen zu beren Abstellung zu Ende geführt hatte, am Nachmittag die Aussprache über die auswärtige Politik fortgesetzt. Die Sigung begann mit einem viertelstündigen Pult. dedel Konzert, bas von der Linken veranstaltet wurde, um einen Redner der Opposition, der trop der Bortentziehung Eingeschmuggelte Habsburger. Bundesregierung gegen Berfassung. hoben die sozialdemokratischen Landesräte von Niederösterreich Wien, 23. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Am Freitag er. beim Landeshauptmann, dem chriftlichsozialen Dr. Bureich, Proteft gegen die Anwesenheit des ehemaligen Erzherzogs Leopold Salvator in Niederösterreich. Sie verlangten, da det gemefene Erzherzog durch Gesek aus Desterreich ausgewiesen ist und die Re gierung daher nicht das Recht hat, ihm den Aufenthalt zu bewilligen, daß der Landeshauptmann ihn verhaften und abschieben laffe. Der Landeshauptmann erflärte, daß nach feinen amtlichen Informationen Leopold Salvato: fich tatsächlich in Niederösterreich aufhalte. Das sei nach seiner Auffassung ungefeßlich: er fönne aber gegen ihn nicht vorgehen, weil der ehemalige Erzherzog die Aufenthaltsbewilligung in Desterreich von der( chriftlich Er fozial- großdeutschen) Bundesregierung erhalten habe. fagle jedoch zu, die Forderung der sozialdemokratischen Landesräte an die Bundesregierung weiterzuleiten. Das russisch- japanische Abkommen. Tschitscherine Auslegung. Mostan, 23. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Tschitscherin hat zum Abschluß des russisch- japanischen Bertrages erklärt, daß damit die erste Etappe der Fernoftpolitit der Sowjets abgeschloffen fei. Das fei das Ende der Interventionen und der ungeregelten Berhältnisse im fernen Often. Der Vertrag habe auch machtpolitische Bedeutung, weil Japan dadurch ein weiter be. freundetes Hinterland erhalte falls onflitte im Stillen Ozean entstehen sollten. Die Betroleumtongessionen in Nord- Sachalin feien für Japan nicht nur von wirtschaftlicher Bedeutung, sondern auch von militärischer. Stefloff erklärte u. a., daß jeßt der Weg zu einer Berbindung zwischen Rußland Deutschland, China und Japan zu einem großen Kontinental. biod offen fei. Er bedauerte, daß Deutschland dieser Auffaffung noch feine Sympathie entgegenbringe. Det litauische Staatspräsident bei Ebert. Der litauische Staatepräsident Stulginiti, der sich mehrere Wochen zu ärztlicher Behandlung in Berlin aufgebalten hat und beute nach Litauex zurüdulehren beabsichtigt, ftattete gestern mittag dem Reichs. präfibenten einen Befuch ab, den diefer am Nachmittag in ber litauischen Gesandtschaft erwiderte. Die liaulschen Rechtsparteien haben im Sejm beantragt, bat Abgeordnete der nationalen Minderheiten( Deutsche, Juden, Bolen, Russen) Sejmausschüssen nicht angehören dürfen, weil sie nicht lobal genug feien, um ihnen gefeggeberische Arbeit anzu bertrauen! Rumänilch- lerbischer Austausch von Deutschen. Die rumänische Megierung fchlug der Regierung in Belgrad bor, ihr bas Dorf atovo, meldes zum größten Teil von Deutschen bewohnt ist, für das rumänische, ausschließlich von Serben bewohnte Dorf genjer abzutreten. Die Entscheidung dürfte im Sinne bes Antrags ausfallen. Graf Stato, wie er im Barlament erklärte, in Mürzester Zeit Das allgemeine Wahlrecht für Japan will Bremierminifter vorschlagen. Gewerkschaftsbewegung Deutschnationale Lügen. Was man dem Landvolk erzählt. Der unter Leitung des deutschnationalen Abg. Behrens ftehende christliche Zentralverband der Landarbeiter gibt einen fog. Landvolktalender" heraus. Auf Seite 16 diefes Ralenders finden wir unter dem Titel:„ Der getreue Ecart der Landarbeiber schaft", aus der Feder des deutschnationalen Abgeordneten Behrens, folgenden Erguß: Eine unter maßgebender Beteiligung der Sozialdemokraten gebildete frühere Reichsregierung hat zuerst die Notwendigkeit einer Wiederverlängerung der Arbeitszeit in einer Erklärung an hie Reparationsmächte( England, Belgien und Frankreich) an erfannt Auch die später gefeßlich verordnete Arbeitszeitverlänge rung ist von ben damaligen Koalitionspartelen, also einschließlid) der Sozialdemokraten, vereinbart morden. Die Sozialdemokraten haben also nicht nur die Notwendigkeit der Arbeitszeitverlängerung anerkannt, fondern waren auch bei ihrer praftifchen Durchführung maßgebend beteiligt Aehnlich liegt es auch mit dem Lohnabbau. In seiner geftrigen Reichstagsrede hat Herr Behrens diese Be hauptungen wiederholt, allerdings in erheblich vorsichtigerer Form. Herr Behrens meiß natürlich, daß diese Behauptungen famt und sonders unwahr sind. Niemals hat eine Reichsregierung, in der auch nur ein Gozialbemotrat faß, eine Erflärung abgegeben. in der die Bieberverlängerung ber Arbeitszeit als notwendig anerfannt worden wäre Niemals ist auch eine Arbeitszeit. verlängerung gefeßlich verordnet und also auch nicht von ben Roalitionsparteien einschließlich der Sozialdemokraten ver. einbart morden. Herr Behrens denti vielleicht an die von ihm ver. einbarten Tarifverträge. Ueber den 2ohnabbau versuchte Herr Behrens nicht einmal, eine Behauptung aufzustellen, wonach Sozialdemokraten in der Regierung oder außerhalb der Regierung ihn angeordnet hätten. Was die Arbeitszeitverordnung betrifft, so weiß Herr Behrens felbstverständlich, daß die rein bürgerliche Regierung Marr Stresemann sich gemeigert hat, bie Demobilmachungs. verordnung zu verlängern. Es wurde dann von dem Reichsarbeitsminister eine in ihren Grundzügen vorher vereinbarte Arbeitszeitverordnung erlaffen, die jedoch nicht übereinstimmte mit dem Wortlaut der Bereinbarungen, aber immer noch den Achtstundentag beibehält. Eine Abweichung davon wird in erster Linie abhängig gemacht von einer Bereinbarung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Diese Arbeitszeitverordnung ist mißbräuchlicherweise so ausgelegt worden, dağ da, wo eine Bereinbarung nicht zustande tam, von den be hördlichen Schlichtungsinstanzen vielfach Schiedssprüche ge fällt wurden, die dann vom Reichsarbeitsministerium für ver. bindlich erklärt worden sind und die eine Verlängerung der Ar. beitszeit anordneten. Gegen diefe Bragis der Schlichtungsinstanzen und mißbräuchliche Anwendung der Bestimmung in der Arbeitszeit verordnung hat die Sozialdemokratie und ihre Breffe nachdrücklichst und mit Erfolg Protest erhoben. Benn Herr Behrens ctmas anberes behauptet, macht er sich einer bewußten 2uge schuldig. Bei einem deutschnationalen Arbeiterführer ist das nicht meiter überrajdyend. Einigung in der Tschechoslowakei? Am 21. und 22. Sanuar fanden in Brag Beratungen von Ber. tretern der tschechoslomatischen Gewerkschaftsvereinigung und der deutschen Gemertschaftskommission statt, bei denen der Getretär des Internationalen Gewerkschaftsverbandes Genosse audegeest den Borfiz führte. Die Beratungen hatten die Frage des Zusammen fchlusses der deutschen und tschechischen Gemert schaften in der Tschechoslowakei zum Gegenstand. Es murde einstimmig der Grundjag des Internationalen Gemertschafts. verbandes angenommen, daß in jedem Staat nur eine Bentrale bestehen soll. Die Verhandlungen find bereits soweit gediehen, daß gewisse Richtlinien über die Berwirklichung dieses Grundlages ausgearbeitet murden. Die Berhandlungen merden fortgefeßt. Es märe für die Arbeiterschaft der Tschechoslomafci mie für die Inter nationale ein unschäzbarer Gewinn, wenn es gelingen mürde, die Wiedervereinigung der tschechischen und der deutigen Gemerf schaften herbeizuführen. Streiferfolg der Bauschlosser. Dem Beschluß der Branchenversammlung vom vergangenen Montag, in den Betrieben die Arbeit einzustellen, wo die Forderung nach 1 Mr. Stundenlohn nicht bewilligt wird, find die Belegschaften von 24 Betrieben nachgekommen, so daß mit den schon früher in den Ausstand getretenen der meitaus größte Teil der Bauschloffe reien ftillag. Die Unternehmer fehen ihren Aussperrungsbeschluß durchfreuzt; fie beantragten daher die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches, der 90 Pfg. Spihenlohn bestimmt hatte. Nach bangen Verhandlungen murde dann folgender Vermittlungsvorschlog Theater, Lichtspiele usw. Haller- Revue 1925 Tb.i.Admiralspalast 24. Woche Staats- Theater Lessing- Theater Allabendl. 844 U. Opernhaus Tägl 8 Uhr: T: Die Entführung Professor aus dem Serail Opernhaus Die größte Revue d. Welt: Bernhardi Hodh and Noch" am Königsplatz V. Artur Schnitzler T Flieg.Holländer Bonn, Klain- Rhoden, Schauspielhaus 7 U.: Peer Gynt Schiller Theater Becker, Chandon, Barger, Schröder- Schrem LE 7% Der Widerspen- Kleines Th. stigen Zähmung Tägl. 8 Uhr: Gr. Volksoper Leopoldine Konstantin 7% Uhr Fra Diavolo Volksbühne 7Uhr: Sakuntala Deutsch. Theater 71, Uhr Die hellige Johanna in BANCO Sonntag nachm. 31 Uhr: Die ganze Vorstellung zu halben Preisen! 2. Rang 1 Maik Central Theater 7% Uhr: Die Konstantin, Falkensteia, versunk. Glocke Horff, Ross Deuts Opernhaus U 71 Trianon- Th. Boccaccio Tägi. 8 Uhr: Erika Intimes Theater nach dem Tode etc. Kammerspleie Glässner 8. Katzi/ Abenteuer » Unr Der Lampenschirm Die Komödie Burförstendamm 206/207 7 Uhr. Sechs Personen suchen elnen Antor Theater i. d. Rniggräizer Str. 8 U.: Der Tokaier Kemödienhaus 8 Uhr: Die Cousine a. Warschau Berliner Theater 7.30 Uhr. Anneliese v. Desszu Rose- Theater in Mary SCALA Tägl.& Uhr: VarietéREVUE mit Winstons Metropol- Theater Tägi. 7 Uhr. Gräfin Mariza Heges Th. am Zoo Täglich 73, Ubr Wild- West- Mädel Th. in Rommand. Str. Täglich& Uhr: Tauch- Die Frau ohne Kuß Sensation Sonntags 3.0 zu 32U: Aschenbrüdelalben Preis. das 8: Milchmädchen vol e Programın! von Schöneberg von Richard Keßler Mus v. Walter Kollo mit Molly Wessely Fritz Splia Sonntag 32 Uhr: Raubd.Sabinerinnea gemacht: Der Spigenlohn with auf 95 Bfg. fefigefeßt Sulagen, die feit dem 31. Oftober v. 3. gegeben wurden, dürfen dabei nur mit 50 Broz, angerechnet werden; ausgenommen find davon Lei ftungszulagen, die auch fernerhin in voller Höhe zu zahlen find. In einer Bollversammlung der Streifenden gab gestern nachmittag Fuchs den Bericht, der vom Branchenleiter Krüger ergänzt murde. Die Versammlung nahm schließlich den Vermittlungsvor fchlag an. Das neue Abkommen, das nur für Bauschlossereien gilt, läuft vom 25. Januar bis zum 29. März. Bis zum 25. Januar gilt der Schiedsspruch. Die Arbeit foll bis Montag wieder aufgenom der Schiedsspruch. Die Arbeit foll bis Montag wieder aufgenon. men fein. Maßregelungen sind unzulässig. Zur Sperre bei Streubel. Bom Deutschen Baugewertsbund wird uns geschrieben: In der bendausgabe vom 21. Januar verhängten wir über die Firma Streubel in Tempelhof die Sperre. Es ist notwendig, zu erfahren, welche Beweggründe den Baugewerksbund dazu veran laßt haben. Die Ausschachtungsarbeiten wurden zunächst im Tagelohn ausgeführt, der den tariflichen Bedingungen nicht entSprach. Mis nun die Belegschaft den Tariflohn forderte, wurde den Postabonnenten welche die Erneuerung des Abonnements für Februar noch nicht vorgenommen haben, müssen sofort das Versäumte nachholen, wenn keine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung erfolgen soll Vorwärts- Verlag G. m. b. H, Arbeitern ein 2ttorblohn geboten, bei dem es nicht möglich mar, trotz angestrengtester Arbeit auch nur annähernd den Tariflohn verdienen zu fönnen. Grund genug für die Belegschaft, fich zu meigern, zu diesen Bedingungen die Arbeit zu leisten, was die Firma Streubel mit der sofortigen Entlassung beantwor tebe. Die Firma Streubel glaubte sich auf ihrer Baustelle nicht mehr sicher, sondern ließ die Bauarbeiter durch Polizei von der Arbeitsstelle entfernen. Bei der Entlaffung erhielten die Arbeiter weber Papiere noch ihren fauer verdienten Lohn. Erst am Abend, nachdem fie acht Stunden gewartet hatten, wurde ihnen großmütig Lohn und Bapiere in die hand gedrückt. Die Wartezeit auf die Bapiere, welche man vormittags zu zahlen zugestanden hatte, war selbstverständlich nicht bei der Lohnberech Entloffenen zu helfen, nicht zu schnell in den Genuß der Erwerbsnung einbegriffen. Die Firma mar weiter so human", jeden Lojenunterstützung zu fommen. Man vermerfie nämlich als Entlaffunggrund, daß die Arbeiter die Arbeit selbst eingestelli hätten. Bei einer Verhandlung durch die tarifliche Unterfommission erklärte der Firmenvertreter Geftrich, wenn er Hochbaulohn zahlen müsse, dann stelle er die Arbeit ein. Nach unserer Ansicht fucht die Firma einen Anlaß, um bei ihrer Auftraggeberin der Bostbehörde eine Nach bewilligung herauszuholen. Dies scheinen die neuesten Unternehmertrids zu sein. Herrn Geſtrich, Obermeister der Innung, empfehlen wir, felbst einmal die Bide und die Schippe in die Hand zu nehmen und Betrachtungen anzustellen, wieviel Rubikmeter tagsüber vom Arbeiter geschafft werden fönnen. Bei 30 Pfennig pro ore fchweren Lehmboden schachten, welcher nur mit der Bide losgehauen werden fann, dazu noch ein Transport von 50 bis 100 Meter teils bergan und über drei bis vier Drehscheiben und dann noch tippen, dürfte fich selbst Herr Geftrich überzeugen, daß der goldene Boden, den das Handwert haben foll, ein Riefenloch hat. Eine derartige Arbeitsleistung mutet man feinem Zuchthäusler zu, geschweige einem freien Arbeiter. Was man bolfchewisienten Refern bietet. Phantafie eines angeblichen Observer aus London festgenagelt, Wir haben in unferer. Abendausgabe vom 14. Januar die der den gläubigen Lesern der„ Roten Fahne" erzählte, daß die Dis fussion über die Rußlandreise der englischen Gewerkschaftsdelezierten bei der Zusammenkunft in Brüssel abgebrochen wurde, nicht, wie von dem Amsterdamer behauptet murde, meil die Engländer durch weil zwischen den englischen Bertretern und den fontinentalen das Unwetter am rechtzeitigen Erscheinen verhindert waren, fondern Reattionären feine Einigung zustande fam". Darauf tiefes Schweigen des Bolschewistenblatts. Endlich am 22. Januar bringt es das bolfchemistische Blatt fertig, fich über Vandervelde und Jouhaur luftig zu machen, die die Naturgemalten daran per hindert hätten, mit Buccell abzurechnen. Also das Eingeständnis, daß der Observer aus Bantom geschwin. delt hatte. Nun wird man sich sagen, daß man schließlich auch bolfchemistisch verblödeten Lefern nicht mehr zutrauen darf. Die Rote Fahne übertrumpft sich aber felbft. Um 23. Januar bringt sie wieder einen Artikel des Observer aus Lichterfelde ,, in dem alle Behauptungen aufrechterhalten und noch einige„ Enthüllungen" ähnlichen Ralibers hinzugefügt werden. Also am 13. Januar stellt die„ Rote Fahne" eine Behauptung auf, die sie am 22. Januar widerlegt, um sie am 23. Januar wieder aufzustellen. Natürlich unter der Ueberschrifi: Der Lügen, Borwärts und seine englischen Freunde." Klempnerstreik und aussperrung in Rheinland- Westfalen, Die Metallarbeiterverbände haben für das Installations und Klempnergewerbe in Duisburg fowie den benachbarten Städten Düsseldorf. Bochum und Essen den Streit befaloffen. Die Arbeiter hatten am 1. Dezember 1924 den Lohntarif, der einen Spizenlohn von 80 Bf. voriah, gekündigt. Bei den Ber bandlungen vor dem Schlichtungstommiffar wurde nur eine Er höhung von 5 Bf. gleich 6 Broz. zugeiagi. Die Arbeitgeber nahmen den Schiedsspruch an, die Arbeitnehmer lehnten ihn ab. Infolge des Streitbeichlusses haben die Arbeitgeber im Installationsgewerbe und im Klempnergewerbe im rheinisch- westfälischen Industriegebiet beschlossen, in den übrigen Städten des Bezirks die gefamte Gehilfenschaft auszufperren. Freigabe des Anti- Kriegsmaterials in Rumänien. die vom JGB. nach Rumänien gesandten Anti- Kriegs- Abzeichen und ( IGB.) Bekanntlich haben die rumänischen Behörden seinerzeit Anti- Kriegs Karten mit Beschlag belegt. Da es nicht gelang, das Material frei zu befommen, wandte sich der IGB. mit einer scharfen Beschwerde, die auch durch die Presse verbreitet wurde, an den rumänischen Ministerpräsidenten. Dies hat nunmehr zur Folge gehabt, daß sowohl Abzeichen als auch Karten freigegeben und der gemertschaftlichen Landeszentrale ausgeliefert worden sind. Nunmehr ist nur noch ein Hindernis zu überwinden, nämlich die Erlangung der ministeriellen Bewilligung, daß die Abzeichen auch getragen werden dürfen. Manche Regierungen haben es wirtlich nicht leicht! Differenzen bei Siemens u. Schudert. Jm Elmower! baben wegen Lohndifferenzen am Freitag 250 Widlerinnen die Arbeit niedergelegt. Die Arbeiterinnen forderten Erhöhung der Allordpreise, was die Firma troz Bermittlung des Arbeiterrates ablehnte. Achtung, SBD.- Holzarbeiter! Sonntag normittag 10 Uhr finden Sufammenfünfte der SPD.- Kollegen bes Deutschen Solzarbeiterver bandes in folgenden Lokalen flatt: Oflen I: Krohmhard, Grüner Weg 49; Dilen I: Wittschuk, Betersburger Str. 5; Often III: Fisch, Kopernikus Straße 23: Deftliche Bororte: Geipfe, Kronprinzen, Cde Scharnweber. straße: Nordoften: Tinius, Wilhelm Stolze- Str. 34. Ede Rochhannstraße. Der Werbeansjouz. Maschinisien und Heizer der Metallindustrie. Montag, ben 20. Januaz, abends 6 Uhz, im Gewerkschaftshans, Engel ufer 24-25, Aufgang A, 2 r., im Gigungsfaal bes Berbandes, Eingang Rimmer 27, Fun! tionartonferens her afiniften, Seizer und Be ruisfollegen ber dem Verbande Berliner Metallduftrickler augefchloffenen Betriebe. Tagesordnung: Die Antwort der Arbeitgeberverbandes auf die eingereichten worderungen. Alle Betriebe, bie eine eigene Kraft und Kesselanlege haben, müssen vertreten fein. Die Betriebsratsmitglieder werden bringend gebeten, die bort befchäftigten Mafsinisten und Seizer zu veranlaßen, ein bis zwei Bertreter zu dieser Annferenz zu entfenben. Mitgliedsbuch oder farte legitimiert. Die Ortsverwaltung. 6 Ingen statt. Die Bertrauensleute und Sunktionäre merben ersucht, auf den Achtung, Zimmerer! Seute abend finden in allen Bezizlen Bezirksversamm Arbeitsstellen für guten Befuch au agitieren. Die zur Rontrole vorgelegien Mitgliedsbücher tönnen hier in Empfang genommen werden. File folgende Bezirke ist eine Aenderung eingetreten: Der Besirt 32( Beißenfee) hat bereits gefagt. Der Bezirk 4 tagi am Sonntag, den 25. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Balentin. Der Bezirt 20( Rentölln) tagt am Montag, den 26., bet Staffun, Erf, Ede Donaufirahe. Bezitt 22( Teltow) iagt am Sonntag, den 1. februar, Wilmersdorfer Str. 21. Bezirk 38( Friedrichshagen) tagt am Donnerstag, bert 29. Februar, bei Bogler. Zentralverband ber 8immerer, Rahlfelle Berlin und Umgegend. Der Vorftand. Eine ganz besondere Nummer ist der Buditer Müller, Neufölln, Kopf, Edhe Leffingstraße, Restaurant" Zur Stolperede". Dieser gute Geschäftsmann macht den Antreiber. Er hat die Arbeit von der Firma Streubel in Afford übernommen und preßt die Arbeiter aus wie eine Zitrone. Täglich merden vier bis fünf Mann eingestellt und auch entlassen. Nachdem nun die Arbeiter entlassen wurden und von der Organisation die Sperre verhängt ist, hat dieses vielseitige Genie eine neue Tätigkeit entdeckt, nämlich die eines Streitbrederogenten. Er versucht auf alle mögliche nachmittags 2 Uhr. Bezirk 28( Charlottenburg) fact aut 7. Februar bei Reiner, Art und Weise Leute zu bekommen, die ihm aus der Patsche helfen tönnten. Den Anwohnern der Kopf, Beffing. und Steinmeßstraße empfehlen wir die vorzüglichen Biere und Liföre, die dieser Mann im Nebenberuf ausfchenkt. Der gute Mann scheint Geld zu brauchen. Darum, Bauarbeiter, übt Solidarität! Schließt euch den Gewertschaften an, um dem immer fredyer werdenden Kapitalismus die Stirn bieten zu können. URANIA Tauben straße 48 Vom 23. bis 25. Jan., 5 Uhr nachm. und 7 Uhr abends Filmvorträge BRASILIEN Ueberfahrt Aequatortaufe- Anlaufhäfen Rio de Janeiro Santos Bananen-, Apfelsinen-. Tabak- und Baumwollplantagen- Ansiedlungen. Vortragsredner: Obering. DREYER, Hannever Kartenvorverkauf und Invalidendank Theaterkasse, Wertheim Theater am Kottbuser Tor. Tagl. 8 Uhr und Sonntag nachm. 8 Uhr Elife- Sänger. 166 Die Revue des Humors: Elite ... Voran Volkstümliche Preise, NovitätenSpielplan! Sonntags 3% Uhr halbe Preise Ranchen aestattet. Komische Oper 8 Uhr Direktion: James Klein Berantwortlich für Bolitik: Craft Reuter: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner: Feuilleton: K. S. Düscher; Lotales und Sonstiges: Fris Rarftäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Berlagsanftalt Boul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstrake 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". Apollo8 Uhr 8 Uhr Unsere Revue: Das hat die Welt noch nicht gesehn mit über 250 Mitwirkenden Die Sensation des Berliner Theaterlebens! Sonntag 3, Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. 1 Kind frei zu halben Preisen ( 50 Pf. bis 6 Mk.) Vorverkauf anunterbrochen! Metallbetten mit besten Auflagen be. fonders preiswert. Lombardhaus, Alte Safobfirake 93. Berliner Konzerthaus Mauerstraße 82 Clou Täglich geöffnet Mauerstraße 82 Vier- Uhr- Kaffee Gesellschaftsabend Tanz Ausschank von Triumphator Theater 8 Uhr Revue- Posse Daslachende Berlin Ueber 150 Piltwirkende! Ganz kleine Eintrittspreisel Parkett 2,50 M. Casino- Theater Kammer- 6per Lothrin er Sir. 37 75gl. 8 Ubr Der neue Schlager Lützowstr. 112. an der Flottwellstraße Täglich 8 Uhr: Graf Hoks wohl zu ruhen, Posse in 3 Aufzügen Herr Nachbar! Gänzl neu f. Berlin! Volkstüml. Preise Kom. Op. v. Poise Das klage Felleisen von Wend and Karten 5, 4, 3, 2 M. inkl. Garderobe and Progr Reichshallen Theater Croce Volleder 3.75 Residenz- Th. Allabend 8 U. u. Sonntags nachm.3 Uhr Rindled.- Saffian 9.09 8 Uhr Gisela Stettiner Sänger Auto- Rindiack 19.000.größte Lacherfolg Nachmittags halbe Preise volles Programm. do.eleg. Einricht.18.00 Besuchstasche da. 14 00 auch einz zu haben. in: Rosa Altschul Aktentasche Rizd 45 Werbezirk Dönhoff- Brett'i: Richte Geschäfte ein Das schöne Programm! Schiller Leberwaren Anf. 7 U.. Sonnt. 31% U. Fabritate Engros Export Ritterstr. 85. Neue WeltArnold Scholz Hasenheide 108-114 Heute Sonnabend, den 24. Januar: Bockbier- Fest in den bayer. Alpen 6 und Gr. Ripenhall 8 Hapelien Nene Dekorationen 30 bayer. Mad'i Ausstoß von Bergschloß- Bockbler! Einiaß 6 Uhr Anfang 7 Uhr Voranzeige! Dienstag, den 27 Januar mit Karl Ettlinger Preise 1, 2, 3 M. usw. Deutsch. Künstlertheat. Tä lich s Uhr Riquette" Lustspielhaus 3 Uhr. Gaido Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbauerdam 8 Uni: Die vertauschte Frau Wallner Theat. 8 Uhr Pelleas und Melisande Circus Busch Morgen on tag! 2X8+ 7 Uur: Braten ven vier ganzen Schweinen. zuf dem Riesen- Lucullus- Bratapparat sund Pramilarang der ähnlichsten Damen- Zwillinge Sensations- Frogr. la belden Vorstellg. Quo vadis? Haram, halbe Preise! fTr. 4S ♦ 44. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts Sonaabenö, 24. Januar 1425 Die neue Staöt vor öen Toren. Ts yibt tdmn Sirort, her den Setlment so unbekonni fein türtle mie das t u r z l i ch Stadt geWordene Dorf Nowa- w ß s. das felbü auch wieder erst im Jahre 1307 aus den beiden dicht bei einander gelegenen Dorfern Neuendorf und Nowawes ent- standen ist. Die Potsdamer Vorortzüge, die von Berlin durchfahren, halten zwar in Neubabelsberg, lassen aber Nowawes aus, so dag die Nowawescr eine fpottschlechte Verbindung mit Berk» haben. Nach Babelsbcrg und Potsdam fahren also die Leute, Nowawes sieht man sich nur von der Bahn an und dekommt von dort eigentlich gor keinen Eindruck von dem Ort, wie das oft so tft. Man muh sich also einmal näher mit ihm befassen. das alte Neuenöorf. Dieser Ort. der mit seinen 28000 Einwohner» jetzt endlich nach langen harten Kämpfen Stadt geworden ist, ohne die Absicht zu haben, aus dem Teltvwer Kreisverband auszuscheiden, hat nicht nur eine interessante Vergangenheit, sondern auck> bereits die Geschichtsschreiber dieser Veraangeuheit. Aus diesen Quellen entnimmt man mit Interesse, daß dos alte Neuendorf durch seine Nachbarschaft zu Potsdam stets auch m eugster Beziehung zu feinem angestammten hohenzollernschen Herrscherhaus� gestanden hat. Die ewig geld- bedürsllge» hohenzollernschen kursürsleu haben ihr getreues Zlcuen- dorf in ihrer Art geliebt und geschätzt. Besonders der Kurfürst .Friedrich II. hat das Dörfchen mchreremal— verpfändet und sogar weiter verpfänden lassen Dieser Wackere hat sogar Schloß und Stadt Potsdam mit dem Äieg verpfändet. Aus dem Wortlaut der Urkunden ist zu entnehmen, daß d,e Kurfürsten es immer als Beweis besonderer Gnade ansahen, wenn sie von ihren getreuen Adeligen oder Bürgern LeiHgeld annahmen. Dieses alte auf d>ese Art zwischen dern� Landesherr» und seinen Gläubigern hin und hergeschvbene Dörflein Neueirdorf ist auch heut« noch fkdlungsgeschichtlich sehr inte» «stallt. Es liegt von Berlin cms links der Bahn und gruppiert sich um die Bethlehemkirche, deren Turm von der Bahn aus sichtbar ist. In prächtiger Klarheit der Dorflage präsentiert sich uns heute noch ein richtiges altes Runddorf, dessen Häuser allerdings teilweise ihren auch nur Neuendors heißt, so hießen beide Dörfer eigentlich so. Nowawes wurde 1750 von dem großen preußischen Diktator Friedrich II. einfach gegründet und mit proteskanlischeo tschechischen Webern besiedelt. In der sogenannten alten Kirche, die heute noch Alte Weberbäoser io yowawes alten anheimelnden Charakter eingebüßt haben. Bon dem Stand- nunki des Heimatia'nrxes au? bedeutet die sogenannte„alte Kirche". aus dem Jahre 1«Z0, ein entsetzlich kitschiger und stilloser Bau, und mich die neuere Bethlehemkirche kerne Verschönerung des alten Dorf- bildes. eher das Gegenteil. Merkwürdig genug, daß in unmittel. barster Nähe dieses alten Dorfes Friedrich II. ein neues Dorf an- legen ließ und dieses neue Ncucndorf zum Unterschied von dem allen �Nowawes" tmrste-. Da dieses tschechische Wort aber auf deutsch Am Friedriebkirchplatx steht, wurde lange Zell tatsächlich auch tschechisch gepredigt. Und dieser preußische König, den heute die echt Deutschvölkischen für sich mit Beschlag belegen, fand durchaus nichts dabei, daß dieses dicht bei seiner Nesidenz gelegene Dorf den tschechischen Namen Nowawes und ein Kirchensiegel mit dem preußischen Adler und der tschechischen Unterschrift: pock rvan c>ebr»nau... cxricvre w Nowtwsy erhielt, d. h.„unter deinem(des Adlers) Schutz'.Kirch« von Nowawes". Dieses Nowawes liegt von Berlin rechts der Bahn. keine Metskoferaen. Ks gibt in ganz Groß-Berlin kaum etwas Ueberraschenderes als dieses Nowawes: Etwa ein Dutzend sehr brell angelegter Straßen. mll prächtigen Bäumen bepflanzt,' oft in vierfacher Reche, dazu gut gepflastert. Hinter den Baumen die Häuser. Richtiger Häuschen. Hunderte von Häuschen. Ganze Skraßenzesten haben ihren allen Charakter nach vollkomme» bewahrt, wenn auch an viele Stelle» die neue Zell nicht gerade geschmackvoll sich dazwischen gedrängt hat. Es sind die alten Weberhäuser, die heule noch stehen wie emst, olles Zweifamilrerchäuser. Die darin wohnen, sind keine Mieter, sondern arundbuchlich eingetragene Besitzer. Nur unter dem Drang der Wohnungsnot sind auch Bodenzimmer oermietet worden. Unter der Einwirkung dieses Wohnsystems hat sich bis heute ein eigentliches ZMetskasernecwejea hier nicht entfallen können. Etwas so Anheimelndes, Beruhigendes wie hier an einem schönen Sommer- abend scraßauf, straßab flanieren gibt es um ganz Berlin nicht wieder. Die Leute stehen und fitzen vor de« Häusern. Em e,nz«g- artiges städtebauliches Idyll ist der dreieckige weiträumige Frledrichs- kirchploh das.Forum" de? Ortes im wahrsten Sinn. Hier stnb während der staatlichen Umwälzung die großen Versammlungen vonsiatten gegangen. Friedlich liegt der Platz da. Traulicher noch als an den Straßen wirken hier die Häuser. Muten drin die alte hübsche Kirche. Folgt man von hier aus der P r i e st e r st r a ß e. so ge- langt man in mäßigem Steigen ans die höhe des Babelsberger Barles. Hier stt eine der schönsten Aussichten des Berliner Westens. Der ganze Ort, keineswegs verunziert durch viele Schornsteine, siegt im Grund. Darüber hinaus das schöne Nuthetal. der Brauhaus- berg und die Ravensbergs. Man wellt gern hier oben und trennt sich schwer. W-Nowawes sieht durchaus romantisch aus, aber die Menschen find Menschen unserer Zeit, in der großen Mehrzahl Zudustricnrbeiler. die genau misten, was kos ist, dos zeigt sich auch bei den Wahlen. Die Gemeindewahlen brachten 131.3 eine loz'a kistische Mehrheit, gm Mai 1321 hatten die Sozialdemokraten nur noch 3600 Stimmen, bei der letzten Reichsiagswah! jedoch schon wieder 5470. Da in der gleichen Zell die demschnalionolen Stimmen von 4300 auf 3700 und die völkischen gar von 1300 auf ZOO zurückgegangen sind, so kann man sich an den Fingern abzählen, wie die erste«tadtoerordnetenwahl. die am 2 2. Februar d. I., noch dazu unter der glorreich am politischen Horizont aufgeliiegeneit nationalen Reichs- und Staatsregierung ausgehen wird. Doch das ist ein besonderes Kapitel. So angenehm es die Einwohner auch empfinden mögen, daß sie nicht in Mietskasernen wohnen brauchen, zu romantischen Geschichten haben sie wenig Zeit. Entblöden sich dom die Rowaweser Jndustrieherren nicht, ihren verheirateten Arveitern heute im Jahre ISiS Wochcnlöhne von IS bis IS Mark z» zahlen i Die weberstaöt. Was Normlwes heute ist und bedeutet, wurde es natürlich durch seine Industrie. Die Weber haben seit Friedrichs II. Zellen hier wie überall und zu allen Zelten ein erbarmungswürdiges Hunger- dasein gefuhrt. Erst das Erscheinen der modernen politischen Arbelle» sowie der Gewcrkschafts- und Genostenlchaftsbewegung hat auch hier bewirkt, daß sie sich nicht der Verzweiflung hingaben und untergingen, sondern ihr und ihrer Familien Schicksal selbst kraftvoll m die Hand nahmen. In bielcm Städtchen haben die Texlil- wie die Meiallarbciter ihr eigenes Gewcrkschastssekretnrial. Und die kraftvoll sich ausdehnend« Äonsumyenossenschaft Potsdam und Umgebung hat in Nowawes nicht weniger als sechs Filialen, und dann links der Bahn chr Zentrallager und die Zentralbäckerei. Die kulturelle Selbsthilfe der Arbeiterschaft zeigt sich m dem Bestreben der Ortskrankenkaste, sich demnächst ein eigene? PerwoltiingsuebSube mit eigener Zahnklinik und Bad und hoffentlich auch einem Lustbad anzugliedern. Ein Weberdors war Nowawes, eine Texkilstadl ist es heute. Die von Geschlecht zu Geschlecht vererbten Fertigkeiten wurden von dem Handwebstuhl aus die Fabrik übergeleitet. Die bekannteste Fabrik ist die Tuch- und Trikotageweberei von Adosi P i t s ch mll etwa 800 Arbeitern. Die Belegschaft besteht nur zu 10 Proz. aus Männern, alles andere sind Frauen und Mädchen. Dann gibt es Das Altersheim dort die Norddeutsche Wollkämmerei und Kamm- garnspinnerei mit etwa 600 Arbeitern. Ferner eine Jute-, eine Netze-, eine Plan- und Zeltcfabrik und eine Teppichweberei. Die Zehlendorfer Spinnstosfabrik hat hier ihre Spinnerei. Bekannt und sogar berühmt wurde vor etwa 1)4 Jahrzehnt die„ästhetische tabrik. die Seidenweberei der Berliner Firma Michels, deren abnkbau Peter Behrens ausführte und damit den Beweis er- brachte, daß auch ein Fabrikgebäude außen und innen schön fem Der Apfel der Elisabekh Hoff. Sf von Wilhelm hegeler. Seit dieser Zeit hatten die Schwestern sich immer nur harz gesehen, da Margret durch ihre Stellung als Auslands. korrefpondentin bei einem größeren Unternchmen gebunden war. eine Stellung übrigens, die ihr Vergnügen machte und für die sie sich vorzüglich eignete. Gerade dieser letzte Besuch war nach einer mehrjährigen Trennung erfolgt, und jetzt in der Stunde vor dem Abschied drängte sich Margret wieder dieselbe Empfindung auf. die sie schon gleich nach dem ersten Wiedersehen gehabt» daß in ihrer Schwester eine große, lchmerzliche Veränderung vorgegangen fei. Ihre Erinnerung hatte Clifobech immer als eine festliche Erscheinung gesehen. strah'end und umstrahlt. Die Erscheinung selbst war noch dieselbe, nur das Strahlende war nicht mehr da. Sie. die einstmals jeder Eesellschost, in der sie erschien, Belebung. Ent- zücken und Mittelpunkt gewesen war, hatte sich selbst fast ausgelöscht, ging ganz auf in der Sorge für Mann und Kinder. Zu ungleich waren bei den beiden die Schalen belastet: zu schwer die ihre, zu leicht die seine So also sah in Wirt- lichkeit eine Ehe aus, die aller Welt als eme besonders gluck- � Immer wieder schüttelt« Margret den Kopf, und ihre Zähne nagten an der Unterlippe, als ob sie da etwas zwir- belte und gänzlich zerpflückte.., Sie war zu klug, hatte zu viel Lebenserfahrung gefam- melt. um romantischen Iungmäd�nschwärmereien nachzu- hängen. Aber Liebesverlangen und Sehnsucht nach dem Mann gab es auch in ihrem Herzen. Um diesem Wunsch bald Ge- stalt und sichtbare Züge zu geben, dazu war chre Phantasie zu sehr gefesselt, und was das Leben dazu tzatte ge�n iLnnen. waren nur negative Züge. Der Mann, rn den sie sich verlieben wurde, mußte anders sein, als alle Männer, die sie bisher gekannt. Gr mochte arm oder reich, baßlich oder schon, a't oder jung sein, nur langweilig durfte er mchi senr D,es TUchtlangweilig aber umschloß alles, was an farbiger Lebens- sehnsilcht. an Lust sich zu geben, en* äuftfiauen und auch an entgegengesetzten Regungen, zu leiten, sorgen und ein Halt zu sein, umschloß alles, was an un- bewußt Sehnsüchtigem und schmerzlich Unerfülltem m dem Her-en dieses klugen und früh aut«elbständigkett gestellten Mädchens lebte. �.,,, �, Unten schellte es. Na. Gott fei Dank, dachte Margret. ha hatte der Herr Kafferträger, wenn auch mit reuhitcher Berf pitung, sich doch»och herbemüht... u,. Nachdem sie ihm die nötigen Anweisungen gegeben, ging sie noch einmal hinaus, suchte ihre Sachen zusammen und wollte nun, da sie im Hause nichts mehr zu tun hatte, zum Bahnhof schlendern, als es wieder schellte und das Mädchen atemlos hereinlief: ein Herr wäre da. Ein Herr im Auto! Aus Amerika!! »Der soll nur schnell mache», daß er dahin wieder zurück- kommt!" erwiderte Margret und ging die Treppe hinunter, um den Besucher, der es eigentlich aut ihren Schwager ab- gesehen hatte und der nun dummerweise sie noch im letzten Augenblick überfiel, zwischen Tür und Angel abzufertigen. Aber das Mädchen hatte ihn schon ins Wohnzimmer geführt, wo er gerade vor dem Spiegel stand und sein Aeußeres musterte, das ihn, irgendwie zu mißfallen schien, nach seiner unruhigen und umwölkten Miene zu schließen. Sobald sich die Türe öffnete, drehte er sich rasch um. �» Der Fremde hatte, wie Margret auf den ersten Blick fest- stellte, eigentlich nicht das Aussehen eines typischen Ameri- kaners und wirkte trotz dem untadeligen Zusammenklang von Anzug, Wäsche und Schuhwerk— nur die zu große Perle in der Krawatte fand Margrets Rüge— eigentlich wenig elegant. Es gibt Köpfe von so charakteristischer Regellosig- keit. daß sie jedem Versuch einer Anpassung an das konventionell Elegante widerstreben, daß im Gegenteil ein gepflegtes Aeußere nur die Folie ist, die ihre Seltsamkeit hebt. Die leicht wulstigen Lippen, das schwarze, vorn schon gelichtete Haar, dazu die knabenhafte Zierlichkeit und Gelenkigkeit seiner kaum mittelgroßen Gestalt gaben ihm etwas Südländisches, aber die breite, dicke, gutmütige Nase war offenbar in der deutschen Tiefebene gewachsen. Seine Stirn war stark ge- wölbt und, wie von innen aufgewühlt, in viele Längs- und zwei tiefe Querfalten zerschnitten. Dieser leidenschastlich un- ruhigen Stirn gegenüber war das Kinn energisch zugespitzt. Wenn diese Züge mehr widersprechend als gerade ansprechend sein mochten, die dunkelbraunen Augen, die selbst, wenn sie lebhaft blitzten, chren weichen, tiefen Gianz nicht verloren, mußten auch den oberflächlichen Beschauer für sich emnebmeu. Und doch waren es gerade diese Augen, gegen die Margret sich gleich in der ersten Sekunde hinter hochmütiger Kälte verschanzte. Das ängstsiche Mißtrauen, mit dem der Beschauer sich eben noch im Spiegel gemustert hatte, wich im Augenblick, wo Margret eintrat, einer nicht ganz natürlichen Sicherheit. Mit einen. Schwung drehte er sich um, verneigte sich kurz und richtete dann seine Augen aus Margret, mit einem Blick, daß diese dachte: der Mensch sieht stich ja an, als sollte ich ihm mn iam Hals lallen. „Herr Profesior bedauert sehr, Sie nicht empiaugen zu können. Er mußt« in die Stadt fahren," sagte sie, in der Nähe der Türe stehen bleibend, als wenn sie ihm den Weg dorthin freigeben wollte. Der Besucher verneigte sich wieder kurz und antwortete ironisch:„Das ist ja äußerst bedauerlich." Darauf sah er Magret wieder an. aber im Maß wie sein Blick unruhiger wurde, verdunkelte sich auch das Braun seiner Augen. Er ließ sie wie unter einem innerlichen Zwang von neuem zum Spiegel gleiten, musterte sich mit einem nicht ganz kurzen Blick und runzelte noch tiefer die Stirn. Darauf nahm er unaufgefordert Platz, worauf auch Margret nach einem kleinen Zögern sich lächelnd setzte. „Er würde Sie bitten, in sein Laboratorium zu kommen. Aber das ist schlechterdings unmöglich, da er momentan mit Pestbazillen arbeitet und der Besuch lebensgefährlich ist." „Pestbazillen! Eine angenehme Beschäftigung. Macht er das öfter?" „Täglich. Das heißt, er wechselt ab zwischen Typhus. Cholera-, Tuberkel- und ähnlichen Bazillen. Welche nun gerade feine besondere Passion sind." Wie von irgendeinem Gedanken gequält, trommelte der Besucher mit feiner Rechten auf die Stuhllehne und blickte dabei von Zeit zu Zeit Margret an. aber setzt nur kurz, ver- stöhlen und die Augen beobachtend zukneifend. „Ja, es tut mir leid, daß der Zweck Ihres Besuches sich nicht erfüllen läßt." � „Was wissen Sie von dem Zweck meines Besuches! Meinen Sie, ich wäre nur eines Zweckes wegen aus Amerika herübergekommen? Ich oerfolge eine Menge Zwecke. Eine ganze Notizbuchseite voll." .Jas kann ich mir denken. Wenn man sich mal auf- macht, erledigt man gern eine Menge Geschäfte auf einmal. Ich mache das auch so. wenn ich in die Stadt fahre." Ohne die letzten Worte zu beachten, schien der merkwür- dige Besucher weiter unschlüssig mit irgend etwas zu kämpfen und betrachtete bald seine Fingernägel, bald einen Gegen- stand der ffimrichtung, jedenfalls machte er nicht die geringsten Anstalten zu gehen. .Perzeihen Sie, aber ich bin etwas in Eile. Ich«vl gleich verreisen." „Sie verreisen! Wohin?" Margret nannte ihr Ziel. „Wir fahren zuiammen! Dorthin will ich auch— zu meinen Eltern." „Sie haben dorr Ihre Eltern wohnen?" „Unter der Erde. Im Grab."_.. V. Gsrchtztmg folgt.) 1 tonne und müffe. Einen flüchtigen Blid auf diese Fabrit, lints der Bahn gelegen, fann jeder von Berlin Kommende erhaschen. Sodann gibt es eine Schuhfabrit modernster Anlage. Die midhligste und größte Fabritanlage aber ist be: Lokomotivbau von Dren fein und Koppel, bicht am Bahnhof Drewitz gelegen, der übrigens auch, wie Bahnhof Babelsberg, auf Romamefer Gebiet liegt. Orenstein und Stoppel beschäftigen heute nur 1000 Arbeiter. Ihre Fabrikanlagen, unter denen sich zwei riefige maffise Haden befinden, find in ter Injlationszeit erbaut, bis heute noch niemals benugt worden. Schließlich befindet sich hinter dem Bahnhof Babelsberg das gewaltige Gebäude der Filmfirma Della Biostop. Hier wurde der Nibelungenfilm und andere Großfilme gedreht. Heute fleht es da draußen ein wenig unbeschäftigt aus. Beht man beshaulichen Schrittes durch die Straßen des aiten Dorfes, je fieht man in nicht wenig alten Häufera durch die Scheiben noch den alten ehrlichen Handwebstuhl stehen, von dem es wohl noch aber 100 Städ gibt. Die große Arbeitslosigkeit hat manchen Weber dazu 17 2 " immer heftiger und heißer, die Anfichten überstürzen fich nur fo, Bist wohl wahn. und der ftaunende Bürger left:„ Du Feiger." Bravo!" finnig!" Sdywarzrotgoldener Jammerlappen." Hoch lebe der Bismartbund."( Diese Sentenz schön mit Hafen treuzen geziert). Du Dle weißt ja noch nicht einmal wie ,, Hoch lebe Liebfnecht. Bismard fich schreibt." Wer bei allen, cu ben bringendften Geschäften fich zu belehren bestrebt ist, oder mer fürchtet, daß die Geschäfte fich nicht glott genug abwideln, dem fei der Besuch diefer stillen Stätte in der Grunerstraße empfohlen. Anderseits darf man aber auch die Gefahr, die im Besuch diefes Drts liegt, nicht unterschätzen. Es tönnte boch vorkommen, daß Jemand aus Schred über derartige menschliche Berirrungen, nun fager wir mal, Berwilungen im Geschäftsgang erleidet, die ihm schmerzlich sind und laymeren Schaden bereiten. getrieben. Das alte Gerät wieder in Gang zu fegen und ein paar Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin Rotpfennige für Brot, Hering und Margarine zu erwerben. Die Erlebigung so mancher städtisch- fommunalen Aufgabe fleht ber neuen Stadt noch bevor, und sie wird dieselben Schwiergikeiten zu überwinden haben, die bie politisch- wirtschaftliche Reaktion in ganz Deutschlanb allem gefunden Borwärtsstreben faltblütig entgegenfett. Ein Beweis, wie man es schon getrieben: Die Gemeinde hatte ein eigenes blühendes Schuhwarengeschäft, das die in bitterer Rot lebende Bevölkerung mit billigem guten Schuhwerf verforgte. Die Deutschnationalen haben dafür gesorgt, daß diefes tommunale Geschäft aufgegeben wurde. Im Park von Babelsberg waren die Frauen mit ihren Kindern bisher zu Gast. Jegt will man die Mütter mit ihren Kinderwagen aus dem Part verjagen. Die Bahnverbindung mit Berlin ist, wie fchon erwähnt, sehr schlecht und wird anscheinend für die Broletarierftabt auch nicht verbessert. Zwischen Bahn und Chauffee er. Streckt fidh ein zum Gutsbezirk Botsdam- Ferst gehöriges Stück Balb. Alle Gutsbezirke werben jetzt aufgelöft. Rowawes will das Stüd Bald erwerben. Unterirdische, aber sehr wohl befannte Kräfte sträuben sich dagegen und legen Minen. Troß diefer und anderer Schwierigkeiten ist bereits manderlei getan worden. Die Dorf gemeinde hatte zwel eigene Wohnhäuser mit je 50 Ein., 3wel und Drei Zimmer Wohnungen, die letzteren mit eigenem, die ersten mit Gemeinschaftsbab erbaut, um die Bohnungsnot zu lindern. Andere Pläne in dieser Richtung bestehen. Unsere Genossen stehen gerüstet und erwarten am 22. Februar, dem Tag der Stadtverordnetenwahl, einen großen Eieg Cia Raufbold. Der Kopf als Schlagwerkzeug. 3. Festkonzert am Sonntag, den 25. Januar 1925, nadm. 31 Uhr, Im großen Saal der Philharmonie, Bernburger Strake Stimmen der Dölker in Liedern Anstlerische Leffung: Professer Shiel Miroirfende: Roja Hjorth- Sell( Sopran), der Madrigalchor ber Staaffichen fademie für Kirchen- und Schalmafit; am Flügel: Dr. Alexander Rocbiger Eintrittspreis 16m. arter fab an Saben in Bureau des Bezirksbildungsausfchuffes, inden gif sarbeiter. Wite Satobftraße, Sigarrengefärt Horse, Engelufer 24/25, in ben Straße in bee Borwärtsbuchhandlung, Linbenstraße 2, Berband der graphischen Borwärtsspeditionen und bei den Obletten bez Kreis- und Abteilungsausfcliffe Besuch in den Kaffenambulatorien. Bor furzem befuchten 40 Mitglieder unserer Reichstagsfraktion das Ambulatorium Belle Alliance- Straße. Ste wurden vom Genoffen Ebel, dem Geschäftsführer der Raffenambulatorien, begrüßt, der ausführte, unter welch schwierigen Umständen die Ambulatorien vom Berliner Raffenverband geschaffen wurden. Dr. Rönigsberger, ber Chefarzt der Ambulatorien, übernahm dann mit dem Genojjen Dr. Mofes die Führung und erflärte die ärztliche Einrichtung. Er machte auf ben Unterschieb aufmerksam zwischen den hellen, luftigen und geräumigen Bartezimmern und Behandlungs. räumen der Ambulatorien und den dumpfen, schmußigen, an Gefängniszellen erinnernden Hinterzimmern vicler Berliner Raffenärzte, die sehr häufig nicht einmal den einfachsten hygienischen Forderungen genügen. Daß die ärztliche Einrichtung den neuesten Fortschritten der Lechmit gerecht wird, geben jehi notgedrungen auch die„ privile gierten Hüter der Boltsgesundheit", die ftandestreuen Aerzte zu. Bon dem großen Antlang, ben die Ambulatorien finden, fonnten fich die Abgeordneten durch Gespräche mit den Patienten überzeugen. fchaffene und gaben der beftimmten Hoffnung Ausdruck, daß diefer Die Abgeordneten äußerten sich sehr befriedigt über bas bisher GeAnfang zur planmäßigen Sanierung der Volksgesundheit balbigft weiter ausgebaut werde im Interesse der Berfiserten und beren Angehörigen. In der Nacht zum 22. November war der erst zwanzigjährige Schuhmacher Szarczinfti in eine Schlägerei vermidelt, an der ein Dugend gleichaltriger Burschen mitbeteiligt waren. Eine ftarfe Bolizeistreife schritt aur Feststellung bes ihr längst als Rowby beerste fannten E., bem auch ein Totschläger abgenommen wurde. Raum hatten fich bie Beamten entfernt, als S. fich andere Opfer für seine Raufluft aussuchte. An der nächsten Ede ftanden ein Zahnarzt Dr. R. und ein Eisenbahnbeamter H. S. lief über die Straße und rempelte die belben Männer ohne weiteres an. Der Zahnarzt wurde au Boben geworfen und getreten. As fein Begleiter nach der Bolizei rief, murde er mit einem Schlag. inftrument von dem Angeklagten übet zugerichtet, fo baß er blutige unben davonirug. Bei dieser Gelegenheit war einem der beiden Herren die Brieftasche abbanden gelommen, und infolgedessen hatte fich 63. megen Straßenraubes und gefährlicher Körper berlegung vor dem Strafrichter zu verantworten. Er beftritt, diefe Straftat perübt zu haben und will bei seinem lleberfall auch fein Schlagwertzeug benutzt haben, indem er sich darauf berief, daß ihm ja fein Totschläger furz vorher von der Bolizei abgenommen worden bar. Der Eisenbahnbeamte befundete jedoch mit Bestimmtheit, daß er mit einem harten Gegenstand mißhandelt worden sei. Der Angeflagte behauptete, daß er nur feinen Ropf als Schlag. wertzeug benugt und mit seiner elfernen Stirn" bem Zeugen gegen bas Rafenbein gestoßen hätte. Den Raub wollte er unter feinen Umständen verübt haben, und er berief sich darauf, daß ein Bekannter von ihm, der Arbeiter übtle, der fich in Strafhaft befindet, im Besih ber Brieftasche gemejen fei. Das Gericht mußte daher die Berhandlung unterbrechen und diesen Mann aus dem Gefängnis vorführen lassen. Zunächst wollte Liidtfe von dem Bor. fall fiberhaupt nichts wiffen, mußte aber, nachdem Zengen auf getreten waren, denen er während der Wartezeit auf bem Flur ere zählt hatte, daß er an jenem benb den Borfall mit angefehen hätte, zugeben, daß er die Brieftasche in der Nähe des Tatortes gefunden" hätte. Sie foll aber leer gewejen fein. Der Staatsanwalt hielt es für sehr naheliegend, daß Lübtfe gemeinschaftlich mit Szarczinski an bem Raub mitbeteiligt war. Es ließ fich jedoch tein vollgültiger Be weis dafür, daß bei der Schlägerei bem Zeugen ble Brieftasche ge raubt morben fei, erbringen. Unter Freisprechung von diefer Anflage murde Szarczinfti wegen gefährlicher Körperverlegung in awet Fällen zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Bei Berfunding bes Urteils erging fich der Angeflagte in wüften Be fchimpfungen bes Gerichtshofes. Amtsgerichtsrat Liebegott verhängte deswegen über ihn noch eine meitere Drbnungsstrafe in Form von zwei Lagen Roftentziehung im Gefängnis. Stonkurs über die E.-.- Stein- Bant. Gestern ist aber das Bermögen der Bank E. v Stein bas Rontursberfahren eröffnet worden. Sum Kontursberwalter ist der Bücherrevisor Scufter gestellt toorben. Das Ronfursvere fabren ist insofern für den Fortgang der Strafface des Antisler Konzerne von Bedeutung, als die Forderungen der Seehandlung aus den Kreditgeschäften mit Rutister genau nachgeprüft werden. Bei einer der lesten Hausfuchungen in den Wohnungen der berhafteten Befchuldigten in der Rutister- Straffade baben fich Sarifistüde vorgefunden, aus denen fich die Beste dung von Beamten der Seebandlung einwandfrei ergeben soll. Es handelt sich um Transporte von ganzen Stiftenladungen ben Spirituosen und Bigarren. Stille Stätten des Bergnügens. Es gibt in Berlin wirklich mehr Menfchemolire, als man glaubt, und die Zahl derer, die in selbstloser Weise danach trachten, bem Nächten eine Freude und ein Bergnügen zu bereiten, ist groß. Da viele diefer Menschenfreunde nicht wissen, wie und wo sie überall ber lieben Raditen in menschenfreundlicher Welfe gebenten fellen, wählen fie für bie Betätigung ihrer Bohuätigteit jene stillen Stätten, die der Mensch immer nur allein und niemals in Begleitung anderer auffucht. Und sie denten fich gemis dabei: auch hier muß bez Menich ein Bergnügen heben, das gleichzeitig die Geschäfte, die hier abgemidelt merben, förbert. Darum bemalen fie die Zände ber Bedürfnisanstalten, und manchmal ftefft ein Abort eine ganze busterfarte Den menschlicher Borniertheit vor. So findet man 3. B., wie uns mitgeteilt wird, an der Wand eines Aborts im Bondgericht I in der Grunerstraße folgende Blütenlele höchft Dergnüglicher Aussprüche und ftiminungsvoller Sentenzen. Da hat einst einer die Behauptung, gegen die fich nichts machen läßt, an die Wand gefchmiert: Siegreich wollen wir Frankreich fchlagen!" Die Debatte ist mit diesem schönen Befenntnis männ Tides Muts eröffnet, und nun geht es los in lieblicher Folge der verfchiedensten Meinungen. Ja, wir wollen fie fchlagen," beftätigt ein anderer, während ber dritte feptisch ist und fragt:„ Mit dem Befenstiel!", und noch ein anderer furz und bündig: Dumme Jungerspolitif" borunter geschrieben hat. Dann wird die Debatte " Der sozialdemokratische Hausverwalter. Aus der Berleumdungspraris der„ Roten Fahne". In Nr. 12 der Roten Fahne vom 15. Januar war unter der Ueberschrift Ein sozialdemokratischer Hausverwalter folgendes zu lesen: Ein Leser unserer Zeitung, der bisher troj fchlechter petuniärer Lage stets prompt die Miete bezahlte, bleibt im Dezember zum erstenmal die Miete schuldig. Sein Hausverwalter, Mitglied der SPD. und im Ehrenamt Armenpfleger der Stadt Berlin, richtet an ihn prompt folgendes Schreiben: Nachdem Sie Ihre wiederholten Bersicherungen, den Miets. reft alsbalb zu bezahlen, nicht eingehalten haben, inzwischen auch die Januarmiete fällig und noch nicht beglichen ist, muß ich Ihnen mitteilen, daß ich gemäß Anweisung des Besitzers nunmehr rüd fichtslos gegen Sie vorgehen muß. Ich bitte Sie ausdrücklich, mich mit Elaboraten aus der Roten Fahne" verschonen zu wollen unb tönnen Sie fich auch die üblichen politischen Betrachtungen mir gegenüber fchenfen. Falls ich bis zum 10... nicht im Be fihe der fälligen Miete bin, haben Sie fich bie meiteren gericht. lichen Schritte gegen Sie felbft zuzuschreiben." Das eble Kommunistenblatt brudt befanntlich bindmütig ohne jede Brüfung alle Buschriften nach, die sich gegen die verhaßte SPD. oder einzelne Mitglieder biefer Bartei richten. In diesem Falle ist bie Infamie der Mostauer Soldfchreiber um so größer, als fie feinen Namen nennen. Das ist natürlich nur aus Anständigkeit" gefchehen. Sie wollten ben angegriffenen Berwalter wahrscheinlich Chrabschneider, durch derartige Notizen den Eindruck zu ermeden, nur schonen. Sicherlich aber ist die wahre Absicht diefer beruflichen Chrabschneider, burth berartige Notizen den Einbrud zu ermeden, als feien alle Sozialdemokraten und insbesondere sozialdemokra. tische Hausverwalter Halimlen. Ele rechnen auch damit, baß eine folche Notiz auf ihren Inhalt nicht nadjgeprüft werben tonne und frenten fi biebisch, wenn naive Lefer auf diefen Leim gehen. Ja, es liegt Spfter in diefer nornehmen" Berichterstattung Stun aber hat sich der angegriffene Genoffe felbft gemeldet. Schreiben augehen laffen, deffen hauptsächlichen Inhalt mir unseren Sowohl ber Roten Fahne" als auch bem Bormärts hat er ein Lefern um so weniger vorenthalten wollen, als es zu ber Braris der Roten Fahne" gehört, berartige Richtigstellungen nicht zu be achten. Wresmann und Genossen. Warenkredit- und Referentenschwindel im großen. Taufende von Geschäftsleuten im In- und Auslande find durch cine Schwindelfirma. die im größten Stile arbeitete und dabei Hunderttausende von Goldmart erbeutete, geprellt worden. Wegen. dieser Schwindeleien, die bis in die Jahre 1922/23 zurückgehen, hatten fich sechs Angeklagte, und zwar die Kaufleute Theodor resmann, Walther Rabe, Marimilian Otto Scholz. Bruno Haase, Schriemer und Adolf Gerhold vor dem Großen Shoffengericht mitte zu verantworten. Der Angeklagte Haafe fehlt und ist bisher nicht zu ermitteln gewesen. Es ist Anklage erhoben wegen 127 Fällen des vollenbeten und 21 Fällen des versuchten Betruges, bei denen die beteiligten Schwindelfirmen über 800 000 Goldmart erbeutet haben. Der Hauptangeflagte, Theodor resmann, der jept 28 Jahre alt ist, hat schon als Minderjähriger selbständige Geschäfte gemacht, die aber alle sehr weifelhaft waren. Schon im Jahre 1923 hat Bresmann zum erstenmal den Offenbarungseid leisten müssen. Im Jahre 1917 gründete er eine Zeitschrift Das Offizierstafino, Sentral organ für Heeresbedarf". Dieses Unternehmen vertradhte auch bulb und er gründere nun die Mitteleuropäische Metallwarenindustrie", deren schwindelhajter Charakter schon baraus hervorging, daß er sie unter ber Bezcidmung Mitropa" handelsgerichtlich eintragen ließ. Die belannte Speise und Schlafwagengesellschaft mitropa" fárilt aber wegen Mißbranchs thres Namens ein und Bresmann mußte bie Streichung des Ramens vornehmen. Bald darauf wurde gegen diefes Unternehmen ein Ronkursverfahren eingeleitet. Dann halte Wresmann geheiratet. Nun gründete er auf den Namen feiner Frau eine Firma Luzia Di. Wresmann in der Botsdamer Etraße und gleichzeitig eine zweite Firma Christian resmann in der Wallstraße. Beide Firmen follten den An- und Berkauf von Waren aller Art" betreiben. Sie wurden in größter Aufmachung ins Leben gerufen, hatten mehrere Fernsprechanschlüsse, Telegrammadrejen. Aus Injeraten und aus dem Branchenadreßbuch wurden die Be. Stellungen zufammengefucht und es wurden dabei wahllos alle mög fichen Waren bestellt. Sogar nach dem Ausland fnüpfle Bresmann Berbindungen an, die sich bis nach Brafilien und Benezuela ers Itredten. Taufende von Firmen aus allen Branchen fielen auf den Schwindel herein. Es wurden zunächst Brobesendungen bestellt. Die Zahlung follte nach Eingang der Waren erfolgen. Eine Bezahlung erfolgte jeboch nicht. Mahnbriefe blieben ohne Antwort. Die große Aufmachung und der anmaßende Ton der Bestellschreiben täuschte viele Firmen, die ohne weiteres lieferten. Andere jedoch verlangten zunächst Referenzen, und da hatte Bresmann eigens zu diefem Swerf gegründete Firmen an der Hand, die eine Auskunft erteilten. In erster Reihe waren es die Angeflagten Rabe und Scholz, die für jebe ausfunft eine Sonderbezahlung erhielten, und von denen die Referenzschreiben geliefert wurden. Rur in wenigen Fällen begnügten sich die Firmen auch damit nicht und wandien sich an Auskunfteien. Dann fielen natürlich die Aus. fünfte fo ungünstig aus, daß man von der Geschäftsverbindung Abstand nahm. resimann ist im großen und ganzen geständig, so daß nur wenige Zeugen vernommen zu werden brauchen. Kraftomnibuslinie 29. Auf der Kraftomnibuslinie 29 Banfoto- Reu! 5ITn, die vom 27. b. M. ab bon der Allgemeinen Berliner Dmmihnes Aftiengesellschaft mit fünf Banen neuester& onftruttion ( mit feitlichem Einstieg und Querbedfigen) betrieben wird, fährt ber erfte Wagen wochentags ab Bantow um 5.50 morgens, der letzte um 12.10 nachts, ber erfte Wagen ab Neuföln um 657, der legte um 1.17 nachts. An Sonntagen find die Fabrzeiten ab anlow 6.30 und 12.40, ab Neuföln 787 und 1.47. Der Fahr Preis beträgt 20 f. für die ganze Fahrt, 15 Pf. für die Teilftrede, Die Sozialdemokratie in Opposition. Die gutbesuchte Kreismitgliebrverfammlung des 4. Kreises Brenzlauer Berg in der Schulaula Pasteurftraße, mo Genoffe Stelling über Der Rechtsfurs in Deutschland" sprach, war ein Beichen für den Kampfgeift, der die Parteigenossen beseelt. Der Referent ging in feinen Ausführungen auch auf die Haltung der Bartei bei der legten Regierungsbildung ein. Wenn wir Parteiegoisten mären, fönnten wir getrost den Standpunti einnehmen, daß es gut fei, die Bürgerlichen wieber einmal unter sich zu lassen. Aber wir fühlen uns dem ganzen Bolle gegenüber verantwortlich. Cine Rechtsregierung ist innen, wie außenpolitisch eine Gefahr für Deutschland. Sie lähmt die sozialistischen und demokratischen Kreise in England und Frankreich. Wir wollen uns auch burch die nicht räumung der Rölner Zone nicht beirren laffen. Es ist bezeichnend, daß der Bürgermeister von Köln bei einen Empfang fagte:„ s ist das Unglüd Deutschlands, daß wir in der legten Seif teine verhandlungsfähige Regie. rung hatten." Die Wahl vom 7. Dezember hat bewiesen, daß das Bolt in seiner Mehrheit republifanif ift. Benn bas Sentrum ben festen Billen bazu gehabt hätte, wäre die Weimarer Stoalition möglich gewesen. Wir Sozialdemokraten find im Parlament dafür eingetreten, waren auch bereit, bie Führung in einem folchen Robinett zu übernehmen. Im Zentrum hat der rechte Flügel gefiegt, ber fich fennzeichnet in dem Ausfpruch eines Pfarrers zu feiner Gemeinde: Wer fozialdemokratisch wählt, tommt ins Fege. feuer." Leider fann die Reaktion die Stimmen der Kommunisten für fich in Anspruch nehmen. Aber wir find überzeugt, daß bei den fommen wird, daß nur eine Bartei die Intereffen der Arbeiter der Arbeitern, die jest tommunistisch gewählt haben, die Erfenntnis hitt, und das ist die Sozialdmofratie. Ein Beispiel dafür ist die 44. Abteilung, mo in der legten Zeit täglich zwei Ge. noffinnen oder Genoffen zu uns übertreten. Der Rebner fennzeichnet schließlich bas Stabinett Luther und schloß mit der Erklärung, daß bie Sozialdemokratie zu biefer Regierung in der schärfften Opposition stehen werde. In der Distuffion brachten die Genoffen ihren Willen zum Kampf zum Ausdruck, und mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie schloß der Borsigende die eindrucks. volle Bersammlung. Für den Straßenhandel verbotene Straßen. ie das Bolizei präffbtum mitteilt, il vom 1. Rebinar d. 3. ab bis auf weiteres aus vertebro- und ficherheitspolizeilichen Gründen jeglicher Straßene handel in folgenden Svandauer Straßen verboten: Bichelsdorfer Straße, Schönwalder Straße, Ronnendamm Allee, Domitrage Beinerstein. Seisstraße awischen Nonnendamm- Adee und Siemens firage, Siemensitrage givifchen Ronnendamm und Reiestraße, Rohrdamm zwischen Siemensbride und Meistraße. Die Juriftliche Sprechstunde fällt heute aus. Arbelterbildungsfdule Groß- Berlin. Sente, Sonnabend, Beginnt in ber Sophien- Schule, Weinmeisterfir. 16/17, ber Stanfns des Genöffen Gorlig über Grundlagen und Strit! der Arbeiterbildung". In der Zuschrift heißt es: In Ihrer Nr. 12 vom 15. Januar d. 3. veröffentlichen Sie mit der Ueberschrift: Ein fozialbemo fratischer Hausverwalter" eine mortgetreue Abschrift meines Schrei bens bom 5. Januar 1925 an den Mieter Willy Merz, Fehr, belliner Str. 83. Warum nennen Sie nicht meinen Ramen, bamit mir baburch die Möglichkeit gegeben wird, eine Richtigstellung der in der Einleitung zu Ihrem Artikel angeführten, aber un richtigen, Behauptung, daß M. stets prompt feine Miete gezahlt bat, zu erreichen und das 2. fich in schlechter pefuntärer Lage befindet? Zur Sache Merg ertiäre ich mich Ihnen gegenüber bereit. burch Borlage der Originalfreiben des Herrn M. zu beweisen, daß er bauernb mit 1 bis 3 Monaten mit der Miete im Radftande mar und ist. Er hat affo nicht stets prompt" feine Riete gezahlt. Go vorbehaltlos follten Sie ein Eingefandt auch eines D. Mitgliedes nicht abbruden: Herr M. arbeitet seit Jahren fleißigen Grau ernähren. Dafür prügelt er fie, fo daß überhaupt nicht mehr und läßt fich lieber Don feiner fe des öfteren hilferufend an das Fenster fürst, oder bei Nachbarn Schuh fucht und im Nachtgewand auf die Treppe eilt, um ben Roheiten des Mannes zu entgehen. Als Frau Merg im September zur Silberhochzeit ihrer Eltern fahren wollte, habe ich ihr auf ihr Drängen einen Monat Miete fogar zurüdge. abit! Quittung hierüber mill ich Ihnen vorlegen. Ich bin erft feit 18 Jahren eingeschriebenes Mitglied, fowohl in Partei wie Gewerkschaft, bin nicht firchlich getraut und aus der Landestirche ausgefchieden, habe in jeber Beziehung, wie bas so unser Ausdruc ift, reine Wäsche und fann mir baber fehr wohl erlauben, von einem Herrn Merr mir zu verbitten, daß er mir Ausschnitte aus ber Eisenbahnunglüd in Siebenbürgen. In der Nacht vom 21. zum Roten Fahne und fonftige politische Betrach tungen an Stelle der Miete immer wieder in 22. Januar entgleiste der Snellzug Großwarbein 3ahlung geben will. Derartige Reminiszenzen nimmt teine Raufenburg- Butareft, wobei zehn Berionen verwundet behördliche Kaffe und fein Handwerker in Rabtuna. Ich stelle feft, wurden. daß in dem von mir verwalteten Hause felt Stabilisierung der Währung mehr an Inftandfegungen der Wohnungen geleistet worben ift, wie vielleicht in jämtlichen Grundstücken der Fehrbelliner Straße zufammen. Der Eigentümer hat noch keinen Pfennig lleberschuß erhalten.. Das Bodbierfest in der Renen Welt hat begonnen, allabendlich pilgert jung und alt nach der Hafenbeide. Die großen Rieleniale, welche noch vor furzem als Bersammlungsort und Ausstellungsballen dienten, find in naturgetreue" bayerische Alben verwandelt worden. Mächtige Ricjern fleben im Eale and ragen bis zu den Eennbütten empor. Ein heiler Beg fübrt bis zum Bipfel der Jungfrau. Um die berühmte Stimmung zu erzeugen, find zwei baberile Bauernkapellen zur Stelle. Neu ist ber Luguszug der burg die bayerischen Hochalpen führt. B Ein neues Kabel Kanada- Kufirallen. Die englische Regierung bat befchloffen, eine neue Rabelberbindung abiichen Ranaba- auftralien und Neufeeland zu fchaffen. Die Gee famtlänge des Kabels wird 12600 Seemeilen betragen. Die Regung foll in etwa 18 Monaten vollendet werden. Die verhaßten Kommunalbetriebe! In der legten Reutöllner Bezirksverfammlung, der ersten nach Neujahr, wurde Genosse ettmann zum Vorsteher der Berfemmlung gewählt. Die Beratung und Beschlußfassung über den Wit erfüllen hiermit die traurige Pflicht, von dem Ableben unseres lieben Rollegen, Herrn Baumeifter Voranschlag des Bezirkshaushalts gab dem großen" Rommunal August Haase " Dr. politifer, Stadtverordneten Dr. Michaelis, Beranlassung, die wenigen Eigenbetriebe in Grund und Boden zu verdammen. Ein Deutschnationaler hätte nicht anders reden fönnen und tatsächlich erklärte der Redner der Schwarzweißroten", angula, später: Ich brauche diesen Ausführungen nichts hinzuzufügen". Michaelts wandte sich zunächst gegen das Berliner Anschaffungsamt, das einzelne Artikel teurer verkaufe wie der fleinste Kaufmann. Auf den Zuruf welche Artifel?", blieb er die Antwort schuldig. Seine Partei stehe einem neznünftigen Abbau des Anschaffungsamtes fompathisch gegenüber.( Was heißt denn eigentlich vernünftig, Herr Dottor?) Das Rittergut Briz habe die Stadt etwas fehr teuer erworben. Wer hat denn, als im Berliner Grundstücksausschuß der Antauf bes Rittergutes verhandelt wurde, im Berliner Zegeblatt" auf diesen Ankauf aufmerksam gemacht, Herr Dr. Michaelis? Sollte nicht die Privatspekulation dadurch aufmertjam geworden sein? Das Bezirksamt Neukölln hatte, durch Erfahrungen gewißigt, den Ankauf geheim gehalten. Berlin hat 800 000 m. an bie Bredowschen Erben verschenft, weil der Magistrat erst die Bu stimmung zum Anfauf versagt, um hinterher von neuem Berhandlungen anzufnüpfen. Nun war natürlich die Brivatspekulation hinterher und der Besizer stellte höhere Forderungen. Tatsächlich hatte Neukölln das Rittergut bereits für 4 800 000 202. in der Tasche, wenn die Zustimmung zum Antauf schnell erfolgt wäre. Aber Dr. M. hat erst vor ungefähr 14 Tagen im Berliner Tageblatt" gerade das Gegenteil geschrieben. Er fagte dort: Im großen ganzen ist der Anlauf des Pittergutes Brig immerhin noch ein gutes Geschäft." Nur um gegen die Kommunalbetriebe zu wettern stellt er in der Bezirksversammlung umgefehrte Pehauptungen auf. Nach feiner Meinung müssen noch verschwinden: Tie Neuköllner Druderei, Beintellerei, Sarg. magazin und vor allen Dingen die Großhandelsgesellschaft. Mit der letzteren Gesellschaft beschäftigte fich ja schon ein Ausschuß in Berlin. Dr. D. sagte: Jawohl, die tommt weg! Sie ist eine ungehörige Konkurrenz der Kaufmannschaft. Am besten, wenn sie so schnell wie möglich von der Bildfläche ver schwindet. Grundfäßlich stehen wir ja allen solchen Betrieben steptisch gegenüber. Dabei erhalten sich diese Betriebe alle selbst und bringen der Stadt noch etwas ein. Schadet nichts, fie müssen weg. Ungehörige Konturrenz, denn sie mirten preisregu. lierend. Unsere Genossen in der Stadtverordnetenversammlung werden alles daransehen, damit die Bäume dieser Kommunal politifer" nicht in den Himmel wachsen. Die Berliner Arbeiterschaft aber weiß, wo die Freunde" der Eigenbetriebe fizzen. " In einer Mitgliederversammlung der SPD. des Areljes Spandau wurde nach einem Bortrag des Bandtagsabgeordneten Artur Richter einstimmig folgende Entschließung angenommen: Die allge meine Mitgliederversammlung des Kreises Spanbau begrüßt die Haltung der sozialdemokratischen Reichstagsfraftion gegenüber der Bürgerbiod Regierung Luther Schiele Strefemann. Energischste Oppofition gegenüber diesem Monarchisten- und Ausbeutertabinett ist das eins aige Mittel zum Schuße der Republik und zur Wahrung der Intereffen der arbeitenden Bevölkerung. Die Versammelten verpflichten fich, den Kampf der Reichstags- und der Landtagsfraktion durch eine unermüdliche Auflärungs- und Werbeaktion zu unterstüßen, beschaft und durch Stärkung der Parteipreffe. Der Kampf gegen Die Berbreitung der bürgerlich- fapitalistischen Treffe innerhalb der Arbeiterschaft inuß das Kernproblem unserer Agitation werden." Renntnis zu geben. Mit ihm verlieren wir einen Iteben, bewährten, fiets pflichttreuen, hingebenden Mitarbeiter, der feit 30 Jahren als Delegierter des Aus. ichuffes fowie als Borftandsmitglied der Allgem Ortstrant ntafe Lichten Au, au, meine Füsse berg zum Wohle der Allgemeinheit gewirft hat Sein vornehmer Charafter, fein aufrichtiges Beien, fichern ihm bei uns ein bleibendes Andenten Der Borfand ber Algemeinen Ortstrankentafe Berlin Bichtenberg.[ 109.2 KLEINE ANZEIGEN In der Gesamt- Auflage des Vorwärts sind be sonders billig und haben fonders durch fleißigfte Agitation unter der weiblichen Wähler- große Wirkung! Wärmehallen in Berlin. Für die notleidende Bevölkerung Berline sind nunmehr in allen Berwaltungsbezirfen Wärmehallen und andere Wärmegelegenheiten geschaffen worden. Austunit über die Lage uit. erteilen die Bezirkswohlfahrtsämter. ... so sagen Tausende und Abertausende, ohne zu wissen, wo die Ursache ihrer Schmerzen zu suchen ist. Die individuelle Zusammenarbeit von Arzt und Schuhfachmann erfasst die Ursache des Leidens und sorgt für Abhilfe. Dr. Scholl's Hellmittel sind millionenfach bewährt, sle von medizinischen werden Autoritäten, Krankenkassen und Schulärzten als praktisch und wirksam verordnet und von einem stets wachsenden Heer alter dankbarer Patienten weiter empfohlen. Darum kommen Sie zu uns, wir helfen auch Ihnen nach Dr Scholl's Fuß- Pflege~ System Dasselbe hat für jedes Fussleiden wirksame Heilbehelfe, welche der besonderen Eigenheit und dem Leidenszustande eines Jeden einzelnen Fusses individuell ngepasst werden. Kostenlos bleten wir Ihnen in unseren sämtlichen Filialen: 1. Gewissenhafte fachmännische und ärztliche Fussuntersuchung 2. Sadigemässe und für Jedermann unverbindliche Beratung. 3. Fussprüfungen nach Fu: sabdruck. Röntgendurchleuchtung( Im Hauptgeschäft Jerusalemer Strasse 32-35) 5. Broschüre: ,, Die Pflege der Füsse, Separierte Beratungsräume! Kein Kaufzwang! Stiller Hauptvertriebsstelle und Zentraldepot für Gross Berlin Billige Tage bei Damen- Mäntel zu Einheitspreisen SERIE I modern aus melierten Einhellsprels Mäntel Flauschstoffen Reise- Mäntel Kariert Jugendliche Mäntel m. Krimmerkragen a. Manschett SERIE II Jugendliche Mäntel aus schweren Flauschstoffen.. Frauen- Mäntel aus guten toffen in englischem Geschmack. extra SERIE I Frazen- Mäntel well gesdin., mit breit. Pelakragen aus sdtweren Flauschstoffen mit farbiger Abseite in engl Reisemäntel Geschmack SERIE ID 650 Einheitspreis 12.50 Einheitspreis 1950 Tugendliche Mäntel Einheitspreis aus Velour de laine Frauenmäntel Affenhaut, in dunklen Farben Ratine Mäntel elegante Frauenformen LINDEMANN Kleiderstoffe Blusenstoffe hübsche Streifen. Schotten doppeltbreit verschiedene Stellungen 190 Hauskleiderstof Pfo dunkle Muster ... Mir. Reinw. Cheviots) doppeltbreif Rockstreifen 105 cm breit Foulardine moderne Kasakmuster Mtr. Helvetia- Seide hübsche Farben Reinw. Schotten a. Streifen bis 105 cm breit Ratine- Flausch für Morgenr, 140em br. Mtr.) Kleider- Taffet in vielen Farben Gabardine 130 cm breit, reine Wolle Crepe Marocain in schönsten Mustern. Ein großer Posten Frotté hübsche Streifen doppeltbreit Mtr. Strümpfe Posien I Damenst impfe m verstärkt. Ferse u. Spitse Herren- Socken grau und farbig. Posien II Damenstrümpfe Kunstseide 285 Damenstrümpfe Seidenflor m. Doppelsohle und Hochferse Herren- Socken modern gestreift Posten ID 295 Herren- Hemden 480 125 Paar 48 Pfg. Paar 98 Pfe Bill. Kurzwaren Damen- Kleider Konfektionsgarn Rolle 29 Pf. Obergan. 1000- m- Ralle 63 Pf. zu Einheitspreisen SERIE I Hefigarn.. 20- Gr- Rolle 15 P. Jugendl. Kleider Gruschwitz. Leinenzwirn 4Pf. Wäsdicknöpfe sort. 4 Diz. 28 Pf. Baumwollband Stück 3m 8Pf. Stahlstecknadeln 80 Gr. 23 Pf. Kn& ael 6 Pf Stopftwist.... Strumpfgummiband m 18 Pf. Wäschestickerei 2% cm br. 15 PI, Gitterstickerei ca. 4 cm br. 38 Pf. Strickwolle 100 Gramm.95 Pf. Herren- Hemden 45 Billig. Schürzenangebot m.Einsats, hübsche Streifen Dam.- Schltipfer mit angetauntem Fetter. Posten II Dam.- Hemdhos. weiß Trikot. Dam. Hemdhos. 145 Dam.- Untertaill stark gestrickt 2 Arm, stark gestrickt Jumper- Schürzen oder Wiener Form, Creion, 125 schöne Muster Satin- Schürzen hübsche Muster, Wiener Form 195 Jumper- Schürzen extra proß, neuesie Muster 245 Refte und Abfchnitte von Kleider- Stoffen Seide 2750 Leinen- und Baumwoll- Waren/ zu spottbilligen Preisen! / Gardinen aus reinwoll. Cheviots, aus mod. karierten od. gestreiften Stoffen Tanzkleider in hellen Farben a. kunsiseidenem Trikos SERIE II Einheitspreis 650 Frauenkleider arelaw. Einheitspreis Stoffen, marineblan od. schwars Jugendl. Kleider mod. Plaidschotten, Bubiform Nachmitt.- Kleider in den modernsten Farb.. apart bestickt od. mit Maraboubesats) SERIE III Gesellsch.- Kleider 12,50 Crepe de Chine oder andere Einheitspreis seidenartige Stoffe Gabardine- Kleider fesdie Formen Reinw. MusselineKleider in mod, Mastern SERIE ID Abendkleider& Crepe Marocain oder Crepe de Chine Gabardine- Kleider eleg. jugendl. n. Frauenformen) 1950 Einheitspreis 2750 Berlin Schoneberg Hauptftr.149 Berlin. Landsberger Allee 29 Nordosten Ecke Berlin Turmftr. Ottostr Moabit Anmeldungen zur März- Jugendweihe merden noch in den nachstehenden Anmeldestellen unter Zahlung ber Einschreibgebühr von 50 Bf. entgegengenommen. Die Jugendweihen für Berlin finden im Großen Schauspielhaus statt. Jagenbfefretariat Groß- Berlin, Sinbenftr. 8. 2. Sof, 2 T.( Simmer 11, geon net non 9 bis 4 Uhr, Mittwochs und Freitags von 9 bis 7 Uhr; S. Joseph, $ 223 21. Bilhelmshavener Str 48( Baden); A. Sonisch, S. 65, Miller, Ede Utrechter Straße( Laden); Fischer. R. Bastianstr. 7( Baden);$. Mäde, N 65, Barfusftr. 13; Soffmann, R. 58 Enchener Str. 8( Reſtaurant); A. Lorenz, St. 58, Gleintftz. 56; K. Andersson, N. 31, Stralsunder Str. 19; P. Krol 92. 65, Utrechter Giz. 21; 9. Döz, NO 55, Jmmanuelfirchite. 24( Baden); M. Bartwan D. 34 Rönigsberger Str. 37( Laden); 2. Wittschuß, D. 34, Betersburger Straße 5; Rari Melle, D, Petersburger Blas 4( Spedition); 8. Güde, NO, Sandsberger fee 451; 3. Bette, 60. 36. Gingauer Str. 20, 9. V; B. Siez ,, G0. 26. Naunynite 9( Restaurant);$. Obft. St. 39, Aderfraße 174( Baden) Die Annahmestellen für die anderen Sucenbweihen find nachstehende: Charlottenburg: 3 inzichten, Banreuther Str 25a; F. Schmidt, Rosinenstr. 4( Baden); Dstar Horftig, Sidingenftr. 58; Rohlfeld, Haefelet ftraße 10e; S Ratenftein, Niebuhrfir. 61; Borwärts- Spedition, Kaiserbamu 102, Gth. 1 S Ereptom Baumschulenweg: E. Gallas, Baumschulenweg, Gdyraderftr. 16 III; $ 88, 60. 86, Sarzer Str. 117, n. 3; Regler. Treptow. Graegstr. 50. Bant sig, Sichter, elbe unb Cteolly: Felgentreu, Bantwig. Charlotteni 34; 5 Krüger, Stęglig. Siemens ft.76; frau Ungerer, Bilmersdorf, Hanauer Str. 43, Sieblung. Schöneberg and Friebenaz: Frau Klamitter, Schöneberg, Apostel Paulus- St. 7; Betric, Schöneberg Ebersft. 70; 2. Joahimi, Schöneberg, Belziger Str. 27; 6 Gaudi, Friedenau Bacjeft: 9. Bankow und 19. Kreis: S. Klüß. Vantow, Sindenpromenade 56; Ron umpertaufstellen Bollanfftr. 102 unb Breite Str. 16. . Mieberschönhausen: Ronfumsectaufsstellen Reifez- Bilhelm- Str. 79 und Ralferweg 60. Der Bund religiöjer Sozialisten, Bezirksgruppe Neukölln, ruft alle Genojfen und Gesinnungsfreunde, die der Kirche angehören, auf, fich am Sonntag, den 25. Sanuar, in der Zeit von vormittags 10 bis abends 6 1hr an den Kirchenwahlen zu beteiligen und ihre Stimme( die Kirchen sind die Wahllofale) für den fozialistischen Wahlvorschlag abzugeben. Nächste öffentliche Bersammlung findet am Montag, den 26., abends 7% Uhr, Heriaftr. 9, statt. Es fpricht Gencffe Dr. med. Bahrmann über das Thema: Jude, Chrift ober Menschenfehu?" Parteinachrichten Gusendungen für diese Rubrik find Beritu GB. 68. Zinbenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an des Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trev. rechts, zu richten. Heute, Sonnabend, den 24. Januar: 43. 61. 6 Uhr wichtige Besprechung der Bestrisführer bei Molf, Gräfestrage. Sungfozialisien. Gruppe Schöneberg: Seute Fahrt nach Briefelang. Treffe punti nachmittags 4 Uhr Schrier Sauptbahnhof( Bochable). Morgen, Sonntag, den 25. Januar: 21. 1. Die Bezirksführer treffen fid vormittags 16 Uhr zu einer furgen Besprechung beim Genoffen Aroll, Utrechter Str. 21. 46. Abt. Bormittags 10 Uhr bei Eid hols, Cuuznjit. 27, Sigung der Funt tionäre und Ordner. Jungfezialisien. Gruppen Cüben und Friedrichshain: Fahrt nach Oranien burg. 5 Stettiner Bahnhof 8.30, ab Gesundbrunnen 8.26. Jugendveranstaltungen. Funktionärfurfus gichtenberg f Jugendheim Barue 10, Samabend, bex 24., und Sonning, ben 25. Januar. Der Rurfus beginnt Gonnabend, den 24. Januar, abends büntlich 8 Uhr Am Rurfus nehmen teil die Berbe besirte: Dithafen, Often und Brenalauer Berg und die frilungen Brenziouer Borfiast, Senefelber Biertel und Rorbring. Berbebezirk Webbing: Seute, Sonnabens, abends 7 Uhr, ist der Schulaula Grünthaler Str. 5, Filurabend: Unter den Bilben und wilben Tiercar". Ratten an der Raffe. Cintritt 40 f. Morgen, Sonntag, den 25. Januar: Moabit: Fahrt Betsbam- Rimerfchange- Wannsee. Steffound 8 hr 5. Belenue. Bebbing- Rorb: Frabet Botsbam. Teeffpunkt 18 Uhr Bhf. Webbing. Bilmersdorf: Jugendheim Silbegazóftr. 4, abends 7 Uhr: Craft Soller- bend Stealis 1: Fahrt Budwigsfelde- Rebbride. Treffpunk 8 Uhr Siemens, Ede Albrechtffrage. Rentölln: Fahrt Rüdersdorf. Treffpunkt Uhr Ringbahnhof Reukölln.- Gesundbrunnen und Reinickendorf- Oft: Fahr Grinter- Ribersborter Ralfberge. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Thenbs Befud der Beranstaltung per Abteilung Ertner. Rofenthaler Boz Maht: Sreffpunk zum Museum 9 Uhr Sadefchez Marfi. Berbebezia! Beiten: Thends 6 Uhr im Jugendheim Charlottenburg, Rofinenſtr. 4. Berbabegirls- Mäbchentonferens. Alle Geupffinnen müffen erfcheinen. Abteilung Ertner: Rachmittags 5 Uhr in der Sambolle in Grinet, Werbeabenb. Gefang, Resitationen, Boltstänge. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsfelie: Berlin S 14, Sebaftianfte. 37/38,$ of 2 St. Sansarfland. Die für Sonntag, den 25. Jannar, norgesehene Gründungsversammlung in Groß- Rbris findet nicht ftaft. Rameradschaft Charlottenburg: Sonntag, den 25. Januar, Bropagandaspaziez gang. Treffpunkt der Kameraben nachmittags 1 Uhr im Bilhelmshof, Ber finer, Eingang Spreestraße. Treffpunkt der Frauen um 4 Uhr inten Freund" in Bichelsdorf. Treffpunkt der Stommier und Pfeifer um 12½ Uhr bei Richter, Suttenstr. 24. Erscheinen sämtlicher Kameraden Pflicht. Ramerabschaft Röpenid und Untergruppen: Sonntag, den 25. Januar, früh 8 Uhr, Treffen am Bahnhof Spindlersfeld. Die paffioen Mitglieder und Radfahrer müffen ebenfalls zur Steffe fein. Ramerabschaft Banton mit fämtlichen Untergruppen: Sonntag, den 25. Sanuar, vormittags 8 Uhr, Treffen fämtlicher Rameraden, auch der paffiven, zum Spaziergang Mattiplag, Breite Str. 14. Rameradschaft Steglig: Sonntag, den 25. Januar, 01mittags 9 Uhr, Elektrizitätswert Birlbuschbrüde, intreten au einem Bor mittagsfpaziergang. Die Sichterfelder Rameraben treten um 94 Uhr am Bahne hof Lichterfelde Oft en Bannerieibung. Bollzählige Beteiligung. Ramerab schaft Petershagen Fredersdorf: Sonntag, ben 25. Januar, abends 6 Uhr, im Gasthof Ribell, gefelliges Beisammenfein mit Angehörigen. Remerabschaft Tempelhof: Sonnabend, den 24. Januar, abends 7 Uhr, öffentliche Kundgebung in der Aula des Realgymnafiums, Tempelhof, Raiferin- Augusta- Straße. Ansprache des Rameraben Dr. Banumerich.- Kamerabschaft Tiergarten: Conn abend, ben 24. Januar, abends 61 Uhr, Uebungsstunde der Jugendkameraden, 8 Uhr der älteren Rameraden, in der Zurnhalle Turmftr. 86. Ramerabschaft Στη Friedrichshain: Das Treffen am Sonntag, den 23. Januar, fälli aus. Dienstag, den 27. Sanuar, 6% Uhr, in Dienstleibung an der Sochbahn Bar foaner Bride. Ramerabschaft Lichtenberg webft Untergruppen: Sonning, der 25. Januar, vormittags 9% Uhr, Antreten zum Spaziergang bei Arilger, Kürefomidtstr. 33. Sämtliche Kameraden, auch die älteren, haben pinktlich zu er trifft die gefamie Ramerabschaft Bandsberger Str. 89. Kamerabschaft Mitte: Sonntag, ben 25. Samuar, vormittags 9 Uhr, Ramerabschaft Beißensee mit fämtlichen Untergruppen: Sonntag, den 25. Januar, morgens 74 Uhr, antreten im Dienstanzua mit Fahnen Brenzlauer Promenade. mario su einem furzen Spaziergang naa) Bankow. Rameradschaft Friedrichs bein, Jugendgruppe: Montag, den 26. Sanuar, abends 7 Uhr, Zurnabend, Edertfraße. Sämtliche Kameraden müfen erscheinen. Kameradschaft Arenz berg, Sugendgruppe III( Süden): Montag, den 26. Januar, abends 7½ Uhr, Ramerabschaft Berfammlung im Restaurant Röhler, Gitschinez Str. 87a. fcheinen. Ritte: Montag, den 25. Januar, abends 7 Uhr, Gruppenführerversammlung, Dirdfenfit. L. Erscheinen Pflicht. Ramerabidaft Pantow mit Untergruppen: Montag, den 26. Sanurar, abends 8 Uhr Uebungsabend in der Zuruhalle Bollantstraße. Alle Rameraben milffen erfdeinen. Ramerabfiaft Weißenfee: Montag, den 26. Januar, abends 7½ Uhr, Uebungsfinde im Grünen Baum". Bericht 2012 der Sportlehrerkonferens. Dienstanzug. Erscheinen Bflicht Dienstag, den 27. Sanuar, abends 6 Uht, Antreten der gesamten Rameradschaft mit Fahnen in Weißensee, Antonplag. Dienstanzug. Nachzügler um 7 Uhr Sportpalast. Botsdamer Straße. Ramerabschaft Charlottenburg: Der Turnabend am Dienstag, den 27. Januar, fällt aus, dafür beteiligen fich die Rame raden am Gaallahut bei der Rundgebung im Sportpalast, Berlin, Botsdamer Straße Treffpunkt abends 6½ Uhr vor dem Spotipalaft. Rameradschaft Mitte: Dienstag, den 27. Januar, abends 6 Uhr, trifft sich die gefamig Rameradicha vor dem Sportpaiat, Botsdamer Straße. Ramerabschaft Bantow: Dienstag, den 27. Sanuar, abends 5% Uhr, Treffen der Kameraden aur Runderbung Breite Str. 14. Bünktliches Erfdeinen Bflight. Ramerab schaft Webbing: Diension. ben 27. Sanuar, abends 6 Uhr, Antreten im Sport palaft, Botsdamer Straße. Aftive unb paffive Mitglieder haben vollzählig su erscheinen. Ramerabschaft Wilmersbort: Dienstag, den 27. Sanuar, nach mittoos 5% Uhr, zur Teilnahme an der großen republifantschen Rundgebung in Berliner Sportvalaft, Autreten der Rameraden bei Kroiß, Holſteinische, Cde Gasteiner Straße. Abmarsch zum Sportpalaft um 5% Uhr in gefchloffener Ordnung. Der Lehrgang für erfte Silfe bei Unglüldsfällen usw. beginnt am Dienstag, den 27. Januar. Sierfür porgemerkte und weitere Ramenaben, die teilzunehmen wünschen. treffen fich abends 8 Uhr bei Arvis, Solfteinische, Ede Gafteiner Straße. Ramerablihaft Stenton- Brig: Mittwoch, den 28. Januar, abenbs 8 Uhr, Entreten bez gefanten Kamerabschaft zum Surnen in ber Suz balle Mahlower Stroke, Crfcheinen fämtlidez Rameraber ist unbedingt er forberlich. Kamerabschaft Banlow: Donnerstag, ben 29. Samuar, Gründungs versammlung in Buch bei Göpfert. Die Kameradichaft Bantom tritt mit fami fichen Urtergruppen zu diefer Berfammlung um 6% he in Bontow, Breite Straße 14, an. Berband Volksgesundheit, Ortsverein Berlin. Sonning, den 25. Jannar, in der Schulaula Sange Str. 31( Nähe Galaf. Bahnhof), Bunter Abend. Aus Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 23. Januar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-8 Uhr abends: Unterhaltungsmus( Berliner Funkkapelle). 4 und 7 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abt. Bildungskurse). 4 Uhr nachm.: Sprachunterricht Dir. Jul Glück: Esperanto. ( Abteilung Hochschulkurse). 7 Uhr abends: Medizinalrat Dr. Stoermer, Gerichtsarzt und medizin. Sachverständiger: Aus dera Gebiet der gerichtlichen Medizin. 2 Vortrag: Gewaltsame Todesarten 7.40 Uhr abends: Vortrag Dr. rer. pol. Priester: Die neue deutsche Seeschiffahrt. 8.30 Uhr abends: Feier anläßlich des 149. Geburtstages R. T. A. Hoffmanns unter persönlicher Mitwirkung der Herren Prof. Dr. Max v. Schillings, Intendant der Staatsoper, and Leopold Jeßner, Intendant des Staatstheaters, sowie anderer Künstler. Aus dem Leben und den Werken des Dichters und Komponisten." Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten. Theaterdienst. 10 30-12 Uhr abends: Tanzmusik. Se gre: Mut, Gefane, Restfation, Enfocade, Auffes Catlet 5% Uhr. Beginn 6 Uhr. Eintritt 50 Bf. Der Reinertrag ist für das Bandbeim heftimmt. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vomiting 11 Uhr, Bappelallee 15, Bon tzog bes Serrn B. Rogal: Leffings Stellung aur Religion". Harmonium: Seligkeit( Schubert). Gäfte mitommen. Arbeitersport. Freie Swimmer Charlottenburg 64,. B. Am Gourning, Sen 25. Samper. nachmittags 2 Uhr, Generalversammlung im Wilhelmshof, am Bilheimsplay. Eingang Spreeshake. Bichtige Tagesordnung. Bünktliches Erscheinen ale Mitglieder in Bflicht. Der Berliner Arbeiter- Schallub hat den Bebürfnis der Schachivielez Rechnung getragen und ein Schachheim eingerichtet bei Ewald, Staliger Straße 136( Rottbufer Zor). Freier Schachnertehr Sonntags von 2 bis 11 h abends. Am Sonntag. Den 25. Sanuar, nachmittags 4 Uhr, wird B. Schaf fargil on 40 Bretter fimulian spielen. Teilnahme und Eintritt für feber mann frei Ruberverein Borwärts. Conniog nadmittog 2% Uhr Generalversamm Tung im Bootshause. Arbeiter- Radfahrer- Band Golibarität, Drisgruppe Berlin. Louren für Sonntag, den 25. Sanuar. 1. Abi: Lichtbildernortrag abends 6 Uhr Frielen ftraße 13, Lofal der 2. t. 2. Abt.: Abends 6 Uhr zum Sichtbildervortrag der 1. Abt., Friefenstr. 13. 3. Abt.: Befuch des Rufeums für Mecrestunde. Treffpunkt 12 Uhr Georgenftcake( Borial). Nachbein Beisammenfein im Ser einstotal. 5. Abt.: Führung durch Ali- Berlin; anschließend Fidelitas im Bereinslokal, Tüfter Straße 64 Start Landsberger Blas ohne Räder. 8. Abt.: Tour wird um 1 Uhr am Start bekanntgegeben, Sopenhagenér Girake 26. 7. bt.: Tour wirb un 1 Uhr aut Storet befanntgegeben, Gaut traße 114. 8. bt: Rehlendorf( Gehrie). Start 1 hr Balditt.& 10. bt: Gemütliches Beifammensein im Bereinslokal nachm. 5 Uhr Ortsgruppe Chat Lottenburg: Sonnabend, den 24., Maslenball, Berliner Gir. 105. Ortsgruppe Rentolin: Seden Sonntag Start 1 Uhr Canner, Ede Saaleftraße. Achtung Fahrwarte! Donnerstag, den 29. Sanuar, abends pintilish 7½ Uhr, Runge fooke 17, Gigung famtlicher Fahrwarte. Sport. Essrivalef- Rennen. Benn auch die internettetffgaft fü: Flieger" das Saupirennen des nächsten Renninges im Berliner Sportpalaf am Gonning abend um 7 Uhr bildet, fo fommen doch auch die Freunde der Manufaaftstennen auf ihre Roften. Sämtliche Teilnehmer art den Fliegerfämpfen, basu eine Reihe weiterer Bewerber, insgesamt 14 Baare, bestreiten ein 50 kilometer Mannfchaftsfahren", bas durà Doppelwertungen nach ie 10 Kilometern zur Entscheidung gebracht wird. Folgende 14 Raaze werden am Ablauf erscheinen: Carli- Minoreitt, Gottfried Gürmann, Guldager- Jensen, Sahn- Jaeger, Soffmann- Airbag, Aplles- Sitzmila, Arüger- Schwab, Krupkat- Bauer, Lewanow- Berraes, Lorenz- Stabe, Rütt Münzner, Schpage Häußler, Sennede- Difermeier und Stolz- Behrendt. Recht fpannend verspricht auch das 100 Runden- Buntiefahren 611 werben, für das 23 Fahrer eingeforieben find, darunter Reinas, Mener, Bermeer, Difo Ziek, Bawke, Rrahner usw. Die Entscheidung bringen aud bier Bertungen nach je 20 Stunden. Der Borverkauf beginnt heute, Sonn abend, den 24. Januar, ab 10 Uhr vormittags, an der Borverkaufskaffe bes Eportpaloftes und Baffage, Saden 30. Geschäftliche Mitteilungen. Bieviel Berdruß bereitet és ber Sousfrau, fefstellen zu müffen, bak infolge unsuiräglicher Schubcreme ein faft neuer Sdnih Riffe aufweift. Solche unangenehmen Ueberraschungen fönnen Sie vermeiden, wenn ausleießlic Erbal, Marte Rotfrofa, die wirklich gute Schuhcreme aur Bflege der Schuhe vermendet wird. Das Beber mind nicht brüchig, sondern bleibt gefchmeidig. Briefkasten der Redaktion. 9... 111. Su Gooriongelegenheiten en ben Borfigenben bes r beiter Sportlariells Schilchläger, Hochstädter Str. 10. Geschäftsstelle des Reidsbanners Swarz Rot- Gold". Sebaftianftr. 37-38. F. G. 23. Aus funft über die Farben tragenden studentischen Berbindungen erhalten Ste vielleicht beim Studenten- Requifiienhaus Serm. Zimmer, Artilleriefte. 13. 6. 2. 1. Berffreude, Botsdamer Str. 104. Wetter für Berlin und Umgegend. Anfangs bewolfi, fpäter wieder heifer elwas mildez, bei mäßigen westlichen Binden. Wenn Sie wüßten wie sicher und bequem Sie Ihre Hühneraugen und Hornhaut durch Lebewohl" los werden, würden Sie sich nicht erst mit minderwertigen Mitteln berumärgern. Lebewohl wirkt durch Filzring sofort schmerzlindernd. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. Seit 20 Jahren bewährt. In Drogerien und Apotheken zu haben. Verlangen Sie ausdrücklich Lebewohl mit Filzring NUR HEUTE ONNABEND Damen- Strümpfe Damen- Schürzen Toiletteseife Verkauf nur soweit Vorrat Mengenabgabe vorbehalten Jumper 2.90 aus gutem baumwollenen Crêpe, mit bunter Handdruck. In vielen Farben 306 Seldengriff, Doppels. u. Hocht, schwz. u. farb. Jumperform, bunt gemustert à 100 Gramm, gut parfümiert 75. 95. 110 Pt. 5 Stück Geldtaschen echtes Leder, Leder gefüttert, für Hartgeld, mehrere Abteilg. 10r Scheine 125 Reinwoll. Cheviot Umschlagschuhe Wollmusseline Schnallenstiefel doppeltbreit, marine. für Schulkleider Meter 195 HerrenKamelhaar- Art, mit bilz- und Ledersohle 260 bedruckt, aparte Muster 265 Herren- Hüte für Damen, Ziegenstepper in vielen Farben 3.90 Einsalzhemden Handschuhe alle Grössen 290 Trikot Kunstseide, ca. 140 cm breit. schwere Qualität Heter 5.90 390 Kamelhaar- Art, mit Filz- und Ledersohle Gr.27-35 290 Sürale- Seide doppeltbreit, schwarzweiss kariert Meter 3.90 Breecheskosen Morgenröcke Gummimäntel für Herren 775 Is Flauschstoff, bestickter Schal, Aermelaut chläge u. Tas hen in vielen Fa ben 1090 für Herren 1950 HERMANN TIETZ 18 Nr. 40+ 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Der sozialpolitische Bürgerblock. Annahme des deutsch- polnischen Vertrages. Bräsident Löbe eröffnet die Sigung um 1 Uhr 25 Minuten. Das Haus erledigt zunächst die Novelle zum Bostgeset endgültig, indem es Einleitung und Ueberschrift annimmt. Diese Abstimmung war seinerzeit ausgesetzt worden, weil man den früheren Postminister Dr. Höfle herbeiholen wollte. Das deutsch- polnische Abkommen. Es folgt die dritte Beratung des deutsch- polnischen Abkommens über Staatsangehörigkeits- und Optionsfragen. Abg. Kube( Natfoz.) lehnt die Vereinbarung ab. Wieder feien 30 000 fleinbäuerliche Besitzer deutschen Stammes von der polnischen Regierung ausgewiesen worden. Der Redner beantragt Rüdverweisung der Borlage an den Auswärtigen Ausschuß. Abg. Freiherr v. Freytagh- Coringhoven( Dnat.) ftellt fest, daß der Vertrag für uns sehr ungünstig sei. Die Materialien laffen erfennen, daß unsere Diplomatie der polnischen nicht gewachsen war. Die Polen strebten nach Entdeutschung des geraubten Gebietes, mir fuchten möglichst vielen Bolksgenossen die polnische Staatsangehörig feit zu verschaffen. Das war eine Folge unserer allgemeinen trau rigen Lage. So gingen die Deutschen Bolens zwar dem Staate, aber nicht dem Boltstum verloren. Im allgemeinen find die Wünsche der Bolen befriedigt worden. Für uns ist an die Stelle völliger Rechtlosigkeit ein schlechtes Recht getreten. Wir müssen Repreffalien anwenden und uns Gefeße zur Bekämpfung des polnischen Grundbesizes in Deutschland schaffen. Es war eine Torheit, daß wir in der Verfaffung den fremdstämmigen Minderheiten Schuß zusagten, ohne ihn durch Gegenseitigkeit zu bedingen. Bir glauben immer noch an Berständigungsmöglichkeiten, anstatt zu erkennen, daß Bolen urfer Feind vielleicht in noch höherem Grade ist als Frankreich. Bertuschung dieser Tatsache wäre nicht Diplomatie, und diese Frage dürfe nicht Gegenstand des Streites der Parteien sein. Die Deutsch nationalen werden für das Abkommen stimmen. Sie nehmen diefe Demütigung um der Bolksgenossen in Polen willen auf fich Abg. Landsberg( Soz.): Die Rede meines Borgängers ist nur als Oppositionsrede zu verstehen und sie zeigt, wie schwer es für ihn ist, in das ReRedner bei der großen politischen Aussprache gesagt haben, daß wir sachliche Arbeit auch in der Opposition leisten werden. Ich könnte nielleicht noch geistreichere Bosheiten gegen das Auswärtige Amt abfchießen. Richtig ist es, daß wir uns den Kampf gegen polnische Anmaßung felbft erschwert haben. Bolen brauchte nur gewisse preußische Gesetze abzuschreiben, um eine furchtbare Waffe gegen unsere armen deutschen Landsleute in die Hand zu bekommen. Gerade meil ich Oftmärker bin, habe ich den Vertrag genau geprüft, ob er die Lage unserer deutschen Landsleute in Polen verbessert oder verschlechtert. Wenn aber dieser Vertrag abgelehnt wird, dann bleibt das, was hier gerügt worden ist, bestehen, ohne daß eine Verbefferung in Kraft träte. Es bleibt der Versailler Bertrag bestehen, denn wir haben doch bekanntlich den Weltkrieg verloren. Es bleibt die ungünstige Auslegung des Artikels 4 des Minderheitsabfommens. Die Folge der Ablehnung des Vertrages würde sein. baß sich Polen in allen Buntten, in dem der Schiedsspruch günstig ift, auf ihn stürzt und in den überwiegenden Bunkien, in denen der Schiedsspruch uns günstig ist, ihn einfach ignoriert. Die Ausmeifungen werden selbstverständlich bestehen bleiben. Nur das dann viel größere Härten entstehen werden. Bolen wird taufende Mög lichkeiten haben, unsere armen Landsleute zu enteignen und es dahin bringen, daß sie ihre bisherigen Wohnsitze mit dem Stabe in der Hand verlassen müssen. Der Präsident des polnischen Liquidationsfomitees hat als Folge der Annahme dieses Vertrages bezeichnet, das 90 000 Hektar polnisches Land in deutschen Händen bleibt. Daraus fönnen Sie erkennen, wie verantwortungslos die Ablehnung diefes Bertrages wäre. Der Vertrag ist so niedergeschrieben, daß es für Nichtjuristen schwer hält, ihn zu verstehen. Die zuständigen Behörden haben die Pflicht, in fürzester Frist ein kurzes Merkblatt herauszugeben, das denjenigen, die es angeht, erkennen läßt, welche Rechte sie haben. Ich will das Wesentliche daraus Ihnen vortragen, damit es in die Bresse hineinfommt. Es ist folgendes: Ein Deutscher, der vom 1. Januar 1908 bis zum 10. Januar 1920 in irgendeinem Teil des jetzigen polnischen Staatsgebietes feinen Wohnsiz hatte, ist polnischer Staatsbürger geworden. Ferner ein Deutscher, der vor dem 1. Januar 1908 in irgendeinem Gebiet des polnischen Staates geboren ist von Eltern, die damals dort ihren Wohnfig hatten, ist polnischer Staatsbürger geworden, auch wenn die Eltern ihren Wahnsiz am 10. Januar 1920 dort nicht mehr gehabt haben. Eine Ehefrau, die am 10. Januar 1920 verheiratet gewesen ist, ist dann polnische Staatsbürgerin geworden, wenn in ihrer Person die von mir genannten Voraussetzungen erfüllt find, auch wenn sie in der Berson ihres Mannes nicht erfüllt waren. Uns liegt selbstverständlich nichts daran, dem polnischen Staate möge lichst viele Staatsbürger zuzuführen, der Schwerpunkt liegt darauf, daß auf Grund dieser Bestimmungen derjenige, der polnischer Staatsbürger geworden ist, fein Bermögen behält, auch wenn er am 11. Januar 1920 Dolen verlaffen hat und wieder Deutscher geworden iff. Eine weitere wichtige Bestimmung ist die: Deutsche, die durch Geburt Bolen geworden sind, haben die polnische Staatsange hörigkeit dann verloren, menn fie das polnische Gebiet ver loffen haben und bis zum 10. Juli 1924 nicht dorthin zurückgekehrt find. Das gilt jedoch dann nicht, wenn die Eltern dieser Deutschen oder wenn sie felbft ein landwirtschaftliches oder ein anderes feit mindestens 10 Jahren von ihnen oder ihren Eltern bewohntes Grundstück befizen, und wenn sie vor dem 28. Februar d. 3. die polnische Staatsangehörigkeit beansprucht haben Wir fönnen uns ieider nicht die Rosinen aus dem Kuchen her ausnehmen, sondern müssen den Bertrag im ganzen annehmen oder ablehnen. Er enthält auch günstige Bestimmungen, wie ich Ihnen gezeigt habe, deshalb müssen wir auch die ungünstigen Bestimmun. gen schluden. Der Bertrag verhindert wenigftens, daß die Ausweisungen von Obtanten in bisheriger Weise vorgenommen werden, fie müssen individuell behandelt werden. In Es ist zwar tein Trost für die Ausgewiesenen, aber die fünftige Braris fit jedenfalls besser als die bisherige. Wenn man heute über bie ungerechtigkeit der Bolen flagt, jo muß man doch baran denken, wie früher bei uns in Preußen Politik gemacht worden ist. meiner Jugend hat es auf mich einen furchtbaren Eindruck gemacht und nichts ist vielleicht in so hohem Maße beſtimmend gewefen für bie politische Richtung, die ich eingeschlagen habe, als die Maffenaus. weisungen, die ich Anfang der 80er Jahre habe mit ansehen müssen. Herr Abg. Freitagh Loringhopen, Sie fennen diese Dinge nicht, weil sie damals Russe waren. Lefen Eie einmal die Debatten über die Interpellation nach, die hier im Reichstag Anfang 1884 geführt wurden. Sie werden dann finden, daß die Massenausweisungen feinen anderen Grund gehabt haben als das Bedürfnis der damaligen Regierung, den Polen den Besen 6 zeigen. Der Bertrag enthält schlimme Bestimmungen, die von fchifanöfen Unterbehörden in höchstem Maße mißbraucht werden tönnen. Aber es frommt den Interessen Deutschlands nicht, daß man von hier aus den Polen Beleidigungen jagt, sondern es ist beffer, daß man sie auf die Gemeinsamkeit unserer Interessen, wo sie bestehen, hinweist. Bei dieser Gelegenheit muß ich meinen alten Wunsch wiederholen, daß recht bald ein einheitliches Fremdenrecht Sonnabend, 24. Januar 1925 auch über die Wiederherstellung des Achtstunden tages verhandeln. Er beantrage, die nächste Sigung morgen ab zuhalten. Abg. Schulh- Bromberg( Dnat.) erwidert, daß in Fällen einer neuen Regierung immer eine Pause gemacht worden sei, feine Bars tei fel dabei immer gegen eine zu lange Pause gewesen. Er be antrage, die Sigung am 3. Februar abzuhalten. Abg. Stoeder( Komm.) verlangt morden eine Sigung. Der Antrag auf Aufhebung des Republitschußgefeßes und soziale Angelegenheit en boten Stoff genug. Abg. Fehrenbach( 3.) meint, daß die Hauptaufgabe jetzt sei, dem Haushaltsausschus ganze Tage für seine Beratungen zu geben. Der Antrag, morgen Sigung zu halten, wird gegen die Stimmen der Rommuniften, Sozialdemokraten und Demokraten ab gelehnt. Die Sigung wird auf Dienstag, 3. Februar, festgefeßt. Tagesordnung: Interpellation der Kommunisten wegen der Füra sorgepflicht; Anträge über den Achtstündentag. Der Korruptionsausschuß. Die Untersuchung des Reichstage. geschaffen wird. Es ist ein unerträglicher Zustand, daß ein ehren werter Mann, der feinen anderen Wunsch hat als den, durch ehren. hafte Arbeit sich und die Seinigen zu ernähren, schutzlos jeder Will für der Verwaltungsbehörden preisgegeben ist. Für wirklich lästige Ausländer spreche ich natürlich nicht. Selbstverständlich müffen die Garantien, die ein Fremdenrechtsgesetz für ehrenwerte Fremde schaffen soll, abhängig davon sein, daß sie auch von der Gegenseite gewährt werden. Damit werden wir unseren In seiner ersten öffentlichen Sigung, an dem auch die Vertreter Landsleuten in Polen ebenso dienen wie durch die Annahme dieses der Bresse teilnahmen, befaßte sich der Ausschuß zur UnterAbkommens.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Das Abkommen wird in dritter Lesung und in der Schluß- uchung der Kreditgewährung unter dem Borsiz des Abg. abstimmung gegen die Stimmen der Nationalsozialisten angenom- Saenger( Soz.) mit der Methode, nach der die Berhandlungen men, nachdem der Antrag Kube auf Zurückverweisung an den geführt werden sollen. Hierzu hatten die Referenten Dr. Pfleger Ausschuß abgelehnt worden ist. ( Bayer. Bp.) und v. Dewis( Dntl.) Richtlinien vorgelegt, außerdem lagen Anträge der Sozialdemokratie urb der Deutschen Boltspartei por. Es folgt die erste Beratung des deutsch- spanischen Handelsverfrags in Berbindung mit dem Antrag Scholz( DBp.) auf Einfegung eines besonderen Ausschusses von 28 Mitgliedern für die Beratung von Handelsverträgen. Handelsvertragsausschusses tommt es zu einer furzen Geschäftsord Ueber den Antrag Scho13 betr. Einfeßung eines befonderen nungsdebatte. Er wird angenommen und der Handelsvertrag mit Spanien wird einem besonderen Ausschuß von 28 Mitglie dern überwiesen. Der Gefeßentwurf betr. Abänderung des Handelsgelungen noch gar nicht übersehen könne und daß bestimmtes Material setzbuchs und des Genossenschaftsgefeßes wird in britter Lesung angenommen. Präsident Lobe schlägt vor, noch auf die Tagesordnung zu sezen den Bericht des Ausschusses für soziale Angelegenheiten über Erwerbslosenfürsorge. Der Antrag verlangt: ftens mit Wirkung vom 8. Februar ab im Sinne des Gutachtens 1. daß die Unterſtüßungsfäße der Erwerbslosenfürsorge späte des Verwaltungsrats des Reichs auch für Arbeitsvermittlung erhöht werden, jedoch mit der Maßgabe, daß die Spannung der Unterſtüßungsfäße zwischen männlichen und weiblichen Erwerbslosen sowohl in den Einzelbezügen wie in den Höchstfäßen wegfällt und der Unterschied in den Unterstügungssägen der ledigen Männer befeitigt wird; 2. foll die Reichsregierung ersucht werden, die Fürsorge für erwerbsloje Seeleute auch auf die in der Hochseefischerei beschäftigten Seeleute, soweit sie nicht offenbar als Saisonarbeiter zu betrachten sind, schleunigst auszudehnen. Geheimrat Weigert erflärt als Regierungsvertreter, eine Er. höhung der Säge fönne auch ohne einen heute gefaßten Be schluß des Reichstags eintreten. Daraufhin wird wegen des Widerspruchs der Voltspartei mur der Antrag über die Fürsorge für erwerbslose Hochseefischer zur Beratung gestellt. Abg. Schlecht( Komm.) beantragt, daß im Gegensatz zu dem Ausschußantrag auch die Saisonarbeiter von der Erwerbs. lofenfürsorge betroffen sein sollen. Abg. Andre( 3.) bedauert, daß der erste Teil des Antrags des fozialen Ausschusses heute nicht angenommen werden fann. Herr Moldenhauer habe sich im Ausschuß selbst dafür ausgesprochen. Moldenhauer habe sich im Ausschuß selbst dafür ausgesprochen. Das Haus habe früher einstimmig der Erhöhung der Säße zu gestimmt, icht scheine aber eine Meinungsverschiedenheit zwischen den neuen Regierungsparteien und der Regierung zu bestehen. Abg. Hoch( S03.) befürwortet entschieden eine Erhöhung der Unterstützungsfäße. Es handle sich um eine ganz minimale Er. höhung angesichts der großen Not und deshalb sei es nicht gerecht fertigt, die Sache deswegen zu verschleppen, weil fein Unterschied mehr zwischen Männern und Frauen in der Höhe der Unterftüßung gemacht werden solle. Abg. Ziegler( Dem.) erflärt sich für den Ausschußantrag und bemerkt, daß die sozialpolitische era der neuen Regierung gut anfange, wenn heute die Koalition gefprengt werde dadurch, daß das Zentrum nicht im Sinne des Herrn Moldenhauer stimme. Abg. Schröder( Soz.) verurteilt das Verfahren des Abg. Mol. denhauer, die Sache verschleppen zu wollen, sowie die Weige rung der Reichsregierung, Mann und Frau gleich zustel Len. Die Mutter mit mehreren Kindern müsse ebenso unterstützt werden wie der Familienvater. Der Reichstag sei nicht dazu da, daß Interesse der Arbeitgeber zu schüßen, die billige weibliche Arbeitskräfte beschäftigen wollen. Abg. Raedel( Komm.) bemerkt, daß der Abg. Molden hauer dem Arbeitsministerium entgegenkommen wolle, das die Gleichstellung der Unterstügungsfäße für Mann und Frau immer fabotiert habe. Der Beschluß auf Gleichstellung sei schon vom aften Reichstage gefaßt worden. Die Sozialdemokraten hätten sich also schon für die Durchführung dieses Beschlusses bet ber Regierung Marg einfegen sollen; sie hätten aber nichts dergleichen getan. Die Unterstügungssäge sollten jegt um 25 Bro3. erhöht werden, die Teuerung sei aber um 40 Bro8. gestiegen. Deshalb verlangt Redner, daß die erhöhte Unterstügung vom 1. Rovember nachgezahlt werde. Bon dem für die Erwerbslosenunterstüßung zur Verfügung stehenden Fonds von 170 Millionen seien bisher erst drei Millionen an die Gemeinden ausgezahlt worden. Abg. Giebel( Soz.) wirft dem Abg. Moldenhauer vor, die von den Bertretern der Deutschen Volkspartei im Ausschuß ge= gebene 3usage nicht gehalten zu haben. Ministerialdirektor Weigert bemerft, bei dem Gutachten des Berwaltungsrats des Reichsamts für Arbeitsvermittlung handle es sich um einen gemeinsamen Beschluß von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die Regierung werde mit der Erhöhung der Unterftügungsfäße so schnell wie möglich vorgehen. Der einzig streitige Bunft sei boch nur noch, daß bei den weiblichen Erwerbs. losen die Unterstügung nicht den Lohn übersteige. Auch die Gemertschaften hätten bei ihren Unterstügungsaktionen immer darauf geachtet. Eingegangen find inzwischen Anträge der Kommunisten betr. wesentliche Erhöhung der Unterstügungssäge und Abkürzung der Karenzzeit sowie Rückwirtung vom 1. november v. 3. Diese Anträge merden abgelehnt. Der Ausschußantrag wird in feinen beiden Teilen angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Bei der Festsetzung der nächsten Sigung teilt Präsident Löbe mit, daß darüber im Aeltestenrat feine Einigung erzielt worden sei; es hätten drei Anträge vorgelegen: morgen weiter zu tagen, die nächste Sigung am Donnerstag nächster Woche und am Dienstag übernächster Woche abzuhalten. Abg. Diffmann( Soz.) meint, das Plenum habe Arbeitsstoff genug, um jeden Tag nachmittags zu fizen, während die Aus. schüsse den Vormittag für sich hätten. 3. B. müßten doch die Deutschnationalen daran Intereffe haben, daß ihre Interpellation unter dem Namen Schiele über Barmat vom Minister Schiele beantwortet werden fönnte,( Seiterfeit.) Man tönnte Der Berichterstatter Dr. Pfleger wünscht vorläufig die Ausschaltung der Untersuchung über die Kreditgewährung der Breußischen Staatsbank, da der Preußische Landtag bereits eine Untersuchung eingeleitet habe und zu befürchten sei, daß die beiden Ausschüffe gegeneinander arbeiten würden. Bei der Aufstellung der Richtlinien habe er sich davon leiten lassen, daß man den Umfang der Berhandnoch gar nicht vorläge. Der Ausschuß sei zudem in der Auswahl seiner Mittel beschränkt, da er in das schwebende strafrechtliche Berfahren nicht eingreifen fönne. Es set 3. B. nicht möglich, die inhaftierten Hauptpersonen hier im Reichstag zu vernehmen. Um die geschafft werden, denn die Mitteilungen aus den Zeitungen könnten Untersuchung in Gang zu bringen, müsse einwandfreies Material nicht genügen. Die Untersuchung müffe auch auf die Zeit und die besonderen Umstände der Kreditgewährung ausgedehnt wer den. Alle notwendigen Aften müssen dem Ausschuß zur Berfügung stehen, er dürfe seine Untersuchungen nicht auf strafrechtliche Bergehen beschränken, sondern er müsse sie auch auf die Fälle qusdehnen, die disziplinarisch verfolgt werden könnten oder die gegen die politische Sauberfeit verstoßen Die Deffentlich. feit müsse fortlaufend über die Berhandlungen des Ausschusses unter richtet werden, nur wenn wir mit den strafrechtlichen Verfahren in Konflikt geraten fönnten, wäre die vorübergehende Ausschließung der Deffentlichkeit zu erwägen. In der Aussprache verlangt Abg. Engberding( D. Bp.) die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages, wonach die Unter fuchung auf die gesamte Kreditgewährung von Reichs= ftellen in der Deflationsperiode ausgedehnt werden solle. Die Bareneinfuhr Bar mat's müffe nachgeprüft und festgestellt werden, ob nicht auch deutsche Firmen in der Lage gewesen wären, Fette und Fleisch einzuführen. Abg. v. Demiz( Dntl.) glaubt, daß man erst dann einen Ueberblick haben werde, wenn die Reichsbanf Auskunft über die Kreditgewährung gebe. Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft dürfe nicht gestört werden. Für die Frage der Deffentlichkeit der Berhandlungen seien die Besorgnisse des Staatsanwalts maßgebend. Abg. Aufhäuser( Goz.): Bei der Aufstellung von Richtlinien dürfen wir nicht in den Fehler des Abg. v. Dewig verfallen, der eine weitgehende Zurückhaltung für richtig hält. Wenn fich im Laufe der Unterfuchung zeigt, daß irgendwelche Zusammenhänge bei der Kreditgewährung auch mit anderen Firmen bestehen, so müssen fle behandelt werden. Wenn man es für richtig hält, die Interfuchung auf die Deflation zu beschränken, dann muß man es bei allen vorliegenden Fällen so halten. Es ist aber technisch unausführbar, einen Teil der Unterjuchung, wie die Volkspartei es wünscht, bis weit in die Zeit der Inflation hinein auszubehnen, während der andere Teil erst Mitte November 1923 beginnen soll. Wir dürfen uns bei unseren Verhandlungen nicht auf zweideutiges Material stüßen, sondern müssen in allen Fällen konkrete Angaben verlengen, insbesondere darüber, ob eine Berbindung zwischen Ge= schäft und Politit bestanden hat. Wir können auch nicht darauf verzichten, die Untersuchung über die Streditgewährung auch darauf auszudehnen, welche Gegenlefftungen an Vermittler gegeben worden find. Der Begriff der Reichs stellen ist in den Richtlinien und Anträgen nicht einwandfrei festgestellt. Wir fordern, daß dazu alle öffentlich rechtlichen Inftitutionen gezählt werden, also auch die Anstalten der Sozialversicherung, die als Geldgeber in beträchtlichem Maße in Betracht tommen. Daß diese Institutionen zu den Steichsstellen rechnen, muß hier ausdrücklich festgestellt werden. Wir wenden uns dagegen, daß nach dem Wunsche des Herrn v. Dewit der Staatsaruvalt darüber bestimmen soll, wieweit die Deffentlichteit gugulasien ist. Es hat sich bisher gezeigt, daß man sich in der Zuleitung von Mitteilungen an die Deffentlichteit teine Befyränkungen auferlegt und gerade unfere objektiven Berhandlungen follen dazu führen, daß unkontrollierbare Gerüchte nicht entstehen tönnen. Abg. Bruhn( Dntl.) miehnt, daß man ja die Dinge schon fenne und zunächst alles das als Material permenden solle, was schon vorliege. Es soll untersucht werden, wer für die Einreiseerlaubnis an Barmat und Kutister verantwortlich sei, wer deren Geschäfte vermittelt habe und ob die von ihnen gezahlten Breise angemessen ge wefen feien. Auch die Vorgänge bei der Post fönnten ohne viel Material untersucht werden. Der Vorsitzende Saenger stellt bemgegenüber fest, daß alle Barteien den Wunsch haben, flare Ergeb niffe zu erzielen. Irgendwelche Fragen herauszugreifen, sei nicht zweckmäßig. Man müsse sich das Urfundenmaterial über die Kreditgewährung verschaffen, es fachlich beraten und die notwendigen Ladungen ergehen laffen. Gerade bei der von Herrn Bruhn befür worteten Methode entständen uferlose Debatten, es sei dann nicht möglich, sich auf das Wesentliche zu beschränken. abwarten wollte. Abg. Rosenberg( Romm.) erklärt sich restlos mit den Richte finien des Abg. Pfleger einverstanden, er habe noch keine An träge eingebracht, da er erst die Ausführungen der Berichterstatter Er bemängelt, daß die Bernehmung der Kanzlei des Reichspräsidenten noch nicht erwähnt sei. Es sei doch behauptet worden, daß Barmat im Besiz eines Porträts Eberts sei, und daß defien Familie dort verkehrt habe. In der weiteren Debatte erklärt Abg. Schred( Soz.), daß der Ausschuß alles Material, das in Privatprozessen und in der Deffentlichkeit veröffentlicht worden fel, behandeln müsse, also auch das, was den Reichspräsidenten betreffe. Der Ausschuß dürfe nichts aus dem Wege gehen, was die Kreditgewährung aufklären könne. An die Deffentlichkeit müffe eine Aufforderung gerichtet werden, dem Ausschuß Material zu unterbreiten und alle Tatsachen anzugeben. Dieser Borschlag ist um so wesentlicher, weil gerade die Deffentlichkeit mit untontrollierbaren Gerüchten und Flugblättern überschwemmt worden ist. Die Sozialdemokratie bantragt, daß die Bernehmung auch auf den Abg. v. Graefe( Nat.- Soz.) und den früheren Abg. Kunze ausgedehnt werde, die ongeblich Material in Händen haben. Zu dem Antrag der Bolkspartei, daß die Untersuchung auch auf die Warengeschäfte ausgedehnt werden solle, stellt die Sozialdemokratie folgenden Zufagantrag: Ferner ist eine Aufstellung vorzulegen, über die Bedin ungen und die Zahlungsweise dieser Warengeschäfte. Dabei ist ein Vergleich mit gleichartigen Geschäften anderer Perfonen oder Unternehmungen anzufügen. Abg. Aufhäuser bemerkt dazu, daß auch untersucht werden tnüffe, in welcher Form die Kredite für Warenlieferungen gewährt worben sind. Die Berbindung mit der Staatsanwaltschaft müsse fofort aufgenommen werden. Der fommunistische Antrag ist deshalb überflüffig, weit bereits im fozialdemokratischen Antrag die Bernehmung jämtlicher Reichsstellen, zu denen auch die ReichsLanzlei gehört, gefordert wird. Es ist unverständlich, daß gerade der fommunistische Abgeordnete feine Untersuchung nur auf einige Fälle beschränken und sie nicht auf die ganze Kreditgewährung der Reichsstellen ausdehnen will. Die Sozialdemokratie fordere, daß auch das Material vorgelegt und behandelt werde, das über Kredite an solche Firmen, die bisher nicht genannt worden sind, Auskunft geben kann. Es steht 3. B. fest, daß Postgelder nicht nur an die hier genannten, sondern auch an andere Firmen gegeben worden sind. Es werden schließlich folgende Richtlinien einstimmig angenommen: 1. Es sind bezüglich der fämtlichen zu den Konzernen Kufisker. Gebrüder Herschel, Barmat und Jacob Michael gehörenden Firmen beglaubigte Auszüge aus dem Handelsregister und den zuständigen Berichten zu erholen. Die Erholung dieser Handelsregisterauszüge foll fich weiter auf folche Firmen erftreden, von benen fich im Laufe der Erhebungen herausstellt, daß fie als zu dem einen oder anderen Konzern gehörig anzusehen sind. Soweit ferner Gesellschaffen mit beschränkter Haftung in Frage flehen und bei diefen ſtatutengemäß bestimmt fein sollte, daß die Mitglieder der bei der betreffenden Gesellschaft tätigen Aufsichtsratsmitglieder beim Registergericht nicht angemeldet zu werden brauchen, find die Namen dieser Aufsichtsratsmitglieder durch Erholung des Sigungsprotokolls über die Mitgliederversammlung der betreffenden Gesellschaft festzustellen.. 2. Die fämtlichen Reichsminifferien find zu ersuchen, dem Untersuchungsausfchuß die Borschriften mitzuteilen, welche für die Berwaltung der Kassenbestände, insbesondere für die vorübergehende Anlage von Geldern maßgebend find. 3. Bon der Staatsanwaltschaft am Candgericht Berlin find Abschriften der in dem Verfahren gegen Kutisfer und Barmat erhobenen öffentlichen Klagen und der vorliegende Haftbefehl zu erholen. 4. Bom preußischen Ministerium des Innern find die sämtlichen auf die Einreise des Jwan Kutister aus Libau, der Gebrüder Herschel aus Cod; und der Gebrüder Barmat ans Amsterdam bezüglichen Uffen einzufordern. 5. Bom deutschen Generalfonfulat für die Niederlande in Amsterdam und vom Auswärtigen Amt in Berlin sind die fämlfichen auf die Gebrüder Barmaf oder einen von diesen bezüglichen Altenstücke zu erholen. Es wurde weiter einstimmig befchloffen, die beiden Bericht erstatter mit der Berständigung mit den Untersuchungsbehörden zu beauftragen. Ferner wurde folgender Antrag angenommen: Die Reichsregierung zu ersuchen, 1. dem Untersuchungsausschuß eine Aufstellung zugehen zu laffen, a) über alle kredite, die von den Reichsministerien, der Reichsbant, der Reichstredit- und Kontrollfelle und sonstigen Reichsstellen an die Barmats, Kutister und Michael feit dem 1. Oftober 1923 eingeräumt worden find, sowie über fonftige Kredite der genannten Stellen, mit deren Gewährung die Bedingung oder Empfehlung zur ganzen oder teilweisen Verwendung zugunsten von Barmats. Kutister oder Michael verknüpft war, b) über alle sonstigen kredite, die self dem 1. Offober 1923 von den Reichsstellen, die Reichsbant ausgenommen, eingeräumt worden sind; 2. Die erbetenen Aufstellungen sollen auch die Kredite enthalien, die zu den genannten Personen gehörigen Gesellfchaften gegeben worden sind. Die Aufstellungen follen insbefondere Aufschluß geben a) über die jeweilige Höhe und Art der Kredite, 1) über das Datum der Einräumung und Zurückzahlung der Kredite, c) über die vereinbarten Bedingungen, d) über die Sicherheiten für die kredite, c) über etwaige Referenzen und Auskünfte, auf Grund deren die Kredile gegeben worden sind, Angaben derjenigen beamteten Berjonen und Barlamentarier oder sonstigen Berfonen, die fich für die Gewährung der ) ob and welche Gegenleiffung Bermittler von irgendwem erhalten haben. Stredite verwendet haben, Der Antrag der Deutschen Bollspartei, wonach die Erhebungen fich auch auf die Warengeschäfte der Regierung mit Barmat, Kutisfer und Michael erstrecken sollen, wurde mit dem oben wiedergegebenen Bujazanirag der Sozialdemokratie angenommen. Dem Borsitzenden wurde schließlich die Ermächtigung erteilt, die nächte Sihung im Einvernehmen mit den beiden Berichterstattern einzuberufen. " Die Postkredite an die Mannesmanner. Zu der Mitteilung der Boffischen Zeitung", die wir unseren Zejern zur Kenntnis brachten und nach der die Mannesmann Industrie und Handels. A. G. von der Post 7,5 Millionen Goldmart erhielt, versendet diese Firma eine Richtig ftellung, die in zwei Bunkten den erwähnten Ausführungen entgegentritt. Einmal verwahrt sich die Firma dagegen, daß ihr ungehörige Vorteile zugebilligt worden wären und daß Berein barungen mit der Boit ohne die Mitwirkung der verfaßungsmäßig berufenen Organe getroffen worden seien. Zum anderen aber wider spricht sie der Mitteilung, daß die Deutsche Auslandsbank ein ausgesprochen völtisches Unternehmen fei. Die deutschen Montankonzerne. Wirtschaftens nicht am Gewinn der Privatunternehmungen, sondern am Ausmaß und der Intensität der Versorgung des Bolts. haushalts gemessen werden muß. In der Arbeiterschaft heute über die gewaltige volkswirtschaftliche| der Erkenntnis, daß der volkswirtschaftliche Erfolg des Bedeutung der Konzerne sprechen, heißt schon fast Eulen nach Athen tragen. Aber es gibt[ dechthin fein Gebiet in der Volkswirtschaft, in dem so schlagend die Erkenntnis Margens von der notwendigen Uebersteigerung des individualistischen Unternehmerfapitalismus zu gesellschafts- wirtschaftlichen Formen als richtig erwiesen wird, als in dem Gebiet der Konzerne. Glenhgiltig, ob es sich um Konzerne handelt, die an die Losiösung der Naturgaben aus dem Boden, dem Wasser und der Luft anknüpfen, oder um solche, die an den Verbrauch der Familien-, Gemeinden oder Staatshaushalte anknüpfen, überall treten uns un geheure technische, faufmännische, finanzielle Betriebs ein hetten entgegen, die troß aller Martibeherrschungstendenzen unter der Peitsche der Profitfonfurrenz zur technisch, faufmännisch und finanziell wirtschaftlichen Betriebsform und Betriebsorganisation gezwungen werden. Auf der anderen Seite fann das beste Ausmaß und die höchste Intensität der Boltshaushaltsversorgung nur erreicht werden, wenn die Konzernunternehmungen den Volkshaushalt als Mittel dienen und die Spezialinteressen des Hochkapitalismus deni demokratischen Staat ein und untergeordnet werden, statt wie heute diesen zu beherrschen. Eine ganze Welt also trennt die heutige hochfapitalistische Konzernwirtschaft von der demokratischen Bolfshaushaltswirtschaft, in der die Riesenbetriebe der Konzerne dienende Glieder find. Was aber der Arbeiterschaft die genaue Berfolgung der Entwicklung der Konzerne und ihres inneren betrieblichen Ausbaus dringend nahelegt, das ist die Tatsache, daß die Konzerne Erscheinungen des fapitalistischen Systems auf höherer Stufe mit fast unternehmungen und besonders in ihrer inneren Organisation liegen zum mindesten Hinweise darauf, wie die Erzeugung und die Verteilung der Guter zur Bedarfsbefriedigung in einer bemoita tischen Boltshaushaltswirtschaft durchzuführen ist. Nun ist das Ziel dieser Konzernunternehmungen die Stei. gerung ihres Gewinns und die Erweiterung ihrer gejell- wissenschaftlichen Betriebsmethoden find. In der Größe der Konzernfchaftspolitischen Herrschaftssphäre. Volkshaushalt und Staat find ihnen Gegenstand der Ausbeutung und Diener ihrer Spe. zial interessen, unter denen das Profitinteresse vorwiegt. Weit Beit entfernt sind die privatkapitalistischen Konzernunternehmungen von Siemens- Rheinelbe- Schaudert- Union Sonstige Stinnes- Konzerne. .. G. Arbed Dito Wolff, Köln Bergleichende Uebersicht über die Montan- Konzerne. 2111181 00|| 11° 1 6 Bakolla Siemens- Martin- De en 7132 Elettroöfen 2303IBO 12 Gesamtaffungs Puddelöfen Ronve ferGesamt Hochöjen iauer basisch fauer banich Faffungs raum der Babl GefamtFaffungs raum Zahl GesamtFaffungs Babl GesamtFaffungs Babl GesamtFaffun s Jabl Gesamt Faffungs Stahlraum taunt raum raum Babl merie raum in cbm in t in t in t in t in t Bahl in t 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10. 11 12 13 14 33 14965 8 24 120 141 36. 1760 18 21 2063 5 1635 20 618 14 10 632 7 2385 23 750 10 54 804 10 2700 10 210 21 575 11 11 796 28 13 015 230 30 45 1523 1 10 11 1.793 17 7.295 33 150 49 62 2 101 32 2365 26 9 22012 188 18 19 542 10 67 755 16 7225 6 180 1 5 43 1379 9 112 1676 19 8180 4 100 38 1306 16 12 1422 10 5 690 4 40 19 795 7 835 12 5 305 6 150 15 563 1 3 -716 3 700 4 1.790 2 16 8 340 356 7 3 630 59 9 57.i. 635 1 350 2 10 11 205 370 12 225 1 376 Summe 201 85 085 14 57 69 1417 18 379 13 408 45 343 84 15449 62 83 1682 28 92 88,2 84,4 64,5 77,5 74,0 360 512 17 829 61 474 132 19 908 78,3 86,5 86,9 63,6 78,8 Krupp einschl. Rheinmetall. Röchling- Buderus Rombach- Magh. Thyssen einschl. Geisweider Eisenwerte und Krefelder Stahlwerk Stumm. Klödner ohne Geisweider Eisenwerfe und Krefelder Stahlwert Haniel. Lotbringen Henschel Sös- Köln- Neuessen Borsig Mannesmann Gesamtzahl in Deutschland( einschl. Schlesien und Saarbezir!) siervon in den Konzernen% in Rheinland Gesamtzahl f11 Hiervon in den Kongernen t n% d 04,5 1.1 389 89 - 一一 6-20- 29 11111 60 13.212 47 12 251 92,7 16 272 109 870 74,7 79,3 87,5 Westfalen mit Ausnahme des Siegerlandes, des arei es Wetzlar und des Saarbezitfs. 125 48 1.029 20297 331 11 530| 36 299 481029 16 259 2791061884 288 80 100100 87,8 84.3 82,1 94,4 96,5 78,5 beuffen Stahlwerte beträgt 19,9 Tausend Tonnent Davon entfallen auf die 16 Konzerne 15,4 Tausend oder fast 79 Proz. Noa) viel großartiger ist die Konzerninacht in Rheinland- Westfalen geballt. Dort haben die Konzerne 94 ½ Broz der Ho öfen, oolle 100 Broz. aller Ronverter, über 90 Proz aller Siemens Martin und„ Elettroöfen und fast 93 Prog. des Gesamt fassungsraumes der Stahlwerke in ihrer Verfügung. Nur die rückständigen Puddelöfen sind lediglic mit 78% Proz. den Konzernen angeschlossen. 57 925 14| 57 56 875 1457 98 100 100 Wie weit z. B. die Konzernbildung in der Montan industrie gedichen ist, das zeigt die obige Uebersicht, die Dr. Atno oro in der Bergwertszeitung" veröffentlicht hat.( Stehe die Tabelle.) Bon sämtlichen 272 deutschen Hochöfen befinden sich nicht weniger als 201 Hochöfen in der Hand von 16 Montantonzernen. Neun von diesen 16 Konzernen befizen allein 171 Hochöfen. Der Gesamtfassungsraum der deutschen Hochöfen beträgt 109 870 Kubikmeter. Davon gehören den 16 Konzernen über 85 000 Kubitmeter oder fast 80 Proz. Der Gesamtfassungsraum der Entschädigung für den Ruhrbergbau. In einer halbamtlichen Notiz wurde mitgeteilt, daß zw, che'i dem Bergbau und den zuständigen Regierungsstellen eine grundfäßliche Einigung erzielt worden ist über den Erfaz der dem Ruhrbergbau durch Beschlagnahme von Brennstoffen von den Zechen und Kokereien sowie durch die Zwangslieferungen auf Grund der Micum- Berträge während des Ruhrkampfes entstan= denen Schäden. Das ich hat die Entschädigungspflicht im allgemeinen anerkannt und) zur Zahlung einer entsprechen. den Entschädigungssumme bereit erklärt". Allerdings würden nicht alle dem Bergbau entstandenen Berluste ausgeglichen werden". Das der fachliche Inhalt der Zeitungsnotiz. Wer nun weiß, was an den Ruhrbergbau gezahlt wird, bekommt einen Taler. = Berrechnung beachtet werden. Sie würde nicht unbeträcht lich sein. Die gestellte Aufgabe ist nicht leicht, aber sie ist lösbar und sie muß gelöst werden. Die Allgemeinheit, welche die Kosten zu zahlen hat, hat ein Recht auf Klarheit. Die Preisbewegung. Die auf den Stichtag des 21. Januar 1925 berechnete Großhandelsinderziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 14. Januar mit 133,9 unverändert. Gea junken sind die Preise für Gerste, Kartoffeln, Schmalz, Fleisch, Milch, Baumwolle, Jute und die meisten Nichteisenmetalle; höher lagen dagegen die Preise für Roggen, Weizen, Hafer, Hopfen, Baumwollgarn, Aluminium und Gasol. Von den Hauptgruppen blieben die Lebensmittel mit 138,3( Vorwoche 138,1) nahezu unverändert, während die Industriestoffe von 140,3 auf 140,0 oder um 0,2 Proz nachgaben. Die Reichsindegziffer für die Lebenshaltungskosten ( Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) für Mittwoch, den 21. Januar, ist nach den Feststellungen des StatistiIchen Reichsamts gegenüber der Borwoche( 124,0) ebenfalls under. ändert geblieben. Grundsätzlich ist zu sagen, daß das Reich entschädigungspflichtig ist, denn dieses in seiner Gesamtheit und nicht ein Teilgebiet oder gar nur gewisse Wirtschaftsgruppen in einem solchen, ist zur Reparationsleistung verpflichtet. Diese Anerkennung entbindet aber nicht den Reichstag von der Pflicht, sich bei den zuständigen Re gierungsstellen zu erfundigen, welche Brennstoffmengen und sonstige Güter beschlagnahmt und abtransportiert wurden und wie hoch die Summe ist, zu deren Zahlung man Die Mittel für Kleine Nofftandsarbeiten. Um die Beiträge der fich bereit erklärt hat. Die Möglichkeit einer alle Zweifel ausschlieBenden Berechnung dürfte faum gegeben sein. Um so sorgfältiger Wirtschaft für die Erwerbslosenfürsorge auf einer wirtBeson schaftlich erträglichen Höhe zu halten, ordnet der Minister für Bolksaber muß Auskunft von der Regierung gefordert werden. ders zu beachten ist, daß das Reich während des passiven Widerstan- wohlfahrt für die Zukunft in einem Erlaß an, daß zur Ausführung des nicht nur die sogenannten unproduktiven Löhne ersetzt hat, son- fleiner Notstandsarbeiten Mittel der Provinzial- und Landesausdern auch noch darüber hinaus einen Aufschlag für Materialien ge- gleichstaje nicht mehr in Anspruch genommen werden dürfen. So. Dagegen bestätigt die Berichtigung den wichtigsten Teil des währte. Es ist zu prüfen, wie die unproduktiven Bergarbeiter fern in Arbeitsnachweisbezirken, die nicht in der Lage sind, ihre Tatbestandes, nämlich den, daß der später, von der Mannesmann föhne festgestellt wurden und wie hoch die Summe ist, die für Ma- Ausgaben für die unterſtüßende Erwerbslosenfürsorge aus eigenen Industrie übernommenen Depofiten und Handelsbank Mitteln zu decken, für fleine Notstandsarbeiten feine Mittel mehr 5 Millionen Goldmark und davon 1 Million der Deutschen Austerialien vom Reich ersetzt wurde. Die Allgemeinheit, die vorhanden sind, muß die Anerkennung der fraglichen Maßnahme landsbank ohne irgendwelche reale Sicherheiten von die Kosten des Ruhrkampfes trägt, muß die Gewißheit haben, als große Rotstandsarbeit unter Förderung aus Mitteln der Post anvertraut worden find. Das ist um so erschwerender, daß aus der damaligen notvollen Zeit nicht auch noch unberech der produttiven Erwerbslosenfürsorge betrieben werden, soweit hierals die Depositen und Handelsbank nach den Worten der Berichtigte Geminne erzielt werden. für die Borauslegungen gegeben sind. flgung eine gelinde gesagt unerhört unsachgemäße Geschäftsführung Es ist auch festzustellen, welcher Kohlenpreis bei der getrieben und damit die Bürgschaft gefährdet" hat. Man versteht diefe Aeußerung, wenn man sich daran erinnert, daß bei dieser Bant 2 Millionen Mark defraudiert worden sind. Nach der Stelfung von hypothefarsicherheiten wurden an die MannesmannIndustrie weitere 2½ Millionen zu der bereits bestehenden Schuld: futame zur Verfügung gestellt. Es liegt also hier mindestens, fomelt die Depofiten- und Handels. ban? in Betracht kommt, ein Fall äußerst leichtherziger Kreditnewährung durch die Best vor. Und wenn es sich bestätigt, daß dieser Kredit ohne das Giro einer Bant nur von einem Referenten im Poſtministerium vergeben worden ist, so ist der Borgang der art skandalös, daß er eingehender Untersuchung bedarf. Ein Teil der im Falle Sarmat io eifrigen Standaípreffe jedoch ist bereits in threm demagogischen Treiben so blind für die Tatsachen geworden, daß sie diese Bestätigung der Mannesmann- Industrie- und Handels, 2 ger nicht sieht. Festsetzung der Entschädigungssumme zugrunde gelegt wurde. Die Broduktionskosten der beschlagnahmten und von den Be fazungsmächten abtransportierten Brennstoffvorräte waren oft lächerlich gering, weil sie mit Papier mart bezahlt wurden. Diesem Verhältnis muß natürlich die jetzt nachträglich gewährte Entschädigungssumme angepaßt werden.. 3 Das polnische Streichholzmonopol. Der volnische Ministerrat hat die Statuten des nach dem Vorbilde des Tabakmonopols aus. gearbeiteten Streichholz monopols genehmigt. Danac bat nur der Staat das Recht der Ein- und Ausfuhr. Las Monopol bezieht sich auf Produktion und Handel ab Fabrit, ist alfo ein. Produktionsmonopol, während der weitere Handel dem Monopol nicht unterliegt. Bei Einfubr von Streichbölzern, wozu Auch für die Micum Lieferungen fann der jeweils gül eine befondere Genehmigung erforderlich ist, wird außer dem Zoll tige Verkaufspreis von 1924 nicht in Anrechnung fommen. Der now. eine Monopolgeb fibr erhoben. Die Monovolverwaltung kohtenpreis ist für die Produktionsgebiete, die mit Micum ist zum Anlauf der Fabrikeinrichtungen, der fertiggestellten Waren. Lieferungen bedacht waren, abfichtlich hoch gewesen, um einmal vorräte sowie der Rohstoffe und Halbfabrikate verpflichtet, ferner dem Bergbau die aufgebürdete Laft zu erleichtern, aber anderer derjenigen akriken, die mit Einführung des Monopole geileven zur Zahlung von Entschädigungen an die Arbeiter und Angestellten feits ist den Lieferzehen auf Kosten der Kohlenverbraucher werden. Das Monopol fann verpachtet werden, doch darf dez fchon eine Teilentschädigung durch den sonst unberechtigt Bachtzine nicht niedriger fein als die bisherigen Einnahmen aus hohen reis gewährt morden. Dies muß bei der endgültigen Berbrauchsabgaben. Sonnabend 24. Januar 1925 Unterhaltung und Wissen Der Menschenfeind. Bon Iwan Heilbut Vor der Stadt in den Feldern liegen: die Dörfer, und zwischen den Feldern gehen die Stadtmenschen spazieren; barhäuptig, schwizend, in schwarzen Röcken die Männer; die Frauen und die fleinen Mädchen haben weiße luftige Kleider. Es ist also Sonntag im Juni. Zwischen zweien diefer Dörfer liegt eine Kuhle, die hat noch teiner entdeckt. Der Grund ist gelbe Erde, aber der Abhang ist von Büschen bestanden; die stehen auch oben am Rand wie ein Wall wer auf dem Wege geht, fann die Kuhle nicht sehen. Darum hatte sie noch niemand entdeckt. Es lag fein Papier dinnen, noch zerbrochenes Glas, teine Speiserefteals Jonathan ( ich bitte den Leser, diesen romanhaften Namen in Kauf zu nehmen so hieß er nun einmal)... als Jonathan, der niemals die Wege der anderen geht, faft in die Stuhle hineinstolperte. Er lief( oglei h den Abhang hinunter unten stand er still und sagte: Hoho! Hoho! Es ist eigentlich feine Kuhle, nein. Biel größer als eine Kuhle, wie die Kinder fie am Strande gräben. Aber ein Tal nein, ein Tal ist es auch nicht. Jonathan nannte sie aber: Meine Kuhle und breitete die Arme aus, als ob er ein Königreich erobert hätte. Der Rand der Kuhle hat einen Durchmesser Jonathan versteht fich schlecht darauf nun... also dreißig Meter schätzte er. Hoho! sagt Jonathan, nun weiß ich, wc ich geborgen bin. Nun weiß ich doch, wo ich rasten tann. Es muß nicht mehr zwischen den Mädchen sein, die kreischen, zwischen den Männern, die belien, wenn sie zu lachen versuchen. Hier darf man sich der Jacke entledigen und auch des Hemdes, mie mir scheint. So, so. Hoho. Und dies ist meine Kuhle. Jonathan geht in einem fleinen Kreise spazieren und bläst dabei durch die Lippen. Dann lagert er sich auf dem Abhang, er liegt zwischen Busch und Strauch und blinzelt nach oben. Seine Wimpern über seinen Bupillen glänzen in durcheinondergemirrten Regenbogenfarben, die Blätter zittern seidenblau und purpurrot. Das ist ja alles, wie auf einem anderen Stern... vielleicht... vielleicht war es im Garten Eden so. Ist das ein Gefumm und Säuseln? Bo gibt es auf der Erde ein Farbenschauspiel wie dies, eine stille füße Musit, wie in meiner heimlichen Muschel, in meiner Königsfuhle...? denkt Jonathan. Die Felder. Die Sonne. Auguft. Der Himmel dörrt Halme und Zweige aus. Jonathan liegt in feiner Ruhle am Abhang unter den Buchen. So hat er jeden Sonntag gelegen, vom Vormittag bis in den Abend. Solch eine Einsamkeit. Mitunter hört er ferne Stimmen. Vufschricht er Aber die Stimmen werden leise, noch leiser, verschwinden im leisen Bind, in der Luft. Und fie fingen, noch nach wie Melodien, füßer singt nichts als Musit, die verklungen ist, da, da meit, in der Ferne: 188 Einmal findet er eine Bething in feiner Höhle. Er entdeckt fie gleich im ersten Augenblid und bleibt erfchroden stehen. Er beißt fich in die Lippen und stampft. Ah? Besuch zu erwarten? Botani fierdose, Schmetterlingsnez, Hängematte, juchhe! Weiter also Beiter. Suchen nach unentdeckten Inseln. Aber vielleicht. nun der Wind das bedruckte Blatt über die Felder getragen hätte... Der Wind, jo der Wind war's. Das ist wahrscheinlich. Das ist gewiß. Hier bin ich Häuptling. Hoho. ... menn Jonathan fizt am Rande des Urwalds mit einer indianischen Brinzessin. Augen, tiefe, hat fie, der Glanz von Liebe darin. BlauSonne die Farm, seine Farm. Bie gewann er sich die PrinBeffin? Wie gewann er sich seine Farm? Die Farm hat er gebaut, die Prinzessin hat er geraubt. Das war ein Ritt, Ritt durch Prärie. Der Rappe fliegt, der Zügel hängt leer. Er hält das braune Mäddjen. Halt. Die mächtigen Bäume da wollen wir rasten. Un beschreiblich Süße, zu ruhen in Schatten und Sonne. Wie glutet sie durch die Zweige.. Wie heißt du? Silberblume. Und Jonathan. Wie schön ist dein Name.... du? Hygiene des Greifenalters. Bon Sanitätsrat Dr. Hanauer. Auch die Angehörigen des Gréijenalters hängen am Leben und freuen sich ihres Daseins, sie möchten es verlängern bis an die äußerste Grenze des physiologisch möglichen, fie möchten erst sterben, wenn sie„ lebensfatt" geworden sind, wie dies uns die biblischen Erzählungen von den Patriarchen berichten. Daß aber zur Er reichung dieser Ziele gerade im Greifenalter fehr viel auf die bygienische Lebensweise antommt, unterliegt feinem Zweifel. Einige Berhaltungsvorschriften für das Greifenalter dürften daher nicht unwillkommen sein. Obenan steht als erste Gesundheitsregel: die Arbeit wirft lebensverlängernd. Greise, die sich vom Geschäft zurück3ichen und nichts mehr mit ihrer Zeit anzufangen wissen, verfallen oft einem baldigen Tod, der Greis soll daher niemals völlig müßiggehen, sondern sich, wenn er Neigung dazu hat, mit gemeinnügigen Berten beschäftigen, den Geist anzuregen suchen, weil eine befries digende Tätigkeit auf dem Wege des Nervensystems auch den Stoffwechsel fördert. Dem gleichen Zweck dienen regelmäßige Bewegun gen in frischer Luft, Spazierengehen, auch vorsichtig geübter Sport ist zu empfehlen. Im allgemeinen ist ja der Stoffwechsel im Greisenaller herabgesetzt, was mit der geringeren Muskeltätigkeit und dem geringeren Gewicht zusammenhängt. Daher ist auch das Nahrungsund Schlafbedürfnis im Greifenalter ein geringeres. Da die Funktionen aller Organe mehr oder minder geschwächt sind, was auch für die Berdauung gilt, und die Zähne vielfach schadhaft sind, so muß der Nahrungsaufnahme besondere Sorgfalt zugewandt werden. Schwerberdauliche Speisen find zu meiden, desgleichen Ueberfüllung des Magens, daher find öftere und fleinere Mahlzeiten am Blaze. Mäßigkeit im Genuß geistiger Getränke und im Rauchen sind dringend zu empfehlen. Auch die Sehkraft und das Gehör laffen vielfach nach. Schon mit dem 50. Lebensjahre stellt sich die sogenannte Alterssichtigkeit ein, d. h. in der Nähe wird schlecht gesehen, das Lesen im Buch und in der Zeitung wird erschwert. Aber da ist eine Mufit. Was ist das für eine Musik? Jona than fährt in die Höhe. Lieder, deutsche Wanderlieder. Naher näher, immer näher, Burschenstimmen, Mädchenstimmen, Lauten, Gitarren, Harmonitas. Mandolinen, Mandolinen. Jonathan steht auf. Die Sträucher verdecken ihn. Er überblickt die Mulde. Im Gebüsch, fampfbereit, steht er da Hallo. Der erste. Ein riesiger rotblonder Wandervogel. Auf dem Rande steht er. Er rust: Das ist sie. Und wendet sich um und winft. Luther dem Zweiten... Deutschnationale Anträge 19 O.KOESTER erscheint bei der Ausarbeitung seiner Regierungserklärung der Teufel. 30 Das ist ste? Die Kuhle? Gröl du nur, gröl mur, nur zu. Burschen und Mädchen. Biele, Fülle, immer mehr. Mandolinen und meiße Kleider. Jonathan legt sich unter den Busch, hält sich die Ohren zu. Aber da stürzt sich der Trupp Wieder zurück in die Prärie und da drüben mit hellem Geschrei den Abhang hinunter in die Kuhle. und es wimmelt von Lachen und Liedern und Lichtern. Sie spren ja, was gen alle durcheinander, Gott weiß, warum sie das tun tun sie denn überhaupt? Sie rennen wie Böcklein, so toll sind clle... und darum lachen sie, daß es braust...? Ich will in etném Ruderboot fort, auf. den Ozean. Jonathan stöhnt ins Gras hinein. Und die Wanderer liegen schon auf dem Abhang gelagert, ihm gegenüber, rufen, füssen vielleicht auch. Und singen. Er muß es hören. Wer bringt sie zum Schweigen? lufspringen? Schreien?: Hinaus, ihr oh! Die Antwort donnert ihm in der Seele: Gelächter. Nicht schreier, nicht schreien. Aber... stören diefen Gefang, blöken, miauzen, ein anderes Lied, einfach dazwischen Oho, hoho! Solchen Tenor hat man nicht umsonst. Lebensweise, frei von Sorgen, wird als Verhütungsmittel gegen die schweren Formen der Berkaltung betrachtet. Ertranfte müssen sich besonders vor plöglichen Steigerungen des Blutdruces hüten, also u. a. vor startem Pressen bei der Darmentleerung, weil sonst ein plöglicher Herzschlag auftreten fann. Der Krebs äußert sich u. a. durch Auftreten von unregelmäßigen Blutungen. Darmblutungen im höheren Alter follen nicht ohne weiteres als Hämorrhoidalblutungen angesehen werden, sondern man befrage einen Arzt; dasselbe gilt auch von den unregelmäßigen Blutungen bei Frauen, die oft irrigerweise mit den Wechseljahren in Zusammenhang gebracht werden. Greife leiden vielfach an Katarrhen, die infolge der Herzschwäche oft chronisch und hartnädig werden und zu Lungenblähungen und Asthma führen fönnen. Schußmaßregeln sind: Vermeidung von Erfältungen und warme Kleidung. Oft verbirgt sich unter dem Bronchialfatarrh eine Tubertuloje. Es sind daher vor allem Kinder von hustenden alten Leuten fernzuhalten. An Bronchialfatarrh erkrankte Greise sollen möglichst das Bett meiden, weil durch das Liegen leicht eine Lungenentzün dung entstehen kann. Der Buchdruck. Bon Ottfried. Der Erfinder der Buchdruckerkunst, Johannes Gutenberg, wurde um 1400 herum in Mainz, als Sohn des Patriziers Friele Genz fleisch und der Patrizierin Elfe zu Gudenberg geboren Johannes trug den Namen feiner Mutter zunächst als Rebennamen, später nannte er sich Gutenberg. Er ist in Straßburg groß geworden und hat sich dort 1437 fchon mit der Herstellung einer Druckpreffe befchäftigt. Vor Gutenbergs Beit schon betrieb man Druckversuche. man schnitt Holztafeln, färbte die erhabenen Stellen ein und brudte fo. Jedoch wurde diese Druckart nicht in den Dienst der Schrift gestellt, sondern man bedruckte Stoffe mit Mustern. Das follen schon die alten Aegypter getan haben. In Europa hingegen Aus dem ist dieser Stoffdrud erst um 1400 ausgeübt worden. Wie jedes Lebensalter so ist auch das Greifenalter zu gewissen Krankheiten besonders disponiert, das sind vor allem die Adernver- Jahre 1428 ist uns der älteste Bilddrud bekannt. Gutenbergs Er faltung und der Krebs. Die Adernverfalfung ist beinahe ein phyfio- findung bedeutete insofern einen gewaltigen Fortschritt, als er die logischer Vorgang. Sowie mit Zunahme des Alters die Haare er- Buchstaben goß, aus diesen Buchstaben einen Sag zusammenstellte, granen, werden auch die Blutgefäße ftarr und verlieren ihre Elasti ihn brudte und nach dem Drud auseinander nahm, um dieselben Er zität. Diese Berkaltung, der fein Mensch entgeht, verläuft aber bei Buchstaben zu einem anderen, neuen Sahbild zu verwenden. jedem Menschen anders. Der eine wird steinalt und merft nichts selbst hat seine ersten Versuche sehr geheim gehalten Aber dennoch von seinen Gefäßen, bei den anderen stellt sich das Leiden schon müssen seine Bläne bekannt geworden sein, denn noch im Jahre 1444 früh, in den besten Jahren des Mannesalters, ein und macht ihm erfolgten bereits andere Druckversuche in der Nähe von Straßburg. während seines ganzen Lebens zu schaffen, der Dritte hat mit quel Gutenberg. Der inzwischen nach Mainz gezegen war, mußte, um die vollen Beschwerden zu fämpfen und erreicht ein frühes Ende. Das Herstellung seines ersten großen Drufs, der 36zeiligen Bibel, zu ist dann der Fall, wenn die Kranzgefäße des Herzen verfalft sind ermöglichen, das Geid borgen und dafür seine erfundene Preffe ver und schwere Anfälle von Herzbräune auftreten. Eine vernünftige pfärben. Das zweite Drudmert Gutenbergs, bie 42zeilige Bibel, Beilage des Vorwärts oder wenig Jonathan träht wie ein Hahn, es ist kein Lied stens erst im Augenblick erfunden Er selber hört seine Stimme wie eine Trompete herausflingen, aber die Bande hört sie denn nichts? Und er fräht lauter, daß ihm die Adern am Halse schwellen. Oder wollen sie mich nicht hören? Aber sie müßten doch Notiz von mir nehmen, das wäre nur das Natürliche. So etwas hört man nicht jeden Sonntag. La la la... Oder sie wollen mich aus dem Konzept, aus der Musik werfen... laaaa... aus dem Gleis der Melodie... La la la ha haaaa... Der Chor hat sein Lied zu Ende gefungen. Jonathan schreit weiter, flucht in Tönen... ha ha... Alle sind aufgestanden, blicken umher, einige lachen, viele horchen erschrocken. Seltsame Laute, das ist ein Mensch? La ha ha la la la... Sie fangen an, im Ernst, fie suchen. Jonathan merkt es wohl. Er hält die Augen geschlossen, er fann nicht hören, was sie untereinander sagen. Aber er weiß, daß sie dabei sind, zu suchen... la ha... Oh," sagt irgendwer. Wie war das ein Klang in sein Gelärm. Jonathan tut die Augen auf. Stumm ist er und liegt. Ein Mädchen miit blauen Blumen im blonden Huar über ihm. Geneigt über ihn, daß es ihn schattet. Ihre Arme breiten die Sträucher auseinander. Wenn sie zurüdtritt, wird es wie ein Borhang vor ihr zusammenschlagen und fie wird fort sein, verschwunden. Nun steht sie aber blond, glutmangig vor dem Blättergrund, wie eine Berle, die auf grüner Seide ruht. da -OF " Wir fizzen dort beieinander und singen. Du hast geschlafen." „ Nein." Ich dachte, du wärest von unserem Gesang erwacht... und auf uns alle böse..." Bah...!" " Siehst du, du haft geschlafen." „ Nein." Was hast du denn getan?". " .... Beschlafen..." Kommst du mit zu uns?" Nein." „ Sollen wir zu dir fommen?" ,, Nein." „ Wollen wir beide uns davon schleichen?" Nein. ,, Du bist ganz allein." „ Nein." „ Soll ich mich von den anderen trennen? Dann bleiben wir beide zurück." „ Nein." ,, Was sollen mir aber tun?" Machen, daß ihr wegkommt." „ Das ist nicht dein Ernst.". Ihr fingt wie Eulen." Romm mit." Ihr träht wie Hähne Wenn wir fort finbBitte, tein Mitleid." Mitleid ist das nicht " Schert euch zum Satan." „ Nein!" Das fuhr heraus wie der Schrei eines blassen, erschrocenen Menschen. Gott, du großer, lieber, im Himmel, wie soll ich ihm denn helfen, wie... Die blauen Augen bliden einen langen Blick auf usch Die Büsche ihn, die Lippen bewegen sich, tein Laut kommt schlagen zusammen. Wo bin ich stehen geblieben? denkt Jonathan, wo bin ich... Und dann laut: Wo bin ich stehen geblieben, wo bin ich stehen geblieben? Aha, in der Prärie. Neben mir sitt Silberblume am Urwald. Das war ein Ritt, ja. Berdamnt, wie still es geworden ist. Sie stehen jetzt wohl im Kreise um die blonde Here herum und lassen sich erzählen von mir. Mag fie erzählen, ich habe mich nicht verraten. Also, wo bin ich stehen... Ste bedeutet ihnen, stille davon zu gehen. Da liegt er, ein Kranfer, wird sie wohl fagen. ist erhalten und befindet sich im Buchgewerbemuseum zu Leipzig. Gutenbergs Geldgeber forderte alsbald Berzinsung seines Geldes und bekam Ende des Jahres 1455, weil Gutenberg zahlungsunfähig war, die ganze Werkstätte zugesprochen. Damit war Gutenberg feiner Erfindung beraubt. Im Alter gelang es Gutenberg noch einmal eine Druckpresse zu bauen, auf der er das„ Katholiton" Bert herstellte, das 748 Foliofeiten umfaßte. Nachdem Gutenberg zwei Jahre im Besiz dieser Presse gewesen, wurde Mainz durch Adolf von Nassau gestürmt und geplündert. Gutenbergs Druckerei ging dabei in Flammen auf. Adolf von Naffau nahm Gutenberg in feine Hofdienste und enthob ihn domit aller Nahrungssorgen. Wenige Jahre später starb er. Bei der Ersturmung von Mainz wurden seine Gesellen vertrieben, und das mag die Ursache der schnellen Ausbreitung der Buchdruckerfunft gewesen sein. 30 Jahre nach Gutenbergs Tod war die schwarze Kunst in fast allen europäiEs foll um 1500 in einer italienischen schen Ländern verbreitet. Stadt allein 250 Druckereien gegeben haben. In der Türkei mußte das Drucken sehr geheim ausgeübt werden, weil der Sultan Bejajid 1483 diese Kunst kurzer Hand perboten hatte und Ueberschreitungen des Berbotes mit dem Tode bestrafte. Erst 1727 wurde auch in der Türkei das Drucken erlaubt. 1846 Gutenbergs Erfinding ist eine der größten Ruiturtaten aller Zeiten. Jahrhunderte lang wurde Gutenbergs Pressedruck ausgeübt, bis Anfang des 19. Jahrhunderts die Erfindung der Dampfmaschine auch hier einen Fortschritt zettigte. Der Deutsche Friedrich König erfand in England zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Schnellpresse, die durch Dampfkraft getrieben wurde, die Druckbogen selbsttätig in die Form zog und bedruckt wieder herausbeförderte. Die erste Schnellpresse wurde in London aufgestellt und druckte am 29. November 1814 zum erstenmal die Londoner König Times", jene weltbekannte große englische Tageszeitung vereinte fich bald mit dem Stuttgarter Mechaniker Bauer, die nun zusammen die Schnellpreffe immer mehr vervollkommneten. erfand Sörensen die erste Segmaschine, die wiederholt durch andere Systeme verbessert wurde. Heute gibt es kaum eine Zeitungsdruckerei, die ohne Segmaschine arbeiten tönnte. Zur selben Zeit, in den 40er Jahren also, wurde die erste Rotationsmaschine durch den Ameritaner Bullod erfunden. Die Bullock- Maschine war die erste, bei der das Bapier als endlofes Band durch die Maschine lief und nach dem Druck in Bogenbreite zerschnitten wurde. Sie druckte in der Stunde 12 000 bis 15 000 Exemplare. Die heutigen Rotationsmaschinen sind natürlich wesentlich verbessert und bedeutend leistungsfähiger. So fann ein sogenannter Sechsroller bis 200 000 Rotationsmaschinen Dierfeitige Bogen in der Stunde drucken. werden für Massenauflagen benugt, bei denen die Qualitätsfrage non sekundärer Bedeutung ist. Das forgsam ausgestattete Buch mird auch heute noch mit der Hand gesetzt, mit größter Sorgfalt zugerichtet und mit Flachbruchmaschinen gedruckt. 1 Mun, laß fie nur gehen, die Saurten. Gott sei mit euch, ich halte euch nicht auf, ich nicht. Gut. Weiter also. Die Some also... die Sonne geht unter die Prärie. In unserer Farm warten die Kinder, tomm, Silberblume. Die Blumen in deinem blonden Haar... mie deine Augen. Sprich du nur weiter mit deiner Stimme. Ich bin burstig davon geworden und durftig danach; sprich du nur weiter, Was war das, he? Die Here war ich werde gesund davon. -U Alte Wahrheiten. Aphorismen Georg Chriftoph Lichtenbergs. Es ist zum Erstaunen, wie weit ein gesunder Menschen. verstand reicht. Es ist auch hier, wie im gemeinen Leben: Der gemeine Mann geht dahin, wohin der Vornehme mit Sechsen fährt. Die gefährlichsten unwahrheiten sind Wahrheiten mäßig entſtellt. Jeder Mensch hat auch eine moralische Rückseite, die er nicht ohne Not zeigt, und die er solange als möglich mit den Hosen des Er sitzt, die Ellenbogen in Gras und Blumen geftemmt. Horch guten Anstandes zudeckt. fam. Kein Laut. Rein Laut Vom Wahrsagen läßt sich wohl leben in der Welt, aber nicht vom Wahrheit sagen. mieder da. Er richtet sich auf, die Knie schwanken sehr. Das Tal ist leer. Er ächzt. Das Weiß in den Augen wird grau mie mattes Glas. Kein Menschweber im Grunde noch auf den Hängen. Biel leicht versteckt? Ja, vielleicht versteckt! Ein Mädchen vielleicht. Biel leicht... um mich zu meden... ein Mädchen? Nein. Kein Mensch; fein Mädchen; tein Mädchen, um mich zu meden. Es regt sich fein Ton in der Welt. Kein Blatt. Kein Lied. Kein Wort. Angst, wie niemals, flopft ihm im Halfe. Kennt den Abhang hinunter, Sträucher hauen ihm ins Gesicht die Höhe hinauf Da. Da wandern sie, eine breite bunte Reihe, in die helle Glutflut hinein. Dunkel die Burschen, weiß die Kleider und bunt, dunkelbunt. Rotgold blizt eine Decke über den Feldern. Längs dem Ader rand ziehen sie, Arm in Arm. Klingen die Gitarren nicht dumpf bis hierher? Wie im Traume fingt sie mit, die weite alte Natur. Die gemeinsten Meinungen und was jedermann für ausgemacht hält, verdient oft am meisten untersucht zu werden.. * Es tommt nicht darauf an, ob die Sonne in einem Staat nicht untergeht, wie sich Spanien eheden rühmte, sondern was sie während ihres Laufes in diesem Staat zu sehen bekommt. Wenn man auf einer entfernten Insel einmal ein Bolt anträfe, bei dem alle Häuser mit scharf geladenem Gewehr behängt wären und man beständig des Nachts Wache hielte, was würde ein Reisen der anders denten fönnen, als daß die ganze Insel von Räubern bewohnt wäre? Jit es aber mit den europäischen Reichen anders? Eine Republit zu bauen aus den Materialien einer niedergerissenen Monarchie ist freilich ein schweres Problem. Es geht nicht, ohne daß erst jeder Stein anders gehauen ist, und dazu gehört Zeit. Wenn eine Geschichte eines Königs nicht verbrannt worden ist, fo mag ich sie nicht lesen. Es war vor einiger Zeit Mode und ist es vielleicht noch, auf die Titel der Romane zu sezen: eine wahre Geschichte. Das ist nun eine fleine unschuldige Betrügerei; aber daß man auf manchen Geschichtsbüchern die Worte: ein Roman wegläßt, das ift feine so unschuldige. Die menschliche Haut ist ein Boden, worauf haare wachsen. Mich wundert's, daß man noch kein Mittel ausfindig gemacht hat, ihn mit Wolle zu bejäen, um die Leute zu scheren. Ich möchte was darum geben, genau zu wissen, für wen die Taten getan worden sind, von denen man öffentlich sagt, sie wären für das Vaterland getan worden. Ist es nicht sonderbar, daß die Menschen so gern für die Religion fechten und so ungern nach ihren Vorschriften leben? Wozu dient die Schwimmblaße der Fische? Die landläufige An ficht geht dahin, daß die Schwimmblaje der Fische ausschließlich ein Gleichgewichtsorgan sei, das dem Fisch ein Steigen und Sinten im Wasser ermöglicht, je nachdem er die vordere oder die hintere Hälfte der Blase mehr oder weniger mit Luft füllt. Versuche, die Dr. Hall von der Universität Wisconsin unternommen hat, zeigen, daß diefe Ansicht dringend der Revision bedarf. Die Schwimmblase ist nicht nur ein Ruder- und Gleichgewichtsorgan, sondern zugleich ein Be holter, aus dem der Fisch erforderlichenfalls seinen Sauerstoffbedarf decken kann. Wenn Dr. Hall Fische in Wasser segte, das wenig oder gar feinen gelösten Sauerstoff enthielt, wurde Sauerstoff aus der Schwimmblase verbraucht, und wenn der Druck in dem den Fisch umgebenden Wasser vermehrt wurde, vermehrten sich auch Sauerstoff: jowohl wie Kohlensäuregehalt der Schwimmblaje. Vergrößerte man den Kohlensäuregehalt des Wassers, so vergrößerte sich auch das Volumen des Fisches und das Tier wurde an die Oberfläche des Wassers getrieben. Die Schwimmblase erfüllt also neben ihrer Funktion, das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, auch die Rolle eines Regulators, um die Schwankungen im Sauerstoff- und Kohlenfäuregehalt des Wassers auszugleichen und dem Fisch die Sauerstoff. menge zu sichern, die er zum Leben braucht. Billiger Sonnabend Mengenabgabe vorbehalten Herrenartikel durchgeh. Oberhemd Perkal ge füuerte Faltenbrust, Kra 5.90 gen und Manschetten. Stehumlegekragen gute Mako- Qualität, vier- 0.78 fach, moderne Form 9 Nachthemdfarbigem 4.50 Besatz und Tasche. aus Hosenträger kräftig 0.95 Gummi. mit Lederteilen Strump waren Damen- Strümpfe schwarz, feinfädig, gute 0.65 Qualität. Damen- Strümpfe Seidenflor, schwarz, farbtg Damen- Strümpfe Seidenflor, farbig, schwarz 0.95 Doppelrand, Doppelsohle 1.65 und Hochterse Herrenhemd wollhaltig, m. Doppelbrust 2.25 Belle Alliance- Str. JANDORF Weißwaren Ballschals Kunstseide m. Fransen schöne Farben, 45x190 cm Ballfächer Celluloid 3.90 m. Durch- 0.75 bruch und Silhouette. Futter- Tülle weiß od . schwarz 90 cm br, weich. Ware Mtr. Wäsche- Stickereien für Bettwäsche, schöne 0.68 Muster auf gutem Cambric 0.68 gestickt, 11-15 cm breit Mtr. Filetspitzen u.-Einsätze imitiert, t. feine Wäsche Blusen oder Kleider, prima Ausführ, schöne Muster 0.48 ca. 4-5 cm breit. Mtr. O Decken Steppdecken Satin in vielen Farben 12.75 doppelSteppdecken seitig 19.75 ca. 150x200 cm. Tischdecken Kochelleinen, bekurbelt. 3.95 Linoleum- Läuter mit Kante, ca. 90 cm 2.85 breit.. ... Meter Perkal für Blusen und Oberhemden Meter viele hübsche 0.78 Verkauf nicht an Wiederverkäufer Gardinen Scheibengardinen 0.55 mit Bandeinfassung Meter Schuhwaren Schnürstiefel Damen 8.90 für Boxcalf, Rahmenarbeit. braun Halbschuhe Dam 0.95 Köper- Barchent Muster... Meter Melangen Schotten oder Streifen 0.98 0 Meter Zephir neue aparte Karos........... Meter Schotten doppeltbreit, hübsche neue Stellungen. 1.25 Meter 1.25 Schürzensatin türkisch gemust. Meter 1.65 Hauskleiderstoff doppeltbr., kräftige 1.85 Qualität.... Meter Cord- Sammet gute Qualität Meter 2.85 Trikotscide 9 Kunstselde, ca. 100 cm breit, viele neue Farben Meter ca. 85 cm breit, viele Waschseide Farben... Gr.Frankfurter Str. Möbel- Cohn im Osten: Gr. Frankfurter Str. 58 5 Minuten vom Bahnhof Alexanderplatz im Norden: Badstr. 47-48( Minut. vom Bahnliefert gegen hof Gesundbrunnen) bequemste Teilzahlung bei kleinster Ane u. Abzahlung zu denkbar günstigsten Bedingungen mit 10% Extra- Rabatt! Speise-, Herren- u. Schlafzimmer sämtliche Einzelmöbel in Nußbaum u. Elche weiße, farbige und naturiasierte Küchen Größte Rücksicht bei Krankheit und Arbeitslosigkeit! Man achte auf Firma und Hausnummer! Aut Kredit * Brunnenstr. Auf Kredit 2.95 Meter 2.95 Auf Kredit Bedeutend vergrößert. 9 Schaufenster. 2 Eingänge Herren- und Speisezimmer. Schlafzimmer. Küchen Einzel- Möbel Ankleideschränke in Nußbaum und Eiche. Schränke und Vertikows. Bettstellen in Holz und Metall. Waschtoiletten, Nachttische, Tische, Stühle, Sofas, Ruhebetten usw. Besondere Abteilung Herren und Damen- Garderoben, Herren und Damen- Gummimantel. Herren u. Damenwäsche, Bettbezüge und Laken in fabelhafter Auswahl. streift. ge Meter Etamin kariert od 0.78 Halbstores Etamin 2.25 Künstlergardinen 3.95 mit Tallvolant. engl. Tüll, 3 teilig. Schürzen Wienerform hübsche türkische Muster 0.95 Jumperformiert 1.25 Jumperform gestreifter Stoft. guter 1.75 weit Wienerform extra gute dunkle gemust. Stoffe 2.95 Handarbeiten Küchen- Paradehandtuch weißer Stoff, bekurbelt 1.65 vorgezeichnet. Kissen aus schwarzem oder grauem 0.95 Stoff, vorgezeichnet. Loch- o. Taschentücher Riche 0.95 lieu- Vorzeichnung 6 Stck. * Kottbuser Damm SCHUTZ MARKE Quittungs Rabatt u Reklamemarken fertigt skif 45 Jahren als Spezialitat Conrad Müller Sihkeuduz Leipzig Neue Gardinen, Stores, Diwandecken, Tischwäsche, Haare Handtücher, Strickwesten usw. Anzahlung beim Einkauf von 50.- M. 10.-M. ny 75. 100.93 S 15.= 20.nsw. Abzahlung von 2 M. an. Beamte erhalten ganz besondere vergünstigungen Möbel- n. Waren- Kredithaus ,, Merkur" Schlesische Str. 40a u. Falkensteinstr.2/ 3. a. Schles. Tor Unsere Waren sind in 9 Schaufenstern ausgestellt! 312 Aul Kredit Boxcalf oder Chevreau 10.50 Schnürstiefel Rind 6.90 Orig. Goodyear- Welt. box, kräft. Straßenstiefel Lackhalbschuhe £ Herren, Rahmenarbeit Seifen 12.50 1 Stück Riesen Toiletten- Seite ca. ½, Pid. 3 Stck. feine Blumenseife gut parfümiert.. 1 Flasche Köln.- od. 0.48 0.48 Lavendel- Wasser 0.35 Uhrtorm 1 groß. Handspiegel Celluloid, stark 0.85 Sportweste für Herren, meliert, 3 Gr. 3.75 * Wilmersdorfer Str. Arbeitsmarkt Stellenangebote Wichtig für jebermann! Täglich werden verkauft: Rleiderschränke, Bertilos 18. Bettstellen, fomplett, 16. Metall. 22. bettstellen mit Auflegematragen Flurschränke Waschtoiletten 18, Chaife. Tongues 18, Rommoden 15, Büchetspinben. Schreibtische 36, Trumeaus 29. Bertreter bei hoher Provision filt den Büfetts 13, Tische 6, Kücheneinrichtungen Berkauf von Bäsche und Gardinen auf 48, Speifezimmer, Serrenzimmer, Schlaf- Abzahlung. Astoria, Friedrichstr. 9 III immer 225, Rlubgarnituren 175, Leder- Banser für Tapifferie, gelbte, flotte Elubfeffel 65. Riefenauswahl, über Kraft, fuchen Benno Franten u. Co., 500 Rimmet. Alles tatsächlich fpott. Magazinstraße 6. billig. Stargardts Möbel und Lont barbfpeicher. Brenzlauer Straße feds. Spelfezimmer 450, Sertenzimmer 875, Schlafzimmer 475, Rachen 76, Stube bett 88, Standuhren 85, Flurgarderoben 45, tugbaum Bohnzimmer billig. Ramerling Raftanien wachfen schon wiederöbelhaus Reichel's Haartraft allee 56. waffer Jafraft Mabel birett ab fabrit, fonkurrenzlos wirit Bunder nach billig auf bequemite Teilzahlung nur Butbufer 3maligem Einreiben. im Möbelhaus Sumboldt, Go lauten viele An. Straße 14. Straßenbahn: Brunnen erfennungen. 2,25 ftraße. Ede Rügener Straße. 8 Mi. und M 3.50. Wo nicht nuten vom Bahnhof Gesundbrunnen. erhältlich, du Otto Chaiselongues, Metallbetten, AuflegeReichel, rlin 43 matrahen, Patentmatragen. SO, Cilenbahnite. 4. Stargarderstraße adtachn. Musikinstrumente Bignos preiswert. Balter. Alaptermacher Monatsgarderobe. Beihhaus Brunnen Belahans! Warschauerstraße 7. Wegen ftraße 5. Firma achten. Analge, Bale vorgerüdter Gaifon test fämtliche Belatots, Cutamans, Frads, Emofings, von waren bebauten herabgefekten, feinsten Serrimaften nur fürze Reit geftaunenercegend fpottbilligen Sommer gint. Brunnenitzake 35. fragen. Sochelegante neue Barberobe, preifen. bas feinfte vom feinen, felbft hergestellte Monatsgarderobe laufen Sie billig in Fahrräder befte Arbeit, fehr preiswert. Gelegen. Comidis Beibhaus. Bringenstraße 105: Verkäufe Bekleidungsstücke. Wäsche asw. beltstäufe in Sportpelsen. Gehpelsen, naige Baietots Taillenmäntel. Cut Matarraber, Riefenauspahl in allen awans. Sportpelse. Gehpelae, Wilchfe Breislagen von 175.- an, großes Lager Teilaahlung. Gardinen, Stores, Bettieht 50 Brosent billiger. Gelegenheitstäufe in neuer an Aubehör. Schließen Sie jest d 2inoleum, Linoleumläufer, 90 8entipeden. Silbeden. Steppbeden, DipanMonatsanzüge, Binterpaletots. Ge. aller Art meter, 3.50, Linoleumteppiche. Sinoleum- beden, Teppiche Bettwäsche. Geringe fellfchaftsanauge. torpulente Figuren, Garderobe. Teilaahluna aeftattet. ben Rauf ab, ba zur beportehenden Yegerei, Brinzenstraße 101 Moris Anzahlung. bequeme baabluna. Möbelaunenb billig. Stak. Gormann Marfilinstraße 2, an der Großen Saifon bedeutend teurer. Beift, Grong haus Zuifenftabt, openieritraße 77/78. trake 25/26 früher Muladitzake alak 168 88. Frankfurterit cake, taufen Sie Damen- rantfurterstraße 25/26 Ede Bridenstraße. und Serrenmäntel um zu räumen mit Freilaufräder 45.-, Damenräder, Raumann- Rähmaschinen für Sausge Bethhaus Rofenthalertor, Sinien 25 Brosent Rabatt auf Teilzahlung. Rennmalminen. Avaus, Große Frant brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re Damenmäntel, direkt ab Bertitatt, ftrake 203/204, Cdfe Rofenthalerstraße 26/10 paratur- Bertftatt für alle Softeme 3., 5.-, mit Belatragen 7.10.verlauft: 8.furterstraße 52. Fühle Wolfsaiegen Möbel Emil Salbarth G m. b. S. Friedrich- 13.-, Affenhautmäntel, Belatragen 12. Belajaden Stuntstraaen. Sämt 29. 39.-. Tumäntel 7.- liche Belzarten Straße 35a. Mertur 6268. Spottbillige Sommer Teilzahlung, Rorbmöbel, Rinderwagen, Sture 14.- 19.- 29.- 39.- Flauschmäntel, preife. naline 17.- Winter ter fen- Metallbelten, Raffatäufer vorübergehend Covertcoatmäntel, Riefenauswahl, Char- fationell billig. Reine Lombarbware. 10 Brosent. Ball, Große Frankfurter 9-7 Uhr. Rettelbedplak. Füchse 8.- Blauwolfsburg, Goetheftraße 47. Arebithaus au 2abenpreifen. Damen- Ategen 12.- fämtliche Belzarten Spott Rinberwagen, Inventurpreife. Dom 17.- 25. Schulze, Utrechter Straße ( Norblübbahn Geestraße). 21.-. Kaufgesuche lottenstraße 66, II( Seipziger Straße), Blanblethhaus. Reinickendorferstr. 105, traße 47 Rweiggefchäft: Charlotten. Wahrräder kauft Linienftzake 19. Bökerwagen burch Blattenaufbau auf Teilzahlung. Möbel leber Art. Ge. meine großen prima Leiter und Raften. Nie und Serrengarderoben Damen und preife. Analge 18. fter 15. Nerinae Anzahlung. bequeme bzahlung. Verschiedenes wagen felbft leicht herstellbar. Anzahlung gestattet. Möbelhaus Lutfenstadt, Röpenider briafte Breife uur bei Wagner. Röpe Serrenschuhe, Wäsche, Betten, Belge. berbetten 9.ftraße 77/78. Ede Brüdenstrake. Die Beleidigung gegen Frau Ruge, nider Ghr. 71 Sof Rein Laben. Reine Garbinen, Steppbeden in bequemer ab. Reine Combarbwaren. Raufhaus Sirschberg Berleib von Gefellichafts- Anzügen Ruhebetten, Metallbetten, fpottbillige Cabinerstraße 16, nehme ich auclid. Schaufenster- Reklame, dafür mefentlich falagszahlung. lu. Co., Zurmstraße 57, 1, Ctage. Brunnenstraße 4. Rorden 5177, Inventurpreise, Utrechterstraße 6 billigere Preife. Frau Bloc, Landsberger Aller 134 Akkord- Packerinnen u. anzulernende stellt sof. ein J Garbáty Zigarettenfabr.J. Garbáty- Rosenthal Berlin- Pankow Ber iner Straße 122/125 Zwischenmeister 26/11 mit großem leistungsfähigen Apparat, b conders fitr eleganten und M ttel genze in garniesten Kleidern, Wolle und Ge be geeignet, unter Borlage einer Mufterarbitt, von 11 Uhr ab file fo ort gesucht. Max Lesser jr. Garnierte Kleider Kronens rake 32 Stellenangebote finden im Vorwärts beste Beachtung Plätterinnen gebte, auf elegante Rie der und Blusen im Haufe per fofort Derlangen Carstens& Lachmann Zimmeritraße 29 Quergeb. III.