Abendausgabe Nr. 4742. Jahrgang Ausgabe B Nr. 23. = Vorwärts Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife Find in der Morgenausgabe angegeben Rebattion: Sm. 68, Lindenstraße 3 geralprecher: Donhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Volksblatt 5 Pfennig Mittwoch 28. Januar 1925 Berlag unb ngetgenabtétlung: Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dougoff 2506-2587 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Die Finanzpolitik des Rechtsblocks. Arbeiterschaft gegen Reaktion. Neue Verbrauchssteuern ,, bescheidene Lebenshaltung fürs Volf". Der Haushaltausschuß des Reichstags begiann heute die| In ihr ist vor allen Dingen zu beachten der Hinweis, daß das Wohl Se i mann.( Soz.) wurde, beschlossen, die beiden Entwürfe für 1924 Seimann Beratung des Reichsetats. Auf Vorschlag des Borfizenden, Abg. und 1925 zufammen zu beraten. Der Reichsfinanzminister v. Schlieben gab sodann ein allgemeines Bild von der Lage der Reichsfinanzen. Uurgehend vom Notetat, der im November 1923 die Grundlage für die Aufrechterhaltung der Stabilität der Währung gegeben hat, schilderte er die mannigfachen Schwierigkeiten, auf einer so schmanfenden Grundlage aufzubauen. Die stärkste Steigerung der Ein nahmen trotz erheblicher Einschränkung der Ausgaben sei deshalb unvermeidbar gewesen. Schlieben ging sodann über zu einer Schilderung der gegen wärtigen Finanzlage des Reiches. Die Oeffentlichkeit sehe fie als überaus günstig an und fnüpfe weitgehende Ansprüche daraus. Das aber sei unberechtigt. Die Einnahmen von April bis Dezember haben zwar das Jahreseinkommen um 50 Millionen überschritten. Gegenüber den geschätzten Einnahmen der neun Monate ergebe fich sogar ein Bruttoüberschuß von 1360 Millionen Mart. Dapon find zugeflossen Ländern und Gemeinden 500 Millionen und beim Reich 860 Millionen verblieben. Aus der Renten- und Silbermarkprägung hat das Reich weitere 325 Millionen Einnahmen erzieit. Insgesamt also ein Ueberschuß für das Reich von 1200 millionen Mark. Da der Voranschlag für 1924 ein Defizit von 348 Millionen enthielt, für neun Monate also 260 Millionen. so bleibt ein Reinüberschuß von 940 Millionen Goldmart. der Wirtschaft die natürliche Grenze für jede Auf des Beitsganzen voransche, und das Leistungsvermögen mertung bilde. Ein Gefeßentwurf merbe, demnächst dem Reichsrat vorgelegt werden, er musse unter allen Umständen eine endgültige Regelung bringen. Eine Aufwertung der öffentlichen Anleihen sei für die ursprünglichen Zeichner bei jetzt vorhandener Rotlage und für einige fleinere fonftige Fälle vorgefehen Die spekulativ erworbenen Anleihen können keine Aufwertung erfahren. wicklung der Reichseinnahmen entscheidend. Eine zu optimistische Beurteilung fet unbegründet. Vor Ausgaben, die die Reparations. laften in Frage stellen, müsse gewarnt werden. Drei Fragen für die Dedung der Ausgaben seien entscheidend: Erstens die fünf tige Steuergesetzgebung, zweitens das tatsächliche Aufkommen aus den Steuergeseßen gemäß der wirtschaftlichen Entwicklung und drittens das Problem des Finanzausgleichs. Für die zukünftige Entwicklung der Reichsfinanzen sei die EntIn den nächsten Tagen sei die Entscheidung der Reichsregierung über die neuen Steuergesehentwürfe zu erwarten. Die Aufgabe fet: feine höheren Steuerlasten, sondern Abbau der aus der Infla tion übernommenen Steuern. Alle Steuerleistungen müßten dem mirtlichen Ertrag der Wirtschaft entsprechend gestaltet werden. Steuerreserven sind nur noch in der zu erbliden. Erhöhung gewiffer Berbrauchsabgaben Zu der zweiten Frage erklärte Schlieben: Auf die längere Zukunft fet die Entwicklung hoffnungsvoll zu betrachten. Ein AnDer zahlenmäßigen Schilderung, die Schlieben für die Einsteigen der Steuererträge sei zu erwarten, aber nicht sicher, da das noben gab, folgte eine Darstellung der Berwendung der Ueberschüffe, Tempo der wirtschaftlichen Befferung nicht vorher abzusehen ist. für die Scylieben teine Zahlen gab. Der Ueberschuß ist vermendet worden zum Rüdtauf von Goldanleihe, zur Abbedung von Verpflichtungen des Reichs gegenüber der Reichsbant, für Grlag leistung an Länder und Gemeinden, für Holzwegnahme, für die Abmidling des paffiven Widerstandes, für erhöhte Aufwendungen an Liquidationsgefchädigte und für besondere Abfindung an Breußen für Berluste durch den Friedensschluß. Der Reichsetat für 1924 schließe- denmach ohne Fehlbettag ab. Ein Betriebsmittelfonds von 140 bis 200 Millionen Mart, der unzulänglich fei, fei allerdings angefammelt worden. Bei der Ummondlung der monatlichen in die vierteljährliche Berauszahlung der Steuern aber fönne man mit ihm nicht auskommen. Die bis herige Entwicklung der Reichsnanzen zeige also nur eine Atem pause. Die die Abzahlung bringender Schuldverpflichtungen er möglicht habe. Sodann wondte fich Schlieben der Erörterung von Einzelfragen zu. Zu den Beamtenicagen tündigte er eine Dentschrift über die Besoldungsfrage an. Eine zweite Aenderung der Ber. fonalabbauberordnung liege dem Reichsrat vor und werde hem Reichstag in der nächsten Wochen zugehen tönnen. Für die Angestellten und Arbeiter des Reichs werden die Schuß best im mungen des Betriebsrätegefeßes wieder her. geftellt. Erleichterungen im Abbau für weibliche verheiratete Beamte find vorgesehen. Zur Auswertungsfrage gab Schlieben im Namen der Reichs regierung eine ähnliche Erffärung ab wie im Aufwertungsausschuß. Das Echo der deutschen Antwort. Die Antwort der Reichsregierung auf die 3mischennote der Alliierten hat wegen der Schnelligkeit, mit der sie erfolgt ist, in Paris und London überrascht. Einzelne Blätter wollen darin ein Zeichen besonderer außenpolitischer Aftinität der neuen Reichsregierung sehen. Im übrigen sind die Kommentare der Bariser und LonDoner Blätter recht unfreundlich und erklären, daß auf das beutsche nicht geantwortet werden würde. Wir halten das insofern nicht für einen Schaden, als wir in dieser ganzen Korrespondenz eine unnötige Schreiberei erbliden, die nur geeignet ist, die Nervosität beider Länder zu steigern, das gilt für die Zwischennote der Alliierten ebenso wie für die deutsche Antwort darauf. In ihren Kommentaren[ prechen aber die Parifer Blätter immerjort von den Beweisen, die in dem fommenden Bericht der Kontrollkommission enthalten sein werden und die die Regierung Luther nicht mit einigen bloßen Dementis würde abtun fönnen. Das mag fchen sein. Aber es geht nicht an, wochenlang von diesen Beweisen zu reden und ihre Mittet lung immer wieder zu verschieben. Gegen diese Methode muß noch einmal entschieden Einspruch erhoben werden ,, Denvre" gegen Luther. Paris, 28. Junuar.( Eca.)" Deuvre" befaßt sich in seinem Leit artifel mit der Rechtsentwidlung in Deutschland und knüpft an bas Interview an, das der frühere Reichskanzler Dr. Birth einem Bertreter der" ANA" gewährt hatte. Die Haltung Frank reichs gegenüber dem Kabinett Luther lasse sich am besten mit dem Ausdruck Dr. Mirths fennzeichnen:„ achsames Mißtrauen". Müffe Frankreich nicht diejenigen für verdächtig halten, die die Leute von 1914 wieder an die Regierung bringen wollten? Das heißt im übrigen nicht, daß Frankreich alles, was Luther anordnen wolle, von Dernherein ablehnen werde. Das märe eine Dummheit. Aber es werde nach einer turzen Entspannung wieder eine Spannung folgen. Und wer trägt daran die Schuld? In seiner Regierungserklärung hat errist ausbriidlich betont: Ich werde liberal gegenüber der beutichen Demolzatie jein, ich werde aber hart sein, wenn in Die Schäßung des Gesamtertrags der fünftigen Steuererfräge lei fechs Milliarden, davon sind zwei Milliarden für Länder und Gemeinden notwendig, dem Reich verbleiben also nur vier Milliarden. Bon diesem Betrag sind die Reparationslaften zu deden, bie bereits im Jahre 1026 1400 Millionen Mart erfordern. Der Kriegslaften etat, der an die Stelle des Etats zur Ausführung des Friedensvertrages getreten sei, weise gegenwärtig geringere Beträge auf als sonst, da die Ausgaben für Bejagung. interalliierte Kommissionen usw. fortgefallen feien, da fie fünftig in der allgemeinen Reparationsverpflichtung enthalten sind. | politische Lumpengefindel gegen die Arbeiterschaft! Die Berfiner fozialdemokratische Arbeiterschaft hat gestern der Reaktion der Junker und Schlotborone gezeigt, daß fie Preußen und im Reiche. Die Herrschaften, die in den Wandelpolle Kampffundgebung gegen die Absichten der Reaktion auf machsam ist. Die Versammlung im Sportpalast war eine machtgängen der Bariamente von Staatsfrise fasein, wenn man ihnen nicht Ministersessel unter die Siggelegenheit schiebt, mögen erkennen, daß außer ihnen und ihresgleichen die sozialhanden ist, und eine attive politische Macht ist, die man nicht demokratische Arbeiterschaft mit ihren Millionen noch vor nit parlamentarischer Kulissenarbeit aus der Welt schafft. die Passen der Arbeiterschaft. Draußen aber standen die Jm Sportpalast einte der Kampfmille gegen die Reaktion Schwarzen Hundert der Realtion, stand das Ge findel, dessen Bestimmung und Absicht es iſt, die Arbeiterbewegung zu befämpfen und zu schwächen. Draußen standen die Hooligans der Junter und Schlotharone, mit dem Knüppel und dem Schlagring in der Hand. Die gewaltige Massenkundgebung fonnten sie nicht stören. Stärker als das Gesindel ist Die Arbeiterbewegung, stärker als der organisierte Terror der Schwarzen Hundert ist der machtpolle Wille der sozialdemo fratischen Arbeiterschaft. Aber eins fönnen die Schwarzen Hundert der Realtion: Sie können den individuellen Terror ausüben an dem einzelnen, sie können zu Hundert über Zehn her fallen, mit Knüppel und Messer und Schlagring. Das ist die Methode der Schwarzen Hundert des zaristischen Regimes. Das ist die Methode der Hooligans, das ist die Methode der bezahlten Streifbrecherbanden des amerikanischen Großfapitals. auf den günstigen Augenblic Draußen vor dem Sportpalast standen sie und warteten auf den günstigen Augenblid mit Sinüppel und Schlagring und Messer. Warteten, um eine Attacke für die Reaktion zu ristieren, um bewaffnet über unbewaffnete Arbeiter herzufallen, und flohen jeige, als nur die Waffe des Polizeigummitnüppels von meitem drohte. Das waren nicht die bezahlten Banden eines Hinge, nicht bezahlte Streitbrecherlumpen, es waren nicht die goldene Jugend der Bourgcoific, nicht die Terrorbanden von Hafenfreuz und Stahlhelm es waren kommunisten. Arbeiter demonstrieren gegen die Reaktion, und Som munisten überfallen sie mit Snippel und Messer und Schlagring. Urbeiter sammeln si zum Protest gegen Junter und Schlotbarone, und Kommunisten stellen fich ols die Schwarzen Hundert der Reaktion vor die Feinde der Arbeiterschat! Ueber die Basten des Reiches durch die M cum- Berträgle äußerte fich Schlieben nur außerordentlich kurz. Die Zahlungen seien im Jahre 1923 eingestellt und jetzt wieder aufgenommen worden. Dazu feien gewisse Entschädigungen gekommen, die für erpreste Das waren Kommunisten, die die Rolle des Reparationsleistungen und ebenso für späb rhin vereinbarte Repara politischen Lumpengesindels der Reaktion übernommen hatten! tionsleistungen gewährt wurden Die Reichsregierung werde dem Es waren Jungfommunisten und kommunistischer Jungsturm Reichstag eine Dentfchrift über diese Frage zugehen laffen. so rühmt die Rote Fahne". der elende Wisch der Hooligans Schon heute aber müsse er fagen, daß die Wirtschaft des besetzten der deutschen Reaktion. Wenn das Proletariat marschiert, fällt Gebietes der Anturbelung bedurft habe und ihr daher erhebliche ihm das Lumpenproletariat in den Rüden das war noch Gelber zugefloffen sind. Auf den Suruf: Wieviel? gibt immer so in der Arbeiterbewegung. Das Lumpenproletariat, Schlieben feine Antwort und jene Kanaillen der Arbeiterbewegung, die sich„ Berufsrevolutionäre" nennen, und nur von der Zersegung der Ar beiterbewegung leben, die aus der Rebellion des Lumpenproletariats einen Sturmbod der Reaktion gegen die Arbei'erbewegung und eine Existenzgrundlage für fich machen. Dies Gesindel war es, das im Preußenparlament unter dem Jubel geheul der Reaktion der Arbeiterbewegung eine Riederlage bereitete und darob noch vor Freude brüllte, dies Gesindel war es, das organisierte bewaffnete Terrorbanden vorsáidte, um die Profestkundgebung der Arbeiterschaft gegen die Reaktion, gegen Junker und Schlotharone zu stören! Er schließt feine Ausführungen mit einem Appell an die Porteien zur Rettung des Baterlandes, bittet um die baldige Berabschiedung der Steuern und die stärkste Drosselung der Ausgaben. Das Bolt werde sich mit einer bescheidenen Lebenshaltung abfinden müssen, die eben durch die heutige Lage geboten fei... 3 Deutschland die Chauvinisten wieder Herr zu werden drohen. Deutschland sei also gewarnt gewesen. Frankreich werde Deutschland bald den endgültigen Bericht der Militärkontrollkom mission vorlegen und den Beweis dafür geben, daß es die Beftimmungen der Entwaffnung verlegt habe. Dann aber müffe Deutschland erfüllen und gewisse deutsche Zeitungen täten beffer baran, anstatt von einem Angebot eines vagen Garantievertrages zu predigen, der Reichsregierung folgende einfache Frage zu stellen: Warum stellt Deutschland besondere Bedingungen für seinen Eintritt in den Bölferbund, wo doch Frankreich ihm keinerlei Bedin gungen auferlegt habe, außer den allgemeinen Verpflichtungen, die aus dem Völkerbund erwachsen. Denn, so schließt das„ Deuvre", man müsse doch zugeben, daß es wirklich nicht genüge, bei jeder Gelegenheit von einem guten Willen immer nur zu reden. Die Pariser Verhandlungen. Abbruch oder Provisorium? Paris, 28. Januar.( TU) Zur Note Raynaldis an die deutsche Wirtschaftsdelegation erfährt der Vertreter der TelegraphenUnion von gutunterrichteter Selte, daß im jezigen Augenblid mit zwei Möglichkeiten zu rechnen fei: Mit dem Abschluß eines proolforiums oder einer Unterbrechung der Berhandlungen, die von deutscher Seite als eine freundschaftliche Unterbrechung unter Ubwendung eines Zollkrieges gewünscht werde. Die Frage diefer Unterbrechung fei in der gegenwärtigen Berhandlungsform zuerst von franzöfifcher Seite aufgeworfen worden und werde von Deutschland, da die Aussicht auf ein Provisorium mehr und mehr schwinde, als die beste vorläufige Löfung angefehen. Minister Severing und General Walch. Das Pariser Journul bringt heute in sensationeller Aufmachu ig den Inhalt einer angeb lichen Unterredung zwischen dem Präsidenten der Intercllierten Kontrollfonumiffion, General Walch, und dem preu Bischen Minister Severing über die Bestimmungen des At. tommens von Boulogne. Der Minister soll die Forderung, die grüne Polizei zu dezentralisieren, unter allerlei Ausflüchten rundweg abgelehnt haben. Wie die Telegraphen- Union an amilicher Stelle erfährt, ist die Melbung des Journals" frei er funben. Aber es waren nicht nur Rowdys und der Abhub des Eumpenproletariats, die mit Meffer und Rnüppel und Schlagring ihren Befehlen gegen die Arbeiterschaft folgten und über unbewaffnete Arbeiter herfielen es waren Jungfommunisten und kommunistischer Jungsturm. So erziehen tommunistische Führer die jugendlichen Arbeiter, die ihnen noch gehorchen, zum Kampfe für die Freiheit der Arbeiterklasse! Statt des ozialistischen Befreiungsideals, statt des auf idealistis her Ueberzeugung beruhenden Kampfwillens für die beffere Zufunft der Arbeiterschaft Meffer und Knüppel und Schlag. ring gegen die Arbeiterschaft! So darf es nicht weiter gehen! Die fozialdemokratische Arbeiterbewegung ist start genug, um das Gesindel der Schwarzen Hundert in die Flucht zu schlagen. Wenn sie ihre Reihen schließt zum Kampfe gegen die Reaktion, so werden die Terrorbanden der Reaktion hart ihre Fauft verspüren müssen. Nicht nur das Gesindel, das fie organisiert und anführt und gegen die Arbeiterschaft vorschickt, sondern alle, die ihnen folgen. Jungfommunisten und kommunistischer Jungsturm waren es, die als Stoßtrupp der Reaktion gegen die Arbeiter vor. geschickt wurden. An ihnen hat die Arbeiterschaft eine Er ziehungspflicht, eine Erziehungspflicht mit harten Mitteln. Weißglühender Zorn muß jeden gereiften Arbeiter er üllen, der durch die politischen Stürme der Jahre hindurchgegangen ist und in der Erfahrung des Kampfes feine leber zeugung gefestigt hat, wenn er sieht, wie die Jungens, die von ihm lernen sollen im Betrieb wie in der Arbeiterbewegung wie im Leben gegen ihn und die Arbeiterbemegung geschickt werden mit Messer und Knippel und Sch'agring. Wer dabei war gestern, bei den Schwarzen Hundert der Reaktion, von den Jungens, dem gehören deutliche Zeichen väterlicher Erziehung. Die sozialdemokratischen Arbeiter müssen dem Unsug ein Ende machen. Auch die Jungens, die sich von dem kommuinistischen Führergesindel mißbrauchen lassen, sind zu gut, um Bundesgenossen des Lumpenproletariats in einer Rebellion| legungen. Sieben bis acht Personen, die durch Schlagringe und gegen die Arbeiterbewegung zu werden! Gegen den organisierten Terror, wie er sich gestern zeigte, hilft nur Härte und Rücksichtslosigkeit. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft muß sich umsehen auch in ihren Betrieben! Sie darf nicht dulden, daß auch nur einer noch wagt, das Treiben des fommunistischen Führergesindels zu verteidigen. Ihre gerechte Empörung und ihr weißglühender 3orn müssen den Spuf der fommunistischen Bundesgenossen der Junker und Schlotbarone niederschlagen! Was die Vertreter der Arbeiter im Parlament ringen gegen die Machtgier der alten Konservativen, der Dreiflaffen junter, der Brotwucherer, der Scharfmacher der Schwerindustrie, und die Kommunisten fallen ihnen in den Rücken? Die sozialdemokratischen Arbeiter demonstrieren gegen die Pläne der Reaktion gegen die Arbeiterschaft und ihre Bewes gung, und die Kommunisten fallen mit Messer und Knüppel und Schlagring über sie her? Das sollten die sozialdemokratischen Arbeiter dulden? Man braucht wahrhaftig nicht Sozialdemokrat zu sein, um mit Entrüstung und Erbitterung zu erkennen, wie erbärmlich, wie verräterisch diese Haltung des Gesindels der fommunistischen Führer ist, die gegen alle Gebote der Solidarität der Arbeiterschaft verstößt. Diese Gesellen sind eine Schmach der Arbeiter bewegung. Sie haben einen Trennungsstrich zwischen sich und der Arbeiterschaft gezogen. Geächtet und verachtet als die Knechte der Junter und Schlotbarone, als die Organisatoren der Schwarzen Hundert der Reaktion müssen sie von der Arbeiterbewegung beiseite geschoben werden. Reinigung ist not um der Sammlung zum Rampfe gegen die Reaktion willen! Arbeit des politischen Rowdytums. Ueber 20 Verletzte. Stockhiebe ebenfalls blutige Verlegungen erlitten hatten, fonnten nach Anlegung von Notverbänden in ihre Wohnungen gebracht werden. Dagegen liegt der Reichsbannermann Martin Grande, Elbinger Str. 68 wohnhaft, mit einer schweren Gehirnerschütterung im Elisabethfrankenhaus. Die Polizei hat eine eingehende Untersuchung, besonders über die Vorgänge in der Linden straße, eingeleitet. Das Reichsbanner teilt noch mit: Bei dem Rückmarsch vom Sportpalast wurde ein Teil der Bankower Kameraden an der Lüßowstraße feitwärts abgedrängt und fah fich binnen turzer Zeit von mehreren Hunderten Kommunist en umringt. Bei den Zusammenstößen erlitt ein Teil der Reichsbannerfameraden zum Teil sehr schwere Verlegungen, darunter Bernhard Wolf, Bantow, Breite Str. 23, schwere Kopfverlegungen, an scheinend sind auch innere Organe verletzt, da er von den Kommunisten mit den Füßen getreten wurde. Eine weitere erhebliche Ber legung erlitt Franz Uhlig, Niederschönhausen. Die kalte Schulter. Das Zentrum läßt sich nicht einschüchtern. Den vielfachen Versuchen der reaktionären Presse, das preußische Zentrum teils durch Liebeserklärungen, teils durch unverschämte Drohungen für ihre Absichten zu gewinnen, zeigt das Zentrum, soweit es durch seine Presse spricht, ganz betont die falte Schulter. Die„ Germania" bespricht heute in einem Leitartikel die albernen Versuche, entweder mit Landtagsauflösung oder mit Enthüllungsstandalen" drohen, und fährt fort: zu Gerade die jüngste Entwidlung in Breußen läßt teinen Zweifel mehr darüber, daß die gesamte Reaktion sich zu sammengeschlossen hat, um zum zermalmenden Schlage auszuholen gegen alles, was in den letzten Jahren geschaffen wurde. Das Zentrum foll also feine Hand dazu bieten, fein eigenes Wert zu Die Zusammenstöße zwischen den Kommunisten und den Mit vernichten! Es sind die alten Kräfte, die das alte Preußen gliedern des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold, die im Anschluß an so oft gegen alles eingelegt haben, was den Anhängern des Zentrums die Rundgebung der SPD. in der Potsdamer und in der Lindenwert und teuer mar. Der alte kulturkämpferische Liberalismus hat Straße stattfanden, sind zum Teil recht schwerer Art gewesen. Wie fich mit dem Offelbierfum zusammengefunden, um die Wiederdie BS.- Korrespondenz berichtet, sind auf seiten des Reichs erstehung des alten Preußens mit all feinen Einseitigkeiten vorzubanners bisher über 20 Berlegte festgestellt, während auf bereiten. Wir treten durchaus dem Gedanken bei, dem die„ Kölnische feiten der Kommunisten in der Potsdamer Straße 5 Ber. Volkszeitung" bereits Ausdrud verliehen hat, daß man das Zentrum fonen ernſtere Berlegungen davongetragen haben. Die Kommu nur deshalb in die Bürgerfoalition hineinzubringen verfuche, um nisten haben ihre Berlegten überall in Sicherheit es zu mißbrauchen und durch seine Beteiligung an der Regierung gebracht, um sie den polizeilichen Feststellungen zu der Reaktion ihm die Kampfmittel aus der Hand zu winden. entziehen. Aus diesem Grunde läßt sich eine genaue Uebersicht Diese Tattit wird das preußische Zentrum durch über die Gesamtzahl der Berletzten faum herstellen. schauen und die Wege gehen, die ihm sein eigenes Inter. esse und das Wohl des Staates und des Volkes vorschreiben. Nach Mitteilungen des Reichsbanners haben die Kommunisten die lleberfälle planmäßig vorbereitet und follen bereits am Montag in der Fröbelstraße Leute an geworben haben, die abends in der Potsdamer Straße sich einfonden. Tatsächlich haben die Kommunisten fa ft unter den Augen der Polizei die Ueberfälle organisiert. Wie wir selbst feststellen fonnten, nahmen nach Schluß der Rundgebung in der Potsdamer Straße am Halleschen Tor etwa 150 junge Burschen, Angehörige des Jungſterns, mit ihren Abzeichen geschmückt, Aufstellung und fuchtelten, unbefümmert um den Polizeipoften, in ihrer nächsten Nähe, mit Summitnüppeln, Schlagringen und knüppeln umher. Harmlose Baffanten wurden von den Kommunisten, die alle noch in sehr jugendlichem Alter standen, belästigt. Man ver langte von einigen Berdächtigen" fogar die Ertlärung, ob fie Kommunisten seien. Bei Bei den Zusammenftößen in der Lindenstraße find den KẞD.. Leuten dann mehrere Schlagringe, ein 60 3entimeter langes Gasrohr und ein mit Messing blech befchla. gener, faft zwei meter langer nüppel abgenommen morden, mit denen sie auf ihre Gegner eingedrungen waren. den Kämpfen in der Lindenstraße wurden folgende Personen, Ange. hörige des Reichsbanners, schwer verlegt: Ludwig Leschke, drei Messerstiche in den Rücken; Bernhard v. Bühren, Messerstiche in den Kopf; der 60jährige Erich Rose, Klosterstraße 30, Messerstiche in ben Kopf: Paul Scholz, Große Frankfurter Str. 74, ebenfalls Ropfver Feldberg- Skizzen. Bon Konrad Seiffert Der Zug ist ungeheizt. Die Scheiben sind gefroren. Der Wagen ist überfüllt. Aus der offenen Tür quellen die Leiber der Letzten. Rodelschlitten und Skis sperren den Durchgang, zerschlagen Lainpengläser und spießen Ahnungslose. Beiß steht der Atem der Gequetschten. Die Maschine. feucht, schmalbrüftig, zögernd. Die aufgehende Sonne zaubert Goldglühen auf die Schneefelder, erst zagend, lämp fend mit Grau. Dann glühen auch die beeisten Scheiben, an denen unermüdliche Haucher mit den emporschießenden Eisblumen ringen. Frierende Füße flappern den Taft des fahrenden Zuges nach. Ein Schnauzbärtiger macht einen Wig und spudt braunen Saft, den er feiner qualmenden Pfeife entzog, zwischen die Knie hindurch auf die Bretter, wo er ihn unter breiter Schuhsohle verschwinden läßt. Waffertropfen fallen von der Wagendecke auf Nasen und Rodelschlitten, auf Butterbrote und auf Zeitungen. Der Schaffner fnipft während der Fahrt die Karten und erzählt, daß es am vorigen Sonntag viel toller gewesen sei. Er hat cine Uniform an. Deshalb bemüht fich jeder, ihm seine Fahrkarte verschriftsmäßig hinzuhalten. Deshalb hört ihm jeder mit vorschrifts. mäßigem Gesicht zu. Aber schließlich fährt der Zug doch in den Königsteiner Bahnbot ein. An einem Abhang steht ein Försterhaus, rechts und links da. von dicknerschneite Tannen, dahinter aufsteigend der tahle Buchen wald. Ah! Wie reizend fich das macht! Wie niedlich!" jagt eine alte Dame mit einem Regenschirm und hält dabei ihr Lorgnon an die bläuliche Naje. Der Hund, den sie unter ihren Arm gequetscht hat, strampelt ungnädig. Die jungen Damen stehen auf Stis om Abhang, sehen über den Glizernden Schnee und blinzeln. Die jungen Damen haben tadel. fofen Sportdreẞ an: weiße geftridie Mühchen auf frisierten Köpfchen, Lödchen auf Stirn und vor den Ohren, wolligen Sweater prall über eufchen Brüftchen, feidigen Schal um den Hals. Die jungen Damen möchten stien! Aber fie möchten auch nicht allen. Des Försters Kinder, ein Bub und ein Mädel von etwa sieben und acht Jahren, barhaupt, mit bloßen Händen, sausen aufjauchzend von ihres Vaters Gartenzaun den Abhang himunter bis zum zugefrorenen Bach. Die 3öpfe des Mädels fliegen. Die Wangen fiebern nor Luft, und die Arme wuchten meit ausgestreckt durch die Luft. Die jungen Damen ftochern im Schnee herum, fauen Schokolade to frieren. Die Erpresiertaktik" der Rechten läßt nach der Germania" das Zentrum unberührt. Im Gegenteil: Wir wiederholen noch einmal, das Zentrum wird sich der von der Gegenseite beliebten Agitation nicht beugen und feinen Weg geradeaus unbeirri fortsetzen. Das Experiment Luther wird die Zentrumspartei in Breußen, insbesondere nach der am Freitag und Samstag abgehaltenen Aussprache mit den Parteivorsitzenden im Lande, nicht wiederholen.. Das ist eine sehr entschiedene Absage, von der wir nur hoffen dürfen, daß nicht die bekannten staatsmännischen" Einflüsse, die zum Experiment Luther führten, fie schließlich doch noch unterhöhlen. Einstweilen fchließt die Germania" mit der Erklärung: Will die Rechte den Kampf, jo fo11 fie ibn baben " Ein Reichspräsident gesucht! Durch Jnserat der„ Krenzzeitung". In der altkonservativen Kreuzzeitung" Motto: Mit Gott für König und Vaterland" wird ein Randidat für den Posten des Reichspräsidenten gesucht, für den folgende Eigenschaften vorgeschrieben sind: Herr Gott, gib uns einen solchen Mann, der Deutschland aus der Tiefe wieder hinaufführt zu lichten Höhen, der den Geist der denn weinen getanzt. - Im Schnee auf der Wegkreuzung wird Die hier Zusammengekommenen ftaunen, daß sie nicht die Erften find, ziehen ihre Stullen hervor und fangen an zu effen, Manche eſſen beim Stillſtehen, einige beim Tanzen, andere im Weitergehen. Die Damen zeigen ihren Sportdreß. deutschen Swietracht bannt, der in dem willen zmr Macht, zur Größe und zum Siege alle, die sich als Deutsche befennen, ein igt und unser Baterland damit unüberwindlich macht! Deutsch muß dieser Mann sein vom Scheitel bis zur Sohle, nur deutsch denken, fühlen und handeln, unberührt vom Margismus, Erfurter Programm und roter Internationale, nicht fompromittiert auch nur durch den Schatten oder Schein eines Berdachts. Damit das Finden eines solchen von Gott gesandten Mannes erleichtert werde, wird in der Kreuzzeitung" porgeschlagen, daß die staatsbürgerlichen Parteien schon jetzt in unbedingter Einigkeit zusammenstehen". Wir wissen nicht, ob Zentrum und Demokraten mit suchen helfen sollen auf jeden Fall aber geben wir die Adresse des Mannes an, bei der sich Bewerber zu melden haben, die die göttliche Sendung für das Amt des Reichspräsidenten in fich spüren: Dr. rer. pol. Donate ein Mann aus älteftem märkischen Adel und daher durchaus staatsbürgerlich" zuverlässig. Für die Bewerbung genügt Postkarte! Peinliche Verlegenheit. Der Seehandlungsskandal und die Rechte. Von dem Getöse der Barmat- eye hallt der Blätterwald der Rechten immer noch wider. Die deutsche Reaktion fennt im politischen Kampf fein anderes Mittel als VerleumDie Korruptions= dung und Beschimpfung des Gegners. ffandale schienen das beste Mittel zu sein. Sie schienen, denn auf einmal ist die Rechtspresse merkwürdig schweigsam geworden. Was der Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtages bisher zutage gefördert hat, paßt nämlich gar nicht in die Pläne der berufsmäßigen Verleumder hinein. Bas fich da an Unfähigkeit und foum verhüllter Korruption gezeigt hat, gehört in der Tat zu den größten Standalen, die je erlebt worden sind. · Don der Einem ausgesprochenen Armeelieferungsschieber, der ohne Baß nach Deutschland fam, gibt irgendein Ge heimrat Müller alsbald Aufenthaltsgenehmigung. Daraufhin eine Wohnung, erhält Kredite betommt er eine Wohnung, Staatsbant. Seine Wechsel, die zu Protest tommen, werden von der Staatsbank der Reihe nach bezahlt und ganz vergnügt, als ob nichts geschehen wäre, weiter auf sein Konto geschrieben, das la minenartig anwa ch ft. Als Dedung des Kontos wird das famose Hanauer Lager angenommen, über deffen Wert die Staatsbank nicht eine einzige Erkundigung einzieht. Kein Filmregisseur tönnte eine fo romantische Sache ausheden, wie den famosen Verlauf des Hanauer Lagers an die Rumänen. Heute noch weiß die Staatsbant nicht, ob dieser Berkauf an die Rumänen eine Schiebung oder eine ernstgemeinte Angelegenheit war. Einer der höchsten Beamten der Staatsbant fährt mit Herrn Kutister nach Paris, um dort festzustellen, daß der rumänische Minister bereits abgereift" war. Die Spesen dieser Reise wie hoch sie gewefen find, hat der Untersuchungsausschuß leider nicht festgestellt- bezahlt Herr Kutister, indem die Staatsbant fie auslegt und damit belastet. Hohe Herrn Kutisters Millionenkonto Beamten der Staatsbank lassen sich für einen Schiedsspruch 52 000 M. zahlen und diskontieren daraufhin einen ungedeckten Wechsel von 1,8 Millionen. Alle sind sie der Reihe nach stramm deutschnational und monarchistisch. Nicht ein einziger dieser Ehrenmänner ist von dem neuen Regime auf seinen Bosten gesetzt. Der Präsident der Staatsbant sowohl Herr v. Dombois mie herr Schröder hat feine Ahnung von diesen Krediten, die die Höhe des gesamten Grundfapitals erreichen. Bis heute haben meder der jetzige noch der frühere Präsident ein Disziplinarverfahren gegen fich beantragt. Dabei ist das, was allein gestern über die Wirtschaft in der Preußischen Seehandlung zutage getreten ist, so ungeheuerlich, daß der Landtag nicht umhin fönnen wird, eine gründliche Aenderung bei diesem Institut vorzunehmen. www Die verschneiten Tannen schlafen. Einige träumen verfonnen durch den Tag. Einige am Waldrand haben ihre Zweige und die Laft, die sie tragen, mit goldigem Hauch überzogen und warten auf die Komplimente, die ihnen gemacht werden. Und die Sonne tüßt die Tannen und die Felsen, die Abhänge, die Berge und die Täler mit den Spielzeugdörfchen, bis langfam ganz langsam fich grau und feindlich eine Nebelwand vor ihr ehr. Der Leiertastenmann schmunzelt und putzt mit dem Redärmel liches Geficht schiebt. die triefende Nase. In den Hotels auf dem Gipfel stehen hinter den Stühlen der Glücklichen, die noch einen Platz belamen, in langer Reihe Bartende, die geduldig oder ungeduldig sich ausrechnen, wann fie wohl an den Tisch kommen. Aber alle Berechnungen erweisen fich schließ lich als falsch. Denn die Sitzenden denken nicht daran, aufzustehen. Nachdem sie gegeffen haben, fangen fie an zu trinken, Staffee, Wein oder sonstmas, rauchen dabei und freuen sich über den Berger der Ungeduldigen. Die Herren Ober haben ihren schweren Tag und ihren goldenen Sonntag. In fanfter Kurve steigen die Preise der Speifen, die fie heranschleppen, bis sie bann, ehe die letzten Hungrigen abgefüttert find, eine ganz nette Höhe erreicht haben. Draußen unter den Fenstern stampft der französische Boften durch den Schnee, immer von einer Hausede zur andern. Bor dem Eingang bleibt er manchmal stehen, sieht hinein, ftampft weiter. Sein Bajonett blißt tampfesmutig. Dann schweigen die Felsen. Dann glühen die Tannen nicht mehr. Der Diamantenstrom versiegt. Und die Dörfer in den Tälern umhüllt schattenhaft der zeitige Abend. Berlagsausstellungen. Reuß u. Poffad veranstalten feit einigen Tagen Berlagsausstellungen in ihren Räumen in der meinedestraße. Ausgestellt hat neben dem Friz- Gurlitt Berlag J. H. W. Die Nachf., jener jedem Sozialisten bekannte Berlag, der feit 35 Jahren besteht. Früher wirfte er in Stuttgart unter Leitung des alten Genossen Heinrich Diet. In ihm erschien einst das Monumentalwerk der jozialistischen Literatur, die Inter nationale Bibliother". Auch gab er den wahren Jacob heraus, der lange Zeit das verbreitetste Wigblatt Deutsch lands war. Der große buchhändlerische Erfolg des Dieß Berlages maren die Bebel Memoiren. Im letzten Jahre hat der Diet. Berlag mit besonderem Fleiße gearbeitet. Das fällt bei dieser Aus stellung besonders auf. Da ist vor allem die große Monumentalausgabe der Werte von Arno Holz, die schlechthin als eine buchtechnische Meisterleistung bezeichnet werden darf. Aber auch fonft zeigen die Arbeiten des Verlages, abgesehen von ihrem mert. vollen Inhalt( das Autorenverzeichnis enthält faft nur erftflassige Namen), eine hervorragend solide, geschmackvolle und originelle Ausftattung. 3. 5. W. Dieß Nachf. marschiert heute mit an der Spike der deutschen Bücherverleger. Das beweist diefe Ausstellung aufs Nur wenn die Sonne Schnee von den Zweigen streift, rafcheli es leise, wie wenn ein Eichfäßchen durch dürres Laub huscht. Fern, ganz tief unten flingen Kirchengloden: Das ist der Tag des Herrn..neue. Dünne Rauchsäulen steigen aus den Kaminen der Steinbautastendorfchen. Die Berge find an ihren Abhängen eingeteilt wie Schachtbretter: fchwarze Quadrate sind die Wälder, weiße die Felder und Wiesen. Seltsam tlar ist die Luft. Wie weit; ach wie meit tann man fehen! Kein Dunft steht am Horizont, fein Nebel in den Tälern. Graublau schimmern die letzten Berge. Und dahinter, fanft, ganz fanft geschwungene Linien, die allerlegten. Der Abhang rechts ist eine weite, glitzernde Fläche. Fluten von Diamanten rollt die Sonne darüber hin, herauf und wieder hinunter. Märchenschlösser find die Felsen. Sie erzählen sich flüsternd von der verzauberten Prinzessin: Nachts buhlt der Mond um ihre Liebe. Unendliche, schimmernde Perlenschnüre legt, er ihr zu Füßen. Sie aber achtet nicht darauf. Sie starrt nur verfunten über die Berge hin. Ihre weiße Schleppe flimmert noch lange hinter ihr her, wenn sie in ihrem Schloß schon längst verschwunden ist. Aber die Felsen schweigen, wenn sie merken, daß fie belauscht Am Fuchstang" fißt auf einem Meilenstein oder auf einer Settliste ein Leiertaftenmann und dreht ununterbrochen Barum I werden. Aber sie werden nur selten belauscht. Hauptausschußlihung der Deutschen Studenfenfchaft. Der Hauptausschuß der Deutschen Studentenschaft trat am Montag mit den Borständen der Fachgruppen in Anwesenheit des Staatssekretärs Beder sowie der Vertreter der Unterrichtsverwaltung und der Hoch schulen in Berlin zusammen. Ein Referat von Dr. Bücher- Bückeburg und von Referendar Runner über die Aufgaben der Deutschen St bentenschaft bildeten die Grundlagen für eine eingehende Aussprache. In den nächsten Tagen wird sich der Hauptausschuß mit den Auf gaben der einzelnen Fachgebiete zu beschäftigen haben. Hierbei fichen vor allen Dingen die Fragen der Auslandsarbeit, der politi schen Bildung und der Leibesübung zur Beratung. Bollsbühne, Theater am Bülowp'ah. n der am Sonnabend, bem 31., abends 7 1hr stattfindenden Erstaufführung von Hans J. Rebfisch's Tragi. tomödie Ber weint um Judenad?" spielen unter Regie Ervin Biscators: Gerda Müller, Jobanna Koch- Bauer, Heinrith George, Gustav Froelich, Adolf Mans und Gerhard Ritter. Bühnenbild: Brofessor Oscar Schlemmer. Der erste Musitwissenschaftliche Kongreh der Deutschen Mufifgesellschaft wird vom 4. bis 8. Juni in Leipzig stattfinden, zu gleicher Zeit wie bas werden drei Vorträge gehalten, die bas Intereffe weiterer Streife in n Deutsche Händel- Felt. Neben den zahlreichen fachwissenschaftlichen Referater Spruch nehmen dürfen. Die heutige Sihung des Untersuchungsausschusses. Zu Beginn feines dritten Verhandlungstages nimmt der Unterfuchungsbusschusses zunächst einen Antrag Dr. Binkerneil( D. Bp.) an: „ Der Minister für Handel und Gewerbe wolle bei den staatlichen Erwerbsunternehmungen feststellen, ob seit November 1923 vergeblich von ihnen bei der Seehandlung Kreditanträge gefellt find." Der Judengang". Die Berichte der Rechtspresse find offenbar weil man bas Standalmachen nicht liebt zahm und harmlos. Sie werden erst wieder belebter werden, wenn Barmat Es wird gewiß mur sehr wenige geben, die wissen, was mit an die Reihe kommt, weil man dann hofft, der Sozialdemo- der Bezeichnung Judengang gemeint ist und wo er in Berlin zu fratie eins auswischen zu können. Wird doch das Zentrum finden ist. Dieser Judengang ist nämlich keine Straße, auch feine wegen seiner Haltung in der Preußenfrife ganz offen mit fleine Gaffe, nicht einmal ein Berbindungsgang, sondern das ist, ja, Barmat- Wahlen" bedroht. Von dem eigentlichen was ist er denn? Nun, zunächst mal eine Kuriosität Berlins, aber, Standal, von dem vollständigen Zusammenbruch jedes meiß Gott, teine erfreuliche. In der Meßer Straße, im beAnsehens der Preußischen Seehandlung kein Wort! Und lebtesten Norden Berlins, unweit vom Senefelderplatz mit der doch muß immer wieder gesagt werden, daß hier die Untergrundbahnstation, mit dem ganzen lauten Haften und Treiben eigentliche Schuld liegt. Mag auch über Herrn großstädtischen Lebens, in einer Straße mit Haus neben Haus und Rulister ans Licht gebracht werden, was will: Schulb hat Haus gegenüber Haus, wie man es nicht anders an Großstadt nicht Kutister, der Kredite nimmt, Schuld haben die, die ftraßen fennt, fehlt ein Haus. Man steht und schaut und einem solchen Schieber ungeprüft, gewiffen- ftaunt, aber es bleibt Wahrheit und Wirklichkeit, hier fehlt ein los, leichtsinnig und sicher auch unter dem Haus. Zwischen den Häusern Meter Str. 42 und 43 flafft eine Einbrud angemessener Schiedsspruch hono- Lüde, groß und breit genug, daß ein Haus hier Plaz haben tönnie, rare" Millionenfrebite zuschanzten. Das ein Haus zwar mit schmaler Front, aber die Häuser hier haben alle Direktorium der Seehandlung gehört auf die Anflagebant! nur schmale Fronten und lang sich hinstredende Seitenflügel. Diese Wann wird die Rechtspresse den Ruf nach der Bestrafung Lücke, die auch weit hineingeht auf das Hinterlond, so lang und tief. dieser Schuldigen erheben? mie zu beiden Seiten die Seitengebäude der Häuser Meher Str. 42 und 43, mutet an wie eine gewaltige, übermenschlich große Bunde, ron der man nicht weiß, wer sie geschlagen hat. Diese Gegend und diesen Gang, der an seinem Ende dämmernd und dunkel, befchattet von den hohen und verrußten Mauern der Häufer zu belden Seiten, von einem Baun abgeschlossen wird, hat der Boltsmund den Judengang getauft. Es bleibt Geheimnis, wie diese Lücke hat entfiehen können. Es tommt gewiß im Straßenbild und bei der bau. lichen Entwicklung einer Straße immer wieder vor, daß eine Bau. stelle zunächst teinen Liebhaber findet und daß fie unbebaut bleibt. Aber nicht lange, und man jetzt ein Haus auf die freie Stelle. Die Häuser in der Meter Straße jedoch sind alt, fie stammen noch aus der Gründerzeit, und es bleibt unerfindlich, daß bis auf den heutigen Tag fein Haus auf diesem Fled errichtet worden ist. Andererseits fann man aber auch nicht annehmen, daß hier früher mal ein Haus gestanden und später niedergeriffen worden ist, denn man findet feine Refte und Trümmer eines Fundaments, die hätten übrig bleiben müffen. Also eine Kurtofität Berlins und ein Schandfled zugleich, unter dem die Bewohner dieser Gegend leiden. Die Lüde zwischen den Häusern Meter Str. 42 und 43 ist zwar durch ein hölzernes Tor gegen die Straße abgesperrt, aber dieses Tor ist brüchig, morsch und madlig. Es schließt nicht, und jeder tann ungehindert in den Judengang und entledigt sich hier allerhand Abfälle. Da liegen alte Matratzen, der Inhalt quillt heraus wie Eingeweide, da findet man vom Rost zerfreffene Eimer, Bunnen, allerhand altes Gerümpel, Schmuß, Kot.... Auf diesen Gang führen aus den Seiten. flügeln der Nachbarhäuser Fenster, meistens sind es Küchenfefter, aus denen anscheinend ebenfalls allerhand Gegenstände, die man nicht mehr gebrauchen tann, in die Tiefe geworfen werden. Und in der Dunkelheit ist hier der Schlupfwinkel der Brostitution. An heißen Sommermonaten aber müssen von diesem Müllcbladeplay" die schädlichsten Dämpfe und Dünfte aufsteigen. Magistrat und Po. baren Zustände zu sorgen. lizei haben wohl die Pflicht, für baldige Beseitigung dieser unhaltBum erften Teil der Kutister- Angelegenheit, den der Ausschuß gestern beendet hatte, nimmt hierauf ergänzend nochmals ein Bertreter des Preußischen Innenministeriums das Wort und er flärt: Auf Grund nochmaliger Nachprüfung beim Polizeipräsidium fonnte festgestellt werden, daß Jwan Kutister schon am 10. De sember 1918 nach Berlin zugereift ist. Die erste polizeiliche Anmeldung erfolgte am 1. Dezember 1919. Außerdem stellte der Bertreter des Innenministeriums feft, daß die gestern erwähnte Aufenthaltsgenehmigung für Iwan Kutister nicht von Regierungsrat D. Müller, fondern von Geheimrat Müller, einer anderen Persönlichkeit, erteilt worden ist. Barmats Einreise. Der Ausschuß wendet sich nunmehr der Barmat Affäre zu. Zu der Frage, wie Barmat nach Preußen gefommen ut und zu sonstigen einleitenden Bemerkungen erhält ein Vertreter des Breußischen Innenministeriums das Wort, der zunächst ein Schreiben des Privatbureaus des Minifters Severing vom 23. November 1920 verliest, das an den zuständigen Referenten gerichtet war und in dem es u. a. heißt: Der Minister wird von dem Reichsfangler Bauer gebeten, sich dafür zu intereffieren, daß der Familie Barmat, die der holländischen Gesandtschaft angehört, auf ihrer Durdyreise von Rußland durch preußisches Gebiet nach Holland Beine Schwierigkeiten bereitet werden. Der Bertreter der Paßabteilung erflärt auf Befragen, derartige Empfehlungen feien nichts außergewöhnliches. bekannt, daß es sich bei Barmat nicht um einen Holländer, jondern Abg. Nujahke( Dem.). War dem Innenministerium damals nicht um einen Utrainer handelte? Es hat darüber damals doch im Anschluß an Beröffentlichungen der Berliner Volkszeitung eine lebhafte Auseinandersetzung in der Presse stattgefunden. Ministerieldnektor Dr. Abegg vom Innenministerium: Der Polizeiabteilung des Ministeriums war der Name Barmat nicht befannt. Barmat maten? Wir hatten keine Veranlassung, uns mit der Familie zu befaffen. Abg. Nuschte: Ist bei der Ueberschreitung der Grenze nicht nach geprüft worden, welche Ausweispapiere im Besitz der Familie Dr. Abegg: Darüber befindet sich fein Bermert in den Atten Die Grenzpolizer würde forrett gehandelt haben, wenn sie nach der Feststellung, daß Barmat feinen holländischen Baß hatte und nicht zur holländischen Gesandtschaft gehörte, ihn ebenso behandelt hälle mie alle andern Leute ohne ausreichende Papiere. Aba. Nuschte: Ich habe begründeten Berdacht, daß der ukrainische Bab, in dessen Besitz Barmat war, bereits vor biefer Zeit ein Bijuni erhalten hat vom Bolizeipräsidium Charlotten burg. Ich behalte mir vor, die Heranziehung der betr. Aften der Charlottenburger Polizei zu beantragen. Ich bin im Befiz eines Briefwechsels mit dem früheren Reichskanzler Bauer. Ich habe in diesen Briefen im Jahre 1920 den dumaligen Reichstanzler Baner auf den Charafter der Familie Barmat aufmertfam gemacht. Abg. Ladendorff( Wirtschaft. Vereinigung): 3ft dem Ministe ium befannt, daß bereits das deutsche Generalfonfulat in Holland am 9. Oftober 1919 das Auswärtige Amt direkt vor den Barmats warnt und daß es in dieser Warnung Barmat nicht bloß als unreellen Geschäftsmann, sondern als Lump und Betrüger erster Klaffe bezeichnet und sich beruft auf einen Brief von 1917, in bem damals fchon das Generalfonfulat der Niederlande das Ausmärtige Amt gewarnt hat? Dr. Abegg: Bon diesen Borgängen ist dem Ministerium bes Immern nicht das geringste befannt gewefen. Der Er. laß ist ohne weitere Borgänge herausgegangen. Er wäre richt so herausgegangen, wenn es sich nicht um einen angeblich holländischen Staatsangehörigen und ein Mitglied der hollän dischen Gesandtschaft handeln sollte. Wenn es sich um einen russischen Staatsangehörigen gehandelt hätte, wäre sofort Rüd. frage bei der Polizei gehalten worden. 20bg. Lüdemann( S03.): Mich überrascht die Wendung von ber Empfehlung einer hochgestellten Persönlichfeit. Diese Bersönlichkeit belleidete doch bamals feinerlei amtliche Stellung Ist denn die Empfehlung durch eine hochgestellte Privatperson ein Brund, auf gründliche Nachprüfung zu verzichten? Dr. Abegg: Hier handelte es fich darum, daß eine Bersönlichkeit, bie wir nach ihrer Stellung für informiert halten mußten, die pofitive Angabe gemacht hatte, daß Barmat der holländischen Gefandtschaft angehörte. Darum hielten wir in diesem Bunfte eine Nachprüfung nicht für notwendig. Im übrigen würde teme Empfehlung dazu führen, daß ein Fall anders als vorgeschrieben behandelt wird. Auch im Falle Barmats hatten wir ja ausdrücklich an den Erlaß die Voraussetzung geknüpft, daß er die Zugehörigkeit zur holländischen Gesandtschaff nachweisen fann. Borf. Dr. Leidig: Wir werden aufzuflären versuchen, auf wen tie falsche Angabe über die holländische Staatsangehörigteit Barmats zurückzuführen ist. Wir werden darüber Herrn Bauer, Herrn Severing und dessen Privatsekretärin Fräulein Rosenheim hören müssen. Abg. Dr. Deerberg( Dnat.): Am 22. Mai 1919 ist bereits Barmat von der deutschen Belandtschaft im Haag auf Wunsch des Reichs. prafidemen ein Dauersichtvermer? für drei Monate aus gestellt worden Dr. Abegg: Der Polizeiabteilung ist nichts davon befannt. Abg. Dr. Deerberg: Das ist geschehen, nach dem bereits vom Generalfonfulat die Warnung vorlag, daß es sich hier um eine offenbar betrügerische Firma handelte. Abg. Brunt( Dnat.): In der Antwort des preußischen Minifters des Innern auf eine Anfrage der Boltspartei heißt es, die Angabe der„ vertrauenswürdigen Bersönlichkeit“ jei für die Entscheidung nicht von Erheblichkeit gewesen. Dazu steht im Widerspruch die Angabe bes Ministerialbirettors Dr. Abegg. Dr. Abegg: Die Befürwortung fonnte tatsächlich nicht eine Ent fcheidung herbeiführen, die den Bestimmungen zuwider lief. Sie war nur der Anlaß für den Erlaß, der ja die bekannten Boraus Jegungen enthielt. ( Schluß in der Morgenausgabe.) Der Raubmord an der Hausbesitzerin Belit. Urteil: 15 Jahre Zuchthaus. Da der Angeklagte Ludwig Limbacher dabei blieb, daß er sich auf nichts mehr besinnen könne und da auch der Mittäter, der bereits zu 12 Jahren Zuchthaus wegen Raubes mit Todeserfolg ver urteilte Brad, mcht vernommen werden konnte, da er zurzeit der Geistestrantheit verfallen ist, fonnten nur die Brotokolle der beiden Beibe hatten zuerst ge früheren Mitschuldigen verlesen werden. leugnet, bann abwechselnd Beständnisse abgelegt und diese dann widerrufen. In ihren Geständnissen suchten sie die Hauptschuld einander zuzuschieben. Es ergab sich jedoch, daß Limbacher die Seele des Romplotis mar. Er hatte die Heiratsannonce aufgegeben, durch die die Bekanntschaft mit Frau Beliz angeknüpft worden war. Bier Tage lang hatte er auch seine Zufünftige besucht und ihr Crysanthemen mitgebracht. Der Plan der Beraubung war mit Brad forgfältig ausgeprobt worden. Brad hatte er zu Hilfe gezogen, da dieser der Kräftigere war. Bei der Kaffeeeinladung, z der er Brad mitnahm, mußte dieser ein Monokel tragen. Das Opfer wurde von den beiden furchtbar zugerichtet. Man fesselte und Inebelte die Frau. Durch den Knebel, der in den Mund gesteckt wurde, wurde das fünftliche Gebiß der Frau in die Kehle gedrückt, wodurch der Erftidungstod eintrat. Nach dem Gutachten der Sach verständigen ist der Angechlagte für seine Tat verantwortlich zu machen. Das Schwurgericht I verurteilte Limbacher wegen Raubes mit Todeserfolg zu 15 Jahren Suchthaus und zehn Jahren Ehr Derluft. Der Kaffettenraub in der Darmstädter Bank vor Gericht. Der rätfelhafte Kaffettenraub, der am 7. mai vorigen Jahres im Tresor der Darmstädter Bant in der Königstraße verübt wurde und bei dem eine Staffette mit 64000 m. Inhalt ent wendet wurde, beschäftigte das Große Schöffengericht mitte. An bem genannten Tage war abends die Kaffette in den Trefor gebracht morden. Die äußere Banzertür blieb aber noch offen, weil sie erst verschlossen werden sollte, wenn nach 6 Uhr abends der zweite Raffenbestand zum Einschließ.n fertig war. Am nächsten Tage fehlte aber diefe Raffette, die der Kaffenbote Schulz nachweislich auf einen Tisch in dem Tresorraum gestellt hatte. 3mischen den beiden Rtaffentransporten lag ein Zeitraum von etwa 4 Stunden. Die Täter müssen also in der Zwischenzeit mit einem Nachschlüssel die Treforgitter geöffnet, die Raffette herausgeholt und in einem Neben taum verstedt haben, von wo sie dann mit Nachschlüsseln nadjts weggeholt wurde. Der Verdacht hatte sich auf den Raffenboten Schulz, einen gewissen Enders und den Buchhalter Mar en bling gerichtet. Das Verfahren gegen Enders und Schulz mußte aber mangels Beweises eingestellt werden. In der dem Angeflagten Bendling gehörenden Laube waren mehrere Rollen Silbergeld und Balete Papiergeld vorgefunden worden, die in Hüllen eingepadt waren, die der bestohlenen Bant gehörten. Da der Angeflagte Wendling je de Schuld ableugnete, sah sich bas Gericht genötigt, die Berhandlung bis zum 24. Februar aus. aufeßen, damit die Kriminalbeamten vorgeladen werden, die bei der Hausfuchung die gefundenen belastenden Gegenstände in der Laube des Angeklagten ermittelt haben. Besuch aus dem Märchenland! Denn Herr van Albert ist am Morgen und als erfte Tagesmahlzeit mehr als ein anderer und fleiner" Staatsbürger die ganze Woche. Aber nun ist der Riese, der wiederholt in Varietés aufgetreten ist. der in London Sensation erregte, wieder gesund. Er wird in den nächsten Tagen zusammen mit dem Zwerg Seppetoni im Friedrich Wilhelmstädtischen Theater in einer eigenartigen Nummer auftreten und die Besucher werden gewiß dabei genug zu schauen und zu lachen haben. = Zur Verhaftung des Raubmörders von Dennewit Das Geständnis des Mörders. hat endlich nach vieler Mühe den Raubmörder von Dennewitz und Die planmäßige und intensive Zusammenarbeit der Behörden Luftmörder von Leipzig zur Strecke gebracht. Fabrit von Mittenzwey in der Bergstr. 21 zu Leipzig beschäftigt. Der 36 Jahre alte Arbeiter Otto Krause war früher in der hier lernte er eine 15 Jahre alte Gertrud Leder fennen. Er ver fuchte eines Tages, das Mädchen seinem Willen mit Gewalt gefügig zu machen, das mißlang. In der But erschlug er das Mädchen, flüchtete und arbeitete bald hier, bald dort. Am Montag, den 22. Dezember, oder am 24. verließ er morgens zwischen 8 und 9 Uhr feine Arbeitsstelle bei dem Landwirt Melis in Nauendorf, um sich neue Papiere zu verschaffen. Er wußte, daß er wegen des Mordes in Leipzig verfolgt wurde. So wanderte er langsam nach Jüterbog, begab sich in die dortige Herberge und ließ sich von mehreren Wanderburschen die Ausweispapiere zeigen. Ihm lag daran, die von einem unbescholtenen Manne zu bekommen. So ftieß er auf Erich Pannide. Ihm gegenüber gab er sich für einen Tischlermeister aus Dehna bei Jüterbcg aus, und er erflärte ihm, daß er ihn bei sich einstellen wollte. Ahnungslos und vertrauensvoll trat der junge Mann mit ihm im Finstern den Weg an, der fein legter werden sollte. In der Richtung nach Dennewig zu ging Kraufe mit ihm einen Feldweg entlang. Plöglich persetzte er ihm einen Stoß gegen die Brust, so daß er, wie Strause erwartet hatte, taumelte. Jetzt zog der angebliche Tischlermeister, der auf der rechten Seite neben ihm ging, einen Revolver und schoß zweimal nach seinem Kopfe. Beide Schüsse gingen fehl Bannicke sank vor Schreck in die Knie und schrie laut auf. Kraufe sprang jeg vor ihn und traf ihn mit einem dritten Schuß in die Schulter. Jetzt schlug ihm Bannide den Revolver aus der Hand. Weil er ihn in der Finsternis nicht wiederfinden tonnte, griff Krause nun zu seinem Taschenmesser und stach blindlings auf den Kopf feines Opfers ein. Bannide schrie fortwährend um Hilfe, aber auf dem einsamen Felde hörte es niemand. Erst als sein Opfer still wurde, warf der Mörder das Messer weg. Er wartete dann noch, bis der Erstochene auch nicht mehr röchelte, fchleppte ihn nun an den Beinen nach der Stroh. miete und nahm ihm hier die Brieftasche mit den Papieren ab. Dann zog er ber Leiche auch die Stiefel ab. Die Brieftasche warf er weg. Nur die Ausweispapiere behielt er, ebenso einige Schrift. ftücke mit der Adresse der Eltern des Ermordeten. Der Mörder wußte bald nach der Entdeckung des neuen Ber brechens, baß er auch dieses wegen verfolgt wurde. Er ging fortwährend in der Gegend umher. Die Kriminalpolizei verfolgte Tag und Nacht jede Spur, Krause traute fich schließlich nicht mehr Stel lung anzunehmen. Einmal wanderte er zu Fuß nach Berlin, verlaufte in der Münzstraße seinen Mantel, um wieder etwas Geld au bekommen, und ging bann zu Fuß zurück. In Wittenberg verfaufte er zu dem gleichen Zweck einen befferen Anzug. Endlich war er ganz abgeriffen und fonnte nur noch in Strohmieten übernachten. Damit hatte die Kriminalpolizei gerechnet und so faßte sie ihn. Nach einigem Zögern gab er das Verbrechen zu. Er wurde dann noch um Mitternacht nach Berlin gebracht, wo er bei seiner Bernehmung fein abenteuerliches Schicksal schilderte, das ihn von einem Berbrechen zu dem zweiten trieb. Proteft gegen den Abbau des Potsdamer Stadtschulrates Die Gewerkschaft, der Lehrerverein und die Mitglieder der Volkshochschule haben für Donnerstag eine Protestver. fammlung einberufen, um gegen die Abberufung des Potsdamer Stadtschulrats Stellung zu nehmen. Der Potsdamer Lehrerverein, eingetragener Berein, erläßt heute folgenden Aufruf: Der Stadtver ordnetenversammlung liegt der Antrag vor, die hiesige Stadtschuirat ftelle abzubauen. Wir sind der Meinung, daß dadurch das viclge. ftaltige neue Schulmesen einen großen Schaden erleiden würde. Wi bitten alle, die am Ausbau unseres Schulwesens und damit am geistigen Wiederaufbau unseres Boltes irgendwie Anteil nehmen, die fen schweren Mißgriff in die weitere Entwicklung nach Kräften zu verhüten. Wintersportzüge nach dem Riesengebirge und München Die Reichsbahndirektion Berlin beabsichtigt, a m 31. Januar Don Berlin, Stadtbahn, einen Sportsonderzug 4. Riaffe zu Fahrpreisen mit 33% Broz. Ermäßigung nach dem Riesen. gebirge abzulaffen. Die Abfahrt von Charlottenburg erfolgt um 2,17 nachmittags, 3oologischer Garten 2,25, Friedrichstraße 2,43, Alexanderplat 2,50, Schlesischer Bahnhof 3,00. Die Ankunft in Hirschberg 8,50, Hermsdorf 9,33, Oberschreiberhau 10,24 nachmittags. Die Rüdfahrt des Sonderzuges erfolgt am nächsten Tage, Sonntag den 1 Februar, Oberschreiberhau ab 5,37 nachmittags, Anfunft in Berlin Schlesischer Bahnhof 12,33 nachts. Die Ausgabe der Fahrtarten erfolgt nicht an den Fahrtartenschaltern der Bahnhöfe, jondern bei den vier Ausgabestellen des Mitteleuropäischen Reisebureaus, wie bereits bei den Sonderzügen im Dezember. Der Vorverlauf beginnt am Dienstag, den 27. Januar. Da der Sonderzug nur bei genügender Befehung verfehrt, so wird den Reisenden empfohlen, sich am Freitag, den 30. Januar, zu erfundigen, ob der Sonderzug gefahren wird. Bei Ausfall mird das Fahrgeld zurüc gezahlt. Am gleichen Tage, den 31. Januar, verkehrt ein interfonderzug 3. lafie zu ermäßigten Fahrpreisen von Berlin nach München. Die Abfahrt erfolgt ca. 6 Uhr abends, die Anfunft in München ca. 7 Uhr morgens, fo daß die fahrplan mäßigen Anschlüsse erreicht werden. Der Fahrpreis beträgt 39,40 m. ( dabei Ermäßigung 33% Broz.). Die Fahrkarte hat 2 Monate Gültigkeit. Zu dem Luftmord auf dem Arnswalder Plah wird mitgeteilt, daß der vorläufig festgenommene Stubent Gantner die Tat nach wie vor ganz entschieden leugnet. Er bleibt dabei, daß er niemals eine Besuchstafche und eine Elfenbeinkette besessen und daß er sie deshalb auch dem Chauffeur nicht, zum Kauf habe anbieten fönnen. Auch einen Ulfter hat er, wie er versichert, nie gehabt. Den Regenmantel hat er von einem Schüler in Berlin, dem er englischen Unterricht erteilte, geschenkt bekommen. Das Alibi Gantners wird im einzelnen noch weiter nachgeprüft. Festgestellt ist, daß der heruntergekommene Student fich wiederholt, aber meiftens erfolglos, um Arbeit bemüht hat. Er hat sich auch vor der fchmußigsten Arbeit nicht gescheut, aber trotzdem teine ständige Be. fchäftigung gefunden. Bergeßt die Streupflicht nicht! Der erste Schneefall gibt dem Bolizeipräsidenten Beranlassung, die Hausbefizer oder Hausverwal ter oder die sonst Verpflichteten darauf hinzuweisen, daß sie die Bürgersteige von Schnee und Eis zu reinigen und mit abftumpfenden Stoffen zu bestreuen haben. Ebenso find die Anlieger verpflichtet für dauernde Freihaltung der Hydranten von Schnee und Eis. In den Märchen gibt es bekanntlich Zwerge und Riesen, die hier bie erstaunlichsten und unglaublichsten Dinge verrichten. Das mar einmal Wir Leute von heute find längst daran gewöhnt, daß Zwerge und Riefen auch unter uns und in der wirklichsten aller Belten weilen. Einen Besuch von Zwerg und Riese hatte heute auch unsere Redaktion. Der bekannte Riese Jacques van Albert, der die Kleinigkeit von zwei Metern und 69 3entimetern mißt, tam mit seinem Partner auf der Barietébühne, dem Schweizer Zwerg Seppetoni. Der fleine Mann, der die Galatracht seiner Schweizer Heimat trug, war luftig und guter Parteinachrichten Dinge und schmauchte mit allem Behagen eine Virginia. Seinem Kollegen van Albert dagegen ist es in letzter Zeit nicht besonders gut gegangen. Die Füße haben dem großen und maffigen, aber doch wohlproportionierten Körper nicht standgehalten. Er befam Benen entzündung und mußte längere Zeit in einem hiesigen Sanatorium liegen. Das war eine toftspielige Angelegenheit, wie denn der Lebensunterhalt des Riefen überhaupt ein großes Geld verschlingt Sinfendungen für dieje Rubrik find Berlis 68. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten. 45. bt. Die Abteilungsversammlung findet erft Mittwoch, den 4. Februar statt. Morgen Donnerstag, ben 29. Jamuar, bei Liebig, Biener Str. 57a, erweiterte Funktionär- Ronferenz. Es nehmen baran teil: bie Betriebsräte, Beşirts und Stabiverordneten und auf tommunalem Gebiet tätige Genoffen. Rotmeubige Agitations nub Organisationsfragen. Gewerkschaftsbewegung Das könnte ihnen passen! Den kommunistischen Steigbügelhaltern der Reattton faffen bar nicht recht wohl über ihren Sieg im Breußischen Landtag. Unfere Feststellungen über die Lügen des kommunistischen Mißtrauens. anirages versucht die" Rote Fahne" jetzt dadurch zu entkräften, daß sie andere Behauptungen aufstellt, als in dem Mißtrauensantrag enthalten waren. Es wäre natürlich leicht, auch diese Behauptungen zu entfräften. Das würde die kommunistischen Hausknechte der Reattion natürlich nicht hindern, mit neuen Lügen zu antworten. Ausgerechnet der Organisato: des mitteldeutschen Aufstandes, Hugo Eberlein, tut entrüstet, weil die preußische Schußpolizei gegen Rutsche bewaffnet ist. Das deutsche Volt soll wohl ungeschüßt den Rutschversuchen der Bolschewisten und Böltischen ausgeliefert mer. den. Nur die KPD. soll Handgranaten und Maschinengewehre befizen dürfen. hett über die Borgänge im Beratungszimmer verpfligtet Sie haben deshalb wie das Gewerbegericht feststellte und jedem als Zeugen geladenen Mitgliede des Schlichtungsausschusses mitteilte das Recht, ihre Aussage zu verweigern, wenn sie glauben, durch Abgabe derselben ihre Amtsverschwiegenheit zu verlegen. Interessant ist es, wie sich die Schlichtungsausschußmitglieder zur Frage der Amtsverschwiegenheit stellten. Rechtsanwalt Henke, der den Vorsitz in dem ermähnten Schlichtungsausschuß führte, hat sich an den Vorgang nicht mehr erinnern fönnen. Gewerbegerichtsbeisiger eßschold stellt unter erinnern fönnen. Gewerbegerichtsbeisiher Heshold stellt unter Himmeis auf eine unter seiner Beteiligung bei einer anderen Gelegenheit im Beratungszimmer des Schlichtungsausschusses statt. gehabte lebhafte Auseinandersetzung die Frage an den Zeugen: Wenn ich eine Bemerkung gemacht hätte, die jemand, der außer balb des Schlichtungsausschusses steht, als Beleidigung auffaffen und mich verflagen würde, würden Sie sich dann als Beuge auf ihre Amtsverschmiegenheit berufen oder gegen mich zeugen? Rechts anwalt hente antwortet, das tame auf die Lage des Falles an. Das bedeutet also, Rechtsanwalt Hente fühlt sich als Borsitzender des Schlichtungsausschusses nicht unter allen Um Ständen an die Amtsverschwiegenheit gebunden. Immerhin ist das Eingeständnis, das der Roten Fahne" ent fdlüpft, wertvoll und verdient festgehalten zu werden. Sie gesteht, Als weitere Beugen wurden zwei Arbeitgeberbeifizer des daß sie unter Arbeiterregierung nur eine rein boliche. wistische Regierung versieht. Da die Bolschemisten natürlich Schlichtungsausschusses gehört, der schon erwähnte Dr. Dingel dey und Brauereidirefior Blankenfeldt. Beide Zeugen be missen, daß weder in Preußen noch sonstwo auch nur die entfernteste fundeten, daß der Beklagte die angegebene Aeußerung getan Aussicht auf eine solche Regierung besteht, gestehen sie damit ein, habe. Hinsichtlich der Amtsverschwiegenheit glaubten sie ihr Gedaß sie die Regierung Braun- Severing nur geftürzt haben, um wiffen falvieren zu fönnen durch den Hinweis, die fragliche Aeuße einer Scharfmacherregierung in den Sattel zu rung sei zwar im Beratungszimmer, aber nach Schluß der Be helfen. Zu dieser Politik wollen sie sich der Gewertschaf ratung, also gewissermaßen in einer Privatunter: ten bemächtigen. Die von den Mitgliedern gewählten Verhaltung, gefallen. Wie aus den Bekundungen des Zeugen her. tiauensleute foffen beseitigt und die Gewerkschaften umgerorgeht, fand diese Privatunterhaltung" aber im Anschluß an einen vorgeht, fand diese Privatunterhaltung" aber im Anschluß an einen staltet" merden.. Gegenstand der Beratung, nämlich der Qualität ber Böttcherarbeit, statt. Die Organisation der KRD. ist aufgeschmissen. Nun möchte fie fich der Gewerkschaften bemächtigen und zu ihren Butschplänen be nußen. An Stelle der verantwortlichen Gewerkschaftsführer follen die Kreaturen Mostaus treten. Das tönnte den Bolschemisten so passen! Bruch einer Vereinbarung. Die Steinbruderei von Dr. Rototinis G. m. b. S. hielt sich nicht für verpflichtet, die nach der Lohnbewegung der Hilfearbeiter, im November v. 3. vor dem Schlichtungsausschuß vereinbarten Friedensbedingungen zu erfüllen. Eine dieser Bebingungen fagte, daß für den Fall der Annahme des Schieds. spruchs durch beide Parteien die von den Arbeitern in verschiedenen Betrieben eingereichten Kündigungen des Arbeitsverhältniffes als zurüdgenommen gelten. Da der Schiedsspruch furz vor Ablauf der Kündigungen von beiden Parteien angenommen murde, so war damit ein ungestörter Fortgang der Betriebe gefichert. Eine Störung des Friedens ist aber im Betriebe von Dr. Rokottniß eingetreten, weil er entgegen der Ber einbarung zwei der in Kündigung stehenden Arbeiterinnen entließ. Diese flagten beim Gewerbegericht wegen unbilliger Härte. Hier behauptete Dr. Rotottniß, der von der Rücknahme der Ründigungen handelnde Bassus sei fein Bestandteil des Schiedsspruchs, sondern nur eine Empfehlung, die ber Schlichtungsausschuß den Parteien mit auf den Weg gab, ohne daß fie damit eine bindende Verpflichtung übernommen hätten. In dieser Auffaffung wurde Dr. Rotottni lebhaft unterstüt durch den Vorfizenden des Verbandes der Steinbrudereibesiher, Dr. Lippmann, der, obwohl er von seiner Krankheit noch nicht völlig genesen, vor Gericht erschienen war, um den Friedensbruch bes Beklagten rechtfertigen zu helfen. Der Bertreter, des Ber bandes der graphischen Hilfsarbeiter batte den Gewerberat Rör. ner, Borsitzender des Schlichtungsausschuffes, als Zeugen geladen. der befundete, daß die Zurüdnahme der Ründigungen eine neben dem Schiedsspruch getroffene Bereinbarung und die Vorauslegung für das Zu. standekommen und die Annahme des Schiebs. fpruches fei. Das Gericht entschied: Der Baffus von der Zurücknahme der Kündigungen fei nicht ein Bestandteil des Schiebsfpruches, fondern eine private Bereinbarung. Dr. Lippmann habe, wie festgestellt, als Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes dieser Bereinbarung zugestimmt und er habe das wie er felbst angab auch im Namen der Mitglieder feines Berbandes getan. Dadurch sei die Bereinbarung für alle Berbandsmitglieder, also auch für den Beklagten, rechtswirtiam geworden. Durch Annahme des Schiedsspruchs feien die Kündigungen annulliert worden. Aus diesen Gründen wurde die beflagte Firma verurteilt, Die Klägerinnen wieder einzustellen oder der einen 70, der anderen 345 Mart Entschädigung zu zahlen. Aufgeregt und mit unwilligen Bemerkungen gegen ben Ber treter des Verbandes der graphischen Arbeiter verließ Dr. Rotott. nig das Gerichtszimmer. Dieser Fall macht es notwendig, in ähnlichen Fällen eine der. artige Bereinbarung fo festzulegen, daß fie als ein Bestandteil des Schiedsspruchs gilt, um allen Auslegungstünften von vornherein die Spitze abzubrechen. Der Verlaß auf Treu und Glauben genügt zum Schuße der Arbeiter nicht. Amtsverschwiegenheit der Schlichtungsausschußmitglieder Der Schlichtungsausschuß für Groß- Berlin verhandelte im November v. 3. über einen Lohnstreit in den Faßfabriken. Im Beratungszimmer des Schlichtungsausschusses foll ein Arbeiter beisiger, der in der Schultheiß- Bazenhofer- Brauerei das Amt des Betriebsratsvorsitzenden bekleidet, gefagt haben, die von der Wör telschen Fabrif gelieferten Fässer seien so minderwertig, daß man fich ihre Abnahme durch Schultheiß Bazenhofer nur so ( Bewegung mit Daumen und Zeigefinger) erflären tönne. Ein Arbeitgeberbeisiger des Schlichtungsausschusses, Dr. Din gelden, Borfizender des Verbandes der Faßfabrikanten, teilte der Firma Wörtel diese Aeußerung mit und auf diesem Ummege erhielt auch die Schultheiß- Bazenhofer- Direktion Kenntnis von der Angabe des Dr. Dingelden. Die Schultheiß- Pazenhofer- Direktion fühlte sich durch die angebliche Aeußerung ihres Betriebsratsvorsitzenden so Ihmer beleidigt, daß fie beim Gewerbegericht die Zustimmung zu feiner Entlassung beantragte. Es galt nun festzustellen, ob die fragliche Aeußerung, die vom Beklagten bestritten wird, gefallen ist. Gehört fönnen sie nur Mitglieder des Schlichtungsausschusses haben, und die sind nach der Schlichtungsordnung zur Amtsverschwiegen Nach furzem schw zen Leiden verfarb mein lieber Mann, unser Stief und Schwiegervater, der Steinbruder Fritz Quast im Alter von 61 Jahren. Er war ein guter, gerechter Mann Wir werden ihm ftets ein liebes An benken bewahren. Ww. Martha Quast Johanna u. Erich Piepers. Die Einäicherung findet Donnerstag 0 Uhr im Krematorium Baumschulen. weg tatt ВЕВГІЙ HECH R.HECHT BERLIN 329b Stempelfabrik Robert Hed Inhaber: Alfred Schnetics Berlin S. 42 Ritter- Straße 116 liefert schnell und billig alle Arten Stempel. Tel.: Mpl. 1254 Berliner ElektrikerGenossenschaft " Ein Arbeitnehmerbeifizer des Schlichtungsausschusses vermeis gerte sein Zeugnis unter Berufung auf die Amtsverschwiegenheit. Das Gericht beschloß, die Zustimmung zur Ent laffung des Betriebsratsvorsitzenden zu erteilen. Eine Begründung des Beschlusses wurde nicht verkündet. Ob die angebliche Beleidigung der Schultheiß- BazenhoferDireftion wirklich so schwerwiegend war, daß sich die Entlassung ihres Betriebsratsvorsitzenden rechtfertigt, darüber tann man auch eine andere Meinung haben wie die in der Gerichtsentscheidung zum Ausdruck tommende. Keine Meinungsverschiedenheit dürfte aber darüber herrschen, daß eine so weitherzige Auffaffung von der Amtsverschwiegenheit, mie sie die beiden Arbeitgeberbeifizer, nament lich der Angeber Dr. Dingelden und auch Rechtsanwalt Hente haben, fich mit dem Sinne der Schweigepflicht schwer vereinbaren läßt. Streit der Bauschlosser in Hamburg. Hamburg, 28. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Da bie Bauschtoffer, und Maschinenbauerinnung fich beharrlich weigerte, die Löhne den Truerungsverhältnissen einigermaßen anzupassen, traten die Hamburger Bauschlosser in den Streif. Bergeblich versuchen die Innungsfranter unter Anwendung beträchtlicher Mittel Arbeiter von auswärts heranzuziehen. Ein Sonntagsruhekartell in Frankreich. ( JGB.) Die Frage des wöchentlichen Ruhetages ist in Frant. reich auf Grund eines Gefeßes aus dem Jahre 1906 geregelt, das zahlreiche Abweichungen zuläßt und vielfach umgangen wird. Einer von Prof. Jan aufgestellten Statistit zufolge wurden z. B. allein im Jahre 1910 über 1000 Bemilligungen erteilt. Außerdem gibt es zahlreiche Ladenbefizer, die angeblich ihrem Bersonal abwechslungs weise einen Ruhetag sichern, wobei natürlich eine Rontrolle durch Gewerkschaften und Behörden sozusagen unmöglich wird. Trotzdem geschah auf diesem Gebiete bis im Jahre 1923 nichts und auch dann wurde lediglich ein Gesez angenommen, das den tollektiven Ruhetag für die Fälle vorfieht, wo es zwischen den Berbänden der Arbeit nehmer und der Ladenbefizer zu einer allgemein anerkannten Bereinbarung fommt. Wirtschaft Hamburgs Hafenverkehr. Die Summe des Verkehrs im Hamburger Hafen im Jahre 1924 stellt einen Retord dar. Zwar sind weniger Schiffe von See her angekommen als 1913( 12 527 gegen 15.073), aber der Fassungsraumt diefer Schiffe betrug im vergangenen Jahre 15 540 000 Netto- RegisterTonnen gegen 14 185 000 RRT. im Jahre 1913. Der Anteil der Schiffe unter deutscher( bzw. 1924 unter deutscher und Danziger) Flagge ist von 8 381 000 NRT.= 60 Proz. auf 5 885 000 NRT. 38 Bros. zurüdgegangen. Nächst der deutschen ist die britische Flagge am häufigsten vertreten, 1913 mit 4 096 00 NET., 1924 mit 4 381 000 NRT. Es folgt die holländische Flagge, deren Anteil( 1913 mit 382 000 NNE.) erheblich zugenommen hat( 1924 mit 1717 000 NRT.). Die Vereinigte Staaten- Flagge, die 1913 erst von 3000 NRT. geführt wurde, zeigte sich) 1924 auf 800 000 MNT. Die japanische Flagge, die 1913 in Hamburg überhaupt nicht gesehen wurde, ist 1924 mit 365 000 NRT. vertreten. Aus europäischen Häfen( auch aus anderen deutschen) kamen 1913 insgesamt Schiffe mit 7220 000 NRT.; die Zahl für 1924 iſt nicht viel höher( 7 424 000 NRT.). Der Verkehr aus den nordeuropäischen Häfen hat zugenommen, der aus englischen Häfen hat fich vermindert. Der Verkehr aus amerikanischen Häfen ist von 4350 000 RT. auf 4 842 000 NRL gestiegen, der aus afrikanischen Häfen ist von 1 125 000 MRI. auf 966 000 RZ. gefallen. Ebenfalls der aus australischen Häfen von 261 000 NRT. auf 194 000 NRT. Mit afiatischen Häfen ist der Berlehr lebhafter geworden. Es tamen aus diesen an 1913 erst 1249 000 NRL., im vergangenen Jahre dagegen schon 2114 000 NRL. Alles in allem bietet die Statistik des Hamburger Hafenverkehrs ein Bild vielfältigfter und engster Berflechtung der deut fchen Bolfswirtschaft mit allen Ländern der Erde. Deutfche Farben für die sowjetrussische Industrie. Die Aftien gesellschaft„ Rußgertorg"( Deutsch- russische Handelsgesellschaft) hat im Herbst v. 3. mit dem deutschen Anilinfarbentonzern einen Vertrag abgeschlossen, nach welchem der Konzern die Lieferung von Farbstoffen für die Sowjetindustrie übernimmt und sich verpflichtet, ständig auf Konfignationslagern des" Rußgertorg" bis 500 000 Rifo gramm Farbstoffe zu halten. Bis jetzt sind, nach dem Königsberger Wirtschaftsinftitut, für das russische Textilsyndilat bereits aus dem Auslande etwa 200 000 Rilogramm Farbstoffe eingetroffen. Die Gesamtmenge der Farbstoffe, die im Laufe eines Jahres ingeführt werden soll beläuft sich ungefähr auf 2 Millimmen Kilogramm. Von den deutschen chemischen Werten sind 8 Chem fer auf russische Fabriken abfommandiert worden. Vom deutschen Farben fonzern ist russischen Chemitern des Recht gewährt worden, ihre technischen Kenntnisse auf den deutschen Anilinfabriken zu vervolle fommnen. Zu diesem Zwed werden demnächst Chemifer, die in der ruffischen Textilindustrie arbeten, nach Deutschland gefandt werden. Bolen will die Danziger Meffe bonfo! fleren. In einer Sigung des faufmännischen Verbandes der polnischen Westmarken, in der auch Abgeordnete aus Posen und Graudenz animefend maren, wurde beschlossen, die nächste Danziger Messe zu bontottieren. Arbeitersport. Sportferdes, 14. Bezieh Die nächte Kartenfhuna finbet em Montag, den 2. Februar, abends( pinttti) 7 Uhr in der Ideal- Alaufe, Marefch ftraße, ftatt. Alle Delegierten ber dem Roriell anaefchlofienen Vereine müſſen unbedingt erfd einen. Berliner Fußball- Club ,, Rardista 13", Mitalied der Märt. Spiel- Bereinigung und des Arbeiter- Turn- und Sportbundes Leipzig. Am Sonntag, den 1. Fe liche Mitglieder des Vereins müssen erfdicinen. Da bei dem System der Erteilung von Bewilligungen nur eigenmächtiges Vorgehen der davon betroffenen Konkurrenz herauf- bruar, nad mittags 4 Uhr, findet die fällige Generolverfammlung ftatt. Gämt. beschworen wird, ist man sich in Arbeitnehmerkreisen darüber flar, daß nur geordnete Verhältnisse hergestellt werden können, wenn, abgesehen von wirklich notwendigen Ausnahmen, die allgemeine Sonntagsruhe eingeführt wird. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich die Organisationen ber Angestellten, der Arbeiter der Lebensmittelindustrie, der Friseure und der Angestellten der pharmazeutischen Induftrien zu einem Rartell zur Berteidigung des wöchentlichen Ruhetages zusammen geschlossen. Lohnerhöhung im franzöfifchen Bergbau. Paris, 27. Januar.( WTB.) Nach einer Meldung aus Douai ift gestern zwischen Vertretern der Bergarbeitergewerkschaften und den Grubenbefizern aller Bezirke ein Abkommen getroffen morden, nach dem die Bergarbeiter eine Lohnerhöhung von 75 Cents bis 1 Frant pro Tag erhalten. Der drohende Streit ist also vermieden. Ein englischer Streit. London, 28. Januar.( EP.) Am Dienstag vormittag find etwa 1000 Elettrifer und heizer vom Amte der öffentlichen Arbeiten in den Streif oetreten. Dieses Aint unterhält die öffentlichen Gebäude, vor allem die Ministerien, das Oberhaus, das Unterhaus, die Justizzebäude, die Kafernen und die Krankenhäuser. Der Ausstand ist ausgebrochen, weil die Direktion einen Elektriker angeworben hatte, der nicht der Gemerffchaft an. gehörte. Der Streit droht sich noch weiter auszudehnen. Streiks in Japan. In ben sechs Monaten Januar bis Juni 1924 tamen in Japan 164 Streits und 26 Fälle passiven Widerstands vor. Es waren daran 33963 Arbeiter und 38615 Arbeiterinnen beteiligt. Von den Streife trafen 50 mit 6196 Beteiligten auf die Erzeugung von Maschinen und Geräten. 27 mit 10396 Beteiligten auf die Textil gewerbe, 26 mit 5911 Beteiligten auf die chemische Juduſtrie, 20 mit 2762 Beteiligten auf die Transportgewerbe usw. Nähere Angaben enthält die Wochenschrift Industrial and Labour Information", herausgegeben vom Internationalen Arbeitsamt. Der Hafenarbeiterstreit in Australien, der mehrere Monate ongedauert hat, ist beendet. Berlin staunt über Qualität und Billigkeit meiner beſtbetannien SB. Sparta 1911. Pribletit, Fußball, Soden, Handball. Am Aufnarf aum Hallensportfelt am 1. Februar müffen alle Genoffen teilnehmen. Abt Beintathletik: Seben Freitag von 7-8 Uhr Sallentraining. Surn halle Elifabethftr. 57. Laut Beschluß der Berfammlung vom 23. Januar find die Mitglieder Crich Reftel und Frik Geppert aeffricen worden. Abt. Soden: Nad fte Sigung am Freitaa, 30 Januar, 29 Uhr, im Lotal Do Spieler, welche un bredt, Wilhelm- Stolze- Straße, Ede Straßmannstraße. entfchuldigt fehlen, werden bei der Mannschafts- Aufstellung nicht berüdsichtigt. 1. Borfitenber: Walter Bächter, Berlin N., Brunnen ftr. 82. Haupt. feffierer: Rat! Meißner, Berlin- Lichtenberg. Frankfurter Alee 91. 2eichte athleti?.6partenleiter: Edgar Gotemer, Berlin D 42. Bettenkofer ftrake 2b. Sportmart: Karl Murrer, Berlin O., Ebelingftr. 11. 3. Aufg. Sanbball- 2eiter: Geora Massenth. D., Koppenfz. 81 Boden. Teiter: Serbert Bieth. O. 34, Tetersburger Str. 57a, nfdriften für Leffingftr. 18. FußballSoden: Erich Zahl. Berlin- Lichtenberg. Spartenleiter: Erich Lantau, Berlin- Friedrichsfelde, Balderfeeftr. 74. Gefäftsstelle: Erich Grosenid, R. 54. Fehrbelliner Ste. 40/41. Sport. Lag der Vusfcheidungen. Auch die weitgemid187lalle t am 30. Januar im Sporipala ft mit ihren besten Vertretern zur Stelle. Der deutsche Eramateurmeister Ditto Griese Berlin erhält den Mühlhauser with Eger zum Gegner. Die zweite Ausscheidung in dieser Klaffe führt den jest in Berlin lebenden heinischen Leichtgewichtler Baul airfon mit deffen Landsmann serb.obl Stöln zusammen. Su der Schwergewichtstlaffe tämpfen Rudi Wagener Duisburg und Franz Diener Berlin um die noße Chance". Beide stehen sich zum erstenmal unter Meisterschaftsbedingungen gegenüber. Spears und Kaufmann im Sportpalaft. Noch dem fast ausschließlich nationalen Henntag am Sonntag bringt der Sportpalait am fommenden Sonnabend ein großes internationales Programm heraus. Dieses tit wieder in erster Linie den großen Fliegein vorbehalten. Als erste find der schnelle englische Weltmeister Rob. Spears und der Schweiger Ernst anfmann verpflid tet, denen sich noch zwei weitere namrafte Ausländer zugefellen weiden, mit denen die Ver flio tungen unmittelbar vor dem Abschluß sichen. Dielen vier weiden im internationalen Flieger kriterium die vier beiten deutschen Fahrer entgegengestellt, die auf Grund der am Sonntag aus geiabrenen Fliegermeisterschaft beilimmt werden. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Renter: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. B. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Rarftäbt: Anaciacu: Tb. Glode. fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlaasanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin G 68. Lindenstrake 3. Ist das beste Guter Schlaf Hellmittel. Altes Me allbetten für Groß und Klein, mit oder pezialgeschäft ohne Zubehör, Sahimatratz., an Private Bequeme Bedingungen Katalog 30A frei Spe tn angeschl, dem Verb. sozialer Baubetriebe Sport- u.Jadkenwolle per Pfund nur Mk. 6,50 8isenmöbelfabrik Suhl( Thür.) KamelbaarBerlin N24, Elsässer Str. 86-88 Fernsprecher: Norden 1198 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4-1el. Pfalzburg 9831 Riefenhajte Farbenauswahl. Strumpfwolle, reines Kammgarn 100 Gramm 1.10 Wit. Ferner Rephir, Krimmer und Fischuwolle. Bertau an jedermann, auch in fleinsten Quantitäten von 8-7 unun erbrochen Herstellung elektr. Licht-, Kraft- Wollvertrieb Bahnhof Börse Abreißkalender und Signalanlagen Verkauf elektrischer Bedarfsartikel. Ausführung sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit Der gute KapitänKautabakiarhältlic st ta den maisten Zigarrez C. Rocker, Berlin Lichtenberger Straße 22. Kgst. 3861 An der Svanbauer Brücke 7, im Hause Café Dobrin. Muster- Bersand nach auswärts franko. räuter- Franzbranntwein K Ueberall erhältlich opp& Joseph, Berlin W. 1925 Der in Lieferad hergestellte Kalender follte in feiner Familie und in feinem Bars fehlen! Drets 2 rt Zu haben in der Buchhandlung 3. W. Di und ber Borwärtsbuchdruderei. vinden rage 3, fernir n allen Darteisy ditionen.Bezir's obrer unb Rafierer nehmen ebenfalls Bestel.ungen gern entgegen SchlafRelleDeden Tr totagen Stridjacen Strümpfen Fries zu Das Buch für Mädels und Buben: Kinderland 1925 Dreis 1,25 Mart 8n haben in der Buchhandlung 3. W Dies und in ber Borwärtsbuch bruderei, Lindenstraße 3 ,, terner hr allen Parteilpeditionen. Bezirksführer und- Rassierer nehmen ebenfalls Bestellungen gern entge en. Diffiaft Engesp Strumpfwaren Trikotagen Gebrüder Pilaume Berlin SW. Friedrichstr. 205 Ede Zimmerftr. ia Qualitätsware. große Auswanl zu bili stenreisen, kauf n Sie bel Erich Schulz Neukölln, Kaiser- Friedrich- Str. 220 a. d Weic selstraße Vorzeiger dieses Inserais 5% Rabatt.