Nr.76 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 39 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rrenzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Boll und Reit" mit„ SiedYung und Kleingarten" fomie der Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpa Itige Nonpareille. geile 70 Pfennig. Reklamezeile 4, Reichsmart. Aleine Anzeigen" das fettgebrudte Wort 20 Pfennig ( zuläffia zwei fettgedruckte Worte). jedes weitere Bort 10 Bfennig. Stellengesuche das erfte Mort 10 Bfennig, jedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Summer mrüffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 14. Februar 1925 Der Anschlag auf Seeckt. Neumanns Enthüllungen im Leipziger Prozeß. Leipzig, 13. Februar. Es wird in der Behandlung der Kraftwagenangelegenheit fortgefahren. Angell. Neumann: Frante verlangte bezüglich des hordj. wagens aber noch eine Rücksprache mit Bied. Borf.: Warum gerade mit Pied? Angefl. Neumann schildert nun, wie der Horchwagen einen anderen Besitzer erhalten hat: Ich selbst hatte feinen solchen Käufer an der Hand und wandte mich deshalb an den Sekretär der militä rischen Abteilung, Krebs, der mir riet, mich an den Arzt Dr. Klauber zu wenden. Als ich einwandie, ich hätte feine Beziehungen zu Klauber, fagte mir Krebs, Klauber hat gute Beziehungen zu Münzenberg, dem Leiter der Internationalen Arbeiterhilfe ( JAH.) in Deutschland. Münzenberg merde mir ein EmpfehlungsSchreiben an Klauber geben. Dies geschah auch, und Klauber erklärte fich schließlich auch nach einigen Einwendungen bereit, als Scheintäufer aufzutreten. Als ich das Helmuth" meldete, erhielt ich; am nächsten Tage von Krebs die Nachricht, daß das Auto nicht in den Besitz eines Berliner Herrn, sondern eines in einer anderen Stadt wohnenden Scheinfäufers übergehen sollte. tommt dann auf einen charakteristischen Vorfall zu sprechen, der sich noch vor dem Erwerb des Horchwagens abgespielt haben soll. Als er zur Ausführung des Attentats auf Seedt durchaus einen Kraftwagen verlangte und diesen nicht erhielt, soll Heinz Neumann angeregt haben, den Kraftwagen zu flauen", den Brandler immer zu seinen Fahrten zu den Fünfer- Kopf- Sihungen benutte. Da aber diese Sigungslotale streng geheim gehalten wurden, habe man sich an Ruth Fischer gewandt, die fich bereit erklärt habe, turg vor jeder Fünfer- Kopf- Sizung Heinz Neumann den Ort mitzuteilen.. An den Mitgliedern der Gruppe merde es dann liegen, sich in einem unbewachten Augenblick in den Befiß des Brandler25agens zu jezen. Vorf.: Es handelt sich dabei um eine Differenz zwischen Ruth Fischer und Brandler. Ruth Fischer soll ihnen selbst nahegelegt haben, das Auto zu flauen". Angell: Ja, und sie sagte auch noch, wir sollten Brandler die Jade voll hauen. Borf.: Wie hoch waren die Gehälter, die sie für die Mitglieder Ihrer Gruppe aus der Kasse der M.- Abteilung erhielten? Angell: Sie entsprachen der Höhe der Parteigehälter und waren nach dem in der„ Roten Fahne" veröffentlichten Inder berechnet. Zulegt nach Einführung der Rentenmart beliefen sie sich auf wöchentlich 60 Mart, wozu für die Verheirateten eine Zulage von 50 Proz. trat. Reichsanwalt Neumann teilt dann mit, daß nach einer Auskunft Dom Finanzamt Börje in Berlin die Stempel auf der Zulassungsbescheinigung des Wagens gefälscht seien. Der Vorsitzende verweist dann auf einen seinerzeit bei Neumann beschlagnahmten und bei den Akten befindlichen Brief, den dieser am 17. Dezember 1923 an Trofi gerichtet, aber nicht abgesandt hat. Der Brief, den der Angeklagte wiegererkennt, wurde, wie der Vgrsitzende be merft, Don der Stenotypistin„ Cu" nach Neumanns Diktat geschrieben. In diesem Schreiben nennt Neumann einleitend hierauf verlesen. In diesem Schreiben nennt Neumann einleitend als neue Kampfmethode die Mittel, die über den Rahmen der alten propagandistischen Kampfmethoden hinausgehen". Besonders geeignet jei die Anwendung des persönlichen Terrors. Neumann beschwert sich dann in dem Brief, daß ihm von der Leitung des Barteitopfes und von dem Genossen Helmuth" zur Erledigung seiner Aufgabe weder die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt, noch die erforderliche Zeit gelaffen werde. Er habe bisher etwa nur 800 Dollar erhalten. Angell: Den Brief habe ich nicht abgesandt, weil ich die offiziellen Parteiinstanzen nicht übergehen durfte. Reichsanwalt Neumann: Der Angeklagte hat bisher immer gesagt, die Partei stehe hinter seiner Gruppe. In dem Brief sagt er aber, daß der Fünfer- Kopf ihm nicht die nötige Unterstützung gewähre. Das ist doch ein Widerspruch. Borj.: Wie hat sich denn Brandler nun geäußert? Partei Rücksicht nehmen. Es sei nicht mehr so wie vorher, als der Neumann: Er fagte, ich müsse auf die Geldverhältnisse in der militärische apparat gebildet murde. Es feien wesentliche Abstriche vorgenommen worden, und ich müßte deshalb mit geringeren Mitteln meine Aufgabe erfüllen. Er gab mir darauf aus eigenen Mitteln Geld. Borj.: Doch wohl aus Mitteln der Zentrale? Ungell: Das weiß ich nicht. Jedenfalls gab er mir für jedes zum Fall Seedt sagte Brandler, daß die Angelegenheit zurückgestellt Mitglied der Gruppe 10 Mart, die ich als Vorschuß betrachtete, werden müfje. Bors.: Hatten Sie damals schon versucht, Seedt über den Haufen zu schießen? Angell: Darüber möchte ich mich später äußern. Borf.: Aber die Ausführungsarbeiten hatten schon begonnen? Angell.: Jawohl, Hierauf trat eine turze Pause ein. Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Postschecktonto: Berlin 37536 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkaffe Lindenstraße 3 Rund um den Skandal. Barmats Anfang in der Kaiserzeit. Werthaners. Haftentlassung Der Untersuchungsausschuß des Reichsiages hat gestern mit der Untersuchung des Falls Barmat begonnen. Er muß in vielen Punkten in Frage und Antwort noch einmal das Material durcharbeiten, mit dem der Untersuchungsausschuß des Preußischen. Landtags sich zwei Wochen lang beschäftigt hat. Dennoch hat er gleich am ersten Tage eine interessante Feststellung gebracht. Herr Barmat ist nicht, wie die Presse Der Rechten tagaus, tagein schreit, eine Revolutionsellwig, ebensowenig wie das Direktorium der Staatsgröße". Er ist es ebensowenig mie die Herren Rühe und bant, durch dessen sträfliches Bersagen die an die Staatsbank anknüpfenden Skandale erst möglich wurden. Die Herren der Staatsbant, deren Rolle in all diesen Standalaffären der interessanteste und entscheidende Punkt ist, sind eine Erbschaft des faiserlichen Deutschland. Beamte vom alten Schlage, die, um mit der Deutschen Zeitung" zu reden, ihr Eramen ge= Selbstverständlich stehen sie politisch rechts. Bas ist's mit macht haben, und Station für Station aufgeftiegen find. ihnen? Was ist's mit der Beteiligung der Staatsbanf? Also diese Herren sind ein Requisit des kaiserlichen Regimes. Aber, o Wunder, auch Herr Barmat ist ein Requifit des taiserlichen Regimes. Das ist die Feststellung, die der Untersuchungsausschuß des Reichstages heute auf Grund des Aftenstudiums und auf Grund von Beugenaussagen getroffen hat. Der Anfang seiner BeziehunKlage darüber, daß sich am letzten Verhandlungstag im AufenthaltsNach der Mittagspause führte Rechtsanwalt Dr. Schindler ten. Der zuständige Gefängnisbeamte bestätigte diese Angaben raum der Angeklagten württembergische Kriminalbeamten aufhiel und erklärte, daß man nicht feststellen fönne, wie die Beamten dort hineingekommen fcien. Auf jeden Fall seien fie fofort hinaus gewiesen worden. Auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. Löwen thaf fagte der Borsigende eine Untersuchung der Angelegenheit zu. Vorsitzender zu Reumann: Im Werkzeugkasten Ihres Autos wurde auch eine von Ihnen verfaßte Denkschrift an das Reichsgen zu Reichsämtern stammt nicht aus der Revolutionszeit direktorium gefunden, die sich mit der befaßt. Organisation von T.- Gruppen 2 Berantwortung für die uns übermittelten Nachrichten zuzuschieben, Neumann: Es handelt sich darum, einer bestimmten Stelle die Neumann: Es handelt sich darum, einer bestimmten Stelle die die mitunter nicht ganz stichhaltig waren. Weiter habe ich darauf den Vorschlag gemacht, die örtlichen in jedem Oberbezirk zu bildenden T.- Gruppen der Reichs- Ticheka- Leitung zu unterstellen und diese zentralen Gruppen nicht mehr mit der Ausführung der Aufgaben felbst, sondern nur mit ihrer Ueberwachung eventuell der Mitwirkung daran zu beauftragen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß sonst Verzögerungen der Arbeit eintreten. er hat schon seit 1916 mit ihnen Geschäfte gemacht, feit jener Zeit, wo die Schwerindustrie, die Stinnes und Hugenund den Anstoß zur Bernichtung der deutschen Währung berg, am Reich mit ihren Kriegslieferungen verdienten gaben. Schon damals hat Herr Barmat seine Geschäfte mit Reichsämtern gemacht. Borf.: Sie haben früher immer davon gesprochen, daß Sie feine zentrale Tscheta, sondern nur eine Gruppe für Berziehungen der Reichsregierung zu Barmat schon in der hoch in geschaffen hätten. Hier sprechen Sie aber von einer zentralen Tscheka. Angefl.: Meine Gruppe war auch eine zentrale T.- Gruppe, die nicht nur in Berlin, sondern im ganzen Reich die Aufgabe hatte, Der Vorsitzende stellte dann fest, daß bei der Durchsuchung bei einer Terrorafte zu übernehmen. Die Denkschrift wird hierauf verlejen. iungfommunistischen Organisation ein Organisationsplan der Ticheta gefunden worden ist. Hierauf begann die Erörterung der einzelnen Fälle. Borf.: Sie haben gesagt, Sie hätten von Helmuth" den Auftrag, und zwar mit Wissen und Einverständnis der Zentrale, den Chef der Heeresleitung, General v. Seedt, zu erledigen. R.-A. Dr. Wolf: Er hat bisher nicht gesagt, daß im Einver ständnis mit der gesamten Zentrale dieser Auftrag erteilt worden ist. Neumann: Helmuth" sagte, die erste Aufgabe der L.- Gruppe fei es, General v. Seedt zu erledigen. Wir hätten zwei Monate Beit dazu gebraucht. Er sagte mit, er sei gespannt, welche Gruppe nun das Unternehmen zuerit durchführen werde, denn es sei noch eine andere Gruppe beauftragt, Seedt zu erledigen. Ich hatte das Empfinden, er sage das nur, um mich anzuspornen. unbedingt Folge zu leiſten? Borf.: Hatten Sie denn feine Bedenken, dem Helmuth" muth" unbedingt durchzuführen. Ich betrachtete mich, Neumann: Ich hatte ja die Anweisung, alle Aufträge von el als im Dienst der Partei stehend. Borf.: Hat Helmuth" gesagt, daß der Fünfer- Kopf oder die Zentrale damit einverstanden seien? Angefl.: Ich meine damit die geldliche Unterstützung. Ich habe dann auch in dieser Angelegenheit einen Brief an Brandler gerichtet und dabei von meiner Aufgabe, Seeckt zu erledigen, gesprochen, weil Brandler um diese meine Aufgabe wußte. Ich er- den war und hielt das Geld niemals direkt voin Fünfer- Kopf, sondern von„ Helmuth persönlich. Es werden dann zwei weitere Briefe periesen, die der Angeklagte ebenfalls am 17. Dezember 1923 an den Genossen" Joseph" ( Brandler) richtete, aber ebenfalls nicht absandte, weil inzwischen eine persönliche Aussprache stattfand. Die Briefe wurden später im Werkzeugkasten des Angeklagten gefunden. In beiden Briefen führte er ebenfalls Beschwerde darüber, daß er von Helmuth" nicht die versprochenen 5000 Dollar zur Ausführung des Seedt- Attentats erhalten hatte, obgleich diese Summe doch das Mindestmaß des Notwendigen darstellte. Es sei ihm mit der Erfüllung seiner Aufgabe fehr ernft, und er wolle sie nicht an der Unzuverlässigkeit Helmuths" fcheitern laffen. Der Angeklagte Neumann erklärt hierzu, daß der Inhalt beider Briefe derselbe sei. Er habe sie seinerzeit Poege diftiert. Bors: In der Voruntersuchung haben Sie gesagt, der Anlaß zu diesem Brief sei die Tatsache gewesen, daßdas Direktorium über die Untätigkeit der Ticheta sich beschwert habe. Ift Direktorium das felbe wie Fünfer- Ropf? Angell: Der Fünfer- Stopf wurde später aufgelöst und ein Direttorium gebildet, nachdem Brandler nach Mostau gerufen morden mat. Das Direttorium bestand aus drei Personen. Angell: Jawohl, er sagte, der Fünfer- Kopf hätte die Beseiti. gung Seedts befchloffen. Den Auftrag erhielt ich mitte November 1923. Ich hatte auch den Eindruck, daß Brandler damit einverstan ähnlich berichtete mir Heinz Neumann von Ruth Fischer. Die Auftragserteilung erfolgte hierbei in einer persönlichen Rudsprache mit Helmuth". Bors.: Sagte Helmuth" Ihnen, wie das am besten durchzuführen sei? Neumann: Er sagte, am besten durch Bomben. Seit Wochen hat die reaktionäre Bresse eine Stimmung. zu Derbreiten verstanden, als ginge von der Firma Barmat nur von dieser- ein Best hauch aus und als sei jeder peſt verdächtig, der einem Barmat jemals die hand gereicht hat. as sagen nun diese Heuchler zu der Feststellung, daß die Begelobten Kaiferzeit ihren Anfang gefunden haben? Der Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtags ist gestern endlich an einen erheblichen Punkt feiner Beweiserhebung gekommen. Der preußische Finanzminister Schröder sind über die Geschäftsgebarung der Staatsvon Richter und der Staatsbantpräsident bant, die Berantwortlichkeitsfrage, die Dr= ganisation des Staatsbantdireftoriums gehört worden. Es hat im Plane der im Schmug des Standals mit Behagen mühlenden Parteien gelegen, diese ernsthafte, der Klärung dienende Vernehmung zu verschleppen. Hinter einem Schmughaufen von Anwürfen, Verdächtigungen, Berden: das Versagen der Staatsbanf, die groben leumdungen sollte der Kern des Standals verschwin beamte sich haben zuschulden kommen lassen. Man hat Unregelmäßigkeiten, die leitende StaatsbantSchmug auf Schmutz gehäuft, um den Fall Staatsbank zu verbergen. Es ist nicht ohne inneren Zusammenhang, daß gerade an dem Zeitpunkt, an dem der preußische Untersuchungsausschuß in ein ernsthaftes Fahrwasser einlenkt, die Rechtspresse eine Anlaß dazu. Nun fällt sie über Richter her mit AnschuldiBeurlaubung des Polizeipräsidenten Richter gibt ihr den neue Iärmende Schmußfampagne beginnt. Die gungen, wie man sie sonst nur in den berüchtigtsten Revolverblättern lesen fann. Stück für Stüd wird das Brivatleben von Richter durchstöbert. Man denkt an die Art und Weise, wie eine servile Bolizei der ehemaligen Kronprinzessin von Sochsen bis ins Schlafzimmer und in den Nachtkopf nachstöberte. Wenn Zeitungen vom Schlage des Lokal- Anzeiger" und der Berliner Börsenzeit ung" sich im Schmuße der Verleumdung mit Behagen wälzen wollen, ist das ihre Sache. Es hat jedoch den Anschein, daß sie zu ihrem Berleumdungsgeschäft von amtlichen Stellen Material erhalten, sei es von der Kriminalpolizei, fei es von der Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft hat selbst den höchsten Landesbehörden keine Mitteilungen gemacht, daß gegen Richter Material vorliege, das ihn friminell belastet. Die Standalpresse kann jedoch offenbar auf amtliches Material gestützt eine neue Berdächtigungskompagne gegen Richter eröffnen. Der Angeklagte schildert dann eingehend seine Vorbereitungen für dieses Attentat. Zunächst verpflichtete fich meus als Mitglied, dann kauften fie fich bei Uustein die Juustrierte Zeitung", aus der sie sich ein Bild Seedts herausschnitten, da feiner von ihnen Seedt persönlich kannte. Alle anderen wirden erst später verpflichtet. Man versuchte dann die Adresse Seedts festzustellen, der im Reichs wehrministerium in der Bendlerstraße wohnte. Neumann und Meus beschlossen dann, dieses Gebäude zu beobachten, um festzustellen, zu welchen Zeiten Seedki das Gebäude verließ. An dieser Beobachtung Das ist ein öffentlicher Standal, genau so wie nahmen später auch Szon, Heinz Neumann, Poege und das Treiben der Rechtspresse während der vierzehn Tage Schadrowskti teil Boege war bis dahin Adjutant des militarischen Oberleiters von Thüringen, Neubauer, von dem er ent- Untersuchungsausschuß ein öffentlicher Standal ist. lassen worden war. Keinem Mitglied der Gruppe gegenüber ist der Hinzu kommt das Gebaren der StaatsanwaltAusdrud„ töten" gefallen. Es ist immer gefagt worden,„ der Mannschaft, das durch den Fall Werthauer abermals beist zu erledigen." leuchtet wird. Der Rechtsanwalt Werthauer wurde durch bie Staatsanwaltschaft festgenommen, der zuständige Richter ( Fortegung auf ber 3. Geite.) hat ihn sofort wieder auffreien Fuß gesetzt. Warum. die Festnahme? Was sind die Beschuldigungen der Staatsanwaltschaft? Die Art dieser Berhaftung ist ebenfalls ein Skandal. Die Bossische Zeitung" stellt folgendes fest: Engelbert gehört, hat die Staatsanwaltschaft tatsächlich vorläufig " Den Justizrat Werthauer, zu deffen jüngeren Sozien festgenommen". Zu diesem Zwed hat sie 1. feine Privatwohnung mit einem Massenaufgebot von Kriminalbeamten umstellt, 2. einen Staatsanwalt mit dem Flugzeug nach Dresden gesandt, 3. den von Dresden mit dem ersten erreichbaren Zug heimtehrenden Werthauer am Anhalter Bahnhof verhaftet und nach dem Polizeipräsidium gebracht. " Man kann nicht leugnen, die großen Borbilder, die der Film feit Jahren vorführt, sind nicht ohne Wirkung geblieben. Mo. „ Moderner" fann eine Staatsanwaltschaft nicht gut arbeiten. Nimmt man noch hinzu, daß geeignete" Presseberichterstatter von zuständiger Seite so rechtzeitig informiert wurden, daß sie jeden Akt des gewaltigen Dramas" als Augenzeugen mitmachen und darüber den Befern ihrer Blätter einen ausführlichen Bericht vorsetzen fonnten, so hat man alles, was zum Bilde gehört." 3. Ist es richtig, daß Barmat im Kriege bereits| Wiffens der einzige Fall, in dem einer der Herren Barmat an mich große Lieferungen von Waren nach Deutsch herantrat. Bei den internationalen Beziehungen, die ich im Inter land durchgeführt hat? effe der Heimschaffung der Kriegsgefangenen zu pflegen hatte, find bei leberwindung der Baßschwierigkeiten behilflich zu sein. Alle eine Menge Leute an mich herangetreten, mit dem Ersuchen, ihnen furzerhand an das Auswärtige Amt. Ich glaube diese Ansuchen gab ich wie das jeder Abgeordnete getan hatfonach, daß ich völlig forrett verfahren bin." funft im Haag 1917 die Verbindung zwischen Barmat und der BotHerr v. Maizan antwortete darauf, daß schon bei seiner Anschaft bestanden habe. Bon wem fie aufgenommen und wer sie her: gewesen, mit Barmat auf die Neutralisierung ruffischer gestellt habe, fönne er nicht sagen. Der Zweck der Berbindung sei Seeresflüchtiger hinzuwirken. Außerdem sei es auch wohi darauf angekommen, Lebensmittel nach Deutschland einzuführen. Auf die Frage, ob er jemals eine Antwort auf sein Telegramm vom 22. Januar 1919, das zur Vorsicht gegenüber Barmat mahnte, Antwort befommen habe, erflärte Herr v. Malgan, das sei Barmat deshalb zu warnen, weil er von einer beabsichtigten Reise nicht der Fall. Er habe sein Telegramm lediglich abgesandt, um vor desselben nach Berlin Kenntnis bekommen habe. Bekannt jei gewesen, daß Barmat start renommiert habe mit seinen Beziehungen zu Politikern. Auf Anfrage teilte Herr v. Malgan mit, daß sich Barmat nicht gerühmt habe, zu dem Reichspräsidenten Beziehungen zu haben. Die Frage des Gen. Aufhäujer, ob nicht im Barmat benugt worden fei für eine probeutiche Kriege schon durch die faiserliche Regierung Brogaganda, beantwortete Herr v. Malyan dahin, daß in der Tat mit biefem solche Berluste gemacht seien. Zu einem Erfolg hätten die Bemühungen damals und später nicht geführt. Gern habe man auch Beziehungen im Kriege und nach diesem zu ausländischen Sozialisten gesucht, um auch durch diese zugunsten Deutsch. Das ist nicht Rechtspflege, das ist übelster Senlands zu mirfen. sationsfilm. Die Staatsanwaltschaft tannte den Termin der Rückkehr Werthauers. Wozu der Vergnügungsflug des Staatsanwalts Caspary nach Dresden? Wir fragen: Wer bezahlt diesen Apparat, mer bezahlt diese kostspieligen Flugzeugreisen der Herren, die die Sensationen eines Mabusefilms sich verschaffen möchten? Ist es richtig, daß die Krimina polizei aus der Bedienung der Sensationspresse e in Geschäft macht? Wer ist verantwortlich für die Einladung von Pressevertretern zu der sensationellen„ Berhaftung" am Anhalter Bahnhof? Hier ist nicht Berufseifer, hier ist ein Mangel an Pflichtgefühl und Taft, der eine Justizbehörde unheilbar diskreditieren muß. Im ganzen Verlauf der an die Staatsbank anknüpfenden Skandalaffären haben einige Staatsanwälte sich bemüht, zu Anwälten der Sensation zu werden. Es ist 3eit, daß das Justizministerium diesem Standal ein Ende macht. Berhaftet ist leicht, wenn ein Staatsanwalt gewiffenlos genug ist, darauf zu spekulieren, daß er Gründe schon finden werde. Bisher aber hat die Staatsanwaltschaft noch nicht einmal öffentlich oder dem Richter gegenüber festgestellt, welcher Delifte sie einen Kutister beschuldigt. Geht es so weiter, so seht die Staatsanwaltschaft sich der öffentlichen Beschuldigung aus, daß sie im Bunde mit der verleumderischen Sensationspresse eine politische Kam pagne führen wolle. mitgeteilt: Barmat in der Kaiserzeit. Aus dem Untersuchungsausschus des Reichstages. In Ergänzung zu unserem gestrigen Bericht sei noch folgendes Gelegentlich der Bernehmung des Botschafters Herrn v. Maltzan wurde auf Fragen des Gen. Schred festgestellt, daß die Akten der Botschaft im Haag erst mit dem 12. Januar 1918 beginnen. Auf der ersten Seite dieser Aften befindet sich die Bemerkung, daß die vorhergehenden Alten vernichtet seien. Ob es sich dabei nur um ein Attenblatt oder mehrer Stücke handelt, tonnte nicht festgestellt merden. Die Barmat Atten bes Auswärtigen Amts beginnen schon mit dem 16. Dezember 1917. Deshalb richtete auch, autnüpfend an die Darlegungen des Herrn v. Malzan, Gen. Schred an oiejen folgende Fragen: 1. Wann und durch men wurden die Beziehungen zmi ichen Barmai und der Botschaft im Haag im Kriege festgestellt? 2. Belche 3 wede fönnen mit der Herstellung dieser Berbindung verfolgt worden sein? Eine Mörderin. Bon Hanns- Erich Kaminski. Paris, im Februar. Scheint es nicht oft, als ob unsere Welt immer grauer, immer materieller, immer einförmiger würde? Werden die Städte, die Kleidung, die Lebensformen nicht immer ähnlicher, die Menschen nicht immer fleiner, immer armseliger, immer gehässiger? Gibt es noch große Leidenschaften, erschütternde Kräfte, einmalige Entschei dungen, die ein Leben bestimmen? Gibt es noch etwas anderes als Kaufleute und Karrieremacher? Es gibt fie. Manchmal wenigstens erfährt man, daß es noch Menschen gibt, die unter einem ganz persönlichen Schidsal stehen und die daran verbrennen: ohne Auflehnung, entschlossen, inbrünstig, hingegeben. Eine solche Leidenschaft, eine solche Kraft, eine solche Flamme stand dieser Tage vor den Geschworenen von Paris: Stanislawa Uminsta, Schauspielerin aus Warschau, zwanzig Jahre alt. Sie war gerade erwachsen, stand erst ein Jahr auf der Bühne, die ersten Erfolge waren kaum erkämpft, als das Schicksal in ihr Leben eintrat. Es war ein Mann von Wert, Johann Zysnowski, ein Versprechen der polnischen Literatur. Es ergab sich, daß der Grundstod zu Barmats Bermögen schon während des Krieges, also schon in der Raiserzeit durch Lebensmittellieferungen nach Deutschland gelegt worden ist. Haftentlassung Werthauers. Wie die ,, Berliner Neuigkeiten" mitteilen, ist auf die Beschwerde der Staatsanwaltschaft heute von seiten des Untersuchungsrichters in eine erneute Vernehmung und Nachprüfung der Atten Engel berts eingetreten worden. Rechtsanwalt Engelbert wurde in Haft genommen und der Haftbefehl vom Untersuchungsrichter bestätigt. Die eingehende Bernehmung des Justizrats Berthauer durch den Untersuchungsrichter führte Freitag nachmittag zur Haftenlassung, jedoch auch gegen diese Haftentlaffung ist von seiten der Staatsanwaltschaft sofort Beschwerde eingelegt worden. Erklärungen zur Barmat- Untersuchung. Wer wird nun noch leichtfertig hineingezogen? Genoffe Solfmann hat folgenden Brief an den Vorsitzenden des Barmat- Untersuchungsausschusses im Preußischen Abgeordneten hause gerichtet: 11 Beitungsberichte über die Vernehmung des Herrn Georg Davidsohn erwecken den Eindrud, als habe Herr Davidsohn fchon im Jahre 1919 dem Parteiuntersuchungsausschuß, der unter meinem Vorsitz den sogenannten Fall Stlarz nachprüfte, Material über bedenkliche Beziehungen führender Sozialdemokraten zu den Barmats vorgelegt. Das ist bestimmt unrichtig. Der Untersuchungsausschuß beschäftigte sich lediglich mit den Behauptun gen, daß führende Parteigenossen durch ihren Verkehr mit dem Herrn Stiarz tompromittiert feien. Vor dem Ausschuß erklärte Herr Davidsohn, daß er aus eigener Renntnis über diese Befchuldigungen nichts wisse. Seine Hauptzeugen Sonnenfeld sen., Baumeister und Friedländer fagten aus, sie hätten niemals Beschuldigungen gegen führende Parteigenoffen erheben wollen." Genoffe Daniel Stüdlen fendet uns folgende Erklärung: In der Barmat- Angelegenheit ist auch mein Name genannt worden. Ich erkläre dazu: Bei mir erschien eines Tages es mögen fünf Jahre her sein einer der Herren Barmat und Magte mir, daß seine Eltern in der Utraine in Gefangenschaft seien. Er fragte, ob ich es nicht ermöglichen fönne, daß er nach der Ukraine reifen dürfe. Ich erklärte, daß das nur durch das Auswärtige Amt gemacht werden fönne und gab diese Angelegenheit mit einigen empfehlenden Worten an das Auswärtige Amt, auf deffen Ent. scheidung ich natürlich feinen Einfluß hatte. Das war meines auf Erden," antwortete er ihr mit dem letzten Rest seiner Kräfte.... Dann schoß sie. Nun stand sie vor den Geschworenen. Klein, wach, mit einem Baar melancholischen Augen unter dem einfachen Hut. Sie mar müde und apathisch, und diese ganze Gerichtsszene wirkte demgegen über wie eine sinnlose Farce. Aber die Menschen scheinen doch nicht so schlecht und so taktlos zu sein, wie man im allgemeinen annehmen muß. Vor diesem großen Schmerz wenigstens zeigten sie sich ehrfürchtig, bescheiden, ja demütig. Der Borsigende entschuldigte sich, daß er die Angeklagte ausfragen mußte. Der Staatsanwalt begann sein Plädoyer, in dem er für die Paragraphen sprach, mit dem Bekenntnis, daß er den Berteidiger beneide. Und die Geschworenen fälten ihren Freispruch nach weniger als fünf Minuten. Stille, als Stanisława Uminsta von einer Freundin aus dem GeNiemand flatschte. Das Publikum verharrte in achtungsvoller richtssaal geführt wurde. Sie ging zurück in die Klinik, in der sie eine Stellung als Pflegerin von Krebstranten angenommen hat. Wird sie jemals auf die Bühne zurückkehren? Es war einer der letzten Wünsche ihres Geliebten. Und sicher hat es etwas Erschütterndes, sich diesen Men schen etwa in der Rolle der Antigone, der Frau unter dem Schicksal, vorzustellen. Aber vielleicht ist die Flamme dieser Leidenschaft nicht mehr fähig, für alle zu brennen, nachdem sie sich für einen einzigen verzehrt hat. -O Dr. Müllers angebliche Warnung. Der Austritt Dr. Müllers aus der Partei wird von der Presse weil seine wiederholten warnungen vor Barmat night dahin kommentiert, daß Müller sich von der Partei getrennt habe, beachtet worden seien. Dr. Müller hat den Parteivorstand niemals vor Barmat gewarnt. Er hat erft fürzlich vor einem bürgerlichen Bublifum einen Vortrag gehalten, in dem er den Fall Barmat berührte. Daraufhin war er zu einer Aussprache in das ab in einem Brief, in dem er u. a. fagte:„ Meine Bedenken sind Bureau des Parteivorstandes gebeten, lehnte aber sein Erscheinen rein allgemein politischer und parteipolitischer Art und berühren die persönliche Integrität der Betreffenden ebenso wenig wie ihre parteipolitische." Für den Parteivorstand war damit die Angelegenheit erledigt. Wenige Tage darauf vollzog jedoch Dr. Müller seinen Austritt. Das Kreditgeschäft der Nehring/ Ehdorff. Der Skandal der Landeskreditpfandbrief- Anstalt. Der Untersuchungsausschuß des Landtags über die Borfommnisse trat Donnerstag 1 Uhr unter dem Vorsiz des Abg. Leinert( Soz.) zuin der Preußischen Landeskreditpfandbrief Anstalt fammen. Einer der leitenden Beamten des Instituts gab eine eingehende Darstellung der Organisation derselben. Bei allen wichtigen Angelegenheiten sei man auf tollegialer Basis vorgegangen. Bei dem hier in Betracht kommenden Geschäft, das zweifellos gegen die Sazungen verstoße, sei das allerdings nicht geschehen. Hierauf erstattete der Ausschußreferent einen eingehenden Be richt über die von der Presse aufgestellten Behauptungen, die dent unter Berzicht auf Pension aus seinem Amte geschiedenen Leiter gewiffen adeligen Herren, p. Ehdorff, v. 3igewig, v. Cerio des Instituts, Geheimrat Nehring, unlautere Kreditgeschäfte mit wig zum Vorwurf machen, wodurch die ganze Anstalt und der preußische Staat um sehr erhebliche Summen geschädigt worden sei. Nach der Berechnung des Berliner Tageblatt betrage der der Anstalt entstandene Verlust mindestens eine Million Mart. In einem Teil der deutschen Presse werde neuerdings auch be= hauptet, daß der preußische Staat die von ihm hergegebenen fünf Millionen Grundfapital eingebüßt habe. In der Deutschen Tageszeitung" hätten die Herren v. Ehdorff und D. 3izewiß eine Gegenerklärung abgegeben, die darin gipfelt, daß ein Schaden für die Landespfandbriefanstalt nicht entstanden sei. Der Vorsitzende fragte, ob dem Berwaltungsrat niemais aufgestoßen sei, daß Unregelmäßigkeiten vorfamen oder vorkommen fönnten. Der Ministerialrat vermeinte die Frage; ihm persönlich fei im Auguft als Vorsitzender des Verwaltungsrates eine bezügliche Mitteilung gemacht worden, die Geheimrat Nehring, dahin aufgeflärt habe, daß es sich lediglich um ein Geschäft der Stettiner Spartasse handie, Im März v. J. habe die legte Bücherprüfung durch den Staatsfommiffar stattgefunden auch da habe nichts von der Sache verlautet. Minifterialdirektor Conze spricht die Bereitwilligkeit des Mini fteriums aus, jede gewünschte Auskunft zu geben, Der Staatsfommissar legte auf Wunsch des Ausschuss Den Gang feiner amtlichen Tätigkeit gegenüber der Anstalt bai Auf Anfrage wurde ferner festgestellt, daß Geheimrat Nehrin zuerst unmittelbarer, später mittelbarer Staatsbeamter ge wesen ist. Der Borsigende münscht noch Auskunft über die Frage wie bei der großen Zahl von Borstandsmitgliedern und Angestellten diese ganze Transaltion dauernd geheim und verborgen bleiben fonnte. Es wird erwidert, daß vier Direttoren vorhanden sind; die Aufsicht führte Nehring. Drei von den vier Direktøren find im Hauptamt, einer im Nebenamt beschäftigt; gerade der legtere ist von der Kenntnis der Sache ausgeschlossen worden und hat den Hinsichtlich der Leistungen und der geistigen Beschaffenheit der proletarischen Literatur ist die Kundgebung indeffen nicht besonders flar. Es wird zwar von gigantischen Errungenschaften des proletarischen Geistes gesprochen, doch erfährt der Leser nichts Genaue Ausnutzung der bereits vorhandenen Schäße der Weltliteratur, die res darüber. Ebensowenig ausgeführt sind die Hinweise auf die der proletarische Schriftsteller weiterbauen und umgestalten" foll Die Kundgebung enthält auch einen polemischen Ausfall gegen Troßfi. Dieser wird als einer der wenigen Kommunisten bezeichnet, die teinen Glauben an eine selbständige proletarische Rui tur, Kunst und Literatur haben. Trojki und seine Anhänger seien der Meinung, die proletarische Literatur fönne nur eine Fortentmidlung der bürgerlichen in ruhigen Bahnen und ohne einen Bruch mit allen Traditionen darstellen. Dieser Standpunkt erscheint den proletarischen Schriftstellern als eine Regerei. Das heilige Jahr", ein schlechtes Geschäft. Jn Rom werden biele schlechte Wige gemacht über die Bilger, die nicht kommen". Der Becco Giallo" bringt eine Annonce, in der authentische Pilger gegen freie Station und Gehalt gesucht werden. Der ministrielle Trabajo" erzählt eine Bilgerantunft in mehreren Bildern: auerst ein Telegramm, das 3 520 877 Bilger anmeldet; dann eine Richtig ftellung: es sind nur 502 000. Gin dringendes Telegramm berichtigt noch einmal: es find nur 82 721, aber fie fommen fofort. Aue Bimmervermieter und Lebensmittelhändler vereinigen fich eiligst auf bem Frembenbureau und einigen fich über einen allgemeinen Breisaufschlag. Behörden, Musikkorps, Polizei und Scharen Reugieriger erwarten die Bilger, beren Bug mit 198 Minuten Verspätung anfommt. Dem Zug entsteigt ein einziger. dem eine junge Frau an den Hals springt: Mein lieber Pellegrino!" Der Mann hieß mit PR man schämt sich fast, es nieder sein. Es ist schön, einer Frau danken zu dürfen, die uns gezeiat feinem Vornamen Pellegrino, was eben Bilger heißt. Sie liebten sich. Nicht auf die jeßt moderne Art, in der die Liebe nur noch ein Dessert ist, das nach dem Likör und den Bigarren tommt. Sie liebten sich zuschreiben wie fich Hero und Leander, Romeo und Julia liebten. Sie waren auf dem Gipfel ihres Glücks, im Begriff zu hei raten, als die Aerzte ein Krebsleiden bei Johann Zysnowsti feststellten. Man schickte ihn nach Paris, um ihn eine Radiumbehandlung durchmachen zu lassen, die die letzte Rettungsmöglichkeit bot. Und Stanislawa Uminsta folgte ihm, nachdem sie pflichtgetreu die legten zwei Monate der Saison zu Ende gespielt hatte. Aber der Krante war nicht mehr zu retten. Ein letzter Versuch blieb noch übrig: frisches Blut in diesen abgezehrten Körper zu pumpen. Stanislawa zögerte feinen Augenblid. Sie gab ihr Blut. Bergebliches Opfer, 3ysnowsti war endgültig verurteilt. Der Tod war nur noch die Frage von Tagen, die sich jedoch noch zu qual vollen Wochen hinziehen konnten. Stanislawa faß Tag und Nacht, Stunde um Stunde an dem Bet des Geliebten. Sie sah seine fürchterlichen Schmerzen, dieses finnlose Martyrium, dessen Stigmata fie am eigenen Leibe fühlte. Bysnowski drückte ihr einen Revolver in die Hand. Töte mich," bat er. Sie weigerte sich. Er bat, er flehte, er befahl:„ Töte mich! Wenn du mich wirklich liebst, töte mich!" Man gab ihm Morphium. Doch die Schmerzen ließen nicht nach. Da entschloß fie sich. Weißt bu, mein Junge, wie ich dich liebe," flüsterte fie dem Sterbenden zu. Du bist all mein Glück Wir dürfen Stanislama Uminsta darum nicht weniger dankbar und wirtliche Menschlichkeit gibt. hat, daß es auch in unserer trüben Welt noch Hingabe, Leidenschaft Die Aufgaben des Sowjet- Schriftstellers. Der Verband der proletarischen Schriftsteller aller Länder des Sowjetbundes ver. öffentlicht in der„ Prawda" eine Kundgebung über die Ziele und Aufgaben des Verbandes und seine Einstellung zum Geistesleben der bürgerlichen Welt. Diese ist schroff ablehnend: die profeta rische Literatur tenne nur ein Biel, die Förderung des Sieges der proletarischen Revolution, in deren Dienst auch fie ftehe. Die vor liegende Kundgebung bedeute auch darin einen Bruch mit allen Traditionen der Literatur im Westen, daß sie eine Maffenfundgebung darstelle, ein Klassenmanifest, das in der Literaturgeschichte einzia dastehe, denn die Literaten der übrigen Welt betonten stets den Individualismus und wüßten sich der Klassenidee nicht unterzuordnen. Auch im weiteren enthält diese schriftstellerische Manifeftation größtenteils eine Art von Kriegserklärung an die westliche Geisteswelt. Dort habe man noch kein Verständnis dafür, daß die Gefeße des Klaffentampfes auch auf dem Gebiete der Literatur herrschen. Man träume von einem friedlichen Nebenratur. Das aber sei eine„ burgeoise Utopie", denn auch die Liteeinander der bürgerlichen und der proletarischen Kunst und Literatur stelle eine Arena bar, in der zwischen dem Bürgertum und dem Proletariat gefämpft wird. Die Ureinwohner Chinas. Im Innern Chinas gibt es ungeheure Gebiete, die noch jo gut wie unerforscht sind. Eine englische Erpedition, die seit mehreren Monaten hier arbeitet, um die Spuren der vor den Chinesen hier seßhaft gewesenen Ureinwohner des Landes zu verfolgen, hat, wie die„ Times" berichtet, merkwürdige und fast gänzlich unbekannte Menschenrassen entdeckt. Die charakteristischen Merkmale diefer Menschen halten die Mitte zwischen den besonderen Kennzeichen der amerikanischen Indianer und denen der Malaten. Für unsere Begriffe recht seltsam nehmen sich die Chinesen mit den blonden, geringelten Haaren aus, da sie in auffallendem Gegensatz zu der vorherrschenden Rasse mit den tiefschwarzen, glatten Haaren ſtehen. Cherubinis Over Medea", bie feit 50 Jahren von ben beutschen Bühnen verschwunden war, wird neubearbeitet bom Erfurter Stadt. theater zur Eröffnung des Erfurter Theater- und Mufitfeites" am 13. März wieder herausgebracht. " Eine journal ffische Ausstellung. Die zweite internationale Bubmesse, die im April dieses Jahres in Florenz eröffnet werden soll, wird durch eine Sonderausstellung des italienischen Journalismus einen eigenen Neig gewinnen. Die Ausstellung soll drei Abteilungen umfassen: ble historische ( der italienische Rournalismus von der Zeit der Renaissance bis zum Weltfrieg), die aftuelle( eine Sammlung aller Tageszeitungen und Beitschriften gedruckt werden), die technische( Vorführung neuer Systeme und App ate für von nationalem Interesse, die gegenwärtig in Italien und feinen Kolonien den gesamten Zeitungsdienst: Segerei, Druderei, Jllustrationsabteilung ufo. Anstoß zur Aufbedung gegeben. Geheimrat Rehring habe jebenfalls mit dem Direktor Lüders in der Sache zusammen gearbeitet Zur nächsten Sigung werden als Auskunftspersonen der ganze Vorstand und ein Oberbuchhalter geladen werden; der Sitzungstermin wird am Schlusse einer der nächsten Plenarsizungen festgestellt werden. Tagung des Parteiausschusses. Der Parteivorstand hat auf Montag und Dienstag den Parteiausschuß zur Besprechung der politischen Lage nach Berlin einberufen. Verschiebung des Magdeburger Prozesses. Magdeburg, 13. Februar.( Eigener Drahtbericht). Der Beginn der Berufungsverhandlung im Ebert- Prozeß ist auf den 10. März vertagt worden. Staatsanwaltlicher Rückzug. Einstellung zweier Landesverratsverfahren. Stuttgart, 13. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Zwei seit Monaten schwebende Strafverfahren wegen Landesverrats gegen den Redakteur der Schwäbischen Lagwacht", Gen. Schlenfog, find nunmehr eingestellt worden. Nichts ist für den Unfug dieser Landesverratsverfahren fennzeichnender als der Inhalt der seinerzeit erhobenen Angeklagten. In dem einen Fall wurde der Landesverrat darin erblidt, daß in einem Bericht über eine Lohnbewegung der Eisenbahner von Panzerwagen für den Bahnschub" gesprochen wurde, während die Eisenbahnverwaltung diese Fahrzeuge behelfs mäßig geschützte Bahnschuhwagen" nennt. Der zweite Fall betraf mehrere wahrheitsgetreue Mitteilungen über den Verlauf von Bauerntagen" in Württemberg, deren Programm einfach aus bauernbündlerischen Zeitungen wiedergegeben wurde. Die bündlerischen Zeitungen, die von der Beteiligung der Reichswehr an den Bauerntagen" und der Verwendung von Infanteriegewehren für Preisschießen geschrieben hatten, blieben selbstverständlich unbehelligt. " " " Kreditskandale in Bayern. Auch in der Ordnungszelle... München, 13. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Anläßlich der Barmat und Kutister- Standale wurde von Dr. Heim und anderen her bayerischen Regierung nahestehenden Persönlichkeiten wiederholt im Bruftton der Ueberzeugung verfündet, daß solche Dinge im bayerischen Ordnungsstaate nicht möglich seien. Demgegenüber machte der sozialdemokratische Abgeordnete Bauer. in der Freitagfigung des Bayerischen Landtages einige aufsehenerregende Mit teilungen über schamlose und verbrecherische Kreditschiebungen, die innerhalb der bayerischen Wirtschaft teilweise mit Kenntnis der Behörden vorgekommen sind und die zweifellos an die übrigen Dinge der Barmatschen und Kutisterschen Geschäftsgebaren heranreichen Bei dem ersten Fall, den Genosse Bauer anführte, handelt es fich um einen Millionenkredit der Bayerischen Staatsbant an die Nürnberger Ruco- Werte, der mit Wissen und Willen der Bayerischen Staatsbant nicht der bayerischen Wirtschaft zugute tam, sondern zu einem ausländi fen Spefulationsgeschäft, und zwar in Aegypten, der mendet wurde. Dieser Kredit wurde sogar um 100 Prez. überzogen Das ägyptische Geschäft mißglückte aber vollkommen, so das der Das ägyptische Geschäft mißglückte aber vollkommen, so daß der Kredit der Bayerischen Staatsbant voraussichtlich vollkommen ver loren ist, da der Direktor ber Ruco- Werte der Staatsbank gegenüber erflärte, daß er teine Sicherheiten für diesen Kredit geben fönne, und zwar auf Grund der ihnen seinerzeit eingeräumten Bebingungen. Der zweite Fall, den Genosse Bauer anführte, betrifft die bane tischen Betriebe der Deutschen erte, für die bei der Ueber gabe aus dem Staatsbefig an die 2.-G. doppelte Inventurlisten hergestellt wurden. In den Listen, die als Unterlage für den Staat dienten, fehlte die Aufstellung einer Reihe hochwertiger Materialien, die von der Inventuraufnahme außerhalb der Betriebe bei anderen Firmen, die teilweise fingierte Namen trugen, eingelagert wurden. Bis heute fonnte nicht festgestellt werden, ob der Ertrag des Bertaufs dieser hochwertigen. Materialien in irgendeiner Form dem banerischen Staat oder den Deutschen Werfen zugute tam oder ob er in die Taschen gewisser Direktoren floß. Beim dritten Fall handelt es sich um eine Kreditschiebung, die mit bayerischen Behörden direkt nichts zu tun hat. Sie betrifft eine große Nürnberger Bauorganisation, die in New York ein eigenes Bureau errichtete zur Erlangung von Dollarkredilen für den Wohnungsbau in Bayern. Dem Vertreter der Bauorganisation gelang es auch tatsächlich, mehrere hunderttaufend Dollar zu einem Jahreszins von 5-7 Broz, flüffig zu machen für Brede des Wohnungsbaues in Bayern. Er und seine Organisation verwendeten aber diese Kredite nicht für den Wohnungsbau in Bayern, sondern verliehen sie an private Geldgeschäfte weiter zu einem monatlichen Zinsfuß von 5 Proz In feinen weiteren Ausführungen machte Genoffe Bauer darauf aufmerksam, daß in der Zeit der größten Versteifung des Geldmarktes gerade die landwirtschaftlichen Genossenschaften des Dr. Heim außerordentlich viel flüffige Mittel zur Verfügung gehabt und riesenhafte Käufe mit Barzahlung gemacht hätten. Deshalb fei es notwendig, daß der bayerische Handelsminister barüber Austunit sebe, welche Summen seit Oktober 1923 durch das Reich, entweder durch die Reichsbank oder andere Geldinstitute, dem bayerischen Etaat und der bayerischen Wirtschaft gegeben worden seien und wohin insbesondere der namhafte Kredit gekommen sei, den der bane rische Finanzminister Ende 1923 aus Berlin mitbrachte. Bon diesem Kredit finde fich weder in den Banktonten noch in irgendeinem Etat titel etwas. Der Leipziger Tschekaprozeß. Pieck und Ruth Fischer mitbelastet. ( Fortsetzung von der ersten Seite.) Borf.: Hatten Sie den Eindrud, daß z. B. Szon begriffen hat, was unter erledigen" zu verstehen sei? Angell.: Das ist eine Gewissensfrage, die wirklich schwer zu beantworten ist. hätten Sie dann darunter verstanden, den General zu erledigen? Angefl.: Ich hätte darunter töten verstanden. Margies hat sich nicht an den Beobachtungsarbeiten beteiligt. Vors.: Wenn Ihnen nun der Auftrag erteilt worden wäre, mas Borf.: Ist Ihnen bekannt, daß Margies sehr schwer vor bestraft ist? Gruppe den Auftrag, ein aus Bochum tommendes Mitglied in die Angefl.: Nein, ich erhielt von Helmuth" nach Gründung der Gruppe aufzunehmen, nämlich Margies, der mir dann etwas später Dom Reichsturierleiter zugeführt wurde. Als Legitimation hatte er ein Stüd Zeitungspapier, das durchgerissen war und dessen andere Hälfte aus Bochum eingeschickt worden war. Es genügte also die Zusammensetzung der beiden Stüde, um ihn zu legitimieren. Er führte fich unter dem Decnamen„ Schachut" ein. Bors: Hat er Ihnen erzählt, daß er einen Polizeibeam ten niedergeschossen hat? Angefl. Neumann: Ueber das Borleben hatte mir Schachut" nichts erzählt. Bors: Hat er Ihnen gesagt, daß deswegen ein Verfahren wegen Mordes gegen ihn schwebt? R.-U. v. Bagnato: Das Verfahren gegen Margies ist eingestellt worden. Ich verwahre mich gegen diese Frage. Ich bitte um Gerichtsbeschluß.( Der Antrag des Anwalts wird abgelehnt.) Angefl.: Er hatte mir von seinem ganzen Vorleben nichts erzählt. Reichsanwalt Neumann: Ist davon die Rede gewesen, daß Margies an dem Mordaufstand in Bochum beteiligt war? Angefl: Ich habe nur von Helmuth" gehört, daß es sich um einen Genossen handelte, der in Bochum fehr tätig gearbeitet habe. Der Angeklagte schildert dann weiter, daß man beobachtet habe, mie General v. Seedt täglich von 8 bis 9 Uhr im Tiergarten reite. Er habe darauf die Möglichkeit ins Auge gefaßt, die Aufgabe im Tier garten zu erledigen. Außerdem habe man aber noch nach wie vor die Eingänge des Reichswehrministeriums be. obachtet, und zwar hätten sich daran insgesamt beteiligt: Meus, Poege, Szon, Heinz Neumann und Schadrowski Borf.: Heinz Neumann und Schadrowski fizen nicht auf der An. flagebant. Angell: Wir haben auch versucht, uns des Pferdeburschen Seedts zu nähern. Das ist aber nicht geglückt. Wir wollten auf diese Art und Weise in Erfahrung bringen, ob der General regelmäßig einige Zeit außerhalb des Ministeriums verbringe. Einige Tage später schied Meus wegen Krankheit aus der Arbeit im alle Seedt aus und hat sich dann nicht mehr beteiligt. Bors.: Waren Sie sich damals schon einig, wie Seedt erledigt werden sollte? Angefl.: Einen bestimmten Plan hatten wir noch nicht. Borf.: Sie waren sich aber einig, daß er erledigt werden sollte? Neumann schildert auf Befragen weiter, daß Frostwetter eingetreten sei, so daß der General nicht mehr ausgeritten wäre. Nach und nach fament mir moralische Bedenten. Diese spihlen sich so zu, daß ich von der Tötung überhaupt Abstand nehmen wollte. Da ich mich aber verpflichtet hatte, den Auftrag durchzuführen, und nicht wagen durfte, vor Helinuth" hinzutreten und zu fagen, ich mache nicht mehr mit, so habe ich schliechlich einen Plan vorgeschlagen, der dann auch duerchaeführt wurde. Schwadroffi follte Aufstellung nehmen und, sobald Seedt erscheine, zur mit einem Fahrrad am Reichswehr ministerium Tiergartenstraße fahren, dem bort stehenden Poege einen Bink gebert und bana meiter zur Tiergarten, Ede Belle nueftraße fahren, mo S3pn stand. Dieser sollte mit einer raftbroschke Charlottenburger Chaussee nadh der und das Auto ant ber Stelle halten lassen, an der ich Aufstellung genommen hatte. Ich wollte dann mit Boege und Heinz Neu mann zu einem bestimmten Gebüsch am Reitmeg gehen, an dem Seedt porbeireiten müßte. Hier sollte auf den General eine Salve abgegeben werden und dann wollten wir zum Auto flüchten. Wir nahmen an, daß die Pferde durchgehen merden, so daß wir nicht Sollte der Adjutant uns aber verfolgen, dann verfolgt würden. wollten wir das Pferd niederschießen. Borf.: Wollten Sie den General mit der Salve vom Pferd schießen? Freispruch im Himmelsbach- Prozeß. Zubilligung des§ 193 an den Angeklagten. Im Himmelsbach- Prozeß verkündete das Gericht gestern abend folgendes Urteil: Angefl: Jawohl. Wir wollten ihn töten. Borf.: Sie sagten, Sie hätten nicht in Wirklichkeit daran gedacht, das Unternehmen auszuführen. Sie mußten aber doch mit der Möglichkeit rechnen, daß gegen Ihre Erwartung der General dod) erscheine. Ungetl.: Dann hätte ich eine Möglichkeit gefunden, das Borhaben zu vereiteln, indem ich vom Auto auch nicht zu Heinz Neumann gegangen wäre, sondern mit dem Auto weitergefahren märe. Heinz Neumann und Boege hatten strengste Anweisung, nichts zu unternehmen, bevor ich nicht im Tiergarten wieder erscheine. Borf.: Ich erinnere mich nicht, daß Sie eine derartige Er. Klärung in der Boruntersuchung getan haben. Angefl: In der Boruntersuchung habe ich nichts zu dieser Entlastung gefagt. Ich habe mich dazu erst ganz zulegt entschloffen. 3ch werde aber noch weitere Argumente anführen und werde auch sagen, warum ich gezwungen war, meine Absicht zu verheimlichen. Ich wollte ursprünglich auch in der Hauptverhandlung darüber nod nichts fagen. Ich glaubte, wenn ich es fue, dann würde eine gewiffe Stelle sich die größte Mühe geben, mich im Gefängnis durch Zuftellung von Lebensmitteln oder sonst irgendwie aus der Welt zu fchaffen.( Große Bewegung im ganzen Saal.) Dann hätte man näm lich die Behauptung aufstellen tönnen, daß ich schon damals ein Spigel gewesen wäre, der im Auftrage der Behörde, der Polizei, diese ganze Sache zum Schein inszenieren wollte, wie es ja auch in der Roten Fahne" von mir behauptet wurde. Außerdem habe ich im November 1923 einen Brief aus Leipzig von dem militärischen Leiter von Sachsen, Stolz, erhalten, in dem er schrieb: Du schreibst noch, ich denke, Du bist längst tot, denn nach dem, mas„ Helmuth" in der Sihung der Oberleitung Mitte von Dir gejagt hat, glaubte ich, Du würdest nicht mehr in der Partei sein. Ich hatte nämlich einen gewissen Waffentransport, den Karl- Chemnih" nach Leipzig und Dresden dirigiert hatte, nach einer Grenzstadt umzuleiten, damit er nicht in die Hände der inzwischen eingerückten Reichswehr fiel. Wegen dieser Sache hatte Helmuth" gesagt, daß mit mir etwas geschehen müsse. Außerdem wußte ich auch von einem gewissen Anders, dem mili. tärischen Oberleiter von Mecklenburg, daß er sich verdächtig gemacht hätte und daß etwas gegen ihn von der Partei geplant war. Jedenfalls hatte man sich in einer Sigung mit ihm beschäftigt, an der Brandler, Pied, Helmuth und ich teilgenommen haben. Anders war auf Grund von Beobachtungen des Parteisekretärs Bugler und des militärischen Oberleiters von Nord. ren, als nicht zuverlässig bezeichnet worden. Aus diesem Grunde glaubte ich, daß ich nicht ohne weiteres von meinem Auftrag zurücktreten dürfte. In Anbetracht der Tatsache, daß ich in alles eingeweiht war, hätte die Partei mich andernfalls nicht mehr ertragen fönnen und man hätte mich dorthin befördert, wohin ich auf Befehl " Helmuths" andere befördern follte.( Bewegung im Saal.) Borf.: Haben Sie diese inneren Vorbehalte niemandem mitgeteilt? Angell.: Ich glaube, daß ich zu Poe ge darüber gesprochen habe. Boege: Jawohl. Neumann fagte mir, Seedt reite nicht mehr, wir fönnten die Angelegenheit zurüchstellen. Das war aber schon, als der Frost eintrat. Zwei Tage später sagte er dann plöglich. er habe sich für den nächsten Morgen mit Heinz Neumann im Lier. garten verabredet, ich sollte mich auch einfinden. Ich tam aber viel zu spät hin, weil ich überzeugt war, daß Seedt nicht mehr reiten würde. Borfizende hierzu feft, daß Auf einen Einwurf von Rechtsanwalt Dr. Brandt stellt der Neumann das Belaftungsmaterial nicht von selbst verraten, fondern erst im Laufe der Untersuchung auf Berhalt zugegeben habe. Angell: Ich habe das auch erst getan, als die Schmuz. ortitel in der Roten Fahne" gegen mich erschienen. Ich habe dann in meinem eigenen Interesse alles zugegeben, behielt mir aber die Gründe für mein Verhalten für die Hauptverhandlung vor. Ob ich hier alles jagen werde, was ich zu meiner Entlaffung ausführen kann, weiß ich noch nicht. Hierauf wurde die Verhandlung gegen 3 Uhr nachmittags auf Sonnabend früh 9 Uhr vertagt. ten über die Waldverwüstung allerdings einen starten Ausdrud gegeben, immerhin sei er nicht über das gebotene Maß hinausgegangen, so daß auch vom Vorliegen einer formalen Beleidigung nicht gejprochen werden könne. Der Angeffagte fonnte nach allem der Ansicht sein, daß nationale Interessen verlegt wären, und deshalb tonne er nicht bestraft werhätte. Es mußte deshalb Freisprechung erfolgen, die Kosten wur ben, weil das Gericht ihm den vollen Schutz des§ 193 zugebilligt den dem Privattläger auferlegt. Ungefühnte Morde. Oppositionsfragen an Bethlen. Budapest, 13. Februar.( Eig. Drahtbericht.) In der legten Borstandssitzung des Blods der Oppositionsparteien brachte ber sozialistische Abg. Farkas die Ermordung der beiden sozialisti fchen Redakteure Somogyi und Bacso, die am 7. Februar 1920 Don Horthy- Offizieren niedergemeßelt wurden, zur Sprache und vermies darauf, daß der fünfjährige Jahrestag dieses Mordes endlich entscheidende Schritte zur Bestrafung der Mörder erfordere., Farkas verwies u. a darauf, daß der damalige Innenminister Benidy vor einigen Jahren erklärt hat, er sei unschuldig daran, warum die Mörder ihrer Strafe entgehen fonnten. Der Block der demokratischen Oppositionsparteien, der pent Barlament fern bleibt, hat nunmehr öffentlich an den minster präsidenten Grafen Bethlen folgende Fragen gerichtet: 1. Aus welchem Grund wurde dem gewesenen Minister Benidy, der in der Untersuchung über ein gemeines Verbrechen aussagen wollte, die Genehmigung zur Aussage nicht erteilt? 2. Jst Graf Bethlen bereit, innerhalb zwei Wochen diese Erlaubnis zu gewähren? Sollte Graf Bethlen dieser Aufforderung nicht nachkommen, so wird der Block diese Frage ständig auf seiner Tagesordnung halten und beit Ministerpräsidenten für die Schmach, die die geheimnisvolle BeLich verantwortlich machen, bis er die restlose Aufklärung handlung dieser Straffache über das Land bringt, solange person. dieses entsetzlichen Berbrechens ermöglicht. des Holzmarktes" enthalten sind und zur Anklage stehen, als straf Es war zu prüfen, ob die Vorwürfe, die in den acht Artifeln rechtlich zu ahnden auf Grund des§- 186 anzusehen- seien. Zweifellos fei die Ehre des Klägers durch den Vorwurf, er hätte aus Profitgier gehandelt, außerordentlich getränkt, auch die weitere Behauptung, er hätte Hand in Hand mit dem Landesfeind den Wald verwüstet, wobei er eine auffällige Eile an den Tag legte, sei schwer träntend. Weiter habe Fernbach ausgeführt, daß das Ber. halten des Dr. Himmelsbach nicht honorig sei und eine verzweifelte Aehnlichkeit mit der Handlungsweise der Dorten und Genossen hätte. Darin liege der Vorwurf des moralischen und juristi schen Landesverrats. Der angetretene Wahrheitsbeweis habe in dieser Beziehung aber nichts Belastendes gegen Himhendis bach ergeben. Es sei bei der Frage des Abschlusses der Coupes Berträge zu berücksichtigen, daß die Privatinteressen des Klägers dabei nicht start in Mitleidenschaft gezogen feien und daß in der Frage der Beschaffung von Rundholz ein vitales Interesse der Firma Himmelsbach nicht auf dem Spiele stand. Hinsichtlich des Zwanges zum Vertragsabschluß ständen die Ansichten der Parteien Im weiteren Verlauf der Etatsbebatte zog ber Minister tele schroff gegenüber. Die Beweisaufnahme habe erbracht, daß phonische Erkundigungen über die Angaben des Genossen Himmelsbach tatsächlich alles getan habe, um die Coupes zu verBauer ein und erklärte am Schluß der Sizung, daß im Fall der meiden. Die Gutachten der Sachverständigen wichen zudem in vielen Deutschen Werte es richtig sei, daß aus den Beständen der Buntten voneinander ab. Es sei festgestellt, daß von vornherein von banerischen Betriebe jehr viel gestohlen und veruntreut wor irgendwelchen großen Gewinnen nicht die Rede war. den sei. In greifbaren Fällen seien die Behörden auch eingeschritten. Immerhin sei der Abschluß der Verträge durchaus zu be Bei den zweierlei Listen handle es sich offenbar um eine irrtümiche anstanden. Man bedente, daß es sich um Fällung von Hölzern han Auffassung. Die eine Liste enthalte die tatsächlichen Bedele, die den Staatsforsten gehörten. Hier durfte Himmelsbach stände der Betriebe, während die andere Liste den Wert der feineswegs auf eigene Fauft handeln, ohne sich die Zustimmungen Materialien angebe, den man beim Verkauf an die Deutschen Werfe der Regierungen zu verschaffen oder nachträglich einzuholen. Sein loyalerweise einsehen zu können glaubte. Bei dem Staatsbanktredit Borgehen bedeute also eine erhebliche Berlegung staatlichen Eigen an das Fürther Industriewert handle es sich um ein ganz einwandfreies Krebitgeschäft, bei dem der Bayerischen Staatsbant feine Ber- sich die Vertragschließenden verpflichteten, den deutschen Regierungen fums. Wären Geheimverträge geschlossen worden, in denen Tufte entstanden feien. Der dem Dr. Heim nahestehende Abg. Roth- darüber nichts mitzuteilen, läge allerdings glatter Landes meier stellte fest, daß die Heimsche Genossenschaft außer einem Kredit Detrat Dor. Das fei objektiv nicht erwiesen. Die Firma Don 250000 Rentenmart vom bayerischen Staat niemals Himmelsbach sei im Fällen viel zu forsch vorgegangen, was dazu Stredit erhalten hätte, dagegen rund 16 Millionen Goldmark von der angetan war, die Qualität des deutsen Waldes erheblich zu ver Preußenbant. schlechtern. Zur Frage, ob Fernbach der Schuh des§ 193 zuzubilligen sei, sei zu erwägen, daß er als Redakteur und Verleger Intereffen fowohl nach der materiellen fowie der ideellen Seite zu wahren hatte, auch tomme der gute Glaube dem Angeklagten durchrische Regierung sich auf den Notenweg begeben mußte. Jezt ist aus zustatten. Er durfte nach den ihm gewordenen Informatio. nen annehmen, daß tatsächlich Geheimverträge vorlägen, also Landesverrat getrieben wurde. Fernbach war verpflichtet, dies seinen Lesern freizugeben. Bei der Frage, ob er in der Form. über die Grenzen des Zulässigen hinausgegangen und ob eine Absicht der Beleidigung vorliege, fel zu berücksichtigen, daß der Angeflagte als deutscher Mann so zu bewerten set wie jeber gute Deutsche, der seinen grünen Wald liebe. Er habe feinen Ansich Es ist klar, daß mit diesen bloßen Behauptungen der Regierung die vom Genossen Bauer aufgedeckten Kreditschiebungen nicht aus der Welt geschafft sind. Man wird abwarten müssen, ob die Regierung in die Lage tommt, wirklich befriedigende Erklärungen abgeben zu fönnen. Der belgische Fabrikant Coppé ist zu 20 Millionen Schaden erfaz an den Staat verurteilt, weil er im Krieg mit Deutschland Handel getrieben habe. Ein Strafprozeß deswegen hatte mit Frei spredning geendet. Im Zivilprozeß hatte der Staat 46 Millionen gefordert. Der verschwundene Flüchtling. Bor einigen Tagen entsprang in Budapest der als Spion perhaftete tschechische Staatsbürger lavis Dobernig auf der Straße den Bolizisten und flüchtete in die tschechoslowakische Ge fandtschaft. Diese verweigerte feine Auslieferung, so daß bie madja Dobernig aus der tschechischen Gesandtschaft verschwunden, torgdem Tag und Nacht Detektive und Polizisten am Tor Bache hielten. Verkauf der Sultanspaläfte. Die türkische Regierung hat befchloffen, sämtliche Baläfte in Konstantinopel, mit Ausnahme von Dolma- Bagdiche, Top- Hana und Beglerbeg zu verkaufen, was ein besonderer Ausschuß besorgen soll. Gewerkschaftsbewegung Die Vaterländischen tagen. Der Reichstagsabgeordnete Geisler, der erst jüngst nach feiner Beschimpfung des Reichsbaumers gezeigt hat, daß er auch schweigen fann, redete. Die bisher in Deutschland abgehaltenen Betriebsrätefongreffe feien revolutionierend gewesen. Aber auch der vaterländische Betriebsrätefongreß seir evolutionär eingestellt" gegen die herrschende Einstellung der noch immer übermächtigen schwarzrotgelben Partei: Zentrum, Demofraten und Sozialdemo fraten. Mit aller Kraft müsse man an die Aufklärung der deutschen Arbeitnehmerschaft herangehen." Die deutsche Arbeitnehmerschaft will von der Art„ Aufklärung", die von den Unternehmern bezahlt wird und im Unternehmerinteresse betrieben wird, nun einmal nichts wissen, selbst wenn fie Geisler mit aller Kraft" betreibt. Der Reichstagsabgeordnete Wolf gab von dieser Art Aufklärung eine Kostprobe in seinem Referet er die wirtschaftlichen Verhältnisse der deutschen Arbeitnehmerschaft unter den Auswirkungen der Revolution, nicht eima des Kriegszusammenbruches. Der Bericht verschweigt den Unfinn, der da über die Revolution zusammengefchwafelt wurde und beginnt mit einem angeblichen Zugeständnis des Bor marts", daß in Deutschland die Löhne in der Borkriegszeit mit zu den höchsten gehörten und die Arbeitszeit die kürzeste auf dem europäischen Festlande war. Diese sozialen Fortschritte Deutschlands feien durch die Revolution und ihre Folgen zerschlagen worden. Den Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags bezeichnete der Redner als den blödsinnigsten Ausschuß des Reichstags. Denn dort würden nur immer irgendwelche fozialen Experimente ausgehedt, um dieser oder jener Schicht etwas zuzuwenden. Durch unsere sozialen Experimente haben wir uns das Vertrauen der Mitmelt verscherzt. tönne das Bolt ernähren, wenn ihre Arbeit durch einen ver zufammengeholt, befigt die Geschmadiofigteit, fich als Arbeit.] nehmertagung, als ein Betriebsrätetongreß aufzu spielen! Die unverschämten Provokationen der Arbeitnehmerschaft, die fich die Geisler und Kumpanie leisteten, entspringen der Sucht, fich wichtig zu machen und sich in der Gunst ihrer Geldgeber zu er halten. Sie zeigen das Unternehmertum an der Unterminierarbeit gegen die Gewerkschaften und tragen so ihr Leil mit dazu bei, unsere Aufklärungsarbeit unter den Ünorgan fierten anzuspornen. Unsere Gewerkschaften werden vor schwere Kämpfe gestellt. Je stärker und geschlossener unsere Verbände, um so mehr werden sie diese Sämpfe bestehen. Eben deshalb darf auch nicht verfäumt merden, das Unfraut auszurotten, das sich im Felde der Arbeiterbewegung immer wieder einzunisten sucht. Die gelben Schmarokerpflanzen dürfen nicht aufkommen, und wenn die Unternehmer es sich noch so viel Geld und ihre Trabanten es sich alle Sraft" fosten lassen. Die Neuwahl bei den Gemeindearbeitern. Das In der gestrigen Generalversammlung der Berliner Ortsver waltung des Gemeinde- und Staatsarbeiterverbandes folgten die forderten die Neuwahl der Ortsverwaltung durch Ur abstimmung Rommunisten einer neuen Anweisung ihrer Parteizentrale. Sie und zweifelten die Stimmberechtigung der Delegierten an. Berlangen der Rapebisten wurde in dieser Generalversammlung in namentlicher Abstimmung ebenso abgelehnt, wie in allen anderen Versammlungen, wo die kommunisten mit diesem Trid operierten. Bei der nunmehr erfolgten Wahl der Ortsver waltung zogen sich die Kommunisten in den Schmollwinkel zurüd, weil sie abgewürgt worden" seien und beteiligten sich nicht an der Wahl. Die eingereichte Lifte wurde daraufhin mit etwa 30 Stimmen gewählt.. An der Spize der Ortsverwaltung stehen wieder Bolenste und Logodichinski als Bevollmächtigte, 3iete mann als Raffierer und Gürne als Sefretär. Alle Gewählten gehören der Amsterdamer Richtung an. Wo bleibt die Einladung? Als dritter Reichstagsabgeordneter im Bunde der Baterländischen führte Herr Giese aus, die deutsche Landwirtschaft der Butilow- Werte, die in der„ Roten Fahne" angekündigt Bir warten immer noch auf die Einladung der Arbeiter nünftigen 3o11 geschüßt werde". Die Gestehungspreise für die worden ist. Danach sollen die Arbeiter der Butilow- Werke belandwirtschaftlichen Lebensmittel fegten sich zusammen aus der Beschlossen haben die Redaktion des Vorwärts" einzuladen, eine lastung des Grund und Badens, aus hypothefen und Steuern Delegation von Arbeitern zum Studium nach Rußland zu schicken. Nun sind mehrere Wochen feit diefer Ankündigung verstrichen auf der einen Seite, auf der anderen Seite aus Löhnen, Ausgaben und noch immer ist die Einladung nicht in unseren Händen. Es für Dünger, Saatgut, Maschinen uf. Die Belastung der Landwirtschaft ist heute viel größer, als der Fernstehende es glaubt. Man handelt sich also ganz offenbar wieder um eine jener Schwindelnachrichten, wie fie täglich von dem Berliner Bolschewisten behauptet immer, die Landwirtschaft habe teine Schulden. Das sei blatt fabriziert werden. Wir stellen dies vor allen Dingen des nur bis zu einer gewiffen Grenze richtig. Die Belastung durch die halb feft. damit unsere Genoffen in den Betrieben darüber im verteuerten Betriebsmittel, Löbne usw. gehe weit über 100 ProBilde find, was es mit dieser„ Einladung" offenbar auf sich hat. zent hinaus(!), so daß es für jeden verständlich ist. daß bei den heutigen Preisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse der Landwirt zugrunde gehen müsse. Bauarbeiterstreit in Braunschweig. „ Der Induffriearbeiter hat fein Jnferesse an den niedrigen Lebensmittelpreisen, sondern daran, daß seine Produkte gekauft merden." Trete der Arbeiter nicht für Getreide zölle ein, dann tönne er schließlich auch die aus dem Auslande eingeführten Lebens: mittel nicht taufen, und wenn sie noch so billig seien. Ohne Zoll werde die Landwirtschaft zur extensiven Wirtschaft übergehen und Millionen von Landarbeitern würden auf dem Markt der Industriearbeiter erscheinen und das Elend der Arbeitslosen verarößern. Die Aufklärung" wurde in der Aussprache fortgeführt durch bie Behauptung, daß die Sozialdemokratie nur darauf ausgehe, 3mietracht zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu fäen. Dem deutschen Arbeiter müsse wieder die Erfenntnis eingehämmert werden, daß die schwarzweißrote Fahne im Kampi für Familie und Vaterland fiegen muß... Se B behauptete, daß dieser sogencente nationale Betriebsrätefongreß eine revolutionäre Iat fei zum Zwecke der Belebung der Betriebsräte mit paterländischem Sinn angesichts der be vorstehenden BetriebsrätemahL Der Sozialisten= Am geftrigen Freitagmorgen haben jämtliche Bauarbeiter und 3immerer die Arbeit niedergelegt. Die Unternehmer haben sich bereit erklärt, eine gewisse Lohnerhöhung zu bewilligen, jedoch unter der Bedingung, daß der Tarif verlängert wird. Die Bauarbeiterschaft hat diesen Vorschlag einstimmig abgelehnt. Die Braunkohlengrube Finkenheerd. Rach allem, was über die Arbeitsverhältnisie auf dieser vor Frankfurt a. d. D. liegenden Grube befannt ist, ist inten beerd fein angenehmer Arbeitsplaß. Die Belegichaft zählt etwa 600 bis 700 Mann. Wenn diese Ziffernangabe ichwankend ist, so bringt sie nur die Tatsache der unausgesetzten Schwankung zum Ausdruck. Ständig werden Arbeitsfräfte geiucht als Ersatz für Sie, die dem Fintenherd den Rüden tehren. Den Anzuwerbenden werden Durchfonittslöhne für Hauer und Schlepper bon 6,90 Mt. in 8%, stündiger Arbeitszeit ohne die Zeit der Ein- und Ausfahrt und ohne die Bausen in Aussicht gestellt. während bei den jüngsten Lohnverhandlungen der Direktor deutichen Braunfohlenbergbau. den Durchschnittslohn selber mit 4,21 Mt. angab. Stahlbelmleute, die befonders protegiert werden, verdienen wohl etwas mehr, wie auch die Arbeiter, die te Schichten hintereinander mit 17 Stunden verfahren und noch eine Sonntagsschicht dazu. Das Gedingesystem ist raffiniert ausgebaut. ſtaat( 1) könne nur abgelöst werden, wenn jeder sozialistische eboff, ber Borügende des Arbeitgeberverbandes für den oft Betriebsrat durch einen vaterländischen ersetzt werde. Geisler gab dann volle Aufklärung darüber, was der deutsche Arbeiter om nötiesten gebraucht. „ Zunächst verlangen wir ein Oberhaupt als Korrektiv und dann auch schließlich als Krönung wieder einen Monarchen, einen Candesvater, nicht einen Parteipapst.( Stürmischer Beifall.) Und eine solche Gesellschaft, von deutschnationalen Drahtziehern Verkauf soweit Vorrat Nach dem Streit im Jahre 1923 wurden viele Sauer entlaffen und auch nach monatelanger Arbeitslofigfeit nicht wieder eingeftellt. Die Bergarbeiter müssen es sich daher wohlweislich überlegen, bevor sie ihr Glüd auf Finfenheerd versuchen. Transportarbeiterbewegung in Rheinland- Westfalen. Effen, 18. Februar.( Eigener Drabtbericht). Eine außerordent lich start besuchte Konferenz der im Deutschen Verkehrsbund organi fierten Transportarbeiter von Rheinland- Westfalen einschließlich des Bergischen Landes, in welcher befonders die Städte Düsseldorf, Duisburg, Elberfeld, Essen, Dortmund u. a. vertreten waren, fam zu dem Beschluß, das gegenwärtig bestehende Lohnabkommen zu fündigen und der Zeit entsprechende Lohnforderungen einzureichen. Um zu einer Einheitlichkeit der Bewegung zu gelangen, wurde eine wird und die beauftragt ist, die Forderungen der Arbeitnehmer Unterfommission gebildet, welche in diefen Lagen zufammentreten aufzustellen und alsdann den Arbeitgeberverbänden zu unterbreiten. Diese Bewegung der Transportarbeiter ift zum ersten Male über vorgenannte Gebiete in einheitlicher Form eingeleitet worden und ist deshalb von größter Wichtigkeit für die Entwidlung der Tarif- und Lohnbewegung im Transportgewerbe. Zum Mansfelder Schiedsspruch. Eisleben, 13. februar.( Eigener Drahtbericht.) Wir berichteten unterm 11. Februar über den unzureichenden Echiedsspruch für den Bezirk des Mansfelder Kupferfchiefer bauenden Bergbaus. Wie jetzt bekannt wird, behauptet die Mansfeld A.-G., zur Annahme des Schiedsspruces wegen ihrer sleten wirtschaftlichen Lage nicht imftande zu sein. Wir find der Ansicht, daß diese Haltung lediglich eines jener Drudmiftel ist, mit denen sie die öffentliche Meinung auungunsten der Ar beiterschaft beeinflussen will. Jedenfalls dürfen sich die Schiedsverhandlungen in Berlin, die in den nächsten Tagen stattfinden, durch folge jegt allgemein üblichen Alagetöne nicht beeinflussen Iaffen. Wiederaufbau der italienischen Gewerkschaften. ( IGB.) Der Vorstand des italienischen Gewerkschaftsbundes wendet sich im Anschluß an die Beschlüsse dessen vor kurzem in Mailand stattgefundenen Gewerkschaftsfongresses mit einem Aufruf an die italienische Arbeiterschaft, in dem er auf die reaktionäre Haltung der faschistischen Regierung aufmerksam macht, auf die fast vollständige Unterdrückung der Breßfreiheit, die kapitalistische Wirt fchaftslage und die Bevorzugung der tapitalistischen Klasse hinweist und eine Reihe neuer Gewalttaten aufzählt: Zerstörung der Bureaus der Ortsausschüsse in Bologna und Reggio Emilia fowie des Eisenbahnerverbandes; Auflöfuna der gewerkschaftlichen Zu fammenschlüsse in Bologna, Brescia, Modena, Triest, Balermo und Catania; Schließung der Bureaus des Holzarbeiterverbandes; Haussuchungen bei anderen Organisationen und Bedrohungen der teste bei den faschistischen Behörden für zmedios, will aber die öffent für ihre Organisationen tätigen Genossen. Der Vorstand hält Proliche Meinung auf die Tatsachen aufmerksam machen. Er fordert zum Schluß die Arbeiterschaft auf, trok aller Hindernisse und Widerwärtigkeiten an der Wiederaufrichtung der Gewerkschaftsbewegung mitzuarbeiten. Wenn Sie wüßten wie sicher und bequem Sie Ihre Hühneraugen und Hornhaut durch Lebewohl" los werden, würden Sie sich nicht erst mit minderwertigen Mitteln herumärgern. Lebewohl wirkt durch Filzring sofort schmerzlindernd. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. Seit 20 Jahren bewährt. Verlangen Sie ausdrücklich Lebewohl mit Filzring Berantwortlich für Bolitit: Eraft Renter; Wirtschaft: Arthur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Eglorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Bormärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanftalt Baul Singer u Co. Berlin G 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". 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Wo irgend in Deutschland in einer ländDeutschland. In allen Landstrichen findet man sie. In Schleswig lichen Gegen eine katholische Kirche oder ein Bethaus vorhanden ist, Holstein, in Westfalen, bis hinunter nach Hessen und am Bodensee. da wird man auch sicher im Sommer Sonntags oder an den fatho In der Mart, Sachsen, Pommern, Ostpreußen und Schlesien. Ueber- lischen Feiertagen die bunten Kopftücher und die Barchentblusen der all findet man die Polladen", über die selbst der heruntergefon treffen. Und die katholischen Festtage überhaupt. Das ist ein Bunit, polnischen Frauen sowie die Männer in ihren billigen Anzügen anmenste Benner mit einer Mischung von Geringfchäzung und Mitleid in dem selbst der geduldigste polnische Wanderarbeiter teinen Spaß die Nase rümpft. Diese Bollacken find aber auf den Gütern gerne versteht. Wer ihn zwingen mill, an einem dieser Tage und das gesehen, weil sie noch billiger und fügsamer find, als der deutsche sind nicht wenige zu arbeiten, der bringt das Kunststüd feritg, seine Landarbeiter. Bon vereinzelten Ausnahmer abgesehen ist ihre AnSeele zum Kochen zu bringen. Aber nimmt der polnische Bander mefenheit gewissermaßen ein Bradmesser. Man wird sie in größerer arbeiter sonst alles, was ihm geboten wird, widerspruchslos und Anzahl besonders auf den Gütern antreffen, die ihren Arbeitern geduldig hin? Die immer wieder aufs neue vorgenommene Berlängegenüber den Herrenstandpuntt vertreten und durch rückständige und brutale Maßnahmen die ansässigen Landarbeiter beunruhigen. Wenige oder gar teine polnische Wanderarbeiter wird man dagegen dort finden, wo zwischen Gutsverwaltung und Arbeiterschaft ein er trägliches Verhältnis besteht. Dasein der Anspruchslosigkeit. Bar vor dem Kriege der deutsche Landarbeiter so gut wie rechtLos, so traf dies auf den polnischen Wanderarbeiter naturgemäß in verstärktem Maße zu. Und hier wieder insbesondere in Ostelbien, wo auf vielen Gülfern die Prügelstrafe sehr im Schwange war. Böden, Ställe, alte niedrige Häuser, deren Wände zum Teil ſtart beschädigt sind und in die der Regen durch die Dächer hindurcfidert, heftenfalls fogenannte Schnitterlajernen werden den Bedauerns merten als Unterkunftsräume zugewiesen. Ein Bund Stroh, dazu zwei Deden, das ist das Cager, mit dem sie fich für eine Zeit von burchschnittlich länger als einem halben Jahre zufriedengeben müssen. Männer und Frauen, nach Geschlechtern getrennt, in je cinem Raum. Oftmals mir durch einen dünnen Bretterverschlag getrennt. Selten ist auch nur das bescheidenste Mobiliar enthalten. Badegelegenheit gibt es nur in Ausnahmefällen. Kein Wunder, daß sich diese Massen quartiere sehr leicht mit Ungeziefer bevölkern. Gewiß hat sich seit Beendigung des Krieges hant der Tätigkeit des Deutschen Landarbeiterverbandes und in Ausnahmefällen der polnischen KonSulate vieles zugunsten der Banderarbeiter geändert, aber noch beftehen im großen und ganzen die geschilderten Mißstände nach wie vor. Erinnert sei an die Massenausweisungen der medlenburgischen Landbundregierung und daran, daß die polnische Regierung als Begenmaßnahme damit drohte, deutsche Grundbesiger auszuweisen. Grundlegende Besserung wird hier erit dann eintreten, menn die Bemühungen des deutschen Landarbeiterverbandes, die polnischen Wanderarbeiter in die gemeinsame proletarische Front mit ihren deutschen Kollegen zu bringen, von Erfolg gefrönt sein werden. Leicht ist diese Arbeit nicht, da der Durchschnitt der polnischen Banderarbeiter sehr an Demut, mehr wie bescheidene Anspruchs Der Apfel der Elisabeth Hoff. 21] vater Von Wilhelm Hegeler. Rach furzem Befinnen antwortete Elisabeth: 28 ,, Ich habe später nur mal gehört, daß sein Adoptiv ,, Sein Adoptivvater? Der alte Hellborn war sein richtiger Bater. Bußten Sie das nicht? Ja, glauben Sie, ein so hoch mütiger und eigensinniger Aristokrat wie der alte Hellborn hätte den Jungen aus purer Menschenliebe zu sich genommen? Er war sein Sohn aus einem Berhältnis mit einer Schauspielerin oder Kunstreiterin. Der Gastwirt Schmundt war nur Attrappe. Aber was haben Sie gehört?" ., Als ich längst fort war, schrieb mir eine Bekannte, der Herr von Hellborn hätte sich mit seinem Sohn überworfen." Ihm wird dieser arme Teufel von Einäugigem als Erbe nicht gepaßt haben. Förster Förster in Ruprechtsau. Sie fennen das Loch doch auch. Ein nuuffiges verfallenes Haus im diden Wald. Das ist aus ihm geworden! Aus dem strahlenden Leutnant von Hellborn der triste Förster Schmundt.- Ihm selbst sind Sie nie wieder begegnet?" Nie." " Haben Sie auch nie wieder von ihm gehört?" ,, Nichts! Nichts! Nur was ich Ihnen erzählt habe." ,, Er hat auch nie an Sie geschrieben?" ,, Nie! Was follte er mir auch schreiben?" Gott, allerhand. Er hat Ihnen auch nichts zurüdgeschickt?" Nein! Ich habe ihm auch nie etwas gegeben, was er mir hätte zurüdschiden fönnen. Anfeds Blide glitten wie mit unsichtbaren, frallenden Fingern über sie hin. Jede seiner Fragen griff an ihr Herz, ließ es vor Empörung zittern. Sie fam fich vor wie unter einem entwürdigenden Verhör. ,, Merkwürdig!" murmelte er. ,, Sie erinnern sich doch auch genau? Sie müssen Ihr Gedächtnis anstrengen. So leichten Raufes tommen wir von der Vergangenheit nicht los." Ich erinnere mich genau. Ich habe nie im Briefwechsel mit ihm gestanden. Ich habe ihm nie etwas gegeben, was ich hätte zurückverlangen fönnen, was ihm auch nur den Schein eines Rechts auf mich gegeben hätte. Niemals habe ich ihm bie geringste Hoffnung gemacht." Gruppe polnischer Arbeiter. gerung der au und für sich außerordentlich langen Arbeitszeif? Die abwechselnd von dem Bormann( Borschnitter, Aufseher) ober der Guisverwaltung vorgenommene Kürzung der Rationen, Cohnabzüge und dergl? O nein. Zuerst wird( natürlich im Stillen) geschimpft. Dann in der Tasche eine Fauft gemacht, und wenn diefes alles fomie einige ergebene Bitten nichts helfen, fann die Gutsverwaltung eines schönen Morgens die Ueberraschung erleben, baß die ganze Kolonne während der Nacht gelürmt" ist. Sofern sie nicht bereits andermeitige Berpflichtungen eingegangen sind, wenben sich die Flüchtlinge meistens größeren Eisenbahnfnotenpunften zu, an denen sich, wie sie wissen, immer eine Anzahl von wilden und auch fonzeffionierten Vermittlern aufhalten, die unbefümmert um die Steckbriefe, die inzwischen in den Landbundblättern des betreffen ,, So wenig wie mir!" höhnten Ryfeds zerwühlte Lippen. ,, Jawohl, so wenig wie Ihnen!" warf fie ihm entgegen. Ihre Augen sprühten ihn an. Wollen Sie behaupten, daß ich Ihnen je ein Wort gesagt habe-" ,, Es zählen nicht nur die Worte, die man sagt, auch bie man anhört," unterbrach er sie. Aber laffen wir das einst meilen. Gehen wir Schritt für Schritt vor! Wir wollen doch das Dunkel erhellen. Sie erinnern sich noch an die Ballnacht?" Gewiß erinnere ich mich. Es war ja gar kein Ball, sondern eine Sonnwendfeier." Jawohl. Der Tanz war eigentlich Nebensache. Für Sie improvisiert. Wir tanzten in dem dunklen Saal, den nur der Schein des Feuers beleuchtete, wir drei-" ,, Es tanzten noch andere Paare außer uns." Aber wir beide tanzten nur mit Ihnen. Der, welcher wartete, zählte die Runden. Und dann bat ich Sie, mit ins Freie zu kommen." Sie wollten mir den Sternhimmel erklären." Den Sternhimmel, jawohl. Wir schlüpffen hinaus. Trennten uns im Menschengewühl. Am Eingang der Kaftanienallee fanden wir uns wieder. Erinnern Sie fich an die Kastanien? Wie ihre vielarmigen Leuchter strahlten? Wir liefen die Anhöhe hinauf. Und da oben auf der Stein bank habe ich Ihnen den Sternhimmel erklären dürfen, den Himmel, an dem über dem Mond nur ein einziger Stern ftrahlte. Ich gab ihm Ihren Namen. Elifabeth, erinnern Sie sich, daß ich Ihnen damals von Liebe Sprach?" Ich sagte, Sie sollten schweigen." " Aber dann ließen Sie sich von mir füssen." ,, Das ist nicht wahr! Ich riß mich los. Ich sprang auf." Ja, Sie sprangen auf, weil Sie sich erschroden hatten. Denn hinter einem Baumstumpf hatten Sie fein Gesicht Wessen Gesicht?" fragte fie verwirrt. Sie sagten doch. ich hätte mich getäuscht. Es wäre gar nicht Hellborn gewefen. Nur ein Schatten." gesehen." " ,, Sie hatten fich nicht getäuscht. Ihn hatten Sie gesehen, der uns nachgeschlichen war und uns belauerte. Haben Sie es auch später nie geahnt?" Ich weiß nicht," murmelte sie bleich und verwirrt. „ Bielleicht habe ich es geahnt. Aber nicht damals. Damals war ich nur erschrocken, am meisten über Sie. Sie werden fich erinnern, mie ich hinunterlief zu meiner Mutter," den Bezirks erscheinen, sofort neue Kolonnen zusammenstellen und dieselben ihren entfernter wohnenden Auftraggebern zuschicken. Ueber die Grenze tommen die Banderarbeiter zum Teil ordnungsmäßig mit Papieren hauptsächlich durch die Agenten der deutschen Arbeiterzentrale geversehen, zum Teil schwarz". Im ersteren Falle werden sie worben bzw. melden fie fich in deren Geschäftsstellen, die in den Grenzbezirken liegen. Von hier aus wird dann die Berteilung vordirigiert, von wo aus die Leute ihren Bestimmungsorten zugeführt genommen oder werden die Transporte nach der Berliner Zentrale merden. Die Verwaltung der deutschen Arbeiterzentrale fezt sich aus Bertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammen und steht unter Staatsaufsicht. Während früher die größere Hälfte schwarz, d. h. ohne Papiere herüber fam, ist heute das Zahlenverhältnis umgefehrt. Die Verdienstmöglichkeit ist für den Przeprowadnif, den Grenzführer, den Mann mit den geheimnisvolien Beziehungen jetzt eine viel geringere, das Handwer? jelbst ist dagegen gefährlicher geworden. Früher, vor dem Kriege, 20 Ropeten pro Kopf dens Führer des Wachtkommandos, das war die Tage. Fünfzig erhielt der Führer von jedem, und konnte also dreißig behalten. Und war die Nacht recht dunkel, dann wurden statt der vereinbarten fünfzig achtzig Bersonen über die Grenze geschleppt. Daß aber schon da mals das schwarze Paffieren der Grenze sofern ein Regiefehler vortam außerordentlich gefährlich war, mag folgender Vorfall beweisen, der sich im Jahre 1912 in einer Nacht bei einem Grenzorte in der Nähe der Kreisstadt Strasburg i. Westpr. abspielte. Ent weder waren die Strasnits( Grenzsoldaten) mit der erhaltenen Tage nicht zufrieden oder es war einer nicht mit im Bunde, genug, es wurde Stoi!" gerufen, und als alles voller Todesangst weileritef, fielen Schüffe. Schreiber biefes fah am nächsten Morgen die Opfer: ein Mädchen von etwa 18 Jahren und eine junge Frau, mit Blut befudelt, in dem Wachtlofal aufgebahrt liegen. Ein schwerverwun beter Mann war bereits ins Krankenhaus geschafft worden. Der deutsche Zandarbeiter. Aber nicht allein aus Polen kommen die ländlichen Wanders arbeiter, sondern auch aus deutschen Gegenden mit vorwiegend landlichem Charakter. So gehen offoreußische Landarbeiter( fogenannte Sachfengänger) nach Mitteldeutschland, westpreußische gehen nach Pommern, und so fort. Anderet feits werden polnische Landarbeiter in diefe eben von einheimischen Candarbeitern verlassenen Gegenden oft Hunderte von Kilometern weit hergeholt. Deutlicher tann wohl der Widersinn des von den Landbundgrößen für dringend notwendig gehaltenen Wanderarbeitersystems nicht illustriert werden. Für die fommende Saison haben die Arbeitgeber ihren Bedarf an Banderarbeitern mit rund 130 000 angegeben. Erwähnt fei noch, daß auch auf den Gütern der Stadt Berlin vielfach polnische Wanderarbeiter beschäftigt werden. Andererseits hat der Borwärts" beretis wieder99 Ja, ja," sagte er höhnisch. ,, Sie hatten es plötzlich sehr eilig. Ich dachte bei mir: jetzt, wo uns beide das Feuer verbrennt, bringt sie sich in Sicherheit. Aber, Elisabeth, feien Sie doch ehrlich: war es denn an jenem Abend zum erstenmal, daß ich... von dem einsam strahlenden Stern Sprach? Herrschte nicht zwischen uns ein so warmes stolz auf Ihre Freundschaft. Aber was Sie fonst sagten, ,, Gewiß, Sie waren mir nicht gleichgültig. Ich war sehr nahm ich nicht ernst. Sie wußten doch, daß ich verlobt war." ,, Und gerade an dem Tag nein, fchon einen Tag früher war das Bild Ihres Berlobten von Ihrem Schreib tisch verschwunden." Ich habe es nicht fortgenommen!" Nein, ich. Aber Sie ließen es, wo ich es hingestellt hatte, in der Ede zwischen den Familienbildern. War es nicht so?" leugnen. Sie hatte an ein Versehen des Mädchens geglaubt. Unbemaglich jah sie ihn an. Sie vermochte es nicht zu Aber in der Verwirrung und Unsicherheit ihres Gefühls hatte fie es als ein Schidfalszeichen genommen. ,, Und erinnern Sie sich, daß Sie an demselben Tag auch Ihren Ring abgelegt hatten?" ,, Das war ein Zufall! Ich schwöre Ihnen. Ich hatte mich am Finger gerißt. Zufall oder Schicksal. Es kommt ja nur auf die Folgen an. Und er Hellborn wollte ein Bild von Ihnen be fommen haben." ,, Bon mir? Ich habe ihm nie eins gegeben. Ein Bild?" ,, Ein fleines rundes Bild. Nur Ihr Kopf, aus einer größeren Photographie herausgeschnitten." Mein Gott, es fann fein," murmelte sie. Ich ahnte ja nicht. Er bettelte darum. Sehen Sie! Ja- dieses Bildes wegen habe ich ihn gehaßt. Denn wir waren damals schon Todfeinde, unter der Maste der Freundschaft natürlich. Todfeinde, mie nur Freunde es werden fönnen, wenn sie Nebenbuhler geworden find. Und in ber Nacht nach der Feier fam's zur Entladung. Wir zechten zusammen und beschimpften uns. Ich haßte ihn, weil er uns heimtückisch aufgelauert hatte, er mich, weil ich Sie entführt hatte. An Ihren Bräutigam dachten wir nicht. Der war ja in Afrika. Wir sahen nur uns beide, und daß einer von uns zu viel war. Da beschlossen wir entrüsten Sie sich nur!- unser Glüd aufs Spiel zu sehen." ( Fortfeßung folgt.) holt Zufchriften von Erwerbslofen veröffentlicht, die auf Gütern in der nächsten Umgebung Berlins untergebracht waren und in denen über verlaufte und verbreckte Unterfunftsräume geflagt wurde sowie über unzureichende Ernährung und Bezahlung und unwürdige Bes handlung. Wahrscheinlich fonnte man dort feine polnischen Wanderarbeiter mehr bekommen. Mit solchen Mitteln fann natürlich ein Problem nicht gelöst werden, dessen volkswirtschaftliche Bedeutung eine immer größere wird. Und wer dazu neigt, den Argumenten der Großagrarier Glauben zu schenken, daß die großstädtischen Arbeiter feine Neigung zur landwirtschaftlichen Arbeit haben, der denke an die Laubenfolonien, in denen Tausende und aber Tausende von Proletariern nach Feierabend wahre Wunderwerke an gärtnerischen Leistungen vollbringen. Goldfadens 400 prozentige Zinsen. Potsdamer Adlige um 1% Millionen betrogen. Mitglieder der früheren Potsdamer Gesellschaft, Grafen und und Gräfinnen, Barone und Baronessen, darunter ein Hofmarschall, Rammerherren und Hofdamen, gaben sich gestern vor dem Schöffen gericht in Moabit ein nicht sehr erwünschtes Stelldichein, um als Beugen gegen einen internationalen Hochstapler aufzutreten, deffen Opfer sie geworden sind. Angeklagt war der Kaufmann und Renn. ftallbesitzer Sigismund Goldfaden aus Wien, der sich unter der Anklage der Wechselfälschung und des Betruges in zahllosen Fällen zum Schaden des Potsdamer Hochadels zu verantworten hatte. Im Juli 1924 ftieg Goldfaden im Hotel Bristol ab und mietete im ersten Stod eine Flucht von vier Zimmern. Ein neuer Mercedeswagen und eine ganze Wagenladung pon Stoffern unterstützten ihn in dem Bestreben, sich das Ansehen eines Multimillionärs zu geben. In der Halle des Hotels machte er bald die Bekanntschaft eines Grafen aus Potsdam, der durch die fesselnden Erzählungen Goldfadens so berückt wurde, daß er ihn in die Potsdamer Adelskreise einführte. Diesen Herrschaften unterbreitete Goldfaden nun einen mystischen Plan, durch den sie in Purzer Zeit Unsummen verdienen konnten. Die Adeligen sollten ihm ihren Familienschmuck überlassen. Er wollte ihn ins Ausland schaffen, dort darauf Kredite besorgen, und mit diesem Gelde mit Grundstücken spekulieren. 300 bis 400 Broz. 3insen waren für die geschäftsunerfahrenen Hofleute sehr verlockend. Auf diese Beife gelangte Goldfaden in kürzester Zeit in den Besitz von Perlenketten im Werte von 200 000 bis 300 000 M., Brillantdiademe, wertvolle alte französische Gobelins, Ketten und Ohrringe im Ge. famtwerte von weit über 1½ millionen Gold. mart. Goldfaden aber, ein geriffener Betrüger, machte die Schmuckfachen sofort zu Geld, und steckte den Erlös in die eigene Tasche. Hierdurch fonnte er fein luxuriöses Leben fortseßen und fogar einen Rennstall unterhalten. Als Goldfaden unter aufsehen erregenden Umständen im Hotel Bristol verhaftet wurde, meldete fich fofort die Brager und die Wiener Polizei, da er von dortaus feit längerer Zeit gesucht wurde, weil er mehrere Mitglieder bestschechischen Adels durch gefälschte Afzepte um mehrere Millionen Mart gleichfalls geschädigt hatte. Der Angeklagte, der fich vor dem Großen Schöffengericht mitte unter Borsiz von Landgerichtsdirektor Schulze zu verantworten hat, ist ein mit auffallen ber Eleganz gefleideter, aber unscheinbarer Mann in den vierziger Jahren. Nach Eintritt in die Verhandlung machte sein Berteidiger den Einwand, daß Goldfaden geistestrant sei, und für seine Taten nicht verantwortlich gemacht werden könnte. Der fofort ge labene Gefängnisarzt Dr. Hirsch, der den Angeklagten auf der An flagebant einer ärztlichen Untersuchung unterzog, stellte bei ihm auffallende Lähmungserscheinung en feft, so daß die Möglichkeit einer beginnenden Baralyfe nicht ausgefchloffen fei, um so mehr, als er in den letzten Jahren verschiedene törichte Hand lungen, wie den Anlauf von 300 jeidenen Oberhemden und die Bestellung von 45 Anzügen an einem Tag gemacht hat. Mit 3u stimmung der Staatsanwaltschaft und der Berteidigung beschloß das Gericht daher, Goldfaden zunächst auf sechs Wochen in einer Irrenanstalt untersuchen zu laffen. Den Botsdamer Zeugen wurde eröffnet, daß sie jetzt nicht vernommen werden könnten. 15 Pro3. herabzusetzen. Kündigte der Gläubiger sein Geld, so zahlte man ihn nicht bar aus, sondern gab ihm einen Wechsel, den er wegen mangelnder Dedung nicht einlösen fonnte. Als Schwarzer verhaftet wurde, meldete seine Frau als Teilhaberin schleunigst Ronkurs an. Die eingesandten Kapitalien verwandte er für private 3wede. Erpressungsversuche an Frau Dr. Höfle. Ein gelungener und ein mißlungener Fall. Einem ungewöhnlich dreisten Erpressungsversuch ist gestern die Gattin des in Untersuchungshaft genommenen Reichspostministers a. D. Dr. Höfle zum Opfer gefallen. Frau Höfle wurde am Mitt woch Morgen von einem Manne angerufen, der sich Dr. Arndt" nannte und vorgab, Mitarbeiter der Beit" zu sein. Der Mann teilte mit, daß Die Zeit" am Donnerstag Morgen in einem ausführlichen Artikel die Unschuld Dr. Höfles nachweisen werde. Aller dings feien durch die Beschaffung des Materials Unfosten in Höhe von 180 M. entstanden, die Frau Höfle ersetzen müffe. Tatsächlich erschien gegen Mittag bei Frau Höfle ein Mann, der sich als„ Dr. Arndt" vorstellte und eine Quittung über den genannten Betrag vorlegte. Frau Höfle zahlte jedoch zunächst nicht. Darauf murde sie etwas später telephonisch angerufen und am Apparat meldete fich angeblich der Berteidiger Höfles, Dr. Alsberg. Der Fremde, der den Namen des Verteidigers mißbrauchte, empfahl der Gattin des Erminifters, um 5 Uhr nachmittags in das Hotei hekler u fahren, wo Dr. Arndt fie erwarten werde. Frau Dr. Höfle folle die durch die Aufregung der letzten Tage angegriffene Gattin Dr. Höfles in das Hotel, wo sie„ Dr. Arndt" jedoch nicht traf. Als sie dann das Hotel verließ, trat der Schwindler, der elegant gefleidet war, auf sie zu und Frau Dr. Höfle zahlte ihm wirklich den Betrag. Der Gauner verschwand daraufhin mit dem Gelde. Als nun Frau Dr. Höfle den Rechtsanwalt Dr. Alsberg anrief und ihm mitteilte, fie habe dem„ Dr. Arndt" den Betrag gezahlt, erfuhr sie zu ihrem Schreden, daß sie einem wohlvorbereiteten Schwindel zum Opfer gefallen sei. Der Gauner hatte den Namen bes Anwaltes bei dem Telephongespräch mißbraucht, um sein Opfer in Sicherheit zu wiegen. Leider hat Frau Dr. Höfle in der Aufregung sich den Erpresser nicht näher angefehen, so daß fie teine genaue Berfonalbeschreibung zu geben vermochte. Unmittelbar darauf wurde von einem Gaunertrio ein neuer Erpressungsverfuch am Frau Dr. Höfle gemacht. Diesmal aber ge lang es, einen der drei zu verhaften. Gegen 12 Uhr mittags ließ sich gestern Freitag ein Mann bei Frau Dr. Höfle in ihrer Wohnung in Lichterfelde melden und bat fie um eine Unterredung. Als er vorgefassen wurde, erklärte er, wichtiges Material in Händen zu haben, das zur sofortigen Freilaffung Dr. Höfles führen fönne. Er felbst habe die Aften nicht bei sich, sondern sie zwei Freunden anvertraut die in der Nähe warteten und ihm die Papiere alsbald nach der Einwilligung der Frau Dr. Höfte aushändigen mürden. Die Dame ließ ihn warten mit dem Bemerken, daß fie fich fein Angebot überlegen müsse. Heimlich alarmierte sie das Ueberfall fommando, das sogleich erschien und den Mann festnahm. Er murde festgestellt als ein Oberfellner Gustav Bußlaff, der in Berlin an der Fischerbrüde 12 wohnt. Seine beiden Komplicen, die am Bahnhof Lichterfelde warteten, hatten natürlich das Herannahen des Ueberfall fommandos bemerkt und es gelang ihnen, zu entkommen. Der Liebestod im Hotel. Dorotheen Stadt ab. Dort waren vorgestern zwei junge Eine Liebestragödie spielte sich gestern in einem Hotel in der Beute unter einem falschen Namen abgestiegen. Als sie sich vormittags nicht zur rechten Zeit zum Kaffe in dem Hotel eingefunden bes 3immers flopfte. Auf seine Aufforderung antwortete die Männer. hatten, forderte sie der Hotelier dazu auf, indem er an die Lür Stimme aus dem Zimmer, daß sie in einer halben Stunde unten zum Kaffee erscheinen würden, Kurze Zeit darauf hörten Ange stellte des Hotels einen Schuß fallen. Sie benachrichtigten sofort das nächste Bolizeirevier. Beamte eilten unverzüglich in das Hotel und öffneten gewaltsam die Tür des Zimmers. Man fand die jungen Beute mit Kopfschüssen in einer Blutlache liegend tot auf. Aus hinterlassenen Papieren fonnte festgestellt werden, daß es sich um den 1903 geborenen Chemifer Erich Köhler und um Freispruch eines Autobuschauffeurs. die ebenfalls 1903 geborene Zeichnerin Charlotte Troch a 3 handelt. Ein bebauernswerter Unglücksfall, der einem jungen Mädchen Hause Grunewaldstraße 72. Alsdann hatten sie sich wahrschein Sie wohnten beide bis zum 1. diefes Monats als Untermieter in am 9. Januar d. J. am Königstor das Leben koftete, hatte ein gerichtlich zu Berwandten begeben. Da sie vermutlich dort auf Widerstand liches Nachspiel gegen den Kraftwagenführer eines Autobusses der gestoßen waren, fehrten fie nach Berlin zurüd und stiegen in dem Linie 12 zur Folge. Angeklagt war der Chauffeur Arnold Gühlfe Hotel in der Dorotheen- Stadt ab. Die Leichen wurden beschlagnahmt vor dem erweiterten Schöffengericht mitte wegen fahrlässiger und dem Schauhause zugeführt. Tötung. bem Neue schöne Defen. Der Angeklagte ist von Beruf Techniker und hatte zuerst im Sommer zwei Monate eine Kraftbroschte gefahren. Seit dem 6. NoDember war er bei der Aboag als Kraftwagenführer tätig, hatte zu haus auffliegen zu lassen. Den Willen, der in der Arbeit des BauDer realtionären Regierung Thüringens gelang es, das Baunächst nur Reservedienst geleistet, fuhr aber an dem verhängnisvollen hauses seinen Ausdruck finden sollte, ja, zum Teil schon fand, kann 9. Januar zum erstenmal einen ständigen Dienst. Er bestritt, fie beswegen nicht unterbinden. Das Ziel, unser Kunſtleben mit baß ihn irgendein Berschulden treffe. An der Un ehrlichem und menschlichem Ausdruck wieder zu beseelen und weiter glüdsstelle am Königstor befände sich das schlechteste 5013 biefe schon rein formell menschliche Runft wieder zu einer wirklichen pflaster, und bei dem Uebergang von dem Steinpflaster der oftskunft werden zu lassen, dieses Ziel hat bei allen denen AllGreifswalder Straße auf das Holzpflaster am Königstor müjfe jeder gemeingültigkeit befommen, die guten Willens sind und nicht alles Omnibus von selbst schon ganz langjam fahren, da er sonst ins Echleudern tomme. An dem fraglichen Tage habe er an der Halte Neue als revolutionär“ und„ bolfchemistisch" ablehnen. Der Bau ftelle das Klingelzeichen bekommen, daß der Wagen besetzt fei, und gewiffermaßen stabilisiert wurde breitet sich trozdem aus. Jegt hausgebante nennen wir ihn fo, meil er ja dort in Weimar er fet langsam weitergefahren. Gerade als der Kühler in der Höhe ist z. B. bei der Firma Friedmann u. Weber, Budapester des Holzpflasters war, fei das junge Mädchenbireft unter Straße 8, eine Sonderausstellung moderner Defen die Räder gelaufen. Der Vorgang habe sich wie folgt abge au sehen; besonders interessant ist sie insofern, als es sich hier um [ pielt: Die Straßenbahn war 10% Meter an der Haltestelle gerade eine Angelegenheit handelt, die bisher, auch in Weimar übrigens, im Begriff abzufahren, als noch ein junges Mädchen über die Straße etwas vernachlässigt wurde. Die Keramische Werkstätte lief und versuchte, aufzusteigen. Da der Wagen belegt war, mußte münchen Harlaching verdient deshalb achtungsvolle Be. fie wieder vom Trittbrett herunter und fah der Straßenbahn nach wertung, weil sie in ihrem Betriebe auf Herstellung öder und unund wollte dann zum Bürgersteig zurück. In demselben Augenblic intimer Massenware verzichtet, ohne deswegen ben fünstlerischen fei er mit seinem Omnibus in langjamem Tempo angekommen. Durch Eigenwillen durch besonders hohe Breife dokumentieren zu laſſen. das Warnungssignal erschrat das junge Mädchen, drehte sich um, Go ist der als Siedlungsofen gedachte und hierzu auch vorblieb aber mit ihrem Gummiabsah hängen und stürzte zu Boden. züglich geeignete Siedlungsofen Harlaching mit 190. zwar Trozdem er beide Bremsen sofort anzog, ging das Rad der Bezüglich m. dauernswerten über den Körper. Zahlreiche Augenzeugen des Bor um 20 Broz. teurer als ein entsprechendes in der Fabrit her gangs bestätigten im allgemeinen die Angaben des Angeklagten. Da- gestelltes Stück, dafür aber Kunsthandwert, das ideale Material nach ist der Angeklagte in ganz langfamem Tempo gefahren, und die beherrschung erkennen läßt. Die starke Betonung des Keramischen, Straße war vollkommen frei. Auch der als Sachverständiger verarbeitung dur- Ton- Künstler, deren Kompofitionen auch den eine eigene fehr schöne Glafurtechnik und restlos fünstlerische Durch nommene Bolizeioberfefretär Balzer zog die Folgerung, daß der linmusikalischsten erwärmen follen, machen auch die teureren Defen Angeflagte nicht vorschriftswidrig gegen die Straßenpolizeiverord. nung gehandelt haben tönne, da er den Omnibus fofort burch Runstwerken, die ihren Plaz in der Zimmerede nicht nur zum Bremsen zum Stehen gebracht habe. Das Gericht fam demgemäß Lieblingsplatz der Wärmebedürftigen machen tönnten. zu einer Freisprechung des Angeklagten. Schöne Defen, häßliche Defen Eine seltsame G. m. b. H. fönnten! wenn alle fich nur wärmen Die dritte deutsche Jagdausstellung wird am Sonnabend, den 14. Februar, nach monatelanger mühevoller Arbeit im Museum für Naturkunde in der Invalidenstraße öffnet. Die Ausstellung übertrifft alle vorhergegangenen Ausstellun Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 14. Februar. er Die Firma Barenversand Merkur" G. m. b. H. in der Dtamistraße 39, gegen die bei der Kriminalpolizei Anzeigen wegen Be truges eingelaufen waren, wurde geschlossen. Der Geschäftsführer und Teilhaber Franz Schwarzer wurde verhaftet. Die Mertur. G. m. b. 5. wurde im Juli 1924 mit einem Stammtapital von 5000 Mart gegründet. Diefes fegte sich folgendermaßen zusammen: Totes Inventar wie Schreibtisch, Schreibmaschine und anderes wurde mit 4800 M. bewertet und von der Frau als Teilhaberin in die. m. b. H. eingeschossen. 200 m. bares Gelb ftellte ein Ge Außer dem üblichen Tagesprogramm: schäftsfreund zur Verfügung. Die Firma warf sich zuerst auf die Sprachunterricht: Direktor Jul. Glück: Esperanto". 4.30-6 Uhr 4 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Bermittlung von Grundstücks- und Geschäftsvertäufen, abends: Unterhaltungsmusik Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr Wie und was die Merkur- G. m. b. 5. in diesem Geschäftszweige abends: Vortrag Prof. Dr. Erich Lehmann: Ein Gedenktag der gearbeitet hat, wird erst durch die Ermittlungen der Kriminalpolizei Kinematographie. 7-7.55 Uhr abends: Hars- Bredow- Schule.( Abfestgestellt werden können. Jedenfalls war die Firma bald ge- teilung Hochschulkurse). 7 Uhr abends: Medizinalrat Dr. Stoermer: zwungen, fich umzustellen. Es wurden Anzeigen erlassen, in denen Aus dem Gebiet der gerichtlichen Medizin". 5. Vortrag. Nicht man Rapital gegen Warensicherheit und 15 Bro 3. tödliche Körperverletzungen". 7.35 Uhr abends: Prof. Dr. Gustaw Zinsen unter dem Namen Warenversand Merkur G. m. b..graphie und Telephonie". 8.30 Uhr abends: Stiftungsfest des GoLeithäuser: Ueber die Empfangstechnik der drahtlosen Telefuchte. Glaubte nun ein Geldgeber sein Geld zu diesen hohen Zinsen sangvereins Die Meistersinger von Berlin E. V. mit anschließengut anzulegen, fo befam er bald die Nachricht, daß die allgemeine dem Ball und Kaffeetafel. Ueberraschungen aller Art. fchlechte Geschäftslage es notwendig mache, den 3insfuß auf stunde 12 Uhr. PolizeiI gen auf diesem Geblete. Man sieht, von fachmännischer Hand ge gliedert, eine große Reihe der prächtigsten Geweihe, unter den Huf tieren befinden sich einzelne sehr seltene Exemplare. Auch eine große Sammlung von deutschen Bögeln und belehrendes Material über die Schonzeiten der Tiere ist ausgestellt. Die Industrieabteilung um faßt alles nur Erdentliche an Ausrüstungsstüden. Aus Anlaß seines 50jährigen Bestehens begeht gleichzeitig der Allgemeine Deutsche Jagdschugverein am Sonnabend, den 14. Februar, abends 7½ Uhr, eine Feier im Konzertsaal Charlottenburg, Hardenbergstraße. Zum Grubenunglück. Schlagwetterexplosion und Kohlenstaubentzündung. Dortmund, 13. Februar. Bis heute abend 6¼ Uhr fonnten im ganzen 121 Zofe aus dem Schacht der Zeche„ Minifter Stein" geborgen werden. 14 Bergleute werden noch vermißt, so daß die Zahl der Toten sich auf 135 stellen dürfte. Die Bergungsarbeiten gestalten sich außerordentlich schwierig. 3mmer wieder stürzen an eben aufgeräumten Stelien neue Geffeinsmaffen nach. Trotzdem immer neue Rettungsmannschaften eintreffen, ist noch gar nicht abzusehen, wann die letzten Toten geborgen werden können, da sich die Ausdehnung der eingestürzten Stollen von den Rettungsfolonnen gar nicht übersehen läßt. Daher läßt sich auch noch nicht angeben, wie die Explosion entstanden ist. Der Sicherheitsausschus, dem auch vier Reichstagsabgeord nete angehören, ist seit heute morgen mit der Unterfuchung beschäftigt. Die Kommiffion ist bereits einmal in den Schacht eingefahren und hat zahlreiche Vernehmungen vorgenommen. In den Aufbahrungsräumen ist man mit der Einfargung der Toten be. schäftigt. Von diesen find 12 bis jetzt noch nicht refognosziert. Die geftrige Zeltungsmeldung, daß von den Rettungsmannschaften ein Bergarbeiter zu Tode gekommen fein foll, ift unrichtig. Bis jetzt hat sich außer Vergiftungserscheinungen, die bei dem Eifer der Kettungsmannschaften nicht zu verhindern waren, fein weiterer Unglüdsfall unter ihnen ereignet. Bon den an Bergiftung Erkrankten befindet sich feiner in Lebensgefahr. Die Beerdigung der Opfer findet wahrscheinlich am Dienstag statt. Wir Dortmund, 13. Februar. Der an Ort und Stelle befindliche Rorrespondent der Köln. Boltsztg." hatte Gelegenheit, mit einem der Geretteten sowie Mitgliedern der Rettungsmannschaft zu sprechen. Der Gerettete erklärte, daß er so heftig beiseite geschleudert wurde, daß er einen Beinbruch erlitt. Ein zweiter hat eine Lungenentzündung bekommen. Beide fühlen sich noch sehr schwach, während die anderen sich auf dem Wege der Besserung befinden. 3 wei Steiger der Rettungsmannschaften erklären u. a., daß fie gegen 22 Uhr nachts, nachdem das Unglück eingetreten war, ein fuhren, und zwar bis zur 2. Sohle, etwa 284 Meter tief. brangen dann weiter vor und fanden in dem sonst guten Stollen einzelne Nester, wo meterhohe Flöze zu Bruch gegangen waren. Wit brangen ohne Sauerstoffapparate weiter vor. Dann begann das Chaos. Bei einem Gesente sah es fürchterlich aus. Borders wagen, Drähte, Holz, alles lag bunt durcheinander, und hier fanden wir auch die ersten Toten, 11 Mann. Zurückkommend zum ersten Gesente, wurden wir angerufen, daß sich oben noch Lebende gemeldet hätten, und wir drangen durch den Bremsberg von Flüz Otto vor. Bei den ersten 80 bis 100 Metern war es uns fast unmög lich, vorwärts zu bringen, dod) gelang es, bis zu einem Füllort vor. Als wir zurüctamen, gingen wir bis zur westlichen Strecke, von zustoßen, wo wir die Leben den fanden, die wir alsbald bargen. wo ein Mann taumelnd an uns herantrat. Er fonnte nur noch lagen: Dahinten!" Bir gingen vor, wußten aber nicht, ob wir die nörd. liche oder fübliche Richtung einschlagen sollten, als wir vier Tote bemerkten. Hiernach erklärten die beiden Steiger, daß ihnen die Sinne schwanden und sie erst im Krankenhause wieder zu fich famen. Die Teilnahme der Arbeiterschaft. Der Bundesprstand des AD GB. hat an den Berg arbeiterverband Bochum folgendes Telegramm gerichtet:„ Das tief erschütternde Grubenunglüd bei Dortmund hat wiederum über 100 Kameraden aus dem Leben geriffen. Ein Leben schwerster Arber verband feine herzliche Teilnahme, den Familien der Tapferen, die und täglicher Gefahr. Der Bundesvorstand spricht dem Bergarbeiter ein Opfer ihres harten Berufes wurden, sein tiefempfundenes Bei leib aus. Die jahrzehntelangen Bestrebungen des Bergarbeiterver bandes. durch technische Verbesserungen den Kreis der Gefahres enger zu ziehen, denen die Bergarbeiter in fo hohem Maße aus gefeßt find, haben leider noch nicht zu erreichen vermocht, daß solch Ratastrophen sich nicht mehr ereignen fönnen. Das Dortmunder Unglüd muß jest wie ein Appell an das nationale Gewissen wirken Der Bundesvorstand gibt der Hoffnung Ausdrud, daß die Ursach ber Ratastrophe nicht in der unverantwortlichen Unterlassung vor Sicherungsmaßnahmen zu suchen sein wird, die leider mehr als ein mal der Anlaß der Tragödien war, die den Beruf des Berginannes vorstand versichert, darauf dringen zu wollen, daß alles geschieht, un zu einem der schwersten und gefahrvollsten machen. Der Bundes inglüds zu gelangen und daß nichts unterlassen wird, was dazu bei zu einer raschen und gründlichen Aufklärung des verhängnisvoller tragen fann, den Gefahrenschuh in Zukunft wirksamer zu gestalten Leipart." Partei für das westliche Westfalen hat eine Sammlung fü Der Bezirtsvorstand der Sozialdemokratische Es sind bereits eine ganze Reihe von Beträgen eingegangen die Opfer der Grubenkatastrophe auf Minister Stein" eröffnet Barteisekretär Dortmund, Bostschecamt Dortmund 3278. Der Be Weitere Gefder fönnen eingezahlt werden auf Ronto Franz Klupich betroffenen Familien zur Auszahlung bringen. zirfsvorstand wird bereits am Sonnabend eine erste Rate an die Aus Anlaß des schweren Unglücs auf der Sohlenzedhe Minister Stein" bei Dortmund brachten der Apostolische Nuntius so wie die Botschafter von Frantreich und Rußland, de italienische Geschäftsträger und der norwegifd Gesandte dem Auswärtigen Amt ihre Teilnahme zum Ausdruc In der Freitagihung des österreichischen Nationalrats widmete der Präsident den Opfern der Grubenfatastrophe von Dors mund einen Nachruf. Der Spezialflub belgischer Riefen- und Hermelinfaninchenzüchter Neuföth veranstaltet vom 13. bis 15. februar im Solal von Lichtenstein. Neufölln Bergftr. 144, feine diesjährige Klubschau, verbunden mit einer Ausstellum bon Belzwaren und Fellen. Freunde und Gönner der Naffezucht sind herz lich willkommen. fihung der Kinderfreunde im Jugendheim, Lindenstr. 3, Bortemonnaie mi Ein Portemonnale mit Answelspapieren verloren. In der Vorstands Ausweispapieren verloren gegangen. Abzugeben im Frauensekretarial Lindenstraße 3, 2. Hof, II. Jugendweihe in Telfow. Der Drtsausious Teltow uni Umgegend veranstaltet seine diesjährige Jugendweihe an 29. März in Leltow. Anmelungen zur Teilnahme lönnen beim Stolleges Bader, Teltow, Lindenstr. 33, erfolgen. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68. Sindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an das Bezirksiekretariat. 2. Sof. 2 Trev. rechts. au richten 7. Rreis Charlottenburg und Spandau. Juristische Sprechstunde jeden Sonn abend nachmittag von 5-6 Uhr im Jugendheim Rosinenstr. 4 2. Areis Eiergarten. Gonntag, den 22. Februar: Bunter Abend mit Tan im großen Gaal des Moabiter Gesellschaftshauses, Wiclefftt. 24. Begin 5 Uhr. Eintrittstarten 75 Bf. intl. Steuer und Tanz find bei alles Abteilungskafierern und Funktionären zu haben. Heute, Sonnabend, den 14. Februar: Jungsozialisten Berlin- Mitte. Treffpunkt zum Vortrag des Jugendrichte Sonntag Wanderung Dr. Franke um 6½ Uhr am Sadefchen Markt. Treffpunkt frilb 7% Uhr Stettiner Vorortbahnhof. Morgen, Sonntag, den 15. Februar: 5. A. Bannerweihe im großen Saal des Gemertfiaftshaufes, Engel ufer 25, bestehend aus Konzert des Salonorchefters D. Rathefe Bernburger, Auftreten der Gaalburgfänger, Ansprache des Gen. Dito Bels. 18., 19., 20. und 21. Abt. Borm. 10 Uhr im Restaurant 8ur Linde", Ufer, Ede Martin- Opiß- Straße, Rufammenkunft aller Genoffen, die der Konsum genoffenschaft angehören. Tagesordnung: Delegiertenwahlen. Mitgliedsbuch legitimiert. 33. Abt. Borm, 10 Uhr bei Büttner, Stralauer Allee S1, Sigung fämtlicher Ronfumpenoffenschaftler ber CPD. ber 31. Berlaufsstelle zweds Bahl arbeit. Die Bezirtsführer laden dazu ein. 132. Abt. Blankenburg. Nachm. 5% Uhc öffentliche Rommunalversammlung bei Klug, Dorffic. 1. Bortrag über: Rommunalpolitik im 19. Ber waltungsbeairt." Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Gefäftstelle: Berlin G 14. Sebaftianfte. 37/38 Sof 2 Tr. A& tung! gum Bundestan in Mandeburg. Die Kameraben werden darauf aufmerfiam aemart, ihren Bedarf an Müken, Binb jaden, Bebergarnituren und Abzeichnen beim Barenvertrieb bes Reichsbenners beizeiten einzuberen. Die Verkaufsstelle bleibt vom 16. bis 20. Februar bis abenbs 7 Uhr geöffnet. Kamerabschaft Eichwalbe. Sonnabend, ben 14, Februar, tritt die ganze Kameradschaft aur Fahrt nach Tenvik an. Treffpunkt 6 Uhr abends Bahnhof Eichwalbe. Kamerabschaft NeuköllnBrik. Die für Sonnabend, den 14. Februar, feftoefekten Sugperfammlungen finden nicht statt, fondern erst am Montag, den 16. Februar 6,50 2. find von den Maadeburg- Fahrern in den Ruanerfammlungen zu entrichten. Die Magbe burg- Fahrer der Junamannschaft treffen fich Montag abend 8 Uhr bet Moster Nad folger, Weichselfte. 8. Fahrgeld für Juoenbliche ist im Betrane von 5 9. mitaubringen. Die Ruoführer treffen fich Gonnabend 7 Uhr bei förster, Serg bergstraße. Kamerabschaft Tiergarten. Sonnabend, ben 14. februar, abends 6% Uhr, Turnabend für Sunenblidhe, um 8 Uhr ältere Rameraben in der Turne halle Alt- Moabit 83. Gröneberg- Friebenan. Alle Teilnehmer an der Magbe burger Fahrt treffen fidh aur Beforechung am Montag vormittag 10% Uhr bei Rofenthal. Die Teilnehmercebühr, für Jugendliche 5 M., Aeltere 6,50 m., ift mit aubringen bzw. bis spätestens Montag, 16. Februar, beim Raffierer abzuliefern. Berliner Gefefiaft für öffentliche Gesundheitspflene. B. Gikung am Dienstag, ben 17. Februar, abends 7% Uhr, im Sngienischen Inftitut der Uni verfität, Dorotheenstr. 28a. Magistratsoberbaurat Langbein: Die Berliner Statentmäfferung." Gäfte willkommen! Arbeiterverein für Miochemie und gehensreform L. B. B. Bezirksverfamm Tumoen: 17. februar, Berlin S., bei Thiel, Beferftr. 6, Ede Friedelstraße, 19. februar, Berlin D., bei bredt, Rum Treffpunkt", Bothagener, Ede Neue Bahnhofftroke. Besinn pünktlich 48 Uhr abends. 1. Referat. 2. Fragebeant. Freizelinisse Gemeinde. Sonntag vorm. 11 Uhr, Bappelallee 15, Bartrag bes Herrn Raul Rogal:„ Menfomerbung." Sarmonium: Träumerei( Shu mann). Gäfte willkommen. Bezirt Moabit. Montag, ben 16. Februat, abenhs 8 Uhr, bei Schula, Oldenburger Str 19. Mitgliebernerfammlung. Bor trag des Dr. R. Runs über Serwenh. ber Dichter und Beld". wortung. italiehet, aaitiert in Bekanntenkreisen. Gäfte willkommen. Der Berein ber nkaltinez an Berfin feiert fein 26. Grifhingsfelt am Bihelm- Str. 36. Gäfte willkommen. Am 3. März, abends 8 Uhr, General. verfommlung im en Astonier", Anhaltitr. 11. Sonnabenb, den 14. Febrvor, abends 8 Uhr, in ben Musiker.Gülen, Raifer Gleimiker! Geſellſchaftsabend mit Tanz am Dienstaa. den 17. Februar, Univerfum Restaurant( Ulav), Blauer Saal( Eingang At- Moabit 4/10). Um Dollzähliges Erscheinen wird gebeten. ・ Arbeitersport. Arbeller Rabfahrer- Bund Galibarität, Ortsgruppe Berlin, Sonntag, ben 15. februar, Broteft gegen bie ab 1. Mara geplante Straken. fperre fir Rab- und Motorfahrer auf folgenden Blähen: Bezir? 1, 2 an Reifer Friebrin Blas( Bicherstraße), 3, 4, 5, 10 und 12, Motor fahrer Beberwiefe. 6, 7, 9, 11 und 13 fowie Jugend am sumboldt hein, Gustav- Meier Allee, 8. Abt.: Moabit. Teiner Ziergarten. Desaleichen mögen fich die Genoffen ber Ortsgruppen von Berlin an den vier Stellen pünktlich 10 Uhr vorm, elnfinden. Anschließend daran folgende Touren für den Nachmittags 1. bt fel en fte. 56. Abends Reblendorf, Gerece. 2. Abt.: Start früh 9½ Uhr Dieffenbach .: ftr. 36. 1 Uhr Rehlendorf, Gerede. 3. bt.: Start frith 9½ Ühe Laufiker Blas. 2 Uhr Baumschulenweg, Fichte. 4. Abt.: Start früb 9% Uhr Weberwiese. 5. Abt.: Start früh 9% Uhr Landsberger Plak, 6. Abt.: Start frith 0% he Ropenhagener Str. 26. 7. Mot: Start früh 9 Uhr Rolonieftz. 145. 8. Start früh 9½ Uhr Arminiusplak. 2 Uhr Bittenau, Eberhardt. 9. abt.: Start frith 9½ Uhr Sdulfir. 114. 10. bt.: Start frith 9% Uhr Comeniusplas. 3 Uhr Johannisthal, Botha. 11. Abt.: Start frith ½ Uhr Hochfit, 13, 12. b. Start frilb 9½ Ubt Sumboldthain. Drtsgruppe Spandan: Start früh& lit. samlenwen: Start früh 9 Uhr am Bahnhof. Ortsgruppe Charlottenburg: Start Motorfahrer: Start frith 9% Uhr Webermiefe. 13. bt., Gastwirtsgehilfen: Ortsgruppe Bistenberg: Start frith 9% Uhr Traveplas. Ortsgruppe Baum frith 9 Uhr Galvaniftr. 18. 1 Uhr ebenda. Ortsgruppe Reulu. Start früh 9 Uhr Canner, Ede Saalestraße. Rabfahrer Neutöllns! Sonntag, ben 15. fe bruar, früh 8 Uhr, Serkberanlah und Sermannsbahnhof Gammelftart aur Demonstration betreffend Straßensperre ab 1. März. Erfcheint in Maffen. Arbeiter Sportfertell, 9. Beair!( Wilmersdorf). Sämtliche Anschriften find Die angeschloffenen Bereine werden ersucht, fchnellstens ihre Delegietten nam über 17 bis 20 und über 20 Jahre getrennt melden. von jekt ab an den Sporinenoffen Barlow, Babelsberger Str. 51a, au richten. baft zu machen, ebenfalls die Rahl der Mitglieder Jugendliche unter und Rartell- Berbanb, 11. Bezirk( Schöneberg). Montag, den 16. Februar, 8 he, bel Lehmann. Mar., Ede Frik- Reuter- Str., aue Neulonftituierung des Bezirks fartells Delegiertenversammlung. Jeber Beceln hat seine Vertreter au ente fenden. Da wichtige Tagesordnung, vünktlicher Anfang. Damen- Schwimmverein Berlin 1923. Die Geschäftsstelle des Bereins be Findet fich jekt bei Gen. Martha Gewetow, Schliemannstr. 14. Alle Schrift. fachen nur an biefe Abreffe fenben. Ferner find legt: 1. Borfigende Gen. M. Gemelow, 2. Borlikende Gen. E. Binke, 1. Schriftführerin Gen.. Strehlow, 2 Schriftführerin Gen. M. Lindner, 1. Raffiererin Gen, E. Senler, 2. Raffiere rin Gen. M. Riefe, technische Leiterin Gen. R. Sennin, Sugendleiterin Gen. A. Krug, Mädchenleiterin Gen. Mara. Nettinger. Die Uebungsstunden bes Bereins find nach wie vor jeden Mittwoch in der Badeanstalt Oberberger Str. von 6 bis 7 Uhr. Fußballspiele am 15. Febenar. Borrunde um die Bezirksmeisterschaft, De. air! Diten: Oberfpree- Lichtenberg 2. Anfang 2½ Uhr. Borher Jugendspiel: Frisch- Frei- Adlershof. 1½ Uhr. Plan: Frisch- Frei- Blak. Niebers Bneweibe ( Gasanfialt). Gübmeft: Berta- 2. 2. 2 in Budenwalde, Sepheibe. 2% Uhr. Borher Schülerspiel: Cantwin- Teutonia. 1½ Uhr. Bittoria- Rehlendorfer BC. in Lankmik, Gemeindepart. 2% Uhr. Borber Schülerfpiel: Behlendorf gegen BC. Moabit, 1½ Uhr. Bezirk Rorben. Anfang 3 Uhr. Alemannia- Berta.( Adler- 12- plak, Christianiaftraße.) Belten- Pankom 08.( Belten, Bößomstraße.) Teutonia gegen Borwäris.( Teutoniapian. Chriftianiaftraße.) Bernau- Wader 24. ( Bernau, amt Wafferturm.) Gharnweberstraße.) Bittenau- Sathenow.( Bittenau, Sibarfer Str.) Union Fichte Nord- AGB. 24.( Reinienborf- eft. gegen Helvetia,( Bantom. Bidetswerber Str. Bader 20-2bfer 12.( Czeraler plak, Schönhauser Allee.) TB. Bankow- BC. Moabit.( Bantow, Andreas. Sofer- Blck.) Minerva- Boruffia.( Borfiawalbe, Contabftraße) distal gegen minieren. Pana Amateure.( Sobenneuendorf, Berliner Sie.) Cifenspalteret( Eberswalbe.) A. air? Often. Tasmania- Rontordia. Stealit.( Weißenfee, Rennbahn.) Brandenburg 02- SV. 16. ( Fredersdorf) Germania gegen Citelitraße.) BSB. 22- Sparta ( Lichtenberg, Fichte- So- Sparta B.( Baumschulen wea, Röpenider Landstrake.) Ablershof ( Bohenschönhausen. Sommerftraße.) gegen Frisch- Frei.( Vlershof, Bismardstraße.) Stralan- Renfölin- Bri ( Strolau, GoŔlerftraße.) Reißenfee- B. f. 8. TBC. Britannia- Neukölln.( Treptow, Blänterwald.) Borher spielen untere ( Weißenfee, Rennbahn.) Marnschen.( betet: Rormities aenhrefn Golferspiele.) Touristenverein Die Naturfreunde", Rentrale Wien, Abt. Norben. Diens bag, ben 17. februar, finbet im Seim Sonnenburger Gre. 20 bie Neu Constituierung der Abteilung ftatt. Gäste haben einen 8utritt. Anschrift: Ernst Dies. Invalidenstr. 32. Beffer für Berlin und Umgegend: Etwas fübler, meint Betöltt, später Teldste Regenfälle, ziemlich lebhafte füdöstliche bis fübliche Winde. Für Deut chland: In der weitlichen Bälfte des Reiches zahlreiche Regenfäue, im Dften noch vielfach beiter, überall etwas Abfühlung. Wirtschaft Welthandelsflotte und Weltschiffsban. Am 1. Juli 1914 hatte die gesamte Belthandelsflotte ein Fas fungsvermögen von etwas über 49 millionen Brutto- Register Tonnen) und am 1. Juli 1919 trotz aller Kriegsverluste ein solches von rund 51 Millionen BRI. Bis zum 1. Juli 1923 wuchs das Fassungsvermögen auf etwas über 65 Millionen BRI.( er reichte damit feinen bisherigen höchsten Stand) und ging zum 1. Juli 1924 auf 64 Millionen BRT. zurüd. Der Unterschied zwischen der Gesamttonnage vor dem Kriege und in der Gegenwart ist recht erheblich( zuletzt ein Mehr von 15 Millionen BRI. gleich 31 Broz.). Außerdem hat sich das Verhältnis der Tonnage der qualifizierten Schiffe zur Gesamttonnage verbessert. Bäh rend 1914 die stählernen und eisernen jeegehenden Dampfer und Motorschiffe von je mehr als 100 BRI. von der Gesamttonnage 86,6 Proz. ausmachten, mar 1924 dies Berhältnis auf 90 Broz. ver bessert. Noch schwerer wiegt die Auswirkung der unaufhörlichen technischen Revolution( Steigerung der Schiffsdurchschnitts größe, Berdrängung der Segelschiffe, Bermehrung der Motorschiffe, Uebergang von der Kohlen zur Delfeuerung u. a.). Gab es 1914 erit 3608 Dampfer und Motorschiffe von je mehr als 4000 BRI., fo stieg diese Zahl bis 1924 auf 5916. Das prozentuale Berhält nis von Schiffen mit Kohlen- und Delfeuerung und von Motor schiffen und Segelschiffen hat sich von 1914 bis 1924 wie folgt entwidelt. Bon der Gesamttonnage entfielen Prozent auf Dampfer mit Kohlenfeuerung Delfeuerung DO . Segelfchiffe. . Motorschiffe 1914 1924 88,84 66,2 9> 2,05 8,06 0,45 26,79 3,92 8,09 Erhebliche Berschiebungen find im Befitstand der ein. zelnen Länder eingetreten. Die stärkste Veränderung hat der Befihstand der Bereinigten Staaten erfahren; er betrug 1914 erst 1,8 Millionen BRI. an qualifizierten Schiffen der oben bezeichneten Art, 1924 dagegen 11,8 millionen BRT. Mit diesem Besitz stehen die Bereinigten Staaten gegenwärtig an zweiter Stelle in der nach Flottengrößen geordneten Landerliste. Bor thnen steht nur England, das 1914 und 1924 einen etwa gleichen Bestand feine Kolonien ihren Besit in demselben Jahrzehnt von 1,4 auf von 18,9 millionen BRI. qualifizierter Schiffe aufwies, während 2,2 Millionen BRT. vergrößerten. An dritter Stelle folgt heute cpan, das 3,6 millionen BRI. befigt gegen nur 1,6 im Jahre 1914. Die vierte Stelle nahm 1924 Frankreich ein, das über 3,2 Millionen BRT. verfügt gegen 1,9 millionen BRT. vor dem Kriege. Starf vermehrt haben ihren Handelsflottenbestand außer bem Holland und Italien. Deutschland stand 1914 an zweiter Stelle( wenn auch in cifernen feegehenden Dampfern und Motorschiffen von insgesamt meitem Abstand hinter England) mit einem Befig an ftählernen und 5,1 Millionen BRT. Am 1. Juli 1924 ftand Deutschland an fünf. ter Stelle mit faft 2,9 millionen BRI. solcher Schiffe.( Einschließlich der geringer qualifizierten insgesamt 2003 Schiffe mit 2953 671 BRE.) Nach einer weitgehenden Schwächung der deutchen Handelsflotte durch Kriegsverlufte und Abieferungen infolge bes Friedensvertrages befindet sich diese legt wieder auf ansehnlicher Höhe. Der Zuwachs durch Neubauten und Räufe im Ausland hat vom 1. Juli 1922 bis 30. Suni 1923 703 000 BRT. und von 1923 bis 1924 364 000 BRI. betragen. Die erzwungene Erneuerung der deutschen Handelsflotte hat eine Modernisierung des Siffs best andes herbeigeführt, die als Qualitätsunterschied fomohl gegen 1914 mie gegen den Durchschnitt der Welthandelsflotte erheblich ins Gewicht fällt. Während im Weltdurchschnitt 27 Bros. Handelsflotte der Tonnage nach zu 52 Broz, aus folchen Schiffen. der Tonnage weniger als fünf Jahre alt find, besteht die deutsche Der Welthandels Schiffbau brachte im Jahre 1913 ein Ergebnis von 3,3 Millionen BRT. Im Kriege fanten seine Ergeb. iffe infolge der Inanspruchnahme der Werften für Kriegszwede porübergehend( 1915) auf 1,2 Millionen BRT., um sich dann nach 2,9 Millionen BRT. im Jahre 1917 unter dem Einfluß der an gespannten Tätigkeit amerikanischer Schnell und Serienbau- Werften auf 5,4 Millionen BRT. im Jahre 1918 zu heben. Das Jahr 1919 brachte einen Reford mit 7,1 Millionen BRT. Darnach sind die Ergebnisse von Jahr zu Jahr zurüdgegangen bis auf 1,6 Millionen BRT. im Jahre 1923. Das Jahr 1924 hat wieder einen geringen Aufschwung gebracht mit einer Neubautonnage von fnapp 2,2 Mil. lionen BRI. Am 31. Dezember 1924 waren auf allen Werften zufammen 2,47 Millionen BRT. noch in Auftrag. Der deutsche Handelsschiffbau lieferte 1913 465 000 8RT.; Das waren 14 Broz. der gesamten Neubautonnage aller Werften der Erde. Im Jahre 1922 wurbe mit 526 000 BRT. ein Reford erreicht. Im folgenden Jahre stellte der deutsche Schiffbau 21% Broz. ( 345 000 BRT) ber sämtlichen Neubauten; davon wurden 70 Prog. ftellten die deutschen Werften mur 151 000 BRT. fertig. Am 31. De für deutsche Auftraggeber gebaut. Im vergangenen Jahre( 1924) zember 1924 hatten fie einen Auftragsbestand von 855 000 bavon allein 274 000 BRT. Motorschiffe. R2, Der Schiffbau befindet fidh ameifellos in einer schweren Krise. Die Produktionsanlagen find vor und gleich nach Kriegsende außer ordentlich ausgedehnt worden, um der erwarteten Schiffsrauminot begegnen zu fönnen. Da fich in der fapitalistischen Gesellschaft der gesellschaftliche Berstand"( die richtige Ordnung der Dinge) immer erst nachträglich durchsetzt, so haben die Vorbereitungen des Schiff baues die angemessenen Grenzen weit überschrite ten. Die Aufgabe, die teils schon der Krieg mit der Heranziehung der amerikanischen Wirtschaftstraft für die europäische Entscheidung, die anderseits der Friede mit der Wiederaufnahme der internatioperlufte an Handelsschiffen haben nämlich betragen: nalen Handelsbeziehungen stellte, war riesengroß. Die Kriegs. *) Die Register- Tonne ist ein Raummaß, und zwar be. zeichnet sie einen Raum von 100 engl. Rubitfuß, das find 2,8315 Subikmeter. In Brutto Register Lonnen( abgefürzt BRI. wird der Rauminhalt der Schiffe ausgedrückt einscht. Bunter, Tanks, Maschinen und Mannschaftsräumen ufm. Retto. Register- Ton nen bezeichnen ben Nußraum eines Schiffes für Fracht und Baffa gierbeförderung. 1914. 162 Schiffe mit 1913. 726 1916. 1 187 1917 2 784 1918. 1 052 372 277 BRE 1 488 173 2.328 688 6 860 862 2744 172 T. aufammen 5 861 Schiffe mut 18 248 672 sehr schnell fertig geworden. In wenigen Jahren ist die Welt Der Schiffbau ist mit der Aufgabe, diese Berluste zu ergänzen, tunnage nicht nur wieder auf den 1913er Stand gebracht, sondern noch um 16 Millionen BRI. barüber hinausgeführt worden. Es liegt auf ber hand, daß nach der versehentlich" doppelten Er füllung der einmalig gestellten Aufgabe, die Kriegsverlufte auszu gleichen, die ins Maßlose gesteigerte Produktionskraft im Schiffbau zu einem sehr großen Teil dauernd brachliegen oder umgeftellt merden muß. Alle Versuche( nicht nur in Deutschland), diesem Schidsal etwa durch Staatshilfe zu entgehen, indem eine Neu bautätigkeit fünftlich gefördert wird, für die normalerweise( international betrachtet) gar fein Antrieb vorliegt, müssen an ihrem Bidersinn scheitern. Wenn auch die Berhältnisse in den einzelnen Ländern verschieden liegen, so stehen doch alle unter dem gleichen Drud des Mißverhältnisses zwischen der um ein Drittel vergrößerten Handelsflotte und der im Verhältnis zu Borkriegszeiten um ein Biertel geringeren Gütermenge, die im internationalen Verkehr zu bewegen ist. Die jetzt der deutschen Schiffahrt gewährte Beihilfe des Staates fann nur soweit gerechtfertigt werden, wie ihr Zwed ein rein sozialpolitischer ist. Sie darf zu feiner Aufblähung der deutschen Handelsflotte führen, damit diese von dem Schicksal verschont bleibt, wie der größte Teil der Bereinigte. Staaten- Flotte und wie erhebliche Teile der englischen, französischen und japanischen Flotte un tätig aufliegen zu müssen. Im Schiff bau selbst darf die Staatshilfe der notwendigen Umstellung nicht hinderlich sein und die Entwicklung zum Motorschiffbau nicht hem men, durch den vermöge besonders günstiger Berhältnisse der deutsche Schiffbau die Aussicht hat, im internationalen Konturrenztampf der Werften erhebliche Aufträge zu erlangen. <--. Die Preisbewegung. handelsindegziffer des Statistischen Reichsamts ist gegens Die auf den Stichtag des 11. Februar 1925 berechnete Großüber dem Stande vom 4. Februar( 136,7) um 0,5 Bros. auf 136,0 6urud gegangen. Niedriger lagen vor allem die Preise für Ges und die meisten Textil- Rohstoffe. Geftienen find die Preise für treide, Schmalz, Heringe, Rind- und Schweinefleisch, Sped, Kalbfelle Butter, Zucker, Milch, Baumwoll- Halbftoffe, die meisten Nicht- ifenmetalle, Benzin und Maschinenöl. Von den Haupigruppen sind die Lebensmittel von 135,5 auf 134,3 oder um 0.9 Broz. zurüdgegangen. Die Industrie stoffe blieben mit 139,2( Borwoche 139,0) nahezu unverändert. Die Reichsinbergiffer für die Lebenshaltunes. fleidung) für Mittwoch, den 11. Februar, hat sich nach den Fest foften( Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und BeBorwoche( 124,8) nur wenig verändert. ftellungen des Statistischen Reichsamts mit 125,1 gegenüber der Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage. Ueber die Wirtschaftslage im Januar und am Anfang Februar erstattet das Reichsarbeitsblatt" folgenden Bericht: Der anfängliche um die Jahreswende in der Regel eintretende Stillstand und Rüdgang wurde schnell überwunden, und eine weitere leichte Aufwärtsbewegung, in erfter Linie der Eisenindustrie mie des Spinnstoffgewerbes, trat der Zunahme des Geschäftsganges weniger berührt. Auch da, wo ein. Der Maschinenbau und einige andere Gewerbe wurden pon der Absatz stieg, blieben aber die umfaße dennoch weit hinter bem Friedensstand zurüd. Die erhöhte Auftragserteilung, Teil darauf zurüd, daß mit einer Frühjahrsbelebung, vor allem im namentlich an die Eisen- und Metallindustrie, gent zum wesentlichen Cindeckungen auch die Erwägung eine Rolle, daß sich die in letter Baugewerbe, gerechnet wird. Gleichzeitig spielt bei diesen Beit einsehende Breissteigerung für Eisen und andere Roh- und Hilfsstoffe in weiteren Berteuerungen auswirken werden. schäftigten berichteten an das Reichsarbeitsblatt über ihren Bes 2701 typische industrielle Betriebe mil 1.27 Millionen Behäftigungsgrad im Januar und machten Bergleichsangaben zum Monat vorher. Der Anteil der Arbeitskräfte, die Betrieben mit schlechtem Geschäftsgang angehörten, ging von 30 v. 5. im Dezember auf 28 v. 5. im Januar zurüd, während der für die Nach den Feststellungen der Landesarbeitsämter hat sich die Lage gut befchäftigten Betriebe von 25 v. 5. auf 26 v. 5. stieg. der Industrie erst in der letzten Januarwoche gebessert. Die Ar beiterentlaffungen, die in der Regel Ende Dezember und Anfang Januar in geringem Umfange stattfinden, dehnten sich teilweise bis in die vorlegte Januarwoche aus. An der Zunahme der Hauptunterstüßungsempfänger von 458 129 am 15. Dezember 1924 auf 583 136 am 15. Januar 1925( am 1. Januar: 535 654) find in die mit Arbeiten im Freien verknüpft sind, wie die 2 andwirts höherem Maße als die eigentliche Industrie die Gewerbe beteiligt, fchaft und die verschiedenen Außenberufe. Trot tes im all. gemeinen milden Winterwetters hatten in vielen Bezirken die Ar beiten im Freien unter der Unbeständigkeit der Witterung za Ertrags oder Bermögensbilanz? Die sehr wichtige Frage, ob in der Reichsmarferöffnungsbilanz die Bermögensbewertung nach dem zu erwartenden Ertrage oder ob sie nach dem erkaufswert der Anlage und Bermögenswerte erfolgen soll, war der Streitpunkt in der mehr als acht Stunden währenden General versammlung der Eduard Lingel, Schuhfabrit.A.- G. Die Bere waltung und mit ihr die Revisoren, die die Reichsmarteröffnungs bilang geprüft haben, find der Ansicht, daß eine Bilanz so aufgestellt fein müsse, daß fie die Grundlage für eine Rente bilde. Die Lage der Gesellschaft war burdy ble Inflationsjahre sehr ungünstig ge morden. Sie hatte sich über Gebühr ausgedehnt und war nun nicht imftande, ihre Betriebsanlagen voll ausnußen zu fön nen. Das brachte dem Unternehmen erhebliche Verluste und bei der Reichsmartbilanz, die eine Schuldenlast von zirta 4 Millionen Reichsmart aufweist, ist zu berücksichtigen, daß ohne eine neue Kapitalserhöhung diese Schuldenlaft nicht abgestoßen mera ben fann und daß dieje Kapitalserhöhung nur vorgenommen werden fann, wenn der Seichner der neuen Aftien günstige Bedingungen Unsere Leistungsfähigkeit TACK SCHUH dar gute Lomad Schuffabric Zack & CleA BurghM 113 eigene Verkaufsstellen im Reiche, davon 18 in Groß- Berlin. SW, Friedrichst.240/ 41 W, Potsdamer Str. 30 W. Schillstr. 16 NW, Beusselstr. 29 NW, Turmstr. 41 1250 Vornehmer Herrenschnürstiefel, Original Goodyear Welt NW.Wilsnacker Str.22 N, Brunnenstr 87 N. Danziger Str 1 N, Friedrichstr. 130 N, Müllerstr. 3 1250 Damen- Lackschuh, moderne Form, erstklassiges Material O, Andreasstr. 50 O, Frankfurter Allee22 SO, Oranienstr. 2 a SO, Wrangelstr. 49 C. Spittelmarkt 15 1450 Brauner DamenHalbschuh, la Chevreau, Orig. Goodyear Welt C, Rosenthaler Str. 14 Neukölin, Bergstraße30/ 31 Charlottenburg, Wilmersdorf Str. 122/23. Potsdam, Brandenburger Str. 54 Bilanz in der Absicht, stille Reserven zu schaffen, über das notwendige Maß hinausgegangen ist, jedenfalls scheint uns das Prinzip, eine Eröffnungsbilanz so aufzustellen, daß sie die Grundlage für das Weiterarbeiten und nicht die Grundlage für die Liquidierung bildet, das einzig mögliche fchon im Interesse der Kapital beschaffung. Der Wert eines Unternehmens bei einer Liquidation wird ja auch legten Endes von den Rentabilitätsmöglichkeiten abhängen. Diese lassen sich zurzeit bei unserer Wirtschaft überhaupt nicht übersehen. Das gibt jedoch vielen Gesellschaften die Möglich feit, unter Mißachtung der Attionärsrechte eine weit über das Not wendige hinausgehende Zusammenlegung vorzunehmen. Inwieweit das im vorliegenden Falle geschehen ist, darüber wird die der Generalversammlung nachfolgende gerichtliche Auseinandersetzung Klarheit bringen. Stadtanleihen merden nach Gattungen getrennt, in den Büchern der Treuhandstelle registriert auf Grund der ausgefüllten vorgeschriebenen Bordrucke, die den sich meldenden Anleihebefizern zugefandt werden. Das Ergebnis wird der Reichsregierung und dem Aufwertungsausschuß des Reichstages nach Abschluß der Registrierarbeiten übermittelt. Für die Beurteilung der Zinsbelastung und der eventuellen Amortisationsquote find die gewonnenen Zahlen die erforderliche Grundlage. Die Anmeldung ist bei der Treuhandstelle BerlinCharlottenburg, Berliner Straße 100, zu bemirfen. vorfindet. Außerdem ist es notwendig, die weitläufige Gesellschaft| nen. Benn and vielleicht die Lingel- 2.- G. bei der Aufstellung der i umíaufenden Reichs, Kriegs-, Staats, Brovinzials, Streis und einfacher zu gestalten, die Verwaltung zu reformieren und eine Zu fammenlegung von Betrieben vorzunehmen. Im Gegenfaz dazu steht die Opposition, die im wesentlichen durch die Borbefizer des Unternehmens repräsentiert wird, auf dem Standpunkt, daß es der neuen Gruppe, die die neuen Attien übernehme, nur darauf antomme, die in andern Händen befindlichen Attien billig zu befommen, um auf diese Weise unter Aufbringung geringer Ropitalien Herr über ein so wertvolles Unternehmen, wie es die Schuhfabrik Lingel darstelle, zu werden. Es feien aus diesem Grunde die Aktiva der Gesellschaft start unterbewertet worden und es fei eine Sumutung an die unabhängigen Aktionäre, bei einer Gesellschaft, die so start zusammenlege wie die Lingel- 2.- G.( 50: 1), offene Refernen in Höhe von zirka der Hälfte des ausgewiefenen Reichsmarttapitats zu stellen. Die Berwaltung hält demgegen über die offenen Reserven in dieser Höhe für erforderlich, damit bei etwaigen Berlusten diese aus dem Reservefonds gedeckt werden fönDie Treuhandstelle für die Anmeldung der öffentlichen Anleihen e. V. hat ihre Arbeiten aufgenommen. Die noch Mufifaufträge SO übergibt man nur dem Stadjweis des Deutschen Mufifer Verbandes, Berlin O 27, Andreasstr. 21( Königstadt 4310). Geschäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbesuch. Billiger Sonnabend Mengenabgabe vorbehalten Etamin kariert oder gestreift Meter 0.75 Lakenstoff Hausmacher Art, ca. 150 cm breit, schwere Qualität, 1.95 .. Meter Sportwesten $ 3.75 für Damen oder Herren, mit zwei Taschen Oberhemden weiß, ungewasch., mit Pikee- Faleneinsatz und Umschlagmanschetten 4.90 UllsteinJANDORF Damenwäsche Untertaille mit Stickerei.. .... 0.68 Damenhemd mit Hohlsaumgarnierung 1.25 Beinkleid mit Hohlsanm, geschlossen. mit Prinzeßrock suckerei und Banddurchzug 1.45 2.45 Damen- Konfektion Kasak aus kunstseiden. 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Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. 0.75 Hauswäsche Wischtuch rot kariert, gesäumt und gebändert. 0.28 Küchenhandtuch Gerstenkom, ges, geb. 0.58 Handtuch Leinen 0.98 ca. 48X100 cm rein Kaffeedecke Javagewebe, ca. 120x120 cm. 2.45 Weißwaren Bubi- Kragen steife Form, gute Qualit. 0.78 Opal- Blende eld Blusen, ca.6 cm br- Meter 0.85 Matrosengarnitur Kragen und Manschetten 0.95 Ballschalkunstselde. in vielen Farben 1.45 Hardarbeiten Genre Alt- Meißen" Kissen vorgezeichnet, ans starkfädigen Stoff. vorge Quadrate ca. 30x30 cm 1.25 seichnet, 0.28 Decke 40x40 cm vorgezeichnet. Kaffeewärmer vorgezeichnet. Strumpfwaren Damenstrümpte schwarz, Ferse a Spitze verst. 0.48 Damenstrümpfe Seidenflor. Herren- Socken farbig od. 0.95 0.20 Strickwolle schwarz meliert, ca.100 Gramm Docke0.90 Gardinen Scheibengardinen mit Bandeinfassung Mtr 0.48 Künstlergardinen Etamin Steilig. 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Perl- Magdeburg( S03.). der Pensionen von sozialdemokratischen WürdenDie zweite Lesung des Reichshaushaltsplanes wird beim Reichs- trägern und denen der Offiziere dürfte sehr zu gunsten der ersteren arbeitsministerium fortgefeßt. ausfallen.( Stürmischer Widerspruch der Sozialdemokraten.) Abg. Koch- Düsseldorf( Dnat.) begründet einen Antrag gegen Eisenbahnerabbau im besezten Gebiet. Staatssekretär Geib erflärt, daß mit der Reichsbahn schon Fühlung genommen fei. Die Forderung nach einem Anmeldezwang bei den Arbeitsnachweisen werde geprüft werden. Abg. Groß( 3.) wünscht vorbeugende Maßnahmen, damit die entlassenen Werkstättenarbeiter nicht einfach den Gemeindeverwaltungen zur Last fallen. Abg. Hoch( Soz.) tritt dieser Beschwerde bei. In Zeiten wie den heutigen dürfe man nicht noch dazu übergehen, die betreffenden Arbeiten der Privatindustrie zu übertragen. Abg. Rädel( Komm.) fordert volles Mitbestimmungsrecht der Erwerbslosen bei den Arbeitsnachweisen. Ueber die Militärrenten spricht Abg. Roßmann( Soz.): Ich habe schon vor einigen Wochen auf die Rechtsprechung des Reichsversorgungsgerichts hingewiesen, die neuer dings geeignet ist, das Vertrauen der Kriegsopfer zur Rechtsprechung zu erschüttern. So werden Senate, die gut zusammenarbeiten, auseinandergerissen und durch andere erseßt, die nicht das notwendige soziale Empfinden befizen. Bis auf wenige Ausnahmen werden die Beisitzer aus Berlin oder der näheren Umgebung von Berlin genommen. Es wäre wünschenswert, wenn Beisitzer aus dem ganzen Reich genommen würden. Angeblich offenbar ungerechtfertigte Returje werden zurückgewiesen, ohne daß den Kriegsopfern die Gelegenheit gegeben wird, Beweise für ihren Anspruch beizubringen. Schärfften Widerspruch müssen auch solche Urteile hervorrufen, die auf der einen Seite bei Leuten, die ein hobes Einkommen haben, deren soziale Stellung berücksich tigen, daher den Eltern Rente zusprechen, auf der andern Seite, menn es sich um Arbeiter mit vielleicht einem Einkommen von 1200 Mart im Jahr handelt, die Unterhaltspflicht dieser Arbeiter feststellen und den Eltern feine Renten zusprechen!( hört! hört! bei den Goz.) Lebhaften Unwillen hat ein Urteil des großen Senats des Reichsversorgungsgerichts hervorgerufen, daß An den Offizieren hat der Staat immer gespart. Die alten Offiziere stehen in besten Beziehungen zu denen der Reichswehr. Auffallend ist es, daß die Soziademokraten eine Bensionserhöhung nur bei den Offizieren befämpfen. Den Offizieren ist ihre ganze Berufsstellung genommen. Ihre Lage ist verschärft durch die Inflation. Nicht um mate. rieller Interessen hat das Offizierskorps das Vaterland verteidigt. Die Offiziere verteidigen nur ihre wohlerworbenen Rechte.( Beifall rechts.) Abg. Roßmann( Soz.): Ich habe mit feinem Wort die Offiziere als Berufsstand angegriffen. Es handelt sich hier ganz allein um eine Rechts. frage. Ich habe auch nicht von politischen Gründen des Urteils gesprochen, sondern von möglichen politischen Folgen, die aus einer folchen Rechtsunsicherheit entstehen könnten. Wir treiben keine Offiziershege, mir weisen einen solchen agitatorischen Bor wurf mit aller Eitschiedenheit zurück.( Beifall der Sozialdemokraten.) Abg. Rädel( Komm.): Wir Kommunisten haben tein Interesse daran, die Republik zu aber wir müssen gleichwohl darauf hinweisen, daß die Abfindungen verteidigen, der Offiziere aus den Taschen der Steuerzahler genommen werden. In Sowjetrußland werden kriegsbeschädigte Offiziere und Mannschaften vollkommen gleich behandelt, in Deutschland haben die Offiziere so hohe Pensionen, daß sie ohne jede Arbeit davon gut leben Ministerialrat Kerschensteiner: fönnen. Daß in den letzten Jahren ein besonders starker Personenwechsel beim Bersorgungsgericht eingetreten ist, trifft nicht zu. Die hohen Beweiserhebungsfoften im Jahre 1924 werden sich 1925 verringern, weil mit einer wesentlich geringeren Zahl von Refurjen gerechnet werden fann. Das grundfähliche Urteil des Reichsversorgungsgerichts betraf eine ftrittige Rechtsfrage. Die Reichsregierung hat in dieser Frage ihren Standpunkt entschieden vertreten, aber das Urteil ist nach eingehenden Beratungen und nach Würdigung des gesamten Materials durch das Gericht ergangen. Das Gericht hat damit den Grundfah aufgestellt, daß§ 6,3 des Offizierspensionsgefehes auch heute noch gilt. den affiven Offizieren der alten Armee die Pension aus der einmal befleideten höheren Kriegsstelle zuspricht. Wenn ich dieses Urteil fritisiere, so bewegt mich feine Boreingenommenheit gegen den Stand der Offiziere, Alle Senate des Reichsversorgungsgerichts müssen diesen Grundsas fondern ich mende mich lediglich aus Rechtsgefühl dagegen. Vor bei ihrer Rechtsprechung anwenden, denn sonst wäre eine eindem Krieg war diese Bevorzugung der Offiziere gegenüber den Be- heitliche Rechtsprechung nicht möglich. Die Regierung hat deshalb amten noch leichter zu ertragen, der Krieg hat aber ganz unge durch die Verordnung vom 8. Januar 1925 diese Frage einheitlich abnte Beförderungsmöglichkeiten für die aktiven geregelt. Die Kosten, die durch diese Entscheidung entstehen, habe Offiziere gefchaffen. Noch 1920 ist ein ähnlicher Anspruch der ich bereits im Ausschuß auf 18 bis 20 Millionen jährlich angegeben. Reichswehroffiziere abgewiesen worden, dafür wurden fie bei Der Ausschußantrag, worin die Regierung ersucht wird, diese Berder neuen Gehaltsordnung verhältnismäßig günstig behandelt. Es ordnung zurüdzuziehen, wird mit einigen anderen Anträgen nus festgestellt werden, daß das alte Recht der aktiven Offiziere in diefer Frage dem Ausschuß für Kriegsbeschädigtenfragen überdurch das neue Gehalts- und Pensionsrecht längst abgegolwiesen. ten ist. Es handelt sich bei ihnen genau jo um eine Folge der Geldentwertung wie bei allen von der Inflation Betroffenen. Das neue Pensionsgefeß ist bewußt hinter den alten Leistungen zuridgeblieben mit der Begründung, daß die Bezüge der Ber armung des Reichs angepakt werden müßten. Es würde zu ganz außerordentlichen Folgen führen, wenn alle Pensionen auf Grund der alten Goldmartpenfionsrechte anerkannt würden. Die Regierung hat bis vor wenigen Monaten teinen anderen Stand punti eingenommen, aber vor biefem Urteil hat das Reichsfinanzministerium die Waffen gestredt. Es foftet das Reich nach Mitteilungen des Offiziersbundes 50 Millionen Mart jähr. lich( hört! hört! bei den Soz.) Wie sich dieses Urteil auswirkt, ficht man an folgendem Beispiel: M In vielen Fällen haben Offiziere, die bei Kriegsausbruch Cherftleutnant waren, als Oberst eine Brigade im Kriege befehligt. Statt aus 6000 M. Grundgehalt sollen sie jetzt aus 13 000 m. pen fioniert werden! Die Regierung hätte den bisherigen Rechtsstand puntt wahren und vom Reichstag verlangen müssen, daß er der 7. Ergänzung zum Besoldungsgefez rückwirkende verfassungs ändernde Kraft gibt. Wenn es sich um die Kriegsopfer und deren Hinterbliebene handelt, da ist die Regierung viel härter. His mir eine fleine Entschädigung für die abgefundenen 20proz. Kriegsbeschädigten verlangten, die 15 Millionen Mark eine malige Ausgaben ausmachen sollte, hat der Finanzminister mit seinem Rüdtritt gedroht. Genau so war es bei der Abfindung der wiederverheirateten Witwen; die Finanz- und Kaffenlage des Reiches gestatte das angeblich nicht. Wenige Monate später find aber hunderte Millionen in den dunklen Gewässern der Ruhr verschwunden. Man verweist bei der Begründung der Ansprüche der früheren aftiven Offiziere auf höhere Leistungen und höhere Berantwortlich keit. Aber die Mannschaften, Unteroffisiere und Reserveoffiziere haben dasselbe geleistet und nichts anderes geerntet als eine schwere wirtschaftliche and ideelle Schädigung. Ich mache heute darauf aufmerksam und werde abwarten, ob der Ausschuß, der sich damit beschäftigen muß, die volle Verantwortung für eine fampflose Hinnahme diefes Urteils übernehmen wird, zu derselben Zeit, wo die Kriegsopfer im Durchschnitt mit 285 Mart Rente pro Jahr abgefunden werden, wo Taufende von Kriegsverletzten, hie beide Beine verloren haben, 35 Mart Rente im Monat ei halten, wo 721 000 Kriegsopfer durch die Entwertung ihr Ab findungsgeld und ihren Rentenanfpruch verloren haben, denen man nichts mehr geben will. Auf die schweren politischen und finan ziellen Felgen des Urteils des Reichspersorgungsgerichts hinzumeisen, hat mir mein Gewissen vorgeschrieben. Jezt überlegen Sie es fich, ob Sie dauernd die Berantwortung dafür übernehmen wollen.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.y Abg. Brüninghausen( D. Bp.): Es ist unbentbor, daß das Reichspersorgungsgericht aus politischen Rücksichten urteilen tönnte. Den häufigen Personenwechsel in den Senaten des Reichs. versorgungsgerichts bitte ich möglichst zu vermeiden. Bon der Bestimmung, baß für vorübergehende Bahrnehmung einer höheren Stellung eine höhere Bension zusteht, wird eine sehr große Anzahl pon Offizieren gar nicht beirpffen. Man jollte nicht immer die Entscheidung der höchsten Gerichte anzweifeln. Dadurch wird das Vertrauen in die Rechtssicherheit gefährdet. Bei den einmaligen Ausgaben für Sozialpolitik, Bolkswirtschaft und Arbeiterschutz fordert der Ausschuß u. a. die Vorlegung eines Hausgehilfengefeges. Abg. Frau Reiße( Soz.): Sonnabend, 14. Februar 1925 daher auch nicht vollkommen ist. Bei der Beratung im Ausschuß merden mir die notwendigen Berbesserungsanträge stellen. Bor allen Dingen muß den Hausgehilfen ein Recht gegeben werden, auf das sie sich berufen können. Arbeitszeit und Urlaub sind so zu regeln, daß das Arbeitsverhältnis nicht den vollen Menschen beansprucht. Noch immer nicht wollen die Klagen verstummen, daß die Hausgehilfen 12 bis 16 Stunden täglich beschäftigt die nur Pflichten zu erfüllen haben. Ohne die Hausangestellten werden. Biele Haushaltungsvorstände sehen in ihnen nur Menschen, lich. Manche Hausfrauen wünschen ein freundliches Bemäre ein harmonisches Zusammenleben vieler Familien nicht mögnehmen von den Angestellten, ohne danach zu fragen, ob sie zur Berstellung gezwungen werden. Nicht weniger zu wünschen übrig läßt die Wohnung und die Beköstigung. Es ist traurig, daß das erst einer gesetzlichen Regelung bedarf! Wir erwarten von dem Gesez eine Hebung des Berufsstolzes und eine Stärkung der Berufsfreude. Aber die Hausangestellten dürfen nicht geringere Rechte als die übrigen Arbeitnehmer haben.( Lebh. Beif. b. d. Soz.) Der fozialdemokratische Gesezentwurf geht an den sozialpoliti. schen Aussuchß. Die Beratung des Antrags Müller Franken( Soz.) auf Borlegung des Entwurfs eines Sch anfstättengefeges foll auf Borschlag des Abg. Schult( Dnat.) von der Tagesordnung abgefegt werden. Hierüber wird Auszählung nötig, die die Annahme des Antrages Schulz mit 141 gegen 131 Stimmen ergibt. monach für die Weine des Jahrgangs 1924 die in§ 3 Abs. 2 des Nach kurzer Besprechung wird ein Gesezentwurf angenommen, Weingesetzes vom 7. April 1909 vorgesehene Zuckerungsfrist bis zum 31. März 1925 erstreckt wird. Steuerabzug Abg. Dr. Herh( Soz.) beantragt, auf die morgige Tagesordnung den Anirag der Sozialdemokraten zu sehen, wonach die Reichsregierung erfucht werden foll, einen Gefchentwurf vorzulegen, der die Borschriften über den 1. der steuerfreie Lohnbetrag auf 100 t. monatlich( 24 Reichsmart Dom Arbeitslohn dahin ändert, daß wöchentlich) erhöht wird, 2. auch in den Fällen von Lohnausfall infolge Arbeitslosigkeit, Krumtheit, Kurzarbeit, Streit, Aussperrung usw. sowie bei den Saisongewerben der volle jährliche Steuerfreie Lohnbetrag im Wege des Lohnsteuerabzugs gutgebracht wird. Die Regelung dieser Materie fei außerordentlich dringlich Es habe große Erbitterung unter den Lohnempfängern erregt, daß eine Milderung der Besitzsteuern vorgenommen werden solle, deshalb sei eine beschleunigte Beratung des sozialistischen Antrages eine dringende Notwendigkeit. Abg. Hergi( Dnat.) wünscht, baß dieser Antrag nur dann auf die Tagesordnung der morgigen Sigung gelegt werden solle, wenn er ohne Debatte dem Steuerausschuß überwiesen werde. Abg. Dr. Herh: Zu dieser Zusage fönnen sich meine Freunbe nicht verstehen, zumal Sie( nach rechts) im Ausschuß bereits den Berjuch unternommen haben, Ihre bringlichen Angelegenheiten sofort zu regeln, ohne sie auf die Tagesordnung des Reichstags zu sehen. Auf eine Besprechung unseres Antrags fönnen wir nicht verzichten. Der Antrag Herz wird hierauf gegen die Stimmen der So zialdemokraten und der Kommunisten abgelehnt. Heute Sonnabend 1 Uhr: Meine Vorlagen und Anträge, Schluß 5% Uhr. Schon vor dem Kriege war festgestellt worden, daß die Zahl der Der Aeltestenrat des Reichstags Hausangestellten absolut und relativ zurüdging. Das hat sich feitdem nicht geändert. Es regt nicht zu Ergreifung des Berufs an, bestimmte in seiner geftrigen Sigung den Geschäftsplan des Reichswenn die Mädchen entweder teine Möglichkeit zum Besuch einer tages. Am Montag wird die Beratung über den Haushalt bes Fortbildungsschule haben oder wenn dort, wo es gelingt, für die Reichsverkehrsministeriums beginnen. Daran jollen fid; Sausangestellten wirtschaftlichen Unterricht einzuführen, ihnen der die großen Debatten über die Immunität der fommunistiSchulbesuch von den Hausfrauen als freie Zeit angerechnet schen Abgeordneten, die an dem Leipziger Prozeß beteiligt find, anschließen. Eine Sigung des Ausschusses für die besetzten wird. Der Reichstag hat schon früher die Borlage eines Hause Gebiete wird in der nächsten Woche in Köln stattfinden. In bezug gehilfengesetzes verlangt. Es ist auch ein Regierungsentwurf aus auf die nach der Geschäftsordnung zulässigen Erklärungen von eingearbeitet worden, der seit einem Jahr dem Reichswirtschafts- einen Abgeordneten außerhalb der Tagesordnung, die in den letzten rat vorliegt. Das ist eine Verschleppung.( Sehr wahr! b. d. Soz.) Tagen einen ziemlich breiten Raum eingenommen haben, gab der Die Hausgehilfen haben das Recht, auf schleunige gejegliche Veltestenrat dem Präsidenten anheim, die Dauer solcher Era Regelung ihres Arbeitsverhältnisses zu dringen. Um eine neue Berlärungen fünf Minuten nicht wesentlich übera zögerung zu verhindern, hat unsere Fraffion einen Gejezentwurf schreiten zu lassen, jedoch soll diese Frage noch einmal im eingebracht, der in aller Schnelligkeit ausgearbeitet werden mußte, Geschäftsordnungsausschuß nachgeprüft werden. Uferlose Untersuchungsrederei. ( Fortsetzung aus der Abendausgabe.) Im preußischen Untersuchungsausschuß äußerte sich der Erfinungminifter Dr. v. Richter( D. Bp.) auf Fragen des Aug. Bartels ( Komm.) über die Art der Aufficht über die Seehandlung. Auf die Frage des Abg. Dr. Badt( Goz.), ab formale Grundfäße über die Kreditgewährung bestanden hätten, antwortete der 3euge, daß Bestimmungen dahin gingen, daß alle größeren Geschäfte vorgetragen werden müßten, so daß sie innerhalb der Direttion zur Sprache fommen tnußten. Abg. Kuttner( Soz.): Ist es nicht, als festgestellt wurde, daß die Dinge bei der Staatsbank nicht mehr in Ordnung waren, Pflicht des Leiters des Instituts gewesen, dem Minister auf schnellstem Wege davon Mitteilung zu machen? Beuge v. Richter: Mir sind bei der Etatsberatung im vergegangen. gangenen Jahre über diese Dinge teine Informationen zue Abg. Kuttner( Soz.): 3m Mai wurde doch seitens der Staatsbant der Beschluß gefaßt, daß die Kredite nicht mehr erhöht werden tonnten und daß fie fogar schleunigft abgedeckt werden mußten. Dieser Beschluß muß doch aus der Erkenntnis heraus erfolgt sein, daß die Dinge nicht mehr in Ordnung waren. Wäre es da nicht richtig gewesen, dem Herrn Minister darüber Vortrag zu halten? Zeuge v. Richter: Darüber kann man verschiedener Ansicht sein. Und das muß man dem Leiter des Instituts überlassen. Wenn die Dinge aber so lagen, so wäre es wohl notwendig gewesen, daß ich so bald als möglich von diesen Dingen Kenntnis erhielt. Staatsbankpräsident Schröder: Im Mai 1924 haben wir den Beschluß gefaßt, den der Abg. Kuttner erwähnt hat. Die Sache sah damals im Mai aber doch nicht so aus wie heute. Abg. Schmidt- Hannover( Dnat.): Die Ausführungen Roßmanns trugen nicht gerade zur fachlichen Berhandlung bei. Diese Frage der Auf eine Frage von Zentrumsfeite, ob die Vorgänge höheren Bensionierung beschäftigt uns seil Jahren. Nach einer bei der Seehandlung nicht vielleicht an dem ungünstigen grundfählichen Entscheidung des Reichsversorgungsgerichts besteht in System lagen, das es ermöglichte, daß Dr. Rühe und hell. folchen Fällen ein Rechtsanspruch auf die höhere Bension. Wir wig diese Sachen machen konnten, und daß dieses System dann sollten uns freuen, daß endlich darin eine Rechtssicherheit geschaffen hätte geändert werden müssen, erwidert Zeuge v. Richter, er glaube ist. Wir leiden genug unter Rechtsunsicherheit. Ich erinnere nur nicht, daß es an einem. Systemfehler liege, sondern daran, daß Rühe m die Entscheidung des Reichsgerichts in der Aufwertungs- und Hellwig diese wichtigen Angelegenheiten nicht vorgetragen jrage, Bon besonderer Dffigietsfreundligteit ber Rehaben Staatsbantpräsident Schröder schließt fich dem Standpunkte bes Beugen v. Richter an, daß man über das System verschiedener An ficht sein könne und erklärt, daß während seiner ganzen Amtszeit fo verfahren wurde, als menn eine Kollegialverfaffung be ftanden hätte. Abg. Stolt( Komm.): Bar es da anläßlich der Kreditrestrif tionen der Reichsbant nicht Pflicht der Aufsichtsinstanz, sich auch einmal um die Arbeiten und Gepflogenheiten der Staatsbank zu fümmern? Beuge v. Richter: Es könne niemals eine Rede davon sein, daß ein Widerspruch in der Kreditpolitit der Reichs- und Staatsban vorhanden war. Staatsbankpräfident Schröder: Es ist eine alte Tradition der Staatsbant, daß fie ihre Kreditpolitit stets im engsten Eing bernehmen mit der Reichsbank führt. Auf eine Frage des Borsigenden Dr. Leldig, ob der Staats bantpräsidenten bekannt ist, daß der Reichsbantpräfident auch jetzt bankpräsidenten bekannt ist, daß der Reichsbantpräsident auch jetzt mit der Bolitik der Staatsbank einverstanden sei, versichert Bra fident Schröder, daß ihm das vom Reichsbankpräsidenten bestätigt morden ist. habe, fichtsrat über die Breußische Staatsbank mit seinen brei SpißenAbg. Kuffner( Soz.) fragt, warum der sehr gut aufgebaute Auf gliedern: Direktorium, Staatsbanfpräsident, Finanzminister bei der Kreditgewährungen an Barmat und Kutister so gänzlich versagt es müffe doch da ein Organisationsfehler vorliegen, denn es sei festgestellt, daß zwei Abteilungsleiter, Rühe und Heila mig, die Möglichkeit gehabt hätten, die Staatsbank in ungeheurem Umfange festzulegen, ohne daß einem dieser Spißenglieder etwas davon bekanntgewesen wäre. Hätte nicht dem Herrn Finanzminister wenigstens über diesen Organisationsfehler, der doch zuerst sichtbar wurde, Bericht erstattet werden müssen? Zeuge v. Richter: Ich kann nicht zugeben, daß es fich um einen Organisationsfehler gehandelt hat, denn wenn es sich darum handelk daß sich jemand über etwas hinwegseht und tut, wozu er nicht berechtigt ist, wird man diesen Fehler nicht durch andere Organisation befeitigen fönnen. Abg. Auffuer( Soz.): Ob sich Rühe und Hellwig einfach über irgend etwas hinweggefetzt haben, steht noch nicht feft. Staats bantpräsident Sgräbez und Finanzrat Bretenjela pobe wiederholt erflärt, Rühe und Sellwig hätten über einzeíne Dinge in den fraglichen Kreditgeschäften dem Direktorium der Staatsbant Bortrag gehalten. Einzelheiten dieser Vorträge waren allerdings den Bertretern der Staatsbank nicht mehr erinnerlich. Tatleche ist jedenfalls, daß außer Rühe und Hellwig niemand über die Geschäfte mit Barmat and Kutisker genau unterrichtet war, und das scheint doch ein Organisationsfehler gerejen zu fein, und es wäre Pflicht der Leitung der Staatsbant gewesen, dem Mi nifter hierüber zu berichten. Beuge v. Richter: Abg. Kuttner will von mir ein Urteil haben. Falls ineine Aussage vereidigt wird, müßte ich da um einen Sachverständigen bitten. Abg. Kuttner( S03.) fommt nun nochmals auf den Empfeh Barmat erhalten hatte, und fragt, ob wohl ein Unterschied dabei besteht, wenn man in solchen Schreiben die Formel wählt, der Adressat möchte„ fein wohlwollendes Interesse schenken", oder dem Adresaten wirb anheimgestellt", die Sache zu erledigen. tungsbrief des Ministers zu sprechen, den Heilmann für Nachdem Borf. Dr. Celdig vorgeschlagen hat, über diesen eventuellen Unterschied in der formulierung doch den Empfänger, den Staatsbantpräsidenten, aussagen zu laffen, erklärt Staatsbankpräsident Schröder: Es wäre im einen Falle genau jo gerveien wie im anderen. Hätte ich Bedenken gehabt, jo hätte ich Herrn Barmat nicht empfangen. Abg. Waentig( Soz.) fommt nun auf ein Interview zu sprechen, das Finanzminister v. Richter nach Bekanntwerden der Barmat- und Kutister Standale einem Bertreter der B. 3. am Mittag" gewährt hatte und in dem finngemäß zum Ausdrud fam, daß der Finanzminister schon früher den Standpunkt vertreten habe, die Besol dung der Staatsbantbeamten besonders zu regeln und sie jedenfalls nicht hinter der Besoldung der Privatbankbeamten zurudstehen zu lassen, weil man sonst keine zuverlässigen Beamten bewegen tönnte, in den Staatsdienst zu treten. Waentig fragt, ob diese Auf feffung des Ministers richtig wiedergegeben ist. Beuge v. Richter: Ich habe bei dem betreffenden Interview allerdings eingehend auf dieses meiner Ansicht nach sehr wichtige Moment hingewiesen und gesagt, daß man natürlich feinem zuverlässigen unb tüchtigen Beamten zumuten fönne, aus einer gutbezahlten Stellung hinüberzumechseln und daß, wenn man die Besoidung nicht einer Reform in diefer Beziehung unterwerfe, eben feine tüchtigen Beamten in den Staatsdienst treten und sich dann solche Fälle leichter ereignen fünnten, wie die bebauerlicherweise hier vorliegenden. Stellung in der Privatwirtschaft in eine schlechtbezahtie staatliche Dr. v. Richter( D. Bp.) wird vom Berichterstatter Abg. v. Waldthansen( Dnat.) noch gefragt, ob eine Berpflichtung des Staatsbantpräsidenten zur Anzeige an den Finanzminister erst dann bestanden habe, wenn der Kredit der Firma gefährdet erschien. Der Vorsitzende beanstandet diese Frage in diesem Zusammenhang; sie werde später unter einem anderen Gefichtspunft noch erörtert werden. Sodann beantwortet der Staatsbankpräsident Schröder eine Anfrage des Abg. Deerberg( Dnat.) dahin, daß er das Empfehlungsschreiben des Finanzministers v. Richler als eine reine Höflicht eit aufgefaßt habe; es sei in keiner Weise Urfache gewefen für die Behandlung der Angelegenheit. Damit ist die Bernehmung Dr. v. Richters beendet.. Hierauf teilt der Vorsitzende Dr. Leidig ein Schreiben der deutschen Gesandtschaft im haag mit, wonach Judko Barmat ein Dauersichtvermert im Mai 1919 auf drei Monate ausgestellt worden ist. ift. Zeuge Geh. Rat Hiekmann mer Borsigender des Aufsichtsrats der Altlederverwertungsstelle und jagt aus, daß die Firma Kutister 1920 zum erstenmal in den Aften Damais war eine bsag stodung eingetreien, und bas Reichswirtschaftsministerium verzichtete auf das Verlangen, daß Heeresmaterial nur nach den Grundsägen des Boltsinteresses verwertet werden dürfe. Kutister trat als Käufer auf und faufte nicht unerhebliches Weaterial. Es ergaben sich Beanstandun gen und Prozesse Schießlich hat Kutister alle Forderungen auf Grund von Bergleichsverhandlungen bezahlt. Auf eine Frage, ob die Lederverwertungsstelle einmal ein glanzendes Zeugnis für Rufister ausgestellt habe, er lärt der Zeuge, daß ihm davon nichts bekannt ist. Er fann ich auch nicht erinnern, daß ihm dieses Schriftstück vorgelegen hätte. Nach der Attendurchsicht ergebe sich, daß die Berbindung mit Kutister 1920 begonnen habe. Er fönne Berhandlungsprotokolle von damals beibringen. Auf eine Frage des Vorsitzenden Dr. Leidig, ob dem Zeugen Kutister persönlich bekannt geworden ist, erwidert der Zeuge, daß er nur als Beauftragter der Direktion mit Kutister persönlich verhandelt hat, und zwar wegen eingetretener Schwierigkeiten hinsichtlich der Abwicklung der Geschäfte. Er habe es damit erreicht, daß die Gesellschaft noch einigermaßen glücklich aus diesen Schwierig fciten herausgekommen ist. Dem Zeugen ist weiter nichts davon bekannt, daß Kutister jemals an ihn empfohlen worden sei. Später, als der Zeuge nicht mehr bei der Gesellschaft war, habe sich Sutisfer einigemal persönlich an ihn gewanbt; so fragte er einmal, cb ich( der Zeuge) nicht ihm sein Justitiar sein wolle, und er benötige, da er jeg litauischer Konjul geworden sei, einen Berater in Handelsangelegenheiten, vor allem darüber, was im Handel ¡ ufäffig oder nicht zulässig ist, da die Berhältnisse in Litauen nicht die gleichen feien wie in Deutschland. Kutister habe ihm ein sehr hohes Gehalt geboten. Der Zeuge habe aber abgelehnt. Better sei der Zeuge noch einmal als Notar für K. tätig gewesen. Im Mai 1922 habe ihn Kutister gebeten, daß er die Vertretung gegenüber der Steuerbehörde übernehmen möchte, damit seine Steuerliche Verständigung nur sehr schwer möglich war, weil Kutister schlecht deutsch sprach. Zeuge: Die Berständigung mit Kutister war sehr schwer. Ich glaube, daß er besser deutsch verstehen als sprechen konnte. ( D. Bp.), den Staatssekretär v. Möllendorf zu laden, der ausDer Ausschuß beschließt hierauf auf Antrag Dr. Pin ferneil fagen soll über den angeblichen Bersuch der Einwirkung des Abg. Weis( Soz.) auf den damaligen Reichswirtschaftsminister Wissell zur Erzielung von Einfuhrerlaubnissen für Barmat. Hierauf wird besprochen die Wohnungsbeschaffung für die Barmats. Der Borsitzende verliest dazu zunächst einen Berichy des und was Bemerkungen Dr. Leidigs find, geht aus dem VDZ.- Bericht nicht hervor. Red.) Darin heißt es, daß Barmat für die Beschaffung einer Wohnung ein Empfehlungsschreiben von R ühe und Hellwig vorlegte. Er hatte eine Neunzimmerwohnung. Da die Familie Wohnräume die Aulösungssumme von 12 000 m. festgesezt worden. Barmat nur aus drei Personen bestand, sei für die überzähligen Barmat habe erklärt ,, nicht in der Lage zu sein, diesen Betrag zu zahlen Stadtrat Hirsch habe darauf den Baukostenzufchuß auf 8000 m. ermäßigt. Eine Genehmigung des Wohnungsamts für Barmat lag nicht vor. Diese wäre nötig gewesen. Nach Ansicht des Oberpräsidenten seien in der Wohnungsangelegenheit die zuständigen Behörden ordnungswidrig verfahren. Es sei sehr merkwürdig, daß Barmat einen Wohnberechtigungsschein erhalten habe, während Ausländer sonst nur einen Wohn erlaubnis schein bekamen. In den Liften des Wohnungsamts befinde fich auch fein Antrag Barmats auf Zuweisung einer Wohnung. Er habe auch frines der erforderlichen Papiere für die Eintragung in die Lifte und die Zuweisung einer Wohnung vorgelegt. Overpräsidenten an den Minister.( Was im folgenden Afteninhalt Zeuge Abg. Paul Hirsch( Soz.): fagt aus, daß im Juni oder Juli Herr Rostin vom Auswärtigen Ami fich für Henry Barmat bei ihm nach den Bedingungen für Baufostenzuschußwohnungen erfundigt habe. Er habe Rostin gesagt, für einen Ausländer würde es sehr schwer sein, den erforderlichen Wohnberechtigungsschein zu bekommen. Henry Barmat ist dem Beugen nur ganz flüchtig bekannt. Reftin hat später nach der Unterredung drei Zeugnisse vorgewiesen, die unterschrieben waren von der Seehandlung von Dr. Höfle und vom Abg. Lange, Hegermann. In dem Zeugnis Dr. Höfles war ausgeführt, daß die dauernde Anwesenheit von Henry Barmat in Berlin er wünscht fei, besonders mit Rücksicht auf die schwierigen Wirtschaftsverhältnisse. Auch das Zeugnis Lange- Hegermanns befürwortete drin= gend die Wohnberechtigung aus roirtschaftlichen Gründen, besonders im Interesse der Kreditgewährung für die deutsche Industrie, ebenso das Zeugnis der Seehandlung, das die Unterschriften Rühe und Hellwig trug. Bors. Dr. Leidig verliest sämtliche drei Schreiben aus den Atten. schlechthin auf den Bezug einer Wohnung lautet, sondern dieser Zeuge Hirsch erklärt, daß der Wohnberechtigungsschein richt Schein trage den ausdrücklichen Bermert, daß er nur gültig ist für den Bezug einer Baukostenzuschußwohnung. Eine for melle Anweisung für den Bezug der Wohnung an Barmat ist damals und auch bis heute noch nicht erfolgt. Die geforderte Ablösungssumme von 12 000 m.. die schließlich, da er erflärte, eine solche Summe nicht zahlen zu können, auf 8000 m. herabgefeßt wurde, follte in Raten eingehen. Der Zeuge erklärt, das Barmat den ersten und zweiten Teil pünktlich gezahlt habe, der dritte Teil sei von dem damals anwesenden Diretor des Wohnungsamts abgelehnt worzwischen öffentlich gewordene Affäre Barmat aus dieser Annahme den, weil er u. a. Bedenken dagegen hatte, daß mit Bezug auf die instellt worden sei, daß ein Neubau errichtet murde. Allerdings des Geldes irgendwelche Schlüsse gezogen werden können. Festge wisse man nicht, ob Fräulein Kreißig oder deren Bruder diesen Bau vorgenommen habe. Der Bauge erflärt auf eine Frage des Vorfizenden, die Angelegenheit fei in der Hauptsache so gehandhabt worden, daß eine vorläufige Genehmigung unter dem Vorbehalt erteilt wird, daß später die Genehmigungsbescheinigung noch beigebracht werden kann. Auf eine Frage des Abg. Deerberg( Dnat.) erklärt Beuge Paul Hirsch: Ich war einige Male im Bureau Barmats, um zu versuchen, stellungslose Personen durch ihn unterzubringen oder Unterstügungsbeträge für Bedürftige zu erbitten. Einige Male habe ich auch Unterstützungsbeträge bekommen. Abg. Badt( Soz.): Obwohl, wie der Zeuge Hirsch erklärt, die endgültige Zuweisung der Wohnung an Henry Barmat noch nicht erfolgt war, ist tatsächlich Henry Barmat eingezogen. Wie erklärt der Zeuge sich diesen Vorgang? die Einzelheiten in solchen Angelegenheiten gehören zur Zuständig Zeuge Paul Hirsch: Ich kann darüber nichts näheres fagen, zu sehen bekommen. feit der Ausführungsbehörden; ich habe diesbezügliche Aften nicht Abg. Meger- Berlin( Soz.): Hat der Zeuge Hirsch sich auch für die Wohnungsbedürfnisse anderer Persönlichkeiten eingesetzt? Zeuge Hirsch: Es wenden sich unzählige Leute mit ihren Wohnungswünschen an mich und ich habe in zahlreichen Fällen, wo es mir möglich und angebracht erschien, geholfen. Auch Parlamentarier aus allen Parteien haben sich mit ihren Wohnungswünschen an mich gewendet. über 50 000 m. Dies sei bereits in der Berliner Stadtverord netenversammlung zur Sprache gefommen. Zeuge Hirsch erflärt dazu: Ich habe glücklicherweise einen sehr vermögenden Bekanntenkreis, in dem sich viele fozial empfinnüßige 3 we de Mittel zur Verfügung gestellt haben. Es fin dene Menschen befinden, die mir schon seit Jahren für gemein dies Leute, die sich eines durchaus guten Rufes erfreuen. meiner Ministerzeit namentlich, aber auch vorher und nachher tamen mir die zur Verfügung gestellten Beträge insofern zustatten, als ich bei meinen Reisen in Preußen überall dort, wo mir von den betreffenden Spitzenbehörden die Not als groß geschildert murde, helfend eingreifen fonnte. Einmal habe ich auch einen Betrag dem Oberbürgermeister Adenauer von Köln für wohltätige Zwecke zur Verfügung gestellt. Damit ist die Bernehmung des Zeugen Hirsch und die Sizung beendet. Der Termin für die nächste Sizung steht noch nicht fest. Das alte Sprichwort, wonach Lügen turze Beine haben, paßt nicht mehr in eine Zeit, in der man Boruntersuchungen monatelang ausdehnt, um Verleumdungen möglichst lange am Leben zu lassen. Doch mitunter glückt es auch, solch ein Ungeziefer rechtzeitig zu knicken. Vor etlichen Tagen hatte im Berliner Stadtpariament der Kommunist Stolt behauptet, in den Aften des Staatsanwalts befände sich eine Quittung des Genossen Baul Hirsch über 50 000 Mart. Aus der Form der Aeußerung mußte jeder an nehmen, daß gemeint seien die Akten Barmat, und daß es sich um privat gegebenes Geld handele. Genosse Hirsch drehte als Beuge vor dem Untersuchungsausschuß am Freitag dieser Lüge den Hals um. Es handle sich überhaupt nicht um Geld von Barmat, sondern um eine Summe, die vor Jahren dem Genossen Hirsch zu gemeinnügigen Sweden von privater Seite zur Verfügung gestellt und auch diesem Zweck entsprechend verwendet wurde. Dabei stellte sich heraus, daß Stolt über diese Dinge selber am besten Bescheid wußte. Denn er zitierte selber das Blatt der Akten, aus dem ganz flar hervorgeht, daß es sich nicht unt In der Stadtverordneten eine Gabe an den Genossen Hirsch privatim, sondern um eine gemeinnüßige Stiftung handelte. versammlung hatte er diese Kenninis wohlweislich verschwiegen. Man ficht an diesem Beispiel ganz besonders, wie Verleumdungen fabriziert werden! abberufen, er trat den Vorsiz an seinen Stellvertreier, ben Am Schluß der Freitagjizung wurde der Vorsitzende Leidig Deutschnationalen Deerberg ab. Gegen die Geschäftsführung Dr. Deerbergs hat die Mehrheit des Ausschusses ihr Mißtrauen ausgesprochen. Herr Deerberg hatte darauf niedergelegt, war aber von seiner Graftion wieder zum stellvertretenden Vorsitzenden bestimmt worden. Just als nun am Freitag Dr. Deerberg den Mittagspause hatte ausfallen lassen und schließlich auch einBorjiz übernahm, erinnerte man sich im Ausschuß, daß man die mal zu Mittag essen müsse. Da es aber schon 3 Uhr gemorden war und sich eine neue Tagung nach der Bause nicht lohnte, beschloß die Mehrheit Vertagung. Just, als Deerberg den Vorsitz übernahm.. Es gibt eben Zufälle! Zum Fall Bauer. Eine Zuschrift an den Bezirksverband. hat Genosse Gustgo Bauer folgendes Schreiben gerichtet: An den Bezirksverband Berlin der Sozialdemokratischen Partei Werte Genoffen! Aus dem Vorwäris" ersehe ich, daß der engere Borstand befchloffen haben soll, dem erweiterten Begirisnor. stand einen Beschluß zur Annahme zu empfehlen, wonach mein Vera halten gegenüber der Partei einen so sdmeren Vertrauensbruch dared ſtellt, daß der engere Bezirksvorstand meine weitere Zugehörigkeit zur Partei für unmöglich hält". = Ich möchte den erweiterten Bezirksverstand ersuchen, diefem veröffentlichte Amerima Brief ist zwar im September 1923 Beschluß einstweilen nicht zuzuftimmen. Der im Lotal- Anzeiger fa chen. Ich habe mich erboten, den Beweis vor dem Untersuchungsan mich geschrieben. Er entspricht aber nicht den Tat ausschuß des Preußischen Landtages oder des Reichstages zu ere. bringen. Dieser Brief bildet im wesentlichen die Grundlage für den legung verlangte, und soll nun auch meinen ebenso übereilten Ausübereilten Beschluß des Prüfungsausschusses, der die Mandatsniederschluß aus der Partei begründen. Ich weiß, daß infolge des unerhörten Berleumdungseine starke Erregung sich der Parteigen offen bemächtigt hat und daß feldzuges der Rechtspresse und der Kommunisten man leicht geneigt ist, dieser Stimmung durch recht energisches Borgehen gegen angeblich Schuldige Rechnung zu tragen. Beschlüsse fo schwerwiegender Art follen aber nicht stimmungsgemäß, sondern nach ruhiger, reiflicher Ueberlegung und restloser Klarstellung des Sachverhalts gefaßt werden. Dabei bitte ich die Parteigenossen zu bedenken, daß ich seit dem 1. November 1891 organisiertes Mitglied der Partei bin und in den 33% Jahren meiner Barteizugehörigkeit auch manches für die Bariei, geleistet habe, das sich sehen lassen kann. Augenblicklich sind drei Barlamentarier in Arbeit.( Heiterkeit) Affäre abgewartet werden. Selbstverständlich spielten für mich parteipolitische Gesichtspunkte in diesen Angelegenheiten teine Rolle. erklärungen forrett feien, und ferner habe er ihn ersucht, Zunächst soll doch einmal der Abschluß der gangen Barmats ihn bei einer Auseinandersetzung mit einer litauischen Firma Objeft etwa 10 Millionen Mark zu vertreten. Nach zwei ergebIch betone nochmals, daß ich den Beweis führen werde, daß mislofen Besprechungen habe der Zeuge seine Tätigkeit eingestellt. jener Brief in einem Punkte zutreffend ist. Den Einen gesellschaftlichen Berkehr habe er mit Kutister niemals gehabt. Die Verhandlungen schweifen ab zu der Behauptung des Abg. Beweis zu führen muß man mir Zeit lassen, bevor der Stab über Abg. Meier- Berlin( S03.): Haben Sie in persönlichen Verhand- Stolt( Komm.), bei einem genannten Aftenstück der Staatsan- mich gebrochen werden soll. Das ist ein Gebot der Gerechtigkeit. fungen mit Rutister Schwierigkeiten derart gehabt, daß die münd- waltschaft befinde fich eine von Paul Hirsch unterzeichnete Quittung Mit Parteigruß. gez.: Bauer. Fein wie Butter! Billig nie margarine! Jteis pro 26 nuc 50 Tfennig! veted Rahma Jmmer frisch! Überall erhältlich! MARGARINE buttergleich Kinderzeitung: Dec kleine Coco gratis! Sonnabend 14. Februar 1925 Unterhaltung und Wien Das Gehirn der Pflanze. Bon Dr. W. Wächter. übrigen Körper in Verbindung bleiben müsse, wenn er noch etwas zu sagen haben wollte. Als nu. Bonsen- Jensen mitteilte, daß seine Bersuche genau so ausfielen, wie wenn er den Kopf nicht abgeschnit ten hätte, begegneten seine Ausführungen natürlich vielseitigem Mißtrauen, aber unser Forscher hatte Recht, und heute ist das Guillo tinieren zu einer täglichen füßen Gewohnheit der sonst so antirevolutionären Botaniker geworden. Durch die Versuche BoysenJensens war nun bewiesen, daß es wahrscheinlich lösliche chemische Stoffe find, die über die Wunde hinweg, durch die Gelatineschicht hindurch den Reiz übermitteln. Diese Annahme wurde faft zur Stücke des Kopfes, wenn sie dem Rumpf aufgelegt werden, ihre Gewißheit, als man erfuhr, daß auch abgetötete Köpfe oder nur Deutschlands Retter aus dem Judenfumpf. Redaktion de Börse eitung Hinter Daß bei einer Bilanze die Wurzel nach unten, in den Erdoden, und der Stengel nach oben wächst, weiß jedermann; er hält für selbstverständlich und fragt nicht weiter nach der Ursache. cgt man aber einen Blumentopf mit einer Pflanze horizontal, ind sieht man dann, wie sich nach einiger Zeit der Stengel auf: wärts trümmt und die Wurzel ebenfalls eine Krümmung ausführt and in dem Topfe nach unten wächst, dann liegt die Frage nach dem Warum schon näher. Der berühmte englische Botaniker Knight bat vor etwa 120 Jahren bereits durch sinnreiche Bersuche nach- Wirksamkeit nicht verloren. gewiesen, daß die Schwerkraft die Ursache dieser Krümmung ist, und Darwin wußte bereits, daß es die Wurzelspize ist, die Den Schwerereiz empfindet und nicht ein beliebiger Teil der Wurzel. Er nannte darum die Wurzelspige scherzhaft das Gehirn" der Bilanze, weil von ihr aus die Wurzel gewissermaßen den Befehl erhält, sich zu frümmen, und zwar an einer Stelle, die weiter aufwärts liegt, gerade so, wie unser Gehirn die Bewegungen unserer Gliedmaßen dirigiert. Schneidet man nämlich die Wurzelspizze ab, jo fällt es der Wurzel gar nicht ein, sich zu frümmen, sie bleibt fast horizontal liegen, mächst nicht in die Länge, weil ihr die jungen Sellen der Spize fehlen und freibt dafür Seitenwurzeln, die nach inten wachsen. Man schloß aus diesem Verhalten mit Recht, daß der durch die Spize empfangene Reiz fich in irgendeiner Weise fort. pflanzen mülse bis zur Krümmungszone, und die Pflanzenphyfiologen beschäftigten sich in den nächsten Jahrzehnten eingehend mit der Reizleitungsfrage. Sie stellten feft, wie lange der Reiz ein wirken müsse, um wirksam zu werden; sie untersuchten, wie lange es dauert, bis der Reiz an einer anderen Stelle wirksam wird, und es entstand eine unübersehbare Reihe gelehrter und ungeheuer gründlicher Arbeiten; es wurde gemessen und berechnet und mit allerlei Hypothesen und Theorien suchte man das Geheimnis der Reizerscheinungen im Pflanzenreich zu enthüllen oder ihm wenig stens näherzukommen. Die berühmteste Theorie auf diesem Gebiet ist die Statolithentheorie des fürzlich 70 Jahre alt gewordenen Berliner Pflanzenphysiologen Gottlieb Haberlandt. Er fonnte zeigen, daß die Stärketörner in der äußersten Wurzelfpize beim Umlegen der Wurzel ihre Lage verändern, daß sie in der Belle herunterfallen und dadurch einen Druck auf das Protoplasma ausüben, worauf dieses dann in einen Reizzustand versetzt wird. Durch welche Kräfte dann der Reiz weitergeleitet wird, ob durch chemische Vorgänge, durch elektrische Wellen oder durch eine andere Kraft, darüber besagt diese Theorie allerdings nichts. Aber immerhin war uns jetzt das erste Glied der Reiztette" fein Mysterium mehr; wir hatten einen realen Boden unter den Füßen, und gleichzeitig war durch die Statolithentheorie wieder eine Brüde geschlagen zur Tierphysiologie. Denn die sogenannten Gehörsteine niederer Tiere sind, wie wir seit längerer Zeit wissen, auch nichts anderes als Schwerfraft- Sinneswerkzeuge, die mit dem Gehör nicht das mindeste zu tun haben. Wie die Wurzelfpige verhält sich nun auch die Sproẞipize; auch fie ist ein Organ der Reizaufnahme und auch ihr fann man das Brädifat„ Gehirn" beilegen. Für wissenschaftliche Untersuchungen benuẞt man nun vielfach die Reimpflanzen des Hafers, des Mais, der Gerste und anderer Gräfer. Die jungen Keimblattscheiden, die zuerst aus dem Boden fommen, die sogenannte Roleoptile", hat fich als äußerst empfindlich gegen alle Reize erwiesen, und Getreideteimlinge fann man das ganze Jahr hindurch zur Verfügung haben. Weitere Fortschritte in unserer Erkenntnis der Reizleitung wurden mun besonders an diefen Roleoptilen" gewonnen. So machten der Bonner Pflanzenphyfiologe Filling und andere Forscher allerlei Einschnitte in die Koleoptilspizen, um zu sehen, durch welche Arten von Zellen und in welcher Richtung der Reiz fortgeleitet wird. Glücklicherweise bilden wir uns ein, daß die Pflanzen keinen Schmerz fühlen, wenn man ihnen mit dem Messer zu Leibe geht; und das haben die Botaniter vor den Zoologen voraus, daß ihnen die Bivisektionsgegner nicht in die Quere kommen, wenn fie nach Herzensluft mit der Pflanze verfahren, als sei fie etwas Lebloses. Man fand also, daß die verschiedenartigen Operationen die Reizleitung nicht unterbanden und man entdeckte auch schon, daß der Reiz über eine Wunde fortgepflanzt werden könne, aber man scheute fich immer noch vor dem letzten Schritt, der vollständigen Ent hauptung. Zu dieser Radikalkur entschloß sich schließlich der dänische Botaniter Boysen- Jensen im Laboratorium unseres größten Pflanzenphysiologen Wilhelm Pfeffer in Leipzig. Der Gedante, einer Pflanze den Kopf abzuschneiden und ihn mit Gelatine wieder auf den Rumpf zu leben, war in der Tat recht fühn, denn man hatte bisher als selbstverständlich angenommen, daß der Kopf mit dem 2] Ueber die Kriege. Bon Anatole France. Niemand hatte den Satz des Podagrabarden beachtet. Aber er schlug mit seinen weichen Händen auf die Lehnen seines Seffels und fagte zwifchen zwei Asthmaanfällen: Gott sei Dank find wir ein Soldatenvolk geblieben! Hatschi! Wir lieben den Krieg! Hatschi! Und wir sehnen uns nach Kampf! Hatschi! Wir werden uns die 1870 von den Preußen gestohlenen Uhren schon wiederholen! Hatschi!! Hatschi!!" Anatole France sah ihn einen Augenblick wortlos an und sagte dann sehr ruhig: Ich bewundere eine so schöne Begeisterung bei einem Beteranen. Und ich bin sicher, daß, wenn das Baterland in Gefahr wäre, alle beherzten jungen Leute ihm ihr Blut nicht vorenthalten würden. Aber man fann nicht behaupten, daß die Franzosen den Krieg lieben. Kein Bolt hat jemals den Krieg geliebt. Kein Bolt hat sich je auf eine Schlacht gefreut. Letzten Endes denkt die Menge nie mit Heiterkeit an einen Kampf. Die Borstellungen der Historiker sind in der Hauptsache von Livius auf eine falsche Bahn gelenkt worden. Und ich glaube nicht, daß diefer Baduaner aufrichtig war. Er wußte ganz gut, daß niemand sich gern dem Tode ausfezt. Aber er sagte sich, man müsse die Moral der Römer, die zu erstarren begann, heben, und er blähte jeine wohltönenden Berioden auf. Die Tapferkeit, die er besungen hat, halten wir für gewöhnlich den siegreichen Heeren zugute. Wir sind der Meinung, daß sie ihren Erfolg durch Nichtachtung der Gefahr errungen haben, und daß die linterlegenen es an Mut haven fehlen lassen. Ganz falsche Vorstellungen! Das Glück entscheidet häufig die Schlachten. Die Armeen sind meiner Meinung nach alle mittelmäßig, und feine geht mit Heiterkeit im Herzen dem Tode und den Entbehrungen entgegen. Man hat unsere revolutionären Truppen Inrisch gefeiert. Der Zufall spielte mir ein sehr erbauliches Bändchen in die hand von einem gewissen Rozières: Die Revolution in Meulan. Ich befize das Werk nicht mehr. Ich habe es hergelichen, und man hat es mir nicht zurückgebracht, ein Beweis, wie interessant es war. Als das Vaterland in Gefahr bar, hob man in Meulan wie im gangen übrigen Frankreich Refruten aus. Das geschah unter großen Seierlichkeiten. Der Bürgermeister ließ die Bevölkerung in der Kirche zusammenkommen, Trommelwirbel ertönten, die jungen Leute schm3ren zu sterben oder zu fiegen, fangen das Abschiedslied" und brachen tür O.KOESTER. „ O Tannenzapf, o Tannenzapf, Wie schön sind deine Blätter! wir öffnen dir die Spalten weit, Amsterdam Du große Klau- Persönlichkeit! Wie schön find deine Blätter!" O Tannenzapf, o Tannenzapf, O. K. Beilage des Vorwärts oben zu wachsen. Da das nun aber nicht eintrat, so folgt aus dem Versuch, daß man die Kopfarbeit der Spitze überschäßt hat und daß im Grunde genommen von der Gehirn" tätigkeit nicht viel mehr übrig bleibt. Offenbar sind die Zellen der Krümmungszone selbst reizbar und es bedarf nur gewisser löslicher Stoffe, die in den Burzel- oder Sproßfpigen fabriziert werden und die dann in die Krümmungszone gelangen müssen, um den Reiz wirksam zu machen. Man wird jetzt daran gehen müssen, die rätfelhaften Stoffe, über die wir noch gar nichts wissen, zu erforschen. In neuerer Zeit hat man derartige uns noch unbekannte Stoffe, die an einer Stelle fommen, Hormone", das heißt zu deutsch Sendboten, genannt und des Körpers entstehen und an einer anderen zur Auswirkung damit wiederum versucht, einen Begriff aus der Zierphysiologie ein zuführen. Ob man damit auf dem richtigen Wege ist, muß abe gewartet werden. Manchmal führen derartige Bergleiche, wie wir bei den Statolithen gesehen haben, zum Fortschritt, manchmal aber ouch auf Irrwege, was auch nichts schadet, denn meistens gelangen wir in der Wissenschaft erst durch Irrtum zur Wahrheit. Franz Kafka. Bon Armin Artur Keffer. Es war in den Tagen des Hochsommers, als mich die Nachricht von Franz Kaftas Tode traf. Ich befand mich damals auf einer Reise, Sommerlichter spielten in das Wagenabteil, und zu beiden Seiten breitete fich eine dampfende Erde, grüßte ein junger Birkenwald vor des Zuges hinstampfender Eile. In einem kleinen Koffer lag unter wenigen Büchern ein Erzählungswert Franz Kafkas. Ich erinnerte mich seiner und wollte eben danach suchen, als sich der Bug mit einmal träger bewegte und mir die Nähe einer Umsteigea station ins Gedächtnis rief. Ich zog den Schlüssel wieder point Rofferschloffe ab und wartete, bis der Zug hielt. Auf der kleinen Station taufte ich eine Tageszeitung, stieg in den neuen Wagen und faltete im Weiterfahren das Blatt auseinander. Unter dem Mofait fleiner Mitteilungen stand Franz Kafkas Name mit der Meldung von seinem Tod. Ich nahm es wie einen schweigenden Kommentar und versuchte über die umflorte Zeitung hinweg den Mens schen Raffa noch einmal wie einen Lebenden zu umfassen. Das Buch wurde an diesem Tage nicht mehr aufgeschlagen. Es war mir, als fcharten sich die Gestalten Franz Kafkas zu einem bewegten Rund zusammen und waren eine lebende Welt für sich, indes ihr Schöpfer von uns Abschied genommen hatte. In dieser Welt sind die Menschen mit Tiergesichtern, die Tiere aber mit des Menschen Ausdruck begabt: es ist die beliebte Imstellung Kaftas, die zugleich eine Frage ist: findet ihr die Grenze? Könnt ihr ausrufen: Hier beginne ich, der Mensch!"? Und wir fizen da, von einer tragischen Taschenspielerkunst geblendet, und vermögen nichts auseinanderzuhalten. Da ist Gregor Samsa in der Berwandlung, ein Geschäftsreisender, still und auf seine Pflichten bedacht hat er dahingelebt, bis er eines Morgens als ungeheures Ungeziefer erwacht. Und in dieser Gestalt behält ihn die Erzählung. Rafta macht uns da ein ganz neues Lebensverhältnis deutlich, er ändert die Maßstäbe und zeigt uns das Mensch- Tier mit einer erschreckenden Gemeinsamkeit des Erlebnisses. Diese Phantasie ist nicht von Edgar Allan Poe übernommen, sie ist viel beschränkter und Aber man glaubte immer noch, daß die Wurzel- und Sproßwird nur angewandt, wo es die Wirklichkeit noch einmal zu erreichen ipizen vorher gereizt werden müßten, damit sich die wirksamen gilt. Der verwandelte Samja bleibt durchaus real mit seinen tausend Stoffe bilden fönnten, und es war zu erwarten, daß man sich da- Beinchen, die er beim Erwachen unbegreiflich um sich flimmern sieht. mit beschäftigen würde, nun zu unterfucheft, ob die Reizstoffe, die Es ist die große Kunst Kafkas, uns feine Verwunderung über durch Lichtwirkung gebildet werden, verschieden von denen find, das Dasein zu lehren, wo uns mit ſtockendem Herzen die Traums die z. B. durch die Schwerkraft entstehen. Es wäre ja nicht un- haftigkeit des Lebens aufgeht und uns erst der Mut für die Denkbarmöglich, daß eine Spize, die durch Licht gereizt wurde, und die feit anderer Wirklichkeiten gegeben wird. Wir sind alle Schlafrian dann dem Stumpf auffezte, nur eine Lichtkrümmung, aber wandler meint Kafka und seht uns den Zweifel an aller Gegenteine Schwerkraftkrümmung auslösen würde oder umgekehrt. Berständlichkeit ins Herz. Unmerklich( unauffällig feibit in feinem Satzfuche in dieser Richtung sind aber nicht angestellt worden, weil in- bau) führt er uns zu anderen Möglichkeiten; das So fein wird ein zwischen, vor ganz kurzer Zeit, der ruffische Botaniker Cholodny, Andersein, wir nehmen Teil an Voraängen, dergleichen uns im wiederum durch einen verwegenen Versuch, die wissenschaftliche Belt Leben nie begegnen. Kafta aber gibt das Wunder: er macht, daß uns in Erstaunen setzte, durch den unsere bisherigen Borstellungen über darob keine Rebellion anwandelt, er bringt uns seiner Welt mit derdie Reizleitung aufs neue revolutioniert wurden. Cholodny schnitt felben Gläubigkeit nahe. nämlich den Wurzeln ihren Kopf ab, fette aber nicht diesen wieder auf, sondern den abgeschnittenen Kopf der Koleoptile, aljo des oberirdischen Teiles der Keimpflanze. Wenn er dann die so präparierten Wurzeln horizontal legte, dann frümmten sich die Wurzeln abwärts, mic wenn sie unversehrt wären oder wie wenn man ihnen ihren eigenen Kopf wieder aufgefeßzt hätte. Da die Koleoptilspige umgefehrt gereizt ist wie die Wurzelfpize, so wäre es natürlich möglich gewesen, daß der Koleoptilenkopf die Wurzel gezwungen hätte, nach zum Heere auf... Aber eine Woche später waren die meisten| mandant jah in seiner nie benutten Uniform herrlich aus. Er ritt wieder in Meulan und in der Umgebung auf dem Lande. Als die ein reizendes fleines arabisches Pferd, das er sich irgendwo beschafft Umstände sehr fritisch wurden, hielt der Bürgermeister es für richtig, hatte und auf das er sehr stolz zu sein schien, ein fleines, ganz abermals an die Bevölkerung zu appellieren. Er versammelte sie weißes, bezaubernd anmutiges und munteres Geschöpf. Es war somieder in der Kirche. Dieselben Refruten wurden ausgehoben und kamen nach einigen Tagen wieder. gar zu munter, zum Schaden des Gemüsehändlers. Als er das Tier tanzeln ließ, stieg es hoch, fiel auf den Rüden, begrub unieren Kom Rafta war ein Dichter aus Gewissen: in feiner Gesinnung mie in feiner Sprache, man weiß, daß er seine Werke nur mit Widerwillen herausgab. Er war der Sprecher der getrefenen Kreatur, dem Geschöpflichen gilt seine Liebe, mag er sich den Blick eines Tieres oder die Stimme menschlicher Einfalt geben. Derart lebte unter uns ein Dichter, dessen Wert sich weitergeben wird von Hand zu Hand, ohnerachtet sich heute viel am Markte breit .macht, deffen Reinheit aber fast wie eine Legende anmutet. noch einige Male. Diese Zeremonie wiederholte sich ohne erhebliche Aenderungen mandanten unter sich und tötete ihn so. ein einziger! Er soll es bis zum General gebracht haben; ohne Endlich blieb ein einziger Bürger aus Meulan bei der Armee, Zweifel mit Recht! Ich kann mir nicht denken, daß es mit den Rekrutierungen auf dem Pont Neuf anders gewesen ist. Wenn man seine Ergebenheit für Frankreich auf dem Pont- Neuf zeigt, so geschieht das, damit man gesehen wird. Man hat sich gezeigt, das genügt: man ist aller Berpflichtungen ledig!" France... ich verstehe Ihre Ironie nicht ganz. Militärische TuDer alte Dichter( fich räuspernd):" Nun, nun, mein lieber gend... Hatschi! ist glücklicherweise durchaus nicht so selten. Hatschi! Sie werden mir zugeben müssen, daß... Hatschi, hatschi!!! France: Ich gebe Ihnen gern zu, daß es Selden gibt. Sie find es allerdings nicht immer. Der wirkliche Held gesteht, daß es ihm manchmal an Mut gefehlt hat. Ich gebe zu, daß gewisse Truppen in gewissen Augenblicken der Hingerissenheit schrecklichen Gefahren unerschütterlich standhalten. Aber aus allem, was wir wissen, müssen wir schließen, daß die meisten Soldaten, die eine Armee bilden, sehr an ihrem Leben hängen und es ohne Zwang niemals aufs Spiel setzen würden. Deswegen erschien mir das fleine Buch, von dem ich eben sprach, durchaus glaubwürdig, obwohl es zweifellos nicht die geistige Einstellung aller Franzosen während der Revolution wiedergibt. Und meine eigene Erfahrung unterstüßt diese Auffassung. Der alte Dichter:" Ihre eigene Er... Hatschi! fahrung?... France: Gewiß.... Ich werde Ihnen getreulich einige meiner Eindrücke als Nationaigardist während der Belagerung von Paris erzählen. Der Kommandant unferes Bataillons war ein dicker Gemüse händler aus unserem Biertel. Es muß festgestellt werden, daß es ihm an Autorität fehlte, denn er schonte sich gern. Eines Tages erhielten wir den Befehl, an einem Ausfall teil zunehmen. Man schichte uns an die Ufer der Marne. Unser Kom Wir weinten ihm teine Träne nach. Wir beschlossen, Halt zu.. wir den ganzen Vormittag und den ganzen Nachmittag liegen. Fern machen, uns aufzulösen und uns ins Gras zu strecken. Dort blieben hin grollte Kanonendonner. Wir, hüteten uns, in seine Nähe zu tommen. Gegen Abend saben wir auf dem Wege längs des Flusses Schiffer Verbände. rennen. Einige waren pulvergeschwärzt. Verwundete trugen blutige Diese Tapferen hatten sich geschlagen, aber sie hatten Bech gehabt. Was für ein Gedante tam uns? Wir riefen:„ Es lebe die Flotte!" in Harnisch. Mit aufgepflanztem Bajonett wollten fie gegen uns anDieser Ausruf, den die Matrofen für ironisch hielten, brachte fie rennen. Das erschien uns gefährlich. Wir verließen schleunigst den Rasen und gewannen Boden. Da wir ausgeruht und die armen Ber= folger erschöpft waren, fonnten wir mühelos entkomunen. Wir marschierten wieder in Paris ein. Aber unsere lange line tätigkeit loftete auf uns, und wir hatten einen Riesenhunger. Sher ntachten wir uns fein Gewissen daraus, eine Bäckerei zu plündern, die auf dem Wege lag. Glücklicherweise hatten die Besizer noch zur Zeit fliehen können. Und wir wurden nicht zu Mördern. So führten wir uns auf. Ich rühme mich dessen nicht, o nein, ich rühme mich deffen wirklich nicht. Aber ich gebe der Wahrheit, die ich über alles liebe, die Ehre." Der alte Dichter:„ Das sind zweifellos außergewöhnliche Begebenheiten, hatschi! Und ich bin überzeugt, daß... France: Lieber Freund, ich könnte es mir nicht verzeihen, Ihren Glauben zu erschüttern. wollte meine Waffengefährter in Ihren Augen herabſegen. Unfere lind glauben Sie beileibe nicht, ich Feinde waren wie wir. Nur wenige von ihnen waren Helden. Biele Zeugen haben gesehen, wie deutsche Soldaten, die man in die Gefahr= zone fchickte, geweint haben. And warum soll man diese Tränen verspotten? Sie galten sicherlich der Erinnerung an junge Frauen, die ihren Mann nicht wiedersehen, und an Kinder, die ihren Bater nicht mehr umarmen würden. ( Schluß folgt.) SE Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 7: La Traviata Opernhaus am Königsplatz 7: Die Bohème Schauspielhaus 7: Charleys Tante Schiller- Theater Tägl. 8 Uhr: Mrs. Dot Leopoldine Konstantin Adele Sandrack, Korft Alexander, Ehser Borg, Maffeni, Rosé Haller- Revue 1925 Tb.i.Admiralspalast Allabendl. 8, Uhr 26. Woche Die größte Revue d. Welt: Noch und Noch Sonntag nachm 3% Uhr: Die ganze Vorstellung zu 7/2: Der Widerspen- Kleines Th. halben Preisen stigen Volksbühne 7 Uhr: Wer weint um Juckenack? Deutsch. Theater 7 Uhr Die heilige Johanna Sonnt nachm 3 Unr Täglich 8 Uhr: Frau Lohengrin von Friedmann und Lunzer Gisela Werbezirk Olga Limbar, Schreker Strehlen, Natkin 64 2. Rang 1 Maik Central Theater 3 Uhr: Dame Kobold 7: Die vers. Glocke Deuts Opernhaus Zu ermäß. Preisen 7% U.: Die Bohème Alt- Heidelberg Trianon- Th. Metropol- Theater Kammerspiele 7 Uhr Die Stützen Tägl. 8 Uhr: Einmal Tägl. 7 Uhr: Gräfin Mariza der Gesellschaft ist keinmal Neues Th. am Zoo Sonnt. nacom.3Uhr Frühlings Erwachen Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 712 Uhr Sechs Personen suchen einen Autor Sonnt. nachm 3Uhr: Die deutschen Kleinstädter Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Wir lassen uns schelden Komödienhaus 8 Uhr. Heimliche Brautfahrt von Fritz Mack Hansi Arnstädt Falkenstein, Raiser- Titz SCALA SCALA 8 Unr Täglich 8 Uhr: Wild- West- Mädel Th. in Kommand. Str. Taglich 8 Uhr: Die Frau ohne Ruß Molly Wessely in Varieté- tg. Revue Sonntags 880 U. zo halben Preisen Hans Huckabel Deutsch. Künstlertheat. Tä lich. 48 Uhr: Riquette" Operette von Oscar Strans Lustspielhaus 8 Uhr Guide Thielscher Berliner Theater Residenz- Th.D.wahre Jakob 7..50 Uhr: Anneliese v. Dessau Heute 8 Uhr: Gine Operettenhaus am Schiffbauerdamm 8 Uni: Die vertauschte Frau Rose- Theater galante Wallner Theat Nachm 3% u. abds. 74: Wilhelm Tell Circus Busch Morgen Sonntag: Uhr! + 2x Fliegende Affen Jndianer Xals Radwunder Nachm. außerdem: Für die Jugend bearbeitet Manege- Humoreske Die lustigen Vagabunden" 6 Abenteuer Robert& Bertram Abends zum Schluß Das romantische Manegewerk Lady Hamilton In der Hauptrolle Paula Busch. Feenhafte Ausstattung! Herrliche Manege- Effekte! Kommissionsrat Albert Schumann als Gast Kohe Schule a. Mephisto Machm. halbe Preise! 8 Nacht Pelleas and Melisande Komifche 8 Uhr Oper Direktion: James Klein Uhr Unsere Revue: Das hat die Welt noch nicht gesehn mit über 250 Mitwirkenden Die Sensation des Berliner Theaterlebens! Sonntag 3%, Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. 1 Kind frei zu halben Preisen ( 50 Pf. bis 6 Mk.) Vorverkauf ununterbrochen! Tomaten Knorr ller Suppe 35Pig Emains youz Lefonds Gutchmankund Onbezibighit Versuchen Sie die hervorragende neue: Knorr Suppen Wurst 1 Stück- 6Teller feine kräftige Suppe 35 Pfg Blumenkohl, Grünkern, Krebs, Ochsen7 Sorten schwanz, Pilz, Tomaten, Spargel. Casino- Theater Erast Lothrio ver Str. 37 Tägi. 8 Uhr Friedrich Der neue Schlager Graf Koks spricht 15. Februar, 8 Uhr im Rathaus Posse in 3 Aufzügen Dichtungen von Gänzl neu f. Berlin! Toller, Mühsam. Volkstüml., Preise! Dehmel u. a. Reichshallen Theater Allabendi 8 U. u. Sonntags nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Nachmittags halbe Preise volles Programm. Dönhoff- Brett'i: Familien- Varieté Anf. 7%, U. Sonnt. 5%, U. Gibt der Preis das rechte Maß? Nein, auf leinen Fall. Billig ist nur Qualität Deshalb fauf Erdal! Erdal für die Schuhpflege Theater des Wester s Berl. Operngastsp Dir.: Ewald Huth Sonntag, 15. Febr. INDARTEN 3 Uhr: Carmen Novitätenm d. ges. Ensemble der Gr. Volksoper Spielplan! Sonntags 3% Uhr halbe Preise Rauchen gestattet. Apollo- Thalia- Th. starter 8 Uhr Theater 8 Uhr Revue- Posse Daslachende Berlin Beber 150 Mitwirkende: Ganz kleine Eintrittspreise Parkett 2,50 M. Theater am Kottbusser Tor. Tägl. 8 Uhr und Sonntag nachm. 8 Uhr Elife- Sänger. Der Gipfel des Humors: Die Buxe der Panders! Volkstümliche Preise. Tägl. 8 Uhr: Das Dreimäderlhaus SCHUTZ MARK Quiffungs- Rabatt a. Reklamemarken fertigt seil 453ahren als Spezialität Unserem Genoffen Leo Dürr nebit ran die herzlichsten Guidwünsche zum heutigen Hochzeitsfeste. Die Genossen des 1., 2. v. 3. Bar. d. 79. A. seeeee** eseeeee Conrad Müller Metallbetten Schhenditz Leipzigs Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. 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