Abendausgabe Nr. 5542. Jahrgang Ausgabe B Nr. 27 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in ber Morgenausgabe angegeben Redattion: Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Pfennig Montag 2. Februar 1925 Berlag und Angetgenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Verleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin Sm. 68, Cindenstraße 3 Ferniprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Kampf dem Rechtsblock! Kraftvolle Opposition Breslau, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Eine Bezirks. fonferenz der mittelschlesischen Sozialbem of ratie nahm am Sonntag ein Referat des Abgeordneten Wen dem uth über die politische Lage somie einen Bericht des Borshenden Ma che über die Organisationsfragen entgegen. An der Aussprache beteiligte fich auch Reichstagspräsident Paul Löbe. Einmütig bam die Ent fchloffenheit zu fraftvoller Oppofition zum Ausbrud. Lobe pertrat die Auffassung, daß diese Opposition sich auf Iangere Dauer einrichten müsse und ihre Kraftanstrengungen darauf einzurichten habe. Auch der Fall Barmat wurde be sprochen, zu dem Genoffe Läbe die Meinung zum Ausdrud brachte, er werde zu einem Berbot der Annahme von privaten Aufsichtsratsposten für alle Genossen führen müssen. Der Ueberblick über die Organisationsfragen ergab einen fräftigen Fortschritt der Parteibewegung. der sich leider finanziell, infolge der mirt schaftlichen Lage nicht entsprechend auswirkt. Gegen die Sozialreaktion. Sozialdemokratische Massenversammlung im links. rheinischen Braunkohlenbezirk. Köln, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Im Iintsrhei nischen Brauntohlenbezirt fanden am Sonntag 20 von der Sozialdemokratischen Partei einberufene Massen versammlungen statt, in denen die Frage der Arbeitszett er. örtert wurde. In den Versammlungen, die erneut den Beweis dafür erbrachten, daß die Sozialdemokratie im rheinischen Braunfohiengebiet nicht nur das früher verlorene Gebiet fängst zurückerobert hat, sondern darüber hinaus noch starte Fortschritte machte, wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: „ Der rücksichtslose Kampf der Scharfmacher im Bergbau raubte ter Arbeiterschaft den Achtstundentag und führte die mörderische Zwölfftundenschicht ein Maßgebend für dieses Borgehen malen nicht nur, wie behauptet wird, die Erfordernisse der Produktion und die Bedürfnisse der Wirtschaft, fondern das machtfiteben der Unternehmer. Trog Beseitigung der Micumlasten trat meder cine nennenswerte Lohnerhöhung, noch Berbilligung der Produtie ein. Alles ist in die Tasche der Unternehmer gegangen. Immer rüd fichtsloser lehren die Grubengewaltigen den Herrn- im- Hause- Standpunkt heraus, um die alten Zustände der Borkriegszeit herbei zuführen und jedes Mitbestimmungsrecht der Arbeiter im Betrieb zu unterbinden. Lohn- und Arbeitsbedingungen einseitig festzusehen, ist das Ziel threr Bestrebungen Langere Arbeitszeit, erbärmliche Entlohnung haben: Hunger, Not, Krankheit und Vermehrung der Unglüdsfalle i Revter zum Gefolge. So fönnen im Kohlenrevier die Dinge nicht weitergehen, foll nicht eines Tages eine furchtbare Entladung des angehäuften Zündstoffes erfolgen. Die Versammelten missen, daß nur durch die gemertschaftliche und politische Organisatien die Berhältnisse dauernd gebessert werden können, und geloben, alles zum Aufbau dieser Organisation beizutragen. Mit aller Schärfe verurteilen die Versammelten das Borgehen der Rechtsparteien in Preußen und beflagen die Hilfeleistung ber Rommunisten am Werte der Luther und der 700- Millionen- Skandal. Eine ausweichende Antwort. 3 Die Zeit" hatte vor einigen Tagen angekündigt, daß aus der Antwort des Reichstanzlers Dr Luther auf das Schreiben des Vorstandes der sozialbemo fratischen Reichstagsfrattion wegen der Ruhr entschädigung eine Aufklärung zu erwarten sei, die alle Kritifer zum Schweigen bringen werde. In zwischen ist der Brief Luthers eingegangen. Er bringt diese bringend notwendige Klärung nicht, hellt auch die von den verschiedenen amtlichen Stellen gegebenen Widersprüche in teiner Weise auf. Der Brief hat folgenden Wortlaut: ..Den Eingang des mir von Ihnen namens des Vorstandes der fozialdemokratischen Reichstagsfraktion übersandten Schreibens vom: 27. Januar 1925 bestätige ich hiermit ergebenst. der Sozialdemokratie. Reaktion. Eine Rechtsregierung im Reiche und in Preußen be deutet eine Bedrohung der Rheinlande in ihrer staatlichen Zugehörig. teit, neue Belastung des Bergbaues, des ganzen besetzten Gebietes und die Berzögerung der Räumung der nördlichen Zone." Heil dir im Bürgerblock. Der Kronprinz demonstriert. Breslau, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der frühere Kronpring hat sich am Sonnabend zum erstenmal seit seiner Rück fehr nach Dels zur Teilnahme an einer politischen Demonstra tion hinreißen lassen. Er erschien bei einer öffentlichen Kundgebung des fchlesischen Landbundes im Breslauer Zirkus Busch. wurde dort feierlich empfangen und von der Versammlung mit einer großen Dvation begrüßt. Der Hauptredner der Landbündlerverfammlung war der deutschnationale Freiherr von Richthofen Der Inhalt der Rede und Entschließungen beschränkte sich nicht nur auf die übliche Bertretung der agrarischen Schußzollwünsche, sondern ging auch auf die Parteipolitif ein, natürlich unter fchärfften Angriffen auf Sozialismus und Demokratie. angenommen wurde und in der es heißt, daß im Fall Kutister Bezeichnend dafür ist 3. B. eine Entschließung, die einstimmig Kredite aus sozialistischen Parteirüdsichten an die widerlichsten Bertreter des internationalen Rapitalismus gegeben morden feien, während bekanntlich die Untersuchung im Fall Kutister nur rechtsstehende Kreise belastet hat. Beim Empfang des Kronprinzen vor dem Zirkus foll fich übrigens ein Beamter der Republik in würdelosester Form beteiligt haben, indem er dem Hohenzollern die hand tüßte. Eine Untersuchung darüber ist von sozialdemokratischer Seite fofort verlangt worden, zumal es sich anscheinend um einen republika nischen Beamten im Dienst und in voller Uniform gehandelt zu haben scheint. Sein idealer Lebenszwedk Reichsminister für soziales Kaisertum". Aus einem von Professor Georg Maaß, Bibliothefar des Reichs militärgerichts, unter Obhut des Deutschen Wohlfahrtsbundes" her ausgegebenen bei Baul Baumann in Charlottenburg erschienenen Buche: Die verfassunggeber de Deutsche Nationalversammlung, Lebensgang, Lebensarbeit, Lebensziele ihrer mit glieber nach eigenen Mitteilungen und mit Bildnissen" zitiert die Welt am Montag folgende Stelle über Martin Schiele, den heutigen Reichsminister des Innern: 99 .. Lebensziel: Wiedererstehen eines deutschen sozialen Kaiserfums auf föderativer Grundlage." Falls der jeßige Reichskanzler Dr. Luther es bei der 3u fammenseßung feines Rabinetts noch nicht gewußt haben sollte, was das Lebensziel" seines Innenministers ist, jest weiß er es ganz gewiß: Der Herr Martin Schiele wird Minister der Republik mit allen erforderlichen Treuciden, um das„ Kaifertum auf föderativer Grundlage" wiederherzustellen. Boraus jeder seine eigenen Schlüsse zu ziehen hat! Ein Branntwein- Monopol- Skandal? Ein Rücktritt und eine Verhaftung. Der Präsident der Reichsmonopolverwaltung für Branntmein, Geheinirat Steintopf, ist, wie die B. 3." mit teilt, von seinem Boften zurüdgetreten und hat sich dem Finanzministerium, aus dem er hervorgegangen war, wieder zur Verfügung gestellt. Als offizieller Grund der Demiffion wird Krant heit angegeben, die sich infolge der großen Aufregung über die in letzter Zeit abgespielten Borkommnisse in der Reichs. Monopolverwaltung verschlimmert hatte. Ueber seinen Nachfolger ist noch nichts bekannt. Herriot und die Sozialisten. Pariser Brief. Aus der sozialistischen Fraktion der französischen Rammer wird uns unter dem 31. Januar geschrieben: des Nationalen Blods. Den Herren war zu Ohren ge Am Donnerstag herrschte laute Freude in den Reihen fommen, daß die sozialistische Fraftion sich bei der Abstimmung über den von mehreren radikalen Abgeordneten verlangten öffentlichen Maueranschlag der Rede Herriots enthalten würs ben, und sofort flüsterte man sich in den Wandelgängen zu, daß damit die Politit des Linksfartells ihr Ende erreicht habe, das Ministerium Herriot zur Demisson gezwungen und ans Ruder kommen würde. Was hatte zu diesen Gerüchten die von rechts heiß ersehnte Konzentrationsregierung" endlich die Veranlassung gegeben? Es war ein um 3½ Uhr nach mittags in der sozialistischen Fraktion mit 26 gegen 24 Stim men gefaßter Beschluß, sich der Abstimmung zu enthalten. Dieser Beschluß, der eine Stunde später wieder um gestoßen Lüden in der Rede Herriots und der Beifall, den die Rechte worden ist, hatte seine Ursache in den Bedenken, die gewisse ihm zollte, bei einer Reihe von sozialistischen Abgeordneten hatte entstehen lassen. In der Tat fonnte man Herriot vorwerfen, die Gefahren der sogenannten geheimen Rüftungen" Deutschlands über Deutschlands nicht genügend hervorgehoben zu haben, trieben, die völkische Preffe allzu ergiebig zitiert und die Existenz eines demokratisch republikanischen ſo daß seiner Rede das innere Gleichgewicht fehlte und ihr dadurch ein Charakter gegeben wurde, die an gewiffe Mani feftationen Poincarés erinnern fonnte. In der sozialistischen Fraktion fam es darüber zu einer lebhaften Debatte, an der fich auch Mitglieder des Parteivorstandes beteiligten. Niemand bestritt, daß der Rede Herriots die nötige Ausgeglichen. heif fehlte, und es ist kein Zweifel, daß, wenn die Haltung der Fraktion teine weiteren Folgen hätte haben fönnen, man fich e in st i m mig zur Entha'tung entschloffen hätte. Aber die weittragenden politischen Fragen entstanden sofort. Ent hielt sich die sozialistische Fraflion, fo fonnte die Mehrheit für den Anschlag nur dadurch erreicht werden, daß die Rechte für ihn ftimmte. Die Krise innerhalb des Linksfartel's mare damit unvermeidlich geworden und das Berbleiben Herriots in der Regierung fast unmöglich gewesen. Bei näherer Prü fung der Rede Herriots an der Hand des offiziellen Stenogramms wurde außerdem festgestellt, daß mit Ausnahme gewiffer undeutlicher Erklärungen über die Sicherheit am Rhein" nichts darin stand, was nicht auch von den Sozia liften unterschrieben werden fonnte, oder gar im Widerspruch stände zu dem, was man bisher und vor allem in der Wal fampagne, die dem 11. Mai voranging, gesagt und neschrieben hatte. Der Vorwurf, den man auch nach dieser Prüfung aufrechterhalten mußte, beiraf vor allem das, was in der Rede fehlte oder wenigstens nicht deutlich, nicht aus ührlich genug zum Ausdrud gebracht war, da Herriot in Wirklichkeit es nicht ganz unterlassen hatte, von den gewaltigen Anstrengungen der Linksparteien in Deutschland zu sprechen und dem Vertrauen, das man zu ihnen haben könne haben könne Beim Anhören der Rede war. dieser Teil faft untergegangen unter der Anhän ung des Materials, durch das der Ministerpräsident die Stärke des nationalistischen, monarchistischen Deutschland nachzuweisen suchte. In der Det atte, die innerhalb der sozialistischen Fraktion stattfand, machte einer der Redner darauf aufmerksam, daß die Gesamttendenz der Rede, wenn man sie aufmerf sam durchlese, ohne sich von den zum größten Teil aus strate gischen Gründen gezollten Beifall der Rechten verwirren zu lassen, in schärfstem Widerspruch zu der früheren Bolitik des Nationa'en Blods ftünde. Habe boch Herriot zum Schluß der Rede, als er von Deutschland und Frankreich sprach, wörtlich ausgerufen: ,, Es gibt Bölfer, die sich ausföhnen müssen, da ihre 3ufam. menarbeit unentbehrlich ist." Außerdem habe er doch auch als führender Staatsmann eines großen europäischen Landes den Mut gehabt, die Im Zusammenhang damit steht folgende Meldung einer Ber Bildung der Vereinigten Staaten von Europa als Ziel hin liner Bolizeiforrespondenz: zustellen, zu dessen Erreichung er im gegenwärtigen BölkerEinen Bergiftungsversuch mit Morphium machte vor- bund nur den ersten Schritt erblicke. Die Angst um Frant gestern der 41 Jahre alte Kaufmann Martin Cohen vom Hohenreichs Sicherheit, die in der Rede einen so übermächtigen AusNachdem die Angelegenheit inzwischen in voller Breite vor der zollerndamm 27. Cohen, der eine Zeitlang eine Spritmono dafür zuständigen Stelle des Reichstages erörtert worden ist, glaube polzeitung herausgab, wurde wiederhoit schon früher in der ich, mir ein näheres Eingehen auch deshalb der Deffentlichkeit genannt in Berbindung mit Spriteinfuhr lagen zu sollen, weil der Gesamtumfang der von Ihnen an erlaubnisscheinen. Als Kriminalbeamte zu seiner Festgefnittenen Fragen in der vom Reichsfinanzministerium in Ausnahme in der Wohnung erschienen, nahm Cohen eine so große ficht restellten und dem Haushaltsausschuß des Reichstags zugefagten Dosis Morphium, daß er nach dem Krantenhause in der Achenbach Dentschrift sehr eingehend behandelt wird und ich nicht glaube, straße gebracht werden mußte. diefen Darlegungen etwas vorwegnehmen zu sollen." Inzwischen veröffentlicht die Bergarbeiter- Zeitung" den bereits früher in der Presse erwähnten Brief der Gemertscha ten an das Reichsfinanzministerium, in dem um Aufklä Reichsbannertag in Braunschweig. Braunschweig. 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonn rung wegen der Entschädigung an die Unternehmer und um tag fand eine Riefenversammlung des Reichsbanners Buziehung der Arbeiterorganisationen zu diesen Berhand- chwarz Rot Gold statt. Als Rebner war der Bundesvors lungen erjucht wird. Der Brief trägt das Datum des 17. Dipende Ramerad horsing erschienen, der stürmisch begrüßt wurde, tober 1924. Auf ihn hat der Reichsfinanzminister be zeichnenderweise erst am 13. Januar 1925, also drei Monate später, geantwortet, nachdem inzwischen alle Berhandlungen erledigt und die Gelder in voller he ausgezahlt waren. Nach der Stinnes Preffe ist diese Geheimhaltung selbst verständlich der beste Beweis dafür, daß alles einwandfrei nor fich gegangen ist. charf mit allen Cegnern des Reichsbanners abrechnete und u. a. die Mitteilung machen fonnte, daß jede Weche dem Reichsbanner in Deutsch and 60 neue Ortsgruppen mit 11 000 Mitgliedern durch Deutsch and 60 neue Drisgruppen mit 11 000 Mitgliedern burd smittlich beitreten. Nech ber glänzend verlaufenen ersammlung formierte fich e'n gewaltiger Bug mit schwarzrotzoldenen Fahnen, der auf dem Echloßplaz nach einer fernigen Aussprache femme Auf tofug fand. Irch ber schwarzweißroten Regierung herrscht in Braunschweig Schwarz- Not- Gold. drud finde, habe wohl Herriot verleitet, im Zusammenhang mit der scharfen Rechtsentwicklung, die das innenpolitische Leben Deutschlands in der letzten Reit genommen habe, gewisse Töne anzuschlagen, die er besser vermieden hätte. Aber niemand könne doran zwei e'n, daß er entsch'offen sei, feine auf die Völkerverständigung h'n ie ende Bolitik fortaus fetzen, und deshalb würde es ein schwerer Fehler sein, der unberechenbare Folgen haben fönnte, wenn man aus Bedenken, die an sich gerechtfertigt feien eine Regierungsfrife heraufbeschwören wollte, auf die die Rechte nur warte und zu deren Provozierung man dem Ministerpräsidenten einen Beifall zollte, durch den sie das Lintstartell zu irrengen hoffte. Auch diejenigen, die sich am fritischften über die Rede Herriots ausgesprochen hatten, ließen sich durch diefes Argument beein Tuffen. Deshalb fuchte man eine Gelegenheit, Dom Ministerpräsidenten enige Erärunnen erhalten über ge miffe S'ellen feiner Red?. Da die Kammer igung um 24 Uhr schon beginnen und die Abstimmung stattfinden sollte. schien es schwer, diefe Celegenheit zu finden. Eine Inter vention unseres Cenossen Alerander Barenne, der eine Geschäftsordnungsdebatte heraufbeschmor, führte zu lärmenden Senen, die dem Präsidenten Painlevé die Möglichkeit gab die Sigung auf eine halbe Stunde aufzuheben. 3n dieser Zeit trat die sozialistische Fraktion noch ein- mal zusammen, um fjerriot anzuhören. Die Erkläruungen des Ministerpräsidenten ließen auch nicht den geringsten Zweisel darüber bestehen, daß er kein einziges seiner bisherigen außenpolitischen Grundprinzipien, besonders Deutschland gegenüber, a u f zu g e b e n gewillt ist, und daß der Versuch der Rechten, ihn durch ihren Beifall zu umstricken. seinen sofortigen Abgang zur Folge haben würde, wenn die sozialistischen«stimmen ihm bei der Abstimmung fehlen wür- den. Der Ministerpräsident gab zur gleichen Zeit seiner refften Beunruhigung Au sdruck über die iunerpolitifch« Entwicklung Deutschlands und Preußens, wobei er unterstrich, daß er als Vertreter der Linkspolitik und der Verständigungside« fest entschlossen sei, sich nicht durch ein zur Monarchie zurückkehrendes Deutsch- land hinters Licht führen zu lassen. Die Politik, die er in Genf vertreten habe, werd« er mit ollen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln weitechin oertreten. Ueber die Besetzung des Rheinlandes befragt, gab der Ministerpräsident Ant- worten. die auch nicht den leisesten Zweifel daran bestehen ließen, daß gewisse, unter der Herrschaft des Nationalen Blocks gepflegte Losreißungspläne endgültig und ohne Einschränkung aufgegeben sind. Nach einer kurzen De- hatte, die den Ausführungen des Ministerpräsidenten in der sozialistischen Fraktion folgte, wurde die Frage der Haltung der sozialistischen Gruppe einer neuen Abstimmung unterworfen und diesmal wieder mit 51 gegen 15 Stimmen beschlossen, sich nicht zu enthalten, sondern für den Anschlag der Rede zu stimmen, um die reaktionären Manöver zu durch- kreuzen. Da Herriot außerdem unmittelbar vor der Ab- stimmung in der Kammer eine Erklärung abgab, in der er die Linksmehrheit ausdrücklich aufforderte, sich durch die Manöver der Rechten nicht irreführen zu lasten, waren die Trennungs- linien gezogen. Auf den Gesichtern der Abgeordneten der Rechten machte sich«ine starke Verblüffung bemerkbar, aber sie hatten sich so weit vorgewagt, daß sie nicht mehr zurück konnten und für den Anschlag der Rede stimmten, in der, ollen ihren Lücken zum Trotz, noch zweierlei enthalten ist, was der Nationale Block stets in der schärfsten Weise bekämpft: die Betonung der Not- wendigkeit einer Wiederaufnahme der Beziehungen zu Ruß- land und die Proklamation der Notwendigkeit einer Zu- sammenarbeitzwischenFrankreichundeinem demokratisch-republikanischen Deutschland. tzerriot für Vötkerverftänüigong. Varls, 2. Februar.(Eigener Drohtbericht.) Auf einer vom Komitee für Bölkerverföhnung veranstalteten Kundgebung hielt Ministerpräsident H e r r I v t ein lang« Red», in der er u. a. darauf hinwies, daß er der Sache des Dölkerbundes fein Leben z u w i d m e n gedenk«. Frankreich wolle Frieden und Sicherheit und sei stolz daraus, daß sein« Unterschrift als erste unter dem Genfer Protokoll stehe. Es warte nur auf die Unterzeichnung durch die übrigen Nationen, um dieses Protokoll zur Tat werden zu lasten. Frankreich wolle weder Eroberungen, noch Erweite- rungen feines Kredits. Diejenigen, die die Verantwortung für das Schickfal eine« großen Landes zu tragen hätten, könnten »»cht vergessen, daß man. um für de» Friede» zu arbeiten, mit den andareo Völler» z u s a m m«« g« h«» müst«. pariser Sozialist«» gegen üauernüea Linksblock. parle. 2- Februar.(Eigener Drahtbericht.) Auf dem sozia- list'.scyen Parteitag des Seine-Departement»(Graß.Paris) hat der toi* Flügel den Sieg davongetragen. Di« von der Linke» ein- f»bracht« Entschließung verwirft«in dauernde» Zu- ammengehen mir der bürgerlichen Linken im Linkskartell und wisi Wahlbündnisse lediglich für den zweiten Wohlgang zulasteu. Dieser Anschauung Hot sich der Parteitag mit l9SZ gegen 18Z7 Stimmen angefchloflen. Mit 2000 gegen 1655 Stimmen wurde eine zweite Entschließung der Linken angenommen: sie kritisiert die Hal- tung der sozialistischen Kammerfrokiion und will, obgleich sie nach wie vor für die Unterstützung des Ministeriums Herriot«in- Kabarett im Theater. Neuerdings gibt man sich mit der üblichen Dramatik nicht mehr zusrieden. In den.Kammerspielen' entsteht ein Stück sozusagen aus dem Stegreif. In der.SiomBdie* werden die Personen auf der Bühne mit ihrem Schicksal nicht allein fertig und suchen einen Autor. und im»Theater in der Königgrätzer Straße' wird da» Schicksal eines Menschen in drei Variationen gezeigt. Der Berfasser Lew Orwangow, dessen.Stück in vier Bildern. »Da« Tierchen', das am Sonnabend zum erstenmal aufgeführt wurde, hat bereits vor Jahresfrist mit der»Pera Mirtzewa' im »Iheater am Kursürstendamm' seine Begabung in der Verfertigung zugkräftiger Reißer bewiesen. Auch»Da« Tierchen' ist ein Reißer. Da? Stück streift nahe am Kitsch vorbei, aber es«rösfnet der drama- tischen Kunst neue Möglichkeiten. In der Einleitung erleben wir die Verwüstungen, die«in hübsches Kind vom Lande als Dienstmädchen einer sehr vornehmen Familie in den Herzen einiger jüngerer und älterer Männer anrichtet. Da» erste Bild ist der Grundstock, aus dem sich die Variationen ausbauen. In den folgenden drei Bildern zeigt der Dichter, wie sich ihr Leben mit jedem der drei Hauptbewerber gestaltet hätte.(Da e» mit der Auffassungsgabe des Theaterpubli- tum? eine heikle Sache ist, erklärt der vorsorgliche Regisseur, übrigens in sehr launiger Weis«, haarklein diese Finesse.) Grundmottv bei allen drei Variationen bleibt die zarte Liebe zwischen dem.Tierchen' Marussia und dem einen Sohn des Hauses, einem Privatdozenten und Idealisten. Die erste Fassung ist ein« Lösung des Problems, wie st« im Leben am seltensten versucht werden dürste. Die Beiden heiraten oerschwiegen und in der Fremde. Zwei Jahre später glaubt der Idealist mit der Rückkehr in» elterliche Hau» seiner aristokratischen Mutter eine freudige Ueberraschung zu bereiten. Leider werden er und vor allem seine Frau mit Raserümpsen empfangen, was er sich hätte denken können, wenn er nicht Idealist wäre. Da» duftige Glück verdüstert sich mit einem trüben Schatten. Marussias Schicksal mit dem zweiten Sohn(im nächsten Bild) wird schon tragischer. Sie iührt ein Dasein voll Glanz und Ueberfluß und ist die begehrte Frau ;nd die Dame von West. aber, wie sie schmerzvoll erfährt, von Halb- -jest. Am schlimmsten ergeht es ihr als Frau des herrschaftlichen Diener» Iwan. d. h. in der Kombination, die nach bürgerlicher An- hawlng die für sie angemessenst« wäre. Er ist Säufer und schlägt sie. Der Berfasser ist sentimental, aber sympathisch. Er ist ehrlich ewrg. die von den Satten mit Emphase verfochtene Ansicht totzu- reten, daß Armut kein Unglück ist. Er zeigt vielmehr, daß«in ' r m e» Madchen es immer verkehrt macht, wie sie die Sache auch nsaht. Im übrigen besitzt er die Charakterisierungskunst eines er- hrenen Bühnentechnik«». Die Karikaturen waren Typen aus der :ut«n' Gesellschaft, haben Schmiß. Die Schwächen de» Stücke» ließ die Kunst eine» prächtigen �nsembles gern vergessen. Einem Windhund von Lebemann verlieh Kurt Vespermonn den Charme seiner Jugend und Frische. tritt, ein« anabhängigere und selbständigere Taktik der Kammersrattion. Zum Schluß des Parteitags griff Genosse Goutteuoie de Toury die kammerred« herriot» und die Hattanq der sozialistischen Kannnerfradtivn scharf an, die sür den Anschlag dieser Rede gestimmt hat: Herriot habe eine P o i n c a r e würdige Red« gehalten. Diese scharfen Angriffe, die von starkem Beifall des linken Flügels begleitet waren, wie» Genosse Leon Blum zurück, indem er hervorhob, daß der Cindnick der Rede Herriots nach außen und nach innen noch schlimmer ge- wcsen wäre, weitn sich die sozialistische Fraktion der Stimme e n t- halten hätte. Ganz besonders unterstrich er den Gegensag zwischen der Auffassung Poincare» und Herriots. Dieser habe ausdrücklich die Auffassung Poincares, daß die Räuinungsfristen noch nicht ein- mal zu laufen begonnen hätten, ausgegeben und nicht zu der seinigen gemacht. Die endgültige Entscheidung wird der französisch« Sesamtportei- tag am nächsten Sonntag in Grenoble fällen. Monarchisten machen sich manfig. Paris, 2. Februar.(TU.) Die Royalisten hob«? gestern in ver- schiedenen Teilen Frankreich» Kundgebungen veranstaltet. In Lille sprach der Abg. Daudet. Sozialdemokraten und Kommunisten ver- anstalteten eine Gegenkundgebung. Es kam zu einem Handgemenge. Der kommunistische Abg. Baillant-Couwrier wurde ver» haftet. In Bordeaux haben Royalisten versucht, den radikal- sozialistischen Kongreß zu sprengen. Bei den Zu- sammenstößen wurden eine Anzahl Personen verwundet. Mehrere Royalisten sind in Hast genommen. Internationale Sicherheitsüebatte. Reden ChamberlainS, DoumergueS und Allens. Birmingham. 2. Februar.(WTV.) In einer Rede erklärt« hier der Staatssekretär des Auswärtigen Austen Chamberlain, die erste Aufgabe, die er sich selbst gesetzt Hab«, sei die Wieder- befestigung des engen Einoernehmen» und der herzlichen Be- Ziehungen zwischen England und seinen Alliierten. Frankreich Hab« Sicherheit nötig gegen eine Wiederbolung aer Unb l'., d'« es erlitten habe, und bis es«ine solche Sicherheit e r d a, t e n habe m-:rde notwendigen Schritt unternehmen, um den ollen Streit zu vergessen. England seine Befürchtungen nicht unterieück.i od« der tiven Mit Bezug auf den Notenwechsel mit Deutschland über die Kölner Zone sagte Chamberlain. daß« Ton und Charakter der deutschen Entgegnungen»ad der letzten Rede des deutscheu Reichskanzler» bedauere. Er fuhr fort: Ich begnüge mich damit, von einem Satz der Red« de» Reichskanzlers Kenntnis zu nehmen, daß nämlich sein« Regierung mit aller Entschiedenheit entschlossen sei, irgendwelche B e r f e h l u n- gen in der Entwossnungsfrag« gutzumachen, die von den Alliierten bewiesen werden könnten, oder die durch andere Kanäle zu ihrer Kenntnis gelangen würden. Ich begnüge mich serner damit, den letzten Satz der Rote der Alliierten, der der Aufmerksamkeit der deutschen Regierung entgongen zu sein scheint, zu wiederholen, nämlich, daß die Alliierten ihrerseits entschlossen sind, die Bersailler Derpflichtungeu gewissenhast zu erfüllen. Pari». 2. Februar.(Eca.) ver Präsident der Republik, D o u- m e r g u e, sührte aus einem Bankett der Vereinigung der republi- konischen Sozialisten u. a. aus: Kein Land hat so wie da» unsrige mit seinem Fleisch und Blut gelitten: es gibt kein Land, dessen Boden so mit Ruinen bedeckt war. Die Solidarität, aus der unser gemein- samer Sieg im November 1918 hervorgegangen ist. muh für da» Wohl aller aufrechterhalren werden. Frankreich hat unzweifelhaft« Beweise seiner Anhänglichkeit an die Aufrechterhaltung dieser not- wendigen Solidarität gegeben. Um ein Beispiel hierfür zu nennen, So erwähne ich seine sofortige Annahme des Datoes. Plane». Von iem ernsthaften und tiefen Friedenswillen Frankreichs zeugt auch die Haltung, die es auf der letzten Versammlung de» Dölkerbundes in Genf angenommen hat. Ich brauche wohl nicht erst als Beweis anzuführen, daß Frankreich mehrmals den Entschluß zu erkennen gegeben hat. daß es sich keiner seiner eigenen Verpflichtungen zu entziehen gedenkt. Dielmehr lärmten wir uns darüber beklagen, daß die Verpflichtungen der anderen, von deren Aufrechterhaltung unser« Sicherheit abhängt, noch nicht gehalten worden sind, wo» unsere Au». gaben und Lasten bedeutend erhöht hat. Solange Frankreich» Sicherheit nicht vollkommen gesichert ist. und solange Frankreich gegenüber der sürchlerllche» Drohung etae» aaoer. hofsleu Angriffe» steht, wird Frankreich in seiner wohstuenden Tätigkeit gehemmt sein. Alfred Haas« war«in sehr naturalistischer Gauner von Herr- schastlichem Diener. Ueber allem leuchtete die Zartheit der Carola T ö l l e. Als Tierchen Marussia(in den verschiedenen Lebenslagen) war sie ein liebes Bild von Unberührtheit und Anmut. Rur wirkte sie als ein kleines Mädchen vom Dorfe in ihrer gewollten Unbeholfen- heit gekünstelt. Hans Heinrich von T w a r d o w s t i. der den Privat. dozenten spielte, mangelte es dagegen nicht an natürlicher Unbeholfen. heit, die indessen für seine Rolle nicht paßte. Der Autor wurde gerufen. Ernst Degner. Die Aufsindung eine» geheimnisvollen anklke» Grabe». Zwischen den Mietkascrnen in dem übervölkerten Viertel vor dem Lateran in Rom schachtete man di« Erde aus, um ein neues Haus zu errichten, als die Sexzten plötzlich in» Leer« stieß«?. Dem Blick des Kenners enthüllte sich hier ein mächtiges antike« Grabgebäud«, des «inst mohrer« Stockwerk« über dem Erdboden emporgeragt hatte und jetzt tief in die Erde hinabführt«. Der wichtig« Fund, von d«m Gustav W. Cberlein in der Leipziger.�illustrierten Zeitung' berich- tet, gibt den Gelehrten ein schweres Rätsel aus. Wie bei verschied«- nen Ausgrabungen der letzten Jähre weiß man nicht einmal, ob der überaus reiche Wandschmuck noch heidnisch oder schon christlich ist. Di« elf Männer, die in einer der Grabkammern so lebensvoll dargestellt sind, können ebensogut Propheten de« alten Testamentes oder Apostel sein, vielleicht aber auch Porträtdar- stellungen von Römern: sie tragen die weiß« Tunika und haben so sprechend« Züge, daß sie nach damals lebenden Persönlichkeiten ge- schaffen sein müssen. In anderen Gemächern wieder ist di« Ge- schichte vom Sündenfall zu sehen, Adam und Eva im Para- diese, schon von der Schlange bedroht. Mit der Annahm« emes christlichen Grabgebäudes lassen sich andere Fresken schwer vereinen, die Moisendarstellungen und Volksszenen enthalten, darunter einen Auflauf aus dem Forum. Dahinter breitet sich ei?« Landschaft, die an die römisch« Campagna gemahnt. Dies« mit unerhörter Meister- schast gezeichneten und gemalien Werke stehen ganz einzig da und sind für die Geschichte der römischen Malerei von unschätzbarem Wert. Auch eine so reiche Sammlung von Freskenportrot» findet sich sonst nirgends in der klassischen Kunst. Einig« Inschriften sprechen von der Bestattungsqrust der Familie Aurelio. und man hat Särge gesunden, die das Kopfende gegen Süden gerichtet haben. Vielleicht lag hier tief unter der Erde das Derfammlungshaus einer geheimen vorchristlichen Sekte. »Schassendes Volt— Fröhliches Dolf ist der Titel eines Hubert-Schonger-Films, der im Blülhner-Saal vorerst einem Kreise von Gästen gezeigt wurde. Der Bearbeiter des Films, Prof es- s o r O. S e y f s e r t- Dresden, der 1. Lorsitzende des Landesvsr- eins Sächsischer Heimatschutz, sprach die erläuternden Worte. Mit unendlicher Sorgfall und Liebe ist viel Sehenswerte» und nachdenk- lich Stimmendes im Film zusammengetragen, der technisch freilich nicht inim?r vollkommen ist. Aber die Entstehungsschwiexigkeit einer solchen Bilderserie darf man nicht unterschätzen, gilt ee doch, jeden Augenblick das Typische herauszuschälen aus einem silm- ungewohnten Menschenmaterial. Wir seden die Töpfer bei Ihrem Handwerk Die Spielzeughersteller schaffen ihr Leben lang Sachen, die das Sinderherz erfreuen, mag es sich nun um Pferdchen Es kann nicht auf feine Sicherhell verzichten. Es wäre mehr als ungerecht, wenn man diesen Gedanken als ein Anzeichen für imperialistische und kriegerische Gefühle auslegte, und wenn man so die Maßnahmen interpretierte, die Frankreich zu ergreisen ge- zwungen war. die Haltung, die es einnehmen muß, die Forderungen. die es stellen muß.»m sich wirksam gegen die allzu großen Gefahren zu schützen, die die Existenz eine» wlrMch imperialistischen und kriegerischen Revanchegeiste» jenseits der französischen Ostgrenze bedeutet, dessen beunruhigender Charakter durch die Ereignisse be» wiesen ist. Dieser Geisteszustand hat die Augen unserer Freunde glücklicherweise geöffnet. Sie sind llarsichtiger geworden und sie beurteilen un» endlich besser. Unsere Befürchtungen scheinen ihnen nicht vergeben». Sie verstehen unser dringendes Bedürfnis, unsere unbedingte Notwendigkeit nach Sicherheit. Es ist ihnen allen klar, daß wir zur Befriedigung dieser Bedürfnisse allein in der Well Zu- trauen brauchen, ohne welches die Well ihr Gleichgewicht nicht zurückfinden kann. Rem Jork. 2. Februar.(EP.) Der srübere Kommandant der amerikanischen Truppen im Rheinland«, General Allen, hat in einem Interview erklärt, daß nach seiner Ansicht Frankreich gegenwörllg keiner Gefahr eine» deutschen Angriffes ausgesetzt sei. Die letzte Rede Herriots sei bedauerlich. Sie habe nur den Einfluß der deutschen Revancheparteien verstärkt. Es werde Frankreich nicht möglich fein, Deutschland auf unbestimmte Zeit unter seinem Stiefel zu halten, nur dann, wenn es der militärischen Unterstützung der anderen Nationen sicher wäre, was keineswegs gewiß sei, denn England, Italien und Belgien hätten nicht mehr die gleichen Interessen wie Frank- reich. Frankreich täte besser daran, eine freundschaftliche Verständigung und zu allererst eine wirtschaftliche Ver- ständigung mll Deutschland anzubahnen. Wenn es«ine solche nicht erzielen könne, wäre Frankreich allerdings berechtigt, eine Garantie am Rhein zu fordern, denn ein nichtberuhigte» Deutschland wäre für Frankreich wegen seiner größeren Bevölkerung eine Drohung. Wenn Frankreich eine militärische Politik führen wollte, so müßten sich seine Finanzen verhängnisvoll ge- stalleu. Frankreichs Forüerungen. Paris, 2. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Die Diskussion über die von Dr. Luther in seiner Rede vom Freitag gemachten An- geböte läßt keinen Zweifel, daß man hier darin vor allem einen Versuch der deutschen Reaktion sieht, durch Entgegenkommen gegen- über dem Ausland« Zeit zu gewinnen, um die eigens Position zunächst nach innen au», und die Republik schrittweise abzubauen. Darum tritt die Presse für die Aufnahme von Verhandlungen mll der Regierung Luther«in. So verössent- licht der.Matin" einen Artikel des Mitgliedes der französischen Völkerbundabordnung Senator de I o u v e n a l, der zwar zu größter Vorsicht gegenüber den Lutherschen Plänen rät, zu. gleich ober ausführt, daß das berechtigt« Mißtrauen, zu dem der reaktionäre und nationalistische Charakter der deutschen Regie» rung Anlaß gebe, Frankreich nicht abhalten dürfe, wenigstens den Versuch zu machen, mit Deutschland über die Lösung de» Sicher. heitsproblems zu verhandeln. Die deutsche Regierung habe Gelegen» heit, einen Beweis für die Ehrlichkeit ihrer Absichten zu geben. indem sie Staatssekretär Trendelenburg mit Instruktionen nach Paris zurückschicke, die der Gefahr eines Handelskriegs«in Ende machen. Für die eösung des Sicherhelksproblems gebe es für Frankreich drei Hauplgestchlspunkle: l. das küasllge Regime de» linken Rhelnufers: Frankreich brauche eallang seiner Grenze eine bretke Slcherheitszone. 2. die in Aus- ficht genommene Regelung dürfe sich nlchi nur auf die deutsch» sranzSsische Grenze erstrecken, sondern auch auf dte Grenzen zwischen Deutschland und seinen östliche» Rachbara, Z. Frankreich we'rde sich na. »er keinen Umflönden aus«ine in irgendeiner Welse gegen England gerichtete Kdtabinatlon einlassen. Rur ein Einvernehmen zwischen Frankreich, Deutschland und England könne den Frieden sichern. In den Blättern der 2 i n k e n steht man der van Herrn Luther angekündigten Verständigungsbereitschaft der deutschen Reichsregis- rung nach wie vor mit dem größten Mißtrauen gegenüber. .Oeuvre' erklärt, wenn es dem Kanzler wirklich ehrlich damit zu tun sei und wenn er tatsächlich bereit sei, die von Herriot aufAcstell- ten Prinzipien: Schiedsgerichtsbarkeit, Sicherheit und Abrüstung, anzunehmen, dann möge er dies beweisen, indem er den Beitritt Deutschland» zum Völkerbund veranlasse. oder um die eigenartig gedrehten Bäumchen, die Weltruf erlangten. oder die mehr als hunderttausend Engel handeln, die jährlich von Grünhainichen aus in die Well wandern. Man beobachtet die Pfefserkuchenzubereitung, den Weber am Handwebstuhl, die fleißigen Frauen am Spinnrad, di« Hersteller von Klöppelspitzen, die bei ihrer Arbell vor den Häusern sstzen. und die vielen fleißigen Hände. die in Fabrikräumen künstlich« Blumen anfertigen. Ein Sonder- kapitel ist den sächsischen Volkstrachten eingeräumt. Es berichtet uns, daß die katholischen Wenden sich wesentlich ander» kleiden als die protestantischen, weiß sedoch bei beiden die Trauerfarb« bedeutet. Die Volkstrachten werben aussterben, weil das der Lauf der Dinge ist. Recht reizvolle Aufnahmen zeigen die Kinder, die man leider so oft bei der Heimarbeit sieht, bei Spiel und Tanz. e.h. Eine bulgarische Slodt. die englisch werden will. Wie au» Sofia gemeldet wird, haben sänitlich« Einwohner de« bulgarischen Städtchens Losiga i,n Bezirk Rikopoli das Ersuchen an den brstlschen Geschäftsträger in Sofia gerichtet, in den brittschen Staatsperband aufgenommen zu werden. Sie bezeichnen diese Bitte als einen Schritt der Rotwehr, um sich gegen den Terror ihrer Landsleute und die durch Viesen bedingte Lebensgefahr zu schützen. Sie seien dieser ausgesetzt, weil alle Einwohner von Lositza der bäuerltcheu Opposition angehören. Sollte der englische Geschäftsträger das Er- suchen ablehnen, so würden sie sich mit der gleichen Bitte an den französischen Gesandten wenden, was, wie weiterhin gemeldet wird, inzwischen au.h bereits geschehen ist. Man weiß noch nicht, welch« Folgen dieser ungewöhnliche Schritt haben wird. „Auf dem Waffer.' Hinter diesem etwa» farblose« Kit«! steckt«i» sebr lesenswerter Film, den der Verla« der Zeitschrift„Aus dein Laster' hat herstellen lasten und den der Landlicht-Verlelh vertrtibt. Der Film — Übiiaenj«in anerkannter Lehrfilm-- ist vortrefflich geeignet, dem Binnenländer«inen Begriff davon beizubringen, was»igentllch«in Segelschiff für ein Ding ist. Tie Segelschiffahrt zu Handell zwecke« ist. wenigstens für unseren Kulturkreit. baldigem Aussterben geweiht. So ist«d qeleiiet von Dr. Slreliher und einer aus süni vrominenten Solisten aebUdeten Korn- Mission. Besonder« das Orchester blecht als geschlossener Körver zusammen. Ein Sch-rlachsetvm. Dr. Blake. Vrosestor an der New Aorker Nediz'ii- lchule. hat ein Serum entdeckt, das Scharlachsteber binnen Zt Stunde,» heilt(t). Fn 72 Fällen, dt« mll dem Serum behandelt wurden, und von denen LS sebr schwierig« Fälle waren, wurde«ine vollständige Heilung er» reicht. Die Staaten Mastachusctts und New Jork haben das Serum j» allgemeinem Gebrauch angenommen. Ein griechischer Methusalem. In einem Dorf des Belob onn es ist der letzte llcberlebende des griechtschenFreiheitskampfe» von 1821 gestorben. Dieser Methusalem iiame»» Georglos Tarda» Ist t S 8 Jahre all geworden. Ein Irrtum im Gebnrtsjabr. wie es sonst bei so allen Leuten bänftg ist. kann als ausgeschlossen gelten, da Tardas unter dem Befehl des Generals Colocotronis im Jahre 1821 dient« nnh in den Rekrntierung-listen der Zeit als 24 jähriger geführt wird. Tarda« war btS zu seinem Ende klästlg und gesund. Regierungsparteien. Deutschnationales Echo der Luther-Rede.— BolkSvartei und Teutfchuatiouale. Luther hält vernünftige Reden, die deutschnationale Presse in der Provinz veranstaltet dazu„vaterländische" Be- gleitmusik. Die Berliener Presse der Deutschnationalen hält sich zurück— man muß doch wenigstens Luther gegenüber Regierungspresse markieren. In der Provinz aber nimmt man sich kein Blatt vor den Mund. Die„Hamburger Nach- richten" kritisieren Herrn Luther, als wäre er nicht Luther, sondern W i r t h: „Doch dann ergibt sich der Reichskanzler ganz dem Fluß seiner Dersöhnungspolitit und poltert auch heraus: Wenn«in Kompromiß für die Räumung der nördlichen Zon« der Rheinlande gewünscht werd«, so würde die Reichsregierung es nicht abgelehnt hoben, falls die Räumung zu einem späteren Termin, „sagen wir einig« Monate noch dem 1t>. Januar, wirklich garantiert werde", hier flockt dem Deutschen der Herzschlag. Das verkündet man vor den Vertretern der ausländischen Press«! So gibt man da, deutsche Recht wiedermal preis; ss liefert man die deutschen Rheinland« als seelenloses Objekt derWillkürderFeinhe aus. Ja, geht denn unfern„Staats- männern" de? gesunde politisch« Menschenverstand ab? Herr Dr. Luther sagt selbst,'daß über solche Dinge nicht in öffentlichem Notenwechsel verhandelt werden kann, sondern daß dafür die Weg«„vertrauensvoller" Verständigung gewiesen seien. Und trotzdem verkündet er die Bereitschaft der Reichsregierung vor der breitesten internationalen Oesfentlichteit, vor den Vertretern der ausländischen Press« in Berlin. In Anfang geschickt, ist die Rede in ihrem Schluß recht u n- geschickt. Auch in der Rechtfertigung der Regierung Luther vor dem Ausland. Wir haben den Reichskanzler Dr. Luther bisher höher eingeschätzt. Für London trug der mitgereist« Kanzler Marx die Verantwortung. Daß aber der von dieser Verantwortung nur indirekt betroffen« Dr. Luther die in London betrieben« Politik unter eigener Verantwortung fortsetzt, ist schmerzlich. Deutsch« Recht muß Recht bleiben; oder wir sind verloren." Das Organ einer Regierungspartei beschuldigt den Chef der eigenen Regierung im deutschnationalen Stile, er habe die Rheinland- der Willkür der Feind« aus» geliefert. Das hat Herr Luther nicht um die Deutsch- nationalen verdient. « In dieser herben Kritik Luthers fällt«in wenig Salz auch für Herrn Stresemann ab: „Zlus herriot« rohen Ausbruch der Erbfeindschast in einer f f e r n der Abstimmung vom 30. Januar. Wir können nicht» dafür, daß da« Spiel der Zahlen so auzgefalsen ist, und die Leute, die Herrn von Krie? wählten, nun so heißen müssen. Aber es ist schon so. und die 221 er ziehen den ominösen Namen nach sich. W>c gesagt: Zahlenzufall trägt die Schuld, nicht wir. Oder sollen wir annehmen- Herr Hussvng habe nicht vn«, sondern eigentlich die anderen taufen wollen? Also rund heraus: Sind mir die 221 er, so seid ihr— d»e 173er. Geöeakfel'er für Luise Aietz. Sine große Gemeinde von Freunden und Mitkämpfern unserer zu früh dahingegangenen Luise Z i e tz halle sich gestern nachmittag aus dem Friedrichsselder Gemeindefriedhof ein- gesunden, um der Uebergabe eines schlichten Gedenksteins aus der Nuhestättc der Verstorbenen beizuwohnen. Es war ein recht un- freundliches Wetter, Sturm und Regen wechsesten miteinander ab. Leise klangen die getragenen, ernsten Weisen des Friedrich-Hegar- Chors hinter verbergendem, immergrünem Strauchwerk hervor. Ein Augenblick stiller Andachtsruhe: dann sprach die alte Genossin N e. m i tz tiefempfundene Worte des Andenkens. Sie sprach von der unermüdlichen Kämpserin. die in mütterlichem Mitfühlen für ihre Klassengenossen wirkte, die ober auch trotzig und unerbitllich sein konnte, wenn es galt eine Fehde mit dem Gegner zum Nutzen des Proletariats auszufechten. Im Nacheifern liegt unser Gedenken, ihr Wert fortzuführen ist unsere hellige Pflicht. Genossin Wurm spiach im Nomen des Parteivorstandes und der thüringischen Par- teiorganisation. In klaren Linien zeichnete die Rednerin ein Leben»- blld der Entschlafenen. Selbst aus dem Arbeiterstande hervor. gegangen, hat sie sich zur Führerin emporgearbeitet. In der Ge- wertschaft wie auch in der Partei war Luise Zieh stets an erster Stelle zu finden. Freiwillig hat sie sich eine Bürde Arbeit auferlegt, der sie schließlich mitten in der parlamentarischen Tätigkeit erlag. Sie schreckte vor nichts zurück. Widerstände kannte sie nicht. Zer- rissenes Familienleben, persönliche Not, Verfolgung, Anklagen, Ge- süngnisstrafen nahm sie mutig auf sich-, ihr Leben galt dem Pro- letariat. Genossin Wegscheidel- Ziegler feiert« die Frie- densfreundin, deren Denken und Trachten der geeinten Arbeiter- partei galt. Im Namen der organisierten Hausangestellten legte Genossin Luise Köhler einen Kranz nieder, Genojsin T o d e n- Hägen folgte ihr im Auftrage des Berliner Bezirksoerbanbes. Als Vertreterin der Hamburger Parteigenossenschast betonte Genossin K u n e r t. daß wir Luise Zictz nicht besser danken können, als daß wir uns ihren Gedankengänge», ihrer Knmpfbegeisterung anschließen und so das Werk der Entschlafenen fortsetzen. Eine Arbeiterin der Firma Ludwig Löwe brachte u. a. mit schlichten Worten«inen Kranz ihrer Kolleginnen.— Der Sängerchor schloß die erhebende Feier. Brausend trieb der Wind die feierlichen Klänge vorbei an der Menge der Erschienenen, hinüber zu den Gräbern unserer anderen teuren Toten: Auer, Hasse, Liebknecht, Singer. Legten. • „In einer Ausinachung. die stark an die deutschen Heeres- und Siegesberichte erinnert, bringt die„RoteFahneamMontag" vom 2. Februar aus der ersten Seite«inen Bericht über die„Demoir- stration der Roten Fromlampser gegen die Barmat-Bonnerhelden". Außer den üblichen Beschimpfungen gegen Reichsbanner und So- zialdemokratie geht aus dem Bericht nichts hervor, was dem Leser Aufschluß geben könnte über den Zweck der Demonstration des »Roten Frontkampferbundes". Die Arbeiter, auch die komnru- nistische», tollen es erfahren: Am gestrigen Sonntag nachmittag 3 Uhr wurde auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde der Denk- stein für die verstorbene Genossin Luis« Zieh enthüllt. Der Bezirksverband Berlin der SPD. hatte im„Vorwärts" die Partei- genossen eingeladen, sich an dieser Gedächtnisfeier zu beteiligen. Diese Feier sollte nach dem Willen der Kommunisten gestölt. wenn nicht uimioglich gemacht werden. Seil Freitag war dem Bezirks- jekrelariat bekannt, daß von den Kommunisten der Plan verfolgt wurde, vor und aus dem Friedhof die an der Feier teilnehmenden Parteigenossen zu belästigen, die Feier zu stören. Der„Rote Front- lämpserbund" versammelte sich au» diesem Grunde um die Mittag-- zeit auf dem Augusta-Platz. Die Absicht der Kommunisten ging dahin, den Friedhof vor Eintreffen der Sozial- demokraten zu befetzen. Das aufgebotene Reichsbanner sollte dann nach Wegelaoerermanier überfallen werden. Die Bezirksleitung traf ihr« Gegenmaßnahmen, und so tonnt» die Feier ungestört verlaufen. Die„Rote Fahne" bringt nicht den Mut auf. ihren Lesern den Zweck der Demonstration des Rot«, Frontkämpferbundes mitMellen Man verschweigt den iom- munistilchen Arbeitern, daß man ein« Toten««Benkfeiei: ftöten wollte, vielleicht in der Erkenntnis, daß auch komnurnis tische Arbeiter solch ein Beginnen nicht billigen würden. Do», was die Kommunisten-zeftsrn nach den Weisungen de» größten Verbrechers an dar?trl'siterschaft. Sinowjew durchfuhren wollten, ist nur«in Teil ihres Schlack tplanes gegen die Sozioldemokrotis. In den Augen der gesamten Arbeiterschaft ist die Kommunistisch« Partei, der mcht emmal«in Friedhof und«in« Gedenkfeier für sin« prole- torische Dorkämpserü, heilig ist, gerichtet. Verbrecher haben die kommunistischen Arbeiter mißbraucht. Ihnen gilt unser schärfster, rücksichtslosester Kampf. Di« tommu- nisttsch« Leitung wag gegen die Sozialdemokratie und die im Inter- esse der Arbester von ihr durchgeführten Aktionen unternehmen, was sie will— ihr reaktionäres Spiel ist aussichtslos! Wir sind stark genug, alle Maßnahmen zu ergreifen, damit unsere Ardast nicht von bezahlten Söldlingen, welche die tominmnstischen Arbester mißbrauchen, gestört wird. Di« Arbeiter Berlins sollten an dem Verhaften der Kommunisten vom gestrigen Tage erkennen, daß die kommunistische Partei unter ihrer gegenwärtigen Leitung nichts anderes ist als«in Vortrupp der übelsten ReoltionI Der Bezirksvorstand der SPD. Grvß-Berlin. Aufgehobener Mbbau. Der Kammergerichksausschuß gibt einer Beschwerde statt. Der Abbauausschuß beim Kammergericht Hot die Versetzung de? Stadtrats vrcd stellvertretenden Bürgermeister» Dr. Herz(Spandau) in den«mstweiliqen Ruhestand aufgehoben. In de» Grün'ben bleibt der Ausschuß bei feiner früheren Auffassung, daß der Abbau der Wahlbeamten zulässig sei und daß auch nach der Natur de» WohlbeamtanveryAtniss«» bis zu einem gewissen Grad« politischen Einflüssen Zugang verschafft werde. Alsdann fährt der Ausschuß wörtlich fort: „Ans den Ausführungen des Beschwerdeführers ergibt sich nun, daß bei feinem Abbau weitergehend« als die bei der Be- schlußfassuna einer politischen Körperschaft üblichen Einflüsse im Sinne des§ 21 mitgewirkt haben.... Aus seinen Auesführungen. v reichen die Bezirksversommlung nicht widersprochen hat. hat der Ausschuß die Ueberzeugimq eriangt, daß den Ausschlag für den Abbau de» Beschwerdeführers einmal fein« qualifizierte Stellung in und zu der Sozioldemokratischelr Partei und dann sein« Eigenschaft als Jude oegeben Hot. Dies sind Moment«, welche über den Rolunen der poluffchen Einflüsse, wie ste bei der Beschlußsassunn der Begirksversammlung ihrem Wesen nach sonst regelmäßig mitwirken, hinausgeben. Wegen dieser Ver- l e tz u«rq des§ 81 war die Versetzung des Beschwerdeführers»N den einstweiligen Ruhestand aufzuheben." Republikanischer Tag in Zoster Feiner Regen rieselt« vom Himmel, als am gestrigen Sonntag etwa 2ö0<1 b i s 3000 R« i ch s bau n e rle u te nach Zossen zogen, um der neugegründeten Grippe einen Besuch abzustatten. Am Bahnhos m Zo�en wurden sie von einer Kapell« empfangen. Einig« Hakenkreuzsüngling«, die am Bahnhof standen, waren sichtlich er- staunt, daß der eindrucksvoll« Zug trotz Regen und Schnee seinen Wog durch die Stadt nahm. Dem Zuq wurden etwa 5 0 Fahnen o orange tragen, dann folgte die Musikkapelle. Dann und wann sah man an den Häusern die Reichssahne, was in Zossen viel heißen will. Republitanisch« Einwohner begrüßten den Zuq oftmals herzlich und freuten sich, daß die Berliner die bei diesem Wetter nicht angenehm« Fahrt mich Zossen angetreten hatten. Auf dem Markt. platz wurde Hast gemocht. Der Vorsitzende der sungen Ortsgrioppe, Kamerad Wechsung, begrüßt« die Erschienenen. Ein anderer führte In kurzen Worten den Werdegang der vepubkidrniichen Schutz- organisatwn vor Aligen.„Rechtsstehend« Kreis«-" so rief er,„stellen immer wieder die Behauptung aus, das Reichsbanner Sckzwarz-Rot- Gold sei«ine parteilich« Organisation. Wir stellen auch hier in aller Oeffentlichkett fest, daß dos Reichsbann« nichts weit« ist, vis eine Organisation, in der sich die überzeugten Republi- kanerzumSchutzderRepublit zusammengefunden hoben." Als am Schlüsse seiner Ausführungen der Redner ein Hoch auf die Republik und ihren Repräsentanten, den Reichspräsidenten Eb«t, ausbrachte, stimmt« die Menschenmenge, die sich inzwischen angesammelt hall«, sudelnd mit«in. Spontan sang die Masse die dritte Strophe des Deutschiand-Liedes.... Nach einer Demonstration durch die S-raßen Zossens, die ihr« Wirkung nicht ver» fehlte, fanden sich die Kameradschaften in einzelnen Lokalen zum geselligen Beisammensein zusammen. Der Republikanische Tag in Zossen war ein voller Erfolg für das Reichsbanner Schrvorz- Ssivt-Gofii. Eine blutige Familientragödie. Der Arbester Karl Werk lebte fest einiger Zest in Unfrieden mit seiner Familie. Als er in der Nacht vom Sonnabend zum Sonn- tag gegen 125-$ Uhr nach seiner Wohnung in der Steinmetzstraße 24 in Neukölln heimkehrte, kam es erneut zwischen ihm und seiner Ehe- srau sowie seinem 21jährigen Sohn Karl zu heftigen Auseinander- setzungen. Plötzlich zog Wert«in gebogenes Dolchmesser aus der Tasche und stieß damit auf Frau und Sohn ein. Der Sohn wurde am Unterleib schwer verletzt, mäh- rend die Frau mit einer leichteren Wunde an der rechten Hand davonkam. Sie konnte in der Wohnung verbleiben, der Sohn dagegen mußte nach dem Krankenhause in Buckow über. geführt werden. Der Täter ist festgenommen worden. Gewitter und Schnee in Sachsen. Dresden- 2. Februar. Nach einem Wintergewitter in den gestrigen Abendstirnden trat heute nacht Schnee- und Graupel- fall ein. Im Erzgebirge hat«s gestern bei mehreren Kältegraden tüchtig geschneit. Der Schnee liegt stelleerweise 20 bis 30 Zenti- meter hoch.___ Fünf Arbeiter durch-ine hochosenerplosion gelöket. Auf der Dillingerhütte ereignete sich eine Hochosenexplosion. Fünf Arbeiter wurden getötet und mehrer« verwundet. Zehn Personen ln Chikago verbrannt. Durch«ine Feuersbrunst ist in Chikago ein Haus mit 36 Arbesterwohnungen eingeäsche-t worden. Zehn Person e n sind dabei verbrannt. Groß-Serliner parteinachrichten. 74. Abt. Z-hl-ttlwrf. Seilte, SlottfosabcnS, pünktlich 8 Übt, Sitzung 6« engere« Borstande« im Parteilokal.— Dienstagabend S Uhr Funltionürpersommlnug - Kendo«.» Zuugsozlalisiengrnppe Mitte. Seute abend 8 Uhr in der Semeindeschuie. Sip«- itratze 23a. Ausspracheabend Sport. der Zugspitzenfius. Unser Sonderberichterstatter meldet aus Garmisch-Partenkirchen vom Zugspitzenflug: Die„Arbeitsgemeinschaft zur Förderung von FlugsportundFlugtechnik" in Oberbayern hat mit Jahres- schluß die Ausschreibung für den ersten deutschen Flugwetlbewerb des Jahres 1025 erlassen gehabt. Entsprechend dem rvintersvorllichen Eharakter in Gartnischs herrlicher Gegend sind auch schon in der Aus- ichreibung stalt der sonst üblichen Einstasetten Skiläufer und Sa- jöring vorgesehen. Ganz besonders ersreulich ist es und als ein be- deutsanier weiterer Fortschritt für den Flugsport allgemein zu bezeich. nen, daß auch die Segelflieger vom Kochelberg her ihre Kunst zeigen werden, im Hochgebirge, bei Schnee, an anderer Stelle wie nur hoch oben aus der Rhön. Das Programm der zwei Flugtage ist reich an Abwechslung. Der erst« Tag verlies sportlich ausnehmend gut. Ernst« Unfälle blieben aus, die weite Orgonifatton von Schleißhsdn bis rauf auf die Zugspitze selbst bewährte sich vollends. Die Zugspttzjfteger mußten b« Münch«« starten, den uns— immer noch-- nur er- laubten schwachen Motoren wäre ss sonst nicht möglich geivefen. die 3000 Meter Höh« der Zugspitze zu erreichen. Wenige Minuten «och Hl Uhr mittags dröhnten Voller durchs Land. In Scbleitzham war gestartet. Starker Seitenwind erschwerte das Vorwärtskommen. Doch schon bald noch Uhr kam Doldi auf seinem Junkers in Sicht, umkreist« die Zugspitze, landete gleich noch 2 Uhr. Don im ganzen 18 starteten 12. die Zugspitze selbst umflogen 11. Crnneiß notlandete aus dem Schncesernerkops. zerbrach Fahrgestell und Propeller, ohne selber Schaden zu«rkeiden. Alis der Zugspitze selbst sind Hilfsmann- schaften zur Stelle Auch die Segelflieger am Kochelbera waren tätig, zum erstenmal in Deutschland außerhalb der Rhön. Aus dem Trümmerfeld von Ajsiago im Herbst« waren die Erfolge wenig bedeutsam, hier im Hochgebirge durch Schnee und Eis, andere Wind« wie auf der Wassorkuppe gewann dieser Test des Programms bo« fonderes Interesse, namentlick) für den Lustsportler. Das große Publikum war sich nicht tlar, welche weit gräßere Kunst das Segel» und auch der Gleitflug ist. Dos Sonntageprogramm des Zugfpitzenfbiges mußte w-a-n Nebel und Regsn' ausfalle». Van Jtef siegt im Spottpalast. Bor einem müßig besuchten Haute gelangten am Sonnabeod im Berliner Sportpalast internationale Radrennen zum Auxtrag. Hauptinteresse beanspruchte das„Fliegerkrtteriu rn", wozu Kaufmann, Schweiz, van N« k- Holland. S P e a r s- Australien, T o n a n i- Italien ihre Meldung für das Ausland und H-chn. Rsttt. Lorenz. Lewcmow für Deutschland abgegeben hotten. Das Rennen, da? acht Läufe sah, verlief ganz interessant. Den ersten Lauf gewann v an N e t vor Hahn. Rütt und Spear». Der Ita? liener' hoste sich in glänzender Weise den zweiten Lauf und sieh Kaufmann, Lsmanow und Lorenz hinter sich. Der dritte Lauf war eine sichere Sache Kaufmanns. Hahn persuchte zwar aufzurücken, doch hatte er keinen Erfolg. Die nächsten: Spear? und Lorenz. Van N e k konnte im vierten Lauf nur mit großer Au- Irr engung den ersten Platz holen. Tanaul und Lewanaw belegten >en zweiten und dritten Platz. Rütt wurde insolo« Reifenschaden, vierter Mann, hoste sich aber dafür im fünften Laus den Sieger- platz knapp gegen Tononi, Lorenz und Spear». Endlich der s e ch jt« Lauf, den der Holländer wieder gewann. Hahn wurde zweiter vor Kaufmann und Lewonow. Im Gesamtresultat konnte van N«k die meisten Punkt«(12) aus sich vereinigen. 2. Tonani 10 P.. 3. Kaufmann 9 P., 4. Hahn 9 P.. 5. Rütt 7 P., tz. Le- wanow 7 P., 7. Lorenz 4 P., 8. Spears 4 Punkte. Das Stunden Mannschaftsfahren der Fahrer dsr K-Älalse wurde in zweimal fünf Spurts ausgefahren. Das Endergebnis sah pie Mann- schaft Behrendt-Stolz als Sieger mst 30 P. 2. Meier- Linfener 15 P.. 3. Senneke> Krüner 26 P.(1 Runde zurück). 4. Techmer- Aeermer 20 Punkte(l Runde zurück), 6, Münzer- Ienfen 15 Punkte(1 Runde zurück). 6. Häusler- Neina? 8 P.(1 Runde zurück). Da? Malfohren der Amateure gewann L o n g o r d t(Tempo) vor Lemke(Germania). Krehn kBRC. 89). Packebusch(Concordin). Das„F r i tz- T h e i l«- E r. i n n« r u n g» r e n n e n", sin 200- Rundenfahren, zeigte mehrfach sportlich gute Momente. Da» Rennen war in fünf Wertungen ein- geteift. Nach je 40 Runden fand eine Wertung statt. Die e r st e Wertung gewann Tonani vor Hahn, Kaufmann und van Nek. In der zweiten Wertung mar van Nek der Erste am Ziel. Kausmonn. Tonani und Bauer folgten. Die dritte Wertung doste sich wieder Tonani gegen Knipkat, van Nek und Bauer. Vierte Wertung: van Nek, Hahn. Tonani. Bauer. Fünfte Wertung: Rütt. Tonani. Krupkot, Bauer. Im Verlauf de» Rennens erhielten Kaufmann und Gottfried je eine Strafrunde zugesprochen, weil sie länger als acht Runden aus dem Rennen waren.(Gottfried war gestürzt und Kaufmann holte sein Rad gewechselt.) G e s i m t r e s u l t o t: 1. Tonani 20 P., 2. van Nek!3 P., 3. Rütt 10 P.. 4. Krupkat 7 P.. 5. Hahn 0 B 6. Bauer 5 Punkte. Gewerkschaftsbewegung Internationale Bergarbeiterföderation. Hannover, 2. Februar.( WTB.) Das Internationale Berg. beiterfomijee der Internationalen Bergarbeiterföderation trat gestern um 10% Uhr vormittags in Hannover zusammen. Die Sigung war um 5 Uhr beendet. Bertreten find: Deutschland durch Husemann, Limberg, Dr. Berger, Franz Schmidt; England durch Smith, Kool, Richardson, Ashion; Frankreich durch Quintin, Barch; Belgien durch Dejardin, Lombard; Tschechoslowakei durch Jarolim, Drapel; Desterreich durch 3manziger; Ungarn durch Paŋer; Polen burch Stanzty und Adamed. Nachdem zu Beginn der Sizung zuerst der in der letzten Zeit im Bergbau Berunglückten gedacht worden war, gab Smith- England den Finanzbericht. Einem englischen Antrag folgend soll nach der Entscheidung des amerikanischen Bergarbeiterverbandes die Einrichtung des Setretariats vorgenommen werden. Der Name des neuen Verbandssekretärs ist noch nicht bekanntgeg.ben worden. Wie wir durch eigenen Drahtbericht weiter erfahren, berichtete Herbert Smith, daß die überwiegende Anzahl der Landesorganifatio nen die in Brüssel für das Internationale Sekretariat norgesehenen Beiträge geleistet bzw. die Leiftung fest zugesagt haben. In der Montagssigung wird der Dames- Plan erörtert; die deutsche Delegation hat zu dieser Frage einen ausführlichen Bericht porgelegt. Außerdem ist die Entfendung einer Delegation nach Ruß Land porgesehen. Im Anschluß an die Beratungen ist die Besichtigung einer Kaligrube in der Nähe Hannovers geplant.. Die Presse war zu der internen Sigung nicht zugelaffen. Reformistische Gewerkschaftsarbeit der KPD.!. Die kommunistische Reichstagsfraktion wendet sich an die Be triebsräte der Berliner Betriebe mit einem Rundschreiben. Unter Hinweis auf die llebernahme der Regierungsgemalt durch die Schwerindustrielle Luther- Regierung", die für die gesamte deutsche Arbeiterschaft die ernſtesten Gefahren in sich berge, wird darauf hingewiesen, daß mehr denn je ein einiges 3ufammenwirten ber Barlamentarier mit den Betriebsräten und den Betrieben notwendig sei. In Erkenntnis dieser Notwendigkeit hat die kom. munistische Reichstagsfraktion beschlossen, regelmäßig mit den Bertretern der wichtigsten Betriebe Berlins zu Besprechungen und Be ratungen zusammenzutreten. Außerdem soll von den Betriebsräten ein sogenannter parlamentarischer Beirat gewählt werden, der jederzeit mit der Fraktion zusammen, arbeiten soll." Es wird dann zu einer Befprechung eingeladen, zu der, wenn irgend möglich, Vertreter entfandt werden sollen, die vom Betriebsrat ausdrücklich bestimmt sind. „ Erwünscht wäre, daß auch politisch nicht organisierte oder SPD. Kollegen, mo diese Möglichkeit besteht, entsandt werden." 00 An fich ist es tein Fehler, menn die fommunistischen Reichs tagsabgeordneten sich nunmehr für die reformistischen Wünsche der Arbeiter interessieren. Allein die Parlamentarier der KPD. müßten wissen, daß ihre Partei die Einheitsfront der Gewerkschaften erstrebt. Diese Einheitsfront wird mindestens mißachtet, wenn nicht gefährdet, sobald sich besondere Körperschaften außerhalb der Gewerkschaften und ohne jegliche Fühlungnahme mit ihnen des gewerkschaftlichen Aufgabengebietes zu bemächtigen ver fuchen. Es tönnen doch nicht heute Gothaer und morgen Burte huder Forderungen gestellt werden, wenn ein einheitliches Borgehen erfolgen foll. Ist die Sache jedoch anders gedacht, dreht es gelegenheiten, dann verstehen wir nicht recht, weshalb die PD. sich nicht um reformistische", sondern um politische AnFraktion des Reichstags sich an die Betriebsräte mendet, anstatt an ihre Parteigenossen in den Betrieben, falls sie nicht etwa die Abficht haben sollte, politische Baernfängerei zu treiben. 9 Die SPD. Kollegen pflegen sich in allen gewerf. fchaftlichen Angelegenheiten an ihre Gewertschaft zu wenden, in politischen Angelegenheiten aber an den Bezirks verband der SPD. oder in besonderen Fällen auch an die sozial demokratische Reichstagsfrattion. Sie gebrauchen dazu nicht die KPD- Fraktion, die zudem für fachliche und praktische Arbeit im Reichstag noch wenig Neigung befundet hat. NO tönnen nach allem nicht zulassen, daß die Betriebsräte Unfere SPD. Kollegen in den Betriebsräten als folche mit ter KPD.- Fraftion in Verbindung treten. Sie haben nicht darauf gemartet, bis die KPD.- Fraftion fich als fogenannter parlamentarischer Beirat" für ihre 3mede gebrauchen will Der Ingenieur bei der Reichsbahn-" Juspektor". Der Verband der Ingenieure der Reichsbahn wendet sich gegen die willkürliche Bezeichnung der Ingenieure als Inspektoren, die in der Personalverordnung der Deutschen Reichsbahngesellschaft festgelegt wurde. Für irgendwelche Titelschmerzen haben wir zwar nichts übrig, doch sehen wir auch nicht ein, warum die im Dienste der Reichsbahn stehenden Ingenieure diese Bezeichnung verlieren und zu Inspektoren" gestempelt werden sollen. Um eine Verdeutschung handelt es sich nicht, und die ziemlich nichtssagende Allgemeinbezeichnung Inspektor, wie sie jede Wach und und Schließgesellschaft eingeführt hat, und die beim Theater, Film, Birkus und verschiedenen anderen Stellen zu finden ist, fann als eine Verbesserung von Ingenieur" nicht angesprochen werden. Dennoch hält die Reichsbahn an ihrer neuen Bezeichnung fest. Wie der Verband der Ingenieure versichert, prallen alle Gin sprüche und alle Maßnahmen gegen den„ Inspet tor" an der Unnahbarfeit der Reichsbahngefell schaft ab. Die grundlose Einziehung des Jugenieurtitels wirft nach der Klage der Ingenieure umso deprimierender, als diese Reichs bahnbeamten gegenüber den Ingenieuren der Privatindustrie benachteiligt und in ihrem Ansehen herabgesetzt werden. Immerhin, wenn die Arbeiter, Angestellten und Beamten der Reichsbahn nur über ihnen nicht zusagende Amisbezeichnungen zu flagen hätten, fönnte man darüber hinweggehen. Es ist jedoch be Machtvollkommenheit zeigt. der deutschen Nähmaschinenindustrie und fieht hinsichtlich der in dieser Industrie beschäftigten Arbeiterzahl an zweiter Stelle in Deutsch land. Selbst nach der im Schiedsspruch vorgesehenen Lohnerhöhung steht Bielefeld von den sechs Hauptorten der Nähmaschinenindustrie an letter Stelle. Bereits mit Wirkung vom 19. Januar haben die Betriebe eine Erhöhung der Bertaufspreise der Nähmaschinen um 5 Prozent, der Spezialmaschinen um 8 Prozent beschlossen. Die Arbeiterorganisationen haben die bis zum 28. Februar laufende Vereinbarung über mehrarbeit gefündigt. Als zum gleichen Datum den Tarifvertrag. Es wird also zu einem Antwort darauf kündigte der Arbeitgeberverband der Metallindustrie Kampf in der Bielefelder Metallindustrie tɔmmen. Eroberung" in Bielefeld. versammlung der Berwaltung Bielefeld des Deutschen Metallarbeiter. Bielefeld, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In der General versammlung der Verwaltung Bielefeld des Deutschen Metallarbeiter. perbandes am Sonntag, den 1. Februar, wurde die Liste der Amsterdamer Richtung glatt gewählt. Die Richtung Mostau hatte auf die Einreichung einer eigenen Liste verzichtet. An der Abstimmung beteiligten sich 252 Delegierte, die Anhänger Moskaus gaben 20 ungültige Stimmzettel ab. Eine so flägliche Niederlage haben fie felbft in Bielefeld noch nicht erzielt. Die„ Eroberer" in Wilhelmshaven. Wilhelmshaven, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Bei den Wahlen zur Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter. verbandes in Wilhelmshaven- Rüstringen erhielt die Liste der tommunistischen 3ellenbauer nur wenige Stimmen. Mehr als neun Zehntel der Abstimmungsberechtigten votierte für die auf sozialdemokratischem Boden stehenden Kandidaten. Die Folge mar, daß die Kommunisten wederim Borstand, noch in der Ortsverwaltung einen Siß erhielten. Die Delegation der Saarbergarbeiter in Paris. Paris, 2. Februar.( WTB.) Die Bergarbeiterdelegierten aus dem Saargebiet, die sich zweds Lohnverhandlungen nach Paris begeben haben, sind vom Arbeitsminister God art und vom Minister für öffentliche Arbeiten Bentral empfangen worden Nach langen Besprechungen über die Lohnfrage ist man, wie Havas meldet, dahin übereingekommen, daß die Bergarbeiterdelegierten der Bollversammlung der Bergarbeiter Lohnvorschläge unterbreiten sollen, die grundfäßlich den Erhöhungen der Löhne im Norden Frankreichs und im Pas de Calais entsprechen und den besonderen Lebensbedingungen und der gegenwärtigen Wirtschaftslage im Saar. gebiet Rechnung tragen. Die beiden Minister haben bezüglich der übrigen von den Delegierten vorgebrachten Forderungen versprochen, diese im mohlwollendsten Sinne zu prüfen. eichnend, daß das neue Regiment felbft seinen Ingenieuren seine Funktionäre dafür zu sorgen, daß für jeden Betrieb Abholung erfolat Bewegung in der Bielefe der Metallindustrie. Bielefeld, 2 Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Gemertschaftsführer der Bielefelder Metallindustrie lehnten in einer Verfammlung am Sonntag einen Schiedsspruch des amtlichen Schlich tungsausschusses in der Lohnfrage ab. Bielefeld ist Hauptort JUAL Graphisches Gem- rbe. Morgen, Dien taa, nadm. 5 1hr, im Graphischen Bereinshaus"( Henning), Alegandrinenstr. 44, Ausgabe von Berbematerial Wir bitten unfere Buchbrucer-, Buchbinder- Steinbruder und Hilfsarbeiter Ber beausfchuß f. b. graph. Gewerbe. Buchbruder. Morgen, Dienstag, nadm. 5% Uhr, wichtige Frattione bornandsfigung im bekannten goral. Alle Bezirle müfien vertreten fein. Schriftliche Einladung ergeht diesmal nicht. 32: Otto Fiebler Berantwortlich für Bolitik: Ernft Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Eslorn; Feuilleton:.. Döfchez; Lokales und Sonstiges: Fris Rarftäbt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Boul Singer u. Co.. 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