Nr.56 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 29 Bezugspreis: hentlich 70 Pfennig, monati 3. Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags bailage Bolt und Reit" mit„ SiedJung und Aleingarten" fomie ber Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenftimme" crscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille Reklamezeile Beile 70 Pfennig. 4, Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Bort 20 Pfennig ( zuläffig zwei fettgebrudte Borte), jebes weitere Bort 10 Pfennig. Stellengesuche bas erfte Wort 10 Bfennig, jedes weitere Bott Bfennig. Borie über 15 Buchftaben zählen für amei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Bfennig. Anzeigen für bie nächste Shimmer müffen bis 4½ Uhr nachmittags int Sauptgeschäft, Berlin SW 68, LindenStraße 3, abgegeben werden. Geöffnet non 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Donboff 2506-2507 Dienstag, den 3. Februar 1925 Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bostscheckkonto: Berlin 375 36 Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft. Devontentane Lindenstraße 3 Vertuschungsmanöver der Regierung. Der Schwerindustrie 700 Millionen, dem Volk die Lasten!- Zweierlei Maß. Um das Budgetrecht des Reichstags. Die Haltung der Regierung bei der Erörterung des 700- Millionen- Standals im Haushaltausschuß des Reichstags war kläglich, wie ihr der demokratische Abgeordnete Dietrich entgegenhielt. Erst mit Mühe und Not fonnte sie dazu gebracht werden, dem Ausschuß die genauen Zahlen mitzuteilen. Der Deffentlichkeit hat sich eine große Erregung bes mächtigt. Die Frankfurter Zeitung", die dafür befannt ist, daß sie ihre Worte wohl abwägt, spricht von Miß trauen und Empörung gegen die Regierung, von unerhörter Berlegung des Budgetrechts des Reichstags. = Die Presse der Interessenten die Organe der Stinnes und Hugenberg, felbft Nuznießer dieser 700- Millionen Entschädigung, wie sie Nugnießer der Inflation woren fucht mit allen Zeichen der Verlegenheit und des Schuldbewußtseins zu vertuschen und zu verschleiern, soviel als möglich. Die Regierung hat eine Dentschrift angekündigt. Aber mehr. Sie wagte es gestern mittag, die folgende offizielle Beschönigungsnotiz in die Presse zu geben: Wie wir erfahren, wird, die im Haushaltsausschuß des Reichs tages seitens der Reichsregierung in Aussicht gestellte DentIrift zu der Frage der Erfagleistung für die unter dem MicumSystem von der Industrie ausgeführten Reparationslieferungen dem Ausschuß in wenigen Tagen zugehen. Gegenüber den schiefen und von völlig falschen Voraussetzungen( 1) ausgehenden Darstellungen eines Teiles der Bresse wird jedoch bereits jetzt in allgemeiner Hinsicht von ou ftändiger Stelle folgendes mitgeteilt: Der im Herbst 1923 gefaßte Entschluß der Reichsregierung, die Wiederaufnahme der Arbeit im besegten Gebiet durch die Zustimmung zum Abschluß der Micum- Berträge zu ermöglichen, war der Ausfluß des politischen Willens, den Weg der sogenannten Berjadungspolitik gegenüber den besetzten Gebieten unter feinen Umständen zu beschreiten.. Biele Kritiker scheinen heute keine Vorstellung mehr davon zu haben, wie es im Herbst 1923, nach Beendigung des pas. fiven Widerstandes, in dem besetzten Gebiet ausgesehen hat, soweit die Bejagungsmächte die Wiederaufnahme der Arbeit tatsächlich verhinderten. Die notwendige Voraussegung für den Ab. schluß der Micum- Berträge war die Zusicherung der Reichsregierung, nach erfolgter Ordnung der Reichsfinanzen für die unter dem Micum- System von der Industrie geleisteten Borschüsse auf Reparationslieferungen des Reichs Ersatz zu leisten. Nur so tonete allmählich Abhilfe geschaffen und äußerste Not von der Bevölkerung abgewendet werden. Die loyale Einlösung dieser damals übernommenen Verpflich tung deckt sich mit der bei Reichsregierung und Boltsgesamtheit in gleicher Weise herrschenden Ueberzeugung, daß die besetzten Gebiete nicht zur Reparationsprovinz für das Reich werden dürfen. Ueber alles einzelne, insbesondere über die Höhe der Zahlungen, wird die Denkschrift eingehend Auskunft geben." Das ist die schlechte Ausrede eines schuldbewußten Angeflagten! Wo sind die Tatsachen in diefer Beruhigungsnotiz? Wo ein Wort über die unerhörte Verlegung des Budgetrechts des Reichstags? Diese Notiz ist nichts anderes als der Versuch, den ungeheuren Standal zu vertuschen Hand in Hand mit der Presse der schwerindustriellen Interessenten arbeitet die Regierung an der Irreführung der Deffentlichkeit. Die empörenden Tatsachen schafft teine Vertuschung aus ber Welt. Die Schwerindustrie hat sich bereichert an der Inflation. Sie hat aus dem passiven Widerstand ein Geschäft gemacht. Sie hat selbst unter der Herrschaft der Micum- Berträge verstanden, die Lasten dieser Berträge zu einem großen Teile laufend abzuwälzen. Sie hat die Löhne der Ar beiter gedrückt. Sie hat in Gestalt eines fünstlich ges battenen e berpreises für Rohle eine Entschädigungsprämie erhalten. Sie hat tatsächlich in der Zeit der Micum Berträge teine Steuern gezahlt. übersteigt? Wer tontrolliert, wieviel gerade zur Zeit des Ruhrkampfes diese Wirtschaftsgruppe auf Kosten des Reiches verdient hat? Wer entschädigt das ganze deutsche Bolt für die Schäden der Inflation, für die Leiden des Ruhr tampfes? Das soll vertuscht werden. 700 Millionen Goldmart hat die Ruhrindustrie erhalten, die ganz Großen, die Konzerne, die kleinen haben nichts erhalten. Die Arbeiter haben in Gestalt gedrückter Löhne noch zuzahlen müssen. 700 Millionen Mart das ist fast genau der Betrag, den das Reich durch die ausländische Anleihe erhalten hat. Diefe 700 Millionen Mart sind ausgegeben worden ohne die Zustimmung des Reichstags, ohne daß die Regierung eine rechtliche Grundlage dafür hatte. Auf Herrn Stresemann, der diese Aktion eingeleitet hat, wie auf Herrn Luther, der diese Riesensumme ausgegeben hat unter Umgehung des Parlaments, ruht die Berantwortung. Sie haben erklären lassen, die Regierung werde um Indemnität einkommen. Es handelt sich nicht nur um die Gewährung von Indemnität für die Ausgabe der 700 Millio nen Es handelt sich darum, daß die Berechtigung der Ausgabe im einzelnen nachgeprüft werden muß. Es handelt sich darum, daß dem Parlament ein Rechnungs werf vorgelegt werden muß, das bis in die Zeit des paffiven Widerstandes zurückgreift. Es handelt sich darum, daß die Ansprüche eines jeden der Großforderer pon Entschädigungen genau geprüft werden müssen an der Hand von Grundfäßen, die das Parlament aufstellt. Es handelt sich darum, daß hineingeleuchtet wird in die finanziellen Beziehungen, die zwischen dem Reich und gerade dieser Wirtschaftsgruppe auf Kosten des Reiches unter Umgehung des Parlaments entstanden sind. Es handelt sich aber auch darum, daß der Reichstag sein Budgetrecht wahrt. Das Budgetrecht ist das höchste Recht des Barlaments im demokratisch- parlamentarischen Staate. Es selbst in kleinen Dingen zu mahren gegenüber einer Regierung, die es nicht streng beachtet, ist die Pflicht eines jeden Barlamentariers. Hier handelt es sich um eine unerhörte Verlegung des Budgetrechts des Reichstags. Ein Direktorium von der Art, wie es die Butschisten im Herbst 1923 ersehnten, hätte das Budgetrecht des Parlaments nicht traffer verlegen, hätte nicht einseitiger die schwerindustrielle Wirtschaftsgruppe im Westen auf Kosten des ganzen Wolfes begünstigen können! Die Herren der Regierung, die diese Verlegung des Budgetrechts zu verantworten haben, vor allem Herr Luther, der Reichskanzler des Rechtsblocks, sind dem Parlament nicht nur aufflärung bis ins fleinste, sie sind ihm Verantwortung schuldig, und jede wahrhaft demokratisch- republikanische Partei muß sie zur Berantwortung ziehen. Mit einer inhaltlosen und überheblichen Beruhi gungsnotiz und einer Dentschrift tommt diefer Standal nicht aus der Welt! Der Kern des Standals. Worauf die Regierung zu antworten hat. Aus bergbaulichen Beamtentreifen wird uns geschrieben: Bei einer fachlichen Beurteilung der vom Reichsfinanz ministerium an die Industriellen Westdeutschlands getätigten Bahlungen- es handelt sich nicht nur um Zahlungen an die Ruhrindustrie sind zwei Perioden zu unterscheiden: die des passiven Widerstandes und die der Micum Verträge. Während des passiven Widerstandes hat das Reich die unproduktiven Löhne und Gehälter erfetzt. Da ist zu fragen: # Ist die in solchen Fällen erzielte Werterhöhung der linternehmungen bei der endgültigen Verrechnung in Anrechnung gebracht worden? Oder hat überhaupt schon eine endgültige Verrechnung über die Ausgaben des Reiches für die unproduktiven Löhne stattgefunden? Der Bergbau hat dann außerdem noch besondere Entschädigungen für Materialaufwand er halten. Wie sind diese Beträge errechnet worden? War der Verbrauch an Material( Holz, Eisen, Mauersteine, Bement usw.) auch mußlos, wenn er für Neuaufschlüsse im Bergbau gebraucht wurde? Welche Aussichten eröffnen sich? Die Löhne der Ar beiter, die bei Neuaufschlüssen beschäftigt wurden, wurden erfett, weil sie unproduttiv" waren, und auch das hierbei verbrauchte Material wurde zum Teil oder aber auch ganz vergütet. Die Bergwerksbefizer haben also auf diese Art ihren Grubenbetrieb auf Kosten der Allgemeinheit erweitert. Ist diese Tatsache bei der endgültigen Berrechnung der Beihilfen zum paffiven Widerstand beachtet worden? Hat überhaupt schon eine e ndgültige Abrechnung stattgefunden? Wie hoch sind die Beträge, die das Reichsfinanz ministerium zur Stühung des passiven Widerstandes, nach dem Kurs des Auszahlungstages, verausgabt hat? Nun die Periode der Micum erträge. Als diese Verträge abgeschlossen waren und die Lieferungen mengenmäßig feststanden, haben die Bergbauunternehmer den Lohn gekürzt mit dem Hinweis auf die Micum- Lasten. 2m 1. Dezember 1923 stand der tarifmäßige Durchschnittslohn auf 5,25 M. für die Siebenstundenschicht. Ab 1. Januar 1924 wurde er auf 4,20 m. ermäßigt. Er betrug im März gar nur 4,06 m. Erst im April wurden Lohnausbesserungen zugestanden. Die Arbeiter haben also in der Form von Lohntürzungen einen Teil der Micum- Lasten getragen. Ist diese Tatsache bei der Verrechnung durch das Finanzministerium mit dem Ruhrbergbau beachtet worden? Herr Stresemann hat als Reichstanzler Mitte November 1923 den Unternehmern brieflich mitgeteilt, daß ihnen zunächst als Ersatz für die Micum- Lieferungen die Steuern erlassen würden. In dieser Zeit bestand die große Koalition nicht mehr, wie immer wieder behauptet wird. Die sozialistischen Minister waren mindestens 10 Tage vor dem Abgang dieses Briefes ausgeschieden. Es bestand nur das Rumpftabinett Stresemann. Während der großen Koalition hat Herr Stresemann an Herrn Stinnes geschrieben: „ Die Reichsregierung fann Ihnen und Ihren Freunden gegen. über weder eine Garantie für die Zahlung der Repa rations tohle, noch für einen Ersatz der beschlagnahmten Kohle, noch einen Ersatz für die Kohlensteuerbeträge übernehmen." Dieser Brief ist Mitte Oktober 1923 abgegangen. Als dann die große Koalition gesprengt war, schrieb Herr Stresemann an die Ruhrindustriellen den Steuernachlaßbrief. Sind nun die erlassenen Steuern in Auf rechnung getommen? Oder stehen diese Beträge noch außerhalb der zur Auszahlung gekommenen 715 Millionen Mart? etwa Ist ferner die Tatsache, daß der Ruhrkohlenpreis mit Rücksicht auf die Micum- Lasten besonders hoch gehalten wurde, um den Bergwerfen die Lasten zu erleichtern, wodurch aber die Ruhrkohlenverbraucher auch einen Teil der Micumlasten getragen haben, beachtet worden? An diesen Fingen fann die reichsregierung bei der Ausarbeitung ihrer Denkschrift nicht vorbeigehen. Sie erfordera eine fiipp und flare Beantwortung. Zweierlei Maß. Wie wurden die unproduktiven Lohn- und Gehaltsbeträge festgestellt? hat man sich da einzig und allein auf die Angaben der Industrie verlassen oder hat eine Nach= prüfung der einseitig gestellten Forderun 700 Millionen an die Industrie- aber Rückforderungen gen, die gemiß nicht immer bescheiden gewesen sein werden, stattgefunden? Sie hat ohne Kenntnis und Zustimmung des Reichs lags eine Entschädigung von 700 Millionen Boldmark erhalten. Ohne Kontrolle, ohne daß ein Barlamentsbeschluß über die Grundsäge der Entschädigung vorlag. Unwidersprochen wird behauptet, daß ein Konzern allein 150 millionen Marf erhalten habe- etwa den vierten Teil der ganzen Entschädigungssumme. Bon allen Seiten her hat die Schwerindustrie des Ruhrgebiets Tribut eingezogen auf Kosten der Allgemeinheit. Wer ton- Waren sie un produttiv, menn auch eine be trolliert, ob die Gesamtheit aller Entschädigungen, die sie deutende Werterhöhung der Unternehmun rhalten hat, nicht bei meitem mirtlige Säbenlgen zu ertennen war? Waren die Löhne der Arbeiter, die bei Erneuerungs- und Erweiterungsbauten und bei Neuaufschlüssen in den Gruben beschäftigt wurden, als im Laufe des passiven Widerstandes die Produktion immer mehr und mehr eingedämmt wurde, auch unproduktio? au die Gemeinden! Die Bertuschungsnotiz der Regierung versucht eine Berteidigung der Zuteilung von 700 Millionen an die Schwerinduſtrie ohne Parlamentsbewilligung und Kontrolle mit dem Grundsatz, daß diese Millionen ausgezahlt werden mußten, weil die besetzten Gebiete nicht zur Reparationsprovinz für das Reich werden sollten. Der Rechtsblock hat diesen Grundsatz nicht beachtet, solange er die reichen Großperdiener betraf. Bis heute haben die Arbeiter und Angestellten überhaupt nichts erhalten, bie meniger gui bemittelten Finnenbesitzer des besetzten Gebiets sind ebenfalls fast kaum entschädigt, und darüber hinaus geht die Bürgerblockregie- rung jetzt dazu über, von einzelnen Gemeinden noch Rück» Zahlungen aus der Zeit des passiven Widerstan- d e s zu fordern. Wo bleibt da der zur Begründung des 7I10-Mil> lionen-Skandals angeführte Grundsatz? Den Gemeinden ist es damals viel schlechter ergangen als den Jndustrieherren, die es bisher immer noch verstanden haben, groß« Losten auf andere abzuwälzen. Rund KV Proz. der Gesamtbevöl» kerung des besetzten Gebiets waren der öffentlichen Fürsorge über- wiesen. In langen Promenaden warteten diese Volksschichten vor den Amtshöusern, bis von ihren Gemeinden die neuen Geldschein« gedruckt waren. Ihr Zlufdruck richtete sich nach den in täglichen Rundtelegrannnen des Reichsarbeitsministeriums mitgeteilten Zahlen. Wenn das Ministerium z. B. telegraphierte: Der Erwerbs lose erhält für die halbe Woche 125 000 000 000 Mark, dann wurden eben Papier« mit einem solchen Aufdruck oerteilt. Run kam ez ober sehr oft vor, daß man für diesen Betrag zur Zeit seiner Aushändigung an die Erwerbslosen vielleicht gerade«in Brot kaufen konnte. Die hungernden aber machten ihren Anspruch an das Leben geltend, demonstrierten und oersuchten zeitweilig sogar zu plündern. Es war die Pflicht der Städte, diesen Zustand mög- liehst einzudämmen, und infolgedessen mußten sie für Nahrung sorgen. Sie ließen eben drucken und gaben ferner, was sie glaubten, vor dem Volk verantworten zu können. Jede Stadt des besetzten Gebiets hatte damals z. B. öffentliche Speiseanstalten. Was aber geschieht setzt? Seit vielen Wochen sind zahllos« Revisoren des Reiches >-'tn Stadtverwaltungen des besetzten Gebiets tätig und rechnen «ff Reichsmark von heute um, was damals an gedrucktem Papier mehr produziert wurde, als die bewußten Rundtelegramme aus Berlin für richtig hielten. Mit erstaunlicher Großzügigkeit gehen die Herren Revisoren vor. Von Düsseldorf oerlangt das Reich eine Rückzahlung von 1800 000 Goldmark für sogenannte Ueber- Zahlungen aus der hungerperiod«: Mettmann soll 180 000 M-, Solingen 80 000 M., Remscheid 100 000 M. und Ohligs 80 000 M. zahlen. Das sind nur einige Beispiele, die wir anführen, um die Grundsatztreue der Bürgerblockregierung zu charakterisieren. In Wirklichkeit grenzt die Zahl der Städte, die zu Rückzahlungen verurteilt ist. fast an die hunderte. Die Auszahlung von über 700 Millionen Goldmark an die Ruhrindustrie erweist sich also immer mehr als ein Skandal, der seinesgleichen sucht. Die Industrie erhält hunderte von Millionen ohne Nachweis der Bedürftigkeit, ohne jede Kontrolle— die Gemeinden des besetzten Gebiets aber, die während des passiven Widerstandes fast ihr Letztes hingegeben und die heute mit der Wohlfahrtspflege bis aufs äußerste belastet sind, werden in„groß- zügiger Form" kontrolliert und zur Zahlung von Summen ge- zwungen, die sie tatsächlich nie erhalten und nur im Interesse des gesamten deuffchen Volkes ausgegeben haben, hunderte von Rem- soren sind zu diesem Zweck tätig— während für die In- dustrie das Geld gewissermaßen zum Fenster hinausgeworfen wird. Die Gemeinden sollen nach- träglich für die Inflation büßen— die Industrie aber erhält neben ihren Jnflationsgewinnen von der Regierung de, Bürger- blocks noch einen besonderen Lohn auf Kosten der deutschen Arbeitnehme r.fchaft. hat die Weltgeschichte«inen größeren Skandal je gesehen? Die Kritik üer presse. ... Mißtrauen und Empörung. Die„Frankfurter Zeitung" schreibt: «Die Erregung über die ohne Bewilligung des Reichstags, ohne Kenntnis der Oeffentlichtest, ohne e�kne Haltbars gesetzliche Unterlage und vor allem ohne eine irgendwie g e. rechte Abwägung der hier so prompt und splendide erledigten Entschädigtenansprüchs im Verhältnis zu anderen Rechtsansprüchen an das Reich aus Kriegs- und Nachkriegszeit dauert in wetten Krei- fen an, auch nachdem der Reichstagsausschuß die Verhandlungen zu- nächst unterbrochen hat. Und in der Tat ist gerade das Verhal- ten der Vertreter des Reichsfinanzmini st eriums vor dem Ausschuß derart gewesen, daß es dem Mißtrauen, der Empörung nur noch Nahrung gab, statt Beruhigung zu schaffen. Daß das Bu d g e t r e ch t des Reichstags in unerhörter Weis« verletzt worden ist, daß die Regierung nicht nur Auf- klärung schuldet, sondern auch nachträglich Indemnität nachsuchen müsse, ist nach mehrtägigen Verhandlungen endlich zugegeben worden.. »Der mtt soviel Geheimnis umkleidete Vorgang erhält aber seine volle Beleuchtung erst dann, wenn man ihn mit dem so ganz anders ge st alte ten Schicksal der großen Schichten in Ver- gleich stellt, die wahrhaftig ebenfalls wohl begründete Ansprüche an die Gesamtheit zu stellen hotten und deren j ä m- merlicheLage so furchtbar mtt dem kontrastiert, was die Mäch- tigen der Großindustrie für sich durchzusetzen verstanden. Wir haben auf diesen furchtbaren Unterschied schon hingewiesen, und immer wieder kommen uns aus dem Publikum Stimmen, die es wieder- holen, Klagen über die furchtbare Schädigung der Ausland- deutschen, der Verdrängten, der Anleihebesitzer, vor allem derOpferdesKrieges selbst und der Hinter- bliebenen der Gefallenen. Herr Dr. Luther, der als Finanzminister ohne Rücksicht auf gesetzlich« Schranken gegenüber der Großindustrie das durchgeführt hat, was fein Kollege Dr. Strefemonn in Briefen an die Groß- industrie zuzusagen sich für befugt hielt, steht nun an der Spitze der Reichsregierung. Insoweit ist also auch die Kontinuität der Verantwortung gewahrt. Um ihre Lost, die tatsächliche und die moralische, ist er nicht zu beneiden." Die Schwerindustrie regiert. Die«Bossische Zeitung" schreibt: «Es ergibt sich mithin das folgende, für die d« u t s ch« n p o l i- tischen Verhältnisse höchst interessante Bild: die Schwer» industrie verhindert jahrlang in Deutschland die Rege- lung der deutschen Währung. Sie verdient an der In- flation und zahlt keine Steuern. sDenn selbst die Kohlensteuer hat sie sich ja stunden lassen.) Sie tritt begeistert für den Ruhrkampf ein und verdient noch einmal an der Inflation. Dem deutschen Boll müssen schließlich bei der Finanzregelung harte und ungerechte Steuern in Gold auferlegt werden. Die deutsche Schwerindustrie benutzt einen Teil des in der Inflation verdienten Geldes, um Presseorgane aufzukaufen und Nachrichtenorganisationen zu gründen, die das deutsche Volk darüber belehren, daß die Linksparteien die Unordnung der deutschen Witt- schaft verschuldet und das Volt mit ungerechten Steiiern belegt haben. Sie führt mit diesen Presseorganisationen einen Wahlkampf, der zwar nicht zum vollen Erfolg, aber doch zur vollen Veruneini- gung des deutschen Bolke» führt. Und dann lassen dieselben Schwerindustriellen, die die Steuerzahler durch die von ihnen beeinflußte Presse aufgeputscht und vor ihren Parteiwagen gespannt haben, sich aus den für all« Steuerzahler un- gerechten Steuern die Beträge für die Micum- Schäden bezahlen, bevor die anderenGeschädiyten Geld erhalten, und bevor das deutsche Volk durch seinen Reichstag darüber befinden kann, in welcher Weise denn die Schwer- industrie nun auch etwas zu den L a st e n beitragen muß, die aus diesen Dingen entstehen." Oer Cmüruck km fluslanS. Patts, Z. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Der von der sozial- demokratischen Partei aufgedeckt« Skandal der harter dem Rücken des Reichstag« an die Schwerindustrie gezahlten Entschädigungen hat hier das größte Aufsehen erregt. Die Blätter sprechen von einer Korruptionsaffäre, die an Ausmaß und der darin von den verantwortlichen Stellen bekundeten Skrupellostgkeit selbst die Panamaaffäre in den Schatten stell«. In den politischen Kreisen erregt man sich vor allem darüber, daß die deutsche Regierung die 800 Millionen, die st« durch tu« Dawes-Anleih« vom Ausland erhalten hahe, zu sieben Achteln zu ungesetzlichen Subventionen an die Schwerindustrie verwandt hat. Die nationalistischen Blätter ziehen daraus das Argument, daß Deutschland auch bei dieser Gelegenhett wieder einmal die Alliierten gründlich«ingeseist habe. Es habe die Geldgeber der ganzen Welt mobilisiert lediglich zu dem Zweck, um den Industriemagnaten an der Ruhr ein Geschenk von 700 Millionen Goldmark zu machen. Die preußische Negierungsbiiöung. Am gestrigen Tage hat nach den Meldungen verschiedener bürgerlicher Korrespondenzen der preußische Ministerpräsident Braun Verhandlungen mit dem Führer der volkspartcilicheu Landtagsfraktion, Herrn v. Campe, gepflogen. Ueber ihr Ergebnis wird amtlich keine Mitteilung gemacht, während die Telegraphen-Union zu melden weiß, daß die Unterredung ergebnislos verlaufen sei. Im Laufe des Nachmittags teilte Braun in einer interfraktionellen Besprechung der drei Koalitionsparteien mit, daß er feine Bemühungen um eine Regierungsbildung fortsetzen werde. Man nimmt infolge- dessen an, daß Braun nicht vor Mittwoch abend oder Donnerstag früh sich endgültig über Annahme oder Ab- lehnung der Wahl zum Ministerpräsidenten entscheiden wird. „Gott mit uns"'. Ein bezeichnender Streit. Im schwenndustttellen«T a g" lesen w«r folgende Histotte: «Die vor einiger Zeit geprägten neuen Dreimarkstück« tragen bekanntlich aus dem Rand die Umschrift:«Einigt e ir und Recht und Freiheit". Diese Worte, die dem zur beut- schen Nationalhymne erklärten Liebe«Deutschland, Deutsch- land über alles" entnommen waren, sind fett der einschneidenden Veränderung der polttischen Konstellation von m e h r e r e n Seiten b e a n st a n d e t(!) worden, und es ist ein heftiger Kamps darüber entbrannt, ob sie beibehatten werden, oder durch das früher««Gott mit uns" ersetzt werden sollen. Es liegen eine Reihe von Entwürfen für das neue Fünfmarkstück vor, aber in- folge dieser Differenzen über die Umschrift ist es zu einer engeren Wahl noch nicht gekommen." «Einigkeit und Recht und Freihett" ist allerdings für die neue Reichsregierung kein geeigneter Sinnspruch! Einig- keit will man nicht, das Recht soll die Dienerin der Macht sein und gar F r e i h e i t!— das ist eine blödsinnige Idee phantastischer Republikaner. Da ist«Gott mtt uns" doch viel besser zu gebrauchen. Gott war schon immer.mit den stärkeren Bataillonen, und er unrd auch mit dem stärkeren Portemonnaie sein. Bei dein 700-Millionen-Geschenk an die Ruhrindustrie Hot man schon einen ganz erfreulichen Anfang gesehen. Di« Hos- zeremonienmeisber der neuen«Gott-se!-Danl"-Regierung haben offen- sichtlich das richtige Fingerspitzengefühl. Der fluer-prozeß. Verleumde um zu verleumden. München. 2. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Da die Beklagten im Auer-Prozeh über ein Dutzend neue Beweisantrdge gestellt haben, um noch einmal nachzuweisen, daß Auer nach seiner Rückkehr aus dem Felde erhebliche Neuanschaffungen für seinen Haus» halt gemacht hat, lieh der Kläger am Montag alle jene Gegenstände in den Gerichtssaal schaffen, dazu ein P r e i s v« r z e i ch n l s, aus dem hervorgeht, daß diese Neuanschaffungen insgesamt etwa 100 Tu ausmachen. Der Zeuge Moses sagt aus. daß ihm nach Erscheinen der Broschüre Winter der Vorsitzende der KPD. Münchens, namens Koch, mttgeteitt habe, WMter und Kämpfer hätten sich bei der KPD. umihreAufnahmeangemeldet. Dieser Darstellung wird aber von den Beklagten widersprochen. Als nächster Zeuge gab der Schriftsteller Otto Graf, der früher als Landtagsabgeordneter der KPD. angehörte, später aber zur SPD. übertrat. Ausschluß über die sogenannte SPD.-Oppo- sition München, der auch er angehörte. Diese Opposition gründete sich auf drei Punkte, in denen sie eine von der Gesomtpattei ab- weichende Auffassung vertrat: 1. in der Frage des E r m a ch t i- gungsgesetzes, 2. nt der Frage der Stellung zum Kabinett Euno und 3. in der Frage der Reichs Politik in bezug auf Bayern und Sachsen. Diese Ooposttion sei aber nicht anders zu verstehen gewesen als in dem Sinne, wie es ja auch in den anderen Parteien einen rechten und einen linken Flügel gebe. Winter hat seine Broschüre als im Austrag der Opposition herausgegeben bezeichnet, ohne die Leute der Opposition vorher darüber zu verständigen. Als der Zeuge damals Winter auf die offensichllichen Unrichtigkeiten in der Broschüre aufmerksam machte, Die Sackgasse. Kürzlich fiel mir das erste Heft einer neuen künstlerischen Halb- Monatsschrift in die Hände, die den Titel«Die Straße" fuhrt. Als Redaktionsausschuß werden der Kunstkritiker Dr. Adolf B e h n e, der Zeichner George Groß und der aus dem Magde- burger Prozeß bekannte Journalist Franz Lehnhoff genannt. Unter den Mttarbeitern befinden sich u. a. Jakob Altmaier. Erich Mühsam und der von«Lachen links" her in guter Erinnerung stehende Erich Weinert. Man rechnet ferner auf Beiträge von Männern wie Karl Sternheim, Watter Mehring, Mynoma, Heinrich Zille, Ernst Toller(???), Heinrich Vogeler, Paul Oestretch, Alfvns Paquet u. a. Eine reichlich bunt zusammengewürfelte Gesellschaft. Wohin führt diese.Straße"? Die Redaktion des Blattes ist in der Zentralstelle der„Künstlerhilfe" im Berliner Sowjethause Unter den Linden 11. Im einlettenden Aufsatz«Der geöttc Schwurgerichts- faal" gibt uns Herr Lehnhoff«ein Paar Augen voll Magdeburg" und sucht uns im Hinblick auf Ebert einzureden, daß«verehrte sozial- demokratische Führer der Schwachen gegen die Starken, der ersten. allerersten Versuchung erlogen und Freunde der Starken gegen die Schwachen wurden", und daß fett 1918«die erwählten Führer der Schwachen, der Hungernden, Regierungen für die Retchen und Satten machtenl" Und in einem anderen Artikel wird der Kutisker- Barmat-Skandal als der«Sturz der deutschen Republik in eine bodenlos tiefe, eklige Kloake von Schiebertum und Korruption" de- zeichnet, um zu der sinnigen Schlußfolgerung zu gelangen:«Und dieser Fall der deuffchen Republik ist in Wahrheit der tteffte Fall der deutschen Sozialdemokratie." Nach diesen Wegweisern scheint die Richtung dieser«Straße" nach Moskau unverkennbar. Ach, lieber Leser, du ahnst es nicht! Es geht zwar auf dieser Straße weder intelllgeitt noch künstlerisch zu, aber es sind immerhin Intellektuelle, die sich aus ihr bewegen. Und die wirken wie das sprichwörtliche rote Tuch auf den kommunistischen Stier. Herr Lehn- hoff müht sich sogar ob, objektto zu erscheinen, indem er sich über Richard(Leichen-) Müller lustig macht, ihn als«Pottokassendefrau- dant der Revolution" bezeichnet und es Ebert zum Berdienst an- rechnet, daß er durch Abwürgung des Munitionsarbeiterstreiks die deutschen Arbeiter vor dem Theaterreoolutionär und Reoolutions- verröter Herrn Leiche bewahrt habe. Und�penn auch dies« Objekttvi- töt selber komödiantisch wirkt, so widerspricht sie doch allen kommu- nistischen Grundsätzen. So donnett denn auch in der„Roten Fahne" ein wuchtiges Strafgericht auf die im Grund so kindlich-unschuldigen Spaziergänger dieser„Straße" herab. Wenn Herr Lehnhofs Ebert als„Daterlandspanei" bezeichnet, so wirst man ihm vor. er mache es sich zur Aufgabe,„bte Person Ebert« herauszustreichen". Und eifervoll wird jede Berührung mtt einem Blatte abgeschworen,«das sich auf«n so tiefes politisches Niveau einzustellen beliebt". Das geschieht euch ganz recht, ihr Herren von der„Siraße"! Wer sich bei den Kommunisten anbiedern will, darf auch nicht um Haaresbreite von ihrer Dogmatil und Demagogie abweichen und muß selbst den leisesten Verdacht einer eigenen Meinung peinkichft vermeiden. Euer Ziel kann höchstens dann gut sein, wenn ihr es ganz verfolgt und jede Halbheit bekämpft. Ihr aber setzt euch aus zwei Halbheiten zusammen, die niemals«in Ganzes werden könnkn, sondern sich gegenseitig aufheben. Eure Straße ist eine Sack- gasse, die ins Dunkel führt, und ihr müßt schon einen anderen Weg einschlagen, wenn ihr von weiteren Kreisen ernst genommen werden wollt. Hubert Laskari. Note Nacht. Auf den Eintrittskarten zum Tragikomischen Abend, den Blondine C binger und Friedrich Hollaender am Sonnabend im Bechsteinsaal gaben, hat man vor Hollaen. ders uns ohnehin w erwollen Namen einen versehenllich mitgedruckten Doktortitel wieder durchgestrichen. Macht nichts, von uns bekommt der trotzdem stets siegende Hollaender für feine geschmackvollen Kom. Positionen einen dicken Lobstrich, und nicht weniger dick bestrichelt fit Bland ine Ebinger, die sie uns vermittelte. An sich gehört so etwas natürlich ins, leider mir am Kurfürstendomm, blühende gut« Kabarett, der vergröbernde Saal ermöglichte die Bekanntschaft dafür einem größeren Publikum. Die«l�i«der eines armen Mädchens", die vielen wohl noch neu waren, verdienen in der Tat größte Popu- laritöt. zu begrüßen fft es. daß sie demnächst im Sleno-Gotffchalk. Verlag, von Köche- Kollwitz illustriert, erscheinen werden. Diese Dichtungen sind so wettooll, weil sie von jener immer noch seltenen Ehrlichkett sind, die zugibt, daß das schlechchin Tragische und das schlechthin Lächerliche im menschlichen Leben verhältnismäßig selten ist: das Allgemeine fft das Tragikomffche. Hein«. Wedetind und Lautensack, Rmgelnatz, Mehring und Brecht, um nur ein paar Namen zu nennen, man mag den.ffkiragrk amikern" der deuffchen Literatur viele» zum Vorwurf machen, ihre Unbeherrschchett, ihre Unerzogen. heit, womöglich«ich ihre Kulwrlosigkett, vorausgesetzt daß man „landläufig" fühlt und denkt, zugeben muß bei aller seiner Kritik auch der größte Philister, daß jene zu den Wenigen gehören, die darauf verzichten. Btutreichtum und Herzhaftigkett zu gebirnlichen Ex- perimenten irgendwelcher Tendenz zu mißbrauchen. Auch Blondine Ebinger und Friedrich Hollaender sind erfrischend unkompliziert: Wort« und Musik der„Lieder eines armen Mädchens" spiegeln das Licht und das Nächtige, dos Frohe und das Trüb«, das Milde und da. Herbe unseres ganzen Erdenwandels wider, ohne im geringsten sentimental zu sein, machen sie lachen mtt» weinen zugleich. Hunger- künstlerin, Vollemädchen und Kurrendemaid, wir lachen euch nicht aus, denn euer verzerrtes Schicksal fft irgendwie doch unser aller Schicksal—„wenn ick mal dot bin", finden wir uns doch... Rasch, zu rasch, war der Abend zu Ende. Am Potsdamer-Platz greltten schnellen Tempos die Lichter, noch«Uten die Menschen ihren Vergnügungen zu, Dunst und Qualm enfftrömte den Restaurants. gedämpfte Melodieen entdrangen den Kaffeehäusern— das war zu leicht, zu flüssig, zu laut. Durch den Tiergarten ging ich dann noch spazieren, schwer hing die Regenlust noch zwischen den Bäumen, unheimlich gruselte das Wasser durchs Gestrüpp, ein lieber Mensch, mtt dem man sich gut unterhallen tonnte, begleitete mich— dos war zu dunkel, zu tief, zu ernst. und dann stand ich plötzlich an der Gedächwiskirche, zwischen den Kaffees der Patrioten, der Literaten, der Bürger, zwischen Schmuck- behangenen und solchen, denen es am edelsten stets dach aus den Augen glänzt, zwischen scheinbar Glücklichen und offenbar Unglücklichen, neben bettelnden Kindern und flehenden Frauen auch— deutlich, überdeutlich war hier unseres Daseins Mischung. Tragisch ist manches, komffch fft manches, tragikomisch ist alles in allem. Und deshalb gilt es die noch phrasenlcseste Kunst rein kapitalistisch eingestellten Sekt-ierern zu entreißen, dönn was jenen häufig nur Laune fft, fft uns blutiger Ernst. Schafft ein Arbelterkabarett! _ Erich G o t t g e t r e u. Ein zehnjähriger PräHistoriker. Das Märkische Museum, da» in diesen Togen die Feier seines öOjährigen Bestandes beging, und das nach mannigfachen Schicksalen eine bleibende Stätte in dem stllvollen Haffmann-Vau gefunden hat, entwickelt sich, von dem Interesse der Berliner und aller Freunde der Mark und ihrer de- sonderen Eigenart begünstigt, immer weiter zu einem der best- geleiteten, umfassendsten Institute seiner Art. Besonder, die Lei)?. kurse, die mit Anschauungsunterricht Hand in Hand zu gehen pflegen, vertiefen Kenntnis und Liebe zur Heimat. Für die ver- stäjönisvolle Art, wie an diesem Museum Unterricht erteilt wird, konnte Professor Dr. K i e k e b u s ch. der Vorstand der vorgeschicht- lieben Abteilung am Märtischen Museum, gelegentlich eines F-.'jt- aktes im Berliner Rathaus eine sehr bezeichnende Geschichte er- zählen. Bor einigen Iahren brachten ihm Arbeiter, die in der Röhe von Berlin Ausgrabungen vornahmen, prähistorffch« Schmuck- gegenstände, die sie eben gefunden hatten, mit dem Bemerken, die Schmuckstücke gehörten der alleren Bronzezeit an. Professor Kieke- busth war über diese mit großer Sicherheit voraebraQit« Be- ilimmung sehr erstaunt, um so mehr, als sie durchaus stimmt«. Natürlich wollte er denn auch wissen, woher die Erdarbeiter ihre Weishett hätten. Und da erfuhr«r. daß ein zehn, uhriger Junge. der um das Ausgrabungsfeld Herumbummelle, die Eegeifftönde als aus der alleren Bronzezeit stammend erkannt h?b«. Professor Kiekebusch suchte den Knaben auf und stellte die Frage, trn« er eine immerhin nicht ganz einfache Bestimmung mit solcher im- fehlbaren Sicherheit treffen könnte. Der Junge war um eine Ant- wort, dt« nichts zu wünschen übrig lieh, nicht verlegen. Da er den Gelehrten nicht persönlich kannte, gab er folgenden Bescheid, der seiner Berliner Schlagfertigkeit ebenso wie seiner prähistorischen Kritik das beste Zsuanis ausstellt«:„Wenn Sie. so wie ich. ständig die Kurs« des Märkischen Museums besuchen wurden, hätten Sie gleich erkannt, daß es sich um Funde aus der alteren BronzeAeü bandelt und hätten nicht erst lange herumrät� müssen. Der zehn. jährige Prähistsriksr spricht besser für das Mar.ffche Museum als jede Werbeschrift. Else casker.Schgler liest im nächsten Autorenabend der Volk,- dühne E. V. im Bürgersaal des Rathanse». Tie Vorlesun, findet am S.. abends 8 Ubr. statt. Ewlahkarten 50 Pf. Vi« Vremscre von Zrltz Black» Cnfisp'.el„Einmal Ist keinmal- ist weaei Erkrankung eines Darstellers von Dienstag, den auf Miliiuock, de, 4. ßebruar, verlegt worden. Die gelosten Billetts behalte» GAtiglell erwiderte diefer, bas miffe er sehr wohl, aber man müffe eben manchmal verleumden um der Berleumdung willen. Der Zeuge Bolln hals gab Auskunft über eine Besprechung, die am 7. November 1918 vormittags im Münchener Gewertschafts haus abgehalten wurde. Hier wurde Eisner wiederholt gefragt, ob er bei der Demonstration auf der Theresienwiese, die für nachmittags angelegt war, etwas Besonderes beabsichtige. Auf wiederholtes Drängen antwortete Eisner damals, daß er sich in das von den bei den Parteien USP. und SPD. festgelegte Programm einfügen und eigenmächtig nichts unternehmen werde. Nach dieser Be sprechung brachte Aner wiederholt zum Ausdrud, daß es das größte Unglüd wäre, wenn jezt eine Revolution ausbrechen würde, denn dadurch würde die ganze Entwicklung gestört. Der Beuge Sauber, der befanntlich furz vor Weihnachten zusammen mit Mühsam von der bayerischen Regierung begnadigt worden ist, gab an, daß ein großer Teil derjenigen, die am 7. November in München die Revolution machten, sich dagegen gewandt habe, daß Auer in das Ministerium Eisner eintrete, in der Ueberzeugung, daß mit Auer die Konterrevolution in die Regierung einziehe. Die Zeugenvernehmung wird am Dienstag zu Ende geführt. Eine verlogene Ausflucht. Soll Fechenbach ,, ehrlos" bleiben? München, 2. Februar.( BTB.) Wie der Landesdienst des Süd. deutschen Korrespondenzbureaus auf Erfundigung an zuständiger Stelle erfährt, sind vom bayerischen Justizminifterium die Strafen für die seinerzeit wegen Landesverrats verurteilten ech e n. bach, Gargas und Lembke herabgefeßt worden. So wurde die Zuchthausstrafe für Fechenbach von elf Jahren auf drei Jahre sechs Monate, die Zuchthausstrafe für Gargas von zwölf Jahren auf drei Jahre zehn Monate und die Zuchthausstrafe für Lemble ron 10 Jahren auf drei Jahre zwei Monate herabgemindert. Der im Zusammenhang mit diesen Strafen gegen die Genannten ausgesprochene Verlust der bürger. lichen Ehrenrechte bleibt bestehen. Diese offenbar inspirierte Nachricht des füddeutschen Korrespondenzbureaus scheint durch unsere Mitteilung über die juristische" Behandlung Fechenbachs veranlaßt zu sein. Für die erbärmliche Berlogenheit, mit der der Fall Fechenbach" behandelt wird, ist es bezeichnend, daß auch diese Notiz einer flaren Beantwortung der Frage, ob die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte im Fall Fechenbach für 11 Jahre aufrecht erhalten bleiben soll, aus weicht. Reine Antwort ist aber in diesem Falle auch eine Antwort. Die bayerische Regierung will Fechenbach weiter den Makel der Ehrlosigkeit anhängen. Sie scheint zu glauben, daß die Nichtaufhebung dieser Zusatzstrafe indireft für fie eine moralische Entlastung bedeutet. Um so mehr wird es Aufgabe des Reichstags fein, endlich auf gefeßlichem Wege die Möglichkeit des Wiederaufnahmeverfahrens bei den Urteilen bayerischer Boltsgerichte zu packen, da anders Fechenbach und mit ihm viele andere nicht zu ihrem Rechte fommen. Reichsverkehrsfragen im Hauptausschuß. Im Haushaltsausschuß des Reichstages wurde der Etat des Reichsverkehrsministeriums behandelt. Abg. Dr. Dietrich- Baden( Dem.) verwies auf die große 3ah! Don hohen Beamten in diesem Ministerium, welchem doch bei weitem der größte Teil seiner Arbeit verloren gegangen ist, hin und verlangte forgfältige Prüfung des personellen Bedarfes im Unter ausschuß. Er wandte sich nicht grundsäglich gegen die Absicht, ein Reidsmasserstraßengesetz zu erlassen, warnte aber vor einer zu starten Zentralisation des Wasserstraßenwesens in Berlin, da dieses überhaupt nicht zentraliter verwaltet werden könne. Wenn das Ministerium neben seiner politischen Aufgabe der Wahrung der Rechte des Reiches gegenüber der Eisenbahn, noch Wasserstraßen, Luft- und Kraftfahrwesen bearbeiten solle, so habe es genügend Aufgaben. Abg. Leicht( B. Bp.) hielt es für notwendig, daß die Hoheits rechte der Länder auch in den Fragen des Verkehrs genügend berücksichtigt werden. Was den Kraftverkehr anginge, so sei damit ohne Zweifel eine starte 25nugung der Landstraßen ver bunden, so daß es notwendig sei, den Gemeinden und Ländern eine ausreichende Steuer zu gewähren. Angesichts der tommenden internationalen Bestimmungen für den deutschen Luftverkehr müsse das Reichsverkehrsministerium alles tun, um den Luftverkehr zu fördern. Abg. Dr. Cremer( DBp.) mies auf die Gefahr für die Weichselschiffahrt hin, die durch polnische Vernachlässigung des Flußbettes drohe. Nach einer furzen Erwiderung des Ministers wurde die allgemeine Debatte über die Abteilungen für Wasser Straßen, Luft- und Kraftfahrtsmefen des Minifteriums abgefchloffen. Heute werden die zahlreich eingebrachten dies bezüglichen Anträge zur Abstimmung kommen. Bürgerliche Moral. Die Geschäfte eines Stadtverordneten. Oldenburg, 31 Januar.( Eigener Bericht.). Einen bösen Reinfall der vereinigten bürgerlichen Barteien hat jetzt die oldenburgische Stadt Rüstringen erlebt. Dort hat der Führer der Bürgerlichen Bereinigung innerhalb des Stadtparlaments, der Kaufmann Matthias übben, vor einigen Monaten einen städtischen Kredit von 20 000 Mart nachgesucht und auch erhalten. Der Kredit war laut Stadtratsbeschluß für das faufmännische Unternehmen des Herrn Hübben bewilligt worden, bei der Abhebung der Summe aber gelang es Herrn Hübben, diese auf das Konto der Firma Nordlandwerte", an der er beteiligt war, schreiben zu faffen. Die Nordlandwerke" find nun inzwischen verfracht, Gelb ist natürlich nicht zu haben. Herr Hübben, der für das Geld haftbar ist, weigert sich, Deckung zu beschaffen. Vom Magistrat aufgefordert, feinen Verpflichtungen nachzukommen, hat er bisher mit traurigen Ausflüchten beantwortet. Unser Rüstringer Parteiorgan, die„ ReUnser Rüstringer Parteiorgan, die" Republit", fordert angesichts dieser Dinge Herrn Hübben auf, sofort fein Stadtratsmandat niederzulegen. Interessant ist, das Herr Hübben innerhalb der städtischen Körperschaften der Wort führer der Bürgerlichen war und noch vor zwei Monaten gelegentlich der Wahlen zur Stadtverwaltung die Moralpaute gegen die- Gozial demokratie trommelte! Wie die Dinge liegen, dürften die städtischen Steuerzahler die Leidtragenden bei dem gutbürgerlichen Handels. geschäft des Herrn Hübben sein. Die Verpflichtungen des Barmat- Konzerns. Begründung einer Treuhandgesellschaft. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: In den Räumen der Preußischen Staatsbant( Seehandlung) Als Referent verwies Abg. Dr. Qua at( Dnat.) darauf, das wurde am 31. Januar unter der Firma Liquidations- und Treu wurde am 31. Januar unter der Firma Liquidations- und Treu durch die Schöpfung der Reichsbahngesellschaft die Organisation des hand- G. m. b. 5." eine Treuhandgesellschaft gegründet, Reichsverkehrsministeriums tiefgreifend geändert sei. Was die dic den Zwed hat, die Verpflichtungen des Barmat- Konzerns abzu. Binnenwasserstraßen beträfe, fo fet durch die Reichsverrideln Mitglieder des Aufsichtsrats sind: von seiten der Gläubiger faffung bie einheitliche Leitung dieser Berkehrsfragen durch Staatssetretär Sautter, Ministerialdirektor Klaute, Präsident Das Reich vorgesehen. Dies widerspreche in gewissem Sinne dem Dr. Stoeber, Staatsfinanzrat Bretenfeld, Bürgermeister föderativen Grundcharakter des deutschen Staatswesens, werde aber der Entwicklung des modernen Bertehrs gerecht. Immerhin müsse man sich gegenwärtig halten, daß die Länder durch den Berluft ihrer Staatsbahnen schon in dem wichtigsten 3weig ihres Berkehrswesens mediatisiert worden seien, so daß ein gewisses Widerstreben gegenüber dem unitarischen Ziel der Reichsverfehrs verwaltung begreiflich sei. Redner erörterte dann noch zahlreiche Probleme auf dem Gebiete des Luftverkehrs- und Kraft. pertehrswesens. Er schloß mit der Feststellung der großen Biele und Aufgaben, die in Zukunft das Berkehrsministerium noch habe. Reichsverkehrsminister Dr. Krohne begründete es, warum das Reichsverkehrsministerium in seiner bisherigen verkleinerten Gestalt aufrechterhalten wird. In erster Reihe fpreche hier das außenpoli. tische Moment mit. Durch das Bestehenbleiben des Verkehrsminifteriums werde bezeugt, daß das Reich den Wunsch auf den Wieder besiz der Eisenbahn nach Ablauf der vereinbarten Bertragsdauer für die Reichsbahngesellschaft niemals aufgebe. Dann aber eröffneten fich durch die Schöpfung der Reichsbahngesellschaft auch ganz neue Berkehrsprobleme. Es sei mit Bestimmtheit zu hoffen, daß die Reichsbahn ihre Aufgaben zum Besten der deutschen Berkehrs- und Wirtschaftsverhältnisse erfüllen werde. Andererseits sei es aber auch, nachdem die Reichsbahn nun einmal zum Reparationsfattor gewor. ben, notwendig, im Verkehrsministerium eine Organisation zu be. figen, die als einziges und wichtigstes Ziel die Förderung der deutfchen Verkehrsintereffen zu verfolgen habe. Dabei dürfe felbftver. fländlich keine Rede davon sein, die Eisenbahn etwa durch Kontur. rierung reparationsunfähig zu machen. Aber die großen Verkehrs. möglichkeiten, die auf dem Waffer, auf der Landstraße und in gewissem Grade auch schon in der Luft sich eröffnen, und die den Aufgabenfreis des Reichsverkehrsministeriums ausmachen, wer. den ficherlich auch förderlich auf die pflegliche Behandlung der deut fchen Eisenbahnpolitik zurüdwirken. Im weiteren Berlauf seiner Ausführungen wandte sich der Minister den Einzelfragen des Ber. tehrswesens zu. vertehrsministeriums. Abg. Gildemeister( DBpt.) betonte in feinem Rorreferat ebenfalls die außerordentlich wichtige wirtschaftspolitische Aufgabe des Reichs Abg. Engberding( Dpt.) äußerte fich ausführlich über die Bebeutung der Binnenfchiffahrt, über ihre schwierige Lage und über das Versagen des Schlepp monopols auf dem mit tellandfanal Im Auftrage seiner Bartet forderte er in meh. raren Anträgen und Interpellationen 1. die Uebertragung der staat lichen Schlepperei auf dem Mittellandkanal an eine gemischtwirtfchaftliche Gesellschaft unter Beteiligung des Reiches; 2. bie Gr höhung der für den. Ausbau des Rippefeitentanals pon Lippstadt bis Wesel eingesetzten Summe von 12 auf 30 Millionen; 3. fordert er, daß vor Beginn des Ausbaues des Mittelland. fanals der Reichstag bezüglich der Linienführung nochmals ges hört wird; 4. fordert er die beschleunigte Fertigstellung der britten Schleuse bei Münster in Westfalen. Abg. Schumann( Soz.) a D. Machowig, Generaldirektor Heinze, Finanzrat Dr. Weidling und folgende Abgeordnete: Reichstagsabgeordneter Ministerialdirektor a. D. Deusch, Landtagsabgeordneter Brunt. Reichstagsabgeordneter Reichsminister a D. Dernburg, Reichs, tagsabgeordneter Dr. Hilferding. Vorsitzender des Aufsichtsrats it Reichsminister a. D. Dernburg, Stellvertreter find Staats. fetretär Sautter und Präsident Dr. Schroeder; zum Geschäftsführer der Treuhandgesellschaft wurde der Kommerzienrat Manasse be. stellt. Die Geschäftsräume befinden sich in der Behrenstr. 25( Deutsche Merturbant). Ueber den Wert der der Treuhandgesellschaft übertragenen Pfänder und sonstigen Vermögensftüden fann zurzeit nichts Ab schließendes gesagt werden, da wichtige Korrespondenzen und Bücher sich zurzeit noch in den Händen der Untersuchungsbehörde befinden. Deren Freigabe steht zu erwarten. Gefährdung der Postkredite? Die Sicherheit der von der Reichspoft gegebenen Kredite ist ftart gefährdet. Die allgemeine Garantie Bant A.-G. in Berlin, eine Versicherungsbant, die in enger Verbindung mit dem Versicherungskonzern Deutscher Lloyd steht, ist bei der Staatsanwaltschaft wegen Kreditbetruges in Höhe von etwa 1 Million ongezeigt worden. Die Bant behauptet, daß die Anzeige einer Begründung entbehre und lediglich einen Racheaft darstelle. Die Garantie- Bank hat in der letzten Zeit mehrfach zu ungünstigen Beurteilungen Anlaß gegeben. Sehr bemerkt ist besonders worden, daß sich namhafte Rückversicherungsgesellschaften, bei der die Garantie- Bant die Poft und Staatsbankkredite, die der Barmat Konzern bekommen hat, rüdversichert hatte, sich von der Garantie- Bant zurückgezogen haben. Die Garantie- Bank beBerpflichtung drücken wollten, im Notfalle für die Barmat Kredite hauptet, daß die Rückversicherungsgesellschaften sich nur um ihre der Post gegenüber einzustehen. Die Rückversicherungsgesellschaften behaupten dagegen, daß sie von ihren Berträgen mit der Garantie Bank zurüdgetreten sind, weil diese unter falschen Borausseßungen zustande gekommen seien. Die Folge von diesen Auseinander fcgungen ist eine schwere Gefährdung der Postkredite, die Staats gelber sind. Die Garantie- Bant feibst, die lebiglich eine Spigen organisation von Rückversicherungsgesellschaften ist, fann natürlich die Mittel, um die Bost schadlos zu halten, nicht selbst aufbringen, menn sich die eigentlichen fapitalsstarten Versicherungsgesellschaften, die die wirklichen Träger der Bürgschaften sind, zurük. ziehen und irgendwelche Zahlungsverpflichtungen bestreiten. | quartieren nicht zurüdgegriffen zu werden braucht, zeugt von des überaus großen Gastfreundschaft der Magdeburger Bevölkerung. Der 22. Februar wird die größte politische Kundgebung, die je in Deutschland stattfand. Deutsche in Sowjetrußland. Eine sozialdemokratische Interpellation. Die sozialdemokratische Fraktion hat im Reichstag folgende Kleine Anfrage eingebracht: Seit faft drei Monaten filzen zmei in Moskau. Die russische Regierung hatte ihnen nicht nur die deutsche Studenten, Rindermann und Wolfcht, im Gefängnis Einreise erlaubnis bereidwilligst erteilt, sondern ihren Unterstügung in Aussicht gestellt. In der Tat erhielten sie fostenlose Fahrt nach Mostau, wo ihnen eine Wohnung angewiesen und andere Erleichterungen gewährt wurden. Doch wurden sie von Anfang an sehr scharf von der Polizei überwacht. In der Nacht vom 26. zum 27. Oftober 1924 wurden fie plötzlich aus dem Beit sie in dem berüchtigten Gefängnis der Tscheta festgehalten. Die geholt und in Untersuchungshaft gebracht. Seit dieser Zeit werden Intervention des deutschen Botschafters ist beachtet geblieben. Am 13. November erst erklärte die Tschefa, die Studenten wären wegen Teilnahme an Spionage" ver haftet worden. Es soll sich angeblich um„ wirtschaftliche Spionage" handeln. Bei den Studenten wurden Briefe an deutsche Firmen gefunden, in denen sie um Beihilfe für ihre Reises taffe baten und versprachen, den Firmen Absatzquellen in Rußland nachzuweisen. Die Firmen sind übrigens darauf gar nicht eingegangen. Die Festhaltung stellt sich daher als einer der zahlreichen Willkürakte der Ticheka dar. " LIT Wir fragen deshalb die Reichsregierung, welche Schritte sie zu ergreifen gebentt, um endlich die Freilassung der deutschen Studenten durchzusetzen? Wir fragen schließlich, ob die Reichsregierung die Deutsche Bot schaft anweisen will, festzustellen, welche Deutsche in russischen Gefängnissen gehalten werden und ob sie bereit ist, auf ihre Ent. haftung, soweit es sich nicht um gemeine Verbrecher handelt, mit dem gebotenen Nachdrud hinzuwirken?" Die Sozialisten und Herriot. Die meisten Bezirkstage für Unterstützungspolitik. Paris 2. Februar.( WTB.) Auch in der Provinz haben wie in Paris selbst Bezirksparteitage der sozialistischen Partei zwecks Vorbereitung des Kongresses, der am 8. Februar in Grenoble zusammentritt, stattgefunden. Der Bezirksparteitag, des Departements Pas de Calais hat in ens beschlossen, die Resolution über die unterstügungs. 1924 angenommen hat, aufs neue zu bestätigen, jedoch von den politit, die der Nationalrat der Partei am 1. und 2. November sozialistischen Abgeordneten zu verlangen, daß sie von der Regierung Die rasche und vollständige Berwirklichung des vom Ministerpräsi denten Herriot in einem Briefe an die sozialistische Partei vom 2. Januar 1924 aufgestellten Programms erreichen. Im übrigen wird die einheitliche Abstimmung der Kammerfrattion gefordert. Der Bezirksparteitag des Nord. Departements hat in. Lille Die Beibehaltung der Unterstügungspolitik befchloffen, folange die Regierung Herriot ihren Berpflichtungen treu bleibe.. Paris, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Delegierten versammlung des Jfere- Departements( Grenoble) protestiert in einer Entschließung gegen die Nichträumung der Kölner 3one und fordert eine volle Aufklärung der Deffentlichfent über den Stand dieser Frage... Der Endkampf um die Botschaft beim Vatikan Paris, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Kammer hat am Montag die in der vergangenen Woche zurückgestellte Distuffion über das Kapitel 9 des Budgets des Auswärtigen begonnen, das die Kredite für die diplomatischen Bertretungen Frant. reichs im Auslande anfordert, jedoch keinerlei Betrag für die Gesandtschaft beim Vatikan enthält. Die Rechte hat sich natürlich Die Gelegenheit nicht entgehen laffen, den vor einigen Tagen durch die Annahme des Schlußantrages unterbrochenen Kampf um die Aufrechterhaltung der Gesandtschaft wieder aufzunehmen. Da die Geschäftsordnung es nicht ermöglicht, einen Antrag auf Wieder herstellung des von der Regierung gestrichenen Krcdits zu stellen, hat die Rechte am Montag beantragt, das ganze Kapitel an die Kommission zurüd zu verweifen. Das Manöver hat aller dings feine Aussicht auf Erfolg. Das weiß man auch auf dest Bänten der Opposition, der es nur darum zu tun zu sein scheint, durch systematische Obstruktion die Verabschiedung des Budgets Stommission liegen nicht weniger als 30 Wortmeldungen vor. Es zu verschieben. Zu dem Antrag auf Zurüdverweisung an die Mehrheit entschlossen ist, dieser zwecklosen Auseinandersetzung unter werden jedoch höchstens 5 oder 6 Redner zu Wort kommen, da die allen Umständen am Montag oder Dienstag ein Ende zu machen. Die Regierung wird zu dem Antrag der Minderheit die Ber trauensfrage stellen, und wenn auch eine fleine Gruppe un Briand und Loucheur gegen das Kabinett stimmen wird, so verfügt dieses doch über eine ausreichende Mehrheit. Erit nach der nicht mehr zweifelhaften Ablehnung des Rückverweisungsantrages durch die Kammer wird die eigentliche Diskussion über den Artikel selbst eintreten fönnen, und auch hierfür sind bereits etwa drei Dutzend Redner eingeschrieben. Von der Linken werden u. a. die Abgeordneten Blum und Renaudel sprechen. Kontorbat für Elfah- Bothringen fortbeftehe. Er schlage deshalb im Im Laufe der gestrigen Sigung erflärte Herriot, daß das Einverständnis mit der Finanzfommission vor, 58 000 Frank für einen Missionschef beim Batilan zu bewilligen, der die Ber tretung der elsaß- lothringischen Angelegenheiten weiterzuführen hätte, der von einem Archisbeamten und einem Legationssekretär begleitet würde. Diese Erklärung rief unter einem Teil der Sozialisten und Radikalen erhebliche Unruhe hervor, so daß der Präsident die Sigung unterbrechen mußte. Die Abschaffung beschloffen. Schließlich wurde die von der Opposition beantragte Rud. verweisung an den Ausschuß mit 314 gegen 250 Stimmen abgelehnt. Damit hat die Kammer der Beseitigung der französischen Botschaft beim Bafifan zugestimmt. Letzte Nachrichten. Flugzeugunglüe. Magdeburger Reichsbannertag. betonte, daß die Berkehrspolitik für Wafferstraßen eine einheitliche Aufmarsch der Hunderttausend. fein müsse. Insbesondere müßte die Einheitlichkeit der Rechtsverhältnisse auf diesem Gebiete gewahrt sein. Gegen Bundesvorstand des Reichsbanners Echwarz Rot Gold mitteilt, Magdeburg, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Wie ber über den Wünschen des Vorredners, die Linienführung des im Bau befindlichen Mittellandfanals in letzter Stunde noch zu ändern, be- baben sich zum Reichsbannertag am 22. Februar bereits so fürchtete der sozialdemokratische Redner, daß durch Gewährung viele Teilnehmer gemeldet, daß die erwartete Bahl von Hundert solcher Wünsche die Vollendung des Mittellandkanals vielleicht auftaufend nicht nur erreicht, sondern noch überschritten werden Jahrzehnte hinaus verzögert werden könnte, was unter feinen Um wird. Die von mancher Seite lautgewordene. Befürchtung, es Cübed, 2. Februar.( WTB.) Nach einem Höhenrekordflug ver ständen anginge. Ueber die Linienführung des Mittellandtanals fei tönnten sich Schwierigkeiten bei der Unterbringung folcher Maffen unglückte heute obend auf dem Flugplatz Travemünde das Flugzeug Jahr um Jahr geftritten worden, bis endlich der Plan endgültig ergeben, find unbegründet. Erwünscht ist aber, baß alle unsere der Caspar- Berte, nachdem es den bisherigen Welthöhenrekord feftgelegt worden sei. Jekt dürfe durch solche Wünsche keine Ber. Kameraden, die nach Magdeburg fahren wollen, durch ihre Drts- für derartige Flugzeuge bedeutend überboten hatte, Kurz vor der zögerung in das große Unternehmen getragen werden. Bezüglich gruppen sich sofort melden laffen. Erfahrungsgemäß entscheiden Landung stürzte der Apparat aus der geringen Höhe von bes Luftverkehrs müsse alles mögliche geschehen, um die brosselnden sich viele Leute erst in den letzten Tagen. Auch für diesen Fall ist 50 bis 60 Metern aus noch nicht geklärten Gründen auf den Flug. Bestimmungen, die jetzt leider noch in Geltung find, zu beseitigen. Abg. Schüß( Komm.) verlangte u. a. Ausbau der Betriebsräte Borforge durch Bereitstellung einiger taufend Referbequartiere plaz ab. Der Pilot Münnich aus Hamburg und der Beobachter organisationen im Bereich der Verkehrsverwaltung. getroffen worben. Daß bis jegt auf die Bereitstellung von Maffen- Stiegert, ebenfalls aus Hamburg, find tot. Gewerkschaftsbewegung Tagung der Bergarbeiter- Internationale. Hannover ,, 2. Februar.( Eigener Bericht.) Die anhaltende Depression auf dem Weltfohlenmarkte und die sie begleitenden Jozialen Bewegungen in allen bergbautreibenden Ländern gaben der Bergarbeiterinternationale, dessen Exekutivkomitee am Sonntag, den 1. Februar im Gewerkschaftshause Hannover zusammentrat, Beranlaffung, sich mit der Auswirkung des Dames Planes, befonders auf die deutsche Kohlenwirtschaft, zu beschäftigen. Der Deutsche Bergarbeiterverband hat dazu als Diskussionsgrundlage eine Dentschrift ausgearbeitet, die bemerkenswerte Angaben über die Entmidlung des Reparationsfohlenproblems bis auf den heutigen Tag enthält. Unter dem Titel Reparationen ganz ab wurde Deutschland im Bersailler Vertrage gezwungen, den Altierten für die Dauer von zehn Jahren Höchstbezugsrechte auf Kohle und Rots einzuräumen, deren Ausmaß sich bis zu 4 Mill. Tonnen monatlich belief. Bei unveränderter Wirksamkeit würde fich demnoch für 1925/26 eine Höchftmenge von 27,4 Millionen Tonnen, d. h. monatlich 2,283 Millionen Tonnen errechnen. Die tatsächlichen Anforderungen der Reparationstommiffion haben sich jedoch stets unter den benannten Marimalmengen gehalten, denn gesehen von der Erfüllbarkeit solcher Forderungen aus einer burch Berlufte mefentlicher Sohlenbecken empfindlich geschwächten beutschen Kohlenwirtschaft hat eine Aufnahmefähigkeit für Reparationsfohlen in diesem Ausmaße bei den empfangsberech tigten Ländern( Frankreich mit Luremburg, Belgien und Italien) niemals bestanden. Deutschland und vor allem feine Bergleute, die fich zu wiederholten eberarbeitsabtommen bereit fanden, haben es an ernsten Anstrengungen, durch Erfüllung der Kohlenverpflichtungen dem Lande den Frieden zu erhalten, nicht fehlen laffen. Die einseitige Festsetzung der Lieferprogramme führte zu den unnatürlichsten und unwirtschaftlichsten Verhältnissen in der deutschen, aber auch in der ausländischen Kohlenwirtschaft; hier durch wachsende Kohleneinfuhr, dort durch Preis. unterbietungen mit billiger Reparationsfohle. Tros alledem hat Deutschland an die Entente vom Beginn der Lieferungen bis Ende 1922 rund 56 Millionen Tonnen aufgebracht. Eine Differenz zwischen Liefersoll und Liefermenge für die Gesamtheit der Reparationslieferungen während 1922 von nur 7,8 Proz.( für Frankreich und Luremburg allein von 8,2 Proz.), diente den Westmächten als Borwand zur Besetzung des Ruhrgebietes, unt dem Blah zu machen. Die Menge der 1923 gelieferten bzw. requirierten Rohlen beziffert fich auf 7 625 386 Tonnen die endgültige Ziffer dürfte um ctma 200 000 Tonnen höher sein. In der ersten Jahreshälfte 1924 gingen 9 598 512 Tonnen an die Entente. Bänder schichte. Auch die freie deutsche Rohlenausfuhr ist gegen früher so zusammengeschrumpft, daß sie die Verschiebungen im inter nationalen Kohlenhandel nicht begründen fann. Bielmehr macht sich wegen der verminderten Absatzmöglichkeit bei gesteigerter Förderung überall ein vermehrtes Ausfuhrbedürfnis geltend. Es liegt im Wesen des kapitalistischen Wirtschaftssystems, daß bei dieser Sachlage der Wettbewerb leicht Formen annimmt, bei denen die Bölker, insbesondere hier die Bergarbeiter, Schaden leiden. Diese Tatsache sollte der Bergarbeiterinternationale Beranlassung sein, mit vermehrtem Eifer an der Herausarbeitung der erstrebten internationalen Regelung der Kohlenwirtschaft unter Anteilnahme der Bergarbeiter zu wirken. Die Verwirklichung dieses Sieles würde eine sinnvolle Ergänzung des Dawes- Planes bedeuten. Das Sekretariat der Bergarbeiterinternationale befaßte fich heute mit dem von der deutschen Delegation vorgelegten Bericht über die Auswirkung des Dames- Planes. Am Schluß der Debatte wurde folgende Entschließung angenommen: Das Internationale Bergarbeiterfomitee nimmt Renntnis von dem vorgelegten Bericht der deutschen Delegation über die Aus" ausbruch) in der Fachabteilung für Ofenseger des Arbeitsnachweises der Stadt Berlin 145 851 arbeitslose Tage gezählt, d. h. durch schnittlich für jeden Berufsangehörigen 81 arbeitslose Tage im Jahr. Es blieben also nur 39 Arbeitswochen für in Arbeit stehende Ofensetzer. In der Nachkriegszeit verschlimmerte fich dieser Zustand. Die Zahl der Berufsangehörigen ging immer weiter zurüd. Anfang des Jahres 1924 fonnten in Berlin nur noch ca. 800 Ofensetzer ge= zählt werden, während die Meisterschaft" eine mindestens ebenso hohe Bahl aufwies. Trotzdem im letzten Halbjahr 1924 die Bautätigkeit etwas einsetzte, war durchschnittlich jeder Ofenseger noch 103 Tage im Jahre ohne Beschäftigung. 1923 waren es sogar durchschnittlich 115 Tage. Eine ganz turze Zeit, 4 bis 6 Wochen lang, bestand allerdings eine Nachfrage nach Ofenfegern. Es ist die Zeit, in der sich während der Ferien die Reparationsarbeiten zusammendrängen. Diese vorübergehende Er. scheinung macht sich übrigens in jedem Jahre bemerfbar. Die an geführten Zahlen ergeben, daß noch Tausende von Ofen. fegern, die anpassungsfähig waren, in anderen Industriezweigen beschäftigt sind, und daß diese jederzeit bereit sind, wies der im alten Beruf zu arbeiten, wenn ihnen die Gewähr gegeben wird, nicht so häufig arbeitslos zu sein. Es ist von den Arbeit. gebern unverantwortlich, die Deffentlichkeit durch unrichtige Dar stellungen zu beeinflussen, um durch ein Mehrangebot von Ofenfegern, die Lage der Ofensezer noch mehr herabzudrücken. Wenn Große öffentliche Beamtenkundgebung auch die Ofensezerlöhne zurzeit mit an der Spize der im Bauhandam Donnerstag, 5. Februar, abends 7%, Uhr, in der Stadthalle, Klosterstraße 47-59. Tagesordnung: Der Bürgerblod und die Beamten- Das Syftem Schlieben." Referenten: Ministerpräsident a. D. Stelling, m. d. R., Ministerialrat a. D. Albert Faltenberg. Beamte! Sorgt für maffenhaften Besuch dieser Beranstaltung. Wehrt Euch gegen die Reaktion und gegen die Berelendung der unteren Besoldungsgruppen! Die Bezirksarbeitsgemeinschaft fozialdemokratischer Beamten und Lehrer Groß- Berlins. wirkung des Dawes Planes, in welchem erklärt wird, daß der Dawes Plan gegenüber dem früheren Zustand des wirtschaftlichen, politischen und militärischen Zwanges einen Fortschritt darstellt. Das Inter nationale Bergarbeiterfomitee empfiehlt den Landesorganisationen, die Wirkungen des Dawes Blanes weiterhin zu studieren und forder: sie auf, darüber einen schriftlichen Bericht einzureichen, damit die nächste Komiteesitzung dazu Stellung nehmen fann. Es gelingt nichts mehr. Halle, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Betriebsräteeine Differenz, die der Bergbau der Belt in zwei Arbeits- fongreß der mitteldeutschen Bergleute, den die Kommunisten für stunden fördern würde. In der nun folgenden Widerstandszeit Sonntag nach Halle einberufen hatten, bedeutet für die KPD. einen gingen nur verhältnismäßig geringe Kohlenmengen an die Beschweren Reinfall. Von den 2000 Betriebsräten des mittelfahungsmächte, während die Lieferungen an Italien 1923 fortgesetzt deutschen Bergbaues maren nur etwa 30 erschienen, der Konwurden, Ende November 1923 begann sodann die Vora der fogen. greß war insgesamt von 66 Personen besucht. Nichts beMicumverträge, die Ende Oktober 1924 endgültig abliefen, weist besser seine Bedeutungslosigkeit und gleichzeitig die Einflußlofigkeit, zu der die KPD. in Mitteldeutschland herabgesunken ist. Dawes- Lieferungssystem Dabei hat die Kommunistische Partei die Kosten getragen und auch die Unorganisierten herangezogen. Als sich der Fehl schlag nicht verheimlichen ließ, wurde einfach erklärt, daß die 30 Delegierten die 2000 Betriebsräte„ vertreten". Dabei waren sehr wichtige Reviere, so z. B. das Geiseltal und das Bitterfelder Revier überhaupt nicht vertreten. Das Referat hielt Ko enen, der erklärte, daß die Rampfvorbereitungen" der Bergarbeiter bis zum 28. Februar beendet sein müßten. Die Belegschaften im Ruhrgebiet seien schon lampfbereit und warteten nur noch auf die mitteldeutschen Bergarbeiter.( Im Ruhrgebiet versichert man wahrscheinlich das Gegenteil. D. R.) Als im Laufe der Aussprache einige Betriebsräte gegen Koenen polemisierten und erklärten, daß feine Partei, also auch die KPD. nicht, in die Gewerkschaftsführung hineinzureden Kampf nicht der Bergarbeiterverband die Führung habe, wurde von der Leitung verkündet, daß im bevorstehenden haben dürfe, sondern daß die KPD. diese mit der Forderung nach einer 40prozentigen Lohnerhöhung an sich reißen werde. voll, die radikalen" Bichtigtuer. Stedt auch nichts dahinter, so nehmen sie doch den Mund recht Das Dames- Gutachten erkennt die Fortsetzung der Lieferungen von Kohle und Rots als notwendig an, stellt jedoch, wegen der Beschränkung der verfügbaren Mittel, eine Verringerung der Mengen in Aussicht. Der Reparationsfommission wird die ein feitige Brogrammfestsetzung entzogen, die nummehr, nach dem Londoner Abkommen, in Gemeinschaft mit dem neueingeführten Ueber weisungsausschuß durch Bereinbarung mit der deutschen Regierung erfolgt. Die Lieferung geschieht auf dem Wege unmittelbarer geaus der Reparationstaffe erhalten. Für Streitfragen sind eine Reihe djäftlicher Verträge mit den deutschen Lieferanten, welche Bezahlung Schiedsrichterlicher Instanzen vorgesehen. Wichtig ist endlich, daß die ( gerabe von den Engländern so beklagte) Wiederausfuhr der Sachlieferungen aus den alliierten Bestimmungsländern verboten ist. Die Praris des Dawes- Systems hat zunächst eine beträchtliche Berringerung des Kohlenlieferfolls gebracht. Die Gesamtlieferungen wurden im Oftober um 37,4 Bro3. und die Kokslieferungen fogar um 74 Broz. herabgesetzt. Die Blöt ligteit der Reduktion hat im Ruhrbergbau zu abfagorganisatorischen Shwierigkeiten geführt, die bei der ohnehin fragwürdigen Abfazlage damals für alle Beteiligten recht spürbar war. Die Steigerung der Förderung ist eine in allen Län bern zu beachtende Tatsache, allerdings ohne daß für die vermehrten Kohlenmengen nun auch ausreichende Abfabgelegen heiten vorhanden wären. Die Weltwirtschaft befindet sich noch längst nicht wieder im Gleichgewicht, und so ist es zu verstehen, daß cuf dem eingeengten Abfahmartte ein verschärfter Kontur renzt ampf eingesetzt hat. Die Kohlenlieferungen, die Deutsch land nach dem Dawes- Plan tätigt, sind gegenüber früher mengen mäßig, aber aud) in ihrer sonstigen Bedeutung erheblich vermindert, fa haß fie als Ursache für den zeitweiligen Kohlenüberfluß auf dem seltmartte nicht anzusprechen find. Die Reparationstohlen mengen von 1924 bleiben fogar hinter den Mengen zurüd, welche Deutschland vor dem Kriege an die empfangsberechtigten Ihr Mund wird entstellt durch häßlich verfärbte Zähne. bler Mundgeruch wirkt abstoßend. Beide Schönheitsfehler werden fofort in vollkommen unschädl. Weise be Das„ blühende Ofenfegergewerbe". werf gezahlten Löhne stehen, so darf doch der Lohnausfall während der arbeitslosen Wochen nicht übersehen werden. Die Zustände in der Provinz ähneln denen in Berlin. Durch die zentrale Bermittlungsstelle für die Töpfer in Berlin wurde festgestellt, daß ein Bedarf an Arbeitskräften nur in der oben angegebenen Zeit vorhanden war, daß auch die in der Provinz wohnenden Ofen fetzer ähnliche arbeitslose Beiten durchzumachen hatten. Es ist ge radezu toll, das beispielsweise in der Priegnig ca. 120 Töpfer meister eriftieren, während nur 15 Gesellen notdürftig be schäftigt werden können. Es muß dagegen protestiert werden, daß bie Arbeitgeberorganisation öffentliche Mittel anfordern will, um einen Mangel an Arbeitsfräften zu beheben, der gar nicht vorhanden ist. In sozialer Hinsicht sind die Ofenſegmeister wohl mit die rüdftändigsten. Troß jahrelangen Berhandlungen ist es den Arbeiter. organisationen nicht möglich gewesen, ein Mitbestimmungsrecht in Lehrlingsfragen zu erhalten. Zentrale Verhandlungen in neuerer Zeit sind gescheitert. Wir möchten alle Eltern warnen, auf Grund dieser Zustände, ihre Söhne das Töpferhandwerk erlernen zu lassen. Wenn es trozdem geschehen soll, so sollten sie sich unter allen Umständen mit der zuständigen Arbeiterorganisation in Ber bindung setzen, damit sie die notwendigen Ratschläge in Empfang nehmen fönnen. Werkmeister und Arbeitszeit. G Der deutsche Wertmeisterbund hielt am 1. Februar in Essen eine Veriammlung des Bezirks Rheinland Westfalen ab, in der 748 Schachtanlagen des Ruhrbergbaus vertreten waren. In der Arbeitszeitfrage berlangte die Verfammlung fo fortiges Intrafttreten der Arbeitszeitverordnung vom 20. Januar 1925 und die ausdrückliche Anwendung der Bestimmungen auf alle Arbeitnehmer. Mit Entrüftung wurde auf die Ablehnung des Schiedsspruchs vom 12. Januar 1925 durch den Rechenverband hingewiefen, der für alle technischen Bergbauangestellten eine Gehaltserhöhung von nur 10 Proz. vorsah. Achtung, 2. Lowe, Suttenstraße! Die für heute angefekte Frattionssigung wird umständehalber erst in nächster Woche stattfinden. Der Fraktionsvorstand. Deutscher Verkehrstrab. Betriebsräte Arbeiterräte, Betriebsobleute aus den Branchen: Einzelhandel, Textilgroßhandel, Lederwirtschaft, Bekleidungsinduftrie, Lebensmitzigrokhandel, Rellerarbeiter aus den Wein, Gifig, Spiri Mineralwafferfabriken, Tabat nd Sigarettenbandel und Großhandel und Induſtrie, Berbandsstoffe ufw.. Dung- und Fouragehandel, trofeu- und industrie, Eisen-, Röhren, Stahlgroßhandel, Glas- Export usw., Chemischer Buchhandel, Buchdruckereien, Buchbindereien, Papier- und Bappen- Engros handel, Kohlenhandel, Rohprodukten und Mtpapier, Plak- und Nukhol handel: Bollversammlung Mittwoch abend 7% Uhr im Gacl 3 des Gewert fchaftshauses, Engelufer 24-25. Betriebsräteausweis 1924 legitimiert. Achtung, Chirurgische Branche! Die Ausgesperrten der Chirurgiemechanit heute, Dienstag, nachmittag 4 Uhr Versammlung im Barterresaal des Ver bandshauses, Linienftr. 83-85. Die Streifenden der Firma Adam Schneider Berfammlung beute unt 2 Uhr im Sigungsfaal Linienftr. 83-85. Fabritarbeiterverband. Achtung, Gummiarbeiter! Scute abend 6½ Uhr in Dörings Festfälen, Naunyniſte, 27, Branchenverfammlung der im Fabrit. arbeiterverband organisierten technischen Gummiarbeiter Groß- Berlins. Die Branchenleitung. Berbanb ber Gemeinde. unb Staatsarbeiter, Filiale Groß- Berlin. Branche 5, Straßenreinigung und Fuhrpart: Mittwoch abend 6 Uhr im Saale des Verbandshauses, Johannisstr. 14-15, Bollversammlung der Delegierten der Bezirke 1-20. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Branchenleitung. Achtung, Rimmerer! Morgen, Mittwoch, abends 7 Uhr, für alle Zimmerer, die bei der Berlinischen Baugesellschaft beschäftigt find, in Saverlands feftfälen, Neue Friedrichstraße, Betriebsverfammlung. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen eines jeden ist Pflicht. Zentralverband der Zimmerer, Der Arbeitgeberverband des Töpfergewerbes fucht in letter Beit einen Mangel an Berufsangehörigen( Ofenfegern) festzustellen. Die Ofensegmeister werden aufgefordert, soviel wie möglich Lehrlinge einzustellen, um den angeblichen Mangel zu beheben. Es wird empfohlen, unter Leitung des Arbeitgeberver. bandes Lehrwerkstellen in größeren Städten einzurichten. Deffent liche Mittel sollen dazu gefordert werden, weil es sich angeblich um volkswirtschaftliche Interessen handelt. Die älteren Leute sollen möglichst schnell einen Lehrkursus von 6-8 Wochen in diesen Lehrwerkstellen durchmachen. Es wird auf die Berichte der Landes. arbeitsämter für Westfalen und Lippe hingewiesen, wonach Arbeitsfräfte im Ofenseßgewerbe für diese Bezirke fehlen, da zu wenig Lehrlinge ausgebildet und eingestellt würden, auch nicht genügend Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Entorn; Feuilleton:.. Döfcher: Lotales Meister für die Ausbildung vorhanden seien. Die Handwerkskammer in Münster macht die Handwerker darauf aufmerksam, daß es vorteilhaft wäre, Arbeitsträfte aus anderen Teilen Deutschlands heranzuziehen und anzulernen, da doch das Dfenseßergewerbe ein blühendes Gewerbe sei. Wie liegen die Verhältnisse? Nehmen wir zunächst die Zustände in Berlin. Im Jahre 1905 gab es in Berlin neben ca. 400 Arbeitgeber 3500 Ofenseger. Bis zum Ausbruch des Krieges war die Zahl der Selbständigen, der Meister", auf 500 gestiegen, während nur noch ca. 1800 Ofenseher beschäftigt wurden. War die Arbeitsso wurden vom 1. August 1913 bis zum 1. August 1914( Kriegs. Berantwortlich für Politit: Eraft Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; und Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Sh. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts.Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin E 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". Mujifaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutichen Musiker Verbandes, Berlin O 27, Andreasire. Rönigstadt 4310). Geschäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch. So feitigt d. die Zahnpaste Chlorodont, losigkeit infolge der günstigen Konjunktur im Jahre 1905 gering, Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. wirksam unterstützt durch Chlorodont- Mundwasser. überall zu haben. VIM WM Norden 9296. Das Säle frei! ideale UniversalPutz- und Scheuer mittel! 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Erst verhältnismäßig furze Zeit vor dem Kriege nahm das elektrische Licht in den Geschäften immer mehr Platz ein und verdrängte nach und nach fast vollkommen die Gasbeleuchtung. Neben der unerläßlichen Beleuchtung der Schaufenster und Schaufästen wurden auch mittlerweile au den Fronten der Häuser außer den üblichen runden Bogenlampen noch andere leuchtende Hinweise auf das Vorhandensein des Ges schäftes angebracht. Die Anschrift der Firma wurde entweder in fentrechter oder wagerechter Linie durch Glühbirnen weithin sichtbar als leuchtendes Eignal verwendet. Diese Art Reflame bildete sich dann schnell weiter fort, und schon vor dem Kriege wurde in der Lichtretia me redyt beachtliches geleistet. Das abendliche Straßenbild erhielt mit der Ausdehnung der Lichtreflame ein freudigeres Aussehen als die Straße am Tage. Ich machte in einer Frühjahrsnacht des Jahres 1915 mit dem allen Berlinern bekannten Zeppelin- Luftschiff Hanfa" eine Nachtfahrt, die auch über Berlin führte. Damals hatte die gesamte Berliner Beleuchtung noch nicht unter den friegerischen Verhältnissen zu leiden. Schon in einer Ent fernung von etwa 100 Kilometern machte sich deshalb am nächtlichen Himmel der Schein der erleuchteten Großstadt bemerkbar, bis fchließlich die Stadt felbft mit ihren Taufenden und aber Taufenden von Lichbern erreicht war. Die Schönheit eines solchen Anblides fann nur der ermessen, der ihn genossen hat. Als ich dann nach längerer Abwesenheit wieder einmal nach Berlin tam, war es dunkel. Die Lichtreflame sowie die Außenbeleuchtung der Schaufenster waren polizeilich verboten, und die Straßenbeleuchtung war derart eingeschränkt, daß von einer Beleuchtung im wahren Sinne des Wortes faum noch gesprochen werden tennte. Und in diesem Zustande leble Berlin noch lange nach dem Kriege. Die Straßenbeleuchtung murde inzwischen wohl stellenweise wieder etwas verbessert", aber leider zunächst nur da, wo an sich schen eine bessere Beleuchtung vorhanden mar. Die Außenbezirfe lagen noch lange nachher im tiefsten Dunkel. Nach und nach wurden ja dann die Berhältnisse wieder günstiger, bis dann endlich der Augenblic tam, der für Berlin der„ lichte" genannt werden kann. www Die Lichterfronten. Fadein ähnliche Gebilde find rings um das Haus angebracht und mit rotem Licht erfüllt. Außerdem wird noch rotes bengalisches Feuer unter starter Raudhentwicklung unterhalten, so daß auch hier außerordentlich wirkungsvolle Lichteffekte erzielt werden. Früher trum der Lichtretlame; alle Neuerungen waren hier zuerst zu sehen. war wohl neben der Friedrichstraße der Potsdamer Platz das ZenZurzeit sind dort an einem Hause umfangreiche Bauarbeiten im Gange, um die ganze Front dieses Hauses für die Lichtreklame zu erhalten. In Höhe jedes Stodwerkes ist in ganzer Frontausdehnung eine große Fläche angebracht, die hierfür verwendet werden soll. Ein anderer Platz steht ebenfalls völlig im Banne des elektrischen PHALA 34 THEMI CAFE Lichteffekte am Nollendorfplatz. Die Lichtreklame breitet sich im allgemeinen über die ganze Stadt aus, doch ist fie naturgemäß überwiegend in den Hauptver tehrsstraßen zu finden, von denen aber merkwürdigerweise auch außerordentlich belebte Straßen bisweilen verschont geblieben find. So ist sie z. B. in der Leipziger Straße nach Geschäftsschluß ver. hältnismäßig dürftig; dagegen präsentiert sich die Friedrichstraße im vollsten Farbenschmud. Bunt leuchtet es vom Anfang bis zum Ende der Straße, hauptsächlich aber von der Leipziger Straße bis zum Bahnhof. Hier sind es die Bergnügungsstätten, die in auffälligen Farben 3. B. rot und violett in geschmackvollen Linien ihr Dasein fund tun. Auch viele der sonstigen dortigen Geschäfte haben Die Lichtreflame in den Dienst gestellt. Eine feffeinde Reklame übt cine Seftfirma aus: Eine Sefiflasche ergießt ihren Inhalt in ein Glas. Man ficht, wie der Rebensaft aus dem Flaschenhalse fließt und im Glase aufperlt. Die Umrisse der Flasche und des Glases sowie der" perfende Seft" find Glühbirnen in natürlichen Farben der dargestellten Teile. Die Lichtspielhäuser glauben der Art ihres Unternehmens am besten dadurch zu dienen, daß sie fast ohne Ausnahme sich ganz besonders der Lichtreflame bedienen. Ein Kino in der Nähe des Bahnhofes 300 hat 3. B. eine Beleuchtung feiner Front durch etwa 1000 Glühbirnen vorgenommen und daneben noch zum großen Teil die Umrisse des Gebäudes in blutroter Linie beleuchtet. Die hier erzielte Farbenwirkung ist außerordentlich reizvoll Ein anderes Kino, in der Potsdamer Straße, zeigt dem Straßenwanderer ebenfalls schon von weitem feine Anwesenheit. Große, l'in der Wirkung start zurückgedrängt. Der Apfel der Elisabeth Hoff. 11] Von Wilhelm Hegeler. Unruhig sprang er auf. Als er wieder vor den Spiegel trat, erschrat er vor der Blässe seines Gesichts, in dessen Falten und Rinnen Schweiß glänzte. Daß es ihn so mitgenommen hatte! Einem Laien wäre der Gedante, daß der Stich eines fo winzigen Lieres Krankheit und Tod verursachen fönnte, vielleicht lächerlich erschienen. Er aber befand sich in der Lage, daß der Feind, den zu bekämpfen fein Beruf war, ihn überfallen hatte, und er fannte dessen Gefährlichkeit und die Ohnmacht der Wissenschaft gegen ihn. Beispiele anderer Aerzte, die auf ähnliche Weise umgekommen waren, famen ihm in den Sinn. Er fühlte das Bedürfnis, fich mit einem Kollegen auszusprechen aber wozu? Prophylaftische Mittel gab es nicht, es hieß abwarten. Abwarten und einen fühlen Kopf bewahren. Schließlich, wie lag der Fall? Daß die Laus den infizierten entstammte, war ja nicht sicher, wenn auch wahr jeinlich... zu neunzig Prozent wahrscheinlich. Aber darum brauchte sie doch noch nicht die Krankheit hervorzurufen. Das ergab schon wieder nun zwanzig bis dreißig Prozent zu seinen Gunsten. Und schließlich, wenn er erfranfte, mußte er darum doch nicht gleich sterben. Alles in allem war die Wahrscheinlichkeit des Todes nicht größer als die des Lebens. Marain; also das Kopfzerbrechen! Eine Weile gelang es ihm, seine ganze Aufmerksamkeit auf das Mikroskop zu sammeln. Arbeit war doch das einzig Vernünftige! Bom Arbeitstisch abgerufen werden wie sein Meister Bohl war es eine sonderbare Vorstellung, fo unversehens feine Tätigkeit aufgeben und einem anderen den Blah räumen zu sollen. Aber der Bestürzung und Auflehnung stellte er die ruhige Erwägung entgegen, daß mensch liches Schicksal nicht anders sei. Er durfte sich sagen, seine Fähigkeiten nach besten Kräften genutzt zu haben. Er war feines Meisters Schüler gewesen, nicht selbst Meister. Sein Berlust würde keine große Lücke bedeuten. Er konnte ruhig dem Tode entgegensehen. Aber im selben Augenblid dachte er an Elisabeth und die Kinder, und fühlte, wie das Scheiden aus diesem Bezirk feines Lebens das gewaltsame erreißen eines lebendigen Bebildes bedeutete und wie eine Flut weher und weicher Gefühle den klaren Ablauf seiner Gedanken zu verschütten drohte. Dienstag, 3. Februar 1925 Wechselspiel der Farben. Die ant obengenannten Plaz befindlichen Kinos wetteifern ebenfalls im Anbringen immer neuer Lichteffekte. Am Gebäude des Theaters am Rollendorfplat" befinden sich reizende Farbenspiele, und außerdem wird jetzt häufig noch eine ganz besondere Beleuch tung des Hauses vorgenommen: auf den Seitenfronten wird rotes und grünes Licht gebrannt das besonders an regnerischen, nebligen Abenden einen schönen Anblid bietet. In der Nähe. Mckstraße, be findet sich vor einem Barietétheater eine schon von weitem sehr aufEichtes empor, biegt dann nach unten und zerspringt schließlich, ebena fcllende Reklame: wie eine Rafete läuft ein roter Strahl elektrischen falls wie eine Rafete, in viele bunte Teile, die sich wie fallende Sterne fortbewegen. In der Mitte erscheint dann als Abschluß in weißer Schrift der Name des Theaters. Die ganze Brozedur dauert natürlich nicht so lange, wie diese Beschreibung zu lesen Zeit in Anspruch nimmt. Eine andere, sehr gitt wirkende Lichtreklame wird durch die Schrift erzielt, die nicht den ganzen Buchstaben mit Glühlampen ausfüllt, sondern nur die Umrisse blendendweiß cder tiefrot erleuchten läßt. Das tiefrole Ceuchten wird durch Neon- Gas erzielt, durch das ein Strom von 1000 bis 2000 Bolt Spannung geschickt wird. Auch die aus Glasröhren gebogenen Schriftzeichen erzielen auffällige Wirkungen. Der Borwärts" bedient sich neuerdings ebenfalls dieser Art Reklame. Am Haufe des Pressedienstes, am Belle- Alliance- Play, in Höhe des 5. Stodes, leuchten uns des Abends in blutroben Lettern die vertrauten Züge des Wortes„ Borwärts" entgegen. Zur Belebung des Straßenbildes dienen n'chyt zuleht auch die neuen Reflamefäulen sowie die Straßenbahnhalte. stellen. Besonders in dunkleren Gegenden sieht es recht freundlich aus, wenn in die Nacht die elektrisch beleuchteten Reflamebilder hineinschenen. Selbstverständlich ist es, daß jetzt auch wieder in den Geschäften von der Anziehungskraft des Lichtes regster Gebrauch gemacht wird. Die Schaufenster werden blendend hell erleuchtet und dort, wo recht bunte Stoffe zum Verkauf gelangen, bedient man fich häufig fleiner Scheinwerfer, die besonders in den Stunden nach Ladenschluß, wenn die Beleuchtung nicht mehr so intensiv ist, leba hafte Farbenspiele erzeugen. Die Frage, welche Unsummen von Geldern für die Lichtreklame verwendet werden, und ob sie auch einen Erfolg im Verhältnis zu den Unkosten erreichen, fann leider nicht beantwortet werden, weil nichts in Erfahrung gebracht werden konnte. Zusammenfassend fann also gesagt werden, daß Berlin bald wieder sein altes Aussehen erhalten wird. Das Bild des Stadtinnarp und im Westen ist zweifellos jetzt schon bedeutend freudiger als vor bem Striege, weil sich hier eben die Lichtreflame in der Hauptsache tonzentriert und weil auch die Beleuchtung der Straßen eine wesentlich bessere ist als in den Außenstadtteilen. Es ist aber wohl zu hoffen, daß sich die Stadtpäter bald darauf befinnen werden, daß die Einnahmen der Stadt nicht nur aus den genannten Be zirfen fließen, in denen abends und nachts geradezu eine Lichtver schwendung getrieben wird, sondern daß der überwiegende Teil der Steuerzahler in den Vierteln wohnt, die von jeher als Stiefkinder behandelt wurden. Die verschönerte Stadtbahu. Die Stadtbahn verschönert sich. Neue Wagen werden in den Berkehr gestellt, die alten werden neu lactiert und auch sonst wieder in Ordnung gebracht. Jetzt beginnt man damit, wieder Gardinen an den Fensterscheiben anzubringen, die belannten derben Gardinen aus dunfelgelbem Drell. Während des Krieges murden sie befannt. lich von den Fenstern genommen, weil liebenswürdige Mitbürger die Gardinen stahlen und zu Hause allerhand Verwendung für den Stoff hatten. Auf den Gardinen war neben dem Reichsadler und der Krone eingedruckt: K. P. E. B., d. h. föniglich preußische Eisen yen und Schränken, in denen man sie so lange verwahrte, hervor. geholt, und es steht natürlich wieder K. P. E. V. auf ihnen neben Adler und Krone. Daß man aus Sparscanteitsrücksichten die alten Gardinen, die noch gut und brauchbar sind, aufs neue verwendet, dagegen läßt sich nichts sagen. Wie aber diefe sehr natürlichen Zeichen heute unnatürlich genug gedeutet werden, dafür ein Beispiel. In der Stadtbahn sizt ein biederes Ehepaar. Ihr fallen die ne angebrachten Gardinen auf und sie macht den Gatten darauf auf merffam. Der läßt die Gardine prüfend durch die Finger gleiten, entdeckt dabei die Buchstaben R. P. E. B., sein Gesicht strahlt und er sagt: Siehst du, die Eisenbahn weiß wenigstens, wo es lang geht!" Sites: der Nollendorfplatz. Weithin ist der Glanz des auf ihm erstrahlenden Lichtes zu sehen, das den abendlichen Himmel fast blutigrot färbt. Hier fann man, ebenso wie am Potsdamer Play, die neue Wanderschrift betrachten, die auf dem Gebiete der Licht. reflame das neueste darstellt und auch zweifellos auf den Straßenbahnverwaltung. Nun hat man die alten Gardinen aus den Schup gänger große Anziehungskraft ausübt. Ein großes rechtediges Feld mit elektrischen Glübirnen ist das Aeußere. Kahl und nüchtern ist es am Tage anzusehen, ohne dem Vorübergehenden seine wahre Be ftimmung auch nur anzudeuten. Wenn die Anlage in Tätigkeit ist, fchieben fich von rechts nach links die lateinischen Schriftzeichen, zu Worten aneinandergereiht, durch das Campenfeld. Natürlich ist diese Reflame von vielen Unternehmungen schon start in Anspruch ge rommen. Eine große Berliner Zeitung, die sich ebenfalls dieser Res flame bedient perkündet durch die Wanderschrift die neuesten Telegramme. Durch diese Neuheit wird zweifellos die schon vor dem Kriege entstandene Wechselschrift, die an vielen Stellen zu sehen ist, Aber als wäre es unziemlich, sich von diesen Empfindungen überwältigen zu lassen, ermog er die materielle Lage, in die seine Familie durch seinen Tod tommen würde. Von der Witwenpension und den Zinsen des kleinen Vermögens fonnte sie nicht leben. Aber zum Glück besaß er noch eine wertvolle erotische Sammlung. Nur durfte sie nicht ver fchleudert werden. Er ging die Reihe seiner Freunde durch, wem er diese Angelegenheit anvertrauen fonnte. Und wieder fühlte er, nod) stärker als vorhin, das Bedürfnis, sich auszusprechen, Elisabeth sein Mißgeschic anzuvertrauen, sich von ihr trösten zu lassen. Das Verlangen nach ihrer Nähe überfil ihn, der Wunsch, den Arm um ihren Leib zu schlingen und sich von ihrem Lebensstrom durchrinnen zu lassen, der feinem so wefensverwandt war, als ginge dieselbe Blutbahn durch ihrer beider Körper, und die Stimme laut werden zu lassen, die in ihm sprach: von allem fann ich scheiden, aber zu denken, daß ich dich verlassen soll, fehlt mir der Mut. Aber wenn seine Befürchtungen nun auf Einbildung beruhten? Dann hatte er ihr umsonst Tage der Sorgen und schlaflose Nächte gemacht. Wenn die Gefahr vorüber war, fonnte er mit ihr sprechen; jetzt an ihr eine Stüge zu suchen, schien ihm unmännliche Schwäche. In der Stille für den schlimmsten Fall die nötigen Vorbereitungen treffen und im übrigen ruhig abwarten war seiner Gedanken letztes Ergebnis. Mit diesem Vorsaz setzte er sich wieder ans Mitroftop. Als einige Stunden später Elisabeth in sein Arbeitszimmer trat, noch in der Straßentoilette, den Hut auf dem Ropf, faß er in tiefem Nachdenken. Sie fam rasch und fröhlich auf ihn zu. Ihre Wangen waren gerötet, an ihrem Busen war ein dickes Bund Beilchen befestigt, aber stärker als deren Duft war der Hauch von fühler, frischer Luft, von fröhlicher Erregung, den ihr ganzes Wesen verbreitete. ,, Darf ich?" fragte sie und rückte mit ihrem Stuhl dicht an feinen. Immer darfst du," erwiderte er, von ihrer Erscheinung wohlig umweht. ,, Wie das alles bei dir blüht!" ,, Bon Rysed. Er hat mir tüchtig den Hof gemacht." Nicht die Veilchen meine ich. Die Rosen hier und hier." Dabei brückte er Küsse auf ihre Lippen und angen. ,, Du Liebster!" Wie der verdichtete Sauch ihres innersten Herzens drängten die Worte, halb geflüsterf, hervor; einen Augenblick hielt sie feinen Mund auf ihrem fest, in durstiger Bärtlichkeit. Dann seinen Kopf ein wenig von sich abhaltend, fagte sie in scherzend unmirschem Ton:„ Du, wie ich mich | 4 gefreut habe, dein schauderhaft ernſtes, dummes Gesicht wieder zu sehen Aber während unmerflich ihr Lächeln in Besorgnis überging: Blaß siehst du aus! Ist dir was? Will's nicht mit der Arbeit? Hast du auch ordentlich zu Mittag gegessen? Hat Luise dir auch rechtzeitig den Kaffee ge bracht?" Buise hat mir rechtzeitig den Kaffee gebracht. Ich habe sehr ordentlich zu Mittag gegessen. Und mit der Arbeit geht's nach Wunsch. ,, Aber blaß fiehst du trotzdem aus Irgendwas ist dir." ,, Nichts. Wirklich nichts," lächelte er. ,, Es wird dir gut fun, menn du mal heraustommst. Wie gefällt dir denn Rnjeck?" ,, Wie kann ich das nach dem flüchtigen Eindrud sagen?" ,, Er ist ein ganz sonderbarer Kert. Eigentlich ein großes Kind. Von allem, was er ergreift, selbst ganz ergriffen. Zuerst fonnte er gar nicht los von deinen Kulturen und malte mir aus, was er damit machen würde. Ein Glück, daß solch eine Macht über Leben und Tod in die Hände eines so grundanständigen Menschen, wie du bist, gekommen wäre, fagte er. Er zum Beispiel müßte nicht, ob er nicht fähig wäre, eines Tages ein paar zuwidere Menschen damit ins Jenseits zu befördern oder einem ganz Gleichgültigen eine Laus in die Kleider zu praktizieren, aus reiner Neugierde, mas daraus würde." ,, Aber das ist ja miderlich!" ,, habe ich ihm auch gesagt. Aber, es reizte ihn förmlich, sich die unmöglichsten Geschichten auszumalen, wie ein Selbstmörder sich mit sechserlei Giftstoffen auf einmal impft und dann abwartet, welcher zuerst wirft." ,, Das scheint ja eine liebliche Unterhaltung gemeen zu sein." ,, Natürlich hat er nicht nur davon gesprochen. Bir sind die Linden heruntergebummelt und waren dann in verschie denen Antiquitätenläden. Da war er zu ftomisch. Wenn ich nicht gemesen märe, hätte er sich im Handumdrehen die unmöglichsten Fälschungen aufhängen lassen. Geschmad hat er teine Spur oder doch, ja, Geschmack hat er schon, nur ist er nicht wählerisch genug, gleich geht die Phantasie mit ihm durch." Rennst du ihn eigentlich näher?" ,, Er hat doch einen Sommer lang bei uns verkehrt." Ich kann mich gar nicht mehr besinnen, daß du mir von ihm geschrieben hast." ( Fortsetzung folgt.) Neuerungen im Paßwesen. Der Reichsinnenminister hat vor einiger Zeit in einer Abänderung der Baßvorschriften den Sichtvermertszmang für Reichsange. hörige allgemein beseitigt, für Nichtreichsangehörige mit Wohnfig oder dauernden Aufenthalt im Inland den Ausreisesichtvermerts. zwang wesentlich abgeschwächt. Infolgedessen hat der preußische Minister des Innern gleichfalls eine Reihe von Abänderungen auf Dem Gebiete des Paßwesens getroffen, aus denen wir folgendes wiebergeben: In Fällen, in denen den Paßgesuchen offenbar unüberlegte und aussichtslose Auswanderungsabfichten zugrunde liegen, oder in denen die Bermutung begründet ist, daß die Gefuchsteller unter Einflüssen einer gemeinschädlichen Werbetätig feit stehen, ist alsbald mit der nächsten Auswandererberatungsftelle in Berbindung zu treten, damit diese vor der Aushändigung des Baffes beratend auf die Gesuchsteller einwirten tann. Zugleich fell in solchen Fällen dem Gesuchsteller dringend angeraten werden, von ter Stellung des Baßanirages im Interesse der Unkosten. erfparung abzusehen, bis er sich nach Einholung fachkundigen Rates schlüffig geworden ist, ob er bei feinem Auswanderungsvorhaben verbleiben will. Beharrt der Gesuchsteller auf seinem Antrag, fo muß der Baz ohne weiteres ausgestellt werden. Politifen Bereinigungen ist die Ausstellung von Gammelfiften ols Baßerfaz und gegebenenfalls die Erteilung von Sammelsichtver merken in der Regel zu verlagen. Ebenso ist die Ausstellung Don Sammelliften zu verfagen, wenn bei gemeinschaftlichen Reisen von Reichsangehörigen zu befürchten ist, daß durch ihr Verhalten, 8. B. mittellos wandernder Jugendgruppen, das deutsche Ansehen im Ausland gefährdet wird Bei Entfendung erholungsbe. dürftiger Rinder ins Ausland bereitet der Berein, Bandauf. enthalt für Stadtfinder", e. V., in Berlin W. 9, Botsdamer Straße 134a, die Gammellisten vor. Zuständig für die Sulaffung biefer Listen als Bakerfah und gegebenenfalls für die Erteilung Der Sammelfichtvermerte sind ohne Rücksicht darauf, ob die Rinder in Preußen oder in einem anderen beutschen Lande ihren Wohnfiz oder dauernden Aufenthalt haben, der Bolizeipräsident in Berlin und, soweit es sich um Transporte nach Holland handelt, die Regie. rungspräsidenten in Osnabrüd und Düsseldorf, für Transporte in die Schweiz der Regierungspräsident in Merseburg. Falsche Rentenmarkscheine. 1000 M. Belohnung für Aufdeckung einer Falschgeldwerkstätte. Falsche Rentenmarfscheine zu 1 Mart wurden, wie wir bereits einmal mitteilten, in der letzten Zeit viel auf der Straßen und Untergrundbahn, im Omnibus und in Lokalen ausgegeben. Jetzt ist es zum erstenmal gelungen, einen Vertreiber diefer Fälschungen festzunehmen. Sehr wünschenswert wäre es, wenn Staat und Gemeinden für förperlich schwerbehinderte Personen entsprechende Wohnungen ohne Anzahlung und zu erschwinglicher Miete beschaffen würden. Es wäre dann manchem Schwerbeschädigten eher möglich, ein eigenes Heim zu gründen. Die gefälschten Eintrittskarten zum Boxermeeting. Von Urkundenfälschung zur Erpressung und meineid. Es hatte seinerzeit nicht geringes Aufsehen erregt, als die Berwaltung des Berliner Sportpalastes feststellen konnte, daß bei großen Bortonkurrenzen in großer Sahl sehr geschickt gefälschte Eintritts farten verwendet worden waren. Die Spuren führten sämtlich zu einem gewissen Dannenhann als den Hauptvertreiber der Falsififate zurüd. Vor dem Schöffengericht hatte Dannenhayn bestritten, daß der Drud der Karten durch ihn veranlaßt worden sei. Er hatte wegen Urfundenfälschung 8 Monate Gefängnis erhalten. In der Berufungsverhandlung hoffte er durch Preisgabe des Truckers eine Herabjegung der Strafe zu erzielen. Er nannte den Buchdrucker Robert Schuly. Die Straftammer gab daraufhin die Aften zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen Schulh an die Staatsanwaltschaft ab. Dannenhayn wurde auch vom Untersuchungs. und überredete ihn unter Bersprechungen, seine Angabe zu wider richter vorgeladen. Am Tage vorher erschien aber Schulz bei ihm rufen, was Dannenhann auch tat. Dannenhayn suchte in der Folgezeit den Liebesdienst, den er Schulz geleistet hatte, zu Erpressungen zeit den Liebesdienst, den er Schulz geleistet hatte, zu Erpressungen auszunuzen. Er drohte ihm mündlich und schriftlich mit Zuchthaus strafen und verlangte 1000 M. Es gelang ihm auch, mehrfach Geldbeiräge zu erpressen. Seine Widersprüche in den verschiedenen Ausfagen brachten ihm statt der erhofften weiteren Einfünfte aus dem Fipreffungsgeschäft seine Verhaftung und die Anklage wegen ein eids und Erpressung. Das Schwurgericht tam auch zu einer Ber urteilung des Angeklagten wegen Meineids und Erpressung. Der Angeklagte habe sich, jo hieß es in der Urteilsbegründung, mit fel so tener Frivolität über die Eidespflicht hinweg gefeßt. Die Erpressung wurde vom Gericht wesentlich milder be urteilt, da er in Not gehandelt habe. Das Urteil lautete auf 3 mei Jahre drei Monate Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverluft. Schulz wird demnächst vom Schöffengericht wegen schwerer Ur fundenfälschung und Berleitung zum Meineide in zwei Fällen ab. geurteilt werden. Der Dennewiter Mörder noch weiterer Morde verdächtig! Der Dennewitzer Mörder Otto Krause, der den jungen Erich Pannide aus Deliau umbrachte, um ihn seiner Bapiere zu berauben, nachbem er im Mai v. J. in Leipzig ein 15jähriges Mädchen namens Leder ermordet hatte, ist noch weiterer Berbrechen verdächtig In den Angaben Krauses über feinen Aufenthalt vor und nach dem Dennemißer Morde befindet sich nun eine große Lücke gerade in der Zeit, in der ein junges Mädchen, die 21 Jahre alte Elfe Kranz aus Treuenbriehen, verschwunden ist. Wie die Ermittlungen ergaben, besuchte Elfe Kranz am 20. November v. 3. die amtliche Arbeitsvermittlungsstelle in Jüterbog. Sie er. hielt auch eine Stelle zugewiefen, hat sie aber nicht angetreten. Die Leiterin der Vermittlungsstelle beobachtete vom Fenster aus, daß fie sich auf der Straße mit einem jungen Manne traf. Das ist aller Wahrscheinlichkeit nach Krause gewesen. Das Mädchen ist feit der Zeit spurlos verschwunden und hat felbst zur dächtig ist auch, daß Kraufe bei allem, was man ihm sonst außer den beiden eingeräumten Morden vorhält, ganz ruhig bleibt, aber fofort aufgeregt wird, sobald man auf die verschwundene Elfe Kranz zu sprechen tommt. Es besteht der dringende Verdacht, daß er auch fie ermordet hat. Mitteilungen, die nach dieser Richtung Aufklärung bringen können, nehmen Krimtinaijekretär Smettons im Berliner Polizeipräsidium und Oberstaatsanwalt Pfaffe in Botsdam entgegen. Die faischen Scheine dieser Art find im allgemeinen gut nach gemacht, an der scharfen Randung aber der Ringe und Kreuze im Wafferzeichen doch zu erkennen. Ihre Nummern beginnen alle mit D 014... ober F 014... Gestern gab ein Kauf. mann 2. im Warenhaus Wertheim u. a. 7 Einmartscheine in Bah. Lung, die an den angegebenen Merkmalen als falsch erkannt wurden. Die Falschgeldabteilung der Reichsbant wurde benachrichtigt und nahm L. ins Gebet. Es ergab sich, daß er die Scheine in gutem Glauben von einem Schuhmacher D. in der Linienstraße ange- filbernen Hochzeit ihrer Eltern nichts von sich hören laffen. Bernommen hatte. Diefer wieder hatte 200 Stück von einem Schlächter Mar Leschkowitz, der früher Schneider war, als Darlehen erhalten. Leschlowig wurde ermittelt und festgenommen. Er fann sich über den Erwerb nicht ausweisen und behauptet nur, daß er sie von einem unbekannten Manne erhalten habe, mas zweifellos nicht stimmt. Mitteilungen zur weiteren Aufklärung nimmt Kriminalfommiffar von Liebermann in der Kurftr. 49 entgegen. Auf die Ermittlung einer jeden Falschgeldwerkstatt hat die Reichsbank eine Belohnung von 1000 Mart ausgesetzt. Der Streit um die Portierwohnung. Vor dem Potsdamer Mietefchöffengericht Hagte eine Potsdamer Hauseigentümerin gegen ihren Portier auf Räumung der Wohnung. Geit Jahren berjab die Frau des Beklagten die Hausreinigung. Eines Tages standen die Reinigungsgeräte vor der Stellertür und jeder weitere Hausdienst wurde abgelehnt. Die Klägerin fündigte nun dem Ehepaar die Wohnung, aber dieses weigerte sich auszu aiehen. Vor dem Mietsichöffengericht machte die Portierfran geltend, daß ihr Mann an jedem Ersten punttlich die Miete bezahlt habe. wurden mit ihr verrechnet. Ihr Mann betrachte sich als einfacher Die Reinigung und die Auslagen Mieter und nicht als Portier. Die Klägerin wandte hier gegen ein, daß diefer Mann nur ein„ Anhängfel der Portierfrau fet, und sie verlange die Wohnung für die nenen Portierleute. Das Mietsichöffengericht wies die lage ab, denn wenn für eine Wohnung Miete gezahlt werde, könne fie nicht als Portierwohnung bezeichnet werden. Denkt an die Schwerbeschädigten. Die folgende Buschrift, die eine wertvolle und beachtenswerte Anregung enthält, geht uns aus Kriegsbeschädigtenkreisen zu: In der Abendausgabe vom 26. Januar brachte der Vorwärts" unter der Ulebetschrift, Siedlungsgenossenschaft Wittenau" eine Notiz, nach der in zwei musterhaften Gebäuden vorzügliche Wohnungen bei Anzahlung von 2000 m. und monatlicher Miete von 47 M. erhältlich find. Ist die Miete für einen Arbeiter und Striegs, beschädigten schon hoch, so wird aber die Anschaffung einer solchen Wohnung wegen der Anzahlung fast unmöglich gemacht. Bohl fönnten einige Kriegsbeschädigte ihre Rente tapitali fieren lassen. Aber die meisten Schwerkriegsbeschädigten über 80 Broz. Erwerbsunfähigkeit werden diesen Weg nicht einschlagen können, denn sie benötigen ihre Rente zum Lebensunterhalt. Besonders schwierig ist es aber für Schwerkriegsbeschädigte und Arbeitsinvaliden, die zum Fortbewegen auf den Krankenfahrstuhl angewiefen sind, eine geeignete Wohnung zu finden. Bedeuten doch für diese Hilflosen Stufen, Treppen oder zu enge Eingänge zu den Wohnungen oft Schwierigkeiten, die der Gesunde gar nicht bemerkt. Architekten, Bauunternehmer, insbesondere im gemeinnüßigen Interesse arbeitende Baugesellschaften, die dieser Angelegenheit Verständnis entgegenbringen, würden sich vielen Dant erwerben, wenn sie bei Neubauten, insbesondere in ruhigen Vororten mit guten Straßenverhältnissen, geeignete Wohnun gen vorsehen würden. Etwaige Stufen zu den Hauseingängen würden sich durdy Anschrägung des Borplates überwinden laffen. Derartige Wohnungen könnten, durch Wohlfahrtsbehörden fowie durch Gemeinde- und Fürsorgeschwestern vermittelt werden. Schwerer Unfall bei einer Filmanfnahme. Ein schwerer Unfall ereignete fich Montag nachmittag in dem Atelier der Trianon Gefellidaft in Grunewald, Königsweg 148. Der Bühnenmeister der Gesellschaft, Albert bicelad, wurde durch einen 10 gentner schweren herunter stürzenben Kronleuchter fewer verletzt. Die Wilmersdorfer Feuerwehr leiftete dem Echterberlegten die erste Hilfe. Er wurde in das Krantenhaus Westend übergeführt. Ein tapferer Raffenbote. fortgesetzten Hilferufe Leute dazu fainer, ließen die Räuber von ihm ab und entflohen ohne Beute. Hoffentlich bleibt das mulige Berhalten des treuen Boten, der seiner Firma das CD gerettet hat, nicht unbelohnt. Der Mord in der Elisabethstraße. Bon langer Hand vorbereitet. Das Berbrechen in der Elisabethstraße 64, dem die Kriegerwitwe Johanna Smuda zum Opfer fiel, ist jeẞt völlig ausgeklärt. Der Täter, der 37 Jahre alte aus dem Elsaß stammende Schloffer Anton Griebel mit den Spitznamen„ der polnische Toni",„ Jupp" und Arthur, behauptete in den Verhören, daß Frau Zmuda ihn aus Eiferjudit bei ihrer Heimfehr abends um 11 Uhr befd; impft und mit einem Beile bedroht habe. Das habe ihn in But versetzt und veranlaßt, ebenfalls zu einem Beile zu greifen und fic nieder. zuschlagen. Die Mordkommission stellte aber feft, daß Griebel Sachen der Ermordeten geraubt und verkauft hatte, und daß Griebel sie schon 14 Tage vor dem Verbrechen für eine fünftige noch unbestimmte Bcit zum Kauf angeboten hatte. Er mußte unter der Wucht des Beweismaterials zugeben, daß er die Absicht hatte, falls das Berbrechen erst später entdeckt wurde, noch wiederholt in die Wohnung zurückzukehren, um auch die übrigen Sachen, darunter die Nähmaschine, die er ebenfalls bereits angeboten hatte, abzuholen und den Kaufliebhabern auszuliefern. Als Frau 3muda spät abends nach Haufe, fam, ergriff er zunächst das eine Beil und dann, als dieses vom Sticle flog, das. zweite. Nach den ersten drei Schlägen brach die Frau zusammen Schon diese drei Hiebe hätten zum Tode führen müssen. Die Frau raffte sich aber doch noch einmal auf und leppte sich ans Fenster, um nach Hilfe hinauszurufen. Nachdem fic bereits wieder zusammengebrochen war und mit dem Gesicht auf dem Fußboden lag, schlug der Mörder noch dreimal wuchtig zu. llm ganz sicher zu sein, daß er sie nicht noch lebend zurücklasse, Um schnürte er ihr endlich mit dem zusammengedrehten Handtuch den Hals zu. Dann wusch er, so gut er fonnte, im Zimmer das Blut auf, fäuberte sich selbst, nahm die Sachen, soviel er unauffällig tragen er 26 M. Er jezte sie sofort in Alkohol um. fonnte, aus den Schränken und ging weg. Für seinen Raub betam Der Landesverband Berlin im Reichsverband der Zahnärzte Deutschlands hatte in feine den wissenschaftlichen, fachlichen und organisatorischen Verhandlungen gewidmeten Tage am Sonntag im Esplanadehotel einen Gesellschaftsabend eingefchoben, der Lola Artot de Padilla, Jaro Dworsky( Berliner Staatsoper) und Josef Danegger( Wiener Burgtheater) auf das Podium brachte. Die heroische Kraft, der überstrahlende Glanz der beiden Sängerstimmen waren fast zu groß für den Gaal, der die ErSchienenen bei weitem nicht faßte. Das Duett aus Rabame. Butterfly" entfesselte Beifallsstürme. Danegger lam ganz alttlaffisch: Schiller und Goethe, und holte alle Effekte, die etwa in ben Kranichen des Ibifus" liegen, heraus. Ein Abend voll von starker tünstlerischer Anregung und Bedeutung. Eisenbahnunfall zwischen Frankfurt a. d. O. und Fürstenwalde. In der Nacht vom Sonntag zum Montag, 1 Uhr früh, fuhr auf der Strede Frankfurt a. d. D.- Berlin zwischen Mertenbrüd und Briesen in der Mark der Eilgüberzug 6203 auf einen Persanenzug 235 infolge Ueberfahrens des Blodsignals. Eine Reisende( Frau Anna Heinze aus Frankfurt a. d. 9.) ist leicht verlegt worden. Durch Entzübung der Gasbehälter sind mehrere Berfonenwagen in Brand geraten und zerstört. Das Gleis BerlinFrankfurt wird an der Unfallstelle etwa 12 Stunden wegen Wieder herstellung des beschädinben Gleises und Entfernung der Trümmer gesperrt fein. Der Betrieb wird eingleifig aufrechterhalten. Unter dem Berdachte des Versicherungsbefruges in Höhe von 300 000 m. wurden, wie wir mitteilten, der Direttor Kaczmaret der Dauerwäsche- Attiengesellschaft und der Profurist Paul Woda verhaftet und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. In dem venid uns gebrachten Bericht einer halbamtlichen Lokalforrespondenz hieß es, daß beide ein Geständnis abgelegt hätten. In seiner Eigenschaft als Berteidiger teilt uns Herr Rechtsanwalt Dr. Roetter mit, daß das nicht der Fall ist, daß vielmehr sowohl Direttor Kaczmaret als auch Profurist Bodad die ihnen zur Last gelegten Handlungen auf das entschiedenste bestreiten. Beide hoffen zuversichtlich, daß der weitere Berlauf der gerichtlichen Untersuchung ihre volle Unschuld erweisen wird. Ein großes Doppelfonzert der preußischen Polizeibeamten. Am Mittwoch, den 4. Februar, veranstaltet die Bezirksgruppe Groß Berlin ein großes Doppeltonzert, ausgeführt von der Gesamttapelle der Schutbolizei im Konzerthaus Clou", Mauerstr. 82, berbunden mit Zanz. Bugleich wird der Beamten- Wirtschaftsbund eine Modenschau( Damen und Herrenkonfektion, Pelzwaren uitv.) veranstalten. Außerdem findet eine fostenlose Verlosung von fleinen Präsenten statt. Jeder Inhaber einer Eintrittskarte der Bezirksgruppe ist berechtigt, an der Berlosung teilzunehmen. Eintrittskarten zum Preise von 1 M. einschließlich Stener find an der Kaffe ab 5 Uhr nachmittags zu haben. Beginn 7 Uhr. Un dem Gedentfiein für die Genoffin Zieh hatte, wie uns Ein schwerer Raubüberfall wurde dieser Tage auf dem Wladislaus Btarzed bei der in demselben Hause befindlichen Flur des Hauses Um Köllnischen Part 4 auf den Kaffenboten berichtigend mitgeteilt wird, für den Parteivorstand und für die Reichstagsfraktion Genoifin Remiş, und Genoffin Wurm für Firma Jakobjohn verübt, aber durch das tapfere Verhalten des den Bezirksverband gesprochen. Boten, trotzdem er dadurch in Lebensgefahr fam, vereitelt. Die Firma Jakobjohn fandte um 9% Uhr ihren Boten Btarzec aus, um Geld zur Lohnzahlung einzuziehen. Der Bote erhielt von einer Firma in der Kommandantenstraße 10 000 Mart in Eintausendmarkscheinen. Diese ließ er auf der Zweigstelle der Deutschen Bant am Spittelmarkt in Kleingeld umwechseln, das er in seine Aktentasche steckte. Mit der Tasche unter dem Arm ging er jegt nach Hause. Als er gegen 10% Uhr den Hausflur betrat, warf ihm ein größerer Mann Pfeffer in die Augen und versetzte ihm einen Borhiebauf den Kopf. Bu gleicher Zeit griff ein fleinerer Mann nach seiner Attentasche. Als Biarzed sie fefthielt, belam er von dem größeren noch einen Schlag auf den Kopf und von dem feineren cinen wuchtigen Tritt gegen den Oberihentel Jet fiel er hin, hielt aber trotzdem die Tasche fest. Als nun auf seine Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 3. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 6.40-7.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungs4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). kurse). Literatur und Kunst. 6.40 Uhr abends: Professor Colson: Französische Literaturgeschichte( in französischer Sprache). 7.10 Uhr abends: Theodor Kappstein:" Deutsche Klassiker. 2. Vortrag. Goethe. 1. Teil: Die Persönlichkeit". 7.30 Uhr abends: Vortrag Dr. Richter:" Was versteht man unter ärztlicher Kosmetik? 8 Uhr abends: Theaterfunk( Theodor Kappstein). 8.30 Uhr abends: Mendelssohn- Abend. Dirigent: Otto Urack. 1. Ouvertüre zu, Ein Sommernachtstraum" 2. Violinkonzert E- Moll( Konzertmeister Maurits van den Berg). 3. Schottische Sinfonie A- Moll. Das Orchester besteht aus Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theaterdienst. enn man infolge Leberarbeitung, Krankheit, Nervosität zc. W das Bebilirfnis nach einer gründlichen Kräftigung und Auffrischung verspürt, dann versuche man das wohlschmeckende Biomalz. Es gibt wohl kein einfacheres, bequemeres und angenehmeres Mittel; feines erfreut sich einer gleich großen und uneingeschränkten Beliebtheit wie Biomalz. Neben der Sebung des Kräftegefühls tritt fast immer eine auffallende Besserung des Aussehens ein. Man fühlt sich geradezu wie verjüngt. Man verlange nur das echte Biomalz, nichts anderes angeblich„ Ebensogutes". Achte genau auf das Etikett. Boltsbildungsamt Kreuzberg. Am Donnerstag, den 5. b. M., abends 8 Uhr, findet im Friedrich- Realgymnasium, Mittenmalder Straße 37, unter Mitwirkung von Martha Schaarschmidt( Klavier) und Mila Gülsdorf( Gefang) ein Schubert- Schumann- Abend statt. Einlagpreis 75 Bf., für Jugend liche 50 Bf. Starten im Bollsbildungsamt Kreuzberg, Nordstr. 11, und an der Abendkaffe. f Schwere Explosion in Dillingen. 5 Arbeiter getötet, 17 schwer verletzt. Und fein Hilfswerk? Die von uns bereits furz gemeldete Explosionstatastrophe in der Dillinger Hütte stellt sich nach den letzten Nachrichten als eine sehr schwere heraus, bei der wieder einmal viele Arbeiterleben zu Schaden gekommen sind. Es sind 5 Arbeiter getötet und 17 schwer verletzt. Die Explosion, die in einem einzigen Augenblick die Benzolanlage in einen Trümmerhaufen verwandelte, ist vermutlich auf die Entzündung lagernder Ammoniak[ alze, ähnlich wie bei der Oppauer Katastrophe, zurückzuführen. Berschiedene Trümmerstücke wurden 600 bis 700 Meter weit geschleudert: der Luftdruck war fo start, daß in den Häusern von Dillingen die Türen aufflogen. Die Telegraphen- und Telephonleitungen der in der Nähe vorbeiführenden Eisenbahn wurden ebenfalls zerstört. Außer den 5 Toten wurden 17 Arbeiter schwer verletzt. Auf den in unmittelbarer Nähe verüberführenden Gletfen hatte ein Personenzug 5 Minuten vor der Katastrophe die Unglücksstätte passiert. Von einem Neu Biomalz- Bonbons, beftes Linderungsmittel bei Husten und Heiserkeit, vorzüglicher Geschmack, je Beutel 30 Pf., und Biomalz- Schokolade, je 100- Gramm- Tafel 60 Pf. Erhält lich in Apotheken, Drogenhandlungen und einschlägigen Geschäften. Preis einer Dose Biomalz 1.90 m., mit Lecithin 5 M., mit Eisen( für Blutarme und Bleichsüchtige) 2.20 M., mit Ralf extra( für Lungenleidende) 2.50 M. Druckschriften auf Wunsch umsonst und postfrei. Gebr. Patermann, Teltow- Berlin 10. Hilfswerk durch die Hütte, die sich überwiegend in fran zösischen Händen befindet, soll, wie Mirb. Tel. Bureau berichtet, nichts bekannt sein. Starter Schneefall im Riefengebirge. Uebereinstimmende Nach richten aus dem Riesengebirge besagen, daß es feit vorgestern abend bei startem Frost ununterbrochen schneit, so daß der Schnes teilweise einen Meter hoch liegt. 17. Areis Sichtenberg. Jungfoziafiften und Bildungsausschuß: Seute, Diens tag, 7% Uhr in der Bibliothek Weichselstr. 28, Rurfus: Moderne Brobleme des Sozialismus", 2. Abend. 19. Kreis Pantow. Mittwoch, den 4. Februar, 74 Uhr, bei Mener( Türkfches Relt), Kreisdelegiertenversammlung. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Mittwoch, den 4. februar, pünktlich 7% Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3, Vorführung von Sandpuppenspielen. Heute, Dienstag, den 3. Februar: 80. Abt. Schöneberg. 7 Uhr bei Girrlich, Rubens, Ede Begasftraße, pidhtige erweiterte Vorstandssitzung. Alle Bezirksführer und Raffierer muffen ezfcheinen. 1. Abt. Neukölln. 7% Uhr bei Röster, Rarisgarten-, Ede Biffmannstraße, Funktionärsigung. Die Kälte in New York. Infolge der großen Kälte der letzten Lage ist der Hafen von Rew York eingefroren. Was jeit 35 Jahren nicht mehr der Fall war. Eine große Anzahl von Eis. brechern ist an der Arbeit, um den Hafen wieder eisfrei zu machen, 102. bt, Baumschulenweg. 7½½ Uhr in Neberföneweibe bei Rephel, Belldendoch ist dies bis jetzt nur in geringem Umfang gelungen. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin B. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin fiets an bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, an richten. Zur Beachtung. Sonntag, den 8. Februar, findet im ganzen Bezirk Groß- Berlin eine wichtige Flugblattverbreitung statt. Alle Genofsinnen und Genossen werden ersucht, sich restlos zu beteiligen. Treffpunkte find die bekannten Lokale in den Abteilungen reip. Bezirken. Ter Bezirksvorstand. 5. Kreis Friedrichshain. Mittwoch, den 4. Februar, 6 Uhr, Bezirksver fammlung im Rathaus, Eingang Königstraße. Einlaßkarten beim Genossen F. Filder am Eingang. Legitimation: Mitgliedsbuch der SPD. 7. Kreis Charlottenburg. Seute abend 7% Uhr erweiterte Gigung im Rimmer 4 des Rathauses. 14. Areis Neukölln. Mittwoch, den 4. Februar, 7% Uhr, an bekannter Stelle erweiterte Kreisvorstandssikung ftraße 15, 8ufammenkunft aller Reichs- und Kommunalbeamten, Angestellten und Arbeiter. Die Frauen find freundlichst eingeladen. Jungfozialisten. Gruppe Gülben: 8 Uhr Literarischer Abend in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Bereinigung Sozialbemokratischer Stubenten. Die Bereinigung beteiligt fid um 8 Uhr an dem Vortrag von Dr. Ad. Grabowsky über„ Die religiöse Lage in Rußland" in der Deutschen Hochschule für Politit, Schinkel. play 6, Hörsaal 2. Morgen, Mittwoch, den 4. Februar: 36. st. 7% Uhr Frauenabend bei Busch, Tiffiter Str. 27( Fri- ReuterAbend). Referent Genoffe Ludwig Sagemann. 45. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung in der Schulaula Reichenberger, Ede Forster Straße. Referent Genoffe Buttkamer, 58. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr im Eihungsfaat Santeftr. 4. Funktions fihang 81. Abt. Friebenan. Sozialistisches Geminar: 8 Uhr im Restaurant Mabe, Sandjernstr. 60-61. Referent Genosse Stabirat Wermuth:„ Materialstische Weltanschauung". 89. Abt. Reukölln. 7% Uhr Vorstands- und Funktionärsigung bei Stahl, Sanderstr. 11. 104. Abt. Rieberschöneweide. 8 Uhr Vorstandsßigung im Restaurant Thiele, Berliner Str. 38. Die Ronsumvereinsdelegierten find dazu eingeladen. 107. bt. Alt Glienide. 7% Uhr beim Genossen Neumann Borstandssigung. 134. Abt. Buch. 81 Uhr beim Genoffen Löffler Borstandsfisung. 136. Abt. Reinidenborf- Ost. 7% Uhr im Jugendheim Seebad, Residenzste.. 49, Funktionärsigung. 137. Abt. Reinidendorf- West. 7% Uhr Werbemitgliederversammlung im Bolts. haus, Scharnweberstr. 114. Thema: Breußenpolitik". Referent Genoffe Artur Richter, M. d. 2. Die Bezirtsführer Taben hierzu ein. Gäste will fommen. 140. Abt. Reichsbenderet. Nachmittags 9% Uhr im Graphischen Bereinshaus, Alexandrinenstr. 44, Rahlabend. 33. bt. Donnerstag, den 5. Februar, 7 Uhr. Sei Sojad, Benmefte. 8, Cng fümtlicher Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute. Sefteller Label ein. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 40, Abt. Am Freitag, den 30. Januar, verstarb Genoffe Theodor Siste, Lichterfelder etc. Ba. Einäicherung Mittwoch, ben 4. februar, nachmittags 43 Uhr im Krematorium Baumschulenweg. Jugendveranstaltungen. Abteilungsmitgliederversammlungen, heute, Dienstag, 7% Uhr Wedding- Nord: Schule Merstr. 48. Schönhauker Borstabt: Eule 3bfenftr. 17. Senefelder- Viertet: Jugendbeim Oberberger Str. 67. Süd oftenG.- B.: Schale Görliper Str. 51. Weften: Baugetvertschule, turfürstene Straße 141. Schöneberg 1: Jugendbeim Rubens, Ede Hauptstraße. Schöneberg II: Schule Frankenstr. 10. Wilmersdorf: Jugendbeim Gildegards ftraße 4. Martendorf: Alte Schule, Dorfitt. 7. Steglit 1: Augendheim brechtstr. 47. Renkölln III: Ingendheim togaffic. 53. Meutöllu V: Jugendheim Schierleſtr. 44. Neu- Reinickendorf- Off: Jugendheim Resibenz ftraße 45. Rosenthal: Schule Kastanienallee. Buchholz: Luini bon Hoffad, Sauptjir. 71. Bankow: Ingendheim Breite Str. 32, Spanbo: Jugend beim Altes Schüßenhans, Neuendorfer Str. 87. Monbit II: Edule Am Stephanplay: Glaßbrenner, Abend. Morbost I: Schule Böporosit. 40. Bor trag: Soziale Genossenschaften".-Nordost II: Jugendheim Dansiger Str. 62: Klara- Müller- Jahnke- Abend. Norbring: Jugendheim Greifenbagener Str. 22: Seiterer Abend. Rosenthaler Vorstadt: Schule Gipsstt. 23a. Bortrag: Siele der SAJ." Charlottenburg: Jugendbeim Stosinenfte. 4. Vortrag: ,, Muft und Lieb". Neukölln VI: Schule Kaifer- Friedrich- Str. 4. Vortrag: SAJ. und Reichsbanner". 30000 ft für einen Reim! Goldmark Hausfrauen Berlins! Wir haben Mk. 30000.- Preise ausgesetzt dafür, daß Sie uns helfen, ein gutes Schlagwort, einen prägnanten Satz, oder einen treffenden Zweizeiler für unsere überall beliebte und vorzügliche Alb o- Margarine zu finden. Ihre Erfahrungen und Ihren Rat brauchen wir ferner, damit Sie uns sagen, ob wir mit unserer Qualität und dem Höchstverkaufspreis von 90 Pfennigen pro Pfund auf dem richtigen Wege sind und ob wir auch Ihre Zufriedenheit haben oder ob Sie uns etwas zu sagen haben, was zur weiteren Zufriedenheit beitragen könnte. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß nur höchste Zufriedenheit eines jeden Abnehmers unserer erstklassigen Albo- Margarine uns unseren großen Kundenkreis erhält u. durch Empfehlung dauernd erweitert. Kurz u. treffend das Wort: ,, Albo", unsere gute Qualität u. die Zufriedenheit unserer Kundschaft, sei es in Satz- oder Versform ausgedrückt, zusammenzufassen, ist Zweck dieses Preisausschreibens. Es kann ein Reim sein, wie beispielsweise: „ Eẞt Albo, sagt Mutter- weg mit de Butter!" Es kann aber auch ein Satz sein, wie: „ Der guten Albo- Margarine gebührt der I. Preis." Als Richtschnur sind bei der Lösung mög lichst folgende drei Punkte zu beachten: 1. Albo- Margarine wird täglich in Berlin aus edelsten Bestandteilen und frischer Milch gekirnt, und ist in fast allen Milch- und Kolonialwaren- Geschäften käuflich. 2. Albo- Margarine ist zart u. weiß u. ebenso schmackhaft und bekömmlich wie Butter. 3. Albo- Margarine wird seit langem von Hunderttausenden täglich als Brotaufstrich gern gegessen und auch zum Braten und Kochen verwendet, sie ist ergiebiger und viel billiger als Butter. Unsere Fabrik zur Herstellung von AlboMargarine ist im Jahre 1922 in eigens dafür neuerbaute Räume verlegt und mit den modernsten Maschinen und Hilfsmitteln ausgestattet, im vollsten Sinne des Wortes ein mustergültiger Betrieb, sauber wie ein Schmuckkästchen, in dem nur das Beste verarbeitet wird. Im obigen Sinne u. unter folgenden Bedingungen haben wir nachstehende Preise ausgesetzt: 1. Beteiligen dürfen sich nur Groß- Berliner, deren Adresse und Stand genau anzugeben sind. Jeder Bewerber darf nur eine Lösung einsenden. 2. Die Lösungen müssen klar und deutlich auf einem weißen Blatt Papier geschrieben sein. 3. Auf der einen Seite des Papiers darf nur die Lösung stehen, auf der anderen Seite a) der Name, die Wohnung, Beruf des Bewerbers, b) Angaben darüber, ob Sie schon AlboMargarine gekauft und gegessen haben und wie Sie damit zufrieden waren, c) Name der Zeitung, in der Sie unser Preisausschreiben gelesen haben. 4. Diese Fragen muß jeder Bewerber genau beantworten, wenn er Anspruch auf einen Preis erhebt. 5. Die Frist für Einsendungen der Lösungen endet am 21. Februar 1925 und sind diese in einem geschlossenen Briefumschlag an uns abzusenden und wie folgt zu adressieren( ohne Rückporto): Preisausschreiben: Margarine- Fabrik Albo Berlin N 113, Zelterstr. 42/45 An Preisen sind vorgesehen: ein erster Preis ein zweiter Preis ein dritter Preis Goldmk. 5000 1000 500 1000 99 9 99 1500 fünf vierte Preise à G.-M. 200 fünfzehn fünfte Preise à G.-M. 100. Ferner 7000 Trestpreise im Werte von le 21000 Insgesamt Goldmk. 30000 3G.- M.. zus. G.-M. Die Preisträger für den ersten, zweiten und dritten Preis werden so schnell wie irgend möglich öffentlich bekanntgegeben, und werden Geld und Trostpreise den Preisträgern kostenfrei direkt übermittelt. Prämiiert werden diejenigen Lösungen, die unsere Marke ,, Albo" am besten, kürzesten und treffendsten in Verbindung mit den vorzüglichen Eigenschaften derselben näher bezeichnen, gleichgültig, ob durch Satz oder Vers. Die prämiierten Lösungen gehen in unser unbeschränktes Eigentum über. Die Preisträger verzichten ausdrücklich auf ihre geistigen oder sonstigen Ansprüche der eingesandten Lösungen und sind mit deren Verwertung durch unsere Firma unwiderruflich einverstanden. Eine Rücksendung von irgendwelchen Einsendungen erfolgt nicht. Die Bewerber unterwerfen sich unter Ausschluß des Rechtsweges den vorstehenden Bedingungen und der Entscheidung, die endgültig ist durch die nachstehenden Preisrichter oder deren bevollmächtigte Vertreter: 1. Fräulein Gertrud Kunze, GewerbeOberlehrerin, Berlin- Dahlem, 2. Frau Anna Fischer, Hausbesitzerin, Berlin NO, 3. Baumeister Hans Lenz, Berlin SW, 4. Fabrikbesitzer Hans Kraft, Berlin C. Ueber den Rahmen der ausgesetzten Preise hinaus behalten wir uns vor, uns besonders gut erscheinende Lösungen anzukaufen. Wir zahlen für jede von uns angekaufte Lösung GMK. 50.- und teilen dies dem betreffenden Bewerber mit. Sollten die Preisrichter unter den eingesandten Lösungen keinen zufriedenstellenden Satz oder Vers finden, dem der erste Preis zugesprochen werden könnte, so werden wir trotzdem die Trostpreise um den dafür vorgesehenen Betrag erhöhen. Frauen und Männer Berlins zeigt, daß der berühmte Berliner gesunde Mutterwitz noch vorhanden ist, um eine verhältnismäßig so leichte Aufgabe zu lösen. Margarinefabrik ,, Albo" Berlin N. 113, Zelterstraße 42-45 60 Arbeiter- Sport Das große Hallensportfest. Für die Freunde des Arbeitersports gab es am Sonntag eine imposante und außerordentlich vielseitige Beranstaltung zu sehen. Echon in den Bormittagsstunden wanderten die aftin beteiligten Sportler zum Sportpalast, um dort die Bortämpfe aus zutragen. Die Groß- Berliner Vereine stellten natürlich die Hauptmasse, aber auch die Kreisvereine, ferner Bundesvereine aus dem Reiche, fo Leipzig, Hannover, Magdeburg usw., hatten Vertretungen entsandt. Während hier schon fleißig der Grundstein zum Nach mittagsfest gelegt wurde, fammelten sich die Spielleute, 200 an der Zahl, in Reinickendorf zu einem Propagandamarsch durch die ganze Stadt mit dem Endziel Sportpalast. Bald füllten fich bie gewaltigen Räume mit den anströmenden Maffen der Sportler und Zuschauer in der Gesamtzahl von etwa 9000. Die Turner tapelle läßt ihre Beisen ertönen, und nun strömen von zwei Seiten Die Sportler in die Arena, den ganzen unteren Raum füllend, Züge ohne Ende, ein buntes Bild junger und auch älterer Menschenfinder in der verschiedenartigen Sportkleidung von oben wie ein lebendes Mosait erscheinend, das ohne Worte allen noch Außen stehenden zuruft: Herbei in die Reihen des Arbeiter sports! Die Märtische Leichtathletif- Bereinigung des Arbeiter. Turn- und Sportbundes eröffnet das Fest mit einer Ansprache, Die der begeisternden Stimmung dieses Massenaufmarsches von 3000 Sportlern beredten Ausdrud gibt. Zahlreiche Vereinsfahnen erhöhen die Wirkung des Gesamtbildes und der gesprochenen Worte. Die Teilnahme der Fichte"-Abteilungen und Funktionäre gibt dem Sprecher zur Konstatierung der Tatsache Veranlassung, daß dieses große Fest ohne Fichte nicht hätte stattfinden tönnen. Der Bund braucht Fichte", so murde sehr richtig gesagt, aber wir können dem noch hinzufügen, daß genannter Berein den Bund ebenfalls nötig braucht. Auch diese Seite märe erwähnenswert gemejen. Dann folgt ein Prolog, und nun braust das Bundeslied unter Begleitung der Turnertapelle durch den großen Raum, ein Werbegefang und zugleich ein Aufruf zur Wiederherstellung der Einig feit innerhalb des Bundes und des 1. Kreises. abholen.( Straßensperre fe abfafyrer in Berlin.) Die Geschäftsstelle bec Ortsgruppe Berlin ift jekt Berlin R. 20, Eulerftr. 15, v. 4 St., bei Billn Saltner. Achtung, Rennfahrer! Am Montag, den 9. Februar, abends 7 Uhr, findet in total Suboft, Michaelfirchfit. 29a, Ede Wusterhausener Straße, eine Busammenzunft aller Rennfahrer und Anhänger des Rentsports unferes Bundes statt. Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Süden. Turnen, Beidybathletik, Sandball. montags und Donnerstags in der Turnhalle Boedbitt. 17-20 von 8-10 Uhr. Männer Dienstags, Sugend Mittwochs und Freitags, Frauen Freie Turnerschaft Lichtenberg- Friebrichsfelbe. Mittwoch, den 4. Februar Borturnerftunde in der Turnhalle des Jahn- Realgymnafiums, Schreiberbauer Straße, 8 Uhr. Es ist Pflicht aller Abteilungsleiter fowie Borturner der Männer- und Jugendabteilungen, zu erscheinen. Anschließend Gigung bei Ritter, Saillerstr. 26. Wichtige Tagesordnung. Geschäftsstelle: Rari Belad, 6. 50, Dieffenbachfit. 18. Sonnabend, den 14. Fe bruer im Sugendheim, außerordentliche Bezirksvorstands thung. B.-B. Recomania( A.-S. u. Sp.-B.) Ruder, Baddeln, Nächste Sigung Freitag, den 6. Februar, 8½ Uhr abends( Generalversammlung), bei Bursche, Bringefinnenste. 18( Morikplak). Aufnahme neuer Mitglieder, Der Ring- und Kraftsportverein Siegfried, Steglig, Sadyfenwaldstraße, Mittelschule I, hält jeben Dienstag und Freitag von 7-9 Uhr feine Uebungsfunden im Seben, Ringen und Sozen ab. Gäfte herzlich willkommen. Sportverein Moabit. Die Mitgliederversammlung wählte für das Jahr 1925 folgende Funktionäre: 1. Borsigender: B. Broste, 2 Borstkender: R. Lipps, Bannerturnwart: 9. Secht, Frauenturnwart: A. Angermann, Jugendturnmari: E. Richter, Schülerturnwort: B. Ehrenberg, Sauptlaffierer: G. Schuler, Sportwart: W. Schuler, Reugwart: A. Angermann, Shriftführerin: 6. Renner, Revisoren: Ehrenberg, Schleicher, RI. Geng. Sodenvertreter: 9. 5, Stephanftr. 51. Geschäftsstelle: Bruno Broske, NW. 21, Waldstr. 42. Ant 5. februar, 7 Uhr, außerordentliche Sorenſigung bei Schubert, Rofborder Straße 20. Alle Sodenspieler müffen erscheinen. Seben Donnerstag 7 Uhr Handballfigung bei Schubert. Jeden Mittwoch Waldlauf. Treffpunkt T½ Uhr See, Ede Afrikanische Straße. Reftairvant Crholung. Entgegenkommen der Gemeindeverwaltung und des Verkehrsvereins Schreiberhau bot die programmatische Durchführung feinerlei tec nische Schwierigkeiten. Das Gebirge, das sich noch am Tage vorher in schönstem Schmud zeigte, lag am 31. Januar unter einem Föhn, der startes Taumetter mit sich brachte und in den Niederungen die Schneelage langsam zerstörte. Dennoch wurden die am ersten Tage angesetzten Rennen, bestehend in einem 15- Kilometer- Langlauf, einem 6- kilometer- Langlauf für Sportlerinnen, einem solchen für Jugend fiche und einem 4- Kilometer- Hindernisiaus glatt durchgeführt. Mögen die dabei erzielten Zeiten nicht ganz den Erwartungen en.fphen haben, in Anbetracht der Witterungsungunst waren sie ganz außer ordentlich. Der Start zum 15- Rilometer- Rennen erfolgte morgens 9 Uhr von der Reiftrügerbaude mit 23 Läufern, unter denen die Finnen als anerkannt gute Langläufer dominierten. Bon steilem Gelände, das ihnen nicht behagte, abgesehen, führten die Finnen ein blendendes Rennen vor und ließen alle Konfred Schwara. 9. 33, Binaftr. 48. Sandballvertreter: Walter Burchert, turrenten wesentlich hinter sich, mit Ausnahme des Schreiberhauer Bagner, der ihnen zäh auf den Fersen blieb. Dennoch belegten die Finnen glatt bie ersten 6 läge. Troz der durch das Tauwetter namentlich im ebenen Gelände sehr erschwerten und anstrengenden Fahrweise passierten die Teilnehmer des Laufes jämt lich in guter Form das Rielband. Die beste von dem Finnen Laine erreichte Zeit betrug 59 Min. 25 Set. Der 6 Rilometer. Langlauf für Jugendliche sah Heder Schreiberhau mit 58 min. 0,9 Set. als Sieger. Im 6- kilometer Langlauf für Sportlerinnen belegte Buchbinder- Wien mit 1 Stunde 15 min. 22 Set. den ersten Plaz. Wieder an erster Stelle lagen die innen beim 4- Kilometer Hindernislauf, den ihr Gäfteturniere und Simultanpartien gespielt. in diesem Lauf bester Bertreter mit 27 min. 0,7 Set. gewann. In den Abendstunden des ersten Tages versammelten sich die inzwischen zahlreich eingetroffenen Teilnehmer zu einer Begrüßungsfeier in drei Sälen von Schreiherhau. Die Bertreter von Deutschöfterreich, Deutsch- Böhmen, der Tschechoslowakei, Bolen, Belgien und Finnland hielten Begrüßungsansprachen und feierten mit begeisterten Morten den Gedanken des internationalen Arbeitersports. Au sihren Reden flang der Geist der Brüderlichkeit, der immer wieder beweist, daß zwischen den Arbeitern oller Länder feine trennenden Schranten bestehen, fofern sie nicht fünftlich geschaffen werden. 9 B Nachstehend folgen die Resultate der einzelnen Läufe: 15- Rilometer- Langlauf für Männer, 23 Läufer: 1. Baine- Finnland 59:25; Sammonen- Finnland 59:34; 3. Hostianen- Finnland 1: 1: 14: 4. Lätainen. Finnland 1: 2: 30: 5. Salinen- Finnland 1: 4: 27: 6. Weinalaien- Finnland 1: 6: 30; Canalonf für Sugendlice, 9 Läufer: 1. Seher- Schreiberbau 58:69; 2. Neu7. Booner- Schreiberhant 1:15:30. 6- RilometerSchlechteste Reit: 1:54:44. 1:17:19. 6- Kilometer- Banniauf file Sportlerinnen, 8 2äuferinnen: 1. Bud binder- Bien 1:15:22: 2. Shomas- Tichechoslowakei 1:18:23: 3. Prade- Efchecho. Momafei 1:23:40: 4. Fehlert- Dhermiefenthal 1:24:12. Gleteite Reit: 1:34:09. 4- Rilometer- Sinbernistouf für Sportler, 18 2äufer: 1. Elo- Finnland 27: 0,7: 2. Pamainen- Finnland 28:55: 3. Bienert- enburg i. Ga. 29:33; 4. Mainel Die Kreisschule der Turnerinnen beginnt den Reigen des nun folgenden Programms mit Vorführung der Freiübungen zum Frankfurter Olympia. Die Schwimmer sind diesmal außerordentlich stark vertreten und am gesamten Brogramm( auch den Bettläufen) gut beteiligt. Etwa 90 Schwimmerinnen und Schwim mer zeigen im Badefostüm das Trodenschwimmen. Die stark muskulösen und doch gutgeformten Körper bilden ficher eine große Bropaganda für diesen idealsten Sportzweig. Auch die Fußmann- Ziched of amatei 1: 0: 16; 3. Taua- Gdreiberhant 1: 1: 0.9. Schlechtefte Reit: baller find erfreulicherweise bei den diversen Bettläufen be teiligt, vielleicht benutzen sie das nächste Mal die günstige Gelegen heit, der Deffentlichkeit das Training in ihrer Fußball. schule zu demonstrieren? Die Kreisschule der Männer und Jugendlichen zeigt wie die Turnerinnen die Freiübungen zum Frankfurter Olympia nach Musit. Schon diese einen Miniaturvorführungen erzielen einen guten Erfolg, wie gewaltig wird aber die Wirkung sein, wenn in Frankfurt Tausende auf großem Plah nach dem Rhythmus der Musit wie eine einzige Belle die Körper schwingen lassen! Das Geräteturnen ist nur durch eine Redriege vertreten, die freilich Borzügliches zeigt, aber diefe Bescheidenheit ist eine 3ier, mit der die Turner nicht weit tommen werden. Meit- und Hochsprung fomie Tauziehen vervoll. fändigen das allgemeine Bild. W Die Hauptattraktion des Abends bilden natürlich wie immer Die Bettläufe. Das Rampfmoment ist offenbar das Bebenselegier der Menschheit. Gewiß, man erfreut sich an Der Körperschönheit und dem Rhythmus der Bewegungen, weil man auch mal einen ästhetischen Gemuß braucht. Aber wenn der Kampf um den Sieg ad oculus demonstriert wird, dann ist der letzte Nero gespannt und aller Augen richten sich auf die flinken Beine. Die Bendelftafetten wie das Hürdenlaufen finden lebhaftes Interesse, wie im Fluge zieht Start und Ziel an unferem Auge vorüber. Die zehnmal Eine- bzw. Zwei- Runden- Stafetten bringen spannende Momente in den Kurven und sind sehr zahlreich. Die Mittelstrede ist durch einen 1500- Meter- Lauf der Männer und eine dreimal 1000- Meter- Stafette der B und C- Bereine vertreten, während die langen Strecken diesmal fehlen. Ein Muster Handballspiel tombinierter Mannschaften beschließt den intereffanten Nachmittag, freilich mit reichlicher Verspätung. Die Arbeitersportler haben diesen großen Kampftag" nicht nur mit guter Organisation, sondern auch in voller Harmonie durchgeführt, und tönnen mit dem Erfolg durch aus zufrieden sein! Resultate: Männer: Weitsprung: 1. Seller- Fidyle- West 6,06 Meter; 2. Rod- Magde Surg 6,00 Meter; 3. Alemfe- Siemensftabt 3,26 Meter. Tauziehen: 1. AGC.50 Meter Waffersportler und Fußballer: 1. Spidermann- Fichbe 22 0: 6,5; 2. Berk 68. Borwärts- Reutölln, 1 Meter zurüd. 50 Meter Turner: 1. Pohl.Bohns Dorf 0: 6,8; 2. Bestfannity,% Meter grid. 50 Meter Sportler, Bauf A: 1. Eide- AGC. 0: 6,3; 2. Seld- AGC., Handbreite zurüd; 3. Reichel- LeipzigBoltmersdorf. Lauf B: 1. Teller- Fichte- Weft 0: 6,4; 2. Böhme- Schöneberg; 3. Pieper- Hannover. 5X1 Runde Wassersportler und Fußballer: 1. LichtenBerg 1: 40.1; 2. Borwärts- Güden; 3. Freie Schwimmer Reutölin. 5X1 Stunde Sitzner, Lauf A: 1. Fichte 8 1: 44,5; 2. frichte 12, 2 Meter zurid: 3. Hannover, Sandbreite zuriid. Sauf B: 1. Fichte 9 1: 42,9; 2. Fidyte 14, 2 Meter zurüd. 1500 Meter Männer: 1. Boofe- Hannover 4: 26,8; 2. Radom- Stettin; 3. Lamezenz- Hermsdorf. 60- Meter- Hürdenlauf: 1. Eide- AGC. 0: 9,4; 2. Melwald Rathenow; 3. Walzleben- Burg. 10X50 Meter Turner: 1. Fichte XII 1: 9,4; 2. Groß- Berlin- Often; 3. Fichte IX. 10X50 Meter Wassersportler und FußBaller: 1. Freie Schwimmer Neukölln 1: 14,5; 2. Borwärts- Rentölln, 2 Meter Burrild; 3. Borwärts- Lichtenberg, S Meter zurüd. 10X50 Meter Sportler, Selaffe A: 1. AGE. I 1: 4,3; 2. Gboft, 12 Meter aurid; B. Best, weiteren Meter irritd. 3X1000 Meter: 1. Hermsdorf 8: 42,4; 2. Fichte- Nord; 3. Fichte- Süb. 10X50 Meter Fußballer, Lauf B: 1. Fichte Gesundbrunnen 3:11; 2. Lichtenberg, Meter zurriüld; 3. Union, 15 Meter aurüd. Stafette, Lauf A: 1. Fichte- West 3: 56,6; 2. AGC.; 3. Lichtenberg. Lauf B: Olympische 1. Magdeburg: 2. Jahn- Treptow; 3. Fichte- Best II. 10X1 Stunde Turner: 1. Fichte 9 3:28; 2. Fichte. II. Gruppen B and C: 1. Gito 3: 20.1; 2. GroßBerlin- Wedding; 3. Fichte III. 10X2 Runden, Lauf A: 1. AGC. 6: 54,7; 2. Gibost 1; 3. Fichte- West. Sauf B: 1. Gubenburg 7: 29,2; 2. AGC.; 3. Sild oft II. Aeltere Sportler: Sochspringen: 1. Schulz Rathenon, Gänger- Gildoft 1.53 Meter; 2. Gunst- Fidyte VIII 1,43 Meter; 3. Teichmann XII 1,38 Meter. 50 Meter, 30-35 Jahre: 1. Schulz- Rathenow 0: 6,8; 2. Heinmann- Hannover, 1 Meter zureid. 36-40 Jahre: 1. Eamidt- Fichte 9 0: 7,1; 2. Richter- Neukölln, Meter zurüd; 3. Gcheffel- Neukölln. Ueber 40 Jahre: 1. Richter- Schöneberg 0: 7,2; 2. Gast- Fidhte 8; 3. Gruhn- Sparta. 4X1 Runde, 30-35 Jahre: 1. Sparta 1: 24,5; 2. Moabit; 3. Gibost. 36-40 Jahre: 1. Neuton 1: 23,5; 2. Schöneberg: 3. Fichte X. Franen: Hochsprung. Surnerinnen: 1. Forsber- Fidyte 6 1,30 Meber; 2. BeidNichichte 4 1,23 Meter. Sportlerinnen: 1 Sasse- Magdebung 1,51 Meter: 2. König Fürstenwalde 1,26 meter; 3. Rau- Groß- Berlin- Wedding 1,26 Meter. Tauziehen, Frauen: 1. Fichte- Sildoft. 50 Meter Bafferfvertlerinnen: 1. Alapzinsty- Welle 0: 8,1; 2. Ahsbach- Welle- Berlin, 3 Meter surild. Turne rinnen: 1. Gajula- Fide 6 0: 7,5; 2. Gaillich- Fichte 6, ½ Meter zurild; 3. Rohne- Hannover, weiteren 14 Meter zurüd. Sportlerinnen: 1 Dittmat Sannover 0: 7.2; 2. Sippler- Maobebung; 3.. Saafe- Magdeburg. Baffersportlerinnen: 1. 58. Belle 1 2:42; 2. GB. Belle IL Turnerinnen: 10X Runde, 1. Fichte 6 1: 56,2; 2. frite 5; 3. Groß- Berlin- Silben. Sportlerinnen, Bauf A: 1. Güboft 1: 57,1; 2. Fidybe 4. Sauf B: 1. Magdeburg 1: 51,7; 2. Fichte- Nord; 3. ACC. Jugendliche: Sochsprung, Eurener: 1. Knopfler- ichte S, Samont- Fichte 14 1,62 meter; 2. Giebel- Groß- Berlin- Webbing 1,50 Meter. Sportler: 1. Sohn- Röpenid 1. Fichte 22. 60- Meter- Bilrdenlauf. Turner: 1. Rörl- Roland 0:11; 2. Ri Tauziehen: montimte 14; 3. Grajowski- Stettin. Sporter: 1. Brandt- Rathenow 0:10; < 150 Meter; Wiele- Biesdorf 1,45 meter. 2. Gide. ISC.; 3. Lorenz- Bannaver. 30 Meter Turner 07/08: 1. Rörl- Roland 8:72; 2. Niedermener- Filrftenwalbe, 1 Meter zurritd; 3. Gillzow- Neukölln Sportfer 07/08: 1. Einfinger- Neuföün 0: 6,9; 2. Dinimier- Sparta, Meter gurid: 3. Reinhardt- Reutöln, weiteren Meter zurüd. 1. Ramont- Fichte 14 0: 6,8; 2. Anöpffer- Fichte 8. Sportler 09/10: 1. Biehi Turner 09/10: Beft 0: 7; 2. Grote- Hannover, ½ Meter zurild. 10X1 Rumbe, Turner: 1. Wichte 17 3: 38,7; 2. inte 12; 3. Grönhola. Snortler, Bauf A: 1. Sparta 3: 29,8; 2. GE.; 3. Schöneberg. Lauf B: 1. Reutölln 3: 29,8; 2. Groß- Beren. Süden; 3. Fichte 22. Gdywedenstafette, Turner: 1. Fidhte I 2: 26,5; 2s Fichte II 8. Strausberg. Sportler: 1. Sparta 2: 22,5; 2. Schöneberg; 3. Reukolln. Die Arbeiter- Wintersport- Olympiade. Bon ungünstigem Wetter start beeinflußt, haben am Sonnabend, den 31. Januar, in Schreiberhau die Wintersporttämpfe ihren Anfang genommen. Dank der aufopfernden Tätigkeit der Schreiber bauer Sportgenoffen sowie dem das Unternehmen start fördernde ehoslowakei 29:35. Gehlechteste Seii: 39:17. Schaufchwimmen in der Oderberger Straße. In der städtischen Schwimmhalle Oderberger Straße 56 veranstaltete der Berliner Schwimmverein Freiheit ein lokales Schauschwimmen, bestehend aus einem Damenzeigen, Schau springen, Stredentauchen, Wafferballweitwurf, Baddelstafette, Ret tungsvorführungen, Rüden, Altes- Herren- Schwimmen und Lampionreigen. Ein junges Mädchen, auf dem Rüden schwimmend, sprach den Brolog, und die übrigen Teilnehmer begrüßten ihre Gäste mit einem dreimaligen Maß!" Einen prächtigen Anblid bot der bunte Lampionreigen in der verdunkelten Schwimmhalle sowie das von den Schwimmern gestellte lebende Bild Freiheit. Die zahlreich erschienenen Zuschauer dantten mit reichem Beifall. Nady ftchend einige Resultate: Eröffnungsfiafette, 5X2 Bahnlängen, bei: 1. Freie Gdwimmer Storben 2:48; 2. Freiheit 2:51; 3. Neptun- Weißenfee 3:04. Schwimmen, 2 BahnTängen, bel. Smaben: Tante- Freiheit 0: 50,3. Männliche Sugend: W. Löwe 0: 43,2. Mädaren: Feld 1: 8. Weibliche Jugend: Steinberg 1: 3. Männer: Giese 0:38. Frauen: Robel 0: 51,3. Echaufpringen: 1. Riesler- Freiheit, 33% Punkte: 2. Gebhardt- Freiheit, 24s Bunte; 3. Fri. Trommer- Charlotten burg, 28% Punkte. Juvenbrüdenfcriminen: Rurte- Freiheit 1: 25,2. Männerfchwimmen, 6 Bahnlängen, bel.: 1 Arilger- Charlottenburg 2:03. Knabenfdimimmen, 2 Bahnlängen, bel.: 1. Müller- Neptun- Weißensee 0: 36,1 Sugendlagen ftafette, 4X2 Bohnlängen: 1. Charlottenbung 2: 39.8. Streden fauchen: 1. Schult- freie Schwimmer Norden 0:42. Bethle- Freiheit, Schröder Neptun- Weißenfee 20+ Wasserballweitwurf: Damenrüdenschwimmen, 4 Babnlängen. 1. Fri. Budhienhagen 1: 40.1. Paddelstafette, 3 Bahnlängen, je 1 Bahnlänge Bruit, Seite, Rüden: 1. Neptun- Weißenfee 1: 30,2. Mädchenbruitschwimmen, 2 Bahnlängen: 1. Röhrich- Freie Schwimmer Charlottenburg Tottenbum: Nephim- Wittenberge Freiheit 7: 0 fie Freiheit; Freie Schwimmer Wasserballspiel, Jugend: Charlottenburg- Freiheit 7: 0 für Char Norden- Neptun- Weißenfee 6: 4 für Neptun- Weißenfee. 0: 50,4. Ein„ Meiner" 3rrfum! Der frühere Borsitzende des 1. Streises vom Arbeiter- Turnund Sportbund, Bruno Lieste, veröffentlicht in der Roten Fahne einen von ihm an den Bundesausschus gerichtetent Brief, in dem es heißt, daß auf dem Kreistag auch die Kommunisten für den Ausschluß Liestes gestimmt hätten, um die vom Bundesvorstand beabsichtigte Spaltung des 1. Kreises zu verhindern. Die Kommunisten hätten damit gezeigt, daß sie die wirklich Bundestreuen sind, die damit dem Wahnfinn der Bundesinftanzen" gesteuert hätten. Hierbei ist Lieske ein böjer Irrtum unterlaufen. Vermutlich hat er den Bericht der Roten Fahne" vom Kreistag für bare Münze genommen. Tatsächlich mußte jeder beim Lesen dieses Berichtes" zu der Meinung tommen, daß die Kommunisten auf dieser Tagung wahre Einigsteitsfanatiker und Friedensengel maren, die dem Bundesvorstand und seinen paar Dußend sozialdemokratischen Spaltpilzen gründlich das Konzept verdorben haben. In Wirtlich. feit war: 1. beim Ausschluß Lieskes vom Kreistag, 2. bei der Zulassung von Fichte" ohne Stimmrecht, 3. bei der Zustimmung zu den Maßnahmen des Bundesvorstandes gegen Lieste bzw. Fichte teine große Mehrheit vorhanden. Da die Sozialdemokraten ohne meiteres für vorstehende Anträge stimmten, fohätte, wenn auch noch die Kommunisten dafür ihre Stimme abgaben, eine e instimmige Annahme oder doch eine große Mehrheit vorhanden sein müssen, was wohl auch Lieste einleuchten wird. Die Berichte der" Roten Fahne müssen immer mit großer Borsicht aufgenommen werden, da sie stets nur die halbe Wahrheit sagen, und die ist nach einem bekannten Sprichwort schlimmer als direfte unwahrheit. Rauf, Balb., Ede Feldherrnstraße, leben Donnerstag abend 48 Uhr GajachDer Arbeiter- Echadfius Adlershof veranfetitet ab 5. Februar im Loko abende weds Gründung einer 2. Abteilung. Schadspieler und folche, die es werden wollen, find dazu herzlichst eingeladen. Die 1. Abteilung spielt im Botal Riege, Bismarditr. 29, jeben Montag 18 Uhr. Der Verein besteht feit 5 Jahren und ist so lange Mitglied des DAG. Berliner Arbeiter- Schachklub. Sweds Gründung einer Abteilung id). terfelde- antwit veranstaltet der Berliner Arbeiter- Scharffub cm Donnerstag, den 5. Februar, 8 Uhr, einen Werbeabend in Sinterfolde.Oft bei Franke, Rransfoplak, Ede Ferdinandstraße. Es werden Wettkämpfe, Sport. Enfcheidungsfämpfe nm die Brandenburgischen Begmeiffterschaffen. Nad überaus zahlreichen Vorfämpfen, die an seas Kombitagen durchgeführt wurden, haben sich endlich die für die Endlampje in Frage kommenden Teilnehmer herausgeschält. Insgesamt batten sich für die Meisterschaften 116 Teilnehmer gemeldet, von denen nur ein verbältnismäßig fleiner Teil infolge Uebergewicht oder Stranfheit dem Start fern blieben, während die übergroße Anzabl reat gute und harte, teilweise recht erbitterte Kämpfe lieferten. Im Baviergewit fämpfen Erich Klemb( Heros) und Weidner( Weißensee). Im liegengewicht streiten Walter ( Besten) und Biglareti( At Webbing) um den Meistertitel. Die Bantamgeitsfla ife bringt zwei außerordentlich gute Leute zu fammen. Der durch feine hervorragenden Rämpfe im Federgewicht befannte Teutone Itner hat als Gegner den ringerfahrenen Volfmar ( Heros). Federgewigt: In dieser Klasse steht der deutsche Meister Hola( Teutonia) gegen Hardt( Heros) im Ring. Die Leichtgewichts. tlaffe bringt den Polizeimeifter Masie und Hermann( Teutonia) zufammen. Im Weltergewicht fommen zwei Herosleute und zwar Schröder und abst zusammen. Einen interessanten Kompf wird es ebenfalls im Mittelgemidt geben. Ter feit Sabren auf den Titel wartende Hoffmann( Weißensee) trifft auf Boigt( Tastorf) und sieht fich diestnal feinem Ziele näher benn je. Im Halbschwergewicht trifft der deutsche Meister Riipel( Seros) auf feinen Riubkamerader Gimpel Die toergewichtstlasie bereinigt nöpnadel ( Brandenburg) und Carls( Aftoria) im Ring. Sier fämbit Technik gegen Kraft. Borverkauf findet in den befannten aus dem Anschlag ersichtlichen Stellen ftatt. Der Brandenburgische Bogverband bittet uns mitzuteilen, daß alle Funktionär- und Verbandstarten an diesem Tage außer Kraft gefest find und diesen Beamten besondere Karten zugestellt worden find. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. 1 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsfeile: Berlin G 14. Gebastianfte. 37/38 Sof 2 St. Kamerabschaft Charlottenburg: Dienstag, den 3., abends T½ Uhr, Treffen der Spielleute im Bereinslolal, Wilhelmshof, Berliner, Eingang Spreestraße. Kamerabschaft Reukölln- Brig: Mittwoch, den 4. Fe bruat, abends 8 Uhr, 1. und 2. Zug Antreten zum Zurnen in der Turnhalle Mahlower Straße, Rameradschaft Steinidendorf: Die Kameraden, die in Trommler- und Pfeifertorps tätig fein wollen, werden ersucht. an der au Dienstag, den 3. Februat, abends 7 Uhr, im Boltshaus Reinidendorf- Best. Gharnweberftz. 114, stattfindenden Besprechung teilzunehmen, möglichst mit Instrumenten. Reichsvereinigung lediger Beamten aus 2hrer e. B. Bersammlung 3. Februar, abends 8 Uhr, Sotel Nordischer Hof. Invalidenstr. 126( gegenüber Stettiner Bahnhof). Tagesordnung: 1. Unfer Slugblatt. 2. Flugblatt unferer Gegner. 3. Sosiale Bulagen. 4. Seimban. Bereinigung für Erziehung und Unterricht, Ortsgruppe Dber. und Nieder schöneweide und Johannisthal. Dienstag, den 3. februar, 8 Uhr. Bortrag im Realgymnasium Zeppelinstraße: Spiel und Ebiele im borschulischen Alter. Eintritt frei. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Teilnehmer and Hinterbliebene, Abtei Iang Kreuzberg. Mittwoch, den 4. Sebruar, abends 8 Uhr, Mitgliederber fammlung bei Gliesnig, Baffectorstr. 69. Bortrag des Gen. Roßmann, M. d..: Der neue Reichstag und die Forderungen der Kriegsobfer." Eingeführte Säfte baben Zutritt. Berein der Freibenker für Feuerbestattung. Gan Berlin. Cranienburg Dienstag, Mittwood. Donnerstag, den 3., 4., 5. februar, abends 7 Uoz, in Oranienburg, Us.Sichtfpiele, Bernauer Str. 11, Deffentlicher Filmborirag in Bier aften statt. Referenten: Adolf Hoffmann- Berlin, Clare Meher- Lugans Charlottenburg. Theosophische Gesellschaft, Zweig Bertin, Wilhelmfir. 120. Mittwoch, den 4. Sebruar, abends 714 br, in ben Gefellſchaftsräumen. Bilbelmfir. 120, öffentlicher Sortrag: Das große Beriteben". Mit Distuffton. Eintritt frei. Demokratischer Studentenbund, Berlin. Brofeffor Dr. Goek. Leipzig. M. d. R., foricht am Mittwoch, den 4. februar, abends 8 Uhr, im Aulagebäude der Universität, Hörsaal 3. über: Das Zeitalter Bismards". ATS Ausweis dient Studenten bzw. Gastfarte. Schriftliche Anfragen find richten an H. Rathe. Berlin- Söneberg, Saubisir. 34/35. Ortsgruppe Berlin des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Bezir? Nord. Am Donnerstag, den 5. Februar, 8 Uhr abends, Bezirksversammlung in den Sobbiensälen, Sophienitz. 17/18, Borirag des Herrn Neidstagsabgeordneten Professor Dr. L. Bergftroeßer. Thema: Reiseerlebnisse aus Serbien und dem Ballan. Berein ber Stadtinspektoren und Stadtsekretäre des Magistrats Berlin. Freitag. 6. Februar, in fämtlichen Räumen der Brauerei Friedrichshain, Wohltätigkeitsfeit zum Besten des Witwens und Baifen- Unterstützungsfonds uito gleichzeitigen 30. Stiftungsfeftes unter gütiger Mitwirkung von Frau Elfe Anebel- Offbra, Staatsoper, Stammerfänger Stobert Sutt, Staatsober, Rammerfänger Cornelis Bronsaeeft Staatsover, fräulein Bilde Jaenide, Tanz, am Flügel: Dr. Feliz Günther. Stapelle: Deutsches Konzert- Orchester, Dirigent Mufitmeister a. D. Albert Lühmann. Beginn 7% Uhr. Geschäftliche Mitteilungen. Die Beiße Woche bei Zieg! Es ist alles wieder da! Nur nody reichhaltiger. Germann ties mit ihren gewaltigen Schaufensterfronten werden in diefer und großartiger in der Aufmachung als früher. Die drei Säufer der Firma Woche das Biel von bunderttausenden Berlinern fein. Was die Schaufenster in gefchmadboüen Einzelheiten seigen, loirs im Innern der Ziekfchen Waren bäufer zum toeißen Meer. Im neuen Bichthof der Leibziner Stenke ift ein 15 Meter hoher Turm gebaut worden, imposant in seiner weißen Dekoration, weißarine Luftballons the nedisches Spiel treiben. beleuchtet mit 5000 Glühlampen. An der Spike bes Turmes lobern weig arine Flammen embor, während an den 4 Edbfeilern in großen Schalen Achtung, Naturfreunde! Eine Minderheit des früheren engeren freunde hat für morgen, den 4. Februar, unberechtigter Vorstandes der Ortsgruppe Berlin des T. V. Die Natur, weise eine Generalversammlung diefer aufgelösten Ortsgruppe einberufen. Diese Bersammlung fann feine rechtlichen Besu bez Einsicht, daß auch Winterturen bon beftem Erfolg fein Tonnen. Dies flüffe faffen, hat feine Befugnis, über Angelegenheiten des 2. B. D. N. zu entscheiden und tann somit auch nicht als Veranstaltung des Touristenvereins Die Natur. veranstaltung werden Naturfreunde meiden! freunde", Zentrale Wien, betrachtet werden. Auch diese Privat Berliner Boxerfieg in Görlik. Kürzlich weilte die Bormannschaft des Sport- Club Siegfrieb 09 beim Rraftfportverein Görli au Gafte., Bor gut befudtem Saufe widelten sich spannende Rämpfe ab. Die Berliner gewannen fämtliche 6 Borkämpfe, und zwar vom Fliegen. bis Mittelgewicht Qualis, Schepp, Rabbak. Abam Riemics und Rulezad nad Buntien und im Leichtgewicht Ludstadt durch to. Ruberriege Fichte. Donnerstag, den 5. februar, 7% Uhr, bei Benske, Wiener Str. 55, Riegenfißung. Bericht vom Kreisturntag Athletit- Sport- Club, e. B. Beichtathletik, Soden, Ruderu. Mittwoch, den 4. Februar, Waldlauf. Ablauf 48 Uhr Fichteplak, Baumfäulenweg. Frei tag, den 6. februar, 8 Uhr, Monatsverfammlung bei Linfener, Mühlenftr. 58. Geschäftsstelle: Kurt Liebruds, D. 34, Tilter Str. 46. Schriftführer der Sockenabteilung: Willi Miette, Berlin D. 34, Beibenweg 27. Arbeiter- Radfahrer- Band Colibarität, Ortsgruppe Berlin. Adytung Bundesgenoffen! Die Abteilungen und Ortsgruppen ber Beairle 1, 2 und 21, abends 6 br, Rungeite. 17, a 9f. Sannowigoride, sidriges Bateria zum Boftbezirk Groß- Berlin gehörig, müffen am Mittwoch, den 4. februar, Winterkar in Bab Rubswa. Immer mehr fommt die rante Menschheit macht na besonders bei Serstranten und Nerböfen in letter Seit außerordent fich bemerkbar. Auch in Bab Kubota verspüren wir biefe merkbare Einsicht der Kranken. So it in bem altbekannten, berzlich gelegenen Sergbeil babe, das wegen feiner hervorragenden Seilerfolge einen besonderen Ruf seniekt. auch in diefen Winter ein reces Kurleben bemerkbar. Am Kurboiet Fürstenhof und im aroßen Lefefaal find diefe Arbeiten befonbers ins Ange fallend und ferben Gäfte, die alliabrlich Bad Rudoma su befuchen bieren, Bei ihrem Wiederkommen aufs anceneümfte berührt fein. Auch in den Bade Häufern werden große Berfeinerungen durchgeführt. Briefkasten der Redaktion. 9. St. Die Erfaktaffe" ist eine Reitschrift der Baufmännischen Ange ftellten und erscheint in Samburg: nähere Angaben fonnten wir nicht et mittelu. Wetter für Berlin und Umgebung. Wolfiges bis Beiteres Wetter Kübler, nachts Froft. Für Deutschland. In ganz Deutschland wolfines bis beiteres Better, an der Rüfte vorübergebenb ftärfer bewölkt mit ge au tagsüber Froft ringen Nieberichlägen. Rajts Froft, in Süd- und Ostdeutschland meiß Nr. 56 42. Jahrgang Wirtschaft 2. Beilage des Vorwärts Die Getreidemärkte im Jahre 1924. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß zurzelt der Hochschutzzoll für Getreide gar nicht nötig ist, um die Ronfurrena von ausländischem Getreide vom deutschen Markte fernzuhalten, so mürde er durch die Entwicklung der Getreidepreise am Berliner und am Weltmarkt erbrachte. Seit Juli zeigen, von fleinen Abschwächungen vorübergehender Natur abgesehen, diese Preise eine ständig nach oben gehende Richtung, wie aus der nachfolgenden Tabelle erhellt. Berliner Preise für Getreide ab märkischen Stationen in Mart die Zonne, Mittelpreise Roggen 10. Juli 1924 1. September 1924 Weizen 144 184 211 173 1. November 1924 196 196 1. Dezember 1924 221 208 2. Januar 1925 237 233 • 25. Januar 1925 268 265 Chikago Cents den Busbe! 10. Juli 1924 127 93 1. September 1924 123 88 1. Rovember 1924 140 118 154 134 176 153 196 176 1. Dezember 1924 2. Januar 1925 25. Januar 1925 ( 1 Cent den Bushel roh gerechnet 1,50 M. die Tonne) Diese ständige Steigerung der Preise ist erfolgt, obwohl nach den statistischen Berichten des Internationalen Landwirtschaftsinfti tuts in Rom die Ernte des Jahres 1924 nur in ganz geringem Maße von der Ernte des Jahres 1923 und von dem Durchschnitt der Ernten 1918 bis 1922 abweicht. Diese ständige Steigerung der Preise am Weltmarkt findet ihre Erklärung in spefulativen Machenschaften des New Yorker Blazes, der mit seinem gemaltigen Kapital in der Lage ist, die Preise zu beeinflussen, vor allem aber in der Tatsache, daß im Südosten und Osten Europas in Rußland und in Bulgarien die Ernten nicht in der Lage sind, den Bedarf des Landes zu decken und daß diese Länder, die sonst mit erheblichen Mengen im Angebote auf dem Weltmarkt erschienen. jezt als Auffäufer auftreten. Auch der Often Aliens, Japan, versuchte erhebliche Mengen Getreide in die Hand zu bekommen. Man meiß nicht, ob dies auf den durch die Erdbebenkatastrophe erfolgten Fehlschlag in der Reisernte zurüdzuführen ist, oder ob diese Auffäufe das erste Anzeichen für den Uebergang Japans von der Reis zur Broternährung sein wird. Die Auffäufe Rußlands dienen meniger der Deckung eines vorhandenen Be darfes als zur Schaffung von Reserven. Die Sowjetregierung will den Bauern, die nur zögernd zur Ablieferung ihres Getreides zu den gebotenen Breifen zu bewegen find, zeigen, daß sie auch ohne bas einheimische Getreide in der Lage ist, den Bedarf des Landes zu decken. In Deutschland selbst ist das Geschäft bei steigenden Preisen fehr minimal. Erst jezt kommt bei den Landwirten Getreide zum Verkauf, und zwar weil die Landwirte für die Beschaffung der Saaten und Düngung etwas Geld brauchen. Man erwartet weiter höhere Preise. Der Weltmarkt scheint hier anderer Ansicht zu sein, denn von den Getreideüberschußgebieten tommt reichlich Material an den Markt. Man will dieses Material noch unterbringen, ehe die Preise nach unten gehen. Im März fommt die indische Ernte zum Bersand und der Stand der Saaten in den übrigen Getreide anbauenden, den Weltmarkt versorgenden Ländern läßt darauf fchließen, daß, wenn nicht unvorhergesehene Zufälle eintreten, auch die fommende Ernie mindestens eine Durchschnittsernte sein wird. Benn vorübergehend in New York Preisabschwächungen eintraten, so ist dies darauf zurückzuführen, daß New York mit den argentinischen Handelsplägen einen scharfen Kampf um die Borherrschaft am Weltgetreidemarkt ausficht und daß dieser Kampf von New Yort nur deswegen bisher fiegreich durchgeführt worden ist, weil der New Dorfer Blaz Preisunterbietungen vornimmt. Jedenfalls zeigt die ganze Lage am Beitmarkt, daß die Getreideversorgung der Welt fic in einer Desorganisation sondergleichen befindet und daß die Schutz. zölle fein geeignetes Mittel sind, diese Desorganisation irgendwie zu beseitigen. Die Reichsunterstützung der Reeder und Werften. Die Richtlinien, die für die Kreditgewährung des Reichs an die Reedar maßgebend sind, verdienen nach der NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Ploch den lebhaften Kritif, die diese Aktion bei der Arbeiterschaft gefunden hat, besonderes Interesse. Die Darlehen dürfen vom Reichswirt schaftsministerium erft gewährt werden, wenn die Reeder den jeweiligen Bauvertragsentwurf mit der Werft dem Reichswirt schaftsministerium zur Genehmigung vorgelegt und dieses den Bertragsabschluß genehmigt hat. Um die Preisstellung ba bei zu tontrollieren, hat die Reederei von mehreren Bersten Angebote einzuholen und vorzulegen, darunter unter Um ständen das Angebot einer ausländischen Werft. Die Darlehen werden bis zu 50 Broz des vereinbarten Baupreises gewährt und werden in Raten ausbezahlt, und zwar jeweils 50 Broz. der Bauraten, sobald diese fällig werden. Die Darlehen laufen zunächst auf 5 Jahre nach Ablieferung des fertigen Schiffes, tönnen auf Antrag auf weitere 5 Jahre unter neu festzusetzenden Bedingun gen verlängert merben und fosten: während der Bauzeit a .1% Broz. 3insen 4 6 M " 1. Jahr nach Ablieferung 2. bis 3. Jahr nach Ablieferung. jeboch stets 1 Broz. unter dem jeweiligen Reichs. Die Binszahlung erfolgt nachträglich innerhalb 6 Monaten. Als Stichtag für den Stand der Tonnage, der der Berteilung zugrundeliegt, gilt der 1. Juli 1924. Dienstag, 3. Februar 1925 lionen. Wir wissen, woher diese Steigerung, die in absehbarer eit nicht nachlassen wird, tommt. Sie ist die Kehrseite der Ber. brauchsdroffelung im Maffenhaushalt während und nach der Inflation. Zu der gewaltigen Substanzvermehrung in der Industrie fehlt der erforderliche Umjag. Absolute oder fenfung, ist also der 3wed der Kapitalerhöhungen Die alte For. telative Umfaßsteigerung, lettere durch technische Produktionsfoftenberung der Arbeiterschaft, daß mehr verbraucht wer ben muß, also höhere Löhne und Gehälter auf eine noch stärker zu steigernde Arbeitsintensität gezahlt werden müssen, wenn die Inbufirie mehr produzieren und abseßen will, findet also auch hier ihre Bestätigung. Allerdings sind die inländischen Aktionäre und Sparer noch fehr mißtrauisch nach den seit 1914 gemachten Erfahrungen. Die fehen, daß die früheren Aktionäre und Sparer, soweit sie allmählich Ronjuntturentwidlung ist auf vielen Gebieten so wenig zu überwieder über Banktonten verfügen, lieber die sicheren Bank und Sparkassenzinsen nehmen, als sich auf ungemisse Dividendenversprechungen einzulassen. Deshalb beginnt die fapitalbedürftige Industrie a meritanische Rapitalbeschaffungsmetho= den einzuführen, die sogenannten Conpertible Bonds", für die ein allgemeinverständlicher Name noch fehlt. Am ehesten trifft man ihr Wesen durch die Bezeichnung Umtausch Obligationen". Es werden nämlich feftverzinsliche Obligationen att geboten, die der Käufer der Obligationen nach freier Wahl in Attien der betreffenden Unternehmung umtauschen kann. Zunächſt Diese Richtlinien unterstreichen nur das Zweifelhafte des Dien hat er die jährlich zu zahlenden festen Zinsen sicher, ganz unab stes, der mit der Unterstützung der Reeder der Boltswirtschaft ge: hängig davon, wie die Dividende ausfällt. Bringt das interLeiflet wird. Sie müssen den Neubau von Schiffen um so nehmen in der Dividende eine höhere Berzinsung des Kapitals mehr forcieren, als die Richtlinien meder die Zahl der Neuals bie Obligationen, so hat der Obligationenfäufer zu einem bebauten, etwa durch Beschränkung auf den erforderlichen Schiffs ftimmten Zeitpunkt das Recht, die Obligationen in Aftien umzuerfag, noch die Zahl der Jahre festlegt, für die die Unter- tauschen. Diese Convertible Bonds haben nun drei deutsche Unterftügungsbeträge ausreichen müssen. Dazu macht die Gunst der Be- nehmungen zum erstenmal in Deutschland als Kapitalbeschaffungsdingungen, die mit den Zinssätzen fogar unter den englischen und mittel angewandt, die Harpener Bergbau A.-G., die Basalt A.-G. und die Lingner- Werke A.-G. Erstere zum festen Zinssaz von amerikanischen Rapitalpreisen bleibt, die gewährten Kredite 3 7 Broz., die letzteren zu 8 Proz. Daß die Convertible Bonds in Brämien für die möglichst schnelle Auflage neuer Schiffe und für 2 merta auftamen, und zwar nicht erst neuerdings, sendern schon die möglichst langsame Umstellung der Werften auf neue Produf vor mehreren Jahrzehnten, hängt offenbar damit zusammen, daf tionszweige. Der Weltschiffsraum wird sinnlos noch weiter ner dieses damals noch vor seinen unbegrenzten Möglichkeiten" stehende mehrt, die imperialistischen Gegensätze zwischen den Böllern werden Land massenhaft Unternehmungen zeitigte, denen Kapital gewissergewaltsam gefördert. Der Arbeiterschaft der Werften wird nicht maßen nur auf Bewährungsfrist" anvertraut werden nur tein Dienst geleistet, sondern die Krisis der Werften wird fonnte, bis sie fich durchgesetzt hatten. Es ist immerhin interessant, vertagt mit der Wirkung, daß sie später nur um so unbarm. daß die deutsche Industrie, deren hochvermögendes„ Sachverständ herziger sich an den Werftarbeitern rächen muß. Während der Iparenden Massen regelrecht mißbraucht hat, heute vom deutschen nis seit dem Kriegszusammenbruch das Wohl der arbeitenden und Baumarkt nach Kapitalien schreit, die auch einer umgestellten Werft Kapitalisten und Sparer Kapital auf Bewährungsfrist" erbitten industrie helfen würden, werden Reichsgelder nuglos verschleudert. muß. Ein böses und gefährliches Spiel Steigender Kapitalbedarf der Industrie. Auslandskredite sind in der Regel mur den größten Industries werfen erreichbar. Auch sind sie, wenn man zu den 7-8 Proz. fcfter Berzinsung die 3-4 Proz. Brovision rechnet, die die New Dorfer Vermittler nehmen, sehr teuer. Es kommt hinzu, daß Auslandsbeziehungen, wie im Falle der Elektrizitätsindustrie, die nur Unternehmungen mit allererften Bankverbindungen oder starten Sicherheiten bereitstellen fönnen, welche die ausländischen Kreditgeber fordern. Das führt dazu, daß die Industrie sich zunehmend im Inland nach der Befriedigung ihres Kapitalbedarfs umsteht. Wie groß dieser Bedarf ist, ergibt sich aus den beschlossenen Kapitalserhöhungen der Attiengesellschaften im November und Dezember. Der November brachte nach der Bergwertszeitung" 95 Kapitalerhöhungsanträge mit über 70 RM. Mill. RM. Der Dezember über 100 Anträge mit über 100 Mill. Das ist eine neuerliche Steigerung gegenüber den Vormonaten des Jahres 1924 und das 3%. bis 5fache des Rapital. erhöhungsbedarfs in der Borkriegszeit mit monatlich 20 mil. " Tomaten Knorr Versuchen Sie die hervorragende neue: KnorrSuppen Wurst R- 1. Deutsche Margarine- und Speifefett- Fabriten Att- Gei. Der Generalversammlung dieser Gesellschaft, deren Attien sich zu 75 Proz. in den Händen des Reiches, und von den reftierenden 25 Bro3. fich der größte Teil sich in den Händen des BarmatKonzerns befindet, die ihren Besitz für ihre Kredite bei der Seehandlung hinterlegt hatte, lag gestern die Reichsmart- Eröffnungsbilang zur Beschlußfassung vor. Diese sieht eine Umstellung ist nach den Ausführungen der Verwaltung eine Folge der über. im Berhältnis 250: 1 vor. Die sehr starke Zusammenlegung aus günstigen Lage der Margarine- Industrie. Wir haben diese vor einigen Tagen ja schon hier geschildert. Die Folge dieser. ungünstigen Situation ist die Tatsache, daß das Unternehmen nicht bleh mit Berlust arbeitet, sondern auch erhebliche Kredite in Anspruch nehmen mußte und ihre Produktionskapazität nicht auszunuzen in der Lage war. Im Gegensatz zu den Ausführungen von Aktionären ist die Verwaltung der Ansicht, daß die ReichsmartEröffnungsbilanz teine stillen Reserven enthält. Für die Zukunft muß das Unternehmen zufrieden sein, wenn es in der Lage ist, auf die buchmäßigen Werte die ordnungsmäßigen Abschreibungen vorzunehmen. Um die Schulden abstoßen zu fönnen, wurde eine Kapitalserhöhung bis zu 2040 000 m. genehmigt. Die neuen Aktien sollen den bisherigen Aktionären zu Pari im Berhältnis zu ihrem Affienbesiz angeboten werden, und es soll die Erhöhung als gescheitert gelten, wenn nicht bis zum 31. De3ember 1925 mindestens die Hälfte des neuen Kapitals gezeichnet ift. Auch ein Reichsunternehmen muß in der taptilastischen Wirtfchaft nach privatwirtschaftlichen Grundsägen geführt werden. Es verträgt sich nicht mit diesem Grundsaß, daß ein Unternehmen, das vorerst noch täglich mit Berlust arbeitet, einen Stab von 150 Angestellten, 6 Direttoren und 170 Arbeitern beschäftigt. Es wäre jedenfalls sehr angebracht gewesen, wenn die Berwaltung dem Attionär, der diese Zahlen nannte, entweder seine Angaben widerlegt hätte oder boch die Gründe angegeben hätte, aus denen die Beschäftigung unbedingt notwendig ist. Ollantischen Tasch Spanien und Portugal Azoren, Madeira. Teneriffa. Malaga, Granada ( Alhambra) Sevilla. Cadiz Lissabon. Oporto Erholungsreise mit Doppelschrauben Passagierdampfer MUNCHEN", 13408 Br. Reg.- Tons Fahrtdauer 24 Februar bis 24. März Kostenlose Auskunft und Prospekte durch NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN und seine Vertretungen in Berlin W 8: Norddeutscher Lloyd. Kajütenbureau, Unter den Linden 1( Hotel Adion). In Berlin NW 40. Generalvertretung F Montanus, Invalidenstr. 93. zwischen Lehrter und Stettiner Bahnhof. in Berlin W 9: Transatlantisches Reise- und Verkehrsbureau, Unter den Linden 69. in Berlin: Weitreisebureau Union, Unter den Linden 22. Nur für Frachten: Norddeutscher Lloyd, Frachtbureau Berlin, Unter den Linden 57/58. ler Suppe 35P Onbizibighit 1 Stück- 6 Teller feine kräftige Suppe 35 Pfg. Blumenkohl, Gränkern, Krebs, Ochsen7 Sorten schwanz, Pilz, Tomaten, Spargel Aus Dr. Unblutigs Praxis. 3. Fortsetzung folgt! Ausschneiden! Dr. Unblutig trifft die Filmdiva Madelaine Pedesudatio ohnmächtig und ihres Operateur, der die unglückliche Hühneraugen- Operation versucht hat, im Zustande so tiefer Verzweiflung an, daß seine sonst so sorgfältig geglättete Frisur, Mode 1918, einem Stachelkaktus gleicht. Nachdem er die Wunde gründlich desinfiziert hat und die Dame aus ihrer 6,50 m tiefen Ohnmacht erwacht ist, wobei Dr. Unblutig konstatiert, daß ihre Klapperaugen ihn fast ebenso heftig brennen, wie ihre Hühneraugen sie selbst gebrannt haben mögen. verordnet er zunächst ein KukirolFußbad. Das erweicht alle Hühneraugen und alle Hornhaut, kräftigt Nerven und Sehnen, erhöht die Blutzirkulation, verhütet Fußschweiß und damit auch Brennen, Wundlaufen und Erkältungen, und man kann es schon mit nur 30 Pfennig Kosten versuchen, wenn man die einfache Packung verlangt. Die doppelte kostet 50 Pfennig. Nachdem die Wunde verbunden ist, appliziert Dr. Unblutig auf alle anderen Hühneraugen das millionenfach bewährte Kukirol- Hühneraugen- Pflaster, das sie in wenigen Tagen ohne Entzündung und ganz sanft und schmerzlos entfernen wird, und verordnet, abends das Kukirol- Fußbad zu benutzen, morgens aber den KukirolStreupuder, der die Haut glatt und weich macht, Schuhe und Strümple desinfiziert und keinen Schweißgeruch mehr aufkommen läßt. Kukirolen Sie! sagt er, pflegen Sie Ihre Füße planmäßig und zweckmäßig. Verwenden Sie nte mals Fußbäder, die Chromsäure enthaiten. Sie beseitigen zwar den Schweißgeruch, aber nicht unschädlich, wie das Kukirol- Fußbad, sondern dadurch, daß sie die Schweißdrüsen überhaupt zerstören. Verlangen Sie deshalb unbedingt nur die echten Kukirol- Präparate, kenntlich an der Schutzmarke: Hahnenkopf mit Fuß*. Eine ganze Kukirol- Kur kostet nur 2 Mark. Wenn Sie das tun, so könnten Sle ungeniert ihre wirklich sehenswerten Füßchen mir zur Behandlung vorlegen, wenn das dann überhaupt noch nötig wäre, und brauchten sich nicht die Hühneraugen nach der veralteten Mode durch einen Hühneraugen- Operateur operieren zu lassen. Unsere, unter Arztlicher Leitung stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über alle die Fußpflege und Fußleiden betreffenden Fragen. Außerdem senden wir Ihnen auf Verlangen eine lehrreiche Druckschrift über die Notwendigkeit der Fußpflege. Kukirol- Fabrik Groß- Salzell bei Magdeburg. W # 1100 EISSE OCHE W Mengenabgabe vorbehalten Verkauf nur sowelt Vorrat ir bringen in dieser ochem eisse aren aller Art elche z. T. eigens für diesen Zweck aufgestapelt, Wäschestoffe zu enorm billigen Preisen zum Verkauf Herren- Artikel Hemdentuch ca. 80 cm breit, Meter 65 Louisianatucha.80cm breit, Meter 65PL Renforcé ca. 80 cm breit...... Meter 85PL Makotuch ca. 80 cm breit. 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Februar 1925 Unterhaltung und Wissen Der Nordsee- Einbruch vor hundert Jahren Zum Gedenken der Sturmflut am 3. Februar 1825. Bon Anton Jenjen. den lezten Wochen sind die Meere wieder allenthalben von fchweren Stürmen heimgesucht worden. Besonders auf der Nordsee hat sich gar häufig arges Unheil abgespielt. So manches Handelsund Fischerfahrzeug ist ein Opfer des mild rasenden Elements geworden, Menschenieben und Sachguthaben versanten in den unaufhörlich tobenden Fluten der See. Auch die der Küste vorgelagerten Infeln sind von Schäden nicht verschont geblieben, und hier und dort wurde auch ein auf den meiten, außerhalb der Deiche gelegenen Wiesen weidendes Stüd Bich von den überraschend vordringenden Ausläufern des„ blanten Hans" erfaßt und ins Berderben gezogen. Die im Schutz der Deiche gelegenen Marschendorfer trogen freilich heute der Gefahr. Sie fühlen sich sicher, auch dann, wenn gelegent lich die Gischtspriger auch einmal die Ruppe des Deiches nassen. Nicht immer ist es fo gewefen. Dämme und Deiche in ihrer heu tigan Zuverlässigkeit sind eine Errungenschaft der neueren Zeit. In den vergangenen Jahrhunderten traten die Wasser der im Winier stets ungebärdigen See gar nicht so selten in die stillen Bezirke der Menschen ein und richteten dort auf weite Streden hinaus namen loses Unheil an. Hundert Jahre sind in diesen Februartagen verflossen, seit die Nordseeküste zum letztenmal von einer verheerenden Ueberschmem mungstatastrophe heimgesucht wurde. Mehr als 800 Menschen find damals in dem Bäume entwurzeinden, Häufer niederreißenden Cle. ment umgekommen und nicht weniger groß war der Sachschaden, mar die Bernichtung der Zukunftshoffnungen, die in jenen Tagen und Nächten grausam zerstört wurden. Gegen 50 000 Pferde, Rin der, Schafe und Ziegen ertranten, und annähernd 3000 Wohn- und Wirtschaftsgebäude blieben zerstört auf der vermüsteten Strede. Wie immer bei Nordseewassersnöten, vorher und nachher, fo hatte es auch damals mit wilden Stürmen, mit Schiffbruchs- Hiobs posten, mit Mövenschrei und allen den Küstenbewohnern bekannten Anzeichen drohenden Unheils begonnen. Und doch glaubte man an dem regnerischen Vormittag des 3. Februar 1825 feines. wegs an eine besonders drohende Gefahr. Geriß, die Flutzeit wurde infolge des Sturmes ein menig näher herangezogen, der fällige Gipfelpuntt mar jaft eine Stunde früher erreicht als sonst: doch das war auch bei früheren Stürmen schon geschehen, ohne daß fich daran irgendwelche für Leben und habe der Küftenbewohner verderblichen Folgen gefnüpft hätten. Richt sonderlich beunruhigt ging man also in den Dörfern an der deutschen mie der benachbarten holländischen Küste zur Nachtruhe. Und fast scheint es, als hätten die Basser nur auf diese Stunde gewartet, als hätten fie die Menschen erit in die Sicherheit des Schlafes miegen wollen, um sie dann um so überraschender zu überfallen, fie um so nachhaltiger schädigen zu fönnen. In ganz kurzer Frist stand das Wasser in Deichhöhe, um vorläufig nicht mehr zu sinten. Bier Stunden lang! Die Folge war, daß es den rasenden Bellen gelang, an verschiedenen Stellen den Deichrüden zu zernagen, tiefe Furchen zu reizen und daß fich dann inter Hinwegschwemmung der Erdmassen die Fluten schäumend und tosend in die Befizungen der jezt verzweifelt um Hilfe schreienden Menschen ergoffent. In enisezensvolle Not geriet die aufgesáredte Bevölkerung. So schnell man fonnte, flüchtete man auf Bäume und Dächer. Nur mit einem Hemd oder sonstigem in aller Eile schnell zusammengerafften Zeug befleidet, harrte man dort oben des sich vollziehenden Schick feis: Stunde um Stunde. Glüdlich war, wer ein leiblich festes Haus fein Eigen nannte, jo daß er hoffen fonnte, von dem ununier. brochen andringenden schäumenden und nagenden Wasser nicht über wältigt zu werden. Noch glücklicher, wer ein feftes Schloß oder eine gut gebaute Kirche in Cile und Not erreicht hatte. Schlimm aber maren alle die vielen daran, die auf schwanfem, elend hergestelltem, durch den Zahn der Zeit längst mürbe und unzuverlässig gewordenem Haus oder Biehstall dem Unheil zusehen mußten. Sie sahen, wie ein Gebäude nach dem anderen zusammentrachte und die Nachbarn im unaufhörlich strömenden Regen in den Wassern und unter den Trümmern ihrer Häuser begraben wurden, wie das verzweifelt| 000 Mauki. Bon Jad London.*) Er wog hundertundzehn Pfund. Sein Haar war traus und negerartig, und er war schwarz. Weder blauschwarz, noch purpur schwarz, sondern pflaumenschwarz. Er hieß Mauti und war der Sohn eines Häuptlings. Er hatte drei Lambos. Tambo ist das melanesische Wort für Tabu und diesem polynesischen Worte am nächsten verwandt. Maufis drei Tambos maren folgende: Erstens durfte er nie einer Frau die Hand drücken, noch durfte die Hand einer Frau ihn oder etwas, was ihm gehörte, berühren; zweitens durfte er nie Muscheln oder eine Nahrung essen, die auf einem Feuer zubereitet war, über dem man Muscheln gefocht hatte; drit tens durfte er nie ein Krokodil berühren oder in einem Kanu fahren, an dem sich irgendein Teil eines Krofodils befand, und wenn er auch nur so groß wie ein Zahn gewesen wäre. Bon einem anderen Schwarz waren seine Zähne, nämlich tiefschwarz oder eher ruhschwarz. So hatte seine Mutter fie in einer einzigen Nacht gemacht, indem sie einen Umschlag von einem zer stoßenen Mineral darauf gelegt hatte, das in einer Grube hinter Bort Adams gefunden wurde. Port Adams ist ein Fischerdorf auf Malita, und Malita ist die wildeste ber Salomninsein, so wild, daß weder Händler noch Pflanzer je festen Fuß auf ihr gefaßt haben, während seit der Zeit der ersten Trepangfischer und Sandelholz händler bis zu den letzten, mit Maschinengewehren und Gasolinmotoren ausgerüsteten Arbeiterwerbern Scharen weißer Abenteurer mit Tomahawt und abgeplatteten Sniderfugeln ausgerottet werden find. Auch heute noch, im zwanzigsten Jahrhundert, ist Malaita das Jagdgebiet der Arbeitermerber, die seine Rüften absuchen, um Leute zur Arbeit auf den Plantagen der benachbarten zivilisierten Inseln gegen einen Arbeitslohn von dreißig Dollar jährlich zu din gen. Die Eingeborenen dieser zivilifierten Nachbarinseln sind selbst fchon zu zivilifiert, um auf den Plantagen zu arbeiten. Maufis Ohren waren durchbohrt, nicht an einer oder zwei, sondern an mindefins einem Dußend Stellen. In einem der klei neren Löcher trug er eine Tonpfeife. Die größeren Löcher waren dafür zu groß, der Pfeifenkopf wäre hindurchgefallen. In den größten Löchern trug er runde Holzpflöcke von vier Zoll im Durch meijer. Der Umkreis bejagter Löcher betrug rund zwölf und einen halben 3oll. Maufis Geschmad war außerordentlich umfassend. In den verschiedenen kleineren Löchern trug er Dinge, wie leere *) Im Gyldendalschen Berlag, Berlin, find foeben zwei Bände Erzählungen und Stizzen von Jack London in deutscher Uebersetzung erschienen:„ Südseegeschichten" und" 2 ben teuer des Schienenitranges. Sie enthalten das Beste, mas der, berühmte, leider zu früh verstorbene amerikanische Abenteurer und Schilderer geschrieben hat. Mit Genehmigung des Ber. lages entnehmen wir den„ Südseegeschichten" dieses erotische Milieuand Lebensbild Beilage des Vorwärts brüllende Bieh ertrant. Am bejammernswertesten aber war die ments so erbarmungslos hart mitgespielt hatte. Die Liebe zur auf die eigene Rettung bedacht, ihrem Schicksal überlassen mußte. gung der Deiche in. einem den neuzeitlichen Anforderungen entdie man angesichts der großen Not, des eigenen Lebens gedenkend, fiegte. Die Obrigkeit aber griff jetzt nachdrücklich ein: Die BefestiAus den uns überkommenen schriftlichen Berichten von Zeitgenossen sprechenden Sinn wurde an der ganzen Nordseeküste eingeleitet. jener Lage geht hervor, was für Herzzerreißende Episoden sich in Denn es ist nach den Berichten der Chroniſten leider nicht von der jener Nacht vom 3. auf den 4. Februar abgespielt haben, wie sich Hand zu weisen, daß die Bewohner der Küstendörfer für den Deichfen und umgefnidten Baumstämmen festklammerten, und wie sie Gleichgültigkeit und Fatalismus hatte man die Dinge hingenommen. bie Menschen, gleich Schiffbrüchigen, an umherschwimmenden Plan bau vor Zeiten wenig Zeit und Lust übrig gehabt hatten. Mit in vielen Fällen doch eine Beute der Elemente wurden. Wie ander- Ja, hier und dort hat noch der Aberglaube mitgesprochen, gegen das Meer sei mit Erfolg nichts zu unternehmen, es geschehe doch alles nach dem Willen eines Höheren. Mit dergleichen Ansichten und Tröftungen hatte man ernsthaftere Maßnahmen gegen drohende Ges fahren unterlassen, obwohl man aus der Ueberlieferung wußte, daß fich auch schon in früheren Zeiten mehrfach gigantische Wasserfatastrophen an der deutschen Küste vollzogen hatten, die jedesmal gewaltige Menschenopfer gefordert hatten, sogar in noch weit größerem Umfang als bei dem Unglück vor hundert Jahren. Hatte doch der große Wassereinbruch vom Dezember 1717 jogar, gegen 7000 Menschenopfer gefordert! Lage für fo manchen Kranten, für so manche liebe Familiengenoffen, Scholle und hatte diese sich auch noch so undankbar gezeigt Gustav der Verschlossene. Luther am 30. Januar 1925: QPRDESTER Die Richtlinien der deutschen Politit beffimme ich!" wärts wieder Hausdächer und Erdhügel mit jammernden und nach Hilfe Ausschau haltenden Männern, Frauen und Kindern dicht be. fegt waren. Gewiß wurden in den entfernter liegenden ungefähr deten Städten und Dörfern Rettungsaktionen veranstaltet. Mit Kähnen versuchte man sich den Bedrängten zu nähern, sie aufzunehmen, zu retten. Doch nur in den wenigsten Fällen gelang die Hilfe. Die der See am nächsten Wohnenden hatten mit Rettungs. versuchen von auswärts faum zu rechnen. Sie mußten ausharren, bis sich am Spätnachmittag des 4. Februar der Wind gedreht hatte und die ins Land eingebrochenen Wassermengen nach und nach wie der abcbbten. Jetzt stiegeit auch sie von ihren Dächern, Bäumen oder Hügeln herab, un landeinwärts zu flüchten. War man doch für den Augenblick so hoffnungslos, entmutigt und angesichts der ungeheuren, nie gesehenen Ereignisse derart verstört, daß man nur den einen Gedanken der Rettung ins Binnenland fannte. Mancher von ihnen ist fortgeblieben; die meisten aber tehrten zurüd, machten im Schweiße ihres Angesichts ihre alte, zerwühlte, mit Sand und Schlick bedeckte Heimat wieder urbar und lebten in Zufunft wieder dort, wo ihnen die Macht des benachbarten ElePatronenhüllen, Hufnägel, Kupferschrauben, Bandenden, gefloch tenes Tauwert, grüne Blattstücke und, wenn es fühl war, rote Malmenblüten. Woraus zu ersehen ist, daß Taschen zu seinem Wohlbefinden nicht nötig waren. Im übrigen waren sie unmöglich, denn sein einziges Kleidungsstück bestand aus einem einige Zoll breiten Stück Kalito. Ein Taschenmesser trug er im Haar, die Klinge über einer fraufen Lode zusammengeflappt. Sein wertvollster Besitz war der Henkel einer Barzellantaffe, den er an einem Schildpattring aufhängte, der seinerseits wieder durch den Nasenknorpel gezogen war. Aber trotz dieser Verschönerungen hatte Mauki ein nettes Geficht. Es war wirklich, von jedem Standpunkt aus, ein hübsches Gesicht, und für einen Melanesier jogar ein bemerkenswert gut aussehendes Gesicht. Der einzige Fehler dieses Gefichts war sein Mangel an Strenge. Es war weiblich sanft, beinahe mädchenhaft. Die Züge waren flein, regelmäßig und fein. Kinn und Mund waren weich. Es lag weder Strenge noch Charakter in Kiefern, Stirn und Naje. Nur in den Augen fonnte man eine Spur der unbekannten Eigen fchaften entdecken, die einen großen Teil seiner Persönlichkeit aus machten, die aber andere Menschen nicht verstehen konnten. + Maufis Vater war Häuptling über ein Dorf auf Port Adams, und so war Mauki, ein Salzwassermensch von Geburt, ein haibes Amphibium. Er kannte das Leben der Fische und Austern, und das hiff war ein offenes Buch für ihn. Auch mit Kanus wußte er Bescheid. Er lernte schwimmen, als er ein Jahr alt war. Mit sieben Jahren fonnte er eine volle minute lang den Atem anhalten und durch dreißig Fuß Wasser bis auf den Grund tauchen. Und mit fieben Jahren wurde er von den Buschleuten gestohlen, die nicht schwimmen fönnen und Furcht vor dem Salzwasser haben. Seitdem fah Mauli das Meer nur aus der Ferne durch Lichtungen im Buschdickicht und von freien Stellen in den hohen Bergen. Er wurde der Stlave des alten Fanfoa, des obersten Häuptlings einer Reihe verstreuter Buschdörfer am Rande der Bergkette von Malaita, deren Rauch an ruhigen Morgen für weiße Seefahrer ungefähr das einzige Zeichen von der zahlreichen Bevölkerung im Innern des Landes ist. Denn die Weißen dringen nicht in Malaita ein. Sie haben es einst gerfucht, als fie nach Gold forschten, immer aber wurden ihre Köpfe aufgespießt, um von den rauchigen Dachsparren der Buschleute herab zugrinsen. Als Mauti ein junger Mann von siebzehn Jahren war, ging Fanfoa der Tabat aus. Es war fein Tabat mehr aufzutreiben. Es waren harte Zeiten für alle seine Dörfer. Er war das Opfer eines Irriums geworden. Suo war ein Hafen, so klein, daß ein Schoner nicht in ihm anfern konnte. Er war von Mangrovebäumen umgeben, die ihre Zweige über das tiefe Waffer hängen ließen. Es war eine Falle, und in diese Falle fuhren zwei weiße Männer in einer fleinen Jacht. Sie suchten Arbeiter, und sie hatten viel Tabak und Tauschwaren, gar nicht zu reden von drei Flinten und einer Menge Mumiton. Nun wohnten bei Suo feine Salzwasserleute, und so konnten die Buschleute bis ans Wasser herunterkommen. Die Jacht machte glänzende Geschäfte. Sie warb am ersten Tage zwan | Während sich früher mit unheimlicher Regelmäßigteit fast alle hundert Jahre eine Sturmflut ins Land ergoß, die Deiche zerstörte und weite Landstriche für immer verschlang, weiß man heute, daß der Mensch bei genügender Aufmerksamkeit auch dem heulenden, wild anstürmenden Element des Meeres Troz bieten und größerem Unglück bis zu einem gewissen Grade vorbeugen kann. Der Schaden, der in den Tagen und Nächten des 3. und 4. Februar 1825 in den überschwemmten Bezirken angerichtet worden war, hatte sich auf nicht weniger als rund 16 Millionen Taler beziffert. Die lettere größere Flut im Bereich der deutschen Nordsee ereignete sich im Januar 1855. Sie brachte dem Westende der Insel Wangeroog den Untergang, steht aber in gar feinem Vergleich zu dem Unheil, das fich vor einem Jahrhundert ereignete und von dem die Bolksüberlieferung heute noch mancherlei Einzelheiten zu erzählen weiß. Gefälschte Gerüche. Es wird verschiedentlich waren ein Aroma fünftlich beigefügt, durch das sie wertvoller erscheinen sollen. So befizen z. B. die Chinesen ein Geheimverfahren, um das Aroma des Tees zu fälschen. Schlechte Teesorten besigen nicht den zarten et frischenden Duft der jungen Blätter, aus denen der beste chinesische Tee bereitet wird, aber die Söhne des Himmels helfen diesem Mangel ab, indem sie die schlechteren Teesorten mit winzigen Teilchen von Jasminblättern versehen und so einen ganz ähnlichen Geruch hervorgerufen. Das Aroma einer berühren sehr teuren Leeforte erinnert an den Geruch von Pfirsichen. Diese Teesorte ist besonders in Amerika sehr begehrt, aber wegen des teuren Breijes wird sie nur wenig getauft, und um mun den schlechteren Arten den Anschein dieser Lieblingsforte zu geben, wird dem Tee von amerikanischen Händlern ein leiser Pfirsichgeruch beigefügt. Auch das Aroma der Havanna- 3igarre wird gefälscht. Man verfertigt Zigarren, die das Aussehen der teuren Importen haben, aus gewöhnlichen Tabakblättern, fügt nur ein Havannadeckblatt hinzu und sorgt dann für das Aroma und den Geruch der echten Havanna- Zigarre, indem man die Fälschung in eine ölarlige Flüssig teit taucht, die einen Extraît aus echtem Havanna- Tabat enthält. Der beste und feinste Whisky hat einen ganz besonderen Geschmad und Geruch, der von Kennern fehr geschäzt wird. Gewissenlofe Fabrikanten geben schlechtem Whisky diejen charakteristischen Geschmack und Geruch, indem sie etwas Kreosot hinzufügen. Wie eine englische Zeitschrift ausführt, wird sogar der Geruch von Stoffen gefälscht. Es handelt sich dabei un das berühmte Donegal Tuch, das von den irischen Bauern responnen wird. Das echte Fabrikat wird in den niedrigen und stickigen Räumest ber Bauernhütten hergestellt, in denen ein bicker Torfrauch liegt. Das durch erhält das Luch einen ganz bestimmten Geruch, an dem man das echte Fabrifat erkennt. Im auch den nachgemachten Donegal Tuchen dieses Merkmal zu verleihen, werden die Ballen mit einer bestimmten Lösung besprengt, die das Geheimnis einiger englischer Tuchfabrikanten ist, und dann riecht das falsche Donegal- Tuch genair so wie das echte. zig Arbeiter. Selbst der alte Fanfoa ließ sich einschreiben. Und am felben Tage schnitt der neue Arbeitertrupp den beiden weißen Män nern die Köpfe ab, tötete die Bootsmannschaft und verbrannte die Jacht. Nun gab es die nächsten drei Monate in allen Buschdörfern Tabat und Waren in Hülle und Fülle. Dann kam ein Kriegsschiff das Granaten meilenweit ins Land schleuderte und die erschrocene Bevölkerung tief in den Busch hinein trieb. Darauf schickte das Kriegsschiff Landungsabteilungen. Alle Dörfer wurden verbrannt mit Tabal und Tauschwaren. Kofos- und Bananenbäume wurden gefällt, Tarogärten zerstört und Schweine und Hühner geschlachtet. Fanfao erhielt eine Lehre, aber inzwischen war ihm der Tabat ausgegangen. Und seine jungen Leute hatten zu große Furcht be= fommen, sich auf Werbefchiffen einschreiben zu lassen. Deshalb befahl Fanfoa, feinen Sklaven Mauri hinunterzuschicken und einschreiben zu lassen. Er wollte eine halbe Kiste Tabat, außerdem, Meffer, Beile, Kaliko und Glasperlen haben, die Mauki mit seiner Arbeit auf den Plantagen bezahlen sollte. Mauti war sehr erschrocken, als man ihn an Bord des Schoners brachte. Er tam fich vor wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird. Weiße Männer waren wilde Geschöpfe. Sie mußten es sein, sonst fonnten fie sich nicht die Küste von Malaita entlang wagen und in alle Häfen bringen, nur zwei Man start, mit zwanzig Schwarzen als Besatzung und siebzig schwarzen geworbenen Arbeitern an Bord. Zudem-bestand immer die Gefahr, daß die Küstenbevölkerung den Schoner überfiel und die ganze Besatzung niedermachte. Wirklich, weiße Männer mußten furchtbar sein. Außerdem besaßen sie solche Teufelsflinten, die sehr schnell und oft hintereinander fchoffen, Dinge aus Eisen und Messing, die die Schoner antrieben, auch wenn tein Wind war, und Kästen, die gerade so lachten und sprachen wie ein Mensch. Ja, er hatte von einem weißen Manne gehört, dessen besonderer Teufel so mächtig war, daß er nach Belieben die Zähne aus dem Munde nehmen und wieder einsehen konnte. Maufi wurde in die Kajüte gebracht. Auf. Deck hielt der eine Weiße mit zwei Revolvern im Gürtel Bache. Unten saß der andere weiße Mann mit einem Buch vor sich, in das er seltsame Zeichen und Linien schrieb. Er betrachtete Mauki, als sei dieser ein Schwein oder ein Bogel, guckte ihm unter die Achselhöhlen und schrieb in sein Buch. Dann hielt er ihm den Schreibstift hin, und faum hatte Mauti ihn mit der Hand berührt, als er sich auch schon zu rei jähriger Arbeit auf den Plantagen der Mondschein- Seifen- Gesellfchaft verpflichtet hatte. Es wurde ihm nicht erklärt, daß die wilden weißen Männer nötigenfalls seine Verpflichtung erzwingen konnten. und daß zu diesem Zwecke die ganze Macht und alle Kriegsschiffe Großbritanniens hinter ihnen standen. Es waren noch andere Schwarze aus fernen Gegenden, von denen er nie gehört hatte, an Bord, und als der weiße Mann mit ihnen gesprochen hate, rissen sie die lange Feder aus Mautis Haar, schoren besagtes Haar turz und banden ihm ein Lava- Lava, aus dickem geiben Kalilo um den Leiv. ( Sortjehung joigt.), Gebrauche Ata Afa Das Artemis Henkvi Ata-und im Haus sieht's Scheuerpulve stets bei dir wie Sonntag aus! ( ATA Henkel's putz- und Scheuermittel) WEISSEWOCHE Mengenabgabe vorbehalten bei JANDORF Verkauf nicht an Wiederverkäufer Für alle Schichten der Bevölkerung eine willkommene Gelegenheit, gute Waren ungewöhnlich billig zu kaufen Damenkonfektion Backfischkleid aus gutem Zephir, gestr od, ein farbig, ca. 93-120 cm 2,95 Kinderkleid Wirkwaren Unterhemdchen 1. 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