Nr.78+42. Jahrgang Ausgabe A r. 40 Bezugsvreis: 935dhentlich 70 fennig, monatlic 3. Reidsmart untaus zahlbar. Unter Rteusband für Deutschland, Danzig. Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen. Suremburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 3,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit ber Gonntags beilage Boll und Beit mit„ GiebTung und Aleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreie. Sie einfaltige Ronsareille.. aeile 70 Bfennig. Reflamezeile 4. Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Mort 20 Biennia ( sufäffia amci feltaebrudte Borte). jehes weitere Wort 10 Bfennig. Stellengefuche das erfte Bort 10 Bfennig, fcdes meifere Bort 3 Bfennig. Borte über 15 Buchftaben sählen für awei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Bfennig. nzeigen für bie nächste Rummer milffen, bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftrake 3, abgegeben werben. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 15. Februar 1925 Ein notleidender Ruhrindustrieller. Thyssen verdient in 10 Jahren über 300 Millionen Goldmark. Groß ist die sittliche Entrüstung der ach so hoch moralischen, von der Schmerindustrie bezahlten Presse über die Unregelmäßigkeiten, die bei der Kreditgebarung der Reichspoft und der Seehandlung in den Fällen Kutister und Barmat vorgekommen sind. Geringer wird die Entrüstung shon bei der Tatsache, daß der Name eines Mannesmann genügte, um an ein innerlich faules Geldinstitut ein Fünfmillionendarlehn ohne jede Dedung aus Mitteln der Reichspoft zu geben. Die Entrüftung gelangt auf den Nullpunft, wenn man den wahr haft Schuldigen, nämlich den verantwortlichen Leiter der Seehandlung, einmal auf den Zahn fühlt. Und das Bathos fchlägt in ungeheure Begeisterung um, wenn man hört, daß der Schwerindustrie 715 Millionen Goldmart für Schäden gegeben worden sind, die die Industrietapitäne nicht einmal nachzuweisen brauchten. In welcher Höhe diese fogenhaften Schäben überhaupt entstanden und in welcher Höhe sie bereits durch Kredite, die mit der Notenpreffe getilgt wurden, abgegolten sind, darüber verweigert man die Ausfunft. Man mutet dem deutschen Volk sogar zu, daß es dafür dankbar sein soll, wenn ihm von ein paar Dugend Prozentpatrioten das Fell über die Ohren gezogen wird. Wie das deutsche Volk von den Leuten, die den Patriotismus gepachtet haben, geschröpft worden ist, dafür gibt es rein zahlenmäßig nur wenige Anhaltspunkte. Bo man solche aber findet, beweisen sie bereits, daß die Summen, um die man heute skandaliert, I umpige Pfennige sind im Verhältnis zu den Beträgen. die die großen Kapitalmagnaten an der Ruhr in des Boltes tiefster Not an sich zu ziehen verstanden, p h.ne daß die Staatsanwaltsflugzeuge furren und ohne daß man über die an den Zuwendungen beteiligten Beamten gleich Schlafzimmergeschichten enthüllt“. Kredite werben, reden fie anders, als wenn sie bei der Reichs. regierung um Entschädigung betteln. Da sagen fie, wie sie wirklich beschaffen sind! Die Firma Thyssen will in Amerifa einen Kredit von 12 Millionen Dollar aufnehmen. Sie hat dazu einen Prospekt verfaßt, in dem sie ihre geschäftliche Situation, schildert. Das sieht anders aus wie die beweglichen Klagen über die Notlage der armen Ruhrindustriellen! Bei der Würdigung der folgenden Zahlen muß man im Auge behalten, daß Thyssen durch das Friedensdiftat große Auslandsbefißtümer verloren und ebenso wie die anderen Auslandsdeutschen nicht vollkommen erseßt erhalten hat. Dann erst wird man die Größe der Zahlen voll ermessen. Auf Zuverlässigkeit haben die Angaben um so größeren Anspruch, als sie der Aufnahme eines Kredits von 12 Millionen Dollar zugrunde gelegt und von einem amerikanifchen Ingenieurfachverständigen nach geprüft sind. Dabei hat man es so viel ein'acher bei jenen großen Herr schaften: man braucht sich nicht erst auf das Suchen zu verlegen, sondern sich nur daran zu halten, was sie selbst zu geben. Bor dem Kriege gehörte der Schwerindustrielle August Thyssen nur Demnach beträgt der Vermögenswert der für die Thyssensche Anleihe zugrunde gelegten Bergwerfte und Hütten auf Grund der deutschen Gestehungskosten 117,2 Millionen Dollar 492 Millionen Goldmart. Wollte man die fraglichen Werte heute neu aufbauen, so würden sie rund 166 Millionen Dollar= 697 Millionen Goldmart tosten. Würde man bei diefem Neuaufbau nicht die niedrigen deutschen Löhne aus nutzen, fondern mit ameritanischen Geftehungskosten arbeiten wollen, so betragen die Kosten hierfür 250 Millionen Dollar, #mehr als eine Milf.arde Goldmart! Die gewaltige Höhe diefer Summe wird erklärlich, wenn man hört, daß in dem Anleiheprospekt allein der Besis Thyssens an Rohlenfeldern als, der größte private Besi dieser Art" bezeichnet wird. Eine Milliarde Goldmart bizt also Thoffen heute, wenn man die Reproduktionskosten seiner Anlagen nach internationalen Maßstäben zum Ausgangspunkt nimmt. Das ist das Bermögen eines Mannes, dessen Familie 1871 mit ganzen 8000 Dollar angefangen, Gewinne auf Gewinne gehäuft hatte und trozdem vor dem Kriege sicherlich noch keine 200 Millionen Mart als sein Eigentum nannte. Geht man bloß von dem Wert aus, den die Anlagen heute nach den deutschen Gestehungskosten haben, jo erhält man bereits ein Vermögen von annähernd 500 Millionen Goldmart. Thyssen hat- trog Kriegsverluften, Kriegsgewinnsteuern ufm.feit 1914 mindestens 300 Mil fionen Mark verdient. Andere, wie Stinnes, haben noch mehr eingeheimſt. Sie alle scheuen sich nicht, vom Reiche Gefchente anzunehmen, die in die Hunderte von Millionen gehen! einer, und längst nicht der größte Schwer. verdiener zu den Leuten, die in der Hochfinanz schon eine Rolle spielten, aber auf Grund der Steuererklärungen blieb fein Bermögen weit hinter dem der Krupp, Hendel von Don nersmard und Hohenlohe- Dehringen zurüd, die alle schon 1908 mehr als 150 Millionen Vermögen besaßen. Derselbe Thyssen hat jetzt eine Bermögenserklärung abgegeben, von der wir zwar bezweifeln möchten, daß sie mit seiner Bermögens ste u er erflärung übereinstimmt, die aber dafür desto zuverlässiger ist Die großen Industrieherren von der Ruhr erklären in der Deffentlichkeit immer wieder, daß sie die notleidendste Be nölkerungsklasse in Deutschland darstellen. Will man ihnen dem Staatsvermögen 700 Millionen Goldmark erhielten, So sehen die notleidenden Ruhrindustriellen aus, die aus glauben, so geht es ihnen noch schlechter als den noileidenden 700 Millionen Goldmart, während das Volk und die Wirts Großagrariern. Sie nehmen deshalb, moher fie friegenschaft unter brüdender Steuerlast feufzte. Für sie können. Sie nahmen die Papierkredite in der Inflationszeit. Sie nahmen die Lohnsicherungen und die Gelder für unproduktive Aufwendungen. Sie nahmen den Arbeitern die Groschen, die sie ihnen am Lohn abzwadten. Sie nahmen der schmer tragenden, unter der Not feufzenden Bevölkerung den Ueberpreis für Kohle. Sie nahmen als notleidende, um Gottes willen um Reichshilfe bettelnde Unternehmen von dem nur zu willfährigen Finanzministerium den Bettelpfennig von 700 Millionen Goldmark Entschädigung. Sie nehmen auch Kredit, nor allem im Ausland. Arme notleidende Ruhrindustrielle! Aber wenn sie um ausländische Die Kreditskandale. Engelbert. wurden die hohen Steuern gezahlt! Haben sie felbft ordnungsgemäß ihre Steuern gezahlt? Ist diefer enorme Ber mögenszuwachs ordnungsgemäß versteuert worden? daß man die Millionen, die vielleicht, durchaus noch Das Bolf zahlt's, und eine recftionäre Breffe forgt dafür, nicht gewiß, an fleine Anfänger verlorengegangen sind, schpeden und aus der Hungersnot in Krieg und Inflation von rer nimmt als die Milliarden, die aus dem Blut der Kämpfenmenigen Großverdienern gefogen worden sind. schaden. Ein flein bißchen mehr Augenmaß mürde doch mohl nichts Dom 17. Februar auf den 10. März, die auf Antrag der Berteidiger Rothardts erfolgte, ist die kommissarische Vernehmung worden. Vorwärts- Verlag 6.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Postscheckkonto: Veriin 37536- Bankkonto: Direktion ber Diskonto- Gefellschaft, Tepofitentasje Lindenstraße 3 Rumpelstilzchens Märchenbuch. Und diamantene Klarheit von Ludendorff. Es war einmal ein deutschnationaler Journalist namens Adolf Stein, der als„ A" im Hugenbergschen Tag Stim mungsbilder aus den Gerichtsfälen schrieb und noch schreibt. Der Zauberftab des gleichfalls Hugenbergschen Deutschen Pressedienstes" verwandelte dann diesen Stein in eine gemüt volle Märchengestalt, Rumpelstilachen geheißen, die nun lauschig plaudernd durch die Feuilletonnächte der deutschnationalen Provinzpresse fhreitet. Rumpelstilzchen ist das Entzüden der Tante aus Ruppin und ein dienstbarer Geist der treubeutschen Schwerindustrie. Jedoch die deutschnationale Parteileitung berief Rumpelstilzchen zu höheren Zweden.. Bor uns liegt eine Broschüre: Eberts Prozeß. Bon einem, der dabei war:„ A“. Mit Gutachten von Geheimrai Dr. jur. Traeger ordentlichen Professor an der Universität Marburg und General der Inf. Ludendorff. 1-50 Taufend. Brunnen- Berlag Karl Winkler, Berlin. Man merkt, daß die Poesie aufhört und die Prosa beginnt. Aber auch der Humor. * erEinem vielbeschäftigen Journalisten fann mancherlei passieren. Aber man sollte glauben: wenn einem von der deutschnationalen Parteileitung und der treudeutschen Schwerindustrie der ehrenvolle Auftrag erteilt wird. Ebert und bie Sozialdemokratie endgültig ledigen, fo follte er es mit den Pflichten feines hohen Amtes einigermaßen ernst nehmen. Und vor allem follte man glauben: mein einem deutschnationalen. Journalisten die Ehre widerfährt, zu feiner Schrift einen Beitrag von Ludendorff zu erhalten, sp sollte er sich wenigstens die Mühe nehmen, biefem Beitrag felber auch zu lesen. Daß dies aber bei Rumpelstilzchen nicht der Fall mar, foll hier bewiesen werden. Stein- Rumpelstilzchen bekennt sich zur Theorie, daß„ der Sieg zum Greifen" nahe war, aber dann fährt er fort:" Weshalb das deutsche Herr im Siegeslauf erlahmte, weshalb por Amiens die leßten Brandungswellen des deutschen Ansturms langfam verrollten, als die Munitionszufuhr anjing spärlich zu werden, dafür gibt der Rüstungsstreit im Januar 1918 die Erklärung. Da haben wir die entscheidende Ursache für die unglüdliche Wendung des Krieges. Am Schlusse dieses Heftchens in fo diamantener alarheit von Ludendorff seibst dargestellt, daß selbst ein von der Sozial demotratie ganz Dummgemachter nichts mehr vorzubringen vermöchte. Also nach Stein- Rumpelstilachen stockte der Siegeslauf, weil die Munition spärlich wurde, und die Munition wurde spärlich wegen des Rüstungsstreits im Januar 1918. Hären wir nun, was Ludendorff ,, in so diamanterer Klarheit" in seinem Gutachten jagt: Alle Wirkungen des Streits mußten um so schwerer wiegen, je unsicherer die Haltung der Regierung war. Die Abfichten der Streifenden und ihrer Führer formten nur durch eine fefte Haltung der Regierung wenigstens in einem gewiffen Umfange nod verhindert werden. Der materielle Ausfall an Heeresgut frat zurüc vor den Imponderabilien der Arlegführung. Die Oberste Heeresleitung ließ die Reichsreglerung wiffen, fie nehme eine eintre ende geringer jei als die Folgen etwaiger Nachgiebigkeit gegen die Streif. Berringerung der Kriegslieferungen auf sich, well, dieser Schaden forderungen. Darauf ist die Feffigkeit der Reichstegierung der Streitleifung gegenüber wohl mit zurückzuführen. Ludendorffs Klarheit ift wirklich diamanten. Selbst ein non Rumpelstilzchen dunumgemachter Spießbürger muß bemerken, wie da Rumpelstilzchens Dolchftoßmärchen von Luden dorff selbst" totgeschlagen wird. Boruntersuchung gegen Lange: Hegermann, Werthauer, des Reichspräsidenten auf einen späteren Termin verschoven Deutschland gefährlich werden. Der Parteivorstand der deutWie der Amfliche Preußische Prefsedienst von zuständiger Stelle erfährt, ist auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen den Abgeordneten Cange- Hegermann wegen der Anschuldigung der Unfreue und des Befruges zum Nachteil des Reichspoftfiskus, fowie gegen die Rechtsanwälte Justizrat Werthauer und Engelbert wegen der Anschuldigung des in Gemeinschaft mit Kutister began. genen Befruges zum Nachteil der Seehandlung die gerichtliche Boruntersuchung eröffnet worden. Zum Magdeburger Prozeß. Verschiebung der Bernshmung des Reichspräsidenten. In der zweiten Instanz des Magdeburger Rothardt Bro zeffes war auf den gestrigen Tag die tommiffarische Bernehmung des Reichspräsidenten anberaumt morber. Infolge der Bertagung der Berufungsverhandlung Der empfindliche Beleidiger. Ein langer Rüstungsstreit fonnte allerdings für schen Sozialdemokratie, der um die Landesverteidigung bee jorgt war, erstrebte daher eine raiche Beilegung des Streifs durch Verhandlungen mit den Streifenden und durch EntDr. Emil Ganßer, der Urheber des standalösen Auftritts gegenfommen an ihre Forderungen. Da fuhr Lubenauf dem Bahnhofsplate in München, der zu dem Magdeburger dorff dazwischen. Ihm fam es gar nicht auf den„ AusProzeß gegen Rothardt geführt hat, ist selbst sehr empfindlich. fall an Heeresgut" an, sondern auf die von ihm sogenannten Er hat sich durch die Kritik, die Rechtsanwalt Wolfgang Heine Imponderabilien, das heißt auf die Erhaltung des Kriegsim Magdeburger Prozeß an ihm übte, beleidigt gefühlt und Briaciftes in feinem politisch völlig verständnislosen Sinn. Die battlage erhoben. Nachdem Rechtsanwalt Heine Zeugen über DHL ließ die Regierung wissen, auf ein paar Gra das Betragen Ganßers in München genannt hat und nachgewiesen naten mehr oder weniger fomme es ihr nicht bat, baß es bei allen anständig denfenden Deutschen Aergernis eran. Hauptsache sei, die Arbeiter unterzuregen mußte und daß nach einer reichhaltigen Rechtsprechung solche triegen. Fälle als grober Unfug" anzusehen sind, eine Strafrechts. Es stellt sich also armes Rumpelstilzchen!-.. mit dia beffimmung, die bestimmt ist, gaffenbubenartigem Unfug zu steuern, mantener Klarheit" heraus, bag Ebertum hie Munihot Herr Dr. Gangar vorgezogen, feine Privattlage zutionserzeugung besorgter war als Luden. rudzunehmen. Wenn er felbft angeflagt ist, wird er befannt Dorff! lich von der Justiz nicht aufgefunden, weil er ins Ausland nach Banern abridt Ganz far mit damantener larheit" ergibt fid) folgendes: www Für die Sparer und Gläubiger ist damit eine überaus ernfte Lage geschaffen. Aufs neue droht ihnen ein Betrug. Diesmal aber nicht von ihren Gegnern, sondern von ihren angeblichen Freunden. Benn deshalb die Organisationen der Sparer nicht in den Berdacht tommen mollen, daß fie öffentlich befämpfen, was sie geheim fördern, dürfen fie fich nicht nur gegen die mächtigen WiriSchaftstreise menden, sondern müssen sich auch gegen die Rechts parteien und die Rechtsregierung wenden, die den Schuß der großen Kapitalisten höher stellen ais den Schuß der fleinen Sparer, Die Mehrheitssozialisten wollten bie Landesverteidigung| Man tann diese Rundgebung nur begrüßen. Denn fie richtet| imnerhüllt ausgesprochen, daß eine pojitine 2ösung der durch bewußte Staatsbürger. Ihr Ziel war Führung fich gegen jene Organisationen, mit beren Gelber bie Aufmertungsfrage faum möglich erscheint. bes Arieges bis zu dem Augenblid, in dem es der Diplomatie betrogenen Sparer bei der Wahlbewegung für die gelang, einen Berständigungs frieden feinen Frieden Rechtsparteien eingefangen wurden. Don Berfailles- zustande zu bringen. Sie wollten ein freies Deutschland nach dem Kriege. Und darum wollten sie, daß Der Rüftungsstreit in einer Weise erledigt werde, die die rasche Wiederaufnahme der Arbeit ermöglichte und den Arbeitern das Gefühl eriparte, daß sie wie die Hunde behandelt werden follten. Solchen politischen Gedanken war der Militärftier Ludendorff ganz unzugänglich. Sein Traum war, an der Spize willenloser Muschloten die Welt zu erobern. Dieser Traum mußte scheitern, und an ihm scheiterte schließlich auch die Landesverteidigung. Ludendorff rühmt sich, dem schlappen Ballraf damals den Rüden gefteift zu haben. Diese Rüdensteifung fahloß die Gefahr einer Streifverlängerung und einer Berminderung der Munitionszufuhr in sich. Ludendorff fümmerte sich nicht darum. Er erflärt ausdrücklich, daß es ihm auf den materiellen Ausfall an Heeresgut" nicht angefommen sei, den gerade die Mehrheitsfozialisten auf das mögliche Minimum beschränten mollten. Bill man noch mehr? Am 18. Februar 1918 schreibt Ludendorff on ben Kriegsminister.( Abgebrudt in: Ludendorff: Urfunden der Obersten Hecresleitung.): Bei zukünftigen Streifs merden mir nicht immer darauf rednen tönnen, eine Schädigung der Rüftungsindustrie auszuschalten, wie es diesmal gelungen, ift. Wunder. Alfo diesmal, im Januarstreif, mar es gelimgen, eine Schädigung der deutschen Rüstungsindustrie auszuschalten Und doch hat der Januarstreit den deutschen Ansturm bei Amiens gebrochen? Es geschehen bei Rumpelstilzchen noch Ludendorffs Brief an den Kriegsminister ist auch font intereffant. Er fordert den Abbau der Löhne und die Erklärung jedes Streits mährend des Kriegs zum Landesperrat. Streifende sollten, auch wenn sie reflamiert waren, zum Heeresdienst eingezogen werden: Denn menn auch früher den Arbeitern zugesichert ist, daß ReKamierte aus politischen und sozialen Gründen nicht wieber eingezogen werben follen, jo tann sich diese Zusage feinesfalls auf Landesverrat erstreden. Alfo, erst stempelt man die Leute, die ihren Lohn nicht brüden lassen wollen, als Landesverräter ab und dann fchickt man sie zur Strafe an die Front! Ebert hat sich von solchen Methoden höchster Militärweis heit den„ Endsieg nicht versprechen fönnen. Grund genug, daß er in Magdeburg zu Ludendorffs höherer Ehre in zweiter In ftanz gleichfalls als Landesverräter" endgültig verbrannt merben muß. Jedermann, ber den Dolchstoßschwindel bisher geglaubt bat, foll schleunigst Rumpelstilzchens Märchenbuch faufen, be nor die deutschnationale Parteileitung des Schadens gewahr wird und ihren Brunnenvergiftungsverlag anmeift, es schleute night wieder einzustampfent. 10 545 Betrogenes Volk. Die Rundgebung des Sparerbunbes. An den Anschlagsäulen Berlins findet man heute Blatate, in denen der Hypothefengläubigerverband bas betrogene Bolt aufruft, fich in einer Brotestversammlung gegen die Schmerindustrie, gegen Großagrarter und Großhandel zu menden, weil sie gegen jede Aenderung har dritten Steuernotverordnung entschieden protestieren. Zwei Zeitungen suchen einen Autor. Bon Richard Roiner. Wenn die heutige Rundgebung sich gegen die Spizenver bände der Wirtschaft mendet, so mendet fie fich aber gleich zeitig gegen die Rechtsparteien. Denn die Rechtsparteien sind es, die die Intereffen der Wirtschaft" Dertreten und mit ihnen gemeinsam die Rechtsregierung geschaffen haben, in der die schärfften Gegner der Aufwertung fizen. Unter Ausschluß der Deffentlichteit erfährt man von diefen Herren am ersten ihre wahre Gesinnung. Deshalb sei dem Dunkel der Ausschußverhandlungen entrisien, daß am 24. September 1924 der jegige Reichsfinanzminister v. Schlieben im Aufwertungsausschuß ertiärt hat: .Die Kriegsanleihe auszuwerten, fei eine absolute Unmöglichkeit, weil feinerlei Mittel dafür zu schaffen feien... Reichsanleihen feien insgesandt 75,2 Milliarden vorhanden. Davon 14,2 milliarden übernomunene Bänderaniethen. Eine Berzinsung mit Broz. würde also mehr als 350 millionen jabrlich erfordern. Diese aufzu. bringen sei völlig ausgeschloffen. Es tomme daher weber eine Aufwertung ganz allgemein, noch für einzelne bevorzugte Klaffen in Stage. Bieweit ein jozialer Ausgleich möglich fei, barüber werbe der Reichsfinanzminister fich persönlich äußern." In der gleichen Sigung äußerte fich der jezige Reichs tangler Dr. Luther: Die preußische Regierungsbildung. Montag Sigung der sozialdemokratischen Landtagsfraktion Die preußische Regierungsbildung ist noch im Stadium der Berhandlungen. Das Schreiben der deutschnationalen Landtagsfraktion vom 13. Februar ist den sozialdemokratischen Unterhändlern von Dr. Marr zur Kenntnis gebracht worden. Auf dieses Schreiben, das die grundsägliche Forderung des Ausschlusses der Sozialdemokratie von der Regierung enthält, mirb die jozialbemofratifche Landtags= fraftion am Montag eine schriftliche Antwort an Dr. Marg beschließen. Sie wird sich weiter mit der Frage beschäftigen, ob sie sich mit der Delegation von Severing in die nene Regierung begnügen foll. Gewerkschaften und Reichsregierung. Kein Bertrauen zu Zulher. „ Es sei geradezu Bhantasie, menn man glaube, aus ber niebergeschlagenen deutschen Wirtschaft neben den Haushaltungsausgaben solche Mittel( 350 Mil) heranschaffen 3 tönnen. Bei der Steuernot im ganzen öffentlichen Leben sei mir die Frage der Berminderung. nicht der Steigerung der Steuern bistutabel. Daneben gehe sein Streben auf Umbau des Eine Konferenz der Gauleiter und der Gefretäre der Drts. Steuerfpitems. Hierbei mody Anleihezinjen in den Steueraufbau eusschüsse des ADGB. und des Af- Bundes von Rheinland. zu übernehmen, fei völlig ausgeschlossen. Dem Bolle muffe die Bestfalen 2ippe nahm Kenntnis von der Aussprache unmögliche Borstellung, eine Berzinsung der Anleihen zu erhalten, mit dem Reichstanzler am 9. Februar in Köln. Die mit allen tittela vernünftiger Heberrebungsfunft ausgeredet wer- Konferenz billigte die Haltung des Bertreters ber freien Gewerf. den. Auch die Boltsbewegung, die sich jegt der Aufwer: chaften und bekannte sich zu der Auffassung, daß die freien Ge tung bemächtigt habe, fönne uns nicht weiter bringen, fei mertschaften im befesten Gebiet der feigen vielmehr bem Staatsmefen nur abträglich. Ruhe im regierung fein Bertrauen entgegenbringen förnen. Wirtschaftsleben fei die Grundlage für jede Geſundung. Zu dieser Ruhe und zur Feftigung der Stabilität der Berhältnisse gehöre, daß unter das Aufwertungsproblem endlich der Strich gemacht merde. Rann ein Mann, der vor vier Monaten so schroff gegen Auswertung sprach, jeßt für die Aufwertung eintreten? Bir fagen: Nein. Die schroffe Ablehnung jeder Aufwertung durch die Wirtschaftsverbände läßt es jedoch außerordentlich wahr scheinlich erscheinen, daß unter ihrem Druck auch die Rechtsregierung ihre innerlich ablehnende Stellung zur Aufwertungsfrage. nun auch öffentlich befundet. Wenn das der Fall ist, dann tragen die Sparerorgani fationen, die die heutigen Kundgebungen veranstalten, e in erhebliches Maß Schuld daran. Ihre Führer Senffert, Dr. Beft, Steiniger und andere gehören ben Rechtsparteien an. Die Organisation felbft hat die be trogenen Sparer als Stimmoich für die Deutschnationalen ins Treffen geführt. Sie hat den Rechtsparteien zur Machtverholfen, die jetzt rüdsichtslos gegen die betrogenen Sparer geltend gemacht werden soll. eichs Die Konferenz verlangte von der Reichsregierung Einleitung und tatkräftige Förderung von Berhandlungen mit den Besagungs mächten mit dem Ziele der möglichst schnellen Räumung der Sölner. Zone. Soweit die Interalliierte Rontrolfommission Berfehlungen gegen die vertragsmäßigen Abrüftungsbestimmungen feſtgeſtedt habe, müssen im Interesse des belegten Gebietes die Verfehlungen auf dem schnellstens Wege abgestellt werden. Die Bevölkerung des gesamten deutschen Reiches fann an der Befreiung des besetzten Gebietes mitwirken durch das Verlangen und die Tat, alle. Ver fehlungen gegen vertragsmäßige Bestimmungen beseitigen zu hel fen, die irgendwie geeignet find, den Vorwand für Berlängerung der Befehung abzugeben. Die Bersammlung erachtete es aber auch als ihre Pflicht, die. dem Internationalen Gemerffchaftsbund ange ftloffenen Organisationen in ber ganzen Welt darauf aufmerksam zu machen, daß die angeblichen Berfehlungen, die zur Nichträunung der Rölner Zone Beranlaffung gaben, dem deutschen Bolfe bisher nicht bekanntgegeben find. Hierin erblickt die Versammlung eine Tatsache, die geeignet ist, dem deutschen Bolfe und besonders der Bevölkerung des belegtes Gebietes pertragss mäßige Rechte Dorzuenthalten und bas Gefühl der Rechtipsigtelt zu nerftärten. Der Internationale Bewert schaftsbunh mird aufgefordert, has Berlangen nach Berstandin unterstützen. Bereits bei den letzten Berhandlungen im Reichstag haben bie Deutsch nationalen gegen die Intereffen der Blau biger und Sparer gehandelt. Sie ftimmten ihren eigenen Antrag nieder. Den früher geftellten Angung in ber Frage bez Räumung der Rölner Zone 2 trag auf Aufhebung ber britten Steuernot Derordnung haben sie überhaupt nicht mieber eingebracht. Und ihre Breffe, bie für die meitestgehende Aufmertung eintrat, folange die Deutschnationalen nicht in der Regierung waren, bringt jetzt nur noch Artikel, in denen die Aufwertung als außerordentlich schwierig und faft unmöglich dargestellt wird. In einem Artitel ber... Rationalpot Dom 12. Februar 1925 mird deshalb heiligen Elisabeth. Auch mird die einmütige Beschlußfaffung eines frichen Kabinetts selber erst das Ergebnis eines Ringfampfs der Temperamente werben: Man bente fich die feinfinnige Einfühlungs. gabe der Ricarda Huch und die pufierende Gestaltungsintenfität eines Stellermann vor einen Romanschlitten gespannt mit dem afth. matischen Geschnauf des guten Holfteiner Bastohrs. Dazu tommen die Erfordernisse des Zeitungsromans, überwacht von den under gefchmads, energisch vertreten durch den Berlagsdirettor. Auf das Kind, auf dessen Adoption fich dieses Gremium einigen wird, darf man einigermaßen gespannt sein. Die Schaffensfreude hoffnungsvoller junger Schriftsteller wird it diesen Wochen mächtig befeuert durch den flogigen Breis von 100.000 Mart, den zwei in gutbürgerlichen Kreisen bestens ein geführte Seitungen weds Erlangung eines echt beutschen Rochieblichen Feuilletonleitern, und die Belange des Bublifum mans" ausgefahrieben haben. Ein echt deutscher Roman, bas heiht, nicht ein von Phrasenhaftigkeit lebendes oder wie auch immer tenbenziös gerichtetes Machwert, sondern ein in den tiefften Brohiemen des deutschen Bolles wurzelndes und aus ihnen organisch wagfendes mirtliches Kunstwert, von hoher Qualität in deutscher Schriftsprache, mit intereffierenden Einzelschicksalen, die fymbolisch das Wesen unserer Zeit dartun. So prangt es in dem prächtigen Oberlehrerdeutsch irgendeines braven Literaturbeamten am Kopfe eines Enferots. Es ist schwer zu sagen, wie viele Gladiatoren der Feder um diesen Preis in die Arena ziehen werden, da die freien Schriftteller zum Glüd bisher nur mangelhafie Anfäße zur Organisation zeigen. boch fann bei der derzeitigen Entfaltung des deutschen Schrifttums die Annahme nicht fehlgehen, daß fie auch im genauen Zahlensinne des Mortes Legion fein werben. Die Seibtragenden jedoch werden in breifacher Weise rubriziert merden müssen. Jammerschabe aber ist es um den schönen, blühenden Ader, auf dem dieses Genießel der Federn zum Ausdrud gebracht wird: die beutsche Befensart. Als Schlimmstes steht zu erwarten, daß dant dem befannien sozialen Sug der Zeit das Leben der merftätigen Schichten mit tritischem Blide erfaßt und wohldreffiert, bezähmt von den euch in den unteren Schichten zahlreich zu findenden der nünftigen Elementen", einem behäbigen Leferfreise vorgeführt wird. Dürfte es sich nicht empfehlen, da es fich doch um einen echten beutschen Zeitroman" handelt, der in den Spalten der Münchener Neuesten Nachrichten" und des Hamburger Fremdenblattes" das Eicht der Deffentlichteit erbliden wird, aus rein pollswirtschaftlichen Ermägungen heraus( Ersparnis von Licht, Bapier, Borio, Arbeits fraft) alsogleich dem Hof- und Burgendichter Rudolf Herzog einen fetten Auftrag zu geben? Denn menn eine epochealte fritische Er fahrung mit bürgerlichen Zeitungsromanen sich nicht baß in ihr Gegenteil verfehren soll, dürften die hier gemeinten Wurzeln bes deutschen Boltsiums kaum aus etwas anderem bestehen denn aus Süßhola Da sind einmal die Manuskriptverfertiger. Wie die Goldgräber einft pas felfige Klondyke bevölferten, so werden die Scharen junger Dilettanten, vom Romanfieber ergriffen, den Umkreis ihres tauf männischen oder technischen Rönnens perächtlich hinter sich laffen und mit geschulterter Feder auf den deutschen Barnaß ausziehen, das Land einer problematischen Gegenwart mit der Seele fuchend. Düber die fiebernd im Ringen mit der Form durchwachten Nächte.. gefolgt von grauen Lagen der Entspannung, und wiederum abgelöst man vom Staatstheater die Aufführung des Baterländischen Scha Der Prinz von Homburg" im Staatstheater. Schon längst hot non dem beschwingenden Gefühl erneuter Inspiration, bts allgema fpiels Brinz Friedrich von Homburg" verlangt. Dem Drängen Dem Drângen taufend Hirne den Lebensfunktionen eines Schwammes fich affimilieit vorgestern das Staatliche Schauspielhaus mit einer von Dr. Lud ren, und in rhytmischem Wechsel die Flucht sinnlicher Cinbrüde in der mig Berger verantwortlich gezeichneten Neueinstudierung des Reation inneren Schauens den Niederschlag erlösender Bortgeftalt leit'schen Stüdes nachgefomnien. Es war eine durchaus mürdige, findet! Smumens wird der Berschleiß an Montblanc- Füllfederhal ernfte, Lebenatmenbe Borstellung. Besonders die lichten Bühnen tern inmie auf Abzahlung erstandener Schreibmaschinen sein, und bilder des Rudolf Bamberger, über die fich manchmal ein es märe mur gerecht, wenn die Herstellerfirmer mit Trostpreisen einbrudsvolle Beihe. Sonft aber unterschieb fich Bergers Regie in märchenhafter Schinimer non Romantif brattete, gaben dem Abend einsprängen, um wenigftens in ein paar Duhend Fällen die Ber nichts non dem bei teist seit Jahrzehnten üblichen Schema. geblichkeit all folchen Tuns abzumildern. Doch schließlich ist hie war eine forgfältige, aber nur mit dem Gehirn erdachte Inszenie Leffentlichkeit vor den Gefahren und Enttäuschungen des Schrift rung. Heutzutage perlangt mau indeffen originelle Regieeinfälle, ftellerberufs hinlänglich gemarnt. menn daffifche aber nachtlaffiche Berte mieber auf die Bühne gebracht werden. Der für unsere Seit überlebt anmutende pathe. fiche Stil heherrschte das Ganze. In vorderfter Reihe stand der Prinz des nom Deutschen Theater eigens entlehnten Beul Hart mann. Seine Mimil und feine Sunft der Geften befizeit nur eine engumigrenzte Stala. Bedeutung glaubt er in seine Rolle tegen zu fammen, indem er jebas einzelne ort betont Birtung erhofft er, indem er ohne Steigerungsmöglichkeit nur in Effiafe lebt. Sein Mirtlich leib tun mir aber die Breisrichter, hie fich gu einer Mri Großer Stoalition der Literatur( von Frenssen bis Rellermann) zusammengefunden haben. Ihnen dürfte die Spruchfindung bei biefem Sangerstreit, in dem liebliches Harfengetön verbrängt wird Bon einer Ratophonie der Schreibmaschinen( fteben Durchschläge fir einzusenden), nicht ganz jo leicht von Herzen gehn, mie der Es Der Fall Bauer. Ausschlußbeschluß des erweiterten Bezirksvorstandes. Der ermeiterte Bezirksvorstand hat in feiner gestrigen Sigung den Anträgen auf Ausschluß des Genossen Gustav Bauer aus der Partei einstimmig zugestimmt. gewollt jugendlich stürmenbes Agieren erinnerte zumeilen an einen Oberprimaner bei der Festporstellung eines Gymnasiums. Aus bem Stants, und Stadttheaterrahmen ragten nur zmei Darsteller heraus, Werner Krauß als Kurfürst und Sonit Rainer als Natalie. Der Kurfürst ohne jedes Bathos cine eindrucksvolle Gestalt von Macht und Größe. Abgehadte Sprache, impulsive Be wegungen, ungeheure im Untergrund schmelende Energie. Eine im Gedächtnis haftende Leistung von fünstlerischer Eigenart. Soni? Rainer ein fchenes Bögelchen, verschämt und zaghaft, voll zarter Anmut, und im richtigen Augenblid von leuchtenbem Selbstbewußisein. Der langanhaltende Beifall rief den Regiffeur Berger nor die Rampe. Dgr. Die Sonnenfinfternis vom Zeppelin beobachtet. Nunmehr liegt das Ergebnis der Untersuchungen abgefchloffen vor, die mit dem 3eppelin" in Amerifa bei der Beobachtung der Sonnenfinfiernis gemacht worden find. Es kann aber schon jetzt gesagt werden, daß bie Resultate ganz hervorragend find und die Roften von 40 000 Dollar rechtfertigen. Es wurden an der Korona Strahlen von an nähernd der doppelten Länge des GSonnendurchmessers gemessen. Die Temperatur fant auf dem Luftschiff auf ungefähr 0 Grad. Neben den Beobachtungen der Sonnenfinfternis wurden auch sehr mesentliche Feststellungen über den anderen Himmelsraum getroffen. da die große Höhe, in der fich die Aftronomen auf dem Luftschiff befanden, die Beobachtungen eines gewaltigen Ausschnities bes durch die Reinheit der Luft ganz besonders leicht und mohlgelungen, Horizontes ermöglichten. Die fpefiroftopischen Aufnahmen waren jo daß man non ihren Entwicklungen ganz bedeutende Fortschritte der Erfemminis erwartet. Museumsführungen finden Sonntag, 10 11hr vormittage, burch Direttorialbeamte in Neuen Museum( Dürers Zeitgenoffen) Dr. Kurth und im Kaiser- Friedrich- Museum( Holländische Bildnismaler Sala, Rembrandt) Dr. Bödler ftatt. Zulaßkarten 30- Br Eruft Friedrich spricht Sonntag. 8 1br. Dichtungen von Tofler, Müh. fam, Stanehl, Dehmel, Gorki u. a. im Rathaus( Bürgerſaal). Die Deutsche Blinden Kunst" gibt am Montag 8 Uhr int großen Konzertsaal der Hochschule für Mufil ein Konzert. Gintrittspreis 1 Mart. Die Soltors Truppe bringt nach einjähriger Abwesenheit von Berlin bom 19. Februar an täglich 8 Uhr abends den 2übeder Enter tanz zur Aufführung. P Im Museum für Meereshunde hält Dienstag, 7 11hr, Prof. Stahl berg eine Führung über Süften und Safen toefen ab. Die Deutsche Hochschule für Bolitit peranstaltet vom 16. bis 21. ebruar in ihren Lehrräumen, Schinfeiplas 6, eine Ausstellung:„ Das politische Batat in den legten abltämpfen Die lataifammlung wird ergänzt burd eine große Anzahl von Flugblättern, Bilderbogen und Sandzetteln. Die Ausstellung ist täglich von 12 bis 6 Uhr geöffnet. Eintritt frei. Das Deutsche Zentralfomitee sur Erforschung up Belämpfung her Archstranfheit hält am 18. febrifar, abends 48 1hr, im SangenbedSoufe, Suisenstr. 56, zur Feier feires 25jährigen Beftehens eine difentlide Beitigung ab, in der die Brofessoren D. Bubars und. Blumenthat sprechen. Die Berliner Staatsoper in Amfterben. Die Berliner Staatsoper errang mit bent erfien ihrer holländischen Gaftspiele, Der Rofentabalier", unter Seitung ben Reiber, einen lout bejubelten Griole Stolt und Pied. Stolt unterschlägt Arbeitergelder- Pied schließt ihn aus der Partei aus. Im Untersuchungsausschuß des Breußischen Landtags hat fich der Kommunist Stolt mehrfach durch besondere Unverjoamtheiten gegen die fozialdemokratischen Ausfórußmitglieder und Zeugen ber Die Feme der Tscheka. Mas Die Ermordung Rauschs. Rad der Baufe tam ber Borsitzende unter Zurüdstellung der Attentaisperjuche auf Stinnes, Borsig und die Stenotypistin Sehn und auf den durchgeführten Word plan gegen den angeb vorgelan. Dieser Donn mit der eisernen Stirn hatte den Mut, nicht fachlichsten Fragen über seine Betätigung als Brivatmann zu besichen Spigel, Friseur Rausch in Berlin zu sprechen. Käftigen, er ging fogar fo weit, bie fogtaldemokratischen Ausschußmitglieder, besonders ben Genossen Kuttner, als merbelastete Persönlichteiten" hinzustellen und deren Rüdiritt zu verlangen. Auftrag erhalten habe, zwei Spigel, nämlich Raulch und einen Reumann befundete, daß er eines Tages von Helmuth" den gemiffen Werber, zu erledigen. Er, Neumann, habe darauf 14tägige Prüfungszeit für Rausch verlangt, da er nicht die Absicht gehabt habe, einen Menschen zu töten, der nicht der Dieser Stolt, früherer Zimmerer und jetziger fommunistischer Spigelei überführt sei. Er habe Rausch zu diesem Zwede in feine Landtagsabgeordneter und Stadtverordneter ist allerdings der rechte Gruppe aufnehmen wollen, ohne ihm aber zu sagen, das es sich um Mann, um über schwerbelastete Bersonen" fa chverständig zu eine Gruppe handelte. Selmuth" habe ihm jedoch erfläct, urteilen. Der Ehrenmann war seit dem Jahre 1907 Arbeiteries feble burchzuführen. Außerdem sei Rausch einwandfrei der es fei nicht seine Aufgabe, nachzuprüfen, sondern seine Be. fretär in Königsberg. His folcher verbrauchte er mehrfach Gel Spigelei überführt und er hätte ihn innerhalb von acht der, die ihm vo Gewerkschaften und anderen Bereinen für gewerkschaft Lagen zu erledigen. Neumann ertlärt: Die Erfundung Rauschs liche Zwede übergeben waren, zu feinem Privatnußen, was man auf gut übernahmen Boege und ich, während Margies und Szon bei Deuf Unterschlagung neant is die Sache ruchbar wurde und der Beobachtung Borfigs tätig waren. Meus war in diesem Falle thm Borhaltungen gemacht wurden, fündigte er feine Stellung. Bei nicht beteiligt. Wegen des Belastungsmaterials gegen Rausch ver. Der Abrechnung murde ein größerer Fehlbetrag festgestellt, mies mich Helmuth" an den Gefretär der Reichszentrale, Sire, den der Abgeordnete Hugo Haase dete, um das Gewerkschaftsapparat der Zentrale, der unter Leitung von Holopp stand, in non dem ich dann erfuhr, daß Rausch den Reichsturier. tarkell nor Schaden zu bewahren. einem Botal habe auffliegen lajien Ende 1909 gelang es Stolt, trog feiner Bergangenheit, als r. beiterfefretär in Bremerhaven Unstellung zu finden Schon im Mai 1811 murde ihm die Stellung wieder gefimbigt, unb zmar megen allgemeiner Unzuverlässigkeit. Schließlich gestattete man ihm aber, noch bis zum 1. April 1912 zu bleiben. An diesem Tage wußte er endgültig feine Stelling verfaffen. Was dann weiter geschah, Darüber wird uns aus Bremerhaven geschrieben: Bor seinem Ausscheiden, nämlich schon Ende des Jahres 1911 hatte nun ein Musifer namens M. ihm Auftrag und Boll macht zu einer Gewerbegerichtsflage gegen einen Caféhausbefizer in Bremerhaven gegeben. Es handelte fich um einen Streit megen tündigungsloser Entlajjung. Das Streitobjett betrug 156,50 m. m. mar ingmischen abgereift. Der Termin fond am 9. e. bruar 1912 por dem Gewerbegericht statt, und zwar mit dem Er. gebnis, daß der Beklagte zur Zahlung verurteilt murde. Stolf 30g dann das Geld durch 3mangsbeltreibung ein und es murde ihm durch den Gerichtsvollzieher Wiggers am 11. April 1912 behändigt Da er in fchon seit 11 Tagen tein Arbeiterfefretär mehr war, hätte er das Geld gleidh an ben Stläger selber, dessen breffe ihm durch mehrfache Zuschriften und Nachfragen nach dern Stande bes Brozeffes genau befannt war, meiterleiten lassen tönnen. Er nahm es jedoch an fich und teilte dem Kläger am Abend des Empfangstages noch mit, daß er das Geld noch nicht zum vollen Betrag erhalten habe. Er fandte ihm nur einen von ihm ausgestellten Wechsel, lautend auf 55,50 m. den der Empfänger natürlich in Berlin feinem neuen Wohnorte nirgend fos merden fonnte. In seiner Not wandte sich der Kläger dann an das Arbeitersekretariat in Berlin, das ihm dann auch den nötigen Beistand gab und sich mit der Bremerhavener Kartelfommission in Berbindung feste. Stolt bai bem Riäger hann auf Grund des Drudes des Gemertschaftsfartells bas empfangene Gelb in Teil beträgen, zunächst 20 f. ufm, ausgezahlt. Nach seinem Austritt als Arbeiterietretär persuchte Stolt dann fich hier in Bremerhaven zunächst als Rechtstonjulent" durchs Leben zu fájlagen, mobei er immer noch versuchte, auch im hiefigen Parteileben sich zu behaupten. Dem wurde dann durch ein parteioffizielles Ausschlußverfahren endgültig ein Ziel gefeht Dieses Ausschlußverfahren hat dann im Sommer 1912 in der nadh unseren Bartaifahungen vorgeschriebenen Form ftattgefunden, und zwar unler Borlik feines heutigen Fraffionsfollegen Bled, der damals in Bremen als Parteifeftetar amtlerte. Das Verfahren anbigte mit dem endgültigen Beschluß, daß Stolf megen ehrlofer, die Partel schädigender Handlungen. aus der Sozialdemokratischen Partei auszuschließen fei! Asbald nach diesem Ausschluß ft Stolt baran non hier ver. faymunden. Aus dem Gesagten ergibt fich also, daß erftens: ber tommunistische Abgeordnete Sbolt andare als ihmer belaftat" perdächtigt, objdhon ar megen Unterschlagung von Arbeiter. geldern als Cyclofer aus der Sozialdemokratischen Bartel ausgeschloffen ist: amettens: ber fommunistische Jraffionsführer im Landtag, Pied, felbft den Ausschluß Stolfs wegen ehrlofer Handlungen mit be fchloffen hat, heute aber bie Anmefenheit bes Stolt als Bertreter feiner Partei im Untersuchungsmusschuß miberspruchsins DuIdei! Ein nettes Brüderpaar! Reumann schildert bann, wie er durch Vermittlungen Maners und des Angelagten Rubis, der bei Maner in seinem Waffen apparat arbeitete, und Poega mit Rauidh in einer Wirtschaft in der Anhaltstraße zusammengetommen feien, wobei Boege ben Reumaan als Rebatteur einer russischen Sei hung porstellte. Reumann rebete nun Raufd) ein, daß er ihn in ben Raritendienst aufnehmen wolle, Rausch felbft, so beraten, ein Spigel zu fein. Tatsächlich sei er Bertrauensmann der funbete Neumann, habe ihm erzählt, er sei in den Berdacht geAbtellung Ia, aber aur, um auf diese Weise am besten die Partei rechtzeitig vor Mahuahmen der Polizei zu warnen. Aus weiteren Meßerungen des Rausch habe er, Reumann, die Ueberzeugung gemonnen, daß es fich tatsächlich bei Rausch um einen SpizeI handelte. Ich habe dann tatsächlich ertiärt, Rausch muß erledigt ihm nur einen Dentzettel zu geben, ihn zu vermunden. Deshalb habe merben, habe aber innerlich befchloffen, ihn nicht zu töten, sondern ich mir auch porbehalten, felbft auf ihn zu schießen. Nach Beendigung des Metallarbeiterstreits und der Erledigung des Falles Borsig, weihte ich auch Szon ein. Borfihender: Haben Sie Poege und Szon mitgeteilt, von mem der Befehl fam? Angeft. Neumann: Ich glaube nicht, aber beide mußten wiffen, penmitgliedern oft genug über unseren Borgefeßten, Helmuth", gedaß der Befehl von Helmuth" fam, denn ich hatte mit allen Grupfprochen. 2m Rausch zu erledigen, schlug ich vor, die Tat in einem schlechtbeleuchteten Berliner Borort auszuführen, und zwar ichien mir Südende mit seinen Billengürten dafür am besten geeignet. 3ch rebate Rausch ein, er fönne, um der Bolizei eine Mitteilung machen zu fönnen, eine Geheimtinktur, mit der die Entzifferung der mit unsichtbarer Geheimtinte geschriebenen tommunistischen Rundfchreiben möglich fei, erhalten. Der Chemiter, der diese Tinttur her stelle, wohne in Südende Ezon wurde beauftragt, in Südende eine geeignete Straße ausfindig zu machen, während Boege und Neu. mann fich mit Rausch bei Alchinger am Botsdamer Blak trajen und dann zusammen nach Südende hinausfuhren. 3d fuhr aber, fcheinbar aus Berjehen mit Rausch über Südende hinaus nach Groß- Lichterfelde Oft und fuhr dann non bort nach Sübenbe gurid, wo uns Gzon er. martete. Gaon, den Rausch nicht tannte, hatte die Aufgabe, por uns berzugehen bis zu der geeigneten Straße und der geeigneten Stella am Bürgersteig, die er dadurch tenntlich machen follie, daß er an biefen Bundt pinglich quer über die Straße auf die andere Seite ging. Wir folgten Szon, mie nerabredet, auch, perloren ihn aber bal aus den Augen und trrten planlos in Süd. ende herum, in daß Rausch schon ganz unsicher muzbe Schließlich ließen mir uns BON einem Bolizei. beamten den Weg nach der Barffiraße, mo der Chemifer angeb lich wohnen follte, zeigen. Bor einem unbeleuchteten Hause maden mir balt und ich ertiärte, to) tönne bas Schild nicht lesen, meil tonne. Saulch fagte aber, auch er fei turzfidhtig und Boege exflärte ich furzfidig fet ,. ob nicht Rausch den Ramen entziffern dasselbe. Darauf fagte id), wir seien anscheinend falsch gegangen. Borjihender: Haben Sie Rausch veranlaßt, fich zu büden, um thn dann von hinten erschießen zu können? Angell: Rein, das babe ich auch stets verneint. Borsitzender( zu Boege): Sie haben das bei Ihrer Bernehmung behauptet Angell Boege: 3ch bleibe auch heute bei meinem Standpunft, Wert, daß die deutschen Arbeiter daß diefes Manöver nur den 3wed hatte, Rausch zu erschießen. manigftens einmal ihr Bild sich recht genau ansehen! ( Bewegung.) Das Ende einer reaktionären Heze. Genoffe Dr. Foth freigesprochen. Strelik( Medib.), 14. Sebruar.( Eigener Drahtbericht.) Genoffe Landrat Dr. Goth; her, mie mir meldeten, infolge einer realtio. nären Heze megen versuchten Betruges und Untreue im Amt zu ins. gesamt 300 M. Geldstrafe verurteilt morden war, ist im Berufungs berfahren vor dem Landgericht freigesprochen worden. Ja der Begründung wird u. a. gefagt, daß die vorinflanzliche Berhandlung berelts hätte zu der gleichen Entscheidung tommen müffen. Beffer fann der politische Charakter des Tendenz Urteils nicht hervor. Sehoben werden. Grabschänder und Wegelagerer. Kommunistische Raufbolde. Bremen, 14. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Rachbem bie Fiefigen Kommunisten für ihre infame Schandung des Bre mer Revolutionsgrabes am 8. Februar eine jühlbare Ant. wort von unseren Genossen bezogen haben, suchen sie in ihrer But nach jeder Diöglichkeit von Rache. Am Mittwoch hat ein Trupp Kommunisten durch das Fenster einer Turnhalle, in der eine Abtei lung des Reichsbanners übte, ein mehrere Bfund schweres Bleiftück gemorfen, glüdlicherweise ohne jemand zu verlegen. Am Donners. ieg Lauerte ein Trupp von etwa 20 Mitgliedern des Roten Jung furm" an einer in Dunfeln gelegenen Bahnunterführung sinigen Jugendmitgliedern des Reichsbonners auf, die von einer Frommel und Bleiserübung tamen. Die in der Mehrzahl befindlichen Kommu niften schlugen wie wild auf die Reichsbannerjugend ein. Als einer Der Konumunisten von der Polizei verhaftet wurde, fagte er, bas fei die Rache für den& Februar. Gestern abend brang ein Erupp Kommunisten unter Drohungen und propozierenden Redensarten in bas Bremer Geperffchaftsreftaurant ein, in dem fich mehrere Barteigeroffen und Gewerffchaftsangeltelte befanden. Diese hatten fhon borher erfahren, daß die Rommunisten einen Ueberfall auf das Geppertfchaftshausrestaurant planten und haben einige her be jonders tabiat auftretenden Kommunistest mit einer Trent Brügel wieder aus dem Botal entfernen müffen. Die Bolizei verhaftete zwei Rommunisten, Don benen einer eine Bistole mit fünf Batronen bei fich trug Der Borfipende stellt aus den tien fest, daß Neumann felbft in der Boruntersuchung nichts Widersprechendes darüber gefagt habe. Darauf meldete fich Voege plötzlich noch einmal zum Wort, er müjie fich berichtigen. Er habe lediglich sagen wollen, daß er damals feff an eine solche Abficht Neumanns geglaubt habe, heute wiffe er aber, daß alles nur Theater gewesen sei. Neumann schildert bann meiter, wie Raulch erflärt habe, ein zweites Mal triage man ihn nicht wieder in einen Borort. Besprechungen mit ihm tönnten mur in belebten Gegenden oder in einem öffentlichen Lokal stattfinden. Gegen Raufch fel ichon einmal eine Gruppe eingefeht worden, die aber das Ziffern befam und die Tat nicht ausgeführt habe". und Rauja im Café Baterland zechten und dann ins Man fuhr dann gemeinsam nach Berlin, mo Neumann, Boege Café National gingen. Nach einer Bause schilberte der Angeklagte Neumann meiter den Berlauf des Zusammenseins mit Rausch im Café National, wo man bis in die Nacht hinein zechte und dort einigen Mädchen 3-4 Flaschen Settipenbierte. Der Plan, Rousch auf der Toilette bes Cafés zu erlebigen, fai fallen gelassen morden, meil auf Der Inilette ein Barter war. Darauf beschlossen Neumann und Poege, Rausch in dessen Wohnung zu erschießen, boch mollte man zuvor die Wohnung des Opfers besichtigen, ob sie für diesen med auch geeignet fei. Szon wurde für den nächsten Zag, den 7. Sanuar 1924, nach dem Haus, in dem Rausch wohnte, Berlin, Oberberger Straße 15, bestellt und sollte in der Nähe mit einer Mutobrojte marten, die Neumann und Bocae nach Gius führung der Tat zur lucht dienen follte. Auch bei dieser Berabredung will Reumann den tödlichen Schuß auf auch für i vorbehalten haben. Rausch war aber nicht allein, vielmehr fanden Neumann und Boege auch aufchs rau, fein kind und feinen Gomager nor, jo baß bie Lai nicht ausgeführt merben fonute Man teilte ihm lediglich mit, daß er von diesem Tage ab zu Hause bleiben müsse, denn seine Anftelbing im Rady richtendienst iperde noch an diesem Tage erfolgen, und er habe die Antmort Reumanns abzuwarten. Bon Boege ließ sich Reumann bann nach sagen, daß der Flur des betreffenden Hinterhauses abends night befeuchtet sei. Deshalb murde beschlossen, die Tat evenbrell am Abend auszuführen. Am Nachmittag trafen fich Reumann, Boege und Gaon in Reumanns illegaler Bob. nung in Tempelhof, Kaiser Wilhelin- Straße 1, mohin auch Mar. gies beftellt war. Borf.: Margies behauptete, er mar nicht dabei. Neumann: Ich erinnere mich deffen ganz genau. Aber über den Blan, ben ich gefaßt hatte, war er nicht unterrichtet, als er in bie Bohmmg tam Borf.: Saben sie ihn dann unterrichtet? verabredeten unterwegs, abends ein Auto in der Nähe der nichts Angell: Ja, wir fuhren wieder nach der Oberberger Straße und walder Straße bereifzuhalten. Zu Margies jagte ich deshalb bleiben müffe, was ich zuerst verneinte. Ich nahm ihn aber dann von der Erledigung des Rausch. Margies fragte mich, ob er dabei doch mit. 3d gab ihm nämlich meine Papiere, für den Fall, daß mir etwas passierte. Er sollte auch Im Falle meiner Jeffnahme fofort die Partelleitung und„ Helmuth" benachrichtigen, momit fich Margies einverstanden erflärte. 3ur Beobachtung folite er in der Nähe der Wohnung bleiben. Borj: Sollte er Schmiere stehen? AngelL: Nein, er jollte nur die Abwicklung beobachten imb die Barteiftellen benachrichtigen, damit meine Bapiere, im Falle meiner Berhaftung, in Sicherheit gebracht würden. Nachdem ich etwa 20 minuten im Hausflur gewartet hatte, fam Boege mit Rausch die Treppe herunter, und zwar ging Boege etwa drei Schritte por Rausch, wie ich es ihm vorher angewiesen hatte. 2lls Rausch etwa 2 Mefer von mir entfernt war, schoß ic auf ihn. hatte, bricht hier plöglich ab, jest fich auf seinen Stuhl und verharrt ( Der Angeklagte, der bis dahin ruhig hinter seinem Stuhl geftanden in meit vorrüber gebeugter Halbmg, starrt zu Baden, ohne auf bie nächsten Fragen des Borsigenden nor tunerer Erregung Antwort gabend Nachdem er ein Glas Waffer getrunten hat, rafft er sich plöglich wieder auf, fpringt auf, stellt sich wieder hinter feinen Stuhl und spricht meiter, als wenn nichts geschehen wäre): Ich habe erst einen Schuß auf Rausch abgegeben und habe die Biftole so gehalten, daß ich der Annahme fein fonnte, edle Rörperteile des Rausch nicht zu verlegen. fernung und in welchem Winkel er zu Rausch dabei stand. So stand Bor dem Gerichtstisch schildert dann Neumann, in welcher Entichräg feitlich nou Rausch, nahm die Pistole und zielte auf den Rörper Rauschs, auf die Gegenb über dem Hüftgelent. Nachdem ich den Schuß abgegeben hatte, mollte ich die Pistole niebernehmen. Da fiel aber auch schon der zweite Schuß. Raufdh marf die Hände hoch, fchrie Lout auf und fiel auf die rechte bzugbügel ber Bistole hatte, ohne bak ich es mollte. Dieser zimeite Seite. Der zweite Schuß ging Ins, meil ich den Finger noch am Schuß muß tiefer geseffen haben. Ich hörte nur noch wie Rausch frie, bann eilte ich burch die Tür und flüchtete zum Auto. Mis ich die Straße betrat, befand sich Boege ungefähr drei Schritte Dor mir. Ich holte ihn beim Laufen ein, mir bestiegen das Auto und fuhren bis zur Brunnenstraße, von wo wir bis zum Halleschen Tor zu Fuß gingen. Bors.: Sie sollen bei dem zweiten Schuß gerufen haben: So, du Aas, das ist für Potsdam. Angefl.: Nein, Herr Vorsitzender, wenn Rausch das unter Eid gefagt hat( mit lauter Stimme), fo erfläre ich hier, daß Rausch dann einen falscheid geleistet hat. Ich muß mich dagegen verwahren, daß diefer Tat durch diesen Ausdrud der Stempel gemeiner Roheit aufgebrüdt wird. Borf.: Micht nur Rausch hat das gesagt, sondern auch Boege bat erzählt, Sie hätten nach der Zai gesagt: Du, das Aas ist noch nicht taput. Poege: Herr Bräsident, ich erfläre mich nachher dazu Reumann: Wenn Poege diese Behauptungen aufrecht erhält, merde ich dazu Stellung nehmen. Berhandlung nochmals auf 10 Minuten vertagt merden. Infolge der Erschöpfung des Angeklagten Neumann mußte bie Ileber die Frage, ob der Schuß auf Rausch auch die Bodes. ursache dargestellt hat, mind als Sadperständiger Gerichtsarzt Med.. Rat Dr. Dütenfurth( Berlin) vernommen, der seinerzeit die Db. buftion vorgenommen hat. Er befundet, daß bas Gefooß sieben Sentimeter unter der Brustwarze eingehramgen sei und 3mergfell und Leber zerrissen hahe. Dabei feien größere Blutungen entstanden, die fid anfangs eingefapfelt hätten, dann aber nad) 3 mei Monaten 3um Durchbruch tamen, so daß der Tod dadurch herbeigeführt marben ist. Der Schuß fei also der Grund für den Tod, und zwar handele es fich nach Lage der Dinge um ben ersten Shu 8. der Dan Reumann obgefeuert worden sei. Cine Operation hätte möglicherweise eine Beiferung des Suffandes herbei. führen tonnen, nach meiner Ansicht bestand aber feine Ausfight auf dauernde Gesundung. 937 Im Anschluß hieran tommt es zu längeren Ausein. andersehungen zwischen den Sachverständigen und den Berteidigern über den taujalen 3usammenhang ber Tat Neumanns und des Tobes Rauschs, ebenso über die Art der Ber legung, die der zweite Schuk hervorgerufen hat. Es murde endlich beschloffen, über diese Frage noch als Gutachter Brof. Dr. Geefisch und den behandelnden Arzt des Bazarustrantenbaufes zu hören. Angeklagter: Ich habe dem Gefretär reß gemeldet, Daß die Sache erledigt fet, daß ich aber nicht glaube, daß Rausch tot sei. Einige Tage fpäter hörte ich dann, daß Helmuth" zu Kreß gefagt habe, tot iff er ja nicht, aber man muß den beteiligten Personen eine bestimmte Summe zahlen. Ich mar darüber sehr erregt und stellte Kreß zur Rede, ob fie mir Helmuth, die Sache fei für ihn folange nicht erledigt, als Rausch vielleicht eine Abschusprämie geben wolltert. Da jagte nicht tot fel, worauf ich erklärte, daß er mich zum zweitenmal nicht dazu bekommen würde. der lleberschrift 2 bteilung 12, also militärische Abteilung. Borj.: Bei Meus ist ein Bettel gefunden worden mit batiert vom 27. Januar 1924, in dem es heißt: Es wird uns soeben mitgeteilt, daß die fragliche Bersönlichkeit noch im Lazarus frantenhaus liegt. In seiner Rabe liegt ein Freund, der uns über alles auf dem laufenden hält Bon jeder Bernehmung werden wir sofort durch Freunde im städtischen Transportmefen unterrichtet. Es soll dem Betreffenden übrigens fehr gut gehen. so daß in den nächsten Tagen oder in ab. fehbarer Zeit er entlassen werben fann. Das fann doch auch heißen, daß man ihn unter allen Umständen endgültig erledigen wolle. Angefl: Das weiß ich nicht. Bork.: In einem Notizbuch des Angeklagten Meyer ist der Bermerf gefunden worden: „ Lazarus Gift!" Meyer hat auf die Frage, mas er sich dabei gedacht habe, gejagt, er hätte auch diesen Bermert auf ein Diftat des Winfier ge. macht, um fich der Erledigung zu erinnern. Angefl: Ich habe jebenfalls mit Margies über diesen Fall nicht gesprochen. Uleher meitere Borhaben gegen Rausch ist von mir zu niemandem gesprochen worden. Vorf.: Rausch fell auf feinem Sterbebett gejagt haben, daß der eigentliche Anstifter Meyer gewesen jel. Neumann: Nein, das ist nicht der Fall gewesen. Zum Schluß teilt der Rechtsanwalt Neumann mit. baß das Rundfreiben der tommunistischen Reistagsfrattion, bas zum bewaffniden Aufftand aufforderte und beffen Chtheit die Berteibigung bezweifelt hatte, nach eingeholten Erfundi gungen sowohl in der Eisenbahnwerfftätte Greifswald, wie bei einem Komunistenjührer in Mannheim beschlagnahmt worden fei. Außer bem fei es von dem tommunistischen Abgeordneten Fröhlich im Reichstag verlesen worden. Hierauf wurde die Verhandlung auf Montog frih 9 1hr vertagt. Gewerkschaftsbewegung Generalversammlung der Gemeindearbeiter. Rüdgang der Kommunisten- Aufschuwung der Organisation. In der Generalversammlung des Gemeinde- und Staatsarbetterverbandes hob der Bevollmächtigte, Genosse Polenste, in Jeinem Geschäftsbericht für das Jahr 1924 besonders die Mitgliederbewegung in der Filiale hervor. Für den Gemeinde- und Staatsarbeiterverband gehen arbeitslos gewordene Mitglieder zum aller größten Teil verloren. Ein Arbeitsstellenwechsel ist felten mög. lich, die Abgebauten und Arbeitslojen gehen zur Privatindustrie über. Demzufolge hatte der Abbau in den städtischen und staatlichen Betrieben und Berwaltungen einen starten Mitgliederrückgang zur Jolge, der aber in durchaus zufriedenstellender Weise wieder ausgeglichen ist. Der gegenwärtige Mitgliederstand beträgt in Berlin rund 26.000. Bon den etwa 16 000 Kämmereiarbei tern arbeiten etwa 14.000 acht Stunden täglich. Den Achtstundentag haben weiter noch die Erdarbeiter, die Elektrizitätswerte, eine große Anzahl anderer Gemeindebetriebe und die Arbeiter der preußischen Verwaltungen Die Lohnverhandlungen für die Reichsarbeiter ge. Italteten sich bei der bekannten Einstellung des Reichsfinanzministe. riums außerst schwierig. Wenn die preußischen Staatsarbeiter bisher immer befferes Berständnis bei der Regierung fanten, so bemächtigte sich ihrer angesichts der beporstehenden Regierungsumbildung doch einige Besorgnis. Bezüglich der Hinterbliebenen- und Altersversorgung der Reichs- und Staatsarbeiter hat der Hauptvorstand die Initiative ergriffen. In der Gemeinde Berlin mill der Magistrat in Zukunft Beträge für die Unterstüŋ. ungslassen erheben, die den Etat der Arbeiter start belasten würden. Der Verband fann sich damit natürlich nicht einverstanden erklären. Die Verhandlungen darüber sind noch nicht abgeschlossen. Das Ziel des Verbandes ist und bleibt: Gemeinde und Staatsbetriebe müssen Musterbeispiele fein. Der Kassenbericht 3ietemanns zeigte dasselbe erfreuliche Bild der Aufwärtsentwidlung. Während der Aussprache versuchten die Kommunisten durch Beranstaltung eines Radaus die Versammlung zu fabotieren, was ihnen aber fchließlich mißlang. Eine Resolution, die sich gegen den ADGB. wandte, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. In unserem Bericht im gestrigen Morgenblatt find einige Un genauigkeiten durch Hörfehler bei der telephonischen lebermittlung enthalten. Die Ortsverwaltung ist nicht mit, sondern gegen etwa 30 Stimmen gewählt worden. Anwesend waren von den über 300 Delegierten etwa 280. Die Kommunisten beriefen sich bei ihrem Berlangen nach Urwahl für die Ortsverwaltung ganz besonders auf die Demokratie. Daß die Delegiertenwahlen aber felbft auf Urmahlen beruhen, focht sie wenig an. Sie fönnen sich mit ihrer Niederlage nicht abfinden. Bisher hatten sie von rund 300 Delegierten 113 Vertreter. Bei den vorher vorgenommenen Neumahlen wurden nur mehr etwa 60 Rommunisten gemählt. Die Einigkeit der Arbeiterschaft marschiert Metallarbeiter! Schließt die Reihen! In der mittleren Ortsverwaltungssigung des Deutschen Metallarbeiterverbandes wurde am Freitag gegen 6 Stimmen folgende Entschließung angenommen: Die Berwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Dris. verwaltung Berlin, fpricht ihre Entrüstung und Berach tung aus über den in der Nummer 37 der Roten Fahne" er. schienenen Artikel 3ersplitterung statt einheitlicher Kampffront. Diefer Artikel beweist, daß die Aucharbeiter der Roten Fahne", die solche Artikel verbreiten, jedes Augenmaß für die Interessen der um Verbesserung ihrer Existenz ringenden Arbeiterschaft ver Ipren haben. Es zeigt sich hier mit brutaler Offenheit, wie die Forderung nach Einheit und Zusammenschluß zu bewerten ist. At titel die nur den Interessen der Unternehmer dienen, müssen unbedingt zur 3ersplitterung führen in Situationen, mo das Interesse der Arbeiterschaft die höchste Geschlossenheit for spert. Die Berwaltung muß es sich versagen, auf diese Berleumdun Momente zum Ausdrud tommen müßten, die die Kampftraft der Arbeiterschaft unbedingt schmächen. jeboch endlich barber far fein, baß fie mur in dem Maße ihre T Lohn- und Arbeitsbedingungen günstiger gestalten und sicherstellen merden, in dem fie ihrer freigewerkschaftlichen Organisation angehören. Dem VBMI. ist nur beizukommen, wenn der Macht der Unternehmerorganisation die Macht der Arbeiterorganiiation gegenübersteht. Zum Böttcherstreik. Der Verband der Böttcher teilt mit, daß sich die Bewegung programmäßig entwidelt. Ginige Firmen locken durch Inserate in der Berliner Morgenpost" wie auch durch die einzelnen Arbeitsnach meise Arbeitslose an, die jedoch nach Aufklärung durch die Posten der streifenden Böttcher wieder von dannen ziehen. Einige Reibebeteiligten Bereinigten Faßfabriken-G., Berin, reien gab es bereits in den am Kampf auf Unternehmerfeite führend Antonstr. 43/45, als die vielen herangelodten Arbeitsiofen das abrgelb forderten Auch die Chemische Fabrit Gebr. Seyl, Charlottenburg, Salzufer 8, fucht Streitbrecher. Die Faßfabrik Mordel in Spandau, die sich im Kampi des Arbeitgeberverbandes, Gruppe Dr. Dingelden, gegen die Arerfennung der Arbeiterorganisationen besonders hervorhebt, produziert mit Hilfe ihrer Meister so gut es eben geht. Bu bemerken iit joueß Obmann, Böttchermeister I Guse, Berlin, Dunderstr. 20, scharf lich noch, daß auch die Berliner Böttcherinnung durch ihren zumachen sucht. Milchpreiserhöhung und Lohnabbau. In den Meiereibetrieben soll es anscheinend wieder zu Kon fliften tommen. Die Meierei Bolle kündigte das bestehende Lohnablommen zum 31. Januar und stellte einen Lohnabbau von 10 bis 35 Broz. in Aussicht. In dem Kündigungsschreiben lehnte die Geschäftsleitung jede dirette Berhandlung ab und verwies die Arbeiter auf den Schlichtungsausschus. Der Vorsitzende des Schlichtungsausschusses, Gewerberat Körner, fonnte oder wollte in dem Termin am 29. Januar der Absicht der Meierei Bolle wohl nicht ohne weiteres folgen und veranlaßte einen Lofal. termin bei Bolle, der am 5. Februar stattfand Der Belegschaft von Bolle hatte sich infolge des Borgehens der Geschäftsleitung eine be greifliche Erregung bemächtigt. Anstatt dieser Stimmung Rechnung zu tragen und die Belegicbait durch schnellste Anfegung eines neuen Berhandlungstermins etwas zu beruhigen, wurde der neue Termin bis zum 18. Februar verzögert Was er bringen wird, wissen wir heute noch nicht. Nur das Eine wissen wir: die Belegschaft wird feinen Lohnabbau stillschweigend hin. nehmen. Generalversammlung der Fleischer. Die äußerst gut besuchte Generalversammlung in Bosters Feste fälen nahm zunächst den Geschäftsbericht entgegen, aus dem hervoia ging, daß besonders das zweite Halbjahr 1924 einen guten Forts Schritt brachte. Der Verwaltung wurde einstimmig Entiaftung ers teilt. Die bisherige Geschäftsleitung wurde gegen einzelne Stimmen in geheimer Abstimmung wiedergewählt Die KPD. Frattion brachte eine Resolution ein, die die Am= nestie der politischen Gefangenen in allen tapitalistischen Staaten forderte. Die SPD. brachte einen Zusazantrag ein, der die Forderung der Amnestierung der politischen Gefangenen au Die Anträge auf Rußland ausgedehnt wissen wollte. leften eine scharfe Diskussion aus. Der Zufazantrag wurde mit Stimmenmehrheit angenommen. Zum Schluß machte noch cin PD.- Redner Bropaganda gegen die Achtstundentagmarfe nachdem er geendet hatte, war auch das Versammlungslokal leer. Rundgebung zu der jüngsten Grubenkatastrophe. Die Arbeiter des Betriebes von Ludwig Loeme u. Co. und Typograph in Berlin nahmen Freitag mittag auf dem Frabrilhoje in einer Versammuung Stellung zu dem furchtbaren Grubenunglück die Größe des Unglücks und forderte die Belegschaft auf, sich jest auf Beche Minister Stein". Der Beriebsratsvorsitzende schilderte zusammenzuschließen und alles daran zu setzen, damit in Deutsch. land ein Wirtschaftssystem herbeigeführt wird, unter dem solche Maffenunglüde verhütet werden. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „ Die Belegschaft des Betriebes Ludwig Loewe u. Co. und Typograph nimmt in tiefster Trauer Kenntnis von dem Unglüd auj der Zeche" Stein" und spricht den Hinterbliebenen ihr Beileid aus. Sie fordert von den Parlamenten unter hinzuziehung fachmänni scher Arbeitervertreter sofortige Untersuchung und strengste Be itrafung der eventuell Schuldigen. In der Erkenntnis, daß auch an diesem Unglück die Hauptschuld das kapitalistische Wirt[ chaftsin stem trifft, gelobt fie, ihr ganzes Sein dafür einzfegen, daß dieses menschenvernichtenbe von einem menschenachtenden Wirtschaftssystem abgelöst wird. Transportarbeiter der Berliner Metallbetriebe! Auf Grund des Beschlusses der Betriebsvertrauensleute veranstaltet der Deutsche Berfehrsbund in der Zeit vom 18. bis 28. Februar eine statistische Feststellung über die Verbandszugehörigkeit unter seinen Berufsangehörigen in den Berliner Metallbetrieben, soweit diese Betriebe als Mitgliedsfirmen des Berbandes Berliner Metallindustrieller in Frage fommen. Das zur Fests stellung erforderliche Material fann von den Vertrauensleuten in den nächsten Tagen zwischen 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends( Bimmer 26 und 27) beim Borstand. Engelufer 24/25 III. in Empfang ge nommen werden. Bet iebe ohne Funktionäre haben das Material durch einen beauftragten Kollegen abholen zu lassen. Alle weiteren Anleitungen werden bei der Abholung des Materials erteilt. Die dänischen Buchdruder haben beschlossen, am 21. februar in den Ausstand zu treten. ( Gewerkschaftliches siehe auch 2. Bellage.) Berantwortlich für Bolitit: Eruft Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gemertschaftsbewegung: Friedr. Eklorn; feuilleton: R.$. Böscher; Lokales und Sonstiges: Fris Rarstädt: Anzeigen: Th. Glode. fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m b.$.. Berlin. Drud: Borwäris- Buchdruckeret und Berlaasanftalt Baul Ginger u Co. Berlin SB 68 Binhen trake 3. Sierzu 2 Beilagen, Bücherwelt und Unterhaltung und Bissen. Aehnlich wie bei Bolle liegen die Dinge bei der Milchliefe. rungsgesellschaft Nur mit dem Unterschied, daß die Geschäftsleitung dieses Unternehmens ihren Arbeitnehmern teinen Lohnabbau zumutete. In dieser Lohnstreitfache fällte der Schlichtungsausschuß unter Borsitz von Rechtsanwalt Hendel einen Schiedsspruch, der den Arbeitnehmern für die Zeit bis zum 2. April eine Zulage von 50 Bf. bis 2 m. pro Woche brachte. Jedenfalls veranlaßt durch das Vorgehen der Meteret Bolle, hat die Milchlieferungsgesellschaft den Spruch ab gelehnt. Der zur Entscheidung angerufene Schlichter von Groß Berlin bemühte fich, eine Einigung zustande zu bringen. Seine Bemühungen scheiterien jedoch an der Haltung des Geschäftsführers der Milchlieferungsgesellschaft. Die Ent fcheidung des Schlichters über die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches steht noch aus. Bei der Milchlieferungs. Bei der Milchlieferungs gesellschaft mar es, mo nor wenigen Wochen tausende Liter Milch mangels Ablages in die Gullis gegossen werden mußten, ein Musterbeispiel tapitalistischer Wirtschaftsweise. Man hält die Löhne der Arbeiter fo niedrig, daß es nicht einmal zum Ankauf von Milch für die Kinder und Kranten ausreicht. Tritt so ein Absazmangel ein. gießt man die Milch in den Rinnstein und lagt über Absahmangel und Verdienstrüdgang. Deshalb wieder Lohnabbau und das alte Sviel beginnt von vorn. Daß die Meie reien in der Lage sind, die geforderten bzw. durch Schiedsspruch festgelegten Löhne zu zahlen. beweist doch am besten die Tatsache, daß mit einem anderen Meiereibetrieb in freier Ber handlung ein Sohn vereinbart wurde, der über die Lohnnotierungstommission, die den Preis für die Milch feftfeßt, fizen die Bertreter der einzelnen Meiereien. Die Herren müßten doch wissen, daß mit jeder Preiserhöhung der Absaz und damit doch auch die Berdienstipanne zurückgeht. Anstatt nun durch Verbilligung einen erhöhten Abfaz zu erzielen, fetzt man die Preise herauf, verringert dadurch den Absah und sucht sich dann schadlos HORTAXIN- WERKE, BERLIN zu halten, indem man die Löhne abbaut. Mef Itoffe Täglich Eingang von Frühjahrs- Neuheiten. Kammgarn- Anzugstoffe, edelste Fabrikate. Mk. 18.50, 15.3, 13.50. Damen Gabardine, v. Ripse, la Qualität, Mk 12.50 9.50, 8.6. Tuchhaus ME- Freitag Moikenmarkt 14 Ecke Molkenstraße Bitte auf den richtigen Eingang Nr. 14 zu achten. gen zu antworten, weil in der Antwort organisatorische und tatiſche fäße der beiden Konfliktbetriebe weit hinausgeht. In der Breis- SCHLEIF- PULVER Die Entschließung ist die Antwort auf einen jener Artikel, mie ihn das Berliner Bolschemistenblatt stets dann zu lancieren pflegt, menn eine Gewerkschaftsorganisation sich in einer Bemegung be findet. Auf diese rieberträchtige Schmugerei einzugehen, hieße dem Blatt zuviel Ehre anun. Die Metallarbeiter Berlins müffen sich HORTAXIN" für alle Industriezweige In eder Körnung. Wirkung übertrifit italienischen Bims ein. Lieferung aus eigenen Mah werken, Lager Berlin Decken Diwandecken Gobelin gewebe, VerdureMuster, 150x300 cm 21.50 Gobelingewebe, Verdure- und Persermust, schwere 34.Qualität, 150-300 cm. Mohairplüsch, gewirbelt, in modernen Farben 150 300 cm...... 49.Moketteplüsch, aparte 59.Muster, 150x300 cm. Tischdecken Moketteplüsch 150 cm rund... 150x180 cm.. ...... 36.38.Daunendecke, einfarbig, Satin, vorzügl. Qualität, mit Nahtdichtung. mit weißen Gänsedaunen gefüllt, 150x200 cm. 92.Buntgemustert mit ein- 94.farbiger Rückseite.... Möbelstoffe Rupfen für Wandbespannungen, in vielen Farben, 130 cm... Mr. 1.25 Baumwollstoff bedruckt. moderne u. Persermuster: 1.90 130 cm..... Rips Baumwolle, in aparten Streifen, 130 cm Mr. .... Mtr muster, 130 cm.... 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Wenn wieder einmal eine Schlagwetter- oder Kohlenstauberplo-| sion hunderte blühender Bergarbeiterleben vernichtet hat, wird das öffentliche Gewissen auf die Kohlengräber unten in den Schächten mit Gewalt gestoßen. Mit einer leichten Gänsehaut auf dem Rücken liest der satte Bürger die sensationell ausgeputzte Kunde im Leibblatt; er studiert den anderen Teil der Zeitung dazu, die Sache ist nach einigen Achgotts und Herjehs für ihn erledigt. Anders der schaffende, größere Teil der Bevölkerung. Der Arbeiter, Handwerker, der Eisenbahn- und Postbeamte, das Schiffspersonal, dann aber vor allem der Bergmann selbst, weiß, daß hier wieder, wie schon so oft, der Tod furchtbare Beute unter seinesgleichen gemacht hat. Deshalb ist auch das Mitgefühl mit den Opfern der letzten Bergwerfstata#trophe bei Dortmund und ihren Hinterbliebenen dort am größten, mo jeden Tag in der einen oder anderen Form das gleiche passieren fann. Mit der fortschreitenden Entwicklung der Technik sind zwar die Massengrubenunglüce feltener, aber nicht weniger furchtbar geworden. Es hat fast den Anschein, als ob hier Naturgewalt und Menschengeist sich in gegenseitigem Wettrüsten den Rang ablaufen möchten. Der Vorsprung des einen ist Ansporn für den anderen wer vermag zu sagen, wer Sieger bleibt? Schlagwetter und Kohlenstaub. Wir haben uns nach dem Unglüd auf Zeche Minister Stein* von einem altgedienten Bergmann über das Leben, wirken und Sterben der Männer in den Steinfohlenschächten erzählen lassen und haben Ausfünfte erhalten, die in der Einfachheit der Darlegungen verläßlich und überzeugungstreu flangen, die aber auch erschütternd und furchtbar bei der Schilderung der Auswirkungen einer solchen Katastrophe waren. Lassen wir ihn selbst sprechen: Die Schlagwetterexplosionen treten nur im rheinisch- westfälischen und den westdeutIchen Zechenrevieren auf. Im oberschlesischen Zentralrevier tennt man Schlagwetter, wie der bergfachmännische Ausdruck heißt, überhaupt nicht, oder diese gefährlichen Gafe sind in so geringer Menge in den Schächten vorhanden, daß Schlagwertererplosionen dort un befannt sind. Im Huldschiner Ländchen, das jetzt zur Tschechoslowakei gehört, arbeiten die Kumpels jogar mit offenen Lampen. Schlagwetter sind Erdgase, die aus den Gesteins- und Kohlenmassen heraustreten und die an sich nicht gerade beliebt, aber auch nicht gefähr lich find. Erst durch die Vermengung mit Sauerstoff, der durch den Wetterzug mit der frischen Luft eingeführt wird, entsteht ein hochexplosibles Gasgemisch, ähnlich wie die Beifügung von Luftsauerstoff zum gewöhnlichen Leuchtgas das gefährliche Knallgas bildet. Was die Schlagwetter aber ganz besonders gefährlich macht, ist der Kohlenstaub, der in feinster Berteilung in allen Schächten, besonders aber an der Arbeitsstelle vor Ort, ständiger Bestandteil der Luft ist. Eine reine Schlagwettererplosion nimmt selten eine solche Ausdehnung an, wie sie bei allen großen Grubenkatastrophen beobachtet wurde. Meist geschieht irgendwo eine Wettererplosjon, e dann eine Kohlenstaubentzündung im Gefolge hat. Da der Koylenstaub aber überall vorhanden ist, ergibt sich daraus der riesige Umfang der Explosion und ihre vielen Opfer unter den Arbeitern. Der Feind unter der Erde. Mein Baber wie auch mein Großvater waren Hauer", fuhr dann unser Freund aus Westfalen fort. Es war ganz selbstverständlich, daß auch ich nach meiner Schulentlassung zur Beche mitging. Bor dem 16. Lebensjahre darf niemand unter Tage beschäftigt werden; ich verdiente deshalb auf dem Zechenplage mein Brot. Eines Tages tam mein Vater mit der Mitteilung nach Hause, daß die Stelle eines Pferdejungen frei sei und ich am nächsten Arbeitstage mit einfahren müßte. Die Neugierde wandelte sich in eine leichte Beklemmung, ein flein wenig fam mir doch der Gedanke an die Gefahren des Unter- Tage- Arbeitens. Aber die jugendliche Unbekümmertheit siegte bald. Früh morgens um 5 Uhr gings zur Schicht. Mit einem scharfen Rud setzte sich der Förderkorb in Bewegung. Sechs bis acht Meter Abwärtsbewegung in der Sekunde ist schon fein Fahrstuhlfahren mehr, sondern ein Fall in die Tiefe. Mir sank der Boden unter den Füßen fort, ein starkes Drudgefühl im Kopfe und die Empfindung, als schnitte mir jemand den Leib auf, folgten. Die Gewöhnung trat bald ein. Nachdem dann die Schlepper und Lehrhauerjahre beendet waren, bekam ich selbständige Arbeit als Hauer. Die Lehre eines Bergmannes ist damit feines megs abgeschlossen. Die Arbeit vor Ort ergibt alle Tage Neues beim Hauen selbst, dann aber auch beim Ausbau der Strecke. Fast täglich hat der Bergmann feinen Kampf mit den Schlagwettern. Der Nebenmann hat gerade wieder einen süßlichen Geruch festgestellt. Er schraubt die Flamme feiner Grubenlampe fo flein als möglich und fährt vorsichtig damit in die Höhe: Eine kleine schwachblaue Lichtschlange in dem Drahtkorb der Lampe zeigt an, daß Schlagwelter vorhanden sind und daß größte Vorsicht geboten ist. Kalten Blutes, der Gefahr bewußt, aber durch fie auch abgeftumpft, nimmt der Kumpel die Lampe langsam wieder zurüd und macht sofort dem Kontrolleur Meldung. Der läßt den Wetterzug stärker gehen, mit einem starken Wasserstrahl wird nachgeholfen die Ge fahr ist beseitigt. Nicht immer gehts fo glatt, oft genügt die geringste Unvorsichtigkeit, um eine lokale Explosion hervorzurufen, die auch ihre Opfer fordert. Eines Morgens gingen wir be fonders beunruhigt zur Schicht. Tags zuvor und in der ganzen Nacht waren schwere Stürme über das Land gegangen. Der alte. erfahrene Bergmann weiß, daß starke Luftbewegungen und der meist damit zufammenhängende fleje Barometerstand sehr günstig für die Welterbildung im Bergwerk ist( Unser Gewährsmann zeigte uns bei diesen Worten den„ Borwärts" vom vergangenen Montag, in dem über schwere Stürme bei Düsseldorf, Essen usw. berichtet war. Am Mittwoch geschah dann das Unglück.) Als wir den Stollen erreicht hatten, zeigte fich bald, daß überall fleinere Better standen. Im Geheimen wäre wohl mancher von uns froh gewefen, die Schicht hätte ihr Ende gehabt, ehe fie anfing. Aber feiner ließ den andern etwas merken, und dem Eingeweihten mußte es auffallen, daß öfter als sonst die Sicherheitslampe an die Dede gehalten wurde. Kurz vor Schichtschluß waren Sprengungen angefekt. Die Hauer marnten, aber die neue Ablösung sollte Arbeit haben. Die Berieselung vor Ort, eine Begftunde vom Einfahrts 306) -stollen entfernt, ist nicht mehr so start, als gerade unter folchen Umständen notwendig wäre, um den Kohlenstaub zu binden. Bielleicht hat der eine oder der andere den Wasserstrom auch besonders flein gestellt, um nicht zu tief im Wasser stehen zu müssen. Das Gedinge ist hart und 30, 32 Zentner Kohlen pro Schicht wollen ertönt das Signal, das die Sprengung anzeigt. Der schärfere gehauen sein, soll die Familie auch nur das nötigste haben. Da Sprengschuß fällt mit einem fürchterlichen, grollenden Donner zusammen, der Ort und Stollen erbeben läßt. Im nächsten Augenblick Kein Ausweg! raft, schießt, faucht eine Feuersäule durch die Stollen, alles auf ihrem Amotlauf vernichtend: Mensch, Pferd, totes Material. Raum ein Schrei ist zu hören ,. lautlos finfen die Kumpels dahin Schlag metterexplosion, Kohlenstaubentzündung! Das Rettungswerk. Die Sirenen brüllen von Zeche zu Beche. Jeder fennt das Signal: Leben Tod Tod Leben? Berjchüttung? Abgeschlossen, doch noch lebend? Wer weiß es? Freiwillige vor zur Rettung". Im Nu ist die Ruheschicht vor der Einfahrt. Die Ueber tagearbeiter stürzen heran, Rettungsapparate, Geräte aller Art sind zur Stelle. Die ersten fünfzig Mann sausen mit dem Korb in die Tiefe, die nächsten folgen. Die meisten von ihnen haben schon früher einmal tote Kameraden statt der Kohlen aus den Schächten geholt. Steiger und Ingenieure geben kurze, befehlsmäßige Anweisungen, jeder weiß, worauf es anfommt. Brennen die Stollen noch, waren es Schlagwetter oder Kohlenstaub, oder waren beide vereint, Men schen und Merischenwerk zu vernichten. Leise setzt der Korb auf. Behn Minuten Fahrt die Stollen entlang bringen schon Gewißheit. Eine lokale Schlagwetterexplosion hat andere Schlagwetter entzündet, eine Explosion des kohlenstaubes folgte, einige tausend Meter Arbeitsstollen sind vernichtet. Giftige. Nachgase müssen mit den Sauerstoffatmungsapparaten abgewehrt werden. Schutt, Geröll, wie Streichhölzer geknickte Stempel versperren den Weg. Zunächst flach am Boden verstreut, dann maffiger liegt der Schutt, plötzlich gänzliche Versperrung. Werden einige Kameraden noch leben? wieviel ereilte der grause. Tod? Ging es wenigstens schnell mit ihnen, oder erstickten sie aus Mangel an Luft? Vergifteten die Nach gase Lunge und Blut? Verbrannten sie lebendigen Leibes? Furchtbare Fragen, feiner wagt eine Antwort! Eine starke frische Rußschicht an den Hölzern beweist die Kohlenstauberplosion: Hize und Druck der Explosion haben den Kohlenstoff verfoft. Einige große Hohlräume, die über der ehemaligen Deckenverschalung entstanden waren, bildeten Reservoire für die Schlagwetter; ein„ Gas teffel" entzündete sich am anderen, woraus fid) eine Rette fortlaufen der Explosionen ergab. Fieberhaft schaufeln, haden, hauen die Braven ba Der erste tote Kamerab. Weiter, weiter! Fünf hundert Mann hatte die Schicht, gut die Hälfte tonnte der Storb nach Waschraun der Beche, liegen sie, die vor 24 Stunden noch das ages oben bringen. Weiter, weiter! In der Waschlaue", d. h. in dem licht fahen. Stumm stehen die Wachen und Wärter vor der Majeftät des Todes. Eben tragen zwei Samariter die bewußtlose Frau eines toten Rumpels hinaus; ein selbsteingesetzter Flicken in der Hose war das einzige Erkennungsmerkmal an der Leiche des Mannes und Baters, sonst nichts, nichts. Viele lange, lange Tage später erfuhr Lette Aufzeichnung, streng fachgemäß und fachmännisch rich man, daß nicht alle sofort tot waren. Ein Steigerbuch enthielt eine tig, enthielt sie die Bestimmung des Dries, Tag, Stunde, Bemer fungen über die Art der Absperrung. Einer nahm Abschied von Weib und Kindern Kreideschrift verkündete es von einem Brett. Ein bürgerliches Blatt aber schrieb nach dem großen Unalud auf Beche Lothringen im Jahre 1912:.. Gott hat den Menschen wissen lassen:" Du elender Erdenwurm, ich bin auch noch da; ich bin mächtiger als du!"- Das ist bekanntlich die bequemste Philosophie. 999 Ueber die Arbeitszeit und die Löhne der Bergarbeiter einige Angaben: Im Bergbau an der Ruhr wird gegenwärtig acht Stunden pro Tag gearbeitet. In diese Zeit sind Ein- und Ausfahrt und eine Ueberstunde einbegriffen. Der Durchschnittslohn aller Unter- und lebertagearbeiter beträgt pro Schicht etwa auf den Zechen Beschäftigten, einschließlich der Betriebshandwerker, 5,60 Mart. Die Hauer unter Tage arbeiten in Afford und ver. dienen etwas mehr, doch wird ihnen kein Garantielohn gegeben. Achtet den Sicherheitsdienst! Bon fachmännischer Seite wird zu der Frage des Sicher heitsdienstes in den Stollen noch folgendes ausgeführt: Die Explosion erfolgte nicht im eigentlichen Abbaufeld, sondern in der Nähe des Luftschachtes. Selbst wenn daran, daß bereits am Dienstag und Mittwoch fleine Explosionen erfolgten, tein wahres Wort ist, bleibt doch die Tatsache bestehen, daß es sich nicht um Gase handeln fann, die unmittelbar nach ihrem Ausbruch zur Explosion gebracht wurden. Ihr Vorhandensein hätte also festgestellt werden fönnen, ehe sie zur Erpiosion gebracht wurden. Die Explosion erfolgte auch nicht auf Sohlen, in denen der Abbau erfolgt, sondern auf der Sohle, die vorwiegend dem Berkehr diente. Und da drängen fich doch immer wieder die Fragen auf: War dem Wetterdienst dieser Sohle die zur Sicherung des Betriebes not. wendige Aufmertjamteit gewidmet? Gab es feine unbeobachteten Räume, in denen sich die gefährlichen Gase uniontrolliert ansammeln fonnten? Ist der Wetterdienst der Zeche Minister Stein" infolge Bersonalabbau über das Maß des: Erträglichen abgebaut worden? Betrachtet nicht auch ein Teil der Belegschaft das im Sicherheitsdienst verwendete Personal als entbehrlich? Wird dieses Personal nicht häufig als im Dienste des Kapitals flehend bekämpft? Sicher, den weitaus größten Teil der Schuld an den Katastrophen trägt das Rapital mit seiner unerfättlichen Gier nach Mehrwerten. Der Sicherheitsdienst zur Berhütung von Schadenbranden dazu muß man quch Grubenerplosionen rechnen ist in vielen 3ndustriebetrie ben bis zu 100 Proz. abgebaut also vollständig aufge hoben worden. In den Brandberichten zeigt sich immer wieder, Daß die eingetretene Katastrophe mur möglich war, weil jeder vor. beugende Feuerschuß im Betriebe fehlte. Und doch fönnen Katse strophen nur durch vorbeugende Tätigkeit verhindert werden. Cs ist eine erschütternde, für die Bergherren beschämende Tatsache, daß die Bergarbeiter mit Recht darauf verweisen önnen, daß sie nach cinigen Tagen Mitleid schwere Kämpfe um ausfömmliche Löhne und erträgliche Arbeitszeit führen müssen und an den Arbeitsplägen noch nicht einmal den möglichen Schuh gegen Berufsgefahren erhalfen. Immer wieder sind es schwere Katastrophen, die den Herren der Wirtschaft das Gewissen schärfen und sie daran erinnern müssen, daß der Schuh der Belegschaft gegen Katastrophen nicht nur vom Standpunkt der Menschlichkeit, sondern auch vom Standpunkt der Wirtschaft unbedingtes Erfordernis ist. 130 Menschen, die ein Recht zu leben, ein Recht zu schaffen hatten, sind nicht mehr. Die Sicherung der Lebensmöglichkeit für die trostlosen Hinterbliebenen muß die Wirtschaft tragen. Kein Bergarbeiter, feiner feiner Angehörigen weiß ob ihm nicht morgen dasselbe Los beschieden ist. Die am Bau entstandenen Schäden müssen ebenfalls getragen werden. Unfaßbarer Jammer fönnte sehr oft mit bescheidenen Mitteln von einer großen Zahl von Menschen abgewehrt werden, wenn es nur der Wirtschafts egoismus zuließe, diese Mittel anzuwenden. Ein furchtbarer und ernster Mahner steht die Katastrophe der Zeche Minister Stein" vor der deutschen Wirtschaft. Wird sie seine erschütternde Stimine hören? Berlin, die Industriestadt. die vorherrschende. Der Sitz der Webereien war das Stralquer Bor etwa 100 Jahren war in Berlin die Textilindustrie noch Biertel. 1815 aber, nach den Befreiungskriegen, begann die Wandlung. Die Kontinentalsperre Napoleons gegen England war bes seitigt, die billigen englischen Baumwollwaren wurden in Massen auf den Kontinent geworfen. Da begann die Abwanderung der Baumwollindustrie; ihr folgte die Wolle und die Seide. So entstanden die Weberorte der Umgegend: Nowawes, Bernau, Lucken. walde und andere. Später wurden Berliner Unternehmen nach ente fernteren Orten der Mart, nach der Laufis, Schlesien usw. verlegt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Abwanderung fast gänz lich vollzogen; nur Teppiche und Schals konnten als Spezialzweige fich noch halten; außerdem die neuentstandene Jutespinnerei. dieser Frage beschäftigt sich in der letzten Nummer der vom Berliner Welche Umstände haben nun diese Entwicklung bestimmt? Mit Dr. Heiligenthal Da ist zunächst die schon erwähnte KonStatistischen Amt herausgegebenen Wochenberichte" der Ingenieur furrenz der billigen englischen Boren. Dann aber ging in Berlin ein gewaltiger Aufschwung der Metall und Maschinen. industrie vor sich, der die Höhe der Löhne merklich beeinflußte. mit der fortschreitenden Anlage von Eisenbahnbauten waren grö. Bere Sapitalien für die Maschinenindustrie flüffig geworden. Um 1861 zählte man in Berlin bereits 67 Maschinenfabriken mit etwa 10 000 Arbeitern, während die Textilindustrie immer noch 15000 industrie in immer schnellerem Tempo, 1895 beschäftigte diese nur beschäftigte. Bon da ab überflügelte die Metallindustrie die Textilnoch 14000, die Metallindustrie 71 000 Arbeiter, im Jahre 1922 gar 252 000. Neben der Metallindustrie ist es, wenn man von den für den Konsum und den Lurus, für Bildung und Kulturbedürfnisse ( wie Buchdruck) absieht, vor allem die Konfettion gewesen, bie wuchs erst nach 1860 auf breiterer Grundlage. der werdenden Weltstadt das Gepräge gegeben hat. Auch fie erIn der Konfektion find bekanntlich in der Mehrzahl Frauen beschäftigt, und zwar große Massen in der Heimarbeit. Das Elend 20 Jahren, zur Zeit des ersten Heimarbeiterkongresses. Die in Bor. der Heimarbeiterinnen ist noch heute fast das gleiche, wie vor bereitung befindliche Ausste' fung von Heimarbeit un Sausindustrie dürfte das leider aufs neue bestätigen. 10107 Die neue verkehesorönuag. Nochmalige verhaadluagea der Verkehrsinkerc�seuken. Auf Veranlassung des Verbandes Berlmer Spezralgefchäfte fand in Anwesenheit von Vertretern dieses Verbandes sowie des Magistrats der Stadt Berlin, der Indirstrie- und Handelskammer Berlin, der Zentralstelle für den Fremdenverkehr Groß-Berllns, des Verbandes Deutscher Waren- und Kaufhäuser, des Verbandes Berliner Spediteure und des Verbandes Berliner Autemebil- und Motorradbesitzer eine nochmalige mündliche Verhandlung im Polizeiprä- s i d i u m über die am 1. März in Kraft tretende neue Verkehrs- ordnung statt. In dieser Besprechung brach!« Dr. Leon Z e i t l i n vom Verband Berliner Spezialgeschäfte' namens der übrigen Berkehrsintersssentm zum Ausdruck, daß— unbeschadet der grundsätzlichen Stellungnahme ,'ur neuen Vertchrsordnung— einige wichtige Punkte dringend der Klärung bzw. der Abänderung bedurften. Insbesondere könne das im ij 14 vorgesehene Verbot des Haltens der Autos vor den Geschäften doch nur dann durchgeführt werden, wenn die in der Vertchrsordnung vorgesehenen Parkplätze geschaffen seien. Weiterhin wurden die ichon wiederholt gegen das Verbot des Durchfahre nsderVerkehrs st raß�ner st erOrdnung für Lastfuhrwerke und das Verbot des Haltens der Last- uird Handwagen in den Vertehrsstraßen erster Ordnung für die Stunden von 3 bis 7 Uhr nachmittags geltend gemachten Bedenken erneut vorgetragen. Schließlich wurde ganz allgemein der dringende Wunsch aller Beteiligten zum Ausdruck gebracht, daß die Bestimmungen der neuen Berkchrsordnung milde und entgegenkommend geHallen wer- den sollten. Es wird eine deutliche Handhabung der Hallesignale verlangt und empfohlen, daß an Stelle des Hand Hebens Signal in aste zur Anwendung kommen sollten. Die am Vor- kehrswesen Berlins interessierten und beteiligten Kreise versprechen sich von einer engeren und rechtzeitigen Fühlungnahme mit dem Polizeipräsidium die besten Erfolge und regen an, daß nach Ein- iührung der Berkchrsordnung unter Zugrundelegung der inzwischen gemachten Erfahrungen baldmöglichst ein mündlicher Ge- dankcnaustausch stattfinden solle.— Im Namen des ver- hinderten Verkehrsdirekrors Dr. Mösle gab Regierungsrat A d r i a n i zunächst die Erklärung ab. daß für eine nicht s ch i k a- nöse Handhabung der Verkehrsordnung unbedingt Sorge ge- »ragen werden solle. Die Organe der Verkehrspolizei haben in dieicr .Hinsicht sehr eingehende Anweisungen erhallen. Was die gewünschte Aenderung betreffe,, so könne sie nicht in Aussicht gestellt werden, dagegen gab der Vertreter des Polizeipräsidiums die Erklärung ab, daß bis zum Inkrafttreten der neuen Verkehrsordzrung Park- Plätze in ausreichender Zahl und an geeigneten Plätzen geschaffen sein werden. Im weiteren Verlaufe der Unterhallung wurde mit- geteilt, daß die Verkehrspolizei bemüht sei, gewisse Voraussetzungen, welche die Handhabung der neuen Verkehrsordnung erleichtern wer- den, zu schaffen, z. B. Abrundung der Straßenecken, Entfernung von störenden Anichlagsäulen, ander- weite Regelung des Straßspbildes. Ter Berliner Fremdenverkehr im Januar. Der Berliner Gafthofsfremdsnoerkehr, soweit er überhaupt zur Meldung gelangt, zeigt im Januar eine Zunahme gegenüber dem Dezember: 117 690 gegen 113 223. Auf All-Berlin(Bezirke 1—6), das ja die meisten Gaststätten enthüll, entfallen im Iamiar llB LIs(Dezember 163 936), so daß die 3867 betragende Gesamt- zunähme von der All-Berlins mit 4362 übertrofsen wird, mit anderen Worten Neu-Berlin einen Verkehrsrückgang von 438 er- whnm hat. Unter den Neu-Berllner Bezirken steht wieder Ehar- iottenburg mit 7162(7747) voran. Die übrigen Verwaltungsbe- zstkh'. Zeigen Zahlen unter 866(766). Bon allen Gasthofsfremdcn worin Ausländer: in Berlin 12 437(11927). in All-Berlin 16 818 > 16Ä4). Die Zahl der Ausländer hat also im ganzen etwas zu- !«ftnüncn. Die meisten kamen wieder aus Polen: 1811<166i), ihm folgt Oesterreich mit 1234(1921), Niederlande mit 8Ö3(763), Tschechoslowakei■ mit 887(893). Die anderen Staaten Europas waren mit weniger als 866(866) am Berliner Fremdenverkehr vertreten. Amerikaner zähtte mgn 863(716). Jahresfeier des Reichsbanners in Berlin. Am kommenden Sonntag, den 22. Februar, jährt sich der Grün- dungstag des Reichsbanners zum erstenmal. Aus diesem Anlaß finden neben der Hauptseier in Magdeburg auch über- all größere lokale Veranstaltungen des Reichsbonners statt. Die Berliner Gäuleitung wird für den 22. Februar vornilltags ZO Uhr eine Feier Im Saalbau Friedrichshain veranstalien. Die Ansprache wird Reichstagspräsident Lobe halten. Das Mitglied des Staatstheatsrs, Herr K a rl E b e r t, wird nach dem Einzug der Fahnenkomvagnie Rezitationen zum Vortrag bringen. Eine besondere Weihe findet die Veranstaltung durch die Mitwirkung des gesamten Berliner Sinfonie-Orchesters unter Kapell- Der Apfel der Elisabeth Hoff. 22s von Wilhelm hegeler. Ihre Augen sprühten hell auf. „Was taten Sie?" „Wir haben um Sic gewürfelt. Warum soll man nicht um die Liebe würfeln? Die Liebe ist ja selbst nur ein Glücks- spiel. Der Gewinner sollte sich weiter um Sie bewerben, der Verlierer zurücktreten. Drei Würfe sollten entscheiden. Er fing an, und ich, nach dem dritten Wurf sah ich... noch drehte der verdammte Würfel sich um sich selbst, als wollte er mich verhöhnen, aber ich sah, oaß ich vielleicht mit einem Auge verlieren sollte, da Nyseck sprang auf, streckte die Arme aus, machte eine Bewegung des Hebens—„habe ich den Tisch genommen und auf den Boden gehauen, daß alles, was darauf lag, in Scherben ging. Cr packte mich an die Kehle. Daß wir uns losließen, nach Haus liefen und die Pistolen holten, das war in unserer wahnsinnigen Wut noch ein Ueberrest von Konventionellen, der mir hinterher kaum begreiflich erschien. Am liebsten hätten wir uns auf der Stelle erwürgt.— Im Wald haben wir dann aufeinander losge- schössen. Er behauptete nachträglich, ich hätte auf ihn ge- zielt. Aber das ist nicht wahr. Ich habe so wenig gezielt wie er. Es war nur ein Aufall, ein splitternder Ast, der sein Auge durchbohrte.— So ist das alles gewesen." Er warf sich zurück und, zitternd wie unter dem frischen Eindruck von etwas eben Geschehenem, bedeckte er mit feiner Hand sein Gesicht. Aber der heftigen Erregung folgte sofort eine tiefe Erschöpfung. O ich Narr, dachte er, ihr das alles zu erzählen! Welch ein Wahnsinn, auf ein Recht in der Liebe zu pochsnl Nichts, nichts von allem hat sie gehört als das eine, daß ich um sie gewürfelt habe. Und jetzt verabscheut sie mich wegen meiner Roheit. Aber welche Empfindungelt Elisabeth auch durchwogt hatten, in diesem Augenblick erfüllte sie nur die-ine: auf- richtig sein zu müssen. So bis zum letzten aufrichtig, wie er es gewesen. Aber wenn sie sich schuldig sprach und zugab, sie hätte alles gewußt, so bezichtigte sie sich zu Unrecht. Wenn sie es leuanets, so log sie. Wie war es gewesen? Alle Licht- kraft ihrer Erinnerung richtete sich auf den Augenblick, als die Nachricht von. dem Unfall sie erreicht hatte. Sie sieht im Geist das Gesicht des Berwundeten.. die blutige Höhle, wo eben noch ein Auge geglänzt hatte. Aber dem ersten Grauen folgt «sister Haefelin. Es wird die Ouvertüre Leonore Nr. Z und die Vaterländische Hymne von Haefelin zum Vorttog gebracht werden. Die Vaterländische Hymne wird dabei zum erstenmal mit großem Orchester zum Vortrog gelangen. Sie wurde vor zwei Iahren, anläßlich der Feier des Verfassungstages, ierttggestellt und dem Reichspräsidenten gewidmet. Ihre Aufführung mußte jedoch aus poli- tischen Rücksichten unterbleiben. Als Motiv liegt ihr das Deutsch- landlied zuarundc, das am Schluß»ach einer Zwiesprache der In- strumente, ähnlich der sinfonischen Dichtung von Beechoven, tn vollen Akkorden erklingt. Karten für die Lerartstattung können natürlich nur in beschränktem Maße ausgegeben werden. Sie sind bei folgenden Stellen erhältlich: 1. im Bureau des Gauvorslandes Sebostianstraße 37/38, 2. in der Vorwärts. Buchhandlung und im Bszirtsbildungsousschuß Lindenstraße 3, 3. bei der Reichsgeschoftsstelle der Deutschen Demokratischen Partei, Bern- burger Straße 18, 4. in den Theaterkassen von Tietz und in» K. d. W. die Haröerobe ües Lebeasüberörüfflge«. Harmlose Aufklärung eines unheimlichen Fundes. Ein Fund blutiger Kleidungsstücke beschäftigte seit 8 Tagen die Kriminalpolizei, weil ihm ein Kapitaloerbrechen zugrunde zu liegen schien. Die umfangreichen Ermittelungen führten jetzt zu der Feststellung, daß die Kleidungsstücke, die man in einem Kopfkissen- bezug in der Immelmonnstraße zu Schöneberg auf- fand, einem Schlächtermeister gehörten, der selbst Hand an sich gelegt hatte. Der Meister halle früher ein gutgehendes Geschäft. In der Inflationszeit verkaufte er es. Da das Kaufgeld jeden Wert ver- lor, so sah er sich gezwungen, wieder als Geselle zu ar- b e i t e n. Sein Mißgeschick machte ihn tiefsinnig. In einem An- falle erschoß er sich, nachdem er sich angekleidet ins Best gelegt harte. Die Hinterbliebenen überließen dem Leichenwäscher, der den Toten in seiner Wohnung in Schöneberg einsargte, alle Kleidungs- stücke und auch die blutige Bettwäsche zu beliebiger Verwendung. Der Wäscher packte nun das Jackett und die Weste, die voll von geronnenem Blut waren, in einen Kopfkissenbezug und mit diesem in Packpapier und warf das Paket in der Immelmannstraße weg, weil er für dies« Stücke kein« Verwendung mehr zu haben glaubte. Das andere behielt er. Durch diese leichtsinnige Art der Beseitigung setzte er unnötig den Apparat der Kriminalpolizei für 8 Tage in Bewegung. Er wird sich voraussichtlich wegen groben Unfugs zu veraiilworten haben. Die Sewsrtstbastung möblierter Zimmer. Zu der Verordnung über die Bewirtschaftung möblierter Zimmer und übergroßer Wohnungen vom 12. Dezember 1924 gibt der preu- ßische Minister für Volkswohlsahrt folgende Auslegung bekannt: Durch die genannte Verordnung ist die Wohnungszwangswirt- schast für solche möblierte Zimmer aufgehoben,„die keine selbst- ständige Wohnung darstellen". Zur Behebung von Zweiseln bei der Auslegung des Begriffs einer selbständigen Woh- n u n g im Sinne dieser Bestimmung bemerkt der Minister, daß als selbständige möblierte Wohnung nicht etwa nur eine a b- geschlossene möblierte Wohnung zu oerstehen ist. Auch möbliert« Zimmer, die von den übrigen Räumen einer Wohnung nicht abgeschlossen sind, gellen als selbständige Wohnungen im Sinn« der Verordnuna vom 12. Dezember 1924, wenn der Unter- mieter das Recht hat, in den gemieteten Räumen einen s« l b st ä n- diaen Haushalt zu führen. Das ist der Fall, wenn ihm das Recht der ständigen Benutzung der Küche eingeräumt worden ist oder er eine in den gemieteten Räumen vorhandene Kochgelegenheit mit Zustimmung des Hauptmieters ständig benutzt oder zur stän- digen Bmutz'-na sich selbst herrichten durste. Ob der Untermieter von diesem Recht nicht oder nur selten Gebrauch macht, ist un- erheblich: es kommt vielmehr lediglich auf die Art und den Umfang- des ihm eingeräumten Rechts zur Führung eines selbständigen Haushalts an. Eine selbständige Wohnung liegt dagegen nicht vor, wenn der Hauptmieter dem Untermieter nur gelegentlich die Mitbenutzung der Kücheneinrichtung stillschweigend oder aus- dnicklich(bittweise) gestattet hat, oder wenn der Untermieter in einem möblierten Zimmer sich selbst ohne Erlaubnis des Hauptmieters eine Kochgelegenheit eingerichtet hat. Das Verzeichnis der Straßen Grost-Veriins mit Angabe der Zusiellpostaustallen ist von der Oberpostdirektion Berlin in neuer Be- arbeitung herausgegeben worden. Das Derezichnis ist für dn richtige Angabe der Zustellämter auf den nach Verlin gerichteten Briefen«in unenibetirtiches Hilfsnütiel. well diese Angabe zur Beschleunigung der Zustellung dient. Es kann durch alle Postanstalken und Briefzusteller Groß-Berlins zum Preise von 12 Pf. bezogen werden. das Mitteid mit dem Täter. Wie muß ihm zumut sein, der diesen furchtbaren Eindruck von seinem Gewissen nie wieder los wird! Und da— wirklich schon da oder erst später?— ist der Gedanke gegen sie angesprungen, sie könnte die Ursache dieses Streites sein. Sie hat chn sich so erklärt, daß Ryseck, erregt über ihre Flucht, seinen Zorn an dem anderen hat aus- lassen müssen. Nur um ihn haben ihre Gedanken gekreist. „Nie habe ich Hellborn Hoffnungen gemacht. Er war für mich irgenoein Leutnant. Ein Sammelbegriff. Der gewöhn- liche Umgang. Ich aber hatte das Außerordentliche kennen- gelernt. Ich war freundlich zu ihm, weil er Ihr Freund war. Er machte mir Liebeserklärungen. Aber das taten sie olle. Ich merkte, daß Sie eifersüchtig aufeinander waren. Aber vor allem sah ich doch Ihre Freundschaft. Ich glaubte, das Band zwischen Ihnen sei stärker als das Gefühl zu mir Anfangs leitete mich der Gedanke, Sie zu verlieren, wenn ich ihn zurück- stieß. Sie schwärmten ja so von ihm! Später war auch Eitel» keit mit im Spiel. Wenn Sie mich allzusehr duckten, dann spielte ich ihn aus, und Sie wurden klein. Aber die letzten Tage war ich in solcher Bedrängnis, so verwirrt— ich fühlte die Gefahr und konnte doch nicht zurück. Als ich mit Ihnen den Spaziergang machte, ahnte ich. was kommen würde, aber als es dann wirtlich kam, ergriff mich die Angst. Ich lief fort. Aber in der Nacht, als ich allein war, dachte ich, wisnn er nur mit mir gespielt hat, bin ich tief unglücklich. Wären Sie am nächsten Morgen gekommen, wer weiß... Aber Sie kamen nicht. Statt dessen erfuhr ich von dem schrecklichst Unglück. Und dann der letzte Tag. Der kurze Abschied. Sie so verstört. Ihre Erklärung: ein Streit beim Jeu! Kein Wort weiter." „Ich hatte ihm Schwelgen versprochen. Ich hatte ihm auch versprochen, Deutschland zu verlassen. Er benahm sich ja wie ein Unsinniger. Er wollte meinen Versicherungen, daß ein splitternder Ast ihn getroffen hatte, nicht g'auben. Er behauptete immer wieder, ich hatte absichtlich auf ihn gezielt. Und ich— ich war einfach zuscmnnengebcochen. Ich kam mir vor wie ein Mörder. Schlimmer beinah. Denn eine Zukunft vernichten ist ja fast schlimmer als«in Leben zer- stören.— Ja. das war meine Schuld, nicht, wie ich damals glaubte, der unglückliche Zufall, der ihm das Auge kostete, sondern daß ich nicht trotz allem an Ihnen festgehalten habe, an dem Menschen, der mir bestimmt war.>— Aber das weiß ich. hätte Ihre Hand sich an dem Morgen ein einziges Mol stach mir ausgestreckt, ich hätte mein Glück erkannt. Aber Sankbetrog mit ougeöecktea Schecks. Die Folgen der»andauernden Stabilisierung" der Zstart. Durch umfangreiche Betrügereien, die mit Hilfe von zwei nu- getreuen Bankangestellten ausgeführt wurden, ist die Darmstädter und Nationalbank um einen Betrog von über 166 666 Goldmark geschädigt worden. Der Fall beschäftigte jetzt das Erwetterte Schös- fcngericht Mttte unter Vorsitz von Amtsgerichtsrat Dr. Neumann in einer Anklage wegen gemeinschasllichen Betruges gegen den Fabrikbesitzer und Rennstallbesitzer Hugo Schiller, den Bankbeamten Waller Schröder und den Banllehrling Erich Heinz«. Schiller ist eme echte Inflatiansblüte. Bau Hause aus Glas- arbetter, hatte er es in der Inflationszell zu mehreren Hau» lern, zwei Autos und einem Renn st all mit vier Pferden gebracht. Er besaß zunächst eine kleine Fabrik für Jso- lierslafchen. In der Inflationszeit hatte er durch den Auslands- verkauf seiner Fabrikate gegen Devisen«in ziemllches Vermögen erworben. Als chm die Bank, deren Kunde er war, einen Kredtt ablehnte, setzte er sich mit Schröder in Berbinduna, der Borsteher des inneren Betriebes in der Bankfiliale war. Diesen hatte er da- durch an sich gezogen, daß er ihn zum Hausoerwalter eines seiner Häuser mit freier Wohnung machte. Am 23. Oktober gab er Schröder ohne Deckung einen Scheck über 9 Billionen Mark— bei einem Dollafitand von 4 Milliarden. Die Summe wurde zu einem Geschenk für Schröder in Gestalt eines Autos verwendet. Im Einverständnis mit dem Banklehrling Heinz«, der im Laufe der Zell 1666 Goldmark„Provision" erhielt, wurde der Scheck nicht in die Bücher eingetragen. In der Folgezeit kam dann Schiller mehr- fach mtt ungedeckten Schecks. Die ungetreuen Bankbeamten ver- schleietten das Defizit am Ullimo durch falsche Buchungen. Bis Ende Juni 1924 waren die Schiller auf diese Weise widerrechtlich ausgezahllen Beträge auf 366 66 6 M. angewachsen. Der Schwin- dcl kam heraus, als dem Bankkassterer Jaffa zufällig ein«check Schillers über 122 666 M. in die Hände kam und er feststellen mußte, daß hierfür keine Deckung vorhanden war. Schiller hat dann durch Hingabe seiner Häuser, Autos und Rennpferde teilweise Schadenersatz qeleistet, jedoch verblieb der Bank ein Schaden von über 166 666 M. Der Angeklagte Schiller verteidigte sich damit. daß er immer gehofft habe, den Fehlbetrag decken zu können. Die andauernde Stabilisierung der Mark habe ihm aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Schöffengericht bezeichnete Schiller als eine typische Inflationsblüte. Er wurde wegen Betruges zu neun Monaten Gefängnis oerurteilt. Schräder erhiell fünf Monat« und Heinz« zwei Monate Gefängnis. Dem letzteren wurde jedoch Bewährungsfrist gegeben._ v.f.p.;. Kürzlich fand hier die Gründungsversammlung der V e r e i n i- g u n g für polizeiwissenschaftliche Fortbildung (B. f. P. F.) stall, an der neben einer großen Anzahl bekannter Polizeipraktiker wie Bartels, Vogel, Heidmann. Graßhofs. Engel- brecht, llle u. a., auch prominente Pollzetwissenschaftler wie die Uni. versitätsprofessoren Dr. Gerland-Iena. Dr. Puppe-Berlln. Staatsan- wallschaftsrat Rittau-Larlenstein u. a. teilnahmen. Die Vereinigung für polizeiwissenschaftliche Fortbildung bezweckt die ständige geistige Höherentwicklung und berusliche Ertüchttgung der Beamtenschaft, die durch Vortragskurse und Einzeloorträge sowie durch weitere Verbreitung geeigneter Fachblätter und Fachzeitschriften erreicht werden soll. Abhandlungen über Straf- und auch Zivilrecht, über psychologisch« und soziologische Verhältnisse des Volkslebens, über Methoden des Kampfes gegen da» Verbrechertum und über be» sondere der Praxis entnommene Fälle sollen die weitere Fortbildung des Polizsibeamten und der Polizei nahestehender Berufe ermög- lichen. Mitglied der Vereinigung soll nicht etwa nur der Polizeide- omte werden, sondern jeder, der beruflich oder auch aus perfSn- lichem Interesse heraus Anteil an der geistigen Ertuchti- g u ng S e r P 0 l iz« i nehmen will, z. B der Hochschullehrer, der Richter. Staatsanwall, Arzt, Schriftsteller, Journalist usw. Zum 1. Vorsitzenden der Vereinigung wurde Polizeioberstwachtmeister Bartels-Hildesheim gewählt. Außerdem sitzen im Borstand u. a. Kriminalkommissar Engelbrecht-Berlln. Polizeiinspektor Ieske-Berlin und Kriminalsekretär Bick-Solingen. Dem geschäftsführenden Ausschuß gehören u. a. an: Prosessor Dr. Isllineck-Äisl. Prof. Dr. Liepmann-Hamburg, Prof. Dr. Sladbruch-Kiel, Prof. Dr. Gerland- Jena, Prof. Dr. Puppe-Breslau, Oberpolizeiinspettor Ule-Berlin, Polizeihauptmann a. D. Siering-Berlin. Kriminalkommissar Bredeck» Berlin. Der Sitz der Vereinigung ist Berlin, ihre Geschäftsräume be- finden sich Berlin SW. 61. Vlücherstr. 1. Berlin flaggt Halbmast. Zum Zeichen der Trauer um die Opfer des Zechen unglllcks von Dortmund und aus Anlaß der Beisetzung werden, wie amtlich mitgeteilt wird, die städtischen Gebäude von Sonntag früh big Dienstag halbmast geflaggt. Ähre Hand lag so kall und unbeweglich in Ihrem Schoß... und sie trug den Ring. Ich sah nur den Ring.-- Elisabeth"— seine Stimme sank zu einem kaum hörbaren Flüstern hinab—„ist dieser Ring wirklich unlöslich?" „Unlöslich!" gab sie ebenso leise zurück. Schweigen entstand, langes, trostloses und wie totes Schweigen, das den Raum um die beiden von der nahen sonnigen und tönereichen Außenwelt abgründig schied und selbst die Kleinigkeiten, wie die Neige des Tees in den Tassen. die Kuchenkrümel auf den Tellern, das erloschene Stückchen Zigarette zu Uebennittlern einer Traurigkett machte, die sich wie graue Asche auf ihre Herzen legte. Endlich erhob Ryseck sein Gesicht, und das stepttsche Lächeln, das es sonst trug, voll aromatischer Bitterkeit, war zur Hefe eines gramvollen Hohnes geworden. „.Ich bin schon der rechte Narr des Schicksals. So nah dem Glück und wagte nicht zuzugreifen— aus Feigheit des Gewissens" Elisabeth richtete sich auf: „Ich bin glücklich, daß ick Ihnen alles gesagt habe. Ich wollte es meinem Mann beichten mtt» habe es nicht gekonnt. Vielleicht war es so bestimmt, daß«s zwischen uns bleiben sollte.— Aber ich muß Ihnen noch etwas sagen." Sie ergriff seine Hand. Nie hatte ihr Auge heller und «wer geblitzt als jetzt, während sie rasch mit den Wimpern die störenden Tropfen entfernte. „Ich fühle mich nicht vom Schicksal genarrt. Ich bin ihm dankbar, daß es mich davor bewahrt hat, dem wehe zu tun. dem ich zuerst mein Herz gegeben habe und dem es noch immer gehört. Ihnen aber möchte ich alles fein, was'ch fem kann: die beste Freundin, der an Ichrem Glück ebensoviel liegt wie an meinem eigenen." „Ich habe kew Talent zum Glück." .Lber vielleicht habe ich ein bißchen. Man kann für andere ja immer besser sorgen als für sich selbst. Wollen Sie mir vertrauen?" Sie lächelte. Das süße verwirrende Lächeln von einst, voll Schal? und Geheimnis, und doch nicht das sich selbst rätselhafte Mädchenlächeln von einst, sondern das sein Ge- heimnis umspielende Lächeln der wissenden Frau. So nahe war sie ihm in diesem Augenblick, dyß er ihren Atem wie eine Liebkosung zu fühlen glaubte. „Seien Sie mein guter Genius!" murmelt« er verwirrt. (Fortsetzung folgt.) Mostrich". In Landsberg a. d. Barthe murben die Farben der Republif oon Bölkischen mit dem Ausdrud„ Schwarz- Rot- Mostrich bezeichnet. Die Leitung des Reichsbanners erstattete daraufhin Strafantrag. Der Oberstaatsanwalt in Landsberg a. d. Barthe lehnte ein Ein schreiten mit folgender seltsamen Begründung ab: In dem Ausdruck an und für sich kann eine Beschimpfung der Reichsfarben nicht erblickt werden, da es sich nur um einen allgemeinen schlechten Boltswiz handelt." Dazu bemerkt treffend„ Das Reichsbanner":" Run, Herr Oberstaatsanwalt, wiffen Sie, daß im Volksmund von Mostrich juristen, Mostrichgerichten, Staatsanwalt Mostrich und Richter Mostrich gesprochen wird? Gemeint ist damit jene Sorte von Hütern des Rechtes, die überaus lau in der Wahrung der Ehre unserer Republik sind und deshalb nur mit Mostrich zu genießen jind, Wir führen das an, um zu zeigen, wie sehr das Ansehen der deutschen Rechtsprechung durch Staatsanwälte und Richter gefährdet wird, die sich mit der Republik nicht abzufinden verinögen. Beber mir noch das Richtertum hat ein Interesse daran, die Achtung vor den Gerichten noch mehr sinten zu lassen. Darum warnen wir!" Um 100 goldene Schmudringe beffohlen. Einen schweren Ber luft erlitt am Donnerstag mittag ein hiesiger Juwelier, der mit dem Vorortzug Griner- Botsdam bon Karlshorst nach der Jannowigbrücke fuhr. Nachdem er hier ausgeftiegen war, fiel ihm ein, daß er ein sogenanntes Ring etui mit bundert goldenen Samudringen im Abteil batte liegen laffen. Der Juwelier hat auf die Wiederbeschaffung eine Belohnung ausgelegt. Ein tödlicher Automobilunfall beschäftigt die Kriminalpolizei. Vor dem Hause Gr. Frankfurter Str. 14 geriet am Donnerstag nachmittag ein zunächst unbekannter Knabe unter die Räder eines Geschäftsautos der Firma Lindemann& Co. ans der Spandauer Straße und wurde so schwer verlegt, daß er schon auf dem Wege nach dem Krankenhause starb. Der Verunglüdte wurde als ber Schüler Erwin Madott, Sohn des Arbeitere Madott aus der Hübener Str. 11, festgestellt. Zur Klärung der Schuldfrage erfucht die Kriminalinspektion Friedrichshain alle Augenzeugen des Unfalls, fich bei ihr im Zimmer 38 in der Georgenkirchstr. 1 zu melden. Die Straßenbahnlinie 43 verkehrt von Montag, den 16. b. M., ab wieder über Lüzowstr., Flottwellstr., Auguftabrüde, Lintstr. bis Potsdamer Plaz. .Geburt und Tod- Unsterblichfeit oder ewiges Leben lautet bas siebente Thema in der vom Bund religiofer Sozialisten veranstalteten großen Bortragsreihe, über das Genoffe Dr. med. Bahrmann am Montag, den 16. d. M., abends 7, Uhr, im großen Saal, Neutöln, Hertastraße 9, bet freiem Eintritt sprechen wird. S Lichtenberger Boltstunstabende. Das Bollsbildungsamt 2itenberg veranstaltet am Mittwoch, den 18. februar, abends 8 Uhr, im feftfaal an der Bartaue ein Konzert des Blüthnerorchesters mit folgendem Bro gramm: 1. Cubertüre zu, Der fliegenbe bollander"( Wagner), 2. Seherezade, fint. Suite für Drchester( Rimsty Rorjadow), 3. Sinfonie Nr. 5( E- Moll) Dp. 64 von Eichailpmati. Starten find in den bekannten Verkaufsstellen und, soweit vorhanden, an der Abendtaffe zu haben. Marionetten piele in Neuföln. In der Aula bes Lygeums Naufsun, I, Berliner Str. 10, finden bis 21. Februar 1925, täglich nachmittags 5 Ubr: Märchenspiele bes in Groß Berlin bekannten Marionettentheaters ber Familie Diese statt. Un ben Borführungen haben Kinder und Erwachsene ihre Freude. Zur Aufführung gelangt:" Die Baubergeige", Hänsel und Gretel", Stalperle auf Reisen, Lischlein, bed dich, Der geitiefelte Stater" und Dr. Fauft. Der Eintrittspreis beträgt für Stinder 25 f., für Erwachsene 40 P1. Arbeiterbildungsschule. Am Montag, den 16. Februar, abends 715 Uhr, beginnt in Spandau, Ober- Realschule Molttestraße, ein Rurfus mit dem Thema Grundfragen der Politit mit Genoffen Simon Rabenstein Der Kursus des Genossen Sortis( 13. Streis) tirb jortgefest am Montag, ben 16 Februar, im Handarbeitssaal der Mittel fchule, Mariendorf, Kurfürstenstraße. Der Borbereitungsunterricht für die Jugendmeihe 2antwit, Lichterfelbe, Steglitz, Wilmersdorf am Sonntag, ben 22. März, beginnt am Dienstag, ben 17. b. M., nachmittags von 4 bis 6 Uhr, in der Schule Steglis, Friesenstr. 3/4. Jugenbweibeanmelbungen werden noch entgegengenommen unter Zahlung von 50 Pf. Einschreibegebühr bei: Günther Felgentreu, Lantivis, Charlottenstr. 34; Walter Rönsch, Landvig, Ratfer- Wilhelm- Str. 124; Karl Schönwetter, Lichterfelbe- West, Händelplay 5; Emil Biege, Lichterfelbe, Lorenzstr. 15; Fris Hamburg. Stegliz, Schloßfir. 103; Wilh. Stubig, Steglis, Ringstr. 7, Grth. III; Hellmuth Krüger, Steglis, Siemensstr. 76. Der Borbereitungsunterricht für ble Jugendweihe Treptow- Baumschulen weg wind fortgefett am Dienstag, den 17. Februar, nachmittags von 4 bis 6 Uhr in Treptow, Schule Bouchéftr. 75. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, den 22. Februar, pormittags 10 Uhr, im Stonzerthaus Friebrichshain Gründungsfeier bes Reichsbanners Schwarz- Rot- Golb. Karten gun Preise von 1 M. im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenftraße 3. 2 of II; im 3igarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25, und in der Borwärtsbuchhandlung, Lindenstr. 2. Pfarrer Heumanns Heilmittel stets auch vorrätig im Alleindepot: Zions- Apotheke Homöopath. Zentral- Officin Berlin M. 31, Anklamer Sirake 39/40, an der Ecke Brunnenstr., 5 Min v. Rosen hal. Tor. Tel. Amt Humboldt 1022. Adler- Apotheke ( Paul und W. Sadée), Berlin- Friedenau, Rheinstr. 16. Tel: Rheingau 2029, Friedrich WilhelmApotheke. Apotheker Georg Seelenbinder, Charlottenburg 2. Leibnizstraße 106 lelephon 121. Schweizer- Apotheke. Apotheker Max Riedel Berlin W8, Friedrichstr.173. Beege's Apotheke. Berlin O. Gubener Str. 33, Ecke Wa schauer Str. 2 Min. entf v.Stadt-, Hochbahnstat. WarschauerBrücke Das große Pfarrer Heumann- Buch 320 Seiten, 200 Abbildungen) erhält jeder Leser, der seine Adresse einschickt, von der Firma Ludwig Heumann& Co., Nürnberg M 45 gratts und franko zugesan it. Pos karte genügt. Berliner Varietés. das Bublitum burch besonderen Beifall als befte bezeichnet unb bie es in Wintergarten. Es gibt in dem neuen Programm swel Nummern, bie der Zat auch find. Für die brei Gabonas, Hochturner, nimmt das Brogramm mit den Borten in höchfter Vollendung" bas Lob diesmal mit Necht vorweg. In den Leistungen dieser Artiften stedt ein Bagemut und eine Beberschung der Körper, die ohne gleichen find. Nicht minder groß artig wifien bie es allenos, von denen fich der jüngste besonders bervortut. Ein fleiner Brachtlerl. Auch die Leistungen der andern fünf dortruppe verblüffte durch ihre unerbörten Springleistungen in waren ausgezeichnet Eine dritte Truppe, die ar abiiche( echt!) Moga. den wilbesten und toüften Barlationen Stein Europäer vermag ben Groten diese Eprünge nachzumachen. Ein Songleurquintett nennt f merkwürdiger Zufall Mongadors, fügt also bem Namen der vorigen nur ein n zu. Die Mongadors führen bas bekannte Steulenspiel mit großer Brillanz ein paar Berfager ungerechnet aus. Das Haupt brollig. Der groteste Humor wird dann weiter noch im Rollschuhalt der der Truppe, ein Grotesttomiter arbeitet allerdings tabellos ficher und sehr Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 15. Februar. nathanos bertreten. Hier ist der Bartner der Mann, der immer umb unter allen Umständen fällt Aber er fällt so, daß er nicht nur die Brette: und will machen ihre Sache gut. Luitig und brollig geht es bann fondern auch die Zwerchfelle erschüttert. Aber auch die Erentrits 66 verfügt, ber feinen menschlichen Stollegen die wirksamiten Besten abgegudt in Rodez Affenbarieté zu, das über einen Stapelmeister Affen zu haben scheint. Die indischen Zaubereien bes Linga Singh erweden faunende Bewunderung. Er wascht z. B. schwarzen und weißen und raten Sand( bom Ganges!) und macht ihn doch nicht naß! Sehr apart das Fernina Duartett. Das Walhalla- Theater bringt ein ausgezeichnetes Februar- Programm zur Auffübung. Als Sensation des Abends gilt den Berlinern als alter Belannter Breitbart Mit bloßer Faut fchlägt er durch acht Bleche und drei Bretter Nagel, zerreißt Selen, und biegt mit den Händen und abnen Eisenstangen, um seinen Arm widelt er eine Eisenstange zu einer Spirale. Auch seine übrigen Leistungen find so, daß er letne konturrenz befürchten braucht. In ihrem Trampolin- Gymnafiffatt leisten Ryan und Burtes Unglaubliches. Am hohen Trapez voüführt Knuth die wag. halfigsten Krids. Qugo Dranie!, ein Biston und Xylophon- Birtuoie, fomte die nier anomstys( moderne Equilibriften), ber bekannte fächsische Komiler Aleg Stamer und der Angelos lebende Bijouterie fanden verdienten Beifall. Das Februarprogramm der„ Stala bringt wieder einige artistische Böchftleistungen, von denen an erster Stelle die australische Radfahrer9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Morgenhymne, van Overghen Leistungen zeugen von bervorragender Gefchidlichkeit und gutem Training. Daunton Shaw Truppe genannt zu werden verdient. Ihre ( Heino Siede, Violine Paula Simon- Herlitz, Harmonium; Dr. Artur Böhme, Klavier). 2. Gefangenenpoesie: Die Insel der Bei dem japanischen Zongleur Masa bewundert man vor allem die Herrn Pfarrer Dr. Detleff Klatt, Zellengefängnis Berlin: Strand- jonglierend, bewegt. Besonders gefällt ein Stepptanz. tler und Schmerzen( Bibelsprecher Johannes Schulzke). 8. Vortrag des Sicherheit, mit der er sich auf seinen Armen, mit den Beinen in der Luft gut des Lebens. 4. Gefangenenpoesie: Auswahl von Gedichten, unb amüsante Art zu steigert. Erwähnenswert ist auch die lionio. Canning verstehen ihre Leistungen am Red durch eine humoristische im Zellengefängnis Moabit entstanden( Bibelsprecher Johannes Harmonium). Schulzke). 5. Interludium, Karg Ehlert( Paula Simon- Herlitz Caftello ruppe, beren Mitglieder vom Schleuderbrett durch die teilung Hochschulkurse). 12-12.55 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Ab- 2uft nirbeln. Im Programm gibt es außerdem noch mehrere Tanz 12 Uhr mittags: Prof. Erman: Er- nummern, von denen das rhythmisch- gymnaftliche Streolen Duo bont zählungen und Weisheitsbücher aus dem alten Aegypten. 5. Vor- astusundants, das panische Ensemble der Senelagfamilie, trag. Die alten Weisheitsbücher der Aegypter und die Schulen. das mit hinreißendem Temperament tanzt, ebensoviel Bewunderung ver Versicherungswissenschaft". 5. Vortrag 12.35 Uhr nachm.: Prof. Dr. Alfred Manes: Einführung in die bient Da be Marbels mit ihren Zänzen, die wirklich Stil haben. Sehr 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). fönnen sich einer bollkommenen Beherrschung ihrer Störper rühinen, die Versicherungspolitik". auftatten fommt ihm eine brillante Technit. attowa und Myrio Landwirtschaft und Gartenbau. Abteilung Landwirtschaft. Dr. Leonards:„ Die ihnen im Sanz größte Ausdrudsfähigkeit ermöglicht. Eine befannte Attral. künstlichen Düngemittel und ihre Zutian, die immer wieder feffelt, ift gord Ain, der Tenor, Bariton, Sopran sammensetzung. 3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erund Alt mit der Geschultheit beberricht, die tom feine seltene Stimmper zählt: Spuk- und Geistergeschichten. 1. Tommi, der Spiel- anlagung und ein fehr feines musikalisches Em pfinden ermöglichen. Auch Edgar Allan Poe. 3. Die Maske des Roten Todes, Edgar Allan mann, Hans Philipp Weitz. Das geheimnisvolle Rob, Bauleders ist eine Nummer des Februarprogramms. Leider bringt fein Repertoire nichts wesentlich Neues. Man tennt das, was er brachte, Poe.( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4.306 Uhr abends: hon seit Jahren. Ein alter Bekannter vom Januar ist stipitän Winston Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7 Uhr abends: Hans- mit einen Seelöwen Diese Nummer ist so einzigartig, daß auch Dr. James Simon: Der Humor in der Musik". 4. Vortrag. Dar Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse. Literatur und Kunst. eine Wiederholung nicht ermüden tann. Humor in französischen und italienischen Opern". 7.30 Uhr abends: Vortragsreihe:„ Berlin von Annodazumal". 1. Vortrag. Herr Schriftsteller Georg Bamberger:„ Leben und Treiben im früher Vizepräsident des Danziger Parlaments: 14. Jahrhundert. 8 Uhr abends: Vortrag des Herrn Dr. Loening, Was will Polen von Danzig? 8.30 Uhr abends: Blasorchester. Dirigent: Musik2 Ouvertüre zur Oper Fra Diavolo", Auber. direktor Karl Woitschach. I. Waidmannsheil, Marseh. Reckling. 3. Ein Sommerabend, Walzer, E. Waldteufel 4. Gammeljägermarsch, C. Morena. Gavotte, Raida. 7. Parademarsch der sächsischen Schützen Nr. 108, 5. Waidmanns- Lieblingslieder, Potpourri, H. Loßner. 6. CupidoFleschner. 8. Ouvertüre zur Oper" Der Wildschütz, Lortzing Die Schmiede im Walde, Charakterstück, Michaelis. 10. Tölzer 10. Tölzer Schützenmarsch, Krettner. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnach- Deutschlands und aus dem Auslande eingelaufenen zahlreichen Beirichten. Theaterdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Ueber- leidstelegramme und Geldspenden erläßt die 3e chenverwal tragung). tung in ihrem und im Namen der Belegschaft folgende Danksagung: Bon Staatsbehörden, Kreisen und Gemeinden und aus allen Teilen Deutschlands find bei uns zahlreiche Beileidsfundgebungen anfäßlich des Grubenunglüdes auf unserer Zeche Minister Stein eingelaufen, ebenso find in freundlicher Weise Geldspenden zur Linderung der Dat der Hinterbliebenen zur Berfügung gestellt worden, deren Höhe noch befanntgegeben wird. Wir sprechen allen diesen Behörden und Bersonen schon jetzt unseren herzlichen Dank zugleich im Namen der Belegschaft und Hinterbliebenen aus. Die gestifteten Summen wet den uns unsere selbstverständliche Ehrenpflicht, für die Hinterbliebe.. nen zu sorgen, wesentlich erleichtern." Königswusterhausen. Sonntag, den 15. Februar. 11.30-12.50 Uhr vorm.: Südetendeutsche Stunde. Maria Paudlar. Staatstheater Berlin; Opernsänger Watake, Staatsoper Berlin; Akademische Orchestervereinigung Berlin, Leitung: cand. Hintze. 1. Sudetendeutscher Gruß, Ernst Leibl( Gesprochen vom Dichter). 2. Ouvertüre aus der Oper Iphigenie in Aulis. Gluck( Orchester). 3. Vortrag: Die deutsche Universität in Prag, die älteste Universität der Welt, ihr Schicksal, ihre Vergangenheit und Gegenwart", gehalten von S. Magnif. Geh. Rat Professor Dr. Jaatsch, 4. Deutsches Weihelied, von Ernst Leibl, v. Wahl. 5. Wiederholung des Vortrages 3. in Esperanto. 6. Zwei Lieder, gesungen von Opernsänger Watzke: a)" Freisinn", Rob. Schumann, b) Der Atlas, Franz Schubert. 7. Worte an die Sudetendeutsche Studentenschaft, gesprochen von dem ehemaligen Vorsitzenden des Deutschen Hochschulrings Wilh. Zietz. 8. Zwei Lieder, gesungen vom Opernsänger Watzke: a) In diesen heiligen Hallen", aus„ Zauberflöte", Mozart, b)" Gebet", Jorisch. 9. Drei Lieder, gesungen von Maria Paudler: a) Heimat, Bruno Hanns Wittek B) Schusters Lotte. Thekla Lingen, o) Allerlei aus dem Kindermund". 10. Ballett Suite 1, Gluck( Mottl)( Orchester). Montag, den 16. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Technik. Ingenieur Joachim Boehmer: Der kritische Ingenieur ( Technische Wochenplauderei). 7 Uhr abends: Tausend Worte Französisch. 7.30 Uhr abends: Hars- Bredow- Sohule.( Abteilung Bildungskurse). Medizin. Prof. Dr. Eckert: Hygiene des älteren Schulkind". 8 Uhr abends: Vortrag Dr. med. Albert Wolff:„ Gesundheit und Wissen Worte für Kranke und Gesunde). 8.30 Uhr abends: Der lustige Beethoven. 1. Variationen über den James Simon, Klavier). 2. a) Aus Goethes Faust: Es war einmal Schneider Kakadu( Franz Veit, Violine; Hermann Hopf, Cello; ein König", b) Der Kuß( Hermann Schey, Bariton). 8. a) Scherzo As- Dur( aus der Sonate op. 81 Nr. 3), b) Variationen(, Ueber das Menuett à la Vigano, von Haibl"), c) Eccosaisen( für den Konzertvortrag bearbeitet von C. Reinecke)( James Simon, Klavier). 4. a) Der Zufriedene, b) Urians Reise( Hermann Schey). 5. a) Bagatelle As- Dur( aus op. 32), b) Scherzando( aus der Sonatine in G- Dur, op. 78), c) Rondo a Capriccio( Die Wut über den verlorenen Groschen"), op 129( James Simon). 6. Serenade für Streichtrio op. 8( Franz Veit, Violine; Frida Mosheim, Bratsche; Hermann Hopf, Cello). Am Flügel: James Simon. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). Kindes und des Schulkindes". 3. Vortrag. Dus blasse, reizbare Riesige VorräteDas Grubenunglück. Die letzten Opfer noch nicht geborgen. Dortmund, 14. Febr.( WTB.) Im Laufe der Nacht wurde aus dem Schacht der 3eche Minister Stein infolge der äußerst schwiegeborgen. Bie jest endgültig feststeht, befinden sich noch 14 Ipte rigen Aufräumungsarbeiten nur die Leiche eines Steigers im Gdy a cht, so daß die genaue Zahl der ums Leben gekommenen Bergleute 136 beträgt. Bergleute 136 beträgt. Anläßlich der aus allen Teilen Der Reichspräsident empfing gestern ben franzö fischen Botschafter de Margerie, der anläßlich des Dortmunder Grubenungiücks das Beileid des französischen Bräsidenten aussprach. Auch der russische Botschafter Krestinsti hat dem Reichspräsidenten seine Teilnahme ausgedrückt. 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Deswegen sei zur Ergänzung der Liste noch die Ladung des preußischen Abg. fjeilmann zu beschließen. Heilmann hat ote Beschwerde gegen den Botschaftsrat Köster er- hoben. Wir müssen seine Gründe dazu erfahren. Den Wunsch nach Einvernahm« des Reichspräsidenten unterstützen wir nachdrücklich. Di« Erörterung der Postkredite können wir nicht Unterlasten, weil der Staatsanwalt jetzt di« Sache behandelt. Merkwürdig er- Icheint das Urteil des Abg. Rosenberg, der di« Postkredite deswegen nicht erörtern will, weil der Staatsanwalt schon gewisse straffällige Dinge ermittell habe. Abg. Aufhäuser erklärt, es sei wohl abwegig, wen» der Unter- suchungsausschuß sich irgendwie mit Aeußerungen der Tagesoreste befaßt. Wenn die„Vostischc Zeitung" Barmat in der Ueberschrift als.Agenten des kaiserlichen Deutschlands" bezeichnet hat. so geht im« das nichts an. Wir haben die Pflicht, di« Pressefreiheit zu wahren. Aus den Akten ist festgestellt worden, daß die Tätig- kell Barmat» in der kaiserlichen Zell von zweierlei Art war: erstens hat er journalistische Dienste geleistet, zweitens wurde er auch zu militärischen Diensten herangezogen, daneben hat er Ge- 'chatte gemacht. Die Zoonspruchnahme Batmals ist also schon durch die höchste« kaiscrlichev Stellen«rfolgi. Dom Sensationsbedürsnis dürfen wir uns nicht lellen lasten, der Ausschuß muß vielmehr fach- gemäß alles Material prüfen. Nach Erledigung der Frage der an- geblichen Lezlehungen zum Reichspräsidenten werden mein« Freunde emen neuen Antrag einbringen, der die Erörterung der Posllredite verlangt. Dazu treibt uns nicht das Sensationsbedürfnis, jondern die Staatsnotwendiqkeit. Gegenüber dem Abg. Roienberg iei die Feststellung zu tressen. daß er doch selbst herangezogen worden ist. um dos Material der Demag-Angelegenheit zu beschafsen. Wenn «» noch nicht vorliege ,'o könne man die Sache auch nicht behandeln. Abg. Dr. Meyer(Dem.) glaubt, daß man nicht in das Verfahren wegen oer Postkredite eingreifen dürfte, well sonst Berdunke- lungsgefahr entstehen könnt«. Abg. Rosenberg(Komm.) behauptet, daß er Material in der Demag-Angelegenheit besitz«. Er beantragt di« Ladung E d o F i m- mens in Amsterdam. Abg. Heilmann solle nicht geladen werden, da der Verdacht der Mittäterschaft besteh«. Es wird schließlich beschlosten, daß der Ausschuß Donnerstag vor- mittag 10 Uhr wieder zusammentritt und die Beweiserhebung über den Komplex DornmI- Auswärliges Amt— Reichspräsident fortsetzt. Als Zeugen werden die vom Vorsitzenden bereits vorge- schlagenen fünf Personen, ferner der Abg. Hermann Müller und dir zuständigen Dezernenten au» den Rrichsstellen geladen. Grunösihule unö volksbilöung. Kultnrdebatte im Reichstag. H tuwri rU�TJI il kulturrat zusammen zu fassen. Warum ist dies« gelassen worden? Hi« wäre ein Punkt geschaffen Der Roichstag nahm gestern den Gesetzentwurf über die Tod«» erklärung K r i e gs oersch ollen er in erster und zweiter Lesung an. Bei Kriegsverschollenen soll künftig als Tl-destag ein gesetzlich festgelegter Tag angenommen werden, und zwar der lO. Januar 1920, der Tag des Friedensschlusses, Auch di« Vorlage über die weiter« Zulassung van HllfsmitgSedern im Reichspatentamt wird angenommen. Anträge der Sozialdemokraten und Demokraten über Maß. nahmen zugunsten der infolge des passiven Widerstandes aus den besetzt«, Gebieten ausgewiesenen Personen werden dem Ausschuß für die besetzten Gebiete überwiesen.—®üt Antrag Leicht lD. Dp.s. wonach im Reich, postsinanzgesetz festgesetzt wer. de» soll, daß der Berwaltungsrat aus höchstens 32 Mit» gliedern bestehen darf und wonach jede Retchstaasfraktion«n Mitglied stellen darf, wird dem Berkehrsausschuß üo«rwiesen.— 25 Anträge, die Besoldungsfragen betreffen, gehen an den Hau»- haltsausschuß. Beim Kapitel„Das Höhere Schulwesen" werden zur Beratung gestellt Anträge Dr. Scholz(D. Dp.). Mumm(Dnat.). Muller-Frankeu l'voz.) und Koch-Weser(Dem.), die den Lehrgang der höhere» Schulen betreffen. Abg. de. Löwen stein �Soz.): Wenn man den Schulfragen gegenwärtig die ihnen zukommend« große Bedeutung beimißt, so ist das verständlich, weil die Wirtschaft- llchen Fragen so außerordentlich in den Bordergrund gerückt find. Aber die Schulfrage fit«ine Kulmrfroge. und Kulturfragen sind mehr als Nebensachen. Es bleibt ein dauernde» Verdienst der N a t i o n o l» Versammlung, daß sie trotz des Widerspruchs von der rechten Seite wenigstens die Grundschule geschaffen und das Reichsgrund- fchulgefetz festgelegt hat. Der«st« Reichstag hat sich da» leid« nicht zum Muster genommen, ihm fit leid« die Initiativ« in der Schul- irage immer mehr entglitten. Die Grundschule setzte die Regelung des Lehrgangs der höheren Schulen voraus. Nun ist den L ä n de r n mied««in groß« Teil d« Machtbefugnisse übertragen worden, die nach d« Verfassung dem Reiche zustehen. So sehr wir di« Eigenart d« einzelnen Land««-«kennen, so verd«blich ist es doch im Interesse des Reichs, ihnen die Befugniste zu übertragen, die dem Reich« zustehen. Schon in d« Nationaloer«nnmlung wurde der Ge- danke gefordert, die Behandlung all« Kulturfragen in einem Reich». st« Gedanke fallen- worden, der die Arbeit d« Land« einheitlich hätte zusammenfassen können. Vor dem Kriege hat di« Arbeiterschaft die höheren Schulen mit Mißtrauen betrachtet. Di« Landarbeiter sahen in ihnen vorbe» reitimgsanstalten für die Junker, die Industriearbeiter Vorbereitung»» o»stalten für di« Unternehm« und all« Arbeiter zusammen be- trachteten sie al» Vorbereitungsanstalten für die Richter tter Klassen» fustiz. Sie sahen di« T r« n n u» g. die durch die Scheidung zwischen höher« und niederer Schulbildung geschaffen wurde, st« bezeichneten die höheren Schulen al, Klaflenschulen. Sie blieben daher fern. Jetzt ist«s damit etwas anders geworden. Heute schicke» schon«ehr al» früh« die Arbeiter ihr« Ander in höher« Schulen, aber immer noch ist es nur ein kleioer vrozent- sah von Arbeiterkindern, denen da höhere Schulbesuch offensteht. Aber selbst, wenn SO Proz. Arbeiterkind« die höheren Schuten besuchen würden, so wäre damit ihr(Charakter al» Klassen- und Standesschuten nicht ausgehoben. Der Charakter d« höheren Schul« beruht daraus, daß ste Anwärter auf höh«« Berechtigungen und höhere Stellen schaffen. Die Arbeiter aber streben danach, daß ihnen di« höher« Schul« die Bildung vermitteln soll, die st« für ihren Kampf und ihr« Arbell brauchen. Di« ArbeiterNass« will, daß die höhere Schul« ein Glied w«d« in dem Einheit»- schulgedanken. der zur Schaffung des sozialen Menschen not- wendig ist. Das ist keine Schwärmerei, sondern dieser Will« fit aus der materialistischen Geschichtsauffassung geboren. Wir sehen deutlich, wie die wirtschaftliche Entwicklung auch auf di« Gestaltung des Schulwesens zurückwirkt. Di« Wirtschast braucht«ine groß« Anzahl qualifizierter Arbeitskräfte. Di« Wirtschaft ist aber auch so differenziert, daß sie in viel größer« Abhängigkeit von dem Verhältnis der Mensch« zu«inander steht. Die Arbellerklass« kann es nicht mehr ertragen, daß einige privilegierte Schichten an der Spitze der Wirtschaft stehen, sondern st« faßt st« al» eine G e- m e i n s ch a f t auf. Diese Gemeinschaft jetzt aber auch ander« Menschen voraus, die das Solidaritätsbewußtsein, da» di« Arbeller» klass« erfüllt, auch wirtlich erleben. So ist da» Problem der höhe- ren Schule vom mirtschajtlichen Standpunkt au» gesehen. Wie sieht es vom Standpunkt de» Staate» ans ge- sehen aus? Mx hat)«, heute formell den demokratischen Staat. So viA ihm auch noch an sozialem Inhalt fehlt, so unterscheidet er sich doch vom Obrigkeitsstacki durch den Umfang der zu lösenden Aufgaben, die so gewachsen sind, wie kaum je zuvor. Der Staat soll zu einer Gemeinschaft werden, die mit sozialtw Inball vi füllen ist Die Ausgab« de» demokratischen Staates fit» den Ar- bellern den Auf stieg von der untersten Stuf« bis zur höchste« Bildunasmogllchkeit zu geben. Deshalb dürf« wir nicht zugeben, daß Ole Einheit des Schulgedanken» durchbrach« wird. Das gesellschaftliche Bewußtsein, mit dem wir erfüllt sein sollen. muß zum gesellschaftlichen Sein gestallet werden. Mr bekämpfen die Schaffung besonderer»ulturbezirk«. wte fordern den eiaheiNlch««vfbav de» Schulwesen,. Wir wollen ein« Schule der lebendigen Gegenwart. Nicht di- Tragik der Griechen, sondern die Tragck und die Problem« unserer Zeit müssen in den Schulen zum Bewußtsein gebracht werden. Mache- matik und Naturwissenschaft sollen nicht nur technische Bildung ver- Mitteln, sonltern zu konsttukttoen Gedanl« der Gesellschaft werden. Darum warnen wir vor dem Wege, d« jetzt in Preußen beschrll» ten wird, der eine Zerreißung de» Schulwesen» bedeutet. Wir erstreb« di« gros""'"* Lehrer, sondern eine Wenn setzt der,..—„_,. zugefügt wird, dann ist es entern großen Teil der Arbeiter schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr möglich. ibre Kinder in die höher« Schute zu fchuk«. Rur ein Fünfte bis ei» Viertel aller höhereu Schüler erreichen das Schulziel, solle» wir deswegen die Schuldauer st« rauffetzen lassen? Gerade mll Rück- stcht auf die Grundschulen verlangen wir die a ch t j ä h r i g« S ch u l- d a u« r auf den höheren Schulen. Es war ein« große Tat, al» die Nationalnersammlung di« vierjährige Grundschule für alle Kinder geichoffen hat. Wir haben dann lediglich eine Ausnahme für klei- nere Ort« zugelassen, um den Bestand der dort befindlichen höheren Schuten nicht zu gefährden. Darüber hinaus hat man Propaganda oül die dreisährige Borschul« betrieben. Und nicht nur grundsätzlich, sondern tatsächlich ist die Grundschule bereits begrab«. Der Redner erinnert daran, daß es in der Nationalversammlung «wn dem nolksparteilich«» Redner al-«in« Erlösung bezeichnet worden ist. bntz ö(,r Schulst von vier Jahr« nicht mehr auf drei Jahre zusammengedrängt werde. Für die Grundschule fit auch der bekannte Schulmann.Kerfchen st einer eingetreten tournltt man aber eine viffercnzteruag schassen zwischen der »terjährigm Grundschule für die Arbeller und der dreisährigev Schulzeit ftte dte«da» Klaffe». Dadurch wird auch die Mögllchkell unterbunden, alle Kind« gleichmäßig am höheren Schulunterricht tellnehmen zu lassen. In meinem Schulbezirk sind für zahlreiche Kinder ärztliche Atteste eingerichtet worden, wonach sie vom Schulbesuch zu befreien seien. Inzwischen baden sie aber drei Jahre Privatunterricht durchwandert und nun jinden st« Aufnahme in den höheren Schulen. Di« ärztlichen Alleste für die Befreiung des Besuchs der Grundschul« sind ja leider billig geworden: alleedings nicht für Arbeiterkinder. Nun verfluchen Sie in verschleiert« Form die Grundschule zu beseitigen. Wir werden all« Kräfte in Bewegung setzen, um diese Durchkreuzung des Einhellschulgedankens nicht zu dulden. Wir wollen nicht di« Heraufzüchtung einzelner Begabten, sondern di« Erziehung der Massen. Di» Schul« fit für uns ein Massenproblem, das aus dm Bedürfnissen der Mass« entsteht. Selbst wenn es Ihnen jetzt gelmgen sollt«, dies« Differenzierung herbei. zuführen, so wird die wettere gesellschafttiche und wirtschaftliche Ent. Wicklung dazu zwingen, zu schaffen, was gesellschaitlich notwendig ist. sL«bhaft«r Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. PHMpp(Dnat.) wendet sich gegen die Verkürzung d« Schulzeit in der höheren Schule und fordert ein Gesetz zum Schutze der neunsährigen höheren Schul«. Abg. Dr. RunkA(v. Bp.) erklart, die Deutsch« Volkspartei stehe durchaus auf dem Bod« der Grundschul«. Der Redner ttitt dafür ein. daß ein« Möglichkeit gelchaffen weich«, die Grundschule auch j n drei Iahren zu absoloieren. Vier Jahre lang begabte Kinder in der Grundschule festzuhallen, bedeute«in« Versündigung an der Seele dieser Kinder. Staatssekretär Scholz betont, daß man üb« alle dies« Frag« «st noch mll den Ländern in Verbindung tret« müsse. Außer« dem werd« sich zur Kostenfrage auch der Finanzminister noch zu äußern haben. Abg. Frau Lang-Rrumauo(Bayr. Vp.) erklärt, Bayern wolle die alt« Volksschute nicht mehr und trete für Beibehaltung der vierjährigen Grundschule«in. Abg. Dr. Götz(Dem.) Hütt ein Rahmengesetz für notwendig. um eine Zersplitterung des Schulwesens zu vermeiden. Abg. Rheinländer(Ztr.): Dom Standpunkt der religiäsen Erziehung wüid« die Auflösung oder Differenzierung der Grundschule zugunsten begabter Kinder das Aufgeben der kon> fessionellen Schul« sein. Dazu könne das Zentrum die Hand nicht bieten. Abg. Yoernle(Komm.) fordert Herabsetzung der Klassenfrequenz und Verbesserung der Lehrmethode. Samtliche Anträge werden darauf dem Bildung»ausschuß überwiesen. Es folgt die Beratung de» sozialdemokratisch« Antrag» auf Aufhebung der Berordnung des Reichspräsident« üb« di« Auf. nähme von Auslandskrediten durch Gemeinden mll» Gemeindeoerbände. Die rechtsgültige Aufnahm« von Are- dllen im Ausland« soll mll Zustimmung des Finanzminfitet» ge- stattet sein. fibg. Heck lSoz) begründet den Antrag. Am 29 Januar habe die Reginung ein« Verordnung erlassen, mll deren Inhalt d« Reichstag sich im all- gemein« wohl einoerstand« erklär« könne, nicht ab«, daß dies« Materi« auf dem Derordnungswege geregelt werd« soll. Was die Verordnung im einzeln« behandelt, führt der soztaldemo- l ratische Entwurf weller au». Der Redner wendet sich dann all- (i erneut gegen die Anwendung de» Paragrapb«<8 der Reichsver- assung auch in diesem Falle. Der Artikel« Handel« von Maß- nabmen. die zur Sicherung der öffentlichen Ruhe getroffen werden können und e» fit dabei besonders von d« Anwendung der bewaffneten Macht die Red«. Wenn man di« Verordnung vom 29. Januar damll vergleicht, so ergibt sich sofort, daß bei Schaffung de» Artikel» nicht an eine soweitgehend« Anwendung gedacht worden ist. Bei anderer Gelegenheit werden mir noch vestmder» darauf zurückkommen, wie auf Grund des Artikels 48 von der Regierung Verordnungen erlassen worden sind. vi« vorlag« de» Ausfübrnngsgesetz«, zu diesem Artikel ist ein« äußerst dringlich« Angelegenheil, darüber hinan» läßt sich«ine Aeuderung de» Arlit«» selb» nicht länger hinausschieben. In dem vorliegend« Falle hätte die Innehallung des verfassungs- mäßigen Weges ebenso schnell zum Ziel« geführt. Der Reichstag hat vom 19. bis zum 23. Januar und dann wieder vom 3. Februar ab getagt. In der Zwischenzell bat die Regierung ihre Verordnung erlassen. Dabei mußte die Regierung wissen, daß der Reichstag sich gegen eine gesetzliche Regelung dieser Materie nicht gewändt hone Warum ist der Reichstag ausgeschaltet worden? Di« Wahrhell ist. die Regierung hat sich an das bequeme Auskunsts- mittel de» Artikels 48 derartig gewöhnt, daß sie sich gar nicht mehr um den Bruch des Reichstags- und des Verfassungsrecht« kümmert. Dagegen werden wir uns mll aller Kraft wehren. Unseren ersten Vorstoß bilden diese beiden'Anträge. Sie sollen zeig«, daß der Reichstag nicht gewillt fit. sich sein« Rechte kürzen zu lassen.(Leb- hoster Beifall bei d« Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Mrth(Z.) stellt fest, daß bei dies« wichtig« Beratung kein Regierungsvertreter anwesend sei. Al» er selbb Reichskanzler gewesen sei. Hütt« die Herr« von der Recht« so tapfer schmälen können. w«n die Minist« nicht vertretm mar«. Abg. Müller-Franken(Soz.) beantragt mll Rücksicht auf die Abwesmhell des Finonzminfiter» die Absetzung de« Gegen- stand««. Das Hau» beschließt demgemäß und vertagt sich aus Montag 3 Uhr. Haushall de» Verkehrsministeriums. Schluß*6 Uhr._ die öarmat-Unterfuchung. Ter Arbeitsplan des ReichStags-Ausschnfses. Bei d« wetteren Beratung de« Untersuchungsausschusses de« Reichstag», über dessen Sitzung wir im Abendblatt bereit» berich- tetm. stellte Abg. Pslcgcr fest, daß das Erposö des Dorsitzenden au» den Akten, das dieser in der vorig« Sitzung gegeben hat. er. schöpfend gewesen sei. Es könne kein Zweifel bestehen, daß irgend ein wichtiges Akt«stück nicht zur Erörterung gekomm« sei. Er lasse sich nicht von dem Sensatronsbedürfni» de» Publikum» bewegen, sondern wünsche, daß der Reichstag»au«schuß nach den zweckmäßigsten Methoden seine Derhandlungm ftihre. Di« Postkredite könnten jetzt nicht untersucht werde«, solqüge da» Straf- verfahr« nicht zum Abschluß gelangt fei. 2ll>g Dauch(D. Lp) wünscht, daß man di« beteiligten Staat»- sekretäre laden solle, weil man von ihnen mehr al» von den Mini- stern erfahren werde.— Abg. Bruhn(DnaÜ.) behauptet, daß Barmat l-yon im Kriege das Reich betrogen habe. Ein Man», der sich so schleckst im Kriege bewährt Hab«, hätte spät« nicht wieder herangezogen werden dürfen. Wenn wir uns fetzt aus di« Post- krebite versteifen wollten, so würde es uns so gehen, wie dem Elefanten im Porzellanladen. Abg. Schreck(Soz.) unterstreicht noch einmal, wa» Abg. Aus- was ist Sozialpolitik! Eolstalvolittk bedeutet bewuhte, Einwirken auf die wirt. ttUck* Laae und die«grnseitioe« Beziedun-en der in »»rhandenen s» fe k l s ch a f t«° MW' i. iftirderuna »kreise durch ' i,«ertlint. sch-ktli einer und«»»gleichune'der verschiedenen Gesell!. den Staat»der im Interesse de» Staate» Ludwi» Lende in r«olkswirtschaft i tcke n tGebri,,. Au»gl«ichuna der insbesondere die Leiwi«, Fiirderunl " Ifchaft, rte»(i,________ Abriß der©ojiotpoliltf. gestern bereit, festgestellt hat. Di« Akten, die Barmat b«> «p«tt Aujavg de» Jahr« 1918.«vi der' Gehen wir aus von dieser Bestimmung des Begriffes Sozialpolitik, die von namhaften Sozialpolititem herrührt und di« Heyd« sich zu eigen macht, so finden wir. daß im Gebiet der Sozialpolitik im wesentlichen drei gesellschaftliche Faktoren tätig sind: die in der gegebenen Volkswirtschaft»vorhandenen Gesellschaftsklassen", in der kapitalistischen Ordnung also �»ie Ardeiterklafse und das Unternehmertum mit ihren verschiedenen, in den entscheidenden Fragen entgegen- gesetzten Interessen, und der Staat. Aufgabe der Sozial- Politik ist das bewußte»Einwirken" auf di« wirtschaftliche Lage zueinander. g bedürfen, ...&eg zur Erfüllung dieser Aufgabe der Sozialpolitik über den Staat. Der praktische Erfolg der Sozialpolitik wird also wesent- lich bestimmt durch das Maß, in dem di« Staatsgewalt sich bereit zeigt oder genötigt werden kann, sozialpolitischen Forde- rungen nachzugeben: bestimmt durch das Maß, in dem es den an der Sozialpolitik unmittelbar interessierten Gesellschaftsklassen gelingt, den Staat zu veranlassen, daß«r auf die wirtschaftliche Lage der einen oder anderen oder auf die Be- Ziehungen, in die beide miteinander treten,»einwirkt"— oder auch nicht»einwirkt". Bei der Verschiedenheit der Stellung der Gesellschaftsklassen im Gesellschaftsganzen und der sich daraus ergebenden Verschiedenheit ihrer Haltung zur Sozial- Politik ist auch die Ablehnung eines solchen Einwirkens durch den Staat nicht ohne Wirkung, die für die eine Gesellschafts- Nasse günstig, für die anders— gleichzeitig— ungünstig sein kann. Auch ein negatives Verhalten des Staates zu den hier in Betracht kommenden Fragen ist Sozialpolitik. Die mar- tantesten Fälle einer solchen negativen Sozialpofttik waren die Koalitionsverbote. Das Interesse der Staatsgewalt an der Sozialpolitik er- schöpft sich aber nicht in der Stellungnahme zu den aus den Gesellschaftsklassen und in ihrem Interesse entstehenden sozial- politischen Bestrebungen und Anschauungen, sondern der Staat ist auch aus eigenem an der Sozialpolitik interessiert. Die Motive dazu können sehr verschieden sein. Ein« beliebte Idee, di« mit staatlicher Sozialpolitik häufig verbunden wird und die auch in der oben wiedergegebenen Begriffsbestimmuna an- klingt, ist die des Ausgleichs der Interessen der Gesell- schastsklassen mit den Mitteln der Sozialpolitik. So schreibt auch H« y d e: »Gerechtigkeit gegenüber den Staatsbürgern ist dte ureigenste Pflicht de» neuzeitlichen Staates. Ste kann sich nicht in forma!- Rechtsgleichheit erschöpfen, sondern muß der natürlichen Ungleich» hell der Menschen»die sozial« Etachesspitze dadurch nehmen, daß ste ein« ausgleichend« Gerechtigkeit auf dem Wege der sozialen Gesetzgebung herstellt und solchergestalt zum Korrektiv der nur unbewußt zweckmäßigen Natur(der sozialen Reibungen«nt> Strömungen) wird..."(8. Stein)." Damit ist. wenn auch in einer Form, di« den wahren sozialen Sachverhalt verdunkelt, weshalb wir einschaltend an die sozialen Reibungen und Strömungen erinnert haben, zu- gegeben, daß die Lage und die Interessen der sich im Gebiet der Sozialpolitik gegenüberstehenden Gesellschaftsklassen verschiedenartig. gegensätzlich sind, so daß es einer»aus- gleichenden Gerechtiokeit" bedarf, die der einen nimmt, um der anderen zu geben, fei es an Macht und ideeller Bedeutung, sei es an materiellem Gut. In der Tat ist Sozialpolitik in hohem Grade Interessenpolitik, und daher werden selbst dort, wo die Sozialpolitik gewisse Antriebe erfährt von der Idee der ausgleichenden sozialen Gerechtigkeit— eine Möglichkeit, die wir keineswegs leugnen wollen—, Maß und Art der Sozialpolitik jeweils Kart abhänge« von der«acht Bezüge der Notstandsarbeiter. Um die Berechnung der Bezüge zu vereinfachen, hat der Arbeitsminister für die Reichsverwaltungsarbeiter, deren Bederjenigen Gesellschaftsklasse, die, als die sozial schwächere, an| Beitragshche on eine planmäßige Ansammlung von Rud. einer solchen„ ausgleichenden Gerechtigkeit" das größere Inter- lagen vor einer wesentlichen Besserung der Wirtschaftslage nit eile hat, heute also von der M a cht der Arbeitertlaffe. gedacht wird. Wollen wir die Beziehungen der Arbeiterklasse und ihrer Organisationen zur Sozialpolitik verstehen, so muß dieser Zug ihres Charafters fogar als der leitende Gesichtspunkt in den Bordergrund treten. In der Sozialpolitik spiegelt sich der Wechsel von Art und Intensität der„ Beziehungen" der Ge- züge fellschaftsklassen zueinander und zum Staat. Bemühen wir uns also, das Verhältnis der Arbeiterklasse zur Sozialpolitif zu ergründen, so haben wir es gleichzeitig mit jenen Beziehungen der Gesellschaftsklassen untereinander und des Staates zu ihnen sowie mit dem Wechsel in der Art dieser Beziehungen zu tun. Wie ein Wechsel in diesen Beziehungen stets auf einer Beränderung der sozialen Machtverhältnisse beruht, so wird eine Befferung der sozialen Machtstellung der Arbeiterklasse auch immer in sozialpolitischen Erfolgen zum Ausdruck fommen. = von 16 mit denen von 17 Jahren, die von 18 und 19 mit denen von Gewerkschaftsbewegung ( Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Die Vaterländischen gegen Sozialgesehgebung. bisher für jeden Jahrgang getrennt feſtgejekt waren, die schaftliche oder vaterländische Sozialgesetzgebung" wandet sens, 3usammenfassung der verschiedenen Altersklassen in drei Gruppen zugelassen. Danach können die Arbeiter 20 und die über 21 Jahre alten mit den 24jährigen und älteren zu fammengejagt werden. Das bedeutet für diese jüngeren Altersfiaffen eine fleine Erhöhung der zulässigen Höchst bezüge. Ferner mird darauf hingewiesen, daß bei Berechnung der Höchst. Grenze von 70 Proz. des Arbeitslohns auch die Ortszulagen eine geringe Erhöhung. der Verwaltungsarbeiter berücksichtigt werden können. Gleichfalls Eine Reichsgesundheitswoche. Dr. Erich Schmidt als Referent über das Thema:„ Gewerkdie Ratifizierung des Washingtoner Abkommens, um die soziale und wirtschaftliche Lage der Arbeitnehmerschaft nicht zu schädigen. Der Gesetzgeber sei verpflichtet, die Möglichkeit der Neugründung von Erjag und Betriebstrantentassen zu schaffen, da folche fich als leistungsfähig erwiesen hätten. Man will also die 3ertrümmerung der Ortstrantenfaffen. Selbstverständlich lehnt die vaterländische Bewegung" auch die Umwandlung der Erwerbslosenfürsorge in eine Arbeitslosenversicherung ab. Den Betriebsräten müsse eine ganz andere Stellung ein geräumt werden, damit sie in Betriebsvereinbarungen die Arbeitsbedingungen der Belegschaft mit der Werts= leitung regeln fönnen. Damit soll die Macht der GemertIm Reichstag soll nun schaften gelähmt und gebrochen werden. praktische Arbeit" geleistet werden, um die den„ Vaterländischen" aufgegebenen Unternehmerforderungen an sozialer Reaktion durch. zusehen. Der Reichstagsabgeordnete dams brachte es fertig, die Behauptung aufzustellen, das Betriebsrätegesch fönne nur durch die vaterländischen Arbeitnehmervertreter und nicht durch Gewerkschaftsvertreter seine Verwirklichung im Sinne des Gesetzgebers Sehnsucht nach Zentralarbeitsgemeinschaft. Am Sonnabend murde der Geheimrat Prof. Dr. Boigt aus Die GemertDabei verstehen wir unter Sozialpolitik die Gesamtheit der gesetzgeberischen Aktionen und Tatbestände, die auf alle Beziehungen eingehen, welche der Arbeiter als Der Hauptverband deutscher Krantentassen Träger der Arbeitstraft fnüpft- fei es zu seinen ist zurzeit mit der Drganisation einer Reichsgefimbheitswoche nach Berufskollegen und Klassengenossen in der Form der gewerk- englischem und amerikanischem Muſter beschäftigt. Der Haupt schaftlichen Organisation, sei es zum Besizer der Produktions- verband wird sich zu diesem Zwecke in den nächsten Tagen mit den mittel und damit zur Volkswirtschaft in Form des Arbeits- großen Krantentaffen ins Einvernehmen jegen, ebenso mit den Geverhältnisses. Zur Sozialpolitik rechnen wir ferner alle Be- fellschaften zur Bekämpfung der Geschlechtsfrankheiten zur Bestrebungen und. gefeßlichen Maßnahmen, die von der sozialen tämpfung der Tuberkulose, des Affoholismus, weiter mit den Lage diefes im übrigen besiglosen Besizers der Arbeitskraft Richtungen, den Sport, Spiel- und Turnverbänden, den Organi Arbeiterparteien und Gewerkschaften der verschiedensten politischen ausgehen und der sich aus dieser Lage ergebenden schwächeren fationen für Boltsaufklärung, insbesondere auf hygienischem Ge- Frankfurt a. M. als Vorfämpfer einer gelben Werksgemeinschaft wirtschaftlichen Position Rechnung tragen. Sozialpolitik um- biete, Bodenreform- und Siedlungsgesellschaften, den Aerzten und begrüßt, worauf Geisler über Zentralarbeitsgemeinschaft zwischen faßt also das gesamte Gebiet vom Roalitions Gesellschaften für öffentliche Gesundheitspflege, furz, mit allen Ein- Arbeitgeber- und Unternehmerverbänden redete. recht über die Sozialversicherung bis zu den richtungen, die sich mit den Problemen der Ertüchtigung und Wieder- fchaftsführer hätten die frühere Arbeitsgemeinschaft, in die die Gelben legten Rechten und Pflichten des einzelnen Arbeiters oder An- aufrichtung unserer durch den Krieg zufammengebrochenen Bolfs nicht aufgenommen wurden, nur dazu benügen wollen, um von den gestellten und Unternehmers hinsichtlich des Arbeits gesundheit befaffen, um in Gemeinschaft mit allen diesen Institutio- Unternehmern das Wirtschaften zu lernen, um dann die Unternehmer vertrages. nen für Ende März dieses Jahres eine solche Reichsfortzujagen und die Macht an sich zu reißen. gesundheitswoche zu inszenieren. In dieser Woche sollen in ganz Deutschland, bis in das kleinste Dorf hinein, Vorträge veranstaltet werden, under hinzuziehung von Ausstellungen, Filmvor führungen, Sport, Spiel- und Turndarbietungen, die alle der Verbreitung hygienischer Voltsaufklärung dienen, neben den Forderungen der öffentlichen Gesundheitspflege auch die private Gefundheitspflege propagieren, das hygienische Gewissen der Menschen im allgemeinen wie im Einzelinteresse schärfen, aber auch in Form von Refolutionen sich ebenso an die Reichsregierung wie die Regierungen der einzelnen Länder und der Kommunen wie cn alle Parlamente wenden, um in erhöhtem Maße wohlverstandene Menschenökonomie und Bevölkerungspolitik gerade jetzt nach dem Kriege zu betreiben. und Bevölkerungspolitik gerade jetzt nach dem Kriege zu betreiben. In England und Amerita hat man mit solchen nationalen" Gesundheitswochen die besten Erfahrungen gesammelt. Auch in Deutschland wird man den Verfuch machen müssen, das ganze Bolt aufzurütteln, um es allmählich dahin zu bringen, sich in ganz ande rem Maße, als das bisher der Fall gewesen, um die Probleme der Gefundung und Gesunderhaltung der breiten Massen des Volkes zu fümmern. Somit ist der Gesichtskreis der Sozialpolitik identisch mit dem Wirkungskreis dessen, was wir Arbeitsrecht oder mit einer Bezeichnung, die der tieferen Bedeutung des modernen Arbeitsrechts besser gerecht werden dürfte Sozialrecht nennen. " Zu dem Arbeitsrecht gehört daher auch die Borbereitung des Arbeitsvertrages: Arbeitsbeschaffung, insbesondere ArbeitsvermittJung, die Arbeitnehmerschutzgesetzgebung, die Arbeitsverfassung, Rechtsprechung und Schlichtung in Arbeitsstreitigkeiten und schließ lich Ersaz der Arbeitsmöglichkeit bei Arbeitsmangel oder Arbeitsunfähigkeit durch Erwerbslofenunterstügung und Sozialversicherung." ( Groh: Deutsches Arbeitsrecht, Seite 17.). Nehmen sozialpolitische Bestrebungen die Form des Rechts an, so entsteht Arbeitsrecht oder Sozialrecht, so daß ouch Arbeitsrecht aus den Beziehungen der Gesellschaftsklassen zueinander und zum Staat entspringt und seine konkrete, gefegliche Gestalt empfängt von den sozialen Strukturverhält niffen. Auch im Werden des Arbeitsrechts spiegelt sich der Wechsel von Art und Intensität dieser Beziehungen, spiegelt fich der Wandel der sozialen Struktur- und Machtverhältnisse, der öffentlichen Geltung der Gesellschaftsklassen und ihrer Organisationen. Wollen wir also das Wesen des Arbeitsrechtsreise wie der Sozialpolitik und vor allem das Verhältnis der Arbeiterklasse zu ihnen im Verlaufe ihrer Entwicklung erkennen, so müssen wir, wie Sinzheimer es ausdrückt, nach den bemegenden Kräften des Rechtslebens forschen". Gehen wir so vor, dann finden wir, daß vor und hinter jedem Rechtsvorgang( oder jeder Berwirklichung fezialpolitischer Bestrebungen in gesetzlicher Form) eine bestimmte soziale Struktur wirkt, die ihn auslöft". Diese foziale Struktur ist die feste Form gleichmäßiger sozialer Vorgänge. So wirkt sie anonym als die erzeugende Kraft des fonfrenten Rechtsgeschehens".( Sinzheimer: Ueber soziologische und dogmatische Methode in der Arbeitsrechtswissenschaft. Arbeitsrecht IX. Spalte 190.) Berfolgen wir die Beziehungen zmijchen Sozialpolitik und Arbeiterbewegung, so entkleiden wir diese erzeugende Kraft" gleichzeitig ihrer Anonymität und nennen sie beim Namen: es ist die Arbeitertlasse, die vermöge der Kraft ihrer Organisationen das ihrem sozialen Bedürfnis gemäße soziale Recht schafft, sei es tämpfend gegen Unternehmertum und Staatsgemalt, sei es gestaltend vermöge ihrer Teilnahme an der Berfügung über die Staatsgewalt. Wenn wir den Arbeitsgemeinschaftsgedanten nicht hochgehalten hätten, erzählte Geisler, läge er heute zerschmettert am Boden, und der Klassenkampfgedanke, ber legten Endes ein Kampfwerkzeug der Entente ist, mürde uns vernichten... Heute zwingen wir mit unserem Willen die Unternehmer wie die Gewertschaften, es sich zu überlegen, ob der gegenseitige Rampf für beide Teile vorteilhaft ist. Borsig hat es deutlich ausgesprochen, daß die Unternehmer nur mit einer Arbeitnehmervertretung verhandeln und arbeiten können, wenn auch die nationalen Arbeitnehmerverbände gleichberechtigt dabei sind." Der deutsche( christliche) Gewerkschaftsbund habe den Anschluß der Vaterländischen gewünscht, die jedoch ihre Selbständigkeit wahren mollten. Neu ist für unsere Leser sicherlich, was Geisler enthüllt": „ Der Wiederaufbau nach der Inflation war äußerst schwer. Die freien Gewerkschaften waren aber im Befiz der politischen Macht. Riesige Mengen von Geldern sind an die Gewerkschaften von den verschiedenen Ministerien ge= geben worden. Da würde ein neuer Korruptionsherd aufzu= deden sein.( Hört! hört!) Als beim Eingriff der bürgerlichen Regierung dann die Nabelschnüre der Gemerfschaftstassen zu den Staatstassen abgeschnitten murden, sprang sofort das internationale Kapital bei. Auch die christlichen Gewerkschaften haben, das fönnen wir nachweisen, Hunderttausende von Goldmart in ihre Rajien betommen. In dieser Zeit waren wir auf uns allein gestellt. Die christlichen Gewerkschaften wollten mit uns arbeiten, wenn wir uns Herrn Stegerwald unterstellten, also Das amerikanische Alkoholverbot. Dr. Alice Salomon, die im vorigen Jahr eine Studien nach den Bereinigten Staaten gemacht hat, schreibt in einem Auffoh über die dortige Wohlfahrtspflege in der Sozialen Praxis": Man fann fich mit ameritanischer Wohlfahrtsarbeit nicht beschäftigen, ohne menigstens mit einem Wort das Alkohol verbot zu berühren, dessen Erfolg der gesamten sozialen Fürsorge ein anderes Gepräge gegeben hat. Es gibt feinen Sozialarbeiter in Amerita, der nicht die Wirkungen der Prohibition un endlich hody ftellt, der nicht davon überzeugt ist, daß die wirtschaften international perbündet gewesen. Im Augenblick ist der Gedhaftliche Rage der arbeitenden Bevölkerung fich schnell ge= euchen eingedämmt worden sind, daß die Prohibition nicht hoben hat, daß Laster, Berbrechen, Armut und Seuchen eingedämmt worden sind, daß die Prohibition nicht nur eine soziale Revolution, sondern eine soziale Tat bedeuiet." Rechtsausbildung und Jugendwohlfahrt. Ministerialrat Dr. Hans Maier über die bisherigen Ergebnisse der In der Deutschen Juristen- Zeitung" berichtet der Dredener ininisterium angeregten Einführung der Referendare in im vorigen Jult vom fächsischen Arbeits- und Wohlfahrts die Jugendwohlfahrtspflege. Seitdem haben in einer Reihe fächsischer Städte Vorträge über die Arbeit der Jugendämter, namentlich in Berufsvormundschaft und Fürsorgeerziehung, statt gefunden. Die Stadt Dresden hat Führungen veranlagt. In Chemnik wird eine größere Anzahl Referendare je 4 Bochen lang in den Nachmittagsstunden im Jugend- und Bohlfahrtsamt beschäftigt. Der Einsender, der für manche Orte des Reichs mangelndes Herrn Imbusch vom Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold die Hand reichten. Dann wären wir mit den chauvinistischen Entente- Gemertdante einer Zentralarbeitsgemeinschaft außerhalb aller Diskussion. Die Vorausseßung für unsere Beteiligung war der Austritt der freien und der christlichen Gewerkschaften aus den internationalen Bündnissen." „ Die Möglichkeit einer Zentralarbeitsgemeinschaft ohne uns beſteht augenblicklich nicht. Aus der nationalen Arbeitsgemeinschaft würde eine gewaltige Stärkung auch der freien Gewerfjd; aften erwachsen. Unser Versuch ist ins Waffer gefallen. Die freien Gewerkschaften treten uns verhältnismäßig anständiger gegenüber als die fich christlich nennenden Gewerkschaften. Den Sozialdemokraten fann man viel mehr achten, weil er ein Gegner mit offenem Bisier ist; der Kommunist viel: leicht noch mehr. Aber was sich christlich- nationale Gewerkschaften nennt, ist zum Teil dasselbe wie die roten Gewerkschaften, aber noch Reichsgefahrengemeinschaft in der Erwerbs- Busammenarbeiten zwischen den Gerichten und den Jugendwol vertappt." losenfürsorge. fahrtsämtern feststellt, betont die unbedingte Notwendigkeit dieser Ausbildung, damit die jungen Juristen über die Wirkung der fünftig beres unterrichtet werden. von ihnen zu fassenden Beschlüsse über Fürsorgererziehung und an Dieses Borgehen der sächsischen Behörden ist zu begrüßen. Die zuständigen Reichsstellen sollten die Nachahmung dieses Beispiels in allen Ländern in die Wege leiten. Kleine Nachrichten. Das Arbeitsministerium hat den Entwurf einer Ausführungs: verordnung veröffentlicht, die einer Ausgleichung der Belastung der einzelnen Gebiete dienen soll. Die Begründung weist auf die großen Unterschiede der Lait hin; gab es doch in den einzelnen Ländern am 1. Dezember vorigen Jahres 0,9 bis 11,3 Arbeitslose auf 1000 Einwohner. wobei das besetzte Gebiet am schwersten leidet. Die geregelte Hilfe, die den Erschütterungen des Arbeitsmarkts gemachfen sein soll, bedarf der breitesten Grundlage. Troßdem, und iroh ber Betonung der wirtschaftlichen Berflochtenheit der einzelnen Länder, Berschmelzungsverhandlungen zwischen den internationalen die keine geschlossenen Arbeitsmärkte sind, wird von der Erhebung fozialpolitischen Gesellschaften haben, wie die Soziale Braris" be einheitlicher Beiträge abgesehen. Das Interesse der richtet, stattgefunden und scheinen aussichtsvoll. Am 8. Dezember einzelnen Bezirke an niedrigeren Beiträgen jolle nicht ertötet werden. murde in Basel die Sagung für eine einheitliche InternatioDoch sieht es aus, als ob der Verzicht auf diese einfachste und geworfen, die am 16. Januar in einer Sigung in Frankfurt a. M., an nale Bereinigung für sozialen Fortschritt" entechteste Regelung auch ein Stück der heute wieder in Aufnahme der Bertreter aus Deutschland, Desterreich, Tschechoslowakei, Schweiz, fommenden Zugeständnisse an die einzelstaatliche Souveränität" darstellte. Helland, Belgien, Frankreich, Großbritannien und Finnland teilnahmen, angenommen wurde. Es handelt sich um die Vereinigungen für gefeßlichen Arbeiterschus, zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und das Komitee für Sozialver Arbeitslosigkeit und das sicherung. Anläßlich der Feier des 25jährigen Bestehens der erstgenannten Bereinigung, die Ende September in Bern stattfinden soll, wird voraussichtlich die Verschmelzung erfolgen. Einige Landessektionen haben sie bereits wollzogen. Die zuläffige Höchstleistung beträgt heute 3 Proz. des Grund lehns, wovon Arbeiter und Arbeitgeber je die Halste zahlen. Der wirklich erhobene Beitrag bewegt sich im allgemeinen zwischen 1 und 1½ Proz. Der Entwurf sieht dazu die Erhebung eines Aus= sleichszuschlags vor, der nicht mehr als Proz. des GrundIchns betragen darf. Bu zahlen ist er nur in denjenigen Bezirken von Arbeitsnachweisämtern, in denen der Beitrag unter dem Dom Berwaltungsrat des Reichsamts für Arbeitsvermittlung als erforder= lich erachteren Reichsdurchschnittssage liegt. Er darf den Unterschied zwischen diesem Gaze und dem im Bezirk erforderlichen Beitragsjaße nicht übersteigen. Bei dem letzteren eingerechnet sind auch die Beiträge, die der Bezirk etwa bereits als Ausgleichszufajlag an ein Landesamt oder falls mehrere Landesämter bestehen on eine Landesausgleichstaffe abführt. Eine solche ausse besteht für Preußen. In diesem Falle wird der vom Reich zu gewährende Ausgleichszuschuß an überdurchschnittlich bedachte Bezirke um den Betrag gefinzt, der ihnen vom Landesamt oder der Landesausgleichstajje zusteht. Boraussetzung des Anspruchs auf Zu schuß ist weiter, daß alle dem betreffenden Landesverband( d. i. in Breußen im allgemeinen die Provinz) angehörenden Bezirke von Arbeitsvermittlungsämtern mindestens den Reichsdurchschnittssak erheben. Die Entscheidung über die Zuweisung der Zuschüsse steht dem Verwaltungsrat des Reichsamts zu, in dem Arbeiter und Arbeilgeber verireten fint. Es muß sich zeigen, ob diese Reichsgefahrengemeinschaft, die von fer Sozialdemokratie längst gefordert wurde, mit ihrer Begrenzung des Ausgleichszuschlags auf den geringen Betrag von ¼ Broz. imstande sein wird, eine genügende Ausgleichung der Loften auch in Seiten noch stärferer Inanspruchnahme der Erwerbslosenfürsorge herbeizuführen. Zumal auch im Fall vorübergehend überschüffiger Die Hoffnung auf eine 3entralarbeitsgemeinschaft zwischen ihnen und den Unternehmern geben die Baterländischen noch nicht auf. In einem weiteren Referat über Bildungsarbeit" jagte Geisler zum Schluß: „ Wir müssen die margistischen Eierschalen loswerden und dent Arbeitern das ihnen von den Marristen vor den Kopf genagelte Breti abreißen." Die„ Baterländischen" genießen in den Reihen aller vernünftigen und anständigen Arbeitnehmer ein solches Maß verdienter Mißachtung, daß sich eine fritische Würdigung ihrer Wochenreden erübrigt. Die verieumderische Behauptung, die freien Gemertschaften hätten Gelder von anderen Stellen in der Inflationshochflut von als von ihren Mitgliedern und ihren ausländischen Bruderverbänden erhalten, steht auf gleicher Stufe der Unwahrheit wie das von Geisler erfundene Handgeld für die Reichsbannermitglieder. Die Bezüge der Notftqudsarbeiter. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, gibt der preußische Minister für Volkswohlfahrt in einem Erlaß ein Schreiben des Reichsarbeitsministers befannt, in dem auf die Erschwerung des Berechnungsverfahrens der Bezüge der Notstandsarbeiter hingewiesen wird, die dadurch entstehen, daß der Tarif der Reichsverwaltungsarbeiter besondere Lohnfäße für jebe einzelne Alters= laffe vorsieht. Der Minister erklärt sich daher mit einer 3 uverstanden etwa in der Art, daß für die Arbeiter im Alter von 16 und 17 Jahren in Zukunft die Höchstgrenze gilt, die jetzt für die Bezüge der 17jährigen besteht, für die Arbeiter im Alter van 18 bis 20 Jahren die bisherige Höchstgrenze für die 21jährigen, für die Arbeiter im Alter von 21 und mehr Jahren die bisherige Höchstgrenze für die 24jährigen und Sernalberatungsfftellen. Eine Einrichtung von höchfter fozialhygienischer Bedeutung ist in Hamburg geschaffen worden. Im Zusammenfassung der Altersklassen in drei Gruppen einfammenwirten des Arbeitsamtes mit Aerzten, Rechtsanwälten, Pädagogen, Sozialberaterinnen und der Allgemeinen Ortsfrantenfaffe sind dort Sexualberatungsstellen ins Leben getreten. In diesen Beratungsstellen wird über alle Fragen einer gesunden Serualhygiene gegen geringfügiges Entgelt von nur 30 Pf. Auskunft erteilt. Die Beitragsleistung der Erwerbslosenfürsorge und die Hausgehilfen. Bisher mußten die Hausgehilfen ebenso wie der größte Teil der übrigen Arbeitnehmer Beiträge zur Erwerbslosenjürsorge leisten. Seit dem 1. Dezember 1924 ist das anders geworden. Hausgehilfen find durchweg von der Beitragsleistung befreit. Es bedarf dazu nur eines Antrages bei der zuständigen Krantentasse, der vom Arbeitgeber und von dem Hausgehilfen zu unterzeichnen ist. Die Vordrucke zu den Aufträgen sind bei den Krankenkassen erhältlich.. Die Einkommensgrenze für die Krankenversicherungspflicht der Betriebsbeamten, Argestellten usw. somie der Hausgewerbetreibenden ift mit Wirkung vom 12. Januar an auf jährlich 2700 tarf erhob: worden. Sie bezeichnet zugleich die Grenze des Gejantjairecein temmens, bis zu dem der Beitritt zur freiwilligen Bersicherung fäffig ift. älteren Arbeiter. Willkürliche Leibesvifitationen. Selbst wenn man dem Arbeitgeber ein gemisses Recht zugestehen roollte, sich durch gelegentliche Revisionen vor Diebstählen zu sichern, wird man die Berechtigung zu millkürlichem Borgehen bestreiten müssen. Zumal in Fallen wie dem folgenden. In der BellevueKonditorei am Potsdamer Play( 5otelbetriebs- A.- G.) scheint man in jedem Angestellten einen Dieb zu sehen. Am Donnerstag, den 29. Januar, als die Angestellten nach Beendigung ihres Dienstes nach 1 1hr nachts nach Hause gehen wollten, wurden fie angehalten zu einer hochnotpeinlichen Untersuchung, die von einem Kontrolleur und einer Kontrolleurin in Gegenwart des Geschäftsführers vorgenommen wurde. Die weiblichen Angestellten mußten fich bis aufs hemd ausziehen. Die Untersuchung währte eine geschlagene Stunde. Etwa um 24 Uhr nachts maren die Angestellten entlassen und standen nun im strömenden Regen auf dem Potsdamer Platz, nach einer neunstündigen Arbeitszeit und einer Stunde Kontrolle. Die Untergrundbahn fuhr längst nicht mehr, auch feine Straßenbahn mehr. Die Frauen mußten den Nachhausewcg im Regen zu Fuß zurücklegen. Doch was fümmert dies die Ge fchäftsleitung, die sich das Recht herausnimmt, ihre" Angestellten eine Stunde ihrer Freiheit zu berauben, sie im Lokal bei verschlosse= nen und belagerten Türen festzuhalten und sie wie Verbrecher untersuchen zu lassen. Soweit fann die Belästigung der Angestellten denn doch nicht gehen! Weigert sich die Firma, den Angestellten wenigstens die Kontrollstunde als Ueberstunde zu zahlen, so könnte das Gewerbegericht damit vor die Entscheidung gestellt werden, ob eine derartige Kontrolle überhaupt zulässig ist. Jedenfalls erweist es sich notwendig, gewisse Sicherungen gegen Kontroll- und Bisita= tionsrecht zu schaffen. Wohlfahrtspflege und Streifbrechervermittlung. Ein Fall von Amtsmißbrauch, der dringend der Aufklärung bedarf, wird uns aus Moabit mitgeteilt. Danach hat der Bezirksvorsteher Drenio, der als Hatenfreuzler bekannt ist, durch einen Bezirksamtsboten bei anderen Vorstehern herumfragen lassen, ob arbeitslose Unterstügungsempfänger vorhanden wären, er fönne ihnen Arbeit verschaffen. Als der Vorsteher einer benachbarten Rommission einen jungen Schloffer zu Herrn Drenso schickte, teilte ihm dieser mit, daß er Arbeit in einer Wagenfabrik erhalten fönne, zuvor müsse er aber der Stahlhelmorgani= fation beitreten. Dem jungen Mann war bekannt, daß in der betreffenden Fabrik gestreift wird, und er lehnte schon deshalb das Angebot ab. Der Fall scheint uns so beispiellos und unzulässig, daß eine Aufklärung durch den Magistrat unbedingt erforderlich erscheint. Die Lohnerhöhung der Saarbergarbeiter. Paris, 13. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Berhandlungen, die seit zwei Wochen von den Gewerkschaften der Saarbergleute mit der Generaldirektion der in französischen Staatsbesih übergegangenen Saargruben geführt worden find, haben zu einem Rompromiß geführt, das, wenn es auch nicht alle Forderungen der Bergarbeiter erfüllt, doch als ein Erfolg für die Arbeiterschaft gebucht werden kann. Von den Gewerkschaften war eine Erhöhung der Grundlöhne von 20 Proz. gefordert worden. Die Generaldirettion hatte lediglich eine Erhöhung von 10 Broz. zugestehen wollen. In den vom Arbeitsministerium geführten Einigungsverhandlungen war dann eine Erhöhung des Grundlohnes pro Schicht um 1.20 Fr. vorgeschlagen worden. Im Laufe der verschiedenen Besprechungen gelang es den Vertretern der Arbeiterschaft, eine Erhöhung um 1,60 Fr. durchzusehen. Auf Veranlassung des Arbeitsministeriums hat sich die Generaldirektion der Zechen weiterhin zur Bildung eines paritätischen Ausschusses zur genauen Ermittlung der Lebenshaltungskosten und zu dem prinzipiellen Zugeständnis bereiterklärt, daß bei weiterem Steigen des Preisinder die Löhne automatisch folgen sollen. Lohnbewegung der elfäffischen Kalibergarbeiter. Paris, 13. Februar.( WTB.) Die Arbeiter der Kaligruben im Elsaß verlangen eine Lahnerhöhung. Der Generaldirektor der Domanialgruben hat eine Erhöhung der Löhne bis höchstens 90 Centimes pro Tag zugestanden, was die Arbeiter abgelehnt haben. Drei Abgeordnete haben sich deshalb mit dem Vertreter der Gewerkschaften der Kaligruben zum Arbeitsminister begeben, um ihm ihre Forderungen zu unterbreiten. Der Minister hat zugesagt, daß er auf Grund der Lohnstala, die für die Bergarbeiter im franzöfifchen Norddepartement gelte, mit der zuständigen Berwaltung der Kaligruben verhandeln wolle. Zentralverband der Angestellten, Jugendgruppe. Seute Befichtigung bes Märkischen Museums unter fachkundiger Führung. Treffpunkt 94 Uhr vor dem Eingang zunt Museum, Ballstraße. Zu der Führung sind die inter effierten älteren Berbanbsmitglieder freundlichst eingeladen, Berband der Gemeinde und Staatsarbeiter, Branche V, Stadtfuhrpart, Straßenreinigung. Bersammlung aller Mitglieder der Rra'ntentaffe des Gtädtischen Fuhrparts der Bezirfe 1-6 am Montag, hen 16. Februar, abends 6 Uhr, in der Aula des Enzcums, BeinmeisterDie Arbeitnehmer im Borstand der Betriebstrantentasse des Straße 16/17. Städtischen Fuhrparks. Deutscher Baugewerksbund, Fachgrappe der Töpfer. Dienstag, den 17, Fe bruar, abends 5 Uhr, im Gaal 1 des Gewerkschaftshauses Bersammlung famtlicher Betriebs- und Baurertrauensleute. Da die Tagesordnung fehr wichtig, muk jeder Bau und Betrieb vertreten fein. Die Fachgruppenleitung. Zentralverband der Schuhmacher. Dienstag, den 17. februar, abends 5 Uhr, Branchenversammlung der Fertigmoderei im Saal 3 bes Gewerk fchaftshauses, Engelufer 25; file die Swiderei 5% Uhr im Rosenthaler Sof, Rofenthaler Str. 11/12. Mittwoch, den 18. Febriar, abends 5½ Uhr, Branchenversammlung der Ballschuhmacher im Saal 3 des Gewerkschafts. hauses, Engelufer 25. Achtung, AEG.- Betriebe! Am Dienstag, den 17. Februar, abends 7 Uhr, findet im Lokal von Summel, Sophienste, 5, eine Ronzernigung der SPD. Frattion statt. Sämt Tiche Betriebs- und Arbeiterräte fowie Barteifunktionäre aller AEG.- Werke haben zu erscheinen. Tagesordnung: Die bevorstehenden Betriebsratswahlen." Referent: Genoffe Zista. Aussprache. Bollzähligen Befuch erwartet Der Fraktionsvorstand. Neue Kurse der Berliner Gewerkschaftsschule. Im Leibniz- Gymnasium, Mariannenplak, finden folgende Kurse statt: Die gefellschaftliche Stellung der Arbeitnehmer.( Einführungskursus.) Lehrer: Richard innide. Morgen, Montcg, abend 7 Uhr, Zimmer 17. Kulturpolitische Arbeitsgruppe. Lehrer: Sennn Schumach'e r. Morgen, Montag, abend 7 Uhr Rimmer 18. Einführung in die Rechtsbegriffe und Rechtsanwendung." Lehrer: Theodor Tich auet. Dienstag, den 17. Fe Bruar, abends 7 Uhr, Rimmer 18.- Boltsmirtschaftliche Arbeitsgruppe für Anfänger. Lehrer: Dr. Seinrich Ader. Dienstag, den 17. Februar, abends 7 Uhr, Simmer 19. Im Sophien- Luzeum, Weinmeisterftr. 16/17, finden folgende Kurse statt: Einführungsturfus: Die gesellschaftliche. Stellung der Arbeitnehmer." Lehrer: Maria Sovann. Dienstag, den 17. Februar, abends 7 Uhr. Arbeitsrecht für Anfänger." Lehrer: Willy Weinberger. Dienstag, den 17. Februar, abends 7 Uhr Arbeitsrecht für Fortgeschrittene. Lehrer: Clemens Rörpel Dienstag, ben 17. februar, abends 7 Uhr. Au fämtlichen Aurfen können noch Teilnehmer zugelassen werden. Anmeldung erfolgt bei Beginn der Kursusabende. Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. Säle frei! Norden 9296. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SB. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts. zu richten Konferenz der Partei- Referenten am Mittivoch, ben 18. Februar, abends 7 Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18( Weißer Saal). Tagesordnung: Informatorischer Vortrag des Genossen Dr. Baul Herk über die Aufwertungsfrage Rubrentfädigung Steuerentlastung des Besizes. Der Bezirksvorstand. 1 3. Kreis Wedding. Montag, den 16. Februar, Kursus für Schöffen und Geschworene. Ref.: Landgerichtsrat Ruben, Schönstedtstr. 1.- 3. Kreis. Konferenz der Vertreterinnen der Arbeiterwohlfahrt und Abteilungs leitungen Mittwoch, den 18. Februar, 7 Uhr, Zimmer 122/23, Schönstedtstraße 1. 6. Kreis Krenzberg. Die au Mittwoch angefette Areismitgliederversamm Jung findet am Dienstag bei Rabe, Fichtestraße, abends 7½ Uhr, statt. Tagesordnung: Sozialdemokratie und Reichspolitif." Innenminister a. D. Lipinsfi. Barteimitgliedsbuch legitimiert. 7. Arcis Charlottenburg. Am Dienstag, den 17., abends 18 Uhr, erwei terte Sibung im Rathaus, Simmer 1. 9. Krcis Wilmersdorf. Das fozialistische Seminar am Donnerstag, den 19. Februar, fällt aus. Es stehen noch Abrechnungen von Karten beim Obmann aus. 11. Arcis Schöneberg- Friedenan. Sozialistisches Kulturfartel. Montag, den 16. februar, abends 8 Uhr pünktlich. Arbeitsausschussigung bei König, Seurigstraße, Ede Prinz- Georg- Straße. Pünktliches Erscheinen aller Or ganisationsvertreter erforderlich. 13. Kreis Tempelhof Mariendorf. Montag, den 16. Februar, 6½ Uhr, Begirlsverordnetenbersammlung Tempelhof. Lyzeum, Germaniaftraße. 14. Areis Neukölln. Bildungsausschuß! Montag, den 16. Februar, 7 Uhr Sizung im Parteiburean, Redaritr. 14. Areis Neukölln: Kommunale Kommission Dienstag 7 Uhr im Rathaus Eißung, Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 17. Februar: 21. 206t. 7% Uhr Lotal Kroll, Utrechter Str. 21. Vortrag des Genossen Gera hard Busch über Maffe Mensch."( Toller.) Gäste willkommen. 33. Abt. 7 Uhr Schule Sohenlohestr. 10. Seiterer Abend. 46. Mot. 7% Uhr an bekannter Stelle Vortrag des Genoffen Landgerichtsrat Ruben: Mieterſchup." 108. Abt. Köpenid. 7% Uhr bei Schulz, Bahnhofstraße. Vortrag der Genoffint Nemiz, M. d. R.: Was ist, was will der Sozialismus?" Erscheinen Pflicht. *** 85. Berteilungsstelle der Konfumgenossenschaft( Süftriner Blaz). Dienstag, den 17. Februar, 28 Uhr, bei Krompfardt, Grüner Weg 49. Sizung aller SPD.- Mitglieder zweds Aufstellung der Randidaten zur Delegiertenwahl. Mitgliedsbuch mitbringen. Dorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsfteite: Berlin G 14. Sebastianftr. 37/38 Sof 2 Tr. Wir machen darauf aufmerksam, daß unser Warenvertrieb vom 16. bis 20. Februar bis abends 7 Uhr geöffnet ist, um unseren Kameraden Gelegenheit zu geben, fich für die Magdeburger Fahrt mit AusrüstungsGauvorstand. zu versehen. Ref.: Sächsischer gegenständen Ramcrabschaft Schöneberg Friedenau. Alle Teilnehmer an der Magdeburger Fahrt treffen sich zur Besprechung am Sonntag, den 15. februar, vormittags 10% Uhr, bei Rosenthal. Die Teilnehmergebühr, für Jugendliche 5 M. und für Aeltere 6,50 M., ist mitzubringen beziehungsweise bis spätestens Montag, den 16. februar, beim Rassierer abzuliefern. Rameradschaft Charlottenburg. Montag, den 16. Februar, abends 7% Uhr, Kameradschaftsverfmmlung im Eden- Palast, KaiserFriedrich- Str. 24. Vortrag des Kameraden Wynands: Reichsbanner im befekten Gebiet." Bericht über die Fahrt nach Magdeburg. Erscheinen sämt licher Kameraden Pflicht. Rameradschaft Kreuzberg, Abt. Südost. Montag, den 16. Februar, abends 28 Uhr, wichtige Zusammenkunft der MagdeburgFahrer bei S. Mendler, Dieffenbachstr. 54. Anmeldungen werden noch angenommen. Kameradschaft Kreuzberg, Jugendgruppe III. Montag, den 16 Februar, abends 8 Uhr, Bersammlung im Restaurant Biehler, Dieffenbachstraße 76. Kameradschaft Friedrichshain. Montag, den 16. Februar, abends 7½ Uhr, Mitgliederversammlung im Bereinslokal Fruchtstr. 36a. Bor trag des Kameraden Landtagsabgeordneten Hartmann: Rüblid und Ausblid." Kameradschaft Bankow mit fämtlichen Untergruppen. Montag, den 16. Februar, muß die Fahrt nach Magdeburg in der Turnhalle Bollantstr. 131 bezahlt werden. Erwachsene 6,50 M., Jugendliche 5 M. einschließlich Ausweis. Kamerabschaft Ziergarten. Mittwoch, den 18. Februar, abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung im Arofodil", Turmftr. 7/8. Bortrag, Mitteilungen, Regelung Magdeburg. Kameradschaft Tempelhof. Montag, den 16. Februar, abends 7 Uhr, bei Kranich, Mariendorf, Chauffee, Ede RurfürstenStraße. Busammenkunft aller Magdeburg- Fahrer. Kamerabschaft Mitte. Dienstag, den 17. februar, abends 7½ Uhr, Bollversammlung der gesamten Ramerabschaft in den Residenz- Feitfälen, Landsberger Str. 31, im großen Gaal. Wichtige Tagesordnung betreffend Beteiligung an Magdeburg. Fahrgeld mitbringen. Ohne Ausweis tein Rutritt.- Kameradschaft Steglig. Die Magdeburg- Fahrer milffen das Fahrgeld, für Jugendliche 5 M., für Erwachsene 6,50 M., fpätestens bis Dienstag, den 17. Februar, an ihre Gruppenführer oder beim Raffierer Hamburg, Schloßftr. 103, entrichten. Die Gruppenführer ebenfalls bis Dienstag abend mit dem Rassierer abrechnen. Wer bis dahin nicht bezahlt hat, kann an der Fahrt nicht teilnehmen. 20. Rame abschaft Reinidendorf. Montag, den 16. Februar, abends 7% Uhr, in der Turnhalle des Realgymnasiums, Reinickendorf Dft, Berner Str., Pflichtturnabend. Insbesondere müssen alle nach Magdeburg fahrenden Ramenaden bestimmt erscheinen. Kameradschaft Weißensee. Montag, den 16, Februar, abends Uhr, Mitgliederversammlung und Zahlabend im ,, Grinen Baum". Magde burafahrer Fahrgeld mitbringen. Aeltere Rameraden 6,50 M., Jugendliche 5 M. Sämtliche Kameraden müssen erscheinen. 15. Arcis. Dienstag, den 17. Februar, 7½ lbr, erweiterte Kreisvorstandsfitung in Niederschöneweide bei Rätbel, Aridenstr. 15. 17. Kreis Lichtenberg. Montag, den 16. februar, pünfflich 7 Uhr, Schule Marktstr. 10 in Lichtenberg Kreisfrauentonferens. Näberes fiebe unter Frauenveranstaltungen. 17. Areis Lichtenberg. Dienstag, den 17. Sebruar, abends 71 Uhr, Streismitgliederversammluna Aula der Mittelschule, Maritstraße. Bortrag des Genoffen iffell, M. d. R.: Die Vorgänge im Reich und in Breußen." ,, Schutzzoll Freihandel und Sandelsverträge." Mitgliedsbuch legitimiert. 20. Kreis Reinickendorf. Montag, den 16.. Februar, abends 61 Uhr, im fleinen Eibungsfaal des Rathauses ittenau Sigung des erweiterten Areisvorstandes. Dienstag, ben 17. februar, abends 7% Uhr, im Strandfchloß Tegel öffentliche Bersammlung. Ref.: Genoffe Hermann Schulz önigsberg. Thema: Gegen den Rechtsturs." Die Mitglieder aller Abteilungen des Kreifes müffen biefe Berfammlung besuchen. Dienstag, den 17. Februar, abends 7 Uhr, Sibung der Funktionä rinnen( Agitation, Arbeiterwohlfahrt und Kinderschutz) im Verwaltungs gebäude Reinidendorf Ost, Sauptstr. 46( Simmer 60). Jeder Ort muß bertreten fein. Heute, Sonntag, den 15. Februar: 3. Abt. Einlaß zur Bannerweibe 3 Uhr im großen Saal des Gewerkschaftshauses. Anfang 4 Uhr. Karten a 1 m. noch am Eingang. Morgen, Montag, den 16. Februar: 3. Abt. Kommunale Rommiffion 7% Uhr bei Krüger. Engelufer 23. 6. Abt. 8 Uhr Konferena aller in fommunalen Kommiffionen tätigen Genossen fowie Bezirtsvorsteher, Wohlfahrtsvorsteher, Schiedsmänner- Kom missionsmitglieder und freiwillige Helfer bei Dobrolaw, Swinemünder Straße 11. 13. Kreis Tempelhof, Mariendorf. Marienfelde, Lichtenrabe. Der 2. Abend des Sturfus des Genoffen Albert Horlik über Bolfserziehung und So sialdemokratie" findet am Montag, den 16., abends 7½ Uhr, im Sand arbeitssaal der 4. Gemeindeschule in Mariendorf, Kurfürstenstraße, statt. Anmeldungen werden dort noch entgegengenommen. 16. Abt. Konfumgenoffenfchaftsmitglieder ber 51. Bertaufsstelle toerben biermit zu einer am Montag, abends 7 Uhr, stattfindenden Susammenkunft im Lokal Grohmann, Grenzstr. 7, eingeladen. 23. Abt. 7% Ubr bei Lewandowski, Geeftr. 104, Besprechung sowie Aufstellung der Kandidaten zur Konsumwahl. Alle Genossen der 6. und 100. Bertaufsstelle müffen erscheinen. Mitgliebsausweise der Konsumgenoffen sind mitzubringen. 96. Abt. Neukölln. Die EPD.- Mitglieder der 18. Berlaufsstelle der Konsum Genossenschaft( Emfer Straße) werden criucht, Montag, 16., abends 7½ 11hr, im Bodethal, Bodeftr. 31, bollzählig zu erfcheinen. Tages ordnung: Aufstellung der Kandidatenlisten. Mitgliedsbuch legitimiert. 125. Abt. Weißensee. Am Montag, abends 7½ Uhr, bei Gaffers, Borstands fibung. 6. Arcis Kreuzberg. Seute, 16., 8 uur( sur Konsumwabl) Bersammlung aller. Barteimitglieder der 52. Bertaufsstelle aus der 44., 46. und 47. 25 teilunn bei Stedentobf. Mustauer Straße 35. Jungsozialisten Mitte. Fortfehung der Arbeitsgemeinschaft über Rolfswirts schaft" in der Schule Gipsfr. 23a, Uebermorgen, Dienstag, den 17. Februar: Eriociterte 9. Arcis Wilmersdorf. Kreisborstandssitung Dienstag, den 17. februar, abends 8 Uhr, bei Kroiß, Solfteinische Str. 60. 46. Abt. Dienstag, den 17. Febrnar, abends 8 Uhr, Eichols, Cubrhftr.. 23. Sigung der Funktionäre und Bezirksführer. 139. Abi. Tegel. 7% Uhr Strandschloß Tegel: Oeffentliche Boltsversammlung. Tagesordnung: Gegen den Rechtsturs." Ref.: Genoffe Hermann SchulzKönigsberg, M. d. R. * 146. Abt. Reichsbruderei. Mittwoch, den 18. Sebruar, nachm. 3% Uhr, im Graphischen Vereinshaus, Alexandrinenstr. 44, außerordentliche Mitgliederversammlung. Frauenveranstaltungen am Montag, den 16. Februar: 2. Arcis Tiergarten. 7½ Uhr bei Krüger, Butligstr. 16. Bortrag des Gen. Miethte über: Geschlechtstrantbeiten. Gäste wilommen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. 7½ Uhr bei Büttner, Schwebter Str. 23, Lichtbildervortrag: Bolf in Not."( Die Bekämpfung der Tuberkulose und der Geschlechtsfrankheiten.) Vortragender: Dr. med. Georg Löwenstein. Gäste willkommen. 17. Kreis Lichtenberg. Pünktlich 7 Uhr Schule Marktstr. 10 in Richtenberg Areisfrauenkonferenz. 1. Bortrag des Leiters der weltl. Schule, Bribe: ..Die weltliche Schule". 2. Vortrag des Stadtfchultats Dr. Eiggel: ,, AL gemeine Schulfragen," 4. Abt. Frauenabend 8 1hr bei Schwarz, Blankenfelder Str. 10. Ref.: Genoffin Dr. Edith Rosenbaum über: Sbgiene der Frau." 14. Abt. 7% Uhr Lotal Gillwald, Butbufer Str. 24. Seiterer Abend. Regitationen Genoffe Beer Loth. Mitwirtung der Arbeiterjugend. Bortrag des Genoffen Theek: 37. Abt. 7 Uhr Jerafch, Cocrtnftr. 10. ..Sozialistische Erziehung." 40. Abt. Die Genoffinnen beteiligen, sich an dem im Jugendheim Linden. ftraße 3 ftattfindenden Lichtbildervortrag. 39., 40. und 48. Abt. 7½½ Uhr im Sugendheim Lindenstr. 3, 2. Sof 3 Tr., Lichtbildervortrag: Das proletarische Rind." Ref.: Genoffe Beimann. Gäste willkommen. 41. Abt. 7 Uhr bei Schult, Mariendorfer Str. 5, Bortrag der Genoffin Gäste Gener: Was haben die Frauen vom Rechtsblock zu erwarten?" Tönnen eingeführt werden. 44. und 45. Abt. 7 hr bei Nagel, Manteuffelstr. 47 ,,, Seiterer Abend". Mitwirkender: Genoffe Sosemann. Gäste willfommen. 46. Abt. Die Genosfinnen nehmen am Frauenabend der 47. Abteilung bei Bflug, Mustaner Str. 1, teil, 47. Abt. 7 Uhr bei Pflug, Mustauer Str. 1. Seimarbeiterinnenschuh." Vortrag der Genoffin Trapp. Gäste willkommen, 104. Abt. Niederschöneweibe. 7% Uhr in der Schulaula Berliner Str. 31, Vortrag des Genoffen Dr. Roeder: Die Betämpfung der Tuberkulose." Gäste willkommen. 116. Abt. Lichtenberg. Zum Kreisfrauenabend erscheinen alle Genossinnen mit den Frauen und Bekannten 71 Uhr in der Mittelschule Mart.str. 10/11. Die Funktionäre laden hierzu ein. Enorm billio Fertige Betten Fertige Bettinlette Graurotes Inlett mit grauen Federn gefüllt Guter dichter Köperstout Oberbett...... 15.50 Oberbett..... 14.25 Unterbett..... 12.50 Unterbett..... 11.45 11.45 Kissen........ 4.50 7 . Freireligiöse Gemeinde. Dienstag, den 17. Februar, abends 7½ Uhr, Weinmeifterstr. 16, Bortrag des Herrn A. Soffmann: Simmel, Sölle und ihre Bewohner." Gäfte willkommen. Demokratischer Studentenbund Berlin. Prof. Dr. Stählin spricht am Mittwoch, den 18. Februar, abends 8 Uhr, im Aulagebäude der Universität, Sörfaal III, über Rußland und Europa". Als Ausweis dient die Studenten- baw. Gastkarte. Schriftliche Anfragen sind zu richten an H. Rathe, Ethöneberg, Sauptstr. 34/35. Esperanto- Berband( Grupars) Berlin. Dienstag, 17. Februar, 8 Uhr, Sotel Atlas, Friedrichstr. 105, Monatsversammlung.. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Berlin, Bezirk Charlotten burg. Am Mittwoch, den 18. Februar, 816 Uhr abends, Bezirksversammlung im Bereinsfaal, Cafe am Wilhelmsplak. Spreestr. 10. Vortrag des San.- Rats Dr. Goldschmidt. Thema: Röstliches aus Seine." Konsum- Genoffenschaft Berlin. 4., 6., 10., 42., 100., 103. und 155. Bertaufstelle. Dienstag, 17 Februar, Familienabend verbunden mit Warenausstellung, Lichtbilbervortrag usw. Eintrittstarten zu 35 Pf. in den Ber toufsstellen und an der Raffe. Freibenter- Jugenbweihe bes 13. Bezirks, Tempelhaf, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenvade, am Sonntag, den 29. März, in Tempelhof, Enzeum, Werderstraße. Der Unterricht findet jeben Sonnabend nachmittag Don 3 bis 5 Uhr in Tempelhof, Werderschule, Werderstraße, durch den Genoffen Bitthauer statt. isat Theater der Woche. Vom 8. bis 16. Februar 1925. Rolfsbühne: 15. bis 17., 19., 21., 22. und 23. Wer weint um Judenad? 18. Schlud und Jou. 22. Gakuntala. Opernhaus: 15. Der fliegende Sol länder. 16. Bajazzi, Josephslegende. 17. Tannhäuser. 18. Traviata. 19. Waltüre. 20. Mona Lisa. 21. Die verkaufte Braut, 22. Lohengrin. 23. RigoTeito. Oper am Königsplak: 15. Tiefland. 16. Troubadourt. 17. Madame Butterfin. 18. Die lustigen Beiber von Windsor. 19. Sar und Simmermann. 20. und 23. Fidelio. 21. Die Fledermaus. 22. Barbier von Sevilla, Rammer tänze. Schauspielhaus: 15., 16., 18., 21. und 23. Prinz von Homburg. 17., 20. und 22. Charlens Tante. 19. Fauft( 1. Teil). Schiller Theater: 15., 16., 18., 21, und 23. Von morgens bis mitternachts. 17. und 22: Das Ronzert. 19. Alt- Berliner Boffenabend. 20. Der Widerspenstigen Zähmung. Deutsches Theater: 16. Die Stüßen der Gesellschaft. 17. bis 19., 21. und 23. Die heilige Johanna. 20. und 22. Coriolan. Rammerspiele: 16. Frühlings Erwachen. 17. bis 22. und 23. Die Stüken der Gesellschaft.. Die Komödie: 16., 17., 20. und 22. Gechs Berfonen fuchen einen Autor. 18., 19., 21. und 23. Rurild zur Schule. Leffing- Theater: 15. und 16. Mrs. Dot. Ab 17. Indipohdic. Deutsches Opernhaus: 15. Tannhäuser. 16. Die Meistersinger vou Nürnberg. 17. Die Zauberflöte. 18. Wenn ich König wär 19. 8ar und Rimmermann. 20. Oberon. 21. Barfifal. 22. Die Boheme. 23. Aida. Großes Schauspielhaus: An alle Renaissance- Theater: Serbstliche Geigen. Die Tribüne: Der Biberpela. Romödienhaus: Heimliche Braut fahrt. Berliner Theater: Anneliese von Deffau. Neues Theater am Roo: Wild- West- Mädel. Trianon Theater: Einmal ift teinmal. Residenz Theater: 15. und 16. Eine galante Nacht. Ab 17. Mrs. Dot. Rentral Theater: Die versunkene Glode. Theater in der Sommandantenstraße: Die Frau ohne Ruß. Komische Oper: Das hat die Welt noch nicht gefehen! Bustspielhaus: Der wahre Jatpb. Metropol- Theater: Gräfin Mariza. Rose. Neues Operettenhaus: Die vertauschte Frou. Thalia- heater: Das Dreimäberlhaus. 17. bis 22. Gaftfpiel Sadlowfer. Theater am Anrfürstendamm: Mamzelle Nitouche. Meines Theater: Frau Lohengrin. Wallner- Theater: Belleas und Melisande. Balhalla Theeter: Variete Borstellung. Theater: 15. bis 18. Wilhelm Tell. 19. bis 23. Berlin wie es weint und lacht. Rafino Theater: Graf Rots, Schloßpart Theater Stealig: 15. und 16. Der liebe Augustin. Ab 17. Die Dollarprinzessin. Theater im Admirals palaft: Noch und Noch! Apollo- Theater: Das lachende Berlin. Rachmittagsvorstellungen. Wolfsbühne: 15. Schlud und Jan. 22. Gakuntala. Schauspielhaus: 15. Wallensteins Lager, Biccolomini. Schiller- Theater: 15. Flachsmann als Erzieher. Deutsches Theater: 22 AtSeidelberg. Rammerspiele: 22. Frühlings Erwachen. Die Komödie: 22. Dic deutschen Kleinstädter. Leffing- Theater: 21. Schneewittchen. 22. Safemanns Töchter. Deutsches Opernhaus: Borstellung des Volkskraftbundes am 15.: Rigoletto. Borstellung für die höheren Schulen am 22.: Figaros Sochzeit. Rentral- Theater: 15. Moral. 21. Dame Kobold. 22. Der G'wissenswurm. Theater in der Kommandantenstraße: 15. und 22. Sans Sudebein. am Kurfürstendamm: 21. Rumpelstilzchen. 22. Großstadtluft. Theater: 21. und 22. Hänsel und Gretel. Rose- Theater: 15. Rabale und Liebe. 21. und 22. Wilhelm Tell. Schloßpark- Theater Steglik: 15. und 22. Schneeweißchen und Rosenrot. Theater im Admiralspaiast: 15, und 22. Noch und Noch! Theater Kicines Daunendecken Steppdecken Schlafdecken BB Be- El- Be" Marke ges. gesch. Sämtl. mit la weißen Daunen gefüllt. Die ideale Bett- Füllung ( echt chinesische, gesetz. gesch.) Baumwollene Decke Satin Oberseite, einfarbig 12.75 6.75 m. und bunt.. Rot, crème und blau 63.00 Satin doppelseitig. in 17.75 Daunensatin bunt, in 85.00 schönen Mustern diversen Farben Prima Satin doppelseit. Ta Daunensatin 98.00 in versob. Farb, Handarbeit 24.75 in div. Farb. Zanella Rückseite Ia Daun.Satin, versch. Farben 125.00 Bunt Satin Rückseite elsed einfarbig, in 29.75 versch. Mustern, Handarb. Kante in divers. Farben Gute h'wollene Decke mit Streifenkante Kamelhaardecke mit Bordüre. 11.90 22.50 Jacquarddecke 26.75 h'Wolle, in div. Mustern Bettfedern: Lustig Oberbeft. 19.80 Monopoldauren Bettfedern: Kissen....... 4.25 Echt türk. rot od. rotrosa Inlett Daunen- Oberbett echt türkischrotes Inlett m. Monopoldaunen: 130 200 49.75 Unterbett 100x200. 16.50 Kissen 80x80 17.75 Kissen 0: Kissen 80x80.... 5.50 3 bis 4 Pfund zum großen Oberbett Pfund N. 8.50 Aufpassen! Man irrt sich- Lustig nur Cundvierzig Jugendveranstaltungen. Main Superbgenoffen abgeffisen! Seute, Sonntag, ben 15. 6. S. Bormittags 10 hr pintti, im Sugendheim, Bindenftr. 3: Hebungen von Bollstängen für bie Frühlingsfeier. Sede Abteilung mus vertreten fein. Am Dienstag, ber 17. bd. M., abenbs 7 Uhr, Fort fekung Sleichaeitia findet am Dienstag. ben 17. b. M., abends 7 Uhr, bie 1. Bufammentanti berjenigen Genoffen, die am Jugendspiel Früh Ting im Baldreich" mitwirten wollen, im Jugendheim, Sindenftt, flatt. Men Bermanbten. Freunden unb Rollegen ble traurige Rachricht, daß mein lieber Mann, unfer guter Bater, Groß und Urgroßvater, ber Former, gulegt Bortier, August Reiche na furgen, aber ihmeren Reiben fait entichlafen t Die tranernben sintezhliebenen. Die Beerdigung findet am Diens tag, ben 17. februar, nahm. Puhe, Bon bez Leidenhalle des Sentralfried hots. Friedrichsfelde, aus ftatt Am 18 Februar Berschieb meine Tebe Frau uniere gute Mutter unb Schwiegertechter Frau Helene Schulze geb. Georg in 41 Sebensjahre. Erust Schulze nebit Sinberu Sreptom, Sarger Str. 118. Die Sinäicherung Anbet am Diens tag ben 17. Februar, nachmittags 5 br, in Baumschulenweg fiatt Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Achtung. 3. Achtung! Montag, 16. Februar, nachm,& he En ben Gomenius- Salen, Memeler Str 67 Versammlung aller in der Gähftrum pinduftrie beschäftigt. Kollegen u.& olleginnen Tagesordnung: 1. Bericht von ben Berhandlungen über ben 2ohntarif unb bas Urlaubsablommen. 2. Berichiebenes. Die Bichtigteit ber Tagesordnung et forbert bas Erfcheinen aller Arbeiterinnen ber Betriebe, auch ber Heimarbeiterinnen, gegen ble Anfchläge ber Arbeitgeber serbände Stellung zu nehmen. Am Dienstag, den 17. Jebenar, admittees 3, the, im Cotal Bowelell, Joltofte. T: Vollversammlung der Mutoreparaturichloffer GroßBerlins. Segesordnung: 1. Bericht von ber Berhandlung vor bem Schlichtungsaus ( über Abschluß bes 2ohntarifes. 2 Dishiffion und Berschiedenes. Wir erfuchen die Kollegen bringend, an ber Bersammlung teilzunehmen, vornehmlich Die Betriebe, bie ber Interessengemeinschaft angehören Fellenarbeiter tun Wm Dienstag, ben 17. Jebruar & he, im Stgungsical bes Batbaubshauses, Linienfte. 83/85: Branchenversammlung der Jellenarbeiter. Segesszbang: 1 Stellungnahme fern Bobafozhazungen. 3 Disaffian. & Berfiebenes. Achtung! Achtung! Dienstag, 17. Sebenar, abbs. 7 he tan Jugenbheim, Ciniesite: 83/85 Sigung der gefamt. Hauptgruppenn. Untergruppenleiter der Betriebs tate des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Segcoorbung: 1. Die Ronferens hes Steingsbeleals. 2. Gruppenangelegen helten Bavanichlägertung Wm Dienstag, den 17. Februar, abends? he, im Sigungsfaal des Bachaubsbanies. Clulenfte. 83/85: Branchenversammlung Teaeserbanng: 1. Die Arbeits nerhältniffe unferes Berufes 2 Distusfion 8. Berfchiebenes Die Ortsverwaltung. Männerchor M. d. D. A. S. B. sucht II.Bässe Uebungstag: Dienstags 1,9 Uhr Schönleinstraße 6 571 b Zähne von 2 ML an Borzüglich. Morgen, Montag, den 16. Februar, abends 7% Uhr: Sermaber!. Jugendheim, souftraße, Distuffion: Was ist eine Gr. meinfalt?" Arbeitersport. Stevolver Ballpiel- Club 1822( Mitglied bes... 6.- 8. und der M.6.B.) Sur Barnolftänbigung unferer Mannschaften werben noch neue Mit glieder aufgenommen. Diese finden fatt: Schüler: Donnerstag non 7-8 Uhr, Jugend: Donnerstags von 9-10 Uhr, Männer: Freitags von 9 bis li Uhr im 2obal von Craft Ghulze, Neuton, Münchener, Ede Mainzer Str. 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Die großen Börsen des Weltgetreidehandels erwarteten von der großen Nachfrage Deutschlands und Rußlands eine anhaltende Preis. steigerung und nahmen diese Hoffnungen vorweg, indem man mit Dem Angebot zurüchielt und die Preise in die Höhe gehen ließ. OP Borfriegsstand überschritten haben, felbft dann, wenn Demnach müßte heute das deutsche Volkseinkommen bereits den man berücksichtigt, daß die auftraft der Marf um etwa ein Biertel gefunten ist. Das Belfseinkommen vor dem Kriege ist mit 37,4 milliarden Goldmart anzunehmen. durch das Eingreifen der Reichsgetreidestelle entstanden ist, hat die empfänger. Wie hoch ihr Gesamteintommen ist, wagt bas Forfehung der für Produzenten und Handel gleich lufrativen Breis. Finanzministerium nicht zu fchägen. Wenn aber die treiberei verhindert. Das ist den Agrariern natürlich ärgerlich. Ihr Lohnempfänger( einschließlich Lehrlinge. Dienstboten usw.) durch Schutz der nationalen Arbeit"( vor billigem Brot!) fühlt sich durchschnittlich 1500 M. im Jahre verdienen, wird man das durchschnittdie Tätigkeit der Reichsgetreidestelle bedroht. liche Einkommen der Vorauszahler sicher nicht auf weniger als Diefe aber hat gerade durch ihr Vorgehen in den letzten Tagen mindestens 17% Milliarden betragen und das ganze deutsche Volts2500 m. ansehen dürfen. Ihr Gesamteinkommen würde mithin ihre Eristenzberechtigung und ihre Notwendigkeit fchlagendeinfommen mindestens 52% Millarden Mart. bewiefen. Die gesamte Nationalötonomie und sogar der durch Her funft und persönliche Beziehungen zum Bandbund veichlich befangene eichslandwirtschaftsminister Rani ftimmen barin überein, daß beftige Preisschwankungen in Getreide der landwirtschaftlichen Produktion alles andere als förderlich sind. Auf die künstliche Preis treiberei am Weltmarkt mußte aber ein ebenso scharfer Rüd. schlag folgen, nachdem sich die Spekulation ausgetobt hatte. Durch Die preisregulierende Tätigkeit der legten Zeit hat die RG. verhindert, daß die Preisbewegung sich überschlug. Zugleich hat sie damit den Berbrauchern einen großen Dienst ermiesen. Die Brotpreise steigen, die Qualität des Brotes verschlechtert sich bekanntlich rasch bei einer Getreideverteuerung. Der Preisabbau bei einem Getreide preis rüdgang pflegt, wie man im vorigen Jahre besonders deut beobachten fonnte, nicht so schnell vor sich zu gehen. Nach einer Zeit ununterbrochener Steigerung der Brotgetreide preise trat nun gegen Ende Januar zum erstenmal zunächst ein Stillstand, dann eine, wenn auch nur zögernde Ri dwärts. bewegung der Preise für Brotgetreide ein. Selbst der festgelich ftimmten Großimporteure des benachbarten Hollands bemächtigte sich eine nervöse flaue Stimmung. Besonders vorsichtige und ängst liche Getreidetaufleute Westdeutschlands bemühten sich, daraufhin ihre in Antwerpen und Rotterdam angekommenen oder zu erwarten den Brotgetreidemengen an diesen Plätzen zu verkaufen oder zurüd zuhandeln. Auf das bloße Gerücht hin, daß die Reichsgetreide ftelle etma 1000 Tonnen Roggen an den Markt gebracht hätte und mahrscheinlich meitere Verkäufe vornehmen würde, wurde der tollen Breistreiberei im Brotgetreibehandel fofort Einhalt geboten! spricht: Die Hetze gegen die Reichsgetreideftelle hat aber die letzten Gründe nicht so sehr in der gegenwärtigen Preisbewegung als in der Tatsache, daß die Großlandwirtschaft nach Schutzöllen strebt, diese jedoch nicht ganz nach ihrem Willen zur fünftlichen leberteuerung des Getreides ausnußen fann, folange ein öffentliches Inftitut als Marftregulator besteht. Diefem imverhüllten Streben, den Brotmucher um jeben Breis durchzusehen, werden unsere Genoffen im Parlament entgegenzutreten wiffen. trotz aller Gebietsverlufte troß der Beschlagnahme des deutschen Kuczynski sieht in der Tatsache, daß das deutsche Bolfseinkommen Kapitals im Auslande und troß des Bertaufes eines erheblichen Teiles unseres Boltsvermögens an Ausländer größer als vor dem Kriege sein soll, einen untos baren Widerspruch. Er fordert eine gründliche Untersuchung an Hand des Waterials, das dem Finanzministerium zur Verfügung steht, und das es bisher noch nicht freigegeben hat, um diesen Widerspruch zu beseitigen. Dieser Forderung fann man sich nur anschließen, um endlich einmal Klarheit zu schaffen darüber, wie groß die steuerliche Leistungsfähigkeit des deutschen Boffes ift. Es geht jedenfalls nicht an, daß man der Methode des Reichsfinanzministeriums folgt und das Balkseinkommen dann hoch beziffert, wenn die hohen Be amten Aufbefferungen erhalten sollen, es aber gering veranschlagt, wenn man etwas anderes damit beweisen will Leichte Befferung der industriellen Beschäftigung. In der Entwicklung des Berliner Arbeitsmarktes zeigt sich in Wie groß ist das deutsche Volkseinkommen? ber legten Woche ein meiterer fleiner Aufstieg, der auf Kürzlich machten wir an dieser Stelle eine Berechnung des deut einzelne Befferungserscheinungen in einigen Berufsgruppen zurück. fchen Boltseintommens auf Grund der Angaben, die in der zuführen ist. Bemerkenswert ist, daß die Metall. unb gleic Regierungsdenkschrift über die Entwicklung der Besoldung der Reichsgebender Bedeutung find, ein weiteres Steigen des Beschäftigungsfalls die Holzindustrie, die für Berlin mit von ausschlag beamten enthalten find. Die bei uns wiedergegebenen Berechnun grades aufweisen. Auch die gegenwärtigen Messen und Ausgen tamen zu dem Ergebnis, daß in schroffem Gegensatz zu den stellungen üben einen günstigen Einfluß auf den Arbeitsmarkt früheren pessimistischen Schäßungen Helfferichs und Luthers fomie aus. Insbesondere tommt diefes für die Bederindustrie und das einer halbamtlichen Aufwertungsbroschüre die untere Grenze Gastwirtsgewerbe in Betracht. Die 3ahl der Arbeitfuchendes deutschen Volkseinkommens bet 39,6 milliarden Colben und Unterstügungsempfänger ist aurüdge. mart zu suchen ist. Berücksichtigt man allerdings die Ent wertung des Geldes, so würde sich das deutsche Boltseinkommen auftragen, gegen 64 640 der Borwoche. Darunter befanden sich 49 812 30 Milliarden Vorfriegswert belaufen. Ausgegangen mar dabei von den Ergebnissen der Lohnsteuerstatistit im November 1924. Professor Dr. R. Kuczynski ergänzt nun diese Berechnung nach den neueren Ergebnissen der Steuerstatistik und unter einigen neuen Gesichtspunkten und tommt dabei zu folgendem Resullat: ber durch, in dem der Ertrag aus der Lohnsteuer auf 126,32 MillioFührt man die gleiche Berechnung für den Monat Dezem. nen Mart stieg, obwohl das steuerfreie Einfommen ab Dezember von 12 M. wöchentlich bzw. 50 m. monatlich auf 15 bzw. 60 m. erhöht wurde, fo ergibt sich als jährliches Gesamteinkommen der 21 Millio nen im November der Lohnsteuer unterworfenen Personen fogar annähernd 33 milliarden Mart. Es waren 64 255 Personen bei den Arbeitsnachweisen einge ( 50 033) männliche und 14 443( 14 607) weibliche Berfonen. Unter ftügung bezogen 26 820( 27 121) männliche und 4811( 5028) meib liche, insgesamt 31 631( 32 149) Berfonen. Die Zahl der zu gemeinmüßigen Pflichtarbelten Ueberwiesenen betrug 356 gegen 441 der Borwoche. Das trat später immer deutlicher zutage. Es ist nicht gerade Lautere Freude, die aus dem folgenden Bericht des Deutschen Landwirtschaftsrats über die Lage des Brotgetreidemarties „ Eine eigentümliche Situation hat sich in Deutschland herausgebilder. Auf Anregung aus Bäderfreifen trat die Reichs getreidestelle früher, als sie ursprünglich beabsichtigt hatte, mit ihren großen Borräten von ausländischem Brotgetreide auf den Markt. Sie gab in den Brovinzen verschiedentlich Roggen wie Weizen zu wefentlich niedrigeren Preisen ab, als die Ware pom Auslande neu zu beziehen war. Gleichzeitig ließ fie aber die Absicht, unbedingt auf die Preise zu brüden, dadurch erkennen, daß sie die Mehlausfuhr zu hindern oder zu erschweren suchte dadurch, daß der Reichskommissar bei der Reichsgetreidestelle teine Unbedenklichkeitserscheinungen für die Mehlausfuhr mehr herausgab. Noch mehr als für fofort greifbare Ware entwickelte die Reichsgetreideftelle ihr Bestreben zur Ermäßigung der Preise am Berliner Lieferungsmarkt, wo sie offensichtlich immer dann als Abgeber per Mai- Lieferung in den Markt trat, sobald größere Kaufneigung 34 erfennen war. Daher sehen wir ein außerordentlich startes Schwanken der Berliner Breise, auf die ohnehin schon Die Auslandsnachrichten wirften, bas daburch besonders gefenn zeichnet wird, daß jede Wirkung der vielfach hervorkommenden Dedungsfrage immer durch jene Abgaben wettgemacht wurde, In. Tatsächlich müßte aber, wenn die amtlichen Ausweise über die ländisches Angebot für Abladung zeigte sich in Weizen wie in Roggen Erträge der Lohnsteuer richtig find, das Gesamteinkommen ber an perſchiebenen Tagen wohl etwas mehr als zuvor. Aber bei den Lohnempfänger noch höher sein. Denn ganz abgesehen davon, gefundenen Breifen war es doch immer mehr die zweite Hand, die daß es angesichts der Steuerfreiheit der niedrigsten Einkommen nicht verfaufte, da die erste den Rüdgängen mit ihren Forderungen richtig ist, daß die Zahl der Einkommensteuerpflichtigen etwa der nicht folgte. Gegenüber der Vorwoche sind daher die Schluß: Bahi der Personen, die überhaupt eigenes Einfommen haben", ent preise dieser Berichtsperiode um 17-18 m. von 263-268 m. auf 246-250 m. beim Weizen und um 14-17 m. von 260-265 m auf spricht, gibt es doch sehr viele Lohnempfänger mit steuer. 246-248 m. beim Roggen gesunken. Dem entspricht auch der Ab. pflichtigem Einkommen, die entweder überhaupt teine Ein. Um die albanischen Petroleumfelder. Zwischen England, fchlag im handelsrechtlichen Lieferungsgeschäft. Bis jetzt sind die tommensteuer oder wenigstens teine Lohnsteuer zahlen. Sch Amerita und Stalien find Differenzen über die Ausbeutung serhaltnisse am Berliner Martt noch recht un durchsichtig, haze die Gesamtzahl der Lohnempfänger, für die zu Recht eder zu der Betrr leu.nfelder in Albanien entstanden. Eine englisch- polnische denn an Kaufluft und Deckungsbegehr fehlte es angesichts der dauernd landwirtschaftliche Arbeiter und Arbeiterinnen, nichlangemeldete Anteiligt ist, hat umfangreiche Konzelfionen in Albanien erworben Unrecht teine Lohnsteuer entrichtet wird( Lehrlinge, Dienftboten, Gesellschaft, an der englisches Regierungstapital entscheidend be unrenzublen Cif- Rotierungen bis zum letzten Tage der Berichtswoche nicht; die scharfen Rüdgänge sind, wie schon erwähnt, gestellte usw.), und die in den 21 Millionen lohnsteuerpflichtigen Die italienische Regierung erhebt ihrerseits ein Anrecht auf diese hauptsächlich dem Eingreifen der Reichsgetreide. Bersonen" nicht inbegriffen sind, auf mehrere Millionen und ihr tonzeffionierten Delfelder, die sie allerdings nicht selbst ausbeuten telle als Lieferungsgeber mehr denn als Lokoperkäufer zuzu Gesamteinkommen der Lohnempfänger würde damit unter Bugrunde amerikanischen Einclair- tonzern zur Verfügung gestellt worden Gesamteinkommen auf etwa 2 milliarden Mart. Das will, jondern die von ihr vertragsmäßig gegen gutes Geld den Schreiben." Also: Produzenten mehren sich nach Kräften gegen die legung der Novemberzahlen rund 31 Milliarden und nach den De find. Die englische Regierung weft darauf hin, daß fie" nur" 100 000 Heftar des Petroleumigebiets Albaniens für sich in AnSenfung der Getreidepreise, die übrigens noch jegt um rund zwei zemberzahlen rund 35 Milliarden betragen. Drittel höher find als vor dem Kriege. Die Bertommensteuer zu leisten haben, zahlten von April bis Dezember 1924 Felder. Berhandlungen zwischen Rom und London sind bereits Die 7 Millionen Personen, die Vorauszahlungen auf die Einspruch nehme. Das sind allerdings gerade die aussichtsreichstet wirrung jedoch, die im deutschen und im internationalen Handel durchschnittlich doppelt so viel Einkommensteuer pie die Lohn eingeleitet. EOS der elegante Schuhputz nicht reicht Und wenn einmal das Geld Kauft man bei Herren- Anzüge Paletots- Raglans Sport u. Gehpelze Jünglings Kleidg. Knaben Kleidung Damen- Kleider Kostüme Mäntel Pelzmäntel and-Jacken Kos Om Ocke und Blusen Mädchen- Kleidung Größte Auswahl Einzelmöbel Polstermöbel Preiswerte Küchen Kompl. Wohnungs Einrichtungen Klein- und Korbmöbel Teppiche, Läuferstoffe Gardinen Stores Daunen- u. Steppdeck. Niedrigste P. else Der Goldregen". Die Firma 3. B. Stapper in UmfterDeutschlands in weitestem Umfange inpretfungen eines jogenam dam, Heerengracht 258, verbreitet seit einiger Zeit innerhalb ten Goldregen Eystems. 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Dies ist der Film der norddeutschen Heidelandschaft mit ihrer schweren Melancholie, ihrem drückenden Himmel, den wilden Stürmen und den jähen Lichtblizen, die gespenstisch ein Stüd blinken= den Wassers oder weißen Sandes aufleuchten lassen. Diese Heide ist in ihrer ganzen Schwermut eingefangen, und in diese Umwelt find schwere Echidsale hineingelegt, die dem Dichter der Heideſtimmung Theodor Storm entlehnt sind. Die Geschichte dreier Geschlechter, die er in seiner Chronit von Grieshuus erzählt, ist von Thea von Harbou, der Verfasserin des Nibelungenmanuskripts, film mäßig gut verarbeitet. Der Regisseur Artur von Gerlach hat glücklicherweise die Gefahren einer historischen Inszenierung mit dem Detailfram der Meiningerei vermieden und als das Wesentliche Storms und feines Films: die Stimmung herausgearbeitet. Die Menschen verkörpern den Charakter der Landschaft. Und das Hiprische, eine alte verfallende Burg, ist wiederum stimmungsmäßig asgenügt zur malerischen Widerspiegelung der Handlung. ED dienen alle äußeren Momente dem einen Ziel, diesem Film die Art einer historischen Ballade zu verleihen. Die ausführlichere Chronit Storms ist fondensiert auf die große tragische Liebe des Junters Hinrich zu der Tochter feines leibeigenen Burgmannes Dwe Heifen. Die Gestalt des alten Burgherrn von Grieshuus ragt trozig in die Handlung hinein, aber sein Tod ist nur der Auftakt zu dem Konflikt zwischen den beiden Brüdern, die beide die Erbschaft erstreben, zwischen dem älteren, dem Lande treugebliebenen Hinrich und dem seiner Heimat entfremdeten städtisch gewordenen modischen Detlev. Die treue Liebe Hinrichs zur Barbe gibt den Anlaß, Detlevs Bedrohung der eingeschüchterten Bärbe führt zu ihrer vorzeitigen Niederkunft und ihrem Tode, Hinrich rächt ihn, indem er in der ersten Aufwallung des Blutes den Bruder auf der nächtlichen Heide einholt und erschlägt. Dann wird er landfiüchtig, und der junge Sohn Bärbes und Hinrichs zieht als Erbe in die Burg. Die Witwe des Detlev will ihn entführen, aber die Mutter, die über ihrem Kinde wacht, erscheint dem zurückgekehrten Hinrich im Traum und leitet ihn über die Heide zur Befreiung seines Sohnes. Er fehrt mit ihm in Wind und Wetter zurück in die Burg, aber nur, um in ihr zu sterben und dem jungen Sohn das schwere Erbe zu überlassen. Die Handlung ist nichts, die Stimmung ist alles. Und hier hat der Regisseur, abgesehen von einigen Längen und Ueberflüssigkeiten, das Seelische voll ausgeschöpft. Dem heiteren Liebesspiel der ersten Bilder folgt der schwere Eruit der mittleren mit ihren jayen Akzenten und, traftvoll gesteigert, die Tragit umwitterte Schönheit der letzten. Bon besonderer Intensität ist das Begräbnis des Alten in dem fast jagenhaft anmutenden Gewölbe, die Kirchfahrt des jungen Paares, Der nächtliche Kampf auf der Heide, die Wiedergeminnung des Sohnes und der Wiedereinzug in die mit allen Fackeln erhellte Halle der Burg. Die Bauten find ganz im Charakter der Landschaft, die Burg wie die Kirche muten an, als ob sie aus den Jahrhunderten wieder emporgestiegen wären, so sehr haben sie den Reiz des Echten. Die Landschaftsbilder sind aufgenommen da, wo die Heide noch ganz den ursprünglichen wilden Eindruck bewahrt hat, in der Zentralheide von Wilsede. Bon allen Beteiligten ist mit der größten Liebe und Hingabe gearbeitet worden, und so haben wir wieder einen deutschen Kim gewonnen, der weit über dem steht, was das Ausland unähn lig geboten hat. Unter den Darstellern steht an erster Stelle Rudolf Rittner, der den fnorrigen, trotzigen Owe Heilen als Urbild der Treue vorstellt. Paul Hartmann als Junker Hinrich hat alles Frohe und von der Liebe Beschwingte, zur tragischen Figur erwächst er in den Schlußbildern. Nicht ganz in den Rahmen faßt Bil Dagover als Bärbe. So schöne Bilder sie stellt und so fraftvoll sie sich in der Wahnsinnsszene aufrect, man wird das Gefühl nicht immer los, daß sie zu diesen Menschen und zu dieser Landschaft nicht ganz paßt. Sehr wirkungsvoll gibt Rudolf Forster das Gezierte und Affettierte des Junkers Detlev, aufs befte unterſtügt von Gertrud Welder als vornehmer Standes person. Den alten Burgherrn stellt Artur Kraus ned mit star ten Mitteln, aber ziemlich äußerlich dar. Der Erfolg des Films war groß und wohlverdient. Schicksal. UT. Tauenhienstraße. D. Dieser Film der Meßtro- Produktion hat im übrigen Deutschland wie im Auslande große Erfolge erzielt. Die Berliner Uraufführung hat uns zwar bewiesen, daß Felig Basch es glänzend versteht, prachtvolle Bilder aus dem modernen Gesellschaftsleben und entzüdende Darstellungen aus Kinderheimen zu entfalten, erstflaffige Schauspieler zu Rollen heranzuziehen, die ihnen liegen, und eine spannende Handlung mit Steigerungen bis zum Schluß durchzu führen. Aber in der Wahl des Stoffes, der einem Roman von Guido Kreuzer entnommen ist, und in der Aufmachung des Manuskripts ließ er sich doch allzu sehr von den Motiven einer überholten Filmmache leiten. Das Schicksal dieses jungen Mädchens, die als Tochter eines nordischen Ministers eingeführt wird, erinnert allzu sehr an den vornehmen Rolportageroman, der Lebensmöglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten im Interesse der Spannung aus den Augen läßt. Wie diese Yvonne als Leiterin eines Kinderheims den Scheck eines Wohl= täters unterschlägt, um die Geldbedürfnisse ihres Vaters zu decken, der cin Verhältnis mit einer ihn ausbeutenden Tänzerin hat, wie sie dadurch in die Abhängigkeit von einem in sie wahnsinnig verliebten Grafen gerät und nach Flucht und Selbstmordverfuch schließlich daraus befreit wird durch den Selbstmord des Grafen, der die Partie Niniche. Ein geschenktes feidenes Kleidchen und fünf Dollar in der Tasche des Mannes, der einen verehrt, machen das Glüd nicht aus, das erfährt Niniche. Aber glücklich wird Niniche doch, denn sie befonimt ihren Millionär, men der Weg zum Ehering auch ziemlich verzwickt ist. Erst muß sie, das kleine Abwaschmädel, die Brieftasche des Millionärs finden und abgeben, und später muß Niniche die Rolle einer leichtlebigen Tänzerin spielen. bis sich dann endlich alles in Wohlgefallen auflöst und die beiden Liebenden sich unter einem Regenschirm finden, den der abgewiesene Freier, ein Liftboy, schützend über das Paar hält. Robert Liebmann und Franz Rauch, die das Manuskript verfaßten, erwiesen sich als Meister des Aufbaus. Sie schufen ein echtes Filmmanuskript, das dem Regiffeur und dem Photographen Fundgruben darbot. Willi Goebel ver= steht sich auf tadellose Photographien. Er brachte alles plastisch und flar heraus. Viktor Janson hatte als Regisseur und Darsteller frohe Laune und guten Witz, während Vivian Gibson als ver wöhnte und schöne Dame der Halbwelt glänzte. Ossi Oswalda fonnte als Niniche weinen, übermütig tollen, Tobsuchtsanfälle bekommen und glücklich lieben. Sie durfte ihr ganzes Können und schöne Kleider zeigen. Livio C. Pavanelli war ihr ein guter Partner. Unterwähnt kann eine Schokolade fressende, Menschen bange machende Buldogge nicht bleiben, deren gefährlich- häßliches Gesicht so manche Szene verschönte. Der Film hatte bei der Uraufführung in der Alhambra( Kurfürstendamm) einen großen Erfolg. e. b. Jm Mozartsaal ist ber große Kulturfilm:„ Das große weise Schweigen" die zweite Woche verlängert. Karl Grune beginnt jest mit den Vorbereitungen zu seinem reuen Sternfilm„ Eifersucht. Das Manusfript stammt von Paul Czinner. Die weibliche Hauptrolle spielt y a de Putti of aier vor. Die Hauptrolle spielt Emil Jannings. Die Ufa bereitet die Verfilmung von Hans Müllers Schauspiel Det Im Theater am Nollendorfplatz ist das phantastische Kammerspiel Orlacs Hän de" die zweite Woche verlängert. In der Lichtspielbühne For im Balmenhaus" findet am 19. Februar die Uraufführung des neuen großen For- Films Die Nacht des Inferno" statt.( Unter Benußung Dantescher Motive aus der ,, Göttlichen Komödie".) Die Ufa eröffnet am 19. b. M. das Ufa- Theater Turmtraße, das nach den neuesten technischen Erfahrungen erbaut wurde. Das Theater hat eine für Deutschland ganz neuartige Lichtanlage und eine Ostalyborgel. Der Columbus- Film, welcher den Bau des Riesendampfers des Norddeutschen Lloyd, seine innere Einrichtung und seine erfte Ueberfahrt nach New York zeigt, wird vom 16. bis 22. Februar täglich um 7 Uhr in der Urania, Laubenstr. 48/49, vorgeführt. Oberingenieur Dreher hält den Begleitvortrag. Der große Film Aschermittwoch Offizierstragödie in acht Akten Oberst von Harrach Seine Frau B e Q Eduard v. Winterstein . Olga Engl Karl Beckersachs Claire Rommer Leutnant Jochen, sein Sohn Jutta, seine Tochter Thea v. Kempen, Jochens Braut. Lia Eibenschütz Cecil Dumont, Theas Vormund Bernd Aldor Dietrich Wulfrath, Juttas Verlobter Ernst Rückert Agathe, seine Schwester... Sybill Morel Der Regimentsadjutant, Jochens Freund. Pietschau Der Feldwebel Wilh. Diegelmann Hugo Fischer- Köppe Ein Rekrut Siegfried Behrisch 0 Ein Einjährig- Freiwilliger. Das Stubenmädchen beim Oberst. Else Roscher Kriminalassessor W. Rohrscheidt. Karl Auen 2. Woche verlängert Primus- Palast Potsdamer Straße Beilage des Vorwärts , Dir bleibt die Luft weg!" Benn man in dem Film„ Ausgerechnet Wolfenfrazer an die Stelle von Harold Lloyd eine ebenso bewegliche, nur sehr viel hübschere Frau segt- Dorothy Devore Lloyds Fassadenfletterei in die Potenz erhebt und mit der eines niedlichen Aleffchens tombiniert, so hat man eine deutliche Vorstellung von Inhalt und Geist des Films mit dem gefchmackvollen Titel„ Dir bleibt die Luft weg, der im 1. T. Kurfürstendamm viele Borstellungen erleben wird, wenn das deutsche Kinopublikum etwa ebenso primitiv und anspruchslos sein sollte wie das amerikanische. Das Interessanteste an dieser Arbeit ist die Tatsache, daß troß oder vielleicht gerade wegen der halsbrecherischen Sensationen dem Zuschauer die Luft gar nicht wegbleibt, sondern auch die nervösesten Damen mit Muße auf die Leinwand sehen können, offenbar weil von den Herstellern des Films die Spekultaion auf die menschliche Angst überspannt worden ist. Wenn Dorothy, die an Stelle ihres erkrankten Bruders als Reporterin den unzugänglichen Millionär Blake interviewen will, in den Verdacht des Armbanddiebstahls geraten, den wirklichen Dieb, jenen kleinen Affen, in den halsbrecherischsten Stellungen bis auf das Dach des Wolkenkrazers verfolgt, baid an einem wackelnden Brett, bald an einer stürzenden Hotelinschrift über dem und unser Herz Abgrund hängt, so bleiben unsere Nerven ruhig und Hirn unbefriedigt. Wie wenig seelische Bedürfnisse muß ein Bolt haben, das sich eine Stunde lang an solcher Spekulation auf den Nervenkizzel freut.... Da sind wir Deutschen doch bessere Menschen. Mag der müde Tod" romantisch verstiegene Einzelheiten gehabt haben, der letzte Mann" nicht genügend mit äußerer Handlung gefüllt gewesen sein, jedenfalls aber haben sie dem Menschen in uns und unserer Sehnsucht nach der Erkenntnis ewiger Werte, unserem Drange nach Poesie eine Nahrung gegeben. Nein, die deutschen Kinobesizer sollten, nicht aus Nationalismus, sondern aus dem Bewußtsein der besseren nationalen Produktion heraus, sich gegen die Einfuhr einer Ware wehren, die nicht nur minderwertiger und langweiliger ist als unsere eigene, sondern unsere Nation völlig auf das Niveau des feelenlosen kitschigen Amerikaniss mus verslacht. f. h. c. Medizinische Filmwoche. Kürzlich fand im Langenbed- Virchow- Haus die erste Vorführung der Medizinischen Filmwoche statt, die jeden Dienstag abend von 8 bis 10 Uhr in Form einer Wochenübersicht bei einem monatlichen Abonnementspreis von 10 Mt. wiederholt werden soll. Dieser erste Abend zeigte an Operationen: die Entfernung der Gallenblase und eine Oberschenkelamputation; ferner vom Schilling schen Blutfilm den 6. Teil: die praktische Anwendung der Blutuntersuchung, also den technischen Teil dieses wichtigen Untersuchungsgebietes, sowie außerdem noch verschiedene Bilder von Blutkrant. heiten. Filmtechnisch gesehen sind besonders die Operationsaufnahmen eine hervorragende Leistung, was die Klarheit der Darstellung und die Uebersichtlichkeit des Operationsablaufes betrifft. Die Rothe fche Aufnahmeapparatur zur feimfreien finematographischen Groß aufnahme von Operationen das Operationsfeld, wie die Hände des arbeitenden Chirurgen, erscheinen in zwanzigfacher Vergrößerung auf der Leinemand ist eine Musterleistung. Der Operateur selbst ist durch ein Sehrohr dauernd in der Lage, den Gang der Aufnahme und die zweckmäßigste Einstellung des Operationsfeldes zu beobachten und durch ein Hebelsystem jederzeit zu regulieren, ohne daß die Afepfis auch nur im allergeringsten leidet. Die notwendigen starten Lichiquellen, im Nebenraum aufgestellt, werden durch Spiegelreflektoren auf dem Operationsfelde konzentriert. Bom Standpunkt des medizinischen Unterrichts ist die Erfindung von Prof. v. Rothe deshalb so bedeutsam, weil es jetzt möglich gemorben ist, auch einem größeren Kreise von Aerzten und Studenten die Beobachtung und das genaue Studium medizinischer Eingriffe bequem zu gestatten. Wichtig werden solche Operationsvorführungen besonders auch bei Fortbildungskursen sein und dann, wenn es sich darum handelt, neue Technifen operativer wie diagnostischer Art zu zeigen, fpeziell für Kleinstadt und Land. Die Ueberlegenheit des Gesehenen und die Wichtigkeit als Ergänzung des geschriebenen Wortes tam deutlich zum Ausdruck beim Blutfilm. So wird der medizinische Film berufen sein, die in Büchern behandelten methodologischen Fragen schnell flar verständlich zu machen. Bedenkt man, daß eine einstündige Filmvorführung den Unterricht von 10 Stunden bequem umfaßt, so zeigt auch dies die Bedeutung derartiger Beranstaltungen als Repititorium nicht allein für Studenten, sondern auch für Aerzte. Dr. H. H. Ein Lehr- und Werbefilm. Sieben Jahre sind vergangen, seitdem„ Die Wunder des Schneeschuhes" dem Filmpublikum zum Erlebnis wurden. Nachweisbar fahen sich allein in Deutschland nahezu 7 Millionen Menschen diesen Film an. Da ist es fein Wunder, daß ganze Filmserien entstanden, die in hochentwickelter Aufnahmetechnik die Schönheit der alpinen Landschaft und den Wagemut der Sportler feiern. Außerdem läßt die Berg- und Sportfilmgesellschaft es sich jetzt angelegen sein, äußerst geschickt aufgezogene Lehrfilme herauszubringen. So wurde in der Urania„ Die weiße Kunst" vorgeführt, die Sepp Allgeier aufnahm. Es handelt sich hier um ein Lehrmaterial, das zeigt, wie man dank einem flug berechneten und durch Erfahrungen geficherten Aufbau auf einem wichtigen Prinzip, nahezu Unglaubliches auf den elastischen Stiern erreichen kann. Die Zeitlupe ermöglicht die genaueste Beobachtung der Sprünge und Fahrten. Wir werden von der demonstrierten richtigen Ausnutzung des Körpergewichts und der Armkraft überzeugt. Ferner fönnen wir beobachten, wie man bergauf das Steigmachs gebraucht, wie man bei langen Aufstiegen als verloren aufgibt und dem Zuge ihres Herzens folgen 5,7,9 das ist doch mit allzu groben und verbrauchten Mitteln in Szene ge- Werktags 5, 7, 9 Uhr:: Sonntags 3.30, 5.15,7,9 Uhr bie. Geehundsfelle nicht entbehren kann und wie Sahmfelle mit Stifetzt. Eduard von Winterstein war ein sehr würdiger Minister, dem man die Seitensprünge wenig glaubte. Konrad Beidt ließ den Grafen mit allen Zügen des dämonischen, man möchte beinahe sagen: besessenen Berführers umspielen und schuf eine sehr interessante Filmfigur. Lucy Doraine ist das Mädchen mit dem Echidjal. Sie fann von bezaubernder Liebenswürdigkeit sein, sie ist sehr einnehmend in den Kinderszenen, aber sie fann auch Vorverkauf 11 bis 1 Uhr täglich Ein packendes Bild aus verklungenen Zeiten! über die Unechtheit der ganzen Gestalt nicht hinwegtäuschen. Sehr Der sensationelle Erfolg von Berlin! fympathisch war Lia Eibensch is als Frau des Grafen, raffiniert und gerissen Hilde Ratnaŋ als Tänzerin Friedrich Kangler mar es wieder einmal beschieden, einen würdevollen alten Herrn, in diesem Fall einen Wohltäter der Menschheit, der seine Millionen in den Dienst der Kinderpflege stellt, zu verförpern. r. wachs aufgeklebt werden. Wir halten den Atem an bei Hannes Schneiders Geländefahrt, wir sind die miterleber des Aufstieges zum Matterhorn. Der Schwachnervige schreit nach Hoffmanns tropfen, der Wagemutige möchte zum Nachahmer werden. Für bea deutende Leistungen sind natürlich eine außergewöhnliche sportliche Begabung und die Zeit zum Training erforderlich. Alles in allem aber wird dieser Lehrfilm zugleich ein Werbefilm. e. b. Ein Radio- Kino für febes Heim.(?) Ein amerikanischer Erfinder erflärt, daß wir bald in ber Sage fein werben, Rinovorführungen ver mittelft bes häuslichen Radio Apparates im Streise der Famile zu sehen. Mr. Francis Jenkins, der Erfinder, will einen Apparat fonftruiert haben, ähnlich dem Rabio- Apparat, ber mit einer Scheibe zum Empfang' ber Kino- Vorführungen versehen ift. persil bleibt persil das vollendete Waschmittel höchster Persil das Paket 45 Pfennig. Güte und Ergiebigkeit Cries der Fülle des Angebote das Richtige Crūb Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 7% Flieg.Holländer Opernhaus am Königsplatz 74 Uhr: Tiefland Schauspielhaus 21 Wallenst. Lager Die Piccolomini Tägi. 8 Uhr Mrs. Dot Leopoldine Konstantin Adela Sandrock, Korff Alexander, Ehser Burg, Mattoni, Rasé 7% Pr. v. Homburg Kleines Th. Schiller Theater 21 Unr: Flachsmann Heute nachm. 4 Uhr als Erzieher Hänsel u.Gretel 7% Von morgens Täglich 8 Uhr: bis mitternachts Frau Lohengrin Volksbühne 2 Schluck u.Jau 71% Uhr: Wer weint um Juckenack? Gisela Werbezirk Olga Limburg. Schreker Strehlen, Natkin Deutsch. Theater Trianon- Th. 71 Uhr Die heilige Johanna Tägl. 8 Uhr: Sonnt nachm 3 Uhr Einmal Alt- Heidelberg Kammerspiele 7 Uhr. Die Stützen der Gesellschaft Sonnt. nacnm.3Uhr. Frühlings Erwachen Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 7 Uhr ist keinmal von Fritz Mack Hansi Arnstädt Falkenstein, Kaiser- Titz zu wählen ist nicht schwer, wenn man nur 1 × Ma D.. Der Maskenwagen der Holtorf- Truppe Ub Donnerstag, den 19. Februar, bis Sonntag, den 1. März, abends 8 Uhr, in ber Klosterkirche( am Untergrund bahnhof Klosterftraße) Totentanz ein Mysterienspiel nach Lübeder Texten des 16. Jahrhunderts Starten zu 3.50, 2.50 und 1.50 M. bei Bert heim, Bote& Bod und an der Abendkasse Theater des Westens Berl. Operngastsp Dir: Ewald Huth Haller- Revue Heute 1925 3 Uhr: Carmen Sechs Personen Th.i.Admiralspalast m. d. ges. Ensemble suchen einen Autor Sonnt. nachm 3Uhr: Die deutschen Kleinstädter Theafar 1. d. Rooiggrätzer Str. 8 Uhr: Wir lassen uns scheiden Komödienhaus 8 Uhr: Heimliche Brautfahrt Berliner Theater 1.30 Uhr: 26. Woche 3/4 und 8, Uhr Die größte Revue d. Welt: Noch und Noch Heute nachm 3% Uhr: Die ganze Vorstellung zu halben Preisen 66 Anneliese v. Dessau Central Theater 3 7: Die vers. Glocke der Gr. Volksoper Circus BUSch Heute Sonntag! 2X8+ 7%, Uhr! Fliegende Aften Jndianer X als Radwunder Nachm. außerdem: Für die Jugend bearbeitet Manege- Humoreske 99 Die lustigen Vagabunden" 6 Abenteuer SCALA Deuts Opernhaus Robert u.Bertrams 8 Uhr 7 Uhr: Tannhäuser Abends zum Schluß Varieté- Mtg 6: Meistersinger Revue Das romantische Metropol- Theater Manegewerk 7 Uhr: Marienbad- Palast Film- u. Bühnenschau, Badstr.35-36 Mein kleiner Kapitän mit Baby Peggy Ferner: Das lustige Belprogramm Die große Bühnenschau Anfang: Sonntag ab 4 Uhr, Wochentags ab 6 Uhr. Apollo 8 Uhr Theater Revue- Posse 8 Uhr Daslachende Berlin Ueber 150 Mitwirkende: Ganz kleine Eintrittspreise Parkett 2,50 M. Berliner Uik- Trio Enver Bey Golddie 5- Pfennigzigarette Zwaucht hat. Tauben URANIA Tabenstr. 48 str. 48 Yom 16. bis 19. Februar, 7 Uhr abends, vom 20. bis 22. Februar, 5 Uhr nachmittags und 7 Uhr abends Filmvortrag Driha: Möbelhäuser Drimmer& Halpern DRIHA Mabel Elfaffer Straße 37 nahe Oranienburger Tor Brunnen Straße 33 g nahe der Invalidenstraße COLUMBUS Unsere Sonder- Angebote der größte Dampfer Deutschlands 32 354 Br.- Reg.- Tonnen, Länge 236 m Norddeutscher Lloyd Bremen Vortragsredner Obering. DREYER, Hannover Kartenvorverkauf: Theaterkasse Wertheim, Invalidendank Näheres siehe auch P akate WIEN BERLIN Jagerstr.63 ANFANG Berlins amüsanteste Unterhaltungsstätte Eintritt frei! Herrenzimmer moderne Ausführung, 1 Brachtbibliothel, 1 großer Diplomat. 1 runber Tisch, 1 Schreibfeffel, 2 Rind leberstühle. Schlafzimmer M. 1 Antleideschrant, 2 Bettstellen auf Batentböden und Drellauflagen, 1 Waschlommode mit echtem Marmor M. Speisez mmer Büfett mit Seitenbitrinen, 2,50 m breit gediegene Wrbett, rebens, 1,80 m breit, echte Rinbleberstühle 390.550.685.Auf Wunsch Zahlungserleichterung. 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Komiſche 8 Uhr Oper Direktion: James Klein 8 Uhr Unsere Revue: Das hat die Welt noch nicht gesehn mit über 250 Mitwirkenden Die Sensation des Berliner Theaterlebens! Sonntag 3%, Uhr Die große Revue! jeder Erwachs. 1 Kind frei zu halben Preisen ( 30 Pl. bis 6 Mk.) Vorverkauf ununterbrochen! Theater am Kottbusser Tor. Tägl 8 Uhr und Sonntag nachm. 8 Ubr Elite- Sänger. Der Gipfel des Humors: Die Baxe der Pandora Volkstümliche Preise Allabendi 8 U. u. Sonntags nachm.3 Uhr Stettiner Sänger Nachmittags halbe Preise volles Programm. Dönhoff- Brett'l: Familien- Varieté Anf. 7%, U., Sonnt. 5%, U. Schauburd Königgrätzer Str. 121 Ganz Berlin spricht von dem neuesten Eichberg- Großfilm „ Die Motorbraut" ( Ein Spiel von Liebe, Leid und Sport Hauptrolle: LEE PARRY Regie: Richard Elchberg Den Film der großen Aufmachungl der schönen Frauen! der waghalsigen Sensationen! den jeder sehen muß! Ferner: Die große Bühnenschau Beginn 6 und 19 Uhr Sonntags ab 4 Uhr 8 Kapellen Neue Dekorationen 30 bayer. Mad'l $> Bergschloß- Bockbier und Gr. Alpenhall Einlaß 3 Uhr Anfang 4 Ubr Voranzeige! Dienstag, den 17. Februar: Große Schweinebraterei und Prämlierung d.jüngsten Schwiegermutter Deutsch. Künstlertheat. Tä lich 48 Uhr: ,, Riquette" Operette von Oscar Straus Lustspielhaus 8 Uhr: Guide Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbanerdamm 8 Uhr: Die vertauschte Frau Pharus- Kino Müllerstraße 142 Pola Negri Toller, Mühsam. Dehmel u. a. WINKTEN NovitätenSpielplan! Sonntags 3 Uhr halbe Preise Rauchen gestattet. BIGthner- Saal, Lützowstr. 76 Berl. Sint.- Orchest. Heats Tschaikowski8 Uhr: Abend Ausschneiden! Ausschneiden: Kleines Theater Unter den Linden 44 Har gültig beute Sonntag, 15. Febr., nachm. 4 Uhr tür 1-6 Personen Das entzückende Kindermärchen Hänsel und Gretel mit Musik und Tanz Vorzeiger dieses zahlt auf allen Plätzen nur die Hälfte des Kassenpreises( 50 Pt., 75 Pi, 1 M) Umtausch des Gutscheins ab 3 Uhr an der Kasse des Kleinen Thea'ers Ausschneiden! Berlin staunt Ausschneiden! über Qualität unb Billigtelt meiner beltbekannten Sport- und Jackenwolle, per Pfund nur Mark 6.50 Riefenhaite Farbenauswahl Strumpfwolle, reines Rammgarn 100 Gramm 1.10 Dt. Ferner Rephir, Krimmer- und Fischuwolle. Berlant an jedermann, auch in kleinsten Quantitäten von 8-7 ununterbrochen Dir.: Dr Kopsch Wollvertrieb Bahnhof Börse Eintritt 1 Mark 700LOGISCHER GARTEN ZOGLORISERE Taglich Konzert Wochent. v.3-7 U. Sonntags v.4-9U. G Aquarium geöffnet von 9-6 Uhr ERMANIA. Pracht säle Chausseestr. 110 Jeden Sonntag Priumph' Sanger Rasseneröffn. 4 U. Nachdem Großer BALL Mauxion, Sarotti, Trumpf. Rant, Reegelli ufm., in: ,, Belladonna atao, Bonbon, gr. Die Tragödie einer schönen Frau in 6 Akten Auswahl i Oftereier, Drager- Eier, Stang usw. Großhandlung Strecker, Stralager Wallner- Theat. Ueber alles- das Vaterland Str.3, am Moltenm 8 Uhr: Pelleas und Melisande 6 Akte Thalia- Th. Deutsch- Amerik. Theater Tägl. 8 Uhr: SO 16, Köpenicker Straße 68 Vom 13. u. Teil Das Dreimäderlhaus 16 Februar Film: Tarzan 12 in einem Programm 15 Akte. Trauer spenden jed er Art Paul Golletz. Dormals Robert Meyer Mariannenstr. 3. Amt Morigpl. 10303 Casino- Theater Bühne: Das gute Varieté Bobulan be Lothringer Str. 37 Tägl. 8 Uhr Trotz d. gr. Erfolges nur noch kurze Zeit Die Schlager- Posse Eintritt ab 80 Pi Gral Koks Olivaer Lichtspiele Vorher der humorvolle bunte Teil mit Willy Meibryck Philharmonie 7% Uhr: Konzert des Philharm. Orch Dirig Franz Veit. Olivaer Platz 7 5 Räume, ma 40 Obitb, ga, Sta tion Grünau, 8000 , het Barzahlung billiger Baron, Baumschulenmeg. Glanzftraße 1. Fernfpr Obm 3160. Die Puppenfee 10 Tafelm mit Harry Liedtke Außerdem 1 amerik. bervorragend. Lustspiel Tgl. 7 u. 9 Uhr, Sonntags 5, 7, 9 Uhr Ab Engros preis! Sarotti, Mauxion, Ki Artikel. Trumpf, Exquisit ett Großhdig. Bartel, Stralager Str. 51 An der Spandauer Brüde 7, im Hause Café Dobrin Muster- Bersand nach auswärts franko. Erklärung. Wir haben in einem Flugblatt die Behauptung aufgestellt, daß der Verein der Freidenter für Feuer bestattung auch von früher eingetretenen Mitgliedern den Austritt aus der Kirche verlange, und sonst die Uebernahme der Roften einer Feuerbestattung ablehne. Nach den bestimmten Erklärungen der Geschäftsleitung des Vereins der Frei benter für Feuerbestattung ist festgestellt, daß die von uns gebrachte Behauptung nicht den Tatsachen entspricht. Wir stehen daher nicht an, diese Behauptung zurückzunehmen. 92/1 Volks- FeuerbestattungsVerein Groß- Berlin. GR. ALLGEMEINE SEIFEN- FACH- MESSE in den Gesamträumen der Neuen Welt", Berlin, Hasenheide 108-114 Meldeschluß für Aussteller: 1. März 1925 vom 20. bis 22. März 1925 Welt", Berlin, Hasenheide 108-114 Messe- Bureau: Berlin N, Schwartzkopffstraße 18 Telephon: Amt Norden 4557 � Unterhaltung unö tfTftft ff öes vorwätts Wie ein Kronzeuge der öeutsthnationalen Partei aussieht. Em schlichter Mann aus dem Volke mit gradem, aufrechtem von unbegrenzter Ehrlichkeit Charakter» Stauer Matthis. von vttoteKloot. Freiburg i. Br. Das steht mir noch heute vor Augen. Das Kontor des Reeders m Hamburg am Broltorkai. Nichts von den Palästen, wie sie heule Reedereien besigen. kleine, von dumpfem Geruch bedrückte, völlig kahle Räume, in denen gearbeitet wurde, gearbeitet, gearbeitel. Schiffspapiere. Die großen Jnvoices. deren vertrackte Kal- kulationen mit englischem Gewicht und Geld einem den Kopf rauchen machten. Abends begann der Tanz, und dann riß das Gehetze nicht mehr ab bis morgens vier, fünf oder sechs Uhr. um welche Zeit der Dampfer mit der auslaufenden Ebbe seinen Ankerplatz verließ. Während bei uns die Federn rasselten, rasselten am Ladekai die Ketten. Die Krane stießen die eisernen Arme hinaus, unaufhörlich senkten sich Kisten, Fässer. Säcke und Ballen nieder in des Schiffes Bauch. Die Luken gähnten, unter den langen, niederen Schuppen» dächen, donnerten die Eisenräder der Ladekarren, mischten sich wallender Dampf. Schatten hantierender Mensche», schrillende, dumpfe und verwegene Geräusche zu eindrucksvollen Chor. Dort herrschte Watthis. der Stauer. Er stand auf Deck, die Hände in den Taschen seines Flauses. breitbeinig, den verbogenen Klemmer auf die runde Nase seines wettergegerbten roten Gesichts gezwickt. In Winternächten(damals gab es noch Winter) umwallte ihn eisbleicher Dampf: wie der Kadaver eines Riesenfisches aus der Ciszeit. von langen grauen Wellen träge bewegt, schurrt« der Steamer an der Kaimauer auf und nieder. Nichts brachte Matthts aus der Fassung, nichts nahm chm das luftige Zucken seiner guten Seele, seines heiteren, derben Herzens vom Munde. Hart und schwer war seine Pflicht. Die Ladung in den Dampfer einzustallen, sie fest- zurammen mit Bohlen und Balken, die Güter im Schisfsraum so zu t: immen, daß kein Sturm, kein Stoß sie aus ihrer Lag« rücken konnte, das lag Matthis ob, dem Stauer, und er konnte, konnte es. Ging die Ladung über, dann ging auch dos Schiff--— Oft bin ich damals im Morgengrauen, die fertiggefchufteten Papier« unterm Arm. zum Schiff am Ladekai hingerost. Matthis staiüi unterm leeren Schuppen,„ls she füll, Matthis?"—„Up to the brirn*. griente er und tippte mich schmalen, stadtbleichcn Gesellen auf die Schulter. Dann todmüde, mit überwachem Hirn und schwer- zenden Fingern, die die wilde Hotz der Arbeit gefühllos gemacht hotten, rekelte man sich in die Kajüte und goß Grog, immer wieder Grog in sich hinein. Wie im Traum hörte man. daß der Dampfer loswarf, hörte das breite, schwere Lachen des Stauers, hörte Schurren an den Schifjswänoen. Und wenn man die Treppe hinauffwlperte, sah man, wie der Dampfer durch dos Eis der Elbe brach, wie es sich staute und mit blaulichem Leuchten, stumpf zerdröhnend, splitterte. llnd es fror mich, das Blut lief eisig in den Adern. Nur dos rot« Gesicht des Stauers mit den kleinen, lustigen Augen, dem Klemmer auf der Nase, dem immerwährenden Zittern und Zurren an den Mundwinkel» brachte einem das Leben, Warme, Blut des Lebens zurück. Da kam ein dunkler Tag. den man nicht, nie— vergißt. Emer der Dampfer der Reederei, die„Minerva", war vor der Scheide- mündung, beim Auslaufen nach Antwerpen, abgesackt, mit Mann in/d Maus weggebuddelt. Wie war da» geschehen? Cs raunte und fd)Itch, es bohrte, stach und brannte. Die Ladung sollte verrutscht sein— Stauer Motrhis? Die Ohren spitzten sich, an den kalkig kahlen Wänden des Kontors stfssich ein Geist. Die„Minerva", die braven Seeleute, chr KäpTi, Schulz, ein herrlich deutscher Mann— weg. gesackt, verschlungen von trüber, fremder Flut... Man stand zusammen, man wispert-— die Ladung...? Stauer Matchis...? Er. er der Schuldig«...? Der Chef. Ein kleiner, kränklicher Mensch, aber den Teufel im Blut. Em unHelm/icher Arbeiter, mit einem Hirn, das nichts über- iah. nichts überging, das alles wußte. Er war sehr höflich— heute aing er ohne Gruß, uns allen sonderbar sremd, in sein Privatlomor. Und da. wieder ging die Tür. da kam Stauer Matthis. Uns wurde kalt. Ich weiß es noch wie heut«, fühl' es noch wie damals— Uebelkeit. unsagbares Trauern, würgendes Zweifeln. Die Tür hatte sich geschlossen. Die Fliegen liefen an den Wän- den. Wir hörten es. wir hörten auch die Stimme des Chefs, die in Ueber öie Kriege. 31 Von Analole France. (Schluß.) Aber ich will Ihnen noch eine andere Anekdote erzählen. Kurz nach dem Kriege von 1870 hiell ich mich in I. auf. Als ich einen Gasthof betrat, hörte Ich schallendes Gelächter und sah die Einwohner des Dorfes um einen stämmigen Burschen stehen. Er erklärte ihnen, wie es ihm gelungen war. allen Schlachten zu entgehen. „Zunächst war ich von Zuhause mit zwei Wochen Verspätung aufgebrochen. Als ich vor dem Sergeanten stand, dachte ich mir schon, daß er mir den Marsch blasen würde. Ich, nicht dumm, spiel« den Idioten. Aus alles, was er mich sragte, antwortete ich:„Muh, muh!" wie eine Kuh. s „Biech du," sagt er..weißt du denn nichts anderes als.Muh'?" Schließlich sagte ein Offizier:„He. du Unschuld vom Lande, wenn du Kpecht bist, weißt du doch mit Pferden Bescheid, he?" Ich machte„ja" mit dem Kopf. „Gut, dann bringst du diese beiden Gäule zum Obersten Bau- chard vom 28. Regiment beim Z. Korps. Da hast du dein« Morsch- order und Anweisung sür Verpflegung für euch drei." Ich machte nochmal»„ja" und mochte mich auf den Weg. Da ich aber einen falschen Weg einschlug, kam ich mit meinen beiden Rosinanten natürlich zu einem anderen Obersten bei einem anderen Regiment. Der Oberst la» meine Papiere: .Teufel, bist tm«in Ochse." schreit er mich an, gibt mir einig» Taler und schickt mich wieder fort. Ich habe mich natürlich wieder geirrt. Bin von einem Obersten zum anderen getorkelt, solange«, heiß herging. Als der Friede ge. schlösse» worden war. brachte ich meine beiden Biester zum richtigen Obersten beim richtigen Regiment, und da bin ich jetzt!" Heitere Sympathie begrüßt« da» zynisch, Geständnis diese» Bur- schen. O. ich will damst nicht behaupten, daß die Zuhörer der Er» Zählung einer Heldentat nicht hätten folgen können. Die elendesten Menschen bewundem zwar den Betrug, verehren aber auch das Edle. Aber die Galerie mißbilligt« unseren Helden keineswegs. Di« Menge verfügt stet» über wahr« Schätz« an Nachsicht einem Menschen gegenüber, der sich fernab vom Schlachtengetümmel den Wanst mit Schinken und Wein vollschlägt. ihren bestimmten, klaren, unwiderlegbaren Tönen tief durch alle Herzen drang. Dann sprach— armer Matthis, i�nex Stauer Matthis— der Chef— höher geschraubt, schneidend,«st»mem Klirren, daß knirschend, unsagbar peinvoll, unsagbar schroff durch eine stähleme Frage schnitt: Ja oder Nein...? Da plötzlich ein Laut, der hell war wie Pestschenknall, hell, als zücke einer blitzenden, blendenden Stahl, den keiner noch gesehen—: Nein! Stauer Matthis, sagst du nein? Stauer. Matthis. sagst du. es sei nicht wahr? Sagst du es noch einmal. Stauer Matthis? Er sagte es noch einmal Niemals schmetterte ei» solches Ncm gegen die Wände von Kalk, gegen die kahlen, tinteriinsilgen Mauern. „Nein—!* Das war der Mann, über dem die Ketten rasselten, dessen Seele in dem großen, unheimlichen Bauch des Schisses lag. und Kisten und Ballen mit Hellem Blick und Heimlichem Lachen zu e i n e m unverückbaren Block zusammenschweißte. Nein—! nicht er, nicht Wirklich: es erscheint mir unwohrscheiiüich, daß der Chauoinis- mus, mst dem unsere Bürger von Zelt zu Zeit bcarbestet werden, dos Volk zu erobern vermöchte. Im Gegenteil, man kann bemerken, daß der Antimilitarismus stärker denn je ist. Früher rechtfertigten sich Deserteure gar nicht für ihr Verhalten. Sie schrien:„Man verrät uns— man hat uns ver- kaust!" Das war Ihre einzige Rechtfertigung. Jetzt haben sie eine Theorie und wohlüberlegte Motive. Da« „Abschiedslied" ist zu einer Hymne auf das Zuhausebleiben ge- worden. Man weigert sich mst Musik! Das ist dann ruhmreich." Der alte Dichter:„Sie billigen dos also?" France:.Lassen Sie mich nichts jagen, was mit meiner Auf» fassung nichts zu tun hat. Nein, ich billige sie nicht. Denn bei der gegenwärtigen Situation in Europa würden sie durch ihre Haltung die schlimmsten Feinde der Zivilisation begünstigen." Der alte Dichter:»Sie erkennen also an, daß da» Vater, lonb.. France:„Ich erkenne an, daß unser Vaterland besinnung»- loa verteidigt werden müßte, falls es bedroht würde. Man mutz sich klar darüber werden, welches Anrecht e» auf unsere Liebe hat. Das Vaterland, wenn man unter diesem Wort die Summe der großen Ideen und tiefen Befühle versteht, die in jedem Land ver- schieden sind, d!« den französischen Geist, den englischen gesunden Menschenverstand, die deutsche Dialektik bilden, das ist gewiß ein Schatz, der joder Nation teuer fein sollte. Das ist ein Banner des Lichts, da» über jedem Gebiet weht. Die edelsten Geister jeder Nation haben es zu immer größeren Höhe-, geführt. Sie haben Zug um Zug und nach und nach Gruppen, die historische Umstände urfprüng- lich auf gut Glück und zufällig zusammengefügt hasten, mit einem herrlichen geistigen Sinn erfüllt. Diese«rschüsternden nationalen Doktrinen sind zwar verschieden, aber sie divergieren nicht. Di« bedeutendsten Denker reichen einander über die Grenzen hinweg die Hand. Sie haben nicht dieselben Nei- gungen und nicht dasselbe Gehirn. Trotzdem nähern sie sich ein- ander durch ihre Humonstät und chr MUgesühl für chresgleichen. Spiest man ein nationales Bewußtsein gegen da» andere aus. so treibt man schändlichen Mißbrauch mst diesem Begriff. Im Gegen- teil: in chrem abgeklärtesten Ausdruck ergänzen sie einander sogar. Und indem man ander« Länder ehrt, kann man sein eigenes anbeten. Leider aber ist das Vaterland nicht nur eine Zusammenfassung lichter Gedanken. Es ist auch die soziale Berechtigung einer Unmenge Stauer Matthis— Wir saßen wie zerdrückt, kaum atmeniv �Dcr Chef... Da schlug die Tür auf.„Noch wo»?" sragte Matthis. Der Chef stand am Tisch. Sein Gesicht war bleich, Wollen wühsten auf seiner Stirn. Man sah, daß er krank war, schwer krank und daß es in chm jählings röchest« und rüttelle. Dann ging er auf Matthis zu:„Nein." sagte er.„es ist gut." leise, fest—• und drückte seine Hand in die des Stauers. AI» man die„Minerva" durch Taucher untersucht«, ergab sich, daß die Ladung noch sest an ihrem Platze lag. Ein Unterwasserleck war durch die morschen Planten des allen Schisses gesprungen und hatte es aus den Grund geworfen. Längst schläft Stauer Masthis ewigen Schlaf. Aber durch die Mauer oon Zeiten höre ich noch sein schmetterndes Nein, fühle ich noch die Kraft des Händedruckes, mst dem zwei Männer schwankend« West wieder zu/n ötebaj brachten. Stauer Matthis— etwas war damals doch anders— � von finanziellen Unternehmungen, von denen man nur wenige billigen kann. Besonders der Gegensatz der biswellen sehr ungerechtfertigten kapitalistischen Begierden treibt die Nationen zu Zusammenstößen und ist die Ursache moderner Kriege. Das sst wohl das Traurigste aus der Welt. Aus tlefftem Herzen wünsche ich. mein Baterland möchte sich jeder Begehrlichtelt entHallen, die ihm in einem Konflikt irgendeine Verantwortung auserlegen könnte. Aber wenn es je von einem habgierigen Nachborn angegriffen würde, so ist es die Pflicht aller setner Söhn«, ihm zu Hilse zu eilen. Für die Menschheit wäre e» die unheilvollste Katastrophe, wenn Frankreich verkleinert würde. Denn unser Daterland Ist immerhin da» Symbol recht hochherziger Bestrebungen." Der alt« Dichter:»Da sehen Sie, daß der Chauvinismus schon sein Gutes hat." Franc«(mit Nachdruck):»Nein, keineswegs! Er lfl verbreche- rischer Wahnsinn. Wenn die Chauvinisten sagen, daß der Krieg er- haben und die Schule aller Tugenden ist, daß er die Menschen stählt und regeneriert, daß die Vorsehung den Würdigeren den Triumph schenkt und daß die Größe eines Volke» an der Zahl seiner Wege gemessen wird, da» heißt an den Massakern, bei denen mit den Fein- den auch die eigenen Landestinder umkommen, dann sind sie von Sinnen und hassen« wert.' Der alte Dichter:„Wie ober würden SI« das Volk dazu bringen, sich für das Vaterland zu opfern?" Francs:»Indem ich da« Vaterland immer besser, immer ge« rechter, immer mütterlicher für das Volk machen würde... immer verständnisvoller und brüderlicher gegen mein« Nachbaxn. Indem ich unaufhörlich wloderholen würde, daß der Krieg etwa» Entsetzliche» ist. und dafür Sorge tragen würde, daß all, krummen Intrigen ver» mieden würden, aus denen sin Krieg eiststehen könnte... indem ich durch freimütiges Verhallen bekunden würde, daß wir nicht zu den Waffen greifen wollen und uns ihrer nur zur Wahrung unserer Frei» hell bedienen würden. Dann wird das Voll s»in Daterland lieben: es wird in seinem Herzen mst der schönsten Zukunft de« Menschengeschlechts verschwel- zen. Und sollte es unglücklicherweise doch angegnssen werden, dann wird das Boll nicht zulassen, daß sein Vaterland unterliegt.?) *) Das waren Anatol« Flances Ansichten zu dieser Zell. Spaler hat er der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß nur die intematto» nale Organisation des Proletariats die Wiederkehr von Kriegen un» möglich machen kann. Unser Massenverkauf findet größten Beifall. Täglich treffen weitere große Mengen ein. Nach wie vor halten wir die unvergleichlich billigen Preise. Der Schuhhof Verkäufe bh. Th. David Nordstern Photoapparate, Gelegenheitskäufe, Jea 9/12, 25 M. Schloßplak 4/5. Raften. . J. F. Brunswig, Seifenfabrik, Malchin. gestattet. 5526* 0 Berlin W9, Cinkstr.11 Charlottbg.: Wilmersdorfer Str. 117 Spandau: Breite Straße 22 Schnitzelseifenpulver mit geschnitzelter Kernseife Das Vollkommenste für die Wäsche General- Vertreter für Gross- Berlin Fernruf Gottlob Meissner, Berlin 0112 Amt Alexander 2480 Musikinstrumente Verschiedenes Bertrauensvolle Vermietungen Mietgesuche 653 Mordslem LF. Brunsig Mo Kernmacher, Vorstellung 1 Uhr. Schnittmacher gesucht. W. Heidenhain, [ 5876 Teilzahlung. 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