Nr.84 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 43 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlich 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland ,. Danzig. Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Bitauen. Suremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. lung und Aleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 70 Bfennig. Reflamezeile 4, Reichsmart. Kleine Anzeigen" das fettgebrudte Wort 20. Pfennig ( auläffia zwei fettgedruckte Wort:), jebes weitere Wort 10 Bfertig. Stellengesuche das erste Bott 10 Bfennig, jedes weitere Bort 5 Pfennig. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4% Uhr nachmittags, im Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaksion: Tönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 19. Februar 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftfcheckkonto: Berlin 37586- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstraße 3 Die Richtlinien der Regierung Marx. . Kampfansage der Rechtsparteien. Auf dem Play Otto Brauns stand gestern Wilhelm Mart. Der frühere Reichskanzler gab im preußischen Landtag die offizielle Regierungserflärung ab. In feiner warmherzigen, aber schmudlosen Art versicherte er, daß er nicht ein ins einzeine gehende Regierungsprogramm vortragen, sondern nur einige Richtlinien der Absichten des neuen Ministeriums geben werde. Nur als solche„ Richtlinien" sind denn auch die Worte des neuen Ministerpräsidenten in Wirklichkeit zu deuten. Lag für die Sozialdemokratie schon bei den alten Roalitionsregierungen die Notwendigkeit vor, scharf zu trennen zwischen den eige nen programmatischen Forderungen und den Möglichkeiten, die sich in einer Regierungsfoalition normaler weise verwirklichen lassen fönnen, so gilt das in verstärktem Maße für die Regierung Marg, bei der die Sozialdemokratie offiziell nicht anders vertreten ist als durch den Innenminister Severing, der zudem noch nur als Fachminister", wenn auch unter Billigung der Frattion, hinzugezogen ist. Die Tatsache, daß das neue Ministerium sich im wesentlichen aus Anhängern des Zentrums und der Demokratischen Partei zusammensetzt und dadurch der persönliche Einfluß mehrerer sozialdemokra tcher Minister ausgeschaltet wurde, bringt es mit sich, daß die jegige Regierungserklärung sehr wesentlich anders muan ciert ist, als sie etwa von einer Regierung Braun gefaßt morden, wäre. Sie wird deshalb auch bei unseren Partei genossen wesentlich fritischer betrachtet werden. Die Sozialdemokratie gewährt der neuen Regierung ihre Unterstützung, obschon sie ihren eigenen Wünschen durchaus nicht entspricht. Sie tut es, meil der Ansturm der Reaktionäre unter treuer Bundeshilfe der Tschekisten auch Preußen zum Tummelplatz der Bürgerblodpolititer zu machen beabsichtigt. Gegenüber diesen maßlos gesteigerten Ansprüchen der Rechtsparteien ist die Abwehrfront aller fich zur Republik bekennenden Parteien notwendig, auch wenn fie in ihrem Urteil über notwendige Maßnahmen auseinandergehen. Marg hat am Eingang seiner Rede mit berechtigter Anerkennung des Umstandes, gedacht, daß unter der Regie rung Braun der Freistaat Preußen das einzige Land darstellte, das jahrelang teine Regierungsfrisen Kollegen höchstes Lob ausgesprochen für ihre Arbeit im Intereffe der Nation und hat hinzugefügt: Barteiunterschiede gab es im Kabinett Braun nicht. Alle Mitglieder weft eiferten nur in dem Bestreben ,, für Volk und Staat das Beste zu leisten." Der Ministerpräsident fetzt dabei sicher voraus, doß ein so einträchtiges Verhältnis auch in der neuen Regierung Blazz haben werde. " Wenn das der Fall sein soll, so wird sich allerdings die Regierung über die Ausführung der von Marg gegebenen „ Richtlinien" sehr eingehend zu unterhalten haben; denn einige Dieser angedeuteten Richtlinien scheinen auf einen Weg zu führen, den die Sozialdemokratie gerade um der Entwicklung des Volkes willen nicht wird betreten fönnen. Unser Redner hat bereits darauf hingewiesen, daß die allgemein gehaltene Wendung vom Schuß und Förderung der Landwirtschaft" nicht etwa zur Propaganda für landwirtschaftliche Schutzölle ausgelegt werden darf. Denn die Stellung unferer Partei zu Schutzzollfragen ist unabhängig von jeder Regierungstoalition. Das gleiche gilt von der Kulturpolitit. Wenn der 3entrumsmann Marr die Notwendigkeit der christlichen Schule betont, und nach dem Wortlaut seiner Erklärung sogar davon spricht, daß die Notlösung der sogenannten meltlichen Sammel tlaffen möglichst bald durch das Reichsschulgesetz eine einwandfreie christliche Grundlage erhalten" müsse, so fann das selbstverständlich nicht bedeuten, daß die weltlichen Klassen wieder zugunsten der religiösen Schulen beseitigt werden. Die Frage, die der Sozialdemokratie gestellt ist, lautet demnach nicht: Ist die Regierung Marg an sich das Ideal? Sie lautet vielmehr: 3ft die Regierung Marg besser und erträglicher als eine, die von Windler über Campe bis etwa Bapen reicht? and da kann die Beantwortung nur sehr eindeutig sein. Was Marr über Landwirtschaft und Kulturpolitik fagt, entspricht nicht unseren Wünschen; aber es besteht fein Zweifel, daß ein Ministerium Windler- Campe die gleichen Gegenstände in zehnfach verschärfter Tonart behandeln würde. Ebenso wenig steht außer Frage, daß alles, was Marr über ben Schutz der Staatsverfassung und der Republit dargelegt hat, von einer Regierung des Rechtsblods nicht gefagt merden würde, und daß, wenn trotzdem derartige Wendungen in einer Erklärung einer solchen Regierung enthalten mären, tein ernsthafter mensch ihnen Glaubenschen fen mürbe. So wie sich die Dinge gestaltet haben, ist das Kabinett Marg ein Kabinett des Bekenntnisses zur republitanischen Staatsform und damit ein Kampf fabinett gegen die monarchistischen reaktionären Bestrebungen, strebungen, Aus dieser Sachlage ergibt sich die Stellungnahme der Sozialdemokratie von selbst. Unsere Partei wird nicht kampf los dem Ansturm der Bürgerblockparteien weichen, weder ihren parlamentarischen Schachzügen, noch der Schlammflut der Berleumdung, die die deutschnationale Presse täglich über sie ergießt. Die Sozialdemokratie fühlt sich verantwortlich für den Be stand der Republik, die im wesentlichen unter ihrer Mitwirtung Gestalt gewonnen hat. Sie weiß, daß dieser de mo= tratischen Republik noch sehr wesentlich der soziale Inhalt fehlt. Ihn zu schaffen, ist ihre besondere Aufgabe. Von der Erfüllung dieser Aufgabe wird sie sich durch das Treiben der Rechtsparteien nicht abhalten lassen. Der Landtag trat gestern um 2 1hr zusammen. Bräsident Bartels teilt offiziell mit, daß Ministerpräsident Marr die Wahl angenommen habe.( Beifall in der Mitte.) Der Bräsident gedenft daun, während die Anwesenden fidy erheben, des furt baren Dortmunder Grubenunglüds und spricht den Hinterbliebenen die herzliche Teilnahme des Landtags aus. Es niffe alles geschehen, um für die Angehörigen der Toten zu fargen müsse Anträge und Interpellationen werden am Freitag dem Landtag und um ähnlichen Unglücksfällen vorzubeugen. Die betreffenden vorgelegt werden. 4 Der aus der Bevölkerung der Rheinlande und des Ruhrgebietes der Staatsregierung zugegangenen Bitte, bei Straftaten, die auf die politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten infolge der Ruhrbefehung zurückzuführen sind, d so von dem Rechte der Begnadigung Gebrauch zu machen, wird in möglichst meitgehendem Umfang entsprochen werden. für unser politisches Berhalten maßgebend betrachtet werden, und Noch immer muß die Außenpolitit als in erster Linie alle innenpolitischen Wünsche müssen vor den auswärtigen Intereffen zurücktreten und sich nach ihnen einrichten. Ganz selbstver ständlich für jeden national denkenden Deutschen ist die Festi. gung und Wahrung der deutschen Reichseinheit. Daneben müssen die Rechte der einzelnen Länder ge= lärt und festgelegt werden. Die Staatsregierung wird mit aller Sorgfalt und aller Entschiedenheit dahin wirken, daß möglichst bald eine Klärung des Berhältnisses zwischen Reidy und Ländern ffafffindet. Bei allseitig gutem Willen wird und muß sich ein Ausgleich der verschiedenen Interessen finden lassen, der zweifellos notwendig ist, falls nicht Reich und Länder gleichzeitig darunter leiden sollen. Bas nun die inneren Berhältnisse Breußens anlangt, so halte ich es nicht für zweckmäßig, Ihnen ein eingehendes Regierungsprogramm vorzutragen. Unsere Berhältnisse find leider noch fo gettübt und gedrüdi, daß mir perfuchen müssen, au bessern und zu fördern, mo immer es in besonderem Maße notwendig erscheint. Ich möchte Ihnen nur einige Richtlinien vorühren, nach denen ich imsere Politik einzurichten gebente: Ganz selbstoerständlich ist es, daß vor allem die Ernährung der Bevölkerung sichergestellt und nachdrücklichst gefördert werden muß. Inzwischen haben sich die neuen Minister allmählich an der Miniſterbant eingefunden, und zwar ohne den Ministerpräsimachung son Dedland ist zu begünstigen und die Siedlungspolitik benten Marr. ni Abg. Pied( Komm.) perlangt unter großer Unruhe fofortige Beratung tommunistischer Anträge anläßlich der Dortmunder Ratastrophe. Da gegen die fofortige Behandlung Widerspruch erhoben wird, können diese Gegenstände nicht behandelt werden.( Tobender Bärm der Komm.) Nachdem einige unwesentliche Borlagen erledigt sind, erscheint Ministerpräsident Marg im Saale und nimmt feinen Blay gierungserklärung. Ministerpräsident Marg erhält sofort das Wort. Die Kommunisten empfangen den Ministerpräsidenten mit dem Ruse: Ruhrſchieber! Ministerpräsident Marx Der Landwirtschaft muß die Förderung zufeil werden, die ihr als einem der wichtigsten Berufsstände im Bolfsleben zukommit. Die Erträge sind auf breitester Grundlage zu steigern, die Urbaz der Schuß gegen die ausländische Konkurrenz zur ist fortzusehen. Wenn auch wichtige landwirtschaftliche Fragen, so Zuständigkeit der Reichsgesetzgebung gehören, so werden mir doch cuch diesen Fragen unser größtes Interesse zuwenden und an ihrer Lösung zum Besten der Landwirtschaft und des Gesamtvolkes mit aller Kraft mitzuarbeiten versuchen. Eine wesentliche Aufgabe der Regierung ist die Durchführung maltung. Beide Fragen haben bereits den letzten Landtag einder Reform der kommunalen und staatlichen Ber gehend beschäftigt. Insbesondere sind die Städte und die Landgemeindeordnung mit großer Gründlichkeit im Ausschuß beraten und diese Beratungen zu einem gewissen vorläufigen Abschluß gebracht worden. Die parlamentarische Behandlung der segenannten fleinen Verwaltungsreform ist allerdings noch nicht so weit gediehen, aber es haben doch auch hier die B spricht zunächst dem Landtag seinen Dank für das ihm durch die atungen für die weitere Reform wertvolles Material geliefert. Die Schwierigkeiten einer großen einheitlichen VerwaltungsWahl zum Ministerpräsidenten erwiesene Vertrauen aus und stellt dann die Mitglieder seines Kabinetts vor. Es find Justizminister reform lagen Darauf ist bei den früheren Beratungen innumer Dr. Am 3ehnhoff, Innenminister Severing, Wohlfahrts wieder hingewiesen worden nicht zuletzt darin, daß die finanminister Sirtfiefer, Kultusminister Dr. Beder, Finanziellen Unterlagen für den Ausbau der kommunalen Selbstminister Dr. Höpfer Aschoff, Minister für Handel und Gewerbe verwaltung noch nicht gegeben waren. Ohne dieje Boraussetzungen Dr. Schreiber Halle Landwirtschaftsminister Steiger. mußte aber jeder Reformversuch bestenfalls zum halben Erfolge Der Ministerpräsident führt, nach herzlichen Worten der Anteil verurteilt sein, da die schwierigen Probleme der Verwaltungsreform mit organisatorischen Maßnahmen allein nicht zu lösen find. nahme an dem Dortmunder Grubenunglüd, meiter aus: Wärmsten Dank spreche ich namens des gesamten Staats- Die Berhandlungen über den minifteriums aus den Mitgliedern des Kabinetts Braun, in erster Linie dem verehrten Herrn Ministerpräsidenten, der seit über drei Jahren in so vorbildlicher Weise die Geschide Breußens geleitet hat! In all dem Wirrwarr der lezten Jahre, der unser Deutsches Reich und die meisten Länder erschütterte, bildete reußen einen rühmensmerten ruhenden Pol Seit drei Jahren hat dort keine Regierungstrije den Fortgang fegensreicher und edit nationaler Arbeit gestört. faffung seiner Mitglieder, 3 um Wohle des Baterlandes Braun hat, troß der grundsäglichen Berschiedenheit in der Aufmit bestem Erfolg gearbeitet. Barteiunterschiede gab es im Kabinett nicht. Alle Mitglieder wetteiferten nur in dem Bestreben, für Bolt und Staat das Beste zu leisten. Herzlichsten Dankes fönnen die Mitglieder des Kabinetts verfichert sein. Das Kabinett Schwere Jahre für das gesamte Deutsche Reich und Bolt hat das Stabinett Braun durchlebt. Nur ganz allmählich schien das ahr 1924 eine Besserung und Klärung unferer außenpolitischen Beziehungen herbeizuführen. Schwere Enttäuschungen brachte jedoch der Umstand, daß trog der tiaren Bestimmung des Versailler Friedensvertrages B die Kölner Zone zum 10. Januar d. 3. nicht geräumt murde. Wir wissen uns eins mit der Auffassung aller Parteien diefes hohen Hauses, nicht weniger mit der Reichsregierung, daß alles daran gesetzt werden muß, um möglichst bald die Kölner 3one sowohl wie auch die noch an der Ruhr befeßten Gebiete von fremder Befagung zu befreien. Allen Bewohnern der befegten Gebiete, nicht weniger aber auch den Bewohnern der vom preußischen Staate Losgeriffenen Bezirke entbiete ich ung, verbunden mit dem Gelöbnis, die unent wegie Treue herzlichsten Gruß der preußischen Staatsregie ber feit zu Breußen und dem Reich frog aller Bedrängnisse stehen trotz den Bewohner mit unbegrenzter Dankbarkeit zu vergelten und end tatkräftige Hilfe fomeit mie irgenb möglich zu leisten. Finanzausgleich, der die Verhältnisse zwischen Reich, Ländern und Gemeinder für die nächste Zeit regeln soll, werden auch den Gemeinden wieder eigene Einnahmen schaffen müssen, so daß die Gemeinden damit wieder das Recht und die Pflicht gewinnen, über Einnahmen und Führen diese überaus schwierigen Verhandlungen zu einem posiAusgaben zu beschließen und diese gegeneinander abzuwägen. bedingungen für die weitere Verwaltungsreform tiven Ergebnis, so werden damit auch die finanziellen Bor gegeben sein. Abgesehen von der Städte und Landgemeindeordnung werden dann auch die Kreisordnung und die Provin Bialordnung zur Vorlage an den Staatsrat tommen und weiterhin werden die großen Probleme der staatlichen Reform einer einheitlichen Lösung zugeführt werden können, die auch der preußischen Berwaltung die Einfachheit und Klarheit gibt, deren sie zur Lösung ihrer großen Aufgaben im Lande Preußen und im Deutschen Reich bebari. Die Lage der preußischen Finanzen erfüllt das Staatsministerium mit ernster Sorge. Durch die Bemühungen der vorigen Regierung und des alten Zandtages, die Dant und Anhaushalt vorläufig hergestellt, die Steuereingänge und erfennung verdienen, ist zwar das Gleichgewicht im Staatsdie Reichsüberweisungen erreichen auch die Boranschläge; aber die Ausgaben zeigen, wie ein Blid auf den Boranschlag für 1925 lehrt. bie Tendenz, ftar fer zu steigen als die Einnahmen, und die Betriebsüberschüsse gehen zurüd. Außerdem laufen wichtige Steuergesetze mit dem Ende des Rechnungsjahres 1924 ab und müffen unverzüglich verlängert merden. Bor allem aber die Finanzen sowohl des preußifchen Staates als auch der preußischen Pläne der Reichsregierung bedeuten eine eraffe Gefährdung der Gemeinden. Das Staatsministerium ist durchaus bereit, dem Reiche zu geben, was des Reiches ift. Preußen hat immer wieder be miejen, bag es fich in seiner Reichstreue von feinem anderen Baube übertreffen läßt leiber, ohne für diese Haltung immer n erfennung zu finden aber Preußen muß für fich und seine Gemeinden beanspruchen, nicht nur an dem Erfrage der großen Steuern in stärkerem Umfange als es die Reichsregierung plant, beteiligt zu werden, sondern auch einen größeren Einfluß auf die Berwaltung dieser Steuern zu gewinnen. Die Die Länder und Gemeinden haben von alters her große Aufgaben zu erfüllen, neue Aufgaben, insbesondere auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege, find ihnen durch das Reich zugewiesen; fie tönnen diesen Aufgaben nur gerecht werden, wenn ihnen die erforderliche Bewegungsfreiheit auf finanziellem Gebiet gewährt wird. entscheidenden Verhandlungen mit dem Reihe frehen vor der Tür, ja Preußen ist vielleicht dadurch, daß ihm in den letzten Wochen eine verantwortliche Regierung fehlte, fchon ins Hintertreffen getommen, jebenfalls ift Gefahr im Berauge. Ich halte es für meine Pflicht, mit allem Nachdrud darauf hinaumeifen, welche schwere Berantwortung alle biejenigen auf sich laben, die die Bildung einer arbeitsfähigen Regierung un. möglich machen und dadurch verhindern, daß ber preußische Staat bei den Berhandlungen mit dem Reiche mit der erforderlichen Autorität vertreten merde. Bei der Mitarbeit an der Reichssteuergesetzgebung und bei der Gestaltung der Landessteuern wird sich das Staatsministetium von dem Gebanten leiten laffen, bie Steuergeleb gebung und Berwaltung zu vereinfachen und die deutsche Boltsmirtschaft, vor allem den landwirtschaftlichen und gewerblichen Mittelstand und die große Menge der Festbefoldeten im Rahmen des Möglichen zu entlaften. Das zuletzt Genannte läßt sich nur erreichen, wenn das Staats ministerium in seinem Bestreben, die größte Sparsamteit zu entmideln, von dem Landtage unterftügt wird. die Kulturpolifit im wesentlichen Sache der Länder ift, und daß deshalb die notwendige Bereinheitlichung des beutschen Schulwesens, die niemals eine schematische sein fann, am besten durch Bereinbarung zwischen den Ländern und zwischen dem Reich und den Ländern zu erstreben sein wird. Die Schule muß den Geist echten Christentums praftisch lebendig machen. Die Notlösung der sogenannten weltlichen einwandfreie Grundlage erhalten. In allen Schulen soll die Jugend Sammelflaffen muß möglichst bald durch Reichsgesetz eine rechtlich zur Vaterlandsliebe und zum Verständnis deutscher wesens art erzogen werden. Nur aus dem Erlebnis des eigenen Wefensart Boltes läßt sich Verständnis für das Wesen anderer Völker gewinnen und damit die Verwirklichung der Forderung der Reichsverfassung nach einer Erziehung im Sinn der Bölferverföhnung erst ermög lichen. Die Schule soll die Klassen und Barteien nicht trennen, sondern verbinden und hat sich deshalb von parteipolitischen Fragestellungen freizuhalten, fie hat aber zum Berständnis der Lebensnotwendigkeiten des Boltes und zur Achtung der verschiedenen Standpuntte zu erziehen. Sie soll einen freudigen Glauben an die deutsche Zukunft in den Herzen unserer Jugend weden und sie zu verantwortungsbewußter Teil: nahme am Staatsleben der deutschen Republik reif machen. Das wird sie nur tönnen, wenn sie alle Fähigkeiten der heranwachsenden Jugend, die geistigen wie die förperlichen, gleich mäßig entwickelt. Auf dem Gebiete der Boltsgesundheit wird die Staatsregierung unablässig bestrebt sein, die schweren Schäden des Krieges und der Nachkriegszeit mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen und auszugleichen. Das Ziel der ftaatlichen Wohnungspolifit muß dahin gehen, die noch bestehenden Bindungen in der Wohnungswirtschaft bald möglichst zu beseitigen. Dies wird am ehesten erreicht werden, wenn die Neubau tätig. feit durch öffentliche Mittel auf das nachdrücklichste ge jeweiligen Berhältnissen anpaffen. fördert wird. Die hierzu erforderlichen Maßnahmen müffen sich den Die Staatsregierung verfolgt mit befonderem Ernfte die Lage des Arbeitsmarktes. Gie sieht in der Arbeitsbejchaffung die beste Form einer Erwerbslosenunterſtügung und wird daher der Schaffung von Arbeitsgelegenheit ihre ganz besondere Aufmerksam. teit widmen. Dabei wird sie bestrebt sein, vorzugsweise solche Ar beiten zu fördern, die bie heimische Probuftion bauernb anregen oder fördern. Die beschleunigte Einführung einer Ar. beitslosenversicherung wird die Staatsregierung auf das nachbrüdlichste unterstüßen. Erwartung, daß die alltierten Mächte bel ber feineswegs zweifelsfreien Auslegung der einschlägigen Bertragsbestimmungen die Lebensnotwendigkeiten des preußischen Staates anerkennen und der Staatsregierung die zur Durchführung einer starten Politik mehr als je notwendigen Machtmittel nicht streitig machen. Die Ruhe und Stetigkeit der Entwicklung unseres Staatswesens wird in erster Linie nur zu sichern sein auf Grund echter und dem im legten Jahrzehnt so schwere Wunden zugefügt worden sind, tiefer nationaler und ftaatsbürgerlicher Gesin. nung der gesamten Bevölkerung. Unser Staatswesen, fann nicht gefunden, sondern muß zusammenbrechen, wenn nicht alle, die ihr Boll und ihr Vaterland wahrhaft lieben, sich zusammenfinden in dem ernsten Vorsatz, allen Streit und Hader über die Staatsform zurückzustellen vor dem einen Ziel, auf dem Boden der bestehenden republikanischen Verfassung das allgemeine Wohl des Volkes und des Staates zu fördern. Bahrhaftig, unfere staatlichen und wirtschaftlichen Berhältnisse find noch derart unsicher und jammervoll, daß die volle Kraft der Parteien, die überhaupt noch ein geordnetes Staatswesen festhalten wollen, auf die politische und wirtschaftliche Kräftigung unseres Boltes gerichtet sein muß! mit tiefstem Schmerz muß jeden sein Bolt und Baterland warm Liebenden die leider nicht abzuleugnende Tatsache durchbringen, daß seit einigen Monaten unser Volk in fteigendem Maße dabei ist, fich in innerpolitischen und parteipolitischen Streitigkeiten zu zerfleischen Ich würde es als eine Pflicht verlegung ansehen, wenn ich nicht auch von dieser Stelle aus mit aller Entschiedenheit an alle Boltstreise ohne Aus. nahme die dringende Bitte richten würde, doch abzulassen Don dem unseligen inneren Streit, der namentlich verderblich ist zu einer Zeit, wo ein startes und in sich einiges deutsches Bolt notwendig wäre, um den Bedrängnissen von auswärts möglichst geschlossenen Widerstand entgegenzustellen. Selbstredend ist es die vornehmste Pflicht der Staatsregierung, mit aller Entschiedenheit für den Schuh und die Beobachtung der bestehenden Staatsverfaffung einzutreten. Sie wird das zu Recht bestehende Staatsgrundgesetz gegen jebe widerrechtliche Verlegung zu verteidigen wiffen! Sie rechnet hierbei auf die Unterstützung der gefamien Ber amtenschaft. Für diese kann ich mir nur die Worte zu eigen machen, mit denen am 10. November 1921 die Regierung der großen Koalition zur Beamtenfrage Stellung genommen hat. An Sie, als die Vertretung des preußischen Voltes, ergeht der Ruf, der Staatsregierung zur Erreichung ihres Zieles den Weg frei geben und starte Hilfe zu leisten. Das Biel unferer ge meinsamen ernsten Arbeit foll sein: Das Wohl unferes Boltes, die Stärte Preußens und des Deutschen Reiches! Die deutsche Wirtschaft befindet sich noch im Aufbau auf ber Grundlage, die ihr durch die Schaffung einer stabilen Bährung ge geben worden ist. Für die Entwidlung von Handel, In. dustrie und Gewerbe wird es von entscheibender Bebeutung ſein, wieweit es der deutschen Wirtschaft mit Hilfe geeigneter an delsverträge gelingt, Wiederanschluß an die Beltwirtschaft zu gewinnen und durch Hebung der Konsumkraft der deutschen Bevölfe rung den inneren Markt aufnahmefähiger für die Erzeugnisse deutscher Arbeit zu machen. Es wird die besondere Aufgabe des Staatsminifteriums fein, darüber zu machen, daß in der aus der Inflation und ihrer Ueberwindung erwachsenen unnormalen Lage Die foziale Förderung der gewerblichen Arzu unferer Bolkswirtschaft nicht wertvolle und für den gefunden Auf betteriaft liegt in erster Linie dem Reiche ob, aber auch hier bau unserer Boltswirtschaft und unseres Staates notwendige Blieder werden wir in Preußen, soweit mir es vermögen, die joziale Lage der deutschen Wirtschaft vernichtet oder in ihrer Erholung durch die ber arbeitenden Bevölkerung zu beffern suchen, der sozialen Ge llebermacht öffentlicher oder privater Rapitalzusammenballungen gerechtigkeit wegen, aber auch, weil es sich um für das Staatswohl be hemmt und gehindert werden. sonders wertvolle nationale Kräfte handelt. 3nsbefondere wird es notwendig sein, den nofleidenden Tellen der Landwirtschaft, des gewerblichen Mittelstandes und des Handwerks durch Zurverfügungstellung von Kredit in möglichst weitem Umfange zu helfen und der fteuerlichen Ueberlastung entgegenzuwirken, die gerade bei diesen Schichten des deutschen Boltes vielfach vorhanden ist. Auch im übrigen wird die Staatsregierung dem in schwerer Notlage befindlichen Mittelstand thre Aufmerksamkeit zuwenden und, mo und wie sie nur immer vermag, auf dem Wege der Gefeggebung und der Berwaltung Schußwände errichten, um die möglichst meitgehende Gesundung ber dem Mittelstand zuzurechnenden Bevölke rungstreise herbeizuführen. Hierin gehört auch die Fürsorge für die Beamten aller Art in möglichst weitem Umfange. Leider ist ja unfere finanzielle Lage noch nicht derart, daß wir den an sich durchaus gerechtfertigten Wünschen der Beamtenschaft in vollem Umfange Erfüllung in Aussicht ftellen tönnen. Jedenfalls fall alles geschehen, mas mit der Stabilität und der Kräftigung unferes Finanzmefens irgendwie zu vereinbaren ist. Auf tulturpolitischem Gebiet mirb bie Regierung die große Linie des norigen Rabinetts innehalten. Dies gilt insbe fondere für die Stellung des Staates gegenüber den Kirchen und ben wesentlichen Fragen der Gul, hoiul und Kunst. politit. Die Reform bes höheren Schulwesens und bie Neugestaltung ber Lehrerbildung foll im Sinn der in Angriff genommenen, vom Landtag gutgeheißenen Maßnahmen burchgeführt werden. In.vieweit im Einzelfall bas Reich von seiner Grundfabgefeggebung Gebrauch machen wird, steht noch dahin; doch wird an dem bisherigen Grundsaz festzuhalten sein, daß Frage. Bon Margarete Liebmann Rennst bu, Unbekannter, der bu nachts erwachst, das Gefühl plöglichen jähen Erschreckens: D, was habe ich getan mit meinem Leben, mit meiner Jugend, mit all bielen tostbaren Minuten, Stun den, Monaten und Jahren? D Unbekannter, möchtest du dann nicht aufschreien wie einer, dem ein sehnlichst erwarteter Zug, der ihn in glühend gewünschte Fernen bringen follte, faufend vorüber fährt, ohne ihn mitzunehmen möchtest du dann nicht aufschreien: Halt! Halt! ihm blöde nach blidend wie ein Betrogener? Und denken: vielleicht kommt noch einer, diesen dann werde ich benußen- doch alle, alle fahren vordoch alle, alle fahren vor Die materielle Hebung der verschiedenen Berufsstände und des gefamten Boltes betrachten wir als eine felbstverständliche, aber mit größter Sorgfalt zu erfüllende Pflicht der Staatsregierung. Alle in Biefer Richtung aufgewendete Mühe und Sorgfalt wäre aber ver gebens, wenn nicht unfere staatliche Ruhe, Sicherheit und Ordnung aufrechterhalten würde. Bei der Auffassung und Durchführung der der Staatsregierung in dieser Beziehung obliegenden Pflicht wird fie fich, unbeirrt von ben wechselnden Strömungen des politischen Getriebes, allein von den Rotwendig feiten des Staatsmohls leiten laffen. Dies fchließt nicht aus, daß wir, soweit es mit der Rücksicht auf die Erhaltung des Staates vereinbar ist, die Frage der Gnadenerweise für diejenigen, die in der Bergangenheit aus politischen Beweggründen gegen die Strafgefehe verftoken haben, mit möglichst weitgehendem Wohlwollen prüfen werden. Zur Gewährleistung der Ordnung bedarf es in Anbetracht ber politischen Zerrissenheit des Boltes, der wirtschaftlichen und sozialen rifcher Unternehmungen verbunden ist, einer starten, allen Anforde rungen gerade dieser Seit gemachfenen Bolizei, die, unbedingt perfaffungstreu, ein je berzeit zuverlässiges In ftrument ber Staatsregierung ist. In diesem Sinne gilt es, die vorhandene Bolizei, beren mittihaftliche Beffer. stellung in Uebereinstimmung mit ber im legten Landtage Don allen Parteien vertretenen Auffaffung in die Wege geleitet werden foll, auch nach Maßgabe der fachtechnischen Erfordernisse weiter auszubauen. Dabei sollen die seinerzeit eingegangenen außenpolitischen Bindungen durchaus beachtet werden, allerdings in der bestimmten Bon den Kommunisten wurde die Rede an verschiedenen Stellen durch zurufe Ruhrgelbschiebung und Barmat Schieber" unterbrochen. Als das auch bei der Befundung ber Anteilnahme an der Grubentatastrophe geschah, bezeichnete der Ministerpräsident unter dem Beifall der Mehrheit folche Burufe als bedauerlich rohe Störungen. Dem fommunistischen Abg. Paul Hoffmann wurde auf feine Zwischenrufe wiederholt von fozialdemokratischen Abgeordneten geantwortet: Rinderausbeuter!". am Schlusse der Rebe fam es in der Mitte und bei den Sozialbemotraten zu lebhaften Beifallsfundgebungen. Die Kommunisten pfiffen und zischten vereinzelt Auf der rechten Seite unterblieb jebe undgebung. Der Präsident ftellte das Einverständnis des Hauses damit fest, daß nach einer einstündigen Sigungspause die Besprechung der Regierungserklärung beginnen foll.- 6chluß 3 Uhr. ( Schluß des Berichts in ber 2. Beilage.) Berhaftung ruffischer Monarchisten in Warschau, Großes Auflehen erregt in Warschau die Verhaftung des stellvertretenden BorBrafen Eugen Toll. Im Zusammenhang mit diefer Angelegenheit zenden ber vussischen monarchistischen Organisation in Bolen find ferner ein Fürst Uwalow, ein Baron Tiesenhausen und ein ehemaliger zarischer Offizier Gajewski verhaftet worden. 3mmer wieder Morde in Bulgarien. Wie das Ung. Tel. Korre fpondenz- Bureau aus Sofia meldet, wurde vorgestern abend in Sofia ber fommunistische Abgeordnete Strahimiroff ermordet. Es gelang nicht, der Mörder habhaft zu werden. In Philippopel wurde ber Sefretär bes Bürgermeisters ermordet und der Chef der Geheimen Polizei verwundet. fliegen und schwarzweißrote Banner wehen und befriedigen ben geistigen Bebarf tertlich durch antisemitische Bige oder Flegeleien. Die Bolksparteiler prunten mit Bismard- und Stresemann- Bildniffen, bie Demokraten mit Uhland, Stein, Hoffmannn von Fallers. leben. Die Kommunisten find die einzigen, die ein wirkliches Runft. werf ins Treffen schidben. Aber es entstammt nicht ihren Kreisen und es ist auch tein Platat, sondern eine Reproduktion von Steinles Litho Die Befreierin". Unter den fozialdemokratischen Blakaten hat nach meinem Gefühl Kirchbachs Blatt mit dem Befizbürgerblod, ber dem hungernden Bolt das Brot hochhißt, die stärkste Wirkung, aber es ist, besonders in der Farbe, redyt titschig Sdyulpigs Weg. meifer, der aus dem Chaos ber Gegenwart in die fruchtbringende Butunft beutet, ist als graphisches Wert vorzüglich, auch von starter Blafatwirtung, hat aber ben Fehler, daß es nicht auf ben ersten Blid verständlich ist. Sehr schön find unfere illustrierten Flugblätter mit Röfters unsterblichem Kronprinzenporträt und dem pensionierten Wilhelm auf der Gartenbant. Alles in allem: Die Ausstellung macht als Ganzes teinen erfreulichen Einbrud. Frankreich und England leisten auf dem Gebiet des politischen Platats heute unvergleichlich Besseres und auch die deutsche Geschäftsplafatfunft steht auf wefentlich höherer Stufe. J S. willigung von jährlich 150 000 m. für Betriebszwede und von meiteren 150 000 m. jährlich im Bedarfsfalle. 3. Die einmalige Bewilligung von 80 000. zur Abmidlung bes Ronturfes. Der m. Magistrat wird der Stadtverordnetenversammlung eine Dringlich feitsvorlage zugehen laffen und zusammen mit der Städtischen Runft beputation die Sagungen der neuen Aftiengesellschaft entwerfen. Die Berliner Medizinische Gesellschaft hatte für gestern abend, gemeinsam mit dem Deutschen Krebs- Romitee, anläßlich des 25jähri gen Bestehens zu einer Sigung im Langenbed Birchow Sind diese Bande, diefer Tisch, diese Stühle bort, das dam- aufe eingeladen, die unter überaus zahlreicher Beteiligung der mernde verhangene Fenster, diese Straßen, durch die ich am Tage lengtefchaft stattfand. Um 7% Uhr erschien Reichspräsident gehe, meinem Beruf zuzueilen, dieser Beruf selbst, die Regelmäßig. Ebert, geleitet von den Profefforen Kraus und Benda vom Borfeit, mit der ich ihn übe, Tag für Tag- bie Straßenbahn voller ftande der Medizinischen Gesellschaft. Nach einer turzen Begrüßung Menschen, fremd und stumm mir gegenüber sigend, die Geräusche bes Reichspräsidenten und anderer Gäfte durch Prof. Straus, gedachte man des vor wenigen Tagen verstorbenen Prof. Julius Hirschberg. der Straße, fernher tommend, mit unsichtbaren Fäden mich Unbe man des vor wenigen Tagen verstorbenen Prof. Julius Hirschberg. Sodann erhielt ein erfolgreicher jüngerer Krebsforscher Dr. fanntem verbindend, bas Lampenlicht in den abendlichen Stuben, Otto Barburg das Wort zu einem Vortrage über den Stoffdas enge Behagen des Zusammenlebens, das Klappern der Teller, wechsel der Krebszelle. Aus dem Studium der Entwick wechsel der Krebszelle. Aus dem Studium der Entwid die Besorgungen in den Kaufläden, die Geschäftigkeit, Mahlzeiten lungsbedingungen des Seeigel- Gies tam Warburg zu der Festherzustellen, Tätigkeiten auszuführen, die unnüz sind und zwecklos, stellung, daß die Krebszelle zum Teil auf Kosten einer Gärung, zum oder zweckvoll, um ein wenig Geld damit zu verdienen, dieses Leben Teil auf Grund einer Drydation gedeihe. Als Wachstumsreiz zu fristen find fie, fie mein Leben? wurde ähnlich wie dies auch für die Milchfäurebazillen zutrifft der Mangel an Sauerstoff nachgewiesen. Diese Feststellung burtstag feines größten Erzählers. Maurus Jolai war der Maurus Jotal. Ungarn feiert heute den hundertften Ge Warburgs darf als eine bedeutende Entdeckung bewertet werden. burtstag feines größten Erzählers. Maurus Jotai Ferner betonte der Redner auf Grund seiner Forschungen, daß der Sproß einer alten Abelsfamilie, ber feine juristischen Studien als Bärungsstoffwechsel der Krebszelle große Aehnlichkeit mit den Ber bootat abschloß, aber niemals eine Bragis ausgeübt hat. Bor An. hältnissen habe. wie wir sie vom embryonalen Gewebe her tennen. fang an drängte es ihn zum Schriftstellertum, und er wurde nicht Darauf erstattete Prof. Bu barsch einen Bericht über die Gelicher Journalist, der zeitweise drei Zeitschriften auf einmal redigierte nur ein überaus fruchtbarer Dichter, sondern auch ein unermüdschichte der Krebsforschung während der letzten 25 Jahre. Brof. und mit seinen Jbeen tief ins Bolt bring. An der Revolution pon Blumenthal, der Leiter des Krebsinftituts der Charité, führte 1848 nahm er tätigen Anteil und die historische Rolle, die er gespielt, folgendes aus: Bor 25 Jahren war bei Erkrankungen an Krebs hat er in mancher Dichtung verewigt. Jolai war mit Betöfi ber die Operation die einzige Hilfe. Eine große Bedeutung für die hat er in mancher Dichtung verewigt. Jolai war mit Betöfi ber wendet Führer der Jugend, die am 15. März die Zwölf Punkte"( BrezKrebsbehandlung erlangten die Bestrahlungen. Man Röntgenstrahlen, Radium und Mesothorium an. Bon Bedeutung freiheit usw.) ertämpfte. Er mußte dann in die Wildnis flüchten urbe später die vom Berliner Professor Baul Lazarus angegebene und blieb verstedt, bis ihn die Militärbehörde freisprach. Bon nun an trat er im politischen Leben als Abgeordneter hervor. Als er Privatdozent Dr. Halberstädter eine wichtige Entdeckung gemacht, nationale Brachtausgabe feiner Werte in hundert Bänden, aber fie jogenannte Spickmethode. In allerjüngster Zeit hat ber Berliner fein fünfzigjähriges Schriftstellerjubiläum 1894 feierte, erschien eine indem er die Thorium X in Form von Stäbchen anwandte und enthält bei weitem nicht alles, was er geschrieben. Bollte man alle dieselbe Wirkung erzielte wie bei Radiumemanationen. feine Auffäße, Reben und Erzählungen drucken, so würden über 200 Bände gefüllt werden. Die ganze Geschichte Ungarns hat er dargestellt, angefangen von den historischen Romanen, die in der Türtenzeit und in ber Epoche Jofefs II.( pielen, bis zu den Werfen, Die das Leben der Gegenwart schildern oder sogar im Stile Jules Bernes phantastische Zukunftsbilder entrollen. Der bedeutendste Teil feines Erzählerwerfs sind die wundervollen Bilder, die er von der Guten alten Zeit im Ungarischen Nabob und der Fort fegung Boltan Karpathy" entwirft, die fortreißenden Romane aus ber Beit bes Freiheitstampfes und der Reattion. Auch Jokai ist fchließlich dem Schidial aller Bieffdyreiber erlegen, indem er fich gehen ließ, gu fehr von feiner Bhantafie und Fabulierluft fort geriffen warb und in Uebertreibungen, unwahrscheinlichkeiten, leere Gffette verfiel: Aber in seinen beften Werten zeigt er einen Reich tum der Erfindung, eine Naivität und Fülle des Humors, eine Sicherheit der Beobachtung und eine erzählerische Kunst, wie fie nur wenige Dichter der Weltliteratur befizen. über? Tiefgeneigt stehen Hindus vor juwelengeschmückten Bubbhas, chinesische Kulis tragen Baldachine auf schwankenden Stäben, afritanische Beduinen brausen durch die Büfte, aus tausend gläsernen Mugen stieren New Yorks hundertstöckige Häuser o, bu tennst diefes alles, was aber weißt du von dem Leben jenes zarten, Ichmalwangigen Mädchens, das einsam aufwächst in der fernen Hütte Sibiriens oder Lapplands oder des nächsten Dorfes? Kennit du nur einen Gedanten der eiligen Millionen, die mit dir diese furze Spanne Zeit teilen? Rennst du die Gedanten bes bir so eng verbundenen Geliebten? Unbekannter, der bu nachts erwachst, überfällt dich nicht Angst gleich einer Biper, die, anschnellend, bir nach dem Herzen sticht? Angst um Unwieberbringliches? Jezt bist du, jezt und niemals sonft! Bist das in Ewigkeit nicht wiederkehrende, dein einmaliges, heute nur empfindendes Ich! Sprich, wie verbrachtest du beine Minuten, beine Stunden, deine Monate, beine Jahre? Uebernahme des Deutschen Opernhauses durch die Stadt Berlin. Das Nachrichtenamt der Stadt Berlin teilt mit: Der Magiftrat beschloß in feiner geftrigen Gigung: 1 zur Erhaltung des Deutschen Opernhauses als Opernunternehmen die Gründung einer städtischen Attiengesellschaft unter Ausschluß von Privatlapital 2. Die Be| Zum Schluß der Sizung gab Prof. Kraus die Ernennung von drei neuen Ehrenmitgliedern der Berliner Medizinischen Gesellschaft bekannt. Es sind dies Frau Leyden, der frühere Ministerial direktor Prof. Kirchner und der bekannte Frauenarzt Prof. Winter Königsberg. Die Reflame im Dienst der Polifit. In den Behrräumen der Deutschen Hochschule für Politit am Schinfelplak 6 findet diefe odje eine fleine Ausstellung: Das politifoe Blatfat in den legten Wahltämpfen statt. Sie enthält außer Pla. Paten eine Anzahl von Flugblättern, Bilderbogen und Handzetteln. Alle Parteien find vertreten. Aber nicht ein einziges vollendetes Bert. Nicht ein einziges Stüd, von dem man fagen fönnte, es er fülle alle Forderungen, die man an ein Plakat stellen muß. Reine originelle bee. Das Sentrum bringt ein vornehmes Blatt- blaue Stapelle auf schwefelgelbem Grund, edle schwarze Schrift, bem aber jede Blafatwirtung fehlt. Die Deutschnationalen laffen Adler Reich unö Ruhrskanöal. jZntrag auf Einsetzung eines Uutersuchuugsausschusses. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat folgenden Antrag eingebracht, der am Freitag zur Debatte gestellt werden soll: Der Reichstag wolle beschließen: . Gemäß Artikel 34 der Reichsoerfassung wird ein Unter- s u ch u ngsausschuß eingesetzt mit der Aufgabe, die an die Ruhrindustriellen gesetzlos und zuviel ausgezahlten Beträge zwecks R ii ck e r st a t t u n g an das Reich festzu- stellen. Zu diesem Zweck ist erforderlich: 1. Feststellung der Höhe und Nachprüfung der V e r- wendung der Beträge, die vom Reich für Löhne. Materialaufwand usw. seit dem 11. Januar 1923 an die Wirt- schaft der besetzten Gebiete gezahlt wurden. 2. Feststellung der Höhe und der Bedingungen der K r e- d i t e, die seit dem 11. Januar 1923 von den Reichsmini- sterien, der Reichsbank, der Neichskredit- und Kontrollstelle, der Hika usw. der Wirtschaft der besetzten Gebiete gewährt wurden. Insbesondere Feststellung der dem Reich bzw. der Reichsbank dadurch entstandenen Verluste. 3. Feststellung der Höhe des von den einzelnen Unter- nehmungen während des Jahres 1923 ausgegebenen Not» g e l d e s. _ 4. Feststellung der im Jahre 1923 und 1924 entrichteten Steuerlei st ungen der später entschädigten Unterneh- mungen, insbesondere, in welchem Umfang Steuerver- günstigungen gewährt wurden, bzw. wie hoch der Unterschied zwischen den geleisteten Zahlungen und den ge- setzlich geregelten Steuerverpflichtungen ist. 5. Feststellung und Nachprüfung der Höhe und der De» dingungen der vom Reich gewährten Entschädigungen aus Anlaß der Ruhrbcsetzung sowie der Micum-Lasten. 6. Feststellung und Nachprüfung der von der Ruhr- kohle A.-G. vorgenommenen Unterverteilung der vom Reich gewährten Entschädigungen. « Paris. 18. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Wie bereits die Auslassungen der französischen Presse am Dienstag gezeigt haben. hat auch im Auslande das Memorandum der deutschen Regierung über den JRuhrstandal einen kläglichen Eindruck gemacht. Wenn die reaktionäre Presse den schwachen Versuch unternimmt, den Herren Stresemann und Luther durch Wiederauffrischung der bereits genugsam widerlegten Fälschung zu jigen, daß für die den Ruhrindustriellen zugesagten Entschädigungen die damaligen so z i a l i st i s ch e n Minister«ine Mitverantwortung übernommen hätten, so liegt das ganz in der Richtung der n a t i o- nalistischen Politik, die genau weiß, daß ihr Weizen nur dann blühen kann, solange in Deutschland ein« Rechtsregierung am Ruder ist. Die Blätter der Mehrheit dagegen finden, daß eine schlechte Sache nicht schlechter hätte verteidigt werden können, als in dem Memorandum der deutschen Regierung geschieht. Der„Quotidien" gibt der Erwartung Ausdruck, daß die Linke in Deutschland jeden Versuch, den Skandal zu ersticken, verhindern werde; denn die Länder, die soeben Deutschland eine Anleihe in Höhe von 809 Millio- n»n Eoldmart gewährt haben, hätten ein Recht darauf, zu erfahren, wie die deutsche Regierung dazu gekommen sei, sieben Achtel davon den Ruhrindustriellen in den Rachen zu werftn.—„Echo de Paris" unterstreicht die aus den in dem Memorandum veröffentlichten Briefe und Schriftstücke einwandfrei hervorgchende Tatsache, daß die Ruhr- Industrie die Zusage der ungeheuren Entschädigungen von der Re- gierung durch die Drohung, zum Separatismus überzugehen, er- preßt habe._ Um die Rngeftelltenversicherung. Kapitalansammlung, aber keine Renten. Der sozialpolitische Ausschuß des Reichstages befaßte sich mit der A n g e st e l l t e n o e r s i ch e r u n g. Ministerialdirektar G r i e s e r gab einleitend ein Gesamtbild über den derzeitigen Stand der Versicherung. Am 1. Februar 192S liefen an Renten: 25 398 Ruhe- geldfälle, 21545 Witwen- und Witwerrenten, 19 206 Waisenrenten. Gezahst wurden monatlich für Ruhegeld 752 795 M., für Hinter- biiebenenrenten 675 564 M. Nach dem Voranschlag für 1925 wird bei einer Vcitragseia- nähme von 120 Millionen mit einem Vermögensüberschuß von 90 Millionen gerechnet. Es wurde angeregt, für die Versicherten dar früheren Beitragsklassen 1 bis i eine bester« Auswertung ihrer Lei- slungen herbeizuführen. Genosse Giebel verlangt« einewesentlicheErhöhung der Renten, die bei der jetzigen sozialen Lage der Angestellten völlig unzulänglich geworden sind. Er gab zu erwägen, bel der Ge- Währung des Ruhegeldes eine Differenzierung zwischen den zu 50 Proz. Erwerbsunfähigen und den völligen Invaliden einzuführen. Die V e r s i ch e rungspflicht muß auf alle Angestellten aus- gedehnt, die Wartezeit für die Hinterbliebenen auf 60 Bei- .ragsmonate oerkürzt werden. Auf das H« I l v e r f a h r e n all ein Rechtsanspruch gewährt werden. Unter besonderem stnweis auf die Lage der Werkmeister wird von Giebel verlangt, aaß bei den Waltderoersicherte» die zur Invalidenversicherung ge- leisteten Beiträge aus die Wartezelt in der Angestelltenverstcherung angerechnet werden. Schließlich verlangt die Sozialdemokratische Partei direkte Wahl der Versicherten zum Verwaltungsrat an Stelle der bisherigen indirekten Wahl durch die Vertrauensmänner. Lambach(Dnat.) und G c h r k e(Z.) wenden sich gegen die sozialdemokratischen Anträge und fragen unter Bezugnahm« auf Aeußerungen In der sozialdemokratischen Presse nach der Kredit- gebarung der Reichsverficherungsanstalt. A u f h ä u s e r(Svz.) beantragt, entweder die über die Kredite schwebenden Ermittlungen des Reichsarbeitsministeriums abzuwarten, die Angelegenheit jetzt gesondert zu erörtern. Es könne dann nicht bei einer Auskunft des Reichsarbeitsministeriums oerbleiben. Er wendet sich dagegen, daß die organisatorischen Fragen in der Ange- stelltenoersicherung wiederum zurückgestellt werden sollen, insbeson- dcre müsse das Wahloerfahren sofort geändert werden. Aushäuser wendet sich dann gegen die Thesaorierungspalilik der«ngestellleoversicherung. Das mathematisch» S-wissen de» Reichsarbeits. Ministeriums genüge nicht. Wir brauchen mehr soziales Gewissen. Man könne von den heute unter größter Rot leben- den Angestellten nicht verlangen, daß sie lediglich Kapitalien iurdieZukunft ansammeln und sich selbst mitungenügen- d- n R e n t« n abfinden. Der Srundbetrag für die Rente von 30 M. monatlich sei völlig unzulänglich. Di« Wirtschaftlichkeit der Reichs- Versicherungsanstalt fei nicht gegeben angesichts der Tatsache, daß für Renten und HeUfürsorge insgesamt 33 Millionen, für die Verwaltung aber 6 Millionen, d. h. 20 Proz. ausgeschüttet werden sollen. Die Sozialoersicherung müsse sich von der Prioatoersicherung unterschel- den und es geht nicht an. in den für die Angestellten besonders un- günstigen Zestverhältnissen das Umlageverfahren durch das reine und sogar überspannte Kapitaldeckungsverfahren abzulösen. Die Per- mögen-anlag« der Angestelltenoersicherung zeigt, daß die er- forderliche Erhöhung der Rentenleistungen durchführbar ist. ohne die Beiträge schon wieder zu erhöhen. Unsere Genossen Aufhäuser, Giebel und Hoch begründe- ten sodann einen Znilialivanlrag ans Verdoppelung des Grundbetrages von 360 auf 720 M. jährlich, aufDerdoppelungdesStelge- rungsbetrages von 10 auf 20 Proz. und auf entsprechende Erhöhung desKinderzuschusses, der Witwen- und der Waisenrente. Die Regierungsvertreter lehnten kategorisch eine allgemeine Rentenerhöhung ab und erklärten sich nur mit einer Zusatz st«ige- r u n g(Aufwertung) der Renten in den vier obersten Beitragsklassen des alten Gesetzes einverstanden. Ein solcher Antrag, der für die Gehaltsklassen k bis i einen Steigerungsbetrag von 1 bis 4 Goldmark gewährt, wurde angenommen. Der sozialdemokratische Antrag wurde von alle« bürgerlichen Parteien scharf bekämpft und schließlich gegen die Stimmen der An- tragsteller und der Kommunisten abgelehnt, nachdem schon bei Beginn der Sitzung versucht worden war, die Erörterung der Rentenerhöhung in einer Geschäftsordnungsdebatte zu verhindern. Selbst ein« von den Sozialdemokraten vorgeschlagene Entschließung, wonach die Regierung aufgefordert wird, eine entsprechend« B o r l a g« zu machen, wurde von den bürgerlichen Parteien niedergestimmt. Ein Antrag der Demokraten, die Erhöhung des Grundbettage» auf 480 M., des Steigerungssatzes auf 15 Proz. zu beschließen, wurde gleichfalls abgelehnt. Angenommen wurde lediglich eine Em- schließung der bürgerlichen Parteien, wonach die Regierung ohne Bindung an einen Zeitpunkt eine Dorlage für die Er» höhung Nach den im demokratischen Antrag enthaltenen Zahlen machen soll. Der Reichstag gehk also wieder einmal auseinander, ohne daß auch nur die völlig unzulänglichen Renten der Angestelltenvcrsiche- rung erhöht werden. Di« sozialdemokratische Fraktion wird ihren Initiativantrag im Plenum wiederholen.— Der sozialdemokratische Antrag, die Angestelltenversicherung auf all« Angestellten auszu- dehnen, ist gleichfalls abgelehnt und auch keinerlei Erhöhung der heutigen Versicherungsgrenze beschlossen worden. Eine Rlkoholüebatte. DaS Schankstättengesetz im Reichstag abgelehnt. Der Reichstag erlebte gestern ganz unvermutet eine große Sitzung. Die sozialdemokratische Fraktion hatte einen Antrag eingebracht, wonach die Reichsregierung ersucht werden sollte, den Entwurf eines Schantstättengesetzes wieder vorzulegen. Dieser Antrag war im bevölkerungs- politischen Ausschuß, wie Genosse S o l l m a n n als Berichterstatter hervorhob, mit großer Mehrheit ange- nommen worden. Die Altoholindustrie sah darin einen Bor- stoß gegen ihre Interessen und in der gestrigen Sitzung gaben zwei Redner der Wirtschaftspartei, S t r au ß und R o l t e, und ein Vertreter der Bayerischen Voltspartei, S ch i r m« r, der Befürchtung Ausdruck, daß Deutschland nach dem Vor- bilde von Amerika„trocken gelegt" werden solle. In sehr wirkungsvoller Weise wies Genosse Dr. Moses darauf hin, daß es sich hierbei keineswegs um den Versuch einer Trockenlegung handele, daß man auch nicht die anständigen Elemente des Gastrvirtsgewerbes schädigen wolle, sondern daß es die ernste Pflicht des Reichstags und der Re- gierung sei, dem wieder überhandnehmenden Alkohol- mißbrauch mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Er selbst sei kein Abstinent, aber als Arzt müsse er einer Bolls- fauche entgegentreten, die die Grundlagen der Wirtschaft und der Vollsgesundheit zu zerstören droh«. Besonderes Aufsehen erregte die Mitteilung des deutschnationalen Professors Dr. Strathmann, daß ein von ihm geschriebener Artikel, der in objektiver Weise die Alkoholgesetzgebung in Amerika geschildert habe, von zwei großen Berliner Zeitungen zurückgewiesen worden sei. Leider nannte er nicht die Namen dieser Zeitungen, die ohne Zweifel seiner Partei angehören und bei denen die Forderungen des Alkoholkapitals höher gestellt werden als die Forderungen der Polksgesundheit. Unsere Genossin Luise Schröder protestierte im Namen der Frauen gegen die Verwüstung des Familienlebens durch den Alkoholismus und das Trinker- elend. Der sozialdemokratische Antrag wurde sedoch in nament- licher Abstimmung mit 299 gegen 193 Stimmen a b g e- lehnt, 19 Abgeordnete hatten sich der Stimme enthalten. Für unseren Antrag stimmten geschlossen Sozialdemokraten und Kommunisten, außerdem eine Anzahl Zentrumsleute, einige Demokraten und einige Deutschnationale. Dagegen wurde ein deutschnationaler Antrag mit 399 gegen 53 Stim- men angenommen, der die Reichsregierung ersucht, schleunigst ein Gesetz zum Schutze der Jugend gegen die Gefahren des Alkoholismus und zur Verbesserung des Schankkonzessions- wescns unter Ablehnung der Trockenlegung Deutschlands vorzulegen. Vor dieser Debatte wurde ein Optionsabkommen mit M c m e l in erster Beratung erledigt. Der Rest der Sitzung wurde bis zum späten Abend mit der Fortsetzung der Aussprache zur zweiten Beratung des Haushalts des Reichsoerkehrsministeriums ausgefüllt. Reichswehr unö Politik. Erklärungen Geyers im Haushaltsausschuft. Im HauShaltSauiichuß des Reichstags verlangten die Genossen S t ü ck I e n und S ch ö p f l i n nachdrücklich, daß Heer und Marine von jeder politi'chkn Beeinflnssung ferngehalten werden müssen Bei politischen Entgleisungen von Offizieren sei scharf durchzugreifen. Die Schassung eine« parlamentarischen Beirats für Heer uud Marine sei dringend zu empfehlen. Reichswehrminister Dr. Geßler antworteie darauf, er Hab« die Nentralist.nmg der Reichswehr stet« rücksichtslos durch- geführt und bei Entgleisungen energisch zugegriffen. Er sei in politischen Dingen nie nachlässig gewesen, aber er müsse sich an die gesetzlichen Bestimmungen halten. Im übrigen bestritt er, daß ei jemals eine schwarze Reichswehr gegeben habe oder jetzt gebe. Auf eine Frage de« Gen. Mose« noch dem Stand der Unter. suckun-g gegen Tirpitz wegen der Beröffentlichung«nt- wendeter Marinealten erllärle Geßler. daß die Verfolgung dieser Angelegenheit Sache de« Reichsarchivs fei, das dem Reichsinnenmeister unterstehe. Schließlich teilre der Reichswehr» minister noch mit. daß die Vorbereitung eines Gesetzes zur Schoffnug der Heeres- und Marinekammer eingeleitet sei. Aus Zugoflawien ausgewiesen wurde der Berichterstatter des „Berliner Tageblatts" Theodor Äerkes. Als Grund wird angegeben, Berkes habe an die deutsche Presse tendenziöse und provokatorisch, Nachrichten gelangen lassen, die die guten Beziehungen zwischen Jugoslawien und Deutschland beeinflussen könnten. deutschlanü soll m öen völkerbunö! Aber Stresemann will nicht. Genf, lS. Februar.(Eigener Drahtberichl.) Paul V o n c o u r, der französische Völkerbundedelegierle für die Koordiaationskommis- sicn, erklärte am Miliwoch, daß die französische Regierung in lieber. einstimmung mit den Alliierten jede Diskussion über die Abänderung des Völkerbundpaktes ablehne. Außerdem erklärte er, daß Deutschland nach wie vor unker Gewährung eines ständigea Rakssihes jederzeit in den Völkerbund elnkretea kann. Die Enljcheidung liege jchi bei Stresemann. doch müsse man au dessen ehrlichen Dillen zweifeln, da er keinen ernsthasle« Schritt bisher unternommen habe. Die Erklärung des Genossen Boncour bestätigt wieder, daß dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund keine Hindernisse im Wege stehen und daß ihm auch ein ständiger Sitz im Völkerbundrat gesichert ist. Damit fallen in praxi alle Einwendungen fort, die bisher gegen den Einttitt Deutsch- lands in den Völkerbund erhoben wurden. Wie lange ge- denkt Herr Stresemann noch sein Verschleppungsspiel in dieser Frage fortzusetzen? Wie lange glaubt er es mit den deutschen außenpolitischen Interessen vereinbaren zu können, einen Schritt hinauszuzögern, der die internationale Stellung Deutschlands in außerordentlichem Maße befestigen würde? Der Sericht üer KontrollkommWon. Paris. 18. Februar.(Eigener Drahtbericht.) General Walch, der Präsident der Alliierten Militärkommifsion m Berlin, hat am Mittwoch, den Bericht über die von der Kommission durchgeführt« Rüstungsinspektion in Deutschland im Außenministerrum niedergelegt. Der Bericht ist«m Herriot, in seiner Eigenschaft als Präsident der Botschcrfterkonferenz, adressiert. Er hat«inen Umfang von 44 Schreibmaschmenseiten und ist von 12 Anlagen begleitet, deren bedeutsamsten und umlfangreichsten die Berichte der Unterkominis- sionen für die Krmttolle der deutschen Armee so«v« der Unter- korrnrnssion für die Rüstungskontrolle sind. Abschristen de» Berichts und der Anhänge sind gleichzeitig dem Präsidenten des alliierten Militärkomitees in Versailles, Marschall Fach, und den Botschaftern der alliierten Hauptmächte in Paris überreicht worden. Di« Bot- schafterkonferenz wird darüber beraten, sobald das Gutachten des Interalliierten Militärkomitees vorliegt, was kaum vor Anfang näch- ster Woche zu erwarten Ist. Wie der„Temps" zu berichten weiß, befinden sich alle technischen Einzelheiten und die festZestellten Verfehlungen Deutschlands gegen die Abrüstungsbestimmungen ausführlich in den Anlagen aufgezählt. Der Hauptbericht selbst dagegen habe all- gemeinen Charakter. Er beschränk« sich unter Berufung auf die Anlagen darauf, die deutschen Verstöße zu gruppieren und referierend zusammenzufassen und daraus die Schlüsse der alliierten Konttoll- kommission über die zenttale Einstellung Deutschlands zu den Ihm auserlegten Abrüstungsvcrpflichtungen zu ziehen. Wie das Blatt weiterhin erfährt, hat das am Dienstag von amtlicher Stell« dementierte Projekt Herriots, sich bereits in den nächsten Tagen zu«wer Aussprach« mit der englischen Regierung nach London zu begeben, stark an Wahrscheinlichkeit gewonnen. Di« dachen Hauptfragen, die eine Aussprache zwischen den alliierten Kabinetten notwendig machten, sei vor allem die, ob und unter welchen Bedingungen der Bericht der Kontrollkommission vervsfent- licht werden soll, sowie die Abfassung der neuen an Deutschland zu richtenden Note, in der die Bedingungen genau fixiert werden sollen, von deren Erfüllung dl« Alliierten die Räumung der Kölner Zone abhängig machen werden. Der Konflikt mit Rumänien. Erklärungen Strescmanns im Auswärtigen AuSfchuft. Reichs außenminister Dr. Stresemann hat im Auswärtigen Ausschuß gestern die Erklärungen wiederHoll, die er vor wenigen Tagen im Hauptausschuß über den Konflikt mit Rumänien gemacht hat. Diesen Erklärungen hat er hinzu- gefügt, daß die vorgestern in der Presse verbreiteten Mit» teilungen über Ausweisungen von Deutschen aus Rumänien sich nicht bestätigt hätten, daß aber in Rumänien Repressicmsmaßnahmen anscheinend erwogen würden, denen gegenüber die Deuksche Reichsregienmg sich vollkommen freie Hand vorbehalten werde. Der Reichsminister hat sich mit besonderer Entschiedenheit gegen die Möglichkeit gewandt, daß die Rumänische Regierung etwa dazu übergehen könnte, deutsche Privat- eigentümer für einen Konflikt zwischen den beiden Regierungen hast- bar zu maichen und auf die schweren internationalen Folgen hingewiesen, die ein solches Vorgehen für das Ansehen und das Rumänien m internationalen wirischafflichen Kreisen entgegenzubringend« Vertrauen haben würde. Der Ausschuß hat den Rechts- standpuntt und die Darlegung des Ministers einmütig gebilligt. Rumänische Repressionsdrohungeu. Bis gestern abend lagen, wie Wolffs Bureau meldet, an zu- ständiger Stelle keinerlei amtliche Nachrichten über die von rumäni- scher Seite in dem deutsch-rumänischen Konflikt angedrohten Reprcssa- lien vor. Von Rumänien ist bislang mit folgenden Repeffiondaßnähmen gegen Deutschland gedroht worden: Die Liquidierung noch nichtliquidierten deutschen Vorkriegseigcntuins in Rumänien, die Einführung der ZSprnzentigen Einfuhrabgabe auf deutsche Waren, die Einführung von Maximalzöllcn für deutsch« Waren(die Maximalzölle sind dreimal so hoch wie die gewöhnlichen Zölle) und die Liquidierung des fett der Ratifikation des Bersailler Vertrags in Rumänien neuerworbenon deutschen Privateigentums. Schlieftung der Börsen in Rumänien. Bukarest. 18. Februar.(TU.) Auf Grund einer Verordnung des Finanzministers wurden alle Effektenbörsen in Rumänien geschlossen, da die Regierung befürchtet, es könnte infolge der wegen des Konflikts mit Deutschland verbreiteten Nochrichten über den Sturz des Lei im Auslande eine Katastrophe an den Valuta- Märkten herbeigeführt werden. Das Erscheinen der verbotenen Zeitungen in Rmnönien wurde unter der Bedingung gestattet, daß sie über den Konflikt zwischen Rumänien und Deuischssand nichts berichten. Eine, deutsche Note an Rumänien. Angesichts der von rumänischer Seite aufgestellten Behaup- tungen, daß Deutschland sich seinen Aerpflichtungon au« dem Ver- sailler Vertrage gegenüber Rumänien entziehen wolle, wird jetzt der Inhalt der Note veröffentlicht, die von dem deutschen Ge- sandten in Bukarest am 28. Januar d. I. übergeben wurde. In dieser Note erklärt die deutsche Regierung, daß sie bereit sei, all» noch schwebenden Fragen bezüglich der rumänischen Ansprüche aus dem Bersailler Vertrage einer umfassenden und abjchlteßenden Regelung zuzuführen. Sie sei ferner bereit, sich an den von der österreichischen Regierung angeregten Verhandlungen in Wien zu beteiligen, bei denen die Forderungen der rumänischen Regierung im Zusammenhang mit dem Bukarester Vertrag erörtert werden sollen. Im Verlauf dieser Erörterungen werde die deutsch« Re- gierung bereit sei, im Benehmen mit der rumänische» Regierung die Höhe der rumänischen Forderunge» festzustellen. Gewerkschaftsbewegung Die Bolschewiften gegen die Einheit. Ein Inpreforr- Telegramm aus Mostau, das die Rote Fahne veröffentlicht, gibt auszugsweise einen Leitartikel der„ Prawda" wieder, der sich mit dem Beschluß des Internationalen Gemert fchaftsbundes betreffend den Eintritt der russischen Gewerkschaften befaßt. Den armen russischen Arbeitern, die nicht die Möglichkeit haben, eine andere Zeitung zu lesen, als die von den bolichemistischen Ditiatoren erlaubte, wird erzählt, es sei der Borwärts", der die Borbedingungen aufstellt für die Aufnahme der ruffifchen Gemertschaften in den IGB. Daß der Ausschuß des JGB. beschloffen hat, mit den russischen Gewerkschaftsvertretern zu einer Vorkonferenz zusammenzutreten, fobald die russischen Gewerkschaften den Wunsch äußern, in den JGB. aufgenommen zu werden, wird geflisfentlich verschwiegen. Daß man damit die russischen Gewerkschaften nicht nur nicht schlechter, sondern noch besser behandelt als die Gewerkschaften eines beliebigen anderen Landes und daß man von den russischen Gewerkschaften nichts anderes verlangt, als was für die Gewerkschaften aller Länder Gültigkeit hat, davon ist Peine Rede in dem Artikel der„ Prawda", wenigstens soweit das Inpreforr- Telegramm ihn wiedergibt. Dagegen ergeht sich das offizielle Organ der Bolschewisten in eine ebenso rüde wie dumme Schimpferei gegen die Sozialgemokraten im allgemeinen und den„ Borwärts" im besonderen. Den armen ruffischen Arbeitern wird erzählt, und die„ Rote Fahne" muß es nachdrucken, daß die Sozialdemokraten im Interesse von Barmat Streifs abwürgen", daß die Beziehungen des„ Borwärts zu Barmat und Stlarz bewiesen" seien usw. Auf all das wüste GeSchimpfe, daß so recht den bolfchemistischen Willen zur Einheit registrieren:„ Die russischen Gewerkschaften werden sicherlich ihre tundgibt, folgt schließlich eine positive Erklärung, die wir hiermit Position mit doppelter Energie behaupten: eine Konferenz ohne Vorbedingungen!" Damit erklärt die„ Prawda", daß die russischen Gewerkschaften weder dem Internationalen Gewerkschaftsbund beitreten wollen, noch den Wunsch zum Beitritt ausdrücken werden. Mit dieser Er flärung haben die Bolschemisten die maste der Einheits. front fallen lassen. Sie wollen nicht die Einheit der Gewertschaftsbewegung, fondem das, was fie den Kampf um die Einheit" nennen, d. h. den Kampf der Arbeiter untereinander und gegeneinander. Dafür aber danken wir bestens. Wir wollen den Rampf gegen das Rapital, und deshalb die Einheit und Gefchloffenheit der Arbeiterschaft. Wenn die russischen Gewerkschaften an diesem Kampfe teilnehmen wollen, dann stehen ihnen die Tore der Gwerkschaftsinternationale weit offen. Wenn sie das nicht wollen, follen fie uns vom Halse bleiben! Zum Streit der Berliner Böttcher. Marungsfrist läuft am Montag ab. Bu bem Streitbeschluß in dem Betriebe Millieferungsgesellschaft fönnen wir mitteilen, daß die Durchführung des gefagten Streitbeschlusses allem Anschein nach noch verhindert werden lann. Es sollen am 19. im Laufe des Vormittags mit der Geschäftsleitung der Milchlieferungsgesellschaft erneut Verhandlungen stattfinden, die allem Anschein nach zu einem für beide Teile befriedigenden Resultat kommen werden. Keine Klärung in der Holzindustrie. Bom Deutschen Holzarbeiterverband wird uns mitgeteilt: Die Arbeitgeber Freie Vereinigung der Berliner Holzinduftrie haben den vom Schlichtungsausfchuß gefällten Schiedsspruch a b gelehnt. Auch eine neue von den Arbeitgebern gewünschte Berhandlung der Parteien haben zu feinem Resultat geführt. An den Kollegen liegt es nunmehr, den von der Funktionärberfammlung angenommenen Schiedsspruch in ihren Betrieben geltend zu machen und die Stellung des Arbeitgebers dem Bureau des Holzarbeiterverbandes umgehend mitzuteilen. Eine demnächst einzuberufende Funktionäveriammlung wird erneut zu der gegebenen Situation Stellung nehmen. Zum Streik in den Berlin- Karlsruher Industriewerken. Seit etwa drei Wochen dauert bereits der Streit bei den Berlin- Karlsruher Industriewerfen in Wittenau. Etwa 1100 Mann find daran beteiligt. Die Firma bersucht nun durch Inserate und durch Benutzung deutschnationaler Arbeitsnachweise Streit. breder, insbesondere aus der Provinz, heranzuholen. Freilich verlassen die Angeworbenen nach erhaltener Aufklärung zum großen Teil wieder den Betrieb. Besonders zu unterstreichen ist die Lieferung von Streitbrechern durch die sogenannten nationalen streit. Nichtsdestoweniger find es gerade die Leute, die von Arbeitsnacweise. Es handelt sich um einen gewöhnlichen Lohn Voltsgemeinschaft" reden, die in schuftiger Weise deutschen Arbeitern in den Rüden fallen, die den Versuch machen, fich Löbne au erringen, die ihnen und ihren Kindern eine menschenwürdige Eriftenz sichern follen. Die Arbeiterschaft wird sich diese Haltung der Deutschnationalen merken. Tarifbewegung im Tapezierergewerbe. Die Verhältniffe haben die Unternehmer im Tapezierergewerbe seit August 1923 unterstützt und bis heute, trog vieler Versuche, ver. hindert, einen neuen Tarif abzuschließen. Obwohl die Unternehmer von ihrem Standpunkt, auf alle Fälle Verschlechterungen gegenüber dem früheren Tarif einzuführen, nicht abgegangen sind, haben die Arbeiter es verstanden, vor allen Dingen, was die Arbeitszeit anbelangt, diese mit 46 Stunden zu halten. Seit einem halben Jahre herrscht im Berufe gute Arbeitsmöglichkeit, die den Arbeitern die Veranlassung gab, die Tarif bewegung wieder aufzunehmen, mit dem festen Willen, diese mit dem Abschluß des Tarifvertrages zu beenden. Die Arbeiterschaft im Tapezierergewerbe hat feinen Zweifel darüber gelassen, daß das lekte gewerkschaftliche Mittel angewandt werden soll, falls die Unterschaffen. Das Lohnabkommen, welches am 25. d. M. abläuft, ist ebenfalls gekündigt und eine Forderung von 1,25 M. eingereicht worden. Wir berichteten bereits über den bisherigen Berlauf des Stretts. Wie wir der Deutschen Böttcherzeitung" entnehmen, spielt ein gewiffer Dr. Dingelden auf Unternehmerseite im Scharfmachen eine Rolle. Diefer Herr, der besonders mit dem Direttor Dahn von den Bereinigten Faßfabriten und dem Faßfabrikanten örnehmer nicht einfenten, um endlich festliegende Arbeitsverhältnisse zu del- Spandau eng verbunden ist, versucht( als Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Faßfabriken) in Berlin und im Reich die bestehenden Tarife zu zerschlagen, und lehnt jetzt auch Verhand fungen mit der Organisation ab. Noch in einer der letzten Berhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß Groß- Berlin erklärte Dingelden unter wohlwollender Bestätigung des Vorfizenden, Gewerberat Körner daß der zurzeit mit der Freien Arbeit gebervereinigung im Berliner Böttchergewerbe bestehende Tarif vertrag für seine Gruppe nicht in Frage tommen tönne und seine Gruppe daher jeden diesbezüglichen Schiedsspruch ablehnt. Wie uns der Böttcherverband dazu mitteilt, steht der Berliner Rampf fehr gut. Es haben bereits eine Anzahl der bestreiften Betriebe die Forderungen der Böttcher bewilligt. Ein Teil der Unternehmer hat sich auch dem Tarifvertrag für das Berliner Böttchergewerbe vom 23. Mai 1924 angeschlossen. Der Böttcherverband legt auf diese Feststellung Wert, da die Gegenseite in den legten Tagen versucht, die unglaublichsten Nachrichten in die Bewe. gung zu lancieren. Zurzeit ist auch die Berliner Böttcherinnung, von der ein großer Teil auf dem Boden des Tarifgedankens steht, noch im Bann des Scharfmachertrios Dingelden- Dahn- Wördel; indes melden fich Zeichen, daß hier sehr bald eine andere Stimmung Blaz greift. Die kleinen Meister tommen immer mehr zur Einsicht, baß sie nur Herrn Dingelden und seinen Freunden Vorspanndienste leiften, die mir zu ihrem Schaden auslaufen. Einigung in den Meiereibetrieben? In der Streitsache gegen die Meierei Bolle wurde gestern bom Schlichtungsausschuß ein Schiedsipruch gefällt, der in der Gruppe I einen Zohniah von 38,50 M., Gruppe II einen Lohnfat bon 84-36 M., für Kutscher einen Lohnsatz von 36 M. und außerdem eine Verkaufeprovision, die noch zu vereinbaren ist, und für die Frauen einen Lohnfag von 23-26 M. vorsieht. Die Er Ein Teil der Arbeiter in dem Beruf hat aber noch immer eine fehr lose attive Verbindung mit der Organisation. Es soll daher allen Kollegen die Möglichkeit gegeben werden, sich eingehend über die Dinge, die vorgehen, frühzeitig genug zu orientieren, wozu insbefondere in der Versammlung am Freitag Gelegenheit sein wird. Holzarbeiter vor die Front! Die Arbeit unferer Genossen. in der Berliner Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiterverbandes, die schon vor dem Kriege vor bildlich gewesen ist, ist trotz aller widrigen Umstände von Er folg getrönt, Bei den jüngst stattgefundenen Wahlen zu den Branchenleitungen und Bezirkskommissionen ist die Scharte vom vorigen Jahr wieder ausgewekt worden. Die Positionen, die die Kommunisten im vorigen Jahr infolge einer Reihe für fie günstige Umstände erringen fonnten, fimb sämtlich wieder zurüdgeholt worden. Der Erfolg verpflichtet. Der Erfolg und die erprobte Tradition der Berliner Holzarbeiter madyt es allen- flaffenbewußten Bewert schaftern zur Pflicht, dafür zu sorgen, daß bei den bevorstehenden Wahlen zur Generalversammlung den tommunistischen Verfechtern des Bruderkampfes die Türe gewiefen und die Einheits. front zielbewußter Gewertschaftsarbeit wieder, hergestellt wird. Die Berliner Holzarbeiter haben es mit einem halsftarrigen, reaktionären Unternehmertum, das mit allen Wassern gewaschen ist, zu tun. Sie werden diesem Unternehmertum nur dann Erfolge abtrogen fönnen, wenn fie geschloffen auf dem Boden der Amsterdamer Internationale zusammenstehen. In diesem Schiedsspruch für die Seeschiffwerften. Berlin, 18. februar.( WTB.) Die gestrigen Schlichtungsberhandlungen im Tarifftreit bei den Seeschiffwerften, die unter dem Vorfiz eines Vertreters des Reichsarbeitsministeriums stattfanden, führten zu einem Schiedsspruch, der eine Verlängerung des Manteltarifvertrages mit einigen für die Arbeitnehmer günstigen bänderungen bis zum 30. September 1925 vorsieht. Der Spruch schlägt den Parteien eine Verlängerung des gegenwärtigen Arbeits eitablommens gleichfalls bis zum 30. September vor. Die Löhne werden durch den Spruch vom 2. Februar ab für Gelernte um 5, für Angelernte um 4 und für Ungelernte um 3 Pf. für die Stunde erhöht Die Zechenbefizer provozieren. Bochum, 18. februar.( Mtb.) Die Berhandlungen über die Gedingelöhne im Bergbau zwischen Zechenverband und Bergarbeiter vertretern find gescheitert. Der Bechenverband erklärt, daß in den Darlegungen der Arbeitervertreter so schwere Anschuldigungen enthalten feien, daß sie angesichts dieser Anschuldigungen den Vorfizenden der Tarifausschußverbandlungen, Staatskommissar Da feine Uebermeblich, ersuchten, getrennt zu verhandeln. einstimmung erzielt werden konnte, legte Staatsfommissar Mehlich den Borsig nieder. Metallarbeiter- Wahlfieg in Rostock. Bei der Neuwahl der Ortsverwaltung des Metallarbeiters verbandes am 16. Februar in Rostoc erhielt die Liste der SPD. ( Martin Müller) 367 Stimmen, die Liste der KP D. 96 Stimmen gegen 233 Stimmen im Vorjahre. Geht die Eroberung der Ortsverwaltung durch die KPD. im gleichen Tempo weiter, dann ist im nächsten Jahre die notwendige Einheitsfront wieder vollständig hergestellt, was Lohnerhöhung in der München- Gladbacher Textilindustrie nicht mit, sondern nur ohne Kommunisten zu erreichen ist. Effen, 18. Februar.( TU.) Auf Grund des Schiedsspruches und der daran anschließenden Verhandlungen zwischen den Arbeitgebers und Arbeitnehmerverbänden der Textilindustrie des München Gladbacher Bezirks werden die Löhne in der MünchenGladbacher Textilindustrie mit Wirkung vom 9. Februar allgemein um 5 Proz. erhöht. Für Facharbeiter, Vorarbeiter, Färber, Wäscher, Walfer, Arbeiter an den Mercerisierungsmaschinen, Krazenfeleifer, Lader, Straßenbatteur und Mischungsarbeiter, Hofarbeiter und Kohlenfahrer, olfer im Beitlohn, Hilfearbeiter und Arbeiterinnen, die ständig an Maschinen beschäftigt sind, werden die Löhne durchschnittlich um weitere ŏ Broz. erhöht. Der Streif der Baumwollspinner in Japan, meist chinesische Arbeiter, hat sich bis jest auf 13 Fabriken ausgebreitet und um faßt bereits 30000 Streifende. Freie Gewerkschaftsjugend, Ostfreis. Sonntag abend 7½ Uhr in der Aula des Reform- Gymnasiums Lichtenberg, Barkane, Bortragsabend des Prof. Leo Kestenberg. Thema:" Bas bedeutet uns Mufit?" Der bekannte Sänger Gibney Biden wird u. a. folgende Lieder na Texten von Goethe fingen: Bromethens, Grenzen der Menschheit, Gesänge bes Sarfners, Heidenröschen, Eritönig und Wanderers Rachtlieb. Eintrittspreis 30 Vf. Rarten find in den freigewerkschaftlichen Jugendgruppen somie in der Freigewerkschaftlichen Jugendzentrale, Berlin GO. 16, Engelufer 24-25, 1 St., Zimmer 7, zu haben. SPD.- Buchdruder! Die diesmonatlichen Bezirks- Fraktionsversammlungen finden in folgenden Lokalen statt: Sonnabend, den 21, Februar, 71 Uhr abends: 3. Beatuf bei Klug, Danziger Str. 71; 6. Beairt bei Sina, Tempelherrn, Ede Wilmsstraße; 7. Begin bei Wandtte, Schöneberg, Bahnstr. 25; 8. Bezirk bei Kugli, Sermannstr. 75. Sonntag, den 22. Februar, vormittags 10 Uhr: 2. Bezist bei Birnbaum, Bastianstr. 2; 5. Bezirk bei Renser, Reichen berger Str. 154. Montag, den 23. Februar: 9. und 10, Bezirk eine halbe Stunde por Beginn der Begirisperfammlung. Der Fraktionsvorstand. Bericht über die Sattler, Tapezierer und Portefeuillerverband Reiseartitelbranche: Sente abenb 7 Uhr bei Boeker, Weberstr. 17; Bollversammlung. Lohnperhandlungen. Rutritt nur gegen Verbandsausweis. Berantwortlich für Bolitik: Era Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Gemertschaftsbewegung: Friedr. Ektorn; Feuilleton: K. S. Döscher; Lotales Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts.Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SB 68 Lindenstroke 3. Sierzu 2 Beilagen, Unterhaltung und Wiffen" unbrauenstimme". M. 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Wie weit die Hetze mancher Jugenderzieher gegen die RepuWft geht, wie gewissen, und gesinnungslos sie sich gegenüber den Schülern und Schüle-nmien benehmen, soll an einem besonderen Fall gezeigt werden. Erziehung gegen Sie Republik. Bach Art. 14« der Verfassung müssen den zur Entlassung kommenden Schülern bei Beerdigung der Schulpflicht Abdrucke d-r Reich so« osasiimg mit auf den Lebensweg gegeben werden Der Lehrer oder die Lehrerin sind vervflichtet, den Schülern die Reichs- verfasiung kurz zu erläutern und sie sollen sich davon überzeugen, ob und wie weit die Schüler die ihnen eneilte Information verbanden haben. In welch geradezu ungeheuerlicher Weise biswellen dieser önfonnationsunterricht erteilt wird, bewcifen die Won«, mit denen an der 2. Gemcindeschul« in Reiiflckend.rf-West den Schülern dt» Ber- faflung.erklärt" worden ist. Man hat hier den Kinden, folgende» gejagt:„Wir haben jetzt«ine Verfassung. Darin steht, daß man mit 2Ü Jahren wählen darf. In ein paar Wochen oder Monaten wird es aber raus kommen, daß man erst von 25 Jahren ab wählen darf, denn ein Mensch von 20 Zähren hat noch nickt die richtige Ueber- leguag. Die Abgeordneten werden vom Vol. gewählt. Diesmal f'.rd es 400. Ungefähr 150 davon sind Verbrecher, die schon im Zuchthau» oder im Gefängnis gefesje» haben. Das ist deshalb möglich, weil jeder Abgeordnet« eine Immunität hat. Das bedeutet, er kann nicht bestraft werden, wenn er jemanoen ermoedel hak. Der Sipo darf ihn nicht einmal vechaflen. wenn er ihn nicht direkt beim Mord gesehen hat. Er kann ruhig noch den blutlgcn Anzug anhaben, wo man ganz genau erkennen kann, daß er einen Menschen ermordet hat. Nur dann darf der Beamte ihn oerhaften, wenn er ihn dabei sieht. Wenn«in Abgeordneter reden will, so schreien die anderen dazwischen. Verbietet der Leiter das Johlen, dann rer- hauen sie ihn. Zm Reichstag sind sogar Maurer und kaitträger mit liner langen und einer breiten Schulter. Aber eine Aktenmappe haben sie unterm Arm. Und einer sagte:.Laß man, mit die Affen", die füllen sich die Taschen. Ein echter Deutscher wählt solche Ausländer nicht, weil sie bloß den Fran- z° s e n helfen. Wenn jemand gerichtlich bestraft ist, muß ihm das Wahlrecht entzogen wertten ober so einer«I« der Buchdrucker, der den Reichi-prabdenten Eberl beleldigl hat. der soll weiter wählen. weil er doch lm herzen eto auker treuer Deutscher ist. Es kann das doch jedem einmal passieren. So wogt man vom Ratheder eines Schulzimmers zu Schulern und Schülermnen zu sprechen, die dem. nächst die Schule verlassen. Was üie Schüler ,0c(rrnt' hoben. Dir habe» bereit« erwähnt, daß Schüler und Schülerinnen durch kleine Aulsäße, die sie nach den Belehrungen des Lehrers über die Verfassung anfertigen, zeigen müssen, wie viel sie davon verstanden haben. Es kann niemanden wurde rnehmen, daß das Echo bei den Schulkindern auf die Art der Belehrung, wie sie oben mitgeteilt worden ist, und nach dem Stil, von dem wir ein« Probe gegeben haben, so kurlos und kraus ausfällt, daß man es nicht für möglich halten sollte, daß diese Rinder die Volksschule bi» zur ersten ftlalse besucht haben. Die Kinder stehen etwa im Alter von 13 bi« 14 Jahren. Uns Legen drei Auflätze von Schülern vor. die wir im folgenden wortgetreu veröffentlichen: .Meine erste Stunde war am Sonnabend. Als es lSutete, trat der Lehrer ein. Wir standen auf zum Beten. Als wir fertig waren, teilte uns der Lehrer die Lerfassungsbücher aus. Als er damit fertig, erzählte er uns von den Abgeordneten. Die werden vom Wölke selbst gewählt. Ein Mensch hat von 20 Jahren an das Wahl» recht. An 150 sollen schon Im Zuchthon» gesessen haben. Und wenn wir echte Deutsche sein wollen, so müssen wir solche Männer nicht wählen imd denn sollen auch keine Ausländer gewählt weiden. Wenn sich der Reichstag aufgelöst hat, so sind eine ganze Menge verschwunden, die was begangen haben. So wie Katze, der sogar mit einem fälschen Paß gereift ist. Man kann keinen oerhaften, wenn man ihn nicht direkt bei der Tat abfaßt. Es sollen sogar Maurer im Reichstag fein, die ihr« eine Schulter 1 Meter lang ist und die andere!W Zentimeter. Und daß die sich immer die Tafchen füllen." „Am Sonnabend hotten wir unsere erste Verfassungsstunde. Als der Lehrer hineinkam, beteten wir. Dann gab er uns ein Buch von f*"Fwi Seolcavcrgiftuag ia der Sckulstube, der Verfassung des deutschen Reich«. Wir mußten nun unseren Namen auf diesem schreiben. Nun erzählte uns der Lehrer von den Abgeordneten. Er sagen:„Bon den Herren Abgeordneten wären 150 Zuchthausler und die Abgeoiunet«, wären von dem Dolk« gewählt. Er erzählte uns gleich, als er im Jahr« 1918 aus der Elektrischen fuhr, hörte er, wie sich M>«i Abgeordnet« unter» hielten. Der Lehrer sagt«, wie der«In« aussah, nämlich er hätte eine breite und eine lange Schulter. Er hatte nun immer fort- während aehöri, aber manche» tuschelten sie und er konnte es nicht hören. Als sie sich mm verabschiedet locken, sagte der eine zum andern, ob er heute zum roden käme, er sprach.Latz doch die Assen", und sie stiegen au». Da klingelte es und die Stunde war vorbei." „Unser Lehrer, der die Derfassungsstunde gibt, hatte am Sonn. abend den 10. Jamear 1825 unsere erste Verfassungsstunde gegoben. Er erzählie ans, daß wir eine Bersossung haben und was in der- selben steht. Darin ist enthalten:„Daß man wählen mußl" Jeder Mensch, welcher das 20. Lebensjahr überschritten Hot. darf wählen. ijat da:m auch Rechte und auch Pflichten. Der Lehrer sagte auch noch: Daß es vielleicht nach einen paar Wochen oder Monaten rauskommt, das man eist von 25 Jahren ob wählen darf; denn ein Mensch von 20 Jahren kann noch nicht die Ucberlegirng haben, wie einer von 25 und mehr Jahren. Diese» mal sind 400 Abgeordnete gewählt worden. Darunter sind 150 Abgeordnete, welche schon«tamal im Zuchthaus oder im Gr- fängnis gesessen haben. Die Abgeordneten sind auch im» verletzlich. Die Sipo darf ihn nicht einmal in Hast nehmen, wenn er ihn nicht beim Morde gesehen hat. Er kann ruhig noch den blutigen Anzug anhabe«, wo man ganz genau er- kennen kann, daß er einen Menschen ermordet hat. Nur dann darf der Beamte ihn verhaften, wenn er ihn dabei sieht. Wenn wir einen Abgeordneten wäkgsn, so sollen wir einen Deutschen und«inen solchen, der dem Baterlande hilft, wählen. Di« Leute die einmal bestraft sind, dürfen nicht wählen. Aber diesem Buchdrucker. den Reichspräsidenten Ebert beleidigt hat, müßt« eigentlich nicht das Wohlrecht«nt» zogen werden. Weit er doch im Gerzen ein guter, treuer Deutscher i st. Es kmm doch jedem einmal passieren. Wenn nun ein Abgeordneter reden will, so sprechen und schreien die mdern dazwischen. Verbietet der Leiter des Reichstags oder der Leiter des Landtag» ihnen da» Johen und Schreien, so wollen sie ihn verhauen." vergiftet für öas Leben. Di« Schüler und die Schülerstmen verlassen nun die Schul«. Ein altes Sprichwort sagt: Man lemt nicht für die Schule und für den Lehrer, sondern für da» Leben. Wenn man aber erfährt, was ver- schieden« Schüler gelernt und was sie iür das Leben von der Schule mitbekommen haben, so kann man nicht anders, als rundheraus er- klären, diese Schüler sind vergiftet für da» Leben, vergistetvon der Schule und van gewissenlosen Lehrern. Der Lehrer und die Lehrerin besitzen den Schülern gegenüber eine große Autorität. Und da, ist auch richtig so. Die Kinder schwören aus die Wort« de» Lehrers. Nun treten sie in dos Leben hinaus. Sie kommen w Berührung und Beziehimg zu den verschiedensten Verhältnissen und Personen. Sie erfahren hier, daß die Ding« ganz ander» liegen. Langsam kommt e» ihnen zur Erkennt- n i,, daß der Lehrer ihnen Falsches gesogt, daß er sie belogen hat. Judesien, die Autorität des Lehrers und der Lehrerin wirkt ja bekanntlich noch lange nach in jugendlichen Gemütern, lange nachdem ftz die Schute verlas, en haben. Kein Wunder, wenn es ihnen schwer fällt, manchen woht unmöglich wird, die Worte des Lebvers als Lüge klar zu erkennen und jenen anderen zu glauben, die nn Leben stehen, die aus dem Boden der Republik und der Wirklichkeit leben und ihnen die Dinge so schildern wie sie wirklich sind. Ein« furchtbare Verheerung wird aus diese Weise in den Herzen fugendlichec Menschen angerichtet. Sie sind für da» Leben überhaupt unbrauchbar geworden. Sehr bald geraten sie— wenn sie wertvoll« Charakter« und denkende Menschen sind— in seelische Konflikte und nicht immer werden sie. gut beraten durch Elten, oder durch treu« Freundr, «Inen AulMteg aus diesen Konflikten finden. «- Was wir hier veröffentlicht haben, dies« Auslassungen von Lehrperscmen über die Verfasiung, diese Auffätze van Schülern und Schüterinnen, angefertigt nach der Belehrung auf dem Katheber, sind getreu nach den uns vorliegenden Dokumenten verfaßt. Die Auf- sichtsbehörde für Lehrer und Lehrerinnen in Berlin ist bekanntlich das P r ov in z i alschul k oll« g»um. Und dieser Behörde unterbreiten wir das Material und wir sind gespannt, ob das Pravmziolschulkollegium eingreifen und rückfichstsos alle diejenige» Lehrer und Lehrerinnen entfernen wird, die sich dermaßen schwer an den Kindern versündigen. Werber für die Fremdenlegion in Berlin? Die groß« Arbeitslosigkeit in Deutschland scheint jetzt von dunklen Etementen ausgenutzt zu werden. So wird ein Werber für die Fremdenlegion in einem Mann« vermutet, der an- gebltch junge Leute für den Rorddsutlchen Lloyd sucht. Einem Packer Kart Matzke aus Neukölln erzählt» er, daß junge Leute, die in Berlin ärbeitsloe seien, anderswo sehr gut verdienen könnten. Er oerabredet« mit ihm«ine Zusammenkunst vor dem Hotel„Kteler Hof" in der Mittelstraße. Statt nun aber in dies«» .fiotel mit ihm zu oerlxmdeln, führte er ihn in ein Lokal in der Mauerstraße und legte ihm hier zur Unterschrift«inen Revers vor, durch den er"sich für etnen zweijährigen D i« n st angeblich beim Norddeutschen Lloyd verpflichtete. Er ließ Motzte aber nur den Kopsvordruck dieses Reverses sehen. Der junge Mann schöpjte deshalb Aerdacht, verschwand heimlich und aina zur Kriminalpolizei. Es ist jestgesteUt. daß die Werber für die Fremdenlegion, die nicht mehr offen auszutreten wogen, jetzt häufig bekannte Betriebe vorschützen, um ihre Opfer zunächst einmal Der Apfel der Elisabeth Hoff. 25] Bon Wilhelm Hegeler. Der Augenblick würde kommen, tDO Ryseck den Blick von ihr abwandte zur Schwester hin, wo die scher- zenden Worte über sie wegflatterten, wo sie die dritte sein würde, die ausgeschattet war in dem heißer werdenden Spiel zu zweien... Dieser Augenblick wird kommen, und sie fühlt schon im voraus die spannende Erwartung, das Glück und den leisen eifersüchtigen Schmerz dieser Minute. Und ein anderer Augenblick wird ihm folgen, ein Augenblick des ver- räterifchen Schweigens. Ein Blick ist gewechselt, ein Wort gefallen, und plötzlich wird es still... so still, daß man meint, der eigene Herzschlag müsse vom anderen gehört werden. Aber rein Herz wird so heftig pochen wie das ihre, und sie weiß nicht, bedeutet es Freude oder Schmerz, dies stürmische Hämmern, das sie im voraus empfindet. Aber was kann sie Besseres wünschen, als daß der Freund und die Schwester sich finden! Und ihre Phantasie setzt das Spiel fort, indem sie sich ausmalt, wie die beiden sie zu irgend- einer Stunde allein lassen und sich fortstehlen, ein bißchen verlegen und schuldbewußt. Ryseck wird die Sache sehr sein. wie er glaubt, einfädeln, wird einen klug ausgedachten, und ach, so lächerlich durchfichtigen Vorwand finden, und sein ver- liebtes Gesicht wird seine erkünstelte Harmlosigkeit Lllaen strafen, während er zugleich überzeugt ist. ein Meister der Berstellungskunst zu fein. Margret aber— nichts, nicht das geringste wird ihr anzumerken sein, und sie wird doch wissen. daß die Schwester alles durchschaut hat... Sie gehen. ,.In fünf Minuten sind wir wieder da. sagen sie. Aber sie sind in einer Stimmung, wo das Herz die Stelle der Uhr vertritt. Fünf Minuten, das bedeutet für die beiden den Beginn einer neuen Zeitrechnung. Sie schlendern langsam, schweigsam zu irgendeinem einsamen Fleck, lagern sich, und nach einer kurzen, bänglichen Stille wird Ryseck zu sprechen beginnen, und alle zärtlichen, heißen, überschwenglichen Worte, die sein Hmsür El' abeth aufgesammelt hat. werden nun den Weg ZU Mar- greis Herzen finden. Glückliche Schwester! Glückliche Schwester!... „Mama, setz' doch die Brille auf. Die Sonne blendet dich gewiß. Dir tränen ja die Augen/ unterbrach die kleine echter ihre Träumereien. xson nun an sorgten die Kinder dafür, daß die Unter- Haltung im Gang blieb. Unaushörlich erregten nie gesehene oder nur aus Bcldcrbüchern bekannte Dinge die Llufmerk- samkeit. Gegen Mittag machten sie an einer Watdlichtung halt. und Ryseck erklärte, jetzt würde gefrühstückt, auf Wildwcstart. Von dem Koch eines amerikanischen Bekannten hatte er sich einige nette Heimatgerichte zubereiten lassen Der Chauffeur trug einen kloinen Kochherd herbei, sowie ein Picknickset, das Rickelkasserollen, Pfannen, Teller, Eßbestecke, Servietten, alles Zubehör einer Mahlzeit enthielt. Die Kinder sammelten Holz und Tannenzapfen. Bald prasselte unter dem Ofen«in lustiges Feuer. Ryseck aber, in Hemdärmeln, rührte und arrangierte mit den geschickten Händen eines Kochs in den Schüsseln ge- heimnisvoll köstliche Dinge, während er zugleich ein Stück Fleisch auf der Pfanne briet. Auf Elisabeths Frage, von wem er diese Künste gelernt hätte, erzählte er von seinem alten chinesischen Koch, der in dem kleinen Bungalo. den er anfangs unweit San Franziska bewohnte. sein Leben geteilt hatte, als sein williger Diener und sein eigensinniger Tyrann. „Nie in meinem Leben bin ich besser versorgt worden als von dem würdigen Wing und seinem Cousin. Der Cousin war irgendein Ehinesenjunge, der als Entgelt für den Koch- unterrlcht, den er bekam, die gröberen Hausarbeiten verrichten mußte. Die Lehrjungen wechselten oft, aber sie waren alle die Cousins des alten Wing. Das Kochen betrieb er mit solcher Kunstfertigkeit, daß' ich ihm oft, wenn ich nichts Besseres zu tun hatte, zugesehen habe. Sechs Jahre war er mein einziger Hausgenosse und zeigte jeden Tag dieselbe heiter würdige Miene. Rur einmal machte er ein betrübtes Gesicht. Da hatte er aus China die Nachricht erhalten, daß sein ein- ziges Söhnchen gestorben fei. Ich gab ihm Urlaub, und nach einiger Zeit kehrte er würdig heiter zurück. Er hatte sich die Gewißheit verschafft, daß seine Frau ihm einen neuen Spröß- llng bescheren würde. Er wäre noch heut« mein Diener, wenn er nicht die schlechte Gewohnheit besessen hätte, die lebenden Hummern in kaltem Wasser aufzusetzen. Ich konnte ihm nicht begreiflich machen, daß das eine grausame, unerträgliche Be- Handlung sei. Als ich ihn eines Tages dabei überraschte, zauste ich ihn etwas unsanft an seinem Zopf. Das hielt er wieder für eine grausame, unerträglich« Behandlung, und deswegen haben wir uns getrennt.— Aber nun zu Tisch. meine Herrschaften! Hofsenllich mache ich meinem alten Lehr» meist« keine Unehre." Er schenkte den Silberbccher voll und reichte ihn Elisabeth, die ihn lächelnd leerte. Als er ihn wieder gefüllt hatte, suchte sein Mund die Stelle, die ihre Lippen berührt hatten. Das prasselnde Feuer verglühte leise. Der Chauffeur hatte sich mit dem Geschirr eittfernt, um es in einer nahen Quelle zu reinigen. Die Kinder suchten im Walde Beeren. Die beiden waren allein. Elisabeth mit dem Rücken gegen den glatten Stamm einer Fichte gelehnt und zu ihren Füßen hingestreckt Ryseck. Nichts störte die köstliche Waldstilte. die doch kein totes Schweigen war, sondern leises Getön und spielende Bewegung: sanftes Rauschen hoher Fichtenkronen,- summende Bienen, schwebende Wolken und in ihrer Nähe ein Schmetterling, der seine Flügel ausbreitete wie ein Künstler sein Meisterwerk, um sommerselig weiterzuflattern. Wie lind, wie gut! Ganz überließ Elisabeth sich dem Glück dieser Stunde. Zu Hause hatte sie in dem auf sie go- richteten Blick des Freundes immer das dunkel brennende Be» Seyren gefühlt, hatte sich in Furcht und Scham verschlossen. ier aber sah sie in den verträumten Augen, die über sie hin- glitten zu den Blumen, den Bäumen, den Wolken und stet» wieder ,zu ihr zurückkehrten, nur wunschlofe Zärtlichkeit, das gleiche Glück, das auch sie empfand, und sie ließ es offenen Herzens in sich einströmen, mit dem Gefühl so voll Unschuld und Sicherheit, daß es nur diese eine kurze Stunde währte. daß morgen alles vorüber sei, und mit der ganz leisen Sehn- sucht doch, daß es immer dauern möge. Sie sprachen kein Wort, nur manchmal, wenn ihre Augtn sich begegneten, lächelten sie einander zu. Da klang' ganz samtweich und dunkel der Ruf eines Kuckucks in die Still«. Elisabeth wandte rasch den Kopf zur Seite, in lächelndem Hinhorchen, lautlos mit den Lippen die Rufs mitzählend, indes ihre Finger, wie schlanke Taktstöcke, einer nach dem anderen emporschnellten. „Run habe ich doch vergessen, wie viele es waren," sagte sie, als der Vogel dann schwieg. In Rysecks Augen lag ein tiefes Erstaunen. „Beinah möchte ich glauben, ich hätte geträumt. Nicht Sie saßen eben hier, sondern die andere Elisabeth, die Elisabeth von damals. So ganz und gar waren Sie das junss« Mäd- chen, daß ich vor mir selbst erschrak, als wäre auch ich nicht mehr, d-r ich bin. Wir müssen schon einmal hier gesessen haben, damals, an ganz der gleichen stelle. Erinnern Sie sich?" (Fortsetzung folgt.) er in die Finger zu bekommen Schriftftide, ble fle bagu brauchen, agen beben fehen umb geäußert, baß er auch einmal einen verschaffen sie sich durch Diebstahl oder Fälschung. Der verdächtige Werber, vor dem gewarnt werden muß, ist etma 40 Jahre alt und 1,75-1,80 Meter groß, hat braunes Haar, einen braunen Schnurr und Spitzbart und blaugraue Augen und trägt einen meichen Hut, einen dunklen Faltenmantel, braune Handschuhe mit Streifen und feine schwarze Schuhe. Er tritt sehr elegant auf. Schach den Spielern! " Einer scharfen Kontrolle find foeben die geduldeten Klubs unterzogen worden, zu denen ausschließlich Herren Zutritt haben und die nur erlaubte Spiel veranstalten und seit einiger Zeit einen be trächtlichen Rüdgang im Besuche verzeichnen. Den Damentlubs ging es ebenso. Um so mehr blühte der Betrieb in den gemischten Klubs, Die von gewerbsmäßigen Spielern geleitet wurden. Diese bedienten fich als Schlepper von Damen der Halbwelt und auch vergnügungsfüchtiger junger Geschäftsmädchen. Die Mädchen fuchten imd fanden Kavaliere und machten sie bei Schluß der Gaststätten, Kaffees usw., die sie mit ihnen besuchten, auf Betriebe aufmerksam, in denen auch nach der Polizeistunde noch etwas los jei. Man ging gemeinsam hir, und so fand sich überall in den Klubs eine sehr bunte Gesellschaft zusammen. Auch die Herren und Frauen, die früher ihre Klubs besucht hatten, fanden an den gemischten mehr Gefallen und gaben ihnen den Vorzug. Das Spielerdezernat ermittelte nach und nach 50 derartige Klubs im Besten und im Süden von Berlin und machte ihnen mit einem großen Aufgebot in der vorvergangenen Nacht auf einmal einen unerwarteten Besuch. Es war festgestellt worden, daß die Schlepperinnen nicht nur von den Spielleitern. für ihre Dienste bezahlt wurden, sondern auch erheblich von ihren Kavalieren beschenkt wurden, wenn diese Glück hatten. In vielen Betrieben waren die Mädchen mit einem gewissen Prozentsatz am Gewinn der Spielhalter beteiligt. Manche Besucher wurden in diesen gemischten Klubs gründlich gerupft. Beim Spielen allein ist es in dieser bunten Gesellschaft wohl auch nicht immer geblieben. An allen Stellen wurden nicht nur die Spielleiter und Spieler, fondern namentlich auch die Schlepperinnen zur Einleitung eines Strafperfahrens festgestellt. Gegen das ganze Treiben wird jetzt fcharf vorgegangen. Die„ Daubil". Ein Massenprozeß vor dem Schöffengericht Tempelhof. Als Vorläufer zu den großen jetzt schwebenden Strafverfahren, die die Deffentlichkeit in Aufregung verfeßen, tann der umfang reiche Strafprozeß betrachtet werden, der gestern früh unter Vorfis von Landgerichtsdirektor Sachs vor dem großen Schöffengericht Tempelhof begann. Es handelt sich um eine Angelegenheit, die ur sprünglich auf Betrug zum Schaden des Reiches lautete, allmählich eber im Laufe der seit 1921 schwebenden Voruntersuchung zu einer Angelegenheit wegen Untreue und Bestechung zusammengeschrumpft ist. Bei der Beurteilung der im Prozeß vorkommenden Geldbeträge ist es notwendig, daran zu erinnern, daß man für die Zeit von Mitte November 1919 bis Ende August 1920, 1 Goldmark 10-15 Papiermart rechnen fann. 1 Angeklagt sind im ganzen 20 Personen, von denen aber eine Mitangeklagte vor wenigen Wochen verstorben ist. Die Grundlage der Anflage bilden Autoverschiebungen beim Reichsverwertungsamt. Die Borgänge spielten sich in der Zeit vom Jahre 1919 bis aum Februar 1921 in Tempelhof bei der Baubil" ab, die die Aufgabe hatte, das aus Heeresbeständen bestehende Reichsgut von Auto mobilen und Motorrädern zu verwerten. Die Automobile, die dort zusammenfamen, wurden teils öffentlich versteigert, teils frei händig verkauft. Die letzte Bersteigerung das ist wichtig für das ist wichtig für diesen Fall fand am 19. Januar 1920 ftatt. Bon da ab hörte der öffentliche Berkauf auf. Die von Staatsanwaltschaftsrat Müller vertretene Anflage nimmt an, daß eine Reihe von Automobilhänd Tern fich mit Kriegsbeschädigten in Verbindung gesetzt haben und es wird ihnen zur Last gelegt, daß sie Kriegsbeschädigte als Strohmänner vorgeschoben haben. Diese Strohmänner wurden mit Procifionen abgefunden, die Automobile wurden von den Händlern in Besitz genommen. Weiter nimmt die Anklage an, daß sich die HändIer mit Angestellten der Baubil" in Verbindung gesezt haben, da mit fie die Schiebungen durchgehen ließen. Die Anflage unterscheidet drei Gruppen von Angeklagten: Einmal das faufmännische Bericnal, dann den Betriebsrat und drittens den Schäßer. Die Angeklagten bestritten, sich überhaupt strafbar gemacht zu haben. Der ganze Bormittag wurde mit der Bernehmung der Hauptange flagten über den Geschäftsbetrieb bei der Baubil" ausgefüllt. Zunächst wird der Angeklagte Heinze vernommen, der auf Befragen des Borsitzenden zugibt, für Vermittlungsaktionen von Automobilverkäufen durch Schwertriegsbeschädigte die Summe Don 25 000 Mart erhalten zu haben. Der dann vernommene Angeklagte Fitte gab zu, daß sich unter den Angestellten ein Konsortium, zum Verkauf von Automobilen, gebildet hatte. " Jeder Angestellte hatte das Recht, ein Auto zu erwerben. Dabei sei es auch noch auf den friegsbeschädigten Charakter bes Räufers angefommen. Als der Verkauf an Kriegsbeschädigte überhand nahm, habe er den Leiter der Baubil", Israel, auf die Miß stände aufmerksam gemacht. Diefer aber habe erwidert:" Geschoben wird überall; in Tempelhof wird es noch am mildesten gemacht". Israel, Steib und Ministerialdirektor Kauß, der bekanntlich in die Barmat- Affäre verwickelt ist, hätten genau wissen müssen, daß in der B.- 3. Kriegsbeschädigte mit Führerschein gesucht wurden, sie haben aber daran teinen Anstoß genommen. Der Betriebsrat hat einen großen Terror ausgeübt. Die Angestellten mußten Kommunisten sein und eine Zeitungsquithung vorlegen, daß fie feine bürgerliche Zeitung lesen. Im übrigen habe man viel ge= munfelt über Schiebungen der oberen Instanzen und es habe geheißen:„ Die oben schieben und die unten guden durch die Ofenröhre". Die Angeklagte Frau Barz war Sekretärin bei der Abteilungsleitung und hat zuerst Fühlung genommen mit George, der früher Schäßer war und sich später als Automobil händler selbständig machte. Bei Gelegenheit fei ihr nahegelegt morden, Kriegsbeschädigte zuzuführen. Sie habe auch teils felbit in größerem Umfange teils mit Hilfe von Bekannten diese Ber mittlungsgeschäfte durchgeführt und Provisionen erhalten. An dem Konfortium waren Heinze, Fitte, Blaurod, die Betriebsräte Mechow und Sauer beteiligt. Der Verdienst wurde geteilt. Der Angeklagte George behauptet, daß ihn eines Tages die verstorbene Stenotypistin Klehn besucht und ihn gefragt habe, ob er Interesse für Wagen habe. Ihr Schwager fei Kriegsbeschädigter und könne einen Wagen abgeben. Auf Empfehlung der Sekretärin habe er später 4-5 Wagen von Kriegsbeschädigten gekauft. Dem Angeklagten Troschte finb, mie Wiedhom zugegeben hat, eine Anzahl Wagen zugeführt worden. Personenwagen und nicht bloß imaner Lastkraftwagen haben möchte. Fräulein Klehn habe ihm diefen Wagen und auch einen Opel- Wagen zugeführt. Es sei nicht richtig, daß er an Heinze 22 000 Mart gezahlt habe, wie die Anflage behauptet. Hier habe es sich um den Kaufpreis für den Mercedes- Wagen gehandelt. Allerdings habe er Heinze einige taufend Mart nebenher für die Zuwendung des Geschäftes gegeben. Die Verhandlung wird heute fortgesetzt. Die Diebstähle auf dem Städten Schlachthof. Ungenügende Bewachung der Kühlräume. Wie bereits gemeldet, sind auf dem Städtischen Schlachthof 10 Personen festgenommen worden, die seit längerer Zeit Fleischdiebstähle ausgeführt haben und die an Hehler und Gastwirte das Fleisch ablieferten. Von zuständiger Seite erfährt nun die BS.- Korrespondenz, daß der Verwaltung des Stabtischen Schlachthofes die Diebereien feit langer Zeit betannt find, ohne daß man ein wirffames Mittel gefunden hätte, die Raubzüge zu verhindern. Der Diebstahl erfolgt fast immer aus den Kühlräumen, wo an den Verkaufstagen morgens 8000 bis Ladenschlächter in den Verkaufsständen ihre Ware feilzuhalten und es 10 000 Schweine hängen. In den Morgenstunden pflegen etwa 1100 entwickelt sich in dieser Zeit ein so starker Berkehr zwischen dem Kühlhaus und den Verkaufshallen, daß eine Kontrolle fast unmöglich er. scheint. Eine Bande entlaffener Gesellen hatte sich zusammengetan und stahl aus den Gefrierhäusern durchschnittlich 1 bis 2 Schweine, in einer Woche sogar 10 Schweine. Die Diebe fonnten mit ihrer Beute fast stets ungehindert entkommen, da die Aufsichtsbeamten bei dem ständig wechselnden Personal der Fleischer niemals mit Sicherheit sagen konnten, ob die Leute, die das Fleisch hinaustrugen, dazu berechtigt waren oder nicht. Es ist anzunehmen, daß in den nächsten Tagen noch weitere Berhaftungen erfolgen werden. . fann... Eine dreifte Anrempelung und eine richtige Antwort. In einem mit Schlechter Geschäftsgang höhere Löhne überchriebenen Artikel hat sich die Berliner Gastwirtszeitung" folgende Anrempelung geleistet: Die Gewerkschaften müssen mit ihrer Machtpolitik wieder einmal die Männer der glorreichen Republit deden und dem Bolte vortäuschen, daß man durch zielbewußte Organisation und rüdfichtslose Interessenvertretung aus einem von Monat zu Monat zurüdgehenden Gewerbe höhere Löhne herausholen tann. Die Ge täuschten werden, wenn es zu spät ist, erkennen, daß eine derartige Berzweiflungspolitik den völligen Zusammenbruch nur beschleunigen Die Redaktion der Zeitung hat aber die Rechnung ohne den- republikanischen Wirt gemacht, denn von einem solchen muß sie nun folgenden offenen Brief einstecken, der an erfreulicher und er frischender Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt: Sie gehen lich, was die Republit mit Lohnforderungen der von einem falschen Standpunkte aus, denn es ist mir nicht verständGastwirtsgehilfen zu tun hat. Darüber hinaus stoßen Sie die Mitglieder, welche auf dem Boden der Republik stehen, derartig vor den Kopf, daß man sich ernstlich mit der Frage beschäftigen muß, ob man einer Organisation, falls es der offizielle Standpunkt derselben ist, welcher in Ihren Zeilen zum Ausdruck fommt, noch weiter angehören tann. Ganz abgesehen davon, stehe ich auf dem Standpunkt, daß unser Gewerbe im Moment nicht in der Bage ist, höhere Löhne im allgemeinen zu tragen, aber durch Beschimpfen der Republik werden die Gehilfen sich sicher nicht davon überschreiben„ glorreiche Republik", so ist es eine Berhöhnung unferer zeugen lassen, daß unser Gewerbe am Boden liegt. Wenn Sie ichigen Staatsform. Rücksichtslose Interessenvertretung"! Dazu möchte ich sagen, daß Sie vergessen, daß ein großer Teil unserer verheirateten Gehilfen nur schwerlich ihr Dasein mit ihrem Eintommen fristen tann. Es ist daher selbstverständlich, daß die Gewerkschaften und mit ihnen die arbeitende Bevölkerung es war, welche den Ruhrkampf für unser deutsches Baterland geführt und die größten Opfer gebracht haben. die größten Opfer gebracht haben. Ich glaube sicher, daß der überwiegende Teil der Mitglieder mit diesen Angriffen auf Republit und Gewerkschaften sich nicht einverstanden erklären wird. vorzüglicher Hochachtung gez. M. Sch." Mit Festnahme zweier Beerdigungseinbrecher". Bon der Neuköllner Kriminalpolizei wurden zwei Beerdigunge einbrecher unschädlich gemacht. Eine ganze Reihe von Familien wurden in der legten Zeit in den südöstlichen Bororten, besonders in Neukölln, schwer bestohlen, während fie fich zur Bestattung eines Angehörigen auf dem Friedhofe be fanden. Einbrecher merkten sich aus den Todesanzeigen die Zeiten der Beerdigung, brachen dann rasch in die ohne Aufsicht gelassene Wohnung ein und stablen, was sie an Wertiachen, KleidungsNeuköllner Kriminalpolizei vor einigen Tagen, stüden usw. fanden. Nach langen Beobachtungen gelang es der einen dieser Spezialisten, einen gewiffen Mingel, au faffen. Sein Helfershelfer entfam. Gestern wurde auch er, ein gewisser Erich Trints, der wegen mehrerer Straftaten bereits gesucht wird, in seiner Wohnung in der Richardstraße ermittelt und festgenommen. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 19. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 6.40-7.20 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungs4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). kurse). 6.40 Uhr abends: Technik. Dr. H. Rock: Wo und wie Wo und wie man Eisen findet", 7 Uhr abends: Handel. Geheimer und Oberregierungsrat Neuberg: Gewerblicher Rechtsschutz und Verwertung gewerblicher Schutzrechte". 4. Vortrag. Das Gebrauchsmuster 7.30 Uhr abends: Vortrag Dr. Hermann Pachnicke ( M. d. R.): Die Arbeit an der Seele unseres Volkes". 8 Uhr abends: Vortrag Dr. Richard H. Stein: Anekdoten aus Musikerkreisen". 8.30 Uhr abends: XVI. Sonderveranstaltung der Funkstunde A.-G. 1. a) Aus dem„ Orchideengarten, W. Diemann, Gesang des malaiischen Fischers, Javanisches Tanzlied, b). Vogelpredigt( erste Franziskus- Legende) Fr. Liszt( Coleste ChopGroenevelt, Klavier). 2. a) Morir vogl' io, Emanuele S'Astorga, b) Sento che un sen mi batte il cor, Guiseppe Giordani, c) Piangete aure flangete, Giacomo Carissimi, d) Ombra mai fu, Arie aus der Oper Serse, G. F. Händel( Lavinia Mugnaini aus Rom, Alt). 3. a) Una Furtiva aus der Oper Elixire d'amore", Donizetti, b) Serenade aus der Oper Der Barbier von Sevilla Rossini, c) Barcerola aus der Oper Maskenball", Verdi( Peter Raitscheff, Tenor). 4. a) Märchen aus der Klavier suite G- Moll. J. Ra, b) Marsch aus der Klaviersuite, D- Moll, J. Ra( Celeste Chop- Groenevelt). 5. a) Condolta Ell' era in Ceppi, aus der Oper Der Troubadour", Verdi, b) L'assinolo( Die Eule) Riccardo Zandonai, c) Nebbie, Ottorino Respighi. d) Re dell' abisso affrottati, aus der Oper Maskenball", Verdi( Lavinia Mugnaini). 6. a) Wie sich die Bilder gleichen, aus der Oper Tosca. Puccini, b) Und es blitzten die Er will aber nicht gewußt haben, daß es sich um Striegsbeschädigte Sterne, aus der Oper-Tosca", Puccini, of Freundlich blickich: handelte. Zmei Wagen hat er durch Bermittlung von Fräulein aus Oper Rigoletto. Verdi( Peter Raitscheff). Am Flügel: Dr. R. E Lapini. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Klehn erworben. Auf Grund feines Exportvertrages fonnte er Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, 50 Wagen abrufen. Eines Tages habe er einen Mercedes- Theaterdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. Marson Die Geschichte einer Kindesausfehung. Berschärfung der Strafe auf Antrag des Staatsanwalts. Begen Rindesaussetzung und Betruges in 18 Fällen war die unperchelichte Räthe M. vom Schöffengericht zu zwei Jahren per urteilt worden. Gegen das Urteil hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt, ba ihm das Strafmaß zu niedrig erschien und er beantragte vor der Straffammer bes Landgerichts III gegen die Angeflagte 3% Jahre Zuchthaus. Räthe M. hatte eine gute Schule genossen und war Privats fefretärin bei verschiedenen Rechtsanwälten. Später ist sie dann jedoch gestrauchelt und hat mehrfach die Bekanntschaft mit dem Ge fängnis gemacht. Wieder in Freiheit, beging fie neue Schwindeleien in Gemeinschaft mit einem ruffischen Offizier n. Braecht, der. fie, nach ihrer Behauptung, ausgenutzt haben soll. Als angebliche Frau eines deutschen Hauptmanns v. Braecht verübte fie Kredit- und Warens schwindelei. Ihre Beziehungen zu dem Russen blieben nicht ohne Folgen, und als die Niederkunft bevorstand, begab fie fich in die Entbindungsanstalt Westend, wo sie sich unter dem Namen Bogt einschreiben ließ. Fünf Tage nach der Geburt ihres Kindes verließ fie an einem rauhen Märztage heimlich das Krankenhaus. Den Säugling hatte sie in ein Papier gepact und legte ihn schließlich in einem Hause auf den Flur hinter der Tür nieder. Durch das Wimmern des hilflosen Kindes wurde eine Hausbewohnerin auf das lebende Pafet aufmerksam. Diesem Umstande war es zu danken, daß das Kind, das noch heute lebt, gerettet werden konnte. Es gelang aber auch, die Mutter zu entdecken. Man fand bei der näheren Untersuchung auf dem Nabel des Kindes ein Hefipflaster mit dem Namen Vogt, der der Krankenhausverwaltung beim Baden zum Schutz gegen Berwechslung dient Obwohl die Angeklagte vor der Palizei zugegeben hatte, daß sie die Mutter des ausgesetzten Kindes fei, bestritt sie das vor Gericht mit aller Entschiedenheit. Sie wollte nur die Betrügereien zugestehen. Durch einen Vergleich der Unterschrift der angeblichen Bogt bei der Aufnahme im Krantens hausbuch gelang es dem Gericht jedoch, einwandfrei die Angeklagte zu überführen. Bon einer Zuchthausstrafe nahm das Gericht nochmals Abstand, verurteilte jedoch Käthe M. wegen Urfundenfaischung, Betrug und Kindesausfehung zu drei Jahren sechs Monaten Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust, erhöhte also nach dem Antrag des Staatsanwalts die Strafe um nicht weniger als 18 Mo. nate. Ob man das Mädchen dadurch bessert? Auch eine Trauerfahne! Die Deutsche Allgemeine Seitung der Firma Stinnes. macht sich in der gestrigen Abendnummer den plumpen Spaß, uns bewußter Irreführung zu zeihen, weil wir mitgeteilt hatten, daß auf dem Gebäude der„ DA3 am Tage der Bestattung der Dorimunder Grubenopfer teine Trauerfahnen gehißt waren. Wir stellen folgendes feft: Auf dem Hause in der Wilhelmstraße, über dessen Einfahrt groß und deutlich zu lesen steht: Deutscher Reichsanzeiger und Breußischer Staatsanzeiger", mast, das man zur Not als Fahne bezeichnen fann. Es wäre auch wchte allerdings ein farges schwarzweißrotes Fähnchen auf Halbnoch schöner, wenn auf einem Hause, in dem die beiden amtlichen Berkündungsblätter für Staat und Reich hergestellt werden, nicht auch eine Trauerfahne gehißt würde. Hingegen auf dem daneben gelegenen Hauptgebäude der Zeitung, in dem sich die Redaktionen befinden, und auf deffen Dach zwei Fahnenstangen stehen, war feine Trauerfahne zu sehen. Wenn wir also sagten, das feine Trauerfahne, so muß es damit sein Bewenden haben, denn der Gebäude des Stinnes- Blattes, Deutsche Allgemeine Zeitung", hatte Kundigen fiel der feine Unterschied sehr wohl auf. Das edle Blatt verschweigt auch unfere meitere Feststellung, daß auch das Esplanade Hotel, das gleichfalls der Firma Stinnes gehört, feine Trauerfahne hatte Die Pistole. Das Schicksalsreiche Theaterchen am Kurfürstendamm. Die Rampe hat einen neuen Namen, bekommen; Bistole" nennt es fich bescheidenerweise. Die Pistole will eine Kabarett der Gesinnung, ein republikanisches Kabarett sein, weshalb es Stammgäfte der Wilhelma" warnt. Ob sich diese von Emmy von Emmerings ergreifenden Chansons nicht doch zur Bernunft belehren lassen würben? Erich Weinerts politische Satiren würden freilich bittere Billen für sie fein. Brachtwoll ist sein Roter Feuerwehrmann, ein Manifest aus heißem Herzen. Auch sonst wird ernste Kunst geBeseeltheit in jugendlicher Schöne. Die leichte Muse regiert natür. boten. Anita Berber und Henri tanzen voll Hingabe und lich, und aus dem allabendlichen Kaleidoſtop von Esprit und Erotik Schauspielerfarifaturen, der brollige Rigger des Bauchredners tauchen in amüsantem Bunt der groteste Karl Gerdo mit glänzenden Karl Heinz Emers und der schöne, noch schöner fingende Karl Christoph auf. Der gemütliche Beter Suchte unb die derbe Resi Langer machen in" Conference, und es fält wahrhaftig schwer, festzustellen, mer von den beiden mehr getsta reichelt oder besser wigelt. Erich Einegg hat für famose Melo. dien trefflich gesorgt, jo daß man aus der glänzenden Stimmung gar nicht heraustommen fann. Möge dieser Pistole das rote Buíver nie ausgehen! Die freie Schuldgemeinde Charloffenburg veranstaltet am 19. Februar eine große öffentliche Rundgebung in der Aula der Königin- Luife- Schule( Dantelmann- Straße 26), abends 7% Uhr. Unfer Genoffe Dr. Kamerau, der seit Jahren in dem Charlotten burger Bezirt den Kampf gegen die Berelendung und Zerrütting des Schulmesens führt, gegen die Aushöhlung der Grundschule durch die Privatschulen, gegen die Konfessionalisierung, gegen die Ab schachtelung und die Kirchturmspolitit, deren einziger Inhalt iſt: Steigerung der Bejuchszahl bei jeder einzelnen Schule ohne Rüdsicht auf die andere unser Genosse Kawerau wird eingehend über Charlottenburger Schul- und Erziehungsfragen sprechen. Eine besonders michtige Rolle wird das Schicksal der sogenannten A- Klaffen spielen, um deretwillen eine große Erregung in der Charlottenburger Bevölkerung herrscht. Konfessionelle Kreise haben sich dieses Themas bemächtigt, um sich als Hüter eines chrift lichen Ständestaates empfehlend in Erinnerung zu bringen, auch rühren sich gewisse Interessenten in Gehalts- und Litelfragen auf feiten der Lehrerschaft in merkwürdiger Weise hinter den Kulissen. Hier gilt es, scharf abzurechnen und neue Wege zu zeigen. Das Ganze ist gleichzeitig ein Auftakt für die kommenden Kommunal wahlen. Magdeburg- Fahrer des Reichsbanners Schwarz- Rof- Gold! Abfahrt bes Sonderzuges am Sonnabend, den 21. Februar: ab Berlin Potsdamer Bahnhof nachmittage 546, ab Potsdam 618 Uhr. Abfahrt des Sonderzuges am Sonntag, den 22. Februar: ab Berlin Botsdamer Bahnhof früh 654, ab Potsdam 78 Uhr. Die Rüdfahrt erfolgt ab Magdeburg: am Sonntag, den 22. Februar abends& Uhr, der zweite Zug 10 Minuten später. Henko Henkel's Watch- und Bleich Soda Henke Heatels Wath und Bleich da spart Seife und Seifenpulver! Mitverwendung von Henko bei der Wafche verbilligt das Walchen. Vorzügliches Einweichmiffel Hubt aufrewshrey Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, den 22. Februar, vermittags 10 1hr, im Saalbau Friedrichshain: Gründungsfeier des Reichs hanners Schwarz Rot Golb. Preis det Starte 1 Gm. Starten sind im Bureau..des. Bezirksbildungsausschusses und im Zigarrenschäft Horsch, Engelufer 24/25, zu haben. Das religiöse Leben in Amerita. Genosse Barrer Bleier spricht Freitag, ben 20. februar, abends 1,8 11or, in der Aula der Gemeindeschule, Charlottenburg, Drantenitraße( nahe Luisenplay), zu dem oben genannten hema. Der Bortrag, der das vorige Mal des Kirgenwahltampfes, wegen ausfallen mußte, findet biesinal bestimmt statt. für Die Ordrer der Proletarischen Feierstunden werden gebeten, f die Jugendweiben am Sonntag, ben 8., 22. und 29. März frei zu halten zum Ordnerdienst Abermals Bergmannstod! Drei Bergleute auf Thyssen- Grube tödlich verunglüdt Auf der zum Iholien Konzern gehörigen 3eche Wes hofen hat fich am Dienstag abend ein folgenschweres Bergunglüc ereignet. Als die beiden 20 Jahre alten ledigen Bergleute Josef Blingner und Wilhelm Hoppe nach Vornahme einer Sprengung durch den Schießmeister wieder auf ihren Arbeitsposten zurückkehren mollten, gerieten fie in giftige Nachschwaden und wurden betäubt. Bier weitere Bergleute, die den Kameraden zu Hilfe eilen wollten, fielen ebenfalls den Rauchgasen zum Opfer. Darauf schidie man die, Rettungsmannschaft aus, die sofort bei den 6 Bergleuten Wiederbelebungsversuche anstellten, die jedoch bei Blinzner und Happe erfolglos blieben, während die vier anderen Berglente mit dem Leben davontamen. Auf der gleichfalls zum Thyssen- Konzern gehörigen Zeche Lohberg" bei Dinslaken wurden 2 Bergleute von einem herunterfallenden Stück Sperrholz fo unglücklich getroffen, daß einer von ihnen sofort tot mar, während dem anderen beide Beine abgenommen werden mußten. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Linbenftrage 3. für Groß- Berlin ffets an bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Tres. rechts, zu richten Bichtige Sigung aller Mitglieder ber Zeitungstemmiffionen am Freitag, den 20. Februar, ebenbs 7 Uhr, im Jugendheim Zinbenstr. 2. 3., 19. nnb 20. Kreis. Morgen, Freitag, den 20. Februar, abends pünktlich 7 Ubr, beginnt die Arbeitsgemeinschaft des Genoffen Breuer Geschichte der Arbeiterinternationale" in der Fortbildungsschule Grünthaler Str. 5, Alaienzimmer Sof linis. Es wirb, um recht rege Beteiligung gebeten. 6. Breis Azenaberg. Freitag, den 20. februar, 7 Uhr, ermeiterte Botstandstigung bei Biehler, Dieffenbachstraße. Wichtige Tagesordnung. 18. Kreis Weißenice. Die Arbeitsgemeinschaft ber Genoffin Bohm- Schuch Finbet jekt wieder Freitags im Realgymnafium Boeldpromenade statt. Erster Abend morgen, Freitag, ben 20. Februar, abends 7 Uhr. 20. Areis Reinidendorf. Freitag, den 20. Februar, 7½ Uhr, Rzelsmitgliedernerfammlung im Lofal Schula, Bittenau, Lübarsstraße. Thema:„ Die polttische Lage im Reich und in Breuken". Referent Genoffe Lempert. Rinderfreunde: Seute, Donnerstag. 8 Uhr, im Realgymnaftum Berner Straße, Rufammenfunft. Bortrag: Eelbftätige Rindererziehung im Elternhaus". Gäste willkommen. Heute, Donnerstag, den 19. Februar: Jangiozialisten. Gruppe Neukölln: 8 Uhr im Jugendheim Rogatstr. 11, Arbeits gemeinfdaft Gruppe Treptom: 7 Uhr im Sugenbheim Elfenfte. 8, Rortragsabend. Gruppe Friedrichshain: 7% Uhyr im Jugendheim Tilfiter Straße 4, Bortrag des Genossen Benedikt: Obermayr: Deutidland und Frankreich". Gruppe Riedersdöreweide: Die Genossen, die an der Sportabteilung teilnehmen; treffen sich um 7 Uhr im Seim. Um 8 Uhr Dis Zurifionsabend. Gleichzeitig mind nochmals auf den Beschluß der Mitgliederversammlung hingewiesen. Morgen, Freitag, den 20. Februar: 29. st. Die Sigung der Bezirksführer findet nicht Mittwoch, fondern Freitag 8 Uhr bei B. Bure, Brenzlauer Allee 189, ftatt, 36. Abt. 1. Gruppe( Göben): 7 Uhr Ertoazahlabend bel Buſch, Tufter Straße 27. Bortrag: Die Entwidlung der Vorwärtsbruderei 75. Abt. Wannsee, 8 Uhr Mitgliederversammlung im Reichsables, Röntg ftrake 26. Referent Genoffe Künstler, M. d. R. 97. Abt. Rentön. Uhr Funktionärigung bei Rohr, Siegfriedftr. 28-29. 110. Abt. Grünan. Freitag und Sonnabend gelangt der Film Schmiede um 8 Uhr zur Aufführung. Genoffen aus Bohnsdorf und Faltenberg find eingeladen. Jungsozialisten. Lebigenbeim Schönstedfftraße, Bortrag des Genossen Lamm: Sungfaglafiftife Organisation". Erfcheinen aller Genofen ist Bflicht. Gruppe Schöneberg: Bünktlich 7½ Uhr, Feurigitt. 7, Arbeitsgemeinschaft. Frauenveranstaltungen am Freitag, den 20. Februar: 7. Kreis Charlottenburg. 7 Uhr im Würzburger Sof. Spreefte. 9, em Bilhelmsplas, Kreisfrauenabend. Thema: Die Kulturidee im Sozialis mus". Referentin Genoffin Tobenhagen. Eingeführte Gäste wiltommen. 31. und 52. Charlottenburg. Beteiligung am Kreisfrauenabend. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 17. Rreis Lichtenberg. Genoffe Oskar Gander, Lichtenberg, Rieger Ben 13, ist am 13. d. M. geftorben. Einäicherung Freitag, den 20. November, vormittags 11 Uhr, im Reematorium Baumschulenweg. Jugendveranstaltungen. Heute, Donnerstag, den 19. Februar, abends 7% Uhr: Gefundbrunnen: Ghule Gothenburger Str. 2, Borttag: Die französische Revolution" Friebenen: Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Diskussion: Unfere Jugendpflege", Rofenibal: Schie Raftanienallee, Bortrag: Fremdenlegion". Berbebezirk Neukölln: Seute, Donnerstag, den 19. februar, 18 Uhr, im Seim Canner Straße, erfte Probe zu Spielmanns Schuld. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Berein der Freibenter für Feuerbestattung, 20. Bezirk( Reinidenborf- Oft). Am Donnerstag, den 19. Februar, abends 7 Uhr, öffentliche Bersammlung im Lofal Sur lesten Minute". Brovinaitr, 80, am Bahnhof Schönhola. Refe rent Genoffe Adolf Soffmann. Thema: Bie schist fich der Freidenfer vor der Sälle?" Zahlreiches Crfmeinen erwartet Die Bezirtsleitung. Arbeiter- Nabio- Klub, Bezirk Schöneberg. Rufauimentunft aller merttätigen Rabiofreunde und Mitglieder am 19. februar, 7 Uhr, bei Rosenthal, Schöne berg, Ebersfre. 66. Gäfte wilkommen. Landsmannidaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin( Gegr. 25. März 1892). Donnerstag, den 19. februar, abends 8 Uhr, im Restaurant Jacob Effer, Röperider Str. 70a, außerordentliche Generalversammlung. Aufnahme. Abrechnung von der Masterade. Bannerweihe ant 21. März 1925, Anträge. Aus der Seimat. Landslente, Herren und Damen, find willkommen. Gemeinnügiger Freibabverein Groß- Berlin. Bintervergnügen am 22. Fe bruar im Saalbau Friedrichshain unter Mitwirkung des Turnvereins fichte". Bollstraft- Bund, e. B. Montag, den 23. februar, abends 8 Uhr, beginnt in der Aula Georgenstr. 30( nahe Bahnhof Friedrichstraße) eine neue Vortragszeihe:„ Bege zum Wiffen" von Profeffor Dr. Peter A. Silbermann. Der Rurfus, der vier Doppelstunden, umfaßt, erstredt sich über alle Gebiete her Bildung, wie Bhilofophie, Bolkswirtschaft, Geschichte, Literatur usw. Die Vorträge finden regelmäßig Montag abends fiatt. Wetter für Berlin und Umgegend. Bechtelnde Sewölkung mit einzelnen Teichten Regenfällen und schwachen Luftbewegungen, in den Mittagsstunden Für Deutschland. Veränderliches Wetter, besonders im ziemlich mild. Morden vielfag Regenschauer. Die Alkoholfrage vor dem Reichstag. Das Schankstättengesch abgelehnt. 20 min. und teilte mit, daß für den Abg. Höfle der Abg. Sute( 3.) Bräsident Cobe eröffnete die geftrige Reichstagsfißung um 2 Uhr für den Wahlkreis 12( Thüringen) neu in den Reichstag eingetreten ist. In dritter Beratung angenommen wird der Gesetzenwurf über die Todeserklärung Rriegsverigollener. Als Beit punft des Infrafttretens des Gefeßes wird der 1. März d. I. beftimmt. AM Es folgt die Beratung des Antrags Müller Franten ( Soz.) auf Borlegung des Entwurfs eines Schantstätten. gefeges. Abg. Sollmana( Soz.) berichtet über die Verhandlungen im Bevölkerungsausschuß. Der Antrag war dort sehr umstritten, auch innerhalb der Parteien waren die Meinungen geteilt. Im wesentlichen stehen sich zwei Ansichten gegenüber, die übereinstimmen mit der Stellungnahme zur Alkoholfrage überhaupt. Auf der einen Seite wurde befürchtet, daß die Freiheit des Gastwirtsgewerbes beschränkt werden fönnte, die Alfoholgefahr fönne nur durch Erziehung bekämpft werden. Die andere Seite wies auf den steigenden Altohaltonsum bin, dem gegenüber eine gesteigerte Attivität notwendig fel. Es iei tein Schlag gegen das Gastwirts gewerbe beabsichtigt, nur die minderwertigen Elemente sollen daraus entfernt werden. Redner habe darauf hingewiesen, daß der Gastwirt oft mehr Einfluß habe als der Geistliche oder der Lehrer. Erziehung und Gefeh, fo wurde weiter ausgeführt, müßten zusammenarbeiten, um den Altoholismus einzudämmen. Bon mehreren. Ausschußmitgliedern sei die mangelnde Initiative der Regierung getadelt worden. Ein Abg. Strauß( W. Vg.) erklärte sich gegen die Borlage Inzwischen ist ein deutsch nationaler Antrag eingegangen, der für den Fall der Ablehnung des Ausschußungs fchleunigft einen Gefeßentwurf zum Schuße der Jugend gegen die Gefahr des Altoholismus und zur Berbefferung des Schanttonzessionswesens unter Ablehnung der Trodenlegung Deutschlands fordert. Abg. Dr. Strathmann( Dnat.) erklärt, der Antrag biene nur tem 3med, endlich Ordnung in das Gastwirtsgewerbe zu bringen. Abg. Bides( DBp.) lehnt den sozialdemokratischen Antrag ab. Nach weiteren Ausführungen des Abg. Stoeder( Romm). und Abg. Nolte( WBg.) weist Abg. Dr. Moses( Soz.) darauf hin, daß die ganze Frage vom voltsgesundheitlichen Standpunft zu betrachten fei. Es handelt sich nicht allein um die Bekämp. fung eines Lafters, sondern um die Beseitigung von Zuständen, die dem gesundheitlichen Aufbau unseres Volkes entgegenwirten. Wir wollen nicht das Gastwirtsgewerbe vernichten, sondern dessen ehrbare Elemente von den Personen befreien, die die Grundlage unserer Aufbauarbeit zu zerstören drohen. Der Redner erinnert an ein Schreiben des früheren Reichstanzlers Cuno an die Landesregierungen, in der es als eine Herausforderung aller Notleidenden wie aller anständigen Kreise bezeichnet wird, daß noch Schlemmerei und Altoholmißbrauch getrieben wird und fährt fort: Von den großen Volkskrankheiten, die so unend lichen Schaden anrichten, müßte der Altoholismus an erster Stelle genannt werden. Wir verlangen nicht die Trodenlegung Deutschlands, sondern befämpfen bie tataftrophalen Folgen des Alkoholismus bei einem Bolte, das einen zehnjährigen Leidensweg hinter sich hat und bei dem auch der Genuß geringer Mengen von Altohot eine viel schlimmere Birtung als früher hervorrufen muß. nicht näher eingegangen werden. Aber ein Beispiel sei heute ange. In diesem Augenblid lann auf die Wirkungen des Mtoholismus führt. In der städtischen hell und Pflegeanstalt in Dresden wurden im Jahre 1908 279 Trinter behandelt, im Jahre 1912 waren es 326, im Jahre 1917 ist die Bahl auf 16 herunter gegangen. Im Jahre 1923 ist aber die Zahl der Trinker wieder auf 260 gestiegen.( Hört! hört!) An diesen Zahlen tann man doch nicht einfach vorübergehen! In diesem Zusammenhange fann nur darauf hingewiesen werden, welche Schäden der Alkoholismus in bezug auf die Säuglings und Kindersterblichkeit aus. übt, wie die Wirkungen in bezug auf die Geschlechtstranfheiten sind. Nur wer das nackteste Berufsinteresse, vertritt, fann die Bedeutung dieser Fragen leugnen. Wir brauchen den Wiederaufbau der Wirtschaft und der Boltsgesundheit. Unsere Boltsgesundheit liegt so tief am Boden, daß endlich vom Reichstag mehr dafür getan werden muß. Aus diesem Grunde haben wir den Antrag eingebracht, ftimmen Sie für ihn, das ist wahrhaft nationale Arbeit.( Lebhafter Bei fall bei den Sozialdemokraten.) $ Auch Frau Abg. Weber( 3.) nennt das Schankstättengesetz eine nationale Tat. Abg. Sparrer( Dem.) erklärt, feine Fraktionsmehrheit sei gegen ein Schantstättengefeß.. Abg. Schirmer( Bayer. Bp.) erklärt, daß in Bayern bas Bier ein Nahrungsmittel sei. Bayern werde sich bas Bier nicht nehmen lassen.( Große Heiterkeit.) Abg. Frau Schröder( Soz.): Der Optionsvertrag mit Litauen wird angenommen. Darauf wird die Haushaltsberatung im Reichsverkehrs= minifterium fortgefezt. Abg. Wieland( Dem.) fordert die Förderung des Baues non Kleinbahnen und bedauert die unerträgliche Höhe der Gütertarife. Ein technisches Ministerium sei für Deutschland eine Staatsnotwendigkeit erstens zur Lösung der wichtigen technischen Aufgaben im Wasserstraßen, Kraftfahr und Flugwesen, zweitens zur Ge winnung bester technischer Kräfte. Abg. Nollath( Birisch. Bgg.) erhebt Einspruch gegen die hohen Berkehrsgebühren. Die Reichsbahn dürfe fein Monopol erhalten. Sie fet nicht berechtigt, an Kraftfahrunternehmungen oder Spe ditionsgeschäften sich zu beteiligen. Abg. Dauer( Bayer. Vp.) protestiert gegen die Beeinträchtigung der bayerischen Rechte durch die Reichsbahn. Abg. Feder( Nat.- Soz.) bedauert, daß bei den Wasserstraßen die Hoheitsrechte der Länder nicht beachtet worden sind. Abg. Ged( Soz.) weist auf die Gefahren hin, die den Binnenwafferstaßen infolge der Staffeltarife der Reichsbahn und der See häfendusnahmetarife drohen. Abg. Dr. Cremer( D. Bp.) erklärt, es sei eine felbstverständliche Folge der Privatisierung der Reichsbahn, daß man ihren General direktor nicht vor den Reichstag zitieren fönne. Im Berwaltungsrat seien die meisten Mitglieder Deutsche. Den Männern aus ben anderen Staaten müßte man mit Vertrauen entgegen. tommen. Abg. Schuldt( Dem.) meist die Vorwürfe gegen den General direktor Deser als lächerlich und unbegründet zurüd. Abg. Schmidt- Stettin( Dntl.) stellt gegenüber dem Borrebner feft, daß tatsächlich von der Reichsbahn zugesagt worden sei, daß die Personalordnung dem Reichstage vorgelegt werden solle. Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Meyer Hannover ( Wirtsch. Bgg.), Seibert( D. Bp.), Schröder( Nat.- Soz.) und Kirschmann( Soz.), der die Behandlung jener Eisenbahner fritifierte, die im Ruhrtampfe mehr als ihre Pflicht getan hätten, weift Reichsverkehrsminister Krohne darauf hin, daß er sein Amt erst seiz furzer Zeit führe und daher nicht für alle die vielen vorgebrachten Fragen zuständig set. Die Frage der Werkstättenschließung merde nachgeprüft. Die Reichsbahn habe nicht die Absicht, ein Spedi tionsmonopol zu schaffen. Wegen der Tarifwünsche werden Berhandlungen mit der Reichsbahn geführt werden. Alle wesentlichen Abstimmungen werden bis zur dritten Lesung zurückgestellt. Die Einzelberatung soll später stattfinden. Das Haus vertagt sich. Dortmunder Grubenunglüd, Anträge auf Einstellung des Donnerstag 11 Uhr Anträge und Interpellationen über das Strafverfahrens gegen tommunistische Abgeordnete. Schluß 11% Uhr. Am Freitag Ruhrdebatte! Der Heltestenrat des Reichstages bestimmte in seiner geftrigen Gigung den Arbeitsplan für Donnerstag und Freitag. heute foll die Interpellation wegen des Gruben unglüds von der Regierung beantwortet und dann besprochen werden. Daran wird sich noch die Erledigung der 3mmunitätsfrage' für die tommunistischen Abgg. Pfeiffer und Heckert anschließen. Am Freitag mirb über das österreichische Handelsabkommen und über die Dentschrift über die Ruhrkredite ver handelt werden. An beiben Tagen soll die Gizung schon um 11 Uhr vormittags beginnen, damit in noraussichtlich langen Sigungen dieser Plan durchgeführt werden kann. Am Sonnabend wird, die schon früher vorgesehene Bause in den Plenarsizungen eintreten, die sich auf die ganze nächste Woche erftreden wird.. Arbeitersport. Kreisklasse der Frauen! Die Kreisklasse der Frauen, die am Dienstag, den 10 Februar, durch ungültigen Beichluß von Nichtbundesmitgliedern geschlossen wurde, wird am Dienstag, den 24. Februar, 7 Ühr abende, in der bisherigen Halle in choneberg, Solonnenstr., wieder eröffnet. Alle bundestreuen Bereine, die dort ein bis zwei eifrige Turngenoifinnen binfenden wollen, müssen ein Bestäti Aufenthalt nicht gestattet! gungsschreiben miticiden. Zuschauern wird der Der Arbeiter.Turn- unb Sportbund, 1 Kreis( Broving Brandenburg). Rreisrat bes 1. Rreijes hält feine erfte Gigung am Sonntag, den 22. februar, Dormittags 9 Uhr, im Restaurant Bullisftt. 10( Bhf. Butligstraße) ab. Sum Areisrat gehören: 1. Borfizenber: Mar Reichert, Spandau, Rurstr. 2; 2. Borhender: F. Sommerfeld, Berlin, Uedermünder Str. 7: Schriftführer: Sidingenftr. 89; Obmann der Revisoren: E. Rann, Berlin, Biener Str. 23; Obmann der Techniker muß noch von ben gefamten Technikern gewählt werden. Gparten ber Turner, Fußballspieler, Leichtathleten, Schwimmer und Wafferfahrer je 1 Organisations und 1 technischen Bertreter; Surnspielmart: Mar Richter, Reinidendorf, Sommerftr. 14; Obmann des Spielmannszuges: R. Dehlschläger, Berlin, Hochstädter Str, 10; Obmann der Breffetommiſſion: Mar Edert, Berlin, Beuffelftr. 15; Bertreter der neuen Bezirke( ieber Besitz ein Bertreter; 1 Bertreter des Aartellverbandes mit beratender Stimme. Die erften fechs Funktionäre bilden den Geschäftsführenden Ausschuß". des Arets. Wir wollen nur den Gefeßentwurf wiederbekommen, der feiner. Seuse, Berlin- Lantwik, Heimstätten 6: Raffierer: Mar Schulz, Berlin MW.. zeit vom Reichswirtschaftsminister Dr. Beder, dem Mitglied der Boltspartei, eingebracht und ohne Debatte bem Bolks. wirtschaftlichen Ausschuß überwiesen wurde. Warum fämpft man allo jest so sehr gegen unseren Antrag? Die Bayern brauchent mirflich nicht zu fürchten, daß ihnen das Bier genommen wird. Die Frauen haben das meiste Intereffe am Kampf gegen den Alkoholismus. Diejenigen, die sich hier immer als Bortämpfer für die Familie gebärden, sollten bedenten, wie unzählige Fami Itendurch Trunkenheit des Ehegatten zerrüttet, wie viele Chefcheidungen dadurch veranlaßt werden. Unsere Jugend ist durch die Kriegsfolge charakterschwächer geworden und bedarf des Schutzes. An den geschlechtlichen Ansteckungen ist überhaupt bie Truntenheit schuld. Der trunkene Bater ist meist schuld, wenn das Kind frant ist. Gewiß ist die Befämpfung der Trunfsucht auch eine Aufgabe ber Erziehung, aber dazu dient auch das Schanfstättengefeß. Abg. Frau Cüders( Dem.) tritt namens der Minderheit ihrer Fraktion für die Bekämpfung des Altoholmißbrauchs ein. Deutschland habe 41mal soviel Getreide für die Alkoholherstellung verwendet, wie die Quater uns an Lebensmitteln gespendet haben. Der Antrag des Ausschusses, der für die Annahme des sozialdemokratischen Antrags eintritt, wird darauf in namentlicher Abstimmung mit 200 gegen 168 Stimmen bei 16 Enthaltungen abgelehnt. Der deutsch nationale Antrag zum Schuße der Jugend gegen die Gefahr des Alkoholismus und zur Verbesserung des Schanffonzessionswesens unter Ablehnung der Trodenlegung Deutschlands wird mit 309 gegen 53 Stimmen bet 6 Stimmenthaltungen angenommen. rates. Die Technifer milffen schnellstens aufemmentreten und ihren Obmann wählen. Die Sparten werden erfucht, umgehend ihre Bertreter für den Kretsrat dem Genoffen Mar Reichert, Spandau, aufzugeben. Da die neuen Bezirke vorläufig an den Kreisratskonferenzen teil. Desgleichen wird der Rarfellner noch nicht eingeteilt sind, nehmen die Bertreter der alten Bezirle 1 bis 5 band erfudit, einen Bertreter zu benennen. Ueber die Zusammenfegung des erweiterten Areisvates ergeht( päter Mitteilung. m. Reiche t.t. Achtung, Springer bee Rlaffe A und Wertungsrichter. Donnerstag, ben 19. Februar, abends 6% Uhr, Springerübungsstunde in Charlottenburg, Arumme Straße. 9 Touristenverein Die Naturfreunde", Rentrale Wien, Ortsgruppe Berlin. Ausgabe des Naturfreund", Seft 11/12, am Freitag, den 20. februar, von 6-8 Uhr, beim Genossen Hampe, Wörther Str. 9. Ausmeis der Abteilung ist mittaubringen. Arbeiter- Sportkartell, 9. Bezirk( Wilmersdorf). Montag, den 23. Februat, abends 8 Uhr, im Turnerheim der FTB., Technikerfizung. 18. Bezirk. Bezittskartellfikung am Sonnabend, den 21. februar, abends 148 Uhr, auf dem Turnplatz Fichte, Mariendorf. Die Bereine müssen unbe bingt vertreten fein, da wichtige Tagesordnung. Neuwahlen u. a. Es merden befonders die Arbeiter- Sportvereine Lichtenrades und Stern"-Martenfelde er fudyt, zu erscheinen, da sie fchon mehrere Gigungen verfäumt haben. Ein Abreffenverzeichnis fämtlicher Borstandsmitglieder, Kartellvertreter, Mitglieder anzahl und Bereinslokal müffen in der Gigung abgeliefert werden. Berausforderungs- Boxkämpfe bes G. C. Lurich 02". Freitag, den 20. fe bruar, Bor- Rampfabend in Schinkels eftfälen. Bridenstr. 2( Nähe Janno wikbrüde). Rehn Kämpfe in fämtlichen Riaffen vom Bapiergewicht bis Schwer. gewicht. Beginn der Rämpfe abends 8 Uhr. Billetts bei fämtlichen Bereins Kollegen, burch die plakatierten Borverkaufsstellen und an der Abendkasse. FASTNACHTSGEBÄCK WIRD VORZÜGLICH MIT PALMIN! Wirtschaft Konzentration und Produktionsbeschränkung. Die Bestrebungen, die deutsche Eisen und Stahl. industrie wieder zu festen Berbänden zusammenzufchweißen, schreiten fort. Ihr Zwed ist es, durch eine scharfe Ron trolle der Preise und Produktionen die Herrschaft über den Markt zu sichern. 1928/24 20 881 1912/13 1918/14 1922/23 Insgesamt.. Davon in 24 409 25888 20 764 Verein. Staaten 14 091 14 614 10 488 10 681 Britisch- Indien 4421 5 066 5 196 5.000 2860 1963 1955 2000 Aegypten. 1507 1 537 1243 1200 Rußland. Brafilien. 870 899 969 187 150 887 700 750 China. Außer in den hier genannten Ländern wird auch sonst BaumSeit einigen Monaten arbeitet die Robstahlwolle angebaut, besonders in Merilo, Perfien, Peru, Japan und gemeinschaft, der erste dieser nach der Inflation neugegründeten Korea, bann in einigen europäischen Landstrichen( Bulgarien, Berbände, bereits mit großem Erfog". Dieses Syndikat begann Italien. Malta), in einigen afrikanischen Territorien und in den feine Tätigkeit damit, daß es zunächst die Produktion an Roh nicht besonders genannten füdamerikanischen Ländern. eifen um 20 Broz. einschränkte. Infolge der lebhaften Nach frage nach Gifen, die sich gegen Ende vorigen Jahres entfaltete, erhielten viele Werke bereits auf Monate hinaus Aufträge Trozdem wurde die Produktionsbeschränkung, die vom Syndikat beschlossen war, nicht ganz beseitigt; die Werke arbeiteten weiter mit einer Einschränkung von zehn Prozent. Ab März ist eine 15prozentige Beschränkung der Eisen- und Stahlerzeugnisse befchloffen worden, von der allerdings Halbzeug, Feinbleche fo wie Guß- und Schmiedeftüde ausgenommen find. Das Borgehen des Synditats ist eine treffliche Illustration zu ber berühmten Parole der Unternehmer: Nur Arbeit tann uns retten!" Um die Preise hochtreiben und hochhalten zu fönnen, wird auch bei lebhafter Nachfrage die Erzeugungsfähigkeit der Werte nicht voll ausgenugt, dadurch werden aber die Produktionskosten ebenfalls auf einer Höhe gehalten, die den volkswirtschaftlichen Bedürfnissen entspricht. Diesen Nachteilen der kapitalistischen Produktionsregelung stehen gewiß einige Vorteile gegenüber. Berhindert wird vor allem eine Ueberfättigung des Marktes, die schroffe Preisrückgänge und starte Schwankungen im Befchäftigungsgrad der Werke zur Folge haben würden. Diese Bor teile sind aber in der gegenwärtigen Zeit gegenüber den Nachteilen gering. Die verarbeitende Industrie beklagt sich mit Recht über die hohen Rohstoffpreise, die ihr durch das Preisdiktat der Schwerindustrie auferlegt werden. Gerade diese Gewerbszweige aber find für unseren Export und für die Ausgleichung der schwer paffiven Handelsbilanz von größter Wichtigkeit. Erfreulicherweise bat das Jahr 1924 eine starte Ermäßi gung ber im Vergleich mit den Vorliegspreisen weit über höhten Baumwollpreise gebracht, wenn auch ber Rugen davon durch eine beträchtliche Ueberhöhung der Garn breise den Verbrauchern zum Teil vorenthalten worden ist. ad den Preisangaben in Wirtschaft und Statistik" loftete in Teutich Monate des Jahres 1924 in Prozenten der Vorkriegspreise: land Baumwolle bat. Baumwollgarn im Turcichnitt der einzelnen Baumwolle Baumwollgarn Januar Februar März April Mai Juni • 9 Juli August September Dftober November Dezember 261 269 248 266 220 254 236 262 240 270 286 265 284 244 281 234 202 205 195 218 191 220 185 222 Während die Baumwolle feit Mai unaufhaltfam im Breife zurüdgegangen ist, ist der Preisrüdgang für Baumwollgarn im September zum Stillstand gekommen und durch die umgelebrte Bewegung abgelöst worden. Jm ganzen liegen die Garnpreise ständig über der relativen Höhe der Rohbaumwollpreise, so daß Die Schwerindustrie geht nun in threm Bestreben, die Macht der die deutschen Baumwollgarnipinnereien die panne awischen Kartelle noch wirtsamer zu gestalten, wesentlich weiter. Sie verlangt dem Preis der Rohware und des Halbfabritats die Erhöhung der geltenden Gifenzölle, die zu bergroß zu halten wußten. Diefer Bustand ist sicher nicht fammen mit der Kartellorganisation es ermöglichen, die Inlandspreise durch die Höhe der Arbeitslöhne bedingt. Mitteilungen von um den Betrag des Zolls über die Preise des Auslandes, zuzüglich Kennern der Verhältnisse laffen im Gegenteil erkennen, daß die der Transportkosten zu erhöhen. Der Sondergewinn, der daraus Spinnereien fich durch eine entsprechende Einflußnahme auf die entsteht, wird dann erfahrungsgemäß zu einem wesentlichen Teile dazu für die Bewilligung von Einfuhrerlaubnisfdeinen zuständige amt verwandt, um an das Ausland Halbfabrikate billiger zu liche Stelle geradezu ein Monopol verschafft haben, das ihnen Dertaufen als an die inländische Produktion. Dagegen schützen die Erzielung von Egtraprofiten auf Kosten der Verbraucher et auch die sogenannten Exportvergütungen nicht, wie sie schon vor dem möglicht hat. Die Bestrebungen auf Erhöhung der Garn Kriege in Geltung waren und wie sie jetzt in dem neuerlichen Ab- zölle sollen im Effelt dazu führen, diefen Zustand der monopotommen zwischen Schwerindustrie und Berarbeitungsindustrie wieder listischen Ausbeutung des inneren Marktes zu verewigen. vorgesehen sind. Unter diesen Umständen ist eine Erhöhung der Eisenzölle auf das entschiedenste zu betämpfen. In der letzten Sigung der Rohftahlgemeinschaft wurden mehrere Mitteilungen gemacht, die darauf schließen lassen, daß die Schwerindustrie auf das eifrigfte an der Stärtung ihrer Kartell macht weiter arbeitet. Die Robstahlgemeinsaft, die zurzeit nur mit furzer Kündigungsfrist ihrer Mitglieder in Geltung ift, foll auf eine Reihe von Jahren gesichert werden. Auch über bie Bildung von Verbänden für die fertigerzeugnisse der Elfenindustrie wird andauernd meiterberaten, und man hofft, in furzer Zeit die Interessenten unter einen Hut zu bekommen. Zwar bestehen vorläufig noch hinsichtlich der Organisation der Syndilate und in ber Frage der Zusammenarbeit mit den Händlern mancherlei Schwierigkeiten. Jedoch ist der Grobblechverband und der Halbzeugverband bereits weitgehend vorbereitet. Ebenso arbeitet man an dem Sufammenschluß der Balzdrahthersteller. Größere Schwierigteiten find noch bei der Organisation des Abfages von Stab- und Formeisen zu überwinden. Jedenfalls ist damit zu rechnen, daß die Bemühungen auf einen Straffen Zusammenschluß der gesamten Eiſenindustrie in den nächsten Wochen fichtbare Erfolge geitigen werden. Gegenüber der Organisation des deutschen Eisenmarktes ist die Frage der internationalen Syndifatsbildung neuerdings etwas in den Hintergrund getreten. Die Arbeiterschaft, deren Beschäftigung in einem hohen Grade von der Gestaltung der deutschen Rohstoffpreife abhängt, wird die Konzentrationsbestrebungen der Großeisenindustrie mit ihren politischen Auswirkungen im Auge behalten müssen, wenn fie nicht sehr bald vor vollendete Tatsachen gestellt sein will. Baumwollproduktion und Preise. Die Baumwolle ist der wichtigste Rohstoff der Textilindustrie und damit von überragender Bedeutung für die Dedung bes Kleidungsbedarfs vor allem der Minderbemittelten. Die enorme Berteuerung dieses Rohstoffes ist deshalb von erheblichem Einfluß Verursacht ist diese Ver auf die Höhe der Lebenshaltungskosten. teuerung nicht zuletzt durch den udgang der Welt. produktion. Es wurden nach einer Veröffentlichung des Stieler Instituts für Weltwirtschaft und Seeberlehr geerntet( Bahlen in 1000 Ballen zu je 500 engl. Bfund): Die Wünsche der Kartoffelbauer. Im Zusammenhang mit der Landwirtschaftlichen Boche, ver anstaltete dieser Tage die Kartoffelbaugesellschaft den 9. deutschen Kartoffeltag, auf dem nach mehreren Referaten namhafter Fachwissenschaftler folgende Entschließung gefaßt wurde: Der 9. deutsche Rartoffeltag stellt auf Grumb der Referate namhafter Bertreter der Wissenschaft einmütig die Tatsache feft, Preisnotierungen für Nahrungsmittel. 19,75-21,00 21,00-22,00 21,75-22,75 Gerstengraupen, lose. 20,50- 24,75 Gerstengrütze, lose. Haferflocken, lose... Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1.. Weizengrieß Hartgrie 19,50-21,00 23,25-25,50 27,00-2,00 29,00-32,25 Durchschnittseinkautspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels per Zentner frei Haus Berlin. Kakao, fettarm 60,00-96,00 Kakao, leicht. entölt. 100,00-120,00 Tee, Souchon, gepackt 320,00-400,00 Tee, indischer, gepackt 400,00-470,00 Inlandszucker bas mel. Inlandszucker Raffina. Zucker Würfel. Kunsthonig Zuckersirup hell i. Elm. Speisesirup dunk.i.Eim Marmela Einfr. Erdb. Marmelade Vierfrucht Pflaumenmusi. Eimern Steinsalz, in Säcken. Sledesalz in Säcken 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine. Bohnen, weiße, Farl Langbohnen. handverl. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große. Kartoffelmehl 19,75-21,50 21,50-28,25 19,00-22,25 15,00 16,00 20,25 23,00 27,00-32,09 18,00-25,50 30,50 43,50 44,00-53,00 20,50-22,00 Makkaroni, Hartgrieß. 46,00 58,50 Mehlnudeln. Eiernudeln Bruchreis Rangoon Reis. 26,50-31,00 44,50-74,00 15,25-16,50 18,50-20,00 24,50- 32,00 32,75-42,00 77.00- 81,00 46,00-49, 0 72,00-80,00 66,00-67,00 60,00-73,50 70,00-85,00 Tafelreis, glasi. Patna. Tafelreis, java. Ringäpfel, amerik. Getr. Pilaumen 90/100 Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosineni Kist., Candia. Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice 58,00-74,00 Mandeln, süße Barl 203,00-208,00 197,00-210,00 Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) 100,00-105,00 Kümmel, holländischer 50,00-54,00 Schwrz Pfeffer Singap. 100,00-110,00 153,00-170,00 Weißer Pfeffer. Rohkaffee Brasil 215,00-235,00 1 Rohkaffee Zentralam 250,00-323,00 Röstkaffee Brasil.... 270,00-310,00 Röstkaffe Zenetralam. 330,00-400,00 Röst etreide. lose 21.50-24,00 3 31,01-35,00 36,50-37,75 33,00 40,0027,00 30,00 84,00-96,00 40,00 37,00-55,00 3,10-3,60 3,70-4,20 4.40-5,00 5,20-5,80 Bratenschmalz I, Tiers. 84,00-84 50 Bratenschmalz i Kübl. 84,50-86,00 Purelard in Tierces.. 84,00 85,50 Purelard in Kisten. 84,50-86,50 Speisetalg in Packung 65,00-66,00 Speisetalg in Kübeln Margarine, Handelsm. i 66,00 desgl. II. 60,00-63,00 Margarine, Spezialm. I 80,00-84,00 desgl. II. 69.00-71,00 Molkerelbutter 11. Fäss. 221,00-225,00 Molkereibutter, 1. Pck 228,00-233,00 Molkereibutter Ila i. Fs. 201,00-210,00 Molkereibutter, i.Pck. 211,00-216,00 Auslandbutter in Fässr 228,00-236,0 Corned beef 12/6 lbs p.K. 38,00-39,00 Ausl.Speck, geräuchert 103,00-106.00 Quadratkäse... 28,00-42,00 Tilsiter Käse, vollfett. 115,00-125,00 Echter Emmenthaler. 165,00-175,00 Echter Edamer 40% 122,00-125,00 20% 87,00-90,00 Ausl. ungezucker. Condensmilch 48/16 20,00-22,50 25,25Inl. gez. Conds- M. 48/14 bab bie Seit ber Besorgnis oor unzureichenber Dedung des Bedarfes an Speisekartoffeln für das deutsche Bolt überwunden ist; vielmehr der Höhepunkt, den die Kartoffelerzeugung der Vorfriegszeit einnahm, infolge der raftlosen Tätigteit der deutschen Landwirtschaft, troß vieler äußerer Hemmnisse, wieder erreicht ist. Er verlangt, daß nunmehr mit weitgehender Unterstützung der maßgebenden Reichsbehörden an die Stelle der die volle Entwidlung feit Jahren hemmenden Beschränkungen eine weitgreifende und rechzeitige Fürsorge dafür tritt, daß der deutsche Kartoffelbau durch Schuß und Ausgestalltung aller und jeder Ber= wendungs. und Berwertungsmöglichteit der Rartoffeln lebens- und entwicklungsfähig bleibt zur Erfüllung feiner höchsten nationalen Aufgaben: die durch den intensiven Hadfruchtbau bedingte Steigerung der Erzeugerkraft des deutschen Acerbodens". der Kartoffeln fürsorglich zu pflegen läuft insbesondere darauf hinaus, Die Forderung, alle und jede Verwendungsmöglichkeit" bie Spiritusbrennerei zu steigern. Das biefe nur infoweit volkswirtschaftlich erwünscht ist, als die Spiritusgewinnung für technische Zwecke in Betracht tommt, liegt auf der Hand. Eine Steigerung des Verbrauchs an Trintbranntwein ware jedenfalls der teuerfte Breis, der für die Erhöhung der Kartoffelproduktion gezahlt werden fönnte. Daher ist jeder Versuch, die Branntweinproduttion etwa durch eine neue Liebesgaben politit über bas vollswitschaftlich erwünschte Maß hinaus zu verwerfen, zurückauweifen. Aus der genoffenschaftlichen Internationale. Die Eretutive des Internationalen Genossenschaftsbundes hielt Ende Jamiar in Frankfurt( Main) eine Sigung ab. Die Frage der Beziehung zu gewertschaftlichen Internationalen, die in Gent nicht entschieden wurde, soll zunächst zum Gegenstand einer Umfrage bei den Bundesmitgliedern gemacht werden. Ein Goldenes Buch mit 150 Bildern der Genter Ausstellung( Tert französisch) fann infolge Zuschusses aus dem Ausstellungsertrage für 25 Frant abgegeben werden. In der Angelegenheit der faschistischen Angriffe auf italienische Genossenschaften wurde die endgültige Stellungnahme perfchoben, da in Italien Bermittlungen angebahnt werden. Das Jahrbuch des Bundes foll vorläufig in Gestalt eines alle drei Jahre in ähnlicher Form erscheinenden Berichts wieder aufleben. Es soll versucht werden, einige in Gent gefaßte Entschließungen zur prattischen Durchführung zu bringen( u. a. internationales Bant wesen, Stellung der Frau in der Bewegung, Beziehungen zwischen den verschiedenen Genossenschaftsarten). Ein fünfgliedriger Ausschuß soll den Aufbau und die Organisation der Grund auf ftubieren. Als erste Aufgabe wurde diesem UnterausGenoffenfchaftsbewegung der einzelnen Länder Schuffe die Schaffung geeigneter Werbeliteratur für den dritte.t internationalen genoffenschaftlichen Fest tag zugewielen, der am 4. Juli 1915 stattfindet. 3ulegt wurde noch die Stellung der Kommunisten zum Internationalen Bund und seinen einzelnen Mitgliedern behandelt. bont 10 000 Schillingrechnung in Deutsch- Defferreich. Bom 1. März an wird in Deutsch Defterreich allgemein die Schilling renung eingeführt( 1 Schilling zu 100 Groschen öfterreichische Kronen). Bon dem genannten Zeitpunkt an haben Boftanweisungen, Bostaufträge nach Defterreich auf Schillinge und Groschen zu lauten. Meistbetrag für Bostanweisungen 1000 Schil. linge, für Bostaufträge 200 Schillinge. Bruchteile eines Grofcens find unzulässig. Ferner werden vom 1. März an auch die Nachnahmen auf Boftpatete und Boftfrachtstüde aus Desterreich nach Deutschland in Shillingen und Groschen angegeben werden. Meiftbetrag 1000 Schillinge. Was soll ich morgen fochen? Die Lösung dieser Frage ist oft nicht leicht. Folgende Antwort wird Se vielleicht nicht überraschen, weil Sie schon längst wissen, daß ein Oetker- Pudding ein Mittagsmahl oder den Abendtisch ganz glänzend abWenn das sonst schließt, vervollständigt, bereichert. Gebotene aus besonderen Gründen nicht immer so ausfallen kann, wie die Hausfrau es gern möchte, so sind ihr Dr. Oe.ker's Puddingpulver ein treuer Helfer in der Küche. Schnell, einfach und ohne besondere Umstände ist ein Pudding gekocht und nach dem Erkalten mit Fruchtsait oder Schokoladen- Sauce aus Dr. Oetker's Saucenpulver auf den Tisch gebracht. Solch ein appetitlich angerichteter Pudding wird am Schluß alle zufrieden stellen und auch recht gut satt machen. Besonders empfehlenswert sind: Dr. Oetker's Puddingpulver nach holländischer Art und zwar Mandelspeise Rosinenspeise mit Mandelgeschmack Mandelspeise mit Rosinen. 1 Päckchen Mk. 0.15 Verlangen Sie beim Einkauf nur Original Päckchen( niemals lose) mit der Schutzmarke Oetker's Hellkopf. Die beliebten Oetker- Rezeptbücher erhalten Sie kostenlos in den Geschäften oder wenn veigriffen gratis und tranko von Dr. A. Oetker, Bielefeld. 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Er stütze sich aus die Partei des Klassen- kämpf es, die in der Zeit, während deren sie die preußische Po» litik bestimmt hat, sich als völlig unfähig erwiesen hat, den ernsten Aufgaben unserer Zeit gerecht zu werden, und die in erster Linie verantwortlich ist für die rnrmermehr zutage tretende Fäulnis in unserem öffentlichen Leben.(Anhaltende Zurufe b. d. Soz.; Zurufe rechts: Barmat!) Die Erklärung schließt mit einem Ruf für Reu- wählen. Dem heute vorgestellten Ministerium werden wir im Sinne nicht nur unserer eigenen Wähler, sondern— wie wir überzeugt smd— der Mehrheit der preußischen Wähler das Der» trauen versagen.(Lebh. Beffall rechts.) Wir werden dieses Minffterium mit allen parlamentarischen Mitteln b e t ä m p f e n, dieses und jedes Minffterium, in dem uns der nach unserer Stärke im Hause mrd im Lande zukommende Einfluß vor- enthalten wird.(Stürm, anhaltender Beifall rechts: zffchen b. d. Sog.) Mg. vr. waentig sSoz.): Die warme Teilnahme, die der Herr Ministerpräsident soeben den Opfern der entsetzlichen Katastrophe im Ruhrkohlenbergbau gewidmet und ihren Hinterbliebenen, haben auch in den Herzen meiner poli- tischen Freunde einen lebendigen Widerhall gesunden. Wir müssen aber aus das ernstlichste wünschen, daß diesen teilnehmenden Worten schnellstens auch hilfsbereite Taten folgen.(Bravo! bei den Sozialdemokralen), und daß alles Erdenkliche geschieht, um Rot und Elend zu lindern und. was nicht minder wichtig ist, die Wiederkehr solcher grauenhaften Ereignisse, soweit das mit Menschenkräften mäg- sich ist, für die Zukunft zu verhindern. Wir sind deshalb der Mei- nunc, daß dieses Unglück der Anlaß zu der Frage sein muß, ob nicht die Republik, in der wir leben, in höherem Maße als bisher einen sozialen Inhalt bekommen muh, ob wir nicht diese Er» fahrung zum Anlaß nehmen müssen, eine ganz« Anzahl wich- tigerReformenauf dem Gebiet der Sozialgesetzgebung durchzuführen, eine Reform der Soziali>crsia')erung in Aussicht zu nehmen, eine Reform des Arbeiterrechts, insbesondere auch eine Re- sonn des Betriebsrätegesetzes.(Lachen und Zurufe rechts: Neue Pästchen!) Der Ministerpräsident hat, was schon der Herr Vorredner ha» vorgehoben hat. mit einem Lobe begonnen, das er dem frühereu preußisch« Staatsmiuisterimu gespendet hat.(Lachen rechts.) Das ist doch eine Tatsache!— Er hat diese Regierung als einen ruhenden Pol bezeichnet, als eine Stätte echt nationaler Arbeit(große Heiterteit rechts), als eine Re- gierung, die keine Krisen durchlaufen hat, als eine Regierung, deren sämtliche Mitglieder stets bestrebt gewesen seien, für Volk und Staat das Beste zu leisten. Wenn das wahr ist—(Lachen rechts und Zurufe: Nein, nein!), und wie sollt« es nicht wahr fein, wenn der Ministerpräsident von dieser Stelle eine solche Erklärung ab- gibt—. wie war es denn möglich, daß eine solch« Regierung ge- stürzt wurde!(Sehr gut! b. d. Soz.— Lachen und Zurufe rechts.) Vorredner sich darüber beklagt hat, daß Wochen und Wochen hin- gegangen sind(Zurufe rechts: Monate!), ohne daß Preußen«in« Regierung hatte, so mögen die Herrschaften nur vor ihrer eigenen Türe segen.(Sehr gut! b. d. Soz.) Es ist nicht Schuld der Sozialdemokratischen Partei, wenn dieser Gedanke der Volksgemeinschaft und einer Regierung der Volksgemein. schast sich durch den Ministerpräsidenten nicht hat verwirklichen lassen.(Zustimmung b. d. Soz.— Rufe rechts: Klassenkampf!) Allerdings stehen wir Soziallsten nud insbesondere auch wir Sozialdemokraten aus dem Standpunkt, daß der Gedanke einer echten Volksgemeinschaft sich nur aus fosialistlscher Grundlage verwirklichen läßt(Sehr richtig! b. d. Soz.— Lachen rechts), nur verwirklichen läßt aus der Grundlage einer Gesellschasis. ordauug die keine klasiengegcnsähe kennt(Sehr gut! b. d. Soz. — Lachen und Zurufe rechts: Wie Barmot! Wie Kutiskerl). einer Gesellschaft(Zuruf rechts: Lmexima!). die die wurzeln immer erneuter Anspannung von Gegensätzen innerhalb des Voltes endgültig beseitigt. Aber wir wissen, daß ein« solche Reform nicht von heute auf morgen burchgeführt werden kann. Aber wir sind Realpolitiker genug, um ddn Forderungen des Tages Rechnung zu trogen, und wir haben deshalb keinen Zwoff-l darüber gelassen, daß wu: unter gewissen Voraussetzungen bereit gewesen waren, uns auf den Boden einer Regierung der Lolksgememschaft zu stellen.(Aha! b. d. Komm.) Allerdings haben wir nie einen Zweifel darüber gelassen, daß. wie jede Koalitionsre�eruug, so mich die Regierung der Doltsgcmein- fchaft und die Politik der Volksgemeinschaft keine Gesinnungsgemein» schast, sondern nur eine Arbeitsgemeinschaft fem kann (Sehr richtig! b. d. Soz.). und daß der Ausgangspunkt iür eine solche Politik stets fnn muß die Bereinbarung gewisser prak- ti scher Ziele.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Wir sind es also nicht, die die Derwirklichung des Planes immöglich gemacht haben, fondern die Herren von der Nechten welche gerade es versäumt haben, einen lachlichen Boden für d«e Perhandlungen zu schaffen(Sehr gut! b. d. Soz.), welche eben der Utopie— wem, es. was selbst»«?. ständlich der Fall sein muß,«brlich gemeint, st— einer Gesinnung s- innncinschoft nachjagten, die sich nicht verwirklichen läßt(Sehr gut! b. d. Soz) um so weniger verwirklichen laßt(zur Rechten), weil Sie j« nun' jede Woche immer auss neue wieder erklärt haben, daß Sie Überhaupt nicht bereit wären, in eine politisch« Gemeinschaft(Zuruf rechts: Mit Herrn Severing!) mit der Sozialdemokralifchen Partei""zutreten, angeblich weil wir Ihnen nicht christlich nicht national und««leicht sogar nicht sozial genug sind_ wobei wir uns allerdings wirklich nicht mit Ihnen darüber unterhalten können, was unter den Begr.ft-m des Clzriftentums. der naüonalen Gesinnung oder der Vaterlandsliebe und der sozialen Gesinnung zu verstehen fft.(Sehr richtig! b. d. Soz.— Zurufe Weil nun die alte Regierung der Großen Koalition nicht möglich war und weil ebenfalls die neu« Regierung der Volksgemeinschaft sich nicht verwirklichen ließ, haben wir nun heut« eine Regierung »or uns, di« wahrhaftig nicht das meiner poli. tischen Freund« darilellr.(Zuruf rechts: Den stabilisierten Severing I) Nur mit den aller größten Bedenken Hab« wir uns dam» ein. ner standen erklär« kennen, daß unser positischer Freund Severing(Zuruf rechts: Stabilisiert wird!— Zürüfe bei den Kommunisten.) in dieser neu« Regierung das?nnev. Ministerium behalte i Leb hafte Zuruf:-. Fachmim�ü). und wir sprechen ihm unseren besonderen Donk aus er diese undankbare Ausgab«— denn eine solche ist auf sich geiwauneu hat.(Sehr gut! b. d. Sozialdemokraten. Der Ministerpräsident Hot die Parteien aufgefordert, den Streit über die Staatsform zurückzustellen. Es fft Ihn« ja bekannt, daß vor wenigen Tagen auch ein anderer Staatsmann, Herr Dr. Stresemann. demselben Gedanken im Kreis« jugend- sicher Studenten Ausdruck gegeben hat, indem er gesagt hat, wir könnten uns in unserer heutigen Lage den Luxus des Kampf« um die Staatsform nicht leisten.(Hyrt. hört! b. d. Soz.) Meine poll- tischen Freunde Hab« mich jedoch beauftragt, hier zu erklär«, daß es für uns ein« Streit über die Staatssorm sticht gibt(Sehr richtig! b. d. Soz.), daß für uns die Frage der Staatssorm erledigt ist. (Große Unruhe,— Zurufe rechts: Es bleibt bei Barmot! Richter! Bauer!) Der Ministerpräsident hat dann an einer anderen Stelle eine Bemerkung gemacht, die mißverständlich sein könnte, die man etwa in dem Sinne einer Förderung agrarischer Schuhzollpläne versteh« könnte. Wenn das der Fall fein sollte, so habe ich zu erklären, daß alle derartig« Pläne unserem geschloss«« Widerstand begegnen werden(Hört, hört! und Unruhe), und�dars dabei darauf aufmerk- smn machen, daß wir uns bei dieser Stellungnahme in der Gesell- schast der überwiegenden Mehrheit oller deutschen Volkswirte befinden. Auch wir sind der Ansicht, daß die Frag« des Finanzaus- gleichs von ausschlaggebender Bedeutung sind, und wir bebaue« es sehr, wenn durch die Länge der Regierungskrise«tum di« Eni- scheidunq über diese Frag« in ungünstigem Sinne beeinflußt werden sollte. Ich möchte aber wiederum im Namen meiner politisch« Freunde zum Ausdruck bringen, daß, wenn wir auch der Meinung sind, daß bei diesem Finanzausgleich aus von all« Partei« aner- kannten Gründ« die Interessen der Länder und auch die Iirteress« der Gemeind« berücksichtigt werden müssen, doch unter keinen Umständen der Finanzausgleich«ine Form annehm« darf, di« etwa eine Begünstigung der Länder und Gem-eind« aus Kosten des Reiches bedeuten könflt«, daß dt« Form des Finanzausgleichs keineswegs eine derarsige sein darf, daß gewissermoß« der Entwicklnna Deutschlands zum deutschen Einheitsstaat durch finauzpollkische Maßnahm« irgend- welcher Art ungünstig präjudiziert werden könnte.(Sehr gut! b. d. Soz.) Der Ministerpräsident hat weiter mit Recht der Notlage des Mittelstandes gedacht uiid mannigfaltig« Dorschläge zur Linderung dies« Notlage gemacht. Auch wir sind der Ansicht, daß der sog«annte Mittelstand ganz besonders schwer von der wirtschaftlich« Entwicklung der letzt« Jahre betrosf« worden ist(Rufe rechts: Aha!— Jetzt auf einmal!), wir sind jedoch der Ansicht, daß eine Pflege der Zuteress« des Mittelstandes ohne eine gleichzeitige Pflege der Znt«. ess« der Arbeiterklasse utopisch ist.(Sehr wahr! b. d.«oz.) In kulturpolitischer Hinsicht möchte ich bei der groß« Menge der vom Minffterpräsident« angeschnittenen Fragen zum Ausdruck bring«, daß wir uns in jedem einzeln« Punkt« unsere Enffcheidung vorbehalten.(Rufe b. d. Ratsoz.: Di« christlich« Schule!) Wir mächt« aber schon jetzt zum Ausdruck bringen, daß jedenfalls der in der Reichsverfassung festgelegt.' Gedanke, daß die Angehörigkeit zu dieser oder jener Konfession kein Anlaß der Begünftigimg oder der Benachteil ig irng sein darf, aus das energischste von dem Mimsterpräsidenten vertret« werden muß. (Sehr gut! b. d. Soz.— Rufe b. d. Notsoz.: Die christliche Schute!) Zum Schluß seiner Ausführung« hat der Ministerpräsident betont, daß cs sich heute darum handele, den Zusammenschluß aller Ausbau freudig« zum Wahl« des Volkes herbeizuführen, daß unser aller Ziel Üt Stärkung Preußens und des Reiches sein müßte. Meine politischen Freunde steh« durchaus auf diesem Standpunkte. Wie wir uns im einzelnen zu den Taten der Regierung verhalten werden, wird von dem abhängen, was wir vor uns sehen. Wir werden jedoch im Gegensatz zu der Erklärung des Herrn Vorredners di« Re- gierung des Ministerpräsidenten unterstützen. (Bravo! b. d. Soz.) Abg. Dr. v. Campe(D. Bp.) gibt im Namen seiner Fraktion ein« Erklärung ab, in der es heißt: Die Fraktion der Deutsch«' Vollspartei versagt dem Staaksmlulsierium ihr vertrau«. weil es nach seiner Entstehung und nach seiner Zusammensetzung weder den Grundsätzen des parlamentarischen Systems, noch dem in den Wahlen zum Ausdruck gebrachten Willen des Volkes, noch auch den staatlichen Notwendigkeiten entspricht. Die grundsätzliche und dauernde Zurückstoßung der Vertreter weitester Wählerkreise von der Regierung bringt im parlamentarischen Staat mehr noch als im monarchischen eine schwere Schädigung des Staatsgedankens mit sich und birgt große Gefahren, die um so mehr wachsen, je län- aer die Zurückstoßung andauert. Wenn der Ministerpräsident in seiner Erklärung zur- tätigen Mitarbeit aller nationalgesinn- t.en Deutschen aufgefordert hat. so bedauern wir, daß er durch die Zusammensetzung seines Kabinetts natwnalgestnnte Par- teien zurückgestoßen hat, obgleich sie sich zur Mitarbeit bereit erklärt hatten. Der Träger des Systems Severing. gegen das wir immer angekämpft haben, gibt der Znnenpolitik des Kabinetts die Signatur. Di« schmale Basis des Kabinetts und die dadurch bedingte völlige Abhängigkeit von der Sozialdemokratie lassen nicht einmal die Hoffnung zu, daß dieses Kabinett uns wirtschaftlichem und kul» turellem Aufstieg zuführen wird. Ein von der Sozialdemokra» k i e abhängiges Kabinett wird im besonderen dem gewerblick)« Mittelstand nicht die Förderung angedeihen lassen, deren er bedarf, wenn er nicht zugrunde gehen soll. Wir fordern Reinigung unseres Beamtentums von Schlacken, die ihm in der Zeit nach dem Umsturz angesetzt sind. Aus den von uns angesühnen Gründen muß die Deutsch« Volkspartei diesem Kabinett gegenüber in Opposition treten, sie wird diese Opposition sachlich, aber scharf führen. Abg. Dr. Schmidt-Lichtenberg(Z.) wendet sich gegen die Erklä- rungen der beiden Rechtsparteien und bespricht den Verlauf der Re» gierungskrise und dankt dem Ministerpräsidenten Marx, daß er das Opfer der Regierungsübernahme gebracht hat.(Schallenoer Beifall i. Zentrum.) Eine Bolksgemeinsckaft ist nicht eine Gesinnungsgemein- fchaft. Die Auslegung, die die D e u t s ch n a t i o n a l e n ihrer Aus» sassung des Wortes„Volksgemeinschaft" gegeben haben, wird durch ihre Geschichte nicht bestätigt; diese ist vielmehr ein dauernder Kamps gegen die jetzt kundgegebene Auslegung.(Große Unruhe rechts.) In dem neuen Kabinett sieht man nur einen Sozialdemokraten, ist das kein Unterschied gegen das Kabi- nett Braun?(Lachen b. d. Komm, und rechts.) Wenn im Hinblick gerade aus den einen Severing die Zusammensetzung des Kabinetts als Herausforderung bezeichnet wird, so ist diese Angst vor einem einzelnen Manne doch mehr als sonderbar. ( Zustimmung und Widerspruch.) Der Vorwurs, daß das Kabinett fast nur weslliche Minister ausweise, ist peinlich, unpreußisch und eine Beschimpfung für den Weste n.(Widerspruch rechts.) Die Deutsche Vplkspartei hat noch im September 1924 sich strikte gegen einen Bürgerblock erklärt. Wo liegt demi nun überhaupt der Grund für ibren Austritt aus der Großen Koalition. Jetzt gerade hätte sie doch Gelegenheit, die berufene„nationale R e a l p o l i tick" zu treiben!(Stürmische Zustimmung im Zentruni und links.) Sie stell«r aber offenbar Ihr Partelinteresje über das Inter- esse des Volkes.(Beffall im Zentrum. Zffchen rechts.) Hierauf wird die weitere Besprechung aus Donnerstag 11 Uhr oertagt.— Schluß X-6 Uhr. s De demokratische Landtag sfraktion wählt« ,n ihrer Sitzung am Mittwoch den Abg. Falk- Köln zum 3. F r a k» tionsoorsitzendeil Da die beiden ersten Borsitzenden Dr. Schreiber und Dr. Höpker-Aschoff in das Kabinett eingetreten flr.d, wird Abg. Falk vorläufig die Fraktion führen. poeges Vernehmung im TMekaprozeß Widerruf feiner bisherigen Anßfage. (Fortsetzung aus der Abendausgabe.) Im Anschluß an die Fragen des Borsitzcnden an Skoblewski kam es zu längeren Auseinandersetzungen zwischen der Verteidigung mit» Neumann, wobei letzterer Veto nie, daß nirgends irgendein Druck oder eine Beeinflussung auf ihn in der Vorunter- suchung ausgeübt worden sei. Wann er zum erstenmal gefragt worden sei. ob er zu seiner Handlungsweise angestiftet worden sei. könne er nicht mehr bestimmt sagen. Cr habe seine Angab« erst dann rückhaltlos gemacht, als die Partei es sertigbekommm habe, ihn in so schmählicher weise al» Spitzel hinzustellen. Dann habe er auch von selbst angegeben, daß er van„Helmuth' ange- stiftet worden sei. well dies auch der Tatsache entsprach. Skoblewski habe er dann aus dem vorgelegten Lichtbild sofort als„Helmuth" wiedererkannt. Landgerichtsrat Flöge!(zu Skoblewski): Sie haben zu Land- gerichtsdirektor Bogt gesagt. Sic würden in der Houptoerhandlung olles sagen, dann werde er auch erkennen, wie es in Ihrem Inner« auslebe Skoblewski: Das stimmt. Vors.: Woraus bezog sich denn das? Skoblewski: Auf die Dame. Im Anschluß hieran kam es zu längeren Erörterungen über di« Frage, ob Herr Winkler, bei dem jene Dame, nämlich die Angestellte der Russischen Botschaft, Maria S ch i p o w a, in der Möckernstraß« 1v4a in Berlin gewohnt habe, identisch ist mit dem ebenfalls ipler dem Namen Winkler auftretenden Waffcnaufkäufer Pfaff. Die Rcichsairwaltschaft stellt schließlich selbst fest, daß dieser winkler in der Möckernslraße ein ganz harmloser Mensch sei. woraus die Verteidigung seine Ladung beanlraglck R.-A. Marschoer: In der Anklag« wird behauptet, daß bei dem Angeklagten H a l l u p p Quittungen der M.-Abteilung mit der Unterschrift Skoblewfkis gefunden seien. Das stimmt nicht. Landgerichtsrot Flöget: Es handelt sich um die Unterjchriff des Mannes, den wir aus Grund der Angaben Neumanns für identisch mit Skoblewski halten. Renmaniu Ich habe nur die Quittungen, die russisch geschrieben sind, übersetzen lassen. Ich selbst habe sonst mit -Helmuth" nicht schriftlich verkehrt. Im übrigen beziehen sich diese Angaben vor dem Untersuchungsrichter aus di« Schlußfolgerungen. die ich aus verschiedenen Tatsachen zog, so. daß seinerzeit Kart« für den Stabschef„Helmuths", der in der Russischen Botschaft arbeitete, gekaust werden mußten. Vors.(zu Äoblewstil: Hckben Sie dies« Hvittungen lsser gs- schrieben? Skoblewski: Bein, das ist nicht meine Schrift. R. A. Rosen seid: Hat in der illegalen Organisation auch nock «n anderer helmuth" gearbeitet? fteurnann: Jawohl, und zwar ein gewisser llrbecki im Ober» bezirk Südwest, der in Stuttgart verhaftet wurde. Reichsanwall vcumann: Dieser Urbecki ist inzwischen abge» urteilt worden. Ucber diese Onltttingen kommt es dann zu längeren Erörta» rungen, in deren Perlauf Skoblewski dem Gericht eine Schrift» probe geben nuiß. die mit den Quittungen verglichen wird, wo- bei R.-A. Wolf offensichtliche Unterschiede feststellen will. Im Anschluß hieran richtet Dr. Löwenlhal die Frage an Skoblewski. ob es richtig sei, daß Landgerichtdirektor Vogt ihm er- klärt habe, er werde nicht nur zum Tode verurteilt, sondern er werde auch wirklich hingerichtet werden. Skoblewski: Eigentlich wollie ich darüber nichts sagen. Tat» sächlich hat mir Herr Bogt bei der vorletzten Vernehmung voeae» halten, daß in Kronstadt doch Millionen ermordet worden seien Er hat erklärt: Gegenüber solchen Menschen, wie Sie es sind, haben wir keinen Anlaß. Rücksicht zu nehmen. Sie werden nick.! nur zum Tode nerurteilt. sondern wir werden dafür sorgen, daß Sie auch hingerichtet werden.(Bewegung.) Auf weiteres Befragen des Der- teidigers erklärt Skoblewski. daß er dem Untersuchungsrichter mit Handfesseln vorgeführt worden sei. Bei der Poffzei habe ihn serner Kriminalkommissar Heller nach der�ersten Vernehmung ge- fragt, ob er nach Rußland wolle, und als Skoblewski dies besaht«. Hobe Heller erklärt:„Ra. Sie werden in Deutschland einen Kops kürz« gemacht, und che Sie Ruhland wiedersehen, werden wir uns im Himmel wiedersehen." Vors.: Sonst sind Sie aber nicht schlecht behandett worden? Skoblewski: Nein, das kann ich nicht jagen. Reichsgerichtsrat Baumgart«: Was haben Sie demi di« acht Lohre in Frankreich gemacht? Skoblewski: Im war als Mechaniker tälig. Reichsgerichtsrat Baumgarten: Haben Sie sich auch politisch betätigt, als Kommunist? Skoblewski: Nein.— Wetter erklärt der Angeklagte, daß er vff seiner Ausreise au? Frankreich einen sallchen norwegischen P a h gehobt habe. Er habe in Frankreich nicht legal gelebt, weil er jeinerzeii von der Franzosensront deserliert sei. R.-A. Dr. Wolf macht hierzu ausmerksam, daß nach den gellenden Bestimmungen auch die fremden Truppenkontingente der fron- zösischen Armee der französischen Gerichtsbarkeit unter- standen und daß eine Amnestie für Vergehen im Felde erst am 31. Dezember 1924 erfolgt sei. Vis dahin habe Skoblewski also eine Strafverfolgung in Frankreich befürchten müssen. Auf wettere Fragen der Verteidigung gibt Skoblewski weller zu, daß er vor dem Untersuchungsrichter, abgesehen von dieser eben wtedergegebenen Aeußerung. wie ein Mensch behandelt werden s«i, während man ihn bei seiner Vorführung zu den polizeilichen Per- nehmung« getreten und als russischen Lumpen" beschi""- Die Berteidigung ersuchte um die Protokollierung dieser angeb.| ichen Erklärungen des Untersuchungsrichters und des Kriminal tommissars Heller, was der Borsigende mit dem Bemerken abthnte, daß zunächst eine Gegenüberstellung dieser beiden Herren mit dem Angeklagten Stoblemsti erforderlich sei. Reichsanwalt Neumann: Sie haben früher erklärt, daß Sie aus Eeingefühl für Fräulein Schipowa nicht zugegeben hätten, daß Sie sie fennen. Wie erklären Sie es, daß Fräulein Soipoma, die rls Zeugin vernommen wurde, aber fofort gejagt habe, daß sie mit Stoblemsti monatelong unter dem Namen Pawel verkehrt habe. Eie sagen, Sie seien am 27. Februar aus Frankreich nach Berlin gekommen. Tatsächlich sind Sie dann einen Monat später verhaftet worden. Die Schipowa sagte aber, fie hätte etwa 3-4 Monate mit Ihnen verkehrt. Bejagt. Stoblewiti: In meiner Gegenwart hat sie das jebenfalls nicht Reichsgerichtsrat Baumgarten: Sie behaupten, daß Sie wochenlang sich in Berlin aufgehalten hätten, um sich Ausreisepapiere nach Rußland zu verschaffen. Wollten Sie aus polilischen Gründen nach Rußland? Stoblewski: Nein, es ist doch meine Heimat. Weiter erklärt ber Angeflagte hierzu, daß er sich in Holland, wo er auý Freunde gehabt habe, zur Besorgung falscher Bässe zwei Tage aufgehalten habe, bepor er nach Deutschland gekommen jei. hierauf trat eine turze Baufe ein. Nach der Mittagspause gab R.- 2. Rosenfeld die Anregung, im hinbiid auf verschiedentlich geäußerte 3weifel, ob Stoblewiti wirt. lich Mechaniter set, Stoblemsti in eine Mechaniterwerfſtatt su führen und ihm dort Gelegenheit zu geben, seine Fertigkeit als Mechaniter zu beweisen. Das Gericht ging auf diesen Borschlag jedoch nicht ein. Auf Befragen von Reichsanwalt Neumann, woher er so gut Deutsch spreche, gab Stoblemsti an, daß er in Riga im Deutschen Waisenhaus erzogen worden sei. R.-. Darshner stellte dann an Hand verschiedener Einzelheiten aus ber Boruntersuchung noch fest, daß Stoblewski niemals den Bersuch gemacht habe, eine eventuelle 3dentifizierung irgendwie zu erschweren. Damit war die Bernehmung Stoblemffis vorläufig be. endet und als britter Angeklagter wurde der 24jährige Tischler Ernst Poege Auf das Attentat gegen Seedt zurüdtommend, erflärt Boege, er habe| nicht gewußt, von wem Neumann beauftragt worden sei. Borf.: Hat Ihnen Neumann nicht gesagt, daß diese Gruppe eine Terrorgruppe fei, die auch Spiel zu erledigen habe? Poege: Ich habe auf der Polizei in Stuttgart ausgesagt, die Gruppe hälle Spitel zu beobachten. Darauf hat der Kriminalkommissar Koppenhöfer zugefeht: Und eventuell zu erledigen." Borf.: Sie haben bei Ihrer Bernehmung eingehende Angaben über die Einrichtungen der Ticheta gemacht. Poege: Das habe ich aus der Broschüre entnommen. ( Der Angeklagte Neumann lacht vor sich hin und schlägt dabei vor Erregung auf den neben ihm stehenden leeren Stuhl des Boege.) Bor: Sie nahmen doch eine ziemlich hervorragende Stellung ein. Poege: Bon der Existenz eines Revfo" oder eines Fünfer Stopfes habe ich nichts gemußt und erst auf der Polizei davon Kopfes habe ich nichts gewußt und erst auf der Polizei davon erfahren. Jn meiner Ratlosigkeit habe ich alles zugegeben, als man mir auch noch das Todesurteil demonstrierte. Borf.: Wer tat das? Boege: Der Kommissar Koppenhöfer fagte:„ Na, Herr Boege, da wadelt ber kopp."( Seiterfeit.) Borf.: Wozu war die T- Gruppe mit Waffen ausgestattet, wenn sie nur beobachten sollte? Boege: Ich betrachtete diese Waffen lediglich als Detora. tion Borf.: Sie haben auch zugegeben, bah Sie auch Ampullen mit Bazillen mit Typhus und Gift hatten. Boege: Die habe ich doch nicht gehabt, sondern Reumann. Borf.: Woher mußten Sie dann davon? Boege: Beil ich sie bei ihm liegen fah. Borf.: Hatten Sie denn teine Bedenten, sich dieser Gruppe anzufchließen? Poege: Ich glaubte nicht an die Echtheit der Ba. gillen. Weiter gibt Boege zu, daß er bei Neumann auch Spreng ftoffe habe liegen sehen und daß er, d. h. die Gruppe, einen Kraft magen besessen hätte. Neumann habe sogar davon gesprochen, daß er von einem gewiffen Helmuthben Auftrag habe, die Gruppe zu bilden. Borf.: In der Boruntersuchung fagten Sie, er habe gesagt, er hätte den Auftrag von Brandler. Weiter haben Sie in der vernommen, der von 1919 bis 1920 als Heiser auf Torpedobooten Boruntersuchung von Margies behauptet, daß fein Bejen fich ber Reichsmarine tätig, ferner quch ſtets mit Ilm bringen von Menschen beschäftigt habe, daß er der Gruppe vorgeschlagen habe, auf die grausamste Beise Menschen ums Leben zu bringen. Mitglied der Kriminalabteilung der Brigade Ehrhardt war. Auf Befragen des Vorsitzenden gibt er zu, daß er Mitglied der PD. war und auch der Gründung der Ortsgruppe Leipzig ber Partei beigewohnt hat, ferner, daß er sich als politischer Sundertschafter und Bezirksführer betätigt hat. ebenso, daß er im Oftober 1923 als Kontrolitommissar angestellt mar und baß er dem Sefretär des Recto", nämlich Neumann, unterstand. Boege gibt dann folgende Erklärung ab: Alle meine Angaben, wie sie in der Anklageschrift stehen, sind bas Ergebnis einer monatelangen Inquifition. Ich war gezwungen, alles das, was Neumann schon vorher niedergelegt hatte, preiszuBeben, um mich von dem Berdacht zu reinigen, daß ich der Mörder bes Rausch war. Die Zustände im Polizeigefängnis Don Stuttgart waren einfach mittelalterlich. Nicht einmal Seife durften wir uns faufen. Ich widerrufe hiermit alle meine Angaben." Mit großem Pathos fchilbert Boege dann seinen Werdegang als Kommunist, wobei er heftige Angriffe gegen die SBD. Boege: 3ch habe damals Auslagen gemacht, die ich mich heute schämen würde, zu wiederholen. 3ch hatte das Vertrauen zur Partei verloren, weil ich sah, daß unser Anführer vor der Verhaftung Miederlegungen gemacht hat, um uns der Polizei auszuliefern. In einem Zustand der Empörung habe ich dann, well man mich direft zum Berbrecher gemacht hat, derartige Aussagen gemacht, die die Partei belastet haben. Borf.: Das tönnte vielleicht erflären, daß Sie ausgepackt haben, aber nicht, daß Sie falsche Beschuldigen gemacht haben, besonders das, was Sie von Margies gesagt habe, wäre doch die größte Niederträchtigkeit, menn es nicht wahr wäre. Poege: Ich fannte Margies nicht und nehme alles zurüd, mas ich gegen ihn gefagt habe. Man hat mich regelrecht inquiriert und ich habe meine Aussage nur gemacht, um aus der geistigen Tortur hinauszulommen. Rechtsanwalt Dr. Goldstein: Der Angeklagte Neumann lagt durch mich er richtet und schließlich auch von dem gefeglich gefüßientlären, daß et fich ganz entschieden gegen den Borwurf Massenmörder Ludendorff" spricht. Borf.( unterbrechend): Sie dürfen hier feine politischen Brogrammreden halten, sondern haben sich auf die Antlage zu er ffären.( Entrüstungen im Zuhörerraum.) 24 Boege: Ludendorff hat in München gesagt, das deutsche Bolt habe ihn bei der Durchführung seines Abenteuers Baterlands. certeidigung im Stich gelassen. Die deutschen Arbeiter werden ihm borauf die Antwort geben. In der Revolution hat Ebert gesagt, bas deutsche Bolt hat auf der ganzen Linie gesiegt. Bas es damit auf sich hatte, ist im Magdeburger Prozeß ermiesen worden. Kommunist und Ehrhardt- Mann. Als hierauf der Berteidiger Poeges mit ihm eine kurze Rüdsprache hält, verwahrt, daß er gewisse Aufzeichnungen gemacht habe. Poege: Bis in die Untersuchungshaft ist die Berseßungsarbeit bei mir betrieben worden. Ich will hier nur teinen Namen nennen. Man hat mir gefagt, Herr Boege, paden Sie nur gegen bie KPD. aus, dann friegen Sie höchstens 2 Jahre Zuchthaus und bekommen dann vielleicht einen Basins Ausland. Auch mein efter Verteidiger, Herr Dr. Goldstein, hat mir sogar abgeraten, einen mir von der Partei gestellten Berteidiger zu nehmen, weil der mich nur aushorchen wolle, und er hat mir auch gesagt, ich werde vielleicht begnadigt werden, es wäre schon so mancher ins Ausland getommen.( In steigender Erregung): Ich habe gelogen, weil man mich dazu gezwungen hat, zu fügen, aber menn ich fchon ins Zucht. haus gehe, dann menigstens nicht als Lump.( Bewegung und Entrüftung im Zuhörerraum.) Rechtsanwalt Dr. Wolf: Im Hinblick auf die Erklärung des Angeflagten Boege bitte ich, Herrn Dr. Goldstein als 3eugen zu vernehmen. Reichsanwalt Neumann: Wir schließen uns diesem Antrage an. da meine Behörde das größte Intereffe hat, hier alles restlos aufzu flären. Das Gericht beschloß bemgemäß, den Berteidiger Reumanns, Dr. Goldstein, über die Angaben Boeges als Zeugen zu ver. nehmen. teenbet Boege feine Ausführungen ziemlich furz mit der Befundung, daß er noch als Mitglied des Spartatusbundes, aber feinesfalls im Auftrage feiner Partei, zum Reichswehrartillerie Regiment nach Magdeburg gegangen fei, um dort unter den Soldaten aufklärend zu wirken. Bon dort sei er zur Brigade Ehr hardt nach Wilhelmshaven versezt worden, wo man ihn in der Kriminalabteilung als Ordonnanz verwandt habe. 1920 habe im Ererzierschuppen der Wilhelmshavener Kaserne Ehr hardt in einer Ansprache erklärt, es sei Zeit, der SPD. den wohlverdienten Fußtritt für ihren Verrat zu geben. Mit Leuten, wie Poste, tönne das Schicksal Deutschlands nicht geführt werden. Der Offizialverteidiger Neumanns als Zeuge. Boege erklärte weiter: Als ich mich dabei etwas ungeschickt Nach der Mittagspause mußte dann ber Offizialverteidiger Neubenahm, mußte ich mich schleunigst zurückziehen und ging dann manns, R.-A. Goldstein- Leipzig. seine Antwaltsrobe ausziehen und zur Minensucherabteilung der Reichsmarine. 1920 schieb ich aus. als Zeuge vor den Richtertisch treten. Im ersten Moment ergab sich fam nach Berlin und wurde nun offizielles Mitglied der Kommu- dic nerblüffende Tatsache, daß die Verteidigung, die die Bernehmung nistischen Bartei Deutschlands. Boege schildert bann, wie er in Dres beantragt hatte, teine Frage an ihren Kollegen R.- 2. Dr. Golb. den Brandler vorgestellt wurde und dann kleine zugeftein zu richten hatte. Es bedurfte erst nochmaliger Fragestellung des wiesen worden sei. Rechtsanwalts Dr. Wolf an Poege, um die nötige Auftlärung zu Borf.: War Kleine Russe? Poege: Das weiß ich nicht. Kleine wies mich dann an Neuschaffen, wobei Dr. Goldstein einstweilen den Gigungssaal verlassen mann, von dem ich erst auf der Polizei in Stuttgart erfuhr, welche Funktion er betreibe. Im Auftrage Neumanns habe ich dann verschiedene Reisen gemacht, u. a. auch nach Stettin, um bort den Berkehr zu organisieren, dann auch nach Thüringen, wo ich zu sammen mit Neumann tätig mar, um zu dem Bayerischen Marid auf Berlin Stellung zu nehmen. Als die Gefahr einer Illegalität der Partei drohte, erklärte mir Neumann, er habe Auftrag, eine Kommission zu schaffen, deren Aufgabe es sei, die Bar, tei zu tontrollieren und reinzuhalten. Ich erklärte mich be reit, dieser Organisation beizutreten. Neumann las mir die Ber pflichtungsformel vor, die ich aber nicht sehr tragisch nahm. Dann fagte mir Neumann, er habe die Aufgabe, das Reichswehr ministerium zu beobachten. Erst später erzählte er mir, er be schäftige sich mit Seedt und habe die Absicht, den General zu erichießen. Mir tam die Sache jedoch sehr abenteuerlich vor. Ich habe nicht geglaubt, daß die Partei wirklich den Auftrag erteilt hatte, Seedt zu erschießen, weil dann Deutschland erst recht in ein Heerlager verwandelt und noch mehr gegen jeden Kommunisten norgegangen worden wäre. Was die angebliche Sihung in Dresden zwischen Brandler und Radek betrifft, der ich beigewohnt haben foll, so hat Neumann mir erzählt, daß diese Sihung stattgefunden habe. Bor meiner Bernehmung durch den Untersuchungsrichter hat man mir auf der Polizei in Stuttgart eine Broschüre in die Hand gedrüdt „ Das wahre Geficht der Kommunisten." So find diese Angaben vor dem Untersuchungsrichter entstanden. Ihre Erfahrung R.-A. Dr. Wolf an Poege: Was ist Ihnen von der Bolt bei oder von Richtern in Aussicht gestellt worden, wenn Sie die KPD. belasten. Wer hat Ihnen das perfprochen und wie und was ist Ihnen versprochen worden? Boege: Bei der Polizei habe ich fofort meinen richtigen Namen angegeben. Im Bolizeigefängnis hörte ich eine Distusfion wischen dem Gefängnisbeamten und Margies mil an. Daraufhin habe ich meiner Empörung Ausdruck gegeben, daß man uns wie gemeine Berbrecher behandelt. Bors.: Weshalb denn? Boege: Ein nicht an der Berhaftung beteiligter Beamter fagte mir: Hören Sie, Freundchen, bei der geringsten Bewegung breche ich Ihnen die Knochen im Leibe." Im Bolizeigefängnis fagte man schon bei der Einlieferung: hier, das ist eine gefährliche Bande." Ein Beamter, dem ich die Antwort nerweigerte auf die Frage, was ich getan habe, sagte:„ Mit euch Gesindel werden wir schon fertig werden." Unsere Geldmittel wurden als fommunistische Gelder beschlagnahmt, In meiner Belle habe ich so gefroren, daß ich im Anzug schlafen mußte. Weil mir die Unterbringung nicht zufagte, bat ich um eine leberlieferung ins Untersuchungsgefängnis. Bei meiner Bernehmung hielt mir Krimi. nalfommissar Koppenhöfer( Stuttgart) sofort alles vor, was man bei Neumann an Berichten gefunden hatte und sagte:„ Na, Boege, Sie werden sehen, die Kommunistische Partei wird Sie fallen laffen, fie hat Sie ins Feuer gefchickt, nun fönnen Sie sehen, wie Sie wieder heraustommen. Erst wenn Sie Aussagen gemacht haben, merden Sie einen Anwalt befommen." Better erflärte er, mir würden als Berbrecher angesehen. Jch tönnte nur auf ein gutes Urteil reflektieren, wenn wir der Kommunistischen Partei alles in die Schuhe schieben. Dann würde ich keine zwei Jahre fizzen und wenn ich wieder raustüme, würde er mich bei der Polizei beschäftigen. Ich sah, daß wir verraten und verkauft waren, weil man alles bei Neumann gefunden hatte. Ich wollte daher alles jo sagen, wie es fich in Wirklichkeit alles abgespielt hatte. Den Kriminaltommiffar Koppenhöfer beschuldigt Boege wetter, daß er dauernd versucht habe, die fommunistischen Führer gegen den Verhafteten auszuspielen mit dem Hinweis, daß die Führer anders lebten, wie die Arbeiter. Ich habe gelogen, wie ich es ein willenloses Werkzeug der Polizei geworden und habe nur aus offen zugebe, aber nur infolge der geistigen Tortur. Ich war Notwehr gelogen, um die Gelüfte der Polizei zu befriedigen. Meine Ungaben bei der Polizei stammen aus der Broschüre, die vom Vorwärts"-Berlag herausgegeben worden ist, die ich von Polizeioberwachtmeister Link erhalten habe. Ju meiner Ungit habe ich von den verschiedenen Tellen der Broschüre Abschriften angefertigt und sie Koppenhöfer einmal als angebliche Befun. dungen von mir gegeben. Wir haben auch niemals von einer Tichefa gesprochen, sondern Koppenhöfer hat uns so getauft. Auch bei meiner Vernehmung von Landgerichtsrat Bühner bin ich dann bei den falschen Aussagen geblieben, weil Koppenhöfer mir noch weiter gefagt hatte, ich jolle ja nicht umlippen. Ich habe es bann mir für diehauptverhandlung vorbehalten, diesem Herrn die Maske herunterzureißen. Auch der Untersuchungsrichter Bogt hat mir ein Referat über die Undankbarkeit der KPD. gegenüber ihren Leuten gehalten. Es tam vor allen Dingen darauf an, den Russen zu überführen, der uns ins Feuer geschicht hat. Bogt be zeichnete maslom als einen Judenjungen.( In steigender Cr regung.) Ich will nicht von den Arbeitern als Lump betrachtet werden. Ich habe damals in diefem Zuffand dem Stoblewifi Sachen ins Geficht geschleudert, die ich heute nicht wiederholen möchte. Ich habe auch gefagt, daß ich ihn als Helmuth" tenne. 3ch war eben auf dem besten Wege, ein Polizeispiel zu werden, aber ich habe den Weg zur Arbeiterschaft zurüdgefunden. Ich gebe mich nicht zum& ronzeugen gegen die KPD. her.( Bereinzelte Branorufe im Zuhörerraum.) Borf.: Sie haben doch aber ganz andere Angaben gemacht, mar denn das nun alles Schwindel? Boege: Jawohl. Borf.: Sagen Sie mal, sollen wir Ihnen das alles wirklich glauben? Darauf erklärt Poege weiter: Als ich mir die Bersprechun gen der Polizei schriftlich bestätigen lassen mollie, fagte Roppenhöfer, das gehe nicht, denn das wäre ein Romplott. Aber er werde schon für mich sorgen, vor allen Dingen werde er lehen, daß der Prozeß in Württemberg stattfinde, damit man Cinfluß auf die Verhandlung gewinnen lönne. In Leipzig habe ich dann dem Offizialverteidiger, Dr. Goldstein, der zweimal bei mir war, von den Bersprechungen der Polizei erzählt Hierauf wurde der Offizialverteidiger Neumanns, R.-A. Dr. Goldstein- Ceipzig. als Zeuge vernommen. Er befundet, daß Boege ihm seinerzeit mit geteilt habe, er hätte seine Befunbungen bei der Stuttgarter Bolizei predungen gegeben habe. Er habe aber niemals erflärt, daß unter einem gewiffen Drud gemacht, meil man ihm Ber er diese Bekundungen widerrufen wolle, well fie falsch felen. Borf: Boege, warum haben Sie sich Ihrem Berteidiger denn nicht anvertraut? Poege: Weil ich fein großes Bertrauen zu bem Dffizialverteidiger hatte. R.-A. Dr. Goldstein: Boege fagte fogar, er fel aus der SPD. ausgestoßen und nehme auf teinen Fall einen tommunistischen Berteidiger. Er wollte außerdem das, was er von der Partei wiffe, noch in einem Arlifel veröffentlichen, wobei ich ihn noch unterstüßen folite Als bann mit einemmal seine Frau einen anderen Ber teibiger befchaffte, mar er noch sehr erstaunt darüber, weil er fich gar nicht erflären fonnte, woher fie die Mittel hatte, und sprach die Bermutung aus, daß die Partei ihn wohl doch noch unterfügte. 2 Als feitens des Reichsanwalts weitere Fragen an Dr. Goldstein gerichtet werden sollen, wird zunächst die Frage aufgeworfen, in mieweit dieser von seinem früheren Mandanten Boege von der Nach einer mtsverschwiegenheit entbunden worden ist. Rüdsprache mit dem jezigen Berteidiger tritt eine furze Pause ein. Nach Wiederaufnahme der Berhandlung wurde festgestellt, daß Boege Dr. Goldstein bezüglich anderer Aeußerungen von der Amts verschwiegenheit nicht entbindet, so daß damit die Zeugenvernehmung des Anwaltes beendet ist. 1 Dann wurde in der Bernehmung Boeges fortgefahren, und zwar wurden zunächst noch einmal die Einzelheiten des Atten. tatsplanes auf Seedt erörtert. Boege bleibt dabei, daß er nicht an die Ernsthaftigkeit des Unternehmens geglaubt habe, worauf ihm der Borsitzende vorhält, daß er früher die Schuld an dem Scheitern des Unternehmens lediglich dem Eintritt des Frostwetters zugeschrieben habe. Diese Protokolle Poeges deden fidh im wefentlichen mit denen Neumanns. zeigend)? Bors.: Poege, ist es nun elmuth"( auf Stoblewski Voege: Nein, ich habe Helmuth" nur ganz flüchtig gefehen und weiß es nicht. Auf Befragen des Rechtsanwaltes Dr. Wolf erklärt Boege dann weiter, er misse, daß einen Spigel erledigen in der Partei bedeute, daß die Photographie des Betreffenden durch den Nachrichtendienst verbreitet werde, daß er aus der Partei ausgeschlossen wurde und daß man ihn in der Parteipreffe brandmartie. Borf.: Sollte er auch getötet werden? Poege: Nein. Landgerichtsrat Flögel: Im Falle Seedt haben Sie aber erflärt, daß Erledigen Zöten bedeute. Boege: Weil Neumann fagte, er molle Seedt herunterschießen. Rede, die auf Anraten von Margies für die Gruppe beschafft wur. Weiter ift in dem Protokoll von den Sprengstoffen die fißende läßt den Angeklagten Mayer aufstehen und Boege beden, und zwar sollten fie von Albert" stammen. Der Vortätigt, daß er diesen als„ Albert" fennengelernt habe. Ferner heißt es in dem Brotokoll, es bestand die Absicht, die Sprengstoffe und das Gift gegen solche Personen anzuwenden, die beseitigt werden sollten. Zum Schluß gab es eine lange Auseinandersetzung über dic von Neumann angewandte Berpflichtungsformel bei Auf. nahme von Gruppenmitgliedern, wobei Neumann schließlich bestimmit erklärt, daß die Berpflichtung auf die Bartei erfolgt sei. Er erinnere fich dessen ganz genau. Gegen 5 Uhr abends wurde die Berhandlung auf Freitag früh 9 Uhr vertagt Donnerstag ist sizungsfrei. mit Ihrem Weihnachtskuchen wird Ihnen gezeigt haben, dass Mondamin- Backpulver das Backpulver für jeden Kuchen ist. Und wenn Ihre Kleinen Geburtstag haben, wenn eine Familienfestlichkeit ist oder wenn Sie zum Sonntag etwas backen, dann nehmen Sie also wieder Mondamin- Backpulver. Ihr Kuchen wird dann genau so gut, wie es der Weihnachts- Kuchen war, durch das einwandfreie MONDAMIN- BACKPULVER ohne Pulvergeschmack Voaaerstag 1H. Jebruar 1925 Mnterkaltun ?m unerlösten Köln. Don Wilhelm von Koellen. Einer der Forschungereisenden, die von großen Berliner Zei> tungen ab und zu in das unbekannte Innere der besejjteu Gebiete entsandt werden, hat jüngst in seinem Blatte den Patriotismus der Lölner gepriesen. Wir wollen dos hingehen lassen, aber am meisten ist her Kolner doch Lokalpatriot. Nicht erst, seitdem� in allen Zei> vorzugten wohnen, sehr eng. Schon der linksrheinische, seit mehr als einem Menschenaller eingemeindete Vorort Nippes gilt ihm als ..Ausland'. Die Bewohner des rechtsrheinischen Deutz, ebenfalls seit nahezu 40 Jahren eingemeindet, werden sich noch in Jahrhunderten nicht zu ebenbürtigen Kölnern emporentwickeln können. Weiter landeinwärts hört jede Diskussionsmöglichdeit über Gleichstellung mit einem echten Kölner aus. Ein längerer Ausenthalt in Berlin wird beinahe schon als Deportation empfunden. Daß noch weiter östlich ebenfalls Menschen wohnen, hat man zwar in der Geographiestund« gelernt, ober es gehört nicht zu den Glaubensartikeln, die man un. bedingt als wahr hinnehmen muß. Diese» Köln ist seit nun 6 Jahren britisch besetzt. In Pommern und anderen schwarzweißroten Gefilden, wo die wirklichen notio. nalen Deutschen wohnen, würden die Einwohner, insbesondere«in hoher Adel, au» Anlaß solcher nationalen Schmach sicherlich in all der Zeit in grauen Gewändern, mit gramzerfurchten Zügen, mit zornsprühenden blauen Augen und bei Fasten und Beten dem Rachetag der Befreiung entgegengeharrt haben. So sind nun unser, Kdlner nicht. Sie hallen e», auch gegenüber den Briten, mit der alt«n Weishell«ins» Karnevalsliedes'. Un dann muß do denk« Wie d'r Goldschmiedsjung, Da diu sich nicht zänke, Dä zeigte bloß de Zung. Und wenn einer der östlichen, wie gesagt allein echten, Deutschen in svtanen ernsten Zeiten«inen Kölner ob besten Mangel an natio- naler Würde zur Red« stellen wollte, so würde er vermutlich mit einem anderen Karneoalsliede ausgesungen werden: Nu sei vergnög un mal sei drop, Rag dich net op; rag dich net opl chossen wir. nicht mit einem Landesverratsprozeß bedacht zu werdtn. wenn wir der Welt nicht länger verschweigen, daß sich die Kölner leider nicht täglich mit der Sorge quälen, wann endlich eine hohe.nationale' Reichsregierung in Berlin sie von den englischen Truppen befreien wird. Köln hat es für einige Wochen aufge- geben, sich mit den Mißtönen in all den alliierten und nicht alliier- t»n Raten zu beschäftigen und singt und tanzt dafür nach Noten, wo noch«in paar Groschen und ein paar ganze Stiefelsohlen vor- Händen sind. Welch«in Sieg! Der elf Jahre niedergehaltene Kar- neval hat all« Dämm« zerrissen, die man gegen ihn aufrichtete, und hat alle» mll fortgespüll: Polizeipräsidenten und Oberbürgermeister. Reichskanzler und Außenminister, evangelische Superintendenten und Jungfrauenverein«. Und dies just an jenem 10. Januar, als Köln nicht geräumt wurde und besagte östliche Deutsch« die Kölner am Nebsten mll gepanzerten Fäusten gesehen hallen. In letzte? Stund« wollte«ine hohe Kölner Behörde den Karneval am„Trauer- tag' durch Sperrung der städtischen Säle für Karnevalsgesellschaiten oerhindern. Da wurden die.Rarren' ernst: sie liefen zum Gericht. und« gibt im Karneval noch Richter in Köln: die Stadt SUJJfA*"�urteilt! Frei liegen den Karneoalsgesellschasten die surdtilchen Säle. Triumph de» Prinzen Karneval! 25 �«rrnnchi, die er nach d«m System d' Kölner«tadtioldaten mll Llechmützen und Zövfen mobili der allen Ken und Zöpfen mobilisiert, ist -_.. V■-ien*; Infanterie, Artillerie und -oallen«. und dazu auch die Morketenderin, die„Funken-Mari«'. Und da» mllten fm besehen SebietI Uniformiert, bewaffnet mll Büchsen und Böllern. Noch fühll sich England nicht bedroht. Indes wer kann wisten, ob nicht nun die Kontrollkommission vorgeht, wenn der.Dorwärts' da« militärische Geheimnis in alle Well schreU. Ueberhaupt ist der ganze Miillarismu» stadtkölnischer Prägung wieder aufgewacht. Zwar singt man nicht da, Ehrhardt-Lied und den chlller. Marsch— die sind den Rheinländern so sremd wie die Nationalgesänge der Botokuden— aber man huldigt der alten Arme« durch das jell Jahrzehnten in Köln ehrwürdige Lied: Es war einmal— ein treuer chusar, Der liebt sein Mädchen—«in ganzes Jahr! Ein ganze» Jahr— und noch viel mehr! Di« Liebe na— ha— ham kein Ende mehr! aufgeboten: Rot« und blaue Ka«" M Wie man schon aus der Treue dieses kölnischen chusaren ersehen mag, ist Köln eine fromme, nach Heinrich Heine sogar eine heilige Siadt. Der evangelischen Geistlichkeit, die allerdings meist aus dem Osten stammt, ist diese Flömmigkeit noch nicht genügend bekannt: sie wird freilich auch äußerhalb der Kirchen nicht sehr aufdringlich zur Schau getragen. Darum glauben jene evangelischen Kanzel- rcdner vor dem Karneval warnen zu müssen. Ihre katholische Kon- kurrenz hält es mehr mit der Realpolitik und jagt keinen Illusionen nach. Es genügt ihr, wenn ihren Gläubigen zwischen den Karnevals. sitzungen Zeit genug bleibt, um hie und da mll Anstand eine Meste zu besuchen. Der Herr Erzbischof von Köln weiß.�daß weniger der all« gute Karneval als vielmehr der neuzeitlich« Sport den Teufel auf die christliche Seele los läßt. Er bat daber die Karneoalszeit durch einen Erlaß bereichert, der vor allem gebietet, daß das Tur- Das Sand. .Fühle, wa« die» Herz empfinde� Reiche frei mir deine Hand, Und das Band, das un» verbindek, 5ei kein schwaches Rosendand!(«oeche.) nen— nicht das Tanzen!— nach Geschlechtern getrennt aeschehen muß. Das gill auch schon für die Kleinen. Lastet die Kindlein zu mir kommen'— indes hübsch geordnet nach Röcklein und Höskeinl: „Das Turnen muß nach Geschlechtern getrennt geschehen, und der Turnunterricht muß von Lehrkräften des gleichen Geschlecht» wie die Turnenden erteill werden. Badeonzug beim Turnunterricht ist für Knaben wie für Mädchen nicht zu dulden. Racktübungen jeglicher Art sind zu ver- Hallen oder aus Plätzen veranstallet werden, wo die O e f> fentl ich teil ausgeschlossen ist.— Schauturnen und Wettkämpfe der Mädchen und Frauen sind abzulehnen: sie wecken zumeist ganz unwelbliche Art. Diese Ablehnung gill auch für Veranstaltungen innerhalb von Vereinen.' Also der Herr Erzbischof! Man wird zugeben, daß der Kölner Erzbischof noch reichlich mll der genügenden Bekleidung der Turner, Sportler und Schwim- mer zu tun haben wird, bis er die Zeit finden kann, um zu unter- suchen, ob etwa auch alles Karnevalistische wahrhast christlich sei. Einstweilen sind die leuchtenden Borbilder der Kölner Jugend glück- licherweise nicht Rohlinge wie Körner und Breitensträter.~sondern alkoholisch gut imprägnierte alte Karnevalisten. Ihre Heldenporträt» der Roman einer Ehe. � von Iwan Heilbvl. (Schluß.) .Weißt du auch, was du tust?' fragte ich sie..Du machst mich wieder zum Kinde. Kann Ich noch anders gehen als an deiner Hand? Ich dm wie dein Kind.— Nicht» liebt« sie so sehr zu hören wie diese letzten Wort«: Ich bin wie dein Kind.—„Sage doch: Ich bin dein Kind, gab sie zurück, und es war ihr kein Scherz, in ihren Augen war da» Leuchten, und sie fuhr mit ihren großen, weißen Händen durch mein Haar. .Wann werd« ich �Mutter sein?' sagte sie einmal:»wie lang« muß ich noch warten?' Wir saßen nebeneinander und schwiegen. Sie begann von neuem:.Sage mir. wann du mich heiraten willst. Warum klopft dir dem Herz so laut? Bist du erschrocken?'— Laß. Ich muß lernen. Lieb«.' entgegnete ich,.wir wollen'««in andere. Mal besprechen.' Di« Wahrheit war aber so. daß mir in diesen Augenblicken die Einsicht gekommen war, die mir das Herz stocken ließ. Mein Herz war voll Angst und Sorge um die Zerbrechlichkeit der Lieb«. Zum erstenmal war mir da der Gedanke gekommen, es könnte einmal zu Ende sfin. Inzwischen hatte ich den Doktorgrad erreicht. Unserer ehelichen Verbindung stand wirklich nicht, mehr tm Wege— nur mein Miß- trauen: Wenn wir verbunden sind. lSsen wir uns voneinander. Ich fühll« damals schon deutlicher, wa» es denn eigentlich war. was mich vor unserer Zukunft- verzweifeln machte— ober ich wollte mir da» selber nicht eingestehen. Denn es erschien mir wie ein Verbrechen gegen die Frau, die mir niemal» das letzte Ziel aller 'brer Gedanken oerborgen hatte, einen Dorfatz. der den ihren durch- �uzt«. in mir zu befestigen. vor drei Jahren haben wir einander geheiratet. Ich war da- wol, 2# Hahr« gch hak» mich entfchlosten. gegen den Willen der leisen Stimme in mir, die» zu tun— ich mußte sonst fürchten, sie und gor. für immer, zu verlleren... den einzigen Menschen. an den ich gebunden war. Sie wisten nicht, wie wunderbar einem -•«nichen von meiner Art zu Mute sein mußte, wenn er begriff. ? e n vkensch,{fn vollkommener, schöner Mensch(ich sag«:«In gesegneter Mensch, nicht ein Krüppel) so eng sich an ihn schmiegte; I daß er ihn gewonnen halte für seinen unruhigen Glauben an sich und sein Glück. Wenn Sie wisten wollen, wie wir das erst« Jahr unserer Ehe und«ine gewisse Zeit darüber, zusammenlebten, empfehle ich Ihnen, an da» Gespräch zu denken, das wir an jenem Norsrühlingsmorgen auf der Bank im Park miteinander führten. Ihr Träumen, Denken, Reden und Handeln war: das Kind, das sie empfangen wollte. Sic besinnen sich noch auf meine Entgegnung? Achten Sie auf die De- gründung— Sie wissen noch, was ich sagte?— Es kann nicht sein, sagt« ich damals, weil meine Praxis zu dürftig ist. Es ist eine Frag« der Existenz.— Auf dies Gespräch im Part besinn« ich mich so gut aus zweierlei Grund: Einmal, weil wir diesen Part vorher noch niemals besucht hatten— ein neuer Eindnick. der sich dem Auge milleilt, hält die Erinnerung auch an den Laut, gleich- zeitig vernommen, an jedes Wort, an jede Bewegung wach. Aber noch au» anderem Grunde wird mich dies Gespräch unvergeßlich begleiten: An jenem Tage leistete ich den letzten Widerstand. Im Anfang des folgenden Jahres wurde sie Mutter eines Mädchens. Sie sind sehr verwundert. Sie können sich nicht deuten, was die Ursache de« elenden Zustandes ist, in dem ich vor Ihnen er- scheine. Im Anfang meiner Geschichte haben Sie ohne Zweifel ver- mutet, Kinderlosigkeit unserer Ehe Unterminiere sie. Sie sehen sich m Ihrer Vermutung getäuscht. Was Ihnen jetzt zu denken übrig bleibt, wäre zuerst die Annahme, ein anderer könnte der Vater des Kindes sein. Falsch geraten, mein Lieber. Klara hat mich gezwungen, mir selber, mit meinen eigenen Händen, das Grab memes Glück, auszuwerfen. Haha. Sie verstehen mich wieder nichi. Aber wie ist das einfqch. Bor allem bitte ich Sie, mir auf» Wrt zu glauben, daß ich während der ersten eineinhalb Jahre unserer Ehe mit einer bestön. digen Lüge auf meiner Zunge gelabt hob«, nämlich mit jener Be- hauptung: die dürftige Praxis gebiete uns, zu entsagen. Das war mein Dorwand. In Wahrheit fürchtet« ich ganz ander«,. Meine Furcht vor dem Zusammenleben mll Ihr hatte Ich inzwischen selber verstanden. Was mich bedrohte, war—. Aber ich bin nun in der Loge, zu beweisen, daß diese Ahnung kein Schaum einer hyp». chondrlschen Seele war. Ich habe die Kastabücher gefälscht, aber ich konnte den Mutterwillen nicht hemmen, ich konnte dies Kind zum Leben nicht hindern. Und es geschah also, mein Herr Was bin ich ihr? Was bin ich ihr denn? Sie ist für mich noch immer«in Wunder, heute wie gestern, morgen wie heut». Die Settag» öes vorwärts veröffenilicht, mit Narrenmützen und Narrenorden, das offizielle Fest buch der„Großen Kölner K a r n e v a l s- G« s el l- ch a s t'. Wir finden dort einen narrenbemützten alten Herrn mit olgender Mahnung: Peter Josef Elkemann. Vizepräsident und Mitbegründer der GKKG.. 2 in hohen Alter von über 80 Jahren noch aktiv, bietet er unserer heranwachsenden Jugend ein leuchtendes Vorbild! .Aktiv' im Singen und Schunkeln,.aktiv' im Trinken und Tanzen,.aktiv' in allen Tugenden des Karnevals, verhülle dein Haupt mit der Toga, du altes Rom. Wo hättest du je Helden her- vorgebracht von der edlen Art deiner Tochter am Rhein, der zwei- tausendjährigen Colania!... Nun ja, es gibt auch Nachtseiten. Di« Arbeitslosigkeit ist großer als überall. Sie steigt wieder— fällt freilich im Gastwirtsgewerbc. Aber heucheln wir nicht. Auch wenn unser Kölner Parieibiatt in Sachen Karneval mehr aus der Seite der evangelischen Pastoren ficht als auf der des duldsamen Erzbischos»: die.Massen', auch unsere, sind bis zum Aschermittwoch nicht recht prinzipienfest. Tragt'» ihnen nicht nach, ihr Schwarzweißroten, ihr Stahlhelmleutc, ihr Ludendorffer. In Köln gedeiht nun einmal der Fanatismus nicht. Nie und auf keinem Gebiete. Und die Lieder der Narren können für den, der in all seiner Vernunft demütig ist, manchmal mehr Trost bringen als ein schlecht gesungene» Kirchenlied. Welch ein« Lebenskrast in diesem Köln, welch ein sieghaftes Lachen über diese hochmütige und doch so alberne Well, welch ein selbstverständ- llcher Glaube, daß sich doch alles wieder einrenken wird:.Et hält noch immer, immer, immer god gegange, un et wchd ald Widder god gönn...' Stammle die alle Kultur ZNexiko» und Peru» au» China? Dies« Frage ist schon aufgeworfen und teil» bejaht, teils verneint worden. Gewisse Zusammenhänge schienen vorzuliegen, aber diese waren zu schwach, um als stritie Beweise zu gelten. Es ist ober ganz unwahrscheinlich, daß bei der entwickellen Schisfahrt de» alten China niemals Seefahrer nach Amerika gekommen sein sollten. Nicht als Entdecker, aber als Verschlagene. Hatte ein Sturm einmal eine Dschunke nach Osten geworfen, au» dem üblichen Kurs heraus, so kam sie In die Trift des Äuruschiwo, des ostasiatischen Golfftroms, und dann war es eigentlich sicher, daß die Leute, wenn sie nicht vorher ertranken oder verhungerten, nach Amerika kommen mußten. Im Jahre 1873 veröffentlichte die.Overland Monthlq', eine Monatsschrift in San Franziska, die Zusammenstellung von zehn einwandfreien Fällen, in denen japanische Schisse an die Küste von Nordamerika geworfen worden waren: zehn Fälle in siebzig Jahren. Da lesen wir: 180? ein japanische Dschunke bei Sitta gescheitert: 1813 eine große Barke mit drei noch lebende» Japanern bei den Charlotte-Inseln geborgen: 1833 mehrere schiffbrüchige Japaner am Kap Flottery(Washington) von Indianern ermordet oder zu SNa- oen gemacht: später eine japanische Dschunke, mit Wachs beladen, an der Mündung des Columbiaslusse» gestrandet: 1853 Dschunke mit jroäst lebenden Japanern nach dreimonatiger Jrriahrt nach Kali- fornien gekommen, usw. Zehn Fälle in siebzig Iahren: diesmal stets Japaner, denn China schlief damals. Da kann man sicher an- nehmen, daß früher auch Chinesen, Siamesen und andere Inder an die Westküste Amerikas pespüll worden find. Es waren einfache Schiffer, ohne Priester, die Propaganda inachen wollten, ohne feu- dale Führer, die für ihren König Land eroberten, ohne Geiehrie. Techniker u. dgl.. aber praktische Leute, die einen aus dem Norden. die anderen aus dem Süden, manche vielleicht aus dem Innern Chinas stammend. Dos erklärt wohl die Eigenart. Es wurde kciue Kultur als Ganzes übertragen, sondern au» vereinzelten kleinen Spritzern der Bestcdclttng, nur hier und da ergab sich allgemach etwas Neues. Dr. M. Eine.vernichlende" Kritik. In der„Possischen Zeitung' mar im Sommer des Jahres 1784 folgende Kritik zu lesei:„In Wahrheit wieder einmal ein Produkt, das unseren Zellen Schande macht. Mit welcher Stirn kann ein Mensch doch solchen Unsinn schreiben nnd drucken lassen, und wie muh es in dessen Kopf und Herz aussehen. der solche Geburten seines Geistcs m'it Wohlgefallen betrachten kann! — Doch wir wollen nicht deklamieren. Wer 1S7 Sellen voll ekel- hafter Wiederholungen gotteslästerlicher Ausdrücke, wo ein Geck um «in dummes asfektiertes Mädchen mit der Vorsicht rechtet, und vol! trösten pöbelhaften Witzes oder unverständlichen Galimathia» durchlesen kann und mag— der prüfe selbst. So schreiben heißt Geschmack und gesunde Kritik mit Füßen treten: und darin hat denn der De: fasser sich diesmal selbst übertrofscn. Ans einigen Szenen hätte was werden können, aber alles, was dieser Berfaster angreist, wird unter seinen Händen zu Schaum und Blase.'— Der Name des so verrissenen Autor» war— Friedrich Schiller und da».Produkt, das unseren Zetten Schande macht', führte den Titel«Kabale und Lieb«'! ein Mensch, der jeden Morgen die Sonikb liebt, inbrünstiger noch von Tag zu Tag— so bin ich: wie ein Musiker, der seinen Akkord nie müde wird, erklingen zu lassen. Was bin ich ihr? Der Vater ihres Kindes— nein, auch das nicht, ich war das einmal. Trink«» Sie doch, warum trinken Sie nicht? Sie sitzt am Wag-?» und blickt hinein, aus die schlafenden Augen blickt sie. und wenn es erwacht, gibt sie dem Kinde alle zärtlichen Namen. Sie sährt den kleinen weißen Wagen hinaus, durch die Straßen— ich Heise ihr nicht, ihn hinabzutragen, sie tut e» allein. Mag sie Ihr Kind be- hüten, wie andere Frauen es tun. mag sie es lieben wie andere Frauen... aber was bin denn ich, was bin ich ihr denn, habe ich oft gefragt. Sieht sie mich denn, wenn ich beim Kinde in ihrer Stube bin? Mir ist wie einem Dater nicht einmal zu Mute. Sie hat es von mir empfangen, aber sie hat es verwandelt nach ihrem Belieben und hat mich verachtet. Sie hat über mich gelacht, wenn ich mich in dem Glauben verlor, sie riefe nach mir. Und sie lehrt die« Kind, da» sie Zeit ihres Lebens gerufen hat. vielleicht schon jctzt, über den Dater zu lachen. Könnte ich ihm nur hinübcrhelse» m das Nichts, wo es vor zwet Jahren noch schlummerte... viel- leicht könnte mir das wieder zu einer fragmentarischen Bedcuttinn verhelfen. Zu Hause sitze Ich wie ein Büßer, ich beklage mich nicht, aber e- wird nicht bester darum. Wenn ich e« nicht länger ertragen kann, renne ich fort und stürze mir Wein aus das wütende Herz. Das brennt leer, für eine Nacht. Ich liege da wie am Nordpol im im Ei», ohne Traum. Ich bin jetzt durchaus nicht unglücklich mein Herr, der Morgen ist das Furchtbare in meine," Leben, und der Nachmittag. Und die Nacht, wenn man aus einem xraum erwacht, und die Stille hört, die undurchbrochen bleibt— heute, morgen, in Ewigkeit. Sie wissen, ich habe oftmals den Tod gesehen. Ich habe mich uberz-ugt von ihm von Gesicht zu Gestcht: Wir werden zum Leben geboren, um dem Tod übergeben zu werden. Ich find« diesen Gc- Danten erträglich. Trinken Sie doch, mein Herr. Daß ober die Lieb«, die unser kleines Wesen so möchtig bewegt und hebt und adelt— daß diese Liebe in der Erfüllung eines alten Gesetze». In der Befriedigung de» Befehls der Geschlechter wie do« Plärren von unzufriedenen Buben und da» Lallen Betrunkener sterben kann... do» find« ich so erbärmlich, mein Herr, daß ich nicht weiß, wle ich es dem Schöpfer, der da» in unsere Ratur gegeben hat. ver. zeihen soll.'.. Allent Freunden die traurige Rach richt, daß mein lieber Mann, unser der Zimmermann Bater, Schwieger- und Großpater, 87: 8 Oskar Sander im 76 Lebensjahre verstorben ift Die Einäscherung findet Freitag, den 20. februar, vormittags 11 Uhr, in Baumschulenweg, ftatt Die trauernden Hinterbliebenen. Theater, Lichtspiele usw. Circus BUSCh Tägl.7, Stgs. a. 3U Der große Circus- Spielplan Ein Sportereignis!! Gastspiel Kommissionsrat Driha Drimmer& Halpern DRIHA Cabel HAUSER Möbelhäuser Elfaffer Straße 37 nahe Dranienburger Tor Brunnen Straße 33 nahe ber Invalidenstraße AlbertSchumann Unsere Sonder- Angebote Hobe a., Mephisto 9U.Das romantische Manegewerk Staats- Theater Lessing- Theater Lady Hamilton Opernhaus 6 Uhr: Walküre Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: Zar und Zimmermann Schauspielhaus 7 Uhr: Paust. I. 8 Indipohdi von Gerhart Hauptmann Schiller Theater Kleines Th. 22: Uas Fest der Handwerker( iuten Täglich 8 Uhr: in Paula Busch de Hauptrolle Sehau der Manege- Wunder! Feenhafte Ausstattg. 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Februar 1925 Nachdruck verboten In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 Mk. gezogen. 4 Gewinne 5000. 48735 81492 113195 300916 2 Gewinne zu 3000 2. 108294 130013 8 Gewinne zu 2000 m. 2623 215437 265261 8 Gewinne zu 1000 2. 20420 30-88 90438 112230 134766 102459 174142 218259 34 Gewinne zu 500 2. 9314 12979 19832 28517 33960 43231 64415 74699 76672 91648 94622 117323 122285 132549 138028 145982 161257 167329 167649 172577 184631 200778 203936 212045 226951 230923 240894 2546 5 277284 280202 280833 285923 294560 305962 82 Gewinne zu 300 k. 7129 11755 12474 18323 14459 16368 17033 19650 20447 24291 25094 29018 36206 42819 47579 50624 56788 63927 67378 71473 76364 78965 82597 84386 85312 86569 90009 101837 104459 106266 110669 112843 115246 117213 117677 120895 121057 127554 117822 133 58 135187 139200 145164 153930 154515 168690 180137 182197 187330 187454 189984 194289 205678 209704 212604 213445 214731 223683 225+ 30 228147 236200 238010 238032 246145 2512 32 2 2870 253412 2542: 5 254596 260206 270940 276676 282203 253346 297527 297699 300174 300583 303853 304918 318154 Haben Sie Rheuma Verkäufe Moebel- Boebel, Dzanienstraße 58( o rikolas), Fabritgebäude. 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