Abendausgabe Nr. 77 42. Jahrgang Ausgabe Nr. 38 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Redattion: S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- dreffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwürts Berliner Volksblatt 5 Pfennig Sonnabend 14. Februar 1925 Berlag und Anzetgenabteilung: Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwätts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Cindenstraße 3. Fernsprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands „ Der Bund der roten Katzen". Radek als Drahtzieher. Borsitzender: Davon haben Sie in der Boruntersuchung auch nichts gejagt. Angeklagter: Nein, alle inneren Borbehalte habe ich nicht angegeben. Pum heutigen vierten Prharungstag war eine gary: Anzahl pont Zeugen gelaben, darunter Sir Analfommissar Heller von der Abteilung IA des Berliner Polizeipräsidiums, wurde aber bis zum Freitag tommender Woche entlassen, da erst dann die Beweisaufnahme nach den Dispositionen des Gerichts be: Borfihender: Sie hatten doch geladene Pistolen mit? ginnen foll. Nach Abschluß der Bernehmung der Angeklagien foll Angeklagter: Jawohl auf Wunsch der Verteidigung ein freier Tag eingeschoben werden. Auf weitere Fragen erflärte Neumann, daß er sich den ersten Nach Eintritt in die Verhandlung wurden zunächst einige MelSchuß auf Seedt vorbehalten habe. Sein Begleiter sollte darauf bungen Neumanns an heim uth" verlesen, darunter die Mittei achten, wenn er die Pistole ziehe und dann auch gleich schießen. lung, daß der tommunistische Waffenfabrikant Grenz in Cella Sowohl vom Vorsitzenden wie von der Verteidigung wird der Mehlis Bartigelder unterschlagen habe und daß er, Neumann, diese Angeklagte auf verschiedene Widersprüche auf diese seine Befundun Ungelegenheit eingehend untersuchen werde sowie weiter die Forbes gen aufmerksam gemacht, was ihn schließlich zu der Bemerkung verrung, das Monatshonorar für die T.- Gruppe von 300 auf 900 Dollar anlaßt, daß er doch kein Jurist sei, und deshalb nicht so feine unter zu erhöhen, da das illegale Leben der Gruppenmitglieder große Ausschiede machen könne. Er schilderte dann eingehend, wie er und gaben erfordere und da zur Durchführung der Aufgaben verschiedentlich Szom mit Fahrrädern vor dem Bahnhof Aufstellung genommen Aufwendungen nötig seien. Auf die Frage des Reichsanwalts, was in und auf Seedt allerdings vergeblich gewartet hatten. Er den Schriftstücken die Bezeichnung Abteilung 12" bedeute, erflärte felbft sei überzeugt gewesen, daß Seedt in Begleitung Geßlers der Angeklagte, daß das die Chiffre für die militärische Abteilung dem Frankfurter Zug entsteigen merde, und daß deswegen ohne Ge und anderen Bersonen, überhaupt in einem allgemeinen Gedränge, Fei. Die Abschriften dieser Schriftstücke hot der Angeklagte Meus angefertigt, die Originalschrif stücke sind jedoch von Neumann nicht gewesen wäre. Mit dieser Entschuldigung wäre er dann auch nach fährdung anderer Bersonen ein Attentat auf ihn nicht ausfuhrbar abgesandt worden. Auf den Hinweis der Verteidigung, daß es doch cußenhin seiner vorgefehten Behörde", nämlich Helmuth" gegen fehr auffallend fei, daß immer Abschriften der nichtabgesandten über, gedeckt gewejen. Szom habe er aber von seinem innerlichen Schriftstüde vorhanden feien, erklärte der Angeklagte Neumann, daß Borbehalten nichts mitgeteilt, weil dieser ja Anweisung hatte, nicht er infolge seines persönlichen Verhältnisses zu Helmuth" zu solchen Berichtsmaßnahmen habe greifen müssen. vor ihm zu fchießen, sondern erst auf das Zeichen zu warten. Der Angeklagte Böge erflärte hierzu auf Befragen des Vorfizenden, daß er den Blan Neumanns, vor dem Anhalter Bahnhof auf Seedt zu warten, für Theater gehalten habe, nachdem Neumann nach dem Scheitern des Blanes im Tiergarten die Angelegenheit Seedt ihm gegenüber als abgebrochen bezeichnet habe. Borf.: Päge mußte doch nun annehmen, daß der Plan von Ihnen nicht aufgegeben war. Rechtsanwalt Dr. Brandt: Hat denn der Angeklagte schon damals mit Auseinandersehungen mit Helmuth" gerechnet? Angefl. Neumann: Natürlich mußte ich mit einer solchen Auseinandersehung rechnen. Bielleicht habe ich vergessen, die Abschriften nach dieser Rücksprache mit Helmuth" zu vernichten. Dann wird ein bei den Aften befindliches Schriftftüd Sinowjews vom 30. November 1923 verlesen, das in einem Begleitschreiben der Zentrale an die Referenten zur Kenntnisnahme weitergeleitet wurde Das Schriftstud trägt die Ueberschrift Der deutsche Solischat", wamit Beneral von Seedt gemeint ist, der mit Koltfchat verglichen wird und deffen Diktaturaussichten als außerordentlich günstig bezeichnet merden. Er handele bewußt und vorsichtig, stüße sich auf den dernünftigen Teil der Sozialdemokratie, wie auf die große Bourgeoisie, er sei die größte Gefahr für die deutsche Revolution. Seedt fei der wirkliche Sohn, der legitime Sohn der November. revolution. Es sei möglich, daß Seedt als Diftator eine zeitlang Ebert in seinem Hofstaat beibehalten, aber Ebert tönne nicht einen Tag lang ohne Seedt regieren. Seedt und Ebert seien die zwet Seiten derselben Medaille, Borderseite: Novemberrepublit, Rückseite: Dittatur Seedt. Nicht nur Seedt, sondern auch Ebert und Roste seien verschiedene Spielarten des Faschismus. aber trotzdem werde der Koltschatismus auf deutschem Boden nicht langLebiger sein, als auf russischem. Angell. Neumann: Das Schriftftüd ist mir vom Heinz Neumann übergeben worden, der es von der Zentrale der Partei erhalten haben will. Ob er den Auftrag hatte, es mir zu übergeben, meiß ich nicht Rechtsanwalt Dr. Lowenthal: Dieses Schreiben hat mit in dem nerschnürten Batet gelegen, das bei Meus gefunden wurde und in bem auch die übrigen Schriftftüde gefunden worden find. Auf Befragen des Borsigenden erklärte Neumann dann, daß tie Aufstellung im Tiergarten zur Erschießung Seedts einmal vorgenommen sei. Borher habe man vergeblich gesucht, Seedt im Tattersall zu finden. Auf den Vorhalt des Vorsitzenden, daß in der Voruntersuchung der Angeflagte erklärt habe, im Tattersall habe er erst nach Mißglüden des Blanes im Tiergarten nachgeforscht, meint Neumann, daß er sich damals geirrt habe. Man habe dann das Reichswehrministerium weiter beobachtet, woran fich ater Meus und Margies nicht beteiligt haben. mar. Borf: Böge hat aber gejagt, daß Margies auch daran beteiligt Angefl. Pöge: Diese Aussage habe ich später revidiert. Weiter schildert Neumann, daß Margies ihm den Vorschlag geracht habe, eine Bombe auf Seedt zu werfen, daß er davon aber abgeraten habe, weil dadurch auch fremde Personen getötet werden könnten. Trotzdem habe Margies eine Bombe angefertigt, die dann von dem Angeklagten Neumann, Heinz Neumann und Margies auf einer Kanalwiese in Tempelhof aus probiert wurde, und eine ziemlich starte Sprengkraft aufwies. Am nächsten Tage sei dann noch Pöge aus Intereffe an die Spreng. stelle gegangen und habe einige Bombensplitter mitgebracht. Vorf.: Dann hatten Sie auch die Absicht, Seedt im Reichswehrministerium selbst au erledigen. Angeklagter: Bei mir bestand diese Absicht nicht. Ich telephonierte mit dem Adjutanten, Oberleutnant v. Telichow, stellte mich als Berichterstatter einer Schweizer Zeitung vor und fragte, ob es möglich sei, den General zu sprechen, erhielt aber die Aus. funft, daß Seedt sich nicht sprechen lasse. Borsitzender: Weshalb wollten Sie ihn denn sprechen, wenn Sie doch die Absicht hatten, ihn nicht zu töten. Angeklagter( flockend): Ich wollte versuchen, fo zu erfahren, wie seine Diensteinteilung war. Borfihender: Vor dem Untersuchungsrichter haben Sie ausdrücklich ausgesagt, Sie hatten die Absicht, ihn im Reichswehrministerium zu töten. Angeklagter: Allerdings hatte ich die Absicht, aber nicht mehr dann, als der Plan im Tiergarten gescheitert war. Borsigender: Ich denke, dann wollten Sie ihn auch nicht töten. Ungeflagter: Zuerst doc Weiter befundet der Angeklagte, wie er erfahren habe, daß Seedt mit dem Reichswehrminister Geßler nach Weimar gefahren sei. Den Tag der Rüdfehr habe er auf telephonische Anfrage aus dem Reichswehrministerium erfahren Darauf habe er mit Szom den Anhalter Bahnhof beobachtet, um Seedt, mann er den Bahnhof perließ. nieberzufchießen. Allerdings, jo erflärt Reumann, hatte ich ba auch nicht mehr bie ernsthafte Absicht einer Tötung Angeil: Ich dachte, er würde das ebenso wie ich nur als eine Demonstration auffaffen. Justizrat Dr. Fräuft: Wenn Seedt nun aber ganz allein ohne Gedränge ausgestiegen wäre, was hätten Sie denn dann gemacht? verschiedenen Umständen abgehangen. Neumann( ftodend): Daß weiß ich nicht. Das hätte von den Faschistische Internationale. Eine Weltorganisation" des Faschismus. Rom, 11. Februar 1925. Im faschistischen Jargon ist das Wort ,, international" verpönt. Trotz seiner innigen Beziehungen zu zwei eminent internationalen Institutionen der Hochfinanz und der fatholischen Kirche soll beim Faschismus alles national sein. Zu Anfang wies man den Gedanken mit Entsetzen zurüd, daß es auch in anderen Ländern etwas wie Faschis Ländern erinnerte mus geben sollte; die Idee eines Einvernehmens mit anderen nationale und löste die bekannten Rundgebungen aus, die der o Schrecken! Ian die rote Inter Anblick der roten Farbe bei monchen Lebewesen auszulösen pflegt. Und auf einmal feßt der Heerführer" auf die Tagesordnung des Hohen Rates" die vorläufige Prüfung der Möglichkeit einer universalen Entente" zwischen den faschistischen und dem Faschismus verwandten Bewegungen". Natürlich ist die Erde zu flein, es muß schon das Universum herangezogen werden; man fann ja dann in Untergruppen teilen. die Faschisten, dem Planetensystem nach, dem sie angehören, Bas mäuligkeit in die gewöhnliche Sprache, so haben wir eine Uebersezen wir die Sache aus der faschistischen Großganz natürliche Entwicklung. Der Faschismus ist eine interKriegsfolgen waren, die weit über die kriegführenden Länder nationale Erscheinung, so international, wie es die hinausreichten. Es ist Binsenwahrheit, daß der Krieg die politische Macht der bürgerlichen Klasse start erschüttert hat, während er ihre wirtschaftliche Macht noch erhöhte. ist im Grunde der Faschismus anders als ein Werkzeug der Inhaber der wirtschaftlichen Macht zur Wiederherstellung der politischen Autorität der herrschenden Klasse? Die demokratischen Staatsformen und das Wachsen der Volksschulbildung haben diese Autorität durchbuftion merkbar zu erschüttern. Währendum es ganz löchert, ohne die herrschende Klasse als Beherrscherin der Progrob und didstrichig zu sagen der Sozialismus daraufhin arbeitet, die Fähigkeiten und die Kennt Massen zu heben, stellt sich der Faschismus die Aufgabe, eine der Wirtschaft auf das Niveau der politischen Rechte der schaftsleben entsprechende politische Autorität herzustellen. der tatsächlichen Autorität der herrschenden Klasse im Wirt ,, Weg mit Demokratie und Boltsbildung" ist seine Losung; mer Herr der Produktion ist, fei Herr im Staate. Un diele Darstellung nüpfen fich noch lange Auseinandernisse der Maffen auf dem Gebiet der Organisation Neumann jedoch an seinen Befundungen trog aller Hinweise auf die fegungen zwischen der Berteidigung und dem Angeklagten, in denen inneren Widersprüche seines Berhaltens festhält. Vorf.: Sind Sie denn einmal im Reichswehrministerium gewesen? Angefl. Neumann: Nein, es handelt sich da um eine falsche Darftellung eines Mitangeklagten. Die weiteren Beobachtungen der T.- Gruppen beschränkten sich dann darauf, ob Seedt im Kraftwagen das Ministerium perlaffe. Am 18. oder 19. Dezember habe Brandler dann in einem Gespräch erklärt, daß die Maffen infolge des Parteiverbotes doch nicht so reagierten, wie die Parteizentrale es angenommen habe. Deshalb habe die Erledigung des Generals von Seedt feinen Wert mehr. Die Gruppen sollen ihre Arbeit in dieser Richtung einstellen. Dieser Anweisung Brandlers fei non elmuth nicht widersprochen worden, denn er habe sich auch als Untergebener Brandlers gefühlt. worden, denn er habe sich auch als Untergebener Brandlers gefühlt. Borsitzender: Brandler soll diese Direktiven von Rußland befommen haben. Er soll eine Unterredung mit Radek gehabt haben, und zwar in Dresden. Ungeflagter Neumann: Das ist mir nicht bekannt. Ich weiß Ich weiß mur, daß, nachdem die Reichswehr in Dresden eingerüdt mar, die Zentrale in Dresden Besuch aus Mostau erhielt. Das hat mir ein gewisser Eduard erzählt. Dieser auseinander gejagt und nach Berlin geschickt. Auf meine Frage, Besuch, so fagte Eduard", hat die ganze Gesellschaft in Dresden fonnte niemand anders als Radek sein. wer denn dieser Besuch gewesen sei, sagte er karlchen. Das sein? Borsigender: Warum tonnte das niemand anders als Radet Angefl: Weil Radet in allen Gesprächen zwischen„ Eduard" und mir immer als„ Karlchen" bezeichnet wurde. Da aber die T.- Gruppe damals noch gar nicht bestand und ich noch keinen Auftrag hatte, Seedt zu erledigen, konnte Radet mit Brandler darüber in Dresden noch nicht gesprochen haben. Ob Radek dann bei der Auflösung des Fünfer Kopfes in Berlin war, weiß ich nicht, glaube ich aber nicht, weil Brandler damals fofort den Befehl erhielt, nach Moskau zur Berichterstattung zu fommen, und an den Moskauer Besprechungen hat dann Radek teilgenommen. Borf.( zu Neumann): Wenn Sie nicht die Absicht gehabt hatten. Seedt zu töten, weshalb haben Sie dann aber Ihre Brieftasche und alles schriftliche Material zu Hause gelassen, für den Fall einer Festnahme. Angefl. Neumann: Das geschah nur einmal, als wir vor dem Anhalter Bahnhof warteten, weil ich damals durch meine schlechte Kleidung bei der Polizei leicht Verdacht erwecken konnte. " Für dieses Autoritätsprinzip finden sich natürlich viele Anhänger. Und mer bereit ist, für diese Sache Geld auszu geben was jede Aktiengesellschaft ganz ehrlich als Ge schäftsausgabe buchen fann findet nicht nur in Italien Leute, die bereit sind, mit Knüppel und Revolver zu arbeiten. Wenn sich der Faschismus eher in Italien entwickelt hat a's anderswo, fo war daran unter anderem die Zerrüttung der politischen Macht der Bourgeoisie schuld, die die demokratischen Staatsinftitutionen nicht zu lenken verstand. die weitgehende Unbildung der Massen und nicht zuletzt die Welle einer aufsteigenden Wirtschaftstonjunttur, von der sich der Faschismus emportragen ließ, während er glauben mochte. die treibende Kraft des Aufstieges zu sein. Aber die vom Faschismus verwirklichte Wirtschaft hat, bis auf das Klüngelwesen, durchaus nichts spezifisch Italienis allzuhoch einzuschäzen; man wird selten einen finden, der fches. Der normale Italiener ist geneigt, fein Land nicht fein Land und dessen Eigenart, und würde es nie in Italien zur Weltherrschaft berufen glaubt. Aber er liebt der Weise im Auslande bloßstellen und als minderwertig abstempeln, wie dies Mussolini in jedem feiner zur Hebung des Fremdenverkehrs" gewährten Interviews mit auswärtigen Korrespondenten tut. amerikanischen Trustwirtschaft, und es dürfte ihm nicht erDer Faschismus hat in der Braris viel von der nordspart bleiben, die Erfahrung zu machen, daß zu diesen nordamerikanischen Methoden eben auch nordamerikanische F nanzen gehören; in der Theorie strebt er nach preußischem Soldatengeist, nach preußischer Ordnung und Disziplin. All feine Ideale, die er als ,, made in Italy" verschleißt, find imrung des italienischen Kapitals: man dente nur an die portiert. Auch befleißigt er sich in feiner Weise der Förde Berschacherung der italienischen Bergwerfe an fremdes Kapital, an die Berpachtung von Eisenbahnanlagen an auswärtige Unternehmer ufw Wenn der Faschismus heute eine Weltorganisa tion" der Reaktion schafft, eine Art politisches Pendant der Organisation der Hochfinanz, so tut er von seinem Standpunkt aus das ganz Richtige. In einer solchen Organisation, die natürlich nur möglich ist, weil bei allen Teilnehmern die nationalen Interessen" mur das Aushängeschild der kapitamus die größte Rolle spielen. In einem Jahre tönnte die Sache schon anders sein. Der König im Eril" stellt immer weniger por als der König auf dem Thron. Deshalb ist es höchste Beit, die Weltorganisation in Angriff zu nehmen. Der Borsitzende kommt dann auf die Bettel zu sprechen, die die T.- Gruppe angeblich am Tatori zurücklassen wollte, auf denen mit 1oter Farbe geschrieben stand: So rächt sich die Revolution, der Angell. Neumann: Bei der Bildung der T.- Gruppe jagle Hel muth", die Gruppe müßte einen Namen haben, und er schlug schließlistischen Interessen sind, würde heute der italienische Faschislich vor Bund roter Raben". Ich ließ dann den Zettel von Schabrowski zeichnen, damit, wenn Rechenschaft von mir der langt würde, ich diefe Helmuth" vorlegen fonnte mit der Bemer lung, daß man diese Bettel nach Erledigung des Attentats am Tat ort zurückgelassen hätte. Justizrat Fraenki: Benn Sie aber doch nicht die Absicht der Tötung hatten, wozu dann die Anfertigung biefer Zettel, nur zum Scherz? Neumann: Um Helmuth" sagen zu können, wir hätten alles vorbereitet, ungündfeligermeije vorbereitet, ungündfeligermeise tönnte die Tat aber nicht durch geführt werden. Sirauf trat eine halbstündige Bause ein, ( Fortfegung im Morgenblatt.) Schulreform, die Mussolini selbst als die faschistischste Im Inland wird dem Faschismus alles betrittelt. Seine aller Reformen bezeichnet hat, ist vom Senat so zerzaust worden, daß es einen erbarmen fonnte. Mussolini fennt keine Solidarität mit Unterliegenden, und wenn es ihm die liebsten maren, und fo hat sein Minister die Reform in all ihrem Wesentlichen preisgegeben. Auch die eeres reform, auf bie mir zurüdzutommen Gelegenheit haben werden, wird vom Senat abgelehnt werden; fogar an ber Wahlreform haben diese alten Frondenre etwas zu mäfeln. Bittor Ema nuels ,, Macedonien" wird dem Faschismus offenbar zu flein. Soffentlich wird der Hohe Rot" die Gründung eines ,, Allerhöchsten Weltrates" beschließen, gegen dessen Verfügungen nur noch die Richtigkeitsbeschwerde an den lieben Gott zulässig ist. Und auch die nur bei Formfehlern. Mussolini wieder oben auf. Eine Siegesrede vor dem Faschisten- Großrat. Rom, 13. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Sigung des faschistischen Großrates, die am Donnerstag abend Don 10 bis 1 Uhr nachts stattfand, war zu einem großen Teil ausgefüllt von einer Lobrede Mussolinis auf den„ Sieg ber faschistischen Disziplin". Er erklärte u. a., daß seit seiner legten Rebe am 3. Januar eine große Slacht, aber noch nicht der Krieg gewonnen fei. Die große Krise des Faschismus, die im vergangenen Juni ausgebrochen war, dürfe als überwunden betrachtet werden. Der Faschismus stehe jetzt ganz allein allen anderen Parteien gegenüber, von denen nur noch fragmente gegen die Regierung zu manövrieren suchten. Im ganzen genammen habe fich die Regierung meidlichen Schwankungen, die jede große Revolution mit fich bringe. und die Bartei auf der Höhe ihrer Aufgaben gezeigt, froß der unver: Schließlich beschloß der Großrat die Wiederherstellung des General fefretariats der Partei. Auf Borschlag Mussolinis wurde der bekannte extreme Faschist Farrinachi gewählt. Außerdem wurde der Beschluß gefaßt, die Leiter der faschistischen Organis fationen des Landes zum 21. April zu einer Konferenz nach Rom zu berufen. Ein Hochzeitsgeschenk des Kronprinzen. Der Silberschatz der preußischen Städte. Im Jahre 1905 trat der bamalige Kronprinz von Preußen in den Ehestand. Zu seiner Hochzeit sollte er von den preußischen Städten ein reiches Silbergeschent erhalten. lleber 400 preußische Städte beteiligten sich an der Aufbringung der Mittel. Lediglich die westfälischen Städte schlossen sich aus, die mit der Provinz Westfalen schon vorher ein besonderes Geschenk beschlossen hatten. Rund eine halbe Million Mark tamen auf diese Weise zusammen. An dem Geschenk ist über 10 Jahre lang bis in den Krieg hinein von den berühmtesten Goldschmieden Deutschlands gearbeitet worden. Für die Entwürfe wurden die hervorragendsten Künstler gewonnen, für die Ausführung die besten Werkstätten. Neben den Gebrauchsgegenständen sind vorhanden einige große Schmuckstüde, wie eine Reitergruppe, Tiergruppen usw. In 40 Kisten lagert heute in den Kellern der Reichsbank von Berlin sorgfältig verpadt dieser Silberschatz, der aus foftbaren Tafelauffäßen, Frucht und Blumenschalen, Kandelabern usw. besteht und mit dem man imftande ist, nahezu 500 Personen zu gleicher Zeit zu speisen. Nach Urteil von fachkundiger Seite handelt es sich um einen Silberschatz von unschäzbarem Werte, wie er wohl in Jahr zehnten nicht wieder angefertigt wird und in ähnlicher Weise auch zehnten nicht wieder angefertigt wird und in ähnlicher Weise auch wohl bisher taum je hergestellt wurde. Zur Sammlung der Mittel war seinerzeit ein Ausschuß gebildet worden, in dem man den Borstand des preußischen Städtetages durch eine Anzahl Oberbürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher erweiterte. Das Komitee bestand aus 36 Personen, von denen heute mur noch ein kleiner Teil lebt bzm. bereits aus dem Amte ausgeschieben ist. Das Geschent fonnte zur Hochzeit des Kronprinzen diesem nur burch das Komitee der Oberbürgermeister angefündigt werden, Bis zum Kriege war es nicht fertig gemorden, und mährend des Strieges unterblieb die leberreichung aus erflärlichen Gründen. Man dachte damals an andere Dinge. Nach der Katastrophe ver fchmand das Haus Hohenzollern von der Bildfläche, aber der Inft. hare Silberschaz war inzwischen fertig geworden und harrte seines Eigentümers. Da bei der liefernden Firma 3meifel darüber auffraten, ob eine Aushändigung an den Kronprinzen nach seiner Abfegung noch berechtigt sei, jo half fie sich, indem fie der deutschen Reichsbant als Treuhänder den Silberschatz übergab, die ihn nun in ihrem Trefor sorgfam behütet und verwahrt. Wie wir hören, hat sich nun ein Abgesandter des früheren Kronprinzen bei den verschiedenen beteiligten Stellen, dem BreußiStadt in Trauer. on Erich Grisar, Dortmund. ble materielle Biederbelebung der Bewegung merben bie Münchenes Großlaufleute Zeller und Kommerzienrat 3ens. ferner audi der Baron Arentin vom Bayerischen Königsbund forgen. Die Regiffeure der neuen Bewegung find die bekannten bayerischen Bolitifer Dr. Bittinger, Dr. Heim und der Führer der vaterländischen Berbände in Bayern, Profeffor Bauer. deren Namen in der letzten Zeit mit den Bestrebungen auf Wiedereinführung ber bagerischen Monarchie des ofteren genannt wurden. Die Abfchwenfung Adolf Hitlers zu Böhner und seine damit bedingte Trennung von Ludendorff offenbaren nunmehr, daß hitler sich zum Agitator der partitularisti. fchen bayerischen Machinationen entwidelt hat. Er geht damit denselben Beg, den der bekannte bayerische Bauern bundführer Dr. Heim in seiner Jugend gegangen ist. Heim war fich dann aber infolge der geschichten Regie der Zentrumsführer vor langen Jahren ein Gegner des bayerischen Zentrums, entwickelte Bichler, Daller und Orterer zu einem Agitator für die bayerischen Klerikalen und Monarchisten." fchen Städtetag, ber Stadt Berlin sowie bei der Reichsbant bemüht, und um die Auslieferung des Geschenks er sucht. Die Reichsbank hat eine Auslieferung abgelehnt, da nach dem Abgange des Kronprinzen ihr ein Rechtstitel desselben mehr als zweifelhaft erscheint. Auch die anderen Stellen wollen mit dieser rechtlich verzwickten und politisch delikaten Sache möglichst wenig zu tun haben. Tatsächlich ist die Rechtslage ziemlich fompliziert. Zunächst hat seinerzeit der frühere Kronpring fein Ge fchent erhalten, sondern das Komitee hat ihm lediglich ein Geschent angefündigt. Es liegt also ein Schenfungs ver. fprechen vor, das unter den veränderten Verhältnissen feine Grundlage vollfommen verloren hat und daher nicht inne gehalten werden darf. Weiterhin ist es aber außer 3weifel, daß diejenigen Stellen, an die der Kronprinz herangetreten ist, gar nicht be. ugt find, über das Geschenk der Städte Verfügungen zu treffen. Die Stadt Berlin war lediglich in dem Ausschuß vertreten; auch ber Preußische Städtetag stellt rechtlich etwas ganz anderes dar als das damalige Komitee einer Anzahl preußischer Städte, dessen Mitglieder heute größtenteils tot, pensioniert oder aus ihren Aemtern geschieden sind. Um ein zutreffendes Urteil über den Willen der Geschenkgeber zu haben, müßten die 400 Städte wieder Die Stellung Hitlers zur Freiheitspartei" ist damit völlig Kronprinzen das versprochene Geschent auszuhändigen. Man tann Berichte über die Breußentagung der Freiheitspartei um ten darüber befragt werden, ob sie auch heute noch bereit sind, dem Klargestellt. Herr Wulle ersucht uns im Anschluß an unsere sich denken, daß der junge Herr auf Dels Verlangen nach dem kost- Mitteilung, daß der Bericht in den wesentlichsten Buntten baren Silberschat hat, der sein auch heute noch sehr erhebliches den Tatbestand auf den Kopf stellt. Es ist unter anderem niemals Vermögen um nahezu eine halbe Million Goldmart vermehrt. Die gefordert worden, daß Herr Hitler sich der Leitung bes Nordens unterstelle, sondern es ist lediglich ges preußischen Städte aber haben jedenfalls keinen Grund, diesen fordert worden, daß Herr Hitler bei der gemeinsamen Schritt zu tun. Die einfachste Lösung wäre, wenn alle Beteiligten Bewegung bleibe, selbstverständlich als Mitglied der sich darüber einigten, das Silbergerät megen seines zweifel Reichsführerschaft." los fünstlerischen Wertes einem Museum zu übermeisen, wo es dann als ein Beispiel des künstlerischen Brunfs und des Untertanenfinns der preußischen Städte während der wilhelminischen Epoche ausgestellt sein mag. Hitler für die Wittelsbacher. Trennung von Ludendorff. Diese Zuschrift ist durch die Feststellungen Hitlers überholt. Es gibt feine einheitliche Nationalsozialistische Freiheitspartei" mehr. Die Verzögerung des Kontrollberichts. Nur wenige einwandfrei festgestellte Verfehlungen. Paris, 14. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Ber36gerung des Schlußberichtes der Kontrollfommiffion, deffen Eintreffen man in Paris für Sonntag oder spätestens Montag erwartet, Zu den Angaben der Uneinigkeit innerhalb der völkischen soll, wie der„ Mafin" behauptet, darauf zurückzuführen sein, daß die Führerschaft teilt eine Persönlichkeit, die im völlischen Lager fehr Mitglieder sich nicht darüber zu einigen vermocht hatten, ob der genau Bescheid weiß, unserem Nürnberger Bartetorgan folgendes mit: Schlußbericht alle im Laufe der Generalinspektion aufgededten Ber" Nachdem der ehemalige Münchener Polizeipräsident Böhner, fehlungen sowie die darauf aufgebauten Bermutungen aufzählen der sich im Hitler- Prozeß rühmte, schon seit fünf Jahren Hochperrat oder sich auf die Mitteilung einiger weniger zweifelsfrei zu treiben, feinen Uebertritt von den Bölkischen zum rechten Flügel festgestellter Berlegungen der Abrüstungsvorschriften beschränken der Bayerischen Mittelpartei vollzogen hat, war es das Be foll. Nach langem Zögern habe man sich für das lehtere entstreben der bayerischen Regierungspreffe, Hitler schieden, was den Vorteil habe, daß es Deutschland dabei unmöglich auf ihre Seite zu bekommen. Das scheint nunmehr gefei, die Feststellungen des Berichts in 3weifel zu ziehen. Dagegen lungen zu sein, obwohl Ludendorff in letzter Minute noch ver- fcheine zwischen London und Paris noch immer feine Einigung erzielt fuchte, durch seinen versöhnlichen Brief an den bayerischen Er worden zu fein über die von Frankreich gewünschte Beröffentfronprinzen Rupprecht seine Position zu stärken. Hitlers erfter lichung des Berichts. Bang nach seiner Entlassung war denn auch nicht zu Luden wurde, sondern zu Böhner. Anfang Januar fand zwischen dorff, wie fälschlicherweise in der völlischen Preise mitgeteilt Hitler und Ludendorff eine eingehende Aussprache statt, in der Hitler folgendes als feine unabänderliche Meinung festlegte: 1. Eine gemeinsame politische Zusammens arbeit zwischen Ludendorff und mir ist un durchführbar, fie besteht in erster Linie darin, daß die Gegenfäße zwischen den vaterländisch eingestellten bayerischen Kreisen und Ludendorff nicht zuletzt durch seinen konflitt mit Rupprecht und seiner Einstellung zum Ultramontanis mus zu dauernden schweren Reibungen führen mürde. 2. Mit dem Tage der Neugründung der alten National. jozialistischen Partei ist die Reichsführerschaft der Frei heitspartei überflüssig geworden und die am 18. Februar 1924 geschlossene Berbindung zwischen beiden Parteien durch die neuen Tatsachen überholt. 3. Die alte Nationalsozialistische Partei hält nach wie vor am Antiparlamentarismus fest und be teiligt sich nicht an den Wahlen. Paris, 14. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Paul Boncour, abend in einem Artikel des Deuvre an, daß er auf der nächsten einer der Vertreter Frankreichs im Völkerbund, fündet am Sonn Sigung des Völkerbundsrates die Kontrolle gemisser Fabriten im Ausland, die angeblich für Rechnung der deutschen Regierung Rüstungsmaterial herstellen, beantragen werde. Philipp Berthelot Nachfolger Margeries. Paris, 14. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Das Journal will wiffen, daß Philipp Berthelot, der diefer Tage rehabiliterte ehemalige Generaldirektor des Ministeriums des Aeußern als Nach folger be Margeries für den Botschafterpoften in Berlin in Aussicht genommen sei. Berthelot, der megen feiner Bermidfung in den Konturs der Industriebant von China durch ein Disziplinarver fahren aus seinem Antte entfernt worden mar, gilt als einer der fähigsten Diplomaten Frankreichs. Er war einer der Hauptmitarbeiter Briands. Politisches Attentat in Bulgarien. In Sofia wurde Professor Böhner fei es ferner gelungen, die Kampforganisationen Mileff, Direktor der Zeitung Slovo" und der Regierungsmehr rantenland"," Reihsflagge und Frontfriegerheit angehörender Abgeordneter, heute abend um 8 Uhr auf der bund ebenfalls seinen Bestrebungen dienstbar zu machen. Für Straße von drei Berjonen ermordet anderen darben, deren Ernährer früheren Katastrophen zum Opfer ficlen. Es ist immer das alte Lied. Und auch diesmal wirb feine neue Melodie ertönen. Denn eine Trauerstadt ist jede Kohlenstadt. Und nicht nur heute. Immer ist Trauer in unserer Stadt um die vielen Opfer, die Jahr um Jahr der blutige Moloch, der finstere Kapitalismus fich fordert, bis er zerschlagen am Boden liegt. Dann wird erst aus der Stadt der Trauer eine Stadt der Freude werden. Riemerschmid über Kunsterziehung. | ihm faßbar war. Nur die Form ist wertvoll, die sichtbarer Ausdruck einer fichtbaren, inneren Erregung ist. Für den Lehrer ist diese Art der von Riemerschmid geforderten Arbeitsmethode nicht bequem. Ein Massenunterricht ist ausge schloffen, auch ein Korrigieren im alten Sinne. An Stelle des starren Lehrplans müssen reife, bemegliche Menschen treten, die für jeden Schüler das ausfindig zu machen verstehen und bereithalten, mas gerade er gebraucht. F. E. V. Die Hundert rauschende Feste sind plöglich abgesagt. Die Straßen, durch die Prinz Karneval mit lautem Lärm zu reiten sich anschickte, sind still. Nicht leer. Nicht tot. Aber eine Gebärde der Trauer tragen fie alle. Die Behörden und zahllose Geschäftshäuser haben fchwarze Fahnen oder die umflorte Reichsflagge auf Halbmast gesetzt. In alle Verrichtungen des Lebens hinein hat sich die Trauer gesenit. Keine Menschengruppe, die nicht bewegt ist von dem Unglüd. Kein Bergmann, der nicht einer Gruppe Umstehender die möglichen Urfachen dieses traurigen Ereignisses zu erklären versucht. Aber dringt Erklärung in die legten Kammern des menschlichen Hirns? Dringt der begreifende Verstand in das erschütterte Herz der Trauernden: ihr starres System, in das fie den Schüler zwängen. Sie geben nämlich die Herstellung einer Hochspannungsleitung, die auch über Rann irgendein anderer seinen Schlag in dieser Stunde dämpfen als der Tod, der 135 Herzen stehen machte? Autos mit Bergungsmannschaften durchfahren unablässig die Tausende, die noch immer die Beche umlagern. Jeder, der einem Bergungstrupp angehören durfte, wird umlagert von Angehörigen, die Auskunft wollen über ihre Toten. Mit unfaßbarer Demut merben die immer ergänzten Berlustlisten studiert. Jeder weiß, daß alle verloren sind, und doch rankt sich Hoffnung in die Herzen der Frauen und Mütter, wenn der Name ihres Bermißten noch fehlt. Hoffnun gen, die schon in den nächsten Stunden zuschanden werden, um einer tiefen Wehmut, einer großen Erschütterung Blaz zu machen. Kaum ein Haus im Umkreis des Bergwerts, das nicht ein oder zwei Tote zu beklagen hat. Bräute, die ihrer Hochzeit entgegensahen und deren Brautführer nun der Tod wurde. Mütter, die den Todestag des Baters zu begehen sich anschickten und nun am gleichen Tage den Sohn verloren. Um brei Söhne trauert die eine. Um Mann und Sohn die andere. Arm in Arm fand man viele. Tot. Tot. Ales tot. Auch die Stadt. Die helle Frühlingssonne, die gestern und heute zum ersten Male nach langen Regen mochen scheint, hebt die Trauer nur noch mehr hervor. düfterer scheinen die Menschen. Noch niederer die Häuser, in denen Kinder und Mütter, Frauen und Brüder weinen. Montag ober Dienstag wird die Bestattung sein. Dann werden an jämtlichen Straßen, durch die der endlose Zug der Trauernden gehen wird, schmarzumflorte Lampen brennen. Die Trauer wird noch einmal alle Herzen erschüttern, dann wird die Stadt wieder aufstehen. Das Leben wird wieder siegen. Die Bergeßlichkeit der Lebenden. Noch Große Summen werden geteilt und verteilt werden an die Sinterbliebenen. Die Tränen werden allmählich versiegen, und der harte Rampf ums Leben wird für sie beginnen. Der Kampf um die Rente. Unerbittliche Rechner werden mit Liſten und Zahlen sich zwischen Hinterbliebene und ihre Not stellen. Bergessen von den Bielen, die heute trauern, merben sie darben. Darben, wie die Der Verein für deutsches Kunstgewerbe brachte in seiner Mitt wochversammlung einen Vortrag von Prof. Riemerschmid aus München über Stunft erziehung. Riemerschmid vermari vor allen Dingen die Lehrmethoden unserer Kunstschulen und Afademien, statt das ursprüngliche, naive Talent des Schülers hervorzuholen, zu wie Akademien, in denen Wissenschaft gelehrt wird, nicht Kunst. Anwie Akademien, in denen Wissenschaft gelehrt wird, nicht Kunst. Anstatt das ursprüngliche, naive Talent des Schülers hervorzuholen, zu entwickeln, zu befestigen und zu schüßen, wird es durch den schematischen Lehrgang zerstört oder verwässert. Als Lehrmittel werden gern die höchften Meisterwerke verwandt und man vergißt dabei, daß die Schüler Anfänger sind und der Anfänger auch den Anfänger besser begreift. Das fruchtbarste Borbild für die Schüler ist das Erreichbare, nicht das Unerreichbare. Er soll nicht zu den höchsten Leistungen. Alle künstlerischen Möglichkeiten sollen neben höchsten Leistungen erzogen werden, sondern jeder zu seinen einander bestehen dürfen, ohne den Unterschied von hoher oder geringer Stunft. Auch auf die rein zeichnerische Geschicklichkeit wird noch viel zu viel Wert gelegt; ein leichtes Abzeichnen bedeutet noch teine künstlerische Begabung. Der Sinn für Verhältnisse, Gegenfäße, Zusammenflänge, für Formen und Farbe ist die wichtigste Berausfegung. Die Schule muß sich stets die Frage stellen, welche Art von Kunstwerk kann der Schüler hervorbringen? Für die große Mehr zahl wird das Handwerk, die Gebrauchstunst, das Gegebene fein. Es ist auch sehr wichtig zu begreifen, daß der Arbeitsvorgang und der Werkstoff ausschlaggebend für die Gestaltung des Werkes find. Es hängt nun aber von der ganzen Wesensart des Menschen ab, welcher Wertstoff sein Werkstoff, welches Werkzeug fein Werkzeug ist. Man fann den Feierlichen die Glasmalerei, das Mosaif, den Geduldigen die Weberei und Elfenbeinschnitzerei, den geistig schwer. fälligen Eisenarbeiten anraten. Man muß jeden das ihm ent: sprechende Ausdrucksmittel finden lassen. Durch das stereotype Ardiesen bequemsten Werkzeugen, wird nur Lässigkeit und Bequemlich beiten auf unseren Kunstschulen mit Ton, Kohle, Bleistift, Binsel, teit gezüchtet; nur mer sehr viel zu sagen hat, sollte sie in die Hand bekommen. Alles leben muß im Hinblick auf das Ziel, in ständiger Berbindung mit einer bestimmten Aufgabe stehen. Dadurch vermeidet man Arbeiten, die aus dem Wandteppich ein Gemälde machen, den Spiegelgriff zur Statuette gestalten. naturalistisch genau topieren zu können, mie meist gefordert wird. Man braucht nicht, um ein Pferd zu stilisieren, es zunächst Jeder Schüler soll nur das wiedergeben, mas er behalten hat, was ihm das Wesentlichste ist, was ihn vor der Natur erregt hat, und Georg Herwegh als Schutzpatron schweizerischer Bauern. Meine Hauptstadt des Kantons Baselland, Liestal, war am Sonntag, den 8. Februar, Schauplah eines eigenartigen Schildbürger- oder, zutreffender ausgedrückt, Schildbauernstreichs. Wegen eines die Intereffen des Ländchens angeblich schmer gefährdenden Entscheides der eidgenössischen Instanzen hatte fich der Bevöiferung eine große Erregung bemächtigt. Die Nordostschweizerischen Kraftmerte, ein Genossenschaftsunternehmen mit staatlicher Subvention, beabsichtigen bajellandschaftliches Gebiet zu führen hätte. Dem Konzessions bajellandschaftliches Gebiet zu führen hätte. begehren der Gesellschaft wurde aber von der Bauernschaft in Ber fammlungen und Bresse stärkste Oppofition bereitet; mit viel Stimm entfaltung bestürmte man den Bundesrat, sein energisches Beto ein zulegen. Als nun aber aus Bern ein gegenteiliger Beschluß einauffallend traf, entlud jich der gehäufte Groll jählings in einer mifden, ja refigniert harmlosen Attion. Bon pietätvollen Händen schleifen umflort: das Behrmannsdenkmal, die beiden Statuen vor wurden nämlich die Denkmäler der Ortschaft mit großen Trauerdem Regierungsgebäude, das Bauernfriegsdentmal und das Dent mal Georg Serweghs, des radikalen deutschen Freiheits fängers. Herwegh, dem der Kanton Baselland einst Schuß vor deutschen Häfchern gewährte, ist bekanntlich in Lieftaler Erde be stattet. Daß er einmal unter die Leidtragenden einer mißlungenen Krähwinfelei versetzt werden würde, hat er sich wohl im Leben nicht träumen laffen. Erftaufführungen der Woche. Dienst. Leffing- Th.: 3ndiboldi. Mittw. Komödie: Donnerst Stofe- 6.: .8urüd zur Solle". Berlin, wie es meint und lacht. Freit. Deutsches Th.: Coriolan. Urania- Borträge. Sannt. 5 m. 7: Indien das Land der Träume". 9: Graf Spees lekte Fahrt". Bon Montag ab täglich:„ Die weiße Sunst u. Columbus- Film". Die Boltsbühne veranstaltet am Sonntag, den 15. Februar, mittags 1,12 Uhr im Theater am Bülowplaz ein Bagner Konzert mit der Kapelle der Staatsoper unter Leitung von Kapellmeister Georg Szell. Das Original- Manuffript von Händel's Larao", das sich im Befih des Rönigs von England befindet, ift bon diesem erstmatig für die Wiedergabe in der deutschen Ausgabe der Händel- Biographie von Neumann Flower freigegeben worden. Die Wiener Staatsoper hat ab 1. Särz eine Herabjebung ihrer Preise am 40 Broz. beschlossen. Vinundsen zahlungsunfähig! Amundsen hat für seine Expeditionen lein gesamtes Bermögen geopfert, einschließlich der großen Einnahmen aus seinen Buch über die Entbedung des Sübpols. Jest ift er mit 270 000 krone Baffiba, benen nur 50 000 Ronen Attiva gegenüberstehen, in Sonture geraten. Anwaltschaft gegen Staatsanwalt. Gegen den Unfug der Verhaftungen. Die Berliner Anwaltschaft hat in einer Stzung am Freitag abend fehr energisch gegen die fenfationellen Verhaftungsmaßregeln protestiert, die der Staatsanwalt gegen den Justizrat Berthauer und feinen Sozius Engelbert angewandt hat. Der Vorstand der Berliner Anwaltsvereinigung, Rechtsanwalt Roth, und der Vorsitzende der strafrechtlichen Bereinigung der Berliner Anwaltschaft, Justizrat Löwenstein, führten heute vormittag in einstündiger Konferenz beim Just iz minister Am Zehnhoff Beschwerde gegen das Borgehen der Staatsanwaltschaft. Der Juftizminister fagte zu, daß er sofort den Generafftaatsanwalt Lindom zu eingehender Prüfung der Beschwerden veranlaffen merde. Luther reist. BIB. meldet: Reichstanzler Dr. Luther ist gestern nach mittag aus Dortmund nach Berlin zurückgekehrt. Nach Erledigung dringender Kabinettsgeschäfte wird der Reichstanzler am Sonn abend abend fich zum Besuche Ostpreußens nach Königs berg begeben, von wo aus er Dienstag früh nach Berlin zurüdfehten wird. Ein Besuch des Reichskanzlers bei der fäch si fchen Staatsregierung ist für die zweite Hälfte des Monats Februar oder Anfang März in Aussicht genommen. Wo find die Barmat und die kaiserliche Zeit. Bertuschungsversuche der Rechten. fehlenden Aftenstücke? Der Ausschuß des Reichstags zur Untersuchung der Kreditaffären war heute zusammengetreten, um den Arbeitsplan für die weiteren Verhandlungen festzustellen. Der Vorsitzende Abg. Saenger ( Soz.) verlieft ein Schreiben des früheren Abg. Kunze. Kunze teilt mit, daß er sein Material bereits veröffentlicht habe. Er stellt dann 14 Fragen, die nur das wiederholen, was in der Rechtspreffe über Korruption in den amtlichen Stellen behauptet worden ist. Bon dem früheren Reichswirtschaftsminister Robert Schmidt ist ein Schreiben eingegangen, in dem zur Untersuchung einer Reihe von Behauptungen, die feine amtliche Tätigkeit betreffen, verlangt wird, daß das Protokoll des Unterfugungsausschusses aus dem Jahre 1920, dem 21 Reichstagsmitglieder angehört hätten, und die fich mit der Geschäftsführung der Kriegsgesellschaften befaßt hat. pargelegt wird, ferner eine Reihe von Beamten aus den dabei beteiligten Ministerien vernommen werden. Die Anfrage des Borsizenden des Ausschusses an die nationalsozialistische Bartei nach ihrem Material, ist überhaupt nicht beantwortet worden. Abg. Aufhäufer( Soz.) bemängelt erneut, daß die Reichsstellen die Zeit haben verstreichen lassen, ohne das vom Ausschuß gewünschte Material zur Verfügung zu stellen, troydem die Forderungen genau spezialisiert waren. Das Finanzministerium soll nunmehr ersucht werden, Aufschluß darüber zu geben, welches Material und von welchen Reichsstellen es zu geben beabsichtigt sei, damit die Ausschußmitglieder rechtzeitig ihre Anträge dazu vorbereiten fönnen. Der Vorsitzende teilt dazu mit, daß gestern ein längeres Schreiben des Reichsfinanzministers eingelaufen sei, das noch im Druck befinde. Ueber einige Bunfte sei dort Auskunft ge= geben, erschöpfend fei fie aber noch nicht. Ein Vertreter des Reichsfinanzminifteriums erklärt dazu, daß diefem Schreiben ein meiteres folgen werde, in dem ausführlichere Mitteilungen, besonders über die Beziehungen der Reichsmoo polverwaltung zu einzelnen Barmatfirmen, usw. eutha ten feien. Die Krähwinkelstadt. In Schilda hatte man befanntlich Häuser gebaut, in denen die Fenster fehlten. Als man diese seltsamen Gebäude beziehen und bewohnen wollte, merkte man erst die Fehler und stand verlegen und railos da. Wenn wir diese schöne Geschichte lesen, lachen mir nach Herzensluft und verspotten mit Recht diesen Schildbürgerstreich. Indessen in Berlin haben mir heute eigentlich gar feine Berech tigung zum Spott über die braven Schildaer Baumeister. Die Berliner Häuser haben zwar Fenster, Gott sei Dant, aber um acht Uhr müssen die Türen geschlossen werden, um acht Uhr abends erlischt das Licht auf den Treppen. Das ist heute so, immer noch so- sämtliche Berliner Berkehrsmittel rollen die halbe Nacht, Restaurants und Kaffeehauser schließen ihre Betriebe um ein Uhr, die Theater sind in der Regel cor elf Uhr abends nicht am legten Wort der Stücke und das wird bis auf weiteres auch so bleiben. Lange schon haben Berliner Bürger es unerträglich gefunden, daß die Häuser bereits um adht lihr abends geschlossen werden, was mit allerlei Gefahren verknüpft ist, und hatten infolgedessen unlängst erneut an das Polizeipräsidium das Ersuchen gerichtet, die Sperrstunde wenigstens bis neun Uhr abends zu verlängern. Jetzt wird bekannt, daß der Polizeipräsident den Erlaß einer Berordnung, wonach die Pflicht zur Offenhaltung der Wohnhäuser und die Beleuch tung der Treppen bis abends neun Uhr festgesetzt wird, abgelehnt hat. Der Magistrat hat hiervon Kenntnis genommen und wird die Frage damit auf sich beruhen lassen. Wie war es doch gleich? Außer vielen anderen Segnungen" hat uns der Krieg auch den Achtuhrschluß der Häuser beschert. Es foulte und mußte damals Gas und elektrisches Licht gespart werden, und es war gewiß nach dieser Richtung nicht gleichgültig, ob man die Lichtquellen um acht oder um zehn Uhr erlöschen ließ. Das Publitum aber fügte sich ohne Widerspruch in diese Maßregel. Die ganze Welt war damals dunkel, keinen gelüftete es, Besuche zu empfangen oder Besuche zu machen, Theater und Konzertfäle waren kaum zur Hälfte gefüllt. Jeder saß zu Haus, meistens in falten und faum halb er= leuchteten Wohnungen und niemand fand sich belästigt oder gar beleidigt dadurch, daß nach acht Uhr auf den Treppen fein Licht mehr brannte und die Haustür verschlossen war. Heute aber haben sich doch alle diese Verhältnisse wesentlich verändert und verschoben, was man, weiß Gott, feinem mehr noch besonders beweisen muß. Heute ist es Pflicht, daß die Häuser nicht nur bis neun, sondern bis zehn Uhr geöffnet und beleuchtet sind. Berlin ist nicht Krähwinkel. Es ist wirklich höchft merkwürdig, daß sich der Magistrat bei der Verordnung des Polizeipräsidenten, die nur hat entstehen können, weil er falsch und schief unterrichtet war, beruhigt hätte den Polizeipräsidenten darauf aufmerksam machen müssen, daß und nicht energisch Einspruch dagegen erhoben hat. Der Magistrat der Achtuhrschluß der Häuser nicht selten zur Folge hat, daß sich Gesindel einschleicht, auf den dunklen Treppen versteckt hält und auf die günstigste Gelegenheit zum Wohnungseinbruch wartet. In vielen Häusern löschen zwar die Portiers um acht Uhr Gäfte erwarten, die Haustüren bis neun Uhr unverschlossen. die Lichter, lassen aber aus Gefälligkeit gegen die Mieter, die noch Wie immer. Die Berliner Häuser müssen bis zehn Uhr ge öffnet bleiben und beleuchtet sein. Das ist die berechtigte Forderung der heutigen Zeit. Gegen das Besoldungssperrgeseh. Die Dentschrift der Regierung über das Besoldungssperrgefeg und die Besoldungsverhältnisse der Gemeindebeamten hat eine außerordentliche Erregung verursacht. Am morgigen Sonntag befaßt sich eine Demonstrationsversammlung der Kom= munalbeamien mit dieser Frage. Die sozialbemofra Stadtverordnetenverfammlung folgenden Antrag einzubringen:„ Wir beantragen, die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, den Magistrat zu ersuchen, unverzüglich bei den in Betracht kommenden Regierungsstellen für die Aufhebung des Beamtensperrgeseges einzutreten." Der Vorfizende Abg. Saenger teilt die Untersuchung, die der Ausschuß zu führen hat, in vier Komplete ein. Der Ausschuß dürfe nicht entsprechend der Methode einer anderen Stelle, aus der Unter judyung einen„ politischen Goulash" machen und alles behandeln, mas ihm unter bie Feder fomme, sondern systematisch vorgehen. Diese vier Komplere find: 1. die Frage der Bofftredite; sie könne che Stadtverordneten fraktion hat beschlossen, in der nicht behandelt merden, solange noch der Beschluß der vertraulichen Sigung des Ausschusses bestehe. 2. Die Verhältnisse bei der Demag. Auch hier tömme nichts unternommen werden, solange die Aften nicht zur Stelle find. 3. Die Reichsfettstelle, bei der gleichfalls das Material noch nicht beschafft werden kann. 4. Die persönlichen Angelegenheiten Barmuts, soweit fie feinen Ruf und seine Beziehungen zu Reichsbehörden betreffen, ebenso die angeblichen Beziehungen zum Reichspräsidenten. Mit den Berichterstattern sei der Borsigende darüber einig, daß das, was der preußische Untersuchungsausschuß über Reichsangelegenheiten bisher erörtert habe, für den Reichstagsausschuß nicht genüge. Als Zeugen würden zunächst zu laden sein: 1. Staatssekretär Töpfer, 2. Botschaftsrat Röster, 3. Professor Wiedenfeld, der frühere Leiter der Abteilung 10 des Ausmärtigen Amtes, 4. Staatssekretär Meißner, 5. Graf v. Bassenheim, das frühere Mitglied der Gesandtschaft von Haag. Er schlage vor, die nächste Sigung am Donnerstag abzuhalten und dann drei Tage lang zu tagen. Abg. Pfleger wünscht, daß der vierte Bunft zuerst verhandelt werde. Wenn andere Buntte eingeschaltet werden, würde das Gedächtnis an die bisherigen Ermittlungen verblassen. Abg. Bruhn( Dnat.) hält es für ausgeschlossen, daß bei Punkt 4 noch etwas herauskommen werde, besonders nicht über den Unter schied zwischen einem Wunsch und einem Ersuchen des Reichspräsi: denten. Bei der Reichsfettstelle handelt es sich nicht um straf rechtliche Dinge, sondern darum, wer Barmat begünstigt habe, und ob es wahr sei, daß Prozente an die Parteikasse der Sozialdemokratie abgeliefert worden seien. Wenn mir vor einem Staatsanwalt zurückschreden, würden wir nicht weiterfommen. Herr Bruhn beschwert sich darüber, daß in den Zeitungsberichten über die gestrige Sigung gesagt worden ist, Barmat sei schon ein faiserlicher Agent gewesen. Abg. Aufhäuser( S03.) erklärt sich damit einverstanden, daß der Bunft 4 zuerst erledigt wird. Danach wüsse aber endlich die Frage, wegen der der Ausschuß doch überhaupt eingesetzt worden sei, erledigt werden, nämlich die Erörterung der Bofttredite. Die Festnahme Höfles ift inzwischen erfolgt, der einzige Grund, der uns veranlaßte, von der Erörterung der Postkrebite Abstand zu nehmen, ist also beseitigt. Im Antrag 68, der die Veranlassung zu unserer Arbeit gegeben hat, wird ausdrücklich, und in erster Linie die Untersuchung der Postfredite verlangt. Wir können nicht nur in Rücksicht auf den Staatsanwalt ein jo wichtiges Thema ganz umerörtert laffen. Wünsche des Staatsanwalts haben im preußischen Ausschuß überhaupt feine Beachtung erfahren. Der 3wed unjerer Untersuchung ist doch in erster Linie die Verbindung zwischen Polisit und Geschäft, die Teilnahme oder Förderung von Politifern an Geschäften zu ermitteln. Aufhäuser schlägt deshalb vor, zuerst die Fragen zu behandeln, die mit dem Reichspräsidenten in Berbindung gebracht worden sind, dann aber 2. die Pofttredite zu unterfuchen und 3. die Reichsfettstelle. Verbrecherisches Spiel mit der Feuerwehr. Häufung der böswilligen Marmierungen. In der letzten Nacht wurde die Berliner Feuermehr umunt brochen, meist be a willigerweise alarmiert. Kaum war gleichzeitig böswillig nach der Neuendorfer Str. 70 in Spandau ein Alarm erledigt, folgte der zweite. Um 4% Uhr wurde sie sogar und nach der Ede der Jagow- Straße in Spandau alarmiert, so daß mehrere Züge ausrüden mußten, und während dieser Zeit die Wachen entblößt waren. Nachts um 3 1hr wurde die Mehr nach dem Strasow- Blag in Spandau und gegen 2 Uhr nach dem BinelaBlag 7 in Berlin. Ferner mußten Zuge noch nach der Seeburger Straße 24, Krumme- und Bisinardstraße in Charlottenburg auf lang es, die Täter zu ermitteln, obwohl man sich redlich bemühte. Grund böswilliger Alarmierungen ausrücken. In feinem Falle geUm 1 Uhr nachts standen die Keller im Hause Spener Str. 34 in solcher Ausdehnung in Flammen, daß der 15. Löschzug längere Zeit mit mehreren Schlauchleitungen träftig löschen mußte, um die geängstigten Hausbewohner zu beruhigen. In Stegliz stand nachts in der Langestr. 16 eine Wohnlaube und in der Sedanstr.11 ein Kohlenlager in Flammen. Der 1. Zug hatte in der Rüderftraße 46/47 einen gefährlichen Kellerbrand zu löschen, was erst nach fräftigem Löschen gelang. Durch die Rabihwand in den Juwelierladen. Reiche Beute machten Einbrecher, die in der vorvergangenen Nacht ein Juwelen fuchten. Sie stiegen vom Hofe aus durch ein Fenster zunächst in geschäft in der Berliner Str. 104 in Neukölln beim eine Stube ein, die hinter einem Friseurladen liegt. Sier schnitten fie aus der Nabigwand, die die Stube von dem Juwelierlaben trennt, ein 40X40 Zentimeter großes Stüd heraus, stiegen in ben Juwelierladen und erbeuteten für 10000 m. golbene und ilberne Taschen- und Armbanduhren. Der Bestohlens hat auf die Biederbeschaffung eine Belohnung von 10 Broz. des Wertes ausgesetzt. 136 Opfer der Gruben- Katastrophe. Große Anfrage der SPD.- Fraktion im Landtag. leute ums Leben gekommen sind. Davon sind bis jetzt 122 ge= Amtlich wird bekanntgegeben, daß be: dem Unglüd 136 Bergborgen, während 14 noch nicht freigemacht werden fonnten. Die Bergungsarbeiten gestalten sich äußerst schwierig, fo daß noch nicht gesagt werden kann, wann die letzten Toten zu Lage geschafft werden. Bischen Landtag folgende Große Anfrage ein: Die sozialdemokratische Fraktion brachte im Brens In der furchtbaren Kette von Grubentatastrophen, die den deutschen Bergbau heimsuchten, ist diejenige, die sich am 11. Februar abends 8½ Uhr auf der Zeche Minister Stein" abspielte, eine der Begleitumstände. Das Massenunglück hat an Toten 129, an Schwererschütterndsten sowohl hinsichtlich der Zahl der Opfer als auch der Der amtliche Nachrichtenverlegten 8 Opfer gefordert. Döllig versagt. Noch am 13. Februar früh 10.30 Uhr fehlten dienst hat in den ersten 36 Stunden nach Eintritt der Katastrophe dem Grubensicherheitsamt des preußischen Handelsminifteriums amtliche Nachrichten über die Zahl der Toten und Verlegten, über den Charakter der Explosion und über den Herd derselben. Auch über das Fehlen oder Vorhandensein der vorgeschriebenen Sicherheits- und Borbeugungsmaßnahmen war zu dieser Stunde an der Zentralstelle öffentlichte einzige amtliche Meldung aus dem Oberbergamt in Dori noch nichts bekannt. Die in der Morgenpresse vom 13. Februar vermund datiert vom 12. Februar, nachmittags 3 Uhr. Die Arbeiten des Grubensicherheitsamtes und der Grubensicherheits- Hauptkommission über die Sprengstoffübermachung, Sicherheit der Grubenlampen, Instandsetzung des Berieſelungsmejens und der Lotalisierung ein tretender Explosionsfolgen durch Gesteinsstaubsperre und die Bere polltommnung der Wetterwirtschaft dürfen erwarten lassen, daß die Ursachen von Explosionsfatastrophen auf das menschenmögliche Minimum reduziert und im Falle, daß trok aller Borfichtsmaßnahmen ftichflamme durch entzündeten Rohlenstaub in weitgehendstem Maße dennoch ein Erplosion auftritt, das Weitertragen der Explosionsunterbunden wird. Bei mehreren auf anderen Zechen aufgetreteners Explosionen haben die vom Grubensicherheitsdienst erlaffenen Bor schriften sich ausgewirkt und die Ausbreitung der Explosionstata trophen wirtfam eingedämmt. Ist das Staatsministerium bereit. ! restlose Aufklärung der Ursachen der Katastrophe zu schaffen und unnachfichtige Verfolgung aller derjenigen Stellen und Bersonen, die sich im Sicherheitsdienst Nachlässigkeiten und Berfeh lungen haben zuschulden kommen lassen, einzuleiten? 2. Aufklärung darüber zu geben, was das Staatsministerium zu tun gebenfi, um die bergpolizeilichen Borschriften und die Anweisungen der Gruben ficherheitsbehörde zur Durchführung zu bringen? 3. mitzuteilen, welche Maßnahmen zum meiteren Ausbau der Grubensicherheit beabsichtigt find? 4. die Mängel des Nachrichtendientes aufzuklären und für ihre Abstellung Sorne zu tr Der rätselhafte Tod der Pförtnerfrau. Der Tod der Pförtnerfrau Ziomba, über ben mir aus der Echönhauser Allee berichteten, ist jest soweit aufgeklärt, daß man mit Sicherheit sagen tann, daß fein Berbrechen vorliegt. Ein Selbstmord war von vornherein auch ausgeschlossen. Gegen ihn sprechen nicht nur alle Verhältnisse des Ehepaares, sondern auch der Umstand, daß der Schuß nicht aus unmittelbarer Nähe abgegeben worden ist. Es handelt sich ohne 3 meifel um ein Unglüd. Ob hierbei Die Schottlandfahrt der„ Budau". Die bereits für vorgestern vorfremde Schulb vorliegt, bedarf noch der Aufklärung. Der Wächter mittag vorgesehene Abfahrt des Rotorschiffes Budau" aus dem hat die Waffe, die ihm für den Nachtdienst anvertraut ist, eine Selbst- Kieler Hafen mußte infolge eines Defettes nerschoben merden. Das badepistole, morgens 8 Uhr im Futteral auf den Küchentisch gelegt. Schiff verließ heute morgen um sieben Ihr den Kieler Hafen. Sie muß aus dem Futteral herausgenommen worden fein, entweder Es nahm in Holtenau einen Kanallotjen an Bord. Das nächste Don Frau Ziomba selbst oder von einer dritten Berson, die noch Biel ist Curhaven, von wo die Ueberfahrt nach Schottland angenicht befannt ist. Festgestellt ist, daß sie entweder vom Tisch herunter freten wird. oder jemandem aus der Hand gefallen ist. Ein Eindrud in dem Linoleumbelag des Fußbodens der Küche zeigt, daß sie mit dem Schlüssel aufgeschlagen ist. Dadurch ist ein Schuß losgegangen, und die Kugel ist von unten schräg nach oben der unglüdlichen Frau durch das Kinn in den Kopf eingedrungen. Die Er mittlungen der Kriminalpolizei gehen weiter. Einleitend be. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Heute abend 6 Uhr Sigung im Konferenzzimmer der BorwärsRedaffion, Lindenstr. 3. Arbeiterwohlfahrt, Arbeiterjugend, Jungfozialisten! Heute, Sonnabend, den 14. Februar, abends 7 Uhr, Lindenstr. 3, 2. Snf, 3 Tr. Bersammlung aller Parteibertreter, älterer Jugendgenossen, Jungsozialisten und Funktionäre der Arbeiterwohlfahrt. 1. Wie fann die Arbeiterjugend in der Jugendfürsorge und Jugendgerichtshilfe mitarbeiten( Jugendrichter Dr. Franke). 2. Aussprache.- Alle intereffierten Genossen find eingeladen. Junasozialisten. Gruppe Reukölln. Treffpunkt zur Fahrt am Sonntag, 8 Uhr, on Bahnhof Neukölln. Jugendveranstaltungen. „ Der Rechtsturs in Deutschland" lautete das Thema in der Kreismitgliederversammlung des Kreises Friedrichshain, in der Genosse Stelling am Freitag, den 6. Februar sprach. handelte er die Affären Kutister und Barmat und betonte, daß gegen jeden Genoffen, der die Partei geschädigt habe oder noch schädige, rüdsichtslos und ohne Ansehen der Person vorge gangen werde. Es sei eine Kommission, je drei Mitglieder des Barteivorstandes und der Reichstagsfraktion, zweds Untersuchung aller Beschuldigungen eingefeht. Im Falle Bauer habe sie bereits einen wohl alle Kreise der Partei befriedigenden Beschluß gefaßt. Bauer habe parteischädigend gehandelt. Damit unfer Schild rein bleibe, wird gegen jeden anderen genau so vorgegangen werden. Genosse Stelling betonte meiter, daß Bürgerliche sowohl als Rommunisten fein moralisches Recht hätten, der SPD. Korruption vorzuwerfen. Bergeffen wir nicht in diesen Tagen der beispiellofen Hetze gegen uns, daß man bereits, ohne Mitwirtung des Reichstags, 715 Millionen Goldmart an die Großindustriellen des Ruhrgebiets gezahlt habe, während fleine Geschäftsleute, Arbeiter und Angestellte nicht nur nichts bekommen, sondern durch das brutale Borgehen der Schwerindustrie größter Not und vermehrter Arbeitslosigkeit ausgesetzt würden. Die Grubenmagnaten erhielten ftügungsfäße für Witwen und Waisen und Rentenempfänger wird Milliarden, um eine geringe Erhöhung der Renten und Unterbringen! Treffp. 8 Uhr„ Seebad". gefeilscht und kein Verständnis für deren Not ist bei den Rechts parteien zu finden. Das ist der Beginn des Rechtsturses. Wären die Kommunisten nicht so verrannt und verblendet, fo wäre fein Rechtsblod zustande gekommen. Wenn in Zukunft auf dem Gebiete der Sozialpolitik und der Steuerpolitit die Reaktion marfchiert, so trägt die Politik der KPD. feine geringe Schuld daran. Beigen wir, so betonte Genoffe Stelling am Schlusse seiner AusIn der weiteren Debatte teilte der Abg. Dewit( Dnat.) mit. daß der Untersuchungsrichter in der Bofttreditfrage auch noch taste, deswegen dürfe man seine reise nicht stören. Der Abg. Rosenberg( Komm.) meint, daß man im preußischen Ausschuß deswegen nicht viel erreicht habe, weil man dort die Fragen aus der Tiefe des Gemüts" heraus behandele.' An die pofttredit frage brauche man desmegen nicht heranzugehen, weil der Staatsanwalt schon mit Energie die Sache behandele. Um weitere Feststellungen in den persönlichen Angelegenheiten zu trefführungen, überall. mo sich die Gelegenheit bietet, daß die Rechtsjen, sei es notwendig, noch einige Personen, wie den Abg. Ser mann Müller und den früheren Botschafter Rosen zu laden und auch den Reichspräsidenten zu vernehmen. ( Schluß im Morgenblatt.) parteien unter der Führung von Luther- Schiele- Stresemann Bürgerblodpolitif, das heißt arbeiterfeindliche Politit treiben. Klarheit müssen mir verbreiten, damit das Bolt sieht, wohin der Kurs geht Morgen, Sonntag, den 15. Februar 1925: Bebbing Moabit II: Fahrt Ertner- 2ödni. Treffp. 61% Uhr Bhf. Bellevue. Nord. Fahrt. Treffp. 18 Uhr Bhf. Bedding. Rosenthaler Barftabt. Banberung durch den Krämer Treffp. 7 Uhr Stettiner Borortbhf. Besten. Besuch des Böllerlundemuseums. Treffp. 9 Uhr Bhf. Billowstr. Nieberschöneweibe. Jugendheim Berliner Str. 31, Glasbrenner- Abend Neu- Lichtenberg. Fahrt nach Tegel Treffu 7 Uhr Bhf. Neu- Sichtenberg. Reinidendorf Dit. Spielfahrt. Spielgeräte mit Senefelder Biertel. Fahrt durch den Krämer, Treffp. morgen früh 7 Uhr Bhf. Prenzlauer Allee Berbebezirk Lichtenberg. Abends 72 Uhr Jugendheim Barlane 10. Bortrag: Bursche und Mädel". Achtung, Jugendgenossen und genoffinnen! Am Sonntag, den 15. d. m, vormiftans 10 Uhr pünktlich, im Jugendheim. Linbenitraße 3: Uebungen von Vollstänzen für die Frühlingsfeler. Sede Abteilung mus vertreten sein. Dienstag, ben 17. Februar, 1. Susammenkunft derjenigen Genoffen, bie am Jugendspiel Frithling im Waldreich" mitwirken wollen, im Jugendheim, Lindenstraße 3, abends 7 Uhr. Gewerkschaftsbewegung Kommunisten als Streikbrecher. Mit dem Pommerschen Landbund Arm in Arm. Bom Verbandsvorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes wird uns geschrieben: Die sozialistische Tageszeitung für Hinterpommern, Der Hinterpommer", fann nachweisen, daß fich eine ganze Reihe fommunistischer Parteimitglieder aus Rolberg dazu hergegeben hat, sich dem Pommerschen Landbund als Streifbrecher für seine Bundeshilfe" anzubieten. Bisher find 124 Personen, von denen 17 als Gruppenführer eingestellt maren, einwandfrei von der Redaktion des Hinterpommer" festgestellt worden. " Da die Gelegenheit, in einen Landarbeiterstreit einzugreifen, bisher nicht gegeben war, man aber im Bommerschen Landbund an der Ausnutzung der nun einmal gewonnenen Subjekte interessiert war, verfügte man ihre Beschäftigung als deutschnatio nale Wahlhelfer in dem hinter uns liegenden Wahlkampfe. Der Verfügung wurde widerspruchslos Folge geleistet. Das tam besonders deutlich in einer großen Landbundversammlung zum Aus drud, die am 3. Mai in Groß- Jeftin, Kreis Kolberg, stattfand und in der Johannes Wolf vom Pommerschen Landbund sprach. In dieser Versammlung waren über hundert Kommunisten als Saalfchus und Beifallspender anwesend. Am 4. Mai fonnten diefelben Leute in Rolberg beobachtet werden, wie sie mit den Wahlplakaten der Deutschen und der Deutschnationalen Volkspartei standen und nebenher für die Liste der Kommunisten Propaganda machten. Der tommunistischen Tageszeitung für Hnterpommern, der Bolfswacht", find diese Feststellungen selbstverständlich sehr peinlich. Sie schreit wie beseffen, erklärt alles für Lüge und gibt ihre ehemals besten Streitfämpfer als gemeingefährliche Spigel" preis. Es will aber nichts helfen. Der interpommer" padt mit seinem Material gründlichst aus und gibt der Deffentlichkeit die Namen und Adreffen der in Frage kommenden Personen an. Wenn es noch eines besonderen Beweises dafür bedürfte, daß die Kommunisten die Steigbügelhalter der Reattion find, ift er hier in eflatanter Weise erbracht. Kein Pommerscher Landbund ist den Kommunisten schlecht genug, wenn es sich darum handelt, den Sozialdemokraten eins auszuwischen oder die Arbeit des Deutschen Landarbeiterverbandes, die gerade in Bommern viel Energie und Hingabe erfordert, zu durch freuzen. Und das alles im Namen der„ Einheitsfront", für die jetzt auf dem Lande von solchen Leuten„ Stimmung gemacht" wird. Der Freie Eisenbahnerverband. So nennt sich bekanntlich die von den Kommunisten gegründete Sonderorganisation( es lebe der Kampf um die Einheit!) der Etsen bahner. Er rühmte sich, in Berlin die stärkste Eisenbahnerorganifation zu fein. Flantiert wird diese kommunistische Spaltungsorganisation von dem in seiner Mehrheit zurzeit noch kommunistifchen Bezirksbetriebsrat der Reichstahndirektion Berlin. Was hat diese Organisation bisher für die Eisenbahner geleistet und erreicht? Wo ist die Lohnerhöhung, wo die Verfür. zung der Arbeitszeit, die sie durchgesezt hat? Welche Maßnahmen gegen die Eisenbahner hat sie verhindert? Wann hat fie auch nur den Versuch gemacht, einen Kampf für die ausgebeuteten, unterbezahlten Esenbahner zu führen? Was hat insbesondere der kommunistische Bezirksbetriebsrat geleistet? Wo ist seine vor den Wahlen angekündigte Aftion gegen den Abbau? Wenn man das Ergebnis der Aktion und die leitenden Röpfe des FEB. und des kommunistischen Bezirksbetriebsrats zusammen: faffend kennzeichnen will, fagt man am besten: 0,000. Es hat volle zwei Wochen gedauert, bis sich die kommunistischen Rulen entschlossen, in ihrem Blatt über eine Betriebsversammlung in Berlin I zu berichten. Der Referent, Schie menz, fommuni ftischer Borsigender des Bezirksbetriebsrats und Mitglied des Haupts betriebsrats, schimpfte wohl weiblich über den Deutschen Eisenbahnerverband, wußte über den Abbau jedoch gar nichts zu fagen und gestand, in die Enge getrieben, sich um die Abbaumaßnahmen nicht gefümmert zu haben. So etwas überläßt man den Reformisten" und versteckt sich hinter den Betriebsräte fongreß, den man auch nie abgehalten hat Natürlich sind auch mieder die ,, perräterischen" Führer des DER. daran schuld. Aber wie wird uns? Die KPD. ist doch die einzige Arbeiterpartei"? Die Massen haben doch fein Bertrauen" mehr zur Gewertschaftsbureaukratie? Angeblich fämpfen doch nur die Kommunisten? Und doch sind fie Kommunisten, ist insbesondere der FEB. nach seinem eigenen Eingeständnis unfähig, allein einen Rampf zu führen! Der DEB. hat Arbeitszeit und Lohnparagraphen gefündigt, um die Arbeitsverhältnisse der Eisenbahner zu ver bessern. Und meil der FEB. dabei überhaupt feine Rolle spielen fann, sucht er die Mitglieder über diese Tatsache hinwegzutauschen. Eine eigene Lohnbewegung wie im Herbst legten Jahres gu mnter. nehmen, hütet sich der FEB, benn die Spuren schreden. Es ist leichter das Maul aufzureißen, als einen Pfennig Lohnzulage für die Kollegen herauszuholen. Und wenn jetzt der FEB. wieder zur Methode des Maulaufreißens übergeht, dann enthüllt er feinen wahren Zwed. Nicht für die Interessen der Kollegen tritt er ein, sondern er bekämpft die Organisation, die im Kampf mit dem Arbeitgeber steht und wird damit zum helfershelfer des Arbeitgebers. Wenn die Eisenbahner auf eine schnelle und erfolgreiche Bewegung rechnen, müssen fie vereint diesen Kläffern vom FEV. das Maul stopfen und das Vorgehen des DEV. mit allen Mitteln unterstützen. Der beleidigte Fabrikpförtner. Die französischen Eisenbahngesellschaften wollen nicht. Paris, 12 Februar.( TL) Die großen Eisenbahngesellschaften haben heute beim Staatsrat wegen des Erlasses vom 15. Januar 1925, nach dem in den Eisenbahnbetrieben unterschiedlos die achtstündige Arbeitszeit eingeführt wird, eine Klage gegen die Regierung eingereicht.( Es fann sich nicht um eine lage gegen die Regie rung" handeln, denn dazu ist der Staatsrat, eine Art Oberster Ver raltungsgerichtshof, nicht zuständig. Der Einspruch fann sich nur gegen die formale Rechtskraft der Verordnung wenden, hat aber feine aufschiebende Wirkung.) Beranimortlich für Bolitif: Eraft Neuter; Wirtschaft: Arthur Sateruns; Gewerkschaftsbewegung: Friebz. Eflorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstadt: Anzeigen: Th. Glode, sämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin GB. 68, Sindenftrake&. Gewinnauszug 5. Klaffe 24. Preußisch- Süddeutsche ( 250. Preuß.) Klassen- Lotterie6. Siehungstag Ohne Gewähr 12. Februar Nachdruck verboten In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 m. gezogen Auf dem Fabrikgrundstück. der AEG. in der Schlegel, straße follten 3mei Arbeiter einen beladenen Bagen durch eine Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderet Durchfahrt bugsieren. Das gelang nicht sogleich. Da griff der Pförtner ein. Seiner Meinung nach mußte der Wagen nach rechts gelenft werden, die Arbeiter aber glaubten, ein Rud nach links fei notwendig, um den Wagen durch das Tor zu bringen. Also zog der Pförtner nach rechts, die Arbeiter nach links, und der Wagen tam überhaupt nicht vom Fled. Nun fam es zwischen rechts und links zu Auseinandersegungen, die sich nicht in parlamenta rischen Formen bewegten. Einer der Arbeiter rief dem Pförtner zu: Geh weg, Maulaffe, sonst gibt es Backpfeifen." Hierdurch fühlte sich der Pförtner, der übrigens durch überhebliches Heraus fehren des Borgesezten den Arbeiter gereizt hatte, so schmer beleidigt, daß er meldung beim Abteilungsleiter erstattete. un legte sich der Arbeiterrat ins Mittel. Er schlug vor, der Arbeiter folle fich wegen seiner unparlamentarischen Aeußerung entschuldigen und die Sache folle damit erledigt sein. Davon mollie aber der Pförtner nichts wissen. Es müsse ein Erem. fagte er pel ftatuiert werden müsse entlassen werden. Der Pförtner befam feinen Willen, der Arbeiter wurde entlassen und flagte dagegen beim Gewerbegericht. der Arbeiter Hier wurde dann neben der Untersuchung des Tatbestandes auch die Frage eingehend erörtert, ob der Pförtner als Vorgefegter des Arbeiters und als Vertreter des Arbeitgebers anzusehen sei und deshalb eine Beleidigung seiner Person als ausreichender Entlassungsgrundsatz zu gelten habe. Das Gericht tam zu der Auffassung, es tönne dahingestellt bleiben, ob der Pförtner als Borgesetzter des Klägers anzusehen sei. Ein Angebot von Backpfeifen, auch unter Gleichgestellten, würde ein ausreichender Entlassungsgrund sein. Im vorliegenden Falle müsse aber auf Grund der Beweisaufnahme angenommen werden, daß sich der Kläger durch das Verhalten des Pförtners provoziert fühlen konnte und deshalb mit einer an sich be= leidigenden Aeußerung antwortete. Die Firma wurde verurteilt, den Kläger wieder einzustellen oder ihn mit 101 M. zu entschädigen. Die Moral von der Geschicht: Ein Fabrikhof ist kein Salon. Wenn ein Arbeiter, erregt über einen Pförtner, der sich als Vorgefeßter aufspielt, ein grobes Wort gebraucht, dann soll man ihn nicht gleich mit Entlassung bestrafen. Die Einheit marschiert. Erfurt, 13. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Bisher verfügten die Kommunisten in der hiesigen Ortsverwaltung des deutschen Metallarbeiterverbandes über eine namhafte Mehrheit und stellten auch den Geschäftsführer. Im Vorjahre erhielten die Kommu nisten etwa 400, die Amsterdamer Liste 200 Stimmen. Auf der gestern stattgefundenen sehr gut besuchten Generalversammlung wurde der ehemals tommunistische, iegt aber zur SPD. ge= hörende Geschäftsführer mit 368 gegen 316 Stimmen gewählt. Die Borschlagsliste der Amsterdamer zur Ortsverwaltung erhielt 385, die der Moskauer 306 Stimmen. 53 Stimmen, die für Amster dam lauteten, maren wegen fleiner Formfehler ungültig. Dieser Sieg ift um so bedeutungsvoller, als er fein Zufallsergebnis ist, son bern im schweren Ringen erzielt wurde. Die Kommunisten hatten alles aufgeboten. Die Erwerbslosigkeit im Reiche. In der Zeit von Mitte Januar bis 1. Februar hat sich die Bahl der Hauptunterstügungsempfänger in der Erwerbslosenfür forge von 586 000 auf 591 000, d. h. um rund 1 Proz. er. höht. Im einzelnen hat sich die Zahl der männlichen Hauptunterſtügungsempfänger von 543 000 auf 550 000 vermehrt, die der meiblichen von 43 000 auf 41 000 verringert Die Zahl der 3ufchlagsempfänger( unterſtügungsberechtigter Angehöriger von Hauptunterstützungsempfängern) ist von 790 000 auf 812 000 gestiegen. Die Zunahme der Erwerbslosenziffer ist im Bergleich mit den vorangegangenen Wochen verhältnismäßig gering. In ein zelnen Industriezweigen macht sich eine leichte Bermehrung der Arbeitsgelegenheit bemerkbar. Da im Februar erfahrungsgemäß der Personalbedarf der Landwirtschaft wirksam wird, so darf, menn nicht besondere Umstände eintreten, der Tiefpunkt des Arbeitsmarftes als überschritten angesehen werden. 4 Gewinne zu 5000 m. 3170 73927 230325 120980 96388 205503 286259 231525 3 Gewinne zu 3000 m. 210458 2 Gewinne zu 2000 m. 15 Gewinne zu 1000 m. 40588 40970 47681 50240 54087 60493 80083 87868 131740 144267. 200755 241862 266220 275485 289812 39 Gewinne zu 500 m. 17438 20090 23047 45667 54577 59928 64606 74851 85301 93258 93621 100811 108899 116981 123589 134089 139997 150392 161176 166750 170210 171962 181152 183959 184749 198193 204216 206392 209390 222858 226295 226485 227249 271291 272019 290409 300227 305354 317192 82 Gewinne au 300 m. 3109 3586 4569 7483 7640 9322 9531 12676 14191 17353 25013 26463 29077 32123 35301 35673 46973 47294 50806 52525 52976 61616 63007 66593 68488 70891 71823 73212 78020 79205 89193 101281 102492 101305 115541 117452 121096 129627 131874 133614 137037 131643 140429 142053 142978 148033 153243 155624 166605 166959 177212 186912 187859 189153 196772 211695 213565 219035 223994 224138 130996 231663 242274 244747 248549 249202 257408 269859 280222 284110 286464 286477 287707 288421 289868 297181 299833 302216 310544 311018 314784 317709 7. Ziehungstag Ohne Gewähr 13. Februar 1925 Nachdruck verboten In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 Mk. gezogen. 1 Gewinn zu 5000 22. 17451 4 Gewinne zu 3000 m. 3072 106024 155411 178239 131544 6 Gewinne zu 2000. 74441 142851 207054 236781 283466 12 Gewinne zu 1000 m. 40745 8392 97485 97965 125274 137883 171338 257186 302625 306713 312032 318084 27 Gewinne zu 500 2. 11020 37043 51855 52234 53278 71011 82444 83856 101764 102508 125024 143742 155592 163459 163764 169473 174208 194164 214708 227077 240101 215236 263075 267684 285259 298540 298613 80 Gewinne zu 300 M. 5910 7616 8413 11423 12505 17100 19696 27033 27495 29181 31382 33649 42548 45630 47264 50306 63765 64511 72156 81744 83338 93746 93873 101706 102132 105349 107136 115041 117115 118314 124006 129696 142198 145227 145632 145635 162995 167826 170178 173842 175872 176649 176708 182591 184987 186477 194053 198143 200831 201921 205683 211960 227235 227280 232681 233063 253380 255776 255785 257206 264873 270555 272735 272911 280373 281413 28 323 290727 291405 291522 292437 293320 294270 310452 311985 312494 313477 313577 319614 319899 >> Einmalige Gelegenhelt! 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