Nr.70 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 36 Bezugspreis: Böchentlich 20 fennig, monatio 3, Reichsmart praus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Suremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormäris mit der Sonntags beilage Bolt und Reit mit SiedIung und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal, Telegramm- Abreffe: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille seile 70 Pfennig. Reklamezeile 4, Reichsmart. Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 20 Bfennig ( auläffa awei fettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 10 Bfennig. Stellengesuche das erite Bort 10 Pfennig, jedes weitere Bort 5 Pfennig. Worte über 15 Buch. flaten zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Bfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr frülh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: ebattion: Donboff 292-295 Verlag: Dönbon 2506 2507 Mittwoch, den 11. Februar 1925 Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Boitfcheckfonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Distonto- Geiellichaft. Depoitentafe Lindenstraße 3 Marx zum Ministerpräsidenten gewählt. Plan einer republikanischen Regierung mit Severing. Der Reichskanzler a. D. Marg wurde gestern im Landtag in der Stidhwahl gegen den Volksparteiler v. Richter mit 223 gegen 162 Stimmen zum Ministerpräsidenten gewählt Im ersten Wahlgang hatten erhalten: Mart( 3.) 219, v. Richter( Bp.) 153, Pied( Komm.) 43, Ladendorff( Wirtsch. Bgg.) 16 und körner ( taffo3.) 11 Stimmen. Die Wahl des früheren Reichskanzlers Marg bedeutet noch keine sichere Lösung der preußischen Krise. Marr muß nun erst ein Rabinett bilden, er muß vor den Landtag treten und für die Erklärung seiner Regierung die Billigung erhalten. Dann erst, wenn es soweit ist, ist die Preußenfrise bis auf weiteres übermunden. In diesem Zusammenhang verdient aber bemerkt zu werden, daß die weitgehenden Ansprüche der Demo traten einer halbwegs angemessenen Beteiligung der Sozialdemokratie an der Regierung mehr im Wege zu stehen scheinen als die diplomatischen Vor- und Absichten des 3entrums. Das Zentrum hat einen guten Trumpf in der Hand. Denn die Rechtsregierung im Reich fann nur solange eriftieren, wie das Zentrum es erlaubt. Es ist schon slimm genug, daß sich das Zentrum bisher im Reich nicht zu der Entschiedenheit aufraffen konnte, von der die Rechtsparteien im Reich und in Breußen einen Ueberschuß befißen. Unver ständlich und ein Att der Selbsterniedrigung wäre es, wenn das Zentrum der Rechten gestatten würde, gegen die Marr Regierung in Breußen Sturm zu laufen, ohne daß es felbft im Reich gegen die Luther Regierung in der gleichen Weise vorzugehen würde. Marg beabsichtigt, ein Rabinett aus Zentrum und De mokraten zu bilden, in dem jedoch Genosse Severing als Berbindungsmann zur Sozialdemokratischen Partei und als Fachminister" verbleiben soll. Als solchen bezeichnet ihn die lition beruhi einzig und allein darauf, daß die erste in BerDie Stärte der Rechten gegenüber der Weimarer KoaGermania", nachdem er in mehr als dreieinhalbjähriger Braris feine Geeignetheit nachgewiesen hat". Ob die sozial folgung ihrer strupellosen Machtansprüche sich nicht die gedemokratische Landtagsfraktion bereit fein wird, die Regierung ringste Sorge darum macht, was aus Reich und Mary in solcher Weise zu unterstügen, steht noch dahin; einst. Staat werden soll, während die zweite ganz von dieser meilen wird der Wunsch nach einer stärkeren Beteiligung am Sorge beherrscht wird. Einem rafenden Babanquefpieler Kabinett vertreten, falls die Mitverantwortung in irgendeinerlich hütet, mit gutem Grund, wie ohne weiteres zugegeben steht ein Bartner gegenüber, der den Einsah geradezu ängst Form übernommen werden soll Erschütterungen mit unabsehbaren Folgen auszusetzen. Aber merden soll, denn es geht darum, das Staatswesen nicht neuen die Gewissenhaftigkeit, die sich der Gewissenlosigkeit pon der anderen Seite gegenüberstellt, darf nicht in Krisenangit ausarten und nicht in Außerachtlassung der alten Regel: ,, er nicht magt, ber nicht gewinnt!" Kommt die Regierung io, wie Marg fie sich denkt, zu stande, so ist wahrscheinlich, daß ihre Erklärung, wenn auch mit tnapper Mehrheit, die Billigung erhalten wird. Der Hauptsturm wird sich natürlich dann gegen das Ministerium des Innern und gegen die Person des Genossen Severing richten, da es ja das wichtigste Ziel der Reaktion ist, die preußische Verwaltung in die Hände zu befommen. Ein Mißtrauensvotum, das den Ministerpräsiden- Die neue Regierung soll, wie schon gemeldet, mit Austen oder einen Minister zum Rücktritt zwingt, bedarf der Zunahme des Innenministeriums, das mit Severing belegt stimmung mindestens der Hälfte aller Abgeordneten; diese bleiben soll, von Mitgliedern des Zentrums und der DemoBahl ist für die Opposition taum erreichbar. Natürlich aber tratischen Partei gebildet werden, und zwar stellt man sich besteht bei den äußerst fnappen Mehrheitsverhältnissen und die Verteilung so vor, daß das Zentrum neben dem Minister dem ausgezeichneten Zusammenspiel der Kommunisten und präsidenten das Justiz ministerium, das Wohl der Rechtsparteien dauernd die Gefahr ungünstiger Bufalls fahrts- und das Landwirtschaftsministerium, abstimmungen. die Demokratische Partei das Handels- und das Kultusministerium erhalten soll. Für das Kultusministerium wird der bisherige Staatssekretär Beder genannt, das Bentrum soll einen Staatssekretär in diesem Ministerium erhalten. Außerdem fämen nach diesem Plan Neubelegungen im Handels- und im Landwirtschaftsministerium in Betracht. über die noch nichts feststeht. Jedenfalls hat auch die gestrige Wahl gezeigt, daß die Linke im preußischen Landtag viel stärker ist als die Rechte, deren Kandidat, Herr n. Richter, auch in der Stichwahl mit 62 Stimmen hinter Mary zurückblieb. Die Lage wäre vollkommen flar, wenn eben nicht auch die kommunisten da wären, die von der Rechten als Sturmbod benützt werden und sich gern als solchen benüßen lassen. Nebenbei, Herr v. Richter! Es ist schwer anzunehmen, daß die Rechte gerade diese kandidatur ernst gemeint hat. War doch Herr v. Richter nicht bloß der Finanzminifter, sondern auch der Troubadour.der großen koalition, der ihr erst vor wenigen Wochen, bei seinem Ausscheiden aus dem Kabinett, ein zu Herzen gehendes Abschiedslied gefungen hat. Es ist erstaunlich, daß Herr v. Richter, wenige Wochen nach dieser rührenden Szene, bereit war, den Boften eines Ministerpräsidenten von den schärfsten Gegnern feines einstigen politischen Lieblingsgedankens anzunehmen. Dies ist wahrlich schon der Gipfel des National liberalism us! fenes Ber selber wandlungsfähig ist, traut auch anderen die gleiche Eigenschaft 31. Darauf beruht die nicht aufgegebene Hoffnung der Volkspartei, auch das Zentrum rechts herumreißen zu können. Dieses hat bisher allen Lockungen standgehalten, und bei der Zusammenfeßung seiner preußischen Fraktion und Wählerschaft ist auch eine Aenderung menigstens für absehbare Zeit nicht zu erwarten. Man wird trokdem feststellen dürfen, daß dem Zentrum fehlt, Draufgängertum in fritischen Situationen wie der gegenwärtigen noch immer die besten Aussichten auf Erfolg hat. Das Zentrum hat Braun veranlaßt, nach seiner Biederwahl mit der Boltspartei und der Wirtschaftspartei Verhandlungen anzuknüpfen, deren Ausfichtslosigkeit von vornherein feststand. Nun sollen von Marr die gleichen Berhandlungen gepflogen werden. Die Absicht, auf eine eigentliche Koalition mit den Sozialdemokraten zu verzichten und die Teilnahme der Sozialdemokratie auf einen Berbindungsmam zu beschränken, sieht auch wie eine Konzeffion nach rechts aus eine Konzeffion, die außerdem gar nichts nügen wird, zumal der Verbindungsmann Severing heißt. Jedes Reichen von übertriebener Borsicht, um nicht zu jagen Schwäche, wirkt auf die Angriffsluft der Rechten stimulierend. Die Wahl des Landtagspräsidenten ergab in der Stichwahl den Sieg des bisherigen Präsidenten Genoffen Bartels über den Deutschnationalen v. Rries mit 215 gegen 182 Stimmen. Bräsident Bartels eröffnete die geftrige andtagssigung und Dr. v. Campe( DBp), die heute ihren 70. bzm. 65. Geburtstag um 2,20 1hr und spricht den Abgeordneten Dr. am 3ehnhoff( 3.) feiern, die Glückwünsche des Hauses aus. Die Bläge der beiden Abgeordneten find mit Blumensträußen geschmidt. | dorff einen eigenen Kandidaten benennt und für diesen stimmen wird. Sollte es zu einem zweiten Wahlgang kommen, so wird die Wirtfchaftliche Bereinigung weiße Bettel abgeben. Freiheitspartei Die Nationalsozialistische ftimmt im ersten Wahlgang gleichfalls für ihren eigenen Kandidaten Dr. Körner; bei einem zweiten Wahlgang wird sie für Herrn v. Richter stimmen. Um 3,15 Uhr verkündet Präsident Bartels das Ergebnis der Ministerpräsidentenwahl. Es wurden abgegeben insgesamt 444 Stimmzettel. Das Haus zählt 450 Abgeordnete, so daß nur sechs fehl ten. Unbeschrieben war ein Stimmzettel. Die absolute Mehrheit beträgt also 222. 153, Pied( Komm.) 43, Ladendorff( WBg.) 16, Dr. Körner( atfoz.) Es haben erhallen Mart( 3.) 219, Dr. v. Richter( DBp.) 11, Dr. v. Campe( DBp.) 1. Es muß also Stichwahl zwischen Marr und Dr. v. Richter stattfinden. Die Abstimmung nimmt fofort ihren Anfang. Bei der Stichwahl wurden abgegeben 445 Stimmen. Unbeschrieben waren 17 Zettel. 43 Stimmzeffel waren ungültig. Es erhielten Marg 223 Stimmen, Dr. v. Richter 162 Stimmen. Reichskanzler a. D. Marg ist damit also zum Preußischen Ministerpräsidenten gewählt. Die Wahl des Landtagspräsidenten. demokraten, das Zentrum und die Demokraten stimmen wieder für Es erfolgte dann die Wahl des Landtagspräsidenten. Die SozialBartels( So.). Das Ergebnis der Wahl ist folgendes: Abgegeben murden 443 Stimmzettel, der Landtag ist also beschlußfähig. Unbeschrieben vier Stimmzettel, ungültig einer. Von den übrigen 438 Stimmzettein beträgt die Mehrheit 220. Es entfielen auf Abg. Bartels Abg. Dr. v. Kries Abg. Bied . 216 Stimmen, • 179 Stimmen, 43 Stimmen. Bartels und Dr. v. Stries. Es ergibt sich daraus, daß Stich wahl erforderlich ist zwischen Das Haus nimmt die Wahl sofort vor. Das Ergebnis ist das folgende: Abgegeben wurden 441 Stimmen. Unbeschrieben waren 4, ungültig 40 Stimmzettel. Bon den 397 gültigen Stimmzetteln beträgt die absolute Mehrheit 199. Es erhielten: • 4 Bartels( S03.). 215 Stimmen, Dr. v. Kries( Dnat.) 182 Stimmen. Bartels ist somit gewählt. Bartels nimmt die Wahl an und übernimmt den Vorsiz. Hierauf werden in einem Wahlgang auf Antrag Windler( Dnat.) durch zuruf die bisherigen Bizepräsidenten, Dr. v. Kries, Dr. Borsch und Garnich, in ihrem Amte bestätigt. sofortige Beratung der kommunistischen Amnestieanträge scheitert an Die Tagesordnung ist erledigt. Ein fommunistischer Antrag auf Widerspruch. Das Haus vertagt sich auf Mittwoch, den 18. Februar, nachmittogs 2 Uhr. Auf der Tagesordnung soll neben fleinen Gegenständen die Empfangnahme der Regierungserklärung stehen. In Verdie Auslegung des Artikels 45 der erfassung über die Wahl des bindung mit der Besprechung ferner der Antrag v. Campe über Ministerpräsidenten. Schluß 5,45 Uhr. Bor Eintritt in die Tagesordnung legt Abg. Ruffner( Soz.) schärfte Berwahrung ein gegen den Vorwurf der Ber8 leumbung, der ihm in der vorigen Gizung von den Kommunisten gemacht worden ist.( Die Kommunisten antworten mit dem Rufe: nistische Abgeordnete Baul Hoffmanu wegen Ausmuzung eines Arbeitermörder!) Abg. Kuttner stellt weiter fest, daß der tommuminderjährigen Mädchens zu Nachtarbeit in seinem Lokal zu 150 M. Geldstrafe verurteilt worden ist.( Großer Lärm der Kommunisten und erneute Rufe: Arbeitermörder!) Gegen die fofortige Behandlung zahlreicher tom mn nistischer Dringlichkeitsanträge, die u. a. die Auflösung des Landtags fordern, wird Widerspruch erhoben, so daß fie damit zunächst erledigt find. Die Kommunisten antworten mit lebhaftem Lärm und Bfui- Rufen. Die Ministerpräsidentenwahl. Das Haus tritt darauf in die Tagesordnung ein. Es erfolgt zu. nächst die Wahl des Ministerpräsidenten, die durch Bettel norgenommen wird. Das Zentrum, die Sozialdemokraten und die Demokraten stimmen für Mary( 3.), die Deutschnationalen und die Deutsche Balfspartei für Dr. v. Richter( DBp.) Die Haltung der Birtschaftlichen Vereinigung einschließlich der zu ihr gehörenden sechs Beffen war bis zum legten Augenblick noch zweifelhaft. Die Kommunisten treten für Bied( Stomm.) ein. Der Namensaufruf nimmt längere Zeit in Anspruch. Während der Abstimmung wird befannt, daß die irt. faftithe Bereinigung in ihrem Frattionsführer Laden Die gestrige Abendausgabe des Berliner Tageblatt" und des Uhr- Abendblatt" stellen es so dar, als ob der bisherige Landtagspräsident Genosse Bartels von der sozialdemokratischen Fraktion zur definitiven Wahl des Landtagspräsidenten erst dann als Kandidat aufgestellt worden sei, als der bisherige Ministerpräsident Genosse Dito Braun die Kandidatur für dieses Amt abgelehnt hätte. Wir fönnen dazu mitteilen, daß diese Darstellung vollkommen unbegründet ift. Es war zwar einmal auch davon die Rede ge= mesen, daß Otto Braun evtl. Landtagspräsident werden solle, wenn er nicht wieder Ministerpräsident werde, aber die sozialdemokratische Landtagsfraktion hat ebenso wenig wie Otto Braun selbst diese Möglichkeit ernstlich ins Auge gefaßt. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion hat vielmehr bereits vor fünf Tagen einstimmig befchloffen, Genossen Bartels wiederum als Landtagspräsidenten vorzuschlagen. der Spaltung der Nationalsozialisten. Bremen, 10. Februar.( IU.) In Berden fand eine Tagung reisverbände Berden, Rotenburg, Achim und des Baues Hannover- Süd der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Großdeutschlands statt. Die Tagung hatte insofern einen bedeut famen Charatter, als sich die Bertreter der gesamten Großverbände von der Nationalsozialistischen Freiheitsbeme= gung, der fie bislang angehört hatten, To sto sten und eine Kundgebung zu einem Treugelöbnis für Adolf Hitler abgaben. Die Zeugenfabrikanten schweigen. Der Rechtspresse fehlt die Instruktion". Die Enthüllungen über den deutschnationalen Bertrauens mann Isidor Kreil aus Kallmünz und seine Zeugenschaft gegen den Reichspräsidenten sind der sonst in„ Enthüllungen" fo ftarten Rechtspreffe dermaßen peinlich, daß sie vor Schred die Sprache verloren hat. Fast ohne Ausnahme schweigt sie wie das Grab! Mit bloßem Ableugnen ist es hier nicht getan. Und da den Blättern des Schwerindustriellen Hugenberg sowohl mie den Organen der Boltspartei irgendeine Instruktion von zu ständiger Stelle" fehlt, so sind sie völlig ratios und verlegen sich auf die Wanzentaftit. Aber dieses Manöver wird ihnen nicht viel helfen. Die Tatsache, daß die Hüter der nationalen Ehre" jezt schon zum drittenmal dabei ertappt wurden, wie sie übelfte Subjekte zum Zeugeneid gegen den Repräsentanten der Republik zu tapern juchten, wird nicht unterdrüdt werden fönnen. Und die„ Moral" der nationalen Gralshüter wird noch mehr als einmal unter die kritische Lupe genommen werden. Stresemann und der Sprit- Weber. Der tadellose Großkaufmann" war längst vorbestraft! Als im preußischen Untersuchungsausschuß zum erstenmal zur Sprache gebracht wurde, daß der jetzt verhaftete SpritWeber vor Jahresfrist mit einer warmen Empfehlung Dr. Stresemanns renommierte, da ließ der jeßige Außenminister durch seinen Freund Pinterneil im Ausschuß erklären, daß die Abschrift eines solchen Schreibens sich bei feinen Aften nicht befinde. Also tein Dementi, sondern der fehr vorsichtige Versuch eines Dementis unter Vorbehalt. Kategorischer war das Sprachrohr Stresemanns gegenüber der weiteren Behauptung Heilmanns, daß Weber durch Streje mann in den Volksparteilichen Klub eingeführt worden war. Hier wurde die Schuld auf Frau v. Oheimb abgewälzt, die man bei dieser Gelegenheit gewissermaßen als außerhalb der Volkspartei stehend hingestellt hatte. Aber diese Ableugnung erwies sich als unwahr: Nicht nur das„ Berliner Lageblatt" ftellte feft, daß Stresemann ebenfalls als Bebers Bate bei der Einführung in den Klub amtiert hatte, fondern auch Frau v. Oheimb fete sich gegen den Bertuschungsversuch Pinkerneils zur Behr und bestätigte die Angaben des Berliner Tageblatts". Die Zeit hatte mit ungewöhnlicher Dreistigkeit in ihrem Rechtfertigungsversuch hinzugefügt: „ Ganz anders liegt dagegen die Sache in der Angelegen heit Barmat- SPD. Ein Parallelfall ist hier niemals tonstruierbar." Ganz unsere Meinung: Im Fall Barmat lagen vor der Verhaftung lediglich unbewiesene und zurüdgenommene Verdächtigungen vor, dagegen die besten Empfehlungen nicht nur aus führenden holländischen Parteikreisen, sondern auch in geschäftlicher Hinsicht. Und es ist heute noch nicht möglich, von amtlicher Seite positiv zu erfahren, weffen die Barmats beschuldigt sind. | zeige der Frau Julius Barmats megen des Verdachts der Urkundenentwendung und Beleidigung und zur Sicherstellung von Beweismitteln von dem zuständigen Kriminalbeamten fest. genommen worden. Der Beamte führte Tannenzapf in ein Nebenzimmer und teilte nach Rücksprache mit dem Festgenommenen der Frau Barmat mit, daß T. anscheinend tein Material bei sich trüge. Der Beamte begab sich dann in das Nebenzimmer zu Tannenzapf zurüd und Frau Barmat und deren Begleiter hörten nur, wie mit der Staatsanwaltschaft telephoniert wurde, mo bei auch der Name Tannenzapf Erwähnung fand. Tannenzapf halte den Beamten gegenüber erklärt, daß er im amtlichen Auftrage nach Holland gefahren sei, um sich Material zu besorgen. Der BeVon Weber dagegen hätten Stresemann und seine volts amte tam nach Beendigung des Telephongefprächs wieder aus dem parteilichen Freunde mit Leichtigkeit erfahren fönnen, daß er nebenzimmer und erklärte der Frau Barmat, Tannenzapf scheine in führenden Kreifen seiner Branche als unsauber galt eine große Persönlichkeit zu sein, da er sich auf feine Beziehungen und daß sich die größten Firmen weigerten, mit ihm in ge- zu den Staatsanwälten berufe. Frau Barmat verlangte nun, daß schäftliche Berührung zu treten. Es ist ihm jetzt nach geder Kriminalbeamte die Dokumente, die Tannenzapf bei sich habe, wiesen, daß er 3ollhinterziehungen, Bestechungen und beschlagnahmen solle, worauf ihr jedoch erwidert wurde, Schiebungen in ganz großem Maßstabe begangen hat. Außer Tannenzapf hätte teine Dokumente bei fich. Dieser Sachverhalt dem ist er des Betruges, der Urkundenfälschung, der vorfäß ist von den Rechtsanwälten Bahn, Davidsohn, Klos und lichen Brandstiftung und des Versicherungsschwindels drin echmersens dem Untersuchungsrichter, Landgerichtsrat noth des Bersicher is drin mann sofort mit dem Antrage unterbreitet worden, unverzüglich gend verdächtig. In der Tat: Der Fall Weber- Volkspartei lingt ganz fuchungen abhalten zu lassen. bei Tannenzapf und in der Berliner Börsenzeitung" a us anders! sel Dr. Höfle verhaftet. Eine Lotalforrespondenz meldet: Wie wir erfahren, ist Reichspostminister a. D. Dr. Höfle am Dienstag nachmittag gegen 5% Uhr, nachdem er zu einer Vernehmung bei Oberstaatsanwalt Dr. Linde bestellt worden war, im Gerichtsgebäude fe ft genommen worden. Ueber den Haft befehl wird noch am Dienstag abend endgültig entschieden werden. Es verlautet, daß Oberstaatsanwalt Linde, der den Rompler Kutister- Barmat- Höfle- Depofiten und Handelsbank mit einem Stab von Staatsanwälten bearbeitet, noch am Dienstag mittag im Justizministerium eine längere Konferenz hatte, deren Er gebnis wohl war, daß man glaubte, zur Bermeidung der Verdunkelungsgefahr, Dr. Höfle vorläufig festnehmen zu sollen. Zu dieser Maßnahme haben einerseits wohl die Angaben Julius Barmats in den letzten Tagen beigetragen, der Dr. Höfle belastet hat, andererseits waren auch sonst Nachrichten über gewisse Privatgeschäfte Dr. Höfles, über, Hausfäufe in Berlin befannt geworden, die der Staatsanwaltschaft fehr verdächtig er. schienen. Schließlich aber dürfte auch die Tatsache zu dem Vorgchen der Antlagebehörden wesentlich beigetragen haben, daß in Sachen der Depósiten und Handelsbank A.-G. Dr. Höfle nicht unwesentlich belastet erscheint, weil er bereits im Sommer vorigen Jahres von einem Aufsichtsratmitglied der Depofiten- und Han „ Es kommt doch schließlich darauf an, ob die betreffende Person sehr vieles faul sei und daß die Bost unbedingt durchgreifen müsse. delsbank A.-G. darüber ins Bild gesetzt wurde, daß in der Bank Trotz dieser Warnung habe Dr. Höfle es unterlassen, gegen die Bank vorzugehen. Weiterhin ist auch die Tatsache auffällig, daß in einigen Kontoauszügen der Depositen- und Handelsbant Dr. Höfle mit Summen erscheint, die der näheren Aufklärung Jezt mußte die Zeit" die Sache zugeben, ebenso die geldlichen Zuwendungen für den Klub der Deutschen Volkspartei und für deren Organ, fügte jedoch hinzu: in dem herangezogenen Zeitpunkt notorisch belastet war. Herrn Webers Integrität war jedenfalls zur Zeit feines Eintritts in Den Reichsklub nicht in Frage gestellt. Was er hinterher getan hat, dafür fann schließlich die Volkspartei nichts." Jetzt stellt sich aber heraus, daß auch diese Ausflüchte auf einer ganz falschen Voraussegung beruhen. Weber war zur Zeit seiner Freundschaft mit Stresemann, seiner Mitgliedschaft bei der Bolkspartei und seiner Zuwendungen an die Beit nicht nur notorijah belastet, sonder sogar megen Spritschiebungen mehrfach in Berüh= rung mit den Gerichten gefommen. Darüber er halten wir non zwei ganz verschiedenen Seiten übereinstimmende Angaben. In der einen Zuschrift heißt es: Weber hat schon 1918/19 und 1920/21 megen Brannt meinfchiebungen mit den Gerichten zu tun gehabt. Bei den tsgerichten Offenburg( Baden) und Schwäbisch Hall fdmehten Brozeffe, in die Weber verwidelt war. 3n In Offenburg ist er gleich im ersten Berfahren zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt worden. In der„ Deutschen Destillateur- Zeitung" ift Ende 1920 ein Artikel veröffentlicht worden, der deutlich auf den Schiebungsprozeß Webers hinweist." Die Konkurrenten. Bon Hans Bauer. In einem Hausflur, drei Häuser von meiner Wohnung entfernt, steht seit Jahr und Tag eine alte Frau und verkauft das Obft der Jahreszeit. Ich tannte sie immer als das freundlich- stille Muttchen, das zu jedermann von überfließender Liebenswürdigkeit war und da habe ich sie nun gestern als wildes Weib, als Furie fennen gelernt. Den Anlaß zu solchem Gesinnungswandel gab ihr die Beobachtung, daß eine halbe Straßenbreite von ihr entfernt ein Händler feinen Wagen aufgestellt hatte und eben die Früchte feil bot, die sie verkaufte. Das Muttchen warf zuerst das Recht der älteren Ansprüche auf diesen Verkehrsbezirk in die Bagschale und beließ es bei dem Ratschlage an den Konkurrenten, sich doch nicht an dieser undankbaren Stelle zu bemühen, wo sie schon grafe. Als aber ihre Worte nicht auf die Bereitschaft stießen, aus ihnen die Konsequenz zu ziehen, kam es zum offenen Krach, der über die Berdächtigung der Güte der Bare des Straßenhändlers hinweg zu den schwersten Beschimpfungen gegen ihn und der Drohung führte, ihn vom Schuhmann abführen zu lassen, da er doch offenbar gar nicht berechtigt sei, hier mit seiner Ware zu handeln. Der Beleidigte, der ein armselig gekleideter, verhungert dreinschauender alter Mann war, sagte, daß man das ja sehen werde, ob sie ihn um seinen Erwerb bringen fönnte, und sie solle sich die Worte merken, die sie eben gebraucht habe. Er tue es auch. Dafür seien schließlich noch die Gerichte da, daß man sich nicht von jedem zugelaufenen Weibe alles gefallen zu lassen brauche. Ich schaute die beiden an, die sich da in Haß und Feindschaft gegenüber standen, und voreinander ihre Zuflucht zu dem behördfichen Gerechtigkeitsapparat zu nehmen geneigt waren. Sie waren Schicksalsgefährten, Erlebnisgenossen. Sie waren jenes ganz fleine bedürfen. Tannenzapf und Staatsanwalt. Ein Dieb afe große Persönlichkeit". Die B. S.- Korrespondenz verbreitet folgende von einer den Brüdern Barmat nahestehenden Seite stammende Mitteilung: In einem Berliner Börsenblatt find in der letzten Zeit Nachrich ten über die Gebrüder Barmat und den Barmat- Konzern er schienen. Es ist bereits die Bermutung ausgesprochen worden, taß ein entlaffener Angestellter der Merkur- Bant, ein gewiffer Tannenzapf, der Urheber dieser Berleumdungen ist und fich das Material in Holland in unlauterer Beise besorgt hat. Es war nun befannt geworden, daß Tannenzapf wiederum nach holland gefahren war, offenbar in der Abficht, weiteres Material zu holen. Er traf am Dienstag früh 8 Uhr auf dem Bahnhof Zoologischer Garten aus Amsterdam ein und ist auf 2n miffenlose Ausbeuter spekulieren auf die durch die Erschütterungen der Zeit wankend gewordenen Gemüter und vollführen einen Heren tanz der Dummheit und des Blödsinns, der beispiellos ist. Die Bresse ist berufen, diesen Draien mit der Fackel der Aufklärung entgegenzutreten. Auf eine höchst feltsame Weise üben dieses hohe Amt zweit Blätter aus, die sich im Wettkampf um die Gunft der Abendleser befinden: das 8 Uhr Abendblatt" und die Nachtausgabe des I ag". Das 8- Uhr- Abendblatt" hat entschieden den Vorsprung. Was es an fulturgeschichtlichen Offenbarungen über die Bettwäsche und noch intimere Gebrauchsgegenstände z. B. der Habsburger und der großen Mätreffen in Jahr und Tag geleistet hat, das wiegt leicht eine für beffere Kreise parfümierte Schundliteratur auf. Dieses Wühlen im pifanten Dred natürlich unter psychologischem Aus Wühlen im pifanten Dred hängeschild 80g schließlich nicht mehr. Jezt ist man bei stärkeren Indiskretionen der Weltgeschichte" angelangt und traffiert augenblicklich Das Ende der egenverfol. gungen". Dieser historische Anschauungskursus über menschliche Entartung und Sadismus wird durch hübsche Bildchen illustriert. So wird Dienstagabend die Folterung einer Here" nach einem alten Stich abgebildet. So was muß der gebildete Leser von heute penetrant genug. in der Zeitung finden, sonst ist sie ihm nicht nach Abschluß dieser Serie kommt vielleicht das Tagebuch eines Lustmörders an die Reihe.). Der Tag will nicht nachstehen. Er läßt feltfame Rri minalfälle" behandeln. Der berühmte Fall des Jean Calas ist in der Mache. Im 18. Jahrhundert war er der Ausgangspunkt eines glänzenden Turniers gegen den Justizmord. Boltaire, der Sieger im Rampf gegen menschliche Borniertheit und fanatische Intoleranz, ersteht leuchtend vor unseren Augen. Aber dem„ Lag" ist ein Bild auf dem Stredbrett" wohl wichtiger, das eine Folterszene darstellt. Die Aufklärer haben die Brutalitäten und Gemeinheiten ihrer Zeit unter Einfah ihrer Berjon bis aufs Meffer befämpft. Die Handelsvolt, deffen Herzensängstlichkeit, dessen Hemmungen, dessen Beitungen von heute nuznießen den Sieg, um mit diesen Wüſtheiten ihre Leser aufzuflären. Fremdheit in der Welt der Spekulation es zu nichts hatten bringen lassen. Sie flebten am Pfennig. Sie zitterten um das Brot für die nächste Woche, das die anderen.... die anderen hatten, die sie sich als Kunden mißgönnten, die sie zum Richter gegen fich anriefen. Sie hatten nichts zu tun mit der Philosophie der Welt rings um sich: aber sie tlammerten sich an ihre Gesetze. Ich weiß es nicht, wie der Streit der beiden endete, ob mit der Entziehung des Gewerbescheines oder mit der Beleidigungsflage oder mit beidem, ich weiß mir, daß er in jedem Falle mit der Festigung einer Weltordnung endigte, die die beiden zum lebenslänglichen Kleinverkauf von Obst verurteilt hatte.. Selfjame Berirrungen. In Niedergangszeiten steigt der ganze Bodensatz der Weltgeschichte, der unter der dünnen Kulturschicht verborgen lag, wie ein Schlammausbruch empor. Die Narreteien und Berrücktheiten, zu denen alter Aberglauben längst geworden, werden wieber lebendig und gewinnen zahllose Gläubige. Ge. Die Rettung der Polarstadt Nome Nach in New York ein Nome, dem der an der Nordküste des Nortonfunds in Alaska gegetroffener funtentelegraphischer Meldung dürfen die Bewohner von legenen, durch einen breiten Schnee- und Eisgürtel von jedem Berkehr mit der zibilisierten Welt abgeschlossenen Etädtchen, das durch eine Diptherieepidemie von völligem Aussterben bedroht war, heute als gerettet gelten. Der einzige noch in der Stadt befindliche Arzt hatte fortgesetzt funfentelegraphisch Hilferufe ausgefandt, weil er bei dem Mangel an Serum sich jedes Mittels beraubt fah, die Seuche zu bekämpfen. Auf diese Hilferufe hatten sich zwei Belzjäger namens Joe und Kaffon, Mestizen aus Indianer- und Estimoblut, das tollkühne Wagnis unternommen, auf ihren Hundeschlitten der unglüdlichen Stadt zu Hilfe zu kommen. Bei diesem Wettrennen mit dem Tode ist nun Gunnar Kasson als Erster auf seinem mit Diphterieserum beladenen. und von 13 Hunden gezogenen Schlitten in Nome eingetroffen. Bei einer Temperatur von 40 Grad unter Null hatte der wagemulige Belzjäger troß der Schneestürme einen Weg von 1000 Kilometer quer durch schneebedeckte, vereiste Steppen Diese Darstellung ist so eigentümlich, daß fie dringend einer amtlichen Aufklärung bedarf. Tannenzapf ist zugestandenermaßen der Gewährsmann der„ Börsenzeitung". Daß er sich sein Material zusammengeflaut hat, ist nicht zu bezweifeln Wenn die obige Version zutrifft, dann hätte die Staatsanwaltschaft einem Dieb zu feiner Freiheit und zu seiner Beute verholfen. Das ist aber beinahe zu undenkbar. Ebenso undenkbar ist es, daß Tannenzapf gar im Auftrage der Staatsanwaltschaft seine Eigentumsdelikte begangen hätte. Was ist also eigentlich vorgefallen und welches Spiel wird hier getrieben? Barmats Staatszugehörigkeit. BIB. teilt mit: Gestern wurde vom niederländischen Konsulat in Berlin Herrn Julius( Jeddko) Barmat in Berlin amtlich mitgeteilt, daß die seinerzeit von ihm als Gebühr für seine beantragte Nationalisierung als Holländer hinterlegten Geldbeträge wieder zu feiner Berfügung ständen, nachdem sein Nationalisierungsgesuch früher abgewiesen sei. Zum Fall Bauer. Ausschlußzantrag. Der engere Bezirksvorstand der Berliner Barteiorganisation hat in seiner Sigung vom 10. Februar zum Fall ftand zur Annahme empfehlen wird: Bauer folgenden Beschluß gefaßt, den er dem erweiterten BorDer engere Bezirksvorstand ist der Ueberzeugung, daß das Berhalten des Genossen Bauer gegenüber der Partei einen so schweren Bertrauensbruch darstellt, daß die Voraussetzungen des § 28 des Organisationsstatuts gegeben sind. Er hält deshalb die weitere Zugehörigkeit des Genossen Gustav Bauer zur Bartei für unmöglich. Ein Abtrünniger. Die gesamte bürgerliche Preffe ohne Unter. schieb der Partei ist in der Lage, mitzuteilen, daß Dr. August Müller aus der Partei ausgetreten fei, meil die Partei ihm nicht fdmell genug andere Parteigenoffen ausgeschloffen habe! Müller beruft fich darauf, daß er seit seinem 20. Lebensjahre der Sozialdemo tratie angehört habe, jegt ginge es jedoch nicht mehr. Tatsächlich maren die Beziehungen August Müllers zur Sozialdemokratie feit Jahren mehr als lose. Wir erinnern daran, daß er bei der Gründung des Stinnesblattes DAZ." als deffen Mitrebatteur tätig war, baß er feit langem hauptsächlicher Mitarbeiter bürgerlicher Blätter ist und mit der Partei fast feine Fühlung hatte. Daß er seinen Austritt der Welt wie ein Ereignis mitteilen läßt, zeugt von einer Selbsteinschägung, die in fchroffem Mißverhältnis zu der Tatsache steht, daß er in einem Augenblid bie Bartei verläßt, da die ganze Schlammflut deutschnationaler Berleumdungen gegen fie ge wälzt wird. und Wälder in genau 127 Stunden zurückgelegt. Alle noch gefunden Bewohner von Nome waren in Schlitten dem Helden entgegenge fahren. Kasson ist heute der Held des Tages; aber bescheiden lehnt er alle huldigungen ab und schreibt das Gelingen des Unternehmens ausschließlich dem Leithund Ballo feines sibirischen Hundegespanns zu. Bon dem Berbleib feines Stammesgenoffen Joe fehlt jede Nachricht. Einen anderen heldenhaften Versuch, der Stadt Rettung zu bringen, unternahm der Flieger Roy Darling, derselbe, der dazu auserfehen war, mit Amundsen von Spizbergen aus den Nordpol zu überfliegen. Troß dem Abraten der amerikanischen Militärfliegerstation mar er in Anchorose an der Küste des Stillen Ozeans aufgeftiegen, und es war ihm auch geglüdt, bis zu dem an der Küste des Berings- Meers gelegenen Stadt St. Michel vorzubringen, das nur noch etwa 140 Kilometer von Nome entfernt ist. Hier wurde fein Motor zum Stillstand gebracht. Darling tonnie aber mieder aufsteigen und ist inzwischen ebenfalls in Nome eingetroffen. Dr. Bet old. Der Bortragende erwies auf der Grundlage der pofiUeber pofifivistische Ethit sprach im Moniftenbund Prof. tivistischen Philosophie die Relativität jedes Sittengefehes gegenüber der Kantschen abjeluten Ethif. Das Sittengefeß sei eine Norm, die aus der Gemeinschaft, der jedes Individuum angehört, als organische ( biologische) Notwendigkeit hervorgehe und fich in dem Maße ändere, als sich die Struktur dieser Gemeinschaft verändert. Der ethische Be. stand menschlicher Lebensformen ist nur durch die Gemeinschaft" garantiert, diese umgefehrt ist abhängig von der Berbindlichkeit des Sittengefeßes, welch lekteres nichts weiter bebeutet als die Er haltungsbedingungen der Gemeinschaft. Mit dem Austritt aus der Gemeinschaft fallen die gegenseitigen ethischen Verpflichtungen. Aus diesen Grundthesen wurden dann die Konfequenzen für das Verhältnis der Individuen, Bölfer und Staaten zueinander abgeleitet. ition 19 Die weiße Kunft, ein Stilehrfilm der Berg und Sportfilm Ges. 312 Freiburg i. Br., wird vom 16. bis 22. Februar, abends 9 Uhr, in der Urania, Taubenftr. 48/49, vorgeführt. Er zeigt ausführlich die Technik des Stilaufens und bringt Ausnahmen von der Schönheit des winterlichen Hoch, gebirges im Arlberg- und Monte- Rosa- Gebiet. Der Edda- Forscher Huno Gering ift in Riel im 78. Lebensjahre gestorben. Als Germanist hat er sich überwiegend mit der altnordischen Ueberlegung beschert. Literatur beschäftigt und eine der zuverlässigsten nnd lesbarsten Edba Helurich Lersch, der burch seine Kriegslieder berühmt gewordene Ar beiterdichter, hat lange geschmiegen. In feinem demnächst erscheinenden Buche Mensch im Eisen, Gefänge von Bolt und Wert"( Deutsche Berlags anstalt) gestaltet der Dichter in großen Gefängen das zermalmende 3rrsal unserer Zeit und zugleich den Retter aus der Not: den Neuen Menschen. Kurzfchriffunterricht in den Frankfurter Berufsschulen. Die Industries und Handelstammer Frankfurt a. M. Hanau hat an ben dortigen Magistrat russichulen und sonstigen Lehranstalten Unterricht in der Einheitskurzschrift das Ersuchen gerichtet, mit Beginn des nächsten Schuljahres in allen Be erteilen zu lassen. Cafemenis Tagebuch. Eine Beröffentlichung von Auszügen aus dem Tagebuch des irischen Freiheitskämpfers Roger Casement wurde lützlich im Londoner Buchhandel angekündigt. Die englische Regierung aber hat fofort Maßnahmen zur Unterdrüdung dieser Schrift ergriffen und das Tagebuch beschlagnahmt, das sich jezt im Besiz des Innenministeriums befindet. T Sechs Jahre Reichspräsident. 11. Februar 1919- 1925. Mit dem heutigen Tage vollenden sich sechs Jahre, seit die Nationalversammlung in Beimar die Wahl des ersten Reichspräsidenten der Deutschen Republik vollzogen hat. Es wurden damals 379 Stimmzettel abgegeben, von denen 277 auf Friedrich Ebert lauteten und 49 auf Posa= domsfy, 51 Bettel waren unbeschrieben, zwei Stimmen maren zerfplittert. In der Rede, mit der er die Annahme der Wahl erklärte, sagte Genosse Ebert u. a.: Ich will und werde als Beauftragter des ganzen deutschen Boltes handeln, nicht als Bormann einer einzigen Partei. Ich befenne aber, daß ich ein Sohn des Arbeiterstandes bin, aufgewachsen in der Gedankenwelt des Sozialismus, und daß ich weder meine Herkunft noch meine leberzeugung jemals zu ver leugnen gesonnen bin... Nun hat Genoffe Ebert sein Amt sechs Jahre lang inne. Man tenn wohl fagen, daß noch felten in der Geschichte auf die Schultern eines Mannes eine so schwere Aufgabe gelegt worden ist. Härteste Bedrängnis von außen, tiefste Erschütterung im Innern, soziale Nöte, drohender Zerfall, das waren die Zeichen, unter denen Ebert sein Amt antrat. Es kam die Entscheidung über Oberschlesien, das Londoner Ulti matum, der Ruhrkampf, es tamen die Putsche von links, die Butsche von rechts, die politischen Morde, der Separatismus im Westen und in Bayern, es tamen Hungerfrawalle und Inflation. Aber die Republik blieb, das Reich hielt zusammen, der Druck von außen ließ nach, es befestigte sich die Ordnung im Innern. Und wenn auch die Gefahren noch immer groß find, so ist doch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft wieder gewachsen. Eberts Aufgabe war es, zu verhindern, daß die Krisen zu Katastrophen wurden. Ueber die Mittel, die dazu anzuwenden waren, konnte man verschiedener Meinung sein. Der Präsident war in seinen Handlungen durch den Willen wechselnder Regierungen konstitutionell beschränkt. Seine Stellung war einzigartig und ohne Vorbild, ihr Inhaber fonnte weder auf Gewohnheitsrecht noch auf Erfahrungen der Bergänger zurückgreifen. Jede Tradition fehlte, es mußte in furzer Zeit in eine Prüfung der verfassungsrecht- blatt" noch nachgeprüft und mit den Wirklichkeiten verglichen lichen Wünsche der Länder eintreten werde. Abends fand in der Dienstwohnung des Ministerpräsidenten ein Empfang der führenden Persönlichkeiten in der Politik und Birt schaft statt. Am Mittwoch früh reist der Kanzler weiter nach Stuttgart. Aufhebung des bayerischen Ausnahmezustandes. werden. Der Appell Beckers an die anständige Presse" ist von der rechten Seite des Reichstags mit lebhaftem Beifall aufgenommen worden. Ob dieser Beifall bei der Rechtspresse allerdings Beifall findet, wagen wir zu bezweifeln, denn vom " Tag" bis zur Kreuz- Zeitung" und vom Agrarierblatt bis zum Claß- Organ wetteifert sie in dem Bestreben, sich nicht als München; 10. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Mi im Sinne Beckers, anständig" zu erweisen. Seit Monaten nisterrat hat sich am Dienstag mit der endgültigen. Auf besteht ihr einziges erkennbares Bestreben darin, durch Enthebung des Ausnahmezustandes in Bayern befaßt und hüllungen" dem Ausland Material gegen die Republik zu beschlossen, dem Landtag in den nächsten Tagen eine entsprechende liefern und an dem höchsten zu rühren, was ein politischer Vorlage zu unterbreiten. Auf Grund dieser Borlage, die der Land- Gegner besiẞt, nämlich an seiner persönlichen Ehre". tag zu verabschieden hat, werden mit sofortiger Wirkung aufgehoben die Verbote der Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei und der Kommunistischen Partei, ferner die Verbote des Bundes Oberland" und der Reichstriegsflagge". Gleichzeitig werden auch die Verordnungen außer Kraft gesetzt, die bei der Errichtung des Generalstaatsfommissariats erlaffen worden sind und die fich auf Schußhaft, Standrecht und Streifrecht beziehen; bestehen bleibt lediglich die Verordnung zum Schutze der Jugend, die sich gegen die fommunistische Agitation in den Schulben richtet; das Berfammlungsrecht wird insofern eingeschränkt bleiben, als alle er fammlungen unter freiem Himmel verboten bleiben. Die Versammlungen in geschlossenen Räumen find nicht mehr genehmigungspflichtig, dagegen sind die Platate, die derartige Bersammlungen ankündigen, der Polizei auch in Zukunft zur Genehmigung vorzulegen. Die Gelder der„ Hika". Freilich: diese politischen Gegner sind Sozialdemo fraten und Republikaner! Wir haben nicht gehört, daß Herr Beder und seine Freunde Einspruch gegen deren Berleumdung erhoben hätten. Die Debatte in Grenoble. Berurteilung der letzten Rede Herriots. Grenoble, 10. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Auf dem sozialistischen Barteitag sprach für die Minderheit 3yromiti, ber, ohne die Politik der Unterstützung grundsäglich zu bekämpfen, indem sie ein organisches Element der Regierungsmehrheit geworden der Fraktion den Vorwurf machte, daß sie zu weit gegangen fei. sei und mit der Regierung durch dick und dünn gehe; diese Politik merde dadurch zu einer Politik der direkten Zusammenarbeit. Man müsse endlich den Mut haben, sich zu, entscheiden zwischen dieser Politik und der Politit des Klaffentampfs, die das A und O aller sozialistischen Lehren bilde. Nach Bonnefou, der ebenfalls Kritik an der Parlamentsfraktion übte, griff Léon Blum Eine Erklärung Dr. Beckers im Reichstag. und Wirtschaftsminister im Cuno- Kabinett, Dr. Bedertaß fie zu weit nach rechts gegangen sei, dann aber, daß die posi Der volksparteiliche Vertrauensmann der Schwerindustrie in die Debatte ein: Die Fraktion sei lediglich ein Exekutivorgan der Partei. Man habe ihr den doppelten Borwurf gemacht, einmal Hessen, hat gestern im Reichstag vor Eintritt in die Tagesliven Ergebnisse ihrer Politit unzulänglich gewesen seien. Das crdnung eine lange Berteidigungsrede gehalten, in der er Baradore der Politik der Unterſtügung sei, daß fie um so weni. seine Mitwirkung an der Unterstützung der Ruhrindustrie durch die" Hika", die Hilfskaffe beim Wirtschaftsministerium, in Abrede stellte. Becker behauptet u. a.: · er nach außen in Erscheinung trete, je wirffamer fie fei Die Bartei müsse unzweideutig jagen, was fie mun eigentlich wolle. Die Frattion müsse endlich wissen, was man von ihr verlange. Er sei unbedingt für die Fortsetzung der bisherigen Politit, vor wahrscheinlich nicht begreifen würde. Die Fraktion brauche die ein mütige Zustimmung der Partei. Die Fraktion frage sich jeden Tag von neuem, wie weit fie in ihren Bugeständnissen achen dürfe. In der gleichen Richtung bewegten fich die Aus.. führungen Faures und Compère Morels. Der Beifall, ben diese drei Redner fanden, zeigte, daß die Gegner der Frak tionspolitit m verschwindender Minderheit find. tionspolitik m verschwindender Minderheit find. Am Dienstagvormittag führte der Parteitag diese Aussprache zu Ende. Jean Longuet warnte die Fratiton davor, den laffentampf charakter der Partei zu verwischen. Wenn er Herriot auch nicht mit Poincaré vergleiche, so biete doch die Außen politik der gegenwärtigen Regierung und insbesondere A alles neu geschaffen werden. Das ging nun nicht so, daß auch fleineren und mittleren Unternehmungen mit Krediten beizu allem, weil das Land einen Wechsel der Taftit ohne triftigen Grund Als es sich während des Ruhrkampfes als notwendig erwies, alle damit hätten zufrieden sein können, das versteht sich von Selbst. springen, benußte man der Einfachheit halber die schon bestehende Organisation der„ Hita". Die Großindustrie war schen wegen Aber dennoch gebietet die Gerechtigkeit zu sagen: Beschränkung dieser Mittel von vornherein ausgeschloffen, Dieser Sohn des Arbeiterstandes, dieser Sofie hat fie mit Ausnahme eines Falles nicht benut.. Die Entscheidung zialdemokrat, hat sich in der bedeutungsüber die Gewährung von Mitteln der hita" stand auch nicht dem nollen geschichtlichen Rolle, die ihm auge Reichswirtschaftsministerium, fondern einer Rommiffion 3u, fallen war, bewährt. Daß wir durch alle Krisen hin zu der das Ministerium nur ein Mitglied entandte. Nachdem ich durchkamen, ohne daß der Reichszerfall eintrat und ein finn- 1918 als hessischer Finanzminister ausschied, glaubte ich, in meinem Alter noch nicht von loser volksvernichtender Kampf aller gegen alle ausbrach, ist in hohem. Grade fe in Verdienst. Dieses Verdienst wird nicht u sollen, und ich war dann im Vorstand der Rheini nur in unserer. Partei, sondern auch in allen republikanisch Guno eintrat, löfte ich selbstverständlich dieses Verhältnis, das ein denkenden bürgerlichen Kreisen und ganz besonders im Aus: zige, das mich mit der Schwerindustrie verbunden hat. Während Lande anerkannt. Ebert hat durch seine Persönlichkeit mehr meiner Amt's eit habe ich mit dieser Industrie weiter teine dazu getan, um das Ansehen des deutschen Boltes im Auslande Berbindungen unterhalten, als mit allen übrigen Kreifen der Wirt wiederherzustellen als alle nationalistischen Wahrer von„ AnIchaft. fehen und Würde":" Ein Sohn des Arbeiferstandes, ein Sozialdemokrat als erfolgreicher Staatsmann und als allgemein geachtete Person lichkeit das ist etwas, was die Rechte nicht ertragen tann, as bedeutet die Bernichtung aller Borousfegang ihrer Bolifit. Kein Wunder, daß Ebert für sie fein Staatsmann don Rang, fein Ehrenmann fein darf ein Wunder, daß sie in der Form des schmugigsten Berleumdungsfeldzugs, den die Gechichte tennt, ihre Borbereitungen zur Reichspräsidentenwahl betreibt, die im Mai dieses Jahres durch Boltswahl er folgen foll Der 11. Februar mahnt uns an diesen Schicksalstag. Un ihm wird es sich entscheiden, ob sich das deutsche Volf als reif zur Selbstregierung erweist oder ob es durch die Bahl eines un würdigen sich selbst verliert. Luther in München. fchen Stahlwerte meinem Ruhegehalt leben Als ich dann in das Rabinett " Weifer, sprach Beder über die ihm gemachten Borwürfe wegen der Grundlagen der Krebife. Die offiziole Be richtigung hat bereits festgestellt, daß Papiertredit nur zu zu Unjang gegeben wurden, der Reſt teils in Papier, teils in Gold beredinung. Die Oberflächlichkeit der Behauptungen des Berliner Zageblatt" ergibt sich aus der weiteren Behauptung, ich jei im Februar unb Wars 1923 to optimistisch gewefen zu glauben, die Mart werde bei dem damaligen Dollar stand auf achttau feno ftabit bleiben. Damals ftand aber der Dollar tatsächlich nicht achttausend, fondern zwischen einunddreißigtausend umb fieben unboierzigtausend und fein niedrigster Stand mar in jener Zeit über haupt nierzehntausend fünfhundert. Berücksichtigung föderalistischer Wünsche ,, ohne besondere treter eines Werkes in Düsseldorf, der Firma Dobro. Verfassungsänderung". München, 10. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Am Dienstag Mittag traf Reichstanzler Luther in München ein, wo er am Bahnhof von dem Ministerpräsidenten Held, dem bayerischen Ge fandten in Berlin und von einem Vertreter des erkrankten Reichsgesandten in München empfangen wurde. Unmittelbar darauf begab sich der Kanzler in das Ministerium des Aeußern, wo ihm fämtliche Minister und Staatsräte vorgestellt wurden. Hierauf fand in der ehemaligen Kammer der Reichsräte eine Begrüßung des Kanz lers durch den Landtag statt, wobei dessen Präsident u. a. erklärte: Wir erblicken in dem Besuch des Reichstanziers in erster Linie eine Anerkennung der verfassungsmäßigen Rechte des bayerischen Barlaments. Wir vom Landtag vertreten die Auffassung, daß unter meitgehender Anerkennung der staatspolitischen Rechte der Länder Eingriffe der Reichsgewalt in die historisch gewordenen Aufgaben der Länder, in die Verwaltung, Rechtspflege und fulturellen Belange nach Möglichkeit unterbleiben follen. Wir find ferner der Auffassung, wenn eine Wiedergenesung unserer bayerischen Wirtschaft möglich sein soll, daß dann nach der eigenartigen inirtschaftlichen Struktur unseres engeren Baterlandes es notwendig sist, daß die furchtbare Kreditnot der Landwirtschaft befeitigt wird." In seiner Erwiderung erflärte Reichstanzler Luther, daß er auf das Eigenleben der Länder als einen geschichtlich gemordenen Grundpfeiler des Deutschen Reiches großes Gewicht Tege und sich bemühe, in der praktischen Arbeit die Bestrebungen der Länderregierungen zur Lösung gemeinsamer Aufgaben mit der Reichs regierung mit allen Kräften zu unterstützen. Er wisse sehr wohl die Tatsache zu würdigen, daß auf der einen Seite die Vertretung des deutschen Volkes im Reichstag und in den Bolfsvertretimgen der Länder liege. Auf der anderen Seite müsse aber auch die Tatsache beachtet werden, daß auch die Volksvertretungen der Länder ihre Gesamtarbeit so einstellen, daß Volt und Vaterland in seiner Gesamt heit, also dem ganzen Deutschen Reich, gedient fei. Biertens: Das Berliner Tageblatt" behauptet, die, hiha habe den Ruhrindustriellen dirett Kredite zugeführt gemacht, besonders die Bestdeutsche Gruppe der Großindustrie. Im und der größte Teil der Industriellen hätte davon ausgiebig Gebrauch ganzen feien es etwa über hundert Industrielle gewesen. Diese Behauptung ist mit Ausnahme eines einzigen Falles völlig aus der Luft gegriffen. Die Genannten haben niemals einen Pfennig dus der Hita" erhalten. Wohl aber ist es dem Ber treter eines Wertes in Düsseldorf, der Firma Dobro molsti, gelungen, die Kommission zur Hergabe eines größe ren Betrages zu bewegen, unter der Behauptung, er müsse fouft schon anderen Tages feine Betriebe sperren und Arbeiter entlassen; andererfeits sei ihm hilfe vom Ministerium bereits zugesagt. Darauf habe ich, als ich vom Referenten des Wirtschafts ministeriums davon die erste Kenntnis erhielt, sofort angeordnet, daß der Betrag zurücgefordert werde und eine eingehende Untersuchung angestellt merde, ob nicht eine Vorspiegelung des Kreditnehmers vorliege und strafrechtlich gegen ihn vorzugehen sei. Kreditnehmers vorliege und strafrechtlich gegen ihn vorzugehen fei. ( Hört! hört! rechts.) Die Rückzahlung ist demnächst er= folgt. Die Untersuchung wurde von der Staatsanwaltschaft fort geführt, murde aber lange nach meinem Ausscheiden aus dem Reichswirtschaftsministerium eingestellt. Fünftens: Das Berliner Tageblatt" nennt die Namen der be. treffenden Referenten im Reichswirtschaftsministerium. Beide Herren sind von mir beim Eintritt in das Minifterium von meinem Bergänger, dem sozialdemokratischen Kollegen Schmidt, übernommen worden. Die Objektivität des einen wird wohl auch das Berliner Tageblatt" nicht bestreiten, menn ich hier ohne jede Nebenabficht fest stelle, daß er der Sozialdemokratischen Partei angehört. な fich um mehr als zweitausend Goldmillionen handeln, fo genügt es, Sechstens: Wenn das Berliner Tageblatt" behauptet, es dürfte auf die offiziöse Feststellung hinzuweisen, daß der Ausschuß zur Unterstützung der Industrie überhaupt nur zur Ausgabe von zweihundert Goldmillionen ermächtigt war, denen nur zehn Goldmillionen verwendet worden sind. Also der weihundertste Teil dessen, mas das Berliner Tageblatt" be hauptet hat. Don und das Urteil darüber, wie leichtfertig das Berliner Tageblatt" Ich kann mich auf diese tatsächlichen Feststellungen beschränken mit den Tatsachen und Zahlen umgesprungen ist, diesem Hause und allen Anständigen außerhalb dieses Hauses überlassen. Vielleicht darf ich noch darauf hinweisen, daß eine anständige Breffe in diesen Zeiten fich gewiß nicht dazu hergeben wird, dem Ausland Kampfmaterial zu liefern.( Große Unruhe und Erregung links. Lebhafte Buftimmung rechts.) Und daß man nicht an dem höchsten rühren darf, was ein parteipolitischer Gegner besitzt, nämlich an seiner persönlichen Ehre! Anschließend fand ein Empfang des Reichstanzlers durch die Im Reichstag hat diese vor der Tagesordnung" abgeMünchener und auswärtige Bresse und hierauf eine Begrüßung durchgebene Erklärung des gewesenen Wirtschaftsministers nicht so die städtischen Behörden im Rathaus statt. Dann folgte der Reichs- fort besprochen werden können. Sie geht deshalb in den fanzler einer Einladung des Ministerpräsidenten zu einer privaten Parlamentsberichten als unwidersprochen ins Land. Daß Aussprache, in der man sich über die spezifisch bayeri- fie dadurch richtiger und gewichtiger werde, muß allerdings schen Wünsche zur Ausgestaltung der Selbständigteits bezweifelt werden. rechte der Bänder beschäftigte. Im Mittelpunkt dieser Unterrebung stand naturgemäß die befannte Dentschrift der baneri fchen Regierung zur Revision der Weimarer Berfassung Der Kanzler machte dem Ministerpräsidenten Held dabei eine Reihe von Vorschlägen, wie den Wünschen Bayerns ohne bejon dere Verfassungsänderung Rechnung getragen werden fönnte. Der Kanzler wies auch darauf hin, daß der Reichsrat fchon Denn wenn es auch richtig ist, daß der Ausschuß zur Unterstützung der Industrie" etatmäßig nur zur Ausgabe von zweihundert Goldmillionen berechtigt war, so find bekannt. lich während des Ruhrkampfes so viele Geldmittel ohne Rüd ficht auf irgendeinen Etat an die Ruhr geflossen, daß die ganze deutsche Währung dadurch ruiniert wurde. Im übrigen werden die Zahlen des Herrn Becker doch sicher vom Berliner Tage17 die letzte Rede des Ministerpräsidenten Anlaß zu schärferer Kritik. Jedenfalls jei es ungeheuerfio, ben Rhein als für die Erhaltung des Friedens notwendige Grenze zu bezeichnen. Longuet schloß mit der Erflärung, daß er unter der Bedingung, mit der vorgeschlagenen Entschließung einverstanden sei, daß diese wirklich den Ausdrud der verfchiedenen Strömun gen bilde. Drouot und Grumbach traten für die Fraktionspolitif ein und polemisierten gegen die Behauptung der Minderheit, die Partet fet von ihren Prinzipien abgewichen. Dumoulin, ber ehe malige Sekretär des Gewerkschaftsbundes, bezeichnete die letzte Rede herrlots als im höchsten Grade gefährlich, da fie die Erfolge der Politit non London und Genf endgültig zu tom promittie ten drohe. Er sprach sich aber für uneingeschränkte Bortfehung der bisherigen Politie aus. Bradě, her Führer der Opposition, faßte dann noch einmal alle gegen die Haltung der Frafiton geltend gemachten Argumente zusammen, gab aber zugleich in glänzenden Ausführungen der Auffassung Ausdrud, te inen Umständen die Rede sein fänne. daß von einer Preisgabe der unterstügungspolitik unter Die Frattion müsse sich nur hüten, in allzu große Abhängigkeit von den anderen Parteien der Mehrheit zu geraten. Auch Bracke trat dafür ein, daß sich der Parteitag auf eine einheitliche Entschließung über die allgemeine Bofitif einige. allgemeine Bofitit einige. Am Dienstagnachmittag begann die Aussprache über die bei den bevorstehenden Gemeindewahlen einzuschlagende Taktik. www Kolonien statt Bargeld? Brüffel, 10. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Belgische Blätter lassen sich aus Paris melden, daß dort augenblicklich ernsthaft die Möglichkeit erwogen und erörtert werde, die französischen Kriegsschulden an England und Amerika durch Abtretung gewiffer Französischer Kolonien zu begleichen. Dabei sollen in Be tracht kommen für die Abtretung an England die Hebriden und eu- kaledonien nebst den umliegenden Inseln, an die Vereinigten Staaten die französischen Antillen, ferner Tahiti, sowie die Gesellschafts- und Marquis- Inseln. 3mar sträube sich noch die öffentliche Meinung Frankreichs sowie die Regierung dagegen, aber die Strömung, die diesen Vorschlag für diskutabel halte, wachse, zumal Frankreich bei dem großen strategischen Wert dieser Kolonien für die angelsächsischen Mächte einen großen Breis fordern, könnte. Außerdem gebiete die finanzielle Lage Frankreichs eine derartige Lösung, denn die genannten Kolonien liefen ohnehin Gefahr, unter die Kontrolle der Gläubigerstaaten zu gelangen, da Franfreich ohne Aufnahme von neuen Anleihen dieje Kolonien taum meiterhin verwalten förne. 4 Zusammenstöße in Prag.. Prag. 10. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Rommunistische Partei hatte für heute abend auf dem Altstädter Ring eine Demonstrationsversammlung gegen die Leuerung einberufen. fam hierauf in der Stadt, besonders auf dem Wenzelsplak, An der Bersammlung nahmen mehrere tausend Personen teil. Es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die gegen die Menge vorging. Der offizielle Polizeibericht fagt, daß gegen die Polizei Riefelsteine geworfen worden seien. Darauf gab die Polizei eine Revolver alve gegen die Menge ab; fünf Personen wurden perfekt, darunter follen drei Schwerverletzte sein. Auch einige Polizeibeamie wurden durch Schüsse verlegt. Die Zusammenrottungen dauerten längere Zeit, die Polizei ging wiederholt gegen die Menge vor. Gegen 29 Uhr abends erschien Gendarmerie, die den Blaz raumte. In der ganzen Stadt herrscht große Aufregung, besonders, in der Bevölkerung der Arbeiterviertel. Die Stimmung ist sehr gereizt, zumal morgen sich das Parlament mit der Teuerung beschäftigen soll, bis jetzt aber noch nichts über Absichten der Regierung gegen die Teuerung und den Bucher bekannt ist. Ohrfeigen statt Hilfe. Der Finanzausschuß des Völlerbundes hat auf die dringendsten Hilfegefuche der deutschWirtschaft und österreichischen Regierungsabordnung Industrie sind am Ende eine Enticließung gefaßt, die in gebäifigen Ausbrüden die( drückend barte) Turchführung ber Sanierung und die Regierung tabelt. In Deutschösterreich berricht große Erregung, unsere Genossen fordern, daß der Hauptausschuß des Nationalrats fich von der Abordnung Bericht erstatten lassen. Gewerkschaftsbewegung Die Arbeitszeit der Beamten. Eine Eingabe der Spikenorganisationen. Die Beamtenspikenorganisationen haben sich mit einer Eingabe an den Reichsminister des Innern gewandt, in der erstens die Wiedercinführung der 48stündigen Wochendienstzeit und zweitens die Befeitigung der Urlaubsfürzung gefordert wird. Außerdem wird verlangt, daß in den Dienstorten, in denen die Beamtenvertretungen es gefordert haben, die ungeteilte Dienstzeit eingeführt, der Nachtdienst in 1% facher Höhe des Tagesdienstes bewertet und die Ableistung der Dienstbereitschaft in angemessener Weise als volle Arbeitszeit angerechnet wird. In der Begründung zu der Eingabe wird darauf hingewiefen, daß der Reichsarbeitsminister in einem Schreiben an den Reichstag zum Ausdrud gebracht hat, die Reichsregierung habe niemals die Ratifitation des Uebereinkommens von Washington über den Acht ftundentag grundfäßlich abgelehnt; die jetzige deutsche Gesetzgebung über die Arbeitszeit fei nur als Notgefeßgebung zu betrachten, an der nicht länger festgehalten werden solle, als es die ganz außerordenlich schwierige Lage Deutschlands erfordere. Die Spikenorganisationen betonen hierzu, daß es sich bei der Berordnung der Reichsregierung über die Dienstzeit der Beamten ebenfalls nur um eine Notstandsmaßnahme handle, die jetzt beseitigt werden kann. Der Allgemeine Deutsche Beamtenbund hat übrigens den Spizenorganisationen vorgeschlagen eine gefegliche Regelung der Dienstzeit der Beamten zu fordern, um diese Frage nicht mehr der Willfür der Regierung zur Regelung zu überlassen. Die Spikenorganisationen werden in den nächsten Tagen zu diesem Borschlag Stellung nehmen. In der Besoldungsfrage vertritt der ADB. den Standpunkt, daß eine angemessene Aufbesserung der Bezüge nicht mehr zu umgehen ift zumal jetzt festgestellt werden konnte, daß sowohl das Reichsfinanzministerium und auch die Reichsbahngesellschaft genügend Mittel zur Verfügung haben, wie die Riefenentschädigungen der Ruhrindustriellen und die außergewöhnlich hoch bemessene Leistungszulage an die höheren Beamten der Reichsbahngesellschaft beweisen. Die Berliner Arbeiter gegen die Führerclique der KPD. Entschließung. Die am Mittwoch, den 4 Februar 1925, tagende Vertrauensmännerfonferenz des Siemens- Konzerns spricht ihr tiefstes Be dauern darüber aus, daß, wenn eine Arbeiterpartei gegen die Reaktion demonstriert, eine andere, die sich auch noch Arbeiterpartei nennt, ihr in den Rüden fällt und so der Reaktion Borfchub leistet. Die Versammelten halten es nach den Vorgängen am Sportpalast mit der Ehre des Arbeiters unvereinbar, noch weiterhin einer solchen Partei in ihrem reaktionären Gebaren irgendwelche Unterstügung zu gewähren und fordern alle anständigen Arbeiter auf, jede Verbindung mit einer folchen, von einer verantwortungslosen Führerclique fanatisierten und teilweise zu Räuberbanden herabgefunkenen Masse abzulehnen. Diese Entschließung wurde mit allen gegen 2 Stimmen in der Bertrauensmännertonferenz des Siemens- Konzerns angenommen. Die Entschließung sah erst in ihrem legten Absah eine andere Fassung vor, und zwar war darin enthalten, daß die KPD. für diese Borgänge verantwortlich gemacht werde. Die Antragsteller erflärten vor der Abstimmung, daß fie nicht abgeneigt feien, die Borte fommunistische Partei", um nicht ehrliche Arbeiter zu treffen, finngemäß umzuändern oder so auszulegen, daß darunter jene unverantwortliche Führerclique zu verstehen sei, die diefe Horden fanatifiert habe. Die anwesenden Mitglieder der KPD. erklärten durch ihre Sprecher, daß fie ebenfalls mit den Antragstellern die Vorgänge am Sportpalast schärfstens verurteilen. Korruption in der Erwerbslosenfürsorge. der Leitung verlangen, ihm die Unterlagen, die zur Aufftellung von Konten gedient haben" mitzuteilen, und er ist berechtigt, gegen die Art der Verbuchung von Bosten EinEs sollen Streifende als erwerbslos unterstützt fein. So all gemein, wie diefes der Reichslandarbeiterbund" behauptet, behauptet es nicht einmal Rapp. Er fagt nur, Personen, die nach einem Streit oder einer Aussperrung ohne Arbeit blieben, also gem a ßspruch zu erheben. regelt maren, hätten in einigen Fällen Erwerbslosenunterſtügung bezogen, obwohl sie solche erst vier Wochen nach Ablauf des Kampfes erhalten durften. Möglich, daß es vorgekommen. Aber Rapp ver gißt, daß die Anschauung nicht nur bei Arbeitern, sondern auch bei der Regierung und bei den Unternehmern dahin ging, daß die vierwöchige Sperrfrist ein schweres Unrecht gegen die betreffenden Erwerbslosen ist. Rapp berichtet weiter über einige Fälle, wo Unregelmäßigkeiten vortamen. Einige Personen haben Unterstützung erhalten, obwohl fie arbeiteten. Er meldet einen Fall, wo eine Frau neben der Arbeitslosen- auch die Krankenunterstügung bezog. Sicherlich sind Betrügereien vorgefommen. Im Jahre 1921 waren Hunderttausende erwerbslos; daß dabei auch einmal ein Betrüger mit unterläuft, ist unvermeidlich. Käme es darauf an, so fonnten wir wirkliche Beweise anführen, daß gerade recht wohlhabende Bauern es in den Jahren 1921 und 1922 verstanden, ihre Söhne und Töchter die laugen Wintermonate hindurch als erwerbslos" unterstützen zu laffen, und wo mehr als ein bäuerlicher Gemeindevorsteher beide Augen zudrückte, wenn diese Erwerbslosen" recht munter auf dem elterlichen Hof arbeiteten, während der Landarbeiter trotz Arbeitsfofigkeit feine Unterstügung erhielt. So sieht die Korruption" der Gewerkschaften aus. Berhandlungen im Reichsbahnbetriebe. Die bereits angekündigten Verhandlungen der Eisenbahnerorganisationen über die Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverfürzungen haben am Dienstag mit der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft stattgefunden. Von der Arbeitervertretung wurde das Berlangen, die Arbeitszeit zu fürzen, eingehend begründet, ebenso die Notwendigkeit einer Lohnerhöhung. Scharf umrissene For derungen wurden am Dienstag noch nicht aufgestellt, da es sich weniger um allgemeine Verhandlungen als vielmehr um eine engere Fühlungnahme der Kontrahenten handelte. Die Vertreter der Reichsbahnverwaltung fagten zu, möglichst schnell die eigentlichen Verhandlungen ansehen zu wollen, sobald sie mit den zuständigen Stellen Rüdsprache genommen haben. Der Schiedsspruch im Baugewerbe verbindlich erklärt. Berlin, 10. Februar. Am heutigen Tage fanden im Reichsarbeitsministerium die Verhandlungen über die Berbindlichkeit des am 23. Januar gefällten Schiedsspruches statt. Nach eingehender Begründung durch die Parteivertreter wurde die Verbindlichkeitserklärung mit der Begründung ausgesprochen, daß die durch Schiedsfpruch feltgelegten Stunden öhne der Billigkeit entsprächen. Nach dieser Entscheidung erfahren die Löhne der baugewerblichen Facharbeiter ab 29. Januar eine Erhöhung um 3 und ab 1. März eine weitere Erhöhung um 5 Pfg. Das Lohnabkommen hat Gültigkeit bis Ende April Betriebsräte in Dänemark. Die Bestrebungen zur Demokratisierung der Wirtschaft durch das Mitbestimmungsrecht der Arbeiterschaft im Betriebe gewinnen in der sozialen Gesetzgebung der wichtigsten Industriestaaten immer mehr Raum. Obgleich es geseglich eingeführte Betriebsräte erst in Deutschland, Desterreich, Norwegen und der Tschechoslowakei gibt, ist doch die Frage der Mitbestimmung und der Beiriebskontrolle in vielen Staaten durch Abkommen zwischen Arbeitern und Unternehmern geregelt. Auch in Dänemart, wo dem Parlament gegenwärtig ein Gefezzentwurf über Betriebsräte vorliegt, bestand schon bisher in vielen Industrien durch tarifvertragliche Regelung ein System von Betriebsobleuten( Tillidsmandssystem), in welchem ein weitgehendes Mitbestimmungsrecht der Arbeiterschaft im Betriebe vorgesehen ist. Die dänische Arbeiterregierung fagt in ihrer Begründung zum Gejezzentwurf, daß wenn man von der Arbeiterschaft Rücksichtnahme perlangt auf die wirtschaftliche Lage des Betriebes, man ihr auch das Recht geben muß, in der Verwaltung mitzuwirken. Der deutschnationale Abgeordnete Koch hat im Reichstag die Der Gefeßentwurf bestimmt u. a., daß in allen Betrieben der Don der berüchtigten, Bergisch- Märkirchen- Zeitung" während der Bahl Groß- und Kleinindustrie, des Handels, der Land-, Forst- und fampagne und dann vom Reichslandarbeiterbund verbreiteten Räuber Gartenbauwirtschaft, in denen mindestens 10 über 18 Jahre geschichten über eine angebliche Korruption der freien Gewerkschaften alte Personen beschäftigt find, die Betriebsleitung die Wahl eines in der Erwerbslojenfürsorge aufgewärmt. Auch wenn einmal Betriebsrats nornehmen lassen muß, wenn mindestens die Hälfte ein ausgesteuerter Erwerbsloser oder ein altes Beiblein zu Unrecht der Arbeitnehmer dies schriftlich verlangt. In Betrieben mit weniger die paar Bettelpfennige der Erwerbslosenfürsorge befommen haben, als 10 Beschäftigten tritt an die Stelle des Betriebsrats ein Belo steht es den Freunden der Geber und Nehmer der triebsobmann mit den gleichen im Gesez vorgesehenen Rech.en. 700 Millionen gut an, dabei von„ Korruption" zu reden! Die Staats- und Kommunalbetriebe und die GenossenschaftsDas vorgebrachte Material stammt von einem gewissen Karlbetriebe, welche ihre Erzeugnisse ausschließlich an ihre Mitglieder Rapp, der auf Vorschlag der Gewerkschaften bis zum 1. Januar verkaufen, fallen nicht unter die Bestimmungen dieses Gesetzes. 1924 Kontrolleur bei der Reichsarbeitsverwaltung war, dann aber Die Dauer des Mandats beträgt ein Jahr. Wählbar ist jeder abgebaut wurde. Als die ersten Behauptungen des Rapp erfolgten, mindestens 21 Jahre alte Arbeitnehmer, der seit mindestens 6 Mowurde von den Gewerkschaften ein Dezernent des Berliner Magistrats naten im Betriebe tätig ist. Wahlberechtigt ist jeder mindestens um eingehende Untersuchung gebeten. Obwohl dieser der Deutsch- 18 Jahre alte Arbeitnehmer, der seit einem Monat im Betrieb benationalen Partei angehörte, erklärte er nach längerer schäftigt ist. Untersuchung, daß die Verwaltung der Gelder, Kontrolle der Erwerbslosen usw. ohne einen Tadel sei. Rapp wurde von den Gewerkschaften aufgefordert, sich über den Gang der Geschäfte an Ort und Stelle zu informieren. Er hat von dieser Einladung bis heute feinen Gebrauch gemacht. Richtig ist, daß 1921 zum Teil alte und erwerbsunfähige Personen unterstützt wurden. Aber wurde dadurch irgend jemand gefchädigt? Wenn man diese Personen nicht verhungern lassen mollte, mußten sie unterstügt merden. Da das Geld sowohl für die Erwerbslosenfürsorge wie auch für die sonstige soziale Bohlfahrtspflege aus Reichs mitteln gegeben murde und beide Unterstügungen gleich maren, ift auch nicht eine Marf zu unrecht ausgegeben. Unrichtig war, daß diese Personen als Erwerbslose zählten und damit den lieberblick über den Arbeitsmarkt erschwerten. Gerade die Gewerkschaften drängten, daß solche Personen von 1921 an restlos der Wohlfahrts pilege überwiesen wurden. An Unterstützungen wurde damit aller dings nichts gespart. Spittelmarkt Ecke Wallstraße Alexanderplatz nahe Aschinger Königstr. 55 gegenüber Rathaus W Friedrichsir. 193a Ecke Leipziger Straße Leipziger Str. 113 Ecke Mauerstraße Linkstr. 1 Ecke Potsdamer Straße. N Schönhauser Allee 81 am Bahnhof Nordring Friedrichstr. 106 Ecke Ziegelstraße Invalidenstr. 164 Ecke Brunnenstraße Invalidenstr. 117 am Stettiner Bahnhof Chausseestr. 72 nahe Müllerstraße Frankfurter Allee 14 nahe Tietz Die Betriebsräte haben teinen Anspruch auf Entschädigung für ihre Tätigkeit als Betriebsrat. Auch durch diese Tätigkeit entstehen der Lohnausfall wird nur vergütet, wenn die Bersammlung auf Berlangen des Arbeitgebers einberufen wurde. Ein Betriebsrat tann nur entlassen werden, wenn er nachmeislich seine Pflichten vernachläffigt und wenn diese Vernachlässigung nicht mit seiner Tätigkeit als Betriebsrat zusammenhängt. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, u. a. über folgende Fragen vorher die Ansicht des Betriebsrats einzuholen: Aufstellung, Aenderung oder Erweiterung der Arbeitsordnung; allgemeine Veränderung der Arbeitszeit; Einteilung der Ferien; Veränderung der Arbeitsmethoden oder Einführung neuer Arbeitsmethoden; Erhöhung der Zahl der Lehrlinge. Mindestens einmal vierteljährlich muß die Leitung den Betriebsrat über die allgemeine Lage des Betriebs unterrichten, sowie über beabsichtigte Einstellungen und Entlassungen. Bei der Beratung der finanziellen Lage des Betriebs tann der Betriebsrat non Ferner fann der Betriebsrat Borschläge machen oder Einspruch erheben hinsichtlich des Gesundheitsschutzes und der Sicherung gegen Unfallgefahr in Betriebe, somie über alle Fragen, welche für das Bohl der Arbeiterschaft von Bedeutung find. Er ist verpflichtet, die Tätigkeit der Gewerbeaufsichtsbeamten im Rahmen feiner Mittel zu fördern. Der Arbeitgeber ist Dollberechtigtes Mitglied des | Betriebsrats. Er fann den Bersammlungen persönlich beiwohnen oder einen Vertreter entfenden. Dieses Recht wird für ihn zur Pflicht, sobald der Betriebsrat seine Anwesenheit schriftlich verlangt. Die Organisationen der Arbeitgeber und der Ar beiter, die an den auf der Tagesordnung stehenden Fragen interessiert sind, fönnen ebenfalls Vertreter zu den Betriebsverfanumlungen en senden. Der Betriebsrat tann alle zur Verteidigung der Interessen der Arbeiterschaft erforderlichen Auskünfte vom Arbeitgeber verlangen. Er macht sich aber strafbar, wenn er vertrauliche Mitteilungen, von denen er in seiner Eigenschaft als Betriebsrat Kenntnis erhielt, weitergibt, wenn der Betrieb dadurch geschädigt werden kann. Die Verwaltungskosten der Betriebsräte werden zur Hälfte von der Leitung, zur andern Hälfte von den Arbeitnehmern aufgebracht. Der Arbeitgeber ist ermächtigt, diesen Abzug an den Löhnen des beteiligten Berfonals vorzunehmen, und er ist über dessen BerwenDung Rechenschaft schuldig. Der Gesezentwurf ist in Dänemart nicht weniger heftig umftritten, als es seinerzeit der deutsche Entwurf war. Der Vorſizende der dänischen Arbeitgebervereinigung hat ihn jogar als verfassungs. widrig bezeichnet, da er die Freiheit des Handels" berühre, die in der Verfassung ausdrücklich gewährleistet sei. Diese Einwände sind nicht neu Bichtiger find die Mängel, die der Entwurf vom Standpunkt der Arbeiterschaft aufweist zunächst wird die Tatsache, daß die Arbeiterschaft die Kosten der Betriebsräte von ihrem Lohn mitbestreiten soll, verbunden mit der fakultativen Möglichkeit, daß der Betriebsrat erst auf das schriftliche Verlangen der Hälfte vielen Fällen das Zustandekommen eines Betriebsrats verhindern. Der wahlberechtigten Arbeitnehmer gewählt zu werden braucht, in Allerdings hängt es hier von der Stärke der Gewerkschaften ab, wie weit ihr Einfluß reicht, um die Wahl von Betriebsräten durchzusehen, denn das Gefeß bestimmt ausdrücklich, daß die Arbeitnehmer organisiert sein müssen damit die Tätigkeit der Betriebsräte in hohem Maße von- den Gewertschaften bestimmt wird. Es ist zu erwarten, daß der Gesezentwurf bei der Parlamentsberatung unter dem Druck der Arbeiterschaft die in dieser Beziehung notwendigen Verbesserungen erfährt. Otto Bach. Bei der Firma Lehmann u. Bohne, Ritterstr. 46/47, stehen die Bezugarbeiterinnen wegen Akkorddifferenzen im Streit. Der Betrieb ist gesperrt. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter, Ortsverwaltung Berlin. Sattler, Tapezierer und Bortefeuiller. Freitag, den 13. Februar, nach. 5 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 1, Bersammlung aller Bertrauensmänner und Betriebsräte. Wichtige Tagesordnung. Jeder Betrieb muß vertreten fein. Dorträge, Vereine und Derfammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". " Gefchäftsftefie Berlin G 14. Gebastianftr. 37/38 Sof 2 Er. Ramerabschaft Rehlendorf. Mittwoch, den 11. Februar, abends 7 Uhr. im fleinen Gaal bes Lindenparks Vortrag des Kameraden Fris Ebert jun.: Wie machen wir die Republik unüberwindlich?". Sämt liche attiven und paffiven Mitglieder einscht. Dahlem und Wannsee müssen erscheinen. Angehörige( Frauen) und Republifaner als Gäste willkommen. Ramerabschaft Friedrichshain. Donnerstag, den 12. Februar, abends 7½ Uhr, Turnen der ganzen. Rameradschaft in der Turnhalle Diestelmenerstr. 5. Sämt liche Rameraben haben an dem Turnabend zu erscheinen. Kameradschaft Donnerstag ben 12. Februar, abends Lichtenberg ncbft Untergruppen. 7 Uhr, Generalversammlung in der Aula der Knaben- Mittelschule, Marl ftraße 11. Sämtliche Mitglieber, auch die nicht aktiven, haben zu erscheinen. Eintritt nur gegen Mitgliedstarte. Das Turnen at Mittwoch fällt nicht aus, Gemeinschaft proletarischer Freibenter Steglik. Mitgliederversammlung ant Donnerstag, den 12. februar, abends 7 Uhr, im Jugendheim Kniep hofstraße. Bortrag über das Ronkordat. Gäste willkommen. Bereins Deutsche Landsmannschaft der Broving Bosen. Groß- Berlin. kung am Donnerstag, den 12. b. M., abends 8 Uhr, in der Rindlbrauerei, Reutön. Sermannstr. 214/19. Gesellschaft für Sexualreform. Lichtbildervortrag. Rarl Beffer, Borsitzender der deutschen graphologischen Studiengesellschaft, spricht am Donnerstag, den 12. Februar, abends 8 Uhr, in der Schulaula Friedrichstr. 126( Oranienburger Tor), über Die Grundlagen der Graphologie und ihre Bedeutung für die Gexualreform." Eintritt 50 Bf. Gäste haben Rutritt. Berein Sozialistischer Aerate. Generalversammlung am Donnerstag, den 12. Februar, abends 8 Uhr, im Bichorr- Saus", Tauengienste. 13( fleiner Saal). 1. Jahres- und Kaffenbericht. 2. Bericht des Arbeitszeitausschusses. 3. Bericht des Ambulatorinm- Ausschusses. 4. Neuwahlen. Menbolinenklub Nordische Stänge 1906. Donnerstag, den 12. Februar, Artonahallen, Anklamer Str. 29, Ucbungsabend. Berantwortlich für Bolitif: Ernst Renter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Fricbr. Ekkorn; Feuilleton: A. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderei und Berlagsanftalt Baul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 8. Sierzu 1 Beilage und Unterhaltung und Wiffen". Hühneraug auf Zeh' und Sohl' Wirst du los durch Lebewohl! In Drogerien und Apotheken. Verlangen Sie ausdrücklich Lebewohl mit Filzring. Muhtaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch n Mufiler Verbandes, Berlin O 27, Andreasstr. 21( stönigstadt 4310). Geihäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch. Sind's die Augen, geh' zu Ruhnke! Dieser Kneifer aus bestem Nickel ohne Gläser nur.... M. 0.75 aus Gold- Doublé ohne Gläser nur.... M. 2.Rathenower Bi Gid er p. Paar Punktorik- Gläser 79 Optiker Ruhnke's Televist" Reise-, Jagd- und Sport- Glas Eigenes erstkl Fabrikat von anerk. Qual. u. Leistung. 6 X Vergrößerung nur M 75 1.55 3." R " 8 X 10 X 93 85 " 募 100 12 X 93 19 " 120 mit hell. od. dunkl. Rand, ohne Gläser nur M. 4. Kostenlos Diese mod. Brille Doublé- Bügel und Steg, prüfen wir Augen und Sehkraft mit Sorgfalt und garantieren für die Haltbarkeit aller Kneifer- und Brillentassungen aus God und Gold- Doublé 1-4 Jahre. 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Zeit ist Geld. d. h. die- Zeit wird immer knapper und das Geld auch. Im gleichen Maße, wie sich die Verkehrstechnik den Erdball erobert, schwinden Romantik und Gemütlichkeit und damit manches uns Liebgewordene und Altbekannte. Unsere Ur- enkel. die an Stelle der Ausrüstung mit Schiefertafel und Fiebel mit Echnellschreibmaschine und Fernseher zur Schule pilgern dürsten, werden sicherlich Petroleumlampen, Mödizopf und hoffentlich auch Stahlhelm, Hand- und Gasgranaten nur noch aus den Erzählungen der ganz alten Leute kennen. Ein Beruf, der auf dem Aussterbe- «tat steht, ist der des Droschkenkutschers. Es bedeutet keine Prophc- zeiung mehr, vorauszusagen, daß in wenigen Jahren die mit dem Straßenbild des alten Berlin einst untrennbar verbundene Pferde- droschke völlig dem Auto gewichen sein wird. Der Anfang vom Ende Oer pferüeöroschke. Der Rückgang der Pferdedrojchke, der sich schon im schwachen Maße vor dem klriege bemerkbar gemacht hatte, setzte während der Äriegsjahre und besonders in der darauffolgenden Jnflations- zeit in immer stärker werdendem Maße ein. Die meisten kleinen Unternehmer von drei bis vier Gespannen sehen sich, nachdem sie Nachtfahrt in der„Liebesschatikel". eines nach dem anderen aufgeben mußten und sich noch eine Zeit. lang als„Einspänner" durchgeschlagen hatten, gezwungen, bei einem Unternehmer als Lohnempfänger einzutiefen. Die größte Zahl aller Taxameterkutscher dürfte heute im Dienst der Großbetriebe stehen. Ein Großunternehmer deschästig» ost fünfzig, achtzig, ja hundert Kutscher mit. dem dazu gehörigen Pferde- und Wagen- inaterial. Die Unterhaltskosien für die Pferde, namenllich die Miete für die Stallungen verringern sich dabei wesentlich. Muh doch heut- zutage ein„Einspänner" für Stall und Remise monatlich 20 bis so Ul. zahlen. Was das bedeutet, kann man ermessen, wenn man weih, daß er ini Sommer durchschnittlich 4 bis 5, im Winter sogar nur 3 bis 4 M. Tageseinnahme erzielt. Selbstverständlich kommen besonders glückliche Tage mit zehn Mark, aber auch besonders schwarze mit einer Mark und selbst mit gar keinem Gewinn vor. Meistens ist jedoch immer eine dringende Reparatur oder Derfchönc- rung vorzunehmen, die den Ueberschuß wieder auffrißt. Die Kutscher der Großbetriebe erhalten fast durchweg eine Entlohnung von 50 Pfg. pro Tag und Z0 Proz. der Einahmen. Das bei einer täg- lichen Dienstleistung von 12 bis 13 Stunden. Mehrere Selbstmorde von Droschkenkutschern in der letzten Zeit beweisen erschütternd die furchtbare Not in den Reihen dieses sterbenden Berufes.— Wie ein alter Seebär mit seinem Schiff, so ist der Droschkenkutscher mit Pferd und Wagen eng verwachsen und beider Wohlergehen liegt ihm genau so am Herzen, wie sein eigenes. Wie sich zwischen zwei Leuten, die miteinander leben, im Laufe der Jahre oft eine gewisse Achnlichkeit herausbildet, gerade so läßt sich oft genug viel Gemüt- verwandtes zwischen dem treuen, geduldigen Pierd uno seinem alten Herrn entdecken. Das Pferd kaufte der selbständige Kutscher auf den Pferdemärtren. In den meisten Fällen hat das Tier einst bessere Tage gesehen. Bor dem Kriege waren es vielfach aus den Kavallerieregimentern ausgeschiedene Pferde, serner heute wie da- mals ausgediente Kutsch- und Reitpferhe aus Privatbesitz. Doch aucb manches edle Vollblut machte den lange» Pofsionsweg von Sarlshorst und Grunewald bis zum Taxameter durch. Sehr schwer gewöhnt sich das neuerworbene Tier an das stundenlange Stehen aus dem horten Pflaster an den Halteplätzen. Sehnenlähmungen machen es oft schon nach kurzer Zeit unbrauchbar. Es wandert dann zum Pferdehändler zurück, der es„auf neu" herrichtet, oder in schlimmen Fällen zum Roßschlächter. Diesen letzten Weg muß es auch im rumpelnden Transportwagen antreten, wenn die steifen Beine aus dem oereisten Asphalt den Dienst versagt haben und das arme Tier mit einem Beinbruch liegen bleibt. vrofchkenkutfcher'�atein. Solch ein alter Droschkenkutscher— es gibt sechzig, und siebzigjährige unter ihneu. die aus eine 30- bis 40iährige Berusstätigkeit zurückblicken können— kann viel erzählen. Jetzt ist allerdings lein Kundenkreis ein sehr beschränkter, das Auto läuft ihm überall den Rang ab. Seine treuesten Anhänger sind die alten Damen am Tage und die jungen Leute in der Zlachl„Um Gottes willen nicht zu schnell und zu unvorsichtig fahren!!" ist immer die ziemlich über- flüssige Mahnung des alten Weibchens. Um keinen Preis der Welt würde sich solch eine Alle in ein Zluto setzen, bei dessen Rasen man schon vom bloßen Zugucken Herzklopfen bekommt. Die seligen Pärchen wählen immer die dunkelsten, unbelebtesten Straßen für ihre nächtlichen Spazier- und Heimfahrten. Im abendlichen Tier- garten sieht man nicht selten ganze Prozessionen von Droschken im gemütlichen Zotteltrab dahinziehen. Flüstern klingt aus den Wogen, die der Bolksmund treffend„Liebesschaukeln" getauft hat. Zu den alltäglichen Vorfällen im Dasein eines Droschkenkutschers gehört es, daß ihn ein Fahrgast um die Taxe prellen will. Das geschieht näm- lich so, indem der feine Ehrenmann lauUos während der Fahrt den Wagen verläßt, oder dem Kutscher, am Ziel, die geballte Faust vor das Gesicht hält, entrüstet über die Zumutung, von ihm„für det bißchen Schickelei ooch noch Platten" haben zu wallen. Ferner pflegen alkoholgetränkte Zeitgenossen gern das Innere des Wagens zu benutzen, wenn ihr Magen revoltiert. Ist kein ochupo in der Nähe, nmß der Kutscher im guten oersuchen, eine Einigung über die Reinigungskosten herzustellen. Ein besonders ergötzliches Histör- chen wußte mir einer meiner Freund«, der seit Jahr und Tag mit seiner Liese nebst ziemlich antiker Droschke vor dem..Anhalter" wartet, zu berichten. Ein wohlbeleibtes und in Pelz gehülltes Ehe- paar wollte feine vier Zentner Lebendgewicht noch Hause gefahren haben. Liese setzt sich in Trab und los geht es. llmerwcgs geraten sich nun die beiden Ehegatten gewaltig in die Haare. Soviel der Alte auf dem Bock davon verstanden hatte, handelte es sich um eine schlanke Maid, von der der Gatte begeistert war. Als feine bessere Ehehälfte das peinliche Thema absolut nicht abbrechen wolfte, packle der zärtliche Garte seine Frau und warf sie in voller Fahrt«ms dem Wagen. Aus Solidarftätsgefühl versetzte der Kutscher seine Mähre in die schnellste Gangart, um dem Bereich der fluchenden Dame zu entfliehen. Der Alte beim FOttem. Das sind so einige kleine Freuden und Beobachtungen aus dem Leben der Droschkenkutscher. Meist nimmt er ja das Leben mit Galgenhumor, wie es gerade kommt, aber dann kommen mit dein höheren Alter und dem sinkenden Verdienst jene trüben Stimmungen unrer dem Eindruck gänzlicher Berlaffenheit, die zu dem raschen Abschluß eines Lebens von Not und Entbehrung führen. Es ist die Tragödie eines sterbenden Berufes. Ihr„Pech". Als ein Opfer ihres Rcchtlichkeitssinnes suchten sich zwei An- geklagte, Lorenz und Heinrich, die wegen Kollidiebslahls sich vor dem Schöffengericht Mirtc zu verantworten hatten, hinzustellen. Beide ivorcu abgefaßt worden, als sie ein soeben von einem Wagen gestohlenes Stofikolli in eine Droschke schassen wollten. Auf der Polizei hatten sie sich in Schweigen gehüllt und wollten erst vor dem Richter sprechen. Das taten sie denn auch. Lorenz tischte den? Ge- richt einen kleinen Roman auf. In der Heiligcn-Geist-straße sei vor ihnen ein Mann gelaufen, der ein Kolli aus den« Rücken hatte. „Halt, das müsse ein Dieb sein," hätten sie sich gsdachr, und moralisch» Entrüstung hätte sie erfaßt. Sic hätten cs als ihre Pflicht betrachtet, dos Verbrechen zu verhindern. Als der Dieb das Kolli einen Augenblick in einer Haustür absetzte, hätten sie sich desselben bemächtigt und seien gerade im Begriif gewesen, damit z u m Poli- z e i p r ä i i d i u m zu fahren, um es gegen eine Belohnung abzuliefern. Da habe mau üe geiaht, und das sei ihr P e ch. Land- gerichtsdirektor G a y l hielt Lorenz vor, daß er bereits achtzehn- mal wegen Kollidiebstahls vorbestraft sei, sein K o m- Der Apfel der Elisabeth Hoff. 18] von Wilhelm hegeler. Hätte sein Benehmen eine schroffe Veränderung erfahren, so wäre Elisabeth ohne Zweifel argwöhnisch geworden. Sein Richlbegreisen ihrer werbenden Zärtlichkeit hatte�sie tief ver- letzt und brannte um so schmerzlicher, als der Stachel ihres gedemütigten Stolzes in die unbefriedigte Wallung ihres Blutes getaucht war. Aber nun rächte sich der etwas bequeme und iäisige Egoismus seiner früheren Jahre. Sein Benehmen erschien ihr als eine rücksichtslosere Steigerung alter Gewöhn- heiten. Trotzdem hätte sich ihre unterdrückte Empfindung wahr- scheinlich entladen, wenn ihr Leben in dem ruhigen Selban- der des Gestern weiter verlausen wäre. Nun aber war, ohne daß sie es wußte, auch in ihr eine Veränderung vorgegangen. Nach der eintönigen Zeil der Mühsal und Pfticht trat in ihr Dasein unvermutet die Freude und ließ aus ihrer etwas ab- gestumpften Gleichgültigkeit unvermutet ein neues Lebens- gefühl hervorblühen. Plötzlich war dieser Jugendfreund in ihr Haus geweht worden. In der Tat, feine unvermutete Ankunft glich dem Angetriebenwerden eines Gestrandeten. Nicht seine Worte, aber seine Gesten waren die eines Schiffbrüchigen, der sagt: „Ich bin am Ende. Hilf mir!" Welch eine köstliche Aufgabe für eine Frau einem Manne gegenüber, der ihr nicht gleich- flültig ist! Daß sein Umgang chr überdies großes Vergnügen bereitete, gestand sie sich offen ein, wenn sie sich auch nicht klar mochte, wie viel Verwandtes in ihrer beiden Wesen log. Ihr Mann hatte für Scherz nicht viel Verständnis, und Phanlasie war nicht die Kraft, die seine Unterhaltung be- flügelte. Er betrachtete das Leben vor allein vom Standpunkt seiner Wissenschaft, und jedes Paradox lag fernab von der Bahn seiner rubig abwägenden Denkart. In der Unterhaltung mit ihm war Elisabeth meist die aufmerksame ZuHörerin, und was sie selbst äußerte, war unbewußt gezügelt durch die Achtung vor dem korrigierenden Lehrer. Ryseck aber war ein Spieler auch mit Worten. Der eige- nen Stimmung stets nachgebend, fing er auch die des anderen mit seinem Gefühl auf und stellte sein Segel danach. E-, kam ihm nicht daraus an, schwarz zu nennen, was er vor einein Atemzug weiß genannt hatte. Dein Vertreter der Konsequenz hätte er geantwortet, nicht die Ansichten verraten hen origi- Vellen Mensch, sondern die Farbe und der Ton, den er ihnen gibt, die Kraft, mit der er sie vertritt. Er war der offen- herzigste Mensch, und gerade das öffnete ihm auch des anderen Herz. Was Elisabeth auch an ihm störte, in der Unterhaltung mit ihm lebte sie auf, fühlte es in sich funkeln und sich selbst, auch wenn sie miteinander stritten, bestätigt. Sein Wesen war ebenso bunt wie das ihres Mannes von einer Farbe: dieser hatte eine gründliche Budung. Ryseck vielseitige Interessen. Sein Mangel an Takt verletzte sie manchmal, die herrische Art, mit der er auf seinein Willen bestand, verdroß sie. Wenn sie von ihrem Manne etwas erreichen wollte, gab es nur den klaren Weg der Ueberlegung, er sagte dann ja oder nein. Ryseck war trotzig wie ein Kind, aber ebenso leicht wie bei einem Kind kam sie auf Umwegen zum Ziel. Und wenn eine Frau beherrscht sein will, bereitet es auch der harmlosesten Frau nicht ebensoviel Vergnügen, einen Mann zu lenken, ohne daß er es merkt? Gegenüber diesem geistigen Wohlklang, den ihrer beider Zusammensein erzeugte, trieb sie hinsichtlich der körperlichen Wirkung, die sie auf den Freund ausübte, ein wenig Per- steckspiel. Daß er sich mit ihrer Toilette beschäftigte, daß sie ihm gefiel, freute sie natürlich und schmeichelte ihr. Aber gegenüber dieser Tatfache schlug sie, auch wenn sie allein war, gleichsam die Augen nieder. Sie putzte sich für ihn, während sie sich einredete, für einen bestimmten Zweck sich zu putzen. Und doch hatte auch dies an der Verjüngung ihres Lebens- gefühls einen großen Anteil. Die Geldangelegenheit hatte Ryseck nicht wieder berührt, was Elisabeth sehr beruhigte, denn gerade jetzt fand sie die Gelegenheit zu einer gründlichen Aussprache mit ihrem Mann so wenig günstig wie möglich. Ryseck wurde ein häufiger Gast in ihrem Hause, ohne deshalb häufig mit Hoff.zusammenzu- kommen. Die beiden Männer gingen wie auf stillschweigende Verabredung einander aus dem Wege. Dagegen verband ihn die innigste Freundschaft mit den Kindern. Sie behan- deiten ihn gerade umgekehrt wie ihren Bater: ohne den ge- ringsten Respekt aber mit desto größerer Zärtlichkeit. Die kleine Susi nahm ihm gegenüber sogar den Ton eines leise überlegenen Mitleids an, nachdem er khr erzählt hätte, daß eine Frau ihn nur unter der Bedingung hätte heiraten wollen, daß er sich eine andere Rase ansetzen ließe. Häufig war Elisabeth auch mit ihm in Berlin zusammen, denn in ihrer Gesellschaft begann er der Stadt Geschmack abzugewinnen. Sic durchstöberten die Museen, die Kunstsalons und Antiquitätenläden, besuchten auch abends manchmal ein Theater oder ein Konzert. Aber Elisabeth vermied es, trotz seinen Bitten. ihn hinterher in ein Restaurant zu begleiten. Sie fürchtete die Verfüdrung der Umgebung, der Musik, des Weines. Die Geister, die am ersten Abend in ihr geirrlichtert harten, sollten nicht noch einmal geweckt werden. Tie hatte ihm gesagt, daß sie ihren Mann liebte, daß, wenn ihm an ihrer Freundschaft gelegen wäre, er die Vergangenheit ruhen lassen müsse. Er hatte es versprochen, doch hinderte das nicht, daß seine Leiden- schast ihm manchmal entschlüpfte, wie blitzschnelle Fische durch die Maschen des Netzes. Dann züngelte wohl auch in ihr die Lust auf. sein Feuer zu schüren, indem sie es zu dämpfen schien. Aber die Macht, die sie einstmals geübt, hatte sich zu grausam gerächt, als daß sie sie nicht für immer fürchtete. Und sie hatte Ryseck zu lieb, um mit ihm zu spielen. Eines Abends waren sie im„Faust" gewesen. Erregt gingen sie durch die nächtlichen Straßen, in denen weiches Frühlingsdunkel und grelle Ueberlagshclle eine unwirkliche Atmosphäre fchuscn. Lichtreklamen slaminten und erloschen. Aus den Drehtüren der Kaffees schäumten Wetten von Musik. Heiße Parsünis wehten. Die Menge stieß sich, schwatzte, lachte, glühte wie Kohlen auf einem Schüttelrost. Elisabeth mar im Innersten durchwühlt von der Gewalt der großen Schauspielerin, die das Grctchen gegeben. Ihre Kunst hatte gegipfelt in dex Szene, da Gretchen, im ersten Schauer der Liebe, ihre Kammer betritt. Meine Ruh ist hin... wie klang das in Elisabeth wieder als Nachklang eigener Mädllienwirrnis. Ryseck ging an ihrer Seite, den Kopf zwischen die Schul- tern gezogen, bald mit flackerndem Auge sie überblitzend, bald blicklos vor sich hinstarrend, mährend die nagenden Livpen die Zigarette von einem Mundwinkel in den anderen schoben. Etwas Wildes, rüttelte an ihm wie ein Tier an Gitier- stöben. Sein ungeübtes Leben!«ein ungestillter Glücks- Hunger! Und über ihm drohend: das schleichende Alter, der gespensternde Tod., Abgerissene Worte ließen sie fragen, was er gesagt habe. „Diese Häuserl" murmelte er.„Diese Koninchenställe! Daß man damit sein Leben vergeudet hat!" Plötzlich blieb er stehen. „Kommen Sie mit! Auf eine Stunde nur' Ich mag nicht in den Klub. Ich kann die Fratzen nicht sehen." „Ich muß nach Haus." „Nach Haus!" stieß er höhnisch hervor. Von den hinter- her gemmmelten Worten verstand Elisabeth nur das eine: „Haustier?" (Fortsetzung folgt.) plice breimal, und daß sie ja auch feinen Pfennig Geld bat fich gehabt hätten, um den Wagen zu bezahlen. Lorenzerhielt 13 Monate, heinrich 10 Monate Gefängnis. Außer. dem wurden beide Angeklagte wegen Angabe eines falschen Namens bei ihrer Festnahme zu weiteren vier Wochen Haft verurteilt. Republikanische Reichswehr? u. = ftulle. Er war über den Preis emport, lief mit der Stuffe zum Kadi, und der Strasbefehl gegen die Gastwirtin blieb nicht aus. Die Angeflagte forderte vom Potsdamer Amtsgericht richterlichen Entscheid. Als stummer Sachverständiger war die Speisekarte aus dem Pschorr Bräu- Berlin herangezogen worden. Ein Brot mit Käse 50 Pf., eine Portion Käse 60-75 Pf." las der Richter von der Speisefarte ab. Na, Angeklagte, was fagen Sie nun?" Ach Gott, Herr Richter, ich habe doch meine Bratenstullen runtergesezt, damit ich die Wenn S. M. einen Nagel fliftet.... Käseftullen erhöhen konnte, und dann, Herr Gerichtshof, die vielen Aus unserem Leserkreise wird uns geschrieben: Bestecke, die mir die Gäste stehlen bei dem Andrang." „ Sonnabend abend in der Sophienstraße. Gardefafino! Das Gutachten der Berliner Preisprüfungsstelle billigt den Sommer Sm großen Saal lebhaftes Treiben. Mitten im Saal eine große, lofalen höchftens 60 Pf. für eine Käseftulle zu. Ein Potsdamer schwarzweißrote Fahne. Irgendwo eine schwarzweißrot drapierte Hotelwirt, der als Sachverständiger geladen war, balancierte den Rednertribüne. Obendrauf ein Grenadierhelm. Der Verein Breis für die Käsestulle auf den Preis zwischen 60 und 80 Pfennig. ehemaliger Kameraden des Garde Grenadier- Der Amtsanwalt beantragte Aufrechterhaltung des Strafbefehls, die Regiments Nr. 5 will sein 20. Stiftungsfest feierlich be- Angeklagte, die durch den Verbandssyndikus vertreten war, bat um gehen. Hohe" Berjönlichkeiten haben ihr Erscheinen zugesagt. Freisprechung. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, daß die Außerdem meldet die Einlaßtarte n. a.: Ragelung des Festsetzung eines Durchschnittspreises in diesem Fall erlaubt gewesen Don Setner Majestät Kaiser Wilhelm II. geftiffei, da Butterbrote gleidhartige Gegenstände feien. teten filbernen Fahnennagels." Ungeduldige natio- Die Angeklagte wurde auf Staatstoften freigesprochen. nale Mäimer mit Orden und Ehrenzeichen( verdient vor dem Feinde") auf der Heldenbrust, fönnen faum noch den Beginn der Beranstaltung abwarten. Endlich, endlich steigt" der Anfang! Und nun geht's los: Die Saaltüren werden aufgerissen und einige Garde Grenadiere in Friedensuniform marschieren im ParadeSchritt unter Beifallsflatschen in den Saal. Boran Trommler und Pfeifer, die noch der Reichswehr angehören follen! Der Borsitzende des Kriegervereins ergreift das Wort zur Begrüßung. Er ist sicht lich erfreut, mitteilen zu fönnen, daß„ Seine fönigliche Hoheit, der Prinz Osfar", unter den Giften meilt. Nachdem er noch die gute alte Beit sehnlichst herbeigewünscht und den ehemaligen Regimentskommandeur sowie den Gründer des Vereins, einen Stadtrat( 1) Schulz begrüßt hat, ergreift dann die angekündigte Königliche Hoheit, Prinz Ostar, das Wort: In Namen meines Herrn Baters, Seiner Majestät Wilhelm II., bin ich damit beauftragt, den Filbernen Fahnennagel zu überbringen." Bums und schon sitzt der Nagel im Fahnenstod. Selbstverständlich gipfelt der Schluß feiner Rede darin, daß Wilhelm II. und die alte 3eit zurüctehren müssen.() Auch für den Revanchetrieg hat er einige Worte übrig. Rezitationen von einem angeblich rethal gegen die Wand schleuderte und zerquetschte. Der Motor publikanischen Reichswehrsoldaten aus Lichterfelde vorgetragen und flotte Militärmärsche füllten das Programm meiter aus. Als um 1 Uhr nachts die Königliche Hoheit" das Gardekasino verläßt, bilden die Anwesenden Spalier." Soweit die Mitteilung. Nun eine bescheidene Anfrage: Es soll eine Berfügung, herausgegeben vom Reichswehrministerium, be ftehen, die Angehörigen der Reichswehr verbietet, in ihrer Uniform an Bereinsfeierlichkeiten aktiv mitzuwirken. Oder hat man eine Ausnahme gemacht, weil die Königliche Hoheit" dabei war? Es wäre ein Stanbal, wenn die uns gemachten Mitteilungen über die Beteiligung von Reichswehrfoldaten von den zuständigen Stellen bestätigt werden müßten. Daß irgendeine ehemalige Königliche Hoheit einige Platiheiten zum besten gibt, wird ihr niemand fibelnehmen. Im Gegenteil, man lernt ihre geistige Größe einschäßen. Wenn aber Soldaten der Republik bei derartigen Ge Tegenheiten, jei es dienstlich oder außerdienstlich, mitwirken, jo verblente bas bie schärffte Zurüdweisung. Ein Potsdamer Inserat. In einer rechtsstehenden Potsdamer Zeitung prangt heute in großen Lettern folgendes Inserat: Entwurf mit Bau- Massenberechnung, Oberleitung von Schlös. fern, Herrenhäusern, Stadt- und Landbauten jeder Art. Unent geltliche Beratung in völlischen Fragen, besonders betreffend trics gerehrung, Heimat, Denkmal( Bejahung Guardinis!). Ausführung von gewünschten Architektur- und Landschaftszeichnungen in Blei, Kohle usw. Annahme von Schülern und Schülerinnen für Zeichen unterricht. Briefanschrift: Potsdam, Friedrichstr. 17, Heinrich Hoff meifter, Diplomingenieur und Architeft." Das Haus Friedrichstr. 17 gehört faut Potsdamer Adreßbuch dem preußischen Finanzminifterium. Leider entzieht es sich unserer Kennt. nis, in welchem Berhältnis der vielseitige völlische Berater zu diefer preußischen Behörde steht. Seltsame Havannazigarren. Ein gewerbsmäßiger Schwindler, der im August 1922 fchon einmal fejlgenommen und eineinhalb Jahre Gefängnis erhielt, wurde jetzt wegen ähnlicher Straftaten festgenommen. Der 45 Jahre alte frühere Kellner August Scheidecker verschaffte fich vor zwei Jahren ein paar Kitchen Importen, besuchte damit Geschäfte, denen er sich als Reifender einer neuen Firma vorstellte und bot angeblich in deren Auftrag beliebige Mengen seiner Bare an. Weil die Proben gut waren, so erhielt er auch Aufträge. Das Bestellte sandte er durch einen Boten mit quittierter Rechnung, stets um die Mittagszeit, wenn der Laden voll war und die Ge schäftsleute nicht gleich dazu kamen, die Sendung nachzusehen. Später entdeckten sie dann in den Kistchen statt der erwarteten 3mporten nur Sand, der stets mit Pferdedung gemischt war. Der Schwindler hatte damals das Bech, daß ihn sein Gedächtnis im Stich ließ. Er besuchte einen betrogenen Stunden zum zweiten Male, wurde festgenommen und zu 18 Monaten Gefängnis ver nrteilt. Nach Berbüßung der Strafe trieb er sich wieder wohnungslos umber und fam auf einen neuen Trid. An der Seniral martihalle herumlungernd, mertte er sich die Firmen der Geschäftszorgen, horchte die Kutscher nach Beziehungen zwischen Groß- und Mehhändlern aus und zugleich nach Bestellungen und Lieferungen. So ließ er dann unter dem Namen eines Kunden bei Großhändlern durch einen Boten ohne Geld die bestellten Waren abholen und bei Kleinhändlern Beträge für Barenlieferungen einziehen. Auf diese Weise erhielt er Hühner, Butter, Wurst, Käse und andere gute Dinge, die in der Markthalle vertrieben werden. Er machte die Beute unter der Hand sofort zu Geld. Endlich erkannte die Staffiererin eines Geschäfts die Unterschrift auf einer Quittung als gefälscht. Man folgte heimlich dem Boten, der ahmungslos zu feinem Auftraggeber ging und ließ diesen festnehmen. Die Boten las sich Scheidecker von der Straße auf. Sie mußten natürlich nicht, daß sie zu Betrügereien mißbraucht würden. Ein entsprungener Naubmörder. Im März 1919 wurde in Landsberg a. d... ein Kauf mann Eger ermordet und beraubt. Als Täter wurde ein jetzt 27 Jahre alter, aus der Nähe von Köln a. Rh. gebürtiger ehemaliger Landwirt Arthur Sachs ermittelt und festgenommen. Er wurde vom Schwurgericht zum Tode verurteilt, aber zu lebensläng lichem Zuchthaus begnadigt. Als er im April 1922 vom Zucht hause in Sonnenburg nach Luckau gebracht werden sollte, ent sprang er unterwegs aus dem fahrenden Zuge. Wieder ergriffen, wurde er im Zuchthause in Brandenburg untergebracht. Bon dort ist er wieder entwichen. Man vermutet, daß er sich nach Berlin gewandt hat, um hier unterzutauchen. Sachs, der in der Anstaltsfleidung entsprong, wird wahrscheinlich versuchen, sich so bald als möglich irgendwie andere leibung zu verfchaffen. Er hat am rechten Unterarm eine Schußverlegung. Mitteilungen, die dazu dienen fönnen, feiner wieder habhaft zu werden, nimmt die Streifmannfchaft BI im Polizeipräsidium entgegen. Der Kampf ums Käsebrot. Ueber die Frage, wieviel eine Käsestulle in einem Sommerlofal foften darf, hatte das Botsdamer Amtsgericht zu entscheiden. Wegen Breistreiberei war die Inhaberin eines Strandio als am Wannsee angeffagt. Die Angeklagte, deren Geschäft att einer Dampferanlegeftelle liegt, hat mit stoßweisem Besuch der Gäste zu rechnen. Aus diesem Grunde hatte sie den Preis der belegten Brote mit Schinken, Braten und Käse durchschnittlich auf 80 Pfennig fest gefeht. Im Sommer vorigen Jahres verlangte ein Gast eine Käse Auto und Straßenbahn. Drei Berkehrsunfälle vor Gericht. Durch eine rücksichtslose Wettfahrt zwischen einem Motorrad und einer Autodroschte war am 22. August am Bülowplag der Buchdruder Rosenthal ums Leben gefommen. Wegen fahr täffiger Tötung hatte sich jetzt der Kraftwagenführer Paul Bruns vor dem Schöffengericht zu verantworten. Bruns fam mit seiner Dreschle, in der zwei Fahrgäste faßen, daber, als ein Motorfahrer scharf hinter ihm herfcufte. Der letztere suchte das Auto zu überholen, und zwar unvorschriftsmßig rechts. wobei er nicht rechts abbog, um dem Motorrad die Vorbeifahrt abDas wollte Bruns verhindern und fuhr in erhöhtem Tempo weiter, zuschneiden. Diesem gelang es aber, dicht vor dem Auto noch vorbeizukommen und der Autofahrer mußte, um sich vor einem zu Felge war, daß das Auto mit voller Bucht über den fammenstoß zu retten, nochmals scharf nach rechts herumreißen. Die Bürger si eig fuhr und den gerade des Weges kommenden Rosenfahrer hatte sich unmittelbar, nachdem er durchgefahren war, ungesehen und höhnisch mit der Hand auf die Stirn getippt. Dann war er, ohne sich um die Folgen feines Treibens zu fümmern, nung, daß das rücksichtslose Fahren der Chauffeure schwer geahnbet davongefchren und entkommen. Der Staatsanwalt war der Meiwerden müsse und beantragte 1½ Jahre Gefängnis bei sofortiger Verhaftung. Der Verteidiger verwies darauf, daß die Hauptschuld dem Motorfahrer treffe, der vorschriftswidrig gefahren sei, und den Angeklagten gezwungen habe, zu seiner eigenen Sicherheit sein GeUeberzeugung, daß berartig schnelles Fahren geahndet werden müffe. fährt fo scharf nach rechts herumzureißen. Das Gericht war der Strafinildernd für den Angeklagten sei, daß dem entkommenen Motorfahrer die Hauptschuld treffe. Den Angeflagten treffe aber ebenfalls ein Berschulden, weil er in dem scharfen Tempo weiter. gefahren sei und nicht abgewartet habe, bis sich die Lage geflärt hatte. Das Gericht verurteilte Bruns zu 6 Monaten Gefängnis wegen feines fahrlässigen Berhaltens und stellte ihm aber eine Bewährungsfrist in Aussicht. Der Unfall eines Autos, eines sogenannten Phänomobils, bei dem mehrere Personen verlegt wurden, hatte ein gerichtliches Nach spiel gegen den Kraftwagenfahrer Nicolai vor dem Amtsgericht Mitte. Um 7. Juli v. 3. war der Angeflagte auf einer Fahrt durch die Spandauer Straße. An der Ecke der Rathausstraße mußte er einem Wagen ausbiegen, der rechts am Bürgersteig hielt. Da vor diesem Wagen noch ein Handwagen stand, fonnte er nicht sofort wieder auf die rechte Seite abbiegen, sondern fuhr noch ein Stüd auf den Straßenbahnschienen entlang. Hierbei geriet er mit dem Rade in die Schienen, das Fahrzeug hackte feft und stürzte gegen den Handwagen um. Dabei wurden der führer des Handwagens, der Mitfahrer und eine Berfon auf dem Bürgersteig verlegt. Nicolai hafte fich jet wegen fahrlä'figer Rörperverlegung zu ber antworten. Die Berhandlung ergab daß er nicht zu schnell gefahren mar, und daß allein die schlechte Beschaffenheit der Schienen die Schuld an dem Unglüd trage. Bei den Berneh mungen vor der Polizei hatten verschiedene Zeugen zum Ausdrud gebracht, daß der Fahrer betrunken gemejen fei. Unter ihrem Eide fonnten die Zeugen das nicht aufrechterhalten und bestritten auf Befragen des Berteidigers ausdrücklich, daß sie derartige Angaben vor der Polizei gemacht hätten. Der Amtsrichter erklärte es für ein Schulbeispiel dafür, daß der Hauptwert auf die Aussagen vor Gericht zu legen fei. Das Gericht fam auf Grund der Beweisführung zu einer Freisprechung. Der Zusammenstoß von zwei Straßenbahn zügen der Linie 96 auf der eingleifigen Strecke Südende- Steglit am 4. Oftober v. 3. beschäftigte jetzt das Amtsgericht Tempelhof. Bei dem Zusammenstoß war eine erhebliche Anzahl von Personen zum Teil schwer verletzt worden. Wegen dieses Unfalles hatten sich der Fahrer Gärtner und der Schaffner Lindermeier zu verantworten. Die Hauptverhandlung ergab folgendes Bild: Sowohl am Bahnhof Südende als auch an der Kreuzung der Schulstraße auf der eingleisigen Strede befinden sich Signalanlagen, die die Schaffner des Wagenzuges vor der Einfahrt zu bedienen haben. Die Einfahrt ist nur dann gestattet, wenn tein Lichtsignal zu sehen ist. In diesem Falle sperrt der Schaffner des einfahrenden Zuges in der Weise, daß er durch eine Schaltung auf der entgegengefeßten Seite ein rotes Licht zum Aufleuchten bringt, während an der Einfahrtstelle zugleich das grüne Licht aufleuchtet als Zeichen der freien Einfahrt. Infolge der Bauarbeiten waren in jener Zeit Berspätungen an der Tagesordnung. Auch am fraglichen Tage tam der Wagenzug mit Verspätung am Bahnhof Südende an. Zwei Minuten vorher war ihm ein Gegenzug begegnet. Der Schaffner des Berliner Zuges nahm an, daß es der Gegenzug fei und daß die Einfahrt frei wäre. Nach Besprechung mit dem Fahrer wurde dann auch die Einfahrt vorgenommen, ohne daß die rote Sperriampe beachtet wurde. Sie wollen der Ansicht gewesen sein, daß der Schaffner des Gegenzuges vergessen hätte, bie Strede zu entsperren. Das erwies fich als ein verhängnispoller Irrtum, denn die Strede roar turz vorher von dem nachfolgenden Gegenzug fchon ge sperrt worden. So fam es, daß in einer ummübersichtlichen Kurve hinter dem Bahnhof Südende zwei Straßenbahnzüge Das Gericht erblickte in dem Verhalten der beiden Angeklagten eine gegeneinanderprallten und großes Unheil anrichteten. Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 11. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Wie 3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: Heidemärchen von Hermann Löns. 1. Lüttjemann und Püttjerinchen. 2. Der Wicht vom Heidegrab. 8. Puck Kraihenfoot( Die Funkprinzessin: Adele Proesler), 4.30-6 Uhr abends: Untorhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Hans- BredowSchule.( Abteilung Bildungskurse). Handel. Privathandelslehrer F. Fischer: Grundzüge des Wechselwesons. a. Vortrag, stellt man einen Wechsel aus?" 7.15 Uhr abends: Einführung zum Sendespiel. 7.30 Uhr abends: Sendespielbühne. Abteilung Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest. IX. Veranstaltung: Martha, romantisch- komische Oper von Friedrich v. Flotow. Text nach dem Französischen von W. Friedrich. Für den Rundfunk bearbeitet von C. Bronsgeest. Dirigent: Dr. W. Buschkötter. Lady Harriet Durham, Ehrendame der Königin: Violetta Schadow; Nanoy, ihre Vertraute: Marie Schulz- Dornburg; Lord Tristan Mickleford, ihr Vetter: Gerhard Pechner; Lyonel: Maximilian Willimsky; Piumkett, ein reicher Pächter: Arnold Greve: Der Bauern, Dienstvolk. Die Handlung spielt auf dem Markt zu RichRichter zu Richmond: Artur Neudahm. Edelleute. Jagdgofolge, mond und auf dem Lande. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. Fahrlässigkeit gegenüber den Dienstvorschriften. Mit Rüdsicht darauf, daß es sich um sehr schwierige Verhältnisse handelte und daß beide Straßenbahner im langjährigen Dienst noch kein Berschidden gehabt hatten, wurden ihnen mildernde Umstände zugebilligt und sie wurden zu je 100 Mart Geldstrafe verurteilt. Die Berliner Fachmessen. Heute kein Publikumstag. Wie das Berliner Messeamt mitteilt, muß der am Sonntag gefaßte Beschluß, am fommenden Mittwoch, den 11. Februar, die Messehallen zur Besichtigung auch von Nichtfachleuten freizugeben, wieder rückgängig gemacht werden. Die Nichtabhaltung dieses Bublifumstages ist darauf zurückzuführen, daß der Andrang am Sonntag zu den Messehallen schon so start war, daß das lebhaft einfegzende Messegeschäft dadurch nicht unerheblich beeinträd tigt wurde und die Hallen zeitweise wegen lleberfüllung geschlossen werden mußten. Zudem macht die zur Berfügung stehende Zeit die Abhaltung des Publikumstages praftisch unmöglich. Die Zurüd nahme des ursprünglich gefaßten Beschlusses ist nicht zuletzt auch mit Rücksicht auf die Interessen des Einzelhandels erfolgt. Zuchthaus für einen Wohnungsschwindler. Ein erfolgreicher" Wohnungsschieber hatte sich in der Person des vielfach vorbestraften I a mes Groß vor deni Schöffengericht Mitte zu verantworten. Groß hat den Wohnungsschwindel im größten Stile betrieben. Er schwindelte Bohnungssuchenden vor, daß er über ausgezeichnete Berbindungen beim Zentralwohnungsamt und den Wohnungsämtern verfüge und infolgedessen in der Lage sei, in kürzester Frist je de gewünschte Wohnung aber das foste eine Kleinigkeit". Unter 1000 Mart zu beschaffen wollte er es in feinem Falle machen können, meist verlangte er aber 2000 Marf. Die Hälfte des Betrages ließ er sich sofort als Borschuß auszahlen. Damit mar aber auch seine Tätigkeit zu Ende. Die Wohnungssuchenden hörten von ihm nichts mehr, auf Briefe erhielten sie feine Antwort, höchstens in der Anfangszeit noch einmal cine Bertröftung. Wenn sie ihn in seinem Bureau" aussuchen wollten, war er längst verzogen. Ständig wechselte er seinen Wohnsitz und lebte meiſt unangemeldet. Die Zahl seiner Opfer läßt f nicht einmal annähernd abschäzen. Nachgewieſen konnten im jedoch, 82 Betrugsfälle werden. Das Schöffengericht Mitte unter Borsiz von Landgerichtsdirektor Dr. Schulze verurteilte den gemeingefährlichen Wohnungsschwindler zu 3 Jahren 6 Monaten Zuchthaus. " Zu dem Leichenfund in der Aderstraße wird folgendes gemeldet: zwei junge Leute gaben gestern bei der Kriminalpolizei die Brieftasche des toten Ruppin ab. Sie hatten die Tasche, die nur noch einige Lotterielose und Papiere des Toten, aber fein Geld Hause Gartenstraße 13 gefunden. Die silberne Uhr mit Goldrand mehr enthielt, am Sonntag morgen zwischen 4 und 5 Uhr vor dem und Monogramm K. R. fowie die Doubléketté find noch nicht aufgetaucht. Selbstmordverfuch wegen Arbeitslofigfeit. Der 25 Jabre alte Arbeiter Karl T. aus der Kaiser- riedrich- Straße in Adlershof vergiftete fic abends in der Laube feines Schwager3 in der Kolonie Freiheit", Barzelle 56, mit Kohlenorhbgas. Als ibn ſein Schwager au fand, hatte er bereits die Befinnung verloren, erbolte sich aber bald wieder, nachdem man ibn ins Freie gebract hatte.#rbeitslosigkeit hatte ihn zu dem Schritt getrieben Feuer in der Ausstellungshalle I am Bahnhof Wirleben. Ein gefährlicher Brand fam gestern abend um 8 Uhr durch Kurz fluß an einem Motor in der Ausstellungsballe I am abnb of isleben zum Ausbruch. Die Flammen fanden fofort reiche Nabrung an Del, Ereibriemen. Fußboden uiw. Dant der Entschloffenheit des antvefenden Berfonals gelang es, die lammen auf einen fleinen Teil der Halle zu befchränken, so daß das Eingreifen der Feuerwehr sich als vollständig überflüifig erwies. Die Bierundzwanzi- Stunden- Zelfred nung bei der Reid sbahn. Die Dentiche Neichsbabngesellschaft wird in nicht allzu ferner Zeit dazu übergeben, in ihrem ganzen Betrieb die Vierundzwanzig Stunden- Beitrechnung einzuführen. Sprechchor für proletarische Feierstunden. Die Uebunasstunde am Donnerstag fällt aus, fie findet dafür am Freitag, den 13. Febr., abends 7%, Ubr, im Gesangsiaal der Sophienschule ftatt. Freidenker- Jugendweihe. Der Vorbereitungsunterricht für Neukölln findet in der Boddin- Volksschule in der Boddinstraße statt, und zwar jeden Mittwoch nachmittag von 4 bis 6 Uhr, beginnend am 11. Februar. Folgenschwerer Deckeneinsturz. 45 Studenten verletzt. In Mantua ist der Fußboden eines Saales eingestürzt, in dem etwa 50 Studenten und Studentinnen für ein Wohltätiafeitskonzert probten. Der fofort eingeleitete Hilfsdienst bara 45 Berlegte aus den Trümmern. 4 Studentinnen sind durch Arm- und Bein brüche besonders schwer verletzt. Sturmschäden in Westdeutschland. im Ruhrgebiet herrschende Sturm steigerte fich in vergangener Gelsenkirchen, 10. Februar.( Mtb.) Der seit einigen Tagen Nacht zu größter Heftigkeit, wodurch zahlreiche Störungen im Güter- und Rangierverfehr der Eisenbahn hervorgerufen wurden. Beitungsmasten umgestoßen und sonstige Berstörungen angerichtet. Berschiedentlich wurden Bahnsteig dächer abgehoben, Die Lichtleitungen fonnten jedoch im Laufe der Nacht und des heutigen Tages wieder hergestellt werden, und auch die sonstigen Beschädigungen dürften bald wieder behoben sein, so daß die Bertehrsstörungen nicht lange andauern werden. Im Bersonenver chr find außer Zugverspätungen teine Hemmnisse eingetreten. Auch aus verschiedenen Orten des Industriegebietes werden zahlreiche Sturmschäden gemeldet. Teilweise wurden Häuser abgedeckt. Ein Auto vom 3uge zerfrümmert. An dem Eisenbahnübergang bie Strecke Fulda- Bebra über die Landstraße BurghausenNeukirchen wurde das Automobil des Dr. Blum aus Burghausen von einer Lokomotive überfahren und vollständig zertrümmert. Frau Dr. Blum, die ihren Mann als Krantenschwester begleitete, wurde getötet. Dr. Blum jelbst trug leichtere Berlegungen davon, mußte aber trotzdem dem Fuldaer Krankenhaus zugeführt werden. ihn. Der Berteidiger des Grans, Rechtsanwalt 2oye, hat den Grans beantragt die Wiederaufnahme des Berfahrens gegen Antrag auf Wiederaufname des Verfahrens gestellt. Den Vorschlag zur Vorlegung eines Gnadengejuches hat der zum Tode verurteilte Grans abgewiesen, Arbeitersport. Berkehrsdeputation gegen Radfahrer! Bom Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität( Gau 9) wird uns geschrieben: Die neue, am 1. März in Kraft tretende Berkehrs. ordnung verbietet den Verkehr mit Fahrrädern Ordnung bezeichneten Straßen Berlins, d. h. in den Straßen des und auch Motorrädern in den als Berfehrsstraßen erster Stadtinnern, welche täglich von Taufenden von Radfahrern benutzt werden. Bei der bekannten Berkehrsmisere in Berlin hat gerabe das Fahrrad in den lezten Jahren eine ungeheure Berbreitung ge funden. Die großen Entfernungen vom Wohnort zur Arbeitsstelle, das Bersagen der öffentlichen Berkehrsmittel wie Straßenbahn und Untergrundbahn, zwingen immer mehr die Angehörigen des arbei tenden Standes ,, tausende Arbeiter und Angestellte, die das StadtJahrrades zu bedienen. Wenn wir die Ausführungen des Herrn innere durchkreuzen müssen oder in der Stadt beschäftigt find, sich des Ingenieurs Otto Lüders, gerichtlich beeideten Sachverständigen, m feinem Artikel im Arbeiter- Radfahrer", Organ des Arbeiter- Radfahrerbundes Solidarität", als Unterlage benutzen dürfen, hat felbft die Polizeibehörde ursprünglich feine Beschränkung des RadfahrerDerlehrs beabsichtigt. Und das mit Recht. Die Berkehrsunfallstatistik weift nach, daß die Unfälle, welche durch Radfahrer hervorgerufen sind, einen außerordentlich niedrigen Prozentjag betragen. Kein Radfahrer wird heute ohne Ursache das Stadtinnere befahren. Wer aber beruflich dazu genötigt ist, darf nicht daran gehindert werden. Das Fahrrad ist das leichtbeweglichste, am wenigsten Blaz bean Spruchende Berkehrsmittel. Längst haben sich die Radfahrer dem Berfehr angepaßt, danf dem erziehlichen Einfluß ihrer Organisation. Strenge Befolgung der bestehenden Polizeivorschriften, ruhiges und ficheres Fahren gebietet schon der Selbsterhaltungstrieb. Die Straße dient dem Berkehr! Erbaulich, und an die Schildbürger erinnert die Bestimmung, daß der Radfahrer an den verbotenen Stellen abzu fteigen hat. Er darf dann durch die verbotenen Straßen sein Fahrrad schieben. Ist der hochwohllöblichen Berkehrsdeputation hierbei nicht zum Bewußtsein gekommen, daß der sein Fahrrad Schiebende ein viel größeres Berkehrshindernis bildet als wie der Fahrende? Wir haben aber bei dieser Gelegenheit noch eine andere Frage: Uns erfcheint es, als ob dieses Verbot nur von Automobilbefizern gemacht ist. Bo waren bei der Beratung die Arbeitervertreter? Warum werden bet derart einschneidenden Verordnungen nicht Fachleute gehört? Warum werden nicht die Vertreter der maßgebenden Orga nisationen gehört? Welche Begründung gibt man benn eigenliich diesem famosen Verbot? Man erachtet eine Begründung überhaupt nicht für nötig. Der Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität hofft, daß diese Ausnahmeverordnung gegen die radfahrende Arbeite: fchaft ebenso schnell wieder verschwindet, wie sie gekommen ist. Die Stadt Berlin ist kein Krähwinkel! Den Verkehr auf Kosten der schwer um ihre Existenz ringenden arbeitenden Bevölkerung zu regeln, entspricht nicht dem Geist der Verfassung und am wenigsten den wirllichen Bedürfnissen eines zeitgemäßen großstädtischen Berkehrs. Parteinachrichten Ginsendungen für diese Rubrit sinb Berlin 6. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat. 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten 2. Kreis Tiergarten. Kreisausschuß für Arbeiterwohlfabet! den 12. Februar, 7 1hr, Zimmer 4, Klopftodfir. 24. Donnerstag, Bolizeifürforgerin Widing: Gefährdetenfürsorge." Bortrag der 3. Kreis Webbing. Freitag, ben 13. februar, 7% Uhr, beginnt Gelin thaler Straße 3/5, of lints, stlassenzimmer, der Kurfus: Geschichte der Arbeiterinternationale." Ref.: Gen. Breuer. Zeilnehmer tönnen sich noch melden. 7. Kreis Charlottenburg. Donnerstag, den 12. Februar, 7 Uhr, eriveis terte Sigung Rimmer 1 Jede Abteilung muk vertreten fein. Wichtige Tagesordnung. 7. Kreis. Donnerstag, den 12. februar, 7½ Uhr, Schiller- Realgymnafium, Schillerstr. 26. Vortrags- und Distusfionsabenb der freien Schulgemeinde. Thema: Wie pflegen wir die Sprache des Kindes?" Ref.: Studienrat Dr. R. Bweb. Wichtige Schul und Erziehungsfragen. Die Bibliothet stebt den Befuchern zur Verfügung. 9. Kreis Wilmersdorf. Die Genossen erscheinen zur Abendlichen Feier Stunde für Frauen" Donnerstag, abends 8 Uhr, in det Hindenburgschule. 10. Kreis gehlendorf. Donnerstag 8% Uhr wichtige Beamtenverfammlung, Lotal Schnorre. Behlendorf, Potsdamer Str. 3. Gen. Klawifter fbricht über: Beamtenverbeausfcüffe." Aue parteigenössischen Beamten und Bebrer find eingelaben. 11. Böneberg. Donnerstag, den 12. Februar 71 Uhr Beitungstommiffionssisung Belziger Str. 27. Qulturtartet. Freitag abenb 8 Ubr( pünktlich) in der Aula der Gemeindefchule Tempelhofer Weg 62 Bortrag des Gen. Dr. Sodann über Proletarische Stultur mit Sicht bildern. Eingeladen find befonders: Arbeiteriugend, Jungfosialisten, Arbeiterwohlfahrt, Kinderfreunde und Elternbeirate. 19. Arcis Bankow. Siehe 3. Kreis Wedding. 20. Kreis Reinidendorf. Siebe 3. Kreis Wedding. Mittwoch, den 11. Februar: 16. st. SBD. Konsumgenoffenfchaftsmitglieder ber 15. unb 16. st., tm Begirl ber 30, Berlaufsstelle wohnhaft, werden erfucht, flo Sonnabend, den 14. februar, abends 7½ Uhr, Lokal Jesurunder Ste. 3, einzufinden. 19. Abt. Sablabend in ben bekannten Lokalen. Donnerstag, den 12. Se bruar, 7 Ubz, findet in der weltlichen Schule Gotenburger Straße, eine Ronfumberfammlung ber 3. und 50. Berkaufsstelle statt. 44. 2001. Die Bersammlung findet beute nicht Oranienstraße 10, fonbern Oranienstraße 180 statt. 83. Abt. Richterfelde. 8 Uhr Sablabenb Restaurant Schmidt, Stoonftraße, am Hindenburgbamm. Bortrag. 100. Ast. Blubow. 7% Uhr Lolal Krüger, Bendaftr. 71, Sablabenb. Sweds Anlage einer neuen Rartothet müssen alle Genoffen erscheinen. 102. bt. Baumschulenweg. 7% Uhr Mitgliedervefammlung bei Borgmann, Riefbols, Ede Baumschulenstraße. Wohnungs- und Siedlungsfragen im Reichstag Genoffe Silberschmidt gegen die Ausschaltung des Reiches. Im Reichstag eröffnete Präsident Cöbe gestern die Sigung um 2 Uhr 20 min. Bor Eintritt in die Tagesordnung gibt Abg. Beder( Bp.) eine lange formulierte Erflärung ab, die wir an anderer Stelle behan deln. Im Anschluß daran macht Abg. Dr. Wirth( 3.) auf das Ungewöhnliche einer solchen Erklärung aufmerksam und richtet an den Präsidenten die Frage, ob auch er nicht eine ähnliche Erklärung abgeven dürfe. Bräfident Löbe erwidert, daß eine solche Erklärung zunächst dem Präsidenten eingereicht werden müffe, das habe Herr Dr. Becker getan. Abg. Koch- Weser( Dem.): Die Frage muß geflärt werden, ob es möglich ist, daß die Verhandlungen des Reichstages durch Monologe aufgehalten werden.( Große Unruhe rechts.) Ob es richtig ist, im Reichstag in so ausführlicher Weise eine Erklärung vor der Tagesordnung abzugeben. Ich habe ja nichts dagegen ein zuwenden, aber ich mache darauf aufmerksam, daß das auch von anderer Seite in Hunderten von Malen geschehen könnte, wo es fich um eine Berleidigung gegen Breßangriffe handelt. den Abgeordneten das Recht, außerhalb der Tagesordnung ErklärunAbg. Dr. Becker- Hessen( DBp.): Artikel 85 der Berfaffung gibt gen abzugeben. Haus in die Tagesordnung ein. Nach einer weiteren Debatte über die Geschäftsordnung tritt das Das Gefeß über die Fortgewährung der Meist begünsti. gung an die Tschechoslowakische Republit wird in allen drei Lesungen angenommen. In erster Beratung wird die Novelle zum Gesetz über die Erstattung von Rechtsanwaltsgebühren in Armenfachen an den Rechtsausschuß überwiesen. Die Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums wird in der Aussprache über Tarifvertrags- und Lohn. wesen fortgesezt. Abg. Frau Dr. Behm( Dnat.) spricht für den Regierungsentwurf des Heimarbeiterlohngesetzes. In Amerika wird das Zahlen von Schmußlöhnen mit Gefängnis geahndet. Ich hoffe, daß es bei uns nicht so weit zu kommen braucht. Wir brauchen Schiedsgerichte zum Schuß der Heimarbeiter.( Beifall rechts.) Abg. Frau Sender( Soz.): Die verehrte Frau Behm sollte dafür sorgen, daß die ganze deutschnationale Fraktion über das Schlichtungswesen ebenso denkt wie sie selbst.( Heiterteit.) Dann hätte die gestrige Rede des Herrn Gok nicht gehalten zu werden brauchen. Die Reichsverfaffung macht die Arbeiter vollkommen gleichberechtigt mit den Arbeitgebern. Die Regierung muß an die Ausführung des Ar. titels 165 der Verfaffung herangehen. Die Vertretung der Arbeit-| nehmerschaft ist noch immer nicht geschaffen worden; die Länder werden verhindert, diese Lücke auszufüllen. Bei den Handels. vertragsverhandlungen sind nur die Organisationen der Unternehmer zugezogen worden, aber nicht die Arbeitnehmer, wie es Frankreich getan hat. Die Teilnahme der Arbeiter an den Bertragsverhandlungen in allen Ländern würde wesentlich zur Berständigung beitragen. Aus den Betriebsräten haben sich tüch tige Menschen herangebildet, die volles Verständnis für die Wirtfchaftsfragen haben, und doch werden sie überall behindert. Wir beantragen deshalb, Mittel für die Heranbildung von Arbeitern in den Wirtschaftsfragen in einer Arbeiterakademie in den Etat einzustellen. Die Betriebsräte würden auch gern an der Gewerbeaufsicht mitwirken. Wenn die Betriebsräte nicht den Willen der Unternehmer tun, werden sie entlassen und es gibt Gewerbegerichte, die solche Ent wegt ihren Weg gehen. 120. Abt. Friedrichsfelde. 7% Uhr Mitgliederversammlung in der Mädchen- laffungen gutheißen. Die Arbeiterschaft wird aber trotzdem unent schule Wilhelmstraße. Bortrag des Gen. Bitfcher: Schul- und Er siebungsfragen." 134. Abt. Buch. 8 Uhr Lokal Göpfert am Bahnhof. Bablabenb. Tagesord nung: Neuwahl des Abteilungsvorstandes. 139. Abt. Teget. 8 Uhr Lolal Schade, Berliner Str. 17, italteberberfamm lung. Bortrag des Gen. Stadtrat Sente: Berfassungsfragen." 2. Ber Nowawes. Funktionärsigung im Lokal Böhm, Großbeerenstr. 50, nicht bei fchiedenes. Slemle, Wanftr. 55. Donnerstag, den 12. Februar: 5. unb 6. t. 8 1hr bei Albrecht, Beteranenstr. 4. oichtige Sigung der SPD.- Konfumgenoffenfchaftsmitglieber ber 55. Verkaufsstelle( Hebr. belliner Straße). Aufstellung der Delegierten zur Generalversammlung. 81. bt. Friebenau, 8 Ubr unktionärfonferenz bei Alabe, Sandjerhfreake 60/61. Aussprache über Parteiangelegenheiten. Bortrag 132. Abt. Blankenburg. 8 Uhr Sablabend bei klug. Dorfstraße. über: Sozialistische Ersiebung im Elternhause." 143. Abt. Waidmannsluft. 7 Uhr bei Busch, Oraniendamm 10, 8ablabend. Borstandswahl. Referat Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Prenzlauer Berg., Donnerstag pünktlich 7% Uhr Bezirkshelferberfammlung im Geim. Danziger Str. 62. ber Genoffin Genny Schumacher: Erziehungsfragen." Frauenveranstaltungen am Donnerstag, den 12. Februar: 9. Kreis Wilmersdorf. 7% Uhr Oberrealschule nin Seepark. Bortrag des Genoffen Bastor Franke. Rezitationen: Lehrer Drach. Gäste will tommen. 109. Abt. Friedrichshagen. 7% Uhr Sofal Otto Kirch, Friedrichshagen. Ede Ministerialdirektor Signer nimmt Bezug auf die Erklärungen des Arbeitsministers über Buziehung von Arbeitervertretern bei den Handelsvertragsverhandlungen. Die Tätigkeit der Schlichter hat sich durchaus bewährt, wir werden eine Statistik darüber heraus geben. Die Fälle, in denen man Betriebsräte nicht zu den Aufsichts räten hinzugezogen haben foll, bitten wir uns im einzelnen zu unter breiten. Abg. Stegerwald( 3.) beantragt, den Antrag der Sozial. demokraten auf Unterstützung der Akademie der Arbeit in Frankfurt am Main und sonstiger Einrichtungen zur Weiterbildung von Arbeitervertretern, dem Sya uptausschuß zu überweisen. Da die Abstimmung über den Antrag Stegerwald weifelhaft ist, wird Hammelsprung vorgenommen. Mit 189 gegen 94 Stimmen wird Berweisung an den Hauptausschuß beschlossen. Zum Kapitel Wohnungs- und Siedlungswesen tommen zuerst die Redner zum Wort, die sich zum Wohnungswesen gemeldet haben. Abg. Silberschmidt( Soz.) Wilhelmstraße. Vortrag des Genoffen Schreiber:„ Segueule utlärung folle. Diese Aufgabe hat auch in der Berfassung eine hervor. * Gafte der Jugend," Gäste willkommen. 110. Abt. Grünan. 7% Uhr bei Werner, Köpenider Straße 108. Vortrag der Genoffin Kunert: Die fosiale und rechtliche Stellung der Frau." toimommen, Die Genoffinnen ans Sallenbagen sind eingeladen. Wrbeiterwohlfahrt, Arbeiterjugend, Jungsozialisten! Sonnabend, den 14. Fe bruar, abends 7 Uhr, Lindenstr. 3, 2. of, 3 ep.. Bersammlung aller Bartelbertreter, älterer Jugendgenossen, Jungfosinliften und Funktionäre der Arbeitermoblfabet: 1. te fann die Arbeiteringend in der Jugend fürforge und Jugendgerichtshilfe mitarbeiten?"( Jugendrichter Dr. Franke.) 2. Aussprache. Alle intereffierten Genossen sind eingeladen. Alle Abteilungsleiter der Bartel werden gebeten, beute mitfood), auf den Mitgliederversammlungen auf unsere Jugendmeihen anfmertfam au machen und zu evtl. Anmeldungen aufzufordern. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Die Brogramme für die Märznummer des fetretariat fein! Jugend voran müssen spätestens bis heute, Mittwoch, abends im Jugend. Heute, Mittwoch, den 10. Februar, abends 7% Uhr: Luisenstadt: Schule Stallfchreiberstr. 84. Distuffion: Reichsbanner unb SAJ. Lichterfelbe: Jugendheim Albrechtstraße. Bortrag: Franzöfifche Revolution." Wannsee: Schule Charlottenstraße. Vortrag: Lebensreform. Ertner: Jugendheim Bollstüche. Bortrag: Warum find wir in der SAI.?"-Friedrichsfelde: Jugendbeim Berliner Straße 45. Darmin und feine Lebre. Raulsborf: Schule Abolfstraße. Lebensreform. Lichtenberg- Mitte: Jugendheim Doffeeftr. 22. Arbeitsdienstpflicht." Vortrag: Bortrag: Während des Kriegs ist den Kriegsteilnehmern versprochen worden, daß nach ihrer Rückkehr eine Neuordnung der Grund und Bodenverteilung vorgenommen werden ragende Rolle. Berteilung und Nugung des Bodens foll überwacht, Mißbrauch verhütet werden, jeder Deutsche foll au einer gefunden Wohnstätte gelangen, insbesondere foll für finderreiche Gamilien gesergt werden. Heute ist von diesen Bestrebungen nichts mehr zu merfen, im Gegenteil, bestimmte Fattoren sind wieder am Wert um die alten Zustände der ungeregelten Wohnungswirtschaft wieder herzustellen. Gerade im letzten Jahr ist vieles geschehen, um den Schuß der Mieter zunichte zu machen. Alle Maßnahmen, die für den Meerschutz getroffen wurden, hatten nur den Zweck. die grundfäßliche Erreichung des in der Berfassung vorgezeichneten Ziels unmöglich zu machen. Durch die dritte Steuernotverord mung, die am Ende der Inflation erlassen wurde, ist schon recht, denn jenen Boltsteilen, die darunter leiden, fagt man, daß das System daran schuld sei, mur das freie Spiel der Kräfte" tönne bessere Zustände schaffen. Diese Methode ist schon recht alt. Erst wird die ordnende Hand beseitigt, wenn dann zerstörung und Zerreißung entsteht, so stellt man das als Ergebnis dieser Ordnung hin, um nur gegen dieje Ordnung vorzugehen. Wir verlangen, daß eine planmäßige Reichswohnungswirtschaft wieder eingeführt, daß eine 3entral. felle gefchaffen wird, was nicht ausschließt, daß die Gemeinden zur freudigen Mitarbeit zugezogen werden. Manche bestreiten, daß überhaupt noch eine Wohnungsnot vorhanden sei( hört, hört! bei den Goz.); aber nach optimistischen Schäzungen fehlen 650 000 Wohnungen, andere Schäßungen nennen eine bis ein faffung richtig ist, beide gehen aber davon aus, daß so viele Woheinhalb Millionen! Es mag dahingestellt bleiben, welche Aufnungen fehlen als Familien feine Wohnungen finden tönnen. Aber haben, aber unter erschreckendem Wohnungselend leiten. man muß dazu auch diejenigen rechnen, die wohl eine Wohnung ( Sehr richtig! bei den Goz.) Unter den normalen Zuständen vor Rohnungen. Es müßten immer genug leere Räume zur Berdem Krieg gab es in den größeren Gemeinden 3 Proz. leerstehende grauenhafte Zustände herrschen in den beses fügung stehen, damit feine Wohnungsnot entsteht. Besonders ten Gebieten, wo sich fein Unternehmer um die Unterbringung der zugezogenen Arbeiter füm. mert. Viele Deutsche leiden zwar nicht unter Wohnungsnot, fie haben Wohnungen, aber die sind auch danach.( Sehr wahr! bei den S03.) An diesen Zuständen darf man nicht vorbeigehen, jedes Mittel muß angewandt werden, das zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse führt. Mit den jetzigen Mitteln können wir das Wohnungselend nicht beseitigen, es muß im Gegenteil von Jahr zu Jahr größer merden, weil immer weniger gebaut wird, als der Familienzuwachs beträgt. Wir fordern, daß die Wohnungswirtschaft wieder dem Reich zurückgegeben wird, daß nicht nur der Wohnungsmangel beseitigt, sondern auch die alten Wohnungen gebrauchsfähig gemacht werden. In England hat man einen Wohnungsbauplan für 5 bis 10 Jahre aufgestellt, jedes Jahr soll so viel gebaut werden, daß binnen furzem die Wohnungsnot beseitigt ist. Mit unserer Klecerwirtschaft geraten wir immer tiefer ins Elen d.( Sehr mahr! bei den Goz.) Wenn wir noch die Bezeichnung eines Kulturvolls bes halten wollen, so müssen wir endlich mehr fun. Nach einem großzügigen Plan und mit großen Mitteln muß der Wohnungsnot ju Leibe gegangen werden. Die Mittel, die aus der Mietzins. steuer bereitstehen, werden heute nicht zweckmäßig angewandt. m vorigen Jahre gab es noch ein paar fleine Leute, die ihre Spargroschen beim Wohnungsbau anlegen fonnten. Heute find die gemeinnüßigen Genossenschaften so weit, daß sie nicht mehr vorwärts tönnen. Nur derjenige fann noch bauen, der über reiche Mittel verfügt. Selbst mittlere Beamte müssen bein Wohnungsbau dauernde Lasten bis zu 40 Broz. ihres Einfommens auf sich nehmen. Arbeitern wird zugemutet, sich mit 50 bis 60 Proz ihres Einkommens dauernd zu belasten! Wir fordern, daß aus den bereit tehenden Mitteln 80 bis 85 Pro3. der Baukosten zu einem niedrigen 3insfuß gegeben werden. Es sollten überhaupt teine Zinsen genommen werden, da das Reich und die Länder die Mittel ja cuch zinslos erhalten. Alle zur Verfügung stehenden Mittel müssen organisch zusammengefaßt und durch eine Bant verwaltet werden. Sie müssen gleichmäßig allen Staatsgenossen zugeführt werden, alle haben ein Recht, gleichmäßig behandelt zu werden. An diesem Etat steht nicis davon, worüber ich gesprochen habe. Um so wichtiger ist es, daß endlich das Notwendige hineinfommt. Wir verlangen, daß ge bundene Wohnungswirtschaft und Mieterschuß nicht abgebaut werden, sondern daß wir zu einer gefunden Wohnungswirtschaft für das ganze Bolt fommen.( Lebhafter Beifall bei den Goz.) Abg. Winnefeld( DBp.) tritt für Abbau der Wohnungswirtschaft ein. Wir beantragen, ein Uebergangsgefez an de Stelle des Wohnungsmietgefeges zu sehen. Die Länder haben die Mittel, die für den Wohnungsbau aufgebracht wurden, nicht den Bestim mungen gemäß nerwendet, und deshalb muß man Bedenten tragen, den Ländern weitere Mittel dafür zu geben. Der Städteausschuß verlangt, daß die Mietzinssteuer in den nächsten fünf Jahren fünf Milliarden aufbringen foll, um durch Wohnungsbau eine höhere Kapitalanlage für die Gemeinden zu schaffen. Das muß geradezu ausreizend wirken. Abg. Eichhorn( Komm.) spricht für Verbesserung des Mieterschutzes. Aba. Bartschat( Dem.): Gegen die Zwangswirtschaft wird mit Recht Sturm gelaufen. Die Mitwirkung des Privattap tals beim Wohnungsbau ist unentbehrlid). Die Erträge der Hauszinssteuer reichen nicht aus, um genügend Wohnungen zu schaffen. Die Steuerlaften, die auf einem Grundstüc ruben, verteuern das Bauen. Wir werden im Wohnungsausschuß einen Antrag auf Erlaß oder. Cr. mäßigung der Grundbesizabqaben einbringen. Wie daß die ganze Zwangswirtschaft heute noch nicht fallen kann.( BeiDie Dinge heute liegen, muß man dem Städtetage darin recht geben, fall bei den Demokraten.) Abg. Rönneburg( Dem.): Unerträglich ist, daß zu hohe 3injen, bis zu 10 Broz., bei den Hypothefen, die aus der Haus zinssteuer gewährt werden, gefordert werden. Dem Baustoffwucher muß entschieden entgegengetreten werden. Wie fommt es, daß der Preis für das Tausend Ziegelsteine seit dem Sommer von 16 auf 50 bis 60 m. erhöht worden ist? Der Borfriegspreis bewegte sich zwischen 16 bis 18 M. Leider ist die Bodenspekulation schon wieder am Werke, und darum sollte ein Bodenreform. gesen baldiest eingebracht werden.( Beifall bei den Demokraten.) Abg. Steiniger( Dnat.) tritt für Einheitlichkeit bei der Berwendung der Hauszinssteuer ein. Abg. Feder( Natjoz.) wünscht Belebung des Baugewerbes. Abg. Dr. Jöriffen( Wirtsch. Bg): Mit einem Sprung fönnen mir nicht zur freien Wirtschaft übergehen, aber das Eigentum muß wiebergegeben werden, dem es gehört. Der Mieterschus muß aufgehoben werden, aber wir sehen in unserem Antrag die das Wohnungswesen dem Relche ganz aus der Hand genommen werden. Mit dieser Zerreißung der Wohnungswirtschaft in perschiedene Ausführungsorgane ist großes Unheil angerichtet worden. Die Ausführung wurde den 18 Ländern und 65 000 Gemeinden über, geben. Es besteht feine Uebersicht über die Maßnahmen zur Be lämpfung des Wohnungseiends, jede Kontrolle fehlt, daß die Mittel richtig verwendet werden, nach Jahren wird man vielleicht erst feststellen können, wie sie verwendet wurden. Zwischen den 18 Ländern besteht beim Wohnungsbau eine Konkurrenz, die mehr wie Sabotage aussieht. Die großen Städte mit großen Einnahmen üben nicht die notwendige Solidarität gegenüber den fleineren Gewirtsaft tommen, wird all das Geld frei, das jetzt für Wohmeinden auf dem Lande, insbesondere wo sich die Industrie an Bottraa: fiebelt, geschieht für den Wohnungsbau fast gar nichts.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Werbebezirk Prenzlauer Berg: Werbebezirks- Mädchen- Abend. Seute, abends 48 Uhr, Danziger Str. 62, Bortrag: Gemeinsame ober getrennte Graiebung?" E ALTER Beschränkung der Mieten auf einen Höst fa b. Der gemeinnützige ohnungsbau foll weiterarbeiten, aber nur unter denselben Be dingungen mie das private Baugewerbe. Diese ganze Frase darf nicht partelpolitisch aufgezogen, sondern muß rein wirtschaftlich bes handelt werden. Wenn wir wieder zur freien Wohnungsningsämter usw. zum Fenster hinausgeworfen wird.( Beifall rechts.) regierung sein, auf die Einheitlichkeit in der Miethöhe hinzuwirken. Staatssekretär Dr. Geib: Es wird das Bestreben der ReichsUm 6½ Uhr wird die Weiterberatung auf Mittwoch 2 Uhr vertagt Es fehlt überall der regelnde Gebante, um dem Merk Liebe und Solidarität zu erhalten, es wird nur faviel getan, wie es die„ flicht" porschreibt. Das Reich ist faltgestellt. Wir haben seinerzeit energisch Welter für Berlin und Umgegend. Bei wechselnder, meist stärkerer BeEinspruch erhoben, man hat aber darauf feine Rücksicht genommen. wöllung fortdauernd mild und windig mit einzelnen leichten Regenfällen. Den Gegnern der gebur: denen Wohnungswirtschaft ist dieser Zustand| Für Deu fchland. Ueberall milb, vielfach Regensbauer. HEINEREND JACOBL1880 3 Die Lage im deutschen Baugewerbe. Wie wird fich die Bautätigkeit im Jahre 1925 gestalten? Das ist eine Frage, die nicht nur die vielen Laufende Wohnung suchender bewegt, sondern alle am Baugemerbe interessierten InDustrien. Das Baugewerbe als ein Schlüffelgewerbe tann vielen hunderttausenden Arbeitern Beschäftigung bieten und damit die Birkungen der heutigen Wirtschaftstrife bedeutend abmilbern. Des halb ist die Frage nach der Bautätigkeit eine Frage von Hefein Schneidender wirtschaftlicher Bedeutung. Man rechnet im Jahre 1925 mit einer verstärkten Bantätigkeit. Jedoch weiter als zu einem wenig gehaltvollen Gerede hat man es in dieser Frage noch nicht gebracht. Daß da und bort größere Bauprojekte vorliegen, ist richtig, doch ist dies eine Erscheinung, die alljährlich wiederkehrt. Wenn wir die Frage der Bautätigkeit vor allem der Wohnungs bautätigkeit ergründen wollen, fo ist dazu nötig die Brüfung folgender Fragen: 1. Wie steht es mit der Frage der Kapitalbefaffung für Bauzwede? 2. Wie steht es mit der Baustoffbefchaffung? 3. Sind genügend Baufa charbeiter vorhanden? Die Kapitalbeschaffung. Der Kapitalmarkt hat sich gebeffert. Es ist möglich, daß die sicheren Zinsfäße von 10 bis 12 Pro3. eine Stärfung des Kreditmarktes mit fich bringen. Dies kann jedoch nur in bescheidenem Maße zutreffent. Erfahrungsgemäß wirft sich das Kapital der besseren Ertragsmöglichkeiten halber lieber auf die Industrie. Erst wenn der Induſtriemarkt übersättigt ist, wendet sich das Kapital dem Baumarkt zu, der wohl eine fichere, jedoch nur bescheidene Zins anfage bietet. Zurzeit hat jedoch die Industrie trotz der Ruhrliebesgabe der Reichsregierung von rund 700 Millionen Goldmar? an die Großindustriellen an Ruhr und Rhein immer noch großen KapitalDarunter wird der Baumarkt zu leiden haben. Beachtet man ferner, daß die öffentlich- rechtlichen Ein richtungen, die früher mit Borliebe ihre überschüssigen Kapitalien in Bauhypothefen anlegten, durch die Inflation vollständig verarmt sind und sich erst jest wieder langsam zu erholen beginnen, so ist auch dieser Umstand für eine Aussicht auf Belebung der Bautätigkeit wenig ermutigenb. bedarf. Die einzige fiere Quelle, aus der der Wohnungsbau dauernd gespeist werden fann, sind die Erträge aus der Hauszinssteuer. Leider ist davon bisher ein großer Teil für andere Zwecke verwendet worden. Stände der volle Ertrag der Hauszinssteuer für Wohnbauzmede zur Verfügung, dann könnten bedeutend mehr Wohnungen als bisher erstellt werden. Der Deutsche Städtetag hat eine Dahinzielende Fordering bereits erhoben. Er hat verlangt, die für bie Bautätigkeit vorgesehenen Steuermittel den Gemeinden zur un eingeschränkten Bermendung zu überlassen. Dem aber widersprechen Die bougewerblichen Unternehmer, die das Aufkommen aus der Hauszinssteuer wohl gleich dem Städtetag reftios für Bauawede erfassen, jedoch den Gemeinden zur uneingeschräntien Verwendung nicht überlassen möchten. Darin ertennen fie eine Beeinträchtigung der freien Wirtschaft", nicht zuletzt aus dem Grunde, weil dann ihre unbequemen Konkurrenten, die sozialen Baugenossenschaften, manches Stüd Arbeit zugeweisen er halten würden. Auch die Hausbesizer wollen die freie Wohnungs wirtschaft. d. h. wie sie das auffassen. Sie wollen die woh wungszwangswirtschaft aufheben, daraus versprechen fie fich eine Belebung der Bautätigkeit. Danon tann gar nicht die Rede fein. Seine Mart mehr flöffe in diesem Falle aus den fchon angedeuteten Gründen dem Baumarti zu. Die Hausbefizer wollen mit ihrer Forderung mur die Wohnungszwangswirt fchaft, ausgeübt durch die Vermieter, wie der Bund deutscher Dietervereine in einer Deutschrift an den Reichstag sehr treffend bemerft hat. 13 Eine Belebung der Bautätigkeit wäre jedoch sicher zu, erwarten, menn der Antrag der fozialdemokratischen Reichstagsfrattion, die Hauszinssteuer müsse mindestens 20 Broz Der Friedensmiete betragen, verwirklicht würde. Mit einem ähnlichen Blan hat sich vor einiger Zeit auch die leider gewefene preußische Regierung getragen. Der preußische Ministerpräsident Genoffe Braun hat das Auftommen aus der Hauszinssteuer für 1925 auf 200 Millionen Mart eingeschäßt, mit Hilfe diefes Betrages ließen fich bei einem staatlichen Zuschuß von 4000 m. für jeden Bau 50 000 Reubauten errichten. Bei Erhöhung des Sages der Haus zinssteuer auf 20 Broz. wäre der Bau von 100 000 Neuhäusern mög fich. Ob die neue preußische Regierung das Borhaben der alten im hier genannten Sinne durchführen wird, wissen wir nicht. Wir fönnen auch nicht wissen, ob der Reichstag dem vorhin erwähnten fozialdemokratischen Antrage zustimmen wird. Jedenfalls wird von beffen Annahme oder Ablehung abhängen, ob sich der Wohnungsbau in Deutschland mehr belebt oder ob es in dem alten, unbefriedigenden Schlendrian weitergeht. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater pernhaus 0: Troubadour Tägl. 8 Uhr: Opernhaus Mrs. Dot am Königsplatz Leopoldine Konstantin 7 Uhr: Mona Lisa Schauspielhaus 7: Charleys Tante Schiller Theater SOU Adele Sandrock, Korff Alexander, Ehser Borg, Mattoni, Rosé 7% Von morgens Kleines Th. bis mitternachts Volksbühne 72 Uhr: Wer weint um Juckenack? Deutsch. Theater 7 Uhr Die Stützen Täglich 8 Uhr: Frau Lohengrin Haller- Revue 1925 Th.i.Admiralspalast Alabend. 8 Uhr 26. Woche Die größte Revue d. Welt: Thalia- Th. Tägi. 8 Uhr: Baustoffbeschaffung und Baustoffwucher. die arbeiter der Saisonarbeit mehr entrüdt, er tönnte mehr auf bauernde Arbeit rechnen, wodurch auch die Unternehmersorge um den baugewerblichen Rachwuchs mehr verschwinden würde. Die Unternehmer verlangen ausländische Arbeiter. Über das Unternehmergeschrei über den Mangel an Baufach ift ferner die Frage der Baustoffbeschaffung. Wie fieht es ampffteilung gegen die Bauarbeiterschaft. Sie wollten im Bichtig für die größere Belebung der Bautätigkeit in Deutschland arbeitern hat ja andere Gründe. Seit dem Vorjahr stehen fie in aber auf diefem Gebiete aus? Die Ziegelindustrie ist bebeutend Jahre 1924 den Bauarbeitern den Achtstundentag rauben, die Löhne zurüdgegangen, auch die Tätigkeit in den Schamotte und drüden, die Ferien nehmen und ihnen außerdem noch cnbere Staffwerfen, den Stein und Schieferbrüchen. In der Zement Berschlechterungen im Arbeitsverhältnis aufzwingen. Dabei stießen industrie betrug die Gesamtproduktion im Jahre 1924 etwa die fie auf geschlossenen Widerstand. Nichts gelang ihnen. Die Bau Hälfte der Borkriegsproduktion. Möglich, daß es gelingt, bie Herarbeiter erhielten sich nach schweren Kämpfen den Achtstundentag, ftellung von Baustoffen von neuem zu forcieren, wenn dies Trusts und Kartelle zulassen. Diese fahren froh eingeschränkter Produktion recht gut, fie fchrauben die Preise für Bau stoffe bis in die Wolfen, so daß sie heute um ein Bielfaches über das Thema Bucherpreise, Kapitalprofit und Allgemeinintereffe. über dem Borkriegspreis stehen. Dies wäre ein besonderes Kapitel Doch schweigen wir an dieser Stelle darüber. Bir wollen nur noch feststellen, daß viele Ziegeleien abgebrochen, zum Teil der wahrloft sind, so daß die Aussichten auf eine ausgiebige Beschaffung von Baustoffen für eine Hebung der Reubautätigkeit nicht gerade günstig find. Die Arbeiterfrage im Baugewerbe. 9 Trotz diefer nicht günstigen Aussichten für eine besonders starte Belebung des Baumarktes zerbrechen sich die Unternehmer und auch manche Regierungen die Köpfe über die dritte Frage, wo die Bau facharbeiter hergenommen werden sollen, falls die Bautätigkeit besonders start einfeßen sollte. Nach allen bisherigen Erfahrungen hierzu folgendes: Die Kapital- und Baustoffbeschaffung muß schon in ganz ungeahntem Maße einsehen, die Bautätigkeit eine außer gewöhnlich gute werden, um einen spürbaren Mangel an Baufach arbeitern hervorzurufen. Nach den alle Monate veranstalteten Erhebungen des Baugewerksbundes über den Umfang der Arbeits Tofigteit im Bauberufe waren im Januar 1924 71.4 Pro3. aller Mitglieder dieser Organisation arbeitslos, im Februar 72,6 Broz., im März 38,1 Broz, im April 15,3 Broz., im Mai 9,5 Proz, im Juni 10,6 Bro3., im Juli 10,6 Broz., im August 11,4 Proz., im September 8.4 Proz, im October 6,5 Proz., im November 10,1 Broz, im De. zember 22,7 Broz. Ein großer Teil der Arbeitslofen waren Fach arbeiter, und zwar im Januar 134 727, Februar 136 758, März 59 333, April 13 319, Dezember 32 313. Der niedrigste Stand ar beitsloser Facharbeiter war im Oktober mit 4577. Jedenfalls gab es im Jahre 1924 zu jeder Zeit arbeitslofe Facharbeiter. Trozzbem fchreien die Unternehmer und anscheinend haben sich von ihnen duch manche Regierungsstellen beeinflussen laffen nad) mehr Facharbeitern, verlangen, daß mehr Lehrlinge ein gestellt werden, die Umschulung anderer Arbeiter als baugewerbliche Facharbeiter stattfindet, und daß Facharbeiter aus dem Auslande in Massen nach Deutschland importiert werden. viel In der Lehrlingsfrage hat ber Baugewertsbund fach an Hand amtlichen Materials festgestellt, daß in den legten Jahren vollkommen ausreichende Lehrlingsein. stellungen stattgefunden haben. In der Borkriegszeit entfielen nach den damaligen Erhebungen 7-9 Gefellen auf einen Lehrling, heute beispielsweise, in Bommern auf einen Maurerlehrling 4, in Medienburg 6,1, in Schlesien 4 Gefellen. Die Handwerkskammern berichten fast sämtlich über eine starte Bunahme der Lehrlinge im Baugewerbe. Stellenweise wird schon über belfte Behrlings züchtere berichtet. Bei der Umschulung anderer Industrie arbeiter für das Baufach hat der deutsche Baugemertsbund schon einmal, und zwar im Jahre 1921 Hilfe geleistet, heute muß er bas nach den danach gemachten Erfahrungen ablehnen, weil es hieße, Arbeiter gewiffenlos einer ganz ungewiffen wirtschaftlichen Zukunft auszuliefern. In all diesen Fragen vertritt der Baugenertsbund heute den Standpuntt: Weder Umschulung noch Lehrlingszüchterei find im Baugewerbe nötig, um einem etwa drohenden Mangel an Baufacharbeitern vorzubeugen. Man schaffe nur Arbelt, dann werden audy die benötigten Baufacharbeiter vorhanden fein. Taufende davon haben den erlernten Beruf verlassen, weil sie es satt befommen hatten, wiederholt und monatelang als Arbeitslose das Straßenpflafter zu treten. Die fommen gern wieder, wenn sich ihnen dauernde Beschäftigung bietet. Auch die Laufende, die nadh Angabe der Unternehmer ins Ausland gegangen find, werden dann wiederkommen, vor allem, wenn man ihnen ständige Be fchäftigung bietet. Zu diesem Zwede organifiere man die Arbeitsvermittlung in der Weise, daß die freien Arbeitskräfte immer dahiu vermittelt werden, wo sie nötig find. Ferner müssen die Regierungsstellen und die städtischen Behörden Anordnungen treffen, Inftand fegungsarbeiten an Staats- oder städtischen Gebäuden in den Wintermonaten vorzunehmen. In gleicher Weise mögen fich die Privatunternehmer bemühen. Alle nicht drängenden Reparaturarbeiten verlege man in die flaue Zeit. Dann wird an Baufacharbeitern niemals Mangel fein, außerdem würde der BauDas Dreimäderlhans Komische Casino- Theater Lothrin var Sir. 37 Tägi.& whe Der neue Schlager Roch und Koch Graf Koks Sonntag nachm 32 Uhr: Die ganze Vorstellung zu halben Preisen 2. Rang 1 Maik Posse in 3 Autzügen Gänzl neu f. Berlin Volkstüml. Preise!) WIND ARTEN Deats Opernhaus Novitätenvon Friedmann und Lonzer 7 Uhr: Zar und Gisela Werbezirk Olga Limbar, Schreier Strehlen, Hafkin Zimmermann Spielplan! Sonntags 3% Uhr halbe Preise Central Theater Rauchen gestartet. Ernst der Gesellschaft Trianon- Th. Uhr: Die Kammerspiele Uhr Der Lampenschirm Die Komödie Karfürstendamm 206/207 712 Uhr Sechs Personen suchen Tägl. 8 Uhr: Einmal versunk. Glocke; Metropol- Theater Täel. 7 Uhr Friedrich spricht ist keinmal Gräfin Mariza im Rathaus von Fritz Mack Hansi Arnstädt Falkenstein, Raiser- Titz Neues Th. am Zoo einen Autor Residenz- Th. Täglich& Un: Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Heute 8 Uhr: Wild- West8 Uhr: Wir lassen Sine uns scheiden Mädel Komödienhaus galante T in Kommand. Str. 7Uhr: Premiere Heiml. Brautfahrt Berliner Theater 7.30 Uhr. Anneliese v. Dessau SCALA 8 Unr Täglich 8 Uhr: Nacht Molly Wessely in Die Frau ohne Kuß Deutsch. Künstlertheat Tä ich 48 Uhr ..Riquette" Operette von Oscar Strans Lustspielhaus Uhr Gaido Thielscher D. wahre Jakob Varieté- Operettenhaus Revue am Schiffbauerdamm 8 Uhr. Die vertauschte Fran Wallner Theat. Rose- Theater 8 Uhr: 74: Wilhelm Tel Pelleas and Melisande 15. Februar, 8 Uhr Dichtungen von Toller, Mühsam. Dehmel u. a. KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1. de Kurfürstenstraße Apollo8 Uhr Theate 9 Chr Revue- Posse Daslachende Berlin Ueber 150 Mitwirkende: Ganz kleine Eintrittspreise! Parkett 2,80 M. 8 Uhr Oper Direktion: James Klein 8 Uhr Unsere Revue: Das hat die Welt noch nicht gesehn mit über 250 Mitwirkenden Die Sensation des Berliner Theaterlebens! Sonntag 3%, Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. 1 Kind frei zu halben Preisen ( 50 Pf. Dis 6 Mk.) Vorverkauf ununterbrochen! Theater am Kottbusser Ter. Tägl. 8 Ubr und Sonntag nachm.& Uhr Elite- Sänger. D- r Gipfel des Humors: Die Baxe der Panders' Volkstümliche Preise Reichshalien- Theater Allabendi 8 U. t. Sonntags nachm.3Uhr Steffiner Sänger Nachmittags halbe Preise volles Programm. Bönhoff- Brett'i: Famillen- Varieté Ant. 7, U. Sonnt 8%, U. gingen überall zum Angriff über und errangen annehmbare Lohnerhöhungen. Trotz der scharfen Abfuhr möchten aber die Ball unternehmer ihre Bergewaltigungspläne immer noch nicht aufgeben. herabbrüden, um für sich eine dem Lohndruck und der zwangsSie möchten deshalb den Seltenheitswert des gelernten Bauarbeiters weisen Berlängerung der Arbeitszeit günstigere Position zu schaffen. Deshalb ihr Schrei nach vermehrter Behrlingsausbildung, nach Umschulung, nach Zulassung ausländischer Bauarbeiter in Deutschland. So erklärt sich auch jene Zusammenkunft am 26. Januar 1925 in ẞrag zu der Vertreter der tschechoslowakischen Bauarbeiterorganisationen, der Bauunternehmer und das tschechoflomatische Minifterium für sozicle Fürsorge erschienen waren. Zur Verhandlung stand ein Antrag der deutschen Arbeit geberzentrale, 15 000 ffchechoslowakische Maurer und Zimmerer nach Deutschland zu vermiffeln. Das ist ein nackter Beweis für die scharfmacherischen Absichten des deutschen Bauunternehmertums! Der pfiffige Plan ist allerdings diesmal vorbeigelungen. Denn die tschechoslowakischen Bauunternehmer wähnen sich in der gleichen Lage wie ihre deutschen Kollegen, auch sie befürchten Facharbeitermangel, auch fie möchten auf ihre Refervearmee nicht verzichten. Deshalb erhoben fie Einspruch. Die Massenanwerbung tschechoflowakischer Baufacharbeiter für Deutschland unterbleibt. Dies ist zurzeit die Bage im Baugewerbe. Zusammenfassend fann gefagt merden, daß sich die Arbeitsgelegenheit im deutschen Baugewerbe im Jahre 1925 etwas besser gestalten wird, als sie im Borjahre war. Aber von Kämpfen wird das Baugewerbe auch in diesem Jahre nicht verschont bleiber: Dafür sprechen die Bestrebungen und Rüstungen im Unternehmeriager. Für die Arbeider des Baugewerbes gilt es, gleichfalls zu rüsten, ihre Organisationen zu stärken, um den Abfichten des Unternehmertums entschieden entgegenzutreten und fich weitere Lohnvorteile zu erringen! Produktive Darlehen an Kleinrentner. Einer Rundverfügung des Breußischen Wohlfahrtsministers ant die Regierungspräsidenten entnimmt der amtliche Preußische Bresse dienst die folgenden Mitteilungen: Der rebitgemeinschaft gemeinnüßiger Gelb ft. hilfeorganisationen Deutschlands G.m. b. 5. in Berlin, Scharnhorststraße 35, ist aus Reichsmitteln ein Betrag von 200 000 Mort, von dem 122 200 m. auf Preußen entfallen, zur Ge währung von produttiven Darlehen an Aleinrentner zur Berfügung gestellt worden. Die Kreditgemeinschaft hat zur Ber gebung dieser Einzeldarlehen in Gemeinschaft mit dem Deutschen Kentnerbund eine besondere Abteilung Rentner.Darlehns. faffe eingerichtet. Bon ber Inanspruchnahme dieser Kaffe find jedoch Kleinrentner, die nicht Mitglieder des Deutschen Rentnerbun des find, nicht ausgeschloffen Anträge fönnen durch Vermitt lung der örtlichen Fürsorgestellen oder die Bezirksstellen des Deut faen Rentnerbundes eingereicht werden. Die Rentner Darlehnstaffe foll durch Gewährung von Einzel darlehen Rentnern ermöglichen, sich eine wirtschaftliche Existenz in produttiver Form wieder aufzubauen. Die Darlehen sollen den Betrag von 1000 Reichsmart regelmäßig nicht übersteigen. Voraussetzung für die Gewährung ist die begründete Aussicht, daß der Rentner mit Hilfe der Darlehens mittel feine wirtschaftliche Produttivleistung, wenn aud) in bescheidenem Umfange, zu erhöhen vermag, fowie ferner die Stellung einer ausreichenden Sicherheit. Bei Prüfung der Sicherheit wird Rücksicht auf den Einzelfall genommen. Die Darlehen sind mit mindestens 4 Broz. jährlich zu ver infen, in geeigneten Fällen fann der Binsfag den Reichsbanf histont erreichen. Die Rückzahlung foll regelmäßig innerhalb 18 bis 24 Monaten beendet sein, in monatlichen Teilzahlungen erfolgen, die nach einer Schonzeit von etwa drei Monaten beginnen. Bei der Entscheidung über die Gewährung der Darlehen sowie über Etundungsgesuche wirfen zwei vom Deutschen Rentnerbund zu benennende Bertreter mit. goool Neue Welt lose IGGE Arnold Scholz Hasenbeide 108 114 Heute sowie täglich Bockbier Fest in den bagerischen Alpen 8 Kapellen neue Dekorationen 80 bayer. Mad'l Bergschloß- Bockbier Einlaß 6 Uhr Anfang 7 Uhr Voranzeige Morgen, Donnerstag 12. Februar: Gr.Schweineschlachten Gegen Lahnschmern jader Art hilft Verit Cas 1000 fach erprobte Zahnschmerzmitte! Verit ist in alisa Apotheken zo haben Hersteller: Pharmazeutisches Laboratorium Verit Halle a. S., Schmaerstr. 19. General- Depot für Berlin und Brandenburg: Simons Nie wieder so billig! Nur soweit Vorrat! Gate und beste Qualitäten! Eile geboten! Für starke Figuren. schiank machende Formen Pelzmäntel our gute Felle, jetzt 600.- 400.- 235.Pelzjacken flotte Formen 250.- 175.- 110.Sea plüschmäntel( Prachtsticke) 150.- 115.- 88 Krimm-, Astrach.- u. Wollplüschmänt. 81.- 58.- 39. 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Es war nicht sticht, m Kas Heiligtum Pythms des Hellsehers»or, zudrlngen. 2in der Gartenpforte wurden mir von einen; schwarzen Diener die Augen verbunden, dann führte er mich über endlose Stufen durch endlose Gänge, in denen unsere Schritte schauerlich von den anscheinend feuchten Wänden widerklangen und in denen es nach Molchen und Unken roch Als mir die Binde von den Augen genommen wurde, stand ich Pythius gegenüber. Welch sin denkwürdiger Augenblick! Der Meister saß in einer Rotunde auf einem dreifüßigen Stuhle, d.chen. Beine die dreifache Länge sonstiger Stuhlbeine fjaittn. Bor dem Dreifuß kauerte eine schwarze Katze. „Acrehner Meister der Hellseherkunst, ich komme, um aus Ihrem e'lautchen Munde etwas Befreiendes über das jetzt wieder auf- tauchende Kafpar-Haufer-Problem zu hören. Ziehen Sie möglichst rasch den Schleier von dem Geheimnis, sonst macht der Jakob Wassermann das Rennen!" Pythius, der Kriminalpsychologe, zwirbelte seinen schwarzen Mikosch-Schnurrbart, die schwarze Katze schnurrt« geheimnisvoll, der schwarze Diener rollte die Augäpfel, daß sie Monden in pechsinsterer Pacht glichen. »Ich habe den Schleier bereits gelüftet/ begann Pythius, und feine Stimme glich der des Erdgeistes nn„Faust".»Ich hotte die fntschlcienmg dieses Rätfels zu meiner Lebensaufgabe gemacht, und feit gestern Nachmittag drei Uhr fünfzehn Miwiton kann ich sagen: „Ich habe nicht imisonst gelebt." „Anbetungswürdiger Meister! Seit rund hundert Jahren trotzt der Deckel über dem geheimnisvollen Kafpar-Haufer-Topf ollen Vcr» suchen, ihn zu heben." „Jawohl, und ich habe ihn gehoben!" „Aahhl Es war natürlich doch ein badischer Prinz... „Nein!" dröhnte die Stimme des Erdgeistes. „Also ein gewöhn-licher Betrüger, der irgendetwas au? dem Kerb- b e-lz hatte, eine Schiebung, oder ein verkrachter Theaterdirektor, der untertauchen wollte, um den Hogenrordsrungen zu entgehen?" „Nein!" dröhnte der Erdgcist-Erfatz. „Nim?" fieberte ich mit allen Fasern, mit denen man nur irgend- wie siedern kann. „Raten Sic weiter," lispelte der Meister und warf einen mit- leidigen Blick auf mich armen Erdenwurm. „Vielleicht doch«in Nopoleonide?" warf ich zögernd ein,„ein direttcr Nachkomme des Welt-Untcnochers aus Korsika, entstanden auf dein Rückzüge ans Rußland, als Napoleon nickst wußte, was tun, als er seinem gepreßten Herzen auf irgendeine Art Luft zu schaffen suchte?" „Weit vorbeigervten!" lächelte der Meffter und zog damit die Folter noch um drei Umdrehungen an. „Bielleicht ein illegitim« Sohn vom Marschall Vorwärts... von Schamhorsr... Gneisenau... Poniotowski... oder gar vom alten Nittelbeck?" Ich nannte olle Ramm, die der Zeit nach in Betracht kommen konnten.„Bon Wellinyttm, dem steinen Schäker?" Iimner wieder das entsetzliche Nein! von den: überhöhten Schusterschemel. Ich wurde nervös und mein Kopf begann zu summen. „Vielleicht von Buttler? Wallenstein? Der Gustel von Blase- fitz? Ich schleuderte sämtliche Namen aus dem Dreißigjährigen Krieg« hiwau«.. Ich dachte, der Kaspar war ein abgefeimter Halunke, der irgendwas zu verbergen hatte, warmn sollte er, licht auch die Anzahl feiner Lebcirs fahre verheimlicht haben? „Nein," grinste bei jedem Namen das Scheusal auf dem Sessel. Ich konnte nicht mehr klar denken, und in meinem Kopf begann es .zu ticken wie in einem Uhrmacher laden. „Bielleichi war es gar kein Mensch, vielleicht war es eine Kreuzung zwischen hochentwickelten Tieren, zwischen einem Drang- Utcm und einem Lama?" Mein« Denkfähigkeit nahm sichtbar ab. »Vielleicht, ungebetener Meist«, war es der Homunkulus, d« von Goethe und der Frau von Stein fabrizierte, ach nein, ich wollte sagen, der von Othello in der Retorte erzeugt« künstliche Mensch wird es gewesen sein, der, nachdem Shakespeare die letzt« veredelnde i Hand an ihn geleqt hatte, zu Venedig in den Eanai Grande sprang,, untertaucht«, bei Messina gesichtet wurde, sich dann in«in Fischer-' Varaöiesvögel öes Meeres. Von Wilhelm Lölsche.*) Im tiefen Dämmer des südamerikanischen Urwaldes gibt es wunderbare Schmetterlinge. Sie scheinen aus durchsichtigem Kristall zu bestehen. Indem fast aller Farbenbelag ihrer Flügel geschwunden ist, schweben sie dahin gleich körperlosen Geistern, die der Blick nicht sasien kann. Und nur der Wissende ahnt wieder eines jener großen Geheim- msie, mit denen die Natiir diese Ithomiinen, wie der Forscher sie rienlrt, vielleicht um« einer Tarnkappe gegen Verfolger schützt. Ich habe aber bisweilen geträumt, ob man diese Gespenstirwelt nicht noch mit einem anderen Naturkunststück verknüpfen könnte, das sich in ähnlich verschwiegenen Waldgründen der anderen Tropen- seit« birgt. Dort Hausen bekanntlich in de» zum Teil noch unbetretenen Gebirgswöldern Neuguineas die unvergleichlich schönen Paradies- vögsl. Solcher Paradiesvogel besteht nicht au« durchscheinendem Glas, aber alle Farben des Regenbogens, zu denen ein Kristallprisma das weiße Sonnenlicht brechen kann, scheinen ihn zu umfließen, gemischt i on dem derberen Gold- und Kuptcrsckein vom Mcfnllschatz der Tiefe. Bald umwallt es ihn wie eine zuckende Krone von leuchtendstem Orangegclb. abgetönt gegen Elfenbeinweiß, sie nimmt je nach der 'Art das seidige Rot des köstlichen Sandelholzes seiner Heimat au oder wird zur Glocke von sattem Ultramarin des Meeres bei Sorrent, die- an den Rändern wie ein Stückchen seidig blaßblauen Frühlings- Himmels vcrschwebt. so zart lösen sich die äußersten Farben in Duft auf, während in das tiefere Innenblau Lasuren von Grün schneiden. Oder Fächer und weit hinaus pendelnde Schnörkel glänzen in blankem Smaragd, Goldbronze bricht sich abgeblendet zu blaugrünem 'Atlas, die grünen Smaragde wieder gehen in violetten Amethyst aus. I is auf äußerster Welle der Opal in schwerer Goldfassung mit allen Spektralfarben zugleich erschimmert. Diese Farbenwunder bedurften vielleicht viele Jahrtausende lang keines Schutzes, denn ihre ganzen wirklich paradiesischen Wälder lagen den zerstöretlden Mächten unsichtbar wie in einem Asyl. Aber nun zu denken, daß auch solcher Bogel wirklich gleich dem durch sichtig«! Schmetterling aus reinem Glasfluß aufgebaut sein könme wie die gläsernen Bögekchen unserer Weihnachtsbäume...? *) Wir bringen mit Erlaubnis des Verlags Earl Reißner (Dresden) diese herrliche Schilderung aus Bolsches neuen Geschichten aus dem Paradiese:»Der singende Baum", die ihn auf der gleichen Höhe künstlerischer wie naturwissenschaftlicher Darstellung zeigen. netz oerwickelte und 1828 auf dem llnlchlittlnarkt« zu Nürnberg als ein südländischer Fisch feilgeboten..." Ich drohte umzusinken. Da stahl sich ein Strahl des Mitleids in des Meist«? horte Druff. ./zören Sie," begann er,.»Kaspar Hauser war..." Neues Leben rieselte durch meine gelähmten Glieder...„Kaspar Hauser war der Sohn Ludwig des Ersten von Bayern und der Lola Montez." Der Seher sprach deutlich, er betonte jedes Wort auf besondere Art, und nach jedem Worte mochte ex ein« kleine Paus«. Unter druck. »Wir werden in der Ztafwertnn gefrage die Regierung auch weiter unter hydraulischem druck halten.— doch möchte ich zunächst bitteu. die störende Anlage da oben zu beseitigen!" „Sitte noch einmal," bat ich,„wie hießen die werten Eltern?" „Sudwig der Erste und Lola Montez." „Aaahhh! Das ist ja ganz was Neues! Do wird die Welt staunen!" Dann machten meine Gedanken einen kleinen Ausflug ins Historische, und als sie zurückkamen, sagte ich:„Dieser horrende Schwindel!" Der Schwarze rollte mit den Augen, die Katze schnurrte fürchterlich. Ich ließ mich nicht einschüchtern.„Dieser grandiose Schwindel!" schrie ich, ,ch:e Lola hat ihr erstes Bier in München «st um 1843 herum getrunken, während der Kaspar bereits um 1830 als Zwanzigjähriger aufgetaucht ist! Bon Ludwig gar nicht zu reden I' „Erbosen Sie sich nicht." sagte der Meiste? im ruhig selbstsicheren Ton, ich werde in einigen Wochen untrügliche Beweis« verösfent- lichen, daß mein Ergebnis stimmt." „Aber wie erklären Sie denn den historischen Widerspruch?"— ,/)i« lügt eben, wie so oft, die Geschichte. Glauben Sie doch diesen Die alte Legende nahm diese Paradiesier ja schon als Erzeugnis des Himmelsblaues selbst. So sollten sie ohne Füße ewig über dem berauschenden Duft ihrer Gewürzwälder schweben, selbst ihr Ei wie ein Beuteltier am eigenen Leibe mit sich führend. Wenn sie also auch die Gabe hätten, noch Belieben erst den Opal- glänz Über ihren sonst durchsichtig unsichtbaren Kristalleib gleiten zu lassen oder nach Willkür zu erblauen bis zu jenem Azur des Rudolfs- Paradiesvogels...? lind wenn sie gar die Kraft besäßen, diese Farben zu wirklichem Licht zu steig«», in der helligen Nacht ihrer unberührten Waldeinsamkeit da. dort mit geisterhafter Blauflamm« aufzusteigen gleich den großen Leuchtkäfern ihrer Insel...7 Es ist gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Wir wissen, daß die armen schönen Kerle aus der verborgensten Phantasie der Natur, die heute auf unseren modischen Damenhüten massenhaft ein jämmerliches End« nehmen, tatsächlich nicht auch noch so weit gekommen sind. Aber eben diese Phantasie hatte»och«in« andere Bläu« zur Verfügung als die des Tropenhimmels— den Azur des sonnendurch- glänzten Meeres selbst. Und dort tst ihr die»Ctenophor«" gelungen, dl«, wenn auch kein Bogel, doch fast das ganze Ideal solchen»gläsernen Paradiesters" erfüllt. Sie schwebt in ihrer reinsten Naturkunstform wirklich frei in ihrem blauen Element, ohne je den profanen Boden, zu dem sie gar keinen Fuß hat, zu berühren. Gleich jenen Ithomiinen verschwindet sie völlig Kristall im Kristall, wenn sie einfach fast das ganze Licht durch sich hindurchgehen läßt. Aber in ebenso jäher Wende überrieselt es wie auf Wunsch mit ganzen Garben Irisierenden Farbenspiels, wie es nur je die Federtronc eines echten Paradiesiers bewährt. Und ungeheure Schmetterlings- oder Vogelflügel, Sannenarme wie an dem altägyptischen Weltsymbol, weiß auch sie gelegentlich zu bteiten, die doch wieder völlig Glas sind. Indem aber die Welle sse erregt, erblauen diese Flügelbänder aus innerer Gabe tief und immer tiefer, bis über das Blau noch jenes Rudolfsvogels hinaus. Und wenn von oben die nächtlichen Stern« sich in der schwarzen Glut spiegeln, dann brennt dieser Wundervogel der Tiefe wirklich mit eigener Flamme auf, lautlos, iimner Heller und hell«, bis er ebenso lautlos wieder verglüht... Sie ist kein Vogel, solche„Etenophore"(Kommtrager bedeutet das Wort). Abgrundtief steht sie in der Entwicklung noch unter ihm, ab« es ist nicht leicht zu sagen, was sie eigentlich ist. Hat man es ab« einmal erfaßt, so merkt man. daß fi« nicht bloß «w unerreichtes Juwel der Naturphantasie, eine»Kunstform d« tflWt®,na8' Aes vorwärts Zahlen nicht; wer hat sie aufgeschrieben? Armselige Mansche», die jeder Lusthauch hinwegfegen kann." „Und was sind Sie?" „Ich bin ein mit vor- und rückwärtsblickenden göttlichen Augen ausgestattetes Wesen von ein« anderen Welt, wie es nur alle tausend Jahre zu euch kommt. Meine Augen reichen bis ins Paradies; ich sehe, wie Eva den Apfel vom Vauwe der Erkenntnis pflückt, und ich sag« Ihnen, es war eine Pflaume." Ich bat den «schwarzen, mich schnell an die Lüfi zu führen.„Leben Sie wohl. teurer Meist«!" „Wandle ehrfurchtsvoll, kleiner Pilgersmann und verkünde draußen, daß in drei Wochen mein Hauser-Werk erscheint." Ludwig, Lola, Kaspar— es könnte doch etwas Gemeine» in diesen drei Worten sein— die Weg« des Schicksais sind dunkel und verworren...__ homöopakhte und Biochemie. Während die sogenannte.Schul- Medizin" Krankheit und Heilmittel als Gegensätze ansieht, stützen sich die Anhänger der Homöopathie aus den alten Satz:„Sirnilia sirnllibus curanUr."(»Gleiches wird durch Gleiches geheilt.") Wie diese Worte und der Name Homöopathie" erklären, ist es die Heilkunde, die als Gleiches, d. h. Krankheit und Heilung als durch Gleiches bedingt, erklärt. Der Laie ist geneigt, nur das Augen- fällige dieser Methode zu bemerken, die Anwendung der Arznei«, in kleinsten Gaben. Ihr Prinzip aber ist dos Limilia similiba». Der sächsische Arzt Dr. Hahnemann gab dieser Heilmethode die wisienschaflliche Grundlage. Er hatte beobachtet, daß bestimmte Quecksilbersalze einmal bei Gesunden diphthericähnliche Symptome hervorrufen, andererseits, während dieser Krankheit gegeben. Heilung bewirken. Die Beobachtung vieler Hirten, daß Schafe husten, wenn sie die auf manchen Weiden wachsende fleischfressende Pflanz« Drosera rotunckikolia verzehren, veranlaßt« Hahnemann. bei Erkrankungen der Lustweg«, die sich im Husten äußerten. Prä- parate dieser Pflanze zu geben. Auch hier hatte er Erfolg. Nun baute er sein System aus, und die moderne Homöopathie betrachtet ihn als ihren Gründer. Die Anwendung kleiner und kleinst« Tosen, in Potenzen von 10 angegeben, wird begründet aus der Er- fahrungstatsache, daß starke Gifte in ganz geringen Gaben die uin- gekehrte Wirkung zeigen. So z. B. tötet Sublimat in Verdünnun- gen von ein Tausendstel Prozent unbedingt alle Bakterien: in Lö- sungen von ein Millionstel Prozent dagegen bewirkt es ein schnei- leres Wachstum der Hefepilze. Die»Schulniedizin" macht der Homöopathie zum Borwurf, aus vereinzelten Beobachtungen allgemein« Schlüsse zu ziehen und deren Ergebnisse anzuwenden. Andererseits tadeln die Homöopathen on d« Allovathie, sie bekämpfen nur die Symptome, also die Krank- heitsäußerungen und Schmerzen, ohne bis zum Herd des Hebels vorzudringen. Die Biochemie, mit der Homöopathie häufig zusammen genannt, hat mit ihr nur die Aeußerlichkeit gemeinsam, klein« Dosen anzuwenden. Diese Praxis aber geht nicht aus dem gleichen Grund- iatz hervor. Der Gründer der Biochemie, der deutsche Arzt Dr. to ch ü ß l e r, stützt sich aus die Beobachtung, daß jede Krankheit durch Störungen in d« Zusammensetzung der unorganischen Ver- bindungen in den Geweben und im Blut bedingt sei. Cr nennt 13 lolcher»Gewebemittel", die in Blut und Gewebe enthalten sind. Salze des Natriums, Kalziums, Kaliums, Magnesiums, Siliziums und Eisens. Ist die Krankheit, und damit auch festgestellt, welche Stoffe fehlen, so werden diese in den nötigen kleinen Wengen, in denen sie sich in Gewebe und Blut des normalen Körpers vor- finden, eingegeben. Allopathische, d. h. größer« Dosen werden verurteilt, weil sie durch ein Zuviel wie Fremdstosie hemmend wirken sollen. Beobachtungen bei der Sonnenfinsternis in Amerika Ueber das Ergebnis der amerikanischen Beobachtungen anläßlich der Sonnenfinsternis«klärt, noch Meldungen aus New Pork. Professor Todd von der Earnegie-Stistung sich sehr befriedigt. Er plant für die nächste Sonnenfinsternis am 14. Januar 1926 im indischen Ozean ausgedehnte Beobachtungen vom Luftschiff aus. Andere führende Gelehrte holten die Informationen bei der jüngsten Sonnenfinsternis für die vollständigsten in der Geschichte der Astronomie, erklären aber, daß zwei Jahre nötig sind, um die Ergebnisse wissenschaftlich oeewerten zu können. Pros. Lane Povr von der Colmnbia-Univer- sität, der Prüfungen über die Einstein-Theorie anstellte, ist von dem Ergebnis, das durch die große Kälte beeinträchtigt wurde, nicht befriedigt, konnte ab« immerhin wichtige Beobachtungen machen. Nadir" ohnegleichen ist, sondern, auch einen tiefften Sinn w der großen Naturlogik der Entwicklung verkörpert. In ihrer anschaulichen Form gleicht die Etenophore einer durch- sichtigen, vielleicht ein ganz klein wenig farbig angehauchten Glas- frucht, die Irgendwoher In die Flut gefallen. Aber sie schwebt ausrecht und frei in dieser Flut, denn sie ist nicht wirklich ein schweres Glosprisma vom himmlischen Kronleuchter der Natur, sondern sie besteht fast ganz aus leichtestem Gallert mit üb« sschsundneimzig Prozent reinem Wassergehalt— ein kleines Aquarium in dem großen ihres Weltmeers—, nur in sich als Einheit gehalten durch das ungeheure Rätsel, das wir Leben nennen. Was muß das ober für ein Mysterium sein, dieses Leben, dos nur mit solchen paar Prozent eigenen Schöpfergeiftes über seinen Wasiern schwebt und doch die ganze Kunstfigur gebaut hat und regiert... Wasser im Wasser, Licht im Licht, gewahrt man die Etenophore bei solchem ruhigen Schweben überhaupt nicht. Man Hot sie dicht vor sich im allgemeinen Kristall und sieht sie doch nicht: genau der gläsern« Schmetterling oben im Walde öd« vielmehr noch unendlich besser. Ob sie auch Schutz davon hat? Wer weiß. Bielleicht ist es hei ihr m:r der ungeheure Elast des Ozeans selber, der die ewige Schwimmerin in diesem Glast durch«iney geheimnisvollen Einfluß glasbell geschaffen. Die Meinungen streiten. Aber sie treibt vom Fleck, bewegt sich selbsttätig, und plötzlich »wird sie". Der Paradiesvogel des Meeres entsteht ganz jäh vor dem jetzt fassenden Blick. Indem sie auf ihrem Glasschifflein ein« Anzahl Reihen winziger Glasruder blitzschnell bewegt, erzeugt st« jenes entzückende Farben- spiel wie aus dem Nichts heraus und macht sich sichtbar. Jedes dieser Ruder ist eigentlich ein Kämmchen oder Pinselchen verklebter Wimpern, das hcrumgeschlungen nach drin Gesetz der Ivterferenzsarben dos Licht im Meer zu einem zuckenden Spektral- stömmchen in allen Regenbogensarben bricht.- Und wie sich Flammchen so on Flämmchen schließt, gießen sich die Farbenraketen in gleißendem Opal üb« den Hauptkristall. Und doch ist das erst die einfache Form. Wie beim echten Parodiesvogel, so gibt es auch zu diesem Wasserparadlest« noch jenen besonderen blauen Prachttyp. Den.geflügelten". Da ist die Glasbirne oder Glasmelone durch Doppelslügel zum liesigen, anderthalb Meter langen gläsernen Gürtel ausgereckt. Auch«r ist in ruhigem Stande fast voMg wafserklar. Wftin er sich.dahinbewegt,«glänzen auch on seinem oberen Rande die blitzenden Opalslämmchen. Ein langer, wunderschöner Regenbogen spannt sich dann gleichsam durch die blaue Flut. (Schluß folgt.) Verkauf nur sowelt Vorrat Zweite Mengenabgabe vorbehalten WEISSE WOCHET Stickereien Hemdenpassen opptre oder Klöppelspitzen Klöppelspitze Stickerel maschinengeklöppelt, ca. 6 cm breit, Doppelspinne... Meter 95. 15 Morgenhauben Batist, mit Valencion- 5p beespitse. ana Pike, mit Knöpf- 95 Kleiderwesten en versiert Babikrag, sus ciennesspitze.... Eleg. Kleiderwestenpal, mit Valen Bettwäsche Kissen 80 x 80 cm..... 17 95PL Linon, 80 x 80 cm..... Kissen Bezüge Ueberlaken 120 x 200 cm..****** 185 Kinder- Wäsche Mädchen- Hemden sobat oder Hohlsaum, 40-90 cm lang Fassonschnitt mit Stickerei ****** 95 195 Prinzessröcke Mädchen- Beinkleider stickerel, 30-60 cm lang bis Pf. moderne Form, mit Stickerei, 45-100 cm lang. Knieform, 35925 Knaben- Hemden 135 225 Mädchen- Nachthemden halsfrei. aus gut Stoff, mit Stickerei u. 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Besata u. 3 100 200 Tiefz Hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unfer guter Bater unb Großvater, der Tischler Otto Seiler gestorben ist. 86/20 Einäfcherung: Donnerstag, ben 12. Februar, nachm. 4%, he, im Arematorium Baumschulenweg. Am 7 Februar entschlief nach lan gem, fchwerem Beiden meine liebe Frau, unfere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Agnes Seidel geb. Zippel im 71. Lebensjahre. 86/19 Dies zeigen fiefbetrübt an im Stamen ber Sinterbliebenen Paul Seide unb Rinber Berlin, im Februar 1925 Glasgower Str 33 Die Einäfcherung findet Donners. tag, den 12 Februar, mittags 1 Uhr, im Arematorium Gerichtffraße statt. 5. Klaffe 24. Breuklich- addeutsche Deutscher Metallarbeiter- Verband ( 250. Breuß.) Klaffen- Lotterie8. Biebungstag Ohne Gewähr 8. Februar 1925 Nachbrud verboten In der Nachmittagsgiebung wurden Gewinne über 150 m. gezogen 8 Gewinne zu 5000 21 159850 220882 806690 1 Gewinn zu 3000 m. 212297 2 Gewinne zu 9000. 252209 284258 10 Beminne au 1000 97. 9580 61508 92466 171517 178973 199059 242582 245704 269258 273582 28 Gewinne zu 500 t. 819 1418 11001 18757 21251 43804 58828 79083 86487 87438 122886 168001 179129 182097 214574 218737 219094 225615 228788 233621 233987 243450 244039 251438 260706 271167 293721 296447 67 Gewinne au 300 m. 3262 5051 12488 21186 22411 22464 24025 41023 43089 48085 48820 61210 65094 73765 85408 85882 86582 86810 87457 101369 107784 108178 111812 117875 120287 123241 124494 136045 138421 140825 145084 145173 149763 140924 158832 166001 167400 168026 169497 197954 203492 212834 219737 225344 234190 239228 240028 246896 251192 257663 263972 271724 282902 283757 287676 287706 287950 289113 290231 290724 290955 295012 298627 305767 815082 818174 819687 4. Ziehungstag Dhne Gewähr 10. Februar 1925 Nachbruck verboten In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 Mk. gezogen. 1 Gewinn zu 75000 9. 290128 1 Gewinn zu 10000... 220164 1 Gewinn zu 5000 R 85854 2 Gewinne zu 3000 6 Gewinne zu 2000 166861 268720 273771 285463 57660 66881 101295 109220 7 Gewinne au 1000 R- 27 27083 78233 88825 108896 119620 181420 814-92 33 Gewinne zu 500 R.-M. 41695 48991 46410 49002 62380 69932 108749 119896 136725 145367 145446 162056 166834 169620 170798 171705 173914 177979 198148 201237 205217 210308 215844 233220 242416 266252 278168 284774 287139 296173 302077 306677 317640 87 Gewinne u 300 R 20 1618 8054 16483 21640 25681 87792 43598 47234 48908 49311 53663 54402 54747 57170 59671 68231 66440 66707 67418 69357 71127 79658 80133 81108 83389 85683 89714 90428 98789 101116 104164 106201 106608 116008 117826 126272 1848 9 135003 137686 188232 142141 143017 145802 153586 154065 158586 158708 151029 169852 173159 173815 174490 175708 178007 179646 181561 184923 187589 190186 198277 199789 199759 206461 212071 213537 213947 223499 225372 226341 230051 233099 236481 244953 246503 254008 258715 259924 261848 Drahtarbeiter! 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