MbenSausgabe Hr. 71 ♦ 42. Jahrgang Musgabe B Hr. 35 S«Stf6i6«»iinfliinetR und«njtiflenpwtf« find in der Morgenausgabe angegeben Sebotfion:£10. 66, Cinbeaflrafje 3 Zernsprecher: VSnhoN 282— 296 Xel.'l(brcffe:Sa3ialb(mo(taf Berit» Derlinrv Volksblatt c D Alitttvoch I l.Zebrllar Verla« uud Anzeigenabteilung: Gesibafiszeit S— S Uhr Derlager: VorwSrls-Vertag©mbft, Berlin Sw. 68, Linde,-sirnsze 3 Fernsprecher: Cönfjofi 2606-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfd�lands Rechtsblock-Parlamentarismus. Ein neuer Anschlag auf die Reichstagsrechte. Die Rechtsparteien unternahmen gestern im Steueraus- fchuß des Reichstags auf Grund einer Anregung des Staats- fekretär P o p i tz den Verfluti, durch den Steuerausfchuß be- schließen zu lassen, daß für das Jahr 192S nur die Hälfte der Vermögenssteuer erhoben werden, die andere Hälfte gestundet werden soll. Diese wichtige Entscheidung sollte im Ausschuß, nicht im Plenum vor der gesamten Oeffentlichkeit unter der Hand getroffen werden. Der Versuch soll wiederholt werden Die sozialdemokratischen Mitglieder des Sleucrausschuffes haben darauffhin dem Vorsitzenden des Ausschusses, dem Abg. Dr. Obersohren, folgenden Brief gesandt: .Am Schluß der gestrigen Sitzung des Steuerausschustes des Reichstages ist infolge des von unserer Seite erhobenen Ein- spruches die Absicht ausgegeben worden, den Ausschuß weiter mit dem Plan der Stundung der am 15. Februar fälligen Dermögenssteuerrate zu befassen. Sie selbst, geehrter Herr Kollege stellten als Vorsitzender die Einbringung eines Initiativ- gesetzentwurses zur verfassungsmäßigen Verwirklichung der ron den Parteien der Rechten gehegten Wünsche in Aussicht. Nun geht uns heute dieEinladungzuetnerSitzungdes Steuer- Ausschusses am Freitag, den 13. Februar, zu, mit der Tagesordnung: »Verschiebung der ersten Vorauszahlungsrate auf die Vermögenssteuer vom 15. Februar auf deu 15. Mai 1925." Der Ausschuß hat sich nach§ 38 der Geschäftsordnung nur mit den ihm überwiesenen Gegenständen zu beschäftigen. Der aus der Tagesordnung stehende Gegenstand ist dem Ausschuß nicht über- wiesen Von den Bestimmungen der Geschäftsordnung kann nur abgewichen werden, wenn niemand widerspricht. Wir widersprechen hiermit der Beratung des für die Sitzung vom 13. Februar vorgesehenen Gegenstandes und ersuchen Sie, dir Einberufung dieser Sitzung rückgängig zu machen." Die Absicht, unterderhand die Interessen des Besitzes wahrzunehmen unter Verkümmerung der Recht« des Reichs- tags, charakterisiert den Besitzblock! Der Zorn der deutsthnationalen. Wieder wars uischt!— Beschimpfung der Rheinländer. Die Wahl von Dr. Marx zum preußischen Minister- Präsidenten wird von der Rechtspresse mit fast noch größerem Zorn aufgenommen als seinerzeit die Wahl von Otto Braun. Diese Wahl und alles, was inzwischen über die voraussichtlich« Konstruktion des Kabinetts Marx bekannt geworden ist, zeigt den Rechtsparteien, daß ihr Erfolg in Preußen nicht sehr wahr- scheinlich ist, und daß ihr tatsächlicher Erfolg im Reiche auf sehr schwankendem Grunde ruht. Sic verstehen recht gut, was eine Regierung Marxin Preußen für den Rechtsblock im R e i ch e bedeutet. Auf alle Fälle macht die.Zeit", das Organ der Volks- partes, sich stark und schwört Konsequenz in der Opposition auch gegen Marx: .Die„Germania" deutet in sehr durchsichtigen Wendungen an, daß das Zentrum leicht in der Lage wäre, im Reichstag die Rechnung zu präsentieren, die man ihm im P r e u ß i- schen Landtag nicht honorieren will Derartige E i n s ch ü ch. terungsversuche werden ganz ohne Wirkung bleiben. Die Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei hat bereits dem Mi. Nisterpräsidenten Braun die Frage verneint, ob sie gegebenenfalls bereit sei, ein Kabinett der Weimarer Koalition unter einer anderen Führung als der des Herrn Braun zu konsolidieren. Wir wissen nicht, ob der neugewählte Ministerpräsident Marx sich mit einer ähnlichen Frage an die Fraktion der Deutschen Volkspartei wenden wirb Es ist ja vorläufig überhaupt noch ungewiß, auf welche Weise Herr Marx versuchen wird, eine Regierung aus die Deine zu brin- gen. Sicher aber ist, daß sich die Haltung der Landtags- fraktion der Deutschen Volkspartei in keiner Weise geändert hat und sich auch nicht im geringsten ändern wird" Man wird abwarten müssen, ob der Wein der kon- sequenten Opposition wirklich getrunken wird. Zwischen Lipp' und Kelchesrand kann sich leicht ein Stresemann eindrängen. Die deutschnationale Presse aber tobt. Es war wieder nischt! Heute auch noch keine Portefeuilleverteilung. Sie müssen sich weiter die Füße in den Leib stehen. Da sollen sie nicht schimpfen! Die-. Deutsche Tageszeitung" schreibt: »Ganz abgesehen aber noch von der Person des Herrn Severins bedeutet dieses ganze Kabinett eine direkte Her- ousforderung der bisherigen Opposition, ja des ganzen Landes. Es ist mehr als ein starkes Stück, wem, mau anderen bürgerlichen Parteien zumutet, ein solches Gebilde einseitigster und anspruchsvollster Parteipolitik zu unterstützen oder auch nur ohne allerschärfsten Widerstand zu ertragen. Und ein noch stärkeres Stück, wenn die.Germania" gegenüber der DeiU- schen Volkspartei Andeutungen macht, die sich als ziemlich wwerhüllt« Drohungen charakterisieren." Die Deutschnationalen, deren Herr v. Kries nun den zweiten Durchfall hinter sich hat. tun so. als ob s l e das ganze Lind und das Volk allein wären. In diese Kerbe haut die �K.reuzzeitung", das Organ der„echt preußischen Wrumer".«jh� Beschimpfung«« gegen das kommende Kabinett Marx sind echt konservativ gemein. Unter der Uebcrschrist:„Lauter westliche Minister" schreibt sie: .Wird dieses Kabinett Marx Wirklichkeit, dann muß man sich wirklich über den Mut derjenigen wundern, die dem preußischen Volke ein solches Ministerium aufzudringen wagen. Das über- wiegend evangelische Preußen soll von vier katho- lischen Zentrumsministern, einem internationalen Dissidenten und drei Demokraten regiert werden! AlledieseHerren stammen aus dem Westen; nicht ein Minister ist im Norden oder Osten, in Pommern oder Schlesien heimisch." Lauter„westliche Minister", keiner aus Pommern oder Schlesien— man versteht recht gut, wie es gemeint ist. „Westliche Minister"— nicht wahr, das hat so einen kleinen Hautgout, so wie nicht patentiert national, daß man beinahe lagen möchte, es riecht fast wie Landesverrat? Im Westen liegt ja auch Frankreich, und„westliche Minister"— nun ja, man weiß schon, wie die„Kreuzzeitung" es meint. Keiner aus Pommern, keiner aus Schlesienl Nun wissen wir es ja: der echte Preuße und der echte Deutsche ist ein Ostelbier, die gememen Rheinpreußen, die aus Westfalen, die N i e d e r s a ch s e n, die wir bisher für kernigste deutsche Männer hielten— die sind keine echten Preußen und Deutschen, die sind zweitklassig, nur gut dazu, Anhängsel an Pommern und Schlesien zu"sein. Man denkt an die Mißachtung der„Nationalpost" gegen die„Rhein- ketten". Der„Rheinkelte" Marx mit lauter west- lichcn Miuistern und kein Ostelbier aus agrarischem Stamm? Da soll die deutschnationale Meute nicht aufheulen? Diese Verleunider sind es, die immer die Rücksicht auf das Staatswohl im Munde führen, wenn sie an der Zersetzung seiner Einheit arbeiten. Anders sieht staatspolitischs Verant- wortung aus als das Treiben der Deutschnationalen. Die „Germania" schreibt: Innenminister bleibt Severing, dessen fachliche Eig- n U n g ernstlich nicht bestritten werden kann. Die Sozialdemo- k r o t i e beuieist jedenfalls ein bedeutendes Maß staats- bürgerlicher Einsicht, wenn sie sich mit dieser Regelung einverstanden erklärt" Die Sozialdemokratie hat in der Tat in Preußen das Staatsinteresie über das reine Agitationsinteresse gestellt. Das Geheul der Deutschnationalen zeigt: sie hat recht getan. Jjiöor Kreils presse. Verlegene Ausrede. Wie auf Kommando wußte die Rechtspresse zu schweigen, als die Enthüllungen über den„Zeugen" Isidor Krell aus Kallmünz erfolgten. Die vorliegenden und angedeuteten Dokumente dieses mit falschen Pässen und reichen Geldmitteln ausgestatteten deutschnationalen Vertrauensmannes sind aller- dings zu blamabel, als daß die Stahlhelm-Leute um Rothardt sich eine andere als Ueberraschungswirkung davon hätten ver- sprechen können. Nun sie ohne ihr Zutun doch der Oeffentlichkeit übergeben worden sind, also die Benutzung der Kreil-Aussagen während der Prozeßverhandlungen so gut wie ausgeschlossen sind, suchen einige der Rechtsblätter von dem Kern der Dinge abzu- lenken. Sie veröffentlichen eine Zuschrift der Verteidiger Rothardts, wonach diese zwar sich um Kreil bemüht haben, aber auf seine Aussage keinen Wert mehr legen. Das ist alles: Von den reichen Geldmitteln, die dem Isidor Kreil zugeflossen sind, schweigt die Rechtspresse in allen Sprochea Der Hugen- berg-.,Tag" glaubt die ganze Sache mit einigen Redensarten abtun zu können. Aber in der„Nationalpost" gibt der Emil Ktoth zu, daß er, der Hauptzeuge und Materialbesorger des völkischen Angeklagten, diesen vor der Hauptoerhandlung mehrfach beraten habe. Er gibt weiter zu. daß Rot- bardt an den Kreil 100 Mark geschickt habe, damit dieser nach Stoßfurt kommen und ihm sein Material unterbreiten könnp. Nun ist die Glaubwürdigkeit dieses Emll Kloch zwar selbst von dem Magdeburger Gericht entsprechend gewürdigt worden, indem alle seine Behauptungen als glatt widerlegt angesehen wurden— aber in diesem Falle wird er doch nicht die Unwahrheit sagen. Also Herr Rotbardt gibt durch Ätoth zu. daß er mit Krell in Briefwechsel gestanden und ihm Geld geschickt hat._ Wer besorgte nun die Pässe und bezahlte die Schweizer Reise? U. a. w. g.l_ Koenen. „Tie KPD. wird sich mit der Angelegenheit beschäftigen." Als die ersten Mitteilungen über Beziehungen finanzieller Art zwischen K o« n c n und B a r m a t bekannt wurden, erließ Herr Koenen«in« hochgeschossen« Erklärung. Die„Rote Fahne" aber setzt« in Fettdruck darunter:„Di« Kommunistische Part«l wird sich mit der Ang«legenh«ii beschäf. tigen." Inzwischen sind Im Untersuchnuasausschuß unwidersprochen Mit. teilungen über tM Beziehungen zwischen Koenen und B a r m a t gemocht worden, dt« alle Erklärungen Koenen» Lügen strafen. Hat die Kommunistische Partei sich m't d:r Angelogenhnt beschäftigt? Oder hat mau nur zu Vsrtuschungszwecken den schönen Satz geprägt: .Di« Kommunistisch« Partei wird sich mit der Angelegenheit be- schäftigen?" der Tscheka-prozeß. Die Verhandlungen in Leipzig. Vor dem Staatsgerichtshof hat in Leipzig am gestrigen �Tage ein Prozeß begonnen, der bereits jetzt schon geeignet ist, die größte Aufmerksamkeit zu. erregen und der voraus- sielitlich noch weiter das Interesse der Oeffentlichkeit in An- spruch nehmen wird. Es handelt sich um die Untersuchung der sogenannten von der KPD. organisierten T s ch e k a, der die Beseitigung von politischen Gegnern oder von Spitzeln zur Aufgabe gestellt gewesen sein soll. Die Kommunisten haben ein sehr probates und ein- faches Mittel, ihnen unbequeme Dinge aus der Well zu schaffen. Jeder, der in einem Prozeß in die Lage kommen könnte, die KPD. durch Aussagen irgendwie zu belasten, wird schlankweg für einen Spitzel erklärt. Der Fall Bötzen- Hardt ist in aller Erinnerung. Seine Flucht in das Ec- bäude der russischen Sowjet-Handelsdelegation führte zu dem bekannten Zwischenfall zwischen Deutschland und Rußland und zur zweimonatigen Unterbrechung der 5)andelsbLzichun- gen. Da den Moskauern es außerordentlich peinlich war, daß durch diese Flucht das Vorgehen der preußischen Polizei auch nur einen Schein von Berechtigung erhielt, so wurde schlankweg der Befehl ausgegeben, Botzcnhardt zu verleugnen, und prompt wurde dieser Mann, dessen subjektive Ehrlichkell und idealistische Ueberzeugung außer jedem Zweifel steht, in der„Roten Fahne" zum Spitzel erklärt. Nicht anders wird die Geschichte jetzt von der KPD. ge- handhabt Der Hauptangeklagte im Leipziger Tschckaprozeß, ein gewisser Felix N e u m a n n, war nachweislich und un- widersprochen jahrelang Parteifunktionär und zuletzt ange- stellter Sekretär der KPD. Die übrigen mit ihm in das Ver- fahren verwickelten Personen sind ebenso unbestreitbar seit Iahren Mitglieder und engere Vertraucnspersonen der KPD Die Sache ist also brenzlich. Prompt wird mit großem Geschrei von der KPD. Felix Neumann offiziell als geisteskranker Spitzel ausgegeben. Tagaus, tagein kreischt die«Rote Fahne" wie eine hysterische alt« Jungser über die Gemeinheit der bösen Mitwelt, in der die unschuldigen Engel der KPD. zu leben gezwungen sind. Mutig und würdig wird man.ein solches Verfahren nicht nennen können. Wenn nun Neumann ein Spitzel war— ist es da nicht sehr merkwürdig, daß seine Aussagen über die militärische Organi- sation der KPD. so ganz und gar nicht aus den Fin- gern gesogen zu sein scheinen. An der Spitze dieser Organi- sation stand— nach der Angabe Neumanns— ein gewisser „K leine". Die„Rote Fahne" geht heute morgen um diese Aussage noch mit einem großen Bogen herum. Wir sind neugierig, wie die„Rote Fahne" morgen den passenden Vers dazu gefunden haben wird. Sollte ihr dieser Kleine wirk- l i ch ganz unbekannt sein? Sollte auch die Redaktion der „Roten Fahne" vergessen haben, wer und was dieser Kleine war und welche Nolle er in der Zentrale der KPD. zu Brand- lers Zeiten gespielt hat? Nach den auslührlichen Schilderungen Neumanns ging die" Kommunistische Partei im Sommer 1923 dazu über, ihren militärischen Apparat weiter auszubauen. An die Spitze wurde ein Revolutionskomitee gestellt, das. wie alles in der KPD., nach russischem Muster „R e v k a".genannt wurde. An der Svitze stand Herr „Kleine". Die Arbeit des Revko gliederte sich in verschiedene Abteilungen: irnlitärische Organisation Ulbrich, operative Lei- tung ein russischer Offizier Skoblewski. Gorew, den man sich von der Exekutive schicken ließ, Verkehrsabteilung Heckert lals Gewerkschaftler!) und Nachrichtendienst Felix Wolfs. Untergeordneter Natur war wohl die Ernährungsabteilung mit Herrn K a tz an der Spitze. lieber Felix Wolfs(der Vorsitzende fragt naiv, ob das ein Russe sei) sagt Neumann aus, daß er in der russischen Handels- delegation gesessen habe. Schon diese eine Bemerkung Neu- manns zeigt, daß er vollkommen unterrichtet ist. Ist er wirklich ein Snitzel. dann baden sich die verantwortlichen Herrschaften der KPD. diesen Spitzel in sehr unangenehmer Weise zunahe kommen lassen. Sie haben dann e n t s ch i e- den Pech gehabt. Daß der augenblickliche Prozeß eine r e st l o s e Aus- klärung der Vorgänge in der KPD. geben wird, glauben wir nicht. Er wird aber doch genügend das ganze Milieu dieser verbrecherischen Revolutionsspielcr beleuchten. Mit Revol- vern und Maschinengewehren, mit Stoßtrupps und Svreng- versuchen eine Reoollition zu machen, diese kindische Idee ist in den Köpfen der KPD.-Führer schwer auszurotten Im Herbst 1923 sind ihre Versuche genau so vorbeigelungen, wie im März 1921. Sie werden immer wieder vorbei- gelingen, aber unendlicher Schaden wird der deutschen Ar- beiterbewegung dadurch zugefiigt, daß diese Phantasten die geschlossene proletarische Bewegung dauernd unterminieren können. Gewiß wird es in erster Linie von der allgemeinen europäischen Entwicklung abhängen, ob die Rückwärts- cntwicklung der kommunistischen Bewegung weitere Fort- schritte machen wird. Die Aufklärungen des augenblicklichen Leipziger Prozesses werden aber zweifellos ebenfalls erheblich zur Ernüchterung der verführten Arbeitermassen bei- tragen. Eine Ernüchterung ist ja bis zu einem gewissen Grade auch in den Reihen der kommunistischen Führer selbst zu verzeichnen. Beweis das Interview S t a l i n s in der„Roten Fahne". Es wird zugegeben, daß zur Weltreoolution, wie die Kommunisten sie sich vorstellen, einstweilen noch alles fehlt: die revolutionäre Situation, die Zurückdrängung der Sozialdemo- kratie zu einer kleinen Minderheit im Proletariat, schließlich auch die geeignete Führerschaft. Dieses Geständnis wirft ein helles Licht auch auf den Leipziger Prozeß, denn dadurch wird zugegeben, daß alles bisher Dagewesene eben nur revolutionäres Abenteurertum" gewesen ist von der Art, die Stalin nerurteilt. * | zirtes Mitte, eller, und fein Adjutant Sommer, Baul Böttcher, Bied und ich. An Hand einer großen Karte wurden alle Maßnahmen besprochen, und zwar sollten die militärischen Ber bände der Partei geschlossen auf Berlin rüden. Weiter wurde beschlossen, die Sechser- und Zwölfer- Gruppen in Achter- Gruppen mie beim Militär umzuändern. Die Reffortleiter erstatteten dann noch furze Berichte über ihre Tätigteit. Borf.: Wurde ein Zeitpunkt für diesen Marsch nach Berlin feftgelegt? Kein Mensch kann behaupten, daß der Staat zu dieser Beit gegen den Kommunismus einen gefährlichen Kampf zu bestehen hat. Durch Linderung sozialer Nöte und durch fachliche Aufflärung ist mehr zu erreichen als durch harte Urteile. Angefl.: Nein, der Termin zum Losschlagen sollte von der poli. tifchen Entwicklung in Sachsen abhängen. So bald die Massen dem m heutigen zweiten Verhandlungstag wurde in der Berneh- Aufruf der fächsischen Regierung Folge leifteten, follte der Ord. ung des nungsdienst und die hundertschaften mobilisiert und so eine Truppe geschaffen werden, mit der die Aufnahme eines Kampfes Reich gebildet, was mir der militärisch- politische Leiter Neubauer möglich war. Es wurden auch Regiments- und Bataillonsstäbe im in Thüringen auf meiner Inspektionsreise bestätigte, allerdings ohne zu wissen, ob hinter den Stäben auch Regimenter und Bataillone Borf.: Woher hatte denn nun Stoblewski die militärischen Renntnisse, um eine ganze militärische Organisation in die Hand Hauptangeklagten Neumann fortgefahren. Auf Befragen des Borsitzenden gibt er nochmals an, daß das Revolutionsfomitee den bewaffneten Aufstand vorbereiten und durchführen wollte. nommen? Borj.: Wie war denn nun die Bewaffnung in Aussicht geständen. Neumann: Die Waffen sollten durch Ankauf beschafft werden. Die Gelder dazu kamen aus Rußland. Zum Teil hatte ich selbst auf Anweisung des Abgeordneten Pied auf der Russischen Botschaft Gelder erhoben, und zwar in amerikanischen Dollars. Bors: Es soll sich insgesamt um eine Summe von 200 000 Dollars handeln. Angell.: Das weiß ich nicht. Ich habe felbst ungefähr 35 000 Dollar von der Kaffe der Russischen Botschaft erhoben, aber auch andere Mitglieder des" Renfo" verfügten selbständig über Gelbmittel, die für den Antauf bestimmt waren, zum Beispiel ein gewiffer Karl Chemniß, den ich nur unter diesem Deck namen fenne. ch selbst habe im Zimmer der Landtagsfraktion in Dresden diesem Karl" 50 000 Dollar für Waffenauffäufe in Thüringen gegeben. Die Waffen sollten in Thüringen und in Berlin verteilt werden, und ich felbft sollte fontrollieren, ob der Auftrag durchgeführt wurde. Karl Chemnig verfehrte viel bei der Zentrale. Er war Redakteur in Barteizeitungen und stand in engster Fühlung mit Thalheimer. Er genoß großes Vertrauen bei den Parteimitgliedern. Ich selbst fuhr dann nach 3ella Mehlis, nach Weimar und Sach. fen, um die Auffäufe zu fontrollieren. Bors.: Tatsächlich haben wir ja bei früheren Verhandlungen schon festgestellt, daß in den Fabriten von Zella- Mehlis und Suhl umangreiche Waffenfäufe getätigt worden sind. Wer war Verfäufer und wer mar Anfäufer? Angefl.: Die Verkäufer tenne ich nicht, Anfäufer mar der Behrer Nitolaus 3ad, der sich auch Dr. Winter nannte. Somohl er wie der Abgeordnete Neubauer in Thüringen haben Gelder von Karl Chemniß für Waffenaufläufe erhalten. Bors: In Bella- Mehlis soll ein Fabrikbefizer Grenz Waffen verkauft haben. Angell.: Das ist mir bekannt, er soll in enormen Mengen Baf fen verfauft, aber auch enorme Barteigelder unterschlagen haben. Borf.: Sie sollen deshalb den Auftrag erhalten haben, ihn zu erledigen. Sie haben nur die Oberbezirte mit Waffen verjehen. Angefl.: Ich hatte nur den Geldanforderungen der Waffenleiter und der politischen Leiter der Oberbezirke Folge zu leisten. Die Quittungen führte ich an den Kassierer des" Revfo" ab, den Landtagsabgeordneten Charpentier. Nach den Quittungen muß ich ungefähr 30 000 Dollar abgeliefert haben, und zwar nicht nur für Waffen und Munition, sondern auch für Sprengstoffantaufe Borf: Wenn der Ankauf nun nicht gelang, mas bann? Sollte her Sprengstoff auch gestohlen werden? Angefl: Das weiß ich nicht. Der Angeklagte Neumann berichtet dann noch einmal über die Berhandlungen der sächsischen SPD. und der Kommunisten über die Bildung einer gemeinsamen Regierung in Sachsen. Die Borverhand fungen sollte Denen führen. Nach der Bildung der Regierung jollten die fommunistischen Mitglieder des Kabinetts im Parlament bie Maffen zum bewaffneten Aufstand aufrufen. Der Angeklagte berichtet bann meiter, daß im Dezember(?) 1923 bei einem fommunistischen Arzt Dr. Riauber, dem Leiter des Proletarischen Ge fundheitsdienstes, in dessen Wohnung in der Kaiser- Allee in Berlin eine Sigung abgehalten worden ist. An der Sigung nahmen in u. a. teil: Reine, Ulbrich, Sedert, Stoblemsti,„ Adam", der in Wirklichkeit Gutsche hieß, und militär- politischer Leiter von Berlin- Brandenburg mar, ferner der operative Leiter des OberbeMorgenfeier. Bon Abolf Behnert. Herr Blödian, Käse en gros, liest am Frühstückstisch seiner Gattin Selma aus seinem Leibblatt vor. Anwesend find noch Baldmann, ein fettfüchtiger Dadel, orchen, ein Bapagei. Blödian:„ An der X- Brüde wurde die Leiche eines etwa 18. bis 19jährigen, dürftig gefleideten Mädchens geborgen Selma:„ Ja, ja, das fommt davon, wenn das Bolt teine Religion mehr besikt!" Blödian:' wird schon das rechte Pflänzchen gewesen sein! ( Lieft meiter.)„ Die Kostüme für die Trägerin der Titelrolle, die anmutige Lola Lila, sind Schöpfungen des bekannten Modeateliers Ria Keß, sie dürften ein Vermögen gekostet haben. Man spricht..." Selma( erregt): Jawohl, wie oft habe ich schon davon gesprochen, daß ich nicht mehr in meinem schäbigen Seaimantel vom nergangenen Winter herumlaufen kann. Ich spare mir das Nottoendigste vom Munde ab( sie schiebt vor Empörung zitternd die Jechste Schinkenfemmel zwischen die Goldplomben), um dir deine Be quemlichkeit zu schaffen! Wer sorgt dafür, daß sich Minna nicht von der guten Butter zum Frühstüc nimmt, daß punft 8 Uhr abends das Licht in der Mädchenkammer aus ist. Wer? frage ich. Berchste?!" zu nehmen? Angell: Das fann ich nicht bestimmt fagen. Ich weiß nur von Kleine, daß ich mit einem russischen General Wolf zujammenarbeiten sollte. Durch Zufall habe ich erfahren, daß Bolf identisch mit Sfoblewski oder Gorem ift. Es wurde mir auch gesagt, daß er der Sieger von Kronstadt ist, derjenige, der den Aufstand von Kronstadt niedergeschlagen hat. Das hat mir auch der militärische Oberleiter von Berlin- Brandenburg, Gutsche, bestätigt. Wolf selbst erzählte mir, daß er russischer General sei. U. a. fagte er mir, in Deutschland sei er gezwungen, fich sportlich zu betätigen, Schlittschuhlaufen usw., während er in Rußland reiten könne. Borf.: Hat er damit nicht nur renommiert? Angell.: Das glaube ich nicht. Er wohnte ja auch eine Zeitlang in der ruffischen Botschaft und ich habe in seinem Zimmer ruffische 3ivilfommiffare getroffen. Vorf.: In einem Rundschreiben des Oberbezirks Berlin- Branden burg vom 22. Oftober 1923 heißt es:„ Die Situation steht auf des Meffers Schneide. Don Angell: Das ftüßt sich auf einen Beschluß des„ Repto". Borf.: Wie tam denn nun der Aufstand in Hamburg zustande? Angefl.: Nach meiner Rückkehr aus Dresden besuchte ich Kleine in seiner Wohnung in Berlin, Melanchtonstraße1. Er war ziemlich aufgelöst und erzählte mir vom Bewaffnetenaufstand in Hamburg. Dann fam der Reichstagsabgeordnete Remmele dazu, der über feine Tätigbeit und über die Vorgänge in Hamburg berichtete. Ich erfuhr, daß er den Auftrag erhalten hatte, nach Hamburg zu fahren und dort den Aufstand einzuleiten. Ob dieser Befehl von Kleine, Revfo" oder von der Parteizentrale stammt, weiß ich nicht. Als Remmele mit dem Befehl abgefahren war, wurde ein Gegen befehl hinter ihm hergejagt, der aber zu spät fam, so daß die Aktion in Hamburg ihren Anfang nahm. Dann wurde das Repto" aufgelöst, die Militärorganisation aber beibehalten und Stoblewsti unterstellt. Es wurde dann ein sogenannter Fünfer- Kopf gebildet, der diftatorische Bollmachten er hielt, während die Zentrale nur noch die politisch- organisatorischen Aufgaben zu erfüllen hatte. Diesem Fünfer- Kopf gehörten u. a. an. Brandler, Ruth Fischer, Thälmann und ein Ruffe, der den Dednamen„ Arvid führte. Kleine sagte mir, er habe feinen Einflußz mehr, er fei auf Beschluß des Parteivorstandes ausgebootet worden Ich müsse mich jetzt immer an Brandler wenden. Stoblewski mar als militärischer Leiter des Fünfer- Ropfes verantwortlich. Borf.: War denn nun das Ziel, in fürzester Zeit mit dem Rampf zu beginnen, aufgegeben worden? Angell: Absolut nicht. Die Arbeit der militärischen Abfindung mar noch diefelbe. Es trat nur eine Benderung in der Stellen befehung ein. Borf: Das Rundschreiben ,, Die Tattib ber Bartei foll eine Brobemobilisierung für den 13. Februar 1924 in Aussicht gestellt haben. Kommen Sie jetzt mal auf die Tschefa" zu sprechen. Bas ist denn„ Tschefa"? Angell: In Rußland ist das die Bezeichnung für die Außer ordentliche Kommiffion zur Befämpfung ber Gegenrevolution. Borf.: Ist dieses Wort nicht aus den Anfangsbuchstaben der betreffenden russischen Worte gebildet? Angefl: Das meiß ich nicht. Bori.: Sie haben nun alfo auch hier in Deutschland eine ,, Dicheta" gebildet? R.- 2. Samter( einfallend): Das ist eine Suggeftinfrage, die ich beanstanden muß. Die Tribüne:„ Der Biberpelz". Bolkstümlich und burlest murde Hauptmanns Diebestomödie aufgeführt. Aber es war ein großer Abend. Gelächter, das nicht aufhören mollte. Dies Stüd ist unvergänglich. Jeder einem Amtsvorsteher, der sich für Kaifer und Reich den Schlagfluß Treffer fizt noch. Jeder Biz zündet noch. Selbst der Esel von anredet, ist noch unvergänglicher Typ feiner Kaffe. Und scheut man fich auch nicht in der Tribüne, den Amtsdiener Mitteldorf genau so wie den Gerichtsdiener Frosch in der Fledermaus" torfeln und dümmeln zu lassen, so nimmt diese Uebertreibung der Fröhlichkeit der Diebesfomödie feinen Schimmer. Die Vorstellung vereinigte bürfen. Steinrüd Behrhahn, Biensfeldt. Rentier Krüger, prächtige Künstler, die heidenfroh maren, mas Rechtes spielen zu Diegelmann der alte Wolf, der Dichter Paul Apel, sonst selbst Mitteldorf. Und dann in fleineren Rollen ebenso gut: Heinrich ein Dramatiker, dem allerhand Lustiges einfällt, war der Amtsdiener Schroth, Werner Schott, Adele Förster usm. Dann aber und vor allem Lucie Höflich als Mutter Wolffen. Was fie spielte, war vollendete Natur. Sie ist nicht etwa die Komödiantin für eine Rolle, sondern ganz und gar zugehörig zur Natur dieser verschla genen, herrlichen, strozenden Spizbibin. Das flappte alles por züglich. Ein großer Erfolg. Der Biberpela" ist noch lebendig wie am ersten Tage. Ja, er ist heute noch frischer. Man sucht heute nicht mehr Literatur, wo nur gute Laune vorhanden ist. 1 Kluge Leute haben längst gemerkt, daß am Montagabend im Deutschen Theater nicht der Volksfeind" gespielt wurde, sondern die Stüzen der Gesellschaft". Aus dem Tert des Berichts war das ja auch leicht zu erkennen. Nur durch einen Jrrium, der beim TeleBlödian versteht und zündet sich eine Zigarre an. Selma blickt ihn vernichtend an, faut, wird ruhiger. Blödian liest weiter:„ Die Arbeiter der Firma Holzkopp u. Co. phonieren des Berichts vortam, gerief der falsche Titel an die Spize. fad gestern früh in den Streit eingetreten." Selma füttert den Dackel mit gekochtem Schinken, rohen friẞt ei nicht. Blödian:„ Bande die! Allesamt einsperren, an die Wand stellen sollte man fie. Das war denn früher doch anders. Kein Bflichtgefühl hat das Gesindel mehr." Die Uhr schlägt elf. Blödian:„ Der Feier wohnten bei Ihre königlichen Hoheiten, ie Prinzen Karl Hanns- Heinz und Eitel- Tatterich. Ferner war zu argen der Großherzog von Sachsen- Tuttenhausen und die Generale .( es folgen die Namen der berüchtigtsten Heerführer)." Selma träumt und seufzt. Blödian( tief Atem holend):„ Einst tommt der Tag!" Waldmann leckt sich wo. Lorchen( fortiffimo): Heilige Flamme glüh.-- Lorchen, Ropchen fraufen!!!( Es flingelt.) Der Geldbriefträger bringt zwei Millionen Goldmart van der Bürgerblodregierung als Entschädigung für einen während des Ruhrkampfes aus dem Fenster gefallenen Hyazinthentopf. ( 2 Tage später.) Selma bekommt einen Kreuzfuchsmantel, Lola Lila meitere Schöpfungen der Firma Keß. M. H. Unterhausmitglieder dürfen mit dem Staat teine Geschäfte machen. Das englische Gesez ist überaus streng in allen Dingen, die auch nur entfernt geschäftliche Beziehungen zwischen Regierung und Bolksvertretern vermuten laffen. Dafür erbringt der Prozeß gegen ein tonservatives Parlamentsmitglied, der zurzeit viel besprochen wird, überzeugenden Beweis. Es handelt sich um den haus gewählt worden war. Er hat automatisch seinen Siz im Barunionistischen Abg. Preston, der vom Wahlkreis Walsall ins Unterfament verloren, weil er nach der Wahl einen fleinen Betrag aus der Staatskaffe erhielt, der aus einer Abmachung mit der Regierung herstammte und der nicht mehr als 4 Pfund Sterling betrug. Der Lieferungsvertrag war obendrein vor seiner Wahl abgeschlossen und ausgeführt worden; das hindert aber nicht, daß nach dem Gesetz Preston eine Geldstrafe von 500 Pfund Sterling für jede Parla mentsfizung, an der er teilgenommen hat, zahlen muß. Da es sich dabei um acht Sizungen handelt, so hat er eine Strafe von 4000 feit des Falles von der Staatstaffe übernommen werden soll. Pfund Sterling verwirkt, die aber mit Rücksicht auf die HarmlosigDie ruffische Atademie im Jahre 1924. In einer Festsizung der ruffischen Akademie der Wissenschaften wurden die Leistungen der Akademie und der russischen Wissenschaft im verflossenen Jahr dar. gelegt: Im ganzen find 78 Expeditionen und Forschungsreisen unter nommen worden. Besonders bemerkenswert sind die Reifen der Ungefl: Der Ausdrud ,, Ticheta" ift non uns niemals gebrandyt worden. Wir sprachen nur pon Terrorgruppen, von T.- Gruppen. Stoblewati fogte mir, es sei infolge der zugespitzten Verhältniffe nach dem Verbot der Partei notwendig, eine Organisation zu bilden, die die Aufgabe haben müsse, die Partei als solche rein zu halten und zu überwachen und diejenigen Personen, die als besondere Feinde der KPD. durch ihre Tätigkeit in öffentlichen Aemtern oder durch ihre Stellung im Wirtschaftsleben bekannt seien, zu erledigen. Borf.: Was heißt erledigen Angefl.: Ich verstand darunter, mir mir gesagt wurde, zu töten. Vorf.: Wer hat Ihnen das gesagt? Angefl: Stoblemsti sagte, die Organisation sei berufen, folche Bersonen zu erledigen. Ich habe keinen Zweifel daran, daß Erledigung des Rausch sagte Stoblewski mir ja auch, für ihn wäre er darunter töten verstand, obgleich er es nie gesagt hat. Nach dieser Fall solange nicht erledigt, als Rausch noch lebe. Sonst hätte ja die Sache ganz gut geflappt, aber folange er nicht tot sei, sei die Sache nicht erledigt. Borf.: Rausch mar ja bekanntlich nur angeschossen worden und starb dann erst später. Auf Beranlaffung von Rechtsanwalt Marschner, des Verteidigers von Stolewsfi, wird dann festgestellt, daß Neumann früher niemals von Stoblewski, sondern immer nur von Selmuth" gesprochen habe und daß er diesen Namen erst bei der Gegenüberstellung er fahren habe. Auf Befragen des Vorfizenden erklärte Neumann, daß Abteilung sei er drei Wochen lang tagtäglich von 9 bis 10 Uhr eine Verwechselung unmöglich sei. Als Sekretär der militärischen vormittags mit„ Helmuth" alias Stoblewski zusammengekommen, um ihm Bericht zu erstatten. Stoblemsti habe immer seinen kurzen Mantel mit Belzfragen auch im Zimmer anbehalten, da dieses ungeheizt war. Er wisse also nicht, ob Stoblewski damals denselben Anzug getragen habe, wie jezt im Gericht. Das Zimmer, in dem sie fich trafen, habe sich in der Wohnung des Angeschuldigten Schneider Karl Intorf, Berlin, Bärwaldstr. 48, befunden. Borf.: Wie haben Sie denn in der russischen Botschaft nach Helmuth" gefragt? Angefl.: Ich sollte ihm einmal Karten hinbringen und da fragte ich Bied, unter welcher Adresse Helmuth" in der russischen Botschaft wohne. Pied sagte mir, ich solle nur nach Gorem fragen. Das tat ich und wurde darauf zu Helmuth"( Sroblewski) geführt. Der Antlagte Intorf erklärte dann noch, daß tatsächlich Neumann sich jeden Vormittag mit einem Herrn in seiner Wohnung getroffen habe, auf den er sich aber nicht mehr besinnen fönne, eine Angabe, die Neumann insofern als wahrscheinlich erklärt, als Intorf fast niemals zugegen gewesen sei. Wohl müßte es aber die Richte des Intorf bezeugen tönnen, die ihnen meistens die Tür geöffnet habe. R.-A. Dr. Marschner: Bei zweimaliger Gegenüberstellung hat diese Nichte gestritten, Stoblemsti zu fennen. Nach einer furzen Bause erklärte der Angeflagte auf einen diesbezüglichen Einwurf seines Berteidigers, daß seitens der Polizei auf ihn auf keinen Fall irgendwelcher Einfluß ausgeübt worden sei. Seine Angaben seien von feiner Behörde beeinflußt worden. Dann fam der Angeklagte wieder auf die Bildung der L.- Gruppen zu sprechen. Helmuth" habe ihn beauftragt, einen Entwurf einer solchen Reichsorganisation auszuarbeiten. Mit dem Entwurf sei Stoblemsti dann einverstanden gewesen und habe ihm die Bildung der Reichsorganisation übertragen, ihm aber befohlen, den Entwurf zu vernichten. Helmuth" sagte, er werde mir zuerst 5000 Dollar zur Verfügung stellen. Die erste Aufgabe sei es, den General v. Seedt zu erledigen, aber nicht fo, daß er nur verwundet würde. Er müßte unbedingt getötet werden, sonst blamierten wir uns. auf die Bezeichnung erledigen nicht ausbrüdlich von töten geBorf.: Borher haben Sie gefagt, Stoblemsti habe im Hinblic fprochen. Neumann: Bei dem speziellen Auftrag Seedi hat er ausbrüdlich gefagt, daß es sich um eine Tötung des Generals handele. Ich bildete dann die Terror- Gruppe, erhielt aber bie 5000 Dollar nicht, sondern befam zunächst nur eine Anweisung Helmuths" an den Kassierer de: militärischen Abteilung über 500 Dollar. Helmuth" fagte, es handele fich nur zunächst um die Ermordung Seedts.. Dazu genüge eine Gruppe in Berlin. Diese Gruppe stellte ich mun zusammen. Bei lebernahme meiner Funktionen mußte ich mich durch Handschlag auf die Partei verpflichten. Die Verpflichtung lautete fast mörtlich: Ich verpflichte mich bei meiner proletarischen Ehre, alle mir übertragenen Aufgaben pflichtgemäß auszuführen und erfenne an, daß Berrat mit dem Tode bestraft wird." Diese Verpflichtung mußte ich auch mit allen Gruppenmitgliedern vornehmen. Archäologen Alpatom und Brunow, die im Auftrage des Bildungstommiffariats in Kleinasten die Zusammenhänge des altrussischen effante Feststellung gemacht, daß nicht nur die byzantinische Hoffunft, Kulturlebens mit Borderasien untersuchten. Dabei wurde die inter Nowgorod in den Denkmälern der bildenden Kunst tonftatiert werden sondern in gleichem Maße auch die Kunst der fleinasiatischen Völker schaften das alte Rußland beeinflußt hat, was ganz besonders in Erforschung des Jakuten- Landes und der Mongolei an. Ruffische tann. Als Hauptaufgaben der nächsten Zeit sieht die Akademie die geschickt worden, und zmar 28 000 Exemplare. Weitere 30 000 find Bücher und Schriften sind im Vorjahr in großer Zahl ins Ausland zur Bersendung bestimmt. Frühzeit der Kolonisierung Ameritas häufig angetroffen wurde, die Eine wiederentdeckte Pflanze. Eine Blumenart, die in der aber seit 175 Jahren spurlos verschwunden war, ist jezt in der Nähe die blaßrosa blühende Schildblume, die den wissenschaftlichen Namen Don Washington plöglich wieder aufgetaucht. Es handelt sich uni reicht eine Höhe von etwa 1 Meter und treibt große Blumen von " Chelone obliqua" führt. Sie wächst auf fumpfigem Gelände, er. hübscher roter Färbung und einer Gestalt, die der Blume ihren Namen gegeben hat. Sie wurde um das Jahr 1750 von dem damals berühmten englisch- amerikanischen Botanifer John Clayton entbeckt und von diesem an Linné gesandt, der die neuentdeckte Pflanze tlaffifizierte und ihr den Namen gab. im Mary Wigmans Tanzmärchen" wird am 19. und 20., abends 9 Uhr, heater am Rollendorfplat nochmals aufgeführt werben. Die Galerie Dr. Goldschmidt-- Dr. Wallerffein, Schöneberger Ufer 36a, zeigt vom 10. Febr. bis Mitte März Seidenbilder bon Masha Beher und Aquarelle von Erich Hedel, Mag aus u. a. Si11, Mosait Plaftit von Karl Schmidt- Rottluff, Gemälde Der Feuerreifer- Ball 1925 findet am 21. in sämtlichen Sälen des Scala Casinos( Lutherstr. 22-24) als st oft üm fe ft statt. Startenausgabe in Baigstr. 20, zwischen 4 und 6 Uhr täglich( Anruf: Steinplatz 5486). beschränktem Umfange nur im Ballbureau des Feuerreiters, London, in dem Didens einige feiner berühmtesten Werke, die Bidmidier", Ein Didens- Museum in London. Das Haus in der Doughth Street in den Ridleby" und" Oliver Twist" geschrieben hat, soll jest als ein Didens Museum eingerichtet werden, das zugleich eine Didens- Bibliothek und eine auf Didens bezügliche Gemäldegalerie enthält. Eine neue Expedition nach Dinosaurier- Eiern. Der Leiter der aftatischen Egbedition des New Yorker Museums für Naturgeschichte ist in der mongolichen Hauptstadt Urga angelangt und bat von der mongolischen Regierung die Erlaubnis erhalten, in der Wüste Gobi nach Foffilien und Dinosaurier Giern zu forschen. Die Expedition hat ihre Reise nach der Wüfte bereits angetreten. Bei einer früheren Expedition entdeďte Andrews sehr reiche Fossilienfelder mit Knochen riesiger Borwelttiere und eine Anzahl Dino. aurier- Gier. Weiterführung der„ Denkmäler deutscher Tonfannft". Die mufilgeschicht liche Kommission, die das preußische Kultusminifterium eingefekt hat, beschloß die Fortießung des Monumentalwerts Denkmäler deutscher Ton funft. Unter Leitung des Musikhistorifers der Berliner Universität, Professor Hermann Albert, werden zunächst 20 weitere Bände erscheinen. Die wissen Ichaftliche Auswertung wird das ist eine Neuerung in gesonderten Beiheften zusammengefaßt. Make Ein Lehrgang für Naturdenkmalpflege ift in der Beit vom 6. bis 9. April in Berlin von der Staatlichen Stelle für Naturbenimalpflege in Breuken in Aussicht genommen. Ueber andere Aufgabe» war Brandler ttnterrichlet. „Helmuth" stellte mir eine Frist von ursprünglich drei Monaten, m denen der Fall Geeckt auftrag-gemäg erledigt werden mußte. Wir setzten gleich mit der Beobachtung des Reichswehrministeriums ein. die allerdings mit den geringen Mitteln nicht so, wie es notwendig gewesen wäre, aufgenommen werden konnte. Acht Tage später wurde die Frist aus 14 Tage verkürzt. laut Beschluß des Fünferkopfes, was ich für unmöglich bezeichnete, denn wir mußten Fahrten mit Autos und Elektrischen machen, muß- ten Material beschaffen. Ich verlangte die Stellung von Autos, damst es den Tätern möglich wäre, nach der Tat zu fliehen. Ich erhielt die Autos jedoch nicht, im Gegenteil, die Frist wurde auf drei Tage verkürzt. Ich verwies nochmals daraus, daß unsere Mittel zu Ende waren, erhielt abe- keine ausreichende Antwort von»Hel- mutch worauf ich mich beschwerdeführend an Brandler wandte. Cr hatte ein Tresflokal in der Müllerstraße, wo ich aber dann Skoblewski traf, der mich zur Rede stellte, ob ich bei meiner Be- schwerde„besoffen" gewesen sei, was ich mir verbat. Es kam zwi- schen uns zu tätlichen Auseinandersetzungen, worauf ich zu Brandler geführt wurde, bei dem ich auch Skoblewski, der anscheinend mit dem Auto vorausgeeilt war, schon wieder traf. Brandler sagte, die Angelegeuheik mit dem General v. Seeckt hätte sich erübrigt. Es wäre schon Dezember und es fei zwecklos geworden, nachdem di« Arbeitermassen nicht im geringsten mehr auf das Gebot der Partei reagierten, nun noch Seeckt zu erledigen. Di« Gruppe solle aber zusammenbleiben, keiner falle entlassen werden aus dem ZZer. band, sie müsse allerdings beschäftigt werden. Ueber ihr« weitere Verwendung werde U l b r i ch bestimmen. Auf keinen Fall dürft« ich oder.Jyeismuti" uns durch unsere Differenzen bestimmen lassen. die Tätigkeit in der Partei einzustellen,„chelmuth" meinte darauf. ich solle Wafsenleiter in Hamburg werden, was ich ablehnte. Daß: die Angelegenheit Seeckt erledigt sei, wurde mir am nächsten Tage von„HelmMH" offiziell bestätigt. Dann erhielt ich de» Auftrog, Stinues zu erledige». Vors.: Es waren doch schon vorher Terrorakt« in Deutschland oerübt worden. Augekl.: Mit denen hatte ich kein« Verbindung. Vors.: Gehörte es nicht zu den Ausgaben der KPD., emen ge- wissen Terror zu üben? Angekl.: Im Programm der Kommunistischen Partei steht der Massenterror.(Bewegung auf der Anklagebank und bei den Verteidigern.) Als der Vorsitzende hierzu das Rundschreiben„Die Taktik der Partei" verlesen lassen will, wird von der Verteidigung da- gegen protestiert und dessen Echtheit bestritten, wobei Rechtsanwalt Dr. Samter so erregt wird, daß der Vorsitzende ihn ersucht, sich zu mäßigen. Die Verteidigung beantragt einen Gerichtsbeschluß über die Verlesung dieses Rundschreibens. Das Gericht beschloß die Verlesung des Rundschreibens. Das Schriftstück, so teilte der Vorsitzende noch mit, sei in den Wohnräumen des Reichstagsabgeordneten S t ö ck e r in Berlin gefunden worden. Welchen Beweiswert das Schriftstück habe, werde das Gericht später prüfen. verMetes Srot. Waggonweif« find die Schulen wieder von den Verlagen n>i. deurfchen Lesebüchern und Geschichtsbüchern überschüttet worden. Hoch, und tiefklingende ködernd« Titel prangen darauf, und di« Aus- wohl soll für die Jugend fürs kommende Schuljahr, d. h. bis auf Jahrzehnt« hinaus, getroffen werden. Man braucht bloß mal ein wenig drin herumzublättern und man gewahrt zu feinem Entsetzen: alles wie Anno Donnerhall! Bon raubgierigen, liederlichen, volks- markverzehrenden ausländischen Despoten ist die Rede, von edeln, aufopfernden, volksbeglückenden deutschen Stammeshäupter» und Landesmüttern, die ihr eigenes Hemd vom Leibe zogen, um nackt« Landeskinder damit zu bedenken: lauter Dinge, die die Tränendrüsen Schwachnerviger und Minderbegabter in Bewegung setzen— und bei anderen die Lachmuskcln. Es tuten die Kriegsdrommeten, es rasselt, knattert und donnert, Hurra wird gebrüllt, Franzosen gejagt. gespießt, verspeist, der liebe Gott läßt das Eisen wie kanonenkugel- dicke Kohlköpfe wachsen, Jung-Siegfried badet sich immer wieder im Drachenblut, durch welches Stahlbad ihm ein« dicke Hornhaut wächst (bis auf di««in« Pflasterstell« zwischen den Schultern), friederizianisch« Soldäterle mit Blecheiimrn auf den bezopften Köpfen bilden den Buchschmuck: und mit all diesem verrosteten Eisen soll die Jugend künstighin zentnerweise von neuem lebendig zu Tode gefüttert werden! Wer wirkliche Nahrungsmittel fälscht, wird streng bestraft,»»er aber geistige Nährmittet vergiftet, macht ein glänzendes Geschäft. Schleunigste Hilf« und Abwendung der Gefahr tut dringend»otl Heran, ihr Herren Abgeordneten: wt eure Pflicht!— Oer Toö des öraomeisters. Auf dem Heimweg zu Fall gekommen. Der rätselhafte Tod des Braumeisters Reiche ist jetzt euJUia, aufgeklärt. Reiche, der am Grünen Weg 8 wohnte, hatte am 27. Januar in der Wallstraße zu Charlottenburg eine Besprechung mit seinem Arbeitgeber, die bis üVi Uhr abends dauerte. Um Uhr bestieg er einen Straßenbahnwagen der Linie 53, machte dann nach den Ermittlungen der Kriminalpolizei planlose Fahrten mit ocr Untergrund- und Straßenbahn, kam um\0H Uhr abends m x t ein er Beule am Kops nach Hause, legte sich zu Bett, ohne irgendwelche Angaben zu machen, führte am nächsten Morgen wirre Reden, bekam im Krankenhaus einen Tobsuchtsansall, der die Aerzte veranlaßt«, ihn noch der Irrenanstalt zu bringen, und starb dort am nächsten Tage. Die Obduktion stellte einen Schädel b r u ch fest. Die Vermutung, daß Reich« in die große Schlägerei zwischen Kommunisten und"Reichsbannerleuten geraten oder sonst einem Angriff ausgesetzt worden war, hat sich nicht bestätigt. Die Kriminalpolizei hat durch eingehende Nachforschungen festgestellt, daß der Braumeister entgegen den Bekundungen der früheren Zeugen angetrunken gewesen ist. Er hat auch in der Zeit zwischen 6ZL und 754 Uhr, nachdem er sich von seinem Arbeitgeber getrennt hatte, noch getrunken. Auf dem Untergrundbahnhvs Bismarckstraße fiel er hin und zog sich die Kopfverletzung zu. die sich erst durch die Obduktion als ein Schädelbruch herausstellte. Die Bahnhofsbeamten brachten ihn in den Dienstraum und erfrischten ihn mit einem Glas Wasser. Nachdem er sich erholt hatte, bestieg er einen Wagen der Linie 53 und machte spater schon in geistiger Verwirrung die planlosen Fahrten. Fremde Schuld an dem Tod« des Mannes ist, wie jetzt seststeht, ausgeschlossen. Drei Jahre Gefängnis für versuchte» Landesverrat. Bor dem Schöffengericht Berlin-Mitte hatte sich soeben der Laborant Hoehle wegen versuchten Landesverrats zu verantworten Er hatte einen Verwandten in Polen, der ihn mit dem Chef der polnischen Spionage bekannt machte. Hoehle sollt« wichtige Mitteilungen über di« Reichswehr über die Grenz« bringen. Er hatte auch versucht, sich m d>e Reichswehr aufnehmen zu lassen. Da nur «in« vorbereitend« Handlung vorlog, kam er vor das groß« Schöffen» gericht zur Aburteilung. Dl« unter strengem Ausschluß der Oefsentlichkeit von Amtsgerichtsrat Dr. N e u m a n n geführte Verhandlung endete mit der Verurteilung Hoehles zu d r« i I o h r e n Gefängnis. Feuer iu der Meierei Bolle. Ein« Berliner Mittagszeitung brachte die Nachricht von einem Großfeuer in der Meierei Bolle in Alt-Moabit S8. Wie wir von der Feuerwehr erfahren,� trifft dies« Nachricht nicht zu. Es handelt sich um den Brand der Verschalung eines Trockenraumes, der bald und ohne besonder« Schwierigkeiten abgelöscht werden konnte. Lady Hamilton im Zirtus. Das neueste Manegeschaustück im Zirkus Busch behandelt ein Stück Leben und die Abenteuer der schönen Engländerin Emma Lyonna, deren Reize die Dichter besungen, deren Schönheit di« G«. mälde des George Romney der Nachwelt überliefert haben, jener Lyonna, die Lady Hamilton wurde, deren Leben durch die Lieb« des berühmten englischen Admirals Nelson eine besonders glänzende Folie erhielt und die verachtet und vergessen, im Elend starb. Paula Busch hat diesen dankbaren Stoff bearbeitet, und.alles ist mit geschickten und bühnensicheren Fingern gemacht. Gewiß,«in großer Teil des Schaustückes ist darauf eingestellt, auf die Träneil drüsen zu wirken, aber schließlich erwartet ja niemand literarische Qualitäten im Zirkus. Aber gespielt wurde ausgezeichnet. Man hat sich als Darsteller des Nelson Henry Pleß vom ehemaligen Hoftheater in Karlsruhe geholt, man hat den ausgezeichneten Komiker Fritz Beckmann vom Lustspielhaus verpflichtet, und auch Paula Busch wirkt als Lady Hamilton lebenstrsu und echt. Vor allem ist die Inszenierung hervorzuheben. In der Kuppel des Zirkusoebäudes hängen e»,e große Anzahl Scheinwerfer, die dem Auge märchenhaste, fast unwahrscheinliche Farbenspiele vorgaukeln. Von besonderem Reiz ist eine Bassettszene, die unter großen weißen Tüchern sich abspielt. Die Windmaschine bläht diese Tücher, daß sie wie riesen- große Ballons ausschauen, und die Scheinwerfer verleihen ihnen immer wieder wechselnde, immer aufs neue überraschende Farben. Auch das Schlußbild„In Meerestiefen" muß als Meisterstück der Regie angesprochen werden. Kostüme und Toiletten, sowie di« Aus- stattung der Szenen sind von großer Schönheit. Alles wandelt sich und wird auf den Kopf gestellt. Echtestes Theater aus dem geharkten Sand, und die Bühnen werden nun wohl demnächst den Assen am Trapez und andere Sensationen bringen. Gar so weit sind ja oer schieden« Berliner Bühnen von diesem Programm nicht mehr enb fernt!_ Auskunstsstelle für Volkstanz»nd rhykhmilch« körperbtldung Ilm der wacklendcn Anteilnahme oller Bevölkerung�ichickten an rhythmischer Körperbilduno und VolkStan, enigegenzukcmmen, Hot das Jugendamt der Stadt Berlin. Berlin C 2, Poststr. 16, Zimm 28, eine AuSkunftSsteNe geschaffen, in der allen auf diesem Gebiete Ratsuchenden fachmännische Auskunft erteilt wird, am besten Dienstags in der Zeit von>/,12 bis>/,h Uhr. Sollte zu anderer Zeit Auskunft gewünscht werden, so wird dies« noch Möglichkeit nach vorherigem fernmündlichen Anruf(Merkur 2216) zur angegebenen Zeit erteilt werden. Auch schriftliche Anfragen werden erlebigt. Li« Arbeitsgemeiofcha( der Sindersreuude Sroß-Verlia /Gruppe Mitic» veranstallel am?onnerStag, 12. Kebruai. abends'',8 llfir. Im Moraareien« ilpzeum, Jfflnndftr. 9— 10, einen VartraaSabend mit dem Lichtbildervortrag: .Da« proletarische Kind'. Alle an der Schulrciarm mtercssierten Iugendgenossen, Parteigenossen, Eltern und Lebrer find eingeladen. Au«, kunst über alle llngelegenbeiten der Kindergrupp« erteilt Han» Mensch. O 34, TM««tr. 83, vorn 2 Tr. rechts. preußifther Untersuchungsaussthuß. Verschleppungstaktik der Deutschnationalen. Der preußische Untersuchungsausschuh für die Barmat-Kutisker-Seehandlung-Affäre trat, heute, Mittwoch 10 Uhr 15 Minuten zu seiner 10. Sitzung zusammen. Bor Eintritt in die Tagesordnung erklärt Abg. kuttner(Soz.): Der Abg. Swlt(Komm.) hat in der letzten Sitzung mich als schwer belastet bezeichnet. Auf di« Frage nach der Begründung dieses Anwurfes ist Stall jede sachgemäße Antwort schuldig' geblieben. Heute sind diese Beschuldigungen in der„Roten Fahne' wiederholt und das Blatt fragt„verwundert", worum ich denn mein Mandat nicht niedergelegt habe und wo denn das Vorgehen der Staatsanwalt- schaft bleibe. Ich ersuche den Abg. Stoll,«ine kategorische Erklärung über diese Beschuldigungen abzugeben. Kann er dos nicht, dann muß ich feststellen, daß es sich hier um den Versuch einer Ehrabschneiderei handell, Da der Abg. Stolt nicht anwesend ist, erklärt Vor- sitzender Leidig, daß dessen Erklärung zu Beginn der Nachmittags- sitzung entgegengenommen werden soll. Dann kommt das Mißtrauensvotum gegen den Abg. Deerburg als stellvertretenden Vorsitzenden zur Sprache. Es wird festgestellt, daß die Entscheidung über die Bestellung der stellvertretenden Vorsitzenden von Untersuchungs- ausschüssen die Fraktionen herbeiführen und nicht die einzelnen Ausschüsse. Die Deutschnationale Volkspartei sehe keinen Grund zur Amtsniederlegung Dr. Deerburgs, und sie richte deshalb das Ersuchen an Dr. Deerburg, diese? Amt weiterzuführen. Vors. Dr. Leidig erklärt dann, dies« Angelegenheit aus den? geschäftsordnungsmäßigem Wege zu erledigen.— Abg. ffukkner(Soz.) erhebt dagegen Widerspruch, da ja hier ein Antrag vcn Ausschußmitgliedern vorliege und darüber noch nicht abge- stimmt sei.— Dr Leidig erklärt, daß er auf Grund der Geschäft?- Ordnung keinen Grund sehe, den Antrag zur Abstimmung zu bringen.— Der Vorsitzende bringt dann einen deutschnationalen Antrag zur Kenntnis, welcher verlangt, daß mit der Weiterver- fclgung der Angelegenhell der Ein- und Ausfuhrbewilligungen an Hand der Zeugenaussagen von Wifsell, Falk und Klinghammer di« Staatsanwaltschaft' betraut werde.' Dr. Leid ig fragt, ob man mll Verweisung dieses Antrages an den Geschäftsordnungsausschuß einverstanden sei. Ein weiterer deutsch nationaler Antrag ersucht, die seinerzeit im Bureau des Reichspräsidenten beschäftigt« Sekretärin E n d r u l a t ausfindig zu machen, da ihre Zeugenaussage über die damaligen Vorgänge in der Frage der Paßsälschung(?) von Wichtigkeit ist und sie insbesondere gehört werden soll, ob diese Fälschungen mit Einverständnis des Reichspräsidenten erfolgt seien. Vorsitzender Dr. Leidig häll sich als Vorsitzender des Ausschusses zu Nachforschungen nach der Zeugin nicht verpflichtet, er habe ober angesichts der schwerwiegenden Bekundungen dieser Zeugin durch Vermittlung des Polizeivräsidiums Nachforschungen angestellt und festgestelll, daß sie aus Ostpreußen stammt. Es sei an den Ge- meindenorsteher bezüglich ihres Aufenthalts telegraphiert worden, eine Antwort sei aber noch nicht eingelaufen. Abg. Dr. Deerberg(Dnat.) erklärt sich damit einverstanden, daß die Nachforschungen in dem Augenblick eingestellt werden, wo das Polizeipräsidium erklärt, nichts weiter in der Sache tun zu können. Abg. Suitner(Soz.) legt Verwahrung dagegen ein, daß eine Bestätigung der Vorwürfe bezüglich der Paßfälschiingen durch Frl. Endrulat etwa gleichbedeutend sei mll einer„Erledigung" des Reichs- Präsidenten. Vorsitzender Dr. Leidig: Mein« Worte und meine Ermittlun. gen liegen gerade im Interesse des Herrn Reichspräsidenten, des bachsten Vertreters und Repräsentanten Deutschlands und seiner Würde. Abg. Riedel(Dem.): Die Angelegenheit zeigt sehr deutlich, wohin es führt, wenn alles, was in der Presse stchi. zum Gegenstand von Leweisanlrägen gemacht wird. Unter solchen Umständen werden wir 1330. ja 1930 noch nicht � Vors.: Wir müssen also erst die Antwort des Gemeindevorstehers von Prökuls abwarten. Abg. Deerberg(Dnat.): Ich trete mit einzelnen Personen nicht in Verbindung, sondern entnehm« solche Gerüchte nur aus Z« i t u n- gen. Dieses Gerücht muß im Interesse des Reichspräsidenten unter- sucht werden, um die Atmosphäre vollkommen zu reinigen. Vors.: Herr Abg. Schwering. mir wird soeben mitgeteilt. Sie hätten die Ausführungen des Abg. Dr. Deerberg als schamlos erklärt Abg. Dr. Schwering(Z.) bezeichnet seine Aeußerung als Privat- gespräch. Abg. Dr. waentig(Soz.): Wenn die Verhandlungen hier so weitergehen, dann bringt der Ausschuß sich um jede Achtung. Große Zeitungen lochen heute schon über uns. Auf Zsllungsnachrjchten können wir nicht eingehen. �.,. vor}.: Diese Ausführungen sind sehr beachtenswert, nur koin- wen sie zu spät. Denn wir haben es hier mit einem von, Aus- ichuß angenommenen Antrag zu tun. Wir stehen seit einer Woche bereits in der Vernehmung des Abg. Heilmann» in die sich aber olles mögliche hineingeschoben Hai. Das dient nicht gerade zur Klärung der Sachlage. Es wäre zweckmähig, wenn auch bei uns. wie vor Gericht üblich, die Vernehmung vom Vorsitzenden geführt würde und nicht von 29 Mitaliedern de omnibus et quibus. dam altis(nach allem und«inigent darüber) gefragt wird. Wir haben UN» über fast alles Zlliercssanle aus den letzten sechs Zohrea unterhalten. Abg. Riedel(Dem.) bittet, bei nochmalig,? Vernehmuilg der Zeugen Klinghammer und Falk nicht mehr lange P l a I» d" h e r s entgegenzunehmen.,. vor,.: Dem Zeugen muß die Gelegenhett gegeben werden, feine Aussagen zu ergänzen und zu berichtigen, da er vielleicht unter Eid steht. Nach weiterer Geschäftsordnungdebatte, die durch«inen Antrag Schwering(Z.) beendet wird, erhält der Zeuge Ministerialdirektor Falk das Wort zur Ergänzung seiner Ausjagen und erklärt: Mit bezug auf die Bekundung des Zeugen Klinghammer, ich hätte ihm an einer Aussage im Erzberger-Helfserich-Prozeß verhindern wollen, be- rufe ich mich auf das Zeugnis meines damaligen Vertreters, des jetzigen Ministerialdirektors Ab egg, der bekunden wird, daß ich sachgemäß gehandelt habe. Ich habe dienstlich nur mit Heinrich S k l a r z zu tun gehabt, mit den anderen Brüdern Stlarz halle ich nichts zu tun. Abg. Kaufhold(Dnat.) hat gesagt, ich hätte seinerzeit Weisung gegeben, das Verfahren gegen Barmat-Amexima e i n z u- st e l l e n. Das ist nicht richtig, das Verfahren ist eingestellt worden durch Beschluß des zuständigen Amtsgerichts. Und wie in dieser Sache vorgegangen worden ist, so wurde damals in vielen ähnlichen Fällen gehandelt, bei denen man annahm, daß nichts her- auskommen würde. Damit ist die Befragung des Zeugen Falk beendet und der Zeuge Kriminaloberinspektor Klinghammer erklärt zur Ergänzung seiner Aussagen: Für die seinerzeitige Be- schlagnohme von Privotbriefen durch mich hatte ich moralische Gesichtspunkt«, nämlich die Sauberkeit der Verwaltung. In der Angelegenhell meiner Zeugenaussage im Erz. berger-Helfferich-Prozeß halte ich mein« Behauptung aufrecht. Ich kann mich nur nicht genau auf den Zellpunkt der von mir er- wähnten Mllteilung des Herrn Falk besinnen. Außerdem lag da- mals«in« von mir verfaßte Anzeige vor, die den Gegnern des Herrn Helfserich in«inen Verdacht bracht« und die in meinem Vorgesetzten überreicht«, er damals nicht Falk»mr. Diese Anzeige fft der Staatsanwaltschaft n ich t übergeben worden Zeuge Mbg. Wissell erklärt zu der Bekundung Klmghammer«, daß damals so utel« Fälschungen von Ein- und Ausfuhrscheinen vorgekommen wären, daß man ein besonderes Dezernat zu ihrer Untersuchung habe einrichten müssen und daß die Fälscher oft in hohen Stellungen des Reichswirtschaftsininisteriums gesessen hätten, er, Wissell, habe heute wie damals keinen Grund gehabt, an der Integrität der ihm im Reichswirtschaftsministerium unterstellt gewesenen Beamten zu zweifeln. Abg. veebnrg(Dntl.): Der Zeuge Wissell will oftenbar sagen, daß er die Einfuhrbewilligung, die bei der Durchsuchung der Ameximo-Räume gefunden worden ist und die die Unterschrift Wissell getragen hoben soll, nicht unterzeichnet habe. Zeuge Mssell: Jawohl, ich habe n i««in« Einfuhrbewilligung erteilt. Aus eine Frage de? Abg. Stoll(Konnn.) erklärt der Zeuge wissell: Es ist mir bekanm, daß der Vertreter der Firma Hecht. Pfeifer u. Co. zugunftcn der Firma Barmat ein« Einfuhrbewilligung nachgesucht hat. Ich habe mich fiir dies« Angelegenheit auch auf die Akten des Reichswirtschaftsminifteriums berufen. Auf weiter« Fragen erklärt Zeuge Wissell. es sei ousgefchlossen. daß er jemals eine Aus- oder Einfuhrbewilligung unlerzeichnet habe. Di« Unterzeichnung fei Sache des Reichskommissars für Aus- und Einfuhr gewesen. Jeder Antrag auf Gewährung einer solchen Bewilligung habe letzten Endes der. Entscheidung dieses Reichs- konnnissars und seiner Unterzeichnung zugestanden. Zeuge flbg. Heilmann lSoz.) gibt zu den Aussagen des Zeugen Klinghammer folgende E r k l ä- r u n g ab: Ein Fraulein Peters hat in der..Sozialistischen Korre- spondenz" überlmupt niemals mitgearbellet. Der ihr zugeschriebene Artikel ist von m i r versaßt. Das Material habe Ich weder von Herrn Falk noch von Fräulein Peters erhalten. Daß di« Ausfuhrbcwllli» gung für Druckpapier vielleicht eine Fälschung gewesen ist, halte ich für ausgeschlossen, weil ich weiß, daß die zusrändigen Referenten des Reichswirtjchaftsministeriums die Angelegenheit genau gekannt haben und weil auch Herr Falk hier erklärt hat, daß Geheimrat Staudinger ihm amtlich über die Gründe der Ausfuhrbewilligung Auskunft erteilt hat. Da der Abg. K a u f h o l d (Dnat.) hier behauptet hat, es sei festgestellt, daß durch mein Da- zwischentreten der Zeuge Klmghammer seinerzeit bei der Durch- suchung der Amexima-Räume an der Äussühning seiner Amts- pflichten behindert worden sei, bitte ich, darüber Klinghammer nochmals zu befragen. Vors. Dr. Leidig: Der Zeuge Klinghammer hat nicht gejagt, daß durch das Dazwischentreten des Abg. Heilmann seine amtliche Aktion bei der Amexima behindert worden sei. 4 In der Mittagsstunde beginnt die Vernehmung des früheren Redakteurs D a v i d f o h n, der sofort einen Zwischenfall provoziert. indem er erklärt, er würde nicht vor einem Kollegium aussagen, in dem ein befangener Richter sitze der die Interessen van Sklarz und Barmat immer wahrgenommen habe. Er meint damit den Genossen Kuttner, der ihn bekanntlich schon wegen Beleidigung mit Erfolg hat verklagen müssen. Die unverschämte Art Davidsohns rief leb- hafte Entrüstung hervor, und der Zeuge mußte sich vom Vorsitzen- den aus seine Zeugenpflicht aufmerksam machen lassen mit der Wir- kung, daß er sich bann bereit erklärte, auch in Gegenwart Kuttners auszusagen. Davidsohn erzählte wieder seine alten Märchen über die„Korruption in der Sozialdemokratie" und behauptet, aus sicherer Quelle zu wissen, daß alle Führer der Partei an den Fett- geschösten Barmais beteiligt gewesen lesen, auch Ebcrt. Nachdem Daoidsohn sich_„im Zusammenhang" ausgelassen, wurde ein« Paus» von einer Stunde eingelegt, nach deren Beendi- gung die Einzelvernehmung dieses Ehrenmannes«r- folgen soll. Z Keine geheimen Lazarette. Entgegen umlaufenden Gerüchten, daß es geheime Lazaretie mit zahlreichen, wegen der Art ihrer Verstümmelung zurüdgehaltenen und vor der Welt verborgenen Kriegsbeschädigten gebe, mird folgendes festgestellt: In den Versorgungsfrantenanstalten befinden sich noch etwa 750 durchweg befristet aufgenommene Kranke, unter denen die Lungenkranken die überwiegende Mehrzahl bilden und nur ver, cinzelte Fälle von schwerer Gesichtsverlegung( Rieferverlegung) vorhanden sind. Außerdem gibt es noch etwa 100, die dauernd der Pflege bedürfen. Gelähmte, hirnverlegte Kriegsbeschädigte und dergleichen ministerium, teils von Stellen der sozialen Fürsorge ausgewählt sind. Kriegsbeschädigte, deren Berfonalien sich nicht hätten feststellen lassen, sind nach genauer Umfrage weder in den Bersorgungskrantenanstalten noch in anderen Krantenanstalten vor. handen." Gewerkschaftsbewegung Die Einheit der Gewerkschaften. Moskau hat das Wort. Der Beschluß des Vorstandes des Internationalen Gemertschaftsbundes, die russischen Gewerkschaften zu einer gemeinsamen Konferenz einzuladen, menn vorher eine Erflärung abgegeben wird, daß die Russen den Wunsch haben, dem Internationalen nachprüft. Die Selbftverwaltung ft in Mirtichteit gefährbet burch die Art, wie die letzte Wahl zu den Körperschaften durchgeführt murde. Die dabei geübte Ausschaltung von Laufenden von Ber ficherten macht die Selbstverwaltung zu einer Farce. Im übrigen hätten die bekanntgewordenen Borgänge die völlige Unzulänglichkeit der augenblicklich zu Unrecht im Amt befindlichen Körperschaften zur Genüge bewiesen. Der AfA- Bund erflärt weiter: Benn mir bisher davon Abstand genommen haben, die uns durch umfangreiches Material be fannt gewordenen Mißstände, insbesondere den schwunghaften Geldvermittlungsbetrieb bei jener Anstalt, schon bei der zum Reichsarbeitsministerium diesmaligen Etatberatung in Anstalten, die teils vom Reichsarbeits. Gewerkschaftsbund beizutreten, ist den bolſchemistischen Spal tungsbrüdern in die Knochen gefahren. Erst heute morgen gibt das Berliner Bolschewiftenblatt seinen Lesern Kenntnis von diesem Be schluß, indem es die Mitteilungen des Daily Herald wiedergibt. Das Berliner Bolschewistenblatt hat offenbar von Mostan noch feine Anweisung erhalten, wie es sich zu dem Beschluß stellen soll, und wieder nach dem„ Daily Herald", daß die deutschen Amsterdamer immer auf dem reaktionären Flügel gestanden hätten und fügt dann aus eigenem hinzu, daß die deutschen Gemertschaftsvertreter damit in direktem Gegensatz zu den Massen der Gewerkschaftsmitglieder in Deutschland handeln, denn faft überall, wo die Einheitsfrage zur Debatte stand, wurden Beschlüsse für die Einheit gefaßt.. Aenderung der Zinsfäße für Spar- und Giroeinlagen. enthält sich also einer eigenen Stellungnahme. Es bemerkt nur, auch gleich den Banten Die Sparkasse der Stadt Berlin hat in Anpassung an den Geldmarkt den habenzinsfag für taglich verfügbare Einlagen bei den Girofassen mit Wirkung vom 18. Januar 1925 auf 5 pom Hundert jährlich herabgefeßt. Spareinlagen werden gemäß§ 14 der Sagung vom 10. Februar 1925 ab mit 5 Prozent jährlich verzinst. Der Haben zinsjag für Einlagen mit monatlicher Kündigungs. Derpflichtung beträgt nom 24. Januar 1925 im Spar- und Giroverfehr 8 vom Hundert jährlich. Das Mindestguthaben für Einlagen mit monatlicher Kündigungsverpflichtung wird vom 24. Januar 1925 auf 300 Rentenmart erhöht. Guthaben mit mo natlicher Kündigungsverpflichtung unter der Mindesthöhe von 300 Rentenmart werden vom 10. Februar 1925 mie täglich verfügbare Einlagen mit 5 nom Sundert jährlich verzinst. Bei der Wahl des Berliner Stadtmedizinalrats. erklärte der Borjizende der fommunistischen Fraktion, Dörr, daß er auf Wunsch des sozialistischen Aerztevereins" Herrn Dr. Klauber( Kom mmunist) als Stadtmedizinalrat vorschlage. Dieser fozialistische" Aerzteverein besteht größtenteils aus Kommunisten. Die Ber einigung fozialdemokratischer Aerzte", die nur in der SPD. organisierte Barteigenossen aufnimmt, legt Wert darauf, nicht mit diesem Verein verwechselt zu werden. " Nachtanschluß auf der Ringbahn. Zur Sicherstellung des Anschlusses vom letzten Ringbahnzug Halensee- Potsdamer Ringbahnhof an den Zug Potsdamer Ringbahnhof- Schlesischer Bahnhof wartet lekterer in Schöneberg bis zu 10 Minuten, nötigenfalls also bis 1,04 Uhr nachts. Ebenso wartet der Zug 1,09 Uhr nachts, ab Stralau Rummelsburg nach Grunewald, auf den vom Südring planmäßig 1,08 Uhr nachts bort eintreffenden Zug bis zu 20 Minuten. Winter und Frühling nebeneinander. Der abnormale Winter gefällt sich in Nordböhmen in einer Sonderlichkeit. Während zu Beginn lezter Woche die Hänge des Laufiger Gebirges von Wintersportlern aufgesucht wurden, gab es gleichzeitig faum eine Begstunde weiter, im Bolzen tale, in den Hausgärten ein Gastspiel des Lenzes. In den Haus gärten grünen die Sträucher und die gelben Primein ( Himmelsschlüssel) find bereits aufgeblüht. Auch die blauen Leberblümchen haben ihre Blütentöpfe erschlossen und der giftige, aber reizvolle Seidelbaft zeigt ebenfalls vereinzelt bereits Blut. Sturm auch in England. Ein heftiger Sturmmind herrscht gegenwärtig über der südlichen Küste von England. Die Schiffe vom Kontinent treffen mit starter Berspätung ein und führen die Ueberfahrt nur mit größten Schwierigteiten aus. Auch aus dem Inneren des Landes tommen Sturmberichte. In verschiedenen Städten mußten die Pferderennen abgesagt werden. Mehrere tausend Telephon und Telegraphenstangen sind niedergelegt worden. meiften Telegraphenverbindungen zwischen London und dem Süden, sowie dem Festlande sind unterbrochen. In verschiedenen Städten wurden Personen durch heruntergefallene Dachziegel verlegt. In der Provinz Bales find mehrere Flüsse über die Ufer ge treten. Die Wie man durch zwei Bogtämpfe zum Millionär wird! Der Weltbormeister Dempsey hat beschlossen, mit dem Negerboger Harry Wills fich zu treffen. Bis jetzt hat Dempsey das Zusammentreffen mit biefem Gegner megen seiner schwarzen Hautfarbe abge. lehnt. Auch hat Dempsen einen Bertrag unterzeichnet, monach er fich verpflichtet, nunmehr auch gegen Tom Gibbon zu tämpfen. Diese heiden Treffen werden Dempsey den Betrag von 1 million Dollar einbringen. Zufammenffoß einer Rangiermaschine mit zwei Autos. Eine Rangiermaschine der Pennsylvania- Eisenbahn in den Vereinigten Staaten von Nordamerika stieß im Rebel mit zwei Automobilen zusammen. Bon den Insassen sind vier Männer und zwei Frauen tot. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14. Gebastianfte. 37/38. Sot 3 Ez. Ramerabschaft Tempelhof, Untergruppe Lichtenrade. Donnerstag, ben 12. Febr, abends 8 Uhr, öffentliche Rumbgebung im Waldrestaurant Pichtenrabe. Ansprache des Rameraden Georg Täubert. Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Mittwoch, den 11. Februar: 35. Abt. 7 Uhr Bahlabende bei Zopper, Rigaer Str. 85, Schule Samariterſtr. 20, Bombe, Boigtstr. 25, und Borfomsti, Schreinerftr. 32. Die Rote Fahne" beliebt zu scherzen. Gerade mir find immer für die Einheit der Gewerkschaftsbewegung und gegen die Spalter aufgetreten. Wir haben von vornherein erklärt, daß wir für die Aufnahme der russischen Gemertschaften auf Grund des Beschlusses des Internationalen Gewerkschaftstongresses in Wien, d. h. auf Grund der Statuten und Beschlüsse des JG B., eintreten. Das ist es aber gerade, was die Bolsche= wisten nicht mcllen. degus Der Eintritt der russischen Gewerkschaften in den JGB. hat zur Loraussetzung ihren Austritt aus der Roten Gewerkschaftsinternationale, was gleichbedeutend ist mit deren Auflösung. Er hat weiter zur Voraussetzung die Auflösung der sogenannten Inter hat weiter zur Boraussetzung die Auflösung der sogenannten Inter. nationalen Propagandakomitees, die von den Russen in den verschiedenen Ländern zur Spaltung der Gewerkschaften unterhalten werden. Mit einem Wort, die russischen Gewerkschaften sollen nicht besser und nicht schlechter behandelt werden, ais die Gewerkschaften irgend eines anderen Landes. Sie sollen dieselben Rechte genießen, wie die Gewerkschaften Deutsch. lends, Englands usw.; sie sollen aber nicht das Recht haben, sich in die inneren Angelegenheiten der Gewerkschaften der anderen Länder zu mischen. Sie sollen auch nicht das Recht haben, der segenannten Roten Gewerkschaftsinternationale anzugehören, die es fich zur Aufgabe jetzt, den Internationalen Gemertschaftsbund zu vernichten. Wenn die russischen Gewerf. schaften diesen übrigens aussichtslosen Bernichtungsfeldzug aufgeben, find fie uns willkommen. Sie mögen innerhalb der Grenzen ihres Landes und ihres Aftionsbereichs den Kampf so führen, wie sie es für gut und not wendig halten, genau so, wie die englischen Gewertschaften thre Kämpfe und Aktionen gemäß ihren eigenen Beschlüssen führen. Nicht die deutschen Gewerkschaften und nicht die Gewerkschaften irgend eines anderen Landes, soweit sie dem JGB. angeschlossen sind, haben jemals darüber den englischen Gewerkschaften Borschriften zu machen versucht, oder gar in England irgendwelche Komitees unterhalten, die beauftragt sind, die Beschlüsse und die Tätigkeit der englischen Gewerkschaften zu durchfreuzen. Das ist bisher allein von der Leitung der russischen Gemertschaften geschehen. Die englische Labour Regierung und die englischen Gewerkschaften find in maßloser Weise von den russischen Bolschemisten verleumdet worden. Wenn der„ Daily Herald" so tut, als sei es durchaus in Ordnung, so haben wir keinerlei Ursache, den Engländern darüber Borschriften zu machen. Soweit die Gewerkschaften der anderen Länder in Betracht kommen, sind sie sich mit den englischen Gewerkschaften darüber einig, daß die Einheit der internationalen Gemerfschaftsbewegung auf Grund des Beschlusses des Internationalen Gewert schaftstongreffes von Wien hergestellt werden muß. Dazu hat nun Mostan das Wort Veläufige Vereinbarung auf den Werften. Keine Berständigung in der Arbeitszeit. Steffin, 11 Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Gefahr eines Ronflitts in der Werftindustrie ist noch nicht behoben. Am Dienstag fanden wieder Verhandlungen statt, die aber tein abschließendes Ergebnis zeitigten. Auf Vorschlag eines Vertreters bes Reichsarbeitsministeriums fam eine vorläufige Bereinba rung zustande, nach der am 17. Februar erneut im Reichsarbeitsministerium verhandelt werden soll und die Arbeitgeber fich ver pflichten, die durch Bereinbarung oder durch Schiedsspruch zu regeln den Löhne ab 2 Februar zu zahlen. Die Bertreter der Werftarbeiter mußten die Erklärung abgeben, bis zur Erledigung diefer kommenden Verhandlung an der jezigen Arbeitszeit nichts zu ändern. Damit ist der Konflift in der Arbeitzeit feineswegs behoben. Es erscheint freilich ausgeschlossen, daß bas Reichsarbeits. ministerium durch einen Schiedsspruch, der den Neunstundertag praktisch aufrecht erhält, eine Wiederholung des vorjährigen Erperiments heraufbeschwören wird. Daß heute die Gewerkschaften ganz anders gerüstet find als am Ausgang der Inflation, ist fein Geheimnis. 85. Abt. Tempelhof. 8 Uhr 8ahlabende. 1. Bezirk im total Sur Dorfaue. Dorf ftraße 46; 2-5 Bezirt gemeinsam im Lotal Sur Linde", Friedrich- Rarl, Eae Karsen. 6 Bezirt bei Lange, Ringbahnstr. 4. Thema: Das banerische Kon torbat". Ref.: Gen. Withauer. 7. Bezirk bei Wanglid, Oberlandstr. L. Thema: Bas muß jeder von der Krantentasse wissen?" Ref.: Gen. Albrecht. Morgen, Donnerstag, den 12. Februar: Werberstr. Thema:„ Das banerische Kontordal und wir". Referent: Gen Dr. Zum Kreditverfahren bei der Reichsversicherungsanftalt. 26. Abt. Am Donnerstag, nach. 3 Uhr, findet auf dem Friedhof Prenzlauer Allee 7. die Beerdigung der Genoffin Ropp ftatt. Der AfA Bund wendet sich gegen eine Entschließung des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes, in der das Selbstverwaltungsrecht der Versicherten als gefährdet hingestellt wird, wenn das Reichsarbeitsministerium als aufsichtsführendes Organ der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte deren Kreditgewährung erliner Elektriker- Korhmöhel! Sonderangebot! Berliner Genossenschaft angeschl. dem Verb. sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Fernsprecher: Norden 1198 Filiale Westen, Wilmersdo: f Landhausstr. 4 Tel. Pfalzburg 9831 Herstellung elektr. Licht-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller elektrischer Bedarfsartikel Ausführung sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit Der gute KapitänKautabak ist in den meisten Zigarrengeschäften erhältlich C. 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Lindenstraße 3, ferner in allen Bartejfpeditionen.Bezirksführer und- Raffierer nehmen ebenfalls Bestellungen gern entgegen. im Reichstag zur Sprache bringen zu lassen, so lediglich aus dem Grunde, weil wir einem auf Grund unseres veröffentlichten Mate rials eingeleiteten staatsanwaltlichen und gerichtlichen fch mebenden Berfahren und den sonstigen vom Reichsarbeitsministerium eingeleiteten und ebenfalls noch nicht abgeschlossenen Ermittelungen nicht vorzugreifen beabsichtigen Wenn die vom Reichsarbeitsminifterium verlangten Auskünfte nicht befriedigend ausfallen, so wird der AfA- Bund, abgesehen von anderen Maßnahmen, das ges famte vorliegende material dem Reichstag zur Prüfung unterbreiten müssen. Es sind inzwischen weitere Fälle befanntgeworden, daß einzelne Kommunen sich geradezu durch eine Kette von Bermitt tungsagenten hindurchwinden müssen und der direkte Verkehr mit der R2. zur Erlangung von Krediten völlig verbaut ist. Neben den gewerbsmäßigen Vermittlern haben sich ehemalige Offi ziere und auch abgebaute Beanite der f. felbft dieser anscheinend sehr einträglichen Vermittlung häufig zugewandt. Der Bundesausschuß des AfA- Bundes wird am 24. Februar Kreditverkehr der Angestelltenversicherung die zu ergreifenden Gegen zusammentreten und nach der Entgegennahme des Berichtes über den maßnahmen beschließen. Auch eine Berichtigung. Die Arbeiter und Angestellten der AEG. haben sich ganz be fonders gegen ben heimtüdischen tommunistischen leber fall auf Reichsbannerleute im Anschluß an die sozialdemokratische Rundgebung gegen den Rechtsturs gewandt, weil das Betriebsratsmitglied Bernhard Wolff so schändlich malträtiert wurde. In Nr. 61 des„ Borwärts" vom 5. Februar erwähnten wir 2pparatefabrit Af2, die uns von der Fraktion der SPD. zu eine dritte Entschließung aus der AEG., und zwar aus der gegangen war. Wir hatten diese nicht als Einsender der Ent fchließung bezeichnet, aber auch nicht etwa den Betriebsrat der Af 2. Lekterer verlangt dennoch eine Berichtigung von uns. Die Resolution habe teiner Betriebsversammlung vorgelegen. Der Betriebsrat habe die Resolution abgelehnt. Wir geben also hiermit davon Kenntnis, daß dieser Betriebsrat den heimtückischen Ueberfall auf seinen Kollegen nicht nur still. schweigend billigt, sondern wünscht, daß öffentlich festgestellt wird, er habe eine Rundgebung abgelehnt, die den Trennungs strich zieht gegenüber den mit Schlagringen und Meffern arbeitenden Banden. Die Belegschaft wird sich dessen bei der bevorstehenden Betriebsratswahl erinnern. Die berufliche Gliederung der englischen Arbeiterschaft. Bor furzem ist die Berufsstatistik Englands für das Jahr 1:21 erschienen. Von den über zwölf Jahre alten männliden Personen, deren 8abl 13 901 000 beträgt, waren 12 112 000 beruflich tätig Von den und 1788 000 beschäftigungslos oder im Rubestand. 10.634 000 ohne Beschäftigung. Die Zahl der in den wichtigsten 15 699 000 weiblichen Personen waren 5 065 000 befchäftigt und Berufen Beschäftigten betrug: Landwirtschaft Bergbau Metallindustrie. Textilindnstrie Handel. 0 1171 298 männlich 1 061 749 83 052 weiblich 3364 109 074 1 540 235 871 964 608 968 Transportwesen 1420 593 63 580 1063 120 496 056 Brivatangestellte 568 034 429 695 Bauarbeiter 503 535 1743 204 811 2803 339 944 1676 425 Maler Sausangestellte. Schiedsspruch für den Mansfelder Bergban. Halle, 11. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Das Schiebsgericht für den Bergbau fällte am Dienstag unter Borsiz des Schlichters Dr. Lütgens- Magdeburg einen Schiedsspruch dahin, daß für den Bezir des Mansfelder Kupferschiefer Bergbaus eine Lohnerhöhung von 20 Proz. einzutreten habe. Der Heuerlohn erhöht sich von 3,10 auf 3,75 M. und die Löhne der übrigen Rategorien in ähnlichem Berhältnis. Die Annahmefrist läuft am 17. Februar ab. Besoldungsreform in Frankreich. Paris, 11. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Stammer be fchäftigte sich am Dienstag mit der Neuregelung ber Beamten. besoldung. Der Regierungsentwurf fieht Erhöhung der Beamtengehälter und Staffelung zwischen 5600 und 40 000 Frant jährlich vor. Die Orts- und Kinderzulagen sollen gleichfalls erhöht werden. Diese Aufbesserung der Beamtengehälter wird eine weitere Belastung des Haushalts um 888 Millionen Frant aus machen. Die Beamtenorganisationen forderten ein Mindestgehalt ppn 6000 Frant. Finanzminister Clémentel mies barauf hin, daß das Mindestgehalt von 5600 Frant nur bei etwa 10 000 Beamten in Frage komme, daß Mindestgehalt in Baris belaufe fich auf 7600 Frant. Der verbindlich erklärte Schiedsspruch für das Baugewerbe, den wir in unserer heutigen Morgenausgabe auf Grund einer bürger. lichen Korrespondenz mitteilten, bezieht sich auf RheinlandWestfalen. Es ist vielfach irrtümlicherweise angenommen worden, daß diese Verbindlichkeitserklärung Berlin beträfe. Für Berlin ist ein Schiedsspruch überhaupt nicht gefällt worden. Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Entorn: Feuilleton:.. Döscher; Lotales Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. 5., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Sonstiges: Frig Rarftabt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. unb Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin G 68. Lindenstraße 3. Fritz Ranmar Neukölln, Reuterstraßße 53 die billige Lezugsquelle für Lab- Masche Wäsche Wäschestoffe jeder Art2. 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