Nr.50 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 26 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatit S, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburs 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags heilage Bolt und Reit" mit„ SiedJung und Afeingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Bisfen und Frauenbeilage Frauenstimme" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille. zetle 70 Pfennig. Reklamezeile 4, Reichsmart. Aleine Anzeigen" bas fettgebrudte Bort 20 Pfennig ( auläffia amei fettgedruckte Worte), jebes meitere Wort 10 Pfennig. Stellengesuche bas erste Wort 10 Bfennig, fedes weitere Wort 5 Bfennig. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Summer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet non 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Freitag, den 30. Januar 1925 Herriot korrigiert sich. Seine Mittwochrede wird angeschlagen. Paris, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht) Zu Beginn der heutigen Nachmittagsfihung der Kammer ergriff Ministerpräsident Herriot das Wort, um zu erklären, daß er mit seinen Ausführun. gen am Mittwoch nicht das demokratische Deutschland gemeint habe und feine politik nach wie vor die Unterfügung der demokratischen Kräfte in Europa und vor allem der republifani fchen Parteien in Deutschland zum Ziele habe. Wir haben Beranlassung, anzunehmen, daß Herriot zu dieser Erflärung von der sozialistischen Frattion veranlaßt morden ist, die heute eine mehrstündige Sigung abgehalten hat. Für die Schwentung, die Herriot am Mittwoch vollzogen hat, gibt es feine andere Erklärung als die, daß er von der Oppofition in der Vatikanfrage aufs schwerste bedrängt, durch ein Ab. lenfungsmanover feine parlamentarische Situation retten wollte auf Roften Deutschlands. Zu Beginn der heutigen Nachmittagsfizung gab der nationali. ftische Abg Le mire seinem Befremden darüber Ausdrud, daß in dem offiziellen Protokoll der Mittwochsfizung verschiedene 3 mi. fchenrufe unterdrüdt worden seien, so u. a. auch fein wi fchenruf, durch den er Herriot darauf aufmerksam gemacht habe, daß er diesmal die Sprache Poincarés rede. Wenn die Rechte für den öffentlichen Anschlag der Rede stimme, so geschehe dies vor allem um der Erklärung Herriots willen, daß der Rhein die einzige Garantie für die Sicherheit Frankreichs bilde". Herriot erwiderte darauf, daß er aufs tiefste bedauere, daß seine Rede bereits jekt Anlaß zur Bolemit gebe. Die von Le Mire aufgeworfene Frage fei aus dem Zusammenhang herausgeriffen. Er habe allerdings er flärt, daß Frankreich nunmehr der letzten Gelegenheit gegenüber. steht, das Problem feiner Sicherheit zu regeln. Er habe aber weiter. hin erklärt, daß feine Haltung nicht von dem versteckten Wunsch bittiert sei, auf unbegrenzte Beit hinaus am Rhein zu blei ben. Worauf er hinarbeite, sei die Errichtung eines Regimes, das Frankreich im Rahmen des Friedensvertrags volle Sicherheit gäbe. Sein Programm sei französisch und demokratisch. Er lege Wert dar. auf, sowohl das eine wie das andere zu unterstreichen. Er habe ge sprochen, wie es ihm sein Gewiffen diftiert habe, um zu beweisen, daß die Republitaner nicht weniger um die Sicher. heit Frankreichs beforgt seien wie andere Parteien. Es wäre ein Irrtum, wenn man einen Gegensatz zwischen seinen Erflärungen fonstruieren wolle. Er habe vor allem einen Appell an die De mokratien der ganzen Welt gerichtet und fein Wunsch gehe dahin, alle parteipolitischen Gesichtspunkte zurückzustellen, damit kein Zweifef über die Absichten Frankreichs gegenüber Deutschland bestehe. wenn dieses es ablehne, der Politik der A11deutschen zu folgen Seine Bolitit sei ein Appell an die Bernunft, an die Elemente der Freiheit und des Friedens, auch in Deutschland, damit man endlich zu einem Regime der Arbeit fomme, das nur dann möglich fei, wenn der Frieden gesichert sei. Daraufhin hat die Rammer mit 541 gegen 32 Stimmen den Heute Kampftag in Preußen. Entscheidung oder Verschleppung? Heute tritt der Preußische Landtag wieder zusammen, um die Wahl des Ministerpräsidenten vorzunehmen. Die Rechtsparteien wollen die Wahl ver tagen, um ihre 3ermürbungs- und Erpresſertaftit fortzu fegen. Heuchlerisch behauptet ihre Bresse, die Zeit zur Schaffung einer verfassungsmäßigen Regierung in Breußen dränge- aber man müsse Zeit für ernsthafte Berhandlun gen" schaffen. Die Parole müsse deshalb fein: vertagen, aber nicht verschleppen", schreibt die„ Deutsche Tageszeitung". Bertagung ist Verschleppung, Verschleppune ist aber angesichts der unverhohlenen Drohungen der Rechten mit einer Staatsfrisis unvereinbar mit staatlichem Berant wortungsgefühl Die drei Koalitionsparteien find fich deshalb wie wir hören darüber einig daß heute die Wahl des preußischen Ministerpräsidenten erfolgen muß Sie werden sich deshalb gegen die Verschleppungsabfichten wenden und gegen die Bertagung ftimmen. Die Rechte wird sich der unentwegten restlosen Bundeshilfe der Rommunisten versichern müssen, wenn sie heute die Bertagung durchsetzen und die Krise verschleppen will Eine interfraftionelle Besprechung der drei Roalitions parteien hat gestern nicht mehr stattgefunden. Die Zentrums fraktion hat offizielle Beschlüsse auf heute vertagt. Die Kandidaturen der Herren Horion und Adenauer, die beide eine Aufstellung abgelehnt haben, find überholt. Die Roalitionsparteien find sich politisch einig. Sie werden wahrscheinlich ihre Stimmen geschlossen für Otto Braun abgeben. Rechtsregierung und Rheinland. Eine Warnung an die Staatskrisenmacher. Köln, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht) Der Borstand des Bezirtsverbandes der SPD., Bezirt Obere Rhein proving bat folgende Rundgebung an den Reichspräsidenten, den öffentlichen Anschlag der außenpolitischen Rede Herriots befchloffen In der sozialistischen Fraftionstigung, die zuvor über die von der Fraktion einzunehmende Haltung beriet, wurde mit 53 gegen 15 Stimmen befchloffen, für den Anschlag der Rede zu ftimmen. Soir" durch zwei Tatsachen erttären zu fönnen, einanal durch den Die Mittwochsrede Herriots glaubt Gen. Frossard im Paris miserfolg der deutsch- franzöfifchen Wirtschaftsverhandlungen, und dann durch das Zustandekommen des Minifteriums Luther. Deutschland habe die Verständigungsbereit. schaft Frankreichs mit der Bildung eines reattionär natio. nalistischen Rabinetts beantwortet und habe sein Schiafal den Revandeparteien anvertraut. Bon der deutschen Republit jei außer der Faffade nichts mehr übrig geblieben P Die Politit Herriots fei stets auf die Unterstüßung der Demokratie in allen Ländern gerichtet gewesen Seine Rede sollte nicht nur eine Barnung an die deutsche Reaction, sondern auch ein Appell an das demokratisch Deutschland darstellen. Die Opposition habe aber die Absichten Herriots mißdeutet, und sie in einem falscher. Lichte erscheinen lassen. Diese Berstellung seiner Absichten werde Herriot zweifelsohne durch Taten beantworten. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bostichedtonto: Berlin 375 36- Banffonto: Direktion der Diskonto- Gefellichaft, Depofitentañe Lindenstraße 3 Luthers Skandal. Weitere Aufklärung dringend erforderlich. Regierung und bürgerliche Parteien hatten die Absicht, den Borstoß der Sozialdemokratischen Partei gegen die Vers schleuderung vieler Hunderte von Millionen an das Ruhrgroßkapital totauschmeigen. Das ist ihnen nicht gelungen. In den Sigungen des Haushaltsausschusses des Reichstags vom Mittwoch und Donnerstag sind sie zum teilweise Aufklärung des Standals erreicht. Es handelt sich Reden gezwungen worden. Es wurde zunächst eine dabei um zwei Dinge: erstens um das Abkommen, das mit Micum- Leistungen getroffen worden ist, zweitens um das der Schwerindustrie zum Ersatz von Ruhrschäden und Sonderverfahren für den Ersah von Ruhrfchäden, auf den die Massen der fleineren und mittleren Geschädigten Anspruch hahen. Die weitaus größere Bedeu tung hat das Abkommen mit dem Ruhrkapital Durch die Verhandlungen im Haushaltsausschuß ist einwandfrei festgestellt, daß eine gefegliche Grundlage das Abtommen mit den für Großindustriellen nicht besteht. Dieses Abkommen ist gesetzlos, es ist gesezwidrig. An dieser Tatsache ändert auch nichts die Anfündigung der Regierung, daß sie die Die rechtsstehenden Abendblätter behandeln Herriot als einen nachträgliche Billigung im Reichstag einholen will. Es reuigen Sünder und erklären sich bereit, seine verspätete Besteht fest, daß die einzige Grundlage für dieses Abkommen fehrung zu verzeihen. Der reattionäre Intransigeant erflärt, iene Briefe bilden, die der damalige Reichskanzler daß Herrion jetzt an der Seite von Millerand und Boincaré inmitten Stresemann im Herbst 1923 an die Ruhrindustriellen aller Batrioten figen tönne, deren Warnungen er bis jetzt verfchmäht gerichtet hat. habe Auch in der Innen politit werde er sich wohl zu Rongef fionen bequemen müssen, und dann der Unterstübung aller Bürger sicher sein können " Der Temps schreibt, die Rede Herriots habe gezeigt, daß, wenn es fich um feine Sicherheit handle, Frantreich eine einheitliche Front bilde. Benn Herriots Taten feinen Worten entsprächen, so werde das eine Rüdwirtung auf die Länder haben, die die französische Außenpolitik mit Aufmerksamkeit perfolgen. Die Freunde Frankreichs würden darin den Ausdrud feines Willens zum Frieden erblicken, die Feinde Frankreichs würden darin die erforderlichen Warnungen sehen. Erfte Vorbereitung eventueller Räumungspläne. Condon, 29. Januar.( WIB.) Wie Daily News" meldet, hat die Ankunft des britischen Rheinland- Generals Cane in London erneut zu Gerüchten Beranlassung gegeben, daß eine Räumung des Kölner Gebiets erwogen werden soll. Das Blatt fchreibt, obgleich diese Gerüchte, soweit fie die nahe Zukunft betreffen, völlig unbegründet feien. werde doch angenommen, daß die Militärbehörden die Räumungspläne längere Zeit vor der Durchführung der Räumung entwerfen würden. Die britische Regierung ers warte, wie allgemein befann fei, daß Deutschland die Bedingungen, von denen die Räumung des Kölner Gebiets abhängig fei, bald erfüllen werde, und die Räumungsvorbereitungen für die briti schen Besatzungstruppen feien ein Problem. das forgfältig ausge arbeitet werden müsse Reichskanzler und an die Präsidenten des Reichstages, des Preußi schen Landtages und des Preußischen Staatsrates gerichtet: Die politische Entwicklung im Reich erfüllt die Massen der wert. tägigen Bevölkerung im befehter Gebiet mit großer Sorge. Man empfindet der Uebergang der Regierungsgewal an monarchistische Parteien als ein Bedrohung der Republit und der im der Berfassung gewährleisteten Boltsrechy Seit einigen Wochen ist eine Wiederbelebung separatistischer Ströman gen unverkennbar. wobei Mißtrauen und Abneigung gegen frühere preußische Regierungsmethoder mitwirten Die gegenrevolutionäres Borgänge in Breu Ben steigers die Beunruhigung von Tag zu Lag Bolksparteiler und deutschnational Politifer und Zeitungen drohen, die preußische Regierungstrife in ein Staatstrife zu treiben wenn dem Biller dieser Parteie. nich entsprocher wird Wie die legten Wahler zum Reichstag und zum preußischen Landtag, bewiesen haben, steht die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung des befegten Gebietes nicht im Lager der Rechtsparteien. Jede ver. faffungswidrige Politik muß im Rheinlande Wirkungen auslösen, die für Breußen und das Reid, verhängnisvoll werden können Dieser Auffassung schließen wir uns an mit neun Zehntein der rheinischen Bevölkerung, die oft genug ihre Reichstreue, aber auch ihre Treue zur Verfassung bewiesen hat. In letzter Stunde war. nen wir aus dem besetzten Gebiet diejenigen, die offenbar die Folgen ihres revolutionären Tuns noch nicht erkannt haben." Ludendorffs trübseliges Ende. München, 29 Januar( Eigenes Drahtbericht., Wie aus z verfäffiger Quelle verlautet, hat sich Ludendorft nunmehr end gültig entschloffen, sich aus der attiven Bolitik zurüd. zuziehen. Die Beranlaffung zu diesem Schritt ist angeblich in ber Haltung der Offiziersverbände zu sehen, die damit endlich aus dem Zwiespalt herauszufommen fuchen, der sich für sie durch den Konflikt Ludendorff Kronprinz Rupprecht ergeben hat. Ludendorff soll auch zur Niederlegung feines Reistags manbats bereit fein, bagegen will er weiterhin der Schirm. herr der völlischen Bewegung bleiben. Es liegt weder ein Gesetz noch eine Notverordnung auf Grund des§ 48 der Reichsverfassung vor, auf die sich die Maßnahmen der Regierung stüßen könnten. Das Etatsrecht des Reichstags, das vornehmste Recht des Parlaments in jedem demokratischen Lande, ist auf unverantwortlicher Art und Weise verlegt worden. Berlegt worden von dem da maligen Finanzminister Luther. Der heute der Reichstanz ler des Rechtsblocks ist. Die Deutschnationalen und ihre Bundesgenossen von der Deutschen Bolkspartei behaupten jetzt, daß die damaligen Zu ficherungen an das Ruhrfapital eine Tat der Großen Koalition sei. Diese Behauptung ist unwahr. Gerade während der Großen Koalition sind die Zahlungen an die Ruhrindustriellen eingestellt worden. Der erste Brief Stresemanns datiert vom 13. November 1923, die Sozialdemokraten waren aber schon am 2. November 1923 aus dem Kabinett ausgeschieden. Diese unwahrheit bricht also fläglich zusammen. Nunmehr machen fich die Rechtsparteien zum Mitschuldigen der Regierung. Der Volksparteiler Moldenhauer behauptet, daß deren Haltung einwandfrei gewesen sei; der Deutschnationale Dr. Quaat sat der Regieruna sogar feiner Dent ausgesprochen. Die Verhandlungen haben aber auch Klarheit über die Höhe der bisher verschleuderten Summen ergeben. Die Befürchtungen, die man in dieser Hinsicht hegen mußte, find meit übertroffen morden. Nicht 600, sondern 715 MilGonen follen an Entschädigungen gezahlt werden: davon sind 655 Millionen bereits ausbezahlt. 60 Millionen sind noch nicht zur Auszahlung gelangt, und zwar warten gerade die kleineren und mittleren Gefchädigten auf die Entschädigung. Es steht also fest, daß das Großfapital restlos befriedigt worden ist, während die minder leistungsfähigen reise bisher das Zusehen gehabt haben. Die Schwerindustrie des Ruhrgebiets, der diese Entschädigungen von dreiniertel Milliarden zugeflossen sind, hat bis in die letzten Tage hinein in der Deffentlichkeit über die Höhe der sozialen Belastung geflagt. Sie hat auf ihre Schä oigung durch die Ruhrbejegung hingewiesen, um ihre sozialreaktionäre Haltung zu begründen. Sie hat aber die dreiviertel Milliarde Entschädigung bereits in der Tasche gehabt! Nicht aufgeflärt wurde bisher die Frage, in welcher Art die Berechnung der Schäden erfolgt ist. Troz des Drängens der sozialdemokratischen Vertreter hat die Regierung bisher feine Angaben darüber zu machen vermocht. Es ift ferner noch nicht aufgeklärt, wie die Schäden ermittelt, welche Preise gezahlt, ob auch die ent gangenen Gewinne mit berechnet worden sind. Nicht aufgeflärt ist weiter. ob die Anrechnung früher geleisteter Entschädigungen für Lohnficherungen, für die Ausgabe von Notgeld usw. erfolgt ist. Schließlich fehlt noch der Nachweis darüber, wie die Verteilung der zwei Drittel Milliarden durch die Ruhrtohle A.-G. vorgenommen worden ist, was mit Sicherheit darauf schließen läßt, daß eine Prüfung der Schäden in den Einzelfällen überhaupt nicht erfolgt fein tann. W Die Sozialdemokratische Partet hat durch Hermann Müller ankündigen lassen, daß sie sich einen Antrag auf Einberufung eines Untersuchungsausschusses vorbehalte. Die Sozialdemokratische Partei hat durch ihren Redner feinen Zweifel darüber gelaffen, daß sie das fchärffte Mißtrauen gegen die Regierung hat, ganz gleich, ob es sich dabei um den Reichskanzler Luther oder den Finanzminister Luther, um den Reichskanzler Stresemann Auch eine Berichtigung. He loder den Außenminister Stresemann handelt. Die Kommu-| mehr der Revolution nicht mehr für möglich hielt. Zeuge Dr. I nachdem die banerische Regierung durch die Begnadigung den tisten hatten einen gar nicht ernst gemeinten Mißtrauens- 3ahnbrecher, früher maßgebendes Mitglied der Bayerischen schweren Fehlspruch des Münchener Volksgerichts in aller Deffentlichintrag eingebracht, von dem Herr Stoecker selbst zugeben Bolfspartei, schilderte die schauderhafte Ropflosigkeit, feit zugestehen mußte. nußte, daß nach der Geschäftsordnung keine Möglichkeit be die beim Ausbruch der Revolution in München geherrscht habe. Der Zwar hat das bayerische Justizministerium die Kühnheit auf teht, darüber abzustimmen. Daß die Sozialdemokratische Ministerpräsident Dand! und der damalige Kriegsminister v. Sel gebracht. in einer offiziösen Zeitungsnotiz zu behaupten, die Schuld Bartei nicht nach kommunistischer Art Komödien aufzuführen lingrath hatten ihm einen jammervollen Eindruck gemacht. Fechenbachs stehe nach dem Gutachten des bayerischen Obersten jebenkt, sondern den Kampf um volle Aufdeckung der Zeuge Dürr, Stadtkommandant von München, wird von dem Landesgerichts einwandfrei fest. Das ist aber einfach Ruhrforruption mit der größten Entschiedenheit betlagten Winter gefragt, ob nach der Ermordung Eisners in nicht wahr! Das Oberste Landesgericht hat in seinem Gutweiterführen wird, das werden nunmehr die Berhand- lintsgerichteten reisen nicht die Ansicht verbreitet achten sich ausschließlich auf die Revisionsgründe beschränkt und lungen im Plenum des Reichstags erweisen. war, daß Auer an dem Mord beteiligt oder indirekt der die tatsächlichen Fesstellungen des Gerichts ausdrücklich als bindend Urheber des Mordes war. Zeuge Dürr: Bon lintsgerichteten behandelt. Der prüfende Senat hat also das Urteil nur rein Kreisen fann man nicht reben, das waren närrisch geworfermal juristisch nachgeprüft, die Nachprüfung der soge. Bir fragten im Leitartikel unserer Abendausgabe von gestern dene Leute, die glaubten, die Revolution so gestalten zu können, nannten tatsächlichen Feststellungen aber unterlassen, sie vielas Reichsfinanzministerium: daß jeder ein schönes Leben führen kann. Aus dieser Situation her- niehr als zutreffend unterstellt, obwohl( oder weil?) sich ge= Hält man es für völlig einwandfrei, daß einer jener wenigen aus entstand die Stimmung gegen Auer und das Attentat. Auch rade diese tatsächlichen Feststellungen auf die sig Herren, die diese Entschädigungsfragen im Reichsfinanz- der Attentäter Lindner war närrisch geworden. Zeuge Redaf das Urteil aufbaut, als mit der Wahrheit nicht ministerium zu bearbeiten haben, vor wenigen Tagen, tcur Stenzle vom„ Miesbacher Anzeiger" soll Aussage vereinbar erwiesen haben! Das Gutachten kommt im also wahrscheinlich nach dem Abschluß des Vertrages, in die machen über die angeblichen Machenschaften Auers mit monarchiiii- übrigen und zwar nur sehr bedingt zu dem Ergebnis, daß Dienste des Reichsverbandes der Industrie geschen Hintermännern. Er erflärt furz: Ich weiß gar nichts. rechtliche Bedenten gegen das Urteil nicht vorzuliegen( che 1Das Reichsfinanzministerium antwortet darauf: Auf die Frage des Vorsitzenden, ob Auer ihm jemals Material benen, wobei alle sa chlichen und tatsächlichen Bedenken schafft habe, antwortet der Zeuge:" Mir niemals. Ich habe außer acht gelassen werden. Aber selbst diese Schluß, folgerung ist nur infolge eines schweren Irrtums möglich*), nie eine Verbindung mit Auer gehabt." der, wenn er einem gewöhnlichen Sterblichen in einer so wichtigen Entscheidung unterlaufen wäre, als leichtfertig gebrandmackt würde. Bon einer Feststellung der Schuld Fechenbachs ist aber im Gutachten des Obersten Landes: gerichts nichts zu lesen! Es blieb dem bayerischen Justizministerium überlassen diese angeblich einwandfret feststehende Schuld" aus dem Gutachten herauszudeftillieren, um damit zu bemänteln, daß man in Wirklichkeit mit Fechenbachs Begnadigung einen ungeheuerlichen Fehlspruch des Münchener Bollsgerichts zu geben mußte. treten ist?" Zu dem Leitartikel im„ Borwärts", Nr. 49, vom 29. Januar 1925 wird bemerkt, daß der jetzt zum Reichsverband der Deutschen Industrie übertretende Beamte des Reichsfinanzministeriums weder an den maßgebenden Ber. handlungen noch an der Entscheidung über die Entschädigung für die Micumlieferungen mitgewirkt hat." Die von uns beleuchteten Tatsachen werden nicht bestritten. Diese Angelegenheit wird in dem parlamentarischen Untersuchungs. msschuß, den die sozialdemokratische Reichstagsfraktion über den Skandal der Ruhrentschädigung beantragt, aufgeklärt werden. Die Arbeiter die Leidtragenden. Der von der Guzialdemokratie aufgedeckte Finanzskandal vermlaßt das Organ Stegerwalds," Der Deutsch e", deutlich von dejem Finanzgebahren des Bürgerblods abzurücken. Das Blatt threibt: Die an die Industriellen zur Auszahlung gekommenen Entschädigungen veranlassen aber auch auf die Tatsache hinzuweisen, daß innerhalb der Ruhrindustrie die Löhne und auch die Anappschaftsleistungen dauernd mit der Behauptung gebrüdt worden sind. die Industrie habe die Micum- Lasten aus eigener Tasche zu decken. Die Massen der Ruhrarbeiterschaft find also in erster Linie die Leid. tragenden gewesen, während die Industrie durch den Empfang hat. Man wird diese Tatsache bei fünftigen 2ohnver. handlungen beachten müssen. Wir fügen hinzu: auch bei den sozialpolitischen Beratungen im teichstag, bei denen die Scharfmacher der Reaktion gerade aus den treifen der Ruhrindustrie stammen. Zum Fall Fechenbach. Der zehnjährige Ehrverlust nicht aufgehoben. Am 20. Dezember 1924 wurde Felix Fechenbach pon der bayerischen Staatsregierung„ begnadigt". Erst am 21. Januar 1925 sandte ihm die Staatsanwaltschaft beim Landgericht München I folgende Mitteilung: „ Laut Entschließung des Staatsministeriums der Juftig vom 19. Dezember 1924 r. 2864/22 B wurde die durch das Urteil des All das, was wir hier ausgeführt haben, ist natürlich auch der Boltsgerichts München I vom 20. Oktober 1922 gegen Sie ausgetayerischen Regierung bekannt. Will sie nun trotzdem Fechenbach prochere Gesamtzuchthausstrafe von 11 Jahren auf drei Jahre weiterhin mit dem zehnjährigen Ehrverlust belastet wissen und das Damotlesschwert der vierjährigen, jederzeit widerruflichen Bewährungsfrist über ihm hängen lassen? sechs Monate gemindert. Die Strafvollstreckung gegen Sie ist sofort zu unterbrechen. Es wurde Ihnen für den dann noch bestehenden Strafrest eine Bewährungsfrist bis zum 1. Oftober 1928 bewilligt. gez.: K. E. Baur." Gegen Rechtsblock und Kommunisten. Massenversammlung in Lübeck. haus fand heute abend eine überfüllte, von dreitausend Bersonen beLübed, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Im Gewerkschaftssuchte Versammlung mit dem Thema:„ Rechtsblod Ar= beiterverrat der KPD." statt. Reichstagsabgeordneter Leber rechnete mit dem arbeiterfeindlichen Verhalten der Kommunisten ab. Drei kommunistische Diskussionsredner, von denen einer fast eineinhalb Stunden sprach, versuchten vergebens die Aufmerksamkeit der Bersammlung von dem verräterischen Verhalten der Kommunisten. im Breußischen Landtage abzuziehen. Der Referent fertigte ihre Manöver ab, die Versammlung nahm gegen wenige fommunistisc Stimmen, die in der Masse ganz verschwanden, eine Resolutio an, die dem Rechtsblod den schärfsten Kampf anfar und das arbeiterfeindliche Berhalten der Komm nisten auf das schärfste verurteilt. Hiernach ist also Fechenbachs unmenschliche Strafe von 11 Jahren cuf 3 Jahre 6 Monate Zuchthaus gemindert. Davon hat er bereits 2 Jahre 4 Monate verbüßt, so daß ihm für 14 Monate, und zwar bis zum 1. Oftober 1928, Bewährungsfrist bewilligt wurde. Fechen bach war aber auch zu 10 Jahren Ehrverlust verurteilt und es ist bisher untlar gewesen, ob diese Rebenstrafe" aufgehoben ist oder nicht. Nachdem jezt die schriftliche Ausfertigung der Begnadi gung vorliegt und darin der 10jährige Ehrverlust mit feinem Wort erwähnt ist, muß angenommen werden, daß der Berlust der bürgerlichen Ehrenrechte für 10 Jahre noch weiter hinauf Fechenbach lastet. Diese Tatsache ist eine Ungeheuer lichkeit, zumal nach der übereinstimmenden Auffassung angefehendster deutscher Rechtslehrer Fechenbach wegen eines Berbrechens verurteilt. wurde, das er gar nicht begangen hat und das, wenn er es begangen hätte, am Tage der Aburteilung längst verjährt gewesen wäre. Es ist für das Empfinden aller rechtlich Dentenden unerträglich, daß man mit dieser Art, Begnadigung" den Fall Fechenbach erledigt wiffen will, wie die bayerische ceaktionäre Presse meint. Es geht. nicht an, daß man einen bisher unbescholtenen Menschen, der aus rein politischen Motiven gehandelt hat, noch weitere vier Jahre mit dem Bleigewicht der Bewährungsfrist belastet und ihn noch 10 Jahre wie einen gemeinen Verbrecher der bürgerlichen Ehrenrechte entfleidet, nachdem einwandfrei festgestellt ist, daß er das Berbrechen, weshalb er verurteilt wurde, gar nicht begangen hat. Dabei ist noch zu beachten, daß die Bewilligung der Bewährungsfrist in stets widerruflicher Weise unter dem Borbe in ftets widerruflicher Beise unter dem Borbe halt guter Führung" erfolgt ist. Was man aber in Bayern unter guter Führung" versteht, weiß kein Mensch. Fechenbach ist Am Donnerstag äußerte sich der erste Borstgenbe der ständig der Gefahr ausgefeßt, falls er in Ausübung seines journa. reien Gewerkschaften Schiefer über die Unterredung liftischen Berufs einen der bayerischen Regierung unbequemen Artikel fuers mit dem Minister des Innern in der Nacht zum 8. Novem. schreibt, zur Berbüßung des Restes seiner Zuchthausstrafe vom Müner, der er als 3euge beigewohnt hat. Aus den Worten des Michener Staatsanwalt wieder eingezogen zu werden. Diese Möglichifters war zu entnehmen, daß der Minister von sich aus eine Abteit muß der bayerischen Staatsanwaltschaft genommen werden, 3. C. B. Mohr, Tübingen 1924. Der Prozeß Auer- Winter. Gerüchte und Anfichten närrisch gewordener Leute. München, 29. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Im Auer- Proeh erschien am Mittwochabend Geheimrat Döberl, Professor der Bayerischen Geschichte an der Universität München, am Beugentisch. öbert ist bekannt als grundfäßlicher Anhänger des alten Regimes. lls Zeuge erklärt Döberl, daß er auf Grund seiner streng wissen häftlich angestellten Untersuchungen auch heute noch feft davon berzeugt ist, daß die Leitung der mehrheitssozialdemokratischen Bartei in München, vor allem ihr Führer Auer, mit der Revolu on nichts zu tun hatte und sie nicht wollte. Rechtsanwalt Graf eft alozza richtete dann an den Reugen die Frage, ob Auer legner des revolutionären Umsturzes gewefen fei im Intereffe der rhaltung der Monarchie. Zeuge: Ich glaube nicht im Interesse der Ronarchie, sondern der Arbeiterschaft und, wie ich glaube, auch im itteresse des Baterlandes. Und es soll am deutschen Wesen..." Von Dr. Kurt Schumann. Den Nobel- Friedenspreis Ram'ay Macdonald zu verleiht chlägt die finnide Friedensvereinigung vor. Gerosse Macdore: ist zurzeit auf der Rückreise von Jamaica nad England. Seurah en f Neuwahlen in fugemburg. Wegen der Unmöglichkeit, bei egten Parteiverhältnissen ein nerce Stebinet au billen, is i Luremburgisce Kammer aufgelöst werden. außefchrieben. Der Anstoß zur Krie gab die Ablehnung d Eisenbahnablommens mit Belgien, e Minderheitenredit in Südslawien. Wie die Belgrader. Bratodi ( nichtfommunistijd) mitteilt, bat der Junenminister or mowi erflärt, daß er sich mit der Aufforderung der deutschen A geordneten, die Berfolgung der deutichen Minderheiten einzu ftellen, erit nach der Bahl beschäftigen fann! Siehe:" Der Fall Fechenbach. Juristische Gutachten." Bei Teutonentum der Inflationszeit in flottem Tempo glänzend heraus. Das Haus spendete begeisterten Beifall und rief den Dichter wieder. holt heraus. Die Deutschnationalen hatten, gegen Toller und feine Komödie eine wüste Hege entfaltet, die durch den unbestrittenen großen Erfolg auf das glänzendite pariert wird. tionen, die fich un höflichsten gegen die Fahrgäste benehmen, bis| geleitete Ensemble bradyte die übermütige, beißenbe Satire auf das unsere Polizeipräsidenten nicht mehr die Mütter mit Haft und Geld. Strafen bedrohen, die mit ihren Kinderwagen auf einem Brome. nadenwege stehen bleiben oder zu zweit nebeneinanderfahren, bis Bir waren früh von Camden Town im Londoner Norden ab- unsere Bahnhofsvorstände sinem fremden Reisenden, der verkehrt ereift. Der Abschied von meiner Wirtin, deren Sohn durch eine gefahren ist, dies nicht an seinem Geldbeutel entgelten laffen, bis eutsche Kugel die Sprache verloren hatte, war ebenso herzlich ge unter unseren Berbotstafeln Dante schön steht ufm. Aber wir emesen wie damals, als ich am 2. August 1914, von den Tränen tönnten wenigstens schon jetzt erwarten, daß der Reisende an unseren er ganzen Familie begleitet, nach Deutschland fuhr. Wir jaßen auf Grenzstationen nicht gleich den Eindruck erhält, daß jene seitungen em Berded eines Omnibusses und blickten noch einmal aus luftiger vielleicht doch nicht ganz Unrecht gehabt hätten, die uns während des jöhe auf das lebhafte Treiben der Weltstadt, während die Koffer Krieges als Hunnen und Barbaren beschimpft haben. Wenn auch nten beim Schaffner standen. Durch das Scharnierband meines ein längerer Aufenthalt in Deutschland diese Befürchtung zerstreuen toffers hatte ich ein paar schöne Nellen geftedt, eine letzte sichtbare wird, so darf doch die vielfach ausschlaggebende Bedeutung gerade itinnerung an drei Sonntage am Strande der Insel Wight. Kurz des ersten Eindrucks nicht unterschäßt werden. Das deutsche Vol or Victoria- Station erschien plöglich der Schaffner mit besorgtem fann es sich wirklich nicht leisten, sich auch weiterhin in der ganzen Besicht auf dem Oberded und fragte mich: hatten Sie nicht ein Welt verhaßt zu machen, weil die deutsche Republit es nicht vercar Blumen an Ihrem Koffer? Ich bedaure sehr; fie sind versteht, die Bentheims an seinen Grenzen und auch anderwärts in chwunden." Ich bedauerte auch, und er stieg nochmals hinunter. republikanischem Geiste umzugestalten. urchsuchte alles und kam wieder herauf, um mir zu versichern, wie eid es ihm tue. Das war meine lente Erfahrung mit englischen Beamten. Zwei Stunden später faßen wir auf dem Blissinger Boote, und wol Stunden später fuhren wir im holländischen Zuge in die eutsche Grenzstation Bentheim ein. Ich dachte mit Behmut det öflichen englischen Zöllner in Southampton, als hier ein halbes Dutzend schön militärisch uniformierter Beamter der Gruppen 6 bis 9. nit unheimlicher Sorgfalt das bescheidene Kleingepäd der Reisenden urchsuchte und langwierige Beratungen darüber abhielt, ob etwa ine Flasche angebrochen sei oder nicht, während die Riesenschrant. ine Flasche angebrochen sei oder nicht, während die Riesenschrank offer ihnen bedeutend weniger verdächtig erschienen. Nachdem man ann die Bahnsteigsperre passiert hatte, blieb einem als einziger Lufenthalt die unbehagliche, mit faltem Rauch und allerlei Speise. jerüchen erfüllte Bahnhofstneipe Nach längerem Warten durften oir endlich auf den Bahnsteig hinaustreten um ein paar Minuten päter wieder in das Lofal zurückgejagt zu werden Die Tür nach em Bahnsteig wurde verschlossen. und zur größeren Sicherheit atrouillierte noch ein Polizist draußen auf und ab. Die verschie enen Ausländer, die die ganze Prozedur mitmachten, starrten hilf. os und hilfefuchend auf die Einheimischen, die ihnen auch nichts mderes hätten sagen tönnen als: Ja, so sieht nun einmal die Oberfläche des Landes der Dichter und Denter aus. Man muß sich rst durch eine dicke, harte Potsdamer Schale hindurchfressen, ehe nan an den Weimarer Kern fommt." Diese Erfahrung bildet aber durchaus teine Ausnahmeerschei rung. Man verlangt ja noch gar nicht, daß in der deutschen Repu. it die Beamten und Verboterlaffer fich se sehr als Diener und Freunde des Bolles fühlen wie beispielsweise in der englischen Monnchie. Es wird noch lange dauern, bis bei uns die Schuyleute die Bäuglinge der Bählerinnen vor dem Wahllokal halten, bis unfere Berkehrsgesellschaften Preise aussehen für die Beamten der StaEin antirepublikanisches Theaterstüd. Der Bühnenvolksbund gezimmerte intertür aufgemacht, hinter der er in brei hat Mittwoch in Potsdam die von Leo Walther Stein Atten ein Pamphlet gegen die Republik zeigte. Es soll den neueren Zeitströmungen abgelauscht sein, ohne in gehäffige Schärfe auszuarten behauptet der zur Aufführung erteilte Beitfaden. Aber es ftimmt nicht. Mit den abgebrauchtesten Mitteln des trivialiten Lustspiels arbeiter Stein, um zu feinem den Monarchien durchaus wohlgefälligen Biel zu fommen. In giftigen Broden sind allerhand Bosheiten hineingeftreut, die von der farifierenden Berzerrung bis zur Beschimpfung reichen. Ein Duodezfürst wird unter Gewehrfalven übergegangener Truppen oom Thrönden gejagt. übergegangener Truppen som Thrönchen gejagt. Der Fürst wird dann erst Forstgehilfe und nachher, als wieder seine Freunde ans Ruder gekommen find Generaldirektor der Orientbant Aus dem Försterhause nimmt er feine Korrespondentin die Försternichte. mit und das Glück der beiden erreicht seinen Höhepunkt, als der General. direktor drei Ministern der Republit, die ihm die Präsidentschaft an. bieten, mit Grandezzo einen Korb erteilen fann. Zwischen der spärlichen Handlung wimmelt es von Anzüglichkeiten, die die republi. tanische Staatsform begeifern. Daß Minister als Schieber und Geschäftemacher gezeichnet werden, versteht sich am Rande. der Fürst bleibt, was er gewesen, Stein hat richtig erkannt, daß seine Giftsprize in Potsdam gefüllt werden muß, um sich dann von hier aus weiter zu entleeren unter dem Gejohle der Antirepublifaner. Schade um die Mühe, die einzelne Darsteller aufwenden mußten, um dem dürftigen Brodutt Inhalt zu geben. Nur Diefer antirepublikanische Frah wurde in einem Haufe der Republik großgezogen, das für derlei Kunft sogar unentgeltlich zur Verfügung steht. Interdant Behlemann hat die Hintertür geöffnet. Bielleicht findet sich jemand, der ihm die Bordertür aufmacht. Die Uraufführung von Ernst Tollers Komödie„ Der entfesselte Wotan fand, wie uns aus Brag ein eigener Drahtbericht meldet, Donnerstag in den Kammerspielen des Prager Deutschen Landestheaters statt. Das vom Dramaturgen vorzüglich Tiergarten- Stimmung. Stärffter Gegensatz zum einförmig düster geschlossenen Riefernforst. Bäume und Sträucher jeder Art, jede mit eigener Physiognomie. Ragende Buchenstämme, deren glatte Rinde, wie wahrscheinlich schon in vergeschichtlichen Zeiten, als lodende Unterlage für lyrisch und auch anders veranlagte Baumfrevler" dient. Eiden und Pappeln mit eigenwilliger Veräftung, mit Incrrigen Auswüchsen, mut rauber Borte, nicht durch menfcht che, fondern durch die Runen der Natur tausendfältig genarbt und ver letarierpflanzen aus dem Reiche der Algen und Flechten besiedelt. faltet. Mit einer grünen, gelben und grauen Kleinwelt von ProPlatanen, durch vom Wachstum des Stamnics abgesprengte Rindenftüde feftam bellgelb geflect. Schlanke Erlen mit aufrechtem, flantere Birken mit hängendem Filigrangezweig, beide wie die Haselbische, mit Kätzchen übersät. Kahle Sträucher, mit glitzernden Regenperlen an den Knospen, mit roten Boeren, mit entleerten Fruchtgehäusen. Dunkle Stechpalmen, Eiben, Azaleen. Auf den Gewässern eine fahldunkle Schicht, nicht mehr ganz Uferbäume infolge der dauernden Einwirkung der heuchteren Luft Gis, noch nicht ganz Wasser. An der Wasserseite sind die Aefte der durchgehends viel stärker entwickelt. Die größere Laft macht fich geltend; die Bäume hängen zum Wasserspiegel über. Zusammen gefegte Blättermassen, meist aus schwer verwitterndem braunen Eichenlaub gebildet, geben den Boden frei. Berwitterte Grasnarbe, an vielen Stellen schon gegen sproffendes Grün abgefeßt. Die Knospen laffen sich nicht loden; fie bleiben gefchloffen. Nur die Hollundersträucher fönnen, wie alljährlich, die Zeit nicht ab. warten. Sie haben hier und da Frühlingsfahnen in Form zolanger grüner Blätter herausgefteckt. Wie Erwartung liegt es über dem Ganzen, über dem tahlen Gezweig, über den Knospen, über dem Wasser, über dem feuchten triebbereiten Erdreich. Aber auch wie Burfidhaltung. Denn erst soll Frau Holle ihre Arbeit tun, bevor aus dem falschen Vorfrühling ein echter wird. Ob die Sonne scheint oder die Stämme im Nebeldunst ver. schwimmen, der Park hat noch immer Stellen, wo man zum Träumer wird. Bis das Raffeln der elektrischen Straßenbahn zum Beder wird. 2.2. En Planetorium für Dresden. And in Dresden soll ein Planetarium ( die Darstellung des fünftlichen Himmelsgewölbes erichtet werden. Dies Meisterwerk deutscher Technit wird in den Zeit- Beristätten in Bena her. gestellt werden, die auch das Blanetarium für München gebaut haben. 3am erften Ehrendoffer der itautfchen Universität ist ein deutscher Ge. lehrter ernannt worden und zwar der Mathematiker der Univerfitat matisch- naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Stowns die höchste München, Aurel Bog, dem aus Anlaß feines 80.( Beburtslages de mathe akademische Auszeichnung verliehen hat. Schloßmuseen in Konstantinopel. Drei frühere faiserliche Balafte in Konstantinopel tollen als Nationaldenkmäler erhalten werden und zwar das alte Seraglio, ter Dolma- Bagtiche.Palaft am Bosporus und der ficine der Baläfte foll unverändert bleiben, als Museum zu beſtimmten Zeiten Palast von Beyler- Ben, ein Kleinod fünfischer Architektur. Die Einrichtung für das Bubitum geöffnet fein Die prachtigen Garten des Jildiz- Palast sollen als öffentlicher Bart eingerichtet werden. = Auf der Suche nach Korruption" Deutschnational- kommunistisches Zusammenspiel im Untersuchungsausschuß. Wenn jemals ein 3weifel darüber bestanden haben mag, daß| Barmat habe den Borschlag gemacht, eine deutsche Zeitung in Holdie Barmat Affäre fast ausschließlich als ein Bormand zu einer wüsten, Ich mußigen politischen Heze gegen die Sozialdemokratie angesehen wird, dann hat es der Verlauf der geftrigen Sigung des Untersuchungsausschusses im Preußischen Landtag zur Genüge bewiesen. Fünf Stunden lang haben die vereinigten Deutschnationalen, Volksparteiler und Kommunisten mit einem Fanatismus sonder gleichen Dinge breit zu treten versucht, die nicht das geringste mit dem eigentlichen Beweisthema des Untersuchungsausschusses zu tun baben. Aber es fam den Herrschaften lediglich darauf an, möglichst viel Staub aufzuwirbeln und dabei möglichst viele Namen von Sozialdemokraten in die Debatte zu zerren. Zunächst richtete fich der Vorstoß der edlen Koalitionsbrüder gegen den Reichspräsi. denten. Der brach fläglich zusammen an der Bestimmtheit der Aussage des Staatssekretärs Dr. Meißner. Dann versuchte man Severing in die Affäre hineinzuziehen, weil aus seinem Minifterium vor vier Jahren eine Grenzempfehlung für die Durchreise der aus Bessarabien geflüchteten Eltern Bar mats nach Holland herausgegangen war. Eine für jeden nicht Dom Parteihaß Berblendeten offenfundig belanglose und im übrigen bis auf einen unzweifelhaften telephonischen Hörfehler absolut for. refte Angelegenheit. Aber stundenlang ritten die Vertreter der Oppofitionsparteien, zu denen sich allerdings auch der demokra tische Abgeordnete Nuschte auf Grund einer alten persönlichen Pressepolemit hinzugefellte, auf dieser Belanglosigkeit herum. Dann ging es gegen Bauer und Gradnauer her. Die tollsten Fragen wurden namentlich dem ersteren gestellt, jeder Klatsch und Tratsch wurde aufgefrischt und als Tatsache hingestellt, oft verrieten die Fragen eine absolute Unkenntnis der enfachsten Tatsachen. Besonders der Wirtschaftsparteiler Laden dorff hieb mit keinen verdächtigenden Fragen regelmäßig daneben. Schließlich drohte sogar bei der Vernehmung des Polizeipräfidenten Richter die Sigung in eine Farce auszuarten, so grotest waren die von dem tommunistischen Vertreter Stoft gestellten zahllefen Fragen. Mit dem eigentlichen Zwed des Untersuchungsausschusses, nämlich der Feststellung der Kreditgeschäfte Barmats mit der Seehandlung hatten 90 Proz. aller Fragen des geftrigen Tages nichts zu tun. Und wenn es darauf ankommen sollte, irgendwelche Beweise von Korruption gegen die einzelnen pernommenen fozialdemokratischen Persönlichkeiten zu erbringen, so wird jeder Unvoreingeommene zu der Auffassung gefommen sein müssen, daß solche Beweise bisher nicht erbracht worden sind und höchstwahrscheinlich auch nicht erbracht werden fönnen. Bur geftrigen Stzung des Untersuchungsausfchuffes für die Strebit gewährung der Breußischen Seehandlung, die erst nach 5 Uhr nach mittags beginnt, waren u. a. als Seugen erschienen Minister Seve ring, Reichsfanzier a. D. Bauer, fächsischer Gesandter Dr. Grad nauer Staatsfefretär Meißner vom Bureau des Reichspräft benien, Staatsjefretär v. Malbahn vom Auswärtigen Amt und Bolizeipräsident Richter. Borf. Dr. Celdig bringt zunächst die der Familie Barmat im Jahre 1920 auf Empfehlung des Reichstanzlers a. D. Bauer ges gebene Durchreifeerlaubnis des preußischen Innenministe riurks zur Sprache. Staatssekretär v. Malhahn dußert hierzu: Mir ist von einer Durdreise einer Familie Barmai burch Deutschland im Jahre 1920 nights betannt. Ich war bemals noch nicht Staatsfefretär, sondern Legationssekretär im Haag Aus dieser Tätigkeit ist mir bekannt, daß Ende 1918 oder im Sanuar 1919 bei mir auf der e fandtschaft im Haag der mir von früher aus seiner Preffetätigkeit 1917 befannte Herr Barmat erfchen und sich über das Generalfonfulat in Amsterdam beschwerte. Er fagte, er hätte sehr wichiige wirtschaftliche Aufträge, für die er ein Dauervifum zwischen Holland und Deutschland haben müffe. Ich bebauerte, ihm das nicht geben zu fönnen, weil er noch nicht zu den genügend belannten Firmen gehörte, die ein solches Dauer bifum erhielten. Wenn das Auswärtige Amt in Berlin die Berantwortung dafür übernehme, tönnte ich es tun, fonft unter leinen Umständen. Dann fam vom Auswärtigen Amt die Aufforderung, Barmat ein Dauervilum auf ein Bierteljahr von Halland nach Deutschland zu geben. Beiter ist mir von der Ange legenheit nichts bekannt. Was die Durchreife Barmats anbetrifft, fo wird der damalige Staatsjefretär son aniel oder der damalige Chef des Schaamtes barüber Ausfunft geben fönnen. Auf Befragen fagt Schapjetretär v. Malzahn weiter aus, der damalige Generaltonjul v. Humboldt in Amsterdam habe an das Auswärtige Amt berichtet, die holländischen Behörden hätten feinen übermäßig günftigen Eindrud von Barmat. Der Bericht müsse sich bei den Aften des Auswärtigen Amtes befinden. In het Bolt" sei ein gegen die deutsche Gesandtschaft gerichteter Artikel erschienen, als deffen Autor man Barmat anfah. Die Frage, ob Reis pröfidnt bert fich persönlich für Barmat eingefeßt habe, verneinte der Staatsjefretär. Staatssekretär Meißner Dom Bureau des Reichspräsidenten erklärt einfeltend, er sei vom Reichspräsidenten in vollem Umfange von der Amisverich wiegenheit entbunden und ermächtigt worden, den Inhalt der auf Barmat bezüglichen Atten erschöpfend mitzuteilen. Er sagt Dann aus: Ich weiß aus Mitteilungen des Herrn Reichspräsidenten und aus den Akten folgendes: Anfang Mai 1919 war in Amsterdam ein Internationaler Sozialistentongreß. Da waren führende Herren der deutschen Sozialdemokratie mit Barmat perfön lich bekannt geworden. Im Anschluß daran fam mit einem dom Generalfonfulat Amsterdam erteilten furzen Visum Barmat nach Berlin. Er wurde bei dieser Gelegenheit bem Reichs. präsidenten vorgestellt und von ihm ein oder zweimal empfangen. In den Akten ist eine Abschrift eines Tele. gramms von Barmat, gerichtet an Herrn Weis vom sozialdemo fratischen Parteivorstand: Amsterdam, den 15. Mai 1919. Verständigt Reichspräsidenten, baß wegen meines Dauerpijum s hiefiges Konsulat noch nicht instruiert. Denke nächste Woche wieder nach Berlin zu reisen. Gruß für Sie und Müller. Barmat. Diefes Telegramm, das dem Herrn Reichspräsidenten vermutlich von Herrn Wels persönlich übergeben worden ist wurde durch die Geschäfte des Bureaus geleitet. Es zeigt eine Blei stiftnottz des Reichspräsidenten: " Das Auswärtine Amt hat neulich mitgeteilt, daß Barmat Bifum auf längere Zeit erhalten solle Wünsche, daß Gesandter im Haag noch einmal ersucht wird." Dieses Telegramm ging dann an den Referenten mit dem Auf. trag, im Auswärtigen Amt fest zu stellen, was dort über Barmat befannt ist Es wurde an zwei Stellen Rückfrage gehalten, beim Wirtschaftsreferat und bei der Baß stelle. Der Referent erfuhr dabel, daß damals im Mai 1919 nichts Nach. tciliges gegen Barmaf vorlag, dah aber über Barmat schon aus früherer Zeit Vorgänge im Auswärtigen Umt vorlagen. Diefe Borgänge betrafen eine Unterredung, die Unterstaats fetretär Töpfer Anfang 1919 mit Barmat gehabt hatte. land zu gründen und er habe weiter allgemeine wirtschaftliche Fragen bezüglich der Versorgung Deutschlands mit Lebensmitteln erörtert. Unter dem 25. März 1919 schreibt Töpfer, daß an dem Herkommen und einem längeren Aufenthalt Barma's diesseits Interesse bestehe. Er bittet, die Bakstelle in Amsterdam zu ersuchen, das Einreisevifum für längere Zeit zu erteilen. Das erwähnte Telegramm Barmats ging dann ans Auswärtige Amt und wurde am 22 Mai dort er ledigt. Das Auswärtige Mint telegraphierte an das Generalfonsular Amsterdam, Barmat möge das Dauervisum ausgestellt werden. Am 1. August 1919 wurde durch die Bostbehörde dem Bureau des Reichspräsidenten mitgeteilt, daß vom Fernsprecher des Bureaus dem Ausland geführt worden seien. Der Reichspräsident forderte nichtamtliche Gespräche als Dienstgespräche nach den Leiter des betreffenden Bureaus, den auf Privatdienstvertrag beschäftigten Landtagsabgeordneten Franz Krüger, zum Bericht auf, und dieser gab zu, daß er tatsächlich vor einiger Zeit Herrn Barmat ein Gespräch vom amtlichen Fernsprecher nach Amster. dam gestattet habe, weil es sich um einen wichtigen Einkauf von Lebensmitteln handelte. Das fei noch einigemal geschehen, die Gespräche seien selbstverständlich bezahlt worden. Der Reichspräsident hat darauf in einer Verfügung unter dem 8. Auguft ffrenge Anweisung gegeben, daß fünftig nur amtliche Gespräche vom Bureau auszuführen feien. In der Verfügung heißt es: Ich bedaure fehr, daß Barmat seine Privatgespräche in meinem Amte als Staatsgespräche führen fonnte." Der Reichspräsident hat diesen Vorgang zum Anlaß genommen, ouch persönlich Herrn Krüger seine Mißbilligung auszu sprechen. dem Bureau des Reichspräsidenten eine Grenzempfehlung, Im Januar 1920 überfandte der Finanzminister die das Zollamt in Bentheim einem Reisenden abgenommen hatte. Es fnüpfte daran das Ersuchen, fünftig feine Grenz empfehlungen mehr auszustellen. Darüber war man sehr erstaunt, weil solche Empfehlungen niemals im Bureau des Reichspräsidenten ausgestellt worden waren. Die Empfehlung betraf einen Herrn Isa, einen Berwandten oder An gestellten von Baimat. Sie lautete. „ Herr Isa reist im amtlichen Auftrage zwischen Deutschland. Holland, Desterreich und der Tschechoslomakei. Ich ersuche, ihm seitens deutscher Behörden und Baßstellen erforderlichenfells in. terstügung, Schug und Hilfe zu leisten, ihm beim Grenz. übergang jede mögliche Erleichterung zu gewähren und fein Be päd unrevidiert zu lassen. Gez. Krüger." Der Reichspräsident sprach dem Finanzminifterium feinen Dank aus für die Uebersendung dieses Empfehlungsschreibens, das ohne fein Wissen und gegen feinen Willen ausgestellt worden sei. Durch die inzwischen erfolgte Zusammenlegung der Bureaus sei eine Wie derholung solcher Borgänge verhindert worden. Um diese Zeit, am 13. August 1919, war die Tätigkeit des Herrn Krüger beendet. griffe in der Presse beim Generalkonsulat in Amsterdam anstellten, Die Nachforschungen, die wir in letzter Zeit auf Grund der Anhaben ergeben, daß in mehreren Fällen Herr Krüger ohne jeden Auftrag und entgegen dem flar ersichtlichen Willen des Reichspräsidenten für Barmat Empfehlungen ausgestellt oder für ihn Anträge auf Ausstellung von Bisen erteilt hatte. So lautet ein Telegramm an das Generalkonsulat Amsterdam vom 20. Juli 1919: Bitte für David Barmat Dauervisum. Krüger." Dieses Telegramm ist wohl ais privates gedacht. Ein späteres Telegramm aber firmiert: Bureau des Reichspräsiden. ten und bezieht fich auf ihn. Es ist vom 14. Juli 1919 an das Generaltonjulat Amsterdam gerichtet und lautet: Herr Reichspräsident Ebert ersucht auf An. trag mit möglichster Beschleunigung Bässe nach Deutschland zu er teilen für Frau Barmat, Profurist Bogelsang und meitere Berjonen. Reinerlei Bedenten." Schließlich hat et noch eine Empfehlung für einen Herrn Rahn ausgestellt, die den Stempel des Reichspräsidenten trägt, gleichzeitig den Vermert:" Einverstanden. Preußi. ihes Finanzministerium" und dessen Stempel Diese 2ften liegen beim Generalkonsulat Amsterdam und wir haben be glaubigte Abschriften hier. Daß diese Handlungen eigenmächtig und mißbräuchlich von Herrn Krüger begangen worden sind, ergibt sich aus Folgendem: 1. haben die antlichen Akten des Bureaus teinerlei Duplitat dieser Borgänge, wie es sonst Vorschrift ist, sie sind weder im Journal noch in der Kartothet erwähnt. 2. Aber war nach der Referatsverteilung im Bureau Herr Krüger gar nicht berechtigt, folche Sachen zu bearbeiten, denn der Berkehr mit dem Auswärtigen Amt und mit den Behörden im Ausland lag in der Hand des Herrn Nadolny. 3. Hatte der Herr Reichspräsident schon früher erflärt, daß die Sachen nicht nur ohne sein Wissen, sondern auch gegen seinen Willen hinausgegangen waren. Abg. Brund( Dnat.): Nad den jezigen Ausführungen des Staatssekretärs steht im Gegensatz zu den amtlichen Darstellungen fest, daß auch der Reichspräsident in Sachen Barmat eigenhändig auf ein Telegramm einen Bermerf gemacht hat, in dem er sich dafür einsetzt, daß Herrn Barmat ein Visum ausgestellt werde. Außerdem hören wir jetzt, daß nicht bloß eine, sondern mehrere Uebertretungen des Herrn Franz Krüger festgestellt worden sind. Sind diese Fest stellungen vor oder nach dem 10. Januar gemacht worden? Staatssetretär Meißner: Diese Feststellungen sind erst gestern und heute gemacht worden. Vorher war nur der eine Fall bekannt. Der Reichspräsident hat außerdem nicht befürwortet, daß Barmat ein Bisum ausgestellt wird, sondern nur an einen in Bearbeitung liegenden Fall erinnert. Staatssekretär Meißner erflárt auf weitere Anfragen, daß Abgeordneter Strüger nicht als Leiter des Bureaus des Reichspräsi benten und nur auf Privatdienstvertrag angestellt war; ein Grund zur Annahme, daß bei seiner Handlungsweise materielle Momente mitgespielt hätten, liege nicht vor. Der Telegrammvermerk des Reichspräsidenten in Sachen des Dauervijums habe auf das Auswärtige Amt teinen Einfluß ge habt, weil die Entscheidung durch Ausstellung eines direkten Dauervisums schon im Haag getroffen war. Darauf wird die Vernehmung des ehemaligen Unterstaats. den Ausführungen des Staatssekretärs Meißner nichts hinzuzufügen jetretärs Töpfer oorgenommen, der im wesentlichen erklärt, daß er habe, da die Borgänge 6 Jahre zurücklägen und er seit 5 Jahren nicht mehr im Reichsdienst fei. Seite ergaben nichts Wesentliches. Weitere Anfragen von deutschnationaler und kommunistischer Die Vertreter des Zentrums und der Demokraten legen Wert auf die Feststellung, daß die Darlegungen die absolut torrette Handlungsweise des Reichspräsidenten ergeben haben. Abg. Nuschte( Dem.) will Zeugen dafür benennen, daß Barmat auf Grund seiner Mitteilungen von der Gründung eines deutschen freundlichen Blattes auch namhafte 3u. mendungen für Druckpapier gemacht worden sind, in einem Umfange, der nicht ganz von dem Blatt in Amsterdam beansprucht wurde. Staatsjefretär a. D. Töpfer behauptet, Abg. Heilmann habe Barmat im Frühjahr 1919 bei ihm eingeführt. Als Abg Hellmann und Staatssekretär Meißner das bezweifeln, wird Töpfer in feiner Ausfage zweifelhaft. Um die Frage zu flären, sollen die Aften herangezogen werden. Die Durchreife der Familie Barmat. Bors. Der Ausschuß wendet sich nunmehr der Frage der. Durchreise einer Familie Barmat im Jahre 1920 durch deutsches Gebiet zu. Die Durchreise erfolgte feinerzeit auf eine Empfehlung des Herrn Reichstanzlers a. D. Bauer. Die Angelegenheit wurde oom Auswärtigen Ami und Preußischen Innenministerium bearbeitet. Die Empfehlung lautete: 2uf eine holländische Familie Barmat, die Mitglied einer hollän dischen Gesandtschaft im Osten sei und durch Deutschland nach Holland reisen wollte. Der Ausschuß hat festgestellt, daß der Inhalt dieser Grenzempfehlung den Tatsachen nicht ganz entspricht. Es handelt sich darum, festzustellen. 1. Mit wem die empfohlenen Barmats identisch sind, 2. wie es geschehen fonnte, daß die Familie als holländische und Angehörige einer holländischen Gesandtschaft bezeichnet werden fcnnte. Vom Vertreter des Innenministeriums ist dem Ausschuß mitgeteilt worden, daß auf eine Rückfrage Reichstanzler Bauer erklärt habe, daß er die Angabe, es handle sich um Mitglieder einer holländischen Gesandtschaft, nicht gemacht habe und auch nicht habe machen können. Es fragt sich daher, wie diese Angabe aus dem Privatbureau des Ministers Severing in den Geschäftsgang des preußischen Innenministeriums hineingekommen ist. Minister des Innern Severing Bei den Aften findet sich zunächst eine Notiz vom 23. Novem teilt hierauf den Inhalt der Aften über die Durchreiseerlaubnis mit. ber 1920. Der Minister wird von dem ehemaligen Reichskanzler gebeten, sich dafür zu interessieren, daß der Familie eines Herrn Barmat von der holländischen Gesandtschaft auf einer Durchreise von Rußland durch Deutschland nach Holland feinerlei wachsenen und zwei Kindern. Herr Bauer hat sich bereits mit Schwierigkeiten gemacht werden. Die Familie besteht aus vier Er Ministerialdirektor v. Stochammer im Auswärtigen Amt in Berbindung gesetzt. Dieser hat seine Zustimmung erteilt und gebeten, diese auch von Preußen zu veranlassen. Diese Notiz, die für den Ministerialrat Rathenau bestimmt ist, ist unterzeich net von der Privatjekretärin Fräulein Rosenheim. Auf Grund dieser Notiz ist dann der schon in der letzten Sitzung erwähnte Erlaß herausgegeben worden. Am 26. Januar 1921 wurde dem Innenministerium vom Auswärtigen Amt mitgeteilt, daß die Angabe, die Familie Barmat gehöre zur holländischen Gesandtschaft, unmöglich stimmen tönne. Barmat fei nach Zeitungsnach richien 1919 von der ruffiichen Sowjet- Regierung der niederländischen Regierung als Gesandter im Haag vorgeschlagen, von dieser aber abgelehnt worden. Minister Severing erflart, er habe daraufhin im Auswärtigen Ami und auch durch Rücksprache mit Reichs angler. a. D. Bauer festzustellen versucht, wie die irrige Angabe von der Zugehörigkeit zur holländischen Gesandtschaft entstehen fonnte. Eine flare Jeffstellung jei aber nicht möglich gewefen. Die Mitteilung, auf die sich die erste Notiz im Minifterium ſtützt, set ihm vermutlich telephonisch gemacht worden. Er habe sich mit den Dingen erst wieder beschäftigt, als in einer rechtsgerich teten Zeitung fein damaliger Erlaß, der sicherlich durch Attenlicht wurde. diebstahl in die Hände der Seitung gelangt war, veröffent Die Privatsekretärin des Ministers, Fräulein Rosenheim, be fundet, sie habe die Notiz nach Anweisungen des Ministers gemacht, bie sie nicht stenographiert, sondern nur in wenigen Stich worten festgehalten habe. Der Bettel mit diesen Stichworten sei nicht mehr vorhanden. Reichskanzler a. D. Bauer, der hierauf vernommen wird, erklärt: Julius Barmat, den ich im Sommer 1920 fennengelernt hatte, trat im Herbst 1920 mit einer Bitte an mich heran. Gr trug mir einen Brief feines Baters Dor, der an der bessarabisch- rumänischen Grenze als Flüchtling mit feiner Familie, einer Frau und Kindern, saß. Dieser Brief ent hielt jammervolle lagen der Leute. In der Ukraine wurde damals gefämpft zwischen Wrangel und den Bolschewiffen. Die Leute waren ausgeplündert, sie hatten feine Kleidung und fein Geld und waren auf die mildtätigkeit anderer angewiesen. Barmat sagte: Rönnen Sie mir nicht helfen, ich möchte meine Eltern gern nac Holland bringen. Ich sagte ihm meine Hilfe zu, und auf meine Frage meinte er, sie würden wohl auch feine Bapiere mehr haben. Die Sache lag also sehr schwierig, denn die Leute mußten durch Rumänien, die Tschechoslowakei und Deutschland. Ich ging zu Herrn Stodhammer vom Auswärtigen Amt, der das rumänische Referat halle, und der erklärte mir:„ Selbstverständlich will ich alles fun, da es fich hier um eine rein menfchliche Hilfeleistung handelt, die Leute aus ihrem Elend zu bringen!" ( Bei diesen Worten wird im Zuhörerraum laut gelacht, was zu Entrüftungstundgebungen von Teilnehmern der Berhandlung führt.) Reichstanzler a. D. Bauer fährt fort, er habe durch seine Bitte an den Innenminister Severing vermeiden wollen, daß die preußischen Behörden den Barmats Sch roi erigteiten beim Grenzübergang machten. Wie die falsche Angabe der Bugehörigkeit der Barmats zur holländischen Gesandtschaft entftanden sei, tönne er sich nicht erflären. Er habe feinesfalls eine solche Angabe gemacht, die ja auch ganz sinnlos gewesen wäre; es habe sich hier nicht um die Geschäftsleute Barmat, fondern um eine rein menschliche Hilfeleistung für ihre Familienangehörigen gehandelt. Bon der Existenz des Berichts des Generalfonfulats in Amster dam habe ich erst jent Kenntnis bekommen. Aus den Zeitungen habe ich ersehen, daß der Abg. Nuschte im Ausschuß erwähnt hat, er habe mir schon im Winter 1920 einen Brief geschrieben, in dem er mich vor den Barmats warnte. Ich erinnere mich daran, daß ein soicher Brief während meiner Amts. 3eit als Reidstangler eingegangen ist, weiß aber nicht, ob er von Herrn Nuschte oder Herrn Better unterzeichnet worden war. Ich habe die Zuschrift dem Pressechef, Herrn Rauscher zur Erledigung gegeben, der entsprechende Erfundigungen eige zogen hat und mir mitteilte, daß Herr Barmat gegen die„ Berliner Boltszeifung ein Verfahren wegen Beleidigung eingeleitet habe, und dah man den Ausgang dieses Verfahrens ruhig abwarten tönne. Anscheinend handle es sich lediglich um Geschwäg Reichstanzler a. D. Bauer: Der Ausgang des Prozesses Barmat- Bolkszeitung" ist für mich ohne Intereffe. Ich bin mit der Sache amtlich befaßt worden dadurch, daß in dem Artikel Angriffe gegen Reichsbehörden gerichtet waren. Ich habe Nachforschungen angestellt und dann die Redaktion der Volkszeitung" befragt, aber sie hat feine Beweise für ihre Behauptungen angetreten. Die Sigung dauerte in später Nachtstunde noch an. Weiterer Bericht in der Abendausgabe. Die neue chilenische Regierung besteht angeblich nach einer Ber der ständigung zwischen den Bertretern des Heeres und Marine aus Emilio, Bello, Codecico( alter chilenischer Diplomat) als Premierminister, General Dartnell und Admiral Carlos Ward, lekterer als vorläufiger Bertreter des zurzeit noch in Rom weilenden Präsidenten Alessandri, der nach seiner Rückkehr wieder sein Amt bis zum Ablauf seiner Wahlperiode am 8. September übernimmt. Die neue Regierung will in fürzester Frist eine neue Verfassung ausarbeiten, die am 11. September in Form eines Manifests an das Bolt in Kraft treten foll! Die gestürzten Minister werden aus der Haft entlassen ohne jede Verpflichtung gegenüber den Neuen. Für alle Revolutionäre und Gegenrevolutio näre wurde eine Amnestie erlaffen. Die neue Regierung wird darüber wachen, daß die militärischen Autoritäten teine Gewalttaten gegen diese Männer verüben. Gewerkschaftsbewegung Tagung des Bundesausschusses des ADGB. Der Bundesausschuß des ADGB. hat am zweiten Tag ferner beschlossen, daß die bereits bestehende Abteilung für Sozialpolitit beim Bundesvorstand erweitert werden foll, um den gesteigerten Anforderungen, die auf diesem Gebiet jetzt an Die Gewerffchaften gestellt werden, gerecht werden zu fönnen. Um eine einheitliche Stellungnahme der Gewerkschaften in allen fazialpolitischen Fragen zu gewährleisten, wurde der Bundesvorstand er. mächtigt, auch nicht dem Bundesvorstand angehörende gewerkschaftliche Sachverständige, die bei der Vorbereitung der Sozialgesetzgebung tätig sind, als ständige Berater hinzuzuziehen. Am dritten Tag hat sich der Bundesausschuß mit der Dr. ganisation des gewertschaftlichen Bildungs. mefens beschäftigt. Der Vorstand stellte den Antrag, daß von den Berbänden ein Pflichtbeitrag von 5 Pfennig. pro Mitglied aufgebracht werden soll. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. In der Aussprache fam allgemein die Ueberzeugung zum Ausdruck, daß eine Vereinheitlichung des gewerkschaftlichen Bildungswesens erstrebt werden müsse, die einen stufenweisen Aufbau vorsicht, um zu erreichen, daß nach den Gewert fchaftsigulen und in die Akademie der Arbeit fünftig mur eine Auslese bereits genügend vorgeschulter Gemertsachfter geschickt wird. Der Bundesvorstand regte ferner an, daß im letzten Quartal dieses Jahres eine Gewertschafts- Studienkommiffion nach den Bereinigten Staaten entfandt werde. Dem Vorschlag wurde allgemein zugestimmt. Seine Ausführung wurde den Vorständen der Zentralverbände zur Be schlußfaffung überwiesen. Sodann trat der Vorftand in die Beratung der wirtschafts. und handelspolitischen Fragen ein. Eggert vom Bundes posstand referierte. Der Ausschuß erfannte einstimmig die Bestre bungen des Bundesvorstandes an, bei den Handelsvertrags. verhandlungen durch gewerkschaftliche Sachverständige ver. treten zu sein. Der Bundesausschuß beauftragte den Bundesvorstand, die Interessen der Arbeiterschaft auch auf wirtschafts- und handels. politischem Gebiet mit der größten Entschiedenheit zu wahren und bie bisherigen Bemühungen mit allem Rachorud fortzusetzen. Im Anschluß an diefe Beratungen faßte der Bundesausschuß den einmütigen Beschluß, daß bei den Betriebsrätewahlen, den Wahlen zu den Ausschüssen der Krankenkassen und zu den Arbeiterfammern ausschließlich die gewerkschaftliche Wohl Tifte anerkannt werden foll. Gewerkschaftsmitglieder, die sich als Kandidaten in Gegenliften eintragen lassen, fönnen nicht in den Gewerkschaften bleiben. Gegen die kommunistische Schurkerei. Der Betriebsrat der AEG.- Turbinenfabrit ersucht uns um die Beröffentlichung folgender Entschließung: Die der SPD. angehörigen Arbeiter und Angestellten der MEG. Turbinenfabrit sprechen ihre tiefste Berachtung jenen Rohlingen gegenüber aus, welche neben einer Anzahl waderer Barteigenossen auch einen unserer fähigsten führenden Männer, den Kollegen Bernhard Wolff, Geschäftsführer des Gesamtbetriebs rates der AEG., anläßlich der sozialistisch- republikanischen Rundgebung mit Messerstichen und Fußtritten in bestialischer Weise schwer verlegt haben. Unsere Abscheu wird auch die für diese Untaten moralisch Berantwortlichen treffen, wenn sie nicht in legier Stunde ihren jegt ein gefchlagenen parteipolitischen Kurs aufgeben. Die bisher von den Betriebsräten unter Ausschaltung parteipolitischer Einstellung geleistete Arbeit der Auf märtsentwicklung der arbeitenden Klasse wird durch solche Vorgänge schwer gefährdet. Wir erwarten, daß unsere KPD.- Kollegen nicht nur mit Worten, sondern auch in der Tat einen scharfen Strich zwischen sich und jene Unmenschen ziehen, die mit der gegen ihre Betriebsratsfollegen gerichteten Morowaffe Arbeiterpolitit treiben. Schiedsspruch in der chemischen Industrie. Die Unternehmer der chemischen Industrie, Seftion Ia, hatten bei den letzten Berhandlungen jede Lohnerhöhung abgelehnt. Das ange Eufene Bezirkstarifamt fonnte feinen Spruch fällen, weil die Unter nehmer auch hier jedes Entgegenkommen ablehnten. Nachdem die Funktionäre der chemischen Industrie in überfüllter Versammlung zu Der Lohnbewegung Stellung genommen und die Organisation feinen Zweifel darüber gelassen hatte, daß die Unternehmer mit dem offenen Rampf rechnen müßten, hat das Haupttarifamt der chemischen Indu strie für den Bezirk Berlin am 26. Januar folgenden Schieds. Ipruch gefällt: Der Lohn des über 21 Jahre alten ungelernten männlichen Arbeiter der Fachgruppe II, Ortstlaffe A, beträgt für die Zeit vom 15. Januar bis einschließlich der 1. Lohnwoche im April 1925 62 Pfg. pro Stunde. Ueber die hier geäußerten Bünsche der Arbeitgeber- und übergibt man nur dem Nachweis des Deutschen Musiker Verbandes. Dieser Nachweis befindet sich jest Berlin D. 27, Andreasstraße 21 Fernsprecher: Rönigstadt 4310. Geschäftszeit 9-5, Gonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbefuch. Mufitaufträge Fric Rest SHE Arbeitnehmerseite, u. a. Niederlaufig unb Dranienburg einerfetts| und die Gummi- Industrie andererseits betreffend, soll sofort an Hand des heute hier festgesezten Spizenlohnes eine Klärung im Bezirk herbeigeführt werden. Es unterliegt teinem Zweifel, daß bei einem befferen Dr. ganisationsverhältnis in der chemischen Großindustrie auch dieses Resultat besser ausgefallen wäre. Darum Arbeiter der chemischen Industrie: Hinein in den Berband der Fabritarbeiter! Revolutionäre" Demaskierung. Der Klaffenfampf" wird bekanntlich lediglich von den. Kommunisten geführt, dagegen treiben die dreimal verfi...... Re fermisten andauernd Arbeiterverrat". Auch proletarischer Anstand ist eine Tugend, die nur bei den Moskaujüngern zu finden ist, während die Amsterdamer in Arbeitsgemeinschaften sich mit den Unternehmern verbrüdern Eine treffliche Illustration zu diesen Behauptungen der Kommunisten ist das Borgehen des Bezirksbetriebsrats auf der Reichsbahndirettion Berlin Der Reichswirtschaftsrat hat in mehreren Fällen eine Entscheidung gefällt, wonach die Auswahl der freizustellenden Mitglieder des Betriebsrats nach den Grundfähen der Verhältnis mahl vorzunehmen ist. Trogdem der Mehrheit des Bezirksbetriebsrats diese Entscheidung schon in der ersten konstituierenden Sizung am 7. Juni 1924 befannt war, lehnte fie es ab, nach dieser Vorschrift zu verfahren. Einzelne Mitglieder des FEB. äußerten zynisch: Ruft doch den Reichswirtschaftsrat an, die Entscheidung wird ja dann nach drei Vierteljahren gefällt werden. Schi emenz hat es denn auch ausgezeichnet verstanden, durch Aufstellung aller möglichen unwahren Behauptungen, die Entscheidung bis zum 12. Dezember 1924 hinauszuschieben. Am Am 29. Dezember 1924 nahm dann der Bezirtsbetriebsrat entsprechend der Entscheidung des Reichswirtschaftsrats die Auswahl der Freizustellenden nach den Grundsägen der Berhältniswahl vor. Es wurden zwei Listen eingereicht. Bei der Wahl erhielt der FER. neun und der DEB fünf Stimmen. Infolgedessen nahm am 2. Januar 1925 an Stelle des Kollegen Bannaschad vom FEB. der Rollege Mietz vom DEB. seine Arbeit als freigestelltes Mitglied des Bezirksbetriebsrats auf der Direktion auf. Und nun? Der felbe Schiemenz, der in der konstituierenden Sigung sich weigerte, entsprechend der Entscheidung des Reichswirtschaftsrats zu verfahren, stüßte fich bezeichnenderweise bei der Anrufung des Reichswirtschaftsrats im Falle des Hauptbetriebsrats auf diese Entscheidung. Es war ein Schauspiel für Götter, als in der Verhandlung vor dem Reichswirtschaftsrat( die beiden Fälle wurden an ein und demselben Tage verhandelt) ein und derselbe Schiemenz im Falle Bezirksbetriebsrat gegen die Entscheidurg des Reichswirtschaftsrats polemiſierte, und in der anderen Verhandlung, Streitfall Hauptbetriebsrat, sich auf diese Entscheidung berief, was selbst bei den Mitgliedern des Reichswirtschaftsrats Heiterfeit auslöfte. Nachdem nun Mich vom DEB. seine Tätigkeit auf der Direktion aufgenommen hatte, richtete Schiemenz unter dem 6. Januar 1925 folgendes Schreiben an die Reichsbahndirektion: In der am 29. Dezember 1924 stattgefundenen Sigung des Bezirksbetriebsrats ist die Wahl der freizustellenden Mitglieder vor. genommen worden. Am 2. d. M. trat an Stelle des Bezirksbetriebsrotsmitgliedes Bannaschack das Bezirksbetriebsratsmitglied Mich. Ich mache aber darauf aufmerksam, da Miez nicht stellvertretender Borfizender ist, sondern Bannaschad. Irgendwelche Zustimmungen des Bezirksbetriebsratsmitgliedes Mieß in Betriebsangelegenheiten gegenüber der Berwaltung haben keine Gültigkeit.§ 28 der Be triebsräteverordnung. gez. Schiemenz, 1. Vorsitzender. Um das Vorgehen des Schiemenz richtig zu würdigen, sei daran erinnert, daß früher, als noch die Reformisten" die Führung des Bezirksbetriebsrats in Händen hatten, jedes der freigestellten Mitglieder in ihrem ihnen übertragenen Aufgabenfreis auch mit der Berwaltung verhandelten und selbständig ihre Arbeiten erledigten Solange die Herren noch unter fid) waren, wurden verschiedene Mitglieder des FEV. auch mit der Vertretung vor Schlichtungs behörden und Arbeitsgericht beauftragt, ohne daß von irgendeiner Seite daran Anstoß genommen wurde. Nachdem aber ein DEB. W.itglied auf der Direktion tätig ist, sucht man trampfhaft nach Bestimmungen im Betriebsrätegesez und wendet sich an den Arbeit geber, um den verhaßten DEB. im Bezirksbetriebsrat faltzustellen. Die Kollegen des Betriebes werden bei den fommenden Betriebsrätewahlen dafür sorgen, daß diesen Leuten das Handwerk gelegt wird Totenfonntagmufit in der Bar. Bortrag von Tänzen, Schlagern, Shimmys und sonstigen heiteren Im Dindenbufett" forgte eine ungarische Rapelle durch Mufitftüden für die Unterhaltung der Gäfte. Einige Tage vor dem Totensonntag wollte der Wirt des Lotals feststellen, ob seine Mufiter auch ernste Stücke, welche für den Totensonntag zulässig sind, spielen fönnten. Deshalb ließ er ihnen durch einen Kellner jagen, fie sollten etwas aus dem Troubadour spielen. des Wirts gehabt, dann würden sie sich vielleicht bereit erklärt haben, Hätten die ungarischen Musiker eine Ahnung von den Absichten an den nächsten Tagen einige Trauermärsche und Klagelieder einzuüben, um die Gäſte der Bar in die amtlich vorgeschriebene Token fonntagsstimmung zu verfeßen. Aber der Rapellmeister wußte ja nicht, worum es sich handelte. Er ließ also dem Wirt fagen, daß er den Troubadour" nicht spielen fönne. Dann verlangte der Birt einen Vortrag aus„ Tannhäuser". Auch den konnte die Rapelle nicht ausführen. Als dann der Wirt zum drittenmal nach dem Rapellmeister schickte mit dem Auftrage, er solle etwas aus„ Lohengrin" spielen, ließ der Kapellmeister, der nun glaubte, er werde auf. gezogen, dem Wirt sagen, wenn er solche Musik wünsche, dann müsse er ein philharmonisches Orchester, aber nicht eine ungarische Tanzfapelle engagieren. Nach dieser Antwort erflärte der Birt, die Rapelle fei jofort entlaffen, er wolle in seinem Lotal feinen Ton mehr vor ihr hören. Beim Gewerbegericht flagte der Manager der Kapelle auf Be zahlung der Kündigungsfrist im Betrage von 1800 m., die ihm auch zugesprochen wurden mit der Begründung, von einer Tanz tapelle, die als solche engagiert set, tönne nicht verlangt merden, daß sie ohne Vorbereitung andere musit spiele. Benn fie ein dahingehendes Verlangen nicht erfüllen fonnte so sei das fein Grund zur fristlosen Entlassung. Versicherung der Bühnenangehörigen. Mangels einer Reichsversicherung für Bühnenangehörige hat fich der Arbeitsausschuß der Versicherungsanstalt für die deutschen Bühnenangehörigen auf einer Tagung in Mainz um die Schaffung Der Entwurf wird der einer einheitlichen Versicherung bemüht. Verbandsleitung der deutschen gemeinnützigen Theater zur Genehmigung vorgelegt, so daß im Sommer die Anstalt bereits ins Leben treten fann. Db auch die städtischen Bühnen, die Aktiengesellschaften und die Privatpächter von Theatern fich beteiligen werden, steht noch nicht fest. Beschlossen wurde, die Beiträge möglichst einheitlich zu gestalten. Die Anstalt ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes und wird ihren Sih in München haben. Die Verwaltung besorgt die bayerische Versicherungstammer unter Aufsicht des Ministeriums des Innern. In der Versicherung sind alle über 18 Jahre alten Angestellten eines Theaters einbegriffen. An Leistungen sind vorgesehen: eine Unterstützung bei einer über 26 Wochen dauernden Erwerbslosigkeit, ein uregehalt vom 65. Lebensjahre ab, Sterbe geld und Witwen- und Waisengelder. Der Streik im Saargebiet. Die freigewertschaftlich organifierten Arbeiter der drei Gewerk fchaften, die für Fertigindustrie in Frage kommen, find Donnerstag früh in den angekündigten Streit eingetreten Die geforderte Lohnerhöhung von 10 Broz. wurde abgelehnt. Die driftlichen Metallarbeiter wollten am Nachmittag über ihre Stellungnahme zu dem Streif enticheiden. Wenn nicht alles tauit- bemerkt die Eca ist dieser Streit der Auftakt zu kommenden großen Wirtschaftsstreitigkeiten im Saargebiet. Tschechische Bauarbeiter für Deutschland. Wer fordert fie an? Prag, 29. Januar.( Mtb.) Wie die Prager Blätter melden, fand im Landeszentralarbeitsamt in Brag eine Besprechung über die Don Deutschland eingelaufenen Anfragen betreffs Stellung einer größeren Anzahl von Maurern und Zimmerleuten aus der Tschechoslowatei statt. Nach einer ausführlichen Aussprache zwischen den Bertretern aller interessierten Zentralorganisationen wurde einmütig die Erklärung angenommen, daß sich die Vertreter gegen eine massenweife Anwerbung von Bauarbeitern für Deutschland aussprechen. Da gegen soll einer individuellen Auswanderung von Arbeitern, die in Deutschland Arbeit nehmen wollen, nichts in den Weg gelegt werden. Angesichts der täglich sich steigernden Arbeitslosigkeit in Deutschland bemerkt mtb. halten wir es für unwahrscheinlich, daß die vorerwähnten Arbeiteranwerbungen in der Tschechoslowakei von deutscher Seite vorgenommen sind. Wie die faarländische Preise jedoch meldet, hat die Saarregierung eine größere Anzahl tschechischer Arbeiter angeworben. Die Angelegenheit bedarf jedenfalls unverzüglich einer Klarftellung. Ein merkwürdiger Streik. Ueber den Streit der Elektriker und Heizer der öffentlichen Gebäude in London haben wir bereits in Nr. 47 des Vorwärts" berichtet. Die Ursache des Streifs, die Einstellung eines Unorganisierten, würde in Deutschland die ganze reaktionäre Bresse zu spaltenlanger fittlicher Entrüftungsmacherei über den Terror" der Gewerkschaften entflammen. Um fo mehr als auch die im Königspalast zu Budingham beschäftigten Heizer und sonstigen Bedienungsmannschaften die Arbeit eingestellt haben. Der Bersuch, die Streifenden durch Streitbrecher zu ersetzen, ist mißlungen. Im Britischen Museum und im Bictoriamufeum ist es so falt, daß sich nur wenige Personen in die langen Rorridore perirrten. Außerdem war es von nachmittags 3 Uhr an dunkel. Vor dem Unterhause, dem Königspalast und den Museen haben die Streifenden starte Boften aufgestellt, um zu verhindern, daß Streif brecher an ihre Stelle gesetzt werden. Ein Führer der Bewegung hat erklärt, daß die Streifenden erst dann wieder die Arbeit aufnehmen, wenn der Arbeiter, der aus der Gewerkschaft ausgeschloffen ist, entlassen wird. Es wird weiter nichts übrig bleiben, als den Außenseiter zit entlaffen. Berantwortlich für Bolitik: Eraft Renter: Wirtschaft: Arthur Gatenus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales Berlag: Borwärts- Berlag, G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts. Buchdruderet und Sonstiges: Friz Karstadt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. unb Berlagsanstalt Vaul Ginger u Co. Berlin SB 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". Abgabe der Umfaß-( Lurus-) steuererklärungen für 1924 pflichtig ist und nicht bereits für alle Borauszahlungsabschnitte( Monat Amtlich wird auf genbes erneut hingewiefen: Ber umfah-( lugus-) fteuerbzw. Bierteljahr) des Kalenderjahres 1924 auf Grund genauer Errechnung feiner Umfäße Voranmeldungen abgegeben und die diesen entsprechenden Borauszahlungen geleistet hat, hat bis Ende Januar 1925 eine Steuererklärung für das Jahr 1924 bem zuständigen Finanzamt auf dem amtlichen Bordrud einzureichen. Diese Bordruce find bei den Finanzämtern, bei den Stempelverteilern und bei den Geschäften erhältlich, welche Bordruce für die Boranmeldungen verkaufen. Soweit die Finanzämter gemäß den ihnen erteilten Beisungen von einzelnen Steuerpflichtigen die Abgabe einer Steuererklärung besonders fordern, ist diesem Ersuchen innerhalb einer Frist von 14 Tagen nachzutommen. und Einzelpaare Schleuderpreisen zu Wir haben in allen unseren Geschäften grosse Mengen Rest- und Einzelpaare aussortiert, die wir ohne Rücksicht auf den früheren Wert zu den nachstehenden Schleuderpreisen verkaufen Beachten Sie bitte unsere Schaufenster! 40 80 80 80 80 550 690 890 1080 Stiller CI Nr. 50 42. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Ein neuer Stadtmedizinalrat. Prof. Dr. v. Drigalski im Stadtparlament gewählt. Kleine und Große Anfragen beschäftigten gestern die Stadt, verordnetenversammlung ziemlich lange Zeit Die Kommunisten fragten den Magiftrat, ob der Gaspreis und der Fahrpreis auf der Straßenbahn nicht herabgesetzt werden könnten. Den Deutschnattonalen waren die Neubauten der Straßenbahnbetriebsgesellschaft zu tcuer man tennt den Text und die Melodei! Der Deutschen Bolts. partei gaben die angeblichen Bergittungen des Personals im Kranten haus zu Budow durch die Verpflegung und weiter vorgebrachte Beanstandungen von Fabritaten der städtischen Fleischerei Hobrechtsfelde Berantallung zu starten Uebertreibungen. Die Anfragen wurden durch die Beantwortung und Auskunfterteilung des Magistrats er. ledigt. Dabei tonnet Stadtrat Wege feststellen, daß con dem abgebrühten Ochsen. der zu Wurst verarbeitet sein sollte, raun em Haar im Burstteig übriggeblieben fet. Dann erfolgte die Abstimmung betreffend der Uebeilaffung der Rathausräume für eine Kolomalaus. stellung des Kolonialfriegerdants. Die gesamte Rechte des Hauses, einschließlich der Demokraten, befundete ihr Interesse an der wil helminischen Kolomalpolitik dadurch, daß sie für den Antrag stimmte. Die Hafenkreuzler auf der Tribüne flatschten Beifall. Die Stelle des außerordentlich rotchtigen Postens des Stadtmedizinalrats, die fcit dem Ausscheiden unseres Genoffen Dr. Rabenow verwatf! war, wurde durch die Wahl Prof. Dr. v. Drigalstis, der in Halle die felbe Stelle innehat, neubesetzt. Die Kommunisten hielten thren BarteigenossenDr. Klauber für diesen Bosten geeignet. Ste er. reichten durch ihren Eigensinn zwar nicht die Wahl ihres Kandidaten, wohl aber eine Settverschwendung, weil zwei Wahlgänge nottg murden. Unsere Fraftion stimmte für v. Drigalsti. Eine Borlage des Magistrate, die die Auszahlung des 10prozentigen Aufwertungs. vorschusses auch auf besonders bedürftige Sparer und auf Mündelguthaben ausgedehnt wissen will, wurde angenommen. Genofle Reuter brachte Berbesserungsantrage zur Borlage ein und betonte, daß sich die Sozialdemofiaten gegen eine Aufwertung Don Spetulationsgewinnen wehren werden. Die Rome munisten ftinimten gegen Borlage und Anträge. Wie sie das vor ihren Wählern verantworten wollen, muß man ihnen überlassen Borsichtigermeife hatten fie teine Tribünenbesucher hinbestellt # Vor zwet Monaten haben die Kommunisten den Magistrat megen Herablegung des Gaspreises, Aufhebung der Gas mejjermiete und wegen Ermäßigung des Straßenbahntarifs interpelliert. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung be fchuldigte ber Kommunist Dörr den Magistrat bzw. die Leitung der ftädtischen Werte, zum schweren Nachteil der Berliner Bevölkerung Die obefte Blusmacherei zu betreiben; man lege den Abnehmern ungeheuerliche Tarife auf, um das Bermögen der Werte zu er höhen. Die Rolle, die der ehemalige Stinnes- Generalbirettor Minour jetzt im Aufsichtsrat der städtischen Berte spiele, bebürfe auch fehr der Aufklärung.- Stadtrat Schlichting stellte feft, daß zur Beit eine Ermäßigung ber Gaspreise unmöglich jei, daß man die Berhältnisse von Wier und Berlin nicht, wie der Interpellant getan, auf die gleiche Stufe stellen dürfe und daß über die Wirksamkeit des Herrn Minoug nur eine Stimme der Aner. rennung fet. Zur Besprechung der Anfrage brachten die Rom munisten nicht die genügende Stimmenzahl auf. Die -W Erkrankungen von Schwestern und Assistenzärzten tom städtischen Krantenhause Budow find von der Deutschen Bolfspartei zum Gegenstand einer Anfrage gemacht worden. Bürger. meister Scholz antwortete, daß diese mysteriösen Erfranfungen bis her rätselhaft geblieben feien und allen Aufklärungsversuchen wider ftanden hätten. In der Besprechung trat Dr. Faldenberg( D. Bp.) der Auffassung entgegen, als ob es sich hier um eine Hege gegen die Krankenhausverwaltung handle. Erz. Dr. Airchner( Dnatl.) bemängelte die ungenügende Korrektheit der angestellten Unter. fuchungen. Gen. Dr. Went hielt den beiden herren oor, daß die Berwaltung alle Untersuchungsmethoden erschöpft habe. Daß viel fach bei den Schwestern und Aerzten eine Abneigung gegen den Cinheitstisch bestehe, fet Latface. Ob mit verbrecherischen Mitteln aus Rachsucht oder dergleichen auf die Qualität des Effens einge wirft oder ob ein Zufall im Spiele sei stehe nicht fest. Ob es unter den obwaltenden Umständen durchaus zwedmäßig war, fagehen, tei dom zweifelhaft; jedenfalls sei der vom Bezirksamt neuer fort- vor stattgehabter Untersuchung an die Deffentlichkeit zu Sings erlaffene Ufos zu verurteilen. Das Bezirksamt werde in seinen Anstrengungen zur Aufklärung der Sache nicht erlahmen. Der Einheitstisch sei unbedingt ein Fortschritt und müsse beibehalten werden; Abwechslung und Schmackhaftigkeit feien freilich notwendige Vorauslegungen. Der Streit um die Berechtigung des Bezirksamts Neukölln zu feinem lifas und um die Vorzüge und Nachteile des Einheitstisches ging noch eine Weile hin und her. Gen. Heitmann hob nochmals her. er, daß vom Bezirksamt alles unternommen jei, um der Sache auf den Grund zu fominen. Auch die Lieferungen Don Fleisch und Burstwaren aus der städtischen Fleischerei Sobrechtsfelde an die städtischen Krankenhäuser find Gegen fand einer Anfrage der Deutschen Volfspartei. Nach der Be Eauptung der Anfrager babe ein Magistratsvertreter in einem Aus hus zugeben müffen, daß Burstwaren geliefert feien, welche haare, 3ähne, Zuchtegen enthielten. Faldenberg biefe unglaublichen Zustände vorgetragen, stellte Stadtrat Wege unter wiederholter stürmischer Heiterkeit der Berfammlung den Sachverhalt flar und Nachdem Dr. warf dem Dr. Faldenberg direft Schädigung der städtischen Intereffen vor, ba on allen diesen unglaubtigen" 3uständen nichts Bahres lei. Die bezüglichen Beshuldigungen lägen faft wei Jahre gurüd. Sobrechtsfelde fei eine Musteran talt, die ebenso musterhaft fortzuführen der Magistrat als eine jeiner Hauptaufgaben betrachte. Freitag, 30. Januar 1925 our Annahme, und in dieser Fassung auch die Vorlage. Für den Berliner Fußballtlub Preußen soll die Stadt die Bürgschaft für ein ihm zu gewährendes Darlehn von 25 000 m. übernehmen, für den Sportflub Charlottenburg für ein Darlebn von 75 000 M. Der Haushaltsaus schuß hat Ablehnung empfohlen, während der Sportausschuß für Genehmigung fich ausgesprochen hatte. Man beschloß, den Magistrat um eine neue Borlage zu ersuchen. Nach einer Magistratsoor. lage vom 6. d lou der 10prozenfige Auswertungsvorschuß auf Sparguthaben von Mündeln und von laufend unterstützten Kleinrentnern, Eugiairentnern, anderen Unterstügungsbedürftigen, Kriegsbeschädigten und Kriegshunterbliebenen sowie Erwerbslofen ausgedehnt werden. In später Stunde knüpfte sich hieran noch eine längere Aussprache, in der Genosse Reuter Anträge auf eine noch weitere Ausdehnung des Kreises der Berechtigten durch Herabfegung der Altersgrenze von 65 auf 60 Jahre u. a. anfündigte und zugleich das Gebaren derer ins rechte Licht stellte, die sich in der Bahlhewegung echt demagogisch in Aufwertungsversprechungen zugunsten der breuen Diuffe der fleinen Sparer ergangen hätten, jest aher gar nicht daran dächten, selbst auch nur das geringste Opfer dafür zu bringen. Den Sparern müsse unbedingt ihr Recht werden; für Börsenfpetulanten gebe es eine Auswertung. Außerordentlich bedauerlich sei, daß jest die Rei tsregierung felbft der Auswertung Schwierigkeiten berette. Der Kämmerer nahm Anlaß zu erklären, daß nur im Rahmen des Magistratsantrages auch die Mittel noch vorhanden seten; gehe man in den Anforderungen wetter, so müsse man auch prafiifabie Dedungsvorschläge machen. Darauf nahm die Bersammlung gegen gestellten Anträge der Ausschußberatung. Nach Erledigung einer die Stimmen der Kommunisten die Borlage an und überwies die Anzabl weiterer Borlagen Schluß der öffentlichen Gizung 9 Uhr. Die fozialdemotrafische Stadtverordnetenfraffion hat an oе12 Magistrat folgende Anfragen gerichtet: 1 1. Entspricht es den Tatsachen, daß der Magiftrat beschlossen hat, fich in Sachen des Studienrats Reiter, der vom Bezirksam Kreuzberg zum Direktor der Arndt- Realschule gewählt worden ist, direkt an den Minister unter Umgehung des Provinzialichulfollegiums zu wenden, um eine Bestätigung Reiters zu verhinDas staatliche Gymnasium in eufolin joll ab. dern? Wenn ja welche Gründe haben den Magistrat zu diesem gebaut werden. In der Ausschußberatung hat die Mehrheit be- ganz außergewöhnlichen Vorgehen bewogen? Wenn es sich nicht fchloffen, der Bersammlung wiederholt zu empfehlen, den Ma um einen Magistratsbeschluß, sondern um das eigenmächtige Vorwas gedenft giftrat um sein Eintreten für die Erhaltung der Anstalt zu ersuchen. gehen einer einzelnen Berwaltungsstelle handeln sollte Bon den Rechtsparteien wurde für diesen Vorschlag plädiert, der Magistrat als berufener Hüter der Rechte städtischer Selbstverwährend Gen. Kreuziger der vom Magiftrat vertretenen Auffassungwaltung zu tun, um diese Rechte zu wahren? beistimmte, daß zur Erhaltung diejes Gymnasiums 2. Die Bauarbeiten an dem Neubau des Krema. tein Anlaß vorliege. Die Abstimmung ergab Annahme des Die Abstimmung ergab Annahme des toriums in der Diestelmenerstraße sind im Jahre 1923 aus Mangel an Mitteln eingestellt worden. Da ein dringendes Bedürfnis für Ausschußantrags. mit 112 gegen 104 timmen. Für den die Schaffung eines Krematoriums in dem dichtbevölferten Stadtteil vorhanden ist, fragen wir an: Bann gedenkt der Magistrat die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um das Krematorium in der Dieftelmenerstraße fertigzustellen und feinem 3mede zu übergeben? Bosten des Stadtmedizinalrats ftanden zur Bahl Profeffor Dr. v. Drigalfti, Dr. Hoffmann und der von den Kommunisten vorgeschlagene Dr. Klauber. Auf v. Drigalsti fielen 103, auf Dr. Hoffmann 93, auf Dr. Klauber 19 Stimmen. Die abfolute Mehrheit von 108 mar nicht erreicht; die engere Bahl zwischen v. Drigalsti und hoffmans ergab 106 für den ersteren, 95 für Dr. Hoffmann. Profeffor Dr. n. Drigaisti ft gewählt 18 3attel waren weiß. Die Um änderung der Lehrverfaffung der 16 Alt- Berliner Realschulen dergestalt, daß ihr Lehrplan mit dem der Oberrealschulen bis einschließlich Unterfefunda identisch wird, ist im Ausschuß nach mehrmaliger Beratung von ber Mehrheit gutgeheißen worden. vor dem Plenum Genosse Diesen Mehrheitsbeschluß hatte Dr. Borchardt zu vertreten, während Gen. Studienrat Dr. Bitte in ausführlicher Darlegung mit großem Nachdrud namens der Fratiion und namens der gesamten BoltsschulLehrerschaft die Ablehnung des Magiftratsoor. schlages als eines zweifellosen Rüdichrittes befürwortete. In der weiteren Aussprache bestritt Herzog ( Dnat.), daß durch die vorgeschlagene Reuordnung der Charakter dieser Realschulen irgendwie, jei es in pädagogischer, fei es in fozialer Hinsicht, geändert werde. zialer Hinsicht, geändert werde. Gehe die Stadt übrigens nicht freiwillig auf die Umformung ein, so werde der Staat direkt ein greifen. Auch der Oberstudienrat Dr. Hildebrandt( Dem.) trat unferem Gen. Dr. Witte mit ähnlichen Argumenten entgegen. Direktor Goß( Romm.) erblickte in der Umformung eine durch die Neuordnung erzwungene Verbesserung. Ein zu den llebergangs. bestimmungen gestellter Abänderungsantrag der Demofraten für den auch die Kommunisten stimmten, tam mit 93 gegen 74 Stimmen In Summa achttausendzweihundertdreiundvierzig Ein ertragreiches Schadenfeuer. Aufdedung eines 300 000- Mart- Betruges. Begen Versicherungsbetruges in Höhe von 300 000 m. wurden der Direktor Rac 3 maret und der erste Brofurist Paul Bobad Der Dauerwäsche Aktiengesellschaft aus der Gerichts. straße verhaftet. Die Berhaftungen erfolgten auf Grund der Ermittlungen der Kriminalpolizei, die folgendes feststellte: Im Mai 1924 bradh in den Fabrikationsräumen der Dauer' wasch- Aktiengesellschaft ein großes Schadenfeuer aus, das angeblich erhebliche Werte vernichtete Kurz zuvor hatte der Direktor der Gesellschaft das augenblickliche Lager hoch ver sichert. Nach dem Brande wurde ein Schaden von 300 000 m. angegeben, der von der Versicherungsgesellschaft gedeckt wurde. Später fam es dieser zu Ohren, daß bei dem Brande nicht alles mit rechten Dingen zugegangen fei, und sie erstattete Anzeige bei der Kriminalpolizei, die die Bücher der Aftiengesellschaft beschlagnahmte. Bei der Durchficht derfelben wurde festgestellt, daß sich unmöglich Waren von fo hohem Werte zur Zeit des Brandes in den Gebäuden befunden haben fonnten. Weiter wurde ermittelt, daß auffälligerweise einige Tage zuvor ein großes Aufräumen stattgefunden hatte, wobei alles in einen großen Raum zusammengetragen worden war. Es war jetzt offenbar. daß es sich hier um einen großen Betrug handelte. Nachdem er sich nach dem Wechselschalter erfundigt, bat Der Apfel der Elisabeth Hoff. lag Aljo in zehn Jahren etwas mehr als verzehnfacht er Elifabeth, ihm zu folgen. 8] Bon Wilhelm Hegeler. Ich hatte mich immer schon so entschieden," erwiderte fie schroff. Immer schon? Dann verzeihen Sie nachträglich noch den kleinen Irrtum, der mich glauben ließ, Sie hätten, einen Augenblid wenigstens, geschwankt.- Frau Hoff," seine Stimme glättete sich wieder, man tommt nach zehn Jahren zurüd zu einem Menschen, den man, das darf ich doch wohl annehmen, in Freundschaft verlassen hat. Man freut sich auf das Wiedersehen, denn diefer Mensch bedeutet einem unter lauter Fremden ein Stüd Heimat. Man ist zusammen, spricht von alten Zeiten oder...( pricht nicht davon- man trennt sich wieder, mit dem angenehmen Gefühl, irgendwo auf der Welt gibt's einen Menschen, der einem nicht ganz gleichgültig ift. Das ist alles. Ich hätte ja nie das Ge präch auf diese Geschichten gebracht. Ich wollte einfach eine geschäftliche Angelegenheit erledigen und die müssen Sie mir schon gestatten, jo zu erledigen, wie es unter ehrlichen Menschen Sitte ist. Ich nahm das Geld unter der Bedingung. daß ich es in der Not für mich brauchen, andernfalls für Sie anlegen follte. Das habe ich getan und möchte Ihnen jetzt Ihr Eigentum zurückgeben. Ist der befekte Herr jetzt frei? All right, mir auch. Kommen Sie, bitte, Frau Hoff! Die beiden betraten ein mäßig großes Zimmer, in dem fich nur ein Beamter und eine an ihrer Schreibmaschine flappernde Dame befanden. Nachdem Rysed sich durch seinen Baß ausgewiesen hatte. antwortete der Beamte, die Sendung Der Nevadabant tiege für ihn bereit. ,, Wenn ich bitten darf, Frau Hoff, die Abrechnung zu prüfen, damit ich vor meinem Gewiffen entlastet bin. Alfo hier er schlug die erste Seite der zusammengehefteten Papiere aufam 1. Oftober brachte ich das Gelb meinem Freund Die ersten drei Monate hatte ich es natürlich verbumumeli Das ist eine ganz normale Entwidlung. Sehen Sie's, bitte, durch und sagen Sie, was damit geschehen soll, ob Sie die Dollar behalten oder umwechseln wollen. Was macht das zum heutigen Kurs?" wandte er sich an den Beamten. Dieser begann auf seinem Notizblod zu rechnen und nannte dann die Summe. ,, Ein netter Haufe schmutziger Papierlappen," sagte Ryfed geringschäßig. 3hr werdet in Deutschland noch ruffische Zustände bekommen. Eure Regierung müßte energisch sagen: Stop! That ends it." Elisabeth saß in dem tiefen Ledersessel, die Abrechnung auf ihrem Schoß, blidte stirnrunzelnd auf das Gewimmel der fein geschriebenen Zahlen, mehr mit Bestürzung als mit Freude, mehr in dem Gefühl, vor einem Abgrund, als vor einem unverhofften Glück zu stehen, vor allem aber fich ärgernd über ihre Fassungslosigkeit, die sie hinderte, sofort das Richtige zu tun. Doch plöglich, turz, heftig den Kopf schüttelnd, sagte fie: ,, Nein! Das geht nicht. Wenn Sie mir das geliehene Gelb zurüdgeben wollen, bin ich einverstanden. Aber dies da geht mich nichts an." Wie lautete die Bedingung?" erwiderte er nur. Ent. weder ich verbrauche das Gelb oder lege es an. Können Sie es leugnen?" Sie wagte nicht zu leugnen, was fich nicht leugnen ließ. 3u genau erinnerte fie fich aller feiner Borte. Aber gerade diesen hatte sie damals so wenig Gewicht beigelegt, daß fie nie mit einer Rückgabe gerechnet überhaupt an das Geld faum noch gedacht hatte. ,, Wenn ich mit einer Amerikanerin zu tun hätte, so würde fie antworten: Well, ich werde die Abrechnung prüfen lassen und Ihnen dann Bescheid geben. Die deutschen Damen find wahrhaftig zu wenig gefchäftsgewandt," sagte Rnfed halb zu dem Angestellten und dem Tippfräulein. Gefchäft ist Ge Die Summe machte gewechselt vierhundertsechschäft, Frau Hoff. Wenn Sie mir das Geld anvertrauten, undliebzig Dollar aus. Er hat dafür Rubaanleihe getauft. müssen Sie auch die Fo'gen tragen." Am 1. Januar hat er sie mit kleinem Nuzen gegen Goldshares vertauscht. Da ging's dann aufwärts. Bitte, sehen. Sie, rechnen Sie genau nach, ob alles stimmt. Oder ist es Ihnen zu langweilig? Dann tun Sie's später. Im Krieg hat mein Freund die gute Idee gehabt. das Konto unter feinem Namen zu führen. Also weiter! Sehen Sie hier zum Schluß. Che ich herüberfuhr, habe ich die Papiere verkaufen Bermirrt durch das Bewußtsein, in den Augen der beiden fremden Menschen eine findische Rolle zu spielen, antwortete Elisabeth, fie möchte zuerst jedenfalls mit ihrem Mann sprechen. Wie Sie wollen. Wir fönnen Ihren Herrn Gemahl ja gleich aufsuchen: Behalten Sie also die Dollar einstweilen für mich in Verwahrung," sagte Ryfed zu dem Be amten. Aber halt, das Kleingeld nehmen wir gleich mit." Mit großen Sprüngen, immer einige Stufen ihr voran, eilte er die Treppe hinunter, riß die Tür auf und lief auch auf der Straße und im Kaffenraum immer einige Stufen voraus, indem er bald die Menschen rücksichtslos beiseite stieß, bald einen Diener mit seinem Spazierstod antippte: Hallo, wo ist der Wechselschalter? Thank you. Hierher, Frau Hoff!" Seine selbstbewußte Wichtigkeit, seine Betulichkeit hatten für Elisabeth zugleich etwas Imponierendes, etwas Rührendes und auch ein bißchen Komisches. Und ich laufe wie sein getreuer Pudel hinter ihm her, dachte sie. Nachdem er der Wechselkasse hundert Dollar übergeben hatte, erhielt er ein fingerdides Bündel anderer Scheine zurüd. Er faltete sie fächerförmig auseinander und zählte die fnisternden mit Taschenspielergeschwindigkeit durch. Dann steckte er sie mitsamt den übriggebliebenen Dorllar, wie man einem Kind einen Bonbon in den Mund schiebt, Elisabeth in die Ledertasche. Während das Auto den Schiffbauerdamm entlang fuhr, hatte Elisabeth das Gefühl einer leichten seligen Betrunkenheit, und wie Bläschen aus einem Glaje Sett, stiegen aus ihr Borstellungen von unzähligen guten Dingen. Ein Kindstopf ist man, dachte sie. Das Gelb wird zu Ende sein, ehe man sich's versieht. Aber hinter diesem Geld stand ja das andere, stand die faum umzurechnende Summe, derentwegen fie gleich mit ihrem Mann sprechen würde. Sie würde Rysed ihm vorstellen: Ein alter Bekannter von mir. Ich erzählte dir ja. Und später im Lauf der Unterhaltung würde sie ihrem Mann sagen, daß sie Rysect Dor feiner Abreise Geld geliehen hatte: Du erinnerst dich doch? Ich erzählte dir ja... Bei Kleinigkeiten, die fie aus Bergeßlichkeit ihm vorenthalten, hatte sie, um langatmige Erörterungen zu sparen das schon öfter behauptet. Er war dann jedesmal etwas verwundert, fügte sich aber rasch, denn für alle Dinge, die nicht feine Wissenschaft betrafen, hatte er ein schlechtes Gedächtnis. Aber ob er sich auch diesem Fall fügte? Ob er nicht fragen würde, vielleicht nicht gleich, aber später, wie sie dazu gekommen fei, ihrem Bekannten eine fo bedeutende Summe zu leihen? Würde er nicht fragen, in welchen Beziehungen sie zu Rysed gestanden? Und dann würde fie lügen? Nein! Sie würde die Wahrheit sagen. Die ganze Wahrheit! Mochte daraus folgen, was wollte. ( Fortfegung folgt.) Die beiden Berhafteten find geständig. Die Heuerversicherung hat, unabhängig von dem eingeleiteten Strafverfahren, auf dem Wege der Privatflage Pfändung des persönlichen Befiges der Schuldigen beantragt. Das Barenlager und die Fabriteinrichtung, die luguriöse Einrichtung der Achtzimmerwohnung des Direttors am Raiserdamm, seine Billa, die er trotz der Wohnungsnot außerdem noch am Wannsee hatte, ein Segelboot und die Wohnungs einrichtung des Profuristen wurden für die Gläubigerin beschlagnahmt. Volks- Karneval. Es hätte kaum polizeilicher Verbote bedurft, um den größten Teil des Boltes vom ausgelaffenen Treiben des Karneval" oder Fasching" fernzuhalten. Wer das ganze Jahr Sorgen im Kopfe hat, der vermag an sich schon auch nicht eine turze vorbestimmte Zeit Wiene und Maste überschäumenden Frohsinns zu zeigen. Zudem: der Karneval ist nie eine besondere Eigenart der Berliner, am wenigsten eine des Berliner Bolts gewesen. drei unmastierten Männern, von denen zwei ebenfalls mit dem Revolver die Anwesenden in Schach hielten. Auf die Ergreifung der Täter haben jegt der Beamtenwirtschaftsverein und die Stonjumgenossenschaft je 500 Mart und das Polizeipräsidium 600 Mart Belohnung ausgefeßt. Mitteilungen an Kriminalkommissar Berneburg im Simmer 80 des Polizeipräsidiums, Hausanruf 433 und 601. Oeffentliche Kultur- Kundgebung am Sonnabend, den 31. Januar, abends 7, Uhr, in Plenarjaal des Prenhilch. Staatsrats, Ceipziger Str. 3: 1. Schule und Republik. Redner: Konrad Haenisch, Staatsminister a. D., M. d. a. 2. Das Konkordat und seine Gefahren. Redner: Alwin Saenger- München, Staatsjefretär a. D., M. b. M. Erscheint in Massen! Hein Freund einer freiheitlichen SchulBolfsgenossen! Lehrer und Elternbeiräte! Bäter und Mütter! entwicklung darf fehlen! Arbeitsgemeinschaft sozialdemokr. Lehrer u.Lehrerinnen Berlins Justiz auch an Schwerkranke. Die Herren, die nach Stettin wollten! Ein Abenteuer mit Bauernfängern. 37 Ein unangenehmes Abenteuer hatte ein Provinzler in Berlin, der das Bech hatte, in eine Bauerfängertafdhjemme verschleppt und dort überfallen und beraubt zu werden. Und das, trotzdem doch die Mitteilungen derartiger Fälle in den Zeitungen feinen anderen 3wed haben, als das Publikum zu warnen und zu mahnen, die Augen aufzuhalten. Eines Tages war der Händler S. auf der Durchreife in Berlin und wollte nach Stettin weiterfahren. Als er sich auf dem Stettiner Bahnhof die Fahrkarte gelöst hatte und sich auf der Straße die Zeit etwas vertreiben wollte, wurde er von einem gutgefleibeten Herrn angesprochen, der bald heraushatte, daß. nach Stettin wolle. Bufälligerweise hatte der Fremde, der sich als ein angenehmer Blauderer erwies, dasselbe Reiseziel. Dann kann man ja", so meinte er gemütlich, zusammenfahren," worüber der Brovinzler sehr er. freut war. Der Fremde forderte ihn nun auf, mit in fein Hotel zu fommen, wo er sich seinen Koffer abholen wolle. Dem harm. feststellten, daß F. eine gutgespickte Brieftasche bei sich hatte, gaben und das ist in den katholischen Ländern. Es darf dort nach firchMan kann ihn nur dort richtig begehen, wo er zu Hause ift, licher Sitte und polizeilicher Regelung weit weniger während des Jahres getanzt werden als hier oder sonst im Norden. Um diese bei en aus dem bittere Bille zu verzuckern und andererseits die langen Trauertage in ihrer tragischen, büßerischen Wirkung noch zu vertiefen, gestattet man brei Tage ausgelaffenster Freude. Der Hauptspaß besteht in der Verkleidung und der tiefere Sinn ist die unvermeidliche De mastierung: auf Freude folgt Leid, alles, was heute gar nicht genug zu leben weiß, muß vielleicht schon morgen in den Staub zurückkehren, dem es entnommen ist. und leichter sind die Menschen der überquellenden Lust geneigt, sich am Aschermittwoch die Afche aufs Haupt Dies ist ber tiefere Ginn des Karnevals, aber man muß ihn in romanischen Ländern erleben, wo man weber die Freude zu edyt noch die Buße zu zerfnirscht nehmen darf. Es steckt aber auch ein Sinn darin, wie hier das Bolt den Fasching betrachtet. Er geht vorüber, ohne daß man ihn ernstlich beachtet. Wer nichts anzuziehen hat, dem find auch Möglichkeit und Lust genommen, sich zu verkleiden. Und wer nicht soviel verdient, daß er reichlich Brot essen kann, der hat auch nicht den Drang, sich für teures, schwer verdientes Geld auszutoben. ftreuen zu lassen. Jugend, vor allem auch Arbeiterjugend soll sich freuen, soll in der Freude weit und herzlich gehen, fie hat wahrhaftig ein Recht Darauf, aber unsere Jugend hat mit dem Fasching gebrochen. Ihre Anschauung von Freude ist veredelt, die Freude selbst hat damit viel gewonnen. Mögen andere, die es sich leisten können, täglich Fasching feiern wie viele fleiden sich nicht täglich mehrfach um, von den fchlimmsten Modebamen gar nicht zu reden, mögen sie den Karneval zu noch erhöhten Freuden des Eidhauslebens benuhen das Bolt fennt teine Faschingszeit, aber die Zeit feines Fastens, die nicht firch: lich und staatlich beschränkt ist, trägt es tapfer mit der Gewißheit, daß auch ihm einst bessere Seiten fommen, die ausgleichen und ein ganzes Jahr mit der menschenwürdigen Berteilung von Freuden. möglichkeiten ausfüllen. Und das ist eine Hoffnung, die mehr Lust in sich birgt, als ein fünstlich gezüchteter Fasching, dem der Ascher mittwoch mit peinlicher Gewißheit folgt. Abrechnung über die Reparaturzuschläge. In der Zeit vom 1. bis 10. februar haben die Vermieter auf Berlangen der Mietervertretung oder mo eine folde nicht besteht auf Berlangen der einzelnen Mieber die Abrechnung über Die Berwendung der Reparaturzuschläge für das Halbjahr vom 1. Juli bis 31. Dezember 1924 vorzulegen. Der Bermieter muß( am besten schriftlich) zur Borlegung der Abrechnung aus. brüdlich aufgefordert werden. Haben die Mieter die 4 Broz für Schönheitsreparaturen bei der Mietzahlung abgezogen, fo muß der Bermieter für die 6 Monate je 11 Broz, also zusammen 66 Broz Der Friedens miete für laufende Instandsetzungsarbeiten ver wendet haben. Haben die Mieter die 4 Proz. nicht abgezogen, hat also der Vermieter die Schönheitsreparaturen auszuführen, so hat er die Verwendung von sechsmal 15 Broz. 90 Broz der Friedensmiete für das lektverflossene Halbjahr nachzuweisen. Die Mieter müssen unbedingt von diesem Kontrollrecht Gebrauch machen, wenn fie fich nicht wichtiger Rechte begeben wollen. Er. fparniffe, die der Vermieter in früheren Abrechnungsabschnitten ge macht hat, muß er als Ueberschuß vortragen und mit nachweisen. Stellt sich bei der Prüfung der Abrechnung heraus, daß der Bermieter Gelder hinter sich hat und trotzdem laufende Instandsehungsarbeiten nicht ausgeführt hat, so fann die Mietervertretung oder jeder einzelne Mieter beim Bezirkswohnungsamt den Antrag stellen, daß die Ausführung der Arbeiten behördlicherseits erzwungen wird. Die Abrechnung hat der Vermieter im Haufe felbft pessulegen( entweder in feiner eigenen Wohnung oder in der des Berwallers, Portiers ufm.). Der Mieter braucht sich nicht an eine außerhalb des Haufes befindliche Stelle zu begeben, um Ginjidht in die Abrechnung zu nehmen. Die Einsicht ist so gedacht, daß die Mietervertretung oder der einzelne Mieter die Gelegenheit hat, die gesamte Abrech nung und die einzelnen Belege über die Ausgaben durchzuprüfen und sich die erforderlichen Notizen zu machen oder Abschriften zu nehmen. * Im Anschluß an obige Ausführungen fordern wir die Abteilungsmietervertreter hiermit auf, dafür zu sorgen, daß in ihrem Bezirk die erforderlichen Schritte von den Mietervertretern und Mietern unternommen werden. Bon etwaigen Weigerungen der Bermieter, die Abrechnungen vorzulegen, erbitten wir Mitteilung in der nächsten Abteilungs- Mietervertreterversammlung, und zwar Ichriftlich, und unter Beifügung des Materials. Bezirksmieterausschuß der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, 3. A.: Dr. Glaser. Berlin. 1600 M. Belohnung für Aufklärung von Ranbüberfällen. Zur Aufklärung zweier Raubüberfälle, über die wir in den legten Tagen berichteten, ist jetzt eine Belohnung von 1600 Mart ausgeschrieben worden. Der eine Raubüberfall wurde in den Abendstunden am 14. b. M. in den Räumen des Beamten. wirtschaftspereins in der Germaniastraße 57 zu Tempel. hof von drei mastierten Männern ausgeführt, die mit Handgranaten und Revolvern ausgerüstet waren, der zweite am 26. wieder abends in dem Bertaufsraum der Konsumgenossenschaft in der Siedlung Lindenhof. Schöneberg, Enthstraße 3, von 58 ENVER 19 geführt wurde. Zwei andere Herren, die zufällig auch nach Stettin Hotellotal, in ein gewöhnliches Schantlofal in der Borsigstraße lofen Brovinzontel fiel es auch gar nicht auf, daß er, statt in ein wollten, gefellten sich hinzu. Sobald fie nun im Lauf des Gesprächs fie ihm einen Stoß, entrissen ihm das Geld und liefen Lotal. F. wollte ihnen nachsehen. In der Tür sprang ihm jedoch ein vierter Mann, der sich am Büfett aufgehalten hatte, entgegen und verfegte ihm mehrere Schläge auf den Kopf und ins Gesicht, daß er zurüdtaumelte. Inzwischen waren die Räuber auf und davon. Ais die Polizei fam, fand sie den Arbeiter Hermann Schulz an einem verschwiegenen Ort. Er wurde festgenommen und von dem Beraubten auch als der Mann erkannt, der ihm an der Tür entgegengetreten und ihn niedergeschlagen hatte. Die anderen waren entkommen und bisher nicht zu ermitteln. Daher hatte sich Schulz allein wegen Raubes zu verantworten. Er befiriit auch nicht, daß er F. niedergeschlagen habe, behauptete aber, daß er als ganz unbeteiligter Gast am Büfett gesessen und gehört habe, wie dem F. von den anderen zugerufen worden set, er folle ihnen das Geld zurückgeben, um das er fie im Kümmel blättchen" betrogen habe. Er habe den hinauseilenden F. für den flüchtenden Bauernfänger gehalten. Auch die Wirtin des Lokales und andere Buegen, die im Nebenzimmer beim Kartenspiel geſeſſen hatten, behaupteten, daß fie Rufe gehört hätten,. solle ihnen ihr Geld zurückgeben. Offenbar hatten die Gauner den alten Verbrechertrick nach der Methode: Haltet den Dieb" angewendet. Die eigent lichen Räuber wollte aber niemand fennen. Das Gericht folgte schließlich den Darlegungen des Berteidigers, daß dem Angeklagten eine Beteiligung an dem Raube nicht nachzuweisen sei, und sprach ihn trotz dringender Verdachtsmomente mangels ausreichenden Beweißes frei Im Anschluß an die Zuschrift vom 25. d. M. teilt uns ein Strafgefangener mit:„ Seit Februar v. 3. befinde ich mich in Haft, und zwar wegen einer schweren Blutkrankheit im Lazarett des untersuchungsgefängnisses. Schon vorher war ver schiedentlich der Antrag gestellt worden, mich einem Krankenhause zu überweisen, nötigenfalls auch ohne Strafunterbrechung, dem auch stattgegeben werden sollte, falls ich haftunfähig und im Gefängnis nicht zu behandeln fei. Hier wurde meine Blutkrankheit gar nicht behandelt; ich erhielt nur Morphium gegen meine Schmerzen. Mein Bustand verschlimmerte sich so, daß ich im Dezember vier heftige Blutstürze erlitt und anderthalb Tage besinnungslos lag. Auch jetzt wurde ärztlicherseits nichts unternommen. Auf Antrag meines Berteidigers wurde ich Ende Dezember der Charité vorgestellt; dort stellte man feft, daß ich haftunfähig fei; im übrigen fonnte während der furzen Begutachtung feine bestimmte Diagnose gestellt merden. Der Hämoglobingehalt fant am 27. Dezember bis auf 32 Broz, ohne daß eine Behandlung erfolgte. Wegen Lebens gefahr stellte mein Anwalt den Dringlichkeitsantrag, mich dem Krankenhaus zu überweisen; jedoch lautete ein Gutachten des Gefängnisarztes dahin, daß ich haftfähig fei, obwohl er bie Krankheit monatelang vernachlässigt hatte und die Diagnose überhaupt nicht fannte. Es wurden mir täglich zwei Sprigen verodnet! Bergeblich bat ich um eine Blutübertragung. Erst am 10. Januar wurde ich wieder der Charité vorgestellt, die gleich nach Weihnachten die Diagnose hatte feststellen sollen. Die Charité verlangte bringend meine Aufnahme, die wiederum erft am 23. b. M. erfolgte, nachbem verhandelt wurde, hatte sich in einem D- Bug der Strede Klei fich mein 3uftand noch mehr verschlechtert hatte. Wie unser Gewährsmann behauptet, sollen ähnliche Fälle im Lazarett des Untersuchungsgefängnisses häufig vorkommen. Es ist zu fordern, daß diese unmenschlichen Zustände fofort Gegenstand einer Revision burch eine unparteiische Aerztetommiffion werden. Der Student kann nicht der Mörder fein! Der Student Eugen Gantner, der unter dem Berdacht der Täterschaft vorläufig feftgenommen wurde, bot für die ganze Zeit, die für das Berbrechen in Betracht kommen fonnte, einen Alibi. bemeis an, der ihm gelungen ist. Seine Angaben wurden bis in die fleinsten Einzelheiten hinein geprüft, so über sein Bei sammensein mit Studenten und anderen Leuten in Lokalen usw. Die ganze Zeit ist hiernach ausgefüllt und Gantner tann nicht der Mörder sein. Er wird voraussichtlich noch im Laufe des heutigen Tages wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Die Er mittlungen der Mordkommission, die natürlich auch nach seiner por läufigen Festnahme auch nach anderen Richtungen unermüdlich fort gesetzt wurden, haben noch feinen weiteren Anhalt für die Auf flärung geliefert. Mitteilungen nehmen die Kriminalfommissare Dr. Koch, Lipit und Brumme im Zimmer 93 des Polizeipräsidiums entgegen. Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 30. Januar. nenM Ein Scheinspiel. Ein anderes Kümmelblättchenspiel, das jekt vor Gericht Lübeck abgespielt. Die drei Angeflagten namens Le Juge, Heinrich Schiller und Hermann Döring waren in Kleinen in den Bug eingestiegen. In dem Abteil faßen auch mehrere Landleute. Gleich nach der Abfahrt nahm Schiller ein Spiel Starten heraus und sagte zu Le Juge:„ Das Herz- As" ist der Steuerbeamte, reuz 8" und Bique 8", das bist du und deine Frau. Wenn du auf die richtige Karte setzt, hast du gewonnen. Ich mette aber, daß Der andere fezte nun, ge bu ben Steuerbeamten nicht findeft." wann und verlor 5 und auch 10 M. Die Mitreisenden sahen intereffiert zu und machten den Spieler darauf aufmerksam, daß er vertehrt gelegt hätte. Dagegen protestierte nun der andere und sagte: Meine Herren, vorfagen gilt nicht, es fann jeder feßen. Ich nehme Nachdem diese Aufforderung mehr jebe Wette bis zu 50 m. an." mals erfolgt war, mischte fich Döring, der bis dahin den Unintereffierten gespielt hatte, hinein und sagte:" Benn ich mitspiele, nehme ich Ihnen das ganze Geld weg." Er gewann auch mehrmals. Die Landleute im Suge waren troßdem vorsichtig, beteiligten sich nicht an dem Spiel und stiegen schon an einer der nächsten Stationen aus. Darauf hörte das Spiel auch sofort auf. In der Beweis aufnahme ergab sich, daß der Angeklagte Schiller im Juli das Kümmelblättchenspiel" während einer Efienbahnfahrt mit großem Erfolg betrieben und einer Dame und einem Herrn mehrere hunberte Mart und einen größeren Dollarbetrag abgenommen hatte. Die Dame war so ausgeplündert, daß ihr Schiller großmütig" einen Dollar zurüdgab, damit fie ihre Reise fortsetzen konnte. Der Ber teidiger, Rechtsanwalt Dr. Liebknecht, vertrat die Ansicht, daß das Spiel, das die drei Angeklagten gemacht hatten, nur ein Schein spiel gewefen fei. Das Gericht schloß sich dieser Auffassung an und fam bei Le Juge und Döring aus diesem Grunde zu einer Freisprechung. Schiller jedoch wurde in dem anderen Falle des gewerbsmäßigen Glüdsspiels für überführt erachtet und erhielt vier Monate Gefängnis. Bootshandbrand in Treptowo. In der vergangenen Nacht gegen 1% Uhr brach in dem Boots, haus des Berliner Rudervereins von 1876" in Treptow, Poetenund erheblichen Sachschaden anrichtete. Die Neuköllner Feuerwehr fowie die Behr aus Niederschöneweide und der Löschzug 8 der Berftätte und löschten die Flammen nach etwa einstündiger Tätigkeit. liner Feuerwehr aus der Reichenberger Straße eilten an die BrandAußer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung BildungsFormen der Kapitalkurse.) Handelskurse. Fritz Langstadt: beteiligungen". 2. Vortrag: Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien". 7 Uhr abends: Wege zum Wissen: Die Frauen um Heinrich Heine". 7.30-8.20 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). 7.30 Uhr abends: Medizinische Vorträge. Professor Dr. Lewandowski: Die körper- iteig 2, ein Dachstuhlbrand aus, der sich schnell ausdehnte liche Ertüchtigung der Jugend". 2. Vortrag. Die Leibesübungen der Schuljugend". 3 Uhr abends: Landwirtschaft und Gartenbau. Abteilung Gartenbau. Lesser:„ Der Siedlergarten. 8.30 Uhr abends: 14. SonderveranGartenbaudirektor Ludwig staltung der Funkstunde A.-G. 1. a) Delphinische Tänzerinnen, Cl. Debussy, b) Das unterbrochene Ständchen. Ol. Debussy, c) Pucks Tanz, Cl. Debussy, d) Minstrels, Cl. Debussy( Theophil Demetriescu, Klavier). 2. Der Eisberg, Henry Urban( Hans Mühlberg, Rezitation), 8, Kinderstube, Mussorgsky,( Maria Schreker, Sopran). 4. a) Der Musikant, O. v. Hanstein, b) Der Knappe, W. Bloem, c) Kennst du das Haus, R. Presber( Hans Mühlhofer). 5. a) Zwei Lieder auf den Tod eines Kindes: 1. O Glocken, böse Glocken, Franz Schreker, 2. Daß er ganz ein Engel werde, Franz Schreker. b) Sie sind so schön, Franz Schreker, c) Wiegenlied aus der Oper Der Schatzgräber, Franz Schreker( Maris Schreker). 6. Flüchtige Visionen, S. Prokofieff( Theophil Demetriescu). Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. Im roten Umschlag inhaltreichste Funkzeitschrift& größin All Programm Unterhaltung Bastelteil 408 jain Wohn Abonnementsbeftellung durch jeden Briefträger BEY W.H.W. Um den Potsdamer Stadtschulrat. Die Potsdamer Stadtverordneten haben sich gestern in außerordentlicher und geheimer Sigung mit dem deutschnationalen Antrag vom Abbau der Stadtschulratstelle und ihrem derzeitigen Inhaber befaßt. Der Magistrat war in be Sigung nicht zugegen und die Stadtverordneten verhandelten ohne Renntnis der Stellungnahme des Magistrats. Die Deutschnationalen begründeten ihren Antrag; mas fie vorzubringen hatten wurde in der langen Aussprache zum größten Teil widerlegt und es ergab sich eine merkliche Absonderung der übrigen Barteien von den Deutschnationalen, die schließlich ihren Antrag zum vierten Male abänderten und nunmehr den Abbau des Inhabers der Stadtschulratstelle verlangten. Sie drangen auch damit nicht durch, es wurde ein Ausschuß eingefeßt, der fic) aus fünf Stadtverordneten zusammensetzt und in der nächsten ordentlichen Stadtverordnetensizung Bericht erstatten wird. Die auf Freis tag vorgesehene Sigung fällt aus. Mit dem Arm in die elektrische Rolle. Ein Unfall ereignete sich Donnerstag mittag in dem Seifengeschäft Reichenberger Straße 139. Die 23jährige Tochter des Schneidermeisters Chudzidi, welche mit GOLD 58 Rollen beschäftigt mar, geriet mit dem rechten Arm unter bie elettrische Rolfe, wobei ihr der Arm vollständig Parteinachrichten erquetscht wurde. Auf die Hilferufe gelang es durch die Geistes. gegenwart der Inhaberin, die Rolle rechtzeitig abzustellen, so daß roeiteres Unheil verhütet wurde. Das Urteil im Potsdamer Waffenschiebungsprozeß. Das tirtell gegen den Kaufmann Georg Semmelmann vor dem Pots. Damer Schöffengericht erging wegen Bestechung in Tateinheit mit versuchtem Betrug auf ein Jahr Gefängnis, zwei Jahre Ehrverluft. Untersuchungshaft wurde nicht angerechnet. Billige Fischfage! Am Freitag, den 30., und Sonnabend, den 31. Januar, fommen zum Berlauf lebendfrischer Ostseedorsch, pro Bfund 20 Pfennig, und lebende Starpfen, pro Pfund 125 Pfennig. Die Bertaufsstellen sind durch Blafate erkenntlich gemacht und bes finden sich in den Ladengeschäften auf den Wochenmärkten und in den Markthallen. Ueber die Abgabe der Umfah.( Cugus-) Steuererklärungen für 1924 enthält die heutige Nummer eine amtliche Bekanntmachung. Arbeiterbildungsschule Groß- Berlin. Die Arbeitsgemeinschaft Bolls. ergiehung und Sozialdemokratie in Tempelhof fallt heute, Freitag, den 30. Sanuar, a13. Die Uebungen werden fortgefegt am Freitag, ben 6. Februar. Sonnabend, den 31. Januar, abends 7, Uhr, in der Bibliothek der Arbeiterbildungsschule, Lindenstr. 3, Beginn ber Arbeiten des bistorisch- olonomischen Seminars unter Leitung des Genossen Mag Grunwald. Die Arbeitsgemeinschaft für Forffing und Naturfonde E. B. reran faltet am Sonntag, den 1. Februar, nachmittags 1, 11hr, ab Bahnhof Friedrichs. hagen eine Forstwanderung bur bie riedrichshagener, Rahnsdorfer und Wilhelmsbagener Rebiere Ober. förster Mudra übernimmt die forstlichen Erklärungen, und Dr. Stago. to it wird das Zierleben im Walde in der jetigen Jahreszeit behandeln. Falls wieder Schneefall eintritt, wird an den sich vorfindenden Spuren ges zeigt werden, wie der Naturfreund im Schnee zu lesen verstehen soll. Die ungarischen Sozialdemokraten halten Sonntag, den 1. Februar, bor. mittags 9 Uhr, in Lofal Gollnonftr. 13, eine Berlammlung ab. Sages. ordnung: Die Vorstandswahl. 28ir bitten bie Genossen und unsere Bartet freunde, dort vollzählig zu erscheinen und die deutschen Parteigenoffen an die Ungarn aufmerksam zu machen. Die Direktion bes Rirtus Busch erinnert daran, daß mit dem 1. Februat bas fenfationelle Programm, das unter dem Reichen Nic Diavolos und derf Quo vadis- Löwen steht, unwiderruflich abläuft. Es bietet sich also dem Ber liner Bublikum nur noch eine tnappe Woche Gelegenheit, fich die phänome nalen Attrattionen des Januar- Bronramms anfeben au Tönnen. Einsturz eines Telegraphenamt- Neubaues. Der Neubau des Telegraphenamts in Hagen i. W., der nach einer Bauzeit von etwa vier Monaten unmittelbar vor seiner Vollendung stand, ist eingestürzt. Das Dach des Neubaues brach zufammen und durchschlug Die Dede des zweiten Geschosses. Die Seitenwände stürzten ebenfalls zufammen. Bon den am Bau beschäftigten Arbeitern wird einer vermißt. Die übrigen tonnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Sichfoermertsgebühren bei Reifen nach Norwegen find munmehr auf fünf Stronen für je eine Boche Aufenthalt in Rorwegen herabgesezt worden. Jugendveranstaltungen. Wung, bteilungsleiter! Rehmt die noch ausstehenden Abrechnungen vor. Heute, Freitag, den 30. Januar, abends 7% Uhr: Marbel: Schule Bökowite. 40, Bortrag: 25 Jahre beutsche Gemerl fajeften. Rorbolt II: Jugenbheim Danziger Str. 23, Glasbrenner- Abend". Brenzlauer Borstadt: Jugendheim Danziger Str. 23, Bortoag: Die Konsum bemegung." 1 Rofenthaler Borflabt: Sandsgemeindehaus, Sophienfte. 23, Borfrog: Arbeiterschaft und Kirche. Often, Str.- B.: Shule Naglezitz. 3, Bor trag: Entstehung der Gewerkschaften." Saboft..B.: Jugendheim Ma zlannerufez la, Bortrag: Das Boltslied." Röpenid: Jugendheim Grilnauer Str. 5, Bortrag: Alt- Berlin. Tegel: Sugendheim Bahnhoffte. 15, Bortvag: Geschichte der Sohenzollern." Rieberschönhausen: Edule Blantenburger Str. 60/70, Borttag: Das alte Rom und fein Untergang." Pantow: Jugendheim Breite Str. 32, Bortrag: Ethit und Aesthetit. Reukölln III: Sugendheim Rogatftt. 53, Seine- Abenb". Peiser P 43 Sinfenbungen für siefe Nabrit fine Berlis 88. 68, Sindenstraße& für Groß- Berlin Rets a bas Begirisfeteetartat, 2. Sol, 2 rep. sets, in risten. Deffentliche Bollevezjamming in Reinidendorf- Weft am Donners bag, den 29. Jantar, abends 73 Uhr, in Sartmanits Brauerel, Scharn weberstraße 104. Tagesordnung: Der neue Rechtsturs in Deutfcy land. Referent: Sleichstagsabgeordneter Rubolf Wiffell. 19. Kreis( Ventow- Rieberfaönhausen). Freitag, ben 80, Senuat, abends 7 1hr, im Sofal Bum Bantgrafen", Banton, Schlosstraße, Kreis- Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Der trodene Rechtsputsch. Die Pflicht der Arbeitertlase." Referent: Redakteur Megander Stein. Spanbau. Sreitag, den 30. Sanuar, abends 7 Uhr, Bifentliche Boltsversammlung im Restaurant Bur Martthalle", Bichelsdorfer Str. Thema: Der Redytsturs." Referent: Genosse Aufhäuser, M. d. R. Staaten. Freitag, ben 80. Januar, abends 74 Uhr, öffentliche Boltsversammlung im Restaurant Wolf, Spandauer Straße. Thema: Der Rechtsturs." Referent: Genoffe Staab- Botsdam, M. d. R. 13. Areis Tempelhof, Marienborf, Marienfelte, Lichtenrade. Der Rurfus des Genoffen Albert Horlis über ,, Erziehung und Sozialdemokratie" finbet in biefer Woche nicht statt. Die für Sonnabenb, ben 31. Januar, angejekte Ronferens bee Bite zen Mitarbeiter bez Sozialistischen Arbeiteringend Groß- Berlin wird wegen bez Anlturtanbgebung ber Partet auf Sonnabenb, bea 14. ge bruar, verschoben. 85. Abt. Neukölln. Achtung, Frenen! Gonnabend, den 81. Samuar, abends 7 Uhr, bei Grieger, Leffingite. 9, heiterer Abend unter Mitwirkung bes Genoffen Hofemann und der Arbeiterjugend. Gäste willkommen. 118. bt. Lichtenberg. Rur Gebächtnisfeier und Enthüllung des Denkmals file die Genoffin Rtek am Sonntag treffen fich die Mitglieder vollzählig um 2 Uhr 15 in. bei Tempel, Gudrunft. 7. Bezirks und Straßenführer hierzu befonders einlaben. Jungfozialisten, Gruppe Schöneberg. Seute, Freitag, pnftlich 74 e, feurig firage 7, 8immer 7, Bunter Abend. Genutog morgen Museumsbefat. Treffpunkt 9 Uhr Luftgarten, Granitfchale. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Sehrerinnen Berlins. Sonnabend, 7% Uhr abends, große Kulturkundgebung im Blenarfoal des Preußischen Staatsrates, Leipziger Str. 3. Alle Mitglieder verfammeln fidh eine halbe Stunde vor Beginn. Reiner bass fehlen. Gonning, ben 1. Februar, vorm. 10 Uhr, im Jugendheim Bindenfte. 3. gemeinsame Tagung mit den Arbeitsgemeinschaften der Proving Brandenburg. Nef.: Genose Dr. Löwenstein, M. d. R.: Die fchulpolitische Lage und unfece Aufgaben." Erscheint auch hier pantilich und vollzählig Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 21. Abt. Unfere Genoffin Johanna Bahr ist verstorben. Die Einäscherung findet heute nachmittag 6 Ube im Krematorium Gerichtftraße Batt. 25. Abt. Genoffe August Rosenstengel ist am 26. Januar pertorben. Gia äscherung Sonnabend, nachnt. 4 Uhr, Arematorium Gerichtstraße. Arbeitersport. Touristen Berein Die Raturfreunde, Ortsgruppe Bern, Wit. Sibek. Freitag, den 80. Sanuar, abends 7½ Uhr, Neutonftitulerung der Abteilung Gilbot! Seim Reichenberger Str. 66( Feuermache). Mile früheren Mitglieder ber bteilungen haben neue Beitrittsertiärungen auszufüllen. Rariell für Volksbilbang, Sport und Rörperpflene, 16. Prairt. Montag, ben 2. Februar, abends 368 Uhr, im Jugendheim Röpenid, Gitung. Sage ordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit im Jahre 1924. Aussprache. Reuwahl der Kartell- Leitung. Anträge. Berschiedenes. Arbeiter- Sport- und Kulturfartell, 6. Bezirk( Kreuzberg). Montag, ben 2. Februar, abends 8 Uhr, im Sota! von Peter, Wrangelfiraße 125, Gizung. Wichtige Tagesordnung. 11. c. Regelung der Beitragsfrage und Neuwahl des Borstandes. Erfcheinen aller Delegierten in flict. Ferner haben nad ftchenbe Bereine und Gruppen ihren Bezirksbarteubeitrag. pro Mitglieb über 14 Sahre 2 Bf., file das 3. und 4. Quartal 1924 noch nicht gezahlt: Widhte, 11. IV.; Gruppe, 7. Gruppe, III. 2nd IV., 3. Gruppe, III. 12rb IV.; 13. Gruppe, IV; Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Abt. Siden und Sildst III. und IV., Berliner Schwimm- Union, III, und IV., Burich 02, IV., Sportffub Liberius 21, IV., tbetter- Sportvereinigung Süd- West, IV., Fußball- Club Bit toria Streuzberg, III. und IV., Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität, 2. tind 3. Abteiimg, III. unb IV., Touristenverein Die Naturfreunde", Gabon, IV., Arbeiter- Wanderbind Naturfreunde, IV., Arbeiter- Schachtub, IV., Kommu nistische Jugend, IV., Arbeiter- Theaterbund, III. und IV., Arbeiter- bftinen ten- Bund, III. und IV., Kraft, Sirrn- u. Artistenverein Soffnung. III. und IV. Die aufgeführten Bereine und Gruppen werden erfucht, im Intereffe bez ordnungsmäßigen Abwicklung der Rartellarbeit die Beiträge ungehend an den Referee, Sportgensen i tret, C. 20, Gneisenauft, 25, Knee Gelten fiilgel parterre, aut entrichten. Sämtliche Auschriften und Areffenänderungen nite an ben Bornkenden des Bezirkskartells, Sportgenoffen Erich Meslau. Berlin 60. 86, Cuvryftraße& III. Sur> Speztverein Site Berlin. Beute, Freitas, Mitteffungs blätter in der Gefüfteftelle abholen. Mittwoch, 4. februar, 7 Uhr: Ber einsgenerolpetfammlung in den Musikerfälen, Stalfer- WithelmStrake 81. Witalicusweis mitbringen. Witteilungen, Berichte( auch vo Areistag), Maträge, Verschiedenes. Bundesvereine and Satereffenten. Sn ben nächsten Eagen erscheint bas Brotokoll vom Kreistag, welches zum Selbfitostenpreise abgegeben wird. Be Bellangen erbeten an idyte", 60, 10, Röpenifer Gtt. 108. Arbeiter- Radfahrez- Bunb Soliberität", Ortsgruppe Berlin. Sorren für Gonntag, den 1. februar. 1. Abt.: Lehmann, Lantwik, Raifer. ihelm- Strake. Treff 5 he nadim. Bahnhof Nordicake. 2. Abt.: Streife durch ben Grunewald. Start 10 Uhr vorin. Dieffenbachstrane 36. 8. 6: Ablershof. Riege. Start 2 Uhr Baufiter tag. 4. abt.: Gonnabenb, ben 31. Januar. Maskenball bei Bota, Johannisthat. 5. st. 1 Uhr at Start Landsbergerniak. 6. st.: 1 Uhr am Start Ropenhagener Str 26, 7. At: 11hr am Start Schulffz. 114. 8. 5t.: Glienide a. d: N: Barth: Gitart 1 Uhr am Start Schulfer. 114. 8, bt.: Glienice a. b: N. th: Riege. Store 1 Uhe Comeniusplek 11. t. Streifzlige an der Save. Start 12 Uhr Sochfe. 13. Ostegenppe Reutilla. Tour wird 1 Uhr am Star Cannesstraße, Cdfe Scalesteaks, befanntgegeben. Crt Verträge. Vereine und Versammlungen. Cozialwiffenfchaftliche Bereinigung, Sonnabens, den 1. Sanuar 1926, abends 7 Uhr, im Graphischen Bereinshaus, legandrinenfte. 44, Berteng ber: Der Bargismus in der internationalen Arbeiterbewegung." Refsent: Redakteur Genosse Alexander Stein. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold" 99 Gef& äftsstelle: Berlin G. 14. Gebaftianste. 87/38, Sof 3 St. Die Kameraben, die kid am Sonntag, ben 1. Febenar, as bez ahrt nach Soffen beteiligen, benugen bie Süge 12.33, 1.23, 1.38, 2.08 Uhr ab Betebamer Bahnhof. Wir machen noch einmal barauf aufmeetfam, bak zahlreiche Beteiligung unbedingt erforderlich. Gausurftand. Ramezabayaft Mitte. Achtung! Bille den Kommunisten abgenommenen Schlag und Großwaffen find fofort beim Ramerabschaftsführer abzugeben. Samerabidhaft Steplig. Die Rameraden, die Sonntag, den 22 Februar, an bee Fahrt zum Bundesfest nad Magdeburg teilnehmen, muffen fich spätestens bis zum 1. Februar bei Kamerab Hamburg oder bei dem Gruppenführer melben. Kamerabfitaft Bilmersdorf. Die Stameraben( insbesondere Alt. Bameraden) wetben aufgefordert, zahlreicher an den Turn- und Sportilbungen teilzunehmen, ble jeben freitag ebend 8 Uhr in der Eumballe bet Sindenbarngidhule am Seepart ftattfinden. Sämtliche Führer fins que Teilnahme verpflichtet. Kamerabschaft Reinidenborf. Sceidag. ben 80. Sanure, abends 7 Uhr, im Lokal Ramjoo( Stastanienwäldchen), Schönhola 14, RamerabschaftsDollverfammlung. Kamerabschaft Stegli. Freitag, ben 80. Jannur, be geben fich fämtliche Gruppenführer zu Stamerab Samburg, Gelofitt. 103. Die Gruppenführer von Lichterfelbe zu Kamerad Kronheim, Bromenadenfit. 15. Kamerabschaft Witte. Gonnabend, den 31. Jenner, abends 7 he, treffen Rametabsaft fich die Züge 1 bis 6 im Serrenhaus, Leipziger Straße. Mezenhagen Boppegarten Birkenstein. Sonnabend, den 31. Jannar, abends 8 Uhr, Goal Bush. Fahnenweihe unter Mitwirkung des Birkensteiner Ramerabschafts- Drdjesters, bes Gesangvereins Freie Gänger und namhafter Kluster umb Stünftlerinnen. Eintrittsfarten bei den Warellanasfibrern. Die Rameraden esicheinen in Steigsbannereibung Meterverband, 4. Gerwaltungsbezirt, in Berlin, Erescowe. 58. General verlammlung am Freitag, den 30. Januar, abends ½ Uhr, bei Büttner, Schwebter Str. 23. Tagesordnung: Gefchäftsbericht. Babl des Borftrabes, Bortrag über Moban des Mieterichatgefenca. Bereinigung fozialdemokratischer Inrisien. Bortzog bes Genoffen Reste anwalt D, 6o1bfchmidt über die besonderen Aufgaben der fostalde. fratischen Juristen und die Notwendigkeit ihrer Zusammenarbeit aut reisa ben 80. Jamuar, abends 8 Uhr, Nollendorf- Rafino, Aleifftt. 41 Kortfrittliche Berkehrstechnik e. V., Bortragsabend über Der ettnes Rotor und feine Anwendungsmöglichkeiten", Donnerstag, den 5. februar. 8% Uhr, Nollendorf- Kastno, Kleiftite. 41. Eintritt für jedermann frei. Berein der Freibenter für Feuerbestattuna, bt. Cheglik. Mitgliederverfammlung am Freitag, 6. Februar, abends 7 Uhr, im Restaurant Ghellhase, Ahornstr. 15. Tagesordnung: Bericht und Neuwahl der Bezirfsleitung. Anmeldungen aur Jugendweibe merden borifelbft, fowie in allen Rahlstellen bes Vereins und bei Papenfuß. Edildhornstr. 9, entgegen genommen. Der Borbereitungsunterricht beginnt am Donnerstag, den 12. Februar, von 45 Uhr, in der Edule an ber Plantagenfisaße. Sehrerin: Ge noffin Maria Rrifoe Weller für Berlin und Umgegend. Ecbr mild. Melft treden mit Regexfällen. Jür Deufft land. In Süd- und Ostdeutschland ziemlich heifer. Sin übrigen Deutschland metft trübe und Regen. 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Die Wiederherstellung der Leistungen der einzelnen Zweige der Sozialversicherung sei fast restlos gelungen bei der Krantenversicherung, nicht so bei der Invaliden- und Angestelltenversicherung. Eine Novelle zur Unfallversicherung, bie die jetzt be. stehende Einheitsrente aufhebt, die Renten der Schwer- Unfallver legten erhöht und die Sachleistungen, insbesondere die Berufs In der Frage der Knappschaftsversicherung sei in gung zu erwarten. Eine besonders große Leistung sei die jetzt durch nächster Zeit zwischen den beteiligten Interessenten eine Berständi. geführte neue tertliche Ausgabe der Reichsversicherungsordnumg und des Angestelltenversicherungsgesetzes. In der Frage der Versicherung der Rechtsanwälte und ihrer Hinterbliebenen sei Neuland betreten worden. Auf Grund umfangreicher Borarbeiten der Beteiligten werde hier zum ersten Male ein auf weitestgehender Selbstverwaltung basierter Versuch ge macht, der von großer Bedeutung für andere freie Berufe werden könnte. In einer Erklärung vom 1. September 1924 habe fich die Regierung mit Bezug auf die Arbeitszeit grandfählich auf den Boden der Ratififafion des Washingtoner Abkommens gestellt. Das Internationale Arbeitsamt sei bis jetzt aber noch nicht in der Lage gewesen, die volle Uebereinstimmung über die Ratifizierung bei den anderen beteiligten Ländern herbeizuführen. Die gegenwärtige Reichsregierung stehe zu der Erklärung, die im Sep tember 1924 von der verflossenen Regierung veröffentlicht worden sei. Die Borarbeiten für ein neues Arbeitszeitgefes feien auf. genommen. 1 Die Regierung fei um eine Berbefferung des Inder be. müht. Verantwortlich und schwer und auf die Dauer für das Mini fterium taum tragbar, sei die Arbeit, die ihm jetzt bei der Rege lung der Lohnverträge zufalle. In viel zu vielen Fällen im vergangenen Jahre 366 mal schieben die Parteien die Entscheidung dem Minifterium zu. Die Zahl der unterstügten Arbeitslofen, die zu Beginn des vorigen Jahres eine Million überschritten hatte, fonnte im Herbst auf 420 000 heruntergedrückt werden, fie beträgt gegenwärtig 530 000. Die Mängel ber bestehenden Arbeitslosenversicherung sollen durch ein Gefeß über die endgül. tige Regelung der Arbeitslofenversicherung über. wunden werden. Größtes Gewicht habe das Ministerium auf die produttive Erwerbslofenfurforge gelegt. Es fei gelungen, mit ihrer Hilfe umfangreiche Dedländereien in fruchtbares Land zu verwandeln. Zu seinem Bedauern müsse das Minifterium feststellen, daß die Anwendung der Fürsorgepflichtverordnung durch Länder und Gemeinden, vor allen in den ländlichen Diftritten, zu wünschen übrig laffe. Die Renten für die Kriegsopfer erfordern im Jahre 1925 869 984 000 m. Dazu treten noch 259 Millionen für die Pensionierung der Offiziere, der ehemaligen Militärbeamten und ihrer Hinterbliebenen. Die Renten der Kriegsbeschädigten feien feit der Einführung der GoldAus der Partei. Der ungarische Parteikonflikt. Bericht der Biererkommission an die Erefutive der SAJ. Auf ihrer Januartagung in Brüffel hatte die Erekutive der Sozialistischen Arbeiter- Internationale befchloffen, eine Rommission, bestehend aus vier Mitgliedern einzusetzen, um der Sozialdemokra tischen Partei Ungarns bei der Behebung der in der Partei entstandenen Schwierigkeiten behilflich zu sein. Es handelte sich vor allen Dingen darum, die Angelegenheit des Pattes zu flären, die die ungarische Barteileitung im Jahre 1921 mit der Regierung Bethlen abgeschlossen hatte und eine Spaltung zu verhindern, die infolge des Stampfes zwischen Barteileitung und Opposition zu entstehen drohte. Bon der Exekutive wurden in die Kommission die Genossen Louis de Broudère und Tom Shaw gewählt. Die ungarische Barteileitung wählte als ihren Vertrauensmann Genossen Karl Rautsty und die Gruppen ber Opposition und Emigration Genossen Otto Bauer in die Kommission. Die Kommission fonftituierte sich am 26. Januar in Wien und hat nun auf Grund ausführlicher Aussprache mit den Vertretern der ungarischen Barteigruppen einen Bericht ausgearbeitet, den sie auf die Tagesordnung der nächsten Erefutive zu stellen ersucht. In diesem Bericht werden ausführlich die Berhältnisse geschil dert, die die ungarische Parteileitung im Jahre 1921 veranlaßten, einen Balt mit der Regierung Bethlen abzuschließen, um der Arbeiterbewegung eine gewisse Bewegungsfreiheit zu sichern und dem Terror der Regierung entgegenzuwirken. Es ist unbestreitbar," heißt es in dem Bericht, daß die Milderung des Bolizeidrudes, die burch den Batt erfauft wurde, ein schnelles und bedeutendes Er starten der ungarischen Arbeiterbewegung zur Folge hatte. Ebenso gewiß ist, daß sich die ungarische Barteileitung in den folgenden Jahren bemüht hat, sich von den thr durch den Bakt auferlegten Fesseln wieder zu befreien. Sie hat sich mit Recht an den nur unter Dem Drude einer ehriofen Erpressung zustande gemarkbeträge um 72% Proz. erhöht worden. Ein weiterer Ab. bau der Wohnungszwangswirtschaft müsse einfeßen, die Mieten müßten rascher an den Friedensstand herangebracht werden, damit die Bautätigkeit schärfer einsetze. Böswilligen Mietern werde ein Schuß fünftig nicht mehr zuteil werden können, dagegen feien gutwillige Mieter und finderreiche Familien zu schüßen und Wohnungswucher zu verhüten. Der Minister schließt mit der Ueberzeugung, daß die Sozialpolitit nicht nur nicht zum Stillstand gekommen, fondern in erfreulicher Weise fortentwickelt worden sei. Freitag, 30. Januar 1925 ungarischen Parteiverhältnisse vorbehalten. Auf Grund all dieser Rundgebungen spricht die Kommission die Hoffnung aus, daß die Erklärungen der ungarischen Genoffen es erleichtern werden, bie aus den Bedingungen der Konterrevolution entstandenen Irrungen und Streitigkeiten innerhalb der ungarischen Sozialdemokratie zu überwinden." Bor dem französischen Parteitag. Bum Parteitag der franzöfifchen Sozialistischen Bartel, der am 8. Februar in Grenoble zusammentritt, liegen nunmehr die Berichte des Parteivorstandes, der Parlamentsfraktion und der Ber treter der Partei bei der Internationale vor, die ein Bild über die Entwicklung und die Tätigkeit der Partei geben, Die Anzahl der Parteimitglieder ist von 50 500 m Jahre 1923 auf rund 73 000 im Jahre 1924 gestiegen. Damit hat die Partei troß der fommunistischen Abspaltung die Stärte des Jahres 1913 Der Berichterstatter Abg. Hoch( Soz.) faft wieder erreicht. Während sie im Augenblid der Spaltung taum fann der günstigen Darlegung des Ministers über die Arbeiten des 50 000 von rund 180 000 Mitgliedern der geeinten Bartei um sich zu Reichsarbeitsministeriums nicht beipflichten. In vielen Fällen habe scharen vermochte, ist sie heute bereits bedeutend stärker als die Komdas Ministerium durchaus versagt. Er vermisse, daß das Mini- munistische Partei, deren Mitgliederzahl in der offiziellen Statisti? sterium die Erhaltung und die Bedeutung der menschlichen Arbeits- der Kommunistischen Internationale für 1924 mit 50 000 an traft zum Mittelpunkt seiner Sozialpolitik mache. Kurzsichtige Unter- gegeben ist. Die Wahlen im Jahre 1924 brachten der sozialistischen Partei nehmer hätten in erster Linie ihren eigenen Gewinn im Auge. Sie dächten nur an niedrige Löhne und hohe Preise. Da habe das Mini 104 Size in der Kammer und 6 im Senat. Von den Abgeordneten fterium einzugreifen und ihnen nachbrüdlich zu Gemüte zu führen, find 40 auf rein sozialistischen, 61 auf Listen des Linkskartells gebag ihre Rechnung falsch fei. Was für die Sozialpolitik aufgewendet wählt. Auf die rein sozialistischen Liften entfielen 687 bbie hälfte werde, fei fein wirtschaftlicher Verlust, sondern eine Voraus men, auf die Kartell- Liften insgesamt 2 107 545, wovon die Hälfte lange gedauert bis sich das Ministerium dieser Aufgabe bewußt ge treisen standen einander eine rein sozialistische und eine fommurund 1 700 000 Wählerstimmen auf sich vereinigt. In 18 Wah! Jehung der wirtschaftlichen Brofperität. Es babe ten Sozialisten sugerechnet werden muß. Die Partei hat daher worden. Warum habe das Ministerium nicht dafür gesorgt, daß die Arbeiterinteressen beim Abschluß der Handels. mistische Liste gegenüber; in nicht weniger als 117 babon trugen perträge vertreten waren, wie dies auf englischer und französischer die Sozialisten die überwiegende Mehrheit davon. Seite aeschehen sei? Die Arbeitsleistung des Ministeriums auf dem Gebiete der Gesetzgebung fei durchaus ungenügend. Dem Reichs. tag jei bei seinem Zusammentritt teine einzige Borlage vorgelegt worden und die Ausschüsse könnten die wichtigsten Gebiete der Sozialpolitit gar nicht in Angriff nehmen. Eine der ersten Ar beiten müsse das Gesez über die Erwerbslosenverfi. cherung sein. Er befürchte start, daß die Vorlage in diesem Jahre überhaupt nicht fertig werde. Eine solche Berschleppung sei un er träglich. Er anerfenne, daß der einzelne Beamte des Ministe. riums durchaus feine Pflicht, vielfach mehr als das getan habe. Wenn der Personalbestand angesichts der großen Arbeiten des Ministeriums zu start herabgemindert worden sei, so trage doch der Minister dafür bie Berantwortung. Er hätte den Zumutungen des Finanzministeriums, das in teiner Weise vorbildlich sei, für die Durchführung von Ersparniffen aus perfonellem Gebiet, stärkeren Widerstand entgegenfegen müssen. Dem Ministerium müßten so viel Hilfskräfte zur Ber fügung gestellt werden, daß es seine fachlichen Arbeiten rasch und zu verlässig erlebigen fönne. Zum Schluß beschäftigt sich der Berichterstatter sehr eingehend mit den Wünschen der Beamten des Reichsarbeits. ministeriums und der nachgeordneten Dienststellen, die er als durchaus berechtigt anerkennt und für die er entsprechende Anträge in Aussicht ftellt. Er fündigt vor allem die Wiederaufnahme der alten sozialdemokratischen Forderung an, nach welcher die Diätare nach fünfjähriger Dienstzeit in Blanstellen eingereiht werden follen. Die Debatte wird auf die Personal. und Verwal. tungsfragen beschränkt. Mitberichterstatter Erfing( Str.) macht unter Hinweis auf den Abbaucharakter der Versorgungsbehörden Bedenten gegen die angefündigten Anträge zur Berbefferung der Lage der Beamten der Versorgungsbehörden geltend und will fich auf die Beseitigung tatsächlicher Härten beschränken. In gleicher Richtung bewegen fich die Ausführungen des Abg. Schmidt- Stettin( Dnt.), wäh rend der Abg. Roßmann( Soz.) auf die zahlreichen neuen Aufgaben verweist, die den Bersorgungsbehörden zugewachsen feien. Die schwierige Arbeit der Bersorgungsbeamten mache es dem Reichstag zur Pflicht, ganz offenbare ungerechtigkeiten, die bei der Behandlung Der Bersorgungsbeamten in der Vergangenheit vorgekommen seien, zu beseitigen. Die Abstimmung über die angekündigten Anträge, die noch genauer formuliert werden sollen, wurde auf die nächste Sigung Dertagt. fommenen Baft umsoweniger gebunden erachtet, als die Regierung Bethlen selbst die von ihr in dem Batt übernommenen Berpflichtun gen wiederholt gröblich verlegt hat. Schon 1922 hat die Parteileitung einer Reihe von Bestimmungen des Pattes offen zuwider gehandelt. Ende 1924 hat sie endlich den Wortlaut des Paftes veröffentlicht und damit deutlich kundgetan, daß sie den ihr von Bethlen aufgezwungenen Geheimvertrag als gerrissen ansieht. Troßdem ist es gewiß begreiflich, daß der Abschluß eines Battes, der nach Inhalt und Form aller Tradition der internatio. nalen Arbeiterbewegung so völlig widerspricht, eine Opposition in der Partei hervorrufen mußte." Nach Darlegung weiterer Einzelheiten des ungarischen Parteifonflittes, der sich unter den unnormalen Verhältnissen des politi schen Lebens Ungarns verschärfte, appelliert die Rommission einbringlich an die ungarischen Genoffen, alles zu vermeiden, was die Einheit der Partei gefährden könnte. In Ungarn, wo die Arbeiterklasse einen noch viel schwereren Kampf zu führen hat als in den anderen Ländern, wäre eine Parteispaltung ein durch nichts zu rechtfertigendes Verbrechen an der Zukunft des Prole. tariats. Die Kommission stellt in ihrem Bericht mit Genugtuung fest, daß sich die ungarischen Genossen dieser Erkenntnis nicht verschließen. Aus eigener Initiative wurden von der Parteileitung wie von den verschiedenen Gruppen der Opposition Erklärungen abgegeben, die auf den gemeinsamen Willen hindeuten, eine Barteispaltung zu vermeiden und den bestehenden Konflikt auf dem Wege der innerparteilichen Berständigung zu beheben. Wichtig ist vor allem in politischer Hinsicht folgender Passus der Erklärung der Barteileitung: Die ungarische Parteileitung betrachtet sich schon seit langer Zeit durch den mit der Regierung Bethlen im Jahre 1921 unter dem 3wange der Berhältnisse abgeschloffenen sogenannten Balt nicht mehr für gebunden." Andererseits wird von den Dele gierten der Opposition und der Emigration erflärt, daß fie feine oppofitionelle Sonderorgonisation anstreben und die Erhaltung der Parteieinheit als ein Lebensinteresse des ungarischen Proletariats betrachten, sich aber das Recht freimütiger Kritit der " Im Frühjahr finden in ganz Frankreich die Gemeindewahlen statt, durch die indirett auch ein Einfluß auf die Su fammensetzung des Senats ausgeübt werden kann. Der Parteitag soll nun u. a. darüber entscheiden, inwieweit bei diesen Wahlen abermals ein Zusammengehen mit den bürgerlichen Radikalen zulässig sein soll. Die Meinungen darüber sind in der Partei geteilt und bei der Diskussion dieser Frage spielt die Beurteilung der bisherigen Erfolge der Partei in ihrer Bolitik gegenWährend ein Teil der Geüber der Regierung eine große Rolle. nossen der Ansicht ist, daß die Ergebnisse der Haltung der Partei im Parlament und im Staate eine analoge Taftit bei den Gemeindewahlen rechtfertigen, wird diese Bolitik auf den Bezirksparteitagen, die fich mit der Borbereitung des Barteitages beschäftigen, von einer starten Minderheit kritisiert. Der Parteivorstand hat in einem Beschluß Stellung genommen, in dem er ausdrücklich darauf hinweist, daß durch die Ermächtigung des vorjährigen( Marseiller) Parteitages teinerlei dauernde Berbindung mit anderen Parteien begründet, vielmehr nur ausnahmsweise und unter besonderen Umständen lokale Wahlbündnisse zugelassen seien. Der Beschluß weist auf die Rejolutionen des außerordentlichen Parteitages vom Juni 1924 und des Barteirates vom November 1924 und erklärt, daß mer unter diesen Umständen öffentlich von einer dauernden Bindung der Bariei inner. halb eines Blocs oder Kartells" redet, sich in Widerspruch zu den Barteitagsbeschlüssen feßt. Außerdem wird sich der Kongreß mit der Ausarbeitung eines Kommunalprogramms und mit der Frage der Kammerwahlreform beschäftigen. Parteitag der holländischen Sozialdemokratie. Bom 14. bis 16. Februar findet in Amsterdam der diese jährige Barteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Hollands statt. leblicherweise wird der Parteitag alljährlich zu Ostern ein berufen; in diesem Jahre ist er zu einem früheren Termin angesetzt worden, weil die holländische Partei sich auf die fommenden Wahlen vorbereitet, die in den Niederlanden voraussichtlich am ersten Mittwoch im Juni stattfinden werden. Den Hauptgegenstand der Beratungen des Parteitages wird daher das Wahlprogramm der Partei bilden. Dieses stell: an die Spthe der Forderungen der Partei die Frage der Abrüstung, des Mitbestimmungsrechts der Arbeiter in der Industrie und des öffentlichen Unterrichtswesens, das von den Berschlechterungen befreit werden soll, die es sich unter der fleritalen Regierung gefallen tassen mußte. einer Der Bericht, den bas Parteisetretariat an den Barteitag er stattet, betont insbesondere die in Holland in der legten Beit start diskutierte Notwendigkeit innigeren Berbindung zwischen Bartet und Gewertschaften. Diese Frage ist in den Spalten des Zentralorgans der Partei„ Het Boil in einer Diskussion erörtert worden, an der sich zahlreiche führende Barteigenoffen beteiligten. Die holländische Partei zählte im Jahre 1924 39 500 Mitglieder. Bei den letzten Wahlen erhielt fie 567 772 Stimmen( 19,4 Proz.) und 20( von insgesamt 100) Abgeordneten. Zum Vergleich seien die entsprechenden Zahlen für die holländischen Kommunisten angeführt: 1500 Mitglieder, 53 664 Stimmen( 1,8 Proz.) und 2 Abgeordnete. Gründung einer Arbeiterpartei in Kuba Vor einiger Zeit wurde in Habana ein Komitee eingesezt, welches die Vorarbeiten für die Gründung einer Arbeiterpartei in Kuba durchführen soll. Das Komitee hat nunmehr das Programm und die Statuten ausgearbeitet, die einer demnächst stattfindenden Bersammlung vor gelegt werden sollen. Die Partei wird den Namen" Kubanische beiterpartei" tragen. Berbindungen mit den sozialistischen Bereinen, die in anderen Teilen des Landes bestehen, sind hergestellt. Das erste Februarheft der Gemeinde" ist den Broblemen der Landgemeinde gewidmet und enthält darüber Beiträge über„ Beschichte der Kreisverwaltung" von 3anotta, Unsere Aufgaben in den Landgemeinden von Karl Bolff, Steuerpolitik in den Land gemeinden" von Erich Gierte, Wohnungsneubau im Bandfreife " Bersorgung der ländlichen Bevölkerung mit elektrischer Energie von Mar Walter, Ländliche Verkehrspflege" und" Straßenbau" Ferner Notizen über Gesetzgebung, Ber. von Hans Gentner waltung und aus der Bragis einzelner Gemeinden. MARKE NDER DIE GARANTIE FUR QUALITAT FÜR JEDE JAHRESZEIT SALAMANDER SCHUHE MARKE SAL NDER GARANTIE FÜR PASSFORM Wirtschaft Die Krise in der deutschen Margarineindustrie. Für die deutsche Margarineindustrie brachte das Jahr 1924 bfazfchwierigkeiten, wie sie bisher noch nie dagewesen maren. Da sich der Absatz auf eine viel größere Anzahl von Fabriken als vor dem Kriege verteilte, so war die Folge, daß ein äußerst scharfer Konkurrenzfampf entbrannte und daß in diesem Konkurrenzkampf eine Anzahl von Fabriken ihr Dasein aushauchten. Von den etwa 225 Fabrifen, mit denen die Margarineindustrie m das Jahr 1924 hineinging, waren am Ende des Jahres noch etwa 180 vorhanden. 18 Fabriken wurden stillgelegt, 12 gingen in Konfurs, 5 tamen unter Geschäftsaufsicht und 9 wurden liquidiert. Bon ncuerrichteten Fabriten tamen fünf überhaupt nicht in Betrieb und drei wechselten ihren Besizer. 50 Proz. der Margarineproduktion wird durch die betdent Ron gerne van der Berg und Jürgens beherrscht. Der van der Berg- Konzern verfügt über 11 Fabrifen, 2 eigene Delfabriken in Deutschland und ist an zwei anderen Delfabriken( Thörl und Cleve) maßgebend beteiligt. Seine Inteceffensphäre erstreckt sich über fast ganz Europa. In England, Holland und Deutschland hat er besondere Dachgesellschaften. Der Jürgens- Konzern nennt in Deutschland 9 Margarinefabriken sein eigen, hat eine eigene Delfabrik in Wil helmsburg bei Hamburg und ist an einigen anderen Deifabriken maßgebend beteiligt. Zu diesem Konzern gehört auch die bekannte große Firma Schlink u. Co., die das Balmin herstellt. Bon außerhalb des Konzerns stehenden Firmen sind von Wichtigkeit noch die alte Firma Mohr u. Co., die zum Stinnes- Konzern gehört, die Firma Fritz Homann, Samit u. Lohe in Duisburg und 3. A. Jffer stedt, Elberfeld. Bei der Untersuchung der Gründe, die zu der Abfahstodung im Jahre 1924 geführt haben, famen die maßgebenden Fabriken zu der Ueberzeugung, daß der Margarine konsum zugunsten des Butter- und Schmalztonjums zurüdgegangen fet, weil die Konkurrenzfämpfe eine sehr erhebliche Berschlech terung der Qualität gebracht hatten. Die Unterbietungen im Preise erfolgten auf Kosten der Qualität. Wir start fidh im Jahre 1924 der Margarinefonfum zugunsten des Butter und Schmalz fonjums verringert hat, verdeutlichen, die nachfolgenden Einfuhr zahlen von Schmalz und von Butter. Es wurden eingeführt: a) an Smalz: im 1. Halbjahr 1928 64878 Sonn.| im Auguft 1924 12450 Zonn. 1. 1924 80378 September 1924 12358 Ditober 1924 18336 " Juli 1924 10724 im 1. Halbjahr 1923 1. 17 Juli b) an Butter: 819 Tonn. im Auguft 1924 22614 1924 5835 1924 6228 Tonn. September 1924 6235 Oftober 1924 7994 In der Wirtschaftskrise des letzten Jahres haben die maßgebenden Führer der Großlandwirtschaft oft eine eigenar tige Rolle gespielt. Weweit sie dabei selbst die Interessen der deutschen ProSuktion hinter den Privatinteressen des Großgrundbesizes zurückstellten, beleuchtet folgende Zuschrift, die uns aus landwirtschaftlichen Kreisen zugeht: schaftskammern im Krisenjahr 1924 verdient der foeben mit halbAls ein intereffantes Dokument des Berhaltens der Landwirt jähriger Verspätung im Verlage B. Barch erschienene Bericht über die 37. Konferenz der preußischen Landwirtschaftsfammern, die am 23. Juli v. I. in Königsberg i. Pr. tagte, von einer breiteren Deffentlichkeit zur Kenntnis genommen zu werden. Unter anderem ist den Vorständen der Landwirtschaftskammern Preußens dort von dem Präsidenten und dem Direktor der Landwirtschaftskammer für die Proving Bommern, Bater und Sohn Freiherren v. Wangenheim, eine Entschließung aufge nötigt worden, die zweifellos, nachdem sie jetzt gedruckt vorliegt, bei den Kammern selbst einiges Kopfschütein erregen dürfte. aber auch dann noch auf Grund ihrer umfangreichen Verbindungen| Landwirtschaftskammern für Produktionseinschränkung die Möglichkeit, vorteilhafter einzukaufen, als die fleinen freien Fa briken. Außerdem sind sie technisch auch weit besser gerüstet, als diefe. Sie gebrauchen natürlich für den Absaz ihrer Produkte einen sehr umfangreichen Verkaufs- und Reklameapparat, der viele Untosten erfordert. Aber einen im Verhältnis ebenso großen Reflameapparat müssen auch die freien Fabriken haben, wenn sie der Ron turrenz begegnen wollen. Nur die ganz wenigen Zwergfabriken, die fich auf den Absatz ihrer Fabrikate in einem sehr begrenzten Umkreise beschränken, können des Verkaufsapparates und der Reklame entbehren und sind in der Lage, auf diese Weise das, was sie durch ihre schlechtere Technik und unvorteilhafteren Einkauf mehr ausgeben müssen, durch Ersparung von Unkosten wieder hereinzuholen. Es besteht also die Gefahr und die Möglichkeit, daß die Konkurrenz der Konzerne in der Lage ist, die kleinen Fabriken entweder völlig zu vernichten oder aufzusaugen. Die Konzerne erklären zwar, vorerst von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen zu wollen, aber je nach der Konjunktur pflegen die Unternehmergruppen ihre Absicht Die Entschließung zicht angesichts der damaligen schwierigen zu ändern. Für die Konsumenten ergeben sich aus der Konzentration Lage der Landwirtschaft in 3meifel, ob die Landwirtschaftskammern nur Vorteile. Denn in dem Augenblid, wo die Margarine mit noch länger die Verantwortung für die Propaganda intendem Schmalz oder der Butter im Preise nicht mehr fonkurrenzfähig fiver Wirtschaft tragen fönnten und ob sie nicht eine großist, wird sich der Konsument der Fettart zuwenden, die für ihn rech zügige Umstellung der Landwirtschaft auf eg tenfiven Be. nerisch die vorteilhafteste ist. Dieser Umstand zwingt die Margarine- trieb in die Wege leiten" müßten. Im damaligen Augenfabriken, ganz gleich, ob sie den Margarinemarkt beherrschen oder blick wollte die Kammer Bommern zwar noch so gut sein, endgültig und offen zum Erzeugerstreit noch nicht zu blafen, größte Zurüdnicht, so billig wie möglich zu faltulieren. Da, wie schon ausgeführt, haltung im Einkauf von Betriebsmitteln zu üben. wurde Konzernfabriten in der Lage find, billiger zu produzieren, als tieine aber schon damals von ihr anempfohlen. bildung in der Margarineindustrie für die Konsumenten nur von freie Fabriten, ist im Gegensatz zu anderen Industrien die KonzernBorteil. Das gift wenigstens folange, als die Preisspanne zwischen den einzelnen Fettwaren nicht durch künstliche Eingriffe, etwa durch Zölle, verändert wird. Smalz- und Butter zölle würden unmittelbar der Margarineindustrie Preiserhöhungen er möglichen und die Lebenshaltung verteuern ein Grumb mehr, sie auf das entschiedenste abzulehnen. Etwas anders liegen die Dinge allerdings für die in den Fabriken beschäftigen Arbeiter. hier ist der Konzern natürlich weit eher in der Lage, den Arbeitern die Arbeitsbedingungen zu diftieren, als eine Reihe von fleineren freien Fabriken. Daß durch die Zusammenballung des Rapitals die Stellung des Arbeiters in fozialpolitischer Hinsicht erschwert wird, bebarf feines Beweises. Gerade in der Margarineindustrie haben wiederholt Arbeitstämpfe stattgefunden. Gegenüber dem Zusammenfchluß des Kapitals bleibt auch für die Arbeiter mur ein Weg, um fozialpolitisch schädliche Folgen soweit wie möglich abzuwehren, dieser Weg ist der starte gewerkschaftliche Zusammenschluß. Gerstengraupen, lose. Gerstengrütze, lose.. Haferflocken, lose Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1.... Weizengrieẞ Hartgrieß 70% Weizenmeh! Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, erl. Langbohnen. handverl. Linsen, kleine 19,50-20,75 23,00-25,00 26,75-21,50 20,00-21.00 70,00-96,00 .40 Inlandszucker Raffina. Zucker Würfel Kunsthonig 30,5 33,00 35,5 Soweit sich dies aus dem offenbar für die Oeffentlichtett frisierten Bericht feststelien läßt, scheinen die an der Aussprache dari ber be teiligten Teilnehmer der Konferenz. von der Bommerschen Wisheit nur mäßig entzückt gewesen zu sein. Die Landwirte aber, die dem erteilten Rate gefolgt sein sollten, werden sich ins eigene Lagen ihre Schärfe zu verlieren und staatliche Hilfe in den Steuer. Fleisch geschnitten haben; denn die Preiskrise begann schon in jenen frebitnöten blieb nicht aus. Wie der in der zweiten Jahreshälfte beträchtlich gestiegene Dünger bezug beweist, find die ausübenden Landwirte denn auch wirklich gescheiter als ihre Hochmögenden Führer gewesen. Sie sind eben nur in der freiherrlichen Phantasie die unmündige Gefolgschaft, die auf den Pfiff der großen Herren in der Provinzialhauptstadt blindlings pariert, auch wenn es dem Geschäft zuwiderläuft. banten, die Abende wieder beim Sienipan zu verbringen, mit Selbst in Pommern werden sich die Landwirte dafür beder erfensiven Betriebsweise ihre giften 3 dem sicheren Ruin entgegenzuführen. Nur wundern kann man sich über einen solchen Beschluß einer Stelle, von der man Sachfenntnis und Einblick in alle die Landwirtschaft berührenden wirtschaftlichen Zusammenhänge wirklich sollte verlangen fönnen. Noch mehr in Erstaunen sezen muß, daß die Gesamtheit der Rammerpräsidenten, die die Spitze der landwirtschaftlichen Berufs Preisnotierungen für Nahrungsmittel. vertretungen in Preußen darstellt, einen foíchen Beschluß veröffentlichen fann der als falsche Brophetie und leere Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels Drohung nun doch wohl erwiesen ist und in Kammerfreifen nie per Zentner frei Haus Berlin. anders als eine Banterotterklärung hätte verstanden mer 19,50- 24,75 Kakao. fettarm 18,75-19,50 Kakao, leicht. entölt. 100,00-120,00 den sollen. Nach dem Landwirtschaftskammergejez haben die Land20,00-21,50 Tee, Souchon, gepackt 320,00-400,00 wirtschaftskammern die Aufgabe, den technischen Fort 21,50-22,50 Tee, indischer, gepackt 400,00-470,00hritt zu fördern, für die hebung der LandwirtInlandszucker bas mel. 29,00-31,00 haft tätig zu sein. Wenn die Landwirtschaftskammern nicht mehr 36,50 die Verantwortung für die Propaganda intensiver Wirtschaft glauben 34,036,00 tragen zu. fönnen, dann müßten sie sich auflösen oder zunächst 40,00 erst einmal andere Männer in ihre Leitung berufen, die vor er 27,00 30,00 90,009,00 fchwerten Aufgaben nicht zurückschrecken. Schon rein vom gesünden 40,00 Menschennerstand aus und im Mitgefühl mit zusammenbrechenben 37,00-55,00 Existenzen wäre das doch richtiger, als den Landwirten weiter die 3,70-4,20 gefeglichen Beiträge zuzumuten, wenn man nichts mehr dafür leisten 4.40- 5,00 zu fönnen glaubt. Ohnehin wird über die gegenüber der Friedens. 5,20 5.80 3eit von ½ auf 3 Prcz. des Grundsteuerreinertrages, erhöhten, also 89.90 99,50 perfechsfachten Kammerumlagen mehr gestöhnt, als die Kammern hören wollen. Man erinnere fich doch, daß die Landwirtschaft in den Zeiten ertensiver Wirtschaft meder eine gefeßliche Bertretung noch ein freies Vereinswejen gehabt hat und daß damals gu fein besonderes Ministerium für Landwirtschaft bestand. Den Rüd. fall in den ertensiven Zustand fönnte sie ohne Hilfe vollziehen und müßte, sollte es zu solchem Verfall, an den niemand denkt und den niemand wünschen tann, fommen, mit als erstes von den Molkereibutter, i. Pck 204,00-216,00 Kammerlasten befreit werden. Dahin wird es aber hoffentlich trot Molkereibutter lla i. Fs. 180,00-195,00 der großagrarischen Drohung mit Produktionssabotage nicht kommen. Molkereibutter 1.Pck. 190,00-202,00 Auslandbutter in Fässr 210,00-21,0 Corned beef12/ 6 lbs p.K. Um den Margarinetonfum wieder zu heben, entschlossen sich die Ronzernfabriken zur Herstellung einer Qualitätsmargarine.| Die Neueinführung von Qualitätsmarten hatte die beabsichtigte Folge, es trat wieder im Fettkonfum eine Verschiebung zugunsten des Margarinefonfums ein. Mindere Qualitäten an Margarine werden nur wenig getauft, obwohl fie fehr billig find Ungefähr 50 Pro3. des Fettfonfums wird heute durch Margarine bestritten, die andere Hälfte durch Butter. Vor dem Kriege war das Verhältnis 30 bis 40 Broz. Margarine, 60 bis 70 Proz. Butter. Daran find deutlich Linsen, mittel die Folgen der Berarmung durch die Inflation zu er fennen. Sehr start beeinflußt wird das Verhältnis Margarine und Butter durch die Spannung zwischen den Preisen der beiden Brodufte. Diese Spannung ist heute sehr groß. Es foftet ein Pfund Qualitätsmargarine 1 M. im Einzelhandel, ein Pfund Butter 2,20 m. Bei diesen Spannungen ist die Steigerung des Margarinetonfums ganz natürlich. Linsen, große. Kartoffelmehl Makkaroni, Hartgrieß. Eiernudeln. Mehlnudeln. Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasi Patna, Tafelreis, lava... Ringäpfel, amerik. Getr Pilaumen 90/100 21,50-27,75 19,00- 22,25 15,00-16,00 20,25-23,00 27, 0-32,0 18,00-25,50 32,00-44,00 44,00 55,59 20,50-22,00 43,25 56, 0 44,50-73,50 24,00-29,50 15,25-17,75 18,50 20,00 24,51-32,00 32,75-42,00 77,00-90,00 48,00- 50, 0 Pflaumen, entsteint.. 72,00-80,00 Rosineni Kist., Candia. Cal. Pflaumen 40/50. 66,00-68,00 60,00-73,0 Sultaninen Caraburnu. 70,00-85,00 Korinthen, choice. Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) 58,00-74,00 205,00-210,00200,00-210,00 100.00-11,00 Es ist nun von verschiedenen Seiten auf die Ueberlegenheit der Ronzernfabriken gegenüber den freien Fabriten hingewiefen worden. Diese Ueberlegenheit ist sicherlich in startem Maße vor handen. Der größte Teil der Rohstoffe, pflanzliche Dele, tommen in Form von Delfaaten aus dem Auslande. Sie werden dann, bevor fie zu Margarine verarbeitet werden können, auf deutschen Delmühlen zu Det gepreßt und ehe sie als Margarine in den Konfum gelangen, vergeht eine Frist von ungefähr 8 Monaten. Damit ist schon gesagt, daß der Einkauf nicht nur ein gewaltiges Risito in sich birgt, sondern Rohkaffee Zentralam 25,00-310,00 Röstkaffee Brasil.. 270,00-310,00 auch recht bedeutende kapitalien erfordert, die kleinen Röstkaffe Zenetralam. 330,00-400,00 Fabriken faum zur Verfügung stehen. Die großen Kongerne haben Röst, etreide. lose 20,00-23,00 Fern von ben Bergen feiner Schweizer Heimat vezichted plöglich unier Freund und Beggenosse Fritz Leuzinger Stud. rer. pol. In ihm verlieren wir einen unferer liebften und hoffnungsvollsten Rameraben. Vereinigung sezialdemokratischer Stademies. Die Beerdigung findet Freitag, ben 30. Januar, 4 Uhr, auf dem Neuen Sa'obikirchhof, Hermannstr., ftatt Allgemeine Ortstrantentafe Berlin- Wilmersdorf Bekanntmachung! 109/7 geDer 21. Rachtrag zur Raffenfagung fft mit Ausnahme des§ 34 A Siffer nehmigt unb tritt fofort in Kraft. Gleichzeitig weifen wir darauf hin daß. feit dem 12. Sanuar 1925 die maßgebende Berdienstgrenze für die Berfiche rungspflicht der Betriebsbeamten, Angeftellten usw. auf 2700 Reichsmart jähr lich festgefest ist. Die Frift zur Meldung ber Berfonen, die durch diese Berordnung ber Berficherungspflicht neu unterstellt merben, läuft bis zum 1. Januar 1925 Berlin- Wilmersdorf, d. 28. Januar 1925. Richárd Engelhardt, Franz Wiemann, Borsigender. Schriftführer. Ziehung bestimmt 18. Februar Stuttgarter Geld- Lotterie zu Gunsten des Hauses des Deutschtums in Stuttgart. 5632 Geldgewinne zusammen Ha p 150000 Mk. gewinne 50000 20000 10000 39 99 11. S. W. Lose 3 MK., Porto u. Liste 35 Pt. mehr 10 Lose einschl P. u. Liste nur 30 Mk. gegen Vereinsendung od. Nachnahm. CHARLOTTENBURG, Emil Haase, Kais Friedrichstr. 18 Postscheckr- Kto Berlin 16638. Kümmel, holländischer 50,03-56,00 Schwrz Pfeffer Singap. 110,00-120,00 Weißer Pfeffer. Rohkaffee Brasil 155,00-173,00 215,00-235,00 V3- A 3,10 3,60 Zuckersirup hell i Eim. Speisesirup dunk.i.Eim Marmelade Einfr. Erdb. Marmelade Vierfrucht Pflaumenmusi. Eimern Steinsalz, in Säcken.. Siedesalz in Säcken Bratenschmalz i. Tiers. Bratenschmalz i Kübl. Purelard in Tierces Purelard in Kisten Speisetalg in Packung Speisetale in Kübeln Margarine, Handelsm. I- 66,00 desgl. II... 60,00-63,00 Margarine, Spezialm. I 80,00-84,00 89,50-90,00 88,75-89,75 65,00- 66,00 desgi. II. 69,00-71,00 Molkereibutterli. Päss. 19,00-209,00 " 38,00-39,00 Ausl.Speck, geräuchert 108,00-115,00 Quadratkäse. 30,00-42,00 Tilsiter Käse, vollfett. 115,00-130,00 Echter Emmenthaler, 165,00-175,10 Echter Edamer 40%.. 125,00-128,00 20%.. 90,00-92,00 Aust. ungezucker. Condensmilch 48/16 Inl. sez. Condz.- M. 48/14 Wir empfehlen ... 20,00-22,50 25,25-25,50 als besondere Leistung unseres Hauses OBERST die führende deutsche 59. 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Im Ratsteller zu Croffen madhte Brade sein Testament. Er fandte, wie der reiche Mann im Evangelium( ob er gleich feinen Syeller zu vergeben hatte), den Knecht vom Ratskellerwirt auf die Straße und ließ verkünden: alle fahrenden Bettler und Baga bunden und Straßenläufer möchten zu ihm in den Ratskeller tommen. Er habe sie in seinem Testament zu beschenken und zu bedenten Und er berief einen Advokaten und setzte ihn mit Tintenbüchse, Sedertiet, Streusand, Bergament und Siegel neben fich. Und als die Vagabunden und Baganten erschienen waren es waren ihrer etwa ein halbes Dugend, die der Ratskellertnecht aufgetrieben hatte da ließ er sich von jedem den Namen fagen und vererbte einem jeden, indem er dem Advokaten diftierte, eine Gegend des märkischen Landes zur Streife. Da vererbte er dem rothaarigen Hannes die Perleberger Gegend, bem Spenglerjochen das Prenzlauer Land, dem frommen Adolf bas Bistum Lebus, dem hageren Türkenmüller den Kreis Crossen und die Niederlaufig, der Bidelmale als Frau seine Geburtsstadt Trebbin. Und es geschah, daß jeder dieser Leute sein Testament wie einen heiligen Willen aufnahm und buchstäblich befolgte und daß jeder wie durch Gottes under in der ihm zugewiesenen Gegend reichlich stets zu leben und nie mehr zu hungern hatte. Weshalb jeder der Bagabunden, die sich später sämtlich recht und schlecht mit Mägden oder Bauernmädchen verheirateten, seinen Erstgeborenen Brade nannte, 1 Der hagere Türfenmüller aber, der es in Croffen durch Beinhandel zu etwas brachte, ließ in einem feiner Weinberge eine Kapelle erbauen, in die er eine nachgeahmte Statue des Brace stellte und an dessen Geburts- und Todestag Lichte davor entzündete wie vor einem Heiligen. Wie groß ist die Welt? Bon Prof. Dr. Walter Anderssen. Der Laie hält die Welt meistens für unendlich. Die Ergebnisse ber Aftronomie aber scheinen für das Gegenteil zu sprechen. Mit bloßem Auge fann man am Himmel etwa 5000 Sterne erkennen. Wenn nun der Weltraum, was die nächſtliegende Annahme ist, überall gleichmäßig von Sternen, erfüllt wäre, so müßte man mit einem Fernrohr, das doppelt vergrößert, in jeder der drei Dimenfionen doppelt, im ganzen also achtmal soviel Sterne sehen, d. h. die Anzahl der gesehenen Sterne müßte sich in der dritten Potenz der angewandten Bergrößerung steigern. Nun sieht man aber bei fünffacher Bergrößerung nur 100 000, bei 50facher nur 5 Millionen und bei 500facher, der größten bisher erreichten, nur 100 Millionen Sterne. Die Zahl der sichtbaren Sterne wächst also bei steigender Bergrößerung des Fernrohrs sehr viel langsamer, als nach unserer Heberlegung zu erwarten wäre. Daraus hat man den schwer vermeidbaren Schluß gezogen, daß die Sterne um so seltener merden, je weiter mir uns von unseren Sonnensystem entfernen. Aus dem Grade, in dem diese Seltenheit wächst, fann man errechnen, bei welcher Bergrößerung eine weitere Zunahme der fichtbaren Sterne nicht mehr zu erwarten ist. Die Zahl aller bei dieser Vergrößerung wahrnehmbaren Sterne wäre die Gesamtzahl der überhaupt eristie renden. Sie beträgt etwa 1½ Milliarden. Bon diesen 1 Milliarden Sternen ist der uns zunächst geLegene die Benus, die nur etwas über 40 Millionen Kilometer Don uns entfernt ist. Der von uns entfernteste Stern unseres Sonnenfnftems, Neptun, ist schon etwa 4500 Millionen Kilometer von uns his getrennt. Ganz anders aber wachsen die Entfernungen, wenn wir nun zu dem nächsten, außerhalb unseres Sonnensystems gelegenen Stern übergehen. Dieses ist Progima Centauri, ein etwa 38 Bil lionen Kilometer, d. h. über 80 000 Neptunlängen von uns entfernter Stern. Die Entfernung des hellsten Firsterns am Himmel, des bekannten Sirius, von uns beträgt schon etwa 80 Billionen Rilometer. Das fernste astronomische Gebilde, dessen Entfernung mir noch mit einiger Sicherheit angeben tönnen, ist der Sternhaufen M. G. C. 7006, von dem Shapley annimmt, daß er 25 000 Siriuslängen von uns entfernt ist. Von dieser Entfernung fann man sich einen ungefähren Begriff machen, wenn man hört, daß sein Licht, obwohl es 300 000 Kilometer in der Sekunde durchläuft, 200 000 Jahre braucht, um zu uns zu gelangen. Der Sternhaufen felbft, der durch die größten Fernrohre wie ein winziges Fledchen am Himmel aussieht, ist so ausgedehnt, daß das Licht fast 100 Jahre braucht, um von einem Ende desselben zum anderen zu gelangen Noch weiter als diefer Sternhaufen ist allem Anschein nach die Sternwolte R. G. C. 6822 von uns entfernt. Shapley schäßt ihre 3] Matteo Falcone. Bon Prosper Mérimée. Wie dem auch sei, der Feldwebel Gamba bot seine Uhr offenbar allen Ernstes an. Fortunato hielt seine Hand im Baum, aber er fagte bitter lächelnd: " Was foppt Ihr mich?" „ Bei Gott, ich foppe bich nicht! Sage mir bloß, wo Gianetto fft und die Uhr ist dein!" Um Fortunatos Mund flog ein ungläubiges Lächeln, und indem er feine fchwarzen Augen auf die des Feldwebels heftete, fuchte er darin zu ergründen, ob er dessen Worten glauben dürfe. Ich will mich degradieren lassen, rief Gamba, wenn ich dir unter dieser Bedingung die Uhr nicht gebe. Die Kameraden sind Seugen. Ich fann mein gegebenes Bort nicht zurücknehmen." Bie er jo fprach, ließ er die an der Kette hängende Uhr hin und her pendeln, so daß fie der bleichen. Wange des Knaben ganz nahe fam. Auf Fortunatos Geficht spiegelte sich der Kampf, der in feiner Seele zwischen feiner Begehrlichkeit und der Ehrfurcht vor dem Gastrecht tobte. Die nackte Brust schwoll ihm; er rang fichtlich nach Atem. Währenddessen ward die Uhr hin und her gefchlenfert, wobei fie fich drehte und zuweilen an Fortunatos Raje tippte. Nach einer Beile hob fid) langjam seine Rechte nach der Uhr hin; die Spizen ihrer Finger berührten sie, und schließlich lag sie ihm schwer in der Hand, doch ohne daß der Feldwebel das Ende der Kette losließ. Das Ziffernblatt war aus Lasur... das Gehäuse jüngst blant geputzt. es flammte in der Sonne wie eitel Feuer... Die Ver. fuchung war allzu mächtig. .. Fortunato hob nun auch die linke Hand und wies mit dem Daumen über seine Schulter meg nach dem Heuschober, an den er geLehnt stand. Gamba begriff die Geste jojort. Er gab die Kette frei: Fortu nato fühlte sich im Vollbesitz der Uhr. Behend wie eine Hündin rich tete er fich gerade und ging zehn Schritte weg vom Heuschober, den die Jäger fofort auseinanderrissen. Es dauerte nicht lange, da bemegte es fich im Heu, und ein blutbefleckter Mann troch heraus, den Dolch in der Hand; doch als er berjuchte, sich auf seine Füße zu stellen, machte es ihm die ge Formene unde unmöglich, sich aufrecht zu halten. Er jant um Entfernung auf annähernd 10 Trillionen Kilometer. Zur Zurüdlegung dieser Entfernung würde das Licht eine Million Jahre brauchen. Soweit unser Wissen reicht, enthält diese Sternwolte die von uns entferntesten Sterne des Weltalls. Wir haben uns in den letzten Jahren daran gewöhnt, mit Beilage des Vorwärts Zahlen, die wir in unserer Jugend kaum dem Hörensagen nach kann den Drachen durch großen Lärm und das Schlagen von Tremmela ten, wie mit bekannten Größen umzuspringen. So mögen wir uns leicht einreden, daß wir mit den Worten Million und Billion eine ziemlich deutliche Borstellung verknüpfen. Tatsächlich aber ist das eine Selbsttäuschung. Das menschliche Borstellungsvermögen ver Erkannt. 110 obachtungen bei diesem Himmelsvorgang zu machen. In fernen Zeiten der Vergangenheit begrüßte man eine Sonnenfinsternis nicht so anteilnehmend wie heutzutage, sondern fie rief Schrecken und Entfegen hervor. Lange herrschte die primitive Anschauung, daß ein böser Drachen die Sonne verschlänge, und die Menschen versuchten, Bemühungen an. Selbst als man bereits wußte, daß die Berzu verscheuchen, und fahen die Rückkehr des Lichtes als Erfolg ihrer finsterung durch den Mond, der die Sonne verbirgt, hervorgerufen wird, wurden doch noch die beiden Punkte, in denen die Bahn des Mondes die der Sonne freuzt, als Kopf und Schweif des Drachens aufgefaßt. Eine der ältesten Mondfinsternisse, von denen wir Kunde haben, war die im Jahre 2150 v. Chr.; sie wurde den beiden chinesischen Hofastronomen Ho und Hi zum Verhängnis, denn der Kaiser von China verurteilte sie zum Tode, weil sie ihn nicht vor dem Eintreten dieses Ereignisses gewarnt hatten. Etwa 1100 Jahre später haben wir den ersten genauen Bericht einer totalen Sonnenfinsternis, und zwar in einer babylonischen Inschrift, die lautet: Am 26. Tage des Sivan wurde der Tag in Nacht verwandelt, und Feuer war in der Mitte des Himmels.". Das hier angegebene Datum läßt sich auf den 31. Juli 1063 v. Chr. bestimmen. Dieser sowie andere Berichte des Altertums befizzen den großen Wert, daß sie beweisen, daß die Bewegung des Mondes von Jahrhundert zu Jahrhundert allmählich schneller wird. Als ein glückbringendes Ereignis erwies fich die Sonnenfinsternis des Jahres 585 v. Chr., die Don einem der sieben Weisen" Thales von Milet vorausgesagt wurde und die den Krieg zwischen den Lydern und Medern beendete. Durch die plöhlich auftretende Finsternis wurde. nämlich eine große Feldschlacht zwischen ihnen unterbrochen, und der Eindruck des Himmelsereignisses war so gewaltig, daß fie sich miteinander vertrugen. Viele Berichte von totalen Sonnenfinsternissen finden sich in den Chroniken des Mittelalters, aber fie sind sehr ungenau und von fabelhaften Märchen entstellt, so daß sie nicht den eraften Beobatchungswert befizen wie die Aufzeichnungen der alten Babylonier und Aegypter. Mit der Entwicklung der Fernrohre wurde das Interefie an diesen Erscheinungen immer größer, und man begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts„ Sonnenfinsternis- Expeditionen" auszurüsten, so nach Norwegen 1851, nach Spanien 1860 und 1870. Die Einführung der Photographie bot einen großen Borteil für die Beobachter. Am Kiefernstamm. Wer mit offenen Zuigen durch den Wald geht, dem fällt am unteren Ende besonders der alten Bäinne ein ziemlich lebhaft grüner Ueberzug auf. Fährt man mit dem Finger darüber hin, so färbt der Ueberzug wie grüner Staub ab. Erst unter dem Mitroftop erfennen wir, was es mit diesem Anstrich" auf sich hat. Wir sehen dann Myriaden winziger Rügelchen eine Aige einfachster Form und zugleich eine der kleinsten Algen fiberbaupt, die „ Man sieht doch gleich, daß Sie Mitglied der Deutschen aber dafür in der ganzen Welt verbreitet ist. Ihre Vermehrung be Volkspartei find." Wieso?" Weil Sie Ihre Bälle immer als Nachläufer spielen!" Differenzierung fehlt vollständig. Ebensowenig find Organe für die mag sich von so gewaltigen Größen nur einen sehr unvollkommenen Begriff zu machen. Wenn man derartige Größen unserem Berftändnis näher bringen will, bleibt nur das Hilfsmittel, fie alle im gleichen Verhältnis zu reduzieren, daß sie uns dadurch faßbar werden. Das hat der englische Astronom Jeans in der Einleitung eines von ihm gehaltenen Vortrages über die Entstehung des Son nensystems in sehr geschickter Weije getan. Er schlägt vor, sich die jenige Bahn, die die Erde um die Sonne beschreibt, als einen Bunft von Millimeter( er fagt 10 Inch) Durchmesser vorzustellen. dann würde die Erde felbst zu einem Stäubchen zusammen schrumpfen, das 0000 Millimeter Durchmesser hätte. Die Bahn des Neptun hätte dann die Größe eines Pfennigs, Prorima Centauri wäre 70, der Sirius efwa 145 Meter von uns entfernt. Der Sternhaufen N. G. C. 7006 würde dann 3800 und die Sternwolte N. G. C. 6822 etwa 19 000 Kilometer von uns entfernt sein. Das ist ungefähr die wirkliche Entfernung des Erdmittelpunktes vom Aequa tor. Das( uns bekannte) Weltall hätte also bei dieser Berkleinerung ungefähr dieselbe Größe, welche unsere Erde in Wirklichkeit hat, woraus folgt, daß sich der Weltenraum zur Erde verhält wie diese zu einem Stäubchen von 10000 Millimeter Durchmesser. 1901 Berüh Berühmte Sonnenfinsternisse. Die Sonnenfinfternis, die bei uns nur teilweise sichtbar war, wurde in den volfreichen Gegenden in Kanada und im Nordosten der Bereinigten Staaten, wo fie als total erschien, mit dem größten Intereffe betrachtet, und die Fachgelehrten hoffen, wieder wichtige BeDer Feldmebel stürzte auf ihn und nahm ihr den Dolch. Alsdann legte man ihm trog seines Widerstandes starke Feffeln an. Als Gianetto, roie ein Bündel Reißig verfchnürt, auf dem Boden lag, wandte er den Kopf nach Fortunato, der wieder näher gekommen war. Mißgeburt du!" sagte er zu ihm mit mehr Berachtung als 3orn. Der Knabe warf ihm das Silberstück hin, das er von ihm empfangen hatte, im Gefühl, daß er fein Recht mehr darauf hatte. Aber der Geächtete achtete dieser Bewegung nicht. Kaltblütig sagte er zum Feldwebe!:„ Lieber Gamba, ich fann nicht laufen. Ihr müßt mich schon tragen, hinab zur Stadt!" „ Eben noch liefst du schneller als ein Reh," erwiderte der graufame Sieger. Doch sei beruhigt! Jáh bin dermaßen froh, daß ich Ich dich habe, daß ich dich eine Stunde lang auf dem Bucel tragen tönnte, ohne matt zu werden. Zunächst, lieber Freund, wollen wir dir eine Bahre ans Westen und deinem Mantel zurechtmachen. In der Meierei von Crespoli bekommen wir Pferde." Gut!" meinte der Gefangene.„ Etwas Stroh legt Ihr mir doch auch auf die Bahre, damit ich beffer liege." Wie die Jager also beschäftigt waren, die einen, aus Kastanten baumzweigen eine Art Tragebrett herzustellen, die anderen, dem Gianetto die Bunde zu verbinden, da tauchten mit einem Male Matteo Falcone und sein Weib an der Wendung des Pfades auf, der zum Buschwald führte. Die Frau ging tiefgebeugt unter der Laft eines Riesenfades voll Kastanien, während der Mann, der nichts trug als eine Büchse in der Hand und eine zweite am Riemen über der Schulter, wie ein Prälat stolzierte; es ist doch eines Mannes unwürdig, andere Bürde zu tragen als seine Waffen. Angesichts der Soldaten war Matteos eriter Gedanke: Die wollen mich verhaften! Aber warum dieses Mißtrauen? Hatte er mit dem Gericht irgendwie zu schaffen? Keineswegs. Er genoß einen guten Ruf. Er war, wie man zu sagen pflegt, eine wohlbeleumundete Berson. Aber er war Korfe und Gebirgler, und es gibt unter den Korfen in den Bergen nur wenige, die bei genauer Prüfung thres Gebächtnisses nicht irgenwelche teine Sünde fanden, sei es, daß ihnen einmal das Gewehr plötzlich losgegangen oder der Dold; abgerutscht oder sonst eine Bagatelle passiert wäre. Mehr denn sonst einer durfte fich Matteo cines reinen Gewissens rühmen, war es doch schon über zehn Jahre her, daß er einmal sein Gewehr auf einen Menschen angelegt hatte. Immerhin, Vorsicht war geboten, und er jegte lid in Bereitschaft, fich nöiigenfalls zu verteidigen. wirti sie in der dentbar einfachsten Art, indem jedes Rügelchen, sobald es seine normale Größe erlangt hat, sich telft. Sede geschlechtliche Nahrungsaufnahme vorhanden. Wenn Regenwaffer am Stamme herunter über die fleine Alge hinwegrieselt, nimmt sie mit ihrer ganzen Oberfläche aus dem Wasser auf, was sie braucht. Am Boden, rings um den Grund der Kiefer, liegen abgefallene Bortenschuppen des Baumes. Wenn er in die Dice wächst, fann die äußere perforite und verholzte Rinde nicht milwachsen, sondern es wird unter der Oberfläche ftets neue Rinde angelegt und die alte wird allmählich in großen Schuppen abgesprengt. Wan tonn diese Schuppen oft leicht mit dem Finger ablösen und wird dann finden, doh fie eine sehr verschiedene, aber immer scharf umschriebene Form haben, Die oft wie mit einem Kurvenlineal gezogen erscheint. der fleinen grünen Alge zu Boden, wo sie allmählich zugrunde geht. Aber die ungeheuer ausgiebige Vermehrung durch einfache Teilung fchützt sie vor Vernichtung. Dagegen fönnen sich höher organisierte Bilanzen, wie z. B. Moose, nur ausnahmsweise on Selejern halten. Bevor sie sich recht entwickeln tönnen, fallen die betreffenden Borienchuppen ab. Dafür ist aber die riffige, plattige Finde der Kiefer mit ihren unzähligen fleinen Spalten ein idealer Aufenthalt für zchllejes Kleingetier und daher auch ein nicht minder idealer Jagdgrund für größere Tiere( Puppenräuber, Spechtmeise usw.). 2. Die größte Quelle Europas. In der Nähe des in Hannoverschen gelegenen Dorfes Rhumspringe entspringt der Raumefluß, deffen Quelle als die größte Europas, wenn nicht der Welt bezeichnet werden kann. Im Boifsmund heißt fie Rhumesspring. Neueste Messungen haben ergeben, daß die Queile in der Sefunde 45 Heftoliter Wasser liefert, in der Minute also 2700, in der Stunde 162 000 und am Tage 3888 000 Seftoliter, das ist also mehr als alle Stadt- und Dorfbewohner Deutschlands täglich brauchen. Weib," sagte er zu Giuseppa, leg deinen Sack nieder und paß auf." Sie gehorchte ohne weiteres. Er gab ihr die Büchse, die er am Riemen getragen hatte und die ihm jetzt hinderlich sein konnte; die andere, die er in der Hand hielt, machte er schußbereit. Sodann schritt er langsam auf sein Haus zu, dicht an den Bäumen hin, die den Weg fäumten, bereit, beim geringsten feindseligen Zeichen schleunigst hinter den dicksten Stamm zu treten, um in Deckung feuern zu fönnen. Sein Weib trottete ihm auf den Fersen nach, mit der zweiten Büchse und der Munitionstasche. Auf Korjika ist es das Amt einer guten Hausgenoffin, im Fall eines Stampfes die Gewehre des Mannes zu laden. Drüben dem Feldwebel ward es arg unbehaglich zumute, ais er Matteo derart anrücken sah, Schritt um Schritt, die Blichfe schußfertig und den Finger am Abzug. „ Sollte es der Zufall gefügt haben," dachte Gamba bei sich, „ daß sich Matteo als Better oder Freund von Gianetto, ansieht und er ihn heraushauen will, fo wird die Ladung von zwei Flinten zweien von uns so sicher aufs Fell brennen, wie der Douner dem Blige folgt; und nimmt er mich ins Bijiet, jo mugi mir alle Belternschaft nichts." In so hodnotpeinlicher Lage fagte er einen sehr mutigen Ent schluß, nämlich, Matteo allein entgegenzugehen und ihm das Ge fchehnis zu erzählen, wobei er ihn vertraulich anreden wollte. Doch der furze Raum, der zwischen ihm und Matteo lag, tam ihm sureck lich lang vor. ,, Hallo, alter Kamerad!" schrie er. Die geht es dir. Ich bins, Gamba, dein Better!" Ohne etwas zu erwidern, war Matteo stehengeblieben, und bei jedem Wort, das der andere sprach, hob er die Mündung seinee Büchte ein wenig, so daß der Lauf gen Himmel gerichtet war, imm Moment, da Gamba bei ihm anlangie. Buon giorno, fratello!"( Das ist der übliche Gruß auf Korfifa: Guten Tag, Bruder!) sagte der Feldwebel, indem er ihm di Rechte bot.„ Es ist lange her, seit ich dich nicht gesehen habe." ,, Buon giorno, fratello!" wiederholte Maitec. Ich wollte dir und meiner Base Beppa im Vorübergehen Guten Tag sagen. Wir haben heute cinen tüchtigen Marsch hinter uns; aber wenn wir auch müde sind, wir dürfen nicht lagen, denn wir haben einen famojen Jang gemacht. Eben haben wir den Gianetto Sanpierro erwischt." -( Schhiß/ folgt.) m Dolks Tage Schwarz. Kinderstiefel la. edit Boxkalf, kräftige Verarbeitung, preiswerter Schulstiefel 31/34 7.50 M., 27/30 M. Die Angebote unserer Volks- Tage tragen der augenblicklichen Kaufkraft des Publikums in weitgehendstem Maße Rechnung. Große Mengen Schuhwaren bester Beschaffenheit kommen zu unglaublich niedrigen Preisen zum Verkauf. Wie immer bei unseren SonderHier einige Beispiele: Angeboten leisten wir auch heute wieder Außergewöhnliches. 650 Braune Kinder- Stiefel la Rindbox, schöne mittelbraune Farbe, hübsche Paßform 31/35 7.90 M., 27/ 30M. 90 Damen Halbschuhe spitze u. breite Formen, in guter kräftiger Oberlederausführung mit und ohne Ladkappen, M. 575 Braune Halbschuhe f. Damen, in Schnür u. Spange 90 m. Gleitschnalle, z. 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