c.52 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 27 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monaffich $ Reichsmart noraus zahlbar. Unter Areuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Buremburg 4,50 Reichsmart, fült bas übrige Husland 5.50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntagsheilage Bolt und geit" mit„ Gied Tung und Aleingarten" fomie der Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint mochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialbemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenvreise: Die einfpaftige Ronpareille seile 70 Pfennig. Reflamezetle 4 Reichsmart. Aleine Anzeigen bas fettgedruckte Bort 20 Pfennig ( zuläffia zmei fettgebrudte Worte), fedes weitere Bort 10 Bfennig. Stellengesuche bas erste Wort 10 Pfennig, jebes meitere Bort 5 Bfennig. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Borte. 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Otto Braun ist damit im ersten Wahlgang gewählt. Genoffe Otto Braun hat jüngst im Borwärts", gegen die volksparteiliche Beit" polemisierend, erklärt, er fönne es feineswegs unrühmlich finden, wenn eine Regierung nach mehr als dreijähriger Tätigkeit einmal eine parlamentarische Niederlage erleide und daraus die Konsequenzen ziehe. Wie wenig das vorschnelle Wort der Zeit" vom„ unrühmlichen Ende" Brauns berechtigt war, zeigt sein parlamenta rischer Sieg vom geftrigen Tage. Die Regierung Braun- Severing hat über die drei Jahre lang in allerschwerster Zeit die Geschicke des preußischen Staates geleitet. Sie hat es selbstverständlich nicht allen recht machen können. Sie hat sich rechts und links fanatische Feinde geschaffen, und es wäre wahrlich fein Wunder gewesen, wenn fie sich in Kampf und Arbeit vollständig verbraucht hätte. Bie menig das aber der Fall ist, hat der geftrige Tag gezeigt. Die Wiederwahl Brauns zum Minister präsidenten stellt nach allem Borangegangenen einen politischen Erfolg dar, der in der Geschichte des Barlamentarismus geradezu beispiellos ist. Ein solcher Erfolg fällt feinem von selbst in den Schoß, er tann nur durch hohe Berdienste um den Staat gewonnen werden. Diese Berdienste der Regierung Braun und ihres Chefs sind denn auch von der großen Mehrheit des preußischen Bolts anerkannt worden und sie haben ja bekanntlich bis in die letzte Zeit hinein ihre Lobredner auch unter denen gefunden, die heute aus Plassen politischen Gründen die fanatische Hetze der Rechtsund Linkshnlichemisten gegen diese Regierung unterstützen. Es war eine große Ueberraschung, daß Braun gleich im ersten Wahlgang gewählt wurde. Allgemein hatte man damit gerechnet, daß eine Stichwahl notwendig werden würde und daß dann die Kommunisten die doch, um vor ihren Anhängern das Geficht zu wahren, nicht geradewegs für Herrn p. Rries stimmen fonnten weiße Stimmzettel abgeben würden. Dann war Brauns Wahl gegen v. Kries im zweiten Bang gesichert. Diefe Annahme hätte sich wohl als richtig erwiesen, wenn das Haus voll befeßt gewesen wäre und die Opposition ihre Geschlossenheit vom 23. Januar bewahrt hätte. Indes fehlten von der Opposition sechs Mann, von den Regierungsparteien nur drei, d. h. jene drei franken Mitglieder der Zentrumspartei, die fchon am 23. Januar fehlten. Die drei Dissidenten des Zentrums vom 23. Januar scheinen diesmal wieder die Bahl war geheim für Braun gestimmt zu haben, ebenso Die zwei Bolen. Die sechs unbeschriebenen Zettel dürften von den Welfen der Wirtschaftspartei abgegeben worden sein. entscheidend waren fie für das Ergebnis nicht, denn die Gegner Brauns batten es nur auf 175+ 39= 214 Stimmen gebracht; famen noch sechs hinzu, fo ergab sich für Braun immer noch eine Mehrheit von einer Stimme. Die Abgabe der weißen Bettel zeigt auf alle Fälle, daß die oppositionelle Front gegen Braun nicht mehr so geschlossen ist wie am 23. Januar. Damals brachte sie es auf 221 Stimmen, diesmal nur noch auf 214. Brauns Wiederwahl im ersten Wahlgang bedeutet eine glänzende moralische Genugtuung. Eine Lösung der Preußentrise bedeutet sie jedoch noch nicht. Die Abstimmung am 23. Januar hat die Unsicherheit der Mehrheitsverhältniffe erwiesen, diese Unsicherheit besteht fort, auch durch die Abgabe von sechs weißen Zetteln bei der gestrigen Wahl wird nichts Entscheidendes an ihr geändert. Es besteht also die Möglich teit, daß sich die Tragikomödie vom 23. Januar wiederholen tönnte. Welche Folgerungen aus dieser Möglichkeit zu ziehen find, ist Gegenstand der Verhandlungen, die zurzeit zwischen den Parteien stattfinden. Bir neigen allerdings zur Ansicht, daß es besser mare, menn weniger verhandelt und mehr gehandelt würde Es ist unwahrscheinlich daß die Oppofition die bei Wißtrauensonten verfassungsmäßig vorgeschrie bene Mehrheit aller Witglieder des Hauses zusammenbringt, es ist möglich, daß sie bei einer folchen Gelegenheit eine einfache Mehrheit gewinnt. Dieser Möglichkeit dürfte man sich allerdings nur dann auslegen, wenn man entschloffen wäre, in dem Fall, daß sie zur Wirklichkeit würbe, den Landtag aufzulösen und abermals an das Bolt zu appellieren. Rechte und Kommunisten versuchen, durch ein Spiel mit der Auflösung die Regierungsparteien zu bluffen. Für diese| Artillerie setzen. Schließlich war das Berleumdungs aber gibi es feinen Grund, vor einem solchen Bluff zurückzuweichen. Es ist doch einfach lächerlich, wenn so getan wird, als ob die Opposition bei Neuwahlen gewinnen fönnte. Das gerade Gegenteil ist der Fall. Gegen die Deutsch nationalen wirft ihr zweideutiges Verhalten in der Reichsregierung, die Enthüllung der Demagogie, die sie in Fragen der Außenpolitit, der Staatsform und besonders der Aufwertung getrieben haben. Die Boltspartei würde vergebens versuchen, den Widerspruch zwischen der Abschiedsrede ihres Herrn v. Richter im Kabinett und ihrem Verhalten im Landtag den Wählern schmad haft zu machen. Die Kommunisten aber befinden sich in unaufhaltfamem Rüdgang. Ihr Zusammenwirten mit der Reaftion gegen die Sozialdemokratie, die fich bis zu den berüch tigten Ueberfällen auf die Arbeiterdemonftranten am 27. Ja nuar steigerte, muß schließlich auch Blinde sehend machen. Rindisch und faum ernst gemeint find die Hoffnungen, die die Gegner auf die Verstärkung ihrer Dred schleuder Arbeiter, schützt die Republik! Ein Aufruf der Gewerkschaften. Der Bundesausschuß des ADGB. hat am Freitag zu der politi schen Lage in folgender Entschließung Stellung genommen: Der Sieg des Bürgerblods im Reich, wie der Sturz ber Roalitionsregierung in Breußen gefährden in weiteftem Umfang die Rechte der Arbeiter, die Sicherheit der Ver. faffung, den Bestand der Republit. Die deutsche Arbeiterschaft befindet sich einer Koalition der extremen Parteien von rechts und links gegenüber, die aus erklärten Feinden ihrer Ziele besteht- Feinden ihrer Staatsauffassung, ihrer Gemeinschaftsidee mie ihres Strebens nach Gleichberechtigung in Staat und Wirtschaft. Der Schuß der Republit, die Berteidigung der Berfassung ist den Gegnern der neuen Staatsform überantwortet worden. Die demokratische Republif ist die einzige Gewähr, daß die Grundrechte der deutschen Arbeiterschaft gewahrt bleiben. Jedem Versuch, auf politischen Schleichwegen oder durch Gewalt den alten Obrigteitsstaat wieder an ihre Stelle treten zu laffen, muß der entschlossene Wille der gesamten deutschen Arbeiterschaft ent gegentreten, den jungen Freistaat gegen seine innerpolitischen Gegner mit allen Mitteln zu verteidigen. Die Gewerkschaften haben zur Zeit des Rapp Butsches bewiesen, daß sie die Republif gegen ihre innerpolitischen Feinde zu schützen imftande sind. Sie haben während des Ruhrkampfes nicht nur die Einheit des Reiches gegen die vertragsbrüchigen Staaten im Westen verteidigt, sondern auch gekämpft für den freiheitlichen Aus bau der Demokratie. Sie sind überzeugte Borkämpfer des republitanischen und demokratischen Gedankens. Sie sind sich bewußt, daß die Wiederkehr des alten Systems auch die verbürgten Rechte befeitigen würde, die es ihnen ermöglichen, die Interessen des schaffen den Boltes gegen seine wirtschaftlichen und politischen Gegner wahr zunehmen. Ihr Einfluß auf die Gestaltung der sozialen Gesezgebung wäre unwiederbringilch dahin, der Weg wäre ihnen auf lange Zeit verlegt, ihr Ziel, die Gleichberechtigung der Arbeiter in der Birt schaft durchzusetzen. Der Schuß der Arbeitsfraft vor willfürlicher Ausbeutung, der allein von der Macht der Gewerkschaften abhängt, wäre ihnen ebenso erschwert mie vor dem Kriege. Der Bundesausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes erklärt deshalb im Namen aller Zentralverbände, daß die Gewerkschaften mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln die Republit zu verteidigen entfchloffen sind. Der Bundesausschuß verpflichtet die Gewerkschaften, den Feinden der Republit, gleichgültig in welchem politischen Lager fie fich befinden, Deutschnationalen oder Kommunisten, in gefchloffener Front ent gegenzutreten Die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter müffen deffen eingedenk jein, daß jeder Angriff auf die Republik und ihre verfassung die Rechte und Freiheiten der deutschen Arbeiterschaft gefährden Der Bundesausschus ruft die Arbeiter auf. dem Bürger. blod zu beweisen, daß alle Bestrebungen, die Republik zu stürzen, an dem einheitlichen Willen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft schellern werden. Trommelfeuer, das dem 7. Dezember vorausging, auch nicht von Pappe, und doch hat es nicht verhindern können, daß die Sozialdemokratie vom 4. Mai bis zum 7. Dezember einen Zuwachs um 31 Broz. erzielte, während die Kommunisten in dem gleichen Zeitraum etwa um den gleichen Prozentsatz zurüdgingen. Genau in dem Maß aber, in dem fich der Rüdgang der Kommunisten fortiest verschlechtern sich auch die Aussichten der Rechten. Wird jezt auf die Auflösung verzichtet, so ist das vielleicht ein ebenso großer Fehler wie jener, der im Reich gemacht wurde, da man nicht sofort nach der Abstimmung über die Dawes Gefeße am 29. August auflöfte. Jedoch will das 3entrum die Entscheidung noch nicht vor das Bolt tragen. Braun wird infolgedessen versuchen müssen, ob es möglich ist, beffer gesicherte Mehrheitsverhältnisse zu schaffen, die eine Wiederholung der Vorgänge vom 23. Januar ausschließen. Gelingi ihm das nicht, so ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß er die Wahl nicht annimmt. Was dann? Das Zentrum denft nach seinem bisherigen Berhalten und seinen Preffeäußerungen teinesfalls daran, bei der Rechten Anschluß zu nehmen. Auch an eine Wiederholung des Stegerwald Experiments wird nicht gedacht. Ob es einem Zentrumsmann man nannte in diesem Zusammenhang schon den westfälischen Landeshauptmann Horiongelingen würde, der Weimarer Koalition Zuzug zu verschaffen, steht dahin. Ein Minderheitstabinett aus Zentrum und Des mofraten würde sehr rasch in dieselbe 3widmühle geraten wie die Regierung Marr im Reich: entweder würde es von den Sozialdemokraten unterstügt werden, und dann würde es von der Rechten nicht besser behandelt werden als eine„ offene" Weimarer Koaliton, oder es würde auf die Unterstützung der Sozialdemokraten verzichten, und dann wäre zu guterlegt doch der Rechtsblod, der Bürgerblod, da, den Zentrum und Demokraten nicht wollen. Wir können daher von unserem Standpunkt aus nur bedauern, daß nicht der gerade Weg beschritten wird, der ents weder zur Behauptung der Weimarer Koalition in diesem Landtag oder aber zur Auflösung führt. Es ist nun einmal so, daß in diesem Landtag eine sichere Mehrheit nur für die große Roalition da ist, die die Boltspartei nicht will, oder für den Rechtsblod, den das Zentrum nicht will. Nach qualvollem Hin und Hererperimentieren wird das Zentrum vor die Entfcheidung gestellt sein: Rechtsblod oder Auflösung! Dann aber ist anzunehmen, daß sich das Zentrum für die Auflösung entscheiden wird. Wie lange oder wie furz das währen mag, auf alle Fälle gilt es, bis dahin die Geister wach und die Waffen scharf zu erhalten. Bei allem, was nun folgen mag, darf nicht ver geffen werden: der 23. Januar, an dem die Rechte mit lautem Jubel die Unterstügung der Kommunisten annahm, um das Kabinett Braun- Severing zu stürzen, der 27. Januar, an dem die Kommunisten Arbeiter, die gegen den Rechtsfurs demonftrierten, aus dem Hinterhalt überfielen und niederschlugen, wofür fie abermals Lob und Dant der Rechten ernteten, und schließlich der 30. Januar, der troß alledem der Regierung Braun einen neuen parlamentarischen Sieg brachte. Dieser parlamentarische Sieg muß seine Fortsetzung, Be ftätigung und Krönung finden bei den nächsten preußischen Bandtagswahlen, die voraussichtlich nicht lange auf sich warten lassen werden. BTB. meldet: Der preußische Ministerpräsident Braun hatte gestern abend eine längere Besprechung mit den Führern der Landtagsfraktionen des 3entrums, der Demokraten und der Sozialdemo traten. Wie wir aus parlamentarischen Kreisen erfahren, bestand Finigkeit darüber, daß der Ministerpräsident zunächst den Bersuch machen möge, ein Stabinett der großen Koalition durch Berhandlungen mit der Boilspartei und der Wirtschaftlichen Bere einigung wiederherzustellen, daß aber auch beim Scheitern dieser Lösung unter allen Umständen der Versuch einer Kabinetts| bildung durch den Ministerpräsidenten Braun fortgesetzt werden soll. Nach dem Verhalten der Bolfspartei in den letzten Monaten fann eine mehr als formale Bedeutung den mit ihr zu führenden Verhandlungen schmerlich zugesprochen werden. Der Aeltestenrat wird am Dienstag zusammentreten und voraussichtlich für den Donnerstag die endgültige Wahl des Landtagspräsidenten ansetzen. Da die Parteien der Weimarer Koalition geschlossen für Bartels stimmen mollen, scheint seine Wiederwahl gesichert. Bremer Bürgerblock. Die Wahl des neuen Senate. Bremen. 30. Januar.( WTB.) In der heutigen Sihung der Bremischen Bürgerschaft wurde auf Vorschlag von Professor Dr. Diet( D. Vp.) der neue Senat mit 59 Stimmen bei 47 Stimm enthaltungen wie folgt gewählt: Dr. Martin Donandt( Dnat.), Franz Schlunf( Dhat.), Hermann Rod ma lb( Dnat.), Dr. Her mann Apelt( D. Vp.), Heinrich Bömers( D. Bp.), Gustav Hobelmann( D. Bp.), Albert v Spredelsen( D. Bp.), Dr. Detmar Stahltnecht( D. Bp.), Dr. Theodor Splitta( Dem.), H. S. Mener( Dem.), Karl Thalenhorst( Dem.), Ernst Robert Johann Henrici( Dem.), Karl Stichnath( Dem.) und Dietrich Aller heiligen( Dem.). Die Sozialisten und Kommunisten gaben Er. flärungen ab, in denen sie dem Senat schärfste Opposition anfagten. Ein Ministerialpaß. Erinnerung aus alten Zeiten. In der Sitzung des Barlamentarischen Untersuchungsausschusses vom Donnerstag wurde Staatsminister Severing gefragt, ob es auch früher möglich gewesen wäre, daß, etwa wie in dem durch die Breffe gegangenen Falle, der Durchreise der Eltern Barmats, Bässe oder Durchreisegenehmigungen von einem Ministerium ohne genaueste Prüfung des Sachverhalts ausgestellt murden. Minister Severing erwiderte, daß er schon beim flüchtigen Durchsehen lassen der Akten seines Ministeriums Bräzebenzfälle gefunden hätte. Er begnüge sich aber damit, einen besonders eigenartigen und interessanten Fall anzuführen. Da diefer Fall in den Berichten angesichts des großen Umfanges der Ausschußsigung nur gestreift murde, veröffentlicht der Amtliche Preußische Bressedienst die vom Minister Severing verlesenen Urkunden und den Tert des Paffes im Wortlaut: 1. Aftenvermerte im Königlichen Minifterium des Innern. Eilt sehr! Erzellenz von Mühlberg läßt um Ausfertigung eines Ministerialpaffes für Herrn Ingenieur Werner Barth aus Medlig nach der Schweiz bitten. Erzellenz von Mühlberg hat sagen lassen, der Baß möchte ihm sobald als möglich zugestellt werden. gez. infch. 14. Auguft. V. 1. Der Baß ist auszufertigen. 2. Zu den Atten. Berlin, den 14. August 1903. J. B.: Bischofshaufen. Der ausgeftelte Ministerialpaß hatte folgenden Tert: Reise- Bah gültig auf ein Jahr. Bag Journal Nr. 84. Dret Mart Stempel und Gebühren." Wir Wilhelm von Gottes Gnaden König von Preußen ufm. Ersuchen hiermit, unter dem Versprechen einer vollkommenen Ermiderung, alle Militär- und Zivilbehörden auswärtiger Staaten, Unseren sämtlichen Militär- und Zivilbehörden aber befehlen Wir ausbrüdlich, auf Borzeigung diesem dem Ingenieur Berner Barth in Nedlig wohnhaft, nach der Schweiz und weiter im Aus lande frei und umgehindert reifen, auch nötigenfalls ihm Schuh und Beistand angedeihen zu laffen. Begeben: Berlin, den 14. August 1903. Ein Taufend Neunhundert und drei. Auf Seiner Königlichen Majeftät allerhöchsten Spezial- Befehl Der Minister des Innern. J. B.: Bischofshausen. Stempel: Königlich Preußisches Ministerium des Innern. Unterschrift des Paßinhabers: Werner Barth. II. Der Königliche Polizeipräsident. Igboh. Nr. IV 13 337 S. P. Frankfurt( Main), den 28. September 1909. Geheim! Betrifft: den Ministerialpaß des Ingenieurs Werner Barth in Nedlig. Ohne Verfügung. Wiesbaden, den 8. Oktober 1909. 1. R. nebft Anlage ergebenst zurüd mit dem Ersuchen, zur Vervollständigung der Borlage noch eine Schriftprobe bes eigenhändig niedergeschriebenen Namens des v. Bran denstein beizufügen zwecks Vergleichung mit den Schrift zeichen des Baßinhabers Werner Barth. Der Regierungspräsident. J. A. gez. Unterschrift. An den Herrn Regierungspräsidenten zu Wiesbaden von Mühlberg für den Ingenieur Werner Barth aus Nedlit ausgefertigt und Herrn von Mühlberg überfandt worden. Von einer vorgängigen fachlichen Prüfung des Anirages war feinerzeit abgefehen, weil in der Persönlichkeit des Herrn Unterstaatssekretärs des Uuswärtigen Umtes ohne weiteres volle Gewähr für die Suläffigfeit der Ausstellung und ordnungsmäßigen Berwendung des Paises ge funden werden mußte. Hätten hierüber Zweifel bestanden, so würde bie Baßausfertigung, wie ich nicht hervorzuheben brauche, felbstver= ständlich unterblieben sein. D. Molte. Abschrift IIIb 14 394 Königlich Preußische Gesandtschaf J.-Nr. 576. Rom, den 14. November 1909. In Beantwortung des Erlaffes vom 6. November d. I. IIIb 13 614/74 011. An eine Paßausstellung für einen newissen Ingenieur Werner Barth aus Medlig oder an besondere Umstände, die diese Ausstellung begleitet hätten, fann ich mich nicht mehr erinnern. Ich entfinne mich nur, daß während meiner Amtsführung einmal eine hochgestellte Persönlichkeit aus der allernächsten Umgebung Ihrer Majestät der Kaiserin mich aufsuchte und um Ausstellung eines Passes für einen ertranften Verwandten bat. Es ist möglich, daß es sich damals um die Ausstellung eines Passes auf den Namen Barth handelte. Nach Berlauf so langer Jahre vermag ich dies aber nicht mehr anzugeben. Bersönlich ist mir weder ein Ingenieur Barth noch ein Freiherr Werner von Brandenstein bekannt. gez. Mühlberg. Frunse Nachfolger Trotzkis. Bei den Sachen des Kunstmalers Werner Freiher von Bran denstein, geboren am 18. Auguft 1877 zu Münster, zurzeit hier Sr. Erz. dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Herrn von Bethmann Hollweg. wegen Bergehens aus§ 175 RStGB. in Untersuchungshaft, ist der worden. Ban Brandenstein suchte das Papier zu beseitigen. Der anbeifolgende Ministerialpaß vom 14 August 1903 gefunden Bak lautet auf den Ingenieur Werner Barth in Nebfig, ist am 14. August 1903 ausgestellt, trägt Nr. 84 des Baß- Journals. Der Paß ist auf ein Jahr gültig gewesen und somit bereits 1904 abgelaufen. Auf Befragen, welche Bewandtnis es mit dem Baß habe, hat Brandenstein folgendes erklärt: Im Jahre 1908 fei er infolge feiner homosexuellen Betätigung mit Männern aus dem 1. Garderegiment entfernt worden und ins Ausland verzogen. Um ihm sein Fortkommen im Ausland zu erleichtern. hätten ihm Ver wandte und Gönner den Baß verschafft, ohne das Ministerium im unflaren zu laffen, für mem berselbe bestimmt sei. Der Baß fei ihm seinerzeit ins Ausland nachgesandt worden. Sonst wiffe er sich nichts zur Sache zu erinnern. Die versuchte Beseitigung des Schriftstückes habe er unternommen, um den beteiligten Beamten Unannehmlichkeiten zu ersparen. Die offizielle Ernennung. Mostau, 30. Januar.( Ruff. Telegr.- Agentur.) Das Zen tralegefufiofomitee der Sowjetunion gibt ein Defret heraus, wonady Trofi feines Amtes als Volkskommissar für Krieg und Marine enthoben und Frunse für diesen Posten ernannt ist. Der nene Kriegsminister des Sowjerbundes. Mostau, 30. Januar.( Ost- Expreß.) Das Detrei des Zentral erekutivkomitees, das in Ausführung des Parteibefchluffes Trogli seiner Aemter als Vorsitzender des Revolutions riegsrates und Kom missar der Armee und Flotte enthebt und Franse an seiner Stelle ernennt, legalisiert im Grunde nur den schon seit längerer Zeu be. stehender Zustand. Tropfi hat seine militärischen Wemier hatte Frunje, der, Trogkis Wünschen zumider. im Frühling des pers prattisch schon lange nicht mehr ausgeübt. und die eigentliche Leitung lassen. Ein Ingenieur Werner Barth ist in den drei Orten des Die Identität von Brandensteins habe ich in Potsdam feststellen Namens Meblik nicht bekannt. Die Angaben von Brandensteins. die faum glaubhaft erscheinen, tönnen hier einer weiterer Nachflossenen Jahres zu seinem Stellvertreter ernannt worden war. Dies prüfung nicht unterzogen werden. Ich stelle die Vorlage des Baffes an höherer Stelle zur geneigten Erwägung. In Vertretung: Mahrenholz Der Bolizeipräsident. IV S. P. 13 337. Frankfurt a. M., ben 12. Oftober 1909. Geheim! mit einer Schriftprobe des von Brandenstein zurüdgereicht. Urschriftlich dem Herrn Regierungspräsidenten zu Wiesbaden Bon Brandenstein ist inzwischen zu 1 Monat Gefängnis ver urteilt worden, welche Strafe er zurzeit verbüßt. Scherenberg. Wiesbaden, den 16. Oftober 1909. Urschriftlich nebst den Anlagen dem Herrn Minister des Innern in Berlin überreicht. Der Regierungspräsident v. Meister. Der Minister des Innern. II f 1819 geschah nach der großen Parteidistusfion, als Rommunisten in jüt renden militärischen Stellungen fich für den in die Opposition getretenen Trozti aussprachen, während Frunse sich als zuverlässiges Werkzeug der Parteizentrale erwies. Frunje ftammt aus dem Bauernstande, und zwar aus Bessarahan. Er ist ein alter Bolfchemist, der während der 3arenzeit als wolutionár zu langfristiger 3wangsarbeit in Sibirien verurteilt wat Nach der bolschemistischen Revolution schlug er bald die militärische Laufbahn ein und verdiente sich in der Roten Armee feine Sporen in den Kämpfen gegen den Admiral Koltschat. Im Kriege gegen den Gene ral Wrangel war er bereits zum Führer einer Armee aufgerückt. Frunse ist Mitglied des Zentralfomitees der Rommunistischen Bartet und des Zentralegefutipfomitees des Sowjetbundes. Russische Pläne gegen Rumänien? Die TU. teilt mit: Der amtliche englische Funkdienst meldet aus Mostau, daß Trogtis Nachfolger, Frunse, überall Protest versammlungen gegen das Verbleiben Beffata. Braf. den 21. Oftober 1909 mit 2 Ani. Randbericht biens bei Rumänien einberufe. Aus Südrußland kommen Nach bes Revierungspräsidenten in Wiesbaden vom 16. D. richten über große Truppenverschiebungen nach der tober 1909- C 3839 II, Ang.-, betr. einen für den In Grenze Die füdrussischen Eisenbahnen seien mit Militantransporten genieur Berner Barth in Neblik im Jahre 1908 ausgeüberlaftet. Gleichzeitig merde fieberhaft an der Instandsegung der ftellten Ministerialpaß Berlin, den 20. Ottober 1909. Mit 5 Anlagen u. R. An den Herrn Minister der auswärtigen Angelegenheiten zur geneigten Renntnisnahme überfandt. Der Baß vom 14. August 1903 ist auf das meinem Zentral. bureau übermittelte Ersuchen des damaligen Unterstaatssekretärs Gebetmühlen und und Treibriemen. gegen die soziale Sturmflut zu errichten wissen. Sie wird die tausend Bon Richard Rainer. Englischen Rettungsmeldungen zufolge hat bie tibetantfche Regierung durch ihre indischen Agenten Wasserkraftanlagen angetauft, die mit Rehnbaufenden von Maultieren über den Simalaja transportiert werden sollen. Gegen die große Industrie ist fein Kraut gewachsen. Chinesische Mauern, endlos und speerbewehrt, find ihr ein leiser Spott, feine Ozeane dehnen sich ihr weit genug, fein himmelragendes Gebirge türmt sich ihr zu hoch. Sie birgt sich in bauchigen, meerdurchpflügenden Ungeheuern und verwandelt sich dann mit eins in ein schmiegsames, gliederfoderes Schntausendfußlertter, das sich in den Schluchten und Bässen des Himalaja voranmindet. Gilt es doch, das legte, das fpiödeste unter den Ländern des Erdballs zu erobern; Tibet, das gehemmsvolle verschlossene Land des Schnees", das Land der lebenden Buddhas und des immerwäh. renden Gebets. Sett im fiebenten nachchriftlichen Jahrhundert Königs Sron glan- gam- po, bewogen durch seine buddhistischen Frauen, eine indische und eme chinesische Prinzeffin, Mönche aus dem Gangestal in das Hochland rief, um das Rad der Lehre zu drehen, seit der Glaubensbote Badmasambhava die Dämonen der uralten schama. nistischen Bon- Religion bannte und zu Hütern der Lehre" machte, wurde das rauhe Hirtenvoit unter die Szepter der Briefter gebeugt. Die Hierarchte erblidt feit dem großen Reformator Tjong- Kapa ihr Oberhaupt in dem Dalai Lama von Lhassa, der als Fleischwerdung des Boothijatva, des von Buddha- Bater ausgesandten Weisheits foefens, göttiiche Berehrung genießt. Nie versiegt ist seither der Bilgerstrom nach der Burg Potala, die sich, einer mongolischen Afropolis vergleichbar, auf dem roten Felsen von Lhaffa emporfteilt; tief ist der alles beherrschende Gebetsfultus in die nie veränderten Handhabungen des Lebensunterhalts eingedrungen. Der vierzehnte m der Reihe der gelben Bäpfte, der ein smarter junger Mann sein und sogar europäische Metropolen gesehen haben foll, beruft nun englische Ingenieure ins Land, um das„ Rab der Kraft" zu drehen. Sicherlich hat der Dalai Lama nichts anderes im Sinn, als mit hochferzigen Metallfadenbirnen den Glanz seiner Tempel zu erhöhen. Doch wird dies angehen, ohne eine Gemüler repolution herbeizufuhren? Und wird es dabei bleiben, wird das Interesse des gewerblichen Fortschritts nicht vielmehr über tausend. jährige Ueberlieferung siegen? Buert wird es nur wie ein Hauch des Fremdartigen sein, dann aber werden die Lungen der jungen Industrie sich spannen, und am Ende wird die tapitalistische Windsbraut über dem innersten Afien dahinbraufen. Doch die herrschende Brieftertaste wird Dämme des Gewiffens gegen die soziale Sturmflut zu errichten wissen. Sie wird die tausend und zehntausend Monche, die in den großen Klöstern müßig die Gebetzylinder drehen, in einem neuen Gottesdienst unterweisen: Sind es nicht die mächtigen dienstbaren Dämonen, deren Gewalt dic Schwungrader treibt? Ist es nicht soviel zuträglicher dem Heile der Seele, wenn der raftlos jagende Treibriemen die heilige Inschrift: Om mani padme hum"( D du Kleinod im Lotos, Amen!) zum Himmel aufschleudert? Also wird es gut sein, ihr niederen Mönche, Lohnarbeiter zu werden und dem Kleinod im Lotos zu Ehren Kleider und Schuhe zu produzieren. Die mönchischen Profetarier werden Buddha und ihren Herren dienen. Sie werden fronden in einem feudal- fapitalistischen Joche, gläubig und voller Hoffnung auf eine beffere Wiedergeburt, bis langfam, unendlich langsam Asien erwacht. Dann werden sie die Fesseln ihrer Unterdrüder von sich werfen und für ihre eigene Wohlfahrt arbeiten. Auf ihre Treibriemen werden sie Worte fezen in tibetanischer Bunge: Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Ihre Arbeit wird Menschendienst sein, Dienst am Menschen in der Gemeinschaft. Um das Deutsche Opernhaus. Im Amtsgericht Charlottenburg fand Freitag vormittag die eafte Gläubigerpersammlung in Sachen des Konkurses der Deutschen Opernhaus A.-G. statt. Der Konfursnerwalter Bor dhardt gab einen Bericht über die Vermögenslage des Unternehmens. Das Kapital, das bei der Begründung eine Million Goldmark be trug, genügte von vornherein nicht, so daß die Verwaltung sofort in Bahlungsschwierigfeiten geriet. Diese wurden immer für den Augen der Fundus der Stadt Berlin übereignet wurde. Gleichzeitig wurde blid behoben, aber der Erfolg dieser Finanzgebarung war der, daß eine Sicherheitsübereignung dieses Fundus für einen Kredit der Dresdner Bant vorgenommen. Die tünstlerische Leitung lag bis zum Jahre 1922 befanntlich in den Händen des Intendanten Hart mann. Seit der Entlaffung Guntrams und dem freiwilligen Rüd tritt Blechs ging das Unternehmen dauernd zurüd. Sehr unheilvoll war auch für die Gesellschaft das Birken des Baurates Lippmann, zusammen ben weitaus größten Teil der Aftien übernommen hatte. der mit dem bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Baurat Ahrens Lippmann schaltete vollkommen diktatorisch. Im Dezember 1924 wurde der Konfurs über das Unternehmen eröffnet. Es wurde jedoch weiter gespielt, und das Bersonal erhielt anteilmäßig die Gage. An Aktiven liegt in der Masse nur der Fundus, deffen Eigentumsrecht bestritten wird. Angemeldet find an Vorrechtsforde rungen erster Klaffe 350 000 m., an Borrechtsforderungen zweiter laffe 600 000 m. und nichtbevorrechtigte Forderungen 1% Millionen führenden Richters zwischen der Dresdner Bank und der Stadt Wenn nicht eine Einigung nach der Ansicht des aufficht Berlin über den Fundus erfolgt, muß der Betrieb eingestellt werden. Das Personal würde in diesem Falle brotlos werden. Mart. Straßen gearbeitet. Jnfolge der Spaffung der APD. des Saargebiets werden von der nächsten Woche an zwei fommunistische Zeitungen im Saargebiet erscheinen, die sich voraussichtlich in der heftigsten Weiie be febben werden. Die gegen die Zentrale stehende Opposition bat befchloffen, zweimal wöchentlich die Arbeiterzeitung" herauszugeben. " Der Bertreter der Stadt Berlin erflärte, daß beabsichtigt set, wenn die Besigverhältnisse geflärt feien, eine neue Aktien- Gesellschaft zu gründen, in der die Stadt Berlin einen entscheidenden Einfluß haben wolle. Die Aktien- Gesellschaft sei vorbereitet, das Personal würde weiter beschäftigt werden, und die Stadt Berlin würde sich bereit erflären, mit einer Quote die Gläubiger( es wurde ein Satz von 10 Broz. genannt) abzufinden. Das Ergebnis in der Berhandlung war die Wahl eines Gläubigerausschusses, der besteht aus: der Stadt Berlin, der Dresdner Bant, den Herren Ferch, Kammerfänger Reifinger, dem Orchestermitglied Schobert und aus einem Mitglied des technischen Perfonals, sowie Juftigrat Rosenberger. Es soll feine erste Aufgabe sein, sobald wie möglich die Befizverhältnisse des Bläubiger in die Masse gehen. Die Deutsche Opernhaus A. G. wird Fundus festzustellen. Die Dresdner Bant soll als gewöhnlicher fich dann verpflichten, die Klage gegen die Stadt Berlin wegen der Eigentumsrechte an dem Fundus zurüdzunehmen, und dann fann der Betrieb von der Stadt Berlin in die Hand genommen werden. Elegie an Jene. Thr glaubt das Land noch nicht genug gefährdet Und wollt es fachgemäß zufammenhau'n, Doch wie ihr euch auch schwarz und weiß gebärdet Es bleibt bei Braun! Mit Bruder Scholem fordert in die Schrante Ihr dieses Säfulum durch Faschingsquatsch, Fest steht und treu der preußische Gedante Auf Kladderabatsch. " Was habt ihr nun vom Purzelbäumeschlagen? Mit Somjernational" ist's nicht getan Boll Trauer wird mit Biderneilen tlagen Die Rote Fahn". -www Schlaft aus und haltet den Berstand befſammen, Man aft nicht so mit feinem bißchen Kries Erst glaubtet ihr, ihr seht die Welt in Flammen, Jegt ist euch mies. Betrübt steht ihr an eurer Hoffnung, Grabe Und finnt: Wie fag' ich's meinen Wählern blog? Doch nur getroft: euch bleibt die NachtausgabeDort leid ihr groß! Jeremias. Z dem Flugzeug über den Everen. Wie aus Raltutta berichtet wird, bat fich der englische Flieger Alan Cobbam nach Darjeeling begeben, um dort Probeflüge für die Ueberfliegung des Everest zu unternehmen. Dar feeling in der Ausgangspunkt der verschiedenen Expeditionen zur Eroberung des böchften Gipfels der Erde gewesen. Cobbam bofft, auf dem Luftwege das au erreichen, was bisher hem Fuß des Menschen noch nicht gelungen ift. Dre Millionen Jahre alte Fußpures. Fugipuren eines borgeschichtlichen Steres, dessen Alter auf drei Millionen Sabre geldhägt wird, find in dem entdeckt worden Die Fußabbrüde wurden auf verschiedenen Zeilen ber Dersteinerten Schlamm au ben brionischen Inseln im Adriatischen Meer Insel Brioni gefunden und find in einigen Fällen vorzüglich erballen Nach den Angaben von Wiener Gelehrten handelt es sich um die Fußfpures einen Dinosauriers, wahrscheinlich eines Sauanodon Sozialpolitik im Haushaltsausschuß. Der Haushaltausschuß des Reichstags fehte am Freitag die Beratungen des Voranschlags für das Reichsarbeits. minifterium fort. Eine längere Debatte entsteht über die Wochenhilfe. Giebel( Soz.) beantragt, 1. die Leistungen für die Wöchnerinnenhilfe und Wochenfürsorge ausreichend zu erhöhen und 2. die Lasten der Wochenhilfe wieder auf das Reich zu übernehmen. Frau Abg. Bohm- Schuch( Soz.) erflärte eine gesetzliche Regelung der Be schäftigung der Frau vor und nach der Niederfunft als dringend notwendig. Minister Dr. Brauns gibt zu, daß ein Ausgleich in der Aufbringung der Lasten für die Wochenhilfe notwendig fei, warnt aber vor der erneuten Uebernahme der Kosten auf das Reich. Der von der Frau Abg. Bohm- Schuch geforderte Entwurf werde den ge feggebenden Körperschaften zugehen. Der Antrag Giebel wird in feinem ersten Teil an. genommen, in feinem zweiten Teil abgelehnt. Eine kommunistische Resolution, die lediglich auf agitatorische Bedürfnisse eingestellt war, wird gleichfalls abgelehnt. Eine längere Auseinandersehung entsteht über das Internationale Arbeitsamt in Genf. Die Sozialdemokratie beantragt, den Beitrag auf 219 825,30 m. fest. aufeßen, zweitens die Reichsregierung zu ersuchen, die rüdstän bigen Beiträge für 1922 bis 1924 mit 668 969,70 mart in einem Nachtragsetat anzufordern. Schlice( Soz.) begründet diesen Antrag, der schon vor zwei Jahren vom Plenum des Reichstags an genommen worden sei. Der vom Verwaltungsrat des Genfer Amts. in dem die deutsche Regierung vertreten fei, gebilligte Boranschlag Schließe auch die Anerkennung der Ausgabenaufstellung in fich und die Verpflichtung zur Zahlung der Umlagen. Das Finanzministerium habe es unterlassen, jeweils rechtzeitig die erforderlichen Devisen aur Abdeckung der Schuld zu laufen. Bei der Umlage für 1923/25 rangiere das deutsche Reich in gleicher Stufe mit Kanada, Tschechoflowatei und Brafilien. Troßdem sich das Arbeitsministerium mit diefer Einstufung einverstanden erklärt habe, sei im Jahre 1923 überhaupt nichts bezahlt worden, es habe sich vielmehr auf den Standpunkt gestellt, daß es nichts zahlen tönne Es babe lediglich einen ingenannten Anerkennungsbeitrag von je 4000 Reichsmart für 1923 und 1924 bezahlt. Deutschland rangiere damit noch unter Albanien, Kuba und Guatemala. Jezt verhandle man mit dem Ziel einer Ermäßigung der Gesamtschuld. Das erscheine mit der viel. gerühmten Würde des Deutschen Reichs unvereinbar. Bei einem Nettoüberschuß von 960 Millionen Goldmart und angesichts der Gefdente an die Ruhrindustrie mache sich Deutschland lächerlich, wenn es behaupte, diese Summe nicht bezahlen zu fönnen. Unvereinbar fei es mit der Würde des Reiches, etwa in diefem Zusammenhang mit dem Gedanken des Austritts aus dem Internationalen Arbeits. amt zu spielen. Im Jahre 1922 habe das Amt für deutsche Beamte das Berliner Zweigamt 169 813 Franten, im Jahre 1923 214 000 und 1924 213 000 Franfen ausgegeben. Luther an Herriot. Mit Schiele- Neuhaus für Entwaffnung, Verständigung und gegen die Reaktion! Qutber gestern abend die angekündigte Rede, die als Antwort auf Bor dem Berein der ausländischen Bresse hielt Reichstanzier die jüngste Rebe Herriots gedacht ist. Er führte u. a. aus: Meine Damen und Herren! Wir haben die Londoner Bereinbarungen niemals als ein Ereignis rein wirtschaftlicher und technischer Bedeutung an gesehen. Wir haben vielmehr erwartet, daß mit der Konferenz eine neue Epo che eingeleitet jei, eine Epoche, in der die großen inter nationalen Probleme überhaupt nicht mehr durch einseitige Entscheidungen, sondern auf dem Wege des friedlichen Ausgleiches der Interessen gelöst werden würden. auch für diejenigen politischen Probleme eröffnete, die sonst noch de Man durfte hoffen, daß diese Entwicklung eine gute Aussicht Lösung barrten. In dieser Hoffnung ist Deutschland mit dem Begin des neuen Jahres schwer enttäuscht worden. Sie alle tenne den Verlauf und den Stand des ernsten Konfliktes, der wegen de Räumung der nördlichen Rheinlandzone entstanden is Die bisherige Behandlung dieses Konflittes durch öffentlichen Note: wechsel, den die Alliierten eingeleitet haben und den die Reichs regierung notgedrungen hat aufnehmen müffen, ruft in Deutschlan naturgemäß wieder die Erinnerung wach an die bedenkliche un fruchtlose Methode der ersten Nachkriegsjahre. Ich glaube, daß der Konflitt feiner Lösung schon viel näher gebracht wäre, wenn die alliierten Regierungen das Verfahren, das auf der Londoner Ron ferenz einen fo sichtbaren Erfolg gezeigt hat, gibt, beffen geringfügige Truppe meder schwere Artillerie noch Flies ger noch Tants belizt, dessen Festungen geschleift oder völlig unmodern sind, und von dessen Gebiet man 55 000 Quadratkilometer einseitig zugunsten seiner Nachbarn demilitarisiert hat. Ich frage Herrn Herriot, ob er wirklich im Ernste der Ansicht ist, daß die von ihm angeführten Einzelheiten auch nur im entferntesten reichs angesehen werden tönnten. Ich frage ihn, ob er nicht viel. als ein Beweis für eine Bedrohung der Sicherheit Frankmehr der Ansicht ist, die in letzter Beit von namhaften Organen der ausländischen, auch der französischen Bresse zum Ausdruck gebracht wurde, der Ansicht, daß von irgendwelchen Angriffs. möglichkeiten in Deutschland überhaupt nicht die Rede ein fann. Er wird mir vielleicht erwidern, daß es weniger auf en fachlichen Umfang der beanstandeten einzelnen Entwaffnungs angel als auf den Geist antomme, der sich in ihnen offenbare. h bin mit ihm einig darüber, daß wichtiger als die Zahl der Baffen und Munition die moralische Abrüstung ist. Nun glaube y allerdings nicht, daß ein Mangel an moralischer Abrüstung aus inzelnen Sägen militärischer Dienstinstruttionen gefolgert verden tann, wie Herr Herriot sie zitiert hat. Der Kasernenof ist teine Sonntagsschule, und der Zweck militärischer Instruktionen tann niemals ein anderer sein als die Ausoilbung der Truppen für militärische 3mede. Das hat mit Angriffsabfichten nicht das geringste zu tun. Jedenfalls erscheint mir die moralische Abrüstung undenkbar, menn man diesem Bolte nach den ersten Anzeichen der Entspannung fofort wieder mit das Verfahren einer vertrauensvollen Aussprache. bittatorischen Befehlen zulegt und ihm die erste wesent liche Erleichterung, die der Versailler Bertrag zu seinen Gunsten beauch jetzt angewandt hätten. Es läßt sich nicht verhehlen, daß in stimmt, nämlich die Einschränkung der militärischen Ortupation, der im legten Sommer angebahnten Entwicklung ein Rüdschlag burch einseitigen Beschluß verweigert Berjudyt man, internationale eingetreten ist, der hüben und drüben die begonnene Beruhigung der Fragen jahrelang durch militärischen Drud statt durch friedGeifter wieder gefährdet. Das ist nicht nur im Interesse Deutschliche Auseinandersehung zu regeln, dann tann man sich nicht wundern, lands, sondern im Interesse der allgemeinen Weltpolitik tief zu daß in dem betroffenen Bande mancher nicht mehr an den Schutz des Rechtes, sondern nur noch an die Mat glauben meg. Ich hoffe doch, daß mancher, der die Rede des Herrn französischen Manisterpräsidenten ohne Boreingenommenheit gelesen hat, sich fragen wird: Können die Alliierten nur diese Einzelheiten zur Begründung der Nichträumung der Kölner Zone anführen? Und ich knüpfe hieran die weitere Frage an Herrn Herriot: Jst er entschlossen, die nördliche Rheinlandzone sofort zu räumen, nachdem die Beseitigung der Deutschland etwa nachgewiesenen Verflöße in der Abrüftung sichergestellt ist? Eine flare Antwort auf diefe Frage finde ich in feiner Rede nicht. Es ist zum mindesten doppelbeutig wenn er fagt, daß die franzöfifchen Truppen am Rhein die wich tigste und vielleicht sogar die letzte Bürgschaft für die Sicherheit Frankreichs feien Diese Doppeldeutigkeit wird auch nicht durch die gestern gegeben hat durch die Worte, feine Haltung sei nicht durch den Wunsch difiiert für unbestimmte Zeit am Rhein zu bleiben. Sie werden es begreiflich finden, daß weite Kreise in Deutschland die allierte Begründung der Nichträumung nur als Borwand ansehen und andere motive dahinter vermuten. bedauern. Die Alliierten beschuldigen Deutschland des Bertrags. bruchs und ziehen daraus Folgerungen von größter Tragweite. Ich muß immer und immer wieder darauf hinweisen, was es be deutet, wenn man einen Bertragsbruch behauptet, wenn man damit Santtionsmaßnahmen begründet, wenn man es aber nicht einmal für notwendig hält, dem betroffenen Lande durch Substantiie rung der Beschuldigung die Möglichkeit der Berteidigung wie auch die Möglichkeit der fachlichen Auseinandersetzung zu geben. Gegenüber einem Lande, mit dem die Alliierten vor wenigen Monaten wichtige Probleme am Verhandlungstische gelöst haben, mit dem fie auch jezt gewiffe andere Fragen auf dem allein richtigen Wege fachlicher Berhandlung erörtern, nehmen die Alliierten in einer Räumung der Kölner Zone ist, das Recht für sich in Anspruch, dieses felbe Land gleichsam vom Richtertische aus wie einen 2n get la g. ipruch noch in Untenntnis des einzelnen Antlage. und Beweismaterials zu halten. Minister Brauns stimmt dem ersten Teil des Antrags zu. Beiten zu behandeln und ihm jogar nach gefälltem Urteils den Verhandlungen über die Abdeckung der rüdständigen Schuld habe er den Standpuntt vertreten, die Hälfte zu bezahlen. Eine end. gültige Regelung fei noch nicht getroffen. Die Würde des Reiches werde nicht verlegt, wenn es nicht die ganze Summe bezahle Formell fei zwar die Gleichberechtigung Deutschlands in Genf an erfannt, aber materiell lasse sie noch zu wünschen übrig. Die Bahl der deutschen Beamten fei gering, Deutschland habe feinen b. teilungsleiter und der Wunsch nach Zulassung der deutschen Sprache als Amtssprache sei immer noch nicht erfüllt, Rädel( Rommlehnt namens feiner Fraffion das Internationale Arbeitsamt grund,.. slich ab, weil durch dessen Existenz die Lage der Arbeiter nicht verbessert merde.( Rufe bei den Deutschnationalen Bundesbrüdern: Sehr richtig!) Die vorgeft rige Rede des französischen Herrn ministerpräsidenten versucht allerdings, den gegen Deutsch land erhobenen Borwürfen etwas mehr Substanz zu geben, als dies die vagen Kapitelüberschriften in der ersten alliierten Note taten. Herr Herriot macht uns Vorwürfe, daß wir durch die Ausbildung von Zeitfreiwilligen Abmachungen zwischen einer Gruppe von Staaten vorzubereiten Wenn er dabei baran bentt, das Endziel einer Weltkonvention durch und damit das Problem zunächst für die Fälle zu lösen, in denen es als unmittelbar afut empfunden wird, so ist die Reichsregierung durchaus bereit, hieran pofitio mitzuarbeiten. rung durchaus bereit, hieran pofitio mitzuarbeiten. Weiter bestritt nochmals der Reichstanzler die Behauptung, daß die Reichsregierung eine Kompromißmöglichkeit verfäumt hätte. Sie sei zu einem solchen Kompromiß jederzeit bereit. Herr Herriot hat bei seinen Ausführungen den Gedanten einer Welttonvention in den Vordergrund gestellt, wie sie durch das befannte Genfer Protokoll vom Herbste vorigen Jahres angestrebt wird. Cinc folche alle Staaten umfaffende Welftonvention scheint auch mir das In der weiteren Debatte ertiärt Lambach( Dnat.), seine Freunde Refervetruppen gefchaffen hätten. Wenn man in Deutschland da- Endziel zu sein. Ob es prattisch möglich ist, dieses Endziet iest würden jegt den Antrag auf Austritt aus dem Internationalen Ar. mals, als unsere innerpolitischen Verhältnisse eine besonders ge- unmittelbar zu erreichen, ist wohl noch ungewiß. Herr Herriot beitsamt nicht wieder aufnehmen, weil die ganze Frage im Zufährliche Spannung zeigten, wirklich einige tausend Studenten für selbst hat betont, daß es den Nationen möglich sei, sich gegenseitig lammenhang mit dem Beitritt Deutschlands zum Bölferbund sowieso wärts" so etwas schreiben würde, dann hätte er fofort eine einige Wochen zu Uebungen herangezogen hat,( Wenn der Vorhärfer umriffene Sicherheitsgarantien zu geben. neu aufgeworfen werden müsse. Redner wendet fich gegen ben fozialdemokratischen Antrag. Seine Partei werde den regulären Landesperatsantiage zu erwarten! Wir sind gespannt, Beitrag bewilligen, nicht aber die Bezahlung der rüd ständigen Reb. b. 3."), was bedeutet das für das Ausland angesichts der ob Herr Elermayer gegen Herrn Luther entsprechend vorgehen wird. Beiträge. Tatsache, daß es in ganz Deutschland die modernen Kampfmittel, die für die Kriegsführung allein ausschlagebend find, überhaupt nicht mehr gibt? Was bedeutet es, wenn nach einer Entwaff nungsation von so riesenhaftem Ausmaß hier und da ge ringe Bestände an altem Kriegsmaterial oder an überzähligen Ausrüstungsstüden gefunden worden sind? Sie brauchen, um das Verhältnis zwischen unseren Leistungen und den etwaigen Rüd it änden zu ertennen, nur die Zahlen zu vergleichen, die Herr Herriot felbft in feiner Rede anführt, wobei ich mich auf Angoben und besondere 3 ahlen, die ich noch nicht habe nachprüfen fönnen, nicht festlegen möchte. Der Herr franzöfliche Minister. präfident sagt, daß mehr als 33 000 Kanonen, 23 000 Zafetten, 11 000 Minenwerfer, mehr als 4% Millionen Minenwerfergeschoffe, mehr als 87 000 Maschinengewehre, 4% Millionen Gewehre, mehr als 400 Millionen Kartuschen und ungefähr 10 Millionen Handgranaten zerstört worden feien. Demgegenüber fallen doch die von ihm er wähnten Funde von 100 000 Stahlstäben für Gewehrläufe, 17 000 Stahlftaben für Maschinengewehrläufe, 10 000 Biftolenläufe und 100 Bertzeuglaften wirklich nicht ins Gewicht. Kein ernst. bafter milität wird sich dazu verstehen, derartigen Dingen irgend welche militärische Bedeutung beizumeffen. Stegerwald( 3tr.) erttäri fich für eine gleichberechtigte Teil. nahme Deutschlands am Internationalen Arbeitsamt, glaubt aber, daß der große Apparat bis jetzt nicht den entsprechenden Effeti gehabt habe. In der weiteren Debatte vertreten Deutschnationale, Zentrum und Deutsche Bolksparteiler die Auffassung, daß die volle Bezahlung des rückständigen Beitrages von der vorherigen Er. füllung der deutschen Forderung auf völlige Gleichberechtigung ab. hängig gemacht werden soll, worauf der Agb. Hoch( Soz.) entgegnet, daß ein solcher findischer Drud gerade die gegenteilige Wirkung haben werde. Bei der Abstimmung wird die Biffer 1 des fo3ial demokratischen Antrages angenommen, die Ziffer 2 gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt, dagegen ein Bentrumsantrag angenommen, der die Regierung er Jucht, bei den Berhandlungen auf volle Gleichberechtigung Deutfch. lands hinzuwirken, insbesondere dafür zu sorgen, daß auch die deutsche Sprache als Amtssprache zugelassen werde und die Regierung in der Annahme des geforderten Entgegenkommens zu ermächtigen, die rückständigen Beträge voll nachzuzahlen. Bei dem Kapitel: Sozialpolitik und Volkswirtschaft regt Giebel( So.) bie einheitliche Regelung des Arbeitsrechts an, fordert einen Schuß für ältere Angestellte gegen Ründigungen, sowie einen Schutz der Arbeitnehmervertreter in den Körperschaften der fozialen Bersicherung usw., ähnlich dem Schutz gegen Entlassungen Don Betriebsräten. 3d fann Sie aber versichern, daß die Reichsregierung feft entschloffen ist, Berstöße in der Entwaffnung, die ihr von den 2llierten nachgewiefen werden oder sonst in ihrer Kenntnis gelangen, zu beseitigen.( Bravo Schiele! Schnell umgelernt! Red. d.„ V.".) man gebe uns zu diesem Zwed endlich den Bericht, in den die Kontrollfommission das Ergebnis von mehr als 1800 Besuchen zu fammengestellt hat, und wir werden den Nachweis erbringen, daß wirklich fein Anlaß vorlage oder vorliegt, diesen Einzelfragen den Charakter eines internationalen Konflittes zu geben. Eine besondere Behandlung erfordert die Polizeifrage, Minister Brauns erklärt dazu, das Ministerium tönne nicht alles auf einmal machen, die dringlichsten Aufgaben seien jetzt die Ar. beitslofenversicherung und das Arbeitsgerichtsgefeß. Angenommen wird ein Antrag Hoch( Soz.) betr. das Wiedererscheinen der Ge auf die der französische Herr Ministerpräsident großes Gewicht werbeaufsichtsberichte, ferner ein Antrag Bohm- Schuch( Soz.) auf Borlegung eines Gefeßentwurfs, der die Berufsausbildung, die Ar. zu legen scheint. Sie, meine Damen und Herren, kennen die deut, beitsbedingungen für Jugendliche und die Urlaubsansprüche der fchen Berhältnisse aus eigener Anschauung. Sie werden deshalb Lehrlinge umb jugendlichen Arbeiter bis zu 18 Jahren regelt. Berständnis dafür haben, daß wir nach unserer ganzen inneren Weiter wird angenommen ein fozialdemofra.age auf eine Polizei, die straffer als unfere Polizei vor dem tischer Antrag, der die Regierung zu möglichster Beschleunigung Kriege organisiert ist, nicht verzichten tonnen. Ich brauche ber Borarbeiten für eine Berordnung über Bauarbeiterschuß auf zur Begründung nur auf die kommunistische Bewegung hinzuweisen, die auch anderen Ländern zu schaffen macht, ohne daß Die weitere Beratung schließt mit der Annahme folgender An. ich damit ein Schredgespenst an die Wand malen will. Solange träge: 1. Antrag Thiel( DWP.) auf statistische Erfassung der die innere Konsolidierung Deutschlands fortschreitet, bedeutet der ftellenlofen Angestellten nach Alter und Dauer der Erwerbslosig. Rommunismus uns feine unmittelbare Gefahr. Sollte es aber, feit und Einleitung von Maßnahmen zur Milderung der Lage dieser namentlich in wirtschaftlicher Hinsicht, wieder zu trifenhaften 3u. Angestellten. 2. Ein Antrag des Zentrums, durch ben die Mittel ftänden fommen, so würde sich das Bild schnell ändern. Der Romfür die produttive Erwerbslosenfürsorge um 30 millionen Mart munismus würde dann die Stunde für den in seinem Programm stehenden Entscheidungskampf gekommen fehen. erhöht werden. Weitergehende Anträge waren vorher abgelehnt eichswehr it infolge, ihrer ſtarten Distocierung fehr wenig Die deutsche fordert. worden. Die Rechte gegen Herriots Richtigstellung. Baris, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die nachträg. liche Auslegung, durch die Herriot den Eindruck seiner Rebe vom Mittwoch abzuschwächen versucht hat, und die inzwischen be Panntgewordene Borgeschichte dieser Richtigstellung haben die Rechte, die zunächst Herriot in den Tönen der höchsten Begeisterung zujubelte und ihn für die Politit des Nationalen Blocks reklamiert hatte, erneut in die Opposition gegen die Regierung getrieben. Die reaktionäre Breffe donnert bereits wieder mit den schwersten Ge schützen gegen Herriot, vor allem aber gegen die Sozialißen. geeignet, dieser Gefahr zu begegnen. Wir bedürfen dazu einer Bo. fizei, die imftande ist, ohne jede Verzögerung in Aftion au treten. Im übrigen find bas alles organisatorische Einzelfragen, über die meiner Ansicht nach bei vorurteilsfreier Behandlung unschwer eine Berständigung herbeigeführt werden fönnte. Die Berbündeten, die Amerikaner," so hat der französische Herr Minister präsident vorgestern ausgerufen, follen wiffen, daß Frankreich nicht ruhig fein tann, folange von Deutschland dieses 23 affengeflirt herüberschault!" Meine Damen und Herren, ich bitte Sfe um alles in der Welt, 100 hören Sie in Deutschland ein folches Waffengeflirr?( Antwort: In der deutschnationalen Breffe und auf den deutschnationalen und vaterländischen Tagungen. Reb. b. B.") Es flingt faft wie Sohn, wenn folche Worte über ein Band gesagt werben, in dem es teine staatlichen Rüftungsbetriebe P Manche Mendungen in der Rede des franzöfifchen Ministerpräsidenten, bei denen er nicht im Zweifel darüber sein tonnte, daß find nicht geeignet jene Voraussetzungen zu erleichtern. Ich will fie das Empfinden des deutschen Boltes verlegen, sind nicht geeignet jene Voraussetzungen zu erleichtern. Ich will nur auf zwei Buntte hinweisen. Die wahre Verständigung und Berföhnung zwischen den Völkern kann nicht vollendet merden, solange ein einzelnes Land zum Berbrecher an der Menschheit gestempelt wird und sich nicht das ganze Ausland von der Unrichtigkeit der Anflage überzeugt, das deutsche Bolt( Bom deutschen Bolt ist dies niemals von den Alliierten behauptet wor den. Reb. d. B.") habe durch seinen Angriff den Weltkrieg entfeffett der Bölker nicht förderlich erscheint, wenn versucht wird, innen. Der zweite Punkt ist der, daß es mir für das Zusammenleben. politische Gegensäge anderer Länder für die Auseinander fegung über außenpolitische Probleme zu verwerten. Ich hoffe, daß die franzöfifche Regierung, die nach den Worten ihres Beiters die innere Politit ihrer Allierten uneingeschränkt respektieren will, diesen selbstverständlichen Grundsatz Deutschland gegenüber nicht außer Acht läßt. Davon abgesehen, möchte ich in diesem 30fammenhang aber die Frage stellen, welchen Anlaß denn das Aus land hat, von der Regierung Cuther irgendwie reaktionäre Politik zu befürchten.( 111) Es ist gerade mein Bestreben gewesen, eine Re gierung zu bilden, die eine breite Grundlage im Parlament besitzt und dadurch den parlamentarisch demokratischen Gebanten in möglichst weitem Umfange verwirt. licht.(!) Man hat der Sorge Ausdrud gegeben, wie fich die Außenpolitit der Regierung Luther gestalten werde. Meine Damen und Herren, ich bitte Sie, meine beiden Reichstagsreden nachzulefen, die auch über diesen entscheidenden Bunft flare und eindeutige Auskunft geben, die insbesondere feststellen, daß die LonDoner Bereinbarungen für uns bindendes Recht sind. In der einzelnen wird auch für die neue Reichsregierung in erster Linie Regierungserflärung heißt es: Die Richtung der Außenpolitik im burch die Londoner Abmachungen bestimmt." Diese Erklärung bleibt für die Reichsregierung maßgebend. Nebenbei darf ich bemerken, daß der Reichskanzler, der nach der erfassung die Richtlinien der Politik zu bestimmen hat, mit einer Aenderung des außenpolitischen Kurses geradezu ein Wert zerstören würde, an dessen Zustandekommen er in London und Berlin mit allen Kräften mitgearbeitet hat. Der französische Herr Ministerpräsident hat seine ganze Politit vorgestern zusammengefaßt in die drei Worte: Schiedsgericht. Sicherheit, Abrüstung. Dieses Programm fann ich für Deutschland afzeptieren. Die Reichsregierung ist bereit, sich ba für einzusehen, daß der Schiedsgerichtsgedanke, dessen Verwirk darstellt, im internationalen Leben immer allgemeiner zur Geltung ichung vielleicht den wertvollsten Teil der Londoner Vereinbarungen fommt. Sie will, wie ich schon betonte, mitwirken an der Herstellung einer Gewähr für die Sicherheit und Freiheit der Völker. Hinsichtlich der Abrüstung hat sie eine gewaltige Vorleistung be wirft und fann nur hoffen, daß der im Bersailler Bertrag an gegebene Grund für diese Vorleistung, die allgemeine Abrüftung, balb in die Tat umgesetzt wird. ( Die Regierung Luther, die feit drei Wochen am Ruber ift, hat gar nichts bewirkt, fondern diejenigen, die sich schon vor Jahren für jene Erfüllungspolitie eingefekt haben, die bis vor drei Wochen von den Deutschnationalen als Dienst am Feind bund" beschimpft wurden. Erzberger und Rathenau find wegen diefer Bofitit geme uchelt worden, nachdem sie bom denen zu Tode gehehi wurden, die heute das Rückgrat der LutherRoalition bilden. Red, d. B." Gewerkschaftsbewegung Kommunistische Gewerkschaftsarbeit. | ftändigen Behörden sein müffen, fich unverzüglich näher darum zu befümmern und zu überlegen, welche Maßnahmen zu ergreifen find, um dieses Spiel mit Menschenschicksalen, das im übrigen ein bezeich nendes Licht auf das soziale Gewissen der Junter wirft, zu unterbinden. Wie wir nicht wollen, daß man unsere Landsleute im Ausland unmenschlich behandelt, konnen die ausländischen Arbeiter wird. fich eventuell notwendig machenden Mehrarbelt unter Tage durch eine halbstündige eberarbeit auf die siebenstün dige Schichtzeit mit einer Bezahlung oon 25 Broz. für dieselbe Rechnung zu tragen. Trotzdem hielten die Unternehmervertreter an ihren sehr weitgehenden Forderungen rückhaltlos feft. Die Ver treter der Gewerkschaften wandten sich mit allem Nachdrud gegen Der Klassenfamps" in Halle hatte einen Artikel barüber gebie böllig tendenziöle Darstellung der Wirt verlangen, daß ihnen auch bei uns jeder nur mögliche Schutz zuteil bracht, wie die Kommunisten in den Ortsverwaltungen arbeiten schaftslage im Bergbau durch die Unternehmer. Das müssen. Die Bezirksleitung der KPD. war mit diesem Artikel nicht von den Zechenvertretern vorgebrachte Zahlenmaterial zeigte sich einverstanden, da er eine Reihe von fehlerhaften Auffassungen zum größten Teil als völlig haltlos. Da die Verhandlungen infolge und Unebenheiten enthalt. Sie hielt eine Klarstellung unbedingt der fehr auseinandergehenden Auffassungen beider Parteien zu für erforderlich und gab sie in einem weiteren Artikel mit der feiner Berständigung führen fonnten, wurde von den Unter Ueberschrift:„ Grundsäge und Praris der kommunistischen Gewerf nehmern der Schlichter zur Erledigung diefer Streitfrage Ichaftsarbeit". Die ersten Sätze dieses Artikels aus dem Bol.- Bureau angerufen. Der Schlichter setzte die Schiedsgerichtsverhandlungen auf Donnerstag, den 5. Februar fest. der KPD., Bezirt- Salle- Merseburg, lauten wörtlich: Kommunistische Gewerkschaftsarbeit iff fommunistische parteiarbeit. Der kommunistische Gewerkschafter hat in feiner gewerkschaftlichen Organisation lediglich Aufträge der Kommuftischen Partei, d. h. des revolutionären Zentrums der Arbeiterbewegung durchzuführen. Erläuternd wird hierzu bemerkt, daß die Kommunisten eine Trennung der Arbeiterbewegung in verschiedene von einander un abhängige Zweige, wie politische, gewerkschaftliche und genossenschaftliche Bewegung nicht anerkennen, sondern nur eine einheit liche Arbeiterbewegung, die ideologisch gespeist wird durch die Kommunistische Partei". Das heißt, für ein selbständige, unabhängige Gewerkschaftsbewegung ist neben dieser Partei fein Namen. Die Mehrzahl der Gewerkschaftsmitglieder halte es heute noch mit der Taftik und den Methoden der reformistischen Gewerkschaftsarbeit und sei unter dem Einfluß der sozialdemokratischen Gewerf. schaftsführer dem Klassenlampfstandpunkt das heißt dem aus Mostau importierten Klaffenfampfstandpuntt voltommen ent fremdet. Das gewerkschaftliche Ziel sei, die Massen der Gemertchaftsmitglieder in die fommunistische Front einzureihen, das poli. fiche Ziel: Berschärfung des Kampfes gegen die Sozialdemokratie in nie dagewesenem Ausmaße innerhalb der Gewerkschaften zum Zwecke der Schaffung einer breiten roten Kampffront unter Führung der Kommunisten. Die Gewerkschaftsmitglieder jeten von den Reformisten abzuföfen und unter den Einfluß der Kommunistischen Partei zu bringen. Die Schlußfäße geben wir wörtlich wieder, damit unsere Gewerkfchaftsgenossen von der Offenheit profitieren, mit der die fommunistischen Gewerkschaftsschädlinge ihre Tattit auspofaunen: ,, Es genügt jedoch bei weitem nicht, nur propagandistisch die. Gewerkschaftsmaffen auf die großen Linien unserer Aufgaben hinzuweisen. Wir haben die Pflicht, allen, auch den kleinsten Fragen, die in den Ortsverwaltungen behandelt werden, das größte Augenmerk zu schenken. Keine Gewerkschaftsarbeit ist zu flein und winzig, daß sie nicht von Kommunisten sorgfältig er. ledigt werden follte. Ob es arbeitsrechtliche Fragen, Rechtsaus funft, Lohnfragen, Arbeitszeitfragen, Unterstügungsfachen sind, nichts wird Sozialdemokraten zur Erledigung überlassen! Kommunistische Gewerkschafter müffen gerade in solchen fleinen" Dingen den parteilofen Gewerkschaftsmassen beweisen, daß sie genau jo gut und besser die Interessen der Arbeiterschaft vertreten als die Reformisten. Und immer wieder ist die Berbindung zwischen den kleinsten Gewerkschaftskleinigkeiten und unseren großen Zielen der revolutionären Machteroberung flarzustellen. Benn jeder fommunistische Gewerkschafter diese Arbeit mustergültig leistet, werden wir die Sozialdemokratie unter der Arbeiter. schaft erledigen können. Die Bartei zerstört jezt parlamentarisch die Stüßen der SPD. in den Regierungsstellen; die Partei genossen in den Gewertschaften( und Betrieben) müssen die Stüßen der SPD. in den Massen zerstören." Zerstören das ist das einzige, was die Kommunisten leisten fönnen, soweit sie nicht daran gehindert werden. Der systematischen Gewerkschaftszerstörung, wie sie diese Einheitsfrontschreier planen, boren Existenz an sich schon eine Störung der Einheitsfront ist, muß energisch begegnet werden. Das Ueberzeitabkommen im Bergbau. Die Erneuerungsverhandlungen sind gescheitert. Effen, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Bergarbeiter. verband teilt mit: Am Freitag, den 30. Januar, fanden in Essen zwischen den Bertretern des Bechenverbandes und der Gewerkschaften Berhandlungen über die Frage der Arbeitszeit im Ruhrbergbau statt. Die Unternehmer forderten, ab 1. März das jetzt geltende Mehrarbeitsabkommen um ein Jahr zu verlängern mit der Maßgabe, daß für die füblichen Randzechen und eine weitere Anzahl noch näher zu bestimmender Zechen eine Ar. beitszeit unter Tage von 8% Stunden gelten foll. Außerdem beantragten die Unternehmer, daß für die verkürzte Sonnabendschicht, die bisher voli bezahlt werden mußte, nur noch acht Behntel bis neun Behntel des Schichtlohnes gezahlt werden sollen. Weiter wurde von den Zechen befizern eine Abänderung der Ziffer 3 des bisherigen Ablommens über Beibehaltung der verkürzten Borkriegs- Arbeitszeit beantragt Die Gewerkschaftsvertreter erklärten sich bereit, den wirtschaftspoliti schen Erfordernissen gerecht zu werden. Sie machten den Vorschlag. aber Tage die chistundenschicht einzuführen und einer Mufitaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutschen Mufiter Verbandes. Diefer Nachweis befindet sich jetzt Berlin D. 27, Andreasstraße 21 Fernsprecher: Rönigtadt 4310. Geschäftszeit 9-5, Gonntags 10-2 Uhr auf Wunsch Bertreterbefuch Internationale Konferenz der Hüttenarbeiter. Für den Achtffundentag. Die Metallarbeiter Beitung" würdigt in ihrer heutigen Aus. gabe die Schutzbestimmung für die Hüttenarbeiter gemäß§ 7 der Arbeitszeitverordnung. Die vom neuen Reichsfabinett beschlossene Maßnahme fei sowohl hinsichtlich des Zeitpunktes ihrer Berwirt. lichung wie auch bezüglich ihres Umfanges beanstanden. Durch die unmotivierte Berschiebung des Geltungstermins vom 1. März auf den 1. April werde der Agitation der Unternehmer gegen die Berordnung Beit und Gelegenheit zur Entfaltung gegeben. Deutschland im Internationalen Arbeitsamt. Berlin, 80. Januar.( TU.) Im Haushaltausichuß des Reichstages wurde ein Zentrumsantrag angenommen, der verlangt, daß die Reichsregierung auf volle Gleichberechtigung innerhalb des internationalen Arbeitsamtes mit allen Sträften bin wirlen möge, daß insbesondere auch die deutsche Sprache als Amtsiprace zugelassen werde. Der rüdständige Anteil Deutschlands an den Unterhaltungskosten des Arbeitsamtes fönne bei Annahme des geforderten Entgegenkommens bis aur bölligen Höhe nachgezahlt werden. Der Anteil für 1925 wurde auf fozialdemokratischen Antrag auf 219 000 m. festgesezt. Feststellung der Arbeitsmarktverhältnisse. In sachlicher Hinsicht ist die beschloffene Maßnahme eine Halbheit. Ihr liegt feine große Idee und fein herzhafter Entschluß zugrunde... Noch nicht einmal allen erhöht huzbedürftigen Arbeitern soll die Wohltat des achtstündigen Arbeitstages zugute lommen, fondern vorerst nur den Hochofen und Kotereiarbeitern. Warum diefer Schutz den unter den gleichen Verhältnissen schaffenden Stahl- und Walzwerkliche Metallarbeiterverband des Saargebietes hat sich arbeitern fowie den schußbedürftigen Arbeitern anderer Industrien vorenthalten wird, ist unerfindlich." Der Reichsarbeitsminister selber hatte in einem Verzeichnis vom 23. Juli 1924 den gleichen Schuß auch für die Arbeiter der Stahl, Walz und Breiswerte fowie für die Arbeiter der Blei, Kupfer und 3inthütten vorgesehen. Bir tetrachten die Einführung der dreigeteilten Schicht für die Hochofen und Kofereiarbeiter als einen erit en, menn auch mäßigen Erfola, als eine Abschlagszahlung, der weitere bald folgen müffen." An der Geltaltung der Arbeitszeit in Deutschland nehmen auch die ausländischen Organisationen der Hütten- und Metallarbeiter lebhaften Anteil. Sie werden auf der Internationalen Konferenz der Hüttenarbeiter am 1. und 2. März in Köln dazu Stellung nehmen. , Was an den ausländischen Kollegen liegt, werden sie fun, um die Wiedereinführung des Achtstundentages in Deutschland zu fördern. Sie tun das, weil sie wissen, daß der Zwölfftunden tag in der deutschen Schwereisenindustrie eine Drangfal für die deutschen Kollegen eine ständige Gefahr für den Achtstundentag im Auslande, eine Schmach für die Kultur der ganzen Welt ist. Die Eisenbahner kündigen den Tarifvertrag. Der Vorstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes hat am Freitag in einer Sigung, zu der auch die Bezirksleiter binau gezogen worden waren. befchloffen, die Lohn- und Arbeitszeitparagravhen des Tarifvertrages ab 1. februar zum 28. Februar zu fündigen. Durch Vorverhandlungen ist bereits festgestellt, daß auch die Gewerkschaft Deuticher Eisenbahner und der Allgemeine Eifen bahnerverband fich dem Kündigungsbeschluß anschließen werden. Die Menschenliebe pommericher Junker. DEV. Die pommerfche Arbeiterpresse brachte vor einigen Tagen auffehenerregende Mitteilungen über menfchenunwürdige Behandlung feilungen, auf eine furze Formel gebracht, besagen folgendes: polnischer Wanderarbeiter durch pommeriche Junter. Die MitSeit einiger Zeit beschäftigt fich die Deffentlichkeit in Pommern mit der Frage der polnischen Wanderarbeiter. Bürgerliche Zeitungen sprechen sogar von einer nationalen Gefahr und einer Landplage", hervorgerufen durch die Ueberschwemmung der Dörfer und Städte mit polnischen Arbeiterfamilien. Tatsache ist, daß sich viele Gemeinden und auch Städte vor die Frage gestellt ſehen, wo und wie sie die überall sich als ob dach los meldenden Polen unterbringen sollen. In Stralsund sind bei einer Razzia auf Strohmieten und in Feldscheunen eine ganze Anzahl pol nijcher Schnitter und sogar ganze Familien mit Säuglingen aufgespürt worden, die so eine Unterkunft fuchten. In Efettin ift furz vor Weihnachten die Zahl der Obdachlosen ganz bedeutend gestiegen. Auch hier find mehrere undert polnischer Wanderarbeiter, oft mit Weib und Kindern, darunter. Wie verlautet, haben sich pommersche Städte wegen dieser polnischen Invasion" bereits mit einer Beschwerde an den Deutschen Städtetag gewandt. Die Gründe für dieses massenhafte Auftreten arbeitsiofer Bolen liegen in dem Verhalten der pommerschen Junter. In emem Polizeibericht von Stralsund wird ausdrücklich erwähnt, daß zahlreiche Bolen, die während des vergangenen Jahres als Sajnitier auf den Gütern beschäftigt waren, vor Beihnachten entlassen worden sind. Die Herren Agrarier tümmern sich nicht darum, was mit diesen polnischen Arbeitern gefchieht, wenn sie feine Arbeit mehr finden und dann den Gemeinden zur Last fallen. Zahlreiche strafbare Handlungen aus der letzten Zett, wobei polnische Erntearbeiter genannt wurden, find zweifellos auf die elende Lage dieser Arbeiter zurückzuführen. Das sind erschütternde Mitteilungen. Es wird Sache der zuBerlin, 30. Januar.( 2.) Der Haushalte ausschuß dee Reids tags nahm einen Antrag an, der die Regierung ersucht, mit Ride ficht auf die latastrophalen Verhältniffe auf dem Arbeitemarkt eine Erhebung zu veranstalten, aus der die Zahl der stellungs. lojen Angestellten, gegliedert nach Geschlecht, Lebensdauer, Berufsalter. Familienstand und Stellenlosigkeit, zu ersehen ist und zu erwägen, welche Maßnahmen zu treffen sind, um die berufliche Gristens, insbesondere der älteren Angestellten, zu sichern. Der Chriftliche Metallarbeiterverband im Saargebiet. Saarbrüden, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Christ. der Streifparole der freien Gewerkschaften und der Hirsch- Dunterschen Gewerkschaften für die Fertigindustrie des Saargebietes nicht angeschlossen. Er hat seine Mitglieder aufgefor bert, weiterzuarbeiten. Dieser Streifbruchbeschluß der chriftlichen Verbandsleitung hat bei der Metallarbeiterschaft des Saargebietes große Erregung ausgelöst. Mehr als 50 Broz. der christlichen Metallarbeiter streifen trop des Beschlusses ihres Verbandes mit ihren Kollegen von den freien und Hirsch- Dunderschen Gewerkschaften. Daß fich diese Solidaritätsverweigerung im Saargebiet ereignet, ist um so bedauerlicher. Die christlich organisierten Metallarbeiter haben die 10 Pioz. Lohnerhöhung ebenso nötig wie alle übrigen. Der Internationale Bergarbeitersekretär. Aus London meldet WEB.: Laut Daily News" wird erwartet, daß der vormalige Eefretär des britischen Bergarbeiter verbandes Fran! Hodges nächste Woche in Hannover zum ersten befoldeten Selretär des Internationalen Bergarbeiter berbandes vorgeschlagen werden wird. Die belgischen Gewerkschaften zur Einheitsfront. ( IGB.) Eine Konferenz des Nationalrates des Belgischen Gewerkschaftsbundes am 20. Januar befaßte fich u. a. mit der Frage der internationalen Einheit. Nach eingehender Diskussion und Unter breitung eines ausführlichen Berichts von Mertens über die Verhandlungen des Internationalen Gewerkschaftsbundes mit den Russen wurde mit allen gegen eine Stimme folgende Resolution an genommen: " Die Konferenz hat den Bericht über die zwischen dem Vorstand des" JGB. und dem Aürussischen Gewerkschaftsrat gepflogenen Unterhandlungen zur Kenntnis genommen und bedauert, daß sich die russischen Gewerkschaften dem JGB. immer noch nicht angeschlossen haben, weil sie nicht bereit sind, die von den autorisierten Statuten anzunehmen. Bertretern der bedeutendsten Gewerkschaften der Welt anerkannten Die Konferenz fordert den Borstand des JGB. auf, soweit es mit der Würde des JGB. vereinbar ist, die Unterhandlungen betr. den Anschluß der Russen an die internationale Gewerkschaftsbewe gung auf Grund der Anerkennung der Statuten unferer Internationale fortzusetzen." Achtung, SPD.- Betriebsvertrauensleute! Die Nr. 7 ber Betriebszeitung Der Rämpfer ist erschienen und fo fort vom Betriebssekretariat, Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 Tr., in Empfang au nehmen. Besonders die Bertreter der Mittel- und Kleinbetriebe werden er fact, bas Material abzuholen. Barteiausweis mitbringen! Berantwortlich für Bolitit: Craft Renter; Wirtschaft: Arthur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: K. B. Däsches; Lofales und Sonstiges: Fris Rarfläbt: Anzeigen: h. Glode: fämtlich in Berlin. und Berlagsanftalt Baul Singer u. Co. Berlin SW 68 Linbenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wissen. Berlag: Borwärts- Berlag, 6. m. b. 5. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret Wenn Sie wüßten wie sicher und bequem Sie Ihre Hühneraugen und Hornhaut durch Lebewohl" los werden, würden Sie sich nicht erst mit minderwertigen Mitteln herumärgern. Lebewohl wirkt durch Filzring sofort schmerzlindernd. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. Seit 20 Jahren bewährt. In Drogerien und Apotheken zu haben. Verlangen Sie ausdrücklich Lebewohl mit Filzring WEISSE WOCHE Heute Vorverkauf Verlangen Sie unseren Spezialkatalog der Weissen Woche HERMANN TIETZ ttt. SS �42. �ahrgaag Die Tatsache, daß in der letzten Zeit wieder viele Hauswirte die 5tündigungsparagraphen heranziehen, um ihnen unangenehme Mie- ter loszuwerden, hat in weitesten Mieterkreisen große Beunruhigung erregt. Bis kurz nach Ausbruch des Weltkrieges(genau bis zum 4. August 1914) galt für alle Mietoerhältnifle das Mietrecht des Bur- gerlichen Gesetzbuches(§§ 535— 580). das in seinen Grundzügen zwar sozial gestaltet ist, aber durch die starte Betonung des Grund- fotzes der»Dertragssreiheit* dazu führt«, daß der privatkapitalistische -VKiusbesitz seine Monopolstellung rücksichtslos zur Knebelung der Mieterschast durch einseilige Formular-Mietverträge aus- nutzte und die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches über den Mietvertrag praktisch außer Kraft setzte. Dem freien Kündigungs- recht des Vermieters mochte die Krieg snoigesetzgebung zu- nächst für die Familien der Kriegsteilnehmer und im Laufe der Jahre für alle Mieter von Wohn- und Geschäftsräumen ein Ende. Die Mieteinigungsämter wurden als Kontroll, und Eni- fcheidungsstelleu für die Zulösiigkeit von Kündigungen eingesetzt und haben, von Hausbesitzern und Mietern häufig wegen ihrer Recht- sprechung angegriffen, nn großen und ganzen ihre Ausgaben recht und schlecht erfüllt— trotz zahlreicher Fehlentscheidungen," die darauf beruhten, daß sich die Stimme des Mieters im„Kollegium* gegen die Stimme des Hausbesitzers aushob, so daß die Entscheidung in Wirklichkeit beim Vorsitzenden allein lag. Der Wirrwarr in der„Spruchproxis* zwang aber dazu, für die Rechtsprechung in Kündigungssachen feste Richtlinien zu finden, um der mchr oder minder willkürlichen Anwendung der Notgesetze ein Ende zu machen. Nach jahrelangen Kämpfen und unter entscheidender Mitwirkung der Sozialdemokratischen Partei kam im Reichstage dos Gesetz über Mieterschutz und Mieteinigungs» ämter vom 1. Juni 1923(RGBl. S. 353)*) zustande, dos dem Vermieter das freie Kündigungsrecht entzog. Der stünökgungsprozeß. Seit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes, das noch viel zu wenig bekannt ist, kann der Vermieter die'B e e n d i g u ng des Mietverhältnisses(d. h. die Räumung der Wohnung oder des Gsschäftslokals) gegen den Willen des Mieters nur noch im Wege der Mietauf. hebuugsklage beim ordentlichen Gericht durchführen. Das Miet- cmigungsamt wirkt bei diesem Verfahren nicht mehr mit; e» tritt nur noch ccks Beschwerdeinftanz über das Wohnungsamt bei der Zu. weifungeine, Ersatz raumes oder als Instanz für den Ab- schlich eines Zwangs Mietvertrages in Täiigkeit. Will der Vermieter einen ihm„lästigen* Meter loswerden, so muß er also, wenn dieser nicht aus irgendwelchen besonderen Gründen freiwillig räumt, einen Prozeß gegen den Mieter beim ordentlichen Gerich: anstrengen. Dieses Gericht ist(wie das Mieteinigungsamt) mit Bei- sitzern aus den Kreisen der Vermieter und Mieter befetzt, die vom Ausschuß sin: die Auswahl der Schöffen und Geschworenen aus den von den Vermieter- und Mieterorganisationen einzureichenden Bor- lchlagslisten ausgewählt werden. Das Gericht ist bei seiner Entschei- dung an die im Mieterschutzgesetz angegebenen Voraussetzun- gen gebunden; es darf nicht nach Willkür oder freiem Ermessen pegen den Mieter entscheiden. Die gesetzliche» Aushebungegründe, d-ch. die Fäll«, in denen gegen den Mieter entschieden werden muß, sind in den 2—4 des Mieterschutzgesetzes angeführt. Da» nach kann die Aufhämirg des MiewerhÄtiiisses«rfÄgen: 7. Heilage ües Vorwärts Darf öer Vermieter kündigen? SonnabevS, 3?. Januar 1925 Klag« abweisen. Gegen das Urteil des Amtsgerichts(Mietschöffen. gerichts) kann der Vermieter wie der Mieter Berufung an das Landgerichr(ev mit Hilfe eines Armenanwalts) einlegen und dieses muß alsdann den Tatbestand nachprüfen. verschulöen öes Mieters im Sinne des 8 2 des Mieterschutzgcfetzes liegt dann vor, wenn der Mieter oder eine Perfon seines Hausstandes oder Geschäftsbetriebes oder fein Untermieter a) sich einer erheblichen Belästigung des Vermieters oder eine» Hausbewohners schuldig macht oder b) durch unangemessenen Gebrauch des Miekraumes ober Der- nachlässigung der erforderlichen Sorgfalt den Mietraum oder das Gebäude erheblich gefährdet oder wenn der Mieter c) einem Dritten den Gebrauch des Mietraums beläßt, obwohl er zur Ueberlaffung nicht befugt ist(unberechtigte Unter- Vermietung). a) wegen Vers Hülbens des Mieters(8 2), b)....... wegen Nichtzahlung des Mietzinses<8 3), c) wegen Eigenbedarfs des Vermieters<8 4). Das Gericht hat also nn Prozeß zu prüfen, ob eine dieser Bor- ausietzungen vorliegt, und muß zutreffendenfalls das Miewerhältnis c ufhehen; es kann aber die Räumung von der vorherigen Berett- fiellung eines Ersatzraumes abhängig machen. Liegen nach dem Er- obnis der Beweisausnahme die gesetzlichen Voraussetzungen für eine iluflösung des Miewerhältnisies nicht vor, so m uß das Gericht die *) Zu beziehen von der Dorwärts-Buchhandlung, Lindenstr. 3 Preis 20 Pf. Um die Miete zahlen tu können! Die angemessene Währnehmimg der Befugnisse eines Mie- tervertreters ist nicht als Belästigung anzusehen. Die Aufhebung des Mietverhättnisses ist aber, selbjl wenn dem Vermieter der Beweis gelungen ist, nur dann zulässig, wenn der Mieter ungeachtet einer Abmachung des Vermieters fein mietwidriges Verhalten fortsetzt,.oder es unterläßt, eine ihm mögliche Abhilfe zu schaffen(wenn also Böswilligkeit vorliegt) oder wenn das Ver- halten des Mieters oder der Person seines Hausstandes oder seine» Geschäftsbetriebes derart war, daß dem Vermieter die Fortsetzung des Mietoerhältnisses nicht zugemutet werden kann(z. B. in Fällen schwerer Beleidigung oder von Körperverletzung). Trotz de» Vorliegens solcher gesetzlichen Aufh.bungsgründe darf aber das Ge- rlcht das Mietverhältnis nicht ausheben, wenn der Vermieter oder eine Person feines Hausstandes die erhebliche velöstlgung durch eigenes verschulde« veranlaßt hat(wenn also die Beleidigungen oder die Körperverletzung durch provozierendes Verhalten hervorgerufen sind). Zur Vermeidung schikanöser Aujhebungsllagen hat aber das Gesetz bestimmte Verjährungsfristen für das Verschulden de» Mieters und d?r Personen, für die er verantwortlich ist, vorgeschrieben. Der Dermieter muh nämlich die Aufhebung sllage binnen sechsMo» naten von dem Zeitpunkt an erheben, in dem er von dem Auf. yebmigsgrunde Kenntnis erlangt hat. Die Klage ist ausge. schloffen, wenn sei: dem Entstehen des Aufhebungsgrundes(d. h. fett dem Tage, an dem sich der Vorfall ereignet hat) cinIahrver. It r: ch e n lsl. Solche.verjährten* Verfehlungen des Mielers tan» oer Vermieter niemals zum Grund der Aufhebungsklage macheu: er klmn sie nur bei einem neuen Aushedirngsgrund zur Unterstützung seiner Klage heranziehen, indem er damit das Verhalten des Mieters kennzeichnet. Der Mieter kann sich also in den meisten Fällen vor emer Aushebungskk�e aus§ 2 des Mieterschutzgesetzes(eigenes Ver. schulden) schützen. Vermietet er einen Teil der Micträume weiter. ohne daß der Vermieter dies genehmigt, so kann er nach 8 29 des Mieterschutzgesetzes die sehlende Genehmigung des Vermieters durch das Mieteinigungsamt ersetzen lassen. Versagt aber auch das Miez- emigungsam: die Genehmigung zur Untervermietung(das darf nur geschehen, wenn ein wichtiger Grund oorliegtl). so muß der Mieter dem Untermiete kündigen(wenn es sich um möblierte Räume handelt) oder gegen den Untermieter auf Aushebung des Mietver» hältnifles klagen(bei leer vermieteten Räumen); tut er das nicht, so sitzt er sich der Mietaufhebungsklage seines Vennieters aus. Nichtzahlung öes Mietzinses ist der weitaus häufigste Grund für Mietaushebungsklagen. Bei monatlicher Mietzmszohlung, die jetzt fast allgemein eingeführt sst. kann der Vermieter aus Aushebung des Miewerhältnisies klagen, wenn der Mieler mit zwei volle« Monatsbelrägea rückständig ist. Solche Rückstände müssen also nach Möglichkeit oermieden werden. Lassen sie sich nicht vermeiden, so rufe man beizeiten das Wohl. fahrtsanit um Hilfe an, um der Aufhebungsklage vorzubeugen. Zahll der Mieter, während der Prozeß noch dem, Ämtsgericht oder beim Landgericht schwebt, so darf zwar das Gericht nicht mehr das Miewerhältnis aufheben; der Mieter muß aber die Kosten des Pro- zesses tragen>md außerdem sämtliche Mietrückstände bis auf den letzten Pfennig beglichen hoben(der Dermieter muß„voll* befriedigt fem!). Die hausziossteuer(jetzt 24 Proz. der Friedensmiete) gilt hierbei als Teil der Miete. Der preußische Finonzmmister hat zwar angeordnet, daß den Hausbesitzern bei Zahlungsunfähigkeit der Mieter die auf si« entfallende anteilige Hauszinssteuer gestundet und später erlassen wird, wenn sich die Verhältnisse des Mieters nicht bessern. Manche Hausbesitzer weigern sich aber, solche Anträge zu stellen, und klagen von den Mietern die Hauszinssteuer ein, obwohl «in Landgerichtsbeschluß vorliegt, nach wichen, ein solches Verhallen des Vermieters gegen Treu und Glaube» verstößt und der Klage- anspruch danach ungerechtfertigt ist. Jedenfalls ist also hier Borficht am Platz«, solange es der Sozialdemokratischen Partei noch nicht ge- lungen ist. et» selbständige» Antragzrechk des Mlekers aus Stundung und Erlaß der hauszinssteuer auch für Preußen durchzusehen, wie es z. L. in Thüringen, Sachsen und Bayern besteht. Eigenbedarf de» Vermieters(§ 4 des Mieterschutzgesetzes) wird bei Mietern von Wohnräumen wir in den seltensten Fällen als Grund für die Auf- Hebung eines Miewerhällnisses anerkannt werden. Dieser Fall kommt vielmehr im wesentlichen nur für Mieter von g e w e r b. lichen Räumen in Frage. Aber hier sind die gesetzlichen Vor- schriften so eng gefaßt, daß der Vermieter nur in außergewöhnllckien Fällen die Möglichkeit hat, mit seiner Klage auf Aufhebung des Miewerhälmisses durchtzudrinaem Die Grenzen des Mieter- schütz es werden von den Mietern infolge Unkenntnis der gefetz. lichen Bestinmnmgen leider noch viel zu wenig beachtet. Namentlich glauben viele Mieter, daß sie aus der Wohnung nicht herausgesetzt werden könnten, solange sie nicht vom Wohnungsamt ein« andere Wohnung zugewiesen erhalten haben. Diese Anficht ist irrig. Man- cher Mieter hat diese irrtümliche Auffassung schon mit jahrelanger WohnungSlosigkeit bezahlen müssen. Anspruch auf Ersatzraum haben die Mieter nur in dem zuletzt geschilderten(seltenen) Fall« des Eigenbedarfs des Vermieters. In allm anderen Fälle«(Verschuldm des Devmieters oder Nichtzahlung der Mieter) kann zwar das G«° richt dem Mieter«inen Erfatzcaum zubilligen und die Exmission von der Sicherstellung eines Ersatzraumes abhängig machen; es m u ß dies aber nicht geschehen und geschieht auch häufig nicht. Zum Bei- spiel zwingt der Richter(der in dem ersten Termin, der der Güte» Der Apfel der Elisabeth Hoff. 3s vo« Wilhelm Hegelee. Unwillig wallte es in ihr auf. daß sie dies Geständnis lmr zehn Iahren so inbrünstig herbeigesehnt, jetzt machen sollte, wo es dem Anschein nach, nein, nein, in Wahrheit ihr abgezwungen war. Abgezwungen vom Zufall, der mit der Geduld, die Jahre, Jahrzehnte zu nichts zusammenschrumpfen läßt, längst zerrissene Fäden wieder zusammenknüpfte. Was geschehen war. hatte sie immer als Schuld empfun- den. aber a.s eine Schu'd, die ein Mann begreifen, verzeihen muß Wie ein Spiel hatte es begonnen: abenteuerlich war gleich ihre erste Begegnung mit Ryseck gewesen: sie liegt im Gras, unterm Apfelbaum, im losesten Gewand, das vom Bad feuchte Haar in der Sonne ausgebreitet. Als sie die Augen öffnet, steht der fremd« Mensch vor ihr. Sie kann sich nicht rühren, nach einer ganzen Welle erst fragen, was er will? Er verneigte sich tief:„Die Schönheit hat die Macht, den Willen aufzuheben. Ich stehe da in reiner Anschauung." Nimmt den Apfel, der ihr aus der Hand gerollt ist. und geht. Sie sieht chn wieder, sieht ihn jeden Tag. Er öffnet ihr eine neue Well. Aber was soll sie von ihn, hatten? Sein Be- nehmen, seine Sprache ist ganz anders als die aller übrigen Menschen. Eines Tages, als er allzu kühn wird, weist sie darauf hin. daß sie verlobt ist.„Ich verzeihe Ihnen den Der- lobten," antwortet er...aber ich bitte, mich nicht an ihn zu erinnern." Sie macht sich die Ansicht ihrer Mutter zu eigen: „Herrn Ryseck kann man nichts übel nehmen, denn man kann ihn nicht ernst nehmen."— Wie ein«piel hatte es begonnen, aber wenn Fürwitz, Eitelkeit, Lust am Abenteuer... viel- leicht auch noch mehr die Anstifter waren, so hatte ihres Part- ners unvermuteter Ernst, der schrankenlose Einsatz seines ganzen Habens und Sems, die zugleich abstoßende und domo. nisch lockende Gewalt seines Wesens den Reiz vertieft, das Spiel zum Rausch gesteigert, die fluchtige Tändelei zum be- glückenden, unentbehrlichen Lichtpunkt ihrer Tage gemacht... wie sie als Kind aus Uebermut sich aus das noch dünne Eis äewagt hatte, um dann, von der stahlbianken»ffüche fortge» schnellt, vom Wind getragen, das ilfer zu verlassen, �cyrnzu- fliegen dämmernden Fernen zu, gelockt, bezwungen von den) Rausch eines neuen Dafeinsgefühls. Aber das beschwingte Glück hatte jäh gestockt, dunkel war die.uefe über ihr zu- sammengeschlaqen. und wenn sie dennoch das Ufer wieder erreichte: njcht ihnur Kraft hatte fie's z» verdanken, em gluck- licher Zufall hatte rettend ihre Hand ergriffen— ein glücklicher Zufall, der doch die furchteinflößenden Male von bluti» gem Unglück und schwerer Schuld auf seinem Anllitz trug. Gleich nach seiner Rückkehr von der Forschungsreise wollte sie dem Verlobten ihr Erlebnis berichten. Stolz, aber auch eine gewisse Unselbständigkeil und Unfähigkeit, Verantwortung zu tragen, machten sie zu einem freimütigen und aufrichtigen Menschen. Aber seltsamerweise wollte dies Geheimnis sich nicht aus ihrem Innern lösen. War Feigheit oder Mitleid die Ursache ihres Zauderns? Ihr Bräutigam aber, zuerst ganz erfüllt von seinen eigenen Erlebnissen, dann rasch in seine wissenschaftlichen Arbeiten sich vertiefend, hatte ihr das Ge» ständnis nicht erleichtert, hatte nur obenhin nach ihrem Leben sich erkundigt, als wäre es selbstverständlich, daß die alltäg- lichen Begebenheiten und das um ihn kreisende Denken ihr Dasein ausfüllen müßten, hatte auch später nie die hinge- worfenen Andeutungen au'gegriffen. Und doch hatte diese Unaufrichtigkeit Elisabeth auch während ihrer Ehe noch lange bedrückt. Oft hatte sie versucht, sich mit ihm auszusprechen, nicht nur, well sie es chm schuldig war, sondern in der Ueber- zeugung, daß seine Liebe selbst inniger, zärtlicher, tiefer werden müßte,"wenn er um dies Erlebnis wüßte, wie man ein Gut. von dem man erfährt, daß man es beinah verloren hätte, desto fester birgt. Angesichts seiner Arglosigkeit hatte sich manchmal in ihr Groll, vermischt mit Spott, geregt. Wie war es mög- sich, daß der gespannte Kummer auf ihrem Gesicht in ihm keine Teilnahme erregte, daß er ihren Augen den sehnsüchtigen Wunsch, sich auszusprechen, nicht ablas? Aber schließlich mußte sie sich damit abfinden, daß er. dessen ganze Tätigkeit darin bestand, die geheimsten Lebensvorgange zu erforschen und das dem menschlichen Auge Verborgenste sichtbar zu machen, dem Seelenleben seiner Frau gegenüber mit Blindhell geschlagen war. Das Auto hielt. In tiefen Gedanken ging Elisabeth neben ihrem Begleiter her. bis dieser Oe daraus aufmerksim machte. daß sie an dem Gebäude des Instituts schon vorüber seien. .Ich glaube, es ist besser, wenn ich diese Angelegenheit erst aliein mit meinem Mann bespreche. Wenn ich ihn jetzt, mitten in seiner Arbeit, damit überfalle—" „Aber Frau Hoff. Sie machen sich wirklich zu viel Ge- danken wegen diese? Bagatelle." .Eine Bagatelle ist es wohl kaum." .Wie Sie wollen. Jedenfalls liegt das Geld zu Ihrer Ber» fügunz. Zurücknehmen werde ich es auf keinen Fall." Ein Mensr führte die beiden in das Arbeitszimmer des Professors. Die eine Wand war von einem Büchergestell ein» genommen, gegenüber standen Sterilisationsapparate und allerhand Glasbehälter voller Präparate. Auf einem Stuhl nahe beim Fenster saß ein Mann mit entblößtem rechten Arm, während seine Jacke über die linke Schulter gehängt war. Auf seinem Oberarm war eine kleine Glocke aus blauer Draht- gaze angebracht. Der Mann rauchte eine Zigarre und ließ sich durch den Eintritt der beiden in der Lektüre seiner Zeitung nicht stören.— Der Professor, mit einem weißen Laboratoriums- mantel angetan, begrüßte feine Frau in der besten Laune. Elisabeth stellte die beiden Herren einander vor. hinzufügend: „Herr Ryseck ist ein Jugendfreund von mir, aus der Heimat. Ich weiß nicht, habe ich dir von ihm erzählt?" .Sicherl Sicherl Freut mich sehr. Wie sieht's aus in dem gemütlichen Rest?" .Herr Rysech kommt von drüben, aus San Franziska." „Und nun wollen Sie sich das alte Vaterland wieder an» sehen? Sie werden nichts Erfreuliches finden. In jeder Be- Ziehung sieht's traurig aus. in materieller, moralischer, hy» gienischer Beziehung, von der Politik ganz zu schweigen. Man kann wahrhaftig von Glück sagen, wenn man ein Arbeitsfeld hat, das von der Politik nicht berührt wird... Aber ich muß dir erzählen, Elisabeth, denke dir, vorhin ist mir ein großartiges Experiment gelungen, was mich von einer schweren Sorge be- freit hat. Ich bin jetzt völlig unabhängig geworden." .Nicht möglich! Hast du etwa den Flecksieberfiazillu» ent» deckt?" „Aber Kind, der ist doch schon längst entdeckt. Das solltest du doch wahrhaftig wissen. Nein, aber es ist mir etwas an- deres geglückt. Es ist mir gelungen, einer Laus den Fleck- fieber! azillus zu infizieren. Indem ich ihr ein Klistier oerab- reicht habe.— Sie müssen nämlich wissen," fubr er zü Ryseck gewandt fort,.daß wir augenblicklich an der Entdeckung eines Serums gegen das Fleckfieber arbeiten. Der Bazillus w rd durch die Laus auf den menschlichen Körper übertragen Ich brauche selbstverständlich für meine Experimente mit Fleck» fieberbazillen infizierte Läuse, die ich bisher nur� von Rekonvaleszenten bekommen konnte. Nun hat es ja in der Seuchenabteilung bisher immer folrl« Patienten in genügender Anzahl gegeben. Der Herr dort ist em solcher und hat die Liebenswürdigkeit, gerade einer Läusekolonie die tägliche Nah» rung zu verabreichen." � ir..... (Fortsetzung folgt.) verhandlung dient, ohne Beifizer verhandelt) mit mehr oder| meniger fanftem Drud den Mieter zu einem Bergleich, nach welchem er den Mietzinsrückstand in bestimmten Raten tilgen muß und für den Fall, daß er auch nur eine Rate nicht pünktlich zahlt, in die fofortige Räumung der Wohnung einwilligt Solche Bergleiche" find in den letzten Monaten leider in zahlreichen Fällen geschlossen worden, weil der Mieter geglaubt hat, daß er ohne Bucisung einer anderen Wohnung nicht ermittiert werden fönne. Dann tam plöglich der Gerichtsvollzieher und der Mieter hatte das Nachiehen, weil er fein Rechtsmittel mehr in Händen hatte. Also Vorsicht mit solchen Vergleichen, die schnell abgeschlossen sind, sich aber nicht immer leicht erfüllen laffen. Nun noch ein letztes Wort zu den der Vermieter, die zu des Mieterschuh tieffte Tiefe diefes Ganges hinzieht. Jedenfalls bleibt bestehen, daß| erwachte und sich eingesperrt fah, pacte thn die Wut. Zufällig entder Judengang" ein Schand- und Schmutzfleck der Gegend und daß er für die Anwohner, namentlich im Sommer, gesundheitsgefährlich ist. Der Magistrat müßte schleunigst beantragen, daß der Feuerwehrweg endlich bebaut werden darf, Müll und Schmuß find dann beseitigt, und die Wohnungsnot wird durch neue Wohnungen wieder um ein Stück weiter gemildert. Der Grund und Boden gehört der Stadt Berlin. Will sie nicht selbst als Bauherrin auftreten, fann fie den Streifen verkaufen und wird sicher einen bauluftigen Käufer finden. deckte er eine Flasche Brennfpiritus. Nachdem er ein paar tüchtige Züge aus der Flasche getan habe, goß er den test über das Bett und zündete dieses an. Bald stand das Zimmer in Flammen. Er selbst rettete sich vor dem Berbrennungstode dadurch, daß er an einer Wäscheleine aus dem Fenster der im ersten Stock gelegenen Wohnung hinabfletterte. Der Brand wurde von Hausbewohnern schnell entdeckt und von der Feuerwehr bald gelöscht, so daß ein größerer Schaden nicht entstand. Nur das Bett, das Eigentum des Angeklagten, und ein Stüd des Fußboden waren verbrannt. Gegenüber der beantragten fdyweren Zuchthausstrafe machte der Berteidiger geltend, daß die Handlungsweise des Angeklagten eine geradezu unsinnige gewesen da hätten. Die Tat fönne nur unter gefeßes vieten Mietern zugegangen find. Diefe for findigungen Oeffentliche Kultur- Kundgebung, ba fich noch feine geſamten Sachen in der Wohnung befunden fog. haben nicht, wie eine wirkliche Kündigung, die Auflösung des Mietverhältnisses zum Ziele, sondern fie follen bezwecken, daß sich das Mietverhältnis in ein auf unbestimmte 3eit abgeschloffenes umwandelt. Das auf unbestimmte Zeit" abgeschlossene Mietverhält nis hat nämlich für den Vermieter den Vorteil, daß er es zu jeder 3eit fündigen tann, wenn einmal die Mieterschußgefeßgebung fallen follte. Die Bermieter leiten dieses Vertrags- Kündigungsrecht( im Gegensatz zum Raumnußungs- Kündigungsrecht) aus einer Reichsgerichtsentscheidung vom 23. Rovember 1923( 111. 665/22) her, in welcher gesagt ist, daß es unbillig wäre, dem Vermieter dieses Recht Dorzuenthalten. Es handelte sich aber in jenem Falle um einen Vertrag, der sich immer um 5 Jahre verlängerte, wenn er von feiner Seite gefündigt wurde. In diesem Falle batte das Reichs gericht entschieden, daß sich der Vertrag infolge des Kündigungs". Schreibens des Vermieters, bas teine eigentliche Ründigung bedeute, in einen auf unbestimmte Zeit abgefchloffenen umwandele; der 3nhalt des Vertrages bleibe im übrigen derselbe. Jeder Mieter, der ein solches Kündigungsschreiben erhalten hat, tut gut daran, dem Vermieter zu antworten, daß er die Kündigung zurückweise und das Mietverhältnis vertragsgemäß fortfehen werde. Auf weitere Auseinandersehungen mit dem Vermieter braucht er sich alsdann nicht mehr einzulassen, weil es sich um ein feitige Erfiarum gen handelt, die nur des Empfanges, aber nicht der Zustimmung feitens der Gegenpartei bedürfen. Erklärum In dem Zeitpunkt, in welchem das Mieterschutzgesetz für bestimmte Gruppen Don Mieträumen oder für alle Mieträume fallen follte, werden felbstverständlich Uebergangsbestimmungen erlassen werden müssen, die dem Chaos weitgehender Obdachlosigkeit Dorbeugen würden. Troß des wütenden Anfturmes der Hausbefizer und ihrer Helfershelfer wird noch einiges Wasser die Spree herunter. fließen, bevor diese frommen" Wünsche, die von Profitgier diftiert find, in Erfüllung gehen werden. Die Mieter rühren fich! Eine Protest fundgebung gegen die beabsichtigte Auf hebung der Zwangswirtschaft für gewerbliche Räume fand gestern auf Beranlassung des Schutzverbandes für Arbeits- und Geschäftsraummieter e. B. in der Stadthalle statt. Das Referat hielt Boltswirt Genoffe Dzient, ber u. a. hervorhob, daß der Hausbesig heute großenteils feine hypothefenzinsen mehr zu zahlen habe und nach Abzug der Hauszinssteuer immer noch 42 roz der Friebensmiete erhalte. Außerdem fei der solide Haus. besitz durch Konzerne, Spekulanten und Ausländer verdrängt wor ben. Eine Flut von Kündigungen und gewaltigen Breissteigerungen märe die Folge der Aufhebung der Zwangswirtschaft. Rechtsanwalt Bring forderte die vorläufige Aufrechterhaltung der Mieterschutzgefeggebung und für späterhin ihren organischen Abbau Zum Schluß gelangte eine Entschließung zur Annahme, in der es u. a. heißt: Die Beseitigung des Mieterschutzes würde ben Berlust der Existenz vieler Gewerbetreibenden bedeuten. Eine Erhöhung der Miete über die Säße für Wohnräume hinaus wäre nicht nur eine Ungerechtigkeit, fondern auch eine Gefahr für die Bestrebungen auf Breisabbau. Eine fachliche Notwendigkeit für die Erhöhung der Miete für gewerblich benutzte Räume besteht nicht, da der Hausbesig schon heute wieber in den Befiz feiner früheren Hausrente gelangt ist. Jebe weitere Mietfteigerung wäre eine ungerechtfertigte Be. reicherung des Hausbesiges zum Schaden nicht nur der Gewerbetreibenden, sondern auch der Konsumenten und legten Endes zum Schaden unserer Bolkswirtschaft und unserer mühsam wieder. hergestellten Währung. Die Bersammelten erwarten von den Behörden und den Barlamenten, daß sie sich den einseitigen Bestre bungen des intereffierten Hausbesizes entschieden widersetzen. Ein Ueberfall in Tempelhof. Der Wachhund lag gefeffelt im Bett. Als eine Berliner Cafetierfrau, die mit ihrem Manne, einem Kutscher und einem Hausmädchen eine Billa in der Albrechtstr. 117 zu Tempelhof bewohnt, gestern abend mit ihrem Fuhrwerf nach Hause kam und ihre Wohnung betrat, wurde sie auf dem dunklen Flur von einem Wanne umarmt. Sie glaubte erft, daß ihr Mann, ber verreist war, heimgefehrt sei und sie so begrüße: Der Irrtum währte nicht lange. Ein Fremder padte fie giei am Halse und warf fie au Boden, perfette ihr Faustschläge ins Gesicht und schlug sie auch mit dem Kopf gegen den Ofen, jo daß fie aus und und Nase blutete. Die träftige Frau setzte sich aber zur Wehr. Auf ihre Silferufe ellten der Kutscher und das Hausmädchen herbei, und jeßt sprang der Verbrecher zu einem Fenfier hinaus und entam. Wie die herbeigerufene Kriminalpolizei feft stellte, war der Verbrecher durch dieses offenstehende Fenster auch eingestiegen. Den hund, der in der Wohnung gehalten wird, hatte et an den Beinen gefeifelt und ins Bett gelegt. Die Ermittelungen der Kriminalpolizei ließen bald den Neffen der Ueberfallenen, einen 20 Jahre alten Mechaniker Georg Dobrin, als der Tat dringend verdächtig erscheinen. Er wurde in der Woh nung seiner Eltern verhaftet und ist in vollem Umfange geständig. Als Grund für die Tat gibt er an, daß er schon drei Jahre ohne Arbeit sei. Durch den lleberfall hoffte er in den Besitz der nötigen Geldmittel tommen zu können, um dann im Auslande sein Glüd zu versuchen. Der Judengang" ein Feuerwehrteg. Bor einiger Zeit haben wir von dem sogenannten„ Judengang" in der Meyer Straße berichtet, haben darauf hingewiesen, wie merkwürdig die ganze Anlage und wie unverständlich die Entstehung diefer Passage sei und haben ferner geschildert, welch Schutt und Schmuß in dem Jubengang" angehäuft ift. Jeht werden wir von fachverständiger Seite darauf aufmerfiam gemacht, daß der„ Juden. gang" ein Feuerwehrweg ist, das heißt, daß seinerzeit auf Anordnung der Polizei dieser Streifen nicht bebaut werden durfte, damit bie Feuerwehr bei einem Brand besser und leichter an die lang fich hinftredenden Quergebäude heranfönne. Solcher Feuerwehrwege gabe es, so wird uns versichert, mehrere in Berlin, der in der Meßer Straße ist nach einem großen Brand geschaffen worden, der in den fiebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wütete, mehrere Häuser in Schutt und Asche legte und es der Feuerwehr unmöglich machte. bie wie breite und lange Schläuche anmutender Quergebäude zu retten. Der Name Judengang" ist im Bolfsmund entstanden, weil fich ganz in der Nähe ein jüdischer Friedhof befindet Diese Erklärung in Ehren, doch muß gesagt werden daß so. genannte Feuerwehrwege heute bei der technisch so hoch verboll. Pommneten Ausstattung der Feuerwehr gegenüber früheren Zeiten unnötig sind. Die Hilfsmittel, die die Feuerwehr heute hat, machen es ihr möglich, an die durch die Flammen gefährdeten Gebäude heranzukommen, ohne daß man ihr eine besondere Passage offen läßt. Der Feuerwehrweg in der Mezzer Straße, aber zumal tann diesen 3med aus dem Grund heute nicht erfüllen, weil er in seinem hinteren Teil durch einen hohen Holzzaun versperrt wird. Diesen Baun hat anscheinend der Besizer des Hauses aufrichten lassen, damit der Schmutz, der vorn im Judengang" aufgehäuft ist, nicht auch auf sein Grundstück getragen wird, und ferner foll gewiß durch den Zaun verhindert werden, daß sich allerhand lichtscheues Gesindel bis in die heute Sonnabend, den 31. Januar, abends 71%, Uhr, im Plenariaal des preußisch. Staatsrats, Leipziger Str. 3: 1. Schule und Republik. Redner: Konrad Haenisch, Staatsminister a. D., M. b. 2. 2. Das Konkordat und seine Gefahren. Redner: Alwin Saenger- München, Staatssekretär a. D., M. d. R. Bolfsgenossen! Cehrer und Elternbeiräte! Bäter und Müffer! Erscheint in Maffen! Kein Freund einer freiheitlichen Schulentwicklung dari fehlen! Arbeitsgemeinschaft sozialdemokr. Lehrer n. Schrerinnen Berlins Tragischer Tod zweier Geschwister. Kohlenorydgas- oder Leuchigasvergiftung? Ein neuer schwerer Schicksalsschlag hat die Familie des Uni verfitätsprofeffors Wechseler in der Teutoniastraße 6 zu Nitolas fee getroffen. Vor einiger Zeit wurde, wie damals berichtet, der älteste Sohn in der Nacht auf dem Heimwege von einem Auto überfahren und getötet. Nunmehr sind ihm auch durch einen Unglücksfall die Tochter und ein fleiner Sohn geraubt worden. Als Profeffor Wedyfeler und seine Gattin am Donnerstagabend um 11 Uhr von einem Ausgange heimfehrten, permißten sie die und den 10 Jahre alten Sohn Hein 3. Sie suchten die Woh beiden anderen Rinder, die 19 Jahre alte Tochter Helga mung ab, und die Mutter fand beide Kinder in der Babestube tot auf. Die Tochter lag im Badewasser in der Banne, der Sohn in seiner Kleidung vor dem Babeofen. Beide waren vermutlich an Roblenoryogas ersticht. Es ist anzu nehmen, daß der Sohn in die Badestube hineingegangen ist, um nach seiner Schwester zu leben, weil sie ihm zu lange blieb. Er muß fofort von dem Gas betäubt und erstickt sein. Aerztliche Hilfe fonnte die Berunglückten nicht mehr retten. Die Polizei ist zur Stunde noch damit beschäftigt festzustellen, ob es sich um eine Rahlenoryd wurde festgestellt, daß der mit der Reparatur des Gasbadeofens begas. oder eine Leuchtgasvergiftung handelt. Bisher auftragte Installateur das Abzugrohr für die beim VerbrenOfen entfernt und in seine Werkstatt mitgenommen hat, wobei er nungsprozeß entstehenden Kohlenoxydgafe zur Instandsetzung vom Dieles Rohr anstandslos benugt werden könne. ausdrüdlich erklärte, daß der Ofen auch ohne Infolgedeffen fanden, als am Abend des Unglücstages für die älteste Tochter das Bad bereitet wurde, die sich bildenden Kohlenorndgafe teinen Abzug, fammelten sich zunächst an der Decke des Badezimmers und fenften sich dann, als das junge Mädchen sich bereits in der Badewanne befand, auf den Boden des Baderaums herab. Bei der Gefährlichkeit dieser nicht wahrnehmbaren Base ge nügten dann wenige Sefunden des Einatmens, um den Tod des Fräulein Wechseler sowie später deren jüngeren Bruders herbeizuführen. Hätte es sich um das Ausströmen größerer Leuchtgasmengen aus dem Badeofen aehandelt, dann hätten die Gefchmister den unvermeidlichen starten Gasgeruch unter allen Umständen wahr. nehmen müssen und sich in Sicherheit bringen fönnen. Zum Brandstifter geworden. Weil er Schnaps und Spiritus getrunken hatte. Einer gewissen Tragit entbehrt nicht das Schicksal des Möbel. polierers Otto Scheer, der vom Schwurgericht III megen Brand, stiftung zu Zuchthausstrafe verurteilt wurde. Nicht unbeachtet sollte bei diesem Fall bleiben, daß der Angeklagte an und für sich betrunken war, daß er in der Trunkenheit auch noch Brennspiritus trant, sich also in einem Zustand befunden haben muß, der in der Tat jede Besinnung und leberzeugung ausschließen mußte, und daß das Schwurgericht trotzdem zu einer Verurteilung wegen vorfäß licher, d. h. mit Bewußtsein ausgeführter Brandstiftung fam, eine Deduktion, die in diesem Falle taum haltbar sein dürfte. Scheer war ein unbescholtener Mann und fleißiger Arbeiter. Sett 6 Jahren lebte er mit einer Witwe Wollweber in der Prenzlauer Promenade zusammen. In den ersten Jahren war das Zusammenleben ein durchaus harmonisches und Scheet hatte für die Witwe und deren eheliche Kinder redlich gesorgt. Im lezten Jahr traten dann Mishelligkeiten auf und Scheer ergab fich dem Trunt, so daß das Verhältnis sich immer mehr hübte und Frau Wollweber schließlich, um der Sache ein Ende zu machen, ihn aus der Wohnung verwies und auch polizeilich abmeldete. Echeer war einige Belt weggeblieben, tam aber am 14. November zurück. Er war start angetrunken und begehrte stürmisch Einlaß. Die Frau öffnete ihm schließlich auf fein Drängen, gab ihm jedoch zu verstehen, daß von seinem Bleiben bei ihr forthin feine Rede sein tönne. Nun bat Scheer, doch wenigstens noch ein mal in seinem eigenen Bett seinen Rausch ausschlafen zu dürfen. Das wurde ihm auch gestattet. Da Frau Wollweber aber mit ihrer Tochter weggehen wollte, schloß sie die Wohnung ab. Als Scheer Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 31. Januar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: nossenen Brennfpiritus im Zustand der Bewuß! lojigteit verübt worden sein. Das Schwurgericht nahm troy diefer zweifellos außerordentlich beachtenswerten Ausführungen vorsägliche Brandstiftung an, erfannte jedoch auf die geringste zuläffige Strafe von 1 Jahr Buchthaus unter Anrechnung von 2½ Monaten Untersuchungshaft. Von der Aberkennung der Ehrenrechte sah das Gericht ab. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an. Der Tanz der Milchpreise. eine erneute Steigerung des Vollmilchpreises. Die neuen Preise beDie feit einigen Tagen wieder anziehenden Butterpreise bedingen tragen ab Sonnabend, den 31. Januar 1925, für einen Liter Vollmild ab Laben des Kleinhändlers 30 Bf., ein Liter Vollmilch ab Berliner Kuhstall 33 Bf. Der Preis für Magermilch wird auf 8 Pf. herabgesetzt. Es scheint doch nun aber hoch an der Zeit zu sein, daß endlich ein Modus gefunden wird, der die Milchpreise wenigstens zeitweise stabilisiert, damit nicht jede fleine Preisschwankung am Buttermartt nicht sofort auf die Milchpreise übergeleitet wird. Die Milchpreise haben in den letzten Wochen wie fein anderes Lebensmittel einen richtigen Tanz aufgeführt, der die Hausfrauen vollkommen verwirrt. Das Bolfsbildungsamt Prenzlauer Berg seranstaltet am Sonntag, ben 1. Februar b R., im Saalbau Friedrichshain, Amt Friedrichshain 16/23, ein Winterfest. Mitwilende: Erste Solotänzerinnen, Solotänzer und die Kindertanzgruppe der Staatsoper fowle nambafte Stünstler. Seinstierie Leitung: Dr. Ernil oft von der Staatsoper. Nach dem Konzert eft ball. Beginn nach m. 5 Uhr. Karten a 1,25 M. einschließlich Tanz sind noch an der Abendkasse zu haben. Wohnungsschiebungen in Frankfurt a. M. Auf Beranlassung der Staatsanwaltschaft wurden gestern ber Direktor des Städtischen Wohnungsamtes in Frankfurt am Main, Greffer, der Beamte Könen und der Schwiegerjohn des Direk. tors Greffei, Bantbeamter Hosch, der Architekt Willi uz und der Häufermafler Martin Ledigard festgenommen. Die genannten Bersonen stehen im dringenden Verdacht, sich durch planmäßige Wohnungsschiebungen und Bestechungen erhebliche Bermögensvorteile verschafft zu haben. Ferner werden fie des Meineides und der Berleitung zum Meineide bezichtigt. Die Berhaffung des Kriminalradhtmeisters Rouvel vom BoliAufsehen. Rouvel wurde unter dem dringenden Berdacht verhaftet, zeipräsidium in Leipzig, die foeben erfolgt ist, erregt beträchtliches Beitsfeld D- 3üge waren, gemeinsame Sache gemacht und von mit internationalen Taschendieben, deren Haupttätigben Taschendieben erhebliche Schmiergelder von ihrer Beute erhalten zu hoben. Schon feit längerer Zeit hat er sich, dem als Spezialität die Bekämpfung der internationalen Taschendiebe übertragen worden war, durch besonders elegantes Auftreten und auch größere Geldausgaben verbächtig gemacht. Nach längerer Beobachtung und Busammentragung schwer belastenden Materials fonnte zu seiner Berhaftung geschritten werden. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. hof. Eefdeinen fämtlicher Rameraden Pflicht. marsch nach Roffen. 1 Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Gefchäftsftelse Berlin& 14. Gebaftianftr. 37/38 Sof 2 Tt. Kamerabschaft Charlottenburg. Gonnbag, ben 1. Februar, mittops 12 Uhr, treffen sich die Kameraden im Wilhelmshof, Berliner, gang Spreestraße, zum Abmarsch nach dem Potsdamer Bahnhof für die republibanifche Rundgebung in Roffen. Nachzügler treffen fich am Potsdamer BahnKameradschaft Friedrichshain. Sonntag den 1. februar, vormittags 9 Uhr, Treffen aller Ramevaden im Bereinhaus Fruchtfit. 36. Ramerabschaft Arenzberg. Sonntag, den 1. Februar, mittags 12% Uhr, Treffen aur Fahrt Gneifenau, Ede Belle- Alliance- Straße. Kamerabschaft Witte. Gonntag, den 1. Februar, Dormittags 10 bis 12 Uhr, führerbefprechung in 89. Um 12 Uhr Antreten der Rameradschaft zum Aus Ramerabschaft Neukölln- Brig. Gonntag, den 1. februar, Fahrt nach Roffen. Treffpunkt: Rua 1 und 2 um 12% Uhr Bahnhof KaiferFriedrich- Straße, Rug 4 und Jungmannschaft um 12% Uhr Ringbahnhof Neutölln, Rug 3 um 12 Uhr im Lotai Rukki, Leine, Ede Hermannstraße. Ramerabidaft Steglis. Gonntag, den 1. Februar, mittags 14 Uhr, Antreten zur Fahrt nach Roffen am Bahnhof Mariendorf. Abfahrt ab Mariendorf 1.43 Uhr. Bollzählige Beteiligung ist Vflicht. Kamerabschaft Webbing. Gonn tag, den 1. februar, mittags 1% Uhr, Treffpunkt der Stameradschaft am Pots damer Vorortbahnhof. Starte Beteiligung notwendig. Nachzügler tönnen 1.38 und 2.08 Uhr fahten Die Kameraben haben am Sonntag, den 1. FeBeranstaltungen teilzunehmen. bruar, aur an den von dru Kameradschaften und bem Gauvorstand angefehten Gauvorstand. Kamerabschaft Krenzberg, Unterbezirk Giboft. Sonnabend, den 31. Januar, findet im Gewerkschaftsfind hierau heralich eingelaben. Sonntag, den 1. Februar, Fahrt nach Zoffen. haus, abends 7% Uhr, ein Familienabend ftatt. Sämtliche Rameraden Abmarfa 11½ Uhr Roltbufer Sor. Stamerabschaft Tiergarten. Gonnabend, ben 31. Januar, abends 6% Uhr, Tunabend ber Jungmannschaft, um 8 Uhr bie älteren Rameraden in der Turnhalle Alt- Moabit. Stamerabschaft Lichten bera mit fämtlichen Untergruppen. Sonntag, ben 1. Februar, vormit.ags 11 Uhr, Besprechung. Ramerabfaft Mitte, Gonntag, den 1. februar, vormittags 11 Uhr, trifft fich der Radfahrerzug in 89 zum Ausmarsch nach Roffen. 94 hr. fritt die stameradschaft unter Führung eines Tambourforps an der Kamerabschaft Niederschöneweibe. Sonntag, den 1. Februar, vormittags Wiener Brilde, Ede Lohmühlenstraße zum gemeinsamen Abmarfa durch den Es wird restlose Beteiligung verlangt. Die Kameradschaft Gröneberg. Rameraden treffen fich pünktlich am Sonntag, ben 1. februar, mittags 12% Uhr, am Bahnhof Eberstraße. Am Dienstag, den 3. Februar, abends 7 Uhr, Treffpunkt am Gintflutbrunnen, Südwesttorfo, Friedenau, zum Waldlauf. Ramerabschaft Kreuzberg, Jugendgruppe 1( Südwest). Versammlung am Montag, den 2 Februar, abends 7 Uhr, im Restaurant Schneekoppe, Noftia, Ede Arndtstraße. Jugendgruppe III um 8 Uhr Versammlung im Restaurant Biehler, Dieffenbachstr. 76. Kamerabiaft Wilmersdorf. Montag, den 2. Februar, abends 7 Uhr, bei Stroiß, Solfteinische, Ede Gafleiner Straße, Vorstandssigung. Um 8 Uhr Befprechung des Vorftandes mit den Abteilungsführern, Rugführern und Gruppenführern. Erscheinen Pflicht. Rame raben, welche als Spielleute tätig fein wollen( auch nicht ausgebildete), find hierbei dem Borstand namhaft zu machen. Kamerabschaft Mitte. Die Kame vaben treten am Sonntag, den 1. Februar, nicht wie ursprünglich bestimmt um 12, fondern um 11% Uhr in 89 att. Kamerabschaft Charlottenburg. Dienstag, den 3. Februar, abends 7% Uhr, Turnabend in der Turnhalle ber Wiebeschule, Kaiserin- Augusta Allee, Eingang Neues Ufer. Anwesenheit jämt licher Kameraben Bhicht, ba bas Spiel mit dem Medisinball vorgeführt werden Toll.- Rasterable aft Rowawes. Dienstag, den 3, Februat, abends 8 Uhr. finbet im Eisenbahnhotel eine Mitgliederversammlung ftatt. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Eefd einen aller bglieder brin gend erforderlich. Kamerabfaft Brenzlauer Berg. Sonntag, ben 1. Februar, vormittags 111 Uhr, Treffen fämtlicher Kameraben am Prenzlauer Kamerabschaft Röpenid. Gonntag, den 1. februar, Treffen fämtlicher Rameraden vormittags it Uhr am Bahnhof Röpenid. Kamerabfdjaft Weißenfee mit fämtlichen Untergruppen. Sonnabend, den 31. Januar, abends 7 Uhr, Führerbesprechung, Berliner Allee 73. Gonntag, ben 1. februar, mittags 11% Uhr, Treffen sämtlicher Kameraben in Bannerfleibung am Bahnhof Weißenfee, Montca, ben 2. Februar, abends 7½ Uhr, Bollversammlung im Grünen Baum". Wichtige Tagesordnung betreffend Fahrt nach Magdeburg und Wahl der fehlenden Beifiker. Berwaltungsbezirkete Sämtliche verfügbaren Fahnen find mitzubringen. 4 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Sprachunterricht. Direktor Jul. Glück: Esperanto. 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik: Schubert- Geburtstagsfeier( Berliner Funkkapelle). 7-7.55 Uhr abends: Hans- BredowSchule.( Abteilung Hochschulkurse). 7 Uhr abends: Med.- Rat Dr. Stoermer: Aus dem Gebiet der gerichtlichen Medizin", 8. Vortrag." Vergiftungen". 7.85 Uhr abends: Prof. Dr. G. Leithäuser: Ueber die Empfangstechnik der drahtlosen Telegraphie und Telephonie". 1. Vortrag. Tot. Empfangsanlagen" 8.30 Uhr abends: Heiterer Abend. 1. a) Ein Traum, Walzer. C. Henze b) Serenade aus„ Une million d'arlequin", R. Drigo. c) Con Grazia, Marsch Lautenorchester E. V. und Mandolinenklub Sonate, gegr. 1907, nach italienischen Motiven, C. Henzo( Berliner Mandolinen- und Dirigent: O. Henke). 2. a) Des Vaters Mahnung, Felix Josky, b) Psychiatrie, Humoreske, Roda Roda, c) Aus dem Tagebuch eines glücklich Verheirateten, C. Ettlinger, d) Meiers Stiefel, Humoreske, Freiherr v. Schlicht( Max Grünberg, Rezitation). 3. Bayerische und Tiroler Volksgesänge und Jodler: a) Der Pustertaler Jodler, b) Mondnacht, c) Leibjodler, d) Der Kuckuck Liesl und Franzl Gessinger, Gesang). 4. a) Der Handschuh, modernes Märchen, Eugen Heltai, b) Der Journalist. modernes Märchen, Eugen Heltai, c) Der zerstreute Professor, Anekdote, Eugen Heltai, d) Das Foulardkleid, Humoreske. Frhr. v. Schlicht ( Max Grünberg). 5. Bayerische und Tiroler Volksgesänge und Jodler: a) Bachsteinmarsch, b)' s Loisachtal, c) Mei Glück, d) G'stanzeln( Liesl und Franz Gessinger). 6. a) Pizzicatopolka, L. Delibes, b) Liebesgeflüster, Gavotte. C. Heins, o) Die alte Stadtwache, Marsch, L. Jessel( Berliner Mandolinen- und Lautenorchester E. V. und Mandolinenklub„ Sonate"). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik, A Gewerkschaft Deutscher Boffslehrer. Sonnabend. 31. Januar, 7% Uhr, wichtige Gigung im Stadthaus, Rioflerstraße, Rimmer 245. Berein der Freibenter für Feuerbestattung E. B., Gan Berlin. Kremmen. Sonnabend, den 31. Januar. abends 7 Uhr, in Kremmen. Gafthof Goldener Stern" Dammitraße, öffentlicher Filmvortrag in 4 Atten. Referent: Adolf Soffmann Berlin, Eintrittsgeld 50 Pfennig. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vorm. 11 Uhr, Pappelallee 15, Bortrag des Herrn Artur Crifpien: Die Arbeit." Harmonium: Bilgerchor ( Warner). Gäste willkommen. Bunb religiöser Sozialisten. Biffenfchaft Religion ober Mehrheit" alöfer Gozialisten, Neukölln, Sertaftr. 9( Gemeindefaal), am Montag, den lautet das Thema über das Genoffe Dr. med. Bahrmann im Bunde reli2. Februar, abends 7½ Uhr, bei freiem Eintritt fprechen wird. Bereinigung der Freunde von Religion und Böllerfrieden. Genosse Pfarrer Bieter spricht in der Trinitatistirche, Charlottenburg( Rarl- Auguft- Blak), Sonntag, 1. februar, vorm. 10 Uhr: 3ft bas Wumber bes Glaubens liebites Rind?" Freitag, den 6. Februar, abends 8 Uhr, fpricht Genoffe Pfarrer Lic. Dr. Piechowski in der Aula der 13. Gemeindeschule, Charlottenburg, Bestaloasistr. 40, über das Thema: Die Ethit des Sozialismus." Sport. Generalversammlung des Deutschen Rennfahrerverbandes. Der Deutsche Rennfahrerverband hält am Dienstag, den 3. Februar, vormittags 11 Uhr, im Hotel Nord- West, Turmstr. 7, feine diesjährige Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen die üblichen Berichte und Neuwahl des Bor. standes. Außerdem wird sich die Tagung mit den abgeänder ten Wettfahrbestimmungen und mit der Frage der zu Theater, Lichtspiele usw. laffung zum Start französischer und belgischer Fahrer auf deutschen Bahnen beschäftigen. Arbeitersport. Der Deutsche Arbeiterschachbund hat fich zur Aufgabe gemacht, allen feinen Mitmenschen in Krantenhäusern, Sell- und Fürsorgeanstalten, Straf- und Untersuchungsanftalten eine Freude zu bereiten. Zu diesem Swed hat er ein schönes Pappschachspiel mit Anleitung zum Selbsterlernen anfertigen laffen. Gegen Einsendung von 15 Bf. wird bas Spiel jebem zugesandt. Bersand: Ruteisti, GD., 26, Adalbertstr. 72. Lessing- Theater Kammer- 6per Deutsch. Künstlertbeat. Zum letzten Male 8 Professor U. Bernhardi Lützowstr. 112. an der Flottwellstraße Täglich& Uhr: Staats- Theater Residenz- Th.. Artur Schnitzler Wohl zu ruhen, Opernhaus 8 Uhr. 72 Uhr TOSCA Heute letzte Opernhaus Vorstellung: am Königsplatz 7U Fledermaus Schauspielhaus Gisela Werbezirk Bonn, Klein- Rhodes, Becker, Chandon, Bar, er, Schröder- Schrom Kleines Th. Heute 8 Uhr: 72 Charleys Tante in: Rosa Altschul Leopoldine Konstantin Schiller Theater 71/2 Der Widerspenstigen Zähmung Volksbühne 7 Uhr zum 1 Male Wer weint Thalia- Th. in Ab Sonntag, 1. Febr. BANCO Tägl. 8 Uhr: Sonntag nachm.4 U. Herr Nachbar! Kom. Op. v. Poise Das kluge Felleisen Karten 5, 4, 3, 2 M. von Wend and inkl. Garderobe und Progr. Tä lich 8 Uhr ,, Riquette Lustspielhaus 8 Uhr Guido Thielscher 0. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbauerdamm 8 Uhr: Die vertauschte Fran Wallner- Theat. 8 Uhr: Casino- Theater Pelleas und Melisande Lothrin er Str. 37 Tägl. 8 Uhr Der neue Schlager Das Dreimäderlhaus Hänsel u.Gretel Graf Koks um Juckenack Haller- Revue Deutsch. Theater 72 Uhr Die heilige Johanna Stg. nachm 21 Uhr Alt- Heidelberg Kammerspiele 8 Unt. Der Lampenschirm 1925 Th. i. Admiralspalast 25. Woche Allabendl. 8, Uhr Die größte Posse in 3 Aufzügen Gänzl neu f. Berlin! Trianon- Th. Volkstüml. Preise Tägl. Erika WINTBRIEN NovitätenSpielplan! Sonntags 3½ Uhi halbe Preise Tag 8 Uhr: Circus Rauchen gestartet Glässner Busch Revue d. Welt: in 17: VorletzterTag Quo vadis? Str. Lampener„ Noch und Hoch" Mary Löwen 50 nacum. 3 Uhr Frühlings Erwachen Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 71 Uhr: Sechs Personen suchen einen Autor Stg nachm 3 Uhr. Die deutschen Kleinstädter Theater i. d. Königgrätzer Str. Sonntag nachm. 31 Uhr: 50 Looping the Loop Die ganze Rose- Theater Morven Sonntag Vorstellung zu halben Preisen! 2. Rang 1 Maik Central Theater 7½ Uhr: Die 7 Uhr: Premiere Versunk. Glocke Das Tierchen Komödienhaus 8 Uhr: Die Cousine a.Warschau Deuts Opernhaus 7U. Margarethe Intimes Theater Berliner Theater 8 Katzi/ Abenteuer 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessat nach dem Tode etc. Metropol- Theater Tägl. 7%, Uhr: SCALA Grajin Mariza Tägl. 8 Unr: VarietéREVUE mit Winstons Neues Th. am Zoo Täglich 734 Uhr Wild- West- Mädel Tauch- Th. in Kommand. Str. Täglich 8 Uhr: Sensation Die Frau ohne Kuß Sonntags 3.00 zu halben Preis, das vol'e Programm! 8 Ihr mit Molly Wessely Fritz Spla Sonntag 32 Uhr: Raubi Sabinerinnen 3 U.: Aschenbrödel 2 × 3+ 7% 0. 78: Wilhelm Tell SCHUTZ MARKE Guittungs Rabatt Reklamemarken teri: if 45 Jahre als Spezialitat Conrad Müller Shkenditz texpzig Ein gewaltiger Erfolg Lachsalven Atemberaubende Sensationen Bilder von noch nie gesehener Schönheit Ein Film, den jeder sehen muß Bel asthmatischen Beschwerden Beklemmung, Kurzatmigkeit unter welchen die Asthmatiker sehr zu leiden haben, werden die weltbekannten AstmolAsthmacigaretten mit großem Erfolg angewendet, es tritt sofortige Linderung ein. Die Cigaretten werden wie jede andere Cigarette geraucht. Sehr angenehm im Gebrauch. Preis Schachtel Mk. 2.50,%, Schachtel Mk. 1.30 s haben in Apotheken und Drogerien Galenas Chem. Industrie, G. m. b. H., Frankfurt a. M. 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Nach unserer Auffassung haben Gie teine Ansprüche mehr gegen den Schuldner. Unser verehrter Chef, Herr Adoli Goldberg ist verschieden. Wir Arbeiter konnten ihn nur lieben, Weil er sich als Mensch nur stets gezeigt, Wünschen wir, die Erde sei ihm leicht. Wir werden den Verstorbenen nie vergessen und sein Andenken in Ehren bewahren. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Felix Lande. Metallbetten Danksagung. Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Privzelnen au banten für bie Teilnahme, anDa es mir nicht möglich ist, jebem einKat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür fäßlich des Dahinscheibens meines lieben DER A FILM KAMPF UM DIE SCHOLLE Frel nach Fritz Reuters ,, Ut mine Stromtid" Regie: Erich Waschneck UFA PALAST AM ZOO 8 Ubr Wochentags: 7 und 9 Uhr Vorverkauf 11-1 Uhr Sonntags: 5, 7, 9 Uhr Mannes, unferes Baters, Schwiegervaters, Großvaters, Brucers, Schwagers und Ontels Karl Bliẞ 86/5 fage tch auf diesem Wege meinen herg lichsten Dant, insbesondere den Kollegen, dem Friedrich- Hegar- Chor, der SPD. und ben Herren vom Bezirksamt Treptow. Cuife Blig geb. Mrosan und Kinder. Trotz Teilzahlung geringfter An- und Abzahlung Einige Beispiele: Herr. Anzüge Erfat ille Maß 78, 65, 36 Winter Paletots 41 elegante Form 75, 62, 55 Damenmäntel in verfch, Ausführa. 16, 45 24 Bet Barzahlung 10% Rabatt. Bei Zahlg innerh. 2 Mon. 5% Rab. 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Vor Eintritt in die Tagesordnung erhält Abg. Herold( 3.) das Wort zu einer Erklärung. Er stellt fest, daß er bei der zweiten amtlichen Abstimmung am 23. Januar ge= fehlt habe. Zu seinem Bedauern habe er diesen Zeitpunkt der Abstimmung verfäumt. Es wäre seine Absicht und sein Wille gewesen, sich an den vier ersten Abstimmungen zu beteiligen und mit ein zu timmen.( Beifall in der Mitte.) Er habe den dringenden Wunsch, daß diejenigen Zeitungen, die auf das Fehlen des Abg. Herold hingewiefen haben, feine heutige Erklärung zur Kenntnis nehmen möchten. Abg. Höpler- Aschoff( Dem.) beantragt, den Antrag feiner Fraktion, die Vorgänge bei der Landespfandbriefanstalt betreffend, dem Untersuchungsausschuß zu überweifen. Auf Antrag der Sozialdemokraten wird beschlossen, daß diese Angelegenheit in einem besonderen Ausschuß behandelt werden soll. Abg. Died( Komm.) beantragt, nunmehr zunächst die Amnestie. debatte fortzusehen. Da gegen diesen Antrag Widerspruch erhoben wird, fann er nicht auf die Tagesordnung gefegt werden. Die Kommunisten erheben darauf wilden Lärm und rufen: Was ist das für ein Schuft, der Einspruch erhebt? Heraus mit dem Barmat- Schieber!( Großer anhaltender Lärm.) Der Kommunist Sobottta bringt darauf einen neuen Antrag ein, in dem erflärt wird, daß die überwiegende Mehrzahl der Mitglieder dieses Landtages offene und geheime Agenten des Schwertapitals seien.( Große Heiterfeit bei den anderen Par. teien. Es entsteht ein großer Tumult, da der Redner eine ellenlange Erklärung verliest und der Präsident vergebens versucht, ihn daran zu hindern. Die Kommunisten begleiten die Ausführungen ihres Frattionsgenoffen mit lebhaften Beifallsrufen.) Der Redner fordert schließlich unter allgemeiner großer Unruhe Auflösung des Landtags.( Es entsteht minutenlanger Lärm.) Die Kommunisten stoßen Beifallsrufe aus, worauf bie anderen Parteien mit Schlußrufen antworten. Der Bräsident entzieht schließlich dem Redner das Wort, der aber seine Ausführungen trotzdem zu Ende führt.) Gegen den Antrag wird wiederum Einspruch erhoben, so daß Kommunistische Kindereien. Der weitere Arbeitsplan des Korruptionsausschusses. Der Untersuchung ausschuß stellte in seiner geftrigen rein for. malen Sigung die Beweisanträge auf und einigte sich über das zufünftige Arbeitsprogramm. Zunächst wurde ein Antrag Brunt( Dnat.) angenommen, ben Ministerialdirektor Köpte vom Auswärtigen Amt fomie diejenigen Beamten des Auswärtigen Aintes zu laden, durch deren Hände alles Aftenmaterial bezüglich Barmats insbesondere die von 1919, in den lezten Wochen gegangen ist. Die Atten selbst sind dem Ausschuß vorzulegen. Auch ein Annag Dr. Deerberg( Dnat.) wird angenommen, der Beweiserhebung darüber wünscht, wer sich dafür eingesezt habe, daß die Parterreräume des Hauses Unter den Linden 74 an die zu Barmat gehörenden Berlin- Burger Eisenwerke vermietet wurden, ohne daß vorher eine Ausschreibung erfolgt wäre und gegen den Widerspruch des Finanzministers. Abg. Stoli( Komm.) beantragt, bei der Merfur- Bant, der Bremer Privat- Bank und Altenburger Sparbant Kontoauszüge ein zufordern der Abgg. Bauer, Heilmann, Kuttner, Bels, 2üdemann und des Polizeipräsidenten Richter. Abg. v. Waldthausen( Dnat.) hält es für ausgeschlossen, daß irgendeine Bant solche Kontoauszüge herausgeben tönnte, wenn sie nicht vom Richter dazu gezwungen werde. Borf. Dr. Leidig hält den Antrag gleichfalls für sehr bedenklich. Man könnte schließlich von allen Abgeordneten Kontoauszüge ein. fordern. Mindestens müßten die Antragsteller bestimmte Tat. fachen anführen, die sie dadurch beweisen wollen. Abg. Kuttner( Soz.) erklärt, er werde den Kommunistenantrag unterstügen, tönne aber jetzt schon erklären, daß er bei fel. ner Bank des Barmat- Konzerns ein Konto befize. Abg. Dr. Kaufhold( Dnat.) hält den Antrag für überflüssig. do bei der Bernehmung Barmats die Frage der Konten geflärt werden fönnte. Abg. Stolt( Komm.) will feinen Antrag nicht zurückziehen und sagt zur Begründung: Der Polizeipräsident Richter hat zwar er klärt, daß er fein Konto bei der Merkur- Bant oder einer anderen Barmat Bank habe, mußte aber dann zugeben, daß er ein Dar. fehen der Merkur- Bant erhalten und zurückgezahlt habe. Da die Angelegenheit also nicht geflärt ift, möchten wir Kontoauszüge der betr. Bant sehen. In der Bresse find ferner Angriffe gegen den fozialistischen Abgeordneten Heilmann erhoben worden. Heilmann jei Inhaber oder tätig gewesen im Soz. Parlamentsdienst und an den PP N. beteiligt gewesen, habe diese Tätigkeit aber auf gegeben, um als eine Art Synditus in den Barmt- Konzern einzutreten. Wir möchten wissen, in welcher Weise sich dieser Wechsel materiell auswirkte. Ferner hat der Abg. Bauer auf die Fragen verschiedener Ausschußmitglieder nicht ausreichend geantwortet, ob Die Opposition zersplittert. er ebenfalls nicht verhandelt werden fann, worauf die Rommunisten wieder mit lebhaften Pfuirufen antworten. Man kommt dann endlich nach halbstündiger Geschäfts ordnungsdebatte zur Tagesordnung, nämlich zur Wahl des Ministerpräsidenten. Nach der Verfassung soll die Wahl ohne Aussprae statt. finden. Der Kommunist Dörr hält es für notwendig, daß eine Aus. nahme gemacht wird, und daß die Kandidaten ihr Programm entwickeln.( Heiterkeit.) Der Antrag wird als verfassungswidrig nicht zur Abstimmung gestellt. präsidenten ein, die durch Stimmzettel erfolgt. Das Haus trat dann um 43 Uhr in die Wahl des Minister. Die Sozialdemokraten, das Zentrum, die Demokraten wollen für partei, die Nationalsozialisten und die Wirtschaftliche Vereinigung Braun( S03.) ftiminen, die Deutschnationalen, die Deutsche Bolts haben sich auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt, über dessen Person aber bis zum legten Augenblid Stillschweigen bewahrt wird. Während der Abstimmung wird befannt, daß der Kandidat ber für ped. Sonnabend, 31. Januar 1925 eines Teiles der Aftien der Margarinefabrit Dema in Haselhorst aus dem Besiz des Reiches an den Barmat- Konzern vollzogen und in welcher Höhe der Barmat- Konzern Attien der Dema erworben hat. Abg. Nuschke( Dem.) verweist darauf, nach den bisherigen Festftellungen sei erwiesen, daß mindestens 75 Pro3. der Margarinefabrit Dema sich im Reichsbesig befinden. Der Antrag Labendorff sei also wedlos. Rach weiterer Debatte wird der Antrag Ladendorff ab. gelehnt. bant,& chröder, zu fragen, ob er bestätigen fönne, daß ihm be Abg Bartels( Komm.) beantragt, den Präsidenten der Staatsreits im November 1924, fünf Wochen vor der Aufdeckung der Stor ruption, die betrügerijchen Manipulationen des Kutister und Bar mat- Konzerns befannt waren und daß er schon damals erklärt habe, daß für die Deffentlichkeit aller Grund zur schärfsten Kritik ge geben fel. Frage dem Präsidenten der Staatsbant persönlich vorgelegt Der Abg. Bartels ist damit einverstanden, daß diejer Antrag als werde. Abg. Dr. Waentig( S08.) führt Befchwerde über die Be. titerstatter ber Tagespresse über die bisherigen Aus. Bericht durchaus verschieben wiedergegeben, es müsse oer( dußverhandlungen. In den verschiedenen Parteiorganen sei der hindert werden, daß lägenhafte Berichte gegen die Abgeordneten später ausgenügt werden. Es fel darum notwendig, ein amtliches Protokoll zu veröffentlichen. Bon verschiedenen Rebnern werden die Schwierigkeiten einer Mit 14 gegen 12 Stimmen wirb befchloffen, bas Brotofpit noch den stenographischen Aufzeichnungen bruden zu lassen. Rechtsparteien Abg. v. Kries( Dnat.) ift. Die Kommunisten stimmen folchen Protokollierung erörtert. Um 3.45 Uhr verkündet unter allgemeiner großer Spannung Präsident Bartels das Ergebnis der Abstimmung. Es wurden abgegeben 441 Stimmen. Der Landtag ist also beschlußfähig. den 435 Stimmen beträgt die Mehrheit 218. Es erhielten Weiße Stimmzettel wurden fe ch s abgegeben. Von den übrigbleiben Braun( S03.) 221 Stimmen( lebhafter Beifall in der Mitte). Dr. v.& ties( Dnat.) 175 und Died( komm.) 39 Stimmen. Präsident Bartels erklärt, daß nach diesem Ergebnis Abg. Braun( Soz) zum Ministerpräsidenten gewählt ist.( Stürmischer Beifall in der Mitte.) Präsident Bartels stellt fest, daß damit die Tagesordnung er. ledigt ist. Er bittet, ihm die Festlegung des Termins und der Tages ordnung der nächsten Sigung zu überlassen, und zwar im Einver ständnis mit dem Aeltestenrat. Abg. Frau Krieger( Komm.) beantragt, sofort die Amnestiefrage zu behandeln. Abg. Dr. v. Campe( DBp.) ertlärt, på testens am 5. Fe. die Amtszeit des vorläufigen Landtagspräsidenten abläuft. bruar müsse die nächste Sigung stattfinden, weil an diesem Tage abzuhalten mit der Tagesordnung: Auflösung des Land. Abg. Pied( Komm.) beantragt, am Sonnabend eine Sigung tags. fident wird ermächtigt, den Tag der nächsten Sigung zu bestimmen. Die fommunistischen Anträge werben abgelehnt. Der BraSchluß 4 Uhr. Die fechs weißen Stimmzettel, die bei der Aoftimmung ab. gegeben wurden, rührten von den Deutsch Hannoveranern her. er irgendwelche Zahlungen von den Barmats erhalten hat. Wir möchten wissen, ob nicht bei der Bremer Privat- Bant irgendetwas für Herrn Bauer verbucht worden ist. Bezüglich des Abg. Wels ( Soz.), der den Barmats wichtige Dienste geleistet hat, möchten wir ebenfalls wissen, wie sich diese Dienste materiell ausgewirti haben. Den Abgg. els und Müller wird nachgesagt, fie hätten sich durch Beauftragte bei dem früheren englischen Premierminister Mac donald dafür verwandt, daß Barmat die Berbindung mit englijchen Wirtschaftstreifen befommt. Abg. Kuttner foll mit. arbeiter der holländischen Barmat Blätter sein und dem Abg. Heilmann hilfsitellung geleistet haben. heit Uebergang zur Tagesordnung über die tommu Auf Antrag des Abg. Dr. Schwering( 3tr.) beschließt die Mehr nistischen Anträge. Abg. Stolt( Komm.) beantragt die Borlegung der Berfonalatten des Polizeipräsidenten Richter und eine nähere Nachprüfung feiner unterbrochenen Amerika- Reise. Die Redner aller übrig. Parteien wenden fich gegen diefe Anträge. Abg. Kuffner( S03.) beantragt, schleunigst den Abg. Heilmann als Zeugen zu vernehmen, damit endlich der Zustand aufhört, daß völlig aus der Luft gegriffene ganz unfinnige Beschuldigungen in der Form fommunistischer Beweisanträge unwidersprochen der Oeffentlichkeit übermiffelf werden. Abg. Stolt( Komm.) erläutert seinen Antrag dahin, er wolle aus den Personalatten feststellen, wie oft der Polizeipräsident Richter Urlaub zu Bergnügungsreifen genommen hat. Abg. Kuttner( Soz) betont, der Ausschuß habe nicht das Privat leben des Polizeipräsidenten, sondern feine amtliche Tätigteit zu prüfen. Die Antragsteller sollten endlich angeben, welche Amtshandlung des Polizeipräsidenten sie beanstanden. Jm Busammenhang damit tönne man dann erst auf die privaten Be ziehungen des Polizeipräsidenten zu Barmat eingehen. Die tommunistischen Anträge wurden gegen die Antragsteller abgelehnt. Abg. Bartels( Romm.) beantragt, zu untersuchen, ob und welche Beamten der Preußischen Staatsbant dieser von einer Berbaf tung Rutisters abgeraten und nach seiner Berhaftung fich für seine Freilassung eingesetzt haben. Dieser Antrag wird angenommen. Abg. Dr. Deerberg( Dnat.) erklärt, entgegen der gestrigen Aus fage des Abg. Bauer sei ihm mitgeteilt worden, daß Bauer doch von einer Bank des Barmat- Konzerns ein Darlehen von 263 000 art erhalten habe. Dr. Deerberg betont ausdrüdlich, er miffe nicht, ob das richtig sei, beantrage aber zur Klarstellung dieser An. gelegenheit die Bernehmung des Untersuchungsrichters darüber. Der Beweisantrag wird angenommen. Abg. Cadendorff( Wirtsch. Vgg.) beantragt Borlegung der Atten des Reichsschahministeriums, um zu prüfen, wie sich der Uebergang Nach 6 Uhr vertagt sich der Ausschuß auf Dienstag nach der ehemalige Bräsident der Staatsbant D. Dombois, Bolizeimittag 5 Uhr. In der nächsten Sigung sollen vernommen werden präsident Richter und Abg. Heilmann( Soz.) Eine Erklärung der Verteidiger. Bon den Rechtsanwälten Bahn, Davidjohn, Dr. Riee und Dr. S dh werfens werden wir um Aufnahme folgender r flätung gebeten: Die in den leßten Tagen in dem Untersuchungsausschuß des Breußischen Landtages barüber angestellten Erörterungen, wie bie Famille Barmat nach Deutschland gekommen fel, enthalten z einem erheblichen Teile offenbare 3rrtümer und Unrichtigtelten: 1. Julius Barmat ist bereits im Jahre 1907 als 18jähriger junger Mann aus Rußland nach den Niederlanden gefommen und hat sich dort zunächst als offiziell bereidigter Dolmetscher für die 1912 und 1913, war Julius Barmat mit ordnungsmäßigen Papieren russische Sprache niedergelaffen. Schon vor dem Kriege, im Jahre des öfteren nach Deutschland gereist. Im Jahre 1919 erhielt er, mittellieferungen nach Deutschland in die Wege geleitet hatte, vor nachdem er die in der Deffentlichteit mehrfach erwähnten Lebens. ber Deutschen Bastelle in Amsterdam ein Bifunt. Das erste Bisum erhielt er auf Empfehlung des Freiherrn tätig war. Die Deutsche Gesandtschaft war ihm gegenüber infolge o Malhahn, der seinerzeit bel der Deutschen Gesandtschaft im Haag feiner für Deutschland geleisteten Dienste ftets wohlwollend gesinnt. Das tönnen die Herren Brof. Brintmann, Dr. Müller. Henner, damals dort beschäftigt, und Herr Baron a Maigahn bestätigen. Letterer hat noch im Jahre 1923 als Staaisjetretär beim Auswärtigen Amt bei einer Anfrage über Jul Barmat über ihn die besten Referenzen erteilt. Lediglich im Anfang des Jahres an ber damals Graf v. Baffenheim beschäftigt war, aus politische 1917 bestand zwischen Jul. Barmat und der Baßftelle in Amsterdam, Gründen eine gewisse Spannung, die aber sehr schnell wieder be seitigt wurde. So hat die Deutsche Baßstelle und zwar derfelbe unbekannt waren und ein deutsches Bisum beantragt hatten, bei Graf D. Baffenheim über Perfonen, die ber Deutschen Paßftelle Barmat und feiner Familie Informationen eingeholt. Hierüber fann der damalige Chef der Paßstelle, Herr Bardiner, gehört werden. Im Jahre 1920 hat fogar das Deutsche Generaftonfulat in Amsterdam( Paßstelle), als Jul. Barmat nach der Schweiz reifte. für diesen eine Empfehlung an die Schweizer Grenz. behörden gegeben. 2. Was die Familienmitglieder des Jul. Barmat anbetrifft, fo find diefe, und insbesondere feine Eltern, 1920 aus politischen Gründen aus Rußland ausgewandert und in die Miederlande gezogen. Unwahr ist, daß bie Familie an der Uebergangsgrenze in Bentheim bevorzugt behandelt wurde. Die ganze Familie mußte, wie alle anderen Reifenden, sich einer genauen Baß. revision unterziehen. Bon einem Erlaß des Innenministeriums, wie er im Ausschuß des Preußischen Landtages zitiert wurde, mar an der Grenze absolut nichts befannt. Alle Familienmitglieder hatten ein ordnungsmäßiges deutsches Visum, das in Rumänien, von wo sie abgereift waren, ausgestellt war. Ebenso waren fie im Besize einer ord. nungsmäßigen holländischen Einreiseerlaubnis. Sie haben sich in Deutschland, wo sie lediglich durchreisten, nur wenige Tage aufgehalten. Aus der Partei. Die Totenfeler für Adolf Thiele. Halle a. d. S., 30. Januar.( Eigenter Drahtbericht.) Am Donnerstag nachmittag fand die Einäfcherung des ehemaligen Reichstagsabgeordneten Genossen Adolf Thiele statt. Die große Halle des Friedhofes hatte nicht Platz für die ptelen Teilnehmer, fo daß der feierliche Uft auf dem Blazz davor ftattfinden mußte. Trop. dem in dem fommunistischen Organ deffen Redakteur, Reichstags abgeordneter Kilian, in einem Nachruf" den Verstorbenen zu be ichimpfen wagte, hatten sich auch viele Kommunisten eingefunden, um dem verstorbenen Parteigenossen die lette Ehre zu erweisen. Nach Ansprachen eines Mitgliedes des Parteivorstandes und von Bertretern von Bartei- und Gewerkschaftsorganisationen des Bezirks Halle- Merseburg sowie feines früheren Reichstagswahltreises würde der Sarg mit den Gebeinen den Flammen, übergeben. GORN 24 12.50 Damenstiefel, moderne Form, Original Goodyear- Wel 12.50 Herrenstiefel, solide Ausführung. OriginalGoodyear- Wett 12.50 Lackhalbschuhe für Damen, rassige Form für Straße und Ball Schüffabriß New guin Lomead Tack 18 Verkaufsstellen TACK SCHUH & Cie A.G BurghM in allen Verkehrsgegenden Groß- Berlins Wirtschaft Antiblocks in Monopolindustrien. Der Machtkampf in der Kaliindustrie. Der seit der Borkriegszeit gesunkene Inland- und Welibedarf Der feit der Borkriegszeit gesunkene Inland- und Welibedarf in fast allen Industrien, der durch die gleichzeitige Uebersetzung mit Produktionsanlagen seit der Wiederherstellung normaler Währungsund Konkurrenzverhältnisse in Deutschland besonders fuhlbar ge worden ist, führt zunchmend zur Bildung von Antiblods der schwächeren gegen die Konzernblocks der fapitalstärkeren Firmen. In der Form der Interessengemeinschaft, die unter den heutige Verhältnissen zumeist eine vollständige Fusion ist, nur unter Aufrechterhaltung der formalrechtlichen Selbständigkeit, schließen mittlers Firmen ihre gegenseitige Konkurrenz aus und die Produktions- und Absazkroft ihrer Werke zusammen, um mit den älteren Konzernen ben Marktkanipf um die gefenfte Nachfrage aufzunehmen. Die Wirtschaftskrise, die mit der Sanierung der deutschen Wirtschaft einhergeht, fördert also zwar die Zusammenschlußtendenz und die Kapitalfonzentration außerordentlich, fie erschüttert aber auch gleichzeitig die Monopolstellung der starken durch die Züchtung von mittleren Außenseiterkonzernen, deren Konkurrenz die leicht tonser vativ und unrationell wirtschaftenden Monopollonzerne zu einer rationelleren Produktionsorganisation zwingt. Selbstverständlich sind Das an sich höchst natürliche und normale Borgänge im kapitalistischen System. Aber sie sind heute besonders interessant, weil sie zum Unterschied von ähnlichen Vorgängen in der Borkriegszeit, wo die verhältnismäßig leichten Krisen an der dauernden Steige. rung der Nachfrage nichts änderten, in eine Zeit starter Absazfenfung und gesteigerter Weltkonkurrenz fallen. Die Arbeiter fchaft hat ein besonderes Interesse an diesen Borgängen, weil die durch den Krieg unterbrochene Sentung des Weltmarftpreisniveaus seit den 80er Jahren trotz der heutigen Hochschutzollbewegung in fast allen Staaten daraus neue Antriebe gewinnen kann. Diese Bildung von Antiblocs tritt in Deutschland besonders hervor in der chemischen und in der Kaliindustrie. In der che mi fd; en Industrie ist die produktionstechnische Ueberlegenheit des Anilintonzerns für die Stidstoffgewinnung so groß, daß er mit seinen hohen Stickstoffgewinnen andere der Konkurrenz ausgesetzte Eigenprodukte zu wesentlich billigerem Preis auf den Markt geben kann. In dieser Form versucht der Anilinkonzern der Konfurrenz der besonders auf wertvolle Aufschließungsver. fahren der Braunkohle gestützten chemischen Industrie Herr zu werden. Das hat, wie schon gemeldet, zum Zusammenschluß zweier fehr leistungsfähiger, der mittleren Industrie angehörender Unternehmungsfomplere geführt, die bisher einander Konkurrenz machten: der Rhenania Verein chem. Fabriken, Köln, die in der Euperphosphatindustrie führend ist, und der Chemische Fabriten Aunheim u. Co. 2.-G. Grube Ilfe, die mit der Deutschen PetroleumRutgerswerke A.-G. durch einen Freundschaftsvertrag verbunden ist. Da die Chemie der jüngeren Kohlenverwertungsindustrie derjenigen des Anilinfonzerns auf manchen Gebieten überlegen ist, dürfte in der Rombination Rhenania- Runheim das Symptom einer neuen Entwidlung in der chemischen Industrie liegen, die zu verfolgen von hohem wirtschaftlichen Interesse ist. Aeußerlich ganz anderer Art, doch innerlich ganz gleichen Wesens ist der Machtkampf in der Kaliindustrie. Hier ist die Aufhebung des Naturmonopols Deutschlands und die Ueberfapualisation des Kalibergbaues zum Anlaß von schweren Machttämpfen geworden, die sich später zu Marttkämpfen ausbilden können und die nur vorläufig die Form des Kampfes gegen die Majorisierung des Kalisyndikats durch den Wintershall- Konzern angenommen haben, Gegen den Wintershall- Konzern, der durch schärfste Produktions vereinigung auf wenige Gruben das verlorene deutsche Natur monopol als produktionstechnisches Monopol wiederher ftellen will, was nur mit sehr hohen Kosten und durch Beherrschung des Kalijynditats geschehen fann, hat sich unter Führung des Salzdetfurter und des Burbach- Konzerns ein Antiblock gebildet. Dieser Antiblod war schon bei seiner Bildung quotenmäßig stärker als die Wintershall- Kombination. Er umfaßte ungefähr 52 Proz. des Kaliabfazes, wahrend auf dem Wintershall- Konzern und den mit ihm burch Interessengemeinschaft verbundenen Preußischen Fistus 38,6 und 5,9, zusammen 44,5 Broz. entfielen. Nun hat der Antiblod die Qucte ber Mansfeldschen Kalimerte mit 2,38 Proz. anges fauft und die Stillegung der Mansfeldschen Werte beschlossen. Damit verfügt der Antiblock im Kalikonzern über mehr als 54 Proz. und fann der Majorisierung des Kalisyndikats durch Wintershall noch beffer begegnen als bisher. Hinter diesem Machtkampf im Ralisyndikat steht natürlich soon der Marktkampf der Zukunft, den die mittleren Konzerne der Kali Parteinachrichten Industrie, die im übrigen dem Grundsatz der Produktionskonzentration auf wenige Gruben in ihren eigenen Konzernen durchaus Sympathisch gegenüberstehen, gegen den Wintershall- Konzern. führen werden, sobald die freie Raliwirtschaft hergestellt würde, an Der Abwehrkampf des Antiblods im Kalisyndikat hat der wiederum beide Gruppen das gleiche lebhafte Interesse haben. so zunächst nur den Zweck, dem Wintershall- Konzern für den späteren Konfurrenzfampf nicht von vornherein besondere Vorteile aus der Majorisierung des Syndikats zuwachsen zu lassen. Damit liegen für die Kaliindustrie, nur in viel deutlicheren und massiveren Formen, die Verhältnisse ganz ähnlich wie in der chemischen Industrie, und man darf gespannt sein, wie der Kampf um den Weltkaliobsah die Struktur der deutschen Kaliindustrie vei ändern wird. Steigende Großhandelspreise. handelsinderziffer des Statistischen Reichsamts ift gegen Die auf den Stichtag des 28. Januar: 1925 berechnete Groß= über dem Stande vom 21. Januar( 138.9) um 1,5 v. 5. auf 140,4 gestiegen. Höher fagen vor allem die Preise für Roggen; eizen, hafer, Kartoffeln. Butter, Schmalz: Fleisch, die meisten Nichteisenmetalle und Benzin. Gesunken sind die Preise für Gerste, Milch, Rindshäute, Kalbfelle, Treibriemenleder, die meisten Tertilrohstoffe, Baumwollgarn, Blei und Zint. Von den Hauptgruppen stiegen die Lebensmittel von 138,3 auf 140,9 oder uni 1,9 v. H.; während die Industriestoffe von 140,0 auf 139,6 oder um 0,3 v. 5. nachgaben. Der Lebenshaltungsinder taum verändert. Die Reichsinderziffer für die Lebenshaltungstosten( Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Beklei bung) für Mittwoch, den 28. Januar, ift gegenüber der Vorwoche ( 124,0) mit 124,4 nahezu unverändert geblieben. Ginsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin stets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Tres. rechts, au richten. Erweiterter Bezirksvoestand. ftraße 3. Heute abend 6 Uhr pünktlich Sigung im Jugendheim, LindenDie für Sonnabend, ben 31. Jannar, angefekte Ronferens der älteren Mitarbeiter der Sozialistischen Arbeiterjugend Groß- Berlin wird wegen der Kulturkundgebung der Partei auf Sonnabend, ben 14. Fe. bruar, verschoben. 7. Areis Charlottenburg. Die Juristische Sprechstunde fällt heute aus und findet erst nächsten Sonnabend statt. 12. und 13. Rreis. Die Parteigenoffen werden gebeten, sich recht zahlreich an dem Volksliederabend der Sozialistischen Arbeiterjugend heute abend 128 Uhr in der Oberrealschule,' Mariendorf, Kaiserstraße, zu beteiligen. Eintritt 30 Bf. Ratten an der Abendkasse. 15. Kreis. Abt. 101-107: Die Genoffen, die dem Reichsbanner angehören, treffen sich Sonntag früh 9½ Uhr zum Abmarsch in Treptow," Wiener Brücke, an der Lohmühlenstraße.. Heute, Sonnabend, den 31. Januar: 57. Abt. Charlottenburg. Die Bücherfreismitglieder geben ihre Rarten beim Gen. Sinze, Schlüterstr. 60, oder Gen. Klappstein, Pestalozzistr. 80, ab. Genoffen ohne Mitgliedstarte oder Neueintretende geben ebenda ihre Adreffen ab. Junasozialisten Mitte. Treffpunkt zur Kulturbewegung heute 6½ Uhr an der Normaluhr Hadescher Marit. Sonntag früh Treffpunkt zur Wanderung 6% Uhr Landsberger Blag, Stadtbahnbogen. Abfahrt 7 Uhr 25 Schlesischer Bahnhof nach Strausberg. Gruppe Norden. Treffpunkt zur Kulturfundgebung abends 6 Uhr am Bahnhof Gesundbrunnen, Eingang BadStraße. Morgen, Sonntag, den 1. Februar: 4. Abt. Die Frauen der Abteilung treffen fich spätestens um 22 Uhr bei Samara, Blankenfelder Str. 10, zur Gedächtnisfeier der Genossin Zieg auf dem Friedrichsfelder Friedhof. 8. Abt. Treffpunkt zur Dentsteinenthüllung der Genoffin Sieg nachm. 1 Uhr pünktlich Bahnhof Bülowstraße. 22. Abt. Die Genofsinnen treffen fich zur Denksteinenthüllung der Genoffin Riek nachm, 1½ Uhr am Bahnhof Wedding oder 2% Uhr am Friedhofseingang in Friedrichsfelde. 31. Abt. Frauengruppe. 1½ Uhr Abfahrt Schönhaufer Allee nach Friedrichs. felde. 36. Abt. Treffpunkt der Genoffinnen zur Denksteinenthüllung der Genoffin Rich 2 Uhr Endhaltestelle der Linie 69 E. Von dort gemeinsamer Abmarsch zur Gedenkfeier der Genoffin Rich. 44. u. 45. Abt. Treffpunkt der Genoffinnen zur Gedenkfeier der Genossin Rick nachmittags 1 Uhr pünktlich Mariannenplag am Feuerwehrdenkmal. 74. Abt. Rehlendorf. Vormittags 84 Uhr treffen fich die Mitalieder im Lotal Mende, Aur Sütte", Mad; nower Sir. 2, zur Borwärts" agitation. 101. Abt. Treptow. Die Genofsinnen und Genossen beteiligen fich an der Gcdenkfeier der Genoffin Luise Rich nachm. 3 Uhr auf dem Friedrichsfelder Kirchhof. 117. abt. Lichtenberg. Die Genoffen treffen sich nachmittags 24 Uhr bei Tempel, Gudrunstr. 7, zur Denksteinenthüllung der Genoffin Ries. Nachm. 2½ Uhr Treffpunkt am Zentralfriedhof in 120. Abt. Friedrichsfelde. Friedrichsfelde aur. Denksteinenthüllung der Genoffin Sieg. Ausdehnung der Deutschen Bant. Wie die Württemberger Bereinsbant, so wird jezt auch die Essener Kreditaustalt zur Filiale der Deutschen Bant. Allerdings erfolgt die Ausdehnung der Deutschen Bank auch hier nicht aus freier Wahl, denn auch die Großbanken haben auf absehbare Zeit genug mit sich selbst zu tun, sondern weil die Deutsche Bank drei Viertel der Essener Kreditbankaitien befigt. Stärker als die übrigen Banken mußte die Effener Kreditbank ihr Borkriegstapita! zusammenschreiben, nämlich auf noch nicht 14 Proz.. und mußte sofort durch Erhöhung ihres Kapitals von 14 auf 21 Millionen neue Mittel hereinzubekommen versuchen. Das ist ihr nicht gelungen, weil die Aktionäre sich in der Zeichnung zurüdhielten, so daß die Deutsche Bank als Hauptaktionär einspringen mußte, um das Unternehmen nicht zu gefährden. Die Deutsche Bank befand sich offenbar in dem Dilemma, ihre starke Beteiligung verkaufen und neben der schweren Beunruhigung der deutschen Kreditwirtschaft erhebliche Beriuste hinnehmen zu müssen, oder die Rhei nische Kreditanstalt zu übernehmen. Nach den vorliegenden Nachrichten scheint sie das letztere vorgezogen zu haben. Immerhin liegen in dem guten Ruf der Effener Kreditanſtalt( fie iſt 1872 gegründet) Lofundab und in der Moglichkeit, ihre 33 Niederlaffungen mit denen der Deutschen Bank zu vereinigen, günstige Chancen für die Eingliederung in den Geschäftstreis der Deutschen Bank. Einer der charakteristischen neueren Fälle der Bankentonzentration, die zwar nicht eigentlich dem Ausdehnungs- und Herrschaftsbedürfnis der Großbanken entspringen, aber der zunehmenden Herrschaft der Großbanken über den Kapitalmarkt doch dienen, obwohl sie im Gegensatz zu den Fällen der Borkriegszeit nicht aus der Fülle, sondern aus dem Mangel im Bantgeschäft geboren find. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Solt die Gewinne der WeihnachtsverHeute, Sonnabend, den 31. Januar: Berbebezirk Teltowkanal. Abends 7 Uhr in der Schulaula, Mariendorf, Kaiserstraße, Bolkslieder- Abend. Chorgefang. Boltstänze. Lebende Bilder. Festspiel: Das Bolkslied." Steglik 1: Treffpunkt zum Boltsliederabend 7 Uhr Bahnhof Südende. Steglik. II: Treffpunkt zum Bolksliederabend, 7 Uhr Bahnhof Steglig. Morgen, Sonntag, den 1. Februar: Südost R..B.: Besuch der Fachschule für Textil- und Bekleidungsindustrie, Schönhaufer Marfchauer Plak. Treffpunkt 9 Uhr vorm. Görlizer Bahnhof. Borstadt: Seimabend, Schönfließer Str. 7. Werbebezirk Kreuzberg. Seiterer Abend. Lieder zur Laute, aus dem Mittelalter. Boffs- und heitere Lieder. Rezitationen u. a.( Mufit3. Roth 2.-G. Die meisten Gesellschaften des Barmatonzer ns find ohne die gefeßlichen gefchäftsführenden Organe, teils weil diese ihr Amt niedergelegt haben, teils weil sie festgesetzt find. In der J. Roth A.-G. fand gestern zur Ergänzung des Rumpf aufsichtsrats die Neuwahl von drei Mitgliedern statt und es soll auf Anregung von Aktionären sofort ein neuer Borstand be stellt werden. lleber die Geschäftslage bei dem Unternehmen fonnte die Aufsichtsratsperion Geheimrat Dr. Demuth ven der Han- inftrumente find mitzubringen.) sim delskammer nichts sagen, weil die Bücher der Gesellschaft erst gestern freigegeben sind. Er wird, sobald es ihm möglich ist, der Deffentlichkeit und den Aktionären einen Bericht über die Lage des Unternehmens geben. Bei einem zweiten Unternehmen des Ronzerns, bei der Küstentransport- und Bergungs-.- G. wurden die Beschlüsse über die Goldmarferöffnungsbilanz und über die Umftellung vertagt. Die Amerima hat ihre Attien der preußischen Staatsbant verpfändet und ebenso eine Hypothet, die sie sich für gewährte und zu gewährende Kredite auf den Schiffspart der Gesellschaft hat eintragen lassen. Die Preußische Staatsbant, mit der über verfchiedene Modalitäten zur Fortführung der Gesellschaft verhandelt worden ist, erklärte sich zu feinem, Entgegenkommen bereit. Sollte die Treuhandgesellschaft A.-G., die von den Gläubigern zur Abwid lung des Barmat- Konzerns gebildet werden soll, nicht zustande tommen( fie besteht trog aller gegenteilig lautenden Pressemeldungen noch nicht), so haben Vorstand und der aus einer Person bestehende Aufsichtsrat die Absicht, Konfurs anzumelden. Westen. Fahrt nach dem Briefelang. Treffpunkt 8 The Bahnhof Bülow. Straße. Wilmersdorf. Fahrt Kloster Lehnin. Treffpunkt 8 Uhr Rathaus. Falkenberg- Alt- Glienice. Fahrt ins Blaue. Treffpunkt 47 Uhr Bahnhof Grünau. Geschäftliche Mitteilungen. Die Kluge Fran spart Geld durch Besuch der am Montag, 2. Februar, beginnenden Weißen Boche" der beftbekannten Beitfebernfabrik Gustav Lustig, Brinzenstraße nur 46.. 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Daß es so fower gelingt, die von ihnen erzeugten Töne unverändert durch den Fernsprecher zu übertragen, hat seinen Grund einzig darin, daß wir die Membranen im Fernsprecher nicht auch aus Muskelfasern herstellen können. Jeder Körper hat eine feiner Struftur entsprechende bevorzugte Schwingungsform. Die Struktur. elemente in dem Kohleplättchen des Mikrophons, in das beim Telephonieren hineingesprochen wird, und in der Eisenmembrane des Telephons, das man an das Ohr hält, bewegen sich bei Erschütterungen anders als die Fasern in den Stimmbändern. Dadurch entftehen Berzerrungen der Tone, die vor allem die Klangfarbe ändern. Wir sind so sehr an die redenden Kohle und Eisenplättdjen gewöhnt, daß wir bei. Benuzung der altüblichen Apparate die Umfärbung der Klänge ourch fie faum noch merten. Die Beränderung wird aber sehr unangenehm fund, sobald tonstarte Telephone benutt werden. Die Rundfunktelephonie hat die Lautsprecher, die bis dahin in einem Dornröschenfchlaf gelegen haben, zu lebhaftem Eindringen in weite Kreise erwedt. Und dabei hat wohl jeder die Beobachtung gemacht, daß das Problem des Baues dieser Apparate noch feineswegs gelöst ist. Es darf heute als erwiesen gelten, daß aus dem Leisesprecher, der fest ans Ohr gelegt werden muß, der Lautfprecher, dessen Kangleistung einen ganzen Saal durchdringt, nicht durch bloße Bergrößerung der wirkenden Ausrüstung geschaffen werden kann. Die allzu gewichtigen Schallplatten, Die über den Magneten der jetzt üblichen üblichen Lautsprecher schweben und von diesen beim Ankommen der Ströme aus den VerStärfern hin und her bewegt werden, reden eine eigene Sprache. Und diese klingt allermeist nicht schön. Es ist notwendig, den Gegen stand ganz anders anzugreifen. Aussicht, einen guten Lautsprecher herzustellen, besteht hauptsächlich dann, wenn die Platte in ihm, der schwingende Körper also, der die zum Ohr dringenden Erschütterungen in der Luft hervorruft, äußerst leicht ist und so geformt, daß er möglichst gar feine bevorzugte Eigenschwingung hat. Ift sein Gewicht nicht unverhältnismäßig viel größer als das Gewicht der von ihm verdrängten Lufmasse, dann fann er die umgehende Luft in besonders günstiger Weise ausstoßen, und wenn er feine der dau ernd wechselnden Schwingungsfrequenzen bevorzugt, so gehorcht er allen Frequenzen in gleicher Weise, und verursacht eine hohe Gleich mäßigkeit der Wiedergabe. Diesen Bedingungen entspricht in hohem Maße der von der deutschen Industrie geschaffene Bändchenapparat, deffen Wirkung über das bisher Geleistete hinausgeht. Zugleich ist damit ein neues Telephon und ein neues Mitrophon geschaffen. Das alte Mikrophon, der Aufnahmeapparat, mandelt die akusti schen Schwingungen in elektrische, indem die Luftbewegungen auf eine dünne Kohlenmembran treffen, diese erschüttern und hierdurch den Kontakt des Blättchens mit Kohleförnern ändern, welche seine Hinterwand leise berühren. Diese Kontaktänderungen rufen in den Drahtleitungen, die an das Mitrophon gelegt sind, oder in der Strah lung der Antenne eines drahtlosen Senders Stromschwingungen her vor Sie gelangen auf der Empfangsseite in das Telephon, wo sie, in Drahtspulen um Magnete laufend, deren Intensität entsprechend ändern. Die dicht vor den Magnetspulen angebrachte Schallplatte aus Eisen wird dadurch; in Schwingungen gesetzt, die den ursprüng lichen Schwingungen der Mitrophonplatte bis zu einem gewissen Grade gleich sind und die Lust am Empfangsort entsprechend an stoßen. Daß hüben und drüben nur eine ungefähre Schwingungsgleichheit stattfindet, liegt, wie wir wissen, an der gewichtigen Körperlichkeit der beiden Schallplatten. Denn die Uebertragung vom Sende zum Empfangsapparat geht, wenigstens wenn sie drahtlos geschieht, völlig verzerrungsfrei vor sich. Im Bändchenlautsprecher werden die Magnete von einem ruhen den Dauerstrom durchflossen. Es bildet sich zwischen ihnen ein magnetisches Kraftfeld aus, das wir uns aus einzelnen Kraftfäden oder Kraftlinien zusammengesezt denten, die von Bol zu Bol streichen. In dem Raum zwischen den Polen ist ein Aluminiumbändchen von noch nicht ein Fünftel Millimeter Dicke angebracht. Durch eine feine Balzung, die ihm Wellblechform gibt, ist das Bändchen ganz besonders leicht beweglich gemacht. Seine Masse ist nicht mehr viel größer als die Masse der von ihm verdrängten Luft. Durch dieses Aluminiumbändchen, das selbst vom Magnetismus natürlich nicht beein. flußt werden kann, werden die vom Mikrophon ankommenden schwankenden Ströme geleitet. Das Bändchen ist dann Teil einer 4] Matteo Falcone. Bon Prosper Mérimée. ( Schluß.) Strombahn. Diese stellt sich je nach der Stärke und der Richtung des im Augenblick durchfließenden Stroms im Magnetfeld verschieben ein. Und diese wechselnden Einstellungen entsprechen den Schwanfungen im Mitrophon, also den von diesem Apparat von Mufitinstrumenten oder einem menschlichen Kehlkopf hervorgerufenen Schallschwingungen. Deren Wiedergabe ist nun im Bändchenlautsprecher infolge der Anwendung des äußerst leichten Aluminium. bändchens fehr genau. Man ist überrascht, mit welcher Fein Reichswirtschaftsminister Neuhaus der olle ehrliche Monarcho- Republikaner R Warum denn fiets gleich schwören, meine Lieben? Man läßt es, wenn es geht; das ist gescheiter. Jm Katechismus steht ja schon geschrieben: Du sollst nicht schwören, zaubern und so weiter. Doch gilf's, Ministerposten zu erraffen: Da schwört man, weil's Bedingung doch nun mal is, Flint auf die Republit und denkt: ihr Affen... Dies nennt fich reservatio mentalis. tige Klangftärfe entwickelt werden. O. K. heit jede Klangfarbe übertragen wird. Der störende Einfluß eines bewegten Körpers ist fast gänzlich beseitigt. Dabei fann eine gewalgeräuschen ist sehr groß, da leine Aenderungen in der Berührung von Die Freiheit von Reben Körpern stattfinden, sondern nur das Schneiden körperlofer Kraft: linien. Der Bändchenapparat, das neueste auf dem Gebiet der Fernfprechtechnik, führt in seltsamer Weise an den Anfang der Telephonie zurück. Bei dem von Graham Bell erfundenen ersten praktisch brauchbaren Fernsprecher waren Sender und Empfänger gleich geformt. Sie fonnten wechselnd zum Senden und Abhören benutzt werden. Dann gab das von Hughes erdachte Mikrophon dem Sender eine Eigengestalt; man fann mit Kohlemitrophonen nicht empfangen. Und so blieben Gebe- und Empfangseinrichtung verschieden, bis der Bändchenapparat die Gleichheit der Ausrüstung auf beiden Seiten wiederhergestellt hat. Der deutschen Technik ist mit der neuen Schöpfung ein wichtiger Fortschritt für die Ausrüstung drahtloser Empfänge gelungen. Wir sind damit, wie sorgfältige fachmännische Bergleichungen bewiesen haben, im Besitz des besten Lautsprechers und haben Amerita gerade auf einem Gebiet geschlagen, das drüben mit größtem Eiser angebahnt worden ist. er kurz zuvor Flintenschüsse gewechselt hatte. Dann bat er, man möge ihm die Hände anstatt unter dem Rücken über der Brust zu sammenbinden. Ich liege gern bequem," sagte er. Man beeilte sich, ihm zu willfahren. Darauf gab der Feldwebel Gott Lob und Dan!!" rief Giuseppa.„ Er hat uns vergangene das Zeichen zum Aufbruch, nahm Abschied von Matteo, ohne AntWoche eine Milchziege gestohlen." Solches hörie Gamba mit Bergnügen. ,, Armer Teufel!" murmelte Matteo.„ Er hatte Hunger." ,, Der Bursche hat sich wie ein Löwe verteidigt," fuhr der Feld mebel. fort, etwas. eingeschüchtert.„ Er hat einen meiner Jäger niedergeknallt, und nicht zufrieden damit, dein Sergeanten Chardon den Arm zerschoffen, was nicht weiter schlimm ist, denn Chardon is! bloß ein Franzose. Buleht hat er sich so gut versteckt, daß ihn auch der Teufel nicht entdeckt hätte. Ohne Betterchen Fortimate hätte ich ihn nie und nimmer gekriegt." Fortunato?" schrie Matteo. " Fortunato!" echote Giuseppa. „ Ja, Gianetto hatte sich da im Heuschover verkrochen, aber Betterchen hat mir das Bersted gezeigt. Ich werde es auch seinem Onkel, dem Caporale, berichten, damit er ihm für seine Mühe ein Schönes Geschent schickt. Und sein wie dein Name foll im Bericht nicht fehlen, den ich dem Herrn Staatsanwalt überreichen werde. Versluchte Geschichte!" flüsterte Maitco vor fi hin. Sie hatten den Streiftrupp erreicht. Gianetto war bereits auf die Bahre gebettet. Eben sollte aufgebrochen werden. Als er Matteo zusammen mit Gamba erblickte, lächelte er eigentümlich; dann, gegen die Haustüre gewandt, spuckte er auf die Saywelle und sagte:„ Berräterhaus!" Nur ein Mann, der mit dem Leben abgerechnet hat, fonnte es wagen, Falcone das Wort Verräter ins Gesicht zu schleudern. Ein Dolchstoß, dem fein zweiter hätte zu folgen brauchen, hätte den Schimpf im felben Augenblick gerächt. Doch Matteo tat nichis; nur machte er eine Handbewegung nach der Stirn wie einer, der sich Söherem fügt. Fortunato war ins Haus gegangen, sowie er den Vater fommen fah. Bald tam cr wieder zum Vorschein mit einem Topf Milch, den er mit gefenfiem Blid Gianetto darbot. Weg von mir!" serie der Geachtete mit Donnerstimme ihn an. Datous.fagte er zu einem der Jäger: Kamerad, gib mir zu trinken!" Der Soldat fegte ihm feine Feldilajde zwischen die Hände, und se: Geachtete trant das Baier, das ihm ein Mensch reichte, mit dem wort zu erhalten, und begann raschen Schrittes den Abstieg. Etwa zehn Minuten verstrichen, ehe Matteo den Mund öffnete. Der Knabe schaute mit unruhigem Auge bald zu seiner Mutter, bald i zu seinem Vater, der ihn, auf seine Büchse gestützt, mit dem Ausdruck maßlofen Ingrimms betrachtete. Endlich sagte er:„ Dein erstes Stüd war gut!" Beilage des Vorwärts Die Kreuzworträtsel- Manie. Nach der Begeisterung für den Rundfunk ist die nach linterhaltung gierige Welt von einer neuen Manie befallen worden, von der Leidenschaft für das Kreuzworträtsel. Auch bei uns beschäftigt dieser jchwierige Zeitvertreib unzählige Köpfe, aber in den Bereinigten Staaten, wo jede Mode gleich ungeheiterliche Formen annimmt, ist diese Marie zu einer wahren Plage ausgewachsen. Selbstverständlich gibt es in Nordamerita feine Zeitung mehr, die dieser Rätselform nicht mehrere Spalten widmet, und die konservative Ret Yorter Limes" erregt dadurch Sensation, daß sie feine Kreuzworträtsel bringt. Aber auch schon eine ganze Literatur ist für dieses Gebiet entstanden. Das erste Kreuzworträtselbuch", das im Apri 1924 erschien, wurde in neun Monaten in mehr als einer halben Million Exemplaren verbreitet. Die Wörterbücher erleben eine Hausse. Noch niemals find soviel englische Lerita gekauft worden als jetzt, denn die Kreuzwortjäger studieren diese dicken Bande, um feltene Worte aufzustöbern. Ein unternehmender Verleger hat eine alte Auflage eines Wörterbuches, die ziemlich wertlos war, mit dem neuen Titel„ Kreuzworträtsel- Wörterbuch" herausgebracht und den Ladenhüter unter dieser Flagge im Handumdrehen verkauft. Es gibt natürlich eine große Anzahl von Kreuzworträtselflubs" in den Bereinigten Staaten, und es gibt natürlich auch einen Weltmeister im Kreuzworträtselraten. Diesen Titel nimmt eine Dame Ruth von Bhul für sich in Anspruch, die auf dem Ersten Nationalen Kreuzworträtsel- Turnier" der Nationalen Kreuzworträtsel- Bereinigung in New York den ersten Preis errang. Selbstverständlich wird das Raten dieser geheimnisvollen Aufgaben auch auf den Universi täten gelehrt. Unter den Studenten herrscht ein edler Wettstreit, und fürzlich hat die Universität Dale die Universität Harvard in dem jährlichen Universitäts- Kreuzworträtel- Wettbewerb" geschlagen. Tin Professor der Universität Princetown benugt die Kreuzwörter, um Englisch zu lehren; ein anderer Professor verwendet sie für psychologische Bersuche. Das Kreuzworträtsel als Intelligenzprobe ist allgemein eingeführt. Ein Geistlicher in Pittsburg flicht in feine Predigten Kreuzworträtsel ein, und das Gesundheitsamt von Detroit Derbreitet Kreuzworträtsel, deren Auflösung Gesundheitsregeln und hygienische Anweisungen enthalten. Auch die Sprache wird durch die Rätselmanie beeinflußt. Die Verfertiger der Rätsel graben Worte aus, die veraltet sind oder felten gebraucht werden, und dadurch fommen diese Worte in die Umgangssprache. Aber man begnügt sich nicht nur mit der Lösung der Rätsel, sondern auch die Schneiligkeit des Natens spielt bei den Wettbewerben eine Rolle, und die Weltmeisterin, Miß von Phul, verdankt ihren Ruf besonders der Schnelligkeit, mit der sie jede Ausgabe löst. 300 000 indische Kinderwitwen. Nach den offiziellen Daten, die Professor Rushbrook Williams, der Direktor der Nachrichtenstelle des indischen Regierungsamtes, in der Revue India" foeben veröffentlicht, gibt es in Indien zurzeit über 300 000 Hinduwitwen, die das Alter von 15 Jahren noch nicht erreicht haben. Die große Maffe der Inder, zahlenmäßig ausgedrüdt 320 Millionen Menschen, ist jeder elementaren Bildung bar und des Lesens und Schreibens unfundig. Die ganze Auffassung und die Führung des Lebens forgt dafür, die Mehrheit der Bevölkerung nicht nur in den Grenzen äußerste: Armut zu halten, sie benimmt ihnen auch jede Möglichkeit, sich auts eigener Kraft aus dieser Armut herauszuarbeiten. Ueberall," so führt Professor Williams aus, herrschen Heberlieferungen und ge= fühlsmäßige Auffassungen, die jede wirtschaftliche Erfenntnis von pornherein unmöglich machen. Hierin hat sich im Laufe der Jahrhunderte so gut wie nichts geändert. Wie das unheilvolle Staftenwefen, das 250 Millionen Hindus in streng geschiedene Klaffen teilt, die einander fremd und feindlich gegenüberstehen, so erbt sich auch das von der Religion begünstigte System der Kinderchen wie eine ewige Krankheit fort, und wie vor Jahrhunderten betrachtet auch heute noch die Religion der Hindus die Wiederverheiratung dieser Kinderwitwen als eine Sünde gegen das Religionsgefeß. Es ist be zeichnend für den neuen Geist, der sich auch in Indien rege betätigt, daß führende Männer dem Fortschritt den Weg zu bahnen bemüht sind. Aber diesen Bemühungen stellen sich immer noch Hindernisse in den Weg, die schier unüberwindlich find. Die Grundflora der Binnenseen. Bisher wußte man noch nicht, bis zu welcher Wassertiefe den in Binnenseen wachsenden Pflanzen Entwicklungsmöglichkeiten geboten find. Der französische Botaniker Pierre Dangeard hat im See von Annecy umfangreiche Unterfuchungen vorgenommen, über deren Ergebnisse er in einer der lehten Sizungen der Pariser Akademie der Wissenschaften berichtete. Er fonnte dabei feststellen, daß es noch in einer Tiefe von 23 Metern eine üppige Vegetation gibt. Die Pflanzen, die hier im Dunkeln machsen, gehören zum größten Teil der Gattung der Algen an. Hütte zurück. Vor einem Bilde der Madonna warf sie sich auf die Knie und betete inbrünstig. Währenddem ging Matteo zweihundert und einige Schritte den Pfad hin und machte erst vor einer kleinen Schlucht halt, in die er hinabstieg. Er untersuchte den Boden mit dem Gewehrkolben und fand ihn weich und leicht aushebvar. Die Stätte dünfte ihm passend für sein Borhaben. Fortunato, stell dich an den großen Stein dort!" Das Kind tat, wie ihm geheißen. Dann tniete es nieder. " Bete!" ,, Bater, Bater, Ihr wollt mich töten?" " Bete!" wiederholte Matteo mit schrecklicher Stimme. Weinend, schluchzend stammelte das Kind das Bater und das Diese Worte flangen fühl, graufig aber dem, der den Sprecher Credo her. Mit fester Stimme sprach der Vater jedesmal das fannte. „ Lieber Bater!" rief der Knabe, Tränen in den Augen und näher fommend, offenbar, um vor ihm auf die Knie zu fallen. Matteo jedoch schrie: Zurück von mir!" Da blieb das Kind stehen und schluchzte. Regungslos stand es etliche Schritte von seinem Bater. Giuseppa trat hinzu. Sie hatte die Uhrtette bemerkt, die aus Fortumatos Hemd hervorblinkte. „ Von wem hast du die Uhr?" fragte sie in strengem Tone. „ Vom Better Gamba." Falcone riß die Uhr an sich und schleuderte sie mit aller Gewalt gegen einen Stein, an dem sie in tausend Stücke zerschelfte. " Weib, rief er, ist der mein Blut?" Giuseppas Wangen wurden ziegelrot. 4 ,, Was sagst du, Matteo? Weißt du, mit wem du redest?" ,, Der erste Sproß meines Stammes, der ein Verräter ist" Fortunatos Seufzen und Stöhnen wurde immer heftiger. Falcone starrte mit seinen Lugaugen scharf auf ihn. Endlich stieß er den Kolben seines Gewehres zu Boden, warf es über die Schulter, schlug wieder den Weg nach der Macchia ein und schrie Fortunato zu: Mir nach!" Das Kint gehorchte. Giuseppa lies hinter Mattec her und faßte ihn am Arm. „ Es ist dein Sohn!" sagte sie mit bebender Stimme, indem sie den Blick ihrer schwarzen Augen in die ihres Mannes bohrfe. wie um barin zu lesen, was in seiner Seele vorging. Laß ab!" erwiderte Mattén. Ich bin sein Bater." Gifeppa umarinte ihren Sohn und zog sich weinend in die Amen nach. Sind das alle Gebete, die du weißt?" ,, Lieber Bater, ich fann noch das Ave Maria und die Litanei, die mich die Tante gelehrt hat." „ Die ist lang, doch in Gottes Namen!" Das Kind sagte die Litanei bis zu Ende her, mit immer leijer werdender Stimme. " Bist du fertig?"" ,, Gnade, lieber Bater! Verzeiht mir! Ich wills nicht wieder tun. Ich werde den Better Caporale bitten, daß er Gianetto laufen läßt." Noch redete Fortunato. Matteo hatte den Hahn gespannt und legte das Gewehr an die Wange. " Gott sei dir gnädig!" murmelte er. Der Knabe machte einen verzweifelten Versuch, aufzustehen und die Knie seines Baters zu umflammern, aber er tam nicht mehr dazu. Matteo drückte ab, und Fortunato fiel tot nieder. Ohne dem Leichnam einen Blick zu gönnen, schlug Matteo den Heimweg ein. Er wollte einen Spaten holen, seinen Sohn zu be= graben. Er hatte nur wenige Schritte zurückgelegt, als er Giuseppa begegnete, die, aufgeschreckt durch den Schuh, herbeifief. Was hast du getan?" fchrie fie. か ..Gerechtes!" Wo liegt er?" In der Schlucht. Ich will ihn begraben. Er ist als Christ gestorben. Ich lasse ihm eine Meise lefen. Sage meinem Schmieger. fohn Tiodora Bianchi, er sell fortan in unserem Hause wohnen!" Weiße Woche Mengenabgabe vorbehalten Yerkauf soweit Vorrat Sticke ei Damen- Wäsche Trägerhemd mit Hohlsaum. 95PT. 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