Fr. 90+42. Jahrgang Ausgabe A nr. 46 Bezugsvreis: Böchentlich 70 fennig, monalité 3,- Reichsmart Boraus zahlbar. Unter Streusband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen. Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5.50 Reichsmart pro Monat Der Borwärts" mit ber Sonntags beilage Bolt und Reit mit„ Gied. Tung und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Conntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialbemotret Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die etxipelttee Rouparello Beile 70 Bfenuta. Reflamezeile 4. Reichsmert. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Bort 20 Pfennig ( aufäffia zwei fettgedruckte Borte). lebes weitere Wort 10 Bfennig. Stellengefuche bas erite Bort 10 Bfenuia. jebes weitere Bort 5 Bfennig. Borte über 15 Buchftaben zählen für amei Borte. 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Mit einer fymbolischen Handlung ist der Reichs| marzlich- preußischen Junters in den Ohren, der das Streben| Ichen Minifter fügten, teine ,, militärischen Organisationen" bannertag in Magdeburg eröffnet morden: Bei dem nach einem einheitlichen Deutschland abtat mit dem Bekennt großen Fackelzuge, den die Magdeburger Kameradschaften nis zum Boruffentum: am Freitagabend veranstalteten, wurden Grenzpfähle in den Wir wollen Breußen bleiben Farben aller deutschen Einzelstaaten als Sinn bilder der Der Teufel hor das Treiben, Kleinstaaterei mitgetragen. Diese Sinnbilder der Bergangenheit wurden den Flammen übergeben, die sie lodernd umfingen und bald in ein Nichts verwandelten. Hellauf leuchtete das dürre Gehölz in dem reinigenden Feuer des Reichsgedankens Die ,, Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold", der Bund republikani Denn das ist der tiefe Sinn dieser Handlung: das fcher Kriegsteilnehmer, will nicht nur eine Abwehrtruppe zum Schutze der Republik gegen ihre Feinde sein. Es will vielmehr die heutigen Freunde der Republik erfüllen mit dem höheren Ideal, das schon vor hundert Jahren die heutigen Reichs farben zu Kampfesfarben machte, mit dem Ideal einer ein heitlichen Republit aller Deutschen! Krähwinfelei und Kleinstaaterei, die uns als die Auswirkung ,, berechtigter Stammeseigenarten" geschildert wird, hat sich im letzten Jahrhundert, das hinter uns liegt, immer wieder als reaktionär, als allem Fortschritt hinderlich erwiesen. Die große Hoffnung, daß die Staatsumwälzung von 1918 mit den Resten diefer fleinftaatlichen Bergangenheit aufräumen mürde, ist nicht erfüllt worden. Es sind im Gegenteil Kräfte am Werke, die die Weimarer Berfassung auch in der Richtung aushöhlen möchten, daß die partitularistischen Tendenzen mehr noch als bisher Celtung befommen. Die Symboli? der vert rannten Grenzpfähle verkündet in weithinleuchtender Fammenschrift: Das 3iel und die Sehnsucht der deut fchen Republikaner ist die Einheitsrepublit und die Bereinigung mit den Stammesgenossen, die durch die Zwangsverträge von Versailles und St. Germain noch von uns ferngehalten werden! Es war am 18. Oftober des Jahres 1817, furze Zeit nur stach dem Ende der Befreiungstriege", da veranstalteten Deutsche Burschenschafter das berühmte Wartburgfest, bei dem die Farben Schwarz- Rot- Gold zum ersten Male öffentlich als Wahrzeichen deutscher Boltseinheit gezeigt wurden. Die deutschen Studenten und ihre Alten Herren" waren sicher feine Revolutionäre im Sinne Ruth Fischers. Aber ihr Wartburgfest hatte trotzdem eine weithin reichende aufrüttelnde Wirkung. Auch sie errichteten einen Scheiter. haufen, auf dem sie unter anderem einen 3opf, eine Schnürbrust und einen Rorporalstod als die Snmbole einer Zeit des Rwangs und der bureaukratischen Engherzigkeit dem Feuer überlieferten. Dama's war freilich der Korporalstod noch ebenso start, wie die Schnübruft fest und der bureaukratische Zopf dauerhaft. Die monarchischen Regierungen der Dugend von Klein staaten fühlten durch das starte Feuer auf der Wartburg ihre heiligsten Heiligtümer bedroht. Der Korporalstock war ihr Etod, die Schnurbruſt ihr Wappen und der 3opf eine vaterländische Tradition. Auf die wabernde Lohn des Wortburg feuers folgte die Nacht schwärzester Reaktion. In den berüch tigten Karlsbader Beschlüssen legten die in ihrem Snnerften getroffenen dynastischen Klopffechter ein Schnüffel und Dranglalierungsinstem fest, wie es feinesgleichen in der Geschichte sucht. Die Universitäten wurden planmäßig überwacht und Professoren davongejagt, wenn sie auch nur leise an die Versprechungen zu erinnern wagten, die die Monarchen vor dem Freiheitsfriege" gegeben hatten. Die Demagogenheße" begann, ein Schandblatt nach dem anderen wurde der Geschichte deutscher Reaktion eingefügt. Ernst Moriz Arndt, der Kriegssänger von 1813, wurde in den Barn getan, das junge Deutsch'and" verfemt und geächtet. Die Gefängnisse füllten sich, die Schnurbruft wurde enger geschnürt. Heute zieren Leute vom Schlage eines Roethe, eines Bahlen und eines Freytagh- Loringhoven die Lehrstühle deut scher Universitäten. Was die Burschenschafter am Wartburgfeft verkündeten und was die Dynaften mit ihren Korporalstöden niederzu fnüppeln fuchten. das hat Jahrzehnte fang unter der Asche fortglimmen müffen, aber es ist nie erstickt worden: Die Sehn fucht nach einem einheitlichen innerlich freien Deutschland! Freilich ist es schwer geworden, den Gedanken an einen großdeutschen Einheitsstaat auf republikanischer Grundlage nicht ersterben zu lassen. Was an reaktionären Intereffen irgendwo vorhanden war, das fand seine Vertretung in der Kleinftaaterei. Noch heute tlingt der freche Reim bes vorDas Deutschland fabriziert Und Preußen ruiniert...! Die Kreise, die sich heute ,, deutschnational" nennen, find in Wirklichkeit noch immer genau so preußisch oder bayerisch oder lobensteinisch, wie ihre Vorfahren aus dem Bormärz. 3öpfe hinweggegangen ist! Nur daß die Geschichte ein gut Stud Beges über sie und ihre " 2 Mit seinem Feuermal vom 20. Februar 1925 hat das Reichsbanner" an die Tradition der Demagogen" von 1817 wieder angefnüpft und damit seinen Aufgabenfreis um ein Wesentliches weitergestedt. Als vor einem Jahre der Aufruf zur Gründung eines Bundes von Kriegsteilnehmern zum Schuße der Republik ins Land ging, da stand man noch allgemein unter dem Eindruck des Hitler- Ludendorff- Kahr- Putsches. Bis dahin sah man mit Grimm die Stahlhelm"-Trabanten in Stadt und Land paradieren, während die Republikaner fich fchweigend dem Wunsche auch der sozialdemokrati. Aber einmal war das Maß pofl. Einmal drängte die zurückgehaltene Tattraft nach Entfaltung. Und heute tann man sagen, daß felten oder niemals vorher ein Aufruf eine folche Wirkung geübt hat, wie der Ruf zur Gründung des Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Millionen Mitglieder scharen sich heute um die gleichen Farben, die am Wartburgfest zum ersten Male als Symbol des Einheitsgedankens leuchteten. Bor 100 Jahren tamen rund 500 Akademiker auf der Wartburg zusammen. Beim Reichsbannertag in Magdeburg werden mehr als hunderttausend entschlossene Republi laner die Farben des Reiches zeigen und ehren. Mehr als das: Diese Hunderttausend sind die Vertreter von Millionen, die an der Donau und der Eider, am Rhein und am Bregel, an der Oder wie an der Weser im gleichen Geifte und gleichen Streben vereinigt sind. Der Reichstannertag von Magdeburg ist der Tag des Reichsgedantens, des Einheitswillens und des Bekenntnisses zur Republik! mafchenknöpfe bemühen fich heute wie ehemals, die ,, föderaKleingeister und Schnürbrüste, 30pfträger und Gativen Grundlagen" des Reichs zu reaktionären 3weden ausWo ist die Mehrheit? Die Reaktionsparteien auf dem Scherbenhaufen. Die Herrschaften von den Rechtsparteien igen auf dem Scherben haufen, den sie zusammengeschlagen haben, und flagen wie Jeremias auf den Trümmern Jerufalems. Herr von Rries, der zweimal Durchgefallene, neben Herrn von Campe, dem Mann der Grundfäße, der jedesmal Heiterkeitsstürme entfesselt, wenn er von feinen und wer handelt nach demokratischen Grundlägen? Grundsägen spricht. Das Zentrum hat erkennen lassen, daß es sich soll nun werden? Ja, was foll nun werden? von ihnen nicht terrorifieren läßt, und nun fizen fie und tlagen: Was die Wahl eines gemeinsamen Ministerpräsidenten zu befräftigen. Sollte etwa die kompatte Mehrheit- teine Mehrheit sein? Die Rechtsparteien führen 183 Stimmen, die Parteien der Regierung Marg 222 Stimmen. Wo ist also die Mehrheit, ift doch alles! Laut sekundiert der Lokal.Anzeiger" ihren Wir hatten doch die Mehrheit, so flagen sie, und die Mehrheit Klagegefangen: Bisher hat man angenommen, Demofratie bedeute die Herrschaft der Mehrheit des Boltes im Staat" Stimmt! Barum also die schmerzbewegte Frage, was nun werden foll? Die Herren meinen, sie wären die Mehrheit was gebärden sie fich wie Jeremias auf den Trümmern? Es ist doch so fehr einfach: sie brauchen nur ihre Mehrheit bei der Neumahl des Herr Don Kries durch. Bei der zweiten Mehrheitsprobe blieb Ministerpräsidenten zu erproben. Bei der ersten Mehrheitsprobe fiel Herr von Richter zweiter Sieger. Wie wäre es diesmal mit einem sichereren Kandidaten einem, bei dem sich die Mehrheit sicher bewährt, wenn die Mannen des Herrn von Kries und die grundfagfesten Leute des Herrn von Campe nur wollen. Also: wie wär's mit Herrn Bied oder mit Herrn Stolt? Die Herren gehören ja wohl auch zur Mehrheit? Wir sind sicher, daß sie nicht ablehnen würden, wenn die übrigen Bestandteile der famosen tompatten Majorität für sie zu ftimmen bereit wären! Das ist doch patten majorität für sie zu stimmen bereit wären! Das ist doch das Ei des Kolumbus. Warum es den flugen Leuten von den Rechtsparteien mur nicht einfallen will? Dann ist doch alles andere sehr einfach. Herr Bied tann dann den Grafen Bestarp zum preußischen Innenminister ernennen persteht sich, wenn er dies Portefeuille nicht für einen seiner Barteifreunde reklamiert- und Herrn von Richter zum Finanzminister. Bielleicht einigt man sich auch über die Bejeßung des Berliner Polizeipräsidiums- Herr Eberlein würde sich sehr gut dort ausnehmen. 3ur Einarbeitung fönnte man ihm ja Herrn von Jagor als Bizepräsidenten zuordnen. Die Regierung der tompatten Majorität würde sich sehr repräsentativ ausnehmen. Und das Regierungsprogramm? Aber wozu braucht die kompakte Majorität von Kries über Campe bis Stolt ein Programm und Grundfäße! Erstens hat Herr von Campe Grundfäße genug für alle zusammen, zweitens haben sich die Herren um das Programm von Marg ja auch nicht gefümmert. Haben sie über sein Programm geredet? Haben sie es geprüft? Also wozu ein Programm! Die kompakte Majorität Kries Campe- Stolt ist Programm genug. Sollte mit dieser Majorität nicht alles in Ordnung sein? Sollten bie Grundfäße des Herrn von Campe trog feiner Leistungsfähig feit auf diesem Gebiete nicht für alle Bestandteile der kompatten Majorität zureichen? Sollten die Herren der deutschnationalen Graftion und die Leute der Deutschen Bolfspartel empfindlich fein, enn es gilt, bie Bundesgenossenschaft mit den Kommunisten burch | Ein Zentrums- Rebell. Der Sentrumsabgeordnete von Bapen, der vom Fraktionsgefordert ist, veröffentlicht folgendes Schreiben, das er an den Vize vorstand des Zentrums zur Niederlegung seines Mandats aufpräsidenten des Preußischen Landtages Geheimrat Dr. Borsch ge richtet hat: „ Euer Hochwohlgeboren bestätige ich den Empfang des Schreibens vom 20. Jebruar 1925, mit welchem der Vorstand der Zentrumsfrattion des Preußischen Landtages mich zur Niederlegung des Mandats auffordert. Nicht die preußische Landtagsfraktion der Benirumspartei, sondern die landwirt. falen Nord, die mich feinerzeit einstimmig für die Wahlliste fchaftlichen Wähler des Wahlbezirts Weft. präsentierten, haben mich mit dem Mandat betraut. Bei ihnen liegt die Entscheidung meine Stellungnahme gegen. feit dem 6. Februar bekannt. In der Fraktionssigung dieses Tages über dem Kabinett Marg Severing ist der Fraktion habe ich anfäßlich der Debatte über die Betrauung des Reichs fanzlers a D. Marg mit der preußischen Kabinettsbildung folgende Erflärung abgegeben: Ich habe aus meiner politischen Auffaffung niemals ein Hehl gemacht und wünsche das auch heute nicht zu tun. Ins besondere wünsche ich nicht, später dem Borwurf der Illoyalität ausgesetzt zu werden. Am 30. Januar habe ich die Geschlossenheit der Fraktion hergestellt und mich bereit gefunden, den Minister. präsidenten Braun wiederzuwählen, unter der bestimmten Vorausfezung, daß die Fraktion, wie beschlossen, in fein Kabinett der Weimarer Koalition eintreten werde. Ich habe voistes Vertrauen zu der Persönlichkeit des Herrn Reichsfanglers Marr und hoffe, daß es ihm gelingen werde, eine Regierung zu bilden, die den Bedürfnissen des Landes entspricht. Sollte aber Herr Marr ein Kabinett der Weimarer Koalition fonstruieren wollen, so würde bei einer Vertrauenserklärung dieses Kabinett auf meine Stimme nicht zählen fönnen." Seit Bestehen der Partei ist von allen ihren großen Führern der Grundsatz vollster Gewissensfreiheit anerkannt worden. Dieser dogmatische Grundsatz duldet feinen Fraktionszwang. Die Aufgabe dieses Grundfages rüttelt an dem weltanschaulichen Fundament der Partei. Es wird damit eine Frage angeschnitten. die weit über das geringfügige Momente einer persönlichen Mandatsniederlegung hin ausreicht. Auch aus diesem Grunde liegt die Entscheidung nicht bei mir, sondern bei den Wählern, deren mellanschaulichen und politi schen Willen zu vertreten meine Pflicht ist. Mit vorzüglicher Hoch achtung gez. von Papen." Das Schreiben wurde bereits gestern abend in der Zeit", dem Organ ber Brits partei, abgedrudt. Die Bermania", bas Organs des Sentrums, hatte donon noch feine Renntni Das zeigt, wohin him here son Bapen rechnet. zllbeuten. Ws? das Flarnlnsnviort von Magdeburg leuchtet weithin:..Großdeu.lche Einheitsrepubliki"„Fort mit den Grenzpfählen der Kleinstaaterei!"„Das Reich muß uns doch bleiben!" Die Jeststvöt in Segeisterung. Wagdebarg, 2t. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Der morc- tisch« Erfolg der Magdeburger Tagung des Reichsbanners ist schon heute fraglos. Nicht nur die Stadt, nicht nur die ankommenden Fremden und Kamer rden. sondern ganz Mitteldeutschland steht unter dcm Eindruck der Beranstaltunz. Eine festlich erregte Menge durch- flutet seit dem frühen Morgen die Stadt. Unausgesetzt kommen aus den Vororten und aus dem Lande Schaulustige herbei. Un- ausgesetzt auch treffen die Lxtrazüge von nah und fern aus dam ganzen Reich«in. Der gewaltige F a ck e l z u g vom Freitagabend bildet noch heute das Tagesgespräch. Gegenstand besonderer Aus- mertsamkeit der anrückenden Kameradschaften ist dos. festlich go- schmückte Haus der„A o l k s st i m m c" in der Großen Münzstratze. Stand am Sonnabendmorgen die Oclfentlichkeit unter dem Eindruck des Einma'lches der Oesterreicher, die durch ihre vorzügliche Disziplin überraschren, so war dos Ereignis des Mit- tags die Einfahrt der Bayern. Tauiende hatten sich am Bahn- hos eingefunden, um diesem Schauspiel beizuwohnen. Wie un frühen Morgen hatten sich Reichsbannerkameradschasten mit Musik- torps auf den Bahnsteigen eingefunden, um die Bayern zu de- grüßen, die besonders zahlreich aus Nürnberg, Bamberg. Würzburg und Koburg kamen. Fast jede Kameradschaft sührt« ein eigenes Trommler- und Pfeiferkorps mit. In geschlossenem Zuge bewegten sich die Bayern durch die Stadt, vsn der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. Am Nachmittag oollzog sich sodann der Empfang der ankam. «enden Erfurter, abends um 8 Uhr 3» Min. lief der Extra» zug aus Berlin ein. Wie die Kameraden mitteilten, mußten noch viele in Berlin zurückbleiben, die noch mit dem später fahren» den Personenzug oder mit dem Extrazug am Sonntag morgen nachkommen werden. Auch die Berliner wurden vom Publikum freudig begrüßt. Abends um li) Uhr lief der Extrazug aus Sachsen«n. Weitere Extrozüge werden erwartet. Die Ankunft der auswärtigen Kameradschaften wird erst am Somrtag morgen beendet sein. Thü» ringen muß sich leider mit Fahnendepuiationen begnügen, da im Lande Wahlen stattfinden. Wo die gewaltigen Arbeüermasstn des Proletariat» zu Hause find, wo sich grau an grau endlose Häuserreihen eimömg aufbauen, ziehen sich von Haus zu Haus, an dm Fronden, über die Straße, von Baum zu Baum Girlanden mit schwarzrotgoldenen Fähnchen. Manche Häuser waren von unten bis oben mit Fähnchen geschmückt. Schwarzrotgoldene Fähnchen sah man in allen Straßen, auf allen Plötzen. Einfache Frauen hatten ihre Kinderwagen. Kutscher ihre Pferde und Wagen mit schwarzrotgoldenen Fähnchen geschmückt. Am Sonntag vormittag findet im Stadttheater vor gsta- denen Gästen ein feierlicher Begrüßungsakt statt. Gleich» zeitig sind in zwanzig Lokalen große Versammlungen. für dt« bereits 46 Redner aus allen Teilen Deutschlands vorgemerkt find. Dt« Wirkung dieser Kundgebung wird unauslöschlich sein, und da Eindruck, den die Teilnehmer mitnehmen, wird für die Befestigung da Republik von großer Bedeutung sein. ..'_____ Sasseojuagea vor dem Potsdamer Sahahof. Zweitausend Reichsbannerleute traten gestern abend um 5 Uhr 45 Mb», auf dem Potsdamer Bahnhof im Sonderzug die Fahrt «ach Magdeburg zur Teilnahme an der Reichsbonnerfeier an. Lange vor da Abfahrt hatten stch wohl mehr als 500 Mitglieder rechtsradikaler O r g a ui s a ti o n e u und auch der Kam- mu niste» eingefunden, um auf bekannte Art die Abfahrt der Reichadqnnermiiglieder zu stören. Es kam jedoch diesmal nicht zu Szenen, wie sie bei unser« Pratestversammlung im Sportpalast be« obochtet«erden konnten, da die Polizei energisch durchgriff und in ganz kurzer Frist die Umgebung des Platzes räumte. Es wurden mohl mehr als«i« Dutzend Verhaftungen oorgenomemn. Di« Ab- die Türklinke. Von Richard Westphal-Söln. Dt« Mehrzahl unserer politisch geschulten Landsleute kennt August Bebel nur als langjährigen Führer der deutschen Sozial» demotram. Daß der Genannte jedoch gleichzeitig ein hervorragender Handwerksmeister war, ist sogar dem Nachwuchs der eigenen Partei unbekannt. Als ich noch Leipzig kam und half, die stagnierende Leipziger Messe in zeftgemäße Bahnen zu lenken(1904 bis 1309), suchte ich Aezt«hungen zu der dortigen Arbeiterschaft. Bei dieser Gelegenheit lernt« ich die»alte Bude" Bebels kennen. Durch einen Zufall. In «inhr Quergasse zwischen Johannapark und Plagwitzer Straß«. Ein trüber Top. Ich selbst etwas hoffnungslos. Hatte von rechts und von link» Körb« bekommen. Die«inen nannten mich Utopisten, die anderen Ideologen.— Do siel mein Blick aus eine mächtige Haustüre. In sehr guten Raumverhäitnissen. An dieser Tür« aber eine Klint«. Ein Meisterwerk!— Ich kam damals aus dem Land der unb»grenzt«n Möglichkeiten. Hatte dort erstmalig den Begrifk »Zlpeckfarw" in mich aufgenommen. Diese Türklinke zeigte Zweck- form und Kunstform in Bollendung. Der Kopf einer Sphinx. Aus Bnmze. Ihr Hals, übertrieben gereckt, bildete den Hebeldrücker, die Klint«. Sofort drückte ich sie noch unten. Mühelos. Ein Pracht- ftuch!— Wer mag der Schöpfer fein?-- Irgendein Unbekannter in grüner Schürze. Der lcbensklug höchstes Glück in seiner Arbeit sah! — Ich trat einigt Schritte zurück. Und überprüft« die Fassade.— Do-w seitwärts ein ovale» Sch'ldchen Zirka 20 zu 30 Zentimeter Umiana Verstaubt.»Ißleib u. Bebel." Sofort schien mir di« Sonne. Fröhlich ergriff ich die Klinke. Oeffnete. Ging durch dea Flur. Klopft« und trat in die Werkstatt. Ein öfter Herr in grüner Schürze. Der Kleinbetrieb baute ab. Wax nicht mehr rentabel. Leere Plätze, wo einst die durch Fuß ge- tr«t«nen Drehbänke schnurrten. Horn- und Metallreste. Wes Werkzeug auf zermürbten Arbeitstischen. Zum Ausverkauf sortiert. Doch qn den Wänden leuchtete e». Gipsmodelle. Numeriert, abge- mißt..Die schönsten Stücke"— erklärte. Iß leib,.modellierte Z u k S t r a b« n(ehedem Lehrer an der Leipziger Kunstakademie). „Jedoch für un? zu arbeiten, hatte feine Nachteile. Ihm blieben die zugesagten Staats« ufträg« weg."— Ich erbat mir das Modell der Klmk« mft der Sphinx. Und versprach, es Bebel zu überreichen. Mit zitternden.«fäaoen packte es Jßleib in ein Kästchen mit Horn- spänen. Jedoch sein Händedruck zum Abschied war herzhaft:..Grüßen Sit pon mir!" • August Bebel blickte zerstreut und mißtrauisch nach dem in Seid«. papitr gehüllten Gipse. Aus seinem Schreibtisch türmten sich Proto» kost« und Stenogramme. Erst als der Kern sich«ntschälte, kam Anteil in das durch Denkarbeit zerfurcht« Gesicht. Die Runen glätteten sich. Et nahm Platz und sagte:.Sie machen mir da«in« groß« Freude!"-*■ Er nickt« mehrioch, dreht« das Modell in günstiges Licht Und plötzlich-»- warf er den Wust Akten dröhnend auf die Diel«. Dann lehnte er stch behaglich in den sesiel:..Dieser Zur Straßen war«in feinsinniger Künstler— bestes Handwerkerblut—, aus Münster. Dort heilt man sich nicht nur wertvoll« alt« Kultur, nein— fahrt vollzog sich nunmehr in aller Ruhe unter dem stürmischen Jubel der aus dem Bahnhof zum Abschied anwesenden Republikaner. Heute früh um 6 Uhr 45 Min. ist nochmals die Absahr: eines Sondcrzuges mit 2000 Reichsbannerleuten nach Magdeburg vor- gesehen. Schlieben�Rakowfki�Weftarp�Schiele. Erklärungen von allen Seiten. Reichsfinanzminister von Schkiebe» läßt durch das Wolf» Bureau mitteilen: „Zeitungsnachrichten zufolge soll der Abgeordnete Heil mann in der Sitzung des Preußischen Landtages vom 20. Februar erklärt hoben, daß der Reichsfinanzmtnister von Schrieben einem Herrn von Rokorrfki, der. gestützt auf hohe Empfehlungen. Direktor der Deutschen Beamtengenostenschastsbank geworden fei, Em. pfelungsschreiben ausgestellt und für ihn Kredite in der Höhe von 500 000 Mark von staatlichen Geldinstituten verschafft habe. Dabei seien als Sicherheil u. a. Grundstücks im Werte von 200000 Gold» mark eingesetzt worden, obwohl Herrn von Schrieben bekannt gewesen sei. daß diese Gebäude vom Deutschen Reich im Jahre 1922 für nur 6000 Goldmark veräußert worden seien. Demgegenüber wird festgestellt, daß der Rei chsfinanzmm isier von Schlieben Herrn von Rakowski überhaupt nicht persönlich kennt, niemals personlich mit ihm gesprochen und Herrn van Ro» kowski persönlich auch niemals«inen Kredit verschafft hat. Richtig ist lediglich, daß das Reichsfinanzministerium, um der Notlage der Beamten in der Zett der niedrigen Grundgehälter tun» lichst entgegenwirken, der Deutschen Beamtengenossen» s ch a f t s b a n k, die eine gemeinnützig« Selbschrlfeeinrichtung des Deutschen Beamtenwirtschaftsbundes ist, zur Unterstützung ihrer Fürsorgemaßnahmen für die Reichsbeamten Bürgschaften gegeben hat. Diese Bürgschaften sind amtlich auf Grund gesetzlicher Ermächtigung des Reichsfinanz- Ministers erteilt worden und traten an Stell« von baren Darlehen, die bis dahin den Sekbsthllfeemrichtungen der Beamten- scherst gewährt worden waren. Außer dem Reiche haben auch Preußen und einige ander« Länder der Deutschen Beamten» genofienschaftsbant Mittel für Beamtenwohffahrtszwecke zur Per» fügung gestellt. Ewe dieser Bürgschaften, di« zu einer Zeit erteilt worden ist. als Herr von Rakowski überhaupt noch nickst Direktor der Deutschen Beamtengenossenschastsbant war, ist gegenüber der Rcichsoersicherungsanstall für Angestellte übernommen worden. Die Rcichsversicherungsanstaft hatte neben der Reichsbürgschaft noch eine Mitbürgschaft des Deutschen Beamtenbundes und des Deutschen Beamtcnwirtschastsbundes sowie dingliche Sicherheiten des Deutschen Beamtenwirtschaftsbundes in Form von Gesamtsicherungs- Hypotheken verlangt. Die Auswahl und Bewertung der Sicherheiten war Angelegenheit der Reichs- Versicherungsanstalt. Herr von Schlieben hatte daher mit der Bewertung der von der Reichsversicherungs- anstatt als Sicherheit angenommenen Grundstücke nichts zu tun. Ebenso ist ihm nichts von einem Verkauf von reichseigenen Grundstücken an den Deutschen Beamtenwirtschostsbund oder der Deutschen Beamtengenosie:»schastsbank bekannt. Es ist völlig unverständlich, wie Maßnahmen des Reichsfinanz- Ministerium», die der Beamtenschaft, besonders auch den unteren Gruppen, zugute kommen sollen, als Korruption bezeichnet werd-n können".» Bonkdirekwr»op Rakowski bittet die Telegraphen-Unton »M Wetterleitung folgender Richtigstellung: Unter dies«: Ueber» schrift berichtet ein Berliner Abendblatt' über eine Rede des Land- tagsichgeordneten Hellmann. Hierzu stelle ich berichtigend fest: 1. E» ist unwahr, daß ich jemals Sozius oan Herrn Wölpe gewesen bin. 2. Es ist unwahr, daß ich von Herrn Wölpe aus der Deprstten» und Handelsbant.herausgeworfen" woyden bin. Wehr ist vielmehr, daß ich aas meiner Stelbmg als Mitglied der Direktion der Depositen» und Handelsbank, deren Großaktionär Herr Wölpe wurde, wenige Wochen, nachdem Herr Wölpe maßgebende:! Einfluß erlangt hatte, ausfchied.well ich mich weigerte, die Geschäfts» gebaren des Herrn Wölpe mtt meinem Ramen zu decken. 3. Ich gehörte der Deutschen Aalk sparte! nicht an und gehöre ihr auch jetzt dort sollte jeder Deutsche einmal Einkehr haften. Im Rathaus. Dort schloß man den westfältschen Frieden. Nach Njährigem Wahnsinn. den Äonfelsionalismus, Partikularismus und dynastische Selbstsucht auf dem Gewissen Häven.— Hören Sie. wie ich zu Straßen kam." Er erhob sich..Deutschland hatte bekannttich 1876 aus der Wellaus- stellung zu Philadelphia mttausgesteltt. Sein Kommissar hieß Dr. Reuleaux. Emigrantenablömmling. Sein Urteil über die deutsch« Ware lautete vernichtend: Billig und schlecht!— Das nahm ich mir zu Herzen. Denn— der Mann hatte Rechit— Di« österreichischen Kriegsentschädiailngen. die hochverräterischen Annexionen, insbesondere der Milliardensegen Frankreichs— wirkten demoralisierend. Nicht nur auf die ösfenlliche Moral. Mehr noch auf die Produknon. Recht schnell recht viel Geld verdienen? war die Parole. Allerorten: Großmannssucht, Gründerjohre. Ramsch!"— Bebel setzte(ick) wieder. Ergriff den Gips. ,W- geift» reich ist die Wohl des Sohinxkopfes. Die Sphinx als Sinnbild des Schicksals. Hart, unerbittlich, unabwendbar.— Man ergreift ein« Türklinke— wer weiß— was hinter der Tür lauert? Glück, Un- glück, Hoffnung, Enttäuschung. Wer ahnt es?— Und wie geschickt iormte er das in Wachs. Der Guß gibt nur ein rohes Abbild!"— Wieder sprang er auf:„Dazu habe ich Pate gestanden. Wissen Sie. wenn man tagelang mit schwerem Musterkolier die Klinken seiner Kundschaft putzt, da«ntwickeft sich«in Feingefühl in der Hand,«in Feingefühl— fragen Sie mal die Reiseonkels!"— Ich lachte zustimmend, denn auch ich übte«inen freien Beruf au».—.Es gibt unglaublich viel Pfuscharbeit, in allen Branchen. Sehr viel verschuldet die Mod«— oder da» Bedürfnis des Wechsels. Immer etwas anderes. Neue Formen, neue Farben. MaschinenzeUafter? Wir Menschen wurden seine Sklaven. Als Erwerben?)« und als Konsu- menten. Wir müssen dos anferttgen, was der Markt verlangt. Und das kaufen, was auf dem Markt erhäftlich. Das Recht auf Persön- lichkeit. auf freien Willensunterschied wird nur ganz wenigen ge- gönnt?" Nun schllderte er technische Einzelheiten. Versuch« in Bronze- guh, Schmelz- und Tauschier-?3ersahren. Hornoerhärtung, Elten- bein-, Knochen- und Hol-behandlung. Konstruieren?w«ckinöhiaer Werkzeug«.—..Mein Streben ging stets noch einfacher Form. Hand- lich, greifbar, leicht zu reinigen. Hygiene der Türklinke!"— Um feine Grundsätze zu verdeutlichen, skizzierte er einige Modelle. Sein Strich war träftia, verständlich. Dies konstatierte ich. Bebel ant- wortste:»Das Zeichnen ist eine nützlich« Sache.■ Wo die Sprache nicht genügt, müssen Stift oder Kreide aushelfen. Zeichnen ist ein internationales Ausdrucksmittel. Auf diesem Gebiet« könnten die Gewerkschaften noch Gutes stiften. Ne Art Meisterkurse für ältere Arbefter—, darüber wäre allen Ernstes zu debattieren. Und würde vielen Spaß machen!" Sein Dortrag war ungemein anschaulich. Jede Geste kenn- zeichnet««inen technischen. Borgana oder pointierte«inen Begriff. Sein graue» Haar flößte Ehrfurcht«in. Bereits als 27iähriger kreuzte dieser Feuerkopf sein« Klinge mtt Bismarck..Was leistetest du bislang?" fragt« ich mich..Welche» Pensum bewälttgte dagegen dieser zierlich« Titan? lestündig seine Arbeitszeit. Berufssorgen, Organisationskämpfe, Gefängnisstrafen, Selbstunterricht in buntem Wechsel. Hochherzigkett und Fleiß sind die Merkmal« des Lebens August Bebels!" nicht an. 4. Unwahr ist, daß ich f« Dorstandsmttgkied der Deutschet ?ldelsgeitofsenschoit(in Nr Zeitung Adslspartei genannt) war. 5. Ich kenne Herrn von Schlieben persönlich überhaupt nicht.. 6. Unwahr ist, daß ich persönlich je von Herrn von Schliebeu Empfehlungsschreiben, noch auch nur mittelbar Kredite durch ö» t erhielt, so daß auch im Zilsammenhang mtt solchen niemals irgendwelche Hypothekenbestellungen erfolgten. 7. Unwahr ist, daß ich vo c der Deutschen Bcamtengenossenschaftsbattk wegen llnregelmäßigketten in der Geschäftsführung ausgeschlossen bin. Soviel« Behauptungen. soviel« Ilmvahrhetten! Minister Schiele und Gros Westarp veröffentlichen durch die Telegraphen- Union folgende Erklärung: »Nach dem„Vorwärts" hat dcr Abgeordnete Heilmann im Landtag am 19. Februar 1925 folgendes gesagt:»Ich habe leider nicht die Zett, von gewissen Korruptionsangelegenhetten zu sprechen, die mtt dem Rainen des neugewähften Vorsitzenden der Deutschnationalen Bollspartei, des Grafen Westarp und mtt denk Rcmien der Herrn Reichsministers Schiel« zusammenhängen. Ich verspreche, sobald ich eine längere Redezett Hab« als heute, da> grüridlich nachzuholen". Wir weisen diese haltlose Berleurndimg zurück und fordern den Abgeordneten Heilmann auf, sein angebliches Material sofort, und zwar unter Verzicht aus den Schutz der Immunität der Lessen t lichkeit zu übergeben". * Wie Genosse Heilmann uns mittellt, Haft er gegenüber diesen Erklärungen seine Behauptungen Wort für Wort aufrecht. Er wird in der Oeffentlichkeit in vollem Umfang den Beweis dafür geben._ Deutschnationale vertreterverlammlung. Wincrler endgültig Parteivorsitzender. Die Deutschnotionol« Dolkspartei btcft einen Der- tretertag ad. Die Abzg. Westarp und W i n ck l« r referieren über di« politische Lage. Reichsinnenminister Schiele machte längere Ausführungen über die Ziele der Politik, die er in Uebereinstimmung mit der gesamten Partei als Innenminister verfolgt. Hieraus sprach Abg. Beetz über die Aufwertungefroge unter Zugrundelegung des von ihm im Reichstag eingebrachten Gesetzentwurfs. W i n ck l e r wurde einstimmig zum Präsiden- ten wiedergewählt. Ebenso der bisherige Parteioorstand. Destruktive Politik. Tie Schweizer Presse über die Prenheukrise. Genf. 2l. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Der Rücktritt des preußischen Kabinetts wird in der Schweizer Presse lebhait kommentiert. Dabei wird besonder» das Zusammenwirken von Reaktion und Kommunisten hervorgehoben. Die.Neue Zürcher Zeitung" schreibt, der Eindruck auf das Ausland fei kein geringer. Der Name Marx habe in der internationalen Polttik einen solchen Klang, daß die gegen ihn gerichtete destruktive Politik der preußischen Rechtsparteien weithin Aufsehen errege und die außenpolttische Stellung der Reichsregierung nicht verbessern werde. Der 20. Februar werde«in schwarzer Tag in der Preußengeschichie bleiben. Die.Basier N a t i o n a l z e i t u n g" brandmarkt die Heuchelei der Bolkepartei, die plötzlich dieselben Männer für regierungsuniähig erklärt, mit denen sie fünf Jahr« zusammen- ging. Die richtige Antwort wäre., wenn das Zentrum seinerseits tukher und Klreismann im Aeichelag die Gefolgschaft kundig!-. Das Zentrum müßte verkündigen: Stresemann wird nur mit Seve- ring als Gegengewicht geduldet. Die preußisch« Krise biete das- selbe Schauspiel wie nach dem Abbruch des Ruhrkampfes. Damals wurden di« Sozialisten aus der Regierung gedrängt, um unkon- trostiert aus den Steuergeldern der Aermften der Industrie Wesen- geschenk« zu machen. Letzt sollen bqi der Steuerverteilung für die Lasten de» Dawes-Planes di« Dorteile der Großindustrie und der Agrarier verankert werden. Bei der Preußenkrise gehe es ums Ganze. Es müsse sich zeigen, ob die republitanische Demokratie in Deutschland Lebenskräfte hat oder im Auslöschen begriffen ist. Seine Frau brachte Kaifee. Keinen Lttemchenkatsee! Und selbst gebacken« Berliner. Mtt selbst eingemachter Pslaumeiiinus- iüllung. Tadellos!— Daß sie vor ihrer Verheiratung Putzmacherin gewesen, erkannte man an den Wohnräumen. Sauberteu, Dchag- lichkeit und eine— bei bescheidenen Mitteln— ausgeprägte Ge- lchmacklichkett. Well meine Großtante Sophie Westpyal während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Sachsen di« künstliche Blumeniudustrie begründet hatte— welche nachmals Zehntaufenden Lohn und Brot verschaffte—, erzählte ich von ihren Mühen. Ur- splünalich Malerin, griff sie, als der Bater gestorben, zum Erwerb. Den st« auch während ihrer Ehe in Dresoen— beibehielt. Deu Fleiß ihrer 36 Mitarbetterinnen zeigte sie zur Weltausstellung in London 1Ä2. Dieses Tb, cum entwickelte die Notwendigkell der Wert- ichotzung aller manuellen Arbeil. Bebel glossierte die einseitige Klassifizierung zwischen Handwerk und Kunstgewerbe..Ein Frack. einwandfrei zugeschnitten und verarbeitet— ich habe zwar keinen—. steht ohne Frage auf derselben Leistungshöh« wie ein schmiede- eisernes Kunstgllter: ein gutsitzender Stiefel wie ein bequemer Sessel!" Darauf debattierten wir über die englischen Sozialisten Morris. Crane. Ruskin. Rosetti usw. und ihre Kämpfe gegen Industriekitsch. Ihre Grundsätze billigte Bebel, fand sie indessen zu exkstFlv, zu unpraktisch.».Hebt die Lebenshaltung der Massen, dann stellt sie naturgemäß höhere geistige Ansprüche!" « .Ehret Eure deutfcheu Meister?"— läßt Richard Wagner, der 1S43 im Bilde zum Tode verurteilte, seinen Hans Sachs singen. .Nun, August Bebel gehört auch dazu!" 177 000 Verhaftungen. 7000 Zabre Gefäagols. ZX Millionen Rezepte! Der Prohiblliaa Agent der Dereinigten Staaren von Amerika, d. h. derjenige Mann, der die Defolaimg des Antiallohol- gesetzes zu überwachen hat, hat feine Arbeitsleistungen in den v«. stossenen drei Iahren zufainmengezähll. Und er ist dabei out ganz respektable Zahlen gekommen:<000 Jahr« Gefängnis sind von ihm für die Uebertreter de» Geletzes erwirkt worden: 177 000 Ber- Haftungen sind vorgenommen worden, und IL Willionen Dollar Geldstrofen sind verhängt worden. Außerdem hat er 160 Millionen Liter alkoholischer Getränke beschlagnahmt und— �.schade!" wird da mancher ausrufen— vernichtet. Noch eine hübsch« Zahl ist aber zu erwähnen: die Newyorker Aer-t« haben in einem einzigen Jahr nicht weniger als 314 Millionen Rezept« ausgestellt, j» denen be- scheinigt wird, daß der Inhaber des Rezeptes den Alkohol zur Er- hallung feiner Gesundheit und zur Fristung seines Lebens braucht. Da New �ork etwa 5 Millionen Einwohner hat. sst. wenn man die Kinder abrechnet, fast jeder New Borker im Besitz«ine» solchen Rezeptes.__ Sie ftontarcesz m» die Guten Siaattpreise be» tUabeaiic her .Mnße. Um tun P-ei» für Malerei haben fi» tS. um den für Bild- Hauerei 19 Künstler beworben. Sie Akademie der Künste hat den Preis für Malerei Bernhard D ö r r i« 4 w Hannover, den für Bildhauerei Joseph Henselmann in München zugesprochen. Die Vettbewerdj- arbeilen sind am Moeuaa. den 25., und DienStag, de» 24� von 10 bit 4 Uhr öffentlich ausgestellt. Jm Wandel der Zeiten. Auf der diesjährigen Reichslandbundtagung maren zum ersten Male attive Reichs. bzw. Staatsminister erschienen, ohne freilich selbst das Wort zu nehmen. Aber schon die Tatsache ihrer Anwesenheit begeisterte Herrn von Diben burg: Ich freue mich, auch einige Minister hier zu fehen, wo fie hingehören." Wir wissen nicht, welche Minister fich beeilt haben, dem Reichslandbund ihre Aufwartung zu machen, es werden wohl die Herren Schiele oder Neuhaus, vielleicht auch Graf Kaniß oder Herr von Schlieben gewesen sein. Doch dem sei, wie ihm wolle. Es war zum mindesten von Herrn Grafen Kanik, von dem ja auch das auf einen früheren Minister aus der wilhelminischen Zeit geantwortungslose Anwendung des prägte Worte gift: Betraut haben wir ihn nie", etwas unvorsichtig, sich in die Höhle der agrarischen Talmi- Löwen zu wagen, wo fie riskieren mußten, daß ihnen ähnliche Liebenswürdigkeiten an den Kopf geworfen wurden, wie zu früheren Zeiten: Die Mini fter fönnen uns sonst was" oder hammerstein Rull". Bielleicht aber ist der Sicherheitspatt hinsichtlich des Getreidezollgeschäfts zwischen dem Reichsernährungs minister und den Bandbündlern hinter den Kulissen schon fo feft abgemacht, wie die Liebesgaben an die Ruhrtohlenindustrie schon feit Monaten im stillen Rämmerlein vereinbart worden waren nach der Devise:„ Stille, stille, fein Geräusch gemacht". Wir haben ja heute eine vertappte Rechtsblod- Regierung im Reiche, die agrarische und industrielle Schutzöllner durch eine fluge do- ut- des- Politik schon unter einen Hut bringen wird. Nur die Interessenten, die Großland wirtschaft und die Großindustrie haben hier ein Wort mitzureben, die Sonsumenten, und auch die Wissenschaft haben zu schweigen. " Für Profefforenmeisheit" hat man nur ein verächtliches Achsel zuden. Dirne Bissenschaft zischte einmal die Deutsche Tages zeitung" und Herr von Wangenheim erärte einmal in einer Bolemit gegen Brentano, feine Wissenschaft gehöre zu denjenigen Zweigen des Papierverbrauchs, welche man nur im aller stillsten Rämmerlein, nicht aber in der Deffentlichteit fulti vieren sollte. Aehnliche Stallduftgerüche werden wohl den Herrn Prof. Sering, Aereboc und Auhagen ebenfalls sehr bald unsanft in die Nase steigen, menn fie fich nicht schleunigst zum allein felig machenden Dogma der Getreidezölle befehren, wie einst die große, leider sehr bald geborstene wissenschaftliche Säule der Agrarier, Prof. Ruhland, der später im Prozeß Bürmer- Ruhland vor Gericht als wissenschaftlicher Hochstapler" und„ Charlatan" entlarnt wurde. Gar zu leicht wird den Herrschaften, wenn es zur parlamentari schen Entscheidung über den Zolltarif kommen wird, der Sieg freilich nicht gemacht werden. Man wird sie daran erinnern, daß im taiser lichen Deutschen Reich ein Reichsfanzler( Fürst Hohenlohe) die Rornzölle eine schmere Last für das Land" genannt hat, daß sogar ein leibhaftiger föniglich- preußischer Landwirtschaftsminister, Herr von Arnim Crieven ein Jahrzehnt später sich zu der fegerischen Ansicht bekannte, daß die Borteile der Getreidezölle meist schon in einer Generation von höheren Schulden estomptiert sein menden, so daß dann die Landwirtschaft sich wieder auf demselben Standpunt befinden mird, auf dem fie heute steht. Die 3ollgefeßgebung hätte alfo nichts genügt, sie hätte vielmehr gefchadet und man wird die zollüfternen agrarischen Beutepolitiker vor allem baran erinnern, daß ihr abgott, Der Urheber des Rapp- Butsches, der General landschaftsdirettor für Ostpreußen, fi biefer Auf faffung vollinhaltlich angeschloffen hat: daß die Erhöhung der tand wirtschaftlichen Zölle nur den jeweiligen Besigern zugute tommen wird, ist der am schwersten zu widerlegende Ein. mand gegen die Getreidezölle." Ein Fußtritt für Geisler. Die Baterländischen sägen ihn ab. Der bg. Beister, ber feinerzeit aus der Deutschen Boltspartei verschwinden mußte und mit offenen Armen von den Deutsch nationalen aufgenommen wurde, hat sich nunmehr auch mit den Baterländischen endgültig verfracht. Nachdem er schon vorher den Borlig bei den Vaterländischen Berbänden nicht mehr aus geübt hatte, hat er nunmehr, wie der Jungdeutsche" fich höflich ausdrückt, wegen gemiffer Bortommniffe feine Mitgliedschaft im Vorstand endgültig niebergelegt Chren- Geisier ift also nur noch deutschnationaler Abgeordneter und Arbeiter führer. In dem von uns fürzlich wiedergegebenen Schreiben des Herrn 21. 3immermann an die Hauptgeschäftsstelle der Deutsch nationalen Bolkspartei hieß es zwar: Ein solcher Mann ist micht zu halten. Und die Partei, die ihn zu lange hält, muß sich auf schlimme Nadenschläge gefaßt machen, aber die Deutschnatto. nalen halten ihren Ehren- Geisler trogbem. Sie scheinen auf eine Persönlichkeit, von der andere behaupten, daß fie gelogen und betrogen habe, nicht verzichten zu fönnen. Die Koch, non Forstner und Geisler im Borbergrund, die Sprig, Gobert und Kreil im Hintergrund und über allen thronend Herr Tirpik, der sich unwiderrufen Aftendieb schimpfen läßt eine feine Partei die deutschnationale und eine ausgezeichnete Repräsen tantin der schwarzweißroten Farben! Die Unbequeme Wahrheiten. Bayerische Königsmacherei. Schliebens Eid. Monarchisten klagen. Köln. 21. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Stresemann hatte vor einiger Zeit gegen den verantwortlichen Rebatteur des Rölner Parteiblattes, die heinische Zeitung", Straf antrag gestellt, meil Stresemanns Politif von dem Blatte als charatter los bezeichnet worden war. In der Zwischenzeit scheint der Reichsaußenminister eingesehen zu haben, daß er mit einer solchen Klage teinen Ruhm ernten wird. Er hat die Klage zurüd gezogen, aber statt deffen gegen den Verantwortlichen des Blattes eine neue Klage angeftrengt wegen eines Artifels, der sich mit der bayerishen Königsmacherei beschäftigt. Das Hauptper fahren gegen den verantwortlichen Rebaftaur ift bereits arffnet. Gleichzeitig hat der neue Reichsfinansminister von Schlteven gegen den Verantwortlichen der Rheinischen Zeitung" Alage er hoben, weil sie aus bem or marts" ben befannten Artikel über Schliebens Eid übernommen hat, so daß demnächst vor dem Kölner Schöffengericht zwei hochintereffante Brozesse verhandeit merben, in denen die Angeslagten einen umfangreichen Wahrheitsbemeis für ihre Behauptungen antreten wollen. Neue Gefahren in Bayern? Geheime Justruktionen des Wifing- Bundes. Aus Banern wird uns geschrieben: Besondere Beachtung in der vor sich gehenden Umgruppierung Der bayerischen Monarchisten wird man der sich neubelebenden nationalistischen Jugend. und Behrbewegung fenten müffen. Daß beren Drahtzieher jegt nach Aufhebung des Aus nahmezustandes mieber große Pläne verfolgen, bemeift neben einer In der Kammer hob Finanzminister Bratianu hernor, daß Rumänien bisher teinen politischen Streitfall mit Deutschland gehabt habe. Auch am Striege habe es sich nur wegen Desterreich- Ungarn beteiligt, dagegen habe Deutschland infolge seines feung das rumänische Boltsempfinden schwer verletzt und durch der Be rüdsichtslosen Berhaltens während ben Butarefter Frieden das rumänische Bolt herausgefordert. Deutschland sei daher verpflichtet, durch besonderes Entgegentommen zur Heilung dieser Wunden beizutragen. ( Deutschland hat seinerzeit 50 millionen Goldmart zur Tilgung der Notenforderung angeboten, Rumänien lehnte ab. Red.) Die Wiener Konferenz. Reihe besonderer Anzeichen bie foeben im Drud fertiggestellte, 23 Seiten starte geheime Instruktionsvorschrift des Biting. Bundes, der seinen Sig in München hat. Diese Schrift, die„ nur für den Dienstgebrauch gedruckt ist, enthält neben den offiziellen. den Behörden zur Kenntnis gebrachten Sagungen auf 21 Seiten Richtlinien für den Ausbau der Organisation und im besonderen eine Denkschrift über die Wichtigkeit der Vaterländischen Verbände. as jemals über die hochperräterischen und gemeingefährlichen Umtriebe dieser Organisation behauptet wurde, ist durch diese Denkschrift in Dollem Umfange und noch darüber hinaus bewiesen. Nur die sinnlose und dem Vaterland gegenüber nerLandesnerratspara graphen gegen jene, die derartige Dinge aufdecken, hindert uns, die hochverräterischen Instruktionen dieses Wehrverbandes bekannt. zugeben. Jedenfalls hat die banerische Regierung alle Beranlassung, wenn sie es mit dem§ 3 Abschn. III ihrer neuen Verordnung ernst nimmt, sofort gegen den Wifind- Bund Dorzugehen. Wir begnügen uns hier mit dem Hinweis, daß dieser Berband, wie es in der Dentschrift heißt, das eine Hauptziel tau unter Führung von Felig Cohn eingetroffen, um im ZuWie wir erfahren, ist in Berlin eine Dreierfommission aus Mosin der organisierten Vorbereitung des Bürgerfammenhang mit dem Leipziger Ticheka- Prozeß eine Säuberung trieges erblidt. Nationalisten aller Länder vereinigt euch." ,, D. A. 3." und Times" Arm in Arm. " Wien, 21. februar.( Mtb.) An der am 1. März in Wien stattfindenden Konferenz der Nachfolgeftaaten über die Regelung der Kriegsschäden wird entgegen den bisherigen Meldungen auch Rumänien teilnehmen. Deutschland wird gleichfalls vertreten sein. Sowjetsäuberung im Ausland. der verschiedenen Sowjetinftitutionen von ungeeigneten Elementen bedeutet den Anfang einer europäischen Tournee. Bon Berlin qus vorzunehmen. Der Besuch der Der Besuch der Dreierfommission in Berlin wird sich die Kommission nach Prag. Rom, London, Paris ufm. begeben. Der Hamburger Wirtschaftsdienst" bringt folgende Meldung, die geeignet ist, großes Aufsehen zu erregen: Kommunistenkrach in der Tschechoslowake. Die Entspannung der europäischen Lage und der Stand Brünn, 21. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Wie das Brünner der deutsch- englischen Beziehungen drückt sich neuerdings in der Tat- Kommunistenblatt Rovnoft" berichtet, hatte die Erefutive Brünn fache aus, daß die dem Stinnes- Konzern nahestehenden Deutsche und danach mit überwältigender Mehrheit die BertrauensmännerAllgemeine Beitung und Industrie und Handelsversammlung am Freitag abend eine Entschließung angenommen, die geitung ein Abkommen mit der bisher nicht deutsch sich zwar auf den Boden der Beschlüsse der kommunistischen Inter freundlich gesinnten Times" getroffen haben, auf Grund nationale ftellt, aber erklärt, daß in der Eretutive der tommu beffen den beiden Zeitungen der politische und wirtschaftliche Nach nistischen Partei Leute von dunkler Bergangenheit und richtendienst der Times" zur Verfügung steht, den man bisher unreinen Absichten fizen, die nur persönliche Vorals im englischen Interesse ausgewählt bzw. getetle anstreben. Gegen diese Elemente müsse der Kampf auffärbt anzusehen pflegte. Beibe Blätter, die hier den Austausch von Nachrichten und Informationen als eine enge Interessengemeinschaft abgeschlossen haben, sind als nationalistisch bekannt. Daß in dem Abkommen eine deutsch- englische Annäherung zu sehen sei, diesem Urteil fönnen wir uns nicht ohne weiteres ansei, diesem Urteil fönnen wir uns nicht ohne weiteres anfchließen. Die geschäftlichen Hintergründe, die zu dem Abschluß des Abkommens geführt haben, find zwar nicht bekannt, daß sie aber dabei den Ausschlag gegeben haben, dürfte bei einem so faufmännisch eingestellten Konzern wie dem Stinnes Ronzern außer Frage stehen. S Es ist immerhin bezeichnend, daß die Reaktionäre in Wahrnehntung ihrer Geschäfte sogar dann über die Landesgrenzen hinausgehen, wenn es sich um publizistische Angelegenheiten handelt. großen Teiles der deutschen Bresse von dem Schmerkapital ist Die Abhängigkeit eines von vielen aufrecht denkenden Journalisten und von verantmortlichen Politikern als ein Herd gefährlicher or ruption seit langem erfannt worden. Sie wird dadurch Sie wird dadurch nicht beffer, sondern eher noch gefährlicher, daß sie jetzt in internationalen Interessengemeinschaften auftritt. Die Beit ist also nicht mehr allzu fern, wo man- ähnlich wie es die Reichsregierung in der Frage der Ruhrgelder getan hat mit außenpolitischen Gründen oder Vorwänden Maßnahmen begründet, die nur im Interesse einzelner Birt fchaftsgruppen liegen. Nur haben die Großtonzerne jegt gleich die Gelegenheit dazu, im Auslande die ihren Forderungen dienliche Stimmung zu machen. Beffer tann das internationale Zusammenwirten ber Rationalisten nicht in Erscheinung treten. Die Stadien des Kontrollberichts. bericht wird augenblidlich noch von dem Militärtomitee in Versailles Paris, 21. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Kontroll beraten. Die Botschaftertonferenz hat heute nur laufende Geschäfte erledigt. In Paris nimmt man an, daß die Bekanntgabe des Beschlusses der Botschafterkonferenz an die deutsche Regierung nicht vor dem 15. März erfolgen wird. Die franzöfifche Rechtspresse pole. mifiert gegen den Gedanken einer Ronferens, an der neben den Alliierten auch Deutschland teilnehmen sollte, scheint aber die Konferenz nicht von vornherein zu verwerfen. Der Konferenzplan wird englischen Außenministers nach Genf besprochen werden. zwischen Herriot und Chamberlain in Paris bei der Durchreise des Coolidges Konferenzplan. Baris, 21. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Nach Meldungen aus Washington foll Präsident Coolidge die Abrüstungskonferenz für Juni oder Oktober planen. Japanische Diplomaten sollen fehr begeistert für den amerikanischen Plan sein; auch in England, Italien und Halland soll er eine gute Aufnahme gefunden haben, der Erfolg hänge lediglich von der Haltung Frankreichs ab. Zu erörtern fei noch die Frage, durch men China vertreten fein foll, ob allein durch die Zentralregierung in Pefing, oder auch durch die Regierung bes Südens. Die Konferenz wird jedenfalls nur stattfinden, wenn die Beteiligung fämtlicher in Frage fommender Staaten gesichert ist. Saarknechtungswerkzeuge. 20.A Ein Polizeimajor in Strafhaft. Saarbrüden, 21. Januar.( Mtb.) Die Staatsanwaltschaft hat ling ber Gaarregierung. Dorfert, eingeleitet, ba gegen ihn weitere ein neues Verfahren gegen den ehemaligen Polizeimajor und Günst. Anzeigen wegen Amts mißbrauchs und Unterschlagung eingegangen sind. Der Prozeß wird am 5. März beginnen. Dörfert verbirgt zurzeit eine 2½jährige Gefängnisstrafe, zu der er im Dezember vorigen Jahres wegen schweren Umtsmißbrauchs und Betechung verurteilt worden war. Er war wegen feiner deutschenfeindlichen Gesinnung allgemein verhaßt. Die Forderung der politischen Barteien, den Beamten der obersten Polizeiverwaltung, Rollin, gerichtlich zu bestrafen, der durch Fälschung ihmer wiegender Dokumente die selbst im englischen Barlament Buffeben erregende Unterdrückungsverordnung von 1923 vor dem Bölferbund zu rechtfertigen suchte, ist von der Regierungsfommission noch immer nicht erfüllt worden. Der Konflikt mit Rumänien. Seine Forderungen außerhalb des Versailler Texts. Butareft, 21. Februar.( Mtb.) Auf die deutsche Note hat die rumänische Regierung geantwortet, daß die Reparations tommission feine Befugnis habe, in der Angelegenheit der Einlösung der Kriegs- Leinoten der Besatzungsmächte zu entcheiden. Außerdem habe die Kommission seinerzeit erklärt, daß bie zwischen Rumänien und Deutschland unerledigten Fragen nur durch direkte Berhandlungen zwischen den beiden Staaten zu lösen feien. Aus diesem Grunde fönne die rumänische Regierung ben Borschlag der deutschen Regierung Unterbreitung an die Reparationstommiffion nicht annehmen. In der Note werden der deutschen Regierung die von Rumänien geplanten, bereits gemel beten Bergeltungsmaßnahmen befannt gegeben. genommen werden. Noch in derselben Nacht vertrieben Anhänger der Oppofition den Rovnost"-Leiter Burian, der zur Grefutive hält; das Blatt foll fortan im Sinn der Opposition geleitet werden. Die KP.- Organisationen in den Industriezentren Kladno, Smichov und Schilchfoo haben sich für die Opposition und den lezthin aus der Barlamentsfraktion ausgetretenen Abgeordneten Bubnit erklärt. Der deutsche Kommunist Abgeordneter War brunn, ist gleichfalls aus der Fraktion ausgetreten und veröffent.. licht eine Erklärung mit denselben Beschuldigungen wie die Brünner Opposition. Ministerkorruption in Polen. Der Bauernführer Witos blamiert. " Warschau, 21. Februar.( DE.) Der Führer des polnischen Bolens, früherer Ministerpräsident Witos, wurde in einer öffentBauernbundes Biaft und einer der einflußreichsten Boiitifer lichen Bersammlung von einem Rebner Die b" genannt. Bitos strengte Beleidigungsprozeß an Der Angeklagte trat den Wahrheitsbeweis an, daß Mitos in ungejeglicher Weise Staatsfubfidien für seine Handelszwede erwirkt hätte. Auch habe er die von ihm übernommene Verteilung gewisser Gebrauchsartitel ausSchließlich zugunsten jener Personen burchgeführt, die auf seinen Gütern ohne Entgelt arbeiteten; ferner habe Witos den Biaft Partei verwenden laffen. Der Angeklagte wurde frei Geminn des bäuerlichen Eierproduzentenverbandes für Zwecke der gefprochen, da Witos' Anwalt zu der Verhandlung nicht er hienen mar. Jest verspricht Mitos fenfationelle Aufklärung" über den Grund, warum sein Anwalt den Termin verfäumt habe. Man muß das endgültige Urteil also wohl noch aufschieben. " Südslawische Ordnungshüter. Belgrad, 21. Februar.( WIB.) Aus Sambor mird gemeldet: Die hiesige Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung in der An gelegenheit des Ueberfalls auf den deutschen Abg. rotars von Nowisiwatsch, Tandjurdzitsch, ferner des Kriegsraft abgeschloffen und die Berhaftung des 2. Gemeinde. freiwilligen Lestomag und bes Steuerfontrolleurs Pawlow veranlaßt. Bis heute sind insgesamt 17 Bersonen ver nommen worden, melche die Berhafteten ch wer belasten. Die Familien der Berhafteten boten hohe Kautionen für Freilassung an. Die Staatsanwaltschaft hat diese Angebote jedoch zurückgewiesen. Nach Zeugenaussagen sind noch drei Polizisten schwer be lastet und dürften ebenfalls in Haft genommen werden. Ostasiatische Sozialpolitik. Ein japanisches Kommuniftengeset. Das japanische Ministerium des Innern hat der Kammer einen Gefehentwurf unterbreitet, der sich mit den Maßnahmen befchäftigt, die geeignet sind, die Ordnung aufrech zuerhalten und der Entwidlung der eriremiftifchen Umiriebe, besonders in Arbei terfreifen Cinhalt zu tun. Der Gesezentwurf steht Strafen gegen die Gründer oder Mitglieder geheimer Bereinigungen vor, bie zum Siele haben, die Berfaffung oder die Regierungsform zu ändern, aber das Recht auf Privateigentum zu verlegen. Das 1 Unwachsen der Arbeitslosenziffern in Japan erfüllt die Regierung mit großer Besorgnis. Eine vorsichtige Schäßung gibt die Zahl der unbeschäftigten Handarbeiter in Lotio allein auf 30-40 000 an.. Ratastrophal ist vor allem die Lage der geistigen Arbeiter. Durch die legten Ersparnismaßnahmen der Regierung find 40-60 000 eam fe plöglich brotlos geworden. Im April entlassen die Universitäten ungefähr 40 000 Graduierte. Im letzten Jahre fonnten nur 20 Prcz. der Graduierten Beschäftigung finden, in diesem Jahre wird der Broz: nifat noch geringer sein. Streit in Schanghai. Shanghai, 21. Februar.( Eca.) Ueber 3000 Arbeiter in den Fabriken sind in den Streit getreten. Bei dem Versuch, Versammlungen der Streifenden zu sprengen, fam es zu scharfen zufammenstößen. Die Polizei o in die Menge hinein, angeb lich ohne jemand zu verlegen. Das Befinden Brantings hat sich nach einer WIB, Meldung aus Stockholm in beunruhigender Weise verschlimmert Der Jnteresient bei den Interesseaten. Die Große landwirts fchaftliche Woche wurde gestern mit der 98. Hauptversammlung der Deutichen landwirtschaftlichen Gesellschaft geschlossen. Reichslandwirtschafteminister Graf& aniz fonnte fich die Gelegenheit nicht entgeben laffen, feinen Berufes und Ge finnungsfreunden die Grüße der Reichsregierung und damit die Bufage zu überbringen, daß er fich für Schutzölle und für das grattrebitinstitut einfegen werde. Die neuen Steuergejeze bråten fo fagte er der Landwirtschaft eine gange Reihe von Berbeiferungen, vor allem die grundfäßliche Anerkennung ber Budführung. Man fonnte von Graf Kanig, der feit jeber im Reichskabinett bie Bolitit des Reichslandbundes bertreten und sich über alle wiffenfchaftlichen Einwendungen berufener Autoritäten binweggefest hat. ichließlich nichts anderes ertvarten, als daß er auch bei diejer Gelegenheit seinen Auftraggebern zum Munde rebete. 1 F854203 Gewerkschaftsbewegung Gefahr in Verzug! Die Ruhrkriegsgewinnler provozieren. Im Ruhrgebiet häuft sich der Zündstoff in bedrohlichem Maße. Zechenbefizer und Schwerindustrielle, die soeben die 700 Millionen geschluckt haben nachdem sie zwei Jahre lang unter dem Vorwande der Ruhropfer die Arbeiterschaft einer Heberausbeutung unterworfen haben, treiben es heute zum offenen Konflikt. Sie haben es ja dazu! Wenn man zu allen Steuergeschenken, zur Einführung des Zweischichtensystems, zu unerhörtem Lohndruck, zu den Milliarden der Ruhrkredite noch 700 Millionen Goldmart in bar bekommt, dann fann man in aller Gemütsruhe einen Kampf heraufbeschwören, der, menn er ausbricht, einen Umfang annehmen muß, der alles bisher Dagewesene übersteigt. Wie sehr den Zechenbesizern und Schwerindustriellen der Kamm geschmollen ist, geht aus den letzten Berhandlungen im Ruhrfohlenbergbau hervor, wo die Unternehmer ertlärten, daß fie sich einem Schiedsspruch niemals unterwerfen würden, der den Forderungen der Arbeiter gerecht wird. Der Schlichter hat darauf die Verhandlungen abgebrochen. Das ist ein Berhalten, das wir nicht verstehen können. Denn schließ lich fommt dies auf eine Rapitulation des Schlich. ters angesichts des Ultimatums der Unternehmer heraus. Für diese Haltung der Industriellen des Ruhrgebiets ist die Reichsregierung in weitestem Maße ver antwortlich. Statt auf die Entschädigungsforderungen der Ruhrindustriellen mit der Forderung auf genaue Rech nungsablegung zu antworten, ist den Ruhrindustriellen sozu fagen unbesehen ein Geschenk gemacht worden, das ohne Beispiel dasteht, sowohl was die Größe des Geschenks betrifft, wie auch die Art, wie die Auszahlung der Gelder erfolgt ist nun schlagen die Ruhrindustriellen an die gefüllten Taschen und proDozieren die gefchundene, unterbezahlte Arebiterschaft. Ohne den Entscheidungen der Berbände vorzugreifen, erflären wir, daß wir in jedem Falle die Ruhrarbeiter rud haltlos und mit aller Kraft unterstügen merden. Das eine fönnen wir heute schon sagen: Es ist ganz ausgefchloffen, daß es den Schlotjunfern des Ruhrgebiets gelingen darf, der Arbeiterschaft den Achtstundentag zu rauben. Ob es in diesem Augenblicke zum Kampfe fommen wird, wie es die Ruhrindustriellen ganz offenbar wünschen, darüber wird die Arbeiterschaft selbst zu entscheiden haben. Wenn die Rechtsregierung die Zügel schleifen läßt und den Ruhrindustriellen die Möglichkeit und die Mittel in die Hand gibt, einen Kampf von unabsehbarer Tragweite herauf zubeschwören, so ist es die verdammte Pflicht des Reichstages, nach dem Rechten zu sehen und die Regierung zu 3 mingen, ihre Pflicht zu tun. Es muß aber schnell gefchehen, wenn es nicht zu spät sein soll. Dortmund, 21. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Deutsche Metallarbeiterverband veröffentlicht über die Lohn- und Arbeitszeitverhandlungen zwischen den Tarifparteien der nordwestlichen Gruppe der Metallindustrie folgende Erklärung: Die Verhandlungen über die Arbeitszeit gestalteten sich unge wöhnlich schwierig. Die Arbeitgeber ftellten sich auf den Stand punkt, daß die wirtschaftliche Lage feineswegs geeignet sei, daß außer den Hochofenarbeitern, denen der Achtstundentag durch Berordnung der Reichsregierung zugesprochen ist, auch nur einem einzigen Mann eine Arbeitszeitverfürzung gemährt merben fönne. Die Arbeitgeber find bestrebt, die strittige Frage durch das Reichsarbeitsministerium erledigen zu lassen. Der Schiedsspruch über die Arbeitszeit wurde gegen den Einspruch der Arbeitnehmer gefällt. Die Metallarbeiter nerbände werden in den nächsten Tagen zu dem Schiedsspruch Stellung nehmen." Halbvorhang mit breitem Filet- antique Fries u.Spitze, wie Abbildung 10.50 Mit ähnlichem Filet- antique 7.50 Fries u. 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Borwärts Berlag G. m.b.. 1 Bezüglich der schwebenben 2ohnverhandtangen mit her Reichsbahndirektion teilte Wintler auf Anfrage mit, daß die bisher gepflogenen Vorbefprechungen noch tein abschließendes Ergebnis gee geitigt haben, der Hauptvorstand warte immer noch auf Nachricht von der Reichsbahngesellschaft. Die dann vorgenommenen a hlen zur Ortsverwaltung er gaben die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder. Die Genossen Beefer und Wintler stehen als Bevollmächtigte wiederum an der Spitze der örtlichen Verwaltung. Mit der Wahl der Delegierten zur Gewertschaftsfommission fand die gutbesuchte Gene Sralversammlung ihren Abschluß. 2. März, in der großen Festhalle der Kölner Meffe etne internationale Sundgebung für den Achtstundentag und den Zusammenschluß der Arbeiter aller Länder stattfinden. Der Reichslandbund zur Technischen Nothilfe. Eine bezeichnende Lobeshymne. Der Gesamtvorstand und die Bertreterversammlung des Reichs landbundes haben folgende Entschließung gefaßt: Die am 14. Februar 1925 zu Berlin aus Anlaß des 5. Reichs landbundtages und 1 Reichsjungtandbundtages versammelte Ver treterversammlung des Reichslandbundes gedenkt der großen Verdienste der Technischen Nothilfe um Wirtschaft und Staat. Bir missen ganz besonders zu würdigen, was die einzigartige, parteipolitisch und mirtschaftlich vollkommen neutrale Organisation der Technischen Nothilfe in der Landwirtschaft großes leistet, menn in folge plöglichen Ausfalls der Arbeitskräfte oder infolge elementarer Ereignisse dem Bieh, der Saat und der Ernte Bernichtung und somit ber Boltsgemeinschaft schwerer Schaden droht; wir wissen ferner, wie die Technische Nothilfe durch Beispiel und Wort unermüdlich arbeitet an der Erziehung der Volksgenoffen zur felbftlosen Hingabe an die Boltsgemeinschaft, den Staat. Diese dem Allgemeinwohi dienende Organisation nach Kräften zu unterstüßen durch Erwerbung der Mit gliedschaft, Werbung von Fachkräften, Aufklärung über ihr Wesen und Ziel und dauerndes Handinhandarbeiten fann den Mit gliedern unseres Bundes nur dringend empfohlen werden." Diese Entschließung der Spizenorganisation der Agrarier, die die politische und wirtschaftliche Reaktion in höchster Potenz darstellt, spricht Bände. Sie zeigt am besten, was die Technische Nothilfe heute ift Jahresgeneralversammlung der Eisenbahner. Die Ortsverwaltung wiedergewählt. Der Bericht der Ortsverwaltung, den der Bevollmächtigte Wintler der Zahlstelle Berlin des Deutschen Eisenbahners Berbandes am Freitag in der Jahresgeneralversammlung gab, zeigte die Schwierigkeiten, die der Verband, besonders nach der Umwandlung der Eisenbahnen in die Reichsbahngesellschaft, zu bewäl tigen hatte. In der Diskussion traten einige Redner, die offen bar die tieferen Absichten der Drahtzieher des kommunistischen Freien Eisenbahner- Berbandes" immer noch nicht recht erkannt haben, für diese Sonderorganisation ein und forderten eine baldige Berschmel zung derselben mit dem Verband. Bon anderen Rednern wurden die Gründe dafür nicht anerkannt. Die Erfahrungen, die man bisher mit dem FEB. gemacht habe, sprechen nicht für die Möglichkeit eines ersprießlichen Zusammenarbeitens. Genoffe Wintler betonte in feinem Schlußwort ebenfalls die Unmöglichkeit eines organisato rifchen Zusammenschluffes. Im übrigen gelten auch die Richt. linien, die der Hauptvorstand des DEB. in dieser Angelegenheit herausgegeben hat, die es jedem Eisenbahner freistellen, in den alten Berband ein bzm. überzutreten, wenn er in der kommunistischen Organisation feine Beitragspflicht voll erfüllt hat. Endlich! Berlin, 21. Februar.( WTB.) In der tommenden Woche wird fich der Vorstand der Deutschen Reichsbahngesellschaft mit der Frage einer Lohn- und Gehaltserhöhung für das Eisenbahnpersonal be chäftigen. Zur Aussperrung in der Schuhfabrik H. Leifer Nachf Der Inhaber der Firma, Herr Klausner, der den in unferer geftrigen Morgenausgabe geschilderten Konflift im wesent lichen auf ein Mißverständnis zurückführt, teilt uns mit, daß er nach Rücksprache mit dem Betriebsrat, der Arbeiterschaft folgenden Bergleichsvorschlag gemacht hat: 1. Die beiden Lage, Freitag und Sonnabend, merden voll bezahlt. 2. Die Arbeit wird in vollem Umfange am Montag aufgenommen. 3. Die Frage, ob die sogenannte Kugelfontrolle weiter in dem Betriebe zur Anwendung gebracht werden soll, wird, falls feine Berständigung zwischen Betriebsrat und Betriebsleitung zustande tommt, dem endgültigen Spruch des Schlichtungsausschusses unter worfen. Beide Parteien verpflichten sich, fich diesem Spruch zu unterwerfen. Bis zu einer gütlichen Einigung, bezw. einer Entscheidung des Schlichtungsausschusses, soll außer der Vorzeigung der Palete und Taschen beim Ausgang die Betriebsleitung das Recht haben, an von ihr zu bestimmenden Tagen Stichproben in dem Betriebe 31 machen und bis zu 20 Leuten in der bisherigen Weise zu tontrollieren.( Dhne ugeifonirolle.) Die Einrichtung Rugelfontrolle fei erst nach langer Berhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß durch lebereinkunft zwischen der Geschäftsleitung und dem gesamten Betriebsrat eingeführt worden. Ein Widerspruch fei in den 11 Jahren der Anwendung der Kontrolluhr nicht erhoben worden. Bei ihrer Einstellung hätten 145 Arbeitnehmer durch Unterschrift die bestehenden Betriebsgewohnheiten, insbesondere die der fogenannten Rugelfontrolle Anwendung anerfannt nach der Kündigung der Kontrollbestimmung. habe die Belegschaft offenbar angenommen. daß von der Geschäfts leitung Schritte zu einer Besprechung eingeleitet würden, während die Geschäftsleitung einen diesbezüglichen Antrag des Betriebsrates ermartet habe, die innerhalb der legten 14 Tage nicht erfolgt fei. Darauf beruhe das Mißverständnis. Weiter erfahren wir, daß Herr Klausner, der ertranft war, erst nach vollzogener Aussperrung von dem Konflitt Kenntnis bekam und daraufhin sofort eingriff und dem Betriebsrat den vorstehend mitgeteilten Vergleichsvorschlag machte. Die Belegschaft werde spätestens Montag früh zu dem Vere gleichsvorschlag der Firma Stellung nehmen, dessen Annahme der Betriebsrat befürworte. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 3. Beilage.) Berantwortlich für Bolitit: Craft Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Ekkorn: Feuilleton: St. S. Tasher; Lotales und Senftiges: Frig Raritädt: Anzeigen: Sh. Glade. fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanstalt Paul Ginger u Co. Berlin G 68 Lindenstraße 3 Sieran Beilagen und Unterhaltung und Wiffen M. SCHULMEISTER Hochbahnstation Kottbuser Tor MSchulmeister Nfsrael GEGR. 1815 BERLIN C SPANDAUERSTRASSE KÖNIGSTRASSE Großer Straßen- Anzüge 31, 36, 42, 48, 54, 60, 69, 75 M. Regenmäntel 18.50, 25, 29, 36, 45, 50 M. Gardinen- Verkauf Etamine- Garnitur buntfarbig 4.65 Etamine- Garnitur buntfarbig, reich gemustert 7.25 Madras- Garnitur dunkler Grund m. mehrfarbiger Bordüre 19.Madras- Tischdecke rund, mit Perlfransen. Durchmesser 130 cm...... mklem 7.90 Madrasstoff auf dunklem Grund, einfarb., 130cm. Mt.3.25 Madrasstoff auf dunklem Grd., mehrfarb., 130cm. Mr. 4.50 Kleiderstoffe Noppenstoffe kariert. für Mäntel u. Kostüme, 130 cm, Mtr. 3.75 Wollmarocain aparte Druckmuster, a 35 cm, Mr. 5.50 95 Crêpe- Schotten Reinwolle, aparte Frühjahrs- Muster 4.50 105 cm breit..... Mtr Reinwoll. Gabardine marine, vorzügliche Kostümware, 130 cm breit...... M. 6.50 Scheibengardine gewebt.... Etamine kariert, 150 cm breit. Meter 0.50 Meter 0.95 Tüllgardine gewebt Meter 0.85 GardinenVorlagen Stück 0.75 0.90 1.25 Seidenstoffe Satin Riche Kunstseide mit Baumwolle, moderne Farben, 90 cm breit.. Mtr 5.90 Taft- Mousseline Reinseide schwarz, für Kleider, ca. 90 cm breit... Mtr. 5.80 Duchesse- Mousseline Reinseide, schwarz, glän 6.75 zend, ca. 85 cm. .Mtr. Lindener Köpersamt schwarz od. farbig, 70cm, Mr. 8.80 gewebt für Tüll- Bettdecke 3.50 Bettdecke aus Etamine mit Zwischensätzen für 1 Bett 7.- Halbvorhang mitbreitemZwischenTüll- Bettdecke gewebt 7.50 für 2 Betten... Bettdecke aus Etamine mit großem Mittelstück 9.75 für 2 Betten. Bettdecke aus Etamine mit handgearbeiteten Motiven für 2 Betten 15.für 12.50 1 Bett Etamine- Garnitur.5.50 mit gewebtem Fries. Wirkwaren Trikotstoffe 140 cm breit Kunstseide........ M 4.90 Reinwolle 5.90 Mtr. Schlupfbeinkleider für Damen, Kurstseide, neue weite 5.50 Form Herren- Socken Kunstselde 2.25 glatt oder gemustert. Echte Golda- Strümpfe für Damen, altbewährte Seldenflor- Qualität, foin 3.25 und haltbar, in allen Farben... satz und Motiven wie Abbildung 2.40 Tüll- Garnitur gewebt..3.65 Etamine- Garnitur mit Hohlsaumstreifen .4.50 Mull- Garnitur farbig gestreift mit Vo.ants8.75 Etamine- Garnitur mit Kurbelstickereien reichverziert 14.Mit Filet- antique Einsatz 16.50 und Klöppel- Einsätzen.. Weißwaren Untertaille feiner Opal mit Handhohisäumen 4.25 und Stickerei...... Bubikragen aus Opal mit 3 Hohlsaumstreifen 0.95 Garnitur Kragen und Mansch., zweiteilig. Mull 1.50 Bubikragen m. Rüsche 2.40 Strumpfbänder Gummiband mkunstseid. Band bezog 0.75 mit Schleifengarnitur ,. 1854204 Nr 90 42. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Die unbekannte Wissenschaft. In diesen Tagen ist es ein Jahr her, daß das Institut für Segualwissenschaft von Dr. Magnus Hirschfeld dem preuBischen Staat als Stiftung übergeben wurde. Die Segualwissenfdjaft ist eine noch junge, wenig bekannte Wissenschaft, vielleicht die jüngste unter ihren Geschwistern. Die Geschlechtsvorgänge im rienschlichen Organismus und ihre psychischen Begleiterscheinungen haben, trotz der ungeheuren Bedeutung, die sie im Zusammenleben der Menschen besitzen, bisher nur in geringem Maße die Medizin beschäftigt: die Forschungen auf diesem Gebiete haben erst vor nicht allzu langer Zeit zu einer Verselbständigung dieser Wissenschaft geführt. Das Odium des Unsauberen, mit dem die Kirche alle Geschlechtsvorgänge umgeben hatte, die Heuchelei und Prüderie der bürgerlichen Gesellschaft, die das Scruelle als etwas unan ftändiges, das ein jeder nur mit sich selbst auszumachen habe, in das Dunkel des Schlafgemachs verwiesen hatte, übten auch auf die Aerzte ihre Einflüsse: man wagte sich an die Erforschung der Gesamtprobleme nicht heran. Der heutige Stand dieser Wissenschaft, die Bedeutung ihrer Lehren für die Reformierung unseres Segual marr Das Institut Beethovenstr. 3. lebens erhielten ihren prägnantesten Ausdrud auf dem ersten Inter nationalen Rongreß für Segualwissenschaft und seruale Reform im Schre 1922. Das Verdienst dieses Kongresses, des ersten Internationalen Kongresses, der nach dem Kriege in Berlin auf deutschem Boden stattgefunden hat, einberufen zu haben, gehört dem Institut für Serualwissenschaft, dessen Leiter Dr. Magnus Hirschfeld ist. Dieses Institut ist auch als erstes seiner Art zum Mittelpunkt für Der Apfel der Elisabeth Hoff. 281 Von Wilhelm Hegeler. Ueber das Verhältnis Schmundts zum jezigen Besitzer des Ritterguts wußte der Wirt feinen Bescheid. Ryjed beschloß am nächsten Morgen noch andere Erfundigungen einzuziehen. Während das Abendessen zubereitet wurde, trat die kleine Gesellschaft noch einen Augenblick vor die Tür. Neben dem Halbrund uralter Linden breitete sich ein mit zerstampftem Rasen bedeckter Plaz aus, auf dem zur Zeit des Jahrmarktes das Karussell und die Schaubuden standen. Dort hatte damals das Sonnwendfeuer gebrannt. Gegenüber lag, als Anbau des Gasthauses, der Tanzsaal. Sie blickten durch die offene Tür. Früher hatte der Bürger- Schützenverein hier feine Bälle abgehalten, heute veranstaltete der ArbeiterTurnerbund ein Tanzvergnügen darin. Statt der Eichen laubgirlanden raschelten rote Papierrosen an den Wänden. Aber auf dem Podium saßen noch dieselben drei versoffenen Musikanten und machten die gleiche mißtönende, die Nerven peinigende und erregende Musik. Elisabeth drängte weiter. Beim Essen zeigte sie sich einfilbig. Rysed sich desto aufBeim Effen zeigte sie sich einfilbig. Nysed sich desto auf geräumter. Doch bot er vergeblich seine Liebenswürdigkeit auf. Ihre Berstimmung wollte nicht meichen. Nachdem die Unterhaltung sich noch eine Weile hinge schleppt hatte, erhob sie sich und sagte, es sei Zeit schlafen zu gehen für die Kinder und auch für sie selbst. Er bat, er stellte ihr vor, sie würde doch nicht schlafen können. Sie blieb bei ihrer Absicht und vertröstete ihn auf morgen. Die Kinder lachten und schwagten beim Ausziehen, während ihnen vor Müdigkeit schon die Augen zufielen. Sie hatten an diesem Tage so viel erlebt, noch wirbelte es in ihren Köpfchen. Aber kaum lagen sie in ihren Betten, als sie auch schon eingeschlafen waren. Elisabeth schaltete das rote Deckenlicht aus und drehte die Lampe am Toilettentisch an. Langsam begann auch sie sich zu entfleiden. Ihr Kamm glitt durch die weiche Haarwelle, deren neringeltes Ende die fühle Haut ihrer Brust streichelte. Ihre nachdenklich gespannten Züge wurden von einem weichen Lächeln gelöst. ,, Sie sind so schön- als hätte der fühle Nachthauch sie ihr zugetragen, liebfofte die Stimme ihr Dhr. Fremd und fragend blickte ihr Gesicht aus dem Spiegel sie an, mit erregt glänzenden Augen. War in ihrem blonden Haar auch nur ein einziges weißes? Waren Runzeln in ihrem Geficht? Sah dieser Mund danach aus, Etel einzuflößen? die weitere Erforschung des Seruallebens geworden. Zu gleicher Zeit erfüllt es auch äußerst praktische, wichtige Aufgaben der Heilung, der Beratung und Aufklärung auf diesem für die Geseilschaft und die breiten Massen der Bevölkerung so bedeutsamen Gebiete. Es nimmt ein ganzes Gebäude in den Zeiten, Beet hovenstr. 3, ein und steht mit allen seinen Abteilungen Unbemittelten unentgeltlich zur Verfügung. Die Heilaufgaben des Instituts. gaben des Instituts, sondern vielleicht seine vornehmste: die Sexual Braktische Hilfeleistung ist nicht nur eine der wichtigsten Auf wissenschaft ist mehr als jede andere, nicht nur um ihrer selbst willen da, sondern zum Nutzen der Menschen, ihre Aufgabe, somit auch ihre Pflicht ist, die Summe des Leides zu mildern. Lebensfreude, Schaffenskraft, Befriedigung und anderes mehr werden dem sexual Gesunden zuteil. Seruelle Unausgeglichenheit führt dagegen nicht allein zu einer ganzen Reihe von Krankheitserscheinungen, die unter der Bezeichnung der Neurasthenie( Nerven schwäche) Psychastenie( seelische Schwäche) Hysterie usw. bekannt find; sie äußern sich auch in einer ganzen Reihe von physischen und psychischen Erscheinungen: in Erschöpfungszuständen, in Unluft zur Arbeit und dergleichen mehr. Nur der erfahrene, mensch lich mitfühlende Arzt ist in der Lage zu helfen, die Ursachen des seruellen ungefunden Lebens aufzudecken und, wenn möglich, die nötige Heilung zu bringen. Die Behandlung kann psychischer Natur fein, als Suggestion, Hypnose oder Psychoanalyse. Sie fann auch physischer Natur sein und durch Elektrizität, Cuft, Licht, Wasser und Medikamente bewirkt werden. Je älter aber der Patient ist, desto schwieriger gestaltet sich die ärztliche Arbeit an ihm, um so ge ringer find die Aussichten auf Erfolg; je früher der erfahrene Arzt eingreift, desto leichter ist es, unheilvollen Wirkungen vorzubeugen. So wird es Pflicht der Eltern und Erzieher, die sexuelle Entwicklung ihrer Kinder zu überwachen und sobald sich verdächtige Abweichun çen von der Norm bemerkbar machen, sich an den Arzt zu wenden. Unarten, Faulheit, friminelle Entgleisungen entbehren oft nicht einer seruellen Grundlage, besonders ausgeprägte Störungen des seelischen Gleichgewichts weisen die jungen Menschenkinder in den Entwicklungsjahren auf. Das Institut für Serualwissenschaft wird hier, wie in vielen anderen Beziehungen, für jung und alt zur Seelenberatungsstelle. Selbstverständlich gehört auch die Behand lung der Geschlechtskrankheiten, der verschiedenen sexuellen phy sischen Erschöpfungszustände zu dem Aufgabengebiete des Instituts. Cheberatung. Die Ehe ist in der heutigen Gesellschaft die vorwiegende Form des Zusammenlebens. Sie bildet den Ausgangspunkt des Familienlebens: alles, was sich auf das Zusammenleben der Eheleute und ihrer Kinder innerhalb der Familie bezieht, wird deshalb Gegenstand und Inhalt der Cheberatungsstelle. Die Zahl der Chekonflikte auf fegueller Grundlage ist ungeheuer: größtenteils find es die Frauen, mitunter aber auch die Männer, die die Beratungsstelle aufsuchen fleine Beamten, Qualitätsarbeiter um über Kinderlefigkeit, über Eifersucht des Ehepartners usw. zu flagen. Hilse scheint mitunter unmöglich, die Eheleute haben sich bereits in einen unverföhnlichen Haß hineingerannt, sie passen wirklich nicht zueinander, und doch gelingt es in den meisten Fällen, in mehr als 60 Prozent, eine sachliche Austragung der bestehenden Differenzen zu veranlassen und auch den anderen Partner zur Aussprache zu bringen. Die Bedeutung eines friedlichen Ehezusammenlebens für die Kinder ist nur zu befannt. Das Wort eines weisen Mannes: " Aeußere Disharmonien unter den Eltern wirken wie innere Disharmonien in den Kindern", ist von ewiger Gültigkeit. Physisch und seetisch gesunde Nachkommenschaft bildet aber die Sehnsucht der Eltern und des Volkes. Die Aufzucht eines gesunden Menschengeschlechts möglich zu machen, stellt sich zur Aufgabe die Eugenit, d. h. die Wissenschaft von der Schaffung eines gefunden Geschlechts Hierin leistet die Eheberatungsstelle die größte Arbeit. Die Frage, ob eine Nachkommenfájaft zulässig ift, spielt bereits bei dem Ehekandidaten eine große Rolle. Der eine oder andere Partner tann Ein Schauer von Zorn ließ ihre Hand zittern. Der Ramm entfiel ihr. Sie riß ihr Nachtgewand von den Schultern, daß sie ihr nackt entgegenleuchteten. Sieh mich doch an! Dari ich nicht Liebe verlangen? Sie drehte das Licht aus. Legte sich nieder. Dem rauhen Laken, gefüllt mit groben Federn, entströmte trodene Glut. Trotzdem wagte sie faum, sich zu rühren, um nicht den Schlaf der Kinder zu stören. Die wälzten sich unruhig in ihren Betten, murmelten manchmal im Traum. Den Kopf in der weichen Höhlung ihres Armes, blidte Elisabeth in das Dunkel, aus dem dunkle Gedanken ihr entgegenstürzten. Was war mit Margret geschehen? Warum hatte sie nicht geschrieben? Wenn sie verhindert war, hätte sie doch Nachricht geben müssen. Selbst wenn sie frant war, hätte jemand anders für sie schreiben können. Situation abenteuerlich und zweideutig. Ryseck würde nicht Wenn sie auch morgen nicht fam, würde ihre eigene aufhören zu werben, würde sie immer leidenschaftlicher be= drängen. Und plöglich stand die Frage wieder da: Scheidung! Ein neues Leben mit dem Freund! Liebte er sie nicht? Liebte fie ihn nicht wieder? Nie würde sie sich von ihren Kindern trennen fönnen! Aber mußte sie das denn? Würde ihr Mann sie ihr nicht lassen? stellen, sieht sein erblassendes, schredentstelltes Gesicht. Nicht Aber da sieht sie sich vor ihn hintreten und die Frage anders wird es sein, als wenn sie, feine treue Gefährtin, plög: lich sein Leben bedroht. Wirklich? Sie fährt sich über die Stirn. Wischt dieses schredende Bild aus den Augen. Treve Gefährtin...? Der man faum noch das Wort gönnt. Die man behandelt wie eine Aussäßige! lassen, erscheint jetzt in seiner ganzen Ungeheuerlichkeit: diese Was ihr beleidigter Stolz sich schweigend hat bieten Trennung der Schlafzimmer, dies Aufhören jeder Zärtlichkeit! Warum hat fie fich nicht zur Wehr gefekt? Warum hat fie ihm nicht deutlich erklärt, daß, wenn er ihrer überdrüssig ist, sie darum nicht aufgehört hat, begehrenswert zu sein, nicht aufgehört hat, Liebe zu begehren? Aber ist es nicht unfaßlicher Wahnsinn, daß ein Mensch, Jahre hindurch treu geliebt, dem anderen plöglich, von heute auf morgen, verhaßt wird, Efel einflößt? Muß sich nicht etwas anderes dahinter verbergen? Kann es nicht sein, daß ihr Mann ihr Verhältnis zu Rysed durchschaut, leidenschaft licher, tiefer genommen hat, als sie selbst es getan, und sich darum zurückzieht? Sie fennt seine Empfindlichkeit, seinen | Sonntag, 22. Februar 1925 Alkoholiker oder Narkotiker sein, mit Geschlechtsfrankheit, Tuber tulose, Nerven- und Geisteskrankheit behaftet sein, fann an irgend Ab und zu würde sogar das einer Stoffwechselfrankheit leiden. direkte Abraten von einer Ehe geboten erscheinen, öfters jedoch wird nur vor einer Nachkommenschaft zu warnen sein. Die eugenischen Gründe, d. h. die der Aufzucht eines gesunden Geschlechts, fallen hier mit den sozialen Gründen der Kinderregulierung zusammen; unter den heutigen Verhältnissen bedeutet jedes folgende Kind eine geistige. sittliche und physische Gefahr für das bereits Lebende. Auch bei Konflikten zwischen Eltern und Kindern wie sehr haben sich diese in unserer Zeit gehäuft greift die Cheberatungsstelle Jugendamts Berlin nimmt das Institut in immer steigendem schützend und stützend ein. Die Bezirksfürsorgestellen des städtischen Maße in Anspruch. Die wissenschaftlichen Hilfsmittel bieten hier die Möglichkeit, die bei der Wahl des Berufes so notwendige Kenntnis der Gesamtpersönlichkeit des Jugendlichen zu erhalten. Auch sonst berät das Institut die Jugendlichen, besonders in ihren seruellen Möten. Das wissenschaftlich- humanitäre Komitee. Es erscheint uns selbstverständlich, daß das Institut für Serualwissenschaften in unzähligen Fällen gerade von denjenigen, aufgesucht wird, deren von der Norm abweichendes Geschlechts- und Gefühlsleben für sie zur Quelle größter Seelenqualen wird. Unter den mannigfaltigen Abweichungen, mit denen die Natur den Menschen bedacht hat, ist die weitaus häufigste die der Gleich DARN Uber ales die Wal Wie leben aus der Liebe spriest, sprosst aus den Leben Liebe Der bekannte Ernst- Häckel- Saal. geschlechtlichkeit, die unter der Bezeichnung der Homoseṛualität be fonnt ist. Diese Erscheinung des Seruallebens bildete den eigentlichen Ausgangspunkt der fruchtbaren Forscherarbeit Dr. Magnus Hirschfelds. Sie jetzte ein, als vor vielen Jahren in Breslau fich ein junger Mensch das Leben nahm, und in einem Brief als Grund dofür die gesellschaftliche und gefeßliche Aechtung angab, welche Tein abweichendes Gefühlsleben, durch das er seine Mitmenschen in feiner Weise schädigte, getroffen hatte. Der berüchtigte§ 175, der nur ganz bestimmte seruelle Handlungen im Auge hat, noch mehr aber die heuchlerische Einstellung der herrschenden Moral, führte dazu, daß die Homoferuellen Gegenstand unzähliger Erpressungen wurden, die in Hunderten von Fällen ihre Opfer selbst in den Tod schamhaften Stolz, seine Verschlossenheit. Ach, ein schwacher Schimmer nur von Hoffnung, aber doch nicht unwahrscheinlicher als diese unerklärliche Verwandlung von Liebe in Haß. Die Stimmen des Tages, die so laut und bitter sich beflagt hatten, flingen nun wieder, noch lauter, noch zorniger, noch erregter. Nicht nur sein, Berhalten der legten Zeit, seinen Mangel an Zärtlichkeit, an wirklicher Teilnahme während ihrer ganzen Ehe wirft sie ihm vor. Aber unter ihrem leidenschaftlichen Toben raunt lejse, das Mitleid, raunt leise auch eigene Schuld. Da wird nebenan eine Tür geöffnet und geschlossen. Der Fußboden knarrt von schweren Tritten. Er ist da. Der unruhige Mensch. Der Unruhstifter. Wie seine bloße Gegenmart all ihre Gedanken zu ihm zwingt! Wenn sie nur müßte, ob er sie wirklich liebt? Nie verläßt sie die Furcht, daß sein leidenschaftliches Werben um sie nur das Verlangen nach Herz immer in unruhiges Zittern, als wenn das dünnwandige einem versagten Gut ist, daß im Augenblick der Erfüllung das Glück in Enttäuschung umschlägt. Seine Nähe versetzt ihr unter seinen jähen Stimmungswechseln zahllose fleine Sprünge erlitte. Immer hörte sie seine ruhelosen Schritte... die Schritte eines Gefangenen. Nur eine Tür trennt ihn von ihr, und der Riegel läßt sich zurückschieben. Wie es im Hause und auf der Straße stiller wird, dringt aus dem Tanzsaal dumpfe, nur manchmal von den Tönen der Flöte überschrillte Mufit an ihr Ohr. Scheint es nicht beinahe wie Absicht, daß der Zufall sie wieder an diesen Ort geführt hat, wo so schicksalsvolle Dinge sich ereigneten? Sie sieht sich in dem dunklen hohen Saal, den glühender Dunst des draußen lodernden Sonnwendfeuers erfüllte. Sie sieht ihre Partner wieder, die einander belauernden Freunde, und erinnert sich, wie sie die beiden mit zwei Kerzen verglichen hatte: der, melcher ihren Arm nahm, entzündete sich und schwelte in düsterer Eifersucht. Und sie sieht auch sich, und strahlte lichterloh, der andere ater erlosch augenblicklich fühlt wieder die glücksvolle Erhöhung ihres Selbst, die zitternde Resonanz ihres Innern auf jeden heißen Blick und jedes gewagte Wort bei diesem Spiel zwischen zärtlicher Graufamkeit gegen den einen und fühlem Mitleid mit dem anderen.. Nie hätte sie so sein tönnen, wenn sie Rysed wirklich geliebt hätte. Nein, durchfährt es fie, nie wäre ich so gewesen, wenn ich ihn nicht geliebt hätte! Denn jedes Wort und jeder Blick, des anderen Ungeliebten ganze Gegenwart befam seinen Reiz nur durch den, dessen Folie und Widerpart er mar. Ein Spiel hatte sie getrieben, ein schlimmes, gefährliches Spiel, der Ausgang hatte es gelehrt. ( Fortsetzung folgt.) FIT 1205 jogten. Dr. Magnus Hirschfeld, aufgerüttelt durch die Seelennot Und wovon foll ich jetzt in den nächsten Tagen leben?" ruft der Freigesprochene aus,„ wer besorgt mir eine Stellung?" Mäßigen Sie sich, sonst muß ich Sie in Ordnungsstrafe nehmen," herrscht ihn der Richter an. Sie werden heute aus der Haft entlassen, das ist alles, was ich tun fann!" Stumm, mit verzweifeltem Geficht, verläßt Paul S. den Gerichtssaal. Mit Masken und Pistolen. Berhaftung eines gefährlichen Einbrechers. Das legte Mitglied einer äußerst verwegenen Räuberbande wurde von Beamten des Raubdezernats der Kriminalpolizei in einem Berliner Vorort unschädlich gemacht. Es handelt sich um einen 30 Jahre alten Schlosser Karl Peters, der bald hier, bald da Banden zusammenstellte und selbst von seinen Spießgesellen sehr gefürchtet wurde. efes Breslauer jungen Mannes, midanete sich der Erforschung des Broblems der Homosexualität und dem Kampf für die seruelle Vieichberechtigung dieser menschlichen Abart und gegen das Erreffertum. Diesen Kampf führte dann das von ihm ins Leben ervorgerufene wissenschaftlich- humanitäre Kamitee weiter, dem eine nanze Reihe hervorragender Männer angehört. In Aufklärungshaiften, in Petitionen an den Reichstag, die bekannte Männer der Bolitik und Wissenschaft, der Kunst und der Literatur unterzeich eten, trat es für die Abschaffung des§ 175 ein. Es war auch nicht zulegt sein Verdienst, daß die Polizeiinstitutionen, insbeson bere in Berlin, die Verfolgung der Homosexuellen fast vollständig cinstellten und so den Erpressern die Waffe aus der Hand nehmen. Das Komitee bildet nicht einen Bestandteil des Instituts, hat aber daselbst seinen Raum und Dr. Magnus Hirschfeld berät, gemeinsam mit seinem Assistenten, auch diejenigen, die das Komitee um Rat nd Hilfe angehen. Mannigfaltig sind die Gründe, die den MenPeters gehörte als hervorragendes Mitglied auch der Bande hen, jung und alt, Mann und Frau hinführen. Da kommt ein an, die im Februar v. 3. den Üeberfall auf das Post amt in Mensch, der trotz allem Opfer von Erpressern geworden ist bis C00 Erpresserbriefe weist die Sammlung des Komitees auf. Dannebrondamnih in pommern verübte. Auch hier gingen ind es wieder andere, die mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt gcaten sind; Eltern, die gleichgeschlechtliche Abweichungen bei ihren indern festgestellt zu haben glauben und fexualpädagogische Winte cthalten wollen. Die Täfigkeit des wissenschaftlichen Komitees und es Instituts fallen hier mehr als einmal zusammen. In Bor: trägen vor Staatsanwälten und Richtern, vor Kriminalbeamten und Lehrern bemüht sich das Institut um Aufklärung; eine reiche achwissenschaftliche Bibliothek ermöglicht das eingehende Studium des Gebiets, eine Zeitschrift forgt für die Vertiefung der Probleme. Neben den Reformbestrebungen auf dem Gebiete des Sexualiebens und neben dem Kampf gegen den§ 218, der Mutter- und Cheglück zerstört, gehört auch der Kampf gegen den§ 175 im Gesez und im Bewußtsein, der Menschen zu den vornehmsten Aufgaben des Instituts. Die Forschungstätigkeit. die Räuber in Masten mit Pistolen und Handgranaten vor. Es gelang aber einem der Bostbeamten, einen ärmapparat in Bewegung zu setzen und so die Polizei aufmerksam zu machen. Die Bande mußte fliehen und wurde von der Polizei schweren Feuergefecht wurden mehrere Polizeibeamte und der Landjägerei in der Zipkower Forst aufgestöbert. In einem und vier Räuber verletzt. Unter diesen befand sich auch Karl Peters. Er wurde zunächst ins Lazarett gebracht und nach seiner Heilung nach dem Amtsgerichtsgefängnis in Stolz. Hier brach er im April v. 3. aus. Durch Diebstähle schlug er sich nach und nach bis Berlin durch, um hier neue Banden zu organisieren. Gestern abend spürten ihn zwei Beamte des Raubdezernats auf als er auf einem Hausflur stand. Einer der Beamten hielt ihm der Straße in einem Borort auf und nahmen ihn überraschend felt, plötzlich seine Pistole vor das Gesicht und der andere faßte ihn an den Händen. Der Räuber, der sonst nicht nur seinen Opfern, fon dern auch seinen Komplizen gegenüber sehr brutal auftrat, schrat Die Tätigkeit des Instituts baut sich selbstverständlich auf der jetzt zusammen und rief ängstlich:„ Ich habe ja nichts!" Schon Forschungsarbeit seiner Mitarbeiter auf. Sie umfaßt das ge- im nächsten Augenblid war er überwunden und schwer gefesselt. jamte Gebiet des Geschlechtslebens, mie des normalen, sowie auch Für die Beamten war es gut, daß sie ihn so überrascht hatten, des von der Norm abweichenden Menschen: der letztere ist ja nur denn in seinen Taschen fanden sie zwei Handgranaten. Die auf der Grundlage des ersteren zu verstehen. Die Bedeutung der eine hatte er dazu bestimmt, sich gegen einen etwaigen Angriff inneren Sefretion für die physische und psychische Sexualität des von Polizeibeamten zu verteidigen. Mit der zweiten wollte er bei Menschen, die Beziehung zwischen fegueller Konstitution und dem nächsten Einbruch, den er bei irgendeinem Betrieb geplant Störperbau, der Einfluß der Sexualität auf die kriminalität, die hatte, feine Verfolgung verhindern. Er hatte sie schon mit Schnüren verschiedenen Erscheinungen der Abweichungen von der Norm und versehen, um sie an der Tür des Raumes zu binden, in dem er die der Sexualpathologie usw. werden hier an ungeheurem Material Ueberfallenen einsperren wollte. Bei der Deffnung der Tür hätte durchforscht. Spezielle Fragebogen, die von den Patienten ohne sie erplodieren müssen. Der Verhaftete wurde unter sicherer BeNamensnennung beantwortet werden, leuchten in die tiefsten Zu- wachung nach dem Raubdezernat gebracht und in festen Gewahrsam lammenhänge der verschiedenen feguellen Lebensäußerungen des genommen. Individuums hinein und liefern éin, noch nie dagewesenes Material; einzig dastehende Sammlungen von bildlichem Anschauungsmaterial des Archivs zeigen die unendlichen lebergänge zwischen Bollmann und Bollweis auf. Die Anfänge eines jeguellen Museums versprechen vieles. Kurse für Studenten, Aerzte erfüllen die Lehraufgaben, Bertreter aller Länder kommen und gehen. Seine wiffenschaftlichen Eigenheiten bedingen anderseits seine Sachverständigentütigkeit; Untersuchungsrichter wie Gerichte fordern sie nicht allein in Sittlichkeitsprozessen, sondern auch für Morde, Raubüberfälle. Diebstähle, Abtreibungen, Kindestötungen usw. ein. Allein im ersten Jahre seines Bestehens wurden vom Institut 96 Gutachten abgegeben. Noch wichtiger erscheint aber die allgemeine Aufklärungstätigkeit; Führungen verschiedener Bevölkerungsgruppen, bejonders Lehrer, Elternbeiräte und Jugendgruppen, an Sonn- und Wochentagen, Vorträge im Hädel- Saal, die Berjammlungen der dem Institut angegliederten Gesellschaft für Geschlechtskunde, populär fegualmissenschaftliche Broschüren leiften auch hierin eine bedeutTame Arbeit. Berlin fann auf das Justitut, das vor einem Jahre vom Staate als Stiftung übernommen ist, stolz sein. Es wird zur Metropole einer neuen, sexuellen Moral, die befreit von allen Vorurteilen, befreiend auf den Menschen wirken, ihm neue Wege zur Lebensfreude und Schaffenskraft weisen soll. Es ist Aufgabe eines jeden, sich zu einem neuen Bewußtsein in seruellen Dingen durch suringen. Die heuchlerische, bürgerliche Moral steckt auch dem Es unterliegt feinem Zweifel, daß Peters bei vielen Ueber fällen, die in der letzten Zeit verübt worden sind, seine Hand im Spiel hatte, so bei dem Raub in den Räumen des Beamten Wirtschafts Vereins in der Germaniastraße zu Tempelhof und bei der Konsum- Genossenschaft in der Enthstraße der Siedlung Lindenhof. Nationalistischer Fasching. Sie waren finanziell leistungsfähig geblieben ist. Leistungsfähiger jedenfalls, als es heute viele Gemeinden mit bürgerlicher Mehrheit sind. Sogar der deutschnationale Landrat von Achenbach hat im Ariestag die vorzügliche Verwaltung unseres Ories anerkennen müssen. Das Flugblatt der Bürgerlichen Bereinigung ist eine einzige Schimpfepiftel, eine einzige Lüge! Es enthält nur Phrasen! Ein eigenes Kommunalprogramm fucht man vergeblich in diesem Flugblatt. In ihrer einzigen Wahlversammlung, die sie am Freitag abgehalten haben und in der der berüchtigte Berliner Stadtverordnete Pfarrer Koch das Referat übernommen hatte, fonnte man dieselbe Einstellung beobachten. Die fnapp/ ftündigen Ausführungen des Referenten waren weiter nichts als eine einzige Schimpfe pistel, Barmat- Kutister, weltliche Schule und Nackttänze waren der einzige Inhalt. Ein positives Bekenntnis, das geradezu bezeichnend ist für die heutige politische Konstellation, entschlüpfte seinem Munde. Er erklärte, daß die Kommunistische Partei nächst den deutschmationalen die fonsequenteste Partei darstelle und empfahl den Anwesenden, wenn sie nicht die bürgerliche Vereinigung wählen wollen, dann kommunistisch zu wählen. Diese Sinnesgemeinschaft tam auch bei dem kommunistischen Diskussionsredner zum Borschein, der in der großmütigst verlängerten Redezeit nur die Sozialdemokratie befämpfte. Die Agitation der Bürgerlichen Ber einigung wird allerdings von den Kommumisten in der gemeinen Art der Kampfesweise noch übertroffen. Die Sozialdemokratie hat in ihren beiden Wählerversammlungen bewiesen, daß sie auch in der heutigen Zeit der Berleumdung den Kampf um die ethischen Ziele des Sozialismus nicht scheut. Es ist bezeichnend, daß es dem Genossen Dr. Ostrowski, sowie auch dem Genossen, Stadtrat Prüfer, möglich war, in beiden Versammlungen die Fragen, die mit der Barmat- Affäre zusammen weser Bevölkerung weiß, was die Sozialdemokraten in den Jahren hängen, in ruhiger und fachlicher Weise zu behandeln. Die Nowanach der Revolution zum Wohle der Gemeindeangehörigen getan haben. Die Sozialdemokratie weiß, daß ihre Wähler ihr die Treue halten. Das Spiel mit der Fahrpreiserhöhung. Die Generalversammlung der Omnibusgesellschaft. Die langwierigen Debatten in der Ordentlichen General persammlung der Allgemeinen Berliner Omnibus A.-G., deren Inhalt sich in erster Linie auf die Höhe der Bewertung der Aktiven bezog, mit denen die Aktionäre nicht zufrieden sind, weil sie ein zu startes Zusammenlegungsverhältnis in den Vorschlägen der Verwaltung sehen, zeigen, daß der Charakter dieses Verkehrsimmer noch nicht so erkannt wird, wie es notwendig ist. Es ist beunternehmens als ein im Interesse der Allgemeinheit arbeitendes greiflich, daß diejenigen Aktionäre, die in einem solchen Berkehrsunternehmen die allgemeinen Interessen vertreten, bei der Agemeinen Berliner Omnibus A.-G., in erster Linie die Stadt Berlin, den Wunsch haben, ihren Einfluß in der Berwaltung zu stärken, damit ihre Absichten nicht von rein fapitalistischen Interessen Um diesen vertretenden Aktionären durchkreuzt werden fönnen. Einfluß zu verstärten dient die Kapitalserhöhung um 1200000 m. Vorzugsaftien, die mit einer 6prozentigen Borzugsdividende ausgestattet merden und die ihrem Besizer gegenDer Deutsche Ost bund veranstaltete fürzlich im Krieger- Omnibusgesellschaft hat zu Anfang des Jahres 1924 erhebliche Ueberüber den Staminattionären vierfaches Stimmrecht verschaffen. Die vereinshaus einen fogenannten Deutschen Abend". wieder volizählig versammelt, die kriegsbegeisterten Herrschaften. hältnisse haben sich nun in der letzten Zeit erheblich verschüffe erzielt, wie sie selbst zugibt. Die Rentabilitätsver= Alles, was zum schmetternden Schwung einer martigen Krieger- chlechtert, und zwar so verschlechtert, daß die Verwaltung nur vereinsveranstaltung gehört, wurde in preußischer Kommisknochen: bann glaubt, Ueberschüsse herauswirtschaften zu können, wenn sie die parade dem begeisterten Publikum vorgeführt. Einmarsch der berüchtigten a hrpreiserhöhungen vornimmt( die bekanntahnen, Tusch, Friderifus- Fanfaren und das arische Rückenmartlich für die Hochbahnaefellschaft abgelehnt worden sind). Hoffentlich stärkende Ansprachen. Und ch' man sich's versah, war weit und breit auf einmal wieder gute, alte Zeit General Hoffmann, der martige Fauftschläger von Brest- Litomft, hielt einen schwung haften Vortrag, in dem es von alleruntertänigsten Kotaus vor Seiner Majestät und diversen Königlichen Hoheiten" nur so wimmelte. Der schwarzweißroter Fahne mit feinen Truppen ge wohlgenährte Rede sprach den Wunsch aus, noch einmal unter gen Polen zu ziehen." Rajender Applaus, Tufch, Was blafen die Trompeten...?" Der Bundesvorfigende, ausgerechnet der Geheime Regierungsrat v. Tilly, machte die erschütternde Fest stellung, daß man seit dem November 1918( er sprach das unheilvolle Bort mit leifem Schluchzen) wider die historische Entwicklung und entfesselte unter stimmungsvollen Lichteffekten Haßschwüre und Sänge an Aegir. Ein sympathisch bescheidener Herr stellte fest, daß Deutschland feine Welteroberungspläne habe. So ging das bis 1 Uhr. Dazwischen tranf man Bier. Nationalistischer Fasching. Wenn diese puigen Luftbarkeiten nur nicht das deutsche Volk so schmählich diserhält sie von den zuständigen städtischen Stellen die notwendine Abfuhr; denn bevor Fahrpreiserhöhungen vorgenommen werden, tönnen doch die Ueberschüsse, die in den ersten Monaten des Jahres erzielt wurden, dazu verwendet werden, den Betrieb ohne Verluste aufrett zu erhalten. Wenn die Aboag ihren Wagenpart, der heute rund 180 Fahrzeuge beträgt, um weitere 200 Fahrzeuge vermehren mill und die notwendigen Ausgaben für diese 200 Wagen zum allergrößten Teil aus den Betriebsergebnissen beftreitet, so iſt das ein Omnibus A.-G. hat um so weniger Veranlassung zu FahrpreisZustand, der schärfste Verurteilung verdient. Die Allgemeine Berliner erhöhungen, als ja bei ihr eine Berkehrserleichterung, wie sie bei den steigefahrschein, fortfällt. Freigeist noch tief in den Knochen. Auch für ihn gilt es, scharfe die Belange Deutschlands gehandelt hatte. Eine teutsche Frau anderen Berkehrsunternehmungen Berlins vorhanden ist, der m Selbstkritik zu üben und sich zu einem neuen Menschentum emporzuarbeiten. Ein Morgen vor Gericht. Es ist furz nach neun Uhr. Der Richter ist gerade erschienen und zieht sich die Robe an, bindet sich die weiße Krawatte um und blättert, ein Gähnen unterdrückend, in den Aften. Die beiden Referendare, die, um etwas zu lernen, als Protokollführer und Beisiger an den Sizungen teilnehmen, tuscheln miteinander und man sieht ihnen an, daß sie am Abend vorher amüsante Erlebnisse gehabt haben müssen. Jetzt erscheint der Staatsanwalt. Es ist noch falt im Berhandlungsfaal und es fröstelt ihn. Die Zuschauer werden hereingelassen. Es sind nur, wenige Angehörige der An geflagten in den ersten Berhandlungen. Na, denn los!" brummt der Richter. Der Justizwachtmeister verschwindet mit einem rasselnden Schlüsselbund und tehrt mit dem ersten Angeklagten, der in Untersuchungshajt fint, zurüd. Ein junger, ftattlicher Mann, Paul S., wegen Hehlerei seit Monats frift in Untersuchungshaft. Er soll ein gestohlenes Fahrrad verfauft haben. Wert des Objektes 35 Mt. Dafür die lange Untersuchungshaft. Dafür herausgeriffen aus seiner guten Arbeitsstelle und in das Heer der Arbeitslojen hineingetrieben. Da sind doch Zeugen in der Sache," jagt der Richter. Jawohl, der Dieb des Rades, ein siebzehnjähriger Bursche, erscheint, frisch und vergnügt. Er braucht nicht in Untersuchungshaft zu sitzen, denn er ist ja noch jugendlich. Folgender Sachver halt liegt dem Fall zugrunde. Paul S und Friz K., der Dieb, wohnten in einen Hause. Baul arbeitete fleißig, unterstützte seine alte Mutter. Frizz trieb fich herum. Eines Tages tommt er zu Baul: Du hör mal, ich habe da mein Fahrrad von meiner Großmutter abgeholt und möchte es gerne los werden. Willst du es mir verkaufen? Kriegst was ab!" Paul wollte, und am Abend ging man zusammen in eine Schankwirtschaft und bot es an. Für 35 m. Der erste Bejucher des Lokals, dem Baul es anbot, war ein Kriminalbeamter, der gerade einen Kontrollgang machte. Er mußte schon von dem am Tage vorher gemeldeten Diebstahl und verhaftete die beiden jungen Leute auf der Stelle. Friz wurde alsbald wieder freigelassen. Baul wurde in Untersuchungshaft genommen. Und saß vier Wochen, bis heute die Berhandlung stattfand. Ich hatte keine Ahnung, daß Friz R. das Rad gestohlen hatte," beteuert er immer wieder. Auch der Dieb entlastet ihn. Er habe ihm nichts von dem Diebstahl gesagt. Der Staatsanwalt hat das Wort: Es tommt nicht darauf an, daß der Zeuge dem Angeklagten nichts von dem Diebstahl gejagt habe. Der Angeflagte habe sicherlich gewußt, daß das Rab gestohlen sei, denn er fannie die Lebensverhältnisse des Zeugen. Er halte den Angeklagten deshalb der Hehlerei für überführt und beantrage 4 Monate Gefängnis. Bier Monate Gefängnis wegen 35 M. Der Angeklagte erbleicht. Seine Hände zittern. Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück. Der Angeklagte fieht zum Zeugen hinüber, der ihn in diese Lage gebracht hat. Der fenft schuldbewußt den Kopf. Urteil: Freispruch auf Kosten der Staatstafie, aber eine Entschädigung wegen unschuldig erlittener Untersuchungs haft wird dem Angetiagten nicht zugebilligt, weil er nur mangels Beweises freigesprochen wird. kreditierten! Stadtwahlen in Nowawes. Die Verleihung der Stabtrechte an die bisherige Landgemeinde Nowames machte es notwendig, die Einwohner von Nowawes erneut in verhältnismäßig furzer Zeit an die Wahlurne zu rufen. Am heutigen Sonntag soll die Entscheidung für die zufünftige Entwicklung von Nowawes, soll die Entscheidung, ob diese Ent wicklung im Sinne einer fortschrittlichen Kommunalpolitit oder im Geist des Vorfriegs- Spießertums durchgeführt werden soll, fallen. Ein Wahlkampf von in Nomames bisher nicht gefannter Schärfe liegt hinter uns. Ganze Schlammfluten Don Berleumdungen und Lügen sind über die Sozial demokratische Partei und deren fommunalen Bertreter ergoffen worden. Mit allen Mitteln versuchten die Vertreter des reaktionären Bürgertums ihre am 4. Mai errimgene Zufallsmehrheit zu verteidigen. Troßdem die feit dem 4. Mai in Aussicht stehende und Ziele wesentlich gehemmt hat, haben die verflossenen neun Neuwahl die bürgerlichen Kreise in der Berfolgung ihrer Bünsche Monate gezeigt, welche Auffassung die bürgerlichen Kreise von dem Wesen der Kommunalpolitit haben. Die Sozialdemokratie fann zunächst mit Stolz darauf hinweisen, daß fie es gewesen ist, die mit allen Mitteln für die Berleihung der Stadt: rechte an die bisherige Landgemeinde eingetreten ist. Es war für sie ein unhaltbarer Zustand, dem deutschnationalen Landrat weiterhin die Möglichkeit zu geben, Nowawes in feinen Be strebungen, bie Entwicklung seiner industriellen Struktur entsprechend durchzuführen, zu hindern. Wieweit die Politif des Landrats geführt hat, beweist ein Borgang der letzten Zeit. Nowawes befizt ein eigenes, in einer wunderbaren waldreichen Lage liegendes Alters- und Kinderheim. Beim Kauf dieses Heimes gehörte das Gelände politisch zum Gutsbezirk Botsdamer Forst. Bei der Aufteilung dieses Gutsbezirkes wurde dieses Gelände, troßdem es direkt mit Nowawes zusammenhängt, nicht etwa an Nowawes, sondern nach Glienice eingemeindet. Nowawes beabsichtigte nun auf ihrem Gelände innerhalb des Die Gemeinde Alters- und Kinderheims eine Liegehalle für tuberkulosgefährdete Kinder zu errichten. Der deutschnationale Gemeindevorsteher von Glienice hat gegen dieses Vorhaben der Gemeinde Widerspruch erhoben, weil der Bau„ Glienicke- Einwohner belästigen" tönnte. Diefes Beispiel ist eines der vielen, die sich anführen ließen, um zu zeigen, mit welchen Schwierigkeiten die reine Industriegemeinbe Nowapes mit den ganz anders eingestellten Billenvororten ihrer Umgebung zu tämpfen hatte Trozdem auch den Bürgerlichen diefe ganzen Berhältnisse bekannt waren, haben sie versucht, die Stadtwerdung mit allen Mitteln zu befämpfen. Selbst vor dem Mittel der leichtfertigen, ja balb falschen Behauptung amtlicher Stellen gegenüber schreckten sie nicht zurüd. Die Sozial demotratie fann weiter mit Stolz darauf hinweisen, daß troß hervorragender Leistungen auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge und des Schulwesens, ein Verdienst der Sozialdemokratie, die Gemeinde durch die Inflation hindurch bis auf den heutigen Tag ,, Schaffen und Schen" en". In Unter diesem Motto geht eine Ausstellung der Wert. freude", die zurzeit im Hause Potsdamer Straße 104, Eingang Kurfürstenstraße, stattfindet. Man hat eine reiche Auswahl von Geschenken zur Jugendweihe und Schulent Iaffung zusammengestellt. Unter anderem fallen schöne weiße Emaillearbeiten auf, die von vorgeschrittenen Schülern der Kunstgewerbeschule gearbeitet worden sind. Außer den vielen Büchern, Bildern, Schmud, Keramit und Treibarbeiten ist auch gute handgearbeitete und schöne einfache Maschinenwäsche vorhanden. reicher Auswahl find Jungmädchenfleider vertreten. Man findet ( Schneiderarbeit) bis 80 m. Auf jeden Fall wird man gut besehr gute Konfektionskleider von 25 M. an und ausgesuchte Kleider dient. Als Neuheit wird Borett- Seide verwandt, die in einer Sehlendorfer Werkstatt hergestellt wird. Sie ist ohne Besak ver arbeitet, gesprint, hat aber die Wirkung der Malerei. Die Werk freude" verkauft aus eigener Arbeit Blaudrud, Seidenbrudstoffe und Waschjamt. Sie fertigt fomohl Kleider an, wie sie auch den Müttern behilflich ist, Kleider für die Kinder herzurichten. Ein eigenartiger Berkehrsunfall" ereignete sich gestern mittag gegen 1 Uhr in der Potsdamer Straße zwischen Bülow und Winterfeldtstraße. Ein vor einen Geschäftetagen gespanntes Vierd fiel plöglich um und aab einem Fohlen das Leben. Die herbeigerufene enerwehr leistete die erste Bilfe. Im übrigen dürfte die Frage erlaubt sein. ob ein solcher Vertehrsunfall" nicht zu vermeiden war. Der Besizer des Pferdes war doch sicherlich über den Zustand des Tieres unterrichtet. Bom Unto getötet. Von einem Kraftwagen wurde in der Nacht zum Sonnabend um 121, Uhr der 71 Jahre Reidskontrat Paul Werth. Unter den Eichen zu Groß- Lichterfelde, überfahren und getötet. Der Wagen schleifte den Berunglückten noch 35 Meter weit mit. Der Chauffeur ließ ihn dann liegen und jagte da von. Später aber stellte er fich selbst. Es ist ein 50 Jahre alter Mann namens Karl 8 mirnlein Er behauptet, daß er, als er das Unglüd wahrgenommen batte, im Augenblid den opf berloren und deshalb weitergefahren sei. Wieder zur Besinnung netommen, babe er sich entschlesien. freiwillig zur Polizei zu geben. Lichterfelde übergeben. Stirnlein wurde wegen fahrlässiger Tötung dem Amtsgericht Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute vormittag 10 Uhr Gründungsfeier Meidsbauner Schwarz- Rot- Gold in Saalbau Friedrichshain. Karten zum Preise von 1 M. find ab 9 Uhr noch am Eingang des Saales zu haben. Beute, 2 Uhr nachmittags, im Staatstheater Charlottenburg Der Widerspenstigen Zähmung von Shakespeare. " Die juriftliche Sprechstunde fällt am Montag, den 23. d. m. aus. Schwere 3ündererplofion bel Großenhain. Das Webrkreisfommando IV teilt mit, daß bei einem Transport von Zündern für Minenwerfermunition von Zeitbain nach Dresden am Freitag aus noch ungeklärter Uriade bei Großenhain eine Anzahl Bünder explodierten. 8 wei Mann des Artillerieregiments 4. wurden fer verlegt. Auch zwei Pferde erlitten schwere Verlegungen. Die Untersuchung ist im Gange. Genossenschaftliches aus Amerika. Zusammenschluß von dreihundert Konsumvereinen. In Deutschland ist das System der Konsumgenossenschaften feit langer Zeit erprobt. Man fonnte meinen, daß diese Art Selbsthilfe der wirtschaftlich Schwachen sich nur in den Ländern herausbilden werde, die unter einer sich forterbenden Wirtschaftsnot der breiten Schichten leiden. Aber auch in den Vereinigten Staaten, zurzeit dem reichsten Lande der Erde, hat dieses den großen Wirtschaftsprozessen parallel laufende Bersorgungssystem eine hohe Entwidlungsstufe crreicht. In Minneapolis besteht seit vier Jahren die Frant. lin Cooperative Creamery", eine Genossenschaftsmolkerei, die heute bereits zwei Drittel der städtischen Milchversorgung übernommen hat. Sie liefert ihren Verbrauchern jährlich für 3,5 Millionen Dollar Milch und Milchwaren. Obwohl diese Genossenschaftsmolkerei den Farmern 15 Cents pro hundert Liter Milch mehr be zahlt, als sie anderweit erhalten, fann sie ihre Waren zu beträchtlich niedrigeren Preisen abgeben als die private Konkurrenz. Und dann ist diese billigere Milch so hochwertig, daß man feit ihrer Einführung in die breiten Schichten der Stadt Minneapolis ein wesentliches Absinfen der Kindersterblichkeit beobachtet hat. Die Franklin- Genossenschaft hat den Fettgehalt ihrer Produkte über den gefeßlich vorgeschriebenen Grad erhöht und zugleich den Batteriengehalt auf ein in folder Geringfügigfeit nie dagewefenes Maß heruntergezwungen. Die Ueberschüsse dieser Vereinigung dienen, wie in der New Yorker " Nation" erzählt wird, teils der Betriebserweiterung, teils der Weiterbildung der Mitglieder und geselligen Veranstaltungen. Im legten Jahre fonnten rund 4000 Dollar zur Propagierung des Genossenschaftsgedankens in den amerikanischen Nordweststaaten aus. gegeben werden. In der Fabrikstadt Maynard in Massachusetts gibt es eine Genossenschaft, die durch Einbehaltung der Ueberschüsse zweier Jahre einen Fonds von etwa 23 000 Dollar schaffen konnte, mit dem fie einen Feldzug gegen die Kohlenbarone eröffnete. Sie schloß Berträge mit einem Bergwerk und organisierte eine unmittelbare Bes lieferung ihrer Mitglieder mit dem Ergebnis einer bereits pro Zonne sichtbar werdenden Ersparnis. Eine neue Erscheinung im amerikanifchen öffentlichen Leben ist die Genossenschaftsfiedlung. Ihre Idee fam erst 1921 aus dem wohnungslosen Mitteleuropa nach Amerika. Bekanntlich sind in der Neuen Welt die Wohnungsmieten außerordentlich hoch. So fand der Gedante einer Wohnungsgenossenschaft günstigen Boden. Man hielt vor allem baran fest, daß die Genossenschaft das Eigentumsrecht an Boden und Gebäuden behielt. Die Bewohner sind nur insoweit Eigentümer, als sie Anteile an der Genossenschaft befizen. Sie dürfen ihr Haus aber weder mit Profit verkaufen noch mit Profit vermieten. Der Nutzen liegt für fie darin, daß sie etwa um die Hälfte billiger wohnen als in Privats häusern. In den letzten zwei, drei Jahren sind in Milwaukee über hundert Genossenschaftsheime gebaut worden. Weitere fünfhundert find geplant. Aehnliche Genossenschaftsheime gibt es auch bereits in New York, Brooklyn und einigen anderen Städten. Man hat in Deutschland von den amerikanischen Arbeiterbanten gehört, die insgesamt 35- ein Rapital Don 125 Millionen Dollar repräsentieren. Ihre Aftien find zumeist in den Händen von Arbeitern. Aber in ihren geschäftlichen Bräuchen folgen fie dem Prinzip der Privatbanten: fie machen" Geld für ihre Attionäre. In diesem Sinne sind sie feine reinen Genoffens schaftsbanken. Es gibt num aber in Amerila über dreihundert Boltsbanken oder Kreditvereinigungen, die nicht nur bic Depositen ausschließlich von ihren Mitgliedern annehmen, sondern auch Anleihen nur an die ihnen vertrauenswürdig erscheinenden Mitglieder ausgeben, meiftens Telephoniſtinnen, Angestellte, Fabritarbeiter, Farmer und auch Intellektuelle. Ihr Aftienfapital beläuft sich auf zufammen etwa 15 Millionen Dollar. Gegen 12 Millionen Dollar find von ihnen an die Angehörigen derjenigen Volksschichten ausge. lichen worden, die hier ihre Ersparnisse zusammengetragen haben. Berluste sind so gut wie gar nicht zu verzeichnen gewesen. Noch vor furzem war der Genossenschaftsgedante in Amerifa nicht aus dem Stadium des Experimentierens heraus. In letzter Zeit haben sich nun aber 333 der stärksten Konsumgenossenschaften in der Co. operation League" zusammengeschloffen. Ihr geschäftlicher Erfolg dokumentiert sich in der Summe von 15 Millionen Dollar pro Jahr. Ihr Aufstieg ist unverkennbar. Bor wenigen Wochen fand dann in New Yort ein Genossenschaftstongreß statt, auf dem acht Gruppen von Genossenschaftsorganisationen eine gemeinsame Einlaufszentrale gründeten. Sie beschlossen, wichtige Artikel für gemeinsame Rechnung waggonweise einzukaufen, 3. B. Zuder und Mehl. Man erblidt darin einen bedeutenden Schritt zur Ueber. Leitung auch des Engrusgeschäftes in genossenschaftliche Bahnen. In New Dort gibt es ferner pier Genossenschafts. restaurants, die monatlich insgesamt 65 000 Mahlzeiten ausgeben. Die 1900 Teilhaber" diefer Restaurants haben bereits 14 000 Dollar an Auszahlungen und dazu 6 Proz. Zinfen auf ihre Einlagen erhalten. Diese Restaurants erfreuen sich einer sehr starfen Beliebtheit. Sie sind billig und gut. Die 45 Genossenschaftsbädereien der Vereinigten Staaten sind zum Teil Grün. dungen von Bäderetarbeitern, die es aufgegeben hatten, eine Erhöhung ihres Einkommens zu erhoffen, nachdem wiederholte Streits fruchtlos geblieben waren. Es gelang ihnen, Geld für eigene Bäckereien durch Verkauf von Anteilen zu sammeln. Naturlich waren unter diesen Teilhabern auch Konsumenten. Das Er. gebnis war, daß an diesen Genossenschaftsbäckereien die arbeitende Klaffe als Gesamtheit profitierte, denn in vielen Städten gelang es, die Preise der fonfurrierenden Brivatbäder herunterzuzwingen. In Zeiten des Streits erwiesen sich die Genossenschaftsbädereien für die Arbeiter als besonders wertvoll. So lieferten sie 1922, während eines großen Textilarbeiterstreits, den Gemeinschaftsküchen der Streifenden 170 000 Brote. Das Verständnis für den Gemeinschaftsgebanten ist in Amerika in ständigem Bachsen begriffen. Man hat sogar zwei Lehranstalten für genossenschaftliche Angestellte geschaffen. So bilden sich in der Taghema 2.25 nit Stickere Neuen Welt, wo die Wirtschaftsprinzipien von gestern zu triumphieren scheinen, unter der Oberfläche der Bertruftungen und Privatmonopoli. sierungen neue wirtschaftliche Machtfaktoren auf seiten der Ver. braucher, die dem Wirtschaftsprinzip von morgen wirksam den Weg bereiten. Großfeuer in einer Lübeder Teerfabrit. Gestern mittag gegen 12 Uhr brach in der am Elb- Trave- Kanal in der Nähe der Gasanstalt gelegenen Lübeder eerprobuttenfabrik von Baedel& Co. infolge Explosion ein Großfener aus. Die Lübecker Feuerwehr war mit allen Hilfsmitteln zur Stelle, fonnte aber bis 2 Uhr mittags des Brandes nicht Herr werden. Die Gasanstalt dürfte nicht mehr bedroht sein. Starnberg- München im elektrischen Zug. In aller Stille hat fich in München ein in der Geschichte der elektrischen Vollbahnen denkwürdiger Borgang abgespielt. Nachdem am Vormittag schon die Strede vom Bahnhof Tuzing bis München von dem war, lief abends die erfte von Starnberg tommende elektrische großen Umformerwerk in Bafing unter Spannung gelegt worden Lokomotive mit einem Salons und Revifionswagen in den Starnberger Bahnhof ein. Die schwere, achtadfige Lokomotive, die von ersten von München aus elektrisch gefahrenen Zug. Noch wenige der AEG. ausgerüstet wurde, übernahm am folgenden Tag den Wochen und es werden auf der landschaftlich schönen, aber betriebstechnisch sehr schwiericen Strecke München- Garmisc nur nochelettrische Lokomotiven verfehren, die dem reisenden Bublifum außer dem Fortfall der Rauchplage auch einen wesentlich verkürzten Fahrplan bringen. Wetterbericht für Berlin und Umgegend. Wechselnde Betvöltung bei mäßigen östlichen Winden. Keine nennenswerten Niederschläge. In den Mittaasstunden Temperatur nabe Null. Für Deutschland. Im Südosten ziemlich beiter. In Mittel und Südwestdeutschland bewölkt und stellen weise Niederschläge. Temperatur um Null schwankend. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 22. Februar. F Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 22. Februar: Werbebezirk Tiergarten: Vormittags 10 Uhr bei Berger, Jagow-, Ede Levegowstraße, wichtige Funktionärversammlung. Die sogenannten Welteren fowie Mitarbeiter und Parteivertreter find besonders eingeladen. Werbebezirk Neukölln: Abends 18 Uhr im Jugendheim Schierke. Straße 44, Auguft- Bebel- Feier. Werbebezirk Ostbahn: Abends 7 Uhr im Jugendheim Barkaue 10, August- Bebel- Feier. Abteilung Weißenfee: Abends 7 Uhr im Jugendheim Noelde-, Ede Charlottenburger Straße, Elternabend. Die Eltern find herzlichst eingeladen. Südwesten: Besuch des Botanischen Gartens, anschließend Wanderung durch den Grunewald. Treffpunkt 1610 Uhr Blücherplag. Fahrgeld 30 Bf. Morgen, Montag, den 23. Februar, abends 7½ Uhr: Gesangschor zur Frühlingsfeier: Morgen, Montag, im Jugendheim Linden ftraße 3. Leitung: Genoffe Dr. Guttmann. Alle fangesfreudigen Genoffen und Genoffinnen müssen erscheinen. Often( Petersburger Biertel): Jugendheim Ebertnftr. 12, August- Bebel Abend. Werbebezirk Arenzberg: Funktionärversammlung im Jugendheim Reichenberger Str. 66( Feuerwehr). Vortrag: Jugendschug". Abteilung Moabit 1: Lichtbildervortrag:„ Entstehung der Erde". ( Fortschung.) Abteilung Niederschöneweide: Am Dienstag, den 24. februar, abends 7 Uhr, im Jugendheim Oberschöneweide, Laufener Str. 2, Lichtbildervorivag: Der Sozialismus in der Raritatur". Anmeldungen für die Einführungskurse im Anschluß an die Funktionär Turse sind sofort dem Jugendsekretariat einzusenden. Beginn der Sturse Anfang März, Dauer 10 Abende. Untoftenbeitrag 75 Pf. für bis 18jährige, 1,50 0. über 18jährige. Werbebezirk Reinidendorf: 8-3 Kursus über Psychologie des Jugendlichen Leitung: Maria Sodann. 3%-44 Uhr Gigung der Wanderleiter; 4-6 Uhr Werbebezirksvorstandssigung mit den Parteivertretern und den Bertretern im Ortsausschuß für Jugendpflege; 7-9 Uhr Werbebezirksmit gliederversammlung. Unsere Ofteragitation." Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstefie: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 37/38. Sof 2 Tr. Achtung, Gastwirtsgehilfen! Für alle Kameraden, die im Gastwittsgewerbe tätig sind, findet in der Nacht vom Montag, den 23., zum Dienstag, den 24. Februar, eine Nachtversammlung statt. Steferent Ramerad Frig Ebert jr. Näheres durch Sandzettel. Bersammlungslokal: GermaniaSale, Chauffeefte, 110. Gauvorstand. Ramerabschaft Wilmersdorf: Die Uebungen für Trommler und Pfeifer beginnen Dienstag, den 24. Februar, abends 8 Uhr, im Wilhelmshof, Charlottenburg, Berliner, Ede Spreestraße. Die Teilnehmer treffen fich um 7 Uhr bei Kroiß. Den Kameraden wird die Teilnahme an dem republitanischen Abend am Mittwoch, den 25. Februar, abends 8 Uhr, im großen Gaal des Vittoriagariens, Wilhelmsouc, dringend empfohlen. Der erfte Referent, Reichstagsabgeordneter Breitscheid, wird über Republik und Rechtsblod" sprechen. Diese republikanischen Abende finden vorläufig jeden vierten Mittwoch im Monat statt. Kamerabschaft Kreuzberg. Jugendgruppe III: Montag, den 23. Februar, abends 8 Uhr, Bersammlung Montag, den 23. Februar, abends 8 Uhr, Jungmannschafts- Monatsverfammim Restaurant Bichler, Dieffenbachstr. 76. Kameradschaft Neukölln- Brig: Tung im Cotal Mosler Nachf., Weichfelstr. 8. Wichtige Nachrichten. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. a) Gebet, Wolf, b) Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, Beethoven( Hainz v. Tarnoff( Tenor). 2. Predigt des Herrn Pfarrer Gentz von der Kaiser- Wilhelm- Gedächtnis- Kirche. 3. Dem Unendlichen. Schubert( Heinz v. Tarnoff). Am Flügel: Dr. Artur Böhme. 12-12.55 Uhr nachm.: Hans- BredowSchule.( Abteilung Hochschulkurse). 12 Uhr mittags: Professor Erman: Erzählungen und Weisheitsbücher aus dem alten Aegypten". 6. Vortrag. Die jüngeren Weisheitsbücher der Aegypter und ihr Verhältnis zum alten Testament". 12.35 Uhr nachm. Prof. Dr. Alfred Manes: Einführung in die Versicherungswissenschaft". 6. Vortrag. Versicherungsrecht. 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Landwirtschaft und Gartenbau. Abteilung Landwirtschaft. Dr. Leonhards: Die Anwendung der künstlichen Düngemittel. 3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: Japanische Märchen und Sagen. 1. Juki onna, die Schneefrau. 2.Urashima Taro. 3. Der Sperling mit abgeschnittener Zunge, übersetzt und bearbeitet von Prof. K. Alberti in Tokio.( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4 30-5 40 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 5.45 Uhr abends: Einführung zu der Uebertragung aus der Staatsoper. 6 Uhr abends: VI. Uebertragung aus der Staatsoper Unter den Linden:„ Lohengrin", Oper in drei Akten von R. Wagner. Dirigent: Georg Szell. Regie: Karl Holz. Personenverzeichnis: Elsa: Maria Hussa; Ortrud: Margarete Arndt- Ober; Lohengrin: Fritz Soot; Telramund: Max Roth; Heerrufer: Herbert Janssen; Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. König Heinrich: Martin Abendroth. Sächsische und thüringische Gittliche Brobleme der Che" spricht Serr Geheimvat Geeberg im Auftrage der Grafen und Edle, Edelfrauen, Edelknaben, Mannen. Frauen, Ortsgruppe Berlin der DGVG. und einiger Wohlfahrtsverbände am kommenKnechte. Ort der Handlung: Antwerpen. Zeit: Erste Hälfte des den Dienstag, den 24. februar, abends 8 Uhr, im Plenarsaal des chemaligen 10. Jahrhunderts. Serrenhauses, Leipziger Str. 3. Der Eintritt ist frei, Gäfte find willkommen. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Die Jüdische Gemeinschaft veranstaltet aui Mittwoch, den 25. Februar, Theaterdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Uebertragung). abends 8 Uhr. im Reichstafino, Berlin NO. 48, Neue Königftt. 26, eine öffentliche Bersammlung mit anschließender Aussprache. Referent Rabbiner Königswusterhausen, Sonntag, den 22. Februar. Dr. Silberberg. Thema: Die Folgen der Mischehen für das Judentum". 11.30-12.50 Uhr nachm.: Konzert. Mitwirkende: Gertrud Hirschfelder- Langer, Konzert- und Oratoriensängerin; Otto Hutschenreuter, Violoncello; Hans Matthies, Organist, am Ibach- Flügel 1. Gavotte für Klavier, Sapellnikoff. 2. a) Arie aus Josua"," O hätt' ich Jubals Harf. G. F. Händel, b) Arie aus, Die Schöpfung", " Nun beut die Flur für Sopran, J. Haydn. 3. Sonate A- Dur für Violoncell, L. Boccherini, Adagio Allegro Menuetto. 4. Agnus Dei für Sopran, Cello, Klavier, G. Bizet. 5. Caprice für Klavier, H. Matthies. 6. a) Hab' Sonne im Herzen, O. Hutschenreuter. b) Lied aus Boccacio", F. v. Suppé c) Le Carneval de Venise, Konzertvariationen für Sopran, J. Benedict, 7) a) Andante aus dem III. Konzert für Violoncell, G. Goltermann. b) Neapolitanisches Volkslied, arrangiert für Violoncell, Casella. 8. Serenade für Sopran, Cello, Klavier, G. Gounod. 12 Uhr mittags: EsperantoEinlage. Montag, den 23. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Technik. Oberingenieur Siegfried Hartmann:„ Der kritische Ingenieur"( Technische Wochenplauderei). 7 Uhr abends: Tausend Worte Französisch. 7.30 Uhr abends: Hans- BredowSchule.( Abteilung Bildungskurse). Medizin. Prof. Dr. Eckert: , Hygiene des älteren Kindes und des Schulkindes" 4. Vortrag. " Die englische Krankheit( Rhachitis des Schulkindes). 8 Uhr abends: Vortragsreihe:" Vom Deutschtum in aller Welt. 3. Vortrag. Geheimrat Große:„ Der deutsche Kaufmann in der Welt". 8.30 Uhr abends: Hanns Heinz Ewers spricht... 1. a) Nächtlicher Besuch, aus dem Buche„ Ameisen", b) Die Spinne, aus dem Buche Die Besessenen"( Hanns Heinz Ewers). 2. a) Totentanzmelodie, Heinz Tießen, b) Capriccio, Stefan Frenkel, c) Orientale, César Cui, d) Tambourin chinois, Fritz Kreisler( Stefan Frenkel, Violine). 3. a) Abenteuer in Hamburg, aus dem Buche Der gekreuzigte Tannhäuser", b) Drei Grafen Spee, aus dem Buche Moganni Nameh", c) Fabeln, aus dem Buche Moganni Nameh"( Hanns Heinz Ewers). Am Flügel: Dr. R. E. Lapini). Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). Der Bund religiöser Sozialisten veranstaltet unter dem Thema„ Schicksal und Biebervertörperung" in Neukölln, Hortaftr. 9( großer Saal), am Montag, den 23. d. M., abends 7½ Uhr, bei freiem Eintritt einen theosophisaen bend, auf dem Genoffe Crich Böppel sprechen wird. Arbeitersport. Ueber Sprechcor, T.-B. Die Naturfreunde". Brobe für Märsfcier Friedhof Stadthallo, Montag, den 23. Februar, abends 8 Uhr pünktlich, Gipsstraße. Turn und Sportverein Fichte. 4. Jungmädchenabteilung: Montag, den 23. Februar, Don 8-10 Uhr in der Turnhalle Siemensftr. 20, öffentliches Surnen. Die Frauen und Mädchen der Moabiter Arbeiterschaft sind freundlichst eingeladen. Geschäftliche Mitteilungen. Dem Bolls Feuerbestattungsverein Groß- Berlin, e. B. a. G., muß das Berdienst eingeräumt werden, die vollstümliche Verbreitung der Feuer bestattungsidee außerordentlich gefördert au haben. Der Verein hat heute 420 000 Mitglieder, reiche Industrieanlagen und Referven( 13 591 verstorbene Mitglieder wurden vom Beginn des Vereins bis zum 31. Dez. 1924 auf Kosten Ab 16. November 1924 bes Bereins feuerbestattet.) Der Bevein ist ein gemeinnügiges Unternehmen. ift die Wartezeit für Neueintretende von einem Jahr auf einen Monat heraballe Gewinne tammen nur den Mitgliedern zugute. acfekt. Mitglieder anderer Feuerbestattungsvereine treten ohne Eintrittsgeld fofort in den Genuß der tostenlosen Bestattung.( Siche Jufera.) Unter den großen Spezialhäusern Deutschlands für Herren- und Knabenfleidung steht heute die Firma Bernward Leineweber, Berlin C., Köllnischer Fischmarkt 4-6, mit an erster Stelle. Während ihres annähernd 40jährigen Bestehens hat sich die Firma au einem großzügigen imposanten Unternehmen entwidelt. Günstige Angebote Metallbettstelle 16.25 weiss u schwarzlackiert Ruhebett 39.50 mit buntem Bezug Mengen abgabe: vorbehalten GUSTAV LUSTIG 462 GL GL LUSTIG EOS der elegante Schuhputz Daunendecke 94.Bettfedern: Lustig Gustav Aufpassen! 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Dieser soziale Grund- aedanke der Republik stößt indes in der kapitalistischen Wirt- schaft, in der die besitzende Klasse über die Produktionsmittel verfügt, auf Widerstand. Das kapitalistische Unternehmertum schafft ständig eine Reservearmee von Arbeitskräften. Das Reich hat nur einen sehr beschränkten Einfluß aus das Aus- maß dieses Arbeitslosenheeres: das Recht auf Beschäftigung ist für den Arbeiter und Angestellten immer nur im Rahmen der durch die Unternehmer und nach ihren Gewinnrücksichten seweUs gewährten Einstellungsmöglichkeiten gegeben. In der Berfaffung wird mit dieser vom Willen der Unternehmer ab- hängigen Lage des Arbeitsmarktes gerechnet und bestimmt: »Soweit ihm angemessen« Arbeitsgelegenhoit nicht nachgewiesen werden kann, wird für seinen notwendigen Lebensunterhalt gesorgt.' Hi«r wird grundsätzlich die Pflicht des Reiches zur llnterhaltungspflicht der Arbeitslosen anerkannt. Bis zur Stabilisierung der Mark ist in der Erwerbslosenfürsorge diesem Grundsatz entsprochen worden. Die Verordnung vom 13. Februar 1924 über die Erwerbslosenfürsorge, der am IS. Oktober 1923 eine solche zur Aufbringung der Mittel voraufgegangen war, hat«ine grundlegende Lende» r u n g gebracht. Mit der Einführung einer Beitrogs» Pflicht sind für die Arbeitnehmer die Pflichten einer Arbeitslosenversicherung rechtskräftig geworden, ohne daß die Leistung als Rechtsanspruch gewährt wird. Bedürftigkeitsprüfung, Zwangsarbeit und mangelnde Selbstverwaltung sind für die Versicherten als Last au» der früheren Fürsorg« bestehen geblieben. Aus dieser Mischung von Fürsorge und Versicherung haben sich unHalt- bare Zustände herausgebildet, da von beiden Methoden die Nachteile und von keiner die Lorteile für die Arbeitnehmer übernommen worden waren. Angesichts der noch vorhandenen großen Arbeitslosigkeit ist die Neuregelung dring! ich geworden. Stände die prinzipielle Entscheidung zur Tagesordnung, so müßte auch heute für die Erwerbslosenfürsorge votiert werden, denn die Ar» beitslosen sind das Opfer eines verfehlten Wirtschastssystems, ihre Not ist unverschuldet und unabhängig von ihrem Arbeits- willen. Auch oersicherungstechnisch fehlen nach wie vor für eine Arbeitslosenversicherung jene präzisen zahlenmäßigen Berechnungsgrundlagen, die sonst in der Sozialversicherung statistisch beschafft werden können. Der Arbeitsmarkt ist abhängig von den Schwankungen der auf» und niedergehenden wirtschaftlichen Konjunktur und deshalb ungeeignet zur Anstellung versicherungstechnischer Be» rechnungen. Die Frage, die heute zu entscheiden ist, lautet aber nicht Fürsorge oder Versicherung, sondern: Beibehaltungder bestehenden Erwerbslosenfürsorge mit Der» sicherungsbeiträgen oder wirkliche Ber- sicherung mit obligatorischen Dersicherungs» l e i st u n g e n. Gegenüber der jetzigen Regelung dedeutet zweifellos die Arbeitslosenversicherung eine notwendig« Kor» rekwr. Die Erwerbslosen müsien aus ihrer heutigen unwür- digen Stellung des Almosenempfängers befteit werden. Darum ist in diesem Augenblick das Verlangen nach einer Arbeitslosenversicherung dringllch geworden, denn nur so läßt sich jene unglückliche Verordnung vom Februar 1924 ablösen. Die sofortig« Erörterung ist auch notwendig, um den Referentenentwurf des Reichsarbeitsministeriums, der schon den Ländern zugegangen ist. aus dem Dunkel der Geheimratsbesprechungen ans Tageslicht zu bringen. Schon bei der Umgrenzung de« Personen» kreise» zeigt sich dort der mangelnde Wille zur einheitlichen Versicherung. Die Angestellten werden nur erfaßt, soweit sie krankenversicherungspflichtig sind. Vor allem aber sind wiederum die Landarbeiter als Menschen minderen Rechts behandeft worden. Ferner lehnt sich der Entwßrf in versicherungstechnischer Beziehung auch in den Fragen unmittelbar an die übrige So- zialversicherung an. bei denen in der Arbeitslosenfürsorge gänzlich abweichende Voraussetzungen gegeben sind. Das gilt für die Anwartschaftsvorfchriften. in denen für die voraufgegangenen zwei Jahre eine versicherungspflichtige Beschäftigung von nicht weniger als 26 Wochen verlangt itziird. Hier werden noch nicht einmal für die Uebergangszeit ausreichende Erleichterungen gewährt. Auch die D e f i- nition der Arbeitswilligkeit ist recht auslegungs» fähig, um die Unterstützung oerweigern zu können. Als unerträglich muß es empfunden werden, daß auch in die endgültige Arbeitslosenveriicherung die Pflicht- or b ei t hinübergerettet werden soll, wie sie für die Jugend- lichen und die langftistig Unterstützten vorgesehen ist, soweit öffentliche Mittel zu? Beschäftigung der Arbeitslosen bereit- gestellt werden. In einer Versicherung, zu der Beiträge ge- leistet werden, kann für die Unterstützung nicht auch noch Ar- beit als zweite Gegenleistung verlangt werden. Auch die Bestimmung, daß in den Fällen fristloser Entlassung keine Unterstützung gewährt wird, zeigt den neuen Zlur«. Hier wird die Arbeitslosenversichening zur Wafte des Ünteruebmers gegen mißliebige Arbeiter oder An» gestellte. Schließlich fei für heute nur noch auf folgenden Paragraphen hingewiesen: Arbeitslose deren Arbeitslosigkeit durch Ausstand»der Aus- sperrung ganz oder überwiegend verursacht ist. haben für die Dauer de» Ausstand« oder der Aussperrung keinen Anspruch aus Arbeit». losenunterstützung. Also nicht nur die am Streik BeteMgten, sondern auch diejenigen Belegschaften anderer Betriebe, die in Geschäfts. Verbindung mit dem bestreikten Unternehmen stehen, sollen rechtlos werdem. Die Sperre der Unterstützung soll eine Arbeitnebmeraruppe gegen die andere, die streikende, auf- bringen, um die Kräfterverhältnisie im Kampf zugunsten der Unternehmer zu verstärke-. Noch schlimmer wirkt diese Be- stimmung im Fall der Aussperrung. Aber auch alle übrigen Bestimmungen mahnen zur Wach- samkeit und eingehenden Vorbereitung für die kommende Ge- setzesberatung. Die Beratungen im Reichswirffchaftsrat und Reichstag werden ein sozialer Kampf, der nur dann erfolg- reich sein kann, wenn er unter lebendiger Anteilnahme der Mafftn vor sich geht. Ulargies Kelle bei öer Tstheka. Schwere Vorstrafen.— Der Angeklagte als Bombenfabrikant. Di««eitere Berlesung der die Aussagen des Angeklagten Poege in einem anderen Verfahren betreffenden Protokolle wurde im weiteren Verlauf der Sonnabendoerhandlung im Ts cheko prozeß auf Protest der Verteidigung hin zurückgestellt. Auf Befragen von Rechtsanwalt Dr. Wolf erklärte Poege. er wisse, daß Neumann früher der KAPD. angehört und daß er sich verdächtig gemacht habe, weil er viel Geld bei sich gehabt habe und mit PolizeibeanUen bekannt war. Es habe deshalb einmal ein« Sitzung in Mariendorf stattgefunden. Neumann: Ich war Mitglied der Kommunistischen Arbetterpartei nach der Spaltung des Spartakusbundes, ging dann 1929 nachdem Hallenser Parteitag zur KPD.' Nach dem Märzaufftand 1921 bin ich für acht Wochen wieder ausgetreten, weil ich mit der Taktik der Partei nicht einverstanden war, ging dann aber zur KPD. zurück und war Mitglied beim 13. Berliner Bezirk. Nach einer einstündigen Mittagspause wurde dann zur Vernehmung ües Angeklagten Margies geschritten. Dieser bat zunächst, auf seinem Platz auf der Anklage- dank bleiben zu dürfen und nicht, wie alle übrigen Angeklagten vor dem Richtertisch, an dem»S ch a n d p f a h l', treten zu brauchen, da er sich unter Umständen nicht beherrschen könne und eventuell in Fesseln gelegt werden wüst«. Vors.: Das ist kein Schandpfahl, hier haben schon sehr ehrenwerte Männer gestanden. Es handelt sich nur um «ms Maßnahme im Hinblick auf die schlechte Akustik des Saale». Margies: Mir ist schon einmal passiert, daß ich mich vergriffen habe, ich möchte also lieber auf meinem Platz bleiben. Der Vorsitzende erklärt sich vorläufig damit einverstanden. Margies: Ueber meine Personalien verweigere ich jede Auskunst. vorfl: Ob Sie wirklich Margies heißen, wisien wir nicht. Reichsanwalt Neumann: Das ist bereits daktyloskopisch festgestellt. Landgerichtsrat Flöget: Außerdem hat er ja eben zugegeben. daß er Margie» ist, der sich im G«richt»saal in Bochum vergriffen hat. Er ist nämlich einmal beinah« gegen einen Staatsanwalt tätlich geworden. Der vor. verliest hierauf das Strafregister von der Staats- onwaltjchaft Burg bei Magdeburg. Danach ist Margie» bereits vielfach vorbestraft, und zwar wiederholt weg«« gefährlicher Körperverletzung, in einer ganzen Reihe von Fälle« wegen Diebstahl Im Rückfall, Widerstandes gegen die Slaals- gewall, Unterschlagungen usw. Vors.: Stimmen diese Vorstrafen. Margies: Das wäre ja eine Auskunft über mein« Personalien. die ich doch grundsätzlich verweigere. Vors.: Es schwebt ferner bei der Etaatsanwaltschast Bielefeld eia verfahre« wegen Morde» uud schwerer KSrperverletzuug. Sie sollen einen Polizeibeamten erschossen und«inen anderen schwer verletzt haben. Dos Verfahren ist nur vorläufig eingestellt worden, mst Rücksicht auf da» hier Ichwebende Verfahren. Reichsanwalt Nenmann: Im Jahre 1921 hatte sich Margies wegen Hochverrat» und Beteiligung am Bochumer Ausstand zu verantworten. Während der Vernehmung fing er an zu toben, warf seine Stiefel nach dem Gerichtshof und mußte abgeführt werden. Nach Beobachtung in einer Anstalt wurde er für zurechnungsfähig erklärt. Vors.: Gehören Sie der KPD. ans Margie»: Darüber gebe ich kein« Auskunst, nachdem festgestellt. ist, daß die Augehörigkeit hierzu schon ewe strafbar« Handlimg darstellt. Vors.: Wollen Sie sich auch nicht zur Anklage äußern? Margies: Doch, darüber gebe ich gern Auskunft. Vors.: Dissen Sie, daß die Kommunistische Partei 1923 den ge- wattsamen Umsturz vorbereitete? Margies: Damals war ich in Hast. Vors.: Was wissenSievon der»Tscheka-Grupp«'? Margies: Nur das, was hier darüber verhandelt worden ist. Vors.: Also sonst wissen Sie von der Tscheka nichts, auch nichts vom.Revko'7 Marqies: Nein. Auf Befragen de« Vorsitzenden schildert dann Margies, wie er Neumann zugeführt worden sei, weigert sich aber zu erklären, von wem und fährt fort: In Berlin suchte ich Anschluß an die Gruppe J)ans', ohne zu wissen, was das für eine Gruppe war. »Hans' war anfänglich mißtrauisch, nahm mich dann aber in die Gruppe auf. Auf meine Frage, wem wir unterständen, erklärte »Hans'(Neumann), wir stehen außerhalb der Partei. Ich habe mich Neumann persönlich verpflichtet, und zwar für den»Bund der roten Katzen'. Unsere Aufgabe war 1. Bewachung der Partei, 2. Spitzelerledigung. Vors.: Wie war denn das gemeint? Margies: Ich war nicht so neugierig, danach zu sragen. Unserer Gerichtsbarkett unterstanden auch die prominentesten Genossen der Partei. Wir waren sozusagen der oberste Gerichtshof über alles. Vors.: Neumann, ist das richtig? Neumann: Nein, ich habe ihn»ereidigt, wie olle anderen auf die Partei. Zch habe ihm nur gesagt, im Falle einer Verhaftung wird die Partei offiziell nichl hinler uns flehen. Da» halle ich mit aller Bestimmtheit aufrecht. Margies: Vorläufig hatte ich w der Gruppe nichts zu tun. ich hörte aber, daß man oft von Pier sprach. Auf meine Frage, wa» das bedeutet, sagte Neumann:»Du mußt an Stelle von Bier Sekt setzen. Dann wirst Du verstehen.' Als er mir dann den Fall Seeckt erzählte, fragte ich ihn, ob er sich auch getraue, Seeckt mit Pistolen herunterzuschießen und schlug vor, wie im Falle Rathenau Bomben zu verwenden. Darauf sagte Neumann:»Wir haben keine, wir sollen für unsere Zwecke Bomben ans Rußland bekommen.' Darauf erwiderte ich:»Sind denn die deutschen Kollegen schon soweit, daß sie keine Bomben herstellen können?' und erklärte mich bereit, eine Bombe herz» stellen. Man hat mehrfach festzustellen versucht, ob ich nicht ein kleiner Bombenfabrikant bin. Aber ich habe es mir eben zugetraut, eine Bombe herzustellen und ich muß den Herrn Reichsanwalt Eber mayer bezichtigen, daß er selbst erklärt hat, was man sich zutraut, das kann man auch.(Heiterkeit.) Sehr sachverständig und umständlich beschreibt dann der Ange- klagte, wie er eine Bersuchsbombc hergestellt und zu sammen mit Neumann ausprobiert habe, was den Bor- sitzenden zu der Bemerkung veranlaßt:»Sie scheinen ja ganz genau Bescheid zu wissen.' Margies: Jawohl. Wir haben dann auch noch die Frage er- örtert, ob wir uns Sprengstoff selbst herstellen sollten. Aber das war uns zu teuer. Nach einiger Zeil hak dann Nenmann genug Sprengstoff bekommen. Vors.: Neumann, ist das richtig, daß Margies mtt dem Fall Seeckt nichts zu tun hatte? Nenmann: Nein, das ist nicht richtig. Vors.: So, also das ist nicht richtig. Präsident Dr. Niedner veranlaßte hierauf den Angeklagten Neumann, dessen Stuhl unmittelbar vor dem des Angeklagten Margi-s steht,-sich von der Anklagebank fort vor den Richtertisch zu setzen. Die letzte Bemerkung des Vorsitzenden auf die Antwort Neumaim:- §ob der Verteidigung Anlaß zu einem scharfen Protest gegen diese lrt der Fragestellung an Nenmann, dessen Antworten sich der Vor sitzende anscheinend zu eigen machen wolle. Dr. Niedner wies darauf jode Rüge seiner Verhandlungslcitung sehr entschieden zurück. Er sei sich vollkommen bewußt, daß er durchaus objektiv die Handlung führe. R.-A. Dr. Wolf erklärte daraufhin, daß sich die kommunistischen Verteidiger bei einer Fortdauer dieser Art der Perhandlung g e- nötigt sähen, ihr Amt niederzulegen. Iuftizrat Viktor FraenN schloß sich dieser Erklärung an. Reichsanwalt Neumann: Meine Behörde hält jede Kritik an der Derhandlunqsleitung des Herrn Präsidenten für unzulässig. R..A. Dr. Löwenthal: Als nichtkommunistischer Verteidiger muß ich ebenfalls erklären, daß diese Art der Verhandlungsleitung nichf so weitergehen kann. Wir haben das Empfinde», daß hier ein Unter- schied zwischen Neumann und den anderen Angeklagten gemacht wird, daß Neumann nicht nur zum Zeugen, sondern auch zum zweiten Ankläger geworden ist. Der Vorsitzende erklärt hieraus, daß er sich keinesfalls diese An« wort Neumanns zu eigen mache. R.-A. Dr. Schümichen gab für seinen Mandanten, den Ange klagten Diener, die Erklärung ab, daß dieser keinen Anlaß habe, sich den gegen den Präsidenten gerichteten Erklärungen anzuschließen. Hierauf zogen sich die Verteidiger zu einer Beratung zurück und die Verhandlung wurde unterbrochen. Nach halbstündiger Beratung erschienen die Verteidiger wieder im Saal und Justizrat Dr. Fraeukl gab die Erklärung ab, daß die Verteidigung bei ihrer vorher geäußerten Auffassung verbmb« Ein Kommentar' wurde dieser Erklärung nicht hinzugefügt. Hieraus wurde die Verhandlung aus Montag früh 9 Uhr vertagt. Die endlose Untersuchung. Wiederaufnahme der Sitznngeu im Preusteuausschust. Im Untersuchungsausschuß des Landtages, der gestern nach«inwöchiger Pause wieder zusammentrat, wurde zunächst mit- geteilt, daß die Reichsregierung die Vorlegung verschiedener Akten verweigert, weil sie in der Angelegenheit anderweitig gebraucht werden. Es wird ein Unterausschuß von sieben Mit- gliedern eingesetzt, der gemeinsam mit Vertretern de» preußischen Justizministeriums den Rechtsstandpunkt der Reichsministerien einer Nachprüfung unterziehen soll Verlesen wird weiter der von un» veröffentlichte Brief des Oberprasidcnten H ö r s l n g, der die Aus- sogen des Kriminaloberinspektors Klinghammer und ein Schreiben der Pressereferentin Frl. Peter«, die gleichfalls bestimmte Angaben Klinghammer» al» unwahr zurückweist. Reichstagasbg. Sollmann wendet chsi in einem Schreiben gegen gewisse Bekundungen des Zeugen Davldsohn,«in Kaufmann Eonnenseld gegen Angaben des Abg. Kuttner. Der Vorsitzende verliest schließlich einen Brief des früheren Handelsministers S i e r i n g, in dem die letzte Aussage des Mi- nister» in einem Punkt berichtigt wird. Minister Siering hatte die Frage, ob auch deutschnationale Abgeordnet« sich dafür verwandt hätten, daß bestimmt« Banken als Devisenbanken zugelassen werden, verneint. In seinem jetzt eingegangenen Brief schreibt Abg. Siering, er habe nachträglich festgestellt. daß sich während seiner Amtszeit der deulschnallonale Reichs- kagsabg. Karl Neu hau» au ihn gewandt habe mtt der ville. der waldeckschen Bank die vorher abgelehnte Zulassung al» veuisenbank zu verschaffe«. Als erster Zeuge wird dann Bourai Saß vernommen. Heitmann hatte ausgesagt, D o r m a t habe ihm mitgeteilt, der Wert der Konzernwerk« I. Roth und Berlin-Burg betrage noch einer Schätzung de» Baurats Saß 9S Millionen Mark, er— Bormai— sei also ein reicher Mann, da er nur 33 Millionen Mark Schulden habe. Tatsächlich soll der Wert der Werke nur ein Drittel dieser Summe betragen haben. Aus die Fragen des Vorsitzenden erklärt der Zeuge erregt: Die Sache ist glrut er. l o g e n 1 Er gibt dann an, er habe die Werke nicht auf 95, sondern nur auf 22.2 Millionen geschätzt. Auf Fragen des Abg. Dr. Dcerberg(Dnat.) erklärt der Zeuge. er habe auch Dritten gegenüber nie einen Wert von 93 Millionen angegeben, er wisse aber, daß der innere Werl verichieVner jfc. triebe die höhe seiner Schätzung wesentlich übersteige. Abg. heilmann iSoz.) gibt die Möglichkeit zu. daß Barmat geäußert habe, aus Grund der Schätzung des Baurats Saß glaube er. sein Dennögen auf 9 5 Millionen einschätzen zu können. Die Schätzung des Baurais Saß sollte auch nur die Unter- läge bilden für die Ausgabe von Obligationen auf die Hälfte des geschätzten Wertes des Grund und Bodens der Werke. Baurat Saß erklärt dazu, die Beleihbarkeit von Grundstücken entspreche erfahrungsgemäß selten dem wirklichen Wert. Di« Beweiserhebung wendet sich dann der Frage zu: Hat sich der preußische Jnenminister dafür eingesetzt, daß die Porkerreräume des Innenministeriums an da» verNn- Burger Eisenwerk A.-G. vermietet wurde, ohne vorherige öffentliche Ausschreibung und unter schärf- stem Widerspruch des Finanzministeriunis? Die Berlin-Burger Eisenwerke haben sich, wie vorher fest- gestellt wird, etwa im Juni 1924 dem Barmat- Konzern ange- schlössen. Oberregierungsrat Bandmann bekundet als Kommissar des preußischen Innenministeriums: Am 11. Februar 1924 ging dem Innenminister ein Schreiben der Berlin-Burger Eisenwerke zu, i» dem Bezug genommen wurde aus eine vorhergegangene Unter- redung des Aufsichtsratsmitgliedes Minister a. D. D o m i n i c u s mit dem Innenminister über die Frage, ob dem -Werk nicht die Parterreräume des Ministeriums zu Ausstellungs- zwecken vermietet werden könnten. Das preußische Staatsministe- rium stimmte grundsätzlich dem Vorschlag« zu. Am 15. Juli kam e» zu einer Vorlage des Finanzminister». der den Innenminister zur Unterschrift ausforderte. Dies« Unter- schrist ist aber nicht erfolgt, weil Bedenken technisch«? Natur bestanden. Die Sache ist dann zunächst nicht inehr weiter verfolgt worden, nachdem auch der Kultusminister Be- denke» aus kunstgeschichtlichen Gründen erhoben hatte. Am 26. November sprach' sich der Innenminister!a einem an den Ministerpräsidenten gerichteien Volum gegen die vernüeluug au». Zur Zeil dieser Verhandlungen hotten die Werke mit Bannot noch nichts zu tun. Auf die Aussage de« Staatssekretär» Weber vom Reichsfinanz- Ministerium in derselben Angelegenheit ward dann verzichtet. Di« nächste Sitzung sindei am Montag nachmittags 1 Uhr statt mtt der Tagesordnung: Vernehmung der Frau Birk und des Gewerkschastssekreiär» Baumeister. Zu der Vernehmung Bau- ■neister« soll auch D a v i d s oh n zugezogen«erden. Schluß Uhr. Wirtschaft Das Märchen vom Elend der Schwerindustrie. Slappern gehört nun einmal zum Handwert. Das haben unsere Schmerindustriellen richtig erkannt. Lieft man die Berichte der großen Werte, ihre für die Deffentlichkeit bestimmten herzbe. wegenden Klagen in den gemeinsamen Verbandsfizungen und " in den Generalversammlungen über Konturrenz, unrentable Preise, untragbare Steuern und unerschwingliche Löhne, fo muß man glauben, die industriellen Werte stünden durchweg vor ihrem Ruin und es wäre bei ihnen gewiffermaßen Matthäi am Letzten". Seit Jahren begegnet man allenthalben diesen Magen und man müßte vermuten, daß der Exekutor längst die letzte Maschine abgeholt hat. Mit einigem Erstaunen muß man unter diesen Umständen die jetzt erschienenen Beichsmartbilanzen der großen Werte betrachten. Sie weisen befremdlicherweise ein ganz anderes Bild auf, als man erwartet hatte. Wo sind die großen Berluste, die durch die angeblich untragbaren Lasten entstanden sind? Benn die Bilanzen richtig aufgestellt worden Der Berband beutscher Fabritanten für Ge. brauchs, 3ier und Kunstporzellan repibiert rüdfichts los die Mitgliederbetriebe, ob sie den Berbandsvorschriften nach tommen, im Bedarfsfalle merden hohe Strafen eingezogen. Der Verband der Hutfabrikanten und Busgroß händler verpflichtete seine Mitglieder, nur mit den Warenliefe: ranten zu arbeiten, die sich ihrerseits verpflichten, nicht anders als durch den Verband zu verkaufen.( Damit sollen die billigeren Preise der Warenhäuser, die bei den Lieferanten bireft faufen wollen, ausgeschaltet werden.) ( Fertilintereffenten) setzte feine Normalfaltulation" für alle mitDer Bergisch Sächsische Fabrikantenverband ( Tertilinteressenten) setzte seine Normalfaltulation" für alle Mitglieber so hoch an, daß die sächsische Verbandsgruppe fonturrenzunfähig wurde. Der Berband der Großhändler in Futterstoffen und Schneiderartifeln( übr 400 Mitglieder) erpreßt die Mitgliedschaft dadurch, daß Außenseitern( auf Grund eines Gegen feitigkeitsvertrages mit den Weberei.n) der Bezug notwendiger Stoffe gesperrt wird. Der Verein Bremer Baumwollefpebiteure und Lagerhalter zwingt feine Mitglieder, nur mit den Firmen Gefchäfte abzuschließen, die vorgeschrieben werden. Der Verband der Knoch- nhändler und der fnochen verarbeitenben Juburie verpflichtet seine Mitglieder unter anderem, soweit es sich um Einlauf in Europa( 1) handelt, fich jeder eigenen Tätigbeit, sofern sie nicht im Auftrage der Organisation erfolgt, zu enthalten. Der Großhandelsverband ber hutbran dhe fette den Großhand.szuschlag auf 30 Broz. feft Der Ring der Groß- Berliner Asphaltfirmen nute fein Monopol so rüdsichtslos aus, daß die Stadt mit der Instand. jeung ihrer Straßen in große Schwierigkeiten geriet und liederliche Arbeit hoch bezahlen mußte. als bei den Brinatbanten, bie bisher thre Abschlußbtlanz veröffent licht haben. Eigene Wertpapiere find unter den niedrigsten Kursent des letzten Jahres mit insgesamt 1,8 Millionen Mart bewertet. Ebenso vorsichtig erfolgte die Bewertung der dauernden Beteilia gungen, die mi: 1,84 Millionen Mart angegeben sind und die die Anteile der Bank an folgenden Unternehmungen umfaffen: Re visions- und Treuhand G. m. b. H., Deutsche Orthopädische Werke G. m. b. 5., Deutsche Versicherungsband A.-G., Niederländische Bank van 2. Behrens u. Söhne in Amsterdam. Unter den Gläubigern fällt auf, daß von den 335,36 Millionen Marf ein verhältnismäßig sehr großer Teil langfristige Einlagen vorhanden ist, nämlich 186,9 millionen Mart, die für mehr als vier Wochen an gelegt find. Das ist bemerkenswert. Denn die Privatbanten haben nämlich unter ihren fremden Geldern meistens nur ganz furz be fristete Einlagen, sogenannte Bereitschaftsgelder. Die Reichskredit. gesellschaft konnte diesen hohen Betrag langfristiger Gelder dadurch hereinnehmen, daß fie fich an der Berwertung der E.Shay. an me if ungen des Reiches in hohem Maße beteiligte. Inter effant ist die Gewinn und Berlustrechnung. Der Rohgewinn beträgt 9,2 Millionen Goldmart. Handlungsunfosten und Steuern erforderten davon 4,6 Millionen Goldmurf, wobei zu bemerken ist, daß diese Bank nach dem bisherigen Steuerrecht feine Körperschaftssteuer zu zahlen brauchte. Vom Kohgewinn entfällt der weitaus größte Teil, nämlich 5,8 Millionen, auf Zinsen, Devisen und Sorten, weitere 2,7 Millionen wurden aus Provisionen erlöst. Die Konsortial- und Effettengewinne sind mit 650 713 M., entsprechend der allgemeinen Börsenlage, verhältnismäßig gering. Der Reingewinn, der 4,6 Millionen Goldmart beträgt, soll zur guten Hälfte, nämlich mit 2,4 millionen Goldmarf dem Reserve. fonds überwiesen werden; 100 000 m. find dem Angestellten unterstügungsfonds zugedacht. Ferner foll eine Dividende von 6 Prozent ausgeschüttet merden. Der sagungsmäßige Gewinnanteil des Aufsichtsrats, 24 484 m., ist meiter abzuziehen, so daß noch 265 671 m. zum Vortrag für neue Rechnung bleiben. Die Reichstreditgesellschaft hat, wie die Berwaltung mitteilen konnte, ihre Geschäfte erheblich erpeitern, tönnen und brauchte deshalb auch feinen großen Beamtenabbau vorzunehmen. 3m letzten Jahre wurde das Bersonal von 811 auf 670 Angestellte reduziert. Die Bant fonnte ihre Geschäfte mit Brinaten ausdehnen, so daß diefe in letzter Zeit sogar die Geschäfte mit dem Reich weit überwiegen. Das gilt insbesondere für die Einlagen. Beitweilig zur Berfügung stellen; es hat sich auch auf Wunsch der Reichsbank an der Wiederherstellung des privaten Wechselmarktes beteiligt und Handelswechsel hereingenommen. Der Brivatdistont. marti entwidelt sich allerdings sehr langsam. Die An faze dazu gehen bis in den Nonember v. 3. zurüd; es tommt je. doch erst in neuerer Zeit mehr Material heraus. Von einem ge regelten Markt in Privatwechseln fann noch feine Rede sein. Sowohl das geschäftliche Ergebnis wie der allgemeine Stand der Bilanz laffen den Schluß zu, daß das Reichsunternehmen wirt. schaftlich mit gutem Erfolg gearbeitet hat. find- und man hat feinen Anlaß, daran zu zweifeln fo tann die Großindustrie mit den Resultaten des Krieges und der Inflations zeit, die sich jetzt Doll übersehen lassen, in materieller Hinsicht wohl zufrieden sein und wenn man recht hinblidt, so fann man hinter allem Ach und Weh unserer Großindustriellen doch ein heimliches Schmunzeln wahrnehmen. Klappern gehört eben zum Handmert. Statt des vielerwähnten Substanzschmundes ergibt sich allenthalben eine träftige Bermehrung der Substanz. Bon besonderem Intereffe find hier die großen Montanunternehmungen schon beshalb, weil sie ja angeb. lich durch den Ruhrtrieg besonders betroffen und unterstützungs bedürftig geworden sein sollen. Nun: in den Bilanzen der Montan unternehmungen wird man nach Anhaltspuntten für eine Notlage vergeblich suchen. Deutlich zeigen uns die Reichsmartbilanzen der Rhein- Elbe- Union, daß die Zusammenlegung aus dem Be. ftreben heraus erfolgt, die Bermehrung der Substanz nach Mög des englischen Borar- Welttrustes, die Preise merden von England fonnte das Unternehmen dem Geldmartte erhebliche Beträge lichteit zu verschleiern. Die Stinnes'schen Berte, die ihr Rapital nicht verwässert haben, mären ohne Frage imftande gemefen, non einer herablegung des Attienfapitals über haupt abzusehen. Aber namentlich im Hinblid auf die Ruhrentschädigung und die Deffentlichkeit müssen die Abschlüsse mit den Alagen vom Elend der Großindustrie menigstens etwas übereinstimmen Die Attienkapitalen von Krupp, Roedner, Rhein- Elbe- Union, Phönig, Rheinische Stahlwerte und Rombacher zeigen jedoch nach der Zusammenlegung noch eine Berme hrung um runà 210 Millionen Reichsmart. Die Vorräte erscheinen in den Bilanzen mit mir 274 Millionen Reichsmart gegen 295 Millionen Reichsmart vor dem Kriege. Wer indeffen den gewaltigen Umfang an Borräten aller Art bei den erwähnten Werten fennt fie find fast durchweg unvergleichlich größer als damals der tann unge. fähr ermessen, melche riesigen stillen Reserven hier verborgen liegen. Aehnlich verhält es sich mit den Anlagen, die insge. famt mit nur 1160 Millionen Rentenmart eingestellt worden fint, gegen 1360 Millionen Rentenmart vor dem Kriege, obwohl in ber Kriegs. und Nachkriegszeit, namentlich aber in der Inflationsära von den Werten geradezu phantastische Summen- 3. T. mit Reichs banftrebiten oder sonst aus Reichsmitteln zur Erweiterung und Berbefferung der Anlagen verwendet wurden. Trogbem werben fie geringer bewertet als vor dem Kriege. So ließen sich noch zahlreiche Boften aus den Reichsmarteröffnungsbilanzen der großen Werte hervorheben, die alle den Beweis liefern, daß die große Rotber Schwerin duftrie nichts meiter als ein recht einträg. liches Märchen ist. Benn Krieg und Nachtriegszeit unseren Industriellen fonft teine Stapfschmerzen macht mit bem materiellen Ergebnis find fie sicher zufrieden. Kartelle und Kartellrechtsprechung. Wie sehr die Kartelle unb Ronventionen Deutschland darauf abzielen, die Preise hochzuhalten, dazu hat die Recht fprechung des Kartellgerichts reiches Material geliefert. Eine vom Genossen Heinig vorgenommene Zusammenstellung aus der Braris des Kartellgerichts zufolge wurden u. a. nachstehende Fälle von Mißbrauch der Rarbellgemalt festgestellt: Haarwäsche Eine Firma, die ein Haarwaschsalz herstellt, hat kürzlich in Zeitungsinseraten behauptet, daß Shampoone auf das Haar ungünstig wirkten. Diese Behauptung trifft für das älteste und bekannteste Kopfwaschpulver, das seit 22 Jahren bewährte und von Millionen Verbrauchern dauernd benutzte ,, Schaumpon mit dem schwarzen Kopf" nicht zu und ist daher irreführend. Dieses Prǎparat enthält keine das Haar schädigenden Bestandteile und seine Vorzüge sind unübertroffen. Als Haarspezialisten bekannte ärztliche Autoritäten bestätigen die absolute Unschädlichkeit des „ Schaumpon mit dem schwarzen Kopf". Die gegenteiligen unwahren Behauptungen sind durch einstweilige Verfügung des Amtsgerichts Berlin- Mitte Nr. 76 G. 222/25 als unlauterer Wettbewerb gekennzeichnet: sie unterliegen gerichtlicher Verfolgung! Lassen Sie sich also nicht täuschen, sondern verlangen Sie, wie seit langen Jahren, ausdrücklich das an Güte unübertroffene ,, Schaumpon mit dem schwarzen Kopf". Alleiniger Hersteller: Hans Schwarzkopf, Berlin- Dahlem. Wichtig ist, daß Sie beim Einkauf den Zusatz mit dem schwarzen Kopf" besonders betonen. THEODOR RAATZ AUTOMOBIL A.G. BERLIN W 35 Potsdamer Straße 112 Telephon: Nollendorf 56-59 Der Berband der Strohhutgeflechtsbleicher und färber hinderte burch einen Bertrag mit dem Bleich.reiverband feine Mitglieder, ihre Produktion zu verbilligen. N 1 Der Verband der Detorations und hutblumen Blätter und Früchte Fabritanten hinderte feine Mitglieder in ihrer Bewegungsfreiheit so rücfichtslos, daß fie in ihrem wirtschaftlichen Fortkommen beschränkt wurden. Die Deutsche Borag- Bereinigung ist nur ein Glieb aus bestimmt. Der Reichsverbanddeutscher Mechaniter verhindert ben birethen Bertauf von Fahrrädern burch Fabritanten auf die Art, baß er den Verein deutscher Fahrradindustriellen, den Grossisten schuhverband, den Gummireifenverein und die Freilaufnabenton nention verpflichtete, an solche Fabrikanten feine Waren zu liefern. Der Verband deutscher elettrotechnischer Bor elllanfabriten legt feinen Mitgliedern berart rüdsichtslos brückende Zahlungs., Berkaufs- und Lieferungsbedingungen auf, bie Einzelunternehmen fonkurrenzunfähig machen. Die Bertaufspereinigung deutscher Bappenfabritanten verlangt von ihren Mitgliedern 5 Broz. vom Umfah. Das Rartell der deutschen Patronenfchrot fabriten fette für Bezüge in fleinen Mengen so hohe Zuſchläge fest, daß das Kleingeschäft völlig zerstört murde. Die Bertaufsgesellschaft Hannoverscher Ziege. leien fette völlig unbegründete, das zulässige Maß des Rein feft. Der Anhaltende Befferung des Arbeitsmarkts. Entwicklung eine andere Richtung zu geben. In der Berichtswoche gewinnes überschreitende Breite et des fofiergewerbes Deutschlands hat mit den Lieferanten von Isoliermaterial einen Bertrag abgeschlossen, der diese zwingt, an Nichtmitglieder kein Material zu verkaufen. Der Bertaufsverein füddeutscher Raltfabriten erhebt von seinen Mitgliedern derart hohe Beiträge, daß Berte, bie feine Aufträge zugebeilt erhalten, für entgangenen Berdienst entführung des Kraftbetriebes Neueinstellungen vornahm. Die lehthin fchädigt werden können. Die Großfonzerne im efeberband benuhen ihre lebermacht, um die Heinen Mitglieder durch die strengen Kartellbestimmungen auffaugungsreif zu machen. Die Tendenz bes. Arbeitsmarktes zeigt nach dem Bericht des Berliner Landesarbeitsamts seit einiger Zeit einen ständigen Aufstieg, der wöchentlich allerdings nicht so start in Erscheinung tritt, aber immerhin in seiner Gesamtwirtung von erheblicher Be deutung ist. Auch einzelne Schwankungen vermochten nicht dieser tritt gleichfalls der Rüdgang der Arbeitslofigteit in Erscheinung, an der alle Berufsgruppen faft gleichmäßig bea teiligt find. Neben den bekannten Umständen wird die Entwicklung des Arbeitsmarktes durch die Umstellung im Verkehrs. gemer be begünstigt, das vielfach insbesondere auch durch die Eineingetretene Belebung im Handelsgewerbe läßt eine erhöhte Berfandtätigkeit erkennen, die unter anderen auch in Neueinstellun gen von Handelshilfsarbeitern ihren Ausdrud findet. Eine weitere Entlastung des Arbeitsmarttes dürfte für die nächste Zeit durch den landwirtschaftlichen Kräftebedarf zu erwarten sein, der sich schon jetzt mehr und mehr in der Anforderung von landwirtschaftlichen Arbei: sfräften bemerkbar macht. Es waren 62 767 Personen bei den Arbeitsnachweisen einge. tragen, gegen 64 255 der Borwoche. Darunter befanden sich 49 072 ( 49 812) männliche und 13 695( 14 443) meibliche Berfonen. Unter ftügung bezogen 26 528( 26 820) männliche und 4564( 4811) weibliche, insgesamt 31 092( 31 631) Personen. Die Zahl der zu gemeinnügigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 367 gegen 356 der Vorwoche. Für die Landwirtschaft gingen erhöhte Aufträge zur Ge stellung von Arbeitsträften ein. Auch für Gärtnereien belebte fich die Nachfrage. Die Reihe unserer Beispiele aus der Startellpratis tönnte noch beliebig verlängert werden. Aber schon die wenigen aufgezählten Tatbestände genügen zu der Schlußfolgerung, daß die kartelle heute ganz wesentlich an den hohen Preisen mit schuldig sind. Das geht schon daraus hervor, daß die Biefe rungs, Sahlungs und Breisbedingungen immer so ausgebildet merben, daß auch der rüdständigste und minderwertigste Betrieb nodeine Rente abwirft. Damit wird auch das Berschwinden peralteter, an fich längst unrentabler Betriebe fünstlich verhindert. Weiter darf nicht übersehen werden, daß viele Kartelle zu braucht nur die immer inniger werdende Berbindung zwischen den gleich als Arbeitgeberverbände fungieren an In der Metallinbuftrie blieb nornehmlich die Elektro. und wirtschaftlichen und den fozialpolitischen" Spitzenverbänden der Radiobranche für männliche und weibliche Spezialarbeiter aufnahmedeutschen Unternehmer zu beachten, um jenen Zusammenhang befähig, mährend alle anderen Gruppen nur mäßig beschäftigt waren. ftätigt zu finden. Der Reichsverband der deutschen Industrie und die Fast alle Zweige des Spinnstoffgewerbes, mit Ausnahme der Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände treten immer häus Maschinenstriderei, weisen einen guten Beschäftigungsgrad auf. Infiger gemeinsam auf. So jett eben erst gegen eine gerechte Auf- verändert gut blieben die Beschäftigungsverhältnisse in der 3ell. mertung. stoff und Papierherstellung und Verarbeitung. Die Lederindustrie und Industrie lederartiger Stoffe bot für Geschirrjattler und Tapezierer gute Beschäftigungen. Dagegen hatte die Reiseartikelbranche nur geringen Bedarf an Arbeitskräften. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Holz- und Die einzelnen Rartelle find ebenso wie ihre einzelnen Spizenorganisationen häufig genug die direkte Ursache zu sozial rud ständigen Arbeitsbedingungen und schlechten Löhnen in ganzen Berufsgruppen. Das wirkt sich wenn auch so, daß die Deffentlichkeit den 3ufammenhang gar nicht ahnt im befonderen bei den Großtartellen der Schlüsselindustrie aus. Diese Tatsachen muß man sich vergegenwärtigen, um die Macht der Kartelle zu erkennen und zu ihr Stellung zu nehmen. Bon einer fo fapitalfreundlichen Regierung wie dem Kabinett Luther ist eine ernsthafte Kartellpolitik nicht zu erwarten. Die Arbeiterschaft muß in startem politischen und gewertschaftlichen Zusammenschluß den jenigen Einfluß auf die Regierung zu gewinnen suchen, der eine Zurüddrängung der Kartelle auf wichtigen Gebieten der Boltswirtschaft Produktions- und Abfahregelung mit dem Ziele der Produktionssteigerung und verbilligung möglich macht. -G Reichskreditgesellschaft. Die Reichstreditgesellschaft, die zunächst als Bank der Reichsbetriebe gegründet worden ist, später aber ihren Geschäfts fieis nach der Privatwirtschaft hin starf erweitert hat, und deren Attien sich in den Handen des Reiches befinden, veröffentlicht so. eben ihre Abschlußbilanz für das Geschäftsjahr 1924. Sie schließt in Attiven und Passiven mit 382 Millionen Mart ab. Das Attienfapital beträgt 30, der Reservefonds 5,6 Millionen Mart. Ein Vergleich der fremden Gelder mit den turzfristigen Anlagen der Bant( bei anderen Instituten in Wechseln und in furzfristigen Kreditgeschäften) ergibt eine außerordentlich hohe Liquidität des Unternehmens. 77 Proz. der fremden Gelder sind in derartigen furzfristigen Anlagen untergebracht. Die Liquidität ist größer 3 & JACOBINER 4, 6 und 8 Zylinder der Marken: mit Karosserien erster Firmen in jeder Preislage Adler Fafnir Protos Minerva Besichtigung unserer Ausstellung erbeten! Isotta Snizstoffgewerbe bewegt fich weiter in auffteigenber| Linie. Das Nahrungs- und Genußmittelgewerbe ist mit Ausnahme der Tabakindustrie gut beschäftigt. Bisher fonnte der Bedarf an Spezialfräjten jedoch noch in nollem Umfange gedeckt werden. Im Betleidungsgewerbe blieb ein guter Geschäftsgang vorherrschend. Perfekte Kräfte der Mantel-, Blusen- und Kleiderkonfektion fonnten nicht in allen Fällen gestellt werden. Im Baugewerbe ist bisher noch teine Belebung zu bemerken. Nach Schilder- und Plakatmalern bestand erhöhte Nachfrage. Prägung von Silbermünzen. Nach Beschluß des Reichsrats foll die Prägung von Silbermünzen in Höhe von drei Millionen Reichsmart vorgenommen werden. Die Treuhandstelle für die Anmeldung der öffentlichen Anleihen. Unter dem Titel„ Registrierung der öffentlichen Anleihen" veröffentlicht in der Presse eine an amtlicher Stelle nicht bekannte sogenannte, Treuhand stelle für die Anmeldung der öffent lichen Anleihen" eine Aufforderung an das Publikum, zum Zwede der Registrierung der noch im Verkehr umlaufenden öffentlichen Anleihen die Stücke bei dieser Treuhandſtelle anzumeten. Die Notiz könnte den Anschein erweden, als ob diefe Anmeldung von amtlicher Seite angeregt oder gewünscht fei; es wird ferner so dargestellt, als sei die Höhe der im Verkehr befindli ven öffentlichen Anleiben nicht bekannt. Weder das eine noch das andere ist der Schaumfee DAS CHUF BERLINH E FABRIK LUNSENSI chleich Seifenpulv chaumfee SEIFENPULVER SWIRKLICH DIE WÄSCHE SCHONT DAS Ein Versuch wird Sie von der ganz einzigartigen Wirkung des Saifenpulvers SCHAUMFEE aberzeugen! Verlangen Sie bei Ihrem Händler ausdrücklich ,, Schaumfee", falls nicht erhältlich weisen wir Bezugsquellen nach. Chemische Fabrik SCHLEICHT Berlin NW. 6, Luisenstraße 30 AR 744 Fall. Das Reichsfinanzministerium stelt vielmehr ausbrüdlich fest,| gelassen find, mas für bie meds meisten Attienbanden das eine Registrierung von Anleihen zum Zwede der Feststellung zutrifft. Es ist beabsichtigt, die Beröffentlichung durch die Reichsder Höhe des Umlaufs solcher Stüde im Verlehr überflüssig bant gesammelt vornehmen zu lassen. ist, da die Reichsfinanzverwaltung genau über den Umlauf unterrichtet ist. Erhöhung der Druckpapierpreise. Der Verein deutser Drudpapier Fabritanten ordnet eine Preiserhöhung von 1 m. pro 100 kg an, die bereits ab 1. März in Straft treten foll. In der Papierindustrie sind in der letzten Zeit recht häufig Preis: erhöhungen vorgenommen worden, die bei den Abnehmern größte leberraschung ausgelöſt haben. Es dürfte sich empfehlen, daß das Reichswirtschaftsministerium die Drudpapier- Vereinigung gut informierter Stelle mitgeteilt wird, liegt für die Preisauffordert, die Preiserhöhungen zu begründen. Wie nämlich von erhöhungen absolut teine Veranlassung vor. 3mei- Monatsbilanzen der Kreditbanken. Durch eine Befannt machung des Reichswirtschaftsministers wird die Veröffentlichung der 3wei Monatsbilanzen inländischer Kreditbanken, welche seit dem Kriege bekanntlich ausgesetzt war, wieder vorgeschrieben. Die Frist zur Veröffentlichung ist in der Bekanntmachung betreffend die Zulaffung von Wertpapieren zum Börsenhandel vom 4. Juli 1910 für diejenigen Banken bestimmt, von denen Attien seit dieser Zeit an der Berliner Börje neu zu Verloren polnisch. Paß auf Nam, Nathan Kroch r. Roch. Hamburg, Winterhuderweg 42 eb. 7. 12. 1867 in Buczacz, geg.Belohnung an obige Adr Ab 10 Til Engrosprs. Garotti, Maugion Trumpf usw Grahlg. Bartel, Stralauerft.51 Landhaus im Oderbruch 2 St., Küche, Scheune, Stall. 1 Morg Land, 1/2 Bachtland, groß. Obftgart, weg.Tades fall zu vertaufen. Zaback 88/12 ProstanerStr.6, v.Ili Wer Stoff hat, fertige Anzug nach Mak mit Futter, 45 M. an. Kühn, Rastanienallee 50/51. Trauerfpenden jeber Art ttetert pretsmeri Paul Golletz. Dormals Robert Meyer. Mariannenstr. 3. Amt Morigpl 10303 SCHUTZ MARKE Quittungs Rabatt u.Reklaniemarken Tertigt seit 45 Jahren dis Spezialitat Conrad Müller Schkeuditz Leipzig KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Rurfürstenstraße Auf Teilzahlung Möbel in allen Holzarten Komplette Speise-, Herrenund Schlafzimmer Küchen weiß und lasiert Glogau Kottbuser Straße 4 28 direkt an der Hochbahn Gelegenheit Reste f. Wintermäntel n. Kostüme: Sealplüsch, Samt, Krimmer. Futterseiden u. Halbseiden bedeutend unter Preis. Haarpuder, Goltzstr. 2 6 ( Grunewaldstraße) Volks Feuerbestattungsverein Gross- Berlin Versicher- Verein auf Gegenseitigkeit Behördlich Senehmigl Don Bayerns Aufwendungen für den Rhein- Main- Donau- Kanal Die bayerische Staatsregierung hat zum außerordentlichen Haushalt für Main Donau A.-G. eine Nachtragsforderung 1924 für die Beteiligung Banerns an der Rhein840 000 Mart und für 1925 eine solche von 4 650 000. Mart gestellt. Es handelt sich hierbei um den Anteil Bayerns an den Aufwendumgen für die Rhein- Main- Donau A.- G Die lettere Forderung dient vor allem der Weiterführung der Arbeiten am Raphict: Bert, dessen Fertigstellung man 1927 erwartet. in Leipzig, die den Einkauf für 100 deutsche Waren- und Kaufhäuser Intereffengemeinschaft zwischen deutschen und französischen Einfaufsfonzernen. Die Grohag, Großhandelsgesellschaft m. b. H., besorgt, hat, wie" Die Textil- Woche" erfährt, mit der Société Anonyme des Magasins Reunis in Paris einen Gegenseitig. fe itsvertrag abgeschlossen, wonach sie dieser Firma den Einkauf für sämtliche französischen Fabrikate und diese der Grohag den Einkauf fämtlicher deutschen Tertilwaren übertragen hat. Die Pariser Firma ist eine Einkaufsvereinigung, die drei große Warenhäuser in Paris und einige Einfaufshäuser in Lyon, Calais, Roubaix und St. Etienne befizt und der mehrere hundert Firmen in der Provinz angeschlossen sind. Da tanzt der lustige Faschingstraß zur 90 Hauptgeschäftsstelle: Berlin N 39, Chausseestraße 63, Eingang Liesenstraße. Telephon: Norden 10787 und 1756. Geschäftszeit von 9 bis 4 Uhr, Sonnabends bis 12 Uhr, für Bestattung bis 5 Uhr. UNTER STAATSAUFSICHT Treffen Sie bei Lebzeiten Anordnungen für Ihre Bestattung. Nach einmonatiger Mitgliedschaft kostenMan lose pietätvolle Bestattung.- Ohne ärztliche Untersuchung. Kein Kirchenaustritt erforderlich. verlange kostenfreien Prospekt oder Vertreterbesuch. BEKANNTMACHUNG. Der Deutsche Begräbnis- Versicherungs- Verein resp. ein Vertreter hat über den unterzeichneten Volks- Feuerbestattungs- Verein Groß- Berlin V. V. a. G. irreführende Behauptungen in die Oeffentlichkeit gebracht. Der Vertreter verbreitet u. a., daß wir der Staatsaufsicht nicht unterstellt sind und vor dem Konkurs stehen. Diese Behauptung ist eigentlich für jeden Kenner der Verhältnisse so lächerlich, daß es sich erübrigen würde, näher hierauf einzugehen. Da wir aber aus Erfahrung wissen daß selbst die absurdesten, unrichtigsten Angaben oft Glauben finden, so wollen wir jedenfalls ganz kurz folgendes feststellen: Wir stehen seit 24. Dezember 1913 in Gemäßheit des Gesetzes über die privaten Versicherungsunternehmungen Die finanzielle vom 12. Mai 1901 unter Staatsaufsicht Lage des Vereins ist die denkbar günstigste. Dies geht daraus hervor, daß dem Verein seit der Gründung bis jetzt mehr als 400 000 Mitglieder beigetreten sind, dementsprechende monatliche Beitragszahlungen eingehen, von denen noch nicht ein Drittel für Bestattungs- und Verwaltungsausgaben verbraucht werden. Daraus ist ersicht lich, daß mehr als zwei Drittel der Mitgliederbeiträge dem Reservefonds zufließen. Die Gelder unseres Reservefonds sind in eigenen Industrieanlagen( Sägewerk mit Sargfabrikation), Grundstücken, ersten Hypotheken, Stadtbeleihungen zum Bau von Krematorien und anderen volksAlle Gewinne und wirtschaftlichen Bauten investiert. Ueberschüsse kommen nur den Mitgliedern zugute. Die gesunde Grundlage unseres Vereins wird auch noch dadurch dokumentiert, daß wir selbst in der schweren Inflationszeit unseren Verpflichtungen den Mitgliedern gegenüber in bester, würdigster Weise nachkamen. Hieraus ist der ideale und soziale Charakter des Vereins, der auch zu seiner Gründung geführt hat, klar ersichtlich. Die Wahrnehmung privater Interessen irgendeiner Berufsgruppe ist also ausgeschlossen. Der Deutsche BegräbnisVersicherungs- Verein ist, wie er selbst zugegeben hat, von prominenten Vertretern der Berufsorganisation des privaten Bestattungsgewerbes ins Leben gerufen worden. Der Deutsche Begräbnis- Versicherungs- Verein wirft uns u. a. auch nicht angemessene Bezahlung, eine nicht gute und nicht preiswerte Leistung, eine nicht würdige und schablonenmäßige Bestattung vor. Diese Behauptungen widerlegen sich durch die Tatsache, daß wir unsere Bestattungen in eigener Regie in höchst wü devoller, feierlicher und angemessener Weise, was allgemein bekannt ist und anerkannt wird, ausführen. Die Särge werden in guter Qualität in eigener Fabrik hergestellt. Die Ueberführungen erfolgen in unseren eigenen, in jeder Beziehung ästhetisch wirkenden, der Bevölkerung bekannten Bestattungsautomobilen. Die Feier im Krematorium geht ganz nach den Wünschen der Angehörigen unter Mitwirkung eines Pfarrers oder Redners, Gesangsquartetts, künstlerischer Musik unter Begleitung von Orgel, mit schöner Blumenund Blattpflanzendekoration, vor sich. Wir sind in jeder Weise bestrebt, den in unseren Betrieben tätigen bzw.cenbei der Bestattung für uns mitwirkenden Personen einen mehr als angemessenen Lohn, Gehalt resp. Bezahlung zu geben. Diese Bekanntmachung soll nicht nur zur allgemeinen Aufklärung, sondern auch dazu dienen, daß unsere Mitglieder derartigen Angriffen entgegentreten und dazu beitragen, daß die Verbreiter unwahrer Behauptungen auf gerichtlichem Wege von uns verfolgt werden können. Zum Schluß möchten wir noch an alle beteiligten Kreise die Bitte richten, die Frage der Totenbestattung, welche doch weit in das Gefühlsleben eingreift, nicht immer wieder zum Gegenstand einer unschönen Pressepolemik zu machen. Volks- Feuerbestattungs- Verein Groß- Berlin V. V. a G. HAUSMUSIK Ο B& V AUST BEIL& VOSS von Tauentzien Str. 5 Nollendorf Pl. 7 Haupt Str. 9 Bad Str. 42/43 Rosenthaler Str. 16/17. Gr. Frankfurter Str. 110 Kottbuser Str. 1. Planufer 24 Küchen gegen Bar u. Tellzahlung Fix und fertig mit Rahmen: M. 66.-, 79.-, 96.- USW. m. Anrichte M.108.-, 124: 153.-, 165.-, 195.- usw. bei freler Lieferung. Brunnenstr. 160 Eingang Anklamer Straße Küchen- Schatz Gardinen Verkauf R.Witte, Wilmers dorfer Str. 66a, ei sie Etage. Kein Laden! Konkurrenzlos Am 20. Februar entschltet nach langem, fchwerem Lei n meine liebe Frau unsere gute Stiefmutter Marie Baganz geb. Leidicle im 62. Lebensjahre 6036 Dies zeigen tiefbetrübt an im Namen der Hinterbliebenen Wilhelm Baganz und Kinder, Schöneberg Gotenfte 42 Die Emäjcherung findet Mittwoch, den 25. Februar, nadimittags 4 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Ber. liner Straße, ſtatt. Allen Freunden, Verwandten und Bes fannten zur Nacht cht, daß unser Bater Groß-, Urgroß- und Schwiegervater, der ehemalige Bauarbeiter, Spediteur, Gast wirt und Gemeindearbeiter Wilhelm Gaßmann im 63. Lebensjahre gestorben ist Die Einäfcherung findet am 24. Fe bruar 1925, abends 8 Uhr, im Krema torium in der Gerichtstraße statt. Die Hinterbliebenen. 602b Stahlmatratzen pillig kaufen Sie im Etagengeschäft! Reiche Auswahl in Bettvorlegern, Brücken, Tisch- und Divandecken. Besichtigung ohne Kaufzwang! 1. Maß, Bolsterauft, Metallb. a. Priv. Günft. Kauferleichterung durch Anzahlung! Beding Sta.30Afrei Eisenmöbelf.Suht.Thür. 2. Aus der Mappe des kleinen Moritz. Moritz Mutti schickt mich gestern zu Großvati or sollte Ausflug mit uns machen aber mich mite Ford weil wir laufen. Auf wer Wiese hat sich Großßwati hingesetzt weil er nich weiter konnt. Pasi hats schon gedaucht un hat, Lebawohl für hühner. augen eingesteckt. Da ich es würder fein gegang – Zuhauf hab ich Großß. vati gemählt wie er dort sitzt. Moritz meint natürlich das berühmte, von vielen Aerzten empfohlene Hühneraugen- Lebewohl für die Zehen und Lebewohl- Ballenscheiben für die Fußsohle, erhält.ich in Blechdosen( 8 Pilaster) 75 Pig. in Apotheken u. Drogerien. A.Wertheim Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Glas Aschschalen Globes....... 125 Preßglasservice 18 bis 92PC Hansa 10-25 cm Kompotteller Hanse... 14 cm 10 PL Glasteller Henan, grot.. 75 and 95pt. Likörservice& tefiig ... 125 Kompottschalen schiffen 75 Pt 240 Glasteller geschlifen... 60P. bis 275 Bierbecher glochlert 20 glett, extra 22 PL Teebecher guillochiert, Flora.... 18 PE schwer Butterglocke glatt.......95 PL Butterdose pret......... 33PL Vordammer Kunsttöpferei Vasen Schalen Dosen Thüringer Porzellan- Nippes Figuren- Tiere- Schalen EmailleEimer 95 Pl. 28 cm, grau meubles, braun, 145 weiß weiß Extra- Preise Soweit Vorrat Porzellan Salatschüssel.. 85P. 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Bersonen( 470 Personen je Betrieb) beschäftigen, die gesamte soziale Genossin beitsverhältniffe, fondern auch die endliche Einbringung des find hier eingerechnet die Kosten der Angestellten, Invaliden-, Unfall und Krankenversicherung und der Erwerbslosenfürsorge. Auf die Seit Jahren zum ersten Male hat der Reichstag in diefem Hausgehilfengesezes. Mit Recht betonte sie die Bedeutung Sozialversicherung allein entfielen 1,61 Proz. des Gesamtumsatzes. Jahre mit der zweiten Lesung des Etats des Reichsarbeits- Familie und damit des Volkes; diese Arbeit fei aber nur mög- aufzubringen, so daß als Arbeitgeberanteil noch 0,71 Broz. rund für die Gesunderhaltung 0,898 ministeriums eine eingehende Aussprache über die verschiede lich, wenn dem Stande der Hausangestellten die größte Be- sas des Gesamtumfaßes verblieben. Rechnet man noch die Bet nen Fragen verbunden, die diesem Ministerium unterstehen. achtung geschenkt werde. träge zur Erwerbslosenfürsorge hinzu, so erhöht sich diese Ziffer auf Ungesichts der großen Bedeutung dieser Fragen für die brei0,89 Proz 1/11 des Gesamtumfazes. testen Schichten des deutschen Bolkes darf gewiß nicht bedauert werden, daß mit eser Aussprache fast zehn Sigungen ausgefüllt wurden. Is wichtigste aber ist, daß hierbei die sozialdemokratische Fraktion richtung gebend war. Sowohl in den gestellten Anträgen als in der Aussprache wies sie den Weg, auf dem die übrigen Parteien des Hauses ihr folgen mußten. Achtstundentag. Ausgehend von der Bestimmung unserer Berfassung: Die Arbeitskraft steht unter dem besonderen Schutz des Reiches", stellte der erste Redner unserer Fraktion, Genosse Dißmann, in den Vordergrund seiner Ausführungen die Forderung nach Ratifizierung des Washing toner Abkommens über den Achtstundentag. Das Ergebnis war leider nicht sehr befriedigend. Wenn der Reichsarbeitsminister rüdblickend auf das ver floffene Jahr erklärte: Die Verlängerung der Arbeitszeit war nur eins der Hilfsmittel in der Not", so hätte dem ohne weiteres die Zusage einer Rückkehr zum Achtstundentag folgen müssen. Er konnte sich aber nicht einmal dazu entschließen, fich offen zu dem Berlangen des Genossen Dißmann zu be fennen, den Arbeitermassen in den Stahl- und Walzwerten fowie den Schmerarbeitern in der Industrie ebenso wie den Arbeitern der Hochöfen und Kokereien zum 1. April den Achtstundentag zu geben. Noch tennzeichnender für den zu er wartenden Kampf war die Stellungnahme der übrigen Barteien, insbesondere der größten Regierungspartei. Während der deutschnationale Arbeitervertreter Koch in bewegten Worten den Großindustriellen klar zu machen suchte, daß ohne eine wirksame Sozialgefezgebung ein Wiederaufbau der Wirtschaft nicht möglich fei, erklärte sein Parteifreund Dr. Rönne faltblütig, die Einführung des Dreischichtensystems in den Hochöfen und Rotereien bedeute eine schwere Belastung der Wirtschaft; er hoffe deshalb, daß der Reichsarbeitsminister von weitergehenden Experimenten absehen werde! Diese Halb- und- Halb- Politik der Deutschnationalen, die immer mieder ihre eigene Verlegenheit zu verstecken suchten, indem fie die Schuld an ihrem mangelnden fozialpolitischen Empfinden der Unterdrückungspolitik der Entente" zuzuschieben fuchten, machte sich während der ganzen Ausschußberatungen bemerkbar. Daß unter diesen Umständen auch die übrigen Regierungsparteien nicht den Mut fanden, sich flipp und flar zum Achtstundentag zu befennen, mar nicht sehr verwunderlich. Und daß die Kommunisten in dieser für die Arbeiterschaft so ernften Frage nichts Befferes zu tun mußten, als die Sozialdemokratie zu beschimpfen, braucht nach ihrer allgemeinen Haltung faum noch erwähnt zu werden. Internationaler Arbeiterschuh. Die ganze Beschränktheit des deutschnationalen Standpunttes, der immer noch nicht begriffen hat, daß wahre Sozialpolitik nur auf internationaler Basis möglich ist, wurde durch den auch diesmal geführten Kampf gegen das Internationale Arbeitsamt bewiesen, wobei allerdings sowohl unser Fraktionsredner Schlice als auch der demofratische Redner hervorheben fonnte, daß sich die Wandlung der Deutschnationalen zur Regierungspartei darin zeige, daß sie diesmal nicht wie früher den Antrag auf Austritt aus dem Arbeitsamt stellten. Es war natürlich, daß die sozialdemokratische Fraktion vom Arbeitsministerium auch bei dieser Gelegenheit eine BerDom Arbeitsministerium auch bei dieser Gelegenheit eine Berbefferung der Leistungen der Wochenhilfe forderte und scharf die Abschiebung der Wochen fürsorge auf Länder und Gemeinden kritisierte. Bon der Schreiberin dieser Zeilen murde hervorgehoben, daß die Gesunderhaltung der Mütter und die Geburt gesunder Kinder die erste Bedingung für die Gesundung unseres Voltes, unserer Wirtschaft und die Hebung unserer Kultur sei, und in diesem Zusammenhang wurde die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens über den Mutterschut verlangt. Daß die Deutschnationalen durch Frau D. Sperber als Heilmittel die Arbeit der werdenden Mutter auf dem Lande erklärten und im übrigen den Verfailler Bertrag an allem schuld sein ließen, war vielleicht nicht jo verwunderlich; bedauerlicher war schon, daß die Kom munisten die feit Jahren in allen europäischen Staaten zum Kampfobjekt gewordene Frage der Ratifizierung des Washingtoner Abkommens mit einer Handbewegung abtaten. Sie konnten damit allerdings nicht das große Aufsehen min dern, das die wertvolle Denkschrift des Tertilarbeiterverbandes, die dem Hause unterbreitet wurde, hervorrief. Jnvaliden- und Jugendlichenfürforge. Wenn man dem die Belastung der Betriebe etwa durch die mjaft euer entgegenstellt, die mit 1,5 bis 2,5 Proz des Um fazes anzusehen ist, so ergibt sich, daß auf den Unternehmer ei entfällt. Es könnte dagegen eingewendet werden, daß legten Endes verhältnismäßig außerordentlich geringer Betrag für soziale Zwecke ja auch der Beitrag, den die Versicherten aufzubringen haben, aus den Erträgen der Betriebe genommen werden muß. Hier sei einmal erinnert an den Ausspruch des Reichsarbeitsministers Dr. Brauns: Der Anspruch aus der Versicherung gehört zum gerechten Lohne und ist deshalb, wie der Lohn überhaupt, aus Mitteln der Wirt schaft zu decken. Dieser Stellungnahme wird man ohne Zweifel beipflichten müssen. Fiele die Sozialversicherung weg, so würde die unmittelbare Folge sein, daß die Bersicherten höhere Lohnforderungen stellen, weil sie natürlich nach einem Ausgleich dafür fuchen müssen, daß ihnen in Krankheits- und Invaliditatsfällen der Schutz der Versicherung nicht mehr zur Seite steht. Den Beweis bilden die Lohnfäge im Auslande, wo feine Sozialversicherung be steht und wo deshalb auch die Löhne bedeutend höher sind. Daß die Sozialversicherung eine Mehrbelastung der deutschen Wirtschaft gegen darstellt, darf man deshalb nicht wohl behaupten. über den Lasten, den die Wirtschaft des Auslandes zu tragen hat, Arbeiterschutz, Unfallverhütung, Gewerbehygiene. des jeweils britten Heftes im Monat des ReichsarbeitsUnter diesem Titel erscheint von jetzt an der nichtamtliche Teil blaits. Es wird herausgegeben von der Reichsarbeitsverwaltung und dem Reichsversicherungsamt unter Mitwirkung der Vereini gungen der Gewerbeaufsichtsbeamten, der Berufsgenossenschaften und für Gewerbehygiene Seine Aufgabe ist praftischer Art: bildliche Beranschaulichung auf die Kreise zu wirken, die am es foli versucht werden, durch volkstümliche Darstellung und Arbeiterschuß in erster Linie intereffiert sind. Die Einführung weist auf die wirtschaftliche Bedeutung der vermeidbaren Unfälle hin: für 1919 ist der tapitalisierte Betrag der Unfallrentenlaft Deutschlands auf 2,8 Milliarden Goldmark be Neben diesen Fragen des Schutzes der arbeitenden Kräfte rechnet worden, und von 1908 bis 1919 wurde die durchschnittliche des Boltes spielte natürlich auch die Not der nicht mehr Ar- Jahreszahl der entschädigungspflichtigen, auf mangelhafte Betriebsbeitsfähigen eine Rolle, die ihre Arbeitskraft im Dienste der organisation oder Aufsicht oder auf fehlende Aufmerksamkeit des Allgemeinheit verbraucht haben. Genosse Karsten wies mit Berlegten zurückzuführenden Betriebsunfälle auf 51 500 gleich Recht darauf hin, daß die Sozialrentner immer noch 78 oz. aller berechnet. Rechnet man die weit größere Zahl der darauf warten, wenigstens die Borkriegsbezüge wieder zu ernichtentschädigungspflichtigen, also leichteren Unfälle, ferner die weitere Schädigung der Arbeiterschaft an Lohnausfall, Gesundheitshalten. Gegenüber den Behauptungen, daß die deutsche Wirt störung und Schmerzen hinzu, so fommen wir zu einer ungeheuren schaft nicht leistungsfähig genug fei, um höhere Beiträge für blutenden Wunde des Boltstörpers, die zu einem guten Teil durch die Versicherung zu zahlen, wies er auf die Ausgaben der Betriebsverbesserung und Erziehung aller Beteiligten zu Einsicht Industrie für den Wahlfonds der Rechtsparteien und Gewissenhaftigkeit zu schließen wäre. Das neue Blatt soll dazu in Höhe von 48 bis 50 millionen Marf hin, die in Höhe von 48 bis 50 millionen Ma rf hin, die in Gemeinschaft mit der Ständigen Ausstellung für Arbeiter. genau dem Betrage entsprechen, der laut unserem im Sommer wohlfahrt in Charlottenburg und der Unfallverhütungsvon den bürgerlichen Barteien abgelehnten Antrag für die Wort und Anschauungsmitteln wirfen. Un Stelle der bild Gesellschaft der Berufsgenossenschaften durch Belehrung in Unfallrentner gefordert wurde. Unsere Frattion verlangte hodenen Unfallverhütungsvorschrift, die menige ftudieren und noch eine umgehende ausfömmliche Erhöhung der Renten, wenigere verstehen, tritt die bildliche Darstellung: des fat. da die jetzt gezahlten wie ein hohn auf die Arbeitsunfähigen den Verhaltens mit den verhängnisvollen Folgen des richtl. gen, die Belehrung durch Wort, Bahl, graphische Darstellung, Film und Rundfunt. Der Unfalltechniter und der Arzt, der Statistiter, der Psychologe und der Künstler follen gleichmäßig zu Worte tommen. Jede Anregung, jeber Borschlag für eine bild fähige Darstellung wird willkommen geheißen... jede Kriti Auch die arbeitende Jugend soll daraus lernen, Arbeit und im Sinne einer Förderung unserer Bestrebungen ausgemertet Sportausübung vor Schaden zu bewahren. Erwerbslosenfürsorge. Selbstverständlich benutzte unsere Frattion auch diese Gewirten müssen. legenheit, um die Frage des Rechts auf Arbeit, beziehungsweise einer ausreichenden Erwerbslosenunterstüßung zu erörtern. In einer Teilfrage hatte die Regierung endlich tapituliert, und zwar in der Frage der Gleichstellung der weiblichen und der männlichen Erwerbs losen, aber unser Redner erklärte die vorgenommene Er höhung der Unterſtüßung mit Recht für nicht genügend. Ebenso mußte die Art und Weise der Unterstützung aus den Mitteln der produttiven Erwerbslofenfürforge naturgemäß scharfe Kritik hervorrufen. Genoffe Bren mies darauf hin, wie die Regierung den Reedern ohne weiteres 50 Millionen Marf überwies, aber Betriebe, an denen das Reich beteiligt ist, hilflos eingehen ließ. Es wurde deshalb die Forderung erhoben, daß bei der produktiven Erwerbslosenfürsorge die Arbeiterschaft heranzuziehen sei. Im Zusammenhang hiermit steht die vom Genoffen Gie bel berührte Frage der Sabotierung der öffent lichen Arbeitsnachweise durch die Unternehmer, wobei er den unsozialen Kampf der Arbeitgeber gegen nicht mehr ganz junge Angestellte besonders hervorhob. Arbeitsrecht. Bezeichnend war die Stellung der Deutschnationalen in der Frage des Arbeitsrechts. Während die deutschnatio nale Abgeordnete Frau Behm für die ihrer besonderen Obhut unterstehenden Heimarbeiterinnen geradezu um die Erhaltung des Schlichtungswesens bat, riß ihr Fraktionsfollege, der Werftdirektor Gof, die Tätigkeit der Schlichter in der irenischsten Weise herunter und bezeichnete die Tarifverträge als eine epidemische Geistesfrankheit. Es war deshalb sehr angebracht, daß der Genoffe Aufhäuser in einer groß angelegten Rede das ganze Problem des Schlichtungswesens behondelte und die Ausführungen Gcks über den Tarifgedanken als einen Dolch stoß gegen die organisierten Arbeiter und Angestellten tennzeichnete. Im Zujammenhang damit erinnerte die Genossin Sender das Arbeitsministerium an die ihm in erster Linie obliegende Pflicht, für den Schutz des arbeitenden Menschen zu sorgen und verlangte gleichzeitig eine wirksamere Durchführung des Betriebsrätegesetzes und der Ausbildung der Betriebsräte. Es war nun sehr bezeichnend, daß sogar vom Zentrum die Ausgaben für die Arbeiterakademie in Frankfurt wegen ihres angeblich 3u einseitigen Lehrplans" angefochten wurden. Schutz der Kinder und Jugendlichen. Im engsten Zusammenhang mit dem Arbeiterschutz stellte die Genoffin Bohm- Schuch eine Reihe Forderungen zum Schuß der erwerbstätigen Kinder sowie der Lehrlinge und Jugendlichen, und verlangte ferner im Hinblic auf die große Zahl der Arbeiterinnen, besonders auch der Heimarbeiterinnen, die Anstellung weiterer weiblicher Gewerbeaufsichtsbeamten. Gleichzeitig forderte sie eine Verbesse rung der Berufsausbildung und wies auf die ungenügende Ausbildung im Handwerk hin. Wie eng demgegenüber immer noch der Handwerkerstandpunkt ist, wird durch die Bemerkung des Deutschnationalen Biener gekennzeichnet, das Lehr verhältnis folle féin Arbeitsverhältnis merden". Im engsten Zusammenhang hiermit stehen die von der Genoffin I u chacz vertretenen Fürsorgefragen. Die Rednerin wies auf die Schäden der Fürsorgepflichtverordnung hin und forderte, daß in ganz anderer Weise als bisher das Reich die Fürsorge für Krante, Jugendliche und schwache Menschen in die Hand nehme. Sie brachte mit Recht zum Ausdrud, daß, nachdem diese Aufgaben gefeßlich festgelegt feien, es eine große Unterlassungsfünde wäre, wenn immer noch nur etwa 10 Broz. aller Anstalten in öffentlicher Hand feien, während die übrigen sich in privater Hand befinden. Sie zollte dabei in der loyalften Weise der Pionierarbeit der privaten Wohlfahrtspflege die größte Anerkennung, und es lag deshalb gar teine Veranlassung vor, daß von Zentrums feite in ziemlich demagogischer Weise versucht wurde, die Arbeit der„ Caritas“ gegen uns auszuspielen. Gegenüber den Angriffen, daß die Sozialdemokratie gegen die Wohlfahrtschaft: Gewerkschaften, Arbeiterfekretariate, Betriebsräte und Bilpflege fei, braucht nur auf die aufopfernde Tätigkeit unserer Genoffen und Genossinnen in der Arbeiterwohlfahrt hingewiesen zu werden. Ergebnis der Ausschußberatungen. Die gestellten Anträge und Entschließungen wurden größtenteils dem sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages zur Beratung überwiesen oder kommen erst bei der dritten Beratung zur Abstimmung. Es wird also später hierauf zurüdzukommen sein. Die hier furz stizzierte Aussprache hat jedenfalls gezeigt, wie sehr die Sozialdemokratische Partei in den die Arbeiter besonders angehenden Fragen auf dem Posten sein muß. Diese Notwendigkeit wird sehr gut gekennzeichnet durch den Ausspruch des deutschnationalen Bräfidenten des Reichslandbundes, des Grafen Kaldreuth, der auf der Tagung des Reichslandbundes erklärte, er sei erstaunt, daß das Kabinett den Mut gefunden habe, von Sozialversicherung und Sozialfürsorge zu sprechen". Diese Worte zeigen flar und deutlich die von der Bürgerblodregierung drohenden Gefahren. Ihnen gegenüber gilt es, immer wieder zu betonen, was der Genosse Dr. Mofes bei der Beratung über das Reichsversicherungsamt ausführte: daß die Gefundung der politischen, wirtschaftlichen und damit nicht zuletzt der fulturellen Verhältnisse in Deutschland über die Sozialhygiene und die Menschen of onomie, das heißt über eine ausreichende Sozialpolitik, geht. Luise Schroeder. Kosten der Sozialversicherung. Was zahlt der einzelne Unternehmer? In der Presse ist in letzter Zeit viel von der sozialen Belast ung der deutschen Wirtschaft. die Rede gewesen, und es ist u. a. herausgerechnet worden, daß die Wirtschaft etwa 1% Milliarden Reichsmart jährlich für soziale Zwecke aufzubringen habe. Das ist eine gewaltige Summe, deren Wert natürlich nicht zu unterschägen ist. Trotzdem fann man sich aus diesen Angaben feine Borstellung davon machen, wie nun der einzelne Unternehmer durch die sozialen Aufgaben und besonders durch die soziale Versicherung belastet wird. Danfenswerkerweise hat vor einiger Beit der Hauptverband deutscher Krantenfaffen es unternommen, hierüber eine Erhebung zu ver Die Auffäße des ersten Heftes behandeln aus der Feder be rufenster Fachleute: die gefeßlichen Bestimmungen zum Schuße der gewerblichen Arbeiter, die Gefahren der SchleifDorrichtungen, Unfallverhütungspropaganda durch das Bild, Un fälle auf dem Weg zur Arbeitsstätte, die Kohlenorydver giftung, Gesundheitsverhältnisse der Glasarbeiter, Sicher heitsfräser für Holzfräsmaschinen. Dazu eine Menge lehre heitsfräser für Holzfräsmaschinen. Dazu eine Menge lehr reicher, teilweise passender Bilder. Wir begrüßen dies neue Mittel zur Erhaltung der wertvollsten Bolfstraft und wünschen, daß die berufenen Kreise der Arbeitet dungseinrichtungen, ihm sowohl durch Verbreitung und Studium mie durch Mitteilung praktisch wertvoller Erfahrungen und Vorschläge jede Förderung erweisen. Bielleicht ist es angebracht, durch Ermöglichung des Gonderbezuges dieser Hefte und ihre Berbilligung, namentlich bei größeren Bestellungen, eine Massenverbreitung herbeizuführen. Auch würde es sich empfehlen, Sonderhefte oder Zusammenstellung geeigneter Darstellungen für die einzelnen Gewerbezweige herauszugeben, um so zu fammengefaßte Unfallverhütungs- Leitfäden zu schaffen. Auf jeden Fall wünschen wir dem verdienstlichen Unternehmen vollen Erfolg Kleine Nachrichten. Fragen der Berufsberatung waren der Inhalt einer Ronferenz zu der die Reichsarbeitsverwaltung der Landesämter für Arbeits vermittlung und sonstige Fachleute der öffentlichen Berufsberatung Anfang Februar d. I. nach Nürnberg eingeladen hatte. In erster Linie wurde die Zusammenarbeit der Arbeitsvermittlung und Berufsberatung behandelt. Bekanntlich wird die Berufsberatung auf Grund des Arbeitsnachweisgesetzes von den öffentlichen Arbeitsnachweisen betrieben, eine Berbindung, die sich in den Jahren ihres Bestehens als zwedmäßig erwiesen hat, und an der nach den ErBreußischen Handelsministeriums und der Bayerischen Regierung festgehalten werden soll. Des meiteren murde insbesondere die Frage der Förderung des Facharbeiternachwuchses im Baugewerbe behandelt, die fast von allen Landesämtern als überaus dringlich bezeichnet wurde. Es fehlt im allgemeinen nicht an erforderlichem Lehrlingsangebot, wohl aber an Lehrstellen, da namentlich die Großstadt- Unternehmungen sich nur in geringem Umfange mit der Lehrlingshaltung befassen. der Vertreter der Reichsarbeitsverwaltung, des Ein Gesekentwurf über Altersrentengewährung an Angeste einschließlich Redakteure ist in der belgischen Kammer grundsäglich angenommen worden. Die Lasten werden von Angestellten, Unter nehmern und Staat gemeinsam getragen. Das Gesetz erstreckt sich auch auf die in Belgien beschäftigten Ausländer, soweit ihr Heimats staat belgischen Angestellten gleichwertige Vorteile gewährt. Die neuen Jahresberichte der preußischen Gewerbeaufsichtsbeamten. Die amtliche Ausgabe der Jahresberichte der preußischen Gewerbeaufsichtsbeamten und Bergbehörden für 1923/24 wird vor aussichtlich im April d. J. in der Reichsdruckerei fertiggestellt werden. Es werden nur so viele Abbruce hergestellt werden, wie bis zur Drucklegung bestellt sind. Die Bestellungen nimmt die Direktion d Reichsdruckerei, Berlin GB 68, Oranienstr. 91 bis zum 31. M A entgegen. Aus dem russischen Arbeiterparadies. | laut: Bir werden jekt schlimmer unterbrüdt als unter dem 3arismus!" Früher protestierten die fommunistischen Arbeiter gegen derartige Aeußerungen. Jetzt jedoch schweigen sie, da sie fühlen, daß die Arbeiter recht haben. Die sich nach russischer Auffassung„ in rasenden Schmerzen win denben" deutsche Arbeiter würden einen gewissen Trost darin sehen, wenn die wirtschaftliche Lage der Arbeiter in Sowjetrußland wefent lich besser wäre als ihre eigene Lage. Leider muß immer wieder festgestellt werden, daß auch in der Sowjetunion mit Wasser gefocht wird, das heißt, die Arbeitsverhältnisse fineswegs rosig sind. Für die fachliche Beurteilung der Dinge ist nun die Frage entscheidend, ob fich eine allmähliche Verbesserung der Lage der ruffi- Jewish schen Arbeiter vollz eht oder nicht. Das russische sozialdemokratische Zentralorgan, der Sozialistische Bote, bringt nun in seiner jüngsten Ausgabe reichhaltiges Material, das nicht nur feine Berbesserung, sondern eine zunehmende Verschlechterung Ein Urteil John Turners. lischen Gewerkschaftsdelegation, die Rußland besuchte, hat dem John Turner, das ctmas fritischer veranlagte Mitglied der eng. Jewish Daily Forward", dem in New Dort erscheinenden jüdischen sozialistischen Tagblatt ein Interview gegeben, das, wie er ausdrücklich feststellt, nur seine persönliche Meinung widergibt. Wir entnehmen seinen Ausführungen das Folgende: Die Somjetregierung muß zu Gewalt und Unterdrückung greifen, um sich an der Macht zu behaupten. Das ist der Grund, warum an dem Tor jeder Fabrit eine bewaffnete Schildwache steht, um Fremden den Eintritt zu vermehren. Das Gesez schreibt zwar ausbrücklich vor, daß Kinder unter 14 Jahren die Schule besuchen und nicht arbeiten sollen und daß Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren nur 4 Stunden am Tage arbeiben und die übrige Zeit lernen sollen. Dieses Gefez besteht jedoch nur auf dem Papier. In Birklichkeit haben wir Kinder mit 7 und 8 Jahren arbeiten gesehen, und das ist teine Ausnahme. Wir haben überall Kinderarbeit gesehen der Lage der ruffischen Arbeiter erfennen läßt. So wird aus Mostau berichtet, daß die Arbeiter und Angestellten in den Fabriken wegen zunehmender finanzieller Schwierigkeiten der staatlichen Trusts und wegen des schlechten Warenabsatzes in Massen entlaffen werden. Betriebseinschränkungen und Entlassungen sind vor allem zu verzeichnen in der Metallindustrie, in den Spinnereien und Webereien sowie in der chemischen Industrie. Die Zahl der Arbeitslosen beläuft sich gegen märtig in Rußland auf mehr als 1800000! Die Bage der Arbeitslosen ist verzweifelt, da sie aller Eristenzmöglichkeiten beraubt sind. Während Hunderttausende von Arbeitern und Angestellten von den bolfchemistischen Betriebsleitern auf die Straße gefeht werden, nimmt das Antreibesystem in den Betrieben einen immer schärferen Charakter an. In der Sprache der fommunistischen Wirtschaftspolitiber wird dieses Antreibesystem 3nten fivierung der Arbeit" genannt, die jetzt als neues Allhailmittel in der Sovjetpreffe angepriesen wird. Die tommunistischen Dagegen muß feftgestellt werden, daß für die Erwad Wirtschaftspolitiker fordern, daß das im Jahre 1922 herausgegebene senen in den Betrieben von Mostau und Leningrad Gesetzbuch der Arbeit" ciner radikalen Revision unterzogen werde. Bei seiner Herausgabe, erflären sie, habe die Sowjet- ben bihulen und Tagesturse bestehen mit den notwenregierung im' derspruch zu den Interessen der Industrie noch den digen Lehrern, auf die sich die Regierung verlassen kann. Arbeitern Konzessionen machen müssen! Jetzt aber sei die Lage anders. Icht müffe das Hauptaugenmert darauf gerichtet werden, daß die Betriebsleitung das unbeschränfte Recht der Einstellung und Entlaffung der Arbeiter sowie der Fest fegung einer Arbeitsdisziplin in die Hand bekomme, um die Broduktion steigern zu fönnen Alle Berstöße der Arbeiter gegen die Disziplin müßten bestraft werden. Die Löhne müßten herabgefeht und der Arbeitsleistung dngepast werden. Die Einmischung der Gewertschaften in die Betriebsangelegenheiten müßten auf ein Minimum beschränkt werden. Alle disse Forderungen werden im Intereffe des Ueberganges zu den höchsten soz alistischen Formen der Produktion" aufgestellt In Wirklichkeit jedoch bildet dieser Hinweis nur eine Suliffe für die Bestrebungen der bolfchemistischen Betriebsleiter, ihre Unfähigkeit durch verstärkte Ausbeutung der Arbeiterschaft wettzumadyn. Die Gewerkschaften, die sich in pölliger Abhängigfeit von den Sowjetbehörden befinden, find zu feige, um gegen das Ausbeutungssystem der roten Direkfcren" aufzutreten. Die große Masse der Arbeiterschaft feßt denn auch gar feine Hoffnung auf die Hilfe der Gewerkschaften, die fich mehr und mehr in dienstbefliffene bureaukratische Kanzleien vermandelt haben. Aehnlich wie in Mostau liegen die Dinge auch in Peters burg und in der Provinz. So wird aus Petersburg berichtet, daß auch dort der Kampf um die, Intensivierung der Arbeit" in volkem Gange ist. Gleichzeitig merden die Arbeiter in großer 3ahl entlassen. Wer gegen das Untreibesystem prot stiert, fliegt auf die Straße. Bei Der parteilosen Arbeitermasse werden immer häufiger Stimmen Wohlfahrtspflege und Streitbruchagentur. Zur Aussperrung bei der Firma„ Bideo". Der Kampf bei der Firma„ Bideo", Sonellpagenfabril, Beusjel. ftraße 70, nimmt immer schärfere Formen an. Nachdem es ber Betriebsleitung trog mehrmaliger Aufgabe von Inseraten im Botal Anzeiger", Schupoaufgebot und Faschistenzentrale nicht gelungen ist, die zur Herstellung ihrer Wagen nötigen Arbeiter zu bekommen, geht die Firma dazu über, die Ausgesperrten, welche den Halen. freuzlern das Verderbliche ihrer Handlungsweise flarmachen wollten, Der haften zu lassen. Erst nach mehrmaligem Borsprechen der Betriebsräte, welche auf das Ungefegliche diefer Handlungsweise hinwiesen, wurden die Verhafteten freigelassen. Der Prokurist der Firma, Randebruck, versuchte als Zeuge der Sache einen politischen Anstrich zu geben, damit die Berhafteten nach Aussagen des Wachthabenden der Abteilung IA zugeführt werden. Des weiteren jei darauf hingewiesen, daß der Wohlfahrstommissionsvorsteher Dreisow, Sidingenstraße 76, noch immer es für seine Pflicht hält, die Not einzelner auszunuzen und sich als Streifbrechervermittler weiter betätigt. Es wäre Pflicht der nerantwortlichen Stellen, sich einmal näher mit diesem Herrn zu befaffen. Bur Charakterisierung der Streifbrecher fei darauf hingewiesen, daß sich unter ihnen auch das Individuum befindet, welches den Jugendlichen Bogt und Schlüter bei einem Ueberfall der Hafen freuzler auf Jugendgenossen im April vergangenen Jahres die fchweren Meijerstiche verfette. 3ur Streiflage felbft tann nur mitgeteilt werden, daß die Belegschaft geschlossen, wie am ersten Tage, dasteht. Der faufenden Arbeiterschaft sei mitgeteilt, daß der Inhaber der Firma Mitinhaber des Kolonialwarengeschäftes und der Großdestillation F. B. Heinrich, Turm- Ede Waldstraße, ist. Anmerfung der Redaktion: Wir haben bereits auf den Herrn Dreisoi hingewiesen, der sein Amt zur Anwerbung von Streifbrechern mißbraucht. Das ist ein öffentlicher Standal, der schon zu lange gedauert hat. Holzarbeiter, auf zur Wahl! Am Dienstag werden die Berliner Holzarbeiter ihre General verfammlung wählen. Es fällt damit zugleich die Entscheidung, mie die Ortsverwaltung im nächsten Geschäfts jahre zusammengesezt sein wird; ob sie gebildet sein wird aus Gewerkschaftern, die einzig sich von den Intereffen der Mitglieder leiten laffen, oder aus Kommunisten, die von der APD. zu Parteizmeden geleitet werden. An alle unsere Par teigenossen ergeht der dringende Ruf, die letzten Tage bis zur Wahl auszunügen für eine intensive Agitation, um die mit übelster Demagogie betriebene fommunistische Agitation illuforisch zu machen. wie in der guten aften Beit". Zur Erklärung wurden mir zwei den Verdienst der Kinder benötigen und zweitens, daß die SowjetGründe angegeben: Erstens. daß die Eltern so arm sind, daß fie regierung fich nicht getraut, Lehrer in die Dörfer zu senden, wenn es nicht verläßliche Kommunisten find. Solche fommunistische Lehrer aber sind sehr spärlich, und die Kinder bleiben daher ungebildet wie ihre Eltern waren. Das Polizei- und Spitzelwesen der Sowjetregierung ist viel ärger als unter dem 3aren. In allen Betrieben, Schulen, Versammlungslokalen und Theatern wimmelt es Don Regierungsspigeln und wehe demjenigen, der in Ungnade fällt oder in Berdacht gerät, ein Gegner der Regierung zu sein. Ueber die angebliche Ruhe in Georgien erzählte Turner, daß ihr Bug, als er durch Kaufcfien fuhr, von einem besonderen Aufgebot Soldaten bemacht murde. Ueber die Demonstration in Tiflis, die brei Stunden dauerbe, fagte er, daß nach den Bestim mungen der kommunistischen Gewerkschaften die bei solchen Demonftrationen verbrachte Zeit als Arbeitszeit gerechnet wird, während diejenigen, die nicht daran teilnehmen, Straßen zu gewärtigen haben. Das ist der Grund, warum wir in Tiflis eine so große Rundgebung gesehen haben." Turner hat immerhin den Eindrud gewonnen, daß es den Arbeitern wirtschaftlich besser geht als unter der 3arenherrschaft Rußland ist eben Rußland" fagt Turner. Das russische Volt ist die Knute gewohnt wie das Bugtier das 3och, weil es sie seit Jahrhunderten erduldet hat. Die Arbeiter werden das jezige Joch leichter ertragen als unter dem Zaren, weil es ihnen wirtschaftlich beffer geht." Den Zünftlern schwillt der Kamm. Dresden, 21. Februar.( TU.) Der Gesamtporstand und der Lehr. lingsprüfungsausschuß der Schlosserinnung Dresden haben beschlossen, infolge des erzieherischen Wertes des Religions. unterricht es nur noch Lehrlinge anzunehmen, die kürzlich lonfirmiert worden sind. Die Weimarer Berfassung scheint für diese bornierte Gefellschaft, weil sie ja republifanisch ist, nicht mehr zu egiſtieren. Außerdem scheint der Andrang zu den Lehrlingszüchtereiplantagen der Dresdener Schlosserinnungsmeister ziemlich start zu sein, sonst würden sie wohl faum auf den Einfall gekommen sein, eine solche Auslese vorzunehmen. Möglich aber auch, daß fie auf die der Schule entwachsenen Maisenfnaben als Lehrlinge spekulieren und ihre Zunft in besondere Empfehlung bringen wollen, damit ihr diese jungen Leute ausgeliefert werden. Derartiges geschieht im Zeitalter der Berufsberatung und der Berufseignungsprüfung auf wissenschaftlicher Grundlage! Erftreďte fich die Eignungsprüfung auch auf die Betriebe, dann würden die der Schlosserzunft am schlechtesten mit abschneiden. Im übrigen aber ist dieser Schildbürgerstreich fymptomatisch für die ganze Einstellung dieser verzopften Innnungsmeister, die in ihrer Dentweise genau so rückständig sind wie in ihrer Betriebsweise und ihrer Lehrlingswirtschaft. Es fehlte nur noch, daß die Handwertstammer diesen Beschluß unbeanstandet läßt. Der Aufsichtsbehörde dieser Innung wird das allerdings nicht möglich sein. Als Kulturdokument feine Geltung behalten. aber wird dieser Beschluß aus dem Jahre 1925 in Dresden Schiedsspruch in der Kaliindustrie. Berlin, 21. februar.( WTB.) In der Lohn, Arbeitszeit und Manteltarifftreitigkeit in der Staliindustrie murbe in Reichsarbeits ministerium ein Schiedsspruch gefällt, der den tarifmäßigen Hauerlohn und Handwerferlohn auf 4,95 m. festlegt und das Ueberarbeitszeitabkommen sowie den Manteltarif, diesen mit einer ge ringen Aenderung, bis auf weiteres verlängert. Die Parteien hoben dem Reichsarbeitsministerium bis zum 23. Februar ihre Stellungnahme zum Schiedsspruch mitzuteilen. Vor einem Streit der Barmer Straßenbahner. Barmen, 20. februar.( TU.) Das Perional der Barmer Berg und Straßenbahnen beichloß. morgen früh in den Ausstand zu treten, falls der Arbeitgeberberband einen Schiedsipruch, der 1. a. Einführung einer Führerzulage vorfieht, nicht anerfennt. Genoffe Ole Lian gestorben. Der norwegische Gewerkschaftsführer Ole Lian ift gestern, Sonnabend, in der Hauptstadt Oslo im Alter von 56 Jahren an Gehirnblutung plötzlich verstorben. Er war gelernter Typograph und feit 1905 Borsitzender der Landesorganisation. Ole Lian hat an pielen internationalen Arbeitertagungen teilgenommen und ist auch oft in Deutschland gewesen, wo viele Genossen durch seinen Tod schmerzlich überrascht sein werden. Borausgesezt, daß sie Arbeit haben und nicht massenhaft entlaffen werden. Wir hoffen tros alledem, daß es auch in Rußland der Arbeiterschaft gelingen wird, in reformistischer" Gewerkschafts-- arbeiterinnen, diesen Betrieb au meiden. arbeit ihre Lage günstiger zu gestalten und sind weit davon entfernt, fie für all den Unfug verantwortlich zu machen, den die Machthaber in ihrem Namen fortgesetzt betreiben. Die Direffion der Aero"-.- G., Charlottenburg, Raiferin Augusta Allee, bat wegen geringfügiger Differenzen die gesamte Arbeiterschaft entlassen. Da die Firma durch Inferate neue diesen neu zu eröffnen. ersuchen wir alle Metallarbeiter und Arbeiter zu erhalten versucht, um den Betrieb am Montag mit Deuticher Metallarbeiter Verband. Große Einheitstundgebung ber Bantange kellten. Aus Anlaß der foeben vollzogenen Berid melaung des Reitsverbandes ber Banlangestellten mit dem Algemeinen Berband der Deutschen Bantangestellten findet am Montag abenb 7hr im Kriegervereinshaus, Chauffeeftr. 91, eine große öffentliche Rundgebung der Berliner Bantangestelltenfchaft ftatt. Rebner find: Nationalrat Marr, Dr. Greil. Bogorsti und Emonts. In biefer Sundgebung wird aufer lungen mit dem Reichsverbande ber Banleitungen Bericht erstattet werben. dem über das Ergebnis der am gleichen Tage stattfindenden TarifverhandIn dem von den Kommunisten verbreiteten Flugblatt wird der jegigen Ortsverwaltung neben abfichtlicher Verschleppung der Lohn- Alina Wien, M. d. R. Aufbäufer fomie bie Berbandsgeschäftsführer verhandlungen auch vorgeworfen, daß fie verantwortlich sei für die Lohnsteuer, für die Abzüge der Krantentassenbeiträge, Invalidenund Erwerbslofenversicherungsbeiträge. Daß die Kommunisten zu t folchen Mitteln greifen, bemeist nicht allein, daß sie die Berliner Holzarbeiter für geistig minderwertig halten, sondern auch, daß es ihnen an Argumenten mangelt. Es ift geradezu eine Selbstbezichtigung, wenn die Kommunisten in ihrem Flugblatt schreiben: Es wird noch schlimmer werden. Mit Hilfe ihrer monarchistischen Regierung soll die Ausbeutung gesteigert werden und mir dann mit Hilfe moderner Betriebswissenschaft zum völligen Stlaven der Maschine herabgedrückt werden." Die Berliner Holzarbeiter werden daraus die Konsequenz ziehen. daß sie nicht Leute zu ihren gewertschaftlichen Bertretern wählen, die der Partei angehören, welche der monarchistischen Regie rung im Reich in den Sattel geholfen hat und die fich auch in Preußen auf das intensivste abmüht, eine ebensolche Regie rung zu schaffen. Jeder flassenbewußte Holzarbeiter wählt deshalb am Dienstag nachmittag von 4% bis 7 Uhr nur die Vertreter der gewerkschaftlichen Einheit, der Richtung Amsterdam, also nur Ciste 1. Kraftwagenführer der Metallindustrie! Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Kraftwagenführer in der Metallindustrie stehen in feinem Verhältnis zu denen der anderen Branchen. Geringe Entlohnung und lange Arbeitszeit ist allgemein üblich. Daß die Gewaltigen der Metallindustrie diesen Zustand auch in der jezigen Zeit des Aufstiegs des Automobilverkehrs auf rechterhalten wollen, hat der Streit unserer Kollegen der AEB. in Oberschöneweide bewiesen. Troz des ins riesenhafte gesteigerten Verkehrs und der damit erhöhten Gefahren der Straße fonnten sich die Herren Vertreter her Unternehmer bei der Behandlung am legten Donnerstag beim BBMI. nicht dazu aufschwingen, den be zu tragen. Man verschob die endgültige Stellungnahme zu den Lohnforderungen auf Montag. Achtung, SVD.- Rimmerer! Montag 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 5, wichtige Bersammlung aller SPD.- Rimmerer. Jeber muß erfcheinen. Parteiausweis legitimiert. Der Fraktionsnorftand. Locens, Tempelhof. Dienstag Fraktionsfigung im Lotal Ordens. meister, Ede Berliner Straße. Erscheinen aller Genoffen bringend notwendig. Am Montag früh treffen fich die Genoffen zum Bormärts". Empfang an der verabredeten Stelle. Achtung, Budbruder! Bezirk 10( Röpenid): In der am Montag in Niederschönemeide, Grünauer Str. 8, ftattfindenben Bezirksversammlung wird u. a. eine Aussprache über die Aufammenlegung ber Krankenkassen in ben Bermaltungsbezirken 15 und 16" die Kollegen fehr intereffieren. Darum ift bas Erscheinen fämtlicher Kollegen notwendig. Der Bezirksvorstand. Bureau ab 4 Uhr, mit Ausnahme des Rimmers 5, gefchloffen bleiben. Deutscher Holzarbeiterverband. Am Dienstag wird anfäßlich der Wahl das Muffinftrumentena beiter; Sigung der Brandjentommiffion am Montag, den 23. Februar, abends 7 Uhr, Rungeftr. 30. Deutscher Baucewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Montag 5% Uhr in den Residenz Festfälen, Landsberger Str. 31, Generalversammlung, Tages ordnung; Rechenschaftsbericht, Wahl der Fachgruppenleitung und Berschiedenes. Bor Beginn findet eine öffentliche Bersammlung ftatt, in welcher ber Gesellenausschuß gewählt werden foll. Die Fachoruppenleitung. Deutscher Berkehrsbund, Beairt Groß- Berlin. Montag abend 7 Uhr im atozen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, Berfammlung aller Verbandsfunktionäre. Tagesordnung: Vortrag des Reichstagsabg und Berbandsvorsitzenden Kollegen Oswald Schumann über„ Die Gewerkschaf en int Wirtschaftskampf". Alle Funktionäre haben beftimmt unb pünktlich au erfeinen. Einlaß erhält, wer sich als funktionär durch die vorschriftsmäßige Seaitimationstarie ausweifen tann und im Befize des Berbanbsbudes ift; ohne diefe Ausweise tein Rutritt. Rentralverband der Schuhmacher. Montag abend 6 Uhr Jahresgeneralver fammlung( Fortfehung) bei Boefer, Weberftr. 17. Abstimmungen über die Anträge: Neuwahlen. Mitgliedsousmeis legitimiert. Dienstag nachmittag 5% Uhr Funktionärversammlung bei Boeker, Beberite. 17. Funktionärausmeis ( Gewertschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt.) und Mitgliedsausweis legitimieren. rechtigten Forderungen der Straftfahrer Rechnung, to berungen auf Sophien- Säle Sophienstraße 17-18 Um eine gründliche Aussprache der Zustände in der Metallindustrie vorzunehmen und den Kraftfahrern über den Verlauf der Verhandlungen zu berichten, wird Freitag abend eine Massen. versammlung stattfinden. Unsere Zeit ist getommen; hinweg mit der Gleichgültigfeit! Beweist, daß Ihr nicht willens seid, Eure in der jezigen Beft des Riesenverkehrs nervenzerrüttende Tätigkeit bei geringer Entlohnung und langer Arbeitszeit weiter auszuüben. An diesem Abend muß jeder Kraftfahrer der Metallindustrie Zeit für seine Sache haben. Deutscher Verkehrsbund, Abt. Kraftfahrer. DE THOMPSON'S Schwan Ist ausgiebig im Gebrauch, spart Zeit und Mühe. 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Rimm Volk und Reich in starke Hut! Aranz Rotheufelder. Erinnerungen an Bebel. Zum 22. Zebruar von Wilhelm Diltmaun. Wem, August V«bel noch lebt« wurde er heut« seinen SS. Ge» burtstag begehen. Ein Jahr vor Ausbruch des Weltkriege«, dessen KornnKN er so oft prophetisch vorausgesagt, hat ihn der Tod aus tineni Leben voll Kämpfen und Derfolgungen, aber auch voll beisp�el- loser Triumphe zur großen Arme« abberufen. Vielleicht war«? ein gütiges Geschick, daß ihm all' das Furchtbare der letzten zehn Jahre erspart blieb. In August Bebel verkörpert sich die deutsch« Sozialdemokratie von ihrer Gründung bis zum Weitkrieg«,«in« Zeitspann«, die genau ein halb?« Jahrhundert umfaßt. Einer nach dem anderen von der alten Garde der Partei, die Bebcls Kampfgefährten vor und während ves Sozialistengesetzes gewesen, dos von 1878 bis 18S0 auf dem deut- scken Proletariat gelastet, folgt ihm dorthin, woher es kein Wieder- kehren gibt. Aber zahlreich sind heute noch die Parteigenossen, die gleich mir des Glückes teilhaftig wurden, in den letzten Jahrzehnten seines Lebens den Zauber seiner einzigartigen Persönlichkeit auf sich wirken zu lasten und in den Reihen der proletarischen Freiheits- kämpfer ihm nachzueifern. Trotzdem ist Bebel im Proletariat fast zu einer legendanm Persönlichkeit geworden, ein« Folg« des Weltkrieges, kvr tausend Fäden, die von der Vergangenheit zur Gegenwart führen, jäh zerrissen und die jüngere Generation des Gewinnes beraub» hat, der für jedm Menschen in einem ununterbrochenen geistigen Tntwicklungs- und Reifeprozeß lieat. Unseren jungen Genossen und Genossinnen, die sich erheben und begeistern wollen an dem leuchten- d'n Vorbild, das August Bebel dem kämpfenden Proletariat gegeben, kann nicht«indringlich genug die warmherzige Schrift Hermann Wmdels über Bebels Kämpferleben empföhlen werden. Ich möchte heute lediglich einige persönlich« Erinnerungen wiedergeben. * Am Tag« vor der Reichstagswahl von 1898 lernte ich Bebel in Eutin, meinem Heimatorte, kennen. In den anspruchslosen Er- irtnerungszcileit, de ich an dies r Stell« kürzlich unserer Luise Zieh gewidmet, habe ich schon bemerkt, daß mir damals die Wahlleftung iy Of'holstein übertragen war. Ich saß am Dormittag des Tages vor der Wahl in Hemdsärmeln in der Wohnung meiner Eltern, die par- terre an der Straße lag und schrieb gerade noch«in kurze» Abwehr- fiugblatt gegen einen in letztrr Stunde im Amlsblatt erschienenen Schmähartikel gegen unseren Kandidaten Paul H u g aus Bant. Plötzlich schellte die Haustür, im nächsten Augenblick klopfte es an der Z mnv.rtür und auf mein„Herein" stand im Türrahmen ein breiter, stattlicher Mann mit blondem Vollbart und blauem Anzug und redete mich sofort in behäbigem Plattdeutsch an:„'n Dag ookl Ick bün Swarz ut Lübeck. Du büst ja woll Dittmann. Treck Din Rock man an un komm mit. Wi wüllt Bebel vun de Bahn afholen. He schall hüt Abend bi uns in Lübeck reden. Ick bün em nach hier entgegen- föhrt. He blivt bjtt Vesper hier und fährt denn mit mi nach Lübeck." Der Zkdner war Teds« Schwarz,„der Schipper", der lang- jährige Ver.reter Lübecks im Reichstage, den ich zwar auf einer Mai- seier in Lübeck hatte reden hören, mit dem ich aber bis dahin noch Ludendorff, der„Schirmherr der völkijcheu Verbände-, zieht sich aus dem politischen Leben zurück-- Während der landwirtschastllche« Woche wurde de- schloffen, den Brolpret» zu erhöhen, da die Landwirte selbst wenig Brot essen-- nicht persönlich bekannt geworden war. Ich verständigte ihn schnell. daß ich erst noch mein Flugblatt zum Drucker bringen und ihn dann ans dem Bahnhos treffen würde. Als Ich auf dem Bahnhot ankam, kamen mir Schwarz und Bebel chon im Gespräch entgegen. Der Kontrast zwischen den Beiden war rapplevend. Beide waren Ende der Fünfziger. Der schmächtige und ast klein« Bebel ging geschmeidig und lebhast neben dem massiven und doch wohlproportionierten„Schipper", der die personifiziert« Ruhe und Gemächlichkeit war. Schwarz stellte mich kurz vor. dann ik. Da» Leitmotiv der neuen Stenervorlagea ist: wer schon viel hat. bekommt noch mehr dazu! Durch einen nnfairen Schlag gelang e» in der ersten Runde dem Mann in der schwarzweihrolen Badehose, seine» Gegner Marx aus den Loden des Landtags zu strecken, vermutlich wird aber Kampfmeister Marx vermöge seiner über-- legeaen Technik und Zatelligeuz schließlich doch den Endsieg davontragen. sprachen di« Beiden welter miteinander. Als wir das Bahnhofs» gebäude verließen, blieb Bebel plötzlich stehen, sah mich etwas kritisch an und fragte:„Sagen Sie mal, lieber Genosse, wohin gehen wir denn jetzt?" Als ich erwiderte:„In unser Verkehr slokal," meinte er mißtrauisch:„In Ihr Dertchrslokal? Gibt's denn da was Dermins. tige» zu essen?" Während ich die Frage mit gutem Gewissen bejaht«. wandte sich Bebel zu Schwarz, zeigte auf seinen Hal» und fem« Brust und sagte lebhaft:„Ich muß kräftig esten, denn ich bin total her- unter. Halsmuskeln und Brustmuskeln sind kaum noch da. Mein Mord. Don Pierre Mac Orlan. Eartouche wurde gerädert, seinen Bruder hängt« man. Di«. welche von der Bande übrig geblieben waren, well die Häscher sie nicht'erwischt hatten, flüchteten aus Parts. Petit Pierre blieb jedoch trotzdem gut versteckt in einer Äneip«, in La Eourtille, und seine Geliebte Ninon-la-Gait« pflegte ihm schwarzes Kornbrot zu bringen. Und als alles vorüber war. schnüssest« der junge Räuber beim Eingang seines Loche« wie«tue Maus, sah sich um und schritt wieder über das Pariser Pflaster, gefolgt von Ninon-la-Gaite, die Männerkleidung trug, einesteils um sicherer zu sein und dann, weil es ihr in jener Zeit nicht gut ging. Die Rot hatte beiden ihre de- mütigenden Zeichen aufgedrückt. Petit Pierre hatte sich schon eine Woche lang nicht rasiert und Rinon ließ ihren Hunger seit Monats- stist auf ihren Wangen in Rosen der Jugend erblühen: ihr zarter und schmutziger Hals verriet die Nächte, die sie in der Schenke „Zu den drei Sternen" auf dem Montmartv verbracht hatte. Petit Pierre und Rinon-la-Gaitä hatten schon drei Tage lang nicht' gegesien, als sie auf der Orleaner Straße einem Wagen be- gegneten, dessen Eigentümer ihyen in Anbetracht ihres schlechten Aussehens und ihrer siederhosten Blicke aufzusitzen gestattete. Er war stark und hatte ein wachsames Gesicht, was das junge Paar vor mörderischen Absichten bewahrte, denn weder er noch sie hätten die Tot infolge ihrer körperlichen Schwäche glücklich durchzusühr-n vermocht. Die Reise-dauerte zwei Tag«, und nachdem Petit Pierre dem Fuhrmann gedankt hatte, den Gottes Borsehung selbst ihnen geschickt, begann er. gefolgt von Rinon-la-Goitö, nach Gornant. stinem alten Kameraden aus La Eourtille, zu forschen. Sie be» g«gneten ihm aus dem Marktplatz von Matroi, wie er am Tisch« «int* Werbers de- Regiments Surbec. auf der Schwell« einer Echenke mit der Jungfrau im Schilde. Maulaffen feilhielt. Di« drei Kameraden begrüßten einander mit einem Augen- zwinkern. „Also was?» sagte Eornant.„das ist Ninon-la-Gaitt?" „Leider!- seufzte dos Mädchen. D«r Werber umfoßt« mit einem Falkenblick die drei Kumpane. Er wandt« stch ihnen zu und sprach:„Dreimal wöchentlich wird bei den Klängen der Oboen und Gegen getanzt 0 schäne Jugend- zeitl Dos Regiment liegt in einer Gegend, wo� die Weiber wunderschön sind. Geb, euch euren lobenswerten Neigungen hin und wendet euch an Herrn Penot. der Sergeant de- genannten Regi- mentes ist.— Er wirbt Männer angefangen von der Höh« von fünf Fuß zwei Finger." Rinon-la-Kait«, Petit Pierre und le Eornant blickten einander an und maßen wortlos die Tiefe ihrer Not. Niemol» vorher waren sie so tief gesunken und wußten aus Erfahrung, daß st« sich nicht ohne Einschreiten de» Ausalles würden erheben können. Sie betraten die Schenk« und schrieben vor Zeugen alle drei ein Sreuzchen unter den Anwerbeoertrag. Ninon-la-Gaite, die einem hübschen Jüngling glich, nahm den Namen Picard an. Und Herr Venot ließ ihnen einschenken, während er sich ausbedang, ihnen ihren Sold zu bezahlen, bis er sie dem Regi- ment übergeben haben werde. „Ach!" jagte Denot.„Das war ein glücklicher Gedanke, in das Regiment de» Königs«inzutreten. Soldaten haben ein schönes Kleid und die Offiziere sind reich. Das ist nicht wie in Perpignan. wo der Reiterkommandant in einem Salzmagazin wohnt." Den Stock über der Achsel und lustig psejsend schritten sie durch den Orleaner Wald voll Eichen und Kreuzwegen. Aber seit einiger Zeit versahen die Intendanten jeden Kreuzweg jorgfältig mit Auf- schriften, um einsamen Rekruten den Weg anzuzeigen. Denot, dos Schwert über der Schulter und den Hut im Genick. schritt an der Spitze,«ine Ringelblume zwischen den Zähnen. Rinon- la-Gaiie, Petit Pierre und le Eornant gingen ein paar Schritte hinter ihm..Auf ein Zeichen des Mädchens warfen sich die beiden Männer auf Venot, der mit dem Kops in die Farrenkräuter am Wegesrand fiel. Er hatte keine Zeit sich zu erheben: mit einen, Stockhieb schlug ihn Eornant nieder wie ein Kaninchen. Dann durchsuchte NInon-la- Saite kniend die Taschen des Sergeanten und zog«inen Beutel her- au», in dem sich, als sie das Geld nachzählten, zweihundert Dukaten befanden. Das Mädchen klatschte in die Hände. Die Leiche schleppten sie zwischen die Farrenkräuter. „Eornant": sogt« Mnan-la-Gait�.„Der Soldat fft wt, bleiben wir nicht hier." Nachdem sie sich geeinigt hatten, schritt«» die drei Verbrecher aufs Geratewohl durch den Wald. Ei« hofften irgendein« Schenke zu finden, um dort zu trinken. Sie gingen bi» zum Abend und als die Nacht antrat, legten sie sich unter einen Baum, fern von der Straße. Le Eornant hatte da« Geld hinter der Brust. Ninon-la-Gaitä, verkauert wie ein Hund, da» Haupt auf Petit Pierre» Schulter gestützt, schlief nicht. Sie lautschte den unruhigen Atemzügen Eornant». Im Morgengrauen machten sie sich von neuem aus den Weg. aber Ninon-la-Gaitä sagte zu Petit Pierre, was zu sagen nötig war. „Kameraden", verkündete Eornant.„wir teilen im ersten Wirt»- haus und dann geht ein jeder seines Wegs." „Gut!" sagt« Petit Pierre. Ein« Stund« später bohrte er Eornant sein Messer zwischen die Schulterblätter. Er mußte ihm sieben Wunden versetzen, um ihn zu töten, und hauptsächlich um ihn zum Schweigen zu bringen: denn Eornant brüllte, die Wunden mit seinen Händen oerstopsend, und seine schreckliche Stimme scheuchte die erschrockenen Vögel aus. Petit Pierre nahm den Beutel an sich und Ninon-la-Gaitö bot ihm ihre Lippen an. Sie bog sich zurück, als der Jüngling ihr Haupt in seine Hände nahm, und er wurde der Süße der Belohnung nicht satt. Sie liehen Eornant dem Wild als Leckerbissen zurück und Rinon- la-Gaite sagte zu Petit Pierre: „Zweihundert Dukaten! Wieviel bekommt jeder von uns?" „Wir teilen am Waldesrand", sagte Petit Pierre, und dann gehst du nach recht» und ich nach links. Wir treffen einander nach einer Woche bei BIgnon." „So wird es sicherer sein," sagte Ninon-la-Gaite. Und als die Nacht sich abermals herabsenkte, lagen der Mann und das Mädchen Seite an Seite. Petit Pierre warf seinen Mantel über die Arme der zstternden Ninon.— Es dauerte lange, ehe er einschlief, aber er erwachte nicht mehr, denn dank der Geschicklichkeit seiner Freundin glitt er aus dem Leben in den Tod. ohne davon zu wissen, au» der Halsader blutend wie ein Schwein., Ninon-la-Gaite machte sich mtt ihren zweihundert Dukaten auf den Weg. Sie setzte sich auf einen Steinhausen und wartete, während sie sich gebärdet«, als wäre sie sebr unglücklich. Ein Wagen fuhr vorbei, dessen Kutscher unruhig die Pferde peitsche. Das Rattern des Karrens übertönte Ninons Gejammer. Jetzt erhellte die Sonne die Landschaft und verscheuchte die un» bestimmten Nachtschatten. Ninon hatte mehr Glück bei einer Milch- frau. die nach Etompes fuhr. Di« Frau mtt sprühenden Augen nahm den zarten Iüngsing zu sich auf den Wagen. Und während NInon-lo-Gaitö mechanisch die Fragen der Bäuerin beantwortete, dacht« sie an Pari«, an die Kleider, die sie sich taufen »örde. an ein gute» Geschäft mit ihren Reizen mit der Kupplerin Mutter Saint-Hillaire, bereitete sie sich auf die Eroberung künftiger Liebhaber vor. Da» Leben war schön und Ninan-la-Gaitä zittert« ungeduldig und befühlte heimlich die zweihundert Dukaten in dem roten Tuchbeutel, der auf ihre Brust drückte. (Aus dem Französischen von S. 9L) Arzt dampft fortgelegt, daß id fo viel im Bande herumfahre. der Tat fah Bebel entjeklich abgemagert aus. Er entsprach überhaupt sehr menig dem dealbild, das ich mir von ihm gemacht hatte, und ich war auch enttäuscht, statt einer Berlenschnur goldener Worte folch' prosaische Redewendungen von ihm zu hören. Mit meinen dreiund zwanzig Jahre glaubte ich damals noch, große Männer müßten in jeber Lebenslage ihr Licht jedermann erkennbar leuchten lassen. Als mir in unserem Berkehrslofal antamen, rannte ich sofort in die Küche und machte die Wirtin aufmerksam auf den seltenen Gast und sein Begehren. Bebel erhielt denn auch ein Mittagsmahl, über das er sich sehr befriedigt aussprach. Auch die saubere Gaststube, die durch Einbau gemütlicher Sofaabteilungen ungemein anheimelnd auf ihn wirkte, befriedigte ihn sehr. Ich war stolz, daß unser VerBehrslokal", in das er mit offensichtlichem Mißtrauen mitgegangen war, nun in jeder Hinsicht seinen Beifall fand. Es war das Lofal von Paul Schröder, dem parteigenössischen Wirt, von dem ich in der Erinnerungsffizze über Luise Zieß schon berichtet habe. Er selbst war an dem Tage mit einem Wirtschaftszelt auf der Eutiner Tierschau, die Bebels Intereffe erregte, weshalb wir zu ihr hinauspilgerten, wo Jowohl die fräftigen Pferde, Ochsen, Kühe und sonstigen Biecher wie auch die gesunden holsteinischen Bauerngestalten Bebels Entzücken machriefen. In unserm Verkehrslokal hatten wir auch noch den Genossen Paul Beinheber aus Hamburg angetroffen, unsern Kandidaten im Nachbarkreise Plön- Oldenburg. lassen. Als wir dann zu viert zur Tierschau schlenderten, verschwand ich an der Ede Sad- und Königstraße schnell auf dem Hof neben dem Edhause, um Freund Hüttmann, unfern damaligen Parteivertrauensmann, dazu zu holen. Befagtes Eckhaus trug ein großes Schild mit der Aufschrift: Großherzoglich oldenburgische Hof: Apotheke von Dr. Almin Saenger. Dieser Hofapothefer, bei dem ich für eine steinalte Nachbarin meiner Eltern in meinen Kinderjahren als Heilmittel gegen Rheumatismus Riet- Spltet- und Verdeelungsöl" und andere wundersame Migturen geholt hatte, war der Bater unseres heutigen gleichnamigen Reichstagskollegen, den alle Welt für einen Münchener hält, den ich hiermit aber als meinen engeren Landsmann reflamiere, ebenso wie den Urbayern" Jo hannes Timm aus München, den angeblich Bissende zwar für einen Berliner halten, deffen Wiege aber in dem zum Badeort auf gerückten Dertchen Grömig nördlich von Neustadt an der Ostsee geftanden hat. Unsere holsteinische Ede hat der Arbeiterbewegung überhaupt eine ganze Anzahl führender Persönlichkeiten beschert, so auch Friedrich harm, den früheren Abgeordneten von Elberfeld- Barmen, Heinrich Schmalfeld, den früheren Abgeord. cten Don Bremen, und nicht zu vergessen Luise Bieg und Hermann Moltenbuhr. Wir fönnen uns also schon sehen Auf dem Wege zur Tierschau waren wir durch den großen, Bahrhunderte alten Schloßpart gegangen, der sich malerisch um eine Bucht des großen Eutiner Sees, eines der hundert Seen Ostholsteins, herumzieht. Bebel war entzüdt über die Landschaft und bestritt den größten Teil der Unterhaltung. Dabei hörte ich von ihm eine politische Prophezeiung, die buchstäblich eingetroffen ist. Sie betraf die Nationalsoziale Partei Friedrich Naumanns, die damals zum erstenmal sich an der Reichtstagswahl beteiligte. In Weinhebers Kreis, Plön- Oldenburg, kandidierte Adolf Da maschte, der heutige Führer der Bodenreformer, als national fozialer Randidat, und zwar schon seit Herbst 1897 bei einer Nachwahl. Die Nationalsozialen waren der naiven Meinung, aus gerechnet diefen großagrarischen Kreis im Fluge erobern zu fönnen, mar es boch 1874 dem sozialdemokratischen Zigarrenarbeiter Otto Reimer aus Altona zur allgemeinen Berblüffung auch geglückt. Aber bamals hatten die Großagrarier aus Aerger und Groll gegen Bismard und über die Einführung der neuen Reichsgesetze, die sie gegen über den früheren, noch aus der dänischen Zeit stammenden Gesezen pielfach ungünstiger stellten, der sozialdemokratischen Agitation direkt Vorschub geleistet; hinterher, nach der Wahl von Reimer, hielten fie dann allerdings fürchterliche Musterung unter den Landarbeitern. Raumarin und feine Jünger stürzten sich nun bei der Wahl von 1898 mit voller Bucht auf diesen Kreis, in dem außer Naumann und Damaschte vor allem auch Paul Göhte das nationaljoziale Evangelium predigte. Bei dem Spaziergang in Schloßpart fragte Beinheber, mas| Bebel von den Nationalsozialisten halte. Bebel blieb stehen und sprudelte heraus: Ja, die Nationalsozialen! Fallen fie in die Käse, gewinnen fie tein Mandat, dann sind sie geliefert. Denn noch fünf Jahre ohne parlamentarische Vertretung hinzuvegetieren, das halten sie nicht aus, dann verfallen sie der Auflösung." Bekanntlich haben die Nationalsozialen zwar noch fünf Jahre hinvegetiert, als sie dann aber 1903 wiederum fein Mandat befamen, haben sie sich tatsächlich sofort aufgelöst. Später, als ich 1904 mit Bebel in Frankfurt am Main, wo ich eben Parteisekretär geworden war, zusammentraf, erinnerte ich ihn an seine Prophezeiung und ihr Eintreffen. Es war auf einem Spaziergang durch den Frankfurter Stadtwald, an dem auch Brühne, Quard, Scheidemann, Ulrich und Louis Opificius teil: nahmen. Dabei sprach sich Bebel uns gegenüber sehr heftig gegen Naumann aus. Er erzählte, daß er Naumann im Reichstage wegen einer falschen Auslegung des fozialdemokratischen Programms in einer Versammlungsrede gestellt und ihm sehr eingehend seinen Irrtum nachgewiesen habe, den Naumann dann auch offen zugegeben hätte. Was meinen Sie," fügte Bebel erregt hinzu, drei Tage später hält der Kerl wieder eine Rede in Berlin und tischt darin denselben Blödsinn wieder auf, den ich ihm ausgeredet hatte. Seit dem bin ich fertig mit ihm. Der Mann ist nicht ehrlich, er ist ein Demagoge. Ich mag ihn nicht." Als ich 1912 in den Reichstag ein tat, habe ich dann auch nie bemerit, daß Bebel und Raumann miteinander sprachen. Die imposantette Bebel- Berjammlung babe ich 1907 bel der Reichstagswahl in rantfurt a. M. erlebt. Es war bei den Hottentottenwahlen, Quard tandidierte zum erstenmal in Frankfurt a. M., fiel aber durch gegen Dejer, den heutigen Direktor der Reichseisenbahnen. Am Sonntag vor der Stichwahl sprach der damalige Rolonialminister Dr. Dernburg im Hippodrom für die Freifinndemokraten. Wir wollten sie mit einer Bebel- Versammlung übertrumpfen. Das gelang uns auch wider alles Erwarten. Nicht nur, daß Bebel zujagte, wir betamen auch zu unserer eigenen Ueber. raschung das damals größte und pompöfefte Lokal Frankfurts zu der Bersammlung, den neuen Zirtus Schumann gegenüber dem Hauptbahnhof, in dem bis dahin noch nie eine politische Bersammlung statt gefunden hatte. Der Zirkusdirektor war ein Schwager des Rommissionsrats Schumann, der seinerzeit berühmte Lowenbändiger Geeth. Der Mann, ein Riese von Gestalt, hatte Furore gemacht mit den Löwen des Königs Menelit von Abessinien. Dessen Minister, ein Schweizer, hatte von einer Dreſsurvorstellung Seeths in Bern er zählt. Darauf hatte Menelik den Löwenbändiger nach Abessinien eingeladen und ihm dreißig junge Löwen einfangen laffen, die er ein Jahr lang dressierte. Bei seiner Rückkehr nach Europa schenkte ihm Menelik die dreißig Bestien, die Hälfte davon ging auf dem Transport ein mit den übrigen fünfzehn Löwen des Königs Menelit von Abessinien machte Geeth eine Triumphreise durch die europäischen Hauptstädte. In Frankfurt a. M. feierte er in einer letzten Monstervorstellung mit den gelben Kagen sein 25jähriges Berufsjubiläum und hängte dann das gefährliche Handwerf an den Nagel, bald nachdem er die Direktion des dortigen Zirkus A Schumann übernommen. hatte. In unseren geschilderten Bersammlungsnöten fuchte ich mun diesen Mann kurzerhand persönlich im Zirtusgebäude auf und fragte ihn, ob ich für den anderen Tag, Sonntag, vormittags 11 Uhr den Birkussaal für die Bebel- Versammlung haben tönne. Er fah.mich erstaunt und interessiert zugleich an und sagte dann topfschütteind: Ganz unmöglich. Heute abend um 7 Uhr beginnt im Saal der sogenannte Millionärsball der Hautevolee von Frankfurt und Wies boden und dauert bis morgen früh 7 Uhr. Ich habe dafür von einer Wiesbadener Firma extra einen Parkettfußboden in die Manege legen laffen, den die Firma frühestens morgen nachmittag 4 Uhr wieder herausbringen fann. Findet die Versammlung statt, so tommt der Fußboden nicht mehr so rechtzeitig raus, daß die Abendvorstellung im Zirfus stattfinden tann. Ich fragte Seeth, ob das wirklich der einzige Grund für feine Ablehnung sei. Er versicherte das auf das Bestimmteste und horchte auf, als ich ihm darauf sagte:„ Dann tann die Bersammlung ftattfinden. Ich stelle Ihnen morgen früh 7 1hr so viel Barlettschreiner mit Handwertszeug wie Sie haben mollen die den Fußboden in zwei bis drei Stunden fach- und sachgemäß herausbringen!" Ja, tönnen Sie das?" fragte er lachend. Ich erwiderte: Wieviel find nötig? Einhundert, zweihundert oder viera hundert? Ein Telephonanruf beim Holzarbeiterverband genügt, um alle Frankfurter Parkettschreiner morgen früh hier antreten zu lassen, die freiwlliig und freudig die Arbeit für ihre Partei verrichten. Im Nu waren wir einig. Am anderen Morgen, als die legten Ballgäfte den Saal verlassen hatten, traten etwa 100 Parkett schreiner an und um 9 Uhr früh war die Arbeit getan, für die der joviale Zirkusdirektor, der persönlich zugegen war, sich durch ein gutes Frühstück erkenntlich zeigte, während der Lohn der Partei darin bestand, daß die Schreiner als die ersten Besucher im Saal bleiben durften. Eine einzige Knallzeile im Frankfurter Parteiblatt, daß Bebel Aber ganz tomme, fein Inserat, fein Plakat, tein Handzettel! Frankfurt war auf den Beinen. 8000 Personen füllten den ge waltigen Rundbau bis unter das Dach, ebensoviel mogten draußen auf dem Bahnhofsplay. Sascha Grumbach, unser elsässischer Genosse, der heute in der französischen Partei der Mittler unserer deutschen Parteiauffassungen ist, damals Redaktionsvolontär in der Frankfurter Boltsstimme", holte Bebel aus seinem Hotel und ge leitete ihn mit mir durch einen Seiteneingang des Zirkusgebäudes auf die Bühne. Als Bebels charakteristischer Kopf dort auftauchte, rafte das Haus bis unter das Dach. Und dann redete Bebel mit seiner Glockenstimme und seiner glühenden Leidenschaftlichkeit, daß ihm seine weiße Mähne um die Schläfen flog und die Hörer immer mieber erneut in Beifallsstürme ausbrachen. Unter der Bühne waren die Käfige der Seethschen Löwen. Das Beifallstojen im Saal mochte eine der Beſtien beunruhigt haben, denn plötzlich drang von unten ein langgezogenes Brüllen herauf. Ich trat schnell an Bebel heran und sagte ihm, daß nichts passieren fönne. Der Direktor Seeth, der vor Bewunderung über Bebel strahlte, lachte aus vollem Halfe: Der Löwe unter der Bühne antwortet dem Löwen auf In dem donnernden Beifall war der Zwischenfall im Saale jelber nur wenig bemerkt worden. Bebel sagte mir, das gehabt habe und fragte immer wieder, ob denn die Leute, die dort sei die imposanteste Bersammlung, die er im damaligen Wahlkampfe oben bis unter das Dach gesessen, ihn wirklich noch hätten verstehen tönnen; er war sehr erfreut, als ich die Frage bejahen konnte. Wir suchten nach der Versammlung, die der allen alten Frank furter Genossen bestens bekannte, heute noch treuzfidele Genosse 5 ans Elbert, der Vater der Genoffin Anna Gener, geleitet hatte, zum Mittagessen gemeinsam ein Restaurant an der Hauptmache auf. Bebel, der durch die Versammlung fichtlich in gehobener Stimmung war, setzte sich vergnügt neben die damals in den letzten Schuljahren stehende Anna Elbert und sagte dabei scherzend:" Ich sete mich neben das schöne Töchterlein." Im Jahre 1919, als Anna Gener fächsische Landtagsabgeordnete mar, setzte ich mich eines Lages mit diesem auf sie geprägten Bebelwort im Restaurant des Landtags in Dresden lächelnd an ihre Seite und löste damit bei ihr sofort die Erinnerung an ihre erste Begegnung mit Bebel und die imposante Versammlung im Zirtus Schumann aus. Der Direktor Seeth sandte mir am Tage nach der Versammlung ein Anerkennungsschreiben über die musterhafte Disziplin in der Ver sammlung und betonte, daß trotz des Massenandranges nicht die geringste Beschädigung an den Einrichtungen des Hauses vorgefom men jei. Allen Teilnehmern der Versammlung wird sie unverges lich sein bis an ihr Lebensende. Das Dichtermort, daß die Nachwelt den Mimen feine Kranze flicht, galt bisher auch für den Agitator und Redner. Heute, in der Beit des Films und des Phonographen, beginnt es unwahr zu werden. Bon Bebel aber gibt es feine Filmaufnahme, und fein Phonogramm seiner herrlichen Stimme. Deshalb fann sich auch jemand, der ihn nicht persönlich gelannt, fcher eine zutreffende Borstellung von seinem Gesten- und Mienenspiel beim Reden, von der bezwingenden Gewalt seines Organs, von seinem hinreißen den Temperament und der Wirkung seines Auftretens machen. Er war der Bolfstribun schlechthin. 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Februar, nachmittags 4% Uhr, im Lokal Klug, Danziger Str. 71, Fraktionsfigung. Die Kinderfreunde- Leschalle des Bezirks Prenzlauer Berg, Danziger Str. 62, Bavade 3, ist jeden Dienstag, Mittwoch und Freitag von 4-7 Uhr abends für Kinder von 9-11 Jahren geöffnet. 10. Kreis Zehlendorf. Montag, den 23. Februar, 7 Uhr, Kreisvorstands. fizung bei Micien, Potsdamer Straße in Zehlendorf- Mitte. Teilnahme aller im kommunal- und Wohlfahrtsdienst tätigen Genossen erforderlich. 18. Kreis Tempelhof- Mariendorf. Dienstag, den 24. Februar, 7½ Uhr, Kreisborstandssigung in Mariendorf, Rimmer 26. 14. Rreis Neukölln. Montaa, den 23. Februar, 7 Uhr, engere Borstandssigung im Parteibureau. Freie Schulgemeinde: Dienstag, den 24. Februar, 7 Uhr, Bersammlung im Reichensaal des R. F. Rg. Bortrag des Ge noffen Dr. Sturm:„ Die Aufbauschule". Gäste willkommen. 20. Kreis. Die Parteivertreter der GAS. treffen sich heute, Sonntag, pünktlich 4 Uhr zu einer Sigung mit dem W.- B.- Vorstand im Tegeler Jugendheim, Bahnhofstr. 15. Heute, Sonntag, den 22. Februar: 8. Abt. Die Bannerweihe findet nicht heute, sondern Sonntag, den 8. März, in den Gesamträumen der Schloßbrauerei Schöneberg statt. Die Ratten behalten ihre Gültigkeit. Mittwoch, den 25. Februar, Mitgliederversammlung bei Gründer, Schwerinstr. 13. Näheres fiehe Notiz am Dienstag. Morgen, Montag, den 23. Februar: 6. Abt. 7½ Uhr Funktionärfonferenz bei Dobrohlam, Eminemünder Str. 11. 21. Abt. Rommunale Rommiffion: 7 Uhr Sigung bei Aroll, Utrechter Str. 21. Bortrag des Genoffen Dr. Freund über„ Staatliche und kommunale Wohnungspolitit". Erscheinen der Stadt- und Bezirksverordneten Pflicht. 24. Abt. 7% Uhr Funktionärsgung mit den Genossenschaftsdelegierten bei Rösner, Immanuelkirchstr. 25. 42. Abt. 7 Uhr Funktionärkonferenz bei Wiersdorf. Ebenda Abrechnung. 47. Abt. Morgen, Montag, teine Funktionärkonferenz: die Bezirksführer laden zu der am Mittwoch bei Behrendt, Manteuffelstr. 95, stattfindenden Mitgliederversammlung ein. in der Genosse Lehrer Scharnweber über das Thema„ Bom Anaben zum Jüngling" referieren wird. Charlottenburg. 56. Abt. 7½ Uhr Funktionärversammlung bei Liersch, Rantftraße 62. Wichtige Tagesordnung. Bortrag des Genossen Nietisch. 57. Abt. 7 Uhr bei Grunert, Schlüterstr. 47, Funktionärkonferens. Wichtige Tagesordnung. 74. Abt. Zehlendorf. 8 Uhr im Barteilokal, Botsdamer Straße, Ronferens aller in der Rommunalpolitik tätigen Genoffen mit dem Areisvorstand. Sunglozialisten. Arbeitsgemeinschaft Dr. Grelling fällt am Montag aus. Die Mitglieder beteiligen fich an der Gesamtveranstaltung im Landtag. LEIPZIGER MESSE FRÜHJAHR 1925 1.- 7. MÄRZ TECHN. MESSE 1.- 11.MARZ MeBabzeichen zu Vorzugspreisen und Auskunft durch: Ehrenamtlichen Vertreter des Meßamts für den Handelskammerbezirk Berlin: Direktor G. Bach, Berlin, Potsdamer Straße 21, Fernsprecher: Lützow 3366; Geschäftsstelle des Meßamts, Berlin W 57, Kurfürstenstraße 23, Fernsprecher: Oliva 1783; Verkehrsbüro der Industrie- und Handelskammer, Berlin C 2, Klosterstr. 41, Fernspr.: Merkur Nr. 2035/38; Deutsches Verkehrsbüro, Potsdamer Bahnhof, Erdgeschoß links, Berlin W 9, Fernspr.: Nollendorf Nr. 8550/54; die Vertretung des Norddeutschen Lloyd, Agentur Berlin G. m. b. H., Hotel Adlon, Unter den Linden 1 und das Frauenveranstaltungen am Montag, den 23. Februar: 4. Areis Brenzlauer Berg. Die Genofsimmen und Genossen werden darauf aufmerksam gemacht, daß ihren Kindern Stunden der Erholung geboten werden in der Lesestube der Kinderfreunde, Danziger Str. 62( Baracke). Geöffnet Montegs, Mittwochs und Freitags von 4-7 Uhr. 5. Abt. 7 Uhr in der Werderschen Oberrealschule, Weinmeisterstr. 15, Bor. trag der Genoffin Herforth. Gäste willkommen. 6. Abt. 7 Uhr bei Dobrohlaw, Gwinemünder Str. 11, Vortrag des Genoffen Dr. Arensberg. Gäste willkommen. Die Bezirksführer laben ein. 8. Abt. 7% Uhr bei Rickert, Steinmeßftr. 36a, Bortrag der Genossin Trapp: Seimarbeiterinnenschuk". 15. bt. 7% Uhr bei Goldbach, Binetaplah 7, Lichtbildervortrag:„ Die Befämpfung der Tuberkulose". Referent Genosse Dr. Roeder. Gäste willtommen. 22. Abt. 7½ Uhr im Lokal Radzan, Brüffeler Str. 43, Frauenabend. 24. Abt. 7 Uhr im Gefanasaal des Enzeums Greifswalder Str. 25, Vortrag des Genossen Adolf Hoffmann:„ Erziehungsfragen". Gäste willkommen. 25. Abt. Siehe 24. Abteilung. Beteiligung an der Veranstaltung der 24. Abt. 27. Abt. 7 Uhr bei Bogdanowiz. Sonnenburger Str. 1, Seiterer Abend. Rezitationen und Lieder zur Laute. Mitwirkende: Genosse Kreuziger und Genosse Hohmann. Gäste willkommen. 29. Abt. 7% Uhr in der Schule Senefelderstr. 6, Sigungszimmer, part., Bortrag der Genoffin Gener: Was erwarten die Frauen von der Sozial demokratie?" Gäfte willkommen. 30. Abt. 7 Uhr bei Niebergall, Carmen- Snina- Str. 22, plattdeutscher Abend. Vortragender Genoffe Barthel. Gäste willkommen. 34. Abt. 7 Uhr bei Rosin, Gubener Str. 19, Vortrag der Genoffin Kresse: Bas erwarten die Frauen von der Sozialdemokratie?" 35. Abt. 7 Uhr bei Peter, Schreinerstr. 36, Vortrag der Genoffin Rähler: Frauenarbeit und Frauenorganisation". 42. Abt. 7 Uhr bei Söhlke, Bergmannstr. 69, Vortrag der Genossin Sanna, M. d. 2., über„ Sozialpolitik". Neuwahl der Leiterin.. 43. Abt. 7 Uhr bei Wolf. Gräfeste. 26, Vortrag über„ Die Gesundheit der Frau". Gäste willkommen. 57. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr bei Arndt, Kantstr. 51, Bortrag der Genoffin Rnned über Wohlfahrtspflege". 74. Abt. Zehlendorf. Frarenabend bei Schnorre, Potsdamer Str. 3, Bortrag. Referentin Genoffin Marie Kunert. Neukölln. 89./30. Abt. 7 Uhr bei Brohse, Sanderstr. 10, Vortrag des Genoffen Schenk über„ Arbeiterdichter". 95. Abt. 7% Uhr bei Grieger, Leffingftr. 9, Vortrag des Genossen W. Hauth. Die Genosfinnen können Gäfte einfilhren. 101. Abt. Treptow. 7% Uhr bei Dettinger, Kiefholzstr. 33/34, Bortrag der Genoffin Todenhagen. Gäste willkommen. 102. Abt. Baumschulenmea. 7½ Uhr bei Haß, Baumschulenstr. 72, Vortrag der Genoffin Carmen Holz: Wirtschaft und Sozialismus". 103. Abt. Oberschöneweide. 7½ Uhr bei Imberg, Wilhelminenhofstraße, Frauenabend: Aus Reuters Werken". 106. Abt. Johannisthal. 7 Uhr bei Schreiner, Friedrichstr. 6, gemütliches Beifammensein. Mitwirkender: Genoffe Beer Loth. Gäste willkommen. 139. Abt. Teael. 71 Uhr im Jugendheim Bahnhofstr. 15, Vortrag der Genoffin Riedger über Erziehungsfragen". 140. Abt. Borfigwalbe. 7 Uhr bei Sender, Ernst-, Ede Räuschstraße, Vortrag des Genoffen Hodann über Frau und Religion". Uebermorgen, Dienstag, den 24. Februar: 7. 261. Für die Konsumgenossenschaftsmitglieder der 5. Verkaufsstelle, Gartenstr. 3, findet eine Mitgliederversammlung bei Köhler, Tiecftr. 24, ftatt. Referat und Aussprache. 31. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung mit den Betriebsvertrauensleuten bei Goldschmidt, Stolpische Etr. 36. 36. Abt. 7 Uhr in der Aula Petersburger Str. 4, Lichtbildervortrag des Herrn Hans Kraft: 1. Die Entstehung der Magarine". 2. SchwimmSchiemann. Gäste haben Zutritt. Die Bezirksführer laden ein. Sonntag, 22. Februar 1925 97. Abt. Reukölln. 7½ Uhr bei Rukfi, Leineftr. 1, Bunter Abend. Referent Genoffe Stadtrat Schneider. 137. Abt. Reinickendorf- West. 7% Uhr im Bolfshaus, Scharnweherstr. 114. Bersammlung aller Parteigenossen und-genosfinnen, die Mitglieder des Konsumvereins find. Aufstellung der Delegierten zur Generalversammlung. Sennigsdorf. 7½ Uhr Bersammlung im Lokal Brose. Tagesordnung: Der Gozialismus als Kulturbewegung". Referent Genoffe Wilhelm Micihke. Diskussion. Zu dieser Versammlung ist die gesamte Bevölkerung ein geladen. Bereinigung Sozialdemokratischer Studenten. 7 Uhr im Sörfaal 41 der Universität, Mitgliederversammlung. Anschließend Referat des Genossen Umrath über Marr und Engels". Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 24. Februar: 2. Kreis Tiergarten. 7 Uhr im Bezirksamt Klopstockstr. 24, Rimmer 4 Fortsegung der Vortragsreihe. Thema:„ Das Familienrecht". Referent Genosse Ruben. 20. Abt. 7½ Uhr bei Jaferid, Schwedenstr. 10, Bortrag der Genoffin Wachen. heim über Glaube und Vernunft". Gäste willkommen. 94. Abt. Neukölln. 7½ Uhr bei Günther, Schillerpromenade 11, Vortrag der Gen. Todenhagen:„ Die Kulturidee im Sozialismus". Gäste willkommen. * 7. Kreis Charlottenburg. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Mittwoch, den 25. Februar, 7% Uhr, Lichtbildervortrag:„ Die Not des Arbeiterkindes und die proletarische Selbsthilfe" in der Schulaula Wizlebenstr. 34. Karten find noch dort am Eingang zu haben. 45. Abt. Die Bezirksführer laden zu der am Mittwoch in der Schulaula Forster Straße stattfindenden Abteilungsversammlung ein. Referentin Frau Dr. Wegscheider- Riegler, M. d. 2. 86. Abt. Mariendorf. Die Bezirksführer werden ersucht, zum Donnerstag nach dem Zeichensaal der Schule Königstraße einzuladen, da die Aula besetzt ist. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 128./130. Abt. Pankom. Die Einäscherung unseres aus dem Leben geschiedenen Genossen Wilhelm Gaßmann findet Dienstag, den 24. Februar, 8 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Togal hervorragend -Tabletten tten bewährt bei: Gicht, Rheuma, Ischias, Hexenschuß, Nerven- und Kopfschmerzen Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken erhältlich. Best. 126% Lith, 0,46% Chinin, 74,3% Acid acet. salic., ad 100 Amylum -SCHEUER- PULVER für Fabrikanten und Großverbraucher, lose und aus eigenen Mahlwerken gepackt, liefern konkurrenzlos billig fport und Baden im Winter". Mit Filmt. Referent Genosse Stadtrat HORTAXIN- WERKE, BERLIN NO. 55 MESSAMT FÜR DIE MUSTERMESSEN IN LEIPZIG Fahrkarten für die Meß- Sonderzüge im Reisebüro A.Wertheim, Berlin W9, Leipziger Str. 12 Fernsprecher Zentrum 8641 MIFACH Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Betriebsräte Achtung! Dienstag, 24. Februar, abds. 7 Uhr, im Parterresaal des Berbandshauses, Cinienste. 83/85: Versammlung aller Betriebsräte, welche Mitglieder des Deutschen Metallarbeiter- Berbandes find. Tagesordnung: Bortrag der Bragis der Betriebsräte und die be vorstehenden Neuwahlen". us Mitgliedsbuch und Legitimationstarte dienen als Ausweis. Mittwoch, den 25. Februar, nachmittags 5 Uhr, in Ewalds Bereinshaus, Stalitzer Straße 126: Branchenversammlung der Graveure und Ziseleure. Die Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntgegeben. Es ist notwendig, daß jeder Kollege in dieser Versammlung erscheint. Mittwoch, den 25. Februar, nachmittags 5 Uhr, im Gewertschaftshause( Saal 1), Engelufer 24/25: Brauchenversammlung aller Metalldrüder und Polierer Groß- Berlins. Tagesordnung: 1. Vortrag: Un fallversicherungsgefeg". Referent: Kollege Lint, Arbeitersekretär. 2. Verwaltungs bericht. 3. Branchenangelegenheiten und Berschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt. Zahlreicher Besuch wird erwartet Die Ortsverwaltung. Gegründet 1894. LANDS ERGER FrühjahrsVOM 15-17. MERZ Messe 1025 BRESLAU Damen sparen Geld Berband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Winter- Mäntel 25% herabgesetzt Spezialität: Extra- Wellen für starke Damen Extra- Längen für grosse Bamen Ortsverwaltung Berlin Montag, den 23. Februar, abends 7 Uhr, im Cotal Königsbant, Gr. Frankfurter Str. 117 Damen- Lister 6-18 Drdsch- Mäntel Mitgliederversammlung Tach- Män Affenbant.. 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Februar 1925 Aus der FilmDie Filme der Woche. Pietro, der Korfar. Ufa- Theater, Turmstraße. Film- Welt Orgel ausgestattet, die neben dem sichtbaren Drchester sehr wirkungsvoll mitspielte. Die Bühne ist mit einem Rundhorizont versehen und gestattet, alle neuartigen Beleuchtungseffekte auszunuzen. Sie erwies sich bei der Einweihung als ein vortrefflicher Rahmen für eine Szene aus der„ Stummen von Portici" und für den Tanz der Korjaren, den das Esmanoff- Ballett mit außerordentlichem Temperament ausführte, und wird auch für andere Zwecke sicher gut verwendbar sein. D. Dem Filmpublikum zur Freude. Uniformen, Zirtus und anmutige, unbewußt spielende Kinder sieht das Filmpublikum recht gein. Und drei Filme, die diese Woche als Neuerscheinungen auf den Spielplan famen, tragen diesem Publikumsgeschmack Rechnung. Beilage des Vorwärts 3weifel bringt er in forgfältigfter emmalerei manche interessante zene. Jedoch hat man das Gefühl, Dinesen tann noch weit meh.. als er hier zeigt. Dem Photographen gab er manche Gelegenheit zu schönen Bildern, die Julius Bolting voll auszunuzen verstand. Hans Adalbert Schlettoms Borries war aus einem Guß, eine Leistung, die nicht so bald vergessen wird. Lya de Putt sah sehr gut aus und spielte recht nett. Hermann Vallentin ermies fich als Theater, aber nicht als Filmschauspieler. Gertrud Arnold war als Fürstin, was das Spiel anbelangt, wenig glücklich. Ein Mädel vom Zirkus"( Primus Palasi) haben die Amerikaner als wirklich guten Spielfilm herausgebracht. Die Heldin, ein Waisenkind, bekommt einen Mann und( wenn auch nur durch einen frommen Betrug) Eltern. Gladys Walton, eine hochtalentierte Schauspielerin, spielt die Hauptrolle, Jad Conway verstand sich als Regisseur auf Lebhaftigkeit und Laune. Recht wiẞig erfaßte er das Durcheinander des Lebens unter dem Zirkus belt, doch hatte er so viel Geschmack, alles Wüste zu vermeiden. Man ist tatsächlich erstaunt darüber, daß dieses abgeklapperte Zirkusthema noch einmal so lebendig und furzweilig verwandt werden fonrie. = In„ Arme fleine Peggy"( gleichfalls Primus- Balast) spielt natürlich Peggy die Hauptrolle. Sie ist Zentralfonne, um die fich alles dreht. Und das ist gut so, denn Baby ist doch gar zu drollig, mag es nun die Augen aufreißen, lachen, heulen, auf der Sehenipigen schleichen, einen Hund einseifen oder selbst gebader werden. E. E. Sheelen versteht sich auf Baby und ansprechende Regieeinfälle. Der Liebesurlaub einer Königin. e. b. Der Goldwyn- Film, der im U.-T. Nollendorfplatz vorgeführt wurde, mutet uns wie ein Märchen an, wie ein Märchen cus längst hinter uns liegenden Zeiten der Filmkunft. Da ist eine junge schöne Königin, die sich ihres vor Hunger revoltierenden Boltes getreulich annimmt und es vor der Soldafesta ihres ver letterten rohen Batten schügt. Dann vertauscht sie das von Waffen und hohlem Brunk starrende Hofleben mit einem verschwiegenen Aufenthalt in den Schweizer Bergen. Hier begegnet ihr ihr Schickfal in Gestalt eines jungen Lords, eines Afritareisenden, der ihr Herz erobert und nun ihr süßer Junge wird.( Das dazu nötige vertreibt das Paar nach Benedig, wo es in schönen MondscheinTigerfell liefert er dazu.) Die Berfolgung des eifersüchtigen Königs nächten sein Liebesglüc fortsetzt, bis die Königin, um den mit Tod bedrohten Geliebten zu retten, nach Hause zurückkehrt.( Der Arme liegt am nächsten Morgen hol mich diejer oder jener auf einem veritablen Rosenbett in Frack und steifem Hemde allein. So hat ihn die Geliebte verlassen.) Aber sie nimmt ein Pfand von ihm mit und schickt ihm nach zwölf Monaten ein Löckchen von ihrem Kinde. Neues Wiederfinden der beiden, der eben mit einer tollen Orgie beschäftigte König wird davon unterrichtet, dringt ein, ersticht die Königin, wird aber von einem ihrer Getreuen erdrosselt. Der gerettete Lord kehrt zurück rührender Abschied von der Sterbenden. Ein neues Ufa- Theater an der Turmstraße murde mit tinem neuen Film von Arthur Robinson eingeweiht. Er ist tach einem bekannten Roman von Wilhelm Hegeler aufgebaut und vill die Romantif eines freien, von Gesez und Sitte ungebändigten Rorjarenlebens im Bilde entwickeln. Die tiefere Psychologie, die Hegelers Roman voraus hat, ist nicht mitgestaltet worden, aber die vilde Abenteuerlichkeit, die große landschaftliche Szenerie, das Toben der Leidenschaften, Kampf- und Eifersuchtsszenen erfüllen en Film mit spannenden Vorgängen und geben dem Regisseur Jm Namen des Balfers, ein Phoebus- Film, voll sehr starten Belegenheit, die Beherrschung aller Mittel vorzuführen. Es ist in Bollens, aber nicht immer guten Gelingens, fand im Marmor: siesem Film etwas von dem Drange, der die abenteuerlustige Jugendhaus seine Uraufführung. Die Charaktere, durch Zwischentitel noch rfüllt, hinauszukommen aus dem Gewohnten in Begebenheiten, die verschlimmert, sind verzeichnet, zu sehr auf Filmwirkung zurechtsie Phantasie übertreibt und steigert, in das seltsam Lockenbe eines gestußt. Borris, ein Offizier der kaiserlichen Leibgarde, hat einen ingebundenen wilden Lebens; furzum Indianerromantik. Der hohen Drden bekommen. Wie er selbst sagt, soll die Auszeichnung ugendfrische Pietro, der an den Küsten des Mittelmeeres aufge- feinem Unwürdigen zuteil geworden sein, und vor Freude betrinkt vachsen ist als Sohn eines Delbauern, sieht mit wachem Interesse er sich im Verein mit seinen beiden Freunden Fedor und Nicolai uf das Korjarenlastell, das sich truzig im Meere erhebt und von finnlos. Auf einer Droschtenfahrt durch die Stadt zwingen die drei llen Märchen umsponnen ist. Die Hilfe, die er zufällig einem Mits Betrunkenen die Studentin Sonja zur Mitfahrt. In seiner Woh lied der Bruderschaft, dem Salvatore, gewähren fann, gibt ihm nung tut Borris ihr Gewalt an. Sonja und ihr Vater eilen nach Belegenheit, Beziehungen mit dieser geheimnisvollen Welt anzu der Polizei, wo fie Genugtuung verlangen, doch gegen Offiziere der nüpfen. Zuvor aber tann er feine jungen Kräfte erproben im faiserlichen Garde schreitet die Polizei nicht ein. Die Fürstin Rampf mit Korjaren, die seine Schwägerin rauben wollen. Dann Michailom fegt sich beim Kaiser für die Rehabilitierung der Gevagt er den großen Schritt ins Unbekannte, schwimmt über das schändeten ein, rat aber, als sie erfährt, daß ihr Neffe einer der Meer, erklettert das Kastell und entgeht dem Tode nur, weil im Drei ist, diesen ab, sich zu melden. Der Kaiser läßt Sonja ins cchten Augenblic sein Freund Salvatore von einem Beutezug Schloß tommen, wo sie den Gardeoffizieren gegenübergestellt wird. eimfehrt. Er wird nun Mitglied der wilden Gesellschaft, deren Sie ſtutzt vor Borris, da tritt er hervor und meldet sich, ebenso Zeben und Treiben in der Burg mit ihren Orgien und Siegesfeiern, fcine Kameraden. Der Kaiser befiehlt, daß Borris, der reichste von eren Kämpfe auf hoher See wir mit erleben. Bei einem diefer den Dreien, die Entehrte heiratet. Sofprt nach der Trauung aber Kaubzüge wird der Hauptmann getötet, Salvatore, mit dem den werden die Uebeltäter deportiert. Sonja zieht sich auf die Güter ungen Pietro eine innige Freundschaft verbindet, soll sein Nach ihres Gatten zurück, gequält von furchtbarer Ungewißheit, weiß sie olger werden. Aber zuvor geht er nach Barcelona, um dort eine doch nicht, wer der Bater ihres Kindes ist. Als Typhus unter den chwere Bunde von einem berühmten Arzt heilen zu lassen. Bei Deportierten ausbricht, eilt Sonja, die Begnadigungsschreiben für einer Rückkehr bringt er die Tochter des Arztes mit, die ehr- und die Drei in der Tasche, in das Seuchengebiet. Aufopfernd pflegt benteuersüchtig mit ihm geflohen ist. Dieses takenartige, raffinierte, fie den Erkrankten. Endlich erfährt sie, wer der Bater ihres Kindes nit allen Klugheiten und Listen ausgestattete Wesen bringt neue ist und versöhnt ziehen die Drei heim. Berwicklungen in das rohe Gemeinschaftsleben. Sie bricht das Ges Dieses an und für sich heille Thema wußte der Regisseur ez der Korsaren, das jede Frau jedem Manne folgen heißt, sie ver Robert Dinesen mustergültig dezent zu gestalten. Ohne agt sich sogar dem Salvatore, der sie traftlos umschmachtet, und imgarnt Pietro, den sie mit großen Plänen eines Freibeuterstaates mipinnt. Pietro, hin- und hergerissen, zwischen der Treue zum Freunde, der Sehnsucht nach seiner Heimat, die er wieder aufgesucht jat, und den Lodungen dieses seltsamen Geschöpfes, erliegt ihr chließlich. Salvatore fordert ihn zum Messerzmeifampf heraus, Bietro, angefeuert durch den Tanz der Juana, zum Aeußersten ge rieben durch die unehrliche Kampfart Salvatores, ersticht ihn. Schon oll er Hauptmann werden, als die Forderung seiner Rivalen, Juana olle als Störenfried getötet werden, neue Wirrnis stiftet. Pietro ind Juana werden gefesselt abgeführt, aber schon bricht das Berjängnis herein, der längst vorbereitete Angriff pijaijcher Soldaten erfolgt. Im Handumdrehen ist die unwachsame Korsarenschar ver tichtet oder gefangen. Pietro und Juana versuchen in dem Birrmarr zu entfliehen, aber Juana wird vom Speerstoß eines Söldners getroffen und fintt tot nieder, zu Füßen des Salpatore, dessen Letche bort aufgebahrt liegt. Pietro aber wandert hinaus in die Frühe ines Meermorgens, jein Abenteuertraum ist vorbei; er wird den Weg zurückfinden in das Leben. Ist die Handlung bunt genug, jo find doch manche Szenen wiederholt, z. B. das Gelage in der Burg, und nicht genug gewürzt durch Regieeinfälle, die Abwechslung yineinbringen. Brachtvoll sind die Landschaftsausschnitte vom Mittelländischen Meer, Fels und Küste, der üppige Pflanzenwuchs, schöne Blicke auf das Meer und entzückende Stimmungsbilder bereiten bem Auge Freude. Großen Reiz gewährt auch die Darstellung eines Seelampjes zwischen den Biraten und dem Handelsschiff. Mit fun. biger Hand hat man moderne Schiffe umgebaut in hochbordige mittelalterliche, und es gewährt einen eigentümlichen Anblid, die prähistorisch anmutenden Fahrzeuge nun wirklich auf der See zu erblicken. Die tragende Rolle des Pietro hatte Paul Richter. Der Darsteller des Siegfried stellte auch hier seine straffe, hohe Figur mit den jugendfrischen Zügen in dem von langem Haar um wallten Kopf ins hellste Licht und verlieh der Gestalt Adel und Spannfraft. Sein Gebärdenspiel ist freilich wenig ausgeprägt, um fo mehr zeigt davon sein Freund und Rivale Salvatore, den Klein Rogge, in den Nibelungen der Ezel, in stärkstem Kontraft spielte, als eine Gestalt aus dem Dunkel, schwächlich und heim. tüdisch. Aber sein wildes Augenrollen war doch manchmal zu übertrieben. Für die Juana war Aud Egede Nissen gewonnen, die allen Reiz des Abenteuerlichen in diese Frauenrolle legte. Sie war spielerisch, gleißnerisch, in allen Künsten der Berführung und der Intrige Meisterin; sie hatte etwas Dämonisches, den wilden Männern Imponierendes und entzückte in ihrem leidenschaftlichen Tanz, in dem sie Pietro aufpeitscht, nicht nur die Korsaren, sondern auch die Zuschauer. In der Rolle cines tomischen Dicken, der den Humor bei den Korfaren repräsentiert, bewährt sich Jatob Tiebtte. Der Mutter des Pietro gab Frida Richard Gestalt. * Die Uraufführung diente zur Einweihung des neuen Film. palastes der Ufa, der an der Turmstraße an Stelle eines alten Fiergartens ftattlich erstanden ist und besonders in der Lichttoirtung des Abends imponierend wirft. Das Theater ist mit den neuesten Verbesserungen ausgerüstet, vor allem hat es gesonderte Eingangs- und Ausgangstreppen, so daß sich die beiden Ströme der Zuschauer nicht mehr begegnen. Zur Bequemlichkeit des Publikums liegt ein Treffbuch aus, worin man für später tommende Bekannte Nachricht hinterlaffen fann. Für die Lichtreklame ist ein besonderes großes dreiteiliges Edschaufenster eingebaut. Der ovale Theater. raum enthält im Parkett 1200, in dem weiten Rang 500 Sitzpläge. Die innere Ausstattung beschränkt sich auf einen grauen, mit Silber verzierten Anstrich, den nur einige Fenster durchbrechen. Blaue Delorationen, blaue Sigbezüge, bringen Farbe hinein. Aber der Hauptstimmungsfaktor wird vom Licht geliefert, das nur indirefi zur Birtung fommt, fich in eine flache Stuppelschale der Dede er gießt, in besonderen Ausschnitten der Decke und oberhalb der Fenster gedämpft erstrahlt und nun in allen Farben und Abtönungen verwendet werden kann. Auch bei der stärksten Berdunkelung bleibt Dämmerlicht genug im Saal, um ein bequemes Finden der Bläge ermöglichen zu fönnen. Das Theater ist mit einer großen Der große Phoebus- Film 15210 fuex LOTTE NEUMANN LANTELME DURRER LIVIO PAVANELLI LUIGI SERVENTI IN DEM NEUEN BAYERNFILM DER ROMAN DER LILIAN HAWLEY DIE GESCHICHTE EINER EHE SCHAUBURG KONIGORATZER STRASSE 121 Ubr Uhe 3m Namen des Kaisers BAY FILMS BAYERN- FILM Lya de Putti mit Hans A. Schlettow Regie: Robert Dinesen Die Amerikaner haben diese Begebenheit mit allem Pomp töniglicher Zeremonien und allem Firlefanz des Militarismus ausgestattet. Sie scheinen eine seltsame Borliebe dafür zu haben, sämitliche Uniformen Europas an einem Hofe zu vereinigen. Da sie ein Märchen geben wollten, ist die Königin zuckersüß, engelslieblich, aber auch, in merkwürdiger Vereinigung damit, finnenverführerisch. Die Liebesszenen sind bis zu dem Bunkie geführt, wo sie anfangen lächerlich zu wirken Aleen Pringle, die wirklich schöne und bezaubernde Darstellerein, hatte Mühe, die Grenzen nicht allzuoft zu überschreiten. Das Publikum quittierte diese merkwürdige Sp fulation auf amerikanische Gemüter mit allerlei Methoden der Ablehnung. Finish". T. Der englische Sportfilm„ Finish" in den Richard Oswald. Lichtspielen bewegt sich im typischen Geleise der beim großen Publitum so beliebten Pferde- und Hundephotographie, ohne nach der günstigen oder ungünstigen Seite hin aufzufallen. Derby und Tierbilder werden mit einer melodramatischen Liebesangelegenheit perknüpft, der wegen seiner Heirat mit einem Mädchen aus dem Bolke enterbte Aristokrat wird wegen seiner Lauterkeit und Lüchtigfeit schließlich belohnt, das Baster schleicht sich davon, die Tugend fiegt, und das Interessanteste an dem Film ist noch die Feststellung, baß er zwar ein viel langfameres Tempo hat als der amerikanische, fich aber von den amerikanischen Erzeugnissen gleicher Qualität durch einen feineren Geschmad und sanftere Töne unterscheidet. Turf und Lieb.. f. h. c. Their Turf und Liebe find zwei Themen, die viel Filmmöy enthalten, namentlich wenn die Amerikaner sich ihrer bemächtigen. Ber teine Anspruche an ein folgerichtiges Filmmanusfript stell:, cber die Sensation liebt, ist mal wieder begeistert ob dieses„ fabcihaften Amerikaners. In der Handlung selbst trifft man längst betannte Bortommnisse, so den zu Unrecht disqualifizierten Jodei, der durch einen Schlag auf den Kopf sein Gedächtnis verliert, vou der Tochter eines Rennstallbesizers geliebt wird und das Pferd ihres Vaters troz eines Attentates auf den wertvollen Gaul im Derby zum Eirge reuet. Es ist mal wieder der Beweis erbracht, daß in Amerika Cienschen und Pferde schreckliche Strapazen aushalten können. Da der Regisseur Artur Rosion durchweg echte Rennbahnaufnahmen bruchyte, enthält dieser Film für Sports. leute viele duẞerit interessante Vergleichsmöglichkeiten. Im Theater am Rollendorfplaß war der Uraufführung lebhafter Beifall beschieden. In der im Beiprogramm laufenden TrianonWochenschau sah man u. a. Aufnahmen von der Zeche Minister Stein. e. b. Arthur Robison bereitet für die Ufa als nächfien Film ,, Manon Lescaut nach dem Roman von Marcel Prevost vor. Unter der Regie von Dr. Johannes Guter haben die Aufnahmen für ben neuen Ufa- Film„ Der Begleitmann"( Manuskript: Robert Liebmann) begonnen. Die Internationale Film- A.- G. Jfa bereitet die Verfilmung des Theaterstüces Kyri- Pyrit vor. Der Film bringt in freier Anlehnung die Erlebnisse einiger Kleinstädter in Berlin und zelgt die Wirkung des großstädtischen Lebens und Treibens auf abenteuerlustige Provinzler. Täglich im Marmorhaus Kurfürstendamm 236 Wochentags 5, 7, 9 Uhr. Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr. Vorverkauf von 11 bis 1 Uhr Nach wie vor halten wir an unserem alten bewährten Prinzip fest, indem wir stets versuchen, große Warenmengen billig einzukaufen und diese mit geringem Nutzen an den Verbraucher abzugeben. Besuchen Sie uns, wenn Sie Bedarf haben, und überzeugen Sie sich selbst, daß wir wirklich billig sind. Es wird Ihnen auch ohne Kaufzwang alles Wünschenswerte bereitwilligst vorgelegt. 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Heute 8 Uhr: Kammerspiele Der Wehrwolf 72 Uhr: Die Stützen Hansi Arnstädt der Gesellschaft Lia Eibenschütz Nachm 3 Unr: Frühlings Erwachen : Komödie Kurfürstendamm 206/207 712 Uhr Sechs Personen suchen elnen Autor Nachm. 3 Uhr: Die deutschen Kleinstädter Theater 1. d. Königgräizer Str. 8 thr: Wir lassen uns scheiden Kaiser Titz Letting er Klubertanz Haller- Revue 1935 Tb.i.Admiralspalast 27. Woche 314 und 81 Uhr: Die größte Revue d. Welt: Komödienhaus och und Noch" 8: Heimliche Brautfahrt Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau SCALA 8 Unr Sonntag nachm 31 Utir: Die ganze Vorstellung zu halben Preisen. 2. Rang 1 Maik Central Theater 3 U. G'wissenswurm Varieté- Die vers. Glocke Deuts Opernhaus Revue Zuermäßigt Preisen Sonntags 380.7U.: Die Bohème zu halben Preisen Mont. 7 Uhr: Aida Metropol- Theater Tägl. 71 Uhr: Deutsch. Künstlertheat Gräfin Mariza Tä lich 48 Uhr: ,, Riquette Oncrette von Oscar Straus Neues Th. am Zoo Lustspielhaus Tägl. 8 Uhr: oper singt die Arie des Masaniello aus der Oper „ Die Stumme von Portici". Der Tanz der Korsaren ausgeführt vom Esmanoff- Bal.ett Olivaer Lichtspiele Olivaer Platz 7 Quo vadis Der Welt größter Film mit Emil Jannings schwarz und braun Boxcalf, mit braunen und grauen Einsätzen, moderne Formen, weiß genähter Rand.. M. 1650 Berlin W9, Cinkstr.11 Charlottbg.: Wilmersdorfer Str. 117 Spandau: Breite Straße 22 Residenz- Th. Tägi. 8 Uhr: Rose- Theater Wilhelm Tell 31: Mrs. Dot Leopoldine Konstantin 734: Berlin wie es Adele Sandrock, Forff, Burg weint und lacht Ehser, Alexander Mattoni, Rosé Theater des Westers Berl. 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Apollo8 Uhr ( Donienstag:) 3: März, 8 Uhr: Zwei Wiederholungen Palu alucca Tänze Karten bei Bote& Bock und Wertheim Achtung, Parteigenossen! Die Bannerweihe der 8. Abteilung findet umständehalber nicht Sonntag, den 22. Februar, sondern Sonntag, den 8. März in den Gesamträumen der Schloßbrauerei Schöneberg statt. Billetts behalten ihre Gültigkeit. Neue Welt Arnold Scholz Täglich Hasenheide 108-114 Rockbier- Fest in den bayer. Alpen 8 Kapellen. Neue Dekorationen 30 bayerische Mad'l Bergschioß- Bockbier Heute, Sonntag, den 22. Februar: GR. ALPENBALL Einlaẞ 3 Uhr * Theater 8 Uhr Revue- Posse Daslachende Berlin Ueber 150 Mitwirkende Ganz kleine Eintrittspreise! Parkett 2,50 M. * Anfang 4 Uhr Voranzeige! Dienstag, den 24. Februar: Große Schweinebraterei und Prämiierung des größten Pfannkuchens Thalia- Th. Tägl. 8 Uhr: Das Dreimäderihaus Schubert 1adiowker Fehrbelliner Straße 82 am Weinbergsweg Quo vadis mit Emil Jannings als Nero Bühnenschau Tel 7 u. 9 Uhr, Stg 25, 7 u. 349 Uhr Deutsch- Amerik. Theater $ 016, Köpenicker Straße 68 Vom 20. bis m. d. ges. Ensemble der Gr. Volksoper Philharmonie 7½ Uhr: Konzert des Philharm. Orch Dirig.: Prot. R.Hagel WINTERTEN NovitätenSpielplan! Sonntags 312 Uhr halbe Preise Rauden acstartet. Ernst Friedrich spricht 22. Februar, 8 Uhr. in d.., Arbeiter- Kunst" Parochiaistrake 29: Märchen- und Gespenster Geschichten OOLOGISCHER GARTEN Taglich 23. Februar Film: Garragan Konzert Bühne: Das große Varieté Anfang 3 Uhr Eintritt ab 89 Pi Reichshallen- Theater Allabend! 8 U. u. Sonntags nachm. 3 Uhri Wochent. v.3-7U. Sonntags v.4-9 U Aquarium gcöffnet von 9-6 Uhr ETROPO Steffiner Sänger MVARIET Neu! Sport- Müller Neu! Nachm. halbe Preise, volles Progr Dönhoff- Brett'i: Familien- Varieté Anf. 7% U.. Sonnt. 51%, U. Theater am Kottbusser Ter. 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Februar 1925 Nachbruck verboten In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 m. gezogen 1 Gewinn zu 25000 2. 109116 1 Gewinn zu 10000 2. 127942 2 Gewinne zu 5000 m. 100381 311303 1 Gewinn zu 3000 22. 206127 3 Gewinne zu 2000 22. 68446 76512 262271 7 Gewinne zu 1000 2. 40976 104613 133198 204166 235697 287444 299968 25 Gewinne zu 500 m. 27520 30997 68506 6 Abenteuer 73655 86838 99104 122084 146952 1648: 3 175405 Robert u. Bertrams 176903 180888 184901 187222 190813 192489 Abends zum Schluß 249505 258484 283338 286800 280928 288953 289352 295274 314156 Das romantische Manegewerk 77 Gewinne zu 300 2. 4022 7116 11873 22980 23656 28119 30246 32715 42229 46724 50664 54303 56015 64172 65315 68883 74869 76061 In der Hauptrolle 79053 80195 81772 82855 86961 87402 109398 Lady Hamilton 23656 28119 30246 82715 42229 46724 50664 Paula Busch. 110580 113746 116556 119555 120605 122163 Feenhaite Ausstattg. 122728 128103 135314 138789 147629 150066 Herri.Man.- Effekte! 150487 163500 165524 169124 171379 171478 Außerdem: 185708 188090 198491 203576 206385 212325 Kommissionsrat Albert Schumann 216116 219592 220844 224195 225995 226691 als Gast Hohe Schule a., Mephisto Nachm. halbe Pr.! 230500 238761 241834 259828 274255 275844 279203 281435 283007 283874 284075 284600 288778 289635 300937 303571 304536 308548 312699 315540 316518 319843 Casino- Theater Apfelwein Lothringer Str. 37 Tägl. 8 Uhr herb, Str. 30 Pf., tüß Nur noch b.z.5 März und start 60 Pf 0 die Schlager- Posse Johannisbeerwein Graf Koks 75 Pf., auf alles 200 Steuer. 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