fibenöausgabe Hr. 49 ♦ 42. Jahrgang Ausgabe g Nr. 24 S»!WKz!ed!!l«Ml«al«rd Bnzliztüpriff« finb in Oer Zkorgevau-sab« cngefle&ea Be&alltan: Sw. 6». Cie6ca(Itaf)e 3 Ferasprecher: VSahoft 282— 298 X'lr>ige gegeben für die sogenannten u n- p-roduttiven A v f w« n'd u n g« a. Papiermarktredile in unbeschränkter Höhe gab die Reichsbank. Gewaltige Kredite sind geflossen aus der R 1 i ch s k a> s e, auch sie zum Teil als Papiermorkkredite. Daneben sind auch erhebliche Beträge aus der Gewerblichen Hiliskasse geslosien. Und wenn man ferner an die großen Gewinne denkt, die die größten dieser Unternehmungen, die Stinnes, Thyssen, Krupp usw., durch die Ausgabe von Notgeld erzielt haben, dann er- scheint es einem völlig undenkbar, daß nun noch eine Ent- schädigung von 600 Millionen Goldmark in Frage kommen soll. Auf alle diese Fragen hat die Reichsregierung tm Haus- Haltausschuß des Reichstags noch keine Antwort gegeben. Der neue Finanzminister S ch l i e b e n aber hat unter dem Druck der Fragen des Genossen Hermann Müller bestätigen müssen, daß der Reichsregierung eine gesetzlicheGrund- läge für ihre Handlung fehle, daß sie das Budgetrecht des Reichstags aufs schwerste verletzt habe. Und wenn er auf die klare Frage des Genossen Hermann Müller, ob ein Brief des Reichskanzlers Stresemann vom 12. November 1323 die einzige Grundloge für das Verhalten der Reichsregierung sei, gebeten hat, ihm die Beantwortung dieser Frage zu erlassen, so kennzeichnet das nur die töd- liche Verlegenheit, in die die Reichsregicrung durch die sozial- demokratische Aktion gekommen ist. So sieht die erste Tat der Rechtsregierung aus. Sie beginnt, ihre Arbeit, indem sie den Ruhrindustriellen die Millionen, die diese den Rechtsparteien im Wahlkampf zur Schaffung des Rcchtsblocks gegeben haben, hunderrfach zurückzahlt. Begreifen die großen Massen des deutschen BoTcs jetzt, warum die Herren von der Deutschen Volkspartei, von den Deutschnationolen und vom rechten Flügel des Zentrums eine Rechtsregierung wollen? Und begreift man jetzt den Sinn der Erklärung von Stresemann, daß„die großen Fragen wirtschaftlicher Natur bei der dogmatischen Einstellung weiter sozialistischer Kreise mit einer sozialistisch- bürgerlichen Koalition nicht zu lösen sind"? Sie haben recht, diese Herren vom Rechtsblock. Die Aus- Plünderung der Rcichskasie, der Raub der Steuergelder der Masse der minderbemittelten Bevölkerung zugunsten weniger großer Kapitalsmagnaten ist mit der Sozialdemokratie nicht durchzuführen. Die Sozialdemokratie fordert von dem Rechts- block Rechenschaft. Wir sind gewiß, daß wir in dieser Frage auf die Unterstützung des gesamten Volks rechnen können, das an einer ehrlichen, sauberen Finanzpolitik interessiert ist und es als sein, Pflicht ansieht, daß in erster Linie das große Unrecht wieder gutgemacht wird, das an den Inflationsgeschädigten aller Art verübt wurde. •» Enthüllungen im Haushalts-Ausschuß. Im Hauzhallsausschuß de» Reichstag» wurde heut« vormittag die Debatte über den Finnnzskniidat bei den Ruhrentschaoigungen fortgesetzt. Di« sozialdemakralische Jiufüuti legte einen weitere» Antrag vor, der verlangt, dntz bei der gejetzlicheii Regelung der Ansprüche von Ruhrgejchiidipten, Liquidaiionsgejchäoigle» und Jnslativnsgcschädigten wegen der belchräntlen Wütet des Reicks der Grundsatz der gleichmäßigen Behandlung oller Ansprüche durchzusühre» sei. Sodann ergreift SlaaKsekreiär Dr. Aischcr vom Rcichssinanzmimstermin das Wort. Nach einer vertraulich zu behandelnden Mitteilung über die Loge im Ruhrgebiet während und bei Abbruch des passiven Widerftondrs destotigl er zunächst, daß Die Frage, ob der Relchrkanzler oder die Reichsregicrung zu einer solchen Zusicherung berechtigt war, ist damals überhaupt nicht aufgeworsen waroen! Fischer begründet sodann die Rotwcndigkeil der vollen Eni- ichodigung der Micum-Lieserungen. Di« Ruhrindustric habe duffc Lasten nicht so lange tragen können, bis das Sachverstandigengut- achicn in Kraft getreten sei. Deshalb habe man ihr bereits im Frühjahr 1924 große Kredite, später, nach dem Abschluß dev Landauer Abkommens, erhebliche Abschlagszahlungen gclcistcr. Wtilere Zahlungen seien bei Abichluß der Vereinbarung getätigt worden. Die Verhandlungen zwischen dem Reich und den Veto- ligten sind Ende Dezember 1924 zum Adschlusj gekommen. Sie rearbe» gesührt mit de»»heinisch-westfäliichen Zechen(durch die sogenannt« Sechserkommission). mit den Zechen des Aachener Reviers und der Braunkohle, mit der Rheinschissahrl. Chemie usw. Während des passiven Widerstandes sind serner Veschlagimhinungen großer Vermögenswcitc ersolgt. Dafür sind die Ciitjchädigiuigen auf Grund des Obvxntionsschädengesctzes durch die Feslslellungs- bchörde» zu treffen gewesen. Angesichts de» Währungsverfalls waren im Herbst t«» t»« Leistungen nicht mehr weüer zu führen. Sie wurden«nigesle'.lt und später aus Grund des Obligotioneleistungsgesetzes und des Sondsroerfahrens über die Ruhrjchäden wieder in Gang gesetzt. Es handele sich nicht um Bevorzugungen poteiüer Firmen, so ver- sichert hier treuherzig der Stnatssckreiär. sondern daran seien Per- sonen de» gewerbliche» Piittelstondes i» erhebllchem Matze beteiligt, wie überhaupt die große Masse der rheinisch. wcstsälischen BevöUe» rimg betroffen gewesen sei. Der größte Teil der Ansprüche enluille jedoch aus die Alicum-caflen. der kleiner« Teil aus andere Schäden. Große» Aussehen erregt die weiter« Mitteilung des Staats- setretäes, daß e«n« Aussetzung der Zahlungen an die Ruhrkohle-A.-G., wie sie die Sozialdemokratie verlang«, nicht mehr erfolgen lpnne, denn alle Zahlungen seien bereits ersolgt.(Lebhaftes hört, hört!) Andere Zahlungen seien vereinbort oder ständen vor dem Abschluß. lieberoll seien erheblich« Abschlagszahlungen erfolgt. Es stehen nur noch geringe Summen au»(Lebhaftes hört, hört!), und zwar nur in Sonderversahren! Der Staatssekretär schließt sein« Ausführungen mit der Ankündigung, daß die Regierung zugleich mit der Denk- schrift um Indemnität nachsuchen werdc. Abg. Hermann Müller-Franken(Soz.): Es ist uns auseinandergeletzt worden, au» welchen Motiven und unter weichen Umständen Herr Slresemanr, die Briese— uns war nur der Abgang eines Briefes bekannt, während sich jetzt heraus- stellt, daß mehrere Briefe geschrieben worden sind— an die Ruhrindustriellen geschrieben hol. Ich kann von meinen gestri- ge« Ausführungen tein Wort zurücknehmen. Es kann unter keinen Umständen angehen, und ich warue ausdrücklich sür olle Zukunft, daß ein Minister, und sei e» der Reichskanzler selbst, sich das Recht herausnimmt. Briefe an eine indusirlelle Interessengruppe zu schreiben, in welchen ihr Ent- schädiqungen zugefickerl werden, die zu einer Reichsousgabe von K00 Millionen Mark geführt haben.(Zurufe bei den Soz.: Das ist Korruption, schlimmst« Korruption, von der Sie(nach rechts) allerdings nichts wissen wollen, wenn es sich mn Ihr« Leute handelt.) Dieses Persahren verdien« u«n so sckäiser Verurteilmq, als heute noch nicht«innial festste»)!, auf welcher gesetzlichen Gnrndlaoe gehandelt worden ist E» ist nie üblich genxffen. daß im„Reichs- anzeiqer"„Bekannimachungen' erlassen werden, aus denen nicht zu ersehen ist. aus weicher gesetzlichen Grundlage sie sich ausbauen. Wir haben die Recht» de« Reichstages.zu wabren und dalür zu forzen, daß wir nicht«inen Fall durchgehen lassen, der iri Zukimst zu den unhaltbarsten Konsequenzen führen könnt«. Bisher hoben wir noch gar kein« Kenntnis davon, wie dos Reich im eirzel- nen sein« Gaden ausgelchiUtet hat Räch den gewordenen Darlegungen dann man annehmen, daß«, sich in der Hauptsach« um dir Ab- geltung der Micmnlasien handelt. Die großen haben Ihre Sack)« weg, während bei de« flemen Merken, beim Mittelstand, bel den Angestell'en und Arbeikern. von denen bisher überhaupt nicht die Red» gewesen ist. der Eindruck erweckt werden soll, daß sie geschädigt werden, wenn unser Antrag Annahme sindet. llnser Antrag bezweckt boch weiter nichts als die Dorlaa««ine« G e. setzentwurfs binnen wenigen Tagen, dcr uns die Möglichkeit gibl. auch die kleinen zu entschSdi.wl. Es ist geradezu unerhört, zu sehen, wie auf der einen Seüe für die potente Ruln- industrie— wie sie potent ist. kann man ans den Kursen der jetzt wfalqe der Entschädigimgen steiaciiven� Aktien ersehen— Reken. summen ousqeschnttet werden, mälmend alt« anderen, die Ansprüche an das Reich haben, wie die Baririeffenen. die Auslanhsdeutfchen, die durch die Liquidation der Aiiog-lchaden schwer benachteiligten Boltsgenossen, die Remner aller Art und niete ander« nach ganz anderen Grundsätzen mit Pfennigen aboesimden lverden. Wir sind überzeugt, daß der Weg. den wir vorschlafen. gangbar Ist. Wir verlangen volle AusNöriing. Wie erwarten die Denkschrst und wer- den fehen, was darin steht und behalten uns vor, je nach ihrem Inhalt hier im Reichstag«inen llntersuäningsousschuß zu beantrage» (Lebhaftes Sehr richligl bei den Soz). der uns die Möglichkeit g«dt. genau zu ersehen, wer etwa» bekommen hat und wer nicht und wie bei der Festsetzurig der stöbe der Enischädiaungen»erfahren ist. Der Kommunist Stöcker weiß auch In düser Süution nichr« anderes zu tun, als dumme und sreche Angiifje gegen die Sozial- demokratie zu richten, obwohl die Sozialdemokratie durch ihren Pries an den Reichskanzler und ihr« Antrag« im staasholtausschuß die Aktion gegen den Finnn.zskandai des Rechtsdlock» überhaupt erst be- gönnen hat. Er beantragt ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung. Ministerialrat weinhol,(Ministerium für besetzte Gebiete)«r- läutert das Sonderversahren für die Ruhrschoden. dos zur Erstattung der Ansprüche infolge Beschlagnahm« und sonstiger Schäden not- wendig sei. Ein Verteidiger ersteht der Reichsregieninq in dem Abu Dr. Moldenhauer(DVp.) Dieser Abgeordnete, der in der letzten Sitzuno des Reichstoas dkeErhöhungderErwerdslofen Unterstützung wegen Mangel an Mitteln zu verhindern suchte, oertritt hier bei der Entschädigung der Ruhrinduslriellen den Standpunkt, die hilwug der Regierung sei vollkommen elnwandlrel gewesen. Die Rubr. industrie habe ohne den vollen Ersatz ihrer Schaden ihr« Exstteaz nicht aufrechterkalten können. Di» Summen hätten bereits uusge- zahlt werden müssen. Dagegen habe er allerdings nicht» einzuwen, den. daß die Regierung eine Denkschrift vorlege. Abg. Dlelrlch-Baden(Dem.): Der Mißrrauensantrag der Korn- munrsten sei verfrüht. Die Haltung der Regierung oder, da» müsse «r aussprechen, mache»inen k I ä g> i ch e n E i n d' u ck. Wir ssnd unter keinen Umständen mit allgemeinen Redensarten zufrieden. E» ist unerhört, daß die Regierung, ohne eine Rechtsgrundlage z» haben, die Entschädiaungszohlupgen an die Großen vorgenommen hat, währen die Kleinen und Mirtleren nicht» erhalten haben warum hat die Regierung nicht den Mut. genaue Zahlen zu ueauen? Nach diesem temperamentvollen Angriff sieht sich der Sloaks- fekretär Fischer zur Antwort gezwungen. Er vestreiret. daß die Regierung nicht den Mut habe, die Zahlen zu nenne« und macht dann AngaÄen über die anerkannt«» bzw. vereinborten Entschädigung s. ansprüche: Für die Mcvmlaslen sind onerkamü: Bei der Ruhrkcchle..... 400 Millionen Goldmark bei der chemischen Industrie.. 33„ Für die Ruhrschäden(erpreßte Lieferungens sind onerkannt: bei der Ruhrkohlc..... ISO bei der chemischen Industrie.. 15„ bei der Braunkohle. Aachener Gebiet, Rfyeinlchisfahrt.. 4-5»» 645 Millionen GoUttnort Für das Soaderverflchren für schaden........ 70 Millionen Toldmork Insgesamt also 71S Millionen Goüdmark Don diesen Summen ist noch nicht verfügt über 60 Millionen Goldmark, olles andere ist bereits«ms- gegeben.(Graste Bewegung im Saal.) v. Guerord(Z): Im besetzten Gebiet herrsche große U n- ruhe über die umlaufende» Gerüchte. Das Zentrum sei nicht in der Lage,«in endgültiges Urteil abzugeben, bevor die Denkschrift vorliege. Es fei aber außerordentlich befremdend, daß die großen Zahlungen bereits erfolgt seien, während die Mittleren und Kleinen noch'nichts haben. Kür die Hinauszögerung dieser Zahlungen könne er nicht stimmen. Abg. Müller-Franken(So,.): Er ernxrrt«. daß die Denkschrift der Negieruno die Klärung bringe, die die Regierungserklärungen immer noch nicht gebracht hätten. Nach der Verordnung vom 10. Dezember seh« e» so aus, als ob bis dahin Kredite gegeben werden feien, die man»ach Erlaß der Verordnungen in Entschädi« gungen umgewandelt habe. Der kommunistische Antrag sei nicht möglich. Ilach der GeschöNsordnuag und der Der- faflung fei«» unmöglich, daß ein Ausschuß de» Leichslagv einen Mißtrauen sanlrog gegen die Regierung beschließe. Das sei aus- schließlich dem Plenum vorbehalten. Deshalb stimme die Sozial- drmokratie nicht für den Antrag. Die Sozialdemokratie halte ihren ersten Antrag aufrecht, ziehe jedoch ihren zweiten zugunsten de» Antrages der Demokraten zurtük. Nach weiterer Debatte, m der die bis dahin sich völlig schwoig» sam verhaltenden Deutschnationalen durch Dr. Onooß erklären lassen, die Regierung verdiene Dank, daß sie eine so rasch« Auf» klärung(i) gegeben habe, kommt es zur Abstimmung: Der Mißlraueasanirag der Kommunisten wird gegen die Stimmen der Kommunisten abgelehnt. Der soziaidemokrolische Antrag, soweit«r die Einstellung der Zahlungen verlangt, wird gegen die Stimmer» der Sozialdemokraten, Demokraten und Kommunisten abgelehnt. Der demokralische Antrug, bei der gesetzlichen Regelung der An- sprüche van Ruhrgeschadigten, Liq»id»t!a»sgeschodi»len und In- flationsgeschädigten wegen der beschrankten Reichsiiiittel die Verteilung so vorzunehmen, daß in erster Linie die wlrlschasllich schwachen kreise(Beamte, Angestellte. Ardeiter, Mitlelstaiid, Klein- industriell«) bei der EnischäOigung berülkstchtigt werden, wnd eben- falls abgelehnt. Auch für ihn stimmen nur Sozialdemokraten. Demokraten und Aummvnisten. Dagegen wird die Vorlage der Denkt chrlfl durch die Reichsregie- rung«in st immig beschlossen. Der Rechtsblock hat also bei dem Kampf gegen den größten Finauzskaadol. den Deutschland feil langer Zeit gehabt hiÄ. sein« Intereffenwirtschnft zugunsten des Großkapital» sofort bewiesen Demagogie und Praxis. Tie Anftvrrtuugsvolitiker und ihre(ßclhgefeee. Durch das heute morgen bekanntgegeben« Borgeh«« der Epitzenverbänds von Industrie, Landwirtschaft und chandel beim Rcichswirtschastsministerium erhält die Propaganda und Praxis derRechtsparteisninderAuswertunas- frage eine geradezu groteske Beleuchtung. Wöhrend des Wahlkampfes gingen alle Parteien, die rechts vom Zentrum standen, auf den Stimmenfang mit der Parole: es müsse stärker aufgewertet werden. Millionen von Stimmen sind so einer Demagogie zum Opfer gefallen, die von der Sozia» demokratie vom ersten Tage an erkannt wurde, trotzdem aber im Reiche noch viele willige Hörer fand. Als der Reichs» tag geipählt war, befleißigten sich noch die Deutschnationalen unter Führung des Herrn Schiele durch radikale Aufwertungs- aniröge, ihre Wahlpropaganda zu unterstreichen. In dem- selben Augenblick aber, als das Kabinett gebildet war, wollte man von den eigenen Forderungen aichtsmehrwisfen. Heute laufen die Vertreter der In- dustrie, Landwirtschast und Handel zum Reichswirtschafts- minister und bitten ihn, er möchte ja nichts tun, um die dritte Steuernotoerordnung abzuändern. Dieses Vorgehen erscheint erst dann im richtigen Licht«, wenn man sich daran erinnert, daß die Aufwertungsdeina- aogen der Rechtsparteien ihre Wahlpropaganda mit den Mitteln des Reichslandbundes, der Schwer- industrie und anderer Interessentenver- bände getrieben haben. Die Auftraggeber derselben Agitatoren, die ihren Wählern goldene Berge oeriprochen hatten, verleugnen jetzt ihre Zusagen... Deutsche Treue! Eine besonders pikante Note erhält aber der Schritt der Interessenten dadurch, daß man bisher in den Interessenten- kieifen zwar eine Aufwertung der privaten Forderungen bekämpft, eine solche der Reichs- und Staatsan- leihen hingegen als durchaus möglich hingestellt hat. Jetzt heißt es in der Kundgebung der Interessenten, daß die Aufwertungsmöglichkeit..... an der für den Schuldner be- stehenden rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen U n- Möglichkeit scheitern muß, von seinen privatrecht- lichen oder öffentlich-rechtlichen Schuldnern Aufwertung zu verlangen." Darin ist deutlich zum Ausdruck gebracht, daß die Inter- esicnten heute, wo ihre Vertreter in der Regierung sitzen und dort den ausschlaggebenden Einfluß ausüben, keine erhöhte Aufwertung der Reichs» und fonsti- gen Anleihen erwarten. Dabei ist heute das Rteich fraglos e h e r in der Lage, Aufwendungen für die Aufwertung zu machen, als etwa zur Zeit der Wahlen, nachdem sich her- ausgestellt hat, daß viele Hunderte von Millionen Goldmark zur direkten oder indirekten Unter st ützung der Industrie und Landwirtschaft verfügbar gemacht werden konnten. Man denke an die Stundung der Rentenbankzinsen, an die Subvention der Werften und an die ungeheuren Zuwendungen an die Rubrindustriellen. Heute, wo die Industrie und Landwirtschaft ihre Vertreter in der Reichsregierung hat. will sie sich privatim am Staat bereichern. Die kleinen Sparer, die deutsch- national und volksparteilich gewählt dabei,, erhasten angesichts dieser schönen Aussichten für den Priootprofit der Groß- kapitalsten den Eselstritt. Sie werden noch mancherlei lernen. Reaktionäre Gelügefckäste. GrundftückSfpekulatione« der Landes-Pfondbriefanstalt. Das Skonbalbedürfnis der Rechtsparteien, die bekanntlich aus den Kreditgeschäften einiger unzuverlässiger Firmen mit der Staatsbank große polltisch« Affären zu machen suchen, hat jetzt eine neue Nahrung erhalten. Man kann nur hoffen, daß sie davon ausgiebig Gebrauch machen werden, zumal die betroffenen Kreise durchweg ihren eigenen Reihen ange- hören. Unter aufsehenerregenden Umständen ist nämlich der Direktor der Landespfandbriefanstolt in Berlln, der Geheime Regicrungsrat N e h r i n g, plötzlich unter Verzicht auf Pension und alle jonstigen ihm zustehenden Rechte aus seinem Amt« ausgeschieden. Geheimrat Nehring war. ehe er diesen Posten antrat, lang« Jahre hindurch Staats- und Reichsbeamter, so unter anderem auch länger« Zeit Personalreferent im Reichsmirtschastsniinisterimn, und ist bei der Gründung dieses Instituts in die Privatwirtschaft übergetreten. Daraus hätte man ihm im Gegensatz zu ähn- lichen Verquirfimgen von Deamtenkarriere mit geschäftlicher Laufbahn sicherlich keinen Vorwurf machen können, daß die Lundespfandbriefanstalt als«in Institut des öffentlichen Rechtes in hervorragendem Maße an der Pflege der ö f f e n t» Der Tee öer geistig flrmen. Von Karl Drintmann. Bisher gab es Tee aus dem Wunderlande China. Ceylon, dem rebellischen Indien, es gab auch einen Tee, den man nur„fünf Uhr" genießen konnte, und setzt ist unser Sprachschatz um ein neues Wort bereichert worden:»Modstee". Jede Stadt in Deutschland hat jetzt ihren Modetee. Freue dich, Adolf Bartels, freue dich. Hier ist ein echtes deutsches Wort geboren worden, ein Wort, das in dein Sprachschatz im Kamps gegen die verfluchte Unnatur der Deutschen noch gesehlt hat. Tee aus Mode. Ein unsagbar schönes Wort. Stil- voll und bereot. Trinkt man den Tee nun aus Mod«, oder wird wegen der schönen vorgeführten Modelle der Tee getrunken? Tatsache ist, daß alle diese Leute nicht wegen des Tees er« scheinen, sondern wegen der Wäsche, der Spitzen, die sich um schlanke Mädchenbeine ringeln, unp um Dinge zu sehen--- Lesen Sie den..Junggesellen" und Marie Madelaine. Geschäft ist Geschäft. Affenhaut ist die große Mode. Die Frau schmückt sich bekanntlich gerne mit mehr oder weniger Geschick, dies soll nach Darwin eines der letzten Rudimente sein, die sie aus dem großen Wundergarten Gottes gerettet und übernommen hat. Aber ich bin überzeugt, msnn die Affen sämtlicher Kontinente und sämtlicher Zoologischen Gärten gewußt hätten, daß ihre Haut an dem betreffenden Abend zu Markte getrogen würde, sie hätten nur weise gelächelt und gesagt: „0. dies« Affen, wozu die doch alle da sind." Warum gibt es immer nur Modeschauen für Leute, die Geld haben? Sind das überhaupt Modeschauen oder sind e» Fleisch- beschauadende nach der Insel Lesbos, oder sind es gar---? Gut und schön kleiden soll sich jeder Mensch---- Wer denkt nicht an das Begräbnis der Filmdiva, an den Man- cl für 42 000 Dollar, dar mit verbrannt werden sollte, aber im letzten Augenblick doch noch gerettet wurde für die Armen und hungrigen, die es auch unter den Schauspielern geben soll. Alle halbangezogenen Damen mit Höschen und Pelzbesatz sind Schauspieler, da man doch hier schauen kann und nicht m -wken braucht. Und da nun einmal so viele Leute da sind, dl« nicht -enf«n wollen, und außerdem so viel« Theatsr da find, wo man vnfB» muh, wird es wohl bald viele Schauspieler geben, die der Konkurrenz der Schaudamen welchen müssen. Könnte man nicht einmal einen Tee der Armen(vielleicht Vsefsenninztee, da die Armen von schwarzem Tee zu rebellisch»er. :'.n, könnten) veranstalten, auf dem die Arbeftslosen ihr« schäbigen. »baetrogenen Anzüge vorführen könnten als treffende» Beispiel de» Wohlergehens der ArbeiterNosie"? Allnding» dürfte man nicht rtraetlen. Herrn Roffk« einzuladen und olle die. di« nicht nach dem schöne« Bibelworte handeln»Wer zwei Hemden hat. der gebe dem -in», der keines hat", .Das Taazmärchea.� Mary Wigman» neue Schöpfung, vor einer Woche M Dresden uraufgeführt, wurde gestern in, Theater am Rollen- darf platz den Berlinern gezeigt. Voran gingen die stimmimg- weckenden Marschrhythmen einer Polonaise und zwei Ton.szencii aus der Suii«»Bann. Die erste,.Gesang", ein sanftes Wiegen, Abendglockenläuten. Versinken in Schlummer und Traum. Di« zweite.Rhythmus", krästioer und tonturenreicher. das alte Wig- mon-Thema: Der Einzelne und die Malse, in neuen Visionen gestal- tend. Born der tingende Eüizelwille. immer wieder sich sammelnd, aufbäumend, ermattend, ekstatisch zum Himmel lodernd, hilflos zu- sannnenbrccheud. Von der Wig man unsagbar schön getanzt. Da- Himer die feste Phalanx der Bielen in dumpfer, geschlosiener Bewegung, monoton, ermüdend, eine starre, undurchdringliche, gefühl. los höhnende Schicksalsmauer. Das Ganze als Komposition und als tänzerische Einzel, und Gruppcnleistung zum Besten zählend, was die Wigmon geschaffen. Dann— nach der Pause—.Das Tanzmärchen". Zu- nächst eine starke Enttäuschung. Pantomimische und spielerisch deko- ralive Effekte, wie sie sich in manchen Tanzdichtungen Labans noch finden, vom reifen Wiaman-Stil einst überwunden und ausgemerzt. Lei Laban meist durch die Fülle fruchtbarer tänzerischer Motive versöhnend, hier wenig gehaltvoll, dünn, dagewesen. Tändelndes Spiel verzauberter Mädchen, die aus Blumenschlummer erweckt werden. Ein grotesker.Mond", von Annemarie Franke mft koboldhaftem Humor sehr amüsant gegeben, ein Liebespaar und die sorglichen Hüter des Blumenzaubers. Künste, die der Sphäre des Balletts bedenklich nahestehen und von den Rusien wirkungsvoller und wurzelechter gebracht werden. Dann mft dem Aufmarsch der Gegenspieler, der zehn Magier, eine annähernde Rückkehr zum Wig- man-Siil. Trommeln, Stampfen, Wirbeln, dämonische Rhnthmen von suggestiver Kraft. Der Intellekt, der vorher sich bemühte, In- hall und, tieferen Sinn" der Pantomime zu ergrübeln. wird wieder ausgeschaltet, berauscht von der Wucht der rem rhythmilchen Be- wequng. Trotz exotisch aufgeputzter Primftioität Gipfelleistungen modern abstrakten Tanzstils. Zum Schluß wieder Abflauen, matte» Plätschern in den Niederung«, sühlich-spielerlscher Pantomimik. Das Ganze stilistisch zu wenig taktfest, bewundernswert in d«, Tänzen der Magier, in der technischen Akkuratesse der Gruppen und in der stets sicheren Kunst der Raumbeherrschung und rhythmischen Raum- gllederung. Hoffte Mary Wigman mit diesem lanzmärchen dem Geschmack de« Publikums zu begegnen? Ich weiß nicht, wie es in der Provinz oussieht, aber in Berlin war da« Publikum auf dem besten Wege. ihrer hohen, reinen und reifen Kunst entgegenzukommen. Das letzte Jahr sah eine große und stetig wachsende Wigman-Gemeinde sich bilden. Dies« mußte gestern enttäuscht werden, daran kann auch der starke Schlußbeisall keine Zweifel lassen. Oder bedeutet die jüngst« Schöpfung nur ein Intermezzo, eine Atempaule zwischen der Lohlun� der Bsrgangsnheft und dem, was kommen soll? Di« Wir- kungsmoalichkeiten de« echten großen Wigman-Stils sind noch lange nicht erschöpft. Das bewies der«fte. wertvollste Teil de» Abends. Wird es in Zukunft auf dem aussteigenden Wege weitergehen? Wir wollen es hosten. John Schikowski. lichen Bautätigkeit beteiligt war, also unter Kon- trolle staatlicher Organe Hypotheken zu vergeben hatte. Der große Vorwurf, der aber gegen Nehring erhoben werden muh. ist der, daß er seinen ausdrücklichen Instruktionen zuwider Spekulationsgeschäfte finanziert hat. Das„Berliner Tageblatt" weiß darüber aus eingeweihten Banrkreisen folgendes mitzuteilen: .Die Landespsandbriefanstall ist ei» Institut des öffentlichen Rechts, dessen durch Satzung genau festgelegter Arbeitsbereich ledig- lich die Hergabe von Geldern gegen erstklassige hypo- thekarische Unterlagen umsaßt. Geheimrat Nehring hat jedoch, anscheinend um seiner Bank während der Zeit der gegenwärtigen Fla ute auf dem Hypothekenmarkt Gewine zuzuführen. Geschäfte gemacht, die mft den eigentlichen Aufgaben der Bank nicht uns mindeste zu tun haben, vielmehr ein erhebliches Risiko in sich bargen und mft sehr großen Verlusten abschließen. Herr Geheimrat Nehring soll zu diesen unsoliden Geschäften von einem Konsor- tium ehemaliger, zum Teil aus Adelskreisen st am- mender Offiziere verleitet worden sein, die sich heut« mft Grundstücksgeschästen nicht immer ganz risikofreier Art abgebe» Diese Herren hatten Optionen auf ein bekanntes Bureaichaus im Berliner Zentrum, ferner auf«inen großen izäuserkomplex im neuen Berliner Westen und haben Geheimrat Nehring in diese Geschälte derart mft hineingezogen, daß er ihnen unter Verlegung seiner Instruktionen und unter Ueberschreftung seiner Befugnisse bedeutende Summen seines Instituts lieh, die zur Ausübung der Optionen und zur weiteren Verwertung der Grundstücke dienen sollten. Wie bei der heutigen Lage des Grundstücksmorktes zu er- warten war, saßen die Grundstücksspekulanten bald mft ihren Geldern fest. Sie brauchten und erhielten von Nehring immer neue Kredite, die ebenfalls in diesen illiquiden Geschäften festgelcz: wurden. Als Rlikbettüligte werden unter anderem die Name» der ehemaligen Ofslzlere v. Zihewitz und v. Etzdorf genannt. Die Summe der Gelder der Landespsandbrtesanslalt, die Geheimrat Nehring unbefugterweise und zum Schaden seines Znslitut» in diese Geschäfte hin- eingesteckt hat, belänst sich nach meiner Schätzung aus Z bi» 5 Mit- lloneu Rlark" An unterrichteter Stelle werden uns die sachlichen Mit- teilungen des„Berliner Tageblatts" bestätigt. Es handelt sich a so um den unerhörten Fall, daß Gelder, die nur zu Hypothekenzwecken bereit gestellt wurden, in die übelste Grüuderspekulation gesteckt worden sind. Dieser Skandal gehört ebenso wie alle übrigen Kreditschie- düngen der letzten Zeit nicht nur in den Bereich einer amtlichen Untersuchung, sondern er bedarf auch der Aufklärung durch die parlamentarischen Untersuchungs- ausschüsse, die sich mit den Kreditgeschäften der Staatsbank und anderer öffentlicher Institute zu befassen haben. Jeden- falls wird dafür zu sorgen«in, daß die Angehörigen der Rechtsparteien, die durch diese Vergeudung öfsenilicher Gelder belastet sind, nicht anders behandelt werden als andere Kreise, denen ähnliche Vorwürfe gemacht werden. vor öer Minis! erpräsiöentenwahl. Noch keine Vcrciubarnngen. Daß die Rechtsparteien di« Absicht hoben, die Wahl des preußischen Ministerpräsidenten zu vsr- schieben ist bekannt. Einen Antrag in dieser Richtung rv-erden sie ziveisellos in der Sitzung am Freitag stellen. Abcc es ist noch keiuessolls sicher, daß diesem Antrags ohne welter.- statt- 'gegeben wirb. lieber die Personen frage find noch keinerlei verbindlich: Ünterhältungeii gepflogen worden. Dl« Entscheidung liegt ganz bei der Zentnimsfroktian, die heut« zu einer längeren Beratung zufammengetreten ist. Welches Ergebnis diese Be- ratung haben wird, ist einstweilen noch nicht abzusehen. Aber erst, wenn das Resultat vorliegt, wird man ernsthaft über die weitere Entwicklung der Dinge reden können. Der Vorstand der sozialdemokratischen Landtagsfraktion tritt heute nachmittag zu einer Sitzung zusammen, um sich über die notwendigen Schrift« schlüssig zu werden. llelnnjüllung de» Britischen Museum». In der wellberühmten Pibliothek des Britischen Museums in London ist die Ueberfüllunz so groß, daß die Beuinten ganz oerzweifell sind und sich mft Weh- nisen an dl« Oesfentlichkeil wenden. Ein Direktor des Britischen Museums hat erklärt, daß die Leitung dieses Rieseninstituts mft ihrem Witz zu Ende sei und nicht mehr wisse, wo sie mft oll den Sachen hin solle. Sämtliche Räumlichkeiten sind zum Platzen voll- gestopft, auch die großen Lnperhäuser bieten keinen Raum mehr. und es nützt nichts. Neubauten zu bemtragen. denn di« würden sofort überfüllt sein. Man begreift diese Verzweiflung, wenn man ei jährt, daß das Britische Museum gesetzlich gezwungen ist. jede Aus» gab« von Tausenden von Zeitungen und Zeitschriften, di« in Eng- «and veröffenllicht werden, aufzubewahren. Der Umfang dieser Aufgab« ergibt sich allein aus der Tatsache, daß die englischen Zeittmgen«men Raum von etwa 5 Kilometer in Anspruch nehmen. Dazu kommen dann noch die zahllosen Bücher jeder Art, die auf- ficstapell werden müssqn. Die gewaltigen Magazine des Museums ind vollkommen vollgestopft mft Sammlungen von' Kochbüchern, von alten Haushallsrechnungen, mm Kinderbüchern. Weih nachtskarten, allen Etiketten von Medizinflaschen usw., kurz mft dem Schutt und Gerumpel von Jahrhunderlen, und di« Beamten, die unter den, Wust zu ersticken drohen, haben nicht die Berechtigung. auch nur dos Geringst« zu vernichten.»Wir beantragten kürzlich," klagt« der Direktor,»daß wir nicht mehr gezwungen sein sollten, alle gleichgültigen Drucksachen, yne Glückwunschkart m oder Reklamin. zu sammeln. Das ist uns auch zugebilligt worden. Aber das, was wir im Museum haben, müssen wir beHollen. Es ist ja so überaus schwierig, zu sagen, wa» Wert hat und was keinen hat. Das Buch eines unbekannten Schriftstellers, dos heute erscheint, kann in vierzig Lehren sehr wertvoll sein, wenn der Verfasser berühmt wird. Unsere völkerkundliche Abteilung müßte eigentlich fünfmal so groß sein. wie sie gegenwärtig ist, aber wir haben keinen Raum für sie." Bis» her war«s htm Britischen Museum noch möglich, seinen über- flüssigen Reichtum an die anderen Museen abzustoßen, aber auch diese sind fetzt überfüllt und können nichts mehr annehmen. Moft-nissgsinwste«. Somita«. 1. Februar. 10 llbr vormittag», finden wissnilchailllche Fübiungen durch Direktoiiatb-amte im Satler-Kriedrich» Museum fFlar enliner Früd-euaissan«)— Pios. Scholtmüller— und im Museum Brine-illdrecht-Straß»?(Oermanische Alterliiiiui: der Bölkerwande:ung«,eft)— Prof.»ätze— statt. Zulaßtarien zu 50$). find vor Seamn am'Einaana der geirmmte» Museen m beschiänker erhätilich. lieber.SchSpferi'che Dohm«, k-vss V'°s-'!bcn bei solchen Vorstellungen nicht nur darauf an. ob sie r ichtig oder falsch sind, sondern darauf, ob sie vorhanden sind oder nickt. Sind sie vorhanden, dann wirken sie sich als politischer Faktor aus. Wäre Herrint stärker als er ist. so hätte er beruhigend wirken und vor Hebertreibungen warnen können. Er ist aber selber in Uebertrcibungen verfallen, die zurmtzuweifen leicht iit. Er hat alle Rücksicht auf die Stimmung des französischen Volkes genommen und keine auf die Stimmung des deutschen, das eine solche Sprache aus solchem Munde nicht versteht. Er hat dem deutschen Rationalismus, den er bekämpfen will, Wasser auf die Mühle geleitet. Die deutschen Reaktionäre haben aber kein Recht, sich zu beklagen, wenn man sie drüben ernster nimmt. als sie sich selber nehmen. In Wirklichkeit sind sie bereit, aus der gegebenen Lage die notjvendigen außenpolitischen Konse- guenzen zu ziehen, Ersüllungs- und Entwaff- n u n g s p o l i t i k zu treiben, wenn sie nur in innerpolitischen und wirtschaftlichen Fragen entscheidenden Einfluß erkalten. Sie denken in Wirklichkeit eher an alles andere als daran, gegen Frankreich Krieg zu führen, und sie werden sich ganz gewiß nicht solange an der Macht hallen, daß sie irgendwelche entfernteren Pläne, hätten sie solche wirklich, zur Ausführung bringen könnten. Von einem deutschen Rechtskurs hat also das deutsche Volk lehr viel, das französische gar nichts zu fürchten. So liegen die Dinge in Wirklichkeit. Aber das ändert leider nichts daran daß man sie drüben anders sieht. Auch Herriot ist sicher nicht subjekliv unebrlich, wenn er schwarz malt. Auch für ihn ist die Vorstellung eines deutschen Rechtskurses mit der Vorstellung einer Kriegsgefahr untrennbar ver- Kunden. Auch er steht unter dem Einfluß der wahnwitzigen Sprache, die die d e u t s ch n a t i o n a l e Presse führt, er nimmt eben die Leute ernster als sie sich selbst nehmen. Wenn z. B. das führende deutschuationale Vlatt Pom- merns, die„Pommersche Tagespost", von gestern einen Ar- tikel über„das raubgeile Franzofentum schreibt, über „Nichtswürdigkeit",„chundsgemeinhsu" de«„südischen Sozi chsrrwt"(cherriot ist weder Jude noch Sozialist), wenn es den Satz prägt:.Lampf gegen rechts ist Kampf fürden Erbfeind, so denkt sich der Schmock in Stettin weller nichts dabei, aber der französische Botschafter schickt das nach Paris, und dort hält man das für die Stimme eines deutschen Regierungsorgans und für ein gefährliches Symptom. All diese Rederei und Schreiberei führt zu nichts Gutem. Die Entente soll endlich genau sagen, was sie auf dem Gebiet der Entwaffnung noch will. Deutschland wird ihr eutgegenkomnieu müssen, damit Köln geräumt wird. Die deutschen Rationalisten solle» das Maul etwa» weniger weit aufreißen, und die Franzosen sollen sich beruhigen. Blinde Wut auf der einen Seite, blinde Angst auf der anderen sind schlechte Berater, sie bieten in ihrem Zusammenspiel ein Bild, das lächerlich wirkt. Es ist aber auch gefährlich! » Paris. 29. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Im weiteren ZZ«r. laus seiner großen außenpolitischen Rede führte ch e r r i o t au«: Im Jahre 1913 habe Deutschland 50 000 städtisch« und 27 000 staatlich« Polizcibeamle gehabt. Die nach dem Kriege geschassene Sicherheitspolizei sei eine vollkommen militärisch organisiert« Streitmacht. In Vouiogn« seien di« Alliierten vielleicht das Opfer eines deutschen Manöver» ge- röprden, indem sie tn di« Erhöhung der Schutzpolizei aus 150 000 Mann einwilligten. Dies« Echutzpollzei habe aber«inen au»g«- sprochenen militärischen Charakter beHallen, di« sogar Woschinenge» wehre Hobe und zum Kampf«ingeschult werde. Außerdem seien über die bewilligie Zahl hinaus 30 000 Polizeibeamt« in den Bureau» angeftelll. Mies in allem sei nicht zu bezweifeln, daß Deutschland aus einer städtischen Polizei«in« militärisch« gemacht Hab«. Die Abrüstung werde ein leeres Wort bleiben, solang« nicht auch hier der deutsche Mtlitarismu» unterdrückt worden sei. Hier fand der Ministerpräsident großen Beifall von der äußersten Linken bis zur Rechten. Die Sitzung wird unterbrochen, um dem Ministerpräsidenten eine Erholungspause zu gönnen. Roch der Pause spricht H« r r i o t von dem tn Deutschland auf» gefundenen Kriegsmaterial. das man nie genau habe nachprüfen können, weil die Bestandslist« beim Wofsciistillstand nicht vorgelegt worden sei. Es sei mit Sicher. bell anzunehmen, daß noch vielMunitton versteckt sei. Der Minist«! Präsident zählt dann mehrer« Einzelsäll« auf, wo den Ent> wafsnungsbeslimmungen nicht nachgekommen sein soll. Dabei ist von Interesse, daß er erklärt, auch in den besetzten Kruppwerkea sei nichts zur Entwastnung geschehen. Frankreich streb« tein Wcrk desHasses an. sondern e» wolle nur sein« Ruhe. Di« Demokratien seien e» sich schuldig, die Formen de» Imperialismus und des alten preußischen Militarismus zu bekämpfen. Bor allem müßten di« Seelen entwaffnet werden. Er glaub« auch heut« noch an dos demokratische Deutschland, die letzten Wahlen seien der beste Beweis dafür. Bielleicht seien di« Alliierten etwa» zu leichtsinnig gewesen, als sie die Rückkehr de, Srooprlazev zu leicht nahmen. Di« Völker hätten«ine tiefe Empfindung für moralisch, Forderungen, und viel« Mensche» empfände» eben als umnoralisch. daß der Mann, der eine schwer« Mllschuld an der Tm> stehung de, Kriege» trägt, da» bequeme Leben«ine» Bentleman- Farmer» führt, während vor einem Jahrhundert Napoleon auf einem einsamen Fels-n sterben mußte. Die Alliierte» müßten sich vorsehen. daß in Bayern nicht einer von denen zur Macht zurückgelangt, die an den Schrecken de» Kriege» die schwerste Schuld haben. Am Schluß der Red« wurde dem Ministerpräsidenten ledha�er Beüall und eine groß« Ovation zuteil. Das SLlö als Warner. Wie an dieser Stell« vor einiger Zell berichtet wurde, hoben die von Arbeitnehmer' und Arbellgeb erkreisen unterstützte!! De- snebungen der verschiedenea Berufsorganisationen, di« leider noch viel zu häufigen Unfälle in den einzelnen Betrieben zu verringern. dazu geführt, durch einen bildlichen Warnungsdienst die Bstriebsbelegfchaften auf di« Gefahren in den verschiedensten B>k- trieben hinzuweisen und davor zu warnen. Dieser bildliche Warnungodienst ist im industriellen Auslande, insbesondere in den riesigen Industriezentren der Bereinigten Staaten, in umfassender Weis« ausgebaut und da ein tatsächlicher. statistisch nachgewiesener Erfolg nach und nach diese Bestrebungen zur Unfallverhütung krönt, will man dazu übergehen, ähnliche Warnungen und Mahnungen in Bildform auch für de» Berkehr im besonderen für den durch das schnell« Wachsen der Anzahl der Kraftfahrzeuge sich immer schwieriger und gefahrvoller gestallenden Straßenverkehr zu schassen. Die nötigen Schritte in dieser Richtung hoben die in letzter Zell unter Leitung und Führung einer Zentral- stell« in LerUn. der Deutschen B e r t e b r s w a ch t E D.. Berlin W.H, in fast allen größere« Städten Deutschlands ins Leben gerufenen örtlichen Berkehrswachten getan, deren Zahl und Be- dcutung durch Neugründungen noch ständig wächst. Diese Verkehrs- wachten, denen fast all« am Straßenverkehr irgendwie interessierten Vereine und Verbände— Automobil-, Mororrod-, Radfahrer» und Omuibusvsreine, ferner Verkehrsvereine, Droschkenbesitzer- und Spe- diteurverbände, Straßenbahnen. Feuerwehren, städtische Fuhrpark» usw.—- angeschlossen sind, wollen in loyaler Art und Weise, gestützt auf ein« rein« praktische Erfahrung in enger und ergänzender Zu» sammeuarbell mit den verschiedenen Derkehrsbehörden an der Lösung aller Verkehrsfrogen mllwirken. Der vielseitige Straßen- verkehr ist durch di« fortdauernde Steigerung de» Kraftfobrzeug- verkehr» zu einem Sorgenkind für alle betelligten Kreise geworden. Zahlreich sind die Gefahre» und Unfallmöglichkellen, di« er ein- schließt. Durch zahlreich« Verordnungen suchen di« örtlichen Vr- Hörden die verkehrstechnischen Probleme im Straßenverkehr zu bewältigen Die breit« Masse der Straßenpassanten, nämlich das Fuß- gängerpubllkum hingegen ist an keine Vorschristen gebunden und die Belehrungen und Aufklärungen, die ihm über die zahlreichen Gefahren des Straßenverkehr» gegeben werden, sind recht gering und nicht wirksam genug. Infolgedessen ist ein großer Teil der Unfälle im Straßenverkehr aus das unzweckmäßige Ber« halten der Fußgänger zurückzuführen. Sehr häufig sind es spielende Kinder, aber auch Erwachsene, Frauen und Männer in der Vollkraft der Jahr«, Personen jeden Allers. Standes und Geschlechts, die als Opser dieser Unfälle schmerzhaste, entstellende Verletzungen und Verstümmelungen, sogar den Tod erleiden. Der Fußgänger muß sich nach und nach an die Beachtung gewisser Regeln im Straßenverkehr, an eine gewisse Disziplin gewöhnen. Diese Disziplin ohne Härte allen Leuten nach und nach anzuge- wohnen, ist nichts so geeignet wie das Mittel der bildlichen Anschauung. Deshalb haben di« Verkehrswachteil«inen öffentlichen Warnungsdienst für den Straßenverkehr in Forin von Bild- Plakaten«ingerichtet. Dieser Warnungsdienst ist so organisiert, daß in kurzen Zeit- abschuitten»ine typische, mll dem Straßenverkehr zusammen- hängende Situation nach guten künstlerischen Entwürfen in mehr- farbiger Plokatsorm zur Darstellung gelangt. Em kurzer, schlag- wortartiger Text enthäll ein- das Bild erklärend« Mahnung, di« sich allen leicht einprägt und den Eindruck der bildlichen Darstellung erhöht. Di« Lildplakate sollen an geeigneten Stellen— in öffent- lichen Gebäuden, Schulen, Fabriken, Versammlungsräiunen, Warte- sclen, Straßenbahnen, Omnibussen, an Lstsaßsäulen. Rrtianieslächen usw.— ausgehängt werden und durch die Häufigtell ihrer An- bringung in ihrer Wirkung verstärkt, jedem Beschauer ein« ein- dringlich» Warnung und Mahnung für sein Verhallen ia> Straßen- verkehr übermitteln. In gewissen Zeitabständen soll«in Wechsel der Bilder stattfinden, so daß fortlaufend immer neu«, leicht faßliche und eindrucksvolle Warnungen und Ermahnungen die Straßen- Passanten darauf hinweisen, daß es unbedingt nötig sst, sich vor- sichtig und überlegt auf den Straßen zu bewegen Di« Ausführung der Bildet ist von der Zentralstelle Berlin der Verkehrswacht Düsseldorf, Düsseldorf, Alexanderplatz 4. über- tragen worden, in deren Händen auch dre Bildoerteilung liegt. Dl« ritlich« Verteilung und zweckmäßige Anbringung der Bilder soll dt» örtlichen Berkehrswachten und Derkehrsbehörden überlassen bleibe». kommuokstlfche Revolverhelüea. Neuer Uebersoll auf das Refchsbauuer. Als gestern abend di« Mttglieder des„Reichsbanner' in L i ch- tenberg von der Turnstunve nach Hause guigeu, wurden sie an di ei bis vier verschiedenen Stellen von kommunistischen Banden überfallen. Ein kommunistischer Trupp von etwa 20 bis 30 Mann, mit Knüppeln und Schlagringen be» w a s f n e t. siel über vier Reichsbannerleute her. Diese mußten sich in da» nächstgelegene Lokal retten.>n dem noch ca 15 Reich?- bannerlcut« a.uucsend waren. Di« Kommunist«», die inzwischen aus etwa 80 Manu angewachsen waren, folgten ihnen, zer- schlugen dt« Fensterscheiben und w..�«n große Stein» in da» Lokal. Außerdem haben st« scharf geschossen. Di» sofort alarmierte Streif« der Schupo tonnt« mehrere Rausbold« festnehmen, die anderen hallen, wie üblich. den besseren Teil der Tapserkell.gewählt und hatten sich in ihr« Schlupfwinkel zurückgezogen. Eiu sauberer Bereinsgrüuder. Ohne Vorbild in der Berliner Lriminolgeschichtr steht«In 25 Jahre alter Friseur Erich S o h a n da, der jetzt von der Kriminal. Polizei festgenommen wurde. Sohan wurde bereits im Jahr« 1921 wegen verschiedener Sttilichkettsvergehen verhaftet und zu 2lö Iah- ren Gefängnis verurteilt. Nach Nerbüßung der Strafe verfiel er ouf Aereinsgründunaen, di« ihm dazu dienten, an die Jugend he» anzukommen. So rres er 6„Iugendoereine" ins Leben, zwei im Norden Berlins,«inen am Oranienburger Tor. im Tiergartenoiertcl, im Hansoviertel und am Gartenvlatz. Weiter, Gründungen sührtsn dl« Titel„Jugend verein für Kleingörmer",.Märkische Iugend- bühne",.Wassersport- und Jugendverein-Ost". Dazu kamenJBox- verein« und dergleichen mehr. Im ganzen waren e». wie Sohan zugibt. 140 Vereinigungen. Dem Verhasteten wurden bisher 10 Sittlichkeitsverbrechen an Knaben unter 14 Jahren nachgewiesen. Die Eltern aller Mttglieder der Sohanschen Vereine werden dringend ersucht, ihre Kinder einmal ins Gebet zu nehmen und bei verdacht sofort mit ihnen Kriminalkommissar Strew« im Zimmer 392 de» Polizeipräsidiums aufzusqchen. Unter AuSschlust der Oeffeutlichkeit. In einem Waffenschiebung« prozeß, der vor dem Votsdamer Schössengertcht unter dem Vorsitz de» Londgerichtsdtrek- kor» Dr. Westerkamp gegen den Kaufmann Georg Semmelmonn siottnndet, wurde vom Slaatsanwatt der Ausschluß der Oeffentlich- kett wegen Gefährdung der Stoatssiäzerheit bcaittragr. Der Vertreter eine» Berliner Anwottes.«tn junger Referendar. bracht« den Antrag ein, seiner Sekretärin den Ausenthatt im Gerichtssaal während der Verhandlung zu gestatten. Das Gericht beschloß, der Sekretärin nicht den Ausenthatt zu gestatten, auch die Presse mußte den Saat verlassen. In dem Prozeß Handell es sich um folgendes: Oberleutnant Arnold, der zum Stab des Infan- teriereaiments 9 in Potsdam gehört, hatte de» Austraa, unbrauch- bare Heeresbeständ« zu verkaufen. Er lernte de» Angeklagten Sem- inelmann kennen, und dieser gab ihm zu verstehen, daß er für eine Reichsbehörde gegen Zahlung von Proviston den An- kauf von Wasfin zu vermitteln hätte, die aber nicht aus Reichswehrdeständen stammen dürsten. Der Offizier meldet« dieses Angebot sofort dem Kommandeur, und man ging zum Schein auj alles ein. Oberleutnant A. suchte zu erforschen, wer die Reichs- dchörd« sei. doch weigerte sich der Angellagt«, den Nomen zu nennen. Semmelmann wurde später in einer Konditorei in Pots dam verhaftet. Zu dem Prozeß sind vier Zeugen des Nelchswehr- regrmeitts geladen. Wir iverden über das Urteil berichten. flcifö zur Schwein efStterimq? Ein Gegenstück zum Milchskaudal. Der Bericht des Statistischen Amtes der Stadt Berlin übe. die Berliner Fleischverjorgung 1924 kommt zu dem Ergebnis, daß die Versorgung der Berliner Bevölkerung gegenüber 1913 als u n- zureichend zu bezcrchnen sei. Der Grund Uegs in der ungenügenden Kauftrost. Diese ungenügende Kaufkraft iwirgt aber weit« Kreis« der arbeitenden Bevölkerung, häuftg auf die An- schafsung vollwertigen Fleisches überhaupt zu verzichten und als Ersatz sich auf di« inneren F l e i s ch t e i l«(Lunge. Euter, Herz usw.) zu beschränken. Wobei noch nicht das große Korttmgent dcier in Betracht gezogen wurde, die, wie Sozialrentner, Erwerbslose, Schwerbeschädigte usw, auch an Fleisch minderer Art kaum denkeir können. Haben wir im Fall« der Milch uns gegen den unerhörten Wucherpreis der Produzenten zu wenden, die ruhig muanjeheN, wenn ein erheblicher Teil der Milch in die Kanalisation Wanden, so wird von den maßgebenden Schlachthofinteressenten erklärt, daß sie di« sogenannten„Innereien" meist auch bei einem Preis« von 25 Pf. pro Pfund nicht los werden und daher an die Schwein« verfütterten. Ein« derartige Erklärung wurde gegenüber dem städtischen Ausschuß für die Schlachthöfe von einem Sprecher der Großschlächtorvereure Berlins abgegeben. Da auch hier, wie bei der Milch, leicht nach- zuprüfsn ist. daß n?on zu einem Preise, der in ongemeiseuem Der- hällnis zu dem eben zttierten Schlachthofpreise steht, diese Fleischteile nicht zu kaufen bekommt, so wäre die Analogie gegeben und zu lolgern: die These, Angebot und Rachfrage bestimmt den Piers, die volkswirtschoflliche Begründung der Profitwirtschaft wird eck ob- surckui»— künstlich in beiden Fällen geführt. Es entsteht die sehr naheliegende Frage: Können dies« erheblichen Fleischmengen nicht mit Ausschaltung unnötigen Zwischenhandkl« zu angemessenen Preisen dem Konsum zugeführt werden? Zu erwägen wird vor allem auch fein, ob mchr ein Verbot der Versütterung von Fleisch erfolgen könnte, dos durch lichtige Organisation zu erträglichen Preisen der minderbemlttelien Bevölkerung zuzuführen ist._ ErSsfnvna de« Osram-Lichthauses. Bor einem großen Kreis ge- ladener Persönlichkeiten, Vertreter der Reichs-, Siaats- und Stadt- behörden wurde heute mittag das neue Osram-Lichtbau», über dellcn Zweck. Wesen und Bedeutung wir im heutigen Morgcnblatt ein- gehend berichtet haben, eröffnet. In dem großen Saal de» L'cht- Hanse« begrüßte zunächst Dr. Meinhard, der Vorsitzende des Auf- sichtsrates der Osram-Gefellschaft di« anwesenden Gösse. Direktor Jensen und Dr. Fink sprachen sodann des näheren über die Auf- gaben, di« sich das Osram-Lichthau» gestellt hat. Diploin-ugenieur L. Schneider hiev zum Schluß eine» technischen Vortraa und machte verschledne sehr interessant« Erperiment«. Im Anschluß daran be» sschtigten die geladenen Gäste da» Hau». Reichsprässdent Ebert. der sein Erscheinen zur Eröffnung in Aussicht gestellt hatte, war verhindert und nicht gekommen. cveoeo de» Abbau de» Wetertikvke» für gewerbl che Rärme veranstaltet drr Echudderbaiid der Arbeit», undStt»ralrin- mieter heut« Donnerstag, tiachmiltaat 5 Uhr. in der Ltadlhalle, Klosterstratz«(StadthcmS), eine Proteswerkamwlilllg. Ei» Bubenstretch. Sakerbeck(Kreis Gardeleaeu), 59. Januar.(DTL)> Auf dar Chaull« von hier nach dem benachbarten Iemmeritz haben juaend» liehe Devb recher in Abständen von 15 Meter mehrf och hinter- einander Stacheldraht in 50 Zentimeter Höhe vom Erb- boden quer über die Ehaussee gesvannt. Ein abend» spät die Ebauss« entlangfahrender Radfahrer dam zu Fall und enedzckte die gespannten Drähte. Die angestellten Ermittlungen der zuständi- gen Vberlondjäeerel waren von Erfolg gekrönt. Die Töter sind zwei jung« Burschen au» Iemmeritz. Bergrutsch«ruf der Aloselbahn. Aus der Strecke der Moselbahn zwischen Detzem und Mehring ereignete sich in der Nacht zum 28.«in großer Bergrutsch. Ein Personenzug stieß auf die schweren Gesteinsmassen, so daß die Lokomotive stark beschädigt wurde und entgleist«. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Der Berkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Relchsbanuer. Schwindler in Schlasieu. Au» Schlesien wird uns berichtet: Es wird vor zwei Schwindlern gewarnt, die in einige» Orden m Schlesien auftauchten und bei Geschäfts- und Privatleuten, angeblich für das„Reichsbanner" oder für ein« republikanisch« Zei- tung Geldersammeln. E» ist den Schwindlern auch gelungen, hier und da Geldbeiträge zu erhalten, ohne daß sie irgendwelche Legislation oder Vollmacht voneigen konnten. Da anzunehmen ist. daß dies« Personen ähren„Wirkungskreis" auch nach anderen Gauen oder Provinzen vorlegen, wird gewarnt und«rtncht. sofern die Schwindler irgendwo aultreten, dies« po'izelich seftltellen zu lassen. Di« beiden Persraen sind untersetzter Stawr, zirka 28 bc» 34 Jahr« alt und sprechen sächsischen Dialekt. Im FlugzeuA? über den Himalaja. Den englisch» Flieger Ellen E o b h a m ist nach einem erfolgreichen Erkundigungsfluq üb« den Ki mala ja nach Kalkutta zurückgekehrt. Hierbei war«r bis zu«wer Höh« von 15 000 Fuß(zirka 4500 Meter) ausgestiegen. Schneesturm üb« New Vork. Ein Schneesturm von großer Heftigkeit ist üver New Jork und Umgebung niedergegangen und führt« einen starken Temperet ursall herbei. Di« Straße» sind fast 10 Zentimeter bock mtt. Schnee bedeckt. Die Stadloerwal- tung hat IvOoo Arbeiter mit der Reinigung der Straßen beschäftigt. In dem nördlichen Teil de« Staate» New Park wurde«ne Temperatur von 23 Grad unter Null oer- zeichnet. Eine neu« Kältewelle wird angekündigt. DI« Flüsse führen groß« Et-blöcke. parteinachrichten für Hroß-S-rttn OMadtaaeai fto diel»«adttf fUb If Net* a de»«ciixtelettttarlot. «erl»»««. m. ttnbarftrai*%. 1, See». cMH>.» rüsten IM.«St, peule aSrnh(m Seebob,».esidesjtzrohe, ffrmmabenb. Shenu nanalpsKltt". A»i«rent:©enofi'e Sicbtra; Hecht. �uaenöoeranRolruneen. CtoraM.«chftmg! Ver»Olk» mizwrts» Hl ouf Sonnabenb noch ber®otolbet» (rtule oerlejt«tU Simoltebet treffen sich heut-> f8 Uhr mm Licl tbUberDttnoa .Seut» ou» an.»etlht* w ber«öwertchule. Lmdenstr.«nlrillogelb Oj» äU Vorträge, vereine und Versammlungen. »Reichsbanner„Schwarz Rok-Golb". »ekchlttoSet,,.»«IM S 14.«ebomaitftr.»7«»of S fc. ftomerabfchaft»teulaner«er«, U.«tf. Heute aienu 7 Uchr öitzung bei Schnei ber, Hren jtnüer ZOa ib. GewerMostsbewegung Der Lohakampf üer Sankangestellten. Eine sehr M besuchte ZZersummlung de» Allgemeinen?«r- bandss der Lmikangejrsllten am Mittwoch besohle sich niit dem Stand der Gehaltsfrage. Der Berbandsvolsitzende Marx betoul« in seinem Referat, daß die untere» Bankangestellten stets mit sehr niedrigen Gehältern abgespeist wurden, wahrend die Diiekioren horrende Gehälter bezogen. Gruhe Summen werden auch für Aus- sichtsrotstantiemen aufgewandt. Räch der Stabilisierung der Wäh» lung kam die Reaktion im Bonkgewerb» und in deren Gefolge ein außerordentlich großer, sehr ungerecht durchgeführter Personalabbau. Als ein wesentlicher Erfolg der Aklioität des Perbandes ist die S ch a f s u n g de» R e i ch s t a r i f» zu bezeichnen. Der Tiesstand im Bankgewerbe ist jetzt überwunden. Run iei es an der Zeit, daß die. Bankoiigestellten im Gegensatz zu den anderen Bailkangeslelltenorgauisatioiien die Ketten der Loh». sklnoerel sprengen und sich selbst ihr Geschick schmieden. E m o n t« ging in seinen Auesiihriingen näher aus den Schiedsspruch ein, der für den Gewerkschostsbund der Aug«. stellten und für den Dcuischnalionalrn l)a»dbiiigsgehilsenverba»d gesollt worden ist. lieber die«eibindtichkeltserllärung diese» Spruches finden heute Perhandliiiigen statt. Der Schiedsspruch sei unannehmbar, weil er nur eine Erhöhung der ohnehin hohe» Gehälter der oberen Äugest all len vorsteht, während die Bruppeil I und II leer ausgehen. Ein Zusamiiieugehen mit den gegnerischen Perbäude» sei in diesem.Falle unmöglich. Die Bankangestellten mußten sich im aktiven Kampf gegen das Bank kapital zur Wehr setzen. An der Debatte beieiligtcn sich auch die Vertreter der gegnerisch«« Organisationen. Wenn sich die Redner de» Deutschnaiionalen l)andlu:,gsgehiiscnverl,»nde» in Krastansdrücken gegen die Bank- leitungen nicht genug tun koniiten, so mußte die» einigeruiaßen lächerlich wirken. De» Gegnern kam» nur daraus 0n,'di« Ber- iammlung zu sprengen und die Annahme der oo.-gelegien Entschließung zu verhiadern. Deimoch wurde bei der Absiimiuuiig die nachstehende Entschließung mit großer Mehrheil a n ge- n o in.n e n: .Die in den Gerniani,,-Prachtsälen zahlreich oei sninmelten Pank- angestellten Groß Berlins veriiiteilen einimitig aufs säiäisst, den Verrat der Angestelltcniuteressen. der durch den Deutschen Bank- beamteiwereili imb durch sein mit dein Reichsverband der Bank- leitungen geschloßenes Dezeniberobkoninien begangen wurde. Die versammelten Angestellten vermögen aber auch in dem Schiedsspruch des Dextschnationalen ihandlungsoehilsenoertxin- des und des Gewerks hasisbundes der Angestellten keine besrie- big ende Lösung des Tnrisstreite» im Bonkgewerb« zu erblicken. da die Mäste der gewerblichen und siilisaiigestellten leer ausgeht oder nnt vollkommen llngcuuqende» Zulagen bedacht werden soll. Die Persammlung ist fich einig in der Erkenntnis, daß das Schiedsverfahren allein den Angestellten nicht zu Helsen vermag. Rur in dem freigewerkschosiiichen Zusammenschiuß oller in den Vankbetlieben lölige» Kollegen liegt die Gewähr für den erfolgreichen Wirts chafllichen und sozialen Aufstieg. Die Versammlung benustragl de. halb di« zuständige Organi- sation aller Angestelltenlategorien des Baukgeivertie», den Allge- meinen Verband der Deutschen Bonkongestellten, d�e setzt in den Betrieben vorhandene Erregung in einer Bewegung iür den aktiaeii Kampf mit dem Ziele der kierbeisührung mensche»- würdiger Arbeits- und Entlohmingsbeduigiingen für all« Angestellte des Bonkgeweibes zusammenzufassen." Mit einein begeistert ausgeuaminenen fioch aus den Allgemeinen Verband der Bankangestellte» a>sdieEinheit»orgo»i>otion wurde die Bersamrnlung gesrbl, sten. KaufmSttvlsche trab Bureauangesteillte, Di« Lag« de» Arbeitsmarkte» für kaufmännisch« und Bureau- angestellte Hot sich in den letzten Monaten nicht wesentlich ver- ändert. Di« Zahl der Stellensuchenden ist immer noch sehr groß. Die Anzahl der angebotenen Stellen steht in einem sehr ungünstigen Ptrhälinis zur Zahl der Bewerber. Bei den männlichen kauf- m ä« n i s ch« n Angestellten kanwn in den Monaten September, Oktober und November auf je eine Stelle 13,04, 1035, 10,03 Bewerber, bei den weiblichen kaufmännischen Angestellten 7.79. 6,71, chZ4 Bewerberinnen. Aehnlich ist es bei den B u r« o u a n g e- stellten. Hier kanten im September, Oktober und Naveinber auf I« eine Stelle bei den männlichen Bureauangestellteu 16,9.3, 9.77, 9,48 Bewerber, bei den weiblichen Bureouangeslellten.3.98. Z.7i. 3,41 Bewerberinnen. Diese Ueberfüllung des Arbeitsinorktes für kaufniännische und Bureauongestellt« wird noch gesteigert durch das Angebot von Arbeitskräften aus den Reihen der abgebauten Beamte«, die nach Besuch eines sogenannten„Ausbildungskurse»" ol» Bewerber im Angestelltenberufe auftreten. Unier diesen mißlichen Verhältnissen auf dem Arbeitsmarkte haben besonder» die älteren Angestellten zu leiden. Wie der Z e n- tralverdond der Angestellten feststellen konnte, erslreckle sich di« Nachfrage nach AngestMen in den letzlen Monaten v»rzug»weije aus jüngere Leute, während es schwer war. oller» Angestellt« unterzubringen: es sei denn, daß e» sich um Spezialkräfte handelt«. Di« geringe Nachfrage noch Arbeitskräften findet in der schlechten Wirtschaftslage allein keine ausreichende Erklärung. Sie wird vielmehr zum Teil dadurch mit herbeigesiihrt, daß die in Stellung besürdlichen Angestellten eine Fülle von Ileberstunden leisten müssen. Di« Lösung der Artieitsmarktkris« ist also auch eine Arbeitszeitfrage. Die Wiedereinführung des Achtstundentag«» ist dringendes Gebot auch im Interesse der Stellenlosen. Es muß«m«e auch einer weiteren Ueberfüllung de» Berufs vorgebeugt werden. Hier kann die Berussbera- tnng nüstliche Arbeit leisten, indem st« einen Znstrom von unge- eigneten. s, ingen Leuten in den Angestelltenberuf zu verhindern sucht, der in der Zukunft viel mehr noch als heute nur denjenigen eine Aussicht auf wirtschaftliches Vorwärtskommen bietet, die über das notwendig« geistig» Rüftzeng und persönliche Eignung für den Berns de» Angestellten oersügen. Weiter ist es dringend»rfordertlch, durch einheitliche Organisation der Arbeit»ver- m i t t I u n g die Voraussetzmig für ein« zweckmäßige und geordnet« linterbringiing der Stellensuchenden zu schaffen, die ihnen über- flüssig« Opfer an Arbeit»auswand. Zeit und Geld erspart. Kommunistische„Fortschritte-. Di» Mttplietierverfommfung des Bezirk» Sudost de» Holzarbeiter» verbände, am Dienstag hott» einen sehr starten Besuch auszuweisen. Daß die Kommunisten in diesem Bezirke ins Hwierleesfen gercuen mochte sich bei Eröfftiurcg der Diskussion Wer den Bericht und die eingereichten Borschlogslsslen für die Neubesetzung der Bezirks- kvenmission sehr ba'd bemerkdrir. Während man es au» früheren Rersommiungen gewohnt war. daß di« Kommunilten den Reigen der Diskiifsivnsredtier eröffneten mid der Reihe nach ihre Wal.ze adge- droschen«» Phrasen oblouscn ließen, scheuen sk dies mal von ihrer Parolen- und Ma'ermlfvbeik m der Roseickhaler Straße schlecht oer- sorgt worden zu sein. Die Ke.mmunislen waren in der Defensioe, al» unser» Redriee di« Tätigkeil der APD. in den Gewerlschaften und im Portonient der Bersaenmlung vor Augen sühnen, wozu besonders ein vor dem Lotol verleilt«» kommunistisches Flugblatt mit den üblichen Verteumdungen unserer Partei Beroickassung bat. Die Komminifften hatlen darauf nur zu antworten, daß. nachdem di« SPD.-Redner der KPD. ihre Sünden und Verbrechen an der Ar- beilerschaft vorgehalten hätten, sie gezwungen seien, auch der SPD. ihr« Sünden vorzuholten. Und wa» hatte der KPD�Redner zu sagen? Er flanvnelk etwas vom Magdeburg« Prqieß und de» houpdete, der Staatsgcrichtshof m Leipzig hätte umer Mitwirkung der sozialdemokratischen Beisitzer Landsberg und Heine Bluturteile über harmlos« Arbeft« gefällt. En, Zwischenruf, daß die Genann» >»n keine Beisitzer des Staatsgerichtshäl«» seien, brachte den LPD.> Redner aus dem Konzept. Di« Lecsannnlung qufttiert« mft ein« Lachsalve über diesen Remsall. Nach dieser Auseinandersetzung war da» Ergetmi» der Kam- miffionswahl nicht wehr zweifelhaft. Mit Majorität wurde die Liste Lowak(Amsterdamer Richtung) gegen die Moskauer ge» wählt. In der bisherigen Aommissionsbcsetzung hatten die Loi» munisten di« übergroße Mehrheit. Ein Vettrag gegen die gute» Sitte«. In d« Rocht vom Dienstag zum Mftuvoch war in den Ger« niania-Salen, Chausseestraße, die Arbeitnehpierschast der Hotel- hetriebs-Aktiengesellschast. der Inhaberin des Hotel Bristol. Zentrcl. Hviel, Cafe Kranzler, Cast Bauer, Heidelberger, Wintergarten und Bellevu«, serner der beiden Hotels Adlon und Continental oersam- rnclt. Die Versammlung nahin nach ausführlicher Aussprache eine Resolution an, in der zu folgenden Lorgängen Stellung genommen wurde. Aus Anlaß eines Prozesse» der Hotelbetriebs-Aklienaesell« schast gegen den früheren Direktor des Hotel Bristol, Herrn Kretschmar, jetzt Generaldirektor der Firma Hotel Adlon-Contineutal, der sich gegen di« Annahm« des Gene» raldirektorpostens im Hotel Adlon durch Kretschmar wendet, wurde ein Vergleich abgeschlossen, der die gesamte Arbeitnehmer- Adlon-Continental andererseft» verpslichlet. Arbeitnehmer, die nach dem 1. Januar 1924 in einem Betriebe der beiden Firmen beschäf- ligt waren, bis zum Jahr« 1924 nicht in einem Be- triebe des anderen Kontrahenten zu besch ästigen. andernfalls soll«ine Aonventlonalstrase von 50 000 M. fällig werden. Die Großen haben sich also aus Kosten der Kleinen geeinigt. Die Versammelten dezeichneten diesen Vertrag ai»«inen ässentlichen Slandal. der die Vernichtung der Esüstenz»i»»» erheblichen Teiles der Arbeitnehmerschaft nach sich ziehen könne und der deswegen nach z 826 des BGB. als eine gegen die gulen Sitten verstoßend« Handlung anzusehen wäre. Die Zkrsaminliing hat den Zentralver» band der Hotel-, Restaurant- und Easeangestellten deaiistrogt, mft allen zu Gebot« stehenden Mitteln gegen diesen Bertrag vorzugehen. insbesondere jeden für di« Arbeitnehmer entstehenden Schaden ge» ......''-—"----""—*—"' Angriffe» auf hen Köche _ �________ WWW! anzunehmen. eventuell soll«ine allgeineine Sperre über die Betrieb« verhängt werde», wenn die anzubahnenden Berhandlungc» zu deinem Ergebnis führen._ Eisenbahnerstreik in Thin«. New 0orf, 28. Januar.(TU.)«ach einer Meldung au» «chaugbai baben die chinesischen Heizer nnd Zugführer auf der Elsenbahnlinie Nanking den Streik erklärt. Sie weigern iich, ihr Leben anf« Spiel zu setz»», indem sie dir Truppe« in die Feuerlinie befördern._ ver ZUm.Schnöcke* läuft am Gannta«. den I. ssedr. imchtn. 8. Sft, und h Uhr IN den Räumen de»«erllne« Spar- und Banne I ein«, Ednrlottcuburg, SSnigw-Eüsabeth. Straße ad.«wtrittStalte üu Lefelaal der Nnftedlimg. 8«tonl»ortIidi ftr tSofllif: 6>»iD»tlfdKi|tsb»»MQun' «ruft Ktmltt: nirtfchaft:«rcha» Catem«; S-Iole» weillchatlibewesuna: Z. Eteiur«: geu>II-I»ni 8». OSlan»! L»!< und Sonliiseai gri» Ro-v-dt: Aiuickaea: Ad ISmiltch i» Berli» Na«: Boru><>rl»-Keil»a®.« d. v. B-Ili». Dn-a: Beela« uud Scrlaasonftali ..._____■_____ t«fal»-9aA6r5 Pt Pfd SS l»f. | frima fettes Ochsenffieisch jjefroren. Pfund 0a50 Sei» Q>«ibaut Doxrfnd u, R'Chevreau. all« Graden, 6.90 3.93/ Damen-Schndrechuhe. gutes Cromleder, GröSe 55-57 3»0 X Orlg. Goodyear Welt Halbichuhe a.-SHeid, teils braun 9.80 ✓ Moderne Lnxus-Spangeo-Sehnürsdiuhe In Lack und Leder II 90. 9.10-- Ein Posten feine Luxus- und Strahensehuhe In Nubuk braun und sdiwarx Boxkell-, Boxrind- o Chevreau SAnOr Spenge o. Pumps. CrOSe 55 17. teils gröbere Nommera Serie I 7.90. Serie II 4 90 Warme Damen-Hausschuhe 95 Pt x Klnderstielel KamelhaarsA.ihe. 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