Nr.80 42. Jahrgang Ausgabe Ar. 41 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt und Reit" mit„ Gieb. Yung und Aleingarten" fomie der Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: .Gozialbemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einipaltige Ronpareille. geile 70 Pfennig. Reflamezeile 4, Reichsmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Bort 20 Biennig ( auläffia zwei fetigedruckte Worte). jedes weitere Wort 10 Bfennig. Stellengesuche bas erfie Wort 10 Pfennig. febes weitere Bort 5 Pfennig. Worte über 15 Bushstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Pfennig. Anacigen für die nächste Rummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachnt. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Rebatiion: Dönhoff 292-295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Dienstag, den 17. Februar 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Postscheckkonto: Berlin 37586- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofiteukaffe Lindenstraße 3 Verteidigungsschrift der Reichsregierung. Ein schlechtes Geschäft fürs Reich, ein gutes für die Reichen. Es müsse der nötige 3eitraum für Berhandlungen unbedingt gewonnen werden, da sonst Rhein und Ruhr im preußischen und vielleicht deutschen Staatsverband abgeschrieben werden müßten. Die Dentschrift der Reichsregierung über den Ruhrsfandal| der Reichtumsverhältnisse dieser Wirtschaftsgruppe auf der außerordentlichen Druck derjenigen Ruhrindustriellen, die zu dem liegt vor. Man nimmt das ftattliche Druckwerk zur Hand anderen Seite zeigen müßte. Nur auf dieser Grund- Ruhrfrieg geraten hatten und die nach Ludendorffschem Musterund blättert es durch. 26 Seiten Text, 48 Seiten Anlagen. lage tönnen die Maßstäbe gefunden werden für die Be mit einem Ende des Kampfes binnen 2 bis 3 Monaten gerechnet Man beginnt die Darlegungen zu prüfen, man untersucht die rechtigung der Entschädigungsforderungen hatten. Die Hoffnung tro g. Am 20. Oftober 1923 erfühnte sió Bahlen. Man gewinnt den Eindruck: das ist die Ber der Schwerindustrie des besegten Gebietes wie für die Ent- ein Hugo Stinnes, auf dem ein erheblicher Teil der Verantwor teidigungsschrift einer Reichsregierung, die schädigungen, die das Reich gezahlt hat. Die Dent- tung am Ruhrabenteuer laftete, folgendes brieflich zu erklären: vor dem Parlament und dem Volte schwer angeflagt ist! chrift der Regierung aber weicht einer fol. Angeklagt der Verlegung des obersten verfassungsmäßi- chen Rechenschaftslegung aus. Mit feinem Worte gen Rechtes der Volksvertretung, der Berlegung des greift sie zurück auf die Berhältnisse der Schwerindustrie in Budgetrechtes. Angeflagt, einer einzelnen Be der Inflationszeit. Da ist fein Wort und teine Zahl zu völkerungsgruppe finanzielle Zuwendungen von finden für die gewaltigen Inflationskredite, der Schmer ungeheurem Ausmaß gemacht zu haben, deren sach industrie. Nichts von Lohnficherungen. Nichts von Ersatz liche Berechtigung, deren Ausmaß bestritten, deren Berechnung für sogenannte unproduttive Ausgaben. Nichts von der Verreichen.... mehr als zweifelhaft ist. Angeklagt, diese Summen da wendung dieser Gelder. Da hört man nichts von der Sonderhingegeben zu haben, ohne sich die Möglichkeit einer steuer, die die Schwerindustrie der Arbeiterschaft des besetzten Kontrolle über die Berteilung gesichert zu haben. Gebietes durch den Lohndruck auferlegt hat. Das ist eine Berteidigungsschrift"! Man hätte erwartet, eine schlagende Beweisführung zu finden, die aus der Not des Staates, aus der höchsten Gefährdung der Lebensintereffen des Staates den Schritt der Reichsregierung begründet hätte, sich über das Recht des Par lamentes hinwegzusetzen. Nichts von dem. Nur die Redens arten, die wir in den amtlichen Dementis nun schon wochen lang zu hören bekommen und an deren Ende immer wieder die Frage steht: warum? marum? warum? Man hätte erwartet eine eingehende Rechnungslegung, eine Darlegung der Grundsätze, nach denen Schaden und Schadenerjag berechnet worden sind. Hätte erwartet eine ge rechte Abwägung der Leistungsfähigkeit des Staates und des Boltes auf der einen Seite und der Lage derer, die den Schadenersaz forderten mit der mit der Drohung der Staatszerstörung!- auf der anderen Seite. Richts von dem. Man hätte erwartet eine Darlegung darüber, warum gerade die Gruppen der Bevölkerung, die am reichsten und mächtigsten sind, die in der Zeit der Not ihren Reichtum und ihre Macht gestärkt haben, bevorzugt worden sind vor den Massen der Bevölkerung, die im besetzten Gebiet, in Kampf und Abwehr gegen die Invasion gelitten haben und heute noch leiden. Diese Dentschrift ist feine Generalabrechnung. Sie ist eine schlechte fummarische Teilabrechnung, deren Zahlen, wie die erste tritische Ueberprüfung zeigt, der genauesten Rochprüfung bedürfen. Darin aber, daß die Reichsregierung der stürmischen Forderung nach der Offenlegung einer Generalbilang ausweicht, tritt die große politische Gefahr zutage, die in der Berschleierungstaktik der Regierung liegt, die ihrer eigenmächtigen Begünstigung der reichsten und mächtigsten Wirtschaftsgruppe in Deutschland nachfolgt. Diese Haltung der Regierung ist ein Schlag ins Gesicht des Parlaments, ein Angriff auf die Rechte der Boltsvertretung, auf das Wesen des parlamentarischen Systems. Diese Haltung unterwühlt die Grundlagen, auf denen ein demokratischer Staat sich aufbauen muß: die voll= kom menfte Deffentlichteit der gesamten Staatsverwaltung und Staatswirtschaft, die Gerechtigkeit gegenüber allen Staatsbürgern! Aus der Denkschrift. Die Ruhrentschädigungsdenfschrift ist ein Kulturdokument allerersten Ranges nicht wegen, sondern trotz ihrer Schön heitsfehler. Der staunende Leser erfährt, daß die Regierung bei dem Bergleich, den sie mit den Ruhrindustriellen abgeschlossen hat und bei dem das Reich Hunderte von Millionen, wenn nicht mehrere Milliarden über seine Entschädigungspflicht hinaus gezahlt hat, noch etwas verbient hat! Freilich stand das Reich unter einem Der große Kaufmann und Industrielle scheute vor einer erpresserischen Drohung nicht zurüd, um sein Ziel zu er Wie der Vergleich zustande kam. Die Entschädigungspflicht des Reiches für effektive Ruhrschäden ift unbestreitbar. Niemand bestreitet sie. Aber warum dann diese überstürzte Regelung ohne Befragung des Parlaments? So erklärt es die Denkschrift: „ Die Frage war nur, wann und in welcher Weise dieie Berpflichtungen am vorteilhafteften abgelöst werden sollten. Die bedrohliche Lage einzelner Unternehmungen und ganzer Industries zweige erschien in den letzten Monaten des Jahres 1924 groß genug, um den Gedanken einer baldigen Ablösung der Restverpfito Regelung, die nur im Wege des Bergleichs durchführbar war, bestand tungen des Reiches dringend nahezulegen. Durch eine schnelle nicht nur die Aussicht, der Industrie Hilfe in ihrer finanziell bedrohten Lage zu bringen, sondern vor allem die Möglichkeit, einen bedeutenden Nachlaß ihrer Forderungen() und damit einen finanziellen Vorteil für das Reich zu erzielen. Eine schnelle Einlösung der Reichsverpflichtungen war auch notwendig, um nicht die späteren Etatsjahre, die mit den Damesnnuitäten schon start belastet sind, durch die Erstattung der Repara tionslasten an die Wirtschaft des Ruhr- und Rheingebietes noch mehr zu belasten. Die Zahlungsform war in den früher eingegangenen Berpflich tungen des Reiches offen gelaffen. Die Verpflichtung lautete auf 3ahlung in Anleihe oder in anderer Weise. Eine Abfindung in Anleihe brachte der Industrie teine wesentliche Hilfe. Es wäre für die finanzielle und Währungslage gefährlich gewesen, wenn größere Mengen der Anleihe auf den Markt gebracht worden wären. Monaten für eine Barablösung günstig. Die Regelung durch Underseits war die Kassentage des Reiches in diesen Bergleich erschien deswegen gerechtfertigt. Sie hat dazu geführt, Marx geht vor den Landtag. Regierungserklärung am Mittwoch.- Severing bleibt. Aber nichts, nichts, nichts von alledem! Das ist feine Berteidigungsschrift. Das ist ein neuer Versuch, zu verschleiern, wo im Namen der Gerechtigkeit und der Staatsmoral Aufflärung gefordert werden muß. Mit erschreckender Deutlich feit zeigen die Zahlen und Berechnungen dieser Dentschrift, wohin wir unter dem Regime der Luther und Stresemann gekommen sind. Da erscheinen die summarischen Grundsäge, nach denen man in der Inflationszeit leichtfertig die Steuergesetzgebung des Reiches behandelt hat. Mit souveräner Handbewegung nach pauschalem Ueberschlag, ohne eindringende Einzelkritik und Kontrolle ist über Gelder des Reiches ver- Ein von der sozialdemokratischen Landflären wären, find die praktischen Gefeßgebungs- und fügt worden. Nicht über Bapiersummen, sondern über Be- tagsfraktion an den Ministerpräsidenten Marx gerich- Verwaltungsaufgaben, die an die Preußische Regierung träge die viele Hunderte von Goldmillionen ausmachten. Da ist nichts zu finden von den peinlich tetes Schreiben über die Stellung der Fraktion zur der An- in den nächsten Monaten herantreten werden. Es wäre meiler zu genauen Grundsägen der Finanzwirtschaft und der öffentlichen regung der Bildung eines Kabinetts der Volksgemeinschaft Rechenschaftslegung, die mit dem parlamentarischen System, den Rechten und der Kontrolle des Parlements, notwendig verknüpft sein müssen. Da treten Grundsäge in der Staatswirtschaft zutage, die sich nur vergleichen lassen mit den Grundsägen der Staatswirtschaft des absolutistischen Systems aus längstvergangenen Tagen. Die erste Einzelkritik, die wir im folgenden veröffentlichen, gibt einen Einblick in die Unsolidität der Grundsäge, nach denen die Angelegenheit der Ruhrentschädigung behandelt worden ist. Diese Denkschrift der Regierung ist weder eine politische Berteidigung, noch eine rechtliche Verteidigung, noch vermag fie die innere Berechtigung des Ausmaßes der gegebenen Ent fchädigungen und des eigenmächtigen Borgehens der Reichsbehörden beweisträftig darzulegen. Das ist keine Verteidigung, das ist die Rechtfertigung der Anklage! Ueber all das hinaus aber geht die eine Feststellung: 700 Coldmillionen find der Wirtschaftsgruppe zugefloffen, von der nicht nur das ganze Volt, sondern auch die gesamte wissenschaftliche Literatur mit vollem Recht behauptet, daß fie in der Zeit der Inflation und des Ruhrkampfes es verStanden hat, eine gewaltige Wirtschaftsmacht zusammenzufchweißen. Die Reichsregierung, die sich von dem Verdacht befreien wollte, dieser Gruppe obendrein noch Subventionen auf Koften des Volkes gegeben zu haben, müßte dem Volke eine General bilanz porlegen, ein Rechnungswert, das die Berluste des Reichs, seine Zuwendungen für biese Wirtschaftsgruppe auf der einen Seite, die Entwirdlung hat folgenden Wortlaut: Antwort der Landtagsfraktion der Deutinationalen Bolts. " Sehr verehrter Herr Ministerpräsident! Die uns gesandte partei auf die Frage nach einer Möglichkeit der Beteiligung an der Regierung der Boltsgemeinschaft veranlaßt uns zu folgenden Bemerkungen: Die Deutschnationale Volkspartei bekennt sich grundsätzlich zur Boltsgemeinschaft, wenn diese verstanden wird als u zustehenden Boltsfräfte. Nach der Ihnen von uns bekannten Terminofammenfaffung aller auf christlichem, nationalem und sozialem Boden logie der Deutschnationalen Bolkspartei, welche die Sozialdemokratie meder als christlich noch als national anerkennt, bedeutet das die Ablehnung jeder Idee der Boltsgemeinschaft, welche die Sozialdemofratische Bartei mit umschlösse. Das Antwortschreiben der Deutschnationalen Bolfspartei entwickelt dann in der Einleitung und den vier Abfäßen gewisse Ideen über die Politik einer Volksgemeinschaftsregierung. finnungsgemeinschaft gewesen. Und soweit wir es verstehen, ist für Für uns find Regierungstoalitionen nie eine Ideen- oder Gebie Bartei des Zentrums die Lage die gleiche. Wir haben stets nur Regierungsfoalitionen aufgefaßt als befristete Arbeitsgemeinschaften zur Erreichung bestimmter praffischer Ziele. In diesem Sinne haben wir uns zur Erörterung von Ihren Bor. fchlägen bereit erklärt. Das Schreiben der Deutnationalen Boltspartei vom 13. Februar enthält derartige praktische Vorschläge nicht, ondern nur einige allgemeine Redewendungen, über die endlos verhandelt werden tönnte, ohne daß die praftische Frage der Regierungsbildung auch nur einen Schritt vorwärts tame. Die Fragen, welche für das Regierungsprogramm in erster Reihe zu erärtern, wie der Fehlbetrag im Staatshaushalt zu Grundsteuer und Mietzinssteuer der Schuß der wirizulegen, inwieweit die Fürsorge des Staates für alle schaftlich Schwächeren sicherzustellen ist. Darüber hinaus wäre festHilfsbedürftigen ausgebaut und die Fortentwicklung auf fulturellem Gebiete gefördert werden fönne. Es wären, Vereinbarungen zu treffen über die Fertigstellung der neuen Städte und Landgemeindeordnung, die Ausbreitung republikanischen Geistes in der Berwaltung und den Schutz der republikanischen Berfassung gegenüber den Elementen, die das Boir in den Bürgerkrieg zu treiben suchen. decken ist, wie insbesondere in Berbindung mit den Fragen der Das Schreiben der Landtagsfraktion der Deutschnationalen Boltspartei vom 13. Februar enthält demnach zwar nicht die prat tischen Vorschläge, zu deren Erörterung wir uns bereit ertlären, wohl aber eine grundfäßliche Ablehnung des Zusammengehens mit der Sozialdemokratie. Unter diesen Umständen hält die fozialdemokratische Fraktion des Landtages weitere Berhandlungen über die Bildung einer Volksgemeinschaftsregierung für völlig ausfichtslos. Im Anschluß hieran gestatten wir uns mitzuteilen, daß die sozialdemokratische Fraktion heute mittag den Beschluß gefaßt hat, fich an dem von Ihnen zu bildenden Kabinett mit Herrn Severing als einzigen fozialdemokratischen Minister froh schwerer Bedenten wegen diefer nicht ausreichenden Vertretung zu beteiligen." Die Bildung des Kabinetts Marr dürfte nunmehr im Lauf des heutigen Tages zur Tatsache werden. Am Mittwoch, nachmittags 2 Uhr, gedenkt der neue Ministerpräsident dem Landtag seine Regierung vorzustellen und ihr Programm darzulegen. Die Rechte ist damit vor die Frage gestellt, ob sie einen Ministerpräsidenten aus den Reihen des Zentrums mit Hilfe der Tscheta" zu Fall bringen will. über 200 Millionen Reichsmark gegenüber dem Betrage er» > p a r t worden sind, der hätte aufgewendet werden müssen, um vollen Ersatz der Lieferungen und Schäden zu gewähren. Nach Abzug der bereits früher zu einem großen Teil in E-Schatz- anweifungen geleisteten Abschlagszahlungen und der feit November 1923 erfolgten Steueraufrechnungen verblieb noch eine restliche Lergleichssumme von rund 222 Millionen Reichs- niark. Auch von diesem Betrage sind noch 110 Millionen Reichs- mark durch Uebernahme einer Kreditverpflichtung des Bergbaus bei der Rcichsbank abgedeckt worden, so daß eine Barabfindung von 112 Millionen Reichsmark verblieb." Hier ist wieder von der rätselhaften E r s pa r n t s die Rede, von der wir zu unserem größten Bedauern in der Denkschrift nichts entdecken konnten. Hätte man nicht schärfer nachprüfen müssen. Ist ein Bergleich immer die günstigste Lösung? Fraglich erscheint es immerhin. Warum aber fragte man nicht den Reichstag? Darau antwortet die Denkschrift: .Der Reichstag war aufgelöst und die Reichsregierung befand sich in Demission. Den neuen Reichstag abwarten und die ent- sprechenden Gesetze einbringen, hätte eine Verzögerung um Monate bedeutet, durch die der Reichssistus des Vorteils bedeutenderer Er- fparniffe verlustig gegange» wäre, ganz abgesehen davon, daß in dieser Zwischenzeit weitere Ratenzahlungen auf die bestehenden Aer- pslichtungen hätten geleistet werden müssen. Um diesen Vorteil für das Reich zu sichern, wurden die Zahlungen auf Grund einer Etatsüberschreitung vorgenommen. Dabei bestand von vornherein die Absicht, sich später Indemnität erteilen zu lassen." Warum hat die Regierung nicht dem Ueberwachungs» ausschuß des Reichstags Mitteilung gemacht? Eingeweihte wollen wissen, daß von einem Indemnitätsgesuch der Regierung bis vor wenigen Wochen nicht die Rede war. Im Gegenteil: die Regierung war über die Pressemeldungen von dem Nuhrskandal geradezu überrascht, wenn nicht bestürzt. Davon zeugt doch schon die Tatsache, daß man auf die Denkschrift so lang« warten mußte. Eine Regierung, die dem Reichstag von Höhe und Ausmaß der geleisteten Entschädigungen Mitteilung machen wollte, bätte die Denkschrift schon aus dem Korrektheitsbedürfnis heraus, das.Fachministern" eigen sein sollte, vorgelegt, eh« die Presse sich damit beschäftigte. Zahle», die man sich merken mutz. Die Denkschrift enthält u. a. zwei große Zahlenreihen, die über die Ausmaße und die Zahlungsweisc der Ruhrsubvention Auskunft erteilen. Hier ist zunächst die Gesawlaufflellung der gcleisteken Zahlungen. Interessant ist die ander« Ausstellung, die angibt, wre der Rvhrbergbou im einzelnen abgefunden wurde und die obendrein noch zu erklären sucht, daß dem Steuerfiskus durch die übereilte Regelung sogar noch Vorteils erwachsen sind. 186 Millionen Mark mußten noch hohen Vorschußleistungen in bar bezahlt werden. Dem Betrag von 186 Millionen Reichsmark liegt folgend« Schadens- l, erechnung zugrunde. In der Zusammenstellung sind in Klammen, diejenigen Beträge angefügt worden, die bei einer vollen Bezahlung des Gegenwerts der Leistungen bzw. Aufwendungen etwa erforderlich gewesen wären. Stilles Cafe. von Erich Gotlgetreu. Nicht überall lärmt die große Stadt, nicht an allen Ecken und Enden guetschen und drängen sich die Menschen— stille Winkel gibt es hier und dort, Oasen in der Steinwüstenei. Da sind die dunklen Höfe, die am liebsten joder meidet, weil'? unheimlich fast in ihnen geistert, da sind ruhige, alte Straßen, zu eng, zu gewunden, zu unwichtig für den Berkehr, da sind.Parks" mit wenig Gebäum, .Spielplätze" ohne Sandhaufen— aber Papierfetzen laubt's bei jedem Winftoß die Menge—, da sind die unscheinbaren Läden auch. in denen niemand kaust: will's dennoch jemand tun, klingelt's erst einmal, klingelt's auch zweimal, eh« der Herr Ehof dem Dunkel ent- schlürft... Und dann zwischen dem bunten Lärmgetrieb überall die stillen Eafes! Ohne Musik, ohne Händlergeschrei, ohne Klatschgewäsch, ohne Hastgewirr. Halbdunkel ist's, leer sind die kalten Marmorplatten, ein Aschbecher, ein Untersatz belebt hier schon. Verbleichte Tapeten kleb» an den Wänden, ihnen entliest man, was es hier gibt: vor» zügliche Zigaretten, gepflegte Biere. Edelliköre und Sasse« Haag. Ferner wird mitgeteilt, daß die Benutzung der Korbmöbel auf .eigene Gefahr" geschieht, die der Garderoben haken natürlich des- gleichen. Und die engbrüstig«.Tocher des(Eafe-)Hauses" gespenstert zwischen den Wänden umher hitzig, obwohl man Phlegma vermuten könnte, so fiebrig, als wenn sie irgend etwas Unbestimmt« sucht«, und doch ist's um Entgegeneilen dem nächsten unbekannten Gast, Warten aus neu« Bestellung Mißtrauen auch und Angstquol bis- weilen vorm Zechpreller.Zahlen!" wollen sie hören, rechnen wollen sie können, Geld wollen sie sehen, Geld! Wer ist zu Gast.bei einem Wirte wundermild" in unseren Städten? Wer wäre selbst solch ein Wirt, wer könnte es sein? Ist das ein«.Besetzung", über die der Wirt sich noch freuen soll, weil er schwer an ihr verdient? Ein Liebespaar, das viel, viel schöner« Getränke sich schenkt al» ihm der Wirt mit Kaffee T«. Kakao je bieten kann. Ein armer Reisender in Kämmen, Seifen. Stiefelwichsen— in einer Stunde geht sein Zug, am Zeitunglesen liegt ihm mehr als an der Zeche. Zwei Freundinnen, die fast den ganzen Nachmittag oerplaudern— zwei Portionen Sck�agfahne essen sie zusammen(weil's ein« für beide nicht gibt), lohnt das? Und ein junger Mensch— Kaffee und Kuchen: schön, aber statt zu schnapsen. ichveibt er dies« Feuilleton, lohnt da»?? Zu Ha Slam» betagt am 22. März unter Mitwirkung ibrer Tanzgruppe in ernet M-Itace im Theater am Kursürftendamm neu« Tänze zur Äussührung. Eine«ockeseNer-SHstavg für Dänemark Die Internationale Gesund. heitSabtetlung der Ziockeseller-Ztiltung hat dem Dänischen Serum-Zuftitut >n Kopenhagen zum Zwecke deS AnSbau« seiner Gebäude und Ladoratorien die Summe von 1.100.000 Kronen überwiesen. SS ist dieS die dritte große Stiftung, die Dänemarl ta kurzer Zell von dem Institut gemacht wird. A. ZMcnm-eleferungeu. l. Kohlenlieftrungen.... 269 200 000 M.(283000 000 M.) 2. Lietcrung von Nebenprodukten 6 800 000.( 6800 000 ,) 3. Laufende Kohlensteuer... 41400 000.( 43 000 000 ,) 4. Rückliegende Kohlensteuer.. 47 900 000.( 52 000 000.) B. Beschlagnahmuuge» lür Reparallooszwecke(Kestsorderuug) 1. Beichlaonahmungeu ioweit sie nach dem Kohlensinanzvertrage zu entschädigen waren... 63 7VOOOO M.(100 000 000 M.) 2. Anderweitige Kohlenbeichlag» nahmungen bei den Zechen.. 5050 000.(18 000 000,) Zu I und 2 Haldenichäden. 1100 000.(2 000 000.) 3. SqndrkatSkohlenbandelsgesell» schaffen........ 4 000 000.(10 800 000.) 4. Nebenprodukt«...... 12 200 000,(20 000 000,) 5. Grubenholz....... 400 000,(1000 000,) 6. Eisen und Mateiialien,.. 25 000000,(50000000,) C. Sonstige Schäden. 1. Zölle und Abgaben.....— 1R.(10000000 M) 2. Beschlagnahmt«] Lohngelder I Sonder» 8. Besayungkichad. l Verfahrenssachen 6500000.< 8 700000.) ollgem. Art J 4. Zinsen.......... 26 700 000,(74 000 000.) 5. Schäden der ehemaligen Regie» zechen......... 80 000 000,(35 000 000 ,) 6. Verlust bei der Verwertung der E-Schatzaaweiftmgeu....16 000 000.(18 000 000.) 656 000 000 M(727700 000 W) ES find geleistet: Im Juni 1924. 12 000 000 M. . Juli..... 36 000 000, , Aug.E-Schatz- anweifungen 143 000000» , Septb.in bar 21 000 000» . Oltbr. in bar 21 000 000. . Novbrinbar 50 000 000, . Dezbr.in bar 85 000 000, Steuerftundung_. bztaAnrechnung 52 000 000 M. 370 000 000 M(870 000 000 M) Bleibt zu zahlender Rest 186 000 000 M.(357 700 000 M.) Wir haben an anderer Stell« bereits dargelegt, daß die Auf- stcllung in wichtigen Positionen falsch ist. Immerhin Ist die Auf- stellung von Wert, indem sie beweist, daß die großen Zahlungen erst Mitte 1924 begonnen haben. Die Sozialdemokralle ist. so lange sie in der Regierung war. bei der Beschlußfassung über diese Zuwendungen bewußt übergangen worden. Die Verantwortung für die unparlamentarische Finanzpolftik fällt voll auf bürgerlich« Regierungen zurück. (5iir Kritik der denkschrift. Di« Angaben der Denkschrift bedürfen der genauesten Räch- Prüfung. Schon ein erster' Ueberblick läßt erkennen, daß bei der Prüfung des Schadens und der Prüfung der Berechtigung der For» derungen der Schwerindustrie— namentlich des Ruhrbergbau»— die Reichsbehörden sich mit den Angaben der Interessenten und sehr rohen und nicht kontrollierbaren Ueberschlagsrechnungen begnügt haben. So stellt die Denkschrift Schäden und Entschädigungen einander gegenüber, ohne der Oefsentlichteit auch nur mitzuteilen, nach welchen Grundsätzen Schadenrechnungen der Beteiligten auf- gestellt worden sind.— Erstaunlich ist bei alledem, daß trotz der geschickten Frisur der Berechnung einige sehr erhebliche Quellen der Be» reicherung für die Schwerindustrie erkennbar werden. An sich ist das kein Wunder. Der Reichswirtschaftrminister mußte in einem al« Anlage Wied er gegebenen Schreiben vom IL. Dezember 1924 anerkennen, daß gegen die Ausstellungen der Lastenabteilung des Bergbauoereins Einwendungen ebenfall» nicht auf Grund genauer Kenntnis der Gestehungskosten des Ruhrbergbau», sondern lediglich auf Grund von Schätzungen gemacht werden konnten. Schon das läßt auf die Möglichkeit schließen, daß der Ruhrbergbau seine Schäden recht willkürlich angeben durfte, ohne daß«in« stich- haltige Nachprüfung möglich gewesen wäre. A� Grund derart Oer liebende Solschen»?. In der russischen Sowjetpress« wird gegenwärtig die sexuell« Frage sowie die Reorganisation des Familieniebens sehr eifrig er» örtert. Auch größere Schriften werden, natürlich aus Staatsmitteln, über diese Fragen herausgegeben. Es ist von Interesse, festzustellen, zu welchen Schlußsolgerungen die kommunistischen Reformer ge» langen. So hat in Moskau im Verlag der kommunistischen Universität ein Herr Salkind ein Buch unter dem Titel„Revolution und Jugend" veröffentlicht. Er beginnt mit folgender Offenbarung:„Bom revo- lutionär-proletarijche» Standpunkt ist eine rein physische sexuelle Neigung unzulässig!" Nach diesem vielversprechenden Ansang folgen weitere Geistesblitze. Der wertvollste von ihnen ist wohl der Rotschlag an die Kommunisten, wie man sich von der E i s e r s u ch t, diesem kleinbürgerlichen Gefühl, befreien könne. Der Ratschlag lautet: Wenn eine Frau ihren Mann verläßt, darf dieser nicht der Eifersucht verfallen, sondern muß sich an seine kominunistisckc„Zelle" wenden und die Frage zur Emscheiduna stellen, wer besser sei. er oder der neue Maim seiner Frau..Fällt das Urteil der Zelle"— fährt Herr Salkind fort—„nicht zu deinen Gunsten aus, so find« dich mutig damit ab. Hat dich aber ein Unwürdigerer ersetzt, so bleibt dir das Recht vorbehollen, um die Zurückeroberung, um die Rückkehr der Fortgegangenen zu kämpfen. Gelingt dir da» nicht, so bleibt dir noch immer das Recht, die Frau als«inen Menschen zu verachten, der seinen Klassenstandpunkt verleugnet hat."(S. 89.) Das wäre nun wirklich eine gute Beschäftigung für all« kommunistischen Zellen. Wie wäre es übrigens, wenn die jetzt laut Befebl aus Moskau in allen Ländern ins Leben gerufenen„Zellen", statt der nutzloien Beschäftigung mit der Politik, von der sie doch nichts verstehen, sich mit der Zähmung der eifersüchtigen Ehegatten beschäftigen würden? Zum Schluß noch folgende Offenbarung aus dem kommu» nistifchen Lehrbuch, und zwar über die Frage der sexuellen Neigung von Kommunisten zu Frauen aus bürgerlichen Kreisen. Nach Ansicht des Verfassers bedeutet die Liebe zu einer Angehörigen einer feind- lichen Klasse eine ebensolche Entartung des s ex u eilen Gefühls wie die geschlechlliche Neigung eines Menschen zu einem Krokodil oder Orang-Utang.(S. 80.) Dies alles klingt natürlich wie ein schlechter Witz. Aber dieser wie vielen anderen literarischen Mißgeburten liegt eine sehr wichtige Tatsache zugrunde: Die Unfähigkeit der Bolschewisten. die Probleyie des persönlichen und des Familienleben» zu lösen uni neu« Lebensformen an Stelle der alten, zerstörten ju schassen. Das Bedürfnis nach einem neuen System der menschlichen, familiären Beziehungen ist sehr stark in Rußland, das soeben die Grundlagen des alten Daseins, darunter auch die Grundlagen der hergebrachten Familie zertrümmert hat. Aber der Bolschewismus ist nicht im- stand«, an Stelle der zerstörten Formen neue, bester« ins Leben zu rufen. Was er hervorbringt, ist literarische« Geschwätz. Zwei Tanzabende. Hilde Schewior, die vorige Woche im Blüthner-Saal tanzte, hat sich im Lauf« der Jahre ein« treu« Gemeinde geworben. Der eine liebt die grelle Wucht ihre«.Revo- lutionärs", der andere die asketische, auch in künstlerischem Sinn asketische, Gestaltung ihrer.Frau, den Dritten erheitert die witzige vager Schätzungen setzte man dann die i» viele Hundert von Millionen gehende» Entschädigungsbeträge fest, und es wäre bei der Kalkulationstechnik der Schwerindustrie wirklich ein Wunder, wenn sie dabei schlecht gefahren wäre. Zunächst eine allgemeineFe st stellung. Es gibt immer. hin Maßstäbe, die eine auch nur überschlagsweise Schätzung des Der- Hältnisse» von Schaden und Schadenersatz gestatten. Am 3. März 1924 veröffentlichte der.Berliner Börsen-Courier" ein« Denkschrift der Lastenabteilung des Bergbaulichen Vereins. In dieser Denkschrift wurde der Berlust der Ruhrkohlenindustri« für Februar 1924 auf S,2 7 Mark pro Tonne Förderung berechnet. Diese Zahl war viel zu hoch gegriffen. Eine eingehende Einzelkritik der Kalkulation würde zu dem Ergebnis führen, daß diese Zahl will- türlich hochgeschraubt worden ist. Legt man jedoch selbst diese Zahl zugrunde und überschlägt den Gesamtschaden, indem man Schaden pro Tonne Förderung mal Förderung rechnet, so ergibt sich«in Schaden nach Schätzung der Ruhrindustrie von rund 40 0 Mil- lionen Goldmark. Die Gesamtentschädigung an die Ruhr- industri« beträgt SS6 Millionen Soldmark. Nimmt man von der Zahl der Unternehmer die notwendigen Abstrich« vor, so ergibt sich, welch glänzendes Geschäft die Ruhrindustrie gemacht hat! Die Denkschrift umfaßt die Entschädigungsleiswngen für fol- gende Arten von Schäden: die durch die Gewalt erpreßten R e- parationslei st ungen. die durch Micum-Verträge erpreßten Reparationslasten, die privaten Regieschäden und Stillegungss chäden und endlich die Schäden nach dem so- genannten Sonderoersahren. Unter die letzteren fallen ins- besonder« die durch Verkehrs, und Betriebsstillegung der Besatzungs- behörden entstandenen Verluste sowie diejenigen, die durch Straf- maßnahmen und Wegnahme von Geldbeständen verursacht wurden. Schon aus der Art dieser Zusammenstellung erkennt man, daß man jeden Anstoß, den die Schadenrechnungen erwecken konnten, zu be- seitigen suchte, indem man lediglich solche Schäden ausstellt«, deren Ersatz grundsätzlich von jedermann als berechtigt empfunden werden muß. Es fragt sich nur, ob nicht ein solcher Ersatz bereits erfolgt ist und in welcher Form das geschah. Sieht man sich z. B. in der Spezialausstellung. die für den Ruhrkohlenbergbau gemacht ist, den Ersah der Sohlenliefernngen an die Entente näher an, so findet man, daß für diesen Zweck 269,2 Millionen Reichsmark für insgesamt 14,6 Millionen Tonnen ausgegeben worden sind. Demnach zahlt« man pro Tonne der auf die Micum-Derträge gelieferten Kohl« 18,43 Gold- mark. Das ist ein sehr erheblicher Betrag, wenn man sich daran erinnert, daß heute die Tonne Fettförderkohle ad Zeche 15 Ew. kostet. Man kann also annehmen, daß hier der volle B e r- t a u s s w e r t erstattet worden ist. Wenn es also an anderer Stelle heißt, daß ein entgangener Gewinn nicht vergütet wurde, so spricht das erwähnte Beispiel dagegen. Roch deutlicher tritt da» hervor bei der Bcrgülung der Lieferungen von kohle nueben Produkten. Hier ist der Betrag von SB Millionen Reichsmart nach den amtlichen Preisen" ermittelt worden. Man wird doch nicht behaupten wollen, daß die amtlich festgesetzten Preise keinen Gewinn enthielten. Di« laufend« Kohlen st euer wurde den Zechenbesitzern voll vergütet, ebenso die 18,3 Millionen Dollar, die auf Grund der Micum-Berträg« an.rückliegender Kohlensteuer" aufzuwenden waren. Hierbei ergibt sich folgende Rechnung: es wurden erstattet 47,9 Millionen Goldmark bar. von zwei anderen Positionen wurden 37,2 Millionen Goldmark oerrechnet. Di« Summ« ergibt 85,1 Mil- lionen Goldmark. 18,3 Millionen Dollar sind aber 76B Millionen Goldmark. Ist die Differenz von 8.2 Millionen Gold- mark etwa als Zinsvergütung gewährt worden, obgleich die Ent- schädigung für Zinsen in einer anderen Position verrechnet ist? Geradezu erstaunlich ist da» Borgehen bei der Festsetzung der Entschädigung für beschlagnahmte Sohle. Das Reich hatte nach dem Kohlensinanzvertrage die Verpflichtung übernommen, die auf den Zechen beschlagnahmte Kohle zu erstatten. Eharakterstudie der.Göhr«". Man feiert die Schewior als-.stunune Schauspielerin". Daß sie keine Tänzerin ist, fühlen wohl die meisten. Tanz ist Rhythmus der bewegten Körperform. Und dieser mangelt ihr. Sie ist nicht einmal imstande, ihre pantomimischen Schwünge mit der Begleitmusik in steter Uebereinstimmung zu halte». Dadurch entsteht ein Zwiespalt, der für jeden unerträalich ist. dem eine Spur von rhythmijchem Körpergefühl eignet. Aber auch wenn sie ihre Ebarakterpantomimen ohne Musik aeben würde, blieb« der künstle- rische Wert zweifelhaft. Klug ersonnen« Mosaiken von kleinen Momentbildern aus dem Leben. Ein« einzige aus der Füll« und Tiefe quellende typische Gestaltung:.Frau". Manches nur aus den äußeren Effekt gestellt, mit billigen Hilfsmitteln arbeitend, titschig. Der.Revolutionär" z. B. oberflächlich posierender Siegesalleestil. Anerkennenswert die mimische Verwandlungsfähigkeit und die meist eindrucksvollen Masten und Kostüme(»Lulu"). Manche Stellungen und Beweaungsmomente mögen die Phantasie bildender Künstler anrege». Mit diesen Vorzügen aber hat Tanzkunst nicht», nickst?. nichts zu schaffen. Im August- Förster. Saal debütierten zwei Jugendliche: G i t t a C u c u e l und L o u E a g e r s. Die erste technisch, nament- lich beintechnisch fast vollendet. Aber ohne rechten künstlerischen Ernst und Ehrgeiz. Stellt ihr schönes Können in den Dienst von Kabarett- Wirkungen und scheut selbst vor Requisitrnscherzen nicht zurück. Die zweite ernster, aber technisch noch unfertig. Wirkt oft wie ein Kapell- meister, der mit Armen und Händen der Musik den Takt gibt. Biel- leicht kann aus beiden etwa» werden, wenn Lou sich entschließt. gründlich tanzen zu lernen, und Gitta strengste Selbstzucht übt. I. S. Bildende Kunst und Proletariat war da« Thema eines Bor- trag» kür die Volksbühne von Prof. Hans Baluschek. Samt- liche Formalierungen waren so prägnant, daß wir bisher Säumigen dringend empfehlen, den zweiten, nunmehr gipfelnden Teil' zu besuchen. Diese Veranstaltung, über die dann mit dem ersten Abend zusammen hier berichtet werden wird, findet am 28. Februar, abends 7H Uhr. im Hörsaal der Kunstgewerbeschule, Prinz- Albrecht-Straße Nr. 7«, statt. G. Toller-Aufführungcn in Bußland. In Moskau und in Peters- bürg sind mehrere Dramen von Ernst Toller zur Ausführung ge- langt. Die russische Kritik äußert sich im ganzen sehr anerkennend, teilweise wird bedauert, daß der Dichter Toller nicht immer so klar in seinen Tendenzen ist, wie der Politiker Toller. Der Politiker sei imstande, das Leben der Massen im Zusammenhang mit den pollti- schen und wirtschaftlichen Bedingungen zu studieren und die Zu- sammenhänge zu erkennen, der Dichter dagegen sei.«in typischer Expressionist, ein hamletisierender Skeptiker, der alle von ihm zur Behandlung vorgenommenen Probleme mit dem Gift des Zweifels bespritzt. Ausgeführt wurden.Hinkemann" und.Der entfesselte Wotan". Mit dem ersten Stück ist die Kritik im ganzen sehr zu- frieden. Ueber die Wotan-Komödie heißt es, es sei die denkbar gif- tigste Satire aus das heutig« Deutschtand. vr. Heinrich Blttaer, Professor der Hlflologlr, AnatomI« und Embryologie, von der tierärzNichen Hochtchnle in vrilin ist zum ordentlichen Ploflssor an der Universität in Sofia ernannt worden. 3u diesem Zwede hatte es zunächst einen wertbeständigen Kreditauf der Grundlage der Kohlenpreise gewährt. Das ist der sogenannte Rohlenfinanzkredit, dessen Höhe in der Dent fchrift auf 44,78 Millionen Reichsmart beziffert wird. Bei der Abdeckung des Rredits murde nun nicht etwa der Gestehungspreis vergütet oder derjenige Preis, den das Kohlen. syndikat, auf dem freien martte hätte erzielen können, sondern der Preis, den die Kohle zurzeit der Kreditabdeckung hatte. Rechnet man nach, so erhält man einen Preis von 13,45 Gm. pro Tonne, der angerechnet worden ist. Gefördert aber wurde die Kohle bereits im Jahre 1923 mit Geftehungskosten, die in Papiermart entstanden, also bei den Hungerlöhnen der Inflation geradezu. lächerlich gering waren. Hätte damals das Kohlensyndikat die Kohle am freien Markt abgesetzt, so hätte es allein infolge der damals geltenden Zahlungsbedingungen höchstens die Hälfte des Preises erhalten, den das Reich ihm später in Gold vergütet hat. Das gilt sowohl für die Summe von 44,785 Millionen Goldmart, die ihm auf den Kohlenkredit angerechnet wurden, als für die Summe von 63,75 Millionen Goldmart, die bar erstattet wurden. Das bedeutet: In der Zeit der Micum- Berträge hat die Ruhrfohlen. industrie durch die Generosität des Reiches mit der beschlagnahmten Sohle ein glänzendes Geschäft gemacht. Sie hat dafür rund 55 Millionen mehr erlöst, als sie bei dem Berkauf auf dem freien Markte erzielt haben würde. Diese 55 Millionen bezahlen die deutschen Steuerzahler. Das sind nur einige Stichproben, die zum mindesten das eine ergeben: baß das Reich bei der Entschädigung der Kohlen. barone und Eifenindustriellen viel weitherziger zu Werte gegangen ist als etwa bei der Abfindung fleiner Gewerbetreibender, bei der Entschädigung der Inflationsopfer und bei der Schadensvergütung Tur bte vom Friedensvertrag schwer getroffenen Auslandsdeutschen. Sie zeigen aber auch, wie fritiflos die Angaben der Schwerindustrie hingenommen worden sind, wie leichtherzig die Buchungen der Regierung sind, wie sehr zum Borteil der Schwer industrie gerechnet worden ist, und wie locker dem Reichsfinanzministerium das Geld für die Schwerindustrie gefeffen hat. Die Tagung des Reichslandbundes. Schutzzoll. Gegen die Republik. Gegen Sozialpolitik. Der Reichslandbund hat gestern mehrere Kundgebungen aus Anlaß der landwirtschaftlichen Woche in Berlin veranstaltet. Die größte davon fand im Großen Schauspielhaus statt. Troß des Trauertages für die Opfer des furchtbaren Grubenunglücs hatte man an mehreren Stellen schwarzweißrot geflaggt. Auch der Saal und die Rednertribüne war so geschmückt. Der Befuch war ausgezeichnet, zahlreiche Delegierte der verschiedenen Landesverbände fomie einige Bertreter der Regierung und des Reichstags waren er Schienen. Man hatte vermutet, der Präsident würde einige Worte des Bedauerns für die Opfer des entfeßlichen Gruben unglüds finden. Ja, er fand Worte des Bebauerns, aber für die verflossenen Fürstenhäuser... Nach einer kurzen Begrüßungsansprache an die erschienenen Gäste eröffnete der Präsident des Reichslandbundes, Graf von Raldreuth, die Tagung. Die Ausführungen des Präsidenten des Reichslandbundes mur| ebenfalls feststellen, daß er eine durch und durch in sich gefestigte den häufig stürmisch beklatscht. Man fand den traurigen Mut, nach diefer zynischen Verhöhnung weiter Boltstreise und der Kampfanfage an alle, die sich nicht dem Machthunger der Landbündler unterwerfen woller, das Deutschlandlied zu singen. Der Oldenburg ist wieder da. Die größte Frechheit, die sich die engstirnige Gesellschaft der Großagarier im Schauspielhaus erlauben tonnte, war zweifellos das Auftreten des Herrn von Oldenburg Januschau. Der Januschauer ist berühmt geworden durch seinen Brief an ten preußischen Minister Löbell, den er am 12. April 1915 unter dem furchtbarsten Druck der englischen Hungerblockade schrieb. Dieser Brief darf den Agrariern nicht vergessen werden. Der Januschauer schrieb: Liebste Exzellenz Frih! Jm Begriff, nach Polen auf meinen Posten zurückzukehren, danke ich Gott, die Schererei mit den Gütern und der Zivilvermaltung los zu fein. Es ist auf dem Cande jetzt tatsächlich unerträglich mit den täglich wechselnden Berordnungen. 3ch bestelle viele Weil die Unsicherheit der Ernte und der Bestimmungen 500 Morgen überhaupt nicht, und so machen es zu groß ist. Die Sache mit den Kartoffeln ist jetzt einigermaßen vernünftig, von den Schweinen wird die Hälfte in der Pökeltonne verfaulen. Die Erbitterung auf dem Lande ist sehr groß und wird fich nach dem Kriege enfladen. Persönlichkeit ist, dem weder eine passive Bestechung, noch sonst irgendeine Amtsverlegung zuzutrauen ift. Richtig ist allerdings, daß er vielleicht nicht immer den richtigen Umgang gewählt und Kriegs- und Revolutionsgewinnlern in die Hände gefallen ist, die seine Stellung auszunuzen versuchten; aber mir glauben sagen zu können der Schreiber dieser Zeilen hat es gelegentlich mit angesehen, daß es wirklich nur beim Versuch geblieben und daß Richter keineswegs daran dachte, irgendwelche gesellschaftlichen Gefälligkeiten, die man ihm erwiesen, durch irgend welche Amtshandlungen zu vergelten; und wenn er überhaupt derantige gesellschaftliche Gefälligkeiten annahm glaubte er aus seiner wirklichen natürlichen harmlosigkeit heraus, daß sie ihm selbst und nicht etwa dem hohen Beamten galten. So wird er, wie wir überzeugt find, sicherlich makellos aus jeder Untersuchung hervor. gehen." Die Quellen des" Lokal- Anzeigers". Unentgeltliche Materiallieferung? mit Bergnügen fort, im Privatleben der belasteten" Persön Der„ Lotal- Anzeiger" und mit ihm die ganze Rechtspresse fährt lichkeiten der Linken herumzuschnüffeln. Zwar weiß man gang genau, daß dabei nichts herauskommen wird, aber wie bekannt, gilt der schöne und erhebende Grundfaz, daß immer etwas hängen Diesen Mann lassen die Herren vom Reichslandbund eine bleibt. So veröffentlichte der„ Lokal- Anzeiger" gestern eine Liste Begrüßungsansprache an die versammelte Mannschaft von Arlegenheiten" des Bolizeipräsidenten Richter vernommen sein sollen. von fünf Personen, die angeblich vom Staatsanwalt in den Angeund Halm" richten. Wer wie der Januschauer während der engund Halm" richten. Wer wie der Januschauer während der eng lischen Hungerblodade solche Briefe schrieb, beging- mindestens Landesver= in der Schreibweise deutschnationaler Blätter rat. Aber was macht das? Der Januschauer fintt darum in der Achtung seiner Standesgenossen nicht. Der Reichslandbund braudyt fich nicht zu wundern, wenn die Tiraden über Steuerbolichewis. mus" usw. danach bewertet werden. Die Deutschen- Verhaftungen in Moskau. Man braucht Austauschgefangene. Die sozialdemokratische Fraktion hat bekanntlich vor einigen Wochen eine fleine Anfrage über das Schicksal zweier in Moskau verhafteten deutschen Studenten, Kindermann und Wolfcht, im Reichstage eingebracht. Einzelheiten über diese Angelegenheit, die die völlige Rechtlosigkeit der Deutschen in Rußland und die unglaublich brutale Behandlung der Gefangenen in den Sowjettertern dartun, find inzwischen in der Frankfurter Zeitung" und im„ Berliner Tageblatt" veröffentlicht worden. Nun tommt auf Grund eines Artikels in der Jswestija" eine offiziöse Darstellung aus Mostau, wonach die gefangenen deutschen Studenten der Organisation " Conful" angehörten, mit gefälschten Papieren nach Mostau getommen feien und dort im Auftrage einer deutschen faschistischen Organisation Attentate auf hervorragende tommunistische Staats. männer verüben wollten. Außerdem wird den verhafteten Studenten vorgeworfen, daß sie im Auftrage deutscher Firmen Wirtschaftsspionage" in Rußland treiben wollten. " Wer die Praktiken der russischen Tschela und der hinter ihr Er ging davon aus, daß die Rotlage der deutschen stehenden Sowjetregierung fennt, wird über diese offigiöse ruffifche Landwirtschaft tatastrophale Formen angenommen hat und Darstellung nicht erstaunt sein. Es gehört, wie aus unzähligen das Jahr 1925 manchen Landwirt von Haus und Scholle treiben Fällen bekannt ist, zu den ständigen Gepflogenheiten der russischen wird. Er beklagte die Sanierungspolitik der Reichsbank. Er ist er Justizbehörden und der mit ihnen eng liierten Tscheta, alle miß. staunt, baß das Kabinett den Mut gefunden hat, von Sozialfiebigen Personen, die aus irgendwelchen Gründen den Zorn der versicherung und Sozialfürsorge zu sprechen. Solange das Geld dafür nicht aufgebracht werden kann, folange fann feine Behörden auf sich gelentt haben, nicht nur einzufertern, sondern Sozialfürsorge geleistet werben. Die Pflicht geht vor Recht. Jeder auch zu verleumden und zu verunglimpfen. Wo es notwendig erLandwirt hat die Pflicht, seine Wirtschaft zu intenfinieren. scheint, merden auch die erforderlichen Dokumente" gefälscht oder Das sei aber bei den jezigen Verhältnissen nicht möglich, wenn die die bei den Verhafteten gefundenen Schriftstüde werden in einer Zahlungsbilanz 3 milliarden Unterbilang aufweist und Deutschland Weise interpretiert, die in der Deffentlichkeit für die Gefangenen ständig landwirtschaftliche Produkte vom Ausland einführt. Die ungünstig sein muß. Da diese der Willtür der Behörden preisAbsicht ber Regierung einer größtmöglichen Steigerung der Ausfuhr fei irrig. Bor allem müssen Steigerung der Ausfuhr sei irrig. Bor allem müssen gegeben sind und von feiner Seite Hilfe finden, behält in allen die Ausgaben herabgelegt werden. Der Rebner wandte fich dann Fällen die Ticheka Recht, und die Gefangenen find wehrlos ihrem Schicksal preisgegeben. fcharf gegen die handelsverträge, insbesondere gegen den spanischen Handelsvertrag, der mit Rüdsicht auf den Export Don deutschen Maschinen den Moselweinbauer ruiniert habe. In den Handelsvertragsverhandlungen fönnen wir nur die formale Meistbegünstigung gewähren, die Erfämpfung der gegen feitigen Meistbegünstigung bei den französischen Vertragsverhand lungen ist nicht notwendig, da Frantreich auf uns angewiesen ift.(!) Es sei grundverkehrt, durch wirtschaftliche Opfer politische Er folge zu erzielen. Das zeigt am deutlichsten der Dawes Plan, Der eine Berknechtung des deutschen Bolfes an das inter. nationale Finanzkapital ist. Es heißt nicht die Ausfuhr fördern, sondern den Innenmartt stärfen. Es müsse unbedingt das Agrarinstitut, die Deutsche Rentenbant- rebitanstalt errichtet werden. Wir brauchen für dieses Inftitut teine staatliche Be vormundung. Es ist unmöglich, eine einseitige Aufwertung der hypothefen der Landwirtschaft vorzunehmen. Auch die Staatspapiere und die Kriegsanleihe müssen aufgewertet werden. Es ist die Aufgabe des deutschen Bolkes, fich com Auslande unabhängig zu machen. Die Landwirt fchaft kann das Bolt ernähren und sogar landwirtschaftliche Pro dufte ausführen, wenn wirtschaftspolitisch die praktischen Möglich feiten geschaffen werden. Der Reichslandbund wird für die höchste Leistungsfähigkeit eintreten, doch die Preisgestaltung der landwirtschaftlichen Produkte, die von den Getreidebörsen des Auslandes abhängig ist, läßt es nicht zu. Wenn wir den absoluten Freihandel ohne Zwangswirtschaft gehabt hätten, wäre Die heutige sage der Landwirtschaft günstiger gewesen. Durch die Hochschutzzollpolitik des Auslandes sei dies unmöglich gemacht worden. So müssen wir den Schutzzoll auf der ganzen Linie haben. Der Reichslandbund fordert Freiheit der Ausfuhr der landwirtschaftlichen Produkte, einen Schub3011, wie er in der Borkriegszeit für Industrie und Landwirtschaft bestand und den Schutz der Biehbestände gegen die Einschleppung ber Maul- und Klauenfeuche aus dem Ausland. Das Steuerwesen muß so gestaltet sein, daß ein allgemein gültiger Reichsgrundsteuerfaß gefunben wird, der das reine Einkommen aus dem Grundbesiz erfaßt ohne Berücksichtigung der Handarbeit am eigenen Betriebe. Das Vorgehen des Staates fommt einer Sozialisierung auf halbem Wege gleich. Dann tam zum Schluß der Redner auf die Berfassung zu sprechen. Es habe sich das Eintammerfystem als un tragbar erwiesen. Die Ereignisse der letzten Beit haben bliz artig die Verwaltungsmethoden moderner Republiken beleuchtet. Heutigentags fann man Portemonnaie, Partei und Staat nicht mehr unterscheiden.( Dafür liefern die Schutzöllner den besten Beweis! Die Red.) Es wird an der Zeit, daß das deutsche Volk sich seine Berfassung ansieht. Es muß eine felbständige, mit größeren Vollmachten ausge ftattete Regierung geschaffen werden. Scharfe Angriffe richtete Graf von Raldreuth gegen die Demokra tische Partei, die im Reichstag eine Eingabe gegen den Landbund eingebracht hat. Die feindliche Haltung der Wirtschaftspartei bleibt ihm unverständlich, da doch die Interessen Landbund und Mittelstand zusammenlaufen. Der Arbeiter der Großstadt müsse sich überlegen, ob der Agrarier sein Feind ist. Am Schlusse seiner langen Rede tam Graf von Staldreuth auch auf die Stellung des Landbundes zur Außenpolitik zu sprechen. Seine Ausführungen gipfelten in dem bezeichnenden Ausspruch, Deutschland müffe endlich seine tranthafte unter. werfungsiu dht" ablegen.. Nach dieser Methode scheint man in Moskau auch in der Angelegenheit der beiden verhafteten deutschen Studenten zu verfahren. Der deutschen Botschaft wird einfach erklärt, daß es sich um Fälscher, Spione und Terroristen handle, und zum Beweis dieser Behauptung werden von den geübten russischen Dokumentenfälschern angeblich authentische dokumentarische Unterlagen" vorgelegt. Was tut's, daß die offizielle russische Version so widerfinnig wie nur möglich ist, und daß die beiden gefangenen deutschen Studenten, von denen einer der kommunistischen Partei Deutschlands angehört, mit völlig ordnungsmäßigen Papieren, die in der russischen Botschaft in Berlin nachgeprüft wurden, nach Rußland gefommen find! Mit großartiger Gefte werden alle diese Dokumente als„ gefälscht" erklärt, und die deutsche Botschaft in Moskau scheint von der Wahrheitsliebe der russischen Behörden so durchdrungen zu sein, daß fie ihre Er. flärungen als bare Münze nimmt, statt gegenüber den offiziellen ruffischen Vertretern jene Sprache zu finden, die allein in Moskau verstanden werden würde. Gerade die offiziöse Darstellung des Falles in der Jsweftija" macht die bisherige Vermutung zur Gewißheit, daß die Mos fauer Regierung den an sich bedeutungslosen Fall der beiden verhafteten deutschen Studenten, die keine Politifer und Beine Verschwörer, sondern naive, etwas abenteuerlustige Schwärmer find, zu einer Staatsattion aufgebauscht hat, um sich in der Berson der beiden Studenten Austausch objekte für jene Sowjetagenten zu fichern, die feit Jahr und Tag ihr verbrecherisches Unwesen in Deutschland treiben. Der Leipziger Licheta- Prozeß hat nur einen fleinen Teil diefes verbrecherischen Treibens aufgedeckt, das die russische Regierung schwer belastet. Als Gegenaktion wird nun die offiziöse Darstellung über den Fall der beiden verhafteben deutschen Studenten in die Welt gefeßt. Dieses Ablenkungsmanöver barf unter feinen Umständen hingenommen werden, es muß vielmehr von den zuständigen Stellen erwartet werden, daß sie für die gefangenen deutschen Studenten wie für die übrigen in russischen Kerbern schmachtenden deutschen Gefangenen mit aller gebotenen Energie eintreten. Richter in Ruhestand. Wie der amtliche preußische Pressedienst mitteilt, hat das Staatsministerium durch Beschluß vom 14. Februar den Berliner Polizeipräsidenten Richter auf Grund der Berordnung Dom 26. Februar 1919 mit sofortiger Wirkung in den ein st weiligen Ruhestand versetzt. * Im Gegensatz zu anderen Blättern, auch demokratischen, setzt sich die Charlottenburger Neue Seit für Richter ein. Sie er innert an feine Tätigkeit als Polizeipräsident in Charlottenburg und u. a. auch daran, wie er während der Spartatus- Unruhen im Januar 1919 dem aus seinem Hause vertriebenen Borwarts" in den Räumen der„ neuen Zeit“ ein Asyl verschaffte, und sie schließt: Haf er sich so in den sechseinhalb Jahren seiner Amtsführung zu einem tüchtigen, angesehenen Fachmann entwidelt, so fann man verraten. Aber immerhin 3u welchem Ergebnis diese Bernehmung geführt hat, wird nicht man hat vernommen irgendetwas wird also Gegenstand der Bernehmung gewesen sein. Der Spießbürger ist beruhigt, daß der Staatsanwalt wacht. Balb wird die ganze Gozi- Best ausgerottet sein. Der Lokal- Anzeiger" fügt an das Ende seiner von so sympathi schem Reinlichkeitsbedürfnis zeugenden Berichterstattung folgende Bemerkung an: In der Linkspreffe ist angedeutet worden, daß unsere Informationen in der Barmat- Angelegenheit von Beamten der Staatsanwaltschaft oder der Kriminalpolizei her. rührten, die uns gegen Entgelt Material lieferten. Wir möchten, um diese Verdächtigungen nicht erst weiter um sich greifen zu lassen, ausdrücklich feststellen, daß diese Andeutungen je der tatsächlichen Grundlage entbehren." Also gegen Entgelt hat der Lofal- Anzeiger" seine Nach richten nicht bekommen. Wir wären ihm sehr dankbar, wenn er uns dann ebenso präzis auf die Frage antworten würde, ob er etwa seine Nachrichten von den Beamten der Staatsanwaltschaft oder der Kriminalpolizei ohne Entgelt erhält. Der„ Lokal- Anzeiger" wird zu geben, daß mit oder ohne Entgelt in diesem Falle in der Bewertung nicht viel Unterschied ausmacht. Der Staatsanwalt war es nicht. Justizrat Dr. Lowenstein macht uns darauf aufmerksam, daß habe. Seine Anzeige richte sich vielmehr gegen die Stelle, welche er nicht eine Anzeige gegen die Staatsanwaltschaft erstattet der Breffe die Nachricht über das gegen die Rechtsanwälte Engel. bert und Werthauer eingeleitete Ermittlungsverfahren ber Deffentlichkeit übergeben habe. Nach der BS.- Korrespondenz handelt es sich um das Justizministerium. Die Deffentlichkeit hat in der Tat ein großes Interesse daran, über die sehr dunklen Quellen all dieser Standalnachrichten einwandfrei informiert zu werden. Eine restlose Aufklärung wäre dringend erwünscht. General Walch nach Paris gereist. Berlin, 18. Februar.( WEB.) General Bald, der Chef der franzöfifchen Abteilung der Interalliierten Militärkontrolommission, und General Baupohe, der Leiter ber britischen Abteilung, find heute abend von Berlin nach Paris abgefahren, wohin fie den endgültigen Bericht über die interalliierte Generalinspektion überbringen. Paris, 16. Februar.( WTB.) Havas meldet, daß der Bericht der Interalliierten Militärkontrollkommission in Berlin über die Entwaffnung Deutschlands infolge einer Berzögerung materieller Art erst Mittwoch vormittag der Botschafterfonferenz übermittelt werden könne. Englands Standpunkt. Condon, 16. Februar.( WEB.) Reuter erfährt: Man erwartet, daß der Bericht der Interallierten Militärfontrollfommiffion über die Frage der deutschen Entwaffnung morgen einfrifft. Soweit die britische Regierung Kenntnis von dem Juhalt des Berichts hat, ist es, wie hier erklärt wird, gänzlich abwegig, von einer nochmaligen Prüfung der britischen Haltung in der Frage der Räumung der Kölner Zone als Ergebnis des Berichts zu sprechen. Die ganze Angelegenheit ist vollkommen flat. Wenn es fich erweist, daß Deutschland feine Verpflichtungen aus den Abrüftungsbestimmungen des Versailler Vertrages nicht erfüllt hat, so bleiben die britischen Truppen in Köln; wenn andererseits der Bericht das Gegenteil beweist und alles nötige geschehen ist, so verlaffen die britischen Truppen die Kölner Zone. Die in der lehten Note der Alliierten erhobenen Borwürfe gegen Deutschland gründeten sich auf einen vorläufigen und abgekürzten Bericht des Komitees. Ob der endgültige Wortlauf des Berichts die Lage ändern wird, fann im Augenblid nicht gesagt werden. Erleichterung im Saargebiet. Paris, 16. Februar.( Eigener Drahlbericht.) Aus Saarbrüden wird gemeldet, daß die Zurückziehung der franzöfifchen Truppen aus dem Saargebiet in Aussicht genommen ist. Die 3000 Mann starte Befatung foll angeblich durch eine lotale Gendarmerie erjeht werden, wie sie im Friedensvertrage vorgesehen ist. Schutzzoll und Arbeiterpartei. Condon, 16. Februar.( WTB.) Mit großem Interesse sieht man den heutigen Verhandlungen des Unterhauses entgegen, in der Macdonald über die Industrieschutzvorlage sprechen wird. In der von der Arbeiterpartei über diese Frage eingebrachten Resolution heißt es, daß die von der Regierung fürzlich dargelegte Politik zu einem Schußzzollsystem führen werde und ihrer Meinung nach weder den Handel Englands in seinem Umfange fördern, noch die Interessen der Arbeiterschaft sichern werde. Bon den Liberalen ist über diese Frage ebenfalls eine Resolution gefaßt worden. Es wird jedoch als wenig wahrscheinlich betrachtet, daß über die Entschließung der Arbeiterpartei abgestimmt werden wird. Im Unterhause brachte Macdonald einen Abänderungsantrag der Arbeiterpartei zum Industrieschußgefeß ein. Er sprach sein Bedauern darüber aus, daß er die Debatte über diese Frage eröffnen müsse, ohne daß eine Regierungserklärung dazu vorliege, und stellte die Frage, weshalb die Vorlage dem Hause bisher noch nicht unterbreitet worden sei. Gewerkschaftsbewegung Um das Sperrgeseh. Die Kommunalbeamten wehren fich. Die dem Reichstag unter Drucksache 412 vom Reichsfinanzministerium vorgelegte Dentschrift über das Besoldungssperrgefez hat in der gesamten deutschen Kommunalbeamtenschaft eine starte Beunruhigung hervorgerufen; allerorts finden große Rundgebungen gegen die Absicht der Reichsregierung, die Gültigkeit des Sperr. gefeßes auf vorläufig weitere zwei Jahre zu verlängern, statt. Die dem Allgemeinen Deutschen Beamtenbund angeschlossene Reichs gewertschaft Deutscher Kommunalbeamten hat in einer Gegendenfschrift zu dem allgemeinen Inhalt der Dentschrift des RFM. Stellung genommen. Sie hat es für wirksamer gehalten, nicht auf alle Einzelheiten der Denkschrift einzugehen, sondern ledig. lich die allgemeine Einstellung der Denkschrift beleuchtet und damit ben beam fenfeindlichen Standpunkt des RFM. feftgelegt. Die Reichsgewertschaft Deutscher Kommunalbeamten wird in dem Augenblid, wo der Reichstag oder der Vierzehnerausschuß die Frage des Sperrgefeges behandeln wird, zu einer öffentlichen Kundgebung gegen jede Berlängerung des Sperrgefezes aufrufen. Samt lichen Reichs- und Landesbehörden, Barlamenten und den einzelnen Fraktionen ist die Denkschrift zugestellt worden. Erfolgreiche Lohnbewegung. Der leitenden Beamten der Reichsbahn. Der Berwaltungsrat der Reichsbahngesellschaft hat den Diret. toren( Abteilungsleitern) der Hauptverwaltung der Reichsbahngefellfchaft Sonderzulagen von 7500 bis 12000 Marfund Dienstaufwandsgelder von 8000 bis 12000 Mart neben ihren pensionsfähigen Bezügen zugebilligt. Reichsbahndirektionspräsidenten erhalten 1100 bis 4000 Mart Sulage und Dienstaufwandsgelder von 8000 bis 12000 Mart.( Die Reichsminister erhalten 4800 m. Dienste aufwandsgelber.) Die anderen leitenden Beamten der Hauptver waltung( bisherige Ministerialräte) und der Gruppenverwaltung Bayern, die Bizepräsidenten der Direftionen erhalten zu ihrem Gehalt noch zulagen von 1100 bis 4000 Mart und Dienst aufmandsgelder von 2200 bis 6000 Mart. Die Zahl diefer mit Zulage bedachten Beamten soll zunächst 107 betragen. Die Mitglieder des Verwaltungsrats follen 10000 bis 20000 Mar? erhalten. Die Eisenbahner werden hocherfreut sein über diese Groß zügigkeit, die sich selbstverständlich auch bei den bevorstehenden Berhandlungen über die Bezüge der Eisenbahner bewähren wird. Bor. Läufig ist man allerdings versucht, diese Großzügigkeit bei der Bewilligung der eigenen Bezüge sehr sonderbar zu finden. Krankenpflege und Politik. Zu der Zuschrift unter obiger Ueberschrift im Vorwärts" vom 10. Februar wird uns von der Bezirksnachrichtenstelle Spandau ge schrieben: 1. Es ist unrichtig, daß eine von der Oberin des Krankenhauses beauftragte Schwester im Vorraum der Kaffe bei den Lohn- und Gehaltszahlungen die Beiträge für die Deutschnationale Bolfspartei foffiert. Eine Schwester, die der Deutschnationalen Boltspartei angehört, hat in einem Falle ohne Wissen der Oberin und der Ber maltung nach der Gehaltszahlung die Gelegenheit benutzt, die Bei träge für ihre Partei von den der Partei angehörigen Schwestern einzuziehen. Dies fann feiner Schmeiter, melcher Partei fie audy angehören möge, sofern fie dadurch nicht ihre dienstlichen Bilichten vernachläffigt, vermehrt werden. 2. Es ist unrichtig, daß eine Schwester, die der Deutschnatio nalen Bollspartei nicht angehört, in der Anstalt nicht verbleiben barf. Die Oberin hat auf die Einstellung und Entlassung von Schwestern nicht den geringsten Einfluß. 3. Es ist unrichtig, daß den Schwefternschülerinnen mit den Einstellungspapieren ein Aufnahmeschein des Kommunalbeamien rerbandes porgelegt wird; nach Argobe des Verbandes werden übrigens Schwesternschülerinnen grundsäglich nicht aufgenommen. 4. Es ist richtig, daß die Beiträge für den Kommunalbeamten. verband auf dessen Wunsch bei der Gehaltszahlung zurückgehalten merden. Die Verwaltung wird bei den Mitgliedern aller Ber tände so verfahren, die einen entsprechenden Antrag stellen. Diese Ermiderung der Bezirksnachrichtenstelle Spandau be. ftätigt nicht allein die von uns mitgeteilten standalösen 3uftände, fondern billigt fie und fündigt ausdrücklich an, daß fie zum System erhoben würden. Ajo es ist zulässig, erflärt bie Bezirksnachrichtenstelle, daß bei der Gehaltszahlung Beiträge für Organisationen von Amts wegen eingezogen werden. Es ist tein Geheimnis, daß zwischen dem leitenden Bersonal, das in der Mehrheit der Romba angehört, und den Krankenpflegern, die in her Mehrheit dem Gemeinde und Staatsarbeiterverband angehören, aus einer Reihe von Urfachen nicht überall ein besonders gutes Es gibt keine Frau, bie jemals wieder etwas anderes zum Haarwaschen gebrauchte, menn fie ein einziges Mal Lavaren verwendete! Jeder einzige fagt, daß fchon bei dem erstenmal Baschen die Haare nicht mehr zerzaufen, pom zweitenmal ab bleibt der Ramm frei von ausgetämmten Haaren. Lavaren forgi eben für hygienische Haarpflege, ist ein ernst. Berhältnis besteht. Wenn nun offiziell bie Rontrolle ausgeführt wird, welcher Organisation das Personal angehört, so tann das nur zu den größten Unzuträglichkeiten führen. Wenn es in der Zuschrift weiter heißt, daß die Oberin von der Raffierung der Beiträge für die Deutschnationale Boltspartei nichts mußte und daß es im übrigen das gute Recht der betreffenden Schwester fet, die Beitragserhebung in der von uns geschilderten Beise vorzunehmen, so müssen wir schon sagen, daß eine derartige F, armlosigkeit mehr ist, als man normalen Menschen zu trauen darf. Man fann fich übrigens porftellen, wie es zugehen würde, wenn sich die Bertreter aller Parteien am Tage der Gehalts zahlung vor dem Schalter etablieren und Beiträge erheben würden. Eine derartige Umstellung auf Betriebszellen müßte Zustände schaffen, die das Wert der Krankenpflege aufs schwerste beeinträchtigen würden. Die Behauptung, daß die Oberin auf die Entlassung nicht den geringsten Einfluß hat", glaubt vielleicht die Bezirksnachrichtenstelle Spandau. Wenn fie es tut, steht sie damit sicher allein. Mehr noch als unsere Mitteilung beweist die Erwiderung, daß ein Eingreifen der Aufsichtsbehörde dringend erforderlich ist. Die Tagung der Gelben. Am Sonntag fand im Rahmen der Baterländischen Woche eine Kundgebung der Gelben in der Neuen Philharmonie" statt. Man fah vor allem die befannten nationalistischen Kampfverbände, den Jungdo, den Stahlhelm, den Wifingbund usw. Der Hauptredner war wieder der berüchtigte Geisler, der u. a. erzählte, daß die faiserliche Regierung auf der Kölner Konferenz im Jahre 1917 sich von den Gewerkschaften auf die Knie zwingen have lassen, womit der Krieg schon verloren war. Also war es wiederum eine neue Dolchstoßlegende, die sich diesmal gegen die Regierung Wilhelm von Hohenzollern richtet. Geisler spielte sich auch als moral. prediger gegenüber den Unternehmern auf. Sie hätten nichts für die Seele des Arbeiters getan. Während Geisler über die sozialistische Republit schimpfte, fagte ein gewisser Bornemann. Ordenskanzler des Jungdo, daß sie ein besseres Deutschland als das vor 1914" wollen. Der volfs parteiliche Reichstagsabgeordnete Adams überbrachte die Grüße der Schwerindustrie des Ruhrgebiets und erzählte, daß die unternehmerschaft mit den 700 Millionen, die sie von der Reichsregierung jet betommen haben, die Bevölkerung des Ruhrgebiets während fo etwas erzählen. der Besagung am Leben erhalten habe. Den Gelben fann man ja Wie es mit der Bewegung der Gelben trog aller Unterstützung der Unternehmer in Wirklich feit bestellt ist, geht aus der Mitteilung des Vorsitzenden des sogenannten Reichsbundes vaterländischer Arbeitervereine hervor, wonach in Berlin bereits über 5000 vaterländische Industriearbeiter zur Bewegung stehen". Wieviel darunter wirklich Mitglieder bei den Gelben find, wurde nicht gesagt. Aber selbst wenn alle 5000 Mitglieder wären, so würde das noch nicht 1 Proz. der gewerkschaftlichen Organisierten ausmachen. Das ist die große vaterländische Arbeitnehmerbemegung". Die Holzarbeiter nehmen an. Eine Funktionärversammlung der Holzarbeiter aus den Be trieben der Freien Bereinigung der Berliner Holzindustriellen" nahm gestern abend Stellung zu dem am 10. Februar gefällten Schiedsspruch. Bevollmächtigter Boefe erläuterte den Spruch, der alle bestehenden Löhne und Affordtarife um 8 Proz. erhöht und den Tariflohn auf 85 Pf. pro Stunde festsetzt. Boese konnte feststellen, daß die Entscheidung des Schlichtungsausschusses nicht befriedige, da durch sie die Differenz zwischen dem Tariflohn und den tatsächlich bezahlten Löhnen aufs neue vergrößert wird. Die Disfuffionsredner schlossen sich allgemein dieser Auffassung an. Der Schiedsspruch wurde schließlich mit einer schwachen Mehrheit an= genommen. So sehen fie aus! Genoffe Otto Miermeister, Betriebsrat in der Irrenanstalt Buch, fchict uns eine Erwiderung auf eine der üblen Tratschgeschichten, die mier dem Sammelnamen Aus den Betrieben in ber Roten Fahne" veröffentlicht werden. In Nr. 38 dieses Blattes murde u. a. erzählt, daß Miermeister behauptet habe, die KPD. hätte im. Städtischen Obbach 2000 Räuber, Verbrecher und sonstiges Gefindel angeworben, die unsere Genossen überfielen, als fie von der Rundgebung im Sportpalast famen.- Dazu schreibt uns Genoffe Miermeister: Neue Löhne der Baurohrleger. Bom 11. Februar 1925 ob be tragen die Stundenlöhne für Rohrleger 1,10 M., Junggesellen( aus dem Helferstande) 1,07 M., Lehrlinge( dito) 1,05 m., Helfer 0.92 m., Lagerarbeiter( aus dem Helferstande) 0,90 m., jugendliche Junggesellen im ersten Jahr nach beendeter Lehrzeit 0,86 M., im zweiten Jahre nach beendeter Lehrzeit 0,95 m. Die Landzulage beträgt pro Tag 4,40 m., die Eleine Landzulage 1,25 M. Das Lohnabkommen gilt bis 31. März 1925. Der ordnungsgemäße Tarifvertrag mit weiteren Bestimmungen ist im Verbandshause des DMV., LinienStraße 83/85, fäuflich erhältlich. Streit bei den Ber.in- Karlsruher Industriewerken Wittenau. Sämtliche Kollegen befinden sich im Streif. Wir ersuchen, den Buzug fernzuhalten. Die Streiftommiifion. Achtung, SPD.- Holzarbeiter! Morgen. Mittwoch, finden sweds Agitationsarbeiten und Materialausgabe nachstehende Rufammenfünfte ftatt: Mufitinftrumentenarbeiter: 5 Uhr in Schinfels Festfälen, Brückenftraße 2( amischen Runce- und Röpenider Straße). Stodarbeiter: 4½ Uhr bei Braffer, Michaelfiraftr. 29a. Mobell- und Fabrittischler: 5 Uhr im Sachsened", Gerichtstr. 52, gegenüber dem Krematorium. Stellmacher: 7 Uhr bei Summel, Sophienstr. 5. Bergolber: 5 Uhr bei Schilling, Rungestr. 30. Bezirk Sübweften und Schöneberg: 5 Uhr bei Schult, Mariendorfer Straße 5. Bezirk Often I: 7 Uhr bei Rromphard, Grüner Weg 49. Bezirk Often II: 7 Uhr bei Wittfdruk, Vetersburger Str. 5. Bezirk Often III: 6 Uhr im total Ropernifusstr. 23. Deftliche Bororte: Gleich nach Feierabend Aronprinzen, Ede Garnweberstraße. bei Geipfe. Bezirk Sübosten: Ab 4 Uhr bei gier, Raunnnstr. 9. Bezirk Nordoften: 7 Uhr bei Tinius, Wilhelm- Stolze- Str. 34, Ede Rochhannstraße. Bezirk Rorbweften: 7% Uhr bei Ullrich, Utredyter, Ede Malplaquetftoake. Bezirk Rentöln: Materialausgabe non 4% bis 7 Uhr im Barteibureau. Nedarffr. 3. Bezirk Süben: Ab 5, Uhr bei Krüger, Engelufer A. Alle SPD. Kollegen müssen dafür sorgen, daß diese Sufamment fünfte vollzählig besucht werden, damit unser Material in alle Betriebe gelangt. Der Werbeausschuß. Achtung, AEG., Turbinenfabrik! Seute nachmittag 3 Uhr bei Dehlfaläger, Berlidingenstr, 5, wichtige Gigung der SPD.- Genoffen. Tagesordnung: Die Betriebsratswahl. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Lackierer! Morgen, Mittwoch, 7% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Gektionsversammlung der Ladierer. Bortrag Branchenangelegenheiten.. bes Sandtagsabgeordneten Otto Meier. Die Ortsverwaltung. Deutscher Wertmeisterbund, Sektion 5. Aranführer und Anbinder dez Metalbetriebe: Sonntag, den 22. Februar, vormittags 9% Uhr, im Rimmer 4 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, Aufgang B. parterre, Bersamme lung aller Kranführer und Anbinder fämtlicher Metallbetriebe. Da wichtige Tagesordnung zur Besprechung steht, ist vollzähliges Erſcheinen notwendig. Bund der technischen Angestellten und Beamten, Ortsvermaltung Berlin. Chemotechniker und Angestellte der Chemischen Industrie: Mittwoch abend 7 Uhr im Chemic- Bortragsfaal der 2. Sandwerkerfchile, Berlin D., Andreasftraße 1-2, Bortrag über den heutigen Stand der Zelluloidlehre. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Sef& ftstelle: Berlin G. 14, Sebaftianfte. 37/38 Sof 2 Tt. Ramerabschaft Reukölln- Brik, 3. Rug: Mittwoch, den 18. Februar, abends 8 Uhr, in bekannter Turnhalle Antreten zum Turnen. bruar, abends 7% Uhr, Kameradschaftsvollversammlung bei Meier, Türkisches Kameradschaft Bankow mit sämtlichen Untergruppen: Mittwoch, den 18. Fe Belt, Breite Str. 14. Kameradschaft Wedding, Jugendgruppe: Mittwoch, den 18. Februar, abends 7 Uhr, Sufammenkunft in der Gothenburger Straße. Rote Schule. Ramerabschaft Reinidenborf: Trourmler und Pfeifer Dienstag, ben 17., abends 7% Uhr, im Boltshaus Reinidendorf- Beft, Scharnweberfir. 114. Untergruppe Reinickendorf- Dit: Dienstag, ben 17., abends 7% Uhr, bei RamTow, Schönhola 14, Gruppenversammlung. Magdeburgfahrer, Geld mitbringen! Ramerabschaft Rövenid und Untergruppen: Kameraden, die sich an der Fahri nach Magdebuta noc beteiligen wolfen, fönnen bis Dienstagabend beim Rameraden Rimmermann das Fahrgeld einzahlen. Konsumgenohenschaft, 24. Berkaufsstelle, Grüner Beg. Mitgliederversammlung am 17. Februat, abends 7 Uhr, Grüner Beg 9. Referat und Aussprache. Berband Cherechtsreform, Sig Berlin. Monaisversammlung am Donners tag, ben 19. februar, 8 Uhr, im Restaurant Greiffenberger", Jerufalemer Straße 8( oberer Gool). Arbeiter Samariter- Bund, e. B., Rolonne Berlin, Schönholzer Str. 20. Am Mittwoch, den 18. d. M.. abends 7 Uhr, Lichtbilder und Filmvortrag für die Rolonne. Rahlreiche Beteiligung wird erwartet. Bereinigung für Unterricht und Erziehung. Ortsgruppe Ober, Rieberschöne weibe unb Johannisthal. Am Dienstag, den 17. Februar, 8 Uhr abends, im Realgymnasium Zeppelinstraße, Bortrag von Dr. Liebenberg:„ Bas ſollen unsere Rinder werden?" Freie Bereinigung Box Sternfreunden, Berlin. Sonnabend, den 21. b. M., abends 8 Uhr, Rurfürstendamm 101, Berliner Rindl, Bersammlung. Gäste milllommen. Bund Deutscher Bodenreformer, Drisgruppe Groß- Berlin. Deffentliche Ber fammlung am Donnerstag, den 19. Februar, abends 8 Uhr, im Gaal 3 des Ariegervereinshauses, Chauffeefte. 94. Reg.- Rat Albrecht vom Landwirt fchaftsministerium spricht über Wohnungseiend und Bodenfrage". Gäfte herzlich milffommen. Anlaßlich einer Unterhaltung mehrerer Rollegen, in der allgemein die Handlungsweise der KPD. bei der Kundgebung im Sport palast verurteilt murde, hat das Mitglied der KPD. Wilhelm Mener als einziger den Ueberfall gebilligt. Darauf erwiderte Miermeister, daß alle die, die den heimtüdischen Ueberfall billig ten, Räuber, Verbrecher und gemeines Gesindel feien. Es sei traurig und gemein, wenn sich die KD. zu ihren Zweden der bebauernswerten Opfer der fapitalistischen Gesellschaftsordnung, der Arbeit und Obdachlojen, bediene. Zur Charafterifierung des ge nannten Meyer, der der Gewährsmann der Roten Fahne" ist, führt Senoffe Miermeister an, daß dieser Kommunist bei allen gemert- Berantwortlich für Politif: Graft Renter; Wirtschaft: Arthur Gaternus; fchaftlichen oder politischen Attionen immer ganz ploßlich Gewerkschaftsbemegung: Friedr. Eslorn: Feuilleton: R.$. Döscher; Lokales erfrantt oder seinen und Sonstiges: Frig Karstadt: Anzeigen: Th. Glede: sämtlich in Berlin. arbeitsunfähig Dienst Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Bormärts- Buchdruckeret Berlin GB 68 Lindenstraße 3. tauscht, um feine nichtteilnahme entschuldigen zu fönnen. So und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Sieran 2 Beilagen unb Unterhaltung und Biffen". fehen die Helden der Roten Fahne" aus. " Riefenaussperrung in Schweden. Stadholm, 15. Februar.( TU.) Begen Streifs und Lohnstreitig feiten in den meisten Zweigen der schwedischen Industrie hat die Arbeitgebervereinigung befchloffen, die Aussperrung der Arbeiter für den 25. Februar oder 1. März anzufündigen. Die Aussperrung würde 130000 Arbeiter betreffen. Die Verhandlungen ergebnislos perlaufen, so daß auch in der Schiffahrt ein Konflikt droht. Übler Mundgeruch wirkt abs Stoßend. Säglich gefärbte Zähne entstellen bas schönste Antlig Beide Schönheitsfehler werden sofort in voll lommen unschäblicher Weise beseitigt durch die Zahnpaste Chlorodont. haftes, wiſſenſchaftlich zuſanamengeſetztes Mittel und fein Kosmeti zwischen dem Schiffsrederbund und den Seeleuten find ebenfalls Sophien- Säle Sophlenstraße 17-18. fum, bei dem es meist nur auf den guten Geruch antommt. Trotz bem foftet eine Badung auch nur 30 Pf. schloss ,. m. Muff- u. Seitentasch., M. JAGDKLEIDUNG Jagdmantel a. vorzüglich. Strichloden, hochge- 36.Jagd mantel a dunkelgrünem, schweren TrikotÄrmel- Windschutz loden, warm gefüttert, zweireihige · Form, offen u. geschl. zu tragen, Muff- Seitentaschen, Jagdpeize grüner Lodenbezug mit SchaffellLodenmantel Sattelform, aus grünem Innenfutter, Ärmel- Windschutz. M. Loden . • Jagoanzü 18 einreihig z. durchknöpfen, hochgeschloss. od. off Form, 4 aufges. Tasch., Brust u. Rücken 75.a. grüngemusterten Lodenstoffen, m Sattelu Falten, Manschett., Breeches od. Ig. Hose, M. a. grün.Lod, zweireihige lange Form mit und ohne Hasentaschen, Rücken mit Sattel u. Gurt 60.- lagdjopp nff, u geschl. zu tragen; Brusttasche 170.mit Patte. Muff- und Seitentaschen zum Knöpfen M. 55. 27- Ledenanzug Form, mit Breeches M. ganz gefüttert, hochgeschlossene 36.a. feinem Satin- Düffel, zweireihige 90. Lodenmäntel a.wetterf.. grün. 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Seilage ües vorwärts dkenstag, 17. Februar 1H2S Der Kaufmann auf Reifen. Wohl jeder, der nicht im Schlafwagen des D-Zuges die deutschen Lande durchfährt, wird auf seinen Fahrten Mitglieder jener großen (Ssmemschast angetroffen haben, die von den Geschäftsreisenden ge- bildet wird. Man findet sie allenthalben, w den großen, wie in den kleinen Städten; in letzteren, sofern st« nicht aus sonstigen Gründen, wie z. B. als Kurort, stärkeren Fremdenverkehr haben, treten sie naturgemäß in besondere Erscheinung. Kinder der kapitalistischen Epoche, werden sie auch erst mit dieser von der Bildfläche ver- schwind«. Ver Neifeoüe von früher. In den Zeiten des Raubrittertums pflegten die Kaufleute den Transpori ihrer Waren selbst zu leiten, höchstens überließen sie Der- wandten oder langjährig erprobten Angestellten diese gefährlich« Arbeit. Die Mitte des 18. Jahrhunderts etwa bezeichnet die Um- wälzung im binnendeutschen Kaufmannsleben: die verhältnismäßig ruhige Zeit von dem siebenjährigen Kriege bis zu Napoleons Kriegs- zügen sah eine Dcrmehrung der Bevölkerung eine Erstarkung und Verbreiterung der Kaufkraft, eine Ausdehnung der Fabrittätigkeit, die dem Handel und Wandel neue Dahnen vorschrieb. War bisher jede handwertlich hergestellte Arbeit sozusagen eine indtoiduelle Lei- stung, so brachte die maschinelle Herstellung Typeiuurbelt von gleicher Güte und damit war die Handhabe gegeben, dem fern von dem Der Reisend' früher Erzeugungsort lebenden Akmahmelustigen Muster vorzuweisen, der« später aus d'e Bestellung hin gelieferten Geschwister diesem Muster durchaus glichen. Nun war es nur nötig— de, den damals germgen Verkehrsmöglichkeiren keine leichte Sachet— die Muster von Ort zu Ort zu tragen, um Geschäfte über das ganz« Land hm zu machen. Geringe Derkehrsmöglichteiten und schiechte Straßen! Die Post- wagen blieben oft stecken: das einzelne Pferd trabte eher längs des bodenlos« Weges. So enksiand der Mnsterreiter. dem noch Fritz Reuter in der Erinnerung an die in Stavenhagen verlebte Jugend- zeit ein drastisches Willkommen geboten hat:„Ungefähr monatlich einmal zog kotbejpritzt ein einsamer Probenreiter auf buglahmem Gaule in die Tore der Stadt ein und erkundigte sich in ergötzlichem ausländischen Dialekte bei einem Straßenjungen, etwa bei mir, nach dem einzigen Gasthofe des Städtchens. Unter uns Rangen entspann sich dann ein lebhaster Streit, wer den Fremden zu Tolls, später Schmidt, später Beutel, später Kämpfer, später Kossel, später Holz, jetzt C lasen, geleiten sollte, bis wir uns zuletzt d«n darüber ver- einigten, ihm sämtlich das Komitat zu geben, dem sich dann noch einige allere Personen anschloflen und darüber debattierten, ob dies derselbe sei, der vor einem Jahre, oder vor drei Jahr« die Stadt beglückt habe." Mti der Erschließung des Landes durch dte Eisenbahn ver- schwand natürlich der„Proben"- oder Musterreiter von den Straßen, die inzwischen sich ja auch in Chauffeen umgewandelt hatten. €fo bischen weltklagheit. Wie der Pressemensch, so wird auch der wahre Geschäftsreisende zu seinem Berufe„geboren".—„Verpfuschte Existenzen"«lng bei dem Kundenkreis zu befestigen. Wohl dem. der über gesellige Talente verfügt— interessant erzählen wird ja jeder können, der weitgereist ist. aber Geschicklichkeit in Vorführung kleiner Zauberkunststücke verschafft einen besonderen Ruf, der dem Geschäft nicht abträglich ist. Selbstverständlich darf ein solch abenvliches Zusammensein nicht zum Gelage ausorten, das meist später die Der- trauensstellung zum Kund« beeinträchtigt. Die andere Vertrauensstellung. Der Geschäftsreisende ist die vollgültige Vertretung des Geschäftsinhabers; mit ihm abgeschlossene Geschäfte sind bindend. Das Vertrauen, das der Chef daher dem Reisend« schenken mutz, hat aber auch wiederum viele Dorteile für ihn: der Reisende wird nicht nur etwaige Mißverständnisse beseitigen, sonde« auch sich der Kreditbeobachtung widmen, ja auch bestrebt sein, ungewiss« Posten rechtzeitig einzuziehen. In diesen Fragen sviell das angeborene kausäunische Talent eine Hauptrolle: der Reifende muß sich seiner Aufgabe als„Schlichter" in dem ganzen Komplex der geschäftlichen Frag« bewußt sein. Auch die Aufrechnung der Spesen sst Der- trauenssache. Man unterscheidet zwischen festen Spesen, Ersatz der Reisekosten.„Mund"spesen, wie auch das GeHall sich oald als festes. meist aber wohl als Grundgehall plus Provision darstellt. Eine kurz vor dem Kriege gemachte Ausstellung ergab einen Spesensatz von 15 bis 18 M. für die mit Katalogen und Musterbüchern Reisen- den, von 22 bis 35 M. für die von Kossem(öl> bis 150 Kilo- Der Reiseade jetzt gramm) begleiteten. Bei Mitnahme schwerer Koffer steige« sich namentlich die für den Ortstransport ouszuwendenden Kosten. Daß der Beruf des Geschäftsreisenden nicht gerade zu denen gehört, die ein« Lebensverlängerung garantieren, ist begreiflich. Jedem Wetter ausgesetzt sein, aus wärmen Kupees und Räumen in Kalle und Regen hinausgehen, unregelmäßig essen müssen, viel sprech« usw. sind Faktor«, die ein« kräftigen Körper voraussetzen, soll die Gesundheft nicht leiden. Auch die Wohltätigkeitseinrichwng« des großen deutschen Verbandes zeigen eine starke Beanspruchung. Der verband reiieooer Sausleule Deutschlands umfaßt gegenwärtig 31 000 Mitglieder: er hat sein« Hauptsttz in Leipzig in einem eigen« Hause. Er ist in 121 Sekttonen einaeteill; die Sektion Elberfeld besitzt ebenfalls ein eigenes Haus. Der Verband wurde 1884 gegründet: 1885 besaß er 1073 Mitglieder. Zum Vergleich mit dem jetzigen Mitgsiederstande sei bemerkt, daß 1909 in Preußen 91 322 Gewerbelegittmationskartcn ausgestellt wurden, wovon aber jedensalls ein Teil auf sogen. Detallreisende entfiel, die nicht Ge- schästsreifmde im üblichen Sinne, sondern Verkäufer der mftgeführ- ten War« sind. Der Verband nimmt nur solche Reisende als Mitglieder auf, die aus dem regulär« kaufmännisch erleriuev Berufe hemorgeaangen sind. Seinem Bemühen ist mancher Fort- schritt und manche Erleichterung des Verkehr; zu verdanken; ein< Bergünsugung neuesten Datums ist, daß der Verband die Sicht- vermerk-Mark« für die Einreife nach Oesterreich feinen Mitgliedern verabfolgen kann. « Wir verlieh« unseren Reiftnd« in dem Augenblick, da die Eisenbahn ihren Triumphzug durch die Welt begann. Seitdem sind neu« Derkehrsmöglichkeiten durch das Fahrrad, das Automobil, das Flugzeug gegeben. Von ihnen kommt das Automobil vor allem in Frage. Man muß sich vergegenwärtigen, daß die Reisenden zum großen Tell Kundschaft in kleinen Städten haben, die zwar mit der Bahn zu erreichen, aber vielfach untereinander durch keine Bahn verbunden sind, so daß immer eine Rückkehr zur Hauptbahn nöttg wird. Man denke nur an die„Sackbahnen" Bayerns. Da ist natürlich ein Automobil ein rentables Verkehrsmittel für den Reisenden und seine Musterkoffer: vorausgesetzt, daß dies Ge Der Apfel der Elifabekh Hoff. 231 Loa Wilhelm Hegeler. 8. Nie war Elisabeth mit Ryseck einen Abend ausgegangen, ohne am nächsten Tage zu versuchen, ihren Mann durch ver- doppelte Fürsorge und Zärtlichkeit für die Stunden der Ein- samkeit zu entschädigen. Aber sie merkte bald, daß er sie gar nicht entbehrte, daß er im Gegenteil froh war, wenn sie ihn allein ließ. Sein seltsames Benehmen machte ihr Sorge. Er, sonst so gütig und gerecht, war in der letzten Zeit gegen die Kinder von einer Reizbarkeit, daß diese sich scheu vor ihm zurückzogen. Was ging in ihm vor? War er krank? Wollte er durch sein Verhalten zu verstehen geben, daß er ihren Ber- kehr mit Ryseck nicht wünschte? Aber aus alle ihre Fragen gab er nur die Antwort: seine Arbeit! Er hatte eine sehr wichtige Arbeit vor, die seine ganze Kraft in Anspruch nahm. Er war nicht krank. Er fühlte sich im Gegenteil in besserer Stimmung als fe Nur gestört wollte er nicht sein. Elisabeth nahm sich vor. ihn in Ruhe zu lassen. Aber was war das für eine Ehe? Kaum daß sie bei den Mahl- zeiten einige Worte miteinander wechselten. Abends ging er später als sie zu Bett, stand morgens vor ihr auf. Ein Frem- der. der gezwungenermaßen ihr Schlafzimmer teille, konnte nicht zurückhaltender sein.. Trotz ihrem Vorsatz ließ sie sich emes Tages von ihrer Erregung überwältigen. Sie bat ihn unter Tränen, ihr zu sagen, was er gegen sie hätte. Er gab dieselbe Antwort wie stets Fügte einige knappe begütigende Worte hinzu: sie möge nur Geduld haben. Wenn seine Arbeit erst beendet sei. würde alles so werden wie früher. Aber seine Haltung dabei war von unangreifbarer Feme, sein Gesicht so kalt, in seinen Augen log ein fast feindseliger Ausdruck— Elisabeth fühlte sich tiefer verletzt, als wenn er sie noch so rauh angefahren hätte. Es stand aber so mit Hoff. Die Inkubationszeit, deren Dauer schwankte, war fast schon vorüber. Wenn er auch noch keine direkten Anzeichen der Krankhest feststellen tonnte, so fühlte er doch die geheimnisvolle Wirkung der Keime in seinem Körper. Er sagte sich, daß es eigentlich feine Pflicht fei, schon jetzt das Krankenhaus aufzusuchen. Aber das hieß, auf die Bollendung seiner Arbeit verzichten. Er hoffte, durch seine Willenskraft die Wirkung des Giftstoffes hintanhalten zu können. Aber— und das war seine furchtbare Sorge— d«r> vc nicht jetzt schon Ansteckungsgefahr m sich? Darum verursachte die Nähe seiner Frau und seiner Kinder ihm solche Pein. Eines Nachts wachte Elisabeth auf und fand das Bett ihres Mannes leer. Sie sah nach der Uhr. Es war gegen drei. Einen Augenblick lag sie noch unschlüssig. Dann erhob sie sich. Es ging doch nicht an, daß Roland sich durch diese sinnlose Nachtarbeit ruinierte. Leise öffnete sie die Tür seines Arbeitszimmers. Es war dunkel. Ueber der Stuhllehne hing fein Anzug. Er selbst lag halb entkleidet auf der Chaiselongue. Em solcher Zorn ergriff sie, daß sie ihn wachrütteln wollte. Aber sie dachte an den Abend, da er ihrer werbenden Zärtlichkeit so kalt be- gegnet war. Sie wollte sich nicht Mißverständnissen aussetzen. Wie eine ansteckende Kranke meidet er mich... dachte sie. Sie blieb sitzen, bis der Morgen heraufdämmerte, in sich zu- sammengekauert, frierend und noch kälter aus ihrem Inne« durchfröstelt. Ihr Frauenleben war zu Ende. Sie hatte das Gefühl, ihr Haar wäre ergraut und ihr Körper verwelkt. Am nächsten Morgen erklärte Hoff ihr kurz, er möchte von nun an in seinem Arbeitszimmer ein Nachtlager aufge- schlagen haben. Er fürchte, durch sein spätes Zubettgehen ihren Schlaf zu stören. „Du störst mich wahrhaftig weniger, als durch solche Maßnahmen." „Aber mir ist es so bequemer, ich habe meine Gründe." „Wie du willst." Das waren die letzten Worte, welche die beiden allein miteinander wechselten. Denn am nächsten Tag lud Ryseck Elisabeth und ihre Kinder ein, ihn auf einer Fahrt nach Ruprechtsau zu begleiten. Der Gedanke an Hellborn ließ ihm keine Ruhe. Vielleicht war es ihm möglich, fein Schicksal freundlicher zu gestalten. Jedenfalls hatte er das Bedürfnis, zu erfahren, wie's dem alten Iugendfteund ging. Anfangs hatte Elisabeth Bedenken, als aber Ryseck chr erklärte, eine Begegnung zwischen ihr und Hellbo« sei sehr unwahrschein- lich, da das Forsthaus weit außerhalb des Ortes lag, willlgte sie ein und fragte! ob es ihm recht wäre, wenn sie auch Mar- gret dorthin bestellte? „Wenn's Ihnen Freude macht, freut's auch mich." er- widerte er lächelnd. Auch Hoff gab feine Zustimmung. In sein versteintes Gesicht kam sogar etwas wie ein Schimmer von Freude, als er diesen Plan hörte. Noch am selben Abend schrieb Elisabeth an die Schwester und bat sie dringend, nach Ruprechtsau zu kommen. Am Abend vor der Abreise sprach Ryseck noch einmal im Hause vor. Er traf nur den Professor, der auf dem Balkon Luft schöpfte. Es hatte am Nachmittag ein Gewitter gegeben. Noch blitzte es in der Ferne. Die beiden sprachen vom Wetter. Ryseck beobachtete Hoff. Der Mann sah mit- genommen aus. Ueberarbeitet offenbar. „Immer noch so fleißig?" fragte er. Hoff nickte nur. „Da wird das neue Serum wohl bald auf den Markt kommen?" „Es handelt sich um eine rein theoretische Arbeit." „Schade. Ich dachte schon, man könnte mit Ihnen ein Geschäft machen." „Mit dem, was ich schreibe, wird kaum ein Geschäft zu machen sein. Bielleicht später einmal. Aber ich werde es wohl nicht mehr erleben." „Wäre nicht mein Fall, so eine Art ArbeitI Ich will Erfolg sehen." „Erfolg?— Wer erlebt den Erfolg seiner Arbeit? Die wenigsten. Wir leben alle von der Vergangenheit und ardei- ten für die Zukunft." „Eine Ansicht, für die man drüben wenig Ber- ständnis hat." „Unsere ganze Zivilisation, alles, was wir haben, das meiste, was wir sind, beruht auf der Arbeit derer, die vor uns waren. Wir genießen ihre Früchte. Da ist es nicht mehr als recht, daß wir selbst für die arbeiten, die nach uns kommen." „Ich denke, die Leute vor uns haben vor allem mal an sich gedacht," erwiderte Ryseck.„Sie haben ihr Glück erstrebt, ihre Freuden gesucht, ihre Dummheiten gemacht und sind sich dabei als ein Gipfel und eine Bollendung vorgekommen. Wären wir alle nur Lasttiere am Wagen der Zukunft, das Leben wäre so grau wie der Pfad, auf dem des Müllers Esel traben." „Lasttiere am Wagen der Zukunft— ein unerfreuliches Bild. Und doch, recht verstanden, kann man sich nichts Besseres wünschen." „Lieber Herr Hoff, vergessen Sie nur nicht, daß zwischen gestern und morgen das Heute liegt, und versäumen Sie über Ihren Enkeln nicht Ihre Frau und Ihre Kinder. Wenn ich eine junge hübsche Frau hätte wie Sie—" „Was täten Sie dann?" «3ch wüßte jedensalls. was ich täte, und fragte nicht erst." (Fortsetzung folgt.) fchäft die finanzielle Belastung trägt. Das ist ein Rechenerempel: hier schnelle Erledigung" mehrerer Orte in furzer Zeit dort Rosten für die vielfachen Hin und Herfahrten und Lebensunterhalt auf mehrere Tage. Die einmaligen Anschaffungsfosten fallen natur. gemäß ins Gewicht. Die Entwidlung geht jedenfalls in dieser Rich. tung und dann ist der einstige Probenreiter" wieder zur Land. ftraße zurüdgefehrt. Aber der Gaul hat sich folossal verändert: er hat Kräfte von facher Stärfe gewonnen. Wie unser ganzes Leben auch... Der Fuchs im Wäschekorb. Die Geschichte eines verwegenen Einbruchs. Durch einen verwegenen Einbruch in den Geldschrank wurde die Färberei von Bergmann am 4. November v. 3. um den Betrag von 26 000 m. beraubt. Aeußere Spuren eines Einbruchs in die Räum lichkeiten waren nicht vorhanden. Die Kriminalpolizei erhielt schließ lich den Wint, daß an der Tat vermutlich einer der Stuter der Firma beteiligt sei. Eine Hausfuchung in den Wohnungen des Kutschers Mariot und feines Schwagers Ewald Fuchs, eines schon mehrfach wegen Einbruchsdiebstahls vorbestraften Mannes, förderte in verschiedenen Berstecken erhebliche Geldbeträge Don je mehreren tausend Mart zutage. Noch einmal die.Hirsch- Polizei". Eine Erwiderung. a Auf unsere Mitteilung über das Gebaren des Wacht- und Sicherheitsdienstes für Groß- Berlin in Nr. 68 erhielten wir eine Erwiderung von der Generaldirektion des Bacht und Sicherheitsdienstes, unterzeichnet v. Hirsch Schwabe, Lazar, die folgenden Wortlaut hat: 0 Bersammlung des Einbeitsverbandes fozialistischer Unternehmer statt. Die Mitglieder werden ersucht, bestimmt zu erscheinen. Beiträge merben in dez Bersammlung entgegengenommen. Gäste fönnen eingeführt werden. Arbeiterbildungsicule Groß- Berlin. Seute abend 7, Uhr beginnt in der Gemeindeschule Senefelderitr. 6/7 die Arbeitsgemeinschaft des Genossen Rabenstein über Grundfragen der Politif. Die Arbeitsgemeinschaft ber Genoffin Bohm Sau( Das Erziehungsproblem) im Real. gymnaflum Beißensee, Boeldpromenade, findet von jest ab wieder Freitags statt. Nächster Abend Freitag, den 20. Februar. hat fich im Sommer 1924 um eine Anstellung als Berbe Parteinachrichten Ginfendungen für diese Rubell find Berlin 5. 63, Sindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Tres. rechts, an richten. Kreismitgliederversammlungen heute abend 7% Uhr: 6. Arels Kreuzberg. Bei Nabe, Gichtefte. 20. Tagesordnung: Sozialdemokratie und Reichspolitik." Referent: Sächsischer Innent minister a. D. Lipinski. 17. Kreis Lichtenberg. Aula der Mittelfhule, Matititraße. Bortrag bes Reichstagsabgeordneten Rudolf Bell: Die Borgänge im Reich und in Preußen Schutzol Breibandel und Handelsberträge. Mitgliedsbuch legitimiert. Ronferens ber Bartel- Referenten am Mittivoch, ben 18. Gebruar, abends 7 Uhr, in ben Sopbienfälen, Sobbienstr. 17/18( Weißer Snel). Tagesordnung: Informatorischer Bortrag des Genoffen Dr. Paul Hers fiber die Anfwerinngsfrage- ahrentschädigung- Stenerentlastung des Bettes. Der Bezirksborstand. 2. Arris Tiergarten. Arbeiterwohlfahrt. Beute 7% Uhr, Klopstocftr. 24. Bimmer 4, 5. Bortragsabend: Das Jugendwohlfahrtsgefey." Deferentin: Genoffin Gebwin Bachenheim. 3. Kreis ricbridehain. 6% Ube Beairfeberfammlung im Rathaus, Ein. gang Königftraße. Einlaßtarten beim Gen, S. Sifcet oben am Eingang 7. Arris Charlottenburg. Donnerstag, den 19. Februar, 7% be, in det Aula der Königin- Luife- Schule, Danielmannftr. 26/28, große öffentliche Rundgebung der Eltern und Lehrer. Bortrag des Gen. Dr. Kawerau über: Die Charlottenburger Schulverhältniffe." Freie Aussprache. 9. Kreis Wilmersdorf. 7% Uhr Kreisfrauenabend. Näheres unter Grauenberanstaltungen. 20. Areis Reinidendert. Am Freitag, den 20. Februat, abends 7% Uhr, findet im Rofal Gris Schula. Wittenau, Oranienburger Ctr. 88, eine Atetsmitgliederversammlung statt. Bortrag. Die Abteilungsleiter unb Bezirksführer aller Abteilungen des Streifes werben aufgefordert, fämt. liche Mitglieder burch Handzettel bierau einzuladen. Heute, Dienstag, den 17. Februar: Sie haben in Nr. 68 vom 10. Februar 1925 einen Artifel mit der Ueberschrift gebracht: Die Hirsch- Polizei." Ihr Gewährsmann beamter bei uns beworben. Er wurde von Herrn Gravenstein unter folgenden Bedingungen eingestellt: Er solle zunächst eine Be wachungsgruppe aufstellen und dann mit einem Figum feft ange stellt werden. Die Zeit bis zur Aufstellung der ersten Gruppe sollte als Probezeit gelten jedoch nicht ohne Bezahlung, sondern er follte während dieser Zeit für jeden Auftrag die übliche Provi. fchließion in Höhe von 100 Bro3. erhalten. Da er nach mehrwöchent licher Tätigkeit nicht. einen einzigen Auftrag hatte abgeben fönnen, wurde ihm nahegelegt, feine Tätigkeit zu beenden, da er für den Werbedienst nicht geeignet erscheine. Er bat jedoch immer wieder, feine Bersuche fortfehen zu dürfen. Zum nächtlichen Revisionsdienst ift er niemals angehalten worden, sondern hat sich freiwillig hierzu gemeldet. Er wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, daß er für Gleich nach der Tat hatte Fuchs mit seiner Frau, einer Schwester dieje freiwilligen nächtlichen Revisionen feine Bezahlung erhalte. Mariots, und der Ehefrau eines noch in Strafbaft befindlichen Alles weitere, was über Drgefch und rechtsrabifale Be. Arbeiters Moßhammer eine Bergnügungsreise nach strebungen angeführt ist, ist nur der blühenden Phantasie Ihres Hannover unternommen, wobet man vornehin zweiter Klaise Gewährsmannes entsprungen. Unmahr ist, daß die Bewerber vor fuhr. Frau Fuchs hatte sich auch neue Betten und Wäsche gekauft. ihrer Einstellung auf ihre rechtsradikale Gesinnung geprüft werden. Obwohl Mariot bei seiner Berhaftung gestanden hatte, wiberrief unwahr ist, daß fich unter den Angehörigen der Wacht- und Sicher. er vor Gericht alles. Mariot hatte den Auftrag gehabt, von den heitsdienst für Groß- Berlin G. m. b.." Leute befinden, die ber Filialen die Wäscheförbe nach dem Hauptgeschäft zu befördern. Organisation Conful, der Abteilung Roßbach oder der Brigade Chr Hierbei hatte er Fuchs in einen leeren Baschet orb inits hardt angehören oder angehört haben. Unwahr ist es, daß es fich hineingeschmuggelt. au erhalten. Nachts war er herausgeflettert, hatte feine bei uns um eine pertappte Drgesch Formation handelt. Unwahr Diebesgenoffen eingelassen und war mit diesen an die Deffnung des ist, daß im Dienst oder außer Dienst irgendwelche politischen BeGelbfchrants gegangen. Da es fich noch um einen alimodischen strebungen gefördert werden und daß unter unseren Angestellten Kasten" handelte, war ihm diefes Wert mit Leichtigkeit gelungen. eine antisemitische Gesinnung herrscht. Niemals ist irgendein Auf Beide Angeklagte wollten von nichts wissen und beriefen sich darauf, trag mit der Begründung zurüdgemiesen worden: Arraus! Juden daß in den Wäscheforb ein ausgewachsener Mann nicht hineingehe. bewachen wir nicht!" Wir fultivieren auch feinen strammen BotsLandgerichtsdirettor Dr. Lehmann hatte jedoch einen Korb von der damer Geist, verlangen aber gemissenhafte Pflichterfüllung. Un Firma herbelichaffen lassen. Diese Körbe find breit und flash und mahr ist, daß außer den Dienstpistolen der Angestellten die Machts etwa 1% Meter lang. Der Wachtmeister Mathesius legte fich im und Sicherheitsdienst für Groß- Berlin G. m. b. 5. über irgend Gerichtsfaal in den Storb hinein. Obwohl er das Gardemaß hat welche anderen Waffen, fei es in den Geschäftsräumen, in den und ein Stüd größer als der fleine schmächtige Fuchs ist, der Wachtstuben oder sonst irgendwie, verfügt. Niemals ist der von nur 100 fund wiegt, hatte er bequem in dem Korb Blaz. Aus Ihrem Gewährsmann angeführte Ausdrud: Das Judenpad ift der Fülle der Indizien ergab fich für das Gericht fein Zweifel, daß doch zu dämlich, uns zu faffen!" gelegentlich einer Hausfuchung der die Lat nur von ben beiben Angeklagten und deren Mittätern aus. Abteilung I A des Polizeipräsidiums gefallen. Wir müssen es auf geführt sein fann. Fuchs wurde zu der hohen Strafe von drei das schärffte zurüd weisen, daß unsere Gesellschaft, die eine Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Chrverluft verurteilt. Bei reine Erwerbsgesellschaft darstellt, als besondere Organi. Marist wurde mitbernd angenommen, daß er unter dem Einfluß fation den rechtsstehenden Kreisen befannt ist, feines Schwagers gestanden habe, es wurden ihm mildernde Um und der größte Unfinn ist es, daß wir gar einen festen Attivposten stände zugebilligt, jo daß er mit sechs Monaten Gefängnis davon der fonterrevolutionären Elemente in Berlin darstellen sollen. Ebenfam. Die wegen Fehlerei mitangeflagten Frauen Fuchs und Moß- falls auf das scharffte müffen wir es zurüfmeifen, daß in unseren hammer wurden freigesprochen. Bureauräumen große Saufgelage mit Frauenspersonen im Stil der Etappe Gent" abgehalten worden sind. Es ist bezeichnend für die Phantasie Ihres Gewährsmannes, wenn aus dem Umstand, daß bei dem Geburtstag eines der Geschäftsführer in deffen Privat täumen den Angestellten nach Geschäftsschluß ein Gläschen Bowle gereicht wird, ein Saufgelage gemacht wird. Was den zweiten Artitel anbelangt, fo mar Herr v. Sirich Swabe attiver Offizier beim Garde- Train und trat freiwillig erst im Jahre 1907 Aur Reserve über; er machte bei der gleichen Truppe feine Reserve übungen weiter, murde in den ersten Tagen des Krieges Ritt imeifter unb später Major. Was die persönlichen Berhältnisse wischen Herrn Major a. D. v. Hirsch Schwabe und seinem Schwiegervater anbelangt, so haben diese für die Deffentlichkeit über haupt fein Intereffe. Ünwahr ist es aber, daß ihm beswegen in einer Gerichtsverhandlung der Schutz des§ 51 zugebilligt worden ist. Was die Vorwürfe anbelangt, gegen den anderen Geschäfts. führer der Gesellschaft, den früheren Kriminalfommiffar Geride, schwebe ein Berfahren wegen Spritschiebung, so handelt es sich hier tun eine Erfindung. Herr Gravenstein ist allerdings aus dem „ Wachts und Sicherheitsdienst für Groß- Berlin" ausgeschieben und hat hierbei verschiedene Borwürfe gegen Herrn v. Hirsch Schwabe in einem Schreiben erhoben. Diefe gesamten Borwürfe hat er aber einige Tage darauf, ebenfalls schriftlich, reumütig zurüdgenommen mit der Begründung, baß er von Driften zu dieser unbegreiflichen Handfungsweise verführt worden sei." Festnahme zweier„ Kinderfreunde". Unter dem dringenden Berdachte, sich an fleinen Mädchen ver. gangen zu haben, wurde am Sonntag ber 32 Jahre alte, auf dem Gute Buch beschäftigte Melter Chelinsti verhaftet. Es war aufgefallen, daß Chelinsti, der verheiratet und Bater mehrerer Kin. der ist, fleine Mädchen von Gutsleuten, bie mit seinen Rindern zu fpielen pflegten, au fich in die Wohnung nahm. Man schöpfte Ber Dacht unb ein Kriminalfetretär ermittelte 5 Mädchen, bie Chelinsti wiederholt an fich gelodt hatte. Der Stinderfreund gibt zu, diefe Mädchen bet sich in der Wohnung gehabt, bestreitet aber, fidh an ihnen vergangen zu haben. Die Aussagen der Kinder lauten aber ganz anders, und der Berbacht gegen den Melter ift so fewer, daß er verhaftet und von der Kriminalpolizei dem Untersuchungsrichter vorgeführt wurde. Gleichfalls am Sonntag gelang die Festnahme eines anderen Sittlichkeitsverbrechers Dtto Sed, ber sich wohnungslos als hände ler umbertrieb und sich an mehreren Mäben vergangen hatte. Ein des Beges fommendes Ehepaar, das den Wifiling er fannte, wollte ihn festnehmen. Er entzog sich jebod) der Gefiname burch die Flucht unb nun begann eine weibe Jagb, an ber fich viele Baffanten beteiligten. Schließlich wurde der Flüchtling in der Küche einer Wohnungsinhaberin festgehalten, der er festgehalten, der er 50. für bas Bersted versprochen hatte. Hinzufommende Schupo beamte nahmen ihn dann fest und führten ihn zur Bade. Strafaufschub für Stadtrat Eggert. TO Su biefer Crwiberung müssen wir bemerken: Wir haben in unseren Mitteilungen nicht von Saufgefagen mit Frauenspersonen im Stil ber Etappe Gent gesprochen. Endlich müssen wir darauf hinweisen, daß sich die Generaldirettion über unseren Gemährsmann vollständig im Jrr. tum befindet. Bemerkenswert ist, daß Herr v. Hirsch unserer Be. hauptung, er wäre einer der Unterhändler ber Rapp- Regierung gewefen, nicht widersprochen hat. Jn dent Meineideprozeß gegen den Stadtrat Eggert ist burch Bermittlung der Verteidiger Rechtsanwälte Dr. Johanny und Dr. Bäder vom Breußischen Juftigministerium verfñat toiben, daß Eggert boreth nicht nach einem Zuchthaufe übergeführt wirb, sondern im Untersuchunge gefängnis Moabit berbleibt, Bis auf bas von den Verteidigern eingereichte nabengefu ent schleben fit, toonach die Budibausstrafe in Gefängnisstrafe um Enthalffemfell and Erziehung. Diefes Zema Bebandeln in Bffent getbanbelt und bem Stadtrat Eggert bis zur Erlebigung bes Berlicher Bei fammlung bes, unbes entisiebener Gulrefor fabrens gegen die mitangetlagte Steantenschwester Mathilde Megger mer am Dienstag, 17. Februas, abends 7 1hr, Stabsarzt Dr. med. Druder,. b.. Bobm tch, Richarb innede, Strafauffhub gewährt werden möge, Reftor Frib& mibt im Werner Elemens Realogmnafium, Hohenftaufen Straße 47/48. Infostenbeitrag. Jebermann eingeladen. Feftfahnen statt Trauerfahnen. Urbeller- Samariferbund( 6. B.), Relesne Berlin, Schönholzer Str. 20, teilt mit, bag der Ausweis 778 auf ben Ramen Grich Dittwald ver. 1oten murbe und ihr ungültig erflärt it. Bei Suftauchen bes Mustreifes tirb gebeten, diesen anzuhalten und an obenbezeichnete breffe Selbständige Handwerker und Kleingewerbetreibende! ilimo, den 18. 6. M., abends 7 Uhr, finbet im Rofal von Bitefing, derftr. 1, eine Das Rundfunkprogramm. Das deutsche Bolt ehrt seit Tagen die totet Arbeitshelden von Dortmund durch ergriffene Trauer. Alle Flaggen fanten auf Halb mast. Gesten bereits die Stadtberliner Fahnen, heute am Beerdigungstage werden auf Anordnung des preußischen Staats minifteriums alle ftaatlichen und fommunalen Gebäude halbmastegen stattung der Unloften einzusenden. flaggen. Demod) gibt es in Berlin Menschen, die es fertig be temmen haben, die hiffung von Freudenfahnen zu veranlassen. Auf dem Gebäude der Deutschen Tageszeilung in der Deffauer Straße wehte gestern am Gipfel des Mastes die Schwarzweißrote Truzfahne. In der auch in der Dessauer Straße befindlichen Bant für Landwirtschaft wehte gleichfalls eine schwarzweißrote Freudenfahne unb auf dem aus des Reichslandbundes am Hafenplay flatterte eine britte 1chwarzweißrote eftfahne hoch im Winde. Es ist ja die große Landwirtschaftliche Woche in Berlin. Was fümmert ba diefe fettgepolsterten agrarischen Spießer Not und Lot der Arbeitenden! Gibt es wirklich niemanden, der dieses Bad, das sich auch noch chriftlich nennt, zur Achtung vor dem Tod zwingt? Die Repu blit ehrt die Toten durch ihre schwarzrotgoldenen Fahnen, die auf Halbmaft wehen. Die schwarzweißroten Fahnen aber tennen feine Trauer um fote Bolfsgenossen. Man soll das nicht vergessen! Der Lumpenhäubler als Fahrraddieb. Unzählige Fahrraddiebstähle verübte besonders in Neufölln, Brig. Budom und 3ehlendorf ein Mann, der von Haus zu Haus ging, angeblich, um Hafen- und Kaninchenfelle oder Lumpen zu faufen. Wurde ihm so etwas angeboten, fo faufte er es auch. Der Hauptzmed jeiner Gänge aber war, auszufundschaften, wo ein gutes Fahrrad ohne Aufsicht stand. Fand er so etwas, jo fragte er erft gar nicht nach Fellen und Lumpen, sondern verschwand mit seiner Beute. Nunmehr gelang es der Reuföllner Striminalpolizei, ben gewerbsmäßigen Spezialisten zu ermitteln und festzunehmen. Es ist ein wiederholt bestrafter 32 Jahre alter freb Bregel, der seit September vorigen Jahres aus der Straf anstalt beurlaubt war. Im Gegenfaß zu anderen Dieben pflegte er die gestohlenen Räder nicht zu verfaufen, fondern unter allen möglichen falschen Namen zu verpfänden. Go gelang es, eine große Anzahl Räder mieberzufinden und für Bon mehreren bie Bestohlenen zu beschlagnahmen. find die Eigentimer noch nicht bekannt. Diese fönnen sich im Rriminalbureau 212 in der Mainzer Straße 37 zu Neukölln melden. Dienstag, den 17. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 17 1 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Vortrag Landesrat Dr. jur. W. Goeze: Notleitende Jugend. I. Teil 7.10-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule. ( Abteilung Bildungskurse). Literatur und Kunst. Theodor Kapp7.30 Uhr abends: Handel. Dr. Kurt Magnus: Was muß man von stein: Deutsche Klassiker. 4. Vortrag. Goethe als Dramatiker. den Stenein wissen? 8 Uhr abends: Thonterfunk( Theodor Kappstein). 8.30 Uhr abends: Lehár- Lincko- Abend und die russische Kapelle Davydoff. 1. a) Potpourri russischer Volkslieder, b) Potpourri russischer Soldatenlieder, arrangiert von Davydoff( Kapelle Davydoff). 2. a) Schlösser, die im Monde liegen, aus Fran Luna", Paul Lineke, b) Die kleine Barmaid, aus Grigri, Paul Lincke, e) Hab' ein blaues Himmelbett, aus Frasquita, Franz Lehár ( Bernhard Bötel, vom Deutschen Opernhaus, Charlottenburg, Tenor). 3. a) Liebe mich küsse mich. aus Grigri, Linoke. b) ViljaIied aus der Operette„ Die lustige Witwe, Franz Lohár, o) Walzer aus der Operette Die blaue Mazur, Franz Lehár( Lotte Appel, yom Großen Schauspielhaus, Sopran). 4. a) At the end of the road, Shimmy, James F. Hanley, b) La Provinciana. Tango, Manuel Jores, c) Stjopa, One- Step, J. Davydoff, d) Because they all love you, Shimmy, T. Malie u. Jack Little( Kapelle Davydoff). 5. a) Wenn zwei sich lieben, aus„ Der Rastelbinder, Franz Lehár, b) EvaWalzer, aus, Eva", Franz Lehár( Lotte Appel). 6. a) Ich bring dir. Bübchen, aus„ Der Graf von Luxemburg, Franz Lehár, b) Es war einmal, aus, Im Reiche der Indra", Paul Lincke. c) War einst ein Mädel, aus Zigeunerliebe, Franz Lehár( Bernhard Bötel). 7. a) Glühwürmchen, aus Lysistrata", Paul Lincke. b) Ob du mich liebst aus Nakiris Hochzeit, Paul Lincke, c) Nur die Liebe macht uns jung, aus Zigeunerliebe, Franz Lehár( Lotte Appel und Bernhard Bötel). Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. 15. st. 74 UB: Schule Butbufer Str. 3( Weltliche Schule). Zurnhalle, Bichtbildervortrag: Das broletarische Ainb". Die Genoffen der 14. 5. teilung und die Arbeiterjugend find eingeladen. 79. Not. Schöneberg. Tünfilio 8 Ube Solat Setilib, Cebanftr. 60, engere Borstandsfizuna. Die Bestrrefübrer millen erfcheinen. 120. st. Friedrichsfelde. Die Genoffen und Genoffinnen beteiligen sich an ber Beute abens 7 lbr stattfindenden Kreismitgliederversammlung in Lichtenberg. Mittelschule MacHftt. 10/11. Ref. Stubolf Biffell, M. b. M. Jangfosialien 17. greis nub Bildungsausschus. 7 Uhr. 4. Rurfusabend: tobezne Probleme des Gosialismus. Bibliothet, Weichfalitz. 28. Gruppe Tempelhof- Martendorf. 7% Uer Jugendheim Tempelhof, Lyceum Germaniaftr. 4/6, Jugendpflege und Jugendfürforge". Ref.: Stadt. infbektor Gpical. Gruppe Nieberschöneweide. Das für Dienstag an gefeste Referat fft auf Donnerstag. ben 19. februar, abenbe 8 11hr, berlegt. Der Befchluß der Mitalieberberfammlung findet Anwendung. Alle Genoffen, and bie ber 3., bie an der Sportabteilung teilnehmen Grupve wollen, treffen fich am Donnerstag 7 Uhr im Jugendheim. Ciben. 8 Uhr Grubbenabend Juristische Ebrechstunde, Bindenftr. 3: .Arbeitsgemeinfchaft über: Das Görliger Brogramm." Frauenveranstaltung am Dienstag, den 17. Februar: 20. bt. Der für bente angefeste Frauenabenb finbet eft am 24. februar, 7% Uhr, Botal Jaferich. Schwebenft. 11, ffatt. Bortrag der Genoffin Bachenheim: Glaube und Bernunft." Morgen, Mittwoch, den 18. Februar: 20. Streis Reinidenberf. Benbs 8 or in Sartmanns Braueret, Edjarn Weberftraße, ein betterer offeruaftabend. Eintrittspreis 11. im Borberlauf 60 31., an bez benblalle 73 Bf. farten find zu haben in den befannten Berfaufstellen unb an ber Abendtaffe. st. ne stonfumeenoffenfchaftsmitalleber ber SBD. treffen th tooth 7% Uhr bei Caufch, Drebows, Gde Wicleffstraße. 14. Abt. Die Genoffen ber 14. bteilung beteiligen sich am Mittwoch am Lichtbilderborttag in det 15. Abteilung in der Turnhalle der weltlichen Schule Butbufer Str. 3. 30. bt. Ronsumberfammlung ber 124. Berlaufsstelle Relterftraße, 7½ übr, bei Niebergall, Carmen- Shiba- Str. 22. Erscheinen Bflicht. 46. Abt. Da die Kreismitgliederversammlung auf heute verlegt ft. finbet bie Funktionärstzung mit den Bezirksführern nicht bente, fondern Mitt trach bei Eichbola. Cubebite. 23, ftatt. 48. Abt. Die erweiterte Borstandesbung findet nicht Dienstag, fonders tittreach, 7% te, bet teller, irftenfte. 1, statt. 49. 51. Sawerbörigengrubbe. 7% te im Augenbbein, Lindenstr. 3, Ref.: Gen. Soitgliederversammlung. 2bema:„ Die politifoe Cage." Taubert. $ 1. bt, Friebenen. Sosialinis Gentinar, 8: eft. Klabe, Sanbjerte ftraße 60/61: Entroidlung umb Bebeutung ber Ronfumgenoffenfchafte Bewegung. Ref.: Gen. Mirus. 82, 61, Straite. 8 une in ber 0, Gemeindefdule, Blontagenftraße, it Stef.: Gen. Gaidat, alteberberfammlung. Die Vorgänge in Breuben." 507. b. 2. 93. st. Renton. 7% the Set Better Funktiondentung. 7% be foltige Borstandsithung, Borhärtebedition, 101, b. septete. Grabitr. 50, Die Besirtsführer werden gebeten, bab breffenmaterial für bie Baltation bis babin manliefern. 104, 6t, teberschöneweibe, 6 the Cofal biele, Berliner Str. 38, 8tt Austbrache. fammenkunft ber tafteber bes Biderfreifes. 124. Abt. MaHaberf. 8 br bel nbecs, Bahnbofitrahe, Mitaliederberfamms Inng. Fortran bes Gen. Dürre fiber: Die weltliche Edule". 148, ot, rimsbruderel. Radmittags 8% ubt außerordentliche Mitaliebers Berfammina bei Bennia. teranbrinenfte. 44, Zagesordnung: Bericht and ber Cihung bes erweiterten Begirisarflanbes. 2. Reumahl des A5tellungsvorstanbes. 3. Defprechung des Manteltarifes. 4. Berfchiebenes. Frauenveranstaltungen am Miffwood), den 18. Februar: 9. relslimer bort. 75 be rauenabens Bel Strols, Golftetnife Str. 60, Mortrag des Gent. Engel über: Tollefütforge. 28. 01. Ti tibe bei Ruble, botine: Str. 49. Botitag bes Gen. Jacobfon: Gratebungsfragen." Gafte infommen. " Charlottenburg 53, 9, 7% 11: Set Midier. Suttenftr. 24, Geiterer benb unter milwirtung bes Gen. Biatlofen. Säfte tillfomment. 34. ABL 73 te bej Otto Gifcher, Cauerfit., 21, Strindberg- Abend. Referent: Gen. Beer Lotb. emineberg 78. Dt. 8 b bei onia, Heurig, Ede Bring- Georg- Strahe. Stef. Gen. Oberstabtfulrat Dr. Gilfer: Was muk sie foaialilife Mutter bon Sanfe und GrAlebung wiffen?" 79. t. 74 Uhr Bet Groß, Gebanfit. 17, Lons- Abenb. Vortrag des Gen. Baribel. Jugendveranstaltungen. Natung, Teilnehmer ber Battetänge für die Brühlangsfeier und Beute, Teilnehmer bee Jugendfpirts rigting in abreld" Dienstag, ben 17., abenbo 7 war, Sufammenkunft im Jugendselm, Lindenste. 8. Measit Heute, Dienstag, den 17. Februar, abends 7% Uhr: II: Gemeindefoule am Glebbanblab. Bertrag: Die Reidserfaffung". Webbing Norb: Schule millerite. 45, Borttag: Boltswirtschaft". srbot 1: Jugendbeim Neue stönigftr. 21( tersheim), Bertrag: efen Borwatiefpedition Greifen nb Stef bes Begetarismne". Norbring. Brengiantz Vera bagenet it, 22. Borttag: infere ugenbtage". fabt. Soule Zangiger Efr, 23. Botizag: einde ber ugens Rofenthaler Borstadt. Gaute Gipsfir. 23a, etnis eine bend. dönhauser Barnabe, Saule 30fonftr. 17. Seinsich eine Abend. Senefelder Biertel. Jugerbheiat Oberberate Str. 57, Distuffon: Wie foll man wanbern?" Sibolt, G.- 3. Gdule Görliger Str. 51. Bor chien. Baugewerfchule, trag: Gafdhismus und Rommunismus". Rurfürftenfte. 141. Bortrag: Barum biffen wir uns gewerffchaftlich organifieren?" Schöneberg 1. Jugendbeim Mubens, Ede Saubtfirahe. Borttag: ebolutionen bis zum 19. Jahrhundert". Ite Schule, Dorfftr. 7. Borttag: Arbeitsblenfibflicht Jugendheim Albrechtftr. 47. Distuffion: Frembtoorter" Jugendbeim Rogatite. 53. Bortrag: Bauftil", Aum Tarwinkel, Steinbodlirohe. Bortrag: funft und Proletariat". Reuron V. Jugendbeim: Schlerfeftr. 44. Portrag: Barum Bildungsarbeit?" Rentan VI: Schule Raifer- riebrid Etr. 4. Fortran: Das Domes Gutachten" Reinickendorf- Cit. Seebad", Nefidenaftr. 46. Bortrag: Samburg". Mariendorf. Stralis L. Neukölln III. Nean IV. Lokal ENTERITIFIED Weteffungen Gefenjer, margendorf and Wilmersbur Gefamtbefpredung: Unfere Offertoerbung. Jugendheim mers botf, Bildegardfit. 4. GU Arbeiter- Sport mit einander und no fo verfchiedenen extremften Effener APD.- Genoffen. Sm übrigen dermelfe ich auf ben Arlitel bes Genoffen Oswald Birsfeld Köln. teilweise gute Fortschritte. Ein Reigen der Frauen und Männer zeigte, daß auch auf diefem Gebiet gearbeitet worden ist. Es fehlten aber immerhin noch die Feinheiten des Reigenschwimmens. Die in ben Konkurrenzen erreichten Zeiten sind durchweg als gut zu bezeichnen. Denn in manchen Buntten handelt die 2.-R. gegenüber den einzelnen Fällen auch Ional, nicht immer Sa, barn weiter. Sit es mir als Mitglied des ... Sp.-B., als Kreisfchriftführer bes 4. Arcifes, als Bezirisvertreter bes BB., als Mitglied des Ausfchuffes für Leibesübungen der Stadt Effett L. A, 100 Meter: 1. Jahr- Borwärts- Berlin 1: 19,3; 2. Hampe- Borwärtsvergönnt, eine vom Ausschuß f. 2. veranstaltete Sport und Wanderausstellung au befuchen? Ja ober nein, Oder kann und darf ich diese Sport- und Wander ausstellung im Ausschuß befürworten oder bekämpfen? Ebenso verhielt es fich mit der Spielplag- Werbeperanstaltung, erit ftimmen fämtliche Mitglieder bafür und dann tommen einzelne und fämpfen dagegen an. Wie schon ge. fant, der Genoffe Oswald Sirschfeld hat schon recht, wenn er fagt, es müffe eine Konferens stattfinden, in der fich die Odmänner dieser Ausschiffe mal eine lace Richtschnur geben und nicht von oben herunter, sondern aus der Mitte herauskommt. Alfo lieber Genoffe Wildung, beherzige diefes und dente an feine Einfeifunnspolitit wie Jena 1920( Verbandstag der Schwimmer), fonft wird Bruno PP Mit Gruß B. M. Sebonville, Effen. Matthiesstr. 15 II. „ Wenn Mütter turnen!" Resultate. Staffein: Männer, 4x50 meter bet.: 1. F. G. Reutön 2: 08,6; 2. Borwärts- Berlin 2:10. Männertaufftaffel, 4X25 901eter: 1. f. Sch. Norben I 1:20.- Männerbruststaffel, 50, 100, 150, 100, 50 teter: Anabentagenstaffel, 1. Borwärts Berlin 6: 42,4; 2. ff. Sch. Seukölln 6:49. 4x50 meter: 1. F. Sch. Neukölln 3:10. Männerlagen staffel. 4 × 100 Meter: 1. Borwärts- Berlin 5: 25,1; 2. F. S. Neuftölln 5:41. Männerfeiteschwimmen, Berlin 1: 21,2. Männer, beliebig, RI. B, 200 meter: 1. Rüster- VorwärtsBerlin 3: 12,3; 2. Stulz Borwärts- Berlin 3:14. Männl. Jugendbrustschwim men, 50 Meter, 14-16 Jahre: 1. Sillner- Norden 0:56 2. Männl. Jugendbrustschwimmen, 100 Meter, 16-18 Jahre: 1. Jasfulsti. Sch. Neukölln 1:27; 2. Stommatowski- Borwärts 1: 30,1. Männl. Jugend, beliebig. 50 Meter, 14-16 Jahre: 1. Riudom- Union 36,8; 2. Mittrelt-. Ed). Neukölln 87.4. Männl. Jugend, 50 Meter, 16-18 Jahre: 1. Gräbert- Borwärts- Berlin 33,6; 2. Rühn- Neptun Lichtenberg 34,2. Männl. Jugend. Seite, 100 Meter: 1. Roffutha- Borwärts- Berlin 1: 26,8; 2. Dachwik- Vorwärts- Berlin 1:32. Weibl. Jugendbrustschwimmen, 50 Meter, 14-16 Jahre: 1. Beyersdorf- Norden 1:01. Weibl. Jugendbrustschwimmen 100 teter, 16-18 Jahre: 1. JdenVorwärts- Berlin 1: 41,1; 2. Kannenberg- Faltensee 1: 41,3. Weibliche Jugend, beliebig 50 meter: 1. Sh. Neukölln 39 6; 2. Maldaque Borwärte 42,1 Schiller bruflichwimmen, 50 meter, a) Mädchen: 1. Steinte 1:05; b) Knaben: 1. Hoppe 0:50; 2. Gallinat 0: 50,2, fanrtlich F. Sch. Norden, Rnahenrüdenfahwimmen, 50 meter: 1. Hildebrand F. Sch. Neutön 46.6; 2. KugelerSpringen für Jugend, 2 Pflichtfprince, 1 Arfurung: 1. Gtaegemann-. Sch. Neukölln 20% Buntie; 2. Müller- Norben 17% Buntte. Springen für Männer, RI. B. 3 Pflichtfprünge, 1 Kürsprung: 1. Uite- Giorden 234 Bunfic; 2. Becliz- Union 22 Punkte. Bafferballspiele: Schüler: . Sch. Neuföln- Sorben 3: 4; Jugend: Freiheit- F. Sch. Neukölln 3: 6; Männer:. Sch. Rorden. Sch. Neukölln 6: 6. Fußweitsprung: 1. Saase. Freiheit 10,10 Meter; 2. Götte 10 Meter. Fußballrefultate vom Sonntag. Arbeitersport und Reichsbanner. Arbeltersport- Aufbau, folange„ tein weißer Schrecken einzieht. Es mag nicht wenig Arbeitersportler in verantwortlichen Stellen geben, die auf das Reichsbanner und seine Jungmannschaften nicht gerade mit freundlichen und wohlwollenden Blicken sehen, weil sie glauben, das Reichsbanner entziehe dem Arbeitersport wertvolle Kräfte. Daß diese und ähnliche Gedanken zu nichts führen als zu Berärgerung und Mißstimmung auf beiden Seiten, sollte eigentlich ohne weiteres flar sein. Leider ist diese Klarheit in Arbeitersports freifen vielfach zu vermissen. Bon einer Seite nun, die zwar nicht dem Arbeitersport unmittelbar, wohl aber der Arbeiterfulturbewegung nahe steht, fommt in diesem Augenblick ein Ausspruch, der die Situation taghell beleuchtet. Die Zeitschrift Bolksgesundheit", das Organ des Berbandes Bolksgesundheit, Zentralorganisation der Ar Das der Brief. Damit der„ extreme" Kommunist nicht an Herzbeitervereine für Volksgesundheitspflege und Heilkunde, enthält einen brüden zugrunde gehe, hat ihn Genoffe Bildung in feinem Antwort Beitrag. Aufbau", der über das überraschend schnelle Aufblühen dieses Zweiges der Arbeiterkulturbewegung nach der Inflation befchreiben ein fleines Besänftigungsmittel gegeben. Deshalb schrieb.. Neuföln 47.4. richtet. Es heißt dort außerordentlich flug und verständig: Die er, daß der Standpunkt der Berbände in diefer Frage geteilt fel, er Geschichte der Arbeiterbewegung zeigt, daß, wenn auch langsam, durch aber persönlich für die Mitwirkung bei den Beranstaltungen der Aufklärung des Geistes die Einrichtungen, die sich die Arbeiterschaft Stadtämter sei. Wenn von einem Verrat der Arbeiterschaft in der felbst geschaffen hat, die bewährtesten sind und so wird Fahne" geschwägt wird, dann möge fie fich an ihre ertremen" Geund muß die Disziplin der Arbeiterschaft( die zurzeit wohl elwas nossen in Effen wenden. noffen in Effen wenden. Die Arbeitersportler dürften also nun locker ist) dazu führen, bereits Geschaffenes, gutes Altes zu er wissen, von wem sie ihre Reihen zu säubern haben. halten und gutes Neues aufzurichten; also Aufbau unter Wegfall des Bermoderten. Jedes Mitglied eines Berbandes, der zur Zentralfommission für Sport und Körperpflege"( 3.-) gehört, muß missen, was dieser Zusammenschluß der Körperpflege freibenden Berbände der Arbeiter bedeutet. Die 3.-R. im Reiche, der Landesbeirat( Behnerausschuß in Sachsen) sind staatlich an ertannte Instanzen zur Bertretung unserer Interessen. Die vor der Revolution als ftaatsfeindlich verschienen Verbände haben jetzt im demokratischen Staat( leider noch nicht im sozialistischen) ein gewichtiges Wort mitzureden. Zurzeit gilt es durch zusetzen: links und rechts gleichzuwerten; nicht, wie in monarchisti fchen Zeiten: Nur vaterländisch gesinnte Berbände genießen Aner fennung und staatliche Unterstügung. Es find bis heute bedeutsame Fortschritte der lintsgerichteten Verbände zu verzeichnen. Solange fein„ weißer Schreden" einzieht, besteht die Möglichkeit, daß der Aufbau der Verbände rüftig vorwärts geht. innere Aufbau ist zum größten Teil wohl wieder in georonete Bahnen, denn wie fönnten sonst einige Gemertschaften große Verbandshäuser bauen, wie fönnte der Arbeiter- Turn und Sportbund den Beginn des Baueseiner Bundesschule" in Leipzig vornehmen, wie fönnten Bootshäuser der Arbeiterschwimmer, Turnhallen der Arbeiterturner, Sportpläge der Arbeitersportler, Heime der Naturfreunde, Schwimmbassins, Licht, und Luftbadeanlagen mit Bersammlungsräumen zurzeit ent stehen. Unter diesem Gesichtsmintel muß das Gefchaffene und noch 31 Schaffende ganz besonders hoch bewertet werden. Deshalb tann auch nicht schlechthin gejagt werden:„ Das Ideal schwinde mehr und niehr!" Nein! Die Broletacier haben seit der Revolution die Augen weiter geöffnet, die Stöpfe mehr erleuchtet, das Handeln pratiischer, großzügiger eingestellt." " In diesen Ausführungen, die nebenbei bem Außenstehenden mil ein paar Worten auch die große fchöpferische Aufbauarbeit der Sport und Stulturverbände zeigt, ist doch das michtigste der Sag: Solange fein weißer Schreden einzieht. Wer die Dinge, die fich in Deutschland seit sieben Jahren abgespielt haben und nod täglich abspielen, aufmertfam beobachtet, der wird zugeben müssen, daß dieser besorgte Sag feiner schwachmütigen Aengftlichkeit entspringt, fondern einer sehr begründeten Sorge. Und hier ist auch die Stelle, wo die Arbeiterfportier aufmerten und dem Reichsbanner Achtung und Dant entgegenbringen follten. Denn gerade das ist die wahre große Spezialaufgabe des Reichsbanners, au pet. hindern, daß der weiße Schreden erneut über Deutschland tommt. Und wer in den letzten Wahlkämpfen das Auftreten und die Wirksamkeit des Reichsbanners beobachtet hai, der wird zugeben müssen, daß die Böttisch- Nationalen burch die Ents schlossenheit der Reichsbannerleute in Schach gehalten worden sind. Damit ist feineswegs gefagt, daß alle Gefahr gebannt ist. Wir werden es balb in Ret und Staat erleben, welche Bersuche man machen wird, um das Reichsbanner totzufriegen, und auch die ein fichtigen und flug überlegenden Arbeitersportler follten nicht ver kennen, daß die Reaktion freie und zur Borbereitung und Durch führung des längst erfehnten weißen Schredens einzig und allein durch die Kommunisten im Reichstag und im preußischen Landiag bekommen hat. Bir republifanish- fozialistischen Reichsbannerleute, die wir mit unseren Leibern jene Front herstellen, gegen die der weiße Schrecken, wenn er im Anzug ist, zuerst prallen muß, wir dürfen wohl von allen sozialistischen Arbeitersportlern in erster Linie verlangen, daß fie allen etwa von tommunistischen Sportlern tommenden Anfeindungen des Reichsbanners entschlossen entgegentreten. Denn erst würde im Ernstfall das Reichsbanner überrannt werden und dann erst würde man ben Arbeitersport ben weißen Schrecken spüren laffen. Wie weit dann, wenn es erft soweit gekommen ist, der fommunistische Frontbann", wenn er dann noch bestände, imftande wäre, den Ansturm des reißen Schredens abzuhalten, darüber wird sich ja hoffentlich jeder Einfichtige flar fein. Siehe dazu die Bergleiche in Mussolini- Italien, in de Rivera- Spanien und in Horthy. Ungarn, wo die Kommunisten, wie der Berliner jagt, nichts mehr zu verkaufen haben". Bem also in der Arbeitersport und fullur bewegung daran gelegen ist, daß, wie jener Beitrag fagt, der Aufbau der Verbände rüftig vorwärts geht, der möge überall, wo die schwarzrotgoldenen Farben und die Blaulappen mit den schwarzrotgoldenen Kofarden fich zeigen, durch frohen Buruf fundtun, daß er diese Männer und Jünglinge als Schüßer seiner eigenen Freiheit chrt. Arbeitersportler, fäubert Eure Reihen! Ein Reinfall der„ Fahne". Die Rote Fahne" peröffentlicht einen aus dem Jahre 1922 stammenden Brief des Genossen Wildung an einen Effener Funktio när, um damit zu beweisen, daß Wildung, wie die Fahne meint, die Arbeitersportbewegung an das Bürgertum per höfere. Damit die Sache voliftändig wird, geben wir hier den Brief jenes RBD. Mannes, auf ben Bildungs Brief die Antwort bilbete, mit allen feinen Schönheiten bekannt. Der Schreiber mar damals fchon KPD Mann, wie er am Schluß des Briefes felbft schreibt. Der Brief lautete: Arbeiter- Sport- Kartell Groß- Effen. Dom Bon Gen, ben 25. September 1923. Berter Genoffe Bildung! Der Effener Stadtausfdjuk file Letbestbungen bat befühloffen, um feine Mittel im Chat at erhöhen, um bie Planfrage file uns als sporttreibende Ber eine, die Spielpläne beffer ausbauen a tönnen und neue Bläge anzulegen, eine Spielpich- Werbeperanstaltung au maden. Das Programm foll folgenber maßen ausfehen: 1. Wandergefang, 2. Begrüßung, 3. Vortrag mit Lichtbildern Dom Gefchäftsführer Breuß: Uebungsstätten für Turnen, Goler und Sport, 4. turniportliche Borführungen, a) vorbereitenbe Freibungen. b) Bauffdule ( antsgeführt Effence Turnerbund), 5. Borttag mit Lichtbildern: Gefundheit und Zelbesibungen" DOR Dr. Bilder, 6. turnfportliche Borführungen, Sof und Murfubungen, 7. Schlußmort, 8. Bander defang. Die beiden Buntte 4 und 6 follten je entweder von Reichs ausimus ober R... angefaloffenen Bereinen ausgeführt werden. Seipala aus ift diefes fa abgelehnt worden, bak wir berartige Sachen mit machen follten; nun aut, mit machen nicht mit und das Enbatel: wir treten aus den Stadtämtern für Reibesübungen aus. Oder wollt ihr von mir der. langen, baß ich fekt bann bazu übergehen foll, die Gelder, die aus diefer Beranstaltung herausfpringen, auch für uns in Anspruch nehmen. Wenn ja, fo milkt She foon gewiffenlofere Burschen für berartige Boften fuchen. Benn ich fchon auf der einen Geite perfuche, Gelder für uns herauszuschlagen, fo muß es mir aud) überfaffen bleiben, auf der anderen Geite Gelber wieder in den Ebat hineinzubrinen. Ich glaube bodh nicht, wenn unfere Sportgenoffen mal auf einer Bühne auftreten und the Rönnen zeigen, wo piel Telt Stunde felther obet fpäter bürgerliche Spor let the Beftes getgen wollen, daß ble unferen banen angehaucht werden follen. Benn fdjon, na bann bebauere ich unfereins und Du vor allen Dingen, der doch faft stilblich mit biefem birperlichen Gefirbel verkehren oder pethandeln mukt. Eine folche Beranstaltung ft both lediglich etwas anderes als wenn ich mit den Bürger Tiden um Breite oder Bunkte furnen foll oder ein Stadtwaldfeft oder ein Quer durch Eisen mitmade. Nta, es ist ja fchabe, daß Du am 30. September 1922 nicht nach hier Fominst, fonft bätten wir beide cine farfe Debatte Man schreibt uns: Nun follen gar auch die Mütter turnen! Wenigftens behaup ben die Turner, daß dies sehr notwendig fei, damit die Mütter gefund und fräftig erhalten werden und durch planmäßige Hlebungen fich cine gute Körperfonftitution verfchaffen. Es wäre sehr zu wünschen, daß die Turner sich erst mal über die Aufgaben der Mütter infor. mieren, dann mürben sie bald feststellen können, daß die Hauss frauen schon den ganzen Tag über genügend„ turnen", be fondere llebungen also wirffid) nicht nötig haben! Die Männer haben liberhaupt gut reben, fie lassen sich alles vorfezen, erledigen ihre Arbeitszeit und haben dann Frierabend. Aber die Hausfrau fennt über haupt keinen Feierabend! Morgens als erfte auf dem Boften, geht das Geremme und Arbeiten den ganzen Tag, die Arbeit in der Wirts schaft und mit den Kindern, das Ausbessern und Neuanfertigen ber Kleidung, fo geht es bis zum späten Abend, und überall muß die Mutter dabei sein, sonst fehlt etwas. Wir Frauen arbeiten uns also genügend aus und find abends müde, das beste Zeichen für genügende Anstrengung durch die Tagesarbeit. Uebrigens: Was würden wohl die Männer fagen, wenn die Frauen abends noch turnen gehen wollten? Die Frau gehört nun einmal ins Haus und muß nicht danach trachten, den Männern alles nachzumachen. Bezirk Norden: Teutonia- Borwärts 5.0. Fichte- Nord2GB. 24 0: 0. Alemannia- Schöneberg 6: 2. Bezirk Often: Oberfpree- Lichtenberg II 2: 1. Germania- Stegliz 3: 0. Brandenburg 02- BSB. 5: 0. Fichte Südost- Sparta B. 2: 1. StralauNeukölln- Briß 4: 2 Beißensee- BfB. 1.1. TBC.- Britannia 0: 0. Tasdorf- Niederlehme 10: 1. Lichtenberg I- Lichtenberg III 0: 1. Stomet Fürstenwalde- Fr. Sp. Frantfurt( Oder) 7: 1. Bezirk Südwest: Herta- Ludenwalde- Lud. Turner II 1: 2. Bittoria3BC. 5: 0. Kartellsportfelt. Das Bezirksfartell 3( Wedding) veranstaltet am fommen den Mittwoch, den 18. Februar, in den Pharus Sälen, Millerstr. 142, ein öffentliches Werbefportfest. Einlaß 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Eintritt 30 Br. Das Programm umfaßt Barrenfurnen, rhythmisae Freiübungen, plastische Darstellungen, Ringen, Seben, Pyramiden, Manbolinentonzert, Sprechcher. Rufammenturnen aller Teilnehmer am Bezirts- Sallenwetturnen in Köpenia Freie Turnerschaft Lichtenberg- Friedrichsfelbe. Mittwoch, den 18. Februar, in der Turnballe des Jahn- Realgymnafiums, Schreiberhauer Straße, 8 Uhr. Turn- und Sportverein Fichte, Berlin. Mittwoch, den 18. d. M., abends 8 Uhr, Generalversammlung in Sanerlands Festfälen, Neue Friedrichstraße, großer Gaal. Berwaltungsfommiffionsfihung um 7 Uhr ebendort Gaal 1. 6.-.- Gizung um 6 Uhr ebendort. Donnerstag, den 19. b. M., Ruderriege Fichts 7% Uhr Borstandssigung bei Bensti, Wiener Str. 55. Sonnabend, den 21. b. M., Turnwattstunde in der Turnhalle Chauffeestraße in Treptow von 7-10 Uhr. Tagesordnung: Reuzeitlicher Uebungsfloff. Die Arbeiter Sport unb Aulturfartell Berlin, Bezir 19( Pankow). Generalverfammlung bes Arbeiter- Sport- und Kulturtartens bes 19. Bezirks with am Mittwoch, ben 18. Februat, in der Schulaula Pantow, Grunow. frase, fortgefest. Anfang 7 Uhr. Ruberverein Collegia, c. B., Charlottenburg( Bootshaus an der Savel). batan teilzunehmen. Gizung, ieben Freitag 8 Uhr im Restaurant Thunat, Die Arbeitsfonntage haben begonnen, Bflicht eines jeden Mitgliedes ift, Charlottenburg, Wielenbftr. 4 Dorffelbft Aufnahme neuer Mitglieder. Berliner Arbeiter- Schachclub, Dillyafen, Goflerfte. 10/11, bei Reller, Diens taa, ben 17. februar, abends 8 Uhr, wird Schachgenoffe Uebeleifen am Demonstrationsbrett bie Brennpunttibee im Schachproblem erläutern. Gäste, aud) Anfänger, fieis willlommen. 12 Am 21. März Weele Surnes fchaft Groß- Berlin, Bezirk Süben. Surnen, Leichtathletik, Sandball. Männer Dienstage, Frauen Montags und Donnerstags, Jugend Rittwochs und Freitags von 8-10 Uhr, Rnaben Mittmods und Freitags, Mäbchen Montags unb Donnerstags von 6-8 Uhr in der Tatenhalle Boedhftraße 17-20. Geschäftsstelle: Rarl Belad, S. 59. Dieffenbachfic. 18. abteilung in bee 3deal- Klaufe, Steukölln, Beichfelite. 8. großer Wipenball in den Rentral Restfalen, Alte Jatobite. 32. Die Abteilung Storboff des Berliner Arbeiter Schadlubs veranstaltet am Sonnabend, ben 21. februar. 8 Uhr, int tofal non Rösler, Brauns. berger, Ede Golbeper Straße, einen Berbeaben b. Simultanfpiel, ein Hierzu Lomment file bie Gefolgreichen" einige ffeine, Breife aur Berteilung. Gäste will tommen: aud folde, bie das Schachspiel erit erlernen möchten, Broblemißfunne und ein Bisturnier biben bas Brogramm Troß diefer Argumentation bleiben bie Arbeiterturner aber dabei, daß auch die Mütter turnen follen, Kürzlich wurde nun die Probe aufs Erempel gemacht. Auf Einladung erschienen auch ein Teil Haurs frauen, um die Sache zu probieren. Also zunächst einige Frei ubungen. Die Arme wurden hochgeftredt, fieje niebeugen aus geführt und der Rumpf vorwärts und rückwärts gebeugt. Das ging burch den ganzen Körper wie Maffage. Dann wurde an den Bei tern geübt, beim Hängen zog sich ber ganze Körper aus, als wollte er fich verlängern, dazu bas Knieheben, das die Baudymustulatur in ganz ungewohnter Weise in Bewegung brachte. Nun wurde das Red ausprobiert. Es mar aber doch eigenartig. mie bösartig gerabe diefes Gerät gegen die Frauen ift! Das bloße Hängen ging gerabe Sonntag, den 1. Mara, gefelliges Beifammenfein der Männer und Frauennech, aber das Schwungholen wollte gar nicht flappen, weil dabei ein Klimmziehen und ein Vor- und hochsdwingen der Be're statt. finden muß, wogegen fich Arme imb Beine ganz energisch wehrten, während sie bet ben Männern doch so willig und bei ber Ausführung der schwierigsten Uebungen behilflich find. Num wurde am Barren probiert. Der Turnwart meinte, daß das Gdywingen im Barren nicht fo einfach fei, mie es aussteht, und wir überzeugten uns burd) einen Berfuch, daß es uns ebenso ging wie am Red. Wir machten also Frauenübungen", wobei es vor allem auf eine gestreckte Sal tung des ganzen Körpers ontommt, dazu Spreisübungen mit den Beinen usw. Dann folgte ein Spiel, bas recht luftig war und wobei nir ordentlich in Bewegung fament. Eine nachfolgende Besprechung ergab, daß die Frauen bald wieder zufammentommen und noch mehr Teilnehmer mitbringen wollten. An den nächsten Togen merften wir in Armen, Beinen und Bauchmuskulatur, daß der Körper durch das Turnen doch ganz anders in Bewegung gekommen war, we burch das sonst cewohnte Gerenne und die Arbeit im Haushalt. Auch die Lungentätigkeit war offenbar eine stärkere. Man fühlte des öfferen das Bedürfnis, fidh ordentlich auszuftreden und bonn tief tem zu holen, was recht angenehm war. Das weitere lleben brachte uns die Gemißheit daß zuerst zwar einige Beschwerden auf traten, weil der Körper daran nicht gewöhnt war, daß nochbem aber ein allgemeines Wohlbefinden eintrat und eine Fröhlichkeit, weil offenbar durch den perftärften Blutkreislauf eine Berjün gung eintrat, die sich auch der Nerventätigkeit mitteilte. Schwimmfefte. 2. S. B. Welle. Bei guter Befeßung hielt am Sonntag der Arbeiterfchwimm verein Welle fein totales eft ab. Magdeburg, Hamburg und Deffau betten mit den Berliner Bereinen einen scharfen Kampf zu bestehen. Den Hauptanteil der Blähe konnten sich die Ber liner Vereine sichern. Die Besetzung aller Weitfämpfe war eine gute. Bei den Jugenbfämpfen wurden vielfach recht gute Beiten erreicht, die denen der Männer nicht nachstehen. Im Schwimmen für Kriegsbeschädigte fonnte man bemerken, daß diese Genossen auch noch mit Eifer dem Sport huldigen. Gute Leiftungen zeigten uns die Frauen Don Welle mit ihrem Sunstreigen. Schwimmerische Durchbildung des ingen viel Uebung foftet. Im Jugendwasserballspiel flanden fich ganzen Reigens zeigten uns einen Einblid, daß auch ein gutes Ge Deffau und Welle gegenüber. Welle war technisch besser und konnte das Spiel für sich entscheiden. Bei den Männern war es umgefehrt. Hamburg ftellt eine faft ebenbürtige Mannschaft wie Welle, nur tech nisch ist dieselbe mehr auf der Höhe, und so muß sich Welle auch mit dm Resultat von 9: 6 für Hamburg begnügen. Den Abschluß bes deftes bildete ein Lampionreigen, welcher als gut gelungen bezeichnet werden muß. Die Welle- Schwimmer haben mit ihrem Fest bewiefen, daß man auf allen Gebieten gutes erreichen Pann. Refultate: Männerfagentafette, RI. A, 4x40 9eter: 1. Bee- Berlin 1: 574; 2.. 6. Neuföln 2: 1,3, Bruststafette, S Stäbchen. 3 Anoben, 6X40 meter: 1. Reutölin 4: 8,2; 2. Welle- Berlin 1 4:12. Tauftafette, 4 × 20 Meter: 1 6. Rorben 0:58 8; 2, Belle 1: 01,2. Dereinshajette, bel., 3 Jugend, 3 Männer, 6 × 40 meter: 1. S. Neufun 2:49; 2. Magde burg 2: 30,2, Frauen lagen fafelte, Bruft, Raffen,$. i. S., 3x10 Meter: 1. Belle 1 3: 1; 2. Charlottenburg 2: 1.8. Männi. Spendlagen stafette, 4x40 Meter: 1. Reufeln 2: 1,2; 2. Reptun Bichtenberg 2: 4,2. Manner lagenftafette, I. B. 4 × 40 meter: 1. Reutölin 2:72: 25. Marben 2: 9,2. 501dnut. Sugenobuftitafette 6x40 Meter: 1 Stenfälla 3: 19,8; 2. Belle 3:80. Rüdenevamiftafette, 6x40 Meter, 3 Jugenb, 8 Männer: 1,. G. Charlotten burg 3:34.( Reutoun bisqu, 3: 14,2.) Jugendfeitefchwimmen, 100 Meter: 1 Richter Defiant 1:23 2; 2. Dunkel- Neukölln 1: 23,2. Jugend, beliebig So Meter fits Bereine ohne Winterbad: 1. Blobarized- Eberswalbe 1: 20,2. Männerfchwimmen, beliebig 40 Meter: 1 Thulmann- Belle 0:24; 2. RebelNeukölln 0: 25,6 Männl. Jugendrildenfchwimmen, 80 meter: 1. Senfchle. Neptun 04 1108.4: 2. Cange Neptun 94 1:14. Frauenschwimmen. intern, 40 Meter: a) Bruft: 1. Scafe 41.2; 2. aok 45.4. b) den: 1, Moabe 37,8: 2. Buchner, 38,4. Echwimmen für Ariegsbefchädigte, 40 meter: 1. BiumNeukölln 33,2. Knabenbruftfchmimmen, 40 eter: 1. Sildebrand35,00; 2. Lug- Union 86,2. Männerfeitefchwimmen. Al. A, 100 Meter: 1. Rörner Rorben 1: 20,2: 2. Selle Welle 1: 22.3. Weibl. Jugendbrustim men, 80 meter: 1. Rimmermann- Reukölln 1: 25,4: 2. Eberhard- Welle 1: 29,6. Bafferballspiele: Welle- Deffau 5: 1; Bamburg- Welle 9: 1 1 Freie Schwimmer Norden. Der Berein hielt fein lofales Hallenfeft im Stadtbad Wedding, Gerichtstraße, ab. Das Fest stand im Zeichen guter sportlicher Kämpje. Besonders bei den Männern wurde mandher Sieg nach hartem Stampf erft entschieden. Auch bei der Jugend mertte man Freie Ruberervereinigung 1913. Die Eihungen finden ab 20, Februar jeden Frettcg In Restaurant Strandschloß, Oberfchöneweibe, Spreeftr. 3-4, statt. Sten eintretenden Mitgliebern ift Gelegenheit geboten, jeben Sonnabend am Baffinrubern teilzunehmen. Ruschriften an Emil Schnell, Reuföln, Allerftraße 81, Werbefchwimmfeft bes Swimmvereins Vorwätts", Berlin 97, e. B. Die Gruppe i ben veranstattet am tommenden Sonntag, ben 22. b.., nachBerbefamimm fe ft. mittags 3 Uhr, in bet Salle des Stadtbabes Kreuzberg. Därwaldstraße, ein Gezeigt werden neben Gingelwettbewerben in allen Schwimmarten Stafettenwefttämpfe aller Leistungsflaffen und 86feilungen des Gesamtvereins. Die Konkurrenzen für Erfilinge werden einen Ueberblick liber bie von der Gruppe geleistete Winterarbeit ermöglichen. Die Uebungsftunden der Gruppe Siben find jeden Mittwoch( neue Salle) und Freitag( alte Salle) von 7-8% Uhr im Stadthab Kreuzberg, Bärwaldstraße. Am Freitag, ban 20. februar, Gruppenversammlung nach dem Baben, Urbanke 170. JOB LOB Aus Dr. Unblutigs Praxis. 5. Fortsetzung folgt! Aufbewahren! Dr. Unblutig wird häufig aufs Land gerufen, denn auch dort gedeihen die Hühneraugen und andere Fußübel. Eines Tages begegnet et einem Bauernknechte, der eine Kuh führt.Wo wolit Ihr beiden denn hin?" fragt Dr Unblutig Das geht den Dritten gar nichts an, antwortet der Bauer meht schlagfertig als liebenswürdig Er wird erst zugänglich, als sich Di Unblutig erkundigt, woher es denn kommt, daß er an einem Fuße barfuß geht und warum der Fuß so geschwollen 1st Der Bauer macht seinem Unmute die bitterste Luft. Er habe die Botenfrau beauftragt, ihm aus der Stadt Kukirol mitzubringen, von dem et schon so viel Gutes gelesen habe. Die dumme Ziege habe ihm aber irgend ein nichtsnutziges Zeug mitgebracht, das habe er aufgelegt, und seit 3 Tagen laufe er nun mit diesem Puße herum, det so geschwollen ist, wie ein neues Md R am Tage nach seiner Wahl und so empfindlich, wie eine alte Erbtante zu ihrem Geburtstage. Ja, guter Mann", sagt Dt. Unblutig, zunächst werfen Sie erst einmal dieses Zeug, das Ihnen solche Schmerzen verursacht, Ins Feuer. Oder, wenn Ihnen Ihr Schatz untreu wird, weil Sie nicht mit zu Tanze gehen können, so pappen Sie es ihr auf den Mund. Sie bekommt dann Lippen, daß man Plannkuchen darauf backen könnte and muß dann ebenfalls zu Hause bleiben. Nun aber erst einmal heute abend ein Kukirol- Fußbad. Die Entzündung wird sich legen, und die Hühneraugen werden auch nicht mehr schmerzen. Sie haben dann auch keinen Fußschweiß mehr Die Füße werden nicht mehr wund und brennen nicht, sondern fühlen sich warm und trocken an, statt kalt und feucht. Dann legen Sie auf die Hühneraugen das ärztlich empfohlene, millionenfach bewährte Kukirol Hühnera igenPilaster In 3 Tagen sind Sie Ihre Hühneraugen los, ohne Entzündung und ohne Schmerzen. Und jeden Morgen tun Sie etwas Kukirol- Streupuder auf Ihre Füße, In Ihre Schuhe und Strümpie. Sle werden dann laufen, wie eine Biene, Sie werden beim Tanzen so elegant dahinschweben, wie ein Kavalier aus Berlin W und Ihre Füße werden nicht mehr so landwirtschaftlich riechen, wie sie es jetzi jeden Abend tun, weil es nämlich Schweißfüße allererster Qualität sind Diese ganze Kukirolkur kostet nur 2 Mark. Schärfen Sie aber der Botenfrau ein, daß sie in der Apotheke oder Fachdrogerie die echten Kukirol- Präparate verlangt und auf die Schutzmarke„ Hahnenkopf mit Fuß achtet. Das Kukirol- Fußbad können Sie übrigens schon für 30 Pig. haben, wenn Sie die einfache Packung verlangen. Die Doppel- Packung kostet 50 Pig." Unsere, unter Arzillcher Leitung stehende, Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über alle die Fußpflege und FußTelden betreffenden Fragen. Außerdem senden wir Ihnen auf Verlangen eine lehrreiche Druckschrift über die Notwendigkeit der Fußpflege. Kukirol- Fabrik Groß- Salzel82 bei Magdeburg. Geschäftliche Mitteilungen. Sagdausstellung im Museum für Naturkunde, Javalibenste. 43. Unter wendung ungewöhnlicher Sorgfalt hat die Firma Baer Sohn A.-G., Kleibermerle, Chauffeeftr. 29-30, auf Stand 32 ihre Erzeugnisse ausgestellt. Die Firma hai fich im Baufe bez Jahre zu ber befonderen Spezialität für Jagdbefleibung herausgebildet und in der Settlung für Sagbtonfektion eine Lei # tungsfähigkeit erreicht, die als vorbildlich für die Brandje bezeichnet werden mus. Die Kleidungsfüde zeichnen sich durch fofide Berarbeitung und noch befouders babura) aus, daß fie hinreichende Biderlandsfähigtett gegen Stegen und Unwetter durch Jmprägnierung erhalten. Die Jagbausstellung dauert Dom 14. februar bis zum 4. März 1925. Die Firma Boer Gohn T.- 6. hat in der Ausstellung die Einrichtung getroffen, daß Raufliebhaber auf Bunsch die verlangten Gegenftände gegen Erlegung des Raufpreises fofort ausgeliefert erhalten fönnen, Zirkus Buf. Das Gonntagsbebut des Rommiffionerates bezt G& 2. mann, der von der Direttion des Rirtus Busch für ein furzes Gast fpiel gewonnen wurde, eroberte im Sturm die Sergen aller Suschauer. Der bekannte Schulreiter Georg Burtherbt ooitit, ein altes Sansmit. Nehmen Sie Biomalz Quadro DOZ alied des Ricus Buf. te em Sourdog sum erfte tale Sex Dierbex Quadro. ein bildschöner Fuchsmalah aus dem Brinch seftit Souls. Der Birtus ftand überhaupt unter bem Reichen ber fdönen eblen Oftpreußenpferde, die allabendlid in verliebenen Abteilungen durch die Manege gehen, Beffer für Berlin und Umgegend. Etwas übler, meist Bewällt, fedo feine erheblichen Rieberschläge, mäßige füdweitliche bis weftliche Binde Für Deutschland. Von Westen her etwas Abkühlung, überall wollig. wenn Sie Ihre Gefundheit und ein gutes, blühendes Ausfeben erhalten wollen. Ihre Biomala fräftigt und erfrischt den ganzen Körper ungemein. Schlaffe, welle Züge Rerven erholen fich, Ihre Arbeitstraft hebt fich. Sie leisten mehr in Ihrem Beruf, verschwinden, die Gesichtsfarbe wird frischer und roger, der Teint reiner. Bei mageren, in der Ernährung heruntergekommenen| 2.20 mt., mit Staff extra( für Sungenleidende) 250 M. Man verlange nur das echte Berfonen macht sich eine Hebung des Appetits, des Gewichte und infolgedeffen eine Biomalz, nichts anderes, angeblich Ebensogutes". te genau auf das Etilett. Drud mäßige Randung der Formen bemerkbar, ohne daß überflüffiger und läftiger Fettanjas schriften versenden wir auf Bunsch umsonst und postfrei. bie Schönheit der Formen beeinträchtigt. Biomalz ist allen durch eberarbeitung. Rrantbeit. Rerboiität geimwächten Berfonen zu empfehlen. Bon Prosessoren und Merzten glänzend begutachtet. Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien. 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Theater 71 Uhr Die heilige Johanna Täglich 8 Uhr: Frau Lohengrin von Friedmans and Lu Gisela Werbezirk Olga Limbers, Schreker Strehlen, Hatkin Sonntag nachm. 3 Uhr: Die ga uz 0 Vorstellung zu halben Preisen 2. Rang 1 Mask Central Theater 7% Uhr: Die versunk. Glocke Deats Opernhaus The D. Zauberflöte Uhr: Kammerspiele Trianon- Th. Metropol- Theater 7 Uhr: Die Stützen Tägl. 8 Uhr: der Gesellschaft Einmal Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 712 Uhr Sechs Personen suchen einen Autor Tägl. 7 Uhr: Gräfin Mariza ist keinmal Neues Th. am Zoo von Fritz Mack Hansi Arnstädt Falkenstein, Kaiser- Titz Theater des Westens Bis Donnerstag wegen Verbereitung geschlossen. Freitag 7 Uhr: Premiere Theater i. d. Königgrätzer Str. Berl. Operngastsp Die weiße Weste 8 Uhr: Wir lassen Dir: Ewa d Huth uns schelden Heute Komische Oper Uhr Direktion: James Klein Apollo8 Uhr 8 Uhr Unsere Revue: Das hat die Welt noch nicht gesehn mit über 250 Mitwirkenden Die Sensation des Berliner Theaterlebens! Sonntag 3, Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. 1 Kind frei zu halben Preisen ( 50 Pf. bis 6 Mk.) Vorverkauf ununterbrochen! esal. Lustspiel METROPOL Komödienhaus 3 Uhr: Carmen Th. in Kommand. Str. 8 Uhr. Helmliche m. d. ges. Ensemble 8 Molly Wesselyin Brautfahrt der Gr. Volksoper Die Frau ohne Kus Berliner Theater Philharmonie Letzte Wochen! 8 Uhr International. VarietéAnneliese V. Dessau Sinfonie- Konz. Rose- Theater Spielplan SCALA & Lif des Philharm. Orch Dirig. Prot R.Hagel 7: Wilhelm Tell unt gefl. Mitwirk. v Tha la Th. Ella Pancera Tag. 8 Uhr: Koi zertstck. F- Mol Varieté- Klavier- Web r Revue Residenz- Th. Tägi. 8 Uhr Mrs. Dot Leopoldine Konstantin f Sinf.4Tschaikowski Tägl. Das Dreimaderthaus Schubert Jadiowker Trauerfpenden jeder Art Reichels Husten Theater 8 Uhr Revue- Posse Daslachende Berlin Deber 150 Mitwirkende! Ganz kleine Eintrittspreise! Parkett 2,50 M. Theater am Kottbusser Ter. Tägi 8 Uhr and Sonntag nachm. 8 Uhr Elife- Sänger. 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Siehungstag Ohne Gewähr 14 Februar 1925 Nachbruck serboten In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150. gezogen 2 Gewinne an 10000. 13296 38578 1 Gewinn zu 5000 21. 85996 3 Gewinne an 8000 9. 2987 31535 274230 5 Gewinne ja 2000 9. 65069 81773 199538 204572 287147 5 Gewinne ga 229779 318961 1000 t. 8710 197439 227859 31 Gewinne 8 500 t. 7370 14942 18895 19757 24635 37912 48517 52697 78599 73945 75758 83445 126111 133677 135671 139243 158595 164916 165275 209587 219962 22 360 258239 263566 267569 275888 278510 280896 290418 304666 307502 77 Gewin e gu 300 9.1916 8248 3450 8571 6295 13546 19990 30393 30887 35172 36392 38432 39521 43764 48852 52454 53655 55473 55938 58922 69456 72806 73177 81164 83732 84249 89641 90956 91706 97255 10113 105182 123879 132559 144323 151088 157999 168.93 170914 171612 173677 175268 193682 198204 198880 209203 213010 217611 221722 228616 231096 286023 238395 239544 241251 251069 254771 261709 265405 285799 268435 269710 274991 278345 280076 283548 284330 284410 285036 286407 288099 290666 290682 202432 298641 300566 815670 f 9. Ziehungstag Ohne Gewähr 16. Februar 1925 Rachbruck nerboten In der Vormittagsziehung reurben Gewinne über 150 Mk. gezogen. 4 Gewinne zu 5000 21 28813 43129 148919 243585 2 Gewinne ju 8000 9. 242480 275236 3 Gewinne zu 2000 2. 6173 38449 197190 11 Gewinne zu 1000. 8347 49847 55617 95141 137170 200542 200674 210061 267467 267602 295553 off 22 Gewinne 500 9. 5361 20228 62473 36636 96409 118702 127333 141255 146105 161538 168419 170521 1707.2 208268 237228 244226 248129 257672 261861 277751 307108 814848 158 1264 10843 84 Gewinne au 300 m. 12779 19061 23192 24894 80578 32331 34643 +1234 45577 49540 56614 64185 64652 64686 66803 73174 80757 84640 93994 99772 99915 101652 111570 123708 127280 127809 128847 133679 149251 150856 151909 155454 160468 181233 161242 162192 162805 167739 168217 168248 169259 172970 181358 183124 195284 197101 198431 202356 207624 208629 209K24 211476 215230 216027 2165-6 218161 219738 225268 234269 248538 45149 249174 251944 252469 257087 258240 260394 265 75 286984 278201 276016 295639 296567 30 838 301330 807659 309496 312805 312934 314463 315569 wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Verwärts" and Besonders billig! Nr. 80 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Die Anwendung des§ 48. Ein sozialdemokratischer Erfolg. Präsident 2öbe eröffnete die gestrige Sitzung um 3 Uhr 25 Minuten und macht Mitteilung von einem Telegramm der tichechoslowakischen Deputiertentammer anläßlich der Dorimunder Grubentatastrophe. Der Präsident teilt weiter mit, daß die Ruhrdenkschrift der Reichsregierung eingegangen ist. Auf Borschlag des Präsidenten 25 be wird der in der letzten Sizung gefaßte Beschluß, für das deutsch- portugiesische Handelsabkommen und das deutsch österreichische 3ufagabtommen einen besonderen Reichstagsausschuß einzus sehen, wieder aufgehoben. Soweit auswärtige Angelegenheiten berührt werden, sollen die Vorlagen im Auswärtigen Ause schuß beraten werden, im übrigen sollen fie in dem bereits be stehenden Handelsvertragsausschuß ihre Erledigung finden. Die Beratung des Anfrages Müller- Franken( S03.) auf Aufhebung der Berordnung des Reichspräsidenten über Aufnahme von Auslands. krediten durch Gemeinden und Gemeindeverbände und den zu dieser Frage eingebrachten sozialdemokratischen Gesetz entwurf wird darauf fortgesetzt. Die Beratung murbe bekanntlich am Sonnabend infolge der Nichtanwesenheit eines Ministers unterbrochen. Reichsfinanzminister Dr. v. Schlieben bedauert, daß er an der Sonnabendverhandlung nicht teilnehmen konnte. Der Minister geht dann auf die sozialdemokratische Be schwerde ein, daß diese Materie auf dem Verordnungswege geregelt worden sei. Bereits im November 1924 sei eine Berord nung über die Aufnahme von Auslandskrediten erlassen worden. Erst Mitte Dezember sei es dann gelungen, mit jämtlichen Ländern eine Einigung, über die Richtlinien zu erzielen. Nicht aber in allen Ländern steht den Aufsichtsbehörden ein entscheidender Einfluß auf die Gemeinden und Gemeindeverbände zu. Insbefondere unterliegen in Preußen und Sachsen die öffentlichen Berbände nur einer bedingten Aufsicht. Bis Ene Sanuar konnte Damit gerechnet werden, daß bis zum Ablauf der Novemberve: tnung am 31. Januar von Preußen und Sachsen entsprechende Geseze verabschiedet wurden. Infolge der preußischen Schwierigfeiten in der Regierungsbildung wurde diese Hoffnung aber hinfällig. Auch in Sachsen entstanden unerwartet Schwierigkeiten. Um die unter großen Schwierigkeiten zustande gekommene Einigung nicht wieder zu gefährden, wurde auf Wunsch einiger Länder von einer reichsgefeßlichen Regeling Abstand genommen. Die Reichsregierung ersuchte deshalb den Reichspräsidenten um den ErLaß einer Berordnung auf Grund des Art. 48, welche fich lediglich die reichsgesehliche Regelung gegenüber denjenigen Gemeinden porbehält, wo von Landes wegen die erwähnte Befugnis nicht beftand. Die Notverordnung ist in ihrer Dauer beschränkt und gleichzeitig dem Reichstag vorgelegt worden; das ist der beste Beweis dafür, daß eine Umgehung des Reichstages nicht beabsichtigt war. Der Reichstag hat sie auch angenommen. Die Nichtanwendung des Art. 48 würde eine Gefährdung der Währung und damit auch eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit bedeutet haben. Reichsminister des Janern Schiele: Ich möchte einige allgemeine Ausführungen über die Anwendung bes Act. 48 folgen laffen. Dieser Artikel ermächtigt den Reichspräsidenten, menn die deutsche Sicherheit und Ordnung erheblich gefährdet wird, die zur Wiederherstellung von Sicherheit und Ordnung notwendigen Maßnahmen zu treffen. Diese Bestimmung enthält somit ein Ausnahmerecht zum Erlaß von Rechtsver= ordnungen und Einzelmaßnahmen durch den Reichspräsidenten, dessen Boraussetzung lediglich die vom Reichspräsidenten selbst unter verantwortlicher Mitzeichnung bes fiändigen Reichsministers festzustellende erhebliche Störung oder Gefährdung der öffentlichen Sicher heit und Ordnung ist. Artikel 48 enthält dagegen 31= nicht ein sogenanntes Notverordnungsrecht, wie es unabhängig von einer Störung oder Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung für den Fall, daß die geseßgebenden Körperschaften nicht versammelt sind, beispielsweise die Berfassungen DON Preußen, Sachsen, Bürttemberg, Baden, Seffen und Oldenburg fennen. In den letzten Monaten sind gegen die Rechtsgültigkeit der verschiedenen Berordnungen, die auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung erlassen worden sind, ernste Bedenken erhoben worden. Es handelte sich bei diesen Verordnungen um solche auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet. Es handelte sich bei diesen Berordnungen stets um Maßnahmen. die zur Aufrechterhaltung der Stabilität unserer wirt schaftlichen und finanziellen Berhältnisse unverzüglich und unumgänglich notwendig waren. Bären diese Berordnungen nicht erfassen worden, so wäre nach der Ansicht des betreffenden Ressortministers zu befürchten gewesen, daß unsere wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse ins Wanfen gerieten. Dies hätte, wie die Erfahrungen insbesondere des Jahres 1923 gezeigt haben, auch eine er heb. liche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung befürchten laffen. Um einer Abstumpfung der dem Reichspräsidenten durch den Artikel 48 für die Zeiten von Unruhen in die Hand gegebenen Waffe vorzubeugen, wie sie der heutige Erlaß Don Berordnungen auf Grund des Artikels 48 in der legten Zeit be fürchten läßt, erwägt die Reichsregierung, dem Reichstag alsbald den Entrourf eines Gesetzes vorjanlegen, durch den der Reichsregie. rung unter bestimmten Santelen ein Hofverordnungsrecht für die Dauer der Abwesenheit des Reichslags gegeben wird. Der Entwurf eines solchen Gesetzes liegt dem Reichskabinett vor und wird in aller Kürze den gefeßgebenden Körperschaften zugehen. Das Reichsministerium des Innern wird sich für seine schleunige Erledigung nach Kräften einsetzen. Ob die große Reihe von Auslegungsfragen, zu der die Anwen dung des Artikels 48 geführt hat, durch das in Artikel 48 Abs. 5 vorgesehene Ausführungsgefeß restlos geflärt werden kann, ist aweifelhaft. அதிகைய Diese Schwierigkeiten und Zweifelsfragen beziehen sich vor allem auf den Umfang der Rechte, die der Artikel 48 den zu seiner Anwendung berufenen Stellen gibt, insbesondere darauf, ob durch Ausnahmemaßrenen auch noch andere Berfaffungsbestimmungen als die in Art. 48 Abs. 2 aufgeführten Grundrechte außer Kraft ge febt werben tömmen. Sie beziehen fich weiter und das ist ein mefentlicher Bunft auf die Frage, wie das Berhältnis zwischen Reichsgewalt und Landesgewalt bei Handhabung des Ausnahmezustandes abzugrenzen ist. In der ersteren Frage dürfte die Reichsregierung an der von ihr schon bisher vertretenen Auffaffung fast halten. daß durch Maßnahmen auf Grund des Art. 48 nur diejenigen Grundrechte vorübergehend außer Kraft gefeht werden können, die in Absak 2 ausdrücklich aufgeführt sind. Auch zu der zweiten Frane hot bie ietine Reidysregierung noch nicht Stellung genommen. Es dürfte ihr aber anaängig erscheinen, wie es in der Broris der letzten Jahre tatsächlich schon der Fall war, den Ländern in Fällen, die ausschließlich das Land selbst betreffen, mehr Spielraum für eigene Maßnahmen zu lajfen ört, hört! b. b. Komm.) und ihnen durch entsprechende tendering bes Art. 48 unier gewiffen Kautelen in diesem Rahmen das Recht zu Bevorstehende gesetzliche Regelung. selbständigen Anordnungen zu geben. Grundsatz wird jedoch auch hierbei bleiben müssen, daß Quelle des Ausnahmerechts die zentrale Gewalt, der Reichspräsident, bleibt. Ich habe nicht das Recht, mehr darüber zu sagen, bis das Reichsfabinett Stellung genommen haben wird. A Abg. Dietrich Baden( Dem.): Der Artikel 48 ist nach unserer Auffassung zu Unrecht angewendet worden. Steuerfragen und Aufe wertungsfragen sind auf Grund dieses Artikels behandelt worden. Artikel 48 fann jedoch nur angewendet werden, wenn Gefahr für den Staat vorliegt. Wie sind bereit, die Frage im Hauptausschuß zu behandeln. Heute braucht das Reich keine Ausnahme geseze mehr. Abg. Dr. Wirth( 3.): Wir sind mit einer Ausschußberatung einverstanden. Wir konnten aber am Sonnabend nicht einfach diese Frage ohne Debatte an den Ausschuß überweisen. Wir mußten die Erklärung der Regierung hören. Wenn die Regierung gegen Gemeinden auf Grund des Artikels 48 porgehen kann, um Dienstag, 17. februar 1925 Spartapital vorhanden. Dann brauchen wir das Ausland nicht unb brauchen nicht Artikel 48 gegen die Gemeinden anzuwenden. Hind Dann gehen nicht die Binsen ins Ausland, sondern bleiben im Inland und stärken unsere Wirtschaft. Wir haben jept den Jahrestag der dritten Steuernotverordnung, die im ganzen Bande große Erreging verursacht hat. Im Wahltamps ist die Aufmertung persprochen worden, möge das Bolt nicht wieber getäuscht werden! Abg. Dr. Kahl( D. Bp.) ist mit der leberweisung der Anträge an den Haushaltsausschuß einverstanden. Abg. Dr. Wirth( 3.) bemerfi gegen den Abg. Graf Westarp, das mit der von ihm angezogenen Berordnung von 1922 bier gat nicht operiert werden fönne. 1922 unb 1923 feien tatsächlidy Notstände und die Gefahr von Unruhen vorhanden gewesen. Es werde nicht gelingen, bie Aufnahme einer fommunalen Anleihe im Auslande unier das Rubrum einer erheblichen Gefähr dung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zu bringen. Abg. Ged( S03) spricht seine Befriedigung darüber aus, bus die Frage endlich einmal im Haufe die Bürbigung gefunden hat, die sie verdiene. Eine so ausschließlich formale Begrlindung, mic fle der Finanzminister für die Notwendigkeit der Berordnung gegeben hat, fönne unter feinen Ilmständen anerkannt wer ben. Das Reich habe unterlassen, auf Preußen rechtzeitig ein: zuwirken. .Die Anträge gehen an den Haushaltsausschus. Das Haus tritt in die Spezialberatung des Haushalts des Reichsverkehrsministeriums für 1924 und 1925 ein. Aber die Wirtschaft hat Auslandsanleihen genommen, und was der wieviel mehr könnte sie es Wirtschaftsgruppen gegenüber fun? Wirtschaft recht ist, muß den Gemeinden billig sein. Ein ameri tanischer Anleiheprofpeft läßt interessante Einblicke zu. Ich begrüße deshalb den Antrag auf Aufhebung der Verordnung. Die Regierung hat zentralistische Bestrebungen gegenüber den Ländern und Gemeinden. Dagegen hat die Rechte früher immer opponiert. Der Abg. v. Freytagh- Loringhoven hat selbst eine Interfeitsbereich des Verkehrsministeriums wesentlich eingeschränkt fel. Mis pellation über die Anwendung des Artikels 48 eingebracht und es ist sehr interessant, daß gerade ber jetzige von rechts fommende Minister das Vorgehen der Regierung gegen die Gemeinden Der teidigen muß.( 3wischenruf rechts.) Aus meiner Amtszeit afs Reichsfangler werden Sie keinen Fall eines Eingriffes gegen die Selbständigkeit der Gemeinden anführen. Die Sachen sehen sich eben anders an, wenn man in der Opposition ist.( 3wischenruf rechts: „ Sie stehen also jetzt in Opposition?") Auf diese Frage kann ich nur antworten: „ Ja, ja and noch einmal ja!" Der Abg. Schmidt- Stettin hat eine Anfrage eingebracht, warum das Besoldungssperrgesetz noch nicht aufgehoben ist. Ich will aber nicht kritisieren, ich bin mit der Ausschußberatung des angekündigten Gefeßentwurfes einverstanden, aber dabei darf es nicht bleiben. Eine Selbständigkeit der Gemeinden in Kreditoperationen würde dem Kreditmarkt sehr nützlich sein. Die Reichsregierung ist hier also au zentralistisch gewesen. Die Regierung in ihrer neuen Fassung hat den Mut gehabt, diesen scharfen Eingriff in die Gemeindefinanzen zu tun. Eine Gefahr im Berzuge lag doch gewiß nicht vor. Die Sache hätte durch Gesetz geregelt werden können. ( Beifall beim Zentrum und links.) Abg. Dr. Quaah( Dnat.) erstattet den Bericht des Haupiaus. schuffes. Er stellt in seinem Bericht fest, daß nach Webernahme der Reichseisenbahn durch die neue auf Grund des Dawes- Gutachiens gebildete Reichseifenbahn Attiengesellschaft der LätigBerichterstatter fritifiert er sehr scharf, daß der Reichstag auf die michtigsten Borgänge bei der Reichseifenbahn, auf ihre Wirtschaftsund Berkehrspolitik wie auf die Berjonalverhältnisse teinen Gin fluß mehr habe. Er verlangt tatkräftige sedmnische Reformen bei der Reichsbahn, weil anders die perlangten Heberschüsse nicht her. ausgewirtschaftet werden förmten. Reichsverkehrsminister Dc. Krohne benugt diese Gelegenheit einer ersten Borstellung. Er tournt bavor, die Reichsbahn nicht von vornherein zum Kampfgebiet zu machen.( 3uftimmung lints.) Meis nungsverschiedenheiten werden ja möglich sein, aber ich will das steht so sehr im Mittelpunkt des Intereffes, daß es nato git engste Zusammengehen mit der Reichsbahn pflegen. Die Reichsbahn sein wird, daß sie sich der Kritik der Oeffentlichkeit entzieht. In bezug auf die Basserstraßen wird mein Ministerium in den bisherigen Bahnen fortschreiten. Sollten Schwierigkeiten in den Zariffragen entstehen, so werden wir zeigen fönnen, daß man mit einem starren Brinzip nicht durch und daß es auch andere Verkehrsmöglichkeiten als die Reichsbahn gibt. Erlassen Sie es mit. Ihnen ein Wasserstraßenprogramm au entwickeln. Alle übrigen Berfehrsmöglichkeiten müssen zusammengefaßt werden. Ein Reichsver fehrsminister fann sich doch auf die Dauer nicht in Bafferstraßen ergehen. In den legten dreißig Jahren ist eine Differenz zwischen dem Reichswirtschaftsministerium und dem Reichsverfehrsministerium hinsichtlich des Ausbaues der Wasserstraßen nicht nötig gemesen. Die Länder müssen beruhigt werden über ble Wahrung ihrer Landesintereffen. Ein enges Zusammenarbeiters zwischen den Länderverwaltung und der Reichsverwaltung ist erforderlich. Um die Begriffsbestimmungen im Luftverkehr Abg. Graf Westacp( Dnat.): Bir find mit der Beratung dieser Frage und des Gefeßentwurfs im Haushaltsausschuß einverst and en. Bemerkenswert ist der von Herrn Wirth unterstügte Borstoß der Sozialdemokraten gegen die Anwendung des Artikels 48. Diese Anwendung entspricht durchaus derjenigen, mit der die früheren Regierungen mit sozialdemokratischen Ministern ben Artikel 48 auf Wirtschaftsangelegenheiten angewendet haben, 3. B. mit einer Berordnung vom 13. Oktober 1922. gezeichnet Bauer, fämpfen wir jeht. Wir hoffen, daß man einsehen wird, daß man über die Devisenspefulation, sowie mit einer Berordnung des Finanzministers Hilferding. Wir werden uns, wenn der Gesetze auch im Luftverkehr ohne Deutschland nicht auskommen tann. Im entwurf vorliegt, weiter über die Sache unterhalten.( Beifall rechts.) raftwagen dürfen wir feinen Lurus mehr sehen, sondern Abg. Seiffert( Ratsoz.): Ich schließe mich den beiden Borrebnern müssen ihn als Bertehrsmittel betrachten. an( Stürmische Heiterte it), insofern ich es auch nicht für Nach der Rede des Ministers wird auf Borschlag des Bize richtig halte, den Artikel 48 bei jeder Gelegenheit anzuwenden. Dan präsidenten Dr. Bell die Beratung abgebrochen. Ein fhieusoll nicht mit Kanonen schießen, wenn auf der anderen Seite feineniger Antrag der Kommunisten auf jojrtige Haftentlaffung des verKanonen stehen.( Heiterfeit.) Es kann den Gemeinden nicht gestattet hafteten Abg. Thälmann wird dem Geschäftsordnungsausschus werden, nach ihrem Belieben Anleihen im Auslande aufzunehmen. zur schleunigen Berichterstattung überwiesen. Im Inland sind die Kreditgeber die Sparer, und diesen muß Dienstag 2 Uhr: Fortsetzung der Beratung des Haushalts durch die Aufwertung geholfen werden. Dann sind drei Milliarden des Bertehrsministeriums. Schluß nach 6 Uge. Die Mordpläne der Tschekisten. Ein Zwischenfall beim Verhör.- Die Fahrt nach Stuttgart. Der Angeklagte Neumann schildert weiter, daß sein Bartner ihn im Stich gelassen habe und daß nach seiner Ueberzeugung die Absicht porlag, ihn im Gefängnis zu erledigen. Reumann erflärt hierzu, daß bei seiner Frau ein Herr in Begleitung eines Kommunisten, Walter Sulisch, erschienen sei und erklärt habe, er tomme im Auftrage von Schoda, dem Leiter des 13. Bezirks. Borf.: Worauf bezogen sich denn Ihre Briefe an Ihre Frau? Angefl.: Ich hatte ursprünglich erfahren, daß von der Parte Dr. Samter mir als Anwalt bestimmt werden sollte. Als er aber nichts von sich hören ließ, fragte ich oftmals bei meiner Frau an, wie es denn mit dem Anwalt wäre. Trotzdem habe ich wochenlang von einem Anwalt nichts gesehen und schließlich auf einen solchen verzichtet. RA. Dr. Samter: Ift Ihnen nicht bekannt, daß ich das Mandat abgelehnt habe? Tieumann: Nein, wohl aber, daß Sie sich im Untersuchungsgefängnis Moabit erfundigt haben, ob ich denn noch nicht von Stutt gart dorthin übergeführt worden sei. Im Anschluß hieran tam es zu längeren Auseinander. segungen, da R.-A. Dr. Samter die Richtigkeit dieser Darstellung bestritt und R.-A. Dr. Wolf sehr erregt erklärte, daß weder von der Verteidigung noch von der Partei irgendeine Beeinfluffung des Angeklagten versucht worden sei. Dann wurde in der Bernehmung fortgefahren. Borf.: Die Munition, die Sie auf der Reise nach Süddeutschland bei sich führten, ist diese nicht in Dumdum geschosse umgewandelt worden? Angell: Jawohl Margies hatte den Borschlag gemacht. Da von meiner Geite midersprochen wurde, find die Spigen der Patronen abgefeilt worden. Borf: Baren Sie sich dessen nicht bewußt, daß diese Dumdum geschosse für diejenigen, den Sie trafen, die größte Gefahr bedeuteten, daß sie mahnsinnige Schmerzen hervorriefen? Angeft: Es war mir bekannt, aber ich mußte auch, daß alle Gruppenmitglieder auch noch andere Pistolen bei sich) trugen, die sie ja evil. gebrauchen tonnten. Ich habe auch immer streng darauf geachtet, daß die Tat selbst niemals von Margies vorgenommen werden sollte. Vorf.: Margies foll Boege gegenüber den Plan entwickelt haben, er wolle nachts bei Krenz einbrechen, ihm den Hals durchschneiden and dann einige Sachen aus der Wohnung stehlen, damit es ausfehe, als ob es sich nicht um ein politisches Berbrechen, sondern um einen Raubmord handele. Gegen diefe Art der Fragestellung protestiert R.-M. Dr. Wolf mit dem Hinweis, daß dadurch eine fubjettine Beeinflussung des Angeklagten zu befürchten jei. Die Auseinandersehungen, die sich über diese Frage zwischen dem Vorsitzenden und der Betteidigung entspinnen, werden plöglich durch einen 3 wischenfall unterbrochen. Mitten in den Erörterungen springt ber ingeflagte Margies plöhlich von seinem Platz auf and fchreit, ohne den Worfizenden auch nur zu Wort fommen zu lassen: Herr Borsigender, Sie nehmen da etwas aus der Auflage heraus, was ja gar nicht wahr ift. Das muß hier mal gesagt werden. Sie wollen bloß der Presse Material Hefern. Ich verlange, daß Poege fofort über diese Unters rebung vernommen wird. Bors.( sehr scharf): Benn Sie sich noch einmal so ungebührlich aufführen, dann lasse ich Sie sofort in Haft abführen. Boege in Heidelberg ist mir nichts befann an meiner Angefl. Neumann: Bon dem Gespräch zwischen Margies und wesenheit hat jedenfalls Margies einen derartigen Bor fchlag nicht gemacht. Hierauf trat eine turze Bause ein. Nach der Baufe schilderte Neumann die Beiterfahrt nach Frankfurt, wo er mit dem militärischen Oberleiter für Südwest, Erich Bollenberg. zusammentras, der ihm noch weitere Aufträge erteilt habe, nämlich die Erledigung des Kriminaloberwachtmeisters Schlotter in Stuttgart und des württembergischen Innenministers Bo13. Schlofter fei der größte Kommunistenjäger und müffe unbedingt erledigt werden, während auf Boiz alle Schredensurteile gegen Kommunisten in Württemberg zurückzuführen feien. Er fel der größte Feind der Kommunistischen Partei in Württemberg und feine Erledigung sei von größter Bedeutung für die APD. Deshalb müsse es bei dieser Aufgabe bleiben. Er, Bollenberg, habe schon früher die Absicht gehabt, Bolz zu erledigen und habe ihn auch schon beobachten lassen, doch sei dieses Unternehmen wieder zurückgestellt worden. Auf eine weitere Frage des Vorfühenden esflärt der Angeflagte, er wisse, daß Wollenberg in ber Münchener Rätere publif eine Rolle gespielt und sich auch in Königsberg für die Bartet betätigt habe. Borf.: Stand er mit der Zentrale in Berbinbung? Angefl: Ich weiß nur, daß er als militärischer Letter mit dem Revfo" in Berbindung stand, und zwar unterhielt er mit diesem einen regen Schriftwechsel. Er hatte auch Sig und Stimme in der politischen Oberleitung von Südwest, die der Zentrale unterstand. Reichsanwalt Neumann: Hat Bollenberg nicht einen württem bergischen Kriminalbeamten erschossen? Angeff.: Eine Sigung der militärischen Funktionäre von ganz Württemberg wurbe verraten. Zwei Beamte traten mit vorgehalte nem Revolver in den Saal. Als einer der Beamten fortging, um Berstärkung zu holen, veranlaßte Bollenberg bes moben th fizenden Genossen, der als einziger eine Waffe bei sich trug, den in der Tür stehenden zurückgebliebenen Beamten niederzuschießen, was dieser auch nach einiger Zeit tat, worauf alle Teilnehmer der geheimen Bersammlung die Flucht ergriffen. Von diesem Borgang habe ich von Streß mündlichen Bericht erhalten und Wollenberg hat mir das auch in Frankfurt bestätigt. Der Angeklagte Neumann schildert dann meiter, wie er Poege und Margies nach Heidelberg delegiert habe, um Jaucher zu erledigen, während Meus und Szon nach Stuttgart fahren sollten, um Wezel zu beobachten. Die beiden letzteren sollten auf Mitteilung des Bollenberg von einem gewissen Wolf", der in Wirklichkeit Ernst Günther hieß, in Stuttgart an die richtige Stelle geführt werden, wo sie ihre Arbeit aufnehmen konnten. ünther? 〃 Bors.: Herr Reichsanwalt, schwebt ein Berfahren gegen Ernst Reichsanwalt Neumann: Ich weiß nur, daß er flüchtig ift und wir haben nicht gegen alle Flüchtigen Berfahren eingeleitet. Bors.: Was war mit der Erledigung des Jaucher gemeint? Angefl.: Es bedeutet, daß er getötet werden sollte und ich glaube, daß auch die beiden betreffenden Mitglieder der Gruppe das so verstanden haben. Wezel dagegen sollte in Stuttgart nur beobachtet werden und die beiden sollten warten, bis ich nach Erledigung der Autoangelegenheit von Frankfurt nach Stuttgart tam. Auf mehrfachen Borhalt, daß er den Auftrag den Spitzel Bezel zu beseitigen, an Meus und Szon weitergegeben habe, und daß er diese Dinge in der Boruntersuchung ganz anders dargestellt habe, erklärt der Angeklagte Neumann, daß er Meus in Frankfurt über den Auftrag unterrichtet habe, daß Wezel beseitigt werden solle. Wegel soll aber vorläufig nur beobachtet werden. Bors: An wen sollten sich Shre Leute in Stuttgart wenden? War nicht ein Verbindungsmann des Wollenberg dort, ein gewisser Rebhuhn"? Angefl.: Mit„ Rebhuhn" habe ich mich erst später in Berbinbung gesezt. Wie Reichsanwalt Neumann hierauf mitteilte, schwebt gegen Ernst Günther wie gegen die anderen Mitglieder des Württembergi schen Militärkopfes der KPD. bereits die Boruntersuchung. Günther sei auch vom Standgericht München im Juli 1919 megen Beihilfe zum Hochverrat zu 1 Jahr 9 Monaten Festungshaft nerurteilt worden. Borj.: Wo wollten Sie sich in Stuttgart nachher treffen? Angefl.: Ich hatte von Wollenberg eine Wohnung zugewiesen erhalten. Dort lernte ich den Angeflagten Diener kennen, der den Decknahmen Rebhuhn führte. Auch Wolf"( Ernst Günther) und ein dritter Unbekannter tam noch dahin. Auf meine Frage, wie es um Wezzel stehe, wurde mir versichert, daß dieser ein großer Spizzel sei.. Rebhuhn", der Nachrichtenleiter war, erklärte meiter, daß man Wezel beobachten lasse, aber nicht genau wisse, ob er anwesend sei. Er habe meinen beiden Gruppenmitgliedern noch den König, der den Namen„ Jakob" hatte, zur Unterstützung gegeben. In der Wohnung des angeflagten Ehepaars Lesnisse fam bann Reumann mit dem ihm vorangeeilten Szon und Meus zusammen. Borf.: Sie sollen sehr unzufrieden gewesen sein, daß Ihre Leute fehr wenig getan hatten. Angeft: Rein, ich war mur unzufrieden, daß wir zur Erlebigung dieser Angelegenheiten nach Stuttgart geschickt worden waren, während das betreffende Objekt dieses Blanes gar nicht anwesend war. Szon hatte in der Wohnung Lesnisses ganz unzweideutig erfahren, daß Wetzel beseitigt werden sollte, dagegen war. bas Ehepaar bei dieser und auch bei den folgenden Besprechungen faft nie zugegen. Hierauf trat eine längere Pause ein. Nach der Bause wurde in der Erörterung des Attentatspians gegen den angeblichen Spitzel Bezzel in Stuttgart fortgefahren. Während der Beobachtung des Hauses Bezels murde auch die der Bohnung des Kriminaloberwachtmeisters Schlotter in Stuttgart von den Mitgliedern der T.- Gruppe durchgeführt. Schlotter, so er Plärte Neumann, mar als gefährlichster Kommunistengegner über die Grenzen Württembergs hinaus bis nach Baden hinaus bekannt, und ich teilte meinen Genossen in der Gruppe mit, daß ich Befehl hätte, ihn zu beseitigen. Borf.: Inzwischen müssen Sie doch auch Nachricht aus Heidel berg oder Mannheim befommen haben? Angekt.: Ich beauftragte Mörsner, nach Mannheim zu fahren, um Margies und Beege zu fragen, wie weit sie mit der Sache aus Heidelberg gekommen seien. Mörsner fam zurück mit der Mittei fung, Borge habe ihm erklärt, die Beobachtung Jauchers habe ergeben, daß diefer fein Spizel set. Darauf habe ich Boege und Margies fofort telegraphisch nach Stuttgart fommen lassen. Am 18. Februar tam König in unsere Wohnung in Stuttgart und berichtete, daß Szon bei der Beobachtung der Wohnung Schlotters von dem Kriminalwachtmeister selbst verhaftet worden sei, während es ihm, König, gelungen wäre, rechtzeitig die Flucht zu ergreifen. Ich hatte den Verdacht, daß Hönig den Szon der Polizei in die Hände gespielt hätte. Jedenfalls brachen wir zunächst die Beobachtung der Wohnung Schlotters ab. Am Nachmittag dieses Tages tamen Boege und Margies von Heidelberg und erstatteten mir Bericht. Sie erzählten, Jaucher sei tein Spitzel. Ich war auf jeden Fall ärgerlich, baß ich hier wieder einen Auftrag erhalten hatte, der sich wieder als nicht stichhaltig ermies. Borf.: Sie sollen gesagt haben, solche Sache gibt es nicht wieder. Sie hatten Poege und Margies nicht nach Heidelberg geschickt, um zu untersuchen, sondern um au liquidieren. In jufanjt verfangten Sie prompte Ausführung Ihrer Befehle. Ungefl. Reumann: Nein, das habe ich nicht gesagt. Bors.: Hat sich Boege denn nicht angeboten, sofort nach Heidelberg durchzufahren und Jaucher zu erledigen? Angekt.: Das war drei Tage später. Boege fagte, wenn ich ihm den direkten Befehl geben würde, dann würde er auch unter diesen Umständen den Fall Jaucher durchführen. Ich erfamte aber feine Bebenten als stichhaltig an und lehnite das ab, denn ich betrachtele unsere Organisation nicht als Mordorganisation, sondern als eine politische Organisation, die die Aufgabe hatte, politische Gegner der Partei zu erledigen. Der Fall Jaucher war damit erledigt. Inzwischen hatte ich die Auffassung befommen, daß Meus nicht mehr recht bei der Sache war. Meine Leute waren überhaupt ungehalten über den angeheuren Kostenaufwand, ber ihnen durch diese Reisen erwuchs, besonders war das aber bei Meus der Fall, von dem ich den Eindruck hatte, daß er nach einem guten Einwand suchte, um sich aus der Geschichte herauszuziehen. Ich wollte ihn zur Rede stellen und empfahl ihm den Austritt aus der Gruppe, womit fid) Meus auch einverstanden erklärte. Er nahm Abschied von uns und kehrte am nächsten Tage mit Mörsner, der von Berlin Geld holen sollte, nach dorthin zurück. Borf.: Bon wo sollte Mörsner bas Geld holen? Angeft: Er sollte sich mit dem Reichsfurierleiter Klemm des wegen in Verbindung fezen. Ob er das Gelb von Klemm persönlich befommen oder ob er mit Helmuth" gesprochen hat, weiß ich nicht. Jedenfalls fam er wenige Tage später mit dem gewünschten Betrag wieder. Inzwischen hatte ich erfahren, daß der gesuchte Wezel Mitglied der kommunistischen Fraktion des Fabritarbeiterverbandes war, dem auch Lesnisse angehörte. Angekt. Cesnisse( unterbrechend): Von wem hat Neumann denn das erfahren? Neumann: Bon König. Bors.: Wer war denn von Ihrer Gruppe noch zusammen? Angefl. Neumann: Poege, Margies, König als noch nicht offizielles Mitglied, während Diener nicht Mitglied war, sondern für den Nachrichten dienst sorgte. Wezel sollte nun zu einer Sigung der kommunistischen Fraktion dieses Berbandes im Gewerkschaftshaus durch Lesnisse geladen werden, jedoch ist Lesnisse über unser Vorhaben nicht unterrichtet worden. Wir sagten ihm, wir wollten lediglich Wezel kennen lernen, um ihn beobachten zu können. Margies, Poege und ich wollten in der Nähe des Gemertschaftshauses König erwarten, der uns Nachricht bringen sollte, ob Bezel an der Bersammlung teilnahm. In diesem Fall sollte Lesnisse mit Wetzel das Gewerkschaftshaus verlassen, sollte sich dann aber von ihm trennen. Dann sollte König und Poege dem Bezzel foigen und ihn an einer geeigneten Stelle erledigen. Borf.: Sollten Sie ihn totschießen? Angefl.: Die Art der Ausführung war jedem Einzelnen überlassen. Margies und ich wollten die Deckung der Beiden übernehmen, während Mörsner an einer bestimmten Stelle mit dem Kraftwagen warten sollte, damit nach Bollbringen der Tat die Mitglieder der Gruppe Stuttgart sofort verlassen konnten. R.-M. Dr. Simon: Diese Sigung des Fabritarbeiterverbandes war schon vorher anberaumt worden und nicht eigens zu diesem 3mer. Angeft. Neumann: Das fann sein. Inzwischen hatte ich König vorsichtshalber beobachten lassen, aber feinen Anlaß zu irgendeinem Berdacht gefunden. Daraufhin habe ich ihn offiziell in die Gruppe aufgenommen und ihm zunächst einen Borschuß im Betrage von 20 D. und später die restlichen 40 M. gegeben. Bei dieser Gelegenheit habe ich ihn auch verpflichtet, allerdings ohne ihm die schriftliche Formel vorzulegen, weil ich diese schon in Berlin vernichtet hatte. Ich legte ihm Geheimhaltung aller Aufträge und sonstige Tätigkeiten der Gruppe usw. auf und teilte ihm mit, daß Derrat mit dem Tode bestraft würde. Entsprechend unserer Verabredung wurde der Plan eingeleitet, aber Wehel fam nicht in die Versammlung, worauf wir diesen Plan fallen ließen, bodh ging die Beobachtung Wezels weiter. Ich erfuhr, daß bei Szon von der Bolizei eine Karte Wezels beschlagnahmt worden war, die dieser aus Lörrach an seine Frau geschrieben hatte. Aus diesem Grunde widmeten wir uns in erster Linie der Beobachtung Schlotters, von dem wir in Erfahrung gebracht hatten, daß er viel in einem Lofal Arche Noah verfehre. Ilm 4 Uhr nachmittags wurde die Berhandlung auf Diens tag früh 9 1hr vertagt. Wirtschaft Der Geldwucher, Deutschlands Unglück. Genosse Kurt Heinig schreibt uns: Wir sind mitten in einer Entwicklung, die dahin führt, daß schuldet. Unsere Zahlimgsbilanz für das vergangene Jahr ist nur Deutschlands Wirtschaft in größtem Ausmaße sich dem Auslande verdadurch eins Gleichgewicht gekommen, daß die Welt uns erhebliche Geldmittel zuführte. Es ist falsch, wenn immer betont wird, daß es sich hierbei um Borgänge handele, die notwendigerweise aus unserer Wiedergutmachungspflicht umb aus der Durchführung des Dawes Gutachtens entstehen mußten. Entscheidend ist vielmehr, daß die deutschen Banten in der gewissenlosesten Weise Geidwuchertreiben. Unsere Großunternehmen, auch die Koma munen, ja, die gesamte Geschäftsmelt, erhalten heute im Auslande Uebelstand hat sich schon so meit eingefressen, daß auch auf dem Baubilligeren Kredit als bei irgendeiner deutschen Bant! Der lage für die von ihr Lontrollierte Währung fich ein Gold: und Devisen polster von etwa 1,7 milliarden Mart anzulegen. Woher find jene Summen gekommen? Bei der Feststellung der felgenden Zahlen ist man nahezu ausschließlich auf Schäßungen von Finanzsachverständigen angewiesen. Sie rechnen damit, daß im vergangenen Jahre aus deutschem Privatbesig etwa für 700 Millionen Mart Devisen nach dem Auslande abgegeben worden sind. Weiter nimmt man an, daß aus den sons stigen zurückgehaltenen Devisenreserven unter dem Druck der vorsichtigen Kreditgebarung der Reichsbanf etwa 1800 Millio nen Mark flüssig gemacht wurden. Damit ist aber das Defizit unserer Handelsbilanz, unsere Mehreinfuhr und die neugeschaffene Reserve der Reichsbank noch nicht bezahlt gewesen. Das fehlende Geld hat Deutschland im vergangenen Jahre durch seine erheblichen Auslandskredite erhalten, sie werden alles in allem auf etwa 1400 Millionen Mark geschägt. Im neuen Jahre hat der Zufluß an Auslandskrediten nicht noch gelassen, er ist eher stärker geworden. Es sei nur daran erinnert, daß im Januar dieses Jahres in New York Dollarobligationen großer deutscher Industriekonzerne wie Thyssen, Siemens, Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft und A. G. Sächsische Werke aufgelegt worden sind, die für sich allein schon mindestens 150 Millio= nen Mart neuen Auslandskredit nach Deutschland hereinführen werden. Diese Ueberschüttung Deutschlands mit ausländischem Gelder hat jetzt schon in der Regel feinen Grund nicht darin, daß die deute fchen Banten für gleich große Kredite leistungsfähig wären, sondern darin, daß der Auslandskredit, der Balubatrebit, billiger ist als der deutsche Goldmarkkredit. Es muß als ausgeschlossen erscheinen, daß deutsche Private jet noch erhebliche Devisenhamsterreserven im Inlande oder Auslande besitzen. Wenn die Geldpolitik der deutschen Finanzherren sich nicht ändert, wenn dadurch die Konjunktur weiter auf falschem Bege bleibt, dann wird Deutschland auch in diesem Jahre wieber zu einer riesenhaften passiven handelsbilanz kommen und das fehlende Geld für den Einfuhrüberschuß wird wieder und in noch größerem Umfange als im Borjahre durch ausländische Kredite ge deckt werden. Gegen jene Entwicklung muß mit aller Energie gefämpft werden. Wann findet sich endlich der Staatsanwalt, der ben Mut aufbringt, Bantdirettoren wegen Geldwucher, wenigstens erst einmal in Untersuchungshaft zu nehmen? Es scheint aber, daß es für unsere: Justiz einfacher ist, den Reichspräsidenten wegen„ Landesverrat" zu verfolgen und betrogene Betrüger" festzulegen, als etwas zu tun, das für das Gesamtwohl Deutschlands sich als sehr nüßlich erweisen würde. Wir brauchen aber auch eine positive Handels- und Wirtschaftspolitik. Die hohen deutschen Zinssäße wirken wie Saugpumpen, die das ausländische Kapital hereinziehen. Hinter ihm strömen ausländische Waren hinzu. Wir brauchen eine Umfchr grundsäglicher Art in der Einstellung der Regierung. Es muß endlich aufhören, daß man dauernd nach dem Wellmarit giert. Gesund wird unsere Wirtschaft nar und auch der Weltmarkt wird wieder für die deutschen Waren erschlossen, wenn wir als Fundament zuvor einen tauffräftigen Inlandsmarkt geschaffen haben. Erst auf der Basis eines hohen inländischen Konsums wird sich eine gesunde Exportfähigkeit der deutschen Industrie ergeben. Das stärkste Hindernis gegen diese Entwicklung sind neben on niedrigen Löhnen und Gehältern die wucherisch hohen Banke zinsen. Die geringe Kauffraft des Volkes und die hohen Warenpreise, deren Ursache nicht zuletzt der Geldwucher der Banten iſt, wirfen wie eine„ Schere", die die Lebensfähigkeit der deutschen Wirtschaft zerschneidet. Der Geldwucher ist Deutschlands Unglüc. lind die Regierung Luther unternimmt nichts, um das zu verhüten. Es wird hohe Zeit, daß sie verschwindet! Berliner Handelsgesellschaft. Als erste der Berliner Großbanten erscheint die Berliner Handelsgesellschaft mit ihrer Abſchlußbilanz auf der Bildfläche. Sie hat im Jahre 1924 bei einem Grundlapital von 22 Millionen Mark einen Rohgewinn von 10 Millionen Ma: 2 erzielt und fann bamit zirka 50 Proz. des Aftienfapitals als Gewinn buchen. Der Reingewinn beziffert sich auf 2,56 Millionen Mart, non denen ein Teil zur Ausschüttung einer zehnprozentigen Dividenbe verwendet werden soll. Die Gewinne find in der Hauptface aus markt die deutschen Hypotheken wegen ihrer hohen Zinsverpflicyiun- 3infen, Wechsel und Denisen erzielt, ein Beweis, daß die Kredits gen abgelehnt und statt dessen lieber im Ausland Hypothefen aufgeschäfte des abgelaufenen Geschäftsjahres der Gesellschaft einen genommen werden. billiger, als sie es bisher getan haben, bergeben fönnen. Dabei beUnsere patriotischen Banten behaupten, daß sie ihre Kredite nicht steht die Tatsache, daß sie für Guthaben schon wieder lächerlich niebrige Zinsen zahlen. Die Differenz zwischen Kreditzinsen und Debetzinsen, die auf allen möglichen Ümisegen durch die deutschen Geldherren fünstlich groß gehalten wird, ist auf dem Wege, die Wirtschaft und auch die Währung erneut zu zerstören! Der Abschluß unserer Handelsbilanz, die ja nur ein Zeil unserer 3ahlungsbilanz ist und auch die Zahlungsbilanz felbst für das vergangene Jahr zeigen übereinstimmend, auf welch gefährlichen Weg der Geldwouder der deutschen Banken uns treibt. a u s Unsere Handelsbilanz für das Jahr 1924 gab eine erschütternde Abschlußziffer: Wir haben im vergangenen Jahr für 2,75 Mitliarden Goldmarf mehr eingeführt als geführt. Die Gründe dazu sind von verschiedener Art. Es hat im vergangenen Jahr eine außerordentliche Auffüllung der Rohstoff bestände stattgefunden. In der Annahme bie sich überdies als richtig erwiesen hat baß nach dem 10. Januar 1925 im besonderen mit Frankreich ein Handelsfrieg beginnen würde, hat ein starker Bor: einfauf an Waren stattgefunden. Es hat im vergangenen Jahre außerdem ein starker Bedarf an Nahrungsmitteln bestanden. Weiter hat die Mobilisierung der verschleiert gewefenen Auslandsguthaben handelswirtschaftliche Auswirkungen gehabt. Die vielen furzfristigen Auslandskredite haben ebenfalls ben Import beeinflußt, und baneben spielten zeitweise auch die günstigen Belimarktpreise für die Einfuhr eine Rolle. Untersuchen wir num diesen Tatbestand einmal unter dem Gevität unserer Handelsbilanz muß doch in der Zahlungsbilanz durch sichtspunkt unserer Zahlungsbilanz, denn die riefenhafte BaffiGelbeinnahmen gedeckt worden sein. Die Passivseite unserer Zahlungsbilanz enthält zwei große Busten, der eine ist der schon erwähnte Betrag des Einfuhrüber schusses, der andere ist der Betrag, ben die Reichsbank im vergangenen Jahre in Gold und Denisen ausgesammelt hat. Bei der Betrachtung unferes Einfuhrüberschuffes in Höhe von 2,75 Milliarden Goldmart müffen rund 500 Millionen Mart abgefeßt werden, die nichts anderes find als Goldeinfuhr für Rechnung der Reichstant. Es verblieb also für die Zahlungsbilanz von 1924 ein geldlich zu deckender Einfuhrüberschuß von rund 2,2 Milliarden Mark. Die Reichsbant hat es verstanden, im vergangenen Jahre als Unterabnorm hohen Ertrag brachten und daß im Interesse einer Gefimbung des Wirtschaftslebens ein Abbau der Zinshöhe ohne eine Ges fährdung der Gewinne der Großbanten sehr zu ermöglichen wäre. und Konsortialgeschäften, ein Zeichen für den geringen Umfang des Brovisionen erbrachten zirta 4 Millionen Mart, während aus Effel en inklusive Lantiemen find 5 145 000 m. verbucht, d. i. gegenBörsengeschäftes, 704 000 m. erzielt wurden. An Berwaltungsfosten über 1913 etwas mehr als das Doppelte. Allerdings sind bei bem zum Vergleich herangezogenen Betrag von 1913 im Gegensatz zu heute die Lantiemen nicht enthalten. Nach Zeitungsberichten sind fikationen und Tantizmen 820 000 m., alfo etwa ein Drittel des davon 3,6 Millionen Mart reine Berlonalfoften, während auf Gratio die Gewinne der Geschäftsinhaber und höheren Beamten nicht mit der Reingewinnes, entfallen. Die Bilanz ist derart aufgestellt, daß man Borfriegszeit vergleichen kann, weil damals die Tantiemen aus dem Mark sind im Berhältnis zu den erzielten Beträgen sehr gering. Bei Reingewinn gezahlt wurden. Die steuerlichen Leistungen mit 2 000 000 der Beurteilung der Liquidität der Bank darf man nicht außer acht lassen, daß im Gegensatz zu der Vorkriegszeit Anlagen auf lange Sicht fast gar nicht vorkommen und daß auf der anderen Seite selbst die bestgedecktesten Kredite immer noch ein Rifito in sich bergen, insofern als bei Insolvenzen Deckungen nicht immer gleich in bar Geld umgewandelt werden können. Die fremden Gelder, d. s. die Eins lagen bei der Bank, haben eine ganz ansehnliche Steigerung erfahren. In den Kreditoren sind starte ausländische Guthaben Kredite aus der Rentenbant als auch öffentliche Gelder. Jedenfalls vorhanden und unter den Inlandsgläubigern befinden sich sowohl hot, das ist aus den Zahlen Mar ersichtlich, das Bankgeschäft im Jahre genommen. Dieser Aufschwung dürfte anhalten, zumal jetzt an der 1924, besonders in der letzten Hälfte einen erheblichen Aufschwung Börse wieder größere Umsätze erzielt werden und zumal auch die deutsche Wirtschaft starken Bedarf an Betriebsmitteln hat, die ihr im dieser letzteren Aufgabe durch die Banken hängt die weitere GeWege des Kredits zur Verfügung gestellt werden. Bon der Erfüllung staltung unseres Wirtschaftslebens ab. Eine polnische Anleihe in Amerifa. Das amerikanische Bante haus Dillon Read: C2. teilt mut, daß der Vertrag mit der poínischen Regierung auf Gewährung einer Anleihe im Betrage von 35 Millionen Mart DOM polnischen Gesandten unterzeichnet werden wird. Wie verloutet, sollen die Anleihesiüde beträchtlich unter Bari angeboten werden und der Zinssatz 8 Prozent betragen. Fischer Wolff Orient- und Deutsche Teppiche Spandauer Str. 10 Ecke Kaiser- Wilhelm- Straße Läuferstoffe Teppichrollenware Bettvorleger. Felle Möbelstoffe Gardinen Moketts und Seidenstoffe Tisch- und Diwandecken Dekorationsstoffe Stepp- und Daunendecken Dienstag 17. Februar 1925 Unterhaltung und Wissen Sexualität und Kriminalität. Bon Just us. Die innige Beziehung zwischen Kriminalität und Segualität, d. h. zwischen dem Verbrechen und dem Geschlechtsleben des Menfchen, ist jedem Einsichtigen ohne weiteres flat. Sie in jedem einzelnen Falle aufzudecken ist nicht allein für den Richter, der über das Schicksal feiner Mitmenschen zu entscheiden und für den Schuh der Gesellschaft zu sorgen hat, von höchstem Werte, sondern auch für den Bädagogen, der sich um die Erziehung der jungen Menschenfinder in Freiheit, und für den Kriminalpädagogen, der sich um die littliche und soziale Hebung der ihm anvertrauten Häftlinge bemüht. Dicfe innigen Beziehungen bestehen nicht allein bei seruellen Deliften nn eigentlichen Sinne des Wortes, d. h. bei Eingriffen in die Gejhlechtsfreiheit des Mitmenschen, sei es mit oder ohne Gewalt; es gibt fast teine Berbrechensart, hinter der unter Umständen als lezzie Urfache, manchmal völlig unbewußt, der Geschlechtstrieb nicht lauert. Oft bedarf es der ganzen praktischen Erfahrung und wissenschaftlichen Kenntnisse des Arztes, um die Zusammenhänge bloßzulegen. Ab und zu liegen fie aber auch selbst für den Uneingeweihten flar auf der Hand. Laßt man die mannigfachen Berbrechen: wie Mord und Tot ichlag, Meineid und Betrug, Unterschlagung und Erpressung, Heiratsschwindel und Hochstapelei, Brandstiftung und Diebstahl usm. an sich vorüberziehen, vertieft man sich in die Berbrechen- und Gerichtshronit, so stößt man immerfort auf ihren seruellen Hintergrund. Man fann wirklich sagen, daß der Serualtrieb, auch in bezug auf die Rolle, die er im Verbrechen spielt, nach dem Selbsterhaltungstrieb der zweitstärkste ist. In manchen Fällen hilft die Kenntnis des seguellen Ursprungs des Verbrechens ihnen vorzubeugen, so z. B. durch Hinüberleitung über die Serualfrije. Dort aber, wo das Verbrechen auf der feguellen Ronstitution des Menschen beruht, ist guter Rat teuer. Dies ist bei der Hörigkeit des Mannes unter dem aggressiven Beibe und der übertriebenen Hörigkeit des an und für sich schon durch feine Natur passiven Weibes unter dem Manne der Fall. Jener wie diese werden unter Umständen als Instrumente für das Ber= brechen mißbraucht. Die Erscheinung der Hörigkeit führt somit be= reits in die Urgründe der Sexualwissenschaft, sie ist ohne die Kennt nis der im Geschlechtsleben herrschenden Gesetze nicht verständlich Der hörige Mann ist jelten Bollmann, da saggressive Weib tann als Mannweib gelten. Diese seelischen Eigenschaften beruhen jedoch auf gewissen inneren Prozessen, auf Absonderung bestimmter Sefrete durch eine Reihe von Drüsen. Die neuesten Forschungen, besonders die von Steinach, haben den endgültigen Beweis für diese Tatsache erbracht. Durch Einpflanzung entsprechender Reimstöde jung faftrierter Männchen in Weibchen gelang es ihm, Weibchen in Männ chen und beide in Zwitter zu verwandeln, je nachdem er einen Hoden, einen Eierstod oder Teile vom felben übertrug. Die gleiche Erscheinung besteht beim Menschen. Je nach der Art der inneren Sefretion sind die Geschlechtsmerkmale, die die Stärke und Richtung des Geschlechtstriebes und die seelische Aeußerung desselben bedingt. Bon der Drüsentätigkeit ist die feruelle Anlage abhängig, d. h. die Konstitution des Individiums. Diefe endgültig feststehende feruelle Theorie fann am besten an einem Beispiel, das Dr. Magnus Hirsch. feld in seinem Buche Sexualität und Kriminalität" anführt, verjtändlich gemacht werden. Eine Köchin in Stockholm, die an Lungen entzündung gestorben war, zeichnete sich bei Lebzeiten durch ihr männliches Gebaren, eine besonders tiefe Stimme, Bartwuchs, bur jchitose Weise und heftige Abneigung gegenüber männlichen Wesen, gegen männliche Bewerbungen und Annäherungen aus. Die Geftion förderte bei ihr einen Hodeneierstock zutage. Ihre Drüsen hatten trog der weiblichen Körperform der Köchin ihre Männlichkeit verursacht. So erklärt sich auch der Trieb der Transvestiten, Kleider des anderen Geschlechts anzulegen. Nur aus dieser Erscheinung der inneren Sefretion heraus sind die sogenannten Zwischenstufen der Männer mit weiblichem Einschlag im Triebe und der Frauen mit männlichem Einschlag zu verstehen. Allein die Kenntnis der Gesetze des sexuellen Lebens gestattet eine richtige Beurteilung des§ 175, der die gesellschaftliche und gesetzliche Nechtung einer großen Anzahl von Menschen zur Folge hat. Die gleichgeschlechtliche Liebe mit allen ihren Aeußerungen, durch die feruelle Konstitution verursacht, ist nicht schlechter, geschweige den strafbarer als die zum anderen Geschlecht. Andererseits bedingt die Tätigkeit oder ein Ausfall in der Tätigkeit der Drüsen gewiffe innere Zustände, die fich friminell auswirken können. Die AusfallerscheiDer Roman einer Ehe. -WO Bon Iwan Heilbut. An einem Borfrühlingsmorgen faß ich im Bart auf einer weißen Bank. Bor mir, auf feinen Pfoten, lag Jad, mein fleiner meißer Hund. Er streďte die feuchte Nase in die Vormittagsfomme, die durch noch table. Aefte Strahlen schickte. Ich saß in meinem Wintermantel vergraben. Gibt es schon Knospen? Wo bleibt der Frühling? Windstöße reißen von Zeit zu Zeit an meinem Hut. Man fizt hier einfam wie in einem Walde und ist doch inmitten der großen Stadt. es ist wohl ein Ehepaar Zwei Menschen grüßen und setzen sich an meine Seite. Ich möchte sie unaufhörlich betrachten, etwas Besonderes ist ihrem Wesen eigen. Hochgewachsen der Mann mit breitem, blaffem Gesicht schlank und dunkelhaarig die Frau. Das find zwei Menschen, mußte ich denken, die ein innerer Beruf zujammenbindet- aber ihr Schicksal hat ihrer Bereinigung nicht Sorge getragen. Ein tiefer Ernst gräbt seine Züge in den zarten Ausdruc der Jugend. Sie faßen eine Weile ohne zu reden. „ Wie zierlich der Hund," sagte dann die Frau. Und später: ,, Wie lange haben wir Zeit, hier zu sitzen?" nung führt zum Infantilismus, d. h. zum Stehenbleiben auf einer findlichen Stufe, verbunden mit findlichen Aeußerungen im Geschlechtsleben. Manches Sittlichkeitsverbrechen an fleinen Kindern findet so feine Erklärung. Die Serualkrisen sind ihrerseits auf eine gestörte Tätigkeit der Drüsen zurückzuführen. Sie bedingen auch eine Frühreife, die unter Umständen sich in Sittlichkeitsverbrechen austoben fann. Schließlich kann die Tätigkeit der Drüsen gewissermaßen Vergiftungserscheinungen und Rauschzustände hervorrufen. Ungeduldig. -BERLINER LOKAL- ANZEIGER „ Noch teen Landesvata, teene Orden, feen Krieg, teene Soziverfoljungen, teene Uffwertung und feene Friedensmieten-ja Himmeldonnerwetter, woju jam wa denn eejentlich deutschnational jewählt?" Man spricht dann von einer Hypererotit, die sich im Diang zu jeder zeitiger Betätigung äußert. Ift er mit Sadismus verbunden, so führt er zu Bergewaltigungen und zu Lustmorden man denke an Großmann und Harmann. Ebenso fann der gestörte Sexualstoff wechsel, der durch eme übertriebene Abstinenz verursacht wird, zur Quelle von Sittlichkeitsverbrechen werden. Unter den weiteren Segualverbrechen verdienen noch die der Fetischisten besonders erwähnt zu werden. Ihre frankhafte Borliebe für bestimmte Eigen schaften des begehrten Typus, für ihm gehörende Gegenstände führen nicht selten zu Gewalttätigkeiten fo bei 3opfabschneidern. Ueber alle diese Erscheinungen spricht Dr, Magnus Hirschfeld ebenso an regend wie popular in seinem neuen Büchlein" Segualität und Kriminalität". Die Kenntnis der wahren Ursprünge des feruellen Berbrechens, wie auch die richtige Wertung dessen, was als seruelles Verbrechen bezeichnet werden soll, muß auch in die breite Masse der Bevölke rung dringen. Einerseits spielt das Geschlechtsleben eine viel zu große Rolle, als daß über dasselbe hinweggegangen werden könnte. andererseits wird noch allzu viel hinsichtlich der Behandlung von Sittlichkeitsverbrechern gesündigt. Man glaubt sie durch Strafe, Gefängnis und Zuchthaus beeinflussen zu fönnen. Man vergißt dabei, daß in Wirklichkeit die einen nur durch etwaige Heilmethoden, die anderen durch operative Eingriffe, die auf die Drüsentätigkeit einwirken, die dritten allein durch beständige Isolierung unschädlich gemacht werden können. So entsteht durch die hergebrachten Anschauungen immer wieder neues Unheil. Die weitere Entwicklung der Serualwissenschaften wird gewiß segensreich auf das Gebiet der der Segualwissenschaften wird gewiß fegensreich auf das Gebiet der Kriminalpolitik einwirken. ,, Sie ist nicht so dürftig. Du bildest es dir ein. Du bist zu gewissenhaft. Ich beflage mich nicht, daß uns das Glüd einer forg Lcfen Ehe versagt bleibt. Du haft von Anfang an feinen 3weifel darüber bestehen laffen, was uns, in einer Verbindung für immer, Mal zu Boden geblickt? Deshalb gemeint? Aber da ist ein ganz erwarten müßte. Nun gut habe ich denn deshalb ein einziges anderer Bunsch, ein dringenderes Berlangen als nach Wohlstand und Freude Aber du bist zu gewissenhaft, mir das zu erfüllen. oder Verzichten bedeuten. Du bist nicht beseelt vom Gedanken, Bater Du begreifft nicht das Glück und das Unglüd, das mir Erfüllung zu werden, wie ich vom Willen besessen, Mutter zu sein." wenngleich verwundert Es gab mir einen Ruck bei diesen letzten Worten. Und dann wagte ich mich zu rühren. Bei allem, das ich gehört hatte, war ich der Meinung gewesen, es handelte sich um den Kauf eines Hundes, zierlich und weiß wie der meine, der zu ihren Füßen spielte und sie einmal angefehen hatte. Sehr tief stedte ihren Füßen spielte und sie einmal angesehen hatte. Sehr tief stedte ich meinen errötenden Kopf in den Mantel, beschämt von der naturfremden Wunschlosigkeit meines eigenen Daseins. Vor diesem Willen, der da sprach, erschien ich mir nichtsbedeutend vor Gott und Menschen. Und dazu kam... Es ist die unbarmherzige Strafe einer sauberen Seele gegen fich selber, diese Empfindung der eigenen gefühllosen Neugier, die so gern eine nadte Seele betrachtet. „ Eine Biertelstunde höchstens," sagte der Mann mit den nach wendigkeit, wenn dieser Urtrieb euch einmal ergreift," sagte der Mann. danklichen dunklen Augen. Wieviel Zeit berechnest du für den Heimweg?" Eine halbe Stunde, Liebe." -Ermartest du heute viele Patienten?" Nicht mehr als üblich und das ist nicht vial, du weißt... Aber ich werde trojdem nicht verfehlen, pünktlich zu sein." Sieh dir den Hund an, Arthur. Dies fleine Weien." Ich berührte mit einem Zweiglein, das ich vom Boden nahm, ein Ohr meines Hundes geschickt von der Seite, so daß er der Meinung fein mußte, es wäre die Frau gewesen, die ihn am Ohr gefigelt. Er warf den Kopf herum und fah zu ihr auf. Sieh diese Augen," fagie fie. Solch ein Tier zu befizen... Nicht wahr?" Der Mann antwortete nicht. Vielleicht achtete er auf einen Bogel, der auf dünnfurzen Beinen im Sande hin und her sprang. Dann fagte er:„ Es geht aber nicht." Er hatte aljo über ein Hündchen nachgedacht, ernsthaft, bis jetzt. „ Das wirst du immer behaupten, Arthur ,, es geht nicht" -w " | Beilage des Vorwärts Wie der Mime in seinem Bau" spricht. Etwas von der„ Theatersprache". Die Theatersaison steht augenblicklich in ihrer üppigsten Blüte. Allabendlich laufchen in den Musentempeln unzählige Zuhörer und Zuhörerinnen flopfenden Herzens den Darbietungen und wenn sie dann nach Schluß der Borstellung des Gottes voll" in der Fülle der gewonnenen Eindrücke heimwärts bridern, dann fommt es wohl über sehr, sehr viele von ihnen wie eine Art Heimweh nach jenen Stätten ewig sprudelnder Ideale und nach denen, deren Leben ,, wie sie es auffaffen" ein stetes Hin- und Herpendeln zwischen königlichen Idealbildern darstellt. In Wirklichkeit sieht die Sache aber doch wesentlich anders aus. Auch der Schauspieler selbst wenn er sich längst zum Barnaß der fogenannten Brominenten erhoben hat ist und bleibt eben auch nur ein Mensch von Fleisch und Blut, und wenn der begeisterte Backfisch oder Obersekundaner wüßte, wie menschlich, oft allzu mensch lich sein Held und Abgott im Zivilleben" erscheint, so würde sein hochgespannter Idealismus dadurch vielleicht einen starken Stoß erleiden. So beispielsweise, wenn er erfährt, daß die von ihm auf die Bühne gesandten Lorbeerkränze und Blumensträuße von den Mimen gewöhnlich höchst despektierlich als„ Ruhmesgemüse bezeich net werden, daß der Darsteller, der vom Publikum besonders laut applaudiert wird, Klauenfett" ausgeteilt hat, daß aber andererseits das Publikum, das fühl bleibt und keinen Beifall spendet, nach dem Schauspielerjargono pfui, wie unpoetisch auf den Pfoten sigt". Aber auch die eigenen Standesangehörigen werden von den Mimen mit allerlei kernigen Ausdrücken gekennzeichnet. So wird der Theaterdirektor mit Borliebe Intelligenzpädier", Slavenhalter" oder auch nur Er" genannt; die Frau Direktor heißt furz und bündig Sie" und eins der Direktorfinder, auch wenn es längst erwachsen ist, nur Es". Die Schauspieler ater werden Se in Bolf" genannt. Der Soufleur muß es fich ge fallen lassen, als astengeist" bezeichnet zu werden, nicht dafür aber die Genugtuung, daß die Mimen von dem kellegen, der sich gar zu sehr auf den mitteilsamen Kastengeist verläßt, rers ächtlich behaupten, er schwimmt". Der Inspizient, der früher und wohl auch hier und da heute noch hinter der Bühne Blizz, Doner und Kampfgetümmel zu martieren hat, führt die Bezeich nung Trommelwirbel". Eine kleine Bühne wird Nudeltopf" genannt, und daß dem Mimen wirklich so leicht nichts heilig ist, erfieht man daraus, daß er selbst die größte und gefeiertste Bühne mit Vorliebe einen großen Musenst a II" nennt. Aus alledem folgt, daß der Bühnenheld nach der Borstellung den Königspurpur und den Lohengrinhelm mit genau demselben Behagen und derselben Wurschtigkeit ablegt, wie wir gewöhnlichen und genau so ein Mensch ist wie wir alle. Sterblichen nach des Tages Mühen in unsere Hausjoppe schlüpfen Blumen, die gegeffen werden. Während wir die Blumen nur mit den Augen genießen, gibt es Länder, in denen man sich an ihnen auch mit dem Gaumen erfreut. Besonders die Blumenzwie beln bieten begehrte Leckerbissen dar, und es sind eine ganze Reihe solch seltsamer fulinarischer Genüffe, die im neuesten Heft der Gartenschönheit" in einem Auffaz zusammengestellt werden. Gelt famerweise gehören die meisten der eßbaren Blumenzwiebeln der wundervollen Familie der Lilien an. Die Urbewohner Japans, die Ainus, find noch heute mit ihrer Pflanzennahrung fast ganz auf cine Abart der Riefenlilie angewiesen, deren wichtigster Nährstoff mie bei allen eßbaren Lilienzwiebeln Stärke ist. Die Tigerlilie, die Ryori- nuri der Japaner, wörtlich Kochlilie", bedeutet für sie dasselbe wie für uns die Kartoffel. In Westchina werden Lilien, die bei uns wegen ihrer Schönheit berühmt sind, nur mit Rücksicht auf den Kochtopf gezogen und jogar die Blüten gelten als Delikatesse. Die Camassia, eine Zwiebelpflanze, die in unseren Ländern allzu felten angepflanzt wird, bietet den Indianern Nordamerifas eine Hauptnahrung, und die Bereitung des Ramaß" ist mit uralten Zeremonien und Bräuchen verbunden. Durch Kochen der Zwiebeln quf erhitzten Steinen wird ein feines Mehl gewonnen, aus dem man ein wohlschmeckendes, nahrhaftes Brot bereitet. Auch die Pflanze Lewisia rediviva, die ein lieblicher Schmuck unserer Gärten ist, wird von den amerikanischen Nothäuten als Leckerbissen angesehen, und die gleiche Vorliebe zeigen fie für die Zwiebeln der Pflanze Calochorius. der Ede Viola, Cello, Brummbaß und Trommel spielte. Es ist so meine Gewohnheit, nach einem Tische zu suchen, an dem noch nies mand Blaz genommen hat. Finde ich keinen, verlasse ich das Lokal. Rommt aber ein Gaft an meinen Tisch das fümmert mich nicht. Eine große männliche Gestalt, die unschlüssig zu warten schien ich war eben damit beschäftigt, eine in Butter gewälzte Kartoffel Dor Jacks Nafe zu halten, feine Augen funtelten und die Nase tanzte, fechte schob ich die Delikatesse in seinen Mund... Die große dunkle Gestalt fah mich beharrlich an. Ich blickte ihn an. -300 „ Darf ich mich an diesen Tisch setzen?" fragte er. Ich verbeugte mich. Es war jener junge, ernste Mann, der damals im Parf an meiner Seite gefeffen hatte. Aber sein Geficht war verändert. Die Nach denklichkeit war aus den Augen gewichen, es war, als wüßte er nun, mas ihn damals gereizt hatte, zu erfahren. Und diese Erfahrung gab ihm das Aussehen eines verzweifelten Menschen. Die Brauen waren hochgezogen, das verursachte die schweren Falten der Stirn, das franke Lächeln der Augen. Der Mund war verkniffen, trotzdem lächelte er auf eigene Beise. Er blieb in feinem schwarzen Mantel, das bleiche, breite Geficht mar noch bleicher, breiter als ehemals. Er sah mit einem starren Blick vor sich hin. Immerfort schien er über seine Erfahrung zu lächeln, die linke Hand war in die Manteltasche gestreckt, die rechte fching leise kurze Latte auf der Tischplatte vor ihm. Der Kellner fam. Ohne den Kopf zu bewegen, sagte er:„ Wein." Der Kellner grinfte mich an mit einer Geste, die sagen sollte: er " Ihr Frauen verliert den lleberblick über Wirklichkeit und NotIst dieser Urtrieb denn weniger Wirklichkeit als " Es ist eine Frage unserer Existenz, ob--" Unjerer Behaglichkeit. Du lehnft es ab, meiner Glüdseligkeit ist nicht gesund im Kopf. Ich beschäftigte mich mit Jad, der mit den deine Sicherheit aufzuopfern." Borderpjoten noch immer auf meinem Echertel stand. Unsere Sicherheit." ... ja," sagte der Mann und trant. Ich fah ihn an. Ais er Jad," sagte ich leise, ftand auf, grüßte nebenbei nach der rechten es von den Lippen nahm, hielt er mir das Glas für einen furzen Seite und ging. Jad folgte langfam. Ein Jahr und ein halbes sind vergangen seit jenem Morgen, als ich die Klage einer Frau belauschte. Jetzt wird es wieder Winter. Als ich vor etwa zwei Stunden dies Lokal betrat( in welchem ich jetzt den Roman einer Ehe schreibe), band ich Jad hinter mir an meinen Stuhl feft. Zu seinem Wohlbehagen hatte ich mich in die Nähe des Ofens gefeßt, ich las in der Zeitung, bis der Kellner unfer Abendessen brachte. Wenn es so weit ist, springt Jad auf, stellt die Füße auf meine Knie und sieht mich an. Dann effen wir Kartoffeln, Gemüse und Brot. Das Restaurant war von Menschen gefüllt. Am Schanttisch und ich werde niemals aufhören, unglülid) zu sein." drängten sie fid), an den Tischen faßen fie mit gestreckten Rücken, um Nein, ich begreife dich nicht, Karo. Du mußt doch verstehen, über dem Bier die Köpfe zusammenzutun. Ich hatte aber einen bag eine Braris, dürftig wie meine unbefehten Tisch gefunden, dicht neben der kleinen Kapelle, die in Augenblid verbindlich entgeger.. Ich wurde rot und verbeugte mich. Irgend etwas wollte ich sagen, etwas recht Nebensächliches natürlich, ich suchte danach. Und sagte ,, Erkennen Sie mein Hündchen wieder, mein Herr?" Die Frage riß ihn aus feiner gleichgültigen Haltung auf, er beugte fich vor und betrachtete Jad. Jad hob den Kopf noch etwas höher und blickte starr, beirahe entsetzt den Menschen an, der ihn so peinlich betrachtete. Plötzlich fläffte er. Der Mann schüttelte langsam den Kopf. Dann fah er mich an und sagte:„ Nein „ Sie heißen Arthur," fagie ich. Er starrte mich an. Und haben eine Frau, die Kiara heißt." Bei dem Namen flog seine Stirn in die Höhe. wie von Stein. Er lächelte ganz irr. Dann saß, er ba ( Forti folgt.) DAMENHUTE Kleine Glocke glänzendes Strohgeflecht, mit Bandgarnitur 235 Liseretglocke mit breiter Bandgarnitur 325 Kleine aufgeschlag. 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Sur Feltsegung des Grundlohnes merben bie Raffenmitglieder in acht Stufen eingeteilt. 1. in Stufe A gehören alle ohne Entgelt beschäftigten Zehrlinge 2. in Stute I gehören Staffenmitglieder mit emem täglichen Entgelt von 1,50 9. und meniger. Ese 14. Abteilung Der Genoje Karl Basche, Sorgingftr. 35, fei rt am 17 Febr. ( heute) bas Felt d. Silbernen Hochzeit. Die Genossen u Genoffinnen der 14 Abilg. wünschen den Baar für die Zukunit das Beste. Unserem Genoient Paul Hintz und feiner lieben Frau, Neukölln, Steinmegftr. 26, herzlichfte Glild wünsche zur heut. Silberhochzeit Reutölin, 17. 2. 25. Die Genoffen 1. Genoffinnen ber 95. Abt. 666666** seeeeee? Monatsanzüge, Fondanzüge, Emoting- Metallbetten 19.00, Meffingbetten, Stachelbraht, Drahtgeflechte mit vier Jntelligente Automobilfchloffer, Mon Teilzahlung. anzige, Geherodanzüge, Jadettanzüge, Rinderbetten. Wenger und fechsedigen Maschen, Drähte, teure, Dreher, Buchdruder in größeren Winterpaletots, Cutawananzüge, Tail, Auguststraße 26. 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Berlin- Weißensee, ben 27. Samuar 1925. Der Borstand der Allgemeinen Ortsfeantentaffe Berlin- Weißenfee. Brühmüller, Georg Schrage, am Mittwoch, 25. Februar, abenbe 7%, Uhr, Borsigender. Schriftführer nach dem Kaffenlokal Kaifer- Allee 173a. Rustimmung erteilt. ergebenft eingeladen. Charlottenburg, den 6. Februar 1925. Oberversicherungsamt Berlin. D. Aner. Ausfertigung Str. 11 B. K. 62 25. Die Ruffenbeiträge betragen gemäß§ 43 ber Sagungen in Stufe A für jeden Ralenbertag 6 Bi. 9 15 42 " 48 57 99 Tagesordnung: 1. Bahl des Borfizenden 2. Sagungsänderung(§ 84). 3. Besprechung der neuen Grundlohnfiufen. 4. Berichieben s 109 15 Berlin Wilmersdorf, 14. Februar 1925. R. Engelhardt, Fr. Wiemann, Borfizender Schriftführer. Damengarderobe, Gummimäntel, Gar Auf Abzahlung. Bertengarderobe, binen, Gtores, Bettwäsche, Snlette, Steppbeden, Möbel, 950 bis 3200. Musikinstrumente Biancs preiswert. Alaptermacher Rüchen, Rorb- Bint Brunnenitraße 35. möbel. Wilhelm Veters Nachf., Reu tolln. 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