fir.68+42. Jahrgang Ausgabe A nr. 35 Bezugspreis: öchentlich 70 Pfennig, monafid 8, Reichsmart sorans zahlbar. Unter Rreuzband te Deutschland, Danzig, Saar und Memelgebiet, Defterreich, Sitauen, Buremburg 4,50 Reichsmart, fiir bas übrige Muslanb 5,50 Reichsmart pro Monat Der Bormärts" mit ber Sonntags. bellage Bolt und Reit" mit„ Gied. Tung und Rleingarten" fomie der Beilage Unterhaltung und Wiffen und Frauenbeilage Frauenftimme ericeint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Selegramm- Abreffe: Cesialbemotrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpa Itige Nonpareillegeile 70 Pfennig. Reklamezeile 4, Reichsmart. Aleine Anzeigen" das fettgedrudie Wort 20 Pfennig ( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengesuche das crfte Wort 10 Pfennig, jedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Berlag: Donboff 2506-2507 Redaktion:: Donboff 292–295 Dienstag, den 10. Februar 1925 Die Zollvorlage in Sicht. Eisenzölle gegen Brotwucher! eine Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postschecktonto: Berlin 375 36- Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Devontentaje Lindenstraße 3 Das Elefantenwunder. Die Deutschnationalen einstimmig für den Vertrag mit Siam. Abg. v. Freytagh 2oringhoven( Dnat.)... Deshalb haben sich auch diejenigen unter uns, die Gegner des Bertrages sind, entschlossen, dafür zu stimmen.( Schal lende Heiterfeit in der Mitte und links.) Reichstagsbericht vom 9. Februar 1925. Der weiße Elefant nicte, und sie sprangen durch den Reifen. Arbeiter im Ruhrgebiet jegt zu erbulben haben, nach alledem er. hob sich ein fommunistischer Redner und eröffnete Schimpftanonade gegen Sozialdemokratie und Gemertschaften. Er erklärte faltschnäuzig, daß seine Partei gegen das Schlichtungsmejen set, was soviel bedeutet, als daß die Kommunisten einen der wenigen Stützpunkte Alle miteinander haben sie, die am Sonnabend schimpf= des Arbeitsrechts den Scharfmachern überlassen wollen. In weiterer ten und dann davonliefen, für das Wirtschaftsabkommen mit Konsequenz führt dieser fommunistische Standpunkt zur Ableug- Siam gestimmt. Freytagh Loringhoven voran! Ob nung des Gewertschaftsrechts überhaupt, zur Anerten wohl die Sozialdemokraten aus erzieherischen Gründen bei nung des Gedankens der Werksgemeinschaft" an der Stelle der ihrer ablehnenden Haltung beharrten, wurde es in namentTarifgemeinschaft und damit zur Dedung der gelben Unterlicher Abstimmung mit überwältigender Mehrheit angenehmerpläne. Wie wir hören, find die Borarbeiten für die sogenannte| wollen, nach einer Schilderung der Leiden, die die Angestellten und leine 3ollvorlage" so gut mie abgeschlossen, so daß mit der Einbringung eines Gefeßentwurfes in den nächsten Tagen zu rechnen ist. Die Regierung begründet befanntlich die Notwendigkeit von Zollerhöhungen für die Industrie damit, daß sie eine Waffe für die Handelsverträge brauche. Die bisherigen Verhandlungen haben jedoch ergeben, daß mit den meisten Staaten provisorische Berträge auch auf Grund des bisherigen Tarifes zustande tommen. Gleichwohl glaubt man jetzt, die für eine längere Uebergangszeit bestimmten provisorischen Zollerhöhungen vorschlagen zu können, offenbar mit der Neben absicht, dem zwischen der Schwerindustrie und den verarbeitenden Industrien verabredeten 3011paft gefegliche Geltung zu verschaffen. Das Schicksal der kleinen 30llvorlage" mar bisher ungewiß, weil man nach dem heftigen Einspruch der Arbeiterschaft und nach der katastrophalen Steigerung der Getreidepreise es nicht wagte, Getreidezölle erneut in Borfchlag zu bringen, die Zustimmung der Landwirtschaft aber zu Industriezöllen nicht ficher ist, wenn nicht auch die Brot3ölle tommen. Um die Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen, will man jezt zunächst die Industriezölle durchsehen und dabei die Notwendigkeit von Getreidezöllen theore= fisch anerkennen", also eine Art allgemeine Vollmacht für die Regierung erwirken, die sie instandsetzt, später mit einer gewissen Rechtsgrundlage Getreidezölle fordern zu können. Die Bestrebungen, die hier im gange sind, um das schöne Geschäft zwischen Industrie und Landwirtschaft Eifenzölle gegen Brotmucher zustande zu bringen, verdienen die schärfste Aufmerksamkeit der Arbeiter. chaft. Daß eine Generalermächtigung der Regie rung für Zollerhöhungen nicht in Frage fommt, ist nach bem Schicksal der letzten Zollvorlage eigentlich selbstver tändlich. Warum jezt eine Zusage gegeben werden soll, die die Regelung der Getreidezölle für eine ferne Zukunft vorwegnimmt, ist überhaupt nicht einzusehen. Jeder Versuch, auf Kosten der Massen eine 3ollregelung, noch dazu etwa hintenherum, vorzunehmen, wird den schärfsten Widerstand der Sozialdemokratie finden. Die Regierung kann bei dieser Gelegenheit sich erneut den Beweis dafür holen, daß sie außerſtande ist, mit den bürgerlichen Parteien Handelspolitik zu treiben. Die Sozialdemokratie wird es in jedem Falle ablehnen, zu den gewaltigen Subventionen an Industrie und Landwirtschaft noch neue Zuwendungen in Form von 301lgeschenken zu machen, die selbst nach dem Urteil der Wissenschaft heute fchärfer zurüdgewiefen werden müssen denn je. Gegen Schlichtungswesen und Tarifrecht. " Herr Gof aber, der deutschnationale Reichstagsabgeordnete und Generaldirektor von Blohm u. Boß in Hamburg, lacht da. zu! Und mit ihm lachen alle Scharfmacher, denn solcher Hilfe hatten sie sich nicht versehen. Und wenn es der Reaktion froß des entschlossenen Widerstandes der Sozialdemokratischen Partei gelingen sollte, ihre Absichten zu verwirklichen, so mögen sich die deutschen Arbeiter bei den Kommunisten bedanken. Heute Wahl des Ministerpräsidenten. Die Wahl von Dr. Mary gesichert.-Ein Kabinett der Weimarer Koalition. Heute nachmittag um 2 Uhr tritt der Preußische Landtag zufammen, um abermals den preußischen Ministerpräsidenten zu wählen. Nach langen interfrattionellen Berhand lungen präsentiert das Zentrum den früheren Reichstanzler Dr. Marg. Er wird voraussichtlich mit derselben Mehrheit gemählt werden wie Otto Braun. Die Kandidatur Marg ist ein neuer Bersuch, den Rechtsfurs in Preußen abzuwenden. Dr. Mary wird nach der Wahl die Bildung eines Rabinetts auf der Grundlage der Wahl die Bildung eines Rabinetts auf der Grundlage der Weimarer Koalition versuchen. Die Sozialdemokratie wird in dieser Regierung an wichtiger Stelle beteiligt sein. Das Innenministerium soll unter der Leitung des Genossen Severing bleiben. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion wird sich am Dienstag vormittag um 11 Uhr mit der parlamentarischen Lage in Preußen befassen. Im allgemeinen dürfte die Regierung Mary aus den bisherigen Ministern bestehen. Die Demo= traten verlangen zwei politische Ministerien Sie beabsichtigen nicht, den als Kultusminister in Aussicht genommenen bisherigen Staatssekretär Prof. Dr. Becker als ihren Bertreter in der Regierung anzuerkennen, obwohl er der Demokratischen Partei nahesteht. Das Zentrum will außer dem Justiz ministe rium, dem Wohlfahrtsministerium und der Ministerpräsidentschaft auch noch das Landwirtschafts Ministerium besetzen und den Staatssekretär im Kultusminifte rium stellen. Dr. Höfle legt sein Mandat nieder. Der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Der frühere Reichspoftminister Dr. Höfle hat gestern sein Mandat niedergelegt. Der Zentrumsabgeordnete Lange Heger mann dürfte schon in den nächsten Tagen ebenfalls fein Mandat zur Verfügung stellen. Als Nachfolger von Dr. Höfle tritt der Gemertschaftssekretär Andreas Hute aus Heiligenstadt( Eichsfeld) in den Reichstag ein. Kommunistische Hilfe für die Scharfmacher. In der gestrigen Reichstagsfizung war mit brutaler Deutlichfeit zu sehen, wohin der Kurs der Regierung Buther und der hinter ihr stehenden Parteien steuert. Reaktion in der Wirtschaftspolitit, Reaktion in der sozialen Gejeggebung, Reaktion auf dem Gebiete des Arbeits rechts, Reaktion wohin wir blicken! Begreift man jetzt, weshalb die Rechtsparteien und ihre Bresse die Barmat- Losung Höfle hat sich der Staatsanwaltschaft durch ein als ihr Banier aufrichten, anstatt, wie die Sozialdemokratie, für Schreiben seines Berteidigers Dr. Alsberg zur Verfügung die Reinigung des öffentlichen Lebens zu sorgen? Vor dem Volke gestellt und gebeten, von seiner Verhaftung Abstand zu nehmen, soll eine Nebelwand aufgerichtet werden, hinter der die Schwerba er nicht daran denke, sich der Verantwortung durch die Flucht zu industriellen und die Großagrarier, die Kartelle und die Unternehmerverbände in Ruhe ihr Geschäft ausmachen tönnen. Während die Massen noch auf den Standalfilm starrien, hatten die Ruhrindustriellen ihre Kredite, ihre 700 Millionen Entschädigungsgelder, ihre Steuerstundungen bereits in Sicherheit gebracht, waren die von bürgerlichen Ministern begönnerten Wolpe und Konsorten ins Ausland abgerückt. Und schon steht das Stapital vom Halm und nom Schlot bereit, um dem dummen Michel mit wucherischer Ausbeutung und scharfmacherischer Arbeitsverftlavung das Fell über die Ohren zu ziehen. entziehen. Stalin über die Bauerngefahr. Nachgibigkeit oder Untergang! Mostau, 6. Februar.( DE.) In der Moskauer Gouvernementstonferenz der Kommunistischen Partei trat Stalin( ein Mitglied des regierenden Triumvirats) mit einer längeren Rede auf, die wiederum der Frage der Gärung in der Bauernschaft gewidmet war. Stalin flagte darüber, daß die Parteigenoffen das unaufhörliche Reden und Schreiben über die BauernUnd wiederum sind die Kommunisten, diese einzige Ar- gefahr als eine Art Manie der leitenden Parteitreise ansehen und beiterpartei", die getreuen Steigbügelhalter der Re. felbst dieser Frage zu wenig Beachtung ichenten. Die Sachlage aftion. Nachdem in der gestrigen Reichstagsfigung der Sozial- fei aber nur to zu fennzeichnen: entweder begreifen die Parteidemokrat Breg die schamlose Vernachlässigung der Intereffen der genoffen bis in die entlegensten Provinzwinkel hinein den Ernst Erwerbslosen gegeißelt hatte, nachdem der Sozialdemokrat Auf der Bauernfrage und widmen fich mit Anipannung aller häuser das brutale Berhalten der Hamburger Werftgewaltigen räfte der wichtigsten aller Aufgaben, der Gewinnung der Bauern für das Sowjetsystem oder sie begreifen die Gefahr nicht und gegen ihre Arbeiter und Angestellten gekennzeichnet und an einer Fülle von Beispielen gezeigt hatte, wie die Unternehmer- feuern damit dem Untergang der Sowjetgewalt zu Denn, wenn der Bauernmasse nicht bald die Möglichkeit gegeben verbände unter dem Schuße des Reichsarbeitsministeriums das werde, in den Sowjets ungehindert ihre Krifit und ihre ForSchlichtungswesen und die Tarifpolitif pernichten, berungen zur Geltung zu bringen, dann werde sie ihrer Kritif die die gemertschaftlichen Berbände durch die gelben Bereine ablösen Form des Aufstandes geben. nommen. Geschlossen haben die Deutsch nationalen ant Montag für eine Regierungsvorlage gestimmt, non der sie fagen, sie schädige Ansehen und Würde des Reichs! Wäre diese Vorlage zu Wirths Zeiten gekommen, sie hätten jeden, der für sie stimmte, für einen Landesverräter erflärt. Jetzt, da sie an der Regierung sind, glaubten sie sich durch eine demagogische Erklärung und eine gespaltene Abstimmung aus der Affäre ziehen zu können. Aber die entschlossene Haltung der Sozialdemokraten versperrte ihnen diesen Weg, fie mußten Farbe bekennen und bekannten sie durch die Abgabe weißer Ja- Karten. Mit dieser einen Abstimmung haben die Deutschnatio nalen den ganzen Schwindel enthüllt, den sie sechs Jahre lang getrieben hatten und den sie noch am Sonnabend halb und halb fortzusetzen gedachten. Wie war es denn mit allen Abkommen und Berträgen, taum einer darunter, den wir uns nicht anders gemünscht die in diesen legten sechs Jahren geschlossen wurden? Da war hätten! alle ihre Wirkung gehabt, aber sie mußten angenommen Die Tatsache des verlorenen Krieges hat auf fie Interessen der deutschen Wirtschaft zu Boden getreten und werden, wenn nicht Aufbau und Erholung verhindert, die tatastrophale Zustände geschaffen werden sollten. Die Deutschnationalen haben die Parteien, die diese Abtommen annahmen, in der wüstesten Weise beschimpft und haben dagegen gestimmt. Jezt verraten sie durch ihr Verhalten, daß sie dagegen nur gestimmt haben, weil sie mußten, sie würden dennoch angenommen werden. es, die damit auf ganz unerlaubte Weise ihre Außenpolitik innen politischen Beweggründen unterordneten. Sie waren Gestern erklärten die Deutschnationalen, sie wollten alle für den Vertrag mit Siam stimmen, denn wenn er auch einerseits ,, Ansehen und Würde des Reichs schädige", so würde doch andererseits seine Ablehnung für die deutschen Kaufleute in Siam die Gefahr der Ausweisung mit sich bringen. Wir wünschen diefe Kaufleute durchaus nicht einer solchen Gefahr auszusehen, aber wir müssen schon sagen, das Opfer, das ihnen etwa zugemutet worden wäre, dünft uns flein gegenüber den Riesenopfern, die die deutschnationale Außenpolitik von den Millionen Deutschen im besetzten Gebiet forderte. Um diesen Millionen Deutschen ihre age zu erleichtern, haben wir manchem Abkommen zu gestimmt, das unter anderen Umständen auch unseren Beifall nicht gefunden hätte. Darum müſteſte Hezze gegen die Sozialdemokratie und gegen alle, die mit ihr stimmten! Heute ist der Beweis dafür geliefert, daß diese Heze bis zum innersten Grund verlogen war. Heute ist der Beweis dafür geliefert, daß die Deutsch nationalen genau so gehandelt hätten wir wir, wenn sie an der Macht gewesen wären. Sie wußten, daß das, was sie als ihre Politik empfahlen, unmöglich war, sie überließen es uns, mit Bernunft den Interessen des Landes zu dienen, und benutzten das als eine Gelegenheit, um durch Unvernunft die Leichtgläubigen auf ihre Seite zu bringen. Beweis oder nicht? Solange es nicht darauf anfam, wie sie stimmten, begegneten sie jedem Hinweis auf die katastrophalen Folgen der von ihnen empfohlenen Politik mit der ftolzen Erklärung, das feien eben Opfer, die für das Ansehen und die Würde des Reiches gebracht werden müßten. Heute find Ansehen und würde des Reichs" für ihre Abstimmungen nicht mehr entscheidend. Heute stimmen sie für Verträge, die nach ihrer nicht zurückgenommenen Erflärung Ansehen und Würde des Reiches schädigen", weil sonst ein paar deutsche Kaufleute aus Siam ausgewiesen und ein paar mit Siam abgeschlossene Geschäfte - Bagatellen im Bergleich zu dem, worum es sich an Rhein und Ruhr handelt rückgängig gemacht werden könnten. Noch am Sonnabend wollten sie es den Sozialdemo fraten überlassen, diesen aus dem Nichtzustandekommen Erst als sie des Vertrages drohenden Schaden abzuwehren. fahen, daß sich die Sozialdemokraten nicht als Erfahmannschaften für die Ansehen und Würde" markierenden Wahrer völkischer Belange mißbrauden Neßen, vollzogen fie ihren Umfall. Am Sonntag ftand hier zu lesen, die Herren der Industrie| mürden es ihren politischen Geschäftsführern nicht erlauben, der dummen Phrasen wegen, die je zum Zweck des Wählerfangs machten, ihre Geschäftsinteresen zu schädigen. Sie er lauben es wirklich nicht. Gestern versandte der Deutsche Industrie und Handelstag eine Erflärung an die Bresse, in der auf umfangreiche fiamesische Staatsaufträge hingewiesen wird, die der deutschen Industrie zugeführt werden könnten, die aber verloren gingen, menn der Vertrag nicht ratifiziert merde. Nachdem die Sozialdemokraten, am Sonnabend erklärt hatten, sie würden nicht für einen Vertrag stimmen, der nach der Erklärung der größten Regierungspartei Ansehen und Würde des Reiches schädige, hing es von den Stimmen der Deutschnationalen ab, ob der Vertrag angenommen oder abgelehnt werde. Und siehe da Raum winkte das Geschäft, so war jede Rücksicht auf Ansehen und Würde des Reichs meggeblasen. Es war alles nur Komödie! Die nichts würdigste Komödie, die je mit einem Bolt aufgeführt worden ist. Ein unklarer aber ehrlicher nationaler pealismus ist eingespannt worden für eine klägliche Interessentenpolitit. Jetzt ist man am Ziel, jeht hat man die Macht, da werden die nationalen Ideale abgeschirrt, Ansehen und Würde des Reichs" werden verflopft für fiamesische Staatsaufträge an die deutsche Industrie. Ruhrpanama und Sozialdemokratie. Unsere Reichsminifter gerechtfertigt. Auf die letzten Anfragen unserer früheren Reichsminister Robert Schmidt und Sollmann hat die Reichsregierung am Montag mit einer langen Erklärung geantwortet, die wir bereits im Montag- Abendblatt wiedergegeben haben. Unsere Genossen Robert Schmidt und Sollmann antworten darauf wie folgt:. ,, 1. Die Reichsregierung fommt unserer Aufforderung auf lückenlose Veröffentlichung der Kabinetts und Verhandlungsprotokolle und des Briefwechsels zwischen dem damaligen Reichstanzler Herrn Dr. Stresemann und dem Beauftragten der Ruhrindustriellen nicht nach. 2. Die Reichsregierung gibt zu, daß an den Berhandlungen mit den Ruhrindustriellen tein sozialdemo Pratischer Reichsminister beteiligt gewesen ist. 3. Die Reichsregierung bestätigt, daß die sozialdemofratischen Reichsminister durch Stimmenthaltung die Berantwortung abgelehnt haben, als zum erstenmal Entwürfe eines Abkommens dem Reichskabinett vorlagen. 4. Die Reichsregierung Bestätigt, daß in feiner Kabinettssigung der Großen Koalition ermogen oder erörtert wurde, Zahlungen an die Ruhrindustriellen ohne Wissen und Zustim mung des Parlaments zu leisten. die deutsche Reichsregierung bereit ist, an der Lösung der Sicherheitsfrage pofitiv mitzuarbeiten. Collte man aber, meine Damen und Herren, von der Lösung dieser Frage die Räumung abhängig machen, so muß dieser Gedanke, der feinerlei Begründung im Vertrage von Versailles findet, mit allem Nachdruck zurückgewiesen werden.( Sehr richtig!) Gegenteil des Geistes, der zur Genugtuung Deutschlands im Londoner Abkommen zum Ausdrud gekommen ist. zeitung" folgende Berichtigung gesandt: Es wäre das Unter diesem Gesichtspunkt der Achtung vor den Verträgen müssen wir auch die Bestimmungen in Anspruch nehmen, die sich beziehen auf die Räumung der nördlichen Rheinlandzone und in denen von Sicherungsbedingungen nichts enthal. ten ist. Das ganze deutsche Bolt weiß doch mit Sicherheit und wird es von Tag zu Tag mehr wissen, daß es sich bei der Lösung nördlichen Rheinlandzone nicht um eine Frage des besetzten Gebietes, der Kölner Frage, bei der Lösung der Frage der Räumung der sondern um die Frage Deutschlands handelt. Gerade aus dem Geiste heraus, den ich im Rheinland fühle, aus dem Geiste, der das Gesamtschicksal über kleine und fleinliche 3 mistig teiten fehen will, möchte ich von dieser Stelle aus die Bitte an ganz Deutschland richten, der gegenwärtigen Reichsregierung dieBahn für die Arbeit frel zu öffnen. Dann redne ich auch, daß die hämischen Bersuche, 3wistig teiten zwischen Mitglieder des Kabinetts zu jaen, eingestellt werden.( Bravo!) Dazu rechne ich auch, daß die Gegnerschaft gegen das Kabinett nicht ausartet in gehässige Feinoschaft.( Aber das galt offenbar nicht für die Deutschnationalen gegen das Kabinett Marr! Red. ds B.".) Die Opposition gehört zum parlamentarischen Betrieb, die Opposition darf aber nicht Feindschaft sein, wenn sich die gegenwärtige Regierung auf eine Mehrheit stüßt und sich auf eine Mehrheit ftügen muß, wenn sich gerade darin der parlamentarische Grundgedande unferes Staats lebens auswirkt, so lege ich doch ebenso großes Gewicht darauf, immer wieder zu betonen, daß diefe Mehrheitsbildung " feinen Ausschluß der anderen von der Mitarbeit bedeutet, die bereit sind, im ftaatsbejahenden Sinne mitzuarbeiten.( Bravo!) Hier in Köln, hier im Angesicht des Kölner deutsche Rhein!( Beifall und Händeklatschen.) Domes fordere ich Sie auf, mit mir zu rufen: es lebe der Der französische Parteitag. Ein Fälschung der Rede Hilferdings. Paris, 9. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Bon hiesigen rechtsstehenden Blättern wird am Montag die Behauptung aufgestellt, daß Genoffe Hilferbing in feiner Begrüßungsansprache auf dem Parteitag angeblich sich gegen die Räumung von Köln ausgesprochen hätte, und zwar mit der Begründung, daß diese den Kampf der Sozialisten gegen des Rechtskabinett erschweren würde. Die vorliegenden Berichte zeigen aber, daß Hilferding genau das Gegenteil gesagt hat. * Bemerkung der Redaktion: 3eir amb Botal Anzeiger" benüßen den falschen Bericht über Hilferdings Rede zu einer neuen Heze, obwohl sie bei WTB. lesen tonnten: Hilferding schloß, die Räumung der Kölner 3one dürfe nicht mehr länger hinausgefchoben werden, denn die Räumung werde den Kampf der deutschen Sozialdemokraten gegen die Reaffion erleichtern. Sie hatten die Wahl zwischen der Wahrheit und der Lüge. Sie die Lüge. Wer hat von ihnen anderes erwartet? Zurück zur Seehandlung! Nichts anderes haben wir behauptet. Einzelne Inflarheiten in der offiziösen Erklärung müssen jedoch noch aufwählten gehellt werden. Der am 20. Oftober 1923 in Anwesenheit der sozialdemokratischen Minister gefaßte Beschluß des Kabinetts gab dem Reichstanzler lediglich die Ermächtigung, mit der Sechserkommission in Verhandlungen über die Vorschläge der Ruhrindustriellen eingutreten. Daß das Kabinett oder gar die sozialdemokrati schen Reichsminister den Vorschlägen der Ruhr industriellen zugestimmt hätten, wird von der Reichsregierung selbst nicht behauptet. An dem, was sich von da ab zwischen Reichsministern und Ruhrmann bereits Einblid in recht interessante, allerdings für die industriellen abgespielt hat, haben die Sozialdemokraten nach Ser flaren Befundung der Regierungserklärung feinen Anteil gehabt. Es widerspricht aber den Tatsachen, wenn versucht wird, die Stimmenthaltung der Sozialdemo fraten in der Kabinettssigung vom 1. November so zu er klären, als sei fein„ Einspruch prinzipieller oder fachlicher Art" erhoben worden. Die damaligen Minister Robert Schmidt und Sollmann haben mit aller Deutlichkeit zum Ausdrud gebracht, daß sie eine Verantwortung für Vorschläge nicht übernehmen fönnten, die ohne Beteiligung der sozialdemokratischen Minister zustande gekommen wären und mit einer Blöglichkeit vorgelegt wurden, die eine Urteilsbildung über ihre Tragweite unmöglich machte." Luther in Köln. Der preußische Untersuchungsausschuß gleitet insuferlose. nationalen einstimmig beschlossen worden, einen Unterfuchungs Es ist vom Preußischen Landtag auf Antrag der Deutsch ausschuß zur Prüfung der Kreditaffären der Gee handlung einzusetzen. In den ersten zwei Sigungen ist dieses eigentliche Beweisthema fachlich erörtert worden und man ge Staatsbank nicht sehr erfreuliche Dinge. Diese fachliche Unterfuchung scheint aber nicht nach dem Geschmad der Deutsch nationalen und Kommunisten gewesen zu sein, denen es ledig lich darauf ankommt, das Sensationsbedürfnis ihrer Gefolgschaft durch das Breittreten von politischen ihrer Gefolgschaft durch das Breittreten von politischen Momenten zu befriedigen. Wir sind durchaus damit einverführlich behandelt wird und unsere Genoffen im Ausschuß standen, daß auch die politische Seite der Finanzskandale aushaben recht daran getan, ber Erörterung der politischen Momente feinerlei Hindernisse zu bereiten. Denn wir wollen unseren Gegnern nicht den Vorwand liefern, sich über Ber tuschungsversuche" zu beschweren. Aber alles hat seine Grenzen, und es darf auch nicht dazu kommen, daß das eigentliche Be meisthema völlig in Bergessenheit gerät oder gar vertuscht wird. So wie aber in den legten drei Tagen und vor allem in der gestrigen Sitzung des Ausschusses verfahren wurde, tann und darf es nicht weitergehen, wenn nicht die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse diskreditiert werden sollen. Es ist jetzt die höchste Zeit, daß der Untersuchungsaus schuß zu seiner ursprünglichen Aufgabe zurückkehre. Stun denlang hat man in der vorigen Woche über Baßangedenlang hat man in der vorigen Woche über Paßange Eine außenpolitische Rede des Reichskanzlers. Der Reichskanzler Luther hielt in Köln folgende Rede: „ Wir haben in unserer Arbeit dafür gesorgt, daß die Rheinlande nicht zu einer Reparationsprovinz wurden. Wir werden in unserer weiteren Bolitik dafür sorgen, daß die politischen Auslegenheiten hin- und hergeredet, die absolut gleichgültig sind einandersehungen zwischen Deutschland und den Alliierten nicht zum Schaden des Rheinlandes sich vollziehen. ( Bravo!) Der deutsche Reichskanzler fann von der Frage der Nichträumung der nördlichen Rheinlandzone nicht sprechen, ohne immer mieder in die Welt hinauszurufen, daß die Grundlagen für die einseitige Entscheidung der Aliierten über die Nichträumung bis zum heutigen Tage nicht mitgeteilt worden sind. Zu Berhand lungen, meine Damen und Herren, ist die deutsche Regierung, wie ich es bei jeder fich bietenden Gelegenheit ausgesprochen habe, bereit. Die deutsche Regierung ist ebenso bereit, berechtigte Anstände, die etwa von feiten der Verbündeten in der Frage der Entwaffnung erhoben werden, oder die sonst zur Kenntnis der deutschen Regierung fommen, auf das schnellste auszuräumen. Das Ziel der Berhandlungen aber, die wir mit allem Nachdrud erstrebten, muß sein die schnellste Räumung der nördlichen Rheinlandzone, da mit das Rheinland das erwirbt, was ihm nach dem Vertrage von Bersailles zusteht.( Bravo!) Ich habe in meiner Rede, die ich am 30. Januar vor den ausländischen Journalisten, also vor der Weltöffentlichkeit, gehalten habe, an den Herrn franzöfifchen Ministerpräsidenten die Frage gerichtet: Ist der Herr französische Ministerpräsident entschlossen, die nördliche Rheinlandzone sofort zu räumen, nachdem die Befeitigung der Deutschland etwa nachgewiesenen Berstöße in der Abrüstung sichergestellt ist? Ich habe auf diese Frage eine Ant mort bis heute nicht bekommen( hört, hört!), wohl aber ist von politischer Seite in der französischen Presse ausgesprochen worden, daß die Räumung der Kölner Zone nicht etwa nur von der Entwaffnungsfrage, sondern auch davon abhängig gemacht werden sollte, daß vorher ein besonderer Sicherheitspalt zugunsten Frankreichs zustande kommt. Ich kann nicht annehmen, daß in dieser Auffassung die Ansicht der französischen Regierung zum Ausdruck kommt. Immerhin muß ich bei der begreiflichen Beunruhigung, die über diese Frage nicht nur im besetzten Gebiet, fondern in ganz Deutschland besteht, Folgendes bemerken: Ich habe namens der deutschen Reichsregierung ausge sprochen, daß und die lediglich dem deutschnational- kommunistischen Bestreben dienten, die Namen Eberts und Severings in einen fonstruierten Zusammenhang mit der Barmat- Affäre zu bringen. Tagelang ist jetzt von einer vor fünf Jahren erfolgten Haussuchung bei der Amerima" die Rede gewejen, von der schon längst feststeht, daß sie auf einer falschen Vorvon der schon längst feststeht, daß fie auf einer falfchen Vorausfegung beruhte: der Zweck der Uebung, Falt, Bissell und Robert Schmidt zu ,, belasten", ist gänzlich mißglückt, und insofern brauchten wir diese Abschweifungen ins Uferlose nicht zu bedauern. Aber schließlich ist der Untersuchungsausschuß nicht als Tummelplay deutsch nationa. deutschnationaler Sensationsmacherei und Tintenfisch= politif eingesetzt worden. Er soll vielmehr dazu dienen, festzustellen, wie die Staatsbank dazu kam, dem KutiskerKonzern, dem Barmat- Konzern und dem Michael- Konzern so hohe Kredite zu gewähren, und unter welchen Bedingungen. Namentlich bei der Barmat- Affäre intereffiert vor allem bie Frage, die nur einmal angedeutet wurde, ohne daß es zu ihrer gründlichen Prüfung tam, nämlich: ist Barmat ein Betrüger, ist er ein Betrogener oder ist er ein betrogener Betrüger? Je nachdem wie diese Frage vom Ausschuß beantwortet werden wird, wird man die politischen Momente bewerten müssen, an deren Klarstellung die Sozialdemokratie nicht weniger Intereffe hat als eine andere Partei. Aber es geht nicht an, jeden, der mit Barmat verkehrt hat oder der glaubte, ihn empfehlen zu dürfen, als ,, korrupt" hinzustellen und gleich zeitig die Ehrenhaftigkeit Stresemanns in die Welt hinauszupofaunen, weil er nicht wissen konnte, daß die von ihm empfohlenen Sprit- Weber, der Verhaftete, und Wolpe, der steckbrieflich Berfolgte, einst Schwindler und Defraudanten werden würden. Eine Erklärung des GenossenRobert Schmidt Die Verleumdungen der„ Deutschen Tageszeitung". Genosse Robert Schmidt hat der Deutschen Tages9. Februar 1925. An die Redaktion der Deutschen Tageszeitung" Berlin. Auf Grund des§ 11 des Preßgefezes bitte ich folgende Berich tigung an derselben Stelle, wo die Beschuldigung in Nr. 61 Ihrer Beitung erschienen ist, aufzunehmen: Die Deutsche Tageszeitung" behauptet in ihrer Str. 61 vom 6. Februar, daß die Einfuhr eines größeren Quantums erfolgt sei. Die Einsicht der Aften im Minifterium, die ich heute vorButter durch die Firma Barmat durch meine Anordnung genommen habe, ergab, daß diefe Behauptung unwahr ist. Der Abschluß des Geschäfts erfolgte ohne mein Wissen und ohne mein 3utun. Festgestellt sei, daß der diktatorische Aus. schuß, der damals in Verbindung mit den Reichsstellen die Lebensmitteleinfuhr pornahm, selbständig handelte, wie es über. haupt unmöglich gewesen wäre, daß dem Minister die einzelnen Geschäfte unterbreitet wurden. Zur Kontrolle der geschäftlichen Abnährungs-, Wirtschafts, Berkehrs- und Finanzdirektoriums entfandt, schlüsse waren im diktatorischen Ausschuß die Vertreter des Erund es gehörten dem Ausschuß Vertreter der Reichsdevisenstelle an. Vor diesem Gremium sind die Geschäftsabschlüsse besprochen worden. Der Wirtschaftsminister fonnte selbstherrlich überhaupt teine Einfuhrgenehmigung geben. Die Deutsche Tageszeitung" beruft sich auf die Akten des ministeriums, daß entgegen dem Willen der Beamten meinerseits der Abschluß von Geschäften mit Barmat angeordnet ist. Bei der Durchsicht der Aften feitens der Beamten des Ministeriums und nachdem auch persönlich ich mich der gleichen Mühe unterzogen habe, ist festgestellt, daß nicht ein Bermerfoder eine Notiz über das Ergebnis einer petsönlichen Rücksprache vorhanden ist, die direkt oder indirekt erkennen läßt, daß ich eine Anordnung getroffen, ein bestimmtes Geschäft abzuschließen oder eine Bevorzugung der Firma B. eintreten zu lassen. Die in Ihrer Zeitung dahingehend erhobene Angabe ist somit unwahr. Die Deutsche Tageszeitung" beruft sich unter Angabe des Aftenzeichens darauf, daß Barmat einen Geschäftsabidhluß, ber sehr ungünstig für ihn verlief, zur Aufhebung brachte, daß die Reichsstelle sich dagegen wandte und erst durch den Eingriff des Ministers Barmatseinen 3 med erreichte. Die Einsicht der Atten ergab. daß das Gegenteil richtig ist. Die Reichsfleisch stelle verlangte in einem Schreiben vom 22. September 1919, daß der Vertreter des diktatorischen Ausschusses mit aller Entschiedenheit dahin wirken möchte, daß der Vertrag aufgehoben wird. Das geschah aus dem Grunde, weil mittlermeile vorübergehend Preise und Valuta sich günstiger steülten, als es bei Aufrechterhaltung des Geschäftsabschlusses mit Barmat verembart war. Borher war allerdings eine Berlängerung der Lieferfrist.um einen Monat vorgesehen, eine Maßnahme, die in faufmännischen Betrieben üblich ist und zu Beanstandungen tein Anlaß vorgelegen hätte. Der Geschäftsabschluß mit Barmat ist dann aufgehoben, das Reich hat nur einen Nutzen dabei gehabt. Der Minister hat diese Entscheidung überhaupt nicht getroffen, da der diktatorische Ausschuß eigenmächtig darüber verfügte, wozu er auch befugt war. Daß es vorgekommen, daß im allgemeinen auch andere waren, im Bertrag abgeändert wurden, ergab sich aus den damaligen Firmen gegenüber Geschäften, die zu festen Preisen vereinbart eigenartigen Verhältnissen. Beim schnellen Fallen der Mart lonnte dem Kaufmann nicht zugemutet werden, die hierbei entstehenden Ber lufte allein zu übernehmen, das wäre unfair gemesen vom Standpunkt des Gegentontrahenten, war aber auch außerdem rechtlich begründet, da das Reichsgericht unter diesen Umständen den Rücktritt oder die Aenderung des Bertrages für zuläffig erachtete. Als Beweis miciner Behauptung, daß auch für die Reichsstellen solche Bertrags. änderungen von Wert fein fonnten, gebe ich den Wortlaut eines Schreibens des diftatorischen Ausschusses vom 2. Januar 1920 an den Staatssekretär Peters an: Das Geschäft und der gebotene Preis pon 1 Bulben 90 ( Schmalzlieferung) ist voll vertretbar und ich nehme dafür ganz die Berantwortung, da gleichzeitig ein älteres Geschäft zwischen Barmat und der Reichsfleischstelle, woran außerdem einige Kommunen beteiligt waren, rüdgängig gemacht worden ist, an dem das Reich 300 000 Golden erjpart hat, nachdem durch die inzwischen mit den Amerikanern unmittelbar zustandegekommenen Geschäfte billiger gekauft werden konnte." Ausschuß von 42 Mitgliedern einseite, bie alle Gefäfte Ich stelle außerdem feft, daß der Reichstag feinerzeit einen der Reichsstellen nachprüften. Diesem Ausschuß gehörten an 21 Reichstagsabgeordnete, 14 Mitglieder des Reichsrats, 7 KomGeschäftspraxis der Kriegsgesellschaften der Ernährungsabteilung missare der Ministerien. In dem Unterausschuß zur Prüfung der faßen die Reichstagsabgeordneten Beine, Schmidt( Sachsen), Reich, Janeba, Schiele, Westermann, Dietrich und Brüfungen vornehmen und das Ergebnis im Bericht an den AusEmminger. Der Unterausschuß hat durch Revisoren eingehende Schuß in eingehenden Brotokollen niedergelegt. Bon feiner Seite ist ein Einwand erhoben, daß unzulässige Geschäftsabschlüsse mit Barmat festgestellt wur den. Da damals schon solche Angriffe in der Presse laut wurden, wäre es ganz unverständlich, wenn diesen Beschuldigungen nicht nach gegangen wäre. Die Deutsche Tageszeitung" behauptet in der Notiz ferner, daß bei dem erwähnten Geschäft ein Teil der Gewinne an die land und Holland gegangen fei. Eine solche Erflärung fozialdemokratischen Parteitaffen in Deutsch. habe in einem Prozeß ein Bertreter Barmats abgegeben. Mir ist von dieser Erklärung und diesem Prozeß nichts befannt, und ich erinnere mich auch nicht, daß eine solche doch sehr Aufsehen erregende Mitteilung in die Presse übergegangen wäre. Daß ein Bertreter Barmats folche Erflärung abgegeben hat, erscheint mir etwas weifelhaft. Wenn es aber geschehen ist, dann wäre es Pflicht der Es ist nicht geschehen. Ich fordere nunmehr die Staatsanwaltschaft Staatsanwaltschaft gewesen, sich dieser Sache anzunehmen. auf, das Bersäumte nachzuholen. Es wird sich dann herausstellen, daß hinter dieser Behauptung ein elender Berleumber steckt. Berbindung gebracht wird, zeigt das Leichtfertige in der Darstellung Daß Herr Ministerialdirektor von Le Suire mit der Sache in Ihres Blattes. Herr v. Le Guire, der heute nicht mehr im Amt ist, steht der Deutschnationalen Partei jo na he, daß eine Freundschaft mit Barmat ausgeschloffen ist. Die Beste chung, die die Deutsche Tageszeitung in der eine Sekretärin im Amt ficht, wäre eine fürchterliche Berfehlung, lebergabe eines Pafetes Schotolabe feitens. Barmat an die mich tief erschütterte, als ich nachträglich davon Kenntnis erhielt. Aber wäre dieser unerhörte Bestechungsversuch damals zu meiner Kenntnis gekommen, ich hätte, vorausgesetzt, daß dieser Vorgang wahr ist, nichts dagegen unternommen. Die Deutsche Tageszeitung" entrüftet sich in einer Notiz am Diese Berzögerung geschah, weil ich erst die Aften im Ministerium 7. Februar, daß ich auf ihre niederschmetternden Enthüllungen" über meine Berfehlungen noch nicht geantwortet habe. einsehen wollte, da ihr Gewährsmann sich darauf berief. Das ging nun leider nicht so schnell, als ich selbst wünschte. Ich darf aber annehmen, daß ich ihr nachträglich noch eine flare Antwort gegeben habe, obwohl es nicht gerade angenehm ist, sich gegen soiche nichts Neues enthalten, sondern längst richtiggestellte nieberträchtige Anmürfe find, die vor Jahren schon durch die Standalpreffe liefen, redige, erfundene Subeleien zu menden, zumal fie zu ber ich die„ Deutsche Tageszeitung" bisher nicht rechnete. einen Antrag auf baldmöglichste Biebereinführung der vollen Der deutsche Städtetag hat bei feinen legten Beratungen Frieben smiete abgelehnt, und nicht, wie es irrtümlicherweise in unserem Sonntagsbericht hieß, angenommen. Soziale Reaktion gegen Schlichtungswesen und Tarifrecht Die Deutschnationalen bekehren sich zum siamesischen Vertrag. Präsident Lobe eröffnet die Sigung um 2 Uhr 25 Minuten und teilt mit, daß Abg. Dr. Höfle( 3.) sein Reichstagsmandat niedergelegt hat.( Lebh. Hört, hört!) Die Einzelberatung des Haushalts des Reichsarbeitsministe riums und der mit der Beratung verbundenen zahlreichen Anträge aller Parteien wird fortgesetzt, und zwar mit der Besprechung über ben Abschnitt: Arbeitsvermittlung und Erwerblosenfürsorge Abg. Brey( Soz.). weist darauf hin, daß die Regierung der Brivatindustrie für Schiff bau 50 Millionen Kredite gegeben habe, daß aber bei den Reichs merken eine Reihe von Schiffsbaubetrieben stillgelegt worden find, bei denen die Voraussetzungen der Reichsfinanzunterſtügung gegeben waren. Es kommen dabei Orte in Betracht, wo die Reichswerte die Grundlage für das wirtschaftliche Gedeihen nicht nur der Arbeiterschaft, sondern der gesamten Bevölkerung bilden, beispielsreise bei Rüstringen mit 3000 Arbeitern und Friedrichs ort mit 1000 auf Reichswerken beschäftigten Arbeitern. Große wirtschaftliche Nachteile find auch in Hanau, Kaffel, Lipp stadt, München und Duisburg durch Stillegungen von Reichswerten entstanden. wirtschaftliche Position haben. Zu anderen Zeiten haben Sie schon sehr oft das Eingreifen des Staates gewünscht. Jetzt glauben Sie mit Ihren Belegschaften leichter fertig zu werden, und da ist Ihnen die Einmischung des Staates unangenehm.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das Haus unterbricht hier die Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums und wendet sich zur Fortsetzung der zweiten Beratung des mit Siam abgeschlossenen vorläufigen Wirt fchaftsabkommens In einer Geschäftsordnungsdebatte stellt Abg. Schultz- Bromberg Herr Gof meinte, es müßten so hohe Löhne wie möglich gezahlt( Dnat.) nochmals fest, daß der Abg. Don Freytagh- Loringmerden. Soweit es sich um seine eigene Stellung handelt, hat er hoven nicht gesagt hat, der Vertrag verstoße gegen die Ehre des danach gehandelt. Ich empfehle ihm aber, die. 3 ahlung der Reiches, sondern er schädige das Ansehen des Reiches; Löhne in seinem eigenen Betriebe mit der Lohntheorie das sei ganz etwas anderes.( Lachen links.) Wenn der fozialvon diesen möglichst hohen Bezügen zu vergleichen! Der Ausgangs- demokratische Führer Müller Franken erklärte, daß seine Partei punkt des gegenwärtigen Kampfes ist das Borgehen gegen gegen das Abkommen stimmen werde, weil die Deutschnationalen den produktiven Arbeitsvertrag, gegen den. Tarifgedanken. es als eine Schädigung des Ansehens und der Würde des Reiches die Berbindlichkeit in dem Augenblic eingesetzt haben, wo sich die früher fich die Ansichten der Deutschnationalen zu eigen gemacht Es ist bezeichnend, daß die Großindustriellen mit dem Kampf gegen halten, so bedauere er nur, daß die Sozialdemokraten nicht schon wirtschaftliche Position der Arbeitnehmer verschlechtert hatte. Die hätten. wirtschaftliche Position der Arbeitnehmer verschlechtert hatte. Die hätten. Hätte der Abg. Müller- Franken bei dem Friedensfelben Streise, die soviel über die Disziplin der Arbeiter zu flagen vertrag von Versailles auf unsere Ansicht geachtet, jo wissen, die sich darüber aufregen, wenn irgendwo ein paar Arbeits- würden wir heute nicht da stehen, wo wir jet bedauer. lose aus Verzweiflung sich an Unruhen beteiligen, haben ihren angelicherweise durch seine Unterschrift stehen.( Beifall schlossenen Firmen Anweisung gegeben, die hart die Grenze rechts. der Geseglosigteit streifen.( hört, hört! bei den SozialUnruhe links.) demokraten.) Man hat ihnen erklärt, daß sie die verbindlichen Schiedssprüche nicht ausführen dürften, daß sie auch Der Abgeordnete Roch( Dnat.) hat sich die Behauptungen zu eigen gemacht, die in der Woche vor der Wahl in der Bergischvor der Stillegung der Betriebe nicht zurüdschreden sollten. Märkischen Arbeiterzeitung" enthalten waren. Es wurde dort von Die Unternehmer sollten bei den Schlichtungsausschüssen unerhörten Berstößen der Berliner Gemertschaften bei der nicht erscheinen, wenn sie eingeladen werden.( Lebhaftes Auszahlung von Unterstügungen an Erwerbslose gehört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Mit einem Wort: die Unter sprochen. Demgegenüber ftelle ich fest, daß die Zuweifung der nehmer sollten Gesez und Recht bei der Durchführung ihres Gelder niemals durch die Gewerkschaften, sondern durch die Prüs Machtstandpunkts miß achten. fungsstellen des Berliner Magistrats erfolgt ist. Ein nachtontrollierender Magistratsbeamter, der den Deutsch nationalen angehören soll, hat festgestellt, daß alles in tadellofer Ordnung mar. Die Auszahlung sei nicht nur einwandfrei erfolgt, es feien persönlich Arbeitsleistungen erfüllt worden, wie sonst nirgends. Ich stelle also fest, daß die Behauptungen, die Herr Koch sich zu eigen gemacht, Berleumdungen darstellen.. Bei der Frage der Erwerbslosenunterstützungen liegt ein tom munistischer Antrag vor, die Ausgaben für produttive Erwerbslosenfürsorge von 1100 000 auf 5 000 000 m. zu erhöhen. Es wird aber von den Antragstellern fein Weg gezeigt, wie diese Mittel bereitgestellt werden sollen. Solche Ge fegesmacherei ist allzu bequem, die Antragsteller sind sicher davon iiberzeugt, daß ihr Antrag nur eine Stimmungsmache nach außen jein soll. Damit fann man den Erwerbslosen feine Hilfe bringen. Im Ausschuß haben ja die Kommunisten ähnliche Anträge gestellt, fie find uns aber schließlich gefolgt und haben den Anträgen zugestimmt, die nach Lage der Machtverhältnisse durch zubringen waren. Ich stelle fest, welchen Widerstand jede Erweiterung der Fürsorge für die Arbeiter findet im Gegenfah zu den Unterffüßungen der Unternehmer, die insbesondere die Industriellen an der Ruhr mit den 715 Millionen Mart, finden. Muß das nicht Sie schärffte Erbitterung hervorruf- n? Der Redner weist dann auf die Ungerechtigkeit hin, die die örtliche Staffelung bei der Erwerblofenunterstügung hervorbringt. Auch hier müsse eine Zwischenlösung gefunden werden, ebenso wie bei der Unterstützung bei wechselnder Tätigkeit, wo die Aemter ganz verschiedene Standpuntte einnehmen. Besonders schlimm ergeht es den Personen, die der Angestelltenversicherung unterstellt, aber nicht in die Erwerbs: lofenunterstügung einbezogen sind. Wir fordern, daß die Gesetz gebung nicht länger an diesen Zuständen verübergeht.( Als der Redner zum Schlusse kommt, ertönen von der Rechfen Bravo rufe. Genosse Brey stellt fest, daß mit diesen Rufen die Miß achtung gegenüber der nofleidenden Bevölkerung zum Ausdrud fomme. Lebh. Beifall b. d. Soz.) Abg. Hartmann( Dnat.): Nur durch die hebung unserer Birt fchaft fann die Arbeitslosigkeit radikal beseitigt werden. Dazu ge hört aber, daß der Versailer Bertrag, die Ursache der Hemmungen unserer Wirtschaft, revidiert wird. Abg. Bartschat( Dem.): Die Forderung der Sozial. demokraten, die Säße um 50 Prozent zu erhöhen, ist nicht annehmbar. Daß sie erhöht werden müssen, hat auch der Ausschuß eingesehen und den Ansatz für unterstüßende Erwerbs. lofenfürsorge von 40 auf 120 Millionen erhöht. Wir beantragen einen Zusatz, wonach ein Betrag von 80 Millionen vorwiegend zur Unterstützung solcher Arbeitslosen zu verwenden ist, deren Unterstügung abgelaufen ist. Abg. Rädel( Komm.): Das Verhalten des Reichstags in der Erwerbslosenfrage ist für uns Agitation genug. Aber auch die Aber auch die Sozialdemokraten wollen von unseren Anträgen nichts wissen. Wir werden das ja bei den Abstimmungen sehen. Zum Kapitel Trifvertrags-, Lohn- und Einigungswesen, Betriebsverfaffung bemerkt Abg. Got( Dnat.): Nach meinen Erfahrungen als Betfizer im Schlichtungsverfahren kann ich nur sagen, daß die Schlich tungseinrichtungen nur sehr fümmerliche Erfolge bei der Förderung des Arbeitsfriedens gehabt haben.( Unruhe links.) Der Unternehmer hat an richtigen Löhnen Interesse.( Lachen lints.) Was allerdings der richtige Lohn ist, weiß fein sterblicher Mensch, auch der Vorsitzende des Schlichtungsausschusses nicht. Der Unternehmer muß darauf achten, daß durch all zu hohe Löhne nicht der Aſt abgesägt wird, auf dem sein Betrieb sizt.( Lachen und zurufe links.) Am bedenklichsten ist der§ 6 der Schlichtungsodnung mit feiner Möglichkeit der Verbindlichkeitserklärung. Für die Berbindlichkeitserklärung soll ein allgemein öffentliches Intereffe bestehen. Darunter fann man alle Arbeitsstreitigkeiten umfaffen Die Hauptsache ist es, Arbeitskämpfe zu vermeiden. Das Schlichtungsverfahren hat aber gerade Arbeitstämpfe hervorgerufen und gefördert. Die Tarifverträge haben eine Nivellierung herbeigeführt und die gelernten Arbeiter zugunsten der ungelernten Arbeiter benachteiligt. Wenn das nicht wäre, fönnte man es ja mit den Tarifverträgen versuchen, und in der jezigen Zeit fann man sie nicht grundsäglich ablehnen. Aber man muß prüfen, worin ihr Segen besteht. Abg. Aufhäuser( Soz.): Ich möchte mit einer Bemerkung beginnen, die mein Borredner als. grundsäglich hervorgehoben hat. Er hat hier erklärt, bei dem Rampf zwischen Unternehmer und Lohnempfanger fei stets der 2ohnempfänger der Angreifer, der unter nehmer stehe in Abwehr. Bei Herrn Gok und den hinter ihm stehenden Organisationen muß ich feststellen, daß jene große Offensive in der Tarif- und Schlichtungsfrage, die in die politische Reat tion und die Rechtsregierung von heute gemündet hat, von Ihrer Seite begonnen worden ist. Die heutige politische Reaktion ist die Krönung jenes lozialen Feldzugs Ihrer Verbände, die feit der Stabilisierung der Mark geführt wurde. Kaum war die Inflation zu Ende, so begann der Kampf beim Tarif und beim Cohn. Wenn Herr Gof ein so vernichtendes Urteil gegen die Schlichtungsausschüsse fällt und zugleich erzählt, daß er aus seiner Erfahrung heraus berichtet, so begreifen wir, daß er an Erfolge der Schlichtungsausschüsse nicht glaubt. Herr Gof sagt, manchmal hätten wir uns ohne Schlich tungsausschüsse besser geeinigt. Wenn Sie den einzelnen Arbeiter oder Angestellten vor sich haben und bei schwa ch organi fierten Gruppen feine gefeßliche Gewalt zu fürchten haben, dann werden Sie sich allerdings so einigen, wie Sie es wollen, Sie werden den Cohn bestimmen, und der andere muß damit einverstanden sein, um nicht broffos zu werden. Sie rufen immer dann nach der Freiheit vom Staate, wenn Sie eine günstige Jegt will man diese Gedanken hier im Hause durch Anträge verwirklichen. Nach einem deutschnationalen Antrag follen Arbeit geber oder Arbeitnehmer zu Schlichtern nicht be. rufen werden dürfen. Es soll also aufhören, daß einmal etn Arbeiter, wie Herr Wissell, zum Schlichter ernannt wurde. Ausgerechnet ein Bertreter der Seeschiffswerften hat sich zum Vertreter dieser Gedanten gemacht. Das, was man sich dort geleistet hat, um die Gewerkschaften und die Tarife zu zer schlagen, schreit geradezu zum Himmel. Ist es noch zu rechtfertigen, daß dort alle Bestrebungen auf Schaffung eines Gehaltstarifs der Angestellten der Betriebe durch tre uzt werden. ( hört, hört! bei den Goz.) Das Reichsarbeitsministerium hatte den Angestellten eine 3usage gegeben, es waren Termine festgestellt, jedesmal ist das Arbeitsministerium vor den Drohungen der Seeschiffswerften zusammengefnidt. 4 Ich will das hohe Haus auch für das Elend jener Kreise intereffieren, für die man sonst immer so schöne Worte übrig hat, das ist das Bankgewerbe. Besonders die Großbanken haben die Arbeitskräfte in der Inflationszeit in maßloser Zahl an sich gezogen, fie haben nicht ihre Substanz verloren, sondern sie investiert. Nachdem dann die Zeit der Balutagewinne vorbei war, haben die patriotischen Großbanken, von denen sich die eine deutsch", die andere national" nennt, wie sie ihr Papiergeld eingestampft haben, auch ihre Arbeitskräfte eingestampft Noch heute liegen 150 000 abgebaute Bankangestellte berufslos, nicht nur ar beitslos auf der Straße. Gleichzeitig hat man die Arbeitszeit aber von acht auf neun Stunden erhöht, um der Industrie mit dem Beispiel der verlängerten Arbeitszeit voranzugehen. Hat das Reichsarbeitsministerium sich an die Pflicht erinnert, auch solchen Berufen zu helfen? Ein 20jähriger Bantangestellter, der täglich mit großen Summen seine Botengänge machen muß, foll 94,80 m. monatlich erhalten. Ein qualifizierter Banfangestellter mit 20 Jah monatlich erhalten. Ein qualifizierter Banfangestellter mit 20 Jahren sollte 118,80 m. bekommen.( hört! hört! bei den Soz.) Das Höchstgehalt von 274. M. bekommt ein Bantangestellter, Der völlig selbständig arbeitet und bilanzsicher sein muß, der höchſtſaß für nicht felbständig arbeitende Beamte ist 224 m. im Monat. Abg. Dittmann( Soz.): Ich bin ein wenig erstaunt darüber, daß der Herr Abg. Schulz ( Bromberg) hier in solcher Erregung spricht. Ich weiß nicht, aus welchem Anlaß das geschieht. Herr Schulz, Sie wollen Regierungspartet sein, Sie wollen die Regierungsmacht in Händen haben, Sie wollen im Deutschen Reich den maßgebenden Einfluß auf die ganzen Wirtschaftsverhältnisse des Reiches, auf die ganze Innen- und Außenpolitik ausüben, aber Sie brüden sich um die Verantwortung dafür.( Bebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten, Burufe rechts.) und von uns verlangen Sie, daß wir Ihnen vor Ihren eigenen Wählern die Verantwortung abnehmen sollen für die Zustimmung zu Verträgen, die Ihre eigene Regierung vom Reichstage fordert. Den Gefallen werden wir Ihnen nicht tun. Wollen Sie Regierungspartei sein, wollen Sie die Rechtsregierung, den Bürgerblock stügen, bitte, dann follen Sie hier im Reidystage auch selbst für die Vorlagen, die diese Rechtsregierung dem Parlament unterbreitet, timmen und eintreten, und deshalb werden wir Sie zwingen, Farbe zu bekennen. Abg. Dr. Freiherr von Freytagh- Coringhoven( Dnat.): Die Er flärung, die die Sozialdemokratische und Demokratische Partei, am Sonnabend hier abgegeben haben, hat uns veranlaßt, unsere Stellung zum siamesischen Abkommen nachzu. prüfen.( Stürmische Heiterkeit und Zurufe links.) Meine Herren, messen Sie denn Ihren Erklärungen fo wenig Gewicht bei, daß sie daß ein Teil meiner Freunde beabsichtigte, für das Abkommen zu nicht zu einer Nachprüfung führen sollten? Im übrigen wissen Sie, stimmen, da er ungeachtet aller schweren Bedenten sich von der Rücksicht für die jetzt in Siam Anfässigen und infolge der Nichtratifizierung durch eine Ausweisung bedrohten Bolfsgenossen leiten ließ.( Ah! Ah! links.) Die anderen Fraktionsmitglieder, zu denen auch ich gehöre, glaubten, daß diese Rücksicht hinter allgemeinen beshalb gegen das Abkommen stimmen. In dieser grundfäßlichen Erwägungen zurücktreten müsse, und wollten Absicht sind sie auch durch die Darlegungen des Herrn Außenministers nicht schwankend geworden.( hört, hört! links.) In diesen Darlegungen wurde zwar mehr als ein Milderungsgrund an geführt; aber im wesentlichen ließen sie die von mir erhobenen Einwände unberührt, und in feinen Schlußworten stimmte der Herr Außenminister dem von mir gefällten Gesamturteil im ganzen doch zu.( Große Heiterfeit links. tommt ein Dreh!) Sie haben gang recht!( 3uruf von den S03: Zurufe von den Soz.: Jeht Ein jüdischer Dreh!). gefärbt hat die Umgebung auf uns noch nicht.( Heiterkeit:) Wir Nein, jüdisch wird er nicht sein; jp abtönnen es aber nicht unberüdsichtigt lassen, wenn Demofraten una Sozialdemokraten der hier behandelten außenpolitischen Frage eine annenpolitische geben und den Versuch machen, sich hier eine Waffe Bendung wenn Sie wollen, Herr Dittmann, einen Dreh für den parlamentarischen Kampf zu schmieden.( Sehr richtig! rechts. Heiterfeit links.) Bir bedauern dieses Vorgehen ganz außerordentlich( Schallende Heiterkeit links.) in Ihrem Interesse, meine Herren, bedauern wir es da wir es für vollkommen unzulässig ins Man ist jetzt drauf und dran, die allgemeinen Tarife der Be rufsverbände durch die sogenannten Werttarife und die foge nannten Werf gemeinschaften abzulösen.( hört! hört! bei den Goz.) Die Unternehmer, bie früher gegen das Betriebsrätegeleb maren, erklären jegt plöglich die Betriebsräte für viel geeigneter als die Gewerkschaften für den Abschluß von Tarifen, es tomme nur darauf an, bie Betriebsräte von ihren Gehalten, außenpolitische Fragen nach innenpolitischen Gesichtspunkten wertschaften loszulösen.( hört, hört! bei den Soz.) Wenn das Arbeitsministerium von uns besonders scharf angegriffen werden muß, so liegt das daran, daß es unmöglich ist, sozialpolitisch das zu decken, was die soziale Reaktion des heutigen Rechtstabinetts will. Wie war es bei der llebergabe der Regie- 3echen? Die früheren Zechenbefizer hätten nach dem Abzug der Micum selbstverständlich die früheren Verträge einhalten müssen. Aber dieselben Micumangestellten, die man früher als Ruhrfämpfer gepriesen hatte, wurden nach Beendigung des paffiven Widerstandes, obwohl die Verträge weiterbestanden, fristlos auf die Straße gefegt, und das Reichsarbeitsministerium hat unserem Verhandlungsführer den Rat gegeben, die Angestellten möchten ihre Ansprüche bei der Micum in Paris anmelden.( Hört, hört! bei den Soz.) Hat der Arbeitsminister nicht daran gedacht, daß die Empfänger der 750 Millionen Mark die Verpflichtung hatten, ihren herausgeworfenen Angestellten eine Entschädigung zu gewähren? Man will also auf dem Gebiete der Arbeitsstreitigkeiten freie Bahn für die Klassenjuftiz in Deutschland schaffen. Wir warnen den Arbeitsminister davor, etwa diesen Weg zu gehen. Auf diese Weise würde man die Sozialpolitik, und das heißt den lebendigen Menschen unter die Profitintereffen des Unternehmers unterordnen. Die Privatwirtschaft ist nicht Selbstzwed, sondern alle Wirtschaft muß in lehter Linie betrieben werden um des Menschen willen. Das ist unsere fozialpolitische und sittliche Auffassung( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten). miniſters bei der allgemeinen Aussprache Stimmen wir zu. Das Abg. Dr. Pfeffer( DBP.): Den Ausführungen des ReichsarbeitsSystem der 3 wangstarife widerspricht durchaus dem Prinzip der Bertragsfreiheit( Unruhe links). Der Borrebner hat von einem durchaus einseitigen Standpunkt aus Angriffe gegen die Bereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände gerichtet, die sich den Berpflichtungen aus den Tarifverträgen entzögen und geradezu Anweifungen zu diesem Zwede herausgegeben hätten. Dieser allgemeine Vorwurf ist durchaus hinfällig. Abg. Stegerwald( 3.): Solange das heutige Berhältnis der deutschen Löhne zu den Weltmarktlöhnen besteht und folange die Schwächen der deutschen Gewerkschaften nicht behoben ist, ist es eine Notwendigkeit, daß der Staat in das Arbeitsverhältnis regulierend und vermittelnd eingreift. Abg. Rädel( Komm.) kritisiert die Ausführungen des Abg. Gof, der den reinen Unternehmerstandpunft vertreten habe. Die Entscheidungen der Gewerbegerichte zugunsten der Arbeiter würden oft genug. durch die Infamie der Unter. nehmer vereitelt. Die. Betriebsrätewahlen werden pon den Unternehmern dadurch verhindert, daß die Wahlfandt daten entlassen und auf die Straße gesetzt werden, Abg. Schneider- Berlin( Dem.): Herr Got verkennt das Berhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wenn er meint, die Schlichtungsausschüsse dienten nicht dem Arbeitsfrieden. Der Antrag der Deutschen Vortspartet, wonach zu Schlichtern weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer bestellt werden dürfen, schießt weit über das Ziel hinaus. Hierauf werden die Abstimmungen zum Kapitel„ Erwerbslosenfürsorge nachgeholt. Die Ausschußporschläge werden bestätigt, die Abänderungsanträge. sämtlich abgelehnt. zu entscheiden.( Erneute Heiterfeit links.) Nachdem diese Verquidung aber einmal vorgenommen ist, fönnen wir sie nicht aus der Welt schaffen, müssen vielmehr in diesem Falle mit ihr rechne Eine Mehrheit für den Vertrag ist unter allen Umständen gesichert. ( Heiterkeit lints.) Daran vermögen die Sozialdemokraten nichts zu ändern. Auf eine Ablehnung des Vertrags haben auch die Gegner des Vertrags in unserem eigenen Lager nicht gehofft. ( Stürmische, langanhaltende Heiterfeit linfs.) Unter diesen Um ständen fommt es ihnen in erster Reihe darauf an, einen Einfluß auf das Auswärtige Amt auszuüben und ihm dem Auslande gegenfünftigen Verhandlungen darauf zu berufen, daß eine große Partei über den Rücken zu stärken, ihm die Möglichkeit zu geben, sich.in im Reichstag tatkräftig darüber wacht( Heiterfeit links), daß feine Sugeständnisse gemacht werden, die über das Maß des Zulässigen und Erträglichen hinausgehen. Dieses Ziel ist durch die am- Sonnaben hier geübte Kritit erreicht worden.( Große Heiterkeit links.) Jept tritt infolge des Vorgehens der Sozial. demokraten und Demokraten eine andere Aufgabe in den Vordergrund. Es ist die, unsere außenpolitischen Beziehungen nicht zum Spielball parlamentarischer Tricks werden zu lassen.( Schallende Heiterfeit links.) Das halten wir für gefährlich und für unvereinbar mit den Pflichten des Reichs. tags. Deshalb haben sich auch diejenigen unter uns, die Gegner des Vertrags sind, entschlossen, dafür zu stimmen.( Schallende Heiterkeit in der Mitte und links.) Abg. Diffmann( Soz.): Bir Sozialdemokraten quittieren mit Bergnügen über diesen ersten sichtbaren Erfolg unserer politischen Erziehungsarbeit an den Herren Deutschnationalen. Die Lektion hat. offenbar gesessen. Wir haben die Herren gezwungen, endlich einmal i hr Doppelspiel aufzugeben und auch offen in der Politit nach außen hin das zu vertreten, was ihre eigene Regierung als Politit betreibt. Wir find der Meinung, daß die Ausführungen des Herrn v. FreytaghLoringhoven geeignet sind, in der politischen Deffentlichkeit qui fiärend über die demagogisch.e. Art.zu wirken, in der die Deutschnationalen Politit zu treiben belieben. Wir werden dafür sorgen, daß diese ja im Stenogramm festgelegten Ausführungen des Herrn v. Freytagh- Loringhoven möglichst breiten Bols. freifen bekannt werden, damit ihnen die Augen über das Doppelspiel der Herren Deutschnationalen geöffnet werden, das sie so schön hier selbst entlarst haben.( Bravo!) Abg. Koch- Weser( Dem.): Ich möchte beantragen, die Rede des Freiherrn v. Freytagh öffentlich anzuschlagen.( Stürmische Heilerkeit.) Niemand konnte mehr seine Verantwortungslosigkeit zu erkennen geben. Abg. Graf v. Westarp( Dnat.): Wir hätten nichts dagegen, wenn diese Rede öffentlich bekannt wird.( Heiterfeit.) Bei der namentlichen Abstimmung über den§ 1 in der zweiten Lesung stimmen die Kommunisten, Sozialdemofraten und ein kleiner Teil der Demotraten dagegen. § 1 wird mit 244 gegen 129 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen, ebenso der Rest der Vorlage, die ohne Beratung auch in der dritten Beratung angenommen wird. Um 7 1hr vertagt das Haus die weitere Beratung des Haus. halts des Arbeitsministeriums auf Dienstag 2 Uhr. Gewerkschaftsbewegung fennen. Der Deutsche Beamtenbund gegen den Rechtskurs. In einer start besuchten Versammlung nahm am Sonntag das Brovinzfartell Berlin des Deutschen Beamtenbundes im Großen Schauspielhaus Stellung zum neuen Reichstag und zur Bürgerblod regierung. Bar auch die fachlich scharfe Rede des Bundesvorsitzenden Flügel äußerst vorsichtig abgefaßt, so bewiesen die vielfachen und oft sehr stürmischen zwischenrufe der Versammelten, daß auch die Mitglieder des DBB. aus ihrer bisherigen Gleichgültigkeit auf gemacht sind und sich jetzt allerhand Gedanken über das Ergebnis der lezten Reichstagswahlen machen. Herr Flügel behandelte in großen Umriffen die verschiedenen Beamtenfragen, und diese Aufzählung all diefer seit der Schaffung der Weimarer Verfassung noch ingelösten Probleme läßt allerdings allein durch ihre bloße Ermähnung den ganzen Sammer unferer Beamtengejeßgebung er Die Frage, inwieweit die dem Deutschen Beamtenbund nahestehenden bürgerlichen Abgeordneten und ihre Parteien die Schuld an dieser Verschleppung tragen, ließ der Redner unerörtert. Bon Interesse war die grundsägliche Einstellung Flügels zum Beamtenrecht. Danach könnte der Aufbau Deutschlands nur erfolgen durch ein Berufsbeamteutum, das nicht aus Kreaturen besteht, die statt der Rückgrates einen Gummischlauch haben, sondern qus Bersönlichkeiten. Für das Beamtenvertretungsgesetz verlangt er Mitbestimmungsrecht und Schlichtungsausschüsse. Scharf fritifierte er die Denkschrift Schliebens zur Besoldungsfrage, beren Tendenz im Widerspruch steht zu den Erklärungen des neuen Reichskanzlers. Er kündigte eine Gegendentschrift des DBB. an, die mit richtigen Zahlen aufwarten werde. Weiter verlangte er Befeitigung des Sperrgesetzes und zeigte, daß auch hier die Regierung mit falschen 3ahlen operiere. Eindeutig nahm er gegen bie 700 millionen- Liebesgabe für die Ruhrindustriellen Stellung. Den Beamten aber sagte man stets, es sei fein Geld da. Er verlangt Beseitigung der hohen Spannung, die auch eine volkswirtschaftliche Unmöglichkeit sei, sowie die Abschaffung der Wohnungsgeldzuschüsse, die ein neues Unrecht gegen die unteren und mittleren Beamten bedeuten. Auf steuer- und wirtschaftspolitischem Gebiet forderte er stärkere Belastung des Besitzes und erklärte fich gegen jeden Verbraucherzoll. Im übrigen trat er für den Achtstundentag ein und wandte sich gegen die Urlaubsverfürzung. Zum Schluß betonte er die Notwendigkeit der Einigung aller Beamten, die auf dem Boden dieser Forderungen stehen, und fand scharfe Worte über die Steuermoral der Befizenden. Der Reichstag werde bei der nächsten Wahl Rechnung legen müssen, und dann werde sich zeigen, mie fich die einzelnen Barteien zu den hier aufgestellten Forderungen verhalten haben. Eine im Sinne der Ausführungen des Referenten gehaltene Entschließung wurde einstimmig angenommen. Reichsbahn und Arbeiter. Die Erwiderung der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft auf unseren in Nr. 17 des Vorwärts" erschienenen Artikel Ausnahmerecht gegen die Reichsbahner", die wir in der Sonntagsnummer veröffentlicht haben, ist ein Versuch, den wahren Sachverhalt zu verwischen.. leitung gelang es jedoch, durch Verhandlungen mit dem Verband Mitteldeutscher Metallindustrieller eine Berständigung herbeizuführen, so daß beide Teile den Spruch annahmen. Das neue Ablommen fann zum ersten Male zum 28. März gekündigt werden. Die Bürgschaft“. " Eine Funktionärtonferenz der Uebertagearbeiter des Gemertschließung, daß man sich mit der vom Reichskabinett vorgesehenen vereins christlicher Bergarbeiter im Ruhrgebiet erklärte in einer EntRegelung der Arbeitszeit für die Tagesarbeiter im Ruhrbergbau nicht zufrieden geben könne, sondern die Einführung der Acht. tunden schicht gefordert werden müsse. Die Konferenz erwartet von dem in den nächsten Tagen zusammentretenden Schiedsgericht, daß es den Wünschen der Tagesarbeiter in der Arbeitszeitfrage Rechnung trägt. Ferner erwartet die Konferenz, daß das Reichsarbeitsministerium seinen bekannten Beschluß über die Berkürzung der Arbeitszeit für die Kotereiarbeiter revidiert und allen Arbeitern in durchgehenden Betrieben die achtstün dige Schicht gibt. Und wenn nun gar die Deutsche Reichsbahn- Gesellschaft darlegt, I fall verlangt, daß die Unternehmer ihn ablehnen. Der Bezirks fie bedürfe derartiger Erleichterungen, um die ihr durch den Reparationsplan auferlegten finanziellen Lasten tragen zu können, fo ist darauf zu erwidern, daß der Dawes. Plan nicht beabsichtigte, diese Lasten durch eine Benachteiligung der Arbeiter und Angestellten aufzubringen. Die Anwendung des§ 16 Abs. 4 des Reichsbahngesetzes ist aber nur ein Teil der bekannten Bersuche, die Reparationslasten zu einem großen Teil auf die Arbeiterschaft abzuwälzen. Im übrigen zeigt bie Reichsbahn- Gesellschaft dadurch, daß sie glaubt, sie könne die Reparationslasten leichter aufbringen, wenn sie die Arbeiter drangfaliert und entrechtet, nur, daß bei der gegenwärtigen Hauptverwaltung der Reichsbahn die Voraussetzungen für die Erfüllung der Aufgabe, die ihr innerhalb des Reparations. plans gestellt ist, fehlen. Wir sind der Meinung, daß die Gesellschaft ihre Reparationsaufgaben im Zusammenarbeiten mi einem arbeitsfrohen Personal leichter erfüllen fönnte. Und die Arbeitsfreudigkeit der Arbeiter der Reichsbahn wird auch nicht dadurch erhöht, daß die Gesellschaft den Arbeitern bei jeder Gelegenheit die sehr bescheidenen Borteile auf dem Gebiete der Wohlfahrtseinrichtungen, die sie hier und da genießen, vorhäit. Das tut die Gesellschaft nämlich nicht nur in ihrer Zuschrift vom Sonntag, sondern sie tut es bei jeder Zarifverhandlung, denn sie bemüht sich stets, diese kleinen Vergünstigungen zum Vorwande für eine schlechtere Bezahlung der Reichsbahnarbeiter zu be mugen. Wenn sie das damit erstrebte Ziel nicht erreicht, so danken das die Arbeiter der Reichsbahn dem Widerstande des Deut fchen Eisenbahnerverbandes. Aber daraus ergibt sich, daß die Gesellschaft kein Recht hat, sich auf diese sogenannten Wohlfahrtseinrichtungen zu berufen. Sie stellen auf keinen Fall einen Grund dar, die Arbeiter der Reichsbahn in rechtlicher Beziehung in der dargestellten Weise übers Ohr zu hauen. Nene Tarifverhandlungen im Bankgewerbe. Bte der Allgemeine Verband der deutichen Banlangestellten mitteilt, finden am kommenden Donnerstag im Reichsarbeitsminifterium neue Verhandlungen zwischen den bisherigen Trägern des Reichstarifvertrages für das deutsche Bankgewerbe statt. Transportarbeiter der Metallindustrie. In einer außerordentlich start besuchten Bersammlung nahmen die Transportarbeiter am Sonntag, den 8. Februar, in den Ger mania- Prachtsälen zu den Auswirkungen ihres letzten Lohnabkom mens Stellung. From fe vom Verkehrsbunde berichtete, daß der Verband Berliner Metallindustrieller den für verbindlich erklärten Lohnvertrag anerkannt habe und die in ihm enthaltenen Mindest lohnsäge zahlt. Noch nicht geflärter Streit besteht darüber, ob die Arbeitgeber berechtigt find, in den erhöhten Mindestlohn die einzelnen Arbeitern gewährte Leistungszulage hinein zurechnen. Die Sektionsleitung betrachtet die Leistungszulagen als einen über den Korporativvertrag hinausgehenden Individualvertrag und vertritt den Standpunkt, daß diese durch die Erhöhung der MinDie Hauptverwaltung behauptet, 3wed der von uns in jenem destlöhne nicht berührt werden. Es find bereits Schritte getan Artikel näher bezeichneten arbeitsrechtlichen Sondermorden, um im Wege eines ordentlichen Gerichtsbeschlusses hierüber stellung der Reichsverwaltungen, die auch von der Reichsbahn Klarheit zu schaffen. Die gleiche Ansicht wird auch vertreten zu dem unberechtigten Abzug von Zulagen, die bisher kinderGesellschaft in Anspruch genommen wird, fei nicht die Schaffung reichen Arbeitern mit mehr als zwei Kindern gezahlt worden sind. eines Ausnahmerechts gegen die Arbeitnehmer des Reichs, sondern Auch hierüber soll eine gerichtliche Entscheidung eingeholt werden. die Einpassungsmöglichkeit jener Geseze in die Eigenart Besonders scharf kritisiert wurde das Verhalten einiger Mitglieds der Betriebsform der Reichsverwaltungen. Für die Bestimmung des firmen des BMI., die sich immer noch weigern, die er § 61 des Betriebsrätegesetzes, die in der Erwiderung der Hauptverhöhten Mindestlohnfäße zu zahlen. Gegen derartige waltung als erstes Beispiel angeführt wird, trifft das zu, aber in Firmen soll mit allem Nachdrud vorgegangen werden. allen übrigen Fällen dieser Art ist diese Einpassung nur Bor. wand, weil es nichts einzupaffen" gibt. Alle Bestimmungen, die den Reichsverwaltungen Sonderrechte gegen ihre Arbeiter und Angestellten verleihen, sind als„ Einpassungsmöglichkeiten" vollkommen überflüssig, denn in diesen Fällen ließen sich die für die Industrie geltenden Vorschriften ohne Schwierigkeiten auch auf die Arbeiter der öffentlichen Betriebe und Verwaltungen anwenden. Diese Bestimmung der Arbeitszeitverordming, die in der Ermiderung der Hauptverwaltung erwähnt wird, bedeutet für die Arbeiter der Reichs. verwaltungen die Aufhebung des Tarifvertragsrechts hinsichtlich der Regelung der Arbeitszeit, und die Sonderstellung, die den Reichsbehörden nach dem Schwerbeschädigtengesez zusteht, bedeutet, daß der öffentliche Arbeitgeber selbst die Zustimmung zur Entlassung der bei ihm beschäftigten Schwerbeschädigten geben tann. Wenn das kein Ausnahmerecht gegen die Arbeiter des Reichs und der Reichsbahn- Gesellschaft sein soll, dann können wir uns ein Ausnahmerecht überhaupt nicht vorstellen. Im übrigen stehen wir mit unserer Kritik an diefer Sonder ftellung nicht allein da. In der von Heinz Botthoff herausgegebenen Zeitschrift Arbeitsrecht" beschäftigte sich bereits im November vorigen Jahres Obermagistratsrat Dr. Vollbrecht Berlin in einem Artikel„ Das Reich als Arbeitgeber und die Entwicklung des Arbeitsrechts" mit dem gleichen Thema. Bollbrecht kommt als Jurist zu den gleichen Schlußfolgerungen, die wir gezogen haben. Er erflärt: H ,, Nur wer grundsäglich das Arbeitsrecht in öffentlichen Berwaltungen und Betrieben unterschiedlich von dem privaten Wirtfchaftsleben geregelt sehen möchte, nur wer das öffentliche Aibeitsverhältnis vermischen möchte mit hoheitsrechtlichen Erwägungen zugunsten des öffentlichen Arbeitgebers, wird dem öffentlichen Arbeitgeber eine arbeitsrechtliche Sonderstellung einräumen molien." Die arbeitsrechtliche Sonderstellung der Reichsbehörden und der Reichsbahn ist feineswegs durch die Eigenart der Betriebsform dieser Verwaltungen bedingt, sondern sie ist in der Tat das Ergebnis langer Bemühungen dieser Behörden, sich der Bindungen des deutschen Arbeitsrechts zu entledigen. Seit einigen Jahren ist dieses Bestreben deutlich fühlbar, und das ehemalige Reichsverkehrs. minifterium, die gegenwärtige Hauptverwaltung der deutschen Reichsbahn, stellte von jeher den Zentralherd dieser Bestrebungen dar. Und an der gleichen Stelle ist jener§ 16 Abs. 4 Es wurde dann die Frage gestellt, was die Transportarbeiter der Berliner Metallbetriebe zu tun gedenten, wenn der Bertrag feiner Laufzeit entgegengeht und ob der Wille und die Kraft be= steht, das Abkommen zu fündigen, damit an die Stelle der jetzt noch als unzureichend zu bezeichnenden Löhne beffere gestellt werden tönnen. In einer lebhaft geführten Diskussion sprachen sich alle Redner für ein Borwärtstreiben der Lohnbewegung aus und Redner für ein Vorwärtstreiben der Lohnbewegung aus und zeigten an Hand der erlangten Verdienste, daß diese noch weit davon entfernt jeien, um als austömmlich angesehen zu werden. Mit den jetzt erzielten Wochenverdiensten von 21 und 22,50 m. ist noch feinem Arbeiter die Möglichkeit gegeben, feine Lebensbedürfnisse befriedigen zu können. Eine in diesem Sinne gehaltene Entschließung fand einstimmige Annahme, ebenso eine Entschließung, die sich gegen die Art der Behandlung der Amnestieanträge wendet und erneut die Freilassung der politischen Gefangenen fordert. Die Ruhrberglente gegen den Arbeitszeit- Schiedsspruch. Bochum, 9. Februar( Eigener Drahtbericht) Am Sonntag fand eine Funktionärtonferenz des Bergarbeiterverbandes statt, in der folgende Entschließung gegen den Schiedsspruch angenommen wurde: Die Konferenz der Funktionäre des Bergarbeiterverbandes nimmt von dem in der Mehrarbeitsfrage gefällten Schiedspruch Kenntnis un erklärt sich damit einverstanden, daß die Verbands. leitung denselben ablehnt. Sie erwartet vom Reichsarbeite minister, daß er die etwa beantragte Verbindlichkeitserklärung nicht ausspricht. Die Konferenz stellt sich voll und ganz hinter die von den Verbandsleitungen gestellten Forderungen und macht fich die von ihnen bei den Parteis und Schlichtungsverhandlungen hierfür gegebene Begründung zu eigen." In zahlreichen Belegschaftsversammlungen haben die Berg arbeiter den Schiedsspruch für den Ruhrbergbau abgelehnt. Eine Stellungnahme des Zechenverbandes zum Schiedsspruch ist noch nicht erfolgt, doch deuten alle Anzeichen darauf hin, daß auch er hn ablehnen wird. Schiedsspruch für die mitteldeutsche Metallindustrie. Halle, 9. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der vom Schlichtungsausschuß gefällte Lohnfchiedsspruch für die Metallindustrie der Tarifgebiete Anhalt, Halle, Magdeburg, der ab 1. Februar für den Facharbeiter über 23 Jahre einen Mindestlohn von 58 Pf., für den angelernten Arbeiter von 51%, bezw. 52 Pf. und für den ungelernten Arbeiter von 46 bezw. 46, Pf. vorsieht, ist von beiden Barteien angenommen worden. Der Schiedsspruch gerufen und zahlreiche Entschließungen forderten die Ablehnung des Schiedsspruches. Allgemein wurde seine Ablehnung für den Die Kölnische Zeitung" schreibt dazu: Bei den Beratungen, die zur Wiedereinführung des Dreischichtensystems für die Hochöfen- und Kotereiarbeiter führten, hat ten sich die Gewerkschaften als Bürgen" dafür ein gesezt, daß diese Vergünstigung(!) nicht auf andere Betriebe und andere Gruppen übergreifen und eine allgemeine Arbeitszeitfrise in der Industrie hervorrufen würde. Es ist zu beklagen, daß taktische Gesichtspunkte so stark die Grundsäge von Treu und Glauben übermuchern, daß die christlichen Gewerkschaften diese Entwid lung hemmungslos mitmachen und von ihrer Bürgschaft zu einer immer mehr um sich greifenden skrupellosen Kampftaltik übergehen." In dieser Notiz wird also erst behauptet, daß die Gewerk schaften sich dafür berbürgt" bätten, daß die Vergünstigung" der Abschaffung des 3.weischichtensystems auf einen zeri der Hüttenarbeiter beschräntt bleiben soll, während nachdem die christlichen Gewerkschaften als Bürgen" angegeben werden. Ohne bestimmte Angaben, von welchen Personen dier Bürgschaft" übernommen worden sein soll, wann, wo und in welcher Weise, ist diese Behauptung hinfällig. Wenn wirklich irgendeb Unterhändler einer Gewerkschaft aus tattischen Gründen zur Er fräftung der Gegengründe der Unternehmer Aeußerungen gemacht hätte, die von den Unternehmern als Bürgschaft" aufgefaßt wurden, so find die Gewertschaftsmitglieder an eine derartige Bürgschaft in teiner Weise gebunden. Die Gewerkschaften find nicht dazu da, um sich zu verbürgen, daß das Joch des Zweischichtensystems von einzelnen Arbeitergruppen nicht abgeworfen wird. Im Gegenteil, die Existenz der Gewerkschaften ist„ Bürgschaft" für den Kampf um den Achtstundentag. Wenn aber in diesem Zusammenhang von den Unternehmern über Bruch von Treu und Glauben geflagt wird, so darf nur daran erinnert werden, daß die Unternehmer die Millio nen schon in der Tasche hatten als sie noch immer unter Hinweis auf die Micum- Lasten die Aufrechterhaltung des Zweischichtensystems verfochten, dessen Aufhebung mit dem Ende der Micum- Lasten fällig war. Die Herrschaften befinden sich in der Rolle des betrogenen Betrügers, wenn sie über Verlegung einer angeblichen Bürgschaft Plagen. Neue Verhandlungen im Hamburger Werftarbeiterstreik. Da die Verhandlungen zwischen der norddeutschen Gruppe der Seeschiffswerften und den Vertretern der Werftarbeiter wegen der Regelung der Lohn- und Arbeitszeitfrage auf den Seeschiffswerften ergebnislos verlaufen waren, werden heute, Dienstag, vormittag beide Barteien in Gegenwart eines Vertreters des Reichsarbeitsministeriums erneut verhandeln. Die Bertreter der Werften beabfichtigen, den von den Werftarbeitern abgelehnten Schlichtungsporschlag vom 27. Januar als verbindlich erklären zu lassen. Beilegung des Konflikts im Saarbergban. Saarbrüden, 9. Februar.( Mtb.) Der Konflikt im Saarberghau ist durch die gestrigen Reviertonferenzen zu einem vorläu figen Abschluß gefommen. Die Organisationen haben menn auch unter Protest das französische Angebot( 1,60 Frant Schichtlohnerhöhung) angenommen und sich gegen einen Streit im gegenwärtigen Augenblick ausgesprochen. Als Voraussetzung für diesen Beschluß wurde jedoch bezeichnet, daß die französische Bergbauverwaltung ihrem Versprechen, jedem weiteren Anziehen der Teuerung Rechnung zu tragen, nachkommt. Da die Lebenshaltungsfoften feit Dezember 1924 um acht Punkte gestiegen- find, sieht der Deutsche Bergarbeiterverband den Zeitpunkt für gekommen, in neue Berhandlungen einzutreten. Aufs schärfste wurde in den Versammlungen die alte durchsichtige Verdächtigung zurückgewiesen, daß bie rein wirtschaftliche Bewegung der Bergarbeiter von Berlin aus" inszeniert sei. Achtung, Karofferiearbeiler! Wegen Verweigerung von Streit arbeiten für die Firma Daimler, Sindelfingen, sind iämtliche Arbeiter dort ausgesperrt. Achtung, 2. 2öwe u. Co., Suttenstraße. Heute nachmittag 5 Uhr bei Triller, Berlichingenstr. 7, wichtige Berfammlung aller SPD. Genossen. Jeder muß erscheinen. Der Fraktionsvorstand. Achtung, SPD.- Gemeinde- und Staatsarbeiter! Am Donnerstag, den 12. Februar, abends 7 Uhr, im Rosenthaler Hof", Rosenthalerftraße 11/12( weißer Gaal), Sigung aller auf den Boden der SPD. ftehenden Mitglieder der Generalversammlung des Verbandes. Stellung nahme an der Generalversammlung am 13. Februar. Wahl des Frattionsvorstandes. Berschiedenes. Parteiausweis und Mitgliedsbuch des Berbandes ift mitzubringen. Zahlreichen Besuch erwartet Der Fraktionsvorstand. E Berantwortlich für Bolitif: Cruft Reuter; Birtschaft: Arthur Gaternus; Gewertschaftsbewegung: Friebr. Ekkorn; Feuilleton: A. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Rarstädt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co. Berlin SB 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wissen". Weiße Zähne erzielen Sie schon durch 1-2 malig. Bugen mit der herrl. erfrischend schmedend. Zahnpaste Chlorodont. Gegen üblen Mundgeruch wird auch mit Erfolg Chlorodont- Mundwasser verwendet. des Reichsbahngeſetzes entstanden, durch den die Deutsche Reset hatte zunächst bei den Metallarbeitern großen Unver Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. Gesellschaft jene Sonderstellung, die fie normalerweise als Gesellschaft hätte verlieren müssen, für sich gerettet zu haben glaubt. Biomalz Gründliche Norden 9296. Säle frei! Kräftigung und Auffrischung verschafft das vorzügliche, billige, wohlschmedende Biomala. Es gibt wohl fein einfacheres, bequemeres Mittel; teines erfreut sich einer gleich großen und uneingeschränkten Beliebtheit wie Biomalz. Neben der Hebung des Kraftgefühls tritt fast immer eine auffallende Besserung des Aussehens ein. Van füɓIt fi gerabeau wie berjüngt. Mit feinem andern Kräftigungsmittel fann man bessere Erfolge erzielen als Bas nehmen bie erste? Alle Erjakpräparate und Eisenmittel erzielen nicht die Wirkung, mas Appetitanregung und Kräftigung anlangt. wie Biomalz. Jn meiner eigenen Familie bin ich mit der Anwendung, ganz befonders zufrieden Dr R. in Ch. Das von mir schon oft und mit gutem Erfolge in der Bragis verordnete Biomalz wird nun diesmal meinen Rindern zugute fommen. Dr. med. 9. mit Biomalz Biomalz hat sich bei meiner Frau und beiden Söhnen vorzüg. lich bewährt. Dr. Frhr. v. B. Reu: Biomal- Bonbons, bestes Linderungsmittel bei Susten und Heiferteit, vorzüglicher Geschmad, je Beutel 30 Pf. und Biomala Ghotolabe je 100 Gramm Tafel 60 Bf. 3 Erhältlich in Apotheken, Drogenhandlungen und einschlägigen Geschäften Preis einer Dose Biomalz 1,90 Mart, mit Lecithin 5 Mart, mit Eisen( für Blutarme und Bleichfüchtige) 2.20 Mart, mit Ralf egtra( für Lungenleibende) 2.50 Mark. Druckschriften auf Wunsch umsonst und postfrei. Gebr. Patermann, Teltow- Berlin 10. Kr. SS ♦ 42. Jahrgang 7. Heilage öes vorwärts vienstaz, IS. Februar 1H25 Erledm'ge am ZVittenbergplatz. Wiib kann man denn schon am Wittenbergplatz großes erleben, nicht wahr? Nun denn, es sei sogleich gesagt: Am Wittenbergplatz lernte ich— zunächst— den höflichsten Mann von Berlin kennen. Und das kam so. Es war an einem Mittag. Ein Zeitungswagen kommt herangerast mit Mittagszeitungen. Die Tür fliegt auf. Her- aus springen dicke Pakete. Zeitungshändler stehen und warten. Jeder kriegt seinen Pack und zieht ab. Ich gehe zu einem. Er reicht mir das Blatt. Ich zahle mit eickem Markschein. Der Mann muß noch kleinem Geld fingern. Er gibt mir groschenweise zurück und behält seinen«inen für die Zeitung. Dann sagt er sehr freundlich und sehr höflich:„Danke bestens!" Und ist davon. Der Mann dankt? Und ich hätte danken müssen, daß er mir herausgab. Der Mann, ein ganz schlichter, einfacher Mensch, freut sich, daß man ihm — die Konkurrenz ist groß— eine Zeitung abnimint. Und der Dank war durchaus natürlich. Wenn nun dieser einfache Mann für einen Groschen Einnahme schon so höflich ist, wie höflich und zuvorkam. mend müßten erst die vielen Geschäftsleute sein, denen man für das Vielfache eines Groschens abkaust. Darüber gäbe es manches bittere Wort zu sagen. Kurzum, der Zeitungsmann am Wittenbergplatz Ist der höflichste Mann, der mir seit Monaten in Berlin vorgekommen iü. Ueberhaupt sind die Zeitungsmänner und Zeitungsfrauen im aligenieincn freundliche und höfliche Menschen. Man acht« nur mal darauf.--- Am Wittenbergplatz steht auch ein Brunnen. Ein richtiger eiserner Straßenbrunnen mit einem Schwengel daran. Gut, das ist nichts von Belang. Solche Brunnen gibt es in ganz Berlin. Es begab sich aber folgendes: Ein Herr kommt mit einem Box an der Leine. D-r Box hat Durst. Unten vor dem Brunnen ist in der Granitplatte eine kleine Vertiefung. Der Box kennt sie und will saufen. Es ist aber kein Wasier drin. Da hebt sich der Box, klemmt sich zwischen Pampe und Schwengel, bummst mit dem Kopf immer gegen den Schwengel und hebt ihn ein wenig hoch, laßt ihn fallen und hebt ihn wieder hoch. Er kann ja nicht sprechen, der gute Box. Aber tst das, was er hier tut, nicht wunderbar und mehr wert als das. was ein.sprechender Hund" je geleistet hat? Jeder andere Besitzer hätte sein schlaues Tier geliebkost und ihm Wasser gespendet. Dieser Kerl zerrte den Box wüst an der Leine vom Brunnen hinweg. Das war nicht höflich und auch nicht gut. Und ein drittes. Ein Straßenbahnwagen, voll bepackt, hält an der Seite des Untergrundbahnhofs. Born an der Schranke ein blondes, frisches Mädel mit einem leeren Einholekorb. Den läßt sie sorglos über den Rand baumeln. Auf dem Bürgersteig steht ein eleganter Herr, ganz schwarz: Paletot. Hut. Haar, Augenbrauen, Augen. Exotisch und interessant. Er frißt das Mädel förmlich. Aber es hat keinen Zweck. Der Wagen simmt ab. Der Herr guckt. Das Mädel guckt zurück. Der Herr wird elegisch. Da fällt plötzlich dem Mädel der Korb aus der Hand. Oder, man kann das nie wissen, ließ sie ihn fallen?, Jedenfalls, er fiel. Fiel einem Straßen- arbeiter auf dm Kopf. Der hebt Kopf und Korb erstaunt hoch, dreht den Korb hin und her. Sieht sich um. Was tun? Da kommt der schwarze Herr sehr eilig und selbstbewußt einher:.Geben Sie!" Der Arbeiter gibt wortlos. Der Herr mit Korb und langen Schritten hinter dem Wogen hinterher. Natürlich, an der nächsten Hallestelle wird das Mädel absteigen und warten. Und der Herr, der den Korb hat. wird vermutlich keinen Korb bekomnien. Denn er hat Ehaucen! Du liebe Güte, hat der doch jetzt Chancen! So ims also kann man am Willenbergplatz innerhalb zehn Minuten erleben. Und manchmal noch ganz andere Dinge!! Zwei Todesopfer angetrunkener Chauffeare. Zwei weitere Opfer des Straßenverkehrs wurden am Sonntag- abend der 50 Jahre alle Gustav Ziethen aus der Straßmann» straße 12 und der 51jährige Töpfer Otto Bäcker aus der Knip. rodestr. 19. Beide zogen einen Handwagen, als sie in der Peters» burger Straße vor dem 5)aus« 18 von einem Kraftwagen von hinten angefahren wurden und mußten zur Rettung». »tellc transportiert werden, wo bei Ziethen schwer« innere Verletzungen festgestellt wurden, die seine Ueberführung in das Krankenhaus am Friedrichshain notwendig machten. Bücker kam mit einer leichten Beinquelschung davon und tonnte seine Wohnung selbst aufsuchen. Die Schuld trifft den Führer des Kraft- wagens, da er angetrunken war.— In der letzten Nacht gegen VA Uhr kam der Straßenbahnarbeiler Ewald Fischer mit einem Handwagen von einer Straßenbahnregulierung die Ber- tiner istraße in Potsdam entlang gefahren, als plötzlich aus einer Seitenstraße eine Autodroschke um die Ecke bog und Fischer über» fuhr, der sofort tot war. Fischer hinterläßt Frau und drei K i n- der. Auch dieser Chauffeur war anscheinend nicht mehr nüchtern. Die Untersuchung wird das weitere ergeben.— In der achten Abendstunde wurde am Sonntag die 63 Jahre alte Frau Marie Kunze und ihr 39 Jahre alter Sohn, der Prokurist Kurt K. aus der Bernburger Str. 51 vor dem Wohnhause der Mutter, Joachims- thalerstr. 37, durch eine Autodroschke von hinten über- fahren. Frau Kunze erlitt schwere Rippenbrüche und eine Ouet- schung des rechten Fußes, ihr Sohn eine schwere Brustquetschung. Nach Zeugenaussagen soll der Chauffeur dieGewaltüberdie Steuerung verloren haben. Die potsüomer Sembenspielerei. Zuchkhausskrafev für sämtliche Angeklagten. In dem Prozeß wegen des Potsdamer Bomben- a n s ch l a g s wurde gestern das Urteil gefällt. Das Schwurgerichl kam zu der Ucberzeugung, daß sich Kühl- mann und B a l a n c z a t zur Begehung eines Bombenattentats ernstlich verabredet hatten. Wenn man berücksichtigt, daß die Bom- ben in die Menschenmenge und die angehäufte Schupomannschaft ge- schleudert werden sollten, so müßte die Strafe erheblich über das Mindeflmoß von 5 Jahren Zuchthaus laut§ 6 des Sprengstoffgesetzes hinausgeben. Das Gericht hat aber berücksichtigt, daß die e i g e n t- lichen Verantwortlichen nicht auf der Anklage. dank sitzen, sondern die jugendlichen Angeklagten vorgeschickt haben. Infolgedessen ist das Gericht im wesentlichen nicht über die Mindeststrase Hinausgegongen und hat gegen jeden der beiden Angeklagten auf 5 Jahre 6 Monat« Zucht- Haus, drei Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. Bei dem Angeklagten Sommerfeld wurde als erwiesen anaenonimen, daß in seiner Wohnung Spreng. stoffe verteill worden find. Es wurde gegen ihn auf zwei Jahr« Z u ch i h a u s erkannt. Den Angeklagten wurden 8 Monat« Unter- suchungshaft angerechnet. Der Antrag auf Bewährungsfrist bei den jugendlichen Angeklagten wurde abgelehnt, ebenso ein Antrag auf Haftentlassung bei Sommerfeld. Die Angeklagten wurden sodann abgeführt.� Der Staatsanwalt hatte gegen Kuhlmann und Balanczat je 5 Jahre 6 Monate Zuchchaus, gegen Somnierfeld 3 Jahre Zucht- haus wegen Verbrechens gegen ß 6 bzw. 7 des Sprengstoffgesetzes beantragt. Acht Monate sollen aus die Untersuchungshaft angerech- net werden. Rechtsanwalt Dr. Samter halte sich gegen die Angriffe des Staatsanwalts auf die KPD. gewandt. Rechtsanwalt.Lieb- k n e ch t hatte für den Angeklagten Sommerfeld angeführt, daß er getäuscht worden war und schon beim Anblick der Pistolen in Auf- regung versetzt wurde. Weinend versicherte der Angeklagte Kühl- mann:„Wenn ich gewußt hätte, welche Mittel angewandt werden sollten, hätte ich mein Leben niemals geopfert für einen solchen Quatsch." Der 20jährige Angeklagte Balanczat versichert unter Tränen dasselbe. Er bat zu berücksichtigen, daß er damals erst etwa 18 Jahre alt war und ihm Vewährnngsfrist zu gewähren. Der Mord bei Deauewitt. Die Ermittlungen zur Aufklärung des Verbrechen» bei Denn«- witz sind gestern durch einen Lokaltermin und Zeugenvernehmungen an Ort und Stelle zu einem gewisien Abschluß gebracht worden. Zu der Ortsbesichtigung war der Verhallete Otto Krause in einem Auto nach der Mordstelle hinausgebracht worden. Hier wurden an Hand seines Geständnisies alle seine Angaben nach- geprüft. Es ergab sich, daß zwischen dem Mörder und seinem Opfer an zwei Stelleu gekämpft worden war. Bei einer genauen Absuchung dieser Stelle fand mau auch die Mordwerkzeuge, einen kleinen Trommclrevolver, der noch zwei scharfe Patronen enthielt, das Taschenmesser des Mörders und seinen Kneifer, den er im Kampfe verloren hatte. An der zweiten Kampfftelle hatte Krause zum Mcsier gegriffen, weil ihm Pannicke den Revolver aus der Hand geschlagen hatte und er ihn in der Finsternis nicht wiederfinden konnte. Bei der Miete fand man auch ein Paar Handschuhe des Ermordelen. Nach Schluß des Termins brachten die Kriminalbeamten den Mörder gestern abend wieder nach dem Gerichtsgefängnis in Potsdam. Die Ermittlungen nach dem Verbleib der 21 Jahre alten Else Kranz werden fortgesetzt. Es besteht der dringende Verdacht, daß Krause auch dieses Mädchen ermordet hat. Er bestreitet es noch. die„hirsch�-polizei. Botfischer Wacht dienst.—»Inden bewachen wir nichl." Jn Berlin besteht seit länger« Zeit der»W acht- und Sicherheitsdienst Groß-Berlin". Di« Generaldirektion befindet sich Potsdamer Straße 74. Bei dieser Gesellschaft Herrschen, wie uns mitgeteilt wird. Zustände, die allem republikani- schen Wesen ins Gesicht schlagen, und die verschiedensten eigenartigen Vorgänge mrd Vorfälle bei dies« Gesellschaft- dürften nicht nur das Publikum auf das äußerste befremden, sondern auch die Behörden, namentlich die Polizei und das preußische Innenministerium, aus da» lebhafteste interessieren. Lei!« des Wacht- und Sicherheitsdienstes ist der Herr Major a. D. v. H i r s ch> S ch w a b«, ein früherer aktiver Ossizier, der ebenso wie die Offiziere, Hauptmann a. D. Grao enstein und Leutnant a. D. Schoen, d« E h r h a r d t-B r i g a de nahe gestanden haben. Von anderen Offizieren des Wacht- und Sicherheitsdienstes erzählt man sich sogar, daß sie d« Organisation Consu! angehört haben. Das Personal besteht durchweg aus Nationalsozialisten und Völkischen. F«n« befinden sich unter den Mannschaften verschiedene, die früher bei der Schutzpolizei waren, aber wegen völkischer Um- triebe entlassen wurden. Dies« Leute namentlich sind die geeignetsten für den Wacht- und Sicherheitsdienst und werden hier mit offenen Armen empfangen. Wenn jemand um Aufnahm« als Beamter nachsucht, wird er zuvor auf Herz und Nieren dahin g«. prüft, ob er auch in sein« politischen Gesinnung radikal- rechtsstehend ist. Erst, wenn diese Prüfung zur Zufriedenheit ausfällt, findet« Aufnahme, muß aber vier Monat« Probe- zeit abfoloieren, ohne mit einem Pfennig dafür ent- schädigt zu werden. Auf der anderen Seite ab« ist genügend Geld dafür vorhanden, daß in den Bureouräumen d« Gesellschaft am Geburtstag des Herrn Majors ein großes Gelage mit.Damen" veranstaltet werden kann. Hauptausgabe des Wacht- und Sich«- heitsdienstes scheint die Pflege des Antisemitismus zu sein, d« nicht selten die wid«lichst«n Formen annimmt. Der Gesellschaft liegt es natürlich daran, möglichst viel Kunden zu erhalten, deren Wohn- und Bureauräume sie bewacht. Um neue Kunden zu be- kommen, unterhält der Wacht, und Sicherheitsdienst Agenten, die Bewachungsausttäge von großen Firmen heranschafsen müssen und dafür Proviston«hatten. Als einer der Agenleu einen Bewochungs- aufttag d« Firma Meyer in B«lin bracht«, wofür ihm 100 M. Provislon zustanden, erklärt« Herr Hauptmann v. Gravenstein: „Raus! Juden bewachen wir nicht!" D« Agent«hett natürlich nichis. Wie der Herr, so natürlich auch das Gefcherrl Bov demselben schönen antifemitischen Geist sind auch die Ntonnschafte» beseelt. Es kommt nicht selten vor, daß jüdische Passanten. die nachts die Beamten des Wachtdienftes um Auskunft baten, mit Schimpfwortcn belegt und angerempelt wurden.— Das Polizeipräsidium, und namentlich die Abteilung I A, hat wiederholt beim Wacht- und Sich«heitsdienst Haus- suchungen vorgenommen, um festzustellen, obaußerden Pistolen für die Mannschaften noch andere Waffen vorhanden sind. Ein« d« leitenden Herren tat diese Haus- suchungen mit den Worten ab:„Das Iudenpack ist zu dämlich, um um uns zu fasien!"— Während des Kapp-Putfches ocrhandette übrigens ein Hauptmann Hirsch mit dem damaligen Minister Dr. Schiffer über die Amnestierng der Kapp-Rebellen. Sie wollten abziehen, wenn ihnen Straffreiheit zugesichert werde. Der Schluß ist wohl berechtlgt, daß der.Sicherheits-Hirsch" mit jenem gnade- heischenden Kappisten identisch ist. g Der Wacht- und Sich«heitsdienst ist in rechtsstehenden Kreisen mit« dem Namen Hirsch- Polizei sehr bekannt und sehr populär, und man ist hier stolz darauf, solch'„zuverlässige" Leute zum Schutz zur Seite zu haben. Es ist hoch an d« Zeit, daß sich die Behörden einmal ganz energisch mit diesem Wacht- und Sicher- heitsdienst und seinen Praktiken befasien! Der Apfel der Elisabeth Hoff. 171 Von Wilhelm Hegeler. „O Jugend!" lachte Ryseck.„Selbst der Tod wird ihr zum Spaß. Aber recht habt ihr. Begrabt ihn und pflanzt ein Blümchen auf sein Grab und oergießt eine Träne. Das gehört ja dazu. Und du, Rast hältst die Leichenpredigt. Du guter, dummer Maikäfer, mußt du sprechen, du hast das Glück gehabt, dich an eine Mädchenhand zu binden und hast das Glück so schlecht verstanden. So gcbt's den alten Mai- käfern. Freilich gibt's auch Menschenhände." fubr er fort, und sein Blick sprang dunkel höhnisch zu Elisabeth an,„die greifen erst zu und stoßen dann zurück. Auch das pflegt nicht gut zu bekommen." „Was heißt das?" fragte Elisabeth. „Nichts. Nur ein Scherz. Weil Sie vorhin so vor- wurfsvoll fragten, warum ich mich nicht gebunden hätte." Es sollte kein Vorwurf sein." Der kleine Ralf fragte halb schüchtern, halb keck: „Wie ist. das eigentlich mit dem Märchen, das Sic uns aufführen wollten?".„. „Wahrhaftig, ia. das hatte ich ganz vergessen. Aber natürlich wird das gemacht. Nasch gab er Elisabeth die nötigen Erklärungen und bat sie, ihm die Kinder am Nochmittag zu überlassen. „Heute nachmittags wollten oie doch reisen." „Cvch reise morgen." „Aber Sie sollen der K'nder wegen nicht Ihre Disposi- tionen umstoßen.". „Meü, Kredit steht mir hoher. Soll ich den Kmdern meine Versprechungen nicht halten? Frau Hoff, vertrauen Sie sie mir an' Kinder, helft mir mal eure Mutter bitten." Lachend gab Elisabeth dem gemeinsamen Ansturm nach. „Also." sagte er, in straffer Haltung sein Jackett zuknöp- send,„aus nach Schlaraffenland. Könnt ihr auch tüchtig essen?" Was das betraf, so rühmten die beiden ssch ungeheurer Leistungen. Aber nun entstand noch ein Bedenken. Man konnte doch nicht den ganzen Nachmittag in einer Konditorei sitzen. Elisabeth schlug den Zooloqisclfen Garten vor. Diese Idee fand allgemeinen Beifall. Ralf freute sich auf d,e wuden liere, Susi auf die Käfer.,. � Nachmittags war Ryseck pünktlich zur verabredeten Zeit wieder da linst wenn Estsabech anfangs einige Bedenken gehabt hatte, wie dies Unternehmen ablaufen würde, die Mäntel und Tücher, die er mitgebracht hatte, feine umständ- lichen Fragen zeigten ihr, daß dieser Junggeselle es zum mindesten an Sorgfalt mit dem zärtlichsten Vater aufnehmen würde. Als das Auto abfuhr, saßen drei vor Mchtigkeit und Erwartung strahlende Kinder darin. Abends kehrten sie zurück, die Kinder mit Eindrücken gs- laden und durcheinander schwatzend für vier, Ryseck etwas still. Aber alle waren sich darüber einig, daß es ein äußerst glänzender Nachmittag gewesen sei. Auch als Elisabeth die beiden zu Bett brachte, konnten sie des Erzählens kaum ein Ende finden. Der Spender der Herrlichkeiten aber saß tod- müde in seinem Sessel und gähnte so herzhaft und unormüd- lich, wie Elisabeth noch selten einen Menschen hatte gähnen sehen. Als sie ihn einlud, zinn Abendessen zu bleiben, schüt- telte er nur den Kopf. „Herzlich gern, aber ich kann nicht. Ihre Kinder haben mich erledigt. Nein, was solche kleinen Wesen an Kraft kon- sumieren! Ich will noch ein bißchen ruhig sitzen und mich dann schlafen legen. Wenn ich darf, komme ich morgen wieder." 6. Was war den beiden Männern zugestoßen? Nichts weiter, als daß der hohläugige Schulterklopfer Tod sie aus ihrem Lebensschlaf gerüttelt hatte, Ryseck aus seinem ruhelosen Fieber, aus seinem bequemen Schlummer Hoff. Als Rysecks Arbeitsmaschine, die Jahre hindurch auf das äußerste Kraft- maß eingestellt gewesen war. plötzlich eine Hemmung, eine leichte Störung erfahren hatte, so daß er sie abstoppen mußte, um sie dann nicht wieder in Gang zu bekommen, denn der erste kurze Schwindelanfall hatte sich sehr bald in dauernde Angst- und Abfpannungszustände verwandelt, da war die Folge gewesen, daß zugleich sein Glücksbedürfnis aus einem langen Starrkrampf erwacht war. Sein plötzliches Heimweh, die Sehnsucht nach Elisabeth war nichts als ein Bedürfnis nach Wärme und menschlicher Teilnahme, mar Gefühlshunger und Verzweiflung seines verödeten Herzens. Als in das Laboratorium, wo Professor Hoss in emsig stiller Arbeit seine Tage verbrachte, der Tod einen so gro- testen Vertteter hereingeschickt und ihn gemahnt hakte, daß seiner Arbeit, deren Dauer und Ziel er bisher nie fest um- grenzt hatte, möglicherweise ein nahes Ende gefetzt sei, halte das sein Lebensgefühl zugleich gesteigert und abgeschwächt. Gesteigert in allem, was seine Arbeit betraf, geschwächt in jeder anderen Beüehung. In seinem Verstand rechnete Hoff mit seiner Krankheit als mit einer nicht einmal sehr wahr- scheinlichen Möglichkeit, sein Gefühl aber rückte sie ihm in fast unabwendbare Nähe. Er hatte alles so eingerichtet, um für den schlimmsten Fall gerüstet zu sein. So glaubte er, sich von den hypochondrischen Todesgedanken befreit zu haben, in Wahrheit aber hatte er sich nur noch mehr darin verstrickt und fühlte sich im Kreise der Seinigen schon wie ein vom Tode Gezeichneter. Manchmal überfiel ihn hemmungslos, wie ein Schluchzen seines Herzens, das Verlangen nach Elisa- bech, nach ihrem Trost, ihrer mütterlichen Zärtlichkeit. Indem er diese Anwandlungen als unmännliche Schwäche bekämpfte, zeigte er sich stumm, verschlossen, ihren Annäherungsversuchen gegenüber ablehnend. Zu jeder Mahlzeit erschien er mit dem Vorsatz, heiter zu sein und den kleinen Begebenheiten der Kinder seine Aufmerksamkeit zu schenken. Und doch konnte er seine Gedankenabwesenheit nicht verbergen. Es war nicht anders: die nahen Stimmen des Diesseits verloren sich ihm wie fernes Gemurmel, er stand im Geist schon am jenseitigen Ufer. Hinzu kam, daß der dürre Gevatter ihn auf eigene Füße gestellt hatte. Bis dahin hatte er treulich Kärnerdienste ge- leistet. Er war den Wegen seiner Lehrer gefolgt, nicht seinen eigenen Ideen. Sie hatten aufgeglänzt wie kostbare Mineral- ädern zwischen Schutt und Asche, aber die Instrumente seines Forschens hatten dem Säubern und Sichten der Funde anderer dienen müssen. Nun stieg er mit plötzlichem Entschluß in seine eigenen Tiefen. Bei seinen Experimenten hatte er entdeckt, daß gewisse Bakterien, in fremdes Blut geimpft, eine spontane Verände- rung durchmachten. Diese Veränderung war so plötzlich, daß der Vorgang sich im Mikroskop nicht verfolgen ließ, und so radikal, daß die Bakterien nicht nur ihre Gestalt völlig ver- änderten, sondern auch, wenn sie in das Blut ihres Ursprung- lichen Ernährers zurückgeimpft wurden, dort sofort abstarben. Es mußte also noch ein anderes Gefetz geben als das der allmählichen Entwicklung. Die Untersuchungen über diesen Gegenstand führten ihn weit über seinen ursprünglichen Forschungsbezirk hinaus in neue Gebiete der Biologie und der Anthropologie. War es nicht möglich, daß das Gesetz der Um- Wandlung ein neues Licht warf auf das plötzliche Vorkam- me-i neuer Tierformen im Tertiär? Ia, unterlag nicht viel- leicht auch der Mensch dieser spontanen Umwandlung? Uner- wartete und einstweilen unübersehbare Fernen taten sich ihm auf. Zum erstenmal kostete er die Wollust schöpferischer Arbeit. Nie war ihm sein Leben so kostbar und so köstlich erschienen wie jetzt unter den Schatten des Todes., (Fortsetzung folgt) j Kommunistische Versammlungssprenger. Sie find natürlich alle Unschuldsengel! Bor dem Schöffengericht Berlin- Mitte fand gestern ein Prozeß wegen gefährlicher Körperverlegung gegen die Kommunisten Kleinschmidt, Jaedicke und Meyer sowie gegen die angeblich parteilojen Kettner und Binzus statt. Die Anflage war vom Staatsanwalt erhoben, außerdem hatten einige Genossen wegen Körperverlegung Strafantrag gestellt. metall, Rugel und Rollenlagerung moderner Bierradbremsung und Motorbremsung aus. Ferner ist da ein vollkommenes Fahrgestell eines 2,5- Tonnen- Wagens für elektrischen Antrieb. Zahlreiche Modelle veranschaulichen alle Einzelheiten des Automesens. An den Wänden unterrichten Zeichnungen über ihre innere Gestaltung, nichts ist vergessen worden. Die Kurse, die hier abgehalten werden, sollen beamten, der hier ausgebildet wurde, die Möglichkeit geben, sich von in angestrengter Arbeit neun Tage dauern und dem Verwaltungstechnischen Kenntnissen seines Personals unabhängiger zu machen und sie befähigen, verständnisvoll das postalische Kraftfahrwesen zu fördern. Die Post hat damit in großzügiger Weise eine Einrichtung geschaffen, die das Streben nach fortschrittlicher Gestaltung er Eine, verbotene". Pflanze. Es gibt Pflanzen, die, wie z. B. der Wafferschierling, megen ihrer Giftigkeit, andere, wie z. B. das Frühlingskreuzkraut, die wegen ihrer verderblichen Wirfung als Unfraut durch polizeiliche Be stimmungen verfolgt werden. Schon die Häufigkeit beider Pflanzen in nächster Nähe Berlins beweist die Ueberlegenheit der Natur. Leider versagen polizeiliche Bestimmungen auch dort, wo sie Bflanzen vor der Ausrottung schüßen sollen. Auf der Liste diefer Pflan zen, die nicht gesammelt und nicht verkauft werden dürfen, stehl auch eine Bärlapp- Art, die aber dennoch unter der Nase der Polizei alljährlich massenhaft, 3. B. mit Schneeglödchen zu Polizei alljährlich massenhaft, z. B. mit Schneeglöckchen zu Sträußen vereinigt, in den Berliner Straßen feilgeboten wird. Um Berlin ist diese Pflanze, die an ihrer Aehnlichkeit mit fleinen Fichtenzweigen zu erkennen ist, schon längst fast ausgerottet; sie scheint jetzt waggonweise in Mecklenburg ausgerottet zu werden. Die Polizei beamten sind zu wenig mit biefer und anderen geschützten Pflanzen vertraut. Und der Kenner scheut sich, Anzeige zu erstatten, fchon in der wohl richtigen Bermutung, daß der Straßenhändler nicht der eigentlich Schuldige ist, sondern irgendein Schlächter der Natur, der weitab vom Schusse sigt! Der Prozeß hat folgende Borgeschichte: Am 16. September 1924 Deranstaltete unsere Berliner Parteiorganisation in Groß Berlin öffentliche Volksversammlungen. So auch eine im Bezirk| fennen läßt. Kreuzberg. Genosse Litte sollte für den nichterschienenen Genossen Lüdemann referieren. Er hatte sein Referat faum bcgonnen, als von kommunistischer Seite ein ohrenbetäubender Lärm einjeßte. Einige Minuten später war eine wüste Rauferei, die die Kommunisten angezettelt hatten, im Gange, so daß die Polizei eine schritt. Die oben genannten Angeklagten hatten sich nun gestern vor dem Richter zu verantworten. Bereits vor einiger Zeit hatte ein Termin stattgefunden. Hier gab der Berteidiger der Angeflag ten, Rechtsanwalt Dr. Samter, die Erklärung ab, daß seine Klienten sich weigern, die Anklagebant zu betreten, was zur Folge hatte, daß sämtliche Angeklagten 24 Stunden in Haft genommen wurden. Auch gestern versuchte der Angeklagte Kleinschmidt, dieses Theater zu wiederholen. Der Borfigende fand aber einen Ausweg, so daß die Sigung weiter ihren Fortgang nehmen fonnte. Der Angeklagte Kleinschmidt schilderte den Hergang der Verjammlung, wobei er immer wieder betonte, daß die KPD.Leute nicht die Störer" gewesen seien. Im übrigen habe er, Kleinschmidt, nicht geschlagen, eine Behauptung, die alle anderen Angeklagten ebenfalls wiederholten. Der Angeflagte Jaedide wußte nichts Neues zu erzählen. Auch der Angeklagte ettner führte nichts Wesentliches aus. Der Angeklagte Meyer gab an, daß er am Berjammlungstage den Saal wegen lleberfüllung nicht mehr betreten fonnte, eine Lüge, die später einwandfrei durch die Zeugen Oppenheimer und Wolfram widerlegt wurde. Schließlich gab der Angeklagte Binzus noch an, daß er Das Opfer einer Denunziation sei. Die Frage des Vorsigenden, ob sie die Bersammlung in der Absicht besucht hätten, sie zu sprengen, beantwor. teten die Angeklagten mit Nein. In der Zeugenvernehmung defundete Genosse Litke, daß er von vornherein den Eindruck gehabt hätte, daß die Kommunisten die Kundgebung der SPD. sprengen wollten. Raum hatte ich mein Referat begonnen, als in der hinteren rechten Ecke des Saales, wo sich die Kommunisten befanden, ein ungeheurer Lärm einsetzte. SPD.- Ordner wollten Ruhe schaffen. Doch kaum hatten sie ihre Schritte dorthin gelenft, er hoben die dort stehenden Kommunisten die Stühle und die Schlä gerei begann. Dann kam die Polizei, die einige Berhaftungen vor nahm." Auf die Frage des Borsigenden, wer die Polizei geholt labe, erklärte Genosse Litte mit aller Bestimmtheit, daß dies nicht Don der Bersammlungsleitung aus gefchehen sei. Diese Aussage wurde noch vom Genossen Hansen unterstrichen. Genosse Hansen wurde in der Versammlung von einem Kriminalbeamten gefragt, ob die Versammlung polizeilichen Schutz haben wollte, was Hansen verneinte. Er schickte jedoch den Beamten, der im übrigen angab, daß der Polizei Mitteilungen von Störungsversuchen der Kommunisten zugegangen seien, zum Bersammlungsleiter, Genossen Schweidarbi, Der au polizeilichen Schuh ablehnte. Die weitere, sehr eingehende Beugenvernehmung belastete die Angeklagten it sehr starkem Maße. Selbst der für Jaedicke herangeholte Ent langszeuge Raubut fonnte diesen Angeklagten nur noch mehr belasten. Den Schluß der Zeugenvernehmung bildete die Ber nehmung des Kommunisten Paul Hoffmann, der angab, von Beruf Preußischer Landtagsabgeordneter zu fein. Seine Bernehmung ergab nichts Wesentliches. Darauf hielt der Bertreter der Staatsanwaltschaft sein Plädoyer und beantragte gegen Ja edice fechs Monate und gegen Mener, Kettner und Binzus 1 Monat Gefängnis, dagegen für Kleinschmied mangels ausreichender Beweise Freisprechung. Nach einigen Schlußworten der Angeklagten, die ihrer unfinnigen Wut gegen die SPD. Ausdrud zu verleihen ver juchten, zog sich das Gericht zu einer längeren Beratung zurück und fällte dann folgendes Urteil: Die Angeklagten Steinfchmidt und Binzus werden auf Kosten der Staatstaffe freigefpro chen, während der Angeklagte Jaebide zu 400 m. und die Angeklagten Meyer und Rettner zu je 300 m. Geldstrafe verurteilt werden. Im Nichtbeitreibungsfalle tritt für je 10 M. ein Tag Haft ein. Geldschrankknacker an der Arbeit“. Die Geldschrankeinbrüche waren während der Inflation ftart zurüdgegangen. Jeßt aber, wo die Mark wieder stabil ist, ver muten die Spezialisten mit Recht wieder mehr Geld in den festen Spinden. Nachdem die Polizei bereits zwei Kolonnen von Geldschrankknackern festgenommen hatte, gelang es ihr, auch eine dritte unschädlich zu machen. In der Nacht zum 24. Januar war bei dem Bäckermeister Reisch in der Köpenider Str. 77/78 das Geldspind crbrochen worden. Die Täter hatten mehrere tausend Mart eibeutet. Der Berdacht der Beamten, die auf dem Wedding be obachteten, lenkte sich auf zwei schwere Jungen" Paul Lenz und Emil Kroll, die früher mit einem zu Zuchthaus verurteilten Hans Baupel in Verbindung standen. Es zeigte sich, daß Vaupel aus dem Zuchthaus in Naugard entwichen war. Er wurde bei seiner Geliebten in der Gerichtstraße ermittelt und festgenommen. Bei der Geliebten fand man eine größere Geldsumme, darunter auch gezeichnete Scheine, die aus dem Schrank des bestohlenen Bäcker. meisters stammten. Die Beamten entdeckten nach langen Be. obachtungen auch die Schlupfwinkel des Lenz und Kroll und fanden hier gutes Einbruchsmerkzeug. Dieses wurde an dem erbrochenen Spind des Bäckermeisters angefeßt und paßte genau in die beim Einbruch hinterlassenen Spuren. So wurden die drei überführt und dem Untersuchungsrichter übergeben. In der vorletzten Nacht wieder suchten andere Geldschrankeinbrecher die Firma Wolfert u. Wittner in der Wilhelmstr. 86/87 heim. Nach einem Lageplan, den sie vorher ausgefundschaftet haben müffen, stiegen sie von der Zimmerstraße her über einen Baun und auf einer gestohlenen Leiter in die im ersten Stock gelegenen Kontorräume ein. Hier knabberten sie das Spind auf und erbeuteten 4000 Mart, die zu Lohnzahlungen bestimmt gewesen waren. Für die Aufklärung dieses und anderer Geldschrankeinbrüche sind hohe Belohnungen ausgesetzt. Mitteilungen an Kriminalkommissar Kriminalkommissar Bünger im Zimmer 89 des Polizeipräsidiums. Die Autoschule der Post. Wir berichteten im vergangenen Jahre über die Auto. reparaturwerkstatt der Post in Borfigwalde. Much in diesem Jahr hat die Postverwaltung den Bertretern der Breffe Gelegenheit gegeben, sich von den Fortschritten zu überzeugen, die fie inzwischen auf dem Gebiet des Kraftfahrwesens gemacht hat. Während die Werkstatt sich bereits damals schon in durchaus moderner Aufmachung zeigte, war das Berwaltungsgebäude noch stiefmütterlich in einem elenden Schuppen untergebracht. In zwischen wurde hier Wandel geschaffen. Ein neues massives 2er waltungsgebäude nähert sich der Bollendung. Das Beachtenswerte aber ist, daß hier Raum für einen großen Lehrsaal geschaffen wurde, der als eine Art Hochschule für Verwaltungsbeamte betrachtet werden kann, denen die für ihren Dienst notwendioen Kenntnisse des Automobilmesens vermittelt werden sollen. Hier werden Referenten, Bureaubeamten der Post, Borsteher und andere Be amte mit den Geheimnissen des Autos vertraut gemacht. Der Unter richtsraum, der etwa 25 × 35 Meter Fläche hat, ist hell und lustig. In ihm ist ein Lehrstoff zusammengetragen, der geradezu als vor. bildlich betrachtet werden kann. Da ist das Fahrgestell des neuesten Daag- Niederschnellastwagen, der die modernste Type darstellt. Dieses Fahrzeug zeichnet sich durch weitgehendste Berwendung von Leicht Bier und Braner. Einen sehr interessanten Bortragsabend, verbunden mit einer Besichtigung der Brauanlagen des Böhmischen Brauhauses in der Landsberger Allee veranstaltete der Berein der Brauereien Berlins. Der Direktor des Instituts für Gärungsgewerbe, Brofeffor Dr. Hay duck, sprach über" Bier und Brauerei in Geschichte und Gegenwart". Das Brauereigewerbe gehört bekanntlich zu den ältesten Gewerben. 3000 Jahre läßt es sich zurückverfolgen, bis zu den alten Aegyptern. Der Rohstoff der Bierbereitung war damals das infolge schlechter Lagerung angefeimte Getreide. Wann die im systematischen Reimenlassen und nachfolgenden Darren bestehende Mälezerei aufgekommen ist, wissen wir nicht, wohl aber, daß in Deutschland der Hopfenbau etwa um das Jahr 1000 nach Chriftus eingeführt wurde. Bis dahin war das deutsche Bier, das schon Tacitus in seiner„ Germania" erwähnt, als altoholreiches, teilweise auch füßes, aber durch Batterieninfettion auch saures Getränt, dessen letzte Ausläufer wir im Berliner Weißbier, in der Leipziger Gose usw. sehen. Mit der Verwendung des Hopfens beginnt der Aufschwung des Brauereigewerbes, der sich in Gestalt eines dunklen, malz- und hopfenaromatischen, lagerfesten Bieres vollzog. Die erste Blüte der Brauerei sehen wir gegen Ende des Mittelalters in Norddeutschland, wo Hamburg und Danzig die Hauptbrauftätten waren. In Bayern, für das das Einbecker Brauwesen der Lehrmeister wurde. entwidelte sich das Brauereigewerbe erst weit später. Auf das Einbecker Bier( in pod) wird auch die Bezeichnung Bezeichnung Bodbier" Bodbier zurüdgeführt, das im Frühjahr getrunken, bas getrunken, das heilige Tier des altgermanischen fruchtspendenden Gottes Donner, den Ziegenbod, zum Symbol hat. Zum Schluffe ging der Bortragende auf die wirtschaftliche Bedeutung des Brauereigemerbes ein. Auf Grund der Erfahrungen, die man heute mit dem radikalen Berbot in Amerifa, Norwegen und Finnland macht, sollte man auf den Weg des gefeßlichen 3wanges verzichten. Nur auf dem Wege der Boltserziehung fann das ständige Maßhalten im Alkoholgenuß erreicht werden. An diesem Ziel mitzuarbeiten, wären auch die Gärungsgewerbe im eigenen Intereffe bereit. Pirandello vor den Bühnenangehörigen. Die Sonnabendnach mittagsaufführung von„ Sechs Personen suchen einen Autor" ge ftaltete sich zu einem Triumph für Pallenberg und die übrigen Mitwirkenden. Dieses Stück, dessen äußere Einkleidung die Bühne von der Rückseite ist, war wie fein anderes geeignet, vor einem Bartett von Schauspielern gespielt zu werden. Das jubelnde Verständnis Bühne. Wohl noch nie gab es einen ähnlichen Stontakt zwischen dieses besonderen Bublifums beflügelte die Zunftgenossen auf der Bühne und Zuschauerraum. jahre einer der bedeutendsten deutschen Chemiter Prof. Engler gestorben. In Karlsruhe starb im 84. Lebens. Brof. Dr. Engler. Sein Name war durch seine Forschungen und Erfindungen auf dem Gebiete der fünstlichen Farbstoffe weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Mit Emmerting ftellie Dr. Engler im Jahre 1870 zum ersten Male künstlichen Indigo her Fast 50 Jahre hindurch wirfte er als Vorstand des chemischtechnischen Laboratoriums an der Technischen Hochschule Karlsruhe. Zu der Nofiz Die freie Wohnungswirtschaft" in Nr. 57 des Hermann Groh zu: Es ist nicht wahr, daß der Hauptmieter der er,, Borwärts", geht uns noch folgende Berichtigung des Herm wähnten Fabriträume in Zahlungsschwierigkeiten geraten war. Wahr ist, daß er den von seinem Vater ererbten Betrieb aus Geschäftsunfenntnis nicht fortführen wollte. " Es ist ferner unwahr, daß der angebliche Maurer" aus Blauen hier eine neue Eristenz ana fangen wollte. Wahr ist, daß er seinen bereits vor längerer. Jahren in Plauen gegründeten Geschäftsbetrieb hierher verlegt hat, um sich zu vergrößern. Es ist ebenfalls unwahr, daß die Räume von mir im„ Lokal- Anzeiger" ausgeboten wurden. Wahr ist, daß ich den Schneider oder vielmehr Unternehmer Kupfer, welcher seit langem zur Räumung verurteilt war, und vom Juli vorigen Jahres ab feine Miete mehr zahlt, auf ein Tauschangebot im„ Berliner Lokal- Anzeiger" zur Sicherung seiner Eristenz aufmerksam machte, welches er unberücksichtigt ließ, um mir die Bermietung meiner Räume zu erschweren. Die Budau im Kieler Hafen angekommen. Das Rotorschiff Budau", das Donnerstag nachmittag fünf Uhr mit einer für Schottland bestimmten Holzladung von Danzig auslief, ist nach 68 ftündiger Fabrt Sonntag mittag ein Uhr in der Kieler Bucht eingetroffen. Es anterte zunächst an der Kanalmündung bei Goltenau und ging dann zur Germaniawerft, wo es mit einer untanlage ausgerüstet wird. Die Beraögerung der Antunft- man hatte die Budau", die für die Fahrt von Stiel nach Danzig nur 44 Stunden benötigte, bereits Sonnabend nachmittag erivartet ertlärt sich aus den Stürmen der legten Tage. Namentlich am Freitag und Sonnabend hatte das Schiff schwere Seen zu befteben, bei der die Rotoren infolge starter Böen aus Nord und Nordwest nicht in Tätigkeit treten fonnten. Sturz feen schlugen fiber Ded und das Schiff fchlingerte heftig, ohne aber ernstlich in Gefahr zu kommen. Auch ein Schneesturm, der Sonnabend über die„ Budau" hereinbrac, wurde gut überstanden. Die Weiterfahrt durch den Kanal wird voraussichtlich Dienstag abend erfolgen. Parteinachrichten Etufendungen für diese Rubrik find Berlin 5. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin fets en bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Tres. rechts, au richten. Der engere Bezirksvorstand hat am 9. Februar d. 3. in einer Genossen Ba u er wegen der Barmat- Affäre verhandelt. Der engere außerordentlichen Sizung über einen Ausschlußantrag gegen den Bauer Bezirksvorstand beschloß, 3wei Genoffen aus dem Magdeburger Be3irt zu vernehmen, um dann die Angelegenheit Bauer dem erweiterten Borstand zur Entscheidung zu übertragen. 1. Arcis Wilmersdorf. Theaterkarten zum 22. Februar, Der Biberfpenftigen Rährung, find nur beim Genossen Chaym, Augufbaftr. 6, zu haben. 17. Kreis Lichtenberg. Bildungsausschus und Jungfozialisten. Seute, Diens tag, 7% Uhr, in der Bibliother Weichfelfte. 28. 3. Abend bes Rurfus: Moderne Probleme des Sozialismus." Leiter: Genosse Marquardt. Heute, Dienstag, den 10. Februar: 137. Abt. Reinidendorf- Weft. Seute 7% Uhr Funktionärsigung im Tiethaus, Scharnweberftr. 114. Mittwoch 7½ Uhr ebenda Rahlabend. Jungfozialisten Tempelhof- Mariendorf. 8 Uhr Jugendheim Lyzeum, Ger maniaſtraße 6/7, Seiterer Abend". Ricberschöneweibe. Heute abend 8 Uhr Mitgliederversammlung im Jugendbeim Berliner Straße. Universität. Es spricht Oberstudiendirektor Dr. Rarfen über Die neue Schule". Gäste, insbesondere Jungfozialisten und A.-J., willlommen! fand im Schauhauie die Obduktion des tot aufgefundenen Bereinigung Sozialdemokratischez Stubenten. 8 Uhr abends im Sörfaal 41 ber Zu dem Leichenfund in der Aderstraße. Gestern nachmittag städtischen Angestellten Sarl Ruppin statt. Sie ergab, daß der Tod durch einen schweren Sädelbruch eingetreten ist. Diefer Schädelbruch kann durch einen wuchtigen Schlag mit einem satveren Gegenstand oder durch einen unglüdlichen Fall hervor gerufen fein. Die Vernehmung Reichmanns und feiner Geliebten wird erst im Verlaufe des heutigen Tages stattfinden fönnen, da beide infolge übermäßigen Alloholgenusses bisher noch nicht vernehmungsfähig waren. Berufstu dliche Vorfråge. In Fortiezung der vom Berufsamt Berlin. Weft Charlottenburg feit 9. b. M. beranſtalteten berufskundlichen Borträge finden in den nächsten Tagen nachstehende Borträge statt: Dienstag, den 10. februar 1925, 7 Uhr abends, im Märkischen Saale des CharlottenBäschenäherei, Konfektionsschneiderei, das Buzmacher handwer!). Mittwoch, burger Rathauses: Die Frau im Handwert"( Damenschneiderei, ben 11. Februar 1925, 7 1hr abends, in Spandau, Aula des Oberlyzeums, Aslanierring: Kunst, Bauschlosser, Schmiede und In st alleure. Donnerstag, den 12. Februar 1925, 7 Uhr abends, im. Märkischen Saale des Charlottenburger Rathauses: Das Nabrungsund Genugmittelgewerbe, im besonderen: Bäderei und Stonditorgewerbe, Schlächterhandwert, Kolonial- und Feinkostwarenhandel. Eintritt völlig fostenlos. 4 Jugendweihe 19. Kreis( Danfow). Der Vorbereitungsunterricht beginnt Mittwoch, den 11. Febr.. nachm. 4 Uhr, in der Mittelschule, Barlow, Eingang Neue Schönholzer Str. 10. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 10. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). 6.40 Uhr abends: Literatur und Kunst. Professor Colson: Französische Literaturgeschichte"( in französischer Sprache). 7.10 Uhr abends: Theodor Kappstein: Dentsche Klassiker. 3. Vortrag: Goethe, II. Teil: Der Dichter in Lyrik, Roman, Drama". 7.30 Uhr abends: Handel. Dr. Kurt Magnus: Was muß man von den Steuern wissen?" 8 Uhr abends: Theaterfunk( Theodor Kappstein). 8.30 Uhr abends: Um unsere Kleinen. 1. Vogelstimmen: Tannenmeise · Kohlmeise Wachtel Wachtelkönig Star Zeisig Pirol oder Goldamsel Kiebitz Feldlerche- Nachtigall Buchfink Kanarienvogel- Amsel( Professor Felix Schlimper sen., Tierstimmenimitator). 2. a) Vogel wandelbar, Rich. Dehmel, b) Saß heut lang im Kinderzimmer, Rudolf Presber, e) Die Kopisch( Ralf Ebersperg, Rezitation). 3. a) Der kleine Taumann Wunderkinder. Rudolf Presber, d) Die Zwerge in Pinneberg, heiß ich, Humperdinck, b) Der kleine Sandmann bin ich, Humperdinek, e) Ein Männlein steht im Walde, Humperdinck, d) Die Mutter bei der Wiege, Löwe( Thea Bieber, von der Berliner Staatsoper, Sopran). 4. a) Legende, Wildenbruch, b) Das Spielzeug, Andersen( Dorothee Thieß, vom Deutschen Theater, ReziBecker, c) Pleonasmus, Willi Becker, d) Vorwurf, T. Resa( Ralf tation). 5. a) Der Weltschöpfer. Th. Körner. b) Bruderliebe, Willi Ebersperg). 6. Allerlei Getier in Haus und Hof: Hahn, sein Liebslingshuhn herbeirufend junges Huhn Henne, die ein Ei gelegt hat zwei kleine Hähne kleiner Hund( jammernder' Hund, dem auf sein Schwanzende getreten wurde) zwei Katzen Gans und Gänserich Haustaube Lachtaubenpaar große und kleine Ente nebst Entenschwiegertochter Schwalbe Schweineferkel, unruhig und aufgeregt, weil die Mutter Sau ihm zwecks Wurstverarbeitung entrissen wurde alter Rassehengst ( Prof. Felix Schlimper sen.). 7. Der Hase und der Swinegel, Grimm- Schröder. 8. a) Wiegenlied, Mozart, b) Wiegenlied, Brahms, c) Mariä Wiegenlied. Reger. Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. 7222 -W Mitgliederversammlungen und Zahlabende am Mittwoch: 1. bt. 7% Uhr Schulaula Auguftftr. 68, Bortrag des Genoffen Bartels, M. b. 2.: Unfere Arbeit im Breußischen Landtage." 2. Abt. 7 Uhr bei Ohngemad), Rommandantenftr. 88, Bortrag des Ge noffen Täubert. 3. Abt. 7 Uhr Rablabend bei Edula, Stallschreiberstr. 29, und Krüger, Engelufer 23. Ref.: Genoffe Start Seefchold. 4. Abt. 7 Uhr bei Rosenzweig, Landsberger Str. 89, Bortrag des Ge noffen Rünstler, M. d. R. 5. Abt. 7½ Uhr int Rofenthaler Garten, Rofenthaler Str. 14(( nicht Rosen. thaler Sof). Bortrag des Genoffen 8achert, M. b. 2.: Unsere Arbeit im Landtage. Borwärtsiefer und Gäste willkommen. 6. Abt. 7% Uhr Sablabend in folgenden Lotalen: Bezirke 486, 487, 503 bei Büttner, Echwedter Str. 23. 491-495 bei Albrecht, Beteranenfte. 4. 498-500, 505-508 bei Dobroblam, Swinemünder Str. 11. 504 bei Barbe Leben, Rheinsberger Str. 46. 501-503 bei Deblis, Schwedter Str. 227. 7. Abt. 7% Uber Bablabende: Streliter Str. 55. Döll, Bergstr. 71, Dahms, Schlegelfte. 9, Beiran, Pflugftr. 1, unb Diefe, Bobenftr. 19. 8. Abt. 7 Uhr Rahlabend bei Gründer, Schwerinstraße. 3. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung im Artushof, Berleberger Str. 23. Thema: Die politische Lage." Ref.: Genoffe Otto Meier, M. d. 2. 11. Abt. Zahlabend in ben beiden bekannten Lokalen. 12. Abt. 7 Uhr Abteilungsverfammlung bei Schmidt, Wietefftr. 17. 13. bt. 7 Uhr oberer Saal im Artushof" Abteilungsversammlung. Borfrag: Die politische Lage." 2. Berschiedenes. Die Bezirksführer werden gebeten, einzuladen. 14. bt. 7% Uhr Sahlabenbe: Bogen, Graun, Ede Gleimstraße, Gillpald, Buttbufer Str. 24. Achtung: Die Bezirke Lobmann und Gerwig tagen bei Gillwald. 15. Abt. 7 Uhr Sahabend bei Goldbach, Binetaplah 7, Bortoag, des Genoffen Reventlow: Kultur und Partei", und Bezirk 266 bei Runze, Aderstr. 49. 16. bt. 7 Uhr Bahlabend bei Carus, Boltastr. 37, Bortrag des Ge noffen Bildung. 17. Abt. 7 Uhr Bablabend bei Gerth. Tegeler Str. 50, Utbnehmer, Trift ftraße 49, und Müller, Trift, Ede Tegeler Straße. 18. bt. 7 Uhr Zahlabend in den bekannten Lokalen. 22. Abt. Bahlabende: Schola, Fehmarnstr. 1, Radzan, Brüffeler Str. 3, Genkel, Utrechter Str. 10. 23. t. 7½ Uhr 8ahlabende bei Lewandowski, Seefte. 104, und Taube, Müllerstr. 622, 24. Abt. 7 Rahlabende: Gruppe 1b bei Rösner, Jurmanuelliroftr. 25. Gruppe la bei Schnidt, Marienburger Str. 48. Gruppe 2 bei Schleiß, Wins, Ede Greifswalder Straße. Bortrag des Genoffen Miethte: Christentum und Sozialismus." Gruppe 3 bei Gdyü, Selferfte. 2, Vortrag des Genoffen Fauft: Erziehungsfragen." 25. Abt. 7 Rahlabende bei Gott, Fahrenholz und Raestner. 26. Abt. 7 Uhr bei Wichmann, Weißenburger Eft. 1. Bottung des Ge noffen Fendel. 27. Abt. 7 Uhr Zahlabende der Gruppen Shilling, Genz und Lipinski ber Mehlberg, Gaudystr. 6. Gruppe Stolt bei Bogdanowis, Sonnenburger Straße 1. Gruppe Tromel bei Behßer, Kopenhagener Str. 37. 28. Abt. 7½ Uhr Rahlabend und Bortrag in den Bezirken 87 into 239 bei Stoffad, Prenzlauer Allee, 232, 238, 240 und 241 bet Bartelt, Wörther Str. 19, Bezir! 242b bei Richter, Sagenauer Str. 5, 243a und 243b bei Ruhi, Choriner Str. 49, 244 und 245 bei Mener, Oberberger Str. 39. 20. Abt. 7 Uhr im Altersheim, Danziger Efe. 62. Ref.: Genoffe Bernhard Krüger. 30. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Bappelallee 40/41 Bortrag bes Genossen Säbide: Bastei und Rultur." 31. Abt. 7 Uhr Berbeversammlung in der Schulaula Schönfließer Str. 7. Bortrag des Genoffen Arture Crifpien: Der Rechtsturs und feine Folgen. Gäste willkommen. 32. Abt. Die Gruppenzahladende finden in ben bekannten Lokalen statt. Bezirk 109/115 bei Bichele, Rönigsberger Str. 5/6. Ref.: Genoffe Dr. Zichauer. 33. Abt. Bereinionng für Schul- und Erziehungsfragen, Dienstag, ben 10. Februar, Aula Ehrenbergstr. 24, Bortrag über: Berufswahl. Ref.: Schulrat Sylla, 7 Uhr Rahlabende: Bezirk Richer, Bohlik, Schulte, Engelbreder bei Wegner, Stralaner Allee 31. Bezirke Halwan. Sensel, Roch und Glehner und die Beairle Stoalau bei Hoffmann, Stralauer Allee 17, fenfeits der Bahn, Soff, Burmeister, Fischer und Begner bei Rienis, Simon- Dach- Str. 24. 34. Abt. 7 Uhr Rahlabende: Rofin, Gubener Str. 19, Müde, Barschauer Straße 17, Seefe, Memeler Str. 63. 36. Abt. 7 Uhr Rahlabenbe: 1. Gruppe bei Busch, Tilſiter Str. 27, Bortong des Genoffen Ranfer: Republic, Reichsbanner und Bürgerblod. 2. Gruppe: Biebermann, Rorndorfer Str. 9 Borfrag des Genoffen Roch fiber: Alaffenkampf." 3. und 4. Gruppe bei Wittschuß, Petersburger Str. 5. Borirag des Genossen Schwanebed. 87. st. 7 1hr Rablabenbe: 1. Gruppe bel Rettier, Chertofte. 7. Bortrag des Genoffen Bieloch. 2. und 3. Gruppe: Jerasch, Ebertblir. 10. Bots toag des Genossen Jungblut. 4. bis 6. Bezirk: Müller, Matternftr. 14. Um 7 Uhr Abteilungsvorstandssitung bei Rettler, Ebertuftt. 7. 88. bt. Sablabend in allen bekannten Lokalen. Thema: Bolitische Tagesfragen." 11 39. bt. 7 Uhr im Jugendbeim Lindenstr. 3, Bortrag ber Genoffin Toben hagen: Moderne Probleme des Sozialismus." Dienstag, 6 Uhr, Hilfe aur Flugblattverbreitung bei Qucht, Lindenstr. 2. 40. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung im Lotal Schmidt, Teltower Str. 18. Die Tätigkeit der Landtagsfraktion im perfloffenen Jahre." Stef.: Gent. Kuttner, M. d. 2. 41. Abt. 7 Uhr Rahlabende: Simon, Belle- Alliance- Ste. 30, Schufter, Cha miffoblat 4, Bube, Bergmannstr. 93, Mende, Gneisenauftr. 6. 42. Abt. Rahlabend in den bekannten Lotalen. 43. bt. Rahlabend in den bekannten Lokalen. 44. Abt. 7 Uhr in Biens Ballsalon, Oranienstr. 10. Bortrag des Genoffen Weimann: Rulturaufgaben der Partei." 46. bt. 7% Uhr in der Schulaula Brangelftr. 85, Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Ruben: Wohnungsfragen und Partei." hoben Rutritt Gäste 47. Abt. Rahl- und Diskutievabende in folgenden Lokalen: 82. unb 83. Stadt. bezirk bei Hufnagel, Naunnnstraße, Ede Abalbertstraße. 97. Stadtbezirk bei Lier, Naunynste. 9. 98. bis 100. Stadtbezirk bei Siebentopf, Mus. fauer Gtr 35. 101. bis 105. Stadtbezirk bei Pflug, Mustauer Str. 1. Referenten: Gen. Litke, Dinner und Denzer. 48. Abt. 7 Uhr bei Gliesing, Waffertorstr. 68. Bortvag ber Genoffin Wachenheim: Die politische Lage." Charlottenburg. 52. Abt. 7% Uhr bei Büttner, Raiferin- Augusta- Allee 81. Bortag der Genoffin Adele Schreiber- Strieger: Moderne Brobleme des Sozialismus." 54. Abt. 6. und 7. Gruppe: Zahlabend 7 Uhr im Jugendheim Rosinenstr. 4. 5. Gruppe am Donnerstag, 7½ Uhr, bei Bühnemann, Selmholgstr. 39. Tagesordnung in beiden Bersammlungen: Die Finanzstandale im Reiche." Heute, Dienstag, 8 Uhr, Funktionär fisung bei Fischer, Cauerstraße, Ede Charlottenburger Ufer. 7% Uhr Funktionärßigung bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 211. 7% Uhr Rahlabende: 1. Gruppe bei Liersch, Kantstr. 62, 2. Solzendorfftr. 20. Referat des Genossen Dr. Goldschmidt. 7 Uhr Sahlobend bei Arndt, Kantstr. 51. 58. Abt. 7 Uhr im Gigungsfaal Ranteftr. 4. Bortrag des Genoffen Kurt Seinig: 8fammenbrüche und Schiebungen." 55. Abt. 56, Abt. Gruppe 57. Abt. 67. Abt. Grunewald. 8 Uhr im Lokal Grucza, Subertusbaber Str. 8. Wich tige Tagesordnung. Bezirks, und Straßenführer Iaben ein. 68. Abt Salensee. 7% Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Bortrag des Genossen Reimann: ,, Rommunalpolitit." Wilmersborf. 69. Abt. 7 Uhr bei Andreas, Pfalzburger Str. 55, Abtellungs versammlung. Bortrag des Genoffen Dr. Freund. 70. Abt. 8 Uhr im Restaurant Kroik, Solsteinische Str 60. Vortrag des Genossen Reuter: Die foabale Aufmertung in den Rommunen. Borher Geschäftliches. 8. Aussprache. 71. Abt. 7 Uhr bei Jonas, Durlacher, Ede Bruchsaler Straße. Vortrag des Genoffen Richard Bernstein über: Die Gozial demokratie Deutsch- Desterreichs." 72. Abt. 7½ Uhr Mitgliederversamm Tung bei Schroeder, Augusta, Ede Hindenburgstraße. Ref.: Genoffe Lagodzinski: Der achtstündige Arbeitstag." 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr Bablabenb im Lebrerzimmer der Gemeinde schule. Wichtige Tagesordnung. Referat über: Ronfumgenossenschaftsfragen." Bezirksführer laden ein. Schöneberg. 77. Abt. 1. und 2. Bezirk: 716 Uhr Sahlabende bei Jürgens, Barbaroffaftr. 5a. Referent: Genoffe Fritsch. 8. und 4. Bezirk: in, Martin- Luther- Str. 69. Ref.: Genoffe latau. 78. Abt. 8 Uhr Rahl abend: 1. Bezirk bei Bandtte, Bahnstr. 25. Ref.: Genoffe Obst. 2. Bezirk bei Rilllmann, Sauptstraße 8. Ref.: Genofle Rathmann. 3. und 4. Beairt: Rosenthal, Ebersftr. 66. Ref.: Genoffe Wendt. 79. bt. 7% Uhr Bahlabende: 1. bis 3. Bezirk: Lokal Arndt, Bauzener Str. 10. Ref.: Ce. noffe Stadtrat Herzberg. 4. bis 6. Bezirk: Lokal Groß, Sedanstr. 17. Stef.: Genoffe Wilberg. 7. Bezirk: Botal Bodaus, Sadfendamm, Ede Reichardtstvaße. Referent: Gen. Stadtrat Doermalb. 8. Bezirk: Siedlu.g Lindenhof, Lokal Achtenhagen. Ref.: Genoile Frig Rafper. Vortrag in allen Zahlabenden: Unsere Kommunalpolitit." 80. Abt. 7½ Uhr im Lotal Rum Burghof", Sauptstr. 85. Bortrag des Genoffen Stelling, M. 5. R. 81. Abt. Friebenan. 8 Uhr Bezirks- und Rahlabende: 1. bis 8. Bestet bet Alabe, Sandjernftr. 60/61. Bortrag des Genoffen Ramrowski: Rommu walpolitische Aufgaben. 4. bis 6. Beairt: bei Schula, Wiesbadener, Edbe Laubacher Straße. Thema: Unsere Barteibewegung. Rüdblid unb AufBlid." Ref.: Genoffe Gruhl. 82. bt. Stegli. Borträge in allen Rahlasenden weldje in ben bekannten Lokalen stattfinden, am Mittwoch ben 11. Februar, 8 Uhr abends. 84 Abt. Bantwis 8 Uhr Funktionärstzung bei Runge, Rietenstraße. 86. Abt. Mariendorf. 8 Uhr Bahnde: 1., 7. Bezirk: Röple, Bergftraße 7. 3., 4., 5., 6. Bezirk: bei Niendorf, Chauffeeftr. 19, 8. bis 10: Beairt bei Finbeifen, Friedenstr. 6. 88. st. Sichtenr- be. 7 Uhr Schule Roonstraße, Bortrag des Genoffen Nietifah. Reukölln. 89. abt. 7% Uhr Rahlabenbe: 1. bis 5., 7. und 8. Bezirk: Bet Brose, Sanderstraße 10, Vortrag über: Landtag und Regierungsbilbung. 6., 11. und 12. Bezirk: Gläfer, Bannierstr. 24. Ref.: Genoffe Beffier. 9., 10., 18. und 19. Bezirk: Schulz: Sobrechtstr. 64. Vortrag des Genossen Flatau. 90. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlungen: 13., 17., 24. Be girl: Dreßner, Raiser- Friedrich- Straße 239, 15 und 26. Bezirk bei Jahn, Fuldaftr. 45, 16. und 25. Bezirk bei Janide, Janfaite. 11, 22., 23. unb 36. Bez. bei Schittler, Donaustr. 118, 34, u. 43. Bezirk bei Groß, Münchener 4 Straße 3, 35. Bezirk: Sbeallafins, Weidfelfte. 8. Ueberall Botträge. Gäste willkommen. 91. Abt. 7 Uhr Karlsgarten( großer Seal), Staris garien( großer Saal), Karlsgartenstr. 6/10, Mitgliederversammlung. Thema: Industrielle Konzerne und die Barmat- Affäre." Referent: Dr. von Ungern Sternberg. 92. Abt. Der Zahlabend am Mittwoch, den 11. b. M. findet ab 7 Uhr in folgenden Lobalen statt: Für die Bezirke 14, 29 und 30 bei Rlein, Wildenbruchstr. 15, filr die Bezirke 27102, 28/32 in der Schule Elbestraße, für die Bezirke 31/44, 45/55 bei Wolff, Raiser- Friedrichstr. 173( Bort fie die Bezirke 46, 47 unb 59 bei Dahse, Richardftr. 108, fir die Bezirke 72/73 bei Schneider, Rofenstr. 7( Vortrag). Jeber Genoffe ift verpflichtet feinen Sahlabend zu besuchen. 93. Abt. 715 Uhr Zahlabende: 53., 58., 82. unb 85. Bezirk bei Ruppelt, Rifer Friedrich- Straße 172. Bortrag des Genoffen Dr. Bitte Bolitische Tagesfragen." 57. Bezirk: Belger, Treptower Straße 23. 81. Beairt: Förster, Serkbergstraße 12.$ 3. 84. und 97. Beairt: Rißmann, Böhmische Straße 6. 95. Bezirk: Bristow, Richardftr. 53. 96., 98. unb 99. Bezirk bei Banstedt, Thüringer Str. 22, Sted Tung im Bärwinkel. 94. Abt. 7 Uhr Sahlabenbe: 51. unb 52. Bezirk: Relling, Geldhower Str. 11. 64. Bez.: Nietisch, Riethenftr. 40. 65. bis 68., 76. bis 78 Bezirt bei Günther, Schillerpromenade 11. 05. bt. 7 Uhr bei Grieger, Leffingstt. 9. Bortrag des Genoffen Harnisch, M. d. 2., über: Die politische Lage." Alles einladen. 96. Abt. Die Rahlabende finden ftatt: 101., 102., 103. Begirt bei Led, Innstraße, Ede Emferstraße 36 und 100. Beaizt bei 2ohann, Wipperftr. 18/19, 80, und 88. Bezirk bei Lüben, Thomasftr. 5, 93, und 94. Beşirt bei Frentel, Schierfeftr. 85, abends 7% Uhr. 97. Abt. 7 Uhr Zahlabende: 79., 89. und 92. Bezirk bei Rupti, Leinestr. 1 ,,, Der Kampf unf Genoffen im Stadtparlament." Referent: Gen. Seitmann. 90. und 91. Bezirk bei Fischer, Barthesteraße 67. Thema wie oben. Referent Genoffe Großmann. 104. bis 106. Bezirf bei Kriger, Emfer, Ede NeißeStraße, Vortrag des Genossen Stadtvat Reinhardt: Die Entwidlung der städtischen Werte." 98. Abt. 7 Uhr in der Aula der Gemeindeschule Mariendorfer Weg. Mitgliederversammlung. Vortrag des Genossen Bittor Schiff: Außenpolitik." 99. Abt. Brig. 7 Uhr in Koblfchmidis Geftfäle, Dubover Str. 66. Bor. trag des Genoffen Robert Breuer: Bolitit der Gegentvart und Grundfäge der Goaialdemokratie." 101. Abt. Treptow. 7% Uhr Einzelsablabenbe: 2. Beairt bei Goltes, Riefbols straße 19. 3. Bezirk Oettinger, Riefbolaftr. 33/34. 4. Bezirk Lokal Beermannftr. 1. 5. Bezirk Krugmann, Am Treptower Part 67. Der 1. Begirtstag wegen Lokalmangel beute Dienstag, den 10. februar, bei Stebban, Gräßftt. 1. 103. Abt. Oberschönewelbe. 8 Uhr Realgymnaflum Sebbelinstraße. Borttag bes Genoffen Swolinstb. 104. Abt. Rieberschöneweibe. 7½ 1hr Botal Schmidt, Berliner, Ede Suboter Straße. Mitgliederversammlung. Bortrag über: Rommunalpolitit. Ausgabe der neuen Funktionärtarten gegen Rückgabe ber alten. Mitt woch bont 6-7 Ubr eft. hiele, Berliner Str. 38, Bibliothelftunbe. De Genoffinnen und Genoffen werden gebeten. Gebrauch babon zu machen. 103. Abt. Adlershof. 7% Uhr im Fenerwehrdienftgebäude, Selchowstraße. Bortrag des Genoffen Buttfamer: Gegen ben Rechtsturs." 106. Abt. Johannisthal. Die Mitgliederversammlung am 11. Februar fant ans und findet am Donnerstag, den 12. Februar, 7½ tbr vünktlich bei Schreiner, Friedrichstr. 6. ftatt, Ref.: Genoffe Bürgermeister Grunow. 107, Abt. Alt- Glienice. 7 Uhr Mitgliederversammlung, Rotal Bum Baffer turm"( Thieme). Gallenberg. Schirnerftraße. Bortrag des Gen. Slobt fiber: Die gegenwärtige Lage." 108. Abt. Ripenid. 71 Uhr Bablabenbe: Dammborstabt: Gouls. Bahnbol Straße 34. Vortrag des Gen. Noßmann- Stuttgart: Die bolitische Bage." Kieb und Mtstadt: Siebach, Müggelheimer Str. 1. Kölnische Vorstadt: Jugendheim Grünauer Str. 5. Bimmer 1. 109. Abt. Friedrichshagen. 715 Uhr bei Schols, Friebrichftr. 81. Bertrag bes Gen. Bengfch. 2tchtenberg. 114. Mot. 7 Uhr bei Sauter, Rroffener Ste. 14, Mitglieder bersammlung. 115. Abt. 7% Uhr Sablabende: 1. und 2. Grubbe bei Loban, Ober, Ede Jungftr. 5, und 4. Gruppe: Seipte, Scharntveber, Ede Kronprinzenftraße. Wichtige Tagesordnung. 116. Abt. 7% Uhr Abteilungsbersammlung Knabenfchule, Marktstr. 10/11. Bortrag des Gent. Charon. 117. Abt. 7 Uhr gemeinsamer Bablabend Schule Bids Straße 65. Vortrag des Gen. Dr. Moses, M. b. t.: Die volitische Lage. 118. Abt. 7½ be bet Zempel, Gubzunfte. 7. Referent: Gen. Artur Nichter, M. b. 2. 119. Abt. 7 Uhr Bablabeng Cäcilien Lhzeum, Rathausstraße( Gefangefaal). Ref.: Gen, Mischte:„ Schul fragen. NO 121. Abt. Rartshorn. 714 115r Reftaurant..8ur Stennbahn". Bortrag des Gen. Erdmann: Die Gewerffchaften im Stuhrkampf." 128. Abt. Rautaborf. 7½ Ubr im Seichenfaal ber Schule Abolfftrabe. trag des Gen. Stabtrat Stimming. Bor 125. Abt. Weißenfee. 7½ Uhr Bezirksverfammlungen: 1. Besiz! Bet Winge, Lothringenstraße. 2. Bez. Galls. 8. Bea. Bohlmann. 4. Bea. Jadel. 5. Bez. Grüner Baum". 128./130. Abt. Bankow. 7 ihr Bablabenbe: 1. Grubbe Majerotoiti. Stef.: Bista. 2. Gruvve Mees. 3. Gruppe Dreier, iffingenftraße. 4., 5., 6., 7. Grubbe Meier, Breite Straße 13,.Zrtifdes Belt". Ref.: Jubrian. 8. und 2. Grubbe Bollantstraße. 181. bt. Niederschönhausen. 7% Ube Bablabenb in ben Bekannten Bokalen. Thema: Kommunalpolitik. 183. Abt. Buchholz. 7½ Uhr Sablabenb bei Stoffad, Saubtite. 71. Xages. orbnung wird in ber Sibung bekanntgegeben. 185. Abt. Kazow. 8 Uhr Sablabenb bet liz. 136. Abt. Reinickendorf- Dit. 7% be Jugendbeim Seebab, Steftbenefiz. 49. Bortrag des Gen. Grobbler: Die Bebeutung bez Ronfumgenoffenfchaften und die Wablen." 188. Mt. Germsbort- Grohuan. 8 the Rofal der, Babfee, de Berliner Straße. Bortrag des Gen. Göring. 140. Abt. Borsigwalde. 7 1hr Mitglieberberfammlung Lofal Boitfchach, Ernsts Straße 1. Bortrag des Gen. Buschid: Die politische Lage." 140a. Abt, ittenan. 8 Uhr Lofal Schulz am Bahnhof. Vortrag des Gent. Zheet: Staat Kirche Religion." 141. Abt. Rosenthal. 7 Uhr Lofal Wilbrodt, Walderfeeftr. 8, Bablabenb. Shmbatbifierenbe Genoffen finb eingelaben. Nowawes. Mittwoch, den 11. Sebruar, abends 8 Ubr, im Lotal Siemte, Ball straße 85, Funktionärfituna. Jungfosialisten Groß- Berlin. Die Abrechnungen des Unloftenausfchuffes und ber Jungfosialistischen Blätter" müffen bis spätestens Montag, ben 15. Februar, beim Gen. Paul Sandelmann, O. 112, Weichselftr. 9, er folgen. Jugendveranstaltungen. Achtung, Dienstag, ben 17, Februar, 1. Susammenkunft derjenigen Genoffen, die am Jugenbfbie! Frühling im Waldreich" milwirten wollen, im Jugendbeim Lindenstr. 3, abends 7 Uhr. 11 Moabit II: Gemeinbeschule am Stephansplatz. Bortrag: SAJ. und feruelle Grage." Webbing- Nord: Schule Müllerstr. 48. Bortrag: Fris Meuter." Narboft I: Neues Jugendheim, Neue Königstr. 21( Altersbeim). Hans- Sachs- Abend. Nordost II: Jugendheim Danziger Straße 62( Baraden). Bortrag: Berfassungsfragen." Brenzlauer Vorstadt: Jugendheim Danziger Straße 23, Vortrag: Nadtfultur." Rosenthaler Borstadt: Schule Gips ftraße 23a. Bortrag: törperpflege." Schönhauser Borstadt: Schule Jbsen ftraße 17. Bortrag: SA3. und feguelle Frage." Senefelder- Viertel: Ju gendheim Oberberger Straße 57. Bortrag: Was ist Margismus?" Güb. oft G.- V.: Schule Gorlizer Str. 51. Bortrag: Bursche und Mädel." Weften: Baugemertsschule, Kurfürftenftr. 141. Bortrag: Gesunder Sport" findet am 24. Februar statt. Schöneberg I: Jugendheim Rubens, Ede Hauptstraße. Distuffton: Jugendtagerlebniffe." Schöneberg II: Schule Frantenstraße 10. Bortrag: Die neue Schule." Wilmersdorf: Jugendheim Hildegarbftr. 4. Vortrag: Was heißt Gemeinfchaft?" Mariendorf: Alte Schule, Dorfitz. 7. Vortrag: Körperpflege." Stegli I: Jugendheim Albrechtstr. 47. Vortrag: Was ist Feunft?" Neukölln III: Jugendbein Bortrag: Nogatftr. 63. Geschichte Migborfs." Neukölln V: Jugendheim Schierfeftr. 44. Vortrag: Die fezuelle Frage. Neukölln VI: Schule Kaifer. Friedrich- Straße 4. Vortrag: SAJ. und Neichsbanner." ReinickendorfDit: Seebab, Residensstraße. Ernst- Toller- Abend. Rosenthal: Schule Kafta nienallee. Glasbrenner- Abend. 2 Jugendgenoffen und Jugendgenoffinnen, die fich an den Botte. tängen auf der Frühlingsfeier beteiligen wollen, treffen nich beute abend um 7 Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3. Der Gymnastit- Aurfus für Burschen fällt aus. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Berein ber Freibenter Mr Generbestattung. 13. Bestet. Tempelhof- Ma rlendorf. Die Mitglieder verben erfucht, fofort ibre Mitgliebsbücher abzu bolen: fir Iempelbof am Montag und Donnerstag von Schlembach, Ber liner Str. 111; für Martendorf von Montag bis Freitag bei Binbich, Königftr. 44; für 2ichtenrabe bei Bey, Richterstr. 8. Jungproletarischer Bund, Bezirk Westen. Am Mittwood, ben 11.& e= Bruar, abends 8 Uhr, hält Dr. Beffer feinen 8. Bortrag im Gaedelfaal, 3n ben gelten 9a, über Die Gefchleats not bet Jugend". Anfang pünktlich 8 Uhr. Untoftenbeitrag 30 0. Theosophische Gesellschaft, weig Berlin. Mittwoch, den 11.& ebruar, abenbs 7 1hr, in den Gefeüfchaftsräumen ilhelmstr. 120, Studienabenb: ,, Das Gefes ber Einheit". Mit Distuffton. Eintritt fret. Breie Sochfahule. Mittwoch, ben 11.& ebruar, abends 8 Uhr, Sobbienfoule, Weinmeisterftr. 16/17, Dr. med. et jur. Rub. Bußmann. Zbema: Die platonife Stebe im Gaft mabi" latos unb bie Jugendbewegung bon beute." Arbeiter- Nabio- Klub, Besir? Schöneberg. Am Donnerstag, ben 12.& e. bruar, abends 7 Uhr, Bufammenkunft aller verftätigen Radiofreunde bet Rofentbal, Schöneberg. Ebersiz. 66. Gäfte tillfommen, Welter für Berlin und Umgegend. Milb, unbeständig mit wiederholten Stegenfällen und lebhaften westlichen inden Für Deutschland. Im äußersten, Süden ziemlich heiter. Weiter nördlich und oftwärts forts ichreitende Regenzone. Dazwischen Aufbeiterung. 30 WOKHI H WO- KHI EMBROCATION O WOKHI Unübertreffbare Sportmassage- Kräftigt Muskeln und Sehnen BREITENSTRÄTER sagt: Auch für das Training für meinen Kampf mit van Humbeck habe ich wie bisher Ihre WO- KHI- EMBROCATION verwendet. Ich habe sämtliche bekannten Massagemittel versucht, für mich gibt es nur die von mir seit Jahren gebrauchte WO- KHI- EMBROCATION, die mich stets frisch und elastisch erhält. In Sport- Geschäften, Drogerien und Apotheken Halbe Flasche M. 5.00 Ganze Flasche M. 8.00 WO- KHI- Embrocation- Einreibung Von hervorragender Wirkung bei Behandlung von: Rheumatischen und nervösen Gliederschmerzen, Ischias, Zerrungen und Verstauchungen In Apotheken grüne Packung WO- KHI, halbe Fiasche Mark 5,00, ganze Flasche Mark 8,00 Verlangen Sie ärztliche Gutachten Wo- Khi- Werk, Berlin, Wilhelm- Strasse 121 Arbeiter- Sport Die Arbeiter- Wintersport- Olympiade. Die beiden letzten Tage der Olympiade waren von herrlichstem Winterwetter begünstigt. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag deckte starter Schnee die tief um das Gebirge liegenden Ortschaften vollständig ein. Auf dem Kamm waren gewaltige Mengen von Neuschnee niedergegangen. Die Wege zur Neuen Schlesischen Baube waren bereits in den Vormittagsstunden des Sonntags start bevölfert von Festbesuchern, die während der Redelrennen bereits nach der Neuen Schlesischen. Baude zuftrömten, mo der interessanteste Teil der Veranstaltung, das Stispringen, abgehalten wurde. Der Verkehrsverein hatte in den letzten Tagen in weiser Boraussicht, daß die Zackenschanze den Anforderungen mit der Schneelage nicht genügen würde, dort oben eine neue SprungSchanze errichtet, die allerdings die Boraussetzung für gute Sprungleistungen nicht erfüllte, so daß die erzielten Leistungen faum über das Maß des Durchschnitts hinausgingen. Bereits um 9 1hr vormittags wurde der Länderwetttampf Deutschland. Zichechoslowakei im Robeln ausgefahren. Benutzt wurde die Bahn von der Neuen Schlesischen Baude bis hinunter zum 3adenberg in einer Länge von 2700 Meter, Gefälle 450 Meter. Die guten Schneeverhältnisse ermöglichten die Erzielung gonz hervorragender Zeiten. Die Resultate des Länderwettkampfes im Rodeln find folgende: Rodeln. Start Neue Schlesische Baude. 8tel Sadelfallberg Teilnehmer unter 18 Jahren. 1. Billi Tang- Schreiberhau 2. Wilh. Gebert- Zschechoslowakei & Ernft Sperine er- Schreiberhan Teilneh ner über 18 Jahren. 1. Franz Siz- Schreiberhau 2. Baul Ullrich- Schreiberhau 3. Auguft Taut- Schreiberhan Rodlerinnen unter 18 Jahren. 1. Abele Jacob- Sichechoslowatei 2. Adele Enge- schechoflomatet Startnummer 71. 14. :: 49. Startnummer 58, 35. 17. Startnummer 11. 65. 27. Startnummer 53. 19. 1. Grete Rochinta- Petersdorf. 2. Jrma Strola- Tichechoslowakei 28. " 3 Anna Kahl- Hirschberg 3. Berta Nenmann- Tschechoslowaket Roblerinnen über 18 Jahren. • SP 8 Min. 46 Gel. 0,3 48 · 8 Min. 34 Get සහය 8 338 42 A 6 Min. 11 Get 999 14 24 BP " " 4 Min. 37 Get. 9 • 5 5 P 19 28 WP " 30- Kilometer- Cannlauf. 1. Albin Beijalainen- Finnland. Startnummer 15. 27. 50. 2. Emil Salien- Finnland 3. E. Laine- Finnland • 4 1 Std. 55 Min. 10 Set. 55 28 " teffangelegenbetten tub ftraße 35 L idea 6. Didz, Berita 21. 57, Bab Arbeiter- Turn- und Sportband. 1. reis. Das Bui ammentarnen bet übteren turner Groß- Berlins iff Dienstag, den 10. ber Turnhalle Turmik. 75. Godebfpielers ift erforderlich. Athletit- Sport- Club e. B. Beichtathlett? Dodeb Rabera. Geoinf ftelle Aurt Liebruds, Berlin O. 34, Tufiter Str. 46.- Mittwoch, ben 11. Se bruar, bon 8-10 1hr Sallentraining in der Schule Riebertallftrabe. Sonntag, den 15. Februar, Waldlauf. Ablauf 11 Uhr Fichteplat. Bauursoulenweg. Schriftführer der Hodehabteilung Bini Mielle, Berlin D. 84, Beibenweg 27. Donnerstag, den 12. Sebruar, Sodeblibuna bei Rittel mann, Goblerftr. 8. Anfang 8 Uhr. Pünktliches Erscheinen eines iebent ftaltet am Freitag, den 20. februar, 8 Uhr abends, in Schinlels Sefifale, Herausforderungs- Borkämpfe. Der Sport Inb Buri berants Brüdenstr. 2, Nähe Bahnhof Jannowizbrüde, arose Serausforde Bapierget. Krause- hobe Burich 02", Federgew. Raddat Siegfried 09" ge gen Stappel Lurich 02, Leichtgeto. Scholz Eberswalde gegen fifchlewati Suria 02 und Luftadt Siegfried"-Milbf Lurich 02, Salbfchwerget. freeb Schöneiche". Schwerget. Weftphal Eberswalde gegen Betvandowski Zurich 02. Weitere Verhandlungen mit namhaften Borern des AAB. steben bor dem Abschluß. Mannschafts- Ringlampf: Tegel- Lurich 02. Am Dienstag, ben 10. Se bruar, abends 8 Uhr, findet in der Turnhalle, Wrangelstraße 128( ait ber reismeisterioaft bes AAB. zivischen den Bereinen Tegel und Endlampf an. 57 07 Mit diesen Veranstaltungen erreichte die Olympiade ihr Ende. Der trog der schlechten wirtschaftlichen Lage und trog der vorher gehenden Ungunst der Witterung außerordentlich gute Besuch dürfte auf 2500 Personen zu schäzen sein. Bom Bureau der Luzernerungs- Bostämpfe, wozu folgende Kämpfer bis jest verpflichtet find: Sportinternationale war der Genosse Bridour anwesend. Etne Reihe ausländischer Organisationen hatte ihre Vertreter entfandt. Am Abend des legten Tages fand die Verkündung der Sieger und ein geselliges Beifammensein ftatt. Am Dienstag verließen die legten Teilnehmer Schreiberhau mit dem erhebenden Gefüh!, 3eugen einer herrlichen Beranstaltung gewefen zu sein, von der sie noch lange zehren werden. Es ist ein Gebot der Pflicht, den Bundesgenossen von Schreiberhau und Umgegend für ihre auf. opfernde Tätigkeit zu danken. Sie bevältigten die ihnen gestellten Riefenaufgaben mit absoluter Sicherheit und mit der Umsicht, die unseren im Gebirge erfahrenen Genossen wohl eigen sein mußte. Zusammengefaßt tann gefagt werden, daß diese erste internationale Wintersport- Olympiade ein würdiger Auftakt war für die Olympiade in Frankfurt a. M. Ernst Zimmer- Breslau. Fußballresultate be3 Sonntags. Bezir! Norben: emannia- Ror diska 5: 0. Boruffia- Union 1: 2. Hennigsdorf- Adler 12 2: 2. Ban foto 08- Bader 20 1: 0. Bittenau- reuzberg 4: 0. Abler 08- Behlendorf 2: 3. Bezirk Often: Sparta- Stralau 0: 2. B& B Adlershof 1: 1. Retfchendorf- Friedrichshagen 1: 1. Sichte S0.- Treptowo 6: 0. Branden burg 24- Stonforbia 2: 4. Alt- Glienide Frisch- Frei 2: 0. Aslania- Bri tannia 4: 3. Merkur- Adler 8: 1. Schöneberg- Elsthal 0: 2. Berliner Schwimm- Union 1913. Die Uebungsstunden des Bereins And fegt file sämtliche Abteilungen reserviert. Jeden Mittwoch von 47 bis 69 Uhr im Stadtbad Kreuzberg( Bärwalbstvaße) und jeden Freitag non 48 bis 10 Uhr im Stadtbad Friedrichshain( an der Schillingsbrüde). Die UebungsStunden der leichtathletischen Abteilung find jeden Sonntag vormittag 10 Uhr auf dem Fichtesportplay in Baumschulenweg. Die Mitgliedsbilder bzw.-Karten find fiets vorzuzeigen. Mitglieder werden wieder aufgenommen. Die nächste Gigung für fämtliche Mitglieder über 18 Jahre fomie der gewählten, Jugendvertreter ift am Donnerstag, den 12. februar, abends 7 Uhr, im Ber einslofal von Zorno, S. 16, Michaelfireftr. 28, Der Borstand setzt sich jeht wie folgt aufammen: 1. Borfikender Otto Shoegel, D. 17, Benmestr. 9. Geschäftsführer: Erich Wendt, D. 17, Roppenstr. 31, Quergeb. III. Technischer Leiter: Baul Machalett, GW. 68, Markgrafenih. 81. Bafferballobmann: Balter Luftig, 60. 33, Röpenider Str. 24. Sugenbleiter: Hermann Geppert, D. 112, Borhagener Str. 67. Obmann der Leichtathletischen Abteilung: Sermann Räpeenid, SO. 16, Melchiorstr. 18. Das Stijpringen litt unter heftigem Gegenwind und startem Echneetreiben. Die Springer waren durch den Schnee in der Sichtung fällt au 3. Sport- Verein Moabit". Die für Mittwoch angefeste Mitgliederberfamm fehr behindert. Der starte Gegenwind verringerte die gesprungenen Leistungen um ein ganz bedeutendes. Die Sprungschanze, ein Notbehelf, hatte zu wenig Gefälle, so daß Sprünge über 40 meter Paum möglich waren. Aber auch diese wurden nicht erreicht, obwohl unter den Teilnehmern an der Konkurrenz fich Springer befanden, die auf guten Schanzen ohne Mühe 47 meter fpringen. Das Ergebnis des Jugendspringens gestaltete fich folgendermaßen: 第 Jugendspringen. Better: Starles Schneetreiben, Gegenwind. 1. Ernit Kraufe- Tschechoslowatet. 2. Adolf Hujer- fchechoslowatei 16 Meter 14 3. Walter Feit- Tschechoslowakei.. 14 Hanpffpringen. Startnummer 22. 11. 8. Startnummer 90. 1. Adolf Pug- Innsbruc 66. 42. 20 Meter( 8 B. Salta) 2. Ernst Langhammer- Schwaberbach 20( 6% B. 5.) 3. Rich. Reinwardth- Oberwiesenthal 18 Am legten Tage murde der 30- Rilometer- Langlauf und ein zusammengefegter Lauf mit Sprug ausgefahren. Die Ergebniffe stellten fich wie folgt: Zusammengejekter Lauf. 10- Kilometer- Langlauf mit einem Sprung. Charinummer 43. 1. Lauri Seppänen- Finland 91 2 Alois Weiß- Innsbruc 18. 47% Bunte 86% 8 Toivo Paavilainen- un'and 20 Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus Unr: Tägi. 8 Uhr: 7 Un Madame Mrs. Dot Butterfly Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: Dor Barbier von Sevilla Gianni Schicchi Leopoldine Konstantie Adele Sandrock, Kertt Alexander, Ekser Burg, Mattoni, Rosé Haller- Revue 1925 Th.i.Admiralspalast Allabendl. 81, Uhr 25. Woche Die größte Revue d. Welt: Noch und Moch" Sonntag nachm Schauspielhaus Kleines Th. Vorstellung zu 7 U.: Peer Gynt Schiller Theater 7: Von morgens bis mitternachts Täglich 8 Uhr: Frau Lohengrin 31 Uhr: Die ganze halben Preisen 2. Rang 1 Mark Deuts Opernhaus Uhr: Volksbühne Gisela Werbezirk Tosca The Uhr: Wer weint um Juckenack? Deutsch. Theater 7 Uhr ven Friedmann und Lumer Olga Limbara. Schreker Strehlen, Hatkin Central Theater 7 Uhr: Dio Trianon- Th.ersunk. Glocke Die heilige Johanna Tägl. 8 Uhr: Kammerspiele Einmal 7 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 7 Uhr: Metropol- Theater Tägi. 7, Uhr: ist keinmal Gräfin Mariza von Fritz Mack Hansi Arnstadt Neues Th. am Zoo Falkenstein, Kaiser- Titz Täglich 8 Uhr Sechs Personen Deutsch. Künstlertheat. Wild- West- Mädel suchen einen Autor Tä lich 48 Uhr: ,, Riquette" Theater 1. d. Röniggrätzer Str. Operette von Oscar Strazs 8U. Das Tierchen Komödienhaus 8 Uhr Wir lassen ons scheiden Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau Lustspielhaus 8 Uhr: Guido Thielscher Tb. in Kommand. Str. Täglich 8 Uhr: Molly Wessely in D. wahre Jakob Die Fran ohne Kuß! Operettenhaus Ernst am Schiffbanerdanim 8 Unr: Die vertauschte Fran Friedrich spricht Wallner- Theat. 15. Februar, 8 Uhr 8 Uhr: SCALA Pelleas und Melisande 8 Unr im Rathaus Dichtungen von Toller, Mühsam, Dehmel u. a. 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Santburg, Magdeburg. Deffau fowie der namhafteften Berliner freie Turnerichfat Birsdorf. Zurnen, Beichtathletik, Sauftball, Sandball. Die Mitglieberberfammlung wählte folgende Funktionäre: 1. Borfibender Georg Schiller, Biesdorf, Marzahner Str. 24, 2. Borfibender Georg Soulberg. Schriftführer A. Dräger. Roffierer A. Daumann, Männerkurniart O. Seffe, Frauen turnteart 6. Schiller, Kinderturnwart W. Wiele, Sporttoart und Handballbertreter Baul Bigotti, Lichtenberg. Wilhelmftr. 12. Geschäftsstelle Alfred Daumann, Biesbort, Roninftr. 30. Zel. Rantsdorf$ 68. Uebungsabende Montag und Donnerstag 8-10 Uhr bon 6-8 Uhr Rinderait. Berkehrslotal der Handballmannschaft R. Borath. Biesdorf. Marzahner Str. Si. Berliner Schwimmbereinreiheit". Am Mittwoch. ben 11. februar, Borstandssitung im Bereinslolal, Anfang 8 Uhr. Am 20. februar Gene talberfammlung im Bereinslotal Baul beibel, Schönbaufer Allee 156. Anfang vünktlich 8 thr. Zagesordning: 1. Brotofol, 2. Bericht des Bor ftandes, 3. Anträge, 4. Bereinsangelegenheiten, 5. Berfchiedenes. Babe abende: Montags ab 146 115, referbierte Uebungsabende Donnerstags hünftlid 48 Uhr für Stimber, Jugenbliche und Erwachsene im Stadthab Brenzlauer Bera. Oberberger Str. 57/59. eben 1. unb 3. Sreitag im Monat Vereins fisung 8 1hr im Vereinslokal. Seben Mittwoch Jugendfibung in der 117. Ge meinbeschule Eberswalber Str. 10. Dafelbft Aufnahme von Rinbern und Jugendlichen Bis 18 Saicent. Arbeitersportkarten. 2. Begir!( lergarten). Am Mittwoch, ben 11.& e Benar abends 8 1hr, findet in der Anla ber Gemeindefchule Malbenfer traße 20 eine italienerbacfanmmlung ftatt. Rartellfibung jeben ersten Mon tag in Monat im total von S. Sorgat, Embener Str. 56. Anfragen in Rar Komische Oper 8 Uhr Direktion: James Klein 8 Uhr Unsere Revue: Das hat die Welt noch nicht gesehn mit über 250 Mitwirkenden Die Sensation des Berliner Theaterlebens! Sonntag 3, Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. 1 Kind frei zu halben Preisen ( 50 Pf. bis 6 Mk.) 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Die Ringtambfanhänger werben biefem Treffen mit größtem Intereffe folgen. lintrabmt wird ber Abend durch Bor- und Nu- Jitsu- Borführungen, bei beren ber Jiu- Jitsu- Lehrer Aug. Fibrer mitwirft. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mitttooch 7 Uhr Sigung der Kinder turmoarte, Schule Gipsstt. 23a, Donnerstag, 7 Uhr, engerer Borstand Sizung Gefchäftsstelle. Donnerstag, 8 Uhr, leben der Zurnerinnen über 24 Jahre, Turnhalle Banfftr. 18. Freie Turnerschaft Lichtenberg- Friedrichsfelde. Mittivoch, den 11. Se bruar, Borturneritunde für Frauen in der Turnhalle des Jahn- Neal- Ghmnasiums Schreiberbauer Straße. 8 Uhr. Anschließend Sibung bei Ritter, Edilerftr. 26. Wahl eines Frauen- Turnausschusses. Alle Abteilungen müſſen bertreten fein. Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Süden. Turnen, Leichtathletit, Sandball. Männer Dienstags, Jugend Mittwochs und Freitags, Frauen Monfags und Donnerstags in ber Turnhalle Boedhftr. 17/20 bon 8-10 br. Ge fchäftsstelle: Stari Belad, S. 59, Dieffenbachstr. 18. Die auf Sonnabend, den 14. Februar, angelebte außerordentliche Bezirks Borstands fitung findet bereits am Freitag, den 13.& ebruar, abends 7 Uhr, bei Wolff. Graefeitt. 21, statt. Anschließend um 8 Uhr Turnivarteftzung. Norb- Dft- Rampftag. Am Sonntag beranfialtete die boril an. Nord Oit einen gutbefucten Kampftag im Jiu- Jitfu und ingen. In beiden Sportarten wurde bervorragender bort geboten. Die Jiu- Jitsu fämpfe berliefen äußerst bartnädig und endeten fämtlich unentschieden, nut Slid Nord- Oft fonnte in einer Minute 15 Set. dura Armbebel einen eindrucksvollen Sieg über Henfel Libertas" dabontragen. Demře Resultate: Frenzel Legel, Sinte Nord- Oft" unentschieden. ..Berolina", Geminski Nord- Oft Sieger Gemineri 4 min. 10 Gel. durch leberwurf. Ferner fleaten: Stange Norb- Oil" über Raddat Birke- Alemannia" in 1.45 min., Maddaus Nord- Oft" fiber Belinsky Birke- Alemannia" in 65 Set., Blefste Copenid" über Road Nord- Dit" in 4.30 Min. Einen unentschiedenen Kampf lieferten sich Gorran Burich" gegen Richter Nord- Oft". Geschäftliche Mitteilungen. Eine Ausstellung großen Gils hat anläglich der Schaufensterschau in ge wohnter Weise die Firma Gustav Cords, Leipziger Straße, in ihren Sajau fenstern veranstaltet. Die Firma bat außer Wettbewerb gemeldet, da vorbildliche Schaufensterkunft seit Jahren zu dem Programm des Saufes Gustav Cords gehört, das als führend in Deutschland auf diefem Gebiete anzusprechen ift. Boltstunt Einst und Sept ist das Thema, das im großen Edſchaufenster der Firma in leudtender Farbiateit, arrangiert von dem fünstlerischen Beirat des Hauses, Fräulein Gerta- Elifabeth Tiele- Berlin, zur Darstellung gelangt. Die Neuzeit wird repräsentiert durch eine Weberin am Webftuhl in Labtaler Boltstracht, die neuzeitliche Mufter webt von Garnen, die mit der Maschine gesponnen find. 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Falk gibt dann genauen Aufschluß über die Dauer feiner Tätigfeit wie auch der des Kriminaloberkommissars Klinghammer im Landespolizeiamt. Die Durchsuchung bei den Gebrüdern Barmat habe am 5. November 1919 stattgefunden. An diesem Tage sei er Leiter des Landespolizeiamtes gewesen und das Landespolizeiamt hätte neben seinen zentralen Aufgaben des gesamten Staatsgebietes auch die ortspolizeilichen Geschäfte an Stelle des Berliner Polizeipräsidenten innegehabt. Diese Rechtslage habe bestanden bis zum 31. Dezember 1919. Mit dem Ablauf des 31. DeBerliner Bolizeipräsidenten über und das Landespolizeiamt hatte zember gingen dann die ortspolizeilichen Geschäfte auf den vom 1. Januar 1920 ab nur die zentralen Aufgaben zu er ledigen. Ich bin dann mit dem Ablaufe des 31. Dezember 1920 aus dieser Stellung ausgeschieden. Kriminaloberkommissar Klinghammer ist während des ganzen Kalenderjahres 1920 noch im Landespolizeiamt verblieben. teilzunehmen, er wird selbstverständlich wieder erscheinen. Der Vorsitzende Dr. Leidig erklärt nochmals, daß er die stenographischen Protokolle nicht früher verteilen werde, als bis sie von den einzelnen Rednern durchgesehen worden sind. Das sei selbstverständlich, weil eventuell die Zeugen auf ihre Aussagen hin vereidigt werden können und sie vorher wissen müssen, was sie gesagt haben sollen. Nunmehr wendet sich der Zeuge Klinghammer gegen verschie dene Aussagen des Zeugen Ministerialdirektors Fall und erklärt, daß Herr Fall über ihn feine Disziplinargewalt gehabt habe, sondern daß es von jeher so gewesen sei, daß die Disziplinar gemalt über Beamte seiner Eigenschaft direkt dem Polizeipräsiden ten zustehe. Klinghammers Empfindungen". Gegen 34 Uhr eröffnet Borsigender Dr. Leidig die Rachs mittagsverhandlungen. Es wird darauf in die Weitervernehmung des Dr. Falk eingetreten. Der Zeuge gibt der Meinung Ausdruck, daß das, was von seiner Seite aus geschehen ist, aus den vorgelegten Aftenstücken verhandelte Angelegenheit hineingezogen habe, habe er folgendes zu ersehen werden kann. Nachdem man seinen Charakter in die erklären: Ich bin ein organisiertes Mitglied der Deutschen Demofratischen Partei. Zur Sozialdemokratischen Partei habe ich in feinen Beziehungen gestanden. Jeder, der die Sache verfolgt hätte, hätte das wissen tönnen, wenn er es hätte wissen wollen, nämlich, daß er, Falt, Mitglied der Demokratischen Partei sei. Im weiteren Verlauf seiner Befundungen fommt Ministerialdirektor Dr. Falt auf eine Fleischverschiebungsangelegenheit z Abg. Riedel( Dem.): Der Zeuge Klinghammer hat offenbar sprechen, in der er beschuldigt worden sei, daß er nachts einen dem Zeugen Falt den Vorwurf machen wollen, daß er in der alten höheren Magistratsbeamten aus dem Bett habe holen und ihn festeffen einer politischen Bartel zu dienen. Hat der Zeuge Anhaltsbürgermeister Wermuth beim Breußischen Staatskommissariat für Sache Barmat nicht eifrig genug gehandelt habe, um den Inter- nehmen lassen. Der Zeuge beruft sich bei dieser Angelegenheit auf die amtlichen Akten, auf die Beschwerde, die der damalige Oberpuntte dafür, daß dieses Berhalten des Herrn Falt Tatsache ist Boltsernährung eingebracht hatte. Der Zeuge geht auf den Sach und daß es zugunsten der Sozialdemokratie sich auswirken sollte? verhalt ein und schildert, daß er im Frühjahr 1919 eines Tages Zeuge Klinghammer: Das find Sachen des Empfin abends gegen 7 Uhr von dem damaligen Reichsernährungsminister dens, das sich auf bestimmte Eindrücke stüßt. 3. B. lag im Vor- telephonisch angerufen wurde, daß er sofort in das Reichsernähzimmer des Ministerialdirektors Falf immer eine radikale WochenJahres 1920 unter der Leitung des Herrn Falt tätig gewesen sei, terfeit im Zuhörerraum. Der Vorsitzende verbittet sich derartige Beuge Klinghammer bestätigt darauf, daß er noch während des schrift aus, ich glaube" Die Weltbühne" des Herrn Jacobsohn.( Sei- rungsministerium fommen solle. und beschäftigt sich dann mit einigen am Sonnabend vom Mini- Rundgebungen.) Sodann ist mir ein Borfall in Erinnerung, in dem sterialdirektor Falt gestellten Fragen, wie, zu welchem Zwede ich als Zeuge zu einem politischen Prozeß gegen Helfferich geladen war. Herr Fall sagte mir damals: Rönnen wir Sie denn nicht auf Relsen schicken, damit Sie nicht aussagen müssen?" Ich hatte den Eindruck, daß hier nicht nach objektiven Gesichtspunkten, sondern nach anderen gearbeitet würde. Klinghammer die Aften in Moabit eingefordert habe und was Klinghammer noch für andere Straftaten auf flären wollte. Er habe in der Angelegenheit der Bochumer Handelstammer es als seine Pflicht gefunden, sein Wissen darüber der Staatsanwaltschaft zur Verfügung zu stellen. Da habe er annehmen müssen, daß der Vorgang von 1919 nicht im gewöhnlichen Bureaugang erledigt werden konnte, er habe sich für verpflichtet gehalten, auf diesen Borgang hinzuweisen. Der Zeuge erflärt meiter, er habe nach den Befundungen des früheren Reichswirtschaftsminister Wisjell den bestimmten Eindruck, daß die von ihm tatsächlich beschlagnahmte Ausfuhrbewilli: gung von Druckpapier mit einer gefälschten Unterschrift des Ministers versehen war. Der Zeuge wendet sich dann in großer Erregung gegen die Ausführungen, die Abg. Kuttner in der letzten Ausschuß fizung über ihn gemacht hat. Der Borsigende Dr. Leidig muß ihn wiederholt zur Mäßigung mahnen. Besonders erregt bestreitet Klinghammer die angeblich vom Abg. Kuttner zu Nachbarn gemachte Bemerkung, er, der Zeuge habe einen schwunghaften Handel mit den in der Barmatsache gefundenen Dokumenten getrieben. Er versichert mit erhobener Stimme, er würde gern beschwören, daß er niemals aus seiner amtlichen Tätigkeit Vorteile gezogen oder sich zugunsten eines hohen Beamten des alten Regimes der Attenunterschlagung schuldig gemacht habe. Solche Verdächtigungen seien nur erklärlich aus der gegenwärtigen Zeitlage, wo alles forrupt sei.( Lebhafte Bustimmung bei den Kommunisten, Gelächter und Unruhe bei anderen Ausschußmitgliedern, der demokratische Abg. Riedel ruft: Wenn ein Beamter so auftritt, dann hat er ein böses Gewiffen!" 3euge protestiert in höchster Erregung gegen diesen Zuruf.) Borsitzender Dr. Leidig: Es ist natürlich, daß der Zeuge, der ja auch um seine Ehre kämpft, den Versuch macht, die in der Deffentlichkeit über ihn gemachten Behauptungen zu widerlegen. Weil ich feine Erregung zum Teil verstehen fann, habe ich ihn nicht gehindert, dabei auch die Grenzen einer Zeugenaussage wiederholt zu überschreiten. Ich muß aber von einem alten Beamten verlangen, daß er es versteht, seine Erregung zu meistern. Ich muß andererfeits auch verlangen, daß die Herren des Ausschusses sich solcher Swischenbemerkungen enthalten. Det Beuge Klinghammer: Ich schwöre nochmals, daß ich niemals ein amtliches Aftenstück zugunsten eines hohen Beamten der alten Beit unterschlagen habe. Er wendet sich dann gegen die ihm zugeschobene Angelegenheit Schorlemer Lieser, in der er ein Aktenstück entwendet haben soll und fragt, welche Beweise und Tatsachen der Abg. Kuttner für diese Angelegenheit anführen fann. Abg. Kuttner( Soz.) erklärt, daß er gegen den Beugen Kling hammer nicht den Vorwurf erhoben habe, daß er ein Aftenstück hätte verschwinden lassen. Eine kommunistische Unverschämtheit. Abg. Stolf( Komm.): Die wiederholten Zwischenfälle, die sich hier ereignen, bestätigen mir, daß der Ausschuß nicht imstande ist, Die Frage zu flären, um die es sich hier handelt. Die Presseberichte find durchaus einseitig zusammengestellt. Im übrigen berührt es eigenartig, daß Bersonen hier fragen, von denen wir die an Gewißheit grenzende Wahrscheinlichkeit haben, daß sie ebenfalls an der Sache beteiligt find. Abg. Riedel( Dem.): In den letzten Sizungen hat der Zeuge Klinghammer gesagt, Ministerialdirektor Falt sei unlauter, un= ehrlich und eine hinterhältige Natur und hat als Beweis dafür angeführt: 1. eine Bermutung, 2. ein Gefühl. Hält der Zeuge es für richtig, daß auf Grund solcher Beweise" jemand als unfachen vorliegen? ehrlich und hinterhältig" bezeichnet wird, ohne daß tonkrete Tatist dauernd Gegenstand abfälligster Kritit auch in seinem eigenen Zeuge Klinghammer: Die Persönlichkeit des Herrn Dr. Falt Kreise gewesen. Charatter des Herrn Falt uns informieren wollen, so Abg. Kaufhold( Dnat.): Wenn wir etwas näher über den müßte ich beantragen, eine Reihe weiterer Zeugen zu laden. Gegen sechs Stimmen wird dieser Antrag abgelehnt. Abg. Riedel( Dem.) fragt nunmehr den Beugen Klinghammer, ob der hohe Verwaltungsbeamte, der dem Zeugen Einsicht in die Aften gegeben habe und dessen Namen er nicht nennen wolle, jetzt dem Parlament angehöre. Beuge Klinghammer: Der Berwaltungsbeamte gehört dem Barlament nicht an. Abg. Riedel( Dem.): 3ft es Tatsache, daß am lehten Sonnabend, als der Zeuge Falf vernommen wurde, dem Zengen Klinghammer außerhalb des Saales durch ein Mitglied des Landtages Kenntnis von den Aussagen des Zeugen Falt gegeben worden ist? Zeuge& linghammer: Das gebe ich 3. Der Zeuge Klinghammer zählt dann endlose Einzelheiten auf, Ministerialdirektors Dr. Falt schließen will. Er preiſt feine poli aus denen er weiter ungünstige Schlüsse auf den Charakter des tische Gesinnungsfestigteit und empfiehlt sich als einen sozialistisch- demokratisch- deutsch- nationalen Mann.( Heiterkeit im Ausschuß.) Abg. Kuffner( Soz.): Ich muß hier nachweisen, daß der Zeuge Rlinghammer fortgefeßt Dinge, die er irgendwie vermutet, als Tatfachen vorträgt. Außer dem Fall Fräulein Peters und dem der angeblichen Uebermittlung von Informationen durch den Polizeipräsidenten Richter tomnit in dieser Beziehung noch dazu, daß der Zeuge gesagt hat, wenn er die Aften behalten hätte, dann wäre er der Papierverschiebung nach Holland auf die Spur gefommen. Der Zeuge Klinghammer hat sich über die Beschlagnahme eines angeblichen Privatbriefes durch Ministerialdirektor Falt aufgehalten. Kommt das anderweitig nicht auch vor, hat der Beuge Witte auch Privatbriefe beschlagnahmt, namentlich einen Brief nicht beispielsweise in einer Angelegenheit des Kriminalinspektors an den Reichstagsabgeordneten Krüger, der mit dieser Sache gar nichts zu tun hatte, trotzdem aber nach furzer Zeit bereits in der Deffentlichkeit erschien. Zeuge Klinghammer: Ich habe in einem Falle, außer Briefen, zusammenhingen, auch noch andere Briefe beschlagnahmt, weil sie die mit der betreffenden Angelegenheit, die ich zu verfolgen hatte, Brief an den Abg. Krüger. Da spielten Standesintereffen eine ein neues Delikt enthielten. Es handelt sich da um einen Rolle, und ich hielt mich für verpflichtet, diesen Brief dem Beamtenausschuß vorzulegen.( Bewegung.) Auf eine Frage des Abg. Kuffnet, ob dem Zeugen bekannt sei, daß dieser Brief an Krüger bereits furze Zeit nach der BeschlagDer Vorsitzende Dr. Leidig wendet sich gegen derartige Be- nahme in der Wochenschrift Die Wahrheit", die einem deutschhauptungen und erklärt: Ich muß dringend bitten, daß, wenn der nationalen Abgeordneten gehört, erschienen ist, erklärt artige Behauptungen aufgestellt werden, auch der Beweis dafür geliefert wird. Jeht find wir ja alle verdächtigt und das muß auf die Deffentlichkeit einen besonderen Eindruck machen. Abg. Stolf: Obwohl ich glaube, mich sehr deutlich ausgedrückt zu haben, bin ich bereit, auch den Namen des von mir gemeinten Ausschußmitgliedes zu nennen. Meine Behauptung richtet sich gegen den Abg. Kuttner, der vor und während der Untersuchung in engitem Einvernehmen mit einem start belasteten Zeugen gearbeitet hat, nämlich mit dem Zeugen Heilmann. Ich habe aus diesem Grunde schon früher beantragt, daß die Banktonten gewisser Ausschußmitglieder dem Ausschuß vorgelegt werden. Der Abg. Lüdemann ist den Ausschußsizungen ferngeblieben und ich hätte erwartet, daß der Abg. Kuttner das gleiche tut. Borsigender Dr. Ceidig: Abg. Stolt hat von einem schmer belasteten Beugen gesprochen. Das ist, um mich seiner Ausdrucksweise zu bedienen, etwas unerhörtes.( Abg. Stolt: Meine subjektive Ueberzeugung.) Es ist unmöglich, so zu verfahren. Welchen Wert sollen denn sonst die Feststellungen des Ausschusses haben? ( Kommunistischer Zuruf: Sie haben auch feinen!) Abg. Ruffner( S03.): Nachdem Abg. Stolf mich als belastete Person hingestellt hat, erkläre ich: Ich bin mit dem Abg. Heilmann feit 1913 in allerengstem freundschaftlichen Berhältnis verbunden. Ich habe teine Beranlaffung, aus dieser Freundschaft ein Hehl zu machen, zu der ich mich auch hier mit Stolz befenne. Mehr habe ich zu den Erklärungen des Herrn Stolt nicht zu sagen. Zu der Behauptung des Abg. Stolt, Abg. Lüdemann habe sein Amt niedergelegt, erkläre ich, daß daran tein wahres Wort ist. Abg. Zeuge Klinghammer: Das ist mir bekannt und ich war entrüstet darüber. Ich habe zur Wahrheit" feine Beziehungen( Heiterkeit). Auf weitere Fragen des Abg. Ruffner gibt der Zeuge Klinghammer zu, daß einer der beschlagnahmten Privatbriefe in einer Ausschußsihung des Vereins höherer Justizbeamten verlesen worden ist, daß er sich aber nicht genau daran erinnern tönne, ob er den Brief selbst verlesen habe. Die fraglichen Privatbriefe in der Angelegenheit Jühnte will der Zeuge wegen des Verdachts der Verlegung von Dienstgeheimniffen und des Tatbestandes einer Beleidigung des Polizeipräsidenten beschlagnahmt haben. Bors. Dr. Leidig: Aber beschlagnahmtes Material gehört doch mur in die Aften des betreffenden Verfahrens. Sie konnten doch das Material nicht anderweitig verwerten. Abg. Markwald: Der Zeuge Klinghammer hat gesagt, daß er durch das schnelle Eingreifen des Herrn Falt in die Angelegenheit Barmat daran verhindert worden ist, das Milieu Barmats zu beleuchten. Hat der Zeuge Anlaß gehabt, in dieser Barmat- Angelegenheit, nachdem das eine Verfahren erledigt war, einen Verdacht dahin auszusprechen, daß bei Barmat irgendeine andere Straftat voríag? Zeuge Klinghammer: Nein! Aber bei solchen zugewanderten Leuten halte ich es für notwendig, das Milieu näher zu beleuchten und wir haben in vielen Fällen so gehandelt, um dann der Wirtschaft empfehlen zu können, sich vor dem Betreffenden vorzusehen. Hierauf wird die Verhandlung durch eine einstündige Mittagspause unterbrochen. haftung des Magistratsrats Rieß, der angeblich ausländischen Der Zeuge schildert dann den Borfall mit der nächtlichen Ber Lebensmittellieferanten verbotenerweise eine Provision von 10 Proz angeboten haben soll. Er geht ferner auf sein Eingreifen in eine große Delschiebubng ein, in die ebenfalls die Stadt Berlin vera widelt war. In fehr ausführliechn Darlegungen geht der Zeuge dann der Reihe nach die endlosen, von Klinghammer vorgetragenen Einzelheiten durch und meist zu jedem einzelnen Fall sein torret tes Berhalten nach. 3 dann auf die Angelegenheit Barmat zu sprechen. Zeuge KlingIm weiteren Verlauf seiner Bekundungen fomunt Dr. Falf hammer habe dazu gesagt, er, Klinghammer, habe einen Bericht über die amtliche Tätigkeit des Ministerialdirektors Dr. Fall in der Barmat Angelegenheit angefertigt, der das Datum des 3. Jamuar 1925 trägt. Zur Anfertigung dieses Berichtes habe Klingund fei zur Staatsanwaltschaft hammer die Atten der Staatsanwaltschaft gebraucht gegangen, um zu diesem Zweed die Atten einzusehen. Zeuge Fall weist darauf hin, der Aufklärung der Angelegenheit Barmat zu unterstüßen, Kling daß, wenn Klinghammer das Ziel hatte, die Staatsanwaltschaft bet hammer dann einfach aus dem Gedächtnis hätte niederschreiben fönnen, was er wußte, und diese Aufzeichnungen habe er dann der Staatsanwaltschaft zuleiten können. Zeuge Dr. Falt bleibt dabei, daß feine Auffassung, die auch diejenige der Staatsanwaltschaft ist, richtig fei, daß eine Einsichtnahme und Einforderung der Akten unzulässig ist, denn es handle sich um eine Sache, die von der Staatsanwaltschaft ohne Inanspruchnahme der Polizei bearbeitet murde. Er habe weiter davon gehört, daß eine solche Aufzeichnung abgefaßt und an die Staatsanwaltschaft geleitet wurde. Er sei daraufhin vor einer Woche bei der Staatsanwaltschaft gewesen und habe dort erklärt: Ich melde mich, damit mir Gelegenheit zur Verteidigung gegeben wird in einer gegen mich anhängis gemachten Anzeige." Dr. Fall sei darauf von der Staatsanwal chaft erflärt worden, daß sie eine solche Anzeige oder eine Aufseichnung nicht bekommen habe. Nach einigen Tagen habe der Beuge bei der Staatsanwaltschaft nachgesucht, noch einmal nachheute morgen im Ausschuß anwesenden Referenten der Staats. zusehen. Er habe wiederum die Mitteilung erhalten, daß sie noch nicht im Befig einer Anzeige wäre. Weiter habe Dr. Falk dem anwaltschaft gesagt, daß er ja die Befundungen Klinghammers gehört habe, daß eine solche Anzeige vorliege, warum ihm, Dr. Falk, nicht die Gelegenheit zur Berteidigung gegeben werde. Daraufhin habe der Referent bemerkt, eine folche Anzeige liege der Staatsanwaltschaft nicht vor, und es sei deshalb auch keine Gelegenheit, ihn, den Zeugen zu hören. Bom Zeugen Klinghammer ist mir der Aus Dr. Unblutigs Praxis. 4. Aufbewahren! Fortsetzung folgt! Auf dem Heimwege trifft Dr. Unblutig einen hampelnden Mann mit melancholisch- mongolisch herabhängendem Schnurrbart, dessen schmerzgebeugter Gesichtsausdruck ihm auffällt. Haben Sie Staatspapiere oder Hühneraugen?" fragt er ihn. Leider beides." Ihre Staatspapiere werden Sie behalten müssen, aber von Ihren Hühneraugen kann ich Ihnen helfen. Aha, ich sehe schon, Sie haben eins von den veralteten Bindenpflastern aufgelegt, die ich zwar zur Reparatur meiner Fahrradreifen sehr schätze, die ich aber niemals auf ein Hühnerauge legen würde, well es meiner wissenschaftlichen Ueberzeugung und meiner praktischen Erfahrung widerspricht. Ich rate Ihnen: Kukirolen Sie! Gehen Sie in die nächste Apotheke oder Drogerie und kaufen Sie sich eine vollständige Kukirolkur, bestehend aus drei Präparaten, nämlich: Erstens das wohltuende Kukirol- Fußbad. Das wenden Sie abends an. Es verhütet Füßschweiß und dadurch Brennen, Wundlaufen und Erkältungen der Füße. Es kräftigt Nerven und Sehnen, und Sie werden gleich nach der ersten Anwendung ein viel brauchbarerer Mitbürger sein. Sie bekommen wieder Elastizität in die Gelenke. Nach dem Fußbade relben Sie Ihre Füße mit dem Kukirol- Streupuder ein. Am nächsten Morgen legen Sie auf jedes Hühnerauge ein Stück Kukirol- Hühneraugen- Pflaster. In einigen Tagen sind Sie von Ihren Hühneraugen ohne Schneiden und ohne Entzündung erlöst, und werden nie wieder so humpeln. Ferner müssen Sie jeden Morgen etwas Kukirol- Streupuder in Ihre Schuhe und Strümpfe streuen. Sie werden dann immer warme, trockene, saubere und geruchlose Füße haben, die nicht einen solchen Kasernenstubenduft ausströmen, wie jetzt. Verlangen Sie aber bestimmt die echten Kukirol- Präparate mit der Schutzmarke Hahnenkopf mit Fuß. Lassen Sie sich niemals verleiten, Fußbäder mit Zusatz von Chromsäure zu nehmen. Das Zeug ist giftig. Es beseitigt allerdings sofort den Fußschweiß, aber nur, weil es die Schweißdrüsen überhaupt zerstört. Das Kukirol- Fußbad können Sie auch schon für 30 Pfennig versuchen, wenn Sie die einfache Packung verlangen. Die Doppelpackung kostet 50 Pfennig. Verlangen Sie unsere neue Druckschrift, die Ihnen richtige Fingerzeige über dle Wichtigkeit der Fußpflege gibt. Die Zusendung erfolgt kostenlos und portofred. 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Die Bertrauensleute werben gebeten, zu dieser Auszählung zahlreiche Delegierte zu entfenden. 195/10 Der Gauvorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Mittwoch, den 11. Februar, nachm. des Deutsch. Ausland- Instituts Stuttgart 5833 Gewinne zus. Mark 150000 150000 20000 10000 Hauptgewinne Mark 5 Uhr, in Ewalds Bereinshaus. Lose zu Mark 3.- Porto and Late Staliger Str. 126: Versammlung bel allen staatl. Lotterie- Einnehmern und den durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen. aller Metallschleiter, Galvanijeure, Silfs Lud. Müller& Co., arbeiter u. Arbeiterinnen aus d. Betrieb. des verbandes der Metallschleiereien u. Galvanifier- Anstalten( Kundenbetriebe). Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Bohnvertrag. 2 Distuffion& Ber fchtebenes. BERLIN C 19, Jerusalemer Str. 18 Postscheck- Konto Berlin 19420 Gewinnauszug B. Klaffe 24. Preußisch- Süddeutsche ( 250. Preuß.) Klassen- Lotterie. 2. Biehungstag Ohne Gewähr 7. Februar 1925 Radbrud verboten Jn ber Nachmittagsstehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 8 Gewinne zu 10000-7. 120408 181305 290983 1 Gewinn gu 5000.-. 200731 3 Gewinne zu 3000.-. 29487 191105 296574 4 Gewinne u 2000 219812 252248 .- 27. 29636 95974 O Gewinne zu 1000.-. 140808 142105 186439 188598 196979 254664 289891 291540 805694 29 Gewinne zu 500 R.-. 23166 51761 52831 84820 87460 89754 110514 121782 141876 148430 148691 153662 155832 158410 184888 191768 210989 212909 216229 222517 225692 232898 237018 268450 286907 287516 294996 297462 302939 82 Gewinne au 300 R.-M. 4529 14522 24966 26687 31014 35899 36594 39600 45015 47126 49409 53393 53565 53925 60550 62718 63343 63895 64460 73685 80730 90539 92551 95955 96312 97117 99116 103900 105220 107859 115349 11692 118261 142195 144218 147079 152729 153275 179908 189263 192743 197566 198915 199579 206048 207506 207644 209649 213896 217283 221021 222214 2'3837 228546 229580 230881 258480 259008 260680 263186 266658 267070 267518 267668 273362 275108 278041 278632 281164 281824 288829 290716 292704 292762 293126 293640 294544 300213 301578 301727 302150 306818 3. Ziehungstag 9. Februar 1925 In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 Mk. gezogen. 1 Gewinn zu 50000 2. 63685 3 Gewinne zu 10000 21. 37603 141211 310291 2 Gewinne zu 5000 2. 2 Gewinne zu 3000 m. 7 Gewinne zu 2000 m. 62424 68275 123282 141572 41244 167147 93528 165021 8515 14602 37835 167690 54319 12 Gewinne zu 1000. 183983 198869 196025 200282 207338 243501 275020 276109 306336 315366 24 Gewinne zu 500. 9278 11708 15135 49652 50396 70664 94401 113944 127205 159355 160586 184184 187703 199116 214192 226653 240021 246348 263507 270892 282139 284004 286088 288180 4.⁹⁰ Baumwolle, weiss, fein gewirkt, mit Arm........... Damen- Hemdhosen acht Mako, weiss, tein gewirkt, alle Grössen........... Herren- Garnituren Baumwolle, Jacke und Beinkleid, alle Grössen........ 145 2.90 3.90 Herren- Artikel mit Kragen... 90 Perkal- Oberhemden vorang. 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