Abendausgabe Nr. 53 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 26 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife Find in der Morgenausgabe angegeben Redation: S. 68, Lindenstraße 3 Jerafprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Pfennig Sonnabend 31. Januar 1925 Berleg anb Anzeigenabteilung: Gefdäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Dorwärts- Berlag Gmbh. Berlin St. 86, Cindenstraße 3 Berufprechet: Dönhoff 2808-2502 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Der Bericht der Kontrollkommission. Fertigstellung in der nächsten Woche. Condon, 31. Januar.( WIB.) Der Berliner Berichterstatter sein und bleiben müsse. Daran ist so viel richtig, daß das | des Reuterschen Bureaus erfährt, daß der endgültige Be- Entscheidungsrecht über innenpolitische Fragen dem richt der Interalliierten Militärkontrollkommiffion nächste deutschen Bolt, wie jedem anderen Staatsvolt bleiben muß. Woche fertig fein und von General Walsh, dem Chef der Kon- Falsch aber wäre es zu glauben, es fönne dem einen Staat frollfommission, nach Paris mitgenommen wird. Walsh wird be- gleichgültig sein, wer in dem anderen regiert. Wie wenig gleitet sein von General Wauchope, dem Führer der britischen gleichgültig bas ist, haben wir an dem englischen Re Miffion, der dann einige Wochen Urlaub nehmen werde. gierungswechsel doch ziemlich deutlich bemerkt. Und mun stelle man sich einmal erst vor, in Frankreich käme der nationale Blod mieder ans Ruder, und Boincaré als Minister. präsident hielte eine große Rede für Frieden und Verständi gung. Dann gäbe es in Deutschland wohl feinen, der ihm ver. trauensvoll um den Hals fallen wollte, und gäbe es einen, was würden wohl die Deutschnationalen über ihn sagen? Luther Herriot. Die Friedenspolitik der Rechtsregierung. Herr Luther( nicht Herr Stresemann) hat gestern vor Len Bertretern der ausländischen Bresse eine Rede gehalten, die Marg oder Wirth oder auch Hermann Müller als Reichskanzler auch nicht viel anders hätte halten können. Ober noch richtiger: ein Sozialdemokrat an Herrn Luthers Stelle hätte vielleicht Herriot ein paar Wahrheiten gesagt, die Herr Luther wohlweislich verschwiegen hat, und er hätte sich in der Beteuerung seines Willens zur Verständigung vielleicht nicht ganz so beeifert gezeigt. Er hatte es auch nicht notwendig gehabt, denn ihm hätte man auch so geglaubt. Deutsche Stimmen über die Rede sind noch nicht zu derzeichnen, auf die Aeußerungen der Rechten darf man gespannt jein. Herr Luther hat gestern in der Frage der Räumung und der Entwaffnung genau jenen Standpunkt des Borwärts" eingenommen, der von der Rechtspreffe als hoch und landesverräterisch bekämpft worden ist. Er hat nicht gesagt, daß es feine Verstöße gegen die Entwaffnungsvorschriften gebe, er hat vielmehr versichert, daß die Reichsregierung fest entschlossen ist, Ber stöße in der Entwaffnung, die ihr von den Alliierten nachgewiesen werden oder sonst zu ihrer Kenntnis gelangen, zu beseitigen." Das ist so vernünftig, wie man es sich nur wünschen fann, es ift eben die richtige Bolitit der nationalen Knochen erweichung", wie fie die Reichsregierung schon getrieben hat, noch bevor die Deutschnationalen auf fie maßgebenden Einfluß hatten. " Herr Luther hat bann freilich auch manches erzählt, was den ausländischen Pressevertretern ein Lächeln auf die Lippen genötigt haben mag. So, daß er seine Regierung mit Shiele und Neuhaus nur gebildet habe im Intereffe der parlamentarischen Demofratie, jener parla mentarischen Demokratie, die doch für die Partei der Herren Schiele und Neuhaus der leibhaftige Gottfeibeiuns ift. Und daß von seiner Regierung feinerlei reattionäre Bolitit zu befürchten sei. Diefe letztere Bemerkung wird freilich dahin eingeschränkt, baß das Ausland feine reaktionäre Politit, also wohl feine reaktionär nationalistische Außen politit zu befürchten habe, während die innere Politik doch Deutschlands eigene Sache Geschrei der Ruhrgewinner. Die Schuldigen wollen die Verantwortung abwälzen. Die Deutsche Allgemeine Zeitung", das Organ der Interessenten, die im größten Stil die Nuznießer des 700- Millionen- Geschents an die Ruhrindustrie maren, fucht die Berantwortung für den 700- Millionen- Standal von den Herren Stresemann und Luther abzuwälzen. Sie möchte den Genoffen Hilferding, den Reichsfinanz minister der ersten Großen Koalition, mitverantwortlich machen. Sie schreibt: " Bei der Antwort Dr. Stresemanns handelte es sich selbstver ständlich nicht um eine private Handlung des damaligen Reichs fanzlers, fondern ihr lag ein Rabinettsbeschluß zugrunde, an bem Dr. Hilferbing in entscheidender Weise mit. gewirkt hat." Diese Behauptung ist frei erfunden. Die Stellung Hilferdings war so eindeutig, sie wurde von ihm am 23. August 1923 im Reichstag, am 15. September 1923 im Reichswirtschaftsrat so scharf bezeichnet, daß die Breffe der Intereffenten der Inflations- und Ruhrkampfgewinner, die felbe Bresse, die jetzt den 700- Millionen- Standal vertuschen will, laut gegen ihn aufheulte. Am 12. Oftober 1923 schrieb die Deutsche Bergwerts- Beitung": " Die' Berliner Regierung hat die Einstellung des passiven Biderstandes angeordnet. Sie hat nun, wie es scheint, im Anschluß daran die Absicht, den Unternehmungen an Ruhr und Rhein in uneingeschränktem Maße den bekannten Dant des Baterlandes für die im Interesse des Reiches gebrachten Opfer zuteil werden zu laffen. Dafür sorgt schon ber marristische Einfluß im alten und neuen Kabinett Stresemann." Diese Aufregung rührte daher, daß die Regierung den Ruhrindustriellen vom 20. Dfiober ab nur noch kredite auf wertbeständiger Grundlage geben wollte, und zwar zu Binsfäßen, die bei Einmonatsfrediten mit 12 Proz. im Jahr beginnen und bei länger laufenden Krediten bis zu 24 Broz steigen. Wegen feiner fcharfen Stellungnahme gegen die unver antwortlichen Ansprüche der Schwerindustrie wurde Genoffe Hilferding von der Deutschen Volkspartei, der Beauftragten der Schwerindustrie, gestürzt. Von einer Ent schädigung an die Schwerindustrie, die Nutznießerin der In| Nun ist Herr Luther fein Poincaré, aber seine Regierung ist eine Regierung des Rechtsblods, fie ftüßt sich auf Deutschnationale, Bölkische und Alldeutsche, die man nun einmal im Ausland für keine Friedensengel hält, und an deren Freundschaft für die Demokratie man nicht recht glaubt. Sollte Herr Luther nicht flug genug fein, um ein zusehen, daß das eine schwere Belastung für seine auswärtige Bolitit ist? geworfen:" Wo ist das deutsche Waffengeklirr?" Und er hat Herr Luther hat gestern die rhetorische Frage auf recht: wenn man feine Waffen hat, so fann man mit ihnen auch nicht flirren. Er hat nur vergessen, daß die deutschen Stationalisten mit dem Munde ein Geräusch zu erzielen verstehen, das täuschend ähnlich wie Waffenklirren flingt und mit dem sie ihrem politisch ahnungslosen Publikum gewaltig imponieren. Aber vielleicht hat Herr Luther deshalb so start betont, daß er( nicht Stresemann) die Richtlinien der Politit 3 bestimmen habe, und vielleicht hat er deshalb an feine marristische Bergangenheit von der Londoner Konferenz mit einem so starten Unterton von Gefühl erimmert. Freilich, wenn die Pariser Ere Nouvelle" meint, Herriots energisches Auftreten habe es Herrn Luther ermöglicht, fich von dem Einfluß der monarchistischen Rechten frei zu machen, so scheint uns das etwas zu meit zu gehen. Wir möchten das höchftens für seine gestrige Rede gelten lassen. Die Rechte hat Marg geftürzt. Obwohl in seiner Regierung tein Sozialdemokrat faß, fand sie, daß diese Regierung noch zu sehr unter sozialdemokratischem Einfluß stehe. Nur aber durch gänzliche Befreiung von diesem Einfluß fönne der Politit der nationalen Schmach", der nationalen Knochen erweichung" ein Ende bereitet werden. Nun, gänzlicher als die Regierung Luther Schiele Neuhaus fann eine Regierung von sozialdemokratischem Einfluß nicht befreit fein, und dennoch, und dennoch...? Birth hat die Rechte befämpft, Marg hat mit ihr verhandelt, Luther hat fie blamiert. flation, fonnte zur Zeit, als Genosse Hilferding Finanz minifter war, um so weniger die Rede sein, als er am 3. Oktober zurücktrat, die Micum- Berträge aber erst erheblich später abgefchloffen wurden. Der Bersuch der Interessentenpreffe die Berantwortung abzuwälzen und Mitschuldige zu suchen, ist das Einge ständnis der Schuld und des Schuldbewußt feins. Das alles zeigt, daß, solange die Sozialdemokraten im Kabinett waren, den hemmungslosen Ansprüchen der Ruhr industriellen entschieden Widerstand geleistet wurde. Wir werden die Vorgeschichte des 700- Millionen- Standals weiter in aller Ausführlichkeit behandeln, um allen Bertuschungs. und Ablenkungsversuchen ein Ende zu machen. Garantiepakt und Sicherheitsfrage. Der Chor der Enttäuschten. Deutschnationale Klag... über die kommunistischen Brüder Der Ausfall der Wahl des Ministerpräfibenten Braun bringt die ganze Berlegenheit jener Parteien zutage, die noch am 23. Januar durch taktisches Zusammengehen die preußische Regierung in die Minderheit brängen und sie zum Rücktritt veranlassen konnten. Sofort, nachdem die negative Entscheidung vorüber tiven Entscheidung überhaupt nicht fähig ist. Deutschwar, zeigte es sich, daß die Opposition" zu einer pofinational- Böltische und schwerindustrielle Boltsparteiler tönnen tiven Entscheidung überhaupt nicht fähig ist. Deutschwar mit den Kommunisten gemeinsam eine Opposition" bilden und gemeinsam tommunistische Anträge aur Annahme bringen, aber sie fönnen nicht die Kom munisten veranlassen, nun auch einer deutschnationalen ,, Erzeilenz" zu dem Ami des Ministerpräsidenten zu verhelfen. Die Haltung der Kommunisten ist zwar im Grunde arbeiterfeindlich und arbeiterschädlich, aber sie ist in ihrer Berbohrtheit boch gegenwärtig noch nicht so weit gediehen, daß sie auch offen und direkt bekennen, was fie indirekt und heimlich vollbringen: die Reaktion an die Macht zu bringen! bittere Tränen darüber vergießt, daß die Opposition" nicht gefchloffen gestimmt habe. Die Kreuzzeitung" ist ganz aus ihrem fonservativen Häuschen. Sie versichert, es feien auf jeden Fall tommunistische Kruden, auf denen fündet sie siegesgewiß an, daß die Opposition" Herr Braun ins Amt zurückhumpelt". Aber gleichzeitig 23. Januar, also einschließlich der kommunistischen ,, Krüden", fich in der Berweigerung des Bertrauens für ein Es liegt deshalb nahe, daß die reaktionäre Presse heute vom neues Ministerium Braun wieder zusammenfinden und es zum Sturze bringen würde. " Augenscheinlich übersieht das Blatt dabei, daß sich schon gestern die Verhältnisse seit dem 23. Januar um einiges verschoben hatten. Man fand 6 weiße Zettel in der Urne, was bedeutet, daß den Abgeordneten, die diese weißen Zettel abgaben, nichts daran gelegen ist, eine deutschnationale Erzellenz" zur Führung der preußischen Bolitik zu berufen. Haben doch gerade die Hannoveraner an deutschnationaler, b. b. ton fernativer Politit vor dem Kriege genügend Erfahrungen sammeln fönnen. Ob diese Abgeordneten genau so spielerisch veranlagt sind, wie die Kommunisten, und ob sie bei der Vertrauensabstimmung wieder mit den Deutschnationalen an einem Strange ziehen würden, das mag man nach ihrem gestrigen Verhalten immer noch für unwahr fcheinlich ansehen dürfen. Das Berliner Agrarierblatt, die Deutsche Tageszeitung". freilich hält es für selbstverständlich, daß die Hannoveraner wegen ihrer landwirtschaftlichen Wähler den Deutsch nationalen auf jeden Fall Hilfe zu leiften hätten. Auch das Zentrum, das durch seine geschlossene Abstimmung den Reaktionären eine bittere Enttäuschung be reitet hat, ist für die Agrarier immer noch ein Gegenstand stiller Hoffming. Noch immer nimmt man an, daß die landwirtschaftlichen Kreise" des Zentrums eine Spaltung oder einen Umfall ihrer Partei herbeiführen tönnten. Selbst das entschiedene Auftreten des aften Serold hat nicht verhin dern können, daß die Rechtsparteien am Grabe ihrer Hoffnungen eine neue aufpflanzen. In der größten Verlegenheit befindet sich die Boltspartei. Ihr Organ Die Zeit" ist ganz erstaunt darüber, baß die Wiederwahl Brauns eine Rampfanfage gegen die Bolkspartei bedeutet und schlußfolgert daraus, daß gar fein 3weifel daran besteht, was geschehen muß". Wenn man vermutet, daß fie nun erkläre, was geschehen soll, so wird mäßig nach dem bisherigen Ergebnis ein Bertrauensvotum man bald enttäuscht. Sie läßt nur durchblicken, daß zahlenfür die Regierung nicht zustandekommen könne, da ja„ eineine Stimme weniger aufgebracht" habe als Braun. Sie schließlich der Stimmenthaltungen die Opposition mur rechnet also ohne weiteres die Stimmenthaltungen und die Kommunisten in die deutschnational- volksparteiliche Opposition", was ja nicht mehr Wunder nimmt, nachdem die Bolkspartei für den ungeteilten tommunistischen Mißtrauensantrag gestimmt hat, der die schärffte Berurteilung der von der Bolkspartei mit verantworteten Politik der bisherigen großen Koalition aussprach. " Das Echo, das den volksparteilichen Rampfanfagen" aus den Reihen des Zentrums entgegentönt, ist allerdings für fie menig ermutigend. Die Germania" lieft der Bolts partei, die die Krise in Preußen wie im Reich aus parteiegoistischen Gründen hervorgerufen hat, noch einmal sehr deutlich den Tert und fügt dem hinzu: Englische Bündnis und Garantiepläne. London, 31. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die britische Re gierung drängt darauf, in fürzester Zeit die Frage der Schulden regelung und der Friedenssicherungen zu flären. Sie hegt die Hoffnung, daß es möglich sein wird, das Genfer Friedens. abkommen zu revidieren und eine Faffung zu finden, die auch für die englischen Dominions annehmbar ist. Die englischen Militärs stehen der Möglichkeit einer befriedigenden Revision des Genfer Battes jedoch sehr steptisch gegenüber. Sie find der Meinung, daß der einzig mögliche Plan zur Sicherung des europäischen Friedens „ Einer Partei wie dem Zentrum, in der die lebendigen Bolks. ein franzöfifch- englisch- belgisches Bündnis unter Hinzuziehung Hollands und möglichst auch unter Einschluß Deutschlands ift. träfte wirksam sind und der auch die Gegner nachsagen, daß sie immer einen scharfen Blid für politische Realitäten befeffen hat. liegt Deutschland foll allerdings die Garantie für ſeinen Besitz des Rhenights ferner als eine Trog- oder Berärgerungslandes bekommen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß schon turz nach Zusammentritt des Unterhauses die Regierung gezwungen werben wird, zu der Sicherheitsfrage Stellung zu nehmen. General Wille, der Obersttommandierende der schweizerijchen rmee, ist am Sonnabend vormittag im Alter von 77 Jahren ge storben. John Bradbury, das englische Mitglied der Reparationsfommiffion, tritt nächstens zurüd. Ein Lord zur Arbeiterpartei übergetreten. Lord Gorell of Bernes, Mitglied des Oberhauses, ist zur Arbeiterpartei über getreten. politif. Aber gegenüber parteieogiffischen Machtansprüchen ist fie gezwungen, ihren eigenen Willen bewußt zu befonen. Richi wir haben den Parteien, die gestern gegen uns standen, den Kampi angesagt; man hat uns den Fehdehandschuh bingeworfen. Daß wir ihn aufnahmen, geschah im staatspolitischen Inter effe. Es hängt wesentlich von der Haltung der Parteien rechts von uns ab, wie der Kampf, der gestern begonnen hat, enden wird. Se wenig mir Rampfziele verfolgen, unser Wille ist uner schütterlich und von unserem Programm der friedlichen auf bauenden Arbeit im Innern, der Versöhnung der Gegenfäße unter Abweifung jeder Politik der Experimente und der politischen und fozialen Einseitigkeit mird uns niemand abdrängen fönnen" Das Mingt nicht banach, als ob das Zentrum naa der geftrigen Kraftprobe geneigt sei, der weiteren Zermürþungstettit der Rechtsparteien sich widerstandslos hinzugeben. Die Tatsache, daß auch die drei Zentrumsabgeordneten, die am 23. Januar fich abgesondert hatten, diesmal, wie die Germania" sagt, aus freiem Entschluß sich wieder der Mehrheit der Fraktion angeschlossen haben, läßt vielmehr vermuten, daß die hinterhältigen Versuche, die Zentrumsfraktion zu spalten, das Gegenteil von der beabsichtigten wirtung erzielt haben. Es bleibt der Rechten also nichts anderes übrig, als auf ihre Bundesbrüder unter den kommunisten burch Versprechungen oder Drohungen einzuwirken, wenn sie einen Erfolg noch nachträglich gewinnen wollen. Die Deutsche Zeitung", die sonst den Mund nicht voll genug nehmen fann, gründet alle ihre Zukunftsberechnungen denn auch lediglich auf die Hoffnung, daß die Opposition geschlossen und entschlossen bleibt". Ganz ähnlich argumentieren die Schriftgelehrten der Hugenberg- Breffe. 3war nennen sie demonstrativ den preußischen Ministerpräsidenten wiederholt Adolf Braun und befunden damit, daß sie nicht einmal über die einfachsten Personalkenntnisse verfügen, aber das hält sie nicht ab, als Ausmeg aus dem Dilemma Neuwahlen unter der Barmat Parole zu verlangen. Das gäbe allerdings einen Wahlkampf, der sich sehen lassen fönnte, und durch den man das Zentrum glaubt zur Bernunft bringen" zu fönnen: eine verlogene Heze gegen die bisherigen Koalitionsparteien in| dem Stil, wie er bisher schon hinreichend geübt wurde. Es gehört nur eine seltsame Auffassung von der psychologischen Wirkung solcher Hehe dazu, wenn man meint, man fönne eine Bartei erst durch alle Schlammkanäle der Verleumdung ziehen und fie dann freundschaftlich mit an den Regierungstisch zu bitten. Wobei noch nicht einmal berücksichtigt ist, daß selbst die hemmungsloseste Barmat- Heße im Bolt zu einem voll. tommenen Umschlag führen und die Opposition" zur Bedeutungslosigkeit verurteilen könnte. Die Drohung mit den Neuwahlen ist wahrscheinlich um so meniger ernst gemeint, als die Entscheidung über die Auflösung des Landtages ja unmittelbar bei dem Ministerpräsidenten liegt. Falls er den Antrag auf Auflösung des Landtages stellt, fann diese sofort erfolgen. Was den Oppositionsparteien unter Umständen mehr als peinlich sein würde. Inzwischen setzt der nengewählte Ministerpräsident die Bemühungen fort, eine positive Grundlage für ein arbeitsfähiges Ministerium zu fchaffen. Da die drei Koalitionsparteien fest entschloffen find, ihren Einfluß nicht freiwillig aufzugeben, so besteht alle Hoff nung, daß diese Bemühungen Erfolg haben und daß binnen Wir sind endgültig entlarvt... und geftehen alles glatt ein. Wer die heutige Morgenausgabe der" Roten Fahne" zur Hand nimmt, muß bei der Lektüre der Enthüllungen über Staatsstreichpläne zu der Ueberzeugung kommen, daß in der Redaktion des Kommunistenblattes Leute fizen, die total verrüdt geworden sind. Es heißt darin: „ Der Aufmarsch der schwarzweißroten und schwarzrot goldenen Faschisten ist in vollem Gange.... Der rechte Flügel des Zentrums ist bedingungslos und der linke Flügel sowie Demokraten und Sozialdemokraten sind unter gewissen Vorbehalten bereit, der Monarchie den Weg noch weiter zu ebnen.... Nicht umsonst betreibt General Deimling in der Bresse das Liebes werben des Reichsbanners um die Gunst von Stahlhelm und Consul" Zum Beweis dafür druckt die Rote Fahne" einen aus beſtinformierter und durchaus zuverlässiger Quelle" stammenden Bericht über Butschpläne des Stahlhelms usw., ab, der trotz dem halbfetten Drud im höchsten Grade belanglos ist, weil er nicht eine positive Tatsache, sondern mir ödes Ge-| schwätz enthält. " Auf Grund dieses Berichtes wird von der„ Roten Fahne" festgestellt": „ Das Reichsbanner ist mit von der Deutschnationalen Partei.(?!) Das Zentrum, Sozialdemokraten und Demokraten führen vor der Bevölkerung eine Sche inoppofition gegen die Deutschnationalen und verbünden sich hinter den Rüden der Bevöl. ferung mit den Monarchisten. Die Herrschaften sollen aber nicht glauben, daß die Arbeiterschaft sich hinters Licht führen läßt. Der Magdeburger Prozeß hat zu deutlich der Arbeiterschaft die Augen geöffnet über die Rolle des sozialdemokratischen Berräterpads. Die Arbeiterschaft muß gegenüber dem Bündnis der schwarzweißrofen und schwarzrofgelben Hakenkreuzler eine geschlossene Kampffront unter der roten Fahne des Klaffentampfes herstellen. In Gewerkschaften und Betrieben gilt es, wachfam, energisch und rüdfichtslos alle Arbeiterverräter zu entlarven und die Massen zu sammeln zum attiven Widerstande gegen alle reattionären Bläne." geftehen alles glatt ein: Da stehste machtlos vis- à- vis. Es ist wohl besser, wir Die unter einer jederzeit widerruflichen Bewährungsfrist entlaffen find, im Reichstag ein Gesez beantragt, nach welchem gegenüber den Urteilen der bayerischen Volksgerichte und Standgerichte eins Wiederaufnahme des Verfahrens zugunsten des Berurteilten möglich sein soll, wenn aus tatsächlichen nder rechtlichen Gründen die Nachprüfung der Sache im ordentlichen Verfahren notwendig erscheint". Einen entsprechenden Antrag hatte die Fraktion bereits in dem früheren Reichstag eingebracht, und er war aud) bereits in zmei Lesungen angenommen worden. Die dritte Lesung, melche fofort folgen sollte, scheiterte lediglich an dem Widerspruch des Abgeordneten Dr. Bredt von der Wirtschaftspartei. Der neue Reichstag muß endlich mit den unerträglichen Urteilen der bayerischen Volksgerichte und Standgerichte aufräumen, Fraktion wird nicht ruhen, bis sie durch Annahme ihres Antrages den politischen Gefangenen endgültig geholfen haben wird. „ Moral der Kraft." Die Völkische Menschenfreundlichkeit. Clemenceaus Ausspruch, daß zwanzig Millionen Deutsche zuviel feien, wird von der völkischen und deutsch nationalen Presse mit Vorliebe zitiert, natürlich nur, um die Niedertracht Franfreidis an den Branger zu stellen. In Wirklichleit denken unsere völkischen und deutschnationalen Kraftmeier genau 10. Auch ihnen leben viel zu viel Deutsche. In dem Buch des völfischen Schriftstellers Frnst Mann Moral der Kraft" heißt es an einer Stelle: Wer sich infoige seiner Tapferfeit im Kampfe um das Zilgemeinwohl eine schwere Verlegung und Krankheit zugezogen hat, auch dieser hat kein Recht, seinen Mitmenschen als. Krüppel oder Rampfe aufs Spiel zu sehen, so soll er auch die letzte Tapferkeit be Kranter zur Last zu fallen. War er tapfer genug, sein Leben im sitzen, den wertlosen Reit seines Lebens selbst zu enden. Selbstnwrð ist die einzige Heldentat, die Kränklingen und Schwächlingen übrig bleibt." Die Herrschaften, die solche Empfehlungen verbreiten, denken allerdings gar nicht daran, selbst nach ihren Worten zu hand ein Sie enthüllen mit soichem Geschreibsel nur die ganze Perversitat der völkischen Gebantenwelt. Kein Wunder, daß jolde unerhörten Aeußerungen den schärfsten Brotest der Kriegsbeschädigten. verbände herausgefordert haben. Seitden die deutschnationale Regierung am Ruder ist, werden die Kriegsbeschädigten diesen Geist, mie er aus der„ Toral der Kraft" spricht, noch sehr zu spüren befommen. Schweden/ Deutschland Völkerbund. Die von der schwedischen Regierung dem Bölferbundsekretariat übermittelte schwedische Antwortnote vom 22. November auf die im Wortlaut veröffentlicht worden. Die schwedische Regierung hält es für selbstverständlich, daß Deutschland einen ständigen Rats. fit erhalte. furzem die Bolkspartei vor der bitteren Erkenntnis stehen einander zu vergleichen. Hörsing ist eine Generalsstelle in der deutsche Denkschrift an die Ratsmädte ist vom Bölferbundssekretariat wird, daß es nicht nur ohne Stresemann, fondern auch ohne von Richter und Boelig geht Zur Wiederwahl Brauns. Frankfurt a. M.. 31. Januar.( Mtb.) Die Frankfurter Zeitung" reibt zu der gestrigen Ministerpräsidentenwahl in Breußen: Es gilt nun, die neue Regierung fo aufzubauen, daß fie weiteren An stürmen gewachsen ist und etwaige Obstruttionsverjuche der Opposition zu verhindern oder zu überwinden vermag. Hier werden sich natürlich schon bei der Besehung der Ministerien Inanche Schwierigkeiten ergeben. Su ihrer Behebung hat der Ministerpräsident bis zum Wieder zusammentritt des Landtages aus reichende Zeit. Bei den nunmehr einsehenden Verhandlungen amischen den Regierungspartelen wird sich herausstellen, ob die jezige Biedermahl des Ministerpräsidenten schon die eigentliche Lösung der Regierungsfrise oder erst der llebergang zu einer neuen Kombination, war, d. h. der späteren Betreuung eines 3entrumsmannes mit dem Ministerpräsidium." Jufferand ebbernfen. Der französische Botschafter in Washington, Jusserand, hat dem Präsidenten Coolidge fein Abherufungsschreiben überreicht. Cagliostro. Operette im Theater des Westens. Das Leben des Grafen Cagliostro ist so verwirrend und viel fcitig, in voller Abenteuer, Frechheiten, Steigerungen, so sehr Hin ind Her von Liebe, Lust und lebermut gewesen, daß auch ein ffeiner Ausschnitt daraus taum zu entwirren ist. So hat Richard Bars einen Riefenaufwand an Worten und Szenen treiben müssen, um die Geschichte einer Fälschung flarzustellen. Der Friseur Balfamo, der durch Zufall in den Besiz der Cagliostroschen Dokumente geriet, von der flugen Hofdame der Kaiserin Maria Theresia nach ien gelockt wird und dort ein Attentat auf die Kaiserin vereitelt; die erwachende Liebe der Fürstin, die Verlobung, die Entdeckung schließlich, daß der Haarschneider wirklich ein Cagliostro ist, ein Bru der des richtigen Abenteurers( der wieder als Sekretär. Dienste fat) eine unheimliche Fülle vieler, gar zu vieler Episoden der linwahrscheinlichkeit. Die pathetische Gejste herrscht vor, und zuletzt geht natürlich alles im Paradeschritt mit Glofengeläut und einer Melodie aus den„ Judas Maftabäus" trunken in die Begeisterung des antirepublikanischen Publikums ein. Ohne das zieht jetzt feine Operette mehr. Zum Glück sind die Nebenrollen reicher, wißiger, operettenhafter bedacht. Curt 3orsig macht die Musif dazu, inehr in Hinneigung zum Wiener Muster als zum modernen Tanz. Sehr nett die Tannhäuser- Parodie. In den Kuplets über die Biel: Lieberei und„ An Lori" flingen ältere Weisen bedenklich an. Fern von aller Originalität, sicher unehrgeizig, treibt 3orlig sein Melodien schifflein durch die plätschernden Wässer aller derer, die seine Pointen Borgeahnt haben. Doch vermeidet er das Absolut- Platte und das Bulgäre. Ein Schlager entsteht auf die Art nicht. Broße Heiterfeit entfachte Siegfried Arno mit seiner Körperafrobatif, Hilde sörner als graziöses Friseurmädel im Hofgewand. Corby milowitsch sieht berückend aus und Eduard Lichtenstein fingt, felbst für Taube vernehmbar, mit der Stimme eines tenoralen Oberleutnants. Auch die Schneidigkeit gehörte immer zu feinen Tugenden, wie muß sie ihm erst zu Gesicht stehen, wenn er einen nerfappten Rajeur spielt. Man sollte von dem vierstündigen Stüd mit scharfem Messer eineinhalb Stunden abschneiden. Dann fällt allerhand Zopfiges unter den Tisch. Der Beifail war groß in einem Jause, in dem drei Tage vorher der„ Don Juan" der Rolfsoper be= felt worden war. Arme Kunst! K. S. Cine himmlische Affäre. In der gestrigen Ausgabe( Nr. 25) des Deutschen Reichs- und Preußischen Staatsan eigers" findet sich unter der Rubrit Ministerium für Sissenschaft, Kunst und Volksbildung" folgende am t che Mitteilung: Ramens des preußischen Staatsministe riums ist der Präsident des Reichsgefundheitsamts Wittlicher Geheimer Oberregierungsrat Dr. Bumm zum ordentlichen Ehrenmitglied des ftaatlichen Instituts für experimentelle Therapie zu. Frankfurt a. M. ernannt worden." Hoffentlich ist man im Himmel auf den„ Deutschen Reichs und Breußischen Staatsanzeiger" abonniert. Const würde Herr Bumm, der bekanntlich vor vier Wochen, am 2. d. M., gestorbent Jawohl, das Reichsbanner ist nur eine Zveigstelle der DC., nicht, wen sie sich verkaufen sollen, ob Rupprecht von Wittels die sozialdemokratischen Führer sind gekauft. Sie wissen nur bach und Wilhelm von Doorn. In den nächsten Tagen findet eine Borstandssitzung statt, um die verschiedenen Angebote mitfünftigen weißen Armee notariell zugesichert worden. Der „ Borwärts" wird mit dem„ Deutschen Tageblatt" verschmolzen. Eberts Tochter heiratet den ältesten Sohn des Kronprinzen, um die Personalunion zwischen Hohenzollern und SPD. zu besiegeln. Breitscheid fährt nach Paris, um Herriot mit dem Geld des Reichslandbundes zu bestechen, damit er ein Auge zudrüde. Nun: Jegt wißt ihr alles, alles, afles! Recht für Fechenbach. Soll er zehn Jahre chrlos bleiben? Bom Genoffen Kurt Rosenfeld wird uns gefchrieben: Zu Ihrem Artikel Zum Fall Fechenbach gestatte ich mir. folgendes zu bemerken: Ihre Kritik an der Behandlung des Falles Fechenbach endet mit der Frage an die bayerische Regierung, ob sie Fechenbach meiterhin mit dem zehnjährigen Ehrverluft belastet missen und das Damoflesschwert der vierjährigen, jederzeit widerruflichen Bewäh rungsfrist über ihn hängen lassen will. Die bayerische Regierung will dies sicherlich, und unsere Fraktion hat dies vorausgesehen. Deshalb hat sie nicht nur im Intereffe Fechenbachs, sondern auch im Interesse all der anderen politischen Gefangenen, ift, von der ihm wiederfahrenen Ehrung vielleicht gar nichts er fahren. Und das wäre schade, denn es unterliegt teinem Zweifel, doß dicse freudige amtliche Nachricht im Jenfeits nicht nur bei dem wirklichen Geheimen Seligen selber, sondern bei sämtlichen himmlischen Heerscharen dieselbe Heiterkeit hervorrufen würde, die fie in unserem irdischen Jammertal erregen wird. Alf- Berliner Erinnerungen lohnen, wenn sie nett vorgeplauder: werden, selbst bei Regenguß eine Fahri bis nach Köpenid hinaus. In der Körner- Schule sprach hier vor vielen Gästen Hanns Fechner, der erblindete Malerpoet. Alle möglichen berühmten Beute hat er gemalt, 3. T. auch aus dem Friedrichshagener Kreis des jungen Gerhart Hauptmann, ferner z. B. auch Fontane, der zu1 Köpenid ja besonders enge Beziehungen hatte. Plaudern kann der alte Berliner so lustig und anschaulich, daß alle anfangs schmunzeln und zuletzt in Wonne strahlen, die Grautöpfe in Erinnerungsseligkeit, die in den besten Jahren", meil's just' genau so ersteht, mie's der Bater erzählte, und die Zwanzigjährigen, weil eben wirklich alles so zum Lachen ist. Noch in der 89, die einen in sechsundsechzig Minuten wieder ins Zentrum schüttelt, wiederholen sich ein paar Zuhörer die erlauschten Anekdoten vom Schusterjungen, der Höferfrau und dem gefoppten Bennbruder, von Juste, dem Droschkengaul mit dem kleinen Stall und Schramme, dem Wilmersdorfer Schlächter mit den großen Ist das nicht schön? Einer der Bürsten und dem großen Herzen. Fahrgäste, der nicht mit dabei war, will nun die Wiederholung des Abends besuchen. Am 2. Februar findet sie um 8 Uhr abends im Realgymnasium Weißensee, Woeld- Promenade 38, statt. Wer noch mitkommt, wird es nicht bereuen. ergo. " Schöpferische Potenzen, Kunst und Proletariat" war der viel versprechende Titel eines nichts- oder doch nur wenigfagenden Bortrags, den u Marten im Neuen Buchladen" in der Augsburger Straße hielt. Da die Rednerin, deren Qualitäten als Gedanken vortrug und alten Erkenntnissen sonderlich glückliche neue Kunstschriftstellerin beachtlich sind, diesmal feine mefentlich neuen Brägung nicht zu geben wußte, erübrigt sich ein weiteres Eingehen. 3wei Zitate:„ Ueber Kunst kann man nicht reden." Und ein Theatermann der Praxis in der Diskussion:"' s scheitert doch alles, nich wahr?" Ja, liebe Leute, meint ihr nicht, daß so vieles scheitert, weil zu viel geredet wird? E. G. Millionenbeute aus der Tiefe des Meeres. Wie aus New York gemeldet wird, hat der englische Kapitän Leavitt eine Taucheraus: rüftung erfunden, die fähig ist, einen riesigen Wasserdruck auszuhalten, und die infolgedessen dem Taucher die Arbeit selbst in einer Tiefe von 100 Metern noch gestattet. Angesichts der völligen Dunkelheit, die in diesen Tiefen herrscht, wäre eine Verwendung des neuen Apparats trotzdem nicht möglich, wenn man nicht in der starf leuchtenden Westinghouselampe ein Mittel hätte, diese Dunkelheit zu erhellen und damit die Arbeit in der Tiefe zu ermöglichen. Danf dieser Erfindung fonnte Kapitän Leavitt, der selbst Kommandeur eines Taucherschiffes ist, in wenigen Monaten aus der Tiefe des Ozeans die ganze Kupferladung der Fregatte Caphorn", die vor 56 Jahren mit Mann und Maus an der chilenischen Küste unterging, wieder zutage fördern. Der Wert des zurückgewonnenen Metaus ist auf rund 3 Millionen Goldmark zu schäzen. Kapitän Zu der Frage des. Art. 16 t die schwedische Regierung der nicht, daß es mit dem Bälterbundpaft und feinen Grundsätzen taum vereinbar wäre, wenn Deutschland dem Völkerbind mit einem Borbehalt beiträte, der die wichtigen im Art. 16 des Pattes angeführten Bestimmungen, die übrigens gegenseitig sind und denen infsigedessen das Recht auf Hilfeleistung der andra ren Mitgliedstaaten entspricht; es sei, wie aus den angenommenen Entschließungen hervorgeht, mit den Bestimmungen des Art. 16 nicht unvereinbar, daß bei der Ausführung der Santtions. Derpflichtungen in einem gewissen Maß, der besonderen Bage eines Staates, Rechnung getragen werde und infolgedessen auch einer Tatsache, wie den Rüstungsbeschränfungen Deutschlands. Die schwedische Regierung spricht die lebhafte Soffmang aus, daß die deutsche Regierung nicht der Ansicht ist, daß die Bestimmungen des Art. 16 ein Hindernis für den Eintritt Deutschlands in den Böllerbund darstellen. Der Provinziallandtag der Provinz Grenzmarf Bosen- Westpreußen protestiert gegen die Abschneidung Bestpreußens von der Weichsel. Asquith, der bei der lezten Wahl unterlegene Führer der englischen Liberalen, bat die Ernennung zum Oberhausmitglied angenommen. Er bekommt ben Titel eines Earl of Drford". W Leavitt beabsichtigt, durch den Erfolg ermutigt, jetzt auch den Ber fuch zu wagen, die auf dem Grunde des Meeres ruhenden Schätze der Lufitania" zu heben. Der versteinerte Leichnam. Die Stadt Fulton im Staate Missouri ist, wie aus New York berichtet wird, ganz aus dem Häuschen. Man hat nämlich bei einer zufälligen Grabung entdeckt, daß der vor 25 Jahren auf dem städtischen Friedhof be grabene Zeichnam einer Frau Guthrie vollständig zu Stein geworden ist, während die Leichen von vier anderen Personen, die zur selben Zeit und in derselben Friedhofsabteilung beftattet worden waren, sich in der üblichen Weise zersetzt haben. Der Eichenfarg, der den Leichnam der Frau Guthrie barg, war völlig zersplittert und verfault. Die Gesichtszüge der Frau Guthrie find so gut erhalten, als wenn fie noch von Leben erfüllt wären, und der versteinerte Körper mar fo schwer, daß fünf Männer Mühe hatten, ihn zu heben.. " Erstaufführungen der Woche. Dienst. Schiller Th.:.Bon Morgens bis Mitternacht. Trianon Tb.: Einmal ift feinmal. Miltro. Komödienhaus: Bir laffen nnsscheiden. Donnerst Freit. Kleines Sb.: Frau Loheneffing- Th. Mrs. Dot Mont. Staatsoper: 2a rin. Tribune: Der Biberpels raviata. Deutsches Th.:, Die Stüzen der Gesellschaft". Urania Borfräge. Mont. bis Donnerst.( 5 u. 9), Freit. ut. Sonrab.( 9), Sonnt.( 5, 7, 9): Indien, das Land der Träume".. bis Donnerst.( 7), Freit. n. Sonnt.( 5, 7): Argentinien. ( 9):„ Nach Südamerika ins alte Reich der Intas. Mont. Wittm. Aus den Anfängen der Berliner Bolfsbühne. Ueber dieses Thema spricht auf Veranlassung der Boltsbühne e. B. Curt Baale am Montag, ben 2. Februar, abends 7%, Uhr in der Aula der Schule Gipsstraße 23a. Boltsbühnenmitglieder haben unentgeltlich Zutritt. Tanzmatinee Laban in der Bolfsbühne. In der XII. Beranstaltung der Boltsbühne am Sonntag, den 8. Febr., mittags, 12 Uhr, im Theater am Bulomplag werden Rudolf von Raban und Bert Ruth Roeser zum ersten Male in Berlin ihre neuen choreographischen Tanz tompofitionen zeigen. Das Programm enthält neben choreographischen For maten Grotesten und eine Burleste Tanzjuite. Das Herrnfeld- Theater fommt wieder. Direktor Anton Herrnfeld, welcher mit seinem Ensemble von einer Gastspielreife burch alle größeren Städte Deutschlands nach Berlin zurüdgelehrt ist, eröffnet am 5. Februar ein Gastspiel im Residenz Theater. Als Eröffnungsstüd gelangt die Komödie von Anton und Donat Herrnfeld: Wer ist der Vater?" zur Aufführung. " Die Kunffhandlung Frik Gurliff, Potsdamer Str. 113, eröffnet am 2. februar eine Ausstellung Ballett" von Ernst Opler. in der Ge. gezeigt werden. mälde, Aquarelle, Zeichnungen und Graphit des Künstlers zu diesem Thema Quidde für den Friedens- Nobelpreis vorgeschlagen. Der interparlamen. farische Ausschuß des Schwedischen Reichstages beschloß, Professor DuiddeBerlin für den Friedens- Nobelpreis vorzuschlagen. Jufammenbruch Wiener Theater. Im Zusammenhang mit dem Ronture der Stanimerspiele und des Modernen Theaters wird in den nächsten Tagen auch die Neue Wiener Bühne um die Einleitung eines Konkursverfahrens nachsuchen. Damit find innerhalb dreier Wochen fünf Wiener Theater finanziell zusammengebrochen. Ameritas ift praktisch gelöst. Die Rontratte über eine Summe von jūni 20 Millionen Mart für eine Kirche. Die Frage der National- Rathedrale Millionen Dollar sind von den Vertretern der Kirchlichen Behörden und der Firma Jacobs und Young unterzeichnet. Am schwarzen Brett. So Sport. Das schwarze Brett! Die Litfaßsäulen der Schulen, der Be hörden, der Betriebe wer fennt sie nicht? Was verloren und ge. finden wurde, was billig zu beziehen und was billig zu verkaufen und was man verschiebt, alles, alles fteht am schwarzen Brett. ist, was empfohlen und was abgelehnt wird, was ,, man" veranstaltet sammelte der Konzern erfolgreich in Groß- Berlin. Eine Dreiftigkeit chiedliche zusammen. Hermann Herse traf auf den guten Ham Das ist die Zeitung, die nichts loftet und die jeder lieft. Harmlos ist sie und doch wichtig, denn ihr Inhalt wird tatsächlich nur von den Interessen ihrer jeweiligen Lefer bestimmt. Noch hat man nichts davon gehört, daß ein Schwerfapitalist sich darum bemühe, schwarze Breiter aufzukaufen, und das ist verständlich, denn dankbarer, weil massenerfaffender ist in der Tat der Einfluß auf das zu Papier, zu Zeitungen verarbeitete Holz. Nichts gibt es, was am schwarzen Brett nicht mit großem Interesse gelesen werden würde. Nichts, was nicht seine Liebhaber, seine Spezialisten fände. Das liegt eben an der Beschränkung, die sich das schwarze Brett leisten fann, weil es einen festeren Lesertreis hat als jede Zeitung und Zeitschrift. Wenn man also zum Erempel an einem der vollgeschriebenen, vollgeflebten und vollgehängten schwarzen Breiter der Berliner Universität mitgeteilt findet, daß der Student Start Fechtgegenstände faufen möchte, dann irren wir ums, wenn wir annehmen sollten, daß der Student Start feine aufmerksamen Lejer findet. Im Gegenteil, soundsoviel junge Leute sind vielleicht froh, ihre Säbel verkaufen zu können. Ich glaube( und ich nehme es feinem übel), fich einmal richtig satt zu essen, wenn sie hungerten, ist ihnen mehr wert als das ganze romantisch- titschige Brimborium. Bielleicht irre ich mich auch, vielleicht nennen sie selbst vor ihrem Kopf ein so dices Brett ihr eigen, daß das schwarze Brett an der Band im Guten und im Bösen nichts auszurichten vermag. Diefe Leute haben nämlich„ Sorgen", von denen sich der Durchschnittsmensch in seiner Einfalt nichts träumen läßt. Vielen fehlt es heute am Nötigsten, keiner von ihmen wird die Sorge um die Fechtgegen stände in ihrer ganzen Schwere erfassen fönnen. Wohl aber ist zu befürchten, daß mancher sich über die ewigen Kinder mit Säbel, Bierfeidel, Hakenkreuz und ähählichem Standesbewußtsein" ärgert. Aber das ist wirklich überflüssig und zwedios. Freuen wir uns über jedes schwarze Brett, beffer als alle Programme dokumentiert es den Geist feiner Benutzer. Ihn zu kennen ist besonders in diesem Fall wichtiger als ihn zu beschimpfen. Ein ruiniertes Menschenleben. Drei Jahre Gefängnis für die Untat eines Raufboldes. Mit scharfen Strafen gehen die Gerichte, und zwar mit Recht, jeizt gegen Raufbolde par, die bei jeder Gelegenheit Schlägerei anjangen und in brutaler Weise das Leben ihrer Mitmenschen gefährden. Durch einen solchen gemeingefährlichen, in der ganzen Gegend gefürchteten Raufbold ist der Arbeiter 3immermann für fein ganzes Leben in seiner Gesundheit geschä. digt worden. Er war eines Abends mit mehreren Freunden in ein Lotal am Mariannenufer geraten, in dem sich eine zweifelhafte Gesellschaft befand, die untereinander in eine Rauferei geraten war. Um nicht mitverwickelt zu werden, fehrten die Männer jo fort wieder um. Das brachte einen zu den Stammgästen des Lofals gehörenden Mann namens innemann derart in Harnisch, daß er ein Bierseidel ergriff und dem ahnungslosen Zimmermann mit folcher Bucht hinterrüds auf den Kopf schmetterte, daß diefer ohn mächtig zusammenbrach. Die Folgen des Schlages waren so schwer, daß das bedauernswerte Opfer noch heute an Nervenschwäche leidet und die Sehfraft des einen Auges eingebüßt hat. Die Berhandlung gegen Ninnemann war auf große Schwierigkeiten gestoßen, da dieser intmer geleugnet hatte, daß er der Täter sei und es hatten bereits drei Termine ver tagt werden müssen. Bu ber gestrigen Berhandlung hatte aber R.-A. Dr. Kurt Rosenfeld als Rechtsbeistand des Berlegten einen fo umfangreichen Belastungsbeweis beigebracht, daß der An geflagte sich nunmehr zu einem offenen Beständnis bequemte und auch sein Bebauern über seine Tat aussprach. Bon den Bolizei beamten wurde dem Angeklagten das Zeugnis ausgestellt, daß er als ein gefährlicher Schläger in der ganzen Gegend gefürchtet mar, daß er aber nur unter der Einwirkung des Alfohols zu seinen Ausfchreitungen neige. Das Gericht erfannte auf drei Jahre Gefängnis. Dem Berlegten wurde auch eine Buße von 1000 Reichsmart zuge billigt, die allerdings nur auf dem Papier stehen dürfte. Berrat chemischer Geheimrezepte. Der Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation( Agfa) war es auf gefallen, daß Ende 1923/24 wiederholt aus ihrem Betriebe stam mende geheime Farbstoffrezepte in England hergestellt wurden. Die Nachforschungen lenkten den Verdacht auf zwei im Betriebe der Gesellschaft beschäftigte Chemifer Dr. B. und Dr. H., von denen der erstere bei einer Frau Marie Loege wohnte. Durch den Lciter des Sicherheitsdienstes der Fabrit gelang es, Frau Loege in eine Falle zu foden und so festzustellen, daß Frau Loege den Berkauf von Rezepten vermittelte. Im weiteren Verlauf der Untersuchung wurde gegen Dr. B. und Dr. H. Anklage erhoben. Sie hatten sich vor dem Schöffengericht mitte megen Diebstahls und unlauteren Wettbewerbs zu verantworten. Es wurde ihnen cuch vorgeworfen, daß sie zusammen mit Frau Loege den Berrat der Geheimrezepte nach England ausgeführt hätten. Bet dem Mangel an geeigneten Strafbestimmungen falle diese Handlungs reise unter die Berfehlungen gegen das Gefeß zur Berhütung des nlauteren Bettbemerbs. Die beiden angeflagten Chemifer be stritten entschieden, daß sie von dem Berrat nach England Kenntnis gehabt hätten. Die mitangeklagte Frau Loege gab zu, daß fie ohne Bissen der beiden Chemiter die Rezepte fich angeeignet habe, um Geld zu verdienen. Sie bezeichnete fich als eine Borbesikerin des Hanauers Lagers. Durch Kutister, mit dem fie Geldgeschäfte gemacht habe, sei fie ruiniert worden und habe ihr ganzes. Bermögen verloren. In ihrer Not habe sie durch den Berkauf der Rezepte Geld verdienen wollen. Das Echöffengericht tam nach eingehender Beweisaufnahme zu dem Ergebnis, daß ein Diebstahl nicht vorliege, da die Rezepte nach ihrer inschrift wieder in die Fabrit zurüdgekommen feien. Auch eine Beteiligung der beiden Chemiker an den Verrat der Frau Loege fonnte nicht nachgewiesen werden. Dagegen hielt das Schöffen gericht Dr. B. und Dr. H. des unlauteren Bettbewerbs für schuldig, da sie durch die Vervielfältigung der Rezepte offenbar die Absicht hotten, diese zum 3mede des unlauteren Wettbewerbs zu verwerten. Das Urteil lautete gegen Dr. B. auf drei Monate Dr. H. auf vier Monate Gefängnis. Frau Loege wurde zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Ihre Haftenlassung wurde gegen Sicherheitsleistung von 1000 M. in Aussicht gestellt. Ter Fürsorgekonzern". Die Sammelschwindler aller Art traten bisher als Spezialisten immer nur einzeln auf. Dem Zuge der Zeit folgend aber hatten sich jezt 6 Mann, der 22jährige Gerhard Frank aus der Marimilianstraße zu Bantow, ferner Richard Saalmann, Heinrich Sänger, Walter Kreischmar, Bruno Roil und ein angeb ficher Dr. Broschte zu einem Ronzern zusammengeschlossen, den fle Fürsorgefonzern", abgefürzt füco", nannten. Generaldirektor war Frank. Die Gesellschaft sammelte angeblich für eine„ Berliner Binterhilfe", eine„ Berliner Kinderhilfe", eine„ Berliner Altershilfe, eine Berliner Obdachlosenhilfe u. a. m. Für alle diese Silfen ließ sie Listen mit Bordruden herstellen, die sie mit dem gefälschten gelben Genehmigungsft empel des Polizeipräsidiums versah. Zur Beglaubigung deffen, daß aud) der Magistrat Berlin diese Sammlungen billige, fälschten die " Schwindler auch noch einen Stempel des Oberbürgermeisters Böß. In die Sammellisten trugen sie ansehnliche Posten, 100 bis 200 M., ein, die Berliner Banken und Großbetriebe gezeichnet haben sollten. Diese Zeichnungen beglaubigten sie wieder mit gefälschten Stempeln triebe, entsprechende Beträge zu zeichnen und zu zahlen. der Firmen. Die gefälschten Eintragungen veranlaßten andere Be des Generaldirettors" Frant aber führte endlich zur Aufdeckung der Schwindeleien. Frank und Sänger fuhren wieder im Privat auto bei einem Tuchgeschäft vor. Der Direktor des Betriebes war aber nicht anwesend. Die Angestellten erklärten nichts zeichnen zu fönnen und stellten anheim, die Liste dazulassen und am nächsten Tage wieder zu kommen. Der Betrieb schöpfte Verdacht und stellte der Kriminalpolizei die Sammelliste zur Verfügung. Die Liste wurde sofort als Falschung erkannt. Als Frant und Sänger am nächsten Tage zum Abholen der Liste wiederkamen, wurden sie festteilungen über diese Schwindelsammlungen nimunt Kriminalgenommen. Ebenso gelang es, ihre Komplizen zu verhaften. Mit fommiffar Linnemann, Dienststelie B. II. 1. im Bolizeipräfi dium, entgegen. Die Tätigkeit der Schwindler reicht bis in den Juli vorigen Jahres zurüd. Die Entschädigung der Auslanddeutschen. Protestversammlung in der Stadthalle. Der aus der Mitte der Ausland, Grenzland- und Kolonial bei nicht sehr stark besuchtem Hause ausgetragen. Der gezeigte Spo Die geftrigen Ausscheidungs- Bogfämpfe im Sportpalast wurden war nur mäßig. Die Ausscheidung im Weltergewichte brachte unterburger Kündig. Dieser ermies sich Herse ebenbürtig, und es schien 8- Runden- Kampfes war ein Unentschieden. Im zweiten Aussche: als ob er der bessere in diesem Kampfe war. Das Resultat de schon in der 4. Runde abgebrochen infolge eines Tiefschlages, ben dungskampf um die Weltergewichts- Meisterschaft wurde das Treffe Bennies- Altona von dem Berliner Raube erhalten hatte, die ärztliche Untersuchung fonnte Spuren eines Tiefschlages nicht fest stellen, damit war Sieger dieses Kampfes Kaube. Dem jungen Berliner Diener gelang es nach guter Arbeit in 8 Runden, Rudi Wagener überlegen nach Punkten zu schlagen. Recht hart gestaltete sich die Ausscheidung der Leichtgewichtler. Paul Czir. der überlegene Berliner nach 8 Runden den Punktsieg. Paul jon hatte den flinten Kölner Höhl zum Gegner. Hier.fafsierte Road und Edu Schmidt standen sich im 12- Runden- Revanche tampf gegenüber. Ein Treffen, das von beiden mit dem besten Können ausgetragen wurde, technisch gut und sehr sauber, Schmidt blieb Punktsieger. Otto Griese mußte Mattheus Hamburg nach 6 Runden den Bunftsieg überlassen. Im Federgewichts- Kampf trat an Stelle des erkrankten Ziemdorf Möller gegen den Bremer Baulte. Nach flotten 6 Runden wurde der Kampf mit Unentschieden Theater der Woche. Bom 1. bis 9. Februar 1925. Boltsbühne: Mer meint um Judenad? Opernhaus: 1. Tosca. 2. Figaros Sochzeit. 3. Die vertaufte Braut. 4. Die Schakgräber. 5. Mona Lisa. 6. Ariadne auf Naxos. 7. Die Zauberflöte. 8. Rosenkavalier. 9. Traviata. Oper am Königsplay: 1. und 7. Sar und Zimmermann. 2. Troubadour. 3. Cofi fan tutte. 4. Tiefland. 5. Madame Butterfin. 6. Cavalleria. Bajazzi. 8. Tosca. 9. Fliegende Holländer.- Schauspielhaus: 1, 4, 6. und 8. CharTens Tante. 2. und 7. Wallensteins Bager. Piccolomini. 3. Peer Gynt. fpenftigen Rähmung. 2. Das Konzert. 3.( Bum 1. Male), 5. und 9. Bon 5. und 9. Wallensteins Tod. Schiller- Theater: 1., 4., 6. und 8. Der Wider=" morgens bis Mitternacht. 7. Torquato Taffo. Deutsches Theater: 1. Früh Johanna. 9. Die Stüßen der Gesellschaft. Kammerspiele: Der Lampen schirm. Die Romödie: Sechs Personen suchen einen Autor. 1 deutschen gewählte Propagandaausschuß hatte zu gestern abend eine sehr starkbesuchte Brotestversammlung nach der Stadtu Ende geführt. halle einberufen. Der Referent des Abends, ein Herr Neumann, führte aus, daß der größte Teil der Auslanddeutschen sich mit der bisherigen Interessenvertretung durch den Bund und die Bünde der Auslanddeutschen nicht weiter einver ein paar seiner Mitglieder in hervorragender Stellung Entschädistanden erklären tönnte. Der Bund habe lediglich durch sich befinden, erwirtt. Das Gros der Auslanddeutschen gungen für Auslanddeutsche, die gleichfalls in hohen Stellungen habe so gut wie gar nichts erhalten. Eehr vielen Auslanddeutschen aber gehe es sehr schlecht. Sie befäßen miserable Wohnungen und hätten taum das Notwendigste an Möbeln, Klei dung und Wäsche. Die Auslanddeutschen wollten feine Wohltätigings Erwachen. 3. und 5. Stabale und Liebe. 3., 4., 6. bis 8. Die heilige feit und wollten nicht als Bettler behandelt werden, sondern wünsch ten nur ihr Recht. Die Regierung habe immer geantwortet, fie befize kein Geld. Dieſelbe Regierung babe aber milli. onen und aber millionen den armen" Großindustriellen am Rhein und an der Ruhr geschentt. Da mit die Interessen der Auslanddeutschen energisch und erfolgreich vertreten werden, sei aus ihrer Mitte ein Propagandaausschuß gewählt worden, der bei Reichstag und Reichsregierung die berech tigten Ansprüche der Auslanddeutschen durchzubrüden bestrebt sein Erianon- Theater: 1. und 2. Mar. Ab 3. Einmal ist teinmal. Zentral Schädigung durch das Reich ausgearbeitet werden. Nach dem alten merde. Vor allem müsse ein neues Geset über die Eut Gejezz befämen die Auslanddeutschen teine Entschädigung, die seinerzeit ihrer Militärdienstpflicht nicht genügt hätten. Das sei ein Schandfled, der ausgelöscht werden müsse. Wir lebten heute in einer Republit, die die Wehrpflicht abgeschafft habe. Die Auslanddeutschen verlangen an Entschädigung: 1500 m. für 4 und 5. Das Milchmädchen von Schöneberg. Rose- Theater: 1., 2., 3., 6., 7. und 8. Wilhelm Tel. jeden über 21 Jahre alten, 750 m. für Personen im Alter vont 16-21 Jahren und 250 M. für jedes Kind. Diese Summen müßten fofort, spätestens aber am 1. April in bar ausbezahlt werden. Erfläre die Regierung wiederum, fie befize fein Geld, so verlangten die Auslanddeutschen, daß von jedem Deutschen, der 20 000 m. Einkommen habe, eine Steuer entrichtet merde zur Entschädigung der Auslanddeutschen. Eine in diesem Sinne gehaltene Entschließung wurde mit überwiegender Mehrheit angenommen. LeffingTheater: 1. bis 4. Banco. Ab 5. Mrs. Doth. Theater in der Königgräger Straße: Tierchen. Deutsches Opernhaus: 1. und 9. Boccaccio. 2. Wenn Grage: Das Sie 3. Mignon. 4. Barfifal. 5. Ein Maskenball.. 6. Figaros Sochzeit. 7. Tannhäuser. 8. Die Fledermaus. Großes Schauspielhaus: An alle Theater des Bestens: Der Graf von Cagliostro. Barrens Gewerbe. Renaissance- Theater: Serbstliche Geigen. Die Tribüne: 1. bis 5. Frau Ab 6. Der Biberpelz. Deutsches Künstler- Theater: Riquette. Komödienhaus: 1. bis 3., 8 Uhr: Die Cousine aus Warschau. 4.( 7 Uhr), ab 5.( 8 Uhr) Wir laffen uns scheiden. Berliner Theater: Anneliese von Deffau. Reues Theater am Roo: Wild- West- Mädel. Theater: Die verfunkene Glode. Theater in der Rommandantenstraße: Die Frau ohne Ruk. Komische Oper: Das hat die Welt noch nicht gefeh'n! Lustspielhaus: Der wahre Jakob. Metropol- Theater: Gräfin Mariza. Reues Operettenhaus: Die vertauschte Frau. Thalia- Theater: Das Dreimäderlhaus. Theater am Kurfürstendamm: Mamzell Ritouche. Kleines Theater: 1. bis 5. Rofa Altschul. Ab 6. Frau Lohengrin. Wallner- Theater: Belleas und Melisande. Goethe- Bühne: Unsere Räte. Walhalla Theater: Bariete- Borstellung. Rafino- Theater: Graf Rofs. Intimes Theater: Abenteuer nach dem Tode. Rați. Die Lebensretterin. Scheidungsfouper. Schloßpark Theater Steglis: Der liebe Augustin. Theater im Abmiralspalast: Noch und Noch! Apollo Theater: Das lachende Berlin.- Theater am Rollendorfplak: Film: Orlacs Hände. Rachmittagsvorstellungen. Boltsbühne: 1. Der Seimatlose. Unterm faribischen Mond. 8. Schluck und Jau. Schiller- Theater: 8. Das Fest der Sandwerker. Deutsches Theater: 8. Alt- Heidelberg. Kammerfpiele: 8. Frühlings Erwachen. Die Komödie: 8. Die deutschen Kleinfrädter. Deutsches Opernhaus: 1. Der Freischilk. 8. Figaros Sochzeit.. Großes Schauspielhaus: 1. und 8. Der Rigeunerbaron. Berliner Theater: Operngaftspiel: Die Regimentstochter. Zentral- Theater: 1. Der G'wiffensmurm. 8. Moral. Theater in der Kommandantenstraße: 1. Der Naub der Gabinerinnen. 8. Sans Sudebein. Komische Oper: 1. und 8. Das hat bie Belt noch nicht gefch'n! Theater am Kurfürstendamm: 1 und 8. GroßstadtLuft. 7, Rumpelstilzchen.. Rose- Theater: Das Milchmädchen von Schöner Schloßpart- Theater Steglig: 1. und 8. Der Froschkönig. Sheathi berg. 1 Bom Zug erfaßt. In zerst üdeltem Zustande wurde mors gens gegen 16 Uhr der 46 Jahre alte Beichenwärter Robert Laste aus Tempelhof von einem Bahnbeamten auf dem Gleis 11 in der Nähe der Weiche 72 am Ringbahnhof Tempelhof aufgefunden. am Rollendorfplag: Gastspiel: Peterchens Mondfahrt. Allem Anschein nach ist Laste durch den einfahrenden Güterzug 9213 überfahren worden. Die Leiche wurde beschlagnahmt und dem Schauhaus zugeführt. Zeugen des Unfalls haben sich bisher nicht ermitteln laffen. T Straßenbahnmonatsfarten und Wertmarken für Jebruar werden ausgegeben in der Hauptausgabestelle, Leipziger Play 14, am vorlegten, legten, ersten und zweiten Werktage im Monat von 8-6 Uhr, sonst roerttäglich von 9-4 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr. Außerdem werden am vorlegten, legten, ersten und zweiten Werktage im Monat neue Karten und Wertmarten auch auf den Betriebsbahnhöfen Lichterfelde, Hindenburg Damm 67/70, Spandau, Pichelsdorfer Straße 35, Westend, Spandauer Straße 22 und im Geschäft von innert, Röpenid, Schloß straße 21, während der Geschäftsstunden ausgegeben, ferner in der 3 weigstelle Rollendorfplat( Hochbahnrampe) am ersten und legten Werktage im Monat von 8-6 Uhr. Wert marten sind erhältlich in allen Geschäften der Firma A. Bertheim u. Co., A. Jandorf u. Co., im Kaufhaus des Weftens, im Kaufhaus S. Joseph u. Co., Neukölln, Berliner Straße 51/55, im Kaufhaus . Stein, N., Chauffeeftr. 70/71, in den Geschäften von Sternberg, Spandau, Breite Straße 21/23, Boike, Mahlsdorf- Süd, Köpenicker Allee, Schilsfy, Friedrichshagen, Seestr. 109, und Helbig, Teltow, Berliner Straße 8. A Eine tommunistische Beranstaltung! In Nr. 46 brachten wir im Vereinskalender eine Anfündigung des Arbeiter Bildungs vereins Bantom Schönhausen. Wie wir erfahren, handelt es sich hier um eine rein fommunistische Beran staltung, an deren Besuch unseren Genoffen nichts gelegen sein tann. Die Jugendweihe für den 7. Kreis, Charloffenburg, findet am 29. März 1924, vormittags 11 Uhr, im Staatstheater( früher Schiller Theater), Bismardstraße, statt. Der Vorbereitungsunterricht wird erteilt jeden Montag und Freitag von 4 bis 6 Uhr in der 32. Gemeindeschule, Dranienstr. 15a, durch Benoffen Lehrer Schmücker. Er. forderlich ist einmalige Teilnahme. Der Tag bleibt freigestellt. Um dieselbe Zeit und am gleichen Ort wird regelmäßig Unterricht in der Genossen Lehrer Hubert Wagner im Auftrage der freien Schulge Lebenstunde für Jugendliche vom zehnten Lebensjahre an durch den meinde erteilt. Allmählicher Abban der Audionsverfuchserlaubnis. Bie wir aus dem Bostministerium erfahren, beabsichtigt die Reichstelegraphen einen allmählichen Abbau der Audionversuchs verwaltung, dem funtfartell demnächst Richtlinien für erlaubnis vorzulegen, die dann in gemeinsamen Verhandlungen einer eingehenden Beratung unterzogen werden sollen. Es hat alle den Anschein, als ob die Reichstelegraphenverwaltung gewillt ist, auf die zahlreichen Anregungen aus den Kreisen der Funkfreunde und der Presse bis zu einem gewissen Grade einzugehen. Man fann ihr dazu nur Glück wünschen, denn getade durch ein derartiges Entgegen fommen wird die weitere Entwicklung des Rundfunks wesentlich gefördert. Vorträge, Dereine und Verfammlungen. 92 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsfelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 37/38. Sot 2£ 2. Kameradschaft Niederschöneweide. Sonntag, den 1. Februar. vora. 9% Uhr, tritt bie Kamerabschaft unter Führung eines Tambourchors an der Biener Brüde, Ede Bohmühlenftr., zum gemeinsamen 45marich durch den Bermaltungsbezirt an. Sämtliche verfügbaren Fahnen sind mitzubringen. Es wird zestiofe Beteiligung verlangt. Geschäftliche Mitteilungen. blics Gewerkschaftsbewegung Dutilow Arbeiter und der Vorwärts". Ein neues fommunistisches Manöver. " hatte vor einigen Wochen einen Brief an die Redaktion Eine Gruppe von Arbeitern der Butilow- Werke in Petersburg des Vorwärts" gerichtet, der in der Nummer vom 8. Januar veröffentlicht wurde. In diesem Briefe schilderten die Genoffen dic entsetzlichen Atmosphäre, in der sie unter dem Joch der Sowjetdiftatur zu leben gezwungen sind, und sprachen dem Vorwärts". der fortgefekt in der Sowjetpresse beschimpft wird, den Dank dafür aus, daß er die furchtbare russische Wirklichkeit richtig einschäze und den sozialistischen Arbeitern in Rußland moralische Unterst ügung im Kampfe für Demokratie und Sozialismus gewähre. den russischen Machthabern schwer auf die Nerven gefallen. Das Dieser Brief der erwähnten Gruppe der Butilom Arbeiter ist Berliner Kopfblatt der Branda" veröffentlicht heute ein Telegramm aus Mosfau, wonach eine Begegschaftsversammlung des ButilowWerkes stattgefunden habe, in der in Anwesenheit sämtlicher Arbeiter(?) der„ Borwärts"-Brief vorgelesen worden sei und fchärfste Entrüstung und Protest" hervorgerufen habe. Die Beleg schaftsversammlung habe einstimmig(?) eine Protestresolution gegen den Borwärts"-Brief angenommen. Ferner schlage die Bersammlung der Vorwärts" Redaktion vor, eine Delegation aus deutschen Betriebsarbeitern zusammenzustellen und diese zur Prüfung der Lage, nicht nur bei den Butilow- Werfen, fondern auch bei den übrigen Betrieben der Sowjetunion zu entfenden. Alle kosten der Entfendung der Delegation übernehmen die Arbeiter der Dutilow- Werte." zuguterlegt schlägt die Belegschaftsversammlung noch vor, eine Delegation russischer Ar beiter nach Deutschland zu entfenden, um die Lage der deutschen Arbeiter zu prüfen. Auch die Kosten dieser Studienreise übernehmen" die Arbeiter der Butilow- Werke. Man muß schon sagen, daß diejenigen, die im Namen der Butilow- Arbeiter diese angeblich einstimmig angenommene Entschließung in die Welt hinaussenden, den Mund reichlich voll genommen haben. Wer wird wirklich ernstlich glauben, daß die Butilow- Arbeiter, die ebenso wie die große Mehrheit der russischen stehen, die enormen Kosten für eine deutsche Studienkommission nach, Arbeiter Löhne erhalten, die unter den Friedenslöhnen Rußland und eine russische Studienkommission nach Deutschland zu tragen in der Lage find? Schon dieser Teil der angeblichen Entschließung läßt den stärksten 3 weifel an ihrer Richtigkeit auffattfam bekannten tom munistischen Schwindelaktionen tommen und berechtigt zu der Anahme, daß es sich hier um eine der handelt. Aber abgesehen von dieser Seite der Angelegenheit macht die angebliche Entschließung sämtlicher" Butilow- Arbeiter insofern einen findifchen Eindruck, als sie den Anschein erweden könnte, daß die Belegschaft der Putilow- Werke frei über die politische Macht in Rußland verfüge und in der Lage sei, eine deutsche Delegation zur Prüfung der Verhältnisse nicht nur im eigenen Werf, fondern auch in allen übrigen Betrieben der Comjetunion nach Rußland einzuladen. Das ist bekanntlich nicht der Fall. Denn die politische Macht in Rußland ruht in den Händen des kommunistischen Zentralfomitees und der Tscheta, die nicht nur mit den Inländern, sondern auch mit den nach Rußland kommenden Ausländern nach Gutbünten verfahren. Jeder, der die Verhältnisse in Rußland auch nur oberflächlich fennt, weiß, daß die ButiloinArbeiter, jelbst wenn sie wollten, gar nicht in der Lage sind, einer nach Rußland kommenden Studienkommission jene Bewegungsfreiheit zu sichern, die notwendig ist, um die BerDas Warenhaus S. Jofeph& Co., Neuföln, Berliner Straße 51/55, veranstaltet wie in früheren Jahren fo au in diesem Jahre eine Beiße Woche. Bir weisen auf das Inserat in unserer heutigen Ausgabe hin; es gibt dasselbe eine fleine Uebersicht über das Gebotene. Es lohnt fich biernas wirklich einen Besuch des behältnisse in Sowjetrußland von Grund auf prüfen zu können. Angefannten Geschäftes vorzunehmen. fichts dieses Tatbestandes müssen wir, so sehr wir auch die Entfen bung einer Stubientommiffion der deutschen Arbeiter nach Rußland begrüßen würden, für die alle notwendigen Boraus fegungen geschaffen wären, den angeblichen Borschlag der Butilow Arbeiter als ein nicht ernst gemeintes, nur zu Agitations. zwecken unternommenes Manöver ablehnen. Der Kampf in der Chirurgiemechanik. Bei den Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß hatten Unternehmer gedroht, die in den Werkstätten noch beschäftigten rbeiter, etwa tausend an Bahl, ebenfalls auszusperren. Wie in ser Berlammlung der Streifenden und Ausgesperrten am Freitag erichtet wurde, haben die Unternehmer fich bisher noch gehütet, tiefe Drohung zu verwirklichen. Wie wenig Verständnis die unter chmer der wirtschaftlichen Lage der Arbeiterschaft entgegenbringen, seigt eine Aeußerung ihres Synditus,.der 85 Pf. Stunden. lohn- für hochqualifizierte Arbeit als durchaus aus. römmlich bezeichnete. Dem Herrn ist zu empfehlen, bei diesem Sintommen in den Knochenmühlen feiner Mandatgeber selber einwal zu arbeiten. Die von gutem Kampfgeist getragene Bersamm Inna nahm schließlich eine Resolution zugunsten der Streifenden an. am babewegung der Lederarbeiter in Neumünster. Erdichtefer Erfolg fommunistischer Fraffionsarbeit. In besonderer Aufmachung, mit der Ueberschrift: Nach acht inden verlaẞt den Betrieb. brachte die„ Rote Fahne 30. Januar eine aus Neumünster( Holstein), 29. Januar, Datierte Meldung, daß am Dienstag( den 22. Januar), nachmittags 4 Uhr, 3500 Lederarbeiter nach acht Stunden den Betrieb verlassen haben Dieser Beschluß sei von den Gewerkschaften auf Grund der femnunistischen Fraktionsarbeit gefaßt worden. Diese Meldung der Roten Fahne" ist total falsch. Die Bewegung der Lederarbeiter in Neumünster ist vom Zentrai corstand des Deutschen Lederarbeiterverbandes fanttioniert und ist cine Teilbewegung der großen Leberarbeiter bewegung im Bereich des Nordischen Bezirks. tarifes für die Sicherung des Achtſtundentages. Bisher uwußten Weberstunden auf Anfordern des Arbeitgebers geleitet wer ben. Der Zuschlag für diese geleisteten Ueberstunden wurde aber auf die Gesamtarbeit.ftunden umgelegt. Die Lederarbeuer im urrdischen Bezirtstarif, der die Gebiete Groß- Hamburg, Schleswig Holitein, Medlenburg und Unterelbe umfaßt, arbeiten zurzeit ohne Tarifvertrag und wollen bei Abschluß des neuen Tarifver trages den reinen. Achtstundentag festgelegt und für Ueberstunden einen Ueberstundenzuschlag haven, wie er in anderen Bezirkstarifen des Lederarbeiterverbandes ebenfalls norgesehen ist Im übrigen haben die Bewegungen der Lederarbeiter in Neumünster und Wandsbed bereits das Resultat gehabt, daß am 30. Januar zentrale Verhandlungen in Hamburg ftati fanden. Die Kommunistische Frattion in Neumünster brüstet fich m ihrer Meldung an die Rote Fahne" mit etwas, was weder den Tatfachen entspricht, noch wozu fie die nötige Macht zur Ausjuhrung hätte. Die Bewegung der Lederarbeiter in den gesamten Bezirten | ift imter voller Zustimmung der Becbandsleitung inszeniert und wird von derselben unterstützt Beschlüsse irgend einer fominus nistischen Frattion in Neumünster oder anderen Orten fönnen die Maßnahmen der Verbandsleitung in feiner Weise beeinflussen. Kein Hafenarbeiterstreit in Hamburg. Hamburg, 31. Januar.( TU.) Bei der gestern erfolgten Urab ſtimmung der organisierten Hafenarbeiter von Groß- Hamburg über den vom Schlichter gefällten Schiedsspruch, der eine Erhöhung der Tagelöhne von 6 M. auf 6,50 M. ab ersten Februar vorsieht, wur den 1787 Stimmen für und 1958 Stimmen gegen die Annahme abgegeben. Da jedoch die für einen Streitbeschluß statuten gemäß notwendige Dreiviertelmehrheit nicht erreicht ist, gilt der Streit als abgelehnt und der Schiedsspruch für angenommen. Zur Ratifizierung des Washingtoner Abkommens. Genf, 31. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Albert Thomas, der Borsigende des internationalen Arbeitsamtes, ist Freitagabend nach London abgereift, wo er mit den englischen Gewerkschaften die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens besprechen wird. Ebenso wird er über diese Fragen eine Unterredung mit dem Ministerpräsi denten Baldwin haben. Man rechnet beim Arbeitsamt mit der Möglichkeit, daß die Ratifizierung durch einen gegenseitigen Kompromiß befchluß der hauptsächlich interessierten Industrieländer bald erfolgen wird. Zum Konflikt im belgischen Bergban. Brüffel, 80. Januar.( eigener Diabtbericht.) Die belgiide Kohlenfommission bat am Donnerstag abermals den konflikt zwischen Bergarbeitern und Bergwerk befizern bebandelt, der sich aus der Forderung der Unternehmer auf weitere Lohnberabfeßung ab Anfang Februar ergeben hat. Es wurde wiederum keine Einigung erzielt, aber beichloffen, eine Unterfommiffion einzuiegen, die verfuchen foll, einen Lohntarif auf ganz neuer Grundlage auszuarbeiten, da der bisherige Lohntarif als fo beraltet gilt, daß er immer wieder Konflikte heraufbeichwört. Dieie Unterkommission fill am Dienstag nächster Bode zufammentreten. Es steht noch dabin, ob die Unternehmer den Bericht diefer Kommission abwarten oder ob fie die angedrobte Lobnberabfegung fchon mit Beginn der nächsten Boche erzwingen wollen. Jnternationales Arbeiterinnenkomitee. ( IGB.) Der Internationale Gewertschaftstongres in Wien hatte auf Vorschlag der ebenfalls in Wien tagenden internationalen gewerk. schaftlichen Arbeiterinnentonferenz die Errichtung eines InterArbeiterinnennationalen Gewertschaftlichen fomitees beschlossen, das init dem JGB. und unter dessen Leitung arbeiten soll, Der JGB. hat die Gewerkschaftszentralen von Belgien, Tänemart, Deutschland, England und Frankreich gebeten, je eine Vertreterin vorzuschlagen, die bis zur nächsten internationalen ge wertschaftlichen Arbeiterinnenkonferenz in das Komitee eintreten foll. Die erbetenen Borschläge liegen nunmehr vor, und das Komitee last fidh aus folgenden Genoffinnen zusammen: Frau H. Burniaur( Belgien), Brüffel, Rue Jofeph Stevens Nr. 8; Frau Jeanre Chevenard( Frankreich) Lyon, 77 Rue Massena; Fri. Henriette Crane( Dänemarf), Kopenhagen, C. Amagerbrogade 29 IV; Frl Gertrud Hanna( Deutschland), Berlin S. 14, Inselstr. 6; Frl. M. Quaile( England) 20, Barlow. Road, Levenshulme, Manchester. Die Aufgaben des Komitees find folgende: 1. Es soll für die be fonderen Intereffen der Arbeiterinnen im Rahmen der allgemeinen Bewerkschaftsbewegung Aufmerksamkeit weden. 2. Anregungen zur Berpaganda unter den Frauen machen und bei dieser Propaganda Arbeiterinnen betreffen, dem 3GB. mit Anregungen und Ratschlägen mitwirken. 3. Bei Fragen, die die sozialpolitische Geseggebung für zur Seite stehen. 4. Bei der Beschaffung von statistischem und anderem Material über die Arbeiterinnenfrage behilflich fein. Die Geschäfte des Romitees werden durch das Gefretoriat des Internationalen Gewerkschaftsbundes in Amsterdam, Tesselschade ftraat 31, besorgt. Das Komitee wird feine Tätigkeit sofort aufnehmen. Der Reichspoft und der Reichswafferstraßenverwaltung bat ber Deutsche Verfehrsbund die Lohntarife für die Arbeiter zum 28. Februar gekündigt. Das Abkommen mit der Nordwestlichen Gruppe des Bereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller ist von den drei tarifjabigen Metallarbeiterverbänden im Rheinland zum 28. Februar gekündigt worden. Die Textilindustriellen in Sachsen haben jedwede Lohnerhöhung abgelehnt. Damit sind die in Chemnitz geführten Tarifverhandlungen gescheitert. Berantwortlich für Bolitik: Craft Renter; Birtfdaft: Arthur Saterans; Feuilleton: J. Steinez; Gewerkschaftsbewegung: Botales R. 5. Döscher; und Sonstiges: Frig Karstadt: Anzeigen: h. Glode. fämtlich in Berlin. und Verlaasanftalt Baul Ginger u. Co.. Berlin GBB. 68, Sindenftrake 3. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet Hosen- Anders Beusselstraße 25 81100 Berliner ElektrikerGenossenschaft angeschl, dem Verb. sozialer Baubetriebe Gardinen Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Sonderangebote Fernsprecher: Norden 1198 B Gelegenh.- Kaufe in Resten Stores, Bettdecken Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4- Tel. 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