Nr.54 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 28 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlich 3, Schsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Bitauen, Suremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Boll und 8eit mit„ Gied. Yung und Aleingarten fomie der Beilage Unterhaltung und Wiffen" and Frauenbeilage Frauenstimme" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adreffe: Gozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. Reklamezeile zeile 70 Pfennig. 4, Reidsmart.„ Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20 Pfennig ( auläffig zwei fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort, 10 Pfennig. Stellengesuche das erste Bort 10 Pfennig, jedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags int Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftvaße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion. Donhoff 292-295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Sonntag, den 1. Februar 1925 Otto Brauns Verhandlungen. Vorläufig kein Ergebnis.- Wirtschaftspartei gegen Rechtsterror. Der preußische Ministerpräsident Braun verhandelte| macht, das, nur dazu beitragen fann, das Staatswesen noch mehr zu gestern wie das Nachrichtenbureau des Vereins deutscher untergraben." Zeitungsverleger mitteilt etwa eine Stunde lang mit den Bertretern der Wirtschaftlichen Vereinigung Dr. Ladendorff und Müller- Franten. Braun ersuchte die Wirtschaftliche Vereinigung, fich an dem Kabinett zu beteiligen. Ihre Vertreter lehnten das aber ab mit der Erklärung, daß sie sich an teinem Kabinett beteiligen würden, in dem die Sozialdemokratie bestimmenden Einfluß habe. Braun hatte weiter eine Besprechung mit dem bisherigen preußischen Finanzminister Dr. v. Richter von der Deut. chen Boltspartei Auch hier wurde fein Ergeb. nis erzielt. Meint sie mir oder meint sie dir? Meint fie die Krisenmacherei der Deutschen Volkspartei oder die deutschnational tommunistisch- boltsparteiliche Obstruktionstaktik? Auf diese schwört sie nämlich: „ Aber anderseits haben wir die politische und sittliche Pflicht, den preußischen Staat möglichst schnell aus den margi ft is ch en Klauen zu befreien. Auf diese Art find die Rollen zurzeit gewiffermaßen vertauscht während die inte ein faft staats ft reich ähnliches Benehmen zeigt, werden die eigt, Berben of Rechtsparteien zu den Berteidigern einer allerdings unbrauchbaren Berfassung. Gerade aber deshalb müssen die Rechtsparteien alle Kräfte zusammennehmen, um das neue KaBestehens hinausbringen, burch alle parlamentarischen Mittel, binett Braun, sollte es sich überhaupt über die ersten Stunden seines durch jedwede Oppofition und Obstruttion regie. Mit- rungsunfähig zu machen." Eine Große Anfrage der Wirtschaftlichen Vereinigung Die Landtagsabgeordneten Drewig, Dr. Laden borff und Müller Franken haben mit den übrigen gliedern der Wirtschaftlichen Bereinigung im Preußischen Landtag folgende Große Anfrage eingebracht: # „ Das Kolberger Tageblatt" und verschiedene andere deutsch nationale Tageszeitungen brachten vor und nach den Bahlen einen Aufruf des Reichslandbundes und der Deutschnationalen Baltspartei, der indireft oder direkt Gewerbetreibende in Berruf ertiärt, die nicht ber Deutschnationalen Bolfspartei angehören. Durch diese Verrufserklärung wird es dem Mittelstand unmöglich gemacht, für feine politische Ueberzeugung tätig zu sein. Wir fragen daher: Was gedenkt das Staatsministerium zu fun, um auch dem Mittelstand feine staatsbürgerlichen Rechte zu sichern? Berlin, den 29. Januar 1925." Der Versuch der Deutschnationalen Bolkspartei und des Reichslandbundes, politisch andersdenkende Gewerbetreibende zu terrorisieren, hat berechtigte Empörung bei den bedrohten Gewerbetreibenden hervorgerufen. Das preußische Staatsministerium dürfte wohl sicher gegen diefe Ver. rufserklärung vorgehen. Solange freilich die Fraktion der Wirtschaftspartei im Preußischen Landtag dieselben Deutsch nationalen, gegen die sie beim Staatsministerium Schuß fucht, gegen das Staatsministerium unterstüßt, dürfte das Vorgehen des Staatsministeriums wenig Erfolg versprechen. Retter der Verfassung. Die Deutschnationalen, die bisher so laut von Staatsfrise geredet und mit ihrer Herbeiführung gedroht haben, wollen plötzlich nichts mehr davon wissen. Mit salbungsvollen Morten, die Tartüff Ehre gemacht haben würden, redet die Kreuz- Zeitung" von der Pflicht gegen Staat und Berfassung: " Bedenklicher freilich ist noch das mangelnde Berant mortungsgefühl Staat und Bolt werden dem Par teiegoismus geopfert, ein sinnloses Experiment wird geDas Rheinlandregime. Französisch- sozialistische Kritit. Neue Instruktionen Herriots. Paris, 31. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In der Kammer üble der sozialistische Abg. Uhry scharfe kritik an der Rheinlandtommission, deren Verwaltung übrigens auch viel 3 u. totspielig und die von reaktionären Elementen durchsezt sei. Er verwies vor allem auf die tompromiffierende Rolle, die der Borsitzende Tirard bei seinem Versuch, die separafiflische Bewegung im Rheinland zu unterstützen, gespielt habe. Herriot antwortete darauf, daß er vor furzem völlig neue 3nstruktionen an die franzöfifchen Delegierten gegeben habe. Die vom Abg. Uhry vorgebrachten Einzelfälle würden einer firengen nachprüfung unterzogen. Frankreichs Geheimarchive. Eine allerliebste Logit! Führung der Regierung durch ein verfassungsmäßiges und verfassungstreues Kabinett ist Staatsstreich, jedwede Obstruktion der Gegner der Verfassung, der Verfassung. um das Kabinett regierungsunfähig zu machen, ist- Schutz bei der Drohung mit der verfassungschützenden Obstruktion Die stillschweigende Voraussetzung der Kreuz- Zeitung" ist die unentwegte Bundesgenoffenfchaft der Kommunisten. Arme Verfassung, wenn fie auf den Schuh der edlen Bundesgenossen von den Deutschnationalen und den Rommunisten angewiesen wäre. Billigung der Zentrumspolitik. Die zuständigen 3entrumsorganisationen des Wahi freisverbandes Teltow- Beestom- Charlottenburg faßten folgende Entschließung: „ Die Delegierten Bersammlung des Wahlkreis- Verbandes Teltow Beesfom- Chorlottenburg gab ihrer Genugtuung darüber Ausdrud, daß die Zentrumsfraktion des Preußischen 2andtages sich weder durch odungen noch durch Dro hungen seitens Rechtsparteien von dem bisher eingehalte nen Weg der Mitte abbringen ließ. Die Tagung erkennt die einmütige geschlossene Haltung des Zentrums bei der Wahl des Ministerpräsidenten Braun an und spricht die Erwartung aus, daß die Zentrumsfraktion auch in Zukunft die Boltsgemeinschaft anstrebt und die bewährte Bolitit der Mitte einhält. Würde man Breu Ben den Rechtsparteien ausliefern, fo würde das für- Breußen von unabsehbarer Tragweite sein und auch für die Zentrumspartei Folgen nach sich ziehen, die nicht zu verantworten wären. Die Entwicklung der Dinge im Reiche bedauert die Bersammlung lebhaft. Sie bittet die Reichstagsfraktion, die Arbeit der jetzigen Regierung mit Mißtrauen zu verfolgen und sofort mit ihrem ganzen Einfluß einzugreifen, wenn die Regierung Entscheidungen trifft, die die bewährten Grundfäße und Traditionen des Zentrums nicht zulaffen." schreiendes Unrecht wieder gut gemacht worden. Die Regierung verfenne feineswegs die Verdienste Wengands, den sie auf einen anderen sehr wichtigen Bosten berufen habe. Die Regierung habe General Sarrail den Befehl gegeben, in Syrien alle Religionen zu respektieren, besonders die tatholische, die Frankreich die größten Dienste geleistet habe. Der verbotene Kruppkessel. Argentinische Kommentare. New York, 31. Januar.( WTB.- Funkspruch.) Nach einer Meldung der Associated Preß aus Buenos Aires hatte die Entfcheidung des alliierten Botschafterrats, wonach die Lieferung von effeln für argentinische Torpedoboote aus der Kruppschen Fabrit die Versailler Bestimmungen verletze, zahlreiche fartastische Kommentare in der argentinischen Bresse zur Folge. „ La Razon" erklärt, die Entscheidung sei anscheinend ein Handels manöver, für das der Bertrag zum Deckmantel dienen müsse. Paris, 31. Januar.( WTB.- Kammer.) Bei den Ausgaben Englische wie deutsche Firmen hätten seinerzeit Angebote eingereicht. für die Archive antwortete Ministerpräsident Herriot auf eine Die Angebotſchreiben feien am 1. Oktober geöffnet worden und das Anfrage des sozialistischen Abg. Sontanier nach der Deffnung Marineamt habe beschlossen, die Krupp- Offerte anzunehmen, weil sie die billigste und vorteilhaftefte war. Weder der Der Kriegsarchive, daß die Regierung diese sehr delikate Frage st u di e te. Auf die weitere Forderung, die Veröffentlichung argentinischen Regierung noch der Firma Krupp wäre seinerzeit der Berichte der geheimen Komitees fortzusetzen, erklärte Herriat, irgend etwas davon mitgeteilt worden, daß die Bersailler Beschränkungen auf diese Kessellieferungen Anwendung finden. Falls baß dazu noch die Zustimmung einer ausländischen Macht fehle; so der Botschafterrat effel als Kriegsmaterial betrachte, bald sie vorliege, werde die Veröffentlichung fortgesetzt. fönne er ebensogut alle möglichen Dinge als Kriegsmaterial Bei den Ausgaben für Syrien besprach der radikale Ab- ansehen, z. B. die Knöpfe und die Jade des Keffelheizers auf geordnete Henry Simon die Ersegung des Generals Beŋeinem mit Kanonen versehenen Schiff. Wenn der Firma Krupp die gand durch General Sarrail Herriot erklärte, die Regie: Bieferung nicht gestattet würde, fo würde dies nicht nur eine Ber. zögerung in der Neuausrüftung argentinischen Torpedoboote be. wung brauche niemandem über die Ernennungen ihrer Bertreter deuten, sondern auch einen hoyeren Preis zum Schaden Rechenschaft abzulegen. Durch die Ernennung Sarrails fei ein Argentiniens. Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bofticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gefellichaft, Depoñtenkaffe Lindenstraße 3 Der Widerspenstigen Zähmung. Bon Rudolf Breitscheid. 17 Wenn die französischen Nationalisten im ersten Rausch Herriot dazu beglüdwünscht haben, daß feine Rede getlungen habe, als fei sie von Poincaré gehalten, so dürfen wir deutschen Sozialisten dem Reichskanzler Luther das Dr. Birth, und bestände bei uns die Sitte, bedeutsame Kompliment machen, daß er am Freitag gesprochen hat mie Reden öffentlich anzuschlagen, so würden wir einer solchen Bekanntgabe vielleicht ebenso zustimmen wie die Rechte der führungen des französischen Ministerpräsidenten ihren Beifall französischen Deputiertenkammer der Affichage" der Ausgegeben hat. Wir stehen zwar in Oppofition zur gegenwärtigen Reichsregierung, aber das hindert uns nicht, ihr unsere Anerkennung auszusprechen, wenn sie etwas Gutes und Vernünftiges tut. Und Luthers Ansprache an die Ansprache an die Bertreter der ausländischen Presse war gut und ver nünftig, weil sie auf dem scharfen Ton, der von Paris zu verbaute. den Weg zu Verhandlungen und einer Verständigung nicht uns herübergeflungen war, ohne Gereiztheit antwortete und Herriot gleich Poincaré, Luther gleich Wirth! So wären mir also, wenn es auf die Reden anfäme, ungefähr wieder da, wo wir uns etwa im Jahre 1922 befanden! Einem zum„ Erfüllen" und zum Entgegenkommen bereiten Kabinett stände in Paris eine Regierung gegenüber, die mit dem Hinweis auf Bertragstertes, sondern die Herstellung des europäischen Frieeiner Einigung erschwerte. Aber so liegen die Dinge in Birkmit feinem Amtsvorgänger recht peinlich gewesen sein. Er lichkeit natürlich nicht. Für Herrn Herriot wird der Bergleich glaubt sich von Poincaré und seiner Politif. durch eine Kluft getrennt, und frog der menig, erfreulichen Worte, die er am leßten Mittwoch gefunden hat, flebt er tatsächlich nicht wie der Mann des Nationalen Blods an den Paragraphen des Bertragstetes, sondern die Hersteliung des europäischen Friedens ist ihm in erster Linie ein ethisches Problem. dung, die er gegen Deutschland genommen hat, zum Teil Wir dürfen einstweilen annehmen, daß die unerfreuliche Wen menigstens auf falschen Voraussetzungen beruht, und daß sie eine Episode bleiben wird. Was aber das Wesentlichste ist: dem Willen auf Deutschlands Bernichtung beseelte KammerPoincaré hatte eine nationalistische, mehr oder weniger von mehrheit hinter sich, während Herriot sich auf eine Majerität ftüßt, die zusammenbricht, sobald die 104 den Ausgleich und den Frieden erstrebenden Sozialisten beiseite treten. Und diese Sozialisten haben ihn. bekanntlich schon zu seiner nachträglichen, den Eindruck seiner ersten Darlegungen, abschmächenden Erklärung bestimmt. Solche authentischen Interpretationen" find immer mißlich, und ein verantwortlicher Staatsmann müßte von vornherein seine Worfe so wählen, daß Mißdeutungen ausgeschlossen blieben. Aber die Korrektur vom folgenden Tage beweist doch jedenfalls auch, daß dem Redner selbst Bedenken über die Zweckmäßigkeit einiger feiner Worte gekommen waren. 9 Wenn wir nun nach dem wesentlichen Grund für das Abgleiten Herriots in das Poincaristische suchen, so ergibt sich ohne weiteres, daß er in der Neugestaltung der Regierungsverhältnisse in Deutschland liegt. Der französische Ministerpräsident hatte sich der Hoffnung hingegeben, ein wenn nur schrittweises Borgehen auf der Linie der Verständigung werde den politischen Einfluß der deutschen nationalistischen Kreise verringern, und nun sieht er sich einem Rechtskabinett gegenüber, in dem die Vertreter jener Deutschnationalen figen, die aus ihrer Revanchelust, solange sie in Opposition standen, fein Hehl gemacht haben. Er hat nicht abgewartet, ob sie in der Regierung ihren Oppositionsideen treu bleiben würden, sondern eine Haltung eingenommen, als ob die deutsche Gefahr unmittelbar drohend vor der Türe stehe. Luthers Ausführungen entsprechen diesen Borstellungen, die man sich in Paris und nicht nur in Paris von den Absichten seines Ministeriums gemacht hat, nun in feiner Weise, und wenn man sich wieder nur an die Rede hält, könnten die Franzosen und auch die deutschen Verständigungspolitiker beruhigt sein. Aber man wird es den einen wie den anderen nicht übelnehmen dürfen, wenn sie sich an den Wor ten nicht genügen lassen, sondern die Handlungen abwarten. Das Schiff des Herrn Luther ist doch nun einmal mit Leuten bemannt, die vordem ganz anders gesprochen haben. Dürfen wir wirklich an eine so schnelle und gründliche Befehrung glauben? Der Kapitän führt anscheinend ein sehr strenges Regiment und ist offenbar gesonnen, sich in die Beſtimmung des einzuhaltenden Kurses nicht hineinreden zu lassen. Aber ist ihm wirklich der Widerspenstigen Zähmung in so furzer Zeit gelungen? Wir möchten es hoffen, und fast fönnen wir uns zu dieser Hoffnung berechtigt glauben, wenn wir feststellen, daß die ganze Berliner Rechtspreffe sich jeden Kommentars der Rede ihres Kanzlers enthält, abgesehen von der Kreuz- Zeitung", die ihr sogar das Präditat prompt und gefchickt" erteilt. Wie würden diefelben Blätter toben, wenn ein Minister einer Regierung der Linfen oder der Mitte, ein Marg, ein Wirth oder gar ein Sozialdemokrat an Luthers Stelle geftanden und ähnlich verföhnend gesprochen hätte!-Für diese merkwürdige Zurüc haltung gibt es schließlich nur eine Erflärung, und das ist die, -daß die Deutschnationalen, um ihre innenpolitische Position zu behaupten, wenigstens einstweilen auf die Betonung ihrer außenpolitischen Forderungen verzichten. Sie laffen die ,, Stlaventetten" nicht flirren, fie getern nicht über Landesverrat, weil Luther menn auch nur für die Vergangen heit die Existenz von Zeitfreiwilligen zugegeben hat, mit einem Wort: Es sind aus den reißenden Löwen sanfte Lämmlein geworden. -Nun tommt es nur noch auf zweierlei an: Einmal auf den Widerhall, den Luthers Regereien bei den Nationalisten im Lande finden werden. Was werden die deutschnationalen Wähler sagen, und wie werden sich vor allem die vaterländi schen Organisationen stellen? Werden Stahlhelm und Werwolf, und wie sie alle heißen, aufhören, fiegreich Frankreich schlagen zu wollen und sich ebenfalls in das ver abscheute Gewand der pazifistischen Landesverräter hüllen? Man darf gespannt sein. Aber das Wichtigere ist, ob den Worten nun auch die Taten entsprechen werden. Die Bahn ist frei für sehr ersprieß liche Verhandlungen mit Frankreich. Daß sie geöffnet wurde, ist nicht das Verdienst des Kabinetts Luther. Aber der jezige Reichskanzler hat zum mindeſten keine Steine auf fie gewälzt. Wenn die endgültige Note der Alliierten über die deutschen Vertragswidrigkeiten eingelaufen ist, muß es fich zeigen, ob die Deutschnationalen im Rabinett und im Reichs tag bereit sind, der verständigen Rede eine verständige Politit folgen zu lassen. Die Aufwertungsdemagogen. Worte und Taten der Deutschnationalen. Die Deutschnationalen haben ihre Wahlagitation zum guten Teile mit nicht ernst gemeinten Versprechungen in der Aufwertungsfrage bestritten. Kaum faßen sie in der Regie rung, so bliesen die Vertreter der Industrie und der Landwirt schaft: das Ganze halt! Prompt stimmten die deutschnationalen Vertreter im Aufwertungsausschuß für die Bertagung des deutschnationalen Antrags. Wir haben diese Selbstent larvung unterstrichen. Nun flagt die Kreuz- Zeitung": „ Für die Sozialdemokratie liegt selbstverständlich auch hier will tommener Stoff zum Hezen. Denn es ist für sie eine Kleinigkeit, die Aufwertungsfrage ohne Rüdsicht auf die wirtschaft zu behandeln. Wenn den Deutsch nationalen ein Borwurf daraus gemacht wird, daß sie für eine Bertagung der Beratung im Aufwertungsaus. aus schuß gestimmt haben, so ift das auch nichts anderes als De magogie. Denn es war doch, nachdem die Regierung eine Vorlage über die Aufwertung für die allernächste Zeit angefündigt hatte, zunächst zmedentsprechend, den deutschnationalen Antrag nicht zu verhandeln." Die Deutschnationalen müssen allerdings Rüdsicht auf die Wirtschaft nehmen. Nicht auf die Interessen der Volkswirtschaft und der Staatswirtschaft, sondern auf jene Interessenten, die sich als ,, bie Wirtschaft" bezeichnen. Die Rücksicht auf das Kommando von Industrie und Landwirt schaft liegt ihnen näher als die Rücksicht auf die berechtigten Forderungen der Sparer und Hypothekengläubiger. schen Führer, die jetzt die Führung an sich gerissen haben, wiederzugeben. Wir bringen nur die Stelle, wo er sich über die Gesamtpolitit seiner früheren Partei äußert: 11 " Das, was die KPD. heute macht, hat mit Kommunismus nichts mehr gemein. Es ist das Spiel von Bankrotteuren, die alles auf eine Karte sehen. Alles oder Nichts!" ist ihre Parole. Aus dieser Politik muß dann automatisch eine noch tiefere Zerrissenheit der RBD. nach der Einheitsfront der Arbeiterklasse nichts weiter in der sozialistischen Arbeiterbewegung entstehen. Heute ist der Ruj als eine billige Phraje. Ja, der Ruf nach Einheit wird heute glatt zur elenden Heuchelei. Warum wirf: man uns, die sogenannten Rechten", denn aus der KPD. heraus? Etwa darum, weil wir Gegner der Einheitsfront sind? Nein- eben darum, weil wir den Ruf nach Einheit in der Arbeiterbewegung nicht nur sehr ernst nehmen, sondern ihn auch politisch für unbedingt auch unser hinauswurf aus der KPD. Wer das innere Wesen der notwendig halten. Darum unsere Differenzen, darum aber auch unser Hinauswurf aus der KPD. Wer das innere Wesen der PD. ertennen will, muß an diese Tatsache anknüpfen, um bann KPD. erkennen will, muß an diese Tatsache anknüpfen, um dann fehnsüchtigen Wunsch der mehr als je gefnebelten und ausgebeuteten zu dem logischen Schluß zu kommen, daß wirklich hier mit dem Arbeiterschaft nach Einheit der Arbeiterbewegung ein elendes, wenn nicht gar politisch ein geradezu verbrecherisches Spiel getrieben wird. Dieser Demagogie der jezigen KPD.- Politik muß endlich nach fechseinhalbjähriger revolutionärer Erfahrung ein Ende gesezt werden. Im Zeichen der politischen Erstarkung der Reaktion, der offenen Herausforderung der Arbeiterschaft durch diese, gilt es, alle Kräfte gegen die reaktionären Machenschaften zunächst zur Abwehr tausendmal am Tage von der heutigen KPD. verlegt. Jede Regung zu sammeln. Dieses dringende Gebot der Stunde wird aber in der KPD. in der Richtung nach Einheit der Arbeiterbewegung wird und muß von den politisch furzsichtigen leitenden" Persön Agitation haben sie ohne Rücksicht betrieben denn die lichkeiten erstickt werden. Ihnen steht das persönliche Intereſſe Herr Luther hat das Herriotsche Programm: Schieds. Agitation fostet den Inflationsgewinnern nichts. Jetzt sollten höher als die heilige Sache der Arbeiterklasse. Sie wissen ganz gericht, Sicherheit, Abrüstung ausdrücklich afzep- sie ernst machen, und da kommen die Rücksichten. Wo waren genau, daß in einer geeinigten, einheitlichen Arbeiterbewetiert. Hieraus sind eine ganze Reihe praktischer Folgerungen ihre Rücksichten, als die Sozialdemokratie unter Berücksichtigung tein Blaß ist für ihre politische Demagogie; ihre politische zu ziehen, und der Kanzler wird sich nicht zuletzt auch darüber gung der volkswirtschaftlichen und staatswirtschaftlichen Not Rolle wäre ausgespielt. klar sein, daß dieses Programm in vollem Umfange nur verwendigkeiten gerechte Aufwertung forberte? Nun wirklicht werden kann, wenn Deutschland in den Bölter winken die Großinteressenten, und siehe da, die„ Kreuz bund eintritt. Dürfen wir annehmen, daß die Belehrung Beitung" redet von„ Rücksichten auf die Wirtschaft". der Deutschnationalen meit genug geht, um fie auf die Auf- Die betrogenen Sparer und Hypothefengläubiger haben türmung fünftlicher Hindernisse für diesen notwendigen Ent- das Nachsehen. schluß verzichten zu lassen? Sind sie bereit, die Boraussetzung für die Zulassung Deutschlands zum Völkerbund zu erfüllen und die Innehaltung der unterschriebenen Berträge zuzufagen? Wollen sie vor die Wahl einer Politit der Kriegsvor bereitung oder einer friedlichen Mitwirkung Deutschlands in der organisierten Gemeinschaft gestellt, bereit auch zur mora lischen Abrüstung, den Weg betreten, den Sozialisten und Demokraten seit langem zu gehen entschlossen sind? Wenn ja, dann hätten sie sich viel Geschrei sparen können; wenn nein, dann wird Luthers Rede eben eine Rede bleiben. Pariser Presse und Luther- Rede. Paris, 31. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Da man in Paris auf ein wesentlich anderes Echo der Rede Herriots aus Deutsch land gefaßt war, hat die Mäßigung und die ausdrückliche Be fundung der Friedens- und Berständigungsbereitschaft, die Luther an den Tag gelegt hat, eine gewisse Ueberraschung hervor gerufen. Allerdings fehlt es nicht an Stimmen, die darauf hin weisen, daß Borschläge, wie die des Reichstanzlers, bei den Deutschnationalen und der Boltspartei auf die scharfste Opposition gestoßen wären, wenn sie von einem ints fabinett ausgegangen wären und man leitet daraus 3 mei. fel an der Aufrichtigkeit der Lutherschen Erklärungen ab. Deunre" hat für Luthers Bekundung von Verständigungswillen mur Hohn und Ironie übrig, so sehr mißtraut dieses lintsstehende Organ dem Kabinett des deutschen Rechtsblocks, Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages ist für Mittwo, ben 4. februar, bormittags 10 Uhr, einberufen worden. Der Ausschuß wird sich in dieser Sigung mit ber 8oll- und Handels. politit im Rahmen der Außenpolitik und mit der Bariser Finanz ministerkonferenz beschäftigen. Tiere, Pflanzen, Menschen. Bon Paul Gutmann Stare. In meiner Straße steht ein Haus, dessen freie Brandmaner von unten bis oben mit Efeu überwuchert ist. Diese dumtle grüne Mauer ist eine Augenweide inmitten der häßlichen grauen Häuser reihen. Im Borübergehen strahlt einem für ein paar Sefunden Freude auf. Aber nicht genug, daß hier die Natur von Menschen geschaffene Häßlichkeit verschönt, die grüne Hecke lebt, Tausende von Bogelstimmen zwitschern bei lauerem Wetter erquickend aus dem grünen Didicht. Stare und Spazzen hausen hier nach anfänglichen blutigen Kämpfen einträchtig beisammen, haben eine Art Bölter bund geschaffen. Wenn im Herbst die jungen Stare ausschwärmen, find oftmals die umliegenden Dächer und die nahe Kirchturmspitze schwarz von flatterndem Bolt übersät. Die Menschen bleiben stehen und betrachten fröhlich einen Lebensvorgang, der ihnen in der großen Stadt fremd ist. Seit einigen Tagen hängt ein Gerüst über der grünen Mauer. Ein Mann reißt mit Zangen und Scheren den Efeu ab und verjagt die verängstigten Vögel. Man fragt verwundert und entsegt nach der Ursache. Es sei höchst notwendig. Der Herr Major im ersten Stock und eine Dame im Nachbarhaus hätten sich über den Lärm beschwert. Sie würden beispielsweise wiederholt am Hören der Rundfunkdarbietungen gestört. Ich begriff, daß die Zivilisation wieder einmal über die plumpe Natur siegen müsse und daß der Bortrag über die Pflege der Hühneraugen und die 50. Wiederholung einer Opernouvertüre wichtiger seien als das Starengezwitscher. Bir rückständige Naturphantasten aber gehen weniger froh am Morgen zu unserer Arbeit, da uns nun eine häßliche kahle Mauer angrinst. Hunde. Ein Mann führt einen Hund spazieren. Eine Frau führt gleich falls ihren Köter ins Freie. Der Hund des Mannes läuft frei umher. Die Frau hält ihren Hund an der Leine. Die Dogge des Mannes bellt wütend, als sie die Dogge der Frau erblickt. Der festgehaltene Hund will sich losreißen, zerrt die Frau hinter sich her, wutschnau bend gehen beide Tiere aufeinander los. Schreie der Frau, Rufe und Drohungen des Mannes. Man sieht, welche Bestialität in dem unvernünftigen Hunde vieh stecken kann. Plöglich schreit die Frau den Mann an: Sie blödsinniger Affe Sie, warum halten Sie das Bieh nicht an der Leine?" Sie find selbst ein Vieh."" Sie Idiot." Halten Sie das Maul." Ich werde Ihnen eins draufhauen. Die Hunde haben sich beruhigt. Sie haben offenbar die fittliche Heberlegenheit des Menschen erkannt. Eine Kamelie. In meinem Haus wohnt eine arme Näherin. Ste ist eine Blumenfreundin, aber hat seit Jahr und Tag nicht das Geld, sich Die Maske vom Gesicht! Ein alter Kommnnist über seine Partei. Wir veröffentlichten fürzlich einen Bericht über die Berhältnisse in der Bochumer Organisation der Kommunisten. Alle Welt weiß, daß bis auf einige wenige Zentren die KPD. überall in einem unaufhaltsamen Berlegungsprozeß begriffen ist. Ihr albernes und findisches Geschimpfe auf die Sozialdemotratie fann diese Entwicklung nicht aufhalten. Ihre bewußte und planmäßige Unterstügung. der teattionären Staatsstreichs- und Restaurationspläne tragen zur Aufklärung der Arbeitermassen mehr bei, als alle schönen Schimpf artikel der Moskauer Kopfblätter in Deutschland. Unsere Angaben über die Bochumer Verhältnisse haben Herrn Rudolf Eichler ver anlaßt, uns mitzuteilen, daß die Mitteilung über Unterschlagung von Geldmitteln, eine grobe Lüge sei. Er spricht dabei von einer angeblich von Ernst Graul geschriebenen Antlagefchrift. Ur prünglich hieß es: in einer angeblich vom Genossen Ernst Grauf geschriebenen Anklagefchrift. Diese nachträgliche Kor. rettur, die handschriftlich vorgenommen ist, genügt. was Im übrigen, was fagt die Rote Fahne" und fagt die Kommunistische Partei zu dem Artifel des tommu nistischen Parteisekretärs Rübhausen, der im Gelsenkirchener Bolfswillen erschienen ist Rübhausen hatte nicht nur für seine Partei für den Bezirk Recklinghausen, der früher als besonders re volutionär galt, sondern weit darüber hinaus Bedeutung. Er ist ohne Angabe irgendwelcher Gründe von der tommu nistischen Zentrale aus der Partei ausgeschlossen. In seinem Ar. titel, den Rübhausen nach seinem Ausschluß veröffentlicht, hält er den kommunistischen linten Helden den Spiegel vor. Bir ver zichten darauf, die Aeußerungen Rübhausens: über die fommunisti blühende, Blumen zu taufen. An ihrem Fenster erblicke ich sett langem einen armseligen Besen von einer Pflanze. Auf meine Frage, warum fie dieses fümmerliche Gewächs hüte, fagte fie geheime nisvoll mit leuchtenden Augen, ich solle nur warten, es sei ein Bunder mit dieser Pflanze. Neulich begegnete ich ihr. Es war etwas Feierliches in ihrem Wesen. Sie fragte, ob ich nicht einen Augenblick in ihr Stübchen tommen möchte. Da stand am Fenster der grüne Besen, aber unten an einem der spärlichen Zweige leuchtete, nein triumphierte eine unerhört schöne, flache, wunderbar modellierte, rote Blüte. Der Glanz dieses Blütenwunders schien das ganze Zimmer zu er hellen.„ Sehen Sie jetzt, warum ich den Besen pflege? Jedes Jahr, faft immer um dieselbe Zeit blüht an derselben Stelle eine Ramelie hervor. Ist es nicht ein Erlebnis?" Und ich begriff, daß diese eine Kamelie, auf die fle in farbloser Fron ein ganzes Jahr zu wasten pflegte, der Frau mehr Glüd spendete, als andern Menschen ein Leben mit Bällen, Autofahrten, Lurusreisen und kostspieligen Abendessen. Rehsisch:„ Wer weint um Juckenad?" Boltsbühne. Einstmals hat der Gerichtssekretär Judenad zur anderen Belt hinübergesehen. Damals wollte man ihn noch nicht, dortoben. Als er wieder ins Leben hineinstolpert, quält ihn der schreckliche Gedanke: Keiner hätte hier auf der Erde um mich geweint, um mich den einsamen Federfuchs, diese Angst läßt ihn nicht mehr los. Er will etwas tun, damit jemand um ihn weint, wenn er endgültig hinübergerufen wird. Er tut es, unbändig aufgeregt, voll von Hoffnung. Er greift sich also ein Mädel auf, das beinahe auf dem Pflaster gelegen hätte. dische Gardinen gekommen wäre. Alle Wohltat, die er tut, nüßt ihm Er verbrennt Aften, durch die ein junger Laff beinahe hinter schwe nichts. Die Jugend ist eigensüchtig und undankbar. Sie schiebt den Alten meg, als er sie ans Herz nehmen will. Judenad glaubt, daß jemand um ihn weinen wird, wenn der Zod erst da ist. Sein Glaube und seine Menschengüte find aber gar nichts. Wie ein tater Haufen liegt er da und schreit: Wer weint um Judenad? Die Antwort wird gegeben von einem marodierenden Haufierer, der alles vernieten fann, auch die Tränensäde Geld muß eingezahlt werden, bares Geld. dann wenn der Mann tot ist. Nur Die Geschichte ist sehr einfach. Die Moral ist ohne Zweideutig feit. Rehfisch hat einen geschickten Griff getan. Eigentlich ging der Griff in die ehrwürdige Judenreligion. Der lebendige Jude tut nach feiner religiösen Tradition alles, damit die Todeslitanei, damit der Rabbisch gesprochen wird, wenn er die Augen schließt. Und seine größte Angst ist: feinen Kaddisch wird man sagen. Judenmoral, abgebogen zur modernen Komödie. Nicht übel geschah das. Nicht schlecht wurde das überseht für unsere. Tage. Bald humorig, bald bissig, sogar schnoddrig, schon seltener gefühlvoll. Auch die Emp. findung fehlt trotzdem nicht. Ein Charakterspiel kam zustande, das drei Afte lang die Aufmerksamkeit anpact. Rehfischs Juckenad ist ein richtiger, derber Gottsucher. Aber er hat noch immer Angst, ganz ehrlich zu sein. Und so überfrachtet er auch diesmal sein Theaterstück geistig. Dann geht ihm sogar die fern, in dem das Fiasko der heutigen KPD.- Politik offensichtlich Doch die Geschichte schreitet schnell und der Zeitraum ist nicht wird und eine noch größere Enttäuschung als bisher in der Ar beiterschaft Plaz greifen muß. Denfende Arbeiter und ich zähle mich zu ihnen erheben darum heute schon ihre warnende Stimme vor der zersetzenden, schädlichen, sogenannten Arbeiterpolitik der heutigen KPD. Offensichtlich entferni fich die KPD. mehr und mehr von der Arbeiterschaft. Und es muß offen ausGesprochen werden, daß die heutige PD. unter feinen Umständen die Führerin der Arbeiterklasse ist. Belitik und persönliches Führermaterial sind sich heute in der KPD. gleich. So unfähig die Politik der heutigen KPD. ist, die Lage der Arbeiterklasse zu verbessern, so unfähig sind die führen= den Personen, sozialistische Politif zu treiben. Es ist das Verhängnis der heutigen KPD., daß sie politischen Scharlatanen ihr verbrecherisches Werf am Proletariat erleichtert hat. Dieses muß und wird naturnotwendig zum Ruin der KPD. führen. Die heutige KPD. ist das ist meine innerste Ueberzeugung für die große Sache der Arbeiterklasse verloren. Schade um die wertvolle Kraft, die wirklich ehrliche Proletarier in ihr aufbieten; sie ist perpufft und dient nicht dem Proletariat, sondern einer egoisti schen Führerclique." Rübhausen führt auch die lärmenden Phrasen der linken" Führer auf ihren dürftigen realen Wert zurück. Er hält von dem Heldentum der jeßigen Führer sehr wenig: In dem Augenblid, wo die Massen den jezigen KBD- Führern thren Wechsel auf die Revolution usw. vorlegen werden, werden die linken Lilien getniet fich in die Büchefchlagen. Das lind die großen Revolutionäre, die Strategen der Organisierung der Revolution, die nur einen fleinen, ach fo fleinen Fehier befizen, nämlich ben, daß sie selbst Angst vor der Revolution haben. Das Chaos der KPD. in Gelsenkirchen fommt nicht so sehr in ihrem Stimmenverhältnis bei den Wahlen zum Ausdrud, als vielmehr in dem organisatorischen Bestand der Partet selbst. Was ist es anders als eine Katastrophe, wenn man eine fräffige Partei von 3000 Mitgliedern auf ganze 300 zahlende Mitglieder herabwirtschaftet? Ein fleines bißchen besser sieht es bei der Zeitung aus. Wo find die alten Rämpfer der Partei? Wie haschte man in den szenische Routine verloren, die er doch ganz träftig gelernt hat. Erwin Piscator trieb die Schauspieler zum Tempo Es waren übrigens zwei Gäste eingeladen, die famos paßten. Herr George, der aus seiner förperlichen Massigkeit die Seelengebrec lichkeit gurgeln und seufzen ließ. Dieser Schauspieler ist wirklich vortrefflich, wenn er einen verdrückten Riesen darzustellen hat. Gerda müller spielte das Mädel, das durch den gütigen Juckenad vom Pflaster weggerissen wird, mit einer unumwundenen, sehr naturalistischen Derbheit. Das paßte. Frau Koch- Bauer war ein vortrefflicher Hausbrachen, gutherzig, geradeaus, fniderig, ganz unmetaphysisch, im Gegensatz zu Judenad dem Schwärmer. Mar Hochdorf. sehr originelle Veranstaltung vom Burgtheater mit einer Wohltätig Das Theater der Namenlofen. In Wien wird demnächst eine teitsvorstellung des Barbier von Eevilla" in der Bearbeitung von Josef Rainz in Szene gehen. Diese Veranstaltung wird aber nun nicht, wie man annehmen fönnte, von den Brominenten des Burgtheaters inszeniert, sondern von den namenlosen Schauspielern, die am Burgtheater tätig sind, d. h. von den Darstellern des ersten Jägers, zweiten Pagen und dritten Rammerfrau". So spielt den Figaro ein Schauspieler, der bis dahin nachweislich nie mehr als einen Sag auf der Bühne zu sprechen hatte. Eine eigenartige, und menn sie nicht zu oft wiederholt wird, produktive Idee, die ruhig auch einmal bei uns ausprobiert werden könnte. Eine solche Vorstellung von den namenlosen Mitgliedern z. B. des Deutschen und Staats theaters veranstaltet, würde sicher hie und da aus dem Verborgenen einen flingenden Namen machen. gesundheitsamtes, war gestern abend berichtet worden, daß er vor Bon Oberregierungsrat Dr. Bumm, dem Präsidenten des Reichs. vier Wochen gestorben fei. Es ist sehr erfreulich, daß eine Sache nicht immer deshalb wahr ist, weil sie gedruckt steht. Gestorben ist der Bruder des Genannten, der berühmte Frauenarzt Prof. Bumm. Der Dr. Bumm fonnte also sehr wohl zum Ehrenmitglied ernannt werden. Die deuffche Einheitsfurzfchrift, die nach einer in der Presse berbreiteten Nachricht vor ihrer Einführung noch geändert werden sollte, wird, wie amtlich mitgeteilt wird, feiner solchen Prozedur unterworfen.. Im Museum für Meerestunde findet Dienstag 7 Uhr eine Führung Prof. Krumbachs Waffen der Meerestiere" statt. Bernhard Kellermann als Dramatiker. Bernhard Kellermann überrascht in diesem Jahr seine Lesergemeinde mit einem fünfaftigen Drama aus der Zeit der Religionstämpfe in Deutschland, das den Titel„ Die Wiebertäufer von Münster" trägt. Mittelpunkt des Dramas ist Johann von Leyden. Sven Hedin und Offendowski. Durch die Bresse geht eine Nach richt, nach der Sven Hebin feine Angriffe gegen Offendowski wesentlich abgeschwächt habe. Dies trifft nicht zu. Im Gegenteil läßt Sven bebin bei Brockhaus eine fleine Schrift unter dem Titel Offen. bowali und die Wahrheit( 2 M.) erscheinen, in der der ganze Streit zur Klärung gebracht wird. Nicht eine Schwachung, eher eine Berstärkung ber Angriffe ist dort zu finden. Der geistige Arbeiter". bas von Dr. Herbert Hirschberg heraus. gegebene Organ der Bühnenschriftsteller, Bühnenkomponisien, Erzähler, Inhalt, aus dem wir das Urteil des Reichsgerichts im Kartellfampie ber Lyrifer und Filmautoren, beginnt seinen 5. Jahrgang mit erweitertem urheber und die Einstellung zur Frage Bühnenschriftsteller als Kritiker hervorheben. Versammlungen nach alten, treuen Rämpfern. Angeetett und herausgeetelt hat man sie, aus einer Partei, für die sie jede Stunde ihr Herzblut hergegeben hätten, durch Leute, denen die Partei nur ein Spielball für persönliche, geradezu verbreche. rische Interessen ist. Wie haben diese Leute durch ihre blödsinnige Haltung die ganze Gelsenkirchener Arbeiterschaft im Stadtparlament blamiert! Ihre Rolle gleicht hier dem Juda.. der seine Partei und die Arbeiterschaft verrät, um nach allem Blödsinn als sogenannter anständiger Kerl mitmachen zu fönnen. Trog alledem hören wir aber immer wieder die Phrase:„ Wir führen die Arbeiterschaft einer besseren Zukunft entgegen." Mein und nochmals nein! So wie es die Linken( eigentlich Rechte, sie nennen sich ja nur Linke!) mollen, so fann man teine Welt erobern, so tann man den Sozialismus den breiten Massen des Proletariats nicht schmackhaft machen. Das ist in den Augen denkender Arbeiter feine fulturaufbauende, teine kommunistische oder sozialistische Politik, das ist das Zerstörungswert von Menschen, bar jeden sozialistischen Gefühls, welche Gesellschafts-, Kultur- und politische Werte, von der Arbeiterschaft errungen errungen in jahrzehntelangen, politisch schweren So urteilen Leute, die die kommunistischen Führer in gemeinfamer Arbeit tennengelernt haben. Sie werden wissen, warum sie zu diesem Urteil tommen. Die offene Untrstügung der marum sie zu diesem Urteil tommen. Die offene Untrſtügung der reaktionären Umfturzpläne durch die KPD. muß den letzten Arbeiter veranlassen, mit dieser verbrecherischen Führung reinen Tisch zu machen. Kämpfen, vernichten müssen. KPD.- Schule für Bürgerkrieg. Massenverhaftungen in Bayern. München, 31. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Münche ner Polizeidirektion hatte vor einiger Zeit in Erfahrung gebracht, daß der illegale KPD. Bezirk Südbayern an der Organisierung und dem Ausbau eines sogenannten Drd nungsdienstes" arbeitet. Sozialpolitik im Haushaltsausschuß. Die Arbett der Sozialdemokratie. Der Haushaltsausschuß des Reichstages segte die Beratung des| namentlich während der Inflation schwer beeinträchtigt worden sei Etats des Reichsarbeitsministeriums fort. Zu dem Kapitel, das die und sich nur langsam zu erholen vermöge, da die Gebefreudigkeit des Betriebsverfassung, sowie das Tarifvertrags, Auslandes fast versiegt und die des Inlands noch gänzlich gelehnt sei. Lohn und Einigungswesen behandelt, fritisiert Abg. Giebel( Soz.), daß das Reichsarbeitsministerium in TarifftreitigAbg. Frau Schröder( Soz.) Giebel wendet sich besonders gegen einen Erlaß vom 27. Mai 1924, Interesse der Notleidenden für richtiger hält, daß sie ihren Anspruch feiten immer mehr die Stellung tariffeindlicher Unternehmer stärke. erklärte, daß die Sozialdemokratie grundsäßlich gegen den Zuschuß aus Reichsmitteln für die private Wohlfahrtspflege ist, weil sie es im der eine einseitige Beinflussung der Schlichter bedeute. Frau Abg. Bohm- Schuch( Soz.) fordert, daß das Reichsarbeitsaber an, daß gegenwärtig die privaten Anstalten noch an den Folgen an die öffentlichen Einrichtungen geltend machen. Rednerin erkennt triebsräte genügend Kräfte aus der Arbeitnehmerschaft heranbildet. der Inflation leiden, weil Neuanschaffungen an Wäsche usw. unmögministerium auch weiterhin zur Erfüllung der Aufgaben der BeEine Entschließung in diesem Sinne wird angenommen, dagegen lich waren und darum die Bestände jezt neu aufgefüllt werden wird der von derselben Rednerin eingebrachte Antrag, 20 000 m. müssen. Das Reichsarbeitsministerium soll mit den Spizenorganifür die Unterstüßung der Akademie der Arbeit in Frankfurt zu be- fationen beraten, wie die private Wohlfahrtspflege ohne Inanspruchwilligen, von den bürgerlichen Parteien abgelehnt. Dabei war inter babei geprüft werden, wie weit die Arbeitsverhältnisse in den Annahme öffentlicher Mittel tragfähig gemacht werden kann. Es soil essant, daß der Abg. Stegerwald( 3.) den Antrag damit be fämpfte, daß die Gewerkschaften ihren Stolz darein fezen sollten, stalten an der hohen Erkrankungsziffer der Wutterhausschwestern ihre Bildungsarbeit mit eigenen Mitteln zu leisten. Für Frankfurt schuld find. Der entsprechende Antrag der Sozialwürde seine Partei feinen Pfennig bewilligen, ba bort demotraten wurde angenommen nicht in erster Linie im wirtschaftlichen Bildungssinne gearbeitet pofitionen zur Unterstützung der Selbsthilfeeinrichtungen für hilfs. werde, sondern allgemeine Bildungsarbeit geleistet werde, wobei bedürftige Bolfsfreise von 4 auf 8 Millionen Mart zu erhöhen, an In der Abstimmung wird ein Antrag des Zentrums, die Etatsauch die Weltanschauungsfragen eingeschlossen seien. genommen. Angenommen, wird auch ein Antrag derselben Partei, Wohnstätten- G. m.b.H. und Trianon- Filmgesellschaft. die Unterstützung für Anstalten und Einrichtungen der privaten Beim Kapitel Beim Kapitel über Wohnungs- und Siedlungs. mesen ersucht Abg. Hoch( S03.) das Ministerium um Aufklärung über die Kreditangelegenheit der Wohnstätten- G. m. b. H. an die Trianon- Filmgesellschaft. Reichsarbeitsminister Brauns macht darüber folgende Mitteilungen: lungswohnungen für Beamte. Die Gesellschaft hat bis jetzt etwa " Der wesentliche Zweck der G. m. b. 5. war der Bau von Sied zwölfhundert Wohnungen so gut wie fertig gebaut. Ende 1923 verfügte die Wohnstätten- 3. m. b. S. über flüssige Mittel von Am 17. Januar gelang es in München, den Leiter des etlichen hundertausend Goldmart. Diese Gelder konnten damals Ordnungsdienstes für Südbayern in der Person des 25jährigen nach den Angaben der beiden Geschäftsführer Regierungsrat Bret Monteurs Karl Mayer festzunehmen, als er gerade das Land. Ihneider und Regierungsrat Dr. Wenzel( der bekanntlich ein tagsgebäude verließ. Bei Mayer wurde umfangreiches Material Schwiegerjohn des deutschnattonalen Reichsmini vorgefunden. Er war eben im Begriff, dieses Material an einem ſters Schiele ist), wegen ungünstiger Witterung und Bauvorgefunden. Er war eben im Begriff, dieses Material an einem arbeiterstreit für Bauzwede nicht in Anspruch genommen werden. vor dem Zugriff der Polizei geschützten Ort zu verbergen. Nach Um fie möglichst nugbringend für eine furze Uebergangszeit bis zum den Aufzeichnungen Mayers ist der Ordnungsdienst Südbayern Wiederbeginn der Bauperiode anzulegen, liehen die beiden genanngegenwärtig 655 Mann start. Bei Mayer wurde auch der ten Geschäftsführer im Februar 1924 die Gelder gegen einen MoNachweis dafür gefunden, daß sich die Tätigkeit des Ordnungs. natszins von vier Prozent der Trianon- Film- A.- G. Als die Wohn dienstes auf die Beschaffung von Waffen erstreckt. Aufstätten- G. m. b. H. bei Wiederkehr der Bauperiode ihr Darlehen, Grund der vorgefundenen Mitgliederverzeichnisse wurden bis jetzt das Ende April 1924 etwa eine Million Goldmart betrug, zurüd 33 Personen verhaftet und ins Münchener Polizeigefängnis haben wollte, war die Filmgesellschaft zur Rückzahlung nicht in der übergeführt. Da es sich bei dem Ordnungsdienst um eine hochverräte G. m. b. 5. immer weiteres Geld zu. Zur Sicherheit wurden auf Lage. Um das hergegebene Geld zu retten, schoß die Wohnstätten rische Organisation handelt, wird sich das Reichsgericht mit der das Grundeigentum der Trianon- Film- A.- G. Sicherungshypotheken Strafverfolgung zu befassen haben, so daß sich in Leipzig in einigen eingetragen, außerdem der gesamte Besiz der Filmgesellschaft verMonaten wieder ein großer Kommunistenprozeß abspielen dürfte. pfändet. Ende Mai 1924 legte der Geschäftsführer Wenzel seine Stellung nieder. Anfang September 1924 machte der GeschäftsHaftbefehle auch in Baden. führer Bretschneider nach seiner Angabe dem Vorfizenden des Aufſichtsrates, Geheimrat Dr. Glaz, von dem Kreditgeschäft die erste mitteilung. Auch Geheimrat Glaß wurde von der Filmgesellschaft vor die Alternative gestellt, entweder weiteres Geld bis zur endgültigen Fertigstellung aller begonnenen Filme und Organi fationsarbeiten zu leihen oder einen großen Teil des bisher geliehenen Geldes zu verlieren. Er hielt es taufmännisch für richtig, wei teres Geld hinzugeben. Karlsruhe, 31. Januar.( WTB.) Nördlich der Ludwigsfeste in Rastatt fanden spielende Knaben Sprengmunition. Auf Grund der daraufhin vorgenommenen polizeilichen Nachforschungen und Haussuchungen hat sich der Verdacht herausgestellt, daß Mit glieder der KPD. die Sprengstoffe vergraben haben. Die Staatsanwaltschaft hat gegen mehrere Personen haftbefehle er laffen und die Angelegenheit dem Oberreichsanwalt überwiesen. Sozialdemokratische Kulturkundgebung. Vorträge von Konrad Haenisch und Alwin Saenger. In einer öffentlichen Rundgebung ber Berliner Bezirks. gruppe der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Behrer und Lehrerinnen sprachen die Genossen Haenisch und Saenger( München) über„ Schule und Republit" und über das Rontorbat in Bayern. Genosse Haenisch mies einleitend auf das geringe Interesse der Deffentlichkeit für Erziehungsfragen in unserer Zeit hin. Zwar er lebte die Anteilnahme an Bildungsfragen nach der Staatsumwälzung noch einmal einen Aufschwung, aber diese Bewegung erlahmie nur allzu bald. Schon damals als in Weimar das un gludselige Schulprogramm zustande fam, war das schnell aufge. flammte Intereffe erlahmt. Auch als ein halbes Jahr später die Reichsschulkonferenz im Reichstag tagte, war das Interesse faft nur auf die Fachleute beschränkt. Und seitdem ist es mit der Beachtung dieser Fragen immer mehr bergab gegangen. So tonnte auch mit Hilfe der Elternbeiräte Beine Besserung erzielt werden. Es ist tief beschämend, daß in Arbeitervierteln nur ein ge ringer Prozentjag ber Eltern zur Wahlging und daß daß dort die sogenannten unpolitischen" Listen siegten. Wir wer den niemals Sozialismus haben, wenn wir nicht Sozialisten haben. Wir werden auch feine wahrhaft deutsche Republit haben, wenn wir teine Menfchen erziehen, denen die Republit Herzenssache ist.( Beifall.) Der Artikel 148 der Reichs verfassung fordert, daß die Erziehung im Sinne der Bölfer. versöhnung erfolge. Bis heute ist der Ausführungserlaß zu diesem wundervollen Artikel nicht erschienen. Seit vier Jahren schlummert er. Hier winkt dem neuen preußischen Unterrichts. minister eine nicht ganz unwesentliche Aufgabe. Wenn wir unsere Jugend lehren, deutsch und europäisch zu denken, dann nur erziehen wir sie zu den großen Aufgaben, die in der Zukunft ihrer harren. Gerade die Lehrerschaft, der es ernst ist um die Zukunft Europas, follte sich dieser Aufgabe mit aller Kraft widmen.( Stürmischer Beifall.) Mitte Dezember 1924 betrug die Darlehnshöhe rund dreieinhalb Millionen Goldmark. Da bis dahin Rückzahlungen nicht geleistet wurden, verständigte Glaß Ende vorigen Jahres den Aufsichtsrat. Das Ministerium selbst betam erst im Januar Kenntnis von der Angelegenheit. Der Wohnftätten- G. m. b. H. find im ganzen 9,5 millionen Mark zur Durchführung des Bauprogramms zugefloffen. Als Geldgeber tamen Durchführung des Bauprogramms zugefloffen. Als Geldgeber famen in Betracht die Reichsbant, die Post, die Reichsbahn, die Stadt Berlin und das Reichsarbeitsministerium, legteres ist mit 7% Mil. lionen Mart beteiligt. Nach den bisherigen Feststellungen sei nicht zu befürchten, daß Reichsmittel gefährdet seien. Es wurde sofort gegen die drei beteiligten Beamten ein Diszipli narverfahren eingeleitet. Bisher ergab die Boruntersuchung feine Anhaltspunkte dafür, daß einer der drei beteiligten Beamten aus Anlaß des Darlehnsgeschäftes mittelbar oder unmittelbar finanzielle oder sonstige Borteile gezogen habe. Die Staatsanwaltschaft blieb über Einleitung und Fortgang des Disziplinarverfahrens dauernd unterrichtet. In disziplinarer Hinsicht bleibt die Tatsache bestehen, daß die drei Beamten ihre Beamtenpflicht gröblich dadurch verleht haben, daß fie öffentliche, für den Wohnungsbau bestimmte Mittel in ein Filmunternehmen gesteckt haben. Das Ergebnis des Disziplinarverfahrens vor dem Disziplinargericht muß abgewartet werden. Die Beamten sind sofort von ihren Dienst leistungen im Ministerium enthoben worden. Angenommen wurde eine vom Abg. Hoch( Soz.) ein gebrachte Entschließung, worin die Reichsregierung ersucht wird, im Benehmen mit den Landesregierungen 1. eine Denkschrift über Wohnungsnot und Woh nungsneubau im Deutschen Reich aufzustellen und dem Reichstag vorzulegen. Die Dentschrift soll sich insbesondere über folgende Bunkte aussprechen: 1. Wohnungsverhältnisse während und nach dem Kriege, Wohnungsnachfrage, Wohnungsangebot. 2. Leistun 3. Der heutige Gesamtbedarf an Wohnungen und Aussichten der gen des Reiches und der Länder zur Behebung der Wohnungsnot. Bautätigkeit. 4. Vorschläge für Maßnahmen zur Beseitigung der Wohnungsnot. Im Anschluß hieran sprach Reichstagsabgeordneter Genoffe 1ungswesen unter Berüdsichtigung der Leistungen in den Län 2. Cine Dentschrift über das ländliche Sieb. Saenger über das banerische Kontordat mit dem Batifan. Ueber die Brüde des Konkordats wollte die banerische Regierung ihr„ Ansehen" dern und Gemeinden, insbesondere über Neu, Anliegen, Flüchtwiedergewinnen. Der Rebner schilderte in einem geschichtlichen Rüd. lings, Deblands und Beamtensiedlung, dem Reichstag vorzulegen. Ferner wurden die Haushaltsposten über sonstige( oziale Maß Kirche in Bayern. Selbst im Mittelalter ist der Staat ber Stirche nahmen bewilligt, wie die Gewährung von Beiträgen und Beihilfen auf schulpolitischem Gebiet nicht so weit entgegengekommen, wie ber an gemeinnüßige Verbände verschiedener Natur, die soziale Fürsorge ezige bayerische Staat. In diesem Kontorbat des 20. Jahr ftügungen an bas als invalide ausgeschiedene nicht ruhegehaltsberech In diesem Kontorbat des 20. Jahr für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene im Ausland, Unterhunderts hat der Staat bei weitem den fürzeren gezogen. Durch das bayerische Konkordat ist die einheitliche Bildung auftigte Betriebs- und Arbeiterpersonal früherer Heeres- und Marine das schwerste bebroht. Durch das Konkordat kann den Kloster- und betriebe, sowie Unterſtügungen an die Witwen und Waisen des nicht Ordensschulen jederzeit die Gleichstellung mit Staatsschulen zu- ruhegehaltsberechtigten Personals diefer Betriebe. erkannt werden. Das Kontordat muß befämpft werden, weil es in Es folgte die Beratung des Rapitels der allgemeinen Finanz unzuläffiger Weise die Regelung der inneren und äußeren Ange verwaltung zur legenheiten der Glaubensgemeinschaften mit der staatlichen Schul. gefeßgebung verfassungsrechtlich verquidt, weil die Schulgesetz gebung des Reiches bedroht ist und weil die Freiheit der Bissen. chaft und die verfassungsmäßigen Rechte der Lehrer beseitigt oder Doch wesentlich gemindert werden.( Lebhafter Beifall.) Die Kreditpolitik der Reichspost. Feststellungen des Unterausschusses. Förderung der Wohlfahrtspflege. Hier waren im Etat vier Millionen Mart angefezt zur Unterstügung allgemeiner Einrichtungen der Arbeitsfürsorge für Erwerbs beschränkte, der Selbsthilfeeinrichtungen für hilfebedürftige BoltsPreise der Altersversorgung und der Verschicung von Kindern von Kriegsbeschädigten, Striegerhinterbliebenen und Sozialversicherten zum Erholungsaufenthalt. Die Abgeordnetinnen Frau Teufch( 3.) und Frau Schröder( Soz.) beantragten die Berdoppelung Dieser Summe. Der Ausschuß entschied im Sinne diefes Antrages. Der Berwaltungsrat der Reichspost wird am Donnerstag, den 5. februar, aufammentreten, um den Bericht des Unterausfahrtspflege waren für 1925 insgesamt sechs Millionen Mart Für Anstalten und Einrichtungen der privaten Wohl. schusses zur Ermittlung der Kreditpolitik der Reich& poft veranschlagt. Die Mittel follen nach der Etatsposition in erster Linie entgegenzunehmen. Der Unterausschuß hat seine Arbeit im wefent zur weiteren Stügung und Förderung derjenigen Anstalten und Einlichen beendet und ist zu dem Ergebnis gekommen, daß die Kredit richtungen verwendet werden, die den Reichsspizenverbänden angewährung nicht zu billigen fei. Strittig ist nur die geschlossen sind. Frage, inwieweit einzelne Beamte der Verwaltung ein Verschulden trifft. In der Diskussion wurde von der Rechten und dem Zentrum zum Ausdrud gebracht, daß die private Wohlfahrtspflege Wohlfahrtspflege von 6 auf 12 Millionen Mark zu erhöhen. Reichsversicherungsamt fordert Abg. Hoch( So3.) Verbesserung der Unfallstatistik und Ver öffentlichung der Nachweisungen für das gesamte Rechnungswesen der Berufsgenossenschaften, Landesversicherungsanstalten usm. mie vor dem Kriege. Abg. Giebel( Soz.) fordert in einem Antrag schleunigste Vorlage der vor allem die Aufsichtsbefugnisse der Versicherungsbehörden auf eines Gefehentwurfs zur Reichsverficherungsordnung, den früheren Umfang beschränkt, die in der Seeschiffahrt Beschäftigten Pflichtleistung einführt, bie Gemeinlaften der Krantenversicherung der Krankenversicherungspflicht unterstellt, die Familienfürsorge als erweitert. Der Antrag wird dem zuständigen Fachausschuß überwiesen. Weiter fordert Giebel, daß die Doppelversicherungen der bergbaulichen Angestellten zur Knappschafts- und Angestelltenver. ficherung schnellstens aufgegeben werden. Personalabbauverordnung ausgeschiedenen Beamten und Bei der Frage der Abfindungen an die auf Grund der Angestellten des Reichsversicherungsamts fragt Abg. Frau BohmSchuch( S03.), warum hier mittel nicht mehr eingefeht feien. Tat fache sei, daß weibliche Angestellte mit Beamtenrechten entlassen worden seien, weil der Mann eine gesicherte Existenz habe, während einstellung, Abfindung oder Enschädigung sei in solchen Fällen ab. einige Wochen später auch der Mann abgebaut worden sei. Wiedergelehnt worden. Die Angelegenheit soll in einem Fachausschuß befonders geprüft werden. Roßmann( S03.) das in der Frage der Gewährung der Offiziers Beim Kapitel Reichsversorgungsgericht fritisiert Abg. penfionen aus der höheren Kriegsstelle von dem Großen Senat des Reichsversorgungsgerichts zugunsten der Offiziere ergangene Urteil und beantragt, die Verfügung des Finanz- und des Reichsarbeits ministeriums, die sich dieses Urteil in weitem Umfange zu eigen macht, mit fofortiger Wirkung wieder aufzuheben. Die Angelegen heit soll in einem Fachausschuß einer besonderen Prüfung unterworfen werden. Beim Kapitel Bersorgungsdienststellen fritisierte der Abg. Brüninghaus( D Bp.), daß der leitende Beamte des Hauptversorgungsamts Stuttgart gegen die Interessen der ehemaligen Bensionäre dienstlich seiner Obhut anvertraut feien. Er frage die attinen Offiziere Stellung genommen habe, obwohl. Offiziere als Regierung, ob es zulässig set, baß ein hoher Reichsbeamter, auch wenn er Reichstagsabgeordneter fei. fo handele.( Es handelt sich hierbei des Hauptversorgungsamts Stuttgart ist.) Abg. Roßmann( S08.) um den Reichstagsabgeordneten Genossen Roßmann, der Direktor felbft und namentlich Abg. Hoch( S03.) verwahrten sich ganz energisch gegen diefen Angriff. Es müsse einem Reichstagsabgeordneten unfcheidungen zu verireten, die er meder mit Recht und Billigkeit noch benommen bleiben, auch als Beamter feine leberzeugung in Ent mit feinem Gewissen und seiner Pflicht gegenüber dem Boltsganzen verantworten fönne. Im alten Regime habe man den Beamten das Maul verbunden, man glaube wohl jezt die Macht zu haben, dies zu wiederholen.' Ueberdies sei der betreffende Fall, der zu der von Brüninghaus beanstandeten Beröffentlichung geführt habe, auf die Brovokation eines deutschvölkischen Abgeordneten erfolgt, der von den 77 republikanischen Ministern sprach, die sich an der Futterfrippe der Republit mästen. Für die Unterhaltung der Ständigen Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt wurden 25 580 Reichsmart bewilligt. Der Etatposten für die Abhaltung oon Rurfen für die im Ber auf 50 00 m. erhöht. Bei den einmaligen Ausgaben für Sozialforgungswesen tätigen Aerzte wurde durch Beschluß des Ausschusses politif im allgemeinen wurde auf Antrag des Abg. Erfing( 3.) bes schlossen, für Untersuchung der Gesundheitsverhältnisse von Arbeits nehmern statt nur 1700 m. 20 000 m. anzusehen. Abg. Frau Schröder( Soz.) wurde fernerhin die Reichsregierung Auf Antrag der durch den Ausschuß ersucht, umgehend dem Reichstag den Entwurf eines Hausgehilfengefeges vorzulegen. handlung über das Reichsarbeitsministerium erledigt. Nach Berichterstattung über die Petitionen war die EtatsverArbeitsamt und Brauns. Befremden über Brauns Ausschußrede. Genf. 31. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Rede des deut. über die Beziehungen Deutschlands zum Internationalen Arbeitsfchen Arbeitsministers Dr. Brauns im Ausschuß des Reichstags amt hat in diesem Amt Befremben ausgelöst. Man weist Darauf hin, daß Deutschland während der Inflationszeit teine Beiträge gezahlt habe, während das Arbeitsamt sehr beträchtliche Aufwendungen für Deutschland gemacht habe. Davon, feine Rede sein. Deutschland habe vielmehr das größte Aus. daß Deutschland gegenüber den anderen Staaten zurückſtehe, fönne landsbureau des Arbeitsamtes gehabt. Außerdem seien sämt liche Veröffentlichungen des Arbeitsamtes ins Deutsche übertragen worden, obwohl Deutschland keine Beiträge zahlte und die am: liche Unterstützung dieser Arbeit des Arbeitsamtes manchmal zu wünschen übrig ließ. Das Arbeitsamt werde eine Aussprache über die Anwendung der deutschen Sprache als dritter Amtssprache beim- Arbeitsamt nicht ablehnen, doch habe Deutschland nach dieser Richtung bisher nichts unternommen.( Das ist falsch! Die deutschen Vertreter auf den Konferenzen des Amtes, vor allem Genosse Wissell, haben für die Gleichberechtigung der Sprache des größten Industriestaates auf dem Kontinent ebenso entschieden wie vergeblich gekämpft. Red. d:„ B.") Botschafter a. D, Wiedfeldt hat dem Bräsidenten von Nordamerika fein Abberufungsschreiben überreicht. Jm füdflawischen Wahlkampf sind nach der Belgrader Slowensta" 11 Personen getötet und 15 schwer verlegt worden. Dazu fämen noch mehrere hundert Leichtberlegte. Der ökumenische Patriarch ist von den türkischen Behörden, unbekümmert um die Stellungnahme der Völkerbundkommiffion, gewaltsam nach Griechenland abgeschoben worden; in Griechenland ist man über diese Behandlung des Kirchenhauptes sehr erregt. Gewerkschaftsbewegung Feldzug gegen die§- 7- Schutzverordnung. Die Herren vom Stahl und Eisen im Berein Deutscher Eifen- und Stahlindustrieller und vom Ausschuß der Fachgruppe der eisenschaffenden Industrie waren am Freitag in Berlin zusammengefommen, um gegen die Berordnung zum Schuge der Hütten- und Kofereiarbeiter Sturm zu laufen, die für einen Teil der Arbeiter das unmenschliche 3 weischichtensystem beseitigt. Für die Profitgier freilich gibt es nur einen Moralbegriff, möglichst hohen Profit aus den Knochen der Arbeiter herauszuSchinden, ohne Rücksicht auf das Leben der Arbeiter und ihrer Familien. anzunehmen. Die Herren geruhten, folgende Entschließung einstimmig „ Die Eiſenindustriellen bedauern den Erlaß der Ausnahmeverordnung über die Arbeitszeitverkürzung auf den Hochofenwerfen und Rotereien. Die Bertreter der Eisenindustrie haben die schweren Verluste, die ihre Betriebe seit langem erleiden, sowie Die verhängnisvollen Folgen einer Arbeitszeitverkürzung den beteiligten Reichsstellen oft und eindringlich dargelegt. Die Verord mung hat, wie zu erwarten war, in den Kreisen der Arbeiterschaft feine Befriedigung, sondern im Gegenteil weitergehende Forde rungen ausgelöst. Die Notwendigkeit der Erhaltung der Währung, der Hebung und Festigung der ganzen Bolfswirtschaft sowie der Steigerung der Kauftraft der Lohneinnah'nen erlauben fein Nachlaffen in den Arbeitsleistungen. Ebenso wenig dulden die Repa. rationsverpflichtungen eine mit einer Arbeitszeitvertürzung un vermeidlich verbundene Minderung der Erzeugung." Den Herrschaften genügt es noch nicht, daß sie 700 Millionen von der 715- Millionen- Anleihe als„ Entschädigung" erhalten haben. Aus der Saat der Wahlgelder, die sie ausgestreut haben, wollen fie jezt ernten. Ueber den Zynismus, der in der Entschließung beliebt mird, tann man sich nach allem nicht mehr wundern. Weil die Verordnung mangelhaft ist, weil sie deshalb ,, wie zu erwarten" in den Kreisen der Arbeiterschaft teine allgemeine Befriedigung ausgelöst hat, deshalb muß fie wieder beseitigt werden, noch ehe sie in Kraft getreten ist. Das ist die Logit, die die Eisen- und Stahlindustriellen in ihrer Profirsucht praktizieren. In Wirklichkeit sind die Arbeiter, die von dem aus. beutertschen Zweischichtensystem befreit werden sollen, sehr mohl zufrieden, wenn sie wenigstens vom 1. April ab davon befreit merden. Dazu die Sorge der Unternehmer um die Steigerung der Kauffraft der Löhne! Der Arbeiter soll nach ihrem Gebot täglich 12 Stunden im Betriebe stehen, ohne die Zeit, die er zu der Wegen von und zur Arbeit gebraucht, um dann erst so wenig an 2ohn zu erhalten, daß er sich mit seiner Familie knapp vor bem Berhungern schüßen fann. Und das, weil die Eisen- und Stahlherten auf Kosten ihrer Arbeiter sich durch Sch mußton furrenz den Weltmarkt erobern wollen. Sie reden von Volts. wirtschaft und meinen ihren Profit. Die Profitgier ist so start bei ihnen ausgeprägt, daß sie nicht einmal eine gewisse tattische Bor. ficht beachten, feine Rücksicht darauf nehmen, ob sie nicht etwa doch den Bogen überspannen, sondern einfach drauf los gehen Sie wollen fein Nachlassen in den Arbeitsleistungen", fie dulden leine Minderung der Erzeugung", doch drohen sie der Arbeiterschaft mit Brotlosmachung, befchwören Rämpfe herauf, bie einem ungestörten Produktionsp.ozeß nicht förderlich sind. Ober glauben die Herrschaften etwa, die Arbeiter würden ruhig zusehen, wie diese Ausnahmeverordnung" wieber be feitigt wird? Darin täuschten sie sich denn doch. Ihre Ent. Schließung zeigt der gesamten Arbeitnehmerschaft gleich einem Warnungssignal, worum es jegt geht nur fefter 3usammenschluß gibt uns die Kraft, den Berstlapungsplänen des Unternehmertums und denen der Schwerindustriellen insbesondere, wirksam zu begegnen. Die Leistungszulagen bei der Reichsbahn. Seit Ende des vorigen Jahres beglückt die Reichsbahn die Eisenbahner mit den sogenannten Leistungszulagen. Diese neuartige Methode zur Bevorzugung gewisser Elemente unter den Eisenbahnern ist nicht nur bei dem größten Teil des Personals der Reichsbahn, sondern auch in der Bresse scharf fritisiert worden. Die Reichsbahn teilt jetzt zur Rechtfertigung ihres Vorgehens der Deffentlichkeit mit, daß sie nach dem Reichsbahngesek(§ 26 Biff. III) das Recht habe, in besonderen Fällen Vergütungen zu gewähren, solange diese nicht 5 Broz. des Gesamtaufwandes für die Bezüge der Beamten übersteigen. Von diesem Recht habe sie zum ersten Male im Dezember 1924 Gebrauch gemacht. Infolge der teilung gebracht worden. Alle Meldungen über höhere Sumfinanziellen Notlage seien jedoch nur 4 Millionen zur Ber. men feien aus der Luft gegriffen. Wenn die Reichsbahn diese vier Millionen zu einer allgemeinen Aufbefferung der Bezüge verwendet hätte, so würde das nur eine Erhöhung um ftrede fich auf alle Beamten des unteren, mittleren und obe. 8 Broz. bedeutet haben. Die Verteilung der Leistungszulagen er. ren Dienstes mit Ausnahme der leitenden Beamten. Bei der geringen Zahl der Beamten des oberen Dienstes betrage fleinen Teil des Gesamtbetrages. deren Anteil an den Leistungszulagen nur einen verschwindend Dieser Rechtfertigungsverfuch der Reichsbahn geht völlig fehl. Irgendwelche unrichtige Ziffern, an denen die Reichsbahn durch ihr mysteriöses Schweigen selbst schuld ist, sind nicht das Wesentliche. Es handelt sich weniger darum, was bereits im Dezember an Leistungszulagen verausgabt wurde, als vielmehr um die Höhe etwa 30 Millionen betragen foll. Ferner handelt es sich um der Summe, die pro Jahr verausgabt werden und 1925 die Klarstellung der Richtlinien, nach welchen die Gelder zur Berteilung tommen. Die Reichsbahn weiß, daß die Eisenbahnerorganisationen die Leistungszulage als Rorrup tionszulage betrachten und ihre Beseitigung fordern. Natürlich fann die Leistungszulage niemals eine wirkliche Lohnerhöhung, die dringend notwendig ist, ersehen. Schließlich hätte der Bermal tungsrat felbst soviel psychologisches Verständnis haben und sich fondern nur ein Anlaß zu Streit und Verstimmung unter den Eisenfagen fönnen, daß die Leistungszulage fein Anreiz zur Leistung, bahnern sein fann. Den Straßen ,, Kämpfern" und ihrer Leitung. Bei der kommunistischen Aktion", dem auf die Straße getragenen Kampf" der Kommunisten, der sich als wohlorganisierter heimtüdischer Ueberfall auf Mitglieder des Reichsbanners erwies, ist bekanntlich der zweite Vorsitzende des AEG.- Betriebsrats in bestialischer Weise mißhandelt und schwer verletzt worden. Daß sich den Vorfall um so bedauerlicher und verwerflicher erscheinen. We an dieser Aktion" auch kommunistische Frauen beteiligten, läßt die SPD.- Arbeiter und Angestellten der AEG.- Turbine darüber denten, ergibt sich aus ihrer Entschließung, die wir in der Freitagmorgenausgabe des Borwärts" veröffentlichten. NFsrad Weitere Entschließungen, bie bem Sinne nach bas gleiche be fagen und dem Kollegen Bernhard Wolff recht baldige Genesung wünschen, find uns von der Betriebsversammlung der EG.- FKU. zugegangen sowie vom Gesamtbetriebsrat der AEG. Die Entschließung des Gesamtbetriebsrats flingt in die Mahnung an die Mitläufer der KPD. aus: aßt ab von diesen Methoden, die die Würde und das Ansehen der deutschen Arbeiterschaft auf das schwerste gefährden und die freie Arbeiterbewegung vernichten müffen." Lehrberatung für Arbeiter. Mit dem Eintritt verhältnismäßig ruhiger und stabiler Wirt. schaftsverhältnisse erwächst auch in der Arbeiterschaft stärker als in bildungden vergangenen Jahren das Bedürfnis zur geistigen BeiterZugleich regen sich auch allerorten wirkliche und so genannte Arbeiterbildungseinrichtungen mit der Absicht, möglichst weite Kreise unserer Kollegen an sich zu feffeln. Derjenige Arbeiter und Angestellte, der bisher von den zahlreichen ihm zur Verfügung stehenden Lernmöglichkeiten noch feinen Gebrauch gemacht hat, steht der Fülle derselben oftmals hilflos gegenüber. Aus diesem Grunde hat die Berliner Gewerkschaftsschule Montags und Freitags von 4 bis 7 Uhr Lehrberatungs Sprechstunden In diesen Lehrberatungs- Sprechstunden, die im eingerichtet. ufer 24/25, 3immer 6, stattfinden, soil allen denjenigen gewert Bureau der Schule, Gemertschaftshaus, Engelschaftlich organisierten Arbeitern und Angestellten, die Ausbildungsmöglichkeiten für fich suchen, Rat und Auskunft darüber erbeilt werden. Die eigenen Lehrgänge der Gewertschaftsschule richsverzeichnisse sind bei den Ortsverwaltungen der Gewerkschaften beginnen in der Woche vom 9. bis 13. Februar. Unter und im Bureau der Schule zu haben. Die Betriebsräte aller größeren Betriebe find ebenfalls über den Beginn der Schule informiert und mit Unterrichtsverzeichnissen versehen. Auch sie fönnen also Ausfünfte erteilen. Anmeldungen werden bei den Ortsverwal tungen und in den Lehrberatungs- Sprechstunden entgegengenommen. Achtung, SPD.- Betriebsvertrauensleute! Die Nr. 7 ber Betriebszeitung Der Kämpfer ist erschienen unb fofort vom Betriebssekretariat, Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 r., in Empfang au nehmen. Besonders die Bertreter der Mittel- und Kleinbetriebe werden erfucht, das Material abzuholen. Parteiausweis mitbringen! Achtung! Dr. B. Meyer, Droutheimer Straße! Am Montag, den 2. Februar, nadm. 5 Uhr, bei Fritsch, Drontheimer Straße; wichtige Sufammenkunft aller SPD.- Genossen. Der Fraktionsvorstand. Subm. Löwe u. Co., Suttenstr. 17/19. Dienstag, den 3. Februar, abends 5 Uhr, Fraktionsversammlung bei Triller, Berlichingen Straße 7. Erscheinen aller Genossen wird erwartet. Ders Fraktionsvorstand. Achtung, SPD.- Hochbahner! Am Dienstag, den 3. Februar, 7 Uhr, am Gleisdreied, Bersammlung aller EPD- Genoffen der Hoch- und Untergrundbahn. Erscheinen aller unbedingt Pflicht. Der Frattionsvorstand. Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Bezirk 7, Charlottenburg. Dienstag, den 3. Februar, abends 7 Uhr, in der Aula der Gemeindeschule wohnende Mitglieder gegen Vorzeigung des Mitgliedsausweises. Spreestraße 29, ezitisberiammlung. Buritt haben nur im Bezitt Die Bezirksleitung. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Beilage.) Berantwortlich für Bolitit: Craft Renter; Wirtschaft: Arthur Sateruns: Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Eztorn; Feuilleton: R. 8. Döscher; Lokales und Sonstiges: Friz Razstädt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderei und Verlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierzu 5 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". GEGR. 1815 BERLIN C KÖNIGSTR.* SPANDAUER STR. Bettwäsche * Damenwäsche Elegante Wäsche Deckbettbezug Limon Einfache Wäsche am Knöpfen, 7.90 Taghemd mit Hohle. 1.45 Taghemd mitre 4.75 zum 130x200 cm.... u.Langette Stickerei Kissenbezug 2.10 Taghemd Ask 1.90 Taghemd mit Ein- 6.75 daza passend, 80X80 cm Stick- 1.90 Ansatz... EinGarnitur 1 Deckbettbez, Taghemd min 3.50 Garnitur Taghemd und 130 × 200 cm, 1 Kissenbezug 80 × 80 cm, aus Satin zusammen Daulas u. Ansatz Garnitur Taghemd und tin 18.Beinkleid mit Laken 146225 5.75 Laken Hemdentuch 160 225 Stickerei- Ansatz. .... 6.25 Nachthemd im Rumpf 7.50 mit Langette...... 3.50 Überschlaglaken mit 3 Reihen HohlBeinkleid Stickerei 2.40 aum, 150x260 cm 11.25 Beinkleid mit EinKissenbezug dazu mit 4.50 Ansatz 4.50 passend, 80 × 80 cm 3.90 Prinzeßrock ik. 3.60 Kissenbezug aus Kreton, Hemdhose mit 3.75 2.50 Untertaille Stickerei 1.10 mit Langette, 75 75 cm.. Herrenwäsche Farbiges Oberhemd Perkal, mit Kragen 3.90 u Klappmanschetten Weißes Oberhemd mit Pikee- Einsatz und festen Manschetten, gewaschen u geplättet 5.50 Taghemd Haus aus tuch Haus- 2.50 Nachthemd mit Stick. atoff.... Größe 40, 42 Beinkleid mit Stickerei.... 13.50 Garnitur Taghemd und Beinkleid mit Hand- 15.hohlsaum mit Stick Nachthemd 13.50 Prinzeßrock und mit Stickerei- Ein- 10.50 Untertaille mit Handhohlsaum..4.50 Seidene Garnitur Taghemd u.Beinkind. 48.Tisch- u. Hauswäsche kräftig. Drellgewebe, 0.90 48 × 100 ... Gerstenkorn, Jacquardrd- 1.35 Tischtuch gebleicht Damast Stubenhandtücher Reinen 2256.90103.95 Kaffeegedeck weiß mit farbig Kanten, 130X165, 5.90 160225 em, mit 13.50 mit 6 5.90 farbigem Besatz.... 4.60 Künstler- Kaffeedecke Schlafanzug gestreift Flanell oder Wasch- 6.90 stoff, m.Verschnürung Taschentücher Damentuch weiß Batist mit farbiger Kurbelkante und Stickerei 0.75 Ecke...... 3 Stück 130 Kante, 48X110 cm Jacquard, 50x110 cm...1.85 leinen Wäschestoffe Wäschetuch feinfädig. Mt. 0.45 adapolam Mr. 0.60 80 cm breit.... Mr. Hemdentuch kräftige Qualität, 80 cm, Mtr. O.75 Makobatist 80 cm M. 0.90 Linon starkfädig für Bezüge 80 cm 1301.35 Mt. 0.80 Haustuch für Laken 1.60 140 cm breit.... Mtr.. Wirkwaren 1.25 Damenstrümpfe Seidenflor Damen- Hemden Kindertrikot elastisch, Lg. 80 cm 0.75 echt Mako, elastisch 1.95 Schlupfbeinkleider für Damen, Kunst- 3.35 seide..... Herren- Garnituren Jacke und Beinkleid, 11.50 weiß gestreift.... Schürzen Küchenhandtücher Rein Schmuckschürze weiß mit rot. Kanten, 95 Einsatz und-Ansatz.5 abgepaßt, 45x100 cm Gänseaugengewebs, weiß und auf weißem Krepp. 5.45 rot- oder blaukantig, 48X100cm 130x160 cm.. 35% unter regulärem Preis rot- oder blaukantig, 48X100cm 1.15 Damast- Tischtücher 180x Reinleinen 180 cm 15.90 180X 35% 275cm 25.00 18020.75 1836.00 Servietten 55x55 cm...1.70 Preis 230cm Weiß Batist mit Hohlsaum und Frottierhandtuch reich gestickter Ecke 3 Stück 0.90 Herrentücher weiß Linon mit Kordelkante, unter regulärem Ein Posten: weiß gezwirnt, 48X100 1.35 Servietten gebleicht Frottierlaken bunt gemust., 150x200 11.25 Jacquard, 4848 cm 0.40 Wischtücher Reinleinen ca. 40 cm3 Stück 0.65 Bademantel weiß 12.90 kariert weiß, rot- oder Blaukantig oder Weiß Batist, mehrfarbig wasch- Frottierstoff, farb.Aufschläg echt bedruckt, 3 Stick 0.75 60x60 cm 60x80cm 60x100cm weiß mit StickereiTändelschürze weiß. gestreifter Batist 1.10 mit Stickerei.... Weiße Schürze Wiener Form, m. Stick. 1.45 Jumper- Schürze weiß, Linon Gardinen Tüll- Garnitur gewebt... 2.75 3.65 Halbvorhang Etamine, mit gewebt. Fries 1.80 Halbvorhang Etamine, mit Filet- antique Fries 9.00 und Spitze Etamine kariert, 0.75 0.95 1.25 150 cm breit... Mtr. 0.90 ala Mengenabgabe vorbehalten eiße Waren Hr. 54 ♦ 42. Jahrgang 7. Heilage öes vorwärts Sonntag, 1. Jebruar 1925 ?m Strom üer freien Herufe. Die Zeit, die aus den Fugen gerate» ist, und Ueberanforderungen k an sich und Menschen stellt, verwirrt zunächst und reißt ausetnanver.' ist ein unruhiges Hasten mit dem Menschen in Empfinden und Arbeit, uni dem Schritt der Zell zu folgen. Gerät die Zeit selbst in uberstchstichere, wenn auch keineswegs sanftere Bahn, so beobachtet man Strömungen und deren Gesetzmäßigkeit. Das stärkste Spiegel- bild dieser seclrsch und wirtschaftlich bedingten gesellschaftlichen und einzelmenfchlichen Veränderlichkeiten sind die Berufserscheinungen. Vom Erstarren zum Jtenbilden— dos ist der Weg, der in harten ZettlSuften durchschritten werden muß. Die ,$rden' als GraSmeffer. , Die freien Berufe, soweit sie sich durch Erscheinungsformen festhalten lasten, find wieder innerhalb des gesamten Berufslebens em ganz besonderer Gradmesser. Aus ihrem werden, vergehe» and Neuerslehca ließe sich die Geschichte dieser Zeit treulich nieder. schreiben, denn die seelischen und wirtschaftlichen Einwirkungen und Abhängigkeiten werden durch den Ausdruck des Einzelmenschlichen starrung. als Stagnation bezeichnen möchte— mit Unrecht, es ist nichts wester als die Zeit, die Menschen, Eeistesregungen nnd zuletzt sich selbst um- und ausgeprägt hat. Das künstlerische Geschäft. Es ist nicht mehr Raum vorhanden für Uferlosigkeit. Auch der .zeitlose" Sünstler schafft aus dem Tag für den Tag. Hauch der Zcst ist ihm Rhythmus des eigenen Atems und auch die Schönhest fetzt im Grenzbereich der Wirklichkest ein. Der Dichter mit der langen r- Der Maler von einst Wähne, der waler«ik dem Schlapphnt find heute sagenhaste Gebilde. Man kai>n sie noch aufftöbern, aber man kann nicht mehr viel Staat mst ihnen machen. Auch der beste Geistesschassende von heule ist— sogar vor sich selbst— wert und Ware, und sich selbst in-m geistiges Erzeugnis umwandeln, heißt mst klaren wirtschaftlichen Zielen nach Ledensfähigkest trachten, um am Lebensfähigen des Ganzen mitzuwirken. Nicht aus einer Welt der Romantik nimmt man den Lauf, der Dichter wie der Maler stürzen sich in Erleben und Gestalten des Sozialen, des Politischen. Die rhythmische Feder schreibt Swrm des Tages nieder, die schwelgende Malerhand hall Zell und Menschen in scharfen Strichen fest— aber in Satire und .«arikatur ist heute tiefer Ernst und echte Kunst,«in neu Geschlecht kämpft mu neuen Mitteln, es schöpf: aus Wirklichkeitserlcben. es FrübeT Was Maler malen: Jetzt Beobachtung und Gesetz, noch ehe man die gleichen Notwendiakelteu als Massenerfcoemungen erkennen kann Was war früher est, freier Beruf, was ist er heute? Der freie Beruf war früher eine Indivi- Ducuerichemiing. Er ist es heute nicht mehr. Freie Berufe und ihre Gesamtheit sind heute Organisierung, sind Aneinanderreihung und Sammlung scharf umgrenzter und stmk und gleich bedingier Aus- drucksformen. An die Stelle des Individuellen iritt der Typ. die .rlmerikanisicrung". Konnte man früher Aerzte, Rechtsanwälte und ähnliche Erwetbsarten nock> den freien Berufen zuzählen— heut« wird man davon Abstand nehmen müssen. Sie sind es kaum mehr wirtschaftlich, sie sind es noch weniger seelisch. Sie alle sind Glieder einer gewollten wie einer ungewollten, durch Notwendigkeiten her- l'eigefübrtcn Organisation. Ja. man darf noch weiter gehen: selbst die Künstler sind nicht mehr die fessellosen Einzelerscheinungen. Ber» folgt man die Erfchemungen künstlerischen Wirkens, so erkennt man, daß eine mächtige und einheitliche Strömung durch alle geht. Es ist viel Berwandtichaft in Geist und Wort. Es gibt Aehnlichkeiten in Erfassen und Ausdruck, die fast die persönliche Note verwischeit. Selbst unter den Besten einer Richtung scheint zuweilen eine Be- schränkung in Sinnen und Gestalten aufzutreten, die man als Er- wird vuenlbehrlich als Smnpsmittel wie als Besitz an der Zeit. Gedanke und Bild strömen zusammen, und wer sich nicht mst Zu- kunftsttäumen begnügen will, der findet Wert und Erfüllung. Schein üer Freiheit. Die unruhige Zeit reißt Menschen auseinander, läßt den Ein zelnen treiben— um dann stärker zusamntenzuschließen und neue Räder des Gefumtgetncbes zu schweißen und einzugliedern. Sehen wir die Straße am die beste Lchrmeisterin des Lebens, ber Zeil, der Geschichte. Da steht der Straßenhändler als Gleichnis und Mustei Der Arbeitslose, der Künstler ohne Brot, der stellenlose Artist wurden scheinbar selbständig— aber sie sind es wahrhaftig nicht. Es gib. gar keine enger begrenzte Gilde als die Straßenhündler. Sie sind Mustertypen ausgesprochener Benissart und Schein der Freiheit ist in Wirklichkeit Abhängigkeit von kleinsten Dingen und sliotweiidicj- keilen. War es Sinn einer bösen Zeit, den A r b c i t o m e n s ch e n zu schaffen, der allein wirkt und lebendig ist und auch allein g:li, so waren Endergebnis und Abschluß' nicht schlimm. Es ist ein klarer Weg von der Zwangsorganisation der Zeit bis zum selbsterkennenden und zielbewußten Öigamsieren. Geben wir den Weg weiter! Der Künstler, der Gelehrte, der Maschinist stnd nichts als Arbeiter und wollen nur als solche gelten. * Das ist Beginn des Siegs der Arbeiter und der Arbeit— und darin scheint der Grundgedanke aller Zeit und auch ihrer stärksten Abirrungen zu liegen. Eine überlebte Vorstellung des Dichters, setzt da ein, wo die Seele des Leser?, des Betrachters fähig zur Er- Ziehung und zum Kunst- und Wahrheitsverständnis ist. Schaffende und Zeitungen stnd heute eins, und vergleicht einer heute Material der Geisteskuildgebungen, vor allem Zeitungen, mst dem von früher, so erkennt er Verstärkung, Erweiterung. Vereinheitlichung. Die Zeitung von heute wird Erlebnis, sie verwächst mit dem Leser, sie Spreewalüfahrt im Wmter. Es scheint so. als ob die Wintersportler doch ein wenig auf die Erfüllung ihrer Wünsche rechnen können. Die Zeiten strengeren Frostes bringen auch in den Spreewald reges Leben hinein, fast wie im Sommer, wenn ungezählle Taufende sich wunderbar angezogen fühlen von der idyllischen Ruhe bei den berühmten Kahnfahrten durch dieses in Deutschland einzigartige Wassergebiet. An milden Wintertagen ist wenig Berkehr, wie überall auf dem platten Lande. Starr liegen die Felder und Wiesen. In den einsamen Gehöften hatten die Wenden ihren Winterschlaf. Nur hin und wieder gleitet ein Kahn durch die schmalen' Wasserläuse. Sobald aber die etwa 1Z0 von Lübbenau bis nach Burg den Spreewald durchziehende» Flleße und künsttichen Kanäle tragsähig zugefroren sind, rüstet sich olles, was auch im Sommer den Schwärm der Erholungsuchenden absängt, zum Empfang der winterlichen Ausflügler. Große Scharen kommen namentlich Sonnabends und am Sonntag morgen aus Ber- llll, Kottbus und selbst aus Frankfurt! Was sie lockt, ist der meilen- weite, von keinen Fahrrinnen gestörte, gegen Eiubruchsgefahr völlig sichere prächtige Eislauf durch das Netz von Kanalschlangen. Groß- artiger ist das winterliche Panorama auf den« von dunklen Tannen- streifen lunfäumten mächtigen See, eigenartig aber auch der Reiz den Schlittfchuhlaufens durch das märkische Venedig. Und wer nicht aU, Etahlschienen dahinfausen will oder kann, den lockt, wohlverpackt in Wolle und Pelz, die Fahrt über da» Eis in ein- und mehrsitzigen Schlitten, die von den wendischen Fährleuten mit ungemeiner Ge- schicklichkest geschoben oder gestakt werden. Wundervoll ist Lauf und Fahrt durch die schmalen Kanäle des in starrer Winterruhe liegendev bereiften Erlenhochwaldes, wo nur die Kannomühlenschleuse um- gangen und hinter der Pohlenzschänke der Schlitten, wie im Sommer der Kahn, über die.Rolle" gezogen werden muh. Gewöhnlich is! vor Eintritt des Frostes der Wasserstand ziemlich hoch und stnd die angrenzenden Felder auf weite Strecken überschwemmt. Dann wählen die Fährleute, die in dem Gewirr des Wassernetzes und der Felder eine erstaunliche Orientierfähigkeit besitzen, den abgekürzten Weg über die oereisten Wiesen, so daß man schon in drei bis vier Stunden in Burg sein kann. Die nicht einheimischen Eisläuser tun gut, den Spuren der Schlittenführer zu folgen, wenn sie sich nicht bald oerirren und viel Zeit verlieren wollen. Reges Leben ist natürlich auch in den bekannten gastlichen Stätten des Spreewaldes, wo die Jugend bei Musik und steisem Grog das Eisbein mtt dem Tanzbein vertauscht. Wer bis Burg gelangt, sich hier noch nach Einbruch der Dunkelhest mst den hübschen Wendinnen amüsiert und nicht im Schlitten zurückkehren will, wählt den Bahnanschluß nach Berlin über Betschau(Sonntag-Rücksahrkarten vom Görlitzer Bahn- Der Apfel der Elisabeth Hoff. von Wilhelm hegeler. .--Ich bin sozusagen eine Amme für Läuse/ brummte aus feiner Ecke der Mann, indem er die Zeitung sinken ließ. „Wenn es Sie interessiert, sehen Sie sich's mal an. Sie können ruhig näher kommen, Herr Ryfeck. Ansteckungsgefahr liegt nicht vor. Sehen Sie?" Der Professor lüftete die mit einem Bügel auf dem Ober- arm festgeklemmte Drahtglocke ein wenig und wies auf die grauen Tierchen, die sich in dem Fleisch festgesogen hatten. „Sie waren schon im Absterben. Aber jetzt sieht man förmlich, wie sie ausblühen. Famos, was? Wollen Sie, bitte. die Lupe benutzen?" Mit einer Mischung von Ekel und Neugierde betrachtete Ryseck die Tierchen. „Fleckfieber ist wohl eine unangenehme Krankheit?" „Ich mochte sie nicht haben. Bis jetzt nimmt sie noch immer bei achtzig Prozent der davon Befallenen einen letalen Ausgang." „Man bekommt sie aber wohl nur, wenn man ganz von Läusen zerfressen ist." „Im Gegenteil, der Stich einer einzigen Laus genügt, um einen Menschen zu infizieren.' „By Jove," brummte Ryseck und trat einen Schritt zurück. »Ich war mal in einer Dynamitfabrik. Die ist die reine Lebensversicherung gegen dies Lokal." „O." sagte der Professor, vergnügt die Hände reibend. „was ich hier an Cholera- und Tuberkelkulturen herumstehen habe, genügt, um die ganze Menschheit auszurotten. Aber ,mn. Kind, hör' zu. Um mich von den Patienten unabhängig Au machen— denn wenn das Unglück es will, werden einfach keine Fieckfieberfälle eingeliefert— habe ich versucht, den Bazillus unmittelbar auf die Läuse zu übertragen. Das ist mir auf folgende Weife gelungen... Aber das beste ist, ich mache es Änen mal vor." Der Professor erhitzte über einer Stichflamme die Mitte eines Giasröhrchens und zog das erweichende Stück langsam Zu einem immer dünneren Faden auscinandtr. Nachdem dieser auseinandergerissen war. hatte er zwei Spitzen herge- stellt, die an Dünne einem Kapillargefäß gleichkamen. Das eine der Röhrchen, an dessen breiterem Ende er-ine Pro- v-ysche Spritze befestigte, tauchte er in ein Gefäß mit' sigen Kulturen von Flecksiebcrbazillen, die der besseren Sichtbarkeit halber rot gefärbt waren. Run Holle er mll einer Pinzette eine Laus aus einem Glasgesäß, legte sie unter das Mikroskop und führte ihr die haardünne Spritze ein. Das erforderte Mühe und Gefchicklichtell. Aber nach einiger Zell zeigte der Pro- fessor den beiden das vergrößerte Tier, unter dessen durch- sichtiger Haut deutlich die eingeführte Flüssigkell als rotes Pünktchen zu erkennen war. „Nun ist die Laus infiziert," erklärte er,„und imstande, den Bazillus auf beliebig viele menschliche Körper zu über» tragen." „Eine unheimliche Geschichte, Herr Hoff. Wie hoch sind Sie versichert?" „Ueberhaupt nicht. Aber denken Sie doch nur, es ge- länge uns, ein Serum gegen das Fleckfieber zu entdecken, wie etwa das Diphcherie- oder das Pockenserum. Der Patient erklärte, seine Zeit wäre jetzt um. Während der Professor die blutsaugende Kolonie von seinem Arm ent- fernte und jedes Tierchen vorsichtig in den Glasbehälter setzte, fragte Elisabeth, ob er nicht seine Arbeit abbrechen und mit ihnen zu Mittag essen könnte. Er hatte noch zu tun, ver- sprach aber, sich den Abend freizuhalten. Ryseck hatte unter- des den Sierllisationsapparat geöffnet und fragte, was da für Leckerbissen dorm seien? Hoff erklärte ihm die verschiedenen Kulturen. „Das ist das reine Paradies für Giftmischer." sagte Ryseck.„Aber am meisten imponieren mir doch diese Biester." Dabei hob er den Deckel von einem der Glasbehälter und blickte hinein.„Eine Laus— und kann den kräftigsten Mann umbringen. Sie hätten Ihre Erfindung im Kriege machen sollen. Herr Hoff. Das wäre eine bessere Waffe ge- wefen als Giftgase und Unterseeboote."- „Wieso?"„ p „Sie hätten ja nur ein paar tausend solcher Lause den Gefangenen in die Kleider schmuggeln brauchen und sie dann nach Frankreich schicken. Im Handumdrehen hätten die drüben die herrlichste Epidemie gehabt." „Ich danke. Außerdem sind solche Mitte! durch die Berner Konvention verboten." „Darum haben sich die Deutschen doch den Teufel ge- kümmert." „Ich denke, Sie sind selbst Deutscher." „Offiziell bin ich amerikanischer Bürger. Und ob ich mit dem Herzen noch Deutscher bin, muß ich abwarten Offen ge- standen, wird einem in zehn Jahren das Vaterland ein bißchen fremd." .Schlimm genug!" .Aber wir wollten doch überlegen, wohin wir heute abend gehen sollen," sagte Elisabeth schnell. „Freilich, freilich!— Mir ist alles recht. Bestimmen Sie, bitte." Als die beiden sich verabschiedet hatten, schraubte der Professor das Mikroskop ein. um sich wieder in seine Arbell zu vertiefen. Aber seine Gedanken kreisten noch um den Be- sucher. Ein netter Landsmann, der da herübergekommen war! Einer von denen, die während des Krieges vergnügt ihren Geschäften nachgegangen waren und Deutschland seinem Schicksal überlassen hatten. Und benutzte jetzt den verelen- deten Zustand des Vaterlandes, um sich auf billige Weise zu amüsieren. Und man selbst war gutmütig und dumm genug, mitzutun. Für heute abend war er gebunden, aber in Zukunft würde er Elisabeth bitten, ihn mit diesem Be- kannten zu verschonen. Sein Blick fiel auf den Elasbehälter, in dem sich die mit Fleckfieberbazillen geimpften Läuse befanden. Wie unacht- sam der Patron die Glasplatte darauf gedeckt hatte! Ein fingerdicker Spalt war offen geblieben. Dem geschah's wahr- haftig recht, wenn ihm eine Laus in seinen Rock gekrochen wäre. Na. unterbrach er mit gutmütigem Lächeln seinen Gedankengang, das Fleckfieber möchte ich ihm doch nicht gleich anwünfchen. Vielleicht entpuppt er sich noch als ganz ordentlicher Mensch. Nachdem er eine. Zeitlang seine ganze Aufmerksamkeit auf die schwierige Untersuchung konzentriert hatte, fühlte er plötzlich ein Stechen auf seiner Brust. Er rieb zerstreut die Stelle. Das brennende Stechen wiederholte sich. Da sprang er auf, trat vor den Spiegel, warf die Oberkleider ab und breitete sein Hemd auseinander. Auf seiner Brust saß eine winzige Laus. Er ergriff sie sofort mit seiner Pinzette und hiell sie über die Stichflamme. Aber im Augenblick, wo sie mit kaum hörbarem Zischen verbrannte, kam ihm zum Be- wußtsein, welche Torheit er begangen hatte. Er hätte das Tier untersuchen müssen, ob es infiziert sei oder nicht. Aber wenn es das war,' inwiefern wäre ihm damit gedient? So hatte er noch die Hoffnung, daß es eine aus dem anderen Behälter war. Die Hoffnung und die Ungewißheit. Er rieb die schmerzende Sielle mit Jod ein, untersuchte sorgfältig seine Brust, ohne etwas Verdächtiges zu finden, und setzte sicl? wieder ans Mikroskop. Eine fatale Geschichte! Und niemand anders war daran schuld als dieser zweideutige Landsmoumi Der andere Behäller war verschlossen. Also war das-wter aus dem gekommen, in welchem sich die infizlerten Exemplora befanden.(Fortsetzung folgt.), hof bis 2übbenau 3. Klasse 4,50 M., 4. Staffe 3,40 m.). Kritische Tage beginnen für die Bewohner des inneren Spreewaldes mit der Eisschmelze. Jetzt ist dort der Weg über das Wasser, im Sommer an vielen Stellen auf lange Entfernungen von Gehöft zu Gehöft, zunächst versperrt, da es Brücken fast gar nicht gibt. Eine gute Organisation sorgt aber dafür, daß nun alle vom Hause irgend wie abfömmlichen Benden schnell Eisrinnen schlagen, um wieder im Rahn den Berkehr der Post, den Transport von Kranken und Berstorbenen und die nötigsten Erwerbsbedürfnisse zu ermöglichen. Sind die anderthalbhundert Kanäle und die Eiswiesen aufgetaut, so ist der Spreewald eine einzige große Wafferwüste. Die geheimnisvolle Ruffin. Ein Ueberfallverfuch auf Professor Einstein. Wie erst jetzt bekannt wird, wurde am Freitag abend auf Pro. feffor Einstein der Versuch eines Ueberfalls in seiner Wohnung von einer offenbar geistestranten Ruffin in Szene gefeßt. Die Russin Dickson Evgenieva, die bereits vor sechs Wochen auf Kraffin in Paris ein Attentat versuchte, hatte Professor Albert Einstein in mehreren Drohbriefen mitgeteilt, daß fie ein Attentat auf ihn versuchen werde. Professor Einstein, der schon wiederholt ähnliche Zuschriften von anderen Bersonen erhalten hat, legte diesen Schreiben feine Bedeutung bet. Blöglich erschien mun Dickson Evge nieva in der Berliner Wohnung Einsteins und verlangte Einlaß. Da es ihr nicht gelang gewaltfam in die Wohnung zu dringen, flüchtete sie und erreichte die Haustür. Gestern ist es der Krimi naipolizei gelungen, Dickson Evgenieva zu verhaften. Bon unterrichteter Seite wird uns zu dem eigenartigen Ueberfall noch folgendes mitgeteilt: Professor Einstein hat im Laufe der letzten sechs Monate aus Baris fortwährend Drohbriefe er halten, in denen ihm vorgeworfen wurde, daß er in die Hirne der Menschen falsche 3deen pflanze und daß er deshalb getötet werden müsse. Unterschrieben waren die Briefe mit dem Namen Emgenjewa Dition; die Anrede lautete jem". Die Frau des Prof. Einstein vernichtete größtenteils die Briefe, wurde schließlich jedoch durch deren stänge Wiederholung beunruhigt und mahnte ihren Mann zur Vorsicht. Am Freitag morgen erhielt Brofessor Einstein um 11 Uhr einen Brief, der in Köln abgestempelt war, den gleichen Inhalt hatte und auch die gleiche Anrede und Unterschrift trug wie die früheren. Gegen 5 Uhr ertönte plötzlich) die Flurklingel und nachdem die Tür geöffnet war, verlangte eine gutgekleidete Dame Einlaß. Sie erklärte der Gattin des Gelehrten, daß sie den Professor sehen müsse. Nach den Zweck dieses Wunsches gefragt, erklärte sie, daß sie Ewgenjews Difjon heiße, auf Kraffin ein Attentat ausgeübt habe und min aus Paris gefommen jei, um Prof. Einstein zu töten. Frau Brof. Einstein befand sich in einer äußerst schwierigen Situation, da sie mit ihrem Ninde allein zu Hause war. Sie versuchte die Dame zu überreden, daß der Mann nicht zu Hause sei. Diese wiederholte aber immer wieder, daß sie den Profeffor unbedingt sehen müsse. Da griff Frau Prof. Einstein zu einer Lift u erklärte, daß Prof. Einstein fich beim Nachbar besände. Als fie tie Haustür hinter sich geschloffen hatte und beim Nachbar anläutete, ging die Dame davon. Prof. Einsteins Freunde, die durch ihn von dem Borfall Mitteilung er hielten, meldeten ihn der Kriminalpolizei, die gestern morgen vier Beamte in das Haus, Haverlandstraße 4, in dem Prof. Einstein wohnt, entfandten. Gestern vormittag erschien die Dame nochmals, erhielt diesmal ohne weiteres Einlaß, wurde in das Zimmer ge. führt, in dem die beiden Beamten auf sie warteten und wurde hier nach einigem Widerstande und Hilferufen verhaftet. Man fand bet ihr einen scharfgeladenen Revolver. Da es ohne weiteres ffar ist, daß es sich um eine Geiftestrante handelt, so be. müht fich Prof. Einstein darum, fie in eine entsprechende Anstalt zu bringen. Ileber die Persönlichkeit der Ewgeniewa Diffon ist noch folgen des zu bemerken: Sie ist vor nicht allzulanger Zeit aus Ruß land gefommen, beschäftigte sich mit leberfegungen und hat 11. a. auch Differenzen mit dem Staatsverlag in Odessa gehabt, die fie zu einem tonfusen Brief an den Volkskommissar für die Bolks. bildung Lunnartscharffy veranlaßt hat. Ihre frankhafte Idee besteht u. a. auch darin, daß sie glaubt, der berühmte 3arenipiget Afew, der schon einige Jahre tot ift, gewiffer maßen in der Person von Krassin und von Ein. stein weiterlebe: deshalb müsse fie Straffin und Einstein ver nichten. Interessant ist auch die Nachricht, bie vor etwa einer Woche unser Brüffeler Bruderblatt Peuple" brachte. Es hieß da, daß auf dem Bahnhof die ruffiiche Emigrantin Emgejeniewa Diffon verhaftet worden jet, die mit dem gleichen Zuge mit Strassin angekommen fei, um auf ihn ein Attentat auszuführen. Emgenjewa Diffon follte aus Belgien ausgewiesen werden. Bie erinnerlich, hatte sie in Baris ein Attentat auf Krassin verüben wollen, wurde jedoch verhaftet, vor Gericht gestellt und wegen unrechtmäßigen Tragens von Waffen zu drei Wochen Haft und zur Aus weifung aus Frankreich verurteilt. Preußenwahl der jüdischen Gemeinden. Aim heutigen Sonntag finden zum erstenmal die Wahlen zu dem neugeschaffenen Landesverband der jüdischen Gemein. den in Preußen statt. Es handelt sich bei dem Landesverband um eine auf Grund der Weimarer Verfajung gebildete öffentlich- recht liche Institution, durch welche die bisher völlig isolierten einzelnen jubijchen Gemeinden zu einer das ganze preußische Staatsgebiet umfassenden Körperschaft zusammengeschloffen werden. Die Wahlen finden nach einem demokratischen Wahlrecht statt, das zum erstenmal auch den Frauen und solchen Juden in vollem Umfang au steht, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit befißen. Dazu wird uns geschrieben: Unter dem Vorwand, den Charakter der jüdischen Gemeinden als Religionsgemeinde" wahren zu wollen, wünscht die Mehrheit des jüdischen Bürgertums dem Landesverband alle wirklich bebeus tenden Aufgaben, bei denen es sich um die wirtschaftliche, politische, rechtliche und fulturelle Existenz der jüdischen Volksmaisen handelt, fernzuhalten. Diesem Teil des vom Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" geführten Gruppe des Bürgertums jtent der in der„ Jüdischen Volkspartei" organisierte Teil des jüdischen Bürgertums gegenüber, der zwar die internationalen 3u sammenhänge der jüdischen Probleme erfaßt hat, der aber die Verbundenheit der jüdischen Problematik mit der allgemeinen fozialen Frage nicht verstanden hat. Das jüdische Problem ist vor allem das der Eingliederung der durch die Wirtschaftsentwicklung proletarisierten jüdischen Massen in den wirtschaftlichen Organismus. Mit dieser Frage hängen auf das engste zusammen die Fragen der jüdischen Wanderungen, der Produktivierung der jüdischen Massen, die Schaffung des jüdischen Arbeiterzen trums in Balaftina fowie die Schaffung und Erhaltung der jüdisch fulturellen Institutionen in einem Sinne, in dem sie allein dem welt. lich gesinnten und dem Klerifalismus abgewandten jüdischen Broletariat erträglich sind. Die Partei des jüdischen Proletariats, die die nationalen Fragen der jüdischen Massen im engsten Zusammenhange mit der internationalen Arbeiterbewegung zu lösen gewillt ist und die die Umgeftaltung der Kultusgemeinden" zu demokratischen weit, $ lichen Boltsgemeinden unter entscheidendem proletarischen Einfluß| dem Bod sei sein Nervensystem so mitgenommen mor erstrebt, ist die jüdische sozialdemokratische Arbeiter den, daß er nicht mehr die Fähigkeit besäße, die für seinen schwierigen organisation Boale 3ion", die diesen Wahlkampf unter Beruf notwendige volle Aufmerksamkeit in Anwendung zu bringen. der Führung ihres Spizenkandidaten Genossen Dr. Oscar Cohn Die Berufungsstraffammer des Landgerichts I ermäßigte in Berüd führt. Für jeden jozialistisch gesinnten Juden, für jeden, der in fichtigung dieser Umstände die Straße auf 1 Jahr 1 Monat Gefängnis, einer sozialistischen Bartei organisiert ist und zur Reichs- und Land- rechnete auch drei Monate auf die Untersuchungshaft an und hob den tagswahl feine Stimme einer sozialistischen Bartei gegeben hat, fann erlassenen Strafbefehl auf. auch bei den Wahlen zum jüdischen Landesverband in Preußen feine andere Partei in Betracht tommen als die einzige sozialistische Gruppe Poale- Zion". Fahrlässigkeiten eines Autoführers. Altersschwäche als Milderungsgrund. Im November wor der Kraftdroschtenbefizer Auguft Grosch wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverlegung vom Schöffengericht mitte zu zwei Jahren einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Grosch hatte durch seine Fahrlässigkeit kurz hintereinander zwei Autounfälle verursacht. Bei dem ersten Unfall waren zwei Personen, die auf einer beren Unfall war der Angeflagte auf einem vor ihm in gleicher Geschäftscyklonette faßen, schwer verlegt worden, bei dem anderen Unfall war der Angeklagte auf einem vor ihm in gleicher Anders, aufgefahren und hatte bessen Tod verursacht. Gegen Fahrtrichtung fahrenden Radfahrer, den Obertelegraphensekretär das Urteil war Berufung eingelegt worden, die sich jedoch nur auf das Strafmaß beschränkte. Der Berteidiger glaubte nachweisen zu fönnen, daß besondere Umstände in Frage kommen müßten, daß der Angeklagte hintereinander zwei Unfälle verfchuldet habe. Grofch fei broschfenfahrer, habe also 28 Jahre, die Hälfte feines Lebens, auf 1897 Drostentutscher und von 1906 ab Autodem Bock zugebracht nie eine Strafe erlitten und sich in feinem Beruf nie ein Versehen zuschulden kommen lassen. Es liege also hier eine ganz ausßergewöhnliche Erscheinung vor. Der vom Berteidiger zu Rate gezogene Sachverständige stellte bei dem alten Angeklagten Alberserscheinungen fest. Durch die Erschütterung auf Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 1. Februar. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Langsamer Satz aus der D- MollSonate. Tartini( Marie Luise v. Kleist, Violine, am Flügel: Dr. Wilhelm Schosland). 2. a) Kennst du das Land? Aries Mignon aus der gleichnamigen Oper, Thomas, b) O felix Roma Basca, Gesang; am Flügel: Gertrud Dirrgel). 3. Ansprache des ( Gregorianischer Hymnus vom Peter- und Pauls- Fest)( Maria Herrn Dr. Karl Sonnenschein: Das heilige Jahr und die Fahrten nach Rem". 4. Träumerei, Vieuxtemps( Marie Luise v. Kleist, am Flügel: Dr. Wilhelm Schosland). 11.30-1 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abt. Hochschulkurse). 11.30 Uhr vorm.: Professer Ermann:„ Erzählungen und Weisheitsbücher Verbannten", eine ägyptische Erzählung aus dem 20. Jahrhundert aus dem alten Aegypten". 3. Vortrag. Die Geschichte einer sundheitsfragen". v. Chr. 12.05 Uhr nachm.: Geh. Medizinalrat Prof. W. His: Ge( II. Teil). 12.40 Uhr nachm.: Professor Dr. Alfred Manes: Ein3. Vortrag. Die Reiz- und Genußmittel" führung in die Versicherungswissenschaft". 3. Vortrag. Ent wicklung der Versicherung". 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule. ( Abt. Bildungskurse). Landwirtschaft und Gartenbau. Abt. Landwirtschaft. Dr. Hans Wißmann:„ Der Stalldünger und seine BeAlte Sagen vom Vater Rhein in der treuherzigen Weise verhandlung". 3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: staubter Chroniken. 1. Von Erdgeistern. 2. Vom Riesenwerk, 3. Vom Stork- Helmus, 4. Von Aachen, der Kaiserstadt, aus Volksmund und uralten Pergamenten.( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Literatur und Kunst. Dr. James Simon: Der Humor in der Musik". 2. Vortrag. Der Humor in Mozarts Opern". 7.30 Uhr abends: Vortrag des Herrn Oberpostrats Dr. phil. Schwellenbach: Weltpost- und Luftverkehr in weltanschaulicher Die Tragödie einer Mutter. Kindesmord als Folge sozialer Nof. Bor dem Schwurgericht des Landgerichts III hatten sich eine Arbeiterin Minna H. wegen Kindesmordes und die Kartenlegerin Lina B. wegen Begünstigung zu verantworten. Die 34jährige Angeflagte Minna H. hatte schon drei unehelichen Kindern das Leben gegeben. Als sie ein viertes erwartete und wegen ihres Zustandes der Arbeit nicht mehr nachgehen konnte, war sie von der Kartenlegerin in deren Wohnung aufgenommen worden. Es herrschten sehr wenig erquidliche Verhältnisse dort und das Wohnungselend trat in der traffesten Form in Erscheinung. Die aus zwei Zimmern und von zwei Mädchen und zwei Herren bewohnt. Dazu kamen noch Rüche bestehende Wohnung war außer der Wohnungsinhaberin nuch zwei Hunde. Die neue Mitbewohnerin mußte mit der Inhaberin und einem fremden Mann in der Küche schlafen. In dieser Umgebung wurde fie plötzlich an einem Sonntag morgen von dem„ freudigen" Ereignis überrascht. Das Neugeborene fing an zu schreien. Die Angeklagte Angabe, am Schreien zu hindern, da sie die Sache verheimlichen ftedte dem Kinde ein Taschentuch in den Mund, um es, nach ihrer wollte. Nach dem Gutachten von Med.- Rat Störmer ist das Taschentuch jedoch so tief in den Hals gestopft worden, daß hinten an der Kehle eine Narbe durch den Fingereindruck entstand. Die Angeklagte trug das Kind auf den Hängeboden und sah erst nach einer Stunde wieder nach. Da war das Kind schon tot. Sie hüllte es in Lumpen, versteckte den fleinen Leichnam in einem Reiseforb und beseitigte alle Spuren. Am nächsten Tage begab sie sich zur Behandlung als Wöchnerin in eine Klinif. Die Schreie des Neu geborenen hatten aber Hausbewohner auf die Borgänge aufmerksam gemacht, die die Kriminalpolizei benachrichtigten. Diese fand jedoch die Leiche nicht im Reiseforb, denn die zweite Angeklagte, Lina V., hatte aus Mitleid, um die Mutter der Strafe zu entziehen, die Reiche herausgenommen und versteckt. Nach dem Weggang der Be amten hatte sie das tote Kind wieder in den Reiseforb zurückgelegt. Den Mitbewohnern fiel aber auf, daß die jungen Hunde fortdauernd an dem Korb herumschnüffelten und sie benachrichtigten abermals die Kriminalpolizei, die jetzt auch die Tat entdeckte. Der Berteidiger wies auf das Elend der Wohnungsverhältnisse und auf die verzweifelte Lage der Angeklagten hin, die fein Hemd auf dem Leibe hatte und nicht gewußt hätte, wie sie das vierte Kind durch das Leben hätte bringen sollen. Das Schwurgericht billigte der Angeklagten auch mildernde Umstände zu und erkannte auf zwei Jahre drei Tage Gefängnis; die drei Tage be legenheit auch zur Entdeckung fam. Gegen die Kartenlegerin wurde trafen eine Strafe wegen eines fleinen Diebstahls, die bei dieser Geauf eine Woche Gefängnis wegen Begünstigung erkannt. Sie erhielt aber hierfür dreijährige Bewährungsfrist. Da auch das fünftige neue Strafgesetzbuch erhebliche Strafermäßigungen für Kindesmord in Erwägung zieht, soll, wie Landgerichtsdirektor Dransfeld ausführte, auch bei der Angeklagten 5. nach Verbüßung eines Jahres der Strafe geprüft werden, ob sie für den Rest der Strafe Bewährungsfrist erhalten kann. Beide Angeklagte nahmen das Urteil an Konsumgenossenschaftswahlen! unneralversammlung Die diesjährigen Wahlen der Bertreter zur Ge ber Konsumgenossenschaft Beleuchtung 8 Uhr abends; Vortrag des Herrn Oberregierungs- Wie in den Vorjahren werden sich auch bei der Wahl im März 1925 Berlin und Umgegend finden am 15. März 1925 statt. rats Dr. Strahl: Erziehung zum Staat. 8.30 Uhr abends: Abendkonzert. 1. Weihegesang für fünf Celli, Fr. Grützmacher( Felix zwei Listen gegenüberstehen: die Liste Genossenschaftsauf Robert Mendelssohn, Eugen Alexander Winkler, Ulrich Waltz, bau( SPD) und die Liste der kommunistischen Partei. Die fom Viktor Karfunkel und Theodor Ziburra). 2. a) Das Veilchen munistische Partei macht jetzt bereits die lebhaftesten Anstrengungen, ( Goethe) Mozart, b) Die Forelle( Schubart) Schubert, e) Parla- nach ihren Niederlagen bei den Parlamentswahlen und in den ver walzer, Arditi( Alexandrine Alexandrowa, Sopran). 3. Sinfonische Variationen für Violoncell und Klavier, L. Boëllmann( Felix fchiedenen gewerkschaftlichen Organisationen nunmehr einen Erfolg Robert Mendelssohn, Cello; am Flügel: Walter C. Meißner). für sich bei den Konsumgenossenschaftswahlen herbeizuführen; fie 4. a) Heideröslein( Goethe) Schubert, b) Mondnacht( Eichendorff) swingt jedes ihrer Parteimitglieder, gleichviel ob es seiner Schumann, c) Frühlingsstimmen, Strauß( Alexandrine Alexan- inneren Ueberzeugung nach der Konfumgenossenschaftsbewegung drowa, Sopran). 5. a) Romanze, A. v. Fielitz, b) Barock, Ludwig Intereffe entgegenbringt oder nicht, zum Eintritt in die Genoffen Mendelssohn, c) Ungarische Rapsodie, Popper( Felix Robert fchaft, um eine möglichst hohe Stimmen und damit Bertreterzahl bei musik für fünf Celli, Ludwig Mendelssohn( Felix Robert Mendels- feit ber SPD. Genossenschaftsmitglieder Mendelssohn, Cello; am Flügel: Walter C. Meißner). 6. Abendden Wahlen zu erreichen. Demgegenüber ist stärkste Rührigsohn, Ulrich Waltz, Bugen Alexander Winkler, Viktor Karfunkel bebingtes Erfordernis. Der Ausfall der Konsumgenossen. und Theodor Ziburra). Am Flügel: Oskar Wappenschmitt. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeit- schaftswahlen muß die erste sichtbare Quittung für die erbärmliche ansage, Wetterdienst. Sportnachrichten. Theaterdienst. 10.30 bis und schandbare Handlungsweise der Mostauer Söldlinge in der 12 Uhr abends: Tanzmusik( Uebertragung). lehten Zeit fein. Der Ausschuß der SPD.- Genossenschaftsmitglieder Königswusterhausen, Sonntag, den 1. Februar. ( Genossenschaftsaufbau) hat die Borarbeiten für die Genossenschaftswahl umfassend in die Wege geleitet und fordert nun von allen Barteimitgliedern regste Unterstügung. Zunächst find die Wahlvor. schläge für die einzelnen Wahlbezirke( Berkaufsstellenbezirke) bis zum 18. Februar aufzustellen; die Durchführung dieser Arbeit liegt in den Händen der Funktionäre der Frattion Genossenschaftsaufbau. Im weiteren ist das Hauptgewicht darauf zu legen, daß in jeder arteiabteilung ein Verzeichnis der Parteimit glieder, die der Konsumgenossenschaft angehören, aufgestellt und ben Genoffenfchaftsaufbau- Funktionären zur Berfügung gehalten wird; teine Abteilung darf in diesem Punkt versagen. Im übrigen fei daran erinnert, daß die Sozialdemokratische Partei in ihrem Programm die Förderung des Genossenschaftswesens verlangt, woraus fich die moralische Pflicht für jedes Parteimitglied ergibt, der örtlichen Konsumgenossenschaft beizutreten und sie nach Kräften zu unterstützen. Denjenigen Parteimitgliedern, die bisher aus irgend einem Grunde die Erwerbung der Mitgliedschaft unterlassen haben, sei nahegelegt, das Bersäumte unverzüglich nachzuholen. Bei trittsertlärungen werden in jeder der 175 Genossenschaftsverkaufsstellen entgegengenommen. Nur diejenigen, die bis zum 15. Februar die Mitgliedschaft erworben haben, besigen die Möglich feit, bei den Wahlen am 15. März ihre Stimme in die Wagschale werfen zu können. 11.30-12.50 Uhr vorm.: Kammermusikkonzert des Steiner- Rothstein- Quartetts Berlin. Mitwirkende: Gertrud Steiner- Rothstein, 1. Violine: Gertrud Blendorn, 2. Violine; Milli van Heb, Bratsche; Dodja Feldblum, Cello. Am Ibach- Flügel: Max Gurowitsch. 1. Aus dem Quartett op. posth. D- Moll, Fr. Schubert, Andante con moto( Variationen über das Lied Der Tod und das Mädchen"). 2. Violinsoli: a) Präludium und Allegro, Pugnani- Kreisler, b) Gebet, Padre Martini- Kreisler, c) Hejse Kati, Jeno Hubag( Frau SteinerRothstein). 3. Cellosoli: a) Sonate, Henry Euler, Präludium ( Largo assai) Courante( Allegro) Sarabande( Adagio molto) Gigns( Vivace è grazioso). b) Serenade. D. Popper( Herr Dodja Feldblum). 4. Quartett op. 96 F- Dur, Anton Dvorák( Allegro ma non troppo Lento Finale). Montag, den 2. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Technik. Ingenieur Joachim Boehmer:" Der kritische Ingenieur ( Technische Wochenplanderoi). 7 Uhr abends: Tausend Worte Bildungskurse). Medizinische Vorträge: Professor Dr. Eckert: Französisch. 7.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung , Hygiene des älteren Kindes und des Schulkindes. 2. Vortrag: Ernährung und Pflege des älteren Kindes". 8 Uhr abends: Vortrag Dr. Hanns Martin Elstar: Ernst von Wildenbruch als Prophet. 8.30 Uhr abends: Ernste Klänge. 1. a) Adagio( Air célébro) aus der Orchestersnite D- Dur, Bach, b) Largo, Händel ( Fritz Wenneis, Harmonium). 2. a) Wenn ewiger Haß Cavatine des Kardinals aus der Oper Die Jüdin", Halévy, b) Rezitativ und Arie So spricht der Herr Gott Zebaoth", aus dem Oratorium Der Messias", Händel( Theodor Heß van der Wyk, Baß). 3. a) Die Wallfahrt nach Kevelaar, Heine, b) Aus den Monologen des ( Faust" I. Teil) Goethe, o) Fausts Gotterklärung an Gretchen, Faust" I. Teil)( Hans Mühlhofer, Rezitation). 4. a) Litanei ( Jacoby) Schubert, b) Herr, den ich tief im Herzen trage( Geibel) Hiller, c) Im Abendrot( Lappe) Schubert( Theodor Hob van der Wyk). 6. n) Schmuckrede des Mephisto( Faust- Teil) Goethe, b) Fansts Erblindung( Faust II. Teil) Goethe( Hans Mühlhofer). 6. a) Gebet. Cyrill Kistler, b) Legende, Laurischkus( Fritz Wenneis, Harmonium). Am Flügel: Dr. R. E. Lapini. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). Nordstern J. F. Brunswig, Seifenfabrik, Malchin Borscht vor einem gefährlichen Kinderfreund! Ein Bettler und Kinderentführer wurde soeben durch die Auf. mertfamteit von Privatleuten in der Choriner Straße unschädlich gemacht. In einer Schantwirtschaft erschien ein Mann mit einem 6 Jahre alten Knaben und einem 5jährigen Mäd. chen an der Hand. Dem Wirte und den Gästen fiel es auf, daß die Rinder gut gekleidet waren, während der Mann arg zerlumpt aus. fah. Als dieser merfte, daß man ihm nicht traute, entfernte er fich eiligst mit den Kindern. Zwei Gäste folgten ihm heimlich, fahen, daß er mit den kleinen zum Betteln umherzog, nahmen ihn feft und übergaben ihn der Bolizei. Die Kinder gaben an, daß sie am Schlesischen Bahnhof wohnten. Kriminalbeamte des Reviers ermittelten dort ihre Mütter, die schon nach ihnen gesucht hatten, in zwei Schnitterinnen, die in dem Obdach des Roten Kreuzes untergebracht sind. Die Kleinen hatten in der Madaiftraße gespielt. Da war der fremde Mann an sie herangetreten, hatte sie an der Schnitzelseifenpulver mit geschnitzelter Kernseife Das Vollkommenste für die Wäsche General Vertreter für Gross- Berlin Gottlob Meissner, Berlin 0112 Amt Alexander 2480 Fernruf: Mordem LEGruenig Plains Hand genommen und weggeführt. Als das Mädchen fich weigerte mitzugehen, hatte er ihm einige Stockhiebe über den Rücken verfekt, so daß es in Tränen ausbrach und sich nun fügte. Später hatte er die Kinder, die er zum Betteln benuzte, besänftigt, indem er ihnen Apfelfinen taufte. Wahrscheinlich hat er auch noch anderes mit ihnen beabsichtigt, denn das fleine Mädchen erzählt, daß er es unterwegs gefüßt habe. Der gefährliche Bettler wurde als Der 52 Jahre alte aus Bolen gebürtige Drechsler Adalbert Waligora festgestellt, der vom Betteln lebt und ständiger Gast des Asyls war. Er hat schon wiederholt mit der Polizei zu tun gehabt. Bon der Straßenbahn getötet. Sonnabend abend gegen% 47 Uhr wurde in Charlottenburg in der Berliner Straße ein scheinbar dem Arbeiterstande angehörender älterer Mann der der Straßen. bahn der Linie 45 überfahren. Der Mann fam vollkommen unter den Wagen und wurde totgequetscht. Die Feuerwehr tonnte erst durch Anheben mit einer Winde den Mann hervorholen. Der Männergesangverein Liedertafel Berlin- West, Mitglied des D A.-S.-B., singt heute Sonntag nachmittag 2 Uhr im Kranten haus Moabit. Die drei Tagesheime im Bezirt mitte( Neue Rönigstraße 21, Reffelstraße 3/4 und Beuthstraße 16) sind nunmehr über drei Wochen in Betrieb und erfreuen sich eines guten Zuspruchs. Neuerdings er halten die Besucher. mie feinerzeit bereits in Aussicht gestellt wurde unentgeltlich Raffee und Brötchen. In etwa acht Togen werden unter Mitwirkung namhafter Künstler Unterhaltungsabende stattfinden, die den Besuchern lang entbehrte, für viele sicherlich bisher nie gehabte Genüsse bieten werden. Einlaßkarten zu den Heimen find, wie bisher, beim Wohlfahrtsamt Mitte, An der Stra lauer Brüde 6, und bei den Wohlfahrtskommissionsvorstehern zu haben. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Montag, den 2. Februar, pünktlich 6½ Uhr abends, im Zentraljugendheim, Lindenstr. 3, 2. Hof III, Konferenz der Groß- Berliner Kreisbildungsausschüffe. Die Tagesord mung lautet: 1. Die Bildungsarbeit der Kommunen( Referent Genoffe Stadtrat Schneider- Neukölln), 2. Sozialistische Bildungsarbeit( Referent Genosse Prof. Stestenberg), 3. Aussprache, 4. Das Kulturfartell, 5. Ge schäftliche Mitteilungen. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert vollsähliges und pünktliches Erscheinen. Sonntag, ben 22. Februar, nach mittags 2 Uhr, im Staatstheater Charlottenburg ,, Der Widerspenstigen Zähmung von Shakespeare. Preis pro Karte 1 Gm., Theaterzettel und Kleiderablage frei. Karten find an den bekannten Stellen zu haben. Jm Walhallatheater, Weinbergsweg, beginnt heute( Sonntag) der bekannte Siegmund Breitbart ein auf furze Zeit berechnetes Gaftspiel. Daneben ist noch ein aus ersten Kräften bestehendes Barieté- Programm berpflichtet worden. Eine Schülerinnenaufführung von Shakespeares ,, Sommernachts. traum" findet am 2., 4., 6. und 7. Februar in der Sophienschule, Wein meifterstraße 16/17, ftatt, und zwar mit der Mufit von Mendelssohn. Ausflihrende find die Schülerinnen der Anstalt. Beginn 7% Uhr. Erdbeben in Ungarn. Aus verschiedenen Gegenden Ungarns fommen Meldungen von Erbstößen, die die Bevölkerung beunruhigen. Die Stöße waren in den östlich vom Matragebirge liegenden Teilen des Romitats Heves befonders heftig und versetzten die Be. Dölferung in große Aufregung. Die Leute flüchteten sich meistens auf die Straße. In Erlau murde in den Aemtern die Arbeit sofort eingestellt und aus den Schulen wurden die Kinder heimgeführt. Das Erdbeben stürzte zahlreiche Feuermauern um, mehrere Schornsteine und Dächer sind eingestürzt und die Mauern erlitten Risse. Parteinachrichten Ginsendungen für diese Rubri! find Berlin S. 68, Lindenstraße 3. a für Groß- Berlin ftets an das Beatrfsfefretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts. au richten Große öffentliche Beamtentunbaebung am Donnerstag, ben 5. Fe bruar, abends 7% Uhr, in der Stadthalle Klosterstraße. Tagesord nung: Der Bürgerblod und die Beamten. Das System Schlieben." Referenten: Ministerpräsident a. D. Genoffe Stelling, M. d. R., Winifterialrat a. D. Genosse Albert Faltenberg. Beamte! Corgt für massenhaften Besuch dieser Veranstaltung. Wehrt Euch gegen bie Reattion und gegen die Berelenbung der unteren Besoldungsgruppen! Die Bezirksarbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Beamten und Lehrer Groß- Berlins, 17. Areis Lichtenberg. Die Abteilungen treffen heute, Sonntag, mit ihren Fahnen nadym. 2% Uhr zur Dentsteinenthüllung der Genoffin Luise 8ieg auf dem Friedhof in Friedrichsfelde ein. Mittwoch, den 4. februar, 7 Uhr, in der Bibliothet, Beichfelstr. 28, Kreisvorstandsfikung. 3. Kreis Wedding. Montag, den 2. Februar, Rurfus für Schöffen und Ge fchworene im Sihungsfaal Schönstedtstr. 1. Ref.: Landgerichtsrat Ruben. Teilnehmer können sich noch melden. 9. Kreis Wilmersdorf. Kreisausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinder fchuk! Dienstag, den 3. Feberuar, 8% Uhr, im Lokal Kroik, Holsteinische Str. 60. Bortrag des Genossen Redakteur Ernst Reutter: Rommunal politit. Die Bezirksführer werden gebeten einzuladen. 15. Rrets Treptow. Kreisvorstand und Fraktion ber Bezirksverordneten fowie Reichs, Staats- und Kommunalbeamten! Angestellte und Arbeiter! Dienstag, den 3. Februar, 7½ Uhr bei Räthel, Niederschöneweide, Bridenstr. 15, Bortag des Genoffen Faltenberg. 11. Kreis Schöneberg- Friebenau. Dienstag, 3. Februar, 8% Uhr, Sigung der Beitungskommiffion in der Spedition Belziger Str. 27. Alle Abteilungen müffen vertreten fein. Flecken reinigt Spectrol Mufifaufträge übergibt man nur dem Rachweis des Deutschen Mufiter Verbandes. Dieser Nachweis befindet sich jest Berlin D 27, Andreasstraße 21 Fernsprecher: Rönigftabt 4310. Gefchäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr Auf Wunsch Bert, eterbefuch Spittelmart, Gde Wallp . Alexanderplag, nabe Aschinger Nönig Str. 55 gegenüber Stathaus Belle Alliance.tz. 4 SW nahe Jandorf Friedrich Str. 228. Ede Hedemann- Str. 12. Rreis Stegliz, Lichterfelbe, 2antwig. Montag, ben 2. Februan; 7% Uhr; an bekannter Stelle Kreisvorstandssigung. 17. Rzeis Lichtenberg. Dienstag, den 3. Februar, 7 Uhr, Shathaus, Möllen. borfstraße, wichtige Gigung der sozialdemokratischen Lehrer und Eltern. beiräte. Alle fozialistischen Lehrer und Elternbeiräte müffen au diefer Gigung erscheinen. Bildungsausschuß und Sunglozialisten! Dienstag, ben 3. Februar, 7% Uhr, 2. Abend des Rurfus: Moderne Brobleme des Sozialismus." Leiter: Genoffe Marquardt. Melbungen werben noch ent. gegengenommen. 7. Kreis Charlottenburg. Montag, den 2. Februar, abends pünktlich 7 Uhr, wichtige Frattionsfigung mit den Bürgerdeputierten im Charlottenburger Rathaus, Sigungszimmer 1. Erweiterte Borstandssigung im Rathaus, Bimmer I, abends 7 Uht. 11. Kreis Schöneberg- Friebenau. Selterer Abend, Frobfinn und Spottluft in Dichtung und Lied. Sonnabend, den 7. Februar, abends 7 Uht, in Friedenau, Aula der Gemeindeschule Offenbacherstr. 5a, Rähe Nordwefilorfo. Rezidation: Maria Schipfmann. Gefang: Männer und Frauenchor Friebenau- Stealik. Eintrittstaten au 75 Bfennia au baben bei Rubbrun, Odenwaldstr. 26, Aufg. L 2 St., Buchholz, Ringite. 39 und bei den Funktionären. Bu der Gebentfeier für die Genoffin Lutse Bieg treffen fich die Genoffinnen und Genoffen am Sonntagmitbeg 1 Uhr, am Bahnhof Schöneberg. Beginn der Feier um Uhr. 5. Areis Friebrichshain: Freitag, den 6. februar, pinttlich 7 Uhr in ben Andreasfeftfälen, Andreasftr. 21. Kreismitgliederversammlung. Sages ordnung: Der Rechtsturs in Deutschland. 2. Distuffion. Mitgliedsbuch dient als Ausweis. Ohne Mitgliedsbuch ein Rutritt. Crweiterte Rreisvorstandsfigung am Dienstag, den 3. februar, abenbs 71 Uhr bei Rosin, Gubenerstr. 19. 7. Kreis Charlottenburg: Bildungsausschus! Bücher und Reitschriften fie den Bücherkreis beim Gen. Mint, Nordhaufenerftr. 10, v. 4 Az. abholen. 1. Streis Mitte: Mittwoch, den 4. februar, 7 Uht, Gigung bes ermetterten Rreisvorstandes beim Genoffen 8fchiefing, Aderftr. 1. Heute, Sonntag, den 1. Februar: 66. be. Bure Denkmalsenthüllung der Genoffin Sick Treffpunkt beute nadm. 2 Uhr, Endhaltestelle der Straßenbahn 63, Frankfurtevallee Ede Gubrunfte. 11. bt. Treffpunkt sur Dentmeisenthüllung ber Genoffin Biek. 1 Uhr, Bahnhof Bellevue. Morgen, Montag, den 2. Februar: 8. st. Atung Bezirksführer. Montag, den 2. februar, abends Th bei Rüdert, Steinmeßite. 36a. Die Billets zur Bannerweihe am 22. Fe bruar abholen. Die Mitgliederversammlung findet nicht Mttwoch, ben 4. februar, fondern Mittwoch den 11. Februar bet Grinder ftatt. 31. Abt. 7 1hr Bersammlung der Mietervertrauensleute fämtlicher Säufer ber 31. Abt. bei Goldschmidt, Stolpische Str. 86. 41. Abt. 7 Uhr bei Schult, Mariendorferite. 5. Siguna famtlicher Funktionäre. 44. Abt. 7 Uhr bei Rogel, Manteuffefft. 7. Situng famtlicher Punktionäre. Ausgabe der Funktionärtarten. 108. t. Göpenid. 7 Uhr Jugendheim, Sufammenkunft der Elternbeiräte. Bortrag der Genoffin Ebstein über Die Rinberfrennbebewes gung. Intereffierte Parteigenoffen find ebenfalls eingelaben 125. Abt. Welßensee: 7% Uhr bei Gallas, Borstandssitung. 132, Abt. Blankenburg: 8 Uhr Funktionärsizung bei Klug, Dorffie.& Frauenveranstaltungen am Montag, den 2. Februar: 3. Abt. 7% Uhr bei Arüger, Engelufer 23. Bortrag ber Genoffin Edits Herfurth: Die Stellung der Frau in der Partei." 81. Abt. Fricbenan. Pünktlich 8 1hr bei labe, Sandjerbftr. 60/61. Bor trag: Moderne Maleret. ( Expreffionismus.) Referent: Runstmaler Waldemar Eders. Uebermorgen, Dienstag, den 3. Februar: 85. Abt. Tempelhof: 8 Uhr Mitgliederversammlung im Reft. Stubimann, Genoffenschaftshaus( gegenüber Schönburgstr.). Referent: Genofle Dr. Lowenstein, M. b. R. 108. Abt. Oberschöneweide: 7% We bel Jmberg. Biotige Sanktionäring Ausgabe ber Ausweise 106. Abt. Johannisthat: 7. Bichtige Steung sämtlicher Striondre folie ber Delegierten der Ronfumgenoffenfchaft bei Gobin, Roonftr. 2. Ausgabe der neuen und Abgabe der alten Guntionärtarten. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 3. Februar: 2. Kreis Tiergarten: Arbeitertoohlfahrt und Kinderschus: Funktionärfonferens abends punklich 6 Uhr, Beairtsamt klopftoditr. 4, 8immer 4. Bertreter ber Jugend willlommen. Um 7% Uhr 3. Rurfusabend bafelbft. Genoffe Friedländer spricht über: Jugendgerichtsbille". Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 13. Abt. Am Donnerstag, ben 22. Januar, berftarb infolge eines Etfen bahnungids ber Genoffe Auguft Si!!, Stephanftr. 50. Einäfcherung erfolgt Dienstag, ben 3. Februar, abends 6 Uhr, Krematorium, Gerichtstraße. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 1. Februar: Cabe..: Befuch ber Sachfchule für Textil umb Befleibungsindustrie. Warschauer Plab. Treffpunkt 9 Uhr borm. Sörliger Bababof.-Echönbonier Borstadt: Heimabend, Schönfließer Str. 7. Werbebegirt Rrengberg. Geiterer Abenb. Lieber sur Lante ans bem Mittelalter. Bolls und beltere Lieber, Regitationen u. a.( Mufilinstrumente find mitzubringen.) Reidsbund bes Striegsbeschädigten unb Retegshytnterbliebenex, Begies Sentrum. Monatspecfammlung am Montag, ben 2. Februar, abends 48 Uhr. im Rofenthaler Sof. Rofenthaler Str. 11/12. Referat über das Siedlungswefen. Freibenter Boltshofchule Berlin. 7½ Uhr. im Astanifchen Onmnasium, E., Sallesche Str. 26( am Anhalter Dienstag, ben 3. februar, abends Bahnhof). Bottrag: Dr. B. Rtifche: Die Schöpfungssagen der verschiede nen Böller." Reichsbund fübischer Frontsoldaten, Bezirk D. Mittwoch, ben 4. Februar, abends 8 Uhr, in den Andreas Festfälen, Andreasfe. 21. fpricht Arnold Stein über Der Jube als Borkämpfer deutscher Rultur." Die Freie Stenographische Bereinigung Stolac- Saren", Groß- Berlin, et öffnet folgende Anfängerturie nach Stolze- Schren und dem neuen Einheitssystem: Bezirk Neukö11n: Gemeindeschule, Donaufte. 120, Dienstag, den 3. und 10. februar, Donnerstag, den 5. und 12. februar, und Freitag, den 6. und 13. februar. Bezirk Often: Gemeindeschule, Frankfurter Allee 37, an der Barfchauer Straße, Dienstag, den 3. und 10. Februar, und Freitag, ben 6. und 18. februar. Begirt Güdoften: Schule Reichenberger Str. 67/70, an ber Forster Straße. Mittwoch, den 4. und 11. Sebruar, und Donnerstag, dest 5. und 12. Februar. Bezirk Oberfchöneweide: Gymnasium Reppeline Straße, Dienstag, den 3. und 10. februar, und Freitag, den 6. und 13. c. bruar. Sämtliche Rucfe und Uebungsabende 148 bis 10 Uhr abends. Unter richtsgelb intl. Lehrmittel für Erwachsene 9 M., filr Jugendliche 7. f Wunsch auch ratenweise zahlbar. Anmeldungen, auch für neue Mitglieder und Intereffenten, in den obengenannten Schulräumen. Nähere Auskunft durch ben Borlikenben Karl Baltofee. O. 17, Goßlerstr. 34. Boliskraft- Bund E. V., Vereinigung zur Förderung der fittlichen, geistigen nb wirtschaftlichen Kräfte des deutschen Boltes. Ueber ,, Geelische Beeinflussung spricht Dr. Arthur Ronfeld am Mittwoch, den 4. Februar, abends 8 Uhr, in der Aula Georgenstr. 30( Nähe Friedrichstraße). Arbeiter- Abstinentenbund, Ortsgruppe Berlin. Montag. 2. februar, pünk Tich 7 Lihr Funktionärsihung in der Geschäftsstelle, Engelufer 25. Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform i. 2. 2. Für Mitglieder ift ab Mittwoch, ben 4. Sebruar und laufend jeden Mittwoch Kurfus über Biochemie unb Gefundheitspflege" in ber Schule 3fflandftr. eingerichtet. Beginn 8 Uhr abends. Sport. Breitensträter- Nites. Der nächste Bozabend im Sportpala finbet bereits am Freitag, 6. Februar, statt. Im Sauptkampf bes Abends wird an Stelle von Meister Samson- Körner, ber an einer Magen erfrankung leidet, Ermeister Hans Breitenfräter im Ning er scheinen. Sein Gegner wird ber französische Er- Schwergewichts uretfter Marcel Milles fein, der seinen Titel vor etwa einem Jahr nach achyt Hartgefämpfien Runden an Carpentier verlor. Das Hauptereignis wird verpflichtet wurden. bon brei weiteren Treffen umrahmt, für bie ebenfalls französische Gegner Mittelgetichismeister Adolf Wiegert fämpft gegen den Militär- Halbschvergetvichtsmeister grel, Ermeister Rp. I auf gegen den Wirbelwind Dastillon. Für Ermeister Say mann war Marmouget borgefchen, ber aber, wie fich herausstellt. nur Halbschwergewichtler ift. Der Gegner des Ermeisters wird noch be fanntgegeben. Geschäftliche Mitteilungen. Die alljährlich wiederkehrende Weiße Mode ift bei der aftbefannten Beth wäschefabrit Stumpe u. Jäger eine fenfationell gitnftige Raufgelegenheit fite Wäsche, und zwar nidyt nur für Bettwäsche, sondern auch für Baus, Kilde und Damen- Leibwäide fomie alle Arten Wäscheftoffe. Ihre Bertaufstellen befinden fich Rottbuser Damm 73, Landsberger Str. 88 unb Charlottenburg Wilmersdorfer Str. 37. Näheres fiche heutiges Inferat. Besondere Vorbereitungen für den Verlauf außerordentlich preiswerter toeißer Waren bat bas Stoufhaus. Ifrael für bie tommenbe Bode ge troffen. Schon bie Schaufenster find eine Sehenswürdigkeit. In einem biefer Fenster ist aus Taschentüchern eine Nachbildung des Flettner- Rotorfchiffes mit beweglichen Zürmen dargestellt. Im Innern erstrahlt das Haus in weiß unb Ila unb breitet feine Säße in befonders gefälliger Ausstattung zum Bes tauf aus. Alles, was das Herz der Sausfrau erfreut, ift da in großen Mengen aufgeftapelt. Eine borzügliche Gelegenheit, nut wirkliche Dualitätsmare am außerordentlich billigen Breifen einzulaufen. Daß durch seine vorteilhaften Angebote beftens bekannte Ranfhans Tempelhof. Inhaber Edmund Elend, Tempelhof. Berliner Str. 126, began am Sonnabend, den 31. Januar, Jeine biesjährige Weiße Woche. Es ge Tangen weiße Waren zu außerordentlich vorteilhaften Breifen in denkbar größter Auswahl in nur Qualitätswaren zum Berlauf. Besonders hinge wiefent fei noch auf die Deloration der Schaufenster und insbesondere des Berkaufsraumes, fowie auf das Inferat in ber heutigen Auflage. Deutschlands Sutunft liegt nicht mehr auf dem Wasser. Deutschlambs 8ufunft, aber auch die aller anderen Rationen, welche am Wettbewerb teil nehmen, Hegt in ber Erstarfung und Ertüchtigung ber Jugend, leat in der Erzielung und Erhaltung ber größien Beistungsfähigkeit bes Rörbers unh bes Geiftes. Eind Mustela start und widerstandsfäbig. und werben fie redbo seitig erfrischt, so bleibt auch der Geift elaftifah, aufnahmefäbig und fübct g ben höchsten Beistungen. Das diefes nur burd rationelle Kräftigung unb Uebung des menschlichen Organismus erreicht toerben fann, baben alle Rationen erkannt. Darauf suradauführen ist die Görberung Jeglichen Sports burch Behörden, Bereine, Schulen ufo. In Deutschland befteben fchon einige Sochschulen für Leibesübungen, an den Univerfitäten werben Rörberübungen Pflichtfach. England, bie führende Nation auf allen Gebieten bes Sports, befab bisher ein Gebeimnis, woburch es ihr möglich wurde, bet Menfcen unb Tieren( ferbefport!) bie bodhiten Leistungen au eraielen. In englifchen Schulen ist die aweimal wöchentliche Berwendung von Embrotation b. 1. Cin reibung bato. Sportmassage obligatorifa. Der deutschen demischen Willenschaft ift es gelungen, Gleiches und Befferes zu bieten. Das Refultat Deißt: WO KHI Embrotation( Einreibung), bas für feben Sporte treibenben unentbehrliche Kräftigungsmittel, als Einreibung und für Maffage, Ale Weltmeisterschafter, alle bebentenden Sportmaßenre benußen WO- KHI ist für Maffage und Einreibung in allen Apotbelen, Drogerten, Sport und einschlägigen Gefchäften, für Geilawede au baben. Berbebesirt Neutönn. Vormittag: Beflotigung der Bebetterhvolfaris Die naturgemäße Haarpflege! ausstellung. Treffpunkt 10 Uhr Bahnhof Neuroan. Abends: Lichtbilber vortrag: Aus der Geschichte bes Theaters." Jugendheim Briz. Rathaus. Anfang 8 Uhr. Copenid. Treffpunkt arr Banderung burd-Berlin" 10 beam Märlischen Museum. Morgen Montag, den 2. Februar, abends 7% Uhr: Baumschulentweg: Jugendheim Ernstftr. 16, Mitgliederversammlung. Norden: Schule Putbuser Str. 3. Vortrag: Was erwarten wir vom neuen Reichstag?" Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefchäftsfelie: Berlin G 14. Gebaftianfte. 87/88. Sof 2 St. Ramerabfdjaft Schlendorf. Die für Mittwochabend angefekte mitgliederversammlung muß wegen eines beabsichtigten Bortrages ver. Iegt terben. Weiteres an dieser Stelle. Freitag, 8 Uhr, Sportabend in der Zurnhalle Nordschule. Bunb ber finderreichen Familien. Berlin- Webbing. Gefäftsstelle: Ber In R. 65, Müllerstr. 134a. Lehrer Rümmelberg hat feine Februarverammlung am Mittwoch, den 4. Februar, 7½ Uhr, in der Schulania Biesen, Ede Grenz ftraße. Alle Rinderreiden und Freunde als Gäfte find willkommen Tages ordnung: L Wohnungsfragen. 2. Borivag: Pflege bes Rindes unter den jezigen Verhältnissen." 3. Ausblid file 1925. 4. Berfchiedenes. Esperanto- Berband( Gruparo) Berlin. Dienstag. 3. februar, 8 use, Cafe Jofty, Botsdamer Plak: Ronversationsabend. Dhne Zweifel hat in den letzten Jahren die Erkenntnis für die Rofwendigkeit der Haarpflege in weitesten Kreisen Berbreitung ge funden. Die Grundbedingung einer wirklich naturgemäßen und zwedentsprechenden Haarpflege ist die regelmäßige Kopfwäsche, die den Haarboden von allen Unreinlichkeiten befreit, eine gute Durch blutung der Kopfhaut bewirkt und dadurch das Haar gesund und fräftig erhält. Ein ideales Kopfwaschmittel, das allen Anforderun gen in vollkommenster Weise gerecht wird, ist das ärztlich empfohlene Echaumpon mit dem fchwarzen Kopf". Schaumpon hält durch feine antiseptische Wirkung den Haarboden frei von Batterien, die den Haarboden schädlich beeinflussen, reguliert den Fettgehalt des Haares und befreit von den läftigen Kopfschuppen. Es erzeugt, nach Borschrift angewandt, reichlichen weichen Schaum, ist außerordentlich mild und wird selbst von der empfindlichsten Kopfhaut gut vertragen. Die verschiedenen Zufäße, wie Kamille, Eigelb, Nadelholzteer, Berit tannin, Brennessel und Sauerstoff, ermöglichen eine ganz individuelle Behandlung jeglichen Haares. Mit Schaumpon gewaschenes Haar befommt feidenartigen Glanz und volles loderes Aussehen. Beim Eintauf achte man stets auf die bekannte Schuhmarte Schwarzer Ropf und verlange ausbrüdlich Schaumpon mit dem schwarzen Kopf." Nur einen Kneifer and awar Dptifer Ruhnke's Finger- Kneifer! So fagen viele und haben recht, denn Nuhnke's Finger Kneifer ist der Brille überlegen. Er fist ebenso gerade, ebenso feft, aber er ist fast unsichtbar unb bridt nicht. Dabei läßt er fich viel leichter auf und abfeßen, ein Griff mit zwei Fingern ge nügt dazu. Lassen Sie also bie Brille jenen, die würdig und älter aussehen möchten. Tragen Sie aber einen fleidfamen Ruhnte- Finger- Kneifer, der genau paßt. Unser Lager darin enthält so viele Weiten, Steg formen. Größen und Preislagen, daß Sie sicher sein fönnen, bei uns das Rechte zu finden. 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Inftrument der tapitalistisch orientierten Reaktion zu machen Es ist nicht fahmer, den Nachweis zu führen, daß dieser und damit die Eisenbahner zu entrepublikanisieren. Die Frage, Denkfehler im Verwaltungssystem der Steichsbahngefellschaft warum diefer Entrepublikanisierungsprozeß eingeleitet worden sich noch in anderer Form auswirkt. Nach dem schweren ist, hat zum erstenmal auf der am 27. und 28. Jamuar tagen Fehler der rücksichtslosen Entrechtung der Massen des Perden Hauptversammlung der Reisgewerf fonais glaubt man, mit der Einführung sogenannter Lei schaft deutscher Eisenbahnbeamten und An- tungszulagen den Berwaltungsmechanismus im Gleia marter eine Antwort mit Wirtung auf die Organisations gewicht erhalten zu tönnen. Und doch muß jedem objektiven pragis gefunden. Die deutschen Eisenbahner sind abgebaut, Beurteiler schon die Art der Berteilung der Zulagen die mit entrechtet und zu Lohn- und Gehaltsstlaven degradiert oor dieser Maßnahme verbundene Absicht enthüllen. Die Ausden, weil die Eisenbahn von ihren neuen fapitalistisch einzahlung an die Beamten der höheren Grade erfolgt nicht durch gestellten Herren zu einem Apparat für die Abwälzung der die amtlichen Rassen. Der glückliche Empfänger erhält im Roften des verlorenen Krieges auf die Schultern der besitzlosen verfchloffenen Brief den Bantsched. So wird einmal ver Maffen geftaltet werden mußte. Die fremden Siegermächte hindert, daß der Nebenmann erfährt, wie hoch der seinem Rolhaben lediglich ein Intereffe an der Aufbringung diefer Roften, legen zugewendete Betrag ist, und zum anderen erreicht, daß nicht an der Art ihrer Beitreibung. Sie bestehen auf Zahlung, das nicht berücksichtigte Bersonal nicht vom Neid erfüllt wird. wie Shylod auf seinem Schein. Das haben auch die Gegner Sind das Methoden, würdig einem modernen Großbetrieb? der Erfüllungspolitik einsehen müssen. Bar es aber nicht mög- Stann man sich wundern, wenn dieses System dahin führt, daß lich, sich um die Begleichung der Kriegstoftenrechnung über die Leistungszulagen als Korruptionszulagen bezeichnet haupt herumzudrüden, dann wollten wenigstens nicht sie die werden? Leibtragenden fein. So argumentierten diejenigen Kreise, die jeht deutscherseits in der Reichsbahn- Gesellschaft das Heft in die Hand bekommen haben. Und sie verstehen ihr Geschäft, das kann nie mand leugnent. Was an sozialer Entrechtung des Personals in der neuen Personalordnung der Reichsbahn geleistet worden ist, muß den Neid aller politischen Reaktionäre erregen. So müßte mm die Gesamtheit der deutschen Republikaner abhun fönnen, dann erft gäbe es wieder Ruhe in der deutschen Republit" und freie Bahn für die Auswirkung des schrankenlosen Egoismus der fapitalistischen Machthaber. Keine Personal vertretung im Verwaltungsrat der Reichsbahn- alle Macht in Händen einer Berwaltungsbureaukratie, die nur noch als ausführendes Organ eines höheren politischen Willens geiten fann. Dieser Erfolg übertrifft die fühnften Träume jener Industrietapitäne, die schon 1921 die Privatisierung der Eisenbahnen in Vorschlag brachten. Und dennoch auch hier wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Möglich wurde der herrschende Zustand erst durch die organisatorischen Verhältnisse des Reichsbahnpersonals. Einsichtige Führer der Eisenbahner haben lange genug tauben Ohren gepredigt, wie notwendig die Einheitsfront der Arbeiter, Angestellten und Beamten der Reichsbahn sei, um drohende Schläge abzuwehren oder doch mildern zu können. Endlich hat nun auf der diesjährigen Hauptversammlung der Reichsbahngewerkschaft die Vernunft einen fräftigen Schritt vorwärts gedrängt. Eine starte 3wei drittelmehrheit hat einer Vereinbarung zwischen der Reichs bahngewertschaft deutscher Eisenbahnbeamten und Anwärter E. B. und dem Deutschen Eisenbahnerverband" zugestimmt 3med und Ziel dieser Vereinbarung ist die Schaffung einer Einheitsorganisation des gesamten Eisenbahnpersonals als gewerkschaftlichen Machtfaktor gegenüber der Deutschen Reichs. bahngesellschaft zur wirksamen Bertretung der Interessen der Mitglieder. Bis zur Errichtung der Einheitsorganisation werden bei der Gewinnung neuer Mitglieder grundsäglich die Lohnempfänger dem DEB. überwiesen, während die Gehalts empfänger der RG. zuzuteilen find. Bis zu diesem Zeitpunkte dürfen Uebertritte nicht stattfinden. Mit allen Mitteln feiner glänzenden Beredsamteit hat der Führer der österreichischen Eisenbahner, der Bizepräsident der österreichischen Bundesbahnen, Smental, noch einmal die Fruchtlosigkeit der von einzelnen Beamtenverbänden immer noch für richtig gehaltenen Organisationsmethoden gefennzeichnet. Mit föftlichem Humor hat er die auch in der Be amtenbewegung vorhandene deutsche Gründlichkeit behandelt, die sich um teinen Preis durch Gefeße der Entwicklung beirren läßt. Nicht nur den Eisenbahnern, sondern der deutschen Beamtenschaft hat er fíor zu machen versucht, daß in der Politik nicht Schlagworte entscheiden, sondern Taten und Tatsachen. Und in der Welt der Tatsachen gibt es teine politische Neutralität". Darum find auch die Menschen, die sehr viel haben und sehr viel verlieren tönnen, besonders start politisch intereffiert. Sollten wir, denen bas legte genommen werden foll, uns nicht auch in höherem Maße politisch einstellen und die Frage, wer die Rechnung des verlorenen Krieges zu zahlen hat, als Gewertschaftsfrage ansehen und zu lösen suchen? Wenn wir aber so verfahren, dann ist die Lösung der Organifo fationsfrage von entscheidender Bedeutung.„ Der Zustand des eigenen Heeres ist ausschlaggebend für die Maßnahmen des Gegners." Die Gewerkschaft entscheidet auf Grund ihrer Schlagkraft tausend Fragen ohne Kampf." Smentals ArSmentals Argumente sind gewiß nicht ohne Wirfung geblieben. Sie deden fich mit den oft erläuterten Gedankengängen der deutschen Gewerkschaftsführung. Die politische Bedeutung des Erfolges der Reichs gewerkschaftstagung ist nicht von der Hand zu weisen. Wenn es den deutschen Eisenbahnern gelingt, mit der gewerkschaft lichen Einheitsfront das Bordringen fapitalistischer Profitfucht zu hemmen und die verlaffene Bahn sozialer Gerechtigkeit wiederzugewinnen, dann haben sie nicht nur sich selbst geholfen, nicht nur der deutschen Beamtenschaft einen porbildlichen Dienst erwiesen, sondern auch zur Feftigung der deutschen Republit beigetragen. Es fann nicht gleichgültig sein, ob 800 000 Eisenbahner innerlich zur Republik stehen oder ob sie in einer Scheinrepublik widerwillig ihren Dienst verrichten. Umgefehrt aber ist nicht zu erwarten, daß Staatsbürger auf Dauer republikanisch eingestellt bleiben, wenn man von ihnen verlangt, daß fie ihren Dienst als Hörige der Vertreter des SCHLEIF- PULVER HORTAXIN für alle Industriezweige in ieder Körnung Wirkung übertrifft italienischen Bimstein. Lieferung aus eigenen Mahlwerken, Lager Berlin Das System der Reichsbahngesellschaft zeigt ein getreues Spiegelbild des politischen Kurses in Deutschland, der über vor fichtige Etappenarbeit die Zustände des Obrigkeitsstaats wieder aufzurichten gedenkt. Ob die Verwirklichung dieser Abficht gelingt, ist nicht zuletzt abhängig von der inneren und äußeren Gesundung der Gewerkschaften. Ruhrbesetzung und Inflationskrise hat das Unternehmertum benußt, die Gewerkfchaften niederzufämpfen. Auch die Beamtengewertschaften. Nur starte Gewerkschaften können die Erfüllung ihrer Forde rungen mit Hilfe der politischen Parteien erhoffen. Was haben die Gegner der Einheitsfront dieser Logit entgegen ftellen fönnen? Sie schließen die Augen vor dem unüberbrüd baren Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit. Sie wollenoder können? nicht sehen, daß die Republik immer noch die besten Möglichketten zur Erziehung freier Menschen bietet und daß es nicht genügt, nur mit dem Lippenbekenntnis zu ihr zu stehen, wie jede Berufspolitik nicht außer Zusammenhang mit den außenpolitischen Fragen eines Boltes erfolgreich getrieben werden kann. Und weil sie an dem inneren Zusammenhang dieser Fragen vorbeipolitisieren, glauben sie immer noch, ihre berufspolitische Arbeit allein auf das beamten politische, anstatt auf das beamten politifche Moment einstellen zu fönnen. Ihre Gedankengänge führen notwendigerweise zu einer Ablehnung systematischer Zusammenarbeit mit Arbeitern und Angestellten. Wie lange noch merden sie diese Fittion aufrechterhalten tönnen? Politik ist Handeln. Nur die gefchloffene Rampffront tann die Eisenbahner davor bewahren, daß fie in dem Rachen des fapitalistischen Löwen" ver schwinden. Albert Faltenberg Die Höchstfäße der Erwerbslosenfürsorge. Zum besseren Berständnis der letzten Reichstagsverhandlungen über die Erwerbslosenfürsorge seien bie Säge, wie sie gegenwärtig nach der Verordnung des Reichsarbeitsministers seit dem 15. Dezem ber 1924 gelten, angegeben.( Siehe Reichsarbeitsblatt" Nr. 28, vom 8. Dezember 1924.) Sie betragen für die brei Wirtschaftsgebiete Often, Mitte und Westen nach den vier Ortstlassen täglich in Pfennigen: für männliche Bersonen 9 1. über 21 Jahre 2. unter 21 Jabren für weibliche Bersonen 1. über 21 Jahre 2. unter 21 Jahren für Familien angehörige a) Ehegatten b) sonstige Höchstbetrag einschließlich Familienunterstügung Dften Mitte) Westen 79-100 91-115 101-125 48-60 54-69 60-75 72-90 43-55 88-104 91-112 50-62 53-68 29-85 31-40 35-44 19-25 23-29 25-31 1. für männliche Erwerbslose 190-235 215-275 240-300 2. für weibliche Erwerbslose 160-190 175-220 195-240 *) Die fettgebrudten Zahlen gelten auch für Berlin. Nach dem jüngst gefaßten Beschluffe des Reichstags erhöhen fich diese Säge um 25 Proz Für weibliche Erwerbslose über 21 Jahre, die nachweisen, daß fie Familienangehörige zu ernähren haben, gelten diefelben Höchstsätze wie für Männer über 21 Jahre. Der Reichstag hatte im Sommer die Gleichstellung der weiblichen Erwerbslosen mit den männlichen ohne Bedingung Der Reichstag hatte im Sommer die Gleichstellung der und Begrenzung befchloffen. Er hat dabei nicht perfannt, daß im und Begrenzung befchloffen. Er hat dabei nicht verfannt, daß im allgemeinen die Lebenshaltung des Mannes mehr Ausgaben er fordert als bie der Frau, trojdem aber von einer Berschiedenheit hier, mo taum die Dedung des notdürftigsten Lebensunterhalts er. folgt, nichts missen wollen. Die Regierung hat troß diefem unzwei deutigen Beschluß des Reichstags die Gleichstellung nur für weibliche Familienernährer verfügt und dabei fogar diefe, soweit fie unter 21 Jahren find, ausgeschlossen. Ferner ist die Gefamtunter itügung für Familien, deren Ernährer weiblichen Geschlechts ist, noch erheblich niedriger( um 30 bis 60 Pfg. pro Tag) als bort, mo der Hauptunterstützte ein Mann ist. Zu beachten ist übrigens, daß durch diese obere Grenze der Familienunterstüßung tinderreiche Familien besonders be. Familienunterstützung tinderreiche Familien besonders be nachteiligt sind. Beträgt doch der höchstsah nicht mehr als den nachteiligt find. Beträgt doch der Höchstsatz nicht mehr als den Betrag für den Ehegatten und etwas mehr als vier Kinder oder fonftige Angehörige. Alle weiteren Rinder gehen leer aus auch ein Beitrag zu der heute in aller Mund lebenden Be völkerungspolitik und der völkerungspolitik und der in der Berfassung verheißenen Sorge für finderreiche Familien. Es wäre dringend zu wünschen, daß neben der Gleichstellung der weiblichen Unterftügten, die der Reichstag nun zum zweitenmal beschlossen hat und hoffentlich diesmal auch durch. fegen wird, auch der Wegfall diefer Benachteiligung der finderreichen Familien erreicht würde. Im übrigen ist unter Ablehnung des sozialbemotrati fchen Antrags, der eine Erhöhung um die Hälfte forderte mit Wirkung vom 8. Februar an die Erhöhung der Höchstsäge um ein Viertel vom Reichstag beschlossen worden. Sache unserer Ge noffen in den Bezirken wird es fein, dafür zu sorgen, daß wenigstens diese bescheidenen Säße, die zum mirtlichen Austommen noch weit zu HORTAXIN- WERKE, BERLIN u niebrig find, überall durchgefeßt und nicht als höchft fäß enoch unterschritten werben, Sonntag, 1. Februar 1925 Zur Erinnerung an Luise Zieh. Bon Bilhelm Dittmann. Auf dem Friedhofe in Friedrichsfelde wird heute nachmittag unt 3 Uhr der schlichte Stein enthüllt, der die Urne mit der Afche unserer & uise 3ieg tragen soll. Dieser Att der Pietät ruft uns das Bild unserer vor drei Jahren in den Sielen der Arbeit für das Proletariat jah vom Tode dahingerafften Kämpferin lebendig in die Erinnerung zurüd. Im Inflationsfommer 1923 wurde ich durch den Genossen Löbe an mein erstes Bufammentreffen mit Luise Zieß erinnert. linfer redefroher Genoffe tam von einer Agitationstour aus meiner meer. umschlungenen Heimat und beftellte mir herzüche Grüße alter Freunde und Barteigenossen aus der oftholsteinischen„ Rosenstadt" Eutin, mo to bas Licht der Welt erblickt und als junger Mensch mich der Arbeiterbewegung angeschlossen habe. Dabei berichtete mir Genoffe Love, daß Paul Schröder, der parteigenössische Wirt bes 2otals, in dem er in Eutin gesprochen, ihm gefagt hatte, genau auf den Tag vor 25 Jahren hätte Luise Sieg zum erstenmal im selben Sofal geredet. Er. Schröder, wisse das deshalb so genau, weil seine Frau ihn in der Nacht nach der Versammlung mit der Geburt seiner beiden noch lebenden Zwillindstöchter überrascht und erfreut hätte. Luife 3ieß habe damals in der Bersammlung einen ungeheuren Einbrud gemacht. Diese Mitteilung des Genoffen Löbe ließ vor meinen geistigen Auge, plöglich Bilder neu erftehen, die bei mir schon faft im Meer der Bergessenheit versunfen waren. Blihschnell, wie im Film, zogen die Einzelheiten meines ersten Zusammentreffens mit Luise Zieh wieder vor meinen Augen vorüber. Es mar zur Zeit der Reichstagswahl von 1898, der Name Luife Sieg war feit emigen Jahren von der Großstadt Hamburg in unfer dyllisches Städtchen inmitten der holsteinischen Schweiz hinüber geftungen. Endlich war es uns gelungen, fie als Rednerin für eine Boltsversammlung zu belommen. Unser damaliger Parteivertrauens mann in Eufin, Hinnert oder hochdeutsch Heinrich Hüttmann, feit mehr als zwanzig Jahren Gauleiter des Maurerverbandes in Frankfurt a. M. und feit 1912 gleich mir Mitglied des Reichstags, hatte mich gebeten, sie von der Bahn abzuholen. Er felbft tonnte als Maurerpolier den Bau nicht gut verlassen. Ich war damals zwar als Dreiundzwanzigjähriger selber noch nicht wahlberechtigt, mir war aber von der Provinzzentrale in Neumünster die Wahlleitung für Ostholstein übertragen worden, und ich hatte für ein halbes Jahr den Hobel beiseite gelegt, um für das fürftliche Gehalt von zunä hft 12, bann 15 M. pro Woche die Wahlarbeit für die Partei zu leisten. Deshalb war ich frei, um die Referenten von der Bahn abholen zu tennen. Ich kannte von Luise Zieh nur den Namen, mußte nicht, ob sie alt oder jung, groß oder tlein fei, als ich aber auf dem Bahnhof war, ging ich sofert auf eine Frau zu, die eben das Kupee verlassen hatte, und fragie, ob sie Frau zieh aus Hamburg set. Sie bejahte erstaunt und erfreut zugieich und fragte mich, woran ich sie denn erkannt hätte, da doch noch mehr Frauen ausgestiegen feien. Ich erwiderte, daß ich das felber nicht recht müßte, aber wie ich fie nur gesehen, fet th meiner Sache sicher gewesen. Ihr selbstbewußtes Auftreten und ihr geistig- energischer Gefidisausbrud hatte sie für meinen Blid aus der Masse der Frauen hervortreten faffen. Sie mochte damals Anfang der Dreißiger fein und machte den Eindrud einer ungemein gewedien und ganz von Begersterung für den Sozialismus erfüllten füichten Arbeiterfrau. Ste mar bereits bald nach Mittag gekommen, da fie vor der Bersammlung noch Berwandie ihres Mannes besuchen wollte, Dorfe Fissau wohnten. In angeregtem Gespräch mit ihr führte ich sie ins Dorf bis zur Wohnung der Berwandten. Auf dem Hinwege hatte ich ihr das Bersammlungslofal gezeigt. Sie war rechtzeitig zur Bersammlung zurück und hatte die Berwandten, von denen sie sich das ganze Elend der holsteinischen Landarbeiter hatte schildern laffen, .brachte, zur Versammlung mitgebracht die als Zandarbeiter in dem eine halbe Stunde von Eutin belegenen bas fie dann in ihrer Rebe mit wunderbarer Plastik zur Darstellung Die Versammlung war sehr gut besucht, aus der Stadt und den umliegenden Dörfern waren die Arbeiter gekommen, um eine Frau reben zu hören. Auch ich hatte noch keine Frau öffentlich reden hören. Und Luise Zieh redete, redete mit einem Feuer und einer Begeisterung, daß die ganze Bersammlung vom ersten bis zum Ichten Bort in ihrem Bann stand. Dabei sprach sie absolut logisch, einfach, flar, ohne jede Künftelet. Man fühlte, daß die Rednerin mit Herz und Hirn bei der Sache war. Glühender Haß gegen Ausbeutung und Unterdrüdung, proletarischer Troß und Stolz sprühten aus ihrer Rede. Sie hatte aller Hörer Herzen gepadt, und die Bersanimlung war ein durchschlagender Erfolg für die Sozialdemokratie. Ich tann mich nicht erinnern, daß je wieder eine Rednerin in emer Ver. fammlung einen jo tiefen Eindrud auf mich gemacht hätte als Luife Zietz in jener ersten Rede, die ich von ihr hörte. Später, als 2uise 3ieg in der Gesamtpartei sich eine führende Stellung erarbeitet hatte, bin ich sehr oft mit ihr zusammengetroffen bei Parteitagen, Konferenzen, Bersammlungen usw., und als dann im Kriege Ditern 1917 die unabhängige sozialdemokratische Bartet des Zentralverstandes der neuen Partei. Raftlos, unter Aufopferung ihrer Gefundheit, hat Luise Zieß mehr als drei Jahrzehnte lang für gegründet wurde, da wurden Luije Zietz und ich die beiden Sefretäre das weibliche Proletariat, für das Gesamtproletariat fchier liebermenschliches geleistet, feit der Revolution auch im Parlament, wo sie vor drei Jahren unter der freiwillig übernommenen Ueberlost der Arbeit zufammenbrach und bald darauf verschied. Als ich Lutfe Zieß im Bürgerfaal des Berliner Rathauses die Gebächtnisiede hielt, nannte id; sie den weiblichen Bebel", denn teine Frau proletarischer Herkunft hat soviel zur Aufrüttelung der maffen getan wie Luise Zieß, dürfte es doch kaum einen nennens werten Ort in Deutschland geben, in dem sie nicht das Evangelium des Sozialismus gepredigt hat. Die Urne mit ihrer Asche, die ich vor brei Jahren durch den Bürgerfaal des Rathauses getragen, soll jetzt in einem schlichten Gedenkstein ein festes Fundament erhalten, das der jungen Generation und kommenden Geschlechtern den Namen unferer unvergeßlichen Lutje Zich, dieses Urbildes der proletarischen Stämpferin, zu bauernder Erinnerung wachhält. Möge ihr Kämpfer geift in unferer proletarischen Frauenbewegung, in unserer proletarifchen Gesamtbewegung ftets lebendig bleiben. Togal = hervorragend Tabletten bewährt bei: Gicht, Rheuma, Ischias, Hexenschuß, Nerven- und Kopfschmerzen Togal stillt die Schmerzen und fcheidet die Sarnfäure aus. Fragen Sie Ihren Arzt. Ja allen Apotheken erhältlich. Best. 126% Lith., 0,46% Chinin, 74,3% Acid acet. salic., ad 100 Amylum. 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Weinberg Zahnarzt Dr. Georg Weinberg und Frau Henriette geb. van Leer und Enkelkinder Die Einäscherung hat in aller Stille stattgefunden. Berlin und Amsterdam, den 30. Januar 1925 wwwww.wwwwwwwww Allgemeine Ortskrantenfaffe Unseren lieben Genossen Robert Buth und Frau zur Silberhochzeit am 2. Februar, herzlichste Glüdwünsche! Die 81. Abteilung. Danksagung Für die fo überaus herzliche Anteil nahme anläßlich des Hinscheidens meiner geliebten Frau, unferer lieben Schwiegertochter, Schwester. Schwägerin und Tante Joh. Bahr geb. Brüssow für Berlin- Lichterfelde. Durch Beschluß des Vorstandes vom 30. Januar 1925 werden die Grundlöhne gemäß§ 19 ber Gakung vom 1. Februar 1925 ab wie folgt ergänzt: Stufe 8: Bersicherte mit einem Tagesentgelt von 6,51-7,50 m Grundlohn 7 KM. Stufe 9: Versicherte mit einem Tagesentgelt über 7,50 9. Grundlohn 8 MM. Berlin- Lichterfelde, 31. Januar 1925 Der Borftand. 109/10 F. Haneberg, Borsigender. Ich habe meine Privatund Kassenpraxis für fage ich hierdurch allen Berwandten, Harn- u. Geschlechtsleiden Barteigenpffen u. Bekannten, insbesondere ben Mietern bes Hauses Naugarder ( auch Frauenkrankheiten) Straße 14, ben Angestellten und Kollegen nach der Rosenthaler Str. 2 verlegt. nom AWD., Abt Alm. u. Elab, bet 24. Spezialarzt Dr. med. Feindel. bem Pflanzerverein Neu- Hoffnungstal" unb dem Berein der Freidenker für Feuer- Sprechzeit: 10-1, 4-7, Dienst. u. Freitag. beftattung unseren herzlichsten Dant. bis 8 Uhr abends. Sonntags 10-12 Uhr. 3m Ramen der Hinterbliebenen 542b W. Bahr Bekanntmachung Der 21. Rachtrag zu unserer Sagung, Moebel Boebel nach welchem die Beiträge von Sieben 542 Oranienstr. 58 einhalb Sundertſtel" auf„ Sechseinhalb Hundertstel herabgelegt worden find, ist feltens des Oberversicherungsamts Berlin am 27. Januar 1925 genehmigt worden und tritt mit Montag, den 2. Februar er. in Rraft. 109/9 Zehlendorf, ben 29. Januar 1925 Der Borstand der Allgemeinen Ortstranten taffe für Zehlendorf und Umgegend Borsigender Heymeler nferate im Vorwärts Monip Gegr 1879 fichern Erfolg! Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer Küchen Einzelmöbel Teppichhaus Imit. Perser 190 27. C 290 240 42. ca. 940 ca. 350 57.880 Hundert Potsdamerstr 100 Hausnummer 100 zwischen Bochbahnhof Balowstr.. Kurfürstenstr. Besondere Gelegenheitskäufe in Grösste Spez- Pabrik Bettwasche //// Ab 2. Februar Diwan-, Tisch-, Schlaf-, Reise- und Bannendecken WEISSE WOCHE! 90 Brücken 180 1050 1550 1750. Vorleger 295 37 450 • BEW & D Felldiwandecken. 3859 Läuferstoffe ▼. 175 Axminster Pa. Wollplüsch Pa. Haargarn 160 31.ca 235 19042.C 290 250 62.ca. 350 Echt 160 Ca. 235 51.200 72.0 800 250 ca. 850 120, 200 11750 C 800 ca. ca. 250 350 175, 300 400 242.Panagiotis Ros Cramikos Zigaretten Die Marken der Kenner. Zu dieser Veranstaltung stellen wir Riesenposten Bett-, Tisch- u. Lelbwäsche in nur guten Qualltäten zu wirklich staunenerreg. 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Beilage des Vorwärts Konsumentenvertreter im Reichswirtschaftsrat. Die Reichsregierung bereitet ein Gesetz über den endgültigen Reichsmirtschaftsrat vor. Nach dem, was bisher über die Vorarbeiten befannt geworden ist, sollen die Bertreter der organisierten Ber braucher mit den Arbeitgebern( Unternehmern) zufammen eine Abteilung des Reichswirtschaftsrates bilden. Zu diesem Standpunkt ist folgendes zu bemerken: beim Biderstreit der Interessen auch die Arbeiterschaft zum Produzentenstandpunkt neigt und die Gefahr besteht, daß Arbeit geber und Arbeitnehmer sich auf Kosten der Konsumenten verständi gen." Bezüglich der Stärke der Bertretung wird darauf zu achten fein, daß die Anzahl der Konsumentenvertreter zum mindesten so festgesetzt wird, wie es sich aus der Schrumpfung der Gesamtmit gliederzahl ergibt. Wird also die Gesamtziffer auf ein Drittel gefürzt, so muß auch für die gesamte Bertretung zum mindesten ein Drittel der inne gehabten Gize erhalten bleiben. Der deutsche Außenhandel im Jahre 1924. Die Zahlenangaben über den deutschen Außenhandel im Jahre 1924 find bis gegen Ende des Jahres unvollständig gewesen. Erst im Dezember hat das Statistische Reichsamt darauf verzichtet, die sonst üblichen Vorbehalte zu machen, die sich darauf bezogen, daß die Außenhandelsstatistik nicht alle Landesteile umfaßte. Das wird man bei der Würdigung der Außenhandelszahlen im Auge behalten müssen. Dem Berte nach stellte sich die Ein- und Ausfuhr Deutschlands folgendermaßen dar: Baarengruppen I. Bebende Tiere II. Lebensmtlu.Getränke Illb. Halbferiige Baren IV. Fertige Baren Einfuhr 1924. Dez. 8265 381 684 455175 Ausfuhr 1924 in 1000 RM2. nach Gegenwartsmerten Stav. Jan Dez. Dez. Nov. Jan.- Dez. 13 713 419 142 11 956 420 396 366 462 87 368 92 467 2676 934 2715 58969 1854 42 797 3686 786 897 654 69410 50 859 55 320 46829 468 089 439 091 148 043 1781 213 556 452 494 202 5 191 418 139 125 230 294 V. Gold und Gilber 94 240 13475 zufammen 1308 683 1 047 700 2 260 181 787 1351 9316 841 739 756 643 262 35 401 6566 854 ist die Zunahme der Einfuhr solcher Waren, die Frankreich bis zum 10. Januar noch zollfrei einführen durfte. Die Ausfuhr hat im Dezember mur unwesentlich zugenommen. Besonders erfreulich ist dabei, daß vornehmlich die Ausfuhr von Fertigwaren im Dezember zugenommen hat. Der Reichswirtschaftsrat ist nach Art. 165 der Reichsverfassung dazu berufen, die wirtschaftlichen Interessen des deutschen Volkes zu pertreten. Ein wirtschaftliches Interesse fann entweder für die Er zeugung( Erzeugung und stoffveredelndes Gewerbe) oder die Güterverteilung( Handel mit seinen Nebengewerben) oder den Verbrauch( Konsum) betreffen. Ein anderes wirtschaftliches Interesse ist nicht denkbar. Wenn also die wirtschaftlichen Interessen restlos berücksichtigt werden sollen, müssen im Reichswirtschaftsrat nicht nur die Berufsstände( Landwirtschaft, Gewerbe, Hanbel mit Nebengewerben) vertreten sein, sondern es muß noch eine meitere Gruppe vorhanden sein, bei wlecher der berufsständische Boden grundsätzlich verlassen wird und die bestimmt ist, die Inter effen des Verbrauchs zu vertreten, die demjenigen der Erzeugung und des Handels gleichwertig gegenüberstehen. Denn Ausgangs- und Endpunkt der Wirtschaft ist der Verbrauch. Es widerspricht daher Illa. Rohstoffe allen Anforderungen der Logit, wenn diejenigen Vertreter, die bestimmungsgemäß die Intereffen der Verbraucher als solche zu vertreten berufen sind, mit den Arbeitgebern, d. h. mit den Vertretern berufsständischer Interessen, die denjenigen der Berbraucher entgegengesetzt sind, in einer Gruppe vereinigt werden. Da die BerIm Dezember 1924 ist die Einfuhr recht erheblich, nämbrauchervertreter feine berufsständischen, sondern Berbraucherinterlich um rund 261 Millionen Mark gestiegen. Besonders start effen verfolgen, gehören sie nicht in eine Gruppe hinein, die nach berufsständischen Gesichtspunkten zusammengesezt ist. Die entgegen. gesetzte Ansicht fann nicht mit dem Gedanken gestützt werden, daß auch die Konsumentenorganisationen( Konsumgenossenschaften) Un ternehmungen, und zwar solche auf dem Gebiete des Handels feien. Eine solche Betrachtung würde an der Oberfläche der Dinge haften, da sie übersieht, daß die von den Konsumentenorganisationen verfolgten 3wede in diametralem Gegenjaß zu den von den sonstigen Unternehmungen verfolgten Zielen ft e hen Denn während diese vom Gewinn streben beherrscht und geleitet werden, indem sie auf Kosten der Konsumenten die erzeugten bzw. gehandelten Güter möglichst teuer an den Mann" bringen wollen, verfolgen die Konsumentenunternehmungen das gerade entgegen gesetzte Ziel, indem sie die Bedarfsgüter den legten Verbrauchern möglichst gut und insbesondere möglichst billig liefern wollen. Bei den Unternehmungen des organisierten Konsums" gibt es also fein Erzeuger. oder Handelsinteresse, sondern nur ein folches des Verbrauchs. Die Rechtsprechung der höchsten Gerichte hat diesen bedeutsamen Unterschied zwischen den Verbraucher organisationen und den Unternehmungen des Handels schon längst erfannt, indem sie festellte, daß die Konsumgenossenschaften nicht als Unternehmungen des Handels" anzusehen seien( vgl. z. B. Ent. fcheidungen des Reichsgerichts in Strafsachen Bd. 5, 112 ff.). Die. fer Gadlage muß beim Aufbau des endgültigen Reichswirtschaftsrats Rechnung getragen werden Dies geschieht aber dann nicht, wenn die Konsumentenvertreter mit den Arbeitgebern, d. h. den Unternehmern in einer Gruppe ver. einigt werden. Die Regierung würde mit ihrem Vorhaben dann das richtige treffen, wenn der Reichswirtschaftsrat ein berufsständisches Pariament, eine Bertretung nur der schaffenden" Stände, eine„ Kammer der Arbeit" wäre. Dies ist er aber nicht und darf er nach Art. 165 der Reichsverfassung nicht sein. Er ist und muß vielmehr sein ein 23irtschaftsparlament, also eine Vertretung sämtlicher im Volke vorhandener Wirtschaftsintereffen. In einem solchen sind aber die Gruppen der schaffenden Stände von denjenigen der letzten Verbraucher", die feineswegs Glieder eines Berufsstandes zu sein brauchen, scharf zu trennen. Die Regierungsabficht tann also aus Erwägungen wirtschaft. ficher und organisatorischer Natur nicht Gesetz werden. Der Art. 165 der Reichsverfassung bildet dafür, wie erwähnt, ein rechts liches Hindernis. Es ist noch darauf hinzuweisen, daß das Gesetz vom 4. Mai 1920 über den vorläufigen Reichswirtschaftsrat( Reichsgesetz blatt: S. 858) den vorstehenden Erwägungen durchaus Rechnung getragen hat, indem es die dreißig Vertreter der Verbraucherschaft" in einer eigenen, selbständigen Gruppe zusammenfaßte. Auf ben gleichen Standpunkt hat sich in der Sizung vom 2. und vom 3. Juli und 28. November 1923 der Berfassungsausschuß des Reichsmirtfachftsrates geftellt, der bezüglich der Zusammensetzung des end. gültigen Reichswirtschaftsrates folgenden Beschluß faßte: „ Der endgültige Reichswirtschaftsrat soll Bertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer aus Handel, Industrie und Verkehr, dem Handwert, der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft sowie der Hauswirtschaft umfassen. Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter bilden in gleicher Stärke die Abteilungen 1 und 2. Daneben bilden Vertreter der sonstigen Kreise des Wirtschaftslebens die Abteilung 3. In den Abteilungen 1 und 2 ist eine Gliederung nach Berufsgruppen vorzusehen, in der Abteilung 3 fönnen Gruppen nach näherer Vorschrift der Geschäftsordnung gebildet werden. Die Abteilung 3 foll umfassen die Vertreter der Gemeinden und der Gemeinde verbände, der freien Berufe, der Beamten, der genossenschaftlich organisierten Berbraucher, des Wohnungswesens, der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, sowie die von der Reichsregierung nach Bijfer 7 benannten Mitglieder." Für einen Bergleich des Gesamtergebnisses der deutschen Außenhandelsstatistit, das nach der obigen Tabelle einen Einfuhr über. schuß von 2,7 milliarden Rentenmart aufweist, mit den vorangegangenen Jahren und mit der Zeit vor dem Kriege genügt es nicht, die von der Statistik erfaßten Wertzahlen miteinander zu vergleichen. Alle Warenpreise sind gegenüber dem Borkriegsstand wesentlich gestiegen. Es ist daher notwendig, die Außenhandels. zahlen auf die Borkriegswerte zurückzuführen, um ein einiger. maßen treffendes Vergleichsbild zu erhalten. Auf der Grundlage der Borfriegspreise berechnet, stellen sich Ein- und Ausfuhr im Jahre 1924 folgendermaßen dar: Barengruppen I. Bebende Tiere II. Lebensmittel und Getränke Illa. Rohstoffe IIIb. Salbfertige Baren IV. Fertige Baren V. Gold und Silber Einfuhr Ausfuhr Januar- Dezember 1924 Bert in Millionen RM 96 18 2117 332 2 694 875 736 413 1150 3 980 169 35 aufammen 6964 5 153 Das Stabilisierungsjahr 1924 hatte eine ganz außerordentlich mit der die Barenausfuhr umso weniger Schritt halten fonnte, als ftarte Steigerung der Wareneinfuhr mit sich gebracht, fie in den vorangegangenen Jahren infolge der Balutaerscheinungen fünstlich auf Kosten des inländischen Verbrauchers gesteigert worden war. Der starke Bedarf Deutschlands an Lebensmitteln und Fabrikaten, die, besonders zu Beginn der Stabilisierung, im Ausland wesentlich billiger waren als im Inland, machte sich jetzt geltend. Die Ausfuhr aber stockte, nachdem infolge der Inflationswirkungen und der strupellosen Preispolitik der deutschen Unternehmer die inländischen Breise weiter über diejenigen des Weltmarktes hinausgetrieben waren. Geht man von den Gegenwartswerten aus, wie sie von der Statistik normalerweise erfaßt werden, so ist die Einfuhr im Jahre 1924 gegen das Vorjahr um die Hälfte angewachsen, während die Ausfuhr nur etwas größer als im vorigen Jahre war. Das flarere Bild, das man bei einem Vergleich der Bortriegswerte erhält, ergibt, daß die Einfuhr nicht ganz um die Hälfte gestiegen, die Ausfuhr sogar noch etwas zurüd gegangen ist. Wir führten im letzten Jahre zwar um 60 Prozent der Vorfriegseinfuhr an Waren letzten Jahre zwar um 60 Prozent der Vorfriegseinfuhr an Waren ein; exportiert hingegen wurden nur 50% Prozent des Jahres 1913. Die Veränderungen der lezten Jahre stellen sich auf Grund der Borfriegswerte folgendermaßen dar: Einfuhr Sonntag, 1. Februar 1925 eine gewisse Neigung zur Festigung vorzuherrschen. Mit Rüd sicht auf die augenblicklich sehr schwankende Wirtschaftslage läßt sich jedoch nicht übersehen, ob diese anhaltender Natur sein wird. Be merkenswert ist, daß troz Schwankungen die Geschäftslage feit einiger Zeit überwiegend stabil geblieben ist. Dieses trifft ins besondere u. a. für das Spinnstoffgewerbe, die Zellstoff- und Bapier. herstellung und verarbeitung und das Vervielfältigungsgewerbe zu mit Rücksicht auf den vorhandenen Wohnungsmangel erfüllen wer Inwieweit die Erwartungen auf eine erhöhte Bautätigkeit sich ten, dürfte in der Hauptsache von der Entwicklung des Kapital. marties abhängen. Bis jetzt muß der Arbeitsmarkt im Bau gewerbe trok verhältnismäßig milder Witterung als ungünstig bezeichnet werden. Die Zahl der bei den Arbeitsnachweisen einge tragenen Personen hat sich noch um annähernd. 2000 erhöht, jedoch hat sich die Zahl der Unterſtüßungsempfänger um einige Hundert vermindert. Es waren 67 200 Personen bei den Arbeitsnachweisen einge tragen, gegen 65 328, der Borwoche. Darunter befanden sich 52 542 stützung bezogen 27 003( 27 274) männliche und 5239( 5533) weibliche, insgesamt 32 242( 32 807) Personen. Die Zahl der zu gemeinnützigen ( 51 389) männliche und 14 658( 13 939) weibliche Personen. Unter Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 388 gegen 408 der Borwoche. Gegen die Einführung einer Saarbantuote. Die sozialdemokra tische Frattion des Landesrates für Saarbrüden hat an die Regie rungsfommission das Ersuchen gerichtet, in der nächsten Bollfizung des Landesrates eine unzweideutige Erflärung über den von dem französischen Finanzminister Clémentel geäußerten Plan der Einführung einer Saarbantnote abzugeben. Die Frat härtesten Widerstand entgegenstellen wird, da sie nach wie vor tion ertlärt heute schon, daß sie derartigen Finanzexperimenten den ben Standpunkt pertritt, daß in Uebereinstimmung mit dem Vertrag von Versailles das einzig gültige Zahlungsmittel im Saargebiet die deutsche Reichsmart fein muß. Charlottenburger Wasserwerke. Die Charlottenburger Baffera werke, die den größten Teil der Berliner Vororte mit Waffer vers forgen, haben per 30. September 1924 einen so großen Ueberschuß erzielt, daß fie in der Lage sind, auf eine Attie von 1000 Mt. Ba19 830,52 Reichsmart als Sonderreserve für Umstellung zurüdzupier 13% R.-M. als Dividende zu verteilen und außerdem noch ftellen. Die Umstellung selbst erfolgt im Verhältnis 5: 2. Diese Umstellungsquote läßt noch deutlicher als die tatsächlich gezahlte Dividende die erheblichen Gewinnmöglichkeiten erkennen, mit denen die Verwaltung rechnet. Vor dem Kriege betrug das Aktienkapital nur 40 Millionen Mart. Obwohl die Kapitalerhöhungen während der Inflation dem Unternehmen noch nicht 1 Million Goldmarf einbrachten, wird jetzt das Aktienkapital auf 60 Millionen Mark herab" gefeht. Dabei ist die Bilanz noch so aufgestellt, daß sie era hebliche innere Reserven aufweist Im laufenden Geschäfts-. jahr find nach Mitteilung der Verwaltung eine große Anzahl noit Neuanschlüssen gemeldet, was auf eine lebhafte Bautätigkeit schließen läßt. Im Bezirk Steglitz allein 1500 Anschlüsse. Der Wasserver brauch hat gegenüber dem Borjahr eine 30prozentige Steigerung erfahren( d. i wohl eine Folge davon, daß der Wasserverbrauch jezt nicht mehr auf die Mieter umgelegt wird, sondern bei der Mietberechnung als fester Prozentsaz figuriert. D. Red.) Die Industrie abteilung ist mit der Ausarbeitung einer Anzahl größerer Projekte beschäftigt. Wieweit sich diese verwirklichen lassen werden, dafür werde die Lage des Geldmarftes entscheidend sein, jedenfalls fann auch für das laufende Geschäftsjahr mit einem angemessenen urteilung der Lage des Unternehmens ist die Frage aufzuwerfen, Gewinn" gerechnet werden. Angesichts dieser optimistischen Be ob es nicht doch angebracht ist, einen Abbau des Wasserpreises vorzunehmen. der Bremer Brivatbank das Hauptfinanzinstitut des BarmatDie Umgruppierung in der Deutschen Merturbant. Die neben ihre ordentliche Generalversammlung ab, in der sie die Bilanz per Konzerns bildende Deutsche Merturbant hielt Sonnabend 31. Dezember 1924 vorlegte. Die Schnelligkeit, mit der die Bant ihre erste Bilanz nach der Goldmartumstellung vorlegte, ist wohl auf die außergewöhnlichen Umstände der Barmat- Affäre zurüdzuführen. Sie erzielte im Jahre 1924 einen Reingewinn von 56 100,87 Mart, von denen 25 000 m. dem Reservefonds überwiesen werden, der Rest wird auf neue Rechnung vorgetragen werden. Unter den Attivposten figuriert das Rapitaleinzahlungskonto mit 1463 250 m. Da das Attienkapital 2 Millionen beträgt, ist der Rest noch einzuzahlen. Wie weit dies möglich sein wird hereinzubringen, hängt natürlich von der Zahlungsfähigkeit der Attieninhaber ab. Außenstände hat die Bant 17 467 704 M., dazu kommen noch Rassaschecs, Guthaben bei der Reichsbant, beim Raffenverein, beim Postschecamt, Sorten und Devisen mit ca. 680 000 m., denen an Verpflichtungen 18 700 000 m. gegenüberstehen. Das Unternehmen mar nach Mitteilungen der Verwaltung in der Lage, den an sie gestellten Anforderungen zu genügen. Die Bilanz wurde genehmigt und dem Borstand Entlastung erteilt, dagegen die Entlastung des Aufsichtsrats ausgefeßt, da nach Ansicht der Aktionäre es ungewiß fei, was für Verpflichtungen an die Bant infolge der Abwicklung der Barmat- Affäre heranireten werden. Der bisherige Aufsichtsrat wurde in feiner Gesamtheit abberufen, neugewählt wurden Rechtsanwalt Dr. Heinz Kohlen, Syndikus des Reichspoftministeriums, Syndikus Paul Mundt von der Brandenburgischen Girozentrale, Dez. Rov. Jan.- Dez. Rommerzienrat Berthold Manasse von der Treuhänder- 2.- G., Staats minister a. D. Baron v. Reibniz und Staatssekretär z. D. Euler. Ausfuhr in Min. R.-M. in Broz. v. 1913 in Mill. R.-M. in Proz.b. 1918 € 963,9 62,1 5153,7 50,5 4822,4 6309,8 1924 1923 1922.. 43,0 56,3 5352,7 6206,7 52,5 60,9 Nach Mengen verteilt sich die Ein- und Ausfuhr auf die verschiedenen Warengruppen folgendermaßen: 1. Lebende Tiere). II. Lebensmitt. u Getränke Illa. Rohstoffe Illb. Halbfertige Baren IV. Fertige Baren Die Notwendigkeit einer selbständigen Berbraucher) vertretung ist schließlich auch von dem Regierungsentwurf des Gesetzes über den Vorläufigen Reichswirtschaftsrat anerkannt wor den, in dessen Begründung es heißt, daß erfahrungsgemäß V. Gold und Silber 22,6 2765,9 116,5 2.7 1 137,7 1,7 Einfuhr 1924 Mengen in 1000 Dez. Nov. Jan- Dez. 69,1 84,4 697,1 8556 3 10 899,4 64 664,7 34 118.5 33 359,7 270 294,7 5514,5 3.435,5 2522.2 Ausfuhr 1924 Doppelzentner 15,6 1861,8 11 036,7 19 347,3 61 769,5 36 755,8 4546,2 34 828,9 15 674,7 4741,1 0,2 43 026,6 1,3 14 759,9 5 957,1 6168,5 17,4 0,1 388 104,4 29 674,1 22 201,6 159 090,1 1224 17 943 226 1379 zusammen 50 783,4 48 918,5 1004 Außerdem Pferde( Stild) 282 In der immerhin recht beträchtlichen Ausfuhr an Lebens. mitteln fie betrug im letzten Jahre 19,3 millionen Doppelzentner ist auch die starke Ausfuhr von Getreide enthalten, die der Reichsernährungsminister teilweise freigab, um die inländischen Mef Itoffe effe für Getreide in die Höhe geben zu laffen. * Täglich Eingang von Frühjahrs- Neuheiten. Kammgarn Anzugstoffe, edelste Fabrikate, Mk. 18.50, 15.30, 13.30. Damen- Gabardine u. Ripse, la Qualität, Mk. 12.50, 9.50, 8.60. Molken markt 14 Tuchhaus MEFreitag Ecke Molkenstraße Bitte auf den richtigen Eingang Nr. 14 zu achten. Persil Der Berliner Arbeitsmarkt. Auf dem Berliner Arbeitsmarkt haben sich die Beschäftigungsverhältnisse in der letzten Woche nicht wesentlich verändert. Der Beschäftigungsgrad hielt sich im allgemeinen auf der Höhe der Vorwoche. Es scheint auf dem Arbeitsmarkt wieder das unübertroffene Wafchmittel Persil Henke Pfarrer Heumanns Heilmittel stets auch vorrätig im Alleindepot: Zions- Apotheke Homöopath. Zentral- Officin Berlin N. 31, Anklamner Siraße 39/40, an der Ecke Brunnenstr., 5 Min. v. Rosenthal, Tor. Tel. Amt Humboldt 1022. Adler- Apotheke ( Paul und W. Sadée), Berlin- Friedenau, Rheinstr. 16. Tel.: Rheingau 2029, Friedrich WilhelmApotheke. Apotheker Georg Seelenbinder, Charlottenburg 2. Leibnizstraße 106. lelephon 121. Schweizer- Apotheke. Apotheker Max Riedel Berlin W8, Friedrichstr.173. Heege's Apotheke. Berlin O, Gubener Str. 33, Ecke Warschauer Str. 2 Min. entf. v.Stadt-, Hochbahnstat. 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Das Erscheinen aller Rollegen ist Pflicht. Achtung! Gürtlerbranche Achtung! Montag, den 2. Februar, nachmittas 5 Uhr, im Reichenberger Hof", Reichenberger Straße 147: Vollversammlung der Gürtler, Gürtlermonteure und monteurinnen, Kronenfchloffer und Klempner, Brenner aller Gelb-, Weißmetall- und gemischten Betriebe Groß- Berlins. Tagesordnung: 1. Die Situation In unserer Branche. 2. Diskussion.&. Ber schiedenes. Ohne Mitgliedsbuch ein gutritt. Die Bersammlung wirb pünktlich eröffnet, ba der Saal um 8 Uhr geräumt sein muß. Sahlreicher Befuch wird erwartet. Dienstag, den 3. Februar, abends 7 2hr, Bartercefaal bes Verbandshauses, Linienfie. 83/85: Branchenversammlung der Elektromonteure und Helfer. Tagesordnung: 1. Bortrag über Krantentaffen". 2 Disfuffion. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Berschiebenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Bollzähliges Erscheinen bringenb notwendig. Die Ortsverwaltung. Schwerhörige aufen und tragen bie neue Sörlapfel mit Bergnügen. 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Angesichts solcher weit gehenden Ausnahmemöglichkeiten famt von einer vollständigen Sonntagsruhe feine Rede sein. fache der Nationalversammlung Nr. 215, Seite 24) sind die auf Grund des§ 105 e zulässigen Ausnahmen auf den Handel mit Milch, Badwaren, Fleisch und Roheis zu beschränken. Das Reichsarbeitsministerium vom Jahre 1920 dachte ebenso darüber. Seine Forderung an die bayerische Regierung auf Beachtung der reichsgefeßlichen Borschriften wäre sonst finníos gewesen. Die gelten den Ausführungsbestimmungen der Länderregierungen beweisen das gleiche. Erst heute versucht man unter Berufung auf die Richtlinien des Reichsarbeitsministeriums weitere Aus nahmen einzuführen. Ist die jeßige Auslegung des§ 105 e feitens des Reichsarbeitsministeriums richtig, dann hat auch der Kampf der Unternehmer um die weitere Zulassung von Ausnahmesonntagen gar feinen Sinn gehabt. So beschloß der Verband der Handelsschutzund Rabatisparvereine Deutschlands am 29. August 1919, die Re gierung und die Nationalversammlung zu ersuchen, in Abänderung der Berordnung vom 5. Februar 1919 zu beschließen, daß für Städte unter, 25 000 Einwohnern auf Antrag der Kleinhandelstreibenden Heute nachmittag 3 Uhr Luise- Zietz- Gedenkfeier auf dem Friedrichsfelder Friedhof hr eine zweistündige Beschäftigungszeit, und zwar von 11 bis 1 mittags für Angestellte und Arbeiter an den Sonn- und Feiertagen zugelassen wird". Man war sich also inumer und an allen Stellen barüber flar, daß eine Erweiterung der Sonntags. arbeit eine gefegliche Neuregelung erfordert. Das Das Reichsarbeitsministerium versucht jetzt allen Ernftes, uns plausibel zu machen, daß das nicht der Fall ist. Sonntag, 1. Februar 1925 Aus der Partei. „ Die Gesellschaft". In dem soeben erschienenen Februarheft unserer missenschaftlichen Zeitschrift Die Gesellschaft( Berlag J. H. W. Dieß, Berlin SW. 68) behandelt Professor Erik Rölfing, der bereits im vorhergehenden Heft eine interessante Studie über die Phasen Strömungen, die sich jetzt in der sozialistischen Bewegung bemertder sozialistischen Entwicklung veröffentlicht hat, die verschiedenen bar machen. Einen weiteren interessanten Beitrag zur Soziologie der modernen Gesellschaft liefert Professor E. v. Aster in seinem Auffaz Zur Geschichte der demokratischen Idee in der Neuzeit“. Georg Beyer behandelt die jetzt besonders zeitgemäßen Brobleme des latholischen Sozialismus", die einen tieferen Einblick in das Wesen der Zentrumspartei gewähren. Außerordentlich aktuell find die Auffäße von Professor Dr. Gustav Rabbruch über den Straf gelegentwurf, und von Hermann Fleißner über Kulturpolitit und Reichsverfassung. In einem temperamentvoll geschriebenen Artikel Der Obmann als Geschichtsschreiber rechnet Hermann Müller Franken mit der Geschichtsflitterung Richard Müllers ab, der in seiner fürzlich erschienenen Schrift Bom Kaiserreich zur Republit neben einzelnen interessanten Tatsachen einen Bust von falschen Behauptungen und phantastischen Konstruktionen geliefert hat. Ein Auffaz von Albin Michel über die Industrialisierung Afiens und von Henriette Fürth über die deutsche Ueberseeaus. wanderung, sowie eine sehr umfangreiche Bücherschau beschließen den reichhaltigen Inhalt des Heftes. Bon der infernationalen sozialistischen Preffe. Rach der Umwandlung des Bopulaire" aus einem Tageblatt in ein zibeimal monatlich erscheinendes Mitteilungsblatt der Partei haben unsere französischen Genossen das Fehlen eines Parteiorgans in Baris sehr schmerzlich empfunden. Um diesem Mangel wenigstens einigermaßen abzuhelfen, gibt die Pariser Organisation der Bartei feit furzem ein Wochenblatt Le Combat Social"( Der soziale Kampf) heraus. Die Leitung der Redaktion liegt in den bewährten Händen des Genossen Brade, dem ein Redaktionskomitee, bestehend aus den Genossen Severac, Mauranges, 3nromski, Louis Levy 1. a., zur Seite steht. Die tarifvertraglichen Vereinbarungen und die Anordnungen der Behörden zeigen, daß für solche weitgehenden Ausnahmen fein Bedürfnis bestand. Das hat die Unternehmer nicht ge hindert, immer wieder die Beseitigung der Sonntags. ruhe zu fordern. Der erste größere Erfolg war ihnen in Bayern beschieden. Die Befannimachung vom 30. Juli 1919( Bayerischer Staatsanzeiger" Nr. 193 vom 7. August 1919) sollte einen einheit lichen Bollzug in ganz Bayern ermöglichen. Der Absatz 3 dieser Be fanntmachung mies die Kreisregierungen an, die auf Grund des § 105 e der Gewerbeordnung zugelassenen Ausnahmen einer stren gen Nachprüfung zu unterziehen und auf diejenigen Fälle zu beschränken, in denen nachgewiesene, besonders her. portretende Bedürfnisse der Bevölkerung die Ausübung Sämtliche Kreis des Handelsgewerbes erforderlich machen. regierungen sind bei der angeordneten strengen Nachprüfung der Ausnahmen auf Grund des§ 105 e der Gewerbeordnung zu einer niel weitergehenden Auslegung gegen früher gekommen. In den meisten Fällen sind die Angestelltenorganisa. tionen unter Mißachtung des Abs. 5 der Befanntmachung Dom 30. Juli, 1919 nicht gehört worden, in allen Fällen war das Urteil der Handelstammern für die Kreisregierungen bei ihren Entschließungen maßgebend. Die Folge davon war die voll ftäubige Aufhebung der Reichsverordnung vom 5. Februar 1919. Das württembergische Arbeitsministerium hat bereits Anfang 1920 das Reichsarbeitsministerium auf diese uner. träglichen Zustände aufmerksam gemacht und ein Eingreifen gewerbeordnung beseitigt und für die Angestellten, Lehrlinge und Arfordert, da die württembergischen Grenzgemeinden lebhaft Klage über die Nichtbefolgung der Reichsverordnung vom 5. Februar 1919 in Bayern führten. Im April 1920 forderte das Reichsarbeitsministerium eine Benderung der bayerischen Bekannt machung. Der Bayerische Landtag beauftragte die bayerische Staatsregierung, dafür zu sorgen, daß die Bestimmungen der Reichsverord nung vom 5. Februar 1919 in Bayern zur Durchführung gelangen, und daß die bisher zugelassenen Ausnahmen auf Grund des § 105e der Gewerbeordnung alsbald aufgehoben werden. Die bayerische Regierung dachte nicht daran. Ihre Bekanntmachung vom 17. August 1921 bestimmt, daß in Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern an vierzehn Sonn- und Festtagen für alle Zweige des Handelsgewerbes ein Geschäftsverkehr auf die Dauer von höch ftens drei Stunden zugelassen werden kann. Eine glatte Rechtsbeugung. Pflicht des Reichsarbeitsministeriums wäre es gewesen, nach wie vor von Bayern die Durchführung reichsgesehlicher Vorfchriften zu fordern. Statt dessen ging das Reichsarbeitsministerium Anfang 1921 dazu über, den Entwurf zu einer gefeßlichen Renmeinsamen Beratung von Vertretern der Arbeitgeber und der Arregelung der Sonntagsruhe auszuarbeiten, der ben ungefeg lichen Zustand in Bayern legalisiert hätte. Mit diesem Entwurf, der ebenfalls vierzehn Ausnahmesonniage norfah, sette fich das Reichsarbeitsministerium über das Gutachten des fozial politischen Ausschusses des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates hinmeg. Der Sozialpolitische Ausschuß hatte folgenden Antrag an die Reidsregierung angenommen: Die fozialdemokratische Reichstagsfraktion ha' dankenswerterweise beschlossen, auf Anregung ihres Mitgliedes und Verbandsvorſizenden des Zentralverbandes der Angestellten, diesen unglaublichen Mißständen ein Ende zu machen. Sie hat den Entwurf eines Gefeßes über die Sonntagsruhe ber Angestellten im Reichslung tage eingebracht, der die Ausnahmen des§ 105b der Ge 1. unverzüglich Maßnahmen zu treffen, um der Reichs, verordnung über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe von 5. Februar 1919 in den einzelnen Ländern Deutschlands volle Geltung zu verschaffen und die einheitliche Durchführung zu fichern; 2. die Wirkung der Berordnung vom 5. Februar 1919 auf den$ 105 e der Reidysgewerbeordnung auszubehnen. Die auf Grund des§ 105 e zulässigen Ausnahmen sind auf den Handel mit Milch, Badmwaren, Fleisch und Roheis zu beschränken. Der Ausschuß für soziale Angelegenheiten des Reichstages äußerg fidh am 22. April 1921( Reichstagsdrucksache Nr. 1871) in einem ähnlichen Sinne, Dennoch brachte das Reichsarbeitsministerium Ende 1922 einen neuen Gefeßentwurf heraus, der abweichend von den gegenwärtigen Vorschriften, meitere Ausnahmesonntage porjah. Der Vorläufige Reichswirt schaftsrat lehnte diesen Gesezentwurf ab und ersuchte die Reichsregierung, balbigft einen Gefeßentwurf vorzulegen, durch den die Sonntagsruhe ganz allgemein geregelt wird; bis dahin soll es bei dem bisherigen Zustand verbleiben. Das Reichsarbeitsministerium änderte nunmehr seine Tafiit. Es war sich durch die vorangegangenen wiederholten Verhandlungen im Reichswirtschaftsrat und Reichstage darüber klar geworden, daß es auf dem Gesetzgebungswege fein Ziel nicht erreichen fonnte. Es fiel ihm das schöne Goethe- Wort ein: 3m Auslegen seid frisch und munter! Legt ihr's nicht aus, so legt was unter." Die willkommene Handhabe dazu bot der§ 105 e der Gewerbeordnung. Dieser bestimmt, daß für Gewerbe, deren vollständige oder beilmeise Ausübung an Sonn- und Festtagen zur Befriedigung täglicher oder an diefen Lagen besonders hervortretender Bedürfnisse der Bevölkerung erforderlich ist, durch Berfügung der höheren BerwaltungsIn Brüssel erscheint seit furzem unter der Redaktion Louis de Broudères eine wissenschaftliche Halbmonatsschrift L'Avenir Social"( Die soziale Zukunft). Auch dieses Blatt füllt eine Lüde aus, da die belgische Arbeiterpartei bei ihrer vielseitigen Entwic bisher kein eigenes wissenschaftliches Diskussionsorgan be jessen hat. Die englische Labour Party beabsichtigt, zur Unterstügung ihrer demnächst einsetzenden Propagandaaftion ein achtseitiges Wochen blatt The New Citizen"( Der neue Bürger) herauszugeben. Die Seitung foll sowohl den Zwecken der Partei als der Gewerkschaften dienen und von beiden gemeinsam herausgegeben werden. beiter im Handelsgewerbe die vollständige Sonntagsruhe vorfieht Der Gelezeniwurf sieht weiter eine Aanderung des§ 105c der Gewerbeordnung vor, wonach Ausnahmen für das Handels. gemerbe nur zulässig sind für den Verkauf von Milch, Backwaren, Fleisch und Roheis bis zu zwei Stunden an Sonn- und Feftiagen. Damit wird auch dem eingeleiteten Mißbrauch mit dem§ 105 e der Gewerbeordnung ein Ende gemacht. Der Artikel II des Gesetz- ference for Progressive Political Action) die bas Rüdgrat der entwurfes bringt auch für alle übrigen Angestellten die gleichen Bergünstigungen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat mit der Einbringung dieses Gefegentwurfes bewiesen, daß sie ents fchloffen ist, sich mit Nachdruck für die sozialpolitischen Forderungen der Angestellten einzufezen. Friz Schröder Berlin. Nene Lohnverhandlungen in Polnisch- Oberschlesien.. Kattowih, 31. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In einer gebeiterverbände der Großindustrie wurde über den Abschluß eines neuen Lohnvertrages verhandelt, der am 1. Februar in Kraft treten foll. Die Arbeiter forderten für alle Gruben und Hütten eine ohnerhöhung von 5 Pro 3., die sie mit der wachsen den Leuerung begründeten. Ferner verlangten sie einen Zuschlag von 35 Broz. für die Eisenhüttenarbeiter, von 25 Broz für die Grubenarbeiter. Die Arbeitgeber dagegen forderten eine allgemeine 2ohnherabjegung von 10 Broz. und für das südliche Gebiet Baczyna und Rybnik um weitere 5 Proz. Die Angelegenheit ist einer Schiedskommission unterbreitet worden. Sentralverband der Schuhmacher. Bezirksveriammfung, Montag, ben 2. Februar, abends 7 Uhr, in den bekannten Lofalen, Branchenberiammtung der Stanger, Diensing. ben 3. Februar, nacom. 5 1hr, im Saale 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 20; für die daftemaet abends 6% Uhr im Saale 2 des Gewerkschafshauses Berfomulang aller etriebs räte und Obleute der Fabril- und Sandwersbetriebe( Bertrauenslenie haben Sufritt) in Gaal 3 des Gewertschaftshauses. Bocicag bes Kollegen Fride. Funktionärsonsmeis und Mitgliedesbud) legitimiert. AFA- Funktionäre der Metallindustrie. Butah, DAB. und 35. baben befchloffen, ab 1. Februar oieber die fa- Bezitts Sunttionär Yonferensen abzuhalten. Schriftliche Einladungent ergeben nod mit Ausnahmte ber für die Beairle II Giemensstadt; Sunktionär fonferens Mittwoch, den 4. SFebruar, 5 Uhr, Restaurant Gundheim, Nonnen dommallee 87. VI. 1 Betriebe Norden. Sunktionärfonferens Donnerstag, den 5. Februar, 5% Ubr, Restaurant M. Krüger, Suffitenstraße 34, Ede Scheringstraße. Beteiligung aller Sunftionäre wird erwartet. Afu- Metallartell: Günther, Rothe, Lange. Mitgliederver Dentscher Bekleidungsarbeiter- Berband, Herrenkonfektion! Sammlung am Dienstag, den 3. Februar, abends 7 Uhr. in den Residenz- Feftfälen, Landsberger Str. 31. 1. Jahresbericht. 2. Wahl des Branchenleiters und der Kommiffion. 3. Aufstellung der Delegierten zur Generalversammlung. 4. Bericht von der Lohnverhandlung mit den Arbeitgebern. 5. Branchenange tegenheiten und Berschiedenes. Bestimmtes Erscheinen ist Pflicht! Mitglieds buch oder tarte legitimiert ohne dem wie auch mit mehr als 4 reftieren en Bochenbeiträgen ein Zutritt. Die Brauchentommiffion. Bund der technischen Angefelten und Beamten. Donnerstag. 5. Februar, abends 8 Uhr. im Nordischen Sof", Invalidenstr. 123, allgemeine Butab- Mit gliederversammlung. Stollege Dr. Ing. M. agter fprit über euifches und Soziales aus Amerika." Der Vortrag wird durch Lichtbilder erläutert. Die Damen unserer Kollegen haben zu diefer Beranstaltung Zutritt. Die Kol Tegen felbft legitimieren sich durch das Mitgliedsbuch. Rollgen! Nehmen Sie die Gelegenheit wahe, cinen fesselnden Bortrag über die Berhältniffe fenfeits des Ozeans zu hören. Die amerikanischen Sozialisten und die„ Dritte Partei". Die Bereinigung für fortschrittliche politische Aftion"( ConKandidatur Lafollettes bei den amerikanischen Präsidentenwahlen gebildet hat und um die sich die Bewegung zur Gründung einer " Dritten Partei" in Amerifa fonzentriert, hat in einer im Da zember abgehaltenen Borstandssigung beschlossen, die Konferenz, die ursprünglich bereits für Januar in Aussicht genommen mar, am 21. Februar in Chicago abzuhalten. Dieser Beschluß, der nach bewegten Debatten zustandekam, bedeutet an und für sich bereits einen Erfolg der Anhänger der Dritten Partei", da von anderer Seite die Abhaltung der Kontferenz überhaupt in Frage gestellt wurde. Dennoch erscheint es zweifelhaft, ob das Ergebnis der Chicagner Konferenz den Hoff. nungen entsprechen wird, die auf das baldige Entstehen einer Ar beiterpartei in Amerika gejezt wurden. 917 Zu den entschiedensten Förderern dieses Planes gehören die amerikanischen Snzialisten. Die Sozialistische Partei hat nunmehr einen außerordentlichen Barteitag für den gleichen Lag 21. Februar nach Chicago einberufen, um ihrer Sie!. lungnahme gegenüber den Beschlüssen der Konferenz der EPPA. an Ort und Stelle zu entscheiden. Von der Egekutive der Sozialistischen Bartei wurden als Vertreter bei der Konferenz die Ges nejsen Eugene B. Debs, Morris Hill quit und die Partei. sekretärin Genoffin Berta Hale white beſtimmt. Arbeitersport. Spielabenb Beritner Arbeiter- Schachflub, Abteilung Frichenau- Stenfis. jeben Dienstag, abends 8 Uhr, bei Richter, Eteglip, Selbfir. 8. Conmag bormittags 10 bis 1 Ubr freier Echachbericht. Arbeitersport- Kulturkartell, 5. Bezirt, Friedrichshain. Montag, den 9. Fo bruar, abends 7 1hr, Generalversammlung des Bezirksfartells. Tages ordnung: 1. Bortrag. 2. Berichte. 3. Neuroahlen. Anträge und Berfchiedenes. Der berzeitige Mitgliederbestand muß in her Sibung genau angegeben werden. Hein Delegierter tomme ohne die nötigen Informationen. Zagunasintal: Mechler, Boghagener Str. 114. Sportliche Vereinigung Rorden 1893. Dienstag abend, 8 Uhr, finden in ber Turnbille bez Sportlichen Bereinigung Norden 93"( Banfftraße, Gde Wiefenstraße), Mannschaftstämpfe im Ringen statt. In der A- Klaffe fteht dem Berein Liberias 21 gegenüber und in der B- Klasse bler 03. Freie Turneric aft Wilmersdorf. Seute abend ab 6 Uhr( nach Rüdfchr pom Hallensportfeft), treffen sich die Genoffen mit Familien im Bereinsheim ist der Württembergischen Straße zu einem Familienabend. Die neugegründete Schachabteilung" wird Bropagandafpiele vorführen und eine Rapelle wird für Unterhaltung forgen. Mistwood), 8 Uhr, erweiterte Borstandssigung. Briefkasten der Redaktion. A. R. 4. lage auf Ehefcheibung fenn nur erboben werden, trenn Ebe G. 50. Die Gebühren betragen nur je 4. fcheidungsgründe vorliegen. Die Rechnung des Antalis ift daber um 4 M. zu fürzen. Ech. 41. 1. Einen Monot nach Bustellung des Ulricils. 2. Ja. Die Einlegung der Berufung mus innerhalb der Berufungsfrist, alfo innerhalb eines Monats na Suftelung des Urieus, erfolgen. 3. Ja. m. 40. 3bre Brage läßt sich im Brieffaften nicht beantworten, Lommen Ete in unfere Juristische Sprechffunde. 92. 38. Stein. Wenben Sie fich fofort an das Wohnungsamt und nehmen Sie auf$ 8 der Bekanntmachung des Magiftraje Bezug. 2. G. 45. 1. Das Amt eines Schöffen tönnen Sie nicht ablehnen. 2. Sie erhalten Stunde Wrbeitszeit einen Betrag von 5 bis 75 f. und Tagegelder. Außerdem werben die Fahrkosten erstattet. 5. M. 44. Die Mindestbauer der Gebührenpflicht beträgt ein Jahr. behörden Ausnahmen von den im§ 105 b getroffenen Bestimmun: Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. 3omen entstehenden Dienstausfall für jebe angefangene Clunbe bet berfäumten gen zugelassen werden können. In vertraulichen Verhandlungen mit den Länderregierungen wurde der saubere Bion ausgehedt. Man einigte sich auf Richtlinien für die Bewilligung von Aus. nahmen pom Berbot der Sonntagsarbeit im Handelsgewerbe gemäß § 105e Abs. 2 ber Gewerbeordnung. Diese Richtlinien sehen vor, baß für Gemeinden in Gegenden, in denen infolge weitläufiger Siedlungsweise für die landwirtschaftliche Bevölkerung ein bringen. des Bedürfnis vorliegt an allen Sonn- und Festtagen, mit Ausnahme des 2. Osterfeiertages, des 2. Pfingstfeiertages und Des 2. Weihnachtsfeiertages, eine Beschäftigung auf die Dauer von zwei Stunden zugelassen wird. Als der Zentralverband der Angestellten diesen fauberen Plan, der eine glatte Rechtsbeugung darstellt, aufdeckte und Schritte dagegen unternahm, veröffentlichte das Reichsarbeitsministerium die ursprünglich geheim gehaltenen Richtlinien im Reichsarbeitsblatt" Nr. 15 vom 1. Auguft 1924, um dann so zu tun, als sei alles in bester Ordnung. Des Reichsarbeitsministerium meiß aber sehr wohl, daß auf Grund des § 105 e der Gewerbeordnung die vorgesehenen Ausnahmen gar nicht zulässig find. Nach der Erklärung des sozialistischen Reidsarbeitsminifiers Baner in ber Rationalnerfammlung( Drud Norden 9296. Säle frei! sdis Reubengsid Edelcigarette in eleganter 25 Stck- Thg CHRISTIANUS $ 5 WEISSEWOCHE Mengenabgabe vorbehalten bei JANDORF Verkauf nicht an Wiederverkäufer Für alle Schichten der Bevölkerung eine willkommene Gelegenheit, gute Waren ungewöhnlich billig zu kaufen Damenwäsche Bettdecken 3.95 Untertaille Jumper englisch Tüll, Künstlergardinen 3.95 englisch Tüll, 8 teilig, Fenster Lakenstoff ca. 140 cm breit, besond. schwere Qualität. Meter 1.35 Deckbettbezug weiß, kräftiges Wäschestoff.. 4.75 Kissen das passend 1.55 Handtuchstoff 0.48 weiß Drell, Meter Trikot- Seide ca. 100 cm br neue Farben Meter Voll- Voile welß, ca. 110-112 cm breit, Meter 2.95 1.65 form reich mit Stickerel gammiert 0.95 Kleiderstoffe Panama weiß...... 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Handstick. 8.- 10.- 12.- leizlere m. kost Sonntag 1. Februar 1925 Unterhaltung und Wissen Kopfwaschen. Bon Friz Müller, Bartenkirchen. Der Sunderer ist ein Haarschneider. Rein Einig'hodter von Dorgestern, sondern ein Alteingesessener. Möglich, daß seine Ahnen schon zur Ammergauer Bestzeit Haare schnitten und rafierten. Oder selbst rasiert wurden, wegrafiert von der Best, der grausamen, die auch das Passionsspiel schuf, das linde. Grausam oder lind, der Nady fahr Bunderer rafiert noch heute, wo es feine Best mehr gibt. „ Gott sei Dant," sagt sein Gehilfe, der bestrebt ist, die rüdständige Ammergauer Rasiererei auf die Höhe der Zeit zu bringen. Dep tu deht, Herr Sunderer," sagt er, öp tu deht." " Scho wieder an neu's Haarwasser?" brummt der Sunderer, also b'stell'n Sie's halt in Gottes Namen, wenn Sie meinen, daß die Fremden drauf verseffen sind." " Die Fremden heute sind auf alles aus, was op tu deht ist, mein lieber Herr Zunderer," belehrt ihn sein Gehilfe und läßt befriedigt seine Blicke über die gefüllten Wandregale gehen, wenn ich Ihre Klitsche nicht gedeichselt hätte, wie stünden Sie da, menn jezt alle Augenblicke einer fommt und eine Crememandelmilchseife ver langt A Schmarrn is's, brummte Zunderer, Crememandelmilch rahmseife oder Kernseif, dredet werd'n die Hände doch wieder nach einer wie der andern." oder wenn nach der neueften tombinierten Ragelfelle Er tenne dich selbst" gefragt wirdJa, wenn sie sich nur selbst ertennen taten, die Hansmurichten, die ein halbeten Tag lang an ihre Krall'n umeinanderfiefeln!" oder wenn ich Ihnen nicht rechtzeitig die nötigen Requifiten für modernes Kopfwaschen bestellt hätte dernier cri sham. pooing à la BudapestBest, jawoll!- Best wohin daß d' schaugst!- Nur daß's früher schwarz war und daß's a jeder tennt hat an die Beul'n und Blattern, derweil daß's heut blond und g'schneckelt umgeht und ma glaubt, es is was anders, weil f' ein' andern G'stant hat Odör, Herr Zunderer, Odör und ich begreife überhaupt nicht Ihren Zorn, wo Sie doch so schön dabei verdienen denken Sie nur an den großartigen Bay Rum, den ich Ihnen noch knapp vor der toloffalen Hauffe in Bay Rum Hihihi, Bay Rum," ficherte es durch die offene Ladentüre. Die Ammergauer Jugend stand vor dem Ladenfenfter, darin die Ban Abgeblitzt. 1 NICHT STURZEN VORSICHT Levry Wilk Bellage des Vorwärts Ammergauer Jugend stand vor dem Ladenfenfter, darin bie Bay Liebes Zentrum, ich rechne stark auf deine Beihilfe bei meinem Siegeszug durch Preußen." Tatt mit ihren ungezogenen Füßen und sangen: Bim bam Bay Rum, Den hau'n mir dir ums Mau rum, Dann wachsen dir die Haare In einem Jah- te... Bande!" fagte der Gehilfe. 2 luftig's Gstanzl," schmunzelte Zunderer, der am liebsten selber mitgesungen hätte. Ein dider Mann fchob sich herein. Schmeres Cold auf feiftem Bauche und im Naden Wüste, die gesättigt aminferten: Mir hamm's mir hamm's, mei Lieber. Der brave Bunderer dachte: Alt sind die Millionen nicht Sein Gehilfe dachte: Alt werden die Millionen nicht er hat bas feinige getan, tun wir das unfere.... Euer Gnaden wünschen?" Meine Frau meine Frau- Seine Weißwurstfinger machten stäubende Bewegungen. Aha, poudre de riz, diese Schachtel hier ift erfte Qualität Roftet?" " Jene dort ift prima, prima, primiffima Roſtet?" Das wunderbarfte freilich, Marte Sara BernhardRoftet?" Des Gehilfen Stimme fant ins Flüstern: Euer Gnaden wollen nicht vergessen, daß das französische ProduktWickeln Se's ein." in der Einfuhr eigentlich verboten ist Wideln Se's ein, sag ich." „ Gewiß, gewiß, ich dachte nur Ihnen etwas doch zu hoch-?" ber Preis hä? Seh ich so aus, zum Donerwetter?" " Entschuldigung- Berzeihung egorbitant mille pardons,. Der Dide wälzte sich in den Hintergrund zu einem Spiegel. Sunderer faßte des Gehilfen Arm: Wir hamm ja gar fein' französischen B Das Drama der Steine. Bont R. Francé. " Seit der Geschichte vom Kanitverstan" hat Amsterdam für uns den Nimbus des Märchenhaften und Erotischen. Man hört Balmen raufchen, der phantastische Elefantenzug diamantenbehängter Fürsten aus Insulinde zieht vor dem Auge vorüber, wenn der Name Amster dam erflingt. Und wenn man zum erstenmal dieses nordische Benedig betritt, so ist es eine der wenigen europäischen Großstäbte, die ihrem Besucher nicht enttäuscht. Denn bodenbeständig, eigen artig, echt und alt ist hier alles. Schon het" hat troh der modernen Indienfahrer noch einen Hauch der alten Seeherrlichkeit, und vertaut. Freilich ist fie in ein friedliches Hafen- ,, Kantoor" umge wandelt, aber sie paßt doch stilecht zu den alten Giebelhäusern und barocken Türmen, vor allem zu dem Schyrejerstooren am Hafen felbft, dem Turm der Tränen und Schmerzensschreie, so benannt nach der Klage der Seemannsfrauen, wenn die Schiffe von hier hinauszogen und langsam hinter dem endlosen Wasser verschwanden, um vielleicht nie wiederzufehren. Und schlägt man fich ins Wirrnis der alten Gäßchen, bie hinter dem Schreiersturm schatten wie ein Jahrhunderte alter Wald, tritt man mit jedem Schritt ein Jahr zurück in die Bergangenheit. Das Europa des 20. Jahrhunderts versinkt und echter noch als in Rothenburg oder Hildesheim oder sonst einer der altdeutschen Städie, wo in ber Urväter altem Hausrat moderne Menschen wohnen, ist hier auch das Bolt dieser Gaffen aften Gefchichtsbüchern entsprungen. Mir stehen da just vor dem Hause, wo Rembrandt gehauft hat. Schon die Namen des Biertels flingen wie leibhaftiges Mittelalter: Dudezijdsvorburgwal und Dudezijdsachterburgwal. Dem modernen Menschen find folde Bortschlangen nicht geläufig. Er hat feine Zeit mehr für sie. Aber die Menschen, die hier aus- und eingehen, die ganze schmale, schmutzige Gasse mit ihrem Gewimmel erfüllen, unter den Toren handeln, ihre Waren ausrufen oder mur den Kopf aus all ben lichtlosen Höhlen heraussteden, in deren Düfter fie arbeiten, die sind nicht modern. In allerlei alte Kaftans und verblichene Trachten, in Röde von längst gestorbenem Schmitt gefleidet, gehen Sie ihres Tages Notdurft nach, mit vielen Worten, in allerlei unverständlichen Berufen. Mit geheimnisvollem Winten rufen sich bort drei Männer zufammen in einem Torbogen, fie stecken die Köpfe zueinander und betrachten gierigen Auges ein Ding- wir fehen hin und wirklich: es ist ein bligender, strahlender Diamant, den ber Mann im verschlissenen Röckchen dort achtlos aus der Tasche holte e „ Bedaure sehr da haben Sie die Rechnung ohne den Wirth gemacht!" Berlaffen Sie fich drauf," flüsterte er zurüt, für ben ba haben mir einen einen franzöfifchen- Breis wenigstens. Bas sonst gefällig, Euer Gnaden? wahr?" Stopf waschen!" Sehr wohl bitte Platz zu nehmen latest fashion, nicht Natürlich, was benn fonft Er schmiß sich in den Armstuhl. Er betam etme brette rote Gummitrempe um das Haupt geftülpt. Er wurde eingewässert. Er wurde eingeseift. Nicht wahr, Schaum à la à laSelbstverständlich, was denn sonst!" Er wurde abgerieben. Er wurde abgetrohet mit Chinesisches Geidenpapier, nicht wahr?" Japanesisch zöge ich vor. " Sehr wohl, Euer Gnaden," fagte der Gehilfe und fehrte bas Seidenpapier um. Er wurde eingeföhnt. Der Dicke schiette nach dem Nidelapparat, tat fachverständig: Neueste Konstruktion doch?" Allerneuesteöp tu dehtzehn Ampère, hundert Bolt und taufend Kilowatt Weiß schon- weiß schon," minfte der Dide gnädig ab. Er wurde vorgefämmt. Er wurde eingewalzt, Er wurde nachgefäimmt. Eine Bause trat ein, eine fleine Berlegenheitspause: Was jett? Bunderer machte sich an der Staffe zu schaffen. So," sagte er abschließend, fo einmal Kopfwaschen macht-" Der Gehilfe blinzelte energisch. Er ftrumelte das Schieberhaupt ein wenig nach:" Sie erlauben, daß ich zwischenhinein diftiere Bitte schreiben Sie, Herr Sunderer" Was brauchts da schreib'nDenn wir sind ja im Viertel ber Diamantenhändler und der Schleifer der foftbaren Steine, und in allen diefen Gassen ringsum, im ganzen alten Ghetto von Amsterdam ift das Zentrum des europäischen Diamantenhandels, hier hausen die Schüler und Nach tommen jenes Ludwig von Berquem, der zuerst( es war anno 1456) das augenbetäubende Gefundel eines gefchliffenen Diamanten gesehen hat. Das Bauberwort dieser Welt heißt Karat. Rarat tönt aus allen Gesprächen diefer Gassen. Bon Karaten wird in den Hunderten von Schleifmühlen gesprochen, von denen sich manche modernisiert haben und an tausend Arbeiter beschäftigen; um Starat, um dieses winzige Gewicht von 0,205 Gramm, um diefes drollige Wort aus der afrikanischen Negersprache, das eine Bohne bebeuten soll, die man zum Wiegen bes Goldes in Afrika benugte, dreht sich das Beben, alle die Freuden und Sorgen, der ganze Hori -arbeitern, unter denen es Diamantentönige gibt und arme Galopins, reiche Leute, die in ihre Roffiehäufer" mehrere hundert Steine in der Tasche mitführen, und armselige Schnorrer, die froh find, wenn sie mit ein wenig Diamantenstaub, den man zum Bolieren der Steine benutzt, handeln können, die aber alle, joweit man wenigstens aus ihrem Tun auf der Gasse schließen farm, so erfüllt und begeistert von dem Edelstein sind, daß sie sicher auch noch im Traum von Karaten murmeln. Im Amsterdamer Diamantenviertel gehen seit Jahrhunderten Romanphantafien, aber auch viele Anekdoten und große Begeben. heiten der Weltgefchichte aus und ein. Hierher brachte man den Orloff", der einst als Auge des Gößen Brahma in einem indischen Tempel funfelte und dann in der Spiße des russischen Reichsszepters glänzte. Der Roman dieses Steines ist phantastischer als die Ge schichten von Sue und Balzac. Schmuß, Glanz, Blut und Schlaus heit haben ihren Reigen um ihn geflochten. Seinetwegen hat man fich am Gott vergriffen und den Tempel zerstört, dann fam er nach Berfien und blendete die Augen jener, die vor dem Thronfeffel des Schahs Nadra, in den er mit dem Rooh- i- noor" eingefeht war, in die Knie fielen. Aber feinetwegen hat man auch den Schah umge bracht und bei dem Mord den Stein geraubt. Dann tauchte er unter im Namenlojen, ging wahrscheinlich von Hand zu Hand, bis er auf einmal in europäische Hände fommt, und in diesem Augenblick beginnt die Karriere der Seefonne", wie der Diamant in Berfien genannt worden fein soll. Ein französischer Soldat verkauft ihn um 50 000 Frant einem Schiffstapitän, der ihn sofort für 300 000 Frank weitergibt. Dann kommt er auf den Markt von Amsterdam; hier bekommt er feinen legten Schliff und durch den Grafen Orloff seinen Namen. Die Kaijerin Katharina II. verbringt schlaflose Nächte, gepeinigt von dem Wunsch, diesen Stein zu besitzen. Und sie häuft Reichtümer, Titel und Ehrenbezeugungen auf den Juwelier, von bem Sie ihn endlich bekommt. Da sie nicht mehr als 450 000 Silberrubel Schreiben Sie! Boudre de riz à la Sara Bernhard: breiundzwanzig-" Die Augenbrauen unter ber Gummitrempe riß er doch ein wenig hoch: Dreiundzwanzig-?" Dreiundzwanzig Mart und fünfundfiebzig, Euer Gnaden wir falfulieren sehr genau Ropfwaschen, Sherr Bunderer, haben Sie? Kopfwaschen, Doppelpunti-Einwässern mit mit aqua destiilata eine Mart, haben Sie, Herr Bunderer? Einseifen mit Crememandelmilchrahmseife zwei Mart fünfzig brei Mart Ab trocknen mit chinesischJapanisch," verbesserte es behaglich mit der fetten Stimme unterm Gumiring die dicken Wülfte hatten sich mit einer dicken Rechnung abgefunden. Richtig, ja, japanisch- ja, japanisch vier Mart fünfundzwanzig haben Sie, Herr Bunderer? bann Einwalzen nein, erst Föhnen.. Die Rechnung wurde lang und länger. Einem anderen hätten fich die Haare gratis aufgerichtet. Aber der Dide hatte sich vorgenommen, fie mit biaftertem Schiebergleichmut zu quittiere... Ist das alles?" quäfte er. Der Gehilfe zögerte. Die Gummitrempe ftreifte er ihn ab. Bir fönnten noch ein wenig sengen?" fagte er. „ Sengen Se." Er stellte den Böhn auf glühend und sengte ein paar Flaum haare an den Schläfen ab. Der Dicke hatte sich in den Kopf gefeht, den Gehilfen zu ver blüffen. Wenn ein Schieber den Geschobenen verblüffen will, braucht er nur unentwegt zu wiederholen: Ist das alles Wir fönnten noch fönnten noch pointillieren?" Bondillieren Se. Aber es ist eigentlich- fozusagen faft pervers!-" Bargeld befißt, verleiht sie dem Juwelier als Draufgeld den Abel und 4000 Rubel jährliche Leibrente. Noch feltsamer ist die Geschichte des Pitt, der heute im franzöfifchen Staatsschahe liegt. Zwei Jahre lang hat man ihn in Amsterdam geschliffen, und er hat dadurch zwei Drittel feiner Größe verloren. Sein erftes Etui war nicht der Samt und die Seide, die ihn jeht umhüllen, sondern die eiternde Bunde eines indischen Slaven, in die ihn ber Inredliche, der ihn in den Diamantgruben zu Golkonda fand, verborgen hatte. Db er feinem ersten Befiger Glück gebracht hat, wissen wir nicht. Dagegen gab schon in demfelben Jahr 1702, da man ihn fand, der englische Gouverneur von Madras, der ihm auch den Namen gab, eine Summe dafür, die man auf 290 000 m. fchäßen kann, freilich nur, um ihn fofort für zweieinhalb Millionen Frant an den französischen Hof zu verkaufen. Ein grunde richtete, ist auf dieses Konto der Gier nach Diamanten zu schreiben. Bon nun an führt der Stein den Namen„ Regent", und er scheint auch der heimliche Regent vieler französischer Herzen ge blieben zu fein, denn gleich eine der ersten Taten der Französischen Revolution war es, den Regenten zu stehlen. Es ist nie zutage gelommen, wer dies getan hat. Wir wissen nur, daß der Stein für die Diebe keinen Gegen brachte, denn sie denunzierten sich gegenfeitig in anonymen Briefen, und 1792 begann eine wahre Schatzgräberei in der Pariser Allee des Neuves", wo man den Millionen stein auch fand. Für die revolutionäre Regierung bedeutete er eine willkommene Bereicherung der Kriegskaffe, und es gehört zu den Bihen der Weltgeschichte, daß der deutsche Kaufmann Trestow in Berlin der Geldgeber war, der der französischen Regierung für den verpfändeten Regenten das Geld vorschoß, womit diese dann Krieg gegen Deutschland führen konnte. Man hat den Stein bei ihm nie ausgelöst, und so fonnte er ihn an Napoleon verlaufen, der keinen Degentnopf damit zierte. Und wieder weiß die Mineralogie durch eine Anekdote die Weltgeschichte und die Geschichte der idealen Regungen des Menschenherzens eigentümlich zu illuftrieren. Der Ruf des wunderbaren Degentnopfes war in der deutschen Armee weit bekannt, und in der aufopfernden Jagd nach dem Degen Napoleons in der Schlacht bei Waterloo mirtten offenbar auch noch ganz andere Triebfedern mit als bloßer Ehrgeiz. Aber der Degen, den man Blücher brachte, enthielt nicht das Kleinod. Napoleon, dem inzwischen das Geld ausgegangen war, hatte es nämlich längst neuerdings ver pfändet Troßdem lehrte es in den franzöfifchen Staatsschatz zurüc und wurde schon im Jahre 1848 auf acht Millionen Frant geschätzt. So fönnte man ein Buch füllen mit der Geschichte der Diamanten und Gesteine, und alle Dramen, alle fomifchen Berwidlungen, alle schlechten, zum Glüd auch alle edlen Regungen des Menschenherzens, bie man nur ersinnen und erleben fann, wären in diesem Buch vertreten. Des Diden Augen schienen. zn nerfafben: Berversen Se." Mit einer steifen Drahtbürste begann der Gehilfe auf dem Haar boden herumzuhauen. Jeder andere wäre fluchend aufgefahren. Dem feiften Schieberschädel tat es wohl, fauwohl. Der Gehilfe mar am Ende. Ergebenfter Diener," sagte er hachmatt. Ist das ift das alles?" Da war es, daß es den Zunberer toie eine Bision bertam. An feine harte Jugend auf dem Einödhofe droben dachte er. An einen langen Schulweg dachte er, an bloße Füße, als es einmal unvermutet schneite. An seine Eltern dachte er, die sich radern mußten, bis sie starben. An sein eigenes Gütel dachte er, das auf dem targen Ammergauer Boden zum Sterben zuviel, zum Leben zu wenig ab geworfen hatte. So daß sein Weib allein die Wirtschaft führte, während er den Laden auftun mußte, den Laden für die Fremden. He, ist das alles?" wiederholte der Dide breit. Ma, griff der Sunderer seinem Gehüfen seltsam ruhig in das Handwerf, na, alles ist dös net Der schwänzelnde. Gehilfe wollte ihn unterbrechen. Aber etmas in seines Herrn Geficht machte ihn plöglich stumm. ' s Modernste hat der G'hiff vergessen Aha, verstehe- und da muß der Meister feiber, was? Häbä." hat der G'hilf vergessen, wiederholte der Meister seltsam mbewegt, vergessen bei dei'm damischen hundsheitern BeliBer- stehe kein Wort," schaltete der Dide etwas unbehaglich ein,' n tomischer Dialeft hierzulande also hat der junge Mann vergessen?" aber denn man zu www bas ' s Beuteln, fagte der Meister ruhig, faßte nach den Haar. hüppeln des Stunden und beutelte ihn nach allen Oberammergauer Jugendregein fachgemäß und gründlich. Der Mann auf dem Armstuhl hielt fich ftill. Es ist wahr, es tam ihm tomisch vor. Aber hierzulande war fo vieles tomisch. Beuteln? Sonderbares Wort?" dachte er, derweil es unbarm herzig an den Burzeln feiner Haare riß und zerrte, beuteln? Jcheint her Gipfel der Berversität au, verflucht!" ' s nei'ste, Herr,' s allernei'fte ausnahmswelf in Sub ritsch ratsch, ritsch ratsch wenn ich www beutschland erfunden, aber recht gehört hab' ritsch ratsch Au, au!" Reich " P e Chre mird's überall jest eingeführt, überall im ganzen deutschen ritsch ratsch das wär nämlich äußerst nötig, mellich muß fagen fagen au es es ist sehr g'fund, net mahr ungcheier g'sund, Herr fertig, hab' Der Mann war draußen. Das Geld lag auf dem Tisch. Herr smd Gehilfe sahen fich an. Ruhig der zunderer, unsicher der andere zum erstemmal versagte ihm die Ueberlegenheit. Er lugte durch die Bay- Rum- Flaschen des Ladenfensters. Draußen steht er," mijperte er, und licht die Rechnung er fieht gar nicht unzufrieden Sein Bunder," lachte der Sunderer, wo wir thu bas Beutta gratis geb'n hammm.. wwwww -?" Warum sind Kinder ungezogen? Die Frage, warum Rinder ungezogen find, beschäftigt nicht mur bie Eltern und Erzieher, fondern auch die Juristen, die in neuester Zeit in immer größerem Umfang mit den Berbrechen und Bergehen Jugendlicher zu tun haben. Man neigt zu der Ansicht, daß diefe findlichen Berbrechen nur gesteigerte Formen der allgemeinen Un. gezogenheit sind, und nicht eima aus einer besonderen Derbrede sischen Anlage" des Rindes erklärt merden können. Die Bergehen amb bie lingezogenheiten der Kinden rühren in der Hauptsache von falsch geleiteten" Instiniten her. Der Psychologe Walter M. Gal fichan führt dafür eine Anzahl von Beispielen an. So murden in Chicago durch die Eröffnung eines großen öffentlichen Spielplages die Prozesse vor den Jugendgerichten um mehr als 33 Prog in einem Jahre herabgefeht In Besserungsanstalten, in denen man ben normalen Inffinften der Jugend freieren Spielraum fäßt, wird die Zahl der endgültig gebefferten Rinder auf 80 Broz geschäßt. In Birmingham betrug die Zahl der Kinder, die wegen Fußballspiels auf den Straßen vor Gericht tamen, 132, während 64 Rinder wegen schlechten Berhaltens" bestraft wurden. Diese Bergehen waren zweifellos Folgen mangelnder Bewegungsfreiheit der Jugend, und als genügend Spielpläge eingerichtet wurden, verschwanden diese Bergehen vollständig Bei den englischen Jugendgerichten ist das Hauptverbrechen, wegen deffen Anaben unter 15 Jahren bestraft werden, Diebstahl; bei Mädchen über 14 Jahren ist das Hauptvergehen Herumtreiben. Betrugsfälle kommen bei beiden Geschlechtern während der Kindheit ziemlich gleichmäßig vor. All diefe Zuſammenſtöße mit dem Gesetz find aber nur Sonderfälle jener Erscheinungen der Flegeljahre, wie wir sie bei Knaben und Mädchen beobachten, und diese schlimmen Neigungen fönnen durch geschickte Behandlung in wertvolle Eigen schaften umgewandelt werden. Wir nehmen zu leicht an, daß ein Kind ungezogen fein mill, während es nur wünscht, die in ihm wohnenden Triebe irgendwie auszudrüden. Das Geheimnis, die Ungezogenheit bei Kindern zu unterbrüden, besteht darin, ihre schlechten und unsozialen Instinkte in ein der Gesellschaft nüzliches Berhalten umzuwandeln. Die ganze Jugendbewegung, die auf Bandern und Spielen, auf Sport und harmlose Fröhlichkeit ausgeht, ist ein folcher Weg, die jugendlichen Energien in die rechten Wege zu leiten. Freilich gibt es auch Rinder, die aus irgendwelchen förperlichen oder geistigen Gründen ungezogen find; diese müssen aber dem Arzt und nicht dem Polizisten oder dem Richter vorgeführt werden. Biel Ungezogenheit bei Kindern wird auch dadurch hervorgerufen, daß man fie veripottet oder sich über fie lustig macht. Das ruft ein Gefühl der Herabsehung und Minden wertigkeit in dem Jugendlichen hervor und veranlaßt ihn, durch irgendwelche tollen Streiche zu zeigen, was er fann, oder aus Trog das zu tun, was er nicht foll Frans Fischers Berfahren zur Umwandlung der Kohle in Dele. Prof. Franz Fischer, der Direktor des Kaiser- Bilheim- Instituts für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr. gibt jetzt sein als Bei trag zur Londoner Weltkraftfonferenz vorgelegtes Verfahren der Umwandlung von Kohle in Dele bekannt. Die prattische Bedeutung dieser Umwandlung ist ja für die einzelnen Länder verschieden, je nachdem diese arm oder reich an Erdöl find. Bon allgemeiner Be deutung aber ist es, daß die Chemie schon jetzt die Möglichkeiten untersucht und vermehrt, die gestatten, feste Brennstoffe ganz oder zum Teil in flüffige zu verwandeln. Das destruttive Berfahren der trockenen Destillation, das zur Gewinnung von Leuchtgas und Hüttentots schon seit langem in Anwendung ist, lieferte die ersten ölartigen Erzeugnisse aus Kohle, den bekannten Teer und aus dem Gas das Benzol. Dies Berfahren gestattete aber nur gewisse Be stondteile der Kohle in Dele zu verwandeln. Dabei handelt es sich in wesentlichen um eine Bertrümmerung größerer Moleküle des Bitumens zu fleineren. Etwa 10 Prozent des Tieftemperaturteers find leichtfiebend und benzinartig, der größere Teil siedet über 200 Prozent Theoretisch ist es ferner möglich, die Kohle durch Hn drierung vollkommen in Kohlenwasserstoff umzuwandeln. Nach den bisherigen Beobachtungen erfteht aber nur zum Zeit eine Ber flüffigung, der Reft der Rohle wird lediglich löslich. Eine meitere Möglichkeit der Umwandlung der Rohle in Dele bietet sich nun und darin liegt das mesentlich Neue von Fischers Forschungen durch die Synthese aus Gasen. Im Gegensatz zu den beiden anderen Berfahren werden hier ans fleineren Molekülen größere synthetistert. Bergaft man Rohle zu Waffergas, jo läßt sich Das Waffergas durch ein Hochdrud- Kontaktverfahren in synthetische Dele verwandeln. Das so gewonnene synthetische Delgemisch, das Tischer und fein Mitarbeiter Tropsch Synthol nannten und beffen Bildungsweise und Eigenschaften fie genauer unterfuchten, fiebet faft rollständig unter 200 Grad Celsius und ist als Motorenben iebsstoff an Stelle von Benzin oder Benzol verwendbar. Trog geringeren Heizmerten ist anscheinend das Synthol bem Benzol noch überlegen, wie Fischer durch Fahrversuche festgestellt hat. Die noch verbesse rungsfähigen Ergebniffe find für die Zukunft von besonderer Be deutung, well zur Herstellung des Baffergafes die Roffe oder Halb fofje jedes Beliebigen Brennstoffes Berwendung finden tönnen und weil fich so die Syntholgewinnung unmittelbar an die Urteergewin mung anschließen läßt. Im Vergleich zum Delverbrauch sind aller bings die nach dem neuen Berfahren, das Fischer in der Zeit. schrift des Vereins deutscher Ingenieure entwickelt, erhaltenen Men gen so gering, daß man wohl für lange Zeit noch auf die Einfuhr von Erdölerzeugnissen angemiesen sein wird. Beiten maren oft Preis- und Lohntaren festgesetzt, nach denen sich Cohn- und Arbeitsverhältnisse in Berlin um 1750. In früheren die Preise und Löhne zu richten hatten. Eine Lohntage aus Berlin vom Jahre 1753, die von der preußischen Regierung herausgegeben worden war, läßt uns einen lleberblid gewinnen über die damaligen Bauarbeiter. Im allgemeinen galt die 13stündige Arbeitszeit. Nur Arbeits- und Lohnverhältnisse der Berliner Arbeiter, besonders der soweit die Lichtverhältnisse diese lange Ausdehnung der Arbeitszeit nicht zuließen, war sie fürzer. Nach dieser alten Lohntare, die ein dices Buch füllt, scheint nur bei den Maurern, Zimmerern und Malern die Affordarbeit wenig oder gar nicht befannt gewesen zu fein. Bei allen anderen Bauhandwerfern, wozu auch die Brunnen macher gerechnet wurden, ist wohl meistens im Afford oder in„ BerMaurer und Zimmerer einen Tagelohn von 6% bis 9 Groschen, der dung gearbeitet worden. Je nach der Tageslänge erhielten die Tagelohn der Poliere betrug stets 1 Groschen mehr, die Handlanger erhielten 4% bis 6 Groschen. Die Steinfeger arbeiteten meistens in Afford, hatten sie Arbeiten nach Tagelohn, so sollten fie genau so viel befommen wie die Maurer und Zimmerer. Am höchsten war der Lohn der Maler. Für sie war je nach Leistungen ein Tagelohn von 12 bis 16 Groschen festgesetzt. Nur an den fürzesten Tagen fonnten ihnen für den Tag 2 Groschen abgezogen denn für sie ist überhaupt kein Tagelohn vermerkt. Auch bei den werden. Die Bildhauer haben anscheinend nur im Afford gearbeitet, Steinmetzen war Affordarbeit die Regel. Bei Tagelohn sollten sie je nach den Lichtverhältnissen 10, 11 und 12 Groschen erhalten. Ebenso war die Akkordarbeit in der Regel bei den Brunnenmachern üblich. Im übrigen richtete sich ihr Tagelohn nach dem der Maurer und Zimmerleute. Bei den Tischlern war ein Tagelohn festgesezt, der zwischen 8 und 10 Groschen schmantte, ebenso wurden die Glaser 2. M. bezahlt, wenn sie im Tagelohn arbeiteten. Eine hiftorische Sonnenfinfternis vor 2000 Jahren. Die Ge fetze, die der menschliche Verstand aus der Bewegung der Gestirne heraustristallisiert hat, find derartig, daß sie dem Astronomen nicht nur die Barausbestimmung einer Sonnen- oder Mondfinsternis auf Jahrhunderte hinaus ermöglichen, sondern daß fie auch eine Be rechnung vergangener Sonnenfinfterniffe nicht nur auf den Tag, sondern auch auf Stunde und Minute gestatten. Wir können heute Borkommnisse, die den Alten in irgendeiner Weise rätselhaft erschienen, in ihrem Charakter genau erkennen und feststellen, um welche astronomischen Borgänge es fich damals gehandelt hat. Zu den bemerkenswerten historisch beglaubigten Sonnenfinsterniffen ge hört eine Finsternis, von der Blutarch und Thufydides berichtet haben. Es handelt sich um die, welche im ersten peloponesischen Krieg stattfand. Berifles befand sich damals, wie Blutarch erzählt, auf einem Schiff feiner Flotte, als die Sonnenfinsternis begann und Schreden unter der Bedienungsmannschaft des Schiffes erregte. Besonders der Steuermann benahm sich sehr aufgeregt, da er in dem Verschwinden der Sonne den Beginn des Weltunterganges be fürchtete. Perilles hat ihn aber sehr schnell von der Unbegründet. heit seiner Furcht dadurch überzeugt, daß er ihm seine Kopfbedeckung über das Geficht legte. Er erklärte ihm dabei, daß die Verfinste. rung der Sonne genau so durch den Mond bewirtt merbe, wie die Berfinsterung des Tageslichtes für ihn durch die Kopfbedeckung. Es handelte sich bei diesem Fall tatsächlich um eine Sonnenfinsternis, die von der modernen Aftronomie auf Tag und Stunde berechnet morden ist. Eie fand nämlich am 3. Auguft des Jahres 431 D. Christi Geburt statt, also vor mehr als 2000 Jahren. Man hat auch festgestellt, daß die Sonnenfinfternis insgesamt etwas mehr als zwei Stunden währte, und zwar von 4 Uhr nachmittags bis 6 Uhr 12 Minuten abends. Ender Morgenstunde Billiger Verkauf von weißen Waren. Garnituren, Bettbezüge us put. Bezug und Kissenbezüge, davon eine reich bestickt 12.3.80 Bettlaken 200140, kräftige gute Qeni Bettlakenstoffe 14 brat, or 1.80 Hemdenflanelle che Streifen 0.65 weit Meter Hemdenflanelle gek, gule Qualit, r. 0.70 Blusentianelle schöne Monter. Mr. 0.70 Zephir Master für Birsen werd Oberhemden mod. 0.70 1.65 Damenhemdhosen wolf Damen- Untertaillen Trikot.0.70 Herrensocken bant.... Pear 0,35 Damenstrümpfe Hochfene moderm 0.40 Farben mit Doppelschle Pas Kinder- Hemdhosen a..... 0.70 Kinder- Unterröckchen gestrickt 0.75 Strickbinder in Munters. 0.25 Herren- Mützen. 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Die Regie Erich Waschneds, dem Karl Behn Grund feine Hilfe als Photograph lieh, hat vortrefflich verstanden, das Bogen des Kornfeldes, das luftige Tummeln des Jungviehs, das Säugegeschäft einer Muttersau, die ganze Schönheit freirennender Pferde oder auch das Aufbrechen des Moorbodens durch den Dampfpflug, die Einfuhr und den Drusch des reifen Korns usw. in Bilder zu fassen. In diesem Kulturfilm hat Willi Rath eme Handlung hineintomponiert, frei nach Frizz Reuters Roman Ut mine Stromtid". Freilich, an Reuter darf man nicht allzu viel denten, wenn man dem Film nicht Unrecht tun will. Zunächst hat man das Zeitkolorit aufgegeben und die Handlung in die Gegenwart verlegt, weil man ja die moderne Landwirtschaft zeigen wollte. Aber auch die menschlichen und dichterischen Qualitäten des Reuterschen Meisterwerfes fonnte und wollte man nicht erschöpfen. Aber die Handlung ist auch so interessant und spannend genug. Die Schicksale des jungen Rittergutsbesitzers Arel von Wulfs hagen auf dem ererbten But werden lebendig vor Augen geführt. Da er nicht zu mirtschaften versteht und den Rat seines treuen Infpet tors Rarl Merten nicht befolgt, seine ganze Spefulation auf die Sucht von Rennpferden fegt, gerät er in Schulden und wird das Opfer des Halsabschneiders Großtopp und seiner Butreiber. Sein Gegen spieler ist sein Bruder Franz. der zeigt, was mit moderner Wirtschaft aus einem verachteten Moorboden geschaffen werden fann. Als besonders spannende momente sind der nächtliche Brand der vollen Getreidescheuer und das große Rennen, auf dem der Favorit des Gutes stürzt und den Zusammenbruch des Gutsbefizers herbeiführt. Die Rettung femmt von dem alten waderen Moses Hirsch, der die Machination Großtopps durchkreuzen hilft und die Wiedereinstellung des entlassenen Inspektors bewirtt. Als Darsteller zeigten fich Ferdinand v. Alten als Arel und Ostar Marion als Franz von ihrer besten Seite. Höchst sympathisch, einfach und doch imponierend war Otto Kronburger als Inspettor Merten. Für Humor und Luftigkeit forgt Wilhelm Diegelmann, der den alten Onkel Uhl ins hellste Licht stellt, der sich überall zur rechten Zeit einfindet mit seinem Hundevich, um alles wieder ein zurenken. Dem geriffenen Großtopp gibt Bittor Schwannide bas charakteristische Gepräge. Weniger geraten find die Frauen tnpen. Margarete Schön bleibt als Arels Frau farblos, und M. Barter, die des Inspettors schönes Töchterlein Luife, die Braut Franzens, spielt, hat zwar allen Jugendreiz, ist aber für eine norddeutsche Landtochter doch ein etwas fremder Typ. Der Film ( Ufa Balaft am 300) erhebt sich zwar nicht zu ſymbolischer Größe, gibt aber gute realistische Bilder aus dem modernen Landleben in unterhaltender Form. Pola Negri als„ Spanische Tänzerin". ( Alhambra.) D. Der Film spielt im Spanien Philipps IL Im Anschluß an die alle Romödie Don Caesar von Bazan ist eine frei erfundene Hand. lung in das Kulturgemälde hineingearbeitet, also teine hohe Politit. feine Don Carlos- Tragödie, sondern eine romantische Geschichte auf historischem Hintergrund. Die Hauptsache ist, daß Pola Negri ihr raffiges Temperament als 3igeunermädchen entfalien fanm Bon der Handlung genügt zu wissen, daß sich ein adliger Luftifus, eben ber Don Caefar von Bazan, nachdem thn seine Gläubiger aus seinem Gut vertrieben haben eine sehr lustige Szene auf Abenteuer nach Madrid begibt. Natürlich läßt er sich verleiten, zum Schuße eines Berfolgten, ben Degen zu ziehen, das gerade an diesen Tagen mit Todesstrafe bedroht ist. Er soll gehentt werden. Aber die 3igeunerin, die gerade das Königsfind gerettet und dadurch die Gunft der Königin erworben hat, greift zur rechten Zeit ein, um ihn zu retten. Natürlich hat sich der König gleichfalls in die Zigeunerin verliebt und will die Bitte der Königin, den Uebeltäter zu be. gnadigen, nicht erfüllen, um die Tänzerin für sich au gewinnen. Das Intrigenspiel, in dem auch politische Motive und die Liebe eines Höflings zur Königin mitwirken, wird hin und her geführt. Schließlich wird Don Caefar nur zum Schein erfchoffen, nachdem er vorher mit einer verschleierten Dame eben der Tänzerin verheiratet worden ist. Er entdeckt, daß die geheimnisvolle Angetraute seine geliebte Bigeunerin ist, und tommr gerade zur rechten Zeit, um den König um seine Beute zu bringen. Dieser Don Juan fann nur noch dem jungen Paar feinen Segen geben, denn die durch das Gegenspiel herbeigeführte Königin verhindert ihn, seine Absichten durchzuführen. Die Regie Herbert Brenons hat zwar in der Ausmalung des Details zu große Breite nicht vermie den, dafür aber eine Fülle gutgestellter Szenen und prächtige Land. schaftsprofpefte auf der Habenseite. Pola Negri ist wie immer Doll Urwüchsigkeit und heißen Temperaments. Sie hat auch in den tragisch zugespizten Situationen Größe, fie ft mit einem Borte die heißblütige Liebhaberin, die alles für ihre Liebe einsetzt. Die an beren Mitspielenden, deren Rolle im einzelnen richt angegeben ist, find durchweg auf der Höhe. Der König spielt natürlich eine etwis lächerliche Rolle, die auch der Darsteller nicht zu heben vermag. Brachtvoll im Kostüm und der großen Geste ist die Königin der Rathlin Williams. Der Photograph hat in den Innenaufnahmen die Licht und Schattenwirkungen des großen franis hen Malers Velasquez äußerst geschickt nachgeahmt und dadurch dem ganzen Film ein sehr charakteristisches Zeitgepräge gegeben, t. Ernst und Kurzweil. Beilage des Vorwärts Ausländische Filme in der Schweiz. Bon Hans Besemann. Tiefe und fällt auf das Grab seiner Frau. Eva und Arved Holl aber finden fich fürs Leben. Der Regisseur Johannes Buter hat sehr viel Eigenes, daher verführt er selbst dazu, an seine Arbeit einen hohen Maßstab zu legen. Die Regie ist mitunter viel zu langatmig, um spannend zu werden. Zudem ist die Wüste eine viel zu zahme Angelegenheit, es tommt nie etwas Gewaltiges, Tod und Berderben Es scheint, als ob zurzeit in der Schweiz ein internationaler Bringendes hinein. Ebenso ist das phantastische Flugzeug nicht zur Wettkampf der Flimmerfunft ausgetragen wird. Deutsche, ameritavollen Wirtung ausgearbeitet. Man empfindet nichts von Phantastit, nische, italienische und französische Filme jeder Länge und Güte man sieht mur Unbeholfenheit. Hingegen ist Dr. Guter ein ganz vors werden hier gezeigt, wobei die amerikanischen in bezug auf Quantität züglicher Regiffeur, wenn er Innenaufnahmen macht und fein durch durchweg den Reford halten. Freilich werden die allzu billig auf dachten Innendekorationen Geltung verschaffen tann. So bringt er gemachten Dugendstücke im Wildweststil oder aus der eleganten Geprächtige Bilder von einer Drehbühne, dem Boudoir und der Häus- sellschaft mit Geschäftstüchtigkeit und schmalziger Moral jetzt schon lichkeit der Diva. Xenia Desni und Hanna Ralph sind zwei selbst vom genügsamsten Rinopublitum abgelehnt, da man zuviel glänzende Filmerscheinungen, denen recht vorteilhafte Rollen zuteil Bergleichsmöglichkeiten mit europäischen Genrefilmen hat, um an wurden. Nigel Barrie ist ach so liebenswürdig und so wenig diesen amerikanischen Sentimentalitäten noch Gefallen zu finden. dramatisch, was gerade in der Wüste auffiel. Technisch ist der Film Dagegen sind Chaplin und Harald Lloyd immer noch erstklassig. Trumpf und sichern den Amerikanern in der Schweiz ein unbestrittenes Monopol auf dem Gebiete der Groteske und derben Situationsfomit. Für das Phantastische und Märchenhafte fehlen ihnen da. gegen die geeigneten Darsteller mit Ausnahme von Douglas Fairbanks, der in dem Märchenfilm„ Der Dieb von Bagdad" einen Riefenerfolg erzielte.. B Während man hier sehr ernst ist, ist man in den Richard. Oswald Lustspielen recht munter und furzweilig. Das luftige Beiprogramm: So sehen Sie aus"( Kinder von heute) verblüfft durch den Uebergang von der Zeichnung zur Photographie. Er wiederholt sich stets und verblüfft immer wieder, ein Beichen dafür, wie außerordentlich geschickt die Sache gemacht wird. Die Denlig. Woche zeigt u. a., wie in Rom das heilige Jahr in Befolgung alt überlieferter Bräuche mit großem Pomp begangen wird. Ferner sieht man noch Rockefeller, den Petroleumfönig, den reichsten Mann der Welt. Wie amerikanische Zeitungen berichten, wird er schon seit Jahren fünstlich ernährt, was ihm die Kunst der Aerzte und fein Geldbeutel ermöglichen. Wie dem auch fet, stiege Tut- anch- Amon aus seinem Grabe, er würde frischer aussehen als der lebende reichste Mann der Welt. „ Ich liebe dich". e. b. Deutschland hat in der Hauptsache nur Qualitätsfilme nach der Schweiz gebracht, u. a. alle großen Lubitsch. Filme, von denen „ Das Weib des Pharao" erst türzlich wieder in Bern einen starken Erfolg errang. Augenblicklich läuft in Zürich der neueste Jannings- Film" Quo vadis?" und hat bei der ganzen Bresse hohe Anerkennung gefunden. Weniger erfreulich war dagegen die Aufnahme des großen Nibelungen- Films. 3war war der äußere Erfolg großartig, selbst in der französischen Schweiz, die fonst allen germanischen" Kunstprodutten mit fühler Zurückhaltung gegenübersteht. Aber die ungeschickte Propaganda gewisser deutscher Blätter, die allzu deutlich diesen Film als symbolische Verkörperung des heutigen Deutschland feierten, mußte fich eine spöttische Zurüd Films im UL. Kurfürstendamm mit dem melodramatischen pelung einer Kunsttritit vermeidet. Das zeigte sich besonders deut Man fann nicht gerade sagen, daß die Handlung des neuen Ufa- dann auf Anerkennung rechnen, wenn man jede politische Abſtem. weisung gefallen lassen. Man fann in diesem neutralen Lande nur Titel originell, wahrscheinlich oder spannend wäre. Sie bewegt sich lich bei der Genfer Aufführung des Wachsfigurentabi vielmehr in den ausgefahrenen Gleisen des romantischen Reise und netts", wo selbst ein so ausgesprochen franzöfifch orientiertes Blatt Abenteuerfilms, und wenn der junge dänische Seeoffizier, der in einer wie die Tribune de Genéve" zu dem Urteil gelangte, daß hier der Genueser Spelunte eine Sängerin entdeckt, sie daheim in Kopenhagen germanische Genius" eine ganz außerordentliche Wirkung in der ausbilden läßt, plöblich verarmt, sich schamhaft von der Geliebten mischung von Komischem und Graufigem erreicht habe, die den Zudavonstiehlt und sie erst als gefeierte Londoner Primadonna auf einer schauer unwiderstehlich in ihren Bann zwinge. Auch die deutschen Luftjacht wiederfindet, auf der er felbst Steuermannsdienste tut, und Filme mit volksliedhaftem und märchenhaftem Einschlag erfreuen fie aus einer durch Zusammenstoß mit einem Eisberg entstandenen sich lebhafter Anerkennung, wie z. B. Der müde Lod" und Schiffstatastrophe rettet, so werden an den verwöhnten und steptischen Berstand des Berliner Kinobesuchers schon erhebliche Zunziale Filme noch nicht den Weg in die Schweiz gefunden haben. " Der gläserne Pantoffel". Bedauerlich ist, daß bisher mutungen gestellt. Trogdem ist dieser Film auch für Leute von Ein Film wie etwa„ Die Schmiede" müßte in den Schweizer Geschmack durchaus ertraglich, nicht nur weil die Darstellung distret abgestuft ist der Marineoffizier findet in Alfons Fryland friegsproletariers für die fatte, ruhige Psyche des Schweizer Durch Geschmack durchaus ertraglich, nicht nur weil die Darstellung distret Städten von stärkster Wirkung sein, da die Welt des modernen Nachsieht lieb und Pola- Negri- ähnlich aus, leider freilich, ohne deren schnittsbürgers ein ganz neuartiges Erlebnis bedeuten würde. eine für Frauenherzen gefährliche Berkörperung, Liane Haid tragische Akzente zu finden, und Friz Alberti und Livio Standinavische Filme sind in der Schweiz nur ganz Banaveili geben zwei gute Typen erfolgloser Liebhaber aus der felten vertreten, aber immer in einzigartiger fünstlerischer Bollguten Gesellschaft fondern vor allem weil der Gang der Dinge des mittelalterlichen religiösen Fanatismus enthält, hat die Schweizer endung. Den Film Die Here", der eine padende Darstellung burch ausgezeichnete Landschaftsaufnahmen von Genua, Kopenhagen Arbeiterpresse dem Proletariat als wichtiges Mittel der Bildung und und von hoher See zufammengehalten wird. Ich liebe dich ist Aufklärung empfohlen. Sehr rührig sind in letter Zeit die ran alles in allem ein Spielfilm von mittlerer Art und Güte. zosen geworden. Sie bringen zwar mit Borliebe die befannte leichte franzöfifche Ware, aber in einigen ihrer Filmwerte fommt auch sehr lebendig das Ringen der französischen Jugend nach neuen fünstle rischen und menschlichen Werten zum Ausdrud. Daneben tritt der türzlich in Genf fehr pomphaft eingeweihte Haupt und Staatsfilm „ Das Wunder ber Wölfe" etwas zurüd. Diese langweilige Dramatisierung eines Stüds französischer Geschichte des Mittel alters stellt eine Art Gegendemonstration zum deutschen Nibelun gen Film bar. Daß das Wert zum Schlusse in eine Berherrlichung des Königtums mündet, ist nicht tragisch zu nehmen. Die franzö friche Republik ist so fest gegründet, daß sie folche Dinge ganz über. Icgen ansieht und nicht zu befürchten braucht, daß sich bei solchen Aufführungen Monarchisten und Republikaner die Köpfe blutig schlagen, wie das bei ähnlichen Darbietungen gelegentlich in Deutsch land geschehen soll. f.h.c. Das erschütterndste Kulturdrama aller Zeiten! Das große weiße Schweigen Uraufführung ab Montag, d. 2. Februar 7.15 und 9.10 Uhr im Mozartsaal am Nollendorfplatz Wir begleiten Kapitän Scott auf seiner Todesfahrt zum Südpol durch eine Welt der Wunder, Abenteuer und Träume, und sind ergriffen fahrt zum Südpol durch eine Welt der Wunder, von dem monumentalen Kampfe des Menschen gegen die übermächtige Natur. Der Alastafilm„ Die Chechaheos"( Brobeaufführung in der„ A!. hambra") hat nicht etwa mit den Tschechen etwas zu tun. Sein Name bedeutet auf irgendein Indianisch Die Bartfüßler", und so nannte man damals, da jenes fernstwestliche Bolarland anting, von Abenteuerluftigen und später von Goldhungrigen aufgesucht 312 werden, die neuen Ankömmlinge. Die hatten die Schrecken des arttischen Winters in einer Hochgebirgswelt erst durchzukosten und, wenn fie's vermochten, zu überstehen, während die schon Erprobten Sauerteigler" hießen. Klondyke, der Mac- Kinley- Berg, die Eisströme der Gletscherschmelze in diese Wildest- West Romantit führt uns dieser amerikanische Film. Die grandiose Natur zeigt sich ums in aller Größe und Grausamteit, die Lawinenstürze und das rafende Abgleiten der Landeisberge in Strom und Meer, wenn's Frühling wird, uns schaudernd miterleben lassen. Auch tobende Schneestürme hat man gefurbelt und pfeilschnell jagen die Schlitten mit Dußenden Hunden als Vorspann vorbei. Es sind Leistungen Don dauerndem Wert, diese Filmaufnahmen des Alaska- Winters und Frühlings. Die filmdrastische Handlung, die in folder... Umgebung fpielt, wird mit großer Charakterisierungskunst einprägsam dar geftellt. r. bn. In Paris findben berzeit bie Aufnahmen eines großen Gesellschaftsfilmes der Wefti statt, ber den Titel„ Die Schauspielerin führt. Die Regie hat eine Frau, bie bekannte Schriftstellerin Germaine Dulac Sarry Biel beenbet in diesen Tagen in der Umgebung von Nizza und Monte Carlo die letzten Aufnahmen zu bem Film„ Schneller als ber ob". Piels Operateure haben eine Fülle der herrlichsten motive eingefangen, die einen reizvollen landschaftlichen Hintergrund ergeben werben. frau bom Botsdamer Blau unter Jaap Speyers Regie find in vollem Gange. Der Operateur Otto Kanturet hat die Photographie überDie Aufnahmen zu bem neuen großen Domo- Film Die Blumennommen; bie Gesamtausstattung leitet Architekt Franz Schroedier. Die Aufführungen des Ufa- Films„ Der le pie Mann" in New Dort haben im Rivoli- Theater mit durchschlagendem Erfolg begonnen. Das hervorragende Spiel von Jannings und die ausgezeichnete Regie F. W. Murnaus werden ganz besonders hervorgehoben. Die UniversalFilm- Corporation hat baraufhin die Vertriebsrechte des Films zu Be bingungen übernommen, wie sie für einen deutschen Film noch nie in „ Tauen bien. Bala ft" feine Uraufführung erlebte, man gab Die Dublette tönnte man einen Füm nennen, der im ihm aber den Namen„ Der Turm des Schweigens". Curt J. Braun läßt im Manuskript zu verschiedenen Seiten verschiedene Menschen das gleiche Schicksal erleben. So wird der Flieger Arved Holl in der Büste von seinem vermeintlichen Freunde Durian betrogen, der ihn dem sicheren Tobe überläßt. Daheim gibt Durian Holls Erfolge für die feinen aus und bringt es auch fertig, Holls Braut als Gatlin heimzuführen. All diese für ihn sehr traurigen Tatsachen erfährt Holl, als er, vom Tropenfieber geschüttelt, heimkehrt. Der erste Für die beiden Vorstellungen des Premierentages wurde die Amerifa erzielt wurden. Mensch, der in der Heimat in sein Leben tritt, ist Eva, deren Schicksal cin düsteres ist. Sie hauft auf einem einsamen Turni, gehaßt von cinem Mann, den sie Bater nennt. Durch die Erzählung ihres Großraters erfährt sie, daß ihr Bater in jungen Jahren ein berühmter Buftschiffer war, der von seinem Freunde Durian betrogen wurde, als der fühne Freiballonfahrer nach einer einsamen Insel verschlagen war. In dieser Zeit heiratete Durian die Frau des Berschoenen, und Eva wurde geboren. Heimgefehrt, erfährt er den Betrug des Freundes, die Frau aber stürzt sich vom Turm. Arved Holl hat aljo Musikdirektor Max Wiedemann-.- G., Mtbleten, nach bem. Roman von Olga Boblbrid, ben bas gleiche Unrecht erfahren wie der einsame Türmer und Eva und Durian find Geschwister. Durian kommt nach dem Turm, weil er Holls Berzeihung erwirten will. Der Türmer jedoch ermordet Durian, da er in seinem Gesicht die Züge seines Feindes erkennt. Dann stürzt er sich von einem selbsttonftruierten Flugzeug in die Berliner Liedertafel in ihrer gesamten Stärke von 160 Mann unter Leitung ihres Dirigenten verpflichtet. Der neue Großfilm der Ufa Sur Chronit von Grieshung ist unter der Regie von Artur von Gerlach fertiggestellt worden. Der Film ist nach der gleichnamigen Nobelle von Theodor Storm geschaffen worden und enthält unter anderem Aufnahmen aus der Lüneburger Heibe, die an Schönheit und Stimmungsgehalt bisher unerreicht dastehen bürften. E. von Winterstein spielt in dem neuen Gustav- Althoff- Film ,, 23 allenstein" bie Rolle des Grafen Terzky. Theodor Beder spielt in dem neuen Zelnit- Film der PhoebusBoxer Tom King. Die weibliche Hauptrolle spielt Asta Nielsen. Der Westfalia- Film: Der Schreden ber Westtüste". ber gelegentlich der Schomburgt- Expedition in Liberia aufgenommen und vom Regiffeur Josef Stein fertiggestellt wurde, ist nunmehr vorführungsbereit ZAZAZAZAZAZAZAZAZAZAZAZAZ Theater, Lichtspiele usw. A URAUFFÜHRUNG Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus. 3: Tristan u.Isolde Opernhaus am Königsplatz 7% Uhr: Zar nnd Zimmermann Heute& Uhr: Leopoldine Konstantin in Schauspielhaus BANCO 7: Charleys Tante Schiller Theater 21, Das Konzert Kleines Th. T: Der Widerspen- Heute nachm. 4 Uhr stigen Zähmung Hänsel u.Gretel Heute 8 Uhr: Gisela Volksbühne 2/ Der Heimatlose ONDNDNDNDN Unterm Kari Werbezirk Z bischen Mond 7 Uhr: Werweint in: Rosa Altschul um Juckenack Deutsch. Theater Trianon- Th. 71 Uhr Die heilige Johanna Nachm 2%, Uhr: Tägi.& Uhr: Erika Alt- Heidelberg Glässner Kammerspiele 8 Unr Der Lampenschirm Nachm. 3 Uhr. Frühlings Erwachen in Mary A Die Komödie Residenz- Th. Kurfürstendamm 206/207 71, Uhr: Sechs Personen suchen elnen Autor Nachm. 3 Uhr: Die deutschen Kleinstädter Theater i. d. Kaniggrätzer Str. 8U Das Tierchen Tägl. 8 Uhr: „ Mag auch die Liebe weinen“ KI. Preise: 1. 2. 3 M. Komödienhaus Kammer- 6per 8 Uhr: Die Cousine a.Warschau Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau Lützowstr. 112. an der Flottwellstraße Täglich& Uhr: Wohl zu ruhen, Herr Nachbar! Kom. Op. v. Poise SCALA Das kluge Felleisen Hente von Wend and Karten 5, 4, 3, 2 M. inkl. Garderobe and Progr. Premiere Deutsch. Künstlertbeat. unserer FebruarTä lich 48 Uhr: ,, Riquette" Lustspielhaus 8 Uhr. Guido Thielscher 0. wahre Jakob Varieté Operettenhaus Revue! 330 zu halben Preisen! am Schiffbaserdamm 8 Uhr: Die vertauschte Fran Wallner Theat. 8 Uhr: Pelleas and Melisande MARMORHAUS KURFORSTENDAMM 236 Ab Mittwoch, den 4. Februar ZAZA DAS MADEL VOM VARIETE MIT GLORIA SWANSON ->> EIN PARAMOUNT FILM DER NATIONAL- FILM- A- G ONDNDNDNDN Ausschneiden! ZAZAZAZAZAZAZAZAZAZAZAZAZAZ Ein gewaltiger Erfolg Lachsalven Atemberaubende Sensationen Bilder von noch nie gesehener Schönheit Ein Film, den jeder sehen muß Ausschneiden! Kleines Theater Unter den Linden 44 Nur gültig heute. Sonntag, 1. Febr., naehm. 4 Uhr für 1-6 Personen Das entzückende Kindermärchen Hänsel und Gretel mit Musik und Tanz Vorzeiger dieses zahlt auf allen Plätzen nur die Hälfte des Kassenpreises( 50 Pt., 75 Pf., 1 M.) Umtausch des Gutscheins ab 3 Uhr an der Kasse des Kleinen Theaters Ausschneiden! VIEN BERLIN W Jagerstr.63 AMFANG Ausschneiden! Haller- Revne 1925 Rose- Theater U.: Aschenbrödel 734: Wilhelm Tell Th.i.Admiralspalast Thalia- Th. 25. Woche 3 und 8 Uhr: Die größte Revue d. Welt: Tägl. 8 Uhr: Das Dreimäderlhaus Noch and Noch Circus Busch Heute nachm. 31% Uhr: Die ganze Vorstellung zu halben Preisen! 2. Rang 1 Mark Uhr! Sonntag, 1. Febr. 2X87 Zum letzt. Male Quo vadis? 50 Löwen 50 Looping the Loop Central Theater Nachim. halbe Preise! 3 U.: G'wissenswurm 72: Die vers. Glocke Philharmonie Deuts Opernhaus Berlins amüsanteste Zu ermäß. Preisen Unterhaltungsstätte Eintritt frei! Witz Humor Boccaccio 7½ Uhr: Konzert des Philharm. Orch. Mig. 7 Wenn ich König wär Dirig. Piof. R Hagel Intimes Theater 8: Sa Katziz Abenteuer 700LOGISCHER Stimmung nach dem Tode etc. 8 Ein Kolossal- Programm Uhr Ende 1 Uhr DER A FILM Metropol- Theater Tägl. 72 Uhr: Ende 1 Uhr Gräfin Mariza KAMPF UM DIE SCHOLLE Frel nach Fritz Reuters ,, Ut mine Stromtid Regie: Erich Waschneck UFA PALAST AM ZOO Neues Th. am Zoo Täglich 8 Uhr L GARTEN Taglich Konzert Wochent. v.3-7U. Sonntags v.4-9U Aquarium Wild- West- Mädelfinet von 9-6 Uhr Th. in Kommand. Str. Nachm. 32 Uhr: Raubd. Sabinerinnen Täglich 8 Uhr: Die Frau ohne Kuß! mit Molly Wessely Fritz Spira ERMANIA. G Pracht säle Chausseestr. 110 Jeden Sonntag GriumphSänger Kasseneröffn. 4 D. Nachdem Großer BALL Deutsch- Amerik. Theater SO 16, Köpenicker Straße 68 Film: vom 30. 1. bis 2 2 25 ,, Bei mir Niagara" Bühne: Ein Klasse- Varieté- Programm Sonntags an 4 Uhr. Eintritf 0 P an Komische 8 Uhr Oper Direktion: James Klein 8 Uhr Unsere Revue: Das hat die Welt noch nicht gesehn mit über 250 Mitwirkenden Die Sensation des Berliner Theaterlebens! Sonntag 3, Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. 1 Kind frei zu halben Preisen ( 50 Pf. ois 6 Mk.) Vorverkauf ununterbrochen! Humboldt- Film- Verleih Kronprinzenufer 19 Wochentags: 7 und 9 Uhr Vorverkauf 11-1 Uhr Colin Ross spricht zu seinem Film MIT DEM KURBELKASTEN UM DIE ERDE im UFA- THEATER ALEXANDERPLATZ Wochentags 7 und 9 Uhr Sonntags 4, 27 und 49 Uhr WALHALLA AM ROSENTHALER TOR Ab 1. Februar INDIEN Breitbart Das Land der Träume Zweite Woche Sonntag 5, 7 u. 9 Uhr Täglich 5 u. 9 Uhr URANIA Taubenstraße 48-49 Apollo8 Uhr Theater 8 Uhr Revue- Posse Daslachende Berlin Ueber 150 Mitwirkende. Ganz kleine Eintrittspreise Parkett 2,50 M. Die Sensation aller Weltteile Dazu: ein großes Internationales Varieté- Programm Vorverkau Preise Ant. 8 Uhr ununterbrochen HAN 60 N TION 8 Uhr setzt die Serie seiner Engagements der für Berlin völlig neuen artistischen Darbietungen in erhöhtem Maße fort. U. a. Linga Singh, indischer Zauberakt, das entzückende engl. Femina- Quartett, die einzig dastehende Jongleur- Truppe Mongadors, die weltberühmten Cadonas ( Flugarbeit über die ganze Länge des Saales) etc. etc. Heute Sonntag, d. 1. Februar 1925 2 Vorstellungen 2 Nachm. 3%, Uhr Abends 8 Uhr Nachm. halbe Preise! Rauchen gestattet! Berliner ik- Trio Neukölln, Lahnstr. 74/75 L Reichshallen Theater Allabendi 8 U. u. Sonntags nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger Nachmittags halbe Preise Folles Programm. Dönhoff- Brett't: Familien- Varieté Anf. 7%, U. Sonnt 5%, U. Sonntags: 5, 7, 9 Uhr TaubenURANIA straße 48 Vom 2.- 5.Februar, 7 Uhr abends, vom 6.- 8. Februar, 5 Uhr nachm. und 7 Uhr abends Filmvorträge ARGENTINIEN Vortragsredner: Obering. DREYER, Hannover Kartenvorverkauf und Invalidendank#:: Eintrittspreise von 50 Pf. aufwärts Theaterkasse, Wertheim Näheres siehe auch Plakate. Casino- Theater, Lothringer Str. 37 Tägl. 8 Uhr Der neue Schlager Graf Koks Posse in 3 Autzügen Gänz! neu f. Berlin! Volkstüml. Preise METROPOT 8 Uhr Gastspiel des italienischen Verwandlungskünstlers Nicola Lupo Fritz Tachauer Annie Klemcher Victor Andre Lafaire& Delissor Anita Bartling 3 Helmons Hawaien- Trio and MIB Milissa Pharus- Kino Müllerstraße 142 Täglich Familientag derer vom Größenwahn" der diesjährige Ball der Karikaturiffen " Sonnabend, 14 Februar. In den Gesamaäumen dat Philharmonie" Ballbureau: Philharmonie" Lützow 7399 wo Einladungen und Ballkarten ab 2. Februar d. J abzuholen sind. 10-4 Uhr Keine Abendkasse K.K Bettwäsche" Weiße Woche Beginn am 2. Februar er. Mengenabgabe vorbehalten! Bettbezug aus träftigem Neffel 2,75 Riffen paffend 0.95 Lumpen und Seide Bettbezug aus träftigem Wäsche: 3,90 der große Richard- Oswald- Film Ainen paffenb 1.25 aus bichtem Suiſiana: 4,75 Sonntags 4.00, 5.30, 7.00 und 9.00 Uhr Beitbezug b Einheitspreis 70 Pfennig Theater am Kottbusser Tor. Tägl 8 Uhr und Sonntag nachm. 3 Uhr Elite- Sänger. Der Gipfel des Humors: Die Buxe der Panda Volkstümliche Preise. Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108-114 Heute, Sonntag, den 1. Februar: Kiffen paffend 1,50 Caten aus träftigem Nessel 1,90 Caten schwere Qualität, 140/210 2,90 eine Breite Bettgarnitur dba 26,50 1 Dedbett, 130: 200, 25tiff 80/ 8013,50 Bettgarnitur Doma Dedbett Handtücher Qualität für Rüche, schwere 0,35 Handtücher weiß gebleicht für Stube, Drell, Sembentuh sute Qualität per Meter 4 0,75 0,48 0,65 Linon für Bezüge, 80 breit Taghemo Beinfle d mit Stickerel, 100 cm 1,10 lang. 1.60 herrl. Brinzeßrod mit bermotiven 2,75 Stiderei- infaz 0,85 Bockbier- Fest in den bayer. 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