ne.64 Mosgabe A Nr. 53 VezuqSvreiS: tpMtaflii TD tfeuttia, aanatU A,— Reichsmark voraus yt�T�yw Unter Sreajband für®mfdjIßoi, ©anjia, Saat- anb Menlelgediet, Oesterreich, Litauen, Lnremdurs dJO Reichsmari, für da» übrige Ausland W0 Reichsmark pro Monat. Der �orwSrt� mit der Sonntags- beilag«.Zoll und Seit* mit �i-t>- lstng und Kleingarten� sowie der Beilage„Unterbaltung und Wissen' uns» Fraucndeilaq«.ffrauenstimme' erscheint wochentäglich zweimal, Sonntag« und Montag« einmal. Beleg eamtU-Zbresset �»»ialdemairat Berlin' Morgenansgabe Devlinev Volksblatt �10 Pfennig) Anzeigenvrciic: Die einsvaltig« Ranoareille- geil« 7V Pfennig. Reklamezeil« 4y- Reichsmark..Kleine Anzeigen' das fettgedruckte Wort 20 Pfennig (zuläfftfl zwei fettgedruckte Worte). iedco weitere Wort 10 Pfennig. Etellengesuche das erste Wort 10 Pfennig, jedes wettere Wort s Pfennig. Worte über 1ö Buchstaben zöstlen Ar zwei Worte. Rumilienanzeigui für Abonnenten Rtilc 30 Pfennig. 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Oktober 1923 gesagte Entschließung auf die damalige Regierung eingewirkt haben, damit diese einen derartigen Beschluß fasse. Demgegenüber stellen wir fest: »Am 19. Oktober 1923 abends fand in Berlin in dem Gebäude der Fachgruppe Berlin eine Sitzung von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern des Bergbaues statt. In dieser Sitzung berichtete Oberbergrat v. Belsen über die bis dahin ftattgefundenen Verhandlungen der Sechserkom- Mission mit der Micum. Am Schlüsse seines Berichts machte er die Mitteilung, die Regierung habe erklärt, ab 29. Ot- tober die Zahlung der Zuschüsse an das Ruhrgebiet einzustellen. Eine Bezahlung der zu liefernden Reparationskohlen könne ebenfalls nicht in Aussicht gestellt werden. Was dann werden solle, wisse man nickst, fügte v. Belsen hinzu. S t i n n e s erklärte dazu, in wenigen Tagen würde die arbeitende Bevölkerung des Ruhrgebietes, vom Hunger getrieben, zu den ver- zwsifelksten Mitteln greifen. Die Loslösung des Rhein» u n d R uch r g e b i e t s und die Errichtung des Rhein- Ruh r- S ta a t e s sei die Folge. Komme es st» weit, dann müsse sofort versucht werden, zu einer Regelung der Rhein- RuHr-Wirlichast mst den Franzosen zu gelangen. Für diesen Fall forderte er.die Hilfe der Gewerkschaften. Generaldirektor V o e g l e r bemerkte, daß, wenn der Rhein-Ruhr-Stäat nicht zu umgehen sei, sofort mit den Franzosen in Verbindung getreten werden müsse über eine möglichst günstige Grenze dieses Rhekn-Rühr-Staates. Die Arbeikuehmervertreter lehnten solche GedankengänAe ab. Angesichts der Tatsache, daß die Regierung die Zahlungen für das besetzte Gebiet einstellen wollte, und der drohenden Gefahr der Errichtung eines selbständigen Rhein-Ruhr- Staates sah sich der Bergarbeiterverband veranlaßt, in seiner am nächsten Tage in Berlin stattfindenden Reichskonferenz zu dieser Lage Stellung zu nehmen. Das Ergebnis der Stellung- nähme wurde in einer Entschließung niedergelegt und diese dem Reichskanzler unverzüglich übermittelt. In der Eni- fchließung wird verlangt, daß das Reich die Bezahlung der Sachleistungen für die Reparationen über- nimmt und diese nicht dem besetzten Gebiet überläßt. Die Nichtzahlung würde das Chaos im Ruhrgebiet und die Ab- trennung des Rhein- und Ruhrgebietcs vom Reich sowie die wahrscheinliche Errichtung eines Rhein-Ruhr-Stoates unter französischer Oberhoheit bedeuten. In der Entschließung wird mit keinem wort etwas über Entschädigungen gesagt. In ihr kommnt nur der Standpunkt zum Ausdruck, den der Dergarbeiterverband und auch die übrigen Bergarbeiter- Organisationen stets vertreten haben, nämlich, daß es nicht angehe, das besetzte Gebiet zur Reparationsprovinz zu machen."_ Täuschung der Geffentlichkeit. Abermal« amtliche Irreführung im Ruhrskandal. Die Reichsregieruna läßt eine sogenannte„B e r i ch t i- g u n g" gegen die Erklärung der Genossen H i l f e r d i n g. Robert Schmidt und S o l l m a n n verbreiten. Diese sogenannte Berichtigung soll abermals den Eindruck erwecken, daß die sozialdemokratischen Minister in der Großen Koa- lition mit der Auszahlung einer Riesensumme an die Ruhr- industrie einverstanden gewesen seien. Die ganze Berichtigung behandell im wesentlichen zwei Punkte: die bewußte Ausschaltung Robert Schmidts durch die Bürgerblock- minister, sowie die Richtbeteiligung der sozialdemokratischen Minister an der Abstimmung. � Zum ersten Punkt beschränkt sich die Regierungs„berichti- gung" auf folgende faule Ausrede: .Es kann jetzt nicht mehr aufgeklärt werden, warum es geschehen ist- Vermutlich liegen nur technische Gründe dafür vor.' Di« Natur dieser.stechmschen Gründe" geht aus folgendem hervor. In den wochenlangen Perhandlungen vor dem 20. Oktober sind die sozialdemokratischen Minister uninfor- mierl geblieben. Auch aus„technischen Gründen"? Der Brief des Herrn S t i n n« s vom 7. Oktober ist zum Beispiel— wie aus dar Polemik zwischen Reichskanzlei und Telegraphen-Union hervorgeht— nur an vier Ministerien gegangen, nicht an das Ministerium der besetzten Ge- biete, das dem Genossen Schmidt unterstand, nicht an das Ministerium des Innern, dem S o l l m a n n vorstand. Hot diese bewußte Uebergehung auch„vermutlich technische Gründe?" Die Minister, die aus„oermütlich technischen Gründen" diese Uebergehung der Sozialdemokraten zu verantworten haben, sind heute die Minister des Rechtsblocks. S t r e f e- mann und Luther haben die Auszahlung von 799 Millio- nen an die Ruhrindustrie zu verantworten— eine Entschädigung, an die sie weder selbst noch auch Herr S t i n n e s im Oktober 1923 jemals gedacht haben. Der Persuch, die Verantwortung dafür auf die sozialdemokratischen Minister der Großen Koalition zu wälzen, ist eine Irreführung der Oesfentlichkeit. Zum zweiten behauptet die offiziöse„Berichtigung", die Stimmenthaltung der sozialdemokratischen Minister am 1. November sei aus formalen Gründen erfolgt, da sie sich bereits in Demission befanden. Auch das ist eine Irreführung. Es bleibt dabei und es steht aktenmäßig fest, daß die sozialdemokratischen Kadinettsmitglieder zu Protokoll erklärten, daß sie keine Verantwortung für die vorgelegten Ver- tragsentwürfe übernehmen könnten und deshalb die Beteili- gung an der Beschlußfassung ablehnten. Warum veröffentlicht die Regierung nicht das Protokoll? Millionen— unö 12-Stunöentag. ' Sie können nicht geung bekommen.' .-Die> zum- Stinnes-Konzern gehörige Deutsch- Lux«m- bürgische B c r g w e r k s- AG. hol am 27. Januar ihren De«- waltungsbericht veröffentlicht. Herr Albert V ö g l e r hat ihn unterzeichnet. Kein Wort über die Inskationsgewinne, über die Aer- Wendung der Lohnsicherungen, der Ruhrkampfzuwendungen, die Riesenentschädigung. Rur von„Opfern" reden die Herrschaften: „Das Ergebnis(langwieriger Verhandlungen mit den Pe- fatzungsmächten) waren die bekannten sogenannten Micum- Verträge, die gerade vom Kohlenbergbau und der Eisen- schaffenden Industrie gewaltige Opfer forderten. Diese Leistungen bewirkten sowohl beträchtliche Substanzverluste als eine ständig wachsende finanzielle Anspannung, die in ihrer Auswirkung durch die jedes früher gekannte Maß überschreitenden Sätze für Leihgeld ständig gesteigert wurden." Ilm so ausführlicher beschäftigt sich der Bericht mit den„stän- dig steigenden Ausgaben für Löhne und Gehälter, den gewaltigen Steuern und sozialen Abgaben' und vor allem mit der mangelnden Arbeitsleistung. Den Arbeitern wird wiederum die Schuld für den im Mai vorigen Jahres von den Bergherren heraufbeschworenen Arbeitskamps In die Schuhe geschoben, und die Regierung erhäU trotz ihrer gene- rösen Ruhrspende einen schweren Rüssel. Um Deutschland vor dem wirtschaftlichen und damit auch vor dem politischen Untergang zu retten, „ist es nötig, daß nicht die sn den weitesten Volkskreisen vor- handene Arbeitswilligkeit durch Eingriffe der Behörden oder der Gesetzgebung beeinträchtigt wird, wie das in jüngster Zeit durch die Beschlüsse über die Verkürzung der Arbeitszeit in den Hochofenbetrieben und i n d c n Kokereien geschehen ist". Also 7>X> Millionen Entschädigung und den Inflations- und Zwhrkampfgewinn, und auch noch 12-Smndentag, Lohndruck, Ab- bau der Sozialpolitik und Steuerherabsetzung! Sie können nicht genug bekommen, und der Rechtsblock soll ihnen zu weiterem Raubzug verhelfen. Ausländsanleihe und Nuhrgelder. Eine Erklärung der Regierung. Amtlich wird mitgeteilt: In«inigen ausländischen Blättern wird die Ansicht verbreitet, daß die im Sachverständigengutachten vor. gesehene Anleihe von 800 Millionen Goldmark dem Reiche dazu gedient habe, die Ausgaben der Großindustriellen währeick» des Ruhrkampfes zu decken. Dies« Ansicht beweist eine ausfallende Unkenntnis des Sachverständigen- gutachtens und der im Zusammenhang damit stehenden Bcr- Handlungen. Die 8-Millionen-Änleihe dient nach dem Gutachten 1. der Sicherstellung der Währungsstabilisierung. 2. der Finanzie- rung der Deutichland nach dem Gutachten obliegenden Sachliefe. rungen. Dies ist, dem Sachverstöndigenplan entsprechend, dadurch erzielt worden, daß die Devisen, welche die Anleihezeichner ein. zahlten, der Reichsbank zugeführt worden stnd. Die Reichsbank hat den Goldgegenwert in Reichsmark auf ein besonderes Konto der Reichsregierung«ingezahll, aus dem die im laufenden Reparation«- jähr gemäß dem Gutachten stch ergebenden Verpflichtungen Deutsch- londs abgedeckt iverden. Dieses Konto steht gemäß de» Londoner Anteiheverhandlungen unter der Kon» troll« des Generalagenten. Es ist also keine Rede davon, daß die deutsche Anleihe von 1S24 zu anderem als dein bestimmungsmäßigen Zwecke gedient Hab« oder dienen könne. Die Nutznießer der Inflation. Bon Robert Schmidt. In der Zeit der fortgesetzten Entwertung unserer Mark haben viele mit Geschick in skrupelloser Ausnützuna der Situation große Vermögen zusmnmensserafft und ihren Besitz mit nicht gerade einwandfreien Mitteln enorm erweitert. Da treten zunächst die Männer der großen Konzerne hervor, die heute als die führenden der deutschen Wirtschaft bezeichnet werden. Wie war es möglich, daß in einer Zeit starker Wirtschaft- sicher Zerrüttung ein Aufbau der Konzerne in bisher unbe- kanntem Umfange sich vollzog und eine Kapitalskonzentration in den Händen einiger Industrieller sich anhäufen konnte, die weit über den normalen Gang der kapitalistischen Ent- Wicklung hinausging? Das war nicht mehr der Profit aus den alten Unternehmungen, der Neuanlage auf dem Kapital- markt suchte, das waren auch keine Ne, Gründungen von Unternehmungen, für die im Publikum geworben wurde, sondern ein Zusammenraffen best ehe n der Gesell- s ch a f t e n unter die Gewalt einiger Industriemagnaten. Niemand wird den Nachweis führen können, daß die Leiter der Konzerne, die Milliarden von Aktienkapital zusammenbrachten, dies aus ihrem eigenen Vermögen be- streiten konnten. Die Herren haben es verstanden, ansehttlichc Kredite flüssig zu machen, die ihnen die Möglichkeit boten, diese Herrschaft der Kapitalkonzentration aufzubauen. Vor allem mar es die Reichsbank, deren Üsitung nie einen klaren Blick hatte für. die in der Inflationspcriode nötigen Maßnahmen und die das Geld mit vollen Hände« herausgab. Man gewährte Kredite, die nach einigen Monaten in-erheblich entwerteter Mark zurückgezahlt wurden, man gewährte neue Kredite,'die einen noch größeren Gewinn beim Fälligtverden böten und fo wiederholte sich der Raubzug mit immer gesteigerten Nutzen für den Schuldner. Mit diesen Krediten wurden die großen Aktienpakete aus- gekauft, oder die Gelder in Devisen angelegt, um gegen den Verfall der Mark gesichert zu sein. Es wurden Roh- Materialien gekauft, die nach einigen Monaten mit riesigem Nutzen veräußert werden konnten. Die ungeheure Nachfrage nach Devisen, die durch diese Transaktionen entstand, mußte auf dem Geldmarkt in Deutschland in immer schnellerem Tempo den Verfall der Mark herbeiführen. Dieser Vorgang erklärt, weshalb so viele ei» Interesse an der sin- kenden Valuta hatten. Die Banken waren mit in diesen Geschäftsgang verstrickt, sie entzogen sich diesem wüsten Treiben nicht.. In der Verwaltung der Reichsbonk saßen die führenden Personen der Bankwelt, die sich gegen jeden Vorschlag, wertbeständige Kredite zu geben, wertbeständige Konten anzu- legen oder wertbeständige Schatzwechsel auszugeben, mit oller Entschiedenheit auflehnten. Erst mußte der große Raubzug mit all seinen Chancen für wilde Spekulation zu einer Höhe gelangen, die nicht mehr überboten werden konnte, und die ein Ueberschlagen des Getriebes deutlich erkennen ließ. Den Aktiengesellschaften kam ferner zustatten, daß sie ihre Obligationenschuld mit ein paar Papiermark ab- lösten: die Hypothckengläubiger der Landwirtschost und städtischen Grundbesitzes traf dasselbe Los. So wurden Taufende von Sparern, die sich an der wilden Börsen- spekulation nicht beteiligten und kaum ahnten, was ihnen bevorstand, um ihr Vermögen betrogen. Wenn aber jetzt von der Aufwertung die Rede ist. dann kommen d i e Parteien, die die Nutznießer d e r Inflation als ehrenwerte Parteiangehörigc in ihrer Mitte haben, mit den glänzendsten Versprechungen! Der Kreis der hier genannten Schuldner lehnte jedoch die Aufwertung ab und sähe es am liebsten, wenn die Reichsfinanzverwaltung mit dieser Aufwertung allein belastet würde. In der niederträchtigsten Weise ver- steht man es in der Rechtspresse diesen Betrug, der an den Gläubigern, den kleinen Sparern, vollzogen würde, der Republik oder den Ministerien zur Last zu legen, an denen' die Sozialdemokratie beteiligt war. Gedankenlos folgt ein nicht geringer Teil des Publikums dieser Irreführung, weil ihm nicht bekannt ist, daß die So- zialdemokratie wertvolle Vorschläge zur Stabilisierung der Mark dem Ministerium unterbreitete, als die crstek» Anzeichen des schnellen Tempos der Entwertung der Mark sich deutlich erkennen ließen. Alle diese Vorschläge sind an dem Widerstand der Industrie- und B a n k w e l t und nicht zuletzt der bürgerlichen Par- teien gescheitert! Der Eingriff kam spater und leider zu spät. Man entrüstet sich über die Fälle Barmat, Kutisker, Seehandlung. Landschaftspfandbriefbank usw. und freut sich, daß die g r o ß e n R a f f k e s n i ch t in den Fangen des Staatsanwalts hängen blieben. Ich habe keine hohe Mei- mrng von Leuten, die in der Inflationsperiode zu diesen Ver, mögen gekommen sind, dies gilt ohne Ausnahme von allen Konzernen, ob sie Barmat, Stinnes oder sonst einen Namen führen. Auf einwandsfreie Weise hat sich dieser Bermögenszuwachs nicht vollzogen und je größer er ist, um so gewiegter und raffinierter sind die Geschäftspraktiken gemesen. Da sind nun bei der Stabilisierung der Mart einige zu Bruch gegangen. Das war vorauszusehen, für feinen Bolkswirtschaftler war es eine Ueberraschung. Das sind die jenigen, die sich in der Spekulation zu weit vorge wagt hatten und vielleicht auch strafrechtlich nicht mehr den Abstand innegehalten haben, der anderen mit Gefchic gelang. Die angesehenen Führer der großen Konzerne haben zur rechten Zeit gestoppt und als sie nicht mehr bei der Reichsbank die Kredite befamen, um ihre Unternehmungen zu konsolidieren, fonnten sie es im Ausland mit einigem Erfolg betreiben. Sie sind die ehrenwerten Männer, die im Reichsverband der Industrie figen, deren Anhang, es verstand, zeitig vom Judentum zur chriftlichen Kirche überzuwechseln und fich als Rüdendeckung die Mitgliedschaft zu rechtsstehen den Parteien sicherten. Das sind die Leute, die Geschäft und Politit in eins betreiben, die in den Ministerien ein- und ausgehen und auf deren Wort gehört wird. Das sind die Leute, die mit Leichtigkeit 700 Millionen für die notleidenden Industriemagnaten locker machen, und die es verstanden haben, während der Ruhrbefehung ihre Be triebe auf Staatsfoften auszubauen und auch sonst im Nehmen immer die offene Hand haben. gen Barmats, denn alle Wareneingänge wurden von Beauf tragten der Reichsstellen gewissenhaft geprüft Preußische Justizpflege. Genosse Robert Schmidt hat durch seinen Rechtsbeisland, Einen Dienst hat uns Barmat damals geleistet, als er zu Geschäftsabschlüssen mit den Gemeinden im den Abgeordneten Dr. Landsberg, die Berliner Staatsanwaltschaft Industriebezirk und den Leitungen industrieller Unter- ersucht, gegen den Tag" im öffentlichen Interesse Anklage nehmungen überging Wer die entsegliche Notlage megen Beleidigung zu erheben, da die Behauptung des damals in Erinnerung hat und nicht zu den Selbst ver- Tag", er sei mehrfach Gast von Barmat im Hotel Bristol gewesen. forgern als Landwirt gehörte, weiß, was unsere Arbeiter- thn in seiner amtlichen Eigenschaft als Minister der Korruption bevölkerung zu ertragen hatte und wie schwer es an leitender verdächtige und in seiner Ehre herabsetzen wolle. Stelle wurde, die notwendigen Lebensmittel herbeizuschaffen. Heute ergehen sich leichtfertige Personen, die nie die Not des Bolles fennen lernten, in heuchlerischer Entrüstung, obwohl sie damals nicht das geringste unternahmen, dieſem Notstand abzuhelfen. Die Deputationen aus diesen Kreisen hatten, wenn fie im Ministerium vorsprachen, nur die eine Gorge, die Preise in die Höhe zu schrauben, das andere ging fie nichts an. Die Staatsanwaltschaft hat auf dieses Ersuchen mitgetelt, daß fie in der betreffenden Notiz eine Beleidigung nicht erblicken könne, und daß deshalb die Möglichkeit nicht bestände, öffentliche Unflage zu erheben. Genosse Robert Schmidt hat gegen diese Entscheidung Beschwerde eingelegt und ist entschlossen, diese Beschwerde bis zum preußischen Justizminiſter durchzuführen. Die schwerindustrielle Presse darf also frühere sozialdemokratische Minister beleidigen, ohne daß ihnen die preußische Justizpflege den Schutz der Gerichte zubilligt. Bauers Nachfolger. Es ist eigenartig, wie schnell in der Bevölte. ung alle diese Dinge vergessen werden. Und noch eins: Der Reichstag sette 1921 eine Rommission ein, die das Geschäftsgebaren sämtlicher Reichsstellen prüfte. Der Kommission ist laufend Bericht erstattet und hierbei Als Nachfolger des Abg. Bauer( Soz.), der sein Mandat wurden Beanstan bungen wesentlicher Art nicht erniedergelegt hat, kommt für den Reichstagswahlkreis. Magpe. hoben. Wäre Barmat bei den Lieferungen bevorzugt, so burg in erster Linie der Bezirksparteifetretär Genoffe Gustav wäre das den Revisoren, die von der Kommission eingefeßt erl- Magdeburg in Betracht. Da dieser jedoch ein Landtags waren, sicher nicht entgangen. Hinzugefügt darf noch werben, mandat inne hat, wird er sich entscheiden müssen, ob er das Reichs, daß die Lieferungen, die Barmat für Sachsen übernahm, togsmandat annehmen oder das Landtagsmandat behalten will. In seinerzeit Gegenstand einer eingehenden Untersuchung einer ersterem Falle würde der Genosse Nitsch Magdeburg in den bom sächsischen Parlament eingelegten Kommission wurden, Landtag nachrücken. ohne das irgendeine Berfehlung festgestellt wurde. Im übrigen, daß Barmat Jude ist und aus Rußland stammt, wäre für mich nie ein Grund gewesen, anzuordnen, daß mit Barmat jede Geschäftsverbindung unterbrochen würde. Ich habe in meiner Tätigkeit im Ministerium bei Beschwerden über Geschäftsabschlüsse unsaubere Gesellen tennen gelernt, die auch dem übelſten Oſtjuden noch als Lehrmeister 1bienen tönnten. Sonderbar, die rechtsstehende. Breffe entrüstet sich, daß ein Sozialdemokrat im Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft fit, als ob es an sich etwas Berwerfliches wäre, während in den Reihen der bürgerlichen Parteien Leute mit Dukenden von Aufsichtsratsposten bedacht sind und aus diesen Stellungen ihren nicht gerade einfachen Lebensunterhalt bestreiten. Aber gut, man fann die Belehrung annehmen, und man wird es vom Standpunkt der Sozialdemokratischen Partei nicht an genehm empfinden, einen solchen Posten, abgesehen von gemeinnützigen Unternehmungen, in den Händen von Bartei genoffen zu sehen. Nur scheint es mir eine maßlofe Ueber treibung, es so hinzustellen, als ob damit eine Berfehlung in der übelsten Weise konstatiert werden fann. Die Standalpresse hat mit sittlicher Entrüstung darauf hingewiesen, daß Barmat 1920 Lebensmittel. nach Deutschland einführte und dazu die Unterstützung des Reichs wirtschaftsministeriums, dessen Leitung ich damals inne hatte, perlangen fonnte. Das Ministerium hatte unmittelbar mit der Einfuhr nichts zu tun, die Einfuhr wurde besorgt von den Reichsstellen und eine Zeitlang von dem foge nannten dittatorischen Ausschuß", in dem Bertreter des Finanz, Berkehrs- und Wirtschaftsministeriums und der De Disenstelle faßen. Daß hier Barmat bevorzugt wäre, ist ausgeschlossen, ebenso wenig geschah es von den Reichsstellen. Vom Ministerium ist. nie eine. Anweisung er gangen, Barmat zu bevorzugen. Mit unserer Lebensmittel einfuhr war es damals schlecht bestellt. Der Abschluß von Geschäften wurde erschwert, da nicht die hinreichende Zahl von Devisen herbeigeschafft werden fonnte, Kredite wurden uns im Ausland nicht gegeben. Bei der fürchterlichen Ent behrung an Fleisch und Fetten, die entstand, weil im Inland feine Borräte waren, fonnte man nur im Ausland faufen. Holland und Dänemart waren die Länder, die auch mährend der Blodade, die noch neun Monate nach Abschluß des Waffenstillstandes aufrechterhalten wurde, die Zufuhr er möglichten. Die Reichsstellen machten den Bersuch, dirett mit den Fleischereien in Amerita in Berbindung zu treten; das war nicht möglich, meil die Bertreter der Reichs stellen feine Einreiseerlaubnis erhielten. Möglich, daß Barmat später ftrafrechtliche Berfehlungen begangen hat. Aber als damals die Geschäfte abgemidelt wurden, ist mir pon teiner Stelle, auch von feiner Gemeinde oder einem Industriellen, die mit ihm geschäftlich in Beziehung traten, eine Berfehlung befannt gegeben. Eine auf Tatsachen beruhende Beschwerde hätte genügt, um ihn hinauszuwerfen. Kein Kaufmann ist im Geschäftsleben sicher, daß er in Beziehungen zu jemand tritt, der sich nachher als unzuverlässig herausstellt. Bisher aber fehlt der Nachweis, daß sich die Reichsstellen durch die mit Barmat abgeschlossenen Lieferungen betrügen ließen. Was nachher von Barmat unternommen wurde, steht auf einem ganz anderen Blatt und ist nicht mehr in Verbindung zu bringen mit der Lebensmitteleinfuhr, die unter scharfer taufmännischer Kontrolle stand. Zudem waren wir damas froh, daß wir Lebensmittel bekamen, im Uebermaß wurden sie uns nicht angeboten. Bemerkt sei, daß bei den umfangreichen Geschäften, die die Reichsstellen damals abschlossen, biele Beschwerden aus parlamentarischen Kreisen an mich gelangten, die eingehend geprüft wurden, aber ich erinnere mich nicht, daß ich nötig hatte, in die Geschäftspraris der Reichsstelle einzugreifen. Zudem waren die Geschäftsabteilungen der Reichsstellen auch von Bertretern der Industrie und des Handels besetzt, die schon ihre Interessen mahrten. Die Behauptung in der deutschnationalen Standalpreſſe, stand und die Andeutung, daß daher feine Lieferungen be günstigt wurden, ist freierfunden; es ist das die nieder trächtige Art der Berleumdung, bie jener Presse eigen ist. Grundsäglich habe ich jeden Verkehr mit Personen abge lehnt, die Lieferungen für die Reichsstellen übernahmen. Geschäft und Politik müssen für den verantwortlichen Leiter eines solchen Ministeriums getrennte Dinge sein. Als dieses Hindernis später beseitigt wurde, tonnte berbaß ich mit Barmat in persönlichen Beziehungen Lette Abschluß erfolgen, und damit fielen die Berbindungen nit holländischen und dänischen Händlern fort. Es war ganz felbstverständlich, daß in den Reichsstellen je de Offerte geprüft murde und annehmbare Angebote nicht zurüd gewiesen wurden. Ich weiß nicht, ob Barmat große Abschlüsse über die Reichsstelle gemacht hat. Mir ist indes teine Beschwerde zugeleitet über eine Beanstandung der Lieferun Christian Rohlfs. Ausstellung im Kronprinzenpalais. „ Wieder so einer von den grünen Jungen. Schrecklich, diese Expressionisten. Sieh mal, das sollen Tulpen sein. Na, auch diese Mode wird Gott sei Dant vorüber gehen." Solche Worte sprach eine Dame zu ihrer Begleiterin, als sie die neue Ausstellung im Kronprinzenpalais betrat. Sie mußte nicht, daß dieser grüne Junge schon 75 Lenze hinter sich hat. Sie wußte es nicht und fie fonnte es nicht ahnen, denn die Werte sind tatsächlich von einem ganz Jugendfrischen und Jugendstarten geschaffen. Erst im hohen Alter ist Chriffian Rohlfs berühmt gemarden. Die größte Zeit seines Lebens war er unzeitgemäß Tom Gesichtspunkt des damals allein herrschenden Naturalismus erfcheinen die Werke, die er vor einem Menschenalter schuf, flau und mittelmäßig. Es stedt in ihnen nicht die blikschnelle und scharfe Naturerfaffung und treffsichere Wiedergabe eines Liebermann. Was aber in ihnen steckt und was jene Zeit nicht sehen konnte, das empfinden wir heute schon vor den frühen Handzeichnungen, die im Blauen Zimmer der Galerie ausgestellt sind: den feinen Sinn für rhyth mische Bildgliederung und die tiefe Beseelung alles Gegenständlichen. Jeder Baum, jede Wolke, jedes Haus und selbst die herbstlich fchmußige Straße erscheint als ein individuelles Lebewesen, das Freude und Leid zu empfinden vermag. Klagendes Baumgcäft, ftillvergnügte Häufer, triumphierende Wolkenzüge, geräderte, in Qualen sich windende Landwege. Und in den Gemälden lebt jede Qualen sich windende Landwege. Und in den Gemälden lebt jede Farbe ihr eigenes Leben. Das sind feine Türme, teine Früchte, feine Blumen. Das ist düsterrot fodernde Brunst, goldgelber Jubel, violette Trauer. Aus dumpf lastendem Braun sehnen reine hellflingende Flämmchen sich nach Erlösung. Majestätisches, lichtes Grün, in breiter Fläche anmarschierend, befämpft siegreich blauschwarze Finsternis. Jedes Bild ist ein einheitlicher, rhythmischer Organismus aus Farbformen. Nicht der außere Eindruck des Naturbildes ist wieder gegeben, sondern sein seelisches Leben, die innerste Struttur ſeines Mesens mard nachschaffend gestaltet. Eine neue Schönheit fpricht au unseren Sinnen. Eine unerhörte Ausdrudstraft der Linien Ind Farben bewegt unsere Seele in ihrer tiefften Tiefe. Der dieser Kunst Fremde tut gut, exft die rein fimmlichen Reize eines Bildes auf sich wirken zu lassen. Dann versuche er in sein Gefühlsleben einzubringen. Er wird ein großes, unvergeßliches Erlebnis mit nach Hause nehmen. Wer darüber hinaus biographische, maltechnische und historische Orientierung über das Schaffen von Christian Rohlfs fucht, bem mag der vortreffliche Auffah, mit dem Ludwig Thor maehlen den illustrierten Katalog der, Ausstellung einleitet, die gewünschte Belehrung geben. de nom John Shitomsti. Der Erfsche Männergesangverein und der Erfiche Gefang-| perein für gemischten Chor haften sich zu einem stattlichen Tonförper in der Philharmonie vereinigt. Unter Leitung von Profeffor Mar Stange erflang der Chor gerundet im Klang und straff diszipliniert, wenn man ihm auch ein übriges an Charakte tisti und lebendigem Herausarbeiten aus der tertlichen Unterlage gewünscht hätte. Doch ist das bei solchen Chorfombinationen in wenigen Proben immer schwer zu erreichen. Besonders die Novität Georg Wilhelm Schmidts Ode An Polyhymnia" hätte wohl ein eingehenderes Studium vertragen, das nach der flang lichen Seite sowohl als auch im Sinne einer weiteren geistigen Bertiefang. Schmidt arbeitet in seinem Wert mit maßvoll neuzeitlichen Mitteln, sucht Einzelheiten seiner Textvorlage zu erfassen, ohne darüber den großen Bug in der Gestaltung zu verlieren. Bei einem vorausgehenden eingehenderen Studium vermag das Wert mohl noch stärker zu feffeln als an diesem Abend. Die Beranstaltung wurde eröffnet mit Stanges Dankpsalm Jauchzet dem Herrn alle Belt", der schon im Jahre 1884 start Brahmssche Bahnen wanBelt", der schon im Jahre 1884 start Brahmssche Bahnen wan delte und der die Zuhörer immer wieder durch seinen prächtigen Klang und durch seine Draftit in der Chorgestaltung paden wird. Db es nicht beffer wäre, Mar Bruchs Schön Ellen und noch mehr Gades Erlkönigs Tochter" endlich in der Versenkung ver. des legteren, diese abgestandene musikalische Brauselimonade hat schwinden zu lassen? Besonders die vertitschte und fade Romantit doch auf uns weder Wirtung noch birgt sie für uns irgend welchen Wert. Mag den von den Solostimmen getragenen Teilen bes Gabeschen Berts noch eine gewisse Dramatik innewohnen, deren Schlagkraft nicht völlig geschwunden ist, so find doch Prolog und Chorliteratur denten tann. Hier und bei Bruch Ausdruck eines Epilog das Unerträglichte, was man sich auf dem Gebiete der verflachten Empfindens. Ruhe es nunmehr in Frieden! Das feicht gewordenen, bürgerlich- sentimentalen, ganz ins äußerliche Philharmonische Orchester gab dieser vergangenen Mufit einen Glanz, der ihr noch ein Mindestes an Erträglichkeit verlieh. Wil helm Guttmann hatte besonders gegen den Schluß des Abends starte Momente einer großen stimmlichen und geistigen Gestaltungstraft. Bauline Dobert entzückte durch metallischen Glanz ihrer Mittel wie durch lebendige Darstellung. In Martha Selle. Breslau stellte sich eine Sopranistin mit prächtigen Mitteln und Qualitäten ein abschließendes Urteil zu fällen. Mar Stange starter Musikalität vor. Es wäre verfrüht, über ihre fünstlerischen leitete den Abend umsichtig und inspirierte den Chor start. Qualitäten ein abschließendes Urteil zu fällen. Mag Stange G. G. Die Liebe in Rußland. Die gewaltigen Umwälzungen, die durch auch zu einschneidenden Wandlungen in der ganzen Lebensauffassung bie Sowjetregierung in Rußland hervorgerufen worden sind, haben geführt und besonders auf dem Gebiete des Berhältnisses der Gechlechter Formen entstehen lassen, die sich von den westeuropäischen start unterscheiden. In der Beitschrift für Politit" macht ein genauer Renner, der Moskauer Gelehrte Dr. Pamel Telegin, über diese Aussichten neuer Lebensgestaltung interessante Mitteilungen. Bor allem, tonstatiert er, daß die Liebe im alten Sinne, wie sie von den westeuropäischen Dichtern geschildert wird, aus Sowjetrußland ver: schwunden ist. Dieses Symptom", schreibt er, ist eine sehr ernfte Erscheinung und ein Fingerzeig für die Entwidlungstendenz des Geschlechtslebens nicht nur in Sowjetrußland, sondern auch in Westndus Die falsche Adresse. hodas Boelit nicht Braun. Einige Rechtsblätter, so der Lokal- Anzeiger", die„ Deutsche barung, die Mitteilung des Amtlichen Preußischen Pressedienstes über den Antrag des Kultusministeriums an den Reichstag, die Durchführung eines Disziplinarverfahrens. gegen den Breslauer Universitätsprofessor v. Freytagh- Loringhoven durch Aufhebung seiner Abgeordneten- Immunität zu ermöglichen, mit Gloffen, die fich gegen den Ministerpräsidenten Braun. richten. 3hm wird, da er provisorisch das Kultusministerium übernommen hatte, ein politisches Tendenzverfahren vorgeworfen, es wird ironisch von der letzten„ Lat" des„ Kultusministers Braun gesprochen: Tageszeitung", die„ Deutsche Zeitung", versehen, wie auf Bereinplinarverfahren gegen den Breslauer Profeffor auf Grund einer Wie der Amtliche Preußische Pressedienst feststellt, ist das Diszi Reihe von Zeitungsartikeln sofort nach Auflösung des Reichstages, also unter dem Kultusminister, Herrn Boelig. eröffnet worden. Prof. Frhr. v. Freytagh- Loringhoven machte geleröffnet worden. Prof. Frhr. v. Freytagh- Loringhoven machte geltend, daß er als Mitglied des Zwischenausschusses für Auswärtige 1924, also noch vor den Wahlen, an den Zwischenausschuß ein AnAnlegenheiten Immunität genieße. Darauf wurde am 1. Dezember trag auf. Aufhebung der Immunität gerichtet. Der Zwischenaus schuß lehnte den Antrag ab, meil es fich um teine Eilsache handle unb er dem Reichstag nicht vorgreifen wolle. Der Antrag, der nun felbstverständliche und automatische Folge der Schritte, die unter bem am 30. Januar 1925 an den Reichstag gerichtet wurde, war eine Kultusminister Boeliz pflichtgemäß unternommen worden waren. Bürgerblock- Unfall. Oldenburg, 6. Februar.( Gigener Drahtbericht.) Die Rüftringer Stadtvertretung hat zur Untersuchung der Kreditangelegenbeit des Führers ber Bürgerlichen Vereinigung innerhalb des Stadtparlaments, des Kaufmanns uppen, auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion einen Untersuchunge ausfuß eingefegt. Die Bürgerliche Vereinigung lieg im Stadtrat erklären, daß fie Herrn Hüppen nicht mehr als zu ihr gehörig betrachte. Eine sehr bezeichnende Erklärung! europa. Ebenso wie auf den Straßen Mostaus jemand, der in 3ylinder und Frad herumläuft, eine unmögliche Erscheinung fem würde, eine Faschingsfigur, ebenso wird die Verliebtheit in dem überschwenglich- sentimentalen Sinn, wie fie noch in den deutschen Kleinstädten lebt, in Rußland als eine Krantheit angesehen. Das Liebesgedichteschreiben und Ständchengeben ist in Rußland ausge sterben. fich bewußt von der Berliebtheit" ab und erklären, daß die Liebe Die Jugend, besonders die Studenten und Arbeiter, fehren nicht so wichtig sei, wie man früher gemeint habe, sondern daß sie von zielbewußten und arbeitsamen Menschen als nebensächlich be trachtet werden müsse. Eine nüchterne und offene Sprache wird zwischen den Geschlechtern geführt, aber ohne Derbheit. Der junge Mann macht dem Mädchen, das er zur Frau begehrt, feine schwunghafte Liebeserklärung, fondern er fragt etwa: Was wäre denn, menn Kinder tommen?" Jch bemerte," schreibt Telegin, daß Hun derte von Fällen dieser Art in der Moskauer Jugend mir befannt find; demgegenüber fonnte ich feinen einzigen Fall notieren, wo das rumantische Schwärmen noch eine Bedeutung hatte. Auch von der freien Liebe" will man in Rußland nichts mehr wissen. Die fommunistischen Versuche, die in dieser Hinsicht gemacht wurden, haben zu den schlimmsten Erfahrungen geführt. In der ganzen ruffischen Jugend," erklärt der Verfasser, die, der Heiligkeit dieser der freien Liebe verbrachte, ist ein grausamer Kazenjammer entdee trauend, einige Jahre der revolutionären Zeit unter der Parole ftanden. Der freien Liebe folgte eine viel fleinbürgerlichere Ghejorm, als dies in Europa der Fall ist." Der Verband der Familie hat sich nicht aufgelöst, sondern eher befestigt, und auch von einer wirtschaftlichen Gleichberechtigung der Frau ist keine Rede. Amerita bestehen äußerst ftrenge Strafen für Leute, die Bibliothefs Haft bis zu fechs Monaten für Bücherbeschädiger! En zurückgeben. Der Staat Massachusetts hat für solche Delifte fogar bücher befrigeln oder sonstwie beschädigen oder auch nicht rechtzeitig eine Haftstrafe von sechs Monaten festgefeßt, die freilich durch Geldftrafen( bis 50 Dollar) abgelöst werden kann. Ursprünglich betrug zurückgeben. Der Staat Maſſachuſetts, hat für solche Delikte sogar eine Sofiftrafe von sechs Monaten festgesetzt, die freilich durch Gelddas Strafhöchstmaß fogar 1000 Dollar. Die amerikanischen Biblio thefen zeigen jedes Bergehen prompt an, wodurch das Publikum zur äußersten Sorgfalt den Büchern gegenüber erzogen worden ist. Museumsführungen. Sonntag, den 8., borm. 10 Uhr, finden missen( Die ägyptische Frühzeit) Dr. Scharff und im Raiser Friedrichschaftliche Führungon durch Direftorialbeamte im neuen Museum useum( Sflamische Kunst) Dr. Kühnel statt. Butagfarten au 50 f. zahl erhältlich. find vor Beginn am Eingang der genannten Mujeen in beschränkter n nenten der Großen Boltsoper Stammfit plage zur Verfügung hat, die sofort bestellt und erworben werden lönnen. Das Stammfisbureau des tagen Deutschen Opernhauses nimmt täglich außer an den Sonn- und Feier Das Deutsche Opernhaus gibt bekannt, daß es für bie bisherigen bon bon 10-2 Uhr und von 6-8 Uhr Abonnementsantrage entgegen. bandlungen megen eines wechſelfeiligen Gafifpiels aroischen dem Biener Berlin- Wiener. Theaterans tanich? Rach Biener Meldungen finden Ver ( pielhaus statt. Das Ensemble des Burgtheaters unter Leitung Burgtheater und dem Berliner Staatlichen Sau Serterichs foll in den ersten Maitagen in Berlin fünf oder sechs Bor ftellungen veranstalten, während zur felben Zeit Jeßner mit dem Ensemble des Berliner Schauspielhauses im Burgtheater spielen wird. Der Golüaufkauf'SkanSal. Ein Brief Dr. Fleischers au Dr. Gtreseman«. Die Rvichsregierun� hat gestern msttag erklären lassen, daß die von uns veröffentlichte, von drei Reichs- rnmistern unterzeichnet« Empfehlung für die Depositen- und Handelsbank echt ist. Sie hat weiter erklärt, daß diese Empfehlung, die am 26. Oktober gegeben wurde, am 12. No- vember zurückgezogen ist. Zum Verständnis dieser Er- llärung sowie der Beziehungen, die zwischen der Depositen- -'nd Handelsbank und Reichsstellen bestanden, sind folgende Vorlegungen notwendig: Im Sommer 1S23 kaufte Johannes H. Wölpe die ge- samten Aktien der Depositen- und Handelsbank. Die end- gültige Gründung fand am 15. August 1923 statt, nachdem es Herrn Wölpe nach vielen fehlgeschlagenen Versuchen ge- lungen war. die Kaufsumme von 1 Milliarde Mark flüssig zu machen. Bis Mitte Oktober verfügten weder die Bank noch Herr Wölpe über eigene Mittel, so daß die laufenden Ver- pflichtungen der Bank nicht erledigt werden konnten. Die Bank besaß jedoch durch ihr Aufsichtsratsmitglied, Dr. Fleischer, den früheren Zentrumsreichstagsabgeord- neten, gute Beziehungen zum Postministerium. Ende Oktober 1923 kam zwischen der Depositen» und Handels- dank und dem Reichspost- und Verkehrsmini st e- rium ein Vertrag zustande, � durch welchen die Bank be- austragt wurde, für Rechnung des Reichs Edelmetalle - i n z u k a u.fe n. Der Auftrag wurde von Dr. H ö f l e erteilt. Er wurde in der Bank p h o t o g ra p h i e r t. die Reproduktionen wurden zu Reklamezwecken benutzt. Der Agent des Goldgeschäftes war der Reichstagsabgeoro- nete Dr. Fleischer, der für seine Tätigkeit eine laufende Provision bezog. Der Bank wurden zum Zweck des Eoldaufkaufs im voraus größere Beträge, etwa jedesmal in der Höhe von 1 Million Goldmark zur Ver- fügung gestellt. Diese Beträge wurden von Wölpe absichtlich viel schneller von den Auftraggebern abgehoben, als es überhaupt möglich war, sie beim Metalleinkauf zu ver- brauchen. Rur der kleinste Teil dieser Gelder wurde für den Metalleinkauf verwendet, der weitaus größere Teil wurde a n Kreditsucher gegen die damals üblichen Tagesfätze von 20° bis 35 Prozent aus- geliehen. Dies Zinsgeschäft, das offenbaren Kreditbetrug an den Reichsstellen darstellt, brachte der Depositen- und Handelsbank in markanten Fällen Tagesverdienste in der Größenordnung von 14 bis-4 Million Goldmark. Der so erzielte Zinsgewinn wurde von der Depositen- und Handelsbank unter Verstoß gegen die Devisenverord- nnng in Devisen angelegt, die im Schwarz- verkehr aufgekauft wurden. Die Depositen- und Handelsbank sieh durch Herrn Fleischer Dr. Höste drängen, ihr das Devisenrecht zu verschaffen, um ihre Transaktionen zu erleichtern. In" diesem Zusammenhang wurde die E m p f e h l u n g, die von Dr. Höste unterschrieben und von den Herren Strese- mann und Oeser mitgezeichnet wurde, gegeben. Auch diese Empfehlung wurde photographiert und z u R c k l a m e z w e ck e n b e n u tz t. Als Seheimrat Fellinger sich�M. Erteilung,, des Devifenrechtes empört widersetzte, Unternahm es H«:r Dr. Fleulchler., den Reichskanzler Stresemann gegen Herrn Fellinger ins Treffen zu mhren. Zu diesem Zwecke schrieb Dr. Fleischer am 12. November 1923 folgenden Brief an den Reichskanzler Dr. Stresemann:% ■* 12. November 1923. Herrn Reichskanzler Dr. Stresemann. Berlin W. 8, Reichskanzlei. Sehr verehrter Herr Reichskanzler! Da ich leider keine Gelegenheit finde, mich mit Ihnen telephonisch ober persönlich in Verbindung setzen zu können, bitte ich. Ihnen hier- durch folgendes vortragen zu dürfen: De: aufJhreDer anlassung durch das Reichspostministe- rium und das Reichsverkehrsmtnisterium mit Hilfe der Depositen- und Handelsbank eingeleitet« G o l d a u s k a u f hat bis jetzt die besten Ergebnisse gezeitigt und all« Erwartungen weit übertroffen. Wenn dieser Aufkauf nurnochzwei Monate sortgejetzt werden kann, sind Sie in der Lage, über« inen Goldbestand zu verfügen, der Ihre politische Position unangreifbar macht. Ich halte müh für ver. pflichtet, Ihnen dies gerade jetzt mitzuteilen, da von den ver, j chi ebensten Seiten gegen Sie Sturm gelaufen ■mir d. Damit Sie aber einmal auf Grund eigener Anschauung die Möglichkeiten überprüfen können, die sich aus dem bisherigen und weiteren Goldaufkauf für Sie und die deutsche Reichspolitik ergeben, hall« ich es für dringend geboten, daß Sie dos bisherige Ergebnis cuunal selbst b e s i ch t igen. Sie werden dann erst zu ermessen vermögen, was die zustandigen Stellen bislang versäumten, und was noch in allernächster Zeit geleistet werden muß. Dielleicht haben Sie die Liebenswürdigkeit, mir(Telephon: Steinpfatz 12363) oder Herrn Pankdirettor Wölpe(Telephon: Zentrum 8868)«in« telephonisch- Mitteilung zukommen zu lassen, wann Sie das bisher Getaust« zu besichtigen gedenken. Bei dieser Gelegenheit darf ich vielleicht auch daran erinnern, daß Sie sowohl, sehr verehrter Herr Reichskanzler, wie auch der R« i ch s- post- und Reichsvertehrsministert-sn Antrag der Depositen- und Handelsbank um baldigste Gewährung des Devisen- rechtes nachdrücklichst unterstützt haben. Leider ist ober«in zu- sagender Bescheid bis heute der Dopostten- und Handelsbank noch nicht zugegangen. Wie ich vielmehr in Erfahrung gebracht habe. scheint Herr Geheimrat Fellinger dem Antrage nicht stattgeben, zu wollen. Ich fürchte/ daß er das Opfer irriger Informationen ge- worden ist. Es liegt aber im wohlverstandenenIntoress« der erfolgreich eingeleitetenAktion unhdes Deut- scher» R e ich e s. daß endlich der Depositen- und Handelsbank das Devisenrecht gewährt wird. Würde ihr dies noch länger ver- sägt, so bedeutete dies eine schwere Beeinträchtigung von Re i ch s i N t e t'e s s e n. Ich darf Sie deshalb vielleicht noch einmal bitten, den preußischen Hände l s m i n i st« r und Herrn Ge- heimrat Felllnger freundlichst zu ersuchen, dem von Ihnen sowie dem Reichspvst» und Reichsvertehrsminister unterstutzten. Antrag auf Gewährung des Äcvisenrechts an die Depositen- und Handelshank umgehend stattzugeben, Mit dem Ausdruck meiner besonderen Hochschätzung verbleib« ich, sehr verehrter Herr Reichskanzler, Ihr ergebenster Fleischer. M. d. R. Am selben 12. November wurde offenbar auf Vorstellung von. Geheimrat Fellinger die Empfehlung der drei Minister' für die Depositen- und Handelsbank zurückgezogen. Das zeitliche Zusammentreffen dieser Zurückziehung und des Briefes von Dr. Fleischer ist merkwürdig. Trotz der Zurückziehung der Empfehlung ging die„Ge- schäftsverbindung" der Depositen- und Handelsbank mit Reichs- stellen weiter, bis gegen. Ende Dezember. Die Depositen- und Handelsbank erhiest ferner nach dem 12. November erheb- l i ch e Kredite von der Reichspost auf Veranlassung des Reichspostministers Dr. Höste. Mit den Gewinnen, den die Depositen- und Handelsbank auf unrechtmäßige Weife mit Reichsmitteln erzielt hatte, kaufte Herr Wölpe die Aktien- Mehrheit einer französischen Bank, einer holländischen Bank, ferner Anteile zweier Berliner Bankhäuser und einen Wald bei Kowno. Herr Wölpe und sein Mitdirektor, Herr K l e k o t t k a, sind inzwischen mtt ihren Veutegeldern i n s Ausland geflüchtet, Herr Wölpe über Paris und Holland nach London. Es handest sich um t y p i s ch e i n t e r» nationale Hochstapler, mit denen sich die Reichs» behörden zum Schaden des Reiches eingelaffen haben. Mindestens seit Anfang 1924 sind diese Dinge den be- teiligten Reichsbehörden bekannt. Es ist dringend erforderlich, daß der Untersuchungsausschuß des Reichstages diese Be- Ziehungen nachprüft._ Geyen üen verleumüunysfelözug. Die Genossen Wissell«nd Wels im Prüfnngsansschnh. Der Prüfungsausschuß der Sozialdemokratischen Partei oerösfentlicht folgende Mitteilung: „Der„Lokal-Anzeiger" hat gestern nachmittag die Be- hauptung ausgestellt, daß Genosse Wels beim Genoffen Wissel! im Jahre 1919 den Antrag auf Verleihung eines Monopols für Arbeiterkleidung an Barmat gestellt hätte und daß dieser Antrag abgelehnt worden sei. Der Kriminalkommissar Klinghammer hat im Preußischen Untersuchungsausschuß die Be- hauptung ausgestellt, daß er Einfuhrlizenzen für Barmat von Wiffell unterschrieben gesehen und in Händen gehabt hätte. Zu diesen beiden Behauptungen erhalten wir einige Zu- schriften. Der Genosse Wissell teilt uns mit. daß er an den Vorsitzende n des Preußischen Untersuchungsausschuffes folgenden Brief gerichtet hat: Sehr geehrter Herr! Don einer zweitägigen Sitzung des Staatsgerichtshofs zum Schutze der Republik nach Berlin zurückgetehtt, finde ich in der gestrigen Tagespresse die Aussage des Kriminalkommiffars Kling- bammer vor dem Barmat-Ausschuß dahingehend, ich habe über den Kopf des Ein- und Ausfuhrkommissars hinweg Barmat Einfuhr- lizenzen und— das läßt der Bericht nicht klar erkennen— auch wohl eine Ausfuhrerlaubnis für Druckpapier erteilt. Als Wirt- schaftsminister habe ich kein von mir gezeichnetes Schreiben heraus- gehen lasten, das nicht im Entwurf die Gegenzeichnung des Staats- fckretärs und der zuständigen Referenten getragen hat. Ich hob« demnach niemand, also auch nicht Barmat, die behaup- tcten Einfuhrlizenzen und Ausfuhrgenehmigungen erteilt. Ich stelle mich dem Untersuchungsausschuß zu meiner Der- nehnmng hiermit zur Derfügung und bitte dringend, mich am Sonn- abend vernehmen zu wollen. Ich lege Wert auf die sofortig« Der- nehmüng und bitte' zu dieser zum Zweck der Gegenüberstellung auch noch einmal den Kriminalkommissar Zllinghammcr laden zu wollen. Ich stehe am Sonnabend in der Zeit von 12 Uhr mittags bis 5 Uhr nachmittags für dies« Dernehmung zur Verfügung. Abschrist�eines hsute von. wir au dar Herrn Reichskanzler ge-. richteten Schreibens füge ist bei. gez. Wissell." Zu gleicher Zest hat Genosse Wissell in einem Brief an den jetzigen Reichskanzler den Antrag gestellt, da« Kabinett möge ihm die Aussageerlaubnis über seine früheren Amts- Handlungen erteilen. Er ist der Meinung, daß diese Erlaubnis st>sort erfolgen wird, da seine Aussagen in keiner Weise die Staatssicherheft gefährden können. Der Genosse Wels schreibt uns: „Der„Lokal-Anzeiger" kommt erneut auf die von mir abge- wiesen« Behauptung zurück, ich hätte für Barmat bei dem Reichswirtschaftsminister vergeblich ein Monopol für die Einführung von Arbeiterkleidern erwirken wollen. Wiffell habe da« und andere Monopolversuche abgelehnt. Der . Lokal-Anzeiger" teilt bei dieser Gelegenheit Aeußerungen mit, die bei der betreffenden Besprechung, von mir getan sein solleil. Ich will die Sache so furz wie möglich schildern: Als ich am 24. Januar d. I. zum erstenmal in der.Bergisch- Märkiichen Zeitung" diese Behauptung las, habe ich mich sofort mtt Wissell telephonisch verbinden lassen und ihm den betreffenden Satz vorgelesen. Wissell erklärt« sofort, diese Behauptung sei unerhört. Er wolle sofort zu mir ins Bureau kommen, um die Frage zu besprechen. Ich entwarf dann mein« öffentlich« Richtigstellung, der Wiffell zustimmte. Wir wußten beide sofort, um was es stch bei dem einzigen Besuch, den ich Wissell mit Barmat ge- macht hatte, gehandelt hat. Es dreht« stch um die Ernsuhr von Baumwolle oder Baumwollabfällen, die für ein« sächsische Textil- fabrik gekauft war. Barmat hatte mir vorher«ine» Hern, zu- gcführt, der sich als Leiter oder Inhaber dieser Fabrik vorstellte und mir sagte.' er könne seinen Betrieb nicht fortführen und es muffe zu Entlassungen fonrnten, wenn die Einfuhr nicht gestattet wurde. Barmat bot mich ebenfalls darum und ich ging mit ihm zu Wiffell. Was mar das etwa Mitte Mai lSIÜ für«ine Situation in Deutschland? Die Blockade bestand noch. Di« Bevölkerung war von allem entblößt. Marktskandal« waren an der Tagesordnung. Krawalle der Millionen Arbeits- losen fanden täglich statt. Die Demobilisierung, dl« Umstellung der Betriebs auf Friedensarbej� hatte eben erst begonnen. Die zurückliegenden Stroßenkämpfe waren noch in aller Er- innerung. Die Hälfte der Arbeiterschulkinder kam ohne ein Hemd, ohne gegeffen zu haben, in die Schul«. Papier» Hemden sollten kümmerlichen Ersatz für ordentlich« Wäsche bilden. Die größte Gefahr, die dem Volk und dem Staat« damals drohte, war ein« weiters Steigerung der Arbeitslosigkeit. Deshalb ging ich zu Wissell. Im Wirtschafts Ministeriums hört« ich nun den Grund für die Verweigerung der Einfuhrerlaubnis, der darin be- stand, daß man an dem Prinzip festhalten wolle, die Einfuhr von Rohstoffen nur zu gestatten, wenn die Abnahm« von Ll> oder 60 Proz. der aus diesen' Rohstoffen dargestellten Fertigfabrikat« von" dem Einführenden wieder übernommen wurde, um so Geld, nach Deutschland hereinzubekommen. Für diesen Teil der Planwirtschast hatte ich allerdings, in der damaligen Notlage gar kein Verständnis. Ich bettutt«, daß es sich, vor allem darum handeln müsse, die Arbeiterschost durch Schaffung von Arbsitsgelegenheit zur Ruhe und Gesundung zu bringen. Dabei mag ich schon etwas drastisch gewesen sein. Jedenfalls Hab« ich nur über diese eine Frage mit Wiffell und den hinzugcholten Herren »erhandelt und bin dann gegangen. Don einem Monopol für Arbeiterkleidung ist in meiner Gegenwart nicht g e r e d e t worden. Ich hätte mich wahrscheinlich auch dagegen erklärt, denn ich wollte ja, daß in Deutschland produziert wird. Der sozioldemo- kratischen Fraktion der Nationalversammlung habe ich von dieser meiner Stellungnahme bei den Verhandlungen im Reichswittschasts- Ministerium gelegentlich einer Debatte Mitteilung gemacht. gez. Wels." Der P r ü f u n g s a u s s ch u ß d e r P a r t e i hat Wissell und Wels'gehört, die diesen Vorgang übereinstimmend ge- schildert haben._ Kurze Zwischensitzung ües Lanütags. Im Landtag sprach gestern Freitag mittags vor Eintritt in die Tagesordnung Aog. Pau! yoffmanu(Komm.) gegen den tagszuvor vom Abg. Kuttner(Soz.) erneut erhobenen Lorwurs der Kinderausbeutung. Ein Gewerkfchoseblatt habe die Unrichtigkeit des Bor- wurfs zugegeben. Der Forderung der Kommunisten, ihre Anträge aus Aufhebung des Landtags sowie auf Enteignung des Saganschen Lehnfide,- kommiffes noch m der Freitagsitzung zu verhandeln, wird wider- sprachen; es kommt also nicht dazu. Einem vom Abg. Held(DDp.) begründeten Antrag über die Verseuchung der Wohnungen tu der Gemeinde Hohenueueudors durch den stehen Grum-wasierfiand befürwortet Aha. Krü'«-'- Bro'-d-mb,',--,(Soz) und fordert, daß nicht nur das Gelände oerbeffert wird, sondern auch die Häuser, und daß die Bewohner der Häuser ein« angemessen« Entschädigung erhatten, Nach wetteren Reben wird der Antrag dem Hauptausschuß überwiesen. Der sozialdeniokrattsch« Antrag, das Staatsmimsterium zu er- suchen, den Schuh der ZMuderheileu aus de« Gebiet de» Schulwefeu» im Sinne des Erlasses des Kuttusminifteriums vom 31. Dezember 1918 in den Gebieten Preußens bis zum 1. April 1925 zurückzuführen, wo der Schutz der Minderheiten nicht vertragsrechtlich ge- regelt ist, geht ohne Aussprache an den Unterrichtsausschuß.— Hieraus begründet Abg. Oelze(Dnat.) einen Antrag aus Einrichtung von B«- gabtenklassen zum Uebertrttt in die höher« Schul« nach drei- lährigem Besuch der Grundschule. Mit der Besprechung verbunden wird der devtschnational« Antrag, dafür Sorge zu tragen, daß der für einzelner Kinder oder für Kinder mehrerer Familien gemeinsame Privatunterricht grundsätzlich auch an Prioasschulen erteilt werden dürfe Abg Sönig(Soz,) bekämpft den Antrag. Das Ziel sei. wie die Bogründliiigsrede erkennen lasse, die alte Stande»vor- f ch u l e wieder einzuführen. Di« sozialdemokratische Partei- werde dos nie mitmachen. Die Anträge gehen nach wetterer Debatte an den Unterrichts- ausschuß. Nächste Sitzung Dienstag, den 19. Februar, nachm. 2 Uhr: Wahl des M i n i ste rp ras id en t«n: endgü ltige Wahl des Landtags-Prösidiums. Schluß 2,35 Uhr._ Die provozierten. Der Kommnnistenskaudal im Landtag. Genosse Kuttner schreibt uns: Di« Kommunisten haben am Donnerstag die Landtagssttzung durch wüsten Tumutt gesprengt— angebttch, weil sie es als Provokation empfanden, daß ich in der Amnestiefrage als Redner für die Sozialdemokratische Partei sprach, Di« gekränkten Gefühl« dieser empfindsamen Herrschaften haben sich mit reichlicher Verspätung eingestellt. Denn im vergan- gcnen Landtag habe ich fast jede» Dohr ausgiebig zu Justiz- und ittm«fffef�eu,geipn»ch«a. ohne daß sich das kommunistische Gemüt bis dahin.provoziert" fühlte. So habe ich noch völlig ungestört bei der Etatsberatung des Jahres 1924 den sozialdemotrati- schen Amnestieantrag Nr. 7841 begründet, der wesentlich von mir mtt verfaßt war und daher auch meinen Namen mitträgt. Dieser Antrag, der mtt einem— leider— etwas abschwächenden demokratischen Zusatz angenommen wurde, hat nicht weniger als 6471 Gaadeaeroeise zur Folge gehabt, hauptsächlich zugunsten solcher Personen, die sich im Jahre 1923 an Lebensmittelunruhen beteiligt hatten. Dieser nicht ganz unerhebliche sachliche Erfolg mächt allerdings begreiftich, warum die Urheber der gänzlich sinn- und aussichtslosen kommunistischen Amnestie« nträge neuerdings fn meinem Auftreten«ine.Provokation" erblicken. Die Berurteitten dürfen doch nicht erfahren, daß die Sozialdemokraten sachlich zu ihren Gunsten arbeiten, während die Kommunisten mit aufgeriffenen Mäulern lediglich die Lust erschüttern. Die Sozialisien mahnen yerriot. Weiter« Unterstützung versprochen, aber beschleunigt« Ateforme» verlangt. Paris, 6. Februar.-(Eigener Drahtbericht.) Die s o z i a l i st i s ch e Fraktion der Kammer hat am Freitagnachmittag ein« D«le- gation zu Herriot entsandt, die diesem den Wunsch der Partei zum Ausdruck gebracht hat, die Polttik der Unterstützung de» Kabinetts.fortzusetzen, �Hemot aber zugleich ersucht hat, die Partei darin' ihrersetts zu unterstützen in der schleunigen Durchführung der in dem zwischen ihm und dem Abg. Blum unmittelbar nach den Neuwahlen geführten Briefwechsel zugesagte» Reformen. Die sozialistische Partei verlangt Insbesondere die schlev- nige Berabschiedung der sozialen Dersicherungsgesetze durch den Senat und die Vorlage eines Gesetzen twm/fes über die Herabsetzung der militärischen Dienstpflicht auf «in Jahr..._ � Noch immer beim Kontrollbericht l Pari». S. Februar.(Eigener Drahlberlchk.) Die Polschasler- koaserenz ist am Freitag vormittag zusammengetreten in der An- nähme, daß ihr der Schlußbericht der Interalliierten koulroll- komwission>n Berlin, dessen Fertigstellung angekündigt worden war. vorliegen werde. Wider Erwarten ist dieser Bericht jedoch noch nicht eingctrossen. Es verlautet, daß jelne lieber- reichung erst Zu Beginn der kommenden Woche erfolgen werde. Die Konferenz wird den Bericht zunächst dem permanenten Militär. komilee der Alliierten in Versailles überweisen, da» ein Gutachten dazu abgeben soll._■-' Ungarische Preßfreihett. In Budapest wurde da» sozialdemo- kratisch« Zentralorgan„Nepszova"(Bolksstimme) beschlagnahmt, weil mehrere Artikel dos Ansehen des ungarischen Staates verletzten. Lette Nachrichten. Ter Werste Tod des Skiläufers. Innsbruck. 6. Februar(WTB.) Am 3. Februar sind bei einer Stttour im Tannheimer Tal mehrere deutsche Touristen, darunter der Kausirnrnnssohn Joseph Büttner aus Aschaffen- bürg gn)) die Reglerungsbauratsgattin Schall, sowie die Eisen- bahninsp'ektörssraü'G nan n aus Ulm in eine Lawine geraten. Während die Frauen unverletzt blieben, stürzt« BüttN'er hundert Meter in die Tiefe und konnte nur als Leiche geborgen werden. Gewerkschaftsbewegung Das mysteriöse Komitee. Der Setretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes, Genoffe Dubegeeft, schreibt in den Bresseberichten des JGB. u. a.: Bekanntlich hat die fommunistische Bresse viel Aufhebens mit einem ruffisch englischen Propagandatomitee ges macht, das sich mit der Organisierung der Einheitsfront beschäftigen foll Borläufig freilich steht dieses Komitee auf dem Papier und die Mitwelt hat noch nicht einmal die Namen seiner Mitglieder, weder der Russen noch der Engländer, erfahren. Das hindert Losowify nicht, sich in der Dezembernummer der Raten Gewertschaftsinternationale"( 1924) ausführlich über die Aufgabe diefes Komitees zu verbreiten. Es kann nüßlich sein, sich anzusehen, welche Vorstellungen fich Losowsty, nachdem er vorher die Durchführung des Wiener Be fchluffes abgewiesen hat, von den Aufgaben dieses Komitees macht. Man höre: ſt es zur Erreichung unseres Bieles erforderlich, eine gewiffe Beit mit zweifelhafter Gesellschaft zu pattieren, fo müssen wir uns damit abfinden und Opfer bringen. Schließlich ist der amerikanische Gompersstab nicht beffer und nicht schlechter als fein Spiegelbild in Europa.... Die ein heitliche Internationale ist nicht Selbstzwed, sondern das Mittel zur Durchführung einer bestimmten Politif." Mit welchen Gefühlen Losowsky dem Zustandekommen der Ein heitsfront entgegensieht, erhellt noch aus folgendem: Scheinheilig wäre es, wenn wir ihnen versprechen würden, unsere Angriffe gegen die Amstredamer einzustellen. Aber fein Kommunist, tein revolutionärer Arbeiter fann den Rampf gegen den Reformismus aufgeben. Das würde direkte Berleugnung unserer Brinzipien bedeuten. Der Kommunismus und Reformismus find Todfeinde, und die or ganisatorische Einheit der Gewertschaftsbewegung fließt die Forilegung und Berschärfung bes Rampfes um den Einfluß auf die Massen nicht aus." Er betoni hier also nochmals ausdrücklich, daß, wenn eine eventuelle Verschmelzung zwischen Amsterdam und Moskau unter Beiseitefeßung der Statuten und des Programms von Amsterdam zustande fäme, nichts anderes erreicht werden würde, als eine Fortiehung und Verschärfung des gegen märtigen Streites. Das will also besagen, daß die Zeit, die unsere Organisationen jezt für die praktische Arbeit im Dienste ber proletarischen Interessen verwenden, dann für nu blofe De batten und Polemiken mit unseren fünftigen Moskauer Mitarbeitern verzettelt werden würde. Eine wunderbare Aussicht: also! Schließlich wird dem ruffisch- englischen Komitee nach Verabfalgung so vieler Liebenswürdigkeiten noch folgender Auftrag erteilt: Das Komitee muß ein ständig funktionierendes Organ mer den, das neben periodischer auch im jeweiligen Augenblid erfor derliche Propaganda treiben und feine Vertreter in alle Länder fenden wird, um die Massen über die Notwendigkeit der Einheit aufzuklären. Ferner wird es die Initiative zur Zusammenfassung der zersplitterten Gewerkschaften ergreifen, gegen neue Spal tungen und Ausschlüsse Front machen usw. Eine aus englischen und ruffifchen Gewerkschaftsvertretern zusammengefeßte Detega tion, die sich& B. nach Frankreich, nach der Tschechoslowakei, Rumänien oder Jugoslawien begibt, um dort für die Einheit zu wirten, fann unsere Sache mächtig fördern." Auf diese Weise also soll dieses sagenhafte Komitee feine Senbung unter den reformistichen Heiden in den verschiedenen Ländern erfüllen. Diese Arbeit muß bei ihrer Propaganda für die Einheitsfront, wie wir oben gezeigt haben, schließlich darauf hinauslaufen, den Streit um den Einfluß auf die Massen" zu verschärfen und die Führer, die derzeit ihr Bertrauen haben, aus dem Weg au räumen. Wir glauben sicher zu sein, daß sich unter den britischen Freunden taum jemand finden wird, der Lust dazu haben dürfte, den Auftrag Losowskys auszuführen. Wir tönnen also der Errichtung dieses Romitees mit Ruhe entgegensehen. London, 6. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die britischen Gewerkschaften widmen den Verhandlungen der Amsterdamer Gemertſchaftsinternationale über den russischen Borschlag der Einberufung eines Einigungskongreffes, die am Freitag begonnen haben, großes Intereffe. In den englischen Gewerkschaften find es besonders bie Dodarbeiter und die Bergarbeiter, die aus ihrer sympathischen Einstellung zur Mostauer Internationale heraus die Einberufung eines folchen Kongresses verlangen. Die große Mehrheit der Gewerf fchaften steht aber einem solchen Kongreß a blehnend gegenüber, meil fie nach allen bisher gemachten Erfahrungen nur eine Schädi gung der Gewerkschaftsbewegung und eine Gefährdung der bis herigen Einigkeit befürchtet. Die Internationale der Unternehmer. ( Bon unserem dänischen Korrespondenten.) Als die Revolutionswellen von Mitteleuropa bis an die Grenze Dänemarks mogten, als man in Deutschland unter sozialistischen Bolfsbeauftragten und später unter der Weimarer Koalition Soziali fierung, Betriebsräte, Arbeiterschuß diskutierte, waren auch die banischen Unternehmer sehr willig, in die neuen Tarife den Achtffundentag, höhere Löhne, beffere Arbeitsbedingungen aufzunehmen. Dann tam die internationale Arbeiterschußkonferenz in Washington, wo die dänischen Unternehmer groß und stolz erklärten, alles, was bort gewünscht würde an sozialen Bestimmungen, hätte man in Dänemart schon. Mufitaufträge D Aber dann witterte bas internationale Unternehmertum eine andere Konjunktur. An die Stelle der Revolution trat die Reaktion. Die Umstellung auf diese neue Konjunktur gelang dem Unternehmer. tim überall hervorragend schnell, auch in Dänemark. Von den 16 Washingtoner Ronventionen hatte die liberale dänische Regie rung die fieben sanftesten herausgesucht, und als die sozialistische Regierung die Hauptfonventionen dem Reichstag zur Ratifitation Dorlegte, begegnete sie auf der Rechten talter Abweisung. Sogar Dinge wie das Koalitionsrecht der Landarbeiter, die Beschäftigung von schulpflichtigen Kindern, Nachtarbeit der Frauen, die Washingtoner Borschriften über Heuerung u. a. von Seeleuten- alles Dinge, die in der Praxis in Dänemart längst felbstverständ lich find, weigern sich plötzlich die Konservativen und National liberalen als eine internationale Uebereinkunft anzuerkennen. Sie wurden die eifrigsten Anhänger des Tarifvertrages dort gehörten folche Dinge hin und nicht in das Gesez, erklärte ihr Wortführer. st un denarbeitstages einzunehmen. Was sie zu dieser HalDiefelbe Haltung gedenten sie bei der Ratifikation des Acht tung ermutigt, fagten ihre Wortführer flar und deutlich: Solange die Großmächte nicht ratifizieren, brauchen wir es auch nicht." Die Hoffnung auf die Unternehmerreaktion in Deutschland, England und Frankreich ist es, die den Unternehmern in den feinen Staaten den Rüden steift. Eine Geistesgemeinschaft eint fie alle. Der Arbeiterschaft in allen Ländern erwächst die Pflicht, desto schärfer ihre Regierung zur Erfüllung der internationalen sozialen Berpflichtungen anzuhalten. Eins ist sicher: Rafifiziert Deutschland den Achtstundentag und die anderen Washingtoner fozialen Kon ventionen, so ist dem dänischen Unternehmertum für seine Opposition der Boden zur Fortseßung feiner jezigen Haltung entzogen. Im Lager der Einheitsfrontler. Die Kommunisten enthüllen einander. Bom Verbandsvorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes wird uns geschrieben: Im fommunistischen Land- und Baldarbeiterverband ist ein großer Krach ausgebrochen. Die„ Bonzen" fönnen sich nicht darüber einigen, ob sie schon jetzt oder erst nach der Anrichtung noch größerer Spaltungsverbrechen, Dem ominöfen,„ Einigungsbeschluß des bes wußten Weltkongresses Rechnung tragen sollen. Geführt wird der Kampf zwischen der Richtung Bau ann, die die Aufrechterhaltung der kommunistischen Sonderorganisation haben will, und der Richtung Taube, die anscheinend einsicht, daß der beste Weg zur Be freiung aus dem Dalles die Auflösung des Verbandes ist. Nach zwei Rundschreiben zu urteilen, die Taube am 30. Dezember 1924 und am 9. Januar 1925 im Namen des Verbandsvorstandes der Organi fation herausgegeben hat, ist die Richtung Taube die stärkere. Die Auseinandersetzungen fönnten uns völlig talt laffen, wenn sie nicht zu Greignissen und Enthüllungen geführt hätten, die die kommunistischen Spaltungsgesellen bis auf die Knochen blamieren. So ift Baumann, trobem er zweiter Verbandsvorfizender war, mit Krach vom Verbandsvorstand des Land- und Waldarbeiterverbandes an die frische Luft befördert worden, und der am 1. Februar statt gefundene Berbanostag hat hierzu seinen Segen erteilt. Nicht genug Bamit, wird den Mitgliedern des Verbandes auch noch auseinander. gesetzt, wie die Taben des von revolutionären Phrasen triefenden Baumann für den man jahrelang die Hand ins Feuer gelegt hätte und der immer wieder als ein Musterbeispiel„ revolutionärer" Ueber zeugung hingestellt wurde in Wirklichkeit aussehen. In dem erin Wirklichkeit aussehen. In dem er wähnten Rundschreiben vom 30. Dezember 1924 heißt es: Trotzdem er den Beschlüssen der Reichskonferenz vom 8./9. November mit Beratung zugestimmt hat, arbeitet er im Rüden der Verbandsleitung gegen diese Beschlüsse, zum Schaden der gesamten Bandarbeiterbewegung. Jn. feiner Strupel Tofigfeit, fein Ziel zu erreichen, greift er zu den schmutzig. ften Mitteln. Führende Kollegen unserer Organisation, welche illegal leben müffen und von der Polizei scharf berfolgt werden. benunziert er bei Beuten, welche der Arbeiterbewegung fern stehen. Bielleicht in der leißen Hoffnung, fie dadurch unmöglich zu machen. Ein Mensch, ber folchen Berrat begeht, hat nicht Blaz in den Reihen der ehrlichen Arbeiter." Diese Mitteilungen betreffen einen fommunistischen als einen Bumpen und Berleumder hinstellte, der es wagte, an feiner Führer. Sie betreffen einen Mann, der noch bis vor kurzem jeden angeblich revolutionären" Gesinnung zu zweifeln. Nicht anders verhielt sich auch bisher der Verbandsvorstand des fommunistischen Band- und Balbarbeiterverbandes, trotzdem der Deutsche Landarbeiterverband, dem Baumann tein Unbekannter ist, schon sehr deutliche Angaben über ihn machte. Unbillige Härte bei der Reichsbahn. Die Verwaltung der Reichsbahn ist unserer Meinung nach zu Unrecht durch die Abbauverordnung davor geschüßt, daß entlaffene Arbeiter ihre Entlassung als unbillige Härte auf Grund des Betriebsrätegefeges anfechten fönnen. Diesen Umstand nuht die Direktion der Reichsbahngesellschaft nach Kräften aus, um unter ihren Arbeitern aufzu= merden, um den Personalbestand zu verringern. Nein, es werden räumen. Nicht etwa, daß Entlassungen nur deshalb vorgenommen auch Arbeiter entlassen an Betriebsstätten, wo fein Arbeitsmangel herrscht, sondern fogar noch Aushilfsarbeiter beschäftigt werden. Besonders find es Arbeiter, die hin und wieder frant werden, deren sich die Reichsbahngesellschaft furzer Hand entledigt. Was sich die Reichsbahn, geschüßt durch ihr Sonderrecht, herausnehmen kann, dafür ist ein Fall einer unter vielen! zeichnend, der in der letzten Sigung der Eisenbahnfachlammer des Gewerbegerichts zur Sprache fam. be Ein Stredenarbeiter der Bahnmeisterei Rummelsburg, übergibt man nur dem Nachweis läffiger Arbeiter bezeichnet wird, ist gekündigt worden. der von seinem nächsten Borgesetzten als tüchtiger und zuper des Deutschen Musiker Berbandes, Berlin O 27, Undieasstr. 21( Stönigstadt Als Grund wird angegeben, der Arbeiter habe seit Anfang 4310). Geschäftszeit 9-5, Sonntags Juni mehrmals, im ganzen sechs Lage und drei 10-2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbesuch. Stunden, unentschuldigt gefehlt. Der Arbeiter fagt, VIM MY ez habe sich beim Vorarbeiter entschuldigt. Schließlich geht auch aus den Angaben des zuständigen Dienststellenleiters hers vor, daß der wahre Grund der Entlassung der ist: Der Arbeiter muß manchmal wegen Krankheit aussehen, die Reichsbahn aber will nur solche Arbeiter beschäftigen, die dauernd leistungsfähig sind. Die Reichsbahn hat nicht den geringften Nachteil durch die Krankheit eines Arbeiters und doch ist es bei ihr Prinzip, Arbeiter, die wiederholt front werden. im übrigen aber tüchtig und leistungsfähig sind, ohne Rücksicht auf die Straße zu fezen. In dem vorliegenden Falle ist die Rücksichtslosigkeit um so größer, als sich der Arbeiter die Krankheit- er leidet an Herzneurofe durch anstrengende Arbeit in Wind und Wetter im Dienste der Eisenbahn zugezogen hat. Hier liegt ohne Zweifel eine große Härte por sagt der Vorsitzende der Eisenbahnfachkammer aber wir sind an das Gesetz gebunden, Eisenbahnarbeiter dürfen nicht auf Grund des Härteparagraphen flagen, die Klage ist also abzuweisen. Jeder andere Arbeitgeber würde in folchem Falle verurteilt werden, den Arbeiter wieder einzustellen oder ihn zu entschädigen. Aber die Reichsbahn besteht auf ihrem Sonderrecht wie Shylock auf feinem Schein und seht Arbeiter auf die Straße. die im D'enst der Eisenbahn ihre Gesundheit geopfert haben. Es ist hohe Zeit, mit diesem Sonderrecht der Reichsbahn aufzuräumen. Die Einheit in der Tschechoslowakei. Ueber das Ergebnis der Prager Konferenz vom 21 und 22. Januar entnehmen wir den Presseberichten des JGB. noch folgende Einzelheiten: Nach ausführlichen Besprechungen wurde ein Entwurf für ein lebereinkommen ausgearbeitet, das der kommenden Verschmelzung zugrunde gelegt werden soll. Es wurde ein. ftimmig das Prinzip des JGB. gutgeheißen, wonach in jedem Staat nur eine Landeszentrale bestehen soll. Wird dieser Grundsay allgemein gutgeheißen, so sollen auf einer anfangs Apr stattfindenden Sizung weitere Einzelheiten geregelt werden. Die Teilnehmer der Konferenz zeigten sich über die vorläufig erzielten Resultate sehr befriedigt. Durch die Berhandlungen wurde der Weg zur Erzielung einer Einheit geebnet, die für die dissidenten Dragnifationen den Tod bedeuten muß. Der Lohnkampf im Saargebiet. Saarbrüden, 6. Februar( Tul.) In einer gestern abgehaltenen Maffen verfammlung der Arbeter aus der Fertigindustrie tam der Wille zum Ausdruck, zur Erlangung besserer Lohnverhältnisse den Kampf weiter zu führen. Einzelne Firmen erklärten sich bereit, ihren Arbeitern bessere Löhne zu zahlen, worauf die Arbeiterschaft die Wiederaufnahme der Arbeit beichloß. Bauarbeiter- Internationale. Am 12. und 13. Februar findet in Amsterdam eine Tagung des Gesamtvorstandes der Bauarbeiter- Internationale statt. Auf der Tagesordnung dieser Sigung stehen u. a. folgende Punkte: Arbeiter; 2. Förderung der Bauarbeiterorganisationen in Frank1. Zusammenschluß der Berufsinternationalen der baugewerblichen reich, Italien, Jugoslawien und Rumänien; 3. Die Drganisations. verhältnisse der Bauarbeiter in der tichechoilowaliichen Republik sowie die Wahl des Tagungsortes für die VII. Konferenz. Der Streit der Kraftwagenführer des Kabelwertes in Ober schöneweide geht mit aller Schärfe weiter. Da die Kraftwagen führer auf Grund ihres guten Organisationsverhältnisses ge ihloffen zusammenstehen, da auch die Chauffeure der bisher von den Betrieben bei anderen Firmen angeforderten Straftwagen feine Streitarbeit verrichten, fucht das Kabel wert durch die bürgerliche Preffe Kraftwagenführer, welche ihren fämpfenden Kollegen in den Rüden fallen sollen. Die Direktion bes wertes lehnt bisher jede Verhandlung mit der zuständigest Organisation, dem Deutichen Berkehrsbund ab und erflärt, nur mit Deutlichkeit gab sie zu erkennen, daß fie willens ist, Maßrege den streifenden Kraftfahrern selbst verbandeln zu wollen. Mit aller wieder einzustellen. Kollegen Straftfahrer! lebt Solidarität! Haltet Lungen vorzunehmen und nur die ihr genehmen Kraftfahrer Buzug vom Kabelwerk unter allen Umständen fern. Beweist, daß ihr willens ſeid, eure kämpfenden Kollegen zu unterstützen. Deutscher Verfebrebund, Abtla. Kraftfahrer. Achtung, Bergmann- Werke, Berlin! Montag nachmittag 5 Uhr bei Kroll, Utrechter, Ede Sennigsdorfer Straße, wichtige Bersammlung aller SBD.- Genoffen. Jeder muß erscheinen. Der Fraktionsvorstand. Berantwortlich für Politi!: Ernst Reuter; Wirtschaft: Arthur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lotales Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Sonstiges: Fri Karstädt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Vaul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wissen. Wenn Sie wüßten wie sicher und bequem Sie Ihre Hühneraugen und Hornhaut durch ,, Lebewohl" los werden, würden Sie sich nicht erst mit minderwertigen Mitteln herumärgern. 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Wer reist nach Dobrilugk, kann man mit gleichem Recht fragen, und wenn auch tunstoerftändige und kunstwissende Leute den Weg dorthin finden: der großen Menge ist der Ort unbekannt. Man weiß, der Name gehört zur Schnellzugs- und Kreuzungsstatton Dobrilugk- Kirchhain(Berlin— Dresdener Bahn), aber während man bei der Fahrt rechts das schornsteinreiche Kirchhain in Augenschein nehmen kann, bekommt man Dobrilugk nicht zu sehen; es liegt etwa eine Biertelstunde abseits, links von der Bahn. Valcher von üer vogelweiüe Jw Jahre 1165 von den Zisterziensern gegründet, war das Kloster Dobrilugk(wendisch— gute Wiese) durch rege wirtschaftliche Tätigkeit, ober auch durch un- bedenkliche Ausnutzung ihrer Post- tion— die guten Mönche scheuten selbst vor Fälschungen nicht zurück •— schon im 13. Jahrhundert zu einer Macht geworden, dadurch ober auch in politische chändel verwickelt. Im Austrage des Schun Herrn des Klosters, Markgrafen Dietrich von Meißen, war Wallhcr von der Bogelweide, der ja nicht nur Minnesänger, sonder« auch politischer Dichter und Agenl ge wesen ist, mit einer Botschaft 1212 beim Abt von Dobrilugk. Nach Meißen zurückgekehrt, dichtet er, allerdings an einem.kalten Winter« tage': Cich bm verlegen wie Esau, Mein glattes Haar ist mir morde» rauh. Süßer Sommer, wo bist du? Wie gern sah ich dem Pflüger zu! Eh' daß ich lange in solcher Truh Beklemmet wäre, als ich bin nu: Gher würd' ich Mönch zu Toburlu(Dobrilugk)!' Dobrilugk. gleicher Zeit errichtet fein; von ihm ist nur noch ein mit der Kirch« parallel lausender Teil vorhanden, der dys Resaktorium zewesm ist, nach einem Brande von 1852 wirtschaftlichen Zwecken dienstbar ae- macht wurde, während die Trümmer aus der Ost- und Westseite entfernt wurden. Die Machtstellung des Klosters sprach sich in dein großen Landbesitz aus: 1373 waren ihm 40 Dörfer, 1431 48 Oit- schallen gehörig; schon 1235 hotte es im nahen Kirchhain einen Markt errichtet. Dann kam die Reformation: 1540 wurde es fekularisiert, aber schon 1547 mußte Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen aus gern mü 80000 Talern und sechs Freunden ein philcso Leben führen.— Und der König verstand sich aus die Würdigung künstlerischer Schönheit und kultureller Reize. Bon Kloster und Schloß ist die Rede gewesen, von der Stadt nicht; sie ist eine Schöpfung des 17. Jahrhunderts. Kloster unü Schloß. Was zuerst da war. sticht der von der Bahn Kommend« zuletzt: in der Station Dobrilugk-Kirchhain sich links haltend irnJ) den 25c hn« dämm überschreitend, erreicht er auf einer mit etlichen modernen chäusern garnierten Straße den Ort, mündet in eine breite,«in Schloß- und Klosterbeztrk: der Wanderer schwenkt rechts ein und hat die Längsseite der Klosterkirche vor sich. Ein romanischer Ziegelbau. nif kleinem Dachreiker. 1185 begonnen, dürste die Kirche 1228 fertiggestellt gewesen sein: lchon aus dem Jahre 1209 wird die Bei- jetzung der Markgräfm Elisabeth berichtet. Das Kloster wird in Hauptstraße la OobrUagk. Dobrilugk verzichten, das an den Bruder Kaiser Karls V., Ferdinand von Böhmen, gelangt, der es an v. Gersdorf oerpfündet, 1602 einlöst, 1603 für 230000 Taler(eine schöne Summ« danials!) an von Promnitz verkaust, von dem es 1624(stark heruntergewirtschaftet) der sächsische Kurfürst Johann Georg I. für 300 800 Gulden erwirbt. Der Dreißigjährige Krieg bringt die übliche Zerrüttung und Zerstörung. Die Kirch« wird 1637 und 1643 arg mitgenommen; erst 1644 wird der Kurfürst wieder mehr Herr über das Gebiet. Di« Schäden können gehellt werden. 1676 wird die wiederhergestellte Kirchs eingeweiht; nach zwei Jahrhunderten: 1859 erfolgte eins neue Renovierung im schönsten Banausencharakter(alles weih über- strichen): 1906 brachte die letzte Erneuerung im alten Geist, die den Bau wieder zu einem prächtigen Muster romaniicher Kunst gestallet hat. Die weiteren Schicksale von Dobrilugk, jetzt Kirche, Schloß und Stadt umfassend: sind: Nach dem Tode Johann Georgs erbt es sein Sohn Thristian, der Begründer der Linie Magdeburg; stc stirbt 1738 aas, Dobrilugk wird vom Kurfürsten August eingezogen, bleibt sächsisch bis 1815, kommt dann an Preußen, wird Teil des branden- burgifchen Kreises Luckau. In gerpisser Hinsicht bieten Dobrilugk und die Kreisstadt Lucka» die gleichen Schicksale dem historischen Be- obachter: auch Luckau gebot in seiner Glanzzeit über etliche Dutzend Dörfer und sank dann ollmählich auf die Stille der Kleinstadt zurück. Der Ucherschied ist, daß in Dobrilugk die Stadt, die erst 1664 an- gelegt wurde— also die Bürgerschos!—, nie eine Rolle gespielt hat: es war erst eme Schöpfung der Kirche, dann, nach der Reformation. eine Schöpfung der Fürsten, die den wildreichen Forst. noch heule 4000 Hektar umfassend, zu schätzen wußten.— Daher ist es kein Wunder, daß im Laufe der Jahrhunderte die Kircbc in den Hintergrund und das Schloß in den Vordergrund trat. Zlrii Grund des allen Abtshauses begann v. Gersdorf Ansang des 17. Jahr- Hunderts einen Schloßbau. dem aber die Kriegsheldeu des 30jährigen Mordens so zufetzten, daß 1661 gewissermaßen mit einem Neubau begonnen werden mußte. Jener v. Gersdors muß ein Gemüts- mensch gewesen sein; er ließ die umherllegenden Grabstein« zer- schlagen, um Baumaterial für die Errichtung eines Herrenhauses auf einem anderen Gute zu gewinnen. Erst die fächstsch-mersebur« zische Zeit brachte eine Stabilisierung der Verhättnisse, und während der Bruder des ersten Merseburgers, Kurfürst Johann II. von Sachsen, in Drcdsen durch Bcr- schwendungssucht glänzte, was na- türlich die Finanzen des Landes aufs schwerste beeinträchtigte, legte Ehristiem I. den Grundstein*>« Siadt Dobrilugk. Noch immer cba? der Besitz«in umfassender, 40 Dör- fer gehörten zur Herrschaft, und die Kirche hatte 1715 das Patronat von 10 Muttertirchen und 10 Filialen. Nach dem Uebergang in preußischen Besitz wurde das Schloß Amts- zwecken dienstbar gemochr; gegen- wärtig beherbergt es das Amtsge- richt und die Oberförsterei und einige Räume sind auch von Pri- vaten bewohnt. Eine Staötfleölung im 17. �ahrhunöert Mit einer Raumverschwe»dung. die das Entzücken jedes Gartenstadt- freundes hervorrufen muh, wurde die Stadt Dobrilugk im 17. 3ahr- hundert begründet. Die sich>nel- denken Siedler erhielten von Sach- jen-Merseburq je 40 Stämme Bau- Holz, 4000 Ziegel, brauchten am 12 Jahre keine Steuern zu zahlen und gelangten zu billigem Pocht- land. 1685 waren 150 Häuser. 18."0 170 vorhanden. Auch ein stattlicher Gasthof wurde hergestellt. damit Hosgäste» die im geräumigen schloß dock? nicht Platz fanden, untergebracht werden konnten: die Gaststube war aus„16 Ellen long und 11 Ellen breit" bemesfen; es tafelt sich auch heute noch angenehm darin. Tuchmacher wurden damals angesiedelt; dos Gewerbe ist jedoch wieder verschwunden, der Ort— etwa 2000 Einwohner— zum freundlichen Acker- und Handwerkerstädtchen geworden, dos keine Fabrikfchornfteine aufwcill. Vas heutige Silö. Kehren wir nun nochmdl zum Eiutrittspunkl. i» die Hauptstrock« genannte Allee zurück, so sehen wir vor uns eine Srroßenbreite von 60 Meter, mos genau unserer Berliner Prunkstraße Unter den Linden entspricht. Da die anliegenden Hauser höchstens zwei Stock- werke haben, fo erscheint uns die Breite noch größer u>»d in einer gemiffen Märchensiimmung gehen wir weiter. Auf unserer rechte» Seite haben die Häuschen Vorgärten, auf der linken fehlen sie. Trottoir und Fahrdamm rechts und links, in der Mille ein Anger. den große und kleine Bäume begleiten. Jedes Haus hat seinen eigenen Eharatler, hat nichts von dem jetzt aus Rot geborene» Typen- und Reihenhausstil: sind wir oben beim Schlosie angelangt und lasten wir den Blick rückwärts schweifen, so bieten die vcrjchie- den hohen Dächer, bald in hellerem, bald in dunklerem Rot sich vom Himmes abhebend, eine malerische Silhouette. Auch der'Anstrich der Häuser wechselt: eine leichie Farbentrcudigkeit herrscht vor. Do gegen wuchte» das Schloß um!v machtvoller empor. Es bildet ein geschlossenes Biereck, etwa 12 Fenster breit in der der Straße quer, aber etwas schräg vorliegenden Front und 15 Fenster in der Seiten- front. Der Eingang ist hinten im Schloß- und Klosterbezirk: eine Brücke fuhrt über den tiefen aber trockenen Graben. Di? Seiten des Der Apfel der Elisabekh Hoff. 15) Uoo Wilhelm hegeler. »Mit Gradunterschieden, jawohl! Je höher die Leiter hinauf, desto größer die Qual. Selbst diese armseligen Lasttiere beneide ich noch. Glauben Sie» daß, wenn so ein Treidler das Seil von der Schulter geworfen hat. er noch mit einem Atemzug an seine Arbeit denkt? Mir hat vor vierzehn Tagen der Arzt gejagt, ich müßte schleunigst heraus aus dem Betrieb. Wenn ich nicht in kiirzester Zeit überschnappen wollte, dürfte ich ein Vierteljahr kein Telephon ans Ohr nehmen. Aber sobald ich allein bin, sitze ich wieder in meinem Bureau, rechne, zanke mich mit Lieferanten. Kunden. Ingenieuren herum, und das Telephon klopft mir im Ohr. Ich glaube, ick) bin schon verrückt. Ich leide an der Telephonomame." »Bleiben Sie nur in Deutschland. Hier dauert der An- schluh so lange, daß Sie sich das Telephoniercn von selbst ab- gewöhnen,' scherzte Elisabeth. „Ich möchte am liebsten irgendwo hin, wo es überhaupt kein Telephon gibt.' »Völlige Einsamkeit halte ich bei Ihrem Zustand nicht für das Richtige,' bemerkte Hoff.„Aber um nochmals auf das vorhin Gesagte zurückzukommen, Ihre Ueberarbeitung ist schließlich Sache Ihres freien Willens. Sie hätten es ja nicht nötig. Ihren Mochtbezirk so weit zu spannen. Sie haben sich von Ihrem Ehrgeiz treiben lasten.' „Ehrgeiz— du lieber Himmel!' „Oder was sonst. Und dann dürfen Sie eins nicht ner- gesten Sie finden in der Arbeit selbst Ihre Befriedigung. Und was gibl's schließlich Besseres, als feine Kraft für irgendeine größere Sache hinzugeben?' „Für eine größere Sache?" wiederhotte Ryseck und riß vor Verwunderung seine Stirn in hundert wagerechte Fglten. «Sch wüßte wahrsiaftig nicht, was mir gleichgültiger wäre als die Wolkenkratzer, die ich baue. Die einzige Sache, der ich diene, bin ich selbst. „Täuschen Sie sich auch nicht?" fragte Elisabeth lächelnd. .�sch habe zwar noch nie darüber nachgedacht. Aber welcher Sache dienen Sie denn, Herr Hoff?' „Meiner Wissenschaft.' „Und der zusiebe würden Sie Ihr persönliches Wohlsein opfern?' „Mein persönliches Wohlsein ift von mein«? Arbeit gar »cht zu trennen.' „Vielleicht... wenn Sie einer fulminanten Entdeckung auf der Spur sind, die Sie mit einen« Schlag beriihmt macht. .Lluf solche Entdeckungen spekulieren, biege Lotterie spielen. Aber man kann die Erkenntnis Schritt für Schritt vorwärtstragen in einen noch unerhelltei: Bezirk.' „Und das genügt Ihnen? Merkwürdige Leute seid ihr Deutschen. In aller modernen Verkleidung noch die alten Schwärmer." „Das ist für mich keine Schwärmerei, sondern der klare Sinn des Lebens.' „Der klare Sinn des Lebens— es gehört viel Mut dazu, dergleichen zu tagen,' murmelte Ryscck.„Für mich ist das Leben—* Aber er kam nicht dazu, feinen Satz zu beenden, denn plötzlich verdunkelte sich der Saal und gleichzeitig setzte eine schrille Musik ein. Ein kaukasischer Tanz wirbette Ober die Bühne. Aber nicht diesem schenkte Elisabeth ihre Ausinerk- samkeit, sondern sah immer noch die beiden Männer: die etwas zurückgelehnte Haltung ihres Mannes; in seinen? Ton, im Ausdruck seines Gesichts hatte nichts Schulmeisterliches ge- legen, sein Blick hatte sogar etwas merkwürdig Ergreifendes gehabt. Nein, nicht das geringste Lächerliche hatte ihm ange� haftet. Fast ein bißchen komisch hatte vielmehr Ryseck gewirkt: in sich zusammengekrümmt, das tausendfältige Gesicht so voll unergründlichen Hohnes, auf den gewulsteten Lippen so viel zernagte Unruhe und in den schwarzen Äugen dies Brennen von Angst und Gier... Aber was hatte er nur sagen wollen? Für mich ist das Leben— was konnte für ihn das Leben sein? Es war, als wenn seine Augen, seine Lippen, seine zerwühlte Stirn ganz verschiedene Antworten gäben. Im Schlafzimmer begann Elisabeth sich zu entkleiden und nahm dann vor dem Toilettentisch Platz. Ihr Mann saß binter ihr auf dem Bcltrand, ganz in einen Brief vertieft. Sie sah sich selbst im Spiegel, die schimmernde Haut ihrer Brust, ihrer Arme, die erregte Blässe ihres Gesichts, unter der das Lebensrot doch nur leise zurückgedrängt war... und sah sich wieder unterm Apfelbaum liegen, an jenem Sommer- nachmittag, wo sie. dem kühlen Wasser und, wie ihr dünkte, ihrer eigenen Körperhaftigkeit entstiegen, die kauin verhüllten Glieder der Sonne, dem Wind, dem goldengrünen Schatten- spiel preisgebend, sich so fremd vorgekommen war, bester als sonst und auch böser als sonst, und wie sie dann zusammen- geschauert war in einem anderen Gefühl noch als Schreck, wie es wohl sin elfisches Wesen haben mag, vor dem plötzlich die Erscheinung Mensch auftaucht, als sie den Fremden erblickt hatte, der, nicht minder bestürzt als sie, dastand in Anbetung und verhallcner Lust. Ihr Herzschlag setzte aus und hob mit stürmischeren Schlägen wieder an. ganz wie er damals getan hatte, cbe die ersten unbedachten Worte über ihre Lippen ge- kommen waren. Und dann... ihre Hand rundete, öffnete sich... dann war der Apfel ihrer Hand entfallen und zu seinen Füßen gerollt, oder hatte sie ihn in plötzlicher Der- führungsluft mit Absicht fallen lasten? Da sah sie im Spiegel das Biid ihres Mannes, der sich erhoben halte, aus sie zuging, so ernst, so schwer, als wäre fein Verlangen eine Schuld, und während eine Welle von Erlöstheit, Glück und Zärtlichkeit ihr gespanntes Fragen be- grub, lehnte sie sich zurück und beugte, ihn umschlingend, sein Gesicht zu sich hinunter. Wie eine saftige Frucht drückte sie seinen Mund aut ihren. Als sie dann die Schuhe ablegte und an dem übergeschlage- nen Bein den Rock höher raffte, glaubte sie sein Auge lieb- kosend darauf gerichtet. Erkannte er den neuen Seiden- strumpf? Sie nickte ihm lächelnd im Spiegel zu— aber der Spiegel war leer. „Wohin willst du?"% „Arbeiten." „Jetzt noch?" Sie erhob sich rasch. Ihr Blick verdunkelte sich. „Ich wollte doch noch mit dir sprechen." „Das hast du doch heute nachmittag schon getan." Roch hielt sie seine Hand mir flehendem Druck. „Du mußt doch müde sein," sagte er.„Gute Nacht." Sie saß noch lange aus ihrem Stuhl, und der Spiegel zeigte ihr ein fremde«, an sich itKe aeworder.es Gesicht. s. Mehrere Tage vergingen, ohne daß Ryseck sich wieder sehen ließ. Elisabech wunderte stch über sein Nichtkommen und ihre Ungeduld. Da hielt eines Tages sein Auto vor dem Hause. Er hatte kaum das Zimmer betreten, als er sagte, daß er nur gekommen wäre, um Abschied zu nehmen. Noch am Nachmittag wollte er für einen oder zwei Tage in seine Heimat fahren und dann nach dem Süden, in die Wärme. „So schnell? Sie sind ja kaum erst angekommen." Als hätte er gar nicht Zeit, Plag zu nehmen, ging er un- ruhig auf und ab. Sein Gesicht war verfallen und von fahlem Braun. Müde und gequält blickten die dunklen Augen zwischen zahlreichen Fältchen wie aus einem zersprungenen Rahmen. *(Fortsetzung folgt.) Schloffes find durch die zahlreichen Giebelbauten äußerst glücklich| belebt; zmei Türme der einfachere an der Nordostede dürfte mie bie Galerie spätere Zutat fein geben dem Blick des fich Nähernden schon von ferne Ziel: das bescheidene Türmchen der Kirche tommt dagegen nicht auf. Aber im übrigen trägt die jetzt Schloßfirche genannte dreischiffige, freuzförmige Pfeilerbafilika mit fünfjochigem Mittelschiff und quadratischem Chor mit halbrunder Einpfis den Sieg über das altersgrau dreinblickende Schloß davon. Die von Professor Weber, den der Krieg dahinraffte, unternommene Wiederherstellung hat ein äußerst glückliches Resultat gehabt: teine Ueberlabung im Innern, aber jene Wärme der Stimmung, die den meißgetünchten protestantischen Kirchen stets fehlt. Der Hauptaltar Der Hauptaltar stammt aus Senftenberg, wo seine Teile( 15. Jahrhundert und von 1600) zwecklos umherlagen. Maria mit Kind und Betrus und Baulus sowie das Abendmahl und die Kreuzigung sind dargestellt. Roch ein neuerer Epitaph sei erwähnt: das für Frau Heuer, † 1786, Das von dem Sohne, dem hier geborenen, unter dem Namen Clauren schreibenden, nach seiner Berspottung durch B. Hauff in wenig glorreicher Weise in der Literaturgeschichte fortlebenden Geh. Hofrat gestiftet worden ist: es zeigt das Bild der Verstorbenen auf Kupferblech. Uebrigens ist auch der Name des befannten Buch händlers Böschen mit Dobrilugt verknüpft, da Joachim Georg Göschen 1788 sich daselbst mit Johanna Henriette Heun vermählte. An den Bezirt, in dem wir uns befinden, grenzt eine alte Gärtnerei auch eine moderne, mit den neuesten Mitteln der Treiberei in langen Glashäusern arbeitend, treffen wir, wenn wir unsere Rückkehr zur Bahn durch eine der mit der Hauptstraße parallel laufenden fürzeren Mittel- resp. Kirchstraße nehmen. Wir werfen einen Blick in das Reich der Kinder Floras und nehmen Abschied von Dobrilugt, das selbst einem Beilchen gleich im Berborgenen blüht. Dörfliches Begräbnis. Ein trüber, regnerischer Spätnachmittag. Dichte Nebelschwaden gleiten gespensterhaft aus triefenden Wäldern über dampfende Wiesen hin. Ein stilles Dorf taucht aus der frühen Dämmerung auf. Men jchen in Trauerkleidern mit bescheidenen Kranzen in Händen geben gesenkten Hauptes über Wasserlachen an biätterlosen Wegbäumen dahin bis an die offene Tür eines Gasthauses. Jetzt fammelt fich ein Musikkorps dem Eingang gegenüber. Eine Vereinsfahne mit Trauerflor und blutroten Bändern wird von einem großen ernsten Manne hereingetragen. Der Gasthaussaal, in dem noch vor wenigen Tagen luftige Baare fich im Tanze wiegten, ist zur ernſten Trauerstätte umgewandelt; in der Mitte aber steht ein offener Sarg. In ihm ruht ein alter Mann. Liefer Friede liegt auf den gefurchten Zügen des alten Stämpfers. Ihn hat er schnell und schmerzlos gefunden, nach auf reibender Lebensarbeit. Mehrstimmig rauscht ein Kampf- und Siegeslied durch den weiten Raum, dann tritt ein Redner zu Häupten des Sarges, ein Mann aus dem Volfe, tein Priester. In schlichten Worten, mit gutem Bortrag zeichnet er das Lebensbild des Alten, der zu seinen Füßen schläft. Ein Leben, kaum anders gestaltet als das tieler tausender deutscher Proletarier. Früh auf sich selbst gestellt, in harter Fron um die Existenz ringend, fand aber trotzdem die Zeit, in die Reihen der kämpfenden Brüder zu treten und ihr Führer zu werden. Wofür stretten wir? Für Freiheit, für Gleichberechtigung, für Erlösung von Jahrhunderie altem 3wange. Bald wird der goldene Tag anbrechen, den auch sein heißes Herz mit Inbrunst herbeigesehnt hat, lange, bange Jahre." Ernst und Ergriffen. heit spiegeln sich auf den Gesichtern der Trauergäfte. Frauen und Männer der harten Arbeit sind es, die herbeitamen, ihrem alten Bannerträger die letzte Ehre zu erweisen... Bie mag es wohl fommen, daß es so ganz anders ift, als bei gewöhnlichen Leichen feiern, bet denen so oft hinter einer Maste von Zeremonie und gemachter Frömmigkeit das wahre Gesicht verschleiert wird? Ist es vielleicht die Einheitlichkeit der Gesinnung, der konzentrierte Bille, unter einem Kommando zu marschieren, der gemeinsame Gedanke, der auch diefe Trauerversammlung zu einer Glaubensgemeinde zufammengeschmiedet hat? Wirfte nicht diese Feier gerade in ihrer schlichten Form wie ein Bekenntnis:„ Wir wollen sein ein einig Bolk Bon Brüdern?"... Aber auch andere stehen dabei, vielleicht politische Gegner; doch keine Feinde des alten Mannes. Denn, wer reinen Herzens für eine Jbee fämpft, der erzwingt sich die Achtung der Gegner, der hat feine Feinde.... Unter den längen eines geistlichen Bolksliedes vielleicht eine schattenhafte Erinnerung aus frühen Kindheitstagen fchreitet der Leichenzug nach dem fernen schreitet der Leichenzug nach dem fernen Dorffriedhof. Schon bricht die Dämmerung herein und legt sich mit trüben Schleiern auf die ernsten Wanderer. Bon schwieligen Fäusten getragen, schwankt der schlichte Sarg durch das Tor des schmucklos fahlen Friedhofs. Jetzt fentt man ihn in die fühle Heimaterde. Wieder klingt eine schlichte Weise zu Ehren des toten Führers. Freunde und Arbeitsgenossen treten an das offene Grab: Worte des Dantes, Gelübde freuen Ausharrens im Klaffentampf. Drei Hände voll Erde, dann schließt sich das Grab und ein blumenbedeckter Hügel wölbt sich über dem alten Kämpfer für Freiheit und Recht.... Er will ,, Baron" sein. Haussuchung nicht vorgefunden worden waren. Nach längerer Beratung fam das Gericht zu der Freisprechung des Angeklagten von der Urfundenfälschung. Da die verwendeten Urfunden nicht vorlägen, laffe fich nicht feststellen, ob sie von dem Angeklagten felbst verfälscht seien oder von einem seiner erwachsenen Söhne, die mit demselben Eifer für die angeblichen Rechte der Familie eintreten. Dagegen mußte dem Angeklagten zumindesten nach der Bernehmung durch den Staatsanwalt flar geworden sein, daß er sich nicht de la Boethe nennen durfte. Er hatte sich daher durch Führung eines falschen Namens der Uebertretung schuldig gemacht. Das Gericht hielt aber eine Strafe von dreißig Mart für ausreichend, da Poethe sich als Fanatiker erwiesen habe, der sich in seine Idee verrannt habe. Boethe beabsichtigt jedoch mit den angeblichen neuen Urkunden seinen vermeintlichen Anspruch auf den Namen eines Baron de la Poethe weiter zu verfolgen. Es gibt doch fonderbare Menschen! Zum Tod des Trödlers Meinice. „ Jetzt hat er sich erschossen". Der Tod des Trödlers Meinide in der Tiedstraße ist noch nicht weiter aufgeklärt. Aus den Aussagen der Frau und der Kinder ist fein flares Bild zu gewinnen. Das Berhältnis zwischen Mann und Frau ist wohl nicht ganz ungetrübt gewesen, weil Meinide trant. In seinen Geschäften war er durchaus ordentlich. In seinen Kellerräumen sieht es sehr sauber aus. Alles, was er verkaufte, Möbel, Stiefel, Betten, Geigen usw, steht geordnet da, auch sein Geschäftsbuch fäßt nichts zu wünschen übrig. Um fo größer ist die Unordnung in der verschmußten Wohnung. Das mag wohl Meinicke zum Trinken und vielleicht endlich auch zum Selbstmord gebracht haben. Wie die Frau behauptet, wurde sie um 4 Uhr dadurch munter, daß Meinide aus feinem Bette, in dem stets auch der Hund lag, aufstand, nach der Küche ging und Licht machte. Sie ging ihm nach und veranlaßte ihn, sich wieder hinzulegen, nach dem er das Licht gelöscht hatte. Um 6 Uhr hörte fie einen Schuß fallen, während sie mit ihrer ältesten Tochter noch im Bette lag. Sie erhob fich, fah ihren Mann bluten und sagte zu ihren Kindern: Jeht hat er sich erschossen!" Statt nun gleich zur Polizei zu gehen, wischte sie das Blut von der Kopfwunde ab, 30g sich an und ging mit zwei Töchtern aus, um die Zeitungen zu tragen. Mit einem Kinderwagen wurden diese von der nächsten Expedition abgeholt. Die Frau trug nun eine Weile mit aus, überließ dann etwa 100 Eremplare den beiden Töchtern, ging nach Haufe, mischte auf und ging dann nach der Reviermache. Auf die Frage, weshalb sie nicht gleich gefommen und auch erst noch aufgewischt habe, erwiderte sie, um 6 Uhr sei ja doch die Polizei noch nicht auf. Sie habe ja doch auch die Zeitungen austragen müffen, und aufgewischt habe sie, weil es doch sauber sein müsse, wenn die Polizei fomme. Die Kinder wollen den Schuß gar nicht gehört haben. Die beiden ältesten Mädchen sagen, als fie, mit dem Austragen fertig, nach Hause gekommen feien, habe die Mutter bereits aufgewischt gehabt. Das andere hatte in der Küche zu tun gehabt und mit dem Jungen, der zur Schule mußte. Der Revolver lag am Fußende etwas unter dem Bette. Es ist aber wohl möglich, daß er Meinicke am Kopfende aus der Hand gefallen und von der Frau beim Aufwischen oder auch von dem Hunde, der im Zimmer herumzutoben pflegte, nach dem Fußende verschoben wurde. Darüber, ob ein Mord oder Selbstmord vorliegt, wird erst die Obduktion Gemißheit bringen können. Die Leiche wurde nach photographischer Aufnahme der Behausung durch den Erfennungsdienst nach dem Schauhause gebracht. Nach fünf Jahren. Ein Rowdy. Mehrere junge Burschen trieben in der Swinemünder Straße allerlei Allotria, lärmten und belästigten das Publikum, so daß sich mehrere Passanten an den auf einem Streifgange befindlichen Oberwach meister Sch. mit der Bitte wandten, dem Treiben der frechen Gesellschaft ein Ende zu machen. Der Beamte ersuchte die Ruheftörer, fich ruhig zu verhalten. Einer der jungen Burschen, der 18jährige Lehrling Willy Grabow, schrie den Beamten fofort an:„ as hat denn die Polente hier zu suchen?" Als nach noch maliger Aufforderung des Beamten, sich ruhig zu verhalten, Brabom aufs neue au schimpfen und zu lärmen begann, forderte der Beamte den Burschen auf, ihm zur Wache zu folgen. Statt aller Antwort stieß der Rohling dem Oberwachtmeister zwei Finger in die Augen, so daß Sch. auf einige Augenblicke nicht sehen fonnte. Außerdem schlug er ihm noch mehrmals ins Ge ficht. Als jetzt der Beamte zum Seitengewehr griff, hob G. die Hände hoch und erklärte, mit zur Wache gehen zu wollen. Raum aber hatten beide einige Schritte getan, als sich Grabow abermals auf den Polizisten stürzte und ihm mit den Fauften in die Augen schlug. Nunmehr war die Geduld des Beamten zu Ende, Er verfeste dem Burschen einen hieb mit dem Seitengewehr über den Kopf, so daß er besinnungslos zusammenbrach. Während man den Beamten nach der Rettungsstelle in der Lothringer Straße geleitete, führte man Grabow dem 66. Polizeirevier zu. Er hat eine blutende bis auf den Schädeltnochen gehende Wunde erlitten und wurde nach Anlegung von Verbänden durch seine Mutter abgeholt. Der Beamte hat nach Befundung des Arztes eine erhebliche Berlegung der Augen davongetragen und außerdem hat er noch andere Gefichtsverletzungen erlitten. Umlegung der Aufobuslinie 12. Infolge der Ausdehnung des Ringbabnberfebrs auf die Uferstraßen zwischen Potsdamer Brüde und Röthener Bride fährt vom Sonnabend, den 7. Februar, ab die Kraftomnibuslinie 12 in Richtung Olivaer Blaß durch die Rothener Straße, Königin Auansta- Straße, Potsdamer Brücke, Botsdamer Straße und in der Richtung Arnswalder Blog wie bisher, Botsdamer Straße, Schöneberger Ufer, Köthener Price. Bolfshochschule Groß- Berlin. Am Sonnabend. den 7. Februar, abends 8 Uhr, fingt der Frauenchor am Berliner Seminar des Reichsverbandes beuticher Mufillebrerinnen unter Leitung von Dr. H. Mersmann in her Aula Beinmeisterfir, 15: Mehrstimmige Gelänge aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Karten zu 75 Pf. an ber Abendkasse. Profeffoersammlung der Rentner und Rentnerinnen. Der Deutime Rentnerbund G. B. und sein Landesverband Groß- Berlin veranstalten am Montag, den 9. Februar, nachmittags 2 1hr, in den Sälen der Handwertstammer zu Berlin( Stammerfale), Teltower Str. 1-4, eine große Brotestversammlung: Das an dem Kleinrentnerftande begangene Unrecht. Babenb Bolfsbildungsamt Arenzberg. Der weite Bilbung! findet am Donnerstag, 12, nar, abends 8 Uhr, im Bezirksamtsgebäude, Borditr. 11, statt. An diesem Abend wind Dr. Kurt, Joachim Grau über Riebiche fbrechen. Bei genic ender Beteiligung wird im Anschluk ein gemeinschaftlicher Rurfus eingerichtet. Einlarpreis 50 f., für Mitglieder und Jugerbliche 30 f. Karten find im Boltsbildungsamt, Bordstr. 11, 8immer 80, und an der Abendlaffe erhältlich. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Sonnabend, ben 7. februar, abends 7 Uhr, im Jugendheim noenfe, B, Borfikenbenkonferenz. Bor. trag: Die Jugendinternationale". Referent Erich Ollenhauer. Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch kein gutritt. Bringt die Monatsprogramme für März mit. Achtung, Mädchen! Am Montag, den 9. februar, abends 7 Uhr, Lichtbilbervortrag: im Jugendheim Lindenstr. 3. Mädchenkonferens. Das proletarifde Rind. Aus ieder Abteilung müffen die Mädels erfcheinen. Nordring, Senefelder- Biertel, Prenzlauer Vorstadt: Beute, Sonnabend, ben 7., abends 7 Uhr, in der Barade 3, 8immer 3, Funktionärkursus. Morgen, Sonntag, den 8. Februar: Ofen( Stralaner Biertel): fahrt Rönigswusterhaufen. Treffpunkt 18 Uhr Suboft( Görliner Biertel): Wanderung Duberow. Bhf. Treptow Bartleite. Weften: Besichtigung Treffpunkt 48 Uhr Uhr Görliger Bhf.( Unfallstation). bes Brähistorischen Museums. Treffpunkt 9 Uhr Bhf. Bowoftraße, berg II: Museumsbuch. Treffpunkt 10 Uhr Raifer- Wilhelm Blak. wik: Wanderung nach dem Krämer. Treffpunkt 18 Uhr Bhi, Lantwik Sieglin 1: Fahrt Wannsee- Gatrom. Treffpunkt 8 Uhr Bhf. Steglik. lik II: Fahrt nach dem Raifer- Wilhelm- Turm, Treffpunkt 9 Uhr Rathaus. Tempelhof: Fahrt nach bem Sirtengraben, Ereffpunkt 7 Uhr Bhf. Tempel Reinidendorf- Oft: See25dnikwanberung. Treffpunkt 7 Uhr Friedensplan. Schöne Lant StegEin großer Einbruchsdiebstahl wurde am WeihnachtsHeiligabend des Jahres 1919 auf dem Bost patetamt in ber Oranienstraße verübt. Die Diebe waren durch ein Fenster eingestiegen und erbeuteten zwei Geldpalete, eins mit 150 000 m., das andere mit 50,000 mt. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei blieben lange Zeit erfolglos. Erst nach und nach fand sie gewiffe Spuren, die endlich auf einen 30 Jahre alten Arbeiter Borbinit führten. Dieser verkehrte piel in den Humboldtsälen in der Huffitenstraße und machte sich schließlich so verdächtig, daß die Kriminalpostdienst stelle, die ihn unauffällig beobachtete und heimlich ihre Ermittlungen anstellte, gestern zu feiner Berhaftung schreiten fonnte. Borbinit räumte dann auch den Einbruch ein, als er fich ohnehin überführt fah. Er und ein 32 Jahre alter Arbeiter 23 ant, der im Juli 1923 bei einem Geschäftseinbruch in der Geestraße erschossen wurde, hattem einem Schaffner des Amtes, einem Manne von 35 Jahren, der schon länger angestellt und bisher pflichttreu gewesen war, so lange zugefeht, bis er sich ihnen gefügig erwies. Als er am Heilig. abend spät Dienst hatte, ließ er nach Berabredung ein Fenster aufhof. Bannfee: Banderung. Treffpunkt 9 Uhr Schule, Rieberfönhaufen: und legte die beiden Balete an einer vereinbarten Stelle nieder. So hatten die beiden Einbrecher es sehr leicht. Nach der Tat weigerte fich Borbinit, dem verführten Beamten etwas abzugeben, Bant aber sorgte dafür, daß er doch seinen Anteil betam. So erhielt der Beamte im ganzen 40 000 mart. Nach einiger Zeit nahm er feine Entlaffung aus dem Dienste, kaufte in der Proving ein feines Geschäft und brachte es, da er gut wirtschaftete, in die Höhe. Auch er gibt jezt zu, der Bersuchung erlegen zu sein, erklärt sich aber gleich bereit, feinen Anteil an der Beute, jetzt 10 000 Mart in Gold, der Boftverwaltung zur Berfügung zu stellen. Nach dem gewaltsamen Lode Wants hatte ihn Borbini? fortgefeht durch Erpresserbriefe geängstigt, und damit auch Erfolg gehabt, während er früher von Want geschützt worden war. Borbinif wurde dem Untersuchungsrichter vor. geführt. Er und Want hatten ihren Beuteteil alsbald vollständig ampf Leipale Dresden- Berlin in Leipzig am 22. Mära) in ber Surnhalle durchgebracht. Weffer für Berfin und Umgegend. Etwas fübler, größtenteils betöltt mit einzelnen leichten Niederschlägen und frischen westlichen Winden. Für Niederschläge. Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 7. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 6.40 Uhr bab, Residengite. 46, togard- Abend. T Rosenthaler Berstadt: Beteiligung ant max Barthel- bend ber Jungfosialisten. Treffpunkt abends 7 Uhr Sadescher Markt, Ortenusluk Menton für Jugendpflege. Führung berech bas Landwirtfchaftliche Museum. Inwalidenfte. 42. Treffpunkt vormittags 10% Uhr vor bem Mufeum. od dis Arbeitersport. Touristenverein Die Naturfreunde", Rentrale Wien, St. Norben. Diens tag, ben 10. Februar, im Seim Sonnenburger Str. 20, 8immer 4, Bortrag von Sife Müller- Defterreich:" Das Rleid". Gäfte haben Autritt. Arbeiter- Turn. nnb Sportbunb, 1. Rreis. Die geübteren Turner aller Groß- Berliner Bereine treffen im nächsten Aufammenturnen( für ben Städte Turmftr. 75, am 10. Februar, 8 Uhr, aufammen. Touren he Arbeiter- Radfahrer- Bunb Solibarität", DOrtsgruppe Berlin. Sonntag, den 8. Februar. 1. Abt.: Roologisches Museum, Treffpunkt 12% Whe Invalibenstr. 43. 2. Abt.: Streifzüge durch ben Often, Enbaiel Gewerkschafts Start 1 Uhr Dieffenbachstr. 36. 3. Abt.: Glienide a. b. N. Start haus. 1½ Uhr Laufher Blak. 5. Abt.: Adlershof( Riege). Start 1 Uhr Banbsberger fanntgegeben, Sonnabend, ben 7., abends 6 Uhr Start Schwedter Str. 24. 7., 8. und 11, Abt.: Rartoffel- und Serinastour. Start für alle Schufftr. 114. Bet fchledytem Wetter per Bahn nach Alt- Glienice a. b. M. GStart 1 Uhr. 8. Abt.: Frith 7 Uhr Arminiusplat noch Retschendorf, Agitationstour des 2. Bezirks. 10. Abt: Fuktour um die Milonelberge. Treffpunkt 12 Uhr Bhf. Warschauer Strake. Ortsgruppe Revtöln: Start 1 Uhr Caoner, Ede Ganle ftraße. Achtung, Bundespenoffen! Dienstag. ben 10. Februar, abends 7 Uhr, Rungestraße, Material abholen zur Straßensperre, Sport. Breitensträter schlägt Nilles knod out. Einen erbitterten Kampf um den Adelstitel führt seit Deutschland. In Süddeutschland trocken, im Norden wiederholt leichte Biak. 6. Abt.: Tour with um 1 Uhr am Start Kopenhagener Str. 26 be Jahren der in den Ruhestand getretene Oberpoftjetretär Poethe. Sein langes Leben hindurch hatte er unter dem bürgerlich deutschen Namen Boethe gelebt, bis er im Jahre 1919 plöglich unter Beifügung einer angeblichen Urkunde aus dem Jahre 1823 mit dem Anspruch des Titels Baron de la Boethe auftrat. Sein Antrag auf Ramensänderung wurde ihm jedoch vom Justizminister abge. lehnt. Trotzdem nannte er sich weiter so. Er behauptete, daß er ein Abkömmling eines altfranzöfifchen Adelsgeschlechtes sei, und baß einer seiner Borfahren zu den Emigranten der großen franzöfifchen Revolution gehört habe. In Deutschland sei die Familie verarmt, so daß sein Großvater als Stallineche in einem Dorfe gestorben sei. Auf dem Sterbebett habe der Großvater den Enkel jedoch gebeten und verpflichtet, alles daran zu setzen, dem unter den ärmlichen Berhältnissen in Bergessenheit geratenen Baronstitel wieder zu seinem Recht zu helfen und so ,, den alten Glanz des Familiennamens" herzustellen. Dazu sei er aber erst in der Lage gewesen, als er im Jahre 1919 beim Tode eines Oheims einen Erbvertrag gefunden habe, der den alten Baronstitel nachwies. Diese vergilbte Urfunde will er bei seiner Eingabe an die Behörden beigefügt haben. Er bestritt auch, daß ihm überhaupt eine Antwort zugefommen fei, Deshalb habe er sich zur Führung des Adelstitels berechtigt geglaubt. Im Jahre 1923 hat Boethe sich von dem Pfarrer seines Heimatsortes eine Bescheinigung ausstellen laffen, daß er auf Grund vorgelegter Schriftstüde Baron de la Boethe heiße. Mit dieser Bescheinigung hat er sich dann bei der Polizei auch als solcher angemeldet und dementsprechend feinen Militärpaß ändern laffen. Die Folge dieses eigenmächtigen Vorgehen war ein Strafverfahren und Boethe hatte sich vor dem Schöffengericht Wedding wegen Urtunden. fälschung und Führung eines falschen Namens zu verantworten. Der als Zeuge geladene Pfarrer fonnte sich nicht erinnern, welche Unterlagen ihm für seine Bescheinigung vorge Tegen hätten, coenjo mar nicht mehr festzustellen, welche Urkunden der Angeklagte bei der Polizei verwendet hatte. Rechtsanwalt Bahn legte im Laufe der Verhandlung einen Bertrag aus dem Jahre 1840 und eine Darlehnsquittung aus noch früherer Zeit vor. In beiden Schriftstücken wird der Großvater des Angeklagten als de la Boethe genannt. Diese Urtunden erregten das Erstaunen des Staatsanwalts, da sie bei der beim Angeklagten vorgenommenen 4 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Sprachunterricht: Direktor Jul. Glück: Esperanto". 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). abends: Vortrag Rektor Hugo Eichhoff: Die Mitarbeit von Familie und Haus gegen die Kriminalität. 7-7.55 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Hochschulkurse). 7 Uhr abends: Medizinalrat Dr. Stoermer: Aus dem Gebiet der gerichtlichen Medizin. 4. Vortrag.„ Aerztliche Hilfsmittel zur Entdeckung von Verbrechen". 7.35 Uhr abends: Prof. Dr. G. Leithäuser: Ueber die Empfangstechnik der drahtlosen Telegraphie und Telephonie". 2. Vortrag. Detekterapparate". 8.30 Uhr abends: Wie sie von Liebe singen 1. a) Aennchen von Tharau( Simon Dach) Silcher, b) Ich liebe dich( Herrosee) Beethoven, c) Bildnisarie aus der Oper Die Zauberflöte", Mozart( Marcel Noë, von der Staatsoper Berlin, Tenor). 2. Volkslieder: a) Willst du dein Herz mir schenken, b) Es waren zwei Königskinder, c) Freudvoll und leidvoll( Goethe) Beethoven( Charlotte Börner, von der Staatsoper Berlin, Sopran). 3. Balkonszene aus dem Drama Romeo und Julia", Shakespeare( Ida Orloff und Hans Karl Rezitation). ( Ibsen) 4. a) Solveigs Lied Grieg. b) Liebesfeier( Lenau) Weingartner, c) Gretchen am Spinnrade ( Goethe) Schubert( Charlotte Börner). 5 a) Lied des Sängers aus der Oper, Der Rosenkavalier", R. Strauß, b) Liebe ist Seligkeit, G. Verdi, c) O wie so trügerisch( Cavatine aus der Oper Rigoletto") G. Verdi( Marcel Noë). 6. Gartenszene aus, Faust", Goethe( Ida Orloff und Hans Karl Müller). 7. a) Willkomm und Abschied, Goethe( Hans Karl Müller), b) An den Mond. Goethe ( Ida Orloff, c) Am Teetisch, Heine( Hans Karl Müller), d) Trutzliedchen des Mädchens, Heyse( Ida Orloff). e) Wie er wollte geküßt sein, Hemig Hans Karl Müller), f) Geweihte Stätte, J. G. Fischer( Ida Orloff) 8. a) Dor Liebesgarten( Robert Burns) R. Schumann, b) Wiegenlied( Rob. Burns) R. Schumann, c) Unter'm Fenster( Rob. Burns) R. Schumann( Charlotte Börner und Marcel Noë). Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Dritte Bekannt gabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. portnachrichten, Theatordienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. Müller, Das ausgezeichnete Programm des deutsch franzöfifchen Bogabends hatte das gewaltige Haus in der Potsdamer Straße gestern wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Hauptintereffe des Abends galt wieder dem Kampf der Schwergewichte. Der Er meifter Frankreichs, Nilles, traf auf Hans Breitensträter. Dieser begann den Kampf sofort mit seinen harten Rechten und landet in den ersten Runden so glücklich, daß Nilles bereits hier einige Male zu Boden mußte. Die fünfte Runde warf den Franzosen durch einen Kinnhafen bis 9 zu Boden. Beim Wiederaufrichten brachte ihn ein weiterer Kinnhafen endgültig zu Boden. Einen Knod out. Sieg, den Breitensträter glänzend errang. Dem jungen, technisch fehr verbesserten Erich Brandl gelang es, sich dem ehemaligen Beltergewichtsmeister Frankreichs, Brevières. bereits in der zweiten Runde zu entledigen. Durch gute Magentreffer einige Male 34 Boden geschickt und ein Kinnhaken hatte es ihm besonders angetan, brach der Schiedsrichter den Kampf zugunsten Brandls wegen deffen sichtlicher Ueberlegenheit ab. Ludwig Haymann setzte den Siegeszug weiter fort und schickte durch eine Serie harter Kinnhafen Ajar Feste Frankreich in die Knie. Da auch hier die Ueberlegen. heit des Deutschen ersichtlich war, erklärte der Schiedsrichter Haymann in der ersten Runde zum Rnod- out- Sieger. Dastillon. Frankreich entledigte sich Rolauf nach gutem 8- Runden- Kampfe nach Punkten. Egrel Frankreich fonnte überraschenderweise wiegert in der siebenten Runde fnod out schlagen. Der Meister war anscheinend nicht in voller Form, denn seine Arbeit war sehr unsauber und gab für seine Niederlage eine gebrochene Hand an. Wirtschaft Deutsche Zentral- Bodenkredit- Vereinigung. Die vier Hypothetenbanken umfassende Deutsche Zentral- BodenLebit Bereinigung veröffentlicht foeben ihre Golderöffnungsbilanzen und Goldumftellungsberichte: Kapital und Reserven der Bereinigungsbanken 1914 u. 1924( min. m.) Preuß Bentral-Bodenfred.AG. Deutsche Grundkreditbk. Gotba Rhein- Weftf. Bodenkreditbant Br.- Hann. Hypothefenbant Re Unitel Attien- Re Papier Goldfer. tapital ferven fapital fapital lungs Den Derhält 1914 1914 1928 1924 1924 nis 44,0 14,2 90,0 9,0 8,54 10: 1 18,0 5.1 45,0 8,75 0,70 12: 1 20,0 4,7 80,0 8,0 0,48 10: 1 12.6 5,5 18,9 1,57 0,49 12: 1 94,6 29.5 183,9 17.82 5,21 Das Attentapital ber vier Banten betrug Ende 1914 94,6 Millionen Mart, die Reserven 29,5, zusammen 124,1 Millionen Mart. Am 1. Januar 1924 lauten die entsprechenden Ziffern 17,32, und 5,21, zusammen 22,53 Millionen. Gegenüber dem eigenen Borfriegsfapital fiegt also eine Einschrumpfung auf nicht ganz ein Seftel vor. Das ist beträchtlich ungünstiger als bei der sieben Banten umfassenden Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypotheten. banken, die gegenüber der Borkriegszeit mit einem Drittel eigenem Sapital weiterarbeiten. Es scheint also, als ob die tonservativere Haltung der Bereinigungsbanken, rein privatwirtschaftlich be. trachtet, die Bereinigung erheblich mehr Goldkapitalfubstanz gefoſtet hat als die Gemeinschaftsgruppe. Auffällig ist auf der anderen Seite die bedeutend stärfere Reserveausstattung bei der Vereinigung. Sie beträgt bei der Bereinigung faft ein Drittel, bei der Gemeinschaftsgruppe nur ein Zehntel des Attien fapitals. Bei der besonderen Bedeutung der Reserven für die Hypothefenbanken fann man daraus schließen, daß die Vereinigung, indem sie das Borfriegsverhältnis der Reserven zum Aftienfapttal zuungunsten der Aktionäre beibchielt, banach geftrebt hat, ihr zu. fünftiges Hypothefen und Pfandbriefgeschäft möglichst start zu unterbauen. Da in den Wertpapieren( hauptsächlich eigene Roggen und Goldpfandbriefe) und in den Gebäuden sehr erheb. liche stille Reserven steden, wird man mit einer baldigen Kapital. erhöhung bei den Bereinigungsbanten rechnen tönnen, um die eigenen Mittel zu stärfen. Das wird um so mehr möglich und auch um so nötiger sein, als die Aufbringung ausländischen Kapitals zur Befriedigung des Hypothefenkreditbedarfs auf erheb. liche Schwierigkeiten stößt, wie die Bemühungen der Gemeinschaftsgruppe in New Yort bisher deutlich gezeigt haben. Im Gegenfug zu den Eröffnungsbilanzen der Gemeinschaftsgruppe weisen die jenigen der Bereinigung auch erhebliche Roggen hypothet- und Roggen pfanbbriefe aus. Das neue Hypotheken- und Pfandbriefgeschäft der 4 Banken: fandbriefe und Schuldverschreibungen: Sproz. Roggen- Pfandbriefe Sprez. Gold- Pfandbriefe . 5 873 558,10 m. 4 976 640, " " Sprog. Roggen- Komm.- Schuldverschreibungen 1775 735, 5proz. Gold- Romm. Schuldverschreibungen 1945 500, Gesamt 14 571 433,10 m. Schuldp tage vorgelegten Dentschrift über die Entwicklung der der Lohnsteuer das Bolfseinkommen zu berechnen. Die Denkschrift Besoldung ber Reichsbeamten verfucht worden, mit Hilfe geht dabei folgendermaßen vor: Wie groß ist das deutsche Volkseinkommen? Seit der Stabilisierung hat die Frage nach der Höhe des deut schen Boltseinfommens eine große Bedeutung gewonnen. Sie ist wichtig, um die Höhe der Steuerbelastung und ihre Wirkung prüfen zu fönnen, sie ist ein Maßstab für Deutschlands Fähigkeit Die Gesamtbevölkerung im Deutschen Relche beträgt und der Ausdehmung der sozialen Fürsorge. Man hat deshalb fommensteuerpflichtig, und zwar entfallen 21 millionen auf Cohnzu Reparationszahlungen, für die Möglichkeit einer Aufwertung gegenwärtig etwa 63,5 Millionen. Davon find 28 Millionen einmehrfach versucht, die Höhe des deutschen Bolkseinkommens zu steuerpflichtige und 7 Millionen auf sonstige Steuerpflichtige. Bon Schäzen, und diese Schätzungen find je nach der Parteistellung ganz bem Einkommen jedes Lohnsteuerpflichtigen ist nur der Teil steuerverschieden ausgefallen. Selfferich hat Ende 1923 das Bolts. pflichtig, der den steuerfreien Lohnbetrag überschreitet. Dieses ganpflichtig, einfommen auf 18 milliarden Mart geschäßt, Luther Anfang teuerfreie Eriftengminimum betrug im Jahre 1924 1924 auf 25 Milliarden, während eine vom Finanzministerium be- 50 m. monatlich oder 600 m. jährlich. Das steues freie Ein einflußte Aufwertungsbroschüre auf 20 bis 22 Milliarden tommt, fommen der Lohnsteuerpflichtigen berechnet sich also auf 600 x 21 Aber diese Schägungen haben wenig Bert, weil sie taum nach. Millionen 12,6 milliarden. Der fteuer pflichtige Teil prüfbar sind. Deshalb ist es wichtig, nach einer Methode zu suchen, des Lohneinkommens wird mit einem Steuerfaß versteuert, der die eine zuverlässige Berechnung ermöglicht. grundfäßlich 10 Broz. beträgt, fich aber für jeden Familienangehörigen um 1 Proz. ermäßigt. Wie groß die Zahl der Familienangehörigen ist, die auf jeden Einkommensteuerpflichtigen durchfchnittlich entfällt, ergibt sich aus folgender Ueberlegung: Wenn von der 63.5 Millionen betragenden Gesamtbevölkerung 28 Millionen einfommmensteuerpflichtig stnd, so entfällt auf jeben Einkommensteuerpflichtigen 1,27 Angehörige, die nicht steuerpflichtig sind und die bet der Bemessung des Steuerfages berücksichtigt werden müffen. Der durchschnittliche Lohnsteuerfag beträgt somit für Gintommensteuervorauszahlungen. Die Einkommensteuerfreuert, muß daher das gesamte Lohnsteueraufkommen in DeutschDie heutige Einkommensteuer zerfällt in die Lohnsteuer und die leben Lohnsteuerpflichtigen 10 Broz. bis 1,27 Broz.= 8,7 3 Proz. Das Die heutige Einkommensteuer zerfällt in die Lohnsteuer und die gesamte Einkommen aller Lohnsteuerpflichtigen mit 8,73 Pro3. der vorauszahlungen sind aber für eine Berechnung des Bolts- land ergeben, oder umgekehrt: das gesamte deutsche Lohnsteueraufeintommens nicht zugrundezulegen, weil sie sich nicht nach dem im tommen stellt 8,73 Broz. des gesamten deutschen LohneinJahre 1924 tatsächlich erzielten Einfommen richten, fondern auf tommens bar. Grund des 11 msages, bes Bermögens oder anderer Maßstäbe berechnet werden. Die 2ohnsteuer dagegen ermöglicht eine genauere Berechnung des Bolfseinkommens, naturgemäß nur für den Teil des deutschen Bolles, der lohnfteuerpflichtig ist. Immerhin laffen sich von da aus zutreffendere Schlüsse auf die Höhe des Bolts. einkommens ziehen, als es durch reine Schäßungen möglich ist. neuerdings ist in der vom Reichsminister der Finanzen dem Reichseinfommens ziehen, als es burch reine Schätzungen möglich ift. Die Berechnung des Boltseintommens ist mit Hilfe der Einkommensteuerstatistit möglich. Aus der Summe der bei der Einkommensteuerveranlagung ermittelten Einfemmen ergibt sich das jeweilige Bolfseinkommen. Auf diese Weise hat man vor dem Kriege das deutsche Boltseinkommen für das Jahr 1913 auf 37,5 milliarden Mart berechnet. Gegenwärtig tommt diese Berechnung nicht in Frage, da es vorläufig noch feine Einkommensteuerveranlagung gibt. Preisnotierungen für Nahrungsmittel, Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose.. ... Haferflocken, lose Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1 Welzengries.... Hartgries 70% Weizenmehl Speiseerbsen, Viktoria Weizen Auszugmehi Speiseerbsen, kleine. Bohnen, weiße, Feri Langbohnen handverk Linsen. kleine per Zentner frei Haus Berlin. 20,50-24,75 19,73-21,50 21,00-22,00 21,75-22,75 20,25 22,00 23,25-25,75 27,00 29.59 21,00-22.50 22,50-28,25 19,00 22,25 15,00 16,00 20,25-23,00 27,00-32,0% 18,00-25,50 Linsen, mittel..... 30,50-43.50 Linsen, große. Kartoffelmehl Makkaroni, Hartgries Mehlnudeln....... Eiernudeln Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasi Patna. Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. Getr Pilanmen 90/100 Pflaumen, entsteint Cal. Pliaumen 40/50 44,00-53,00 20,50-22.00 46,00-$ 8,50 25,50- 30,00 44,50-74,00 15,25-16,50 18,50 20,00 24,51 32,00. 32,75-42,00 77.00 81,00 48,00-49, 0 12,00-80,00 66,00 67,00 Diefen ausgegebenen Schuldtiteln stehen 14,58 Millionen Mart an Forderungen aus Hypothefen und Kommunaldarlehen auf Rosineni Kist., Candia. 60,00-73,50 Roggen bzw. Goldbasis gegenüber. Das sind über 14% Millionen Mart neues Geschäft oder im Berhältnis zum Aftienfapital über 75 Broz Der gesondert aus. gewiesene Aufwertungsbetrag der Teflingsmasse nach der 3. Steuer notverordnung beträgt für die vier Banten zusammen: Hypotheten 109 millionen, Kommunaldarlehen 15,2 Millionen, denen die gleichert Beträge an Aufwertungsforderungen aus Pfandbriefen und tommunalen Schuldverschreibungen gegenübergestellt find.. -kr. Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln. bittere Bari Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer 70,00-85,00 58,00-74,00 203,00-208,0 197,00-210,00 100.00-10,00 53,03- 54,00 Schwrz Pfeffer singap. 100,00-110,00 Weißer Pfeffer. Rohkaffee Brasil 113,00-170,00 215,00-235,00 Rohkaffee Zentralam 25,00-323,00 Röstkaffee Brasil 270.00-310,00 Postkaffe Zenetralam. 330,00-400,00 Röst etreide. lose 21.50-24,00 Kakao. fettarm. 60,00-96,00 Kakao, leicht. entölt 100,00-120,00 Tee, Souchon, gepackt 320,00-400,00 Tee, indischer, gepackt 40,00-470,00 Inlandszucker bas mel. 29,00-31,00 Inlandszucker Raffina. 30,533,00 Zucker Würfel Kunsthonig Zuckersirup hell 1. Elm. Speisesirup dunk. 1. Elm Marmelade Einfr. Erdb Marmelade Vierfrucht Pflaumenmusi. Eimern Steinsalz, in Säcken.. Sledesalz in Säcken.. Bratenschmalz 1, Tiers. Bratenschmalz i Kob! Purelard in Tierces. Purelard in Kisten Speisetalg in Packung Speisetalg in Kübeln Margarine. Handelsm. 1 desgl Il 35,5-36,50 33,40 40,00-27,00- 30,00 90,00-96,00 40,00 37,00- 55,00 3,10 3,60 3,704,20 4.40- 5,00 5,20-5,80 88,7589,75-90,50 88,00 59,50 89,00-91,00 65,00- 66,06 66,00 60,00- 63,00 pre Margarine, Spezialm. 1 80,00-84,00 desgl. II. 69,00-71.00 Molkereibutter II. Fäss. 209,00-214,00 Molkereibutter Pck 215,00-221,00 Molkereibutter Ila i.Fs. 190,00-200,00 Molkereľbutter Pck. 200,00-206,60 Auslandbutter in Fassr 216,00-224,0 Corned beef 12/6 lbs p.K. 38,10- 39,00 Ausl.Speck, geräuchert 108,00-115.00 Quadratkäse Tilsiter Käse, vollfett Echter Emmenthaler Echter Edamer 40%. 20% Ausl angezucker. Condensmilch 48/16 Inl. gez. Conds-M. 48/14 30,00-42,00 115,00-130.00 165,00-175,00 125,00-128,00 Im Monat November 1924 betrug das Lohnsteueraufkommen Jahresaufkommen von 1,437 milliarden Mark Lohnsteuer. Da der 119,75 Millionen Mart. Auf 12 Monate berechnet ergibt das ein Lohnabzug durchschnittlich 8,73 Prog. bes Arbeitslohns ist, so er rechnet sich dieses Einkommen auf 1,437X100: 8,73 milliarden gleich freien Teil des Lohneinkommens von 12,6 milliarden Mart, so er 16,473 milliarden Mart. Rechnet man hierzu noch den lohnsteuergibt fich als gejamies Einkommen der Lohnsteuerpflichtigen 29,07 Milliarden Mart. Damit ist das Boffseinkommen berechnet, foweit es auf lohn fteuerpflichtige Personen entfällt. Es fehlt also noch der Teil des Boltseintommens, ber den 7 millionen Personen zufließt, die nicht lohnsteuerpflichtig find, also das Einkommen der Gewerbetreibenden, ber freien Berufe und derjenigen hochbezahlten Angestellten, die mehr als 8000 M. Jahreseinkommen haben. Da die EinkommenSteuervorauszahlungen feine Schlüffe auf das zugrunde gelegte Eintommen zulassen, fann für diesen Teil der Bevölkerung eine genaue Berechnung nicht erfolgen. Aber die bei den Lohnsteuerpflichtigen gewonnenen Ergebnisse stellen Anhaltspunkte für eine begründete Schäßung dar. Wenn man nämlich annimmt, daß diese 7 Millionen Personen im Durchschnitt nur ebenso viel verdienen wie die Lohn. Steuerpflichtigen, fann man den auf sie entfallenden Teil des Bolts. eintommens auf ein Drittel des lohnsteuerpflichtigen Einkommens, also 9,7 milliarden Mart schätzen. Diese Schäßung stellt die unterste Grenze dar, denn das durchschnittliche Einkommen der Lohnsteuerpflichtigen berechnet sich nur auf 1400 m. jährlich, und man wird mit Sicherheit annehmen können, daß das Einkommen der Landwirte, der Gewerbetreibenden, freien Berufe und hohen 2ngestellten diese Summe beträchtlich überschritt. Rechnet man da. her die 9,7 milliarden als Mindestbetrag des auf die nicht lohn Steuerpflichtige Bevölkerung entfallenden Einkommens zu dem Ein. tommen ber Lohnsteuerpflichtigen hinzu, fo ergibt sich als gesamtes gegenwärtiges Volfseinkommen 39,7 milliarden Mark. Stellt man dieses Ergebnis den früheren Schäßungen gegen über, so ergibt sich: Schäßung Selfferich für 1923/24 Bolfseinkommen 1918 37,4 miliarben Mr. 18 90,00 92,00 Schäzung Lutber für 1924 25 Schäßung der Aufwertungsbroschüre 20-22 25.25-25,50 Berechnung auf Grund der Besoldungsbentfchrift 39,7 20,00- 22,50 Abreißkalender 1925 Der in Ziefbrud hergestellte Kalender fotte in teiner Familie und in feinem Büro fehlen! Breis 2 rt Bu gaben in der Bud handlung 3. W. Dies und in ber Borwartsbuchbruckerei, Linden raße 3, ferner in allen Barteifpeditionen.Begiris ührer und Rasierer nehmen ebenfalls Bekelingen gern entgegen ven 5 Pfg, an bis zu den Boming- Masken feinste, Mützen Dtz. v. 20 Pls. an Girlande, Plakate Fächer, Paplerschiang, Confetti Alle Fest- and Carnevalartikel sehr billig, Riesenauswahl A. Maas& Co. Markgrafenstr.84, a d Lindenstr. 9-6 U r. Gegr. 1890. Zlehung 12. Februar Geld- Lotterie des Deutsch, Ausland Instituts Stuttgart 8883 Gewinne zus. 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Für den Ber- Es zeigt sich also, daß das gegenwärtige deutsche Volkseinkommen gleich des heutigen Boifseinkommens mit dem von 1913 muß man höchstens um etwa 7 Milliarden hinter dem der Borkriegszeit zu allerdings den gejuntenen Gelb mert berücksichtigen, der sich rückbleibt, wahrscheinlich aber nur um 3-4 Maffarden Mart. in der Steigerung der Lebenshaltungskosten ausdrüdt. Auf Grund ber Reichsindegaiffer ist diefe Senfung des Gelbwertes mit 20 bis 25 Broz gegenüber der Borkriegszeit anzunehmen. Für den Ber gleich mit 1913 muß man daher die gegenwärtige Höhe des Bolts einfommens um ein Biertel bis ein Fünftel, also 8-10 Milliarden, Die Preisbewegung. Die auf den Stichtag bes 4. Februar 1925 berechnete Großhandelsinbergiffer des Statistischen Reichsamts ist gegen. über dem Stande vom 28. Januar( 140,4) um 2,6 Proz. auf 136,7 3urüdgegangen. Riedriger lagen vor allem die Breife für Getreide, Schweinefleisch, einige Kolonialwaren, Rindshäute, Ralbfelle, die meisten Tertirohstoffe und Nichteisenmetalle efleisch, Milch, Treibriemenleder, Baumwolle, Baumwollgarn, Benzin stiegen find die Preise für Kartoffeln, Butter, Schmalz, Rinde und Gasöl Bon den Hauptgruppen finb bie 2ebensmittel von 140,9 auf 135,5 aber um 3.8 Proz., Die Industriestoffe von 139,6 auf 139,0 oder um 0,6 Proz. zurückgegangen. Für den Durchschnitt bes Monats Januar ergibt sich eine Steigerung der Großhandelsinderziffer von 131,3 im Durdischnitt Dezember auf 138,2 oder um 5,3 Proz. WEISSE WOCHE Mengenabgabe men vorbehalten bei JANDORF Verkauf nicht an Wiederverkäufer Heute Sonnabend Schlußverkauf Unterfaille mit Stickerei Damennems mit breitem Stickerei- Ansatz Unterrock f. Damen mit br. Stickerei Volant, Prinzchrock mit Stickerei u. 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Karsten( Soz.): Im Lande warten die Rentenbezieher, die Invaliden, deren Waisen, die Angehörigen der Knappschaftsversicherung, die früheren Staatsarbeiter auf das Ergebnis der Reichstagsverhandlungen über die Ausbesserung ihrer Bezüge. Bisher sind noch nicht die Vor friegsunterstützungen erreicht worden, die Sozialrentner haben nicht einmal das, was für die Aufrechterhaltung ihrer Existenz notwendig ist. Erbitterung muß sich ihrer bemächtigen, benn fie fehen, wie andere Leute von dem Ertrage ihrer Arbeit Schlemmen und prassen, während sie selbst bittere Not leiden. Im Reichstag ist Mitleid mit den Arbeitsinvaliden oft genug fchon zum Ausdruck gekommen. Aber sie wollen fein Mitleid, sie wollen ihr Recht, sie verlangen eine Erhöhung ihrer Renten. Im Plenum des Reichstages ift auch oft von der großen Not der Rentenbezieher gesprochen worden, aber das muß wie ein traffer Lohn er heinen, wenn im Ausschuß immer wieder gesagt worden ist, daß die deutsche Wirtschaft die erhöhten Lasten für die Sozialrentner nicht tragen fönne. Im Sommer v. 3. haben die Abgg. Moldenhauer( D. Bp.) und Leopold( Dnat.) das behauptet und das Reichsarbeitsministerium hat sich ihren Bedenken gegen eine Erhöhung der Renten angeschlossen. Vor der Wahl aber hat der Zentralverband der Industriellen in einem vertrau lichen Rundschreiben von den Unternehmern 2 M. für den Kopf der beschäftigten Arbeiter für den Wahlfonds verlangt! Es gibt 24 Millionen Arbeiter, die der Unfallversicherung unterstehen. Die Industriellen wollten alfo 48-50 Millionen der Wirtschaft für ihre parteipolitisch- egoistischen Swede entziehen. Die gleiche Summe fonnte aber nach ihrer Behauptung im vorigen Sommer für die Erhöhung der Unfall- und Invalidenrenten von der deutschen Wirt fchaft nicht aufgebracht werden! Wenn es sich um den Wahl. fonds handelt, dann ist Gelb ba, aber für die Erhöhung der Sozial renten hat man tein Geld.( Buruf rechts: Barmat!) Barmat tft ein Stümper gegen die rechtsparteifichen Reichsminister, die den Ruhrindustriellen 700 Millionen zugewendet haben.( Lebhafte Buftinunung links) Mit den 115 Millionen Mart einmalige Ausgaben im außerordentlichen Etat geben sich die Sozialrentner nicht zufrieden, denn das macht auf den Kopf nur 6 bis 7 Mart im Monat. Sollten diese Zuwendungen nom gestaffelt werden so würde zwar ein Teil 8 bis 9 m. erhalten, die anderen dafür um fo weniger. Im Ausschuß wird das noch ein mal gründlich zu prüfen sein. Die Sozialrentner find zwar das Hungern schon gewöhnt, aber man soll doch den Bogen nicht über. vannen. Man muß ihnen soviel gewähren, daß es einigermaßen gum eben reicht.( Buftimmung lints.) Die Arbeiter werden gern das Opfer eines erhöhten Beitrages auf fich nehmen, um die Sorgen der arbeitsunfähigen Kollegen zu mildern. Benn wir als Arbeiter diese Beitragserhöhung in bescheidenem, aber notwendigem Maße vertreten, dann müssen wir von ben Unternehmern verlangen, daß sie auch bei sich dieser Erhöhung zustimmen. Man hat die Ruhrindustriellen entschädigt. Aber man denft nicht an den Schaden von 2% Milliarden Mart, den die Sozial institutionen während des Ruhrtampfes durch die Inflation erlitten haben. Ist es nicht ebenso not. mendig, die Arbeiter zu entschädigen, die durch den Ruhrkampf in so entfeßliche Not geraten find? Gerade an der Behandlung Der Arbeitsinvaliden erkennen wir das Schamlose der heutigen tapitalistischen Wirtschaft.( Lebh. Zustimmung b. d. Soz.) Der Redner schildert, wie ein geschädigter blinder Arbeits invalide aus dem Ruhrgebiet behandelt worden ist, und stellt dazu in Gegensatz das Entgegenkommen, daß die Großindustriellen ge funden haben. Man rebet so viel von Wiederaufbau der Birt schaft. Aber das Wichtigste ist der Wiederaufbau der Arbeitskraft der Arbeitet, Ser Wiederaufbau der Sozialversicherung. Die geftrigen Reichstagsdebatten. Abg. Ziegler( Dem.): Ziel einer Reform der Sozialversicherung| Beziehung auch nachfommen, was in vielen Gemeinden bis jetzt nicht müssen möglichst hohe Leistungen mit möglichst geringen Beiträgen fein. Vorausjegung dafür ist wesentliche Einschränkung der Berwaltungsausgaben. Mit der Invalidenrente von durch schnittlich 14 M. im Monat tann feiner austommen. Abg. Behrens( Dnat.): Bei der Auswertung darf man nicht an den Trägern der Sozialversicherung vorbeigehen. Die Ditskrantentassen haben sich große Verdienste erworben. man darf ihnen nicht durch die Konkurrenz vieler Sonderfaffen die Griftenz erschweren. Abg. Schneider Berlin( Dem.) begründet einen Antrag, das Angestelltenversicherungsgesez dahin abzuändern, daß bet folchen Versicherten, die ihre Wartezeit abgekürzt haben, der als rämienreserve eingezahlte Rapitalbetrag bei der Renten festlegung angemessen berücksichtigt wird. 竟 Das Kapitel Sozialversicherung" wird in der Ausschußfaffung engenommen. Abg. Luise Schröder( Soz.) begründet den Antrag auf wesentliche Berbesserung der Wochen hilfe und Wochenfürsorge. Wir fordern zuerst Erhöhung der Mindestfäße der Wochenhilfe um 50 Prog. Wenn wir uns darauf beschränten, so nehmen wir Rücksicht auf die Rotlage der Krantentaffen, die sich erst jetzt langsam von der Inflation erholen. Aber die Sozialdemokratie hat von je ben Standpunkt vertreten, daß die Wochenhilfe nicht Sache der Krankenkassen, sondern des Reichs fein muß. Wir beantragen zweitens Vorlage eines Gefezes, das die Wochenfürsorge aus der Fürsorgepflichtverordnung herausnimmt und wieder auf das Reich übernimmt. Diele. Ber ordnung war die Frucht einer Banitftimmung, fie hat nicht zu einer Bereinheitlichung, sondern zu einer Auseinanderreißung der Fürsorge geführt.( Sehr wahr! b. d. Soz.) Wir behalten uns vor, weitergehende Forderungen zu stellen. Die jegt vorliegenden Reichsgrundfäße find ganz unzulänglich. Wir fordern Einführung fefter Säße für die Wochenfürsorge. Die Aerzteorganisationen haben in einer Stundgebung den Ruf erhoben, den Frauen das Recht auf Wochenfürsorge zu geben. In Ucbereinstimmung damit verlangen wir, daß das Reich diese Pflicht übernimmt und daß gefeßlich für alle Frauen festgelegt wird, worauf fie Anspruch haben. Ich nehme an, daß alle Barteien dieser Forbe. rung zustimmen werden, besonders diejenigen Barteien, die angeblich den Mittelft and vertreten, denn gerabe die, die feiner Krankenversicherung angehören, leiden am meisten unter den jetzigen zu ständen. Wir fordern drittens, daß das Washingtoner leber. eintommen über die Beschäftigung der Frauen vor und nach der Niederkunft umgehend dem Reichstag zur Ratifizierung unterbreitet wird. Die Regierung will die Ratifizierung ablehnen. denten dagegen ausgesprochen, daß 6 Wochen vor der Niederkunft die Wochenhilfe gezahlt werden foll. Es soll den Frauen also gestattet werden, 6 Bochen lang nicht zu arbeiten, aber man gibi ihnen nights, wovon sie in dieser Zeit leben tönnen! Der Reichstag muß dafür sorgen, daß die Bestimmungen des Abkommens so schnell wie möglich in Deutschland Gefeß werden. Die Rednerin zeigt an der Statistit, wie Geburten und Geburtenüberschuß in Deutschland zurückgehen. Noch erschütternder ist die Zahl der Totgeburten und der im ersten Lebensjahr Gestorbenen. Welche Summen von Mutterqualen, von Mutterschmerzen bergen diefe Biffern in sich!( Sehr wahr! b. d. Soz.) Dazu kommt die große Zahl der Fehlgeburten, in erster Linie der Frauen, die in der Industrie beschäftigt find. Im Reichsarbeitsblatt hat Dr. Teled n Wien festgestellt, daß im Jahre 1922 bei den rheinischen Krankenkassen von den erwerbstätigen Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren nicht weniger als 5 Broz. durch Fehlgeburten ertrants waren; das ist notwendigerweise die Felge der Beschäftigung der fchwangeren Frauen in der Industrie,( Sehr richtig! b. b. Soz.) Erschütternde Feststellungen hat der Deutsche Textilarbeiter. verband gemacht. Unjer Rollege Dr. Moses hat in Crimmitschau in einer Bersammlung gesprochen, die zum großen Teil aus schwan geren Tertilarbeiterinnen bestand. Nur durch rein persönliche Einladungen waren etwa 150 Frauen, die vor der Entbindung ftanden, hingekommen. Als Dr. Mojes nicht als Politiker, sondern als Arzt zu ihnen sprach, da löften fich die Zungen dieser Frauen. Was sie über ihre feelischen Leiden befundeten, das war so tief er aütternd, daß es jedem Zuhörer paaden mußte. Diese Bersammlung hat dann den Deutschen Textilarbeiterverband zu weiteren Fest ftellungen veranlaßt. Er ließ etwa 50 Lichtbilder von schwangeren Textilarbeiterinnen während der Arbeit machen. Sch lege die Abbildungen auf den Tisch des Hauses nieder. Ich hoffe, daß feiner baran vorübergehen wird, ohne gleichfalls die tieffte Grichütterung zu erleben, welch efurchtbaren Schäden die Arbeit der schwangeren Frauen mit sich bringt; sie werden gezwungen, an der Maschine zu stehen oder ihren Körper bei der Arbeit zu verrenken. Sollte es in Deutschland noch jemanden geben, der den Frauen nicht ermöglichen will, 6 Wochen vor der Entbindung von der Arbeit fern zu bleiben, der verhindern wollte, daß man ihnen für diese Zeit auch die Wochenhilfe zahlt?( Lebhafter Beifall b. d. Soz.) Es genügt nicht, nur den wirtschaftlichen Berlust der Arbeitsrentner zu entschädigen, man muß auch den Berlust an Gesundheit berücksichtigen, wofür sie freilich gar nicht entschädigt werden fönnen. Das Arbeitsministerium bereitet jetzt einen Arbeitsrentenentwurf vor, der teilweise große Berfchlechterungen bringen foll. Das genügt den Unternehmern aber noch nicht, fie drängen darauf. daß die Hälfte der Invaliden überhaupt feine Renten beziehen follen Trotzdem fie heute noch nicht zwei Drittel der Ausgaben von 1913 haben, verlangen die Unternehmer die Herabjegung der Renten, damit ihre Ausgaben zurückgehen!( hört, hört! b. d. S03.) Menschlichkeit findet man bei ihnen nicht. Menschenleben sind ja billig, sie fosten die Unternehmer überhaupt nichts. Wir verlangen, daß die Gefeßgebung sich über den egoistischen Standpunt der Unternehmer hinweggejezt. Es darf nicht so weitergehen, daß das Reichsarbeitsminifterium immer die Faust des Unternehmerfums im Raden In der Versammlung von Crimmitschau wurde noch eine ganze hat. Aehnliche Sabotage trelben bie Unternehmer auch beim Reihe von Forderungen gestellt. so die Schaffung von Siggelegen Knappiaftsgese B. Wir fordern auch hier durchweg Er beiten, die Hinzuziehung weiblicher Gewerbeaufights. höhung der Rentnerbezlige. Es tlingt wie ein hohn, wenn die beamten und weiblicher Merzte. Der sozialpolitische Reichstags deutschrationalen Abgg. Lambach und Leopold einen Antrag aufusschuß muß sich auch damit beschäftigen und das vom deutschen Zeptilarbeiterverband vorgelegte Material verarbeiten. Auf dein Wiedereinführung der Familienhilfe einbringen. Herr Leopold internationalen Tertilarbeiterfongreß haben diese Bilder das größte follte doch erst in feinen eigenen Streifen dafür sorgen, daß die Aufsehen erregt, es war das erste Mal, daß Familien der Arbeitsrentner das Notwendige erhalten. Auch die Reichspensionäre verlangen die Erhöhung ihrer Bezüge mindestens auf Friedenshöhe. Will das Reichsarbeitsministerium nicht den unerhörten Zustand beseitigen, daß die Invalidenrentner zur Mietzins steuer herangezogen werden, aus der ihnen bann wieder die soziale Fürsorge zugewendet wird?! Der Redner spricht zum Schluß die Erwartung aus, daß die Arbeitsinvaliden nicht immer wieder gezwungen werden, die Deffentlichkeit auf ihr Elend aufmerksam zu machett, wie sorgestern vor dem Reichstag; fie find es fatt, das Objekt der Gesetzgebung zu fein, fie wollen Subjett fein, fie perlangen das voule Mitbestimmungsrecht.( Lebh. Beifall b. b. So3-) Abg. Dr. Moldenhauer( D. Bp.) verlangt gründliche Reform der Organisation des sozialen Bersicherungswejens. Die daraus getoonnenen Ersparnisse tamen wiederum den Sozialrentnern zugute. Wesentlicher Ausbau der Angestelltenversicherung wäre auch ohne erhebliche Erhöhung der Beiträge möglich. Gegen ber dem Vorrebner behauptet der Sprecher, in teinem Staat ber Welt erreichten die Invalidenrenten die volle Höhe des Arbeitsverdienstes Abg. Frau Arendsee( Komm.) verlangt Berolerfachung der Invalidenrenten auf 56 m. Abg. André( 3.) betont, seine Fraftion molle mit allem Nach druck an weiterem Ausbau der Sozialpolitit arbeiten. Für die voll femmen Erwerbsunfähigen und die Hinterbliebenen Berunglückter Lauß beffer gesorgt werden. Bei der Angestelltenversicherung muß tie Gehaltsgrenze erhöht werden, schwangere Frauen bei der Fabritarbeit photographiert dargestellt wurden. erfüllt find. Zunächst muß das Nächstliegende, das Washingtoner Wir wollen aber nicht warten, bis diese Forderungen 2lbkommen über die Beschäftigung der Frauen vor und nach der Miederkunft, wenn es uns auch noch nicht weit genug geht, so schnell wie möglich angenommen und durchgeführt werden. zeigt, daß Gelb für alle möglichen Ausgaben vor Der Etat handen ist. Aber was nügt olle geistige und wirtschaftliche Arbeit, wenn es uns nicht gelingt, gefunde Mütter und Kinder zu haben? Der Reichsfanzler hat in feiner Erflärung gejagt, daß er sein Bestes hun werde, um das deutsche Bolt der Gejunbung zu auführen. Wenn das wahr ist, dann muß der Reichstag dafür sorgen, daß für die Mütter und Kinder mehr als bisher geschieht. Wir müssen den Frauen die Gesundheit geben und damit die Möglichkeit schaffen, daß eine gesunde Generation heranmächst.( Lebhafter Beifall b. d. Soz.) Ministerialdirektor Grieser( Reichsarbeitsministerium) erflärt, baß das Washingtoner Uebereinkommen über den Schutz der Wöchnerinnen dem Reichstage demnächst vorgelegt werden wird. rinnen dem Reichstage demnächst vorgelegt werden wird. Die Uebernahme der Fürsorgepflicht auf das Reich werde sich vorfäufig nicht ermöglichen laffen. Es sei ein bedenklicher Weg, alle Kosten auf das Reich abzuwälzen. Abg. Frau Dr. Lüders( Dem.) meint, solange die Fürsorgepflicht nicht zentralisiert sei, müsse das Reich darauf drängen, daß die zu ständigen Gemeindeftellen ihrer selbstverständlichen Pflicht in dieser geschehe. Geschehe das nicht, dann fönne man von Bevölkerungspolitit überhaupt nicht mehr sprechen.( Bustimmung der Demokraten.) Die Bestimmungen über die Wochenhilfe müßten in das Fürsorgepflichtgefeh hinein. Berichterstatter Abg. Hoch( Sos.) teilt gegenüber RBD.- Bemangelungen mit, daß dem Ausschuß irgendwelche Anträge, die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen zu ändern, in bündiger Form gar nich Dorgelegen haben. Eine Erhöhung der Summen hätte daher gar feinen Zwed gehabt. Die Kommunisten hätten mit ihrem Erhöhungs antrag nur Komödie gespielt.( Widerspruch der Kommunisten.) Wenn Sie( zu den Kommunisten) das nicht verstehen, müssen Sie das Stenogramm nachlesen. Ich fann nur zu Leuten fprechen, die die deutsche Sprache beherrschen.( heiterfeit.) Der Antrag Frau Schröder( Soz.) wird dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Die Entschließung des Ausschuffes zur Wochenhilfe wird angenommen, fommunistische Anträge werden abgelehnt. Zur Besprechung fommt dann die Beteiligung Deutschlands am Internationalen Arbeitsamt in Genf. lands am Arbeitsamt und gegen die Ratifizierung des Abg. Lambach( Dnti.) fpricht gegen weitere Beteiligung DeutschWashingtoner blommens, das schließlich auch nur ein Bestandteil des Bersailler Schandvertrages fei.( Sehr richtig! rechts.) Die Sagung der Internationalen Arbeitsorganisation fei jo einge margisten in Frage fommen. richtet, daß als Arbeitnehmervertreter im wesentlichen nur menn aber Deutschland seine Arbeitnehmervertreter statt aus den Ja Deutschland habe der Marxismus gründlich abgewirtschaftet; Reihen der Margiften aus denen der Christlichnationalen wählen wolle, dann würden sie doch durch die Margiften der übrigen Länder überstimmt werden. Bon den 230 Angestellten des Arbeitsamts find ganze fechs Deutsche. Das ist die Gleichberechtigung( Hört, hört! fation tann wirtschaftliche Strafmaßnahmen gegen einen Mitrechts.) Die Mitgliedschaft bei der Internationalen Arbeitsorgani gliedstaat, also auch gegen Deutschland bei Anerkennung von Begliedstaat, also auch gegen Deutschland bei Anerkennung von Beschwerben durch den Internationalen Gerichtshof herbeiführen. In biejem Internationalen Gerichtshof ist aber Deutschland nicht verangehört, muß es im Intereffe feiner wurde die rildständigen Beitreten.( hört, hört! rechts.) Da Deutschland einmai dem Arbeitsamt träge nachzahlen, aber gleichzeitig für eine beffere Bertretung forgen. Deutschnationalen find jetzt als Regierungspartei im GegenAbg Lemmer( Dem.) Bält die Mitgliedschaft für notwendig. Die fab zu ihren früheren Anträgen für die Beibehaltung der Mitglied haft. Die Rebe Lambachs war nur ein Rückzugsgefecht. Auf den internationalen Ronferenzen ist die deutsche Bertretung leiber durch eine mißliche Lage gelommen. Der Redner wendet sich dann die eigenartigen Direttiven der Berliner Sentrale in gegen die 700- millionen- Enffchädigung an die Ruhr- und Rheininduftrie. Er richtet unter dem Beifall der Linken an die Industriellen die auch die Wunden zu heilen, die 1923 und 1924 der deutschen ÄrFrage, ob fte jet bereit jelen, bei den Tarifverhandlungen beitstraft geschlagen worden find. Die Ratifizierung des Washingtoner Arbeitszeitabkommens ist notwendig. Zu einem guten Stüd ift fie schon in der letzten Verordnung des Arbeitsministers erfolgt. Jest tommt es darauf an, der schematischen Berlänge: rung des Achtstundentages entgegenzumirten.( Unruhe rechts.) Die Länderregierungen müßten angehalten werden, ble jüngste Arbeitszeitverordnung aufrichtig durchzuführen. Deutschland hat das größte Interesse an der Durchführung jener Entschließung der Internationalen Arbeitsorganisation, in der erflärt wird, Dentfchlands Reparationsleiffungen müßten da ihre Grenzen finden, wo fie nur noch auf Koffen der deutschen Sozlat politit möglich wären. Das entspricht ganz dem Wirthschen Grundlag: Erft Brot, bann Reparationen!( Rufe rechts: Macht das mir so, da machen wir mit!) Ich bin von eurer( nach rechts) Belehrbarkeit und Wandlungsfähigkeit fo überzeugt, daß ich glaube, wenn Ihr in diefem Tempo fortfahrt, werben wir bald zu einer glänzenden Politit kommen.( Beiterfeit und Beifall links.) Abg. Schlide( Goz.):. Der Abg. Lambath hat durch seine Ausführungen nuc bewiesen, baß er die Geschichte der Internationalen Arbeitsorganisation über die Rolle der Gewertschaften gegenüber diesen Ein und des Genfer Arbeitsamtes nicht vollständig beherrscht, auch richtungen nicht ganz im Bilde ist. Herr Lambach spricht den fozialdemokratischen Gewerkschaften die Führereigenschaften ab und fordert eine erstklassige Bertretung Deutschlands im Arbeitsamt; nun mit politischen Führern, wie Zudendorff und ähnlichen, förmen wir es immerhin nicht aufnehmen. Die Angriffe, die man gegen den Borfißenden des Amtes, den Franzosen hamas, ge richtet hat, find haltlos( Widerspruch rechts); er hat sich alle Mühe gegeben, den Deutschen entgegenzukommen, an feinem guten Willen ist nicht zu zweifeln. Wenn man die Gleichberech tigung ber Deutschen fordert, darf man nicht gleichzeitig ole Zahlung der Beiträge verweigern. Abg. Lambach hat Unstimmig feiten in der Ueberlegung der Artikel betr. die Internationale Arbeitsorganisation behauptet; nach den Erfahrungen aus meiner Ministerzeit haben sich solche Unstimmigkeiten durch Berständigung leicht erledigen lassen. 3m Arbeitsamt wird die Parität durchaus gewahrt, früheren Gewerkschafter bearbeitet. Bartelisch wird also feineswegs die Arbeiterschutzpolitit wird dort von einem Deutschen, einem verfahren. Die Auswahl der geeigneten Kräfte ist begreiflicherweise äußerst schwierig. Die Beiträge für 1920 und 1921 find be dafür verantwortliche Karnidel figt; vielleicht ist auch das Auszahlt, erst 1922 blieben wir sie schuldig: ich weiß nicht, wo das wärtige Amt nicht ganz unschuldig baran; daß wir 1923 in der Inflationszeit überhaupt zahlungsunfähig waren, be barf feines Nachweises. Wir sind damit einverstanden, daß an die Stelle der Ausschußentschließung auch der Antrag des Zen trums tritt Abg. Stegerwald( 3.): Nach unserem Antrag sollen die rückständigen Beiträge durch Nachtragsetat bewilligt werden, bei der Bahlung aber zugleich die Gleichberechtigung für Deutsch land und die Zulaffung des Deutschen als Amtssprache energisch reklamiert werden. Hoffentlich bringt das Amt für diese Ansprüche der 80 mil Itonen Deutscher das nötige Berständnis auf. Hierauf wird die Beratung abgebrochen. Präsident Löbe teilt mit, daß der Abg. Bauer( Soz.) das Mandat niedergelegt hat. Heute, Sonnabend 1 1hr: Kleinere Borlagen, Anträge, Fortfchung der Beratung des Haushalts des Arbeitsministeriums. Schluß 7 Uhr. geredynet Städtetag und Finanzausgleich. bie„ Deutsche Tageszeitung" fegte em Freiing Der Kampf um den Einkommensteuerzuschlag. Ummittelbar nach der Konferenz der Länderfinanzminister trat am Freitag im Sigungssaal der Berliner Stadtverordnetenverfammfung der Hauptausschuß des Deutschen Städtetages zu einer Tagung zusammen, die sich in erster Linie mit der bevor stehenden Neuregelung des Finanzausgleichs beschäftigen sollte. Bor Eintritt in die Tagesordning brachte der Vorsitzende, Oberbürgermeister Böß Berlin, einen Protest des Städtetages gegen die Nichträumung der Kölner Zone zum Ausdruck. 3 Zum Finanzausgleich referierte der Geschäftsführer des Städte tages, Oberbürgermeister Mihlaff. Wenn man bedenkt, daß maß gebende Kreise der deutschen Kommunalverwaltungen in den letzten Jahren bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit immer wieder als das A und O einer fommenden Reform die Abkehr vom Erzbergerschen Steuersystem und die sofortige Wiedercinführung des Zuschlagsrechts der Gemeinden zur Einkommensteuer bezeichnet haben, so mußte bereits das Referat des offiziellen Vertreters des Städtetages als ein deutlicher Rüdzug gegenüber der bisherigen Haltung erscheinen. Freilich betonte auch Mizlaff, daß grundsäglich an einer Forderung des 3u schlagsrechts für die Gemeinden festgehalten werden müsse, daß aber Zeit und Umstände eine verfrühte Umstellung unserer deutschen Steuerverhältnisse in diesem Sinne bedenklich erscheinen ließen. Die von ihm vorgelegte Resolution gipfelte deshalb in dem Verlangen, diese früher so energisch geforderte Reform nicht vor dem 1. April 1927 in Kraft treten zu lassen und bis dahin das augenblickliche Berteilungssystem beizubehalten. Man fann Mizlaff und den zahlreichen Diskussionsrednern aus den verschiedensten Ecken Deutschlands ohne weiteres derin zustimmen, wenn fie für die Ge meinden die Aufrechterhaltung mindestens der bisherigen Einnahmen als unbedingt notwendig bezeidmeten. In der Tat hat psychologisch die Berbesserung der fom munalen Finanzperhältnisse auf die Deffentlichkeit nur deswegen so sehr gewirkt, weil bisher in den Inflationsjahren ein Stüd fommunaler Wirtschaft nach dem anderen hatte abgetragen roerden müssen. Auch heute noch sind die Konnnumen nicht entfernt in der Lage, die Aufgaben zu lösen, die die Not der Bevölkerung und die stürmische industrielle Entwicklung von ihnen auf allen möglichen Gebieten verlangen. Eine Schmälerung des Anteils der Ge meinden an der Reidseinkommensteuer in dem vom Reichsfinanz ninister beabsichtigten Umfang erscheint deshalb um so weniger trag bar, wenn man außerdem bedenkt, daß die von den Rechtsparteien im Bahlkampf aus rein bemagogischen Gründen geforderte Aufwertung von den Gemeinden selbstverständlich die Aufbringung weiterer steuerlicher Mittel verlangt. In der Diskussion wurde vom Oberbürgermeister uppeNürnberg und auch von dem sozialdemokratischen Diskussionsredner, Genossen Reuter- Berlin, darauf hingewiesen, daß einer Rückkehr zum Zuschlagsrecht der Gemeinden schwerwiegende Be denken gegenüber stehen. An der jegt geschaffenen Reichseintommensteuer will auch auf dem Deutschen Städtetag schließlich niemand mehr rütteln. Zu sehr hat sich auch bei den Städten die Ueberzeugung durchgesetzt, daß ihr wirtschaftliches Schicksal mit dem Gedeihen und dem Aufblühen des Reiches aufs engste verbunden ist, und daß eine gesunde Währungs- und Finanzpolitik des Reiches ohne die einheitliche Verwaltung der Einkommensteuer. durch das Reich nicht denkbar ist. Die Rückkehr zum partikularisti schen Steuersystem bringt in der Zeit großer Reparationsverpflich tungen für das Reich und damit schließlich auch für die Gemeinden Gefahren mit fich, die in ihrem Endeffett größer find als die Borteile oder Nachteile, die so oder so jedes, auch das ideaffte Steuersystem, zur Folge haben wird. hält man aber einmal und darüber herrschte eigentlich Hebereinstimmung auf dem Städtetag an der Reichseinkommen. morgen mit einem Leitartikel nach dem üblichen Geschimpfe auf die Erzbergersche Steuerreform haarflein auseinander, daß es nicht anders zu machen geht. In dem Moment, in dem die Herrschaften ihre Parolen in die Tat umsehen sollen, verbrennen sie, was sie bisher angebetet und beten an, was sie bisher verbrannt haben. Im großen und ganzen war die Stimmung des Deutschen Städtetages eine ganz ähnliche. So schwierig für die Gemeinden die Verhältnisse heute auch noch sein mögen, es überwiegt doch die Einficht, daß eine ruhige und organische Entwicklung heute angebrachter ist als gefährliche Experimente, deren Folgen niemand zu übersehen vermag. Sicher wird man im ganzen in den letzten Jahren so heftig umstrittenen Fragenkomplex sehr bald noch ruhiger ansehen und überlegen als es heute bereits der Fall ist. Für die Beratungen des Reichstages über den neuen Finanzausgleich ergeben sich jedenfalls aus diesen Verhandlungen sehr beachtenswerte Fingerzeige. Die Entschließung zum Lastenausgleich hat folgenden Wortlaut: 1. Es muß gegen die trotz aller Widerlegung immer wiederfehrende Auffassung, daß die finanzielle Lage der Gemeinden günstiger sei als die des Reiches und der Länder, und daß die Gemeinden eine mit den Anforderungen der Zeit nicht verträgliche Ausgabewirtschaft trieben, Berwahrung eingelegt werden. Besonders muß der auf unzuverlässigem Material beruhenden Darstellung der Besoldungspolitik der Gemeinden in der Denkschrift des Reichs. finanzministeriums zum Besoldungssperrgesez widersprochen werden. Die Gemeinden find fast durchweg zu einer für Wirtschaft und Verbrauch nicht tragbaren über starten Anspannung der Gemeinde steuern und der Werftarife schon jetzt gezwungen. Jede Einschränkung ihrer Einnahmen muß zu einer Minderung ihrer Wohlfahrtsleistungen führen. 2. Es darf daher keinesfalls in der Zeit bis zur endgültigen Regelung des Finanzausgleichs die gegenwärtige Steuerperteilung zwischen dem Reich, den Ländern und den Gemeinden zuungunsten der Gemeinden verschoben werden. 3. Beim Finanzausgleich sind die Bedürfnisse der Gemeinden mit denen der anderen öffentlichen Körperschaften gleichwertig zu behandeln. An der Forderung der Wiedereinführung der kommunalen Zuschläge zur Einkommensteuer und zur Körperschaftssteuer hält der Deutsche Städtetag fest. Ebenso an der einheitlichen reichsrechtlichen Regelung der Einkommensteuer als Grundlage der Zuschläge. Der endgültige Finanzausgleich ist, wenn der Uebergang zum neuen System sich ohne Störung vollziehen soll, er st zum 1. April 1927 möglich. Daneben bleiben die Länder verpflichtet, für einen finanziellen Ausgleich zugunsten der finanziell schlecht stehenden Gemeinden Borsorge zu treffen. 4. Die Frage der Aufwertung der öffentlichen An. leihen muß zur Beseitigung der bestehenden Unsicherheit mit größter Beschleunigung baldigft endgültig entschieden werden. Findet eine Aufwertung statt, fo muß sie gefeglich für Reichs, Landes- und Gemeindeanleihen gleichmäßig und nach einheitlichem Satz geregelt 5. An den Verhandlungen des von der Finanzministerkonferenz am 4. Februar eingesetzten Ausschusses find auch Gemeindevertreter zu beteiligen. Aus der Partei. Die judetendeutsche Sozialdemokratie bat, allau bald nach dem Tod Karl Cermats einen neuen schweren Berlust erlitten. In Teplitz starb, erst 51 Jahre alt, Abg. Gen. Ernst Sirsch, der jahrzehnte lang gleich tätig in der Partei wie in der Handelsangestellten organisation gewesen ist. ſteuer feft, dann ergibt sich bei Einführung des Zuschlagsrechts bie Parteinachrichten Tatsache, daß dieses Recht nicht nur den Gemeinden, sondern auch den Ländern verliehen werden wird. Es wird dann zweifellos bei gleichzeitiger Einschränkung der Beteiligung der Gemeinden auf 66% Proz. des Steuerertrages für beide Teile durch die Gefeßgebung auf feste Prozentsätze beschränkt werden oder mindestens die Bewegungsfreiheit beim Zuschlag auf sehr enge Grenzen eingeengt. Außerdem sieht mit Rücksicht auf die dann unvermeidliche Bildung von Steueroasen und armen Profetariergemeinden auch die Resolution des Städtetages einen Ausgleichsfonds für ärmere Gemeinden vor. Ferner murbe in der Diskussion darauf hin gewiesen, daß der Durchführung des Zuschlages bei Beibehaltung der Lohnsteuer außerordentliche Schwierigteiten für die Bertei Tung der Zuschlagerträgnisse von den Betriebsgemeinden auf die Wohngemeinden entgegenstehen. Auch die überall im Fluß befind liche und außerordentlich begrüßenswerte Bewegung au weiteren Eingemeindungen ist durch ein eventuelles Neuauffeben der Zuschläge sehr gefährdet. Wenn auch die Mehrheit der auf dem Städtetag vertretenen Bürgermeister im Grunde ihres Herzens noch an dem Gedanken einer felbständigen Steuerhoheit der Gemeinden für die Einkommensteuer festhalten, so war dody gestern bereits Uebereinstimmung darüber, daß der Zeitpunkt für eine deutsche Reform aus tausend Gründon heute noch nicht gefoinmen, ist. Allgemein überwog der Wunsch, bei den undurchsichtigen Verhältnissen feine Experimente zu machen und für die Gemeinden teine Geschenke anzunehmen, die sich höchstwahrscheinlich als Danaergeschenke erweisen würden. Insofern herrschte eine überraschend einheitliche Auffassung darüber, daß eine Herabsetzung des quotenmäßigen Anteiles der Gemeinden untragbar fei, kann auch außerhalb des engeren Kreises der Kommunalpolitiker Paum ein Zweifel fein. Man kann deswegen der Hoffnung Ausdruck geben, daß diefer immerhin beachtliche Stimmungsumschwung in den Kreisen des Deutschen Städtetages sowohl der Reichsregierung wie auch den Reichstagsparteien Beranlassung geben wird. Die Argumente, die zur Abkehr von dem Grundgedanken der Erzbergerschen Steuerreform von bestimmter Seite vorgebracht werden, noch einmal auf ihre Stichhaltigkeit zu prüfen. Im übrigen geht es ja, wie von dem fezialdemokratischen Diskussionsrebner betont werden konnte, mit dem agitatorisch- demagogischen Kampf gegen die Steuerhoheit des Reiches genau so, wie mit all den anderen demagogischen Forderungen, die die Rechte im Wahlkampf erhoben hat. AusCinfendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, 9. t. 5 hr tugblattverbrethime sex ben belannien Chelles es. 12. Abt. 9 Uhr vom Lobal Schmidt, Biclefstr. 17, aus. 15. Abt. 9 Uhr von Obiglo, Stralfunder Str. 11, aus; Bezirk 266 vox Runze, Aderftr. 49, aus. 22. Abt. 9 Uhr von folgenden Lokalen aus: Reuter, Föhrer Str. 13; Stabga), Brüffeler Str. 43; Gentel, Utrechter Str. 10. 23. Abt. Die Genossen treffen sich aur Flugblattverbreitung sormittags 9% Uhr in den Zahlabendslokalen. 25. Abt. 9 Uhr von Gott, Kniprodestr. 6, aus; Bezirke Bauer und Gülde Treffpunkt bei Cramer, Cotheniusstr. 3. 32. Abt. Flugblattverbreitung vom Lokal Aromphardt, Grüner Weg 49 und Valentin, Krautstr. 36a, aus. 33. Abt. Vormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung von folgenden Sofafen aus: Bezirke Koch, Hensel, Geßner, Salwag und die Stralauer Bezirke von Hoffmann, Stralauer Allee, Ede Markgrafendamm, aus. Die Bezirke Engelbreajer, Bolig und Schulte von Wegner, Stralauer Allee 31, aus. Der Die Bezirke jenseits der Bezirk Riefer von Lojat, Benmeftr. 8, aus. Bahn, und zwar Fischer, Burmeister, Soth, Hoff, Wimmer und Grau von Rienig, Simon- Dach- Str. 24. 34. Abt. Flugblattverbreitung von Rosin, Gubener Str. 19 und müde, War. schauer Str. 17, aus. 38. Abt. 9 Uhr von Busch, Tilffer Str. 27, aus. 37. Abt. 9 Uhr von Pfeifer, Sausburgstr. 2, aus. 41. Abt. 8% Uhr Flugblattverbreitung: Gimon, Belle- Alliance- Str. 30; Sajufter, Chamiffoplas 4; Suze. Bergmannstr. 93; Mende, Gneisenauftr. 6. 43. Abt. Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen ans. Die Be. sirtsführer tönnen heute, Sonnabend, das Material von Wolf, Gcäfe ftraße, abholen. Charlottenburg. 56. Abt. Vormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung: 1. Gruppe von Lierich, Rantstr. 62; 2. Gruppe Solgendorffitr. 20 aus. 58. Abt. 9 Uhr Abholung der Flugblätter bei Sinrichsen, Bayreuther Str. 25. 83. bt. Lichterfelbe. Bormittags 9 Uhr Treffpunkte zur Flugblattverbreitung. Süd beim Genoffen Marz; Oft bei Körner am Bahnhof Oft; in Best bet Quandt, Moltkestr. 31. 85. Abt. Tempelhof. 8% Uhr Flugblattverbreitung von den Zahlabenblokalen aus: 1. Bezirk( neues Lotal) Dorf-, Ede Neue Straße. Flugblätter bei Harsdorf, Werderstr. 31, abholen. Renton. 91. Abt. Vormittags 10 Uhr. Flugblattverbreitung von Ramin, Mainzer Str. 12, aus. 92. st. 9 Uhr Fluablattverbreitung. Die Genofien holen dos Material bei Wolf. Raiser- Friedrich- Str. 173, ab. Nachmittags ab 3 Uhr in den Baffage- Feftfälen, Bergstraße, Wintervergnügen.. Borträge, Fetrede, Berlosung und Zang. Eintritt einschließlich Tanz 75 Bf. Mitglieder anderer Abteilungen als Gäste willkommen. 94. Abt. Vormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Stelien aus. Die Bezirksführer tönnen von 8 Uhr ab das Material abholent von Gilnther, Schillerpromenade 11. 117. Abt. Lichtenberg. Vormittags 9 Uhr bei Krüger, Türrschmidtstr. 33 und 128./130. Abt. Pankow. Riofe, Rupprecht-, Ede Eitelstraße. Lokalen aus. 9 Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Botal 141. Abt. Rosenthal. Bormittags 10 Uhr Flugblattverbreitung vom Frische, Niederstr. 5, aus. Sangiozialisten. Gruppe Mitte; Treffpunkt zur Flugblattverbreitung 9 Uhr bei Richiefing, Ackerstr. 1. Abends Beteiligung am Mar- Barthel- bend. Gemeinsamer Abmarsch 7 Uhr Sadescher Martt. Sennigsdorf a. b.$. Das Lokal Brofe steht den Parteigenossen wieder Der Ortsvorstand. aur Berfügung. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 82. bt. Steglik. Genoffe Georg Schutz, Mariendorfer Str. 55, ist verstorben. Wir werden ihn ein dauerndes Gedenken bewahren. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14. Gebaftianfte. 37/38, Sof 2.Er. Sountag, den 8. Februar, findet eine Gründungsversammlung in Röntgenthal statt. Kameraden, die baran teilnehmen wollen, be nugen den Zug 1.10 unb 1.40 Uhr ab Stettiner Bahnhof bis 8. Ab Sauvorstand. Gesundbrunnen je 6 Minuten später. Rahlreiche Beteiligung sehr erwünscht. Kamerabschaft Bernau mit Untergruppe Labeburg: Sonntag, den 8. Februar, nachmittags 1½ Uhr, Antreten fämtlicher Rameraden im Ver einslokal Medisch, Staiserstraße, zur Fahrt nach Röntgenthal zur Gründungsversammlung. Erscheinen aller Kameraden, auch der passiven, ist dringenb notwendig. Kamerabschaft Friedrichshain: Sonntag, den 8. Februar, vormittags 10 Uhr, Treffen Fruchtstr. 36a, zur Autofahrt. nach Neuruppin. Kamerabschaft Bankow: Sonntag, den 8. Februar, vormittags 9 Uhr, Ueben Der Spielleute. Treffpunkt Breite Gir. 14. Mittags 12% Uhr Treffen bei Meier, Breite Str. 14. Erscheinen aller Kameraden Pflicht. Kameradschaft Webbing: Sonntag, den 8. Februar, vormittags 11% Uhr, Treffen am Bahnhof Butlikitraße. Bollzähliges Erscheinen notwendig. Die Kameraden, bie nach Magdeburg fahren, milfsen unbedingt 50 Pf. filr Teilnehmertarten sofort an Rameraden Müller, Uferstr. 12, entrichten Untergruppen: Sonntag, den 8. Februar, vermiffage 9 Uhr, Antreten in Raineradschaft Weißensee mit Banverkleidung Schloß Weißonfee, Gämtliche auch alte kameraden haben zu erfdeinen. Kameradschaft Reinidendorf, Untergruppe Rosenthal: Sonnabend, den 7 Februar, abends The Uhr bei Frische, Niederstraße, Gruppenung Besprechung der Fahrt nach Magdeburg.. Ericheinen quer Kameraden 40 wendig. Kamerabschaft Charlottenburg: Sonntag, den 8. Februar, vormi.tags 9% Uhr, treffen sich die Kameraden zu einer wichtigen Besprechung im BereinsTotal Wilhelmshof, Berliner, Eingang Spreeftraße. Bannerkleidung. Kame radschaft Brenzlauer Berg: Sonntag, den 8. Februar, vormittags 9 Uhr, triffe fich die gesamte Rameradschaft mit allen Fahnen am Bahnhof Brenzlauer Alice Rückkehr für Groß- Berlin( fein opraelo). Rudleht vormittags. – Kameradicaft Erkner: Montes, den ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, au richten. 9. Kreis Bilmersborf. Sonntag, den 8. Februar, vormittags 11 Uhr, wich tige Gigung des Bildungsausschusses bei Kroiß, Solfteinische Str. 60. Bertreter der Frauen, Jungsozialisten und Arbeiterjugend find eingeladen. Sanbzettel für die Frauenkundgebung zur Mitverteilung bei den Flugblättern sind abzuholen bei Chanm, Auguftoftr. 6. Treffpunkte zur Flugblattverbreitung: Heute, Sonnabend, den 7. Februar: 11. Abt. Abends 6 Uhr bei Berger, Levekowe. 21. 10. Abt. Die Flugblätter fönnen ab 5 Uhr in Empfang genommen werden. Sonntag früh 9 Uhr von Krüger, Suffitenstr. 34, aus, Flugblattver breitung. 28. t. Ab nachmittags 5 Uhr Flugblattverbreitung. Sonntag vormittag ab 9 Uhr bei Wichmann, Weißenburger Str. 1. 27. Abt. Um 6 Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Zobalen aus. 39. Abt. Die Flugblätter fönnen ab 1 Uhr vom Genossen Lucht in Empfang genommen werden. 44. Abt. Bezirtsführer, Abholung der Flugblätter ab admitings 4 Uhr bei Eiffert, Oranienſtr. 196. Die Mitgliederversammlung am 11. Februat findet Oranienstr. 180 in Biens Ballsalon statt. 55. Abt. Charlottenburg. Ab 6 Uhr Flugblattverbreitung von den Gruppen Totalen aus: 8. Gruppe: Eggert, Ballstr. 90; 9. Gruppe: Reimer, Wilmers. dorfer Str. 21; 10. Gruppe: Bohne, Schloßftr. 45. 71. Abt. Wilmersdorf. Abends 6 Uhr Flugblätter von Jonas abholen. Die Bezirksführer übernehmen die Verbreitung in ihren Bezirken. 81. Abt. Friedenan. 7½ Uhr Seiterer Abend" in der Aula der Gemeind schule Offenbacher Str. 5a. Mitwirkende:. Maria, Schipfmann umb Männerchor Steglik- Friedenau. Karten an der Abendkaffe. Sonntag Flugblattverbreifung von 9 Uhr ab bei Rubbed, Odenwaldste. 26, Aufgang I, vorn 2 Tr. Thiele, Berliner Str. 38, aus. 95. Abt. Reukölln. Die Bezirksführer holen die Flugblätter von 6-7 Uhr von Sürtler, Prinz- Handjern- Str. 34, ab. Rur Berbreitung einladen. 104. Att. Ricberschöneweide. Abends 6 Uhr Flugblattverbreitung vom Bokal 118. Abt. Lichtenberg. 7% Uhr wichtige Funktionärversammlung bei Nothe, Frankfurter Alec. Anschließend Flugblattverteilung. Straßenführer 121. t. Starlshorst. Ab 6 Uhr Ausgabe der Flugblätter, die am Sonntag bestellen. zur Berteilung fommen sollen. 124. Abt. Mahlsdorf. 8 Uhr im Lokal Anders Abholung der Flugblätter. 137. Abt. Reinidendorf- West. Abends im Boltshaus Scharnweberite. 114 gemiltliches Beisammensein mit Eisbeineffen. Humoristische Vorträge. Bernau. Heute abend 7½ Uhr in Bernau, Gewerkschaftshaus, Chauffee, Ede Raiserstraße, Gruppenkonferenz. Tagesordnung: Die Aufgaben der Partei im neuen Reichstag und Landtag"." Referent Genosse W. Krüger, M. d. L. Sämtliche Funktionäre der Partei milfsen erscheinen. Morgen, Sonntag, den 8. Februar: 1. Abt. Vormittags 9 Uhr vom Lokal Richiefing, Adferfir. 1, aus. 3. Abt. Vormittags 9 Uhr vom Lofal Krüger, Engelufer 23, aus. 4. Abt. Vormittag von 9 Uhr ab Flugblattverbreitung vom Lotal Lötschert, Neue Friedrichstr. 108, aus. 5. Abt. Vormittag 9 Uhr vom Lokat Mathia, Linienstr. 29, aus. 8. Abt. 9 Uhr vom Sokal Ridert, Steinmekitr. 36a und von Meyer, Lukom. straße, aus. 9. Februar, abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung bei Sperling. Reftaurant Bur Löcknik". Erscheinen aller Rameraden Pflicht. Mitgliedskarte Icgitimiert. Kamerabschaft Friedrichshain: Montag, den 9. Februar, abends 7½ Uhr, Turnabend der Jugendgruppe in der Turnhalle Eckertstraße. Kameradschaft Kreuzberg, Jugendgruppen I und III: Montag, den 9. Februar. abends 7 Uhr, Turnhalle Fürbringerstraße. Kameradschaft Oranienburg: Montag, den 9. Februar, abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung im Sailkenhaus. Kameradschaft Prenzlauer Berg, Aug 7: Montag, den 9. februar, abends 7 Uhr, wichtige Rusammenkunft bei Soffmann, Lychener Str. 8. Kameradschaft Reinidendorf: Montag, den 9. Februar, abends 7% Uhr, in der Turnhalle des Realgymnasiums Reinidendorf- Dit, Berner Straße, Pfliciterne abend. Die Rameraden aller Untergruppen müssen erscheinen. Statcerab schaft Tempelhof: Montag, den 9. Februar abends 8 Uhr, Vorstands- und Grungenführerfißung im Lokat Kunze, Tempelhof, Friedrich- Franz-, Ede Friesrich- Wilhelm- Straße. Kameradschaft Charlottenburg: Der Turnabend beginnt jeden Dienstag um 7% 4 Uhr in der Wiebe- Schule, Kaiserin- Augusta- Allce, Eingang Neues Ufer. Erscheinen sämtlicher Kameraben Pflicht. Ramerabschaft Röpenid und Untergruppen: Dienstag, den 10. Februar, abends 7% Uhr, int Jugendheim, Köpenid, Grünauer Str. 4, wichtige Borstandssiguna, an meldier bie Untergruppen und Zugführer vertveten sein müffen. Kamerabschaft Mitte: Dienstag, den 10. Februar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Enge ufer, Bunter Abend, Es ist Pflicht eines jeden Kameraden, dort au erscheinen fowie Angehörige und Gäste mifzubringen. Gauvorstand. Die Kamerad schaften werden ersucht, die Eintrittskarten für die Beranstaltung zum bruar im Saalbau Friedrichshain unverzüglich abzuholen. FeLandsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin 1892. Sonnabend, den 7. Februar, abends 8 Uhr, im Dresdener Kasino, Dresdener Str. 96, croße Masterade( nach Hamburger Art). Prämiierung. Fadelpolonaise, Tanz in Awei Sälen. Möglichst in Maste oder Kostüm erscheinen. Landsleute, Gäste find willkommen. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Releger. binterbliebenen, Ortsgruppe Neukölln, Geschäftsstelle Donauste. 128, veranstaltet am Dienstag, den 10. d. M., abends 7 Uhr, im Ideal- Kafino( Jnh. G. Mos. Ter). Weichselstr. 8, eine Sinterbliebenenverigmmlung. Tagesordnung: 1. Ges schäftsbericht der Sektionsleiterin Kameradin Ehrhardt. 2. Wahl der Sektionsleitung. 3. Mitteilungen und Berschiedenes. Pünktliches und restloses. Er fcheinen aller Kamerabinnen ist unbedingt erforderlich. Geschäftliche Mitteilungen. Ein gutes Würzmittel soll ausgiebig fein und doch mild wirken. Crite Fach- Autoritäten bezeichnen deshalb Maggis altbewährte Würze als ideales Geschmadsverbefferungsmittel. Weh! entfaltet sie ihre Würstvaft ſchon in fleiner Gabe, ift alfo ökonomisch, und doch verdedt fie, richtig angewendet, den Eigengeschmack der Speisen nicht, vielmehr hebt sie ihn bis auf den höchsten Grad der Bollmundigkeit. Dadurch regt fic Appetit und Verdauung wohltuend an, was auch durch zahlreiche Versuche an Universitätsinstituten bestätigt worden ist. Am Morisolas ift in dem altbekannten Etablissement Buggenhagen ein herrliches Fleachen Erde, das schöne Zillertal", entstanden. Die Kunst hat hier meisterlich die Natur erfekt. In diesen effektvoll illuminierten Räumen spielt fich alltäglich zurzeit das mirtlid) bayerische Gebirgsleben ab. Um den Einheimischen Berlins die Reise zu ersparen, wird sich das Billertal" Don Beit zu Zeit verwandeln und ein anderes Geficht annehmen, von anderen schönen Städten und Gegenden der Erde, in denen man, dem Charakter ente sprechend, Feste veranstalten wird. Um iedem die Schönheiten, die hier geboten werden, zu erschließen, ist der Eintritt frei, mur wird gebeten, Frobfinn und Stimmung mitzubringen. Augen auf! MAGGI Fleischbrühwürfel tragen auf der rot- gelben Packung den Namen MAGGI. Andere Würfel stammen nicht von der Firma MAGGI. Die Maggi- Gesellschaft hat ihre Erzeugnisse der Kontrolle des Direktors des Hygienischen Instints der Universität Berlin, Geheimrat Professor Dr. Martin Hahn, unterstellt. MAGGI Fleischbrüh Würfel Sonnabend 7. Februar 1925 Unterhaltung und Der Papagei. Bon Frida Erdmute Bogel. Die albe Dame ging die Tauentienstraße entlang. Und das hätte fie nicht tun follen. Aite Damen gehören nicht in die Tauenzienstraße! Die ale Dame ging zwar auf der verheirateten Seite, also drüben, wo die stilleren Geschäfte fiegen, aber immerhin, das ganze Unternehmen war von vornherein verfehrt und ein Stillosigkeit von ihr. Und sie benahm sich in logischer Folge davon weiterhin verkehrt und stillos. Sie fah sich nicht die Auslagen der Geschäfte an, fie bespiegelte sich und ihr Kostüm auch nicht in den Schaufensterscheiben, noch tastete sie die ihr Entgegenkommenden oder an ihr Vorübergehenden von oben bis unten mit aufdringlichen Blicken ab. Sondern sie tat etwas ganz Sinnloses, etwas, das kein Mensch jemals in der Tauenzienstraße tut: Sie sah zu dem flaren, zartblauen Herbsthimmel hinauf; fie musterte die Blumenfästen der Baltons und Loggien und stellte hierbei befriedigt fest, daß die meisten Pflanzen schon entfernt maren, denn es fror ja bereits hin und wieder des Nachts. Und dann blickte sie in die Kronen der Plantanenbäume und freute sich, daß sie, wenn auch sehr starf bereits entfärbt, doch noch ziemlich dicht voller Blätter saßen und ja, jetzt ftuzte die alte Dame bei ihrem friedlichen Blickegleiten, hemmte den gleichmäßigen Gang und äugte fcharf und interessiert nach oben in den herbstlichen Wipfel eines der Bäume. Und darauf tippte sie unversehens einem an ihr vorübereilenden Gent auf die Schulter( denn alle alten Damen von dem richtigen, aussterbenden Typ empfinden sich als Mutter oder zum mindeſten als Tante aller jüngeren Leute), also fie tippte und sagte: " 1 Sehen Sie einmal, junger Mann, siht da nicht etwas oben im Baum?" 7 Der Gent, der es sehr eilig hatte und deshalb auch die verkehrte Seite der Tauenzienstraße benutte er mußte Margot unbedingt von der rhythmischen Schönheitsplastik abholen blieb einen Augenblid stehen und versuchte der Richtung des gefütterten Glacéhandschuhfingers zu folgen. Da ihm jedoch seine große Hornbrille das Sehen sehr erschwerte, gab er nach einigen Gesichtsverrenkungen das Unternehmen auf, 30g mit einen tadellofen: Bedauere, nein," den Hut und stürmte weiter. Wer soll denn mo mat figen haben?" Damit schob sich ein Gilbotenjunge, der ihre Worte gehört hatte, vom Rade springend, an Die alte Dame heran. „ Ja, da oben, sehen Sie doch!" ,, Ach mo, id rieche nicht." 11 „ Wo, was denn?" Jezt waren endlich ein paar Geschlechtsgenossinuen zu der alten Dame getreben und gaben ein schmieg fameres Bublifum für sie ab. " T Ja, wirklich, da sißt was im Baum, da ganz oben links!" Nein, mehr rechts!" Ein bißchen nach der Mitte zu" Ach Jotte doch, ach Jotte doch, det arme Tierchen!" gludite es plöglich mit jammernden Bauten aus einer fehr diden, sehr asthmati. fchen Frau, hach nee, ich sage ja!" Was ist denn hier passiert?" forschte sensationslüftern und neugierig ein ältliches Fräulein, und auf den Baum verwiesen fonstatierte sie sofort bestimmt: Da fist natürlich ein Papagei." Ja, einer mit'm roten Schwanz, die sprechen am besten." „ Ach Jotte doch, ach Jotte doch," flagte die mitleidige Dide wieder, der verfriert sich jewiß oder wird von den Spazzen jefressen." „ Lorchen, Lorchen, komm doch, mein Lorchen," loďte das ältliche Fräulein jetzt. „ Da müßte eener mit' ne Leiter ruff und ihm holen," begutachtete der Eilbote. Und wirklich fam auch in diesem Augenblick ein Angestellter der Fensterputzgesellschaft Blanka" mit einer Schiebeleiter die Straße cntlanggefarrt und machte natürlich bei dem schon jetzt recht umfangreichen Menschenauflauf Halt. Na, Gott sei Dant, endlich kommen Sie!" sagte das ältliche Fräulein, als ob sie schon längst nach ihm gefchickt hätte. „ Wat is' n los?" Schnell, Mensch, ruff mit de Leiter, da hängt' n Bapajei am Bom, den foll'n Se runterlangen!" brüllte der Eilbotenjunge. ,, Na, det jeht doch nich so eenfach, meinte der Fensterputzer zögernd, id bin doch deswejen nich herbestellt." Aber pfui, feien Sie doch nicht folch ein Tierquäler!" rief indigniert das ältliche Fräulein. Ach ja, junger Mann, holen Sie doch das Vögelchen herunter," bat die alte Dame. Und da sie einen durchaus trinkgeldfesten Eindruck machte, schob der Fensterpuzer schließlich seine Leiter ausein ander und fing an heraufzuflettern. Hach, wenn ihm der Papajei bloß nich die Augen aushadt," jagte die mitleidige Dide, die, wie alle mitleidigen Diden, eine blutrünftige Phantasie befaß. Aber plötzlich fing fie selber an sich die Augen zu reiben, fich abzuflopfen und auszuspucken. Und alle Umstehenden mit ihr. Oben angelangt hatte der Fensterpuzer nämlich aus Leibeskräften die Baumkrone gerüttelt und geschüttelt und so massenweise trockene Blätter und Zweigstücke in die aufwärtsgerichteten Gesichter da unten geregnet. Aber Mensch, man' n bißten Vorsicht, det Tier fällt sich ja dot!" rief der Eilbote. Doch es erfolgte fein Tier. Ich kann ihm nich sehen!" telephonierte der Fensterputzer nach unten. Und als auch auf sein wiederholtes Rütteln nichts erfolgte, stieg er mit brummigem Geficht die Leiter wieder herunter. In diesem Augenblick durchschnitt ein Aufschrei die Luft. Eine sehr vielversprechend aussehende Köchin mit schön gerundeter Trägerschürze hatte ihren Einholeforb jäh auf das Pflaster geftellt und schlug nun die Hände fassungslos zusammen: Ach du mein Gott. unser Baul, nun ist er doch rausgeflogen!" " „ Sie vermiffen alio den Bapagei?" inquirierte das äftliche Fräulein. " Bapagei? Ach, bewahre, unsern Baul meine ich doch, unfern Dompfaffen! Ich hab' ihn gerade nur eben vor'm Einholen ein bißchen an's offene Fenster gestellt, weil die Sonne so schön schien und da muß er sich seine Tür von alleine aufgemacht haben und is rausgeflogen. Ach mein jee, wenn das die Frau sieht" Ach bloß' n Dompfaffe" fagten ein paar in ihren erotischen Eympathien Getäuschte und wanderten ab. Aber inzwischen hatte das ältliche Fräulein einen Einfall gehabt. Sie war in ein gerade in der Nähe liegendes optisches Geschäft gestürmt und nahte jetzt, mit triumphierender Miene ein Opernglas schwingend, das ihr der verdugte, unter ihrer niedenheit z fammenfnidende Ladenbefizer geliehen hatte. 190 Gerry Wilke Wissen Zirkusfpiel. Willst du im Zirfus denn partout den August spielen: nun, man zu! Man sieht sich das Spettatel an und denkt: na, hops du man! Beilage des Vorwärts Der ehemalige Kronprinz hat sich fürzlich im Breslauer Zirkus Busch an einer poilifchen Demonfiration des Schlesischen Landbundes beteiligt. blaw s We Verfassung „ Ja, ja, nun sehe ich ihn ganz deutlich!" rief sie und schraubte in ihrer Aufregung das Clas immerzu heraus und herein. In Wirtlichkeit lonnte sie nicht das Geringfte unterscheiden. 5 55 As if $ 55 乐 Doch willst du, Freund, die Kapriolen etwa auch draußen wiederholen, dann paff gut auf: denn solchenfalls bricht man sich leicht den Hals! 18336 0. K. Daraufhin wagte der Fensterputzer nicht mehr zu opponieren; und obgleich thm die Rolle der modernen Geier- Wally gar nicht zu liegen schien, bestieg er zum zweiten Male seine Leiter. Er schlug fich oben tapfer mit der Baumkrone herum, indem er mit der Linken die festzugefniffenen Augen beschützte; denn er hatte für sich die Streitfrage hie Dompfaffe hie Papagei noch nicht getöst. Mittlerweile wanderte das Glas da unten von Hand zu Hand. und jeder, der durchfah, machte ein etwas verlegenes Gesicht und beeilte sich, es mortios schnell weiterzugeben, um sich selbst möglichen eine Kombination, und zwar von radio- elektrischem Aufnahmeschnell und unbemerkt zu entfernen. Als der Fensterputzer endlich eine Pause in seinem wilden Geschüttle eintreten ließ, sich die Augen auswischte und nach unten sah. hatte sich der Menschenauflauf vollständig verkrümelt. Keiner der Eifrigen von vorhin war mehr vorhanden; alie hatten sich gedrückt. Als Einziger und Letter war nur noch der Eisbotenjunge zurückgeblieben. Auch er saß bereits fahrtbereit auf seinem Rade, nur der rechte Fuß stemmte sich noch gegen die Bortschwelle. Na nu tommen Se man wieder runter," rief er dem Fenster putzer nach oben zu, wissen Se wat det jeweſen is eenfach' n Blatt,' n janz jeweehnniglichet rotet Blatt, wat sich' n bißken zu: fammenjerollt hatte. sammenjerollt hatte. Da unten liejt's, Se haben et ebend selbst runterjeichittelt. Nehm Se sich's man mit un lejen Se sich's in's de Bäume flettern, junger Mann!" Jefangbuch zum Andenken. Man muß ebend nich imma jleich uff von der Bordschwelle ab und verschwand unter rasendem Geklingel Und darauf stieß er sich schleunigst mit kräftigem Schwunge um die nächste Straßenecke. Das Auge... ein Radioapparat. Auge fällt. Prof. Lodge erklärt nun auf Grund feiner Untersuchung, daß nach seinen Feststellungen das Licht, das auf die Gegenstände fällt, die Atome der Gegenstände reizt. Durch diesen Reiz werden Elektronen von den Atomen abgeschleudert, und zwar mit einer Ge schwindigkeit von ungefähr 300 000 Kilometern in der Gefunde. Diese minimalſten Ausdehnung überhaupt wirken können, auf die SehClektronen treffen nun mit ungeheurer Kraft, soweit sie bei ihrer keit, die sich als Lichtempfindung ausdrückt. Da aber diese Lichtnerven des Menschen und reizen dadurch die Nerven zu einer Tätig wirtung auf furze Wellen zurückzuführen ist, so stellt sich das Augedes Menschen als ein regelrechter Aufnahmeapparat für Radioftrahlen dar, denn die kurzwelligen Energien sind nichts weiter als eine Art Radiowellen. Wir ersehen daraus, daß das Auge des MenSehens wird dem Menschen bewußt durch die Eigenschaft des Auges apparat und von Camera obscura ist. Der erste Borgang des als Aufnahmeapparat, da diese Eigenschaft die Lichtempfindlichkeit der Nerven betrifft, und der zweite Vorgang des Gehens erfolgt in der Art der photographischen Kammer. fruchtbar, da sie sich auf jüngste Feststellungen der Physik vom Wesen Diese neue Theorie vom menschlichen Schen erscheint äußerst der Materie stützt und auch die neuesten optischen Gejeze in thren tung und Entwicklung der Persönlichkeit des Menschen Aussagen geZusammenhängen berücksichtigt. Wie die Medizin über die Gestol. macht hat und somit in das Gebiet der Philosophie eingriff, so greift hier die Physik auf Grund ihrer Experimente in das Gebiet der edizin, und es scheint, als ob alle Wissenschaften allmählich in einen fchr engen Zusammenhang treten. Molière- Ausgabe in 6 Bänden, die den sanften Novellisten Heinrich Molière und ichoffe. Im Jahre 1805 erschien in Zürich, vom Publikum wenig beachtet, im Berlage von Heinr. Geßner eine Zichokke zum Beranstalter hatte. Heute ist das Werk verschollen, und nur der Büchersammler betrachtet es mit Liebe und Zärtlichkeit. Sschottes Molière ist nicht der Blautus der Franzosen, er ist zurecht gestutzt nach den Mustern eines Jahrhunderts, das in Geßners Joyllen, in Gellerts Fabeln heimisch geworden war. Nur behutsam, liept Molière nicht wie wir ihn lieben, als den saftsprühenden die unser Uebersetzer sich gestellt und die er erfüllt hat. Nein, Zschokke nur nicht anstoßen, nette, weiche Namen wählen, das ist die Aufgabe, Schöpfer der französischen Komödie, als den milleidlösen Geißler der noch nicht lange genug im Ortus verschwunden. Zschoffe klagt, wo Schwächen seiner Zeit. Dazu war das empfindsame 3opfzeitalter teidigt, wo wir nichts der Berteidigung Bedürfendes erblicken. In wir bewundern; er milbert, wo wir das Original suchen; er verfeiner Laune machte Molière aber nicht nur den Aerzten, sondern Betrügerei. Dieser Meinung waren wir nicht. Man muß es mit der ganzen Arzneiwissenschaft den Krieg. Er hält sie geradezu für den Aestulapen nie ganz verderben; sie haben fürchterliche Waffen in den Händen..." Und feusch, wie er ist, läßt er auch die Klistierihm dankbar sein, denn er hat uns ungewollt in feiner Molièrefprize fort: sie ist zu rauh für seine zarte Haut. Bir aber wollen Ausgabe einen prächtigen Spiegel feiner Zeit oefchenft. Oliver Lodge, hat über das Wesen der Lichtwirkung auf das Auge Der berühmte englische Physiker der Orforder Universität, Prof. und über den Sehprozeß, der durch die Nerven dem Auge vermittelt wird, eine höchst bedeutsame Untersuchung angestellt, die nicht nur ganz neue Theorien über die Natur des Auges, sondern auch Auj klärung über den inneren Vorgang der Strahlenwirkung auf die Materie gibt, und die zusammengefaßt folgendes Ergebnis gehabt hat. Die Frage. war für Prof. Lodge die, welche Borgänge im menschlichen Auge zusammentreffen, damit ein beleuchteter Gegen stand der Außenwelt auf die Sehnerven den zum Sehen notwendiGen Reiz ausübt. Wir wissen, daß das Auge eine Art Camera Hilfe der Linse auf der Netzhaut abwickeln und dadurch dem Menschen obscura ist. d. h., daß die Vorgänge in der Außenwelt sich mit als Bilder ins Bewußtsein kommen. Der Mensch nennt das: fehen. Run ist aber mit diesem Vorgang, der dem Prozeß in einer photo graphischen Kammer ähnlich ist, noch nicht erklärt, in welcher Weise Der Hut als Ehering. In Korea unterscheidet sich der verheidas Bild der Außenwelt überhaupt in das Auge gelangt und wie es ratete Mann durch ein sehr auffälliges Zeichen vom Junggesellen. kommt, daß die Lichtstrahlen, die auf irgendeinen Gegenstand fallen, Gr allein darf nämlich einen Hut tragen, was dem Unverheirateten, derart wirken, daß sie die Nerven zu einer Bewußtwerdung der Vor- und wenn er noch so alt und ehrwürdig ist, niemals gestattet würde. gänge innerhalb des menschlichen Gehirns zwingen. Es besteht also Dieses sichtbare Merkmal der Che ist ein schwarzer, hoher Lachut. ein Unterschied in der Fragestellung. Die eine bereits geflärte Frage der mit langen Bändern unter dem Kinn festgebunden wird. Das wird dahin beantwortet, daß das Auge wie eine photographisaje Haar des Hutträgers wird gleichzeitig in ein Roßhaarnez- eingeRammer wirft, to das Pi der Welt in das Auge fällt. Ingetfart hen. Der Urnerheiratete dagegen muß des Scar gescheitelt und ist aber noch die Frage, auf welche Weise das Bild der Welt in das in einen Bepi geflochten tragen. W. P. SchußwarenMassenverkauf Wir haben große Mengen Schuhwaren in allen möglichen Ausführungen für Herren, Damen und Kinder, darunter bedeutende Lagerposten erstklassiger Fabriken zu unglaublich günstigen Bedingungen übernommen. Sie werden überrascht sein, zu welch niedrigen Preisen wir in den nächsten Tagen diese Ware zum Verkauf bringen Beginn: Montag, den 9. Februar Warten Sie mit Ihrem Einkauf, bis Sie unser Inserat am Sonntag gelesen haben Der SchuSof Unferem lieben Genoffen Otto Büchner Richthofenfte. 22, zum 60. 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