Nr. 106. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. fret In's Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags: Nummer mit tllustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter freuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preislis für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Serusprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, 33euth- Straße 2. Des Umsturzgesetzes dritter Umsturz. Berlin, den 7. Mai 1895. Wieder einmal ein großer Tag"- der Anfang des britten Umsturzes noch nicht der Anfang vom Ende. Aller guten Dinge sind drei, der Umsturz ist aber ein so außerordentlich, über die Maßen gutes Ding, daß auch ein vierter nöthig sein wird. Mittwoch, den 8. Mai 1895. " Expedition: SW. 19, 33enth- Straße 3. giebt es eine harmlos, daß es das kleinste Reptilchen nicht beleidigen gesetzt, wie er vor der Welt herausgestrichen und empfohlen fönnte, uns Sozialdemokraten doch am liebsten auf dem worden ist, und wie er dem deutschen Volke aufgeschwatzt Echeiterhaufen oder am Galgen hätte, erbarmungslos, und aufgezwängt werden sollte. Der Umsturzradau be aber heimlich kichernd, aus dem Reichstage hinausjagte, weil gann im Sommer des vorigen Jahres, in einer Zeit der er sich durch ungesetzliche Praktiken wider Ordnung, Religion tiefsten politischen Stille; und während das Gezeter nach und Sitte" in die Boltsvertretung eingeschlichen hatte! Die einem Knebelakte, wie ein Orkan durch die Blätter der ganze Geschichte dieses Umsturzgesetzes ist eine ununterbrochene Umsturzkomödianten hindurchbraufte, regte sich draußen im Kette von Lächerlichkeiten, eine Riesensammlung von Pech. Land kein Blatt, war Friede und Rub' in allen Wipfeln. Bech und nichts als Pech. Taß der glorreiche Versuch, Der ganze Spektakel künstliche Mache, der Donner Theaterdie staatserhaltenden Parteien gegen die Umsturzparteien zu donner, alles Dichtung, so weit nicht bewußte Täuschung, Und der erste und der zweite Unsturz waren doch gründlich sammeln", zur Folge gehabt hat, die staatserhaltenden Parteien nichts Wahrheit kein Titelchen von Wahrheit, fein Funke genug sollte man denken. Der erste, durch die Generaldebatte einander in die Haare zu jagen und wie die Fischweiber von Ernst Mache, Mache und nichts als Mache, von erster Lesung des Gesetzes zur Rettung der Gesellschaft des es nicht thun, einander schimpfen zu lassen zum gött- Anfang bis bis zu Ende. Und nun gar, als diese junkerlich- pfäffisch- polizeilich kapitalistischen Umstürzlerthums lichen Gaudium der boshaft lachenden Umflürzler, daß König Umsturzgesellschaft einer Tischrede des deutschen Kaisers das hat volle sechs Tage lang gedauert und hat an dem Stumm, der Vater der Umsturz vorlage, jezt, wo das Schicksal Dreiwort: Religion, Ordnung und Sitte" entlehnt hatte, Umsturzgesetz und seinen Machern kein gutes Haar und seines, des Erzeugers würdigen Sprößlings entschieden wird, welcher Kontrast zwischen dem Gedankengang jener Rede feinen ganzen Knochen gelassen. Der zweite Umsturz, durch fern im Süd im schönen Italien weilen muß, weil er sich in und dem Handeln derer, welche die Rede für ihre Parteidie Umsturzkommission mit den zwei umgestürzten Vor- wiederholtem Rückfalle grober Verstöße gegen Religion, und Privatinteressen auszuschlachten wußten. Wenn die fizenden, hat gar über drei volle Monate gebauert. Von Ordnung und Sitte" schuldig gemacht hat daß die Herren sich mit raffinirtefter Effekthascherei als Heuchler dreitägigen Schlachten hatte man schon gehört von drei Patrone der Umsturzvorlage in Sachen der Wissenschaft, vollendetster Sorte hätten darstellen wollen, sie hätten keine monatlichen vorher noch nicht. Dafür war's auch keine Kunst und Literatur vor der erstaunt ausschauenden Welt audere, sich keine bessere Wahlspruchwahl zu treffen vermocht. Schlacht, sondern ein Schlachten: ein Abschlachten, glied- eine Unwissenheit bekundet haben, die keiner Köchin Religion, Ordnung, Sitte" im Munde, Habsucht, Anweise, zollmeise, linienweise. Allein es war nicht genug. zu verzeihen wäre Pech, Pech und nochmals archie, Gewaltthätigkeit im Herzen das hat schon der alte Napoleon drastischere Illustration des Bismarck'schen Sazes von der Die Umsturzvorlage ist ein Wurm, der nicht sterben Pech! Bech aber fann, weil er überall, wohin er fällt, Gift findet, das für entdeckt ist eine Eigenschaft. Die grotesken herrschenden politischen Heuchelei? ihn Lebensfaft. Er hat mehr Leben als eine Kaze, die bekannt- Bwischen- und Unfälle des Umsturzgesetzes sind kein Zufall, Moralisch todt! Was ist uns Hekuba- was ist lich neun hat. Und so müssen wir ihn abermals todtschlagen sie spiegelu die Spieler in dieser Haupt- und Staatsaftion, uns Moral? denken die Priester des goldenen Kalbs, die tödter als todt schlagen. Jeder Paragraph, ist er auch zu sie sind Ausdruck des Systems. Wie der Stil so der Mensch Empfänger der Liebesgaben, die Großkornwucherer, die Staub zermalmt, steht wieder auf, wie ein Stehmännchen. wie das Umsturzgefeß so seine Urheber. Prediger des Evangeliums vom Blut und Eisen, vom Und ist das Werk auch für diesmal vollendet, so haben wir Und so wenig man heutzutage an der Lächerlichkeit Säbel, der haut, und der Flinte, die schießt. nochmals von vorn anzufangen mit der dritten Lesung. stirbt, so wenig giebt es einen moralischen Tod. Und diese Herren Umstürzler aller gemeinen Moral Das Lächerliche tödtet sagen die Franzosen. Ach, Hundert und tausendmal haben die Organe des Bürger- haben vorläufig das Heft in den Händen, und sie ,, pfeifen" wenn es nur wahr wäre! Dann hätten wir keine neueste Aera, thums, auf das die Umsturzvorlage mit ihrem penetranten auf das moralisch todt" und auf die gemeine Moral, feine Köllerei, feinen Zickzackturs, keine Umsturzvorlage. Fäulniß- und Stallgeruch eine ähnliche Wirkung ausübte die blos für das gemeine Volt ist, aber nicht für die Gewiß keine Umsturzvorlage. Denn an diese schönste der wie der Moschus auf einen Sterbenden, den Tod noch etwas Schlot- und Schnapsjunker, nicht für die Herrn Millionäre schönen Pflanzen, die dem Sumpfboden unserer Politik ent- aufhaltend uns in die Ohren gerufen: die Umsturz- sammt Anhängsel. sprossen sind, hat sich, von dem Augenblick, wo sie ihren vorlage ist moralisch todt. Aber sie ist noch nicht todt. Also nicht todt durch ihre Lächerlichkeit, nicht todt, obKopf aus der Erde, nein aus dem Aftenstaub hervorstreckte, Sie Ie bt. Das moralisch todt" reicht nicht aus. Sie gleich moralisch todt, diese Umsturzvorlage. Auch nicht der Fluch der Lächerlichkeit gehängt. Lächerlichkeit, muß erst thatsächlich todtgeschlagen werden. todt durch den Sturm der öffentlichen Meinung, Lächerlichkeit von der homerischen Lachszene an, wo die arme Moralisch todt! Alberne Redensart aus der guten der gegen sie losgebrochen ist sie muß noch ein drittes Amme des Wechselb algs, Fran Geheimrath Nieberding, als alten Zeit, da Deutschland noch eine politische Kinderstube Mal vom Reichstage todtgeschlagen werden. Und dann fie ihre wohlvorbereitete Fraubasenrede zu Preis und Ehren war und sentimentale Echwächlinge", schwindsüchtige Pro- noch ein viertes Mal.-des, weil häßlichen um so mehr der Liebe und des Lobes fessoren" und" doktrinäre Phrasenhelden" das große Wortführen Und heute beginnt die dritte Schlacht im Reichstage. bedürftigen, mit anarchistischem Kindermehl aufgepäppelten fonnten. Moral und Politik- das ist zweierlei: Moral gilt nicht Das Haus ist gefüllt die Tribünen gefüllt und eine Säuglings beendet hatte, die Reichstagsschule lachend aus- für die Politik. Nie hat der Reichstag stürmischer gelacht, gewisse Feierlichkeit furz alle Kennzeichen eines großen einander und in die Weihnachtsferien rennen sah, bis zur als damals, wo ein sozialistischer Abgeordneter, bei Be- Tages". Das Publikum freilich wird enttäuscht sein. Verlegung des Freiligrath'schen Zeughaussturms aus dem sprechung der orientalischen Frage die naive Forderung Große Tage bedeuten nicht große Reden. Nicht im Reden Jahre 1845 in das Jahr 1895- genau ein halbes Jahr- ftellte, für die Politik müßten die Grundsätze der gemeinen liegt jetzt das Interesse was ist neues zu sagen? Was hundert, in dem diese Umisturzgesellschaft nichts gelernt und nichts Moral gelten. ist zu sagen, das nicht schon Duzende von Malen gesagt vergessen hat, und bis zum heutigen Tag, wo die spöttische Moralisch todt! Wie kann moralisch todt sein, wäre? In der Gruppirung der Parteien, in dem AufGeschichtsmuse einen ihrer kostbarsten kleinen Wige macht, was ohne Moral gegen alle Moral in's Leben getreten marsch für die Schlacht, oder richtiger: für die Einzelkämpfe, indem sie den ehrsamen Präsidenten der Umsturzkommission, ist? Moral und Umsturzgesetz! Moral will Wahrheit. in welche die Schlacht zerfallen wird, liegt das Interesse. den fanatischen Großinquisitor der Reaktion, das Groß- Und ist der Wahrheit je klatschender ins Antlig geschlagen Denn für jeden der Einzelkämpfe, das heißt für die Reptil Böttcher, das, obgleich persönlich so gutmüthig und worden, als durch die Art, wie dieser Wechselbalg in die Welt Kämpfe um jeden einzelnen Paragraphen, wird der Auflieber Himmel, wozu war man denn Armenvorsteher, wenn zu sehen bekam, und das mit seinen schmutzigen Stiefeln man nicht auch' mal den Seinigen etwas zufließen laffen sollte? Feuilleton. ( Nachdruck verboten.] Berliner Märztage. 6 " jedesmal die sauber gescheuerten Dielen der Wohnung verunreinigte. Ganze Haufen dieses Gesindels waren heute bereits am frühen Morgen am Hause vorübergegangen. Wenn diese bösen, neidischen Menschen ihm etwas anthaten --fie zitterte bei der bloßen Vorstellung einer solchen Möglichkeit. Ich werde bald zurück sein," sagte Gotthold Plüddemann, indem er mit einer gewissen ängstlichen Eile sich verabschiedete. Wohin mochte er gchen? Am Sonntag Nachmittag, den er sonst bis zur Kaffeezeit zu Hause zu verbringen pflegte... So war denn Herr Plübdemann fest entschlossen, diesen Wernicke's gegenüber den Wohlthäter zu spielen. Daß man ihm einen Korb geben könnte, betrachtete er als voll Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. tommen ausgeschlossen. Er hatte Lotte niemals in männEs war auch unverantwortlich von diesem Plüddemann, licher Gesellschaft gesehen und glaubte bestimmt, daß ihr an den Reizen der achtbaren Frau Mucenich, die als Wittwe Herz noch frei war. Er meinte, dieses Blümchen zu allererst eines Registrators immerhin eine gewisse Rücksicht ver- entdeckt zu haben und wollte auch der erste sein, der sich an diente, so ganz achtlos vorüberzugehen. Indessen, die Liebe seinem frischen Dufte erfreute. macht nun einmal blind und fragt nicht nach Titel und Mit aller Heimlichkeit schob er die Vorhänge seines Würden. In diesem Punkte wollte Gotthold Plüddemann Schlafzimmers ein wenig zurück und spähte nach den Fenstern das eine Mal in seinem Leben Demokrat sein. War der Wernicke'schen Wohnung hinüber. Und richtig, da stand denn Meister Wernicke als Echwiegervater eine gar so fie in dem halbgeöffneten Fenster, im kleidsamen blauen schlimme Zugabe? War er nicht ebensogut Vollbürger von Mieder, die schweren dunklen Flechten um den Kopf geBerlin, wie er, Herr Plüddemann selbst, wenn er auch als wunden, und fütterte den Stieglitz in dem hölzernen alter Kämpfer aus den Befreiungskriegen die Gebühr für Bauer, der zwitschernd nach ihrem weißen Finger pickte. führten- jetzt bog er nach rechts in die Straße ein, und den Bürgerbrief nicht bezahlt hatte? Und das eiserne Kreuz Und plötzlich tauchte Dora's blonder Lockenkopf neben ihr auf der Bruft des Veteranen, hatte es nicht auch etwas zu auf, und die Frühlingssonne schaute lächelnd nieder bedeuten? Ch auf die reizende Gruppe und verklärte mit ihrem goldenen Schein das anmuthige Bildchen. Mit raschen Schritten eilte sie an eins der beiden Fenster in der guten Stube und lugte gespannt auf die Straße hinaus. Jetzt kam er, bedächtig Umschan haltend, die steinernen Stufen hinunter, die zur Hausthür empor jett... jest. was? In den Blumenladen geht er? Was hatte er da zu schaffen? Die Sterbetage der beiden Gottseligen waren doch vorüber, sie selbst hatte die Kränze „ Nein," sagte er sich im stillen, sie werden mich in für die Gräber besorgt, und von einem Todesfall in Be der Silbernen Eute" nicht auslachen, wenn ich plötzlich Herr Plüddemann konnte das Pochen und Wogen in fanntenkreisen hätte sie sicherlich etwas erfahren... Doch unter sie trete und ihnen feierlich eröffne, daß ich mich mit seiner Bruft nicht länger bemeistern und beschloß, endlich da trat er ja wieder heraus mit einem Veilchenstrauß Fräulein Charlotte Wernicke verlobt habe..." einen entscheidenden Schritt zu thun zur Verwirklichung in der Hand! Was hatte das zu bedeuten? Ein Umstand nur machte ihm einiges Kopfzerbrechen: seiner Pläne. Nun fam er zurück, nun stieg er die steinernen er würde mit Lotte zugleich die ganze Familie auf den Hals Nicht ohne ein gewisses Erstaunen sah Frau Mucenich Stufen wieder empor und verschwand im Hausflur. bekommen, denn das hing ja alles aneinander wie die den Herrn Vorsteher sich zum Ausgehen bereit machen. Mit ängstlich pochendem Herzen lauschte sie auf seine Kletten. Doch auch da würde sich Rath schaffen lassen: er blieb aus. Wie denn, er wollte doch schlafen?" sagte sie fich Schritte. Minute auf Minute verrann man konnte einfach die Verbindung zwischen den beiden im stillen. Was mag er vorhaben? Er wird doch Und doch war er ins Haus eingetreten, fie tonnte es beWohnungen wieder herstellen- na, und so mochten sie nicht etwa in die Stadt wollen, bei diesen schrecklichen schwören! schon wohnen bleiben da hinten, während das junge Zeiten!" In höchster Aufregung begab sie sich in die Küche an Pärchen sich in den Vorderzimmern einrichtete. Und wenn Frau Muckenich, eine geborene Stettinerin, haßte dieses ihre Arbeit. Wie, wenn ihr fein angelegter Plan, mittels man dann dem Alten bisweilen etwas zukommen ließ, aus Berliner Volk, dessen verkommenste und elendeste Exemplare dessen sie das harte Herz des bösen Mannes zu erobern städtischen Stiftungen und Legaten zum Beispiel... Du sie hier, in den Sprechstunden des Aimenvorstehers, täglich gedachte, nun doch noch scheiterte, wenn alle die köstlichen marsch ein anderer sein. Mit Ausnahme der Sozialdemokraten, Volksparteiler und Fortschrittler( beider Linien) Dolitische Itebersicht. Iteberlicht. Polizeigeist verräth, läßt sich freilich nicht bestreiten. steht keine einzige Partei geschlossen gegen das Umsturzgeset, und geschlossen ist keine für dasselbe. V = nicht in der Lage zu beurtheilen. Daß sie Köller'schen Berlin, 7. Mai. Spiegelt sich in der Notiz wirklich die Auffassung der Aus dem Reichetrge. Die 1700 000. für die Regierungsfreise, so würde das nur für die Kleinlichkeit Die einen find für diese und gegen jene, die anderen Eröffnungsfeierlichkeiten des Nordostsee- Kanals wurden der Auffassung, die in denselben herrscht sprechen, und für jene und gegen diese Paragraphen und auch heute bei Beginn der Sigung ohne Debatte in dritter andererseits würde durch sie wieder einmal der Beweis die erfahrensten Parlamentarier sind außer stande, Lesung genehmigt. geliefert sein, daß unsere Partei die bei allen Entdas Ergebniß der Einzelbestimmungen, und schließlich Nicht so glatt ging es dagegen mit den Wahl scheidungen der Regierungen ausschlaggebende Macht ist. das der Gesammtabstimmung annäherud voraus abzuschäßen. prüfungen. Die Nationalliberalen wollten Wiederaufnahme Zur Umsturzvorlage erfährt die" Freisinnige 8tg." der bereits am Sonnabend geschloffenen Debatte über die folgendes: Die Sigung wird eingeleitet durch die dritte Lesung Böttcher'sche Wahl. Nach langer Geschäftsordnungs- Gerüchte sind verbreitet über Verhandlungen zwischen des Nachtrags Etats, der an Freuden und Hoch- Debatte wurde über diesen Antrag weggegangen und Konservativen und 3entrum, welche unter Zeitung zeiten" erinnert und einen besänftigenden Einfluß ausüben dann in namentlicher Abstimmung die Wahl mit des Abg. v. Levehow bezwecken, einen Theil der Umsturzvorlage würde, wären die Gemüther nicht ausschließlich auf Kampf 212 gegen 93 Stimmen für ungiltig erklärt. Das Zentrum, unter Abschwächung der klerikalisirenden Bestimmungen in Sichergerichtet. die ganze Linke( mit Ausnahme der Nationalliberalen), Polen, heit zu bringen. Zweiter Punkt der Tagesordnung. Abstimmung über Antisemiten und Elsässer stimmten für Ungiltigkeit. Nach Meldung eines Berichterstatters hat sich die 3entrum? die Giltigkeit der Wahl des Abgeordneten Böttcher." Herr Dr. Böttcher, der Hauptarrangeur des ganzen eine abwartende Stellung zum weiteren Berfrattion in ihrer Gesammtheit am Montag dahin geeinigt, Noch nicht der Kampf, aber ein Kampf. Ein Vor- blöden Umfturzgeschreis, ist also vor die Thüre gefeßt, in laufe der Berathung einzunehmen. In der Sigung gefecht vor der Schlacht. Jede Stimme ist von Werth und dem Moment, wo über das Umsturzgesetz die Entscheidung machte sich die Richtung start geltend, welche unter allen Umtann ausschlaggebend sein bei den bevorstehenden Ab- gefällt werden soll. Die Antisemiten begrüßten das ständen die Ablehnung der Vorlage befürwortete. stimmungen. Böttcher's Schicksal freilich ist besiegelt. Für Abstimmungsresultat mit Bravo! Die Herren hoffen, den den Reichstag ist er ein todter Mann. Wären seine Wahlkreis zu erobern. Wenn Dr. Böttcher wieder kandi Tie nationalliberale Reichstags Fraktion hat Freunde nicht hartherzige Realpolitiker und weichen, weich diren sollte, mag diese Hoffnung auch nicht unberechtigt mehrere Stunden die Umst urz vorlage berathen und lichen Gefühlen unzugänglich, so hätten sie Böttcher's erscheinen. dieselbe in der Fassung der Kommissionsbeschlüsse a b= Todesqualen abgekürzt und schon am Sonnabend die HinAußer der Wahl Böttcher's stand auch noch die des Frei- gelehnt. Dagegen wird sie, wie ein parlamentarischer richtung vollziehen laffen. Doch die nationalliberale„ Chre" fonfervativen v. Dziembowski auf der Tagesordnung. Dieser Berichterstatter meldet, ihre positive Stellung in und der nationalliberale Anstand" wollten es anders. Herr ist gegen einen Polen mit allen Mitteln des staat- einem zu stellenden Gesammtantrage kenn Und wir sind's zufrieden. Um Böttcher's Leiche wird im lichen Hochdruckes gewählt worden und die Kom 3eichnen. und Reichstag gekämpft wie weiland vor Troja um des mission beantragte Üngiltigkeit der Wahl, weil der Die Sozialdemokratie in den Landtagen. Es giebt Patroklus Leiche. Marquardsen und Enneccerus appelliren Bandrath Graf von Westarp mit Namen und Amts- nur noch wenige Landtage, in denen kein Sozialdemokrat herrisch an die Gerechtigkeit" des Reichstags; und lassen charakter die Wahlaufrufe für D. unterschrieben hatte. sigt, so den preußischen, den braunschweigischen, den lippesich herrisch auslachen. Anderthalb Stunden lang, Eine fast endlose. Debatte an der sich alle Parteien beschen und den oldenburgischen. In Bayern sißen fünf, in und dann noch namentliche Abstimmung. Auch der theiligten, entspann sich über diesen Antrag, wobei besonders Sachsen sogar 14( bei 82 Mitgliedern), Württemberg zwei, Kelch geht vorüber: mit 214 gegen 93 Stimmen der Nationalliberale Dr. Friedberg es als Pflicht der Baden drei, Hessen drei, Weimar einer, Gotha einer, Meiwird die Leiche aus dem Reichstag geworfen unter dem Beamten und jedes deutschen Mannes hinstellte, in den ningen einer, Reuß j. L. drei, Schwarzburg- Rudolstadt einer. Jubel der paar Antisemiten, die auf das Votum polnischen Bezirken gegen den Polen und für den Dieses Fortschreiten der Sozialdemokraten ist um so begewartet hatten, wie die Geyer auf das Aas. Sie hoffen Deutschen zu stimmen. Wenn vorher vielleicht noch die achtenswerther, schreiben die„ Berl. Neuesten Nachr.", als den frei gewordenen Wahlkreis zu erobern. Fest steht, Möglichkeit gewesen wäre, die Kassation der Wahl abzu- fast überall ein Zensuswahlsystem besteht, welches die ganz die Nationalliberalen haben die Zeche des Umsturz- wenden; diese höchst ungeschickte Aeußerung des national- Unbemittelten vom Wahlrecht ausschließt, und als auch die rummels zu bezahlen. Die schmähliche Abschiebung ihres liberalen Heißsporns bestimmte die Entscheidung. Das Wählbarkeit zum Abgeordneten an verschiedene Bedingungen geistigen Haupts", des Vorsitzenden der Umsturzfommission, Zentrum konnte jetzt die Polen nicht fallen lassen und so geknüpft ist, in Sachfen z. B. an die Erfüllung des dreißigsten wirft tiefe Betrübniß in die Mannesseelen. Es ist ein wurde auch diese Wahl in namentlicher Abstimmung mit Lebensjahres, an den dreijährigen Besitz der sächsischen böses Omen, und fündigt ihnen das Nahen der Erinnyen, 201 gegen 112 Stimmen kassirt. Staatsangehörigkeit und an die Entrichtung einer jährlichen der Göttinen der Vergeltung. Es rächt sich alle Schuld Mittlerweile war es 5 Uhr geworden und das Haus Staatssteuer von mindestens 30 M. auf Erden", hat ein bekannter Dichter gelehrt, der froh beschloß Vertagung, ohne in die Umsturzdebatte einzutreten. sein kann, daß es zu seiner Zeit noch kein Umfturz- Das ungemein zahlreich erschienene Tribünenpublikum war gesetz gab. also um das erwartete Schauspiel gekommen; indeß nahm die Debatte über die Wahlen theilweise einen so heftigen Charakter an, daß es auch beim Umsturz nicht lebendiger wird hergehen. " Der Gaal hat sich inzwischen noch mehr gefüllt. An der namentlichen Abstimmung über Böttcher's Mandat betheiligten sich 307 Mitglieder nur zwei weniger als bei der Abstimmung über die Bismarck Poffe am 23. März, wo 309 stimmten. Und das war die höchste Zahl von Anwesenden in dieser Eeffion. Eine Stunde nach der heutigen Abstimmung war jene Zahl augenscheinlich überschritten. Es kommt alles, was abkommen kann. Die Schlacht wird hartnäckig werden. Königreiche Sachsen schreibt die Köln. Volts- 3tg." Ueber die Entwickelung der Sozialdemokratie im Seit der Reichstagswahl von 1887 standen in Sachsen sich folgende Zahlen gegenüber: Sozialdemokraten Gesammtgegner 869 788 830 48500 318 000 1887 1890 • 1893 • 149 270 241 187 273 000 • Differenz 220 468 99 298 45 000 Die sozialdemokratisd, e Fraktion war heute, in Erwartung des Beginns der Umfiurzdebatte, in voller Stärke Geht es so weiter, dann werden sich in Sachsen die sozialim Reichstag erschienen. Da der neugewählte Abgeordnete demokratischen und nicht sozialdemokratischen Stimmen bald die Horn heute ins Haus eingetreten war und sich zufällig Waage halten. Wenn troß diesen Fortschritten der Sozialdemo keiner unserer Abgeordneten hinter schwedischen Gardinen traten sächsische Blätter, wie die Leipziger Zeitung", die in befindet, so waren die 46 Abgeordneten anwesend, um im Sachsen beliebte Kampfmethode gegen die Sozialdemokratie für Umsturz ihren Mann zu stellen. gut und zielführlich halten, so ist weitere Erörterung unnüß. Ein zweites Vorgefecht. Ein zweites Mandat der Um sturzgesetzler, das des Landraths a. D. DziembowskiBomst, eines Reichsparteilers ist in Frage. Die tages schreibt der Hann. Cour.": Zur Frage Bertagung oder Schluß des Reichs- Unsere theuren Kriegsschiffe sind das auf sie verFreunde des Herrn ziehen die Verhandlung nach Möglichschwendete Geld nicht werth. Dies beweist wieder einmal feit in die Länge, und erreichen dadurch, daß zwei die Absicht, den Reichstag bis zum Herbst zu vertagen; er soll für den 8 Millionen Mark verausgabt wurden. Diesem Schiffe, Wie aus maßgebenden Kreisen verlautet, besteht dort nicht das Schicksal des Kreuzers 2. Klasse Kaiserin Augusta", Stunden lang die Sünden der preußischen Landräthe und vielmehr vor Pfingsten geschloffen werden. Als einziger Grund dem größten, besten und modernsten unserer Kriegsmarine, Väter, Geburtshelfer und Pathen des Umsturzgesetzes für eine Vertagung statt des Schlusses fönnte allenfalls der ist nun zum zweiten Male die Maschine zusammengebrochen. an den Pranger gestellt werden eine treffliche Wunsch gelten, die Arbeit der Kommission für die Justizgesetze Einleitung für die zweite Lesung des Umsturzgesetzes. nicht verloren gehen zu lassen. Dem stehen aber gewichtige Die Reparatur des ersten Zusammenbruches der Maschine Auch hier namentliche Abstimmung. Gründe für die Schließung des Reichstags gegenüber, unter denen hat 21 Monate gedauert und nun nach dem zweiten MaschinenGs ist, schon 5% Uhr. Kann man da überhaupt noch heut in die Um- wir nur hervorheben wollen, daß im Falle der Bertagung die zusammenbruche hat man die Hoffnung, das Schiff im Auslande 5½ Uhr. Kann man da überhaupt noch heut in die Um- Freifahrkarten ihre Giltigkeit behalten, und gegen feinen Abge- zu verwenden aufgegeben. Unsere Marine- Enthuſiaſten sturzdebatte eintreten? ordneten ohne Genehmigung des Reichstags ein Strafverfahren werden trotzdem sicherlich rasch bei der Hand sein, wenn Das Resultat der zweiten Abstimmung ist ähnlich dem eingeleitet oder fortgesetzt werden darf. Die Freifahrt würde den vom Reichstage wieder 8 Millionen als Ersatz für die der ersten: von 313 Stimmen 112 für, 201 gegen Agitatoren willkommen fein zu billigen Hegreisen, und die Kaiserin Augusta gefordert werden sollten. Giltigkeit des Mandats. Die Differenz mit der vorher publizistisch thätigen Abgeordneten würden einen Theil ihrer gehenden Abstimmung erklärt sich daraus, daß der Landrath Immunität in das Privatleben mit hinübernehmen, da sie Der Zentralausschuß der Freifinnigen Volkspartei außer Dienst eine etwas weniger unsympathische Persönlich im Falle von Klagen wegen Beleidigungen den Vor- bat am Sonnabend seine Jahressigung abgehalten. Den Vorsitz keit ist als der Umsturzkommissions- Präsident außer Dienst. theil der Verzögerung und eventuell Verjährung derfelben für führte Abg. Schmidt. Den Bericht über die Thätigkeit des ge Schluß der Sigung kurz vor 6 Uhr. fich hätten. Derartige Privilegien über das nothwendigste Maß schäftsführenden Ausschusses erstattete Abg. E. Richter. Nach Das Schlachtfeld ist gesäubert die Leichen hinweg- auszudehnen, läßt sich nur rechtfertigen, wenn es sich um die dem Bericht der Freis. 3tg." erstreckte sich die Thätigkeit des Erhaltung einer wirklich werthvollen Kommissionsarbeit handelt. Ausschusses vornehmlich auf die Vorbereitung des Eisenacher geschafft. Alles klar zum Gefecht. Der Tanz kann Los- Dieser Fall liegt nicht vor, denn was die Kommissionen an den Parteitages nach Maßgabe der früheren Beschlüsse des Zentralgehen. Und wird morgen losgehen. betreffenden Entwürfen bis jetzt geleistet, tann höchstens als ausschusses und auf die Unterstüßung der Parteigenossen bei den schäßbares Material" betrachtet werden. Reichstags- Erfahwahlen, insbesondere bei den Ersazwahlen in Wie weit diese Erklärung auf Informationen bei Elmsborn- Pinneberg, Stendal Osterburg, Eschwege- Schmalkalden, wirklich maßgebenden Kreisen zurückzuführen ist, sind wir Eisenach, Weimar und Lennep- Mettmann. Jm weiteren Verlauf der Tagesordnung wurde die provisorische Neubesetzung von zwei Stellen im geschäftsführenden Ausschuß einer weiteren Sigung übertragen, in welcher auch der Bericht der Revisoren über den Kassenabschluß und die Decharge. Ertheilung er folgen soll.-1000 Und so hat der heutige Tag uns nicht einmal den Anfang des Endes gebracht, sondern nur den Anfang des Anfangs. werth war. Oberbürgermeister Belle soll seine Klage gegen die ,, KreuzBeitung" zurückgezogen haben. Klüger wäre es noch gewesen, Die Angriffe der Kreuz- Beitung" mit gebührender Berachtung zu strafen.Fleischspeisen, Saucen und Knödel, mit denen sie ein ganzes schritt er denn vorwärts, in der festen Ueberzeugung, daß Jahr lang um seine Liebe geworben, ihren Zweck verfehlt der Preis, den er erringen wollte, den Einsatz auch haben sollten? Wer konnte denn- hier im Hause ihrem sehn Er hatte einen guten Gedanken gehabt, um seine Anlichsten Herzenswunsche in die Quere gekommen sein? näherung möglichst unauffällig zu bewerkstelligen: er wollte Sie wollte, sie durfte es nicht glauben, daß ein Gotthold sich bei Meister Mathias einen Frühjahrsanzug bestellen. Blübdemann sich mit dieser verhungerten Schneidergesellschaft Seine sonstigen Wünsche konnte er ja dann, wenn die gemein machen würde. Schon um seiner Ehre willen durfte Gelegenheit sich darbot, so unter der Hand zum Bezirkstagswahl Straßburg- Nord. Gemeinderath Gißen sie das nicht annehmen. Ausdruck bringen. So bringen. So glaubte er zwei Fliegen( gouvernemental) erhielt 1145, Rechtsanwalt Meyer( entschieden Da stand sie ja am Fenster, diese... Lotte, oder wie mit einer Klappe zu schlagen und sich zugleich für den freisinnig) 1073, Bigarrenhändler Böhle( Soz.) 758 Stimmen. Eißen ist gewählt.fie hieß. Die sollte hübsch sein, diese gelbe Quitte? Da schlimmsten Fall den Rückzug zu sichern. hatte sie selbst doch anders ausgesehen in ihrer Jugend: Auf sein leises Klopfen rief eine jugendlich helle, durch- Der Major v. Klosterfelde, der Säbelheld, der bekanntlich rothe Backen, wie ein Borsdorfer Apfel, und ein Haar wie Seide! Hätte wohl sonst der Registrator Muckenich zu Stettin so rasch Feuer gefangen? dringende Knabenstimme: Herein!" Meister Wernicke's Jüngster, Ferdinand mit Namen, ein munterer Blondkopf von fünfzehn Jahren, der bei Frize Grams die Bäckerei Aber was war denn das? Sah sie recht, oder war es lernte und heut den freien Nachmittag bei den Seinigen Täuschung? Himmel! Der Veilchenstrauß Plübde verbrachte, riß mit einer heftigen Bewegung die Thür auf. mann's Strauß in der Hand des Schneidermädels! D, Beim Anblick des würdigen Haustyrannen zog er sich unter Das war zu viel für ihr armes, verrathenes Herz... lustigen Sprüngen in einen Nebenraum zurück. Sie stürzte nach ihrem Stübchen und brach schluchzend Verlegen grüßend trat Gotthold Plüddemann ein. So auf ihrem Bett zusammen. Die Sonne verbarg ihr Antlig dürftig hatte er sich die häuslichen Verhältnisse des Meisters hinter dunklem Gewölt, als ob sie mittrauerte um die zer doch nicht gedacht. Das war ja die unverhüllte Armuth, die tretenen Hoffnungen der ehrsamen Registratorswittwe. Ein in diesem niedrigen, von zwei kleinen Fenstern nur spärlich heftiger Windstoß fegte zornig über das Dach des Hauses erhellten Raum herrschte. hinweg und ließ es in allen Fugen erzittern. III. Große feuchte Flecke in den weißgetüuchten Wänden zeugten von der gesundheitwidrigen Beschaffenheit des GeNicht ohne Herzklopfen war Gotthold Plübdemann die bäudes und verbreiteten einen dumpfen Geruch in der fteile, mit einem morschen Schindeldach versehene Holzstiege Stube, die zu derselben Zeit Werkstatt, Wohnraum und emporgeklettert, die vom Hofe aus zu Meister Wernicke's Schlafgemach der männlichen Bewohner war. Die beiden Wohnung emporführte. So sehr er sich auch bemühte, sein Mädchen schliefen in einem engen Rämmerchen zur Rechten, Gewissen zu beschwichtigen, so flar war er sich doch dar- das zugleich als Küche diente. Der durchdringende, stechend über, daß er im Begriff stand, cine breite Kluft zu über- faure Duft marinirter Heringe verrieth dem Eintretenden schreiten, die ihn gesellschaftlich von den Bewohnern des das frugale Sonntagsmenü der schlichten Bewohner. Hinterhauses trennte. Er wäre in die größte Verlegenheit Meister Mathias, eine große, hagere Erscheinung gerathen, wenn ihm einer seiner vornehmen Bekannten, mit melancholisch- ernsten Zügen, leicht angegrautem dunklen etwa der Herr Polizei- Kommissarius oder der Stadtrath Haar und militärisch furz gehaltenem Schnurr- und der Armen- Abtheilung, auf diesem für ihn so bedeutungs- Backenbart, saß auf einem hölzernen Schemel an dem vollen Gange begegnet wäre. Was sollte er jedoch machen Fenster, neben welchem die nach der Plüddemann'schen gegen dieses unruhige, puckernde Ding in seiner Brust, das Wohnung führende Verbindungstreppe mündete. nun einmal durchaus auf seinem Willen bestand? Und so ( Fortsetzung folgt.) im vorigen Herbst auf dem Steindamm in Hamburg einen wehrlofen Bürger ohne jeglichen verständlichen Grund schwer mit feinem Säbel mißhandelte und verwundete, ist schon seit Wochen in Altona nicht mehr anwesend. Wie mitgetheilt wird, befindet er sich in Magdeburg. Danach scheint das Urtheil des Altonaer Militärgerichts, welches ihn von der Anklage, bei der betreffenden Affäre seine Waffe mißbraucht und die Ehre des Offizier standes verlegt zu haben, freisprach, nicht bestätigt worden zu sein. Der Ausgang der italienischen Wahlen läßt sich nicht voraussagen. Zur Beurtheilung desselben ist aber die folgende Nachricht aus Rom nicht ohne Bedeutung: Bei den Wahlen zum Provinzialrath von Brescia stegte die zwischen den Klerikalen und Gemäßigten vereinbarte Lifte. Banardelli, der frühere Präsident des Provinzialraths, wurde nicht wiedergewählt. Ein Bündnis der Regierungsmänner mit den Klerifalen scheint der letzte Rettungsanter derer um Crispi zu sein. Serbisches. König Milan hat nach Bewilligung einer Jahresrente in der Höhe von ca. 290 000 M. Serbien verlassen, und Natalie, die Ruffenfreundin, tebrt als Beratherin ihres Sohnes nach Serbien zurück. Ein Umschwung der Politik wird nun wieder einmal erwartet. Die Stuptschina, das serbische Parlament, hat zum Schutze der würdigen Eltern KleinAlexanders ein Gesetz angenommen, nach welchem die königlichen Eltern sowie die Verwandten der direkten Linie unter den gleichen Schutz wie der König gestellt werden. • Bum japanisch chinesischen Friedensvertrage. Die Times" beziffern die Geldentschädigung, welche Japan für den Verzicht auf die Annexion der Halbinsel Liao Tong gezahlt werden soll, auf 10 Millionen Pfund Sterling. leber das Wahlrecht der Franen veröffentlichen englische werden fodann abgelehnt, bis auf§ 62, der folgenden Zusatz im Norwegen. Auch in Christiania hat eine großartige Blätter die folgenden interessanten Notizen: Abs. 1 erhält: Demonstration am 1. Mai stattgefunden. Es war ein Umzug In Kentucky wurde das Wahlrecht für den Schul- Aufsichts- Die Erlaubniß( beim Hausirhandel andere Perfonen mit veranstaltet worden. Es nahmen an demselben etwa 4000 Perrath im Jahre 1845 den Wittwen verliehen. Kansas gewährte zuführen) darf nur Ehegatten, Eltern und Abkömmlingen des sonen theil, welche 38 Vereine repräsentirten. Vor dem Stores im Jahre 1861 allen Frauen. Im Jahre 1869 verlieh Eng- Gewerbetreibenden ertheilt werden. Doch ist einem Gewerbe- things-( Parlaments-) Gebäude machte der Zug Halt, während eine land den Unverheiratheten und Wittwen das kommunale und treibenden, welcher Waaren im Umherziehen feilbietet, die Zu- Deputation mit Buchdrucker Knudsen als Sprecher oben war Wyoming das volle politische Wahlrecht allen Frauen. Zu den ziehung eines Begleiters zur Beförderung der Waaren zu ge- und dem Präsidenten ein Gesuch um Einführung des AchtstundenWahlen für den Schul- Aufsichtsrath wurden die Frauen im statten, wenn derfelbe infolge seines Körperzustandes unfähig ist, Arbeitstages überreichte. Der Präsident erwiderte, das Gesuch Jahre 1875 in Michigan, Minnesota und Colorado, 1878 in die Waaren selbst zu befördern und er sein Gewerbe schon seit würde dem Storthing vorgelegt werden. Er bezweifelte nicht, New- Hampshire und Oregon, 1879 in Massachusetts, 1880 in drei Jahren betrieben hat. daß der Storthing der Forderung der Arbeiter alle New- Yort und Vermont zugelassen. Im Jahre 1881 dehnte Schott- Zur Annahme gelangt sodann der Antrag Gröber( 3.), mögliche Aufmerksamkeit schenken werde und mit allen land das kommunale Wahlrecht auf Unverheirathete und Wittwen aus. der folgenden§ 146c in die Gewerbe- Ordnung einfügt: gefeßlichen Mitteln die Interessen der Arbeiter wahrNebraska gab den Frauen das Wahlrecht für den Schul- Aufsichts- Wer bei seinem Gewerbebetrieb öffentlich, um den Absah nehmen. Er wünschte den norwegischen Arbeitern Glück rath im Jahre 1883, Wisconsin im Jahre 1885. 1886 gewährten von Waaren oder gewerblichen Leistungen zu fördern, wider und Erfolg in ihren Bemühungen für die Erreichung New- Brunswick und Ontario den Frauen das fommunale Wahl- besseres Wissen unwahre Thatsachen vorspiegelt oder wiffent- befferer Verhältnisse.-In Tullinlökken sprach der Storthings recht, und Washington das Wahlrecht für Schul- Aufsichtsräthe. lich wahre Thatsachen entſtellt, insbesondere wer zu abgeordnete Andresen vom Achtstundenarbeitstag und der Storthings1887 wurde es den Frauen in North- und South- Dakota- Idaho, diesem Zwecke über den Ursprung und Erwerb feiner abgeordnete Myrrany für die Arbeiterorganisation. Nach AbMontano, Arizona und New- Jersey gewährt, 1891 in Illinois, oder eines anderen Gewerbetreibenden Waaren, über be- singung des Sozialistenmarsches wurden dann eine Reihe Tele1892 bekamen die Frauen Quebeks das kommunale Wahlrecht. sondere Eigenschaften oder Auszeichnungen dieser Waaren, über gramme von den Arbeitervereinen anderer Städte verlesen. Die Das Wahlrecht für den Schul- Aufsichtsrath wurde 1893 in die Menge der Waarenvorräthe, den Anlaß zum Verkauf oder Demonstration war vom schönsten Frühlingswetter begünstigt. Connecticut den Frauen verliehen, das volle politische Wahlrecht Preismessung auf Täuschung berechnete falsche Angaben macht, Am Abend fand ein Fest im Zirkuslokal von Tivoli statt, wo erhielten sie im selben Jahre in Colorado und Neu- Seeland. wird mit Geldstrafe bis zu 1000 m. und im Unvermögensfalle der Vorsitzende des Arbeitervereins über die Bedeutung des Tages 1894 wurden sie zu den Wahlen für die Schul- Aufsichtsräthe in mit Gefängniß bis zu 3 Monaten bestraft. sprach. Den Schluß bildete ein Tanz. Ohio und für die kommunalen Wahlen in Jowa zugelassen, während ihnen in England das Kirchspiel- und Distrikt- Wahlrecht verliehen wurde. Parlamentarisches. Parteinachrichten. Die erste Berathung der beiden Gesezentwürfe, Borlage der Regierung und des Entwurfs des vom Abg. Gröber und Genossen eingebrachten Gesetzes ist damit beendet. Zur Berathung steht noch ein Antrag Schmidt Berlin und Reißhaus( Soz.) betreffend das Kontraktverhältniß der Schauspieler. wird Sonntag, 12. Mai, in Gotha zu einer Sigung zusammenAgrarkommission. Der mitteldeutsche Ausschuß In eine Berathung hierüber wird nicht eingetreten, da vielfach treten. der Wunsch geäußert ist, daß der Abg. Bürklin, Theaterintendant Maifeier im Auslande. IV. Zur Wahrung der Abgeordneten- Immunität hat der Reichstags- Abgeordnete Herbert die Stettiner Polizei um Bezeichnung der Beamten ersucht, die die in seinem Geschäft vorgenommene Haussuchung angeordnet und ausgeführt haben. Gegenstand der Haussuchung war bekanntlich die Mainummer des Wahren Jakob" und des„ Süddeutschen Postillons". " XIV. Kommission. Antrag Kanik. Sizung vom 7. Mai. in Karlsruhe, den Verhandlungen als Kommissionsmitglied bei- Eine Konferenz der Sozialdemokratie des Wahlkreises Abg. v. Kardorff führt aus, es gäbe ein Gesez der Harmonie wohnt. Bei der Aussichtslosigkeit, den Entwurf noch in dieser 11 Uhr ab im Deutschen Hause in Finsterwalde abCalau Luckau wird am 1. Pfingstfeiertage von vormittags der Interessen; danach wären die Interessen von Konsumenten und Produzenten die gleichen. Die Landwirthe behandelten ihre Session zu verabschieden, beschloß die Kommission nach dem gehalten. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: RechenArbeiter gut, schon aus eigenem Interesse. Wenn der Getreide- Vorschlage des Vorsitzenden, von einer weiteren Berathung abzuschaftsbericht des Agitationskomitee's, Bericht der Delegirten, preis unter 14 falle, so müßten die Einfuhr- Zertifikate( die bei sehen, wenn nicht der Reichstag vertagt wird. Agitation und Organisation, Presse, Wahl der Delegirten zum Aufhebung des Identitätsnachweises eingeführt sind) verweigert nächsten Parteitag. werden; bei einem Preise über 18 fönnten die Getreidezölle wegfallen. Abg. Meyer- Halle meint, aus der gleitenden Getreidestala in England, die zu Zeiten zu einem vollständigen Einfuhrverbot geführt habe, sei dieses Land von einem aristokratischen Italien. In Rom hielt unter freiem Himmel in den zu eineni demokratischen Land geworden, und zwar mehr, als ihm Weinbergen vor dem Thore San Pancrazzio vor etwa 1500 Ar lieb sei. Der Abg. Dr. Pichler, der kürzlich in Passau beitern Professor Enrico Ferri einen Vortrag. In der Stadt wiedergewählt worden ist, bekämpft im Gegensatz zu seinen waren uur streng beaufsichtigte Privatvorträge erlaubt; der anderen Zentrums Kollegen aus Bayern den Antrag größte wurde im Saale der vereinigten Gewerkschaft Typographia in sehr entschiedener Weise und weist darauf hin, daß er sich bei gehalten. Polizeipatrouillen und kleine Piquets von Soldaten Nachträgliches über die Maifeier. Bant in Oldens der Wahlagitation bereits gegen den Antrag ausgesprochen habe durchstreiften in Zwischenräumen die Arbeiterquartiere. Crispi burg. Die Maifeier ist in zwei Lokalen abgehalten worden und und mit großer Mehrheit gewählt worden sei. Abg. Graf felbst, mit seinem Staatssekretär Galli und dem Polizeidirektor ausgezeichnet verlaufen. Sie war von mehr als 2000 Personen Schwerin behauptet nochmals, es handle sich nicht um eine Seusales blieben den ganzen Tag in dem von Schaaren von besucht. Festredner waren Hug aus Bant und Gottlieb Erhöhung, sondern nur um einen Ausgleich der Getreidepreise. Rarabineri umgebenen Palazzo, Braschi( Minifterium des Aus- aus Bremen. Ihre Ausführungen fanden reichen Beifall. Außer Er macht dann den Vorschlag, seine Resolution dahin zu erwärtigen) in Erwartung etwaiger Ereignisse in Rom und der diesen Festlichkeiten sind im zweiten oldenburgischen Wahlweitern, daß der in der Zeit niedriger Weltmarktpreise vom fortwährend eintreffenden Depeschen aus dem Lande. So freise noch solche am Sonnabend und Sonntag in AltReiche angesammelte Fonds dazu verwandt werden solle, bei feierte der Diktator das Maifest! Was doch ein böses Gewissen beppens, Jever, Varel und Nordenham abgehalten hohen Weltmarktspreisen das Getreide unter dem Einkaufspreise vermag! abzugeben. Abg. Galler erklärt, in Württemberg hätten 92 pt. der gesammten Landwirthe weniger Befiß als 5 Heftare, diese hätten also kein Interesse an einer Preissteigerung des Getreides. Abg. Dr. v. Komierowski billigt die Tendenz des Antrags. Weiter sprechen noch die Abgg. Graf zu Limburg Stirum, Schulze Henne, Casselmann und Frank( Baden). Die Ausführungen derselben bieten nichts Erwähnenswerthes. Bu§ 244 Str. Br.-D. beantragt die Regierung eine Verschlechterung dahin, daß der Angeklagte nicht mehr berechtigt sein foll, zu verlangen, daß sämmtliche vorgeladenen Zeugen gehört werden müssen. Die Abgeordneten Stadthagen, Klees, Bueb und Metzger beantragten diese Verschlechterung abzulehnen und dem Angeflagten das Recht zu geben, zu verlangen, daß alle von ihm geladenen oder gestellten Zeugen vernommen werden müssen. Die sehr lebhafte Debatte wurde wegen Beginns der Plenarsizung auf den 14. Mai vertagt. Ju Florenz hielt der Professor Egidio Nicetti im großen Saale der Arbeiterbörse vor dicht gedrängtem Publikum nach mittags einen Vortrag und des abends vereinigte derselbe Saal die organisirten Arbeiter zu einem Feste. In den Universitätsstädten Siena, Livorno, Pisa, Bologna waren überall Arbeiter und Studenten zu Abend feften versammelt: in allen diesen Städten waren auch Maifest nummern erschienen. worden. Auch im Dorfe Werder an der Havel ist diesmal eine Maifeier abgehalten worden; zwingender Umstände halber mußte der 5. Mai als Festtag gewählt worden. Im Luhmannschen Lokale kamen die Parteigenossen mit Weib und Kind aus den Dörfern der Umgegend zusammen, und auch von Brandenburg waren Theilnehmer herübergekommen. Dr Pinn hielt die Festrede. Eine entsprechende Resolution wurde einstimmig angenommen. An der Feier mögen etwa 200 Personen theilgenommen haben. Sie war, wie schon angedeutet, In Reggio Emilia, wo nicht nur die Stadt, sondern die erste; um so erfreulicher ist die zahlreiche Betheiligung. Die Kommiffion für die Justiznovelle stellte zu Beginn die ganze Landumgebung bis in die kleinsten Dörfer mit In Friedrichsfelde bei Berlin unternahmen die ihrer geftrigen Sigung fest, daß an einen Abschluß ihrer Arbeit Karabineri und Truppen geradezu gefüllt war die feiernden Genossen vormittags einen gemeinsamen Spaziergang auch nur in erster Lesung nicht zu denken fei, falls der Reichstag Berstärkungen waren extra aus Rom angeordnet nad, Ober- Schönweide. Im Dorfe sowie an allen Wegen in der nicht vertagt würde. Die Vertreter der Regie hielt der Abgeordnete Prampolini ungestört seinen Haide waren Gendarmen aufgestellt, was nicht wenig Heiterkeit rungen verblieben aber bei ihrer Weigerung, angekündigten Vortrag vor den durch Karten geladenen Arbeitern. hervorrief. Abends wurde eine öffentliche Versammlung abmitzutheilen, ob der Bundesrath einer Ver In Ravenna war, wie immer, die Betheiligung der Ar- gehalten, die derartig besucht war, daß ein großer Theil der tagung wenigstens der Kommission im Inter- beiter an der Maifeier überaus start; die meisten größeren Theilnehmer sich mit einem Stehplatz begnügen mußte. Sailer esse des Zustandekommens der Novelle geneigt Etablissements batten von Morgens früh geschlossen. Ebenso aus Berlin hatte das Referat. Die Berliner Resolution wurde fei. Die Kommission beschloß sodann, zwar vorläufig in der feierten alle Handwerker, ja man tann sagen: hier war unver- einstimmig angenommen. Nach der Versammlung fand ein ge= Berathung fortzufahren, jedoch nicht mehr wie bislang in vier fennbar eine echte Volksfeier des Arbeiter- Weltfefttages. Bahl- müthliches Beifammensein statt, das durch verschiedene Gesänge langen Sigungen wöchentlich sich mit den Verschlechterungs- reiche Schaaren von Arbeitern begaben sich nach dem herrlichen, des Arbeiter- Gesangvereins Vorwärts III verschönert wurde. vorschlägen der Regierung herumzuquälen, vielmehr die weltberühmteu Pinienwalde vor den Thoren Ravenna's mit Schierstein( Wahlkreis Wiesbaden). Die Maifeier wurde Sigungen bis zum 14. Mai ausfallen zu lassen. Bei ihren Frauen und Kindern und feierten dort das Maifest. Man hier am 5. Mai durch eine Versammlung, wo der Reichstags Fortsetzung der Berathung über die Novelle wurde fab, wie zahlreiche Arbeiterinnen, die jungen Mädchen, in ihrer Kandidat des Kreises, Dr. Quarck, das Referat hatte, und zunächst ein Antrag des Abgeordneten Dr. Rintelen dis malerischen Tracht die Maifest- Nummer Ravenna's, die heute eine gemüthliche Zusammenkunft begangen. Nach ihm sprach futirt. Dieser Antrag will durch einen neuen Abfah zu§ 242 zum 1. Male erschienene Romagna del Popolo", in den Händen Erengart, der feit 30 Jahren in der Arbeiterbewegung der Strafprozeß- Ordnung es dem Gericht zur Pflicht machen, hielten und luftig schwenkten. Schiersteins steht, welcher Ort im Rheingau überhaupt auerft falls ein Beschluß über Eröffnung des Hauptverfahrens nicht ein- In Modena, Brescia, Vicenza und in Genua für die Arbeiterbewegung gewonnen wurde, und zwar gemal den geringen gesetzlichen Erfordernissen entspreche, das Ver- wurde gleichfalls das Maifest durch Vorträge und Abendverfamm- bührt das Verdienst hieran den Bigarrenarbeitern. In fahren einzustellen. Die Regierungsvertreter und die tonfervativen lungen gefeiert. der von der Versammlung gefaßten Resolution wurde Wolfsvertreter wendeten sich gegen diese unschuldige Neuerung, In allen größeren Städten Siziliens, so in Palermo, auch gegenüber der Umsturzvorlage gebührend Stellung die immerhin in einigen Fällen Angeklagte vor zu flüchtiger in Catania, in Messina hatte die Regierung so unglaubliche genommen. In Homburg( Wahlkreis Höchst) wurde die Niederschrift folgeschwieriger Beschlüsse wahren könnte. Der An- Anhäufungen von Polizei, von Soldaten, von Kanonen und Ge- Maifeier, übrigens am 1. Mai, ebenfalls entsprechend begangen. trag wurde schließlich nach lebhafter Debatte mit Hilfe unserer wehren zum 1. Mai vorbereitet, daß sämmtliche noch bestehende Das Referat hatte Schwalbach. In Russisch- Poler Genossen mit 10 Stimmen angenommen. Arbeiter- Organisationen beschlossen hatten, um offenbares Blut: wurde ein vom Warschauer Zentralkomitee der Sozialistischen vergießen zu vermeiden, von jeder Rundgebung am 1. Mai Partei Polens unterzeichnetes Flugblatt massenhaft verbreitet, abzusehen. Einzelne private Vereinigungen von Studenten und das in deutscher und polnischer Sprache abgefaßt ist und unter Arbeitern fanden dennoch in Palermo und Catania statt. anderem wie folgt lautet:" Deutsche Arbeiter! Jhr, In Catania wurde die Festnummer Union", die auf rothem die ihr in eurer Heimath verstanden habt, die Papier gedruckt war, konfiszirt. Die Karabinieri drangen bis in stärksten Kampfesreihen zu bilden, die ihr den Arbeitern Privathäuser hinein, wo sie das rothe Blatt winken fahen. anderer Nationalitäten als Vorbild dient und durch euer Beispiel zur Organisation und zum Kampfe gegen die Unterdrückung und Dänemark. In ganz Dänemark fanden Demonstrations- Ausbeutung aufmuntert, ihr sollt mit uns gemeinsam tämpfen, feste statt. Als Hauptthema der Reden war überall der Achtstunden- wenn ihr gezwungen seid, in unserem Lande Arbeit zu suchen. Arbeitstag gewählt. Größere Feiern fanden in Hillerod, Durch den Kampf gegen die Feinde der polnischen Arbeiter, wo etwa 200 Personen versammelt waren, in Kallundborg, gegen die Kapitalisten und die despotische russische ReDie Kommission zur Berathung der Novelle zur Ge- in Gentofte, in Roskilde, in Svendborg, in gierung werdet ihr fördern eure eigenen Interessen, sowie auch werbe- Ordnung setzte am Dienstag Vormittag ihre Berathung Randers, in Aalborg, in Aarhus und in Horsens die Interessen der Arbeiterklasse Deutschlands, deren endgiltiger fort. In§57b will die Regierungsvorlage die Bestimmung statt. An vielen Orten wurde die Feier auf Sonntag, den Sieg vom Gedeihen der Arbeiterbewegung in Polen untrennbar treffen, daß der Wandergewerbeschein auch versagt werden kann, 5. Mai, verschoben, so z. B. in Varde, im Lyngbykreife, in ift. Darum auf zum Kampfe, und Hand in Hand mit uns am wenn der Gewerbetreibende wegen Hausfriedensbruch oder Wider Sölleröd und in Odense. Der fünfte Mai ist übrigens über- 1. Mai, am Tage des internationalen Arbeiterfeiertages! Ihr stand gegen die Staatsgewalt bestraft ist. Im Verein mit den haupt ein besonderer Gedenktag der dänischen Sozialdemokratie, werdet dadurch eure Unzufriedenheit mit der uns alle unteranderen Vorausseßungen, die für die Verweigerung maßgebend und ist daher dieses Mal überall, weil er auf einen drückenden barbarischen Regierung und zugleich die Forderung find, soll die verwirkte Strafe, unter der von der Befugniß Ge: Sonntag fiel, auf das festlichste begangen worden. Am höherer Löhne und eines kürzeren Arbeitstages fundgeben. Laßt brauch gemacht werden kann, von 6 Wochen auf 1 Woche herab 5. Mai des Jahres 1873 wollte nämlich die dänische uns alle die Arbeit niederlegen! Laßt die stillstehenden Fabriken gesetzt werden. Dem tritt die Kommission bei. Polizei einen Versuch machen, die Sozialdemokratie zu unsere Einigkeit und die feiernden Massen unsere Macht beHierauf wendet sich die Berathung zu§ 35. Die Be- unterdrücken. An diesem Tage sollte nämlich eine Massen zeugen!. An diesem Tage sollte nämlich eine Massen- zeugen!... Es lebe die internationale Arbeitersolidarität! Es rathung war seiner Zeit ausgesetzt worden, da von der Kom- versammlung im Freien stattfinden, um für die Sache der da- lebe der erste Mai!" mission eine schriftliche nähere Begründung verlangt wurde über mals im Streit befindlichen Maurer zu agitiren. Diese Verdie Nothwendigkeit, die Droguengeschäfte unter§ 35 zu stellen. fammlung wurde im Widerstreit mit dem dänischen Ge- Militaria. In Frankfurt a. D. ist, soweit Die Folge dieser Bestimmung wäre, daß der Geschäftsbetrieb fete, welches den Bürgern gestattet, sich unbewaffnet überall zu Märkische Volksstimme" es hat beobachten können, das Militärversagt werden kann, wenn in bezug auf den Gewerbetreibenden versammeln, von der Polizei verboten. Vergeblich versuchte der Bezirkskommando augenblicklich dabei, bei den als Parteigenossen die Unzuverlässigkeit in seinem Gewerbebetrieb festgestellt ist. Die Vorstand der Partei die Rücknahme des Verbotes an höchster oder gewerkschaftlich organisirt bekannten Personen festzustellen, Kommission tritt in eine eingehende Berathung des Gegenstandes Stelle zu erwirten. Da beschloß die Parteileitung, kraft ihres in welchem militärischen Verhältniß sie stehen. Welchen Zweck nicht ein, da man allgemein der Auffaffung ist, daß bei der gegen Rechtes trotzdem die Versammlung einzuberufen, und veröffent- das Bezirkskommando dabei verfolgt, ist nicht bekannt. wärtigen Geschäftslage im Hause die Verhandlung nur verzögert lichte einen dahin zielenden Aufruf, der als Tagesordnung sehr würde, und damit die Vorlage überhaupt keine Aussicht hat an mäßige Forderungen der Partei aufstellte. Inzwischen wurden Erfolg mit dem Boykott haben auch die Parteigen offen das Haus zu gelangen. Die Bestimmung wird deshalb abgelehnt. aber die Redakteure des" Socialdemocrat" verhaftet und die in Glückstadt gehabt. Es stehen ihnen jezt wieder zwei Lokale Ein Antrag Gröber( 3.) bestimmt im§ 60 c, daß der Haufirer übrig bleibenden Vorstandsmitglieder beschlossen durch Mauer zu Versammlungen zur Verfügung. ein Haus oder fremdes Gehöft nur betreten darf, wenn er sich anschlag, von der Abhaltung der Boltsversammlung abvorher die Erlaubniß hierzu verschafft hat. Der Antrag wird zustehen, da die Partei ihrer Hauptführer beraubt sei. Bei der Gewerbegerichts- Wahl in Passau in Nieders angenommen. Der Abg. Spahn( 3.) will in§ 60 d und§ 62 Dieser Maueranschlag erschien aber erst zu einer Stunde, da be: bayern hat, im Gegensatz zu den gleichartigen Wahlen anderer Absatz 1 das Hausiren auf fremde Rechnung, das sogenannte reits große Menschenmassen auf dem Wege zum Mörrefelde" deutscher Städte, in der Klasse der Unternehmer die sozialdemo Lohnhausiren verbieten. Bon seiten des Regierungs- hinaus waren. Die Polizei hatte aber durch ihre Mannschaften fratische nnd in der Klasse der Arbeiter die katholische Liste, vertreters Geheimrath Sydow werden selbst gewichtige und durch Husarenschwadronen das Feld absperren laffen, und nämlich die des katholischen Gefellenverein gefiegt. Gar zu oft Bedenken erhoben gegen eine solche weitgehende eine folche weitgehende Ein- als nun ein Theil der heranwandernden Arbeiter versuchte, das werden die Schwarzröcke dies Vergnügen aber nicht haben, dafür schränkung des Haufirhandels. Vor allem betont der Redner, Feld zu erreichen, hauten die Soldaten mit flachen Klingen drein, werden, außer der fortschreitenden Verschlechterung der wirthwie schwierig die Feststellung für die Behörde ist, ob der Ge- worauf die Menge mit Steinwürfen antwortete. So entwickelte schaftlichen und politischen Zustände, die schließlich auch den werbetreibende sein Gewerbe selbständig betreibt. Es würde sich ein turzer Kampf, der auf beiden Seiten Verwundungen her Gesellenvereinlern Erleuchtung bringen muß, unsere bayeriaber auch das Gewerbe der Detailreisenden mit einer solchen beiführte. Das war die einzige Schlacht", welche die dänischen schen Genossen sorgen. gesetzlichen Bestimmung beseitigt sein. Arbeiter mit der bewaffneten Macht Dänemarcks zu bestehen geVon den Abgeordneten Hasse( natl.), Pachnicke( frf. Vp.) habt haben. Dieses Jahr fand auf eben jenem Felde eine großund Schmidt Berlin wird dem Antragsteller besonders ent- artige Feier und Versammlung statt, die jezt keine Polizei mehr gegengehalten, wie durch diese Einschränkung auch der zu verbieten wag. Kolportage- Buchhandel gänzlich unterdrückt wird. Die Anträge " " bie Der bekannte Ihring- Mahlow, fozialistengefeglichen An gedenkens, soll nach einer Mittheilung des hannoverschen Volks willens" auf dem Güterbahnhofe in Hannover als Assistent an gestellt sein. Todtenliste der Partei. In München starb der I Zimmermann Anton Schmaus, ein Parteigenosse, der immer auf dem Posten war, wenn es galt, für den Sozialismus einzutreten. In Karlsruhe ist der Parteigenoffe Gaggelmann nach schweren Leiden verschieden. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Siegreich beendet ist der Streit der 3immerleute den Händlern die Unterstützung dieser Forderung zu veranlassen. beim Fischereihafen in Geestemünde und beim Kaiserbafen Die Redner in der folgenden Diskussion erklärten ihr vollin Bremerhaven. Der Unternehmer bewilligte die geforderte fommenes Einverständniß mit der einzuschlagenden Taktik und Erhöhung des Lohnes um 5 Pf. pro Stunde. empfahlen die Zustimmung zu obiger Resolution. Einstimmig Zum Be In Rosenheim in Bayern haben die Maler die neun- machten die Versammelten dieselbe zu der ihrigen. stündige Arbeitszeit errungen; Nur ein Unternehmer, Neu- weise, daß es den Kollegen und Kolleginnen durchaus ernst ist, maier, lehnte die Forderung ab, weshalb über sein Geschäft die endlich mit solchen Zuständen aufzuräumen, traten eine ganze Sperre verhängt ist. Anzahl Besucher der Organisation, dem Verbande deutscher Schneider, Schneiderinnen und verwandter Berufsgenossen, bei. der Lederwaarenfabrik von 2. Knabe wegen MaßIn Osterwied haben sämmtliche Zurichter und Dollirer regelung eines Kameraden die Arbeit niedergelegt. Sie fordern weiter nichts als Wiedereinstellung des Entlassenen. Das ist ein sehr bemerkenswerther Beweis echter Solidarität und die Ausständigen dürfen daher wohl erwarten, daß kein Lederarbeiter es über sich bringt, der Firma Streitbrecherdienste zu leisten. Suzug von Zwickern ist von der Meinert'schen Schuhfabrik in Bielefeld streng fernzuhalten. Ju St. Adelheid( Reuß ä. 2.) stehen die Arbeiter der Textilwaaren- Fabrik von Schulze u. Ko. in einer Bewegung, um eine Aufbesserung der äußerst niedrigen Löhne zu erreichen. Sie bitten um Fernhaltung des Zuzuges und um finanzielle Unterstügung. Geldsendungen find an Moritz Diez, Briefe und sonstige Buschriften an Hugo Dressel, Gasthof St. Adelheid, Jrchwig- Aubachthal, zu senden. Die Saalbesitzer Magdeburgs haben bekanntlich unserer Partei die Säle verweigert. Es ist darauf beschlossen worden, diese Säle zu meiden, und man beauftragte einzelne Parteigenossen mit der Leitung dieser Angelegen heit. Neuerdings tam es nun zu einer Anklage wegen groben Unfugs, der durch die Publikationen in der„ Boltsstimme" geschehen sein sollte, und das Schöffengericht hat die angeklagten Parteigenoffen wirklich verurtheilt und zwar zu folgenden Strafen: Lantau als Verfasser der Artikel zu 4 Wochen Haft, Gärtner als Berichterstatter in einer Versammlung zu 50 M. und den Redakteur Baumüller wegen Aufnahme der Artikel zu 100 M. In Beziehung auf den mitangeklagten Redakteur Reichstagsabgeordneten Albert Schmidt ist das Verfahren für die Dauer der Reichstagsfeffion eingestellt. Das Gericht begründete sein Urtheil nach den Angaben der„ Volksstimme" wie folgt: Der Thatbestand des groben Ünfuge liegt vor, auch wenn er nicht beabsichtigt gewesen ist. Die Angeklagten hätten die Folgen des Boykotts voraussehen können. Es ist niemand verwehrt, Abwehr- Auch die Maler Nürnbergs haben sich der im Maler mittel zu ergreifen. Dies darf jedoch nicht öffentlich gewerbe vor sich gehenden Bewegung angeschlossen. In den geschehen wie im vorliegenden Fall, durch die Presse meisten Werkstätten ruht die Arbeit, da die meisten die Forderungen und die Kontrolle. Es sind nicht nur Parteifreise, ablehnten. Zuzug nach Nürnberg ist deshalb fernzuhalten. sondern auch andere Kreise getroffen worden. Die In Harburg steht der Streik der Arbeiter der Del Aufforderung war gerichtet an alle, die mit den Be- fabrit von Heins u. A 3 bed insofern günstig, als auch strebungen der Arbeiter sympathisiren, an Frauen, die Arbeiter der Nachtschicht die Arbeit niederlegten. Vom ganzen Arbeiter, an Vereine, die auf dem Boden der modernen Personal der Fabrit arbeiten nur 10 Mann weiter. 62 streifen; Arbeiterbewegung stehen. Das sind nicht alles Sozialdemokraten, sondern weit über diese Kreise hinaus erstreckten sich 40 davon gehörten der Organisation an, die übrigen sind ihr die Aufrufe 2c. Wenn das Publikum sich durch die Kontrolle auch jetzt beigetreten. nicht belästigt gefühlt hat, so ist es belästigt und beunruhigt worden durch Lesung der Beschlüsse. Weiter waren viele dem Unwillen der Partei ausgesetzt, z. B. die Geschäftsleute. Ja, sogar Thätlichkeiten waren einige Leute ausgesetzt, die sich mit den Bestrebungen der Partei in Widerspruch setzten. Sie liefen Gefahr, gemaßregelt zu werden. Dadurch wird aber ein Terrorismus ausgeübt, der strafbar ist. Gegen das Urtheil, dessen Anfechtbarkeit unseres Erachtens auf der Hand liegt, ist natür lich sofort Berufung eingelegt worden. Bis zum Entscheid der Sache fann die Volksstimme" Boykott- Aufrufe 2c. natürlich nicht aufnehmen. Welche Schritte nun in der Boykottangelegenheit fünftig zu thun sind, wird eine der nächsten Parteiversammlungen entscheiden. Das gegen den Parteigenossen Schaur in Lörrach wegen angeblicher Aufforderung zum Hochv.rrath von der Staatsanwaltschaft in Freiburg eingeleitet gewesene Verfahren ist eingestellt worden. = 1 Aus Wöllat meldet die Wiener Arbeiter- Zeitung": Der Streit der Bergarbeiter dauert fort; die Zahl der Streifenden beträgt 400, wovon drei Viertel verheirathet sind und zumeist zwei bis vier Kinder haben. Die Haltung der Streifenden ist musterhaft. Die Gendarmen verboten den Ortsgruppenleitern des Arbeiter Rechtsschutzvereins, in die Werkshäuser zu geben oder sonstwie mit den Streifenden in Berührung zu treten. Ist einer entlassen, so wird ihm von der Gendarmerie die Weisung zu theil, er habe sofort den Ort zu verlassen, widrigenfalls er abgeschoben werden würde. Dies zeigt klar und deutlich, wie das Koalitionsrecht, die persönliche Freizügigkeit und andere gesetzliche Rechte der Arbeiter von den Organen der Roalitionsregierung gewahrt werden. Italienische Streifs. In Monza streifen 500 Maurer um den Minimallohn von 27 Centesimi pro Stunde zu erlangen; der Maientag rüttelte auch einige hundert Seidenspinnerinnen in Lecco auf; sie streiken, um Verkürzung der Arbeitszeit von 13 auf 12 Stunden zu erzwingen. Versammlungen. Die, Münchener Post" hatte im November v. J. über den Selbstmord des Soldaten Neumaier zwei Artikel gebracht, durch die sich der Musikmeister Peuppus vom 2. bayerischen Infanterie- Regiment beleidigt fühlte. Er stellte Strafantrag. In der Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht stellte es sich heraus, daß die Mittheilungen der Münchener Post", die dieser Im Zentralverein der Bureau- Angestellten Deutsch übrigens von der Mutter des Soldaten Neumaier gemacht worden lands hielt der Kollege Kempf am 3. d. M. einen Vortrag über waren, dem Thatbestand nicht entsprachen, worauf selbstverständ- das Judenthum, die Ursache der Judenverfolgungen alter wie lich der Redakteur der„ Münchener Post", Ed. Schmid, sich neuester Zeit an der Hand der Geschichte klarlegend. Nach zur Aufnahme einer Berichtigung und zur Bezahlung der stelle des sein Amt niederlegenden Kollegen Danziger den Kollegen kurzer Diskussion über den Vortrag wählte die Versammlung an Kosten des Verfahrens bereit erklärte. Vernünftigerweise stelle des sein Amt niederlegenden Kollegen Danziger den Kollegen 80g nun der Musikmeister Peuppus den Strafantrag Schade zum Schriftführer und an deffen Stelle den Kollegen zurück, was ihn jedenfalls mehr ehrt, als wenn er das Gegen- Schnapp zum Beisitzer. Bei Erledigung verschiedener Vereinszurück, was ihn jedenfalls mehr ehrt, als wenn er das Gegen- angelegenheiten wurde beschlossen, in den Sommermonaten theil gethan hätte. Wegen Beleidigung eines Landraths wurde der Redakteur monatlich nur eine Vereinssigung abzuhalten. des Voltsblatts für Gotha", J. Joos, vom Schöffengericht in Gotha zu 36 M. Geldstrafe und den Kosten verurtheilt. " Soziale Ueberlicht. Hoffentlich eine Verbesserung, nicht eine Verschlechterung Der Sonntagsruhe wird das Ergebniß der Berathungen sein, die am 13. Mai eine in Berlin im Handelsministerium zusammentretende Kommission pflegen wird, an der neben anderen Personen auch Räthe aus dem Kultusministerium, dem Handelsministerium und dem Ministerium des Innern theilnebmen sollen. Näheres über die Sache ist in der anscheinend offiziösen Notiz, die diese Meldung bringt, nicht enthalten. Jedenfalls erheben wir von vornherein nachdrücklich Protest da gegen, daß etwa der Begehrlichkeit des Unternehmerthums zum Schaden der Arbeiter Rechnung getragen werden soll. Ein städtischer Arbeitsnachweis ist auch in Ober hausen im Rheinland errichtet worden. Mit Ausnahme der Dienstmädchen haben sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen das Recht, den Arbeitsnachweis zu benutzen. Warum die Dienstmädchen ausgeschlossen sind, ist nicht einzusehen. Ein neuer Ruiff des Unternehmerthums wurde in einem Bericht der Münchener Polizei aufgedeckt. Es heißt da: Bei der Prüfung der Legitimationspapiere der in diesem Frühjahre wieder zugezogenen italienischen Ziegelei- Arbeiter zeigt es sich, daß die Pässe bezio. Heimaths- und Legitimationspapiere einer größeren Anzahl sichtlich noch unter 16 Jahren stehender Arbeiter insofern gefälscht find, als die Altersangabe nach vorgenommener Radirung auf 16 Jahre umgeändert ist. Diese Fälschung hat unzweifelhaft den Zweck, die betreffenden Knaben nicht nur der Schulpflicht, sondern auch dem den jugendlichen Arbeitern zustehenden Schuh in bezug auf Arbeitszeit zu entziehen. Die Affordanten, welche allein den Vortheil von diesen Fälschungen haben und deshalb in erster Linie verdächtig erscheinen, wollen natürlich nicht wissen, wie die Fälschung entstanden ist." Eine ganz neue polizeiliche Praktik auf dem Gebiete des Versammlungswesens brachte die Voltsversammlung zur Erscheinung, welche zum 6. d. M. nach dem Keller'schen Saale in der Koppenstraße einberufen war. Dieselbe bezweckte der Arbeiter zu den Eisenbahnen eine Stellungnahme hinsichtlich der Fahrpreise und der Klasseneinrichtungen als und waren Referenten die Reichstags Abgeordneten 3ubeil und Stolle vorgesehen. Nachdem die Versammlung ordnungsmäßig eröffnet und ein Bureau gewählt worden motivirten Antrag dahingehend, die Versammlung auf 20 Minuten war, stellte vor Eintritt in die Tagesordnung Zubeil einen a vertagen, da die Zahl der Anwesenden noch eine geringe war. Diesem Antrage wurde seitens der Versammelten zugestimmt und die Bersammlung hierauf vom Vorsitzenden vertagt. Gegen diese Vertagung erhob der überwachende Polizeilieutenant Ginspruch, doch erklärte demselben der Vorsitzende, er lasse sich in seine Geschäftsordnung nicht hineinreden. Als dieser die Ver= sammlung nach der Vertagung wieder ordnungsmäßig eröffnet hatte, erhob sich der Vertreter der Polizeigewalt und erflärte: da die Versammlung nicht gefeßmäßig angemeldet sei, löse er dieselbe auf und fordere die Anwesenden unter Hinweis auf die gefeßlichen Folgen auf, sofort den Saal zu verlassen. Diesem Machtgebot wurde bereitwilligst in heiterster Laune Folge geleistet, jedoch wird nicht verabsäumt werden, höheren Ortes über die Gefeßmäßigkeit dieses polizeilichen Machtgebots Ertundigungen einzuziehen. Die in der Kürschnerbrauche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hielten am 6. Mai bei Buste, Grenadierstraße 33, eine öffentliche Versammlung ab. An den sehr ausführlichen Vortrag des Genossen Jahn über„ Sozialgefeßgebung und Berufsstatistit" schloß sich eine Diskussion nicht an, indeß rief der von Bänisch verlesene Bericht des internationalen Sekretariats der Kürschner( Siz Wien) eine längere Debatte hervor. Die Errichtung des Sekretariats wurde bekanntlich auf dem internationalen Kongreß der Kürschner am 24. Juni v. J. in Brüssel besonders auf Betreiben der Brüsseler und Pariser Kollegen beschlossen. Nichtsdestoweniger fümmern diese sich jetzt so gut wie gar nicht um seine Erhaltung. Aus dem beigefügten Kaffenbericht, der eine Gesammteinnahme von 395 Fl. 21 Kr. und eine Ausgabe von 176 Fl. 46 Kr. aufwies, ging hervor, daß die Aufbringung der Mittel lediglich den deutschen und österreichischen Kürschnern, speziell aber den letzteren, überlassen bleibt. Der Bericht des Sekretärs selbst bezeichnet infolge dieses Umstandes das ganze Institut als ein todtgeborenes Kind. Trotzdem wollen die Wiener Kürschner versuchen, ihm Leben einzuflößen und um zunächst den regellosen Streits zu begegnen, haben sie in Gemeinschaft mit dem Sekretariat ein Reglement ausgearbeitet und den betheiligten Gewerkschaften der verschiedenen Länder zur Begutachtung unterbreitet. Bon Rogge wurde ausgesprochen, daß auch die Berliner Kürschner ihren Verpflichtungen nicht im vollen Maße nachgekommen find. Dem Antrage Wier, in dem Reglement die Meldepflicht bei Angriffsstreiks( ftatt 14 Tage) auf vier Wochen festzusehen, wurde Delegirter zur Gewerkschaftskommission Bericht. Die wegen zugestimmt. Hierauf erstattete Wier in seiner Eigenschaft als gestimmt. Hierauf erstattete Wier in seiner Eigenschaft als der Maifeier erfolgte Entlassung eines Arbeiters seitens des Selbständigen" Herrn Ra 3 par gab hierauf den Stoff zu einer langwierigen Debatte ab, die jedoch refultatlos verlief. ogge erinnerte noch an den Beschluß der Versammlung vom 28. März in allen Werkstätten Vertrauenspersonen zu ernennen. Als er die Nothwendigkeit dieser Maßnahme nachwies und hierbei die Mißstände in einzelnen Werkstätten aufdeckte, geriethen die an wesenden„ Eelbständigen" in von ihrem Standpunkt aus allerdings begreifliche Erregung, doch war keiner im stande, das Bors Gegen das Schwitzsystem, das in der Berliner Konfektion zum größten Nachtheil der Arbeiter fast allgemein vorherrschend ist, wenden sich die organisirten Arbeiter und Arbeiterinnen des Schneidergewerbes mit anerkennenswerther Energie. In Ausführung der Beschlüsse der Konferenz, die zu Anfang dieses Jahres den Plan für die Agitation Agitation innerhalb gebrachte zu widerlegen, der Konfektion feststellte, wurden am Montag Abend vier öffeutliche Versammlungen in Berlin abgehalten, in denen die Frage zur Debatte stand: Weshalb verlangen wir die Einführung von Betriebswerkstätten in der Konsektionsbranche? Die Redner bezw. Rednerinnen Frl. Baader, Frau Rohrlack, A. Täterow und J. Timm hatten die Referate übernommen stizzirten die Entwicklung der Konfektion und gaben eine Echilderung der Uebelſtände, die für die Arbeiter klaffe daraus erwuchsen. Den Versammelten wird überall nach stehende Resolution als der Ausdruck ihres Willens zur Annahme empfohlen: Depeschen: Wolff's Telegraphen- Bureau. Berlin, 7. Mai. Die Berliner Korrespondenz" schreibt: „ Der Hamburger Korrespondent" hat am 3. Mai, abends, eine totiz aus Berlin gebracht, daß der Staatsanwalt neuerlich Gr. mittelungen über die bei dem Hoch auf den Saiser im Reichstage am 6. Dezember figen gea bliebenen Sozialdemokraten veranlaßt hätte. Im Einverständniß mit den Beschlüssen der am 13. Januar er. Diese in mehrere andere Blätter übergegangene Nachricht entstattgehabten Konferenz der Konfektionsarbeiter Deutschlands, be- behrt der Begründung." schließt die heutige Versammlung, an die Unternehmer in der Görlitz, 7. Mai. Nach einer Meldung des Neuen Berliner Konfektion die Forderung zu stellen: Betriebs- Görliger Anzeiger?" wurde in dem Dorfe Arnsdorf bei werkstätten bis zum 1. Februar 1896 einzurichten. Ruhland 13 Wirthschaften durch eine Feuersbrunst eingeäschert, Den Händlern wird zur Pflicht gemacht, auf ihre Lieferanten Die von dem Brande betroffenen Bewohner waren meist un Agitationsversichert. einzuwirken, dieser Forderung ftattzugeben. Die Agitations versichert. kommission der Echneider und Schneiderinnen Berlins wird be- Frankfurt a. M., 7. Mai. Die Eisenbahnbetriebs- Ins auftragt, einen diesbezügleichen Antrag mit der nöthigen Be- spektion meldet: Durch unvorsichtiges Aufahren der Lokomotive gründung den Unternehmern der Branche sowie den Händlern an den am Bahnsteig in Soden stehenden Zug, der fahrplanzu unterbreiten. mäßig um 4 Uhr 57 Minuten vormittags von Soden nach Höchft Für den Wedding- Stadttheil hatte man als Versammlungs- fahren soll, ist ein Wagen 3. Klasse entgleist, sechs Wagen lokal den Kolberger Salon gewählt, wo Timm den und die Maschine sind beschädigt. Von den Personen, die sich zahlreich Erschienenen die Nothwendigkeit einer Aenderung der im Zuge befanden, sind acht leicht verlegt, meist Kontufionen Betriebsweise innerhalb der Konfektion überzeugend nachwies; am Stopf. Lokomotivführer unerheblich verlegt, Heizer unversehrt. er bezeichnete diese Forderung als die erste Etappe auf dem Der Zug erlitt einstündige Verspätung. Betriebsstörung war um Wege, zur Besserung der trostlosen Verhältnisse in der Konfektions- 6 Uhr beseitigt. industrie. Die Resolution fand keinen Widerspruch; mit der Mahnung, das Gehörte in weitere Kreise zu tragen, schloß der Vorsitzende Söldt die Versammlung. Im Swinemünder Gesellschaftshaus sprach A. Täterow vor einem vorwiegend aus Frauen zusammengefeßten Auditorium. Er wies auf die Riefenvermögen der großen Konfektionsfirmen hin, die bei einigem guten Willen sehr wohl in der Lage seien, den Wünschen der Arbeiter nach zukommen, die in diesem Falle nichts weiter wollen, als was bei anderen Industrien als selbstverständlich gilt: Die Hergabe der Arbeitsräume und der Arbeitsgeräthe seitens der Unternehmer. Nach kurzer belangloser Diskussion stimmte man auch hier der Resolution zu. Wien, 7. Mai. Bei der heutigen Erfahwahl zum Reichss rath im dritten Bezirke wurde Steiner( Antisemit) gegen den Deutschliberalen Lenz mit großer Majorität gewählt. Rom, 7. Mai. Den Abendblättern zufolge hat der König nunmehr das Dekret unterzeichnet, durch welches die Kammer aufgelöst wird. Die Wahlen sind auf den 26. Mai, die Stichwahlen auf den 2. Juni festgesezt. Die neue Kammer wird am 8. Juni zusammentreten. New- York, 6. Mai. Der„ New- York Herald" veröffentlicht ein Telegramm aus Guayaquil, wonach die hauptsächlichsten dortigen Beitungen unterdrückt und die Redakteure und Verleger ausgewiesen wurden. Mehrere Regimenter haben sich den Revolutionären angeschlossen. Der Kriegsminister General Savasti soll getödtit worden sein. Die Revolution greift weiter um sich. ( Depeschen- Bureau Herold.) " Gewerkschaftliches. Achtung, Bildhauer! Außer den an der evang. Garnison. tirche entlassenen Steinbildhauern, sind noch, infolge des 1. Mai die Holzbildhauer aus den Werkstätten von Bickenhagen Fruchtstr. 32,( 7 Kollegen), und Stovesandt, Blücherstraße, ( 5 Kollegen) gemaßregelt. Wir ersuchen und erwarten, daß die Kollegen die angeführten Werkstätten so lange meiden, bis die Angelegenheit geregelt ist. Die Kommission. In Keller's Festsälen in der Koppenstraße referirte Achtung, Korbmacher! In der Werkstatt von Neu- unter Beifall der aufmerksam zuhörenden Fräulein Ba a der mann, Wrangelfir. 141, haben sämmtliche Korbmacher wegen über das Thema. In furzen Umrissen schilderte sie den EntRednerin legte die wickelungsgang der Konfektionsindustrie. Triest, 7. Mai. Der Piccolo" meldet, daß am Sonntag Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Der Zuzug ist streng Schäden des mit der Entwickelung Schritt gehaltenen Zwischen in Grado nächtliche Exzesse gegen die städtischen und geistlichen fernzuhalten. Die Glasmacher in Stralan befinden sich wegen Lohn- meisterthums, sowie alle Mängel und Nachtheile desselben ein Behörden stattgefunden haben. Die Demonstranten zerstörten abzüge mit ihren Fabrikanten in Differenzen. Es wird deshalb gehend dar. Leider können sich die fast ausschließlich haus das städtische Wachlofal und schlugen die Thüren und Fenster abzüge mit ihren Fabrikanten in Differenzen. Es wird deshalb industriell thätigen Arbeiter und Arbeiterinnen, weil vereinzelt, im Pfarrhaus und Bürgermeisteramt ein. Die Ursachen der gebeten, den Zuzug fernzuhalten. Verband der Glasarbeiter. nicht genügend wehren. Als ersten Schritt zur Abänderung Tumulte sind noch nicht aufgeklärt. Eine starte GendarmerieMai Opfer. Der Schneidermeister G. Freuzel in solcher durchaus ungesunden Zustände ist die Errichtung abtheilung wurde nach Grado abgesandt und dort alle öffentLeipzig, Alexanderstr. 32, hat seine sämmtlichen Arbeiter von den sanitären Ansprüchen genügenden Betriebswerkstellen von lichen Lofale gesperrt. wegen ihrer Betheiligung an der Maifeier entlassen. den Unternehmern zu verlangen, sowie die Händler zu ver- Paris, 7. Mai. Jm Quartier Latin macht sich unter den Anklage wegen groben lufugs" ist in Nürn aulassen, nur dort ihre Waaren zu entnehmen, wo die Unter- international gesinnten Studenten eine lebhafte Bewegung geltend berg gegen die aus den Parteigenossen Hermann, Siebert nehmer dieser Forderung nachgekommen sind. Rednerin empfahl anläßlich der demnächstigen Hierherkunft Bebel's und Liebknecht's, und Werthmüller bestehende Kommission erhoben worden, die Annahme der obigen Resolution, welche gegen eine Stimme denen ein herzlicher Empfang bereitet werden wird.( Die Abdie die Leitung des über die Schuhwaarenfabrik von Strunz erfolgte. geordneten Liebknecht und Bebel haben keine Einladung nach u. Eyfried verhängten Boykotts in Händen bat. Der grobe Im Konzerthaus Sanssouci, Rottbuserstraße 4a, Paris erhalten und auch sonst liegt gegenwärtig keine VerUnfug soll durch die von der Kommission veröffentlichte Auf- war es Frau Rohrlack, die den Versammelten, darunter über anlassung für sie vor, nach Paris zu reisen. Red. d.„ Vorwärts".) forderung begangen sein, feine Schuhwaaren jener Firma zu 23 Frauen, das Glend ihrer Lage in der für die Unternehmer so Belgrad, 7. Mai. Die Stupschtina wird morgen geschlossen. taufen. Die Gerichtsverhandlung ist am 4. Juni. Der Amts- blühenden, gewinnreichen Industrie recht treffend vor Augen Da die Fortschrittler die Bildung des Ministeriums nicht überanwalt, der die Vorladung unterzeichnete, ist, wie die Fränkische führte. Als grundlegende Bedingung zur Anbahnung besserer Ver- nehmen wollen, stößt die Besetzung des Finanzportefeuilles auf Tagespost" meldet, ein früherer Hirsch- Duncker'scher Agitator hältnisse empfahl Rednerin ebenfalls Errichtung vorschriftsmäßiger Schwierigkeiten und ist die Berufung eines raditalen Rabinets namens Mary. Betriebswerkstellen von den Unternehmern zu verlangen, und bei sehr wahrscheinlich, das die Finanzfrage lösen soll. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 11 Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 106. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 86. Sigung vom 7. Mai 1895, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: Fürst zu Hohenlohe, v. Bötticher, Nieberding, Schönstedt. Das Haus genehmigt zunächst in dritter Berathung ohne Debatte den Nachtragsetat für 1895-96 betreffend die Kosten der feierlichen Eröffnung des Nord- Ostsee- Kanals. Darauf folgt die Abstimmung über die Giltigkeit der Wahl des Abg. Böttcher; die Kommission hatte die Üngiltigkeit der Wahl beantragt. Mittwoch, den 8. Mai 1895. puntte. 12. Jahrg. gefordert werden über die nicht unter Beweis gestellten Protest- seiner Person Person in bezug auf das Vereins- und Versammlungsrecht, die Hergabe von Lokalen u. f. w. Abg. v. Standy( t.) begründet die Zurückweisung an die Der ganze Apparat der Beamten vom Gendarmen bis zum Kommission damit, daß verschiedene Mitglieder der Kommission Gemeindebeamten ist ihm unterthänig, und schon eine gewisse bei der Abstimmung gefehlt haben, welche gegen die Ungiltigkeit Noblesse des Charakters sollte die Herren veranlassen, bei solchen der Wahl sind. Redner geht dann auf die Proteste ein, nament Gelegenheiten sich nicht in die vorderste Linie zu stellen. Merklich auf den Wahlaufruf, der eigentlich nicht hätte zur Kognition würdigerweise steht bei allen Wahlbeeinflussungen immer gerade der Sommission fommen dürfen, da er in dem Proteste nicht der preußische Landrath im Mittelpunkt, nicht der süddeutsche. enthalten sei. Der Umstand, daß zwei Herren ihren Namen ihre Haben Sie schon etwas von der Wahlbeeinflussung eines bayerischen Amtstitel beigefügt haben, falle gar nicht ins Gewicht, weil die Bezirksamtmanns gehört? Von diesem lerne der preußische Namen aufgeführt sind in der Mitte von 115 anderen Unter- Landrath! Es brauchen gar feine„ erbärmliche" Menschen zu sein, schriften, die meist auch mit Amtstiteln aufgeführt sind. welche sich dem Einflusse des Landraths fügen. Es ergiebt sich Abg. v. Jazdzewski( Pole): Der Reichstag hat die Le- ganz von selbst, daß die Wähler den Einflüssen der BeamtenZur Geschäftsordnung führt Abg. v. Marquardsen( natl.) gitimation seiner Mitglieder selbständig zu prüfen; er kann alles schaft zugänglicher find, als es uns allen lieb ist. Meine Fraktion daß es bedauerlich sei, daß über diese Wahl ent- vor sein Forum ziehen, was ihm bekannt wird. Wenn ein wird den Antrag Staudy- Gamp ablehnen und für die Ungiltigschieden werden solle, ohne daß ein Wort für oder Landrath einen Wahlaufruf unterzeichnet, so bedeutet das für keit der Wahl stimmen. gegen die Beschlüsse der Kommission gesprochen sei. Am Posen, daß alle abhängigen Personen: Gemeindevorsteher, Gen- Abg. Bindewald( Reform- Partei) spricht für die Sonnabend habe er bei der im Hause herrschenden darmen, Distriktskommissare u. s. w. der Parole des Landraths Ungiltigkeit der Wahl und erzählt von seinen WahlUnruhe den Vorgängen nicht schnell genug folgen folgen müffen. der Gerechtigkeit entsprechen. : erlebnissen mit dem Landrath Grafen von Westarp im Kreife können und sei dadurch vom Worte ausgeschlossen worden. Abg. v. Standy zieht seinen Antrag auf Zurückverweisung Wollstein und mit dem Landrathsamts- Verwalter Röll Herr Böttcher wollte sofort nach dem Erscheinen des Berichts der Wahl an die Kommission zurück und empfiehlt dagegen die in Meserit. Das Auftreten der Landräthe bei dieser Wahl. fein Mandat niederlegen, nur die eindringlichen Ermahnungen Beanstandung der Wahl und die Beweiserhebung über die agitation war nicht geeignet, ihr Ansehen zu erhöhen. Wenn die feiner Freunde haben ihn davon abgehalten; diese dachten, daß übrigen Protestpunkte mit Ausnahme des Wahlaufrufes. hohen Beamten in die Wahlagitation eintreten, dann sollte man bei der seltsamen Sachlage eine Beschlußfassung des Hauses stattAbg. Friedberg( natl.) hält es für eine Rechtlosmachung es auch den unteren Beamten gestatten. Aber da heißt es: das finden müsse. Nedner beantragt die Wiedereröffnung der Dis- der Beamten, wenn dieselben einen Wahlaufruf nicht wie alle übrigen ist ja ganz etwas anderes. Ein Bolksschullehrer wurde in Diszifussion. Wähler mit Angabe ihres Berufes unterschreiben können. Ein plinaruntersuchung genommen, weil er den Vorsitz in einer antiAbg. Brandenburg( 3.) glaubt nicht, daß man zu einer Abhängigkeitsverhältniß besteht schließlich für jeden unter den semitischen Versammlung geführt und ein Hoch auf den Kaiser nochmaligen Verhandlung des Gegenstandes kommen könne; das heutigen Verhältnissen. Einen großen Einfluß üben dann nicht und den Großherzog von Hessen ausgebracht hatte.( Große Rechtsgutachten des Herrn Enneccerus hat ihn nicht überzeugt. blos die Landräthe aus, sondern auch andere Staatsbeamte, auch Heiterkeit.) Ich hoffe, daß Herr v. Köller seinen Einfluß auf Abg. Euneccerus( natl.) hält es trotzdem für unmöglich, Stadträthe und Stadtverordneten Vorsteher.( Heiterkeit.) Der die Landräthe ausüben wird, um hier eine Besserung zu erzielen. daß die Parteien, wenigstens die, welche das Recht vertreten, Aufruf ist ein sehr maßvoller und wendet sich an das Deutsch-( Heiterkeit.) eine Diskussion in dieser Frage ausschließen; das würde nicht thum der Wähler; die Unterschrift unter einem solchen Wahl- Abg. Enneccerus( natl.): Wenn irgend jemand den Beaufruf ist eigentlich die Pflicht eines jeden preußischen Beamten einflussungen der Beamten entgegentritt, so bin ich es.( Große Abg. Bachem( 3.): Ich widerspreche dem Antrag auf und der Reichstag follte beweisen, daß er ein deutscher Reichstag Beiterfeit.) Es handelt sich jetzt lediglich um die eine Frage, ob Wiedereröffnung der Diskussion, verwahre mich aber dagegen, ist.( Beifall rechts.) daß dadurch der Gerechtigkeit widersprochen werde. Die Dis- Abg. v. Komierowski( Pole) weist darauf hin, daß Fürst die Unterschrift eines Wahlaufrufs eine unberechtigte Wahldes Landraths ist.( Buruf links: tussion ist eröffnet und geschlossen worden, wie es die Geschäfts- Bismarck hier im Reichstage sehr heftig dagegen protestirte, daß beeinflussung seitens Ich tann die Frage nicht bejahen. Wenn ordnung vorschreibt. Es wäre ein Unifum, wenn der Reichstag der Landrath Baumbach den Herrn Laster als Wahltandidaten Ja eine Diskussion wieder eröffnen wollte, die die Herren National in seinem Wagen begleitete. Schon darin wurde eine Wahl- keine unmittelbaren Staatsbeamten einen Wahlaufruf unterliberalen gar nicht eröffnet haben.( Sehr richtig! im Zentrum.) beeinflussung erkannt. Soll der Landrath nur für die Deutschen zeichnen sollen, dann sind wir alle ungiltig gewählt; denn Abg. Liebermann von Sonnenberg( Reform- B.) glaubt sein? 3ft er nicht auch Landrath für die polnischen Einwohner Beamten, eines Richters 2c.?( Widerspruch bei den Sozial= unter wessen Wahlaufruf steht nicht der Name irgend eines auch nicht, daß die Wahl des Herrn Böttcher eine solche Be- feines Kreises?( Sehr richtig! bei den Polen und im Zentrum.) demokraten.) Natürlich die Herren Sozialdemokraten ausgedeutung hat, daß der Reichstag deshalb von seiner GeschäftsAbg. Bachem( 3.) bestreitet, daß der Beamte besonders für nommen. ordnung abweichen müßte.( Heiterkeit.) das Deutschthum zu sorgen habe. In den polnischen LandesAbg. Barth( frs. Bg.) will aus Billigkeitsgründen die Dis- theilen haben die Beamten für die Deutschen und die Polen welche der Abg. Friedberg aufgestellt habe; es ist von der WahlAbg. v. Heereman( 3.) tritt den Grundsäßen entgegen, gleichmäßig thätig zu sein. Alle Beamten, die polizeiliche Befug- prüfungskommission immer der Grundsatz feitgehalten worden, Als der Präsident v. Buol zur Abstimmung über die Giltig- niffe haben, sollen sich der Wahlagitation enthalten; das ist schon daß die Beamten ihre amtliche Eigenschaft nicht in die keit der Wahl schreiten will, fragt Abg. Gamp( Rp.), ob ab im kleinen Röller" zu lesen gewesen. gestimmt werde über die Wiederaufnahme der Debatte, was der fie sollen nicht zu gunsten der Regierung die Wahl beeinflussen. Waagschale werfen sollen zur Beeinflussung der Wahlen; Präsident verneint, da dieser Antrag, weil er Widerspruch gefunden habe, gefchäftsordnungsmäßig nicht zulässig sei. als wenn ein Beamter in einer Versammlung für einen KanDie Unterzeichnung eines solchen Wahlaufrufs ist ganz dasselbe, didaten agitirt. Tussion wieder eröffnen. Die Abgg. Gamp( Rp.) und Euneccerus( natl.) wider sprechen dieser Auslegung der Geschäftsordnung, während die Abgg. Richter, Singer und Lieber sich auf die Seite des Präsidenten stellen; ebenso erklären die Abgg. v. Bennigsen( natl.) und v. Manteuffel, daß die Wiedereröffnung der Diskussion eine Abweichung von der Geschäftsordnung, also nur zulässig sei, wenn niemand widerspreche. Dieser Widerspruch sei erfolgt. Darauf wird in namentlicher Abstimmung, die der Abg. v. Marquardsen beantragt hat, die Ungiltigkeit der Wahl mit 214 gegen 98 Stimmen beschlossen. Für die Giltigkeit stimmen nur die Nationalliberalen, die Deutschkonservativen und deutsche Reichspartei. Die Wahl des Abg. v. Dziembowski( Rp.) ist von der Rommission für ungiltig erklärt worden. Abg. v. Standy( t.) beantragt, die Wahl nochmals an die Wahlprüfungs- Kommission zurückzuweisen. Abg. Gamp( Rp.) empfiehlt die Annahme des Antrages von Staudy. Abg. v. Wolszlegier- Gilgenburg( Pole) nimmt die Wahlprüfungskommission in Schuh, während Abg. v. Marquardsen( natl.) den Antrag v. Staudy unterstützt. Abg. Spahn( 3.) befürwortet die Ablehnung des Antrages v. Staudy, höchstens könnte noch eine Ergänzung des Berichtes " Abg. v. Standy weist darauf hin, daß die Wahl Lasker's damals nicht für ungiltig erklärt worden ist. Abg. Friedberg( natl.) bleibt dabei, daß er sich keinen Landrath denken könne, der seine Stimme einem Polen giebt. Abg. v. Kardorff( Rp.) weist darauf hin, daß Fürst Bismarck auf die Begleitung des Herrn Lasker durch den Landrath Baumbach nur ironisch, aber nicht ernsthaft hingewiesen hat, um die Vorwürfe, die gegen die Landräthe erhoben werden, lächerlich zu machen. Ich kann nur feststellen, daß mein Einfluß durch Eintritt ins Landrathsamt nicht um ein Atom gewachsen ist. Abg. Bachem( 3.): Ich habe in der Wahlagitation für den Gegner des Herrn v. Dziembowski gesprochen und werde mir dieses Recht nicht nehmen lassen, auch einmal für einen Polen zu stimmen, wenn ich es für nützlich halte. Abg. Auer( Soz.): Es könnte leicht die Zeit kommen, daß hier Leute auftreten, die erklären, sie tönnten sich keinen Landrath denken, der für einen Nationalliberalen seine Stimme abgeben würde.( Heiterkeit.) Das sind Grundsäge, die man bei dem raschen Wechsel der Zeiten nicht in die Welt so hinausschreien sollte.( Heiterkeit.) Der Vorredner hat in seiner ersten Rede davon gesprochen, daß, wenn der Standpunkt der Kommission festgestellt werden sollte, so würde das eine Rechtslos machung der Verwaltungsbeamten bedeuten. Davon kann gar keine Rede sein. Jedem deutschen Beamten billigen wir dasselbe Recht wie jedem anderen zu; daß er sich aber mit Rücksicht auf seinen Beamtencharakter eine gewisse Beschränkung auferlegen muß, findet seine Begründung in dem Wahlgeset selbst, nach welchem Beamte, welche ein unmittelbares Staatsamt bekleiden, nicht in den Wahlvorstand kommen dürfen. Dann kann es doch Damit schließt die Debatte. Der Antrag des Abg. v. Staudy nicht billig sein, zu verlangen, daß sie ihren Amtscharakter wird gegen die Stimmen der Konservativen und Nationalliberalen in die Wahlagitation hineintragen. Gar manches, was einem abgelehnt. andern Staatsbürger gegenüber ungenirt geschehen kann, erhält In namentlicher Abstimmung wird die Wahl des Abg. den Charakter einer Beleidigung bei einem Staatsbeamten. von Dziembowski mit 201 gegen 112 Stinen für ungiltig Wollen die Beamten eine besondere exklusive Stellung einnehmen, erklärt. so müssen sie nach der andern Richtung sich auch eine gewisse Echluß 53/4 Uhr. Einschränkung gefallen lassen.( Sehr richtig! links.) Welche Nächste Sigung: Mittwoch, 1 Uhr.( 3weite Berathung Machtfülle vereinigt nicht der Landrath in Preußen in der Umsturzvorlage.) An der ferneren Debatte betheiligen sich zum theil zu wiederholten Malen die Abgeordneten v. Standy, Bindewald ( Reform- P.), Fürst Radziwill. Ein blutiger Umsturz von oben. Bäter oft mehr zum Staat, beitrugen als diejenigen, die uns die einen sehr ansehnlichen Schaß gesammelt, welchen man von den Eine geschichtliche Stizze von M. W. " " sonst von ebenso guter Familie sind als unsere Oberen, deren 250 Familien bestand, auf 40-45 herunterzusehen. Man hat Last auflegen, und die sonst auch Mitglieder bei Aemtern ge- der Stadt gehörigen Gütern gezogen. Man nimmt sich die Frei wesen, sind schon über 50 Jahre dieses Rechts beraubt und aus- heit, davon von Zeit zu Zeit große Summen zu ziehen, die In unseren Tagen, wo aus Furcht vor der Arbeiter gemerzet und dürfen sich nicht einmal als freie Bürger in einer Aemter damit zu verbessern und das Gehalt der Ehrenstellen zu bewegung, die eine entwickelungs- geschichtliche Nothwendigkeit ist, Republit regen. Wir haben vor Zeiten nach unseren Grund- vermehren, welche der Magistrat als sein Erbtheil betrachtet, ebenso wie ihr endlicher Sieg, die alten Gewalten und ihre gesehen das Recht gehabt, die Senatoren und höchsten Offizianten indem er die ganze Bürgerschaft von allem Anspruche daran aus Worthalter ungestraft den Staatsstreich und sonstige Gewalts durch eine Wahl zu präsentiren, und unser Ausschuß der Bürger schließt. anwendung predigen dürfen, ist es vielleicht nicht uninteressant, hat bei Kollekten und Anlagen für uns reden dürfen. Nun ist es Die Verwaltung der Summen, welche die Stadt Bern in die Skizze eines Staatsstreiches der Vergangenheit zu erneuern. zwar wahr, bei solchen Fällen wird der Ausschuß gefordert, aber keiner England hat, war sonst eine Wohlthat für einen Bürger und Wir meinen den von den hochmögenden Herren von Stadt und darf reden, wenn er nicht Gefahr laufen will. Eines jeden Kaufmann. Seit 21 Jahren hat man daraus ein Amt zum Kanton Bern begangenen Justizmord, vollzogen an Samuel Stimme wird vorher durch Geld, oder Drohung, oder Schmeichelei Nußen der Zweihunderter gemacht. Nach angestellter Rechnung Henzi und seinen" Zusammenverschworenen", welche es erzwungen, oder man nimmt wohl gar zu dem Ausschuß Leute, findet man, daß die jährliche Einnahme der Regierung gegen unternehmen wollten, den Augiasstall der Bettern- und Basen- denen ein bischen Scheinehre mehr gilt, als ihr eigenes Interesse. wärtig 1 Million Bernische Lires zu schätzen ist, dahingegen herrschaft gründlich zu säubern. Ito find zu Bern vier Familien, die ihre vielen Verbindungen die Einnahmen von den anderen Aemtern, welche denen Familien Rein geringerer als Gotthold Ephraim Lessing und Heirathen unter einander und ihr dadurch erworbenes An- übergeben worden, die von der Regierung auszuschließen man griff Mittheilungen über diese Berner Vorgänge, die der sehen so weit getrieben, daß unser halber Rath nichts als Mittel gefunden hat, sich nicht einmal, wenn man es auch so Rüdiger'schen( Bossischen) Zeitung zugegangen waren, auf, 30g Vettern und Schwäger find, daß unsere 48 schönen Landvogteien hoch rechnet, als es möglich ist, auf 30 000 erstrecket. Die mündliche Erkundigungen über den Vorfall ein, und ging damit und Aemter durch ihre Abstämmlinge besetzt sind, daß keiner Handlung, welche Basel, Zürich und Genf reich macht, ist um, ein bürgerliches Trauerspiel Samuel Henzi" zu schaffen, unserer Söhne Hoffnung hat, eine Bedienung zu erhalten, wenn aus Bern verbannt und alle Freiheiten der Abgaben von dem leider nur ein Aufzug und drei Auftritte des zweiten er nicht ein Anbeter dieser Familien sein will. Es ist soweit und alle 3ünfte sind ummerklich abgeschafft worden. Seit 5 bis Aufzuges fertig vorliegen. gekommen, daß nicht einmal unter unseren Truppen, die wir fremden 6 Jahren haben die Zweihunderter ein Gesetz gemacht, durch Dieser großartige Dichter und Denker, den sein Biograph Potenzen( Mächten) überlassen, ein Bürgerssohn eine Offizierſtelle welches allen Bürgern zu Bern bei Strafe der Landesverweisung den ersten Republikaner in Deutschland" genannt hat und in erhält, wenn nicht der Eigennutz über ihn die Fahne geschwungen. verboten wird, sich unter andere als unter die ordentlichen bezug auf den bei seinem Tode( 1781) Goethe flagte:„ wo finden Echon im Jahre 1710 haben wir unserem Magistrat Bor- Bernischen Regimenter zu begeben, und wenn man eine Offizierswir wieder einen solchen Charakter?" war feinen Augenblick stellungen gethan und gebeten, unseren Beschwerden abzuhelfen. stelle darunter erlangen will, so muß man entweder ein Mitglied im Zweifel darüber, daß die Herren„ Exzellenzen" von Bern ein Im Jahre 1744 hat eine ganze Jnnung unserer Bürger dieses der Zweihunderter sein, oder nahe Anverwandten darunter furchtbares Verbrechen auf sich geladen hatten. wiederholet. Aber man hat auf diese Echriftsteller gedrungen, haben, oder von einem Mächtigen unterstützet werden. Die man hat sie ihrer Bedienungen entsetzet und wohl gar nebst schönen Wissenschaften und besonders die Rechtsgelehrsam denen, die unter den Bürgern die herzhaftigsten gewesen, ins feit werden in Bern verabsäumet Alles dieses bat Exilium gejaget." die Bürger, welche nicht zur Regierung gehören, dahin gebracht, feit ohngefähr 50 Jahren unaufhörlich ชิน verlangen, daß die Stadt Bern, in welcher unwidersprechlich das Recht der Souveränität wohnet, sich einmal versammele und untersuche, ob ihre Mandatarii( Beauftragten), die Herren Zweihunderter, sowohl die Bürgerschaft als die Stadt nach denen Gefetzen regieren, welche ihnen von eben dieser Stadt Bern vorgeschrieben worden, und welchen fie fich alle Jahr durch einen Eid unterwerfen, in dem sie zugleich Treue und Gesetzmäßigkeit eiblich angeloben, und dieses nicht ihrem Orden, sondern der Stadt Bern, deren Souveränität sie als Mandatarii haben, doch Auch in Republiken gilt das schöne Wort: beati possidentes b. i. glückselig die Besitzenden, dessen Kehrseite lautet: Pieifen wir auf die Besiglosen. Auch in Republiken suchen diese Glück. seligen sich mit allen nur erdenkbaren Mitteln ihre Vorzugsfiellung zu erhalten und jeden zu zerschmettern, der daran zu rütteln wagt! Die zweite Rorrespondenz in ihrem die Berner Zustände schildernden Abschnitt, der nebst der ersteren den tiefsten Eindruck auf Lessing gemacht haben dürfte, giebt zunächst die Gründe der Herren" für ihr blutiges Vorgehen sie datirt sich Basel vom 8. August und fährt dann fort: Man siehet alihier auch einem anderen Brief von einem andern Orte in der Schweiz vom 1. dieses, dessen Verfasser bei dieser Materie ganz anders denket. Hier sind einige Fragmente Wer die Macht hat zum Umsturz, hat auch das Recht dazu," meinten die Berner Hochmögenden, sie wendeten ihre Macht gewaltthätig an und jeder Zweifel an ihrem Recht war damit zum Verbrechen gestempelt. Sie handelten ganz nach der macchiavellistischen politischen Moral, zu deren Lobredner sich bei uns jüngst ein hoher preußischer Offizier, Generallieutenant von Boguslawski, davon: gemacht hat. " " Niemanden als der Stadt allein kömmt die Souveränität Jn Sachen der Zusammenverschwörung" Samuel Henzi's zu, ihr huldiget man, und ihr schwöret man die Treue und nicht unter der Bedingung, daß sie die Gesetze der ersten Stif und seiner Genossen gingen im Jahre 1749 der Bossischen den Zweihunderten. Das große Siegel, welches den Akten des tung beobachten müssen. Daher kam die Landesver3eitung" eine Reihe Korrespondenzen zu, die jetzt bequem Raths die Giltigkeit giebt, ift das Siegel der Stadt, obgleich die weisung unterschiedener Personen, welche im Jahre 1710 aufammengedruckt zu finden sind in der Einleitung zu dem Regierung die Aufschrift desselben verändert hat; welches ein eine Zusammenberufung der Bürgerschaft, damit die Grundgeseze Dramenbruchstück„ Samuel Henzi" in der Hempel'schen Ausgabe Artikel unter den Beschwerden im Jahre 1710 gewesen ist. Dieses wieder in Gang gebracht würden, verlangten. Daher kam die der Werke Lessing's Band 11B Seite 435-463. ist in Bern und im ganzen Kanton ein Grundsatz: Die Landesverweisung derer Personen, welche im Jahr 1744 sich Ueber die damalige Lage in Stadt und Kanton Bern Souveränität hat ihren Sitz in der Stadt Bern. Die einschränkten, blos durch eine demüthige Bittschrift zu begehren, orientiren am schnellsten die folgenden Mittheilungen der Bossi 3weihunderter üben sie nur als Mandatarii( beauftragte Stell- daß das Elend, womit die Bürgerschaft überhäufet war, etwas schen Zeitung". Die erste ist datirt: Bern, vom 26. Juli, und vertreter der Gesammtheit) aus, und wenn sie die Gesetze über- gemildert werde. Daher kam das tragische Ende derjenigen, lautet: Man fiehet und höret allhier folgende furze Apologie treten, so muß die Stadt. Bern selbst drein sehen.... Man hat welche iho die Zusammenberufung mit dem Entschlusse Gewalt ( Vertheidigung) der hiesigen Mißvergnügten: Unsere Bürger, die Mittel gefunden, den Grund der Regierung, welcher sonst aus gegen Gewalt zu brauchen, wofern man sie würde hindern Lokales: " bleiben, abgesehen davon, daß auch die vielfache Ersehung der p Das Entweichen Geisteskranker, das in der Jrrenanstalt Portionen& 25 und 15 Pfennige durch die geringeren à 20 und zu Dalldorf sehr oft vorkam und den Bewohnern der Umgebung Bolizeiliche lleberwachung von Privatvergnügungen. 10 Pfennige eine Konsumverminderung bedeutet. Dagegen stieg jener Anstalt zu Klagen Anlaß gab, hat in der neuen Anstalt Eine für alle Gastwirthe, insbesondere aber solche, in deren wiederum die Zahl derjenigen, die sich an die mit dem Berein in Herzberge einen sehr barmlosen Charakter angenommen. Nur in Lokalitäten unsere Genossen ihre Vergnügungen abhalten, wichtige persönlicher Berbindung stehende Unterstützungskasse einem Falle ist es einem dort untergebrachten geisteskranken Vervon Volksküchenspeisen an nothleidende brecher gelungen, nach Bestechung seines Aufsehers zu entkommen; und interessante Beschwerdesache ist jetzt durch das Ministerium zur Bertheilung des Innern vorläufig erledigt worden. Unser Genosse Gastwirth Familien" wandten, und zwar zeigte sich fast in jedem einzelnen in allen übrigen Fällen handelte es sich bei den Kranken um Gründel besitzt jetzt in der Brunnenstr. 118 ein Lokal, welches alle anhaltende Arbeits- und Erwerbslosigkeit als Motiv fort eine gelegentliche Entfernung aus der Anstalt, doch kehrten diemeift an Vereine vermiethet wird. Der Lieutenant des 62. Polizei- schreitender Werarmung". Trotzdem hat die Kasse 1894 weniger felben aus eigener Entschließung wieder zurück. Die Verwaltung bureaus glaubte aber an diese Vermiethungen nicht, sondern war helfen können als im Vorjahre. Sie hat 1400 Familien mit der Anstalt führt dies darauf zurück, daß ein größeres Maß von der Ansicht, daß es sich hierbei um öffentliche Tanzluftbarkeiten 18874 Portionen( 1893: 2600 Familien mit 30 123 Portionen) unter Bewegungsfreiheit dem Weglaufen gewissermaßen entgegenwirtt. handle, für welche die Vereine nur den Namen liehen, und daß füßt, und selbst diese Hilfe konnte, wie der Bericht zugiebt, nur eine In den Landhäusern der Anstalt sind 200 Kranke untergebracht; auf diese Weise der Wirth es umgehen wolle, für die öffentlichen ftillen". Frau Morgenstern, die Begründerin und Leiterin der freiheit; auch in den Anstaltsgebäuden sind noch etwa 500 Stranke momentane" fein und nur für wenige Tage den Hunger diese Landhäuser gewähren ihren Insassen volle BewegungsTanzlustbarkeiten die Genehmigung nachzusuchen. Der Reviervorstand entsendete deshalb regelmäßig zwei Schuyleute, welche Berliner Volksküchen, betont in ihren verschiedenen Schriften über ohne stärkere Fenstersicherung oder andere Vorbeugungseinden Auftrag hatten, das Gründel'sche Lokal zu überwachen. dieses Thema mit einer Selbstgefälligkeit, die ihresgleichen so richtungen, die den freien Verkehr hindern könnten, untergebracht. Hierdurch fühlte sich Gründel in seinem Geschäftsbetriebe be- leicht nicht findet, immer wieder, daß auch sie einen beachtens- Auch im freien Verkehr außerhalb der Anstalt sind diejenigen nachtheiligt, und da nun überhaupt die Ueberwachung von Privat- werthen Beitrag zur Lösung der sozialen Frage geliefert habe. Geiftestranten nicht beschränkt, deren Angehörige in der Nähe festlichkeiten gefeßlich nicht zulässig ist, erklärte er den überwachen- Ginstweilen muß fie an ihren Vollstüchen die Erfahrung machen, der Anstalt wohnen. Dieser Verkehr mit nahewohnenden Anden Schuhleuten, daß er ihnen den Zutritt in Zukunft nicht mehr daß weder diese noch irgend ein anderes gemeinnütiges" oder gehörigen hat für die Anstaltsinfassen verschiedene Wirkungen; geftatten, bezw. sie wegen Hausfriedensbruches belangen werde. wohlthätiges" Unternehmen der Bourgeoisie die soziale Frage während bei einzelnen hierdurch die Ungeduld nach der Entlassung Die Schuhleute theilten dies dem Reviervorstand mit, und dieser ihrer Lösung näher gebracht hat. Das Glend des Proletariats gesteigert wird, werden andere wieder zum Zurückkehren in die ließ Gründel aufs Bureau tommen und eröffnete ihm dort, daß wächst vielmehr den unberufenen Helfern der Bourgeoisie immer Auftalt bewogen. Nach den bisher gemachten Erfahrungen will er, falls er es fich einfallen laffen sollte, die Beamten zu be- mehr über den Kopf. Wann werden sie endlich ihre Ohnmacht die Anstaltsverwaltung einstweilen von strengeren Absperrungsläftigen, fiftirt und bis zum Schluß des betreffenden Vergnügens eingestehen!? maßregeln Abstand nehmen. auf der Wache behalten werden solle. = vom baarem, " theils in Der Gürtler Karl Prinz, der im vierten Wahlkreise unter Den Naturforschern" Berlins droht eine schwere Gründel ließ nunmehr durch den Rechtsanwalt Dr. Schöps den Parteigenossen sehr bekannt und geachtet war, ist am 6. Mai Geschäftskonkurrenz. Die Wirthschafts- Genossenschaft Berliner eine Beschwerde an das Polizeipräsidium richten und beantragte, nach langem Leiden von einer heimtückischen Krankheit dahin Grundbefizer" scheint, nach Andeutungen des„ Grundeigenthum", daß dem Polizeilieutenant für die Zukunft derartige Maß- gerafft worden. Die Partei verliert in dem Verstorbenen einen nach Uebernahme der Müllabfuhr in Berlin, wogegen fich die regeln untersagt würden. Diese Beschwerde wurde für un- eifrigen Anhänger und Vertreter ihrer Anschauungen, der be- bisherigen Abfuhrunternehmer fräftig wehren, auch die Verbegründet bezeichnet und zurückgewiesen. Die angestellten sonders zur Zeit des Sozialistengefeßes seine ganze Kraft für die werthung der im Müll vorhandenen Abfälle übernehmen zu Grmittelungen hätten ergeben, daß Gründel in herausfordernder Partei einsetzte. Bei allen, die ihn kannten, wird dem Ver- wollen. Weise fortgesetzt die polizeilichen Vorschriften in seinem Gewerbe- storbenen ein ehrenvolles Andenken bewahrt bleiben. Welchen Werth übrigens die weggeworfenen Abfalls betriebe übertrete und die Behörden zu täuschen suche. Unter diesen Umständen feien die an dem Vorſtande des 62. Polizei- dritten oberschlesischen Infanterie- Regiment Nr. 62 in Ratibor folgende, die englische Hauptstadt betreffende Aufstellung einen Durchgänger. Vor ungefähr vierzehn Tagen war der beim produkte einer großen Stadt haben, darüber giebt uns reviers angewandten strengeren Maßnahmen zur Ueberwachung des Gewerbebetriebs des Gründel nicht nur nicht zu mißbilligen, ſtehende Unteroffizier 3ylin3ti fahnenflüchtig geworden und Begriff, welche jedoch nur die Werthe angiebt, welche von den sondern als durchweg begründet anzuerkennen. Rechtsanwalt mit seiner ihm verlobten Braut nach Berlin gekommen, wo sie städtischen Abfuhrinstituten Londons erzielt wurden, während der Dr. Schöps richtete nun eine zweite Beschwerde an den Minister sich unerkannt aufhielten. Bylinski hatte mit seiner Braut bei von" Privatsammlern" aus den Abfällen gewonnene Erlös wohl Das große Abfuhr des Innern. Diese ist aber dabin beantwortet worden, daß die einer entfernten Verwandten von ihm in der Veteranenstraße noch viel bedeutender sein dürfte. die 13 400 Rilometer Ueberwachungsmaßnahmen auch seitens des Ministers für gerecht- Unterkunft gefunden und da er angab, nur auf der Durchreise institut der britischen Riesenstadt, wie das Internationale fertigt erachtet wurden. Die Sache wird noch weiter verfolgt zu sein, wurde seine Anmeldung bei der Polizei unterlassen, bei Straßenlängen aufweift, erzielte, wie und das Verwaltungsstreitverfahren beschritten werden. welcher bereits das Signalement des fahnenflüchtigen Unter- Patentbureau Karl Fr. Reichelt mittheilt, im vergangenen offiziers angelangt war. Am Freitag Nachmittag nun Jahre einen Gewinn aus altem Papier, Pappe u. 1. w. In den Volksküchen wurden 1894 verzehrt: Mittags fand in der Zionskirche eine Trauung statt, zu welcher sich von 14 800 m., für Zumpen 1200 M., an Flaschen 2700 M., 67 619 Portionen à 25 Pf., 17 640 à 20, 926 162 à 16 und 15 die Verwandte begab und ihren Logirbesuch bewog, mitzugehen. 1400 M., Eisentheile 1600 M., Glasscherben 2400 m. eine ( ermäßigt 1. August), 62 762 à 10( eingeführt 1. Juli), 299 089 Raum waren die jungen Leute in der Kirche, als sie sich wieder brachten; Bücher und Zeitschriften ergaben noch 700 M., Kupfer à 5; abends( nur 2. Januar bis 29. März und 15. November bis drückten, nach Hause eilten und dort eine Kassette erbrachen, 500 m.,' Blei 600 M., andere Metalle 400 M.; am meisten ers 30. Dezember) 133 310 Portionen à 10 Pf., 64 200 à 6, 56 729 der sie über 800 m. entnahmen. Die Kassette versteckten sie à 5; außerdem in den Frauentüchen( nur mittags) 8658 Portionen dann auf dem Abort und sagten dem Dienstmädchen, daß sie zielte das Institut am Verkauf des verbrannten Mülls, deffen à 30 Pf., 20 411 à 25, 8955 à 15, 31 509 à 5; zusammen noch einmal fortgehen müßten, sie kämen gegen Abend wieder Potaſchegehalt so bedeutend ist, daß dafür 27 000 m. gezahlt 1 697 044 Portionen. Dagegen wurden verzehrt 1898: 2078 907, zurüd. Inzwischen hatte aber die in der Kirche versetzte Ver- wurden. Außerdem soll sich stets auch eine beträchtliche Summe 1892: 2509 688, 1891: 2850 975 Portionen. Der nach 1891 wandte ihr Fortschleichen bemerkt und da ihr wohl irgend eine theils in Münzen, theils Papiers begonnene Rückgang dauert also fort. Er wird im Bericht über Ahnung aufsteigen mochte, begab sie sich schleunigst nach Hause, geld im Müll gefundenen Gelde ergeben, dessen Betrag 1894 zurückgeführt auf die zunehmende( und bitter beklagte) Ron- wo fie fofort den Diebstahl entdeckte. Nun machte sie gleich der jedoch nicht gut festzustellen ist, da daffelbe natürlich Turrenz billiger Privatwirthschaften, ferner der israelitischen Wolfe Polizei davon Mittheilung, welche die Bahnhöfe obferviren ließ. in die Taschen der Müllarbeiter wandert. Das Papier küche, der Kinder- Volksküchen, sodann aber noch mehr auf die Bylinski hatte sich indessen einen neuen Ueberrock, einen anderen geht meist nach Deutschland, wo die besten Preise dafür zunehmende Noth unter der Masse der Proletarier durch ge- put und einen Stock getauft, sodaß das von der Bestohlenen von erzielt werden sollen; die Kortstöpsel werden sortirt, die guten steigerte Arbeitslosigkeit". Dieselbe Erklärung gab in der am ihm gegebene Signalement nicht mehr stimmte. Die durch den ausgekocht und als solche verkauft, die schlechten gehen an die Sonnabend abgehaltenen öffentlichen Jahresversammlung des frechen Diebstahl um ihr ganzes Vermögen gekommene Frau suchte Linoleumfabriken; Mineralwasser- Flaschen werden, wenn sie noch Vereins der Berliner Volksküchen von 1866" die Vorsitzende ganz verzweifelt selbst mit nach den Verschwundenen und kam gut sind, von den betreffenden Fabriken wieder gekauft und Frau Morgenstern. Auf die Arbeitslosigkeit wurde schon für dabei zufällig furz vor 11 Uhr abends auch auf den Lehrter Bahnhof. 2,50 M. für das Dugend gezahlt. Auch Tintenflaschen geben gute 1893 und 1892 die Abnahme des Konsums zurückgeführt. Diese Dort tam ihr der Gedanke, sich das Gepäck der Neisenden Verkaufspreise, nämlich durchschnittlich das Stück 10 Pf.; die Vermuthung hat etwas für sich. Der Verein dürfte sich dafür einmal näher anzusehen und richtig befanden sich in der Expedition Weißblechabfälle hat ein Abnehmer im Afford übernommen, der auf ähnliche Erscheinungen berufen, die er früher beobachtet auch zwei Roffer, welche die halb abgerissene Gisenbahnfignatur pro Monat 25 M. zahlt. Lumpen ergeben im Durchschnitt hat; 3. B. ging auch Mitte der siebziger Jahre der Umsatz in der Station Ratibor" trugen. Die Frau machte der Bahnhofs- 9,50 M. die Tonne. Das Londoner Abfuhrinstitut versteht es den Volksküchen zurück, und schon der Bericht für 1875 erklärte polizei davon Mittheilung, die schließlich das Pärchen in dem wohl wie keine zweite ähnliche Anstalt, die beträchtlichen Unters das aus der damals in Berlin herrschenden Arbeitslosigkeit. Moment abfaßte, als Bylinski am Schalter zwei Billets nach haltungskosten durch praktische, rationelle Verwerthung ihrer Im übrigen flagt auch die vom Voltstüchen- Verein so scheel an- Amsterdam löfte. Sie wurden noch an demselben Abend nach Produkte zu einem großen Theile zu vermindern. gesehene Volts- Kaffee und Speisehallen- Gesellschaft" in ihrem dem Polizeipräsidium transportirt, wo man fast das gesammte Bericht über 1894, daß die durch das Darniederliegen der ge- Geld bei 3ylinsti vorfand. Der Fahnenflüchtige wurde bereits werblichen Thätigkeit bei unserem Publikum hervorgerufene Ab- am anderen Morgen nach Ratibor zu seinem Regiment abge schwächung der Raufkraft" den Umfaz mit vermindert habe. schoben, während seine Braut, die von nichts wissen will, ins Diese Wirkungen der Arbeitslosigkeit fallen noch schwerer ins Untersuchungsgefängniß wandern mußte. Auch bei ihrer letzten Gewicht, wenn man bedenkt, daß andererseits das Darnieder- Vernehmung hat diese noch entschieden geleugnet. liegen der gewerblichen Thätigkeit viele, denen es bisher noch ganz leidlich ging, erst auf das Niveau der Volks- Kaffee und Speisehallen und der Boltsküchen herabgedrückt, also die Absatzverminderung theilweise wieder ausgeglichen hat. In den Voltsküchen hat man, um den Rückgang aufzuhalten, mancherlei werfucht. Die 1893 eingeführten Kinderportionen à 5 Pfennig galten wohl nur der Konkurrenz, die von den damals eben eröffneten Kinder- Bollstüchen ausging. Aber man suchte auch durch Ein führung von 20- und 10 Pfennig- Portionen( 1993 bezw. 94) neben benen für 25 und 15 Pf. diejenigen Gäſte zu halten, die die 25- und 15 Pfennig- Portionen nicht länger erschwingen konnten. Außerdem sah man sich gezwungen, die 1893 eingeführte, mit höheren Lebensmittelpreisen begründete Erhöhung von 15 auf 16 Pf. 1894 wieder zurückzunehmen. Aber die Verminderung Der Generaloberst von Pape, bis vor kurzem Gouverneur des Konsums hat das alles nicht aufzuhalten vermocht. von Berlin und Oberbefehlshaber in den Marken, ist am Dienstag Nicht einmal die Zahl der Portionen tonnte dieselbe früh 8½½2 Uhr an Altersschwäche gestorben. 3/2 " Diese Scheu vor dem vollen Tageslicht der Deffentlichkeit, welche die Berner Herren zeigten, schlug bei Leffing durch, so daß er den 22. und 23. seiner Literaturbriefe schrieb, die das Merfwort aus Symmachus an der Stirn tragen: Offen ist meine Gesinnung, und rein ist der Zweck meiner Arbeiten. Nichts verbirgt sich in meinem Bewußtsein, das ich in meinen Schriften fünfilich verstecken müßte. Zur Ergänzung der oben angegebenen politischen Ursachen, welche Henzi und Genossen zu ihrem Unternehmen veranlaßten, biene noch folgendes: Am Dombau wurden am 2. Mai drei Zimmerer gemaß regelt, weil sie sich erlaubt hatten, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern. Ueberhaupt scheint es dort eine Muster Arbeitsstätte zu sein, denn Entlassungen von Arbeitern finden, wie uns berichtet wird, fast täglich statt, ohne daß sich die Entlassenen irgend welchen Vergehens bewußt wären. Ein oft unbedacht Verschwundener Rechtsanwalt. Aufsehen erregt das ausgesprochenes Wort 2c. führt zur Entlassung. Weiß die Firma heimliche Verschwinden des englischen Rechtsanwalts Arthur Held u. Franke doch, daß hundert andere vor der Thüre stehu, Green, der hier dem Bureau der Londoner Rechtsanwälte um auch einmal an dem großen„ Dombau" ein paar Wochen ihr Plunkett ut. Leader vorstand. Es hat sich herausgestellt, daß der Leben aufs Spiel zu setzen. Gold- Minen- Aktien gemacht und zur Deckung der Differenzen in Möller aus der Spandauer Gewehrfabrik am Montag Abend Flüchtige bei einem hiesigen Banfier große Spekulationen in Mit eigener Lebensgefahr reltete der Arbeiter Felig großartigem Maßstabe Unterschlagungen sowohl an den von den in der Antonſtraße zu Berlin wohnhaften subsistenzlosen hiesigen Mandanten eingezahlten Beträgen, wie auch an aus Drechsler K. aus der Gefahr des Ertrinkens. Derselbe hatte sich England hierher gesandten Kapitalien begangen hat. Zu den in den bei Blößensee belegenen Spandauer Schifffahrtskanal in Beschädigten gehört auch ein hiesiger Rechtsanwalt. Green war selbstmörderischer Absicht gestürzt und würde ein Opfer Sekretär des englischen Fußball- Klubs und verschiedener anderer seines Vorhabens geworden sein, wenn er nicht durch die vornehmer Vereine. entschlossene That des zufällig vorübergehenden Arbeiters gereltet worden wäre. " Die filbernen Zwanzigpfennigstücke werden nach und nach von der Reichsbank zur Ümschmelzung eingezogen. Um die wollen ihr Vorhaben auszuführen, haben bewirken wollen. daß man sich nicht mehr damit bemühen wollte, dem zusammen- Resultat tam, man müsse die Gewalt mit Gewalt bekämpfen, die Wenn die letzteren so strafbar gewesen wären, als man brechenden System neue Krücken anzuschaffen." billigen und nothwendigen Reformen den Patriziern abzwingen, vorgegeben hat, so hätte der Magistrat in dem kleinen Diese unheimliche Konzentration von Macht und wogegen er sich vorher immer gesträubt hatte. Memorial, welches er den Herren Burnabi und de la Besitz in den Händen weniger Geschlechter ermöglichte Die Rathsherren flagten nochmals auf Berschwörung und Gulmette, englischen und holländischen Ministern( Gesandten) diesen, den Staat in Schamloser Weise auszubeuten. geplante Ermordung der Häupter des Staatswesens, wie Anhat übergeben laffen, etwas davon erwähnet; man würde Die Patrizier verkausten geradezu die Staatsämter, welche fich zündung der Stadt Bern an allen vier Ecken. In einer Zeitungsmicht ein unerforschliches Geheimniß aus erledigten, und das natürlich nur an ihre Freunde oder notis dagegen lesen wir: Man versichert, daß einer der Geihren Geständnissen machen, und würde ihre Papiere Kreaturen. Nach dem Barett, der amtlichen Kopfbedeckung der töpften unterschiedenen seiner Mitverschworenen anfangs befannt machen, deren man sich bemächtiget hat, und in welchen Würdenträger, nannte man das den Barettlihandel". Die überaus viel zur Last gelegt, daß er es aber am Ende widers der ganze Entwurf des Unternehmens enthalten sein muß." Aufsichtsbehörde zur Beschützung der republikanischen Wahlfreiheit rufen und gefagt, daß ihm die Schmerzen der Tortur allerlei in und Vertretungsgleichheit, der aus den Mitgliedern des den Mund gelegt hätten, welches nicht an dem sei. großen Raths gewählte Rath der Sechzehn wie die vier Weiter hieß es, die Verschwörer hätten 7-800 Bauern aufBenner, eine Art Voltstribunen ursprünglich, waren längst geboten, die man in die Stadt bringen wolle als Helfer. In forrumpirt, und 1703 erklärte der engere Rath der Wirklichkeit handelte es sich für Henzi und Genossen, die Bauern ans Zweihundert auf die Frage, wo die höchste Gewalt sein sollte, langend, nicht um deren staatsbürgerliche Gleichberechtigung, sie seien der Landesherr von Stadt und Kanton Bern. sondern nur um Aufhebung der Leibeigenschaft und deren„ ge Die Wahlen waren ein Spott geworden, denn auch bei rechtere Regierung". Es bleibt fraglich, ob dafür die Bauern diesen schlossen die Patrizier ihre Reihen immer enger, mehr als bereit gewesen wären, sich zu schlagen und ihre Haut zu Markte einmal wurde eine Wahl tafsirt, wenn sie nicht auf den den zu tragen. Es stellte sich auch später, nachdem der Justizmord Herren genehmen Bewerber gefallen war. eben vollzogen war, heraus, daß ein Einverständniß mit den Johannes von Müller sagt in seiner Schweizer Geschichte 1745 ergaben die Wahlen" zum großen Nath 299 An- Bauern nicht stattgefunden hatte. Daß dieselben guten Grund ( Wecke, Bd. 29, G. 539): Wein die Empörung Revolution gehörige von 77 Partriziergeschlechtern, 6 Willcding, 6 Morlot, hatten über Bedrückung durch die Berner Herren zu flagen, be= zu werden trachtet, so muß fie Empörung, nicht des Eigen- 7 von Eslach, 7 Thormann, 7 Tscharner, 8 Ginner, 9 Fischer, zeugt der französische Botschafter Paulmy. nutes gegen den Eigennut, sondern des allgemeinen 11 May, 13 Jenner, 14 v. Grafenried, 16 Steiger, und Jutereffes gegen Bevorrechtung sein. Das war aber bei der 16 v. Wattenwyl saßen darin, also 120 Angehörige von Verschwörung Henzi's und seiner Genossen nicht der Fall, sie 12 Familien! Eine geradezu unheimliche Inzucht! wünschten nicht die Allgemeinheit zur vollen Theilnahme am Die ausgeschlossenen Geschlechter der Altbürger, die NeuStantonsregiment und an der Verwaltung heranzuziehen, sondern bürger, die Handwerkerinnungen rügten dringlich zu wieder- Die Lust zu Verschwörungen und Geheimbündeleien lag nur den Kreis der ämterbaren Familien in der Stadt zu erholten Malen diese Mißstände, aber immer nur vergeblich; klein- damals in der Luft, natürlich ist die Pestlust des Despotismus, weitern, wie sie sich selbst auch als Patricii bezeichneten." Wie liche Scheinmaßregeln waren alles, was sie erreichten. wie er damals auch in den freien" schweizer Stadtrepubliken sehr das ein Gebot der Selbsterhaltung der Vornehmen Zu der politischen Ent.echtung der Gemeinde fügten die herrschte, der wahre Nährboden dafür. Auch ursprünglich edle, gewesen wäre, sowohl wie für Den Gesammtbestand Patrizier noch die schamloseste Ausbeutung durch schwere Salg offene Naturen wie Henzi zahlten der Zeit ihren Tribut. Des Gemeinwesens, das zeigt deutlich die nachmalige steuer, den„ bösen Pfennig", eine verhaßte Getränkesteuer, Kauf- Die persönliche Entrüftung über Zurücksetzung bei Besehung Entwickelung. Ueber diese lesen wir in der Geschichte des erlaubniß von Lebensmitteln auf dem Markt erst von 11 Uhr ab, der Bibliothekarstelle durch einen jungen Fanten von PatrizierSchweizervoltes von Henne- Am Rhin: Eine Kommission wurde nachdem die Vornehmen das beste weggekauft hatten, Preis- fohn mag wohl mitgewirkt haben, aber gewiß nicht so sehr, wie niedergesetzt, deren statistische Erhebungen jedoch für das Patriciat treiberei zu gunsten einiger Beamteter. Das Verbot für die Ge- der Mißmuth über den Patriziertrug. nichts weniger als befriedigend ausfielen. Die Bevölkerung des meinen", mit Lasten unter den Arkaden zu gehen, und anderer Weniger anziehend sind die Charaktere der zwei Todes. Bernischen Gebietes nahm nach derselben jährlich um 2400 Seelen Uebermuth trugen nicht wenig zur Erbitterung bei; man muß genossen Henzi's, des Stadtlieutenants Emmanuel Fueter, den zu und betrug im Jahre 1783: 388 949 Seelen. Dagegen der Bürgerschaft die Federn ausrupfen, um ihr die Luft zum seine zerrütteten Vermögensverhältnisse hauptsächlich zur Ver waren binnen 100 Jahren 209 regimentsfähige Geschlechter aus Fliegen zu benehmen", war gemeines Sprichwort bei den schwörung geneigt gemacht zu haben scheinen, und des krüppelhaften gestorben und das Patriziat verminderte sich so start, daß Patriziern. Kaufmannes Nikolaus Wernier( oder Vernier), denen sich noch es 1768 noch) 228 Geschlechter und 2325 Köpfe, 1787 aber gar Offenfundiger Amtsmißbrauch und Betrug seitens der mehrere Angehörige verschiedener Stände, Handwerker und nur noch 2162 Köpfe zählte. Das verhängnißvolle Jahr aber, Polizei wird durch die Urkunden mehrfach belegt. Studenten auch darunter, anschlossen. Geheime Versammlungen in welchem man diese Entdeckung machte, hieß 1789 und es So standen die Dinge, als Samuel Henzi, ein hochgebildeter wurden abgehalten und Berathungen gepflogen. scheint die Lust dieses Jahres so mächtig eingewirkt zu haben, ledler Mann, nach der vergeblichen Eingabe von 1710 zu dem ( Schluß folgt.) Die Eingabe vom Jahre 1710 redete thatsächlich nur von Wandelbarmachung des Schultheißenamtes, Aufhebung des geheimen Rathes und Abschaffung offenkundiger Mißstände, Abthun der verderblichsten Mißbräuche. Witterungsübersicht vom 7. Mai 1895. Einziehung zu erleichtern und die kleinen Münzen aus dem Ver- der Gartenstraße wurde ein Arbeiter durch eine Droschke, deren abgenommen seien. Mildernd falle für Scholem in's Gewicht, daß fehr zu bringen, ist es wünschenswerth, daß sie nicht aus der Pferd durchgegangen war, überfahren und am Bein schwer ver- er feineswegs die Vortheile erreicht habe, die er erstrebte und einen Hand in die andere abgeschoben werden, sondern an den letzt. Ein Arbeiter wurde in seiner Wohnung in der Anklamer- sich nachträglich bemühe, bei dem durch die Gefälligkeitswechsel öffentlichen Rassen, wie z. B. beim Einkaufe von Freimarten bei straße, erhängt vorgefunden. Im Laufe des Tages fanden drei geschädigten Offizier den Schaden wieder gut zu machen. Bei der Post, mit in Bahlung gegeben werden, von wo sie in den kleine Brände statt. Wasilewski sind drei Fälle, bei Motteck gleichfalls drei Fälle ge= Verkehr nicht mehr zurückgebracht werden. werbs und gewohnheitsmäßigen Wuchers angenommen worden. Motteckt hat der Gerichtshof für den am schwersten Belasteten erachtet. Verurtheilt wurden: Fleher zu 8 Monaten Gefängniß( davon 2 verbüßt), 2000 M. Geldstrafe eventl. noch 200 Tage Gefängniß und 2 Jahren Ehrverlust; Scholem zu 6 Monaten Gefängniß( 2 verbüßt) und 500 M. Geldstrafe eventl. noch 50 Tage Gefängniß; Wasilewsti zu 6 Mo= Enaten Gefängniß( 2 verbüßt), 1000 M. Geldstrafe eventl. noch 100 Tage Gefängniß und 1 Jahr Ehrverluft; Motteck zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängniß( 2 verbüßt), 4500 M. Geld= strafe, event. noch 300 Tage Gefängniß und 3 Jahre Ehrverlust. Die beiden anderen Angeklagten wurden freigesprochen. Sämmt= liche Haftentlassungsanträge wurden abgelehnt. Motteckt hatte eine Bürgschaft von 20 000 m. vergeblich angeboten. Um seinen Monatswechsel ist in der Nacht zum Sonntag ein in Charlottenburg wohnender Student gekommen. Gr lernte bei einem Ausfluge zwei Damen" fennen, von denen eine seine Einladung, in feine Wohnung mitzukommen, schließlich folgte. Stationen. Der Musensohn war etwas angeheitert und schlief bald ein; als er erwachte, mußte er unangenehme Erfahrung machen, daß mit seinem Besuche auch seine Geldtasche mit 185 M. und die silberne Remontoiruhr nebst Kette verschwunden Swinemünde. waren. Die Persönlichkeit der gefälligen jungen Dame ist noch Hamburg nicht festgestellt; wahrscheinlich stammt sie wie auch die zweite Berlin. aus Berlin, dem Sündenbabel. Arbeits- und Brotlosigkeit haben wieder einen verHeiratheten Arbeiter in den Tod getrieben. Es handelt sich um den 58 Jahre alten Arbeiter August Koppe, der mit seiner Frau im Hinterhause des Grundstücks Antlamerstraße 28 wohnte. Die Nahrungsforgen lasteten schwer auf ihm, und schon vor längerer Zeit und später wiederholt hatte er die Absicht ausgesprochen, sich das Leben zu nehmen, wenn er nicht Berdienst finden würde. Das geschah nicht, und daher hat der Mann am Montag seine Absicht ausgeführt. Als die Frau zwischen 9 und 10 Uhr abends in die Schlafkammer fam, fand sie ihren Mann mit dem Leibriemen an der Thür aufgeknüpft als Leiche vor. Einen unerwarteten Fund machte am Sonntag der Fuhrherr Panier in der Teltowerstraße 52. Als er morgens um 8 Uhr den Heuboden betrat, fand er dort eine männliche Leiche. Es wurde festgestellt, daß es die eines wohnungslosen Arbeiters Karl Kröger war, der hin und wieder bei Panier Beschäftigung gehabt und auf dem Henboden genächtigt hatte. Db ber Mann auf dem Boden verhungert oder in seinem Schlupfwintel an einer Krankheit zu grunde gegangen ist, hat man noch nicht festgestellt. Das Ende der Berliner Nachtwächter. Von den nächstens zu entlassenden städtischen Wächtern, welche als festangestellte Beamte ihre Pensionsberechtigung besigen, kommen diejenigen der zwölften Polizeihauptmannschaft zunächst an die Reihe und zwar am 1. Juli dieses Jahres. Es sind dann noch städtische Wächter in der ersten und zweiten Hauptmannschaft vorhanden, die dem Plane nach bis zum 1. Oktober entlassen werden sollen. Es ist aber noch zweifelhaft, ob bis zu diesem wachwesen wird vollständig beendet werden können. Zeitpunkt die Umwandlung des städtischen in das Privat- Nacht Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. EUG Windrichtung Windstärke NNAING( Stala 1-12) Wetter Temperatur ( nach Celfins 776 MO 775 D60 · 774 768 NO 767 D 770 Still wolkig wolfenlos heiter 12 wolkenlos 12 wolkenlos 15 wolfenlos 10 8 8 774 WNW 2 halb bedeckt 11 779 Still 1 wolkenlos 7 769 4 heiter 777 . 764 GO NO 2 2 • Wiesbaden. München Wien. Haparanda Petersburg Cort. Aberdin. Paris 14 wolkenlos 12 wolfenlos 14 50 G. 40 R.) Wetter Prognose für Mittwoch, 8. Mai 1895. Trockenes, vorwiegend heiteres, am Tage warmes Wetter mit mäßigen östlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Kunst und Wissenschaft. " Wiederum stand gestern ein Ehepaar wegen barbarischer Mißhandlung eines Kindes vor der zweiten Strafs fammer hiesigen Landgerichts I. Die Anklage richtete sich gegen den Arbeiter Johann Blauen und seine Ehefrau Marie geb. Schlawe. Lettere hatte ein Kind, die jetzt achtjährige Frieda Schlawe mit in die Ehe gebracht. Der Anblick des kleinen, freundlichen Mädchens schien ihr zu deutlich die Erinnerung an die Vergangenheit wach zu rufen, denn sie fand ein wahres Vergnügen darin, das Kind in der umbarmherzigsten Weise zu peinigen und zu mißhandeln. Ihr Ehemann unterstützte sie wacker darin. Es war eine schreckliche Leidenszeit, die das Mädchen in dem Hause ihrer Mutter durchzukosten hatte. Schließlich erhoben, wie in allen solchen Fällen, die Nachbaren Einspruch, die Polizei wurde benachrichtigt und diese brachte das Der Mädchen in eine Waisenanstalt. Der prakt. Arzt Dr. Moses batte bei der körperlichen Untersuchung des Kindes deutliche Beichen roher Mißhandlungen festgestellt. Die Angeklagten suchten sich mit dem Hinweis auf das elterliche Büchtigungsrecht heraus zureden, es gelang ihnen aber nicht. Der Gerichtshof verurtheilte den Mann zu zwei Monaten, die Ehefrau zu drei Monaten Gefängniß. Im Schiller- Theater findet morgen, Donnerstag, die Erftaufführung von Georg Engels' Schauspiel erenteffel" statt. Die Rolle des Majors, welche im Berliner Theater Herr Sommerstorf inne hatte, spielt Herr Ewald Bach; die übrigen Hauptrollen liegen in den Händen der Damen Pant, Werner und der Herren Pauly, Froböse, Funk und Reimann. Den Schluß des Abends macht Pailleron's Lustspiel Der zündende Funke" mit Fräulein Levermann, Detschy und Herrn Georg. Gerichts- Beitung: Gewerbegericht. " liefere. Ein Bergarbeiterkrawall beschäftigte am Dienstag das Schwurgericht am Landgericht II in der Gestalt eines Land. friedensbruch prozesse 3. Die Verwaltung des Braunfohlenbergwerks Bentrum" in Schenkendorf bei Königs- Wufterhausen entsandte im Juni 1892 zwei Agenten nach Waldenburg Vom modernen Stlavenmarkt. Man ist ja wie in Schlesien, um Bergarbeiter," Säuer"," Schlepper" und verkauft; ein Bierteljahr soll man umsonst arbeiten, man, war Grubenhandwerker" zu engagiren. Es wurde den Leuten ein aber noch zu dum: m." Mit dieſen Worten beklagte das aus verhältnismäßig günstiger Arbeitslohn versprochen, auch wurden die Echlesien zugereifte, dem Bäckermeister Ziemann vermittelte" Verhältnisse in den hellsten Farben geschildert. Die Gruben Die fächsische Landes Lotterie hat gestern ihr Füllhorn Dienstmädchen M. einen Vertrag, den die Stellenvermittlerin beamten ließen zwar durchblicken, daß die Grube stellenweise geöffnet und heute schon sehen zahlreiche Berliner Lotteriefpieler, Göße aus Berlin zwischen ihr und Ziemann zu stande gebracht etwas naß" fei, fie versicherten aber, daß die Verwaltung welche ihr Geld in der fächsischen, d. h. einer ausländischen" hatte. Frau Göhe ist eine derjenigen guten Seelen, die Pro- Stiefel und wasserdichte Kleider für billiges Geld Lotterie angelegt haben, mit recht gemischten Gefühlen dem Ver- vinziale nach Berlin importiren, um dieselben hier und in der Das Reisegeld sollte vorgeschossen und dann in Abzug gebracht laufe der Ziehung und dem, was noch folgt", entgegen. Die Umgegend zu möglichst billigen Preisen als Dienstboten zc. ab werden, wenn das Arbeitsverhältniß weniger als sechs Monate Berliner Kriminalpolizei hat dem hiesigen Loosehändler Knaat, zugeben", und die, weil sie den Vertrieb von Arbeitskräften vauere. 72 Bergleute ließen sich durch diese Versprechungen Gr. Frankfurterstr. 37, für 2000 M. Loose der sächsischen Lotterie engros betreiben, sich dabei garnicht schlecht stehen sollen. Der verleiten, ihre Heimath zu verlassen und hierher zu kommen. nebst den Registern der Mitspieler beschlagnahmt. Da die erwähnte Vertrag verpflichtete Ziemann, der M. für ihre Dienste Sie sahen sich sämmtlich mächtig enttäuscht. Die Grube war Original Antheilloose, die im ganzen gespielt werden, sich in den jährlich 110 M. zu zahlen, welche Summe auf 120 m. erhöht nicht etwas feucht", sondern stellenweise standen die Leute bis Händen der Spieler befinden, mithin nicht beschlagnahmt werden werden sollte, wenn das Mädchen ein volles Jahr aushalten" an die Knie im Wasser, während von oben das Wasser auf ihre konnten, da der Beschlagnahme nur solche Loose verfielen, auf und sich gut führen würde. Ziemann wurde durch den Vertrag Kleider träufelte und sie bis auf die Haut durchnäßte. Dazu welche fleine Antheile gezahlt waren, so fann gefolgert werden, ferner berechtigt, die Vermittelungsgebühren und Unkosten fam, daß die Grubenleitung die Versprechungen ihrer Agenten nicht daß viele tausende von Spielern an der Hoffnung partizipiren, der Engagirten dann vom Lohne abzuziehen, wenn die- anerkannte und sich lediglich auf den unterzeichneten Vertrag nichts zu gewinnen, aber doch zu Strafe und Gerichtskosten ver- felbe vor Ablauf des ersten Jahres die Stellung aufgebe. Er berief, der von diesen Versprechungen nichts enthielt, urtheilt zu werden. felbft hatte laut Vereinbarung stande gekommen war, daß der Frau Göze das der aber in der Weise zu Bei dem ständig zunehmenden Sonntagsverkehr auf der Geld sofort zu zahlen, es für das Mädchen auszulegen". Die Arbeiter, die mitwollten", ihren Namen auf die Rückseite Stadtbahn ist auch für die Pfingstfeiertage ein großer Massen- Frau Götze hatte sich nun 36 M. als„ Unfoften" berechnet und eines Bogens Papier geschrieben hatten, ohne eine Ahnung davon andrang zu erwarten. Seitens der Bahndirektion wird deshalb Biemann sie in dieser Höhe entschädigt. Frl. M. bekam infolge zu haben, daß auf der Vorderseite der sie bindende Vertrag stand. darauf aufmerksam gemacht, daß die für die Stadtbahn gelösten dessen während der drei Monate, welche sie bei ihrem ersten Einzelne stellten sofort die Arbeit wieder ein und fuhren auf Fahrkarten auch für Vorortszüge Giltigkeit haben und daß es Berliner Brotherrn" war, feinen Pfennig Lohn, und als ihre eigenen Rosten nach Hause. Etwa 30 Mann empörten" wünschenswerth wäre, wenn das Publikum bei Fahrten nach sie es dort nicht mehr aushalten fonnte", weigerte sich derselbe, sich aber nach wenigen Tagen und rückten vor das Zechenhaus. dem Zoologischen Garten, Friedrichstraße, Alexanderplatz, die in irgend etwas zu zahlen, indem er sich einfach auf den Vertrag Sie entsandten eine Deputation von drei Mann an den Charlottenburg resp. Schlesischen Bahnhof enden, die Vorortszüge berief. Frl. M. wurde beim Gewerbegericht flagbar, das sich zu- Direktor Blum, mit dem Gruben Maurer" Eichholz als benußen würde. ständig erklärte, weil die Klägerin im Gewerbebetriebe des Be Sprecher. Diesen soll der Direktor mit Titulaturen wie„ schlesische Milch flok in Strömen am Dienstag um 7 Uhr früh in flagten thätig gewesen ist. Die Klägerin bestreitet nicht, daß der Vagabonden"," Lumpenpack" und schlesisches Gesindel" beehrt Milch floß in Strömen am Dienstag um 7 Uhr früh in Beklagte für sie Geld ausgelegt" habe, zweifelt aber die Höhe an. haben, worauf sich dieser darauf berief, daß er seinem Raiser" der Straßenrinne des oberen Theils der Stralsunderstraße. Die So wurde die Vernehmung der Vermittlerin nothwendig. Sie gedient habe. Darauf soll er am Halse gepackt und mit der ganzen Sanitätspolizei hatte dort in der W.'schen Milchhandlung strenge rechnete denn auch heraus, daß ihr die Klägerin 20 M. foste, Deputation herausgeworfen worden sein, was allerdings von den Prüfung abgehalten. Der gesammte Milchvorrath, ca. 8 Faß, wurde beanstandet und durch Vernichtung aus dem Verkehr ge- die reisegel, pro Urbeitéfraft erhalten soll, an Soft( für zwei etwas schlimm ergangen, sie kriegten von der empörten an Miethsgeld, Entschädigung ihrer Agentin in Oppeln, Grubenbeamten bestritten wird. zogen. Das feltene Schauspiel hatte eine große Menschenmenge Tage), Transportkosten für den Koffer 2c. 16 M. fämen also Menge Prügel und das Zechenhaus wurde geftürmt. Teleangelockt, und der Milchplantscher mußte schnell sein Geschäft von den 36 m. auf fie, die jedoch nicht ihr Gewinn seien, von graphisch herbeigerufene Gendarmen stellten die Ruhe wieder schließen. denen noch ein bestimmter Prozentsaz abgehe, weil sie viel her. Die Leute gingen nach ihrer Heimath zurück. Gegen Was lange währt, wird gnt. Zu unserer Notiz in der Reifen im Intereffe des Geschäfts zu machen habe. Nach dieser 12-15 Mann wurden unter Antlage gestellt. Einige derselben Sonntagsnummer, in der wir mittheilten, daß sich ein Re- Aussage nahm das Gericht an, daß die Vermittlungs- sind bereits im Oktober 1893 zu Gefängnißftrafen von 4 bis Heute wurde gegen fieben ftaurateur in der Klosterstraße jetzt nach 19jährigem Brautstande unkosten thatsächlich 36 M. betragen haben. Da gegen den von 15 Monaten verurtheilt worden. verheirathet habe, schreiben uns die Restaurateure der Kloster- der Klägerin unterschriebenen famofen Vertrag nichts zu machen" weitere Angeklagte verhandelt. Der erste Bertheidiger, Referendar straße", daß sie sich durch diese Mittheilung gekränkt fühlten. war, rieth der Vorsitzende zu einem Vergleich, indem er die Schmissendorf, welcher für alle plädirte, geißelte scharf das VerEs handele sich gar nicht um einen Restaurateur, sondern um Klägerin darauf hinwies, daß der Vertrag den Nichtabzug der fahren der Grubenverwaltung, die durch wortbrüchige Agenten einen Kaufmann, der allerdings viel Flaschenbier verkaufe, sonst Unfoften" lediglich davon abhängig mache, daß sie ein Jahr die harmlosen Leute in die Ferne, in unbekannte Verhältnisse aber mit ihnen nichts gemein habe. Auch soll das junge Eheim Geschäfte des Beklagten verbleibe. Die Parteien verglichen locken ließ, und die Geschworenen votirten in allen Fällen auf paar wie ein paar linte Strümpfe" zusammenpaffen, welche fich auf gegenseitigen Verzicht aller Forderungen aus dem Arbeits- nicht schuldig", worauf die Freisprechung erfolgen mußte. Gegen mehrere unermittelt gebliebene Angeklagten steht indistrete Mittheilung wir aber für sehr unwahrscheinlich halten, verhältniß. das Verfahren noch aus. da die jetzigen Eheleute doch 19 Jahre Zeit gehabt haben, sich die Sache zu überlegen. " " " Den letteren ist es darauf Kammergericht. Jeder Anreiz zum Müßiggang Oberverwaltungsgericht. Mit einer Schießaffäre müsse den Arbeitern aus dem Wege geräumt In der Arbeiter- Bildungsschule( Südost) wird der neue werden, dachte der Magistrat einen kleineren Stadt der Rhein- hatte sich der erste Senat des Oberverwaltungsgerichts am 23. d. M. Kursus für Naturerkenntniß, der morgen Donnerstag, provinz( Regierungsbezirk Trier), und da erließ er eine Polizei- führte im Jahre 1892 einen heftigen Krieg mit„ Waldfrevlern" abends 8½ Uhr, eröffnet wird, nicht, wie irrthümlich in der verordnung, in der den Besizern von Gastwirthschaften streng ver- und Holzdieben, die ihm manchmal arg zu schaffen machten. A13 Annonce vom letzten Sonntag angegeben war, die Natur- boten wurde, den Arbeitern an Werkeltagen das Kegel er am 20. Juni jenes Jahres die Ehefrau des Ackermanns anschauung der alten Bölfer" umfassen, sondern es wird noch schieben zu gestatten. Gia Gastwirth, der dennoch zwei Fritsche wegen eines Holzdiebstahls verhaften wollte, suchte einmal auf mehrfach geäußerten Wunsch und der Wichtigkeit Männern der schwieligen Faust, die ihr Tagespensum Fritsche in Gemeinschaft seines Sohnes die Ausführung dieser halber der„ Darwinismus und seine Bedeutung erledigt hatten, feine Regelbahn zur Verfügung stellte, Absicht gewaltsam zu hindern, was den Gendarm veranlaßte, für die moderne Weltanschauung" behandelt werden. befam dafür ein Strasmandat. Er erhob dagegen auch diese beiden dingfest" zu machen; nach anstrengendem Es wird gebeten, sich zahlreich an dem Unterricht zu betheiligen. Einspruch, indem er sein Vergehen damit rechtfertigte, daß doch Kampfe gelang ihm das auch. Die Urrefianten sollten im Wagen die beiden Arbeiter nichts versäumt hätten, als sie tegelten, und abgeführt werden, wozu der Ackers- und Fuhrmann Wedekind In der Urania findet heute Abend wieder eine Première daß er nur aus diesem Grunde das Spiel gestattet habe. Er beauftragt wurde. Das Verladen" der Familie Fritsche ging statt, und zwar wird Herr R. Tabbert, der sich längere Zeit in betonte ferner, daß die Absicht der Berordnung doch nur sei, 84 aber nicht so glatt von statten, der jüngere Fritsche wollte durchSüdafrika aufgehalten hat, nach seinen eigenen Erlebnissen die verhindern, daß die Arbeiter durch das Spiel von der Arbeit aus den Vater erst noch mit einem Glase Bier trattiren. Afrikanische Schazkammer, die Goldfelder Transvaals", schil abgehalten würden. Der Einspruch blieb ohne Erfolg. Vom Brüggemann, der, den geladenen Revolver in der Rechten, mit bern. Eine Menge hochinteressanter, an Ort und Stelle ge- Echöffengericht und auch vom Landgericht zu Geldstrafen ver- der linken Hand den alten Fritsche beim Arm gepackt hatte, machter Aufnahmen wird den Vortrag illustriren.. urtheilt, wandte sich der Gastwirth an das Kammer während der Amtsdiener dem für sehr böse" gehaltenen Die öffentlichen Bade- Anstalten in Berlin worden am gericht. Jetzt behauptete er, die fragliche Polizeiverordnung Mann noch besonders die Hände festhielt, verbot das Trinken. damit ungiltig. Das 15. d. M., früh 5 Uhr, für den allgemeinen Gebrauch eröffnet. fei überhaupt un gesetzlich und Der junge Fritsche ließ sich jedoch nicht beirren; Kammergericht gab ihm recht und erkannte Polizeibericht. Am 6. d. M. morgens wurden einem deshalb am 2. Mai auf Freisprechung. Begründet wurde die dem Vater das Bier zum Munde zu führen. über die Schulter des Wächters der Ordnung hinweg suchte er Da frachte ein Arbeitsburschen, der auf der Schönebergerbrücke dem Herablaffen Entscheidung folgendermaßen: Die Verordnung sei ungefeßlich, Schuß und die Revolverfugel traf, aber nicht einen der Fritsche, der Zugklappen zujah, durch die niederfinkende Klappe die Zehen erstens schon deshalb, weil sie nicht unter Trommelschlag ver- sondern den Fuhrmann Wedekind, welcher infolge dessen fünf des rechten Fußes abgequetscht. Am Schleswiger Ufer wurde fündet worden ist, wie das ortsüblich sei. Dann verstoße fie Wochen lang arbeitsunfähig war. Für ihn bedeutete das einen an der Frauen- Bade- Anstalt die bereits stark verweste Leiche einer Frau angeschwemmt. In der Sieges Allee fiel ein gegen bestehende Gesetze, wie die Gewerbe- Ordnung und das Gefeß großen Verlust, da zur Zeit die ganze Arbeitskraft für die Fas ordnung erlassen nur im Interesse der Arbeitgeber und auch des die Polizeiverwaltung von 1850, sei die finnungslos liegen. Er wurde nach dem Garnisonlazareth halb ungiltig, da Polizeiverordnungen nur im allgemeinen Interesse gebracht. Beim Abbruch des Hauses Mauerstr. 75 wurden zwei im Keller beschäftigte Arbeiter durch eine umgestürzte zu erlassen wären. Giebelwand leicht verletzt. Auf einem Neubau in = Stadium der Schwangerschaft und konnte nichts schaffen. Vers geblich versuchte er auf gütlichem Wege eine entsprechende Entschädigung zu erhalten, und so blieb ihm nur der Klageweg In dem Wucherprozeß Fleher und Genossen, welcher übrig. Er beanspruchte an Kurtosten und an Entschädigung für der Prinzen Allee stürzte nachmittags beim Heraufziehen am Montag die erste Strajkammer des Landgerichts. I beschäftigte, sonstige Verluste 351,45 M., welche Forderung in erster Instanz von Brettern ein Arbeiter aus einem Fenster im zweiten ist das Urtheil erft nachts 121/2 Uhr gesprochen worden. Der abgewiesen, vom Berufungsgericht in Naumburg aber für beStocke hinaus und wurde schwer verletzt. Im Thiergarten, in Gerichtshof verkündete durch den Mund seines Vorsitzenden auch gründet erachtet wurde. Letzteres hatte über die näheren Um der Nähe des Goethe Tenfmals, wurde ein etwa vierjähriger hier wieder seine Ansicht dahin, daß bei Berechnung von mehr stände bei der Schießerei eingehend Beweis erhoben und ein Vers Das Knabe burch eine Droschte überfahren und anscheinend schwer als 20 pGt. Zinsen sicher der übliche Binefab überschritten wird, schulden des Gendarmen als festgestellt angenommen. verletzt. In der Königgrägerstraße fand ein Zusammenstoß wobei es aber auf die begleitenden Umstände mit antommt. Urtheil wurde folgendermaßen begründet: Da die Beschädigung zwischen einem Pferdebahnwagen und einer Kutsche statt, bei Bei Fleher hat der Gerichtshof drei Fälle des gewerbs- und des Klägers Wedekind in Buchholz erfolgt sei, wäre das ge= dem der Füher der letteren vom Bocke geschleudert, überfahren gewohnheitsmäßigen Wuchers als erwiesen angenommen. Bei meine Recht in Anwendung zu bringen. Voraussetzung des und anscheinend innerlich verlegt wurde. Ein Mann fiel in Solem if der Fall als Wucher angesehen, in welchem der Schadenanspruchs wäre danach ein Verschulden des Beklagten der Köpenickerstraße in Krämpfen hin und erlitt eine Gehirn Vortheil darin bestand, daß er sich von einem Lieutenant Brüggemann; es genüge schon ein geringes Versehen. erschütterung. Abends wurde in der Waldemarstraße eine an- 30 000 M. Gefälligkeits- Accepte ausstellen ließ. Hier liege die Nach der beeideten Aussage von fünf Zeugen müsse angenommen scheinend trunkene Frau mit einer bedeutenden Verlegung am Ausbeutung eines groben Leichtfinns vor. Dasselbe sei der Fall werden, daß er vorfäßlich geschoffen habe; denn danach habe Kopfe aufgefunden und nach dem Krankenhause gebracht. In bei der Bewucherung des Staatsanwalts, welchem 40 pet. Binfen im selben Augenblick der Schuß getracht, in welchem der Be-W Dermischtes: amt. will. ver. flagte, den erhobenen Revolver in der rechten Hand, gerufen Silb. Hochz. und 1870. Der Himmelfahrtstag fiel im habe:„ Wenn Sie das Bier trinken, dann schieße ich:" In Jahre 1870 auf den 26. Mai, Ostersonntag auf den 17. April, diesem Augenblick hätten ihn aber die in Frage kommenden Fenersbrunst. Im Dorse Schwanen bei Paderborn kam am Pfingstfonntag auf den 5. Juni.$. K. 81. 1. Den Antrag gesetzlichen Bestimmungen und die Instruktion, den Waffengebrauch Dienstag, den 7. Mai, bei heftigem Winde Großfeuer aus, auf Erhöhung der Rente haben Sie bei der zuständigen Stelle, betreffend, nicht zum Schießen berechtigt. Aber auch, wenn die welches den größten Theil des Ortes in Asche legte. Der Brand nämlich dem Vorstand der Berufsgenossenschaft zu stellen. BeVorfäßlichkeit nicht angenommen wäre, träfe den Beklagten doch dauert zur Zeit noch fort; Berluste an Menschenleben sind nicht schweren Sie sich über die Bummelei beim Reichs- Bersicherungsdie Entschädigungspflicht, da mindestens Fahrlässigteit vor zu beklagen. 2. Nein. 3. Leider ist der verunglückte Arbeiter ges liege. Gin Ringen oder Stoßen infolge der Renitenz der Eisenbahnunglück, Wie der„ Frankfurter Generalanzeiger" zwungen, sich die Behandlung des sogenannten Vertrauensarztes Arrestanten habe nach dem Ergebniß der Verhandlung im meldet, fuhr am Dienstag früh 5½ Uhr auf dem Bahnhofe in gefallen zu lassen, wenn er nicht seiner Rente verluftig gehen Augenblicke des Schusses selbst nicht stattgefunden, damit ließe Soden eine von Höchst tommende Maschine in einen vollE. S. 64. H. 2. Ihre Forderung ist verjährt. sich somit nicht, wie es Betlagter erst versucht, feine völlige besetzten Arbeiterzug. Ein Padwagen wurde aus dem Geleiſe. B. 100. Ein Mädchen darf nach vollendetem 16. Jahre Nein. zu 1-4: N. D. 83. 1. Nein. Zu 3: Ja. Schuldlosigkeit begründen. Also im günstigsten Falle liege das geworfen und sieben Personen leicht verlegt. Schuld an dem Un-. B. 100. Ein Mädchen darf nach vollendetem 16. Jahre Verschulden des Gendarmen im Mangel an der nöthigen Vor- falle soll der Führer der Maschine tragen, welcher die vor- heirathen und bedarf bis zurückgelegtem 24. Lebensjahr ficht. Die Erledigung der gegen das Urtheil seitens des geschriebene Fahrgeschwindigkeit überschritt. ihres Geburtsscheins und der Einwilligung des Vaters, Beklagten beim Reichsgericht angemeldeten Revision mußte der Mutter und falls sie mindervorläufig unterbleiben, weil die Regierung in Hildesheim Paschal Grousset in Paris erstattete beim Staatsanwalt gegen jährig ist, Der fürstliche Holzdieb. Der sozialistische Deputirte nach dessen Tode auch des Vormundes, zwecks Aufgebots. zu gunsten ihres Unterstellten den Konflikt erhob. Sie be- den Fürsten von Sagan und noch einige Klubleute die Anzeige J. B. 20. Derartige Bücher taugen durchweg nichts. hauptete, derselbe habe nur in Ausübung seiner Amtsbefugnisse wegen Holzdiebstahls, weil der Fürst als Unternehmer eines E. H. 109. Auf ein Jahr zurückgestellt. M. B. 70. gehandelt, als er mit Rücksicht auf den ihm geleisteten Wider neuen Bicycle- Rennplates im Boulogner Wäldchen Bäume fällen Ja. Sie F. W. 100. brauchen statt des stand und die Drohungen des Fritsch e den Revolver zog; dann und heimlich fortführen ließ. mietheten Kellers keinen anderen annehmen. Verlangen Sie sei aber nicht festgestellt, ob der Schuß durch das Verschulden Da die Höhe des Auch ein Hochzeitstoaft. Bei einer stattgehabten großen sofortige Einräumung und Schadenersah. des Beklagten losgegangen und von seinem Willen abhängig Hochzeit ist das junge Ehepaar eben im Begriff sich zu ent- Schadenersatzes zweifelhaft, so ist gegenüber der Ermissionsgewesen sei. Das Oberverwaltungsgericht erklärte den Konflitt fernen, als der jüngere Bruder des Bräutigams, der sich bis flausel Ihres Vertrages zum Abzug von der Miethe nicht zu rathen. für nicht begründet, indem es durch den Mund des Präsidenten dahin an den Herrlichkeiten des Hochzeitsmahles delektirt hatte, E. Schulze. Schriftlichen Bescheid ertheilen wir nicht. Sprechen Perfius ausführte: Nach dem Gesetz sei das Gericht nur dann an sein Glas flopft und folgendes redet: Meine Herrschaften, Sie nach Zustellung des Urtheils mit demselben in der Sprechin der Lage, einen Konflikt für begründet zu erachten und die da uns eben das junge Paar verlassen will, so will ich mich ſtunde vor. Hampel. Sie sind im Unrecht: Sie müssen sich Einstellung des ordentlichen Verfahrens anzuordnen, wenn es kurz fassen; ich bitte Sie alle, Ihr Glas zu erfassen, sich zu er- allerdings das, was Sie kaufen, ansehen. die Ueberzeugung gewinnt, daß sich der Beamte einer Ueber- heben und und nachzusehen, ob vielleicht jemand von Ihnen R. F. 112. Ohne Einwilligung von Mutter und sel reitung seiner Amtsbefugnisse nicht schuldig gemacht habe. auf meinem neuen Zylinder sitt." Vormund unzulässig.- Zwei Wettende. Die erstere. Tiefe Ueberzeugung habe das Gericht nicht zu gewinnen vermocht. Klebegeset. Wer eine Altersrente bezieht, fann, wenn er erwerbs= Eelbst wenn man der nicht ganz unglaubwürdigen Angabe des unfähig wird, statt der Altersrente die Invalidenrente beanspruchen. Beklagten glauben wollte, daß er nicht absichtlich geschossen Ter betreffende soll den Antrag bei der Versicherungsanstalt stellen. habe, so blieben doch die glaubwürdigen Aussagen der 5 Zeugen D.$. 66. 1. Leichte. 2. Nein. Franz K. Bereits in bestehen, daß Beklagter die Worte gebrauchte: Wenn Sie trinken, schieße ich", und daß sofort der Schuß fiel." Es sei eben Nr. 91 vom 19. April unter A. B. 44 und W. 200 beantwortet. J. R. Spandau. Als Trauzeuge braucht man nicht 25, deshalb nicht dargethan, daß ohne jedes Verschulden der Schuß sondern nur mindestens 21 Jahre alt au sein. 2. Darlehen ver losging, und das Ergebniß davon, daß nicht festgestellt sei, daß J. 100. Kein Kaufmann ist ver= jähren in 30 Jahren. Brüggemann sich einer Ueberschreitung der Amtsbefugnisse nicht M. T. 250. Leider pflichtet, feine Waaren zu verkaufen. schuldig machte. nein. M. N. 104. Sie müssen sich auf dem Einwohner Meldeamt( Alexander- Platz, Polizeipräsidium) erkundigen. Für den Inhalt der Juferate überBriefkaffen der Redaktion. theilt. In Rechtsangelegenheiten wird ausschließ= ich am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7 bis 8 Uhr abends Auskunft erK., Schwerin. Gegen das Verbot läßt sich schwerlich Metalldrücker. Die Namen können wir aus Ihrem Eingesandt nicht wiedergeben, da wir juristische Bedenken tragen. etwas thun. Adolph Ernst- Theater nimmt die Redaktion dem Publikum Madame Suzette. gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 8. Mai. Opernhaus. Der Evangelimann. Schauspielhaus. Der Revisor. Deutsches Theater. Das Lumpen gefindel. Leffing- Theater. Madame Bonivard. Berliner Theater. Die Ehre. Neues Theater. Die zweite Frau. Vaudeville: Posse in 3 Atten von Ordonneau. Musik von Edmond Audran. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Passage- Panopticum. Neu! Eine Fahrt auf dem Golf von Neapel. Schiller- Theater. Die zärtlichen Ver- Täglich Vorstellung im wissenschaft Castan's Panoptikum. wandten und Ein Strafrapport. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Obersteiger, Residenz- Theater. Fernand's Ghekontrakt. lichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Ein Flug durch die Luft! Chamly's mysteriöse Adolph Ernst- Theater. Mabame Kaufmann's Variété. Katakombe. Suzette. Central- Theater. Figaro bei Hof. Alexander- Play- Theater. Heinrich Heine. National Theater. Die lebende Brücke. Theater Unter den Linden. Pariser Leben. Deutsches Volkstheater. Der Schmied von Rolandseck. Reichshallen- Theater. Spezialitäten Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Mittwody, 8. Mai, abends 8 Uhr: Die zärtlichen Verwandten und Ein Strafrapport. Donnerstag. 9. Mai, abends 8 Uhr: Zum 1. Male: Der Herenkefel und Der zündende Funke. Königstrasse, Kolonnaden. Täglich: NeumannBliemchen's Reichskanzler Fürst Hohenlohe. Armin- Hallen Leipziger Vaudeville- Kommandantenstraße Nr. 20 Gesellschaft: Neumann, Wilh. Wolff, Horváth, Gipner, Lemke, Feldow und Ledermann. Novität! Entree 30 Pf. Novität! Großer Lacherfolg! Zur Umfturzvorlage. Zeitgemäße Posse v. W. Wolff. Jn der Pusta! Der Zigeunerkönig Horváth! Berlin. Strassenbilder! Bliemchen's Abenteuer! Bomben- Erfolg! Tauben- Börse. 10046 Freitag, 10. Mai, abends 8 Uhr: Gin- und Verkauf Alte Jakobitr. 55 Don Carlos. Sonnabend, 11. Mai, abends 8 Uhr: Taxameter vom Sonnabend wolle Der Berenkefel und Der zündende sich noch einmal Neue Grünftr. melden. Funke. Dar Sonntag, 12. Mai, nachm. 3 Uhr: Ultimo. Abends 8 Uhr: Veilchenfreer. Central- Theater Xite Jakobstraße Nr. 30. No vität! Zum 4. Male: Novität! Unter artistischer Leitung des Herrn Adolf Brahl vom fönigl. GärtnerplayTheater in München: Figaro bei Hof. ( Roccoco.) Operette in 3 Atten( nach Beaumarchais' Memoiren) von Bohrmann- Riegen. Musik von Alfred Müller- Norden. Morgen: Dieselbe Borstellung. National- Theater. Große Frankfurteritraße 132. Direktion: May Samft. Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft William Calder. Vorlezte Woche: Die lebende Brücke. Großes Sensationsschauspiel mit Musit in 4 Aften( 11 Bildern), nach dem Englischen von Sutton Vane, übersetzt von H. Schwab. Dirigent: Adolph Wiedecke. Elektr. Beleuchtungseffekte v. Lakowsky. Regie: Max Samst. Raffenöffnung 5 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. -National- Theater- Garten: Grosses Concert und Spezialitäten- Vorstellung. Die Theaterbesucher haben freien Zu tritt zum Sommergarten. Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. 2 NB. Noch einige Sonnabende und Sonntage zu vergeben. Verein der Arbeiterinnen an Buchdruck- Schnellpressen. Donnerstag, den 9. Mai, abds. 81 Uhr, im Lokal von Schneider, Annenstr. 16: 18 M. A. 11. Nein, Buchhandlung des Vorwärts" Beuthstrasse 2. Anläßlich der zweiten Berathung der Umsturzvorlage empfehlen wir: Umfturz und Sozialdemokratie. ( Stenographische Wiedergabe der Reden bei der ersten Lesung.) Zwei Hefte. 256 Seiten Großoktav. Preis 30 Pf. Porto 10 Pf. Zur Beurtheilung für die Stellungnahme der Parteien zur Umsturzvorlage, wie sie sich in den Kommissionsbeschlüssen darstellt, ist die Kenntniß der ersten Lesung um so mehr erforderlich, als frühere Gegner der Vorlage jetzt plöglich zu Befürwortern derselben geworden sind. Unserem Freunde und Genoffen Carl Petermann( Atanas), besch. Arbeiter zu feinem heutigen Wiegenfefte ein Verband aller in der Metallindustrie besch. Arbeiter Berlins und Umgegend. donnerndes Hoch! " 1001b Na, Karlchen, die Dinger könnt Ihr viel zu helle. Berlin I, 17-20. Todes- Anzeige. ie mit mir nich machen, da find mix Allen Mitgliedern hiermit die traurige Nachricht, daß unser langjähriger, treuer Kollege, der Gürtler Karl Printz Vereinsversammlung am Montag früh nach langen, schweren Tagesordnung: 1. Vortrag( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht). 2. Dis 1000b fussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Gäste haben Zutritt. Grösste Etablissement Ausstellung Italien in Berlin. Sehenswürdigkeit Stadtbahnstation Zoolog. Garten. Eröffnung in Berlin. der Reichshauptstadt. der diesjährigen Saison am 14. April, nachmittags 2 Uhr. Auftreten der neu engagirten 12 italienifden Sängerchöre und Musikkapellen. Maestro Cav. Gialdo Gialdini mit seinem OpernOrchester, der Bersaglieri- Kapelle( Dirigent Maestro Giacomo Gatti), des italienischen Serenaden- Chors( Damen und Herren) unter Leitung des Maestro Donizetti Gaetano, der italienischen Volkssänger- Gesellschaften Signor Raphaele Liberti, Perna, Delarosa, Tribuni, Lorenzo, Salvatore, Facienda Rafaele, der italienischen Tänzer- Gesellschaft Marano und Giletti u. a. m., sowie Auftreten des Ensembles des Berliner American- Theaters und schließlich der schönen Margherita Astarti, des Sternes der Weltausstellung von Chicago. Täglich: Großer Gondel- Korso auf dem Canale grande. Entree 50 Pf. Bei Rogenwetter gewähren die Ausstellungsgebäude bequem Schutz und Aufenthalt für 12000 Personen. Besuchtestes Vergnügungslokal Familien- Abonnements pr. Sais. à 10 M. werd. v. 1. Mai an i. den Bureaus d. Direktion ausgegeben. der Residenz. Künstl.Zähne Neu: Novitäten in besten populären italienischen Konzerten. 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1M. Plomben 1,50 M. Rep. sof.Theilz. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr. Schweizer- Garten Am Königsthor- Am Friedrichshain. Jeden Sonntag Gr. Theater u. Spezialitäten- Vorstellung. Volksbelustigungen aller Art. hr. Im neuen Saale BALL. Entree 30 Pfennig. Anfang 4 An den Wochentagen ist das Etablissement an Vereine, Gesellschaften zur Abhaltung von Sommerfesten zu vergeben. Leiden verstorben ist. Sein thatfräftiges Wirken für die Organisation sichert ihm ein bleibendes Andenken. Drudfchler- Berichtigung. In meinem Inserat in 3. Beilage, Seite 4, der Nummer 104( legte Sonntagsnummer), muß es im Preisverzeichniß unter ,, Herrenstiefel" heißen: Braune Leder- Strandschnürschuhe, genäht 5,25 M.( nicht 194/11 4,25 M.). Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, nachmittags 6 Uhr von dem Trauerhause Langefir. 62, nach dem freireligiösen Friedhof, Pappel- Allee, statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins u. Umg. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Töpfer Emil Handtke, 242 19 plöhlich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 9. Mai, nachmittags 51/2 Uhr, von der Leichenhalle des Emanuel Kirchhofes in Weißensee statt, unweit der Haltestelle der Pferdebahn dortselbst. Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. Danksagung. Allen Verwandten und Freunden, Kollegen und Kolleginnen, die meiner lieben Mutter durch Kranzspenden und Betheiligung an dem Begräbnisse die legte Ehre erwiesen haben, sage ich meinen innigsten Dank. 1005b Richard Hansen. Danksagung. Jacques Raphaëli, Neue Promenade 8. Prediger- Gesuch. Die Freie Religions- Gesellschaft zu Magdeburg, 1847 durch Leberecht üblich gegründet, sucht zum 1. Oktober d. 3. einen Prediger, welcher auch den Religionsunterricht ungefähr 270 Kindern ertheilt. Die Herren Be werber bitten wir, sich unter Einreichung eines furzgefaßten Lebenss laufes mit uns in Verbindung zu setzen. Das Aeltesten- Kollegium Der Freien Religionsgesellschaft zu Magdeburg. F. Koehler, Vorsitzender. Sargmagazin u. Beerdigungs tomtoir, Schuhmacher( fr. 140 im Keller) jetzt Swinemunderstr. 142, im Laden, Zeugen- Gesuch! M Ich bitte diejenigen Herren, welche zugegen waren, als Herr Marten meine Restaurations Einrichtung, Ackerstr. 128, für Danz( Freienwalde) gekauft hat, ihre Adressen an mich ein zusenden. Kosten werden vergütet. H. Stümke, Adterftr. 123. Lumpen Geschäft, 18 3. bestebend, 9946 zu verkaufen Sebastianstr. 5. Allen Kollegen, Freunden und Be fannten sowie den Vereinen für die liebevolle Theilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung Für die hiesigen Leser liegt meiner lieben Frau, sage ich hiermit der heutigen Nummer unseres meinen herzlichsten Dank. Blattes die gestrige Gewinnlifte Gunar Wieske. der preuß. Lotterie bei. 1006b Verantwortlicher Ret atteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Truck und Verlag von Max Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 106. April Unterm nenesten Kurs. 1. Neuwied. Vier Vorstandsmitglieder des Volksvereins wegen Uebertretung des Vereinsgefeßes je 60 M. Geldstrafe. 2. Barop. Wegen Gewerbesteuer- Hinterziehung- Verkauf von Parteimarken ein Genosse 36 M. Geldstrafe. Dortmund. Genosse Schröder von der Anklage der Beleidigung des Oberbergamts freigesprochen. Antrag: 1 Monat Gefängniß. " 8. Bochum. Der Schuhmacher Barteleme 3 aus Witten wegen Majestätsbeleidigung 3 Monate Gefängniß. " " " " Berlin. Genosse Türk von der Anklage der Uebertretung der Gewerbeordnung freigesprochen. Höchst. Wegen groben Unfugs Singen der Marseillaise bei einer patriotischen Feier Genosse Peter. mann aus Soden 3 Tage Haft. Antrag 4 Wochen. Nauen. 20 Mark Geldstrafe ein Genosse wegen Be leidigung eines Gendarm. Abgabe eines Flugblattes in dessen Wohnung. Mittwody, den 8. Mai 1895. 27. Leipzig. In gleicher Instanz Genosse Pollen der wegen Preßbeleidigung 25 M. Geldstrafe. Dresden. Als gleicher Sünder ebenfalls in der Berufung " Genosse Reichardt 100 M. Geldstrafe. Leipzig. Und als dritter im Bunde Genosse Dierl in der Revisionsinstanz 300 Mark Geldstrafe wegen Preß beleidigung. " " " Dresden. Wegen Bergebens gegen das Vereinsgefeß, Genosse Paulitsch in Cossebaude 10 M. Geldstrafe. Chemnitz. Neun Genossen als Vorstandsmitglieder von Gesangvereinen wegen Vergehens gegen das Vereinsgeset 10 bez. 15 M. Geldstrafe. Höchft. Genosse Leyendecker wegen Beleidigung eines Polizeibeamten 25 M. Geldstrafe. Jusgesammt wurde erkannt auf 3448 M. Geld- und 2 Jahre 9 Monate 3 Wochen und 1 Tag Gefängnißstraße. Der Parteivorstand. werden. Versammlungen. Der Verein der Arbeiter und Arbeiterinnen der Der Fachverein der Tapezirer tagte am 23. April. Auf der Tagesordnung stand zunächst der Kaffenbericht vom ersten 4. Berlin. Genosse Nät her wegen Verübung groben Quartal 1895. Nach der Abrechnung, die vom Kassirer Feder Unfugs Ausbringung eines Hochs auf die internationale verlesen wurde, betrug die Einnahme mit einem Bestand vom Sozialdemokratie 3 Tage Haft. Effen. 4 Wochen Gefängniß Genosse Hüninghaus voraufgegangenen Quartal 222,76 Mf. und die Ausgabe 88,70 ant. Der Bericht gab zu keinen Ausstellungen Anlaß. Hierauf wurde aus Gelsenkirchen, wegen Landrathsbeleidigung. dem Mitglied Lindstedt das Amt eines Bibliothekars über5. Dresden. In der Revisionsinstanz 29 Maispaziergänger tragen. Die nächste Versammlung soll im Osten abgehalten mit je 40 M. Geldstraße. In gleicher Instanz Genosse Gradnauer wegen Beleidigung der Militärbehörden 5 Monate Gefängniß. Genosse Fricke wegen Verübung groben Unfugs 1 Woche Haft. Lichtenstein Callenberg. Die Genossen Schuh und Hüttenrauch wegen Üebertretung des Vereinsgesetzes je 15 M. Geldstrafe. 6. Offenburg. 30 M. Geldstrafe Genosse Bielowski wegen Beleidigung eines Zeuglieutenants und eines KaufMünchen. Wegen Beleidigung der Verwaltung der Armenpflege Genosse Schmidt 50 M. Geldstrafe. " " " manns. 8. Seipzig. In der Reviſionsinstanz Genoſſe Mar, aus Gelsenkirchen 4 Monate und 3 Tage Gefängniß wegen Beleidigung des Knappschaftsvorstandes. Eschwege. Die Genossen Heißner und Raab wegen Vergehens gegen die furhessische Sabbathordnung vom Jahre 1801 je 10 M. Geldstrafe. 01 9. Hauan. Von der Anklage der Amtsrichter- Beleidigung Genosse Hoch freigesprochen. 10. Güstrow. Wegen Beleidigung der Polizeibehörde der Genosse Pantow sechs Wochen und die Schlosser Grapentin und Berg einen Monat bezw. eine Woche Gefängniß. 11. Zwickau. 50 M. Geldstrafe Genosse Neubert aus Gainsdorf wegen unerlaubten Sammelns zu sozialdemofratische Parteizweden. Schmölln. Wegen Beleidigung eines Polizeibeamten, zwei Genossen je 3 Lage Haft und ein dritter 10 Mart Geldstrafe. 13. Berlin. Die Genossen Krause und Bolz je 20 M. und zwei Schlosser je 15 M. Geldstrafe wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes. " " Meißen. Der Redakteur des Volksfreunds" wegen Preßbeleidigung 100 M. Geldstrafe. 17. Dresden. Eine Woche Haft Genosse Sindermann wegen Verübung groben Unfugs. Senftenberg. Sechs Genossen wegen Zuwiderhandelns gegen das Vereins- und Versammlungsgesez je 20 M. Geldfirafe. 21 Angeflagte wurden freigesprochen. München. Genosse Gruber wegen Preßbeleidigung n 25 M. Geldstrafe. 19. Leipzig. In der Verufungsinstanz Genosse Kayen stein wegen Beleidigung der Greifswalder Polizeidirektion 150 M. Geldstrafe. Dresden. Wegen Hausfriedensbruchs Vertheilung von Druckschriften Genoffe Künzel aus Rabenau 30 M. Geldstrafe. " " " " 〃 " Planen. Die Genossen Künzel aus Falkenstein und Meisel aus Schöneck in der Berufungsinstanz wegen Breßbeleidigung 25 bezw. 15 M. Geldstrafe. Magdeburg. Wegen Beleidigung des Burggrafen zu Dohna Genosse Richter 100 M. Geldstrafe. Leipzig. Zwei Wochen Gefängniß Genosse Lipinski wegen Beleidigung des Leipziger Stadtraths. Duisburg. Genosse Heus gen aus Mülheim a. d. R. wegen Majestätsbeleidigung 2 Monate Gefängniß. Antrag 6 Monate. B genommen 12. Jahrg. lung berieth nunmehr über die von der Direktion der Rummels burger Glasfabrik versuchte Verlängerung der täglichen Arbeitszeit um 12 Stunde. Nach längerer und lebhafter Diskussion wurde mittels Zettel in geheimer Abstimmung diese Zumuthung mit 176 gegen 17 Stimmen abgelehnt und der Vertrauensmann beauftragt, diesen Beschluß der Direktion zu übermitteln. Falls dieselbe sich weigert, darauf einzugehen, soll nach ca. 14 Tagen die Arbeit eingestellt event. der Streit proklamirt werden, um diese Forderung durchzusetzen. Achtung! Maler, Auftreidjer und Lachirer. Scule, Mittwoch, den 8. mat, abends 8 Uhr, im Eminemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstraße 35: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: Die Arbeiterfrage der Gegenwart", Referent Genoffe Paul Jahn. 2. Diskussion. 3. Unsere Aufgaben für die Agitation in der Bufunft." Alle verwandten Berufsgenossen werden dringend ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 8. Mai, abends 8% Uhr: Außerordentliche Versammlung im Romman danten Garten", Kommandantenstr. 10-11. Landsleute, auch Damen, als Gäste willkommen. Vergnügungsverein Italia". Mittwoch, den 8. Mat, abends 9 Uhr, im Restaurant Thießen, Zionsfirchplatz 1: Sigung mit Damen. Theaterverrin nikum". Mittwoch, den 8. Mai, abends 9 Uhr: Generalprobe Gin weißer Rabe" in Breuer's Salon, Große Frankfurterstraße 74. 8-10% Uhr: Nordschule, 2rbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, abends 7-8% Uhr: Leftüre. Tarwin'sche Theorie. Müllerstr. 179 a: Maturerkenntniß( Die Entwickelungsgesetze). Südostschule, Waldemar firaße 14: Geschichte( alte). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Lese- und Diskutirklube. Mittwoch. Johann Jacoby, bei Frib Liehle, Echwebterstraße 33. Gesundbrunnen, Abends 8% 11hr, bet saferland, Bellermannftr. 87. Gleichheit, Abends sy Ubr bei Stramm, Ritterstraße 123.- Seine, Rirdorf Abends 8½ Uhr, Prinz- Handjerystr. ev parterre. Ginigkeit, Abends 8% Uhr bei Zeige, Triftstr. 1.und Lesetlub Morgenroth, abds. 9 Uhr, im Restaur. Diefe, Lothringerstr. 67. Verein ehemaliger Schüler der 18. Gemeinde- Schule. Jeden Mitt willkommen. woch, abends 9% Uhr, Große Frankfurterstr. 30. Ehemalige Echüler und Gäste 1 einem Vortrag mußte Umstände halber Abstand Wäsche und Kravattenbranche tagte am 24. April. Von Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender Adolf werden, weshalb man sogleich die Abrechnung vom letzten Reumann, Pafewalterfir. 3. Alle Nenderungen im Vereinstalender sind zu Quartal zur Verlesung brachte. 118,88 m. und Diese beträgt an Einnahme richten an Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Mittwody. Nebungs ftunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern.- Biebesfreiheit 1, an Ausgabe 44,45 M. Die weiteren Ver- Andrcasstr. 26, bei Wilfe. Norddeutsche Schleife, Schönleinstr. 6 bet Kart. Freya I, Unverzagt 1, Manteuffelsiraße 9 bei Nowack. handlungen betrafen lediglich interne Angelegenheiten. Lorbeer ( Gemischter Chor), Rosenthalerstraße Nr. 57 bei Wernau. Der Interessen Verein der Kistenmacher hielt am tranz 1, Weinstraße Nr. 28 bet Späth. Deutsche Eiche 1, 27. April eine Generalversammlung ab. Beschlossen wurde, die Große Frankfurterstraße Nr. 133 bei Gold. Echo 1, Pantow, Wollantstraße 113 bei Lebmann. Gefangverein Arion III, Rirdorf, HerrmannSperre über die Werkstatt Martin noch weiter beſtehen zu und Herrfurthstraßen- Ecke, bei Weiß. Freundestreue( gemisch. Chor), laffen. Die Abrechnung vom 1. Quartal ergab eine Einnahme Gr. Frankfurterstr. 138 bet Gold. Einigkeit 1( Sutmacher), Neue Allegro, Wrangelftr. 141 bet W. Schmidt. az gem gegenüber liebt eine Ausgabe von 167,45 M. Briebte 15, 44 b. Bülow Fretheit 1, Bülowstraße 65 bei Richter. Steinnelte, PaseDas Baarvermögen beträgt 483,37 M. Hierauf wurden folgende walte rftraße 3 bei A. Neumann. Süd- Ost, Falckensteinstr. 7 bei TrittelKollegen in den Vorstand gewählt: Märten, 1. Vorsitzender; wig. 8iede slust, Fürstenwalde an der Spree, Schloßtelleret. Freier Eckert, 2. Vorsitzender; W. Splinter, 1. Schriftführer; Männerchor Nord e it( früher Klempner) Moabit, Embener- und Siemensstraßen- Ecke 14. Supferschmiede, Weinstraße 11 bei Feind. Schumann, 2. Schriftführer; Haute, 1. Kassirer; Gawe, orbe Reite 1, Echöneberg, Golfstr. 43 bei laule. Appolonia, 2. Kassirer; Krinke, Schubert und Franz Torf ste cher Rosenthalerfir. 57 bei Wernau. Freiheitsgruß, Cremmenerstr. 1 bet Schneeglöck chen 1, Rigdorf, Hermann- und Karlsgartenals Revisoren. Ferner wurde beschlossen, am Himmelfahrtstage Mathies. straßen- Ecke bei Hilpert. Schneeglöck chen 2, Potsdam, Brandenburger eine Herrenpartie zu veranstalten. Kommunikation 16 bei Glaser.- Matengruß 3, Friedrichshagen, RundIm Verband der Sattler und Tapezirer hielt am their, bet Lerche. Unverbrossen, Lindowerstraße 26 bei Sachs. Rütli, Friedenau, 27. April Genosse Poersch einen recht beifällig aufgenommenen Felsenburg, Langeftraße 65 bet Dwezarec. im Kurtaus, Ring- und Rheinstraßen- Ece. Vorwärts 7, RummelsVortrag. Da von einer Diskussion Abstand genommen wurde, burg, Göthe- und Kantstraße- Ede Hoffnung 3, gelangte sogleich die Abrechnung vom 1. Quartal 1895 zur Ver- Brandenburg a. S., Kontordia", Wilhelmsdorferstraße. Freiheits= lesung. Diese weist an Einnahmen 232,86 M. und an Auslänge 1, Stallschreiberfir. 29, 3um eichenen Stabe" bei Schöning. gaben 131,40 M. auf. Die Mitgliederzahl beträgt gegenwärtig arbeitergefangverein von Britz in Britz, Bürgerstr. 4 bei Dorn.- Seegerscher Männerchor, Landsberger Allee 156 bet Göbel. Maiengruß 2, 152. Sodann wird beschlossen, die Uebertretungen der Sonntags Charlottenburg, Pestalozzifir. 83 bei A. Eaffe.- Dämmerlicht, Zorndorfer Edelweiß 2, Potsdam, Brandenburger Kom ruhe nachdrücklichst zu belämpfen. Mittheilungen mögen die faße 17 bei Hoffmann. munifation 16 bei Glaser. Heimathtlänge, Rcpenick, Rosenstr. 101 betreffenden Berufsgenossen an den Kollegen Poer sch, Rigdorf, Steinmetstr. 21, gelangen lassen. mannsnaße 17 bet Wohes. Gefangverein Freiheitst länge II, Männer- Gesangverein Pa Imte, Belten t. d. M. V bei Greinert bei Troppens. Männer- Gesangverein Geduld, Gesundbrunnen, ButtIm Holzarbeiter Verband( Bezirk Moabit) sprach am Chorinerstr. 55 bet Sobeck. 28. April Herr Dr. Weyl über die Berufskrankheiten der Holz- bet 3emlin.- Weiße Rose, Reinickendorf, Residenzstr. 101 bet Malchin. Männer Gefangverein Stederlust, Admiralstr. 38 hei Tuyauer.- Ganges= arbeiter. Redner bezeichnete als die Ursachen der Erkrankungen in then, Stralauer Platz 10-11 bet Poppe. Gleichheit, Schönhauser Gefangverein Frohsinn II, Friedrichsberg, ungenügende Ernährung, schlechte Wohnungen und überlange Allee 185 bei Ramlow. Arbeitszeit. Die Diskussion bewegte sich im Sinne des Referats. Wartenbergstr. 67, bei Lange. Sängerchor der Maler, Annenstr. 9 bei Prob. Das Benehmen der Kollegen, die an stelle der Ausständigen bei Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( 8uder Firma Simon u. Co. in Arbeit getreten waren, wurde all- schriften sind zu richten an P. Gent, Adalbertstraße 95. Mittwoch: Humoristis cher Rauchtlub, Görlizerfraße 42 bei Picht. gemein recht abfällig beurtheilt. selliger Verein Brüderlichkeit Georgentirchstraße Nr 65 bei Spät. Verein Rhetorit, Naunynfir. 86 bei Zubeil Abends 8% Uhr. Geselliger Berein Hoffnung, Lebuserstraße Nr. 5 bei Nemit( alle vierzehn Tage). Th caterverein Proletariat, Naunynftr. 83 bei Köhn. Schafskopfflub Spar- Agnes, Strautstr. 36 bei Infinger. Geselliger Berein Alpenrose, Brizerstraße 22 bei Graf.- Privattheater- Gesellschaft Rometta, Püclerstr. 2 bet Müller.( Außerdem alle 14 Tage SonnDer Bezirk Osten hatte gleichfalls am 28. April eine Versammlung in das Lokal von Niest, Weberstraße, einberufen. Ein Antrag auf Verlegung der Zahlstelle wurde abgelehnt und sodann die Wahl der Beitragssammler vollzogen, mit welchem Amt die Kollegen Schlender, Kumisch, Echade und Dirsch betraut wurden. Hierauf sprach der Kollege Kunze in einem recht zu- tags.) stimmend aufgenommenen Referat über die gegenwärtigen wirth An der Diskussion betheiligten sich die schaftlichen Kämpfe. Mitglieder Siebert, Reich und Sturis. A e= Privat- TheaterPrivat- Theater- Gesellschaft Philharmonie, Sigung mit Damen, Abends StatKraftBergnügungsverein Amor 2, Prinzen- Allee 10 bei Bergemann. Rauche Geselliger Verein Freundschaft, Simmerstr. 89 bet Engel. Hub Rothe Fahne, Guvryfir. 48 bei Liebs.- Geselliger Verein Deutsche Eiche, Fürbringeritr. 7 bet Grothe. Bühnenverband Apollo, PrinzenAllee 10 bei Bergemann. Mundharmonita- Verein Vorwärts, Belle Der Verband deutscher Barbiere hielt am 2. Mai eine alliancetr. 74 bei Kizing. Gefang-, Turn- und gefellige Vereine. Mittwoch. Arbeiter Mitgliederversammlung ab. Starosson berichtet über die Gefang- Verein offnung, Friedrichsberg. Uebungsstunde Abends Stellung der Gewerkschaftskommission zu den Anträgen, welche ihr, Restaurant D. Schulze, Friedrich Kariftraße 34. von den Barbieren in einer öffentlichen Versammlung gestellt gesellschaft eimathi ust, 9 Uhr Sigung t. Vereinslot. b. Lange, Stromstr. 28 sind. Das Kartell hat bekanntlich die Kontrollmarke abgelehnt, uhr, Beughoffmaße 8 bet Behlendorf. Aufnahme neuer Mitglieder. dagegen sich für eine Unterstützung der Bestrebungen aus Theaterverein unifum, jeden Mittwoch abends 9 Uhr bei Wiersdorf, Alte Jafobstraße 96/97: Sigung mit Damen. Berliner Turn= gesprochen, die einen Schluß der Geschäftszeit um 2 Uhr nach- senoffenfchaft. Die 3. Männer- Abtheilung turnt jeden Mittwoch mittags herbeiführen wollen. In betreff des Arbeitsnachweises und Connabend Abend von 9-11 Uhr, Chorinerfir. 74.- Touristenverein wird beschlossen, daß diejenigen, die eine ihnen übertragene Freiheit Mittwoch, Abends 8% ühr, Versammlung bei Wuttke, Blumenftr. 54. Geselliger Verein Unter uns, Sigung 8 Uhr bet Fischer, Musikdilettanten- Vercin Preciosa Abends 8 Uhr bei Stellung nicht antreten, vom Arbeitsnachweis ausgeschlossen Beusselstr. 66. werden. Ferner sollen an Geschäftsinhaber, welche die Forderung Geisler, Jenn- und Tegelerfiraßen- Ecke, lebungsstunde, Aufnahmen. Mufit: Dilettanten- Verein Nordische klänge. Jeden Mittwoch bet Tübingen. Ein Genosse 5 M. Geldstrafe wegen Ver- der Gehilfen nicht bewilligt haben, keine Arbeitskräfte gewiesen Beuter, winemür.derstraße 48, Uebungsiumbe von 8 bis 11 Uhr. Schwimmverein Nord. Jeden Mittwoch Abend 7 Uhr Admiralgartenbad, breitung von Flugblättern, deren Inhalt gegen die be- werden. Weißensee. Der hiesige Arbeiter Bildungsverein hielt am Friedrichstraße, Uebungsstunde.- Geselliger Verein Anna- Marie, Abends stehende Gesellschaftsordnung verstoßen haben soll. Stattlub Die Ter Kassenabschluß 9 Uhr, im Restaurant Roll, Adalbertstraße 21, Sigung. Berlin. Freigesprochen Genosse tüm me cke aus Oder: 27. April seine Generalversammlung ab. Lustige 8wölf, im Restaurant Ruhl- Andree, Chorinerstr. 53. berg von der Anklage, die dortige Steuerveranlagungs- vom letzten Quartal weist nach dem Bericht des Kassirers eine flub 50 jeden Mittwoch 8 Uhr Sigung bei Fechner, Wienerfir. 50. Ginnahme von 236,65 M. und eine Ausgabe von 141,13 M. und Artistentlub„ Ei che". Mittwochs von 9-11 und Sonntags von 11 bis Kommission beleidigt zu haben. Bergnügungsverein Fortuna. Magdeburg. Wegen Landfriedensbruchs, begangen im auf. Die Bibliothek des Vereins umfaßt jeyt 65 Bände. Hierauf 1 Uhr, bei Augustin, Kastanien- Allee 11. Theaterverein initum, jeden Mittwoch, abends 9 Uhr, bei Wiersdoff, Verlauf des Burger Streifs, die Schuhmacher Keßler wurde die Wahl der Revisoren vollzogen und die Mitglieder deden Mittwoch, abends 8½ Uhr, Sigung im Lokale Schulz, Weberftr. 10. Beretn und Golze je 4 Monate Gefängniß. Krüger, Preiß und Winkler mit diesem Amie betraut. Aite Jatobfir. 96/97, Sigung mit Damen. Nachdem Probe. Chemnitz. In der Berufungsinstanz sechsundzwanzig Behuss einer Reorganisation des Vereins war einer Kommission ehem. Schüler der 18. Gemeindeschule 9% Uhr, Gr. Frankfurterstr. 30. Ehemalige Schüler und Gäste willkommen. Rauchflub Grüne Quaste, Mittwoch Abends 9 1hr, bei Gorn, Kleine Mitglieder des Gesangvereins Cängerheim" in Kändler die Ausarbeitung der Statuten übertragen. Die Vorlage, welche Rauchklub Granate, Forsterstr. 40 bet Tugunife. wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz je 12 Mart die Kommission der Versammlung unterbreitete, wurde ohne Marfusfir. 10. Rauchklub Artona, Abends 8 Uhr bet Herrn Brand, RetchenGeldstrafe. Abänderung angenommen. Zum Schlusse ehrte die Versammlung bergersir. 122. Orientalischer Rauchtlub, Abends 9 Uhr, ReichenRauchtlub Frisch gewagt, Abends 9 Uhr 20. Leipzig. In gleicher Instanz Genosse Rohleder aus das Andenken des verstorbenen Genossen Fählich in der bergerstraße 24 bet Tauschke. bei F. Rockendorf, Posenerstraße 5. Rauchklub Roochloch, Elsterberg zwei Wochen Haft wegen Verübung groben üblichen Weise. Admiralftr. 33 im Restaurant Abends 9 Uhr. Rauchtlub Messa= Unfugs. Rummelsburg. Der hiesige sozialdemokratische Verein be- tina, jeden Mittwoch kei H. Wutite, Graubenzerstr. 2. Stat- Slub TreffRaucht lub Ohne 3wang, Wein22. Kaffel. Genosse John wegen Beleidigung des Bürger- schäftigte sich in seiner Generalversammlung am 28. April mit Frankfurter- Allee so bei D. Babel. Rauchflub Die Dampfenden, Langeftr. 24 bet meisters in Melsungen 14 Tage Gefängniß. der Erledigung mehrerer geschäftlicher Angelegenheiten. Nach fraße 28 bei epäth. Rauchflub Virginia. Jeden Mittwoch Abend 9 Uhr bei Leipzig. Die Genossen Agster und Eichhoff in dem Bericht des Vorsitzenden und des Kassirers über die Thätig- echnieber, Admiralstraße 21. Rauchflub Humoristische PfeifenRauchklub Stuttgart in der Revisionsinstanz wegen Beleidigung des feit des Vereins im letzten Quartal wurde dem Vorstand der brüder, Mittwoch Abends 9 Uhr bei Salzwedel, Klosterstr. 83. Oberlandesgerichtsraths Bucher je 2 Monate Gefängniß. Auftrag zu theil, ein Arrangement für eine Vorstellung in der Sumatra Süd- Ost Abends 8% Uhr bei Müller, Siegnigerftr. 18. Rudolstadt. Wegen Beleidigung eines Hauptmanns" Urania" zu treffen. Zum Schluß wird den Genossen empfohlen, Rauchttub Gemüthlich feit II, Gigung jeden Mittwoch Abend 9 Uhr im Genosse Hoffmann Saalfeld 100 m. Geldstrafe. diejenigen Barbiergeschäfte zu meiden, die an den Sonntagen Antrag 8 Monate Gefängniß event. 500 M. Geldstrafe. nach 2 Uhr nachmittags geöffnet halten. Crimmitschau. 15 M. Geldstrafe ein Genosse wegen Die Glasarbeiter von Nummelsburg und Stralan Vornahme einer nicht polizeilich genehmigten Geldfamm- hielten am Sonntag, 5. Mai, eine von über 200 Personen belung. suchte Versammlung ab, in der Genosse Jahn einen Vortrag Konstanz. Genosse strohn, wegen Verübung groben über Das Geld im Kreislauf des wirthschaftlichen Lebens" hielt Unfugs 5 M. Geldstrafe. Delift: Austragung des Bolts- und insbesondere, nach einem geschichtlichen Ueberblick über den freund" am Sonntag an die Abonnenten. Taufchverkehr von den ältesten Zeiten bis in die Neuzeit, sowie 24. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Klüß in Kiel, über Entstehung der verschiedenen Arten von„ Geld" und Münzen wegen Beleidigung der kaiserlichen Kommission des Nordoftjee- Kanals 2 Wochen Gefängniß. Würzen. Wegen Beleidigung des Stadtraths, Genosse Stöhre 6 Wochen Gefängniß. " ग P " " M. " 27. Berlin. Bei der richterlichen Entscheidung des unter dem 4. d. M. gemeldeten gegen Genossen Nät her erlassenen Etrafbefehls, wurde auf 15 M. Geldstrafe erkannt. Breslau. In der Berufungsinstanz Genosse Sche b3 wegen Beleidigung eines Redakteurs 200 M. Geldstrafe. Zas erftinftarzliche Urtheil lautete auf 50 M. 11 " Jeratsch. Lotal Schmidt, Köpnickerstr. 171. Freie Bereinigung der Kaufleute, jeden Mittwoch gemüthliche Zusammenfunft im Restaurant Tettenborn, Wallivaße, Ecke Neue Grünstraße. Arbeiter- Stenographenverein Eintracht, Unterricht und Uebungsstunden abends 8% Uhr in den Restaurants Droczaret, Langer. 65 und Seidler, Roller's cher Stenographenverein Pionir, Bussitenstr. 9, Ratiborstr. 16.Verein Restaurant Rausch, Abends 8% Uhr, Unterricht und Fortbildung. Gr. Frankfurterstr. 30. hem. Schüler der 18. Gemeindeschule, jeden Mittwoch 9½ the German- American Klub Uncle Sam Club" Every Wednesday 9 o'clock p. m. Frieboes Restaurant, Münzsir. 17. Briefhaffen der Redaktion. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. bis auf die Gegenwart, Bank, Wechsel- und Checksystem, in eingehender Weise die Frage der Doppelwährung behandelte. Ferner erläuterte Redner auch das deutsche Münzgesetz und Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Swei Buchstaben oder eine Baht) die auf demselben sußende Goldwährung und im Anschluß oie Juftitution der deutschen Reichsbank, sowie Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag daran die von Robert Owen in England angestrebte, von Proudhon wird von 7 bis 8 Uhr abends Auskunft und in Frankreich ihm nachgeahmte Volksbant" mit Einführung von Rath in Rechtsangelegenheiten ertheilt. Stundenbons für die Arbeiter zur gänzlichen Beseitigung des 9. B. 244. Gie sind für das Abhandenkommen des Kolli Geldes als Münze. Eine Diskussion über den mit lebhaftem nur dann verantwortlich, wenn Sie durch Vertrag Ihre HaftBeifall aufgenommenen Vortrag fand nicht statt. Die Versamm= barkeit für derartige Fälle vereinbart haben oder wenn das Rolli durch Ihre Verschuldung abhanden gekommen ist. Die Freiheitsstrafe oder Verweis) bestraft ist. 4. Die der Frau ge- I als angemessen erachtet. A. R. 1. Sie können Erlaß eines Rechtsprechung ist indeß den Rollfutschern sehr ungünstig. hörenden Eachen können wegen einer Schuld des Ehemanns zu Zahlungsbefehls für die verschiedenen Forderungen auf der A. S. 50. Dem Standesbeamten muß von ehelichen Kindern nächst gepfändet werden. Die Frau kann sodann interveniren. Anmeldestube des Amtsgerichts, in dessen Bezirk Ihr Schuldner die Geburtsurkunde und die Einwilligung des Vaters und falls Grüner Weg.. 1. Ist Wochenlohn vereinbart, so ist ein wohnt, beantragen.- Sadowa. Uns nicht bekannt.- G. H. 47. Be dieser verstorben ist, die der Mutter beigebracht werden. In Abzug für Feiertage unzulässig; anders wenn Tagelohn, stimmte Namen für Ihren Zweck zu nennen, müssen wir ablehnen. Ichterem Fall ist der Tod des Vaters nachzuweisen. Söhne, die der wöchentlich auszuzahlen ist. vereinbart ist. 2. Ja. C. F., Rigdorf. 1. Wird ein Haus verkauft( nicht subdas 25. und Töchter, die das 24. Lebensjahr überschritten haben,.. 3. Zwecks Erlangung des Armenrechts wenden Sie haftirt), so läuft der Miethsvertrag in Preußen weiter. Die bedürfen keiner Ginivilligung des Vaters. Sind die Verlobten sich zunächst an den Bezirksvorsteher Ihres Bezirks mit dem An- Rechte des alten Wirthes gehen auf den neuen Eigenthümer kraft minderjährig und vaterlos, so bedürfen sie überdies der Zu trag, Ihnen zwecks Erlangung des Armenrechts zu bescheinigen, Gesetzes über. 2. Wird eine Arbeit bestellt, so hat der Besteller stimmung des Vormunds. Großjährige eheliche und verwaiste daß Sie nicht im stande sind, die Kosten des Rechtsstreits zu feineswegs das Recht, einseitig von der Bestellung zurückzutreten, Kinder bedürfen feiner Genehmigung, müssen aber den Tod tragen. Diese Bescheinigung erhalten Sie nach einigen Wochen. muß Sie vielmehr voll entschädigen. K. 3. Nur dann ist das ihrer Eltern durch die Todtenscheine nachweisen. Uneheliche Sodann reichen Sie dieselbe beim Landgericht ein, legen diesem Halten der vielen Hunde und Kazen seitens Ihrer Flurnachbarin Kinder bedürfen bis zum 24. resp. 25. Lebensjahre der Zustimmung die Sachlage dar und beantragen Bewilligung des Armenrechts. ein Kündigungsgrund, wenn Sie ausdrücklich vereinbart haben, ihrer Mütter und, falls sie minderjährig find, auch der des Vor- Sprechen Sie in der Sprechstunde mit Ihren Atten vor. daß derartige Thiere seitens anderer Miether nicht gehalten munds. Auf Einwilligung der Eltern können großjährige Kinder 200. H. B. Das Mädchen fann unter Ueberreichung des Ver- werden dürfen, oder wenn die Unterhaltung der Vierbeine eine lagen. Die Klage ist durch einen Anwalt beim Landgericht anzustellen. trages auf Zahlung der rückständigen und der fünftigen Alimente so lebhafte, oder deren naturgemäße Lebensweise so geruchvoll M. 20. 1. 2. Wenn Sie eine Aufforderung, Strafe und in einer Klage flagen.- Theateragenturen. Theateragenturen ist, daß der Gebrauch Ihrer Wohnung dadurch vereitelt wird. Kosten zu zahlen erhalten, so sind Sie berechtigt, zunächst lediglich fallen leider nicht unter die Bestimmungen der Sonntagsruhe. Wenn 33 solcher Thiere, wie Sie behaupten, vorhanden sind, die Strafe zu zahlen. Senden Sie das Geld für die Strafe O. C. 46, Alter Abonnent,. 2. 10, C. K. 153: dürfte die legtgenannte Bedingung wohl eingetreten sein. ( portofrei) mittelst Bostanweisung ein, so bemerken Sie auf dem Sprechen Sie in der Sprechstunde mit den Verträgen 2c. vor, Kemp. Der Thatsache, daß ein Sarg gepfändet wurde, ent Abschnitt, daß durch die Einsendung die Straffumime beglichen C. B. 30. Die Armendirektion. P. S. L. Eine giltige finnen wir uns. Die Nummer ist uns nicht erinnerlich. Vielleicht fein soll. 3. Vorbestraft ist jeder, der igendwie durch gericht Tare für Hebammengebühren existirt nicht. 6-10 M. für den suchen Sie sich dieselbe aus den gebundenen Vorwärts- Nummern lides Urtheil oder durch Strafmandat mit Strafe( Geld- oder Beistand bei der Entbindung und 1 M. für jeden Besuch werden heraus, die Sie in unserer Expedition oder Redaktion einsehen können, Achtung für Moabit! Alle diejenigen, welche über den Aufenthalt des Bautechnikers Mittwoch, 8. Mai, ab. 8½ Uhr, in der Kronenbrauerei, Georg Laumann Alt- Moabit 47/49: Oeffentl. Frauenvortrag von Fräulein Cornelius, prakt. Naturheilkundige, über: Die hauptsächlichsten Frauenteiden und deren sichere Heilung durch die Naturheilkunde. 100026 Achtung! Berliner Naturheilverein Zukunft". aus Alfeld a. d. Leine, zuletzt 1883 in Crystal Falls, St. Michigan, NordAmerika, Auskunft geben können, werden gebeten, ihre Adresse an Fräulein Wilhelmine Laumann, Alfeld a. d. Leine, Holzerstr. 29, einzusenden. ( Um Nachdruck dieser Annonze wird 23112* Achtung! gebeten.) Maler, Auftreicher und Lackirer! Hente, Mittwody, 8. Mai, ab. 81/2 Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 35: Große öffentliche Versammlung. 183/19 Tagesordnung: 1. Die Arbeiterfrage der Gegenwart. Referent Genosse Paul Jan. 2. Diskussion. 3. Unsere Aufgaben für die Agitation in der Zukunft. Alle verwandten Berufsgenossen werden ersucht, recht zahlreich zu er scheinen. Achtung! Der Einberufer. Achtung! Allen Freunden und Genossen zur Kenntniß, daß die Feier des Monatl. v. 10 M. an Theilzahlung. liefert elegante Anzüge nach Maass Comporowski. Schneidermeister, Berlin C, Jüden str. 37 I. B adesalze stakfurter, fein gemahlen, in Säcken von 25 Kilo, 50 Kilo, 100 Kilo, frei Haus zu 1,50 M., 2,50 M., 4 M. Niederlage der Vereinigten 10 jährigen Bestehens des Kummer'schen Gesangvereins Umstände Staßfurter Salzwerke, halber am Sonnabend, den 11. Mai, nicht bei Fiebig, sondern bei Haase( önigsbank), Große Frankfurterstr. 117, stattfindet. Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. 1009b Unterstützungsverein deutscher Tabakarbeiter. Zahlstelle Berlin. SW., Lindenstraße 12. Gelegenheitsfanf für Brautleute: Im Möbelspeicher Neue Königstr. 59, vorn I., sollen über furze Beit verliehen geweſene u. neue Möbel Mittwody, den 8. Mai, abends 8%, Uhr, bei Röllig, Nene Friedrichsir. 44: Einrichtungen 100, 150, 200-1000 m. Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: spottbillig verkauft werden. Ganze Theilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. Kleiderspinden 15, Küchenspinden, Kommoden 12, Sophas 15 M., Bettstellen mit Sprungfeder- Matratzen 289/16 18, Nusbaum- Kleiderspinden 30, Stühle 13 Mart, hochfeine Muschelkeiderspinden 40, Plüschgarnituren 60 Mart, Herrenschreibtische, Damenschreibtische 30, Cylinderbureaus, Schreibsekretäre 15 Mart, Garderobenspinden, PaneelBetten, Couliffentische, alles spott 1. Abrechnung. 2. Vorstand und Ausschuß contra Generalkommission. 3. Agitation. Bei der Wichtigkeit der diesmaligen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Mitglieder nothwendig. Der 1. Bevollmächtigte. Louis Dechand. Spree- Havel Dampfschifffahrts- Gesellschaft Stern" Jubiläums- 25 Ausgabe. Soeben erschien die fünfundzwanzigste Auflage von August Bebel: Die Frau und der Sozialismus. Heft- Ausgabe. Komplet in 10 Heften à 20 Pfennig. Zu beziehen durch alle Kolporteure. MACHT EINIGKEIT GESETZL DEUTSCHE S STARK GESCH Arbeiter Berlins! Die Fabrikate der ausgesperrten Schuhmacher in Erfurt werden jeßt, außer in den bekannten Verkaufsstellen, in den eigenen Niederlagen Bellealliancestr. 98/99 und Rosenthalerstr. 6364 Achtung, Gewerkschaften! in vorzüglichster Beschaffenheit zu den billigsten Preisen verkauft. Wir bitten uns durch reichliche 2290L* Einkäufe zu unterstützen. Deutsche Schuhfabrik G. Markus& Co. Herren- Hüte 1,25 Einsegnungs- Hüte 85 Pf. neueste Façons verkauft das Fabrikfomptoir, jetzt Barnimstr. 4 u. 5 I. In der Mäntelfabrik Andreas- Hof Andreasstraße 32 Hof Eingang 5 werden die von der EF Engros- Saison E übrig gebliebenen Mäntel Umhänge Kragen, die verschiedenartigsten Besatzstoffe und Mantelstoffe, Plüsche 33/13 im Einzelnen zu fehr billigen Preisen abgegeben. Große Räume stehen den geehrten Gewerkschaften( passend zur Zentralherberge) zur Verfügung. E. Siegemund, Berlin, C. Alexanderstr. 11. Auch werden Zahlstellen gerne angenommen. 23419* Gold- und Silberwaaren. A. Barnick, Grüner Weg 112, part. 1. Eig. Repar.- Werkstatt f. Uhren, Goldund Silberwaaren. Bettfedern, reine Gänsefedern à Pfð. v. 50 Pfg. an Frau Glaser, Prenzlauer Allee 19. Luchstoff- Reste 31 Knabenanzügen, Gelegenheitskauf, spottbillig. Herrenhosen- Reste Stück 5 M. feinste Qualitäten. Münzstr. 4, Engel. Achtung! 36/6 sophas 75, Buffets, Trumeaus 65. 14 Resterhandlung 14 Bahnersay, auch Theilzahl., wöchentl. billig. Auch einzelne Gegenstände für Herren- und Damenstoffe, Reste Mart, Guckel, Laufiber Play 2, werden zu Engrospreifen verkauft. für Kinder Anzüge von 1 Mark an. Elsasserstr. 12. Empfehle allen Herrschaften, mein C. Joch, Pallisadenstrasse 14 part. empfiehlt ihre vollständig neu renovirten mit fomfortablen Kajüten ausgestatteten größtes Möbellager Berlins zu be- 66. Resterhandlung. 32 Salon- Dampfer jeder Grösse bis zu 400 Personen fassend nach sämmtlichen Pläßen der Oberspree, Dahme, Unterspree und Havel. Wir erlauben uns besonders darauf hinzuweisen, daß wir die Vermiethungspreise so ermäßigt haben, daß eine Dampferpartie den verehr lichen Vereinen und Gesellschaften das angenehmste und billigste Transportmittel geworden ist, billiger als Eisenbahn und Kremser. Aufträge nehmen an und ertheilen bereitwilligste Auskunft unsere Bureaus: Berlin SO. Brückenstrasse 13, 1 Tr. Fernsprech- Amt VII. 1025. Potsdam Lange Brücke, Dampfertation Ferusprecher Nr. 124. Maitrank frisch, ausgezeichnet à Flasche 60 f. infl., 10 FI. Mt. 5,50. Johannisbeerwein, herb, Fl. 60 Pf. Desertwein, süß, Fl. 75 Pf. Stachelbeerwein, ganz vorzüglich, Flasche M. 1,-. Echt Stonsdorfer Tikör, & Str. 1,20, 5 Ltr. 5,50, 10 Ltr. 10,-, 50 tr. 47/2, 100 2ir. 90,-. Echten alten Nordhäuser Ltrsfl. Mt.1,10, 5 Liter à Mt. 0,90. Berliner Getreide Kümmel 2trfl. Mt. 1,10, 5 Liter à Mt. 0,90. Himbeer-, Kirsch, Johannisbeersaft, vorzüglich, Ltrfl. 1.30. Medizin. Ungarwein, beste Qualität, à Literflasche Mt. 2,10. Empfehlen und senden einzelne Flaschen frei Haus Berlin. Ga, Belle- Allianceplay 6a, Eugen Neumann& Co., S1, Neue Friedrichſtr. 81, Oranienstr. 8, Genthinerfir. 29. Potsdam, Waisenstr. 27. Spiegel- u.Polsterwaaren. Gr. Auswahl Möbel, in Nußbaum und Mahagoni, billigste Preise nur per Kaffe, im Speicher 0. Schmidt, Berlin N., Gartenstrasse 52 u. 56 Dr. Thompson's Seifenpulver ist das beste und im Gebrauch billigste und bequemste Waschmittel der Welt. 878M schmerzlos eingesetzt, festsigend. Reparaturen sofort. Weniger sichtigen u. sich von den stannend billigen Preisen zur überzeugen. Gekaufte Möbel fönnen bis April fostenfrei stehen bleiben und werden durch eigene Gespanne transportirt und aufgestellt. Aeltestes Tuch- Engros und H. Grabowski Versandhaus Ostrowo Gegr. 1245 Reinwollene Tuche, Buckskin, Kanmgarn, Cheviot etc. jedes Maass zu richtigen Engros- Preisen * Keine üblichen Versand* Preise. Muster franco Damen- u. Mädchen- Mäntelvon Fabrik 22012 66 Billig Neste zu Knaben- Anzügen von 1 M. Große Anzüge von 7 M. an bis zum feinsten Kamingarn, auch pass. zu Einsegnungs- Anzügen. Große Aus wahl in Paletotstoffen, sowie zu Früh jahrs- und Sommermänteln, Jaquets, Plüsch, Atlas, Seide, Sammt u. Spitzen. Auf Wunsch alles zugeschnitten, auch angefertigt. Fertige Knaben Anzüge. 66. Karle, Waldemarstrasse 66. M Lawn- tennis- Schuhe Radfahrer, Turn- u. Kellner- Schuhe mit Gummi- Sohlea, Gummi- Tischdecken, Gummischläuche 2c. zu billigsten Fabrikpreisen empfiehlt 0. Lietzmann, Gummiwaarenfabrik, 423 Rosenthalerstr. 44. 99 Brauerei Wedding", Reinickendorferstr. 48, J. Salomonsky, verkauft Weiß, Braun-, WerderſchBadstr. 18, Ecfe Stettinerstaße, empfiehlt sein großes Lager in Damen1. Mädchen- Mäntel zu billigen, aber festen Preisen. J. Salomonsky, Eadstrasse 18, Ecke Stettinerstraße. ophaplüschund Weizenbier zu foliden Preisen in fleinen Gebinden, sowie Jungbier, in und außer dem Hause. 23599 KinderwagenBazar Max Brinner Jerusalemerstr. 42 am Dönhoffplatz und Brunnenstraße 6. Großartig. Auswahl von Kinderwagen, Puppenwag., Sportwebten Qualitäten, auch wagen billigst. Viele Anerkennungen, Musterbuch gratis echt Frisé und Moquet, bestes Fabrikat. enthaltend 6 bis 22 Meter, Theilzahlung gestattet. spottbillig! unter feanko! Lohnender Nebenverdienst febr SOD Reste in gintt, gepreßt und geArgepaste Satteltaschen bidig. hochelegante Emil Lefèvre, Berlin S., Oranienſtr. 158. 86 R Alte Jakobstraße 86 in Sammt, Plüsch este und Stoff in allen erdenklichen Farben Knaben Auzügen. zu Künstl. Zähne Bemittette Ermäßigung. Kreslawski, Spittelmartt 13. 86 Kochmann, Alte Jakobftraße 86 Knaben- Anzüge sehr billig. 8546*] Hoffmann, Veteranenstr. 14. Freundliche Hofwohnungen, 2 Stuben, Küche, Kloset, Keller, eigener Korridor, sind mit 75 bis 90 Thlr. sofort zu vermiethen. Hausverwaltung Mühleustr. 8, nahe der Oberbaum- Brücke. Flurzimmer, möbl. zu verm. Fürsten998b ftraße 20, 1 Treppe. Arbeitsmarkt. Möbelpolirer! Die Kollegen vom Hoflieferanten C. Prächtel, Krausenstraße 31, und F. Muller, Krautstr. 37, sind wegen des 1. Mai gemaßregelt. Es wird ge= beten, den Zuzug fernzuhalten. 208/12 Die Fachkommission. Arbeitsnachweis der affler. Invalidenstr 22, Hof part. r. Von 9-12 und 2-5 Uhr nachmittags. Täglicher Eingang von Stellen aller Branchen. NB. Organisirte erhalten den Vorzug. Frau wünscht Wasch- u. Reinemache= stellen, Schilde, Kastanien- Allee 46, 4 Treppen. 10086 Tüchtige Schrifthauer werden sofort verlangt bei F. Prieß, NO., Mathiasstr. 3, a. d. Landsberger Allee. Tüchtiger Schrifthaner u. Steinmetz durch Verkauf von Herren Anzug- findet sofort Beschäftigung in der stoffen in der Bekanntschaft nach reich- Grabdenkmal- Fabrik Neue Königstr. 8. halt. Kollektion dauerhafter, solider Waare zu Fabrikpreisen. Maschinen- Stickerin bei er höhtem Offerten sub J. G. 7832 an Rudolf Mosse, Lohn dauernd verlangt Wedber, Prinzenstr. 38. Berlin SW. 725M Dezimal- und 10036 Eisspinden, Tafelwagen, geübte, finden sofort dauernde id= jowie Milchgeschäfts- Utensilien. Kartonarbeiterinnen, schäftigung. Kartonfabrit Schmid= Jordan, Bicine Markunftr. 28. Straße 6, of 4 Treppen. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 1007b