Nr.66+42. Jahrgang Ausgabe A fir. 34 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monafid 3, Reichsmart noraus zahlbar. Unter Areusband für Deutschland, Danzig, Saas- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Suremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts" mit der Sonntags beilage Boll und Seit mit„ Gied Iung und Aleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenstimme" erscheint mochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. zeile 70 Pfennig. Reklamezeile 4,- Reichsmart.„ Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Bort 20 Pfennig ( zulässig zwei fettgedrucke Worte), jedes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengefuche das erste Wort 10 Pfennig, fedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Budstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin GW 68, Linden. straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nahm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3. Ferniprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönben 2506-2507 Sonntag, den 8. Februar 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bofticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft. Devoitenkaffe Lindenstraße 3 Die Regierungspartei läuft davon! Aus Angst vor einem Wirtschaftsabkommen mit Siam. Der Reichsing ftand gestern im Zeichen des weißen Ele-| junten. Ganz unvorhergesehener Weise brach das heilige Lier Siams in den Porzellanladen der Rechtsregierung ein. Es flirrte bedenklich. Mit dem fernöstlichen Königreich soll ein vorläufiges Wirtschaftsabkommen geschlossen werden. Jm legten der vier Kriegsjahre hatte es auf feiten unserer Gegner geftanden, es gehört infolgedessen heute zur Entente im weiteren Sinn des Wortes, zu den alliierten und assoziierten Mächten". Wie es in diese Rolle hineingeriet, war seltsam genug. Nach einem Geheimbericht des russischen Diplomaten Loris Melitoff vom 24. September 1917 hatte Siam im Sommer jenes Jahres ernsten Grund zu der Befürchtung, es solle zwischen Eng land und Frankreich aufgeteilt merden. Kurz entschloffen erklärte es uns den Krieg. Nun war es ein ,, Alliierter", und es fonnte ihm feiner mehr. Sein Borgehen mar diplomatisch geschickt. Es war eine Kriegserklärung ohne feindliche Gesinnung und hat uns auch weiter nicht gefchadet. Nun fonnte es aber nicht fehlen, daß der Friedensvertrag von Versailles auf das Wirtschaftsabkommen abfärbte. Für das beschlagnahmte siamesische Vermögen in Deutsch and mußte Entschädigung geleistet werden. Außerdem bestand die entfernte Möglichkeit, daß Siam den berüchtigten§ 18 der Anloge 2 zu Lett VIII des Vertrages, den Santtions paragraphen, für sich in Anspruch nehmen tönnte. Diefe Möglichkeit wurde durch das Abkommen ausgeschaltet. Nach sorgfältiger Erwägung des Hin und Wider entschloß sich der Staatssekretär D. Malgan am 28. Tag des Monats Kumbhabandhu dJahres 2466 der buddhistischen Zeitrech nung" zugleich m. dem Prinzen Charoon den Bertrag zu unterzeichnen. Nun soll er vom Reichstag ratifiziert werden. Im Auswärtigen Ausschuß war alles glatt gegangen. Im Auswärtigen Ausschuß geht überhaupt vieles viel glatter als im Plenum, weil seine Sigungen vertraulich sind und das in ihm erzeugte Redegeräusch nicht nach außen dringt. Gestern aber, bei der zweiten Lesung im Plenum, nahm sich der wilde Mann der Deutschnationalen, der Prof. v. Freytagh Loringhoven, das Abkommen vor und behandelte es so, daß kein Auge trocken blieb. Wohl wolle ein Teil feiner Freunde man bleibt bei der bewährten Marte Mampe Halb und Halb dafür stimmen, ein anderer aber sei mit ihm dagegen, weil es ,, bas Ansehen und die Würde des Deutschen Reiches schädige." Eine Regierungspartei, oder wenigstens ein Teil von ihr, erflärt, daß eine Regierungsvorlage Ansehen und Würde des Deutschen Reiches schädigt!" Das ist immerhin allerhand. Es gibt einen fleinen Aufstand bei Demokraten und Sozialdemokraten. Nichts Gutes ahnend, ruft Herr Laverrenz, man habe aus einer Müde einen Elefanten gemacht. Es ist der weiße Elefant! Man beantragt, den Reichsaußenminister herbeizuzitieren, damit er sich gegen die deutschnationale Anflage rechtfertige aber es fehlen zur Beschlußfähigkeit fünf Mann. Eine zweite Sigung wird anberaumi, Herr Stresemann, glücklich, überhaupt wieder einmal sprechen zu dürfen, erflärt fich auch ohne feierlichen Beschluß zum Erscheinen bereit. Und jedermann erwartet sich ein Fest. Kaufleute höre, Stresemann, nicht auf die Regierung bereit fei, für das Abkommen zu stimmen, daß aber die ganze Fraktion mit Herrn v. Freytagh der Meinung sei, Dieses Abkommen schädige Ansehen und würde des Reiches. Man hört den Tritt des großen Elefanten. Zunächst erklärte der Demokrat Meyer, seine Fraktion werde zwar in zweiter Lesung für das Abkommen stimmen, sie müsse sich aber für die dritte alles vorbehalten. Und dann gab Genosse Hermann Müller unter atemipser Spannung die Erklärung ab, die sozialdemokratische Fraktion werde nicht für einen Antrag stimmen, von dem die größte Regierungspartei erklärt habe, daß er die Würde und das Ansehen des Reiches schädige. Nun tlirrt es bedenklich. Schon im nächsten Augenblic fann es Scherben geben. Schon greift& öbe zur Glocke und bittet, zur Abstimmung Platz zu nehmen. Da kommt Rettung! Die Deutschnationalen verlassen den Saal! Sie laufen davon, sie reißen aus, sie entweichen, fie sind weg. Gähnende Leere rechts. Nur ein fleines Grüppchen um Herrn Wallraf ballt sich aufammen und bespricht, Be fümmerung im Angesicht, die zeitgemäße Frage: Was nun?" Ohne neue Auszählung verkündet der Präsident die Be fchlußunfähigkeit des Hauses. Montag ist auch noch ein Tag, dann soll abgestimmt werden. Und als Sonntagsarbeit bleibt den deutschnationalen Parteihäupterh, ihre wilden Männer dahin zu bringen, daß fie für ein Abkommen stimmen, das ,, Würde und Ansehen des Deutschen Reiches schädigt"! Mit Recht hat Herr v. Freytagh- Loringhoven gesagt, daß das Wirtschaftsabkommen mit Siam fymptomatisch sei. Was für dieses Abkommen gilt, gilt auch für alle anderen, die mit Siegerstaaten" abzuschließen sind. Es gilt darüber hinaus für die ganze deutsche Außenpolitit, die nun einmal unter dem 3wang der Tatsache steht, daß Deutschland den größten aller Kriege verloren hat. Die Deutschnationalen hatten damit gerechnet, sie würden über die Außenpolitik des Reichs weiter schimpfen und halb und halb auch gegen sie stimmen tönnen. Im Bedarfsfall würde dann die Linte einspringen. Diese Rechnung hat getrogen. Was von dieser Rechts regierung vorgeschlagen | wird, das muß auch von den Rechts parteien getragen, angenommen und verantwortet werden. Zu allen ,, neuen Berfailles", die noch kommen, zu allen Tropfen Schmach im Blut", zu allen Akten der„ ,, nationalen Knochenerweichung" müssen sie die Mehrheit stellen. Auf die Dauer geht es ja auch nicht, daß man schimpft und dann davonläuft, wie es die Deutschnationalen gestern getan haben. Morgen wird abgestimmt, und da müssen sie das Käßchen über den Bach tragen. Zu der unvergeßlichen Szene vom 29. August 1924 hat die vom 7. Februar 1925 das würdige Gegenstüc geliefert. Am 29. August, bei der Abstimmung über die Dames- Geseze, hielten alle Deutschnationalen vorne die roten Neinkarten, aber jeder zweite gab hintenherum eine weiße Jafarte ab. Gestern wollten sie etwas ähnliches probieren; als sie sahen, daß es schief ging, liefen sie davon. Die Regierungspartei lief vor der Rea gierungsvorlage davon. Die Deutsch nativ nalen liefen vor sich selber davon. Es ist dieselbe Situation wie bei den Dames- Gefeßen. Die Wähler beschafft man sich durch wüste Demagogie. Die Gewählten aber sollen dann die Intereffen ihrer großtapitalistischen Auftraggeber vertreten. Da gibt es Bruch. Gie Den Herren der Industrie ist es schon recht, daß man mit Phrasen Dumme fängt. Aber sie wollen diefen Phrasen zuliebe nicht auf Ausfuhr möglichkeiten verzichten. brauchen Handelsverträge nicht nur mit Siam, der bloß fymptomatisch" ist. Und sie werden nicht erlauben, daß diejenigen, deren Wahl sie bezahlt haben, der dummen Phrasen megen, die sie den Wählern zuliebe machen, ihre Geschäftsinteressen schädigen. Daraus folgt, daß es mit dem System Halb und Halb aufgehört hat und daß die deutschnationale Fraktion geschlossen für den Vertrag mit Siam und für alle folgenden Verträge stimmen muß. Und wenn sie weiter dumme Phrasen macher will, wird sie sich dann jedesmal durch ihre Abstimmung auf das eigene Maul schlagen müssen. Ergebnis: Siam bekommt seinen Bertrag, und die Deutschnationalen haben ihre Blamage. Eine parlamentarische Kasperle- Komödie ist von ihnen aufgeführt worden. Ansehen und Würde des Reichs" sind durch sie ganz anders geschädigt als durch den harmlosen Vertrag mit Siam. Strafverfahren gegen Dr. Höfle. Eine Darstellung der Regierung zum Goldauffauf- Skandal. Der Untersuchungsausschuß des Reichstages über die Berwendung von Reich geldern hat in seiner gestrigen Sigung einffimmig beschloffen, die Verhandlungen über die Postkredite zu vertagen. 3u diesem teilt die Boffifche 3eitung mit: .Den Anlaß zu diesem auffallenden Beschluß gaben mitteilungen der Staatsanwaltschaft an den Unterfuchungsausschuß, aus denen sich ergab, daß die Eröffnung Zwischen dem Reichsaußenminister Stresemann und dem einer straigefeßlichen Unterfuchung gegen den früheSprecher der deutschnationalen Regierungspartei, v. Freytagh- ren Reichspoftminifter Höfle unmittelbar bevorsteht. Loringhoven, bestehen von alters oder von jüngst recht ange- Man rechnet in parlamentarischen Kreisen damit, daß dem nehme Beziehungen. Am 24. März d. J. wandte sich Streje- Reichstag schon in den nächsten 48 Stunden von der mann mit berechtigter Erregung gegen die Behauptung dieses Staatsanwaltschaft ein Antrag auf Aushebung der 3mvölkischen Borkämpfers, er, der Außenminister, stände vielleicht nunität für den Abgeordneten Höfle zugehen wird. unbewußt unter dem Eindruck, daß sein Schwieger- Es erscheint nicht ausgeschloffen, daß die Untersuchung der Staatspater an einer tschechoslowakischen Waffen- anwaltschaft auch auf den Zentrumsabgeordneten Cange fabrik beteiligt sei. Seitdem find gegen Herrn Strefe- Hegermann ausgedehnt wird. Lange- Hegermann und Höfle mann Vorwürfe erhoben worden, die weit ernster zu nehmen haben zwar auf Wunsch ihrer Fraktion ihre Reichstagsmandate find als diese blödsinnige deutschnationale Lüge. Aber dar- tuhen" laffen, jeifdem bekannt wurde, daß fie in die Finanzüber Schweigen im deutschnationalen Blätterwalde. Die affäre verwidelt find, aber formal gehören sie noch dem ReichsBeiten haben sich geändert. tag an." Diese Aenderung der Zeiten merffe man auch an der Antwort, die Herr Stresemann gestern feinem neuen Freunde gab Der Breslauer Professor beherrscht den radikalen Flügel Der deutschnationalen Regierungspartei, man muß fich mit ihm verhalten. Und Herr Stresemann verhielt sich. Sehr fachlich, sehr höflich wies er die wüste Demagogie des Professors zurüd. Nun erhob sich der neue Borsigende der deutschnationalen Reichstagsfraktion, Graf Bestarp, und seiner bewährten Geschicklichkeit gelang es, wieder gründlich zu verrenken, was Strejemann mit Mühe einzurenfen versucht hatte. Er er # lärte, daß ein Teil seiner Freunde mit Rücksicht auf die Das Wafff- Bureau veröffentlicht gleichzeitig folgende Darlegungen über den Goldauffauf- Standal: Zu den Ausführungen mehrerer Zeitungen über Goldanfäufe der Depofiten- und Handelsbank wird uns von unterrichteter Seite folgendes mitgeteilt: Anfang Oktober 1923 ist von dem Reichs post minister Dr. Höfle, unterstützt durch den Reichs. tagsabgeordneten Dr. Fleischer, dem Reichskanzler Dr. Strefe mann der Borschlag unterbreitet worden, für das Reichs post ministerium und, wie weiter in Anregung gebracht wurde für das Reichsverkehrsministerium in Berlin lagerndes Gold mit Papiermart aufzufaufen und damit für beide Verkehrsinftitute des Reiches eine Goldreserve zu schaffen, die angesichts der geradezu fatastrophalen Inflation im Reichsinteresse unbedingt erforderlich sei. Es wurde dargelegt, daß dieses Gold sonst den Weg ins Aus and nehmen würde und von uns mit Devisen zurückgekauft werden müßte, während hier die Möglichkeit bestände, das durch Goldankaufsstellen in den Besitz der Auffäufer gekommene Gold mit Papiermark zu erwerben. Da cine derartige Transaktion ohne finanzielles Risiko für die Verkehrsunternehmungen war, hat der Reichskanzler dem Reichs post minister Höfle in einer Besprechung mitgeteilt, daß er gegen die beabsichtigten Anfäufe keine Bedenken zu erheben hätte. Mit Schreiben vom 20. und 23. Oftober 1923 übermittelte der Reichs post minister dem Reichskanzler nunmehr ein Gesuch der Depojiten und Handels. bank A.-G., die von ihm für die Durchführung der Aktion in Aussicht genommen war, datiert vom 17. Oktober 1923, an das Preußische Ministerium für Handel und Gewerbe, um die Erlaubnis zur Zulassung an der Börse und zum Depofrecht und zum Devisenhandel Dem Schreiben war Abschrift des Briefes des Reichstagsabgeordneten Dr. Fletscher beigefügt, in dem erneut auf die Möglichkeit des Ana taufs großer Mengen Edelmetall durch Bertrauensleute der Depofften- und Handelsbank hingewiesen wurde mit der Bemerkung, daß dieses Edelmetall auf dem offiziellen Markt nicht in Erscheinung treten könne. Der Reichs post minister Dr. Höfle übermittelte ferner ein Erposé über die Depositen und Handelsbant, in dem zum Ausdruck gebracht wurde, daß es sich um gut fun dierte Unternehmen handle. Gleichzeitig war ein Ber zeichnis der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates bei gefügt. Die Unterlagen tonnten bei dem Reichsfangler Bebenten gegen die in Aussicht genommene Bant nicht erweden, da angenommen werden mußte, daß das Reichspost ministerium sich hierüber eingehend erfundigt hätte. Zudem war, wie aus dem Exposé hervorgeht, sowohl das Reichs post ministerium wie das Reichsministerium des Innern durch einen höheren Beamten im Aufsichtsrat der Bank vertreten. Auf Grund dieser Unterlagen ist der Antrag des Reichs postministers mit der Einverständniserklärung des Reichskanzlers und des Reichsverfehrsministers versehen worden. Mit Schreiben vom 12. Nopember 1923 wandte fich die Depofiten- und Handelsbant erneut an den Reichstanzler unter Bezugnahme auf eine Unterredung, die mit dem Reichs. post minister stattgefunden hatte, und wies darauf hin, daß größere Mengen Gold und Silber angetauft worden seien; gleich Beitig wurde eine Einladung ausgesprochen, diese Bestände, die sich in den Tresors der Reichspost befänden, zu besichtigen. In dem Schreiben wurde weiterhin darüber Rlage geführt, daß der Devisentommiffar und der Staatstommissar der Berliner Börse Schwierigkeiten bei der Erlangung des Depotrechts und der Börsenzulassung der Bant machten und der Wunsch ausgesprochen, daß der Reichstanzler inter. Denieren möchte. In einem vom gleichen Tage datierten Schreiben des Abgeordneten Dr. Fleischer wurde derselbe Wunsch zum Ausdruck gebracht. erregte schon im Frühjahr 1924 großes Aufsehen. Die Reichs bant erhob Einspruch. Warum hat das Reichskabinett nach den Erfahrungen mit der Depositen- und Handelsbank und den Empfehlungen von Dr. Fleischer und Höfle nicht schon an diesem Zeitpunkt die Geschäfte der Post nachgeprüft? Der Goldaufkauf- Skandal. Die schwarzen Konten der Depositen und Handelsbank. Die B.- S.- Korrespondenz veröffentlicht weiteres Material über die Geschäfte der Depositen und Handelsbank, dem wir folgendes entnehmen: Das Aufsichtsratsmitglied Dr. Fleischer hat als Provi. fion am Goldgeschäft weit über 100 000 m. erhalten. Eine von ihm am 21. Dezember 1923 ausgestellte Quittung hat folgenden Wortlaut: Mart 51 016 592 Milliarden Eimundfünfzigtausend sechzehn Billionen 592 Millionen Provision für Goldgeschäft v. 25. 10. 23-20. 12. 23 von der Depofiten und Handelsbank erhalten. Berlin, den 21. 12. 23. minne aus ber Herausgabe eigenen Rotgelbes gegenüber. Die volkswirtschaftliche Absicht, gehandeltes Gold zum Nuken der Allgemeinheit den öffentlichen Kaffen zuzuführen, wurde erreicht. nach Stabilisierung der Währung haben Goldanläufe nicht mehr stattgefunden und das vorhandene Gold wurde den Beständen der Reichsbank zugeführt. Eine Zentrumserklärung. Höfles Konten bei der Deutschen Merkurbank. Das Berliner Sentrumsorgan, die Germania", teilt parteiamtlich mit: In Nr. 59 der„ Berliner Börsen- Zeitung" vom 5. Je bruar 1925 wurde berichtet, daß Heir Dr. Höfle bei der Deutschen Merturbant zwei Konten, und zwar ein Konto ord. und ein Konto sep.( 3entrumspartei) gehabt habe. Aus dieser Mitteilung wird von parteigegnerischer Seite die Folgerung gezogen, daß die 3entrumspartei als solche ein Ronto bei der Merturbant gehabt hat. Diese Annahme ist absolut falsch. Tatsache ist vielmehr, daß die Zentrumspartei niemals bei der Merkurbank oder irgendeinem zum BarmatRonzern gehörigen finanziellen Institut ein Konto hatte. gez. Dr. Fleischez. Die Verantwortung für den Ruhrskandal. Auf das Konto von Dr. Fleischer einzahlen. gez. l. Raffenfol. 139. Kurz nach Eingang dieser Schreiben erfolgte am 15. Novem ber 1923 ein Anruf des damaligen Devilen tommissars, Geheimrats Fellinger, der darauf hinwies, baß im Berkehr mit der Depofiten- und Handelsbant größte Bor. fiat am Blaze sei. Nach der ganzen Art des Geschäftsverkehrs der Bant sei in die Bant nicht das Bertrauen zu sehen, daß sich hoch gestellte Behörden in einen geschäftlichen Berkehr mit ihr einlassen sollten. Diese Auffaffung werde von dem Preußischen Staats fommissar bei der Berliner Börse geteilt. Geheimrat Fellinger teilte ferner mit, daß er mit dem Reichspoft minister in dieser Angelegenheit in Verbindung getreten sei und dabei festgestellt habe, daß das Reichspoft ministerium seine Aufträge an die Bant vom 17. November ab aurudu enthüllen. Troß dieser ungeheueren Summen, die der Bank ziehe. Der Devisentommissar teilte außerdem mit, daß das Schriftstück der Depositen- und Handelsbank um Zulassung zur Börse, das auf Grund der Befürwortung des Reichspoftministers auch vom Reichskanzler und dem Reichsverkehrsminister Deser befürwortet morden wäre, eingezogen worden sei. Nach den Mitteilungen des Geheimrats Fellinger über die Zurückziehung der Aufträge des Reichspoftmini. steriums an die Bant und die Einziehung des ausge. stellten Empfehlungsschreibens beftand für den Reichs tanzler teine Veranlassung, die von ihm als beendigt angesehene Angelegenheit noch weiterhin zu verfolgen. Die Schreiben der Bant und des Abg. Dr. Fleischer find nicht mehr beantwortet worden." Die offiziöse Darlegung weist mit dem Finger auf Dr. Höfle als den Berantwortlichen. Sie läßt mit großer Schärfe den Widerspruch zwischen dem angeblichen Abbruch der Geschäftsverbindungen zwischen Reichspost und Depositen und Handelsbank vom 17. November und der Tatfache des Fortbestehens der Geschäftsverbindung bis ins Jahr 1924 hinein erkennen. Es geht aus dieser Darlegung aber auch weiter hervor, daß die erste Mitteilung der Regierung, daß fie am 1.2 No. pember das Empfehlungsschreiben der drei Minister ein gezogen habe, fachlich nicht richtig mar. Ferner läßt sie nicht ertennen, ob auf die Briefe der Bant und des Dr. Fleischer vom 12. november etwas unternommen worden ist. Nach dieser Darlegung ist die Auftlärung des wahren Charakters der Depofiten und Handels bant lediglich der Initiative von Geheimrat Fellinger zu banken. Die Tatsache der non Dr. Höfle gegebenen Bofttrebite Das gelbe Bändchen. Im Ruffenwalde rieselten die letzten bunten Blätter. Unver mutet schnell war der unfagbar melancholische Herbst eingezogen mit feinem Birkenleuchten, seiner Klanglosigkeit und feiner Ahnung bon bevorstehendem Rheumatismus. Mancherlei Trost war uns. durch den pelzschweren Feldprediger zuteil geworden. Runftstud! Um diese Zeit schlüpfte man daheim in den warmen Ueberzieher, und wir frochen wie das Tier, das seine Winterhöhle noch nicht gefunden, durch Straßengräben und Büsche mit blaugefrorenen Rafen. Jahrmarkt, Kirmes, Martinsgans alles fiel aus. Macht cuch eure Unterstände fertig! Feste buddeln! Befehl von oben!" Als die ersten Floden fielen, fonnten wir uns in unfere unter idischen Gemächer zurückziehen. Die Stimmung war bement fprechend. Den schönen Helmut, der sich auch im bichsten Dred nicht von seinem Brillantring trennen konnte, bissen die Läufe zum Bahnsinnigwerden, zumal da er einen doppelten Bollpanzer trug, Zentral- Karl, der immer 11 und 12 schoß, unsere Leipziger Type, hagegen, war immun gegen dies russische Getier; er tonnte die Feuerglut aushalten und braute täglich die ärmliche Kaffee- Bowle. Ganz in der Ede saß mein Nebenmann in Freud und Leid, Den Kopf aufs nie geftügt. Er starrte jede freie Minute zu Boden, redete nicht, aß unb trant so gut wie nichts. Besserer Nerven zusammenbruch!" hätte sein Hausarzt tonstatiert. Uns war die Cache eigentlich unverständlich; denn er befam die meisten Batete aus der Heimat, mit jeder Post mindestens fünf. Eins davon hätte jeben glücklich gemacht und den Jammer vergessen lassen Seine Bigarrenfifte war unerschöpflich, man flüsterte sich zu, er wäre Fabrilant in einem fächsischen Städtchen. Was mochte diesem Mann fehlen? Geht's Geschäft schlecht? Ist jemand trant zu Haus?" fragte ihn der Toni zutraulich; der mar der Universalterl in unserer Unterwelt. Herr Schwarzenberger( er murde, um einiger maßen für alles ungewohnte entschädigt zu werden, oft Herr genannt) schüttelte den Kopf. Mit jedem Brief, der von zu Haus tam, murde es schlimmer mit ihm, Eines Nachts hatten wir doppelte Ration Rum erhalten und schliefen wie totgeschlagen. Da tippte mich der Schwarzenberger auf die Schulter und sagte, er könne es nicht länger aushalten, er müßte es mal einem sagen.„ Weißt du, meine Frau, o meine Braunein, nicht, mas du vermutest, o nein, aber fie peinigt mich in jedem Brief... alle unsere Bekannten find avanciert, haben schon Orden und Kreuze und ich hätte noch nicht die tleinste Auszeichnung... Kamerad, ich fann mich nicht bliden laffen, wenn ich auf Urlaub tomme, vertriechen muß ich mich; mas diese Weiber nur denken!" seufzte er. Ich las die Borwürfe auf parfümiertem Papier und machte, Anstrengungen, feinen Schmerz einigermaßen zu verstehen. Weißt du, wollte ich sagen ich tat's jedoch nicht, als ich seine fummervolle Miene fah zu Haus hab ich zur Sahrmarktszeit mal Lungenblasen mitgemacht, da hab' ich noch eine Schöne Medaille davon in der Schatulle liegen, wenn dir vielleicht Es wurden außerdem an Fleischer am 4 Januar 64000 ift. Unter den nuznießern der Depofiten- und Handelsban! Goldmart ausgehändigt, für die auch eine Quittung vorhanden figuriert das Allgemeine Politische Informations. Außerdem befindet sich unter den Ausgaben ein Konto Nostro bureau mit 50 000 m., wofür Quittungen nicht vorhanden find. Separat", welches mit allen möglichen Summen belastet ist und ab 17. Dezember die Höhe von annähernd 2 millionen Goldmart erreicht. Es tonnte bisher nicht festgestellt werden, mem diese ungeheuren Summen zugeflossen find, und es würde fowohl für das Finanzamt als auch für die Staatsanwaltschaft eine dankbare Aufgabe übrig bleiben, dieses schwarze Konto und letzten Endes dem Reich veruntreut wurden, schloß die Bilanz für 1923 mit einem erheblichen Verdienst ab. Der Gesamtha den des Reiches dürfte mit weit über 10 millionen Goldmart zu veranschlagen sein. pa Eine Erklärung der Reichsbahn. gebrachten Mitteilungen über Goldantäufe folgendes mit: Die Deutsche Reichsbahn teilt zu den in der Breffe Im Anfang Oktober 1923, also noch während der stärksten Inflationsperiode, erhielt die Reichsbahn zur Deckung des von ihr herausgegebenen Notgeldes von der Reichsregierung die Erlaub. nis zum privaten Goldantauf Gegen alle Ausflüchte klare Fragen. Robert Schmidt und Sollmann verbreiten folgende Die früheren fozialdemokratischen Minister, die Genossen Erklärung: ftellen erneut versucht, die am 3. November 1923 ausgeIn der Pressekonferenz am 7. Februar haben Reichs= für die unter Verlegung des Budgetrechts im Jahre 1924 an fchiedenen fozialdemokratischen Reichsminister die Ruhrindustriellen gezahlten Entschädigungen mit verantwortlich zu machen. Auch diesmal gingen die Behauptungen an dem Kern der Sache vorüber. Darum fragen mir die Reichsregierung: Ist es richtig, daß fein sozialdemokratischer Reichsminister an den Vorverhandlungen über die Micum- Verträge zwischen Reichsministern und den Ruhrindustriellen teilgenommen hat? Ja oder nein? Ist es richtig, daß die sozialdemokratischen Reichsminister am 1. November 1923, als zum ersten Male Entwürfe für die Berpflichtungen des Reiches dem Kabinett vorlagen, durch Stimmenthaltung die Verantwortung abgelehnt haben? Ja oder nein? Ist es richtig daß niemals in einer Rabinettssigung der großen Koalition beschlossen oder auch nur er örtert wurde, Entschädigungszahlungen an die Ruhrindustrie ohne Zustimmung des Parlaments zu leisten? Ja oder nein? Die Depositen und Handelsbant, die schon vor. Wir ersuchen um Antwort durch 1üdenlose Verber aus demselben Anlaß mit Goldaufläufen für die Reichspoft öffentlichung der bezüglichen Kabinetts und beschäftigt mar, erhielt deshalb auch von der Reichsbahn den Berhandlungsprotokolle und. des Brief= Auftrag, aus den mannigfachen Privatversteden das Edelmetallwechsels zwischen dem damaligen Reichskanzler Herrn Dr. herauszuholen, das auf dem Wege des regelmäßigen Anlaufs zu Stresemann und amtlichen Surfen niemals zu belommen war. Hierzu erbat und dem Beauftragten der Ruhrindustriellen. betam die Bank jeweils Anzahlungen auf furze Frist, die sie durch Metallieferungen zu beden hatte. ( gez.) Robert Schmidt, Sollmann. Ein Auftrag, Gold im Auslande zu toufen, ist nicht er. bie Mitteilung, er habe Gold in Holland getauft. Die Richtigkeit teilt worden, vielmehr machte der Direttor Wolpe unvermu: et diefer Angabe wurde auf Anfrage vom Reichspoftminister Dr. Ein Kreditvorschuß mar, wie überhaupt nicht, auch nicht zum Antauf dieses Golbes gegeben worden Infolgedessen stellte sich bald heraus, daß das Gold durch die aufgelaufenen Zinsen Doll belaft et mar, also nicht verlangt werden konnte. Eine Aus fuhr von Mart ins Ausland war Bolpe vom damaligen Reichsverkehrsministerium von vornherein untersagt gemefen. im Grunde genommen nur ein budmäßiger Schaden ent Der Reichsbahn ist trop der bebquerlichen Begleiterscheinumgen ftanden, wenn man die Differenz zwischen dem amtlichen und dem fogenannten schwarzen Kurs berücksichtigt. Diefem, nur buchmäßigen Berluft stehen auf der anderen Seite erheblich größere Ge bamit geholfen ist oder ich hab's: eine Patrouille mußt bu mitmachen, aber so' ne richtige tolle, dann flappt's ficher." Er fagte nichts darauf, aber ich hörte ihn die ganze Nacht noch feufzen. sollte ein„ wahnsinniges Ding gedreht werden, wie man damals sich schon ausbrücke. Der Schwarzenberger zog's aber vor, nicht lieber hinten im Bataillon was Schriftliches. mit zu drehen, von megen Frau und Kindern..., Er lieferte Am nächsten. Tage bot sich eine glänzende Gelegenheit. Es Aber der Toni war dabei. Mittels fleiner Berschiebung, bei der eine überlebensgroße St. garrenfifte eine große Rolle spielte, wurde indes gemeldet, daß der Schwarzenberger doch dabei gewesen wäre.... war's ja nur ein Name, ein Schall, ein Begriff. Schwarzenbergers Schlaf schien sich zu beffern " Denen oben Dann tam Weihnachten. Unabläffig rollten die Züge mit Liebesgaben nach den Fronten. Die Gaben blieben vielfach in den Etappen hängen, die Liebe tam bis in die Gräben vor. Ganz leer ging teiner aus, jeder befam etwas: einer was auf den Stopf, einer was um den Hals, einer was in den Mund( damals gab's noch Bodenhüter aus Habana; der deutsche Buchenwald rückte erst 1915 langsam nach). Manche befamen auch eins ins Knopfloch, einen ganzen Möbelwagen noll töniglich fächsischer Medaillen, am gelben Bändchen zu tragen, hatte Knecht Ruprecht mitgebracht. Und der Schwarzenberger betam auch ein. Rein Kind hat sich zu Beihnachten so gefreut wie dieser Mann über das gelbe Bändchen. Seine zahl: lofen Weihnachtspafete warf er aus wie ein Verrückter; dem Loni hing noch am andern Morgen ein zierlicher Karton Eiernudeln an dem Stiefelabsah. Seht mal den Schwarzenberger, er heult mie ein Kind," jagten sie... Profit, der Rum ist gut!" Dann schrieb er einen langen Heimatbrief, der gar kein Ende nehmen wollte.... Behn Jahre sind nun vergangen, wir fommen ja allmählich in die Jubiläen. Neulich traf ich den Schwarzenberger wieder. Berzeihung, den Herrn Schwarzenberger. Es war im Hotel einer Kleinstadt. Dort sah ich ihn vor einer Flasche Roten fizen. Schmerzen schien er nicht zu haben, die einstigen waren längst ver geffen. Es war übrigens ein ermählter Kreis um ihn, schöne Herren, noch schönere Damen. Frau Schwarzenberger war nicht zu verfennen, so ungefähr hatte ich sie mir vorgestellt. Mit der Anzahl der Flaschen stieg die Unzufriedenheit mit der bestehenden Staatsordnung. Man sprach ziemlich laut, so daß namentlich Herrn Schwarzenbergers Aphorismen meithin hörbar waren. lauter funtel nagelneue Weisheit: Ich jag's ja immer,' s Militär fehlt uns. ich wäre der erste, menn's mieder losginge; ja damals, mie mir draußen waren.... ... Prosit, mir wollen doch mal den Toni leben lassen von der 8 Gruppe!" rief ich plöglich aus meiner Gde. Herr Schwarzenberger mochte das als fanfte Handgranate empfinden. Er sentte den Kopf wie damals, ward auffallend still und rief nach dem Ober, Bald hörte ich draußen ein Auto anfurbeln. Schwarzenberger fuhr von Patrouille heim. 2. B. Die Ruhrmilliarden. tos Cine Regierungserklärung über die Höhe. Bolff- Bureau telft mit:„ Ein Berliner Blatt bringt ie feiner Abenbausgabe eine Darstellung über Goldmilliarden der Ruhrhilfstasse, in der von einem Geschent des Reichs noch vor den Millionenentschädigungen gesprochen wird. Hierzu fann folgendes festgestellt werden: Die Hilfstaffe für gewerbliche Unternehmungen besteht seit 1919. Die ihr bewilligten Mittel sind jeweils im Etat des Reichswirtschafts minifteriums ausgewiesen worden. Der ursprüngliche Zwed der Hilfstaffe für gewerbliche Unternehmungen mar der, den Berken Mittel zur Verfügung zu stellen, um eine rasche Demobilisierung ju gewährleisten. In der Zeit des Ruhrkampfes erstreďte sich ihre Das Kleine Theater führte gestern zu Ehren der Frau Gisela Werbezirk Frau Lohengrin" auf, eine dreiaktige Komödie Don Armin Friedmann und Friz Lunzer. Auch in diesem Stüd zeigt Friedmann sein Geschic, die pifante Eigenart des patriarchalisch anmutenden jüdischen Milieus naturgetreu und gewertvolleren) Dr. Stieglig" gesehen haben. Es handelt sich um ftaltungsträftig zu schildern, wie wir es schon in seinem( ungleich die Ehe zwischen der ältlichen Rebekka und dem Habenichts Marfus, der als Tenor plötzlich zu Ruhm gelangt und sich nun seiner Frau und seiner Kreise schämt. Die Komödie ist nicht gedichtet, sondern verfertigt. Sentimentalitäten belasten fie derartig, daß sie fitschig wirkt. Der Abend wird aber dennoch zu einer höchst vergnüglichen Unterhaltung durch das ausgereifte können der Gisela Werbe. eine prachtvolle Type einer resoluten Frau hinlegte. Friz Streh= zirt, die für die Rolle der Rebella mit trockenem Wig und Verve len und Friz Schreder, der auch Regie führte, standen in der Charakterisierungskunst nicht nach. Eine Kinderrolle der Liselotte Krämer, die schon an anderen Bühnen unangenehm aufgefallen ist, mar faum erträglich. Der äußerst lebhafte Beifall galt der unper gleichlichen Gisela Werbezirk. Dgr. der Prager Musitzeitschrift Der Auftatt" berichtet der Berliner Fund der ersten antifen Oper. In dem soeben erschienenen Heft Universitätsprofessor Dr. Hermann Reich von dem Funde einer alt ägyptischen Oper. Der Berliner Aegyptologe erflärt, es wäre für die Geistesgeschichte der Menschheit eine große Entdeckung gewesen, Fleden Behneja, bem hellenischen Oryrhynchos, gefunden wurde. als endlich die erste antite Oper in dem heutigen ägyptischen Dieser Papyrus und diese Oper entstammen dem zweiten Jahrhundert nach Chriftus, als schon längst nicht mehr die alten Pharaonen, auch nicht die griechischen Ptolomäer an ihrer statt in Aegypten regierten, sondern die römischen Kaiser. Das Tertbuch dieser erſten antifen Oper erinnert an Mozarts„ Entführung aus dem Serail", soweit man es aus dem verstümmelten Papyrus erkennen tanu. Lehrgänge zur Einführung in die deutsche Einheitsfurzfchrift. Das Bortragssaale im Auftrage des Reichsministeriums des Junern zwei Zentralinftitut für Erziehung und Unterricht veranstaltet in feinem großen weitere Sturie( 30. und 31.) zur Einführung in die deutsche EinheitsfurzSchrift. Ms Teilnehmer tommen Lehrkräfte Berlins und der näheren und lehrend weiter wirken tönnen. Kursus 31 beginnt am 17., Kursus 30 Umgegeno in Betracht, die bereits eines Kurzschrift- Systems mächtig sind am 16. Februar, nachm. 5% Uhr. Eine Teilnehmergebühr wird nicht erhoben, bie Lehrmittel werben toftenlos geliefert Weldungen und Anfragen zieds Teilnahme find an das Zentralinstitut für Erziehung und beschränkt Die Zulassung tann daher nur nach erfolgter Bestätigung der Unterricht, Potsdamer Str. 120, zu richten. Die Teilnehmerzahl ist Aufnahme erfolgen. " Die Junge Bühne bringt Bankraz erwacht, oder Die Hinterwäbler", ein Stüd aus dem fernen Weften, von Karl Budmayer am 15., mittags 12 Uhr, im Deutschen Theater zur Uraufführung. Der Sprechchor an der Universität Berlin wird am 22., vormittags eier veranstalten. Zum Vortrag gelangen u. a. Teile aus dem 11% Uhr, im Theater am urfürstendamm eine GoetheWestöstlichen Dipan"," Banbora, Faust I und II. Die fünstlerische Leitung liegt in Händen von Dr. Wilh. Levhausen. In der Berliner Psychologischen Gesellschaft spricht am 12., abenb 8 Uhr, im Institut für praktische Psychologie, Kurfürstendamm 43, Sanitätsrat Dr. Flatau: Psychologie der Betrug saffären. Gäste wollen sich vorher bei Dr. Moll, Kurfürstendamm 45, anmelden. Heute Sonntag: Wichtige Flugblattverbreitung Tätigkeit auf eine Unterstüßung von Industrien, die, infolge Absatzftodung, zeitweise in Schwierigfeiten zu geraten drohten Die Kredite wurden nicht von dem Reichswirtschaftsministerium, sondern von einem Ausschusse bewilligt, dem Vertreter des Reichsfinanzminis fteriums und des Reichswirtschaftsministeriums angehörten. Bon diesem Spruchausschuß wurden zur Unterſtügung der Ruhrindustrie Kredite von im ganzen nur 10 Millionen Goldmart gewährt. Bor. aussetzung dieser Kreditgewährung war jeweils der Nachweis daß die eigenen Mittel erschöpft und andere Kreditquellen nicht mehr zur Berfügung standen. Die Kredite wurden zur Bestreitung der Lohn und Betriebsmaterialfoften gewährt, da sonst die Betriebe zum Stillstand gekommen wären. An Papierkrediten wurden lediglich im Anfange Kredite in Höhe von 300 000 Goldmart gewährt. Der Rest ist zunächst teilweise in Papiermart, teilweise auf Sachbezw. Goldwertgrundlage gegeben: worden. Ein großer Teil dieser Stedite ist bereits zurüdgezahlt. Stundungsgesuche und Gesuche auf Zinsherableßung werden eingehend von Fall zu Fall geprüft und nur auf Grund einwandfreier Unterlagen bewilligt. Bei Nach prüfung der Kreditgeschäfte der Hilfskaffe für gewerbliche Unternehmungen ist der Rechnungshof des Deutschen Reiches beteiligt morden. Die Industrien, die von der Hilfskasse Kredite befamen, waren die kleinen und mittleren Industrien. Die Großindustrie wurde grundsäglich auf die Reichsbant als Kreditstelle verwiesen. Lediglich in dem genannten Falle der Firma Otto Wolff ist, weil die Seditgewahrung über die Reichsbant nicht rechtzeitig erfolgen fonnte, ein Kredit gewährt worden, über dessen Einzelheiten dem Reichstagsausschuß an Hand von Unterlagen eingehend Bericht er. stattet worden ist. Der Begutachtung dieses Ausschusses haben die Bedingungen der Kreditgewährung der Hilfskaffe für gewerbliche Unternehmungen und die ihr zur Verfügung gestellten Summen sowie die Kreditgewährung von besonderer Bedeutung unterlegen. Solange die Erklärungen der Regierung mur pauschale Angaben über Goldmarkbeträge von Papiermart krediten machen, ohne sich über die Termine der Kredite und die Umrechnungsturse cuszulassen, ist mit solchen Darstellungen nichts anzufangen. Die Regierung muß wie wir schon einmal gefordert haben dem Reichstag ein genaues Rechnungswert vorlegen über die Summen, die als Kredite oder sonstige Zahlungen der Ruhrindustrie zugeflossen find. Ehe sie sich nicht dazu entschließt und nicht die Berhältnisse der verschiedenen, an diesen Zuwendungen beteiligten Stellen zueinander flarlegt in diesem Falle die Beziehungen der Hifa zür Reichsbant, werden ihre Erklärungen nur ver schleiernd wirken. Es muß Klarheit geschaffen werden, wieviele Milliarden der Ruhrindustrie zugeflossen sind. Die schwere Geburt. Amtlich wird mitgeteilt: Gegenstand der gestrigen Rabinettsfhung war der Referentenentwurf ber Dentschrift über die Ruhrentschädigung. Auf der Grundlage- ber Rabinettsberatung wird nunmehr ber endgültige Bortlaut dar Denkschrift fertiggestellt werden. Die Ueberreichung der Denkschrift wurde für den Miff och der vergangenen Woche angekündigt. Aus bem mitt. woch wurde der Freitag. Aus dem Freitag wird mun ein unbestimmter Termin in der neuen Woche Skandal- Preffe. Methoden der Berdächtigung. Die Presse der Schwerindustrie und der Deutschnationalen tit mit dem Berlauf der gestrigen Sigung des Untersuchungsausschusses nicht zufrieden es war zu deutlich, daß es den Deutschnationalen auf eine politische Ausnutzung der Standal. affäre ankommt, und daß sie mit den verwerflichsten Methoden dafür arbeiten. Die Aussage des Genossen Bissell, der wie andere Führer unserer Partei mit schmutzigen Berleum dungen bedeckt wurde, hat felbst die gewohnheitsmäßigen Standalfabrikanten zum Schweigen gebracht. Der LokalAnzeiger" fann nicht umhin, dem Genossen wissell cine Ehrenerflärung zu geben: Die Luisenstädtische Genossenschaftsbank. Zu unseren Fragen an das Reichsarbeitsministerium in Nr. 62 vom 6. Februar wird uns vom Ministerium geschrieben: " Das Reichsarbeitsministerium steht mit der Luisenstädtischen Genossenschaftsant in teinerlei mittelbarer oder unmittelbarer Verbindung. Demgemäß ist diesem Unter Bon einem Schreiben der Deutschen Girozentrale in dieser Angenehmen auch vom Ministerium fein Kredit gewährt worden. legenheit ist dem Ministerium nichts bekannt. Die Beantwortung der übrigen Fragen dürfte sich für das Ministerium damit von selbst erledigen." Herr Dietrich von Bethmann Hollweg, Botschaftsrat a. D., bittet um folgende Mitteilung: Ich bin weder an der Luisenstädtischen Genossenschaftsbant beteiligt gewesen, noch habe ich zu ihren Leitern gehört. Auch bin ich bei der Bant nicht angestellt gewesen. Meine Berbindung mit der genannten Bant hat lediglich darin bestanden, daß ich in einem Bureau derfelben, Dorotheenstraße 19, Hypothekenangelegenheiten bearbeitet habe, bis dieses Bureau aufgegeben wurde. Mit den Weise befaßt." anderen Geschäften, die die Bant getätigt hat, habe ich mich in feiner Preußenkabinett Marx? Alle Genoffinnen und Genossen beteiligen sich! Vorbereitungen der Räumung. Ohligs, Gräfrath, Engelskirchen und Wermelskirchen von England geräumt. Solingen, 7. Februar.( WEB.) Die Befagung des Bahnhofs Ohligs ist heute mittag abgerüdt. Ein BahnhofsMilitärpolizei weitergeführt. Im Ort befindet sich nur noch eine fommandant bleibt jedoch zurück. Die Kontrolle wird von der fleine Abteilung Militärpolizei. In Solingen ist keine Aenderung eingetreten. Aus Grafrath ist das englische Bahnhofstommando heute vormittag abgezogen. Die Truppen fuhren in Castkraftwagen in Richtung Solingen davon, wo die einzelnen Bahnhofskommandos, die heute zurüdgezogen werden, gesammelt werden sollen. Grafrath ist nunmehr von Besatzungstruppen frei Heute mittag wurde auch Engelstirchen geräumt, es gehört jedoch weiter zum besetzten Gebiet Jn Wermelskirchen wurden die englischen Truppen, die bisher die Bahnhofskontrolle ausübten, zurüdgezogen. Sie verfießen die Stadt um 12 Uhr in Autos in Richtung Solingen, so daß Wermelskirchen nunmehr von Befahung völlig frei ift. Wiesbaden, 7. Februar.( TU) Die Nachricht, daß nach der Räumung der Kölner Zone das englische Hauptquartier nach Wiesbaden verlegt wird, wird jeht von zuständiger Seite. bestätigt. Die englische Besetzung soll sich nur auf den Stadtbereich Wiesbaden beziehen, während im Landkreise Wiesbaden und im Taunus die französischen Besahungstruppen verbleiben. Der ehemals deutsche Besitz in Amerika. Weimarer Koalition oder Minderheitkabinett. Der Verein Deutscher Zeitungsverleger" teilt mit: Der Interfraktionelle Ausschuß des Preußischen Landtags aus Bentrum, Demotraten und Sozialbemotraten trat am Sonnabend mittag zu einer etwa einstündigen Sigung au sammen, um die durch den Rüdtritt des Ministerpräsidenten Braun gegebene Lage zu besprechen. Der Landeshauptmann der Rheinproving, orion, scheint als Ministerkandidat nicht mehrin Frage au fommen. Das Zentrum berhandelt noch mit dem früheren Reich stanaler Marg, ob er gewillt ist, die Kabinetts bildung in Preußen zu übernehmen. Eine Entscheidung liegt noch nicht vor. Man ift in parlamentarischen Streifen der Anficht, daß zunächst die Frage nach der Persönlichkeit bes Ministerpräsidenten gelöst sein muß, ehe man die weitere Frage, ob bie alte Beigestellt worden sein sollen. marer Roalition oder eine Minderheitsregierung aus Zentrum und Demofraten unter Unterstügung anderer Parteien tommen werde, aur parlamentarischen Gröterung stellen lönne. Pech! Aus der Reichstagsfihung vom 7. Februar. Abg. Weber( Komm.) wendet sich erregt gegen seinen Borredner. Das sei so die richtige Rede eines SPD. Berräters gewefen. Habe doch dieser Herr Schneider einer Berständigung mit der Wirtschaftspartei, dieser Ausbeuterpartei, das Bort geredet. Die SPD.( ufm. nach der bekannten Melodie). Abg. Schneider: Herrn Weber ist ein Mißverständnis passiert. Ich bin nicht Sozialdemokrat. Ich bin Demotraf! Reichstag und Justizbehörden. Der Unterfuchungsausschus tagt weiter. Die vertrauliche Sigung des Reichstagsunterfugungs ausschuss es nahm Mitteilungen des preußischen Justizministers und bes Staatsanwalts entgegen. Sie murben ergänzt durch mit teilungen der Berichterstatter. Der Ausschuß beschloß einstimmig entsprechend einem Bots schlag der Berichterstatter, die vorgesehene Bemeisaufnahme über die Kredite der Reichspoft auszusehen Auf Anfrage aus dem Ausschuß teilte der Bertreter der Staats. anwaltschaft mit, daß die Nationalsozialistische Freiheitspartei bisher der Staats anwaltschaft das Material, das sich in ihrem Befih befinden foll, nicht gegeben hat führt, daß demnach die in dem von der Nationalsozialistischen Frei Bon dem Ausschußmitglied Meyer( Dem.) mird dazu ausge beitspartei an den Untersuchungsausschuß gerichteten Briefe enthal tene Stelle, wonach fie auch weiterhin ihr Material nur dem Staatsanwalt unterbreiten wolle, irreführend war. Senator Borah beantragt Rückgabe. Borah brachte einen Gesetzentwurf auf Rüd gabe des vom Washington, 7. Februar.( Durch Funtspruch WTB.) Senator Treuhänder für feindliches Vermögen verwalteten Eigentums ein. man hofft, daß der Gefeßentwurf bald angenommen werden wird, da die Pläne für eine Regelung der amerikanischen Ansprüche fertiginnerhalb 60 Tagen nach Einreichung des vom unsprünglichen Der Gefeßentwurf Borahs bestimmt, daß die Rüdübereignung Cigentümer oder seinem Rechtsnachfolger gestellten Antrags er. folgen soll. Auf ihren Antrag soll der Regierung ferner gleichfalls das gesamte beschlagnahmte Eigentum einschließlich der Patente rüdübereignet werden, das sie an andere Personen als die ursprünglichen Eigentümer verkauft oder abgetreten hat. Senator Borah erklärte, die weitere Zurückhaltung des be Verträge, sondern zugleich die gesündesten Grundsäße der schlagnahmten ehemals feindlichen Eigentums perlege nicht nur die Moral, der internationalen Bräuche und der allgentein gültigen Rechtschaffenheit; es sei ein fundamentaler Grundsaß, daß Amerita das Eigentum schüße Da das von dem Treuhänder verwaltete Eigentum Privatpersonen gehöre, fönne es nicht für einen Anspruch gegenüber einer Regierung beschlagnahmt werden. Auf die Frage des Senators Swanson, ob Borah glaube, daß der Dames plan, den Amerikanern irgendwelche Sicherheiten biete, erwiderte Borah: Ich frage nicht danach, ob die Bürger auf diesen Plan viel Bert legen Die Opiumkonferenz gescheitert. Geul. 7. Februar.( Cigener Drahtbericht.) Die amerikanische Amerika und China springen ab. Geaf, Delegation auf der Opiumtonferenz des Böllerbundes hat in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Bölkerbundes erklärt, daß fie die Mitarbeit an der Dpiumtonferenz ein ft elle, ba biele zu feinem prattischen Ergebnis führe. Die Delegation, deren Führer, Senator Borter, Borsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Senats ist, hat Genf bereits bereits nerlassen, und zwar mit ausdrüdlicher Zustimmung des Präsidenten Erfolg unmöglich gemacht hatte. Durch das Scheitern dieser Konfe Coottage. Damit ist die Opiumtonferenz gescheitert, nach dem der systematische englische Widerstand schon vorher jeden rena wird die Haltung der Vereinigten Staaten gegenüber dem Böllerbund start beeinflußt werden. Man rechnet damit, daß Abg. Bruhn( Dnat.) bringt einen Antrag ein, der die Unter- Amerika an der bevorstehenden Abrüstungsfonferenz des suchung der Fettgeschäfte Barmats mit dem Reich bezweckt. In dem Antrag wird von einem Nuzen gesprochen, den die Gozialdemokratische Partei aus diesen Geschäften habe. Abg. Schred( S03.) erklärt fich mit diesem Antrage einver Wir stellen mit Bergnügen bei dieser Gelegenheit fest, daß unferes Bissens auch nicht der Schatten eines Borstanden und beantragt, zu den vorgeschlagenen Zeugen außerdem murfs an der Amtsführung oder überhaupt an der Sauberkeit Bissells haftet. Aber diese Erklärung wird vom„ Lotal- Anzeiger" fofort benutzt, um von hintenherum neue allgemein gehaltene Berdächtigungen gegen fozialdemokratische Führer auszusprechen. Man gibt im Einzelfalle Ehrenerklärungen und verleumdet generell wo man beim besten Willen die Berleumdungen nicht aufrechterhalten tann, tann man doch wenigstens noch in hämischer Weise beschimpfen. Das ist die Methode des anderen Hugenberg- Blattes, des Tag", dem Genossen iffell gegenüber. Der schreibt: Da ist die Bernehmung Wissells fast eine Erholung. Mit trodener, fpißiger und dennoch non prononzierter Rechtschaffenheit förmlich bebender Stimme macht dieser alte Gewerkschaftler seine Aussagen. Das Indige Haupt front der Heiligenschein sozialdemofratischer Unbefledtheit." Die hämische Bosheit gegenüber einem Manne, der mit Empörung und gerechter. Erregung sich gegen schmuzige Ber: leumdungen wehrt, ist unfagbar gemein. Die Methoden der Standalpresse werden auch von der Deutschen Tageszeifung" geübt. Diesem deutsch nationalen Organ ist die Kennzeichnung aller Inflations und Kreditgewinner, vor allem der Inflationsgewinner in der Schwerindustric, in dem Artikel des Genossen Robert Schmidt, den wir gestern morgen veröffentlichten, auf die Nerven gegangen. Deshalb möchte es von allen Anwürfen und Bosheiten gegen den Genossen Robert Schmidt ab gefehen dem Borwärts" eins ausmischen. Es schreibt: Der in diesen Tagen wahrhaft bedauernswerte Borwärts" muß an der Spike des Blattes einen Leitartitel des perfloffenen Reichswirtschaftsministers Ro. ber Schmidt veröffentlichen, der sich über die Nugnießer der Inflation in den gewohnten sozialistischen Tiraden ausläßt." Der Vorwärts" muß- außer den unterzeichneten Kundgebungen des Parteivorstandes nichts veröffentlichen, was feine Redaktion nicht veröffentlichen will. Genoffe Robert Schmidt ist feit alter Beit geschäßter volkswirtschaftlicher Mitarbeiter des" Borwärts", der unser volles Vertrauen hat. An diesem Verhältnis hat sich nichts geändert. zu vernehmen den Reichswirtschaftsminister a. D. Schmidt und bie sämtlichen Mitglieder des jozialdemokratischen Parteivorstandes Ein genauer Termin für die nächste Sigung des Aus schusses steht noch nicht fest. Es ist in Aussicht genommen, zunächst alsbald in der Frage der Baßerteilung an Barmat zur Einreise nach den zurzeit in Berlin weilenden deutschen Gefandten von Ma Itzan ob das Material zu einer Untersuchung der Berhältnisse der Deut Deutschland zu vernehmen. Ferner sollen die Berichterstatter prüfen, fchen Werte ausreichend ist, und schon für die nächste. Sizung vorbereitet werden kann. Echt deutschnational. Bölferbundes nicht teilnehmen, sondern unter Ausschaltung des Bölkerbundes eine Sonderaktion durchführen wird. Jedenfalls erflärte Senator Porter, daß Amerika, wenn nötig, ohne den Bölferbund die Opiumfrage lösen wolle.. Auch die Abordnung Chinas ist abgereift, da feine Einigung über das Rauehoplum zu erzielen fei. Die Umbildung der schwedischen Regierung. Der Kurs Brantings unverändert. sowohl Brantings, wie auch seines ursprünglich vorgesehenen In Schweden ist, wie gemeldet, infolge der schweren Erfranfung fozialdemokratische Regierung umgebildet worden. Zum Miniſter. Nachfolgers auf dem Ministerpräsidentenposten Thorsson die präsidenten ist der 41jährige bisherige Handelsminister Sandler ernannt worden, der dem radikalen Flügel der Partei angehört und deshalb Gegenstand heftiger Angriffe in der reaktionären Presse ist. Indessen befigt er das absolute Vertrauen unserer Parteigenossen. Genosse Richard Lindström Stockholm schreibt uns in 3ufammenhang mit diesen Aenderungen im Kabinett: Das Ende einer Verleumdung. Häuser Allgemeine Beitung hatte in einem Artikel, dem Nordhaufen, 7. Februar.( Eigener Drahtbericht) Die Nord fozialdemokratischen Bandrat Knobt Betrug gegen die Kreisspar. geändert, vielmehr bleibt man dem früher formulierten BroDer Kurs der Regierung wird nach der Umbildung nicht habe, um der Kasse die Deckung zu entziehen. Sowohl Landrat Knodt fein, so daß die Regierung dem Geifte und der Arbeitsmethode nach tasse zum Vorwurf gemacht, weil er angeblich sein Haus verfauft gramm treu. Brantings Richtlinien merden weiterhin maßgebend wie die Regierung in Merseburg stellten Strafantrag. In der Verein Ministerium Branting bleibt. Alle anderen Aeußerungen in der ihm die Absicht der Beleidigung ferngelegen habe und er bei Ber handlung erklärte der angeflagte Rebatteur Ruß, daß bürgerlichen Bresse sind unzutreffend. öffentlichung des Materials die Raffenintereffen habe wahren wollen. nach Darlegung des Materials durch den Landrat Knodt und nachdem der Borsigende den unter Anklage gestellten Teil des Beitungsartikels verlesen hatte, regte er auf Grund der abgegebenen Erklärungen einen Bergleich an, zu dem es auch nach längerer Berhandlung fam. Der Angeflagte Ruß nahm die beleidigenden Ausdrüde zurüd und hat die Kosten des Ber fahrens übernommen. Auch hier ist wieder eine der deutschnationalen Wahllügen zusammengebrochen. Wachsende Ententefreundschaft. Die wichtigste Frage, mit der sich die Regierung und der Reichs tag eingehend in der nächsten Zeit zu beschäftigen haben, ist die euordnung der Behrverfassung. Noch ist es zu früh. etwas über den Inhalt des Abrüstungsvorschlages, der Mitte Februar dem Barlament vorgelegt wird, zu sagen. Fest steht aber, daß die Ausgaben für das Militärwesen start herabgefeßt werden und daß die bürgerliche Binte gemifit iſt, diefem Abrüstungsvorschlag zuzustimmen. Da die Annahme der neuen Wehrverfaffung als gesichert, angesehen werden muß, crscheint die Nerpofität der bürgerlichen Breffe und die Opposition gegen das Ministerium Sandler verständlich. Die schwedische Arbeiterschaft hofft aber, daß die Regierung Sandler diese Widerstände überwinden tann und daß bald die Genossen Branting und Thorsson, die beiden alten Bortämpfer der fchwedischen Sozialdemokratie, in der Lage find, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen. Und wachsende Rüftungen gegeneinander. London, 7. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Frankreich beabfichtigt, in Cherbourg gegenüber der britischen Küfte einen Cuff fiffhafen allergrößten Stils zu errichten. Das englische Breffe meldet, mit der Brünner technischen Hochschule vereinigt mer. Die deutsche technische Schule in Brag soll, wie die tschechische Cuftschiffahrtsministerium antwortet darauf mit einer neuen Forden. Diese Bereinigung fommt einer Aufhebung gleich. Mit den derung von 2½ millionen Pfund zur Vergrößerung der Luftverteidigungsflotte. deutschen Kreisen, welche gegen diese Absicht protestieren, ist bisher feine amtliche Fühlung genommen worden. Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches fiehe auch 3. Beilage.) Drohender Kampf auf den Seeschiffswerften. Stettin, 7. Februar.( Eigener Drahlbericht.) Auf den deufschen Seeschiffswerften droht ein neuer Kampf um Cohn und Arbeitszeit auszubrechen. Die seit dem letzten großen Werftarbeiterkampf geltende Bereinbarung, die u. a. auch den neunstündigen Arbeitstag vorjah, ist von den Gewerkschaften zum 31. Januar gekündigt worden. Die daraufhin zwischen den Tarifparteien erfolgten Verhandlungen scheiterten. Am 27. Januar wurde von einem vom Reichsarbeitsminifterium beauftragten Schlichter in Hamburg ein Vorschlag gemacht, der dahin geht, die neunstündige Arbeitszeit bis zum 1. Oftober 1925 bestehen zu lassen, sowie den gesamten Tarifvertrag bis zum gleichen Tage als gültig anzuerkennen. Die Stundenlöhne follen um 1 bis 5 Pf. erhöht werden. Eine in Hamburg abgehaltene Konferenz der Werftarbeiter hat diesen Borschlag abgelehnt, da der neunstündige Arbeitstag in feiner Weise mehr zu rechtfertigen ist. In fast allen Werftorten ist die Belegschaftsstärke bereits um die Hälfte zurüdgegangen. Die Konferenz beschloß, nochmals mit den Unternehmern in Berhandlungen einzutreten, um einen offenen Kampf zu vermeiden, aber auch diese Verhandlungen verliefen ergebnislos. Es fann schon jetzt gesagt werden, daß die Werftarbeiter auf den hiesigen Werften feineswegs gewillt find, fich dem Diktat des Unternehmertums zu beugen und ein neuer Werftarbeiterkampf, wenn die Unternehmer auf ihrer Halsstarrigteit beftehen sollten, unausbleiblich ist. Eine Urabstimmung der Werftarbeiter wird in den nächsten Tagen darüber entscheiden. bettszett beschäftigt find, nur an denjenigen Tagen Blah, an denen| E. B. Bramsmaes( dänischer Finanzminister) with bas Bort er der einzelne Arbeiter mit den genannten Arbeiten während des übermiegenden Teils feiner tätigen Arbeitszeit beschäftigt ist. Am Art. 2 wird bestimmt, daß die vorstehenden Bestimmungen am 1. April in Kraft treten, doch kann die oberste Landesbehörde mit Zustimmung des Reichsarbeitsministers den Zeitpunkt des Infrafttretens hinausschieben, soweit infolge besonderer Umstände in einen Teil des Reichsgebiets die wirtschaftliche Lage das Infrafttreten zu diesem Zeitpunkt ohne schwere Gefährdung der bezeichneten Gemerbezmeige nicht gestattet. Der Nachsaz ist etwas reichlich unflar. Es wird deshalb Sache der Gewerkschaften sein, darüber zu machen, daß die Unternehmer nicht diese Hintertür benutzen, um eine weitere Hinausschiebung der Rückkehr zum Dreischichtensystem zu versuchen, die übrigens durch Schiedsspruch im Ruhrgebiet, soweit die bergbaulichen Betriebe in Frage fommen, bereits für den 1. März festgelegt ist. Diese Berordnung ist auch sonst vollkommen ungenügend. Es gibt Betriebe, insbesondere in der chemischen Industrie, aber auch in der Glasindustrie, wo der Achtstundentag das höchst maß ist, das von Arbeitern ohne schwere Gefährdung von Gesundheit und Leben gefordert werden kann. Es ist unbedingt erforderlich, daß diese Verordnung sofort auf alle gesundheitsschädlichen Betriebe ausgedehnt wird. Darüber hinaus ist endlich dem Reichstag ein Gesezentwurf vorzulegen, der den Achtstundentag allgemein festlegt. Kommunistische Bauernfängerei. verband, der sich rühmt, in Berlin die stärkste EisenbahnerorganiWir haben wiederholt den kommunistischen Freien Eisenbahner. fation zu sein, und den vorläufig noch tommunistischen Bezirksbetriebsrat der Reichsbahndirektion Berlin an die Versprechungen erinnert, die diese kommunistischen Maulhelden den Eisenbahnern vor den Wahlen gemacht hatten. Es sollte eine große Attion unternommen werden, um die Schließung von Eisenbahnwerkstätten und den Abbau von Eisenbahnern zu verhindern Insbesondere ließ sich der kommunistische Bezirtsbetriebsrat von einer Versammlung den Auftrag erteilen, einen Reichsbetrieb s rätefongreß der Eisenbahner fofort einzuberufen. " Es sind num bald drei Monate feit der Ankündigung dieser tommunistischen Aktion" verstrichen und immer noch schlafen der Freie Eisenbahnerverband und der kommunistische Bezirksbetriebs rat ihren Dornröschenschlaf. Sogar die Rote Fahne" hat, wenn auch vergeblich, den Verfuch machen müssen, die kommunistischen Schlafmüßen aufzurütteln. Der 15möchige Kampf der Werftarbeiter um den Achtstundentag fm Borjahre murde hervorgerufen durch die Behauptung der Unter nehmer, ber Auftragsüberfluß erfordere eine entsprechende Mehr arbeit. Schon damals war diese Behauptung falsch. Nichtsdestomeniger murde ein Schiedsspruch im Sinne der Unternehmer gefällt und für verbindlich erflärt. Inzwischen haben die Werftbefizer Dom Reichsarbeitsminister zu ganz außerordentlichen Bedingungen aus den Mitteln der Erwerbslosenfürsorge einen Kredit von 50 millionen eröffnet bekommen. Wir nehmen nicht an, daß biefer Kredit gegeben wurde, um die Werftbefizer inſtand zu sehen, die Arbeiterschaft niederzufämpfen und den Achtstundentag zu beschen Eisenbahn zu unterbleiben hat. Dieser lächerliche Antrag, feitigen. Eine derartige, auf jeden Fall unerträgliche Partei nahme wäre selbst unter dem alten Regime undentbar gewesen. Wir ermarten deshalb, daß zunächst jede Kreditgewährung eingestellt wird. Wir erwarten weiter, daß bei einem Kampfe alle gewährten Kredite unverzüglich gekündigt werden. Auch die Arbeiter befommen teine Erwerbslosenunterstügung im Falle einer AusSperrung. Eine finanzielle Unterstügung der Werftbefizer aus Reichsmitteln während eines Lohnfampfes, wie auch diese Unterstützung erfolgen mag, wäre eine Maßnahme, deren Tragweite gat nicht abzusehen ist. Das Dreischichtensystem in der Schwerindustrie. Der Wortlauf der Berordnung. Das Reichsarbeitsblatt vom 1. Februar veröffentlicht den BortLaut der Verordnung über die Arbeitszeit in Rotereien und Hochofenwerten vom 20. Januar, wodurch ab 1. April die Rückkehr zum Dreischichtensystem bestimmt wird. Art. 1 der Verordnung lautet: Die Beschränkung des§ 7 Abs. 1 der Arbeitszeitverordnung findet Anwendung: 1. In Rotereien( Bechen, Hütten- und selbständigen Rolereien) auf diejenigen Arbeiter, die mit Arbeiten an den Rots öfen beschäftigt find einschließlich der unmittelbaren Abfuhr des fertigen Rofes von den Defen; in Hochofenwerten auf diejenigen Arbeiter, die mit Ar beiten an den Hochöfen beschäftigt find einschließlich der unmittelmittelbaren Zufuhr des Kofs, der Erze und Zuschläge zu den Hochöfen und einschließlich der Abfuhr des flüssigen Roheisens von den Hochöfen oder der Entfernung des gegossenen Roheisens aus der Gießhalle. Die Beschränkung des§ 7 Abs. 1 greift für Arbeiter, die in ben bezeichneten Betrieben nur während eines Teils ihrer Ar. Rins m. Tagal 12.50 Kunstseide m. Band 3.90 Tagal m.Rins 775 srael 9 Um in den Augen der ganz Dummen die Blamage zu verschleiern, hat die fommunistische Reichstagsfraktion einen Antrag eingebracht, monach die Schließung der Werkstätten bei der deutder auch bei feiner Annahme vollständig wirkungslos geblie. ben wäre, murde selbstverständlich abgelehnt. Die fommuniftische Reichstagsfraktion weiß so gut wie jeder Eisenbahner, daß dem Reichstag das Verfügungsrecht über die Reichsbahn ent zogen ist. Der Antrag wurde nur gestellt, um denen, die nicht alle werden, zu beweisen, daß die Kommunisten ,, praftische Reformarbeit" treiben, die aber von der SPD. Jabotiert" wird. Wir haben wiederholt mitgeteilt, welche Maßnahmen auf Drängen des Deutschen Eisenbahnerverbandes sowohl von der Reichsbahngefell fchaft als auch vom preußischen Ministerium zur Milderung und zur schaft als auch vom preußischen Ministerium zur Milderung und zur Berhütung des Abbaus der Eisenbahner getroffen worden sind. Der Antrag der kommunistischen Reichstagsfraktion, der beſtimmt ist, die Untätigkeit und Unfähigkeit der Kommunisten zu bemänteln, beleuchtet diese in Wirklichkeit schärfer als wir es selbst tun könnten. greifen. Prag: Engelbert Graf( Deutschland): 1. Die Konzen tration des Kapitals und die modernen tapitalistischen Ent wicklungstendenzen in ihrer Auswirkung auf die Gewerkschaftsbe wegung. 2. Weltwirtschaftliche Umbildungen und Neubildungen feit Beendigung des Weltkrieges. 3. Beltpolitif und Weltwirtschaft in ihrem gegenseitigen Verhältnis. 4. Dic Rohstoff- und Berkehrsgrundlagen der europäischen Wirtschaft. Sämt liche Probleme natürlich in ihrem Zusammenhang mit der Gewerf schaftsbewegung. 3. B. Brown und Spencer Miller jun, wie oben. Ferner werden Borträge über die Gewerkschaftsbewegung in der Tschechoslowakei gehalten werden. Einzelheiten folgen später. Das Kursgeld für Brunsvik( Unterkunft, Verpflegung und Schulgeld) wird pro Woche 1,15 Pfund Sterling betragen. Brunsvit, am Brunsviter See, ist prachtvoll gelegen und bietet Gelegenheit für Schwimm- und Rudersport. Es werden Ausflüge in die Umgebung fomie Erfurfionen nach Stockholm, Kopenhagen und anderen Zentren der schwedischen und dänischen Arbeiterbewegung veranstaltet werden. Auch in Prag find Ertursionen und Ausflüge vorgesehen. In beiden Schulen werden die Vorträge in deutscher oder englischer Sprache gehalten und in diese Sprachen überſetzt werden. Ueberlegungen ins Französische werden erfolgen, falls sich eine genügende Anzahl französischer Schüler meldet. Der im letzten Jahr abgehaltenen Sommerschule in Orford wohnten Vertreter aus 20 Ländern bei und es wird damit gerechnet, daß auch in diesem Jahre Gewerkschaftler aller Länder die Schule mitmachen werden. Anmeldungen nimmt der Internatio Amsterdam, entgegen. nale Gemerffchaftsbund, Leffelschadestraat 31, Beendigung des Streiks in der chemischen Industrie. Darmstadt, 7. Februar.( Mtb.) 8um Streif in der chemischen Industrie wird mitgeteilt, daß die Gewerkschaftsvertreter den Spruch der vom Reichsarbeitsminister eingesetzten Schlichtung. deffen Verbindlichkeitserklärung bevorstand und eine Lohnerhöhung von 6 Pf. pro Stunde in der Spige gebracht hat. angenommen haben, und den Belegschaften der am Streit beteiligten Werfe empfohlen werden, am Montag, den 9. Februar, die Arbeit wieder aufzunehmen. Ueber die endgültige Stellungnahme entscheiden Betriebsversammlungen, die im Laufe des heutigen Zages statt finden. Gescheiterte Verhandlungen in der Kaliindustrie. Halle, 7. Februar.( Eigener Trabtberidt.) Die Lohnberbard. lungen in der mitteldeutschen Kaliindustrie sind geideitert. Die Arbeitgeber hatten beantragt, bei Erörterung der obn frage gleichzeitig die Arbeitszeitfrage zu behandeln. Nunmehr sollen am 16. Februar in Dabei fam es zum Bruch. Berlin neue Verhandlungen stattfinden, um die Streitfrage zu lösen. Bahrscheinlich wird es zu einem Schiedsspruch fommen. Bergarbeiteraussperrung in Mährisch- Oftrau. Mährisch- Dstrau mit, daß es in den Wutfowiger Steinfoblen Prag, 7. Februar.( Mtb.) Die„ Prager Breffe" teilt aus gruben wegen Lohndifferenzen zu neuen Ausschreitungen gefon non ist. Die Arbeiter drangen in den Vorhof des Theresienichad tes en und wollten die Erfüllung ihrer Forderungen mit Gewalt erzingen. Die Grubendirektion hat daraufhin beschlossen, infolge Abiazmangels auf dem Theresienichacht die Arbeit einzustellen. Die Maßregelung betrifft 12 000 Arbeiter. Jm Schfeudiger Gewerkschaftskartell, das bisber fast aus schließlich von fommunistischen Vertretern beherrscht wurde, baben bei allen größeren Gewertihaften ausschließlich die Wahlvorschläge der Amsterdamer Richtung bei der Vorstandswahl Annahme gefunden. Die internationalen Sommerschulen des JGB. Der 3GB. wird in diesem Jahre im August zwei internationale Sommerschulen organisieren, und zwar in Brunsvit bei Stocholm und in Prag. Für die Kurse, die je 14 Tage dauern werden, sind bereits provisorische Vorbereitungen getroffen worden. Bis jetzt haben sich folgende Referenten zur Verfügung gestellt: Brunsoit: Richard Sandler( Präsident des schwedischen Arbeiterbildungsverbandes): Die Sozialisierungsfrage in Achtung, Bauarbeiter! Die Differenzen bei der Firma Streu Schymeden im Vergleich mit den Sozialisierungstheorien und Brat- bel auf der Baustelle 2 antwis, Grüner Weg, Mühlenstraße, tifen in anderen Ländern." J. W. Brown, Dipl. für die Staats- find beigelegt. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft wissenschaften und Wirtschaftslehre der Universität Orford. Sekretär Perlin: Der Vorstand. Verband der Akkordmaurer Groß- Berlin: des JGB.: 1. Die internationale Gemertschaftsbe. Der Vorstand. megung 2. Die internationale Urbeiterbildung. 3. Die Gewerf. fchaftsbewegung in den verschiedenen Ländern. Spencer Miller jun.( Sekretär des Arbeiterbildungsbureaus der Vereinigten Staaten): Die Arbeiterbewegung und die Lage der Arbeiter in den Bereinigten Staaten. Außerdem werden Borträge über I wirtschaftliche und sozialpolitische Fragen gehalten werden. Auch Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Friz Karstädt: Anzeigen: Th. Glode. fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u Co. Berlin SB 68 Lindenstraße 3. Hierzu 4 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". Vorteilhafte Angebote Damen- Hüte Hut aus Liséré- Geflecht, 4.90 mit Kunstseide.... Regenhut prägnierter 6.75 Stoff Haarfilzhut in vielen Farben, jugendl. Form 12.50 Linon- Formen..... 0.95 Stangen- Reiher schwarz, weiß oder farbig, 30 cm hoch. 1.95 Kunstseidenes Ripsband 10 cm 0.9550.50 Bund 3 Stiele Seidenstoffe Pannette Kunstseide für Hüte, schwarz und 1.90 braun. Mtr. Marocain Kunstseide mit Baumwolle, buntgestreift, waschbar, 100 cm Mtr. 2.95 Satin Riche glänzende Kunstseide, 90 cm Mtr. 6.50 Crêpe de chine buntfarbig bedruckt. 7.80 Mtr. 100 cm Velours Chiffon schwarz oder farbig, 13.50 100 cm .Mtr. Kleiderstoffe Kammgarnserge Reinwolle, in vielen Farben, 3.85 100 cm.. Mtr. Reinwollener Twill dunkle Farb., 130 cm Mtr. 4.75 Crêpe marocain Reinwolle, aparte Druck- 5.50 muster, ca. 95 cm, Mtr. Eolienne Wollem.Side: 4.90 Wollem.Seide 4.90 Besonders preiswerte Damenwäsche Herrenwäsche Tisch- u. 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Alle Welt weiß, um auch dieses noch zu erwähnen und damit zu beweisen, wie schwierig alle diese Sachen sind, daß bei feuchtem, regnerischem Wetter die Menschen von Schnupfen, Erfältungsfrankheiten und Grippe befallen merden. Die medizinische Wissenschaft aber weiß heute noch nicht, warum eigentlich der Mensch bei regnerischem Better sich Schnupfen zuzieht und nicht auch bei trodenem und flaren Wetter. Ich will zum Schluß nicht vergessen zu erwähnen, daß bisher über diese Untersuchungen und Erperimente noch sehr wenig Literatur und Erfahrung vorliegen." Das Wetter und die Frauen. Bor allem in den Frauentiiniten und Entbindungs. anstalten hat man der Frage des trüben Wetters und des verhängten Himmels im Zusammenhang mit dem Befinden von Schwangeren und Gebärenden das größte Intereffe entgegengebracht. Man hat hier lange schon erkannt, daß bei einem solchen Wetter alle möglichen nervösen Erscheinungen besonders häufig und besonders start sich bemerkbar machen. In der Berliner Universitätsfrauen flinit hat sich vor allem der Oberarzt, Pri. vatdozent Dr. Philipp, mit diesen Fragen beschäftigt. Er hat immer wieder feststellen können, daß bei trübem Wetter häufig bei Schwangeren und Gebärenden die sogenannte Eklampsie auftritt. Unter Eflampfie versteht der Frauenarzt schwere frampfähnliche Zustände, die namentlich, wenn sie bei Gebärenden eintreten, nicht felten von so großer Gefahr sind, daß sie den Tod der Patientin her. beiführen. Aber auch hier muß gesagt werden, daß der Mann der Wissenschaft den Zusammenhang zwischen diesen Krampfanfällen und dem Better ohne jeden Zweifel nach langer Erfahrung festgestellt hat, aber leider noch nicht erklären fann, warum ein solcher Zusammenhang besteht. wir diese Rälte bekommen werden. Nach Ansicht des Meteorologischen Instituts wird übrigens der Winter so, wie er bisher gewesen, mit milder Witterung und häufigen Regenfällen bestehen bleiben. Strenge Winterfälte ist faum noch zu erwarten. Zimmer bei dunklem Himmel. Man sieht also aus dem Vorstehenden, aus den Aeußerungen und Experimenten bekannter Vertreter der Wissenschaft, daß hier ein noch großes und zum Teil unbekanntes Gebiet zu erforschen ist. Im übrigen tann so ziemlich jeder nach dieser Richtung aus eigener Er. Stimmungen und seiner Gemütsverfassung vom Wetter nicht abhängig ist. Vor allem ist es das emig trübe Wetter und der stets hat der Himmel bald ein Einsehen und läßt uns die Sonne sehen. verhängte Himmel, der Unluft und Bessimismus erzeugt. Hoffentlich Schließlich darf nicht vergessen werden, daß auch die Psychia. ter sich mit den Beziehungen zwischen Wetter und Selbstmord be schäftigt und zu ergründen versucht haben, ob trübes Wetter die Depression bei dem einzelnen fo meit treiben fann, daß er Selbft mord begeht. Freilich ist die Beantwortung dieser Frage besonders schwierig. Eine Handhabe bietet auch nicht die Statistik. Wenn man So fingt Scheffels semmelblonder Trompeter von Säckingen". 3. B. erfährt, daß an einem besonders trüben Lag nun sagen wir Die Stimmung des Menschen hängt in der Tat vom Wetter ab. 8 Menschen in Berlin fich das Leben genommen haben, so fann entJeder lann in fehr leichter Weise den Beweis dafür erbringen. Man schieden der Umstand eintreten, daß an einem tiaren und sonnen- fahrung sprechen. Es gibt wohl kaum einen Menschen, der in seinen braucht nur durch ein hellgelb gefärbtes Glas zu schauen, so wird man hellen Tage 10 Menschen freiwillig aus dem Leben geschieden sind. ertennen, daß die Belt und die Umwelt froh, heiter und lustig ausMan wird wahrscheinlich über diese Frage zu einer Aufklärung und schaut. Blickt man dagegen durch ein dunkel gefärbtes Glas, ponische Wissenschaft und die medizinische Literatur wiffen außerdem wissenschaftlichen Begründung restlos niemals tommen. Die medizi» machen dieselben Gegenstände einen trauervollen toten Eindrud. Die aus alter Erfahrung, daß der Monat Mai der typische SelbstmordMeteorologie, b. h. also die Betterkunde, und die Bissenschaft der monat ist. Ein Monat also, von dem man im allgemeinen mit Medizin arbeiten denn auch in gewisser Beziehung mit einander Hand Echeffel fagen muß: Grau wie der Himmel steht vor mir die Welt." in hand. Die Bissenschaft weiß& B., daß es Menschen gibt, die, mie sich das bei dem bekannten Philofophen Niegsche in besonders eflatanter Weise äußerte, nur in ganz bestimmten Höhen und bei ganz bestimmtem atmosphärischen Druck arbeiten können. Die Wissenschaft nennt diese Menschen Meteoropathen Meteorologie und Medizin. Die Meteorologen und die Mediziner haben seit längerer Zeit ein wissenschaftliches Bündnis geschlossen. Auf dem Naturforschertag in Innsbrud vor mehreren Jahren wurde die Frage, ob und wieweit das Wetter mit Krankheiten und mit Stimmungen der Patienten zusammenhängt, eingehend erörtert. Ein festes System allerdings und ein startes Gebäude der Wissenschaft tonnten das jei vorweg bemerkt bisher nicht aus der Zufammenarbeit von Betterkundigen und Medizinern errichtet werden. Es fonnten feine beweisträftigen Schlüsse gezogen werden, weil der Meteorologie Grenzen gesetzt sind, die sie bisher nicht hat überschreiten tönnen. Bielleicht ist das auch ganz gut jo, denn wenn es anders wäre, hörte die Forschung auf. Bie so häufig bei wissenschaftlichen Entdeckungen und Erfindungen der Zufall eine Rolle gespielt hat, ist man eigentlich auch durch einen Zufall zu der Erkenntnis gekommen, daß das Wetter, und namentlich trübes, regnerisches Wetter und ein ftets verhangter Himmel, auf die Kranten von besonderem Einfluß fein müffen. Ein Frauenarzt in der Nähe von Berlin, der eine Frauenklinit hat und der tagsüber außerordentlich stark beschäftigt ift, hatte sich ein fleines Gäridhjen angelegt, in dem er zu feiner Erholung arbeitete. Dabei machte er folgende eigenartige Beobachtung: Jedesmal, wenn er bei schlechtem Wetter im Garten war, wurde er abberufen, weil in seiner Frauenklinik allerhand los" war, was ihm als Arzt viel zu tun gab. Wenn er dagegen bei gutem Wetter im Garten arbeitete, wurde er niemals dringend nach der Frauenklinik verlangt. Als sich diese Fälle immer wieder ereigneten, tam er schließlich auf den Gedanken, daß zwischen dem Wetter und den Kranten gewiffe Beziehungen bestehen müßten. Inzwischen haben fich Mediziner und Kliniker sehr eingehend mit dieser Frage be schäftigt In Berlin ist es vornehmlich der Oberarzt der zweiten medizinischen Klinit, Privatdozent Dr. Arnoldi, der allen diesen Dingen das regste wissenschaftliche Intereffe entgegengebracht hat. Herr Dr. Arnoldi wußte uns aus diesen feinen Experimenten folgende intereffante Tatsachen mitzuteilen: " Wenn sich über Nacht das Wetter geändert hat, wenn Regenfälle eingetreten find oder auch vor einem Gewitter oder schließlich überhaupt bei hohen Temperaturen, dann weiß ich bereits, daß ein schlechter Tag mir und den Kranken bevorsteht. Auf der ganzen Station liegt gewissermaßen ein Drud. Die Kranten haben schlecht oder gar nicht geschlafen. Die Asthmafälle treten außerordentlich häufig und sehr bedrohlich auf, die Temperatur ist eine höhere als fonft, Migräne mit Erbrechen ist festzustellen, starke seelische Verstimmung, alte Narben schmerzen wieder, bei chronischem Gelenfrheumafismus trefen heftige Schmerzen und Schwellungen auf, Herzangitzuftände ,, verlangfamte Auffaffungsgabe, große Ermüdbarkeit, sowie eine anders geattete Tätigkeit des Magen- und Darmkanals, find die Folgen des schlechten Wetters. Ich habe eine Seitlang einen Astmakranken, der bei trübem Wetter häufig schwere Aftmaanfälle erlitt, die Anfälle genau nach Tag und Stunde aufzeichnen laffen. Dieses Berzeichnis habe ich dann dem Wetterbureau gegeben mit der Bitte, mir mitzuteilen, ob an diesen Tagen und zu diesen Stunden das Wetter besonders abnorm war. Leider haben diese Versuche feste Resultate nicht gezeitigt. Das liegt daran, weil die Meteorologie heute immer noch nicht über bestimmte Erscheinungen in der Atmosphäre vollständig im flaren ist. Jedenfalls sind bei sogenannten abnormen Temperaturen atmosphärischelektrische Vorgänge und Strömungen in der Cuft vorhanden, die auf die Kranken und überhaupt auf besonders sensible Naturen ungünstig wirten. Man hat seinerzeit in Potsdam auf der Betterwarte Versuche angestellt nach dieser Richtung, die aber bisher einwandfreie Resultate nicht gezeitigt haben. Wie immer, ich weiß jedenfalls, daß ich bei Wetterumschlag und bei vollständig Beränderter Temperatur eingreifende Behandlungsmaßnahmen nicht Wie stehts mit dem Winterwetter? Abbau der Wohnungszwangswirtschaft? Berhandlungen des Städtetages. Das Publikum ist im allgemeinen geneigt, mehr oder minder mit Entrüstung auszurufen: Dieser Winter ist überhaupt fein Winter. Das ist aber nicht ganz richtig. Anderer Ansicht ist z. B. die Berliner Wetterwarte, die das Wetter jahraus, jahrein wissenschaftlich beob achlet. Vergleicht man die vom Berliner Wetterbureau gefertigten Bettertabellen, so ergibt sich folgendes: Im Oftober 1924 war eine nur geringe Abweichung vom normalen Wetter zu verzeichnen Auch der November 1924 brachte noch keine abnorme Temperatur. Ja, felbst der Dezember 1924 war zwar etwas warm, aber im übrigen in feinen Temperaturen in Süd- und Mitteldeutschland durchaus normal. Wir haben ja befanntlich bis jetzt in der Hauptsache trübes und regnerisches Better gehabt, immer wieder unterbrochen von ein paar fälteren und trockenen Tagen. Wenn nun das große Publikum diesen Winter als besonders anormal betrachtet, so liegt das vornehmlichen Gerichte. Dsmer Herford wandte sich energisch gegen alle lich daran, daß in diesem Winter in den meisten Gegenden Deutschlands fein Schnee gefallen ist. Wir haben ganz geringe Niederschläge und einen trockenen Winter, so trocken, daß er in Parallele zu jezen ist mit den überaus trockenen Sommern 1910. 1911 und 1914. Woher kommt aber nun dieser trockene Winter? Seit dem Oftober vorigen Jahres hat sich das eine Hochdruckgebiet, das die Meteorologen das Azorenmarimum nennen, nach Mitteleuropa ver 30gen Warum das geschehen ist, weiß die Wissenschaft nicht Jedenfalls liegt die Tatsache vor und hat zur Folge, daß diese Berlagerung des Hochdruckgebiets Westwinde, aber merkwürdigerweise, E Zimmer im Sonnenlicht. frodene Westwinde nach Mitteleuropa bringt. Und diese trodenen Westwinde bedingen das verhältnismäßig milde Wintertima. Mit dem trockenen Winter steht es übrigens nicht in Widerspruch, daß es in diesem Winter häufig regnet. Die Niederschläge im allge meinen aber und der fehlende Schnee berechtigen zu der Bezeichnung tredener Winter. Diese Verlagerung des Hochdrudgebietes hat im übrigen zwar zur Folge, daß, wenn in Amerita eine sehr hohe Sommertemperatur herrscht, wir mit hohen Sizegraden auch in Europa rechnen müffen. Dagegen ist es falsch( das Publikum aber glaubte bisher daran), daß, weil Amerifa große Kälte meldet, auch Die Sonnabendtagung des Hauptausschusses des Deutscher Städtetages war der Beratung über den sogenannten 21 bbau der Wohnungszwangswirtschaft gewidmet. Ein Referat des Syndikus Dr. Heckel Altona tam nach einigen Wenn und Aber und unter reichlicher Berücksichtigung nebensächlicher Kleinigkeiten zu dem Ergebnis, daß an einen Abbau der Wohnungszwangswirtfchaft vorläufig nicht gedacht werden könne. In der sehr ausgedehnten Diskussion wagte sich hier und da die Auffassung hernor, daß doch die Zwangswirtschaft möglichst bald abgebaut und die Mieten wieder auf Friedenshöhe gebracht werden könnten. Diesen Auffaffungen trat aber doch eine ganze Reihe der anwesenden Oberbürgermeister energisch entgegen. Scheidemann- Kaffel kenn zeichnete an einem besonderen Fall die beginnende Durchlöcherung der Zwangswirtschaft durch das unsachgemäße Eingreifen der ordent Bersuche des Abbaus, von der nicht die Rede sein könne, solange die Wohnungenot noch andauere. Sehr wirkungsvoll vertrat auch Oberbürgermeister Landmann- Frankfurt a. M. und Oberbürgermeister uppe- Nürnberg die auch von der Sozialdemokratie stets vertretene Auffassung, daß die Wohnungsnot noch lange andauern werde, daß sie als eine internationale Erschei nung auch in anderen siegreichen Ländern beobachtet werde, und daß ihr nur durch Aufrechterhaltung der Zwangsbewirtschaftung der alten Wohnräune und durch öffentlich- rechtliche Förderung des Wohnungsneubaues aus öffentlichen Mitteln gesteuert werden könne. Oberbürgermeister Blüher Dresden brachte einen Antrag ein, daß mindestens für die nächsten fünf Jahre zu Zwecken des Woh nungsneubaues den Gemeinden 20 Broz. Mietsteuer zur Verfügung gestellt würden. In der Abstimmung wurde dieser Antrag einstimmig angenommen. Ein Antrag, möglichst bald auf die Friedensmiete zurüdzugreifen, wurde mit übergroßer Mehrheit angenommen, während allerdings ein anderer Antrag ScheidemannKaff: 1, Weber- Halberstadt, der aus der farblosen und vermaschenen Resolution des Borstandes einen auf vorsichtige Lockerung der 3wangswirtschaft hinzielenden Satz herausstreichen wollte, abgelehnt wurde. Immerhin stimmte für den Antrag Scheidemann eine sehr erhebliche Minderheit des Hauptausschusses. Alles in allem zeigte aber die Beratung dieser Frage, daß bei dem Hauptaus schuß ein klarer einheitlicher Wille für die Fragen der Wohnungszwangswirtschaft und des Wohnungsneubaues fehlten Auch die kommunale Bureaukratie boginnt den turzsichtigen und stumpfsinnigen Einflüssen der Inter essentenfreise zu unterliegen und findet zum Teil nicht den Mut, das einzig Mögliche, nämlich eine energische planmäßige Förderung der Neubautätigkeit allein durch die Gemeinden rücksichtslos und mit Energie zu vertreten. Die unpolitischen Kommunalbeamten unterliegen eben in diesen Fragen doch ganz erheblich den politischen Einflüssen der auf sie drückenden Wirtschaftsfreise. 4 Die angenommene Entschließung zur Frage der Wohnungswirtschaft hat folgenden Wortlaut: Als unvermeidbare Hilfsmaßnahme im Kampje gegen die Woh nungsnot fann die Wohnungszwangswirtschaft erst mit dieser völlig fallen; eine voreilige Abschüttelung des lästigen 3wanges würde ge meinschädliche Folgen haben. Die Beseitigung der Zwangswirtschaft auf dem Wege allmählicher Loderung und schrittweisen Abbaues bleibt jedoch das Ziel; schon jetzt ist das Zwangsrecht insoweit aufzuheben, als es sich entweder als schädliche Ueberspannung erwiesen hat oder teilweise eine Milderung der Raummot bereits eingetveten ist. Eine Beseitigung der Wohnungsnot ist nur möglich durch Neuherstellung von Wohnungen bei gleichzeitiger Verhütung des Verfalls alter Wohnungen. Hierzu haben Arbeitgeber in Stadt und Land für ihre Arbeitnehmer, insbesondere Reich und Länder für ihr Personal mitzuwirken. Solange aber die Mieten noch nicht wieber in einer Höhe erhoben werden fönnen, die den Neubau von Woh nungen rentabel macht und die Verhütung des Verfalls ermöglicht, bleibt es die Aufgabe der Gemeinden, den Neubau und die Erhaltung der Wohnungen mit öffentlichen Mitteln zu fördern. Um diese Aufgabe planmäßig und weitfichtig zu lösen, ist es erforderlich, den Gex «neinden eine M!etzwse in �öhe von 2V Proz. der Frieden»- miete auf zunächst fünf Söhre durch ReichzgcseZ zuzuweisen, ohne da!>ei die den Gemeinden für allgemein« Zwecke zustehenden Ein- nahmen Zu kurzen. Gewerbliche und landwirtschaftliche Betriebe dürfen von der Steuer nicht ausgenommen werden können. Bei der am Schluß der Tagesordnung erfolgten Wahl zum Nor stand des Deutschen Städtctages wurde» u. a. aus den Krei- sei, der sozialdemokratischen Mitglieder gewählt: C ch c i d c m a n n- Kassel, Seims- Magdeburg, Weber- Halber. padt, L ö f f l e r- Gera, ferner die Stadtverordneten Haß- Berlin, Deuter- Berlin, Edmund Fischer- Dresden und S ch m i d- München. Neu gewählt wurden ferner: Oberbürgermeister I a r« res- Duisburg, Pracht- Essen. der öombenanschlag in potsöam. Abschluß der Veweisrmsnahme. In dem weiteren Verlauf des Prozesses vor dem Schwurgericht wegen des kommunistischen Bombenanschlags auf die Denkmals- frier in Potsdam evstattctc Prof. Dr. Hermann G a st von der Ehemisch-Technischen Reichsanstalt ein Sachverständigengutachten über die Bomben. Bon diesen waren nur zwei wirklich ge- s ä h r l i ch. da sie mit Pikrin und Nitrokresol gefüllt waren. Zeuge Waller Iunkmann, der von dem Plan der Behörde Mitteilung gemach? hatte, sagte aus, daß ein Mann, den er unter dem Spitznamen �Modderkrebs" gekannt habe, ihn nach einer Versammlung zum Lokal von Grindel in Potsdam bestellt habe. Dann seien ihnen Instruktionen sür die Ausführung des Attentats erteilt worden. Bei ihm habe von vornherein fest- gestanden, daß er nicht mitmachen würde. Er habe das bei der Besprechung nicht gesagt, da es dann nach seiner Kenntnis der KPD. zweifelhaft gewesen wäre, ob er überhaupt aus dem Lokal herausgekommen wäre. Als Rechtsanwalt Liebknecht ihn fragt: ..'Aber die Ii) M. haben Sie jedenfalls genommen?", löste Iunk- manns Antwort:„Das mußte ich ja", Bewegung und Entrüstung im Zuschauerraum aus, die vom Vorfitzenden scharf gerügt wurden. Iunkmann schilderte weiter den Gewissenskonflikt, der bei ihm entstanden war und ging dann auf seinen mit Zeutschcl unternommenen_ Besuch in der Sommerfeldschen Wohnung ein. Dort hätten auf der Erde Alumiumslaschen und P a r a- bellumpistolen gelegen. Zeutschcl Hab« die Pistolen fertig si«nacht. Eine sei auf die Erde gefallen, darüber hätte sich Sommer- scld sehr aufgeregt und gesagt:„Wenn ein Schuh losgegangen wäre, wäre alles verraten gewesen." Iunkmann erhielt zwei Pistolen und zwei Bomben. Er fchilderte schließlich, wie sie alle um Obelisk in Potsdam verhaftet wurden. Einer weiteren Aus- sage Iunkmanns gegenüber bestritt der Angeklagte K u h l m a n n, daß er bei der Ätzung im Restaurant gewußt habe, daß es sich um eine Bombe handelte. Auf eine Frage des Rechtsanwalts Liebknecht über feine jetzige Arbeitstätigkeit verweigerte der Zeuge Iunkmann die Aussage. Er bestritt auf Befragen des Staats- miwalts Burchardy mit Entschiedenheit, daß ihm vorher von irgendeiner Seite eine Belohnung versprochen worden sei. wenn er die Sache oerrate. Er habe auch niemals Geld erhalten, um dafür eine falsche Aussage zu machen. Als nächster Zeuge wurde der Schriftsteller Z e u t s ch e l aus der llutersuchungshaft vorgeführt. Aus den Ausführungen des Vor- sitzenden ging hervor, daß Zeutschcl u. a. beschuldigt wird, in Hagenow, wo er Organisationsleiter war. einen jungen Mann um die Ecke gebracht zu haben, der im Verdacht stand „Spitzel" zu sein. Zeutschel bestreitet die Richtigkell dieser Be- schuldigung entschieden. Er gab die Bekanntschaft zweier Russen namens Ä n d r« j e w und F r a n e ck zu, die in dem Verdacht stehen, die Bomben hergestellt zu haben. Neber die Herkunft der Bomben verweigert er die Aussage. Die Bomben sollten nicht in die Nähe des Denkmals geworfen werden, nur dann sollten sie verwendet werden, wenn ein Staatsstreich durch die Nationalisten geplant und ei» Zug nach Berlin unternommen werden sollte. Dann allerdings würde er auch auf die Sipo geworfen haben, um an den Zug heranzukommen. Als dem Zeugen dann eine belastende Aussage über Sommerfeld vorgehalten wurde, bestritt er das energisch und rief:„Die Protokolle sind gefälscht, damals war ich krank und wußte nicht, was ich unterschrieb." Zeutschel erklärte weiter, daß er sich schon im Februar v. I. von der KPD. getrennt habe, da er zu anarchistisch eingestellt sei. Die KPD. habe solche Terrorakte als unzweckinäßig abgelehnt. Ferner wurde der Arbeiter Heese als Zeuge vernommen, der zu jener Zeit Leiter der Ortsgruppe in Potsdam war. Er be- stritt, daß in der Versammlung am 21. Mai von einem Bomben- ottcntat gesprochen worden sei. An einem solchen hätte er sich auch nie beteiligt, da die KPD. derartige Einzclaktionen ablehne. Ter Staatsanwalt widersprach der Vereidigung dieses Zeugen, da bei allen Funktionären der KPD., die an der Vorbereitung der Gegendemouftration beteiligt waren, der Verdacht bestehe, mindc- ftcns von den Attcntatspläncn Kenntnis gehabt zu haben. Die Verteidiger widersprachen diesem Zlntrag des Staatsanwalt. Das Gericht ftcllie die Beschlußfassung über diesen Antrag zurück Andere Funktionäre äußerten sich in ähnlichem Falle wie diese. Der Apfel der Elisabeth Hoff. 16]. Von Wilhelm hegeler. „So schnell!" wiederholte er ihre Worte.„Ich habe das Gefühl, scyon eine endlose Zeit hier zu sein." „Was haben Sie denn in dieser endlosen Zeit gemacht?" Er setzte sich, händcreibend, in sich zusammengekauert, als wenn ihn fröre: „Ich weiß nicht. Nichts vermutlich. Wahrhaftig, beim besten Willen, ich weiß es nicht. Drüben, wo Zeit Geld ist, abe ich sie zwischen die Fäuste genommen und ausgepreßt is auf die Kerne. Aber hier, wo ich nichts zu tun habe, als die Zeit totzuschlagen, da schlägt sie mich tot. Deshalb muß ich schleunigst fort aus diesem gräßlichen Berlin. Ja, ich finde Berlin gräßlich.— Ich war in einer der Straßen oben im Norden, wo ich als Student gewohnt habe. Der Ekel hat mich geschüttelt vor all der Häßlichkeit. Und ich dachte an den, der ich damals war, der diese Häßlichkeit mit seinem Enthufiasnius übergoldete, an den jungen Burschen, so prall an Mut und Sicgesgewißheit. Was ist nach fünszehn Iahren davon übriggeblieben? Was wird nach fünfzehn Iahren davon übrig sein— wenn's solange dauert. Aber hoffentlich ist die Posse eher zu Endel Wozu leben, wenn doch der Tod das Ende von allem ist! Ich sehe ihn auf Schritt und Tritt, aus jedem Gesicht grinst er hervor. Wenn der Blick mal so eingestellt ist. wird man seine Fratze nicht wieder los. Ich mag hingehen, wohin ich will— selbst im Museum, ange- stchls der blühenden Leiber auf den Leinwänden, muß ich an die denken, deren Schatten da verewigt sind und die selbst im Staub vermodern. Ich bin schließlich überhaupt nicht mehr ausgegangen. Erst bei der Dunkelheit habe ich mich auf die Straße getraut." „Und haben den ganzen Tag in Ihrem einsamen Hotel- zimmer gesesien?" „Ich habe geschlafen. Und nachts habe ich gejeut. Es gibt ja jetzt so nette Klubs in eurem soliden Berlin. Können Sie pockern? Ein verdammt blödsinniges Spiel. Der Der- stand wird ausgeschaltet. Alles ist Zufall. Ganz wie im Leben. Man übertrumpft die Sinnlosigkeit des Lebens durch die Sinnlosigkeit des Spiels. Was kann man Besseres tun?� „Leiden Sie schon lange an diesem Zustand?" fragte Elisabeth nach einer Weile. �An diesem Zustand der negativen Lebensfreude? Viel- Nach dem die Beweisaufnahme beendet war, beschloß das Ge- licht, Iunkmann und die als Zeugen vernommenen Funktionäre und sonstigen Teilnehmer an der kommunistischen Funktionär- Versammlung vom 21. Mai wegen Verdachtes der Mittäterschaft nicht zu vereidigen. Daraus wurde die Verhandlung und der Beginn der Plädoyers auf Montag früh 3 Uhr vertagt. Geld— aber keine Ziegelsteine! Der Wohnungsbau wieder iu Gefahr! Die Mauersteine kosten jetzt d r e i m a l so viel als vor dem Zell- punkt, wo sich der Baumarkt durch die Hingabe der billigen Staats- oder Stadthypotheten aus dem Ertrag der Hauszlnsstcuer sehr stark belebt hat. Die Ziegelelen, die für Berlins Belieferung in Betracht kommen, Sind zurzeit nahezu ausverkauft. Manche Sorten Steine sind jetzt chon nicht mehr zu bekommen. DerWucher und die Schie- bung blühen! Diele finanzierten Bauvorhaben könnne voi aussichtlich nicht oder erst viel später zur Ausführung kommen, well vor dem Mai der Neubrand an Steinen von 1925 nicht zur Perfügung steht. Es ist also folgende Tatsache zu verzeichnen: Jetzt gibt es Geld zum Bauen, aber keine Steine! Uno diese sind dreimal so neuer als noch vor einigen Monatenl Und werden weiter steigen! Warum hat man von den vielen Millionen, die für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt wurden, nicht einige Millionen v o r w e"g genommen, sie den Ziegeleien zu ebenfalls billigem Zins- fuß zur Verfügung gestellt und sie vertraglich verpflichtet, die Ziegel- steine an die mit Hauszinssteuerhypotheken sinanzierten Bauvorhaben zu ganz bestimmten billige» Preisen abzugeben? Diese Unterlassung einer planmäßigen Wohnungspolitik hat schwere Folgen. Noch aber kann Schwereres verhütet wer- d e n I Das muß aber schneller gehen als es z. B. heute dauert, bis die einzelnen Baudarlehen aus dem schwerfälligen Apparat der Woh- nungsfürsorgegesellschast an die Bauenden gelangen! Frohe Stunden für die Alte«. Die Errichtung von Kleinrentner-undTagesheimen durch die einzelnen Berliner Bezirk« hat bei den oft In bitterster Rot lebenden alten Leuten große Freud« ausgelöst. Soweit Heim« bestehen, werden ste rege in Am'pnich genommen. Das Bezirks- amt Mitte, dessen Bürgermeister unser Gen. Schneider ist. hat jetzt vier Tages- und Kleinrentnerheime. Vor ewigen Tagen versammelte sich im Heim in der Breiten Straße 6 eine stattliche An, zahl der Alten. Sie sollten mit einem Kunstabend, dem bekannt« Künstler ihre Mitwirkung zuqesagt hatten, erfreut werden. Und nun harrte ein« andachtsvoll« Schar der kommenden Genüsse. Klassische Musik, heitere Rezitationen und Vorlesungen wechselt:» in bunter Folge ab. Als dann die urwüchsige K ä t e H y a n Alt- berliner Lieder, die oft eines gewissen Humors nicht entbehrten, zur Laute erklingen ließ, wollte der Beifall kein Ende nehmen. Käie mußte noch einmal vor, und sie fang einen echten und rechten Berliner Gassenhauer, den die Alten, d!« ringsumher saßen, noch gut aus ihrer Jugendzeit in Ermnerung hotten. Auch Hans Land. der bekannte Schriftsteller, konnte mit einer kleinen, netten Erzählung ehrlichen Beifall einheimsen. In einer Ansprach« hob Bürgermeister Genosse Schneider hervor, daß es dank privater und öffentlicher Unterstützung gelungen ist, neu« Tagesheime zu eröffnen. Er teilte ferner mit, daß der Magistrat 30 000 Mk. für Künstlerhilfe bewilligt habe, von denen der Bezirk Mitte 1500 Mk. erhalte. Dieses Geld ist dazu bestimmt, einig« Unterhaltungsabendc mit künstlerischem Programm zu veranstalten. Uns«« alten Einwohner sollen so einige frohe Stunden genießen Genosse Schneider wies dann noch aus die Herme in der Reuen Königstraß«, Beuihstraß« und Kessetstraß« hin. Leider reichen diese nicht aus, um alle Bedürftigen aufzunehmen. Er schloß mit den Worten, daß es hoffentlich dem Dezlrksamt gelingt, weiter« kleine Annehmlichkeiten zu schaffen. Darauf erfolgte die Bewirtung der Heimqäst«. die munter plaudernd noch einige Zeit beisammen saßen. Die Besuchszeiten der Heime im Bezirk Mitte sind folgende: 1. Klemrentnerheim Breite Straße 6. Geöffnet Donners- tag bis Sonnabend von 6 bis 9 Uhr abends. 2. Tagesheim Reue Königstroße 2L Geöffnet täglich vormittags 9 Uhr bis abends 8 Uhr. 3. Tagesheim Keffelstrah« 3-4. Geöffnet täaläch vormittags 9 Uhr bis abends 8 Uhr. 4. Klemrentnerheim Beuthftroß« 16. Geöffnet täglich von 4 bis 8 Uhr. Kaffee und Brötchen gelangen unentgeltlich zur Ausgabe._ Der„faßrwutige" Ehauffeur. Am Donnerstag vor 8 Tagen wollte ein Privatchaufseur mar- aens den Wagen seines Arbeitgebers- einen ganz neuen Mercedes- Wagen im Werte von 25 000 M., aus seiner Box in der Olympia- Garage in der Nestorslraße zu Charlottenburg herausholen, fand aber die Box leer. Niemand wollte wissen, wo der kostbare Wagen geblieben war. Einige Tage später erschien bei der Kriminalpolizei der Inhaber einer anderen Garage in der Nestorstraße und teilte mit, be! ihm stehe ein Wagen, der einer Verabredung zuwider nicht abgeholt werde. Die Sache scheine ihm nicht ganz geheuer zu sein. leicht schon lange, ohne daß ich es wußte. Zum Bewußtsein ist es mir ein paar Wochen vor meiner Abreise gekommen. als ich eines Tages mit einem Vorarbeiter das Gerüst an einem Neubau hinaufstieg. Er sagte zu mir:„Ich möchte lieber nicht mit hinauf. Mir ist heute nicht recht wohl."— „Ach was," sagte ich,„uns holt hier unten der Teufel so gut wie oben. Kommen Sie nur!" Ich kletterte voran, er hinter- her. Aber wie wir auf das Gesims traten, es war'ne recht hübsche Höhe, sagte er plötzlich:„Sehen Sie wohl!" und weg mar er." „Abgestürzt?" fragte Elisabeth erschrocken. Ryfeck nickte:„Sehen Sie wohl," sagte er, will nach mir greisen und fällt hintenüber. Als ich herunterkam, fand ich einen Fleischklumpen wieder." „Entsetzlich!" murmelte Elisabeth. „Zum Anschauen. Aber sonst war's ein ganz schöner Tod. Und der Mann war schon in die vierzig. Das gilt drüben als ein ganz respektables Alter.— Aber offenbar hat er mir's angetan, denn seitdem hält mich der Tod beim Wickel.— Nicht daß ich ihn fürchte. Nur frage ich: wozu lebt man? Wozu habe ich gelebt?" Er warf Elisabeth einen seiner antwortheischenden Blicke zu. Aber sie erwiderte nichts. Während sie versunken ih« ansah, hatte sie ein seltsames Gefühl, gemischt aus Be- zwungcnheit und Abwehr, aus Teilnahme und Fremdheit. und es war ganz das gleiche Gefühl, das sie auch damals ihm gegenüber gehabt hatte. „Wofür habe ich gelebt und wie ein Kuli gearbeitet?" wiederholte er mit erbitterter Eindringlichkeit.„Sie denken vielleicht, ich könnte mich mit den Häusern trösten, die ich ge- baut habe. Ich hätte mit derselben Genugtuung Kaninchen» stalle gebaut. Als anständiger und vernünftiger Mensch habe ich möglichst gute Arbeit geliefert. Aber der einzige Zweck meiner Arbeit war die Bezahlung. Bon einer änderen Ge» nugtuung kann nicht die Rede sein. Ich bewundere die selbst- sichere Kühnheit Ihres Mannes, der in seiner Wisienschaft den klaren Sinn des Lebens sieht. Ich glaube, diese schöne These ist nur ein frommer Selbstbetrug. Was bedeutet denn seine Wissenschaft? Den Kamps gegen den Tod. Nun, der Tod ist stärker als jedes Serum und Antitoxin. Da find wir drüben wenigstens ehrlicher. Unsere Wolkenkratzer klettern höher als irgendein gotischer Dom, aber wir bilden uns nicht ein wie die frommen gotischen Baumeister, den Himmel und die ewige Seligkeit zu erreichen. Der Sinn des Lebens— Ein Chauffeur habe den Wagen eines Morgens gebracht um«ine kleine Ausbesserung vornehmen zu lassen. Seitdem habe er sich nicht mehr blicken lassen. Die Kriminalpolizei erkannte in dem verlassenen Wagen das angeblich gestohlene Mercedes-Auto. Der „Dieb" aber war noch immer nicht zu finden. Da erschien bei der Kriminalpollzei völlig zerknirscht der Führer des Mercedes-Wagens, der den Diebstahl gemeldet hatte und klärte die Angelegenheit auf. Er selbst hatte den Wagen entführt, dann in der Garage unter- aestellt und sieben lassen und den„Diebstahl" erdichtet. Wie er lagt, hatte er durchaus nicht die Absicht, den Wagen zu verkaufen. Er war nur von der„F a h r w u t" befallen worden. Nach Schluß seines Dienstes hatte er in einem Lokal gesessen und etwas über den Durst getrunken. Da sei es. wie er sagt, wieder über Ihn gekommen. wie schon einig« Male, wenn er Alkohol genossen habe. Er habe unbedingt fahren müssen, und zwar sofort mit oder ohne Ziel. Unter einem unwiderstehlichen Zwange habe er den Wagen aus der Box geholt und auf eine schwarze nächttiche Vergnügungsfahrt aus einem Lokal den Klavierspieler und zwei Mädchen als angenehme Begleitung mitgenommen. Im Grunewald fei ihm endlich der Brennstoff ausgegangen und alle hätten im Auto übernachten müssen. Am nächsten Morgen habe ein Müllkutscher den Wagen zur nächsten Tankstelle geschleppt. Dort mit neuem Benzin oersehen. sei er nach der anderen Garage in der Ncstorstrahe gefahren und habe den Wagen hier untergestellt. öeginn üer öerliner Messen. Die großen Fachmessen, die im Laufe dieses Jahres unter der führung des Berliner Messeamtes in den Ausstellungshallen am aiserdamm, den beiden Automobilhallen und dem 5)aufe der Funk- Industrie stattfinden, wurden gestern durch die beiden Deranstaltungen der deutschen Bekleidungsindustrie und der Schuh- und Ledcrwirtschast eingeleitet. Eine Vorbesichtigung gab Gelegenheit, einen Ueberblick über beide Messen zu gewinnen. Der Direktor des Berliner Messeamtes, Dr. Schick, erläuterte in einer Begrüßungsrede das Programm der deutschen Messen und betonte, daß der Gedanke der Fachmessen, der in Berlin zuerst zielbewußt ver, kündigt sei, sich durchzusetzen beginne. Maßgebend sür die Bewertung des Fachmessegedankens sei der Grundsatz, solche Messen nur dann zu oeranstalien, wenn die Frage des Bedürfnisses durch die Teil- nahm« der maßgebenden Berufsorganisationen bejabt sei. Der Bs- grüßung solate ein Gang durch die drei Ausstellungshallen, der einen Ueberblick über die Leistungen der deutschen Beklcidungs» und Leder- industrie gab._ Ein neuer Mord? Auf ein Kapitalverbrechen deute» ein Fund hin, den in der Nacht zum Sonnabend um 2 Uhr eine Streife der Schutzpolizei in der Immelmann st raße zu Schöneberg machte. Bor einem Holzschuppen gegenüber der Immelmann-Kaserne lag ein Paket mit blutbefleckten Kleidungsstücken und einem weißen Kopskissenbezug. Der Kissenbezug war noch feucht. Es scheint, daß aus ihm das Blut siisch herausgewafchen worden ist. Die Sachen waren in braunem Packpapier verpackt, das mit einer Schnur verschnürt war. Das Papier ist an mehreren Stellen mit schwarzer Farbe oder Tusche beschmiert worden, anscheinend, um«ine Adresse oder sonst eine Ausschrift unleserlich zu machen. Die Polizei des 175. Reviers übergab den Fund, dessen Hülle aus einem großen Bogen des braunen Pack- papiers besteht, der Kriminalpolizei. Die Mordbereitschaftskom- Mission nahm sofort die Ermittlungen auf, fand aber bis jetzt keine» Anhalt zur Feststellung der Herkunft der blutgetränkten Sachen. Auf den Lagerplätzen und in den Garagen in der Gegend der Fundstelle wurde keine Spur entdeckt. Mitteilungen zur Aufklärung nimmt Kriminalkommissar A l b r e ch t, Dienststelle B. 1. 14 im Zimmer 96a des Polizeipräsidiums entgegen. Kinder als eebeusretter. Gegen 7'/, Uhr abend» sprang dia 47 Jahre alte Frau Susanne K. au» Hohcnscbönhausen in den dsrligen Obersee. um stch zu ertränken. Am Ufer spielende Kinder zogen sie wieder heran», woraus man die Lebensmüde nach ihrer Wohnung brachte. Die letzte Solbeudampfmaschioe der Berliner Städtischen Elek- trlzllätswerke. In dem Krafitverl Schiffbauerdamm— Luisen st raße der Berliner städtischen Eleltriziläiswerke wird jetzt die letzte Kolbendampfmascbine, ein Riete von mehr als 3000 mit der dazu gehörigen Kesselanlage a b m o n- t i e r t. um einer modernen Nmformeranlage Platz zu machen. Das Ergebnis der Kirchenwahlen und die Zutunft. Zu diesem Thema spricbt Gen. Adolf Grimme, Mitglied de» neugewShlten SlrchenratcS von Trinitatis, am Montag, den 9. Februar, abends 148 Uhr, tn der Aula der Kaiser-Friedricb-Zcbule. Charlottenburg, Knesebecksir. 24.— Genosse Pfarrer Bleier wird in der DiStusslon sprechen. Arbeitcrbildungsschule. Montag, den S. Februar, abend» 7l4 Ubr. beginnt in Tempelhof. Gemeindeschul«, Werderstraße, der Kursu» be» Genossen Horlltz über„DolkSerziehung und Sozialdemokratie". vi« Sulturidiole de» Sozialismus lautet da» Tbema. über da» im Bunde religiöser Sozialisten Pfarrer Lie. Dr. PlechowSki am Montag, den 9. Februar, abend« 7>/, Ubr, in Neukölln, Herthastr. 9 f großer Saal) bei jreiem Eintritt sprechen wird. das ist nur eine moderne Ausmachung der alten scholastischen Metaphysik. Für mich ist das Leben ein Rätsel so finster und sinnlos wie seine Auflösung, der Tod. Der Tod! Der Tod! Ich und der Tod— wer diesen Ton im Ohr hat, für den hat die Welt ihre Musik verloren. Um den ist es still und einsam, und es existiert nichts als dies: ich und der Tod! Geht's Ihnen nicht auch so? Denken nicht auch Sie immer an den Tod?" „Ich habe so wenig Zeit." erwiderte Elisabeth,„und darum bedeutet Nachdenken für mich einen Genuß. An den Tod aber denke ich nur, wenn eins meiner Kinder oder mein Mann krank ist." „Und wenn Sie selbst krank sind?" „Ich war, unberufen, immer gesund.— Weim man mit seiner Sorge sich an das Leben anderer bindet, das bedeutet eine Vervielfältigung des Lebensgesiihls. nicht des Todes- gefühls." „Mag sein," murmelte er.„Sie sind das Glied einer Kette. Mich überlebt niemand." „Warum? Haben Sie nie das Bedürfnis gefühlt, sich zu binden?" Er warf ihr einen schrägen Blick zu, voll Borwurf und Hohn, der sie bestürzt machte. In diesem Augenblick stürmten die Kinder herein» sonn- gebräunt, heißwangig. mit flatternden Haaren. „Mama, Mama!" schrie die kleine Susiu„Ich habe einen Maikäfer gefangen. Einen richtigen Maikäfer. Er ist schon ganz zahm." Die Mutter gebot Ruhe und befahl den Kindern, den Gast zu begrüßen. „Einen Maikäfer hast du?" fragte Ryseck.„Ist es auch kein Aprilkäfer?" „Nein, nein! Es ist ein richtiger Maikäfer. Und schon so zahm! Zuerst wollte er immer fortfliegen. Aber jetzi hat er sich schon an mich gewöhnt. Wollen Sie ihn sehen?" Langsam öffnete sie einen Finger nach dem änderen rer kleinen heißen Hand, und da lag der Maikäfer auf dem ücken, mausetot. »Lleußerst zahm, in der Tat!" sagte Ryseck.„So zahm. wie wir alle mal werden." „Oh!" sagten die Kinder und machten ganz betrübte Ge- sichter. Aber schon kam ihnen ein neuer Einfall und sieh sie vor Freude hüpfen. Sie wollten den Maikäfer begraben. (Fortsetzung folgt.) Candfagsmitglieder in Hohen- Neuendorf. Der Hauptausschuß des Breußischen Landtages begab sich am Sonnabend nach HohenNeuendorf i. M., um die dort durch das Grundwasser entstandenen Schäden zu besichtigen, über die in der Freitagssigung bereits eins gehend beraten wurde. Der Hauptausschuß wird nach der Befichtigung eine Beratung abhalten. Ein Todesurteil. Torgau, 7. februar.( Eigener Drahtbericht.) Das Schwur gerich Torgau verhandelte gegen den Händler Julius Bollmer aus Ludenwalde, der im Jahre 1921 an der. Witwe Lehmann in Widerau einen Raub mord begangen hatte. Das Gericht tam zum o be surteil. Bemerkenswert an der Sache war, dag der Angeflagte lange Zeit hindurch überhaupt nicht mehr sprach, so daß die des öfteren angejezten Hauptverhandlungen bertaqt werden mußten. Auch in der letzten Verhandlung sprach der Angellagte nur sehr leise. Bei der Grauenbaftigkeit der Tat fonnte fein anderes Urteil ertvartet werden. Ein komplice des Bollmer namens Otto ist wegen der gleichen Tat bereits früher zum Tode verurteilt worden. Es war ihm jedoch gelungen, sich der Urteilsvollstreckung durch die Flucht zu entziehen. Parteinachrichten Einfendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, au richten 1. Streis Mitte. Montag, den 9. Februar, 8 Uhr, Gigung der Stadt- und Bezirksverordneten im Bezirksamt Rlosterstr. 68. 3. Kreis Webbing. Der Kursusabend für Schöffen und Gefchworene muß umständehalber ausfallen. Nächste Zusammenkunft am 16. Februar. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Kreisausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Rinderfoun: Dienstag, den 10. Februar, pünftlich 8 Uhr, Ronferenz im Alters heim( Barade), Danziger Str. 62. Thema: Die Aufgaben und Siele der Arbeiterwohlfahrt". Referentin Genoffin Todenhagen. Sämtliche Wohlfahrtsvorsteher, Rommiffionsmitglieder beim Wohlfahrts- und Jugendamt und ehrenamtlich tätigen Genoffinnen und Genossen müssen erscheinen. Intereffierte Genossen und Genoffinnen als Gäste willkommen. 7. Rreis Charlottenburg. Jugendkommission: Dienstag, den 10. Februar, 7% Uhr, Cigung im Jugendheim Rosinenste. 4. Bertreter der Abteilungen, Jungfozialisten, Rinderfreunde und der Freien Schulgemeinde milffen an. wefend fein. 9. Kreis Bilmersdorf. Montag, den 9. Februar, abends 8 Uhr, Gigung des erweiterten Kreisvorstandes bei Rrois, Solsteinische Str. 60. 14. t. 8 Uhr Funktionärtonferenz bel Gillmel, Bulbufer Str. 21. Die alten Ausweise müssen abgegeben werben. 15. bt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Obiglo, Stratfunder Str. 11 17. bt. 7% Uhr Funktionärtonferens bei Dofe, Rotbhafen 6. 18. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferenz bei Müller, Uferftr. 12. 20. bt. 7 Uhr Funktionärsßigung bei Bose. 21. abt. 7 Uhr funktionärversammlung bei Stroll, Utrechter Str. 21. Die Referenten der Abteilung müssen erscheinen. 22. Abt. Pünktlich 7½ Uhr Sigung der Bezirksführer und des Abteilungs. Dorstandes bei Rabzan. 23. Abt. 7 Uhr funktionärsgung bei Grunwald. 27. Abt. 7 Uhr Gihung der Funktionäre und Betriebsvertrauensleute Bei Woßmann, Gleimfte. 10. 22. Abt. Funktionärtonferenz in der Schule Lange Ctr. 31, 8immer 35. 34. Abt. 7 Uhr bei Strache, Borhagener Str. 16, 8usammenkunft bet Barteigentoffen, die Mitglieber ber 99. Verkaufsstelle bes Ronfums finb. 36. Abt. 7% Uhr bei Busch, Tilfiter Str. 27, Funktionärtonferens. Ausgabe ber Funktionävausweife. 38. bt. 7% Uhr in der Juristischen Sprechstunde Funktionärfisung und Abrechnung, 42. 61, 7% Uhr Funktionärfitung bei Wiersdorf, Urbanstr. 6. 1 Stunde fellher Borstonbsfigung. 43. Abt. 7% Uhr bei Bolgt, Boppftt. 8, wichtige Bezirksführersigung. 45. bt. 7 Uhr erweiterte Funktionärtonferens bei Minnig, Bausiker Str. 46. 48. Abt. 7% Uhr bei Redling, Waffertorstr. 71, Funktionärfonferenz. Die alten Funktionärbarten müffen umgetauscht werden. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 8. Februar. 13. Areis Tempelhof, Marienborf, Marienfelbe unb Zichtenrabe. Montag, den nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: Lausbuwe geschichde und 9. Februar, 7 Uhr, beginnt im Schulgebäude Werder. Ede Friedrich. Wilhelm- Straße in Tempelhof der Kurfus„ Volfserziehung und Sozial demokratie". Bortragender Genoffe Albert Sorliz. Teilnehmer sind noch augelaffen. 14. Rreis Reukölln. Montag, den 9. februar, 7% Uhr, Kreisfunktionärtonferena in der Anabenmittelschule, Donaustr. 119-120. Thema: Die jeßige politische Lage im Reich und in Preußen". Referent Genoffe Fleißner Dresden, M. d. R. 17. Kreis Lichtenberg. Montag, den 9. Februar, 7 Uhr, allgemeine Ronferens der Funktionäre des Rreifes im Arbeitsamt Schreiberhauer Straße. Bortrag: Die Borgänge in Preußen". Ref. Gen. Artur Richter, M. 8. 2. 18. Kreis Weißenfee. Montag, ben 9. februar, 7% Uhr, bei Gallas, Funt tionärtonferenz. 20. Kreis Reinidendorf. Montag, den 9. februar, 6% Uhr, im Berwaltungs. gebäude Reinickendorf- Oft, Sauptstr. 46, Rimmer 60, Gigung des engeren Areisvorstandes mit den befonders geladenen Gästen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Der Lichtbildervortrag Die Stot ber Arbeiterfinder unb bie proletarische Selbsthilfe" findet nunmehr am 25. Februar in der Schulaula Wiglebenftr. 35 ftatt. Die bezahlten Rarten be balten ihre Gültigkeit. Heufe, Sonntag, den 8. Februar: 13. Abt. Die Flugblattverbreitung erfolgt von der Spedition Jofef, Bilhelms havener Straße, aus, früh um 8 Uhr. 14. Abt. Die Flugblattverbreitung findet von folgenden Lokalen aus ftatt: Start, Butbufer Str. 14; Gillwald, Butbufer Gtt. 24; Bogen, Graun-, Ede Gleimstraße. 19. Abt. Nach der Flugblattverbreitung vormittags 10 Uhr Bufammenkunft der Bezirksführer und Ronfumgenoffenschaftsmitglieder der 8. Bertaufs ftelle bei Schubert, Christianiaftr. 116. 31. Abt. 9% Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen aus. Die Bezirksführer laben zu der am Mittwoch, den 11. Februar, ftattfindenden Werbeversammlung ein. Sandzettel find beim Genoffen Goldschmidt abAuholen. 44. Abt. 87. Stadtbezirk: Treffpunkt zur Flugblattverbreitung vormittags 9% Uhr bei Schiboldt, Admiralstr. 5. Charlottenburg. 51. Abt. Bormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung von ben bekannten Lokalen aus. Montag, den 9. Februar, 7 Uhr, Abteilunas. porstandssikung bei Lehmann, Rönigsweg 8. Anschließend um 8 Uhr bort Funktionärftung. 57. Abt. 2. Gruppe: Heute 9 Uhr Tugblatt verbreitung von Thunad, Wielandstr. 4, aus. 1. Gruppe: 9 Uhr Flugblattverbreitung von Arndt, Rantstr. 51, aus. 93. Abt. Reutoan. 57. Bezirk: Bormittags 10 Uhr Flugblattverbreitung von Belger, Treptower Gtr. 23, aus. 101. Abt. Treptow. Die Genoiſen treffen fich zur Flugblattverbreitung um 9 Uhr: 1. Bezirk bei Stephan, Graeßfte. 1; 2. und 3. Bezirk in der Borwärts" Spedition, Graesstr. 50; 4. Bezirk beim Genoffen Seligmann, Beermannstr. 2; 5. Begit? bei Krugmann, Am Treptower Part 67. 114. Abt. Bormittags 9 Uhr bei Schwarzer, Gabriel- Mag- Str. 17, Flugblatt. verbreitung. 135. Abt. Rarow. Bormittags 10 Uhr treffen sich die Genoffen bei Klir sur Flugblattverbreitung. Jungfostaliften. Abends 7 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3, Dichterabend. Mar Barthel Tieft aus eigenen Werten. Grupne Mitte: Die Fahrt fällt Gus. Alle Genoffen beteiligen fich an der Fluablattverbreitung. Am Abend Besuch der Gesamtveranstaltung. Treffpunkt 7 Uhr Untergrund. bahnhof Wedding. Morgen, Monfag, den 9. Februar: 1. 6. 7 Uhr Funktionärsikung bei Richiefing, Aderftr. 1. 7. Abt. 7% Uhr Sigung der Funktionäre und Betriebsvertrauensleute bei Bärwalde, Schlegelfte. 8. 8. bt. 7 Uhr Begirlsführersikung bei Ridert, Steinmekte. 86a. 9. Abt. 7 Uhr bei Sübner, Wilsnader Str. 34, Funktionärsihung. 10. Abt. 8 Uhr funktionärtonferenz bei Trümper, Flensburger Str. 3. Ausgabe der funktionärtarten gegen Rüdaabe der alten. 11. bt. 7% Uhr Funktionärtonferenz bei Berger. EOS der elegante Schuhputz 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Romanze G- Dur, Beethoven ( Gerda Reichert, Violine; Herta Mack- Reichert. Klavier). 2. Ansprache Direktor Ulrich: Volksspeisung der Evangelischen Kirche. 8. a) Capriccio, Haydn, b) Chanson et pavane, Couprin. c) Menuett G- Dur, Beethoven( Gerda Reichert, Víoline; Herta Mack- Reichert, Klavier). 11.30-1 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Hochschulkurse). 11.30 Uhr vorm.: Prof. Erman: Erzählungen und Weisheitsbücher aus dem alten Aegypten". 4. Vortrag.„ Klagen über das Unglück des Landes und der Einzelnen"( um 2000 v. Chr.). 12.05 Uhr nachm.: Geh. Med.- Rat Professor W. His:„ Gesundheitsfragen". 4. Vortrag. Ernährungsfragen". 12.40 Uhr nachm.: Prof. Dr. Alfred Manes: Einführung in die Versicherungswissenschaft". 4. Vortrag. Betriebs- und Unternehmungsformen der Versicherung". 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Landwirtschaft und Gartenbau. Abteilung Landwirtschaft. Dr. Hans Wißmann: Die Gründüngung". 3.30 Uhr annere Sache zem Lache aus Frankfort am Maa! 1. Zur Einleitung: Die Frankforter Sprach, Adolf Stoltze. 2. a) Die Grindung Frankforts, Adolf Stoltze, b) Der grobe Sachsehäuser, Adolf Stoltze. 3. a) Die Gerbermühl, Karlohe Ettlinger, b) Fra Aja, Karlche Ettlinger, c) Sprach Goethe frankforterisch? Karlche Ettlinger. 4. Ein Schulausflug 1850, Adolf Stoltze. 5. Der Profet Jonas. Friedrich Stoltze.( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abt. Bildungskurse). 7 Uhr abends: Literatur und Kunst. Dr. James Simon: Der Humor in der Musik". 3. Vortrag. Der Humor bei Beethoven". Naturwissenschaft. 7.30 Uhr abends: Dr. Rudolf Wegner: Einführung in die Klimakunde". 2. Vortrag. Die Verteilung der Wärme auf der Erde". 8 Uhr abends: Vortrag des Herrn Otto Schöny: Tausend Jahre deutsches Rheinland". 8.30 Uhr abends: Richard Dehmel, ein deutscher Dio ter. 1. Adagio aus dem Quartett op. 18 Nr. I, Beethoven( Gabriele Wietrowetz, Anita Rocamora- Markus, August Bruinier, Hermann Hopf), 2. Ansprache Prof. Hans Philipp Weitz. 8. a) Morgenandacht, b) Wellentanzlied, c) Die stille Stadt, d) Läuterung. e) Nächtliche Frage, Vorgefühl( Herta Martens. Rezitation). 4. a) Helle Nacht, Bransen, b) Tiefe Ruh', Smigelski( Genia Guszalewicz, von der Berliner Staatsoper. Alt). 5. a) Vorbedeutung, b) Notturno, c) Verewigung. d) Die Harfe( Herta Martens). 6. a) An den Mond, Gräner, b) Waldseligkeit, R. Strauß, c) Wiegenlied, R. Strauß ( Genia Guszalewicz). 7. Quartett op. 74, Beethoven, Poco adagio 80., 61. un 82. st. Beşirisperfammlung ber SPD.- Genoffenfchaftler um 8 Uhr im Sofal Alabe, Banbjernftr. 60-61 Thema:„ Die Aufgaben der Konsumgenoffenfchaft. Referent Aufsichtsratsmitglied Martens. 83. Abt. Tempelhof. 8 Uhr in der Linde, Friedrich- Karl, Ede Werderstraße, erweiterte Borfandsfizung. Bezirksführer und Funktionäre müffen et fcheinen. Jungfozialisten. Bolltische Arbeitsgemeinschaft: Deutschland in ber Weltpirk fchaft", Distuffionszimmer des Jugendheims Sindenftr. 3, um 48 Uhr. Frauenveranstaltungen am Montag, den 9. Februar: 74. Abt. Rehlendorf. Frauenabteilung: Lefeabend bei Schnozze, Potsdamer Straße 3. Beginn 8 Uhr. 82. Abt. Steglik, 7% Uhr bei hiel, Brechtfit. 87. Bertrag der Genoffin Erna Rreffe: Die Grundlagen der Entwidlungs- und Schöpfungstheorie". Uebermorgen, Dienstag, den 10. Februar: 16. 6. 74 Uhr bei Döhling, Brunnenste. 79, Funktionärfikung. 38. bt. 7 Uhr bel Bartusch, Friebenstr. 88, Sigung der Funktionäre. Ausgabe der Funktionärtarten. 74. Abt. Rahlenbort. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Barteilobal Midten, Botsdamer Straße. Bortrag des Genoffen Sielisch: Die Bolitik ber AVD.". Gäste fönnen eingeführt werden. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 30. Abt. Nach einer Operation verstarb am Mittwoch, den 4. februar, Genoffe Gustav Tiegs. Einäscherung Montag, den 9. februar, nadmittags 3 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. 34. Abt. Am 3. Februar verstarb Genoffe Salob Biebe und feine frau. Cinäfcherung Dienstag, ben 10 Februar, nachmittags 5 Uhr, in Baumschulenweg. Jugendveranstaltungen. Berbebezirk Brenzlauer Berg: Seute, Sonntag, abenbs 3 Uhr pünk lich, im Altersheim Danalget. Ett. 63, Bortong: Einführung in die Runit" Nordring, Senefelder- Biertel, Prenzlauer Borstadt: Fartschung bes Funktionärturfus hente, Sonntag, wermittens 10 Uhr( nicht 8 Uhr) in ber Barade 3, gimmer 3. Drtsausschuh für Jugendpflege Neuköln: Heute, Sonntag, den 8. Februar, Führung durch das Landwirtschaftliche Museum, Invalibenfte. 42. Treffpunti vormittags 10% Uhr vor dem Museum. Morgen, Montag, den 9. Februar, abends 7% Uhr: ECFETT Mädchenkonferens abends 7 Uhe pünktlich im Jugendheim EinbenStrake 3. Lichtbildervortrag: Das proletarische Rind". Aus jebet Abteilung müffen die Mädchen erscheinen. E " Friebenau: Rorben: Schule Butbufer Str. 3, Mitgliebernerfammlung. Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Bortrag: Bürgerliche Jugendbewegung". Bermsborf: Jugendheim Roonitraße, Bortrag:„ Dawes- Gutachten". FF!!! FFFFFFFFFFFEE Achtung, Dienstag, ben 17. februar, 1. Rufammenkunft berjenigen Genoffen, bie am Sugendfpiel Frithling im Welbreich mitwirten wollen, im Jugendheim Lindenste. 3, abends 7 Uhr. Abt. Norboft I: Achtung! Neues Jugendheim, Neue Rönigstr. 21( Alters heim). Dienstag, den 10. februar, abenbs 8 Uhr, Sans- Gas- Abend. Arbeitersport. Arbeiter Sportfartell, 9. Bezirk( Wilmersdorf). Monbag, ben 9. b. M.,. pünktlich 8 Uhr( Delegierte Stunde früher), im Zurnerheim in der Würt tembergischen Strake, Rartell- Generalversammlung. Alle Mitglieder mit Buch baben Zutritt. 1. Berichte. 2. Borstandsneuwahl. 3. Rartellfeft. Beiträge. 3. Berfchiedenes. Allegro Adagio ma non troppo Presto Allegrettoaine Geschäftliche Mitteilungen. con variazioni( Gabriele Wietrowetz, Anita Rocamora- Markus, August Bruinier, Hermann Hopf). Am Flügel: Dr. R. E. Lapini. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten. Theaterdienst. 10.30 bis 12 Uhr abends: Tanzmusik( Uebertragung). Königswusterhausen, Sonntag, den 8. Februar. 11.30-12.50 Uhr vorm: Opernmatinée. Mitwirkende: Stella Marloff, Sopran; Hedwig Soldan- Eschellmann. Sopran; Stella Saenger- Konnrad, Alt; Ruth Berglund. Alt; Rudolf Preschmaier, Tenor: Koos Bronsgeest, Bariton; Am Ibach- Flügel: Kapellmeister Kurt Soldan. 1. Zauberflöte, Mozart, a) Quintett: Tamino, Papageno und drei Knaben. b) Duett: Pamina, Papageno, c) Quartett: Pamina und drei Knaben. 2. Figaros Hochzeit, Mozart, Duett: Susanne. Graf. 3. Madame Butterfly, Puccini, Duett: Butterfly, Linkerton. 4. Aida, Verdi, a) Duett: Aida, Amneris, b) Duets: Amneris, Radames. 5. Rigoletto, Verdi, Quartett: Gilda, Madalena, Herzog, Rigoletto. 12 Uhr mittags: Esperantoeinlage. Montag, den 9. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.50-5.40 Uhr nachm.: Unterhaltungsmusik( Berliner Funk kapelle). 6 Uhr abends: Tausend Worte Französisch. 6.45 Uhr abends: Einführung zu der Uebertragung aus der Staatsoper. 7 Uhr abends: V. Uebertragung aus der Staatsoper. La Traviata, Oper in drei Akten von Guiseppe Verdi. Dirigent: Generalmusikdirektor Erich Kleiber. Regie: Professor Franz Ludwig Hörth. Violetta: Violetta de Strozzi; Alfred Germont: Richard Tauber; Georg Germont, sein Vater: Heinrich Schlusnus; Gaston: Gerh. Witting Baron Douphal: Leonh. Kern; Dr. Grenvil: Ernst Osterkamp; Flora Vervoix: Genia Guszalewicz; Annina, Violettas Dienerin: Eva Goldbach; Marquis: Heinrich Schultz. Die Handlung spielt in Paris. Zeit: Gegenwart. Anschließend Dritte Begabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk ( E Nebermann). Boco KOPFHORER Lautstark- Klangrein Fabrikant: Böhme& Co., Berlin SO 16 Die Damenkonfettionshäuser Bestmann, 1. Geschäft: Berlin B., Mohren. ftraße 37a, am Hausvoigteiplak, 2. Gefchäft: Berlin NO., Große Frankfurter Straße 115, hat in der ersten Fachmesse bez Deutschen Bekleidungsinduftrie in den Ausstellungshallen am Raiferbamm au Berlin eine fehenswerte Roller tion ihrer eigenen Erzeugniffe in Mänteln und Rostümen einfachen, mittleren und befferen Genres in Covercoats, Tuch, Seibe, Barburn usw, ausgestellt. Es empfiehlt sich, diefe vorteilhaften Fabritate pom 8. bis 11. februar is Augenschein zu nehmen. Die Ausstellung der Firma Bestmann befindet sich in der 1. Etage, gegenüber dem Restaurant. Briefkasten der Redaktion. 8.. 57. Das entzieht sich unserer Renntnis. & JACOBINER Noch nie so billig! Reft- u.Einzelpaare schwarz und braun echt Che- braun u. schwarz, echt Chevr. u. Damen- Hausschuhe, pa. 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In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150. gezogen: 1 Gewinn zu 300 000 9 82041 1 Gewinn gu 5000 27. 125919 1 Gewinn e 3000 t. 189510 12 Gewinne a 2000 9. 96116 98481 104340 145600 152433 202481 209497 219194 280384 246341 257839 310786 10 Gewinne gu 1000 91. 23472 65590 79121 189238 142245 152549 211751 231570 253804 274976 32 Gewinne zu 500 21. 1920 5996 6007 19744 49638 52012 60128 65401 78094 87327 90203 109872 112091 120538 121631 126099 127060 21 Gewinne zu 500 R.-Q. 5402 16875 41281 151485 165610 174872 182071 183779 208786 43417 50235 70130 82320 95952 104132 111935 169192 176635 186079 186482 197125 217111 220412 233974 280519 303030 318743 81 Gewinne zu 300 RM. 5130 9607 10733 1528 18762 21149 29396 32769 32839 33957 35084 40564 45591 47230 48299 52974 61785 65000 65387 67294 68460 72391 74499 87291 94848 96596 109896 112717 115248 119477 123120 128746 136261 141474 141835 144101 144120 157298 170569 177477 183718 185480 186616 187010 190266 200572 204726 205126 206957 212005 217055 218580 221560 227227 228957 229951 232357 236633 237668 240146 241605 253512 254492 257266 259384 266233 271246 272658 280445 282402 294171 296474 299394 299733 301125 302828/304576 304939 311668 311725 316640 2. Ziehungstag 7. Februar 1925 In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen. 1 Gewinn zu 500000 R.-. 91350 1 Gewinn zu 100000.-. 148979 1 Gewinn zu 25000 R.- 2. 104868 2 Gewinne zu 10000 2.2. 17071 148842 1 Geminn zu 5000 R.-M. 131286 8. Gewinne zu 3000 R.-Q. 140887 255024 292986 7. Gewinne zu 2000 R.- 27. 18626 55922 112697 168528 178749 213980 285305 7 Gewinne zu 1000 R. 85605 94190 159049 174251 192347 810161 316922 21 Gewinne zu 500 R.-Q. 12626 20890 77022 100950 140521 148/64 149978 177948 179888 188964 18900 217571 254302 256930 267771 270396 283251 284385 29.902 293981 312764 78 Gewinne zu 300 R.-M. 3932 9663 11300 11862 15413 34516 36500 37227 39053 41570 54034 59702 62206 65153 65566 72892 74730 75458 88050 89346 92920 99084 108186 114399 115219, 115994 120354 129250 130401 131922 132823 133409 134958 135109 135411 138042 139167 141915 145617 146477 151854 154548 154645 169912 170249 170334 189412 191185 193590 204553 205289 209411 212163 213898 215491 222000 223615 224404 228396 230263 231174 242918 249867 265162 270828 276104 277472 279744 281652/ 281837 287704 288352 290956 293147 301123 314152 316595 318135 213900 235937 236056 251303 270660 276: 68 283332 291019 298214 75 Gewinne zu 300. 2299 9695 13618 17153 30641 31653 32555 41843 42923 47850 55337 57085 58926 59655 61007 63199 68949 75524 76753 91824 93297 100820 110995 121440 124220 1288671 142048 144111 146899 166075, 166680 168544 170221 172750 173859 181100 183509 185140 186624 203512 208188 219923 216401 217002 220251 221311 223900 227167 234358 235667 236305 26404 243198 245600 251270 261071 261707 266299 267759 267837 271938 273604 274618 277232 278430 279142 281857 282281 287717 290943 295255 297226 303486 310718 316948. 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Februar, nachmittags 3 Uhr, im unteren Saal des Berbandshauses, Linienfte. 83.85: Arbeitslosenversammlung der Zigarettenma chinenführer und Betriebshandwerker. In dieser Versammlung fommt bie Arbeitslosenunterftügung zuz Ausahlung. Bir erfuchen daher alle Rollegen, bestimmt anwesenb zu fein. Die Ortsverwaltung. Gerründet 1894. Damen sparen Geld Winter- Mäntel 25% gesetzt herabSpezialität: Fatra- Welten für s'the Damen Extra- Längen für grosse Bemen Daman Ister 6-18 Plüsch- Mäntel 22-64 Tuch- Mäntel 12-25 Krimmer20-55 21-36 As.rachan. 18 48 Affenhaut Neue Frühjahrs- Moden Covercoat- Paletots 9% Jonegal- Mau.el.. 8 Kostame 19 Tuch- Mantel..... 19% Wollrips- Mäntel-37% Gabardise- Mäntel 34 Wasserdichte Loden- u. Cumm mäntel Landsbergerstrasse Max Mosczytz am Alexanderplatz Einzelverkauf nur 1. Etare. 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Freytagh- Coringhoven( Dnatl.) erflärt, der Vertrag mit Siam widerspreche der Würde und dem Ansehen des Deutschen Reiches, beantragen die Abg. Haas( Dem.) und Hermann Müller( Soz.), Reichsaußenminister Stresemann herbeizurufen, bamit er auf diese Aeußerung erwidere. Abg. Kube( Ratsoz.) bezweifelt die Beschlußfähigtett des Hauses. Die namentliche Abstimmung ergibt, daß nur 242 Abgeordnete anwesend sind, während zur Beschlußfähigkeit 247 Ab geordnete erforderlich sind. Präsident Löbe schließt daher um 2 Uhr nachmittags die Stzung. Nach Eröffnung der nächsten Sigung um 2% Uhr nimmt das Haus einen Gesezentwurf zum deutsch tschechischen 2bfommen über Erleichterungen im Grenzverfehr an. In Fortsetzung der Aussprache über den $ Etat des Reichsarbeitsministeriums spricht sodann Abg. Rädel( Komm.): 300 000 Rentner würden feine Rente mehr erhalten, wenn die Zahlung an unter 20prozentige Empfänger eingestellt würde, wie es die Rechtsparteien wünschten.( hört, hört! b. d. Komm.) Das internationale Arbeitsamt lehnten bie Kommunisten ab, weil es das Organ des tapitalistischen Boller. bundes sei. Frau Abgeordnete Bohm- Schuch( Soz.) wünscht, daß die Veröffentlichung der Jahresberichte der Gewerbeaufsichtsbeamten nicht so lange wie bisher auf fich warten laffen sollen. Sie enthalten wertvolles Material, das für die Sozialpolitik verwertet werden muß. Die Zahl der gewerbeaufsichttätigen weiblichen Beamten müsse weiter vermehrt werden, es mangele durchaus an genügender Kontrolle besonders in der Textilindustrie, die zum Teil die Arbeitszeit der Arbeiterin nen willkürlich und ganz unverhältnismäßig verlängert habe. Wenn diese Frauen selbst zur Leistung von Ueberstunden drängen, so ist das doch mir ein Beweis dafür, mie erbärmlich niedrig die Löhne sind. Die Schonung der Swangeren lasse noch imnier sehr zu wünschen übrig. Für das Kind im Mutterleibe wird die Arbeit der Mutter zum Fluch. Die Sozialdemokratische Fraktion verlangt dringend eine Reform des Kinderschuh. gesezes. In seiner heutigen Berfassung ist es nicht mehr zu verantworten. Wir haben eine Entschließung eingebracht, die einen Sommerurlaub für jugendliche Arbeiter und Angestellte verlangt. Schon vor zwei Jahren habe ich die gelez. liche Regelung dieser Frage beantragt, aber dafür fand sich in diesem Hause feine Mehrheit. Jetzt aber sind die Verhältnisse so schlimm geworden, daß wir nicht mehr länger warten fönnen. Durch den fozialpolitischen Abbau haben sich die gesundheitlichen Zustände gerade der Jugendlichen außerordentlich verschlechtert. Wir nuiffen bedenken, daß die Jugendlichen in den Wintermonaten die Sonne überhaupt nicht mehr sehen. Was für uns ganz felbstverständlich ist, daß mir uns in den Sommermonaten erholen wollen, das muß für die schaffende Jugend erst recht selbstverständlich sein. Das Reichsarbeitsministerium hat eine Regelung diejer. Frage im Arbeits zeitgefez versprochen. Jie ist aber fo bringend, daß fie lo fort ge regelt werden muß. Sollte unsere Entschließung zurüdgefiellt merden, dann muß das Arbeitszeitgefeh so schnell wie möglich verabschiedet werden. Wir verlangen weiter die schleunige Vorlage des Berufs ausbildungsgefeges für Jugendliche, und eine Förderung der Berufsfrauenbildung, besonders für merdende Frauen. Bor zwei Jahren sind uns Bersprechungen dar. über gemacht worden, aber seitdem ist nichts gesehen. Die Berufs. beratung muß in ganz anderer Weise als bisher mit Aerzten und Aerztinnen zusammenarbeiten. Wenn immer wieder Einwände gegen die Minderwertigkeit der Frauenarbeit erhoben und damit die Schlechte Entlohnung begründet wird, so forgen Sie für bessere Be rufsbildung. Das ist besonders für die jungen Mädchen wichtig, die noch viel mehr als die Jungen sofort nach der Schule ins Leben hinausgetrieben werden, damit sie nur schnell verdienen. Ueberhaupt gesorgt werben, dann fann auch nichts gegen die gleichwertige Benuß für gleichwertige Arbeit für beide Geschlechter zahlung eingewandt werden. Wir find heute mehr denn je der Meinung, daß nicht die prodazierte Ware als das Größte zu gelten, sondern der produzierende Mensch, er muß im Mittelpunkt der Wirtschafts- und Sozialpolitik stehen. sich doch nicht dagegen zu wehren, daß diese Ferien geseglich geregelt werden. Bir verlangen ein umfaffendes Gefeß über die Lehrlingsausbildung, die Arbeitszeit usw. Eine vernünftige Berufs beratung müsse mit einer Prüfung der Berufseignung zusammenhängen. Abg. Weber- Düsseldorf( Romm.) erklärt, wenn die Wirtschaftliche Bereinigung betone, daß das Lehrverhältnis tein Lohnverhältnis fei, so meine sie damit mur, daß sie die Lehrlinge fostenlos ausbeuten werden bewilligt. Ueber die dazu vorliegenden Entschließungen des Damit schließt diese Debatte. Die betreffenden Etatspositionen Ausschusses wird in der dritten Lesung abgestimmt werden. Einige weitere Anträge aus dem Hause zu diesem Thema werden dem Gozialpolitischen Ausschuß überwiesen. wolle. Darauf wird die Verhandlung des Haushalts des Arbeitsminifte riums unterbrochen und, da inzwischen der Reichsminister des Aus wärtigen Dr. Stresemann erschienen ist, die vorhin unterbrochene zweite Beratung des deutsch- siamesischen vor. läufigen Wirtschaftsabtommens fortgelegt. Außenminister Dr. Stresemann: Melftbegünstigung und Gleichberechtigung nicht nur für Waren, fondern auch für Menschen gilt. Auch dazu eine grundfäßliche Erörterung. Deutschland hat be fonders in seiner heutigen Lage alles Interesse daran, zu vermeiden, als eine Macht angesehen zu werden, die zwar selber Gleichberechwie diese Frage in das Selbstbewußtsein großer Bölfer tigung verlangt, aber fie anderen gegenüber verweigert. Sie sehen, eingreift. Es ist durchaus verständlich, daß ein Bolt, das Selbstachtung hat, verlangen darf, daß seine Gefeße auch für die Fremden zukommen suchen. Ich verweise meiter darauf, daß auch ein Land gelten, die sich in ihrem Gebiet aufhalten, daß alle Völker, die an Rapitulationen gebunden waren, mit aller Macht davon losmie die Bereinigten Staaten von Amerita das Gleiche tonzediert haben, und so meine ich, fann man der deutschen Regierung teine Vorwürfe daraus machen, daß sie dasselbe getan hat.( Sehr gut! rechts und in der Mitte.) Was die Frage der Entschädigung von vier Millionen Goldmart betrifft, so hat sie der Redner mit der innerpolitischen Frage der Aufwertung in Zusammenhang gebracht, in dem er von einer hun dertprozentigen Aufwertung sprach. Es handelt sich um Staatspapiere, die wir beschlagnahmi haben. Nach der Meinung des Redners fönnte ein Deutscher dafür nur etwa die Quote bekommen, Aus dem Stenogramm der Ausführungen des Abg. von Fren die fich aus den Beschlüssen des Reichstages und der Reichsregierung tagh- Loringhoven habe ich ersehen, daß sehr starte fachliche und poliergäbe. Ich bedauere außerordentlich die in dieser Beziehung be tische Stritik an diesem Bertrag geübt worden ist. Er hat geglaubt, ftehende Differenzierung. Sie ist eine Folge des Bersailler daß die deutsche Regierung sich an Siam gewandt hätte, um zu einem Bertrages, nach welchem wir alle von uns beschlagnahmten Bertrage zu tominen. Nein, so sind die Dinge nicht verlaufen. Werte unsererseits in Goldmert zu entschädigen haben; es ist auch Wegen des Abschluffes eines Abkommens hat zunächst die Reichstein freiwilliges Anerkenntnis, sondern es war gegen uns eine regierung unter einem starten Druck der Wünsche der Inter. Klage anhängig gemacht auf die 4,8 Millionen Goldmart, und eflenten gestanden, die lange, bevor die Regierung zu Berhand bei der Unsicherheit der Entscheidung der Gerichte ist dann der Verlungen schritt, den Wunsch aussprachen, daß Deutschland die Ini. gleich über 4 Millionen Goldmart beschlossen worden. Man hat tiative ergreifen möge, um mit Siam solche Verhandlungen einzu- bann auch die Geringfügigkeit der Entschädigung der leiten. Wir haben sie eingeleitet, als Siam an uns herangetreten ist Auslandsdeutschen hier mit in Vergleich gezogen. Hier darf wegen der Bezahlung beschlagnahmten fiamesischen ich vielleicht darauf hinweisen, daß gerade bei den gegenwärtigen Eigentums. Wir wollten zugleich die Frage der Handelsbe. Berhandlungen zwischen dem Reichsfinanzministerium und den Ausziehungen behandeln. Der Abg. Freytagh hat dann ein Ent- landsdeutschen sehr wohl die Absicht besteht, mehr an Entschädigung gegentommen der deutschen Regierung darin gesehen, daß sie sich, zu geben, als bisher bei der Lage unserer Finanzen möglich war. wie er sagt, habe vorschreiben lassen, die Verhandlungen Hier aber sehen wir unter dem 3wange von Friedensbedingungen, welche heute jede Regierung als Bindung hinnehmen muß, und es ist unrecht, für das, was das Schicksal über uns verhängt hat, noch diejenigen verantwortlich zu machen, die ihrerseits nichts tun fönnen, als die Konsequenzen aus den Tatsachen zu ziehen.( Sehr richtig in der Mitte.) mit dem siamesischen Gesandten in Paris hier in Berlin zu führen. Bor wenigen Tagen ist hier im Auswärtigen Ausschuß die Frage angeregt worden, und mit Recht, ob es nicht angesichts der zahlreichen Vertragsverhandlungen, die gegenwärtig schweben, ein berechtigter Wunsch der deutschen Regierung wäre, den fremden Staaten mitzuteilen, daß fie bei dieser Sachlage die Verhandlungen fämtlich hier in der Reichshauptstadt führen möchten. Hier wird umgefehrt bemängelt, daß wir uns hätten vorschreiben laffen, die Berhandlungen in Berlin zu führen. Es handelt sich hierbei nicht um eine Frage des Brestiges, sondern um eine folche, die einfach unter dem Gesichtspunkt behandelt werden muß, an welchem Ort bei den gegebenen Umständen die besten Borteile für die Berhandlungen zu erwarten find.( Sehr richtig!) Wenn die deutsche Regierung ihrerseits den Wunsch hatte, die Berhandlungen in Bangfor zu führen, dann aber in späterem Stadium damit einverstanden war, daß sie mit dem fiamesischen Gesandten in Paris geführt würden, der zu diesem 3mede fich nach Berlin begab, so glaube ich nicht, daß daraus ein Borwurf über eine Schwäche der Regierung herzuleiten mat.( 3uftimmung.) Es ist weiter beanstandet worden, baß die englische Sprache dem Bertragstegt zugrunde gelegt ift. Bir hätten auch als Unterlage gern den deutschen Tert ge nommen, aber wenn wir auf die deutsche Sprache zugunsten der Sprache der anderen Vertragsgegner verzichten, so wird mir Herr v. Freytagh zugeben, daß das aus 3 medmäßigteits. gründen geschehen kann. Wenn es sich darum handelt, eine feste Bertragsgrundlage zu haben, gerade bei Sprachen, die nicht allge meininder Welt befannt sind, und das dürfte auf die stame. fische Sprache zutreffen, so ist die englische Sprache namentlich für ein Bertragsauslegung aus 3wedmäßigkeitsgründen zu bevorzugen. Es muß uns daran liegen, daß bei der Auslegung des Lertes feine Es muß uns daran liegen, daß bei der Auslegung des Lertes feine Schwierigkeiten entstehen, und daß war nur bei einem Bertrag in der englischen Sprache möglich. Wir haben uns in den Berhand lungen darauf geeinigt, für den Vertragstegt eine sichere Es ist weiter die Form bemängelt worden, die die Erscheinung zutage Grundlage zu benutzen, und daß ist die englische Sprache. treten läßt, daß Was ist uns nach dem Kriege noch geblieben, die beran. wachsende Jugend! Wir müssen mehr als bisher für fie forgen, müssen mehr für ihre Entwicklung tun. Bir Gegenwärtigen find nun einmal die Berantwortlichen für die Zukünftigen.( Leb- fiziert ist. Er ist gegen Ende Februar vorigen Jahres geschlossen hafter Berfall b. d. Soz.) Abg. Biener( Dntl.) verlangt größeres Berständnis für die Be dürfnisse des Handwerks. An sozialer Fürsorge für die Lehr linge habe es das Handwerk nie fehlen lassen.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Einer gefeglichen Neuregelung des Lehrlings mesens würden sich die Deutschnationalen nicht widerlegen, aber das Lehrlingsverhältnis dürfe nicht als gemerbliches Arbeitsverhältnis behandelt werden. Abg. Sonner( 3) schließt sich dieser Auffassung an. Abg. Schneider( Dem.) ift in vielen Punkten mit den beiden Borrednern einverstanden, meint aber, daß jetzt schon leider von vielen Müttern das Lehrlingsverhältnis als gewerbliches Arbeitsver. hältnis behandelt werde. Bei der fommenden gefeßlichen Regelung müßten auch die besonderen Berhältnisse der Angestelltenlehre gebithrend berücksichtigt werden. Eine Reform der Aus. bildung des Nachwuchses sei dringend erforderlich. Abg. Benthien( D. Bp.), bestreitet, daß die Ausbildung des gewerblichen Nachwuchses fich verschlechtert habe. Abg. Pehold( Wirtsch. Bgg.) wendet sich gegen eine schematische Gleichbehandlung der Lehrlingsausbildung in den verschiedenen Be rufen. Abg. Thiel( D. Bp.) meint, man fönne nicht verallgemeinern, aber es gäbe viele Drte, an denen sich eine Berkürzung ber Bertaufszeit ermöglichen laffe. Dem Etatspoften für bie Rafi fizierung des Washingtoner Uebereinkommens stimme die Deutsche Bolkspartei zu. Der Eintritt Deutschlands in das Internationale Arbeitsamt fönne nur bei voller Gleichberechtigung und nach Erfüllung für Deutschland selbstverständlicher Berausfegungen erfolgen. Hierüber müsse noch eine Besprechung des Reichsarbeitsministers mit den in Frage kommenden Ausschüssen stattfinden. etwas von oben herab mit uns verhandelt wird. Ich gebe die Berechtigung dieser Kritit zu, aber wie haben die Sachen gestanden? Zunächst wurde jeder Deutsche auf drei Jahre von der Niederlassung ausgeschloffen; als die drei Jahre abgelaufen waren, wurde gefeßlich festgelegt, daß das Be treten des Landes den deutschen Kaufleuten erft möglich gemacht werden sollte von dem Augenblid an, wo dieser Bertrag rati worden, seitdem ist fast ein Jahr vergangen. Benn wir hier mit gewissen Unterbrechungen der parlamentarischen Arbeiten zu rechnen haben, so würde es durchaus im Interesse des deutschen Handels sein, die Niederlaffung nicht von dem Tage der Ratifizierung des Bertrags abhängig zu machen, sondern dafür zu forgen, daß unbeschadet des Termins der Ratifikation diese Vorteile so fort in Kraft treten. Darum handelt es sich hierbei, und diejeni gen, die am Handel beteiligt gewesen sind, sind uns dankbar dafür. Weiter ist auf den§ 18 Bezug genommen worden.( Der Außenminister verliest den Wortlaut des§ 18.) Ich glaube nicht zu viel zu fagen, wenn ich behaupte, daß es feine Bestimmung gibt, die der Befriedung der Welt mehr im Wege steht als diese.( Gehr wahr! rechts.) Wenn diese Bestimmung bestehen bleibt, wird der deutsche Kaufmann sich nie mehr in der Welt mit der Ruhe, die er braucht, feftfegen fönnen, als es der Fall sein würde, wenn wir diesen Artikel aus dem Ber. trag herausbekommen. Wir sind auch alle darüber einig, daß der Bersailler Bertrag revidiert werden soll, und wenn wir durch unsere Handelspolitik die Möglichkeit haben, folche Paragraphen her auszubekommen, dann sollen wir es doch tun, und wir haben es getan überall, wo wir handelsverträge abgefchloffen haben. Man foll nicht sagen, es handle fich hier um Siam, um einen tieinen beDeutungslosen Handel; es kommt an auf das Prinzip, daß dieser Artitel aus dem Vertrage herauskommt. Auf ihre Rechte aus dem Artitel 18 haben bereits England, Belgien, Italien, Jugoslawien, die Tschechoslowatel, Japan, Peru und Kanada tatsächlich verzichtet.( Lebhaftes Hört! hört!) Wir haben also einer Reihe der größten Länder der Welt gegenüber durchgesetzt, daß dieses unfelige Damoflesschwert verschwindet. Es fann darüber gar keine Diskussion geben, in welchem Maße die Abg. Frau Bohm- Schuch( Goz.) tritt nochmals für den Sechs. Wiederherstellung guter Handelsbeziehungen dadurch beeinträchtigt uhrladenschluß, wenigstens an manchen Orten ein. In wird, daß es immer noch Länder gibt, die auf diesen Artikel nicht manchem Gewerbe, z. B. dem Möbelhandel, sei der Sechsuhrladen verzichten. Es wäre falsch gewesen, wenn die Regierung bei diesen schluß schon üblich. Der Ladenschluß sei nicht die Ursache mangelnden Berhandlungen nicht entscheidendes Gewicht darauf gelegt hätte, Absages, sondern das sei der Mangel an Geld.( 3ustimmung.) Die über diesen Artikel hinwegzukommen. Man kann deshalb darüber Lehrlingsausbildung im Handwerk sei nicht genügend, weil doch nicht einfach mit dem Sahe hinweggehen: Siam ist so tatsächlich Lehrlingszüchterei getrieben werde, die mit einer ordnungs- gütig gemefen, teine Santtionen anzudrohen. näßigen Ausbildung nichts zu tun habe. Die Einreihung der Lehr- Man muß sich darüber klar sein, daß es sich hier um eine große prin: linge in die Tarifverträge sei sehr umstritten, die Handwerks- zipielle Auseinandersehung handelt. Dann ist der Umstand berührt tammern und Gerichte beurteilten sie sehr verschieden. Da den Lehr. I worden, daß nach dem Bertrag Sehr bebauere ich, daß der Redner am Schluffe gemeint hat, daß das Abkommen dem deutschen Ansehen und der deutschen Würde nicht entspreche. Es gibt zwei Auslegungen dieses Sages, eine fubjettive und eine objettive.( Seiterfeit links.) Ich habe noch nicht gesehen, daß der Abg. v. Freytagh Loringhoven mit der Sprache hinterm Berge hält. Die Worte fönnen also einmal bedeuten, daß die Regierung und das Auswärtige Amt mit Ansehen und Würde Deutschlands leichtfertig umgegangen feien. Das tann er nicht gemeint haben, denn er teilte gleichzeitig mit, daß ein Teil feiner Freunde für das Abkommen stimmen werde.( Lachen links.) Das ist nur eine logische Konsequenz der Auslegung des Wort lauts. Seine Darlegung tann infolgedeffen nur den Sinn gehabt haben, daß leider solche Berträge geschlossen werden müssen, die Ansehen und Würde des Deutschen Reiches schädigen. Man fann ja nun eigentlich gar nicht im Zweifel darüber fein, daß wir überhaupt nicht mehr ein jouveräner Staat find. wir find gar nicht in der Lage, irgendwie fo frei und unabhängig zu handeln, wie ein Staat es fann, auf dem diese Bertragsbestimmungen nicht lasten. Es gibt unendlich viel, wogegen sich das Gefühl des einzelnen umbeschadet der Parteirichtung aufbäumen muß, in militärischer Hinficht noch weit mehr als in handelspolitischer. Aber, wenn daraus nun diefe Konsequenzen gezogen werden müssen, dann soll man fich nicht auch noch mit Empfindlichkeit erregen. Wir kommen damit nicht weiter, daß wir immer betrachten, was wir gewejen sind und was wir find, sondern, daß wir mit dem, was uns ge ziehungen. Und unter diesem Gesichtspunkt ist auch dieser Handels blieben ist, an den Wiederaufbau schreiten, und eins der Mittel dafür ist die Wiederanknüpfung unserer weltwirtschaftlichen Be Dertrag zu betrachten. Abg. Meyer- Berlin( Dem.): Im Interesse unserer Wirtschaft ftimmen wie dem Bertrag zu. Die Aeußerung des Herrn v. Frentagh Loringhoven ist in eine rein wirtschaftliche Frage hineingeplatzt. Ich habe den Eindruck, daß die Erwiderung des Ministers weniger eine angemessene Berwahrung war, als vielmehr ein mildes und freundliches Blädoyer. Die Deutschnationale Boltspartei hat wieder einmal die Agitation in eine rein wirtschaftliche Sache hineingeworfen. Gestern haben wir im Ausschuß dasselbe Schauspiel beim panischen Handelsvertrag gehabt. Nicht weniger als rier Redner haben die Deutschnationalen gegen diesen Bertrag vorgeschicht. Für eine Regierungspartei ist das ein eigentümliches Berhalten. Die Deutschnationalen schädigen damit schwer unsere Wirtschafts- und Handelspolitik. Auf die Dauer lassen wir uns eine Politit der Teilung nicht gefallen, wonach ein Teil die Macht hat und der andere die Aufgabe, Regierungsvorlagen durch zubringen. Wir werden in zweiter Cefung dem Vertrag zustimmen, behalfen uns aber für die dritte Cefung volle Freiheit vor. Aus die Dauer werden wir diese Politit der politischen Farfen nicht dulden. ( Beifall bei den Demokraten.) Abg. Graf Westarp( Dnatl.): Die Aeußerung des Abg. v. Freytagh- Loringhoven ist nicht gefallen, wie sie hier zitiert wurde. Er hat nicht gejagt Ehre und Würde", sondern:" Ansehen und Bürbe des Reiches werden durch den Vertrag geschädigt". Diese Auffaffung teilt die ganze Fraffion, während ein Teil dem Bertrage trotzdem zustimmen will, um die deutschen Kaufleute nicht zu schädigen. Es handelt sich hier um eine Borlage des früheren Kabinetts. Uebrigens ist auch te früheren Regierungsfoalitionen es manchmal vorgekommen, daß Stritit an einer Regierungsvorlage geübt, und daß auch dagegen geftimmt wurde.( Beifall rechts, Lachen links.) Abg. Müller- Franken( Soz.): Aus den Ausführungen des Vorredners geht hervor, daß es in der deutschnationalen Fraktion die einheitliche Auffaffung gibt, dieser Bertrag schädige Ansehen und würde des Deutschen Reiches. Ich habe namens meiner Fraktion zu erklären, daß wir nicht in der Lage find, einem Vertrag zuzustimmen, der nach Auffassung der stärksten Regierungspartei Ansehen und Würde des Reiches schädigt.( Beifall links.) Präsident Löbe bittet, zur Abstimmung Platz zu nehmen. In diesem Augenblid verlaffen zahlreiche Deutschnationale den Saal. Es wird Beschlußunfähigkeit festgestellt und die nächste Sitzung auf Montag 2 Uhr anberaumt, Tagesordnung: Reichsarbeitsministerium und Siamvertrag. Schluß 5% Uhr. Die Zusammenstöße im Untersuchungsausschuß. Deerburgs Rücktritt.- Klinghammers ,, loyale Auffassung". Als der Zeuge Ministerialdirektor Dr. Jaff erflärte, er fei hier nicht Beschuldigter und möchte nicht unter brochen werden, weist der Borsigende das zurüd.( 3urufe der bgg. Meier- Berlin und Meyer- Solingen[ S03.] sowie des Abg. Riedel[ Dem.]: Unerhört!) Der Vorfigende richtet erneut die Frage an den Beugen; der Abg. Riedel beanstandet die Frage und verlangt eine Entscheidung des Ausschusses über ihre Zulässigkeit. Eine Abstimmung darüber fand jedoch nicht statt. Der Vorsitzende Deerberg erklärte zum Zeugen: Sie haben also jagen wollen, nach Ihren Informationen habe Barmat die Handelserlaubnis be fommen. Ministerialdirektor Dr. Falt weist darauf hin, daß hierüber Aften vorliegen müssen. Es sollten diese Atten doch herangezogen merden und ihm nicht der Vorwurf eines Widerspruchs in seinen Aussagen gemacht werden. Er könne ja doch nur mittelbar befunden, daß er vom Horensagen das oder das wisse. Er wolle feine Aussagen im 3usammenhang machen und die finngemäße Anwendung der Strafprozeßordnung gebe ihm dazu das Recht. Er brauche sich in seinem Gedankengang nicht stören zu loffen, da er ja damit rechnen müsse, daß er seine Angaben später zu beschwören habe. Der Vorsitzende erwidert, daß er jederzeit das Recht habe, Fragen zu stellen, und erklärt sodann, daß auch er es für notwendig. halte, daß die Aften herbeigeschafft würden. Der Zeuge erklärt, der in Frage kommende Beamte des Berliner Polizeipräsidiums sei nach Essen verfekt worden; es empfehle fich, ihn sofort zu laden. Hierauf setzt der Zeuge seine Aussagen im Zusammenhang fort und erklärt weiter: Ich muß den Aussagen des Zeugen Kling, hammer, die ich aus den Zeitungen ersehen habe, einige Ergänzungen zufügen: Nach meiner Ansicht lag lediglich der Verdacht einer unerlaubten Handlung vor. Dieser Sachverhalt ist polizeilich auch vollständig aufgeflärt. Ich erkläre nochmals, daß ich nicht ersehen kann, daß durch mich das Verfahren irgendwie beeinflußt worden sein soll, es sei denn, daß diese Beeinflussung und ein Schreiben an die Staatsanwaltschaft erfolgt sei. Das Verfahren ist de facto nur eingeleitet worden auf Grund einer anonymen Anzeige. Es war aber niemand da, der für die Richtigteit dieser Anzeige seinen Namen hergab. Für die in der Deutschen Tageszeitung erschienene Notiz, die lediglich be richtete, daß die Bochumer Handelskammer ohne irgendeine Verbindlichkeit an ihre Mitglieder ein Schreiben gerichtet habe, daß sie von Rotterdam teine gute Auskunft über die Firma Barmat erhalten habe, hat die Redaktion der Deutschen Tages. zeitung" auch die Verantwortung übernommen. Man fönnte auf der anderne Seite den Vorwurf erheben, daß die Anordnung der Haussuchung auf sehr schwachen Füßen stand. Zeuge Falt weist weiter darauf hin, daß er gehört habe, daß die Berliner Handelskammer die Erteilung der Handelserlaubnis en die Firma Gebrüder Barmat befürwortet hat und daß ihr auf Grund dieser Befürwortung die Erlaubnis erteilt worden ist. Die Handelskammer müffe also gewußt haben, daß schon vorher die Firma Gebrüder Barmat einen Handel getrieben hat, ohne daß fie gesetzliche Erlaubnis hatte. Deerburg legt den Vorsiz nieder. Borsitzender Deerberg: Es ist ein Antrag eingegangen: Der Ausschuß mißbilligt die Geschäftsführung des ftellvertretenden Borfizzenden. Ich nehme an, daß darüber abgestimmt werden foll. Bon mir aus aber erfläre ich, daß ich nach den Vorgängen, die fich eben ereignet haben, das Amt eines ftellvertretenden Borsitzenden Die Verhandlungen werden hierauf burch eine kurze Baufe unterbrochen, in der sich, die Fraktionen über die Wahl eines neuen zweiten stellvertretenden Vorsitzenden besprechen. Nach der Pause gibt Abg. Dr. Seelmann für die deutschnationalen Mitglieder des Ausschusses eine Erflärung ab des Inhalts, daß Dr. Deerberg sein Amt durchaus objettio geführt habe. Die deutschnationale Fraktion werde am Dienstag darüber befinden, ob seine Amtsniederlegung gerechtfertigt sei. Inzwischen fei es zweckmäßig, für heute vorläufig einen anderen Verhandlungsleiter zu bestimmen. Abg. Nuschte( Dem.) betont, zu der Erklärung der Deutsch nationalen ließe sich noch manches fagen. Die Stellung der Ausschußmitglieder ergebe sich aus den Unterschriften für den gegen Dr. Deerberg gerichteten Antrag. Zunächst sei die Bestellung eines anderen Verhandlungsleiters zwedmäßig. Der Ausschuß bestimmt hierauf zum Verhandlungsleiter in der heutigen Sigung den Abg. Dr. Pinterneil( D. Bp.). Dann wird die Bernehmung des Ministerialdirektors Dr. Falt fortgesetzt. Abg. Kuttner( Soz.) fragt, ob die Großhandelserlaubnis für eine ausländische Firma notwendig gewesen sei, die in Deutschland gar teine Zweigniederlaffung im handelsrechtlichen Sinne, sondern nur eine Bertretung besaß. Dr. Fall erklärt, diese Frage jei 1919 im Falle Barmat gar nicht geprüft worden, weil die Beschuldigten diesen Einwand nicht erhoben. Wenn es sich damals um eine eigentliche 3weigniederlassung handelte, was sehr wohl möglich sei, So war die Großhandelserlaubnis nicht erforder iich gewesen. Auf eine weitere Frage des Abg. Ruffner( Soz.) erklärte der Beuge, ihm sei das Zustandekommen des fogenannten Gutachtens der Bochumer Handelskammer, d. h. der Weitergabe eines für Barmat ungünstigen Berichts durch die Bochumer | Handelstammer nicht bekannt. Abg. Huttner beantragt darauf, die Aften eines Zivilbeleidi gungsprozesses Schweißfurt gegen Barmat anzufordern. Daraus werde sich ergeben, daß Schweißfurt Gutachter der Bochumer Handelskammer war und daß er, der als Prozeßgegner gegen Barmat auftrat, diefes ungünstige Gutachten gegen Barmat verbreitet habe. Der Berhandlungsleiter erklärt, daß Schmeißfurt ohnedies vernommen werden solle. Abg. Stolt( Romm.) hält es für notwendig, daß auch der Abg. Heilmann wie alle übrigen Zeugen vor dem Abschluß einer Bernehmung den Verhandlungsfaal berlasse. Verhandlungsleiter Dr. Pinkerneil erklärt dazu, er könne einen solchen Druck auf Herrn Heilmann nicht ausüben, da dieser in seiner Eigenfachft als Abge ordneter berechtigt sei, den Verhandlungen beizuwohnen. Klinghammers Informationen". Im weiteren Verlaufe rügt Abg. Kuffner( Soz.), daß, als Klinghammer bei der leẞten Vernehmung Falf beschuldigt habe, er habe unlautere eft ftellungen gemacht, von Abgeordneten Bravo rufe ertönt seien. Falt müsse Gelegenheit gegeben werden, fich gegen den Vorwurf zu verteidigen. Der Zeuge Dr. Falf erflärte auf gegen ihn erhobene Vorwürfe, daß er weder disziplinarisch noch sonst bestraft werden sei. Es wird hierauf der Fall besprochen, daß behördliches Material durch die Presse in die Oeffentlichkeit gelangt war und von sozialdemokratischer Seite die Frage aufgeworfen, mie es möglich sei, daß Dinge, die zunächst der strafrechtlichen Berfolgung unterliegen, als Informationsmaterial an gemisse Preßorgane gegeben worden feien, es schiene, so wird behauptet, gewisse Stellen zu geben, zu denen vielleicht auch Herr Klinghammer gehöre, die mit solchem Material ein Ge schäft gemacht hätten. Abg. Dr. Kaufhold( Dnat.) verweist über den Inhalt der Ausfagen Klinghammers auf das Stenogramm; jedenfalls habe dieser in einem ganz bestimmten Falle ausgesagt, daß er nur dem LokalAnzeiger ein Material gegeben habe. Nachdem die Mehrheit des Ausschusses die Frage des Abg. Kuttner, ob dem Zeugen befannt fei, daß der Beuge Kriminalfommissar Klinghammer in irgend einem Fall gegen die Instruktion Material über einen von ihm bearbeiteten Fall an die Bresse gegeben habe, zuzulassen lei, gibt der Beuge Dr. Falt eine zusammenhängende Darstellung über diese Angelegenheit. Daraus ergibt sich, das beim Berliner Polizeipräsidium die einzelnen Kriminalfommissare die Befugnis gehabt hätten, amiliche Notizen an die Tageszeitungen zu geben. Ms nächster Zenge wird Abg. Wiffel( Soz.) vernommen. Er bittet den Verhandlungsleiter, nicht mit Reigs minister angeredet zu werden, da diese Amtsbezeichnung mit dem Ausscheiden aus dem Amte erledigt fei. Er erklärt zu den Bea fundungen des Kriminaloberinspektors Klinghammer: Ich habe wäh rend meiner Amtszeit als Wirtschaftsminister niemals je eine Ausfuhr oder Einfuhrbewilligung für Drudpapier oder andere Waren selbst erteilt. Das ging schon deshalb nicht, weil dafür der Ein- und Ausfuhrkommissar zuständig gemefen wäre. Stein amtliches Schreiben, ich betone das ganz besonders, ist während meiner Amtszeit mit meiner Unterschrift herausgegangen, wenn nicht der geschäftsordnungsmäßige Weg, Juftimmung des zuständigen Staatssekretärs usw., dabei gewahrt war. Auch aus einem anderen Grunde ist es unmöglich, daß im November eine von mir ausgestellte Ausfuhrerlaubnis beschlagnahmt fein tann. Solche Bewilligungen, die übrigens nur von dem zuständigen Kommissar erteilt werden könnten, galten nur drei Monate lang. Ich bin aber ichon im Juli aus dem Amte geschieden. Abg. Wissell trägt ſchließlich ein nachträglich von ihm ermitteltes und von ihm unterzeichnetes Schreiben vor, in dem für die Befürwortung der Einfuhr von Lumpen durch die Firma Barmat Bedingungen gestellt werden, die eine Spekulation mit der Mart ausschließen sollen. Er hält es für möglich, daß Kriminaloberinspektor Klinghammer diefes übrigens vom Mai 1919 stammende Schreiben fälschlich für eine Einfuhrbewilligung gehalten hat. Abg. Dr. Nuschte( Dem.) beantragt, den Kriminaloberinfpeftor Klinghammer darüber zu hören, es wäre ein starkes Stüd, wenn er ein folches Schreiben mit einer Einfuhrbewilligung verwechself haben follte. Abg. Wissell erklärt es für ganz ausgeschloffen, daß er jemals in seiner Amtszeit eine Ausfuhrbewilligung für Drudpapier erteilt habe. Er gibt weiter auf Befragen an, daß ein Kaufmann Hecht von der angesehenen Firma Hecht, Pfeiffer und Cie. einmal um eine Einfuhrbewilligung für Barmat gebeten und dabei Barmat als durchaus solventen Kaufmann bezeichnet hat. Neue Vernehmung Klinghammers. Die in der letzten Sigung abgebrochene Bernehmung des Kriminaloberinspektors Klinghammer wird hierauf fortgesetzt. Auf die Frage des Verhandlungsleiters, ob er sich genau erinnere, eine Einfuhr bewilligung beschlagnahmt zu haben, erklärt der Beuge, es habe sich nicht um eine formularmäßige Bewilligung, fondern um ein Schreiben mit der Unterschrift des Ministers gehandelt, in dem von einer Einfuhrerlaubnis die Rede war. Ministerialdirektor Dr. Falt erklärt dazu, nach seiner Erinne rung habe es sich tatsächlich um eine Ausfuhrbewilligung von Drudpapier gehandelt. Abg. Wissell bittet, recht bald die Atten heranzuschaffen, aus denen sich ergeben werde, daß von ihm eine solche Ausfuhrbewilligung nicht erteilt fei. Die meisten Exekutivbeamten, die dem damaligen Kriegswucher. amt zugeteilt waren, haben auch immer dem Zeugen und seinen Amtsvorgängern gegenüber den Standpunkt vertreten, daß sie diese Befugnis auch beim Landespolizeiamt haben müßten. Demgegen über haben er und fast überwiegend auch seine Amtsvorgänger den Standpunkt hervorgehoben, daß ein einzelner Erefutinbeamter dieses Recht nicht habe. Dazu sei ein Preffereferent da und die Notizen müssen amtlich gegengezeichnet werden. Wenn in der Kriminalpolizei ein gewerbs und gewohnheitsmäßiger Einbrecher allzu großen Schaden anrichten. Beim Bucheramt aber liegen die feftgenommen fei, so würde eine unrichtige Pressemeldung teinen Wenn da ein angesehener Kaufmann Dinge erhablich anders. oder eine angesehene Firma in den Berdacht des Preis wuchers gekommen und mit einer Durchsuchung oder Beschlagnahme bedacht worden fei, und es sich nachher herausstelle, daß der Verringfügige llebertretung einer Polizeivorschrift gehandelt habe, dacht unberechtigt gewesen oder daß es sich nur um eine gefehlungen anderer Beamten verschafft. Es habe sich also ein deutnicht aber um eine moralisch verwerfliche Handlung, so entstünden hier dem einzelnen Erefutivbeamten das Recht der Presseinformie daraus zumeist Aergerlichkeiten und Beiterungen. Deshalb dürfe rung nicht gegeben werden. Herr Klinghammer fei mehrfach in einen folchen Berdacht geraten Kriminaloberinspektor Klinghammer erfläri metter, er habe aus dem Vorgehen des Abg Heilmann und des Minifterialdirektors Dr. Falt den Eindrud gewonnen. daß im Falle Barmat bewußt und absichtlich im Interesse einer politischen Bartei die Erefutive an der Weiterverfolgung einer Sache gehindert feiner Dienstzeit unter Ministerialrat Dr. Fall als Chef der Landeswurde. Der Zeuge verbreitet sich dann über Borgänge, die während polizei vorgekommen sein sollen. Der Zeuge behauptet, Dr. Half habe damals unter Täuschung seiner Mitarbeiter Angriffe gegen den damaligen Minister Dr. Hermes in die Presse lanciert und dem sezialdemokratischen Abg. Heilmann Material über dienstliche BerLicher Zusammenhang zwischen der Beamtentätigkeit des Dr. Fall und den politischen Interessen der Sozialdemokratie gezeigt. Die Aften des Gerichts und der Staatsanwaltschaft heute nicht mehr zu armat Atten feien merkwürdigerweise imter den abgelegten finden. Abg. Kuffner( Soz.): Sie wissen als Beamter, daß die von ihnen dem Dr. Falt zur Laft gelegte Unterlassung einer notwendigen ebenso wie auch andere Beamte. In einem Fall sei feftgefteltt Strafverfolgung ein außerordentlich schweres Ber. worden, daß er eine weitgehende Information über den Selbst- brechen ist. mord eines Rechtsanwalts an die Bresse felbständig gegeben habe, obwohl das, wie der Zeuge auf eine direkte Frage betont, amtlich verboten gewesen sei. Auf weitere Fragen des Abg. Stolt( Romm.) sagt der Beuge aus, daß von Beziehungen zwischen der Firma Barmat und Starz ihm erft etwas bekannt geworden sei, als er amtlich mit diesen Dingen nichts mehr zu tun gehabt habe. Auf Befragen erklärt der Zeuge Falt, daß seine Auffaffung die ift, daß die Ernährungsbehörden fonfequenterweise eine Einfuhr erlaubnis niemand erteilen follen, der nicht im Befit einer Großhandelserlaubnis ift. An diese Auffassung hätten sich die Ernährungsbehörden nie getalten. Sie hätten fich stets auf den Standpunkt gestellt, daß sie für die Ernährung verantwortlich wären. Auf eine weitere Frage, ob am Bundesratstisch der damalige Reichswirtschaftsminister Schmidt ausdrücklich gefagt habe: Nach meiner Ansicht muß Barmat die Großhandelserlaubnis für dieses Geschäft haben", antwortet der Beuge bejahend. Von weiteren Verfahren gegen Barmat ift ihm unter Hinweis auf seine frühere Aussage nichts befannt. Es müßten die Atten herbeigeschafft werden, um das festzustellen. Es werden in dieser Angelegenheit dann weitere Bernehmungen beantragt. Warum haben Sie, wenn Sie an ein folches Verbrechen glaubten, feine Schriffe auf dem Dienstwege gegen Dr. Falt unternommen, solange er 3hr Vorgesetzter war? Zeuge Klinghammer: Es würde jeder Tonalen Auffaffung eines nachgeordneten Beamten und jeder Disziplin widersprechen, wenn er sich gegen seinen eigenen Chef wendet. Abg. Kuffner( Soz.): Sie haben es doch aber mit Ihrer Auffaffung von Beambentonalität vereinbaren tönnen, sechs Jahre fpäter fich mit dieser Angeelgenheit an den Beamtenausschuß des Polizeipräsidiums zu, wenden und dort in Abwesenheit des Ministerialdirektors Dr. Falt durch eine einseitige Darstellung den Befchluß zu extrahieren, daß Dr. Falt für das Amt des Polizeipräsidenten, für das er vorgesehen war, nicht geeignet sei. Zeuge Klinghammer: Ich habe allerdings im großen Be amtenausschuß des Polizeipräsidiums gesagt, daß ich Herrn Dr. Fall für den Polizeipräsidentenposten für nicht geeignet hatte, weil er eine hinterhältige Intrigantennatur sei. Die Mitglieder des Beambenausschusses sind aber zur Amtsverschwiegenheit ver pflichtet, und die Herren Heilmann und Ruttner fönnen nur durch einen groben Vertrauensbruch Renntnis von der Sache erhalten haben. Vielleicht durch den Polizeipräsidenten Richter, der ja ihr Parteigenosse ist. ZUR EINSEGNUNG SEIDENSTOFFE SAMTE 98 cm schwarz 84 cm M. 690 Köper- Velvet schwarz und farbig. 70 cm..... M. 650 Lindener Köpersamt schwarz und farbig. 70 cm..... M. 950 Serge und Cheviot kräft. Qual, 105-130 cm M. 530 375 Mohair- Krepp Neuhelt, seldenPailletteseide Taftseide schwarz 84 cm M. 7.Eolien schwarz Seide mit Wolle .. M. 720 Krepp frisé schwarz, 98 cm ..M. M. 950 Messalineseide schwarz 84 950 Musseline- Atlas Schw.90 schw. 11. gen. auch in Jacquard 1080 980 550 glänzend, sehr dauerhaft im TraM. 95-105 cm.... 275 WOLLSTOFFE WÄSCHE Wollvoile sehr eleg. u praktisch, 100/105 cm, M. 950, 750, 550 Poplin u.Wollbatist Reine Wolle, 105 cm.. M. 750, 680, 580 Gabardin u. Coating Reine Wolle, 105 cm.. 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Angst vor dem Disziplinarverfahren. Gegen eine weitere Frage über Mitteilung von Material erhebt Borf. Deerberg( Dnat.) Bedenken. Der Zeuge sei nicht verpflichtet, Antwort zu geben, wenn er fich der Gefahr zum mindestens einer Disziplinaruntersuchung ausfehen soll. Im übrigen hatten diese ganzen Fragen lediglich die Tendenz, den Zeugen öffent. lich zu diskreditieren und in Gewissensnot hineinzubringen.( bg. Meier- Berlin( Soz.): Die ganze Aussage dieses Zeugen ist eine einzige Diskreditierung des anderen Zeugen.) Die Frage, ob das Auskunftverlangen zulässig fei, foff vom Ausschuß erst nach der weiteren Bernehmung des Beugen Falt entschieden werden. Beuge Falf gibt eine Darstellung über den Fall, monach eine als Bressereferentin empfohlene und von ihm als solche angestellte Dame mit Namen Peters Material an die sozialdemokratische Korresponmit Namen Peters Material an eine jozialdemokratische Korre spondenz gegeben haben foll. Er habe davon nicht das geringste gewußt. lleber ihn selbst läge damals. Stello. Borsitzender Dr. Pinfernell( tspartel) macht bann darauf aufmerksam, daß nochmals angeregt worden sei, den Abg. Heilmann über die Frage ber jozialistischen korrespondenz zu hören, auch habe sich ber für heute vorBerfügung stehenden Zeit diese Bernehmung taum noch werde vor geladene Zeuge Davidjohn gemeldet. Da im Rahmen der zur genommen werden könne, frage er, wie lange der Ausschuß noch tagen molle. nehmung des Ministerialdirektors Dr. Falt zu beenden und eine Abg. Schwering( 3.) schlägt vor, heute die Sigung mit der Berneue Sigung auf Montag vormittag 10 oder 11 Uhr festzusetzen. Dem wird ftattgegeben und mit der Bernehmung Dr. Falts fortgefahren. Dr. Falt tommt dann nochmals auf die Angelegenheit des ver. ich wundenen Aktenstüdes zu sprechen und erklärt dazu, als Klinghammer gemeinsam mit dem Oberregierungsrat School im Jahre 1921 die Aften eingesehen habe, feien sie zu Unrecht an das Amtsgericht statt an die Staatsanwaltschaft geschickt worden. Das ergebe sich auch aus den Atten der Staatsanwaltschaft, die dem ein ganzer Band von Beschwerden Ausschuß vorliegen. Dr. Fall erklärte dann noch, daß er dem Aus. ror, den er zur Leftüre zur Verfügung stelle. Ueber einen am schuß dankbar sein würde, wenn festgestellt werden könnte, mit 23. Oftober 1920 im Borwärts" erschienenen Artikel welchem Rechtsgrunde Kriminalfommiffar Klinghammer zu einem habe er seiner vorgesezten Behörde amtlich erklärt, daß er weder Bureaubeamten der Staatsanwaltschaft gegangen ist, um dort festmittelbar noch unmittelbar diesen Artikel veranlaßt habe; dabei zustellen, ob die Akten dort vorhanden sind und sie dann einzufordern. Das Landespolizeiamt mußte Schiebungen auch bei den Der Oberstaatsanwalt habe ihm gefagt, daß er das für ein absolut Behörden aufdecken. Eine solche schwebte seinerzeit beim Reichs- unzuläffiges Vorgehen halte. Die Angelegenheit Barmat fagminifterium, wo ein Beamter namens Kroll Zuwendungen würde ausschließlich von der Staatsanwaltschaft unter Ausschaltung für Ausstellung eines unbedenklichkeitszeugnisses für den Be der Bolizeibeamten behandelt, und die Staatsanwaltschaft hätte nur brauch von Kraftfahrzeugen angenommen habe. Ueber einen Be einzelne Polizeierekutivbeamte zur Bearbeitung der Sache heranricht hierüber sei Beschwerde geführt worden. Ueber Art, Inhalt gezogen. und Form seines Berichts habe der Zeuge einen Rüffel bekommen. Es wird dann vom Ausschuß befchloffen, die Better ber Reichs. Erft Monate später seien im Zusammenhang hiermit gegen fleischstelle, der Reichsfettstelle und der Einfuhrgesellschaft für Ge feine person Vorwürfe in die Tagespresse gelangt. Der Beugetreide über die Einfuhr mengen, die Barmat erhalten hat, und feine Person Borwürfe in die Tagespresse gelangt. Der 3euge über die Tatsache, daß tros des Protestes der Referenten viel zu verliest den Bericht und erklärt, bei den Beschwerden sei es dem eichsschahministerium meniger auf eine Riarstellung angekommen große Mengen Drudpapier nach holland geliefert worden sind, ris um ein Vorgehen gegen Beamte, die bei der Unter. zu hören. fuchung des Falles nur ihre Pflicht getan hätten. Das ReichsschatzDarauf vertugt fich der Ausschuß auf Montag vormittag 10 Uhr. ministerium habe in allen Fällen gegen ihn Aufsichtsbeschwerde er hoben. Es gebe allein fünf dide Bände über solche AufDie Mannesmann- Kredite der Post. fichtsbeschwerden, die von dem Ministerialdirektor Raug veranlaßt worden seien. Die Borwürfe gegen ihn sind dann in der Breßtampagne gegen den Minister Hermes verwertet worden. Das sei die Unterlage für die abfälligen Bemerkungen Klinghammers gegen seine Person. bleibe er. Zeuge Dr. Falt erklärt dann weiter, er habe seinerzeit aus fach, fichen Gründen und um des Ansehens des Beamtentums willen von cner öffentlichen Notiz abgesehen und lieber den Rüffel eingesteckt. on einer durch ihn vorgenommenen Beschaffung des Materials für tie Veröffentlichung tönne teine Rede sein. Auf weitere Fragen bemerkt Dr. Falt, es sei richtig, daß der Berwaltungsbeamte der Polizei in bestimmtem Umfang an Exe Intivbeamte Anweisungen geben darf. Diese Rechtslage habe zu großen Erschwerungen geführt, weil die Egetutiobeamten die pirtschaftlichen Vorgänge nicht in allen Fällen übersehen fönnten. Daher set von vornherein bei der Gründung des Preußifhen Landesamtes vom Justizminister nach Benehmen mit dem Preußischen Minister des Innern und dem damaligen Kriegsernährungsamt angeordnet worden, daß dem Kriegswucheramt Becmte der Staatsanwaltschaft zugeteilt würden, die den Kriminalkommiffaren Anweisungen geben tönnten. Dies feien die Anweifungen, die er bekommen habe. Wenn der Zeuge Klinghammer ge jagt habe, die Aufklärung war im Beginn, so müsse er, Falt, fragen, welche Aufklärung das ist. Der Sachverhalt stehe doch fest, bie Bar. mats hatten auf der einen Seite teine Großhandelserlaubnis, und auf der anderen Seite hatten sie doch Großhandel betrieben. Auch Slinghammer Jei damals dieser Auffassung gewesen. Klinghammer habe die von ihm vorgenommene und durchgeführte Beschlagnahme der Papiere selbst aufgehoben. Er, Falt, habe damals vom Justiz nunifter entweder die Abberufung von seiner Leitungsstelle verlangt rder die Betrauung mit einer Richterstelle, da er in einem solchen Hegenteffel nicht mehr zu bleiben beabsichtige. Slinghammer frage felbst die Berantwortung für die Rüdgabe und aus dieser Amtshandlung ergebe sich, daß er ebenfalls der Meinung gewesen sein muß. daß der Sachverhalt aufgeklärt war; denn wäre Klinghammer anderer Meinung gewesen, dann häfte er die Rüdgabe der Papiere gar nicht vornehmen dürfen. Beuge Dr. Falf gibt weiter der Meinung Ausdrud, daß ihm nicht ersichtlich sei, warum denn Klinghammer von der Ange Tegenheit an seinen Amtsnachfolger habe mitteilung machen Klare Antwort erbeten. Zu dem Bofttredit an Mannesmann ging uns unlängst folgende Darstellung zu: Die Forderung der Deutschen Reichspoft an die Depofiten. und Handelsbant, wofür Alfred Mannesmann als Bürge haftete, war frühestens fällig in der Zeit vom 18. September bis 7. Oftober 1924; lediglich die ersten Zinsen waren am 18. Juni 1924 fällig. Da die Zinsen nicht bezahlt wurden, hat die Deutsche Reichspoft mit Rücksicht hierauf und in Anbetracht der gesamten Lage der Depositen und Handelsbank mit Alfred Mannesmann einerseits und mit dem Aufsichtsrat und Borstand der MannesmannIndustrie- und Handels- AG. sowie mit deren Rechtsbeistand anderer. seits im Juli 1924 eingehende Berhandlungen gepflogen. Die Mannesmann- Industrie- und Handels- AG. trat erst in diesem Augenblick ins Geschäft ein, um die Interessen des Bürgen gegenüber der Depofiten- und Handelsbank wahrzunehmen. Diese Berhandlungen hatten für die Post das Ergebnis, daß die Mannesmann- IndustrieHandelsbant sofort übernahm und für diese Forderungen erftftellige und Handels- AG. die Forderung der Post an die Depositen und Goldhypotheken stellte. Diese vorzeitige Sicherstellung der noch nicht fälligen Forderung in einer Zeit größter und allgemeiner wirtschaftlicher Ungewißheit bedeutete für die Bost eine große Ber. besserung. Außerdem blieb die selbstschuldnerische Bürgschaft von Alfred Mannesmann bestehen. Das Objett, das verpfändet wurde, ist von einem beeidigten Tagator und von mehreren sonstigen erften Sachverständigen tagiert morden. Die Position der Post war durch das Eintreten der Mannesmann- Industrie- und Handels- AG., die als Dachgesellschaft des Mannesmann- Ronzerns eine voll vertrauenswürdige Schuldnerin ist, wesentlich gestärft worben. Billigerweise konnte die Gesellschaft für diese ihre Leistungen einen gewissen Ausgleich von der Deutschen Reichspost beanspruchen. Dieser Ausgleich ist in der Weise gefunden worden, daß die Deutsche Reichspoft der genannten Gesellschaft einen Kredit von 2,5 Millionen Mart gegen weitere Goldficherheiten und Bürgschaften zum Reichsbankdiskontsage gewährte. An diesem Geschäft, über das tagelang verhandelt worden ist, haben im Reichspostministerium | Intereffe der einwandfreien Auftlärung der Borgänge gestatten wir uns, um die Beantwortung folgender Fragen zu bitten: 1. Ist es Latsache, daß das Darlehen von 5 Millionen Mart an die Handels- und Depositenbanf auf Drängen des frühe. ren Reichstagsabgeordneten Fletscher( 3.) bemilligt worden ist. schaft bis zur Höhe von 13 Millionen Mark für die Handels- und 2. Hat Herr Alfred Mannesmann die selbstschuldnerische Bürg Depofitenbant übernommen und dafür von dem Darlehen 1 Million für die Deutsche Auslandsbank zu Originalbedingungen abbekommen. 3. Stmimt es, daß für das Darlehen an die Handels- und Depofitenban! eine weitere Sicherung der Reichspost nicht gegeben worden ist? 4. Hat die Reichspoft, als die erften fälligen 3infen am 18. Juni 1924 nicht bezahlt wurden, das Darlehen zurüdverlangt oder wer hat dies verhindert? 5. Was ist seitens der Reichspoft geschehen, um die Haftpflicht des Herrn Alfred Mannesmann aus seiner Bürgschaft in Anspruch zu nehmen? 6. Ist es Tatsache, daß, anstatt Herrn Mannesmann haftbar zu machen, versucht wurde, ihm ein 3usaß darlehen von weiteren 5 Millionen bei der Reichspoft gegen Bürgschaft der Mannesmann Industrie und Handels- 2.- G. zu ermirten? 7. Stimmt es, daß im Laufe dieser Berhandlungen der Zinssatz für das Darlehen an die Depositen- und Handelsbank, der urfprünglich 18 Broz, betrug, auf 10 Pro vom Tage der Hergabe des Darlehens nachträglich ermäßigt wurde? 8. Stimmt es, daß Herrn Mannesmann ein Darlehen von 2,5 Millionen zum jeweiligen Reichsbantdiskont auf ein Jahr gewährt wurde mit der bestimmten Zusage, auf viermalige Verlängerung zu je ein Jahr? 9. Ist es richtig, daß von diefer Summe eine Million Mark zur Sanierung der Depofiten- und Handelsbant, eineinhalb Millionen Mart aber zu dem ausgesprochenen 3wed dienen sollte, Herrn Alfred Mannesmann Geldgeschäfte zu ermöglichen, die es ihm gestatten, feine Berlufte bei der Depofiten- und Handelsbank auszugleichen? 10. Rann bestritten werden, daß Herr Alfred Mannesmann mit biefen zuletzt erwähnten anderthalb Millionen Marf durch Hergabe Don Hypotheten rund 400 000 Mart an Provisionen und rund 400 000 Mart an Zinsen in einem Jahr bar verdient hat? 11. Rann, insgesamt genommen, bestritten werden, daß also ber Mannesmann- Industrie- und Handels- A.- G und Herrn Alfred Mannesmann der Betrag von 7,677 Millionen( 7,5 millionen Darlehen und die aufgelaufenen nicht bezahlten Zinsen der Depofitenund Handelsbank) aus den Mitteln der Reichspoft zum jeweiligen Reichsbankdiskont zurzeit 10 Pro3. auf 5 Jahre festgegeben worden find? 12. Sind hternach dem Mannesmann- Ronzern unangemessene Borteile zugeflossen oder nicht? Wir wären sehr dankbar, wenn die Boftverwaltung an Stelle ihrer nichstagenden Erflärung auf diese Frage genau und unzweideutig Antwort geben werde. Die Postkredite. Erklärung des Verwaltungsrats der Reichspoft. Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichspott gehend mit den Vorgängen, die die Kreditgefchifte ber hat sich in seiner vorgestrigen und gestrigen Bollfizung wieder einReichs post betreffen, befaßt. Er hat von dem Bericht seines zur Prüfung dieser Kreditgeschäfte und der dabei den ehemaligen Reichspoftminister Dr. Höfle treffenden Verantwortlichkeit eingefetzten Unterausschusses Renntnis genommen. Die dem Unterausschuß erreichbar gemejenen Unterlagen haben teinen Anlaß gegeben, an der Integrität und der Pflichttreue der Beamtenschaft des Reichspoftministeriums irgend welche Zweifel zu begen. Das bei der Prüfung der einzelnen Fälle gesammelte material wird dem vom Reichstag eingefeßten Untersuchungsausschuß über. mittelt werden. Der Berwaltungsrat hat ferner, um eine fünftige Wiederholung ber befanten bedauerlichen Borgänge zu verhindern, es für notwendig erachtet, für die Zukunft die Ausleihung der öffentlichen Gelder der Reichspoft an verstärtte Sicherheiten zu bin ben. Er hat zu diesem Zwede neue Borschriften für die Anlage und Verwendung der Post sched gelder beschlossen. müſſen. Er fönne daraus nur entnehmen, daß beabsichtigt geweſen sämtliche Instanzen mitgewirkt. Unrichtig iſt demnach die nicht SCHEUER- PULVER fei, ein Strafverfahren nach§ 46 gegen ihn einzuleiten, ind er müsse daher fragen, warum denn diese Vorgänge nicht an die Staatsanwaltschaft gegeben worden feien, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Klinghammer werde wissen, daß er, Falt, gegen jeine eigenen Minister ein oder zweimal im Wege des Strafver fahrens habe einschreiten und bei ihnen Durchsuchung der Räume habe vornehmen müssen. So hätte gegebenenfalls Slinghammer uneingeweihter, wonach dem Mannesmann- Konzern vorschrifts. widrig unangemessene Vorteile zugewendet feten. für Fabrikanten und Großverbraucher, lose und gepackt, liefern aus eigenen Mahlwerken konkurrenzios billig Die vorstehende Darstellung der Reichspoft mag von ihrem Standpunkt und vom Standpunkt der unmittelbar Interessierten gesehen, richtig sein. Bei näherem Zusehen stellt sich die Angelegenheit aber doch etwas anders dar. Im HORTAXIN- WERKE, BERLIN NO. 55 Weißel Bettwäsche Woche Hemdentuch Ueberlaken Bezüge Hnon mit LochOberbett.. 5.75 4.25 stickerel, 150 x 250 Damenwäsche Taghemd BOS gut. 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Von diesen Zusammenstößen entfallen vom Jahre 1921 ab auf die deutsche Reichsbahn insgesamt 1277. Beson ders schlimme Jahre mit Bezug auf Eisenbahnunglüce waren 1917 mit 526 und 1921 mit 507 Zusammenstößen. Im Jahre 1924 ereigneten fich bis zum September 58 Zusammenstöße. Das Ueberfahren von Haltefignalen nimmt bei den Eisenbahnunglücken einen breiten Raum ein. Um Eisenbahnunfälle in Zukunft nach Möglichkeit zu verhüten, find von den betreffenden amtlichen Stellen eine ganze Reihe von Maßnahmen und Verbesserungen in Aussicht genommen. Es wurde eine Entschließung Wieland.( Dem.) einstimmig angenommen, wonach die Reichsbauverwaltung zum Reichsver fchrsministerium überzuführen ist. ( Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Betriebsrätewahlen! Arbeiter! Angestellte! Laut Beschuß der freigemerfichaftlichen Spizenförperschaften Berlins fordern wir die Berliner Arbeiter und Angestellten auf, die Wahl u ihren Betriebsvertretungen vorzubereiten und bis zum 15. April 1925 zum Abschluß zu bringen; zu ihrer Durchführung verweisen wir auf die§§ 23, 42 und 43 BRG. und auf die Wahlordnung. Zum wiederholten Male wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Wahrnehmung der Schutzvorschriften für die Arbeit nehmer an das Bestehen einer gesehmäßigen Be und Fristvorschriften unbedingt innegehalten merden. triebsvertretung gebunden ist. Darum müssen Form Es ist selbstverständlich, daß von den freigewerkschaftlich Organisierten nur einheitliche, freigemerfichaftliche Randidatenlisten aufgestellt werden. Noch schwebende Fragen, betreffend Tarifgesez( Verordnung com 23. Dezember 1918) und Arbeitszeitgesetz( Berordming vom 21. Dezember 1923), die wahrscheinlich noch heftige Rämpfe entfeffela werden, haben ein unbedingtes, inniges 3u sammenarbeiten mit den Gewertschaften zur Voraussetzung, um erfolgreich durchgeführt zu werden. Die Macht und das Ansehen der Betriebsräte innerhalb des Betriebes werden nicht von„ repolutionären" Reden, sondern ven ihren Kenntnissen und praktischer Arbeit im Interesse der Belegschaft abhängen, sowie von der Stärke der Organi fation. Zur Bertretung der gemeinsamen Arbeitnehmerinteressen in Etat des Justizministeriums. sozialer, arbeitsrechtlicher und wirtschaftlicher Beziehung müssen Reichsjuftizminiffer Frenken eröffnete die Etatsberatung seines ie freigewertschaftlichen Arbeiter und Ange. Ministeriums mit einer programmatischen Rede über das Arbeitstellten auch gelegentlich der Betriebsrätemahlen gemein. gebiet des Reichsjustizministeriums. Er führte aus: Auf dem Gebiete chaftlich vorgehen. des 3toilprozesses hat das verflossene Jahr mit der Ber. ordnung vom 13. Februar eine Reihe wesentlicher Alenderungen gebracht. Ich faffe diese aus der Not der Zeit geborene, den dringendsten Bedürfnissen nach Brozeßbeschleunigung und Prozeß Tonzentration Rechnung tragende Berprdmung feineswegs als den Abschluß der Prozeßreform auf, möchte aber andererseits doch der Hoffnung Ausdruck geben, daß mit ihr die Novellen gesetzgebung der letzten Jahre ihren Abschluß gefunden hat. In der Schaffung eines auf modernen Rechtsanschauungen aufge bauten, in sich geschlossenen Prozeßrechts sehe ich eine der Hauptaufgaben der nächsten Zeit. Wichtige Vorarbeiten sind von der beim Reichsjustizministerium gebildeten, aus hervorragenden Fachleuten bestehenden 3ivilprozeßfommission bereits geleiftet. Für bedentlich würde ich es halten, wenn in diese Entwicklung durch experimentierende Novellen störend eingegriffen würde. Die Frage der Abschaffung der Gerichts. ferien wird mit den Ländern wieder erörtert werden. Der Reichs tag wird sich im Laufe des Jahres weiter eingehend mit der Frage zu befassen haben, in welcher Weise der Zufluß der Revi fionen fünftig in einer der Leistungsfähigkeit der Ziviljenate beim Reichsgericht entsprechenden Weise einzuschränken sein wird. Als eine wichtige Aufgabe hat das Reichsjustizministerium von jeher die Behandlung der Intereffen der beamteten und nicht beamteten Orgone der Rechtspflege angesehen. Der Entwurf eines Gejeges über die unehelichen Kinder und die Annahme an Kindesstatt enthält tiefgreifende Aen. derungen des BGB. Ich werde dafür eintreten, daß der Entwurf sobald als möglich im Rabinett zur Beratung gelangt. Eine fachliche Stellungnahme zu der Frage der Erleichterung der Ehescheidung wird der Beratung des Antrages der Abg. Frau Dr. Lüders und Gen. vor behalten bleiben dürfen. Auch die Frage einer zeitgemäßen Rege lung des ehelichen Güterrechts bildet zurzeit den Gegen Jtand lebhaften Meinungsaustausches. Die fünftige Gestaltung des Wohnungsmietrechts wird ebenfalls eine der Hauptaufgaben des Reichsjuftizminifteriums fein. Hier sind es besonders die Fragen der Auflösung des Mietverhältnisses, die eine beson. dere Lösung verlangen. Das Reichsjustizministerium ist auch in eine erneute Prüfung der gesamten Frage eines Bergleichsver. fahrens zur Abwendung des Konturfes eingetreten. Beim Reichspatentamt ist eine Vermehrung der Einnahmen durch eine wesentliche Steigerung der Anmeldungen gegen. über dem Vorjahr zu verzeichnen. Die allgemeine Revision des Patentgefeßes, des Gebrauchsmustergefezes und des Waren zeichengefeßes ist noch in der Schwebe. Bon sogenannten Unionsverträgen, in denen Deutsch land mit einer Gesamtheit von Staaten verbunden ist, habe ich die internationale Uebereinkunft zum Schuße des gewerblichen Eigen tums und die für Oktober dieses Jahres bevorstehende Revisionsfonferenz im Haag bereits erwähnt. Auch zur Fortbildung der so genannten Haager Konventionen über internatio nales Privatrecht hat die niederländische Regierung die Ein berufung einer allgemeinen Konferenz gleichfalls für das Spätjahr im Haag bereits in die Wege geleitet. Weitere wichtige Aufgaben des internationalen Berkehrsrechts stehen bevor. Der Entwurf eines allgemeinen deutschen Strafgesetzbuches ist am 17. November 1924 dem Reichsrat vorgelegt und veröffentlicht worden; die Begründung erscheint in einigen Monaten. Für das Einführungsgesetz zum Strafgesetzbuch und ein Strafvollzugsgesetz ist durch die Grundsäge über den Bollzug von Freiheitsstrafen vom 7. Juni 1923 schon wesentliche Vorarbeit ge leistet. Das Strafgesetzbuch wird etwa in einem Jahre dem Reichstag zugeleitet werden können. Inzwischen ist die Aenderung von Einzelheiten des Strafrechts unerwünscht. Allerdings werden gegen manche Bestimmungen, wie z. B. die Strafen gegen Abtreibung, heftige Angriffe erhoben, aber eine befriedigende Lösung dieser Streitfragen ist außerhalb der Gesamtreform nicht zu finden. Das Strafrecht soll auf völlig neue Grundlagen, insbesondere nach der Richtung einer besseren Sicherung gegen das Gewohnheitsverbrechertum gestellt werden. Nahe vor dem Abschluß stehen die Er örterungen über die Einführung einer besonderen Strafpoll. 3ugs statistit. Ich hoffe, daß man in naher Zeit zur Erhebung einer einheitlichen Strafpollzugsstatistik für das ganze Reichsgebiet und damit zu einer überaus wichtigen Ergänzung der Kriminalstatistik gelangen wird. Die Aenderungen in der Verfassung der Strafgerichte gemäß der Verordnung vom 4. Januar 1924 haben eine heftige Kritik erfahren, die sich allerdings schon nach den llebergangsschwierigkeiten vermindert hat, wenngleich fie, wie die im Reichstag vorliegenden Anträge zeigen, feineswegs verstummt ist. Die Länder haben Anweisungen erlaffen, insbesondere bei bedeut famen Rechtsfragen einen zweiten Richter beim Schöffengericht zuzuziehen, wodurch die Zuständigkeit des Reichsgerichts als Revisions. gericht begründet wird. Anscheinend hat sich die Zahl der Fälle, in benen ein zweiter Richter zugezogen worden ist, erheblich vermehrt. Ein so tiefgehender Organisationseingriff fönnte nicht alsbald wieder rädgängig gemacht oder wieder geändert werden. Die Strafrechtsreform wird zweifellos manche Aenderung des Strafprozeßrechtes oder auch des Ge richtsverfassungsgefezes unerläßlich machen.( Beifall.) Beiterberatung Montag. Mef Stoffe Täglich Eingang von Frühjahrs- Neuheiten. Kammgarn- Anzugstoffe, edelste Fabrikate. Mk. 18.50, 15.30, 13.30. Damen- Gabardine u. Ripse, la Qualität, Mk. 12.50, 9.30, 8.60. Tuchhaus M- E- Freitag Molkenmarkt 14 Ecke Molkenstraße Bitte auf den richtigen Eingang Nr. 14 zu achten. Wahlmaterial zum Selbstfostenpreis nebst Austunft ist zu erhalten: Jm Bureau der Gewerkschaftskommission, Engelufer 24/25, Zimmer 23, von 9-4 Uhr, Sonnabends 9-1 Uhr, Montags und Freitags bis 6 Uhr abends, und im Bureau des Ortsfartells des AfA- Bundes, Engelufer 24/25, 2ufgang A, IV, Don 9-3 Uhr, Sonnabends 9-1 Uhr, fowie in den Berliner Geschäftsstellen der AfA- Gewerkschaften. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlins u. Umgegend. Siegle. Allgemeiner freier Angestelltenbund, Ortskartell Berlin. Flatau. Der Betriebsräte- Ausschuß. R. Hoffmann. E. Lübbe. Reform des Schlichtungswesens. Es liegt im Wesen der Schlichtung, daß die herrschende Klaffe fich dieser Einrichtung zur Niederhaltung der Arbeiterschaft bedienen will: Die Schaffung von 3wangstarifen durch die Berbindich ertlärung eines Schiedsspruchs, der für die Arbeiterschaft unerträgliche Bestimmungen aufweist, ergibt die weitere Gefahr. daß das wichtigste Recht der Arbeiterschaft, das Streifrecht, au s geschaltet wird. Diese Nachteile haben immer bestanden und fich auch mehr oder weniger ausgewirft. In legter Zeit aber scheinen fich die Fälle der Beeinflussung der Schlichtungsinstanzen durch die Unternehmer und die Regierungen zu mehren. So berichtet z. B. die Metallarbeiterzeitung" Dom 24. Januar 1925 gleich über zwei derartige Fälle und die Zeitung des Deutschen Verkehrsbundes vom gleichen Lage verweist auf die Tatsache, daß sich in Württemberg fogar der Landtag mit der Beeinflussung der Schlichtungsinstanzen durch die Regierung befassen mußte. Sonntag, 8. Februar 1925 stimmungen getroffen, die den eigentümlichen Bedürfnissen und Aufgaben sowie der Eigenart der Verfassung dieser Verwaltungen Rechnung tragen. 3 med und Ziel dieser Sonderstel. Tung ist nicht die Schaffung eines Ausnahmerechts zuungunsten der Arbeitnehmer des Reichs, sondern die Einpassungs. möglichkeit jener überwiegend auf private Betriebe zugeschnittenen Gesetze in die Eigenart der Betriebsform der Reichsverwal tungen. Als Beispiele seien folgende Fälle genannt: Das Betriebsrätegese sieht in§ 61 vor, daß bei den Berwala tungen des Reichs die Bildung von Einzel- und Ge famibetriebsräten und die Abgrenzung ihrer Befugnisse gegenein inder in Anlehnung an den Aufbau der Verwaltung geregelt wird. Ferner ist durch die Personalabbauverordnung, um den Abbau im Interesse der der Allgemeinheit dienenden Sanierung der Reichsfinanzen mög lichst rasch und wirksam durchzuführen, der§ 84 Abs. 1 Nr. 4 des Betriebsrätegeseges für solche Ar beiter vorübergehend außer Kraft gesetzt, die ihre Bezüge aus öffentlichen Mitteln erhalten. Auf dem Gebiet des Arbeitszeitrechts besteht seit der Berordnung vom 21. De gember 1923 für die Arbeiter der Reichsverwaltungen die besondere Bestimmung, daß die für die Beamten geltenden Arbeitszeit. vorschriften auf die Arbeiter übertragen werden können, weil eine gleiche Regelung der Arbeitszeit für Beamte und Arbeiter dienstlich unabweisbar ist. Die endgültige Entscheidung über die Kündigung eines Schwerbeschädigten steht bei Arbeitnehmern, die im Dienst einer Reichsbehörde stehen, nicht dem Schwerbeschädigtenausschuß bei den Hauptfürsorgestellen, sondern der obersten Reichsbehörde zu, da diese die besonderen. Anforderungen, die der Dienst an die förperliche Eignung des Arbeitnehmers ftellt, besser zu beurteilen vermag als eine dritte Stelle. Solche gesetzlich eingeräumten Sonderstellungen besaß auch die Deutsche Reichsbahn, solange sie noch eine Berwaltung des Reichs war. Das Bedürfnis nach diesen Sonderstellungen ist aber in gleicher Weise auch für die Reichsbahn in ihrer neuen Rechtsform vorhanden, denn durch den Uebergang des Betriebsrechts der Reichseisenbahn auf die Gesellschaft hat sich an den Voraussetzungen, die zur Begründung jener Sonderstellungen geführt haben, nichts geändert. Wenn immer von einer privaten" Gesellschaft gesprochen wird, so wird verkannt, daß die neue Deutsche Reichsbah iGesellschaft nicht mit einer gewöhnlichen Firma privatwirtschaft. lichen und kapitalistischen Charakters auf dieselbe Stufe gefalt werden kann. Die Aufgaben der Reichsbahn- Gesellschaft decke. sic im wesentlichen mit denen, die die Deutsche Reichsbahn stets verfolg hat; sie hat als Trägerin eines öffentlichen Unternehmens ihren Betrieb unter Wahrung der Intereffen der deutschen Boltswirtschaft zu führen. Darüber hinaus aber hat sich die Lage der Reichsbahn gegenüber der früheren Betriebsform insofern ungünstiger gestaltet, als fię in den Reparationsplan eingegliedert zugunsten der Allgemeinheit finanzielle Lasten hat auf sich nehmen müssen, wie sie keinem anderen Glied der deutschen Wirtschaft zugemutet werden. Die Behauptung, daß die Arbeiter der Reichsbahn- Gesellschaft in feiner Hinsicht besser gestellt sind als die Arbeiter der Industrie" entspricht nicht den Tatsachen. In Wirklichkeit ist das Arbeitsver. hältnis der Reichsbahnarbeiter derart geregelt, daß sie z. B. auf dem Gebiet der Wohlfahrtseinrichtungen Bor. teile und Vergünstigungen genießen, die manchen Arbeit. nehmern nicht zuteil werden. Angestellte der Arbeitsnachweise und der Erwerbslosenfürfarge. Der Sem tralverband der Angestellten veranstaltet am Dienstag, den 10. Februar, abends 7% Ubr, im Gigungsfaal des Verbandsbureaus, Belle Alliance- Str. 7-10, cine Bersammlung der in den Arbeitsnachweisen und in der Erwerbslosenfürsorge 2. Die Dienstordnung. Gäste haben befchäftigten Angestellten. 1. Arbeitsnachweisgefek. Erwerbslosenfürsorge. Referentin Frau M. E. Prochownit. Butritt. Achtung, Osram D. Rotherstraße! Montag nachmittag 5 Uhr bei Lojad, Beymeftraße, wichtige Sigung aller SPD.- Genoffen. Seber muß erscheinen. Der Fraktionsvorstand. Achtung, SPD. Eisenbahner, Werkstatt Tempelhof! Dienstag, nachmittag 4 Uhr im Restaurant Schloß Subitatis, Schöneberg, Sudi tatisstraße, Versammlung aller SPD.- Genossen. Tagesordnung: Die politische und wirtschaftliche Lage". Referent Genosse Lempert. Fra tionsangelegenheiten. Der Fraktionsvorstand. Die Verbindlichertlärung hängt wie ein Damoklesschwert über der Arbeiterschaft. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund hat sich in seiner Bundesausschußfizung schon vor einem Jahre für eine erhebliche Einschränkung der gesetzlichen Möglichkeiten der Verbindlicherklärung ausgesprochen. Aber auch die Arbeiterschaft hat sich über diese Dinge flar zu werden. Allzu bequem hat man oft gedacht, wozu eine starte Gewerkschaft, der Schlichtungsausschuß LEFT}}} TELSTELLIET FEITELLITERARS wird es schon machen. Aber allzu bald fam die Ernüchterung hinterher, wenn ein schlechter Schiedsspruch durch die Berbindlicherklärung Gewerkschaft geschimpft, statt sich flar zu machen, daß man gute Arbeitsbedingungen nur durch eigene Kraft erringen fann und zu diesem 3med starte Gemertfchaften haben muß, die auch fämpfen fönnen. Zum Zwangstarif wurde. Es wurde auf den Schlichter und auf die Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. Nach alledem ist ein Artifel des Schlichters Dr. Bölders, vortragender Rat beim Senat Bremen, in der Deutschen Bergwerks zeitung vom 24. Januar 1925 Abbau des 3mangstarifs auch für die Arbeiterschaft von großem Interesse, in dem Dr. Bölder gegen die Zwangstarife Stellung nimmt und empfiehlt, Tarifchiedsgerichte in allen Berträgen vorzusehen. Aber auch diese Tariffchiedsgerichte würden unferes Erachtens wohl eine Entlaftung der amtlichen Schlichtungsstellen, nicht aber die Beseitigung der Zwangstarife bringen. Hier ist ein entsprechender gefeßlicher Eingriff notwendig. Aber darüber hinaus muß sich die Arbeiter schaft wieder mehr auf ihre Gewerffchaften befinnen, fie darf nicht die Behebung aller Nöte durch irgendeine Behörde erwarten. Es ist erfreulich, daß auch die Schlichtungsinstanzen das einzusehen beginnen. Diese Erkenntnis follte nicht verloren gehen und von der Arbeiterschaft durch Schaffung starter Gewerkschaften Jezt beginnt wieber die zähe Bewert gefördert werden. haftsarbeit auf lange Sicht, die schon in der Vorkriegszeit viel Opfermut erfordert, aber auch die deutsche Arbeiterbewegung zur ersten in der Welt gemacht hat. Es liegt auch hier nur an der Arbeiterschaft, sich diesen Ehrenplatz zu erhalten. Reichsbahn und Arbeiter. bahn- Gesellschaft geht uns folgende Erwiderung zu: Bon der Breffestelle der Hauptverwaltung der Deutschen ReichsIn der Nr. 17 des„ Bormärts" vom 10. Januar wird der§ 16 Abf. 4 des Reichsbahngefeßes unter der Ueberschrift Ausnahmerecht gegen die Reichsbahner" einer lebhaften Kritik unterzogen, in der versucht wird, darzutun, daß infolge dieser Bestimmung die private Reichsbahngesellschaft" sich der Bindungen des deutschen Arbeitsrechts entledige und die Arbeiter dieser Gesellschaft deren Willkür schußlos überliefert feien. § 16 2bf. 4 jenes Gefeßes besagt, daß die Reichsbahn- Gefellschaft für sich und ihre Bediensteten die Sonderstellung beanspruchen fann, die für die Reichsperwaltungen und ihre Bediensteten auf dem Gebiet des Versicherungs-, Wirtschafts-, Ar beits, Fürforge und Wohnungsrechts jeweils besteht. In ver fchiedenen Gesezen auf diesen Rechtsgebieten find nämlich für die Reichsverwaltungen und ihre Bediensteten besondere Be. Norden 9296.= Säle frei! Eine Tasse Sprengel KAKAO Sprenger KREMOJA KAKAO verwandelt ein Butterbrot in eine Mahlzeit! Besonders wahrnehmbar wird dies beim ersten Frühstück, das trotz seiner Wichtigkeit von den meisten Berufsmenschen gewissermassen auf einem Bein eingenommen wird. Hier ist Sprengel- Kakao" ȧm Platze! Schnell zu bereiten, gibt er sofort nach dem Genuss das lang anhaltende Gefühl einer wirklichen Kräftigung. Bitte versuchen Sie est B. SPRENGEL& CO, HANNOVER GEGR, 1851 Verlangen Sie aber ausdrücklich nur Sprengel- Kakao", der bürgt für sich! Generalvertretung und Lager für Groß- Berlin und Provinz Brandenburg Alfred Braun& Co., Berlin N. 4, Gartenstraße 6. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsteie: Berlin G 14. Sebaftianstr. 37/38. Sof 2 Tt. Rameradschaft Schöneberg- Friedenau: Montag, den 8. Februar, abends 8 Uhr, in der Turnhalle der Wartburgfchule, Turnabend. Alle Kameraden und Spielleute müffen erscheinen. Teilnehmer an der Magdeburger Fahrt werden besonders zum Erscheinen aufgefordert. Kamerabschaft Rrenzberg, Abteilung Südost: Dienstag, den 10. d. m., abends 7% Uhr, Mitgliederversammlung bei Lichr Naunynstr. 9. Kameradschaft Reinidendorf: Sonntag, den 8., treffen fich die Kameraden sämtlicher Untergruppen nachmittags 1 Uhr am Bahnhof Gesundbrunnen zur Fahrt mit dem Zuge 1 Uhr 16 in. nach Repernid b. Bernau. Nachzügler spätestens mit dem Ruge 1 Uhr 46 min. Dienstag, den 10., abends 7 Uhr, Treffen aller Spiel. Teute im Boltshaus, Reinidendorf- West, Scharnweberstr. 114. Inftrumente find mitzubringen. Arbeiter Radio- Klub Berlin. Der Kursus des ARR. findet am tommen. den Mittwochabend in der Schule Gipsstraße, Rimmer 11, statt. Der Rurfus erstreckt sich über 8 Abende. Bedingung der Teilnahme: Mitgliedschaft des ARK. Nach einmaligem unentfuldigten Fehlen erfolgt Ausschluß aus dem laufenden Kursus. Zur Deckung der Untoften 20 Bf. pro Abend. Die Technische Kommission. Arbeiter- Samariter- Bund, e. B., Rolonne Reinidendorf. Die GammelTifte Nr. 3 der Arbeiter Samariter- Rolonne Reinidendorf ist bei Erscheinen anzuhalten und an untenstehende Adresse zu senden. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß Quittungen über freiwillige Spenden nur mit dem Namenszugstempel des Vorsitzenden Gültigkeit haben. Ettlich, Berlin N. 65, Antonstr. 33. 1. Borfigender: Paul Reichsbund der Stricgsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Sinterbliebenen, Drtsgruppe Rorden 14. Die nächste Mitgliederversammlung findet am Montag, den 9. d. M., abends 7% Uhr, in Büttners Festfälen, Schwedier Straße 23-24, statt. Tagesordnung:„ Neue Maßnahmen der Fürsorgeverord nung". Referent Bollad. Pünktliches Erscheinen wird erwartet. Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform. i. B. B. Dienstag, den 10. Februar, abends 28 Uhr. Mitgliederversammlung in der Schule Sffland. straße. Mittelverteiler 7 Uhr. 1. Bereinsangelegenheiten. 2. Genosse Hauptmann: Kernpunkte der Lebensreform. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr, Pappelallee 15, Bortrag des Herrn Dr. M. Brie: Die Geschichte der deutschen Oper"( mit Er Täuterungen am Flügel). Sarmonium: Sumoresken( Dvorak). Gäste will. tommen. xxx Einer unserer Treuesten ist dahingegangen. In der Nacht vom 2. zum 3. Februar verstarb nach schwerer Krankheit im 74. Lebensjahre unser Kollege Jakob Wiebe Seit den ersten Tagen der freigewerkschaftlichen Angestelltenbewegung war er einer der eifrigsten Mitarbeiter; seit einigen Jahren gehörte er zu den Angestellten unseres Verbandes. Unser Freund Wiebe wird uns unvergeßlich sein. 91/5 Die Einäscherung findet am Dienstag, den 10. Febr., nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraße, statt. Zentralverband der Angestellten Der Verbandsvorstand Nach schwerem Leiden verstarb am 3. Februar unser lieber Kollege Jakob Wiebe im Alter von 74 Jahren. Er gehörte unsere Organisation seit ihrer Gründung an. Durch unermüdliche Kleinarbeit hat er zu seinem Teil zur heutigen Größe unseres Verbandes beigetragen. Sein biederes Wesen und seine Kollegialität machen ihn uns unvergeßlich!: Die Angestellten der Hauptgeschäftsstelle des Zentralverbandes der Angestellten. Möbel auf Teilzahlung Zur Ergänzung Sofas, Ruhebetten, Schränke, Vertikos, Bettstellen, Waschkommoden usw. Komplette Speise-, Herren- und Schlafzimmer Küchen weiß u. lasiert Kaufe sofort Zahlungsweise auf Wunsch in wöchentlichen oder Monatsraten Lieferung sofort frei Haus Zahle später Möbel- Glogau spezialhaus Hottbufer Straße 28, direkt an der Hochbahn Am 7. Februar 1925 ist meine innigftgeliebte Frau, unsere gute Mutter Ida Walthr geb. Topp im Alter von 68 Jahren nach langem Leiden sanft entfchlafen In tieffter Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Bitmer Paul Walthr Töchter: Grete und Elsbeth, Schwie ersöhne: Hermann Westphal und Franz Gold, Entelinnen: Eli und Gerda. Die Einäscherung findet Dienstag, abends 6 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. 559b Am 5. Februar, am Tage feines 70. Geburtstages, verschied plöglich unfer lieber Bater, Schwieger- und Großpater. der Arbeiter Karl Kiesler Die frauernden Hinterbliebenen Die Beerdigung findet am Montag, den 9. Feor., nachm 3 Uhr, auf dem Bartholomäus- Friedhof in Weißenfee, Faltenberger Chauffee. statt 538b Schwerhörige aufen und tragen die neue Sörkapsel mit Bergnügen. Genauefte Baßiorm in der Ohrmuschel durch vorherigen Gips abguß nach Anleitung. Rein Hörrohr, tein elettr. Apparat. Berlangen Sie Drud fachen gratis und franto. Allein- Bertreter in allen Kreisstädten gesucht. Bewer bung unter Angabe bisheriger Tätigkeit. Hörkapsel- Gesellschaft m. b. 5. Breslau X, Matthiasstraße 26. Nach mehrjähriger fachärztlicher Ausbildung habe ich mich Brunnenstraße 115, I als Augenarzt niedergelassen. Sprechstunden: vorm. 1/2012, nachm. 3-5; Sonntags 9-10; 20000 Mittwochs und Sonnabends 4-6 Uhr. 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Frih Muche, Metallarbeiter. Wir möchten arme Leute sehen." Bon Carco. „ Das is' ne Geschichte und is teine Geschichte!" sagte mir Tire lire, der in der Umgebung der Markthallen von der Gutmütigkeit nächtlicher Spaziergänger, und von der Begierde gewiffer Liebhaber, das unterste Paris zu sehen, seinen Lebensunterhalt bestreitet. Aber Sie fennen doch die Bar zu den Drei Kugeln"? Also gut!... Bergang'nen Abend war ich nach der SpeirStunde da, mit Kerls, die total voll waren und war eben dabei, ihnen die Schlauheiten meiner Freunde zu erklären, als mich einer der Kerls fragte:„ Und die Armen? Gibts noch welche hier in der Gegend?" • Welche Armen?" ... Wir möchten gern mal arme Leute seh'n!" sagte er eigensinnig. „ So'n Quatsch!. versteh'n Sie? • Nein, da blieb mir wirklich die Luft weg, Herzufommen mit Weibern in Autos und Brillanten, um sich darüber luftig zu machen, wenn man Ausgemistete angafft... nein, das kann einem wirklich den Geschmad verderben!... Na, schließlich ging ich drauf ein und weii die Kundschaft, die sich mir da vorgestellt hat, Neureiche gewesen sein dürften, sagte ich: Gemacht! Ich werd' fie euch zeigen!. Nur muß ich euch darauf aufmerksam machen, daß der Spaß dreißig Frant extra toftet!" ,, Die Rafftes blechten," gestand mir Tirelire, indem er selbstsicher eine Luguszigarette aus seiner Müze herauszog,... Und nun waren wir draußen, wo alte Leute, ohne sich um den Regen zu scheren, auf dem Trottoir längs der Laden hinter Körben pennten. Meine Raffles haben sich das angesehn, und ihre Brillantenfosen drängten sich, um nur ja keinen Blick zu verlieren. Dabei hab ich der Bande all meine Wize ausgeframt, und dann find wir alle zu Antoine gependelt, dann zur Mutter Marmite, die Suppe verkauft, dann zu den Alleebänken vom Boulevard Sebastopol, na mit einem Bort: überallhin! Manchmal schnauzten uns die Pennbrüder an, die von den erstaunten Bisagen meiner Kundschaft ganz verdreht paren, und Sie können sich ja denten, was man da zu hören friegbe! Je mehr aber die Benner die Rafftes beschimpften, desto zu friedener waren meine Neureichen!... Berflucht nochmal,... jedes Tierchen hat eben sein Bläfierchen!... Und menigstens war alles echt... Ich hörte Tirelire zu und fah ihn an. Rauchend plauderte er weiter, und ich rief mir, in dieser fleinen Montmartrefneipe, mo mir por einem trüben Phantasieschnaps saßen, die ganzen Szenen, die er schilderte, ins Gedächtnis, und stellte mir deren trostlose Schick falswendungen vor. ,, Sagen Sie mal, Herr Francis!" meinte er nach einer kurzen Bause,... find solche Leute nicht fomisch?" Er hatte eine Geste souveräner Berachtung, entfernte die Asche feiner Zigarre, leerte sein Glas und berührte, als ihm seine Armbanduhr die Zeit ins Gedächtnis rief, mit einem Finger den Rand feiner Müze, reichte mir die Hand und begab sich an sein sehr unbestimmtes Gewerbe. Nach ihm verließ auch ich die Schenke. Nachmittags sind die Markthallen fast verlassen, doch welch herzzerreißendem Schauspiel begegnet man nahe den verfaulenden Rehrichthaufen, in denen alte Frauen noch immer etwas zur Stillung ihres Hungers zu entdecken trachten! Sie humpeln von einem Abfallhaufen zum andern, durchwühlen und durchforschen ihn, und die Lumpensammler, diese schäbigen Kavaliere, die, wie fie, Jagd auf die feltsamsten Mahlzeiten machen, geben da sogar die Würde ihrer Lumpen preis. Ich sah diesen armen Leuten zu. Vor mir ging, schwankend vor Müdigkeit, ein noterdrücktes Weib. Unter seinem Kleid perbarg es einen armseligen Abfallbrocken und trachtete, sich müde dahinschleppend, ein ruhiges Plätzchen zu erreichen, wo ihr niemand das abscheuliche Mahl streitig machen würde. Das Weib durchquerte die Markthallen. Ich beobachtete es. Sie wich ihres gleichen aus und warf manchmal anständig, trotz ihrer burlesken Armut dem, der sich um sie zu fümmern scheinen wollte, einen scheuen Blick zu. Ich sah, wie diese Aermste in die Rue Bergère einbog. Doch hier waren ihr scheinbar noch immer zu viele Menschen, denn sie ging, nachdem sie stehengeblieben war, sofort mit ihren armseligen Schritten weiter, bog um die Ede einer anderen Straße und erreichte die Seine- Ufer. -AV Die Rais waren sonnengebadet. Die Platanenblätter, von sanfter Brise durchschauert, hoben fich luftig ins Licht. Hier war gut sein. Manchmal hatte das Seinewasser den Glanz heller Spiegel. Die Fenster und Schilder der Kaufläden und die Wagenfasten der Gefährte glänzten. Längs der Häuser zwitscherten Räfige voller Bögel, ohne auf das Getöse der Automobile, oder auf das geschäftige Rollen der Straßenbahnen und Lastwagen zu achten. Das arme Weib, das ich nicht aus den Augen gelaffen hatte, 30g im strahlenden Tageslicht ein Stück Brot hervor, das es unter seinem Kleid verborgen hatte. Ich empfand eine Art jäher Verlegenheit. Die Leute um mich sahen diesem Weib zu, wie es aß. Sie treuzten oder überholten es, ohne Staunen oder Mitleid. Die Arme wanderte immer weiter. Während sie dieses schmutzige Brot, das sie aus einem Rinnstein aufgelesen haben mochte, gierig hinunterschlang, sah ich, wie sie manchmal vor den Bogelhäusern stehen blieb, die Vögel bewunderte und sich ihrer Lieder freute. Dann ging fie immer noch weiter, mit ihrem alten Unterrock, ihren Holzschuhen und dem Stüd Brot. Leute stießen sich beim Borübergehen an, Ste achtete nicht darauf und war ganz ihrer Freude hinIm Verlag Die Schmiebe, Berlin, erscheint demnächst unter dem Titel 2n Straßeneden" eine Sammlung eigen artiger Pariser Sittenbilder des neuerdings viel genannten franzö fischen Dichters Carco. Mit Erlaubnis des Verlags veröffentlichen mir eines dieser Bilder. Wer hat, der hat. 000,00 25,000, gegeben, frei unterm Laub, nahe der Meinen Gefängnisse, aus denen Lodrufe und Lieder erschollen, und in der wohltuenden Sonne, die ihr unschuldiges Elend beschien, essen zu können. Schließlich blieb sie stehen und beugte sich über einen Käfig, in den ein fleiner, fläglich winselnder Hund gesperrt mar. Sie ging an den Käfig heran, um das flagende Tier mehreremale zu streicheln. Dann geschah etwas ureinfaches. Die Arme setzte sich neben dem Käfig nieder, sah den Hund an, reichte ihm einen Broden ihres Brotes und teilte nun wortlos und bis zur letzten Krume mit dem Tier ihre Mahlzeit. Jezt bildeten die Menschen einen Kreis um fie und waren gerührt. Aber die Arme beachtete fie nicht. Sie ftedte nochmals ihre hand zwischen die Käfigstangen, um den Hund, der mit schwachem Gebell dankte, zu streicheln, und ging dann gesenkten Kopfes auf dem Trottoir weiter, wo ich sie inmitten der Spaziergänger bald nicht mehr zu unterscheiden vermochte. Wolf und Hund. Eine Fabel von Felix Fechenbach. In einem erbarmungslos falten Winter hatte der Hunger einen Wolf bis zu einem einsam gelegenen Gutshof getrieben. Dort traf er mit dem Hofhund zusammen, der sofort Lärm schlug. Der Wolf suchte den Hund zu beruhigen, indem er sich auf seine Berwandtschaft mit ihm berief. Sie hätten doch beide die gleichen Borfahren, wären also gewissermaßen Bettern, wenn auch der eine herbeizurufen, solle er lieber die Ketten abwerfen und mit hinausin Freiheit, der andere in Knechtschaft lebe. Statt feinen Herrn streifen in die herrlichen Wälder, in die weiten Steppen Aber der Hund wollte nichts wissen von Freiheit und Steppen. Dieses Leben ins Ungewiffe mit Hunger und Lebensgefahr sei ihm zu riskant. Er ziehe seine sichere Existenz im Dienste des Menschen vor. Das nennst du sichere Existenz" höhnte der Wolf, seinen Hunger vergessend wenn dich dein Herr an die Kette legt und dich windelweich peitscht, bis du ihm die Hände leckst? Wenn er dir abgenagte Knochen hinwirft und ein paar Abfallbrocken, die er nicht mehr mag, weil sie ihm zu schlecht sind? Und aus Dankbarkeit für diese sichere Existenz" läßt du dich von ihm gegen deine eigenen Bettern gebrauchen! Der mit so bitterem Hohn überschüttete Hund blieb jedoch bei feinen Grundsägen. Die Peitsche bekomme ich zuweilen," gab er zu, dafür habe ich aber in meinem ganzen Leben noch nie Nahrungssorgen gehabt und finde auch heute noch vor meiner Hütte jeden Tag einen vollen Futternapf. Du aber fannst dich von all der Schönheit deiner Wälder und Steppen und auch von deiner Freiheit nicht satt essen. Wenn du flug bist, bewirbst du dich auch um einen Dienst bei meinem Herrn und du wirst bald nicht mehr wissen, was Hunger ift." Bei diesem Vorschlag sträubten sich dem Wolf die Haare vor Grausen. Ich bin entsetzt," rief er aus, zu sehen, wie ein nahverwandtes Geschlecht so tief finfen konnte, daß es feine eigene Erbärmlich feit für einen erstrebenswerten Zustand hält. Meine Freiheit ist mir nicht feil für einen vollen Wanst!" In diesem Augenblick trachte ein Schuß vom Gutsgebäude her, und der Wolf brach getroffen zusammen. „ Siehst du," triumphierte der Hund, das hast du von deiner vielgepriesenen Freiheit! Sie ließ dich hungern und jetzt bringt sie dir den Tod. Da bleibe ich lieber in meiner Dienstbarfeit, denn einem lebendigen Hund geht es immer noch beffer als einem toten Wolf." ,, Und ich sterbe fieber als Wolf, denn daß ich als Hund leben möchte!" rief ihm verächtlich der todwunde Wolf zu, streckte sich und war verendet. P 7.). D Bellage des Vorwärts 10890000 OKOESTER Gegenüber den unverschämten Forderungen des inneren Feindes erklärt die Ruhrindustrie aufs neue einmütig den passiven Widerstand. Das Wunder von Wilsnack. Aus der Geschichte der Mark Brandenburg. In früheren Zeiten, als in der Mart Brandenburg die hochgeborenen Geschlechter derer von Quikow und von Rochow, von kracht und Ihenpliz und wie sie alle hießen, in ihren Raubritternestern hausten, hatten die Bewohner der Mart ein gar mühseliges und gefahrenreiches Leben. Die stolzen Herren begnügten sich nicht nur mit der schmählichsten Bedrüdung des einfachen Mannes und friegerisch aufgelegt und führten zahlreiche Kleine Kriege unterein dem edlen Gewerbe des Straßenraubes, sie waren auch äußerst ander. Und zwar führten sie diese Kriege so, daß sie selbst niemals irgendwelchen Schaden an eigenem Leib und Gut dabei leiden konnten. Nachdem nämlich die Fehde in aller Form angesagt worden war, rückten die Gegner mit ihrer Streitmacht nicht etwa zum Angriff gegeneinander vor, sie wichen vielmehr gefliffentlich einander aus und suchten sich möglichst nicht zu begegnen. Dann brach jede Partei in das unbeschüßte Gebiet der anderen ein, plünderte, brannte, mordete in deren Dörfern und Städten nach Herzensluft und machte Gefangene und Beute, soviel sie wollte. So brach auch einst im Jahre 1383 eine blutige Fehde aus zwischen dem Ritter Heinrich von Bülow und dem friegerischen Bischof von Havelberg. Es wurde geplündert und geraubt wie immer, den Bewohnern der Dörfer, trieb man das Bieh weg, und die Dörfer und Gehöfte selbst wurden niedergebrannt. So find damals in diefer einzigen Fehde elf blühende havelländische Dörfer fast dem Erdboden gleichgemacht worden. Eines dieser Dörfer war Wilsnad in der Priegniß. Die Bewohner mit ihrem Briefter hatten sich in die dichten Wälder ringsum geflüchtet. Als sich die Beherztesten schließlich wieder hervorwagten; fanden sie nichts als einen rauchenden Schutthaufen, nur von der aus Stein erbauten Kirche stand noch das dachlose, halb eingestürzte Gemäuer. Am besten erhalten war noch der steinerne Hochaltar. Der Priester hatte vor der Flucht noch die Geistesgegenwart gehabt, in einer gemauerten, mit einem eisernen Türchen versehenen geheimen Wandnische die Kostbarkeiten der Kirche zu verstecken, eine neue Altardecke, zwei silberne Altarleuchter, zwei große, Wachslichter und sonstigen Altarschmud, sowie drei Hoftien in einem metallenen Büchschen. Bei den Aufräumungsarbeiten stieg der Priester Johannes selbst zwischen Schutt und Geröll umher und half nach Kräften mit. Dazwischen ging er zu der geheimen Nische, holte die Kleinodien heraus und schmüdte zusammen mit dem Sakristan sogleich den Altar. Als er jedoch die drei Hoftien aus dem Büchschen nehmen wollte, rannen einige Blutstropfen aus einem Riß an feiner Hand, den er sich bei dem Herumarbeiten im Geröll und Gestein zugezogen hatte, auf die Hoftien und lebten sie zusammen. Jetzt sahen auch die Bauern den geschmückten Altar in der ver. fallenen Kirche und die brennenden Lichter. Des Staunens war fein Ende, fie fanden dies über alle Maßen wunderbar. Da zeigte ihnen ber Priester die Blutstropfen auf den Hoftien, und nun wurde allen ein unerhörtes Wunder klar. Mitten in Plünderung, Zerstörung und Feuersbrunst waren Altar und Kleinodien der Kirche erhalten geblieben! Die heiligen Hoftien, der göttliche Leib", war wunderbar unversehrt, und sie hatten in der Flammenhitze wirkliches Blut geschwitzt! Bon allen Seiten tamen die Leute mun herbeigelaufen, die ganze Gemeinde schaute voller Ehrfurcht und Ergriffenheit das Wunder an und fiel andächtig in die Knie. Sogleich murde ein feierliches Hochami gehalten, und der Priester Johannes lobte in heiliger Begeisterung den Namen des Herrn, der gerade fie, die von Jammer und Trübfal Heimgesuchten, der Gnade eines göttlichen Wunders teilhaftig werden ließ. Die Kunde von dem Wunder ging wie ein Bauffeuer durch die ganze Gegend, von weit und breit strömten die Leute herzu, um mit eigenen Augen zu schauen. Bald wurde die Geschichte des Wunders folgendermaßen erzählt und geglaubt: Die Sehfchärfe der Neger. Die oft wiederholten Schilderungen von der hervorragenden Sehschärfe bei Naturvölfern haben durch neue Untersuchungen von Roy an 5000 Negern aus 22 verschiedenen afrikanischen Kolonien eine hervorragende Bestätigung gefunden. Kurzsichtigkeit fand ich nur in 1 Pro3. der Fälle. Der Durchschnitts wert der Sehschärfe betrug das 2,4fache der normalen europäischen Schschärfe. Noch überlegener waren die Schleistungen im Dunkeln. I diefe Stimme erflungen, zuletzt mit den Worten: Stehe auf," UnDer Priester Johannes habe in der Nacht vorher schlaflos geTegen und in Trauer um seine zerstörte Kirche geweint und geseufzt. Da hätte er plöglich eine Stimme pernommen, die ihn aufforderte, zur Kirche zu gehen und dort ein hochamt abzuhalten. Dreimal sei gläubiger, und gehe hin. Es ist alles bereit!" Darauf fel er zur zerfallenen Kirche gegangen und hätte alles so gefunden, den gefchmückten Altor, die brennenden Lichter und die Blutstropfen auf den Hostien. Auch zum Bischof von Havelberg wurden Boten mit der munderbaren Nachricht entsandt, und dieser erschien alsbald mit zahl reichem Gefolge, um das Wunder an Ort und Stelle zu sehen. Er fonnte auch nicht anders, als seine Bestätigung im Beisein aller Geistlichen abzugeben. Blöglich warf ein Bettler, den jedermann jahrelang nur lahm mit Krüden gekannt hatte, die Krüchen weit von sich und schrie: Ja, es ist ein wahrhaftiges Mirakel. Sehet, ich bin auf einmal gesund geworden!" Nun war die wunderbare Heilkraft des Hoftien brutes erwiesen. Der bisherige Bettler wurde feierlichst als zweiter Satristan an der Kirche zu Wilsnad angestellt, da Gott doch ficht barlich fein Wohlgefallen an diesem Menschen bezeigt hatte. Auch die Erzbischöfe von Magdeburg, Lebus und Brandenburg fahen feinen Grund, sich der Erkenntnis zu verschließen, daß in Wilsnad ein Wunder des Herrn geschehen war, und so erhielt die Kirche zu Wilsnad unterm 16. März 1384 einen Ablaßbrief und wurde fomit zum Wallfahrtsort für die gläubigen Seelen erhoben. Fortan pilgerten jährlich ungeheure Menschenmengen nach Wilsnack, um der Heilkraft des Wunderblutes teilhaftig und ihrer Sünden ledig zu werden. Es tamen Wallfahrerzüge aus allen deutschen Gegenden, auch aus Polen und Ungarn und von überall her. Das ehemals recht stille, unscheinbare Dörflein gelangte binnen furzem zu größtem Ansehen und Wohlstand. Die meisten Bauern wurden Herbergswirte, und manch schönes Stücklein Geld blieb in den Händen der Wilsnader. An Stelle der früheren bescheidenen Hütten wurden überall gute, solide Häuser aufgebaut. Handel und Wandel hoben sich aufs trefflichste, und bald erhielt Wilsnad die Rechte einer Stadt. Dieser Wohlstand währte bis zur Reformationszeit. Danach hörten die Wallfahrten nach Wilsnad auf, zum großen Leidwesen her Wilsnacker Bürger. Im Dreißigjährigen Kriege wurde die Stadt dann mehrmals ausgeplündert und niedergebrannt. E. R.-W. Röntgenstrahlen von der Milchstraße? Bekanntlich hat das Radium neben anderen Eigenschaften vornehmlich die, eine Strahlung auszusenden, welche den Röntgen. strahlen gleicht, die wir in unseren Röntgenröhren erzeugen. Diese Röntgenstrahlen des Radiums werden als„ Gamma- Strahlen" bezeichnet. Man fann mit ihnen ebenso Röntgenaufnahmen wie mit einer Röntgenröhre machen. Die Benutzung des Radiums für dieie 3mede ist aber nicht nur fostspielig(/ 1000 Gramm foſtet etwa 1000 Goldmark!), fondern auch umständlich und gefährlich. Solche Gamma, Strahlen gehen natürlich nicht nur von dem Radium aus, das wir aus den Erzen gewinnen; sondern auch vom Erdboden geht dauernd eine falche Gamma- Strahlung aus, die wir nur dem Radium des glühendflüssigen Erdinnern zufchreiben fönnen. Seltsamerweise hat sich nun aber gezeigt, daß auch aus dem Weltall eine solche Gamma- Strahlung, also Röntgenstrahlen, hereindringt, über deren Herkunft sich die Physiker noch nicht im flaren find. Man hat diese Strahlung nach ihrem Erforscher Heßsche Strahlung" genannt. Bestimmt weiß man bis jetzt nur, daß sie nicht von der Erde, der Sonne oder dem Monde stammt. Man hat nun neuerdings wieder Versuche gemacht, Ursprung und Richtung dieser Heßschen Strahlung weiter zu erforschen. Vor allem ist man in Amerita bemüht gewesen, mit Flugzeugen und Freiballons bis in 5300 Meter Höhe, und mit Pilotballonen bis in 15 Rilometer Höhe Größe und Richtung dieser Strahlung sowie etwaige Schwankungen mit besonders dazu ersonnenen Apparaten zu messen. Auch in den Alpen hat man derartige Versuche angestellt, z. B. in Gletscherspalten und Eishöhlen am Eigergletscher und am Jungfraujoch. Man macht solche Messungen deshalb im Gletschereis, weil dieses die von der Erde ausgehende Gamma- Strahlung zurüdhält und somit nur die permutlich aus dem Weltenraum tommende Heßsche Strahlung zur Beobachtung gelangt. Es ist so beispielsweise in einer 10 Meter tiefen Gletscherspalte zwei volle Tage lang die von oben herein dringende Strahlung beobachtet worden. Ganz neuerdings macht man im Eise des Monte Rosa ähnliche Bersuche, indem man unter verschiedenen Neigungen gegen den Horizont längere Schächte in das Eis gehauen hat. In einem solchen feltsamen Laboratorium aus Kristalleis siht dann am Grunde des Schachtes der Beobachter und sucht festzustellen, aus welcher Rich tung des Weltalls jene merkwürdige Strahlung hereinströmt, indem ie infolge der Achsendrehung der Erde im Laufe eines Tages der Schacht nach ganz verschiedenen Bunften des Himmels weist. Es müßte so möglich sein, diejenige Gegend des Weltenraumes ausfindig zu machen, von der die Heßsche Strahlung ausgeht. Man glaubt bisher annehmen zu können, daß hierfür die Milchstraße in Frage tomme, doch ist darüber noch nicht das letzte Wort gesprochen. Als Quelle für diese Strahlung müssen mir radiumähnliche, fogenannte ,, radioaktive" Elemente annehmen, die in sehr großen Mengen in den Firsternen vorhanden sein müßten. Sie fenden jene Röntgen strahlen aus, die den ganzen Weltraum durchdringen und auf unserer Erde eben als heßsche Strahlung" beobachtet werden. Flüstergewölbe. In früherer Zeit hat man die eigenartige Erscheinung, daß in elliptisch oder kugelförmig gebauten Räumen der Schall eines Zones gleich einem Echo zurückgeworfen, zugleich aber auch bedeutend verstärft wird, öfter dazu benutzt, folche Räume eigens zu sogenannten Flüsterräumen" zu gestalten. So errichtete im Jahre 1500 Lionardo da Vinci in Mailand für den Herzog von Sforza die Anlage einer ziemlich komplizierten Flüftergalerie, die dem ebenso neugierigen wie ängstlichen Herzog gestattete, zu hören, was in verschiedenen Zimmern seines Balastes gesprochen wurde. Auch die Alten fannien bereits die Erscheinung des Schallzurückwerfens, und schon der Tyrann pen Syrakus, Dionyfius, der, allerdings auch mit Recht, sehr mißtrauisch gegen seine Umgebung war, hat sich einen Flüsterweg anlegen lassen, den man das Ohr des Dionysius" nannte, und in dem er gar manches gehört haben mag, was für dieses Ohr eigentlich nicht bestimmt mar. Es gibt indes auch Flüsterräume, die nicht absichtlich als solche angelegt wurden, sondern infolge ihrer Bauart die Schallwellen reflektierten und verstärkten. Bekannt als vorzügliche Wispergalerie", wie man diese Räume auch bezeichnete, ist vor allem die Ruppel der Paulskirche in London, in deren oberem Teil man, wenn man an einer Seite steht, das leisefte Flüstern von der weit entfernt gegenüber liegenden Seite aufs deutlichste vernehmen tann. Auch die Borhalle des Gewerbemuseums in Paris stellt einen Flüsterraum dar, in dem man selbst das Tiden einer Taschenuhr von einer Seite zur anderen hinüberhören fann. Die seltsame Erscheinung der 31.rückgeworfenen Schallstrahlen läßt sich auch an den jogenannten Schallspiegeln beobachten. Das sind zwei metallene Hohlspiegel, die man in einer größeren Entfernung voneinander aufstellt und zwar so, daß ihre Achsen zusammenfallen. Sobald man nun z. B. eine ftrahlen die Schallwellen sogleich zum Brennpunkt des entgegenUhr in dem Brennpunkt des entgegengesezten Spiegels aufhängt, hören als dort, wo die Uhr hängt, und wo die Schallstrahlen wesentgesezten Schallspiegels hinüber und lassen hier das Ticken viel stärker lich schwächer hörbar sind. Eine Wispergalerie gibt es auch in der Nähe von Berlin in einem eigens hierfür angelegten und von einem ehemaligen Naturtheater herstammenden Teile der Mauer beim Schloß Niederschönhausen. Auch hier kann man Uhrticen und stern von einem Ende zum anderen ganz deutlich hören. Rätfelhafte Giftwirtung. Es ist bekannt, daß bei fortschreitender Verdünnung die Gifte immer mehr an ihrer Wirksamkeit auf den lebenden Organismus einbüßen. So tommt man schließlich einmal zu einem Verdünnungsgrad, bei welchem die Gifte feine Wirkung mehr ausüben. Diese Verdünnung ist natürlich für die verschiedenen Gerade für WollwäscheStoffe recht verschieden. Man foffte num erwarten, daß bet no weitergehender Verdünnung erst recht tein Einfluß auf das lebende Protoplasma ausgeübt wird. Ueberraschenderweise werden die Gifte aber gerade bei einer ungeheuren Verdünnung wieder wirksam. Die Menge des in Wasser gelösten Giftstoffes ist hierbei so sehr gering, daß fie mit den feinsten chemischen Methoden kaum noch nachweisbar ist; in vielen Fällen müssen die chemischen Untersuchungen überhaupt versagen, weil die Verdünnung fo start ist, daß auf mehrere Liter Flüssigkeit nur noch eine Molefel des Giftstoffes tommt. Der lebende Stoff, das Protoplasma, aber reagiert noch auf dieje denkbar kleinste Menge. Besonders auffallend ist hierbei, daß die ver schiedensten Gifte, die sonst jedes eine besondere Wirkung auf den Organismus zeigen, bei emer solchen hochgradigen Verdünnung alle in der gleichen Weise wirken, ganz gleichgültig, ob es sich um Narkotika, Aftaloide, Schwermetallfalze oder Metalle überhaupt handelt. Die Wirkung kann alfo feinesfalls in der Giftnatur der Stoffe begründet sein, zumal auch Metalle, die man für gewöhnlich taum als Gifte bezeichnet, in stärkster Berdünnung diefelbe Wirkung zeigen, wie N. P. Krawkow es z. B. bei Gold in feinster Berteilung beobachtet hat. Diese merkwürdigen" Gift" wirkungen lassen sich wohl faum als materielle Einwirkungen des Stoffes deuten. Man hat daher angenommen, daß elettrische Energie, welche durch die hochgradige Verdünnung aus der Materie frei wird, auf das Protoplasma einwirkt. Sollte dies zutreffen, dann müßte man auf eine fehr hohe Empfindlichkeit des Protoplasmas für elettrische Energie schließen und dem Brotoplasma überhaupt eine viel größere Empfindlichkeit gegen äußere Reize zuschreiben, als man wohl bisher annahm. Eine feltfame Karnevalsfeier. In Florenz bestanden zu Bes ginn des 15. Jahrhunderts unter dem Namen„ Kochfessel" und Maurerfelle" zwei Künstlergesellschaften, die während des Karne vals immer eine Reihe festlicher Gastmähler veranstalteten. Eines dieser Feste, das Luca Landucci in seinem Tagebuch beschreibt, zeichnete sich durch eine ganz besondere Geschmacklosigkeit aus. Das Festmahl fand in einem Raum statt, der nur von einem einzigen Lichtstümpfchen erleuchtet war. Den Eingang in den Saal bildete eine Pforte in Gestalt eines Schlangenrachens, der mit großen Zähnen befeht war. Die Speisen, die ein häßlicher Teufel an einer langen Stange den Gästen zureichte, waren so hergerichtet, daß sie Schlangen, Frösche aussahen, als läge allerhand elles Getier auf den Tellern, während die süße Speise oder Fledermäuse in zudernen Totenfnochen bestand. In scheinbar sehr unappetit. lichen Gefäßen wurde auch der Wein gereicht. Wenn die Tafel zu Ende war, erlosch das Licht, worauf ein häßlicher Lärm und ein wüstes Getriebe losging. Erst dann fand das furiose Vergnügen sein Ende. Wie Studenten unsichtbar einer Operation beiwohnen können. In dem großen Hospital Saint Louis in Paris ist jegt eine Ein richtung getroffen worden, die für den Aerztestand von größtent Interesse ist. Diese Einrichtung ist als Epiftop befannt und be fähigt den Chirurgen, allein in einem vollständig ruhigen Opera tionsfaal zu arbeiten, während gleichzeitig eine Hörerschar von Stu denten und Professoren den Vorgang der Operation in einem besonjungen französischen Doktors, Herrn Robert Thuillant, deffen Idee deren Raum verfolgen können. Das Epiftop ist die Erfindung eines wurde. Während man in einem verdunkelten Raum wartet, wird von dem Professor Lemaitre vom Saint Louis- hospital gebilligt der Patient auf den Operationstisch gelegt, frei von eindringenden Giftstoffen. Ueber ihm hängt eine Batterie fräftiger elektrischer Lampen, deren Strahlen auf das Operationsfeld gerichtet sind. Ein großes Prisma bricht die Strahlen in ein Rohr, das in Verbindung mit dem Hörsaal ist und wirft sie durch eine Konverlinse auf die Leinwand. Wenn die Operation beginnt, sieht man dann auf der Beinwand die vier Hände der Chirurgen sich bewegen und dann die Operation ihren Berlauf nehmen. Ein Lautsprecher übertränt die Stimme des Chirurgen zu den lauschenden Studenten. Das ist die einzige Einrichtung dieser Art, die schon in Betrieb ist, aber eine weitere wird jetzt in der Pariser Zahnärzte- Schule gebaut. Und wenn einmal das Geld nicht reicht. Kauft man bei Louis Winckel Persill L 10 Jumper, Westen, Strickkleider, all die modernen Sachen in ihren mannigfaltigen Arten und Farben, lassen sich hervorragend mit Persil waschen; sie werden prachtvoll im Aussehen und behalten die Form. Man wäscht Wollsachen natürlich immer handwarm. eder ederleicht Brunnenstraße 11 Kottbusser Damm 103 Frankfurter Allee 350| Charlottbg., Scharrenstr.5 Auf bequeme Teilzahlung mit kleiner Anzahlung Herren-, Damen- und Kinder- Bekleidung Konfirmations- Anzüge und-Kleider Teppiche, Gardinen, Stores, Läuferstoffe Niedrigste Preise! Bequemste Raten! Nr. 6642. Jahrgang Wirtschaft Mißstände im Aktienwesen 4. Beilage des Vorwärts Die Daß die Inflation und die Stabilisierungskrife im Aktienwesen eine Unzahl von Mißständen entstehen ließen, ist bekannt. Arbeiterschaft kann dieser Entwicklung nicht gleichgültig gegen überstehen. Nicht als ob für sie der Standpunkt des Interessenten und Kapitalbefizers irgendwelches Interesse hätte aber die Aktie aber die Aktie ist mehr als ein Besitztitel und ein Anspruch auf den Produktionsertrag eines Unternehmens. Sie ist zugleich das Wertpapier, dessen fich der Geld- und Kapitalverkehr bedient, um die Ueberschüsse des Einkommens über den Berbrauch in die Produktion zu leiten. Die Aktie ist für den größten Teil der deutschen Groß unternehmungen wenn nicht das einzige, so doch das wichtigste Mittel der Beschaffung von Anlage- und Betriebsfapital Ist das Aftienwesen desorganisiert oder sind die Aktien infolge falscher Dispositionen des Geldmarktes und der Börse unterbewertet, so schwindet die Möglichkeit der Kapitalzufuhr, der Abfaz fintt, Aufträge fönnen infolge von Kapitalmangel oder infolge der Unmöglichkeit, den Absatz zu finanzieren, nicht zur Ausführung gelangen. Börsen trisen, auch wenn sie nicht unmittelbare Folgen der Geldknappheit, sondern nur Bertrauens krisen sind, bedeuten daher in der Regel steigende Arbeitslosigkeit. Sie zu verhindern, dazu be darf es gesunder Verhältnisse im Attienmesen. um dafür das Stimmrecht für 100 millionen Mark Attien zu erlangen, während gleichzeitig einschließlich der an die Verwaltung abgegebenen oben erwähten Verwertungsaftien nur 120 Millionen Mark Stammaftien ausgegeben waren. Da die Vorzugsaktien, die an feiner Börse eingeführt werden, in der Regel non Mitgliedern der Berwaltung bei jeder Generalversammlung voll vertreten sein geführt und in alle Welt zerstreut sind, nur zum kleineren Teil dort fönnen, während die Besizer der Stammattien, die an der Börse einfür den Fall, daß ihre Mitglieder einmal feine oder nur wenig erscheinen, sichert sich die Berwaltung damit eine Mehrheit auch Stammaftien besitzen. Das hat einen guten Zweck: Man fann für eine schlechte Verwaltung nicht zur Rechenschaft gezogen werden, zumal die Aktionäre ja taum einen Einblid in die wirklichen Gescheh nisse bekommen. Diese sogenannten Borzugsattien müssen nun nach der neuen Steuerverordnung von 78 Goldmart durch Zuzahlung auf 6000 Goldmart aufgewertet werden und bekommen dann für je 3 M. eine Stimme haben. Das bedeutet, daß das Stimmrecht der 50 Stimmen, während die wirklichen Aktionäre für je 10 m. Borzugsaktionäre 166% mal größer ist, als das der Stammattionäre Daß diese Berschleuderung des Vermögens und der Rechte der Aktionäre ein schweres Unrecht und mit Treu und Glauben nicht in Einklang zu bringen ist, darüber scheint sich die Berwaltung durchaus nicht im flaren zu sein. Sie verteidigt fich damit, daß solche Dinge in den lehten Jahren viel fach in Deutschland ungestraft vorgetommen fin d. tages und der Regierung zur Beuchtung bei der Reform des AktienWir empfehlen diese Borgänge der Aufmerksamkeit des Reichsrechts, die überaus dringend ist. Es sollten bei dieser Reform aber nicht bloß die Vertreter der Banfwelt und der Attiengesellschaften hinzugezogen werden. Soweit diese nicht an den Günden der Inflationszeit felbft beteiligt find, haben sie sich doch gewöhnt, die Dinge gehen zu laffen und zuletzt das Unrecht, das den eigentlichen Aktionären und Geldgebern durch die Geringschäzung ihrer Rechte und ihrer Interessen von den Verwaltungen angetan wurde, nicht mehr als solches zu empfinden und darauf entsprechend zu reagieren. Amerika und Deutschland. Sonntag, 8. Februar 1925 für gewisse Teile der verarbeitenden Industrie sind wir Konkurrenten. Darüber wird sich eire Verständigung ermöglichen lassen. Unsere wirtschaftliche Lage ist besser, als wir nach dem Kriege erwarten fonnten. Der Wiederaufbau hat sehr starke Fortschritte gemacht. Dank Rathenaus Verdienst in Genua haben wir jetzt die Wahl freiheit in unserer handelspolitischen Einstellung Wirtschaft sich verbinden. Unsere Arbeitserzeugnisse sind in der Amerika wird natürlich nur mit einer im Aufstreben befindlichen funft unserer Wirtschaft liegt in der Verbilligung der Gesamtkosten, Qualität sehr gut, aber sie dienen nicht dem Massenbedarf. Die Zu in der Rationalisierung und in der Stärkung der Kauffraft der Massen. Befestigung des Berliner Arbeitsmarktes. Der Berliner Arbeitsmarkt stand in ber letzten Woche im Zeichen einer gewissen Festigung. Bis auf den Behördenabbau sind größere Berufsgruppen. B. dem Spinnstoffgewerbe, der Zellstoff- und Entlassungen nicht mehr beobachtet worden. Neben bestimmten Papierherstellung und verarbeitung und dem Vervielfältigungs. gewerbe, gewinnt die Festigung auch im Holz- und Schrizftoff und im Handelsgewerbe an Boden. Im Handelsgewerbe bewegt sich der Aufstieg bisher jedoch noch in sehr eng begrenzten Bahnen und ist vornehmlich bei den weiblichen Angestellten zu erkennen. Eine meitere Entlastung erfuhr neuerdings der Arbeitsmarkt auch dadurch, daß die 2 andwirtschaft mit dem Abruf von Arbeitskräften beginnt. getragen, gegen 67 200 der Borwoche. Darunter befanden sich Es maren 64 640 Personen bei den Arbeitsnachweisen em 50 033( 52 542) männliche und 14 607( 14 658) weibliche Personen. Unterstützung bezogen 27 121( 27 003) männliche und 5028( 5239) weibliche, insgesamt 32 149( 32 242) Bersonen. Die Zahl der zu der Vorwoche. gemeinnügigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 441 gegen 388 Modernisierung der Landwirtschaftskammern. Bor zwei Jahren wurde im Vorläufigen Reichswirtschaftsrat nach längeren und eingehenden Beratungen des Verfassungsaus schusses der Beschluß gefaßt, der Reichsregierung ein Gutachten zu ammern aus Bertretern von zwei Drittel Unternehmern und erstatten, nach dem sich fünftighin die Landwirtschaftswurde mit dem Ersuchen übermittelt, bald möglichst dem Reichseinem Drittel Arbeitnehmer zusammensetzen sollen. Das Gutachten tag einen diesem Zwed dienenden Reichsrahmengefegent. murf vorzulegen. Seitdem ist es darüber völlig ftill geblieben. Bandarbeiterverbandes, an die Reichsregierung die Anfrage gerichtet, Wiederholt hat der Landarbeiter", das Organ des Deutschen mann fie endlich an die Erfüllung des Artikels 165 der Reichsverfassung zu gehen gedenkt. Es wird angebracht sein, daß die sozial demokratische Reichstagsfraktion bei der nächsten Gelegenheit die Regierung daran erinnert, daß zu einer Vertretung der Landwirtschaft die Arbeiter sozusagen auch gehören. Bohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) für Mittwoch, den Die Reichsinderziffer für die Lebenshaltungskosten( Ernährung, 4 Februar, blieb nach den Festellungen des Statistischen Reichsants mit 124,8 gegenüber der Vorwoche( 124,4) nahezu unver ändert. über Dezember v. 3.( 122,6) eine Steigerung von 1,1 Proz Für den Durchschnitt des Monats Januar ist gegen( auf 124,0) festzustellen. Die Inderziffer der Ernährungstoften allein beträgt im Durchschnitt Januar 1925 136,6. Bamag- Meguin- 2.- G. Ueber den Geschäftsgang in diesem Konversammlung u. a. mitgeteilt: Im laufenden Geschäftsjahr ist es ge zern, über dessen Goldbilanz wir berichteten, wurde in der Generallungen, das Kölner Wert, das infolge der Ruhrbesetzung still gelegt war, wieder in Betrieb zu bringen. Das Buzbacher Wert ist zurzeit sehr schwach beschäftigt, da aber eine Anzahl von Projekten Zeit auch diesem Werf reichliche Arbeitsgelegenheit gibt. Seitdem die vor der Verwirklichung stehen, ist Aussicht vorhanden, daß die nächste Anzahl von Bestellungen auf Gasanstalten gekommen, Mittel der Gemeinden wieder größer geworden sind, sind auch eine ebenso find Verhandlungen megen Errichtung von Gasanstalten in Spanien, Japan, Italien und Frankreich im Gange. Außerdem schweben noch eine Anzahl lleberfeeprojekte, daß bei diesen Aussichten die Ausfälle, die die Gesellschaft bisher durch mangelnde Beschäftigung Krieg, Inflation und Stabilisierungskrise haben hier geradezu ungeheuerliche Schäden zutage gefördert. So wurde fürzlich darüber berichtet, wie bei einer Aktiengesellschaft, den Deutschen Werf stätten in Dresden- Hellerau, mit dem Vermögen der Aktionäre umgegangen worden ist. Der Fall liegt so, daß bei dieser Gesellschaft die Sünden, welche die Inflationszeit im Attienwesen ge zeitigt hat, sich summiert vorfinden. Aber es scheint, daß bei einem großen Teil der Aktiengesellschaften mit dem gleichen geringen Grade von Gewissenhaftigkeit vorgegangen worden ist. Die Berwaltungen betrachten sich nicht als die Beauftragten der Aktionäre, die deren Interessen und Rechte mit der Sorgfalt Bortrags. den Staatssekretär a. D. Hirsch in der Weltwirtschaft Das Ergebnis einer Studienreise war der Untergrund eines eines ordentlichen Kaufmanns- wie sich das HGB. ausdrückt wahren haben, sondern sie erstreben in erster Linie, sich selbst Schon vor dem Kriege hat sich der Schwerpunkt der Weltwirtschaft 3 lichen Gesellschaft über das Thema„ Deutschland und Amerika" hielt. Macht, Einfluß und Vorteile zu verschaffen und sogar sich nach dem Westen verschoben. Diese Entwicklung wurde durch die diese für die Zeit zu erhalten, wo sie felbft nicht mehr oder nicht Nachkriegszeit beschleunigt. Dadurch verschwand die europäische mehr erheblich bei den Gesellschaften beteiligt sind. Das bisherige Bormachtstellung auf dem Weltmarkt. Europa ift balfani. Aftienrecht beruht auf dem Grundfake, daß derjenige, der die Ber fiert, merita einheitlich organisiert. Einer der antwortung trägt, alfo fein Geld risfiert, auch den vorwiegen hauptsächlichsten Gründe für den Niedergang Europas ist das Ent den Einfluß haben muß. Durch die neueste Entwicklung wird ſtehen von 17 neuen Staaten und Territorien, die mit ihren Grenzen dieser Grundsay vollständig umgeworfen und die Verwaltungen be- natürlich starte Handelshemmnisse schufen. Die Grenzen bedurften trachten die Entrechtung der Attionäre als ein Ziel, an des Schutzes und es ist fennzeichnend für diese Zustände, daß heute dessen Erreichung sie die Geseze in keiner Beise hindern. trok der Entwaffnung Deutschlands in Europa eine Million MenDiese Zustände haben jezt auch für breitere Boltstreife stärkeres sahen mehr als vor dem Kriege für Heereszwede der proInteresse. Die Inflation hat viele kleine und mittlere Sparer Don buktiven Arbeit entzogen werden. Von dem Reichtum den festverzinslichen Werten weg und zu dem Erwerb von Attien Amerifas, das mit seinen 115 Millionen nur den fünfzehnten Teil getrieben, bei denen man sich wegen der dahinter stehenden Sach der Erdbewohner faßt, erhält man einen Begriff, wenn man sich werte gegen die Entwertung beffer geschützt glaubte. Aber auch hier vergegenwärtigt, daß dort doppelt soviel Autos wie in den gesamten find ungeheure Summen, vielleicht sogar der größte Teil des Ber übrigen Ländern der Erde vorhanden sind, drei bis viermal fopiel mögens, verloren worden, und zwar nicht nur deswegen, weil Fernsprecher, die Hälfte des Goldes der Erde befindet sich in Amerifa, die Zustände während der Inflationszeit zu wirtlichen Beríuften drei fünftel der Baumwollproduktion, zwei Fünftel der Kohlengeführt haben. Es ist vielmehr so zugegangen, wie in einem Hause, produktion, zwei Drittel der Petroleumproduktion und mehr als die wo sich, während es brennt, Blunderer einfinden. So haben sich Hälfte der Kupferproduktion. Das Durchschnittsein tommen auch bei den Aktiengesellschaften während der schweren Zeit der des Amerikaners ist sechsfach so hoch wie das Durchschnittseins Inflation vielerlei Leute eingenistet, die ohne Rücksicht auf Treu und tommen des Deutschen. Und selbst wenn man berücksichtigt, daß die Glauben ihren eigenen Vorteil juchten, und man muuß sagen, daß Kauftraft des Dollar gegenüber der Borkriegszeit erheblich ge unfere Finanzmelt, soweit fie persönlich sich bei diesen Raubfunken ist, hat der amerikanische Arbeiter immer noch zügen, die man natürlich innerhalb der Grenzen der gänzlich unzu doppelt soviel zu verzehren als der Deutsche. Fünfzig Prozent feines reichenden Gefeße zu veranstalten suchte, nicht beteiligt hat, ihnen Einkommens sind für andere als lebensnotwendige Zwede frei. Demdoch wenigstens feinen oder feinen genügenden Wider entsprechend ist auch der Verbrauch. In Amerika werden 600 mil ft and entgegengesetzt hat. Ein Beispiel hiervon geben die oben lionen Paar Schuhe jährlich verbraucht, so daß auf erwähnten von der Frankfurter Zeitung" geschilderten Zustände bei jeden Amerikaner 4 bis 5 Baar Schuhe kommen. Der Grund für den Deutschen Werkstätten in Dresden- Hellerau. 55 bis 60 Proz biese amerikanische Wirtschaftsentwidlung ist neben dem Fehlen der des Kapitals, das in die Gesellschaft ursprünglich eingebracht europäischen Staatenzersplitterung der natürliche Reichtum ist, scheinen wirklich verloren zu sein. Darüber wird aber in der des Landes. Trog minimalen Düngers wirft die Landwirt Generalversammlung keine andere Aufklärung gegeben als die, daß haft den drei bis vierfachen Ertrag pro Kopf der landwirtschaft die Inflation daran schuld sei, obwohl die Bilanzen der Gesell- lichen Bevölkerung im Vergleich zu Deutschland ab. Dabei werden schaft andauernd mehr Gläubiger als Schuldner aufweisen, sie also nur diejenigen Flächen bebaut, die wirklich Ertrag abwerfen und sie an der Inflation verdient und nicht verloren haben müßte. Aber werden von ihren Besitzern verlassen, sobald sie nicht mehr ertragsaußer dem, was wirklich verloren ist, sind noch große Teile des fähig sind. In der Umgegend von New York sind 17 Prozent aller Vermögens der Gesellschaft zu lächerlich geringen Farmen ohne jeden Eigentümer. Als Hauptgrund des Reichtums ist Breisen veräußert worden, z. B. Anfang 1923 17% Millionen der Ueberfluß an industriellen Rohstoffen zu bezeichnen. Die Mark Attien gleich 35 Proz. des damaligen Kapitals an einen Kosten der Arbeit und des Transports find ungeheuer. Trotzdem tschechoslowakischen Industriellen, der dafür etwa 30 000 Goldmark in Amerika gegenüber Europa das Bier. bis Fünffache an Lohn geeinzahlte, während der Wert dieser Aktien nach der jezigen Goldzahlt wird, ist Amerikas Wirtschaft auf dem Weltmarkt ohne Dum umstellungsbilanz, wenn man die bekanntgewordenen Reserven hin- ping fonkurrenzfähig. Das liegt an der Standardisierung zunehmen würde, auf mindestens 600 000 bis 700 000 Goldmark zu des Berbrauches und der Produktion, an der WeiterBon großen Konfumgenoffenschaften. Der Konsumverein schäzen ist. Als Vorwand wurde angegeben, daß diefer Großaktionär fierung ist psychologisch dadurch zu erklären, daß das Bölfergemifchrend der Umfag 10 809 767 m. betrug, movon 1,67 Millionen Mart bildung der fapitalistischen Unternehmungsformen. Diese Standardi Borwärts" für Dresden und Umgegend erhöhte im dem Unternehmen billiges Holz und gute Verbindungen zuführen 36. Geschäftsjahre feine Mitgliederzahl von 80 079 auf 80 591, wäh könne. Es ist wider allen faufmännischen Sinn und Berstand, solche den Willen zur Einheitlichkeit hat. Die teure Arbeitsaus ca. 35 Nationen, das sich in Amerika zusammengefunden hat, zukünftige Leistungen, deren Erfolg zudem in feiner Weise verbürgt traft ist außerdem ein Grund für diese Standardisierung. Sie auf die Textil- und Schuhwarenabteilung entfielen. Die beiden war, von vornherein durch Abtretung eines erheblichen Teils des Großbädereien mit 38 Doppelauszugöfen erzielten 2.27 Millionen eigenen Vermögens zu belohnen. Die Bilanz von 1923 und die zwingt die Arbeit so zu zerlegen, daß man mit ungelernten ArMark Umsaß, sie vervacten 7 301 000 Silogramm Mehl. Tie Dividendenlosigkeit der Gesellschaft sowie die Aengstlichkeit, mit der beitern die kompliziertesten Arbeitsprozesse zu bemühle vermahlte 4775 Tonnen Roggen. Der Fuhrpark umfaßt die Goldmart- Eröffnungsbilanz aufgestellt ist, laßt die Aktionäre die Horizontalfonzentration und das Maffenfilialsystem bevorzugt. fchäftigt werden zurzeit 908 Personen. Die Mitglieder erhielten wältigen vermag. Bei der Weiterbildung der Wirtschaftsformen wird 16 Lastkraftwagen und 14 Anhänger und soll erweitert werden. Be nicht das geringste von den angeblich erhofften Erfolgen merken. Auf Grund der majorität, die so geschaffen wurde, ist man Die Arbeitszeit ist nicht höher als bei uns. Aber der größte Teil Proz. Rückvergütung. Den Reserven flossen rund 70 000 m. zu. dann zu weiterem Unrecht übergegangen. Man hat 55 Millioder Arbeiter hat Nebenbeschäftigung. 50 Prozent sämtlicher BeDer Konsumverein Eintracht" Essen steigerte seine Mitglie nen Mark sogenannte Verwertungsattien geschaffen, von triebe haben die offizielle Achtſtundenschicht und in den übrigen derzahl von 74 279 im Geschäftsjahre 1922/23 auf 89 208 Familien denen 35 Millionen Mart schon verkauft sind, und zwar ganz oder Betrieben wird von den Arbeitern so start der Urlaub ausgenugt, im Jahre 1923/24. Er befigt 166 Berkaufsstellen mit einem Umgrößtenteils an Mitglieder der Berwaltung. Ueber den sität, die Ausnutzung des einzelnen Menschen ist ebenfalls nicht höher Genossenschaft befizt auch Betriebszentralen in Gelsenkirchen und daß auch sie nicht mehr als acht Stunden arbeiten. Die Arbeitsinten: fag von 13% Millionen Goldmark im Geschäftsjahre 1923/24. Die Ertrag dieser Attien hat man in der Generalversammlung die Auskunft verweigert, man hörte aber, daß die Gesellschaft in Geldals bei uns. Dagegen die Arbeitsorganisation beffer, Duisburg, eine Mastanstalt, Molkerei, Schlächterei usw. In den verlegenheit gewesen sei und die Aftien sehr billig abgegeben habe. Band ist das charakteristische Beispiel für die Höhe, auf der die Ar da die Arbeitszeit dort nur zur Arbeit verwandt wird. Das laufende Großbäckereien Effen, Duisburg und Buer wurden im Geschäftsjahr 1923 24 87 461 Doppelzentner Mehl verbaden und insgesamt Bezüglich eines Postens von 20 Millionen Mark erfahren wir, daß beitsorganisation steht. Die Kapitalfoften sind im Lande fehr hoch, 11 342 490 Kilogramm Brot hergestellt; außerdem 98 430 Kilogramm derselbe an den im Aufsichtsrate fizenden deutschen Bertreter des genannten tschechischen Großindustriellen, der der Gesellschaft furz wird, wie schon erwähnt, die horizontale Ronzentration und das führt zur Beherrschung des Marktes durch einzelne. Es Rubeln. Ein lehrreicher Anschauungsunterricht für die Leistung vorher ein Darlehen gegeben hatte, zur Dedung dieses Darlehns für bevorzugt und die Teile der Produktion an den für die Teile und Entwicklungsmöglichkeiten der fonsumgenossenschaftlichen Wirteinen geringen Teil des inneren Wertes der Aktien verkauft worden günstigsten Standort verlegt. In Amerika hat die volkswirtschaftbevorzugt und die Teile der Produktion an den für die Teile schaftsführung in Broduktion und allgemeiner Warenversorgung. sei. Der Berdacht liegt hier vor. daß eine gewisse Notlage der liche rationelle Methode den Sieg über das national Unsympathische Gesellschaft durch ein Berwaltungsmitglied zur Erzielung eines übermäßigen Borteils ausgenutzt worden ist, und die Be Machtmöglichkeiten. Das in den Privathänden befindliche Bahndavongetragen. Der Trust und die Kartelle haben jegt wieder hörde, die sich mit so vielen geringfügigen Bergehen beschäftigt, follte fyftem half das Land aufschließen, wobei die öffentlichen Interessen auch einmal in eine nähere Prüfung dieses Sachverhalts eintreten, nicht immer gewahrt wurden. Dagegen ist die Binnenschiffum festzustellen, ob ganz abgesehen von moralischen Erwägungen fahrt vollkommen vernachlässigt. Schlecht organisiert ist der nicht immer gewahrt wurden. Dagegen ist die Binnenschiff wenigstens die jeßigen an und für sich ganz unzureichenden gefez- Handel; in Amerita sind die Bertriebsfesten höher als die Betriebslichen Bestimmungen beobachtet worden find. Kreditmesen unterscheidet sich vollkommen von dem unserigen. Drüben fosten. Auch hier wird das Maffenfilialsystem bevorzugt. Das gibt es nur Realtrebit, die Banten finanzieren den Konjum. Das Abzahlungswesen dominiert. Der Verbraucher legt fünftige Er sparnisse in Käufen an und diese Kreditverkäufe nehmen die Banten als Unterlage und finanzieren fie. In Amerika besteht Ueberfluß an Gold und Geld, tein Ueberfluß an Kapital. Es hat im Gegenteil starten Kapitalbedarf, weil es nur wenig Kapital bildet. Trobem hat Amerita Interesse, Kapital draußen anzulegen, einmal als Sicherheit gegen Spekulation im Innern, und zweitens aus politischen Gründen. Amerifa wird wesen seiner Auswandererpolitik bald Kompagnons gebrauchen, die Abschließung mir sich schwer rachen. und um diese Kompagnons zu erhalten, wird es wirtschaft liche Opfer bringen. In Amerika hat man starte Hochachtung vor der wirtschaftlichen Kraft Deutschlands. Für die Landwirtschaft kommen wir nur als Konsumenten in Frage und nur Außer den Berwertungsaktien hat sich die Berwaltung aber im Mai und September 1923 noch fogenannte Borzugsaftien geben lassen und darauf zusammen bare 78 Goldmart eingezahlt, Togal berboiragend -Tabletten bewährt bei: Gicht, Hexenschuß, Rheuma, Nerven- und Jschias, Kopfschmerzen Toa al still: die Schmerzen und scheidet die Barnfäure aus. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken erhältlich. Best. 126% Lith, 0.46% Chinin, 74,3% Acid acet. salic, ad 100 Amylum erlitten hat, wieder hereingeholt werden und daß ein die Aktionäre Umstellung von 10: 1 gelangte ohne Debatte zur Annahme. befriedigendes Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr erzielt wird Die Mehrheitsverhältnisse im Attienbesiz haben sich bei diesem Die Konzern, der früher durchaus von der Meguin- Gruppe beherrscht war, geändert. Der größte Teil des Aktienbefizes des vereinien Konzerns befindet sich jest wieder in den Händen der Ba mag. Kopfhaut und Haarpflege. einer wirklich naturgemäßen und zmedentsprechenden Haarpflege Es tanu nicht oft genug betont werden, daß die Grundbedingung die regelmäßige Kopfwäsche ist. Es ist aber nicht gleichgültig, wowaschmittels ist daher unbedingte Bertrauensjache. Die Kopfhaut mit man seinen Kopf wäscht, und der Kauf eines geeigneten Kopfund darf nicht mit jeder beliebigen Seife behandelt werden. Un ist viel empfindlicher als die übrige Haut des menschlichen Körpers ist das zur Kopfwäsche besonders beliebte Schaumpon mit dem streitig milder als Seife und an reinigender Wirkung unvergleichlich fchwarzen Kopf, das feit 22 Jahren das Bertrauen des Publikums genießt. Von diesem Mittel tann man ohne Bedenken den ausgiebigsten Gebrauch machen, da seine Bestandteile mit Sachkenntnis und Gewissenhaftigkeit ausgewählt find. 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Scotts letzte Fahrt zum Südpol. Wenn einer erleben will, was der Film als Reisebericht leisten fann und in welchem Maße er uns das Schicksal von Menschen, die für ihre wissenschaftlichen Forschungen fich opfern, bis zur tragischen Bucht zu eigen machen kann, der jehe sich diesen Film im Mozart Saal an. Gegenüber diesen Tatsachen und nichts als Tatsachen liefernde Film, der keine subjektive Umdeutung, der keine Romantit der Worte und teine Bathetit der Gefühle einzuschmuggeln gestattet, wird auch der ärgfte Filmbekämpfer zum Schweigen verurteilt fein. Gestehen wir es, alle diese Beschreibungen von Polarreifen, von Nansen angefangen, über Peary und Amundsen bis zu Scotts eigenen Tagebüchern sind mit ihren ewigen Wiederholungen auf die Dauer strapaziös und ermüdend. Aber in diesen zwei Stunden Filmbericht, die des englischen Südpolarforschers Scotts leite Reise und seinen Tod schildern, empfinden wir nicht einen Augenblick abnehmendes Intereffe. Und doch ist der Film schon vor 13 Jahren gedreht worden. Scotts Reisebegleiter, G. Ponting, hat diese Tat vollbracht. allzu nüchtern und prosaisch, und sie verlieren von rüdwärts betrachtet infolgedessen an dem inneren Wert, den ihnen eine geistigere MotiDierung hätte verleihen können. Für Schwachnervige, die feine Freude haben am Gruseln, ist dieser Film entschieden nichts. Bom Standpunkte der darstellerischen Gestaltung aus betrachtet, ist er von großer Bollendung. Konrad Beidt zwingt uns als Orlac magisch in ben Bann dieser feltfamen Borgänge und zunächst rein phantastisch Film alle inneren Borgänge nach außen verförpern und in ihrem anmutenden Erlebnisse. Es sind wirklich die Hände, die in diesem mannigfach gewendeten Spiel widerspiegeln. Das Grausige, Un erhörte, der dämonische Drang zum Verbrechen, die Berzweiflung, das Entsehen und schließlich den wieder neu erwachenden Mut zum Leben Frau ist die Sorina( nicht auf der Höhe von Beidt). Wie eine alles drüden diefe Hände aus. Die liebende, mittämpfende höhnische Frage, wie ein lebendig gewordener Sput ragt das verBerrie Geficht Rortners in den Film, der den alle Fäden der Handlung ziehenden Verbrecher unheimlich darstellt. Aschermittwoch. d. Die ganze Ein inhaltsreiches Manuskript zu verfilmen, ist schon wiederholt der Ehrgeiz von Althoff gewesen, der jetzt beim Aschermittwoch" angelangt ist. Der Offiziersstand, eingesponnen in seine Sonder ehre, erlebt auch seine Sondertragödien. Cecil Dumont, unschuldig aus dem Offiziersstand ausgestoßen, haßt den bunten Rod und nimmt Rache an seinen Trägern. So wird er zum Schicksal der Familie des Obersten von Harrach. Denn dessen Sohn, wenn er auch durch die fragwürdigsten und anfechtbarsten Umstände in eine Ehrenschuld geraten, tennt, als die Tilgung nicht gelingt, nur den einen Ausweg, den Selbstmord. Sein Schidsal nur möglich in seiner Umgebung, wird auch zum Schicksal für alle anderen. Die Aufflärung der Ermordung Cecil Dumonts wirkt plump, sonst aber hatte man manche Gelegenheit zur vertieften Arbeit. Beit um 1913 mit ihrem militärischen Drill, ihrer anfeuernden Militärmusit, dem Zapfenstreich und dem Hübschmachen vor der Uniform zieht wieder herauf. Wolfgang Neff, der Regisseur, schuf ein Wert voll Spannung, Einzelausmalerei und Erklärungswert. Karl Bedersachs war als Leutnant Jochen ganz der berechtigter weise am Leben hängende Junge, dem das Sterben so bitterschwer fällt, und Eduard v. Winterstein war der Oberst v. Harrach, dem die Offizierstradition Gefühl und Berstand reguliert. Er verdes Herrn Leutnant, hört, ist aber weiterhin beherrscht und verbind fiert wohl das Monofel, als er von dem Unglück" feines Sohnes, lich zur schleppfäbel- und ordengeschmückten Hoheit, wenn Hoheit auch nur ein Kind ist, das sich vielleicht taum allein die Hosen aufnöpfen fann. Bernd Aldar glaubte man, daß er als Cecil Dus mont durch die Schlechtigkeit der Menschen zum Teufel geworden war. Claire Rommer und Lia Eibenschüß waren liebreizend als Bräute, Olga Engel und Adele Sandrod ganz die diftin guierten Frauen und Wilhelm Diegelmann der menschenschin dende Feldwebel, überquellend von Diensteifer und Untertanenver stand. Der im Programm ungenannte Photograph bringt ein 3apfenstreich, bei dem die einzelnen Personen, von Rauchschmaden das auffällt. Ebenso sind die schemenhaften Rückerinnerungen des umgeben, durch den Rauch hindurch dann und wann sichtbar werden, Leutnants Jochen photographisch sehr gut erfaßt. Wer den Marsch schritt der Soldaten aus dem ff tennt, mag dies und das und jenes auszusetzen haben. Im Primuspalast, wo Aschermittwoch" uraufgeführt wurde, stehen Schilderhäuser vor der Tür und eine in Friedensuniform geftecie Militärkapelle forgt für den patriotischen Klimbim. Allein deshalb ist dem Film schon bei einem bürgerlichen Publikum der Erfolg gesichert. Beilage des Vorwärts fällt. Schließlich heiraten die beiden sich wirklich Liebenden aber doch, denn die im Wege stehende Frau stirbt eines natürlichen Todes, und das Mädel vom Barieté wurde eine berühmte Operna fängerin. Als den Eindrud stärkende Füllung laufen sodann noch allerlei Eifersuchtsszenen einer Varietékollegin, die bis zum Strickdurchschneiden der Schaufel, in der die Diva hoch in der Luft schwebt, alfo bis zum Mordversuch, reichen. Allen Dwan hat das Leben mannigfachften Reizen darbietet. hinter und vor den Kulissen so fein eingefangen, daß es sich in den mannigfachsten Reizen darbietet. So sieht man die erzentrischen Kleider noch die Berücken standhalten, man bewundert 3aza in einem Damen in die handgreiflichen Prügeleien verstrickt, denen weder die Luftballett in blumengeschmückter Schaufel schweben und genießt mit dem liebenden Baar gemeinsam das Idyll des Landlebens. Gloria Swanson spielt die Baza in start aufgetragener Koketterie. Sie ist stets im Ueberschwang temperamentgeladen im Zu stand der Freude und des Schmerzes. Vollkommen verändert ist Baza als Opernfängerin, wo Entsagung und Liebe sie geläutert und gereift haben. Gloria Swanson verkörpert diese beiden Seelen höchst interessant. Ihrem Diplomatenliebsten hätte es nicht geschadet, falls er etwas mehr Wert auf Haltung und Zivilkleidung gelegt hätte. Bet For fiegt, ohne den Barieté- Einschlag zu umgehen, auch das Gute. Er präsentiert im Balmenhaus den großen Spielfilm Sterne im Spiegel des Sumpfes". Mit dem Manuskript wäre schon etwas anzufangen gewesen, aber es fiel ausgerechnet den Amerikanern in die Hände. Diesmal handelt es sich um einen verzogenen Millionärssohn, der, obwohl er ein verkommener Trinker ist, durch die große Liebe eines Mädchens aus dem Sumpf errettet wird. Man hatte den Ehrgeiz, neun Afte zu drehen, darum spielt die Geschichte in San Franzisto, Shanghai, Honolulu und zuletzt wieder an ihrem Ausgangspunkt New York. Der Regisseur macht sich die Sache tadelnswert leicht, denn außer einer alten Archivaufnahme vom Hafen von San Franzisko bringt er auch nicht ein Ortginalbild der aufgezählten Städte. Dafür wird im Tert die Zahl der Meilen angegeben, welche die einzelnen Orte voneinander entfernt sind. Das ist echt amerikanisch, reizt uns jedoch zum Lachen. Die in Schanghai ufw. verwertete Kulisse ist nicht durch sich selbst schön, sondern nur infolge der Bildtönung. Das sind wirklich zu billige Erfolge, zumal Emmett J. Flynn feine Regieeinfälle hat. Ein paar gute Bilder nahm man von der Annanasplantage auf. George O'Brien hat als verlorener Millionärsjohn in seinem amerikanische Filmschauspielergeficht. Dorothy Ma da ill, das er Spiel dramatische Arzente, Im übrigen aber das schablonenhafte rettende Mädchen, ist eine Schönheit, jedoch eine stark angetränkelte. Ausgerechnet Tut- anch- Amon" ist eine wirkliche For- Groteske, die man als rasend gewordener Blödsinn bezeichnen kann. filmtechnisch gut ausgebeuteter Staubentwicklung werden in ihr so viel ägyptisch bemalte Töpfe zertrümmert, wie im ganzen Tal der Königsgräber nicht aufzutreiben sind. Die For- Wize der Woche, die in den For- Nachrichten stehen, find wohl bald fo all wie Tut- anch- Amon selbst. Unter nebenbei bemerkt , Jhre letzte Dummheit". Oswald- Lichtspiele. e. b. Scotts zweite Fahrt zum Südpol begann im Oktober 1910 von Neu- Seeland aus. Wir machen auf seinem waderen Schiff, der " Terra nova", die Reise durch das Antarktische Meer mit. Das Schiff bewährt sich glänzend im Kampf mit dem Sturm, es durchschneidet das sich bildende Eis spielend dank seiner fräftigen Berschalung und es muß erst Halt machen an der großen Eisbarriere, die vom jüdlichsten Kontinent ins Meer abstürzt. Wir haben die phantastische Schönheit der riesigen Eisberge erfahren, die helleuchtend aus dem Meer tauchen, aber was sind sie gegenüber diefem unendlichen Eisabsturz, der sich Hunderte von Kilometern hinzieht! Auf Roß- Island wird am Fuße des 4000 Meter hohen vulkanischen Mount Terror, der seine Dampfwolfen in das eisstarrende Südpolargebiet stößt, Winterquartier bezogen. Die Pferde, die Hunde, die Motors schlitten, alles wird an Land geschafft und in Betrieb gesezt. Wenn die lange Bolarnacht vorbei ist und am Südpol( im September) Frühling einzieht, macht sich die aus 5 Personen bestehende Expedition, bie zum Südpol vorstoßen will, auf den Weg. Größere Trupps be gleiten sie, um unterwegs Depots mit Lebensmitteln usw. anzulegen, Das legte 800 Kilometer vom Bol entfernt. Dann tehren sie zurüc zum Ausgangspunkt. Die fünf haben Unglüc; gleich in der ersten Nacht gehen in der eifigen Kälte die Pferde ein, und die Menschen müffen von nun an ihren großen Schlitten allein ziehen. Ueber die ungeheure Hochebene, die sich über den ganzen Sübfontinent bis zum Bol und darüber hinaus hinzieht. Wir sind Beugen, mie fie übernachten, im Belt tochen und schlafen, wir erleben mit ihnen die Katastrophe am Bol, den sie endlich am 14. Januar 1912 erreichen. Aber er ist bereits entdeckt von Amundsen, der turz vor ihnen dagewesen ist und den größten Husarenstreich aller Entdeckungsfahrten Damit glücklich beendet hat. Auf dem Wege zum Nordpol hat er von Scotts Plänen gehört, turzer Hand umgedreht und jetzt den Südpol erobert. Auf der Rüdtehr verunglückt einer der Gefährten Scotts, ein zweiter erfriert die Füße und geht freiwillig davon, um nie miederzukehren, und um das Schicksal der anderen, denen der Proviant auszugehen droht, nicht zu gefährden. Der schwierige Gletscherabsturz wird überwunden, aber ermattet und entfräftet sterben die Ueberlebenden 12 Kilometer von dem rettenden Depot entfernt, das sie nicht mehr erreichen fonnten. Die im Winterquartier Zurüdgebliebenen entfenden, als Scott nicht zur ausge machten Zeit zurückkehrt, eine Rettungsexpedition, die den toten Führer mit seinen Gefährten auffindet und in der Eismüfte durch Errichten eines Kreuzes ehrt. Die Filme, die Scotts Begleiter aufgenommen haben, werden unversehrt gefunden, und wir fönnen jetzt Die Tragit dieser fühnen Männer im Filme noch einmal nacherleben. Scotts Tagebuch mit der legten Eintragung voll heroischen Geistes wird vor unseren Augen sichtbar. Und so fayeiden wir von diesem Film, den die Berliner Liedertafel bei der Uraufführung mit ernſten die an und für sich verbrauchten Mittel der Varietéwirkung zu bespielt in feiner Gegenwart die unglückliche, von dem Schauspieler Wie anerkennenswert geschicht beispielsweise die Amerikaner Gefängen umrahmte, mit start erregtem Gefühl. Der Scott- Film ist nicht bloß ein Reisebericht. Er gibt uns nicht nuken verstehen, zeigt" Jaza", das Mädel vom Varieté, im Marmur wunderbare Ausschnitte von See und Land, vom Himmel und morhaus. Der Barieté- Stern verliebt sich in einen Diplomaten, der zwar Frau und Kind hat, es aber seiner Angebeteten nicht sagt. von der Eisbildung, sondern bietet vor allem auch herrliche naturwissenschaftliche Dokumente. Mit großer Ausdauer und hingebenders das Mädel vom Barieté von der Ghe erfährt, verweist es den Liebe ist das Leben und Treiben der Seehunde, der Seemöven, der Diplomaten auf die Pflicht, obwohl die Vernunft beiden recht schwer Raubwale und vor allem der Pinguine festgehalten worden. Noch nie sind uns diese Tiere so nahe gebracht worden wie in diesem Film. Die plumpe Behendigkeit, die mütterliche Zärtlichkeit der Seehunde, besonders aber das soziale Dasein der Pinguine ersteht handgreiflich Dor unseren Augen. Pinguine find öfters im Film gezeigt worden, aber nie so erschöpfend, nie jo charakteristisch. Man möchte diese schwarzrödigen Gefellen mit ihren weißen Bäuchen und den großen weißumränderten Augen, wie sie aufrecht dahertrotten und mit ihren Stummelflügeln wippen, für verzauberte Menschen halten. menschenähnlich ist ihr Gebaren, ihre Neugierde, ihre Betulichkeit, ihre mütterliche Sorgfamkeit, ihr starter Sozialfinn, daß man immer wieder an menschliche Parallelerscheinungen erinnert wird. Ueber alle diese Szenen polaren Naturlebens aber wölbt sich der Südpolar himmel bald im Sonnenglanz, bald im Schneegestöber, das die brütenden Pinguine vollständig zudect, ein schönes Bild des Lebens. mutes, der auch in diesen unwirtlichen Klimaten sich nicht unterPriegen läßt. Orlac's Hände. Theater am Nollendorfplatz. D. So Womit die Amerikaner Geschäfte machen! e. b. Die Amerikaner, die in der ganzen Welt beneidenswert gute Filmgeschäfte machen, huldigen im Manuskript dem Sieg des Guten und filmtechnisch dem Barieté. Diese Borlagen werden wahrhaft weidlich ausgebeutet und erzielen noch immer Erfolge. Mozartsaal Täglich 715 und 910 Sonntag 330, 515, 715 und 910 Das große weiße Schweigen tung phantastischer Erlebnisse Drlac mübli fich ganz in ben Ge Die Todesfahrt des Kap. Scott Robert Wiene, der Schöpfer eines unserer besten phantastischen Filme, des„ Caligari", hat sich aufs neue zum nurrealistischen Film bekannt. Leider ist er in seinem neuen Bert, das nach dem spiritistischen Kriminalroman gleichen Namens von M. Renard( in Deutscher Uebersetzung erschienen im Drei- Masfen- Berlag) angelegt ift, von der Vorlage doch noch zu fehr abhängig geblieben. Die Idee, daß einem hervorragenden Pianisten bei einem Eisenbahnunglück die Hände zertrümmert, aber durch andere Hände eines eben Hingerich teten ersetzt werden, ist außerordentlich fruchtbar für die Ausgestal danken hinein, daß seine Hände die eines Raubmörders find diese Erkenntnis wird ihm hier durch einen plumpen Trid beigebracht er fommt nie mehr los von diefem Gebanten, er wagt die geliebte Frau nie wieder zu berühren, er fann sich nicht durchringen zu dem Entschluß, vom Hirn aus die Hände umzugestalten zu schöpferischer Arbeit, wie der große Operateur ihm rät. Die Erlösung hätte irgend. wie durch die Einsicht in diesen Gedanken tommen können, daß der Geist es ist der den Rörper schafft. Aber Renard und das von ihm abhängige Manuskript bringt einen Berbrecher ins Spiel, der den unschuldig Hingerichteten schon für seine Zwecke ausbeutete und nun Drlac in den Mord seines eigenen Baters verwickelt, um von ihm große Summen zu erpressen und seine diabolische Freude an diesen wahnsinnig machenden Berwirrungen zu haben. Kurzum der feelische Prozeß wird durch ein friminalistisches Abenteuer erfekt, an deffen Ende es natürlich herauskommt, daß Orlac unschuldig ist und daß auch die Hände, die sein Leben zur Qual verdammten, die eines reinen Menschen waren. Orlac wird von allem Schweren genesen zum Südpol Als die Gäste voll innerster Ergriffenheit den Mozartsaal verließen, schien ein einmütiges Band sie zu umfassen: das grandioseste Filmwerk aller Zeiten war ihnen erschienen. Ein Werk, einzig in der Welt, einzig bisher und in kommenden Tagen." 8- Uhr- Abendblatt • • Vorverkauf 11-1 Uhr und die Hände wieder in den Dienſt ſeiner Kunst ftellen, in Harmonie Jugendliche haben Zutritt!!! mit feiner wiedergefundenen Gattin. Die Auflösung des sehr ver. midelten Knotens, die nachträgliche Aufklärung der auf ganze Strecken hinauf sputhaft und gespenstisch anmutenden Szenen wird fie hat Diese Geschichte aus dem Bühnenleben, die als Spief einsetzt, gebante. Freilich hat ihn Richard Arvay nicht zur vollen Enternst wird und beinahe tragisch enden fönnte, ist ein recht guter Filmfaltung bringen fönnen, abgefehen von hemmenden Längen find wichtige Motivierungen unzulänglich und die Umkehr ist zu plöblich. Die berühmte Schauspielerin Chriftiane Sorel begeistert abwohl fie nicht mehr alle Reize der Jugend für sich hat, ihr Publikum immer noch und so auch den fungen Zeichner Georg Thun, der ein seltsames Doppelleben führt. Zu Hause ist er der brave Sohn feines Baters, der demnächst mit seiner Jugendfreundin Ruth sich verloben foll, aber im Theater ist er der zu allem bereite, unsterblich in die Schaufpielerin Berflebte. Ein Zufall gibt ihm Gelegenheit, in den hauslichen Kreis der Dame aufgenommen zu werden. Der Einfall eines ihrer Kollegen macht ihn zum Spielball einer Laune. Die Sorel Fergusson tyrannisierte Frau. Der junge Thun erwirbt nach und nach die Aufmerksamkeit, ja, eine gewisje inneigung ber schönen Schauspielerin, die ausgerechnet am Tage feiner Berlobung ihn in ihrem Auto aufs Land entführt. Diefes letzte Abenteuer schon vieie auf dem Gewissen endigt natürlich mit der Liebe der Beiden und führt zur häuslichen Katastrophe Thuns. Er kommt emgefäufelt zur Berlobungsfeier, erregt den Unwillen der Gesellschaft und wird von feinem eigenen Vater auf die Straße gesetzt. Er tommt außerdem in den Berdacht, die bei seinem Vater deponierte Mitgift seiner Braut gestohlen zu haben. Erst als die Sorel einfieht, daß diefer dumme Streich zu bösen Konsequenzen führt und den Verliebten, den sie doch nicht dauernd seffeln fann, aus allen Himmeln stürzen läßt durch die Enthüllung, daß alles nur Spiel war, wird die Lösung der Konflikte möglich. Gerade zur rechten Zeit erlent Ruth, flärt das Mißverständnis mit dem Diebstahl auf und rehrt m dem Belehrten und Bekehrten zu dem Bater zurüd. Sehr hübsche Bühnenbilder, nette ländliche Szenen, u. a. eine Fahrt des jungen Baris auf einem Heuwagen, beleben die Handlung. Hella Moja bemies, daß man ihr noch mehr dumme Streiche zutrauen kann. Sie bezauberte als" Barin" auf der Bühne und entzückte in ihrem Spiel mit dem jungen Thun. Dieser wurde von Harry Hardt mit dem ganzen Feuer der ersten Liebe dargestellt. Recht sympathisch waren die alten Herren, die Bäter Ruths und Georgs( Hans Sternberg und Fris Greiner) und sehr ausdrucksvoll der Romifer, der das Spiel angibt: Rudolf Vogt. Boran ging ein ulfiger amerikanischer Reimfilm. Der Teanofilm„ Die Chechab co 3, der anläßlich der Breffe vorführung bereits eine eingehende Würdigung der Stritit erfuhr, läuft jetzt in der Alhambra. Auf der Bühne produziert sich der berühmte Bauchrebner Karl Ebler in feinen Stünften. Daneben treten die bekannten Artisten, die brei Sellons, in ihrem neuesten Originalaft auf. Vorher läuft die neueste Wochenschau der Deuligtpoche. Im Anschluß an ihren Film ,, London bei Nacht ist die Thero- FilmGesellschaft unter der Leitung von Hans Nieter damit beschäftigt, einen neuen Film herauszubringen, der sich., Berlin bei Nacht" betitelt. Ginen Sozial- Film, ein großes abenbfüllendes Wert, wird die Deutsche Lehrfilm- Gesellschaft, Berlin, noch im Laufe dieses Frühjahrs herausbringen. Der Film foll im Rahmen einer Spielbandlung dem großen Publikum die wichtigsten Kenntniffe über bie Gefahren imb Heilmöglichkeiten der Boltsfeuchen( Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten) vermitteln und veranschaulichen. Im Zusammenhang hiermit wird die Arbeit per Sozialversicherung im Interesse der Voltagesundheit be banbelt. Der moderne Großfilm„ Der tanzenbe Tod( Rer Mundi), Regie Rolf Raffé, wurde von der Eos- Filmgesellschaft, Berlin, fertig gestellt. Die Hauptrollen Find besetzt mit Carla Nelsen, Lia Elbenschüß. Eugen Klopfer, Theodor Loos, Albert Steinrück, Erich Kaiser- Tit, Eduard v. Winterstein, Carl de Vogt. Das Zentralinftitut für Erziehung und Unterricht hat den KulturSpielfilm der Usa Der Kampf um die Scholle" und den AftaNielsen- Film der National- Film- A.- G. Sebba Gabler im Sinne der Berordnung über Steuerermäßigung für volls bilbend und erzieherisch erflärt. Der Film ,, Das Phantom bet Oper" der Universal Bichures Corporation, New York, ist nunmehr fertiggestellt. Die reinen Gerftellungstoften haben eine Million Dollar verschlungen. Im Mittelpunkt fteht die Pariser Oper, die Aufführung von Gounobs Faust" und ein Mastenball. Dresdener Str. 72-73 Thalia- Theaters Täglich 8 Uhr Der Riesen- Erfolg Täglich 8 the Das Dreimäderlhaus Operette in 3 Alten von Dr. M. Willner n. Szina Reifert. Mui nach Tranz Schubert. Circus Busch 7%, Uhr: Der große Erfolg! Das romantische Manege- Schauspiel Lady Hamilton LEIPZIGER MESSE FRÜHJAHR 1925 1.- 7. MÄRZ TECHN. MESSE 1.- 11. MÄRZ Meßabzeichen zu Vorzugspreisen und Auskunft durch: Ehrenamtlichen Vertreter des Meßamts für den Handelskammerbezirk Berlin: Direktor G. Bach, Berlin, Potsdamer Straße 21, Fernsprecher: Lützow 3366; Geschäftsstelle des Meßamts, Berlin W 57, Kurfürstenstraße 23, Fernsprecher: Oliva 1783; Verkehrsbüro der Industrie- und Handelskammer, Berlin C 2, Klosterstr. 41, Fernspr.: Merkur Nr. 2035 38; Deutsches Verkehrsbüro, Potsdamer Bahnhof, Erdgeschoß links, Berlin W 9, Fernspr.: Nollendorf Nr. 8550/54; die Vertretung des Norddeutschen Lloyd, Agentur Berlin G. m. b. H., Hotel Adlon, Unter den Linden! und das MESSAMT FÜR DIE MUSTERMESSEN IN LEIPZIG Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 6 U.: Rosenkavalier Opernhaus am Königsplatz 72 Uhr: TOSCA Schauspielhaus 72: Charleys Tante Tägi. 8 Uhr: Mrs. Dot Leopoldine Konstantin Adele Sandrock, Kor!! Alexander, Ehser Bary, Mattoni, Rosé Schiller Theater Kleines Th. B 2: Guten Morgen, Heute nachm. 4 Uhr Fest d. Handwerker Hr. Fischer! Das Hänsel u.Gretel 72: Der Widerspen- Heute 7 Uhr stigen Zähmung Frau Lohengrin Volksbühne 2 Schluck u.Jau. 72 Uhr: Wer weint um Juckenack? Deutsch. Theater 7 Uhr: Die heilige Johanna Sonnt nachm 2U. Alt- Heidelberg von Friedmann und Lunzer Gisela Werbezirk Olga Limbary, Sdireker Strehlen, Natkin Trianon- Th. Tägl. 8 Uhr: VIEN BERLIN W Jagerstr.63 ANFANG ausichnetben! Szenenbild aus dem 1. Att Lestmalige Veraünstiguna! Thalia- Theater Dresdener Str. 72-73 Das Dreimäderlhaus V Ausschnetben!. Nur gültig box Montag, Ehrenkarte 9. 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LADY HAMILTON ADMIRAL NELSONS GROSSE LIEBE 9 Bi der von Paula Busch Hauptdarsteller: Lady Hamilton Paula Busch Lord Nelson Henry Pleẞ König Ferdinand von Neapel Fritz Beckmann als Gast Vorher: Der neue ebr.- Spielplan Sonntag. halbe Preise f.Erwachs. nachm.3 U. u. Kinder Die lustigen Vagabunden Ein Manegesnaß mit Gesano u Tanz Ball der Karikaturisten ( Familientag derer vom Größenwahn) 14. Februar i. d. Gesamträumen der PHILHARMONIE Vorverkauf täglich im Ballbureau Philharmonie Lützow 7399, 10-6 Uhr und Wirtschafts- Verband bildender Künstler, Lutherstraße 46. Nollendorf 3257. Ballkarte 12 M, Rangloge 25 M. Parterre- Loge 35 M., Künstlerkarte ( nur in beschränkter Zahl) 7.50 M. Pharus- Kino Müllerstraße 142 Täglich Rund um die Ehe Das Meisterwerk von Ernst Lubitsch Sonntags- 4.00, 5.30, 7.00 und 9.00 Uhr Ziehung bestimmt 12 re ruar Stuttgarter eld- Lotferie Geld zu Gunsten des Hauses des Deutschtums in Stuttgart. 5633 Geldgewinne zusammen 150000 Mk. Ha¸ptgewinns 50000 20000 10000 39 39 W Lose 3 MK., Porto u. Liste 35 Pt. mehr 10 Lose einschl P. a. Liste nur 80 Mk. gegen Voreinsendung od. Nachnahm CHARLOTTENBURG, Emil Haase, Kais. Friedrichstr. 12 Postscheck Kto Berlin 16638 Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür Von 1-3 geschlossen Deutsches Teppich- Spezialhaus Emil efèvre G. m. b. H. Berlin S. Selt 1882 nur Oranienstr. 158 Extra- Angebot Soweit Vorral! Eine Partie Büro- n.Dielenteppiche G.880 90/180 cm M. 2.85 ca. Größe ca. 130/190 cm 5.25 Größe 150/250 CH Größe 200/300 CM en. rn. Größe 225/340 CM ca. Grüße 300/400 Cm ex. 69 12.00 " 18.00 25.00 52.50 99 " Nor Einstück- Abgabe Fernspr. Moritzol 235