Nr. 120. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monat lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Die Encyklika des Papkes. II. Wir fagten schon zum Schluß unseres vorigen Artikels, daß es zunächst nach der kurzen Einleitung, die wir bereits behandelt hatten, uns, den Sozialdemokraten an den Kragen geht, und wir versprachen auch diesem Herrn Gegner nicht das Geringste schuldig zu bleiben. Aber wir versparen uns Alles, was er gegen uns zu sagen hat, als Leckerbissen bis zuletzt und genießen das Uebrige mit Behagen vorweg. Mittwoch, den 27. Mai 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. Das ist nun gewiß ungemein beruhigend für die jene beiden Klassen in einträchtiger Beziehung zu einander Bourgeoisie! Ihr Eigenthum darf nicht angetastet werden stehen und ein gewisses Gleichgewicht hervorrufen. Die und die große Masse muß bis ins Unendliche hinein weiter eine hat die andere durchaus nothwendig. Das Kapital leiden und dulden! Das ist die frohe Botschaft, die ist auf die Arbeit angewiesen und die Arbeit auf das der unfehlbare Papst verkündet. Kapital. Eintracht ist überall die unerläßliche Vorbedingung Daß somit sein Mittel zur Heilung des sozialen von Schönheit und Ordnung; ein fortgesetzter Kampf daElends nach dem Grundsatze bereitet sein werde, der da gegen erzeugt Verwilderung und Verwirrung." lautet: wasch mir den Pelz und mach mich nicht naß, Die Identifizirung des Kapitals mit den Kapitalisten kann sich die Bourgeoisie versichert halten. und der Arbeit mit den Arbeitern ist thatsächlich eines Komischer Weise hält der Papst diejenigen, für welche der schwierigsten Kunststücke virtuosen Manchesterthums. seine Ausführungen bestimmt sind, für so beschränkt, daß Weil der Arbeiter zu seiner Arbeit unter den bestehenden er dies ihnen mit besonderer Deutlichkeit zu sagen für Verhältnissen Kapital braucht und dieses in den Händen Wir verstehen übrigens auch das Bedürfniß des nöthig erachtet. Nach einfacher Logik und richtiger Er- Weniger sich befindet, so brauchen die vielen Arbeiter die Papstes zu würdigen, welches ihn dazu trieb, sich zuerst kenntniß der Sachlage ist die soziale Noth eine Folge der wenigen Kapitalisten, meint der Papst. mit uns auseinander zu setzen. Es galt, den Verdacht sozialen Verhältnisse, und will man jene Noth lindern, Nach sozialistischer Logik ist die Sache anders. Weil zu zerstören, als wenn er dem Sozialismus zu weitgehende so muß man diese Verhältnisse ändern. feine Arbeit ohne Rapital möglich ist, so muß das Kapital Konzessionen mache. Das, was die Bourgeoisie dem sozialen Das wäre freilich für die Bourgeoisie gefährlich. der Arbeit zur Verfügung gestellt werden. Demjenigen, Königthum so gern vorwirft, daß es dem Teufel einen Finger Deshalb giebt der Papst die köstliche Erklärung ab:" Das der arbeitet, gebührt als nothwendige Voraussetzung und reiche, der dadurch Gelegenheit bekäme, sich der ganzen einzig Richtige ist, die Dinge nehmen, wie sie wirklich sind als Produkt seiner Arbeit das Kapital. Der KapitalHand zu bemächtigen, dieser Vorwurf droht auch der Kirche. und das Linderungsmittel anderswo zu suchen." befizer, der nichts weiter ist als solcher, ist ein überDaher war es durchaus am Plaze, daß der Papst Prachtvoll! In der That ausgezeichnet! Die Dinge, flüssiger und schädlicher Mensch. Er stört die Harmonie, so deutlich als möglich seinen Abscheu vor dem Sozialis- das heißt hier doch offenbar die Zustände und die Ver- die zwischen Kapital und Arbeit bestehen soll; solange er mus kundgab und besonders vor denjenigen sozialistischen hältnisse sind nach des Papstes eigener Schilderung ganz existirt, ist Harmonie unmöglich. Die Verhältnisse müssen Forderungen, welche an dem theuersten Kleinod der Bour- erbärmlich, aber man nimmt sie wie sie sind und läßt sie so geändert werden, daß es weder Nur- Kapitalisten geoisie, an der Heiligkeit und Unverleglichkeit des Eigen- wie sie sind und sucht das Linderungsmittel nicht in einer noch Nur Arbeiter giebt, sondern daß Beides thums, etwas auszusetzen haben. Aenderung der schlechten Zustände und Verhältnisse, harmonisch vereinigt werde, daß der Arbeit also das Deswegen betont die Encyklika nicht nur einmal, sondern Kapital gehöre, die Arbeiter auch die Kapitalisten werden sondern öfter, daß sie von den eigenthumsfeindlichen sozia- Da kann er lange suchen, werden mit schmunzelndem und nicht die Verhältnisse so geordnet bleiben, daß die listischen Bestrebungen nicht das Mindeste wissen wolle Behagen die Vertreter unseres Großbürgerthurs sich zu- Mehrzahl der Menschen arbeitet, um für sich nur das und daß bei allen Versuchen zur Abhilfe gegenüber den raunen, und wie sehr werden sie Recht haben. Allernothdürftigste zu behalten und den Ertrag ihrer gegenwärtigen sozialen Nothständen durchaus als Grundsat Mit der Eleganz des Hexenmeisters, dem die bewußten Arbeit, das Produkt derselben und die Voraussetzung festgehalten werden müsse, daß das Privateigen- schwierigsten Sachen Kinderspiel sind, schwingt sich die künftiger Arbeit als Kapital an die wenigen Kapitalisten thum unantastbar und heilig sei." Encyklika nun auf das Thurinseil des kraffesten Manchester- abzugeben. Und des Weiteren hält er es mit Recht für gerathen, thums und enthüllt den Grundfehler in der Behandlung Der Papst aber will gerade das bestehende Unrecht zu versichern, daß seine eigenen Forderungen keine Spur von der sozialen Frage. Derselbe besteht nämlich darin, daß das in seinem ganzen Umfange erhalten wissen, daher weiß Gefahr für die bestehenden Eigenthumsverhältnisse in sich Vechältniß zwischen der besitzenden und der arbeitenden Klasse er in letzter Instanz fein anderes Hilfsmittel, und wir schlössen, indem die Kirche ja ohnehin schon und seit falsch dargestellt wird. Zwischen ihnen besteht kein Gegensaß, wüßten, wenn wir gleich ihm die bestehenden Verhältnisse Alters her ohne Unterlaß damit beschäftigt sei, die der sie zum Kampfe aufrufe. Im Gegentheil, ganz im nicht ändern wollten, auch keins, als das, was er die soziale Lage der niederen Schichten durch nützliche Ein- Gegentheil! Daß die Arbeiter nur so verblendet sein Tröstungen der Religion nennt. richtungen zu heben",- ein Bemühen der Kirche, welches konnten, diesen höchst erfreulichen Umstand gar nicht zu Die Bourgeoisie mag es sich hinter die Ohren bekanntlich der Bourgeoisie bisher nicht das Mindeste ge- merken: schreiben: Mit ihrer Herrschaft ist es über ein Kleines Die Natur hat Alles zur Eintracht, zu gegenseitiger zu Ende, wenn es nicht noch Vertretern der Kirche geschadet hat; und daß außerdem„ Leiden und Dulden nun einmal der Antheil unseres Geschlechtes sei, und so große Harmonie hingeordnet, und so wie im menschlichen Leibe lingt, dem Volke einzureden, daß das soziale Elend ein Anstrengungen man auch zur Besserung des Daseins bei aller Verschiedenheit der Glieder im wechselseitigen Ver- nothwendiges Produkt unabänderlicher Verhältnisse ist und machen möge, die Gesellschaft werde doch niemals von hältniß Einklang und Gleichmaß vorhanden ist, so hat daß im Jenseits Lohn und Entschädigung für alle Trübsal auch die Natur gewollt, daß im Körper der Gesellschaft auf Erden zu suchen und zu finden sei. großer Plage frei werden." Feuilleton. Nachbruck verboten.] ( 69 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Sa, weidjel anderswv. Er hatte sein Testament, welches Ambros zum Universal- cinem tieferen Aufathmen und nun ihren Mund süßlich erben erklärte, umgestürzt. In dem neuen wurden seine spizend, hob sie von der Ankunft des Vikars Lacedelli zu beiden Söhne mit je fünfzig Gulden abgefunden. Lisei aber erzählen an. ganz an Ambros Stelle zu sehen, dazu hatte er sich nicht Lisei verließ geräuschlos die Stube. Ein tiefes Weh, entschließen können. Universalerbe sollte Lisei's ältester Sohn daß der Vater nun doch seine Ehre wegwarf, erfüllte ihre aus ihrer Ehe mit Georg Arigaya sein, unter der Be- Brust. Seine Drohung, daß sie den Hof verlassen müßte, bingung, daß er den Namen Falkner annähme. Bliebe die wenn sie nicht gehorchte, erschreckte sie nicht; denn sie war Ehe jedoch kinderlos, oder entsproßten ihr nur Töchter, so ja von Kindheit auf an schwere Arbeit gewöhnt. Wie oft sollte Lisei die Nutznießung bis zu ihrem Tode haben, aber hatte sie nicht in der Sehnsucht nach der Zuneigung Es blieb ihm kein Zweifel mehr, daß sie sich un glück worauf im ersteren Falle das gesamuite Vermögen des des Vaters eine Gelegenheit herbeigewünscht, um ihm durch lich fühlte, und Schmerz und Neue peinigten ihn. Er hatte Erblassers an die Pfarre vou St. Vigil fiele, im zweiten eine That ihre Liebe deutlich zu offenbaren. Nun bot sich es ja voraus gewußt, daß Ambros sich nicht eignete, Falle nur der Klosterhof, während das bewegliche Vermögen eine solche Gelegenheit, und sie konnte sie nicht ergreifen, Stürbe der weil es sich nicht um ihr Glück allein handelte. um Stafi glücklich zu machen, und dennoch hatte er sich der ältesten Tochter zugesprochen wurde. Vefa kam, so oft sie in der Pfarre abkommen konnte, der Verbindung der Beiden nicht nur nicht widersetzt, wie Klosterbauer, bevor Lisei und Jerg kirchlich verbunden es seine Freundespflicht gefordert hätte, sondern selbst ihr wären, und weigerte sich Lisei nach seinem Tode Jerg zu auf den Klosterhof und that, was in ihren Kräften stand, den Segen der Kirche gegeben. Welche Gründe ihn dazu heirathen, so sollte sie, wie ihre Brüder, fünfzig Gulden um Lisei's Festigkeit zu untergraben. Die Frauen verstehen bewogen, daran dachte er jetzt nicht; er fühlte nur den erhalten, und die Kirche von St. Vigil sofort Universalerbin sich auf den kleinen Krieg, der den Gegner durch fortwährende Angriffe reizt und ermüdet, ohne ihn zu einem Stachel des Gewissens, daß er seine Ueberzeugung hatte werden. Die Berathungen mit dem Notar zu Bruneck über diese entscheidenden Schlage kommen zu lassen. Wie einige Jahre schweigen lassen. Er war es, der Stafi unglücklich gemacht hatte, und nicht fie allein. Die Folgen jener unseligen lettwilligen Bestimmungen hatten in dem Klosterbauer noch später die Kosaken das Heer Napoleons auf dem Rückzuge Trauung drohten nun auch Lisei in das Elend zu stürzen, einmal die ganze Galle gegen Ambros erregt und auch aus Rußland fortwährend umschwärmten und ihm nimmer und er, er trug die Schuld an alledem. Was fonnte er gegen Lisei, daß er sie ein Frauenzimmer in die Erb- Raft gönnten, so verfolgte und quälte Vefa die arme Lifei, folge des Hofes hatte einschieben müssen. Sein Gesicht war während der Bater die ganze Härte seines Wesens gegen sie thun, um seine Schuld zu fühnen? Unterbessen suchte Vefa auf dem Klosterhofe ihre eine drohende Wetterwolfe. Schwerfällig ließ er sich auf herauskehrte. Es war ein ewiges Grollen in ihm, das bei Nichte zur Vernunft zu bringen, wie sie es nannte. Nur seinem Lehnstuhl nieder und als ob Lisei, die ihn besorgt der geringsten Veranlassung ausbrach und es fehlte nur Halsstarrigkeit wäre es von Lisei, wenn sie sich weigerte, beobachtete, gar nicht in der Stube wäre, sagte er zu seiner noch, daß er sie thätlich mißhandelt hätte. Das Erwachen des Frühlings brachte ihr nur Leiden. Der Schuce schmolz Jerg zu heirathen. In der Halsstarrigkeit gliche sie ihrem Schwester: Es ist gut, daß Du da bist! Du kannst der Lisei auf den Bergen, unzählige Bächlein rauschten zu Thal, Bater; aber von dem Stolze, mit dem er auf die Ehre und das Ansehen seiner Familie bedacht wäre, befäße sie nichts, sagen, daß sie entweder den jungen Arigaya heirathet, die jungen Saaten grünten, und in frisches, saftiges Grün sonst würde sie sich überhaupt nicht an den hergelaufenen oder wie ihr Bruder ohne einen Kreuzer vom Hof geht. fleideten sich die Wiesen; die Tannen trieben neue SchößDarauf hab' ich heut in Bruneck mein Testament gemacht. linge und im Gezweig begannen Ammern und Finken zu Schmied gehängt haben. schlagen, und im Walde ließ der Kuckuck feinen Drafelruf Abgemacht!- Giebt's' was Neues?" Aber das Neue, was er so eben fund gethan, war für ertönen. Für Lifei war es eine Passionszeit. Was hoffte fie Vefa, obgleich es die Erfüllung ihrer Wünsche für Jerg nur durch ihren fortgesetzten Widerstand zu erreichen? Der enthielt, dennoch zu unerwartet, um seine Frage beantworten Fall ihres Bruders Ambros mußte sie doch überzeugen, daß zu können. Lifei erblaßte. Der Vater seinen Willen unter allen Umständen durchsetzen werde. Warum machte sie den peinlichen Tagen nicht ein Ende, Lisei nahm die Vorwürfe, in soweit sie persönlich von denselben betroffen wurde, geduldig hin. Aber die Verunglimpfung Wolfs duldete sie nicht und sie erklärte dies mit einer solchen ruhigen Festigkeit, daß Vefa ganz kleinlaut Darüber kam der Klosterbauer aus Bruned zurück. wurde. " 1 " Freilich, lieber Bruder," begann Vefa endlich mit Politische Lebericht. Getreidezoll 3 Franks statt 5, und der Mehlzoll 6 statt wöhnte man sich daran. Von den Erwachsenen litten viele an zu den und, 12 Frants für den Doppelzentner betragen. Berlin, 26. Mai. Ein Amendement, welches die vollständige BeDer Landtag ist heute wieder zusammengetreten. Ueber seitigung der Getreide- und Mehlzölle forderte, erhielt 131 das umfangreiche ihm vorliegende Berathungsmaterial haben Stimmen. Ist nun die Ermäßigung auch bloß bis zum wir unlängst eine Zusammenstellung gegeben. Herr von 1. Juni des nächsten Jahres beschlossen, so wird, da in Frankreich dem Bötticher beruhigte das Haus, welches befürchtete, noch den die Stimmung Getreidezoll feindlicher wird, eine Rückkehr ganzen Monat Juni tagen zu müssen. Die heutige Sigung immer war der dritten Berathung des Etats gewidmet, was frei- bisherigen Sähen wohl nicht mehr möglich sein, lich etwas spät ist, da das Etatsjahr längst begonnen hat. wenn die heurige Ernte so schlecht ausfällt, als befürchtet Freilich dem Ansehen unseres Parlamentarismus kann ein wird, und die Preise demgemäß hoch bleiben oder noch steigen, solch nebensächlicher Umstand feinen Abbruch mehr thun. dann ist sogar mit ziemlicher Gewißheit anzunehmen, daß In der Generalbebatte wurde so manches über Ringe und die Kammer zur vollständigen Abschaffung der Kartelle gesprochen, ohne daß aber etwas Neues daraus zu Getreidezölle gezwungen wird vielleicht schon vor dem lernen wäre. Die Spezialdiskussion drehte sich fast aus- 1. Juni 1892. schließlich um Lappalien. Die nächste Sigung findet morgen Der Beschluß der französischen Kammer wird zur Folge ftatt. haben, daß die Getreide- Einfuhr nach Frankreich sofort einen bedeutenden Umfang annimmt, und daß die Der Todtentanz der nationalliberalen Partei ersorgung Deutschlands mit ausländi verspricht recht pikant zu werden. Die Todten und auch ich e m Getreide entsprechend erschwert das ist eine Neuheit wollen nämlich einen Führer wird. Unter solchen Umständen ist das Beispiel Frank erwählen. Und der famose Schoof, der den Reichstags- reichs eine bedeutungsvolle und gewichtige Mahnung abgeordneten Bismarck"" gemacht" hat, will seinen" Ab- für Deutschland, dessen Volt, falls nicht jenes Beispiel geordneten zum Führer vorschlagen. Der Todte als Todten nachgeahmt wird, durch die Maßregel, welche dem Nachbar führer- das ist trotz des Schoof gar keine so schoofle billigeres und somit reichlicheres Brot giebt, sich zu einer Jdee. verschärften Hungerkur verurtheilt sähe. In Landtagskreisen verlautete heute, es wären Ver- Der möglichst baldige Zusammentritt des Reichshandlungen mit dem Staatsminister v. Bötticher im Gange, tags erweiset sich hiernach immer mehr als gebieterische um denselben für die Leitung der Zentral- Boden- Kredit- Nothwendigkeit. Auf allen Volksversammlungen und in allen gesellschaft zu gewinnen, die ihren bisherigen Direktor Rüdorff die Interessen des Volts ernst verfechtende Zeitungen sollte durch den Tod verloren hat. Tag für Tag, immer und immer, der Ruf ertönen nach betr. die Verrufserklärung unsere Befriedigung ausgedrückt der Seekrankheit, andere wieder an Magenübeln. Wir erreichten den Hafen von Rio de Janeiro und wurden von brasilianischen Böten auf die Blumeninsel ge= bracht. Das war auch unser Abschied vom verfluchten Bis marck". Niemand von uns fonnte diesen Höllenkessel mit ruhigem Gemüth anblicken. Diese Reise war Allen wie eine furchtbare Nacht im Gedächtniß geblieben. Vielen Eltern hatte der Bismarck" das Werthvollste geraubt, denn es waren im Ganzen 51 Kinder und 2 Frauen gestorben. Selbst die älteren Seeleute gaben zu, daß das unerhört viel sei; auf einer solchen Reife stürben gewöhnlich 2 bis 3 Personen, aber nicht so viele. Eine Frau, welche von einem unmenschlichen Matrosen gestoßen wurde, tam zwei Monate vor der Zeit nieder; sie selbst erholte sich, das Kind war natürlich todt. Eine andere Frau verlor ihr Kind durch Krankheit: aus Verzweiflung und Unruhe wurde sie irrsinnig und bereitete uns viele Sorge, denn wir vermochten sie nur mit Mühe zu bändigen. . Nach unserer Ankunft auf der Blumeninsel verfaßten wir eine Klageschrift über die Behandlung und Verpflegung auf dem Bismarck" und reichten dieselbe der brafilianischen Regierung ein mit der Bitte, dem brasilianischen Agenten zu verbieten, Emigranten mit den Schiffen des norddeutschen Lloyd zu befördern. Die Agenten engagiren für die Beförderung der Auswanderer( die ja alle freie Reise haben) die schlechtesten Fahrzeuge, die man in Bremen hat, um desto reichlicher ihre eigenen Säckel zu füllen, während die Hamburgischen Schiffe unvergleichlich besser seien." Es sei noch erwähnt, daß der Bismarck" am 25. Mai vorigen Jahres von Bremen absegelte. Herr Libeks ist jetzt in Tubarao im Staate Santa Catharina ansässig und erbietet sich im Nothfalle zum Ausfindigmachen der Adressen der übrigen Auswanderer, welche die erwähnte Klagefchrift unterzeichneten. Redlich verdient hätte sich der Vizepräsident des Bundes- Abschaffung der Getreidezölle, und nach Die Kreisversammlung der französisch schweis raths diese Stelle im Dienste der Großgrundbesitz- Interessenten. sch Ie u nigster Lösung dieser Lebensfrage Wie weit übrigens die Nachricht Glauben verdient, entzieht Lebensfrage im wahrsten Sinne des Wortes,- durch den zerischen Grütli- Vereine, die heute Nachmittag in sich vorerst der Beurtheilung. Reichstag. Die Klinke der Gesetzgebung", welche von Genf abgehalten wurde, beschloß einstimmig, die AbHerr Pindter wundert sich, daß wir, wenn auch nur lang mit so außerordentlichem Nuzen für ihre eigenen Bundesversammlung zu verlangen. den Herren Agrariern und Großgrundbesizern 13 Jahre schaffung der politischen Polizei von der in bedingter Form, über die Kammergerichts- Entscheidung Taschen gehandhabt worden ist, sollte doch endlich einmal auch Die Kommission der französischen Deputirten haben, er erinnert bei dieser Gelegenheit an unsere entschie- zum Wohle des Volkes in Bewegung gesetzt werden, Rammer für die Arbeiterfrage nahm einen Andenen Angriffe gegen seinen Gesinnungsgenossen Frit fett wo es gilt, die Noth in den weitesten Kreisen zu trag an, durch welchen den öffentlichen VerkehrsKühnemann. Herr Pindter vergißt, daß wir es für eine lindern, und den Wolf Hunger" aus der Hütte des gesellschaften verboten wird, ihre Angestellten Verlegung des Rechtsbewußtseins halten, daß man die armen Mannes zu vertreiben und von seiner Thüre fern zu länger als täglich 12 Stunden zu beschäftigen. Kühnemanns frei laufen läßt und die boykottirenden halten. In mehreren belgischen Gruben feiert noch ein Theil Arbeiter einsperrt. Uebrigens brauchen mir nicht darauf hinzuBetreffend die Behandlung der Zwischendecks der Arbeiter. Daraus wollen nun einige Blätter den weisen, daß zwischen den Kühnemann'schen Praktiken und der Paffagiere auf Dampfern des Norddeutschen Lloyd Schluß ziehen, der Generalrath in Brüssel, der Handlungsweise boykottirender Arbeiter ein himmelweiter schreibt Herr Libeks in Nr. 235 v. J. der lettischen Zeit- sich nach Bewilligung der theilweisen Revision gegen die Unterschied existirt. schrift„ Baltijas Wehstnesis" unter Anderem wie folgt: Fortdauer der Arbeitseinstellung erklärte, habe die Herr Erst als wir Lissabon im Rücken hatten, begann schaft über die Arbeiter verloren. Das ist ein Frrthum. das Abenteuerliche unserer Reise. Wohl hatte ich die Bremen: Der Generalrath konnte nur von den Streits reden, die schen Schiffe vielfach tadeln gehört, aber die Behandlung der aus politischen Gründen begonnen worden waren und Auswanderer auf dem„ Bismarck"( einem Dampfer des N. 2.) mit der Bewegung für das allgemeine Stimmrecht zu spottete aller Beschreibung. Die Schiffsbeamten übertrafen in Die ,, Norddeutsche Allgemeine Zeitung" produzirt sich als Verurtheilerin des Offiziösenthums. Dies ist jedenfalls die originellste Rolle, welche die vielseitige alte Base bis nun gespielt hat. Herr Bindter sollte sich von einem Theaterdirektor als komische Alte engagiren lassen. Das ehemalige Bismarckblatt schreibt nämlich: „ Unter dem früheren Regime war unser Volt gewohnt, die gesammte öffentliche Meinung, im Besonderen aber die Bresse, gewissen Impulsen folgen oder gegen dieselben Stellung nehmen zu sehen, die ihr von leitender Stelle gegeben wurden und durch welche der öffentlichen Diskussion so zu fagen beftimante Themata aufgenöthigt wurden. Dieses ist seither in Fortfall gekommen, gewiß sehr zum Nußen vielfacher Dinge und Berhältnisse." Tie ,, Krenzzeitung" will für die verabschiedeten Offiziere wieder etwas herausschlagen. Sie wünscht in ihrer bekannten Unverfrorenheit, daß die bei der Be= arbeitung der Einkommensteuersachen vorzugsweise verabschiedete Offiziere verwendet werden sollen. Als ob die Steuerzahler nicht schon genug durch den Militär- und Pensionsetat bedrückt würden, als ob nicht sonst in den gebildeten Kreisen eine Unmasse arbeitsLoser Personen existirten? Der„ Nährstand" ist doch nicht ausschließlich für den Wehrstand" da. Uebrigens sind wir der Meinung, daß das Einüben des Parademarsches nicht die beste Vorbereitung für den Steuerdienst ist; für diesen würden sich am besten Leute aus praktischen Berufszweigen, die einen Einblick in das wirthschaftliche Getriebe haben, eignen. Die französische Kammer hat mit 349 gegen 136 St. den Antrag der Kommission auf Herabsehung der Getreide und Mehlzölle Diesem Beschlusse gemäß wird vom 1. August dieses Jahres bis zum 1. Juni des Jahres 1892 der angenommen. い Grobheit und Unmenschlichkeit wohl die ärgsten Sklavenhalter. fammenhingen. Diese sind auch alle pünktlich zu Ende Sie schleichen wie die Füchse, wenn sie einen Stärkeren gebracht worden. Dagegen dauern die Streifs, welche ohne sehen, aber ihren Untergeordneten gegenüber erlauben sie Rücksicht auf die politische Bewegung ausgebrochen waren, fich jede Gewaltthat. So erlebten wir auf unserem Schiffe, noch fort, jedoch unter Umständen, welche auf ein baldiges daß man für die Zwischendecks Passagiere nicht ein Erlöschen hindeuten. mal soviel sorgen wollte, wie für die Stiere, die man neben Von der italienischen Regierung ist einmal etwas uns eingesperrt hatte. Auf dem Schiffe befand sich wohl ein Ein reaktionärer Angstmeier, der Arzt, aber feinetwegen fonnte man alle Passagiere über Bord Gutes zu melden. werfen er hatte fein Mitleid. Die Luft im Zwischended Deputirte Boughi, beantragte die Einführung eines war derart, daß man sich wundern mußte, wie nicht jedes Ausnahmegese yes, das die Arbeiterbewegung knebeln lebende Wesen darin erstickte. Vor Ekel fonnten bald felbst und Szenen wie bei der Versammlung des 1. Mai verdie Erwachsenen die Schiffstoft nicht mehr genießen und noch hüten solle. Herr Nicotera, ber Ministerpräsident, erviel mehr litten darunter die Kinder. Die Behandlung war flärte aber, das vorhandene Gesetz sei ausreichend, und er eine solche, daß man für jeden Fall bereit ſein mußte, fein wolle von Ausnahmegesetzen, die ein Zeichen der Recht mit der Fauft zu vertreten. Ehrgefühl, Pflicht kennt Niemand auf dem Schiffe. Diese Mißverhältnisse wurden Schwäche seien, nichts wissen. Und so unterbleibt noch unerträglicher, als wir von Teneriffa abfegelten, vorläufig die Sache. Herr Nicotera hätte übrigens Herrn 100 noch 10 Stiere und eine Menge Steinkohlen an Bonghi erwidern können, daß er selbst MinisterBord genommen wurden. Aber die größte Gefahr drohte noch von präsident Nicotera durch sein thörichtes Handeln die einer ganz anderen Seite. Da der Arzt die Passagiere bei Skandale des 1. Mai verschuldet habe. So weit scheint der Einschiffung nicht untersucht hatte, so konnte es nicht Wunder seine Erkenntniß, und namentlich seine Selbsterkenntniß indeß nehmen, daß auf unserem Schiffe bald Masern, Diphtherie und noch nicht zu gehen. minaltyphus hinzu. Bald gab es fast fein Rind mehr, das Blattern ausbrachen. Nachher gefellte sich auch noch Abdo- Rußland wühlt wieder gegen Bulgarien. Wie aus nicht an Masern dar niederlag. Die Krantenabtheilung war Ronstantinopel gemeldet wird, werden von russischer Seite in furzer Zeit überfüllt, denn nicht einmal der zehnte Theil neue Anschuldigungen gegen Bulgarien erhoben. Es wird aller Erkrankten fonnte dort Unterkunft finden. In den behauptet, Stambulow lasse jeden Tag vielerlei GraufamZwischendecks- Kajüten, in deren einer allein bis 400 Menschen teiten verüben; demnächst werde Bulgarien seine Unabeingepfercht waren, hörte man jammern, weinen, schreien, hängigkeit erklären und von den Eisenhahnen Besiz erfluchen: Man sollte meinen, der jüngste Tag wäre vor der greifen.Thüre. Auch der Todesengel forderte seine Opfer: jeden Tag versenkte man drei bis fünf Kinderleichen in der See. Anfangs Wie die Judenhehen gemacht werden. Auf Corfu, machte das einen schauerlichen Eindruck, aber allmälig ge- einer der Jonischen Inseln, ist neuerdings durch russische indem sie entweder das edle Beispiel der Entsagung, das ernsten Sinne auch wenig zusagte und sie den lag, beschäftigt, als Jerg sich einfand. Die Thür stand Hannes ihr gegeben, nachahmte, oder in fremde Dienste ging? lockeren Rameraden ihres Kameraden ihres Bruders auch Bruders auch nicht zu offen. Eines Nachmittages holte sie aus ihrer Kleiderlade das achten vermochte, so war er ihr doch gerade nicht " Man mag kommen wann man will, Du bist immer grüßte " Ich störe Dich?" " Nein, es ist mir lieb, daß Du gekommen bist," Schächtelchen hervor, welches die erſten Geschenke ihres widerwärtig oder verhaßt. Haß war ihr überhaupt bis fleiflig, giebt auch immer zu thun," versetzte sie, ohne ihre Baters an ihre Mutter enthielt. Die ermahnenden Worte her fremd geblieben und ihre Wahrhaftigkeit vermochte an der Sterbenden erklangen wieder in ihrem Dhre, als sie die feine Hinterlist zu glauben. Jerg aber hütete sich, ihr in Arbeit zu unterbrechen. rothe Korallenschnur, das goldene Kreuzchen, die Ohrgehente dieser Krisis unangenehm zu werden. Vefa hatte ihm betrachtete. Nun sie aus dem Munde der Ahne die ganze getreulich die Aeußerung ihres Bruders über seine letztGeschichte der Mutter kannte, welchen Nachdruck erhielten willige Verfügung hinterbracht, und er überließ es nun ihr, fagte fie. dadurch nicht die Beschwörungen, sich durch keinen Reichthum die goldene Frucht für ihn vom Baume zu schütteln, Das gefällt mir; das hast Du mir noch niemals gezur Untreue verlocken zu lassen. Sie wurde allerdings durch während er seinerseits den Klosterbauer in einiger Geduld sagt," rief er. keinen Reichthum verblendet, aber untreu sollte auch sie werden. zu erhalten suchte, damit er Lifei zu keinem verzweifelten Lifei beendete schweigend ihre Arbeit; dann forderte sie Ihr Bruder Hannes hatte mit reinem Gewissen der Pflicht Entschlusse triebe. Er selbst drängte Lisei nicht, redete auch ihn auf, mit ihr hinaufzugehen und in der Stube sagte sie: gehorchen können, aber sie? Sie begriff jetzt, warum die in ihrer Gegenwart für sie gegen den Klosterbauer, wenn" Wir ist's lieb, daß Du gekommen bist, weil ich mit moralische Kraft der Mutter so ganz zermürbt gewesen und dieser gar zu herb mit ihr war, und kam auch nicht allzu Dir zu reden habe. Seh' Dich doch hin." fühlte, daß es ihr ebenso ergehen würde. Denn das Einzige, häufig auf den Hof. Lisei sollte erkennen, wie er sie zu Und ich mit Dir," versetzte er, indem er sich auf die " Schau, wie das gut zuwas den Menschen unter allen Leiden aufrecht zu erhalten schonen beslissen war. Die Enthaltsamkeit fiel ihm eben Bant am Tische niederließ. vermag, ist die Treue gegen sich selbst. Mit welch' nagender nicht schwer, da Lisei's wortfarge Gemessenheit ihn haupt- sammentrifft!" Neue mußte die Mutter auf die kleinen Schäße geblickt fächlich auf die Unterhaltung mit dem Klosterbauer an- So red'!" sagte sie und lehnte sich erwartungsvoll mit haben, die sie vor sich ausgebreitet hatte! Mit welcher wies, was er nicht sonderlich vergnüglich fand. Daß er der Hüfte gegen die Tischkante. Reue würde sie nicht selbst einst auf den filbernen Fingerreif in den Gesprächen mit dem Alten sein Licht nicht" Nein, das wäre keine gute Art, wenn ich den Anblicken, den ihr Wolf bei ihrem Verspruch geschenkt hatte, unter den Scheffel stellte, verstand sich von selbst, und der fang machen wollte," scherzte er. Die Gitsche muß man wenn sie ihm die Treue brach! Klosterbauer fühlte sich mehr und mehr zu ihm hingezogen; immer vorausgehen lassen. Und Du weißt halt auch, was Nicht ein Mal, unzählige Male war sie dem Rathe denn Jerg entwickelte einen bäuerlichen Geschäftsverstand, ich von Dir möchte." ihres Bruders Hannes gefolgt und hatte die Mutter Gottes wie er jenem noch bei keinem Andern so schneidig vorge-" Was Du verlangst, kann nicht sein, und Du weißt, um Erleuchtung angefleht. Bergebens! Gab es denn keinen kommen ivar. weshalb es nicht sein kann," versetzte sie mit einem flüchtigen Ausweg für fie, feine Versöhnung der widerstrebenden Lisei fand nicht gleich eine Gelegenheit, um mit ihm Erröthen. Darum bitt' ich Dich, steh' davon ab." Pflichten und Gefühle? Sie barg das Gesicht in den ungestört ohne Zeugen zu reden. Die sonntäglichen Kirchen" Nein, ich weiß nichts," entgegnete er mit frecher Stirn. Händen und saß lange regungslos. Die Abendsonne gänge, auf denen es Die Abendsonne gänge, auf denen es am leichtesten hätte geschehen Wie so denn?" strömte durch das nach Westen gerichtete Fenster voll in die können, führten Lisei nicht mehr nach St. Vigil," Ja, muß ich Dich denn daran erinnern, daß ich schon Kammer und umleuchtete das Kreuz des Erlösers an der seitdem der Vikar daselbst den Gottesdienst abhielt. längst mit dem Wolf Lechner versprochen bin?" sagte sie Wand neben der Thür. Als Lisei die Hände sinken ließ, Sie ging seitdem nach Hof oder Enneberg zur An- mit einem leichten Stirurunzeln. war der Glanz erloschen; aber ihre grauen Augen blickten dacht und mit ihr der größte Theil der Gemeinde. Nun fügte Ach so! Daran hatt' ich ganz vergessen," rief er gefest durch die letzten Thränen und ihr Herz klopfte ruhiger es sich, daß eines Nachmittags der Klosterbauer nach dehnt. Der Lechner ist ja auch fort und tommt schwerlich als seit langer Zeit. Sie verschloß die kleinen Schmucksachen Tamers ging, um eine letzte Schau über seine dort befind wieder und Dein Vater hat den Verspruch für aufgehoben mit dem Vorsatze, ein offenes Wort mit Jerg zu reden. lichen Rinder zu halten. Am nächsten Worgen sollte die erklärt. Sonst freilich- Poz Tausend! Glaub's mir, es Die Person des jungen Müllers war bisher bei ihren gesammte Heerde auf die Alpen getrieben werden. Jerg, hat mir um Deinetwillen recht weh gethan, daß der Schmied inneren Rämpfen gar nicht in Betracht gekommen. Sie war der darum wußte, beschloß, sich die Abwesenheit des Kloster von hier hat fort müffen. Als ich von den Rummel gean Jergs Berkehr seit langen Jahren gewöhnt und wenn bauers zu Nuze zu machen. hört hab', da hab' ich zuerst an Dich gedacht. Bei Gott! feine Schau getragene stete Lustigkeit ihrem Lisei war in der Wilchkammer, die im Erdgeschosse Aber zu ändern ist's doch nicht mehr."( Forts. folgt.) zur " " zu 1 Zu den russischen Judenverfolgungen liegen folgende aus London batirte Meldungen des Bureau Herold" vor: n Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 88. Sigung vom 26. Mat. 11 Uhr. Miquel, von Heyden und zahlreiche Kommissarien. Am Miniftertische: von Schelling, Herrfurth, Auf der Tagesordnung steht die dritte Berathung des Staatshaushalts Etats für 1891/92. In der Generaldebatte spricht Eisenbahnen werden einen Minderüberschuß etwa von Abg. Rickert fragt, ob es wahr sei, daß das Haus noch während des ganzen Monats Juni versammelt sein soll, weil sogar noch neue Vorlagen in Aussicht stehen. Vizepräsident des Staatsministeriums v. Bötticher: Von folchen Vorlagen ist keine Rede; die Nachrichten sind Enten, wie sie immer mit Beginn der wärmeren Jahreszeit auftauchen. Schluß 31/2 Uhr. Nächste Sizung: Mittwoch 11 Uhr.( Abschluß der britten Berathung des Etats und zweite Lesung der Eisenbahuvorlage.) " • Brüssel, 26. Mai. Der Ausstand im Becken von Chorleroi bauert an, nur die Metallarbeiter arbeiten. Alle Bergleute, mit der Rathschläge des Generalraths der Arbeiterpartei die Arbeit Ausnahme derjenigen des Beckens von Charleroi, haben infolge der Rathschläge des Generalraths der Arbeiterpartei die Arbeit wieder aufgenommen. Bureau, als Vermittler zwischen der Omnibusgesellschaft and den Paris, 23. Mai. Der Munizipalrath beauftragte sein Bureau, als Vermittler zwischen der Omnibusgesellschaft and den ausständigen Bediensteten derselben einzutreten. Zwei Streikende, welche heute Morgen einen Omnibus anhielten, wurden unter die Räder geworfen und tödtlich verletzt. Agenten eine kleine Judenheze in Szene gesetzt worden, aus der auch unsere christlich germanischen Böckel und Stöcker Rapital schlagen bemüht waren. Die antisemitischen Bieder- und Liebermänner beriefen sich auf den angeblich amtlichen Bericht eines augeb lichen Mitgliedes der griechischen Kammer, in welchem Bericht den Juden die aus allen mittelalterlichen Juden hehen bekannten Gräuel( Schlachten von Christenmädchen 2c.) nachgesagt wurden. Mit diesem amtlichen Bericht wurde Abg. Rickert den Wunsch aus, daß es das letzte Mal sein von den Böckeln und Stöckern ein großer Staat gemacht. möge, daß man sich noch nach dem Beginn des Etatsjahres mit Jetzt stellt es sich nun heraus, daß der amtliche Bericht dem Etat beschäftige, der vor Beginn desselben fertig gestellt fein Arbeiterbewegung. ebensowenig eristirt, wie der griechische Abgeordnete, der ihn Bedeutung der Eisenbahnen für die Finanzen anerkannt, deshalb sollte. Der Finanzminister habe bei Vorlegung des Etats die verfaßt haben soll. Das ist antisemitische Praxis. tönne man den Rücktritt des Eisenbahnministers v. Maybach meldet, sind die Streitenden in Buttlingen, Altenwald und SulzPirmasens, 26. Mai. Wie uns ein Privattelegramm Der Unterstaatssekretär Gorft erklärte im englischen nicht ganz stillschweigend übergehen, namentlich da die eifrigsten meldet, find die Streitenden in Puttlingen, Altenwald und SulzDer Unterstaatssekretär Gorst erklärte im englischen Berfechter der Verstaatlichung diesem Minister die heftigsten Vor- wurde wegen angeblicher Aufforderung zum Streit verhaftet. Kamerad Lampert aus Wuftweiler bach wieder angefahren. Unterhause auf eine Anfrage, nach den amtlichen Be- würfe machen, obgleich wohl zu hoffen set, daß kein Gisenbahn- wurde wegen angeblicher Aufforderung zum Streik verhaftet. nach- In Schnappach in der Pfalz legte ein geiftes gestörter In Schnappach in der Pfalz legte ein geift es gestörter richten der griechischen Regierung sei bie Ordnung auf minister den Anforderungen der Industriellen und Agrarier nach Bergmann eine Dynamitpatrone Nachts am Schlafhaus nieder. Corfu wieder hergestellt. Die Juden hätten ihre geben wird. Der Finanzminister habe einen Ueberschuß der Bergmann eine Dynamitpatrone Nachts am Schlafhaus nieder. gewöhnlichen Geschäfte wieder aufgenommen. Der britische Gisenbahnen von 38 Millionen Mark in Aussicht gestellt, während Sie brannte los, richtete aber zum Glück keinen Schaden an Gesandte in Athen habe in demselben Sinne am 19. b. M. jetzt von einem Einnahme- Ausfall von 50-60 Millionen Mart Vielleicht ist er durch andere angeſtiftet worden. Mainz, 26. Mai. Der Schreinerstreit hierselbst ist als telegraphirt und hinzugefügt, daß der österreichische Konsul die Rede sei. Man solle ebenso wie im Reiche auch in Preußen beendigt anzusehen. Die Fabrikanten haben nicht nachgegeben. jene amtlichen Berichte bestätige. Der Befehlshaber des die Abschlüsse der Finanzverwaltung baldigft veröffentlichen. Finanzminister Miquel: Die Verhältnisse, welche zur Zurück- In einer gestrigen Versammlung der Gesellen entschied maa fich englischen Kriegsschiffes im Hafen von Zante berichte, daß haltung der Etatberathung geführt haben, sind allgemein bekannt; dahin, nicht in einen Generalstreik einzutreten. in Bante Alles ruhig sei und auch keine weiteren Besorgnisse die Reformgefeße hätten sonst nicht erledigt werden können. Die Sonnabend 2 Bergleute wegen Aufreizung" zum Ausstand verSaarlouis, 25. Mai. Auf Grube Heinih wurdena am gehegt würden. Eisenbahnüberschüsse sind immer sehr schwankend. Ich habe schon früher einen erheblichen Minderüberschuß der Eisenbahnen in baftet, 18 auf unbestimmte Zeit abgelegt. Auf Sulzbach fund 15 Aussicht gestellt; meine Schäßung war noch zu günstig. Die nicht angefahren. 33 Millionen Mark ergeben, dem allerdings 71/2 Millionen Mart Nachrichten aus Odessa zufolge dauern die Juden- Aus- Gehaltserhöhungen und 2/2 Millionen Mark Zinsersparungen weisungen aus Rußland fort. Wie es heißt, soll der Bar ent- gegenüber stehen, so daß der Minderüberschuß sich auf etwa schlossen sein, sämmtliche Juden aus Petersburg, Moskau und 23 Millionen stellt. Die Veröffentlichung der Abschlüsse kann Odessa zu vertreiben, da man ihm gesagt habe, daß der füd- erfolgen; ich fann sofort unter Vorbehalt der definitiven Be russische Handel, namentlich der Getreidehandel, vorwiegend in rathung mittheilen, daß bei der Forstverwalung 7/8, bei den den Händen der Juden sei; die Juden bereicherten sich, wäh- Bergwerken 10/2, bei den Ueberweisungen aus dem Reiche sich rend die Ackerbauer und Landbesitzer immer ärmer würden. 48 Millionen Mark Mehrüberschuß ergeben haben. Der MehrDie Behörden in Odessa werden, wie mitgetheilt wird, dem überschuß und Minderbedarf beträgt zusammen 101 Millionen, nächst einen Judenzensus vornehmen. Von 120 000 an der Winderüberschuß und Mehrbedarf 32 Millionen Mark; die Paris, 25. Mai. 26 Munizipalräthe beriefen heute Abend fässigen Juden sollen diejenigen, welche in andere Städte Hinanzverwaltung wird mit einem wirklichen Ueberschuß von ihre Kollegen zu einer Vollversammlung des Munisipalraths für gehören, ausgewiesen werden. Eine Frist von sechs Monaten 18 Millionen Mark abschließen, ohne daß eine erhebliche Schulden- morgen ein, um die Frage des Streits der Omnibusbediensteten soll nur denjenigen gelassen werden, welche Immobilien be- tilgung erfolgt ist. Das wird zu Bedenken Anlaß geben, keine zu untersuchen. figen. Da in genannten Städten eine große Zahl von Juden unnöthigen Ausgaben zu machen und keine sicheren Einnahmen ein Schreiben an den Seinepräfeften gerichtet, in welchem Die possibilistischen Mitglieder des Munizipalraths haben wohnt, so scheint die russische Regierung thatsächlich die Auszu beseitigen.( Beifall.) wanderung derfelben erzwingen zu wollen. Meldungen aus Abg. Richter: Die Eisenbahverwaltung ist allein an den sie ihn auffordern, unverzüglich von dem Betriebsmaterial und Chicago zufolge protestiren die dortigen Wohlthätigkeitsvereine schlechten Abschlüssen schuld. Die Ausgaben für die Kohlen haben den Räumlichkeiten der Omnibusgesellschaft Besitz zu ergreifen. für Juden gegen die Einwanderung russischer Juden. Die bei den Einnahmen infolge der Verstaatlichung einen solchen Um- Verschiedene Blätter eröffnen Subskriptionen zu Gunsten der Geldbeihilfe des Barons Hirsch lehnen sie ab, da dadurch ein fang angenommen, daß die etwaigen Mehreinnahmen bei den Zwang ausgesprochen werde, jedem ankommenden bedürftigen fiskalischen Bergwerken nicht mehr zur Deckung ausreichten. Paris, 26. Mai. Die Omnibusgesellschaft ließ auch heute Juden zu helfen. Der Protest dieser Vereine wird fämmtlichen Außerdem hat das Schienenkartell die Ausgaben vermehrt; früh feine Anzahl Wagen ausfahren; die Mehrzahl derselben Judenhilfsvereinen Europas zugesandt werden mit dem Be- während an das Ausland billiger verkauft wurde, mußten die wurde jedoch gleich bei der Ausfahrt von den Streifenden anmerken, daß Chicago bereits überreich an Juden sei. Staatsbahnen höhere Preise zahlen. Der Minister sollte den gehalten und mußte nach den Depots zurückkehren, deren Zugänge Der Bürgerkrieg in Chile, der tüchtigsten der Forderungen dieser Schienen- und Kohlen- Interessenten nicht durch mehrere Polizisten bewacht werden. Von den wenigen Wagen, nachgeben und sie nicht unterstüßen durch die Ausschließung aus denen die Ausfahrt gelang, wurden zwei in der Rue Faubourg spanisch- amerikanischen Republiken, scheint sich zum Ende zu ländischer Kohlen mittelst der Ausnahmetarife. du Temple von ben Streifenden gestürmt und die Pferde abgeneigen. Die Regierung der Vereinigten Staaten Finanzminister Miquel: Die Mehrausgaben beschränken sich schirrt, während die Kutscher von den Anwohnern aus den hat mit den Rebellen", der sogenannten Kongreßpartei", nicht allein auf die sächlichen Ausgaben, obgleich der lange Fenstern mit Wasser beschüttet und mit verschiedenen Gegenwelche mit dem Präsidenten Balmaceda im Kampfe ist, Winter und die Hochfluthen mehrfache Ausgaben nothwendig ge- ständen beworfen wurden. Als die Polizei- Agenten einschreiten wollten, entstand ein Auflauf, bei dem ein Polizist rücklings anabs macht haben. einen Vertrag bezüglich der Kreuzerschiffe Abg. Graf Kanit: Mit dem Abg. Nichter stimme ich bezüglich gegriffen wurde. Die Wagen kehrten schließlich nach dem Depot geschlossen, und das ist der Vorläufer förmlicher AnDie Vereinigte Staaten Regierung würde der Kohlenringe überein; ich habe im vorigen Jahre seinen Antrag zurück. Zu ähnlichen Auftritten fam es an anderen Stellen ber erkennung. nimmermehr so gehandelt haben, menn sie nicht sicher wäre, wegen Beseitigung der Ausnahmetarife für die Kohlenausfuhr Stadt. Auch heute sind mehrere Verhaftungen vorgenommen bekämpft, ich betrachte ihn jetzt mit weniger ungünstigen Augen, worden. daß es mit Balmaceda Matthäi am Letzten ist. Die denn die Verhältnisse auf dem Kohlenmarkt haben sich erheblich Paris, 26. Mai. Vor dem Depot der Omnibusgesellschaft Kongreßpartei( Rongreß= Parlament) vertritt auch in der verschoben. Die Koblenverkaufs- Vereine haben sich auf dem Boulevard Bourdon tam es zu einem heftigeren ZuThat die ungeheure Mehrheit der Bevölkerung, während vermehrt, und die Kohlenpreise sind so getrieben, daß fie fammenstoß zwischen der Polizei und den Streifenden. Die Letzteren griffen die die ausfahrenden Wagen Balmaceda nur die größere Hälfte der Armee und die zu den Produktionskosten und den 28hnen nicht im Wer etwa 500 Mannfleinere der Flotte für sich hat. hältniß stehen. Diesem Treiben muß die Regierung ent- estortirenden Polizeimannschaften an und schnitten die Zuggegentreten, nachdem der Minister selbst die Kohlenindustrie durch riemen durch. Ein Wagen, den Polizei- Agenten bestiegen hatten, wurde erstürmt. Es tam zu einem Handgemenge mit den PolizeiAusnahmetarife begünstigt und verwöhnt hat. beamten, deren Zahl sich als zu schwach erwies. Der Kutscher und der Kondukteur wurden von der Menge ergriffen und blutig geschlagen. Der Wagen wurde nach dem Depot zurückgebracht. Mehrere Tumultuanten sind verhaftet. V い Der Fremdenhaß führt in China zu zahlreichen Ausschreitungen. Depeschen melden hierüber: Abg. Rickert spricht seine Freude über die Bekehrung des Grafen Ranih aus. Laut Meldungen aus Shanghai dehnt sich die Bolts bewegung gegen die Ausländer schnell aus. Auch auf die Abg. v. Eynern( natl.): Der Rampf der Extreme, der Junker Häuser der christlichen Mission in Nanking sei ein Angriff ge- und der Demokraten( Heiterkeit), gegen die Kohlenringe ist macht worden. Der Pöbel zerstörte dieselben, wobei die Be interessant; die genaue Grörterung dürfte aber zu weit führen. wohner mit genauer Noth entfamen. Man fürchtet für die Graf Stanis scheint nicht zu wissen, daß die Kohlen einen Markt Sicherheit der fremden Kaufleute in den Vertragshäfen. Die werth haben und daß die Saarbrücker fistalische Kohle immer Zumulte am Yangßetiang schreibt man den Intriguen ge- noch theuerer ist, als die westfälische. Graf Kanis scheint nur heimer Genossenschaften zu, die sehr zahlreich in China ver- den Marktwerth für Getreide zu fennen, und wenn ihm dieser treten find, nicht paßt, dann verlangt er Schutzölle. Wenn die Herren gegen die Kohlenringe ankämpfen, dann müssen sie sich zuerst gegen den staatlichen Bertauf auf den Saarbrücker Werken wenden; das sei der größte Kohlenring. Streifenden. Paris, 26. Mai. Gestern wurden etwa 60 ausständige Angestellte der Omnibusgesellschaft verhaftet und trotz des Einschreitens sozialistischer Stadträthe nicht wieder freigelassen. Gestern Abend war hier die Ansicht verbreitet, der Polizeipräfekt werde heute die Omnibuswagen durch berittene Munizipalgarde eskortiren lassen. Die Stadt hat durch den Streit ein ungewohnt stilles Aussehen; die Einnahmen der Theater sind auf die Hälfte gesunken. Von 925 Wagen waren 300 am Morgen ausgefahren. Der Verwaltungsrath beschloß, das Bureau des Munisipalraths zu ersuchen, die Vermittlerrolle zwischen der Gesellschaft und den Streifenden zu übernehmen. Nach weiteren Meldungen des Reuter'schen Bureaus" aus Shanghai über die Vorgänge in Nanking hätten die europäischen Frauen und Kinder die Stadt verlassen; die von der Methodisten- Mission geleitete Mädchenschule sei in Brand ge- Abg. Richter: Ich will nur dagegen ankämpfen, daß die steckt und geplündert worden, auch andere Missionen feien von Ringe durch staatliche Einrichtungen z. B. durch die Ermäßigung Paris, 26. Mai. Der heutige Ministerrath beschäftigte sich der Bevölkerung angegriffen worden, doch sei es schließlich ge- der Ausfuhrtarije, künstlich unterstützt werden und durch die Einlungen, die Bevölkerung zu zerstreuen. Das englische Kriegsführung außerordentlicher Strafbeiträge für die Bergbauhilfskaffe auch mit der Frage, welche Maßregeln zu treffen wären, falls bei Verlängerung des Streits die Omnibus- Rompagnie ihre Konschiff Porpoise" sei nach Nanting abgegangen; chinesische für vermehrte Kohlenproduktion. Abg. Graf Kanin( f.): Die hohen Kohlenpreise werden die zession verlieren sollte. Heute früh wurden 80 Verhaftungen Truppen feien ebenfalls dahin gesandt worden. fozialdemokratische Bewegung nicht mindern, sondern eher ver- vorgenommen. London, 26. Mai. Die Delegirten der Minenarbeiter aus stärken. Abg. Dr. Hammacher( natl.): Gegen die Bildung von Stirlingshire, Ayrshire, Midlothian und Eslothian konserirten Ringen haben Rickert und Richter einen prinzipiellen 28ider- gestern in Glasgow behuss Förderung der Geldfammlungen für spruch nicht erhoben, aber Graf Kanit will die Bildung solcher die streikenden belgischen Bergarbeiter. Der schottische MinenRinge den Industriellen nicht gestatten, sondern nur den Land- arbeiterverein veranstaltet eine Untersuchung barüber, wieviel wirthen, die bevorzugte Menschen zu sein scheinen. Steinkohlen Schottland in diejenigen Länder exportirt, in denen Abg. v. Eynern( natt.): Die Debatte und namentlich die es mit Belgien fonkurrirt. Zweck der Untersuchung ist die Rede des Grafen Kanis wird doch die Wirkung haben, über die Einschränkung des schottischen Kohlenexports in diese AbsatzKohlenringe Aufklärung zu schaffen. gebiete. Ein großes Ergebniß des Weltpost Kongresses ist schon zu verzeichnen. In der gestrigon Sigung gaben nämLich die Delegirten der australischen Rolonie n die Erklärung ab, daß der gesammte Welttheil Auftralien dem Weltpost Verein beitrete. Ein Telegramm aus Wien meldet hierüber: M Sprechsaal. zu Briz geklebt waren. Ferner handelt es sich nicht um das BeNachdem in der heutigen Sigung des Weltpost- Rongresses die australischen Delegirten die Erklärung des Beitritts Australiens zum= Weltpost Vereine abgegeben abgegeben hatten, Finanzminister Miquel: Db die Abschlüsse im„ Staats- London, 26. Mai. 5000 Arbeitern der bekannten Eisendrückte der Vorsitzende Sektionschef Obentraut seine Freude über Anzeiger" veröffentlicht werden können, wird das Staatsministe- werte Boldow und Vaughan in Middlesborough wurde wegen diesen großen Erfolg der diesjährigen Tagung des Kongresses rium in Erwägung ziehen. Leicht verständlich werden sie aller- der herrschenden Geschäftsstille und der niedrigen Eisenpreise ans und dankte, außer den australischen Delegirten, auch dem Staatssekretär Dr. v. Stephan, sowie der britischen Regierung Dings dem Publikun nicht sein, allein sie werden vielleicht unter Einhaltung einer vierzehntägigen Frist gekündigt. bei Sachkennern falsche Auffassungen unserer Finanzlage be- London, 26. Mai. Eine Kommission von sechs Schneiderund deren Delegirten Blackword für ihre Bemühungen zur Er ſeitigen. meistern wird mit sechs Schneidergesellen konferiren bezüglich eines reichung dieses großen Zieles. Die Delegirten Nordamerikas, Abg. Schmieding( natl.): Durch die Verstaatlichung der Ausgleichs. Man glaubt, daß es zu einer Ginigung kommen Italiens, Egyptens, Indiens und Brasiliens begrüßten im Namen aller Welttheile Australien als jüngstes Mitglied des Eisenbahnen ist die Stonkurrenz der Privatbahnen beseitigt; wie wird, da die Meister entgegenkommend auftreten. tommt Herr Richter dazu, die monopolistischen Staatsbahnen Weltpost- Vereins, worauf die australischen Delegirten ihre Ge- zum Kampfe gegen die Ringe aufzurufen? Man sollte einer nugthuung darüber aussprachen, mit den übrigen Welttheilen vorübergehenden Theuerung wegen nicht die Ausnahmetarise abnunmehr in engere Verbindung gebracht zu sein. schaffen, d. h. die jezigen Tarife erhöhen. Zu dem Bericht über die Versammlung vom 19. Mai des Abg. Richter( dir.): Die Verstaatlichung der Eisenbahnen ist Vereins der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter für Rixdorf namentlich von den Freunden des Vorredners betrieben worden, und Umgegend( Sonnabendnummer d. 31.) haben Unterzeichnete nachdem sie vollzogen ist, können wir es nicht dulden, daß diese Folgendes zu bemerken: Es ist gleichgiltig, ob die Versammlung Einrichtung den Sonderinteressen auf Kosten der Konsumenten eine öffentliche war, deren Bettel auf die der Volksversammlung dienstbar gemacht wird. Abg. Graf Kanin: Die Getreidepreise haben allerdings einen fleben von zwei, sondern darum, daß fast sämmtliche Bettel so hohen Stand erreicht, daß die Landwirthschaft ihn bedauert, vollständig überklebt worden waren, mindestens jedoch 12 bis 15. aber wenn ein Getreidering besteht, so haben an dem Profit des: Wie man bei dieser Sachlage noch von„ Versehen" sprechen kann. selben die Landwirthe keinen Antheil. ist geradezu verblüffend. Die Aussage der Kellner erklärt sich Damit schließt die Generaldebatte. In der Spezialdebatte damit, daß nachher von unserer Seite, allerdings für den werden die meisten Spezialetats ohne erhebliche Debatte genehmigt. 3wed zu spät, die fiberklebten Bettel theils frei gelegt, theils erEine Distuffion fnüpft sich nur an folgende Etats. setzt wurden. Wenn aber angeblich junge Leute" dergleichen Bei den indirekten Steuern erklärt auf eine Anfrage Unfug verübt haben, so sollte man eben zu dergleichen Arbeiten des Abg. Rickert der Finanzminister Miquel, daß die Grenz- Leute verwenden, die sich der Tragweite ihrer Handlungen gegenbeamten des Zollamtes Mittelwalde, welche auf Personen, die über den Interessen der Partei und des ganz gewöhnlichsten Mehl und Getreide einschmuggelten, geschossen haben, keine Anstandsgefühls bewußt find. Uebrigens bestätigte uns die BeDem Bundesrath ist von dem Reichskanzler ein Entwurf Ueberschreitung der Befugnisse sich haben zu Schulden kommen fizerin des Versammlungslokals, Frau Rudolph, baß die Britzer von Borschriften über die Prüfung der Maschi lassen; ein Schreckschuß nach mehrmaliger Aufforderung sei er Genoffen im weiteren Umfange feine Kenntniß vom Abhalten nisten auf Gee Dampfschiffen der deutschen folglos gewefen. Daß Schmuggel vorliege, beweise der Umstand, der Volksversammlung hatten und dies doch wohl obiger Handelsflotte mit dem Antrage vorgelegt worden, zugleich baß bei den drei verwundeten Personen 102 Kilogramm Mehl Sandlungsweise mit„ unterzuschieben" sei. Herr Steinmar möge Darüber zu beschließen, daß der Reichskanzler ermächtigt werde, und Getreide vorgefunden seien. Ueber das Ergebniß der ge- bet kommenden Gelegenheiten fich erst die nöthige Information im Einverständniß mit der Landesregierung von den durch den richtlichen Untersuchung werde eventuell durch den Staats- verschaffen, bevor er von Unterschiebungen" in feinem Sinne spricht. Bosse, Vertrauensmann für Brit. Bundesrath erlaffenen Vorschriften über die Prüfung der See- Anzeiger" Mittheilung gemacht werden. Die meisten Etats werden erledigt; um 3% Uhr wird die Schiffer, Seefteuerleute und Seedampfschiffs Maschinisten für Das Bureau der verflossenen Voltsverfammiang zu Britz: Befchorner, Meinz. Kleist. Schall. Einzelfälle Ausnahmen zuzulassen. Bertagung beschlossen. In Afrika ist's wieder einmal zu einer KulturOrgie gekommen. Nur, daß diesmal die Flinten und Säbel der europäischen Zivilisatoren nicht an den wilden Eingebornen" probirt wurden, sondern zur Abwechselung an Europäern. Es waren Portugiesen und Engländer, welche sich am Kopf hatten. Die Afrikaner würden sicher lich froh sein, wenn ihre Zivilisatoren sich mit ihren Kultur- Orgien stets en famille( in der Familie) hielten, und die Zivilisationsarbeit unter sich betrieben. Die Zivilifation würde dabei nichts verlieren. Parlamentarisches. Theater. Mittwoch, den 27. Mai. Opernhaus. Der Barbier von Sevilla. Schauspielhaus. Das Käthchen von Heilbronn. Leffing- Theater. Derby. Bertiner Theater. Ein Freund der Frauen. Deutsches Theater. Der Weg zum Herzen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Nanon. Wallner Theater. Der verlorene Sohn. Residenz- Theater. Dr. Jojo. Bellealliance- Theater. Tricoche und Cacolet. Thomas- Theater. Der Millionenbauer. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Ostend- Theater. Heinrich Heine. Vorher: Eine vollkommene Frau. Saison- Theater. Vorstellung. Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenWorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter's Variété. 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Zwanzig Jahre sind seit jenen denkwürdigen Pariser Tagen verflossen, die Erinnerung an sie ist lebendig geblieben bei allen Denen, die jene Zeit mit durchlebt haben. Der inzwischen herangewachsenen Generation sei das Buch dringend zur Anschaffung empfohlen; es ist für sie von Bedeutung, zu erfahren, wie diese große Bewegung entstanden ist, welche Elemente sie gebildet, welche Leidenschaften bei ihr mitgespielt, welche Rolle die doktrinären Republikaner und die Bourgeois gespielt, mit wie viel oder wie wenig Fähigkeit die Aufständischen die öffentliche Gewalt gehandhabt, welchen Muth sie im Kampf und welche Grausamkeit die Sieger gezeigt haben. Möge das Buch, das bei seinem ersten Erscheinen, 1878, der Gegenstand der Besprechungen fo vieler Vertreter des deutschen Sozialismus war, der neuen Generation zeigen, für welch große Sache Paris sich erhoben und bis zum Tod gelitten hat. Der Kaufmann und die Sozialdemokratie. Von Albert Auerbach. 3 Bogen gr. 8. Preis broschirt 50 Pfennig. W Inhalts- Uebersicht: 1. Die Lage des selbständigen Kleinkaufmanns. 2. Die Lage der kaufmännischen Arbeiter: a) Gehilfen, b) Gehilfinnen, c) Lehrlinge. 3. Die Forderungen an die Gesetzgebung im Intereffe der taufmännischen Angestellten. 4. Der Kaufmannsstand und die Parteien. Die mit großer Sachkenntniß geschriebene Broschüre füllt eine oft bemerkte Lücke der sozialistischen Literatur aus und dürfte geeignet sein, in kaufmännischen Kreisen für den Sozialismus Propaganda zu machen. Wir empfehlen deshalb den Parteigenossen, sich die Verbreitung der Broschüre angelegen sein zu lassen. In Sachen Brentano contra contra Marx wegen angeblicher Geschichtsfälschung. Geschichtserzählung und Dokumente. Von Friedrich Engels. 4/ Bog. gr. 8. Preis eleg. brosdy. 1 Mk. Brentano versucht es seit zwei Dezennien, anonym und nichtanonym, das Ansehen von Mary dadurch zu schädigen, daß er ihn eines falschen Zitats beschuldigt. Engels weist an der Hand der Dokumente das Grundlose der Brentano'schen Verdächtigungen nach und giebt im Uebrigen ein in furzen Zügen entworfenes Bild der englischen Zustände im Anfang der sechsziger Jahre, das, an und für sich Lehrreich, eine wichtige Stüße für die so sehr angefochtene Auffassung von Mary wird, wie sie in der Inauguraladresse der Internat. Arbeiter- Assoziation von 1864 zur Geltung fommt. Hochflut. Sozialistische Zeitgedichte. 6. Auflage. 80. Preis 20 Pf. Raketen und Leugttageln. Truznachtigall. Geschleudert in der Nacht des Sozialistengefehes von S. Kokosky. Preis broschirt 20 Pf. Bon Karl Henckell. Preis elegant broschirt 1,50 m., elegant gebunden 2 M. Die vorstehenden poetischen Erscheinungen unserer Literatur werden bei den Parteigenossen die beifälligste Aufnahme finden. Sie spiegeln, was besonders bei Hochflut" und" Raketen" der Fall ist, getreu unsere Zeit wieder, und namentlich letzteres dürfte wegen seines satyrischen Inhalts ansprechen Das in Karl Henckell's Tragnachtigall" enthaltene Maifestspiel Glühende Gipfel" wird bei der nächstjährigen Maifeier erfprießliche Dienste leisten. Allen Bekannten hiermit Wiederverkäufern gewähren wir Rabatt. Spez.: Vereine u. Gewerkschaftsgruppen. Auch zu Gruppenaufnahmen bei Landpartien halte mich bestens empfohlen. richt, daß unser Mitglied, der Bigarren- Th. Keller's Tüll- Gardinen 515L richt, daß unser Mitglied, der BigarrenAdolf Wolff Fenster 2, 3, 4, 6 Mt., Stores 1 Mt. Hille, Bimmerstraße 86, Hof part. Teppiche Hasenhaide Th. Keller's Hofjäger Bergmannstr. Eeke. Hente, Mittwoch, den 27. Mai 1891: 3weites großes 5. Wei fententiafafen it. Die Kinder- Fest mit Gratis- Verloosung. am Mai Beerdigung Donnerstag Nachm. Bonbonregen, Hahnenschlag, Sadhüpfen 2c. mit unbedeutenden Farbenfehlern in Tapeftat. 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Mai, Nachmittags 4 Uhr, von der Charitee 786L aus nach dem Charitee- Kirchhofe statt. Der Vorstand. Danksagung. Neue Welt, Bergschloss- Brauerei Hasenhaide. Heute, Mittwoch: Hauptgewinn 1031 b Kinder- Fest mit Gratis- Berloosung. Ein Lebendes Schaaf. Nachm. ab: Konzert. Spezialitäten. Von 4 Uhr Bonbonregen. Stangenklettern. Wettrennen. Puppentheater. Ball. Fackelzug. Allen Freunden und Bekannten, be- Entree 15 Pig. Kinder, Geschenk und ein Freiloos erhalten, die am Eingang eine Müße, ein 10 fg. fonders den Herren Kollegen meines verstorbenen Sohnes, des Zinkgießers Max Röthe, sage für die überaus Rixdorf, Hermann- Straße Nr. 150 zahlreiche Betheiligung und die schönen Kranzspenden b. d. Beerdigung desselben von Meyer und im Namen der Hinterbliebenen meinen Brockhaus Lexikon odhaus( 942b aufrichtigsten Dant. 1029b C. Röthe. und Bibliotheken fauft Bücher A. Hannemann, Rochſtr. 56. 1. I. Unserem Kollegen und Gen., dem unverz. Konsumbruder Emil Schulze, Mein eleg. einger. 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Täglich: Große Chantant- und Spezialitäten- Vorstellung. Montag und Mittwoch: Ball bei gänzlich freiem Entree. Stutz' Photographie- Atelier 957b Berlin, Landsbergerstr. 82, nahe Alexanderplat. Hamburg.[ 501L M. G. F. A. W. P. FF. Spezialität: 1 werklids. Babinetvild zuſammen. 4,50. P. St. M. W. F. B. 787L Gin 1/2 Meter gr. Bild von 10 M. an. Aehnlichkeit, Haltbarkeit w. garantirt. Kinderwagen, gebr., Feuerungswagen, Zither- Unterr. u.-Lager Dresdenerſtr. 98. Stinderbettstellen. Stottbuserstraße 18. G. Superczynski, fünftliche Zähne, Invalidenstr. 105, II. Verantwortlicher Redakteur: N. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. fie Ko dr de N de stä m 90 Le es B fl m de V g er L he tu et iE 11 2999 be fr fo f 2 S 1 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 120. Die Pariser Blutwoche. 21.- 28. Mai 1871. Mittwoch, den 27. Mai 1891. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Breslau, 25. Mai. Mitte Juni unternimmt der ReichstagsAbgeordnete Theodor Schwarz eine Agitationsreise durch Schlesien und die Lausitz. * 8. Jahrg. man aus Sägespähnen Häuser bauen. Wenn der Amerikaner dazu Papier verwendet, ein Ingenieur aus Pottschapel bei Dresden setzt eben in deutschen Blättern auseinander, daß Ziegelsteine aus Sägespähnen nach seinem Patent ein vortreffliches BauGleich bei der Geburt von mächtigen Feinden umringt, die material ergeben. Nicht minder interessant ist eine Bekanntmachung fie zu erwürgen suchten, hatte die Kommune einen ununterbrochenen der Garnison- Verwaltung, nach welcher das gebrauchte Stroh aus Kampf um ihre Gristenz zu führen. Mit der Rechten das an5000 Bettsäcken von Soldaten meistbietend verkauft werden soll. dringende Heer abwehrend, blieb ihr nur die Linke zur Ordnung Man belehrt uns, daß auch dieser Verkauf noch eine Einnahme der inneren Angelegenheiten. Unter dem Druck der eisernen Breslau. Bei dem Reichstags- Abgeordneten Redakteur von mindestens 1000 M. bedeutet und daß das Stroh in der Nothwendigkeit, gehörte sie in erster Linie der Praxis, nicht Runert hat, wie wir der„ Voss. 3tg." entnehmen, am Freitag Pappfabrikation seine Verwendung findet. Und doch giebt es der Theorie; und es zeugt von absoluter Verkennung der Um eine erfolglose Haussuchung nach dem Manuffript eines Artikels eine Ausnahme von der Regel. Es giebt doch Dinge, welche zu stände, wenn man der Kommune daraus einen Vorwurf machen der Volkswacht" stattgefunden. Redakteur Kunert forderte die nichts bestimmt sind, als in Rauch aufzugehen. Soeben erst wieder will. Il fallait vivre. Gie mußte leben! Und um jeden Beamten auf, seine Wohnung zu verlassen, und will, da das sind für nahezu fünf Millionen amortifirte Stadtobligationen in Moment ihres Lebens kämpfen, sich ihn erkämpfen. Wurde das keinen Erfolg hatte, diefelbeu wegen Hausfriedensbruches be- feuriger Effe verbrannt worden. In Zeiten, wie den heutigen, Leben endgiltig dem blutdürftigen Feind abgerungen, dann war langen. erwedt der Gedanke der Vernichtung ehemaliger Werthe übrigens es an der Zeit, den Sozialismus im Großen zu verwirklichen. nicht so großes Bedauern wie ehemals. Man ist daran gewöhnt, bald wieder gelten, was der Koupletdichter vor langen Jahren daß kein Berlaß auf die besten Werthpapiere ist, von ihnen wird sang, als die Kurse mehr und mehr zurück gingen. Da war ein Papier, das war gefallen und gefallen, und da wollt es weiter runter und da konnt' es nicht". Und doch fallen auch die ver brannten Obligationen aus dem Rahmen der Behauptung, daß nichts umfommt. Denn auch fie helfen Dampf erzeugen, der Dampf schafft neue Werthe und diese neuen Werthe geben auf dem Wege der Gründung wieder Anstoß zur Verausgabung neuer Obligationen. Das Jdeal einer Fabrik nach diesen Gesichtspunkten wäre ein Unternehmen zur Herstellung von Ziegelsteinen aus Sägespähnen und Dachpappe aus Soldatenstroh, dessen Maschinen mit Stadtobligationen gefeuert werden. * Bis dahin mußte man sich mit Gelegenheitsmaßregeln und Pro- Artiferieiverfſtätte zu Köln- Deus entließ eine Anzahl Arbeiter, Köln, 26. Mai. Die Kölnische Voltsztg." meldet: Die flamirung der Prinzipien begnügen. Während der zwei Monate ihres Bestehens half die Kom- weil sie sich am 3. Mai an dem Umzug der Sozialdemokraten mune dem im Paris als Nachwirkung der Belagerung herrschen- betheiligten. den außerordentlichen Glende wirksam ab; regelte das Verhältniß der Arbeiter zu den Arbeitgebern und bahnte die genossenschaftliche Produktion an, organisirte die Voltserziehung, entzog der Kirche jeglichen Einfluß auf die Schule und stellte die Lehrer ökonomisch unabhängig; sorgte für die öffentliche Sicher heit; reinigte das Seinebabylon vom dem Schmutz der Prosti tution, indem man den weniger Verderbten unter den Prostituirten eine ehrliche Existenz ermöglichte, die übrigen nach Versailles zu ihren gesellschaftsretterischen Patronen schickte; führte die allgemeine Boltsbewaffnung, mit Ausschluß eines stehenden Heeres, ein, schaffte die Todesstrafe ab. Baris wurde billiger und besser verwaltet, als je zuvor; nie waren Personen und Eigenthum so wenig gefährdet die Männer des Proletariats, welche die Leitung der Geschäfte übernommen hatten, bezogen den Lohn von Arbeitern und ließen die Schäße der Bank und der Münze unberührt. Riesa. Die Berufung des Redakteurs A. Diehl vom Boltsfreund" gegen das Urtheil des Amtsgerichts Riesa in der Privattlage des Fabrikdirektors Jahn der Ofenfabrik und Kunstziegelei in Kölln a. E. wegen Beleidigung durch die Presse wurde vom Landgerichte in Dresden am Sonnabend verworfen. In der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht war in dieser Sache nachgewiesen worden, daß Herr Direktor Jahn seinen Arbeitern in doppelter Beziehung sein ihnen gegebenes Wort gebrochen, daß er stets eine größere Anzahl von Lehrlingen als von Gesellen gehalten und daß er einen Lehrling mißhandelt und ihn zugleich mit den Schimpfnamen Stromer und Bagabund" belegt hatte. Diehl aber war mit 80 M. Geldstrafe belegt worden, weil er die erste Thatsache eine Ueberlistung", die zweite eine Lehrlingszüchterei" genannt und anschließend an die dritte Thatsache gefragt hatte: Wer verdient nun eher den Namen eines Bagabunden, der Lehrling oder der Direktor?" ** ** Hier möchten wir aber noch einige Beispiele hinzufügen über die nochmalige Verwerthung anderwärts gebrauchter resp. abge= nützter Werthgegenstände. Da erinnern wir zunächst an die Kleidungsgegenstände der besitzenden Klaffen. Nachdem sie für diese nicht mehr gut genug geworden sind, müssen die ärmeren Voltsschichten erst vorlieb nehmen mit den Lumpen der Reichen, in den Trödelbuden auf dem Mühlendamm 2c. werden diese abge= Und dabei unablässigen, ruhelofen Krieg mit den Söldnern tragenen Sachen, in denen nur zu leicht ansteckende Krankheiten der Ordnungsparteien. Umsonst wurden von bürgerlich- demostecken können, dem Arbeiter zum Verkauf gestellt. Und da der fratischer Seite mehrere Ginigungsversuche gemacht Paris Chemnitz, 25. Mai. Der erste Mai erhält noch ein Nach- Arbeiter zu häufig nicht genügenden Arbeitsverdienst hat, um sich fonnte nicht die Republit, nicht sein Programm opfern; und die spiel in Chemnitz. Mehrere Genossen, die in Versammlungen neue Kleidung, Wäsche u. s. w. kaufen zu können, und da Vertreter der alten Gesellschaft konnten nicht dulden, daß der dafür eingetreten sind, daß die Maimarken unter den hiesigen einmal nicht in kamerunischem Kostum herumlaufen kann, so muß Sozialismus seine Lebensfähigkeit bethätigte; das Beispiel wäre Arbeitern Verbreitung fänden, haben am Sonnabend Straf- er schon nothgedrungen zugreifen nach dem, was ihm die von der ihr tödtlich geworden, um so tödtlicher durch die Mäßigung des mandate von 30 und 40 M. zugestellt erhalten. Soviel bekannt, Natur mit Glücksgütern reichlicher Gesegneten übrig laffen. Ein Parifer Proletariats, welches die Sache der Humanität durch wollen sämmtliche davon Betroffenen die Sache zur gerichtlichen noch weit dunklerer Punkt in den heutigen Verhältnissen ist die fein Verbrechen an der Humanität besudeln wollte das un Entscheidung bringen. " Verwerthung" sogenannter Fleischabfälle, Fleisch- und WurstUeberreste nicht etwa zu Hundefutter verzeihlichste Verbrechen in den Augen der Bourgeoisie. Eine nein zur menschlichen Kommune, die geraubt, gemordet, blödsinnige Orgien des Geistes Heppenheim, 22. Mai. Die hessischen Kriegervereine im Nahrung. Auch ein eminenter Kulturfortschritt! Und leider sind und des Körpers inszenirt hätte, sie wäre der Bourgeoisie ein Dienste gegen die Sozialdemokratie. Einem hiesigen Partei- zu diesem Aushilfsmittel gegen den Hunger ebenfalls nur zu viele wahrer Godsend, ein Geschenk des Himmels gewesen, sie wäre genoffen ging folgendes Schreiben zu:„ Indem Sie schon längere gezwungen. In gleicher Linie damit marfchirt ja auch die Nutzvon ihr gehegt und gepflegt, mit Millionen und Milliarden be- Beit beobachtet wurden, daß Sie Mitglied der Sozialdemokratie barmachung" des sinnigen Fleisches zu Delikatessen für die ärmere zahlt worden, denn sie hätte die Sozialdemokratie sind, welches Sie sogar in den letzten Tagen öffentlich bezeugt Bevölkerung. to btgeschlagen. Doch diese Pariser Proletarier, welche die haben, so können Sie, wie es ihnen selbstverständlich bekannt sein Alles Gesichtspunkte, welche die bürgerliche Presse wohl. Bant nicht bestahlen, die Münze nicht ausplünderten, die wird, unmöglich Mitglied des Kriegervereins fein, denn Sie weislich außer Betracht gelassen hat! Weiber nicht für Gemeingut erklärten, sondern umgekehrt einen tönnen unmöglich den Statuten unseres Vereins treu sein und Ein Raub der Flammen wurde gestern der große Pferdefast donquixotisch- idealen Tugendfrieg gegen die Prostitution bleiben, wenn Sie allen den Satzungen der Sozialdemokratie stall der 5. Echwadron der Ulanenkaserne in Moabit. Gegen führten, sie paßten nicht in die beste Welt der Bourgeoisie, sie huldigen. Der Vorstand des Kriegervereins beschloß deshalb unter 1/211 Uhr erhoben sich immer mächtiger werdende Rauchwollen, mußten um jeden Preis aus ihr herausgeschafft werden. dem 10. d. M., daß Sie nach§ 5 unserer Statuten aus dem und als das Feuer einmal Luft bekommen hatte, griff es mit Der eingehegte Löwe mußte müde gehegt und dann getödtet Verein ausgeschlossen find. Achtungsvoll Vettel, Präsident des ungeheuerer Schnelligkeit um sich, da es nur zu reichliche Nahrung werden. Seit dem 8. April tein Tag ohne Scharmütel, Ge- Kriegervereins." So, nun ist das Hessenländchen gerettet! 3. in den großen Futtervorräthen fand. Die Feuerwehr, welche sofechte, Ueberfälle, Bombardement. Freudig thaten die Arbeiterfort auf der Brandstätte erschien, konnte des Feuers selbst mit bataillone" ihre Schuldigkeit. Kein Zweifel, die militärische der thatkräftigsten Unterstützung der Militärmannschaften nicht Leitung war in mancher Beziehung mangelhaft; wenn große gleich Herr werden, so daß um 12 Uhr das mächtige Gebäude Armeen im Nu aus dem Boden geftampft, improvifirt werden ein einziges Flammenmeer bildete. Dem von drei Seiten untermüssen, ist das nicht zu vermeiden! Trotz all dieser Mängel ist Trotz aller polizeilichen Gegenvorkehrungen wurde am nommenen Angriff gelang es erst nach 1 Uhr die weitere Ausdie Bertheidigung von Paris durch die Kommune nach dem Zeug- Sonnabend der Stadtverordnete Vogtherr nach seiner Ent- dehnung zu verhindern. Von den zahlreichen Pferden sollen nur niß kompetenter Militärs eine Leistung, welcher die Kriegsgeschichte laffung aus dem Gefängniß am Plößensee von zahlreichen Ge- wenige und auch nur leicht beschädigt sein. Doch ist von den feine ruhmvollere gegenüber zu stellen hat. Was den Führern sinnungsgenoffen feftlich begrüßt. Die Entlassung hatte um 5 Uhr Futtervorräthen nichts gerettet worden. Ueber die Entstehungsan Geschicklichkeit abging, ersetzten die Soldaten durch ihre Auf- in der Stadtvogtei stattgefunden. Von dort aus tam Vogtherr ursache verlautet bis jetzt noch nichts. opferung. nach dem Moabiter Schützenhause, wo ihn der Vorstand der Die Hasenhaide verliert immer mehr ihren früheren volksSeitens der Kommune beobachtete man im Kampf die gewiffen- Arbeiterbildungsschule, der Vorstand der freireligiösen Gemeinde thümlichen Charakter. In den nächsten Wochen soll nun auf hafteste Menschlichkeit. Die Versailler fuhren fort, wie sie am und eine große Anzahl anderer Gesinnungsgenoffen lebhaft be- dem Plaze E der Grundstein zu einer neuen Garnisonkirche ge3. April begonnen hatten; fie mißhandelten, verstümmelten, tödteten grüßten. Nach dem Abfingen der Marseillaise und des Liedes: legt werden. Durch diesen Kirchenbau werden die letzten noch die Gefangenen und Verwundeten. Ein Sohn des Volkes will ich sein" hielt Genosse Fr. Zubeil vorhandenen Neste der„ fahrenden Künstler der Hafenhaide" eine Ansprache, in welcher er betonte, daß wir in E. Vogtherr immer mehr aus dieser verdrängt. trotz seiner soeben verbüßten Strafe einen tüchtigen Vorfämpfer für die Sache der Sozialdemokratie verehren und schloß dann mit einem dreifachen Hoch, in welches die Versammelten lebhaft einstimmten. Im Moabiter Schüßenhaus sowohl als auch in der Umgegend waren Kriminalbeamte und uniformirte Schuhleute zu Pferde und zu Fuß stark vertreten. Es wurde sogar behauptet, daß 150 Schußlente in der Nähe sich in gedeckter Stellung postirt hätten. " Im Interesse der Selbsterhaltung entschloß fich die Kommune endlich, Geiseln zu nehmen, die für menschliche Behandlung der den Versaillern in die Hände gefallenen Pariser bürgen sollten. Die Versailler, die Humanität ihrer Gegner fennend, kümmerten sich nicht um die Geifeln und mordeten weiter. Darauf hin ward in der Kommune der Antrag gestellt, einige der Geiſeln als Repressalie erschießen zu lassen, damit Thiers sehe, daß die Pariser Ernst machten. Damals erklärte der so schmachvoll verlästerte Raoul Rigault wörtlich:" Ich meine, daß wir auf die Mordthaten der Versailler mit Bestrafung der Schuldigen, nicht aber der ersten Besten antworten müssen; ich gestehe, lieber wollte ich noch Schuldige entrinnen laffen, als einen einzigen Unschuldigen ver urtheilen, wie dies bei der Entscheidung durch das Loos geschehen würde." Dies schlug durch. Keiner der Geiseln wurde ein Haar gekrümmt, und so lange die Kommune be stand, vergoß fie, außer im Rampf, keinen Blutstropfen. Lokales. Die versammelten Genossen brachen um 72 Uhr auf und stimmten auf dem Wege Lieder an, die unberufenen Horchern sicherlich nicht angenehin in den Ohren gellungen haben werden. Mehrere vor der Fennbrücke beschäftigte Arbeiter brachten, als fie des Genossen Vogtherr aufichtig wurden, ein begeistertes dreimaliges Hoch auf denselben aus. Auf der Fennbrücke stimmten mehrere auf der Pferdebahn vorüberfahrende Genossen mit in den Gesang der Vorüberziehenden ein. Auch ein nener Kurs? Der monatliche Anzeiger des christlichen Vereins junger Männer" theilt mit, daß General Graf Waldersee aus dem Beirath dieses Vereins ausgeschieden ist. Ebenso ist an Stelle der Frau Gräfin Waldersee zur Vorsitzenden des Damen- Hilfskomitees eine andere Gräfin gewählt worden. Der Verein für Volksunterhaltungen" geht gewaltig ins 3eug! Derselbe plant für den nächsten Winter eine Reihe von Veranstaltungen der bisherigen Art, ferner eine Anzahl gemeinverständlicher Vorträge aus der Wirthschafts- und Gesundheitslehre, sowie theatralische Vorstellungen. Die erste dieser soll am 30. d. M. im Ostendtheater( Wilhelm Tell, Eintritt 30 Pf.) stattfinden. Da wird wohl die Arbeiter- Bildungsschule" und die" Freie Volksbühne" einpacken müssen? Noch immer nicht ergriffen ist der japanische 23jährige Student Renkitzki Nischimura, welcher, wie wir fürzlich berichteten, einem hiesigen Uhrenhändler unter Vorspiegelung der falschen Thatsache, er sei Sekretär der hiesigen chinesischen Gesandtschaft, 7 goldene Remontoiruhren, sowie 4 goldene Panzerketten im Werthe von 2000 M. abschwindelte und dann in Begleitung eines Mädchens das Weite suchte. Jetzt ist nun festgestellt worden, daß der Flüchtige sich in Gesellschaft der um ein Jahr älteren, seiner Haft das Material zu einer Broschüre Kunert und der in dem Hause Swinemünderstr. 11 wohnhaft gewefenen Anna Magistrat" geistig ausgearbeitet. Das Schristchen selbst soll dem- Kopatz befindet. Diese Person, welche sich förperlicher Reize nächst dem Druck übergeben werden. durchaus nicht rühmen kann, hat es verstanden, den sonst verAn der Lehrterstraße erst theilte sich die Gesellschaft. Genosse Der eingehegte, unablässig gehegte Löwe ermattete. Die Vogtherr schlug in Begleitung einiger Genoffen den Weg nach Armee der Versailler war Dant des Vorschubs, den Fürst Bis- seiner Wohnung ein, während der Rest den Weg nach dem marck ihnen leistete, allmälig auf 120 000 Mann gebracht worden, Lehrter Bahnhof fortsette. das dreifache der vertrag3mäßig festgesetzten Stärke. Wie uns mitgetheilt wird, hätte Genosse Vogtherr während Am 9. Mai unterzeichnete Bismard in Frankfurt den definitiven Friedensvertrag, dessen erster Paragraph lautete: Die Französische Regierung zahlt die erste halbe Milliarde Kriegsentschädigung dreißig Tage nach der Unterwerfung von Paris." Am 20. Mai wurde der Vertrag ratifizirt; als Fürst Bismarck am 22. durch Weimar fuhr, sagte er auf dem dortigen Perron: Wir haben die Bersailler nach Baris hinein gelassen; sie mögen zusehen, ob sie sich darin halten." Durch die Annahme der neuen Gewerbeordnungs- ständigen und durchaus soliden Studenten zu ihrem willenlosen Novelle seitens des Reichstages ist, so jubelt der„ Ev. Kirchl. Werkzeug zu machen. Beide sind vor den Schaufenstern be= Anz.", nunmehr gefeßlich das ergerniß beseitigt, welches in deutender Geschäfte öfters in dem eifrigsten Gespräch bemerkt Berlin durch die Abhaltung der Fortbildungsschulen an den worden, und es scheint daher, als ob diefelben auch noch anderSonntagen während der gottesdienstlichen Zeit gegeben worden weitige Schwindeleien verübt hätten, obgleich der Kriminalpolizei ist. Die Majorität des Reichstages habe gegen den Widerspruch nur ein den Hoflieferanten A. Lünser, Friedrichstr. 89 b, be der Regierung die Bestimmung durchgesetzt, wonach Unterricht in treffender Fall bekannt geworden ist. Personen, welche die Kopay Am 21. waren die Versailler, unterstützt von Verräthern im den Fortbildungsschulen am Sonntage nur soweit zulässig ist, näher kennen, bezweifeln feinen Augenblick, daß diese den verInnern, in Paris eingedrungen wobei die deutsche Armee als die Schüler nicht gehindert werden, den Hauptgottesdienst trauensseligen Nischimura bereits verlassen habe, nachdem sie die ihnen in jeder Weise behilflich gewesen. Das Morden en masse oder einen mit Genehmigung der kirchlichen Behörden für sie ein- erschwindelten Werthfachen in ihren Besitz habe übergehen lassen. Einen neuen Schutzpatron scheinen sich die um Stöcker begann nun. Heldenmüthig vertheidigte sich das Proletariat; gerichteten besonderen Gottesdienst ihrer Konfession zu besuchen." Am Das Hinderniß ist allerdings beseitigt, jedoch besteht kein 3wang suchen zu wollen; unter dem Patronat des„ Nationalacht Tage lang dauerte der furchtbare Todeskampf. 28. Mai, genau 2 Monate nach Proklamirung der Kommune, fiel zum Kirchenbesuch. Ob nun die Kirchen noch voller werden, ist helden" aus Friedrichsruhe allein muß es sich jetzt wohl schlecht segeln lassen." Bei ihrer Wahl sind sie diesmal aber an die undie letzte Fahne des Proletariats auf dem Père Lachaise; noch die Frage! Es kommt nichts in der Welt um. Unter dieser Spitz- rechte Stelle gekommen. Wie wir der Volks- 3tg." entnehmen, zum mindesten die dreifache Zahl Verwundete und Gefangene marke lesen wir in einer Reihe von hiesigen Zeitungen eine Be- ist es fein anderer als Hoffmann von Fallersleben. Man höre 10 000 Stommunefämpfer waren auf der Barrikade gefallen war von den Siegern niedergemezelf worden; dazu viele Weiber sprechung, auf welch' rationelle Weise heute alles nochmals seine und staune! Hoffmann von Fallersleben, dessen Herz stets für Verwerthung findet. Das ist eine alte naturwissenschaftliche Freiheit und Recht geschlagen, als Schutzpatron der schwärzesten und Kinder im Ganzen 50 000 Menschen. Dreißig Tage später zahlte Thiers getreulich an Bismarck die Wahrheit, an die man stets von Neuem erinnert wird. Nicht Reaktion, als Mittel zu den Machenschaften der Stöcker, Lieber10 000 Franken per Kopf. Das allein der Eifer bekundet es, mit dem der Naturforscher" aus mann und Konsorten. Und das Alles um deffentwillen, weil ftipulirten 500 Millionen, dem auf den Hof geworfenen Müll noch seine Schätze heraus- Hoffmann von Fallersleben das Lied:" Deutschland, Deutschland Blutgeld war verdient! zieht, aus dem Müll, der, wenn zu nichts Anderem, doch wieder über Alles", gedichtet hat, welches die Antisemiten sich zu ihrem ( Boltsstaat" vom 31. Mai 1873.) zum Auffüllen niedrig gelegenen Landes und dadurch im Bau- Schlachtgefang gemacht haben. Man dichtet hier wohl zuſammen, grund verwendet wird. Fast jeder Tag bringt neue Beweise. daß Hoffmann Deutschland über alles in der Welt stellt und daß Was gab es Werthloferes als Eägespähne, die, wenn nicht als damit der Hauptfinsterling sich geehrt fühlen könnte, indem er Feuerungsfüllfel in Fabriken, nur in primitiven Räumen, auf den sich jetzt, nachdem er aus seinem Amte fortgejagt, von seinen sogenannten Dielen" den Vorzimmern in fleinen Städten, Mameluken den deutschen" Studenten zum Hauptklown zum Bestreuen des Fußbodens zur Verwendung tamen. Jest will aller Deutschen- pardon, zum Hofprediger aller Deutschen aus" brüllen läßt. Diese KombinationZgabe wäre in der That eine ungemein geschickte, welche entschieden prämiirt werden müßte! Frische Grasbutter erscheint hier, so schreibt man unS von sachverständiger Seite, jetzt täglich in den Markthallen und wird von den Hausfrauen mit Vorliebe gekauft. Dieselbe steht in einem besonders guten Ruf, aber mit Unrecht, da sie in jeder Beziehung, besonders aber an Haltbarkeit hinter der im Herbst gewonnenen, der sogenannten Stoppelbutter, zurückbleibt. Auch der Grasgeschmack derselben ist nichts für Kenner. Es ist ein zwar naheliegender, aber durchaus unrichtiger Gedanke, daß das Aroma der Blätter von den zur Zeit gerade in Blüthe stehenden Pflanzen und Gräsern herrühre. Wäre dies der Fall, dann könnte ja niemals zu einer anderen Jahreszeit und bei Stall- sütterung im Winter wohlschmeckende Butter gewonnen werden. In Wirklichkeit verhält sich die Sache so, daß die Kühe alle stark- riechenden Pflanzen, die für die Nase des Menschen ein ange- nehmes Aroma haben, nicht fressen, dagegen die bitteren Kräuter lieben. Diese bitteren Pflanzen geben der Butter den s ü ß e n Geschmack. Letzterer ist übrigens von sehr vielen anderen Dingen, welche aufzuzählen hier nicht der Raum gestaltet, mehr abhängig. wie gerade vom Futter. In der Praxis nimmt sich manche Sache ganz anders aus wie in der Theorie. Zur Streitfrage„Kassenarzt oder freie Nerztewahtt, habe» sich bisher Aerzte und Kaisenbeamte geäußert und die- jenigen Gesichtspunkte erörtert, die von den beiderseitigen, ein- ander vielfach entgegengesetzten Standpunkten aus in Betracht kommen. Nun geht uns auch von einem Kassenmitgliede eine Meinungsäußerung zu, die wir der Vollständigkeit halber in ihren Hauptzugen hier ebenfalls wiedergeben: Den Unterschied zwischen der Behandlung eines Patienten, welcher von einem Kassenarzt und demjenigen Patienten, der von einem nach freier Wahl genommenen Älrzte behandelt wird, auch wenn das Honorar des letzteren nur S0 Pf. beträgt, kann nur derjenige ermessen, welcher Gelegenheit hatte, diesen Unterschied an sich selber zu erfahren. Der Schreiber des Artikels in Nummer IIS hat das sicher nicht erfahren, kennt auch nicht die Ursache», warum die Behandlung beim freigewählten Arzte eine bedeutend bessere ist, wenn dieselbe auch noch geringer honorirt wird. Der Aerztestand bildet ebenso ein Gewerbe wie jedes andere; auch da richten sich Lohn und Leistung nach Angebot und Nachfrage. Da nun bekanntlich in der Aerztepraxis eine große Ueberfüllung herrscht, so hat dies bewirkt, daß die Herren sich drängen als Kassenarzt angestellt zu werden, obwohl das Ge- halt so gering ist, daß mancher Handarbeiter sich weigern würde, für diesen Lohn zu arbeiten. Die Leistung in ineist der geringen Bezahlung entsprechend; die ideale Vorstellung und Auffassung vom ärztlichen Beruf ist hier oft ganz verschwunden, denn die rauhe Wirklichkeit sagt eben: Wie der Preis. so die W aar e. Wenn der Verfasser des Artikels in Nr. 118 d. Bl. glaubt, die Kranken würden trotz der freien Aerztewahl doch als Patienten zweiter Klasse behandelt werden, so vergißt derselbe die Wirkung der großen Konkurrenz unter den Aerzten. Diese Wirkungen aber wären: erstens, daß einzelne Aerzte ihre wahrhast halsabschneiderischen Honorare nicht mehr fordern könnten; zweitens, daß Tausende von Kranken sich mehr in Be- Handlung geben, und drittens, daß die Kassen um Tausende frei- williger Mitglieder zunehmen. Daß aber den heutigen Kassen- ärzten sowohl wie auch den leidlich gut dastehenden Privat- Aerzten eine solche Nendcrung nicht paßt, glaube ich gern. Es ist das der Beweis dasür, daß auch hier ein krasser Egoismus herrscht, wie er bei den Zunftbrüdern besteht. Diese Herren denken: Wir bestehen, ob Ihr zu Grunde geht, das kümmert unS nicht! Auch ist die Behauptung, daß die Kassen dem Bankerott würden zugetrieben werden, falsch. Die Mehrausgabe würde durch die erhöhte Mitgliederzahl gedeckt »verden. Man sieht das deutlich an den freien Hilfskassen, ivelche längst freie Aerztewahl haben. Warum sollen die staatlichen Kassen nicht dasselbe leisten? Die Kassen aber, welche nicht den einfachsten Anforderungen nachkommen können und sich bankerott erklären, das sind keine Institute für das Volkswohl, sondern nur ein Heminniß der ge- sunden Entwickelung. Die letzten Ausführungen, ob man sich auch von einem Schäfer oder von einem alten Weibe heilen lassen kann, sind Argumente, die in einer solchen wichtigen Angelegen- heit besser nicht gemacht worden wären. Wo solche Unwissenheit unter Arbeitern wirklich noch herrscht, wird sie durch den Aerzte- zwang nicht nur nicht beseitigt, sondern eher gefördert. «Line ganz eigenartige BekehrnngSmethode soll die „Deutsche Evangelische Buch- und Traktat-Gesellschaft" jetzt unternehmen. Wie wir einer hiesigen Zeitung entnehmen, macht dieselbe ihre Rettungs- und Heilsversuche jetzt dadurch, daß sie Traktätlein in— hebräischer Schrift zur Aertheilung bringt. Natürlich kann dies nur auf die Kinder Israels seine Anwendung finden und inüssen die Sendlinge dieser Gesellschaft sich bei ihrer HeilSthätigkeit schon solche Leute aussuchen, denen die Rasse an- zusehen ist. Welches Inhalts die Traktätlein sind, ist leider aus der Nachricht nicht zu ersehen, weder ob die speckverachtenden Söhne Israels von dieser mehrtausendjährigen Angewohnheit abgebracht werden sollen, noch ob es darauf abgesehen ist, sie in den Schooß einer anderen alleinseligmachenden Kirche überzu- führen, oder ob es nicht gar darauf nur ankömmt, die Nach- kommen Sems gleichzeitig mit den Ariern, den Germanen, gegen den gemeinsamen Feind zu feien. Jedes Thierchen hat sein Pläsirchen! Polizeibericht. Am LS. d. M., Morgens, wurde der Ar- beiter Schloßnies vor dem Hause Mühlenstr. Nr. 66 von einem Mörtelwagen überfahren und erlitt bedeutende Quetschungen an beiden Beinen.— In der Wäschefabrik von Grünbaum, Koppen- straße Nr. 21. gerieth Vormittags die verehelichte Bertha Schneider, geb. Petrusch, mit der Hand in das Getriebe einer Wringmaschine und erlitt eine so schwere Quetschung dreier Finger, daß sie nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht ivcrden mußte.— Abends erhielt in der unbenannten Straße 29, nahe dem städtischen Abladeplatze, der Bäcker Earl Haupt von einem un- bekannten Manne ohne jede Veranlassung einen Messerstich in den Kopf, sodaß er im Paul- Gerhardt- Stift verbunden werden mußte.— Zu derselben Zeit wurde ein Mädchen in seiner Wohnung, Georgenkirchstraße Nr. 1a, erhängt vorgefunden.— Am LS. d. M, Abends und in der darauffolgenden Nacht fanden drei kleine Brände statt. GeriÄtks-Ietkttng. Darf ein Polizeibeamter Strafanzeigen vernichten und von der Weiterbeförderung von Straf-An- zeigen A b st a n d nehmen? Diese Frage ist bislang in der zuristischen Praxis auf Grund der Gesetzgebung unbedingt verneint. In neuerer Zeil scheint das anders geworden zu sein. In einer Strafsache wider den früheren Schuhmann Daubitz wegen Beleidigung eines Polizeilieutenants rechtfertigt das Urtheil der zweiten Strafkammer die Vernichtung von Strafanzeigen seitens eines Polizeilieutenants, indem es diese Vernichtung ausdrücklich als berechttgt hin- stellte. Zu dieser Ansicht gelangte das Gericht auf Grund des Tagesbefehls des Polizeipräsideuten von Berlin vom S. De- zember 1S7S, der der Schutzmannschaft nach Ansicht des Gerichts nicht nur sehr löblich vorschreibt,„ihre Tüchtigkeit nicht durch möglichst viele Anzeigen von Kontraventionen zu beweisen, son- dern dadurch, daß sie das Publikum zuvörderst möglichst vor Kontraventionen warnen und von solchen zurückzuhalten suchen," sondern serner der Schützmannschast vorschreibe„nur dann zu Denunziationen zu schreiten, wenn ihre Warnung unbeachtet ge- lassen wird oder sie auf Böswilligkeit stoßen." Wird diese An- ficht vom Reichsgericht als zutreffend erachtet, so würde es inter- essant fein, zu beobachten, ob die dargelegte Ansicht auch dann für zutreffend erachtet wird, wenn einem Polizeibeamten vorge- morsen wird, er habe Strasthaten, die zu seiner Kenntniß kamen nicht verfolgt und der Polizeibeamte dreserhalb sich für be- leidigt erachtet. Auf Grund einer anonymen Denunziation wurde gestern vor der 4. Strafkammer Landgerichts I.„wegen Beleidigung der Kaiserin Friedrich und deren Tochter, Prinzessin Victoria, Mit- glieder des landesherrlichen Hauses feines Staates, durch Worte" gegen den Waschanstaltsbesitzer M. unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit verhandelt. Die Strafthat soll bereits im Sommer des Jahres 1889 geschehen fein. Als Zeugen fungirten zwei Frauen, die mit M. nicht gerade auf besonders freundschaftlichen Fuße stehen, die aber vom Gerichtshofe für glaubwürdig erachtet wurden und auf deren eidliche Aussage hin die Verurtheilung des Ange- klagten zu 6 Monaten Gesängniß erfolgte. Durch das Fehlen einer Schutzvorrichtung die Körper- Verletzung eines seiner Arbeiter veranlaßt zu haben, wird dem Fabrikbesitzer August Friedrich Prillwitz aus Rixdorf zur Last gelegt, und hatte sich derselbe deswegen gestern vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts II zu verantworten. Am 7. No- vember v. I. sind dem Arbeiter Stanislaus Novakowsky von einer Holz-Hobelmaschine von drei Fingern je zwei Glieder abgequetscht worden. Es wird dem Verunglückten große Fahrlässigkeit zur Last gelegt, indem er mit seinen Kollegen sprach und dabei nicht auf die Maschine geachtet haben soll, und außerdem wird ihm Trunkenheit vorgeworfen. Was den ersten Vorwurf betrifft, so kann sich der Verunglückte nicht ganz davon reinigen, während bezüglich des zweiten Umstandes festgestellt wird, daß etwa für 39�40 Pf. leichter Schnaps von etwa 4 Arbeitern getrunken sind, also von einer Trunkenheit, die ihn zur Arbeit unfähig macht, nicht gesprochen werden kann. Von ganz besonderein Interesse ist es jedoch, wie der Angeklagte sich von der Strafe frei machen will. Er führt nämlich an, daß er die Holz- bearbeitungs- Fabrik, die von einem gewissen König eingerichtet ist, ohne jede Kenntniß vom Geschäft übernommen habe. Er selbst sei Molkereibesitzer und verstehe gar nicht, was Schutz- Vorrichtungen sind. Der Sachverständige, Ge werberath von Stülp- naael, bekundet unter Vorlegung einer Zeichnung, baß die in Rede stehende Maschine die für.die Glieder der Arbeiter allerges ährlich st e sei, sie führe ganz allgemein den Namen „ F i n g e r h o b e l m a s ch i n e". Schon bei der vor 3 Jahren stattgehabten Unfallverhütungs- Ausstellung sei eine Schutzvor- richtung gezeigt, welche einen jeden Unfall an solcher Maschine absolut unmöglich mache. Dies sei auch bei der in Rede stehenden Maschine der Fall. Wenn jene Vorrichtung vorhanden, konnte der Unfall unmöglich geschehen. Der Vertheidiger stellt zuerst zwar die nur zu richtige These auf, daß die Fabrik- Inspektoren verhundertfacht werden müßten, nennt aber hinterher die etwaige Verurtheilung des Angeklagten eine„Prämie auf den Leichtsinn" des Verunglückten, welchem durch die Verurtheilung des Angeklagten ein Anspruch auf zivilrechtliche Entschädigung gegeben würde. Ter Vorsitzende erklärt bei der Urtheilsverkündung, daß das Gericht nicht nach den zivilrechtlichen Folgen fragen könne, zieht jedoch den Leichtsinn des Angeklagten, der allerdings nur auf einer durch die Gewöhnung an die Gefahr hervor- gerufenen Abstumpfung gegen diese beruht, bei der Slrafhöhe in Betracht und erkennt auf nur 30 M. Geldstrafe. Das gemeingefährliche Treiben gewisser Winkelkonsulenten trat wiederum in einer Verhandlung zu Tage, die gestern vor der 91. Abtheilung des Schöffengerichts stattfand. Der ehemalige Kanzlist Max Alexander Meißner hat vor einigen Jahren ein sogenanntes Volksanwalts-Bureau eröffnet. Seine Thätigkeit hat ihm schon mehrfache Vorstrafen eingetragen, zuletzt wurde er wegen Urknndenfälfchimg und Unterschlagung zu drei Monaten Gesängniß verurtheilt. Jetzt lagen wiederum sechs Betrugsfälle und zwei Unterschlagungen gegen ihn vor. Zu denjenigen Per- sonen, welche den Rath des Angeklagten in Anspruch nahmen, gehört« auch die Ehefrau eines Mannes, der in Plötzensee eine Strafe verbüßte. Die vertrauensselige Frau ersuchte den Ange- klagten um seine Vermittelung, um ihr eine Unterredung mit ihrem Manne zu erwirken. Der Angeklagte erklärte, daß dies ihm ein Leichtes sei. Die Frau zahlte vorläufig 10 M., die in Ans- ficht gestellte Unterredung wurde aber immer verschoben. Die ohnehin arme Frau opferte noch mehrmals kleinere Beträge, ohne den Zweck zu erreichen, auch händigte sie dem Angeklagten zwei Mark ein. die dieser versprach, dem Gefangenen zuzustellen, damit derselbe sich eine Erleichterung zu verschaffen vermöge. Alle diese Beträge hat der Angeklagte für sich behalten und im Interesse der Kundin keinen Schritt gethan. In einem zweiten Falle hatte sich ein Geschäftsmann an den Augeklagten gewendet mit dem Ersuchen, ihm ein Darlehn von 500 M. zu verschaffen. Meißner stellte die Erfüllung dieses Wunsches als so sicher in Ausficht, daß er den Darlehnssucher zu bewegen wußte, ihm selbst zunächst mit einem Darlehn von 50 Mark unter die Arme zu greifen. Der Geschäftsmann erhielt weder die 500 Mark, noch konnte er die 50 Mark zurückerhallen, auf sein Drängen gab der Angeklagte ihm endlich einen faulen Wechsel, der am Verfalltage nicht honorirt wurde. Der Staats- auwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnißstrafe von vier Monaten, der Gerichtshof ging aber über den Antrag hinaus und erkannte auf fünfMonate Gesängniß und ein Jahr Ehrverlust. Kleine Ursachen, große Wirkungen. An einem August- Nachmittage des vorigen Jahres spielte der vierjährige Knabe des Garderobenhändlers Bohne mit einer Gießkanne auf dem Flur des Hauses der Wilsuackerstraße, in welchem sein Vater einen Laden besitzt. Das Kind verschüttete dabei etwas Wasser, wodurch die Portiersfrau Pilger, welche für Reinhaltung des Flurs Sorge zu tragen hatte, so ärgerlich wurde, daß sie m den Laden des VaterS ging, um sich zu beschweren. Sie traf hier nur den Geschäftsführer Rosenthal und den Kommis Sigismund S ch m u h l an. Beide folgten der Frau nach dem Flur, um die von dem Kinde gemachte Verunreinigung anzusehen. Es kam dabei zwischen Roseuthal und der Portiersfrau zu einem Wort- gefecht, wobei der elftere sich hinreißen ließ, seiner Gegnerin einen Schlag ins Gesicht zu versehen. Die Frau strengte gegen Rosenthal die Privatklage an und schlug Schmuhl, der dem ganzen Auftritte beigewohnt hatte, als Belastungszeugen vor. Trotz aller Vor- Haltungen des Vorsitzenden beschwor Schmuhl im Termin, daß er von dem in Rede stehenden Schlag nichts gesehen habe. Dieser Eid soll ein wissentlich falscher sein. Die Anklagebehörde hat eine ganze Anzahl Zeugen ermittelt, welche bekunden sollen, daß Schmuhl die Mißhandlung sehen mußte und daß er sich auch verschiedenen Personen gegenüber so ausgesprochen habe, daß er sie gesehen habe. Im gestrigen Termine vor dem Schwurgericht des Landgerichts I blieb der Angeklagte dabei, daß er von der Verabfolgung der Ohrfeige nichts gesehen und somit auch keinen Meineid geleistet habe. Die Verhandlung er- litt einen Aufenthalt dadurch, daß sich alle zum Schwur- gericht gehörigen Personen nach �der Wilsnaaerstraße begaben, um aus Grund der Lokalbesichtigung sich darüber ein Urtheil bilden zu können, wie nahe der Angeklagte bei den strei- tenden Personen gestanden, bezw. inwieweit die Belastungszeugen von ihrem Standpunkt aus in der Lage waren, die fraglichen drei Personen zu beobachten. Während der Staatsanwall Groß- pietsch die Schuld des Angeklagten durch die Beweisaufnahme für zweifellos erwiesen hielt, plädirte der Vertheidiger, Rechts- anmalt Leonh. Friedniann, für Freisprechung. Nach kurzer Be- rathung sprachen die Geschworenen den Angeklagten schuldig Bei der Frivolität, mit der der Meineid geleistet sei, beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten eine Zuchthaus- strafe von drei Jahren. Der Gerichtshof erkannte aus drei Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und dauernde Unfähigkeit als Zeuge ver- nommen zu werden. Mehrere Glanzleistungen eines Berliner„schweren Jungen' I beschäftigten gestern in mehrstündiger Sitzung die zweite strai' kammer hiesigen Landgerichts I, und zwar auf Grund einer An klage wegen schweren Diebstahls und Hehlerei, welche sich gegei s. den Kellner Eduard Bessert, sowie die Handelsmann F a h n e r t' schon Eheleute richtete.— Bessert ist ein alter, gefährlichel Einbrecher, welcher mit Vorliebe sich öffentliche Gebäude zum, Schauplatz seiner Thätigkeit auswählt. Er ist zuletzt wegen Diebstahls im Ministerium des Innern zu 4 Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Nach seiner Entlassung aus der Straf«• anstatt begab er sich wieder nach Berlin und nahm hier Aufenthalt bei dem der Polizei als Verbrecher bekannten Dachdecker und Handelsmann F a h n e r t, welcher � ihn polizeilich nicht anmeldete. Gleich nach seiner Freilassung hat er sein verbrecherisches Gewerbe wieder in großem Umfange aufgenommen und in ganz kurzer Zeit vier schwere' Einbruchsdiebstähle verübt. Bei einem Einbruchsversuch in der Wohnung des Grasen Douglas, Bellevuestt. 5a. ist er ab- l gefaßt worden. In der Nacht zum L6. September v. I., d. h. zu einer Zeit, wo der Graf Douglas verreist war, kam der Kutscher desselben etwas später nach Hause; er mußte den Portier herausklingeln und als er die Treppe hinaufging, merkte er, daß eine Gestalt geräuschlos auf den Hos hinaushuschte. Man witterte sofort Unrath und mit Hilfe eines großen Neufundländer Hundes wurde der Angeklagte, welcher die Stiefel ausgezogen hatte und auf den Strümpfen umherlief, gestellt. Er behauptete, daß er ein Bedürsniß habe verrichten wollen und, da er die Hausthür noch offenstehend gefunden, eingetreten sei. Man brachte den verdächtigen Atenschen zur Wache; i hier legte sich derselbe zunächst einen falschen Namen bei, wurde auch wieder entlassen, es wurde aber später festgestellt, daß man einen alten, routinirten Einbrecher vor sich gehabt hatte, dessen Thätigkeit bald darauf die Kriminalpolizei lebhaft beschäftigte. Eine Reihe von Einbruchsdiebstählen aus jener Zeil trugen ganz den Stempel der Thätigkeit des Ange- klagten und Krinunalkommissarius Braun ließ den Angeklagten Bessert längere Zeit durch Beamte beobachten, um ihn womög- lich bei der That zu überraschen. Es wollte jedoch nicht glücken. Am Morgen des 6. November meldeten die beobachtenden Be- amten, daß Bessert erst früh Morgens 5 Uhr nach Hause gekom- men und eiligst in seiner Wohnung verschwunden sei. Bald dar- auf meldete auch schon eine Depesche, daß in der Komman- dantur beim Grafen von Schliefsen ein Einbruchsdieb- stahl verübt worden sei. Trotzdem vor der Kommandantur ein Doppelposten steht und des Nachts die Korridorthüren im Innern verschlossen gehalten wurden, ist in der Stacht zum 6. November doch ein Dieb in die Wohnung des Grafen v. Schlieffen ein- gedrungen und hat dort gehörig aufgeräumt. Außer einer Baarsumme von 700 M., zum großen Theil in Lv-Markstücken bestehend, ist ein großer Posten von Silbersachen gestohlen' worden, ferner ein goldenes Ketten-Armband mit Saphiren und Brillanten, eine goldene Brochs mit Rubinen und Diamanten, i eine Panzerkette mit Siegelring mit Wappen:c.:c. Da in der Kommandantur eine zahlreiche Dienerschaft vorhanden war, ist es eigentlich unbegreiflich, wie der Diebstahl verübt werden konnte. Von dem Thäter hatte man keine Spur, doch fand man am That- � orte ein Stück abgerissenes Zeitungspapier, welches zum Lerräther an dem Verbrechen werden sollte. Die Kriminalpolizei ging nun dem Fahnert energisch zu Leibe und als inan ihn fest- »ahm. fand man eine Summe von 270 M., welche er angeblich als sein„Handelsgeld" immer bei sich führte. Auch Bessert wurde festgenommen, muß aber noch Gelegenheit gehabt haben, der Frau Fahnert größere Geldsummen zuzustecken, denn es wurde nichts bei ihm gesunden. Was endlich Frau Fahnert betrifft, o war dieselbe anfänglich höchst ungehalten, daß ihr der Kom- missarius die Frag« vorzulegen wagte, wie viel Geld sie in der Wohnung habe, und sie versicherte, daß sie„arme Leute" seien und„kaum das liebe Leben hätten". Der Kriminalkommiffarius begnügte sich daniit aber nicht, sondern erklärte, daß der ver- haftete Ehemann das Vorhandensein größerer Geldsummen schon zugegeben habe, und drohte, sämmlliche Polstermöbel aufzu- chiieiden, um nach dem Gelde zu suchen. Nunmehr öffnete Z-rau Fahnert ihre Taille und hotte zwei Rollen mit Goldstücken )eraus, welche sie auf der Brust trug. Sie jammerte sehr dar- über, daß man ihr die„lange gesammelten sauren Ersparniffe" wegnehmen wolle und klagte sehr über die Ungerechtigkeit der Welt. Diese„Ersparnisse" waren nun merkwürdiger Weise theils in eine erst zwei Tage vorher ausgestellte Zeitungs-Abonnements- quittung auf den Namen des ersten Angeklagten, theils in ein Stück Zeilungspapier gewickelt, welches genau zu dem beim Grafen Schlieffen vor- gefundenen Stück Zeitungspapier paßte. Die Angeklagten konnten diese merkwürdige Erscheinung nicht auf- klären, die Kriminalpolizei aber machte sich sofort ihren Vers darauf, um so mehr, als man bei Bessert auch einen Schrauben- zieher vorfand, der genau in die an den Spinden und Kästen des Grafen Schlieffen vorgefundenen Einbruchsspuren paßte.— Daß Bessert diesen Diebstahl verübt, erscheint ganz zweifellos. etwas allgemeiner waren die Berdachtsmomente bezüglich der übrigen Diebstähle, die sämmtlich in den ersten Morgenstunden ausgeführt waren und in der Gleichartigkeit ihrer Ausführung allerdings stark auf Bessert hindeuteten. So war in der Nacht zum 8. Oktober bei dem Baumeister Hennicke, Leipzigerstr. 18. eingebrochen und demselben Silbersachen im Gesammtwerthe von 700 M. gestohlen worden. Die Einbrecher müssen sich vor zehn Uhr in das Haus geschlichen haben und haben die verschlossene Korridorthür, nachdem sie eine kleine Fensterscheibe derselben ein- gedrückt hatten, mittels des auf der inneren Seite im Schloß steckenden Schlüssels geöffnet.— In der Nacht zuin 30. Oktober sind aus der verscylossenen Wohnuug des Schneidermeisters Münchmann am Königsplay, Silbersachen im Werth« von 200 M. gestohlen worden.— Endlich handelt es sich um einen Silverdiebstahl im Palais des Justizministeriums in der Nacht zum 3. Oktober. Hier haben die Spitzbuben aus einem im Eßzimmer des Justizmmlsters stehenden Zylinderbureau 12 Eßlöffel, 12 Eßgabeln. 12 Dessertlöffel. 10 Dessertgabeln, sechs Untersätze und verschiedene Messerbänke gestohlen. Diese Silbersachen waren Eigenthum des Fiskus und hatten einen Werth von ca. 400 Mark. Die Diebe sind jedenfalls nicht von der Wilhelmsttaße, sondern von der Mauersrraße aus in das Justizministerial-G-däude gedrungen. In der Mauerstraße be- fand sich damals nämlich ein Neubau, welcher an den Hof des Palais des Fürsten_ Stolberg prangte. Der Wächter dieses Baues hörte in der Nacht zum 3. Oktober ein Klopfen an seiner Thür und als er öffnete, stand ein Mann vom ihm, welcher sich als der Kutscher des Fürsten Stolberg vorstellte und darum bat, daß er über die Mauer steigen dürfe, da er sich mit dem Stolberg'scheu Portier schlecht stehe und nun, wo er sich verspätet, von demselben nicht ins Haus gelassen werden solle. Der Bauwächter gestattete auch das Uebersteigen der Mauer und er erfuhr erst später, daß weder der Fürst Stolberg, noch dessen Kutscher zu jeuer Zeit in Berlin war. Vom Hofe des Stolbergsschen Palais kann man leicht in das Palais des Justizministeriums gelangen.— Da die An- geklagten in allen Fällen ihre Schuld bestritten, mußten sämmt- liche vorgeladene 30 Zeugen vernommen werde». Ein Zeuge, welcher zur Uederführung des ersten Angeklagten bei deui Ein- bruch ins Justizministerium dienen sollte, war nicht zur Stelle und der Gerichtshof mußte deshalb dw Fortsetzung der Ver- Handlung auf Donnerstag anberaumen. Künstliche Gebisse gehören nach einer vor wenigen Tagen gefällten Entscheidung des hiesigen Kalnmergerichts nicht zu den Heilmitteln,»velche die 5Irvskrankenkassen ihren Patienten zu gewahren haben. Tiefe richterliche Entscheidung, ivelche großes Aussehen erregt, wurde dadurch hervorgerufen, daß eine hiesige Krankenkasse sich weigerte, das künstliche Gebii, wel- ches eine Pattentm auf Geheiß des behandelnden K'ffenarttei ich hatte anfertigen laffen, zu bezahlen. Es tam deswegen zur Klage, die in erster Instanz zu Gunsten der Inhaberin der falschen Zähne entschieden wurde. In der Berufung aber war das Richterfollegium trotz Ausführung des medizinischen Gerichtssachverständigen, der darlegte, daß der Klägerin ohne falsche Zähne das Essen sehr erschwert werde und daß dieselbe die Speisen nicht verdauen könne, der Ansicht, daß derartige kostspielige Heilmittel der Preis des Gebisses war auf 84 M. normirt nicht in den Rahmen der Verpflichtungen der Ortsfrankenkasse gehöre, und wies die Klägerin kostenpflichtig ab! Versammlungen. " nicht zurückhalten, daß der Anschluß einer ge- Berein der Solbiner", Abends 8% Uhr bet Wutke, Friedrichsbergerstr. 24. Verein Kreuzfidet", Sigung mit Damen bet Doberstein, Mariannens werblichen Berufsvereinigung an eine traße 31.- Verein ehem. Schüler der 44. Gemeindeschule", politische Partei nicht nur gesezwidrig(), Abends 9 Uhr im Albrechtsgarten, Wilhelmstr. 105. Rauchklub Nord: Rauchklub Vultan", Abends 9 Uhr bet sondern auch für die Erreichung des Haupt- tern" in Friedrichsberg. Orientalischer Rauchflub, Abends 9 Uhr, bet Hartzwecks: Sicherung und Hebung der Berufs- und Arbeits- Ahmer, Gräfeſtr. 82. mann, Manteuffelstr. 71. Gäste willkommen. Rauchtlub, Frisch gewagt", verhältnisse durch einträchtiges Beisammenwirken der abends von 9-11 Uhr, Boſenerstr. 5 bei Rockendorf. Rauchtlub ,, Ohne Stattlub reff", Genossen höchst nachtheilig ist. 3wang", Abends 8% Uhr, bei Spät, Weinstr. 28. Abends 8½ Uhr, Frankfurter Allee 90 bet Otto Zabel. Gäste willkommen. Rauchtlub, Grüne Quaste", Abends 9 Uhr, bet Schlüter, Kleine Markusstraße 10. Gäste willkommen. Hochachtend Dr. Mar Hirsch. Bei Herrn Hirsch scheint hier der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen zu sein. " Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch, Abends 9 Uhr, Uebungsstunde( Aufn. von Mitgl.). Gesangverein Freies Sted", Krautstraße 52 im Restaurant. Gesangverein 8ufriedenheit", Der Referent legte in seinem längeren Vortrage die Be- Willibald- Alerisstraße 31 bet Karow. Crescendo" Gesangverein Gesangverein" Freya",( Gem. strebungen und Ziele des Sozialismus dar, wovon wir hiermit rangelstraße Nr. 141 bet W. Schmidt. Chor) bei Zemter, Münzstraße 11.- Männer- Gefangverein hilaritas", einzelne Gesichtspunkte wiedergeben: Wenn eine Produktionsform Sochstr. 32 a bei Wilfe. Flöterscher Gesangverein", Landsbergerstr. 31 Die Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins hielt die an sie gestellten Anforderungen nicht mehr bewältigen könne, bei Musold. Arbeiter- Gesangverein, or wärts", Schönhauser Allee 28 bei am 24. Mai eine außerordentliche Generalversammlung mit fol- dann müsse sie untergehen, sei es auf friedlichem, sei es auf nicht Nürnberg. Gesangverein Liebesfreiheit", Blumenstr. 38 bei Hente. gender Tagesordnung ab: 1. Organisationsfrage. 2. Antrag friedlichem Wege, was lediglich an dem Verhalten der alten, die verein" Deutsche Eiche", Blumenſtr. 46 bei Wen. Gesangverein der Steinmeßen", Johannisstr. 21 bei Müller.- Gefange Arbeiter- GefangBernau Aufhebung der obligatorischen Einführung des Organs: bet Borchardt, Schulzestr. 27. Gesangverein Gesang Der Arbeiter". 3. Verschiedenes. Nachdem mehrere Redner für Macht in Händen habenden Klassen liegen werde. Die arbeitende verein" cho", pantom Arbeiter- Gesangund gegen Zentralisation gesprochen hatten, fam man zur Ab- Klasse sehe ihre Ziele durch, denn das sei ihr geschichtlicher Beruf. er che", Abends 9 Uhr, bei Zimmermann, Brunnenſtr. 119. verein Freiheit", Uebungsstunde von 9 bis 11 Uhr im Restaurant stimmung und es wurde für Lokalorganisation gestimmt. Ebenso Die Mehrheit, welche heute unterdrückt werde, brauche sich nur verein Johanni" am Ostbahnhof Nr. 7, bet Junoto. Männergesangvereint ,, Morgenroth" wurde der zweite Punkt behandelt und es wurde durch Abstim- ihrer Macht bewußt zu werden, um der alten Produktions- Hämmerle, Bülowstr. 59, part. zu bereiten. Die besitzenden Klassen Wrangelfir. 147 bei W. Schmidt. Verein, Steinfeger Gängerchor", Gesangverein„ Südo" bei Ziemer, Cuvrystraße 16. Männergesangverein Steinne Ife", Gerichtstr. 10 im RestauQuartal ab wieder aufgehoben. Zum dritten Punkt, verschie entspricht; so seien die heutigen Regierungen nichts weiter als die rant. Männergesangverein 8ufriedenheit" bet Gauger, Willibalddenes, wurde ein Antrag von Kollege Braunsberg eingebracht, an Sachwalter des Kapitals, aber selbst die geistige Thätigkeit wisse Alertsstraße 5.- Gesangverein 2yra" bei Stachel, Raupachstr. 6. feine Stelle für den Osten und Südosten einen Hilfskaffirer zu dasselbe seinen Zwecken unterzuordnen, auch die Gelehrten Männergesangverein der Kürschner bei Rödlig, Neue Friedrichstraße 44. wählen, dieser Antrag wurde aber bis zur nächsten Versammlung, feien nur die Interessenträger der besigenden Klaffen. Als solche welche am 14. Juni stattfindet, und in welcher die Wahl des sehen wir selbst die hervorragendsten Vertreter der Naturwissengesanimten Vorstandes stattfindet, zurückgestellt. schaften, diese werde eben nur so weit gelehrt, als es wiederum das Interesse der Bourgeoisie zulasse. Und wenn dies schon bei mung die obligatorische Einführung des Organs von dem nächsten form ein Ende Alles sich so ein, daß es ihren Interessen Schwebterstr. 17 bei Wolter. " Arbeiterbewegung. " Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Burean.) Dortmund, 26. Mai. Vor der hiesigen Straftammer fand Die Pager Berlins und Umgegend hielten am Nachmittag des 25. d. M. unter Zeitung des Kollegen der Naturwissenschaft der Fall sei, wie sehe es erst in der Ge- Melbourne,( Australien), 19. April. Der Shearerstreik ist Dähne im Feenpalast eine gut besuchte öffentliche General: schichtsforschung aus, wo man Männer wie Sybel, Mauerbrecher, noch nicht beendet. Noch die letzten Beschlüsse der Streifenden versammlung ab. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildete Treitschle obenan fände. Man sehe also wie die arbeitende gipfeln alle darin, nicht nachzugeben, als bis sie den ſtarren die Rechnungslegung des Vertrauensmannes Kollegen för sterklasse im Wesentlichen auf sich selbst angewiesen sei. Und wem Willen der Squatters gebrochen haben. Einige Zeit dürfte wohl vom Maifonds und vom ersten Quartal d. J. Zum Maifonds das theoretisch nicht klar geworden sein sollte, der brauche fich noch hingehen. Alles in Allem nimmt die Bewegung einen recht find bisher eingegangen 523 Mart. Da diese Summe weder der nur auf praktischem Gebiet die Vorgänge im Reichstage da, wo erfreulichen Fortgang. Freitag, am 17. April, hatten wir hier Zahl der Berliner Buyer noch der Zahl der in Umlauf gesetzten sich ein Kampf zwischen Kapital und Arbeit abspinne, wie erst eine Nachwahl im Kreise Collingwood, Vorstadt von Melbourne, Maimarten entspricht, so wurden die fäumigen Kollegen auf- jetzt bei dem sogenannten Arbeiterschutz- Gefeß, ansehen. Alle welche mit dem Siege eines Arbeiterkandidaten endete. Es ist gefordert, sich baldmöglichst ihrer diesbezüglichen moralischen Verpflichtung zu entledigen, da die Sammlungen zum Maifonds in Parteien bis auf die Sozialdemokratie ständen in allen diesen dieses ein gutes Omen und eine kleine Ermuthigung für die Stürze geschlossen werden sollen. Der Generalfonds wies ultimo Fragen den Interessen der Arbeiterklasse geschlossen gegenüber. nächste Parlamentswahl. Indem wir durch Sie unseren deutschen Genossen die besten März d. J. einen Baarbestand von 229 Mart 24 Pf. und einen Großer Beifall folgte dem Vortrage. In der Diskussion legt Herr Goldschmidt seine modernisirt Glückwünsche übersenden, zeichnen sich mit dem Zuruf, es lebe die Markenbestand von 6533 Stück Marken auf. Die neu gewählten Revisoren Säger, Hennig und Arndt werden diese Ab- mancheſterlichen Ansichten und nationalökonomischen Kenntnisse Internationale, die Melbourner Genossen. dar. Mit dem Referenten messe er den Wirkungen eines J. A.: Louis Groß, rechnung prüfen und der nächsten Generalversammlung Bericht Maximal- Arbeitstages großen Werth bei, es komme jedoch dabei Sekretär des Vereins Vorwärts", erstatten. Im Anschluß hieran erfolgte die sehr eingehende auf die Art und Weise an, wie man ihn herbeiführen wollte Berichterstattung vom achten deutschen Maurerkongresse in Gotha Anders liege es aber mit dem achtstündigen Normal- Arbeitstag(!) durch die Delegirten Dähne, Buchholz und Neumann. Dieselben gaben eine gedrängte Uebersicht über die Kongreßverhand- dieser sei etwas Unmögliches, denn die physische Thätigkeit in den einzelnen Berufen sei eine verschiedene und da würden sich dann lungen und traten mit Wärme dafür ein, daß die Berliner Puter alle denkenden Menschen den Berufen zuwenden, in welchen fie als kompakte Masse dem Zentralverbande der Maurer Deutschlands, in den acht Stunden möglichst wenig sich abzuplagen hätten(!) welcher vom Rongreffe mit 93 gegen 8 Stimmen beschlossen Weiter kommt Herr Goldschmidt mit den von dieser Seite ja ge- heute die Verhandlung in dem von dem Reichsgericht an die worden sei, beitreten. Dadurch würden sie nicht nur ihr eigenes wohnten Warnungen vor der bösen Politik, d. h. natürlich der Strafkammer zurückgewiesenen Prozeß gegen den Chefredakteur Interesse wahren, denn nur durch eine gewerkschaftliche Zentralisation tönne heute den Arbeitern Heil erwachsen, sondern sie sozialistischen. Die von Hamburg aus unternommenen Schritte der„ Tremonia" Lambert Lensing wegen Beleidigung der Mitwürden dadurch auch sehr deutlich die unbestreitbare Thatsache be- in Sachen der Zentralisation, wonach die Politik und Religion glieder der Bochumer Knappschaftstasse statt. Die ursprüngliche weisen, daß die Buyer nach wie vor zur deutschen Maurerschaft aus den Fachvereinen ausgeschlossen werde, begrüße er mit gegen Lensing verhängte Gefängnißstrafe von 6 Wochen wurde, weisen, daß die Buzzer nach wie vor zur deutschen Maurerschaft Freuden. Die heutigen Zustände seien zwar außerordentlich der wie die Rheinisch Westfälische Zeitung" meldet, auf eine solche gehören und sich keineswegs auf einen Sonderſtandpunkt stellen; Berbesserung bedürftig und sie könnten auch gebessert werden, von 3 Wochen herabgesetzt. die Delegirten hätten erwirkt, daß die bisherige Selbständigkeit ( Depeschen des Bureau Herold.) der Berliner Puzzer so weit als möglich gewahrt werde im Ver- aber nur durch eine gewerbliche Organisation und nicht durch London, 26. Mai. Die zuständige Gerichtsbehörde bestätigte bande, daß die Berliner Puker in Berlin eine eigene Verbands- eine politische.( Beifall von 8 Personen.) Genosse Back nimmt Herrn Goldschmidt in kurzen aber die Scheidung des Ehepaares O'Shea. Man glaubt, daß Parnell filiale bilden und daß ihnen noch sonstige Vortheile gesichert treffenden Worten betreffs feiner Ausführung auf gewerkschaft: die geschiedene Frau O'Shea in turzem heirathen werde. würden. Die Kollegen würden sich im neuen Heim, im ZentralAuch Gen. Guttmann bemüht sich, den Paris, 26. Mai. Der Ausstand der Omnibusbediensteten Fachverein, die verflossenen 10 Jahre. Derselben Meinung waren Gegner zu widerlegen. Es entſpinnt sich dann eine längere bauert fort. Am Morgen stellte sich eine Menge Ausständiger an verbande, ebenso wohl fühlen, wie bisher im alten Heim, im lichem Gebiet vor. Die Kollegen Dietrich und Marrafas, während Stollege Bolemit zwischen Gen. Lütgenau und Hrn. Goldschmidt, welche den Thoren der Wagenremifen auf. Als die Wagen herausvon Leyterem äußerst schwach geführt wird. Grothmann auf einem anderen Standpunkte stand. Die fuhren, ritten Schuhleute hinterdrein. Die Pferde wurden von Nach Beendigung der lang ausgedehnten Debatte wurde der Menge gewaltsam ausgespannt, die Stränge durchschnitten. Frage, betreffend den Anschluß der Puzer Berlins und Umgegend an die vom Kongreß beschlossene Zentralisation der, dann folgende Resolution gegen 4 Stimmen einschließlich der Die Polizei schritt ein. Es tam zu einem Zusammenstoß. In des Hrn. Goldschmidt der Rue Couscelles wollten Ausständige einen in schneller Fahrt Maurer Deutschlands fand ihre Beantwortung durch die nach des Hrn. Goldschmidtangenommen: Die heutige, in Krüger's Salon tagende öffent- begriffenen Omnibus aufhalten, wobei zwei überfahren und folgende, gegen 4-5 Stimmen angenommene Resolution: liche Vereinsversammlung der Freien Vereinigung der schwer verletzt wurden. Heute halten die Droschkentutscher eine Die heute am 25. Mai im Feenpalast tagende GeneralGraveure, Giseleure und Berufsgenossen" erklärt sich mit Bersammlung ab. Es ist nicht unmöglich, daß sich der Ausstand versammlung der Puzzer Berlins und Umgegend erklärt, den Ausführungen des Referenten vollständig einverstanden auch auf diese ausdehnt. Eben trat der Gemeinderath zusammen. nachdem fie den Bericht der Delegirten vom achten und erwartet von feiner gegnerischen Seite Ginige Mitglieder beantragten, die Omnibusgesellschaft ihres deutschen Maurerfongreß gehört, sich dem Zentralverbande irgend welche Vortheile, sie empfiehlt den Kollegen viel- Betriebsrechtes für verlustig zu erklären, andere rathen zu einem der Maurer Deutschlands anzuschließen und den Zentralmehr, sich der Freien Vereinigung der Gra Schiedsgerichts. verband in seinen Prinzipien zu unterstützen, so viel in veure und Giseleure" anzuschließen." ihren Kräften steht." Des Weiteren wurden die Vertrauensmänner Die weiteren Punkte der Tagesordnung wurden der spät in beauftragt, Statuten und Quittungsbücher des Verbandes schicken Nacht vorgerückten Zeit wegen abgesetzt. zu lassen und in fürzester Zeit eine neue Versammlung behufs Wahl der Beamten einzuberufen. Listen zum Einzeichnen in die Mitgliedschaft des Verbandes lagen in der Versammlung aus. Im Anschlusse hieran nahm Genosse Koopmann( Wäschebranche) Beranlassung, den Versammlungsbericht des„ Vorwärts" über die Töpfer am 3. Pfingstfeiertage, seine Person betreffend, richtig zu stellen. Es sei ihm durchaus nicht in den Sinn gefommen und werde dies auch nie geschehen für das Berliner Kartell der Bauarbeiter zu sprechen. Er stehe auf dem Boden der Zentralisation und habe in jener Versammlung nur über die Streit- Kontrollkommission, deren Mitglied er ist, gesprochen. Die Kollegen Dähne und Buchholz sprachen sich gleichfalls gegen das Berliner Bauarbeiter- Kartell aus, letzterer unter Hinweis auf das geplante Kartell der Zentralverbände, welches mit Freude zu begrüßen sein würde. Nachdem erfolgte Schluß der Versammlung. Der Arbeitsnachweis der Freien Vereinigung fämmt licher Zivil- Berufsmusiker von Berlin befindet sich Rosenund Neue Friedrichsstraßen- Ecke, in dem Lokal von Wernau, früher Ruhlmey. die " Verein ehemaliger Schüler der 85. Gemeindeschule. BusammenTunft heute Abend 9 Uhr, in Schwetzberger's Restaurant, Am Schlesischen Thor. Rege Betheiligung erwünscht. Achtung! Allgemeiner Arbeiterinnenverein! Heute, Mittwoch, Abds. s uhr, in Scheffer's Salon, Inselstr. 10: Generalversammlung. Tages ordnung: 1. Vierteljahres- kassenbericht der Kassirerin. 2. Ersatzwahl des Vorstandes. 3. Vereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden vor ber Ver fammlung aufgenommen. Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen in Südtande sind, werden ersucht, dieselben in der Versammlung zu entrichten. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, zu erscheinen. 4. Wahl einer Kommission Ausarbeitung eines Lohntarifs. Distusston. 2. Konstituirung eines Vereins und Festsetzung der Statuten. Kollegen in dieser Versammlung zu erscheinen. Nord", Abends 8% Uhr, bei Raabe, Ruppinerstr. 46. ,, Gleichheit". Briefkaffen der Redaktion. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Antwort wird nicht ertheilt. Brieflich 2. 2. 108. Uns ist ein solches Institut nicht bekannt. Fragen Sie auf der Armendirektion nach. A. S., Nigdorf. Da Sie Desterreicher und nicht naturalisirt find, so ist auch Ihr Sohn, wenn er auch hier geboren ist, Desterreicher und ist dort militärpflichtig. C. B. 8. 1. Der Wirth einer von ihrem Manne getrennt Verein der Kurbelstepperinnen, Stepper.. w. Mittwoch, den 27. Mat, Abends 8% Uhr, bei Herrn Bolzmann, Andreasstr. 26: Große mit lebenden Ehefrau braucht diese nicht vor der Kontraktzeit ziehen gliederversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Werner. 2. Be- zu lassen, wenn sie sich inzwischen mit ihrem Manne versöhnt. prechung über die Gründung einer noretumat ber Arbeitsver. 2. Die Sachen gehören Beiden gemeinschaftlich, und zwar nach 5. Besprechung über die Landpartie. 6. Verschiedenes und Fragetasten. Auf Verhältniß dessen, was ein Jeder aus seinem Verdienst zur Annahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Um recht zahlreiches und pünti- fchaffung beigetragen hat. liches Erscheinen wird ersucht. A. 91. Ein Ehevertrag, durch welchen die gesetzlichen BeUhrmacher und verwandten Berufsgenossen Berlins und mgegend. Donnerstag, den 28. Mai, Abends 9 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, ftimmungen über das eheliche Güterrecht abgeändert werden sollen, kommandantenstr. 77-79: Deffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Die muß gerichtlich oder, wenn die Che noch nicht geschlossen ist, Nothwendigkeit einer Organisation für unsere Branche. Referent: D. Naether. notariell abgeschlossen werden. Was der Frau schon vor der 3. Wahl eines prov. Borstandes. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht jedes Che an Sachen gehört hat, bleibt ihr Eigenthum und unterliegt nicht der Pfändung seitens der Gläubiger des Mannes, auch Der Allgemeine deutsche Sattlerverein( Filiale Berlin) Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs am Mittwoch. wenn kein Ghevertrag gemacht ist. hielt am Sonnabend, den 23. Mai, feine regelmäßige Mitglieder Naunynftr. 83. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. die dem Anderen aus dessen früherer Che gehörenden Sachen Vorwärts", Abends 8% Uhr, Sigung im Lotale des Herrn Köhn. S. P. B., Großbeeren. Der Betreffende hat kein Recht, versammlung ab. Nach der Eröffnung theilte der Vorsitzende, Rollege Schulz, mit, daß die nächste Mitgliederversammlung nicht Abends 8 Uhr, bet Bilgenfeld, Bergstraße 60. Gäste haben Sutritt. Emanzipation", Abends 8½ Uhr bet Wagner, Neue Königstr. 89. Gäfte ein Retentionsrecht ausüben, was wir aber bei der geringeu einzubehalten. Höchstens könnte der Wirth an diesen Sachen den 6. Juni, wie im Vereinskalender verzeichnet ist, stattfindet, da an Gleichheit", 8% Uhr bei Schönemann, Staligerstraße 7. diesem Tage die Zentral- Krankenkasse der Sattler Deutschlands Gäste willkommen." Frete Denter", 9 Uhr bei Haugt, Böthstr. 12 Genauigkeit Ihrer Angaben nicht bestimmt beurtheilen können. ( Freie Hilfskaffe) ein Fest veranstaltet; deshalb tagt die nächste Gäste willkommen. J. C., Apenrade. Wir können ohne Einsicht in den Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Mitt- Lehrkontrakt und das Arbeitsbuch Ihre Frage nicht beantworten. Versammlung erst am 13. Juni. Dann ergriff zum ersten Punkt der Tagesordnung Kollege Saffenbach das Wort und hielt einen Bergnügungsverein" Fidele Brüder", 9 Uhr Schönleinstraße 5 bei Kiehn. Vergnügungsverein Proletariat", im Restaurant Stehmann, C. 2. aus J. Wenn ein Kaufmannslehrling vor Ablauf Vortrag über die Entwickelung der Verkehrsverhältnisse, welcher Melchiorstraße 15. Geselliger Verein Freiheit", 8% Uhr im Restaurant der, wenn auch nur mündlich verabredeten Lehrzeit seine Stelmit allgemeinem Interesse aufgenommen wurde. An der Dis- Leidinger, Boyenstr. 40.- Verein" Fridolin", 9% Uhr im Restaur. Wolff, lung aufgiebt, so kann er zwar die ausgemachte Entschädigung fussion betheiligte sich Genosse Ewald, der sich vollständig im Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein Frisch für die verflossene Zeit und auch ein Abgangszeugniß verlangen, Sinne des Referenten aussprach. Unter Verschiedenem" machte auf", Abends 8-10% Uhr bei Saller, Naunynftr. 70. Gefangverein andererseits fann aber der Lehrherr den Anspruch auf Ersatz des der Vorsitzende bekannt, daß der Verein Sonnabend, den 18. Juni," offnung", Moabit, Abends 9 Uhr bei Jlges, Wilsnackerstr. 63. Pausebeutel", Abends 9 Uhr bei Poppe, Sindenftr. 106. Gesangverein ihm durch den Kontraktbruch nachweislich entstandenen Schaden 9 Uhr, eine Dampferpartie nach der Borussiabrauerei, verbunden wännergesangverein Gangestreue", abends 20-11 Uhr bei Luther, fordern und in das Zeugniß schreiben, daß der Lehrling die mit Sommernachtsball, unternimmt. Nachdem noch andere Brüderstr. 26. Gefangverein Alpenrose",( Gem. Thor) 8-10 Uhr, Stelle vorzeitig verlassen hat. Nebensächlichkeiten besprochen waren, wurde die Versammlung 8% uhr, bei Schröder, Reichenbergerstr. 24. Gäste, durch Witglieder eingeführt, gefchloffen. Graveure und Eiseleure. " willkommen. Brunnenstr. 350. " " " Alexanderstr. 37, Ecke Kaiserstr., 1 Tr. Gesangverein Alpenglühen" willkommen. Bitherflub Alpenveilchen", Abends 8½ Uhr, Kaiser ftraße 25b, Ecke Alexanderstraße. Gäste willkommen. Tambourverein Echo"( Vergnügungs- Verein), Abends 9 Uhr bet Hüttrich, Gollnowstr. 9.ännergesangverein, Edelweiß", Abends 8 Uhr, bei Schneider, BelforterStraße 15. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Paul. Stieftindern steht nach dem Tode der rechten Mutter an dem Nachlasse des Stiefvaters fein Erbrecht zu. F. K., Prinzenstr. 9. In der Mart Brandenburg gilt unter Eheleuten feine Gütergemeinschaft. Was die Frau in die The mitbringt, bleibt, auch ohne daß ein Ehevertrag geschlossen wird, ihr Eigenthum. Eine von der Freien Vereinigung der Graveure und Giseleure einberufene öffentliche Versammlung tagte Montag Abend; die Tagesordnung lautete; 28eIch er politischen Partei Offenbacher Sängertranz", bet Krause, Ritterstr. 105. Bübeck'scher Turnverein: I. Lehrlingsabtheilung, Abends von 8 bis schließen wir uns an?" wozu Dr. Lütgenau das Referat C. 2. Weder die beiden Betten noch die Nähmaschine, 10 Uhr im Zurnsaale des Königstädt. Gymnaf.", Elifabethstr. 57-58. übernommen hatte. Brieflich eingeladen zu der Versammlung Berliner Turngenossenschaft, 5. Männerabth. Abds. von 8-10 ühr; welche Ihre Frau zum Erwerbe gebraucht, können gepfändet 8. Männer- Abth., Abends waren die Herren Dr. Max Hirsch und beffen Knappe, der Turnlokal Mariannen- Ufer 1a. von o bis werden. Wenn der Gerichtsvollzieher auch einmal fruchtlos die % 11 Uhr. Turnlotal: Mühlenstr. 49-50. Redakteur des Organs der Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereine, thettung, von 8-10 Uhr abends, Blumenstr. 68a. Turnverein„, sten", Männer- Pfändung versucht hat, so kann der Gläubiger, wenn er die Herr Goldschmidt. Letterer war erschienen; von dem Herrn Theaterverein I u men lefe" Sigung 9 Uhr Abends im Dresdener Kosten nicht scheut, doch jederzeit von Neuem eine Pfändung vorReichstags- Abgeordneten Hirsch war jedoch eine fein Ausbleiben Garten", Dresdenerstraße 45, Damen und Herren als Gäfte wiütommen. nehmen. Theater- u. Bergnügungsverein Bultania" Abends& Uhr, in Meißners entschuldigende Postkarte eingelaufen, deren Inhalt, welcher von A. Schm. Die Ortstrankenkasse muß das Sterbegeld zahlen, 162. Damen und Herren, welche ges einer seltenen Gesetzeskundigkeit des Schreibers zeugt, wir nicht neigt sind, dem Verein beizutreten, tönnen sich bafelbft melben wenn der Verstorbene noch Mitglied war. Näheres können wir verfehlen wollen, der Deffentlichkeit zu übergeben. Dieselbe lautet oder beim Vorsitzenden M. Lieste, Ackerstraße 18, of 1 Treppe. ohne Einsicht in das betreffende Statut nicht mittheilen. Bollad- Klub ustige Brüber", Abends 8%-10% Uhr im Restaurant ( Die gesperrt gedruckten Stellen sind in dem Schreiben unterBerein Fidele Brüder", Schönleinstr. 5 A. B. in N. Ein gesetzlicher Zwang zum Besuche der Forts Stewald, Dresdenerstr. 38. strichen): bet G. Sten. Gäfte willkommen. Vergnügungs- Verein Euphrosine", bildungsschule besteht nicht. Sie haben sich aber vielleicht in dem Geehrter Herr! Abends 9 Uhr, im Restaurant Sommer, Stallschreiberstr. 58. Gäste willkommen. Lehrkontrakt dem Innungsstatut unterworfen. Bergnügungs- Verein Proletariat", Für Ihre freundliche Einladung zu heute Abend nach der Gigung: Tanz. bestens dankend, bedauere ich, durch amtliche Pflichten tomme bebé o uhr, bet Steemann, Welchiorftr. 15, of part. Gäſte willGeselliger Klub, roletariat" bei Lorenz, Roppenfir. 40 e. Geverhindert zu sein. Zugleich kann ich aber, nachdem felliger Slub, offnung" bei Feige, Martusstraße 31.- Geselliger Berein Ihr Verein durch mehrfache Einladung auf meine und errent, tubs 8 Uhr, bet Genoffe Leininger, Boyenstr. 40. Gajie, Damen Ansicht Werth gelegt hat, mit der Ueberzeugung Schröder, Stegligerstr. 18. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Restaurant, Gartenstraße fommen. willkommen. " Bergnügungsverein, on um", Abends 8% Uhrbet Görliger Bahn links. Ihre Frage läßt sich ohne Kenntniß verschiedener Ginzelheiten nicht beantworten. Zu mündlicher Ausunft sind wir bereit. C. R. Wer bei einem bestimmten Meister fest engagirt ist,| Gericht Sie verurtheilen muß, giebt es kein Mittel. Auch eine| gericht bedürfen Sie feines Rechtsanwalts. 2. Der burch Unfall muß zur Altersversicherung beisteuern, auch wenn er bei sich zu Annonze in der Zeitung schüßt Sie nicht. Berletzte tann, auch wenn er mit der durch die BerufsgenossenHaus arbeitet. Anders liegt es aber, wenn er selbständiger Ar- M., Dresdenerstraße. 1. Sie haben gegen die Armen- schaft festgesezten Entschädigung nicht zufrieden ist und weiter beiter ist, der bald für den, bald für jenen Meister Hausarbeit direktion keinerlei Anspruch auf Zahlung der Miethe. 2. Dagegen flagen will, einstweilen immer die ihm zugesprochene Rente anannimmt; ein solcher ist nicht versicherungspflichtig, tann sich aber tönnen Sie an den von der Aftermietherin in Ihre Wohnung nehmen. Er vergiebt sich dadurch nichts in seinem Recht. freiwillig versichern. gebrachten und noch darin befindlichen Sachen wegen der Miethe J. 2., Gartenstr. Ein Kellner, dem ein Gast für seine B. 32. Sie brauchen nur für diejenigen Schulden aufzu- für den einen Monat das Retentionsrecht ausüben und brauchen Bechschuld einen Pfandschein zur Sicherheit gegeben hat, darf tommen, die Ihre Frau zur Bestreitung der wirthschaftlichen daher diese Sachen der Armendirektion nicht herauszugeben. denselben sofort einlösen. Die eingelösten Gegenstände darf er Bedürfnisse eingeht, nicht aber für Luxussachen. Dagegen, daß H. G. 1. Zur Einlegung der Berufung auf schiedsgericht aber nicht freihändig verkaufen, sondern muß sie nach Ausklagung Ihre Frau überhaupt Schulden macht, zu deren Zahlung das liche Entscheidung oder zu Ihrer Vertretung vor dem Schieds- seiner Forderung durch einen Gerichtsvollzieher versteigern lassen. Neue Welt, Hasenhaide 36. Montag, den 22. Juni 1891: Großes Sommer- Fest des Fachvereins sämmtl. in der Musik- Instrumenten- Industrie beschäftigten Arbeiter. Konzert und Sommernachts- Ball im neu erbauten Bal champêtre. Auftr. des gesammten Künstlerpersonals. Großes Monstre- Feuerwerk. Jedes Kind erhält am Eingang der Neuen Welt eine Stocklaterne gratis. Der. Fackelzug beginnt bei Anbruch der Dunkelheit. 3 Kinder- Vorstellungen finden statt. Das Konzert beginnt um 4 Uhr. Programm an der Kaffe gratis. Die Kaffeeküche ist den geehrten Damen von 2 Uhr an geöffnet. Entree 30 Pf Freunde und Gönner ladet hierzu freundlichst ein Das Komitee. Billets im Vorverkauf sind zu haben bei den Kollegen Mös, Markusstraße 27, Portal II 3 Tr.; Niendorf, Staligerstr. 18, 3 Tr.; Heinrich, Wienerstraße 45, 3 r.; Seeliger, Wasserthorstr. 18, 1 Tr.; Knabe, Lausitzerstr. 43, Sout.; Martin, Gitschinerstr. 66, 2 Tr.; Meyer, Andreasstr. 12, und Arndtstraße 34 im Restaurant bei Grote. 375/3 Große öffentl. Steinmekversammlung am Donnerstag, den 28. Mai, Abends 8 Uhr, Johanniskr. 20. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Delegirten vom Kongreß. 2. Einführung der Marken sum Generalfonds. 3. Arbeitseinstellung Play Prieß. 4. Gewerkschaftliches. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Steinmegen, zu erscheinen. 286/12 Albert Hempel. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher in den Glacé- und Karton- Papierfabriken Berlins und Umgeg. beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Donnerstag, den 28. Mai, Abends 8½ Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobftraße 48a. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenau über:„ Kirche und Schule". 2. Diskussion. 3. Bericht der Agitations- Rommission. Berichterstatter Rollege Beyer. 4. Verschiedenes.- Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Achtung! 155/7 Lithographen, Steindrucker n. Berufsgen. ( Steinschleifer und Präger Berlins). Am Donnerstag, den 28. Mai, Abends 82 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße Nr. 75: Kombinirke Derlammlung. Tages- Ordnung: 1. Errichtung des Arbeitsnachweises event. Wahl einer Kommission. 2. Wahl einer Rechtsschutz- Kommission. 3. Wahl einer UnterstüßungsKommission. 4. Verschiedenes. Zutritt haben alle Mitglieder gegen Vorzeigung der Karte resp. Mitgliedsbuches, ebenso diejenigen, welche sich aufnehmen lassen wollen. Der Einberufer. 207/4 Fachverein der Tischler( Osten). Mittwoch, den 27. Mai, Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Haase( Königsbank), Gr. Frankfurterstr. 117, Große Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Rohrlack über:" Die Klasse der Geächteten". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Der Bevollmächtigte. Oeffentliche Versammlung 314/51 der Uhrmacher und verw. Berufsgenossen Berlins u. Umgegend am Donnerstag, den 28. Mai, Abends 9 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79, Tages- Ordnung: Nur allein Brunnenstr. 1, I. Etage. Ecke Weinbergsweg, I. Etage. am Rosenthaler Thor. Ausverkauf! Neue Amerikanische Verkaufs Hallen Nur allein Brunnenstr. am Rosenthaler Thor. I. Etage. Ecke Weinbergsweg, I. Etage. Herren- und Knabengarderoben. 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Verband aller in der Donnerstag, den 28. Mai, Abends 81/2 Uhr, Norbert's Restaur. Beuthstr. 21/22, Vorstandssitzung. Die Kommission zur Aufnahme einer Statistik ist hierzu eingeladen. Metall- Industrie Arbeitsmartt. beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgeg. Grosse Versammlung am Donnerstag, den 28. Mai 1891, Abends präzise 8 Uhr, im Feen- Palast", Burg- und St. Wolfgangftrahen- Ecke, Lages Ordnung: وو = 1,50 Mk. Garten mit zwei Regelbahnen. Auch Kleine Reparaturen entsprechend billiger. fönnen Familien Kaffee kochen. Für Uhren, Gold- u. Silberwaaren 7822 auftr. 38, Otto Thierbach, C. Wunsch, Dranienplay, Schwedterstr. 44. n. d. Bringe meinen Freunden u. Genossen meine Rind- u. Schweineschlächterci in freundliche Erinnerung. Lager v. Schuhen u. Stiefeln, Zentral- Markthalle Stand 148. verfertigt von den ausgesperrten Schuhmachern Erfurts. Mamfells auf Knabenanzüge Chr. Geyer, Oranienſtr. 202. verl. 191M Stein, Adalbertstr. 22. Arbeiter verl. Gießerei Joachimstr. 9.( 3wisch. Heinrichspl. u. Manteuffelstr.) Kinderwagen. Andreas. 23, p. Sofort gesucht zur Leitung e. mittt. soz. Buchdruckerei ein tücht. 1. Sezer. Derselbe muß event. a. 1. Die neue Gewerbe Ordnung. Referent Herr August Bebel. Der Maschine aushelfen können, sow. das Kalkuliren von Druckarbeiten verstehen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragen. In der Versammlung werden Offerten an die Exp. des„ Vorwärts" Beiträge entgegen genommen und Aufnahmen vollzogen. Zahlreiches Er- Offerten an die Exp. des„ Vorwärts" 365/5 unter ,, N. W." scheinen ist nothwendig. Der Vorstand. Große öffentl. Maurerversammlung am Freitag, den 29. Mai, Abends 8 Uhr, 4 10 o Bazenhofer 10 Pig. F vom Fass Langestr. 22. Das grösste Brot für 50 Pf. liefert 790 1038b Größtes H.p. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Gonnt. 8-10. Platinabfälle, ets( auch wenn nicht verbr. Glühlampen, f. ftets annonzirt) zu den höchsten Preisen nur Robert Linke, 1015b Reinickendorferstr. 28. Die am 23. Mai gegen die Küssner'schen 513L Cheleute u. H. F. Markwald ausgestoßene Beleidigung nehme ich hiermit zurück. 1025b Fim ,, Kurhaus" zu Friedenau. Albrecht's Bäckerei, Zages Ordnung: Wrangelstr. 8 und Langestr. 26. J. Fleischer. Gesangsdirigent übern. d. Zeitung e. postl. 1036b Sebastianstraße. 192M 527L Carl Aurin. Gebr. Hobelbänke, Schreibsetr., Spind m. Schiebeth. billig Brandenburgstr. 27 1030b b. Kasten. Genossen! Da ich geschäftl. verziehen H.1 Tr. bill.f.80 Thlr. Gräfeftr.9b.Wirth. Schlafft. 3. verm. Kürassierstr. 5, H. 3 Tr. Freundl. Schlafft. b. Stein, Sorauermuß, verm. ich fof. e. fl. frndl. Wohnung ſtraße 19, Hof I. 949 b 1028b Möbl. Schlafft. a. 1 o. 2 Hrn. 3. 1. Juni Lausigerstr. 9 bei Radtke. Schlafst. Lausitzerstr. 13, v.8% r. 1027b Frndl. Logis m. Roft billig Clausen, Wilhelmstr. 119/20, 1. Quergeb. 1035b 1 o. 2 Gen. frndl. Schlafst., sep. Eing., Rüdersdorferstr. 47, v. 3 Tr. 1. 1034b f. 1 o. 2 Hrn., fep., Grünkramgeschäft fof. f. 300 M. zu Vereins Donnerstags. Adr. P. 30 Möbl. Zimmer dani. 9, V 1. Berichterstattung des Delegirten vom 8. deutschen Maurer- Kongreß. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet 1032b verk. Lehrterstr. 53. Der Einberufer. Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2, Granienr. IV 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 120. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Nordhausen. Wir haben den herrschenden Klassen noch niemals ein richtiges Verständniß für die sozialökonomische Lage zugetraut. Sie fehen kaum über Nasenlänge hinaus. Wenn der Unternehmer feinen Gewinn, der Kapitalist seinen Profit eingeheimst hat, dann mag es im Uebrigen gehen, wie es will, und es macht den, oberen Zehntausend" keine Kopfschmerzen, wie sich die große Masse befindet. Beschwerden und Klagen fertigt man achfelzuckend ab. Verlangen nach Lohnerhöhung ist Maßlosigkeit" und" Begehrlichkeit" und für die Arbeitslosen hat man den schönen Spruch aus der guten alten Zeit, daß wer nur ernstlich arbeiten wolle, auch Arbeit bekomme. Man begreift zwar, daß die moderne Industrie immer mehr„ Hände" überflüssig macht, allein diese mögen eben sehen, wie sie sich durchschlagen. 21 Mittwoch, den 27. Mai 1891. 8. Jahrg. die freilich durch Schneidigkeit und Streberthum die klaffen- sei nicht blos so in den Löwe'schen Fabriken, den Lücken ihres Wissens würdig auszufüllen sich bemühen. Welche Nolle Deutschland auf dem Zuckermarkte spielt, zeigt sich aus folgender Uebersicht. Es wird die gesammte Rübenzucker- Erzeugung für 1890/91 geschäßt für Deutschland auf 1 335 000 Tonnen, Desterreich- Ungarn Frankreich Belgien Holland Rußland andere Länder 740 000 " 27 700 000 " " 100 000 n " 60 000 " n 465 000 " n 50 000 " Zusammen 3510 000 Tonnen. Deutschland ist also der bedeutendste Rübenzuckerproduzent der Welt, und es ist eine unerhörte Belastung der Steuerzahler zu Gunsten von rund 400 Zuckerraffinerien, wenn diesen Unternehmungen, die im Fette ihrer Dividenden fast ersticken, AusfuhrGlaube man ja nicht, der schöne Spruch, wer nur ernstlich vergütungen fort und fort an den Hals geworfen werden. arbeiten wolle, der bekomme auch Arbeit, sei als ein ehr- drei Millionen Deutsche über See ausgewandert, also 77 000 auf Deutschlandmüde. Von 1851 bis 1890 find mindestens würdiges Erbtheil Erbtheil großmütterlicher Weisheit bei anderen Generation in Verruf gekommen. Onein, man das Jahr. Es betrug die Zahl der Auswanderer: fann diesen ordinären Spießbürgertrost tisch hören, sich behäbige Leute, Rentiers, Haus befizer, Dividendenjäger und Börsenspieler versammeln. Das wäre an und für sich nicht so schlimm. Weit schlimmer ist, daß solche Spießbürgerweisheit zur Grundlage für behördlich e Maßnahmen gebraucht und daß sonach der wahrheitswidrige Spruch, wer nur ernstlich arbeiten wolle, müsse auch Arbeit finden, gewissermaßen amtlich beglaubigt wird. Wir werden das beweisen. 100 jedem Bier1886 83 225 1887 104 787 1888 103 951 1889 96 032 1890 91 925 sondern anderwärts genau ebenso; Redner verweist hierbei auf die unheilvollen Wirkungen des Fabrikantenringes, welcher Maßregelungen, Noth und Glend in die Reihen der Arbeiter hineintragen. Aber noch sei der Höhepunkt des Elends nicht erreicht, es dürfte schließlich noch weit schlimmer fommen, was seitens des Unternehmerthums gewünscht werde, indem man die Verzweiflung der Arbeiter auf die Spitze treiben wolle, um sie dann ihre Macht fühlen zu lassen. Um aber selbst den Mißständen entgegentreten zu können und um sich dagegen schützen zu können, hätten sich die sämmtlichen Metallarbeiter zu einem Verband zusammengeschlossen und er lege den Kollegen aus den Löwe'schen Fabriken dringend ans Herz, sich in ihrem eigenen Interesse demselben ebenfalls anzuschließen.( Stürmischer Beifall.) 40 Kollegen noch einige hinzugekommen seien, so daß die Zahl Kollege Telge theilt mit, daß zu den ursprünglich derjenigen, welche die Arbeit niedergelegt hätten, auf 60 Personen bemessen werden könne. Er veröffentlicht weiter die Namen Rostockerstraße wohnhaft, Müller, Charlottenburg, Straße 2, einiger Streikbrecher, es sind dies die Kollegen" Wendt, und Daun, Beusselstraße, welch' letzterer vorher sie immer angespornt hätte, fich nicht die Abzüge gefallen zu lassen und als sie dann Alle die Arbeit niederlegten, hätte er sich als der Einzige gedrückt, um den Herrn Ober- Büchsenmacher erst um Rath zu fragen.( Unruhe und Entrüstung.) Es sprachen in der ferneren Diskussion noch eine ganze Reihe Daß die ostelbischen Gebiete, in welchen das Junkerthum von Rednern, welche theilweise verschiedene weitere Mißstände unbeschränkt herrscht und also auch die Gelegenheit hat, seine zur Sprache brachten, andererseits blieben den Löwe'schen Arsozialreformerische Wirksamkeit zu entfalten, das größte Aus- beitern auch nicht eine Anzahl von leider nur zu berechtigten Vorwandererkontingent stellen, zeigt sich mit wünschenswerther würfen erspart. Es wurde ihnen ihr Indifferentismus in erster Die querköpfigen Landarbeiter müssen Vor kurzem wurde aus Nordhausen am Harz in meh- Deutlichkeit. die Linie vorgeworfen und auch ihr mangelhaftes Solidaritätsgefühl. reren Bourgeoisblättern gemeldet, daß es in der Stadt des Segnungen dieses praktischen Christenthums nicht besonders hoch- Agitationen unter ihnen seien, wie Kollege Poppe ausführte, fast Kümmels und Korns gelungen sei, den, An sturm der an schätzen, daß sie die Massenflucht über den Ozean unmöglich, da sie jeden Aufklärungsversuch meistens mit Hohnvor junkerlicher Liebesthätig lachen zurückwiesen. Ein anderer Redner meinte, man höre so geblich brotlosen Arbeiter auf die Armentasse" für die sicherste Rettung зи geschweigen voN der Sachsensoft, daß die Löhne in den Löwe'schen Fabriken so niedrig seien, abzuwehren. Der Jubel war groß, auch in sogenannten frei- feit halten, ganz zu finnigen Blättern. gängerei, diesem Pfahl im Fleische der Feudalen. Auf daß die Arbeiter nicht im Stande wären, Versammlungen zu beMan hatte nämlich in Nordhausen seit sieben Jahren sich 100 000 Einwohner tamen im Jahre 1890 aus Westpreußen 753, suchen und den Fachvereinen beizutreten, trotzdem seien sie aber entschlossen, die brotlosen Arbeiter Seitens der Stadt zu beaus Bofen 630, Pommern 542 Auswanderer, während der im Stande, für ihre Meister Sammlungen zu Geschenken ver schäftigen- wohlgemerkt, wohlgemerkt, zu beschäftigen, nicht zu unter- Durchschnitt für ganz Preußen 201, für das Deutsche Reich 188 anstalten. fügen! was jetzt von den theilweise freisinnigen Bourgeois- beträgt. Nachdem Genoffe Günther und der Vorsitzende die Kollegen blättern als ein, unfug" bezeichnet wird. Der Arbeitslohn, Bei Gummiwaaren spielt der Käufer thatsächlich Hazard, nochmals aufgefordert hatten, das bisher Versäumte nachzuholen, der gezahlt wurde, war ein chinesischer; er betrug pro Tag soweit es sich um die Qualität handelt; weder Farbe, Geruch, sich jetzt endlich aufzuraffen und sich den anderen Arbeitern, in eine Mart. G3 müssen schon recht tägliche Verhältnisse spezifisches Gewicht, noch chemische Analyse vermögen ein voll- erster Linie also dem Verband der Metallarbeiter anzuschließen, in Nordhausen obwalten, wenn Hunderte sich zu diesem Lohn ständig erschöpfendes Urtheil über die Güte der Waare zu liefern. erlangte die Versammlung, welche hoffentlich einen guten agitaherangedrängt haben, denn wer irgendwo anders Beschäftigung Die Preise für die verschiedenwerthigen Sorten Rohbgummi( Ost- torischen Erfolg haben wird, ihr Ende. erhalten konnte, der warf sich gewiß nicht der Kommune von indien, Para, Ost- oder Westafrika) differiren sehr erheblich, bis Der Leseklub ,, Gleichheit" hielt eine öffentliche Verzu 100 pet. Die Analyse vermag nicht festzustellen, welche Sammlung im Lokale des Herrn Schönnemann, Stalizerstr. 7, ab. Nordhausen in die Arme. Im Winter von 1887/88 war die Ausgabe der Stadt auf Sorten, ja wie viel altes, schon gebrauchtes Kautschuk gebraucht Genosse Köhler sprach über die acht Opfer des Klassenhasses in 5346 M. gestiegen. Mit dieser Summe würde die Ehrbarkeit worden ist. Daß die Waarenfälschung hier start im Schwange Chicago. Der Vorfall wurde mit Beifall aufgenommen. In der von Nordhausen sicherlich keinen Bürgermeister finden können, ist, versteht sich. Und es kümmert die gewinnlüsternen Fälscher Diskussion sprachen sich sämmtliche Redner im Sinne des Vorum ihre städtischen Angelegenheiten zu verwalten; auch wenn sie nicht, daß durch ihre Mogeleien der Konsument zu Schaden tragenden aus. Nach Schluß der Diskussion wurde die von der irgend ein Ehrengeschenk an eine hervorragende Persönlichkeit fommt. Zu Schläuchen für Säureleitungen, zu Treibriemen, die Fraktion vorgeschlagene Mairesolution einstimmig angenommen. machen wollte, würde für eine so angesehene Industriestadt eine im Interesse der Sicherheit des Betriebs und der dabei thätigen Die Versammlung war von ungefähr 30-40 Personen besucht. solche Summe ziemlich klein erscheinen. Aber für brotlose Ar- Arbeiter aus bestem Stoffe gemacht sein müßten, wird Der Fachverein der Marmor- und Granitarbeiter beiter, wenn auch gegen entsprechende Arbeitsschlechtes, abgenügtes Material oft genug genommen. Daß hielt vor kurzem seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab, leistung, ist eine solche Summe entschieden zu viel und so die Konsumenten aber nicht selten dieſe minderwerthige Waare um 1. die Neuwahl des gesammten Vorstandes zu vollziehen, beschloß man, sich den„ Unfug" vom Halfe zu schaffen. Die faufen, obwohl sie wissen, daß gute Qualität zu dem geforderten 2. fich über ein etwa stattfindendes Kränzchen oder Stiftungsfest Kommune von Nordhausen wußte dafür ein sehr einfaches Preise nicht geliefert werden kann, ist recht bezeichnend für unsere schlüssig zu werden und 3. mehrere interne VereinsangelegenMittel; fie erkannte, wie berichtet wird, eine Arbeitsnoth Unternehmermoral. Keine Sorte Rohgummi, gewaschen und geheiten zu erledigen. Auf Anregung des Kollegen Paulikat beüberhaupt nicht an, solange Dußende von reinigt, ist heutzutage unter 6-6,50 W. per kilo zu beschaffen schloß die Versammlung, als besonderen Punkt die BerichtArbeitern aus den umliegenden Dörfern tag wer sich nun fertige Fabrikate bedeutend unter diesem Preise erstattung der Delegirten der Bauhandwerker- Konferenz mit auf anschafft, und nicht etwa blos Verdichtungsmaterial, sondern die Tagesordnung zu setzen. täglich in der Stadt ihr Brot fanden. auch im Werkjaal benutzte Treibriemen, deren Brüchigwerden In den Vorstand wurden( dnrch Stimmzettel) gewählt: Ah, welche Weisheit! Bekanntlich ist es gerade die Konkurrenz der ländlichen und Reißen entsehliches Un glück anrichten tann, ist ebenso Paulitat 1., Ihmig 2. Vorsitzender, Mudra als 1., Schrot als Arbeiter, welche die Noth in den Städten so sehr steigert und schuldig, wie der Betrüger, der diese Produkte herstellt und ver- 2. Schriftführer, Wolf als Kassirer, Glasenapp als Hilfskaffirer, die Zahl der Arbeitslosen vermehrt. Die Parzellenbesitzer laffen schleißt. Und es wäre gut, solche Leute, die nachgewiesenermaßen Jonas und Stinnig als Beifizer, Lieseberg und Bichel als Revi ihr Stückchen Grund und Boden von Frau und Kindern be- Schundwaare dieser Art verwenden, beim Vorkommen eines foren. Zu Punkt 2 wurde beschlossen, das Stiftungsfest Mitte stellen, sie selber aber gehen für einen geringen Lohn in die Unfalls strafrechtlich wegen Körperverlegung oder eines Juni stattfinden zu lassen; mit der Arrangirung desselben wurde Diese verwandten Reats zu belangen. Fabrik und verdrängen so die städtischen Arbeiter. Ralamität, die ein allgemeines Sinken der Löhne bewirkt hat, besteht schier in ganz Deutschland. Aber der Kommune von Nordhausen ist es vorbehalten gewesen, zu entdecken, daß für diefe Kalamität die brotlosen städtischen Arbeiter verantwortlich zu machen sind, gerade Diejenigen, welche auch zugleich die lautete die Tagesordnung einer öffentlichen Versammlung sämmtOpfer der Kalamität darstellen. Man legte den Arbeitern, wenn licher in den bezeichneten Fabriken beschäftigten Arbeiter. Die ferner bekannt, daß die Sammlung für den kranken Kollegen sie sich in städtische Beschäftigung meldeten, auch den Nachweis Versammlung war eine imposante, der geräumige Saal der Thies bis jetzt 40 m. ergeben hat. Nach Erledigung anderer auf, daß sie sich anderswo vergeblich in Arbeit gemeldet als Ahrends'schen Branerei war dicht gefüllt, so daß die Zahl der innerer Vereinssachen wurde die Versammlung geschlossen. Nächste ob ein solcher Nachweis immer zu erbringen wäre! Der Erfolg Versammlungsbesucher gut auf 1200 Personen bemessen werden Versammlung am 21. Juni. blieb auch für die Ehrbarkeit von Nordhausen nicht aus und fonnte. Nachdem Genosse Joft mit der Leitung der VerhandBonentarif. die für Ende des so harten und Arbeiter so lungen betraut war, richtete er an die Kollegen die Aufforderung, Aus Anlaß des nahe bevorstehenden Rücktritts des Ministers schrecklichen Winters 1890-91 fonnte fie sich aus ihrer Mitte heraus zur Tagesordnung zu sprechen und die v. Maybach hatte der Verein für Eisenbahnreform 3onentarif" rühmen, daß die Ausgabe für die Ausgabe für brotlose Arbeiter zahllos vorhandenen Mißstände ohne Scheu der Deffentlichkeit zu nach dem Wintergarten des Zentralhotels eine Versammlung von eben diesem Winter nicht einmal noch übergeben. Frauen und Männern einberufen, welche den weiten Raum fast betragen habe. Das ist überaus bezeichnend und belehrend für Bunächst ergriff Kollege Mück das Wort und führte aus: völlig füllte. Der zahlreiche Besuch trotz der ungünstigen Zeit die sanften Gemüther, welche an die Milde, die Humanität und Vor den Feiertagen habe der Meister Lindner bei 40 Mann einen und des schönen Wetters zeigt deutlich das große Interesse, die Nächstenliebe der oberen Zehntausend im Allgemeinen glau- größeren Abzug versucht, da es ihnen aber nicht mehr möglich welches den Bestrebungen des Vereins entgegengebracht wird. ben. Man thut, als ob die Arbeiter sich einer ungerecht gewesen sei, bei den ohnehin schon enorm niedrig bemessenen Dr. Eduard Engel gab zunächst in einem dreiviertelstündigen fertigten Bettelei schuldig gemacht hätten, weil man Breisen auch noch einen weiteren Abzug tragen zu können, so Vortrage eine Kritik der Thätigkeit des scheidenden Eisenbahnihnen für einen chinesischen Lohn Beschäftigung, und zwar gewiß haben sie sich ganz entschieden dagegen gewehrt und es schließlich ministers sowie eine interessante Beleuchtung des jetzigen Standes feine angenehme, gegeben hat. Gewiß hätten sie jede andere burchgesetzt, daß man ihnen zugestanden habe, man würde ihnen unserer Verkehrsverhältnisse. Redner führte u. A. Folgendes Beschäftigung vorgezogen und sich nicht zu den städtischen Ar- teine Abzüge machen, wenn sie nur zu den alten Preisen weiter aus: In Preußen, in Deutschland besteht noch keine Gesetzbeiten gedrängt, wenn sie etwas anderes hätten finden können. arbeiten. Hinterher sei ihnen dann aber der Meister Lindner gebung auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens; der Minister ist und ohnehin müssen sie den Stadtfäckel zum größten Theil mit mit dem Versuch eines indirekten Abzuges gekommen, der noch ihren Steuergroschen füllen, während die Ehrbarkeit sich ge- weit bedeutender war als der erstere, so daß sie durch diesen täg berdet, als hätte sie den Arbeitern aus den Taschen der Kapita- lich ungefähr 2/8 Stunden vollständig umsonst hätten arbeiten liften ein Geschenk gemacht! müssen. Dem Ansinnen widersetzten sie sich natürlich und die Folge davon wäre gewesen, daß der Meister Lindner jedwede unterhandlungen ablehnte und sie einfach für entlassen erklärte. ( Zustimmung.) ant Don 300 in Mart Wie in Nordhausen mag es auch anderwärts fein. Die Herrschenden Klaffen begreifen nicht, woher die Arbeitslosigkeit kommt und was sie bedeutet. Aber wer so wenig die Zeiterscheinungen versteht, der kann auch nichts von der Zukunft verlangen. Versammlungen. Die Zustände in den Löwe'schen Fabriken der Vorstand betraut. Nachdem die Delegirten von der Bauhandwerker- Konferenz, Paulifat und Pichel, den Bericht von der= felben erstattet hatten, aus dem nur die ablehnende Haltung gegen das Vorgehen des„ Bauhandwerker" hervorzuheben ist, erflärte die Versammlung, nach ihrem Wunsche auf der Konferenz vertreten worden zu sein. Der Vorsitzende, Kollege Ihmig, gab unumschränkter Herrscher, der verfassungsmäßig das Recht hat, mit einem Federstrich von heute auf morgen Tarife zu ändern. Es könnte ganze Industrien durch einen falschen Tarif vernichten, er kann aber auch einschneidende Verbesserungen vornehmen; der ihm beigegebene Eisenbahnrath hat auf seine EntSchließungen keinerlei Einfluß. Der Minister ist nicht einmal gezwungen, auf die Wünsche der Volksvertretung Rücksicht zu Einige andere Kollegen bestätigen und ergänzen diese Aus- nehmen; Beschwerden aus dem Publikum werden ihn wohl kaum führungen und bringen weitere Beispiele der unausgesetzten Be- erreichen, da man nicht annehmen kann, daß er auch nur einige drückungen vor. So sind ihnen für eine vorher auf das Aeußerste von den 7000 vorhandenen Beschwerdebüchern selbst liest.( Heitermit 6,40 m. bemessene Arbeit auf einen Einzelartikel jetzt mit teit.) Das Publikum hat deswegen die Pflicht, durch Agitation, einem Male 6 M. geboten worden. Eine Arbeit, die im vorigen soweit sie in gesetzmäßigem Rahmen möglich ist, seine Wünsche Jahre mit 30 Pf. bezahlt wurde, fei mit der Motivirung, daß es und Beschwerden vozubringen. Die große Bewegung, die seit Eine Produktionseinschränkung planen die Tuch- und in Spandau auch nicht mehr gebe, auf 17/ Pf. herabgedrückt einigen Jahren in Deutschland zu Gunsten einer bedeutenden Buckskinfabrikanten. Unter den Industriellen des Zwickauer Be- worden und jetzt solle die Arbeit gar für 16½ Pf. gemacht Herabsehung der Tarife durch den Verein" Bonentaris" im Gange zirks soll bereits eine Einigung erzielt fein. Auch die Chemnißer werden, also fast für die Hälfte weniger, als vor einem Jahre. gehalten wird, hat bereits Erfolge aufzuweisen, die man vor einigen Bigognespinner werden bis Mitte Mai die Arbeitszeit um einen Das seien Preise, bei denen ihnen die Möglichkeit entzogen sei, Jahren noch taum erwartete. Die Ueberzeugung von der NothTag die Woche verkürzen. Diese Versuche der Unternehmer, sich sich auch nur den nothdürftigsten Lebensunterhalt zu verdienen. wendigkeit einer Reform hat sich auch in den maßgebenden Genosse Unger wirst den Löwe'schen Arbeitern vor, daß Kreisen Bahn gebrochen. Man muß billig erstaunen, daß der vor den Wirkungen der Produktionsanarchie zu schützen, sind ein Soziale Uebersicht. wirken! Zeichen der Zeit; daß sie auf Kosten der Arbeiter, deren Ein- sie sich wenig solidarisch mit der gesammten Arbeiterschaft gezeigt Eisenbahnminister eines kleinen deutschen Staates( Baden) sich kommen durch das Vorgehen der Fabrikanten geschmälert wird, hätten; so lange fie arbeiteten, fürchteten sie sich, irgendwie sich noch eine solche Aeußerung leisten kann wie die:" Die Bestrevor sich gehen, versteht sich heut zu Tage von selbst. Wie heil an den öffentlichen Vorgängen zu betheiligen oder auch nur gegen bungen zur Verbilligung der Personentarife seien eine Modefam würde hier ein wahrhaft sozialpolitischer gesetzlicher Eingriff die Bedrückungen Front zu machen. Beweis hierfür sei, daß nur krantheit". Eine derartige Auslassung gehört zur Kategorie der= williger fomischer Einfälle vermehren helfen.( Lebhafter Beifall.) Davon Genosse Fri Günther: Die Vorgänge in den Löwe'schen Nun geht Herr v. Maybach. Ueber seinen Werth ist die Presse jahr 1888/89 zur Prüfung 1084 Studenten zugelassen. erschienen und wurden geprüft 908 oder 83,8 pet. und von diesen Fabriken seien recht bezeichnend für das Vorgehen des Unter- nicht ganz einig; man räumt ihm eine Verwaltung in guter, Man sieht, daß die nehmerthums. Zuerst suche man den Arbeitern Abzüge zu solider, preußischer Weise nach. Das mag richtig sein, aber demi bestanden 771 oder 84,9 pet. die Prüfung. akademische Jugend trotz der reichen Bildungsmittel und Lern- machen und als dieses nicht mehr gelingen will, versuche man Bug der Zeit nach weiter gehenden Verkehrerleichterungen hat er gelegenheiten einen nicht unerheblichen Prozentjah Durchgefallener dem Arbeiter das Nisiko aufzubürden. Für als gut befundene nicht zu folgen vermocht; er war ein Verwaltungsbeamter, tein stellt, d. h. solcher Leute, welche die Studienzeit nicht richtig und abgenommene Arbeiten suche man den Arbeiter hinterdrein Reformator. Deutschland ist das Durchgangsland des ganzen auszunügen wissen. Die Menfuren, die Korpsbummel, die verantwortlich zu machen und nöthige ihn ferner auch noch, europäischen Verkehrs, wir haben ein größeres Eisenbahnnes Dies als Frankreich, ja selbst als England, Kneipenlauserei sind ein arges Hinderniß für die Herren Studiosen, sich seine eigenen theuren Werkzeuge zu halten. An den drei bayerischen Universitäten werden im Schullehr wenige Kollegen aus den Löwe'schen Fabriken sich einer Dr- jenigen Aussprüche, die seit Jahren die Sammlungen unfrei aber unsere Einrichtungen find nicht so vollkommen, wie sie sein Ginen so furchtbaren Zustand, wo die nichtsthuende Minorität| find am Sonntag der Musik- Dilettanten- Verein Animo", der müßten. Ich brauche nur an das legte schreckliche im Fett erstickt, die schaffende Masse aber hungert, den heilt man Theaterverein Stern", der Vergnügungsverein„ Grüne Giche" Eisenbahn- Unglück zu erinnern. Redner geht dann auf die Ver- nicht mit Hausmittelchen. Trotzdem aber suchen wir im Reichs Hallesches Thor), der Bühnenverband" Normannia" und der wirrungen im Kursbuch und dem Personentarif ein, beleuchtet tag, wenn es irgend geht, kleine Besserungen, mögen sie vorläufig Theater- Bergnügungsverein„ Eichenkranz". Der Aufnahme dieser dieselben an verschiedenen drastischen Beispielen und bespricht auch noch so gering fein, für das Proletariat zu erhaschen. fünf Vereine folgte nun die Erledigung von Bundes- Angelegen sodann eingehend die Zustände auf den Berliner Bahnhöfen. Denn nicht mit einer förperlich herunter gekommenen und geistig heiten"( Punkt 4 der Tagesordnung). Dieselbe erstreckte sich auf Wenn auf einer Privatbahn- so fährt er foet- folche Zu- stumpfen Arbeiterklasse vermögen wir die große, entscheidende Bewilligung freien Eintritts für den Bundesvorstand zu allen stände herrschen würden, dann hätte die Polizei schon längst für Geistesschlacht siegreich zu schlagen, sondern wir brauchen in Vergnügungen, Erhebung des Mitgliedsbuches zum unbedingten Ordnung gesorgt. Man fann auch schwer glauben, unsern Kolonnen förperlich frische und geistig geweckte Soldaten. Legitimationsmittel, Auflegung der Einlaßkarten für das große daß die Verwaltung selbst das ganze Gebiet übersehen Darum verlangen auch wir soziale Reformen, selbst auf dem Bundes- Sommerfest am 27. Juli in der„ Neuen Welt"( Rixdorf, kann, wenn man die unglaubliche Thatsache anführt, daß Boden der heutigen Gesellschaft. Sehen wir uns nun einmal die Hafenhaide), Wahl von Delegirten zum Bundes- Kollegium u.f.w. auf dem Bahnhofe Friedrichstraße allein 27 000 und in der doch Gewerbe- Ordnungs- Novelle in ihren Haupttheilen an. Da ist erstens Die nächste Versammlung wurde auf Sonntag, 21. Juni, animmerhin fleinen Stadt Halle 15 000 verschiedene Billetsorten die Sonntagsruhe". Durch die vielen Ausnahmepunkte, welche beraumt. Um 14 Uhr schloß die gegenwärtige Versammlung. verkauft werden. In Ungarn ist der Zonentarif bereits ein- die Kommission zusammen getragen, ist das Prinzip geführt, in Desterreich tritt er am 1. Juni d. J. in Kraft, da dieses Gesetzes zerfetzt und durchlöchert. Es heißt, der Arbeiter " Cöpenick. " werden sich die üblen Folgen der Konkurrenz unserer Nachbar- darf nicht verpflichtet werden am Sonntag zu arbeiten, doch der Cöpenick und Umgegend fand am Sonntag Vormittag unter Eine sehr stark besuchte öffentliche Volksversammlung für länder bald deutlich genug bemerkbar machen. Der Verkehr wird Unternehmer fagt einfach: 3wingen darf ich Dich nicht, Borsitz des Genossen Siedel im Müggelschlößchen bei Friedrichsimmer mehr von Deutschland abgelenkt werden und eine be- aber auch ich bin nicht gezwungen, Dich noch ferner zu engagiren; hagen statt. Den ersten Punkt der Tagesordnung füllte ein Vordeutende materielle Einbuße wird die Folge sein. Schon jet wähle. Und der Arbeiter steht vor der Wahl der Sonntags- trag des Abgeordneten Max Schippel über die Sozialdemokratie reifen die reichen Russen, deren Rauftraft in einer sonst ziemlich ruhe" und des Hungers. Bei der Kinderordnung" haben die ſillen Geschäftszeit höchſt angenehm empfunden wird, nach den Herren behauptet, sechs Stunden Fabritarbeit seien für die Knaben und die heutigen Parteien. Referent weist zunächst auf die HoffBädern, nach Italien nicht mehr über Berlin. Es wird auch für und Mädchen der Arbeiter eine prächtige Erziehung. Nun, warum nungen hin, die sich an den Erfolg der letzten Wahlen geknüpft die Folge Niemandem, der nicht eine bedeutende Einbuße erleiden schicken dann die Vornehmen ihre Kinder nicht auch dorthin haben, und zeigt, wie alle Parteien, mit Ausnahme der Sozialwill, einfallen, noch weiterhin über Hof u. f. w. nach Italien zu( Bravo!) Was die Verkürzung der Arbeitszeit angeht, so haben demokraten, ihr bei der Wahl gegebenes Versprechen in Bezug fahren, er wird die Strecke Dresden- Bodenbach wählen. Der wir absichtlich den Achtſtundentag nicht beantragt, wegen der auf ihr Verhalten im Reichstage gebrochen haben. Es folgt handgreifliche Beweis, den die ganz bestimmt zu erwartenden augenblicklich bestehenden unüberwindlichen Hindernisse. Wir Großindustriellen Millionen über Millionen aus den Taschen hierauf eine Kritik der indirekten Steuern, durch welche den Der Eisenbahn- Verwaltung Don der lichkeit des Zonentariss in Desterreich- Ungarn liefern werden, ohne die weitere Aufgabe aus dem Auge zu verlieren. Denten des arbeitenden Volkes geschenkt werden. Mit einer Kritik bes Vortreff- wollten in diesem Fall sofort zu Verwirklichendes anstreben, wird wohl am meisten Eindruck machen und man kann hoffen Sie an die Ziegelarbeiter, diese würden nach ihrer achtzehn Arbeiterschutz- Gesetzes schließt der Referent, indem er darauf hinsogenannten„ freien" Wahlrechtes, der Schiedsgerichte und des daß mit Maybach die Aera eines gewissen Stillstandes auf dem stündigen die zehnstündige Arbeitszeit als erhebliche Erleichterung weist, daß selbst die besten Schutzgesetze, wie wir im heutigen Verkehrsgebiete abgeschlossen ist. Wir wollen jetzt dem fünftigen empfunden haben. Der Zwillingsbruder des Sozialistengesetzes Staatswesen sie anstreben, immer erst eine Etappe bilden zum Eisenbahnminister unsere Wünsche entgegen bringen. Nach einer ist der Paragraph über die Lohneinbehaltung. Die freisinnige Ziel der sozialdemokratischen Bewegung, die auf Beseitigung der furzen Pause, in welcher zahlreiche Beitrittserklärungen zum Partei hat sich durch ihre Initiative bei der Kautionsbildungsfrage privatkapitalistischen Produktionsweise, als Wurzel aller AusVerein aus der Mitte der Versammlung eingingen, formulirte mit einem unauslöschlichen Schandmal befleckt. Die Vertragsbeutung und Knechtschaft, gerichtet sei.( Lebhafter Beifall.) Angel die Wünsche des Publikums an den neuen Gisenbahn- brüchigkeit der Arbeiter im Gegensatz zu den übrigen minister. beträgt nur 7 pt., obgleich sie im Verhältniß 21 pGt. Diskussion Abstand genommen, und folgt die Bekanntgabe des Es wird, da sich Gegner nicht zum Worte melden, von einer Allem Anscheine nach ist dazu der Präsident der Eisenbahn- betragen dürfte. Der Arbeiter also wird betriebsdirektion Hannover, Thielen, ausersehen. Er ist ein entehrend auf den Ausnahme- Schemel gesetzt. wiederum Urtheils des Schiedsgerichts, welches vom Genoffen Hoffmann Daß die wohlerfahrener Fachmann und ich kann auch auf Grund einer Disziplinarstrafen bis zur Höhe eines Tagelohnes( dürfen gegegen den Genossen Ungering zu wiederholten Malen gethane beantragt war. Dasselbe lautet dahin, daß die von Hoffmann unbefangenen Aeußerung eines gemeinsamen Bekannten versteigert werden, ist der Beweis einer barbarischen Strenge. Bei eußerung, derfelbe sei ein Geschäftssozialist", leichtfertig gegen den Genossen Ungering zu wiederholten Malen gethane sichern, daß Herr Thielen von der Unhaltbarkeit der jetzigen Busolchen unbarmherzigen Geldstrafen wird die Familie auf das und ohne genaue Information erfolgt fei. stände überzeugt ist. Das SchiedsGeht der neute Minister aber erst Furchtbarste mitgetroffen. Das Arbeiterschutz- Gesetz mit seinem an eine Reform der Tarife, so wird er durch die Verhältnisse ge- berüchtigten Paragraphen 153 ist im schlimmsten Sinne des gericht bestand nicht nur aus Freunden Üngering's, sondern auch zwungen werden, in der Richtung vorzugehen, die wir verfolgen. Wortes ein Arbeiter truzz- Gesetz. Nur Dummheit oder Dreistig einstimmig gefällt ist, irgend welche Parteinahme ausaus Freunden Hoffmanns's, und somit war, da das Urtheil Wir fordern nicht nur den einfachen Tarif, sondern auch den feit der gegnerischen Parteien vermag sich zu wundern, daß wir geschlossen. Es wurde davor gewarnt, solche Beschuldigungen billigen Tarif. Erheben wir die Forderung, daß der neue Mi- gegen dasselbe gestimmt hatten. Vor jedem zielbewußten, flar- geschlossen. Es wurde davor gewarnt, solche Beschuldigungen nister nicht nur das Bestreben bekundet, sondern auch die nöthigen denkenden Arbeiter steht die Fraition völlig gerechtfertigt Dagegen Genossen, die in der internen Bewegung stehen, zu schleuSchritte dazu thut, um Deutschland an die Spize des euro- und darf getrosten Muthes dereinst dem Wahlkampf entgegen- dern, da dies nur die Freude der Gegner Hervorriefe. päischen Verkehrs zu stellen.( Beifall.) Wir wollen mit feinem sehen. Genosse Richter wendet sich hierauf, als Mitglied der LokalEisenbahnwesen 2. Klasse zufrieden sein, es fann für uns nichts Unter lebhaftestem Beifall schloß der Redner. Folgende Kommission gemacht worden sei. Es entspinnt sich eine lebhafte fommission Köpenicks, gegen den Vorwurf der Lässigkeit, der der Beschämenderes geben, als daß wir in vielen Beziehungen selbst Resolution wird einstimmig angenommen: Die heute, den Debatte, an welcher sich die Genossen Bernizky, Rautmann, von Rußland übertroffen werden. An Schnelligkeit überflügeln 24. Mai, im Feenpalast tagende außerordentliche Versammlung Nice, Schrabe, Reiche und Andere betheiligen. Die Vergnügungsuns die meisten anderen Staaten Europas, an Billigkeit stehen der Freien Vereinigung der Zimmerer Berlins und Umgegend vereine werden besonders scharf auf's Korn genommen, da die wir hinter den Böhmen, Slovaken und Ungarn zurück. Wir erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden selben stets ihre Vergnügen in den gesperrten Lokalen abhalten. fordern nicht nur einen billigen Tarif, wir fordern und verpflichtet sich: In Erwägung, daß unter der heutigen Klassen- Berzichten wollen dieselben auch nicht einmal furze Zeit auf ihre den billigsten, der auf Grund der gemachten Erfahrungen herrschaft eine Besserung der bestehenden elenden, wirthschaft Feste, bis etwa ein oder mehrere Saalinhaber nachgegeben haben. möglich ist, den Sonentarif. Es kann uns auch Niemand lichen Verhältnisse nicht zu erwarten ist, mit allen zu Gebote Es wird jedoch davon abgerathen, deshalb aus diesen Vereinen sagen: Kritisiren ist leicht, aber Bessermachen ist schwer." stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß die sozialdemokratische etwa ganz auszutreten, da dieselben immer noch einen brauchWir haben nur kritisirt, weil wir auch praktische Vorschläge Lehre in alle Arbeiterherzen getragen wird, damit in absehbarer baren Boden für die Agitation hergeben, vielmehr sollen die machen können, und deshalb dürfen wir auch dem neuen Minister Beit die Sozialisirung der Gesellschaft erreicht werden möge, das Genossen versuchen, durch ihre Mitgliedschaft einen anderen Geist das Wort mitgeben, daß er nicht nur die Verantwortlichkeit für heißt Verwandlung aller Arbeits- und Produktionsmittel in Ge- Genossen versuchen, durch ihre Mitgliedschaft einen anderen Geist das trägt, was er thut, sondern auch dafür, was er jahrelang meingut der Gesellschaft. In fernerer Erwägung, daß die Reichsin diese Vereine zu bringen. unterläßt. Redner erörtert dann noch einmal eingehend die Gewerbe- Ordnung, wie dieselbe von der Majorität des Reichs- Es kommt nun zur Abstimmung über das Urtheil des Nothwendigkeit, die Tarife soweit herabzusehen, daß Jedermann, tages geschaffen ist, mehr Nachtheile wie Vortheile für die Ur- Schiedsgerichtes. Nur die Genossen von Köpenick und Adlershof auch der Aermste eine nöthige längere Reise unternehmen kann, beiter gebracht hat, erklärt die heutige Versammlung dieses Gesetz stimmen mit, während die übrigen um Enthaltung der Abohne mehr als einen Wochenlohn dafür ausgeben zu müssen, als schädigend für die gesammte Arbeiterklasse, indem unter der Annahme des Urtheilsspruchs. Ebenso werden die folgenden stimmung gebeten werden. Das Resultat ist einstimmige fowie die Dringlichkeit, die einschlägigen Bestimmungen so lar heutigen Klassenherrschaft die Hauptforderungen der Arbeiter, zu gestalten, daß man nicht bei jeder Reise zu erfahren braucht, wie Einführung eines gefeßlichen zehnstündigen Marimal- Arbeits: man hätte sie durch Anwendung eines Kniffes noch viel billiger tages, Verbot der Sonntags- und Kinderarbeit nicht berücksichtigt machen können. Von einem Staatsminister muß man verlangen, worden ist. daß er möglichst das hinwegräumt, was dem Einzelnen Anlaß giebt, Alsdann ward die zweite Frage der Tagesordnung behandelt, über staatliche Einrichtungen berechtigten Spott auszugießen, nämlich der Innungs- Gesellenausschuß und dessen Wahl." Gen. Bereits haben die Zeitungen neben der älteren Rubrik Bollturiosa" Schöning erinnerte an Nr. 114 des„ Vorwärts", wo die gedruckte fich eine neue für Eisenbahn- Kuriosa" angelegt. Wenn man Kandidatenliste der Innungsmeister veröffentlicht ward. Was der gegen eine weitgehende Berbilligung der Tarife die Möglichkeit Innungs- Gesellenausschuß während der verflossenen 3 Jahre angeführt hat, daß die Eisenbahn mißbraucht werden könnte, so gethan, wisse Keiner. Der Ausschuß sei überhaupt zwecklos. Genosse ist das eine Bevormundung der freien Selbstbestimmung, wie sie Leschke, dessen Name mit auf der Kandidatenliste steht, erklärt, daß er Volksversammlung beschließt, mit allen ihr zu Gebote stehenden 2. Die heute am 24. Mai im Müggel- Schlößchen tagende ärger nicht gedacht werden kann. Damit könnte ich schließen, vorher nicht davon in Kenntniß gefeßt sei; er würde sonst seine Mitteln dahin zu wirken, daß die Lokal- Inhaber der Stadt wenn nicht noch ein praktischer Punkt zu erörtern wäre. In Erlaubniß verweigert haben. Folgende Resolution wird ein Röpenick wieder ihre Säle zu öffentlichen Arbeiter- Versammlungen Deutschland giebt es nicht weniger als 103 Gisenbahn- Verwal- stimmig angenommen: Die heutige außerdentliche Versammlung Köpenick wieder ihre Säle zu öffentlichen Arbeiter- Versammlungen tungen, und man wird sich nicht wundern, daß die bereits seit der Freien Vereinigung" der Zimmerer Berlins und Umgegend zur Verfügung stellen und nicht eher diejenigen Lokale, welche Jahren schwebenden" Verhandlungen noch schweben". Anderer- erklärt die Wahl eines Gesellenausschusses für die Innungen als uns entzogen sind, zu besuchen, sowie in Bekanntenkreisen gleichfeits aber stehen wir vor der glücklichen Thatsache, daß in Preußen eine Schädigung der Arbeiterbewegung. Da die Innungen nur falls dahin zu streben, daß die betreffenden Lokale gemieden ein einziges großes Eisenbahn- System von 24 000 Kilometern in darauf ausgehen, die Selbstbestimmungen der Arbeiter zu unter- werden. einheitlicher Verwaltung steht. Wenn Preußen vorangeht, werden drücken und dieselben zu willigen Werkzeugen der Kapitalisten Wolfsblatt für Storkow- Beeskow- Teltow aufgefordert hat, wird Nachdem Genosse Siedel noch zum Abonnement auf das, alle anderen Verwaltungen unweigerlich sofort nachfolgen müssen; und Arbeitsgeber zu erziehen, so bedauert die Versammlung die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale wir wollen hoffen, daß der neue Minister den Weg der schrift ferner, daß sich Berliner Kameraden gefunden haben, durch die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale lichen Berhandlungen verläßt und die Initiative ergreift zu Wahlannahme zum Innungs- Gesellenausschuß diesem Treiben Sozialdemokratie geschlossen. Reformen, die nicht länger hinausgeschoben werden können.( Leb- Vorschub zu leisten. hafter Beifall.) " Zum Schluß wurde ohne Diskussion folgende Resolution angenommen: Nachdem Genosse Ludwig die ebenfalls in Nr. 114 des Vorwärts" bereits veröffentlichte Angelegenheit der Blechmarken- Kontrolle genau auseinandergesezt, wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale ArDie am 24. Mai 1891 im Wintergarten des Zentral- Hotels in Berlin tagende Volksversammlung begrüßt die bevorstehende beiterschaft geschlossen. Ernennung eines neuen Eisenbahn Ministers mit freudiger Hoffnung. " beiden Resolutionen einstimmig angenommen: versammlung für Männer und Frauen erklärt sich mit den Aus1. Die heute im Müggel- Schlößchen tagende öffentliche Volks führungen des Genossen Max Schippel voll und ganz einverstanden und protestirt gegen das Verhalten der Bourgeois- Par die dem Volte auferlegt sind und verspricht, bei den nächsten teien im Deutschen Reichstage betreffs der indirekten Steuern, Wahlen dahin zu wirken, daß nur Arbeitervertreter in den Reichstag gewählt werden. Briefkaffen der Redaktion. $. G. 112. Sie hätten die von dem Tapezier abgeborgten 3 Mart nicht zu ersehen brauchen. An den Handwerkzeug haben Sie fein Zurückbehaltungsrecht. Sie würden sich durch einen Verkauf desselben zwar nicht strafbar, aber doch schadens Der Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und erfahpflichtig machen. Verklagen Sie den Tapezier und lassen Sie erwartet von dem neuen Leiter des größten einheitlichen Umgegend tagte am Sonntag Vormittag in einer den ganzen Sie dann das Handwerkszeug durch einen Gerichtsvollzieher verNeges Europas die Erfüllung der berechtigten Ansprüche des unteren Saal füllenden ersten Monatsversammlung bei Jäger steigern. Publikums, und bezeichnet als die dringendsten Reformen:( Arminhallen, Kommandantenstraße). Nachdem die Versammlung A. S., Schmölln. Sie können, da die ersten drei Jahre 1. Die wesentliche Vermehrung der Staatseinnahmen durch durch den Bundesvorstand eröffnet worden war, erhielt zum noch nicht abgelaufen sind, nur einen Entschädigungsanspruch die erleichterte Benutzung der Eisenbahnen, somit die Ein- ersten Punkt der Tagesordnung: Welche Vortheile bringt der von 150: Mark zur Konkursmajje anmelden, erhalten aber führung eines ganz billigen Bonentarifs; Bund den geselligen Arbeitervereinen?" das Wort als Referent von diesem Betrage nur die gleiche Konkurs- Dividende, wie die 2. die größtmögliche Vereinfachung und Beschleunigung des Wilhelm Werner- Berlin, welcher seitens der Lokal- anderen Gläubiger. Verkehrs; tommission mit diesem Referat beauftragt war. Seine Aus- P. B. C. Druckschriften, gleich viel welcher Tendenz, darf 3. die weitestgehende Berücksichtigung des Orts- und Vorortsführungen fanden lebhaften Beifall. Die Pessimisten unter den Jeder, auch ohne Erlaubniß von der Polizei, öffentlich, also auch verkehrs. Arbeitern glauben zwar, ihre finanzielle Lage gestatte ihnen in Volksversammlungen verkaufen. Wer jedoch daraus ein GeSie betrachtet es als die Aufgabe des neuen Ministers, aus eine würdige Lebensweise nicht. Aber wer sich mit werbe macht, d. h. über dem Selbstkostenpreis verkauft, muß den Preußens und damit aus Deutschlands Eisenbahnen Muster- dieser Ansicht qält und sich nicht aufrafft, dem Alltags- Gewerbebetrieb anmelden. anstalten zu machen, die in ihrer Ausnutzung durch das gesammte leben Volf, in ihren technischen Einrichtungen, in ihrem Werthe für die Bertheidigung des Vaterlandes von keinem fremden Eisenbahnwesen übertroffen werden. Die Zimmerleute mit seiner Last, Mühe und Sorge Sorge ein paar J. W. Sch. Sie müssen Ihre Aufwartefrau, wenn sie auch Stunden für die Geselligkeit abzuringen, der vermöge zuletzt auch Montags zu Ihnen kommt, in der Altersversicherung versichern. nicht mehr den Pflichten, welche Staat und Gesellschaft an jeden Wenn sie Montags bei Verschiedenen, immer nur auf eine Stunde Menschen stellen, gerecht zu werden; ebensowenig vermöge er die thätig ist, so muß, falls nicht unter den mehreren Bestellern eine wenigen dem Staatsbürger noch gelaffenen Rechte auszuüben. Einigung erzielt wird, Jeder, bei dem sie am Montag thätig ist, Dem Arbeiterstande thürmten sich ja immer mehr Hindernisse im der Behörde gegenüber für die Versicherung aufkommen. hatten sich am Sonntag, den 24. Mai, im Feenpalast zu einer Genuß geselliger Stunden entgegen; nicht zum Wenigsten ver- 3. T. 135. Moltke war längere Zeit ältestes Mitglied des großen, öffentlichen Versammlung der Freien Bereinigung" zu schulden dies die Gastwirthe, welche in dem Stand Arbeiter" etwas Reichstages und hat, so lange das Reichstags- Präsidium noch sammen gefunden. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag Gefährliches erblicken durch Ungastlichkeit, ja fogar nicht gewählt war, als Alterspräsident die Sigungen geleitet. des Reichstags. Abgeordneten J. Auer über die Arbeiterschutz- Lokalverweigerung sich denselben vom Halse halten zu C. M. 15. Ein solcher Vertrag, der vor Gericht oder Geseze und die Majorität des Reichstags. Da aber Auer sich müssen glauben. Dem ein Ziel zu sehen, fei der Bund notariell abgeschlossen werden muß, ist zwar nicht erforderlich, gerade auf einer Agitationsreise befand und sein Vertreter plöß- ins Leben getreten; er soll und wird dafür sorgen, daß die aber ganz rathsam. Die Kosten richten sich nach der Höhe des lich erkrankt war, so sprang in letzter Stunde der Reichstags- Lokalfrage für die Arbeiter aus der Welt kommt. Weil nun Vermögens der Braut. Die Aufzählung der einzelnen, der Braut Abgeordnete Paul Singer als Referent ein. Er sprach ungefähr aber einmal die Gewerkschaften mit den geselligen Vereinen gehörigen Sachen ist zweckmäßig. Folgendes: solidarisch sind, so müssen erstere entschieden dem Bunde bei- N. N. Sie müssen den verabredeten Preis zahlen, auch Der Vorwurf, wir, die Fraktion, seien nicht berechtigt, als treten. Dann wird es im großartigsten Maße möglich sein, auch wenn Sie sich hinterher überzeugt haben, daß derselbe zu hoch alleinige Vertreter der Arbeiter zu sprechen, ist völlig hinfällig. dem Arbeiter ein freies Aussprechen im geselligen Bunde jederzeit ist und dem Werthe der Kette nicht entspricht. Allerdings vermochten auch andere Parteien Arbeiter als Wähler und überall zu sichen, sowie feinen Vergnügungen eine beffere Trener Abonnent. Die Ihre Windmühle betreffende Anzu finden, aber diese sind unaufgeklärte Köpfe; das Klassen: Nichtung zu verschaffen. Unter gemeinsamer Flagge find wir frage ist viel zu komplizirt und doch zu wenig ausführlich, als bewußtsein und die Intelligenz befindet sich nur im sozialdemo- eine Macht, mit der die Wirthe rechnen müssen schon heute, daß uns eine Beantwortung möglich wäre. Wir können Ihnen kratischen Lager. Wir dürfen daher behaupten, daß die Fraktion die nach kurzem Bestehen des Bundes sei der Anfang hierzu wahr nur rathen, sich an einen dortigen Rechtsanwalt zu wenden. Berkörperung bildet der politischen Organisation der Arbeiterklasse. nehinbar.( Bravo!) In die hierauf freigestellte Diskussion griff Ein Schuldschein verjährt erst in 30 Jahren. Was nun die Gewerbe- Ordnungs- Novelleund die Thatsache anbetrifft, nur Herr Kaul, der Bundesschriftführer, ein und zwar unterstützte Warten Sie ruhig ab, bis sich der Gläubiger meldet. daß bei der Schlußabstimmung im Reichstag von allen Fraktionen derselbe die Ausführungen des Vorredners mit warmen Worten. Gr. Frankfurterstr. 15. Daß der Arbeitgeber das Bierallein unsere Fraktion dagegen gestimmt, so ist Hieran schloß sich gemäß Punkt 3 der Tagesordnung die Auf- holen seitens der Lehrlinge verboten hat, berechtigt die Arbeiter unser Etandpunkt zur sozialreformatorischen Gefeßgebung ja benahme neuer Vereine. Der Bund hatte eine Stärke von 31 Ver- nicht, ohne Kündigung die Arbeit niederzulegen, geschweige denn, fannt. Daß wir unser Endziel damit nicht erreichen, wissen wir. einen mit insgesammt über 1000 Mitgliedern. Hinzugekommen außerdem noch 14tägige Lohnentschädigung zu verlangen. Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Nr. 56. zu de W un bu ar R fe un S a be BANG32 d 11 6 f e I