Nr.62+42. Jahrgang Ausgabe A nr. 32 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatli 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Bitauen, Buremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolf und Reit" mit„ Gied Tung und Kleingarten" fowie ber Beilage Unterhaltung und Willen" und Frauenbeilage Frauenftimme" crfcheint modentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenvretfe: Die einfpaltige Nonpareille zeile 70 Bfennig. Reklamezeile 4, Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Bort 20 Pfennig ( zulässig zwei fettgebrudte Borte). jebes meitere Wort 10 Biennig. Stellengefuche das erite Bort 10 Bfennig, jebes weitere Wort 5 Bfennig. Borte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Berlag: Dönhoff 2506-2507 Redaktion: Douboff 292-295 Freitag, den 6. Februar 1925 Sozialdemokratie und Ruhrgelder. Eine Erklärung der sozialdemokratischen Minister. Die früheren fozialdemokratischen Reichsminister Dr. Hilferding, Rob. Schmidt und Sollmann erlaffen folgende Erklärung: | noch Bergleiche notwendig machen sollten- Borbehalt der Regierung über den Zeitpunkt der Auszahlung. Begründet wurde diese einschränkende Auslegung mit der fort. dauernd bedrohlichen Lage der Reichsfinanzen". Dann aber begann der große Umschmung. Nachdem man angeordnet hatte, ba alle fleinen Entschädigungsansprüche immer zugunsten des Reiches und zuungunsten des Antrag stellers entschieden werden sollen, entdeckte man, daß die großen Unternehmungen beffer behandelt werden müßten. Am 18. Dezember 1923 erging eine neue Verfügung des gleichen Ministeriums, wonach mit den der Stahlfinanzierungs G. m. b. 5. in Hannover angeschlossenen rheinisch- westfäliIn offiziösen Zeitungsauffäßen wird versucht, auch die fozialdemokratischen Minister der beiden Kabinette Stresemann für die gewaltigen Summen mit verantwortlich zu machen, die lange nach dem Ausscheiden der S0zialdemokratie aus der Reichsregierung an die Ruhrindustrie gezahlt worden sind. Die Wahrheit ist, daß fein fozialdemokratischer Minister jemals einem Rabinettsbeschluß zugestimmt hat, der auch nur entfernt als Grundlage für die Entschädigung von 700 Millionen Millionen Markschen Eisen- und Hüttenwerte dienen könnte. Der fozialdemokratische Reichsfinanzminister Dr. Hilferding ist bereits am 2. Oftober 1923 aus dem Kabinett ausgeschieden, also lange Wochen, bevor überhaupt Berhandlungen zwischen den Ruhrindustriellen und der Micum stattgefunden hatten. Als im Laufe der Verhandlungen im Oftober 1923 die Sechferkommission der Ruhrindustriellen, an deren Spizze Herr Hugo Stinnes stand, volle Entschädigung für die Laften verlangte, die sie durch die im Entwurf vorliegenden Micum- Berträge übernehmen sollten, fand Ende Oktober zur Klärung dieser Frage eine sogenannte Chef besprechung statt, an der sich der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, der Reichsfinanzminister Dr. Luther, der Reichswirtschafts minifter Röth und der Reichsminister für die befeßten Ge biete Dr. Fuchs beteiligten. Zu dieser Chefbesprechung wurde zwar eine Bertretung der Industrie, jedoch fein fozialdemokratischer Reichsminister zugezogen, obwohl der sozialdemokratische Wieder= aufbauminister ressortmäßig hätte beteiligt werden müffen. Als die Ergebnisse dieser Besprechung in Gestalt von Bertragsentwürfen dem Kabinett vorgelegt wurden, befanden sich die sozialdemokratischen Reichsminister schon in Demission. Robert Schmidt erhob als Biederaufbauminister entschiedenen Einspruch dagegen, daß er zu der Chefbesprechung nicht zugezogen worden sei. Einige bürgerliche Reichsminister gaben unbefriedigende Entfchuldigungen ab. Die fozialdemokratischen Kabinettsmitglieder erklärfen zu Protokoll, daß sie feine Verantwortung für die vorgelegten Bertragsentwürfe übernehmen fönnten und lehnten deshalb die Beteiligung an der Beschlußfassung ab. Wir verwahren uns deshalb mit aller Entschiedenheit gegen die den Tatsachen widersprechenden Versuche, uns für eine Politik der unzulässigen Verwendung von Reichsmitteln und der Umgehung des Budgetrechts des Reichstags verantwortlich zu machen." H feilens der Reichsregierung besondere Abmachungen" getroffen worden hinsichtlich der Abgeltung der von ihnen in folge der Ruhrafiion erlittenen Schäden. Die Firmen, die für diese Sonderabmachung in Frage fommen, sind folgende: 1. Deutsch- Luxemburg Bergwerks und Hütten- AG. Dortmund einschließlich„ Bochumer Verein und Gelsenkirchener Bergwerts- AG. 2. August Thyssen- Hütte, Hamborn und Mülheim- Ruhr. 3. Friedrich Krupp AG. Essen. 4. Phönig- AG. Düsseldorf. 5. Gutehoffnungshütte. Dorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3Voiticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Geiellichaft, Devontentane Lindenstraße 3 Der Handel um Preußen. #Rechtsverschiebung bis wohin? Der bisherige Ministerpräsident Preußens, Gen. Otto Braun, dem der Volksparteiler v. Richter bei seinem Scheiden aus dem Amt das höchste Lob gesungen, und den indem er ihm 46 Stimmen mehr gab als dem Kandidaten der dann auch nach seinem Rüdiritt der Landtag wiedermählte, Rechtsparteien Gen. Otto Braun hat also seine Wahl nicht angenommen, weil das Zentrum, auf dessen Beimarer Koalition unter seiner Führung scheute, die mit Hilfe er angewiesen war, einen nochmaligen Kampf um die der Volkspartei und der Wirtschaftspartei eingeleiteten Ver handlungen aber das Ergebnis hatten, das jedermann voraussehen konnte. und die endgültige Wahl des Landtagspräsidenten vorgeAm Dienstag foll die Neuwahl eines Ministerpräsidenten nommen werden. Es ist zu erwarten, daß nunmehr ein 3entrums. mann zum Ministerpräsidenten gewählt werden wird. Ob der frühere Reichstanzler Marr oder noch ein anderer sein es der Landeshauptmann der Rheinproving Horion oder wird, weiß man noch nicht. Ebenso wenig, auf welche Koalition oder Kombination fich der neue Ministerpräsident stützen wird. Ein Burger blod fommt nach den bestimmten Befundungen des Zentrums nicht in Frage, auch eine vom Zentrum tolerierte Rechtsregierung gilt von vornherein als unmöglich. Es bleibt Fortführung der Weimarer Koalition unter einem Zentrums- Ministerpräsidenten, ein Kabinett der fleinsten Koalition: Demokraten und Zentrum. 6. Rheinische Stahlwerte einschl. Bereinigte Stahlwerke van Arbeitsgemeinschaft der Mitte" oder ein Kabinett der den 3ypen und Wissener Eisenhütten". 7. Klödner- Werke AG. Berlin. 8. Mannesmann- Röhrenwerte AG. Düsseldorf. 9. Stumm- Konzern Düsseldorf. 10. Rombacher Hüttenwerke AG. Hannover. 11. Eisen- und Stahlwerk Hoesch, Dortmund. Die Schadenforderungen dieser Firmen werden den bezirklichen Feststellungsämtern entzogen und allein vom Ministerium bearbeitet. Das entsprechende Rundschreiben schließt mit den folgenden bezeichnenden Säßen: " Desgleichen bitte ich, den Feststellungsbehörden rasch efte rascheste Bearbeitung der Anträge der in Betracht kommenden Fir. men zur besonderen Pflicht zu machen. Mit Rücksicht auf den Gegenstand obiger Ausführungen bitte ich, die Feststellungsbehörden des bejchten Gebiets nur auf unbedingt sicherem Wege zu verständigen." Man sieht also, daß die offiziöse Darstellung, daß in der Ent. schädigungsfrage nur nach den Kabinettsbeschlüssen vom Oktober 1923 gehandelt worden sei, absolut unwahr ift. Die Fortführung der Weimarer Koalition unter einem Zentrums- Ministerpräsidenten ist für die Sozialdemo tratie distutabel. Es wird auf ihr Programm und auf die Stellung ankommen, die man der Sozialdemokratie in ihr einräumen will. Mit der Rolle eines fünften Rades am Bagen würde sie sich selbstverständlich nicht begnügen. Sie hat dadurch, daß ihr die Ministerpräsidentschaft entwunden murde, eine Minderung ihres Einflusses erlitten, die aus. einfallen, von dem, was sie sonst noch hält, etwas auf ugleichen nur recht und billig ist. Es fann ihr nicht zugeben und die Verwaltung Preußens der bewährten Füh rung durch Severing entziehen zu lassen. Sie muß vielmehr verlangen, daß ihr ein Einfluß eingeräumt werde, der ihrer Stärke und Bedeutung entspricht. Sie fann nicht fragen, wer ein solches Kabinett dann tolerieren wird ein Kabinett, in dem sie ohne Einfluß ist, kann sie eben selber nicht tolerieren. Ein Kabinett von 3entrum und Demokraten Doch die Finanzlage des Reiches war immer noch sehr schwierig. wäre immer noch besser als ein sogenanntes Kabinett der WeiAuch scheinen die besonderen Abmachungen mit den genannten Wer marer Koalition mit einem oder dem anderen sozialdemo fen sehr hohe Forderungen gezeitigt zu haben, denn am fratischen Konzessionsschulzen. Denn die Sozialdemokratie 2. Februar 1924 fab sich der Minister für die bejegten Gebiete ge- würde dann wenigstens nicht äußerlich mit einer erantnötigt, durch Telegramme an die Feststellungsbehörden anzuordnen, wortung belastet sein, die größer ist als ihr Mitbestim daß nur in Fällen dringendster Notlage Entschädigungen auszu mungsrecht. Dabei ist man sich wohl überall darüber einig, zahlen seien, und zwar nur bis 2500 m. voll, vom überschießenden daß ein solches Rabinett die fümmerlichste und zweifelhafteste Betrag aber nur 25 Broz., bis zur Gesamthöhe von 50 000 m. 3wischenlösung" wäre, die sie nur denken läßt. Käme es Der in der vorstehenden Erklärung der früheren sozialdemokratiEine Schwenfung in der Haltung der Reichsregierung zu der überhaupt auf die Beine was noch sehr zu bezweifeln ist schen Minister geschilderte Sachverhalt geht auch aus den Verfügun. Ruhrschädenfrage zeigte eine Bekanntmachung im Reichsanzeiger" fo müßte es bald von rechts oder links her zu Fall fommen. gen der Reichsregierung flar hervor. Aus ihnen ist deutlich zu er. an, die etwa am 12. Dezember 1924 erschien. Darin wurde u. a. Schon gar nicht in Betracht kann für die Sozialdemofehen, daß erst nach dem Ausscheiden der Sozialdem perflärt, daß nunmehr Schäden ersetzt werden sollen, die bis zum fratie eine Regierung fommen, die von einer sogenannten fraten aus der Reichsregierung und erst ganz allmählich 15. November 1924( bisher 31. Oftober 1923) entstanden find. Die Arbeitsgemeinschaft der Mitte" Volkspartei, ein Entgegenkommen an die Großinduſtriellen gezeigt wurde, das Grenafumme der voll auszuzahlenden Beträge wird auf 5000 m. 3entrum, Demofraten gebildet wäre. Wir fönnen uns schließlich mit dem 700- Millionen- Geschenk endete. festgefeßt, der Prozentsatz für die überschießenden Beträge auf nicht denken, daß 3entrum und Demokraten eine solche ArAm 20. Oftober 1923 erließ der Minister für die besetzten auf Entschädigungen in diesem neuen Rahmen müssen bis zum Erfahrungen, die sie im Reich und dann auch in Preußen 50 000 ganz weg. den mit der Boltspartei gemacht haben. Jedenfalls ist es naiv unterstügen fönnte. Erst drängen die Bolksparteiler die Sozialdemokraten aus der Regierung, dann sehen sie sich hinein, und dann soll die Sozialdemokratie eine folche Regierung unterstützen? Jedermann muß einsehen, daß das eine unmögliche Zumutung ist. Gebiete eine Verfügung, in der es u. a. heißt: Die Rücksicht auf die Lage der Reichsfinanzen, deren Reichsregierung, auf Grund deren die ungeheuren Zahlungen an anzunehmen, daß die Sozialdemokratie eine solche Regierung Ernst nicht eindringlich genug betont werden fann, hat die Reichsregierung zu ihrem lebhaften Bedauern zu einfahneidenden Sparmaßnahmen auch auf dem Gebiet der Ab. geltung der Besatzungsschäden genötigt." Die Verfügung bestimmt, daß alle Ruhrschäden bis zum 31. Dr. tober 1923 anzumelden seien. Schäden, die erst nach dem 28. September 1923 entstanden sein sollten( also nach der Aufhebung des paffiven Widerstandes), seien besonders genau nachzuprüfen. Seiter heißt es in dieser Verfügung, daß Kursumrechnungen nach dem Kölner oder Frankfurter Kurs unzuläffig feien. Vor allem aber wurde bestimmt, daß nur Summen von 5000 m. voll ausgezahlt werden können, überschießende Beträge nur zu 50 Proz. bis zur Gesamthöchstsumme von 200 000 m. 31. Januar 1925 gestellt fein. Das ist die Bekanntmachung der die Großindustrie erfolgt sind. Die Bekanntmachung- ohne Gejehestraft war das Ergebnis von Berhandlungen, die zwischen dem damaligen Reichsfinanzminister( Cuther) und Bertretern des Wirtschaftsausschusses für die besetzten Gebiete ffattgefunden hatten. Die Bekanntmachung bildefe auch die Grundlage für Verhandlungen, die danach, Ende Dezember 1924, zwischen dem Bergbaulichen Verein" und der Reichsregierung stattfanden mit dem Zwed, die vom„ Bergbaulichen Berein" vertretenen Firmen für ihre sämtlichen bisher entstandenen Besatzungsschäden durch eine Pauschalfumme abzufinden. Die entscheidenden Verhandlungen, die zur Auszahlung der vie Man sieht also, daß die Große Koalition in der Belen hundert Millionen Entschädigung führten, fanden also im messung der Entschädigung außerordentlich vor November und Dezember 1924 statt. Sie wurden geführt von dem fichtig gewesen ist. damaligen Reichsfinanzminister und dem jezigen Reichskanzler Dr. Luther. Diese Vorsicht hielt nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten auch noch einige Tage an. Am 12. Dezember 1923 erließ der Minister für die besetzten Gebiete noch eine Verfügung, die ein fchränkende Auslegung der Richtlinier im Entschädigungsverfahren enthielt. Die wichtigsten Bestimmungen dieser Verfügung waren: Im Zweifelsfalle Entscheidung zugunsten des Reiches, gumgunsten des Antragstellers. Möglichst kein Abschluß von Vergleichen mehr, Entschädigungsauszahlung nur zu einem Bruchteil, Bevorzugung der Fälle befonderer Rotlage, und-mo fich doch Es bleibt also dabei, was wir in unserer ersten Betrachtung schrieben: Eingeleitet sind diese Entschädigungszahlungen durch Dr. Stresemann, ausgeführt wurden sie durch Dr. Cuther, also durch die beiden Männer, die das Kabinett Mary zu einem Rechts. tabinett machen wollten und die nach dem Sturz von Marg dieses Rechtstabinett gebildet haben und es führen. Die Retchspolitik ist es also, die diesen Finanzstandal hervorgerufen hat und die die volle Verantwortung dafür frägt. Das Zentrum erflärt, eine Rechtsregierung wolle es weder mitbilden noch dulden. Aber es zieht daraus nicht die Konsequenz, daß der Kampf um die Weimarer Koalition im Landtag oder im Volke, durch AufIöfung und Neuwahlen, geführt werden muß. Diese Intonsequenz ist der Krebsschaden unserer innerpolitischen Berhältniffe. Im Reich ist ja das Zentrum so weit, einstweilen eine Rechtsregierung zu tolerieren, der es nach feiner eigenen Erklärung mit ,, wachsamer Sorge", auf deutsch unverhohlenem Mißtrauen gegenübersteht. In Preußen aber ist es mit dem bloßen Tolerieren" nicht getan, da muß der Ministerpräfident gewählt werden. Und da entsteht die Frage: Kann man einen Ministerpräsidenten wählen, zu dem man fein Bertrauen hat, oder von dem man weiß, daß er eine Regierung bilden wird, zu der man kein Vertrauen hat? Die preußische Verfassung gestattet den Barteien bei der Bildung der Regierung fein bloßes Geschehenfaffen. fie fordert von ihnen verantwortliches Handeln. Das ist ein ganz gefunder Grundsay, aber seine Durchführung wird durch die — übrigens nicht ganz klare— Bestimmung erschwert, daß der gewählte Ministerpräsident mit den von ihm ernannten Mmistern erst noch eine Vertrauenserklärung des Landtags haben muß, bevor er zu amtieren anfängt. Theoretisch läßt die Verfassung also zu, daß ein Minister- Präsident am Montag gewählt wird, am Dienstag durch Ver- einigung seiner bei der Wahl zersplitterten Gegner in der Negation gestürzt wird, daß er am Mittwoch wiedergewählt, am Donnerstag wieder gestürzt wird und so bis ans Ende aller Tage.. Der neue Ministerpräsident, der am Dienstag, den 10. Februar gewählt werden soll, wird sich mit einiger Sicher- heit imr halten können, wenn seiner Wahl eine Verein- barung der Parteien vorausgeht, die der von ihm ernannten Negierung die Votierung des Vertrauens sichert. Eine solche Vereinbarung ist aber nicht zu erreichen, wenn das Zentrum nicht vor der Rechten elend zu Kreuze kriecht. Die kommunistische Fraktion ist dabei nur der Revolver, den die Rechte mit der Mündung gegen die Mitte in der Hand hält. Wer sich nicht unterwerfen will, muß kämpfen. Das Zentrum will sich nicht unterwerfen, es will aber auch nicht kämpfen. Oder lagen wir vorsichtiger: es will sich weder zur Unterwerfung noch zum Kampf entschließen. So stehen die Dinge. Darin liegt die Gefahr! * vi« sozialdemokratisch« Fraktion des Landtags tritt heute vormittag um 10 Uhr zusammen, um die am Donnerstag- adend abgebrochen« Aussprache über die Regierungsbildung fort- zusetzen. Dae Zentrum hat in Aussicht gesteW. der sozialdemo- kratischen Fraktion um 1 Uhr nachmittags endgültigen Be- scheid über seine weitere Haltung bei der Regierungsbildung zu erteilen. Die Geister, Üie ste riefen... Wirtschaftsverbäude und Aufwertungsfrage. Bekanntlich waren es die Spitzenverbände der Industrie, und Landwirtschaft, die während der Wahlen die rechts- gerichtete Agitation auf das nachdrücklichste mit Ausrufen und mit Geld unterstützt haben. Diese Agitation ging draußen auf dem Lande mit den maßlosesten Versprechungen hausieren und verstand insbesondere das Kleinbürgertum und die verarmten Rentner mit der Zusage einer weit- gehenden Aufwertung im Falle eines Sieges der Rechtsparteien an sich zu fesseln. Die Geister, die sie riefen, werden die edlen Ritter von Industrie und Handel nicht mehr loo. Die großen Verbände der Hypothekcngläu- b i g e r u n d Sparer, die sich öffenllich besonders für die Wahl der Devtschnationalen eingesetzt hatten, können jetzt aus dem Munde chrer eigenen Kandidaten die wichtigsten Go gengründe gegen eine weitgehende Auf- Wertung hören, die sie bei den Wahlen den republikanischen Parteien nicht glauben wollten. Nachdem die Lage so verworren ist, setzen die führenden Wirtschaftsverbänd« alles daran, die Opfer ihrer Wahlagitation zu beschwichtigen. Diesem Zweck diente eine Aussprache, fi der der Reichsverband der Deutschen In- u st r i e gleichzeitig im Namen der Spitzenverbände des Großhandels, des Einzelhandels, der Schiffahrt, des Hand- werks. des Bankwesens und der Handelskammer Presse- vertrete? eingeladen hatte. Die fachlichen Gründe« die hier vor- getragen wurden» decken sich größtenteils mit denjenigen, die von uns in Abwehr der Rechisradikalsn, von Industrie und Reichslandbund finanzierten Aufwertungspropaganda bereits vor Monaten gemacht worden sind. Nur hat sich inzwischen die Sachlage grundlegend verändert. Damals wußte man nichts von den erheblichen U e b e r s ch ü s s e n, die der Reichs» Haushalt aufwies, und die zu einer Subvention der Ruhrindustrie und zu ähnlichen Beutegeldern für die Privatwirtschaft gemacht wurden. Jetzt auf einmal soll nie- mand imstande sein, eine erhöhte Aufwertung zu tragen, die Industrie wegen der Dawes-Lasten, die Landwirtschaft wegen ihrer(längst überwundenen) Notlage, die Hausbesitzer, weil sie ihre Mieten nicht rückwirkend aufwerten können, und die Banken, weil sie ihre Gelder in Reichswährung flüssig halten und dadurch lange Zeit hindurch große Verluste erleiden mußten. Herr von B o r s i g. der mit Wort und Geld jene Deutschnationalen unterstützt hat, die dann den großen Auf- wertungsantrag einbrachten, und später als Minister wieder zurückzogen, konnte nicht nachdrücklich genug darauf hinweisen. daß eme n a ch tr ä gli ch e A u f w e r tu ng bei der In- d u st r i e die Beschaffung von Auslandskrediten und die Hypothekenauswertung den Bau von Arbeiterwohnungen u n- möglich machen wird. Die wirtschaftlichen Spitzenverbände lernen immer, wenn es zu spät ist. Sie haben sogar einmal erkannt, daß die In- flation der Volkswirtschaft gefährlich ist, aber natürlich erst dann, nachdem sie ihr Schäfchen ins trockene gebracht und den Mark vollkommen vernichtet hatten. So kommt auch ihnen jetzt die Erkenntnis, daß die mit ihren Mitteln gespeiste Auf- merwngspropaganda bei den Wahlen doch etwas übers Ziel hinausgeschossen sei. Doch nein— diese Erkenntnis hatten sie schon früher. Die wirtschaftlichen Spitzenverbände hatten schon vor Jahr und Tag darauf hingewiesen, daß eine Aufwertung in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Industrie, der Landwirtschaft und des Handels seine Grenzen findet. Nur während der Wahlen versagte ihr Gedächtnis mit einer der» artigen Prompcheit, daß es heute schwer fällt zu glauben, nur ihr Gedächtnisschwund sei an diesem Widerspruch schuld. Die große Masse der Sparer und besonders diejenigen, die durch die Inflation in schwerste soziale Not gebracht sind, werden jetzt wissen, was sie von den Versprechungen der Par- teien des industriellen und agrarischen Kapitals zu halten haben. Aber diese Kreise, deren volkswirtschaftliches Verant- wortungsgefühl selbst bei mikroskopischer Betrachtung nur schwer zu entdecken ist, werden die Geister, die sie riefen, nicht mehr los. Eine Hilfe m u ß den soziälgeschädigten Sparern zuteil werden, nachdem sich herausgestellt hat, daß zur Unterstützung des Großkapitals noch riesige Summen vorhanden waren, die angeblich als Entfchädi» gung ausgeschüttet worden sind für Schäden, deren Umfang man nicht einmal einer Prüfung unterzogen hat. W a s d e m einen recht ist, ist dem andern billig. Daher wird man nicht nur zu prüfen haben, inwieweit die großen Zu- Wendungen an die Industrie zu recht erfolgt sind, sondern wird darüber hinaus danach streben müssen, aus den reichen Mitteln, die zur Subvention des Kapitals freigemacht worden sind, erheblicheBeträgefürdieEntschädigung der Injlat ionsopfer zu retten. Sozialöemokratl'stbe Außenpolitik« Ein erfundener Schritt bei Herriot. - Durch die Rechtspresse geht eine Meldung aus Paris. wonach die Parteileitung der deutschen Sozialdemokratie den Ministerpräsidenten Herriot durch ihren Pariser Vertrauens- mann hätte wissen lassen, sie würde sehr enttäuscht sein, wenn das � französische Kabinett mit der gegenwärtigen deutschen Regierung in Unterhandlungen über die Regelung der deutsch-französischen Beziehungen, insbesondere über die SicherheitSfrage, in Gedankenaustausch treten würde. Dazu teilt uns der Parteivorstand mit. daß diese Meldung von A bis Z erfunden ist. Veutschnationale unü Inflationsopfer. Teutschnationale Stimmen gegen den eigene» Antrag. Der Reichstag unterbrach gestern die Beratungen über den Etat des Arbeitsministeriums und erlebt« seine erst« Debatte über die Aufwertung. Wer von den hoffenden Gläubigern bisher geglaubt hatte, daß die neu« Rechtsregierung und der neue Reichstag ihren Wünschen mehr Entgegenkommen zeigen würde, dürfte außerordentlich enttäuscht worden sein. Zur Beratung stand ein Initiativgesetz der Regie. r u n g s p a r t e i e n. Es ist entstanden unter dem Druck der Sozialdemokraten, die feit mehreren Wochen allen Ein» fluß aufboten, um die DeutfchnotioNalen zur Erfüllung ihrer Der- sprechungen zu zwingen. Da die Deutschnationalen den von ihnen selbst gestellten Antrag auf Aufhebung der Verordnung des Reichs- Präsidenten vom 4. Dezember, der die Regierung gezwungen hätte, sofort zur Aufwertung klar Stellung zu nehmen, nicht annehmen wollten, entstand aus Verlegenheit der jetzig« Gesetzentwurf. Er bringt den Gläubigern nur einen scheinbaren Schutz, da die Gerichte nur ermächtigt werden sollten, die Aufwertungsstreitigkeiten einstweilen auszusetzen. Durch gleichlautende sozialdemo- t r a t i f ch e und demokratische Anträge ist diese Be- stimmung verschärft worden. Di« Gerichte müssen jetzt auf Antrag die Verhandlungen aussetzen. Dos Gesetz ist ferner bis zum 30. April befristet worden. Obwohl diese Verbesserungen dazu geführt haben, daß das Gesetz in der Gesomtabstimmung einstimmig angenommen wurde, ist«ine Rechtssicherheit nicht geschossen. Den Deutschnationalen, die in namentlicher W>stimmung gegen den sozialdemokratischen Antrag stimmten, der ursprünglich ihr eigener Antrag war, danken deshalb die Sparer di« fortdauernde Rechtsunsicherheit. Die Aussprache wurde eingeleitet mit einer Rede des Genossen K e i I. Kurz und klar enthüllte er das demagogische Tretben der Deutschnationalen. Sejne Abrechnung mit ihnen war ebenso ver- nichtmd wie erschöpfend- Kein Widerspruch wurde auf der Rechten laut. So gut waren Keils Argumente und so unwiderstehlich die von ihm vorgetragenen Tatsachen. Herr Dr. Steiniger, dieser in allen Sätteln gerechte Politiker, wußte deshalb nur mit billigen Scherzen über die unbequeme Situation hinwegzukommen. Für die Ablehnung des eigenen deutschnationalen Antrages wußte er kein anderes Argument vorzubringen als di« Absicht der Deutschnatio, nalen, die Regierung dauernd unter hydraulischem Druck zu halten. Mit vollem. Recht konnte deshalb Genosse Ströbel ihm er- mildern, daß vom heutigen Tage ab kein �Sparer mehr Vertrauen zu den deutschnationalen Versprechungen haben kann, da sie ja die Meinung vertreten, Nichtann ahme ihrer Aufwertungs- antröge fei die beste Hilf« für die hungernden Opfer der InflationI..... Gegensätze in üer Handelspolitik. Agrarier und Industrielle im handelspolitischen Ausschnst Di« Verhandlungen de« handelspolitischen Ausschusses des Reichstages über dos deutsch« spanisch» Handelsver- tragsabkommen am Donnerstag boten sänge politisch b«. merkenswert« Momente. Zunächst ging au« der Erklärung des Reichsfinanzministers mit aller Klarheit hervor, daß die Inkraftsetzung des Abkommens mit Spanien ohne pari amen- tarische Genehmigung, also an sich ungesetzlich«folgt ist. Damit ist eine gewiss« Zwangsloge geschaffen worden. Seit der Inkraftsetzung werden nämlich bei der Einfuhr spanisch« Er- Zeugnisse nach Deutschland niedrigere Zölle erhoben und das gleiche geschieht jetzt bei der Einfuhr aus allen Ländern, mit denen wir im Verhältnis der Meistbegünstigung stehen. Das geschah in der Form, daß di« Differenz zwischen den alten höheren und den neuen Nied- rigeren Zollsätzen gestundet wurde. Würde der Vertrag jetzt nicht ratlsizi«t werden, dann müßten all« diese Differenzen bei den Zollzahlungen nachträglich erhoben werden, was praktisch fast unmöglich«scheint. Mit diesem gesetzwidrigen Versah- ren der Regierung wird sich der Reichstag noch zu befassen haben. Di« Ausschußverhandlungen deckten ferner d«n Gegensatz auf. der sowohl in d« Regierung selbst wie innerhalb der bürgerlichen Parteien besteht, der Gegensatz zwischen den a g r a- r i s ch e n und den industriellen Interessenten. Kaum je sind derartig« Geyensätze in irgendeiner d« bisherigen Regierungen in so scharfer Form vor die Oeffentlichkeit gebracht worden, wie«s diesmal geschehen ist. Nachdem di« Vertreter des Reichswirt- schafts- und des Auswärtigen Ministeriums sich sehr entschieden sich die Ratifizierung des Vertrages eingesetzt hatten, fragt« der Abg. Schneider(D. Bp.) b«i dem Reichsernährung sminlster Könitz an. wie eigentlich sein Ressort sich dazu stell«. Nun erklärt« der Reichsernährungsminift«. daß der Vertrag für di« Winzer einfach ruinös sei. Dem widersprach d«r D«tret« des Auswärtigen Amts, woraus hervorzugehen scheint, daß di« Regierung selbst noch zu keiner einheitliche« Stellungnahme ge- kommen ist. Das wurde vom Abg. Dr. Hilferding(Soz.) fest- gestellt. Er verlangt die Ladung de? Reichskanzlers Dr. Luther, der ja erklärt habe, daß er die Richtlinien der Politik bestimme. Von ihm müsse der Ausschuß jetzt di« Stellung der Regierung erfahren. Gen. Hilferding wies darauf hin, daß«s noch niemals vorgekommen sei, daß im Ausschuh die Vertreter der Regierung einander widersprechend« Erklärungen abgegeben haben. Graf S ani tz trat nun einen teilweisen Rückzug an: jetzt erklärt« er, daß auf einige Monate der Vertrag auch für die Winzer tragbor sei, wenn die Aussicht auf spätere Abänderung bestände. Nunmehr drängten die Vertret« der Rechtsparteien in ein« Ge- fchäftsordnungsdebatte plötzlich auf eine sehr beschleunigt« Derab» schiedung de» Vertrages. Schon im Anfang der Debatte über diese Fragen Hot sich also herausgestellt, daß eine feste Mehrheit für die Regierung in handelspolitischen Fragen überhaupt nicht vor» Händen ist. Ist aber nicht die Bildung der Rechtsrogierung damit zu rechtfertigen gesucht worden, daß endlich einmal ein« stabile Mehrheit gesunden werden müsse und daß insbesondere di« Handelspolittk nicht mit der Sozialdemokratie zu machen sei? Nun zeigt es sich aber, daß di« Regierung auf die Stimmen der Sozialdemokraten angewiesen wäre, wenn die Regierungsparteien sich nicht zu einer anderen Haltung entschließen. Insbesondere die stärkste Regierungspartei, die Deutschnatio» i nalen, wollen offenbar den Versuch unternehmen, die handele- politisch« Verantwortung aus die Sozialdemokratie abzuwälzen. Die Annahm« des Vertrages wünschen nämlich auch die deutsch- nationalen Industriellen: auf der andern Seit« wollen die deutschnationalen Agrarier ihr« hernrnungslos« Demagogie nicht einschränken. So spekulkren die Deutschnationalen damit, daß die Sozialdemokratie das handelspolitisch Vernünftige und Notwendige tun solle, ohne daß die Regierungsparteien mit der Verantwortung für die Politik ihrer eigenen Regierung belastet werden. Dieses Spiel erscheint mis nur zu durchsichtig, als daß es gelingen könnte. Um dieses Manöver weniger deutlich zu machen, beantragten die Rechtsparteien die gesamten Verhandlungen des Ausschusses vertraulich zu führen. Sozialdemokraten and Kommunisten wandten sich entschieden dagegen. Es wurde beschlossen, nur für bestimm!« Regierungsmitteilurigen die Vertraulichkeit zu wahren. In d« Fortsetzung d« Aussprache setzt« sich Dr. S ch n e i d e r (D. Vp.) als Industrievertreter zwar für den Antrag«in, er mußte aber erklären, daß Meinungsverschiedenheiten in feiner Fraktion beständen und daß deren endgültige Stellungnahm« noch nicht vor- lieg«. Er drängte dabei auf die baldig« Verabschiedung des neuen Zolltarifschemas und neuer Zollsätze. In ähnlicher Weise äußerte sich der Vertreter des Zentrums, der noch fordert«, daß Vertreter der Weinbauern und der Land- Wirtschaft vom Ausschuß gehört werden. Dr. Reichert(Dnat.) wünscht« die Vernehmung von Sachverständigen: bei künftigen Verhandlungen soll man stets die gegenseitig« Meistbegünstigung zu erreichen suchen. In seinen Ausführungen kam besonders beut- kich der stark« Drang der Rechtsparteien noch der schnellen Ein- führung des Hochschutzzollsystems zum Ausdruck. Für diese Kreise gelten die Interessen der Gesanüwirtschaft ebensowenig wie die Interessen der verarbeitenden Industrie, der Landwirtschaft rrnd der Konsumenten. Für sie istnurdaseigeneInteresse maßgebend! Kommuniflenraüau im Lanötag. Sabotage der Amnestiedebatte. Als Hauptpunkt stand auf der gestrigen Tagesordnung des Landtags die Aussprache über die sozialdemokratischen und kommunistischen Amnestieanträge. Die Kommunisten zeigten auch hier, daß ihnen eine sachliche Behandlung der Frage, die allein das Los der politischen Gefangenen ändern könnte, vollkomine» gleichgültig ist. 2lls Genosse Ku t t n e r nach den Ausführungen eines Kommunisten als Vertreter der sozialdeniokratischen Fraktion das Wort nehmen wollte, verursachten die Kommunisten einen der« artigen Dauerlärm, daß es dem Vizepräsidenten Dr. P o r s ch nicht gelang, dem Redner Geltung zu verschaffen. Die Sitzung inußtc aus eine Viertelstunde unterbrochen werden. Nach Wiedereröffnung der Sitzung verließen die Kommunisten den Saal. Ge, nasse Kuttner führte nunmehr aus: Das Schauspiel, das die Kommunisten uns soeben gegeven haben, beweist wieder einmal, daß für sie unsere ganzen Verhandlungen nur ein Mittel zum Zweck sind, nach außen Agitation zu machen.(Leb- hafte Zustimmung.) Trotz des ungeheuren Geschreis, das sie nach der Amnestie erheben, glaube ich nicht, daß sie auch nur das mindeste Herz und Mitgefühl für die politischen Verurteilten haben. Wäre ein Funken von Menschlichkeit in Ihnen, dann würden fle nicht immer wieder die Gesängnisse füllen Helsen, dann würden ste nicht immer wieder verführte und unwljsende Anhänger in Aktionen hineinhehen. die schließlich dahin führen, daß zwar nicht die Herren Paul Hossmann und Pieck, wohl aber eine Reihe unbekannter Arbeiter in den Gefängnissen verschwinden, Der Redner gibt seiner Verwunderung Ausdruck, daß von deutsch- nationaler Seit««in A mn est i« a nl ra g Schiele, vom jetzigen Reichsminister, eingegangen sei, während die deutschnationale Presse gegen die Amnestie schreibe. Gegen das MagdeburgerUrteil spreche dos Rechtsgefühl de» deutschen Volkes(Widerspruch bei den Deutschnationalen), auch ein so bedeutender Rechtslehrer wie Prof. Dr. Kahl habe sich dagegen ausgesprochen. Er freue sich, daß der Führer des Republikaniichen Richterbundes K r o n e r so mutig seine Ansicht vertreten habe, wenn man auch über die Form verschieden denken könne. Der Richter, der sich als Sieger von Magd e- bürg habe feiern lassen, fei wirklich nicht vorbildlich.(An. dauernde Zurufe bei den Deutschnationalen, große Unruhe im Hause.) Man kann die Amnestiefrage überhaupt nicht objektiv beur- teilen, wenn man nicht einen Blick auf unsere heutige I u st i z wirst. Die Vorgänge in unserer Rechkspslegc während der letzten Zeil zeigen deutlich, daß unsere Strafjustiz nicht mehr der Ausfluß des öffentlichen Gewissens ist. Wenn z. B. die Reichsregierung gegen das bekannt« Magdeburger Urteil Stellung nehmen mußte, dann ist damit klipp und klar gezeigt, daß dieses Urteil nicht dem öffentlichen Gewissen entspricht. Wenn aber das Rechtsgesühl gewisser Richter schon gegenüber hochgestellten linksstehenden Persönlichkeiten versagt, wie dann erst, wenn es sich nicht um bekannte Persönlichkeiten, sondern um unbekannt« einfach« Arbeiter handelt. Und aus diesem Grunde ist die Amnestie in vielen Fällen unbedingt notwendig. Wenn die Koimnunisten unser« Anträge als nicht ernst gemeint hinstellen, dann braucht man nur daran zu erinnern, daß wir bereits im vorigen Jahr für die Amnestierung der mit den Lebensmittel- Unruhen der Inflationszeit in Verbindung stehenden Vergehen cingc- treten sind. Unsere Anträge und unsere Jnitlatio« haben Hunderte von Begnadigungen zur Folg« gehabt. Hier bei uns haben die Kommunisten ein so weites Herz und Gewissen, daß noch ihren Anträgen schließlich auch alle Strolche amnestiert werden müssen. Zu Ruhland, wo fle das Heft in der Hand haben, da schicken die Sommuuisten die politischen Gefangenen auf die Znseln im Polareis, da lassen sie die Henker erbarmungslos wüten, da gibt es keine Gnade und keine Schonung für den politischen Ge- sangeuen.(Sehr richtig links.) Mit Nachdruck fordert Genosse Kuttner zum Schluß die Am- nestierung der politischen Gefangenen im besetzten Gebiet aus der Zeit des R u h r k a m p f e s, vor allem die Freilassung der Arbetter. die wegen sogenannter Streikvergehen ins Gefängnis ge- warfen wurden. Es ist eine Brutalität ohnegleichen, der Großindustrie des Ruhrgebiets Hunderte von Millionen nochzuwerfen und di« Opfer der Aussperrungspraktikon der Schwerindustrie in Gefängnissen schmachten zu lassen.(Beifall links, Zischen rechts.) Darauf wurde die Zurückweisung der Anträge an den Rechts- a u s s ch u ß beschlossen. Auf die Tagesordnung der heutigen Sitzung. die um 1 Ilhr beginnt, stehen Kleine Vorlagen. * Der Aeltestenrat beschloß am Donnerstag, daß die Wahl des Ministerpräsidenten am Dienstag, den 10. Fe- bruar, auf die Tagesordnung der Plenarsitzung gesetzt werden soll Daran soll sich schließen die Wahl des Landtagspräsiden- t e n. Die Tage vom 11. bis 17. Februar sollen plenarsitzungssrei bleiben. Das Plenum soll dann wieder vom 18. bis 21. Februar tagen, um, wenn das Kabinett fertig ist. di« Regierung?- erklärung entgegenzunehmen und eine Aussprache darüber anzu- schließen. Dann soll wieder vom 22. Februar bis einschließlich 1. März sitzungsfrei bleiben. Heute soll Schwerinstqg sein. Außer- deni stehen eine Reihe kleinerer Gegenständ« auf der Tagesordnung. Die Löhne der englischen Metallarbeiter. In unseren Bericht über die Rede des Genossen D i ß m a n n im Reichstag hat sich«m Druckfehler eingeschlichen. Die Löhne der englischen Metallarbeiter, von denen in der 3. Spalte, 2. Absatz die Rede ist, betragen nicht 1,83 M., sondern 1, 3 3 M für die Stunde. Ein Brief Barmats an Bauer. Nachprüfung durch den Prüfungsausschuß der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Der Berliner Lotal Anzeiger" veröffentlichte am Donnerstagabend einen Brief, der von dem Barmatschen Amerima Konzern unter dem 27. September 1923 an den Reichstanzler a. D. Bauer gesandt worden = fein soll. Das Schreiben lautet: Ihr an Herrn Direktor Barmat gerichtetes Schreiben vom 26. d. M. ist uns zur Erledigung übergeben worden. Wir fügen anbei einen Auszug Ihrer Rechnung, aus dem Sie zu ersehen belieben, daß Sie noch 1207,66 Dollar und 1915 700 m. zu befomen haben, dagegen haben Sie 910 holl. Gulden( gleich 357,35 Dollar zum heutigen Kurse von 254,37) zu viel bekommen, so daß Eie im ganzen 850,31 Dollar und 1915 700 m. zu bekommen haben. Die Bermutungen, die Sie in Ihrem Briefe vom 12. September aussprechen, find absolut unbegründet. Ebenso unzutreffend sind die Angaben Ihres heutigen Briefes, wie Sie aus dem Auszug erfchen fönnen. Die Viertel Prozent Umfagprovision ist seit dem 1. April durch hfl. 300 m. monatlich ersetzt worden, so daß sie nicht mehr in Betracht tommt. Zinsen für die Beschaffung des 6- MilliardenGredits haben Sie nicht zu beanspruchen, da Ihnen dafür etwa 2000 Dollar bezahlt wurden. Natürlich war es unzulässig, wie Sie ja selbst wissen, für Sie Devisen zu kaufen, nachdem Sie Ihre Devisen im Juni haben verlaufen lassen. Wir wollen ganz davon schweigen, welche folossalen Berlufte Sie Herrn Barmat durch Ihre authentische Informationen aus höchsten Kreifen zugefügt haben. Wir wollen auch unerwähnt laffen die 1000 holländischen Gulden, die Sie für Herrn Barmat außer der Reihe bekommen haben, und die vielen hundert Gulden, die Herr Barmat Ihnen seinerzeit in Holland ohne jeden Grund gegeben hat; auch die vielen Hunderttausende Mart, die Ihnen Herr Barmat seinerzeit gegeben hat, wo die Mart noch sehr viel wert war, und die 600 Dema- Attien, die ihnen franto überlassen wurden, wollen wir jegt nicht in Rechnung stellen. Wir erinnern Sie an all dies nur, damit Sie sehen, was Sie von Herrn Barmat bekommen haben, und was herr Barmat Ihnen zu verdanken hat." Der Vorsitzende des von der sozialdemokrati schen Reichstagsfraktion eingesetzten Prüfungsqusschusses teilt uns mit, daß sofort nach Betanntgabe des vorstehenden Briefes Mitglieder des Untersuchungsausschusses den Genossen Bauer ersucht haben, bis zur Prüfung der Angelegenheit sein Reichstagsmandat nich.t auszuüben. Genosse Bauer stimmte dem zu. Eine Erklärung des Genossen Gradnauer. Der fächsische Gesandle in Berlin, Genoffe Dr. Georg Grad. nauer, hat aus Anlaß der ihn betreffenden Behauptungen der , Berliner Börsenzeitung" ein Schreiben an den Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses des preußischen Landtages, Abgeordneten Dr. Leidig, gerichtet, das Dr. Leidig am heutigen Freitagmorgen erhalten wird. In diesem Schreiben sagt Dr. Gradnauer: Die Berliner Börsenzeitung" behauptet, ich foll 1919 girla 1000 holländische Gulden von Barmat erhalten haben; dieser Betrag fei von Barmat auf Untostentonto gebucht worden. Dazu erkläre ich: as ist nicht richtig, daß ich 1000 holländische Gulden erhalten habe. Ich habe damals für erforderliche laufende Ausgaben deutsches Gelb umwechseln müssen in holländisches und belgisches Geld. Herr Sarmat erklärte sich erbörig, einen Betrag zu wechseln. Er ersuchie, bio Abrechnung dann vorzunehmen, nachdem der tatsächliche Berfrauch an ausländischer Münze festgestellt fet. Als ich den Betnag, Der weit geringer als 1000 holländische Gulden war, dann zurüd geben wollte, erklärte er, daß ich ihn für beliebige Smede verwenden möge. Dies habe ich mit der Erflärung angenommen, daß der Betrag für wohltätige 3mede verwendet werden folle. Demgemäß ist verfahren worden. Der Betrag ist für verschiedene Swede bei Dresdener Wohlfahrtseinrichtungen verwendet worden. Der Nachweis für diese Berwendung fann erbracht werden." Ein Schädling der Hochschule. Disziplinarberfahren gegen Prof.v.Freytagh- Loringhoven Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, ist gegen den Breslauer Universitätsprofeffor Dr. Freiherr von Freytagh. Boxinghoven vom Preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Boltsbildung ein Disziplinarverfahren eröffnet worden, zu dessen Durchführung beim Reichstag die Aufhebung der Immunität v. Freytagh- Loringhorens beantragt worden ist. Den Grund des Verfahrens bilden öffentliche Kund. gebungen, fomie eine Reihe von Zeitungsartikeln, bie v, Freytagh Loringhoven in der Kreuzzeitung", der Deutschen Beitung", der Schlesischen Tagespost" und der Ostpreußischen Zeitung" veröffentlicht hat, durch die er bestehende Staatseinrichtungen und Borgänge des politischen Lebens in einer Weise angriff, die sich mit feinen Pflichten als Beamter nicht vereinbaren läßt. v. FreytaghLoringhoven war schon einmal vom Kultusminister megen partei politischer Aeußerungen in seiner Vorlesung zur Innehaltung größerer Burüdhaltung ermahnt worden. Ein wegen ähnlicher Borgänge ein geleitetes Disziplinarverfahren hat mit einem Verweis geendet. Deutsch- französische Verhandlungen. Möglichkeit einer Verständigung. Batis, 5. Februar.( WTB.) Die deutsch- franzo fifchen Handelsvertragsverhandlungen sind heute nach etwa zehntägiger Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Staatsfetretär Dr. Trendelenburg und Handelsminister Raynaldy besprechen in etwa zweiffündiger Unterredung den Inhalt der französischen Note vom 26. Januar und die vorgeffern von der deutschen Wirtschaftsdelegation überreichte Antwort. 3 m Verlaufe der Unterhandlungen ergaben fich Möglichkeiten für eine Verständigung. Die beiden Delegationsführer werden nunmehr über das Ergebnis ihrer heutigen Beratung ihren Delegationen Bericht erstatten, damit die Berhandlungen in den nächsten Tagen in Bolligungen der beiden Vertretungen fortgeführt werden können. Wenn sich auch nichts voraussagen läßt, so ist, wie der hiesige Vertreter des WTB. erfährt, doch der Eindruck nach dieser ersten Fühlungname nicht ungünstig. Die Sozialisten und Marokko. Friedliche Expansion- aber kein Vorwand für Eroberung. Paris, 5. Februar.( Eigener. Drahtbericht.) Die Kammer fegte am Donnerstag die Beratung über das zurückgestellte Rapitel des Ausgabenetats fort. Der Kredit für die Botschaft der Somjet regierung ist ohne Debatte Der am Mittwoch vom kommunistischen Abgeordneten Doriot gestellte Antrag auf Streichung sämtlicher Kredite für die franzöfifche Offupation Marottos ist mit 420 gegen 30 tommunistische Stimmen abgelehnt worden. Der sozia angenommen worden. | Die Geschichte einer Empfehlung. Stresemann Sprit- Weber Wolpe. lassen, daß er dem Sprit.Weber einen freundlichen die verschiedenen Reichsministerien Gold und Devisen Herr Dr. Strefemann hat in unbestimmter Form bestreiten| liche Geschäfte für das Reich; fie bestanden darin, daß er für Brief geschrieben und ihn als Bate in den Reichsklub der mit ungeheurem 3 wischengewinn anfaufte. Deutschen Volkspartei eingeführt hat. Sein vollsparteiliches Leider ließen sich diese Geschäfte nicht lange treiben. Der Sprachrohr, Herr Dr. Pinkerneil, hat versucht, die Verantwor Reichsbanfpräsident fuhr mit einem heiligen Donnerwetter, tung für diese Empfehlungen auf Frau Katharina v. O heimb dazwischen. Als Entschädigung erhielt Herr Wolpe die Empabzuschieben. Das„ Berliner Tageblatt" behauptet demgegen- fehlung der drei Reichsminister. über, Herr Dr. Stresemann habe Herrn Weber in den volksparteilichen Klub eingeführt, Herr Weber habe ein Eintrittsgeld von 2500 m. gezahlt, und weiterhin an Herrn Stresemann für die 3 eit" zweimai größere Summen, zu fammen mehr als 20 000 m. Böllige Klarheit darüber fann nur geschaffen werden, wenn sich auch in diesem Falle die beteiligten Personen zur eidlichen Bernehmung melden. Die hier im Faksimile abgedrudte Emp fehlung wird indessen Herr Dr. Stresemann nicht bestreiten tönnen: Der Legt lautet: Köfle Paſſpoltimer ſer Mindesten Hiermit bitte ich, der Visir. kanſs verdehrland restran Berlin, 26. Oftober 1923.. Depositen- und Handelsban!. G Berlin N. 7, Neustädtische Kirchstraße 31, die im Intereffe des Reiches tätig ist und gewiffe wichtige Aftionen für basselbe vornimmt, das unbeschränkte Depofitenrecht, Devifenrecht und die Börsenzulassung zu ver fchaffen. Ich bemerke, daß Eile geboten ist, und bitte, möglichst jeben Berzug zu vermeiden. Stempel: Der Reichspostminister. Dr. Höfle, Reichspoftminister. Stempel: Der Reichstanzler. einverstanden Stresemann. Stempel: Der Reichsverkehrsminister. einverstanden Defer, Reichsverkehrsminister. Dieser Brief ist wohl die stärkste Befürwortung, bie je einem Unternehmen durch verantwortliche Reichs minister zuteil geworden ist. Wem galt diese Empfehlung? Die" Depofiten- und Handelsbank" gehörte zu der Zeit, als die Empfehlung gegeben wurde, mit der großen Mehrheit ihrer Aftien einem Herrn Wolpe. Herr Wolpe betrieb amt fiftische Abgeordnete Fontanter stellte fest, daß die Sozialisten den Ansichten von Jaurès in der Maroffofrage treu geblieben seien. Er trat für eine friedliche Expansion ein, lehnte aber weitere militärische Eroberungen ab, was Leon Blum zu einer Bemerkung veranlaßte, daß die eine nicht als Vorwand für die andere dienen solle. Der Kriegsminister Nollet fuchte den Beweis dafür zu führen, daß die militärische Ettupation in Marotto bei der gegenwärtigen Situation gerecht. fertigt sei. Es sei nicht beabsichtigt, weitere Gebietsteile zu befezen, noch in der von Spanien aufgegebenen 3one zu inter venieren, sondern lediglich die jetzige französische Einflußzone zu befeftigen. Der südslawische Wahlterror. Gegen Raditschpartei und Sozialisten. Belgrad, 5. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Wahltampi in Serbien wird gegen die froatische Bauernpartei und gegen die Sozialdemokratie mit allen nur erdenklichen Gewaltmitteln geführt. Ein früherer sozialistischer Abgeordneter wurde nach einer Bersammlung überfallen und lebensgefährlich verlegt. Die Versammlungen der Sozialdemotratie werden fyftematisch hintertrieben, gestört oder geSprengt. Die Regierung fieht diesen Gewaltfaten mit verschränkten Armen zu. Wehrpflicht in Horthy- Ungarn. Die Entente soll die Tatsache anerkennen. Budapest, 5. Februar.( WTB.) In der Nationalversammlung erklärte zu dem Antrag des Finanzausschusses, die Regierung möge Schritte unternehmen, daß an Stelle des Söldner heeres die Wehrpflicht eingeführt werde, der Landesverteidi gungsministers, auch die Regierung finde die Beſtim mung des Trianon- Friedens nicht im Einklang mit der Lage des Landes und sei bestrebt, den Böllerbund und die Großmächte | würdigen! Der Börsenfommissar im preußischen Handels. Welchen Erfolg hatte die Empfehlung? Einen sehr merfministerium, Geheimrat Lippert, und fein zum Reichs devisenkommissar bestellter Kollege, Geheimrat Fellinger, waren über diese Empfehlung einer notorischen Schieberbant durch drei Reichsminister so empört, daß fie jedes Eingehen auf die Wünsche der„ Depositen- und Han delsbant" ablehnten. Die„ Depofiten- und Handelsbank" be tam weder Depotrecht noch Devisenerlaubnis. Auch der Börsenvorstand, bei dem das Original des Emp fehlungsschreibens liegen soll, lehnte die Zulassung zur Börse a b. Aber diese Entscheidung fonnte nicht ver hindern, daß der Depositen- und Handelsbank" auf die Empfehlung der drei Minister hin fünf Millionen Mart Postgeld er ohne jede ernsthafte Dedung geliehen wurden, Gelder, die restlos verloren waren, als die Firma Mannesmann unter bestimmten Voraussetzungen die Schuld auf sich übernahm. Die Direktoren der„ Depofiten- und Handelsbank", die Herren Wolpe und Klitottta, find furz nach der Empfehlung durch die drei Minister mit mehreren Millio nen Martflüchtig geworden, die sie als Kredite van der Staatsbant erhalten hatten, und werden gegenwärtig stedbrieflich verfolgt. Sowohl Herr Wolpe wie sein Hauptvertreter, Herr Woldenberg, find Nicht- Deutsche, fie stammen aus dem Often, was ihrer Empfehlung durch Herrn Dr. Stresemann offenbar nicht hinder lich war. Es liegt uns fern, den beteiligten Ministern einen Bor wurf zu machen. Es ist viel zu gut und viel zu allgemein be= fannt, daß z. B. Minister Defer seine Hand nie zu etwas unlauterem bieten wird, er ist einfach das Opfer einer ge schickten Täuschung geworden. Aber wie viel schwerer liegt ein solcher Fall, als die alltägliche Bitte an den Herrn Beamten Soundso, den Herrn Soundso zu empfangen und anzuhören? " In diesem Zusammenhang noch eine Frage: Kennt das Reichsarbeitsministerium die Luisenstädtische Genossenschaftsbant"? Ist es richtig, daß aus den Mitteln des Reichsarbeitsministeriums der Luisenstädtischen Genoffen schaftsbant" mehrere Millionen Mark geliehen worden find, die fie zu vier Fünfteln an Kommunen weiter verleihen follte, in Wahrheit aber nur zu zwei Fünfteln an die Gemeinden weitergegeben hat? Ist es richtig, daß die Deutsche Giro zentrale vor diesen Geschäften in einem amtlichen Schreiben gewarnt hat? Ist es ferner richtig, daß die Empfänger dieser Kredite mit zweieinhalb Millionen Mark na, ch Rumänien durchgebrannt sind, und ist es richtig. daß zu Leitern der Luisenstädtischen Genossenschaftsbant die Herren Dr. Borchardt, Dr. v. Bambach und v. Bethman Hollweg gehören? Die Affäre der Wohnstätten- G. m. b. H. Die Ziegelsteine des Herrn Schiele. Zu unseren Anfragen über Beziehungen zwischen dem Herrk Reichsinnenminister Schiele und der Wohnstätten- B. m. b. 5. geht uns folgende Antwort von der Pressestelle der Reichsregierung zu: Es ist richtig, daß Herr Abg. Schiele aus seiner Biegelei an die Firma, welche mit dem Materialeinkauf für die Baugesellschaft Held u. Frante A. G... betraut war, Bauziegel geliefert hat. Dies geschah jedoch im Rahmen des gewöhnlichen Geschäftsverkehrs und zu den gleichen Preisen und Bedingungen, zu denen sonst aus der Schieleschen Ziegelei geliefert wurde. Im vorliegenden Falle handelte es sich um einen Bertrag über fufzessive Lieferung, bei dem, wie in der Inflation üblich, die allgemein geltenden Richtpreise zu Grunde gelegt wurden. Es waren dies die Richtpreise des Ma fischen Ziegeleibundes, die vom Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg genehmigt waren." Die Antwort ist prompt, nur geht sie nicht auf das Berhältnis der Schieleschen Preise zu den Tagespreisen ein, und nicht auf die Frage, ob Geschäftsbeziehungen zwischen Herrn Schiele und der Wohnftätten- G. m. b. 5. bestanden. davon zu überzeugen; der Minister stimmte dem Antrag zu, der angenommen wurde. Dazu sei bemerkt, daß Horthy- Ungarn seit Jahren mit. Wissen und Billigung der Großen Entente und zum größten Unbehagen der Kleinen Entente die 21jährigen zwangsweise einzieht und militärisch ausbildet; ferner stehen neben der er laubten Armee viele Tausend Fluß und Zollwächter, Gen. darmen, Feuerwehrleute" und eine Maffe Offiziere aller Grade werden zur„ förperlichen Ausbildung" befoldet. Die Veröffentlichung des Budgets mit all diesen Tatsachen ist dem Finanzon trolleur des Bölkerbundes, Smith, so fatal, daß er zurücktreten mill. Die Berufung des Generals a. D. v. Nathufius gegen das bekannte franzöfiche Kriegsgericht8urteil hat die Straffammer des Rafiationsgerichtshofes a urüdgewiesen. Saaripikel entlassen. Laut Saarbrüder Zeitung" wird die oberste Polizeiverwaltung in Saarbrüden aufgelöst. Der Chef Abler und sein Mitarbeiter Rollin waren in standalösen Spigelaffären wiederholt genannt worden. Botschafter Houghton hat sich Präsident Coolidge gegenüber bereit erklärt, den Botschafterposten in London anzunehmen. Wenn diefer bewährte Freund des deutschen Volkes wirklich von Deutschland scheidet, so wird man nur hoffen fönnen, daß sein Nachfolger ebenso deutschenfreundlich sei. Jm Memelgebiet ist der Präsident des Landesdirektoriums, Bailas, aus Gesundheitsrüdsichten zurüdgetreten. Nach folger ist sein bisheriger Stellvertreter Borchert. Der griechisch- türkische Konflikt. Vor der Nationalversammlung zu Angora erklärte Premierminister et by Bey au der griechischen Broteftnote gegen die Abschiebung des ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel nach Griechenland, dies habe der Entscheidung der gemischten Kommission entsprochen; nicht als Patriarch, sondern als Austauschperson babe Konstantin wegmüssen. Das Patriarchat solle bestehen bleiben, gegen das Christentum habe man nichts. Gewerkschaftsbewegung Die 700 Millionen sind ausgegeben. Für die Reichsarbeiter ist kein Geld da. Die Reichsregierung hat am 24. Dezember die Tarifverträge für die Betriebs- und Verwaltungsarbeiter gefündigt. Im Laufe der legten Wochen haben mit den beteiligten Organisationen im Reichs. finanzministerium bereits Verhandlungen stattgefunden, die den Ab. Ichluß eines neuen Tarifvertages zum Zwecke hatten. Die von der Regierung den Organisationen vorgelegten Abänderungsvorschläge wiejen jedoch gegenüber dem bisherigen Zustande, besonders in der Urlaubsgewährung, in der Lohnfortzahlung in Krankheitsfällen wesentliche Verschlechterungen auf. Auch in der Arbeits. zeitfrage soll es bei der jetzt geltenden neunstündigen täg. lichen bzw. 54stündigen Wochenarbeitszeit bleiben. Wohl ist es den Arbeitnehmervertretern gelungen, gegenüber den Regierungsvor. schlägen einige Verbesserungen zu erzielen. Cin endgültiges Ergebnis ist aber noch nicht zustande gekommen. Beide Teile betrachten das bis jetzt erzielte Verhandlungsergebnis als vorläufige Lösung. Die Arbeitnehmervertreter haben sich vorbehalten, das bis jekt erreichte Ergebnis ihren Verbandskörperschaften zur weiteren Beschlußfassung vorzulegen. Die Verhandlungen werden vorausfichtlich in der nächsten Woche weitergeführt. Ob es auf dem Ber. handlungswege zu einer endgültigen Vereinbarung und zu einem neuen Abschluß des Tarifvertrages tommen wird, ist nach der Einftellung der Regierung fehr fraglich, vorausgesetzt, daß nicht noch in letzter Stunde im Finanzministerum die nötige Einsicht Plazz Von Scholem bis Klönne. Gegen das Abkommen von ashington. Die Erklärungen des Reichsarbeitsministers Dr. Brauns zur Ratifizierung des Abkommens von Washington, die unsere Leser im Reichstagsbericht finden, sind reichlich unflar und vieldeutig. Der Reichsarbeitsminister hat sich auch auf die Abmachungen der Konferenz der Arbeitsminister in Bern berufen. Bis heute sind der Deffentlichkeit diese Abmachungen jedoch vorenthalten. Wie die das Arbeitszeitabfommen gegenwärtige Reichsregierung Washington auffaßt, darüber wird man erst ein flares Bild haben, febald dem Reichstag endlich das in Aussicht gestellte Arbeitsgesetz vorliegen wird. Don Arm in Arm mit dem deutschnationalen Scharfmacher Klönne reitet auch die„ Rote Fahne" eine Attacke gegen das Abkommen von Washington. Sie zitiert die im Abkommen von Washington als zu fäffig anerkannten Ueberschreitungen des Achtstundentages, verschweigt jedoch, daß nach dem Abkommen von Washington Ueber. stunden höher bezahlt sein müssen. Sie behauptet unter anderem, daß Polen das Abkommen von Washington ratifiziert hat, und daß trotzdem dort in einem großen Teil der Industrie 12 bis 14 Stunden gearbeitet wird. Tatsächlich hat Bolen das Ab. fommen noch nicht ratifiziert. Der Artikel der„ Roten Fahne" ist in Wirklichkeit nur bestimmt, die Einheitsfront zwischen den Kommunisten und den schwerindustriellen Scharfmachern gegen die internationale Festlegung einer Mindestgarantie in der Arbeitszeit zu mastieren. Die Gewerkschaftsarbeit der Buchbinder. Am Mittwoch fand im Gewerkschaftshaus eine Jahresbranchenbeschäftigten Verbandsmitglieder der Berliner Ortsverwaltung des Berbandes der Buchbinder und Papierverarbeiter statt. Tarifabschlüffent. Der größte Teil dieser Branchenangehörigen find Weibliche und Jugendliche, zumeist ungelernte Arbeitskräfte. Bor dem Kriege wurden diese äußerst niedrig entlohnt. Der Organisation ist es nach schweren Opfern und großer Mühe gelungen, einigermaßen haltbare Tarifabschlüsse zu tätigen. Die Opposition" habe zu Beginn des Jahres mit ihren Allermeltsversprechungen einige Be triebe zu sich herüberzuziehen vermocht. Die Enttäuschung ist jedoch bei diesen betörten Branchenzugehörigen bereits eingetreten. Die Leute haben sich unserer Organisation wie der angeschlossen. Der Redner zeigte an einigen recht trassen Beispielen, wie Unternehmer glauben, mit Arbeitnehmern spielen zu können. Die Firma Kugner u. Berger, Inhaber Silberstein, läßt vier bis fünf junge Mädchen neben ihrer Berufsarbeit die Fenster des Fabrifraumes reinigen. Für eine hierbei zerbrochene Fensterscheibe glaubt sich der Unternehmer vollkommen schadlos halten zu können, indem er jeder der jungen Arbeiterinnen von ihrem fargen Berdienst, welcher zwischen 7 bis 18 M. pro Woche beträgt, 1,50 M. abziehen läßt. Durch das Eingreifen der Organisation und Klage androhung erhalten die Arbeiterinnen ihre Abzüge zurück. Die beste Waffe gegen Unternehmerwillfür und Unternehmer. frechheiten ist eine starke, geschlossene Arbeitnehmerorganisation, die verdoppelt heimzahlt, was die Unternehmer glauben, in ihrem Herrenstandpunkt den Arbeitnehmern antun zu fönnen. Als Branchenleiter wurde Lippold einstimmig wieder. gewählt. 3u Mitgliedern der Branchenfeitung wurden gewähit Mocha, Langner, Rasch, Szymkowski, Töpfer. Mit einem warmen Appell des Bevollmächtigten der Organisation Kaspar, alle Kraft und freie Zeit für die Stärkung der Organisation einzusehen, wurde die gut verlaufene Versammlung geschlossen. Schiedsspruch im Ruhrbergbau. greift. Man mill die Arbeiter in ihrer sozialen Stellung wieder in persammlung aller in BDB., Api- und Buchdruckerei- Buchbindereien Staatsfommissars Mehlich und unter Teilnahme von Vertretern die Zeit der Vorkriegsjahre zurück werfen. Die Organisationen werden dafür Sorge tragen, daß das nicht geschicht. Was der Mecklenburgische Landbund wünscht. 22 000 ausländische Arbeiter. Die Beschäftigung ausländischer Arbeiter in der Landwirtschaft ist fontingantiert. Für Mecklenburg- Schwerin waren für 1924 ebenso für 1925 17 000 Arbeiter durch die Reichsarbeitsverwaltung bewilligt. Diese Zahl genügt dem Landbund nicht. Er fordert noch 5000 Ausländer. Dieser Forderung muß entschieden widersprochen werden. Die bewilligte Zahl genügt für die mecklenburgische Landwirtschaft. Die Mecklenburger Landwirte haben das auch selbst bewiesen. Sie haben nämlich zahlreiche polnische Landarbeiterfamilien auf die Straße gefezt, die nun die Aſyle der Großstädte bevölkern. Es fann also ein Bedürfnis für Heranschaffung von weiteren 5000 Ausländern nicht bestehen. Bezeichnend für das Verhalten der Arbeitgeber in Medienburg ist, daß sie es bisher hartnäckig abgelehnt haben, mit den Gewerkschaften eine tarifliche Regelung der Lohnver hältnisse für die ausländischen Arbeiter zu vereinbaren. Diese Tatsachen zusammengefaßt sind ein derartig unerwünschter Zustand für die deutsche Wirtschaft, daß die Reichsarbeitsverwaltung feiner weiteren Einführung ausländischer Arbeiter für Mecklenburg zustimmen fann. Es wird im Gegenteil zu erwägen sein, ob nicht das bisher für Mecklenburg bewilligte Kontingent zu hoch ist und her abgesett merden muß. Schwindelmeldung der ,, Roten Fahne". Genoffe Büttner, Gauleiter des Lederarbeiter- Berbandes für den Bezirt Hessen- Nassau, schreibt uns: " Zurzeit in Berlin vorübergehend tätig, fommt mir die Nr. 28 der Roten Fahne" zu Gesicht, die unter der Spigmarte om munistische Erfolge bei den Ortsverwaltungswahlen in den Gewerkfegiten" u. a. folgende Schwindelmeldung verbreitet: In Frankfurt hat die Ortsverwaltung des Lederarbeiter verbandes die fünf zur Neuwahl aufgestellten Genossen turzerhand aus der Organisation ausgeschlossen. In der darauf stattgefundenen Jahresversammlung hat sich die Gewerkschaftsbureaukratie unter den polizeilichen Schutz von einem Polizeileutnant und zehn Mann begeben. Troßdem erhielt bei der Abstimmung die Oppo fifion 126 gegen 184 Stimmen der SPD." Dieser Bericht ist Wort für Wort erlogen und erstunten. Die Wahl der Ortsverwaltung unseres Ortsvereins Frankfurt- Niederrad erfolgte per? flamation. Da auch unsere sogenannten Revolutionäre" für die zur Wahl vorgeschlagenen Kollegen stimmten, fann weder von einer Oppofitionsliste" noch von einem Organifationsausschuß" die Rede sein. Eine Anrufung der Polizei um Schutzgewährung hatten wir wirklich nicht nötig, da wir unsere Opposition" nicht fürchten und nach wie vor noch in der Lage sind, mit ihr fertig zu werden. Die Rote Fahne" hat also in Ermangelung wirklicher Erfolge ihren Geldgebern in Mostau und ihren Befern in Berlin wieder einmal eine erlogene Räubergeschichte vorgelegt. Branchenleiter Herzog gab den Jahresbericht, in dem er noch einmal auf die zurückliegende Inflationszeit hinwies. Trok dem im graphischen Gewerbe die Goldlöhne zuerst eingeführt mur. den, seien die Löhne besonders für die Arbeiterinnen nicht ausreichend gewesen. Es fam schließlich zum Abschluß eines Sondervertrages für Berlin. Die Lohnbewegungen der Buchdruder wirkten jich für das ganze Gewerbe aus. Wenn die Buchbindereiarbeiterschaft zu Beginn des Jahres trübe der Zukunft entgegenblickte, so bestehen bei Ablauf des Berichtsjahres einiger maßen gute Lohn- und Arbeitsbedingungen. Effen, 5. Februar.( WTB.) Unter dem Vorsitz des Reichs- und des Handelsministeriums und des Oberbergamtes fanden heute die Arbeitszeitverhandlungen im Ruhrbergbau statt. Da eine Einigung nicht zu erzielen war, fam es zu einem Schieds. spruch mit wechselnden Mehrheiten, der das bisherige Abkommen mit einigen Abänderungen verlängert. Die Arbeitszeit in Rofereien soll ab 1. März bereits acht Stumden betragen, nicht, wie in der Bera ordnung des Reichsarbeitsministeriums vorgefehen ist, ab 1. April. Lohnkonflikt in der Schwerindustrie. Facharbeiter über 21 Jahre einen Tariflohn von 60 Pfg., für Silfsarbeiter einen solchen von 48 Pfg. vor. Eine weitere For derung der Metallarbeiterverbände ist auf Wiedereinführung von örtlichen Tarifen gerichtet unter Beachtung der verschiedenen Ver hältnisse in den einzelnen Betrieben. Zur Arbeitszeitfrage fordern die Verbände eine Herabiezzung der Arbeitszeit von 571 Stunden auf 56 Stunden in der Woche. Bochum, 5. Februar( Mtb.) Zu den Lohnberhandlungen der metallarbeiterverbände in der nore westlichen Gruppe( Echwerindustrie) verlangen die Arbeitnehmer einen Grundlohn von 70 Big. für die Buchdruckerei Buchbindereien sich sowohl Löhne Zu den Lohnverhandlungen führte Herzog aus, daß für die Facharbeiter, für die übrigen Arbeiter eine Rohnerhöhung wie Arbeitszeit denen der Buchdruder anpassen. Die Api- Beim entsprechenden Verhältnis. Der legte Echiedsspruch sah iür die triebe hatten infolge der schlechten Konjunktur weit niedrigere Löhne. Alle Verhandlungen über einen gerechten Ausgleich schei terten an dem Widerstand der Unternehmer, die ihre ablehnende Haltung stets damit begründeten, daß diese Industrie als Exportindustrie fonfurrenzfähig bleiben müsse. Das Reichsarbeitsministe. rium fällte dann einen Schiedsspruch, wonach der Spikenlohn die beiderseitige Zustimmung erfolgt. Für die VDB.- Buchbinab 26. Februar 80 Pf. beträgt. Zu diesem Schiedsspruch ist bereien waren die Verhältnisse in Leipzig besonders ungünstig. Auch die Erhöhung der Affordfäße fonnte sich nicht auswirken. Im November fam es zu einer Vereinbarung von 76 Pf. Stundenlohn. Bon der Leitung des oppositionellen Verbandes murde da mals mit allen Mitteln persucht, die Organisation in den Schmutz zu ziehen. Es war auch jeht nicht möglich, an die Löhne der Buch bruder heranzukommen. 26 19. Februar beträgt der Spigen Iohn 80 Pf. In dem beiderseitigen Arbeitszeitabtom men, bei dem die Mehrbezahlung mit 12% Proz. bis zum Ablauf der Verträge festgelegt ist, fonnte eine Verbesserung nicht erreicht werden. Die erste Aufgabe der neuen Branchenleitung muß es sein, den Affordtarif neu zu gestalten. Die Agitation in der Buchbinderbranche war infolge der Spaltung außerordentlich schwierig. Aus der großen Zahl der Sigungen und Berhandlungen ergibt sich eine rege Organisationstätigkeit. Möge trot der fortgesetzten Bestrebungen des oppofitionellen Verbandes, die Kluft zu erweitern, die Buchbinderbranche wieder das werden, was sie vor dem Kriege mar. In der Distuffion wurde die Zersplitterung lebhaft bedauert. Wienicke vom Hauptvorstand betonte, daß sich die Organisation des Ergebnisses ihrer Arbeit nicht zu schämen brauche. Bon der Opposition sei die Einigung leider nicht ehrlich gemeint. Sachliche Gewerkschaftsarbeit müsse auch in Zukunft geleistet werden. Nach der Wiederwahl Herzogs zum Branchenleiter wurde die Bersammlung vertagt. Die Jahresversammlung der Luguspapierbranche nahm am Dienstag im Gemertschaftshaus durch den Branchenleiter Lippold den Jahresbericht entgegen. Besuch und Verlauf der Verfammlung zeigten den Aufstieg, welchen die Branche im verfloffenen Jahre nahm. Der Berichterstatter zeichnete in großen Bügen das ausgedehnte Arbeitsgebiet diefer Branche, in welcher erfaßt werden die Arbeiterinnen und Arbeiter der Briefumschlag, Chromo, Photo, Luruspapier, Kolorier- und gemischten Betriebe, mit ihren schwierigen Die Verhältnisse der Ingenieure und Chemiter in der Industrie behandelt ein eben ausgegebener Bericht des Internationalen Arbeitsamts. Ingenieure sind in den verschiedensten Stellungen in der Industrie beschäftigt, vom Volontär, der eben die Schule verlich, bis zum Leiter einer großen Unternehmung und vom Beamten öffentlicher Betriche, der in die Rangliste eingereiht ist, bis zum beratenden Ingenieur in völlig unabhängiger Stellung. Ungefähr gleiches trifft hinsichtlich der Chemifer zu. Die Angaben, auf welchen der Bericht des Internationalen Arbeitsamts beruht, wurden auf dem Norrespondenzwege aus 25 Staaten erlangt. Transportarbeiter der Berliner Metallbetriebe! Sonntag, den 8. Februar, vormittags 9½ Uhr, in den Germania- Sälen, portarbeiter haben bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Da diese Versamm. Chauffeeftr. 110, große Versammlung. Alle Vader, Lager, Hilfs- und Trans lung als Maffenfundgebung gilt, barf feiner fehlen. Deutscher Berkehrsbund, Sektion 5. Deutscher Berkehrsbund. Betriebsräte, Arbeiterräte, Betriebsobleute aus den Branchen: Wäschereien Färbereien, Wäsche Verleihbranche Solzindustrie; Spedition Möbeltransport, Schwer- und Leichtfuhrwert Muu abfuhr Safen und Speicher Glas und Teppichreinigung Brauereien und Bierniederlagen; Straßen-, Soch- und Kleinbahnen fowie Omnibus betriebe: Metallindustriebetriebe und Bost Telegraphie, Reichs-, Staats- und Rommunalbetriebe: Montag, den 9. Februar, abends 7% Uhr, im Simmer 4 Engelufer 24-25, Aufg. B, part., Bollversammlung. Mitgliedsbuch und Betriebsräteausweis 1924 legitimiert. Achtung, Zimmerer! Verbandskameraden, erinnert alle Junglameraden ( Lehrlinge) nochmals an den gemeinsamen Besuch der Arbetterwohlfahrtsaus. ftellung. Alle Jungtameraden treffen fich pünktlich am Sonntag vormittag 10% Uhr in Charlottenburg. Fraunhoferstr. 11-12. Eintritt und Fahrgeld bezahlt der Verband. Berantwortlich für Bolitik: Ernff Renter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkora; Feuilleton: R. S. Defcher; Lokales und Sonstiges: Fris Karstädt: Anzeigen: Th. Glode, fänttlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Berlaasanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin G 68. Lindenstrake 3. Sieran 2 Beilagen ,,, Unterhaltung und Wissen" und Frauenftimme". Tiefz BILGE Lebensmittel Verkauf nur Soweit Vorrat Mengenabgabe vorbehalten Frisches Fleisch. Schweineschulterblatt ohne Beilage 80 Pt. Hammelfleisch( Dicke Rippe).... Pfund 62Pf. Hammelrücken Kammelkeule. Kalbskamm Kalbsrücken Kalbskeule.... Kassler mild gepökelt........ ..Pfund 68Pf. ..... Pfund 80Pf. Pfund 64Pf. ..Pfund 70Pt. Pfund 76Pt. Pfund 106 Schweineköpfe gepökelt...... Pfand 36Pt. Prima Schweinenieren gefroren, wie 62Pt. Ochsen- Suppenfleisch fettes, 50Pt. Ochsen- Schmorfleischettes, o. p 80 Pt. Besonders .. trisch, Pid. getroren, Pfand Kolonialwaren Käse Wurstwaren Delikateß- Sülzerta.45P. Tafelreis...... Pfand 22P. Camembert Schact 32PL Rot- u. Leberw. Pta.70Pt. Schnittaudeln Ptd. 25e. Quadratkäse.Stack 32PL Berl. Mettwursterd.95Pt. Linsen... Piund 23Pt. Briekäse...... Pfund 48Pf. Jagdwurst...... Pfund 120 Erbsen gesch. Pfund 23Pt. Stangenkäse Pfand 50Pf. Mettwurst P. 120 Haferflocken Pfand 23Pt. Salamiwurst..Pfand 135 Eierschnittnud.Pd. 30P. Schinkenw..... Pfand 145 Hartgriess.... Pfund 30Pf. Teewurst...... Prand 150 Ital. Spaghetti Ptd. 40Pt. Schinkenspeck Pra. 155 Makkaroni... Pfand 45P n. BraunFrisch gebr. Kaffee Kakao Pland von 250 an Ptund • 1. Doga Wild Geflügel Konserven Karotten geschnitten 40PL Hasen se gestreift 95 pr. Kohlrabi In Scheiben 48PL gefroren 98.p ... Stück u.Breonund Gem. Erbsen........ 45PL Gänse Ptund OP. Junge Erbsen...... 55P Dän. Gouda... Pfund 78Pf. Gänsestückenfl. Pid 70Pt. Schnitt- Bohnen....... 85PL Limburger... Pfund 85Pt. Gänsekeulen..Pfand 140 St.-. Schnitt- Bohnen 115 Stangenkäse 90. Gänseklein mit Mag 140 Leipziger Allerlei..90Pt. Edamer....... Pfund 90Pf. Gänsebrusto.Kn., Pid. 160 Pfefferlinge. 105 Dän. Schweizer. Pa. 110 Suppenhühner.. Pid. 145 Brechspargel stark.. 290 Stang.- Spargel stark, Pflaumen Frucht.. 75PL Apfelmus... 70PL Birnen, Frucht Kirschen Fabrikat Bensdorp 80PL Pfund Schokoladenpulver Pland 60Pf. sehr 370 95PL. saure, o.St... 110 Fische Backobst kaliforn. 60PL Kochäpfel Ptand ... Pfand 12. ApfelsinenDutzend 45P. Rotkohl......... Prand4Pr. Pfirsiche Kaland 80P. Mandarinen Prand 33P. Feigen......... Pfund 25P Kohlrüben...... Plunder. Heringe grane, Pfund 20%. Aprikosen kalfor 105 Goldparmän. Prd. 18PL. Möhren.. Pfand 4. Wirsingkohl..Pfund Pf. Bundaale Bund...... 75PL Seelachse Kom 28PL Pflaumen Ka 40P. Zitronen.. Dutzend 32P. Weisskoh!.... Pand 4P. Blumenkohl Kopf .... Pfand 4P. Blumenkohl on 15 Makrelbücklingep 35Pr. ....... FL Pfund kaliforn. Prand 10 10 FI. 10 Preise ohne Steuer und Flasche 10 an ganzen, Pfund Adler- Slber 1 the 390 10 Flaschen Preiswerte Weine vom Fass Preise ohne Steger and Flasche Vorzügl. billige Tischweine Roter Tarragona at Liter 150 Steer 1922er St. Martiner.85P 800 1922 Zeller Schw. Herrgott 225 9200 1922 er Montagne- Rotwein 90 850 Deutscher Weinbrand Sonnengartner voller spanischer 150 Stener 1922 Gundersheimer...... 125 1200 Johannisbeerwein ausse qualit F1.95.90 1922 Dürkheimer Feuerberg 125 301106 1401300 Süsser Apfelwein vol.95.900 1922er Pomerol- Bordeaux.... 10.1500 Flasche Orig. Insel Samos bisonte fett- 190 Steuer 1921 Edenkobener. SüsseQualität Ltr. 10 225 20 2100 1922 Château Fonréaud te.2 1921er Alsterweilerer Letten 175 1600 1921er Haut- Cimes weiss und Lis- 1240 2250 39 Pf. Qualitat Süsswein... Liter gute Gefässe( Flaschon, Korbflaschen usw.) sind mitzubringen PL Br 20 roter, vorzus süss 1 1 II. 10 3750 einschliesslich Steuer und Flasche Fortsetzung des grossen Verkaufs der Weissen Woche flr. H2» 42. Jahrgang 1. Heilage ües Vorwärts Ireitag. 6. feöruar 1925 Melgefichtig ist das Antlitz der G-fahr in den verkeyrsdurch- olutetsn Adern eines Großstadi-On;«nistmis. Zu hartem Wasten- gange treten Tod und Leben täglich miteinander in die Schranken. Kroß ist die Zähl der Opfer, groß andersrieiis aber auch die Zahl derer, die gerettet werden können, weil ärztliche Hilfe als wirksame Sekundantin sofort in der Arena des Kampfes erscheint. Die über Groß-Verlin oerteilten Ilniallstotionen tRetrungswachen) sind Tag imd Nacht geöffnet. Wie stark die Inanspruchnahme ist, geht daraus hervor, daß die Statistik einer in dsfonders verkehrsreicher Gegend befindlichen Unfallstation, innerhalb von neun Monaten, ZWO Fälle ausweist, was einer täglichen Durchs chnittsziffer von mehr als 18 entspricht. Und doch geht die Behandlung nicht über den Rahmen einer ersttnoiigen Hilfsleistung hinaus. Bricht z. B. jemand unter- rvegs den Arm. so wird er auf der Rettungswache kunstgerecht„ver- arztet"; wollte er aber am folgenden Tage wieder auf der Bild- flache erscheinen, etwa um einen Verbandswechsel vornehmen zu lassen, so würde er dahin belehrt werden müssen, daß ein« Fort- «etzung der Behandlung dem Charakter der Unfallstation nicht ent- spricht. Die Unfallstation. Jeder Rettungswache stehen mehrere, verschiedenen Zwecken viencnde, und entsprechend ausgestottetc Räume zur Der'üaung. Man ist darauf eingerichtet, jederzeit kleinere Operalionen und iaaar Entbindungen vornehmen zu können. In den Vitrinen liegen neben Die verletzten öer Großftaöt. mit denen eine hochentwickelte Technik dem Unheil m jeder Form zu! Stationen erheben Sätze im Rahmen der ärztlichen Gebührenordnung. Leibe geht. Selb.kverständlich sind auch Jnjektions- und Beräubungs-; Gehört der Patient einer Krankenkasse an, so wird direkt mit der k»? �lörrt�k* r-.•»»»,»« 7»�» � /s vt N a � u � u � 1 ift 'Km.•*% dßJ-rtAi'Yi/ einer kompletten frauenärzmchen Aufrüstung, Kehlkopfspiegel, Mund- offner, Zungenhalter, Pinzetten aller Art, Klammern zum Zusammen- fügen der Wundränder, echt silberne Ohrentrichter, silberne Kanülen — kurz ein ganzes Arsenal blitzender und bekleimnenber Instrument«, mittel, wie Aecher, Morphium usw. vorhanden: Medikamente zur Verabreichung an den Kranken sind dagegen aus hosfmansiropjen und Baldrian befchränkl. Und sollte etwa ein mühselig mit Magen- Verstimmung Leladener sich der Hossnlmg hingebend aus der Unfall- station mittelst eines kräftigen Schlucks Cognac einer normaleren Verlassung wieder zugeführt zu werden, so dürfte er bitter enttäuscht werden, da man ihm sicherlich eines der obeengenannten Heilmtttel servieren wird. Auch wem, jemand aus die Idee versiele, einen Rausch in Anbetracht besonderer Aorgeschriltenheit(teils des Sta- diums, teils der Stunde) auf der UnfollstaLion auszuschlafen, wobei man außerdem die Hotelkosten angenehinermeise sparen könnte, so würde er mit Betrübnis erfahren, daß die Unfallstationen wohl vor- übergehend«, d. h. stundenweise Aufenthalts- und Liegemöglichkeit bieten, auf nächtliche Dausrüefucher jedoch verzichten müssen. Der Schauplag mancher Tragödie ist das sogenannte„Bewußtlosen. zimmer". Angehörige aller Stände, keineswegs nur der unbemittelten Klasse. Unfollnerletzte, plötzlich Erkrankte, Betrunkene, Selbstmord- kaitdidaien, finden sich hier zusammen, und nicht nur der oont Elend Zertretene, der Obdachlose, sondern auch manche bekannte Berliner Persönlichkeit hat ans dem Ruhebett einer llusallstatton den letzten Atemzug getan. Opfer des Alkohols, des Cocains werden anoefchieppt. Frauen sollen übrigens im Rausche weit unangenehmer und viel eher ix-biai werden als Männer. Der Dienst«st schwer. Cr wird von iunf cinanderablösenden Aerzten und zwei sich ebenfalls abwechselnd:, i Heilgehilfen versehen, denen für jeden fünften Tag eine dritte Hilfskraft vertretungsweise beigegeben ist. Frauen werden nicht eing cstelli. da sie den körperlichen Anforderungen dieses auf- opferungsoollen Dienstes auf die Dauer nicht gewachsen sein würden. Als Regel gilt übrigens, daß auf einen ruhigen Tag«lue umso nn. ruhevollere Rächt zu folgen pflegt. Die Hochfrequenztage. Das Hilfspersonal ist u. o. zur Führung der verschiedenen Sta- ttstiken verpflichtel, die zum Teil recht interesiaitt« Ergetmisie bringen. Zklontag and Freitag z. V. sind buchmäßig sestgeftellt« hochserquenz- tage. Man führt diAc Talsach« daraus zurück, daß an ihnen häufiger als an anderen Wochentagen Sitzungen. Versammlungen v. dergl. stattfinde v. Das Odium des„blauen Montags� hingegen spiel in dielem Zusammenhange kein« Rolle. Sonnabend und Sonn« tag, für Ausslugsunternehmungen allgsnein belieb«, heißen die „Abvrttage". weil beim Wandern„die Ehefrauen liber die Baum- wurzeln stolpern". Eine andere Spezialität des Sonntags ist die Wallfahrt der Zahnwchgeplagten zur llnfallstotion, wo sie indessen grundsätzlich abgewiesen werden. Di« Erscheinung Hot ihre Ursachen darin, daß der Zahnarzt Sonntags ttn allgemeinen keine Sprechstunde abzuhalten pflegt und außerdem an seinem Hause noch immer die Rochtglocke fehlt. Diese Verknüpfung der D'Nge führt zu Mißständen, die dringend der Befettigung bedürnn. Eine andere Buchführung gibt über Art und Zahl der HUfsleistungen Auskunft. Danach weifen äußere Becletzungen die Höchfigust-! auf, an zweiter Stelle stehen innere Berlehuagev. es folgen Agkohol— und endlich Selbstmordfalle. Lesenswert ist auch die Statistik auf dem Gebiete sexueller Hygiene. Hier haben die Unsallstarronen in den letzten Iahren wertvolle Aufklärungsarbeu geleistet, die insbbfondere die Gefahr der Verseuck, ung durch Ansteckung im Geühlechisvertehr zum Geaenstande hat; solcher Ansteckung?aun durch vorbeugende In- Sektionen wirksam begegnet werden...Mit dem Erfolge ihrer Propo- gen da können die leitenden Stellen zufrieden sein: Während im Dezember 1918.zwei, im Dezember 191g neim Einspritzungen ver- bucht wurden, sind im Zahre 19?« allein 2860 llniek klonen vorgenommen worden, und die Wahrscheinlichteirsrechmmg sichtet schon Herne für März 1925 den zehntausendsten vehandlungsfall. Di« Freausnzzrfsern der einzelnen Monate schwanken in harmonischer Ueberemstrmmuug mit der Börsenkonjunktur. In den Zeiten der Inflation-gewinne stieg die Kurve wie das Quecksicher an der Sonn«, sank dageaeu rasch unter der Depreffum der Siabilis-ttionsnöte. Un- obhängia hierom, schlägt der Monat I n l i alljährlich jeden Rekord, weil nämlich, wie uns mit sachlicher Trockenheit erläutert wurde, in dicser Zeil sommerlicher Hochsaison sehr viele Ehefrauen auf der Erholungsreife sind! Di« recht erheblichen Betriebskosten der Un- sallstakionen werden zum Teil aus den Einnahme» gedeckt. Die Kaste abgerechnet, ist er völlig mittellos, so greift das Wohlfahrtsamt ! helfend ein und erstattet der Unfallstonon ihre Kosten. Die Bücher einer im westlichen Geschäftsviertel belegenen Rettungswache weifen 10 Proz. Privat, 10 Proz. Armen- und 80 Proz. Krankenkastensälle aus. Ziffern, die sich je nach Gegend und Zistammensetzung der Be- völterung in anderen Stadtteilen entsprechend ändern dürsten. Im Behandlungsraum. Außerordentlich bedauerlich ist die Tatsache, daß seit dem Kriege mehrere Unsallftationeri aus Mangel an Mitteln eingegangen sind, wovon bssonders der Norden Berlins betroffen wurde. Di« Oeffent- lichkeit hätte großes Interesse daran zu erfahren, aus welchem Grunde die Stadt Berlin, die zurzeit keineswegs mit llnterdilanzea arbeitet, diesen Schließungen untätig zusiebt, anstatt nicht nur die Aufrechter Haltung dieser notwendigen sozialen Einrichtungen unter allen Um- ständen durchzuführen, sondern auch ihre Zahl— mit dem Wachstum de.' Großstadt Schritt haltend— ständig zu vermehren. ......... ä...;■ i..- u '»ieua«stage der byzantinische» Schweifwedele». Ein sonst durchaus ernst zu nehmendes bürgerliches Telegraphen Bureau hielt sich für verpflichtet, unter der Ueberschrift:.„Herzog Ernst August von Brouuschweig auf der Polizei- wache" der Welt die Kunde von dem s lügenden erschütternden Vor- gang zu geben:„Bor«inigen Togen wurde in Krefeld durch«inen Derkehrspolizsttn am Stadtischen Arantenhause«in Auto angehalten, dessen Insassen sich nicht sofort ou-weis«n konnten und die infolgedessen den Weg zur Wache antred-n mußton. Der Besitze? des Wagens, Herzog Ernst August von Braunschweig, der inzwischen auch von Passanlen«rtann! worden war. konnte, nachdem er auf der Wache seine Papiere ausgepackt und sich tatsächlich als Herzog Ernst August von Vraunschweig ausgewiesen hatte, ungehindert seine Der Apfel der Elisabeth Hoff. M] von Wilhelm Hegeler. ..Ach. Bormittags- oder Nachmittagsmensch, ich bin alle- zeit Ihr treuer Verehrer." Die drei stießen an. „Ihre liebenswürdige Schwester soll auch mit leben, sagt« Ryseck, ehe er trank.„Wenn sie mich nicht so sreundlich�auf- genommen hätte, wäre ich wahrscheinlich unverrichteter Sache wieder fortgegangen" „Und wenn Sie mich nicht mit meiner«chwester ver- wechselt hätten, wären Sie wahrscheinlich gar nicht so lange geblieben." antwortete Elisabeth. „Und wenn Ihre Schwester mich nicht für den Bibliotheks- käufer gehalten hätte, wäre ich wahrscheinlich überhaupt nicht empfangen worden," erwiderte er.„Welch eine Komodic der Verwechslungen!" „So geht's, schloß Hoff den Reigen.„Das Schicksal wollte, daß wir diesen Abend gemeinsam verbringen, und scheute die umständlichsten Mittel nicht. Das Schicksal ist wie die Natur, der auch keine Umwege zu mühsam sind, wenn sie einen Zweck erreichen will." Welchen Zweck mögen Natur und Schicksal mit mir ver- folgen? huschte es Elisabeth durch den Kopf. Wieder rauschte der Vorhang auseinander. Es war. als hätte sich eine neue Seite in einem großen Bilderbuch ge- öffnet. Da saßen in steifer goldener Pracht auf ihren Thronen König und Königin, und ihnen zu Füßen mit anmutigen Puppengesichtern die drei schamhasten Töchter Ein weih- bärtiger Barde zupfte auf seiner Balalaika und sang in tiefem Baß— niemand verstand was. Drei Ritter traten auf, fporenklirrend, dröhnend, mit langen«cbwertern und Arm- brüsten. Sie sangen schlecht und recht ihre Berslein. Wenn auch niemand den Sinn begriff— was konnten sie sicheres begehren als die drei Töchter? Der König grollte» die Königin beschwichtigte. Das blasse Email auf den Wangen der Mäd- che« begann zu glühen. Der König wurde weich. Die Ritier verneigten sich. Die Prinzessinnen klatschten in die Händs. Der Vorhang fiel. Der weihbärtige Barde zupfte auf feiner Balalaika und hielt den Hut zum Einsammeln hin. Ryseck i füllte die Gläser. -Hübsch!" sagte Hoff.„Wie Figuren im Kartenspiel.", Rnfeck sah Elisabeth an:„Ein Kartenspiel um die�Liebe." „Erinnern Sie sich noch an den Abend, wie Vis den Zauberkünstler machten?" fragte sie.„Sie sahen so drollig aus in Ihrem Henriquatre." „Aber imponiert habe ich Ihnen doch. Sie mären zu gern hinter meine Schliche gekommen." Was für Erinnerungen die beiden hatten! dachte Hoff. „Können Sie nach Ihre Kartenkunststücke?" »Llber selbstverständlich! Wenn Sie befehlen, mache ich sie Ihnen vor. Gleich! Aus der Bühne!— Kellner!" .Imstande sind Sie dam," lachte Elisabeth. Aber leider hatte der Kellner keine Karten. „Schade." sagte Hoff.„Dos wäre gewiß die Haupt- nummer geworden." „Ach nein, nur eine Zwischennummer. Ich bin nur Zwischennummer." Elisabeth lochte wieder. Sie schämte sich. Aber Rysecks klägliches Gesicht war gar zu drollig. Rasch trank sie. sagte dann zum Trost:„Aber damals hatten Sie den Haupterfolg." „Den hatten Sie!" Seine Augen blitzten dunkel auf.„»sie waren die Königin. Wir waren nur die Buben. Es lebe die Königin!" Sie gab ihm Bescheid. Wie kühl ihr die Sektperlen ins Gesicht sprühten! ..Trink nicht so hastig, Kind!" „Sekt kann ich nicht langsam trinken." „Gut gesogt!" kam's von einem der Nebentische. Elisabeth lachte, da Ihre beiden Nachbarn lachten. Sie blickte in den Saal. Don da unten her sah man zu ihr auf Sie fühlte die Scktperlen in ihrem Blut prickeln. Eine selige. beschwingte Stimmung ließ ihr alles unwirklich erscheinen, als wäre der ganze Saal eine Bühne, als spielten alle Zuschauer. als spielte auch sie zwischen den beiden Männern eine lustige Komödie Rvseck füllte da? Glas des Professors. „Aus Ihr Wohl, Herr Hoff! Wir müssen auch mal ein Spiel machen." „Ich mache mir nichts aus Karten. Aus Glücksspiel erst recht nichts" „Es kommt auf den Einsatz an. Was denken Sie, Frau Hoff?" „Ick, habe kein Glück im S-iel." ..Desta�mehr in der Liebe!" kam es leise zurück. Der Saa! verdunkelte sich halb. Musik rieselte, hüpfende, helle Geigen, dunkle Bratschen. Bor dem Vorhang tonzelte Kolombine. „Die scheint rech: hübsch." sagte Hoff. „Ich finde Sie schön!" sagte Ryseck, Elisabeth anblickend. „Jetzt hat Elisabeth Fritsch wieder ihre Sektaugen. Jetzt sind wieder alle Lichter an ihrem Kronleuchter ausgesteckt." „Die sind herabgebrannt," sagte sie träumend. „Rur erloschen. Es müßte sie semand wieder anzünden." Auf der Bühne spielte Kolombine mit dem schwarzen Ritter und dem bleichen Pierrot. „Die Musik kommt mir bekannt vor." sagte Hoff. „Eine alle Musik zum ewig jungen Spiel." „Oh. das läßt sich ja ganz tragisch an." sagte Hoff, als der Ritter den Pierrot erstach. „Schadet nichts. Es ist doch das einzige, was lohnt," murmelte Ryseck. Glühender Sonnenuntergang blendete vor der Bühne die Zuschauer. Der uferlos in unendlicher Breite verdämmernde Strom schien ein See von Feuer, eine übel dünstende Hölle. Der schmale Saumpfad davor war rissig und hart wie aus gebranntem Ziegelstein. Kein Grashaim erquickte das Auge, kein Baum spendete Schatten. Die einzigen lebenden Wesen waren das Halbdutzend menschlicher Gestatten, die unter dem Seil auf ihren Schultern das Frachtschiff den Fluß hinauf- an Rasse, einander unbekannt, Nachbarn des Zufalls, Schick- ja�-t,c,ut,r.en.<»u!tu luye,. o.tige Männer, ver- welkte Greise. Einen Augenblick verschnauften sie, dann warfen sie sich von neuem in die Sielen. Einer Hub an zu singen, langsam fielen die anderen ein. In fremder Sprache sangen sie. aber es waren Laute, die in der ganzen Welt die gleichen sind. Nicht Worte und Rhythmen waren es, die ein überlegener Geist aus seiner Erleuchtung geformt hatte— ihre ächzenden Glieder waren es. die sich mit wehmütiger Klage beschwichtigten, ihr sieberndes Blut war es, das sang und heiße Träume braute. Als der Vorhang zusammenschlug, hörte das Klatschen nicht auf. Die Szene mußte wiederholt werden. „Fein!" sagte Ryseck. ,�)at's dir nicht gefallen?" wandte Elisabeth sich an ihren Mann, der in tiefen Gedanken dasaß. „Gefallen—? Verzeih', aber ich bin wohl nicht in ge- nügend guter Laune, um mir mein Wohlsein bei Sekt und Musik noch erhöhen zu lassen durch den Anblick fremder Qual." „Fremde Qual? Eigene Qual! sagen Sie lieber. Unser aller Leben ist doch nichts als. Quälerei.' „Mit Gradunterschieden immerhin." Svrtsetzuug folgt.) Sonntag, Wichtige Flugblattverbreitung 8. Februar: Reise nach Doorn zum Geburtstag feines Schwiegervaters, des Alle Genoffinnen und Genoffen beteiligen sich! früheren Kaifers, fortfehen. Es ist aber auch wirklich unerhört, festzustellen, daß ich nicht Rumäne, sondern deutscher Staats- Parteinachrichten daß der Krefelder Verkehrspolizist nicht an den Gottesgnadenglana, der um die Stirnen der Erlauchten weht, sofort erkannt hat, wen er vor sich hatte. Der Unbekannte mußte man denfe zur Wache. Und dorf, welche peinliche und doch wieder befeligende Entdeckung: Ein Herzog und dazu Schwiegersohn eines Kaisers a. D. Der Byzantinismus beginnt also wieder! Gegen die hohen Mehlpreise. Um gegen die hohen Mehlpreise zu protestieren und um die Mittel zur Abwehr der unausbleiblichen Folgen der dadurch bedingten Brotpreiserhöhungen zu besprechen, hatte der 3 wed verband der Bädermeister Groß Berlins, der Interessenverband der 17 Groß- Berliner Bäderinnungen. die Bädermeister Berlins zu einer Versammlung nach den Germania. Festfälen" geladen. Der Referent, der Obermeister der Charlotten burger Bäckerinnung und Stadtverordneter Grüßer, führte u. a. folgendes aus: lehnte er jedoch von vornherein ab. J lege noch Bert darauf, angehöriger bin." Mondfinsternis am 8. Februar 1925. Der Berlauf der MondFinsternis tann auf der Blattform der Treptow Stern warte bei flarem Wetter vollständig beobachtet werden, da der Mond boch am Himmel steht. Die Finsternis beginnt um 9 Uhr 8 Minuten abends und endet um 12 Uhr 10 Minuten nachts. Ronfumgenoffenschaft 151. Berkaufsstelle Neukölln, Thüringer Straße 39. Freitag, den 6. februar, abends 8 Ubr: Wichtige Sigung aller SPD., Mitglieder der Berkaufsstelle bei Müller, Thüringer Straße, Ede Bipperftraße. Tagesordnung: Die bevorstehende Delegiertenwahl, Aufstellung der Kandidaten. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Eine Pulverexplosion. Vier Menschen schwer verunglückt. Zweibrüden, 5. Februar.( BTB.) In dem im Hornbachtal gelegenen Dörfchen Rimschweiler ereignete sich, wie die Pfälzische and hatte von Irheim einen Sad Bulver, den er zum Steinbrechen Rundschau" meldet, ein schweres Explosionsunglück. Der Steinbrecher verwenden wollte, mit nach Hause gebracht und in die Küche gestellt. In dem Augenblid, als Sand den Sad Bulver in den Steinbruch transportieren wollte, explodierte unter furchtbarem, weithin hörbarem Getöse das Pulver, wobei eine hohe Stichflamme emporstieg. Durch die Explosion flogen sämtliche Fenster 3. T. mit den Läden ins Freie. Die Einrichtungsgegenstände der Küche wurden vollständig Decken des Hauses sind schwer beschädigt. In der Küche befanden sich zertrümmert und in alle Winde zerstreut. Sämtliche Wände und außer Sand feine etwa 16 und 18 Jahre alten Töchter, sowie ein etwa fünf Meter auf die Straße hinab, wo es mit gebrochenem Bein etwa 20 Jahre alter Neffe des Sand. Eines der Mädchen sprang liegen blieb. Alle Personen erlitten schwere Brand. munden und wurden nach dem Zweibrückener Krankenhaus verbracht. Trotz der in den letzten Tagen eingetretenen Abflauung haben die Mehlpreise eine Höhe, die bisher noch nicht dagewesen ist. 40 mart wird für den Sad Weizenmehl gezahlt. Diese Preissteigerungen, die feit Juli 1924 zu beobachten find, find cine Folge der petulativen Machenschaften an den amerifonischen Getreidebörsen. Das ergibt sich schon daraus, daß die Weltgetreideernte dieses Jahres hinter der des Borjahres taum zurüdfteht. In Deutschland allerdings ist die Ernte der Menge nach schlechter ausgefallen, als die Vorjahrsernte, aber doch lange nicht so schlecht, als man es infolge der ungünstigen Witterung während des Wachstums der Halme erwartet hatte. Biel schlimmer als der Mengenausfall ist die Tatsache, daß durch die regnerische Bitterung des letzten Sommers die Qualität der Ernte gelitten hat und daß ohne Zuhilfenahme von ausländischem Getreide aus dem deutschen Getreide überhaupt fein badfähiges Mehl hergestellt werden fann. Mit der geringen Qualität des deutschen Ge treibes hängt es auch zusammen, daß mehr als sonst amerikanische Mehllieferungen nach Deutschland famen. Troß der Preisfteige rungen von Mehl in ungeahntem Ausmaß haben sich die Bäder in der Brotpreissteigerung große Reserve auferlegt. Zweitens verfchen langen die Bäckermeister Eingreifen der Reichsgetreidestelle durch Freigabe der Getreibereserven, um einen Breisbrud herbeizuführen. Diesem Berlangen ist die Reichsgetreideftelle nach gekommen. Sie hat in den legten Tagen erhebliche Mengen von Getreide abgegeben und damit einen Preisbrud herbeigeführt. Sulegt verlangen die Bäcker die Einstellung der zurzeit ver teuernd wirkenden Schuhzollpropaganda. permißt bei Aufstellung dieser Forderung jegliche Logit. Wenn Schon die Schutzollprapaganda verteuernd wirkt, um wieviel mehr der Schußzoll selbst? Und es wäre eigentlich nur selbst verständlich, wenn die Bäckermeister, die doch behaupten, in erster Linie Konsumenteninteressen vertreten zu müssen, sich gegen jeden Schuzzoll erklären würden. Ihr Sprecher aber plädierte für einen mäßigen Schutzoll". Gegenüber den Bestrebungen des Land bundes, eigene Brotfabriten zu errichten, habe es sich erwiesen, daß die augenblickliche Organisation der Brotversorgung in den Händen der zahlreichen fleineren Bäckermeister deswegen am besten aufgehoben sei, weil der dadurch bedingte Wettbewerb die beste Ge währ dafür bilde, daß der Brotpreis nicht allzusehr in die Höhe gehe. Man Dieser Ansicht der Bäcker vermögen wir uns nicht ganz anzu schließen, denn wie die Konsumgenoffenschaften beweisen, ist auch in der Brotversorgung das Interesse der Konsumenten am besten dort aufgehoben, wo die Konsumenten durch Selbsthilfe dafür forgen, daß Konsuminteresse und Produktionsinteresse miteinander gehen. Bestrafte Falschmünzer. Das Todesurteil gegen Grans bestätigt. Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trev. rechts, zu richten. Achtung, Kassierer! Von den Parteiabzeichen ist gegenwärtig wieder ein Bosten Nadeln und Broschen zum Preise von 1 m. pro Stück in unserem Bureau gegen fofortige Bezahlung erhältlich. Die Kassierer werden gebeten, die Bestellungen hierauf in den Abteilungen zu sammeln. 3. A.: Alex Pagels. Gatow. Sonnabend, den 7. februar, abends 8 Uhr, öffentliche Boltsverfamm lung im Gasthaus Aur Linde". Thema:„ Gegen den Rechtsturs". Referent Genoffe v. Buttkamer. 5. Abt. Friedrichshain. Freitag, den 6. Februar, 7 Uhr, in den Andreas Festfälen, Andreasstr. 21, Kreismitgliederversammlung. 1. Bortrag des Genossen Stelling, M. d. R., über„ Der Rechtskurs in Deutschland". 2. Distuffton. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. Arbeiterwohlfahrt, Kinderschuhkommiffion: Heute, Freitag, abends 7 Uhr, im Rathaus, Eingang Jüdenstraße, wichtige Sihung. Treffpunkt der Genossen 6½ Uhr unten am Bortal. Ausgabe der Legitimationstarten. 7. Areis Charlottenburg. Jeden Sonnabend von 5-6 Uhr juristische Sprechstunde im Jugendheim Rosinenſtr. 4. 13. Kreis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe, Lichtenrabe. Heute, Freitag, pünktlich 7% Uhr, Kreisvorstandssikung bei Niendorf, Mariendorf, Chauffee, Ede Streligstraße. 14. Kreis. Die für Sonntag, ben 8. b. M., vormittags 10 Uhr, einberufene Ordnerfigung im Rarlsgarten fällt wegen der Flugblattverbreitung aus. Heute, Freitag, den 6. Februar: Jungfozialisten. 7 Uhr Arbeitsausschußigung, Lindenstr. 3, Diskutier ainuner. Gruppe Friebenau: 8 Uhr im Jugendheim Offenbacher Str. 5a, literarischer Abend. Gruppe Schöneberg: Pünktlich 7% Uhr in der Schule Feuriaftr. 7, Arbeitsgemeinschaft.- Sonntag abend 8 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3, Max- Barthel- Abend. Morgen, Sonnabend, den 7. Februar: 9. Abt. 7 Uhr Borstandsfihung beim Genoffen Herrichen, Wilsnader Str. 40. 25. Abt. 7 Uhr bei Cramer, Cotheniusstr. 3, Sigung aller Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. 30. Abt. 6 Uhr Empfangnahme der Flugblätter von den Bezirksführern bei Mahnkopf, Carmen- Sylva- Str. 123. 35. Abt. Die Bezirksführer holen ab 5% Uhr die Flugblätter von Beter, Schreinerstr. 36, ab. 41. Abt. Nachmittags von 4 Uhr ab empfangen alle Funktionäre die Flugblätter bei Schult. Mariendorfer Str. 5. 42. Abt. Die Flugblätter sind von Sonnabend nachmittag ab bei Wiersdorf, Urbanftr. 6, abzuholen. 52. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr Funktionärsihung bei Bade, RaiferinAugusta- Allee 52. Sonntag den 8. Februar, vormittags 9 Uhr, Flugblattverbreitung von Babe aus. 84. Abt. Bankwig. 8 Uhr Winterfest der Abteilung, der Jungsozialisten und der Arbeiterjugend im Baradlesgarten. Mühlenfte, 21. Gäste willkommen. 86. Abt. Mavientorf. 8 Uhr Funktionärsihung im 8immer 26. Die Genossen treffen fich aur Flugblattoreitung um 7 Uhr bei Schreiner. Friedrichstr. 6. 123. Abt. Kaulsdorf. 72 Uhr im Loka! Sübner Funktionärtigung. 128./130, Abt. Bantow. Das Flugblattmaterial ist von Rißmann, Borwärts. Spedition, Milhlenstraße, abzuholen. 131. Abt. Niederschönhausen. 7 Uhr im Lokal Rubasch Funktionärsizung. gegen das auch gegen ihn ergangene Todesurteil eingelegte Revision Die von dem Mitangeklagten Haarmanns, Hans Grans, ist vom Reichsgericht verworfen und damit das Urteil des Hannoverschen Schwurgerichts rechtsträftig geworden. Wie wir erfahren, wird nunmehr der Berteidiger Grans', Rechtsanwalt Loße( Han nover), für den Berurteilten ein Gnadengesuch an das Juſtiz ministerium richten, das in der Hauptfache mit der Jugendlichkeit 106. Abt. Jehannisthal. des dem Scharfrichter überantworteten Grans, der bekanntlich erst 23 Jahre alt ist, begründet werden wird. Entgegen anders lautenden Meldungen ist aber darauf hinzuweisen, daß selbst bei Ablehnung vorläufig noch nicht vollstreckt werden dürften, da noch immer das dieses Gnadengefuches die Lodesurteile gegen Haarmann und Grans Berfahren gegen Witttomsti und Grans wegen der Ermordung des Henies schwebt, wobei Haarmann, der die beiden befanntlich dieser Tat während des Prozesses befchuldigt hat, als Hauptzeuge in Betracht kommt. Jugendveranstaltungen. Achtung! Dienstag, ben 17. Februar, 1. Rusammenkunft derjenigen Genoffen, die am Jugendspiel Frithling im Baldreich mitwirken mollen, im Jugendheim Lindenfte, 3, abends 7 Uhr. Achtung, Abteilungsleiter! fe meijen barauf hin, daß noch verschiedene Gewinne von ber Beihnachts. verlosung abzuholen find. Ebenso find noch biverse Abrechnungen vorzunehmen. Die Ausweise für Fahrpreisermäßigung find abzuholen. Achtung, Abteilungskassierer! Seute von 5-7 Uhr Abrechnung der Beitragsmarken, Empfangnahme bes Jugenb varan" und ber Arbeiter- Jugend von Februar. Moabit II: Gemeindeschule am Stephansplat. Wedding: Jugendheim Schönstedtstr. 1. Rozbost I: Gemeindeschule Bökowite. 40. Rorboft II: Jugendheim Danziger Str. 62. Brenzlauer Borflabt: Schule Danziger Often( Stralauer Biertel): Schule Naglerstr. 3.- Südosten( Räpenider Biertel): Mariannenufer la. Charlottenburg: Jugendheim Rosinenstr. 4. Salenfee: Schule Joachim Friedrich- Str, 35. Steglig II: Jugendheim Solfteinische Straße.-Reukölln 1: Jugendheim Bergstr. 29. Ablershof: Jugendheim Bismardstr. 12. Reinidendorf- West: Seebad, Residenzstr. 46. Tegel: Jugendheim Bahnhoffte: 15. Niederschönhausen: Schule Blankenburger Röpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5. Rofenthaler Borftabt: Sandsgemeindehaus. Sophienste. 23. Bortrag: Entwidlungsgeschichte Friebenan: Jugendheim Offenbacher Str. 5a. Literarischer Alkohol und Ritotin". Fallenberg- Alt- Glicnide: Jugendheim Am Faltenberg 117. Bortrag: Bankow: Jugendheim Breite Str. 32. Bortrag: „ Schiller". Schöneberg I: Jugendheim Rubens, Ede Sauptstraße. Bortrag: Marr als Begründer der materialistischen Geschichtsauffaffung". Straße 69-70. * 49. Abt. Schwerbärige. Das Pflegeamt für die wiffenfchaftliche Weiterbildung der Schwerhörigen veranstaltet in der Urania am Sonntag. den 8. Februar, vormittags 10% Uhr, einen bunten Lichtbildervortrag:„ Das Berner OberTang”. Die Berständig des Bortrages wird den Schwerhörigen durch cinen elektrischen Bielhörer übermittelt. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 97. st. Neukölln. Genoffe Baut a cho msti, Sermonnr. 170, ift verforben. Die Beerdigung hat bereits am 5. februar ftattgefunden. 102. Abt. Baumschulenweg. Genoffin Ruth Giese ist verstorben. Einäfcherung Sonnabend, den 7. februar, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Vorträge. Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot- Gold": Gefchäfteftere Berlin 6 14. Sebaftianfte 37/38 Sof 2 Triu Rameradschaft Neuenhagen- Hoppegarten- Birkenstein. Sonnabend, ben 7. Februar, abends 8 Uhr, Kameradschaftsversammlung im Lokal Schweizerhäuschen in Hoppegarten. Besprechung wichtiger Ramerad fchaftsangelegenheiten. Bollzähliges Erscheinen bringend erforderlich. Rameradschaft Niederschöneweide, Untergruppe Treptow. Sonnabend, den 7. februar, abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung bei Stephan, Greekstr. 1. Alle Kameraden müssen Fahrt nach Magdeburra, Neuwahl bes Borſtandes. 7 Uhr, geselliger Abend mit Damen im Genoffenschaftswirishaus, Tempel. hof, Dorfftr. 51. Republikaner als Gäste willkommen. Berein ber Freidenfer für Feuerbestattung, 12. BezirL. Am Freitag, ben 6. Februar, abends 7% Uhr, Mitgliederversammlung bei Scheilhafe, Stealis, Ahornftr. 15a. Tagesordnuna: Jahresberidyt, Neuwahl der Bezirksleitung Bollsreifebund, e. B., Wilhelmstr. 41 und Deutsche Erholunasheime, Boft. trake 10. Sonnabend, den 7. Februar, abends 8 Uhr, im Bürgersoal des Berliner Rönigstraße. Lichtbildervortrag: In Rilbezahls Reich" ( Banderungen surch das Riefengebirge, Rübezahlfagen). Käthe Span fingt Lieder zur Laute. Eintritt 60 Pf. 3 nam In einem großen Faldymünzerprozeß, ber bas Schöffengericht Abteilungsmitgliederversammlungen heute, Freitag, 7½ Uhr: fcheinen. Kameradschaft Tempelhof. Sonnabend, ben 7. februar, aben Mitte beschäftigte, wurden über die Angeklagten ihmere Stra fen perhängt. Die Angeflagten sind zum Teil Ausländer und sowohl in ihrer Heimat mie in Deutschland bereits schwer por bestraft. Sie find auch zum größten Teil des Landes verwiesen Givake 23. Weißenfee: Jugendbeim Ede Charlottenburger und Noeldeftraße. gewesen und haben fich heimlich in Deutschland aufgehalten. Es wurden verurteilt: Der Kaufmann Richard Hadamid zu vier Jahren sechs Monaten Zuchthaus, der Maler Albert Triefel zu drei Jahren Zuchthaus, der Bäder Wigdor Jufchtiewicz zu zwei Jahren Buchthaus, der Maler Mendel Federkohl zu fünf Jahren Zuchthaus, der Tuchhändler Willi We wis zu zwei Jahren brei Monaten Zuchthaus, der Kaufmann Jakob Pottliger zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis, der Schloffer Otto Schulz, der Fleischer Willi Baldermann und der Kaufmann Martin Cohn zu je zwei Jahren Gefängnis. Außerdem wurden Ehrenstrafen von drei bis zehn Jahren über sämtliche Angeklagte ver hängt. Gegen den Händler Julius Grünig und den Strider henri Feibelich mußte das Verfahren abgetrennt werden. Die um meisten belasteten Angeklagten wurden auch unter Polizeiaufsicht geftellt. Ter Bubikopf. Der Raubüberfall eines 3opfabschneiders beschäftigte die Kriminalpolizei in Zehlendorf. Die 13jährige Tochter eines Direktors dort fam mittags in großer Aufregung aus der Schule helm und fand faum Worte zur Darstellung eines fürchterlichen Erlebnisses", das sie auf dem Heimwege gehabt habe. Aus einem Gebüsch sei plöglich ein Mann hervorgesprungen, habe sie zu Boden geworfen und thr den 3opf abgeschnitten. Die Kriminalpolizei fand diesen Ueberfall etwas feltfam, da Zopfabschneider anders vorgehen. Niemand hatte, wie die Ermittlungen bald ergaben, von dem lleber. fall am hellen Tage etwas gehört oder gesehen. Ins Gebet genommen, gab das Mädchen endlich zu, daß das Erlebnis" er dichtet war. Es hatte in der Schule eine Monatszenjur betommen, die für die Osterverfegung nicht allzu viel mehr hoffen ließ. Um nun das erwartete häusliche Ungewitter abzulenten, hatte es ben lleberfall bes 8opfabschneiders er funden. Dazu tam aber besonders auch noch, daß sein fehn lichster unsch nach einem Bubitopf von den Eltern stets abgelehnt worden war. Bei einer Absuchung des Gehölzes fanden die Kriminalbeamten den 3opf mit der Schere, die das Mädchen benüßt hatte, zusammen fein säuberlich in Zeitungs. papier eingewidelt, auf. Die freie Wohnungswirtschaft! Zu ber unter dieser Ueberschrift in Nr. 57 bes, Borwärts erfchienenen Notiz geht uns eine Berichtigung von Herrn Mandelbaum zu, der wir in Iohaler Weise Raum geben. „ Es ist unwahr, daß auf meine Beranlaffung die Trauers schneiderei Thanatefia" egmittiert werden soll. Wahr ist, daß ich auf völlig einwandfreiem Wege mit Herrn Grob baw. defien Stell bertreter um Ueberlassung der Räume verhandelt babe. Ich habe meinen Betrieb an zwei verschiedenen Stellen in Berlin und ver fuche diefen Uebelitand durch Zusammenlegung abzustellen. Ein Vertrag ist noch nicht zustandegelommen, folglich bin ich auch nicht Befißer der Räume und konnte die Räumung gar nicht beantragen. Da der Schneidermeister Untermieter ift, lag für mich feine Beranlaffung vor, mit ihm au berhandeln. Tioßdem habe ich dem Inhaber für den Fall, daß ein Mietvertrag zwischen Herrn Groh und mir zustande fommt, meine jezigen Räume in der Reichen berger Straße zur Verfügung gestellt. Dieses Entgegenkommen der Erde". Abend. Achtung, Abteilungsleiter! Morgen, Sonnabend, den 7. Februar, abends 7 Uhr, int Jugendheim Lindenstr. 3, Borsigenbenkonferenz. Bortrag: Die Jugendinternationale". Referent Erich Ollenhauer, Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch fein Zutritt. Achtung, Räbchen! Am Montag, den 9. Februar, abends 7 Uhr, im Sugendheim Lindenstr. 3. Mädchenkonferenz. Lichtbildervortrag: Das proletarische Stind". Aus jeder Abteilung müssen die Mädels erscheinen. Wefter für Berlin und Umgegend. Wechselnd bewölkt. Beitweise Regen fälle. Temperatur langfam finfend. Für Deutschland. An der Nordfüfte stürmische, weitliche Binde. Sonst wechselnd bemöllt. Zeitweise Niederschläge in Schauern. Abkühlung. Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 6. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Handel: Fritz Langstadt: Formen der Kapitalbeteiligungen". Wege zum Wissen: Vortrag des Herrn Schontek:" Das bieder3. Vortrag: Gesellschaft mit beschränkter Haftung". 7 Uhr abends: Schule.( Abt. Bildungskurse). Medizinische Vorträge: Professor meierische Berlin Schinkels 7.30-8.20 Uhr abends: Hans- BredowDr. Lewandowski: Die körperliche Ertüchtigung der Jugend". 3. Vortrag. Das Jugendwandern. ein Heilfaktor auch für schwächliche und kranke Kinder". 8 Uhr abends: Naturwissenschaft: Oberingenieur Gramatzki: Moderne Astronomie". 2. Vortrag. Die Physik der Sonne". 8.30 Uhr abends: Was biete ich meinen Gästen? Szene: Im Salon. Der Hausherr die Hausfrau Gäste. I. Teil: Aus dem westöstlichen Diwan. Mitwirkende: Gertrud Hepp, Sopran; Gerhard Jekelins, Bariton; Dr. Heinrich Michaelis, Rezitation. II. Teil: Alt- Wien in Wort und Ton. Mitwirkende: Frauenterzett: Ola Fleck, Mary Hahn, Gertrud Peiper; Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. WetterElse Beyer, Rezitation. Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: dienst, Sportnachrichton. Theater dienst. Butche Funkzenschlag Jm roten die All Unterhaltung Bastelteil Hundfunk inhaltreichste Programm Abonnements bestellung durch jeden Briefträger 10 19 Sport. Deutsch- franzöfifcher Bogabend. Das Programm für den nächsten Borabend im Sportpalast am Freitag, 6. d. M., ist jetzt vollständig. Es enthält fünf deu Ich- franzöfifche Treffen, und zwar kämpfen Hans Breitensträter- Marcel Nilles, Wiegert- Egrel, HaymannMarmouget, Brandl- Brevieres, Rolauf- Daition. Eine Tasse Sprengel Sprenger KREMOJA KAKAO KAKAO verwandelt ein Butterbrot In eine Mahlzeit! Besonders wahrnehmbar wird dies beim ersten Frühstück, das trotz seiner Wichtigkeit von den meisten Berufsmenschen ge wissermassen auf einem Bein eingenommen wird. Hier ist Sprengel- Kakao" am Platze! Schnell zu bereiten, gibt er sofort nach den Genuss das lang anhaltende Gefühl einer wirklichen Kräftigung. Bitte versuchen Sie est B. SPRENGEL& CO, HANNOVER GEGR, 1851 Verlangen Sie aber ausdrücklich nur Sprengel- Kakao", der bürgt für sich! Generalvertretung und Lager für Groß- Berlin und Provinz Brandenburg Alfred Braun& Co., Berlin N. 4, Gartenstraße 6. 21 Wirtschaft Der Arbeitsmarkt im Dezember 1924. Die Arbeitsmarktlage erfuhr im Dezember eine geringe Ab. schwächung. Landwirtschaft, Baugewerbe und Außenarbeit lagen nach wie vor still; nach Abschluß des Weihnachtsgeschäfts mochte sich wie alljährlich auch auf anderen Gebieten ein leichter Rückschlag geltend, dessen Auswirkung jedoch für einige befonders wichtige Schlüsselindustrien allen Anzeichen nach vorerst nur gering blieb. Die Grundtendenz der Entwicklungskurve darf infolgedeffen trog aller Saisonerscheinungen, die übrigens auch in den besten Borkriegsperioden auftraten, noch feineswegs als ungünstig angesprochen werden. Für die erste Januarhälfte scheinen sich bereits wieder vereinzelte Borboten günstigerer Entwide Iung zu zeigen. Krantentaffenstatistit. Die Zahl der Beschäftig. ten ist im Laufe des Dezember etwas aurid gegangen, nach dem bereits der Bormonat eine leichte Abschwächung in der bisher teobachteten Besserung gebracht hatte. Bei den 4971 meldenden reichsgesetzlichen Krankenkassen, deren Mitgliederbewegung für die Entwicklung des Beschäftigungsgrades als symptomatisch angesehen werden kann, wurden am 1. Dezember 1924 11 365 832, am 1. Januar 1925 11 168 648 versicherungspflichtige Mitglieder gezählt. Die im Laufe des Dezember eingetretene Abnahme betrug demnach 197 184 oder 1,7 Proz., während der Bormonat noch eine Zunahme um 0,7 Proz. ergeben hatte. Bei den Arbeitsnachweisen hat die Zahl der Arbeits gesuche noch immer, wenn auch in geringerem Maße als während des Vormonats, abgenommen; auf der anderen Seite hat fich auch der Rückgang des Stellenangebots gegenüber dem November etwas gemindert. Insgesamt wurden im Berichtsmonat gezählt 1 306 733 Arbeitsgesuche( 29 737 oder 2,2 Broz. weniger als in Bormonat) und 386 362 offene Stellen( 60 851 oder 13,6 Pioz. meniger als im Vormonat). Die Andrangziffer stellt sich demnach auf 338( gegen 299 im Vormonat). Die Zahl der Vermittlungen blieb mit 329 462 hinter dem Vormonatsergebnis um 54 151 oder 14 Broz. zurück. Von 100 Arbeitsuchenden wurden 25 Broz.( im Vormonat 28,7 roz.) vermittelt, von je 100 offenen Stellen wurden wie im Bormonat je 85 besetzt. Die Arbeitslosigkeit unter den Mitgliedern der Arbeiter fachverbände zeigte für den Dezember wieder ein Ansteigen, nachdem in der bisher beobachteten Besserung bereits im Vormonat Der Ansturm | eine leichte Abschroächung eingetreten war: immerhin meldeten einige besonders wichtige Berbände noch eine Abnahme ihrer Arbeitslosen.. Insgesamt meldeten 39 Verbände mit einer Mitgliederzahl von rund 3,5 Millionen 282 645 als arbeitslos, d. h. 8.1 Proz. der Gesamtzahl( im Vormonat 7,3 Proz.). Die Arbeitszeitverfürzungen haben wie bisher weiter nach Maß und Zahl abgenommen. Von den in den 34 be ichtenden Verbänden durch die Erhebung erfaßten rund 2,99 Millionen Mitgliedern arbeiteten nur noch 193 280 oder 6,5 Proz. ( im Bormonat 7,5 Broz.) mit verkürzter Arbeitszett. Bor allem ging der Anteil der großen Berkürzungen( 17 bis 24 Stunden) zurüd. Statistit der unterstüßten Erwerbslosen. Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen wurden unterstützt am 15. Dezember 1924 458 129, am 1. Januar 1925 535 654, am 15. Januar 1925 583 136 Bollerwerbslofe( sogenannte Hauptunterstüßungsempfänger). Die Zunahme machte demnach vom 15. Dezember bis 1 Januar rund 17 Pro 3, vom 1. Januar bis 15. Januar 1926 rund 9 Pro 8. aus. In dieser Zahl find die mitunterstützten Familienangehörigen nicht enthalten; ebenso darf fie feineswegs als gleichbedeutend mit der Gesamtzahl aller Arbeitslosen im Reich aufgefaßt werden, da der Bezug von Erwerbslosenunterstützung gefeßlich an eine Reihe Bedingungen geknüpft und zeitlich begrenzt ist. zu unserem Rest- und Einzelpaar- Verkauf war derart gross, dass wir gezwungen waren, unsere Geschäfte wegen Ueberfüllung wiederholt vorübergehend zu schliessen. Es ist dies der beste Beweis, dass unser Rest- u. Einzelpaar- Verkauf dem Käufer wirklich ganz enorme Vorteile bietet. Sie finden hochwertige Qualitäten, welche z. T. bis zu 50% Leiser Frisches Fleisch herabgesetzt sind. Versäumen Sie auf keinen Fall diese selten günstige Einkaufsgelegenheit. Wir empfehlen möglichst in den Vormittagsstunden zu kaufen. Besichtigen Sie unbedingt unsere Schaufenster! BrudA.WERTHEIM Kalbskamm u. Brust.... Pfund 65PL. Kalbsnierenbraten Südfrüchte Mandarinen Kalbskeule ganz und geteilt.... Pfund 80Pt. Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz Blutapfelsinen.. Duizend 58 d 85PL Hammel Dicke Rippe a. Brust.... Pfund 68Pt. Hammelrücken.. ......... Pfund 75PL Hammelkeule ganz u. geteilt ,. Pfund 85Pt. Schweinebauch mit Bellage.. Pfund 90Pt. Schweinerücken und Blatt... Pfund 95Pt. Schweineschinken...... Pfund 1M Liesen Pfund 90Pt. Gehacktes Pfund 65Pt. Kaẞler Rippspeer u. Kamm Pid. 110 Prima fett. Ochsenfleisch gefroren Kamm und Brust...... Pfund 60Pt. Geflügel Junge Hühner holl., Pfd.) 55 Fasanenhähne große 650 Masthühner holl., Pid. 165 Holl. Enten... Pfund 125 Pommersches Gänsepökelfleisch Keulenstücke. Pfund[ 50 Rückenstücke Pfund 110 Wildschweine Köpfe mit Zungen...... . Pfund 80P. Bäuche( Wampen) Pid. 110 Blätter Pid. 130 Rücken Pfund 150 Keulen Pfund 160 Hasen gestreit und ausgeworfen oder im Fell .Piund 85Pt. und Backwaren Streußelkuchen Stk. 30P. Streußelkuchen Stück 50Pt. Stück 50Pf. 110 Käsekuchen. Smk 50PL Bienenstich. Stück 40Pt. Mohnbrot... Stick 45PL gefüllt Bretzeln Gefüllte Pfannkuchen Dugend[ M Billige Lebensmittel soweit Vorrat Leicht verderbliche Artikel können nicht zugesandt werden Wurstwaren Käse u. Fette Limburger Allgäner Hausmacher- Sülze 60P. Ohlmützer 4 Stück 10 PL. Zwiebelwurst Pfund 72Pt. Rotwurst... Pfund 72P1. Leberwurst Hausmach.[ 20 Pfund 120 Sülzwurst... Pfund| 20 Gefüllter Schinken Mortadella... Plund 120 Jagdwurst... Pfund 30 Bockwurst... Pfund[ 30 Mettwurst gekocht, Pid. 135 Filetwurst... Plund 140 Mag. Speck deutsche Fett, Speck Plund Schinkenspeck Ware 145 deutsche Ware, Pfund 170 Zervelat und Salami Holsteiner... Plund 170 Pomm.Teewurst Pid. 180 Westfäl. Plockwurst 180 Allgäuer Stück Stangen Plund T .Pfund 90Pt. Limburger Pfund 90PL. Edamer Edamer... Pfund 95Pt. Holländer... Pfund 95P. Steppenkäse..Pfund 110 vollfett Plund Delikateßkäse 13P. Kräuterkäse. Stuck 15Pt. Romatour Stuck 28Pt. Camembert 28,35 Pf. voll- 28,35 Pt. Schweizer dänisch, Pfd. 15 Kümmelkäse 45Pt. Steinbuscher 140 Quadratkäse Pfund 48Pt. Schweizer bayr., Ptd. 160 Goudakäse dan., Prd. 78Pt. Geheimratskäse Stck. 160 Harzerkäse originalliste( ca. 3% Pland) 110 Emmenthaler ohne Rinde.. Schachtel 80 Pf. 1½ Pfund 90 PL Molkereibutter Tafelbutter V2 Pfund 98Pf. Kolonialwaren Riesenbohnen Große Linsen Riesenbohnen.......... Pfund 10Pí. .. Pfund 24Pf. 30 Pt. Gelbe Erbsen gespalten..... Pfund 18P Abteilung Pfand 32Pt. Apfelsinen...... Datzend 58Pt. 68PL mnd Zitronen Duizend 32Pt. Feigen Ptd. 22PL Datteln Karton ca. 250 Gramm netto 70PL Obst u. Gemüse Kochbirnen..Pfund 9p. Wirsingkohl holl, Pid. 7Pt. Kochäpfel... Pfund 10Pt. Tafeläpfel..Pfund 18Pf. Möhren gewaschen, Pfd. 4PL Weißkohl dänisch., Pfd. 4pf. Rotkohl holland., Pfund 6P. Sellerie.. Pfund 25PL Rosenkohl.. Pfund 25PP Blumenkohl Kopf v. 20 Schwarzwurzeln 18P Fische Grüne Heringer 110 and 30PL Dorsche dänische. Schellfische Pfund Pland 18PL . Pfund 32PL Kabeljau ohne Kopf, ganze Fische.. Pfand 40PL Aalquappen .Pfund 75PL Pfund 95P ...... Pfand 150 an Zander. Lebende Karpfen Lebende Hechte mittelgroß... Pfand 165 Räucherwaren Kiste ca. 5 Pfund 1,60 Rotbars In Stck. Prd. 58Pt. Bücklinge Makrelen Pid, 35Pt. Flundern Pfund 50Pt. Sprotten.Pfund 60PL Seelachs In Stck. Ptd. 58P Bücklinge Shot Pfund 68 PL . ... Kakao stark entölt, in Paketen.... Pfand 75Pf. Schokolade Speise Tafel 100 Gramm Krokus blühend... Topf 60 PL Hyazinthen blühend, Tepi 95 Pr. Schmelz Milch Sahne 22PL 25P 36P 37PL Azaleen blihend, Topf v. 250 an Araukarien.Topf von 3M an Kentien ... Topf von 5M am Große Auswahl in Kakteen Frische Blumen Tulpen withent, Topf 3 Stek. 95 Pt. Leipziger Strafic Weiße Woche Freitag u. Sonnabend letzte Tage Damen-, Herren- und Kinder- Wäsche, Taschentücher, Bettwäsche, Wäschestoffe usw. STADI BEILAGE Eine verschlafene Barmat- Debatte. DES Barmat, Brennstoffgesellschaft und Steuerermäßigungen im Stadtparlament. Die Abänderung der Sagung der Berliner Stabibant, Girozentrale der Stadt Berlin, und der Spartafsensazung wurde unter Ablehnung von Anträgen der Rechten nach den Ausschußvorschlägen genehmigt. Ohne Erörterung ftimunte die Bersammlung dem zweiten Nach. trag zur Berizuwachssteuerordnung zu und bewilligte 50 000 Mr. zur Borarbeiten für den Neubau eines Rathauses in Zehlendorf. Eine Barmat- Debatte. An der Spitze der Tagesordnung der gestern abgehaltenen Als die Bersammlung schon in den nächsten Gegenstand der Słabinerordnetenstzung stand eine Anfrage der Deutschnationalen, Tagesordnung eingetreten war, lief ein Antrag Dorr Stolt was der Magistrat zu tun gedente, um im Hinblick auf eine dies.( Komm.) ein, der die Einfegung eines Kontrollausschusses auf Grund bezügliche ministerielle Berfügung auch für Berlin eine Ermäßigung Stadtbank und den Barmats bestandenen Beziehungen verlangte. der Städteordnung zur Untersuchung der zwischen der Neuköllner der Steuern und Gebühren eintreten zu lassen. Es mar von beDer Antrag wurde an den Schluß der Sigung verwiesen. Die fonderem Reis, im Zeichen Herrn v. Schliebens einen Parteigänger Dienstordnung für die Angestellten der Bezirksarbeits von ihm für Steuerermäßigungen eintreten zu sehen. Der Kämmerer nachweise und der Fachabteilungen des Landesarbeits. Karbing founte zunächst feststellen, daß die lieberschüsse der Stadt amis, welche der Ausschuß in wiederholter Beratung nunmehr mit bereits im Oftober vorigen Jahres durch Beschlüsse der Stadtvereinigen Henderungen zur Genehmigung empfiehlt, wurde, nachdem ordnetenversammlung zu Nutz und Frommen der Stadtgemeinde Genoffe Ulrich eine Reihe Don Umgruppierungs und EinstufungsBermendung gefunden haben. Darüber hinaus sind die von den anträgen ausführlich begründet hatte, neuerdings dem Ausschuß zurüdgegeben. Fragestellern erst jest gewünschten Steuerermäßigungen längst vorgenommen morden. Die Beherbergungs- und die Pferdejtener ist voll. fommen aufgehoben, die Bergnügungs, Gewerbe und auch die direkten Steuern sind start eingeschränft. Kanalisations und Schlachthofgebühren wurden ermäßigt, die Werftarife( Gas, Basser, ( Flektrizität) sind start abgebaut. Aus allem ergibt sich eine Minderung der Stadteinnahmen um 17 Millionen. Das Ganze war das übliche deuischnationale Agitations und Berschleierungsmanöver. Zei diefer Gelegenheit sei mitgeteilt, daß der deutsánationale Berfigende des Haushaltsausschusses in der Sizung am Dienstag die Stolt( Komm.) begründete hierauf den von seiner Fraktion einBehandlung der sozialdemokratischen Aufwertungsgebrachten Antrag, der Aufklärung verlangt barüber, ob die Bar anträge für die Sparkassenguthaben verhinderte und daß ihre mat Gesellschaft bei der Neuköllner Stabiban! Stredire Berabschiedung gestern im Plenum nicht möglich war. Bei der nachgesucht habe. Er bezog sich darauf, daß diefe Frage im parla. Beratung der Kapitalsumstellung der Neuköllner Stadtbantgesell mentarischen Untersuchungsausschuß des Landtages zur Sprade geschaft beabsichtigten die Kommumisten eine Barmat Debatte tommen fei, und hielt die Einsetzung eines städtischen Kontrollaus. herbeizuführen. Herr Stolt verschlief aber die Bortmeldung fduffes im Intereffe der Stadt für geboten. Gen. Heitmann er herbeizuführen. Herr Stolt verschlief aber die Bortmeldung härte, daß die Sozialdemokraten felbstverständlich für den Ausschuß nb fo wurbe nichts daraus. Was er bei der Begründung eines find, schon um der Auffassung entgegenzutreten, als ob die Partei schnell eingebrachten Antrages vorbrachte war fade Limonade. Eelbst irgend etwas zu vertuschen habe. Im Anschluß daran nahm er Anlaß, die das Rednerpult umlagernden Deutschnationalen famen nicht auf auf die Anwürfe zurückzufommen, die am Dienstag die Welt am the agitatorischen Kosten. Unsere Genoijen Heitmann und Abend auch gegen ihn als Aufsichtsrat der Neutölner Stadtbank Dr. Löwy, die in dem Antrag angegriffen wurden, gaben furze gerichtet hat. Seine ganze Tätigkeit habe darin bestanden, daß er zwei Richtigstellungen. Die unter städtischer Regie verwaltete Berliner Herren, die fich telephonisch an ihn gewendet hatten, zum Direftor Brennstoff G. m. b. 5." bildete im weiteren Verlauf der Sigung daß er seit acht Jahren mit Barmat befreundet fei, und gab weitere Wolff geführt habe.( Lärm bei den Komm.) Gen. Löwy bemerfte, das Angriffsziel der deutschnationalen Graftion. Die Gesellschaft Aufklärung, aus der hervorging, daß er mit den beanstandelen gefollte durch die Belieferung von Privatfunben„ wele Kreise des schäftlichen Transaktionen ganz imd gar nichts zu tun gehabt habe. Birtschaftslebens" schädigen.( 1) Unsere Genojien Reuter und Damit war die ganze Aussprache beendet. Im Schlußwort glaubte Damit war die ganze Aussprache beendet. Im Schlußwort glaubte rolat fagten den Antragstellern mit erfrischender Deutlichkeit, donn Herr Stolf noch die Quittung von Baul Hirsch über empfangene daß es ihnen wieber nur einmal auf die Befriedigung agitatorischer 50 000 r. als Trumpf ausspielen zu sollen. Der Antrag auf Gin Bedürfnisse antomme, und daß sich ihre Angriffe im Grunde nicht fegung eines Ausschiffes fam darauf zur einstimmigen Angegen die Gesellschaft, fondern gegen die Etadt schlechthin richten. Die Gesellschaft habe sich zu einem Preisregulator entwidelt, her allerdings mit Absicht die Monopolstellung des Privathandels Star? bedränge. Die Rechte des Hauses erlaubte sich dabei allerlei unqualifizierte Zwischenrufe gegen den Genoffen Brolat ofs Leiter der Gesellschaft, die dieser sofort treffend zurückweisen Tennie. Zwischendurch wurde die Dienstordnung für die städtischen Arbets. nachmeisangestellten trop bes Bestrebens unserer Frattion, dre Sache zur Erledigung zu bringen, zum drittenmal an einen AusSchuh verwiesen. Der öffentlichen Eizung schloß fich eine geheime an. : nahme. Beiter beschloß die Bersammlung auf Grund des schon am 11. Dezember 1924 eingebrachten Antrages des Gen. Heimann, den Magistrat zu ersuchen, mit ihr in gemischter Deputation zu be raten, in welcher Weise die schweren No fit and e, die zurzeit in den Kreifen der abgebauten Beamten, Angestellten und Arbeiter zu Tage getreten ist, gelindert werden können. Zur Verhandlung tam hierauf der schon am 28. Oktober v. 3. von den Dnat. eingereichte Antrag, der die Genoile Reimann sprach sich gegen den Antrag aus, der zu meist Selbstverständliches bejage und somit überfligi, andererfelts eine Spige gegen die Bohnungsfürgestaltete forgegefellfaft zu enthalten fáeine. Der Antrag, für her nur noch die Deutschnationalen sprachen, für den aber auch die Kommunisten ftimmten, ftet mit 70 gegen 53 Stimmen; die Nach weise wurden zur Kenntnis genommen. Hm 22. Januar haben die Deutschnationalen folgende An. frage eingereicht: Eine ministerielle Berfügung fordert Städte und Gemeinden auf, im Hinblick auf die Steuerermäßigungen des RK VORWARTS 獵 Brolat, wenn er nicht widerrufe, mit dem Kadi. As Koch( Dnatl.) mort von links folgte.) Nachdem auch Müller- Franken( W.P.) für Aufgemiesen hatte und vom Gen. Reuter als Autorität in Sachen des guten Tones abgelehnt wurde, lehnte och feinersatts jebe Belehrung über den guten Ton von einem Mitgliede der Partei des Herrn Barmat"(!) ab. Damit schloß dieses erbauliche Zwischenspiel. Die Abstimmung findet erst in der nächsten Sigung statt. Schluß% 9 Uhr. Aus den Bezirken. Tiergarten. " P ersten Sizung dieses Jahres mit der Borstandswahl zu beschäftigen. Die Bezirksversammlung Tiergarten haite sich in der Der alte parlamentarische Brauch, daß der Vorstandsposten der stärksten Fraktion zufommt, gilt im Bezirk Tiergarten nicht. Obgleich die SPD. stets die stärifte Frattion war, hat sie noch nie den Borsteher stellen fönnen und hatte sich im letzten Jahre überhaupt nicht an der Bureaubildung beteiligt. Sie machte neuerdings ihren Anspruch geltend und schlug den Genossen Bublib vor, der auch in den vorhergehenden Jahren unser Kandidat war. Es wurde jedoch mit 27 gegen 26 Stimmen der bisherige Vorsteher Granas das ihm bewiesene Bertrauen und nahm seinen Bosten wieder ein. Man hat dieses Schauspiel im Bezirk Tiergarten nun schon zu oft erlebt, als daß es nod) Einbrud machen könnte. Unsere Genoffen schlugen mm den Genossen Linte als Beiliger por. Gegen diesen Vorschlag erhob sich fein Widerspruch. Unser Kandidat mar also einstimmig gewählt. Hut ab, vor dem„ Gerechtigkeitsfinn" der bürgerlichen Mehrheit! Brenzlauer Berg. Die Bezirksverordneten des Bezirks Prenzlauer Berg hatten Bahl des Borstandes der Versammlung vorzunehmen. am Mittwoch, den 21. Januar, gemäß der Geschäftsordnung die Von der Fraktion der SPD. wurde die Wiederwahl des alten Vorstandes vorgeschlagen, in dem die Deutfánationalen mit dem 2. Borsteher und die Kommunisten mit einem Beifizer vertreten maren. Der Sprecher der Deutschynationalen erflärie hierzu, daß sie diesem Vorschlage nicht folgen fonnten, da der sozialdemokratische 1. Borsteher zwar ein ganz guter Bersammlungsleiter sei, aber in mehreren Fällen die Geschäftsordnung" parteiisch" angewandt habe, er schlage beshalb einen der ihren vor. Diefen Ausführun gen floß sich der Vertreter der KPD mit den üblichen Ausfällen gegen die SPD. an. Im übrigen, erflärte er, würden sie einem Sozialdemokraten nie mehr ihre Grundfag der Bertretung entsprechend der Parteiſtärke festhalten Stimme geben. Von den Demofraten wurde erflärt, daß fie an dem und dementsprechend wählen würden. Das Ergebnis der Wahl war dann, daß zum 1. und 2. Vorsteher SPD.- Mitglieder und zwar die Genoffen Remnis( als 1.) und Rürbis( ais 2.) gewählt wur den. Als Beifizer wurden gewählt ein Demotrat und unser Genoffe Kurt Knopf. Damit waren die Deutschnationalen und Kom munisten ausgeschieden. Die Wahl von zwei Erfagmännern tam nicht zustande, weil die SPD. auf diese Mandate verzichtete; da aber von den anderen Parteien teine Borschläge gemacht wurden, wurden auch hierzu von ihr Vorschläge gemacht. Als darauf auch die KPD. Borjdyläge machte, zog die SPD. ihre Vorschläge zurüd, worauf die SPD. das gleiche tat Als darauf der Borsteher dig Baht der Erjamänner bis zur nächsten Bersammlung vertagen und in der Tagesordnung weiterfahren wollte, murde hiergegen von der Rechten Einspruch erhoben und schließlich durch einen Antrag der Deutschnationalen Volkspartei die Bertagung der Berjanumlung überhaupt herbeigeführt. Kreuzberg. Berliner Brennstoff- Ges. m. b. H. betrifft. Der Antrag verlangt die fofortige Aufhebung der Liefe In der gestrigen Єigung der Stadtverordneten gaben zunächst Bornahme einer Prüfung, ob das Bestehen der G. m. b. H. noch im rungsbefugnis der Gesellschaft an Brioate und die unverzügliche Die vom Magistrat vorgelegten Nachweise über Grundstücs Intereffe der Stadt gelegen ist. In der letzten Bezirksversammlung des VI. Begirls, Kreuz Cinte( Dnat) fezte für die An- berg, wurde an Stelle des Genoffen Gode, ber die Wiederwahl gäufe fäbtilger Gesellschaften( o der Wohnungsfür- tragsteller auseinander, daß diese G. m. 6. H. doch nicht ins Beben ablehnie, mit 52 von 64 Stimmen Genoffe Robert Gerber zum forgegesellschaft für Siedlungszwecke, der Berliner Städtischen gerufen fei, um dem privaten Brennstoffhandel Konkurrenz zu Borsteher gemähli; die bürgerlichen Parteien hatten auf eigene Elektrizitätswerke- A.- G. uim.) zu einer längeren Aussprache Anlaß. machen. Das set aber der Fall, seit ihr die Lieferung an Private Kandidaten verzichtet, während der einzige Gegenkandidat, der Ban der DBP. murde an diese Nachweise, die der Ausschuß nur zur durch den Magistrat erlaubt worden sei. Die Belieferung der Kommunist under fee, 5 Stimmen erhielt. As Borsteher Renntnis genommen wissen wollte, ein Antrag gefnüpft, nach Minderbemittelten habe an fchweren Mängein gelitten. Gegenwärtig stellvertreter wählte die Berjaminlung den auffchnationalen dem der Magistrat dafür Sorge tragen solle, baß die An- und Berfäufe dieser Gesellschaften auf das unbedingt notwendige Maß be- fei Not an Brennstoff nicht vorhanden, auch feine Teuerung für Stadio. Schulze mit 33 Stimmen. Schriftführer wurden unsere schränkt werden und daß Grundstücke, die die Gesellschaften nicht Kohlen und Holz, die G. m. b.. liefere auch nicht billiger, son Genoffe 3opfel, der Demokrat Beris und der Bolksparteiler mehr benötigen, nach Möglichkeit in die städtische Grundstücksver- dern eher teurer als die privaten Händler, folglich habe sie ihren Dr. Kirmse. Ferner bewilligte die Bersammlungsandi Borbehalts Daseinszwed verloren. Sie zahle feine Gewerbesteuer und sei somit mitteln Summen zum Bau eines Gewächshauses, zur malhing übergeführt werden. ungebührlich bevorzugi. Gabel( Komm.) forderte im Gegensatz zu Beschaffung von Bänten für die öffentlichen Grimanlagen, dem Vorrebner nicht Beseitigung, fondern Ausbau für Einrichtung eines Bortragsraumes im alten Urbanbiefer städtischen G. m. b.). und eine faufmännisch so aus Krankenhaus und für die Errichtung einer Schuhreparatur. geftaltete Beitung, daß sie auf die Koblenpreise nach unten regulie- wertstätte für Erwerbsfofe, ongegliedert an das Arbeitsami. vend einwirten inftaube fel.- Geroffe Reuter: Die Stadt hat beita Schickt eure Kinder zu den Kinderfreunden! sei. Genosse einräumen wollen, und die G. m. b. 5. nimmt sie auch nicht em. der Gründung dieser Gesellschaft feineswegs eine Monopolstellung Hätte die Stadt diese Einrichtung nicht, so stände fie ber Preis bildung auf dem Kohlenmartte viel wehrloser gegenüber. Man weiß doch, was bei Lieferungen von Kohlen usw. an Ministerien, an öffentlichen Stellen überhaupt verdient wird. Selbst die Deutsche Tageszeitung hat die Einrichtung und ihr Funktionieren gelobt. Auch finanziell steht diese au ermäßigen. Wir fragen an, was der Magistrat auf Grund dieser G. m. b. H. jetzt gefestigt da, fie beansprucht von der Kämmereilasse Berfügung bisher getan hat bzw. zu tun gedenkt." In der Be nicht einen Bfemig. Wir wollen weder für fie, noch für den priva gründung beschränkte fich Dr. Steiniger( Dnat.) auf die Beten Handel ein Monopol. Wir wünschen den Kohlenhändlern gute hauptung, daß frog der erheblichen Belastung der Bevölkerung durch Geschäfte, aber Steuern und Gebühren der Magistrat eine Inmenge Gelb für neue Anlagen übrig habe. Der Kämmerer gab in feiner Animort eine Uebersicht der in den letzten Monaten tatsächlich eingetretenen, aber in der Oeffentlichkeit nicht so bemerkten Ermäßigungen: abgebaut feien die Beherbergungs und die utuspferdesteuer, ftar? herabgejezt fei die Bergnügungs stener; bei der Grundsteuer jei burch die Neueinschätzung der Grundstüde für die Stadt eine Einbuße von 4% Millionen gegenüber dem Anschlag zu verzeichnen, ebenso habe die Gewerbesteuer durch die von Reichs megen verfügte Her abjegung der Borauszahlungen um 25 Broz. cine Ermäßigung er fahren. Reichs ebenfalls Stenern und Gebühren Insgesamt bedeufe das eine Herabsehang des Steuererfrags um 17 Millionen; man laffe auch unjere ftättijden Betriebe in Ruhe! Bürgermeister Dr. Scholh: Wenn die Mehrheit der Versammlung per Meinung ist, daß die Existenzberechtigung geprüft werden foil, so wird der Magistrat fie prüfen. Im Oktober ist die Belieferung der Wohlfahrtsempfänger der 8. m. b. 5. von uns übertragen worden, nachdem ich die zuständige Deputation für Lieferung in Natura, anstatt barer Zahlung ausgesprochen hatte. Die Gesellschaft bat die größten Anstrengungen gemacht, diesem Antrag gerecht zu werben, fie hat die Zahl ihrer Pläge auf 66 vermehrt und zum Breise von 1,10 bzw. 1,25 m. geliefert, welcher Preis für die Stadt durchaus porteilhaft war. Es handelte sich aber um 150 000 Empfänger, und daß da Klagen nicht ausbleiben fonnten, ist erklärlich; die G. m. b. 5. aber hat getan, was irgend in ihrer Macht stand, um ihnen abzuhelfen. Schließlich haben wir, um mehr Plätze zu erlangen, mit den Kohlenhändlern verhandelt, und ob 16. Januar find sie in den Vertrag mit der G. m. b. 5. eine bezogen. 3u 1,10. fonnten sie unter Berücksichtigung threr Selbstkosten nicht liefern, und es mußte ein Preis von 1,16 M. zugestanden werden. der Ausgleich fei gefunden in Mehreinnahmen bei der Einkommen fteuer und einzelnen direkten Steuern. Die Kanalisations und Schlachthofgebühren feien gleichfalls zum Teil start ermäßigt wor Den. Mit dem Beginn der zweiten Hälfte habe sich das günftige Gesamtbild des Rechnungsjahres 1924 verfchoben; feit Oftober gebe es teine leberschüsse mehr, die Mehrbelastung für perfonelle Ausgaben erreiche 20 Millionen; in der Wohlfahrtspilege seien die Albrecht( D. Bp.) polemisierte gegen Reuter und meinte, diese Unterstützungsläge zum Teil recht ansehnlich erhöht. Für die Gegen überflüssige" G. m. b. 5. müsse sofort verschwinden.( hier rief wart und leider auch für das nächste Jahr fet es völlig hoffnungs Volkmann( Dnatl.) dazwischen:" Dann wird eine Direttorenficlie Tos, auf weitere Ermäßigungen zu rechnen, alle Straft werde aufgefei! Es erfolgte ein Gegenruf des Gen. Brolat, der auf der boten werden müssen, um für 1925 eine Steuererhöhung zu ver- Rechten Enirüstungsstürme hervorrief, denen entsprechende Auf meiden oder auf das geringste Maß zu beschränken. Bon der Um hebung der G.m.b.. plädiert hatte, forderte Gen. Brolat die Rechte stellung des Stammtapitals der Reuköllner Stadtbant G. auf, einen Fall nachzuweisen, wo die von ihm geleitete G.m.b. einen z b. 5. non 1 Million Papiermart auf 500 000 Goldmart auf wort von links folgte.) Nachdem auch Müller- Franken( B. B.) für Grund der Goldbilanzverordnung nahm die Bersammlung ohne Aus höheren Breis genommen habe, und erklärte fich bereit, die Gewerbe( proche Sentis, bespfeichen die Bilanz der Berliner Stadtftener zu übernehmen. Wolfmann( Dnail) jah es für ein gutes güter 6. m. b. 5). für bie Seit vom 1. April bis 30. Juni 1923, Recht an, einen derartigen 3mischenauf zu machen, und drohte Die Kinderfreunde" halten in allen Stadtgegenden Berlins regelmäßige Beranstaltungen für Kinder ab. 3. Rreis( Bedding): Gruppe Arlonaylak: Dienstag und Mittwoch von 6 bis 168 Uhr, Schule Chifabethfirchfiraße. Seimabend. Freitag: 146 bis 18 Uhr: Schule Artonapiah, Suenen. Gruppe Brunnenplag: Moutag von 16 bis 8 Uhr im Lebigenheim, Schönstedtstraße, Seimabend. Gruppe Sumboldthain: Mon tag, Donnerstag. Freitag in der 223. Schule, Butoufer Straße, 6 bis 18 Uhr. Gruppe covoldytas: Dienstag voe 6 bis 18 Uhr im Lebigenheim, Göön. fedtiteaße, Bilmoch von 16 bis 18 Uhr im Stadtbad Gerichtſtrake Freitag van monien und Dienstag, 6-8 unr, Marievaum Stabtoab Gerichtstraße. Donners 26 bis 18 Uhr in der Schule Ruheplastoase, Turnen. Gruppe TB. Wedding: tag, 6-8 Uhr, Zurnhalle Müller, Ede Triftstraße, Turnen Gruppe TB. Gre sundbrunnen: Dienstag und Freitag von 146 bis 18 Uhr in der Schule Biesen», Ede Banfftraße. Donnerstag von 126 bis 18 Uhr Schule Böttcher ftzage Surnen. 4. Kreis( Prenzlauer Berg). Sort der Kinderfreunde: Täg lih 10 bis 6 1hr Danziger Str. 62. 2efeftube: Montag, Mittwoch und Freitag von 4 bis 7 Uhr Danziger Str. 62. Gruppe Rorben: Dienstag und Freitag von 3 bis 7 Uhr, Donnerstag von 6 bis 7 Uhr, im Jugendheim, Oberberger Str. 57/50. Gruppe Nordost: Montag und Donnerstag von 3 bis 7 Uhr im Jugendheim Danziger Str. 62. Gruppe TV. Norden: Dienstag von 6 bis 8 Uhr Seimabend, Freitag 6 bis 8 Uhr Turnen in der Schule Sonnenburger Str. 20. 5. Kreis( Friedrichshain). Gruppe Baitenplag: Montag und Mittwoch von 8 bis 18 Uhr im Jugendheim Cberinftr. 12. Gruppe Bromberger Straße: Mittwoch und freitag von 4 bis 6 Uhr in der Schule Bromberger Str. 13. Gruppe TV. Often: Dienstag und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr im Jugendheim Ebertnſtr. 12.- 6. Kreis( Arenaberg). Montag bis Freitag 3 bis 6 Uhr in der Schule Balbentarstraße, Dienstag und Freitag von 3 bis 6 Uhr in der Schule Dieffenbachstr. 51. Montag, Mittwoch und Donnerstag im Jugendheim, Feuerwamhe. Reichenberger Straße. 7. Kreis( Charlottenburg): Sonnabend von 4 bis 6 Uhr im Jugendheim Rosinenite. 4.- 9. Rreis Wilmersdorf. Montag und Donnerstag von 3 bis 7 Uhr Seimabende, Jugendheim Hildegardstr. 4. Schoneberg: Dienstag und Freitag von 4 bis 7 Uhr im Jugendbeim Rudens. Sonnabend von 4 bis 7 Uhr Zeichnen. 11. Kreis( Söneberg). Gruppe 17. Areis( 2ichtenberg). Straße Gruppe Friebennu: Montag und Donnerstag vo 5 bis 7 Uhr in der Schule Offenbadftraße. 12. Arris( Steglts). Dienstaa bon 4 bis 6 Uhr im Jugendheim brechtstr. 47. 14. Kreis( Revföln). Montag, Mittwoch und tag von 4 bis 7 Uhr in der Gajule Beifeftcake. Montag bis Freitag von 3 bis Freitag von 4 bis 7 Uhr in der Schule Mariendorfer Weg. Montag bis Frei 6 Uhr in der Schule Serkbergplak. Montag und Freitag von 3 bis 6 Uhr in der Schule Rütliftraße. Montag und Freitag von 3 bis 6 Uhr in der Schule Uhr im Jugendheim, Bergfir. 29. Donnerstag von 5 bis 7 Uhr im JugendRailer- Friedrid- Str. 4. Monteg. Dienstag, Donnerstag und Freitag von 4 bis heim verafte. 29 Schomturius. 15. Rreis( Treptow). Gruppe ZB. Treptow: Freitag von 6 bis 8 Uhr im Jugendheim Elſenſtr. 3. Gruppe Lichtenberg: Dienstag und Freitag von 5 bis 7 Uhr in der Schule bori: montag und Donnerstag von 146 bis 5 Uhr Walderfeestraße. Gruppe Bierritrake. Donnerstag son 5 bis 7 Uhr Bürgerheimstraße. Grunge MahlsRaulsborf: Mittwoch und Freitag von 16 bis 48 Uh: Abolfftraße 25. 19. Kreis, Gruppe Riederschönhauſen: Montag und Donnerstag von 6 bis 8 Uye in der Gemeindefchule Bismarditraße. Bantow, Gruppe Bucholz. Dienstag von 6 bis 8 Uhr, Berliner Straße. 20. Kreis, Gruppe Reinidendorf- West: Montag und freitag von 4 bis 7 Uhr im Verwaltungsgebäude des. Sports plates Garnweber trke. Gruppe Reiuidendorf.: Montea und Donnersieg im Jugendheim Secbad von 6 bis 18 Uhr. V. Reinidendo: f.Oft: Diense te non 6 bis 7 br, Freitas on 16 bis 148 im Jugendhafar Saba Nr. 62 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Aufwertungsdebatte im Reichstag. Gen. Keil entlarvt die deutschnationale Demagogie. Der Reichstag fiberwies in feiner gestrigen Sizung zunächst Anträge auf Einstellung von Strafverfahren gegen die Abgg. Schulz Königsberg( Soz.) und Koenen( Romm.) dem Ge schäftsordnungsausschuß. # | minister in erster Linie die Berantwortung trägt. Dieser persönliche Grund fann uns nicht veranlassen die Auffassung preiszugeben, daß die Berordnung verfassungswidrig und deshalb auf zuheben ist. Diese Auffassung fommt in einem Abänderungs. Dann begründete Abg. Dr. Wunderlich( DBp.) einen auch von antrag von uns zum Ausdrud. Er bezweckt die sachlichen Beanderen bürgerlichen Parteien unterzeichneten Antrag auf Ausstimmungen des deutschnationalen Gesezentwurfes in das vor fegung des Verfahrens vor Gerichten und Aufliegende Gesetzchen hineinzuarbeiten, damit die ungültigkeitserku wertungsstellen. Der Antrag mill verhindern, daß jezt noch durch Entscheidungen in legter Stunde der bevorstehenden gesetzlichen Neuregelung der Aufwertungsfrage vorgegriffen wird. Das Ge richt soll nach dem beantragten Entwurf auf Antrag des Gläubigers die Verhandlung einstweilen aussetzen tönnen. Abg. Reil( Soz.): In den weiten Kreisen der deutschen Gläubiger und Sparer, die durch die Inflation enteignet worden sind, wird der jetzt zur Be ratung stehende Gefeßentwurf nach allem, was vorausgegangen ist, eine große lleberraschung und Berwunderung hervor. rufen. ihr Versprechen einlösen könne. Darauf antwortete Herr Hergt:„ Dann haben Sie den Gefeyz entwurf jofort am ersten Tage.( hört, hört! bei ben Soz.) Der neue Reichstag ist nun seit einem Monat in Tätigtett, vor drei Bochen ist die neue Regierung mit maßgebender Beteiligung der Deutschnationalen gebildet worden. Noch sehen wir aber nichts von diefem Gelegentmurf. Statt dessen werden die Gläubiger und Sparer mit diefen Initiatingefeßen der Regierungsparteien überrascht, daß in ihren Streifen ein Sohngelächter auslösen wird. rung der Verordnung vom 4. Dezember 1924 ausgesprochen wird. Abgesehen davon werden die großen Bollsfreise, die an der Aufwertung intereffiert sind, zu dem vorliegenden Gefeßzentwürfchen sagen: die Sache fängt ja wieder gut an. Ein halbes Jahr hat der Aufwertungsausschuß des vorigen Reichstags ohne Ergebnis verhandelt. Jm neuen Reichstag follte es ganz anders gehen. Die Deutschnationalen haben den Gläubigern und Sparera die Aufwertung ihrer Ansprüche bis zu 100 Prozent versprochen.( hört, hört! bei den Goz.) Sie felbft erklärten früher:" Caßt uns nur erst an die Regierung tommen, dann wird in wenigen Tagen die Lösung gefunden sein. Wir und mit uns die gesamten Gläubiger und Sparerfreife warten aber noch vergebens auf den Entwurf, den Herr Hergt für den ersten Tag ihrer Regierungsbeteiligung versprochen hat. Auf Grund der früheren Beratungen über die Aufmertungsfrage im Reichstag, und mehr noch auf Grund der Haltung der Rechtsparteien im Wahlkampf, find die Gläubiger- und Sparerschichten mit weitgehenden Hoffnungen erfüllt worden. Diese Stimmung Wir sind uns der Schwierigkeiten des Aufwertungsproblems betommt jezt in der Flut von Eingaben und Zuschriften an alle Ab mußt und haben es uns deshalb nie einfallen lassen, eine 100proz, geordnete des neuen Reichstages, insbesondere an die Mitglieder Aufwertung zu versprechen. Wir werden auch fünftig die Gren des Aufwertungsausschusses, zum Ausdrud. In diesen Rundgebungen zen des möglichen innehalten. Wir haben es in unseren Anwird stürmisch das Verlangen nach rascher und hoher Aufträgen zum Ausdrud gebracht, daß die dritte Steuernotverordnung wertung erhoben. Dieses Berlangen ist begreiflich, denn es stügt in einer Reihe von Bunften den berechtigten Ansprüchen der Gläu sich besonders auf die bestimmten Anfündigungen der Deutsch biger und Sparer entgegentritt. Wir wissen aber auch, daß die Bernationalen Bolkspartei. Bei der letzten Reichstagsdebatte am befferungen an das wirtschaftlich Tragbare gebunden sind.( Sehr 28. Juni 1924 über die Aufwertungsfrage gab mein Barteifreund wahr! b. b. Soz.) Wir wollen unter allen Umständen ver hin Dr. Her der deutschnationalen Fraktion den Rat, für bern, daß eine neue Inflation entsteht, die noch verhäng den Fall, daß sie demnächst in bie Regierung fommen sollte, doch nisvoller als die hinter uns liegende würde. Wir wollen ferner eine fchon im voraus einen Gefeßentwurf auszuarbeiten, damit sie fofori Mehrbelastung der Opfer der Inflation verbin nach der Befizergreifung der Regierungsgewalt dern, zu denen nicht bloß die enteigneten Gläubiger und Sparer, fondern auch die breiten Massen der Kopf- und Handarbeiter gehören.( Sehr richtig! b. b. Soz.) Wir wollen in erster Linie die otleidenden berüdlichtigen, die armen Sparer, die ihre Groschen bei den Sparfaffen eingebüßt haben, und weiter die ihres Bermögens beraubten sozialen Institute der deutschen Arbeiterschaft. Für die Dedung der Aufwertung öffentlicher Anleihen in den engen Grenzen des Möglichen haben wir eine Reihe von Vorschlägen gemacht, die einen gangbaren Weg zeigen. Wir wünschen, daß die Mittel dazu durch Inanspruchnahme derjenigen Boltstreise beschafft werden, die während der Inflation iroh des allgemeinen Verarmungsprozesses nichts verloren oder gar ihr Bermögen erheblich vergrößert haben.( Lebhafte Zu stimmung bei den Sozialdemokraten. Zurufe: Stinnes!) Bir wissen, daß die Lösung des Aufwertungsproblems mit der Neuordnung des ganzen deutschen Steuerwefens zufammenhängt. Aber hat denn die Regierung nicht schon Zeit genug gehabt, um die Bor. ist eine Regierung fo lange durch den Reichstag unbehelligt geblieben arbeiten dazu zu treffen. Raum einmal in den letzten 4 bis 5 Jahren wie die Regierung in den letzten 5 bis 6 Monaten. Eroßdem liegen weder zur Aufwertung noch zur Neugestaltung des Steuer wesens irgendwelche greifbare Borschläge vor.( Sehr richtig! b. d. Soz.) Diefe Bufammenhänge waren auch den Deutfcnationalen befannt, als sie ihre Wahlversprechungen machten. Trogbem haben sie den Anschein ermedt, als ob sie das fertige Rezept für die Lösung der Aufwertungsfrage in der Tasche hätten. Bitte, meine Herren, wo ist das Rezept? Sie haben den Wahlkampf mit der Agitation für den Bestschen Gefeßentwurf beschritten, und den Anschein erwedt, als ob fie fich bedingungslos für die Lösung Herr Dr. Best selbst ist jetzt ihr Abgeordneter. Damit haben fie der Aufwertungsfrage einfeßen würden, wie Herr Dr. Best schon Seit vielen Monaten vorgeschlagen hat. Im Bertrauen dar auf, haben zahlreiche deutsche Gläubiger und Sparer für Sie gestimmt. Wo ist nun der Beftfche Gesezentmurf? Sie hätten ihn hier einbringen müssen, um den Erwartungen ihrer Bähler zu entsprechen.( Lebhafte Zustim mung b. d. Soz.) Das Mistrauen in den Streifen der Gläubiger und Sparer ist durch diese Borgänge start gewachsen. ordnung Dem Aft, der fich jest abfpielt, ift allerdings einiges porange gangen. Zunächst haben die Deutfcinationalen ben bisherigen Reichsfinanzminister Dr. Luther zum Führer ihrer Regierung erforen, denselben Minister, der als der fchärffie Gegner der Gläubiger und Sparer galt. Dann murde ein deutschnatio. naler Finanzminister berufen, der noch vor wenigen Mana ten im Aufwertungsausschus ertiärt hat, die Aufwertung der öffentlichen Anleihen fei volltommen volltommen ausgefchloffen Schließlich wurde ein neuer Aufwertungsausschuß eingefeßt und nun überraschte die große Zurückhaltung, der sich die Rechtsparteien, besonders die Deutschnationalen befleißigten und die in gar feinem Berhältnis zu ihren großen Worten während der Wahlbe. megung stand. Der einzige unter den Anträgen an den Aufwertungsausschuß, der einen greifbaren Borschlag enthielt, war der deutschnationale Antrag, der die Aufhebung der Rotver Dom 4. Dezember 1924 verlangt. Meine Freunde und ich haben diesen Antrag begrüßt und die rascheſte Einberufung einer Sigung zu seiner Beratung verlangt. haben inzwischen pier Gigungen stattgefunden, immer wieder Nun haben wir die Erledigung dieses Antrags verlangt, aber merfmür digermeise ist die Entscheidung darüber bis heute nicht gefallen. Die deutschnationalen Antragsteller haben sich selbst mit aller Behemenz der Annahme ihres eigenen Antrags widersetzt. ( Lebhaftes Hört! hört!) Es handelt sich bei der Berordnung vom 4. Dezember darum, daß bis zur gesetzmäßigen Regelung die Vorschriften der 3. Steuernot verordnung und der Durchführungsverordnungen dazu für die darin behandelten Gegenstände maßgebend feien. Beranlaßt wurde diese Berordnung durch Entscheidungen des Reichsgerichts und des Kammergerichts. In den Kreisen der Gläubiger und Sparer ist diese Forderung sofort aus rechtlichen und fachlichen Gründen angefochten worden. Na mhafte Juriften haben in ihr einen Mißbrauch der Verordnungs gewalt der Reichsverfaffung erblickt. Genau dieselbe Auffaffung wird auch von der sozialdemokratischen Frat tion vertreten. Nun hat auch der deutschnationale Antragsteller im Ausschuß gleichfalls die Rechtsgültigkeit verneint und der Begründung des Reichsjuftizministers aufs scharffte widersprochen. Um fo auffallender war es, daß die Deutschnationalen einer Entscheidung über ben Antrag mit allen Mitteln parlamentarischer Finesse ausgiert( Lebhaftes hört! hört!) Die armen Gläubiger haben bei wichen. Bei einer heute früh von uns herbeigeführten Abstimmung im Ausschuß haben dann die Antragsteller felbft gegen ihren Antrag gestimmt und ihn damit zu Falle gebracht.( Lebhafte Rufe links: Hört, hört!) Die Gründe für dieses Berhalten der Deutschnationalen ist nicht ohne weiteres flar ertemmbar. Die Erklärung, daß der Rechtsmirrwarr auf dem Gebiete der Aufwertung nicht noch vergrößert merden solle, ist nicht stichhaltig, derm der Reichsfinanzhof in München hat auch diese Berordnung bereits wieder für un Bill man eine Rechtssicherhett schaffen, so muß gültig erklärt. man die Rotverordnung jojort aufheben und ihren Inhalt in ein ordentliches Gesez fleiden. Dieses Ziel tönnte in wenigen Stunden erreicht sein. Wir würden nicht abgeneigt sein, darüber mit der Regierung zu sprechen. Wenn die Herren diesen Beg aber nicht beschreiten wollen, fo fcheinen, lediglich politische Gründe für sie maßgebend zu fein. Der Hauptgrund ist der, daß sie nicht eine Berordnung aufheben wollen, für die der gegen wärtige Reichsfanzler als ehemaliger Reichsfinanz F Das Mißtrauen wächst weiter nachdem vor einigen Tagen auch die Spihenverbände der deutschen Großwirtschaft in Industrie, Landwirtschaft und Handel bei dem deulschnationalen Reichswirtschaftsminister gegen die Aufwertungsbeftimmungen Einfpruch erhoben haben.( hört, hört! b. d. Goz.) nachdrücklich empfohlen, die Gegengründe der Vertreter dieser Der Reichswirtschaftsminister hat dem Aufwertungsausschuß Spißenverbände gegen jede Berbesserung der Aufwertungsvorschrif ten noch einmal anzuhören. Das ist also ein höchft bemerkenswertes Bild, denn dieselben Spizenverbände, die den bescheidenften Ansprüchen der Gläubiger und Sparer entgegentreten, haben ben Wahlfischzug der Deutschnationalen finan der Wahl am 7. Dezember ihre Schuldigkeit getan. Jeft treten die reichen Schuldner in die Arena und wahren ihre heiligsten Güter. Wir sind davon nicht überrascht. Schon im Juni vorigen Jahres hörten wir von den deutschnationalen Bertretern der deutschen Industrie, der Landwirtschaft und der anderen Wirtschaftsverbände ihre Bedenten gegen die Aufwertung. Trog alledem ist die Mehrzahl der Gläubiger der Deutschnationalen Partei ins Barn ge gangen. Wird es die Gläubiger fröffen, daß wenigstens die Wirtschaftsfönige des Ruhrgebiets mit der 700-2Millionen- Spende rasch und reichlich versorgt worden sind? Mit dem Bekanntwerden dieses Standals ist auch für die Aufwer. tungsfrage eine völlig neue Lage geschaffen worden. Nun ist heute im Ausschuß versichert worden, daß in drei Wochen ein Regierungsentwurf tommen soll. Wir werden ihn uns genau ansehen, wozu uns schon die Haltung einer Anzahl deutsch national orientierter Länderregierungen zur Aufwertungsfrage Beranlaffung gibt. In einer Aussprache mit Ber hetern der Reichsregierung vor einigen Tagen haben ausgerechnet Eine neue Enver Bey 9 Freitag, 6. Februar 1925 die Bertreter der deutschnational orientierten Regierungen von Thüringen und Mecklenburg sich gegen jede Erohung des Aufwertungsfages von 15 Broz. gewandt.( Lebhaftes Hört! hört!) Es wird uns weiter gesagt daß das vorliegende Gesetzchen nur bis zum Infrafttreten des allgemeinen Aufwertungsgefeges gelten foll. Um diesen Charakter des 3 wischengefeges festzu stellen, beantragen wir, daß es spätestens am 30. April d. 3. außer Kraft tritt. Wir wünschen damit einen Drud auszuüben, daß in aller Bälde die endgültige Lösung des Problems herbeige. führt wird. Um den Gläubigern wenigstens einen sicheren Schuh zu ge währen, beantragen wir, daß an die Stelle der Kannvorschrift des vorliegenden Gefehchens eine Mußvorschrift tommt. Wir beantragen weiter, daß die Notverordnung vom 4. Dezember beseitigt wird. Man könnte noch weiter gehen und in das Gefeh hineinschreiben, daß zu einem bestimmten, nicht zu ferne liegenden Termin die ganze dritte Steuernotverordnung außer Kraft tritt. Vielleicht treten dieser Anregung die Herren der Deutschnationalen bei.( Seiterkeit lints.) Sie haben bei den lehten Wahlen sehr viel von Treu und Glauben geredet. Wenn Sie, meine Herren von der Deutschnationalen Partei, Treu und Glauben wahren wollen, dann bitte ich Sie inständigst: ffimmen Sie für ihren eigenen Antrag.( Lebhafter Beifall.) Abg. Hampe( Wirtschl. Bgg.) begrüßt den vorliegenden Gesez entwurf und erhofft von ihm eine beruhigende Wirkung auf die fleinen Gläubiger und Sparer. materielle Erörterung der Aufwertungsfrage in diefem Augenblic Abg. v. Richthofen- Hannover( Dem.) hält den Zeitpunkt für eine noch nicht für gekommen. Bon den Demokraten werde bie limwand ung der Bestimmung in eine Muß- Borfhrift beantragt. Befristung der Geltungsdauer des Gesetzes bis zum 30. April. Eine Weiter beantragen die Demokraten wie bie Sozialdemokraten eine frage sei wirtschaftlich einfach nicht tragbar.( Sehr wahr!) Aud) weitere Hinausfchiebung der endgültigen Lösung der Aufwertungs wir bedauern die Art, wie die Deutschnationalen mit übertriebenen Aufwertungsversprechungen ihre Wahlagitation gezember 1924 in diesem Augenblick bestehen doch wesentliche Bedenken. trieben haben. Gegen die Aufhebung der Verordnung vom 4 De wiederhole ich die im Ausschuß bereits abgegebene Erklärung, daß Reichsjuftizminister Frenten: Namens der Reichsregierung die Reichsregierung binnen drei Wochen den Entwurf Körperschaften zuleiten wird und daß fie auch in allen Stadien der eines neuen Aufwertungsgeleges den gefeßgebenden Berhandlung bestrebt sein wird, die Angelegenheit zu fördern.( Beif.) Abg. Dr. Schetter( 3.) wendet sich gegen die von den Sozialdemo fraten beantragte Aufhebung der Berordnung vom 4. Dezember 1924. Er flimmt dagegen dem demokratischen Antrag zu, der die KannBorschrift in eine Muh- Borschrift umwandeln wird. Abg. Seiffert( Nat.- Soz.) erklärt, die Freunde der Aufmertungs bewegung hätten das größte Interesse an der schnellen Annahme des vorliegenden Entwurfs, damit endlich eine gewisse Rechtssicherheit und Ruhe bei den Gläubigern und Sparern eintritt. Abg. Dr. Steiniger( Dntl.): Der neue Entwurf des Abg. Best tonnte wegen der vielen Anregungen aus dem Lande noch nicht fertiggestellt werden.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Bir sehen in der Aufwertungsfrage teine Parteifrage, sondern eine Frage fratischen Antrag tönnen wir nicht zustimmen. Bir der Gerechtigkeit und Billigkeit.( Beifall.) Dem sozialdemo fönnen in diesem Augenblid nicht alles erreichen. Wir wollen in der Aufwertungsfrage die Regierung auch weiter unter hydraulischem Drud halten, gerade meil uns der Gegendruck der wirtschaftlichen Spizenverbände bekannt ist. Dem demokratischen Antrag auf Umwandlung der Kann- Borfchrift in eine Muß- Borschrift werden wir gern zustimmen, den fozialdemokratischen Antrag müffen wir gegenwärtig noch ablehnen( Rufe bei den Sozialbemotraten: Es ist doch Ihr eigener Antrag.) Abg. Höllein( Komm.) bezeichnet die Politit der bürgerlichen Barteien und der Sozialdemokratie in der Aufmertungsfrage als Demagogie. Abg. Ströbel( Soz.) mendet sich gegen bie Redner der Rechten. Nach den weitgehenden Bersprechungen bei der Wahlagitation sei es nicht ausreichend, wenn die Deutschnationalen die Regierung unter hydraulischem Drud halten, fie müßten endlich mit ihren Borschlägen herauskommen. Der Großgrundbesig und die Großindustriellen müffen steuer, damit auch die öffentlichen Anleihen aufgewertet werden hier Opfer bringen durch Erhöhung der Bermögens tönnen. Die Berbrauchssteuern der breiten Massen sind schon unerträglich hoch. Durch die Erschließung der noch vorhandenen Steuerquellen an der richtigen Stelle würden sich Milliarden aufbringen laffen. Die Aufwertung muß sozial sein und nicht in eine neue Ausbeutung der breiten Massen ausarten. Damit schließt die erste Beratung. Ju der zweiten Beratung wird über den Zusahanfrag der Sozialdemokraten auf Aufhebung der Verordnung des Reichspräfidenten vom 4. Dezember 1924, die die dritte Steuernotverordnung und alle Ausführungsbestimmungen dazu entgegen verfchiedenen Gerichtsentscheidungen für gültig erklärt, namentlid abgestimmt, wobei auch die Deutschnationalen, die diesen Antrag arfprünglich felbft gestellt hatten, gegen den Antrag stimmen. Der Antrag roird mit 235 gegen 144 Stimmen bei einer Stimmenthaltung abgelehnt. Der Gesezentwurf wird hierauf mit der Menderung angeBerfahrens in eine Muß- Borschrift verwandelt wird und das nommen, daß die Kann Vorschrift über die Aussehung des Gesetz bis zum Inkrafttreten des in Aussicht gestellten Aufwertungsgefeges, spätestens bis zum 30. April befristet wird. dritter Lesung einstimmig angenommen. In der so abgeänderten Faffung wird das Gefeß auch gleich in Hier vertagt sich das Haus. des Arbeitsministeriums.) Schluß 4% Uhr. Nächste Sigung Freitag 1 Uhr.( Einzelberatung des Haushalts 62 TULA W.H.WITTIG Arbeitersport. Norboft- Rampfabenb. Mit einem interessanten Rampferogramm in SintSitfu und Ringen wartet am Sonntag, den 8. Februar, abends 6 Uhr, die Sportliche Bereinigung ordoft" in dem Rampfring der Sporthalle Christburger Str. 7 auf. 3m Ringen werden in den verschiedenen Gewichtsklaffen fechs bewährte Kräfte des Veranstalters gegen gute Berliner Riaffe auf die Matte gehen, so daß ein harter und spannender Rampfverlauf gavantiert ist. Im Jiu- Jitsu wird der bekannte Sportlehrer und Jiu- JitsuInstrutteur Walter Rrüger mit feinem Partner, dem Halbschwergewichismeister S. Steinke, Jiu- Jitsu als Selbstwehr demonstrieren. Im Jiu- Jitsu- Rampf werden vont Bantam bis mittelgewicht sechs Bertreter des Veranstalters in den Ring steigen. Die Gegner werden von den Bereinen G. C. Lurich, 6. C. Libertas und 1. Neuköllner Jiu- Jitsu- Bereinigung gestellt, die im JiuSitsu- Sport in Berlin ebenfalls an führender Stelle stehen. Theater Lichtfpiele Biw. Staats- Theater Opernhaus 7 Uhr Ariadne aui Naxos Opernhaus am Königsplatz 7: Cavalier. rustiBajazzo cana Schauspielhaus 72: Charleys Tante Schiller Theater 7: Der Widerspenstigen Zähmung Volksbühne 7 Uhr: Wer weint um Juckenack? Deutsch. Theater 71 Uhr Die heilige Johanna Sonnt nachm 2U Alt- Heidelberg Kammerspiele 8 Uhr Der Lampenschirm Sonnt. nachm.3Uhr: Frühlings Erwachen Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 712 Uhr Sechs Personen suchen einen Autor Eonnt. nachm 3Uhr: Die deutschen Kleinstädter Theater i. d. Röniggrätzer Str. 8U: Das Tierchen Komödienhaus 8 Uhr Wir lassen uns scheiden Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau Borkursus. Die Sportliche Bereinigung Rorbst beginnt am Dienstag, ben 10. Februar, mit einem neuen Borturfus, regelmäßig Dienstags und Freitags von 8-10 Uhr, in der Sporthalle Christburger Str. 7. Dauer des Lehrganges 8 Wochen. Gute Lehrkräfte, u. a. der bekannte Sport lehrer D. Felchow, stehen zur Verfügung. Touristenverein Die Naturfreunde", gentrale Wien, Ortsgruppe Berlin. Ausgabe des Februar- Fahrtgenos" am Freitag von 6-8 Uhr beim Genoffen Sampe, Wörther Str. 9, an die Bezirksgruppen gegen Begitimation. Freie Turnerschaft Neukölln. Sonnabend, den 7. Februar, abends 7 Uhr, Vereins- Vierteljahresversammlung auf dem Turnplay. Bericht vom Kreistag. Es ist Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Sonntag, den 8. Februar, vormittags 9 Uhr, Sufammenturnen aller Frauenabteilungen in der Turnhalle Pantstr. 18. ( Freiübungen nach Musik.) Einnahme und Ausgabe stehen oft im Widerspruch. Sie können Ihre Ausgaben verringern, wenn Sie die Feinkostmargarine ,, Schwan im Blauband" für 50 Pf. das Halbpfund kaufen; ihre Verwendungsmöglichkeit in Küche und Haushalt kennt keine Grenzen, ihre Vorzüge sind unerreichbar. 20 MARGARINE Preis 50 Pfennig das Halbpfund in der bekannten Packung. Schwan im TE Blauband fri Wir bitten, beim Einkauf von Schwan im Blauband" das farbig illustr. Familienblatt ,, Die Blauband- Wache" gratis zu verlangen. Lessing- Theater Haller- Revue Tägi. 8 Uhr: Leopoldine 1925 SCALA Konstantin Th.i.Admiralspalast 8 Uhr Varietéin: Mrs. Dot Sandrock, Burg. Ehser Korff, Alexander Revue Kleines Th. Sonntags 3.30 zu haiben Preis. das volle Programm! Trianon- Th. Tägl. 8 Uhr: Einmal Heute 8 Uhr zum letzten Male Gisela Werbezirk in Rosa Altschul 25. Woche Allabend1.8% Uhr Die größte Revue d. Welt: Noch and Noch" Sonnt nichm.3U Die ganze Vorst. zu halben Preisen 2. Rang 1 Maik Central Theater 7 Uhr: Die versunk. Glocke Deuts Opernhaus 7 ist keinmal Thalia- Th. Figar.Hochzeit von Fritz Mack Hansi Arnstadt Falkenstein, Raiser- Titz Tägl. 8 Uhr: Das Dreimäderlbaus Komische 8 Uhr Oper Direktion: James Klein 8 Uhr Unsere Revue: Das hat die Welt noch nicht gesehn mit über 250 Mitwirkenden Die Sensation des Berliner Theaterlebens! Sonntag 3, Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. 1 Kind frei zu halben Preisen ( 50 Pf. bis 6 Mk.) Vorverkauf ununterbrochen! Circus Busch 7% Uhr: Der große Erfolg! Das romantische Manege- Schauspiel Lady Hamilton LADY HAMILTON ADMIRAL NELSONS GROSSE LIEBE B, lder von Paula Busch Hauptdarsteller: Lady Hamilton Paula Busch Lord Nelson- Henry PleB Kaig Ferdinand von Neapel Fritz Beckmann als Gast Vorher: Der neue Febr.- Spielplan Sonntag, halbe Preise.Erwachs. u. Kinder nachm.3 U. Die lustigen Vagabunden Ein Manegespaß mit Gesang u. Tanzi ORTWMW Intimes Theater 8: Katzi/ Abenteuer nach dem Tode etc. Metropol- Theater Tägl. 7 Uhr: Gräfin Mariza Neues Th. am Zoo Täglich 8 Uhr Wild- West- Mädel Th. in Kommand. Str. Täglich 8 Uhr: Die Frau ohne Kuß mit Molly Wessely Fritz Spira Stg. nachm. 3 Uhr: Hans Huckebein Residenz- Th. Heute 8 Uhr: Sine galante Nacht FEE © Zillertal am Moritzplatz vorm. Buggenhagen Eröffnung: Sonnabend, den 7. Februar Münchener Hetzv. Gaudi ,, Auf der Alm gibt's koa Sünd" gekirnt Geschäftliche Mitteilungen. Gute Reklame fann in Eurzer Zeit eine Ware bekannt machen und Ruben werben, diese zu halten vermag aber nur die Qualität der Ware. Ist diese erftflasfig wie bei der reintofimargarine Schwan im Blauband", fo wird die Reklame dauernden Erfolg haben. Die Vorzüge der Blauband- Margarine Gie hat ein feines Aroma, einen reinen, frischen Ges find mannigfaltig. famad und ist aunt Robeffen und für den Gebrauch in der Rüche gleicher maßen geeignet, dabei billig und sparfam im Verbrauch. Trok gelbknapper Zeit übertraf der Anfturm zum Reft und Einzelpaarverkauf des Schuhhauses Beiser alle Erwartungen. Diefe Tatsache ist nur ein Beweis dafür, welche Riesenvorteile dem Käufer zurzeit bei Leifer geboten werden. Nur noch wenige Tage haben Sie Gelegenheit, hochwertiges Schuhwert faft verf dent au erwerben. Es empfiehlt sich, den Einkauf in den Bormittagsstunden zu erledigen, da nachmittags der Ansturm wiederholt Schließung des Geschäfts notwendig machte. Am 4. Februar 1925 in den Nachmittagsstunden verstarb infolge eines Herzschlags unser langjähriges Vorstandsmitglied und Vorsitzender Herr Buchdruckereibesitzer Arthur Scholem Seit dem Jahre 1894 gehörte der Verstorbene dem Vorstande unserer Kasse an und hat während dieser langen Zeit mit regstem Interesse und großem Verständnis als Vorsitzender und als stellvertretender Vorsitzender die Interessen unserer Kasse auf das wärmste wahrgenommen. Sein reiches Wissen und seine unermüdliche Arbeitskraft hat er nicht nur in den Dienst unserer Kasse allein gestellt, sondern wurde auch sehr oft vom Hauptverband Deutscher Krankenkassen und vom Verband der Krankenkassen Berlins bei Lösung allgemeiner Fragen für die Krankenversicherung in Anspruch genommen. Für diese aufopfernde Arbeit ist ihm der dauernde Dank aller Angehörigen unserer Kasse sicher. Berlin, den 5. Februar 1925. Der Vorstand und das Personal der Ortskrankenkasse für das Buchdruckgewerbe zu Berlin. Wöchentliche Teilzahlung Eleg. Herrenbekleidung fertig und nach Maß zu soliden Preisen Garantie für guten Sitz u. pa. Verarbeitung Lodenmäntel, Gummimäntel in großer Auswahl Maßschneiderei Julius Fabian Große Frankfurter Straße 37, nur 2. Efage Reichshallen Theater Dezimalwagen Allabendl 8 U. u. Sonntags nachm.3 Uhr Steffiner Sänger Nachmittags halbe Preise voiles Programm. Dönhoff- Brett'l: Familien- Varieté Anf. 7, U., Sonnt. 51%, U. Theater am Kottbusser Ter. Tägl. 8 Uhr und Sonntag nachm. 3 Ubr Elite- Sänger. Der Gipfel des Humors: Die Buxe der Panders! Volkstümliche Preise. Tafelwag., Gewichte, Billigste Preise. Großes Lager Georg Wagner Köpenicker Str. 71 Kein Ladengeschäft Keine SchaufensterReklame, dafür wesentl.billigerePreise SCHUTZ MARKE Quittungs- Rabalt Erfinder Vorwärtsu Reklamemarken strebende gute Berdienstmöglichkeit! Auftlärung und Anregung gebd. Broschüre Ein neuer Geift gratis durch: Erdmann& Co., Berlin, Königgräger Straße 71. Ziehung 12. Februar fertigt seit 45 Jahren als Spezialität Conrad Müller Schkeuditz Leipzig Bockbier- Fest Geld- Lotterie 2 Original- Oberbayer. Musikkapellen Kleiner Lunapark Naturgetreue Dekoration Feenhafte Illumination Größte Stimmung Eintritt Frel! Scala- Theater Schönhauser Allee 80, Bhf. Nordring Rose- Theater 74: Wilhelm Tell Heute Casino- Theater Quo Vadis Lothrinner Str. 37 Tägl. 8 Uhr Der neue Schlager Graj Koks Posse in 3 Aufzügen Gänzl neu f. Berlin! Volkstüml. Preise! mit Emil Jannings als Nero Der Welt größter Film Täglich 3 Vorstellungen 5, 7, 9 Uhr Sonntags 3, 5. 1, 9 Uhr Bis zu Beginn der ersten Vorstellung Parkett 70 Pfennig S Deutsch. Künstlertheat. Neue Welt loo Tä lich 48 Uhr: ,, Riquette" Operette von Oscar Straus Lustspielhaus 8 Uhr. Gaido Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbauerdamm 8 Uhr: Die vertauschte Frau Wallner- Theat. 8 Uhr: Pelleas and Melisande Ernst Friedrich spricht 15. Februar, 8 Uhr im Rathaus Dichtungen von Toller, Mühsam. Dehmel u. a. METROPO ETROPOL 8 Uhr International VarietéSpielplan Arnold Scholz, Hasenheide 108/114 Täglich Bockbier Fest Kredithaus Diskret Große Frankfurter Str. 77 Laden Nabe Alexanderplatz in den bayerischen Alpen Auf Kredit! 8 Kapellen neue Dekorationen 30 bayer. Mad'l Bergschloß- Bockbier Jeden Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag Großer Ball Einl. Wochent. 6 Uhr, Sonnt. 3 Uhr) Anf. Wochent. 7 Uhr. Sonnt. 4 Uhr Apollo8 Uhr Theater 8 Uhr Revue- Posse Daslachende Berlin Ueber 150 Mitwirkende! Ganz kleine Eintrittspreise! Parkett 2,50 M. Herren- Anzüge, HerrenUlster, Damen- Konfektion, Gardinen, Steppdecken, laletts, Handtücher, Hemdenfuche, Beftdamaste, Bettwäsche, Tischwäsche, Damenwäsche. Strickwesten usw. Waren für 30 M. Anz. 6 M. Waren für 50 M. Anz. 10 M. Waren für 75 M. Anz. 15 M. Waren für 10 M. Anz. 20 M. usw. Bitte genau auf meine Firma za achten! des Deutschen Ausland- Instituts Stuttgart 5633 Gewinne Mark Hauptgew. Lose zu Mark 3 150000 50000 20000 10000 Porto u. Liste 35 Pig, extra 10 Lose 30 Mk. einschl. Porto und Liste S. 14 M. C. Hahn's Wwe. Prinzenstraße 79 H. Postscheckkonto Berlin 24 281 Werbe- Woche! Vom 6.- 15. Februar geben wir trotz unserer mässigen Preise 10% Rabatt DamenHerrenKinderGarderoben Riesenauswahl Ueberzeugen Sie sich von unserem Teilzahlungs- System! Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten! Konfektionshaus TaubenURANIA straße 48 Vom 2.- 5.Februar, 7 Uhr abends, vom 6.- 8. Februar, 5 Uhr nachm. und 7 Uhr abends Filmvorträge ARGENTINIEN Vortragsredner: Obering. DREYER, Hannover Kartenvorverkauf Theaterkasse, Wertheim und Invalidendank:::: Eintrittspreise von 50 Pf. aufwärts Näheres siehe auch Plakate. Scotts Emulsion ( Deutsches Fabrikat) erfreut sich self 5 Jahrzehnten in allen Kulturländern der Welt der ungeteilten Anerkennung der Herren Aerzte. Kräftige Knochen bekommen die Kinder bei regelmäßigem Einnehmen von Scott's Emulsion. Ständig laufen neue Bestätigungen hierfür ein. Scott's Emulsion enthält die zum Aufbau der Knochen wichtigsten Bestandteile, besitzt hohe Nährkraft und wird auch vom Säugling leicht aufgenommen. Scott's Emulsion dient zur Stärkung für Kinder und Erwachsene und enthält den besten nor wegischen Lebertran in feinster Verarbeitung mit knochenbildenden Kalksalzen und den sehr wirksamen Hypophosphiten. Scott's Emulsion ist unentbehrlich als Kräf. tigungsmittel bel Skrofulose. englischer Krankheit, Blutarmut, Lungenlefden und Unterernährung. Scott's Emulsion wird auch im Sommer gern und mit bestem Erfolg genommen. Man hüte sich vor Nachahmungen, da diese off an Stelle des Originalpräparates empfohlen werden. Scott's Emulsion ist in allen Apotheken und Drogerien zu haben. Niederlagen: Admirals- Apotheke, SO. 26, Admiralstr. 31/32 Apotheke Zum Bär, D. 27, Grüner Weg 94 Boer's Apotheke, NO. 18, Gr. Frankfurter Str. 103 Minerva Apotheke, Charlottenburg, Bismarckstr. 81 Schweizer- Apotheke. W. 8, Friedrichstr. 173 Victoria- Apotheke, SW. 48, Friedrichstr. 19 Drogerie Albert Blechstein, Berlin, Zorndorfer Str. 8 Emser- Drogerie Neukölln, Emser Str. 124 Drogerie Georg Gorgs, Pankow, Breite Str. 40 Kronen: Plomben Silberpfennig Zähne Brandeiste Müllerstrasse 182/83 am Weddingplatz Untergrundb. Reinickendorfer Str. Brücken:: Gebisse gegen günstige Zahlungsbedingungen sorgfältigste, gewissenhafteste Behandlung John- Art Dr. med. Wolf, Potsdamer Str. 55 Sprech, Sons- 11 in. Hochb. Bülowstr. Freitag 6. Februar 1925 Unterhaltung und Wissen Die Stadt in Schleiern. ( Eine Wanderung durch das neblige London.) Bon Armin T. Wegner. Noch ist die gleiche Nacht. Noch fönnten diefe Reihen starrer Laternen so gut an den Ufern der Schelde marschieren, wie an denen der Themse. Aber schon weht milde Feuchte in der Luft, als das Schiff gegen sechs lihr morgens sich mit leisem Seufzer gegen die Uferwand lehnt. Träumen wir noch? Ist das Bewußtsein schon in uns zurückgekehrt, während wir, Augen und Kleider noch voll Schlaf, wie Kinder von einer übermächtigen weichen Hand getragen willenlos durch die schwarze Landschaft schweben, die fich uns nicht enthüllen will? Da hebt sich eine graue feuchtschwarze Wiese, breiten sich endlose blasse Weiden, Heckenzäune, Wasserlachen, von der Nachtfälte erstarrtes Vieh, grau, nüchtern im ersten Morgendämmern und doch voll einem traumhaften Hauch. Die Wanderung durch das neblige England beginnt. Durch sechs Wochen wird sich dieser Schleier nicht mehr von unseren Blicken erheben, der die Welt verhüllt. Liverpool- Station. Der Zug steht. Plöhlich erlischt in den Wagen das Licht. Wir schweben, noch immer schlaftrunken, durch die tosende Halle des größten Bahnhofes von London. Schwarze Rauchwolfen entströmen dem Schlund der Lokomotiven. Ein finsterer Widerschein fällt von den berußten Mauern auf das mimmelide Heer der menschlichen Zwerge, die die sich entleerenden Züge über das Pflaster fchhütten. Auf der Straße reißt uns der Strudel mit fort. Tollkühn der einzelne, der sich dieser Gemalt entgegenwerfen wollte. Auf dem Dach des Omnibus scheinen wir uns wieder auf dem Deck eines Schiffes zu befinden, das ein rasender Strom in jedem Augenblick gegen das Ufer der Häuser zu schleudern und zu zermalmen droht, und das in dem bewegten Rhythmus dieser Reise das Schwanken der Dampfer mit dem Schaufeln der Züge und Wagen ablöst. Vor der Bant von England feuchen wir in einem Katarakte dahin. Rauch und Nebelwolfen hängen von den Dächern auf uns herab. In den Fluten dieser grauen Finsternis scheinen die hohen Gestalten der englischen Schußleute, die mit ihren dunklen Stoffhelmen und Uniformen wie schwarze Schiffer unbewegt in der Brandung stehen, und vor deren erhobener Hand wie die Fluten des Nil vor dem Fingerzeig Gottes sich der Verkehr minutenlang zauberhaft zu einer ftarren Wand auftürint, der einzige ruhende Punkt. Sie sind die größten, die schönsten, die hilfsreichsten und liebenswertesten Männer Der Welt. Eine deutsche Studentin fagte mir einst: Wenn ich heirate, will ich die Frau eines englischen Schuhmanns fein. Hinter dem Geländer der Brüde von London fuchen wir in der fochenden Tiefe einem schwarzen Schimmer des Flusses. Wir wissen, dort drüben, faum tausend Meter entfernt, muß der Tower liegen, müssen die hohen Pfeiler der Tower- Bridge sich über dem Wasser erheben. Wir sind über das Meer gefommen, um in das gigantische Auge diefer maßlosen Stadt zu sehen. Aber das Dunkel des Tages gibt ihren Blick nicht frei. Die himmelragenden Türme von Westminster entschwinden über uns in den Wolken des Nebels. Von ihrer Spize löft sich ein Glocken ton. Er scheint irgendwo aus einer geisterhaften Belt zu kommen, aus diefer Uhr, die im Himmel selber zu schweben scheint, in einem anderen Stodmert, das dicht über unseren Köpfen beginnt. dahin. An der Spitze eines Hauses beginnt ein Buchstabe wie eine goldene Spinne am Rand der Mauer entlang zu friechen, zieht einen leuchtenden Faden hinter sich her zu einem Netz von Buchstaben, bis erneute Dunkelheit es mit jähem Schlage zerreißt. Am Trafalgar Square verlasse ich den Omnibus, um eine neue Linie zu besteigen. Einen Augenblick stehe ich wartend am Fuß Putschgelüfte. adu „ Er ist von den vielen Krisen so erschöpft, daß wir ihm jetzt bald bequem die Handschellen anlegen fönnen." Beilage des Vorwärts Eine Häuserede verschluckt den Rest der Worte, während mich der Wagen in einer anderen Richtung davonträgt. Eines Tages in Gravesend, eine Stunde vor London, als ich aufwache, scheint hell die Sonne. Der weite Himmel zeigt tiefe Reinheit, unter seinem Leuchten bewegt sich das Wasser der Themse in blaudunklen Wellen. In flarer Nacktheit lösen die Dampfer den ungeheuren Rumpf vom Ufer. Ich eile, den nächsten Zug nach London zu nehmen. Heute endlich wird der dichte Schleier zerreißen, ich werde der Unergründlichen in das furchtbare Antlitz schauen. Aber schon nach wenigen Minuten verdüstert sich der Himmel. Aus den Reihen niederer Dächer, an denen der Zug dahinjagt, steigen endlose kleine Wolfen schwarzen Rauches aus zahllosen Schornsteinen empor. Immer finsterer wird es. Als ich den Zug verlasse, schlägt mir beißender Rauch ins Gesicht. Ich fahre an die Themse hinüber. Wohl liegt der Fluß frei, aber nicht weiter als einige hundert Meter. Schwarze Rauchfahnen verhängen das Gesicht der Häuser. Ich steige atemlos in den engen Schacht einer Säule die endlosen Stufen des London- Monument empor. Dort drüben liegen die Türme der Lower- Bridge, die Uferfette der Häuser, schattenhaft wie hinter einer grauen Leinewand. Aber schon im Umkreis von tausend Metern verschwindet die Stadt völlig in schwarzem Dunst. Nicht der Nebel ist es, der ungeheure Rauch, der an diesem sonnenflaren Tage die Luft verdüstert und den die qualmende Stadt zu jeder Stunde aus Millionen von Feuerschlünden zum Himmel sendet, eine ewig lastende Wolke, die kein Wind vertreiben fann. Lärm, Tosen, Stimmengewirr, Donner brüllt aus der Tiefe. Wohl fühit man die Sonne, aber schwach und hilflos tann sie nicht durchbrechen. Fern steht sie, düfter brennend wie hinter einer berußten Scheibe. Dunfelbraun, eine lehmige Der Morgen bringt neuen Nebel. Mauer, undurchdringlich steht er in den Straßen. In Läden und Kontorräumen brennt schon in den Morgenstunden das Licht. Gespensterhaft bewegen fich Menschen und Wagen in der brodelnden Wolfe, tauchen auf, verschwinden. Alle Dinge und Häuser nehmen riesenhafte und drohende Formen an, sobald sie dem Auge erkennbar aus dem Schatten treten. Der sonst so haftende Verkehr ist auf ein zögerndes und angstvolles Zeitmaß zurückgestellt. Bor den Autoomnibussen, die wie Schnecken die Straßen dahinfriechen, bewegen sich die Schaffner mit Laternen in der Hand, den Wagen den Weg zu zeigen, jeden Augenblic einen Warnungsruf ausstoßend. Die Mehrzahl der Menschen strömt in den Untergrundbahnzügen zusammen, die in diesen Tagen die einzige Möglichkeit haben, sich der alten Schnelligkeit zu bedienen. Das ganze Leben nimmt etwas unheimliches, Berzaubertes an, als hätte wie im arabischen Märchen ein riesenhafter Refrit, aus dem Berlies feiner Flasche fahrend, die ganze Stadt in den Rauchschweif seines Schattens gehüllt. Alle Töne flingen gedämpft wie auf weiter Ferne. Irgendwo aus der Tiefe des Flusses oder von den Dächern der Häuser verrät ein verhaltender Laut, daß auch dort ein fremdes Leben sich unsichtbar fortbewegt. Nacht legt ihre weißen Fäuste auf die Augen der Menschen, daß fie in völliger Blindheit dahinirren. Unaufhaltsam, sich selbst fortzeugend, strömt der Nebel wie das Fluten der Zeit. Die felbfttätigen Maschinen vorausgefündet hat der philosophisch durchgebildete englische Franziskaner Roger Bacon im 13. Jahrhundert. Dieser rebellierte leidenschaftlich gegen die Mönchswissenschaft seines Jahrhunderts und feierte das wissenschaftliche Experiment als das bestimmende, zu neuen Rejultaten führende der Säule. Plöglich erscheint über der Stirn der Häuser am abend- Werkzeug der Forschung. Von dem Experimente erhoffte er den lichen Himmel eine flammende Schrift: " Lord Bermington hat soeben Aegypten verlassen, um sich nach Indien zu begeben." Aber mit dem Einbruch der Dunkelheit ist die Welt in eine andere Farbe getaucht. Nun erst hebt das Leben des Lichtes an. Reine starren Transparente und Reflameschriften stehen in plumper Starrheit an den Wänden. Ein flimmerndes Feuerwert, in ewiger Bewegung begriffen, sprüht über uns herab. Am Piccadillll- Zirkus drehen sich die Räder ganzer in die Wände der Häuser gezeichneter Geisterhaft wie das Menetefel, als wären fie von dem goldenen Automobile. Die. fläffende Schnauze eines Sumbes öffnet und Ginger eines Gottes in die Luft gezeichnet, ziehen die Borte vorschließt sich. Ein weinender Säugling erhält eine Flasche mit Kinder- über. Es sind die letzten Nachrichten der Zeitung, die wenige Stunden mehl, worauf seine Mundwinkel zu lachen beginnen und seine Haar- nach dem Ereignis als flammendes Band in der dämmerden Luft loce vor Entzücken sich steil in die Höhe stellt. Ein bunter Widerstehen. Die Weite der Welt ist aufgehoben:" Der amerikanische schein fällt von den Lichtreklamen auf die Köpfe der eilenden Menge Bogchampion Jack Dempsey hat soeben einen großen Sieg über von Menschen und Wagen, die in die Theater, die Klubs und die seinen Gegner, den Spanier La Torrina, erfochten. An der schottiSpeisehäuser drängen. Tropische Blumen voll erschreckender Glut schen Küste ist der Frachtdampfer King Eduard gescheitert. Die Repablühen mit jäher Blöglichkeit im Schatten der Mauern auf, welfen rationstommiffion hat befchloffen... 4] Mauki. Bon Jad London. ( Schluß.) Maufi gehörte einer anderen Rasse an, und da ein Entweichen unmöglich war, folange Bunster lebte, war er entschloffen, den weiBen Mann umzubringen. Aber das Dumme war, daß er nie eine Gelegenheit finden konnte. Bunfter war immer auf seiner Hut. Tag und Nacht waren ihm seine Revolver geladen zur Hand. Er erlaubte feinem, ihm in den Rücken zu kommen, was Mauti entdeckte, nachdem er mehrmals zu Boden geschlagen war. Bunster wußte, daß er von diesem gutmütigen Malaitaburschen mit der sanften Miene mehr zu befürchten hatte, als von der ganzen Bevölkerung von Lord Howe; und das erhöhte den Genuß an dem Folter programm, das er ausführte. Und Mauti war vorsichtig, fand sich in seine Strafen und wartete. Alle anderen weißen Männer hatten seine Tambos geachtet. Nicht so Bunster. Maufis wöchentliche Tabaksration betrug zwei Stück. Bunster gab sie seiner Frau und befahl Mauki, sie aus ihrer Hand entgegenzunehmen. Aber das ging nicht, und so blieb Mauti ohne Tabat. Auf die gleiche Weise mußte er auf, manche Mahlzeit verzichten und manchen Tag hungrig bleiben. Er erhielt den Auftrag, ein Ragout aus den großen Muscheln zu kochen, die in der Lagune wuchsen. Das fonnte er nicht, denn Muscheln waren Tambo. Sechs mal hintereinander weigerte er sich, die Muscheln zu berühren, und fechsmal wurde er fast zuschanden geschlagen. Bunster wußte, daß der Bursche eher sterben würde, aber er nannte seine Beigerung Meuterei und würde ihn getötet haben, wenn er einen anderen Koch gehabt hätte. Eine der liebsten Belustigungen des Händlers bestand darin, Mauti bei den frausen Locken zu packen und mit dem Kopf gegen die Wand zu stoßen. Eine andere war, daß er Maufi unerwartet ergriff und ihm das brennende Ende einer Zigarre ins Fleisch brückte. Das nannte Bunfter impfen und Mauti wurde viele Male in einer Woche geimpft. Einmal riß Bunster in der Wut den Tassenhentel aus Maufis Nase, wobei er den Nasenknorpel glatt zerriß. „ D, was für eine Visage!" lauteten seine Worte, als er den angerichteten Schaden betrachtete. Die Haut eines Hais ist wie Sandpapier, die Haut eines Rochens aber wie eine Feile. In der Südsee benutzen die Eingeborenen fie als Raspel, um Kanus und Ruder zu glätten Bunster hatte einen aus Rochenhaut verfertigten Handschuh. Als er ihn das erstemal an Mauti probierte, riß er ihm mit einem Griff die ganze Haut vom Nacken bis zur Achselhöhle ab. Bunfter freute sich. Er ließ seine Frau den Handschuh schmecken und probierte ihn gründlich an den Bootsleuten. Die Premierminister bekamen jeder einen Streich, und fie mußten dazu grinsen und es als Scherz auffaffen. Lacht, zum Donnermetter, lacht!" war die Anweisung, die er gab. Mauli belam ben größten Teil am Handschuh. Nicht ein Tag verging ohne Liebfosung. Manchmal hielt ihn der Verlust von so viel Haut die ganze Nacht wach, und oft wurde die taum geheilte Oberfläche von dem scherzhaften Herrn Bunster frisch gehartt. Maufi behielt seine geduldige Ruhe in der sicheren Erfenntnis, daß seine Zeit früher oder später kommen mußte. Und er wußte genau, bis in die geringste Einzelheit, was er tun würde, wenn seine Zeit getommen war. Eines Morgens erwachte Bunster in der Stimmung, der ganzen Welt die Glocken zu läuten. Er begann mit Mauki und hörte mit Mauti auf, und in der Zwischenzeit verprügelte er seine Frau und schlug auf die Bootsleute ein. Beim Frühstück nannte er den Kaffee Spülwasser und goß Mauki den brühheißen Inhalt der Tasse ins Gesicht. Um zehn Uhr hatte Bunster Schüttelfrost, und eine halbe Stunde später brannte er vor Fieber. Die Tage vergingen, er wurde immer schwächer und verließ das Bett nicht mehr. Mauli wartete und wachte, während er seine Haut wieder heilte. Er befahl den Leuten, den Kutter auf den Strand zu ziehen, den Boden zu scheuern und ihn gründlich zu überholen. Sie dachten, der Befehl ginge von Bunster aus, und gehorchten. Aber Bunster lag die ganze Beit besinnungslos da und gab teine Befehle. Jezt war die Ge legenheit für Mauti gekommen, aber er wartete noch. Als das Schlimmste überstanden war und Bunster sich in der Genesung befand und bei Bewußtsein, aber schwach wie ein kleines Kind da lag, pacte Mauki seine paar Habseligkeiten einschließlich des Porzellanhenkels in seine Kiste. Dann ging er nach dem Dorf hin über und sprach mit dem König und seinen beiden Premierministern. " Dieser Bursche Bunster, er guter Bursche, ihr ihn sehr lieb?" fragte er. Sie erklärten einstimmig, daß sie den Händler nicht liebten. Die Minister ergossen sich in einer Aufzählung aller Demütigungen und Schlechtigkeiten, mit denen sie überhäuft worden waren. Der König fiel ganz zusammen und weinte. Mauti unterbrach ihn unhöflich. " Ihr mich fennen ich großer Herr in meinem Land. Ihr nicht lieben diesen weißen Herrn. Ich ihn nicht lieben. Ihr viel bringen, hundert Kotosnuß, zweihundert Kokosnuß, dreihundert Kofosnuß zum Kutter. Dann ihr guten Leute schlafen gehen. Alle Kanaten gute Leute schlafen gehen. Wenn dann großer Lärm bei Haus, ihr nicht hören den Lärm. Ihr alle viel zu fest schlafen." In derselben Weise sprach Maufi mit den Bootsleuten.. Dann refahl er der Frau Bunsters, zu ihrer Familie zurückzukehren. Hätte fie sich gemeigert, so wäre er in Berlegenheit geraten, denn sein Tambo würde ihm nicht erlaubt haben, Hand an sie zu legen. Als das Haus leer war, trat er in das Schlafzimmer, wo der Händler lag und schlief. Mauki entfernte zunächst den Revolver und zeg fich dann den Handschuh aus Rochenhaut an. Die erste War nung, die Bunster erhielt, war ein Streich mit dem Handschuh, der ihm die Haut der Länge nach von der Nase riß. ,, Guter Kerl, was?" grinste Mauti zwischen zwei Streichen, von denen einer die Stirn bloßlegte, während der andere die eine Gefichtsfeibe fäuberte. Lach, zum Donnerwetter, lach!" " Anbruch eines neuen Zeitalters der selbsttätigen Maschine: der Dampffchiffsmaschine, des Automobils und der Flugmaschine. Er schrieb diese prophetischen Zeilen nieder: Maschinen zur Schiffahrt ohne Ruderer sind möglich, so daß große Schiffe, dem Flusse oder dem Ozean angepaßt, von einem einzigen gelenkt, schneller dahingleiten können, als wenn sie von vielen getrieben. Auch Wagen fönnen hergestellt werden, die ohne Zugtier cum impetu inaestimabili( mit unschätzbarer Kraft) bewegt werden, so wie unser Meinung nach die Sichelwagen, auf denen die Alten fämpften, bewegt wurden. Und Flugmaschinen sind möglich, in deren Mitte der Mensch sitzt und eine sinnreiche Vorrichtung handhabt, durch die künstliche Flügel die Luft gleich einem fliegenden Vogel schlagen." Maufi tat seine Arbeit gründlich, und die in ihren Häusern versteckten Kanaken hörten den großen Lärm", den Bunster mindestens eine Stunde lang machte. Als Mauki fertig war, schleppte er den Bootskompaß und alle Flinten und Munition zum Kutter hinunter, den er dann mit Tabakfiſten als Ballast lud. Während er noch damit beschäftigt war, fam ein fürchterliches hautloses Wesen aus dem Hause und lief schreiend an den Strand, bis es in den Sand fiel, in der brennenden Sonne liegen blieb, Grimassen schnitt und unartikulierte Laute ausstieß. Mauki blickte hin und zögerte. Dann schnitt er ihm den Kopf ab, wickelte ihn in eine Matte und verstaute ihn im Stern des Kutters. So fest schliefen die Kanaben an diesem ganzen, langen, heißen Tage, daß sie nicht fahen, wie der Kutter durch die Ausfahrt lief und dann, dicht am Südostpassat, nach Süden drehte. Auch auf der langen Strecke bis zur Küste von Ysabel und während des beschwerlichen Kreuzens von dort nach Malaita wurde er nicht gesichtet. Mauki landete auf Port Adams mit einem Vorrat an Flinten und Tabak, wie ihn noch nie jemand besessen hatte. Aber er hielt sich dort nicht auf. Er hatte den Kopf eines weißen Mannes genommen, und nur der Busch konnte ihn schützen. So fehrte er zu den Buschdörfern zurück, wo er den alten Fanfoa und ein halbes Dutzend seiner vornehmsten Leute niederschoß und sich zum Häuptling über alle Dörfer machte. Als sein Vater starb, wurde sein Bruder Herrscher in Port Adams, und nun vereinten Salzwasserleute und Buschmänner sich und wurden so der stärkste der zweihundert streitbaren Stämme von Malaita. Größer als Maukis Furcht vor der englischen Regierung war seine Furcht vor der allmächtigen Mondschein- Seifen- Gesellschaft; und eines Tages gelangte eine Botschaft an ihn in den Busch, die ihn daran mahnte, daß er der Gesellschaft acht und ein halbes Jahr Arbeit schuldete. Er schickte eine günstige Antwort, und darauf erschien der unvermeidliche weiße Mann, der Kapitän des Schoners, der einzige Weiße, der während Maufis Regierung in den Bulch und lebendig wieder herausfam. Dieser Mann kehrte nicht nur zurüd, sondern er brachte auch noch siebenhundertundfünfzig Goldfovereigns mit den Geldwert der achteinhalb Jahre Arbeit zuzüglich der Kosten für gewisse Flinten und Tabakkisten. -ww Mauti wiegt nicht mehr hundertundzehn Pfund. Sein Bauch hat den dreifachen Umfang wie früher, und er hat vier Frauen. Er hat viele andere Dinge Flinten und Revolver, den Henkel einer Porzellantaffe und eine vorzügliche Sammlung von Buschmannföpfen. Wertvoller als diese ganze Sammlung aber ist ein anderer Kopf, gut getrocknet und erhalten, mit rötlichem Haar und gelblichem Bart, der in die feinsten Fiber- Lava- Lavas eingewidelt ist. Wenn Mauki in den Krieg gegen Dörfer außerhalb seines Reiches zieht, so holt er unweigerlich den Kopf hervor und betrachtet ihn, allein in seinem Palast sizend, lange und feierlich. Zu solchen Zeiten liegt Totenstille über dem Dorfe, und nicht einmal ein fleines Rind wagt zu lärmen. Der Kopf gilt als der wichtigste Fetisch in Malaita, und seinem Besiz wird Maufis ganze Macht zugeschrieben. Großes Reklame- Angebot Damen- Roß- Chevr.- Spangenschuhe 6.75 solide Qualität, moderne Formen .. 8.75, 7.25, Damen- Lackschnür- u. Spangenschuhe gute Ausführung, breite u. schl. Form 19.50, 18.50, 15.95, 10.75, 9.25, Damen- Schnür- u. Spangenschuhe Boxkalf, echt Chevreaux, R'Chevreaux u. Rindbox, moderne Formen braun u. schwarz, besonders preiswert, elegante Ausführung, z. T. Musterpaare, einzelne Größen ...... 13.25, 12.25, 10.95, 9.25, 7.80, • Herren- Stiefel Boxkalf, Chevreaux, mod. Formen in spitz u. breit, braun u. schwarz z. T. Doppelsohlen 22.50, 19.50, 1750, 16.50, Herren- Stiefel schwarz Rindbox und R'Chevreaux bequeme breite Form 8.95 6.75 14.50 13.75, 12.25, 11.75, 10.25 9.95 Arbeiter- Stiefel Naturrindleder, gute Qualität, Staublasche, schw. Beschlag und Absatzeisen, seltene Gelegenhelt. Kamelhaar- Umschlagschuhe besonderer Gelegenheitskauf in verschiedenen Farben mit Filz- Ledersohle... 3.95 Romeo Schuh A. G. Chausseestr. 22, Ecke Invalidenstr. u. Linkstr. 13. Preiswerte Einfegnungs- Anzüge 37.-, 35.-, 29, Anzug blas and wars, Größe 7-2......... 1900 Anzug 1- und Breithig, Größe 88-43, gater, blauer Cheviot 2700 Anzug Qualität, 1- und Breihig, Größe 38-48 3800 Anzug belo Marengoware, 9rethig, Größe 38-43....- 4900 1750 49-45- 42 Prüfungs- Anzüge dunkelfarbig, in allen Größen, 49,-, 35.- 29.- 24.- 19.50 Kohnen& Jöring Abteilung: Herren- und Knaben- Kleidung 10 Geschäfte in allen Stadttellen Dieses Angebot gilt nur für unsere folgenden Geschäfte: Alexanderstraße 12 Brunnenstraße 126 Friedrichshagen Rosenthaler Str. 53 Neukölln, Bergstr. 65 Friedrichstr. 76 Braten Wildschwein, Spießer Ptd. 1,20 M. Sauber gespickte Hasen! Feiste Pasanen, Wildenten e. 6. m. b. 5. Möbelfabrik, 3utunft" Sonnabend, 28. Februar, nachm. 4 Uhr, Geschäftslotal, Frankfurter Allee 307 Neve Berliner Genossenschafts- Bäckerei eingetr. Genossenschaft m. b. Haftpflicht. Gonnabend, ben 21 Februar, abbs. 8 Uhr, im Bersammlungszimmer ber Bäderet: Generalversammlung Generalversammlung 1925er Jung- Gänse Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht Tagesordnung: 1. Bericht des 2. Bilanz. 3. Anträge. 4 Berschiedenes. Fette Suppenhühn.. Mastputen orfandes und Aufsichtsrates. 2 Bericht Der Borstand.[ 91/11 über bie ftattgefundene gerichtliche Revision Janga Enten, Steyr, Poulets, Junge Tauben 3. Borlegung der Bilanz und Beschluß Ernst Raften. Pa. diesj. Gemüsekonserven, Früchte faffung über biefelbe Neuwahl des unb Hubertushaus Barftandes des Aufsichtsrates. 5. Anträge. 6. Berschiedenes. Neanderstraße 2 Die Bilanz liegt im Rontor fie bie Fernsprecher: Moritzplatz 3735. 3704 Genoffen zur Einficht aus. 6. Elsholz, Reel Bleichroth. Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Der Borffenb: Engel. Merschel. Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür Weisse Woche Baumwollwaren ca. 80 cm Rohnessel 45. Makotin fe febre Lelb wäsche, 80 cm breit... Htr. 88 P. Haustuch for Laken, 140 cm brett..... Mir. 1.95 105 Linon 80 cm breit Mir. 18 68 Py Linon 130 cm broil, Mir. Les 15 Rolltücher mit Kande 3.95 185 Kaffeedecken einenari. 2.85 198 Handtücher abgepaßt 65 48 Pf. Nutzen Sie die Vorteile Hem der Schlußtage restlos aus! Mengenabgabe verbehalten Damenwäsche Nachthemd. Schlupfform 29s Garnitur Hemdu. Beinkleid 400 mit Stickerel 6.30 Hemden breifer Stickerel 1es m. 195 Beinkleider m. Hohlsaum 135 Kind- Hemden or 40 75P jede weitere Größe 10 Pf. mehr Wäsche- Stickereien ca 6-8 cm br. Mir. 18, 3840P. Unterrock- Stickerei ca. 25 cm breit.. Mir. 1.4585 Hemdenpassen mit Trägern 9558P 6emdentuch Gaghemden mittelkräftige nal 48 Pl. mit Trägern and Hohl, 85 P tat Mtr. 68 saum Köperbarchent Prinzeß- Röcke 85 P Kein Verkauf an Wiederverkäufer Kleiderstoffe Vollvoile Schwelser Qual Helvetia- Seide weiß, Schweiser Qual. 125 ca.115cm br, Mtr. Damen Konfektion Voile- Kleider hübsche Ausführungen 9.50, 6.50 5.50 395 Mtr 295 Weiße Blusen Vollvoile 295 3 Serien Damen- Mäntel 125 Serie 1250 Serie 950 Serie 650 Mir. 1.65 30 cm breit, wel, voll Pf. mit Hohlsamm 3.78 95 Frotté 100 cm breit, hübsche gebleicht Mir. 1.10 6andtücher Frottier- Bandtüch. Reinleinen für Stube 95 Pf. Sick...... 1.35 and Küche 88Pf. Bettgarnituren berren- Gaghemo. Bettgarnituren ous gut. Wäschest, Deck- 675 bett u. 2 Kissen, 9,50 an kräftig. Wäschestoff 295 5 cm breit Seidenbatist doppeltbr. 85P. Wasch- Crepon helle Ballfarben. Mtr. Mir. 68Pj. Linontüchers. Herren mit Ripskante 25 Taschentücher für Damen, mit Buchstaben ・・ 18Pf 28PM Spitzentücher Stk. 42P I Gardinen III Etamin- Halbstores mit Einsätzen und Spitzen 2.75 Meter 85 Schalgardinen 35 165 PJ. Etamin Bettdecke 750 2 bettig m.Einsatz u.Motiven 10.50 Tüll- Garniturenelig 39 LINDEMANN& COEF BerlinSchöneberg Hauptftr. 149/150 Graue Haare erhalten ursprüngliche Farbe n. natüri. Jugendglanz durch uns. Haarfarbewiederhersteller " Youpla' 65 Pl. M. 3.78 Ueberall erhältlich. Nur eine Flüssigkeit, Frei von allen schädlichen Bestandteilen Ropp& Joseph Parfumeriefabrik Berlin W. 37 Stahlmatratzen Lab, Bolsterauf, Metallb.a Brtu. Günft Bebing.Rat.30Afzet Cifenmöbelf.SubLshür. Verkäufe BerlinNordosten Landsberger Allee 29 Neu- Turmftr. Ecke Ottoftr Monatsgarderobe. Leihhaus Brunnen- Chaifelongues, Metallbetten. Auflege- Gelegenheit. Kleiderschrank 18.-. Ber ftraße 5. Firma achten. Anzüge, Bale- matragen, Batentmatragen. Balter, tifo 15.- Bafchtoiletten 15.- Bette Schreibmaschinen tots, Cutaways Frads, Smotings, von Starqurderstraße achtzehn. itellen, fomplett, 14.-, Blüfchlofa 15.Rüchen 24. Gottlieb. Rügener Strak Mietsanrechnung bei Rauf. Che ottene Bandwagen, Raften- feinften Herrschaften nur turze Reit geBistamp vermietet Schreibmaschinen. Bettermagen, Rugbanmbüfetts. Brachtegemplate, Dreizehn. wagen preiswert. Auswahl. Bagner, tragen Sochelegante neue Garberobe, ftraße 31, Merfur 5409. ABpeniderftroke muz 71 Sof. Rein bas feinfte com feinen, felbft hergestellte Riefenauswahl, Schreibtische, Bücher Anfleideschränke, Kleiber Rathenwoche, Amme mit Rahmen, Baben. Reine Schaufensterreflame, baher befte Arbeit, fehr preiswert. Gelegen- ichränke, mefentlich billigere Brelse. heitstäufe in Sportpeisen. Gehpelaer, hränke, Bertitos, Srumeaus, Aussich. rob. 39. Frieba mit Anrichte 62- Werkzeuge u, Maschinen tiiae, Stable, Bettstellen spottbillig. Botte mit Anrichte 75.- Zahlungs. Raumann- Rähmaschinen für Hausgefekt 50 Prozent billiger. Ubelsmann, Golomann, Strausbergerstraße 28. am Erleichterung. Saufiger Stacheldräble, Drähte. Deabtgeflechte brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re Strausberger Blay. Straße 5, Ede Wiener Straße. mit pier- und sechsedigen Mafchen, paratur- Berfitatt file alle Gniteme Drahtgewebe. Krammen. Drahitiste, Möbel- Safemann. Neue Schönhaufer Richen, befte Ausführung, zum Tet! Raunitiele, Emil Salbarth. m. b. S.. Friedrich Achtung! ftraße 55a. Merkur 6268. Bauartikel, Moderne neue fournierte Straße L Sonderangebot in Speife- leicht aurüdgefekt, nukbaum englifche Defen, Ofenrohr liefere billiaſt. Gelenen. Anfleidel ränte Sinoleum, Linoleumläufer, 90 Zenti- Bettstellen mit Federboden und Auflagen simmer, tomplett. 350, 480, 650. 120. Bettftellen, fowie heilspollen für Siebler. Baul Friedrich, meter, 3.50, Sinoleumteppiche. Sinoleum. Lomplett 58- fournierte Diplomaten 950 bis 1200. Serrensimmer, tomplett, andere Einzelmöbel werden au Leibnizstraße be- Charlottenburg 2. 42.-, Büfetts, 180 breit, 95.360. 440, 520, 680, 1400 bis 2100. Schlaffonders herabgefekten ben Breifen Steinplak 7276 unb 1146. Tegerei, Morik Brinzenstraße 101. cichene Bücherschränke 42. Riefen- Aimmer, tomplett. 410, 520. 650, 750, bertauft. Tier Julius neft, plak 168 88. Rüchen, fomplett, 65, balbertstraße 6. auswahl in Speilezimmern, Serzen 950 bis 3200. Auch auf Teilzahlung. 6bel feber Art. Möbel Ge Pikolenantant, ( Sermannplag). Raubenherde, 17. Büchfenmacherei, Aimmern, Schlafzimmern, Maha- 85, 146; 210 bis 350. Solange der Borahlung. Sur furse Reit. Teil Kaufgesuche Bekleidungsstücke. Wäsche asw. goni poliert. 825-, fowie Ginacffiüden tat reicht: Bilfette, Schränte, Aussich in feber Breistage. Sahlungserleichte, tifhe, Schreibtische, Beberitiible, Alub Arebithaus au Sabenpreifen. Damen rung Möbelhaus Gottlieb, Rügener möbel. Suthebetten, Stanbuhren, Rauch ringe Anzahlung, bequeme bsanluna. Breußner, Raifer- Friedrich- Straße 244 unb Serrengarderoben Damen und Straße breizehn Bahnhof Gefund. tifme fowie ein Toften Beleuchtungs- Möbelhaus Quifenfroht, Rövenider Sercenfchube, Bale Betten. Belge brunnen. Freifieferung Groß- Berlin. törper. Salons. Wohnzimmer. Stanbia trake 77/78. Ede Brüdenstraße. Garbinen, Steppbeden in bequemer b Gelegenheitsläufe in belleren Möbeln, oferteller, Speichereien: Lothringer Str. 24-26. Metalbetten 19.00. Meffingbetten Rinderbetten Teilzahlung. Benger Auguftftraße 26. falagszahlung. Raufhaus Sirfchberg fleibefchrant, 29. 120.Artikel far Bockbierfeste tentake 66 II( Leipziger Straße) 9 bis ben vertauft: Kleiderschränke, Bertilos Karneval- and Vereinsartikel Tombola- Gewinne, -Lose, und-Nieten 7 Uhr. Rraut ftraße 2, Tiefert Bild Bne. unübertreffbare Chaifelon ques. Felbbetten, Patentböden, Bolfterauflagen, englische Bettftellen. Musikinstrumente Faberaber fauft Linienftrake 19 Arbeitsmarkt Stellungslose, qute gefleidet. mit Aus weispapieren finden hohen Berbent burch Bertrieb von Bildern. Mar Bla. Blanes, practice Inftrumente be finski u. Co., G. m. b.$., Kurzestr. 17. queme Rahlweife. Sachter. Oranien Rlaviermacher Perfekte Nußbaum, u. Co.. Turmftraße 57 1. Ctage. Brüfchfofas 30.-, Chaiselongues 15.Damenmäntel direkt ab Werftatt 3.- Rleiberspinden. Wäschefpinden 20. 5.-, mit Belatragen 7 10.- 15.- Rommoden 15. Bettstellen mit Me. Affenhautmäntel, Belaloagen 21.- caken 20.-, Rücheneinrichtung 30.39 Sumäntel 7., 14. Gellin. Gartenstraße 26. Chaifelongue 12.-. Diwanbeden 7.50. 19.-, 29., 39.- lausamäntel, CoverBoliterauflagen Batentmatragen 12.coatmantel. Riefenauswahl. Charlot Wichtig für febermann! Täglich wer Ratenzahluna. Bappelailee 12. 18. Bettstellen, tomplett 16. Metall. Klubaarnituren in Leber und Gobelin, burgerftrake 42. mit Auflegematragen 22 Mofett fofas, Ruhebetten, Schlaffeffer, Vianos preiswert. Monatsanzüge, Binterpaletots. Gebettstellen felfchaftsanzüge. Wurfchränke Bafetoiletten 18 Chaife. Auflegematraken. Schreibfeffer, Alapier eint Brunnenstrake 85. forpulente Figuren. Tongues 18 faunend billig. Staf Kommoden 15. Bücher. feffer, Damenfeffet, Frifterfeffel. StahlGormann: fpinben. Schreibtische 36, Trumeaus 29, matragen, Daunenbeden, Diwanbeden, Pianos, Qualitätsware aus eigener ftraße 23/26 früher Muladfizake Büfetts 15. Tifche 6, Rildheneinrichtungen Zeppiche außergewöhnlich billig. Möbel Fabril, Tilgel, Harmoniums, große gesucht zur Einrich Monatsanzüge, Winterpaletots. Geh- 48. Speifeaimmer. Serrenzimmer, Schlaf haus Ramerling, Rastanienallee 56. Auswahl in ieber Breislage. Roblungs- ung einer Pflanzen auf Batteriekoblen erleichterung. Mar Abam, Snhaber leimfabrik. Ofierten Otto Boltersdorf. Münaftease 16, nabe unter J. J. 22 374 an Rudolf Mosse, R. Sachs, Alezanderplak. Berlin SW. 19. Bianos billig. Rripfchinsti, Ropen bogenerftraße 5( Storbring 86/15 anauge. Soppen. modernste Taillenpale- fubfeffel 65. Riefenauswahl. über Pohl& Weber Nachflg. rodantine, tadanaüge, neue Sadett- dimmer 223, Rlubgarnituren 175. Leber Teilzahlung, kulant, Möbel- Miſc. tots Dettauft fpottbillig Merander 500 Rimmer. Aes tatsächlich fpott. Teilzahlung, billig. Möbel- Misch. ftraße 28a, hochparterze.( Gefellfhafts- billig. Stargardts Möbel und Bom Teilaahlung reell Möbel- Milch analee Teibmeife) barbipeicher. Brenzlauer Straße les Oroge Stanfurterstraße 45/48. Spittelmarkt 4/51 Verlangen Sie Preisliste Nr. 8 Meister Presserinnen sofort gesucht G. m. b. H. Neanderstraße 4