Nr.86+42. Jahrgang Ausgabe A nr. 44 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Pfennig, monatlich 3. Reichsmart noraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Sitauen. Suremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts" mit der Sonntags beilage Boll und Reit" mit„ Gied Yung und Kleingarten" fomie der Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal, Telegramm- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltige Nonpareille. zeile 70 Pfennig. Reklamezeile 4. Reichsmark. Aleine Anzeigen", das fettgedruďte Wort 20 Pfennig ( zulässig zwei fettgebrudte Borte). jebes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengefuche das erste Wort 10 Pfennig, jedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buch.. staben zählen für zwei Worte: Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags int Sauptgeschäft, Berlin GW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet," von 9 2hr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 250G6-2507 Freitag, den 20. Februar 1925 Gewerkschaften und Steuerfrage. Wie der Bürgerblock regiert. Die Spitzenverbände der drei gewerkschaftlichen Organisationen übermitteln uns folgende Kundgebung: Die steuerliche Belastung der breiten Massen schreitet von Monat zu Monat weiter fort. An Lohn- und Gehaltssteuer mur den im Monat März des vorigen Jahres 71 Goldmillionen Mart erhoben. Im Juni waren es schon 96 Millionen, im Oktober 114, im November 119, im Dezember des vorigen Jahres und im Ia nuar 1925 find es jezt 126 Goldmillionen Mark gewesen! Wie con uns vorausgejagt, ist die Erhöhung des steuerfreien LohnLeirages von 50 auf 60 M. monatlich an den Reichseinnahmen Spurlos vorübergegangen. Die Umsatzsteuer hat im Januar den ungeheuren Ertrag von über 200 Millionen Goldmark ergeben. Die 3olleinnahmen in Höhe von 52 Millionen Marf für den jüngst vergangenen Monat find rund 30 Proz. der veranschlagten Jahreseinnahme! Der Reichsregierung ist ihre Liebesgabenpolitik zugunsten der Ruhrindustriellen nur durch eine beispiellose und ohne jede soziale Rücksicht vorge nommene Belastung der breiten Massen des Boffes möglich geworden. Jetzt hat die Reichsregierung durch fieben neue Gesetzesvorlagen die Steuerreform" angekündigt. Eine Durchprüfung der Entwürfe ergibt, daß fie auf eine ffandalöse Begünstigung des Besizes abzielen. Man spricht von einer sogenannten vereinfachten Veranlagung für die Einkommen- und Vermögens. steuern, die Staffetung soll für die großen Vermögen und Einfünfte günstiger werden als bisher, die Befißbewer tung der Landwirtschaft möchte man durch ein beson ders landwirtefreundliches Organ vornehmen, die Rapital Berkehrssteuern werden auf den Friedensstand herabgedrückt, die Erbschaftssteuer bleibt in ihrer vollen Lückenhaftigkeit bestehen, das sind die Steuerreformpläne der Regierung! Soweit zu ihnen bisher schon die Begründungen gegeben worden sind, strogen sie von Entschuldigungen darüber, daß den Besitzenden im vergangenen Jahr eigentlich zu viel Steuern abgenommen worden seien, obwohl unbestreitbar feststeht, daß die Besitzsteuern in erheblichem Umfange auf die breite Masse abgewälzt wurden. Die Regierung wagt es, den Arbeitnehmern als ein Bige Erleichterung ihrer steuerlichen Last anzubieten, daß derjenige, der mehr als vier Kinder ernähren muß, für das fünfte und jedes weitere Rind in Zukunft 2 Broz. statt 1 Broz. in feiner Steuerrechnung einsetzen darf. Da die Regierung in ihren Entwürfen und auch bei deren Begründung nicht einmal von einer erabießung der Umsagsteuer gesprochen hat, so ist anzunehmen, daß sie glaubt, durch späteres Entgegentommen auf diesem Gebiet den Volksprotest ablenken zu können. Die gewerkschaftlichen Spizenverbände erheben hiermit Iau ten Protest gegen diese Steuerreform zugunsten der Besitzenden. Sie verlangen schon heute, daß die Reichsregierung endlich ausfpricht, wie fie die Mehrkosten für die von vielen Barteien verlangte erhöhte Auswertung aufzubringen gedenkt. Der Finanz aus gleich mit den Ländern besteht aus einem Provisorium, das in sechs Wochen abläuft. Die Reichsregierung bringt es fertig, dennoch zu schweigen. Wir müssen die Regierung daran erinnern, daß das auch von ihr anerkannte Dawes Gutachten die Art der notwendigen Steuerreform flar umrissen hat. Dort heißt es, daß die reicheren Klassen in Deutschland in den letzten Jahren von dem in Kraft befindlichen Steuersystem nicht in angemessener Weise erfaßt worden sind, weder in einem Maße, das sich mit Rücksicht auf die Besteuerung der arbeitenden klaffen rechtfertigen würde, noch in einem Maße, das mit der Belastung der reicheren Klaffe in anderen Ländern vergleichbar wäre." Wo bleibt die Versteuerung der Inflationsgewinne? Wann beginnt die Rückzahlung der Ruhrverdienfte? Es muß die Lohnsteuer weitgehend erleichtert werden! Die gemertschaftlichen Spitzenverbände haben ihre Stellung zur deutschen Steuergesetzgebung schon einmal ausführlich begründet. Diese Verhandlungsergebnisse sind auch dem damaligen Finanzminister und augenblicklichen Reichskanzler, Herrn Dr. Luther, übermittelt worden. Das gleiche geschah im Zusammenhang mit dem Sachverständigengutachten. Damals ist betont worden, daß die Gewerkschaften nicht zulaffen Lönnten, daß die reicheren Klaf en Deutschlands fich etwa nur deswegen den Vorschlägen fremder Mächte unterwarfen, weil sie glauben, bei der Verteilung der Kosten im Innern ſtart genug zu sein, um sie auf andere abzuwälzen. Wir verlangen von der Reichsregierung eine Steuerpolitit, die nicht zuerst den Bedürfnissen der Besitzenden, der Induſtriekönige und Agrarier, sondern den Lebensnotwendigkeiten der breiten Maffe des Boltes entspricht. Linie mit der Schußzzollpolotit, die von der deutschen Schwerindustrie Die Steuerpolitit, wie fie jest getrieben wird, liegt auf einer bei den Handelsvertragsverhandlungen immer sichtbarer durchgesetzt, von einer fleinen aber mächtigen Schicht der Großgrundbefizer gedeckt und durch die verarbeitende Induſtrie, die heute in einem Hörigkeitsverhältnis zu den Rohstoffbeherrschern lebt, geduldet wird. Wirtschaftlicher Unverstand und politische Reattion vereinigten sich, um die Konsumkraft der Arbeiter, Angeftellten und Beamten, der breiten Masse des Boltes, das legte Fundament unserer Wirtschaft, zu untergraben. Wir fordern unsere Mitglieder auf, zur Abwehr zu rüsten! Die Bundesvorstände des ADGB., der AfA. und des ADB. Die Ruhrdebatte. Die Berteidigung der Regierung vor dem Reichstag. Heute morgen wird der Reichstag über die Ruhr Denkschrift der Regierung beraten. Die sozialdemofratische Reichstagsfraktion hat zu dieser Beratung einen Antrag auf Einjegung eines Untersuchungsausschusses gestellt. Die Fragen, um die es sich bei dem gesamten Kompler handelt, in dem die 700- Millionen- Affäre nur ein Glied ist, bedürfen der eingehendsten Prüfung. Es muß flargestellt werden, in welchem Maße schon während des Ruhrkampfes auf dem Verwaltungsweg der Ruhrindustrie Zuwendungen gemacht worden sind, die der Reichstag nicht bewilligt haben würde und nicht hätte bewilligen fönnen, ohne einen Örfan der Entrüstung hervorzurufen. Es muß festgestellt werden, ob der Prozeß der Ber mögensumichichtung in Deutschland, der den Mittelstand zurück und ins Elend warf, mit Bewußtsein von einer eigenmächtigen Bureaufratie geför dert worden ist, die in der Zeit der Inflationswirren es verstanden hat, sich der parlamentarischen Kontrolle zu entziehen. Die Debatte, die heute morgen eröffnet wird, ist ein erster Bersuch, Klarheit in diese Berhältnisse zu bringen. Rein Zweifel, daß diesem ersten Bersuche weitere folgen müssen. Es wird großer Energie, aus der Liebe zur Wahrheit und Gerechtigkeit geboren, bedürfen, um den Weg bis zur völligen Offenlegung der Wahrheit zu Ende zu gehen. Wir wollen die Wahrheit sehen. Wir wollen wissen, wie es gekommen ist! Die Diese Auseinandersehungen müssen das ganze Bolt bis ins tiefste paden; denn es geht um seine Sache. Fragen, die dabei aufgeworfen werden, rühren an die Burzeln der Not des Bolfes und des Staates. Die Arbeiter, die hart um Lebensspielraum und soziale Gerechtigkeit fämpfen, werden in diesen Auseinandersetzungen wesentliche Zusammenhänge zwischen der politischen Entwicklung nach rechts und ihrer heutigen Stellung erkennen. Für jene Opfer der Inflation aus dem Mittelstand, die heute voller Erregung über den Betrug nachdenken der an ihnen durch Inflation und agitatorische Aufwertungsverfprechungen verübt worden ist, wird diese Debatte besonders lehrreich sein. Es handelt sich um die Haltung einer eigenmächtigen Bureaukratie gegenüber jener Wirtschaftsgruppe, die die Treiberin und Nuznießerin der Inflation war. Für sie ist der Schluß unabweisbar, daß die eigenmächtige Bureaufratie, daß die politischen Parteien der Rechten für die Gewinner der Inflation aufs glänzendste forgen, während für die Opfer der Inflation weder Verständnis noch Mittel vor handen sind. In der Debatte über die Ruhrdenkschrift der Regierung wird sich die große soziale Umschichtung in Deutschland, die Berschiebung der Reichtums- und Machtverhältnisse, das Leiden der deutschen Bevölkerung widerspiegeln. Das gibt diesen Auseinandersetzungen ihre Bedeutung. Der Konflikt mit Rumänien. Noch keine„ Sanktion". Bis zur Stunde find in Berlin Nachrichten darüber, daß die rumänische Regierung angekündigte Santtionen gegen deutsches Eigentum und deutschen Handel ergriffen hätte, in Berlin nicht eingetroffen. An der Berliner Börje werden seit einigen Tagen rumänische werte nicht mehr notiert Die Reichsregierung beabsichtigt, die Frage der Einbeziehung der rumänischen Ferderungen in die deutschen Jahreszahlungen nach dem Dames- Plan demnächst der Reparationsfommission zu unterbreiten Rom, 19. Februar.( TU.) Die rumänische Gesandtschaft in Rom dementiert die Nachrichten über die Belästigungen deutscher Staatsangehöriger in Rumänien. Die Regierung habe lediglich gegen den deutschen Handel gewisse Repressalien vorgenommen und die Liquidation des beschlagnahmten deutschen Eigentums angeordnet Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Vostfchedkonto: Berlin 37536- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofttenkaffe Lindenstraße 3 Voraussichtliches". Heute politischer Großkampftag in Prenzen. Gestern, am Tag nor der Abstimmung, produzierte die Nachtausgabe von Hugenbergs Tag" die fette Riefenüberschrift: Boraussichtlicher Sturz des Kabinetts Marg". Das erinnert an eine Geschichte. Als der Gouverneur von Kiautschou sein berühmtes Telegramm nach Berlin schickte: Einstehe für Pflichterfüllung bis zum Aeußersten". überschrieb die„ Neue Freie Presse" diese Nachricht mit der lieberschrift: Bevorstehender Heldentod des Gouverneurs von Kiautschon". Am Tag darauf erhielt der Chefredakteur des Wiener Blattes ein Telegramm: Sterben will ich schon, aber drängeln lasse ich mich nicht. Gouverneur von Riautschou." Das Telegramm stammte freilich nicht vom Gouverneur, sondern von einem Wiener Spaßvogel. " Wir hoffen, auch Herr Mary wird sich nicht zum Sturz drängen lassen, und wenn er dennoch dahin gedrängt wird, wird er hoffentlich nicht die Lehre vergessen, daß man sich im parlamentarischen Leben nur stürzen fäßt, um starf'er wieder aufzustehen. Immer flarer schält sich aus der Debatte im Preußischen Landtag die Abficht der vereinigten Rechtsparteien und ihrer getreuen fommunistischen Schildknappen heraus, um jeden Preis das Kabinett Marr zum Rücktritt zu zwingen und die legten Endes unter Hinweis auf die Tatsache, daß eben in diesem Landtag keine Majoritätsbildung möglich sei Regierung zu zwingen, Neuwahlen auszuschreiben. Notabene: das sind diefelben Kreise, die es vordeni als gebieterische Notwendigkeit bezeichnet hatten, daß Reichstags= und Landtagswahlen im Dezember 1924 zufammengelegt würden, meil angeblich das deutsche Volk und die deutsche Wirtschaft es nicht ertragen könnten, daß im Dezember 1924 zum Reichstag und schon im Februar 1925 dann wieder zum Breußischen Landtag gewählt würde. Warum find die Herren von rechts jetzt so plötzlich für den Neuwahlgedanken zweieinhalb Monate nach dem Großwahitag vom 7. Dezember erwärmt? Nun, im Dezember waren sie nicht für gesonderte Preußenwahlen im Februar, weil sie mit Recht einen Wahlkampf fürchteten, der nicht nur mit den Hauptschlagworten der Reichstagswahl geführt, sondern mit den Argumenten der fachlichen Leistung des aber glauben sie, nachdem ihre Presse mit viel Geschick und Kabinetts Otto Braun ausgefämpft wurde. Heute großem Geschrei das Material aus den Mappen des deutschnationalen Berleumderfonzerns gegen Sozialdemokraten und Zentrum ins Bolt geworfen hat, Wahlen machen zu können, bei denen das Geschrei„ Barmat"," Höfle" alles andere sogar die denn doch wohl noch etwas berechtigteren Rufe: Ruhrsfandal"," Thyssen"," 700 Millionen!" übertönt. Bir glauben nur, daß die Rechnung der Rechts parteien ein Loch hat. Sie glauben, daß sie imstände sind, durch das„ Barmat"-Beschrei den deutschen Wähler derart zu übertölpeln, daß aus den Wahlen eine Majorität gegen die Weimarer Koalition im Landtag entstehen wird. Wir glauben, daß man die Einsicht des deutschen Wählers schließlich doch nicht in dem Maße unterschätzen darf, wie es die Deutschnationalen und ihre Verbündeten tun, die anscheinend das Intelligenzniveau der Leser des„ Berliner Lokal- Anzeigers" für den höchsten Begelstand deutscher politischer Kultur ansehen. ir glauben vielmehr, daß die Erkenntnis der Gefahr der Stunde, daß nämlich ein Sieg der Rechtsparteien in Preußen gleichbedeutend wäre mit dem Abbau der Bolksrechte, mit der Wiederkehr des Regimes der Dreiklassenwahlanhänger und mit dem Berlust des letzten staatlichen Machtmittels der Republit, nämlich der Schußpolizei an die Monarchisten wir glauben, daß die Erkenntnis diejer Gefahr ausreichen würde, um dem Bolke die Augen zu öffnen. Vor allem aber: Wir würden uns freuen, jezt endlich die Preußenwahl ausfämpfen zu können, um die man uns mit dem faulen Kompromiß der Zusammen= legung von Landtags und Reichstagswahlen höchst unflugerweise gebracht hat Die Rechtsparteien fönnen nichts als„ Barmat" brüllen und dem von ihnen immer wieder jetzt zuletzt in der Aufmertungsfrage betrogenen Volke von neuem goldene Berge und herrliche Zeiten" versprechen. Wir sind da in einer ganz anderen Situation: Wif fönnen aus der Praxis sprechen. wir fönnen auf die angesichts der innen- und außenpolitischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten der letzten Jahre geradezu achtungerzwingenden Resultate der Arbeiten der preußischen Regierung hinweisen, an der die Sozialdemokratie von- 1918 an stets führend und mit vorbildlichen Leistungen beteiligt gewesen ist. Wenn man Zentrum und Demokraten und vor allem selbst die Deutsche Volkspartei an Hand zahlloser Aeußerungen ihrer Prominenten dafür als Kronzeugen anrufen kann, daß ohne die von hohem staatsmännischen Geschid zeugende Leitung Preußens, die aus diesem Lande die Hauptstütze des Reiches und das feste Boll werf gegen alle verhängnisvollen Experimente geschaffen hat. das Reich wahrscheinlich nicht mehr bestände, sondern in den stürmischen Herbsttagen 1923 auseinandergeborsten wäre, so fann man schon getrost in die Wahlen hineingehen! Mit dem| Celfung des Obermufitmetfters Gottschaft beftritt den muftaltschen| nach fozialen Erleichterungen fo gut wie gar nicht Hinweis auf die Leistungen Brauns und Severings braucht Teil. man nicht nur feinen Gegner zu scheuen, sondern fann und muß man die Massen der Unentschlossenen und Schwankenden, denen die eigentliche Tagespolitik fremd ist, die aber vor allem mollen, daß das Reich und Preußen leben und nicht zugrunde gehen, unter die Fahnen der Sozialdemokratie als des sorgsamen Verwalters und Wiederaufbauers Preußens und als des wahren Erhalters des Reiches zwingen! Deshalb find wir eine Freunde eines Aus weichens vor der Entscheidung. Gewiß: Zunächst soll das Kabinett Marr dem Gegner die Zähne zeigen und fich nicht aus dem Sattel heben lassen. Wird heute, was wir vorläufig bezweifeln, der voraussichtliche Sturz" von Marr Wirklichkeit, so soll und muß man morgen schreiben tönnen: Boraussichtliche Wiederwahl des Minister präsidenten Marr." " Sollte Herr Marg durch eine Zufallsmajorität gestürzt werden, so sollte er sich zwei Tage später wieder von der Weimarer Koalition neuwählen lassen, dasselbe Kabinett berufen und, wenn nötig, das so oft und so lange Rabinett berufen und, wenn nötig, das so oft und so lange wiederholen, als bis auch der widernatürlichen Koalition von Tfchetiften, oftelbischen Agrariern und Fraktion Drehscheibe der Atem ausgeht, und bis vor allem das Bolt von ihrer geift und programmlosen Opposition, hinter der fein ernster Bille und vor allem nicht die Fähigkeit steht, eine lebensfähige Regierung zu bilden, genug hat und den Herren von der Opposition die Gefolgschaft fündigt. Behält man nur bei der Weimarer Koalition die Nerven, so wird man mit diesem Rezept fiegen. Will die Rechte aber durchaus Neuwahlen haben und wendet sie Obstruktion an nun, an uns soll es nicht fehlen, wir sind bereit. Will Herr von Campe ein Tänzchen wagen er foll's nur sagen, wir spielen ihm auf!" In diese Wahlen wird mit der Parole, daß es um die Weiterführung einer Arbeit geht, die an Erfolgen in feinem deutschen Lande bisher übertroffen oder auch nur erreicht ist, die Sozialdemokratie mit starter Sieges hoffnung hineingehen. System Severing" gegen die vereinigten Systeme von Campe und Schlange Schöningen und Pied! Hingebende, treue, erfolgreiche Aufbauarbeit für Volk und Land im Dienste der Republik gegen schwankende Gestalten, deren einziger Grundsah die Grundfahlosigkeit ist und gegen den brutalen poltsfeindlichen Machtwillen des ostelbischen Junkertums! Welchem deutschen Arbeiter kann da die Entscheidung schwer fallen? " Reichswehr und Politik. Militärmusik nur für die Schwarzweißroten. Reichswehrminister Dr. Geßler versicherte am Mittwoch im Haushaltungsausschuß des Reichstags, ftets rüdichtslos die Entpolitisierung der Reichswehr betrieben und Entglei fungen von Offizieren verfolgt zu haben. Um so größer wird sein Interesse für folgenden Fall sein, der uns vom fchleswig holsteiner Gauvorstand des Reichsbanners SchwarzRot Gold mitgeteilt wird: Am Freitag, den 16. Februar 1925, fand in Flensburg eine Reichsgründungsfeier der sogenannten vaterländischen Ber. bände statt( Stahlhelm, Jung deutsche uim.). Als Festrebner war der im Reichswehrministerium vielleicht nicht ganz unbe fannte General Don Ledebour Hamburg gewonnen. Ueber die paterländische Rebe dieses von der Republik Pension beziehenden Generals schreiben die Flensburger Nach richten":" er da glaubte, anläßlich der Einnerung des Tages eine Bürdigung der Bedeutung des Tages der Reichsgründung zu hören, wurde enttäuscht; das Thema galt vornehmlich der Zukunft und dem Wege, der nach seiner Ansicht zur Zukunft führen soll. Da ging es nicht ohne Härten ab. Mit fnallenden Schlägen ging es auf die äußeren und inneren Feinde herunter. Der Saal mar marzweißrot geschmückt, die Reichswehrtapelle unter Orchester und Chor. Konzertumschau von Surf Singer. Für die Legende des Nazareners einen neuen Stil in der Mufit zu finden, war wohl die Sehnsucht Gerhard v. Reußlers. Neu sollte wohl auch die Gesamttönung sein, die sich ein sehr gelehrter und könnerischer, dabei spekulativer Ropf für das Ohr der Jeßtzeit zurechtgelegt hatte. Der Chor der Singafademie unter Georg Schumanns Leitung brachte das Wert zur Erstaufführung. Es ist taum Schuld dieser Vereinigung, daß das fünsterische Resultat gering blieb. Die Aufgaben für den Chor find weder dankbar noch reich noch abwechslungsvoll. Das Leben Jesu von seiner Geburt über die Bergpredigt, das Baterunser, seine Wunder und Gleichnisse bis zum Einzug in Jerufalem, dem Verrat, der Gefangennahme und der Grablegung bietet einem Mufiter so viel Stoff zu dramati: schen Entladungen, daß man taum verstehen fann, wie ein Kopf non der poetischen und musikalisedhn Eigenart Reußlers faft nur im Choralischen, im breit ausladenden Rezitativ und in der geruhigten, mehen Stimmung sein Heil suchte. Bo ein wuchtiger Chor erwartet wird, steht entweder ein stiller Gesang oder das Orchester malt in monotonen Farben blaß und wenig eindrucksvoll die Attion. An diefem Mangel an Dramatit und Bewegung scheitert die Wirkung des Bertes. Dabet find Schönheiten unverkennbar; hierzu gehört 3. B. das Respondieren des Baterunfers und der fühn gebaute Schlußchoral des 1. Tells. Die Jejuspartie einem Tenor in den Mund zu legen, war nicht sehr geschickt. Aber Herr Graarud fang fo, als fei er ein Bariton, fonnte allerdings seinerseits die Eintönigkeit nicht bannen. Am Dienstag, den 20. Januar, fand in Riel eine Reichs. gründungsfeier des Kieler Jugendforps" statt, zu der alle Unter den klängen der befreundeten Bünde eingeladen waren. Reichswehrkapelle marschierten 27 Fahnen in allen möglichen Farben ( es fehlten selbstverständlich die der Deutschen Republit), darunter die des Stahlhelms, Jungdeutschen Ordens usw., ein. Die Festrede hielt Oberst a. D. Langemat, in der Gegend von Reinfeld in Holstein als Führer des Stahlhelms bekannt. Aus der Rede einige Säße: Nur in Wehr und Waffen ist das Leben lebenswert."( Auf Gund dieses Wahlspruchs war er wohl auch in Reinfeld in einer Bersammlung des Reichsbanners mit einem Totschläger bewaffnet erschienen.) Jagt die Franzosen übern Rhein, Die wahre damit wir ein neues Bersailles diffieren können." Die wahre Jugend, der echte Deutsche fprechen nicht von Freiheit und Rechten der Menschheit." In der Annahme, daß das, was den Gegnern der Republit recht ist, den Anhängern derselben zumindest billig wäre, wandte sich das Reichsbanner Schwarz Rot Gold an Gründungsfeier des Reichsbanners zur Verfügung zu stellen. Die die Küstenwebrtapelle Riel, mit dem Erfuchen, fich bei der Antwort lautete: Eine Beteiligung an den Beranstaltungen des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold tommt für Wehrmachtange hörige gem.§ 36 des Wehrgefeges grundsäglich nicht in Frage. Weitere Anträge erübrigen sich daher." Ueber Mangel an Renntnis des Wehrgefeßes fann man sich bei der Reichswehr in Schleswig- Holstein nicht beflagen. Aber es hat nach den vorliegenden Fällen den Anschein, daß man das Wehrgefeß nur fennt, wenn es sich um republi tanische und verfassungstreue Berbände handelt, fonft müßte den Herren von der Waffertante der Erlaß Dom 14. Mai 1924 in Erinnerung sein, nach dem Stahlhelm, Jungdeutscher Orden, Werwolf und Vereinigte Baterländische Verbände auf Grund ihrer Betätigung als politische Bereine im Sinne des§ 36 des Wehrgefehes anzusehen find. Oder gilt dieser Erlaß nicht mehr, seit Geßler neben Schiele figt? Die neuen Steuergesetze. Starke Herabsetzung der Befitsteuern. Die Steuergefeße der Reichsregierung, über die wir bereits im Anschluß an die Verhandlungen des Haushaltsaus. schuffes des Reichstags berichtet haben, sind nunmehr dem Reichs. tag zugeleitet worden und liegen gedruckt vor. Es handelt sich dabei und dessen ist sich das Reichsfinanzministerium bewußt um eine grundlegende Steuerreform, die die Finanzgebarung des Reiches auf eine neue Basis stellen soll. Man hat sich jedoch vorläufig darauf beschränkt, Einkommens. und Be figsteuern sowie Rapitalverfehrssteuern umzugestalten. Bon einer Senfung der Abänderung der Umfaß steuer, die den Berbrauch der breiten Massen start belastet, ist vorläufig nicht die Rede. Einzelne Berbrauchssteuern sollen sogar in nächster Zeit noch erhöht werden, so vor allem die Bier. und Tabat. steuer. Unerledigt ist auch die wichtige Frage des Finanzausgleiches, die Dvoraussichtlich in der nächsten Woche vom Rabinett entschieden wird, so daß der Gesetzentwurf dazu Ende nächster Woche dem Reichsrat zugehen kann. Die Neugestaltung der Steuergesetzgebung erstreckt sich auf folgende fieben Gesezentwürfe. 1. Einfommensteuergeset 2. Körperschaftssteuergefeg. 3. Bermögens und Erbschaftsteuergeset 4. Reichsbewertungsgeset 5. Novelle zum Bertehrssteuergeset ufm. 6. Gefez zur Ueberleitung der Einkommens. unb Rörperschaftssteuer in bas regelmäßige Beran lagungsverfahren( Steuerüberleitungsgeset). 7. Gefeß über die gegenmärtigen Besteserangs rechte von Reich, Ländern und Gemeinden. Wie wir bereits berichteten, ist in dem Einfommensteuer gefeß, das ein Kernstud der neuen Geseze darstellt, der Wunsch Klangempfinden zu paaren weiß, dabei aber die Stile des Dra toriums, der Sinfonie, des Konzerts und leider auch des Theaters so start durcheinandermischt, daß nicht der Einbrud irgendwelcher Abgeflärtheit zustande tommt. Es scheint, daß das Gesangliche überhaupt nicht in die Möglichkeitsgrenzen moderner linearer Kom pofitionen hineinpaßt. Das Botale flingt besonders utriert und nicht aus not des Mufizierens geboren. So lange bas aber ist, wird moderne Mufit furglebig sein. Der Gesang leidet nicht nur im Ronzertsaal, sondern leider auch im Theater. Es ist von einem hoffentlich vorübergehenden Stumpf merden des auch im Spiel erstarrenden Richard Tauber zu be richten, von einer schwerfälligen, im Spiel ganz unausgeglichenen richten, von einer schwerfälligen, im Spiel ganz unausgeglichenen Bioletta der Frau Strozzi, und es ist zu wünschen, daß diefe Gesamtaufführung der Traviata" in der Staatsoper allmählich von der Vorherrschaft der Kostüme zur Vorherrschaft der Mufit zuge schnitten wird. Damit find natürlich nicht die Zuschneider der Kleiderindustrie gemeint. In Heinrich Rehtemper wächst ein Sänger von schönstem, männlichstem und feffeindstem Typus heran. Seine Stimme ist unmännlichstem und feffeindstem Typus heran. Seine Stimme ist un gewöhnlich schön und glanzvoll, seine Art, zu beflamieren und zu phrasieren nicht minder. Leider singt er von Noten, verdirbt die Lerte, hat für die Innigkeit und Beseeltheit der Beethovenschen Lie der„ Un die ferne Geliebte" wenig Sinn und wird erst innerlich frei bei Schubert. Raucheisen affiftierte ihm mit feltener, felbft bei ihm seltener Einfühlung. Bei Maria Basta wurde er schon fühler, menn auch totetter und persönlicher. Die Stimme diefer Frau ift noch nicht frei von Schladen und Sünden der Detonation. Aber Wärme geht von ihr aus und eine besondere Geistigkeit, die z. B. Julius Bittners chinesische Lieder als stärker erscheinen ließen, als fie in ihrer anmutigen Oberflächlichkeit wohl find. Höchft erfreuEine Sinfonie B- Dur von Richard Bez dirigierte Beter lich die musikalische Interpretation moderner Lieder durch Egon Raabe. Die langfame Einleitung und das Allegro interessierten Siegmund, den Lulu Mysz Gmeiner, immer noch und durch Kraft der Gestaltung und formale Sicherheit, auch wenn die immer wieder auf der Höhe ihres Könnens stehend, freundlichst im Brudner Farben teinen Augenblick aufgegeben wurden. Auch der Schlußjah fann trop blaffer Erfindung noch als echte Mufit gelten. Ronzert einführte. Räthe Heinemann hat nicht ganz gehalten, mas fie als junges Mädchen versprach. Der Vortrag der ChopinGefährlich, weil endlos und ohne sinnliche Bracht, mühevoll gefchen B- Moll- Sonate ließ viel an Ausbrud und Bärme, manches arbeitet und kaum tief empfunden ist das Adagio, und die Banalität auch an tonlichen Qualitäten vermissen. Es ist anzunehmen, daß start das angeblich humorvolle Scherzo unerträglich. Bet hat Bez hat ein besonders schlechter Flügel fie irritierte. Befferes gefchrieben, und die Sinfonie bedürfte, um nicht einmalig aufgeführt zu bleiben, großer Striche und völliger Umarbeitung der Mitte. Diese Synthese aus Brudner, Brahms, Wagner und Oberfläche ist zur Unfruchtbarkeit verdammt. Brudners größtes Bert, die 9. Sinfonie, stellte Georg S3& 11 mit eindringlichen Strichen, durch effektloses Musizieren grade am beften wirkend, vor unser Dhr. Eine gewiffe trampfigkeit, die ihm und dem Orchester vorher anhafteten, verlor sich hier. Severin Eisenberger spielte das C- Moll- Ronzert Mozarts duftig und empfindungsstart. Franz v. Hohlin, in Berlin fein Unbekannter, brachte das ehemalige Hoforchester Deffau zu uns und um für Kaminsti zu merben. Das Orchester machte in der Singalademie feinen sehr vor. nehmen Eindruck, mas mohl an der Unmöglichkeit lag, den Klang raumentsprechend zu differenzieren. Besonders das Blech flang laut und vorbringend. Das Concerto grosso von Kaminski sowie der Hymnus find Berte eines fehr eigenartigen, doch auch sturillen Mufilers, der die Sehnsucht nach Bach mit einem sehr modernen 0 Rellermann unter Mitwirtung von Leo Gollanin, riba Ein fog. Hebräisches Konzert veranstaltete Rapellmeister Albert Wolff. Alfred Wittenberg und Artur 3epte. Gin fleiner Wolff. Alfred Wittenberg und Artur 3epte. Ein fleiner lobien durch Kellermann wirkte durch die Echtheit der Nachempfin Chor tat seine Schuldigkeit, und die Bearbeitung alter jüdischer Me. bung und Stimmungsfärbung eindringlich. Eine gewiffe Monotonie ftellie fich aber bald heraus, besonders da Leo Gollanin nicht genug Nüancen der Darstellung und des Tones hat, um über den Kreis einer firchlichen Leistung hinaus zu feffeln. Das anwesende Publi gehobenen Melodien alter Herkunft mit großen Sympathien, doch fum verfolgte die ihnen geläufigen und auf ein tünstlerisches Niveau nicht mit der erforderlichen äußeren Ruhe. Angenehme Aussichten. Der Chef des chemischen Dienstes in der Armee der Bereinigten Staaten, General Amos S. Fries, erklärte in dem Komitee für Lufifahrzeuge des Parlaments, daß die neuen Giftgale in einem zufünftigen Striege 50 mal täblicher wirken würden als bas im Weltkriege zur Anwendung gelommene Gas. berücksichtigt, dagegen sind die Steuersäge für die großen Eintommen wesentlich herabgesetzt und die Berücksichtigung der Kinderzahl in einer Weise erfolgt, die in übertriebenem Maße die hohen Einfommen begünstigt. In der Körperschafts- und in der Rapitalpertehrssteuer sind die Säße wesentlich herab. gefeßt. Bon großer Bedeutung ist das Reichs bemertungsgesez, das endlich einmal einen einheitlichen Maßstab für die Bewertung des Vermögens bei allen Vermögenssteuern schaffen will. Das landwirtschaftliche und das gewerbliche Bermögen soll alljährlich von zwei besonderen Ausschüssen festgestellt werden, die fich aus einem Bertreter des Finanzamtes, einem Beamten des betreffenden Landes, sowie aus Bertretern der Gemeinden und aus Privatpersonen zusammensetzen sollen. Der Reichsfinanzminister stellt dafür unter Mitwirtung des Reichsrates, der Berufs organisationen und Sachverständiger die Richtlinien für die Durch führung der Bewertung auf. Der Gesezentwurf über die gegen feitige Besteuerung des Reiches, der Länder und der Gemeinden gibt den einzelnen Organen des Staates das Recht, insbe fondere wirtschaftliche Betriebe der öffentlichen Hand zu den Steuern nehmungen einer Steuerpflicht entbunden war. Das Gesetz hebt zuheranzuziehen, von denen bisher der größte Teil solcher Untergleich die Umfaß steuerbefreiung des Reiches, der Länder und Gemeinden wegen ihrer Schlachthöfe, Gas-, Wasser- und Elettrizitätswerte auf. Da außerdem diese öffentlichen wirtschaftlichen Betriebe der Körperschaftssteuer und der Vermögenssteuer unter. zogen werden, ist hier mittelbar eine weitere Belastung des Maffen tonfums zu erwarten. Denn es liegt nahe, daß die öffentlichen wirtschaftlichen Betriebe, die dadurch erwachsenden neuen Basten durch Tariferhöhungen auf die Konsumenten a bwälzen werden. Wie sehr diese Neuregelung von privatwirtschaftlichen Intereffen diftiert ist, geht daraus hervor, daß man dabei den Grundsatz verfolgt hat, gleiche Kaltulationsbedingungen für den wirtschaftlichen Wettbewerb mit privatwirtschaftlichen Unternehmungen zu schaffen. Eine Ausnahmestellung nimmi dabei die Reichsbahngesellschaft ein, die nach dem Gesetz vom 30. August 1924 nur zu solchen diretten Steuern herangezogen werden kann, denen das Unternehmen schon am 12. Februar 1924 unterlag. Daher tönnen von ihr Staatssteuern vom Grundvermögen und die Hauszinssteuer nicht erhoben werden. Soviel zunächst über die Gefeße, über die anläßlich der bevor stehenden parlamentarischen Debatten noch mehr zu fagen fein wird. Sie zeigen jedoch schon jetzt ganz deutlich die Tendenz der Steuer. politit des Bürgerblods, die auf einen Abbau der Befizhinausläuft, und dabei an die Wünsche der Privatinteressenten weitbelastung und eine Bermehrung der Konsumsteuern gehende Konzessionen macht. Schulreaktion am Werk. Der Vorstoß gegen die Grundschule. 3m Rulturausschuß des Reichstages versuchten Deutsch nationale und Deutsche Volkspartei mit heißem Bemühen, die für Begabte umzuwandeln, was Dr. Runtel( Dẞpt.) eine Ber pierjährige Grundschulpflicht in eine dreijährige coelung der Grundschule" nannte. Brinzipiell" wollen die Rechtsparteien an der Dauer der Grundschule nichts ändern, aber praf fisch die Kinder der Wohlhabenden so rasch wie möglich loslöfen aus der Gesellschaft der Proletenkinder, denn das ist der wahre Grund ihres Eifers, den Begabten" angeblich zu rascherem Aufstieg zu verhelfen. Dr. Runfel produzierte sich als Fanatifer der Bolksschule, der für den begabten Boltsschüler durchaus ein Schuljahr mehr in der höheren Schule gewinnen will. Doch er mußte den Schmerz erleben, daß feine Regierungs. freunde nom Zentrum fich gar nicht für den deutschoolfsparteilichen und deutschnationalen Antrag begeistern fonnten, sondern in einen eigenen Antrag die Beibehaltung der Grundschule mit vier, ber Mittelschule mit, fünf, der höheren Schule mit neun Jahrestiaffen fordern und nur ganz außergewöhnlich leistungsfähigen Schillern ausnahmsweise eine Berkürzung des normalen Lehrganges in allen brei Schularten gestatten wollen Im übrigen hält das Zentrum bie Reform der Grundschule für nicht zeitgemäß, da Erfahrungen über ihre Tätigkeit und Leistung wie über Rinder und Lehrer feit Einführung der neuen Lernmethode noch gar nicht haben gesammelt werden fönnen. Ein neues Naturschuhgebiet bei Münster. Ein vorbildliches Bogel- und Naturschuhgelände ist, wie in den Heimatblättern der Roten Erde" mitgeteilt wird, nördlich von der Stadt Münster ge schaffen worden. Hier behnten sich bis vor einigen Jahrzehnten weite Heideflächen aus, die Kör und die Gelmerheide. Nachdem der Dortmund- Emshafen Ranal durch dies Gebiet hindurch geführt war, er warb die Stadt Münster den größten Teil der Heideflächen und ver wandelte ihn in Aderland oder Rieselfelder. Einsichtige Natur. und Heimatfreunde, die erkannten, wie wertvolle Schäße der heimischen Lier und Pflanzenwelt dadurch der Vernichtung anheimzufallen drohten, gründeten einen Bogel und Naturschutzverein, und die Stadt Münster stellte ihnen zunächst ein Gelände von 88 Morgen zur An. legung eines Bogelfußpartes zur Verfügung. In den lehten Jahren wurde ein weiterer Teil der Heide, der sog.„ Huronensee", deffen romantische, für die Indianerspiele der Jugend günstige Bildnis zu diesem Namen Anlaß gegeben hatte, der Dbhut des Ber eins anvertraut, da er eine an vielen Arten reiche eigene Tier. und Bilanzenwelt birgt. Auch ein weiteres Bogelschuhgehölz für Frei. brüter wird angelegt, um eine Mufterstation für Bogelschuß in der Brovinz Bestfalen zu schaffen. Amerita, du haft es besser!" Aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten fommt erfreuliche Botschaft für alle, die das heil auf dieser Welt und die Seligkeit im Jenseits vom vollen Geldbeutel erwarten. Der findige Dantee verspricht ein ägyptisches Königsgrab und die ftandesgemäße Unsterblichkeit aller 3ahlungsfähigen. Im Friedhof New Derfen bei New Dort wird nach dem Vorbild der römisch- ägyptischen Mausoleen ein herrliches Totengebäude errichtet fonfervieren tann. Der Körper wird nicht verbrannt, er vermodert in dem der honorige Bürger feinen Beichnam für Zeit und Ewigkeit gang tunstgerecht. nach allen Vorschriften der Wissenschaft. Zwar wird nicht jeder Bürger des himmlischen Freiheitslandes des Guids teilhaftig werden; denn die Brofitrate des Unternehmers darf nicht verringert werden und die Kosten für die Erbauung des feinsten und prächtigsten Lotengebäudes der ganzen Welt" wie es offiziell Dollar. Dafür wird auch den glücklichen Bewohnern eine Unsterb. heißt waren nicht gering. Sie betrugen ungefähr drei Millionen lichkeit garantiert, die der Lenins und Tutant- Amons durchaus ebenbürtig ist. Nun find Feuerbestattung und pompoſes Familien. im Mausoleum der Auferstehung harren. Welch düfteres Los horri grab überflüssig geworden. Der beffere Amerifaner wird nur mehr aber der Unseligen, die nicht rechtzeitig fich einen Blaz im feinften Heine Bor: verständlich und populär werden: Wenn du aber gar Totengebäude der Welt" refervieren dießen. Jetzt erst wird des armen nichts haft, ach so laffe dich begraben". Nur wird der Nachfah zeit gemäß lauten müssen:„ Denn ein Recht fürs Mausoleum, Lump, haben nur, die etwas haben". • -W im Blatner Saal Gret Palucca veranstaltet am 3. und 5. März zwei Langabenbe Museumsfährungen. Sonntag, den 22, bormittags 10 Uhr, findes wissenschaftliche Führungen burch Direktorialbeamte im Railer. Friedrich Museum( Deutsche Kunst des Mittelalters) Dr. Bange und im Museum Bring Albrecht- Straße 7( Ditaliatische Stunft) Direktor Kümmel ſtatt. Bulaßfarten zu 50 Bf. find vor Beginn an Eingang der genannten Museen in beschränkter Anzahl erhältlich. Die Eröffnung des Deutschen Museums in Minden ist für bes 7. Mai in Aussicht genommen. »er Bertrel« der Demokraten, Dr. Ztönneburg, steht w dem heutigen Vorgehen der beiden Rechtsparteien nichts anderes als dos Bestreben, an die Stelle der bestehenden vierjährigen Grundschule wieder eine Standesschule zu setzen im Interesse all jener Eltern, deren Kinder früher die Vorschule besuchten, und stellt fest, wie schwierig die Begabtenauslese bei Zehniöhrigen sei, bei Neunjährigen sei sie fast unmöglich. Rönneburg erinnert Dr. Runkel daran, daß sein Parteifreund Dr. B o e l i tz, Kultusminister von Preußen, sich gegen jede Verkürzung der Grund- schule als„verschleierte Vorschule' ausgesprochen habe. Die Vertreter der Sozialdemokratie, Schreck, Löwen st ein, Pfülf, deckten die wahren Absichten dieser„Freunde der Volks- schüler' auf. Sie wiesen nach, daß die Motive für die Anträge aus Differenzierung der Grundschule teils in jener Elternschaft ihren Ursprung haben, die grundsätzlich Gegner eines demo- kratifchen Schulsystems sind und es als eine ungeheuerliche Zumutung empfinden, daß ihre Kinder mit Arbeiterkindern zusam- inen auf einer Bank sitzen. Hinzu kommt der Ehrgeiz vieler Eltern, die durch Nachhilfestunden und fortwährendes Antreiben ihre Kinder zu Leistungen anreizen, denen sie weder körperlich noch geistig ge- wachsen sind, ganz im Gegensatz zu dem Kinde selbst, das Ruhe braucht zu einer gesunden Entwicklung. Genosse Löwen st ein zeigt den Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei, wohin es führt, wenn die bestehenden Schul- gesetze geändert werden sollen, bevor Erfahningen über ihre Aus- Wirkung gesammelt sind, und er fragt Dr. Runkel, was dieser zu dem Antrage seiner Parteifreunde im Thüringer Landtag sage, die den Schulanfang schon aus das fünfte Jahr festsetzen wollen. Dr. Runkel ruft empört da» zwischen, er sei für das siebente Iahrl Löwenstein wandte sich auch gegen den Antrag des Zentrums, meil in ihm keinerlei Sicherungen vorhanden sind gegen Torheit der Eltern, Drillsystem, und der außerdem die Frage offen lasse, wem denn nun die Entscheidung, ob ein Kind hoch- ''egabt sei, anvertraut werden soll. Auch Genosse Schreck verwies -sführlich auf die sozialen Schäden und lehnte die Durch- brechung der vierjährigen Grundschulpflicht grundsätzlich ab. Staatssekretär Schulz gibt zu dem Antrage des Zentrum« Me Erklärung ob, daß bei seiner Annahme finanzielle Rückwirkun- ?n zu erwarten seien, und daß die Reichsregierung sich deshalb nächst mit den Unterrichtsverwaltungcn der Länder in Verbindung tzen werde. Der Vorsitzende des Ausschusses. Mumm kDnat.). bemühte sich, die Abstimmung über den Antrag der Rechtsparteien zu er- -wingen, weil die Herren durchaus schon zu Ostern die vierjährige Grundschule durchbrochen sehen wollten. Dieses Vorhaben mißlang! Alle übrigen Parteien hielten die Frage für noch nicht genügend geklärt und waren der Meinung, daß man den Lehrgang der höhe- ren Schulen mit in die Diskussion über die Grundschule hinein- beziehen müsse. Der Deutsche Lehrerverein und viele anderen Organi- lationen haben Eingaben an den Reichstag gerichtet, in denen sie sich gegen die Aufhebung der vierjährigen Grundschule aus- sprechen. Gestützt auf diese Erfahrungen wird die Sozialdemokratie olles tun, was in ihrer Macht steht, die vierjährige Grund- schule zu erhalten. Marx vor öem Lanötag. Vertrauensantrag der Regierungsparteien. Zentrum. Demokraten und Sozialdemokralen haben Im Land- tag folgenden Antrag eingebracht:„Der Landtag billigt die Regierungserklärung und spricht dem Staalsmiulsterium da, Der- trauen au».' »HeraÜezu naiv�. Tie„Kölnische Volkszeit ung" über die Denkschrift. Köln, lg. Februar. sEigener Drahtbericht.) Di« Regierung?- denlschrift über die Ruhrgeldentschädigung wird in der westdeutschen Zentrumspresse scharf kritisiert. Die„Kölnische Doltszei» i u ng' bezeichnet die Denkschrift al» durchaus unbefriedigend und äußerst oberflächlich. Die angeblichen Opfer, welche die Richrindustriellen im Ruhr kämpf gebracht hätten, feien in Wirtlich. lest nichts anderes als gutbezahlte Leistungen gewesen. Di« Oberflächlichkeit der Beweisführung der Denkschrift sei durch Verlegenheit begründet. Einzeln« Ausführungen in der Denkschrift nennt die„Köln. Volksztg.' geradezu nalv. I« mehr man auf den Inhalt der Denkschrift eingehe, um so mehr Fragen tauchten auf, die ungeklärt blieben. Auch entholte die Denkschrift Wider- spräche, die man von dem zuständigen Ressortminister als weit. blickenden Finanzpolitiker nicht hätte erwarten dürfen. Da» Blatt tadelt defonder». daß vor ollem die große Frage offen bleibe, welch« Berechnung den Entschädigungszahlungen zugrunde gelegt worden fei. Wörtlich fährt das Blatt dann fort:.Lln einer Stell« ist davon die Rede, daß die Reichsregierung di« Lage des Ruhrberg- baues eingehend geprüft und auf Grund des Ergebnisses die durch- greifende Stützungsaktion beschlossen Hab«. Dies« allgemein ge° bastene Wendung kann natürlich in Anbettacht der ungeheuren Summ« durchaus nicht befriedigen. Entweder ist zu sor- dern, daß genauer« Einzelheiten über die angestellten Ermitllungen uni) ihr Ergebnis veröffentlicht oder, fowest die» als untunlich er- scheint, einem Gremium wirklicher Sachverständiger vorgelegt werde, wobei insbesondere noch genauer zu untersuchen fein wird, ob� alle die Vorgänge bei der Schadenermittlung ge- bührende Berücksichtigung gefunden hoben, au» denen di« Schwer» industrie des Ruhrgebiets während des Ruhrkampfe» und in der Folgezeit Nutzen gezogen hat.' ,£jn wahrer Hohn". Tos Ausland zum Ruhrskandal. Genf, 19. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Unter der lleberschrist ..Korruption der Patrioten' beschäftigt sich die -Basier Nationalzeitung' mst dem Ruhrskandal, der in der Schweiz einen überaus peinlichen Eindruck hervorgerufen hat. Das Blatt schreibt:„Die Ruhrentschädigung ist ein Frevel an der Doltsgesamtheit. Unenneßliche Geschenke wurden jenen Ueberpatriotcn als wohlhonorierte Kompfprämien ausgehändigt. Kriegsgewinne. Jnflationsgewinne, Resistenzgewinne, großzügige Ab» stndungen. Stresemann sorgt für die Seinen. Wie lächerlich wirkt daneben das Korruptionsgeschrei über die paar Schacher, die von Barmai und anderen Schiebern kleine Gefälligkeiten erhielten. Man leuchte lieber in das Ruhiduntel und die Milliardenbefitze von Stinne, hinein. Alles Geschrei der mit Korruptionsgeld der Patrioten gekausten Zeitungen wird die politische Verantwortung der Reich,rtg��ng für diese Schiebungen nicht verschleiern. Tatsächlich hat Stresemann in seiner zugleich präpotenten uttd intri» gierenden Art die ganze Sache geordnet. Wenn jetzt vom Reichstag Indemnität geiordert wird, ist es«in wahrer Hohn. Die Drofilenw der»esisteu, haben längst ihr««ld erhallen, haben die Reichsgeschenke, mit denen Cuno und Stresemann sie überhäuften, dazu verwendet, um nach Finanzierung der„vaterländischen" und nach Presseoerttustong die volle politische Herrschast sich zu sichern. Au» der No« der breiten Massen und dem Bankerott der Reichen wuch» der g-walttgst« Dumping, de» die weil se gesehen.' Ungarische Möröer. Fünf Jahre«ach dem Somogyi-Baeso-Mord. Aus der ungarischen Sozialdemokratie wird uns geschrieben: Am 18. Februar d.I. war die fünfte Jahreswende jene» grauen» hasten Mordes, dem Veto Somogyi, Redakteur des ungarischen sozialdemokratischen Zentralorgans„Nepszava' und Bela B a c s ü, der junge Proletarierdichter, zum Opfer fielen. Mitglieder der von Nikolaus H o r t h y organisierten Offizier-Detachsment» hatten beide verschleppt, ausgeplündert und grausam er» mordet. Die Verschleppung dieser Märtyrer der Sozialdemokratie konnte in einer belobten Straße gegen 9 Uhr abends geschehen, denn es war gang und gebe, daß Offiziere auf den Straßen Bürger festnahmen und verschleppten. Wer wollte die schwer bewaffneten Banditen hindern? So packten sechs Offiziersfchurten die neben» einander gehenden Journalisten, warfen sie ins Auto und fort ging's auf den Todesweg. Schutzleute, Finanzwachen wollten das Auto öfter aushalten, die Offiziere legitimierten sich aber immer als militärische Untersuchung». oryane des Oberbefehls, die Polizisten und Fmanzwachen ließen die Mörder mit ihren Opfern salutierend weiter. Die Redaktton des„Nepszava' meldete das Verschwinden chre» Rodakteurs und dessen Assistenten anderen Tags der Polizei, die Zensur ließ jedoch die Nachricht in den Blättern nicht erscheinen. Am dritten Tage fand man an der Grenze eine» steinen Dorfe» an der Donau eine Leiche. Das Auftauchen solcher Leichen war zu jener Zeit in den Dörfern der Budapester Umgebung eine alltägliche Sache. Die Mitarbeiter der„Nepszava' hatten im geheimen Nachforschungen auf eigene Faust unternommen und erkannten in der Leiche ihren Führer Bela Somogyi. Seine Hände waren zusammengebunden und gebrochen, am Kopf sechs tief« Wun- den, das Unke Auge ausgestochen, am Hals Würgespuren, die Nase eingeschlagen, die Beine festgeschnallt. So log er am User der Donau. Brieftasche, goldene Taschenuhr usw. sehUen. Die Zensur ließ keine Nachricht erscheinen, au» welcher man auf die Person der Täter schließen konnte. Zwei Tage später gelang es, die Leiche des jungoecheirateten Bela B acfö aufzufinden: den Kopf durch Schüsse zertrümmert, di« Glieder zerbrochen, den ganzen Körper voll tiefer Wunden— fo hatten ihn die Mörder ins Wasser geschleudert. Eine Menge von Zeugen meldete fich, die das große graue Militärauto A III 36 öfter an der Arbeiterdruckerei hatten lauern gesehen; nach der Nummer war es«in Auto der Oftenburg-Gruppe des Oberbefehls und die Polizei übergab die Untersuchung den Militärbehörden... Die gesamte Zivilbevölkerung der Hauptstadt nahm an der 5k- stattung der Ermordeten Teil. Dem Trauerweg entlang standen Offizier-Detachements mit Mafchmengewehrsn, und es war für die Arbeiterführer schwer, bei den unausgesetzten Provokattonen der Ossiziere die Massen im Zaum zu halten. Beileidstelegramme aus aller Welt wurden verftümmeit und verspätet von der Zensur zugestellt. Der Ministerpräsident weinte im Parlament Krokodiltränen über die Schandtat, verurteilte ste auch im Namen des Oberbefehlshabers in schärfsten Worten und ver» sicherte, daß„die Mörder ihrer gebührender Straf« nicht evt» gehen werden'. Seitdem sind fünf Jahre verflossen, ohne irgendein offi- zielles Ergebnis. Die militärische Untersuchung begnügte sich mit falschen Alibiausweisen, erklärte, daß man kein positives Resultat erzielen könne, und di« Akten liegen heute noch unerledigt. „R-pfzaoa' berichtet jetzt anläßlich der fünften Jahreswende, daß zwei der Mörder mzwifchea gestorben sind, ein« ver» rückt geworden ist, ein anderer sich erschossen hat. Dagegen laufen noch heute frei herum und erfreuen sich eines neuerworbenen Vermögens der Oberleutnant Desider Bibö. die Leutnats Ladislaus Megay und Emil Kovarcz, denn wollte man sie festnehmen, so würden sie sich auf den Anstifter berufen, und dieser hält heute eine riesig« Macht in den Händen. Laut.Nepszava' wurde die Ermordung Bela Somogyis im festlich geschmückten Speisesaal des Hotels Gellert am 14. Februar beschlossen, wo man darüber sprach, was für„infame' Artikel Bela Somogyi der Zensur vorlege. Die Offiziere besprachen eifrig, was man mit Somogyi ansängen soll, als der präsidierende Harth y erklärte:„Zu- greifen und nicht reden muß man'. Die jungen Offiziere leerten ihr« Gläser, bekamen vom Kriegs- Ministerium ein Auto, und nach zwei Togen war der Doppelmord vollbracht. Am Tag der Bestattung fand im Speisesaal de»„Hotel Patoce' ein große» Diner statt, wo die Mörder gefeiert wurden. Etwa sechs Monat« nach diesem Mord wurde der damalige Minister des Innern, Edmund B e n i tz k y, im Parlament be» schuldigt, daß er den Mord von Somogyi und Bacsö verheimlichen wolle. Darauf erklärte Benitzky, daß die Polizei di« Täter er» forscht, die Sachloge völlig aufgedeckt hat und di« Akten der Militärbehörde übergab. Er als Minister fei daher nicht dafür oerantworllich, daß die Militärbehörde die Sache totschwieg. In» folge hefttger Vorwürfe unserer Genossen hat die Polizei jetzt endlich, nach drei Iahren, den gewesenen Minister Edmund Be- n i tz t y aufgefordert, feine Informationen über di« Personen der Mörder und die Einzelheiten der ganzen Sache mitzuteilen. Der gewesene Minister erklärte, er sei gern dazu bereit, wenn man ihn von der Amtsverschwiegenheit entbindet. Ein Jahr ist bereits verflossen, daß dies« Aufforderung ge- schah, aber die Regierung des Grafen Stephan Bethlen hat De» nitzkq von der Amtsverschwiegenheit nach immer nicht enthoben. Die Raubmörder lausen auch weiter frei und ungestrast herum. Mörderstrafe:»0 Tage Zimmerarrest: Budapest. 19. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Die sozialdemo- irattsch«.Nepszava' veröffentlicht«inen Erlaß, den der Auditor des Budapester Militärkommandos am 5. Juni 1920 herausgegeben Hot und auf Grund dessen die beiden Mörder der Genossen Somogyi und B a c s o, die Oberleutnants K o w a r c z und Megay, seiner- zeit zu je 30 Tagen Zimmerarreft verurteilt wurden. Das war die ganze Straf«, mit der die beiden Offiziere ihre Mordtot büßten._ der Kampf um üen Mieterschutz. Wien. 19. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Der Sovberaus» schuß des Nationalrat, zur Beratung des von den Ehnsüchsozialen beantragten Mietgesetzes sollte sich am Donnerstagnachmittag um 3 Uhr konstituieren. Gleich zu Begimi der Sitzung ergriff jedoch Ge- nosie Austerli tz das Wort zur Geschäftsordnung und sprach bis abends 6H Uhr, woraus die Sitzung nach einer kurzen Erklärung der Ehrsstlichsozialen auf unbestimmte Zeit vertagt wurde. ahn« daß«» überhaupt zur Konstituierung des Ausschusses gekommen war. Der Anschlag gegen den Mieterschutz ist damit wieder auf - längere Zeit vereitelt._ Oer Kominternbaum welkt. Abg. Bubnik teilte dem Präsi- dentcn de« tschechoslowakischen Abgeordnetenhauses mit, daß er au» der kommunifttschen Partei austrete und unabhängiger Kommunist außerhalb der Kraktion bleib«. 500 Seiten Kontrollbericht! Pari», 19. Februar.(WTB.) H a v a s meldet, daß der Be» richt der Interalliierten Militärkontrollkommifsion einschließlich seiner zwölf Anlagen mehr als dreihundert Seiten umfasse. Er fei in Truck gegeben worden. Jeder in der Botichaflerkonferenz vertretenen Macht feien bereits zwei Exemplare zugestellt worden. Die Botschafterkonferenz wird den Bericht erörtern, jedoch nicht vor ihrer nächsten auf Sonnabend, den 21. Februar, anberoumien Sitzung. Bon einer inleralliierten Konferenz in London sei im Augenblick nicht die Rede. Die Veröffentlichung des Bericht« werde, wenn sie beschlossen werde, wahrscheinlich erst nach der Eni- scherdung der Alliierten erfolgen. Englanü und die Räumungsfrage. Nichts GeWistes sagt man nicht. London, 19. Februar.(WTB. Un terhaus.) Abgeordneter Lees Smith(Arb.) fragte den Ministerpräsidenten, ob die Räwnung der Kölner Zone sofort nach Erfüllung der Be- dingungen betreffend die Entwaffnung durch die deutsche Regierung stattfinden werde. Chamberlain antwortete: Die Log« ist durch den von der Presse veröffentlichten Notenwechsel zwischen den alliierten Regierungen und Deutschland vollständig aufgeklärt worden. Die alliierte Note vom 25. Januar schließt mit der Be- merkung, daß es Deutschlands Sache fei, feine vertragsmäßigen Zier- pflichttmgen zu erfüllen und so die alliierten Regierungen in die Loge zu setzen, die Vergünstigungen(l) des Artikels 429 in der Zeitdauer der Besetzung zu gewähren. Die Punkte, die die Alliierten zu beobachten hatten, sind aufs genaueste wahr» genommen worden. Lees Smith fragte sodann: Wird angesichts der Tatsache, daß eine Erörteturna stattgefunden hat darüber, was diese„Punkte* b e d e u t e n, der Ministerpräsident bekanntgeben, ob sie nach ssiner Ansicht bedeuten, daß dt« Fünfjahrfrist be» gönnen Hab« und daß, wenn die Entwaffnungsbeftimmungen durch Deutschland erfüllt sind, geräumt wird? Chamberlain er- widerte: Ich denk«, es liegen augenscheinlich Nachteile und vielleicht Gefahren darin, wenn ich zu einer Alliiertennote einen Kommentor gebe. Ich hob« den Wortlaut der Note gelesen, der mir klar zu sein scheint. Wgeordneter Wedgwood Venn(lib.) fragte. ob die Absicht der Alliierten sei, der deutschen Regierung genau mit» zuteilen in welchen Punkten sie noch in Verzug sei. Chamberlain antwortete: Vielleicht würde, ehe er ein« weitere Erklärung abgebe, Benn ihm gestatten, erst einen Gedankenaustausch mit den Alliierten nach Erhalt der Information, die ihnen binnen kurzem zugehen würde, zu pflegen. Abg. Oberst Wedgwood(Arb.) fragte, ob die deutsche Regierung ouf sofortige Räumung der Kölner Zone rechnen könnte, wenn sie sich dem britischen Standpunkt zur Entwaffnung anschlösse, oder ob die britische Regierung meinen würde, daß die Dersailler Bestimmungen ein weiteres Hinausschieben der Räumung rechtfertigten. Chamberlain antwortete: Nicht die britische Regierung allein, sondern die alliierten Regierungen haben dar- über zu entscheiden._ heftige Auseinandersetzungen in Genf. Wegen der Kontrolle der privaten Rüstungsindustrie. Senf. 19. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Die vom Völler- bundsrat eingesetzte Koordinationskommission, die die KoFi troll- Möglichkeiten des privaten Waffenhandel» prüfon sollte, ist nach dreitägigen Verhandlungen am Mittwoch abend mit rtrietn vollen Mißerfolg zu End« gegongen. Die englischen Regierungsvertreter forderten von Anfang an Vertagung mit der Begründung, daß die Vereinigten Staaten nicht vertreten fei« und der Widerstand interessierter Möchte den Abschluß eines infcrnatio» nol« Abkommens unmöglich mache. Schließlich kam«s zu einem Kompromißbeschluß, nämlich derEinsetzungeinerStudien- t o m m i s f i o n, was einer Vertagung ouf unbestimmt« Zeit gleich- kommt. Außerdem haben die technischen Berater kein Stimmrecht. sondern dürfen nur Dorfchlög« machen. Die Arbeckervertreter Iouhaux und Oudegeest haben gegen dies« willkürliche Ent- scheidung beim Dölkerbundsrat P r o te st eingelegt. Da die Einberufung der internatt analen Abrüstungskonferenz des Völkerbunds, die für Juni 1925 in Genf vorgesehen war, von d«r Ratifizierung des Genfer Protokoll» abhängt, ist mit ihrer Einbe- rufung für absehbare Zeit nicht zu rechnen. die deutsch- franzöftschen Verhandlungen. Neue Instruktionen auS Berlin. Part». 19. Februar.(Eigener Drohtbericht.) Die van der deutschen Hanvelsoertrogsdelegation nach Empfang der letzten fron» zöstfchen Note in Berlin erbetenen Instruktionen sind am Mittwoch abend in Ports eingetroffen. Staatssekretär Trend«- l e n b u r g hatte daraufhin am Donnerstag vormittag eine neue Unterredung mit dem französiischen Handelsminister, di« am Roch- mittag fortgesetzt wurde. Ueber ihren Inhalt ist weder von deutscher noch von französischer Seite irgendeine Mitteilung gemacht worden. Wir glauben jedoch zu wisien, daß die deutsche Antwort auf die letzten französischen Dorschläge ablehnend ist und in den Gegenvorschlag mündet, die Verhandlungen bi» zur Klärung der Lage, d. h. bis zur Durchführung der von Frankreich in Aussicht genommenen Revision seines Zolltarife» zu vertagen. Von deutscher Seite will man dafür den Ausdruck„freund- schaftliche Unterbrechung der Verhandlungen' wählen. Das soll bedeuten, daß beide Länder während der Pause, die wenigstens einige Wochen dauern wird, auf die An» wendung von Kampfmaßnahmen verzichten. Die gesamte deutsche Delegation wird wahrscheinlich bereit» am Freitag nach Berlin zurückkehren._ Schadenersatz für Lufttania-es Relchsflnanzministerinms sei In älterer Zelt undenkbar gewesen. Lange(Z.) wies die In den letzten Worten liegende Insinuation zurück; die betrefkende Denkschrift stamme aus der Zeit, da Herr v. S ch l i e b e n Staatssekretär war, und der jetzige Reichsfinan.z- minister sei kein Mann der neuen Zeit sondern durchaus alte Schule. Die Aufhebung des Sperraesetzes wie der Abbaugesetze sei notwendig: beides lei als der Dcrfossung zuwiderlaufend mindestens moraliscb unzulässig gewesen.— Auch Dr. Steiniger(Dnat.), Meth lDem.) und Richard Kunze sprachen sich für den Antrag aus. Goß(Komm.) bielt Herrn v. Eynern entgegen, daß auch andere amtliche Denk- schriften„lodderig' gearbeitet seien, so diejenige, die die Hingabe der den Ruhrindustriellen„in den Rachen geschmissenen' 71S Millionen zu rechtfertigen bestimmt sei, und Genosse Alatau zog aus dem Verlauf der Verhandlung den Schluß, daß die Umstellung der Tagesordnung der DDP. doch sehr unangenehm gewesen sein müsse, wenn es ihr gelang,«inen.Parka memsöltbetcn' wie Herrn von Eynern so aus der Fassung zu bringen. Unter großer Heiterkeit der Versammlung wurde vom Vorsteher die einstimmig« An- nahm« des Antrags konstatiert. Di« Anfrage unserer Genossen, wenn der Magistrat das Krematorium ia der Diesieimeyerstrahe fertigzustellen und in Betrieb zu setzen gedenke, wurde vom Genossen Klingler begründet und vom Genossen Stadtrat Ahrens beantwortet, der nur seiner persönlichen Anschauung Ausdruck geben tonnte da sich der Magistrat mr't der Frage noch nicht beschäftigt hat. Im Jahre 1924 hätten 12 SM verbrennimgen stattgefunden und man sei mit den vorhandenen Krematorien zur Rot ausgekommen: aller- dings sei auch Tag und Rocht gearbeitet worden. Er würde geneigt stein, bei der Haushaltsberatung sich im Sinne der Anfrage einzusetzen. Eine länger« Debatte entspann sich über die Magistrats-- vorlag« wegen Uebernahme einer Bürgschaft von 100 000 Mark für die evangelische Gemeinde Deutsch st ämmi-- ger aus Rußland. Diese aus Rußland Vertriebenen hoben von der französisch-reformierten Gemeinde einen Teil des Kirchen- grundstücks Klosterftr. 43 auf 20 Jahre gepachtet, um dort die Jugend- pflege der Kolonie, ein« Schulabteilung(realgymnastalen Charakters), eine Speiseanstalt, eine Flüchtlinqsübernahme und als Bildungs- imd Einnahmequelle eine literarische Bühne einzunichten. In der Ausschußberowng hat die Vorlag««in« Mehrheit gefunden; in der zweiten Beratung im Plenum befürworteten Gäbcl(Kemm.) und Genosse Horlitz, der speziell die Leistungen der Goethebühi« unter die kritische Lupe nahm, die Ablehnung der Bürgschaftsübernahme. Kämmerer Dr. Karding mußte zugeben, daß auch der Magistrat An- stand genommen haben würde, sich für das Unternehmen zu inter- cssieren. Höft« er die Entwicklung voraussehen können. Koch(Dnat.) dagegen erblickte in der Hilfeleistung für diese vertriebenen deutschen Brüder eine Ehrenpflicht der Stadt Berlin. Mit 106 gegen 96 Slim- men stimmte die Versammlung der Uebernahme der Bürgschaft zu. Ueber die Satzung der Wohlfahrtspflege der Stadt Berlin stand die Abstimmung noch aus. Alle Abänderungsanträge wurden abgelehnt, der gemeinsame der beiden Rechtsparteien und des Zentrums, welcher die Wahl der Vertreter der freien Wohlfahrts- pflege durch die Versammlung aus den Ausschußbeschlüssen wieder beseitigen wollte, mit 110 gegen 92 Stimmen. Es verblieb durch- weg bei der Ausschußfassung. Gegen einen Ordnungsruf, der ihm in der vorigen Sitzungen zu Unrecht erteilt worden ist, hat Stv. Wildegans(Soz.) schriftlich protestiert, da er schon eine halb« Stunde früher den Saal verlassen Hab«. Der Ordnungsruf war erteilt wor- den wegen eines den Stv. Koch beleidigenden Zurufs. Koch wollte wissen, wor denn nun den Zwischenruf getan habe. Genosse horlitz meldete sich mit der Erklärung, er Hab« gerufen: .Beschützer der MemeiWgea von Magdeburg' und hafte diesen Zuruf auftecht. Unter großem Hallo der Rechten wurde nun HorLtz zu? Ordnung gerufen. Dann begründete Dörr (Komm.) unter den herkömmlichen Anwürfen gegen die Sozialdemokratie und unter Erwähnung auch der Barmat-Affäre die An- ftage. ob behördliche Stellen mit das Zentralwohnungsamt In der Wo hmingszuweisung sangeleg enheit des übelberüchtigten Staatsbank- kredistchkbers St ut Ister in Wilmersdorf eingewirkt hätten. Genosse Stadtrat WuhN gab eine erschöpfende Einzeldarstellung des Falles, wie er sich ihm aus den Akten von 1919 bis 1922 darstellt. Dörr beantragte Desprechnnq und verlangte Auskunst auf dl« von ihm gleichfalls angezogene Barmat-Wohnungsangeleaenheit. Stadtrat WuhN erklärte stch dazu außerstande, da dt« Akten nicht zur Hand sein. Di« Besprechung sand genügende Unterstützung.— flock)(Dnat.) ersah aus der Darstellung dieser so verwickelten Sache immerhin so viel, daß Kuttsker unbevechtigt in Berlin gewohnt habe. (Zurufe links.) Der Deutschnastonale. der einen Ostjuden ausnehme, werde aas der Partei sofort ausgeschlossen.(Gelächter b. d. Komm.) Herr Koch wurde von dem völkischen Professor und Studienrat D a n i ck«- Neukölln und vom Kommunisten S t o l t sekundiert. Der letztere brachte allerhand Geschichten über Wohmmgsangelegenheiten der Barmars zur Sprache, ohne poststoes mitteilen zu können. Genosse Pastloch stellt« trotz des krampfhaften Widerspruchs der Rechten fest, daß der Ausspruch Kochs, daß kein Deutfchnottonaler einen Ostj'-iden aufgenommen hätte, auf sehr schwachen Füßen stehen müsse,.denn in die- Prachtwohmmgcn am Lurfürstendannn. deren Inhaber den Deutschnost analen doch fast durchweg sehr nahe ständen. Hab« doch kein einzizer Arbeiter Aufnahme gefunden. Jetzt säße» dorr aber zum Teil dieselben.Elemente', gegen deren Zuzug die Deutschmttionalen ihre Agttatton und ihre Einwände gen cht et hätten Damit schloß die Besprechung dieser Anfraze, Es wurden noch mehrere klein« Vorlagen erledigt und noch 9 Uhr erkolgt« der Äcklui-, der öffentlichen Sitzung. Eine eutfetzllche Tat ereignete sich im Werner-Werk in EiemenSftadt. Dort schlug ein schwerkriegibeschädigter Schlosser mit mebreren Hammerschlägen den Meister Weg nee nieder. Dieser wurde in sehr bedenklichem Zustand« in da» Paulinenhau« gebracht. An seinem Auskommen wird gezweifelt. Wegner ist zirka 40 Jahre alt, verheiratet und Familienvater. Der Grund zur Tat ist in Lohnstreitigkeiten zu suchen. Der Apfel der Elisabekh Hoff. Von Wilhelm Hegcler. Während ihr Geist sich öffnete, kamen Bilder angeschwebt, blaß und schemenhaft zuerst, dann rasch immer farbiger: eine Gesellschaft im Wagen, junges Volk in dem einen, im anderen die Eltern... ein Kreis sich lagernder Menschen im Wald, ihr zu Füßen der Freund, sie fühlt seine dunklen Augen, die schmeichelnd werbenden, weichen Augen. War es damals. daß sie zuerst seine Liebe geahnt hatte? lind die Bilder folgten einander, immer runder und gefüllter: sie sieht die Gestalten ihrer Freunde, ihrer Freundinnen, Teile einer Unterhaltung werden wieder laut: man spricht vom Glück, drängt über die Lugend hinaus in die Zukunft, schwelgt in Plänen und Hoff- nungen.-- aber plötzlich wenden alle, auch sie, sich der feinen Gestalt eines Greises zu, der das Wort ergriffen hat.... Sie erinnert sich nicht mehr �iner Wort«, nicht einmal des Sinnes feiner Red«, aber das Gefühl, das sie hinterlassen hat, wird wieder lebendig in ihr, das staunende und leicht betroffene Gefühl, das übermütig öweifeln möchte und doch vor der Wahrheit sich beugen muß. Was mag er nur gesagt haben? Sie kommt nicht darauf. „Erinnern Sie sich? unterbrach Ryseck ihre Gedanken. «Es war ganz der gleicke helle Sommertag wie heute, und es war die gleiche Waldlichtung wie diese. Fingerhut blühte und Anemonen. Schmetterlinge gaukelten, und ein Sommer- wölfchen schwebte im tiefen Blau, so zart hingehaucht und fein an Gestalt als wär's ein Schatten von Ihnen. Wir beide schwiegen die anderen ober sprachen vom Glück. Er- innern Sie sich, wie sie sich stritten, bis man einen alten Herrn fragte, der sagte: das Gluck sieht ganz anders aus. als ihr junges Volk euch träumt, es gleicht durchaus nicht der Göttin mit dem goldenen Füllhorn auf rollender Kugel. Es kommt, wenn man's am wenigsten ruft. Es ist der Einklang des Menschen mit sich selbst. An einem Sommertag im Wald zu liegen die Bäume rauschen zu hören, in den Himmel öu sehen...«ine Stunde wie diese: das ist das Glück.— Zch glaube, daß die Erinnerung an solch eine Stunde das Heimweh drüben in mir erzeugt hat. daß sie mich zurückge- rufen hat nach Deutschland, zu Ihnen. Wie nichts sich ver- gißt. Nichts sich verliert Ts sinkt nur unsichtbar m die Tiefe, aber auf dem Grunds wirkt es fort, und die Stunde kommt, wo wir einschen, daß wir so handeln mußten, wie wir han- deltew Alles kommt wieder, und die zerrissenen Fäden wer- den von neuem verknüpft. Ganz wie eben rief auch damals der Kuckuck, und ganz wie jetzt erhoben Sie auch damals die Hand und sagten, Sie wollten zählen, wieviel Jahre der Bogel mir gäbe. Aber ich sagte, nein, uns beiden sollt« sein Rufen gelten und es sollte die Jahre unseres Zusammenseins be- deuten. Sie begannen zu zählen und lächelten, als die Finger nicht ausreichten, und ich war so glücklich über Ihr Lächeln. Damals habe ich zum erstenmal gefühlt, daß ich Sie liebe, und... mar nicht damals auch in Ihnen ein gutes Gefühl für mich?' Sie antwortete nicht und hätte nicht antworten können, auch wenn sie gewollt hätte. Keine Regung ihres Gesichts verriet das innere Leben darunter, das so ruhig und so be- wegt war wie ein von unterirdischen Quellen gespeister Brunnen. Sic wußte nicht, wollte nicht wissen, was die sonnenwarme, sonnenhelle Süßigkeit bedeutet«, die in sie ein- strömte, sacht und schnell und so tief und überquellend, daß sie das Gefühl ihrer Körperhaftigkest verlor und wie in einen seligen Traum versank. Erst nach einer kleinen Weile richtete sie den zurückgelehnten Kopf wieder auf und sagte: „Kommen Sie! Wir müssen aufbrechen. Sonst gelangen wir heute nicht mehr an unseren Bestimmungsort und ver- fehlen vielleicht meine Sebwester.' Sie waren doch noch gebsieben. Ryseck versicherte, sie hätten nur noch zwei knappe Stunden Fahrt und würden mit der Dunkelheil bestimmt in Ruprechtsau eintreffe». Während er eine kurze Pfeife rauchte, schloß Elisabeth ein wenig die Augen. Es war so schön, ganz still zu liegen, von der Sonne durchwärmt, vom leisen Rauschen der Baum- krönen eingewiegt und beglückt von dem Bewußtsein, daß der Freund an ihrer Seite ruhte. Rur manchmal, in langen Zwischenräumen, öffnete sie die Augen, als wenn sie sich uberzeugen müßte, daß alles Wirklichkeit sei. . Iber plötzlich sagte er. daß jemand auf sie zukäme. In der Tat tauchte zwischen den kurzen Baumstümpfen der Scho- nung ein kleines Männchen auf, dem der breite Schlapphut, das dunkle Gewand, das freundliche, etwas stubenblasse Gc- ficht das Aussehen eines Geistlichen gaben. Zu seinem lang- schossigen, schwarzen Rock bildete der große Rucksack auf seinen Schultern und der rot und blau karierte Beutel in seiner Rechten einen etwas komischen Gegensatz. Der alle Herr bahnte sich mit einiger Mühe durch das Brombeergestrüpp den Weg, zog artig seinen Hut und fragte, ob hier etwa ein Feuer brennte? „Es scheint so," erwiderte Ryseck, oberflächlich seine Mütze berührend.„Ist's vielleicht nicht erlaubt?' �„Das glaube ich eigentlich wohl kaum," erwiderte das Männchen.„Aber offen gestanden, geht mich das auch nichts an. Ich wollte mir nur erlauben, um etwa» Feuer zu bitten.' Während der Ankömmsing seinem altmodischen Stroh- futteral die einzige Zigarre entnahm, zog Ryseck einen glim- Menden Spahn aus dem Feuer. War es nun seine oder des alten Herren Schuld— das Feuerscheit und die Zigarre stießen etwas unsanft zusammen und diese fiel in die Glut. „Ach herrje," sagte das Männchen, und machte ein so betrübtes Gesicht, daß Ryseck sich ausrichtig entschuldigte und ihm eine neue Zigarre anbot, die mit vielen Höflichkeits- Phrasen abgelehnt wurde, während doch der fehnsüchtige Blick in das gefüllte Lederetui bewies» wie gern sie genommen wäre. Ryseck drängte sie ihm aus, worauf der zutrauliche Gast mit einem erleichterten Seufzer den Rucksack hinunter- gleiten ließ und sagte: wenn's den Herrschaften nicht unan- genehm wäre, möchte er sich hier«inen Augenblick ver- schnaufen. Er hätte mit seiner Tochter im Wald Pilze ge- sammelt, die nach dem Gewitterregen in ungeahnter Fülle hervorgeschossen wären. „Esther," rief er,„Estherchen, komm doch mal her! Hier sind die Herrschaften, denen das Auto gehört!" Er hätte nämlich bereits das Auto bewundert und eigent» sich den Cheuffeur um Feuer bitten wollen. Der gute Man« hätte aber so fest geschlafen, daß er es nicht über das Herz gebracht hätte, ihn zu wecken. „Die Herrschaften sind gewiß auf einer größer«, Autt* reise?" Ryseck nickte nur. „Ausländer, wenn ich fragen darf? Die Frau Gemahsim hat, soweit ich mich darauf versteh«,«inen echt angelsächsischen Typus. T�ou look likft an Enpflish wornan(Sie sehen wie eine englische Dame aus)." „We're Americans(wir sind Amerikaner), brvmmte Ryseck. Amerikaner! Hatte er sich's doch gedacht! Das alte Herrchen besaß drüben auch Verwandte. Aber leider, leider war nach dem Krieg jede Nachricht von ihnen ausgeblieben... Er hielt es jetzt für an der Zeit, sich vorzustellen, und es erwies sich, daß er der Geistliche des benachbarten Dorfes war. Ryseck murmelte, die Mütze lüftend, etwas Undeutliches. Aber die beflissene Neugier des Gastes war noch hartnäckig« als seine brummige Zurückhaltung. Wohl oder übel mußte et sich zu einigen Antworten herbeilassen. Von Zeit zu Zeit rief der Vater nach seiner Tochter, die endlich gemächlich a«s dem Walde hervorschlenderte.( Schlank, ziersich. im kurzen Röckchen der Siebzehnjährigen mit einem mächtigen rotbebän- derten Strohut auf dem schwarzen Haar und in der Hand außer einem Blumenstrauß einen bunten Pilz tragend, glich sie selbst einem niedlichen Pilz.(Fortsetzung folgt.) Irrtümer der Justiz. Die Nachforschungen im Falle Dente find wohl bereits über das Anfangsstadium hinaus, über ihren Verlauf erfährt man aber nur wenig. So ist z. B. bekannt geworden, daß unter den Sachen des Münsterberger Mörders Aufzeichnungen gefunden worden sind, die etwa 30 Namen enthalten; es sind vermutlich die Namen der Ermordeten. Auch sollen 15 blutige Weften an den Tag gefördert worden sein. Feststehen dürfte, daß er auch drei Mädchen getötet hat. So ist im Jahre 1909 die Emma Sander durch ihn Opfer eines Luftmordes geworden. Aber wegen Ermordung eben dieses Mädchens ist der Fleischermeister Trautmann seinerzeit in Glatz auf Grund eines ungenügenden Indizienbeweises zu 15 Jahren Zucht haus verurteilt worden. Die Strafe hat er bereits voll verbüßt und lebt jezt in Münsterberg. Sollte die Behauptung sich bemahrheiten, fo wird die grauenhafte Geschichte von Juftizirrtümern um einen weiteren Fall bereichert und die Gegner der Todesstrafe erhielten eine neue Wajfe in ihrem Kampfe gegen sie. Denn war es nicht nur ein gütiger Zufall, daß Trautmann nicht gleich vielen anderen Opfern der Justizirrtümer zum Tode verurteilt und hingerichtet worden ift? Wie ungeheuer groß muß aber die Last der Zuchthausstrafe für ihn gewesen sein, da er nicht einmal das Bewußtsein der eigenen Schuld besaß, dafür aber um so stärker unter den Bewußtsein des ihm zugefügten Unrechts gelitten haben muß. In seinem Kampf gegen die Todesstrafe erklärte einmal der berühmte Jurist Holzendorff, daß er selbst mindestens 10 unweifelhaft irrige Todesurteile aus der letzten Ber gangenheit tenne. Sie sind übrigens in allen Ländern und zu allen Seiten zu verzeichnen. Nur zwei seien hier genannt: Der Fall eines russischen Juden in Mariumpol, der während des Weitkrieges megen Spionage auf Grund der Aussage eines Gendarmen laut Kriegsgerichtsurteil hingerichtet worden ist: sofort nach Vollstreckung der Strafe stellte sich seine Unschuld heraus; und ein englischer Tall, der viele Jahre zurückliegt: an einem Mann wurde wegen Er. Bordung seiner Tochter die Todesstrafe vollstreckt. Hinterher erwies es fich aber, daß fie ihrem Leben durch Selbstmord ein Ende gemacht Fatte. Es ist unmöglich, alle Quellen der Juftizirrtümer aufzuzählen: so mannigfaltig find fie. Selbstbezichtigungen, irrtümliche Aus fogen von Zeugen, Meineide, Aussagen von Schwerverlegten, irrtümliche Weidererkennung, irrige Gutachten von Gerichtsärzten, Schrift, Schuß- und Banksachverständigen, die vox populi, der schlechte Beumund der Angeklagten, ihr Berhalten während der Untersuchung und in der Hauptverhandlung u. dergl. find schon manchem zum Verhängnis geworden. Selbst die größte Tüchtigkeit der Polizei, die noch so große Vorsicht der Staatsanwaltschaft und der erkennenden Richter, die noch so große Sachkenntnis des Verteidigers find oft außerstande, das Unglüd zu verhüten. Mensch liches Tun ist eben unvollkommen. Und es darf deshalb nichts geschehen, was nicht gutzumachen wäre: dieses ist aber der Fall bei Todesstrafe und der Seele und Körper vernichtenden Zuchthaus strafe. Der Student Ganter, der vor kurzem der Ermordung des Mädchens auf dem Arnswalder Plaz verdächtigt wurde, fann non Glück sprechen. Wenn es ihm nicht gelungen märe, sein Alibi nachzuweisen, wenn zufällig irgendein Zeuge geglaubt hätte, ihn, tog der spärlichen Beleuchtung, wieder zu erkennen, wenn er sich in Widersprüche verwickelt oder vielleicht vor Jahren, etwa noch als Snabe, aber ein sittliches Bergehen zu schulden fommen gelassen hätte, wäre ihm, bei seinem abenteuerlichen Leben, Glauben ge jchenkt worden? Natürlich nicht! Der etwa vor drei Jahren in Hirschberg zu Zuchthaus verurteilte Köhne beteuert nach wie vor fcine Unschuld. Das gleiche tat Grupen, der nach dem Todes urteil fich im Gefängnis erhängte. Auch Hau, der vor furzem feine Strafe verbüßt hat, will heute noch nicht der Täter gewesen sein. In all diesen Fällen schien jedoch die Tat erwiesen. In wie vielen Fällen aber fonnten Juſtizirrtümer festgestellt und die Berurteillen eift durch ein, unter großen Schwierigkeiten durchgeführtes, Wieder aufnahmeverfahren rehabilitiert werden. Man bente z. B. an den fall Dreyfus; an den österreichischen Fall Steiner, wo eine rostituterte zu schwerem Kerker verurteilt wurde, der wahre Täter fich aber nach mehreren Jahren einfand; an einen deutschen Fall, wo ein Mann verurteilt wurde, weil man seine hade bei seinem ermordeten Bruder, mit dem er in Feindschaft lebte, auffand: als wirklicher Täter stellte sich aber ein anderer her aus, der die Hade entlichen hatte. In einem weiteren Fall hatte ein Sohnt wegen Muttermordes bereits 13 Jahre 3uchthaus verbüßt, als dessen Frau auf dem Sterbebette gestand, die Mörderin gewesen zu sein. Erinnerlich ist noch der Polnaer Ritualmord, wo ein Jude wegen Ermordung zweier Mädchen zum Tode verurteilt und später zu lebenslänglichem Kerfer begnadigt worden ist. Das Urteil stand lange im Mittelpunkt einer heftigen Auseinandersetzung. Am tragischsten aber wirken vielleicht die zwei Fälle von Frauen, die sich selbst bezichtigten, geboren und das Kind getötet zu haben. In Wirklichkeit aber waren fie gar nicht schwanger gewesen. Die eine wurde zweimal zum Tode' verurteilt, erst das Biederaufnahmeverfahren führte zum Freispruch. Die Bevölkerung wird biele neue Belaftung fehr schmerzlich empfinden, auch wenn die Gesellschaft ihr hartes Borgehen durch den Hinweis auf Verkehrsverbesserung schmackhafter zu machen versucht. unb beren Dienfistunden fub bie gleiden wie im Borjabre. Jus den Anträgen hat der Antragsteller neben seinem Namen auch seine Die Ausfertigungsgebühr für Bohnung anzugeben. jeden Ausweis beträgt 1 M. Zur Verhinderung der mißbräuch lichen Benutzung vorjähriger Ausweise werden die Ausweise die mal mit roter Tinte ausgefertigt. Es entfällt ferner der im vorigen Jahre angewendete runde Adlerstempel in der rechten oberen Ede des Ausweises. In der Angelegenheit der Hirsch- Polizei ersucht uns Hert Siri Swabe, noch ergänzend mitzuteilen, daß er niemals in irgendwelchen Beziehungen zur Kapp- Regierung gestanden hat. Ein Paßfälscherprozeß. Unregelmäßigkeiten auf der Paßstelle Tiergarten. Ein großer Paßfälschungsprozeß, der gestern früh vor dem Schöffengericht Mitte begann, richtet sich gegen eine Reihe Beamte und zwar die Polizeibetriebsassistenten august Schulz und Zierb. rath von der Paßstelle des Polizentes Tiergarten, sowie die Polizeibetriebsassistenten Goemer, Wannagat, Schwarz und den Hauptwachtmeister Cöllner von der Meldestelle des 2. Polizeireviers. Als Mittelsmann zwischen den Baßämtern und den Paßreflektanten, die mit falschen Bässen versehen wurden, diente der Angeklagte Feldmann. Ein anderer Vermittler war der nach Paris geflüchtete russische Kaufmann Tannenbaum, weiter hin sind noch eine Reihe Ruffen angeklagt, die in Einzelfällen in der Paßvermittlung als Unteragenten von Zannenbaum und Feldmann tätig waren. Der Kaufmann David Finten st ein aus Tiflis, der Reisende Severin v. Trestin aus Riga, der Privatlehrer Georg Potreffoff aus Petersburg, der Kaufmann Alexander von Kastro aus Petersburg und der russische Schneider Polkowski Den Beamten wird zur Last gelegt, daß sie durch Geschenke zu Amtswidrigkeiten sich durch Feldmann und Tannenbaum haben verleiten lassen, indem sie die Pässe und die Voranmeldungen ohne Nachprüfung ausgestellt hatten. Eine Stichprobe hat ergeben, daß über 150 falime Balfe bei der Baßstelle Tiergarten und 64 Vorbescheinigungen bei der Meldestelle 2 ausgestellt worden sind. Hinter die Unregelmäßigkeiten bei der Baßstelle Liergarten tam man durch die Festnahme eines Ehepaares in Marienburg, das deutsche Bässe besaß, obwohl es einen ausgesprochenen östlichen Typus auf wies. Da man in ihnen Hotelbiebe vermutete, wurde die Berüner Kriminalpolizei mit den Ermittlungen beauftragt. Diese Nach prüfungen ergaben, daß Beamte der Baßstelle Tiergarten und der Melbestelle 2 bei den Baßfälschungen die Hand im Spiele hatten. Die angeklagten Beamten bestritten, daß sie für ihre falschen Bescheinigungen Geldzuwendungen erhalten hätten. Sie wollen die Ausfertigungen nur aus Gefälligkeit dem ihnen vertrauenswürdig erscheinenden und mit einem Ausweis des Regierungsrats Bartels versehenen Tannenbaum gegeben haben. Gelegentlich hätten sie wohl einmal eine 3igarre erhalten oder feien zu einem Glas Bier eingeladen worden. Die Antlage allerdings nimmt an, daß die Beamten nicht für eine Zigarre. oder ein Glas Bier ihre Existenz aufs Spiel gesetzt hätten. Zu der heutigen Sigung ist in erster Reihe Polizeirat Görlich vom Paßamt des Polizeipräfiduums ge laden worden. Die BS.- Korrefpentz verbreitete gestern einen Borbericht zu diefem Prozeß unter der bezeichnenden Ueberschrift, die auch vom Lokal- Anzeiger" übernommen wurde: Polizeipräsident Richter und die Auslandspäffe". Darin hieß es, daß sich die angeklagten Bolizeibeamten damit entschuldigten, daß auch ihr Borgesezter, der Polizeipräsident Richter, sich nach den bestehenden Vorschriften, nicht gerichtet habe. Letzterer, so heißt es in dem Bericht weiter, habe nämlich durch seinen Privatfeßrebar Stöder mehrfach für seine politischen Freunde Bäffe besorgen laffen, von denen die Unterschriften der Paßinhaber nicht vorher geleistet worden waren, oder bei denen die fertigen Unterschriften hinzugesezt wurden. Die Rechtsanwälte Dr. Schwindt, Dr. Jaffé und Dr. Johanny ftellten unter Beweis, daß das gleiche Verfahren auch gegenüber Reichstagsabgeordnet e geübt worden sei. Bei ihnen habe es genügt, daß ein Bote des Reichstags bei den Behörden mit einer Anzahl von Pabanträgen erschien, denen dann die nicht unter schriebenen Bäffe verabfolgt wurden. So sei diesen Abgeordneten der sonst übliche Weg zur Basstelle eripart worden, wie es Herr Richter für feine Parteifreunde getan habe. Wener dem so sei, dann falle nach Ansicht der Berteidigung bei den angeklagten Be amten das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit ohne weitere fort, Es ist für die vergiftete Atmosphäre imferer Zeit typisch, daß man es überhaupt wagen fanm, eine Parallele zwischen den den Beamten zur Baft gelegten Verfehlungen und den Handlungen des bisherigen Polizeipräsidenten zu ziehen. Wenn Abgeordnete oder sonstige Persönlichkeiten, deren Identität außer 3 weifel steht und die eine dringende Reise ins Ausland antreten müssen, sich an den Polizeipräsidenten wenden zweds Erleichterung der Baßformalitäten, so ist es einfach selbstverständlich, daß ihrem Ersuchen nach Möglichkeit entsprochen wird. Ebenso verfährt das Auswärtige Amt bzw. die Pressestelle der Reichsregierung. Es ist aber eine bodenlose Heuchelei, wenn man heute die Hochtonjunttur der Barmat Heße ausnüßt, um daraus eine Analogie mit der Erteilung von Pässen und Bermerken an gänzlich unbefannte Ausländer, ohne jede Kontrolle ihrer Identität und ledigs lich unter Fürsprache eines gewerbsmäßigen Vermittlers, fonftruiert. Gewiß, Rechtsanwälte follen alles tim, was im Interesse der Berteidigung ihrer Mandanten liegt; aber sie schädigen nicht nur das Ansehen ihres Standes, sondern auch die Aussichten der BeschuldigMan kann ruhig jagen: die Geschichte der Justiz zu allen Zeiten ift zugleich auch die Geschichte der Justizirrtümer. Und wie überheblich dünfen einen die Menschen, die von ihrer Unfehlbartett durchbrungen find! Ist es nicht demütigend zu wissen, daß Wohl und Wehe, Leben und Tod des Bürgers in die hand von überheblichen Herrenmenschen gelegt sind?, Manzini hat in seiner Barlamentsrede gegen die Todesstrafe an eine italienische Legende erinnert: nach Beschluß des Senats in Benedig follte jedesmal, wenn es sichten, wenn sie mit solchen Mähchen fommen, nur weil fie meinen, um eine Anflage auf Tod und Leben handelte, im Gerichtsjaal ein Elbgesandter des Senats erscheinen und sagen:„ Denft an den armen Bädergesellen". Es hieß, daß ein armer Bädergeselle unfduldig zum Galgen geführt worden war. Im neuen Entwurf zum Straf gefchbuch hat sich entgegen dem Entwurf von 1922 die Todesstrafe prieder eingeschmuggelt. Man möchte den Herren Gesetzgebern wahrlich zurufen:„ Denkt an den armen Bädergefellen!" Die Tariferhöhung bei der Hochbahn. Ab nächsten Dienstag. Die Erhöhung der Hochbahn, die mir im geftrigen Abendblatt bereits ankündigten, wird jezt von der Hochbahngesellschaft bestätigt. Sie versendet folgende Mitteilung: „ Die Tarife der Hoch- und Untergrundbahn find seit länger als einem Jahr faft unverändert geblieben, obgleich die Ausgaben feitdem wesentlich geftiegen sind. Nach mehreren Lohnaufbeffarungen im Laufe des Jahres und der letzten durch Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses erfolgten Zulage von 5 Pf. für die Lohnstunde beträgt heute die Steigerung der Lohnfäße gegen Anfang des vorigen Jahres 43 Pro3.; ebenso haben sich die Preise aller Betriebsstoffe ganz erheblich erhöht. Im Vergleich mit der Vortriegszeit stellt sich die Arbeitsstunde, die damals 53 Pf. loftete, heute auf 82 Pf., ist also im Preise um 55 Broz. gestiegen, während die Tariffäge im allgemeinen die gleichen sind wie vor dem Kriege. Unter diefen Umständen sieht sich die Gesellschaft genötigt, um einigermaßen einen Ausgleich gegen die Mehrausgaben zu schaffen, cine Tariferhöhung vorzunehmen, und zwar durch Erhöhung der Einzelfahrpreise um 5 Bf., aber unter ftärferer Berbilligung der Bindkarten, um den ständigen Fahrgästen die Erhöhung jo wenig mie möglich fühlbar zu machen. Vom Dienstag, den 24. b. M., ab fellen folgende Fahrpreise erhoben werden: Einzelfarten: bis zu 5 Stationen über& Stationen III. L 15 20 II. AL 20 f. 80 3f. Blodfarten: III. AL II.& L. 12 17 f 17 25 3f. Die Breise für Kinderfarten und die Uebergangs. fahrkarten zur Straßenbahn bleiben vorläufig unverandert. Der Ueberfüllung der Wagen wird durch eine erhebliche Vermehrung des Wagenparts begegnet. den lezten Wochen sind bereits 7 neure Sechswagenzüge in Umlauf gelegt worden. 7 weitere 3üge werden noch in diesem Monat folgen, und im Laufe des Sommers wird eine weitere Bermehrung eintreten. es genüge heute, Richter zu beschimpfen, um sofort die Sympathie eines Teiles der Deffentlichkeit und des Richterstandes auf seiner Seite zu haben. Fahrpreisermäßigung für Kleingärtner. Die tarifmäßige Fabrpreisermäßigung für Kleingärtner wird, wie die Reichszentrale für Deutsche Verkehrewerbung mitteilt, auch in diesem Jahre, und zwar für die Zeit vom 1. März bis 31. Dttober gewährt. Die Ausgabestellen der Ausweise Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 20. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Vortrag Tierarzt Dr. Otto Schmidt: Die Tollwut der Hunde und anderer Haustiere". 7 Uhr abends: Wege zum Wissen: Beethovens unsterbliche Geliebte". 7.30-8.20 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). 7.30 Uhr abends: Medizin. Professor Dr. Lewandowski: Die körperliche Ertüchtigung der Jugend". 5. Vortrag. Die Notwendigkeit körperlicher Uebungen nach der Schulentlassung". 8 Uhr abends: Naturwissenschaft. Oberingenieur Gramatzki: Moderne Astronomie". 3. Vortrag..Die Planeten, insbesondere Mars und Venus. I. Teil. 8.30 Uhr abends: Einführung zum Sendespiel. 8.45 Uhr abends: Sendespielbühne, Abteilung: Schauspiel. Leitung: Alfred Braun. Das Fest der Handwerker, Berliner Volksstück mit Gesang in einem Akt von Louis Angely. Dirigent: Dr. W. Buschkötter. Herr Wohlmann, Zimmermeister und Bauunternehmer: Ferdinand Gregori; Kluck. Maurerpolier, Berliner: Leopold von Ledebur; Hähnchen, Tischler, Berliner: Alfred Braun; Stehauf, Klempner, Breslauer: Harry Foerster; Puff. Schlosser, Stettiner: Willi Eberhardt; Wilhelm Kind, Zimmermann, Dresdener: Hugo Schrader; Madam Kluck: Lu Euler; Madam Stehauf: Rosa Pategg; Madam Puff: Fanny Wolf; Frau Mietzel, Gastwirtin: Else Malti; Lenchen, ihre Tocher: Charlotte Freyer. Handwerker und ihre Frauen, Musikanten. Orchester: Berliner Funkkapelle. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten. Theaterdienst. Jm rhaltreichste zuten Umschlag Bund Größte Programm All Unterhaltung Bastelteil 404 mir jain Woche. Abonnementsbeftellung durch jeden Briefträger O Künstlerische Reichsbannerfeier am Sonntag, den 22. Februar. Der fommende Sonntag ist der Jahrestag des Reids banners Schwarz Rot- Gold. Der Gau Berlin- Branden burg veranstaltet aus diesem Anlaß eine von hochwertigen fünstlerischen Darbietungen umrahmte Feier im Saalbaut Friedrichshain um 10 Uhr vormittags. Das Berliner Sinfonie Drchester und Schauspieler Carl Ebert vont Staatstheater wirten mit. Zu Beginn der Veranstaltung findet der Einzug der Fahnen statt. Karten für die Veranstaltung find bei folgenden Stellen zu haben: An den Theaterkaffen von Tieß und im KDB., im Bureau des Gauvorstandes, Sebastign Straße 37-38, bei der Reichsgeschäftsstelle der Deutschen Demokra tifchen Partei, Bernburger Straße 18, in der Vorwärts- Buchhand lung und im Bezirksbildungsausschuß, Lindenstr. 3. Für Nölferverföhnung gegen. Bölferver hehung. Das Deutsche Friedenstariell, bem 23 pazifistische Organisationen angehören, veranstaltet am Sonntag, ben 1. mars, borm. 11 Uhr, im Herrenhaufe eine Feier mit dem Thema:„ Die Mahnung der Toten die Pflichten der Lebenden, die im( Sedenten an die Ge fallenen des Weltkrieges den Rachelrieg verwirft. Gingeleitet wird die Feier dura Berte, gesprochen von Gertrub Eyfold. Den Vorsik führt Genoffe Reichstagspráfident 2 obe. Beitere Redner find der Nobelpreis fandidat Brofeffor Ludwig Duidbe, Gerhard Seger und die Chemiferin Dr. Claudia Lowe. die besonders auf die Schredniffe eines fünftigen Giftsgastrieges hinweisen wird. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Sindenftraße 3, für Groß- Berlin flets ex bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Tres. rechts, au richten. 1. Areis Mitte. Elternbeiräte: Die Berfammlung am Freitag, ben 20. F bruar, findet umständehalber erft nächsten Freitag, den 27. Februar, ftatt. 2. Kreis Tiergarten. Freitag, den 20. februar, 8 Uhr, Sigung des Ber grügungsausschusses bei Krüger. Butligstr. 10, 20. Rreis Reinidendorf. Die Rreismitgliederversammlung heute abend findet nicht bei Schuls, fondern im Zotal Eberhard, Bittenau, am Bahnhof, Labarfer Straße, ftatt. Heute, Freitag, den 20. Februar: 30. 5. 7 1hr Funktionärtonferena bei Wahntopf, Carmen- Elva- Str. 123. Jungiozialisten. Gruppe Laufwig: 8 Uhr in der Sportede, Vortrag des Ge noffen Schulke über Runft und Boltsmufit". Bereinigung Sozialbentot- tischer Stubenten. 8 Uhr im Sörfaal 41 ber Uni versität, Aussprache über die politische Lage. Nur für Mitglieder. Frauenveranstaltung am Freitag, den 20. Februar: $ 5. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr Spreestr. 9, Bortrag der Gen. Todenhagen. Morgen, Sonnabend, den 21. Februar: 17. bt. 7 Uhr pünktlich Funtionärsikung bei Gerth, Tegeler Str. 50. Kurze Besprechung. 22. Abt. Alle Parteigenoffen, die ber Ronfumgenossenschaft angehören, treffen fich um 8 Uhr bei Radzan, Brüffeler Str. 43. Auffteilung der Kandidaten für die Genoffentschaftswahlen. Mitgliedsbuch mitbringen. 48. Abt. 5 Uhr Abrechnung beim Genoffen Marth. 131. Abt. Rieberschönhansen. 7% Uhr Funktionärsigung in Lokal Rubaich. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 17. Abt. Genoffe Bruno Grith. Riautschouffe. 19, ift verstorben. Cin älcherung Sonnabend nachmittag, 1 Uhr im Krematorium Gerichtstraße. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Ramerabschaft Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G 14, Sebaftianfit. 37/38. Sot 2£ t. Kamerabschaft Lichtenberg nebft Untergruppen: Freitag, den 20. e bruar, Besprechung. Romeradschaft Zehlendorf: Freitag, den 20. februar, abends, 8 Uhr, Turn- und Sportabend in ber Norbidule, Ente gegennahme der Fahrkarten für die Magdeburg- Fahrer. Bebbing: Freitag, den 20. Februar, von 6 Uhr abends an, Teilnehmerbarten sur Fahrt nach Magdeburg bei Müller, Uferstr. 12, abholen. Sonnabend, den 21. februar, madmittags 4% Uhr, und Sonntag, ben 22 Februar, frih 3 Uhr, Treffen zur Fahrt nach Magdeburg Weddingplag. Ede Schulzendorfer Sirake. Kameraden, die nicht nach Magdeburg fahren, treffen fich Gonntag frith 8 Uhr bei Müller, Uferftr. 12, aum gemeinsamen Besuch der Beran ftaltung im Saalban Friedrichshain. 8ur Testeren Beranstaltung, find Eixfrittstarten bei Rameras Miller für attive uns paffive Mitglieder sowie deren Freunde au haben. Der Badeabend am Sonnabend muß von allen Rameraden, die an den Veranstaltungen am Sonntag nicht beteiligt find, besucht werden. Montag, den 23. Februar, abends 7 Uhr, beginnt das Turnen in der Schifle Gothenburger Str. 2. Ramerabschaft Bilmersbort: Adhtung, Magdeburg. Fahrer! Sonnabend, ben 21. Februar, nachmittags 5 Uhr, Treffen vor dem Saupteingaya des Botsdamer Fernbahnhofes. Sonntag, den 22. Februar, frith 64 Uhr, an gleider Stelle. Kameradschaft Bernau: Sonnabend, den 21. Februar, abends 8 Uhr, im großen Gaal des Restaurants Bellevue, Jahress feier, verbunden mit Ronzert, Regitationen und anschließendem Tanz. Gamt liche Rameraben find dazu eingeladen. Ramerabschaft Niederschöneweibe, Ortsgruppe Baumschulenwea: Freitag, den 20. Februar, abends 8 Uhr, außer ordentliche, Mitgliederperfammlung bei Borgmann. Tagesordnung: Reumahl des Ortsvorstandes. Erscheinen jedes Mitgliedes Pflicht. Ramerabschaft Bankow mit sämtlichen Untergruppen: Diejenigen Magdeburg- Fahrer, welche erit ant Sonntag, den 22. februar, fahren fönnen, holen. fich Fahrtausmeife Froibag, den 20. februar, beim Raffierer aus der Wohnung ab. Die am Sonn abend, den 21. februar. Fahrenben treten nachmittags 5 Uhr vor dem Bahnhof( Votsdamer Plan) an.- Ramstadschaft Brenzlauer Berg: Treffpunkt bet Sametaden, die nad Magdeburg fahren, Sonnabend, den 21. Februar, mad mittags 444 Uhr, Senefelderplan, Sonntag, den 22. Februar, morgens 5.50 hz Brenzlauer Tor. Radzialer Botsdamer Bahnhof. Fahnen gehen Sonntag mit. Fahrkarten Freitag abend ab 8 Uhr bei Burg. Ramerabichaft Weißen. fee: Freitag, den 20. Februar, Fahrtarten abholen. Kamerabschaft gichten. berg nebft Untergruppen: Diejenigen Rameraben, welche am Sonnabend, den 21. Februgt, den Zug 5.46 Uhr nachmittags ab Botsdamer Bahnhof benuken, treffen fich um 4 Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg, Bollring- Bahnsteig: biejenigen, die am Sonntag, den 22. Februar, mit dem Zug 6.54 Uhr ab Bots bomer, Bahnhof fahren, treffen fich morgens 5% Uhr an gleicher Stelle. Die Jugendfameraden haben fio an beiden Tagen zur felben geit am gleichen Bahnhof zu fammeln. Ramerabschaft Mitte: Die Rameraden treffen fih am Sonnabend, den 21. Februar, nachmittags 4 Uhr, nor dem Potsdamer Bahn 5of. Ramerabschaft Rovenie und Untergruppen: Achtung. Magdeburg Fahrer! Abfahrzeiten der einzelnen Untergruppen am Sonntag, ben 22. Februar: Röpe Gemeinsamer nid 4.50, Friedrichshagen 4.40, Grünau- Bohnsdorf 4.50 Uhr. Antreten Gammelpunkt Bahnhof Treptow, Bahniteig A, früh 5.45 Uhr. 10 Minuten vorher. Ramerabschaft Neukölln- Brik: Sonntag, den 22. Februar, morgens 5 Uhr. Treffpunkt aur Fahrt nach Magdeburg: Rua 1 Bahnhof Raifer- Friedrich- Straße, Aug 2 und Jungmannschaft Ringbahnhof, Aug 3 und 4 Bahnhof Sermannitraße. Treffpunkt zur freier in Gaalbau Friedrichs. hain vormittags 8% Uhr Reuterplak. Ramerabfchaft Lichtenberg, Untergruppe Karlshorst Magdeburg- Fahrer! Empfangnahme der Fahrkarten Sonnabend, den 21. februar, von 6 Uhr ab im Berkehrslokal. Treffpunkt Sonntag, beg 22. Februar. früh 5.20 Uhr Bahnhof Carlshorft. Su gleicher Seit werden auch die Karten file die Beranstaltung im Gaalbau Friedrichshain zur Ausgabe ge langen. Treffpunkt au lekterer Beranstaltung Sonntag früh 8 Uhr Bahnhof Rarlshorit. Arbeiter Radio- Klub, Gruppe Neukölln, Ruffifahule. Seufiger Baffelabend fält aus. Nächster Bastelabend am 27. februar. Bezirk Rorben: Jeden Donnerstag abend 7% Uhr Berfammlung bei Movat, Ropenhagener Gr. a Gäste willkommen. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow. Freitag, den 20. Februar, abends 8 Uhr, im Reichensaal der 6. Treptower Gemeinde fdule, Wildenbrughiir. 53, 3 Tr.. Bortrag: Ausbildungsmöglichkeiten im Lette Saus"( Dr. Lilli Sauff. Direfiorin d. L.-H.) Eintritt frei. Schlesier- Berein Rübezahl, Charlottenburg. Die Gefangsübungsfunben finden nicht mehr. Montags, fondern jeden Freitag 8% Uhr Raifer- Friedrich Straße 63 ftatt. Am Sonntag, den 1. März. 7 Uhr abends, Anefebedftr. 24-25 ( Schulaula), fchlefischer Rufturabend: u. 6.: Vortrag mit Lichtbildern Aus der Bunderwelt des Riefengebirges" mit Lichtbildern von Dr. Röppen, Gefangs einlagen vom Quartett bes Charl, Lehrer- Gefongvereins. Eintritt 75 Bf. Rartenverlauf an Gesangsabenden und an geladene Gäfte auch am Bortragsabend. Am Freitag weitere Abrahlung. Wetter für Berfin and Umeegend. Tagestemperaturen etwas über Rull, vielfach noch wolfig, mit vereinzelten Schauern. An der Nacht zu Sonnabend leichter Froit. Am Sonnabend felbft beiter und troden und wieder beginnende langfame Erwärmuna. Für Deutschland. Im Nordosten nom zahlreiche, font nur vereinzelte Niederflage in Schauern. Im Westen beginnende Abnahme der Bewolfung In der Nacht zu Sonnabend weit verbreitete Nachtföfte. Bon Sonnabend ab wieder beginnende Erwärmung. J hes mit: Wirtschaft Substanz, die erhalten wurde. würden, ginge es einem folchen wie allen Minoritätsbeschlüffen, er würde nicht erwähnt werden. Es würde immer nur die Rede von dem Beschluß der Konferenz" sein, an der auch die Landarbeiter teilnahmen, der von ihnen aber nicht im geringsten gutgeheißen wird. Nachdem noch von der englischen Landarbeiterorganisation auf In der Generalversammlung der Mannesmann- Röhergebnislos verliefen, unterbreitet sie folgenden Vorschlag: Nach die vielen bisherigen Konferenzen gleicher Art hingewiesen wird, die ren Werte A.-G. in Düsseldorf wurde von der Verwaltung ihrer Ansicht ist die vorliegende Frage eine solche der gesamten viitgeteilt, daß trotz der starken Verluste, die die Gesellschaft beson englischen Bolitik. Es geht nicht an, daß die Regierung fie ders infolge ihrer internationalen Betätigung erfitten habe, es doch irgendeiner Delegation von Spezialinteressenten unterbreitet. Die möglich gewesen sei, daß Goldkapital annähernd zu erhalten. Welcher Prüfung einer solchen Frage muß von anerkannten Sachver. irt waren diese Verluste? Die Verwaltung teilte darüber folgen- und dann von einer Körperschaft beraten werden, die die wirkliche ständigen unter Borlegung aller nötigen Angaben vorgenommen Die Gesellschaft habe ihre Berte in England ver. Bertretung der gesamten Nation, darstellt. Loren, auf die sie bisher eine Entschädigung noch nicht erhalten tonnte, obgleich dem Deutschen Reich ein Betrag von 560 000 Bfund Sterling( mehr als 11 Millionen Mark) dafür gutgebracht worden feien. Die Reichsentschädigungsstelle ertenne zwar an, daß ein Schaden von etwa 18. Millionen Mart vorhanden sei, von dein aber rund 5 Millionen Mart nicht unter die Bestimmun gen der Ersatzleistungen fallen. Für die übrigen 13 Millionen Mart biete man der Gesellschaft nur 26 000 M., deren Annahme die Befellschaft abzulehnen beabsichtige, wenn nicht ausdrücklich die Zuficherung gemacht werde, daß bei einer Besserung der Finanziage des Reiches die Gesellschaft, an einer etwaigen Aufbesserung teilnehmen werde. Das ifalienische Wert habe man während des Krieges unter Preis vertaufen müssen und ebenso sei es der Gesellfhaft mit den Saar Werten gegangen. Die Gesellschaft sei an den Saar- Werfen jetzt noch mit 20 Millionen Franken beteiligt, aber feit deren Uebernahme durch die Pariser Gesellschaft sei eine Rentabilität nicht erzielt worden. Durch die Ruhrbefeßung haben die Werte und Zechen beinahe ein Jahr lang still gelegen. Trog aller dieser Berluste haben also die Mannesmann- Werte ihre Substanz erhalten fönnen. Diese Gesellschaft gehört natürlich euch zu den Ruhrindustriellen, die von der Regierung mit unge. heuren Abfindungssummen bedacht worden sind und darüber flagen, daß sie keine Steuern zahlen tönnten. Im übrigen ist die Verwal fung fehr hoffnungsfroh. Seit Anfang Dezember ist eine starte Belebung des Auslandsgeschäftes eingetreten. Leider feien die erzielbaren Preise gedrückt, aber die Gründung der Rohstahl Gemeinschaft in Düsseldorf habe doch bisher den Erfolg gebracht, daß sich das allgemeine Preisniveau gehoben hobe. Bisher hat man von dieser Seite immer gehört, daß die Kartelle„ preisregulierend" wirken sollen: hier haben wir das offene Eingeständnis der wahren Tendenz der Kartelle: sie üben eine Dittatur auf dem Martte aus, fie schrauben die Preise in die Höhe, sie verteuern der weiterverarbeitenden Industrie das Material und sind somit ein äußerst schädlicher Faktor im Wirt fchaftsleben. Zur englischen Agrarfrage. Bom Gefretariat der der Internationalen arbeiter Föderation wird uns geschrieben: Land gegangen wird, schließt mit der Feststellung, daß das ErefutinDer Artikel, in dem auf die Frage der Agrarfonferenz einKomitee der englischen Organisation erst nach reiflichen Erwägungen zu diesem für die englischen Bandarbeiter äußerst wichtigen Beschluß tam. . Post- Abonnenten Dami amit die regelmäßige Zustellung des Vorwärts" im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere Post- Abonnenten, das Abonnement für den kommenden Monat bei dem zuständigen Postamt sofort zu erneuern. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. den Realkredit des landwirtschaftlichen Befizes mehr als bisher gu tun und auf diese Weise die Tätigkeit der Landschaften, beren Hauptaufgabe die Versorgung der landwirtschaftlichen Unternehmungen mit hypothekarischem Realkredit ist, etwas zu entlasten. regierung hat im Dezember und Januar zufammen 9 Millionen Die Getreideantäufe Sowjetrußlands in Kanada. Die SowjetBad Mehl in Stanada angekauft, d. h. den größten Brotankauf ab durch Vermittlung der Bank von New Hort gegen Barzahlung. geschlossen, der jemals in Stanada stattfand. Der Antauf geschieht Der Transport erfolgt ab New York nach dem Schwarzen Meer. Nach einer Meldung der„ New York Times haben die Westinghouse Eine infernationale Infereffengemeinschaft in der Elektroindufirie. Electric and Manufacturing Company in New York und die rbeitsablommen abgeschlossen, wonach die beiden Gefell Siemens- Schudert- Werte in Berlin ein auf 10 Jahre befristetes schaften die Ergebniffe ihrer Untersuchungen, Erfindungen und Arbeitsmethoden auf elektrischem Gebiete a ustaufen werden. Bon diefer Zusammenarbeit erhofft man ivesentliche Vorteile für beide Konzerne. Die Umwandlung der ftaatlichen Salinenbetriebe in Desterreich. Nach der im deutsch- österreichischen Nationalrat eingebrachten Regierungsvorlage foll wie bei den Bundesbahnen ein eigener Wirtschaftsförper Desterreichische Salinen" errichtet werden, welchem vom Bunde die Führung der Salzmonopole überlassen wird. Sig des Unternehmens ist Bad Ischl. Die Firma genießt alle Begünstigungen und Rechte wie die jezige Monopolverwaltung. Die geschäftsbehördliche Bewilligung entfällt. Die österreichischen Salinen haben den Reingemin mit Schluß jeden Geschäftsjahres an die Bundeszentraltasse abzuführen. Sie erhalten vom Bunbe ein Betriebskapital von 20 milliarden. Organe find der Salinendirettor als Vorstand und die Verwaltungstommiffion; einem Ab. berufungsbefehl der Bundesregierung muß entsprochen werden. Zur Ueberwachung der Geschäftsführung wird son der Bundes regierung eine Berwaltungstommission mit dreijähriger Amtsbauer bestellt, welche aus acht Mitgliedern besteht. Drei Mite glieder sind den Organisationsleitungen des Personals zu entnehmen. Die Einflußnahme der Bundesregierung ist auf jene Befugnisse, befchränkt, die aus ihrem bundesbehördlichen Hoheits- und Aufsichtsrechte entspringen. Arbeitersport. Jußballspiele am Sonntag. dante, die kommunalen Elektrizitätswerte Westfalens zu einer BerBereinigte Elektrizitätswerke Westfalen G. m. b. 5. Der Gewaltungs- und Betriebsgemeinschaft zusammenzuschmelzen, hat dieser Meister, find im vollen Gange. Der Bezirk Often und der Bezirk Sild we ſt Lage seine Verwirklichung gefunden. Die unter der Firma Dort. munder und Verbands.Elettrizitätsmert G. m. b. 5., Dortmund, vereinigten Gesellschaften( Städtisches Elektrizitätswertteilungsmeister: Um 1 Uhr ATV.- Pankow gegen Teutonia und um 2½. Whe Dortmund) haben jetzt mit dem Elektrizitätswert Westfalen A.-G. Dortmund und Westfälisches Berbands- Elektrizitätswert A.-G. zu Bochum- Münster, eine Vereinbarung dahin getroffen, daß auch Weft( gegenwärtig 200 000 Goldmark) soll in Kürze auf 10 Millionen Mark falen der Dachgesellschaft beitritt. Das Gefellschaftsfapital erhöht werden. Davon übernimmt Westfalen als gefchloffene Gruppe 50 Broz., die anderen 50 Pro3. werden von den bisherigen Geselfchaften übernommen. Die Firmenbezeichnung lautet fünftig: Ber einigte Elektrizitätswerte Westfalen G. m. b. 5." Diese neue Geseilschaft verfügt über vier Großdampftraftmerte mit einer Gesamtleistung von zusammen 166 000 Stilowatt. Sitz der Gesellschaft ist Dortmund. Die Serienfpiele haben ihr Ende erreicht. Die Spiele um den Berliner baben bereits die Borrunde hinter sich. Am tommenden Sonntag fteigt nur auch die Borrunde um die Beatrismeifteriaft im Rorben. Auf dem Adler- 12- Blck, Berfin N., Chriftianiaftraße, treffen fich folgende AbAdler 08 gegen ASV 24.( Am 1. März gehen dann gleichzeitig in allen brei Bezirken die Endspiele vor sich.) Im weiteren finden noch folgende Spiele ftatt( Anfang 3 Uhr): Brandenburg gegen VfB.- Köpenid in Brandenburg: Steglis gegen Adlershof in Steglis, Ring, Ede Südendstraße: Teltow gegen Botsdam in Teltow, Auguſtſtrake: Britannia- Neukölln gegen Tashorf auf dem Tempelhofer Feld; Bittoria gegen Lichtenberg II in Tempelhof, Berlängerte berg: BC. Moabit gegen Oberfpree im Beuffelgrund: Berolina- Reutuh gegen Raiferin Auguft- Straße; Rowawes gegen Alemannia in Rawawes, Part Babels Brandenburg 24 auf dem Tempelhofer Feld; Kreuzberg gegen Lichtenberg aut bem Tempelhofer Feld: 8BC. gegen Germania- Weißenfee in Rehlendorf, Spandauer Straße: Woltersdorf- 2. gegen Lichtenberg III in B.; Strálau gegen Bader 20 in Stralau, Goklerstraße: Frisch- Frei gegen Reutöln- Brik in Sfesor fchöneweide, Gasanstalt; Weißenfee gegen Stern- Marienfelbe in Weißensee, Rennbahn: Ustania gegen Wilmersdorf in Röpenid, An der grinen Trift: Friedrichshagen gegen Fußballting in Friedrichshagen, Gemeindesportplag: Romet gegen MSc. in Fürstenwalde, Braunsdorfer Straße; Cosicordie gegen Brandenburg in Baumschulenweg. Planterwald; Lustig.Fidel gegen Bin Rubow, Reuköllner Straße: Schöneberg gegen Att- Glicnide in Schöneberg, Borher untere Mannschaften. Dominicuspids, Gadifendamm; Belten gegen Sparta- A. in Belten, Bozówſtraße. Beeffner Arbeiter Schadflub. Am Sonnabenh hen 21. Február, ahenbs 7 Uhr. Borstandssitung bei Ewald. Um 8 Uhr gemeinsame Giaung mit bea Spielfilarem.. industrie. Der Süddeutsche Spinnmeberverband hat Kampf zwischen Produzenten und Abnehmern in der Terfil dem Jahre 1919 feitens des Verbandes der nord- und nordwestfich, wie„ Die Tertil- Woche erfährt, zweds Aufhebung einer seit deutschen Baumwollwaren- Ausrüster verhängten Einkaufssperre verpflichtet, für die Dauer des Jahres 1923 feine neuen Runden mehr aus dem Einzelhandel und der KleinEinzelhandel 8 bis 10 Proz. teurer als den Baumwollwarengroß fonfektion zu werben, auch seine bisherigen Kunden aus dem handel zu beliefern. Der Reichsbund des Textileinzelhandels wird gegen dieses durch den Druck des Baumwollwaren- Ausrüstungsver: bandes zustande gekommene Abkommen, das eine schwere Schä Digung für den Einzelhandel und die Konfektion bedeutet, die auf Grund der Kartellverordnung zulässigen gefeß eine Norboft, Zurich, Neuksun, Boran und Saron- Brandenburg. Der Abend lichen Schritte unternehmen, insbesondere beim Vorsitzenden des Kartellgerichts die Genehmigung zu einer Sperre einholen. Der vergangene Wahlkampf in England wurde von der Konfervativen Partei auf dem Lande hauptsächlich unter der Barole Schuß der notleidenden Landwirtschaft" geführt. Nachdem nun die Konfervative Partei durch den für sie überaus günstigen Wahlausfall in die Lage verseßt wurde, die Regierung zu übernehmen, werden ihr die während des Wahlkampfes ausceftellten Bechfel zur Einlösung präsentiert. Die Regierung fucht fich diefem Ansturm dadurch zu entziehen, daß fie die Notlage der Landwirtschaft erst einmal von einer Konferenz festgestellt wissen will. Die Zusammensetzung der Konferenz war folgendermaßen gedacht: Ein Drittel Land befizer, ein Drittel Farmer( Landwirte mit teilweise eigenem Besiz oder Pächter) und ein Drittel Landarbeiter. Die englische Landarbeiter Organi lation( National- Union of Agricultural Workers) hat aber die Teilnahme an dieser Konferenz abgelehnt. Da über diese Ablehnung verschiedentlich falsche Gerüchte im Umlauf find, sehen wir uns veranlaßt, die Stellung dieses Verbandes, die aus ihrer Zeitung vom Februar d. J. hervorgeht, auszugsweise wiederzugeben. Der erste und wichtigste Einwand ist wohl der, daß jede Agrarpolitik auf die industriellen Verhältnisse aufgebaut sein muß. Es wird behauptet, daß diese Berhältnisse nicht bekannt find und die Farmer auch nicht besorgt sind, daß fie bekannt werden. Eine allgemeine Konferenz, die um alle Fragen herumredet, ist nicht die geeignete Rörperschaft, um Untersuchungen anzustellen über die Wirtschaftslage der englischen Landwirtschaft. Das ist eine Die Erweiterung der Gemeinschaftsgruppe. In den General. Aufgabe von Sachverständigen, die schon einige Monate vor versammlungen der zur Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypotheten einer folchen Konferenz fich mit nichts anderem beschäftigen müßten, Mecklenburgischen Hypotheken- und Wechselbank A.-G. in Schwerin banfen gehörigen Hypothekeninstitute wurde die Aufnahme der Mecklenburgischen Hypotheken- und Wechselbank A.-G. in Schwerin als sich der Untersuchung der aufgeworfenen Fragen hinzugeben. Als zweiter Grund wird angegeben, daß die 2 andarbeiter mit Wirkung vom 1. Januar 1925 beschlossen, und es foil dem feine gerechte Bertretung habe n. In den meisten Fällen entsprechend ein Austausch von Vorstands und Aufsichtsratsmit werden die Farmer und die Landbefizer im Gegensatz zu den Land- nahme wird der Birkungstreis der Gemeinschaftsgruppe insofern gliedern unter den genannten Banken stattfinden. Mit dieser Auforbeitern stehen, jeder Beschluß, der dann infolge diefer Stimmverhältnisse gefaßt wurde, geht als Beschluß der Konferenz" in die Wechselbank die einzige Hypothekenbant von Bedeutung in Mecklen etheblich erweitert, als die Mecklenburgische Hypotheken- und Welt. Wenn auch die Landarbeiter einen Minoritätsbeschluß fassen burg ist. Die Gemeinschaftsgruppe hat damit Gelegenheit, auch für 4. Bezirt, Nordgruppe. Am Sonntag, den 22. Februar, nachmittags Uhr, findet in ber Gemeindehurnhalle in Berlin- Marienfelbe bie Gruppenfchritupe fiatt. Seder Berein hat seinen Turnwart und Borturner zu entsenden. fchließend findet im Lokal bes Turngenoffen Staffelt, bortfelbst Berlinet Straße, die Gruppenfigung mit sehr wichtiger Tagesordnung statt. Sebyt Berein des 4. Bezirts meldet zur Turnfpielferie bis zum 13. Mara feine Balferftt. 15. Mannimhaften an den Bezirksspielwart Friedr. Neumann, Lichtenrade, Sport- Club Libertas 96, Jiu- Jitsu- teilung, Charlottenburg Am t tag, den 20. Februar, abends 8 Uhr, im Moabitez Gefellschaftshaus, Bielef ftraße 24. Berbekampftagim 3iu Jitfu gegen die belannten Bere wird durch eine Jiu- Jitsu- Demonstration eingeleitet.. Freie Ranufahrer Berlin, e. B. Am Freitag, den 20. Febat, oberts 8 Uhr, Sikung im Bereinslokal, Neukölln, Marefchstr. 14( 3deal.Aleute). Arbeiter- Nabfahrer- Bund„ Solibarität", Ortsgruppe, Berlin. Bottren iz eifenberbandes am legten Mittwoch wurde berichtet, daß Erhöhung der Roheisenpreise. In der Sigung des RobDortfelbft Aufnahme neuer Mitglieder. die Nachfrage nach Roheisen weiterhin befriedigend ist. Die Robeifenpreise wurden für fämtliche Sorten mit sofortiger Wirkung um 2 M. je Tonne erhöht. 3 Tropfen Kaol Metall- Oel Politur besser als Putzwasser Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Jugendliche Achtung! Heute, Freifag. ben 20. Februar, abends 7 Uhr, im großen Saal bes Berbandshauses, Cinienste. 83-85: Vortrag mit Lichtbildern: Der Diefel- Motor, mif einem leberbl d über Gas- u. Explosionsmotoren. Bon Oberingenieur Dr. B. Bichyrembel. Zu diesem Vortrag haben alle Rollegen Sutritt Die Jugendabteilung. Achtung! Generalversammlung! In ber Zeit vom Montag, den 23 Februar bis Dienstag, ben 2. März, finden die Wahltörper- Bersaminfungen statt. Die Tagesordnung ber GeneralDerfammlung ist folgende: 1 Raffenbericht Dom 4 Quartal. 2 Bericht der Revisoren Erledigung der an die Verwaltung gelangten Anträge. Die Anträge für die Wahltörper per ammlungen fönnen von Montag, den 23. Februar, mittags, ab, im 8imme: 5, Don den Bezirksleitern abgeholt werden. Scotts Emulsion, ( Deutsches Fabrikat) 1st seit Jahrzehnten in allen Kulturländern das Hährmittel für die Jugend Scott's Emulsion fördert die Entwickelung, kräftigt den Knochenbau und wirkt blutreinigend. Bei zurück. gebliebenen und schwächlichen Kindern ist sie unentbehrlich und dient als Ergänzung der täglichen Nahrung. Man hüte sich vor Nachahmungen, da diese off an Stelle des Originalpräparates empfohlen werden. Scott's Emulsion ist in allen Apotheken und Drogerien zu haben. Niederlagen: Admirals- Apotheke,$ 0. 26, Admiralstr. 31/32 Apotheke Zum Bär, O 27, Grüner Weg 94 Achtung! Berwaltungsmitglieder! Ber's Apotheke, NO. 18, Gr. Frankfurter Str. 103 Heute, Freitag, abends 7 Uhr: Sitzung der mittleren Ortsverwaltung. Die Ortsverwaltung. Minerva- Apotheke, Charlottenburg, Bismarckstr. 81 Schweizer- Apotheke. W. 8, Friedrichstr. 173 Victoria- Apotheke, SW. 48, Friedrichs r. 19 Drogerie Albert Blechstein, Berlin, Zorndorfer Str. 8 Emser- Drogerie, Neukölln, Emser Str. 124 Drogerie Georg Gorgs, Pankow, Breite Str. 40 Sonntag, den 22. februar. 1. Abt: Dampfer Wintermärchen. Treffount gehlendorf- Mitte, Start 1 Uhr Laufiher Blak. 3. st.: Bichelsmerhet( ter 42 Uhr Jannowigbride. 3. Abt.: Rehlendorf. Rarlstr. 12, per Bon bis Freund). Start 1 Uhr Landsberger Blak. 6. bt.: Tour wird um 1 Uhr ane Start Ropenhagener Str. 26 bekanntgegeben. 7. bt.: Befuch ee, theiter wohlfahrtsausstellung. Starb vormittags 10 Uhr Rolonieft 146 8.) Wh Teltom- Klein- Machnow. Start 1 Uhr. Wiclefite. 24. 9. Abt.: Schönwalbe( RIöpfer). Start 1 Uhr Schulfit. 14. 28, Februar, 7 Uhr, Mastenball, Seefeld, Uebungsfahrt für Langftredenfahrer. 10. Abt.: Mahlsdorf( Beibetrug). Bodift. 18. Ortsgruppe Charlottenburg: Riel with at 1 Uhr am Stati GalStart 1 Uhr Comeniusplag. 11. bt.: Strausberg. Start pormittags 10 Uhr vantftr. 13 bekanntgegeben. Drtegruppe Baumschulenweg: Alle Aufhriften find on mar faeber, Baumschulenftr. 64, 2 r., au richten. Detsgruppe Rentönn: 1 Uhr am Start Canger, Ede Saaleffraße. Ortsgruppe Lichtenberg: 28. bruar fportliche Vorführungen in Tempels eftfälen, Friedrichsfelde, Bringen allee 30. Start 8 Uhr abends. Achtung, Bundesgensffen! Die nafte Ber einstour für die Abteilungen ist am 1. März nach Birtenmerber, Restaurant Japan. tersriegenligung bei Road, Beler, Ede Junstraße. Freie Schwimmer Rentaln. Sonnabend, den 21 Februar, abends& Uhr, Strahlende Gesichter lohnen der Matter die Mähe des Kuchenbackens. Jedes Backwerk gewinnt an Wohlgeschmack und Aussehen, wenn man zu seiner Herstellung die Feinkostmargarine. ,, Schwan im Blauband" verwendet. Preis 50 Pf. das Halbpfund in der bekannten Packung. Schwan im Blauband Wir bitten, beim Einkauf von Schwan im Blauband" das farbig illustr, Familienblatt Die Blauband- Woche" gratis zu verlangen. gekirnt Aus den Bezirken. Bezirk Mitte. In der Sigung der Bezirksversammlung Berlin- Mitte am Mittwoch, den 11. Februar, stand die Wahl eines befoldeten Stadtrats auf die Tagesordnung. In geheimer Sigung und nachfolgender ge heimer Abstimmung wurde die Wahl eines befoldeten Bezirksamts mitgliedes vorgenommen. In der Stichwahl wurde unser Genoise Herrmann, bisher unbesoldeter Stadtrat im Bezirksamt mitte, mit 33 Stimmen gegen 32 Stimmen zum besoldeten Stadtrat gewählt. Anscheinend haben noch einige Bürgerliche außer dem Zentrum für unseren Kandidaten gestimmt, da die Kommunisten wie überall der Parole ihrer Zentrale folgend auch hier wohl gegen unseren Genossen gestimmt haben. Die übrigen Beratungsgegenstände nahmen das Interesse der Bersammlung weniger in Anspruch; insbesondere die Etatberatung verlief ruhig. Bei der Vorlage über den Bau eines Wohnhauses in der Gartenstraße, das vom Bezirksamt Mitte mit Hilfe von Ablösungsgeldern und Hauszinssteuerertrag ers richtet wurde, bemängelte die Rechte, daß die Versammlung nicht Dorher befragt worden sei. Demgegenüber tonnte mit Recht darauf hingewiesen werden, daß es wichtiger war, die milde Witterung auszunuzen und etwa 30 Wohnungen herzustellen, die zu normalen Breifen den Wohnungslosen, die zunächst berechtigt find, überlassen werden. Bezirk Spandau. Hier STADTE BEILAGE RR VORWARTS Die Wohnungspolitik der Stadt Berlin. Eine Eingabe der Gemeinnützigen Baugenossenschaften. Eine Ronferenz, die von den gemeinnügigen Bau-| genossenschaften vor etwa 14 Tagen einberufen worden war, und die sich mit der Wohnungspolitik der Stadt Berlin beschäftigte, hat diese Genossenschaften nunmehr veranlaßt, in einer längeren Eingabe an den Magiftrat die Schäden, die aus einer ver. tehrten Wohnungspolitit erwachsen, darzulegen. Der Eingabe, die allen Stadtverordnetenfraftionen zugegangen ift, entnehmen wir folgendes: Die gemeinnützigen Baugenossenschaften haben im Jahre 1924 den Bau von 1100 Wohnungen Die gleiche Wohnung toftet jedoch heute 14 000 m. und, wenn man den Grund und Boden dazu rechnet, etwa 16 000 m. Trog der noch geltenden günstigen Bauverträge, die die Genossenschaften mit Baufitmen abgeschlossen haben, muß für eine solche Wohnung eine Jahresmiete von rund 1000 m. gefordert werden. Aus dieser Aufstellung geht hervor, daß eine Wohnung von zwei Zimmern, Kammer und Wohnküche pro Quadratmeter der Wohnfläche etwa 15 M. Miete erfordert. Dieser Preis erreicht aber bereits die doppelte Friedensmiete. Nach den gegenwärtigen Baupreisen und den gegenwärtigen Finanzierungsmöglichkeiten wird man Wohnungen für Minderbemittelte" nur zur dreifachen Friedensmiete begonnen. Die Finanzierung der Bauten schien völlig gesichert, erbauen tönnen. Die Eingabe, die den geradezu tatastrophalen zumal die Gewährung verhältnismäßig preiswerter Hypothefen zur Stand der gemeinnüßigen Bautätigkeit zeigt, schließt mit der FestDeckung der Reftfinanzierung in Aussicht gestellt war. Die Finan Deckung der Reftfinanzierung in Aussicht gestellt war. Die Finansstellung, daß unter den geschilderten Verhältnissen die Baugenoſſenzierung der Bauten erfolgt gegenwärtig nur bis zu 50 Proz. aus öffentlichen Mitteln. Der Rest der Baufosten muß durch Bauchaften ihre Aufgabe, Wohnungen für Minderbemittelte zu bauen, to stenzuschüsse der Mieter und durch Gelder aufgebracht nicht erfüllen fönnen. Bei den Behörden ist irgendein Entgegentommen nicht zu finden. Es foll fogar vorgekommen sein, daß der werden, die dem öffentlichen Kapitalsmartt zu entnehmen sind. Die Bangenossenschaften stehen jetzt vor der Unmöglichkeit, billiges Steuerfistus einer Genoffenschaft die Gemeinnüßigkeit aberkannt hat, weil sie der hohen Baufoften wegen für Miderbemittelte teine Hypothekentapital aufzubringen. Zudem verschlingt die feit dem Wohnungen herstellen fann. Die Baugenossenschaften richten desDitober v. J. eingetretene Breissteigerung der Bau. Wohnungen herstellen tann. materialien ganz erhebliche Summen. Die Eingabe fährt dann halb an den Magistrat die dringende Bitte, ihnen fort: Dadurch, daß die Richtlinien des preußischen Wohlfahrts minifteriums es der Stadt Berlin unmöglich gemacht haben, die auszinssteuerhypothet pro Wohnung in Sonder fällen zu erhöhen, wurde der größte Teil der Mittel aus der Hauszinssteuer an Bauunternehmer und Bauinteressenten gegeben, die nicht für Minderbemittelte, sondern für begüterte Boltstreife Wohnungen erbauten. Diese Bauunternehmer waren aber auch in der Lage, das in geringerem Umfange zur Verfügung stehende Privathypothefenfapital an sich zu ziehen. Der Wahlerfolg vom 7. Dezember hat uns gezeigt, daß die von uns eingeschlagenen Wege richtig sind. Sinngemäßes Zusammenarbeiten des Kreisvorstandes, der Bezirksverordnetenfrattion, sowie sämtlicher Funktionäre zeigte hierbei volle Harmonie. Gewiß zeigten Debatten oftmals Meinungsverschiedenheiten, aber stets war man bereit, der Sache zu dienen und den Gedanken des Sozialismus zu fördern. Leider ist in Spandau die Saalfrage schwierig, da Säle nur sehr schwer und nicht in jedem Stadtteil zu haben find. Zweifel. los find öffentliche Bersammlungen, die man in die einzelnen Stadtteile legen kann, von Vorteil, der sehr wesentlich ist. Die Arbeiter Spandaus zeigen oftmals eine gewiffe Bequemlichkeit, die sich schlecht mit ihren dürftigen Lebensverhältnissen vereinbaren laßt. haben mit anertenneswerter Freubigkeit unsere Genossinnen und Ge noffen eingesetzt und in der korrekten Flugblattverbreitung Beacht liches geleistet. Ein besonderes Kapitel ist eine gewiffe Unbeständig feit der Arbeiterschaft im Bezirt. Die Mehrzahl besteht aus ehemaligen Staatsarbeitern, politisch wenig gefestigten Bolfsgenossen. Trotzdem zeigten unsere Bersammlungen einen Maffenbesuch Gelbit die Versammlungen in unferem ländlichen Bezirk waren erfolgreich. Trog der wirtschaftlich schlechten Zeit sind nach Berichten die Abtei Lungsabende zufriedenstellend besucht. Das trifft auch auf die vom Kreisvorstand einberufenen Mitgliederversammlungen zu. In der Mitgliederversammlung vom Januar, wo Genoffe Artur Richter über die politische Lage" sprach, war mandje wertvolle Anregung zu buchen. Am 18. Februar fprach hier Genoffe Clajus über die Arbeit unserer Genoljen im Stadtparlament". Troß beinahe zmeiftündigem Referat teine Ermüdung, was etwas heißen mill. Die Aussprache war rege und gab manchen Aufschluß über die Span batter Berhältniffe. Cine gefchicte Rommunalpolitif unserer Be noffen fann und wird noch pieles erzielen. Ein vorgesehener Be richt der Bezirksverordnetenfraktion mußte der vorgeschrittenen Belt halber zurückgestellt werden. Die Werbearbeit unserer Frauen ift ebenfalls im Kreise Spandau eine sehr fördernde und verdient alle Anerkennung. 15. Berwaltungsbezirk( Treptow). Die Ziegelpreise wurden 3. B. vom Juli 1924 bis zum Februar d. 3. von 14 M. auf 45 m. erhöht. geringverzinsliche Hypothekengelder in solchem Ausmaß zur Berfügung zu ftellen, daß es den minderbemittelten Wohnungslosen ermöglicht wird, die Mieten aufzubringen. Gleichzeitig wird darum gebeten, die Berzinsung und die Tilgung der Hauszinshypothet so lange auszusetzen, bis auf dem Berliner Bau- und Geldmarkt wieder normale Berhältnisse eingetreten sind. Die fozialdemokratische Stadtverordnetenfrattion hat einen diesbezüglichen Antrag eingebracht, der in der nächsten Sizung behandelt werden wird. Sollte dem Verlangen der Baugenossenschaften und auch unserer Fraktion von der bürgerlichen Mehrheit des Stadtparlaments nicht in dem gewünschten Umfange entsprochen werden, so ist mit aller Bestimmtheit damit zu rechnen, daß die Baugenossenschaften den Bau von Wohnungen gänzlich einUeber die Baupreise, wie fie fich für die Herstellung des einzelnen Kubikmeters umbauten Raumes ergeben, macht die Eingabe inter effante Angaben. Am Beginn des vorigen Jahres stellte sich der Preis auf 25 M. Gegenwärtig ist unter 35 M. feine Wohnung herstellen müssen. Unterschrieben ist die Eingabe von 14 der größten zustellen. Die gemeinnüßigen Bauten wurden durch verzögerte Aus ftellung der Ansiedlungsgenehmigung, der Baupläne ufw. in die Beriode der Breissteigerung hineingezogen. Zu Beginn der Bauten fennte auf Grund der Baupreise im Auguft v. J. eine Wohnung von 65 Quadratmeter Bohnfläche für 10 000 m. hergestellt werden. Kulturarbeit im Norden. Während der Norden und Nordwesten des Bezirks Reinidendorf Don Hermsdorf, Frohnau bis Tegefort, Saatmintel zu den schönsten Tellen der Berliner Umgebung gehören, entbehren der Süben und Südwesten des Bezirks, namentlich die Ortsteile Reinidendorf und Wittenau, jedes landschaftlichen Reizes. Diesem Mangel in groß. Bligiger Weise abzuhelfen, hat sich das Bezirksamt vom Beginn feiner Täfigfelt an zum Ziel gelegt. Die Pläne stehen munmehr Heiligent See hnau Frohn Vorhandene und geplante Grünanlagen im Bezirk Reinickendorf. Forhandene Grünanlagen Geplante Grünanlagen Fließtal Flick -1 Hermsdong Fließ Gem Witte neu see Segeler Fremmener Ban Tegel- Forst erwa Mit vollem Recht ertlärte unser Frattionsredner anläßlich der Etatberatung in der Bezirksverordnetenversammlung, daß es in erster Linie das Verdienst der Sozialdemokratie fei, menn heute wieder im Reich, in den Ländern und Kommunen eine gesunde Etatwirtschaft, auf Goldmart basierend, Plag gegriffen hat. Und wir haben auch gegenwärtig allen Anlaß, dieses immer wieder in aller Deffentlichteit zu betonen. Wenn noch im Oktober 1923 bie Etataufstellung für 1924 ein Jonglieren mit unmöglichen Zahlen darstellte, so ist demgegenüber für das Rechnungsjahr 1925 ein in Einnahmen und Ausgaben fest umriffener Etat geschaffen worden. Etat oder Bedarfanmeldung? Lezteres ist wohl die zu treffendere Bezeichnung. Nicht mehr wie in den früheren Jahren die Einzelgemeinden braucht sich heute der einzelne Berwaltungsbe zirk resp. die Bezirkskörperschaft Kopfzerbrechen über die Dedung eiligen- aue des eigentlichen Bedarfs zu machen. Und doch wird man von den Bentralinstanzen Groß- Berlins erwarten dürfen, daß bei der Etat. aufstellung bzw. Bedarfsanmeldung der Bezirke der Finanzlage Groß- Berlins Rechnung getragen wird. Andererseits wird sich aber bie Zentralverwaltung bei Prüfung der Bedarfsanmeldungen der Berwaltungsbezirte vor Schematisierung hüten und die Struttur, Bevölkerungsziffer, soziale Lage der Einwohnerschaft der einzelnen Bezirke, ausgiebig berücksichtigen müssen. Die Kriegs- und die nun hinter uns liegende. Inflationszeit, das zeigt sich nur zu deutlich, hat in den Bezirfen mit einem großen Prozentsah Minderbemittelter viel größere Bunden hinterlaffen als in denen mit einer verhältnis mäßig starten, sozial gehobenen Schicht. Diese Bezirke find größten teils identisch mit denen, die sich heute aus den schon früher finanziell schwachen und am wenigsten leiftungsfähigen Einzelgemeinden zufammensetzen. In der Borzeit ift gerabe hier vieles im Interesse der Allgemeinheit Liegende aus vorhergehenden Gründen unterlassen worden. Es war nun aber einer der leitenden Gedanken der geisti gen Bäter des jeßigen Groß- Berlin, diese Schäden allmählich zu beheben, einen notwendigen Ausgleich in der Einheitsgemeinde zu fchaffen. Die Erhöhung der Ausgaben des 15. Bezirks auf 9 834 240 M. für 1925 gegenüber zirfa 5% Millionen für 1924 feßte in der Bezirksversammlung einzelne Mitglieder derselben zu nächst in Erstaunen. Nach der Einbringung des Etats war es der Demotrat Schaaf, der sich gegen diese Erhöhung erging. Unsere Fraktion, die selbstverständlich ein startes Interesse an einer forretten Durchberatung hatte, stellte den Antrag, im Rechnungsausschuß den Etat einer fachlichen Nachprüfung zu unterziehen. In zwei Sigun gen, in welchen wie immer, wenn es sich um fachliche Arbeit handelt, Die Kommunisten fehlten, tamen die Parteivertreter zur übereinstimmenden Erkenntnis, daß der Etat von dem Bezirksamt, das mit zwei Ausnahmen von Genossen besetzt ist, und den Deputa tionen in mustergültiger Art, den Verhältnissen unseres Bezirks Rechnung tragend, aufgestellt worden ist Sollen die Bedürfnisse im neuen Gtatjahr nur einigermaßen befriedigt werden, soll weiter nur ein fleiner Prozentjag der vorher erwähnten Schäden behoben werden, dann dürfte nicht eine einzige Mart gestrichen werden. Einstimmig empfahl der Rechnungsausschuß die Annahme des Etats. Gesagt muß werden, daß unsere Fraktion bei allen Be ratungen in vorbildlicher Form aufzeigte, wie man im Intereffe der Bevölkerung positive, prattische Arbeit verrichtet. Kamen die Ber treter der bürgerlichen Parteien über allgemeine Redensarten und Nörgeleien nicht hinaus, jo erlaubten sich die Kommunisten das Ber gnügen, den Etat abzulehnen, was bewies, daß sie den Etat weder richtig gelejen noch verstanden hatten. Rosenthal Nordbahn Reinicken Ju dorf Schiller gemeinnützigen Baugenoffenschaften, unter denen sich auch die Deutsche Wohnungsfürsorge A.-G. für Beamte, Angestellte und Arbeiter" befindet, die bekanntlich im engsten Zusammenarbetten mit den freien Gewerkschaften steht. Bollendung nicht nur dem Bezirt Reinidendorf, sondern auch der ganzen Stadt zur 3ierde gereichen; fie werden allen Bewohnern von Reinidendorf und Wittenau eine leicht erreichbare Gelegenheit zur Erholung gewähren. Jmmer noch kein Ortsstatut für die Berufsschule. Drei Bezirke ohne Berufsschulpflicht für Mädchen! Bor ber Gründung Groß- Berlins herrschte auf bem Gebiete bes Fortbildungsschulmesens ein müftes Durcheinander. Jede größere Gemeinde hatte ihr besonderes Ortsftatut. Mehrere Weinere Gemeinden hatten bie Schulpflicht überhaupt noch nicht eingeführt. Aber auch in größeren Gemeinden, wie eutölln, Tempel. hof, Behlendorf, bestand noch teine Berufsschulpflicht für Mädchen. Bei Schaffung der Gesamtgemeinde follte biefer unerträgliche Zustand beseitigt werden, aber bis auf den heutigen Tag besteht er noch unverändert fort. Die städtischen Körperschaften haben schon mehrmals ein neues Drtsitatut beraten, das einheitlich die Schulpflicht für Jünglinge und Mädchen regeln follte. Zur Einführung ist es aus meist recht unerheblichen Gründen noch nicht gekommen. So hat sie der Bürgerblock im Roten Hause eine geraume Zeit hindurch deswegen verzögert, meil er die Bildung einer besonderen Deputation für Berufs- und Fachschulen verlangte. Dies Ziel hat er nun erreicht, das Ortsstatut ist troßdem immer noch nicht da. Es muß mit größtem Nachdruck eine Beschleunigung diefer Angelegenheit verlangt werden, damit wenigstens zum 1. April die Errichtung von Mädchenberufsschulen in den drei noch fehlenden Bezirken Neukölln, Tempelhof, Zehlendorf gesichert wird und zugleich auch die Reorganisation der anderen Berufsschulen nach einem vernünftigen Plan durchgeführt werden kann. Neue Stadträfe. Der Dberpräsident der Broving Brandenburg poze unb von Berlin bat unter dem 8. Februar 1925 die Wahl des Filialleiters Mar John zum unbefoldeten Stadtrat int Bezirksamt openid für den Neft der Wahlzeit des früheren Stadtrats atrodi und unter dem 6. Februar 1925 die abl des Bezirksverordneten Kaufmann Paul Sauerwald in Berlin Samargendorf zum unbefoldeten Stadtrat des Bezirke amies Berlin Wilmersdorf für den Nest der Amtszeit für ben verstorbenen Stadtrat Seenemann bestätigt. unmittelbar vor der Bollendung. Ein etwa 8 Rilometer langer, 100 bis 300 meter breiter Grünftreifen soll sich in wechselnder Breite durch den ganzen Bezirt stehen. Der Grünftreifen soll in der Nähe des Schloßpartes Schönholz an die dort geplanten Pantower Grünanlagen anschließen, füdlich der Kremmener Bahn bis zur Dalldorfer Jrrenanstalt verlaufen, dann sich nach Nordwesten wendend unmittelbar westlich des alten Dorfes Mittenau, weiter hart westlich von Waidmannslust, hier das hübsche Steinberggelände einschließend, seinen Fortgang nehmen, das Hermsdorfer Flies erreichen und nördlich desselben in der Nähe des Dauerwaldes bei Hermsdorf sein Ende finden. Auf diesen Grünstreifen soll in der Nähe des Bahnhofs Reinickendorf ein zweiter Grünstreifen stoßen, der, von Süden fomninend, feinen Ausgangspunkt an den Anlagen am Schäferice nehmen foll. Die Anlagen am Schäferfee follen( päter auch durch einen Grünftreifen mit dem Schillerpart in Verbindung gebracht werden. Die Aniagen am Schäferfee sind bereits in der Inflationszeit ge schaffen worden. Für die große Querpromenade durch den ganzen Bezirk ist es in überraschender Weise in den letzten fünf Monaten gelungen, das gesamte erforderliche Gelände teils im Wege des Kaufes oder Tausches, teils unentgeltlich zu erwerben. Einen Teil, nördlich der Irrenanstalt Dalldorf, besigt die Stadt Berlin bereits seit längerer Zeit. Die Bezirksnachrichtenstelle Spandau feilf mit, daß der näcke Vorleseabend der Stadtbücherei aus Kolbenbehere Werfen erst am Donnerstag, den 26. Februar, stattfindet.- Am Donnerstag, den 5. März, Iteft die bekannte märfiiche Dichterin Jna Seibel aus ihren eigenen Werfen; am Donnerstag, den 12. März, Dr. Gustav Manz aus Edda" und Nibelungenlied". N Wilhelm Gaßmann, einer unserer Alfen. ist von uns gegangen. Genoise Gagmann hat im Alter von 67 Jahren feinem Leben freiwillig ein Ende gemacht, nachdem er feit der Inflationszeit ständig mit Rot und Entbehrung zu fämpfen hatte. Er ift insbesondere den Parteigenossen bes früheren 6. Wahlfreifes als Vorwärts" Spebiteur in der Gegend des Gesundbrunnens und den Genoffen des jegigen 19. Streises befannt. Er war lange Zeit Gemeindevertreter in Bankow und als solcher befonders während des Krieges mit großem Eifer für die Sache der Arbeiterschaft tätig. Auch fonit hat er in feiner mehr als 40 jährigen Zugehörigkeit zur Bartei für die Jbeen des Sozialismus gewirkt. Während der Inflation verlor er seine Griparniffe: dieser Umstand in Ver bindung mit einer anhaltenden Krankheit veranlaßten ihn, den Freitob au wählen. Die Barteigenoffen werden ihm stets ein ehrenbes Andenken bewahren. Ostar Sander gefforben. Dieser Tage berffarb plöglich unser alter, langjähriger Parteigenoffe Dstar ander, Atchtenberg, Rietzer Weg 6. Gen. Sander ſtand im 75. Lebensjahr und war seit 30 Jahren in ber Partei organisiert, ebenfolange war er Mitglied im Zentralverband der Simmerer. Bon 1908 bis 1918, bertrat or bie 3ntereffen der Arbeiterfchaft als Stadtverordneter in Lichtenberg. Die 119. Abteilung besonders ver fiert in Dstar Canber einen Barteigenossen, der took eines Allers an allen Beranstaltungen der Partei teilnahm Die Ausarbeitung der gartentechnischen Pläne ist dem Gartendirektor Brodersen übertragen. Durch die Gewinnung dieses er hervorragenden Fachmannes ist die fünstlerische Ausgestaltung ber Anlage verbürgt. Das Bezirksamt hofft diese Pläne bereits im nächsten Jahre zu verwirklichen. Die Bartanlagen werden nach tyrer Nr. 86+ 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 20. Februar 1925 Husemann über die Grubenkatastrophe. Regierungserklärungen im Reichstag. lichkeit hat nach Ansicht des Regierungsvertreters zurzeit die meiste Wahrscheinlichkeit. Jedoch muß auch hier mit dem Urteil zurückgehalten werden, bis sämtliche Grubenbaue besichtigt werden tonnten. Als Schutzmaßnahme tommt in erster Linie die Durchfüh rung des Gesteinstaubverfahrens in Betracht, welches schon in fürzester Frist durch eine bergpolizeiliche Vorschrift obligatorisch gemacht werden soll. Daneben wird die Frage einer Klärung bedürfen, inwieweit die Schießarbeit in Flözen mit starkerer Gasentwicklung und Kohlenstaubentwicklung noch An wendung finden darf. Des weiteren muß der Ausbil. dungsfrage der Bergarbeiter von allen Seiten genügend Auf merksamkeit geschenkt werden. Eine bergpolizeiliche Regelung dieser Angelegenheit steht bevor. Bezüglich der Rettungskammern erflärte der Redner, daß diese Frage mit Rücksicht darauf, daß eine größere Anzahl Leute drei Stunden nach der Explosion noch gelebt haben, sich aber nicht in Sicherheit bringen fonnten, einer Klärung bedarf. Der Redner meist aber auf die praktischen Schwierigkeiten, die nach dieser Richtung bestehen, hin. gehalten werden. Im Ruhrgebiet und in anderen Gebieten wird mit Hochdruck gearbeitet, man achtet nicht die Unfallverhütungsmaßnahmen, nachher fragt man sich, wie es soweit fommen konnte und leider hat man nicht immer die Möglichkeit, die Frage mit der wünschenswerten Deutlichkeit zu beantworten. Staatssekretär Geib beantwortete im Reichstag die Interpellationen| wettern durch einen fleinen Schuß im Flöz„ Otto". Diese Mög-| vollführen müssen, dann muß endlich mit eisernem Besen Auskehr über die Kontrolle der Sicherheit der Gruben nach warmen Gedenkmorten folgendermaßen: An erster Stelle ist zu prüfen, welche geseglichen Maßnahmen noch zur Verhütung derartiger Ratastrophen getroffen werden können. In dieser Beziehung muß ich cuch heute darauf hinweisen, daß der Bergarbeiterschutz in erster Linie Sache der Landesverwaltung ist. Ihre Sache ist auch die bergpolizeiliche Untersuchung der Unfallursachen. Brüft man die Frage, was seitens des Reiches etwa noch zur Berhütung der ertiger Unglücksfälle getan werden könnte, so tommen hauptsächlich die Bestimmungen über die Tätigkeit der Betriebsräte auf dem Gebiete der Unfallverhütung in Frage. Die Befugnisse der Betriebsräte sind in einer von Bertsleitungen und Gewerkschaften für den rheinisch- westfälischen Bergbau getroffenen Vereinbarung nöher festgelegt und umschrieben worden. Nach der Vereinbarung befigt die Betriebsvertretung die Befugnis zur Befahrung aller Reviere. Es sind vier regelmäßige Befahrungen jedes Reviers im Monat vorgesehen, darüber hinaus Befahrungen in de fonderen Fällen, soweit sie zur Untersuchung von Beschwerden oder zur Erfüllung anderer Aufgaben der Betriebsvertretung erforder. lich werden. Um eine möglichst enge Zusammenarbeit zwischen Bergrevierbeamten und Betriebsvertretungen zu erreichen, hat in Preußen der Herr Handelsminister besondere Anweisungen an die Bergrevier beamten erlassen. Danach haben die Revierbeamten von Grubenbefahrungen, die sie im sicherheitspolizeilichem Interesse vornehmen, der Betriebsvertretung vor Beginn der Befahrung zweds Beteiligung Mitteilung zu machen. Etenso haben Befahrung zweds Beteiligung Mitteilung zu inachen. Etentlo haben fie bei allen größeren, aus sicherheitspolizeilichem Intereſſe ſtatt findenden Revisionen der Betriebsvertretung die Möglichkeit der Beteiligung zu geben. Sie haben ferner Anträgen der Betriebsvertretung auf außergewöhnliche Befahrungen, falls besondere Gründe hierfür vorgebracht werden, zu entsprechen und sich bei allen bergbehördlichen Prüfungen, Genehmigungen und Anordnungen, soweit die Sicherheit des Lebens und der Gesundheit der Arbeiter in Frage kommt, der Ansicht der Betriebsvertretungen zu vergewissern. Die Bergrenierbeamten sollen schließlich in gewissen Zeitabständen die Betriebsvertretung der einzelnen Gruben oder Schachtanlagen zur Aussprache über Fragen der Unfallverhütung zusammenberufen. Die geltende Regelung gibt hiernach den Betriebsräten auf dem Gebiete der Unfallverhütung im Bergbau ein außerordentlich weites Wirkungsfeld. Ein Anlaß zu neuen gefehgeberischen Maßnahmen seitens des Reiches liegt soweit sich die Sachlage bis jetzt übersehen läßt nicht vor. Ob im vorliegenden Falle die Betriebsvertretung ihre Aufgaben erfüllt hat, oder ob ihr oder der Werksleitung Berstöße gegen die Geltenden Bestimmungen zur Last fallen, wird erst nach Abschluß der schwebenden Untersuchung entschieden werden fönnen. Es handelt sich bei der Befahrung der Reviere, wie bei fämtlichen Aufgaben der Betriebsvertretung lediglich um Befugnisse der Betriebs vertretung, deren Wahrnehmung ihrem Pflichtermessen anheimgestellt und nicht von der Werksleitung zu kontrollieren ist. Sollte fich ergeben, daß die Betriebsratsmitglieder in der Wahrnehmung ihrer Rechte durch die Wertsleitung mittelbar oder unmittelbar insbesondere etwa durch Schaffung zu großer Fahr reviere behindert worden sind, so würde für Abhilfe derartiger Mißstände mit allen Mitteln Sorge getragen werden müssen. Das Reichsarbeitsministerium und die sonst beteiligten Stellen würden es gewiß nicht an Tatkraft fehlen lassen. Was die Arbeitsbedingungen der Bergarbeiter im allgemeinen betrifft, von denen hier ja auch verschiedentlich die Rede war, so ist die vom Abg. 3mbusch und dem Anfrage Müller- Franken gewünschte reichsgefehliche Regelung des Bergarbeiterrechts bereits im Gange. Ein Unterausschuß der im Reichsarbeitsministerium gebildeten Arbeitsrechtstommission hat unter Zuziehung von Sachverständigen aus den beteiligten Kreisen einen Entwurf fertiggestellt, der zurzeit im Ministerium einer Umarbeitung unterzogen wird. Nach Abschluß der Arbeiten, die allerdings bei der Schwierigkeit der Materie und der besonderen Vordringlichkeit anderer Arbeits rechtsentwürfe noch einige 3eit in Anspruch nehmen werden, wird der Entwurf den gefeßgebenden Rörperschaften zu gehen. Die Reichsregierung erflärt sich gerne zu allen Schritten bereit, die etwa noch weiter erforderlich sind, um die Hinterbliebe. nen und Berlegten vor Not zu bewahren. Die Entschädigungszahlung ist sofort in die Wege geleitet worden. Am 13. Februar wurde das Sterbegeld und am 14. die Hinterbliebenenrenten angewiesen. Den Hinterbliebenen werden weiter auf dem Gebiere Der Unfallversicherung die erheblichen Berbesserungen des neuen Entwurfs zugute fonimen. Das Problem der Unfallverhütung wie auch die übrigen Fragen des Bergbaues fönnen einer wirklich befriedigenden Lösung nur zugeführt werden, wenn sich Unternehmerschaft und Arbeiterschaft über die äußerliche Zufanimenarbeit im Produktionsprezeß hinaus zu einer wahren Arbeitsgemeinschaft auch innerlich zu fammenfinden. Der Arbeiter muß die Empfindung bekommen, daß er nicht nur als Produktionsmittel, sondern auch als Mensch und Mitarbeiter gewertet und anerkannt wird. Dann wird sich die Zusammenarbeit immer gedeihlicher entwickeln und auch in der Unfallverhütung ihre Früchte bringen zum Wohle der Beteiligten selbst und zum Besten des deutschen Boltes.( Beifall.) Ministerialrat Hatzfeld, der Leiter des Preußischen Grubenficherheitsamtes, gibt zunächst der Teilnahme der preußischen Staatsregierung aus Anlaß des Unglücks Ausdrud. Er erörtert dann meiter die Verhältniffe in dem Explosionsfeld. Dieses liegt im Südcftfeld der Seche„ Minister Stein" und ist auf drei Sohlen erschlossen. Abbau findet hauptsächlich unmittelbar über und unter der ersten Sohle statt, während auf der dritten Sohle Vorrichtungsbetriebe im Bange sind. Die Wetterführung war im allgemeinen gut. Ueber die Frage der Schlagwetteransammlung faßt sich erst nach beendigten Aufräumungsarbeiten Näheres fagen. Zur Bekämpfung des Kohlenstaubes war Berieselung vorhanden. Seit einiger Zeit war mit der Einführung des Gestein ftaubverfahrens begonnen worden. Die Explosion hat sämtliche drei Sohlen betroffen. Zu Tode sind 136 Personen gekommen, 6 Perfonen wurden lebend geborgen, 3 tonnten sich selbst in Sicherheit bringen. Bezüglich der Ursachen kann zurzeit ein endgültiges Urteil noch nicht abgegeben werden. Hier sind verschiedene Möglichkeiten ins Auge gefaßt worden. Die erite geht dahin, daß auf der dritten Sohle Schlagwetter durch den Gunten der elektrischen Lokomotivförderung entzündet sein sollen. Diese Möglichkeit scheibet nach Auffassung des Redners aus. Die zweite Möglichkeit wird in der Entzündung von Spreng toffpatronen in einem fizenaebliebenen Schuß im Flöz Ernestine gesucht. Hier ist eine klärung noch nicht erfolgt. Als britte Möglichkeit ift hinzugetreten die Entzündung von Schlag. Das Haus tritt in die Besprechung der Interpellationen ein. Abg. Husemann( Soz.): Das schreckliche Grubenunglüd auf Zeche Minister Stein hat das öffentliche Gewissen wachgerufen und alle möglichen Kreise halten Biel richtiger wäre es aber, nicht nur dem toten Bergmann sich jetzt für verpflichtet, den Bergarbeitern ihr Beileid auszusprechen. ungeheuren Gefahren bedroht ist, mehr Entgegenkommen zu zeigen. Sympathie auszusprechen, sondern dem lebenden, der stündlich von Ich fürchte sehr, daß man schon nach einigen Monaten die Toten von Minister Stein vergessen haben und die unbedingt notwendigen Reformen unterlassen wird. Die Zahl der durch Massenunglück Getöteten ist gering gegenüber der Zahl von Bergleuten, die durch die täglichen Unfälle betroffen werden. Diese Einzelunfälle werden müssen sich mit der Rente, die die Unfallversicherung gefurz registriert, aber an die Angehörigen denkt man nicht weiter, sie währt, abfinden.( Hört, hört! bei den S03.) Das ist eine Zurüdletzung, denn auch diese Bergarbeiter wurden bei der Ausführung ihres schweren Berufes dahingerafft. Was jetzt in bezug auf die Höhe der Unterstützungen und der Versorgung der Hinterbliebenen geschehen muß, das muß auf alle Unfälle ausgedehnt werden. Es ist schredlich, wenn man daran denken muß, daß im deutschen Bergbau täglich 2 Bergarbeiter getötet werden, daß 215 Berlehte täglich zu zählen sind. ( Hört, hört! bei den Soz.) Im Ruhrbergbau ist die Zahl der täglichen Todesunfälle noh größer. Im Jahre 1924 find dort 775 bis 800 Bergarbeiter täglich verunglückt.( hört, hört! bei den Soz.) Auf eine Schicht entfallen mehr als zwei tödliche Unfälle. An einigen Zahlen will ich die Steigerung der Unfälle feststellen. Im Jahre 1922 wurden im Monat durchschnittlich 4678 Unfälle angezeigt. Im Durchschnitt der ersten 11 Monate 1924 waren es 5184.( Lebhaftes Hört, hört! bei den Soz.) Es ist notwendig, jetzt nicht nur die Vorgänge auf der Zeche Minister Stein zu besprechen, sondern auch das, mas font im Bergbau ge schieht, damit wir vor Wiederholungen solcher Unglüdsfälle und vor der Steigerung der Unfallzahlen nach Möglichkeit bewahrt bleiben. Das System des ständigen Antreibens, die überhohe Beladung der Wagen, die Bestrafung derjenigen, die Mindermaße oder Unrein liefern, wobei man jogar zu Prügel übergegangen ist, dieses System hat letzten Endes dieses Unglüd herbeigeführt. Bevor dieses System nicht geändert, bevor nicht die Rechte der Arbeiter und der Betriebsvertretungen gewahrt werden, werden wir noch oft solche Katastrophen zu betrauern haben. Aus den Berichten haben wir ersehen, daß in Flöz Otto, das besonders gefährlich ist, geschossen worden ist. Hier hätte die Genehmigung dazu nicht gegeben werden dürfen. Aus den Ausführungen des Ministerialrats Hatzfeld war zu entnehmen, daß das Unglüd in diefer Ausdehnung hätte verhütet werden können, wenn in dem betreffenden Grubenfeld von Minister Stein überall die Steinft a ubi ch ranfen gestanden hätten. Ich glaube, wenn man mit mehr Hochdruck an die Errichtung dieser Schranken und an die Durch führung der Gesteinstaubberieselung herangegangen wäre, so wäre ein derartiges Unglüd verhütet worden. Bei einer Besprechung, die zwei Tage nach dem Unfall unter Grubendele= gierten des Ruhrgebiets stattfand, murde gesagt, daß durch das übervolle Laden der Förderwagen die zu hoch geladenen Kohlenmengen herunterfallen und zu Staub zermahlen werden. Die Folge davon sei, daß überall der Kohlenstaub fingerdid, viel fach bis zu den Knöcheln herumliegt. Wenn nichts dagegen geschieht, dann muß es ja zu folchen Katastrophen tommen.( Sehr richtig! bei den Soz.) Dieses Drängen und Schieben, dieses Jagen nach Kohlen muß aufhören, damit eine vernunftgemäße Arbeit in der Grube möglich ist. Auch die Gedingeprämien für die Bergarbeiter, die Förderprämien für die Beamten tragen viel fach dazu bei, daß der Bergmann die bergpolizeilichen Vorschriften nicht so beachtet, wie es erforderlich ist. Dazu kommt die kürzung des Affords, die zur Folge hat, daß der Bergmann, wenn er überhaupt leben will, darauf loshauen muß und dann die Borschriften nicht beachtet. Die Mitwirkung der Betriebsräte darf man sich nicht so vorstellen, wie es jetzt geschieht. Weiße Salbe sollen unsere Betriebsräte nicht werden.( Lebhafte Zuftimmung bei den S03.) Sie müssen mit mehr Rechten qusgestattet werden. Es wird die Frage zu erwägen sein, ob nicht für den Bergbaubesondere Borschriften für die Mitwirkung der Betriebsräte bei Unfallgefahren zu erlassen sind, weil der Bergbau besondere Gefahren hat. Die allgemeinen Bestimmungen genügen nicht, es muß auch dafür geforgt werden, daß die Betriebsräte gegenüber den Uebergriffen der Grubenverwaltungen geschützt werden.( Lebhafter Beifall bei den Soz.) Der Redner erwähnt einige zuschriften von Berg arbeitern, die gerade darüber Klage führen. Ein Bergarbeiter schildert die Zustände auf der 3eche Despel, wo die Befahrung der Grubenbaue nur nach vorheriger Anmeldung der Bergrepierbeamten erfolge. Die Befahrung dauere in der Regel nur 1½ bis 2 Stunden. Ein Bergrat Nolte habe gesagt, daß er mit dem jetzigen Betriebsrätesystem nicht einverstanden sei. Die Reviere feien so groß, daß eine vorschriftsmäßige Wettertontrolle fast nicht stattfinden könne. Den Betriebsräten auf Zeche Defpel, die Wetter melden, werden die größten Schwierigkeiten gemacht. Als ein Betriebsratsmitglied eine ordentliche Wetterführung ver. langte, wurden die Arbeiter über Tage gelegt, um dort 12 Stunden zu schaffen. So wurde das Verhältnis zwischen Betriebsrat und Belegschaft vergiftet. Solche Zustände sind auch auf einer ganzen Reihe anderer Zechen zu finden. Auf der erwähnten Besprechung haben eine Reihe von zuverlässigen Bergarbeitern erklärt, daß ein folches Unglüd fich jeden Tag auf jeder anderen Zeche ereignen fönne. Wenn die Bergleute mit einer solchen Ungewißheit ihre Arbeit Ich bin nicht der Mann, der von vornherein sem Urteil fällt. Es besteht aber ein Unterschied zwischen 1918 und 1924. Heute haben wir doch schon einige Mitwirkung bei den Vorbeugungsmaßnahmen. Es geht nur darum, daß sie auch richtig angewendet, daß der Mitwirkung feine Schranken auferlegt werden. Da muß man natürlich mit Vernunft arbeiten und darf nicht glauben, daß alles nur durch radikale Redensarten erledigt werden fann. In dem Sinne haben wir unseren Antrag gestellt; im Ausschuß werden wir uns über Einzelheiten zu unterhalten haben, befonders dann, wenn die Untersuchung abgeschlossen ist. Notwendig ist aber die Erweiterung der Rechte der Betriebsräte und ihre Sicherung, damit sie ihrer Pflicht auch obliegen fönnen. Notwendig ist auch, daß die Betriebsvertretungen bei der Befahrung der Grubenbaue geschützt sind. Ich fürchte, daß mir da noch auf Schwierigkeiten stoßen werden. Als gestern im Preußischen Landtag der Redner der sozialdemofratischen Partei bei Besprechung des Unglücksfalles eine Reihe wichtiger Reformen auf dem Gebiete der Sozialgesetzgebung verlangte, da tam von rechts ein Zuruf, Neue Pöstchen"( hört, hört! bei den Soz.). Es scheint, daß den Herren es lieber ist, daß solche Unglüce paffieren, als daß fie versuchen, sie zu verhüten. Das Geld, was wir für die Verhütung der Unfälle anwenden, ist gut angelegt, es schützt nicht nur vor den vielen Unfällen, es hilft die Arbeitskraft der Arbeiter im Interesse ihrer Familien und des Volfsganzen zu erhalten.( Sehr richtig! bei den Soz.) Berbesserungen müssen durchgeführt werden, und die Bergarbeiter werden alle ihre Kräfte aufwenden, um das durchzusehen. Natürlich muß man es anders machen als die Kommunisten es wünschen. Wenn sie heute von der schlechten Behandlung der Arbeiter sprechen, so muß man ihnen sagen, daß sie durch ihre 3ersplitterung die Schuld tragen. Aber diese Herren mollen ja im Parlament feine praktische Arbeit leisten, sie versuchen sogar, solche Unglücksfälle demagogisch auszunüzen. Wenn die Kommunisten davon reden, wieviel tausend Bergarbeiter hinter ihnen stehen, dann fann man feststellen, daß es übertrieben ist, auf ein paar Nullen mehr oder weniger kommt es ihnen nicht an. Ich lebe auch unter den Belegfchaften und fenne deren Stimmung. Zusammenfassend muß ich sagen, daß aus diesem traurigen Vorgang nicht nur zu lernen ist, daß durch unsere gesetzgeberischen Maßnahmen dem so schwer schaffenden Bergmann der notwendige Schuß gewährt werden muß, und die Betriebsverwaltungen könnten auch daraus lernen, daß der Schaden bei solchen Unglücksfällen viel größere Kosten verursacht, als die Vorbeugungsmaßnahmen, die man treffen müßte. Die Schaffung eines besseren Rechts für die Betriebsräte, die Sicherung der Betriebsräte gegenüber Uebergriffen der Grubenverwaltungen, die Schaffung eines Reichsberggejetes sind überaus dringliche Aufgaben. Die Regierung hat die Pflicht, die notwendige Gefeßesvorlage dent Hause schleunigst zu unterbreiten, damit die Bergarbeiter sehen, daß die gefeßgebende Körperschaft des Reichs nicht nur Worte des Mitleides hat, sondern alle Kräfte einseht, den so schwer schaffenden Bergarbeitern Rechte zu geben und sie zu schüßen gegenüber den ungeheuren Gefahren der Tiefe.( Lebhafter Beifall bei den Sox.) Abg. Winnefeld( D. Bp.) gab im Namen der Deutschnationalen Boltspartei, der Zentrumspartei, der Deutschen Volkspartei, der wirtschaftspartei und der Bayerischen Volkspartei eine Beileids erflärung ab. In der Erklärung heißt es weiter: Bevor die nicht zum Abschluß gelangt sind, halten die genannten Fraktionen Untersuchungen über Entstehung und Verlauf des Grubenunglüds es nicht für angängig. Worte der Anklage oder der Verteidigung auszusprechen. Die Fraktionen erwarten aber 1. die alsbaldige Borlage des längst in Aussicht gestellten Reichsberggefeges, 2. eine ausreichende Mitwirkung der Belegschaften an der Ueberwachung der Sicherheitsmaßnahmen, 3. einen weiteren Ausbau der Versuchsstrecken zur Unfallbelehrung der im Bergbau Lätigen. Abg. Ziegler( Dem.): Noch stehen die Ursachen des Unglücks nicht fest. Wir müssen unfer endaültiges Urteil zurückstellen, aber die Lehren aus dem Unglüd befolgen. Wir müssen den Bergarbeitern etwas mehr an Schuh bieten. Nötig ist aber auch, daß alle Borfchriften gewissenhaft befolgt werden, dazu ist es aber ferner nötig, daß die Bergarbeiter in den Stand gesezt werden, alle Borschriften zu erfüllen. Die Zeche Minister Stein" hat ihre Produktion auf das Anderthalbfache ihrer Friedensproduktion steigern können und ist die rentabelite ihres Konzerns. Da fann man verlangen, daß fie das Menschenmögliche für die Sicherheit der Bergarbeiter leistet. Das Prämiensystem, bei dem die Steiger und sonstigen Beamten an der Steigerung der Produktion intereffiert sind, ist nicht geeignet, 1924 ist die monatliche Unfallziffer im Ruhrbergbau von 3519 auf die Unfallgefahren zu verringern. Bom Januar 1924 bis September 5900 gestiegen. Das läßt doch Schlüffe auf die Betriebssicherheit zu. Wir würden zu prüfen haben, wie wir für die Rechte der Betriebs= räte sorgen können. Nach dem Unglüd von Radbod wurde das Schießen in der Fettfohlenschicht eingestellt. Rann es nicht von neuem eingeschränkt werden? Der Kohlenstaub auf ,, Minister Stein" wer übernormal.( Beifall.) Damit schließt die Besprechung der Interpellatione. gierung und die Bechenbesitzer die. Schuld an dem Unglück tragen. Abg. Schüz( Komm.) führte im Schlußwort aus, daß die SieWir werden die Sozialisierung des Bergbaues verlangen und mit allen Mitteln den skandalösen Zuständen ein Ende machen.( Buruf: Tscheka!) Der Antrag der Sozialdemokraten auf Bereitstellung Don Mitteln für Sicherheitsvorkehrungen wird dem Haushaltsausschuß überwiesen. Angenommen wird der sozialdemokratische Anfrag, die Mitwirkung der Betriebsräte im Bergbau bei der Unfallverhülung durch geeignete Mittel besser als bisher zu sichern und mit möglichster Beschleunigung dem Reichstag den Entwurf eines Reichsberggefehes vorzulegen. Ein tommunistischer Antrag auf Verstärkung der ständigen Sicherheitskommission durch Bergarbeiter wird gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Gemäß den Anträgen des Geschäftsordnungsausschusses wird die Genehmigung zur Vernehmung der Abgg. Dittmann, Fehrenbach. Giesberts Scheidemann, Wallraf, Dr. David, Müller- Franken und Weis als Zeugen in der Straffache gegen Rothardt vor dem Landgericht in Magdeburg erteilt. In mehreren Fällen, in denen der Minister des Innern die Genehmigung zur Strafverfolgung des Abg. Berz( Komm.) nachsucht, wird die Genehmigung versagt Das Verfahren gegen Heckert und Pfeiffer. Die Kommunisten haben beantragt, daß die Abgg. Sedert und Pfeiffer, die in dem bevorstehenden Prozeß gegen die 3en trale der KPD. angeklagt sind, sofort aus der Haft entlassen werden und das Gerichtsverfahren gegen sie während der Sizungsperiode des Reichstags eingestellt wird. Der Geschäftsordnungsausschuß ist zur Ableh. nung dieser Anträge gekommen und Abg. Dr. Rießer ( D. Bp.) begründet als Berichterstatter die Ablehnung, indem er ausführlich aus den Afien die Anschuldigungen vorträgt die den Abgg. Heckert und Pfeiffer zur Last fallen. Daraus gehen die ge= waltsamen und hochperräterifchen Pläne der KPD. hervor, die von den Kommunisten in fortgefeßten Zwischenrufen bestritten werden. Der Bericht wirft Schlaglichter auf die innere Organisation der KPD., insbesondere auf die Bildung zahlreicher error gruppen. Die Leidenschaften des Proletariats follten aufgepeitscht, die Reichswehr und Polizei zerfetzt werden, damit sie sich nichi gegen das Proletariat führen ließen. Es sei unmöglich, daß die beiden Abgeordneten von allen diesen verbrecherischen Plänen und Taten nichts gemußt haben sollen. Abg. Dr. Bell( 3.) gab namens der Fraktionen der Deutschnationalen Boltspartei der Zentrumspartei, der Deutschen Volks parbei, der Wirtschaftlichen Vereinigung und der Bayerischen Volkspariei eine Erklärung ab, die unter Bezug auf das vom Vorredner vorgetragene Material die Ausschußbeschlüsse billigt. Abg. Brodauf( Dem.) und Henning( Natfoz.) stimmen gleichfalls den Ausschußbeschlüssen zu. Der nächste Rebner, der Abg. Münzenberg( Komm.), fann zunächst nicht zu Worte fommen, da im Hause allgemeine Unruhe herrscht. Er verläßt daher nach einigen Säßen wiederum die Rednertribüne. Un feiner Stelle springt der Abg. Florin( Komm.) zum Rednerpult und beschwert sich entrüftet über die allgemeine Unruhe, die es dem Abg. Münzenberg unmöglich mache, seine Rede zu halten. Der Präsident Cöbe ermidert, daß die Kommun sten daran viel Schuld mit trügen, weil sie auch die anderen Redner dauernd durch 3mischenrufe unterbrochen hätten. Als Florin mit einem Schimpf wort antwortet, wird er zur Ordnung gerufen. Abg. Münzenberg( Romm.) erhält dann wiederum das Wort und behauptet, daß es sich bei dem Prozeß gegen Heckert und Pfeiffer um einen großen politischen Tendenzprozeß zur Vernichtung der Kommunistischen Partei handele. Die Kommunistische Partei lehne feineswegs grundsäglich jede Gewaltanwendung ab. Was jetzt Hedert und Pfeiffer als Hochverrat vorgeworfen wird, seien die Abwehrmaßnahmen, die im Herbst 1923 gegen den bewaffneten Aufmarsch der Faschisten mit Zustimmung der legalen Landesregierungen Sachsens und Thüringens gemeinsam mit den Sozial demokraten unternommen wurden. Abg. Dittmann( Soz.): Auf die Rede des Herrn Borredners, die mich anmutet wie die Delirien eines Unzurechnungsfähigen, gehe ich nicht ein.( Buruf von den Komm.: Unverschämtheit!) Den furzen Ausführungen, die ich zu machen gedenke, stelle ich den Sah voran: Es ist selbstverständlich, daß die Sozialdemokratie die verbrecherischen Kampfmethoden ablehnt und verurteilt, die die Anklagebehörde der Zentrale der Kommunistischen Partei unterstellt. Die Sozialdemokratie hat sich seit ihrem Bestehen stets gegen Attentate, gegen Terror, gegen jegliche Gewaltanwendung im politischen Rampfe erflärt, und sie hat alle Bersuche, diese Rampfmittel der Arbeiterklasse aufzudrängen, mit Energie abgewehrt. Die Sozialdemokratie vertritt den Gedanken der organischen Entwicklung( Lachen und zurufe bei den Kommu nisten: Noste) in Wirtschaft und Gesellschaft und Staat, und sie bekämpft den Kultus der Gewalt( Lachen und zurufe bei den Kom munisten: Noste!), wie er als Folge des Weltkrieges das politische Leben der Gegenwart vergiftet. Bir Sozialdemokraten machen für diese Bergiftung und Berwilderung des politischen Rampfes in erster Linie diejenigen Elemente verantwortlich, die in der Kriegszeit ber heranwachsenden Jugend den Menschenmord als paterlän disches und göttliches Gebot gepredigt haben.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Diese Elemente haben nach unserer Meinung fein Recht, sich über die Früchte ihrer Hege, die jetzt zutage treten, über die Berrohung und Bermilderung unserer jüngeren Generation fittlich zu entrüften. Nur wer die Gewalt als Kampfmittel ablehnt, nur mer die Achtung vor dem Menschenleben allem anderen voran stellt, nur mer bereit ist, auch im Arbeiter den Menschen zu respet tieren und dem Arbeiter die Gleichberechtigung in Wirtschaft, Ge fellschaft und Politik zu erfämpfen, nur der hat ein Recht, zu sagen, daß er nicht mitschuldig sei an der Schaffung der Gewaltatmosphäre und der Gewaltpfychose, wie sie heute das charakteristische Merkmal unserer ertremen Barteien ist, sowohl auf der Linten als auf der äußersten Rechten. Es ist doch bekannt, daß der politische Mord in Deutschland zuerft von der Rechten geübt worden ist.( Widerspruch rechts.) Die Morde an Liebknecht, an Curemburg, an Eisner, an Erzberger, an Rathenau, deffen Sarg hier an dieser Stelle gestanden hat, und die Morde an so vielen anderen Politikern der Linken fallen der äußersten Rechten zur Last. Auch die Fememorde an angeblichen Berrätern sind zuerst von Berschwörerkreisen der Rechten prattiziert worden.( Sehr richtig! lints.) Die Ertremisten von links fird in allen diesen Dingen nur die stümperhaften Nachäffer der Extremisten von rechts gewesen. Wir Sozialdemokraten verurteilen solche Verbrechen mit derfelben Schärfe, ob sie von links oder von rechts ausgehen. Das jelbe fann man aber von unseren Strafverfolgungsbehör den und unseren Gerichten nicht sagen. Sie sind blind und taub gegen Berbrechen von rechts; davon sehen und hören sie nichts, und werden fie von außen mit der Nase darauf Zur gestoßen, so wissen sie schließlich die Verfahren immer auf das tote Gleis zu schieben. Bei den Berfehlungen von links aber sehen sie mit tausend Augen und hören sie mit tausend Ohren. Mit dem größten Eifer werden die geringsten Berfehlungen von links verfolgt. Das Wort des früheren Zentrumsführers Dr. Lieber- Montabaur von der himmelschreienden Parteilichkeit unserer Gerichte ift heute doppelt und dreifach wahr.( Sehr richtig! bei den Soz.) Ich will das an einer Parallele zeigen, die sich hier in diesem Falle geradezu aufdrängt. Was die Reichsanwaltschaft der Zentrale der Kommunistischen Partei im vorliegenden Falle unterstellt, soll im Jahre 1923, im Inflationsjahr, geschehen sein. Aber hat uns das Jahr 1923 nur Putschversuche von links gebracht? War im November 1923 nicht auch der Rechtspuntsch der Ludendorff und Hitler in München? Hat man vergessen, daß Herr v. Graefe, der Vorsitzende der deutsch- völkischen Gruppe hier im Reichstage, sich am 22. November 1923 hier von der Tribüne ge= rühmt hat, in München vor der Front der Putschisten marschiert zu sein.( Bravo! bei den Nationalsozialisten.) Wo aber, frage ich, bleibt der Oberreichsanwalt mit seinen Strafverfolgungsanträgen gegenüber den Reichstagsabgeordneten Ludendorff und Graefe? Ihr Hochverrat gegen das Reich ist doch wirklich sonnenklar.( 3uruf von den Nationalsozialisten: Und das sagen Sie, Herr Dittmann?) Aber ihnen wird von unserer Justiz tein Haar gekrümmt.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Was aber liegt vor gegen die beiden kommunistischen Abgeordneten Pfeiffer und Heckert, um deren Immunität es fich jetzt hier handelt. Ich habe die Verhandlungen im Ausschuß, die stundenlang gedauert haben, sehr aufmerksam verfolgt, und ich muß feststellen, daß ich auf Grund dieser Aussprache zu dem Resultat ge= kommen bin: es liegt keinerlei Tatbeweis gegen fie sucht die Reichsanwaltschaft die beiden Abgeordneten mit den be Dor. Durch einen sehr anfechtbaren Indizienbeweis haupteten Verbrechen in Verbindung zu bringen. Pfeiffer und Heckert sollen Mitglieder der Zentrale der Kommunistischen Partei gewesen sein, und hätten deshalb, so behauptet die Oberreichsanwalt. schaft, zweifellos gewußt von all den Delikten, die die Oberreichsanwaltschaft der Zentrale der Kommunistischen Bartei glaubt an freiden zu müssen. Das iſt juristisch und vor allen Dingen auch politisch keinerlei schlüssiger Beweis. Ich gehöre in meiner Partei sehr vielen zentralen Körperschaften an, aber es passiert bald alle Tage, daß ich von Beschlüssen dieser Körper fchaften erst nachträglich oder überhaupt nicht erfahre, weil es mir oft unmöglich ist, an all den Sigungen, die notwendig find, teilzu. nehmen. Das geht, glaube ich, auch jedem von Ihnen hier im Hause so, der sich in ähnlicher Situation befindet, ganz gleich, welcher Bartei er angehört. Und das trifft zweifellos auch auf die Abgeordneten Pfeiffer und Heckert zu. Wenn wir Sozialdemokraten die Aufhebung der Immunität dieser Abgeordneten gufheißen sollen, dann muß uns durch fonfrete Angaben wenigstens einigermaßen glaubhaft gemacht worden sein, daß diefe Abgeordneten an den behaupteten Deliften beteiligt gewesen sind. Dieser Beweis aber ist hier in feiner Weise erbracht worden, und darauf tommt es hier einzig und allein an, auf nichts anderes. Bir Sozialdemokraten werden von den Kommunisten fanatischer befämpft als irgendeine andere Bartei, auch hier im Hause. Der Redner der kommunistischen Fraktion, der eben vor mir gesprochen hat, hat den größten Teil seiner verlängerten Redezeit ausgefüllt mit wüsten Beschimpfungen meiner Partei. Aber dadurch werden wir uns nicht a bhalten lassen, auch den Kommu nisten gegenüber die Grundsäge zu wahren und nicht zu verlassen, von denen wir uns bei der Frage der Abgeordnetenimmunität bis. her stets haben leiten laffen, auch dann, wenn es sich um Deutsch. völkische und um Deutschnationale gehandelt hat. Wir werden deshalb den Anträgen auf Ein. stellung des Berfahrens und Freilassung der Ab. geordneten Pfeiffer und Sedert zustimmen und Ben Antrag des Geschäftsordnungsausschusses a blehnen.( Brano! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Rosenberg( Komm.) mehrt sich dagegen, daß man die Cholerabazillen und Typhustulturen der Kommunistischen Partei an die Rodschöße hängen wolle.( Heiterkeit.) Als der Redner bann erklärt, durch die Barmat- Affäre feten die Sozialdemokraten start belastet, ruft Abg. Bernstein( Soz.) erregt: Elender Berleumder! und wird dafür zur Ordnung gerufen. Der Redner wendet sich zum Schluß den bürgerlichen Parteien zu und erklärt: Fühlen Sie sich nicht so ficher! Ihr Optimismus ist außerordentlich naiv!( Lachen b. d. bürgerl. Parteien. Stürm. Beifall u. Händerflatschen b. d. Komm.) Damit schließt die Aussprache. Abg. Stoeder( Komm.) beantragt, vor der Abstimmung noch) den Reichstanzler und den Reichsjustizminister herbeizuholen, damit sie zu dem vorgebrachten Spigelmaterial Stellung nehmen. Abg. Dittmann( Soz.) erklärt, daß in Immunitätsfragen der Reichstag allein zu entscheiden habe. Das andere Material fönne beim Justizetat behandelt werden. Der Antrag Stoeder wird darauf abgelehnt Ein fommunistischer Antrag auf namentliche Abstimmung über die Freilassungsanträge wird nicht genügend unterstützt, da nur die Antragsteller sich dafür erheben. 3n einfacher Abstimmung werden dann die Anträge auf Freilaffung der Abgg. Hedert und Pfeiffer gegen Sozialdemokraten und Rommunisten abgelehnt.( Minutenlange Pfui- Rufe der Komm.) Das Haus vertagt sich. Freitag 10 Uhr: Die Ruhrentschädigung. Schluß nach 7 Uhr. insegnung Backfisch- Rindbox- Schnürstiefel 1090 Besatzschnitt, halbhoher Absatz...... 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Für dieses Dauervisum bin ich übrigens in feiner Weise verantwortlich, denn seine Erteilung war selbstverständlich mit aller Verantwortung Sache der betreffenden Paßftelle in Holland. Ich weiß nichts dar über, daß Beamten irgendeines Refforts Schwierigkeiten gemacht morden sind, weil sie angeblich Barmat und Genossen nicht genügend entgegen gekommen sind. Nach Erledigung der Daueroifum. angelegenheit habe ich von Barma: nichts mehr gehört. Barmat hat auch nie den Versuch gemacht, mich durch irgendwelche Angebote in meiner dienstlichen Tätigkeit zu beeinflussen. Bei meiner Unterredung mit dem Gesandten Rosen haben wir sicherlich auch über Barmat gesprochen. Die Bebenten, bie Rofen gegen Barmat damals erhoben hat, sind aber sicherlich nicht so stichhaltig gewesen, daß man deswegen hätte unfreundlich gegen ihn sein müssen, nachdem Barmat früher schon zu einigen Dingen für Deutschland gebraucht worden war. der„ Dema" Dele lieferten. Auf einige Fragen des Abg. Dr. Rosenberg( Romm.) erklärt Beuge Töpfer, daß die Stettiner Delmerte, deren Aufsichtsratsvorsitzender er sei, feine Geschäftsbeziehungen mit irgendeiner Barmat- Bank unterhalten haben, daß die Delwerke dagegen Bei der Frage, ob die von Barmat projektierten Verbindungen mit Deutschland wichtig genug gewesen wären, um etwaige Bedenken zu überwinden, haben sicherlich auch die Auskünfte der Herren Heilmann und Krüger meinen Standpunkt beeinflußt, obwohl ich natürlich nur nach reiflicher und ernster Prüfung gehandelt habe und für meine Handlungen jede Berantwortung tragen fann. Auf eine Frage des Abg. v. Dewih( Wirtsch. Bg.) erklärt der Zeuge Töpfer, daß ihm ein Bericht vom Chef der Admiralität, batiert vom 10. April 1918, in dem Barmat als Kriegsschwindler bezeichnet wird, nicht befannt gewesen sei. Er könne fich auch nicht den Dualismus innerhalb des Auswärtigen Amts erklären, der dort zeitweise in bezug auf die Beurteilung Barmats geherrscht hat. Abg. Dr. Pfleger( Bayer. Bp.) verliest aus einem amtlichen Amsterdamer Schriftstüd einen Baffus: Wir find vom Aus märtigen Amt gezwungen worden, das Visum zu erteilen." Der Zeuge bezieht sich bemgegenüber auf seinen Brief vom 6. Mai, der nur eine Empfehlung enthalten habe. Die Frage des Abg. Schreck( S03.), ob Barmat sich ihm gegen über intimer Beziehungen zum Präsidenten Ebert gerühmt habe, verneint Töpfer, der sich auch nicht daran erinnern fann, ob scin Empfehlungsbrief auf Grund der Unterredung Barmats mit dem Reichspräsidenten geschrieben sei. Auf Fragen Dr. Beders( D. Bp.) erwidert der Zeuge Töpfer, er sei niemals mit Barmat gesellschaftlich zusammen gewesen. Bom Ausschuß wird nunmehr beschlossen, grundsäglich die Frau Birt geb. Endrulat, die ehemalige Sekretärin Krügers, zu vernehmen. Nächste Sizung Freitag vormittag 10 Uhr. Zunächst foli Ge sandter Rosen vernommen werden. Jugendverantaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Seute, Freitag, von 5-7 Uhr Wozechnung f der Spedition. 47 Heute, Freitag, den 20. Februar, abends 7% Uhr: Moabit I: Schule Balbenferitz. 21. Bortrag:„ Schulreform". Bebbing und Webbing Nord: Jugendheim Schönstedtstraße, Bortrag: t.Berliner Humor". Rotboft I: Jugendheim Neue Königstraße( Altersheim), Bortrag: Sozialismus Rommunismus- Anarchismus". Norbolt II: Jugenbheim Danziger Str. 62( Baraden), Bortpag: Was ist Sozialismus und warum gibt es religible Sozialisten?" Rosenthaler Borstabt: Bandsgemeindehaus, Sophienftrake 21, Bortrag: Entwidlungsgeschichte der Erde". Often( Stralquer Biertel): Schule Naglerftr. 3. Bortrag: Erfurter Barteiprogramm( Don Rautsin)". Charlottenburga: Jugendheim Rofinenftr. 4, Bortrag: Theater und Rino". Schöneberg 1: Jugendheim Rubens, Ede Sauptstraße, Distuffion: Aftuelle Fragen". Schöneberg II: Schule Frankenstr. 10, Bortvag: August Bebel" Steglig II: Jugendheim Holfteinische Str. 3, Bortrag: 6. und Lebensreform" Revtölln 1: Jugendheim Bergftr. 29, Bortrag: Was ist Basifismus?" Baumschulenweg: Jugendheim Ernftstr. 16, Borttag: Chriften tum und Sozialismus". Nepenid: Jugendheim Grünauer Str. 5, Bortrag: " Gesellschaftslehre" Faltenberg- Alt- Glienide: Am Faltenberg 117, Distuffion: Eine Sikung im Jugendgericht" Rieberschöneweibe: Schule Berliner Str. 31. Distuffion: Unfere Jugendtage". Tegel: Jugendheim Bahnhofitt. 15, Bor trag: Wilhelm Busch". Buchholz: Lokal von Roffad, Sauptstr. 71, Bortrag: Besprechung der proletarischen Jugendbewegungen". Rieberschönhausen: Gemeindeschule Blantenburger Str. 70, Distuffion: Ritotin und Altohol". Bankow: Jugendheim Breite Str. 32, Bortvag: Menfch und Kultur". Fiebenan: Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Bortrag: Jungsozialisten, GAS. und Partei". M. SCHULMEISTER Hochbahnstation Kottbuser Tor MSchulmeister Herren Knaben Kiend Straßen- Anzüge 31, 36, 42, 48, 54, 60, 69, 75 M. Regenmäntel 18.50, 25, 29, 36, 45, 50 M. 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Um Ministerien zu stürzen, find die Parteien der Rechten ja allein nicht fräftig genug, da muß Herr Pied ihnen helfen; da ( auf die Kommunisten zeigend) stehen Ihre Hilfstruppen!( Große Heiterkeit.) Die Oppositionspolitik der Deutschen Volkspartei ist schon des halb unberechtigt, weil sie nicht imstande ist, an die Stelle der geftürzten Regierung eine neue zu sehen. Kommt es zu Neumahlen, so trägt für sie und für die damit wiederum in das Bolt getragene Unruhe die Rechte allein die Verantwortung.( Widerspruch und Lärm rechts.) Bom Ministerpräsidenten und seinen Mitarbeitern erwarten mir, daß fie in alter deutscher Treue und echtem Preußensinn tätig sein werden,( Beifall bei den Demokraten.) Abg. Ladendorff( Wirtschaftl. Vereing.) spricht ebenfalls die Teilnahme feiner Partei an dem erschütternden Dortmunder un glud aus und wendet sich dann den Richtlinien des neuen Kabinetts zu. Wenn Dr. Marr fie in die Wirklichkeit überführen fönnte, tönnte die Wirtschaftliche Bereinigung sehr zufrieden fein; aber das jei nicht möglich, da die Minister denselben Parteien entnommen feien, die bisher die Regierung gebildet hätten, ohne ihren Bersprechungen und Programmankündigungen, zumal gegen über dem Mittelstande, gerecht geworden zu sein. Herr Severing sei beibehalten worden, der den Kleingewerbetreibenden schweres Unrecht getan habe; auch Herr Hirtjiefer sei als Wohlfahrtsminiffer wieder da, der für das standalöfe Wohnungselend und für lich fel! Mit dem behördlichen Dilettantismus müſſe endlich das Darniederliegen des Bauhandwerks in erster Linie verantwort Echluß gemacht werden, die Wohnungszwangswirtschaft müffe ebenso fallen, wie die Zwangswirtschaft des Parlamentarismus. Die Wirt jchaftliche Bereinigung fann dem neuen Kabinett Marg ihr Vertrauen nicht entgegenbringen, fie fann ein Rabinett nicht unterſtüßen, das für den Untergang des Mittelstandes in Stadt und Land die Schuld trägt.( Sturm des Widerspruchs und der Entrüstung in der Mitte und links.) Abg. Wiegershaus erklärt, daß die Hakenkreuzler jedes Ra binett grundfäßlich ablehnen, in welchem irgendeine Partei der Weimarer Koalition führenden Einfluß hat. Es ist ein Antrag der Wirtschaftspartei eingegangen, dem Landwirtschaftsminister Steiger das Vertrauen ausaufprechen. Ministerpräsident Marx: Alles in der Regierungserklärung Versprochene soll durchgeführt werden der Landtag muß freilich dazu helfen, denn auf ihn tommt es an. Der Gedanke der Volksgemeinschaft soll möglichst piele an der Regierung beteiligen. Weite Kreise, ja fast alle Kreise des Bolles sollen übereinstimmen in fultureller, feelischer und geistiger Hinsicht das ist der Gedanke der Boltsgemeinschaft. Das ist nach den Verhältnissen nicht zu erreichen! Bon einer solchen Berbindung fann man nicht verlangen, daß fie eine Geistes. gemeinschaft ist: fie foll eine Arbeitsgemeinschaft fein, um zum Besten des Staates das Erreichbare durchzusehen. Die Deutsche Boltspartei hat meine Frage der Rückkehr zur Großen toalition verneint, die Sozialdemokratie hat sie bejaht. Was blieb mun noch übrig? Doch nur der Weg, der von mir eingeschlagen Burbe: eine Regierung, die fich früht auf Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten. ie man barin eine Propotation sehen fann, ist mir ein Rätsel. ( Bahen rechts.) Die genannten Parteien haben staatserhal. tende Arbeit geleistet. Die Sozialpemotraten haben seit 1919 recht Dielfach nationale Arbeit geleistet.( Sehr wahr! in der Mitte, Biberspruch rechts.) Es bestand für mich fein Zweifel, daß die Be teiligung der Sozialdemokratie mir wünschenswert erschien. Das Kabinett läßt sich von Herrn Severing nicht trennen. ( Beifall in der Mitte und links, Lärm rechts.) Die Haltung ber Sommunist en zeigt gerade, wie wertvoll gerade die Person des Herrn Severing ist.( Burufe rechts.) Unter den gegebenen Boreuslegungen waren weiter feine Möglichkeiten einer anderen Rabinetisbilbung. Deshalb mußte ich das Kabinett so bilden. Mir ist eine unsichere Butunft prophezeit, man sagte, daß ich ja nur fiber zwei Stimmen mehr oder weniger verfügen kann. Ich habe tich von der Pflicht meinem Bolf gegenüber tragen lassen; das war immer mein Grundsay.( Beifall i. d. Mitte.) Ich bin erfreut, daß immer mehr der Gedante Platz greift, daß für einen Minister poften fein großer Reiz vorhanden ist. Mein Pflichtbewußtsein hat mich veranlaßt, das Amt anzunehmen| Deutschen Boltspartei und der Deutschnationalen nichts gemerti. Jetzt und den Verfuch zu machen, der ewigen Krisenmacherei in Preußen find beide Parteien eine Arbeitsgemeinschaft zum Rampf gegen die ein Ende zu bereiten. Der gute Wille der Regierung ist da. Warten Große Koalition. Sie die Erfolge ab und lassen Sie ab von der inneren Zerfleischung. Es ist endlich an der Zeit, zur Arbeit zu kommen zum Wohle des Vaterlandes.( Lebh. Beifall i. d. Mitte und links.) Abg. Schlange- Schöningen( Dnat.): Herr Marg allein macht es nicht. Daß er sich nicht von Herrn Severing trennen mill, zeigt, daß er nicht geeignet ist, jetzt die Führung des preußischen Boltes zu übernehmen. Die Boltsgemeinschaft ist nur möglich auf christ. übernehmen. Die Volksgemeinschaft ist nur möglich auf christ. licher und nationaler Grundlage. In der fulturellen Frage behält sich die Sozialdemokratie aber ihre Stellung von Fall zu Fall vor. Um das Zentrum umzubiegen, beteuert der Redner: Wir stehen auf dem Standpunkt, daß unserem deutschen und preußischen Bolle wenigstens die tonfessionellen Kämpfe erspart bleiben müssen. Eine Boltsgemeinschaft mit Parteien, die in der Weltanschauung sich wie Feuer und Wasser unterscheiden, ist nicht möglich. Was Herr Fall von den Demokraten über einen Bericht der Trierschen Beitung", wonach e wir im Wahlkampf mit den Separatisten zusammen gearbeitet hätten, gesagt hat, trifft nicht zu, alles was in dieser Hinsicht von uns gesagt wird, ist die unverschämteste Berleumdung. Herr Falt hat fich ferner über unseren Hinweis aufgeregt, daß auch die Deutsch Hannoveraner in der Opposition stünden. Er vergißt, daß diefe Regierung auf Leben und Sterben auf die beiden Polen im Landtag angewiesen ist. Herr Severing ist nur Fachmann in der parteipolitischen Zersegung des Beamtentums, in der Zerlegung der Schupo und in ihrer Umbildung zu einer sozialistischen Schutz truppe. Herr Marg denkt im besten Sinne des Bateríandes, Herr Severing lenft im beften Sinne der Sozialdemokratie. Nachdem Sie Gevering lenft im beften Sinne der Sozialdemokratie. Nachdem Sie ( zu den Soz.) mit allem zusammengebrochen sind, sind Sie jetzt auch ( Beifall rechts, Widerspruch links.) Das Schlimmste ist, daß Sie diese mit einer Reihe Ihrer führenden Persönlichkeiten zusammengebrochen. Dinge so lange gefannt und geduldet haben. Der Minister des Innern hält solche Elemente jo lange wie möglich.( Großer Lärm links.) Heute ist die Wucht der Ereignisse dabei, um Herrn Heil mann und seine Genossen den Pestfordon zu ziehen.( Beifall rechts, stürmischer Widerspruch bei den Soz.) Bei der Zusammensetzung des Kabinetts ist eine fegensreiche Arbeit für das Baterland unmöglich. In dieser Zeit der Not handelt es sich bei uns nicht um den Stampf gegen die Republik, sondern um den Kampf für den Staat schlechthin. Herr Mary wird am Freitag einsehen, daß er feine Mehrheit hat, und er muß dann zu dem Entschluß kommen, dem Bolf noch einmal Gelegenheit zur Bekundung seines Willens zu geben. Wir sind jeden Tag bereit, für den Preußengeist gegen den Barmat- Geist mit fliegenden Fahnen noch einmal in den Kampf zu ziehen.( Stürmischer Beifall rechts.) Abg. Leinert( Soz.): Die heutigen Nachfolger der alten preußischen Konfervativen haben ebenso wenig wie diese einen Schimmer von den Staatsnotwendigkeiten", denen nach Herrn Schlange Rechnung getragen werden muß. Zu dem großen Rechtsblod gehören jezt auch die Kommunisten als treue Eideshelfer. Sie laffen durch Herrn Bied erklären, fie müßten sich pon den Sozialdemokraten abwenden, weil diese die bürgerliche Koalitionspolitit unterstüßten und eine Bogromheze gegen die Kommunisten veranstaltet hätten. Diese Pogromhebe haben Sie( zu den Komm.) selbst verschuldet. Herr Bied hat seine Frattionsgenoffen Roenen und Stolt reingu waschen versucht, die Rechtspreise, die von den betreffenden Be fchuldigungen Notiz nimmt, verquidt diese Notizen mit hämischen Angriffen auf den Borwärts". Mit dem Lärm über die Barmat- Affäre fucht man die Aufmertjamfeit von den Standalen abzulenten, die heute und früher auf das Konto der Rechten gefeht werden mußten. Ohne die Kommunisten find die beiden Rechtsparteien eine hoffnungslose Minderheit, es hat sich aber zwischen den Dreien ein solcher Grad der Gesinnungsgemeinschaft gegen die Sozialdemotrafen herausgebildet, daß man schon von einer neuen Koalition fprechen darf. Alles wird darangesezt, das Zentrum mürbe zu machen. Die Große Koalition hat Preußen vor einer Staatstrife bewahrt; jetzt, nach dem 7. Dezember, reden Sie( nach rechts) uns mit großem Kraftaufwand eine Staatstrife auf. Aus dem Chaos vom November 1918 hat uns nicht die Rechte, sondern die Dreiheit der Parteien errettet, die jetzt in der Regierung vertreten sind. Tatsächlich haben die Deutschnationalen im Westen sich mit den Separatisten eingelassen, indem sie die von dem Deutschen Freiheitsbund" aufgestellten vier Punfte unterschrieben.( hört, hört!) Und wie haben sich die Deutschnationalen in der Auswertungsfrage bloßgestellt! Nachdem der Wählerfang gelungen war, haben fie im Reichstag ihre eigenen Anträge, die sie schandehalber noch eingebracht hatten, niedergestimmt. hat nicht Herr bis er ihr schrieb, daß Rhein und Ruhr von Preußen und vielleicht Stinnes die Reichsregierung mit Expreffertatfit trattiert, vom Reich abgeschrieben" werden würden, wenn nicht das Reich, d. h. die Steuerzahler, die Arbeiterschaft, die breite Masse des Boites einen Gutsbezirk an, in dem sie, und nur sie etwas zu sagen haben, die Micum- Laften trage! Die Deutschnationalen sehen Preußen als Darum fönnen wir die Staatskrise nur vermeiden, wenn wir ver hindern, daß sie wieder an die Macht kommen. Sie( nach rechts) wollen jetzt die Fäden aufnehmen, die 1914 durch den Krieg zerbegnügt sich nicht damit, den Staat zu befizen, was durch da Schnitten wurden; unter der Parole Schuß den Arbeitswilligen" Mittel der Beamtenbureaukratie verbürgt ist; man will ihn auch regieren, und zwar gegen das Bolt regieren.( Burufe rechts.) Es steht fest, daß zahlreiche Beamte der inneren Verwaltung Ihnen( nach rechts) Material zutragen( Große Unruhe rechts); an dieser Korruption des Beamtentörpers find Sie( nach rechts) schuld!( Beifall bei den Soz.) Man Abg. Dr. Schwering( 3.) hält den Bundesbrüdern der Kommu nisten auf der Rechten unter Abweisung ihres Werbens um die 3entrumsstimmen vor, daß ihre Politik alles eher denn staatserhaltend ist. Die Feststellung der rechtsradikal- voltsparteilich- tommunistischen Bundesbrüderschaft veranlaßte die Deutschnationalen zu solchem Wutgeschrei, daß erst ihr Bizepräsident v. Kries dem Redner einigermaßen Ruhe schaffen fonnte. Abg. Schwering führte dann aus: Wenn das Verbleiben Severings im Kabinett eine Herausforderung sein solle, so sage er mit voller Ueberlegung, man möge überlegen, ob nicht eine deutschnationale Regierung angesichts der Sündenregiffer der Konservativen in Preußen eine Herausforderung nach dem Westen bedeute.( Stürm. Entrüftungsrufe rechts, Beif. im Zentr. und links.) Wir stünden in einer la tenten Staatstrise. Die Entscheidung für eine Gesundung liege bei der Deutschen Boltspartei, bie vergeblich auf die Uneinigteit im Zentrum[ petu liere.( Beifall im Zentrum und lints.) Abg. Dr. von Campe( D. Bp.) sagte, die Zentrums partei brauche sich nur auf ihre alte beffere Tradition. zu besinnen zu befinnen und nicht in der Weise des jungen Bor redners derartig provozierend aufzutreten und mit Drohungen zu arbeiten, die jedes fittliche Empfinden vermissen ließen. An ben Ministerpräsidenten Marg, gegen dessen Persönlichkeit seine Frattion nichts habe, richte er die Bitte, fich noch einmal zu prüfen, ob er mirklich alle Möglichkeiten der Kabinettsbildung erschöpft habe nder nicht doch ein Ministerium ohne Sozialdemokraten aueinen fammenbringen könne. Zwischenfall Es war doch der geistige Lenter der Kreuzzeitung" und der Konser patinen, Freiherr D. Hammerstein, der öffentlich als oberster Hüter der öffentlichen Moral die Mache hielt und gleichzeitig fich mit feinem Verhältnis Flora GaB im chambre séparé gutlich tat. An diesem Orte fiel ja auch das Wort der Flora Gaß ihrem Liebrief eine Aeußerung Dr. v. Campes gegen 2einert hervor. Dieser haber gegenüber: Romödianten seib 3hr doch alle!" Auf hatte der Deutschen Volkspartei gesinnungsverwandte Zusammen dem gleichen Niveau gemeiner Verlogenheit stehen auch heute die arbeit mit den Kommunisten vorgeworfen, und diese Behauptung Moralpredigten der Rechtsblätter. Am 24. Ottober 1924 noch hat aufrechterhalten, als Dr. v. Campe meinte, das glaube Leinerf doch die Deutsche Boltspartei einen Antrag der Deutschnatio. wohl selber nicht. Als nun v. Campe erwidert, dann tönne das nur nalen, den sozialdemokratischen und demokratischen Ministern das die Folge seines( Leinerts) nervösen 3usammenbruch s Bertrauen zu entziehen, abgelehnt. Ein Bierteljahr später hat sein, ertönten stürmische Pfuirufe und die sie den kommunistischen Antrag auf Vertrauensentziehung an genommen! Was ist denn in den drei Monaten geschehen? Die Wahlen legten doch Zeugnis für die Große Koalition ab. Herr v. Campe verlangt jetzt eine Regierung auf breiterer Basis. Aber noch im Wahlkampf hat man von einer Annäherung der Sozialdemokraten, Demokraten und ein Tell des Zentrums verließen den Saal Heute, Freitag, 11 Uhr, Weiterbesprechung. Borher einere Gegenstände phne Besprechung. Schluß gegen 5 Uhr. MIT [[ CC. frischer Milch の Eine so gute Margarine haben Sie noch nicht gekostet. Das werden Sie selbst sagen, wenn Sie„ Landbu mit irgendeiner anderen Margarine sorte vergleichen. Sie werden sofort finden, dass Landbu" etwas ganz Besonderes ist. An Nährwert und Be kömmlichkeit steht Landbu" bester Naturbutter nicht nach. Landba ist überall fabrikfrisch erhältlich. 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Die Bemühungen der polnischen sozialistischen Partei( PPS.) zur friedlichen Beilegung des Konflikts zwischen Polen und Danzig haben erfreuliche Erfolge gezeitigt. Bohl ist ein Beschlußantrag, den fie im polnischen Barlament einbrachte und der im Sinne der Bereinbarung zwischen den polnischen und den Danziger Sozialdemokraten gehalten war, von der Majorität abgelehnt worden, aber die Regierungsparteien haben ihren eigenen Beschluß infolge der Intervention der Sozialisten abschwächen müssen, indem sie sich ausdrücklich bereit erklärten, daß der Konflikt vom Völkerbund in friedlicher Weise geschlichtet werden soll. Auch der Minister des Auswärtigen hat eine dementsprechende Erklärung abgegeben. Inzwischen ist auch eine wesentliche Beruhigung der öffentlichen Meinung eingetreten. Ende Februar werden Vertreter der Sozialdemofratischen Partei Danzigs nach Warschau kommen, um die Befprechungen zwischen den beiden Parteien fortzusetzen. Anfang März wird eine Konferenz zwischen der PPS. und der deutschen Sozialdemokratie in Polen stattfinden, um die Beziehungen zwischen den belben Bartelen regelmäßiger und inniger zu gestalten. Man hofft, daß es gelingen wird, zu einem gemeinjamen Minderheit zu gelangen. Entwurf für die Regelung der Minoritätsrechte der deutschen Desgleichen hat die PPS. foeben im Barlament einen Entwurf für die Regelung der ukrainischen Minoritätsrechte und die Autonomie der ukrainischen Gebiete in der polnischen Repubúk einnomie der ukrainischen Gebiete in der polnischen Repubik eingebracht. „ Freunde der italienischen Freiheit." In England hat sich ein Verein der Freunde der italienischen Freiheit" gebildet, der von namhaften Bersönlichkeiten der britischen Arbeiterpartei ins Leben gerufen wurde. In dem Aufruf, den die Gründer des Vereins erlassen haben, heißt es:" Die Unterdrückung aller Freiheit durch die Faschisten heischt die Sympathie aller der jenigen in England, die die Freiheit lieben, für die verfolgten Arbeiter Italiens. Die Zeiten sind vorüber, da wir schweigen und ein Verbrechen ohne Protest lassen fonnten, weil wir angeblich fein Recht haben, uns in die Angelegenheiten eines anderen Landes zu mischen.... Der Protest der britischen Arbeiter ist längst fällig. Wir wollen bie Tatsachen veröffentlichen, bie öffentliche Meinung auf. rufen, die Unterdrückung anklagen und so die schönste Tradition jenes freiheitsliebenden Geistes weiterführen, dessen Erbe die Arbeiterschaft ist." Das Manifest ist u. a. unterzeichnet von dem gewesenen Mitglied der englischen Arbeiterregierung Wedgwood, den Arbeiter. abgeordneten Wallhead, Smillie und Frau Wilkinson, sowie den befannten Schriftstellern H. G. Wells und H. W. Nevinson. Ein neues Arbeiter- Tageblatt in Australien. Die Liste der sozialistischen Tageblätter ist wieder um eins bereichert worden. In Sidney( Australien) erscheint seit furzem ein Arbeiter Tagblatt", das trotz der furzen Zeit seines Bestandes sich bereits einer Auflage von 80.000 rühmen fann. Seit dem Kriege haben die australischen Arbeiter große Anstrengungen gemacht, um eine Tagespresse ins Leben zu rufen. Dies ist nun der erste Erfolg, und er soll nicht allein bleiben. Auch in Melbourne, der Hauptstadt von Victoria, foll bald ein sozialistisches Tageblatt erscheinen und man darf hoffen, daß in absehbarer Zeit die Arbeiterbewegung in jedem der australischen Gliedstaaten über ein Tageblait verfügen wird. Tiefz BILLIGE Lebensmittel Verkauf nur weit Vorrat Mengenabgabe vorbeh: Iten Frisches Fleisch. Schweineliesen stark....... Pfund 76Pf. Schweineschulterblatt ohne Beilage 80 PL Schweineschuft Pfund 88Pf. Prand Hammelfleisch( Dicke Rippe).... Pfund 64PL Hammelrücken Kalbskamm Pfund 68Pt Kalbskeule Pfund 66Pt. Pfund 76Pt Schweineköpfe gepökelt...... Pfund 34PL Schweinenieren gefroren, wie frisch. 60Pt. Plund geiroren, Pfand Ochsen- Suppenfleisch ete 50Pt. Ochsen- Schmorfleischer, Pfd. 74Pt. Gefässe( Flaschen, Korbflaschen usw.) bitten wir mitzubringen. Mittelvoller heinRhei pfälzer Weisswein L. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus TU: Mona Lisa Opernhaus am Königsplatz 8 Uhr: Der Barbier von Bagdad Schauspielhaus 7: Charleys Tante 8 Uhr: Indipohdi von Gerhart Hauptmann 46 Kolonialwaren Obst u. Gemüse Wurstwaren Wild Geflügel gefr., Pfund Tafelsalz.... 1- Pfand- Paket 8Pf. Zitronen... Dutzend 30P. Speckwurst....... Piand 90Pf. Hasen gestreift...... Ptund 90PL Kartoffelmehl... Pfund 23P. Mandarinen....... Pfand 34Pt. Hausm.- Leberw... Pfand 100 Gänse gefroren..... Pfund 80PL Haferflocken..... Ptand 24. Apfelsinen Dutzend 50, 65PL Fleischwurst..... Prand SOP. Gänsestückenfl. 65PL Hartgriess. Prand 30P Blutorangen... Dutzend 70Pf. Sülzwurst........... Pfund 90Pf. Gänsekeulen gefroren Bandnudeln. Prand 27 P. Wirsingkohl holl... Piand 7P. ff. Leberwurst.... Pand 130 Gänseklein mit Magen, Eier- Fadennudeln Pt. 45P Rotkohl boll......... Ptand 7PL. Berl. Mettwurst Pfand 95Pf. Gänsebrust gefroren, Eier- Riebele... Piand 45Pt. Sellerie gr. Knollen. Pfand 35Pf. Mettwurst. Br. Art... Pd. 120 Gänserümpfe gere Makkaroni..... Pfund 48P Blumenkohl... Kopt von 10 Teewurst............ Pfund 160 Suppenhühner..... Pfund 155 Fische ganzen... Pfund an Bensdorp, Molk.- Butter Pd: 98 Pr. Kakao Fabrikat B80P Schollen grosse.... Pfand 25Pf. Seelachs one of 28PL Vollmilch Kopf, im Grüne Heringe Pid. 18, 28PL Frischer Zander Pfand 80P. Stück Prund Pf. von an 4 grosse Dosen 100 Frisch gebr.Kaffee 260 Harzerkäse Kisted 90P. Camembert Set 80er Plund ca 50% Fettgeh. Aussergewöhnlich billiges Fasswein- Angebot! Stener 24 Pf. Pf. 90P Tha ia- Th. Tägl. 8 Uhr: Das Dreimäderlhaus Schubert Jadiowker Haller- Revue 1925 Tb.i.Admiralspalast 27. 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Neues Th. am Zoo Tä lich 48 Uhr: ,, Riquette" Heute 7 Uhr: Premiere Operette von Oscar Strans Die weiße Weste Lustspielhaus 8 Uhr: Gaido Thielscher D. wahre Jakob Musik Lustsp. nach Friedmann- Frederich von Hans H. Zerlett Operettenhaus Musik v. Otto Urack am Schiffbanerdamm 8 Uhr: Die vertauschte Frau Wallner Theat. 8 Uhr: Th. in Kommand. Str. Letzte Wochen! 8. Molly Wesselyin Die Frau ohne Kuß Pelleas and Melisande Stg 32: Hans Huckebein Casino- Theater Theater des Westens Lothriner Str. 37 Tägl. 8 Uhr Berl. Operngastsp. Trotz d. gr. Erfolges nur noch kurze Zeit die Schlager- Posse Dir.: Ewald Huth Sonntag, 22 Februar Residenz- Th. 3 Uhr: Carmen Graf Koks Tägl. 8 Uhr: m. d. ges. Ensemble Vorher der humorder Gr. Volksoper olle bunte Teil mit Mrs. Dot Willy Melbrycki Leopoldine Konstantin Rose- Theater Adele Sandrock, Korff, Barg 734: Berlin wie es Ebser, Alexander weint und lacht Mattoni, Rosé WINKEN Spielplan! 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Di« Kommunalwahlen in Schweden, sowohl in den Städten wie in den Landbezirken, waren damals Klassenwahlen, und zwar so abgestuft nach dem Einkommen, daß die Mehrzahl der Arbeiter ohne Wahlrecht roaien, während der Besitzende b« zu 40 Stimmen vereinigen durste Dies« Ungerechtigkeit, die erst während des Krieges in Schweden oerschwand, war um so bedrohlicher, als die Kommunalvertretungen wiederum die Erste Kammer wählten, die auf Grund der„tOgradigen Skala", wie sie hieß, dauernd eine Vertretung des Großbesißes bleiben mußte. Di« Sozialdemokratie hatte also all« Veranlassung, Partei- gänger auch in den besitzenden Klassen zu werben. Im März 1912 standen wieder Stadtvcrordnetenwahlen in Stackholm bevor. Strindberg, der zu seinem 63. Geburtetage am 2S. Januar Gegenstand einer imposanten Nationalgabe und zahlreicher Huldigungen, nicht zum wenigsten von feiten der Arbeiterschaft, gewesen war, schrieb damals in einem Zeitungsartikel über diese Kundgebungen: „Es soll nur eine Erinnerung bleiben, und für meine Kinder ein Erb«, das Verpflichtungen enthält; und es soll ihnen ein Gewissen sein, da» sich drohend erheben soll, wenn sie ihren geringen Ur- sprung und wenn sie vergessen sollten, aus welcher Quell« ihre besseren Lebensbedingungen geflossen sind." Darin sah man em« unzweideutige Sympathieerklärung für die Arbeiterschaft, und der damalige Funktionär der Arbeiterkommun«, jetzige Sekretär de» Schwedischen Eilenbahnerverixmdes. Axel Löfgren, wandt« sich schriftlich an Sirindberg mit der Frag«, ob die Arbeiterpartei Boll- macht für Ausübung des ihm zustehenden kommunaten Wahlrecht» erhalten könne. Strindberg wohnt« damals bereits in dem sogenannten gelben Turm, Drostmng- und T egnersgatan- E cke, wo er zwei Monat« später sterben sollte. Slm nächsten Tag brachte sein« Haushälterin bereits folgende Antwort: .Wenn Sie mst zwei Zeugen kommen swegen der Namens- unterschrist) vor 4 Uhr. erhalten Sie die Dollmacht. Ich liege nämlich krank und bin allein. Bitte klingeln Sie zweimal, zwei kurz« Schläge. Sr.".. Strindberg hatte, um stch vor den zahlreichen im berufenen und unerwartebzn Besuchern zu schützen, ein I«hr strenges Sichenmgs- system an seiner Wohnungsliir eingeführt. Auch als sich Löfgren und mit ihm der Redakteur Hjalmar Gustafson am nächsten Tag« unter dem vorgeschrieben m Klingelzeichen einfanden, wurden sie erst durch eine groß« Briefösfnung hindurch üb» den Zweck ihres Vc- fuches befragt, woraus mehrere Sicherheitsketten rasselten und sie eingelassen wurden. Der mythisch« Dichtergigant machte in der Nähe «irm gemütsweichen, fast kindlich-naiven Eindruck. Er fragte, wie- viel Steuereinbeiten ihm zuständen, und bot sie bei der nächsten politischen Wahl wieder sein« Vollmacht einzuholen. Als ihm be- deutet wurde, daß dl« Stellvertretung bei den Rcichstagswahlen nicht zulässig sei. schüttrlte«r nur den Kopf. Er kam auch nicht mebr dazu: denn im Mai war er bereits tot. Der Parteigenosse, der jedoch bei der Kommunalwahl mit Strindbergs Dollmacht auftrat, erfüllt« de» Auftrag nicht ohne Stelz und auch nicht ohne Aufmerksamkeit von feiten der Wahlleiter: denn im Saale vernahm man vom Wahllisch« den Ausruj:„August Strindberg— 40 Stimmen!" Die Kartoffeln und die englische Kirche. Ein volles Jahrhundert brauchten die Engländer, um auf den Geschmack der Kartoffeln zu kommen. Und als man im Jahr« 172« endlich dazu überging, einen Bersuch mit der Einführung der Kartoffeln in Schollland zu Der neue Siegfried. H-ABBKING- V? »Nun sei mal kein Irosch, lieber Drache, unö rücke den Silbersthatz heraus l"- »Nichts zu machen! Vir sind hier Neichsbank unö nicht etwa Seehanölung 1' machen, begegnete man dabei dem heftigen Widerstand der Kirch«. Der Kamps, der von der Kanzel herabgesührt wurde, geschah von zwei verschiedenen Seiten au». Die Geistlichkeit verwarf den Kar- ll'ffelbau einmal mit der Vcgriindung, daß die Kartoffel in der Bibel mit keinem Wort erwähnt werde und daß ste daher als Nahrung für Christenmenschen nicht in Betracht kämme! Aus der anderen Seite ging man nach einen Schrllt weiter und erklärte die Kar- tofsel geradezu für die verbotene Frucht, die Adam zu Fall gebracht und �die Vertreibung des ersten Menjchcnpaares aus dem Paradiese zur Folge gehabt habe. Daneben erhoben auch die Aerzte gegen die Kartosfel die Beschuldigung, daß sie Fieber errege und dgß ihr Sc- miß den Aussatz hervorrufe. Ein Gistsee. Im Dal Piota(Kanton Tessin) liegt ein See, der Ritomsee. der von zahlreichen Fischen der mannigsachsten Arten be- völkert ist und auch ein reiches Pstanzenleben birgt. Das merk- würdige dabei ist jedoch, dah Fauna und Flora des See, nur bis in eine Tiefe von 12 Meter reichen. Genau von dieser Ties« ab ist das Wasser derartig mit giftigen Schweselwasicriimizasen erfüllt, daß alle Lebewesen, die sich darin aushallen würden, zugrunde gehen müßten. Woher hat der blaue Montag seineu Namen? Es ist interefloat, die Entstehungsgeschichte de»„blauen Montags" zu verfolgen. „Blauen Montag"— oder noch kürzer:„Blauen"— machen, heißt feiern, nicht arbeiten. Di« Bezeichnung rührt daher, well früher an manchen Orten die Gepflogenheit herrschte, an dem Montag vor Be- ginn der Fastenzeit(Aschermittwoch) nicht zu arbeiten. Da die priesterliche Gewandung und der Altar in dieser Zell blau(eigentlich violett) sind, nannte man den arbeitslosen Tag„blauen Montag" und dehnte diese Bezeichnung später aus olle Tag« aus, an denen nicht gearbeitet wurde. Zahlen vom Wellkrieg«. Die amerikanische Zeitung„Asiocioted Preß" widmet neuerdings stcuitischen Feststellungen über den Well- krieg besondere Aufmersamkcll. Sie hat ausgerechnet, daß der Krieg insgesamt 18 Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Wenn alle Toten, hintereinander aufgereiht, an uns varbeimarschieren würden, so würde der Marsch fast sieben Jahre dauern. Jeder Tag bot 12 000 Menschen da» Leben gekostet, m jeder Sekunde sind durch- schnittlich 10 Kriegsteilnehmer gefallen. Die Kosten des Krieges werden von einem Prvsessor an der Universität Illinois aus Grund amtlicher Unterlogen aus 186 Milliarden Dollar errechnet. Di« indirekten Kosten, die der Krieg verursacht hat(Aussall der Arbeits- kraft): werden auf- mindesten» ebensoviel geschätzt.(Es waren ins- gesamt 70 Millionen Monis mobilisiert, von den«, angenommen wird, daß sie jährlich für je 600 Dollar Arbell hüllen leisten können.) Die Geiamtkosten de» Krieges würden sich demgemäß auf etwa 400 Milliarden Dollar— 1,6 Billionen Goldmark stellen Auf die gesamt« Erdbevölkerung umgelegt, würden also aus den Kopf 1000 Mark entfallen. öußtag. Bon S. B u e tz. Mit schwachem unstäten Licht« sah der Mond aus dem Gewölk. halb versteckt zwischen schwärzlich flatternden Nebendünsten, die über den Hstnmel hinzogt- Der blasse aufflackernde Schein hatte etwas Unheimliches— fast Grauenhaftes. Gleich schlenkernden knochen- losen Ftngern pendelte er halt- und kraftlos über den Erdboden hin. Alle Gespenstergeschichten, die Annemarie im Laufe der Jahre im Dorf gehört hatte, fielen ihr ein. Hu... h... l schrie da nicht der Kauz... I? Das Mädchen duck:« sich erschreckt. Ihr brauner faltiger Rock mit der darüber gebundenen schwarzen Wollschürze streifte den Erd- boden. Ueber ihre dicken, hastig ausgesteckten Zöpfe fuhr eitig und rauh der Nachtwind. Tiefrot und lebenshungrig quoll aus dem verängstigten, v«r- zerrten Gesicht der junge Mund. Iu... hu...! schrie der Kauz. Annemarie richtete stch aus. Ihr Körper straffte sich. Klappernd schlugen ihre Zähne aufeinander. Wild reckt« sie den starken Arm empor, der bis zum Ellenbogen hin nuckt, wie alter sdunkle» Elfenbein im unbestimmten Licht aufleuchtete. „Schrei nur, du llnglücksvogell Vertreibst mich nicht! Geh doch nach Lichtenberg herunter!" keuchte die junge Magd mit schreckens- weit geöffneten Augen: die trugen die Farbe der reifen Brombeere. Iu— hu! Huh...> schrie der Kauz. Und wie im hohnenden Spolle ergossen sich dem Schrei noch tausend der silberklaren Mondstrahlen durch das vom Winde aus- einandergelliebene Gemölk über die Erde hin. Taghell lagen die Felder. Toghell der Weg! Annemarie zitterten die Knie. Im Entsetzen der Angst kreiste ihr Blick umher, schützende Dunkelheit zu suchen, die ste verborg.— Doch nirgends ragte ein Bamn hervor, wuchs, Schallen um stch drei- tend. ein Strauch. Nur Felder dehnten sich.... endlose, glall hin- gesteckte Felder von breiten stummen Wegen durchquert. Hier und da ragte einsam ein weißgetünchter Ehausseestein, der von der braunen aufgepflügten Erde umhäuselt. scharfumrissen weichin sichtbar lag. Im Rücken Annemaries tauchte die �ilhoucilc einer Kirchturrnfpitz« auf. Dort lag das Dorf, aus dem die D'.nte kam, und dessen spähende �ug«n sie fürchtete....... � Heller wurde das Mondlicht. Strahlender... Die iunge Magd warf«inen ängstlich scheuen Blick um sich.— dann lies sie. die Jack« jhalb über den Kopf geworfen, jagend, stolpernd weiter. Ohne Ende schien der Weg.- ohne Ende die umgepflügten nassen Felder. Annemarie keucht«. Erschöpft hielt sie in dem g«. waltsamen Lauf« inne. Ihre Schuhe waren bleischwer von den großen»lumpen Erde, die sich darum geballt hatten. Trotz der kalten und unter dem dahinstreifenden Winde rauhen Lust, ramien dick« Schweißperlen über ihr« Stirn. Während Annemarie noch still stand, um wieder zu wem gelangen zu können, sang der matte einer Kirchenglocke langgezogen über die Men Felder Hill. Annemari« fuhr zusammen... Horchte... zählte... an den Fingern die Glockenschläge mit. „Erst eloc...!l" Di« Magd riß schreckhaft die Augen auf. Erst elve...! Und wenn sie wie jetzt weiter lief, dann war sie in einer knappen halben Stunde in Lichtenberg drunten... und im Büchchen stand... zwölf mußt« es sein! Klack Schlag zwölf—! „So jemand einer großen Sünde will Verzeihung finden, gehe er allein in der Nacht, die vor dem heiligen Bußtage und Beltag liegt, zur Kirche St. Johannis, gleichviel wo si« auch liegen möge, knie mit d.m Schlag« 12 Uhr vor der oerschlosienen Tür« des Gottes» Hauses nieder, hebe die Hände auf, bete inbrünstig und bereue".— Plärrend hatte die Magd die Worte hergeleiert.— Ja, so stand's im Büchchen, das sie bei ihrem Bauer in der Bodentiste beim Reinemachen gefunden hatte... Oh, dank dem Büchchen!— Und Wahrheit ist es! Flüsterten st» denn im Dorfe nicht hinter allen Türen vom Rtitchold, der es auch oersteckt hatte?! Im Rausch halte der«inen Mann erschlagen kurz vor Bußtag... Da hatte er sich hingeschlichen zur Johannistirche in Lichtenberg, zwei Stunden vom Heimatsdorf: allein... in der Nacht. Und war da jemals etwas danachgekommen?! Einen Menschen umgebracht hatte der und lief frei umher! Beweisen hätten sie es ihm nicht können, vor Gericht, sagte der Schulze. Jawohl, so dumm waren sie nun auch nicht mehr und glaubten alles!— Die Herren in der Stadt sollten nicht heraus- bekommen haben, was jede» Kind hier wußte?!— Und hatte der Fritz Lüd-r dcny nicht schön seine drei Monat« abbekommen, nur well er beim Steffenbau« ein bischen gemaust hatte?! Mrklich nicht viel. Woher wußten si« denn das mit einem Mole! Die Herren von der Stadt?! So aber stand es. dem Reinhold war vergeben worden, weii er am Bußtag nacht bei St. Johannis bereut hart«— da konnten si« ihm nichts mehr antun!— Und ihr— ihr würde jetzt auch vergeben werden...!! Dos Mädchen strich sich das wirre Haar aus der Stirn«, das blauschwarz und strähnig ihren Augen zufiel. Ach,— und nun war es erst eloe— I Wenn man sie doch noch sah—! dann tan es heraus... Aber es durste nicht herauskommen! Es durfte nicht!! Ist eloe... und die Helligkeit! Die Magd stöhnte auf. In wilder ohnmächtiger Verzweiflung starrte sie zum Himmel auf, an den jetzt i» wolkenloser Klarheit tm silbernen Leuchten der Mond stand. Annemarie schien es, er starr« höhnisch drohend zu ihr hinab. Da erschrak sie dumpf. „Hoher Gott im Himmel droben... ich bereue alle meine Sunde. Jesus oergib mir..." Ihre Stimm« plärrte. Ihre jungen Lippen zitterten. Schütteln packt« sie und ließ ihre ganze kräftige Gestalt erbeben. Die Jacke svst bis zum Mund« über den Kopf gezogen, die Arm« eng an den Leib gepreßt, stürzt« das Mädchen auf dem Feld- weg« weiter. Schmutz spritzte um sie her. Nur jetzt nicht»och gesehen werden..! Nur jetzt nicht noch!.. Eitz eloe...____ Aber wenn sie so wetter lief— dann tan sie ja gleich noch Lichtenberg! Und wenn sie wartete,— drunten im Dorfe... dann sah man sie... Wohin aber sollte sie? Wo sich bis dahin vor dem hellen Mondeslicht verkriechen? Wild sah die Magd sich mn. Platt hingestreckt« ebene Felder, die sich endlos aneinander reihten, die bäum- und strauchlos säst toghell beschienen unter dem nächtigen Himmel lagen, starrten sie an wie die offenen Augensterne Blinder. Die zügellose Wut der Krafwollen, die sich nicht wehren können. packte die Magd. Ihre großen, verarbeiteten Hände ballten sich dem Monde entgegen. Laut glitt ein häßliches Schimpfwort über ihre Lippen. Int selben Augenblicke schlug Annemarie sich mit der Hand auf den Mund, als könne ste den Laut ihres Wortes, der eilig über die stillen Felder lief, damit noch aufhalten. Zitternd bog sie sich vor. Hatte sie jemand gehört—! Kam nicht schon jemand?! Mit nitterdrücktem Schrei stürzte das Mädchen weiter, um dann erneut stehen zu bleiben. Und wie sie stand— ratlos, stierend— angstgepeinigt, kam ihrem schwerfälligen Gehirne ein Gedanke. Beten wollte siel Jetzt schon beten! Das würde helfen. Sicherlich!.. Doch Annemaries Gedanken fanden kein einziges Wort. Keiner der vielen Gejangbuchoerje, die sie sich in ihrer Schulzeit so mühevoll in ihren Kops gezwängt hatte, wollten über ihre Lippen kommen: di« hart« tägliche Arbeit hatte alles verwischt. Tränen der Angst liefen der Magd über die Wangen. Graufam war es, longfam auf dem hellen Wege, der jetzt jeden Kiesel, jede Fahrrinne deutlich zeigte, gehen zu müssen, hiergegen war das Laufen in der Dunkelheit eine Wohltat gewesen! Ed es schon halb zwölfe war..? Fiel ihr denn nichts!— gar- nichts«in!?... Sie mußte doch beten! Wenn sie kein Gebet fand, dann.... Schluchzen stieß das frierende zitternde Geschöpf. Und plötzlich wußte sie auch ein Wort. Das war ein Gebet!' „Und vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern.. Einen Augenblick vergoß Annemarie ihre wilde Angst. Di« Augen klar zu dem schweigsamen Nachthimmel ausgerichtet, wieder- hotte sie mst unwillkürlich gefallenen Händen:„Vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern..." Mehr wußte sie nicht, aber sie fühlte,— es genügte. Doch wie... wenn ihre Schuld mm doch zu groß war...?! So groß— daß Gott ihr nicht vergab—? Schauder— Entsetzen... Verzweiflung packte die Magd.— AI» hätten mitleidslose grobe Hände sie gestoßen, sank ihr Kopf vornüber. Der Reinhold war betrunken... der wußte nicht was er tat, als der den Anderen erschlug! Aber sie.. aber sie... Annemaries Zähne klapperten.— Langsam... von der Angst krumm gezogen, wie ein« alte Frau, schritt ste schleifend mit ihren schweren Gliedern de« Feldweg entlang. Murmelte brüchige Worte wie ein Lechz«».(Schluß folgt.) A.WERTHEIM Billige Lebensmittel Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz Frisches Fleisch .... Kalbskamm u. Brust.... .... P 65P Kalbsnierenbraten Pland 70Pt. Kalbskeule ganz und gefellt.... Pind 80PL Hammelvorderfleisch..Pfund 68PL u. Pfand 75PL Hammelrücken Hammelkeule ganz geteilt.. Pfand 85PL Schweinebauch mit Bellage.. Pfund 80PL Schweinerücken Blattm.Bellage, Pd. 90r Schweineschinken...... Pend 90r Liesen Pfund 85P. Gehacktes Fund 65PL Kaẞler Rippspeer u. Kamm P. 105 Prima fett. Ochsenfielsch gefrore Kamm und Brust.. Kolonialwaren Pred 58 Pid. 48PL Backobst Plund.. 38PL Bosn. Pflaumen Pfd. 42Pt. Makkaroni Bruch, Ptd. 38PL Makkaroni Haferflocken Paket Paket Pfd. 28PL Kalif. Pflaumen Pid.48Pf. Kalif. Pfirsiche 1Pid 52 geschält 86 rt. Speisemargarine 1 Pland- Paket 60 PL. Tafelbutter.. Konfituren Pfand- Eimer 2 verschied. Früchte Find 110 85 PL. 110 2 Piand- Dose Holst. Rindfleisch ohne Knochen 95 PL Pfeffernüsse Mecklenburger, 1 Pland 80 PL. Knorr Fische Grüne Heringe große Pfund 85Pt. Dorsche... Pund 22 PL ohne Kopi 25Pt Kabeljaus Pts. Ptund 90Pt Zander Hechte lebende, Pfund 140 Wild, Geflügel Gänse gefroren, Pid. 78 PL. Enten holländische, Pfd.[ 25 Junge Hühner boll., Pid. 50 Masthühner boll, Pid.[ 60 Gänsepökelkeulen pommersche Kaninchen L. Pell, Stück 265 gestreift u. ausPfund 140 Hasen oren, Pfd. 95 PL geworfen, Pfd. 95 PL. Wurstwaren Leberwurst Hausmach: 116 Fleischwurst 116 Pfund Art, Pfd. soweit Vorrat Obst Kochäpfel... Pfund 10 PL Kochbirnen.. Pfand 10 Pt. Südfrüchte Feigen.... Pfund 28 PL Zitronen Dubend 32Pt. Apfelsinen Ded. 48, 70 Pt. Blutapfelsinen Dupend 70 P. Gemüse Möhren gewaschen, Pid. 4Pf. Möhren gewaschen, Ptd. 4Pt. Weißkohl dänisch., Pfd. 4Pf. an Zwiebeln ..Pfand 12 Pt. Blumenkohl Kopf v. 15 PL Sellerie.... Pfund 25 PL Rosenkohl holl, Pid. 25 PL Käse vollfett Camembert portionssic 15PL. Romatour. Stück 24Pt. Leicht verderbliche Artikel können nicht zugesandt werden Konserven Dose Ret-, Grün-, Wirsingkohl 50 Kohlrabi in Scheiben. 37 Karotten in Streifes..40 junge, extra Karottenkleine, D. 58 IM Junge Schoten.... 60 Schoten mittelten 92 Schoten feln, VeDose80 145 Schoten mit Karotten 92 Junge Brechbohnen 85 Brech- u. Schnittbohnen I. Sorte........ los Bruchspargel mittelfein ohne Köpfe,/ 2Dos. 105195 dünn, Dos.[ 15 220 Stangenspargel a. geschälten ·.. stark 1/ g Dose[ 85 36c extra stark 1/, Bos 210 410 Apfelmus Aepfeln 75 Birnen halbe Frucht..85 95 150 Pflaumen Helvetia Thüring. Brühpolnische Plund 125 Jagdwurst... Pfund 130 Filetwurst... Pfund 140 Mettwurst gekocht, Pfd. 135 Zervelatwurst Holst. 160 Schinkenspeck deutsche Ware, Pfund 165 Pomm. Teewurst Pfd. 190 Westfäl. Plockwurst 190 volltett Scheiben Camembert Schacht, 35Pt. Ananas 650- Gramm- Dose Quadratkäse Pfund 34Pt. Ananas Hawai, L. Schelb. 240 Tilsiter feiner, Pfund 85Pf. Sardinen Klubdose 52 Goudakäse dan., Pfd. 78Pf HolländerkäsePfund 90Pt. Räucherwaren Emmenthaler ohne Rinde Schachtel.. 80 u. 95Pf. Bücklinge Makralen P. 35 Pt. Schleibücklinge Pfund 95Pt. Edamer.. 48гt Harzerkäse Kiste ca 95p. Sprotten... Plund 44 PL Makkaroni Hahn 1 Pfd. 75Pf. Eier 85 Pf. Kätchen- Nudeln Schnitt,/ Pfd. 34 Pf. 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Februar 1925 Nachdruck verboten Ja ber Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 m. gezogen 1 Gewinn zu 50000 22. 216794 2 Gewinne zu 10000 m. 75213 284646 1 Gewinn zu 5000 m. 113281 2 Gewinne zu 3000 21. 245725 261960 6 Gewinne zu 2000 m. 110069 169612 188070 207687 242434 286919 13 Gewinne an 1000 2. 8400 6567 19542 20300 92729 106219 144137 148360 165919 186193 199159 216172 261179 26 Gewinne gu 500 m. 1710 18831 89628 54341 58293 64296 100688 109732 134081 188004 145218 180523 192909 198540 207332 226205 229400 230707 23 885 244296 250242 260807 265235 293627 302460 311214 12. Biehungstag Ohne Gewähr 3 Plund Kieler Plund Backwaren Käsekuchen stick 50 PL. Brezeln Stück 50 Pt Streußelkuchen Schokolade Stark entölt Kakao in Paketen, Pid. 75PC Schmelz 50 Pt. Wein Schokolade 100 Gr.TI. 23 PL Schokolade Vollmilch Pld Block 95 PL Preise für 4, Flasche einschließlich Steuer ohne Glas Edel- Apfelwein mild, fein. .70 PL Johannisbeerwein rot, sus 110 1922 Nitteler Gipfel rassiger Naturmosel ... 90 PL 1923 Wollsteiner Baudenberg u. Neuwegsüff Rheinh. 20 1922 Remicher Goldberg pikant, suffig 130 1920 Niersteiner milder Rheinwein 150 1921 Oppenheimer vollblumiger Rhelnwein 1921 Berncasteler Mosel .180 .250 ..170 1922 Ingelheimer Rotwein lieblich 1922 St.Justin ,, Marquis Riscaldo" kräft.span.Rotwein[ 60 1918 Chât. de Cornaillac Bordeaux, fein entwickelt 275 Tarragona rot, süß 160 Malaga golden, feinsun 2M Spirituosen Rum- Verschnitt 40 VOL .290 Feiner Jamaica- Rum- Verschnitt ,, Extra" 45 Vol.0% 4 20 275 Weinbrand- Verschnitt unter Verwendung von felnem Destillat hergestellt Deutscher Weinbrand, Alter Manegold" Original 3 20 Deutscher Weinbrand ,, Jacobi 1880".. 460 1922 Neckarsulmer Rotwein 1 M Olorso er spanischer Frühstückswein 180 190 Vinho do Portugal Labor 210 Alter Cadix- Sherry. kräftiger süßer Hafermehl....-Pfund- Paket 35 Pf. Erbswurst.... 18 Pf. 27 Pf. 35 Pf. Grünkernmehl..-Pfund- Paket 50 Pf. Fleischbrühwürfel.. 10 Stück 30 Pf. Haferflocken-Pfund- Paket 30 Pf. Suppenwürfel... 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Februar 1925 Nachbruck verboten In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 Mk. gezogen. 1 Gewinn gu 25000 9. 49054 1 Gew.nn zu 10000 22. 224727 1 Gewinn zu 5000 21. 219882 8 Gewinne an 3000 m 84519 270875 804194 5 Gewinne ju 2000 21. 124295 190297 250038 282334 802460 13 Gewinne zu 1000 t. 47967 115652 126885 141786 149818 153535 165415 168833 215878 222398 251673 264818 287228 31 Gewinne au 500 21. 4036 13209 81433 45453 102834 123512 138295 140764 155738 157808 159918 161228 161388 166716 175711 182922 188366 191313 215237 220171 221421 227127 231053 238460 242681 247408 280627 265450 272282 273692 294711 314057 315040 816929 92 Gewinne zu 300 2. 1555 5187 5576 13775 2 829 80330 85272 35949 88306 39318 41711 87 Gewinne zu 300 27.5 1616 3171 5124 6553 44272 55713 60165 63096 63980 72588 74940 15989 32669 862 7 87837 38835 44729 44822 76205 77129 77666 81334 86719 95709 96468 46583 48365 50175 68623 75133 93018 107180 98754 100137 100769 101468 101780 102744 108558 108174 112477 116024 118910 128397 107493 110570 111153 112303 113683 114755 116097 120896 1244: 9 13088) 130489 131490 181 82 131407 148212 148304 152269 155379 1335 137286 143.68 145150 147290 147937 160710 162524 164340 169637 171330 178808 150437 152781 157012 157964 160956 161138 175127 179899 182912 18: 461 190717 190875 164 91 169 28 171909 174942 177346 178071 191900 194172 198181 210369 210935 214849 1803 18 759 1808 4 185283 19034 1938-5 223508 231385 234721 235674 2398 8 248807 195267 198026 200150 201752 2 321 204494 28377 259492 260304 263064 268659 284502 64845 265654 259952 273689 274010 282261 212739 213789 220711 224366 224574 228678 232659 28488 241185 244132 214385 267583 284382 34745 285178 287 84 2881 8 288 78 268.82 275272 278873 280766 284979 287790 2037 295445 297311 298028 800740 808810 212.31 288507 291020 291270 304854 306317 811403 814911 816907 Resonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" und KrausePianos billig! miote Ansbacher Str. 1. 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