Abendausgabe Nr. 9142. Jahrgang Ausgabe B Nr. 45 Bezugsbedingungen und Anzeigenvreife find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sm. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt 5 Pfennig Montag 23. Februar 1925 Betlee und Angetgenabteilung Gefäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmb Berlin S. 68, Cindenftrage 3 Ferusprechee: Dönheff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Der Bannertag in Magdeburg. Ein Erlebnis von Hunderttausenden. Behntausende, waren gestern aus dem Reich und Defter| die der Republit Tag für Tag den Tod anfagt und die von reich nach Magdeburg zusammengeströmt, um den Sieges tag des republikanischen Gedankens mitzuerleben. Biele von ihnen sind zwei Nächte durchgefahren und find am Sonntag Stunden auf Stunden durch die Straßen der Stadt marschiert. Aber sie finden sich für die überstandenen Strapazen reich belohnt durch ein Erlebnis, dessen gewaliigen Eindrud sie nun überall von Mund zu Mund weiter tragen werden wirksamer als das gedruckte Wort dies vermöchte! Was die Stadt Magdeburg am Sonntag sah und was in ihr Hunderttausende, von nah und fern mit durchlebten, das war viel mehr als ein ,, Bundestag", das war ein ungeheures Aufflammen des Betennermillens, von Kampfestroß- und Siegeszuversicht. Man hat am Sonn: tag in Berlin in einer Versammlung wieder einmal eine Königliche Hoheit" gefeiert. An Lakaiengesinnung mangelt es immer noch nicht in unserem Lande. Aber die Kreise, die fich ersterbend vor verblichenem Glanze beugen, hätten besser getan, in Magdeburg den Pulsschlag des republikanischen Lebens zu fühlen, dort der Stimmung der Maffen zu lauschen, wenn anders sie Wert darauf legen, von dieser Stimmung irgend etwas fennen zu lernen. Bon monarchistischer Devotion freilich hätten sie dort nichts gespürt. Es wäre auch für andere nüßlich gewesen, nach Magde burg zu gehen. Man hätte den Doktor Luther einladen follen, der heute Reichstanzier von Bürgerblods Gnaden ist, oder den Innenminister Schiele, oder den Eidesverweigerer Neuhaus. Den ersteren ist die Stadt der Reichsbannergrün dung ja nicht ganz unbekannt. Aber sie hätten trotzdem mehr lernen mögen, als hundert gedruckte Berichte ihnen zu sagen vermögen. Denn an diesem Tag der Hunderttausende wurde es dem letzten Zweifler flar, daß der Gedanke republikanischer Solidarität in Deutschland so tiefe Wurzeln geschlagen hat, daß er durch nichts mehr ausgerodet werden kann. Freilich zeigte sich gerade bei diesem Republikanertage die Schärfe der Klassengegensäge. Die Straßen der Bourgeoisie und der Ceschäftswelt waren arm an Schmud. Nur eine Minderzahl der Häuser war geflaggt- teils in Farben des Reichs, zum anderen Teil in den Stadtfarben grün- rot. Hier, wo das alte nationalliberale Bürgertum dominiert, hatte man demonstrativ eine Huldigung der Republik verweigert. Das war freilich nicht immer jo. Als 1918 die Feldsoldaten in die heimatlichen Garnisonen zurückkehrten, da gab es noch feine schwarzrotgoldenen Fahnen. Aber zitternd um ihr fleines Leben, hingen damals viele der heute so Zurückhaltenden impel an die schwarzweißroten Fahnen, die sie den Feldgrauen zum Gruß hinausftedten. Damals beeilten fie fich, aus Furcht vor der empörten Masse, eine revolutionäre Sympathie zu heucheln. Heute glauben sie im Schatten des Bürgerblods im sicheren Besitz zu sein. rote Aber was bedeutete diese flägliche Demonstration der Bestzbürger gegenüber der rührenden Opferfreudigkeit der fleinen Leute"! Ging man vom Breiten Weg in eine Reben ftraße und ihre hat Alt- Magdeburg so viele- jo sah man erstaunt und erfreut die Sorgfalt und Liebe, mit der die Armen ihre Häufer und ihre Cassen geschmückt hatten. Bon einer Seite der Straße zur anderen zog sich ein Nez von Girlanden mit unzähligen Fähnchen in Schwarzrotgold. Wie sich von einem Proletarierherzen zum anderen ein Band der Bufammengehörigkeit zieht. Und in den Vorstädten gar, die jenseits des alten Festungsgürtels liegen, wo das Arbeiter heer der Industrie mit dem Kleinbürgertum sich in die Enge teilt, da war fein Haus, feine Straße ohne Girlanden und Fahnenschmud! Wo die Groschen vom fargen Wochenlohn abgespart werden müssen, da brachte man freudig Opfer für den großen republikanischen Gedanken, der im Reichsbanner fichtboren Ausdrud gefunden hat. Bei dem Festakt am Sonntag Vormittag hat Dr. Wirth auf diesen klaffenden Gegensatz zwischen Besitzenden und Nichtbesitzenden hingewiesen. Es galt nicht nur Magdeburger Bahlbürgern, wenn er sagte, daß die Geschäftsleute und Kongerne ehrlicher Weise an ihre Firmenschilder schreiben follte:„ Dies hier verdante ich der Demokratie!" Denn ohne die demokratischen Gedanken wäre wahrscheinlich Der Eigentumsbegriff in den stürmischen Nachkriegstagen ein ganz anderer geworden. Und die Herrschaften hätten heute nicht mehr die Möglichkeit gegen die Republik zu demonftrieren. So aber ist es gerade ihr besonderer Kummer, daß der republikanische Gedanke in den Herzen der Arbeitenden und Darbenden verantert ist. Gegen eine Republik, in der der Belik schrankenlos herrschte, würden sie wohrscheinlich feine Einwendungen erheben. Aber daß in dieser Republik auch die arbeitenden Schichten gleiches Recht haben wollen und sollen, has ist ihnen ein Dorn im Auge. Da waren hunderttausende in Magdeburg, in Reih und Glieb, einigen Sinns in einigem Streben. Was sie faben und erlebten, vergessen sie nicht. Sie famen von weit her in Sonderzügen und sind inzwischen in ihre Heimat abgerollt. Sie finden daheim mie überall bie Bresse der Schmerindustrie, dem großen Tag des Reichsbanners und der Republik nichts oder so gut mie nichts zu melden meiß. Aber sie, die ben Aber sie, die den großen Tag im Innersten erlebt haben, werden Künder ber Weihe sein, die sie selbst empfangen. Und sie werden den Ruhm der Proletarier von Magdeburg im ganzen Reiche ver breiten, jener Proletarier, die ihnen nicht nur Gastfreundschaft in überreichem Maße boten, sondern vor allem die Farben der Republik fo eindrucksvoll zur Geltung brachten, daß felbst die Kommunisten und Deutschnationalen sich schweigend buden mußten. Ein Jahr Reichsbanner" fand seinen Abschluß. Mehr als drei Millionen Republikaner sind in diesem Bunde orga nifiert. Der Aufstieg ist unaufhaltsam, weil die Idee der Republik den Lebensintereffen der Arbeit entspricht! In der Nacht Dam Somiabend zum Sonntag um 1 Uhr war der letzte Ertrazug vor der Nachtpause in den Magdeburger Bahnhof gerollt. Noch einmal hallte der Gleichschritt der Kamerad schaften unter Trommeln und Pfeifenklang durch die Straßen. Dann wurde es still in der Innenstadt. Draußen aber in den Standquartieren herrschte weniger bunteres Leben. Dort waren Quartiermirte, faft ausnahmslos fleine Leute, herbeigeeilt, um die Gäfte in Empfang zu nehmen, dort harrte ihrer ein Empfang, der ihnen unvergeßlich sein wird. Die Magdeburger hatten wodjenlang gespart, um den Gästen aus dem Reiche aufzutifchen, was sie nur tonnen. Und wenn die anmarschierenden Züge in den Straßen haiten mußten, fo öffneten sich die Fenster und herab regnete es von Bigaretten, Schotolabe, Blumen, Butterbroten ufm. Schlaf und Nachtruhe war nicht viel zu spüren. Bereits morgen um 6 Uhr fuhren neue Extrazüge ein und neue Reichs bannerzüge streifen durch die Straßen. Um 10 Uhr begann im Magdeburger Stadttheater por geladenen Gästen und vor der österreichischen Delegation ber Festaft mit einleitenden Vorträgen eines Männer und eines ge. mischten Chors. Nachdem die Chöre verfiumgen maren, ergriff als erster Redner Oberbürgermeister Beims- Magdeburg das Wort, hieß die erschienenen Gäste als die Vertreter der hundert. tausend Reichsbannerkameraden auf das herzlichste willkommen und wandte sich mit einem besonderen Gruß an die Desterreicher. Dieses Fest, so sagte der Redner, das erste Geburtstagsfest bes Reichsbanners, muß als eine wichtige Etappe auf dem Wege zur Feftigung des republikanischen Gedankens in Deutschland und Desterreich bezeichnet werden. Magdeburg felbft fann in der Und die Mehrheit feiner Bevölkerung als republikanisch gelten. Gäfte follen sich in der Beurteilung der Bevölkerung auch nicht täuschen lassen durch den befremdenden Eindruck, den sie in der Innenstadt empfangen haben, wo faft fein Haus Flaggenschmud angelegt hat. Hingegen draußen, in den weit entlegenen Quartieren der Borstadt, wo die Armen und Aermsten, wo das wahrhaft schaffende und arbeitende Bolf wohnt, dort hat man die Straßen zu Ehren der Freunde aus dem Reich auf das schönste ausgeschmückt und dort schlägt auch das Herz für die Republit. In Magdeburg ift die Reaktion ebenso erstarkt wie in anderen Städten und die Rampfformen der Realtion haben zeitweilig ebenso hähliche und gemeine Formen angenommen, wie anderweitig. Die Folge dieser niedrigen Verhehung und Berleumdung schen die Gäste: Sehr viele Geschäftsleute, die durchaus republikanisch, zum mindesten demokratisch find, haben es aus allerlei Rücksichten heraus nicht gewadt, ihre Häufer zu schmücken, weil sie den Terror der Monarchisten fürchteten. Wir aber, die wir Magdeburg kennen, wissen, daß der Kampf gegen diefe Reaktion von Erfolg gekrönt sein wird. Was uns jetzt not tut, find die großen Richtlinien, nach denen der Aufbau des republitanischen Staates erfolgt. Wir brauchen ferner den Willen, fich freudig in aller Deffentlichkeit zu diesem modernen Staat zu betennen. Wir glauben, das geschicht. liche Werden richtig zu verstehen und zu werten, wenn wir versuchen, in die Herzen unserer Mitbürger die Ueberzeugung zu pflanzen, daß das Weltgeschehen des leßten Jahrzehnts nicht will fürlich gewesen ist, sondern eine geschichtliche Entwicklung darstellt aus Ursache und Wirkung. Und wenn wir uns auch darüber einig find, daß der Hauptfampf und die Entscheidungs. ichlacht gegen die Reaktion noch bevorsteht und daß wir alle Kräfte daran feken müffen, um für diefen Kampf gemappnet zu sein, so besteht doch für uns nicht der geringste Zweifel, daß wir den Kampf fiegreich bestehen werden. in Magdeburg wie im Reich, den Kampf fiegreich bestehen werden. in Magdeburg wie im Reich, für unser Bolt, für Europa, für die Menschheit.( Langanhaltender Beifall.) Darauf ergriff das Wort Bundesvorsitzender Hörfing: Am legten Dienstag hat sich in Dortmund das Grab über 136 Berglente gefchloffen, die ein Opfer der Naturgemalten geworden find. 83 von ihnen gehörten unferem Bunde Männer, die auf dem Schlachtfelde der Arbeit gefallen sind, von Ihren Plägen erhoben haben. Ich stelle fest, baß Eie sich zum Andenken dieser braven Im Namen und Auftrage des Bundesvorstandes heiße ich Sie, die Sie aus allen Bauen Deutschlands unserer Einladung gefolgt find, herzlich willkommen! Eine besonders große Freude ist es uns, unjere Rameraben aus Defterreich und ihren Bundesführer, den Rameraben Julius Deutid. hier begrüßen zu fönnen. Heute vor einem Jahre ist in hiesiger Stadt unser Bund, das Reichsbanner Schwarz Rot- Gold, gegründet worden. Wir find affo ein Jahr aft und feiern Geburtstag, ein fest, das mir mit Stolz begehen können. Unser Bund ist erft fünf Jahre nach Striegsends, nach der Staatsumwälzung, gegründet morden. Diese Tatsache ifr Bemeis genug daß nicht Bereinsmeierei das Motiv zur Gründung mar. Man muß fich die nachkriegszeitigen politischen Vorgänge vor Augen führen, um unser Entstehen, aber auch unfere Erfolge begreifen zu können. Die Barteien und Personen, die an dem unaufhaltbaren und unabwendbaren Zusammenbruch Deutsch lands in fo großem Maße beigetragen haben, lehnten die Mitarbeit an dem Wiederaufbau unseres Baterlandes ab. Statt dessen er gingen fie fich in den wüstesten Beschimpfungen jener Männer, die im November 1918 Deutschland aus dem Chaos gerettet haben. Eine Weile der niedrigsten Berleumdungen ging über die Bartelen der Weimarer Berjajjung nieber. Der Kapp- Putich Die war die erfte Frucht diefer rechtsboljchemistischen Beschimpfungen und Berleumdungen. Dieser Bahnsinnstat folgte die Bandenbildung derer von rechts und links. Die Bünde von rechts und die roten fommunistischen Hundertschaften von links, die wiederholten Aufstände, sind ein mehr als trauriges Kapitel dieser Zeit. Stunde des politischen Mordes zog in unser Land, der mehr als 400 Menschen zum Opfer fielen. Wer zittert nicht heute noch vor Scham und 3orn, wenn man an die Morde von Eis. ner, Garcis, Erzberger, Dr. Rathenau, an den Mordverjuch an Scheidemann denkt. Der Schande des politischen Mordes ift gleichzustellen die Schande des geradezu verbrecherishen Rabauantisemitismis, der selbst daror nicht zurückschreckt, die Scele der Kinder in der Schule zu vergiften. Die Borgänge in Bayern, die bamit endeten, baß Monarchijten gegen Monardriften fämpften. ft ein nicht minder beschämendes kapitel. All diese und die zahi lofen fontigen politischen Wahnsinnstaten der sich wie zum Hohn national" Rennenden, bie nichts meiter sind als Monarchisten, fowie malige Kriegsteilnehmer ihre physische Kraft diesen Baricien ge der Kommunisten wären unmöglich gewejen, wenn nicht eheliehen hätten. Ein Abgrund aber tat sich vor unseren Augen auf, als die Rechtsorganisationen die unglaubliche Kühnheit, um nicht jagen Frechheit, besaßen und durch den Bundesvorsitzenden des Stahlhelms über eine Nationale Dittatur, alfo über einen glatten Berfassungsbruch, mit dem damaligen Reichstanzler Dr. Stresemann. verhandelten. Die Tatsache, daß der Reichskanzler mit dem Stahlhelmführer über die„ National Riegel zu bringen, bemeift, meifen die Monarchisten fähig wara Diftatur verhandelt hat, statt diesen Mann sofort hinter Schloß un Riegel zu bringen, bemeift, weisen die Monarchisten fähig wara und fähig sind. Grit als all diefe politischen, Deutschland innen- und außenpolitisch schwer schädigenden Inglücke passiert waren, da brach ich endlich bei den republikanischen Barteien die Ansicht Bahn, daß mit den, wenn auch noch so guten Barteiprogrammen meitig angu fangen ist, wenn die Gegner der Republik neben ihren Bariciprogrammen eine brutale Verhegung und die roeste Gemaltanwendung durch ihre Sturmhaufen ungehemmt ins Treffen führen fönnen. Diesem wüsten Treiben der Kriegsteil nehmer, die sich als Gegner der Republil bekennen, mußte Cinhalt geboten werden. Das aber war nur möglich durch Zusammenfaffung aller jener Kriegsteilnehmer, die auf dem Boden der Republif. der Weimarer Verfassung, stehen. Ihnen fam die Aufgabe zu, fich als phylische Kraft vor bie republikanischen Parteien und die Republik zu stellen. Das war der hauptsächlichste Grund, weshalb heute vor einem Jahre fict. Männer aus allen Gaven Deutschlands in Magdeburg 3fammenfanden und das Reichsbanner Schwarz- Rot- Bolb. Bund Die Not unseres Boltes und die Erhaltung unferes Baterlandes gebot per republikanischen Kriegsteilnehmer, gründeten. diese Tat. Mit einem flaren Bumdesftatut, bas jede Gemalt, jebe illegale Bewaffnung scharf ablehnt, aber den Gegnern der Republik feinen 3meifel läßt, daß wir die Republik, die republikanischen Behörden schützen, die Angreifer mit denfelben mitteln bekämpfen, fchlagen, und menn es fein muß, vernichten werden, traten wir an die Deffentlichkeit. Jubel im Lager der Republikaner, Bestürzung und Ratlosigkeit bei den Gegnern war die folge. Rachden die Gegner fich vom ersten Schred erholt, glaubten sie, uns mit Wizen wid Spötteleien abtun zu können. Nach sechsmonatigem Be stehen standen zur Verfassungsfeier am 10. August 1 ¼ tionen Kriegsteilnehmer hinter unseren Fahnen. Die But unserer Gegner fannte keine Grenzen. Eine Belle von Beleidigungen, Beschimpfungen und Berleumdungen ergeß sich über uns. Nichts war schlecht genug, um uns zu verdächtigen, herab zufezen, mit Schmutz zu bewerfen. Unser Schild ist jede nach jeder Hinsicht, auch in der Bekleidungs- und Gelbfrage, das fage i mit reinstem Gemiffen vor aller Deffentlichkeit, fauber und rein. Die Gelbmittel unferes Bundes sind einzig und allein durch den Opferinn unserer Kameraden und durch Spenden von Republitanern aufgebracht worden, und so wird es auch in Rufunft bleiben. Troß der wüften Gegenagitation der vereinigter Monarchisten und Kommunisten wuchs unser Bund nach der faffungsfeier gewaltig an. 24 Millionen, 2% Millionen, 9 11Am 1. Oftober D. J. zählten mir am 1. Januar d. J. und heute haben wir immer einschließlich unserer branen, sapferen und sehr rührigen Jungbannerschaft die driffe Million Mitglieder erreicht! Das ist ein Erfolg des demokratisch- republitanischen Gedankens, bem kein Beispiel zur Seite gestellt werden kann. Unfer Erfolg aber i nicht mur bas folloffale siffernmäßige Anwachsen unseres Bundes. Unser Erfolg ist, daß im legten Jahre Ruhe im Innern eintrat. anftändige Menschen, ohne son ben traurigen Rittern som Hafer reuz umb Sowjetftern angepöbelt zu werden, die Straßen betreten tonnien, daß Versammlungen der Parteien, Gewerkschaften und fenftiger Organisationen in Ruhe stattfinden tönnen. Und wenn bei den Wahlen am 7. Dezember die republikanischen Barteien fait 2% Mill Stimmen gewannen, jo glauben wir hiervon einen, wenn auch mur tieinen Anteil, auf unser Konto buchen zu können. Diese unfere unbeftrittenen Erfolge haben uns die Anerkennung der republikanischen Parteien gebracht. Ein Aufaimen geht durch die Massen der Republikaner. Aber zur felben Beit richtet sich die ganze Wut und der ganze aß der Feinde ber Republit gegen uns. Bon neuem werden wir, wie die republika. nischen Bartelen verdächtigt und mit Smuk bemorfen. Die Monarchisten und Kommunisten, gespidt mit dem Gelbe der Großindustrie und des Großgrundbefizes, mit dem Gelbe einer ausdemokratisch republikanischen Gebanten, der ge meinsames Gut aller republikanischen Parteien ist. Wir wollen teine Butsche, feinen Bürgerkrieg. Wir wollen feine illegale Bemafinung, feine Spielerei mit Waffen. Wir wollen die Aufklärung des Boltes zu überzeugten Republikanern. Wir wollen den Volkswillen nicht verfälschen lassen. Die Monarchiffen fißen zu Unrecht in den Reglerungen, fie fihen zu Unrecht in den Behörden und auf den Richterstühlen. Die Republik tann und darf nur von Republikanern regiert und verwaltet werden. Dieses hohe Ziel werden wir nur erreichen, wenn die deutsche Repu: blik erhalten und zum Einheitsstaat, zur Republik offer Deutschen ausgebaut wird. Die republikanischen Barteien tönnen überzeugt aber merden wir die republikanische, im besonderen die Politik aus den Fugen bradh, die Re publit für sie die Erhaltung thres Lebens und die Sicherung ihrer Eristenz bedeutete. In den kritis fchen Tagen haben sie das alle erfannt, die Geschäftsleute, die n duftriellen und die Agrarier. Und nicht wenige haben es der Repu blif in Wort und Schrift gedankt. Deshalb müßten fie heute, wenn fie ehrlich sein wollten, auf ihre Firmen- und Geschäftsschilder schreiben: Was wir haben, verbanken mir dem demokra tischen Staat."( Langanhaltender Beifall.) Unsere Aufgabe ist es jetzt, den neuen Staat nicht nur zu halten, sondern ihm auch Inhalt zu verleihen und ihn auszugestalten zu einem Staat der Friedens und der Bölferversöhnung. Wer nur einmal in Deutsch fozialen Gerechtigkeit, der allgemeinen Volkswohlfahrt, des land den Satz über seine Lippen gebracht hat:" Ich bin ein entschie bener Republikaner!:, der weiß, wie er sich an dem Tage, an dem es lambischen Regierung und anderen ausländischen Interessenten, be fein, daß wir eine eigene Politik niemals treiben werden. Freudig sich um diesen, von mir ersehnten Staat handelt, zu verhalten hat. tämpfen uns mit allen Mitteln. Doch das ist zu ertragen, benn hiergegen fönnen wir uns wehren, diese Angreifer werden mir zurückschlagen. Bedauerlich und traurig aber ist es, aussprechen zu müffen, daß ein Teil der Polizei, die überaus große Mehrheit ber Staatsanwälte und Richter, die alle Beamte der Republik find, ihre monarchistische Einstellung nicht verbergen, fonbern fie recht deutlich fühlen laffen. Haben die Repu blikaner ganz allgemein über einen Lei der Polizei und und die Mehrheit der Justiz Ursache zu flagen, fo haben mir als Reichsbanner, als die einzigste Organisation der Striegsteilnehmer, die auf dem Boden der republikanischen Berfaffung steht, uns nicht nur gegen Rechtlofigleit, fondern gegen eine Berfolgung allerschlimmster Art zu mehren. unterstützen, die die Republik Deutschland, unser Baterland erhält, die Feinde der Republik zurückdrängt, Berwaltung, Justiz, Schule und Heer demokratifiert. Mit diesem Gelöbnis werden wir unermüdlich auch im nächsten Jahre für ein republikanisches Deutschland arbeiten und kämpfen! Als dritter Redner folgte Reichstagspräsident Löbe: Als ich am 25. Juli v. 3. im Reichstag fagte, es werden Regimenter, es werden Brigaden, es wird eine Arme e aus der Erde wachsen, die das republitanische deutsche Bolt zur Berteidigung der Republik aufstellen wird, da habe ich selber faum geahnt, daß sich diefes Wort so schnell bewahrheiten wird. Unser Reichsbanner hat in diesem ersten Jahr seines Bestehens die fagen, das ist die Macht". Die große Aufgabe, die uns bevor steht und um die überhaupt die Kämpfe der nächsten Monate gehen, ber von uns aus der Liquidierung des verlorenen Krieges übernomist es, auf parlamentarischem Wege eine gerechte Berteilung menen a sten und Berpflichtungen durchzusehen, eine Verteilung, die dem Schuh der nationalen Arbeit dient, die aber auch Leben, Gesundheit und Arbeitskraft der Arbei. tenden, ihrer Familien und ihrer Nachtommen schüßt. Für ein neues Hochschuzzoll- und Brotwuchersystem sind wir nicht zu haben. Hätte Reichspräsident Ebert im November 1918 nicht ausge harrt, dann wären die Grundlagen unseres Rechts zusammenge brochen, die östliche Traummelt hätte uns empfangen und in ihr wären auch die legten noch stehengebliebenen Reste in Trümmer ge gangen. Deutschland wäre für alle Beit gewefen. So sehr wir uns aber auch für die Erhaltung der Grundlagen des Rechts einsehen, so scharf müssen wir eine Bergötterung der rein materiellen Macht, wie sie von den großen wirtschaftlichen Konzernen betrieben wird, ablehnen. Gegenüber den egoistischen materiellen Interessen dieser Konzerne vertreten wir im Reichsbanner den Gedanken des An die Stelle des Revolvers ist die Stinbbombe getreten. deutschen Idealismus. Wir wissen, daß wir einen dornen Bir fehen das bereits daran, in welch infamre Weiße Berfehlungen vollen Weg gehen werden, aber wenn die Republik ruft, werden mir einzelner Bersonen in frecher Uebertreibung als typisch für die repu zur Stelle sein. Wir begrüßen besonders unfere Brüder in Defterblitanische Anschauung bezeichnet werden. Jede begangene Bereich, weil wir wissen, wie schwer fie zu kämpfen und zu leiden fchtung muß selbstverständlich ge a hndet werden; aber alle diefe haben. Nur gemeinsam mit ihnen werden wir unter dem Banner Dinge reichen bei weitem nicht heran an die schweren und verhäng. Schwarz- Rot- Gold einem neuen, einigen und hoffentlich auch glüdnisvollen Fehler und Berstöße der früheren Machthaber.( Leblicheren Deutschland entgegengehen.( Langanhaltender Beifall.) hafter Beifall.) Wir lassen unser heiliges Banner nicht beschmuzen und folange noch ein einziger Reichsbannermann den Schaft der Fahne umspannt, wird sie nicht eingerollt werden.( Landanhaltender stürmischer Belfall.) Wie unerhört zynisch und zügellos bie mon archistische Preffe arbeitet, fieht man baran, daß sie nicht einmal halt macht vor der durch und durch ehrenhaften rechtlichen Berson des Reichspräsidenten, daß fie ehrenhafte und fautere Charaktere wie Dr. Marr und Severing herabzuziehen sucht. Wir rufen deshalb diesen Männern zu: Unzählige Anflagen gegen unfere Kameraden wegen aller möglichen, auch der unglaublichften Delifte, die alle mit Freisprechung enden, dem Staat ungeheure Kosten aufbürden, erste Periode der monarchistischen Reaffion zu Ende unfere kameraden um Arbeitsverdienst schädigen, sind eine geführt, die Periode der bewaffneten Butsche und Aufstände. Wir alltägliche Erscheinung. treten jetzt in die zweite Periode ein, nämlich die der Berhegung, Brovokationen der Gegner, ja fogar die allerschlimmsten Gesetzesverber Berleumdung und der Bergiftung des öffentlichen Lebens. legungen werden uns zur Last gelegt. Eine Anflage jagt die andere. Straßenräuber, ja jogar Totschläger im monarchistischen Lager werden, wenn sie die Tat gegen uns begangen, entweder nicht ge funden oder in Freiheit belassen, die Strafverfolgung verschleppt. So sieht die von Monerchisten ausgeübte Justiz der Republit gegen uns, gegen die Republikaner, aus. Ich bebauere es aufrichtig, aber diefe Juftiz zwingt uns dazu offen vor aller Welt ausspredjen au müfen, ben wir Reichsbannermänner das Bertrauen zur Justiz relos verloren haben. Mit Hilfe dieler Juftig und eines Telfes der Polizei fühlen die monarchistischen Gegner ber Pepublik fich fart und machtig. Fieberhaft arbeiten fiz an dem Ausbau ihrer zahlreichen Organisationen. Mit Terror, Rött gung und ähnlichen strafbaren Mitteln pressen sie Republikaner in den„ Stahlheim" usw., besonders den Land. arbeitern gegenüber werben die verwerflichsten Mittel brutal angemandt. Zu all diesen Feinden der Republif ist jetzt ein neuer Gegner hinzugefommen, er nennt sich Junglandbund". Die Söhne der Agrarier, der Beamten in der Landwirtschaft, der von der Landwirtschaft abhängigen Streife, dazu die unerfahrenen jugendlichen Landproletarier, fie alle werden in den Jungiandbund ge preßt, der bald eine neue Gefahr gegen die Republik sein wird. Denn diefe Kreife haben die Geldmittel und ein meiteres Rampfmittel, von dem ich leiber, unserer Juftig verhältnille wegen, night( prechen tann. So haben wir es mit einem übermächtigen Geinde von rechts zu tun. Der tommunistische Rote Frontfämpferbund hat sich als getreuer Helfer diefer Monarchisten durchaus bewährt im Rampie gegen die Republif, gegen uns. Wir stehen allein neben den repu blitanischen Bartelen. Nicht, daß mir perzagt sind oder den Feind vort rechts oder finfs fürchten. Nein, wir stehen erhobenen Hauptes und sehen boffnungsvoll in die Zukunft. Dazu gibt uns der Erfolg hes ersten Jahres alle Veranlassung Groß ift die Zahl der repu blitanischen Männer, die uns noch nicht angehören. Groß ist die Zahl der Lauen und Unentschlossenen, der Unpolitischen, die gewonnen werden fönnen. Ungeheuer ist die Zahl der Jugendlichen, die für die Republif gewonnen und in ihrem Geifte erzogen werden müssen. Mit Hilfe der republikanischen Parteien, mit Hilfe unferer untermifdlichen Kameraben merden mir im ameiten Lebensjahre bes Bundes an diefe große Arbeit herangehen. Mir werden unfere Organisation ausbauen und feftigen und fie zu einem unüberwindlichen Bollwert der Republit, der republitanischen Partelen, machen Getreu unserem Bundesftatut wollen und werden mir eine über. vorteiliche Organisation bleiben. Unser Bund dient richt einer politischen Partei, sondern er dient dem Begegnung. Bon Hans Gustav Wagner. Wir sind damals, 1915, ein paar Wochen nebeneinander durch den polnischen Dred marschiert. Wochen, die danach waren, daß man seinen Rebenmann fennen lernte mit allem, was drin und dran war. Und troz dieser heutigen Begegnung- tch möchte auch jetzt noch einen Eid drauf ablegen: es war nichts drin und es war nichts dran. Seinen Namen hatte ich nicht vergessen. Bohl deshalb nicht, weil er mir als eine so überaus glückliche Symbolisierung feines Wesens erschienen war. Er hieß Brei. Im ganzen genommen ein Mensch, io unintereffant, so farblos, jo durch und durch nichtssagend, wie ihn die Natur in souveräner Gleichgültigkeit eben hervorbringt, wenn fie auf jegliche Mühe, auch der fleinsten persönlichen Artgebung, von nornherein verzichtet hat. Nicht gerade also, daß er als vollendeter Duffel gegolten hätte. Nein, er war sozusagen überhaupt nicht, weder im Guten noch im Schlechten. Er war ein luftleerer Raum. Man empfand gar nicht, ob er vorhanden war oder nicht. Er war feines Menschen Glüd oder Unglüd Bars: er war die absolute Indifferenz. Belchen Poften er im Sipil bekleidete, weiß ich nicht. Niemand har fich veranlaßt gefühlt, danach zu fragen. Denn was er auch fein mochte es war nicht anders denkbar, als daß er nur eine gänzlich nebenfächliche und belanglofe Rolle spielen tonnte. Er war der Durchschnitt( und zwar auf der unteren Linie menschlicher Geistesschichtungen) in Reinfultur, der geborene Statift. Ich sage das ohne die geringste Böswilligkeit. Man hatte feinen Haß und keine Liebe für ihn. Und heute, also nach faft zehn Jahren, sah ich ihn wieder. Ich hatte eine Wanderung gemacht, wie man sie macht, wenn man sechs Wochentage an der Rette zwangsmäßigen Broterwerbs gelegen hat war durch den Wald gekommen und ging nun den Weg am See entlang. Der See links, rechts ein paar Billen von der Art, wie sie die Großen und Emporgehobenen der Erde bewohnen. Und wie sie auch mir warum soll ich es leugnen! nicht gerade schlecht zusagen würden. ( Aber der Teufel hole mich vor'm nächsten Sonntag noch, wenn er mich je auf spießerhaftem Neid ertappt!) Ein Auto fam hinter mir her, stoppte furz am Eingang einer dieser Billen ab; ein Herr und eine Dame stiegen aus. Die Dame: elegant, hübsch, schnittig( sehr hübsch eine von den Frauen, die man fich jedenfalls nur in einer folchen Billa leiften fann)- der Herr: Typ, der Typ des gutfituierten glatt zugegeben: auch bestfituierten Bürgers. Ich habe ihn auf den ersten Blick erkannt. Trotz der bestechenden Aufmachung. Trotz aller gutsigenden Fettpolster. Man vergißt nicht so leicht das noch so alltäglichste Gesicht( und bei Gott, es hatte sich in diesem Puulte nicht verändert), wenn man mit dem Träger Bleibt fest in Preußen! ( Tofender Betfall.) Wir haben aber auch eine Erziehungsaufgabe Dor uns. Jedes Mitglied muß erfüllt werden mit einem neuen Geist. Jeder muß bereit sein, Opfer zu bringen. Auch in rant reich sehen wir, daß ehrliche Republikaner haben schwere Opfer bringen müssen. Erst jest ist ein Mann wie Caillaug in feine geliebte französische Heimat zurückgekehrt. Wir find gern bereit, Männern wie diesem die Hand zur Berjöhnung der Bölker entgegen zuftreden. Wir müssen aber auch an die vielen ehrlichen Republi. faner und Demokraten in Frankreich und England die Bitte richten, uns zu glauben, daß unter unserer Windjacke nicht ein Herz schlägt, das neuen Militaristengeist nerbirgt. Wir wünschen den Feleden mit dem Ausland, aber wir brauchen auch Freiheit zur Selbstbestimmung unseres Geschides und mir brauchen diese Freiheit besonders für unsere deutsch. bfterreichischen Brüder. Das zweite Jahr des Bestehens des Reichsbanners ist angebrochen, es wird nicht nur den Bund, sondern auch die Republie unüberwindlich machen.( Etürm. Beifall.) Damn Sprach Reichskanzler a. D. Dr. Wirth: Mein Glüidwunsch und mein Seilruf gilt den Freunden und ber Freundschaft, gilt unserem deutschen Baterland und feinem arbeitsfrohen Bolt, gilt der deutschen Republif. Wir haben mit Be bauern gehört, daß Magdeburger Geschäftsleute tein Verständnis für die Republik und den republikanischen Gedanken haben. Aber das gilt nicht nur für die Magdeburger Geschäftsleute. Diese Kreise sollten doch ganz genau wissen, und wenn sie es vergessen haben follten, müffen wir sie daran erinnern, daß, als das alte Reich wochenlang durch den polnischen Dred marschiert ist. Es mar Brei. Zum Ueberfluß habe ich hernach an der Gartentür auch noch seinen Namen gelesen, Er reichte der Dame mit der glücklichen Selbstverständlichkeit des Befizers den Arm- ich sehe noch ihr fast demütig bereites Lächeln hinter einer unendlich gelangweilten Miene dann ist das Tor bann ist das Tor hinter ihnen zugeschlagen. Diese Geschichte hat keine Moral. Es soll auch nichts damit behauptet oder bewiesen werden. Aber eine Biertelftunde lang habe ich gedacht und vielleicht dente ich es in diesem Augenblid wieder: mie dumm himm. lischer Bater, wie schauderhaft dumm und unbegabt muß unsereiner boch fein!! Goethe- Feier des Sprech- Chors der Universität. Das fleine Theater am Rurfürstendamm" war nur mäßig besucht. Daß der Erfolg trotzdem sehr bedeutend war, beweist die Stärke der Leistung. Solch ein Sprech- Orchester ist etwas ganz undervolles, eingehend wurde über feine Möglichkeiten vor kurzem bier an dieser Stelle gesprochen. Nur fhade, daß Goethe gerade für Massen Sprechmusif doch fein fann. Seine Chöre find doch nur irgendwie in der Handlung nicht der vollendete Komponist ist und es übrigens auch gar nicht notwendige Bielgespräche, mill er Letztes und Tiefstes sagen, zieht er im allgemeinen das Heraustreten der Individualität vor. Nicht immer aus den Gründen der alten Klassiker bediente sich Goethe flaffischer Mittel. Und als Lyriker ist er wieder zu musikalisch, um in den Grenzen des Sprechmortes ftets bleiben zu fönnen. mochte man den Chor, weil er häufigere Gelegenheit zu poetischen Gegenwart, Gegenwart! Es gab eine Zeit vor Lessing da Schönheiten" gebe und weil er das angerehmfte und schlichteste verzichten darauf, uns poetische Schönheiten und nüzliche Lehren Mittel fei, dem Zuschauer nüzliche Lehren beizubringen". Bir aber aufzwingen zu laffen; Birtung muß sich von selbst einstellen. Im Jahre 1925 wird der moderne Sprechchor die Absicht der Alt- und Reuflaffiter nicht voll erreidjen tönnen. Die im Programm verlangte Wiederbelebung der monumentalen dramatischen Poesie wird naturgemäß nur eine historische Angelegenheit bleiben. Tempo und Spannung unserer Tage, der heiße Fieberatem in den Städten und heutiger weltweiter Ideen Stoßkraft bilden dem Geist die Materie, aus der die im wesentlichen noch zu schaffende Dichtung für den modernen Sprechchor möglich ist. Die Wahl des Stoffes der Matinee wurde durch seine Bewältigung gerechtfertigt. So grotest es flingt: Goethe ist diesmal durchgefallen, der Chor hat bestanden, Dr. Wilhelmenhausen, der Leiter, gefiegt. Brachtvoll, wie der seine Leute im Bug hat. Schrei wird nie zum Gebrüll, Weiches und Warmes nie zum Gefang. Einsatz nie zum Einfall. Die SuBizene cus auft 11"( mit Knaben) war am schönsten, jehr padend wirkte cuch der viergeteilte Chor bei der Walpurgisnachtballade. sehr gut gliederten fich in ihren Solopartien Karl Ebert, Lothar Müthel und Fränze Roloff ein, während Anne Marie Loose sich überschrie, schlimmer noch: sich überschriffte. Abgeordneter Dr. Haas wendet sich zunächst mit danfenden Worten an den Oberpräsidenten hörfing. Er erinnert daran, daß Hörfing es gewesen ist, der bei der Abstimmung in Oberschlesien mit Cinfegung all seiner Kraft für Deutschland gekämpft und geflegt habe. Ihm müssen wir es auch danken, daß er in dem Reichsbanner eine mächtige Schutzorganisation für die Republit aufgebaut hat. Die Republit, die wir mit dem Reichsbanner schüßen wollen, sieht aber doch wohl etwas anders aus, als jene fie sich vorstellen, die sich die Form der Republif allenfalls gefallen laffen, aber heute schon alles daran jezen, um trop der Form die Macht wieder in die Hände zu be tommen. Um dann, unter dem Dedmantel der Republit mit dem deutschen Bolt schalten und walten zu fönnen, wie es ihnen beliebt, um die alte Lafatengefinnung und die Rechte der privilegierten lassen aufrechterhalten zu können. Bir müffen eine Deme. tratie des Herzens faffen, und dazu müssen wir in den eigenen Reihe Erziehungsarbeit leisten. 3war find wir felber in Not und haben es nicht leicht, aber unsere Brüder in Deutschösterreich find in noch größerer Not. Die Löfung, die unsere großen wirtschaftlichen Fragen in St. Germain und Bersailles gefunden hat, fann feine ewige sein, denn wir müssen heute schon mit eigenen Augen ansehen, wie unjere deutschen Stammesbrüder in Desterreich geiftig und mirtschaftlich langsam, gualvoll zugrunde gehen. Auch ihnen muß dasselbe Recht zuge standen werden, das alle Nationen haben, nämlich bas Recht auf nationale Selbstbestimmung, in diefem Falle das Rechi auf Aufchluß an das Deutiche Reich In diesen Wünschen find mir mit unseren Brüdern in Defterreich ganz einig. Bir find mit ihnen aber auch einig, daß eine folche deutsche Zutunft nur machfen und blühen fann auf dem Boden der deutschen Republit General a. D. Freiherr v. Schönaich rechnet der schwarzweißroten Reaktion ihre Sünden und ihr Schuldfonto vor und erinnert baran, daß uns die Finanzschlampe. rei helfferichs recht eigentlich in das wirtschaftliche Unglüd hineingebracht habe. Unter dem braufenden Gelächter des ganzen Und dann war es nicht gerade sehr natur und bühnenkundig. daß eine der jungen Damen ihren roten Jumper am weiten Horizont, der bald in zartgelbem Frühlicht und bald in mildem abendlichen Dämmer ftrahlte, aufgehängt hatte. Denn der Hori zont, der meist ins Endlose und Ewige, der Jumper aber beftenErich Gottgetreu falls bis zu Sandorf. Der Männerchor Fichte- Georginia fam diesmal mit einem Stonzert, bas ganz volkstümlicher Kunst gewidmet war. Der Chor felbst war unter Musikdirektor Knöchels Leitung von vorzüglicher Berfaffung in allem, was Alang, Atmung, Bortbehandlung und Disziplin anbetrifft. Allein dem gut besetzten ersten Tenor wünscht einheit. In der Auffassung schien alles auf eine zart zurückhaltende, man einen höheren Grad von Berschmelzungsfähigkeit und Klang scharfe Plastik vermeidende Art geftellt zu sein. Nicht immer gum Besten. Besonders in den letzten Chören hätte man ein größeres Maß an frischem Supaden wohl vertragen. Das bekannte„ Lieben bringt groß Freud gewinnt bei seiner Bandlung vom derben büßt dabei sein Bestes ein: die ursprüngliche Frische primitiver Marschlied zum fentimentalen, empfindsamen Rührstück nicht. Es Darbietungen der Herren Ebert, Manz, Hirschfeld und Kuthning auf Melodif. Für ein Quartett aus Bereinsmitgliedern standen die beachtlicher Höhe. Das Niveau der Zugaben freilich war familiärer Sopran timme Bolkslieder und Kinderlieder. Mit Gewinn hätten in unterhaltungsabend, nicht aber Konzertsaal", wenn es dieser doch nun einmal fein muß. Frau Gertrud Woldmann fang mit frischer das Programm wohl eine Anzahl älterer Bolfslieder hineingezogen bruchsjähigkeit verbürgt. Wie weit die Liederkunst, zeitlich und werden können. Sie hätten ihm mehr Leben, Schlagkraft und Eingeistig um Silcher herum, und die aus dem individualistischen Geiste fatten Jchbehagens herausgeborene Männerchorfunft späterer Jahr zweifelhaft, ebenso wie die Beantwortung der Frage, ob diese zum zehnte des 19. Jahrhunderts allein uns feffeln fann, bleibt immer Werte bergende Form unferes Innenlebens in allen Künsten suchen großen Teil reichlich sentimentale, fleinpersönliche Kunst uns die mir schlichte, einfache, aber ausdrudsstarfe und gemeinschaftbildende und allem fchmachtigen lleberschwang abgeneigt find noch genug geben kann, um einen solchen breiten Blaß zu genießen. 5. G. Holfort in der Boltsbühne. Am Sonntag, 1. März, mittags 11, 1hr, pielt die Holtorf- Truppe auf Einladung der Boltsbühne im Theater am Bülow plas Beberinds König Nicolo. Einlaßfarten zum Preise von 1. find in den Verlaufsstellen ber Bolfsbühne( Linienstraße 227, Köpenider Str. 68, Siebsche Theaterkasse usw.) zu haben. Goethe- Bühne( Theater in der lofterstraße). Die erite Aufführung unter der neuen Direktion Robert Birt findet am 25 8 Uhr abends ftatt. Gegeben wird das Schauspiel Narsis". In der Titelrolle gaftiert Ferdinand Bonn. im Im Berein für Deutsches Kunstgewerbe spricht am 25., abends 8 Uhr, Hörsaale bes alten Runstgewerbe- Museum 3, Prinz Albrecht- Straße 7a, Reidsfunstwart Dr. Reblob über Maurisbe Architettur und Gartenfunft, Einbrücke von einer Sleife nac Südspanien, mit Lichtbildern. Eintrittstarten am Saaleingange. in Amierdam gatierenden Stünfiler der Berliner Staatsoper Ehrung der Staatsoperafünfiler durch die Stadt Amsterdam. Für die veranstaltete die Stadt Amfterdam im Rathause einen offiziellen festlichen Empfang Yauses erinnert er«ich varan, daß von den SZ deutschen [? ö r}t c n samt ihren Aiijutonten, Freunden und Freundinnen am i- November nicht c i n c � inii dem Säbel in der Faust an den stufen des Thrones ihrer Väter geltorbe» sei- In den November- lagen haben Junker und Schlotbarone sür den Sieg einer domo- krotischen Republik gebetet- Heute wollen sie nichts mehr davon wissen. Wenn sie heute mit den alten Beaniten, die die Republik. leider behalten hat, die Republik bekämpsen, so gibt es nur ein Mittel dagegen! den st ahlharten Willen, mit dieser lyesellschaft auszuräumen. Drei Millionen Mitglieder hat das Reichebanner. Hinter diesen stehen aber die vielen Millionen der Familienangehörigen und Freunde. Diese gilt es, gleichsalls sür die Pepublik zu gewinnen. Angesichts dieser gewaltigen Armee von Republikanern brauchen wir, so schwere Komps« uns auch nocb bevorstehen, keine Sorgen zu haben, dah wir nicht zuguterletzt doch zu einem inneren und äußeren Frieden kommen. Als letzter Redner sprach Nationalrat dr. Julius veutsth: Zum ersten Male marschiert heute eine Abteilung des deutsch- vsterreichtschenRepublikanischenSchutzbundesous reichkdcmschem Loden. Wir sind gekommen, um dem Gründungsfest des Reichsbanners beizuwohnen. Aber unser Besuch ist keine An- gelcaenheit der Höflichkeit. Wir wollen damit bekunden, daß wir mit Ihnen einesSinnes sind, daß wir ebenso wie Sie, kämpfen für die Erhellung der Republik gegen die Reaktion. Und wir wollen es aussprechen, daß alle diejenigen, die mit Gewall gegen uns vor- gehen wolle», auf die Gewalt des Volkes stoßen werden. jOroßer Belfalll C» herrscht bei uns Deutschen in Oesterreich ein gewaliiger Drang, wieder heimzukommen zum Ret 6), klar und deutlich wie nie zuvor, ist un« in den letzten�Iahren zum Bewußtsein gekommen, daß es die niemals zu tilgende S ch u l d d« r Hohcnzvllernfchen und der Hobsburgischen 2)hna« stien gewesen ist, oas groß« deutsche Volk brutal in zwei Teil« zu spalten,' lediglich zu dem Zweck«, um ihre persönlichen, materiellen t)ausmachti:ueressen zu fördern. Die Dynastien haben blutige Lehden entsesseN. aber da» deutsche Volk Hai es mit seinem Blut bezahlen müssen. Im deutschen Volk hat immer die Sehnsucht nack) Einhell geherrscht, ober seine Fürsten haben es nicht gelitten, daß dieser Wunsch in Erfüllung ging. Run haben wir die Republlt in Oester- reich und in Deutschland, und nur sie schließt in sich die Möglichkeit der Vereinigung aller Deutschen. Aber Deutschösterreich ist an den vertragoonSt-Germain gebunden, und ich muh von dieser Stelle aus an die großen demokratischen Reiche jenseits des Rheins und de» Kanals die Wort« richten: wir wollen nicht zurück in den Habsburgische» Kerker, sonderu mit wollen heimkehren in da» große deutsche Staheltsreich. Dieser Anschluß bedeutet für den Westen keine Gefahr. Denn durch diesen Anschluß werden alle demokratischen und republilanischen Friedens- und Versöhnungsgedanken gestärkt. Bei uns ist in Stadt und Land die große Mösle der Bevölkerung im Herzen republikanisch. Wir wissen und werden es niemals vergessen, welch Unglück die Monorchie sür uns gebrach! hat. Unser Wunsch und unser Ziel ist. vom Neusiedtersee bis zur Nordsee, von den Karawanken bis zur Ostsee ein einziges einheitliches deutsche« Volt in«ner deutschen Republik..Nicht Preußen und nicht Oesterreich, gut Wind und gut Geschick der deutschen Republlt'.(Jubelnder immer sich erneuernder Beifall.) Im Anschluß an die Rede gab Oberpräsident H 2 rs t» g unter dem Beifall der Anwesenden bekannt, daß die Regierungen vo» Preußen, Baden und Anhalt Vertreter entsandt und daß der preußische Minister S e v« r i n g sein« Sympathi« mit der Kundgebung zum Ausdruck gebracht Hobe. Der Oberpräsident dankte fvdann ollen Teilnehmern, besonder» aber der republikanischen Presse für die Unterstützung, die sie der Veranstaltung geliehen haben. Und er schloß mit einem begeistert amgenomwenen Hoch auf die deutsche Republik. Ein Festteilnehm« bracht« sodann«m gleichfalls begeistert aufgenommenes dreifaches Fr« Heck ans den Bundespräsidenten Hörsing und den Bundesvorstand aus Mit der vo* der Kapelle des Stadttheater« gespielten Deethanenschen Leonoren-Ouvertür« schloß dies« packende Deranstaltimg- Noch üea Einsprachen. Wahrend der Feier im Slodtcheater fanden für die ein- zelnen Kameradschaften Sonderveranftaltungen in etwa y) Sälen statt. Sodann begann die Aufstellung der Kamerad. ichasten zum Marsch nach dem Domplatz. Au» allen Stadt- »eilen marschierten die unabsehbaren Züge, geleitet von Trommler- »nd Pfeiferchören und Musikkapellen aus den Festplatz zu. So mest man blicken tonnte, straßauf, straßab ein wallendes Meer v»n Hunderten und aberhunderten von schwarzrotgoldenen Fahnen. Nach einem besonderen Aufwarschplan des Polizeioberften Hardt vollzog sich der An- und Aufmarsch in ausgezeichneter Ordnung. Als sich der Aufmarsch vollzogen hatte, mahnte ein Trompeten- fignol zur Ruhe und Oberpräsident H ö r s i n g. Reichskanzler a. D. Hermann Müller- Fronten. ReickMogsabg- Erkelenz, Dr. Riffka vom Windthorst-Vund sowie Dr. Pöchler-Wien erinnerten noch einmal in kurzen Ansprachen an die Bedeutung des Tages. Die kernigen Ausführungen wurden mü Begeisterung em- qegengenommen und vor allem der Dorschlog. dem Reichspräs i- deuten Ebert«ine Adresie zu übermitteln, fand freudigen Widerhall. Daraus vollzog sich der Abmarsch mit derselben be- wundernswerten Disziplin wie der Aufmarsch. Der Reichsbannerzug machte insgesamt etwa ein« Weglönge von 15 Kilometern au». Don 2 Uhr bis in den sinkenden Abend dauerte der Vorbeimarsch in Achterreihen vor dem Bundesvorstand des Reichsbonners. Bundesleiter Hörstng. General Schönaich und Oberbürger. meister Lu p p«-Nürnberg waren Gegenstand lebhafter Huldigungen. Mit schmetternder Musik und wehenden Fahnen— es mochten deren 1700 fein— ging es durch die Straßen, teilweise unmittet- bar wieedr zum Dahnhof, teilweise, in die Standquartiere, wo das Fest mit einem Ball seinen Abschluß fand. Ununterbrochen rollten nach Abschluß des Reichsbannertags die Cxtrazüge nach allen Richtungen des Reiches aus den Hallen des Magdeburger Bahn- Hofes, eine sehr große Ausgab«, deren Lösung die Betriebsinspek- l'on der Magdeburger Reichsbahndirektion trotz ihrer Schwierig- teil reibungslos bewältigte. Tie..«egendemonstratio»": Die»Rote Fahne' nennt den Verlauf des Reichsbannertags kläglich, lind et die Teilnehmerzabl von 130 000—150 000 viel zu hoch gegriffen und erzählt von einer.gewaltigen' tommunistlschen Gegendemonstration. Wir müssen leider zugeben, daß bei solchen Massenaukmärschen wie dem des Reichsbanners in Magdeburg eins genaue Zählung unmöglich ist. Da war die KPD. in einer glück l-cheren Lage. Sie hatte auf einem Magdeburger Platz eine Gsaen- tundgebustg veranstaltet und konnte die herbeigeströmten.Masten" bis auf den letzten Mann zahlen. Es waren nämlich i8(achtund «ierzig). Hrunövngsfeier in Vreme». Bremen. ZA. Februar.(Eigener Drohtbericht.) Am ersten Bundestag des Reichebaners Fchwarz-Rot-Gold hat die Bremer Ortsgruppe des Reichsbanners eine imposante Kund- debung sür die Republik und ihre junge Schutz- Organisation veronslotlet. In dem von besonders reaktionär eingestellten Schwarz-Weiß-Roten beherrschten Bremen Ist an, Sonntag zum«sten Male ei«drucksw>ll gezeigt worden, daß die Bremer Republikaner gewillt sind, durch die Tat die Republik gegen ihre Bielen Feind« zu vertekdtgen. vonntttag, fand tn ver Marnnt- Kirche eine übersüll'e Gsdenkieier für die Gefallenen des Weltkrieges statt, in der Genosse Pastor Felden ein Antikriegegedicht vortrug und Polizeioberleutnant Georges- Hamburg die Ansprache hiett: außerdem wirkten Arbeitersänger und einige Musikkapellen bei dieser kirchlichen Feier mit. Im An- schluß an diese Feier formiert« sich das Reichsbanner, das aus den Ortsgruppen der Bremer Umgegend noch verstärkt wurde, zu einem Umzug, dem sich die SPD. Bremens und die Arbeiter- fugend anschloß. Der mehrere tausend Perjone» starke Zug. in dem sich außer Reichsbannerleutcn Spielleute einer Musikkapelle be- fanden, marschierte durch einen Teil der Stadt zum Bahnhofplatz. wo an die vieltausendköpfige Menge eine Ansprache gehalten wurde. Mit einem begeisterten dreifachen Hoch auf die Republik schloß die Kundgebung, die die Kommunisten vergeben? zu stören pei sucht hatten. Nachmittags fand in dem größten Bremer Saal «ine ernste Feier statt, in der Kamerad Georges-Hamburg wiederum die Ansprache hiev. Der Höhepunkt dieser von Rezitationen. Arbetterchören und Orchestermusik umrahmten Feier war die Ueberreichung einer aus dem Jahre 1818 stammenden schwarz-rot-goldenen Fahne der alte» organisierten Bremer Zigarrenmacher an das Reichsbanner. Auch diese Feier war über- füllt. Der gestrige Tag mar für die Republik in Bremen ein voller Erfolg. das Reichsbanner in Serlin. Zweier im Saalbau ssriedrichshain. Wahrend in Magdeburgs Straße» Zehmausend« Reichsbanner- leute für die Republik und für ein Großdeutschland demonstrierten. versammelten sich die, die die Fahrt nach Magdeburg nicht mit- machen tonnten, im Saalbau FrtedrichsHain. um hier den Gründungtag der republikanischen Schutzorganisation festlich zu begehen. Als die Fahnenkompagni« in den Saal einzog, waren sämtlich« Plätze besetzt. Earl Ebert vom Etoatstheater brachte Freiligraths markige Verse„Schwarz-Rot-Gold' meisterhaft zu Ge hör. Mehrere tausend Hände dankten impulsiv. Der Redner, Reichstagsabgeordneter Genosse L ö s f l« r, von starkem Beifall be- grüßt, gedachte einleitend der Opfer der Grubenkarastroph« in Dort- mund. 7« von ihnen waren Mitglieder des Reichsbanners Schwqrz- Rot-Gold. Es muh höchste Pflicht der Regierungen und Dolksver- treter sein, darauf hinzuarbeiten, daß derartige Unotuck-sälle lünsttg vermieden werden. Di« Versammelten hatten sich zu Ehren der Grubenopfer von ihren Plätzen erHoden. Im weitereu verlauf seiner Rede hob Genosse Löffler noch die zwingende Noiwendigeit de» Gründunasaktes de» Reichsbanners hervor...Da» Deutsche Reich ist eine Republik, die Staatsgewalt geht vom Volke aus!' Wieder ertönt stürmischer Beifall. Am Schlüsse des Referats wies der Red- ner aus die symbolische Handlung der Reichsbannerleute hin, die in Magdeburg die Grenzpfähle, die die Farben der Einzelsiaoten trugen, verbrannt hotten. Möge das endlich wahr werden, was sich dort vollzog. Jubelnd stimmten dir Anwesenden tn das Hoch aus die deutsche Republik ein. Di«.vaterländische Hymne' von H a« f e l i n, vom Komponisten selbst dirigiert, beschloß die eindrucksvolle Feier. Augenmaß! Tem Orqnn StresemannS i«S Ttammbnch. Die„Zeit', dcis Organ des Außenministers und frühe- ren Reichkanzlers Strefemonn, fcfaßt sich in einem Ueberblick. der E. Sp. gezeichnet ist. mit so ziemlich allen politisch wichtigen Fragen. Wir greifen zwei heraus: die rM-Mllionen-Äffär« und die Rede chilferdings in G renoble: Zum ersten schreibt die.Zeit": -Im Reichstag Hai die Erörterung über dl« Ruhrtlredttfrag» zu «wer völligen Isolierung der Sozialdemokraten und damit zu einem moralischen Sieg« de» Kabinett» geführt. Vergeblich net sticht die demokratische großstädtische Presse. die sich dieser Dinge in besonder? verhetzender Weis« angenommen hat. die Tatsache zu verwischen, daß all« Parteien mit Aus- »ahme der Demokraten, der Sozialdemokratie undderKommunistendiegrundsätzlicheEntschädi- gung der Reparationslieferungen der Industrie einmütig gebilligt haben." „Es ist unerhört, daß Herr Lewinfohn in der.Lossischen Zei- tung" von der.moralischen Schuld des Ruhrskandals" zu sprechen wagt." Von einer„Isolierung' der Sozialdemokratie m der Rekifstagsdebcitte kann nur sprechen, wer jedes Augenmaß verloren hat. Es gab allerdings ein« Isolierung: Herr Luther und Herr Stresemann waren isoliert van einer politischen und moralischen Rechtfertigung. In der Frage der Billigung des Grundsatzes der Entschädigung gibt es unter allen Parteien keine Differenz— auch hier kon- struiert Herr E. Sp. eine Isolierung, um die Frage zu ver- drehen. Die grundsätzliche Billigung solcher Entschädi- gung ist untrennbar verknüpft mit jeder stoatsbejahcnden Politik, sie ist ein« Selbstverständlichkeit. Es gebt deshalb um das Ausmaß und den Vergleich der Beitragssähig- keit der beteiligten Gruppen und des ganzen steuer- zahlenden Volkes gegenüber dem Staat. Daraus er- geben sich die moralischen Wertungen. Hier verließ Herrn E. Sp. jedes Augenmaß. Moralischer Sieg des Kadi- netts? Das kann nur schreiben, wer k»in Augenmaß für die große sozial« Vroblemstellu ng hat, die mit der Aus- einandersetzung über den Ruhrskandal unlöslich verknüpft ist. Sonst könnte Herr E. Sp. nicht schreiben: „Es mag bedauerlich sein, daß die Auszahlung der Entschädi- gungen an die mittleren und kleineren Betriebe longer auf sich warten läßt, als die an die großen Kon- zerne. Dos hängt im wesentlichen damit zusammen, daß die großen Konzern« in ihrer straften Zusonimenfossung eine Einheit darstellen, mtt der leichter zu verhandeln ist als mit der Vielheit von«inezlnen Firmen, bei denen naturgemäß auch jede einzelne Forderung nachgeprüft werden muß.' Den großen Konzernen glaubt man jede Forde- rungen, und fei sie noch so hoch— bei den kleinen aber muß jede einzelne Fordermtg nachgeprüft werden. Das ist die Gerechtigkeit unter dem Gesichtswinkel des Herrn Stresemann und der„Zeit'! Zum Zweiten! Die„Zeit" hatte gemeinsam mit der übrigen Rechtspresse jene freche Fälschung der Rede H i l f e r- Vings in Grenoble veröffentlicht und ohne Prüfung der Richtigkeit H i l f e r d i n g angegriffen. Nun schreibt Herr E. Sp.:» „Wir haben uns bei dieser Kritik auf T e l e g r a n> m e bezogen, die uns über die Ausführungen Hilferdings zugegangen waren und die dahin wüteten, daß Hilferding den Franzosen empfohlen Hobe, der heutigen Regierung außenpolitische Konzcssionen nicht zu machen, weil es sich um eine Rechtsregierung hondlc. Wenn diese Aeuße- rungen tatsächlich, so gelautet hätten, wie uns berichtet wurde, so wäre die daran geknüpfte Krittk durchaus berechtigt gewesen. Wir haben aber von autoritativer Seit« erfahre«, daß vr. DMermng o»e?e Ausführungen nicht gemacht ho», und wir glauben zu der Auffassung berechtigt zu sein, daß seine Ausführungen in Grenoble sich durchaus in der Linie gehalten haben, die mit der Grundtendenz unserer Außenpolitik übereinstimmt. Wir stehen deshalb nicht an. die an seine Aeußerungen ge- knüpfte Kritik zurückzunehmen." Das ist wohl eine Selbstverständlichkeit. Wo bleibt die Entschuldigung? Hat man m der„Zeit" kein Augenmaß dafür, daß es eine jämmerliche Unanständigkeit ersten Ranges ist, einen politischen Gegner einer Haltung zu beschuldigen, die mit seiner ganzen politischen Auffassung, seiner politischen Haltung in der Oeffentlichkeit, mit der Stellung seiner Partei zur Räumnungsfrage in schneidendem Widerspruch steh-? Man hat Hilferding einer unehrenhaften Haltung beschuldigt. ohne nachzuprüfen, ob die Berichte, die unwahrscheinlich genug waren, echt waren. Und nun— keine Entschuldigung, nur: „wie nehmen die Notiz zurück". Das ist alles! Gerechtigkeit und die Ehre des Gegners: das sind Dinge, für die das Organ des Herrn Stresemann kein Augenmaß hat! Staütverorünetenwahlen in Nowawes. Starke Zunahm« der sozialdemokratische» Stimme«. In l>«r Nochbargemeind« R o w a« e» hoben am gestrige» Sonntag die ersten Wahlen sür das Stadtparlament stattgefunden. Zu wählen waren 32 Stadtverordnete gegenüber SS G- meindeverttelern. die früher in der Dorfoerwallung von Nowawes sahen. Bon allen Parteien haben nur die Sozialdemo« kraten bedeutend an Stimmen gewonnen. Ein Verheißung«- voller Auftakt für etwaig« notwendig werdend« Neuwahlen zum preußischen Landtag! Der Sieg der Sozialdemokraten ist aber auch aus dem Grunde von besonderer Bedeutung, weil die Sozial- demokratische Partei im Wahltamps sür sich allein dastand. während die Bürgervereinlgung«in Konglomerat von Völkischen, Deutschnotionaler Voltsportei, Zentrum und Wtetschasts- Partei durstellt. Sie habm zusammen<870 Stimmen erhalten, während st« bei den letzten Kommunalwahlen am<. Mai 1924 7018 Stimmen erhalten hatten. Auf die Sozialdemokraten entfielen gestern 4 607 und im Mai 4 067 Stimmen. Die Kommunisten bekamen 1924 1808 und gestern 1183 Stimmen. v>« Demokraten erhielten gestern 870 Stimm«,. Da» erfte Stadt- Parlament von Nowawes wird sich zusammensetzen aus 13 Sozial- demokratea. 2 Demokraten. 14 Bürgeroereinigung und Z Kommu- nisten. Im alten Dorsparlament saßen 12 Sozialdemokrat-n. 5 Kommunisten und 19 Bürgerblockabgeordne«. Di« Wahlbeteili- gung war gestern nicht so groß wie am 4. Mai 1924. Wahlberechtigt waren damals l? 724, von denen 13 t)61 gewählt hatten. Gestern betrug die Zahl der Wahlberechtigten 17 215 und die Zahl der ab- gegebenen Stimmen ll 540 Bei der Retchstagswahl am 7. Dezember wurden abgegeben für die Sozialdemokraten 5378, für Kommunisten 1653, für die Demokraten 849 und für den Rechtsblock 6079 Stimmen. Also auch im vergleich mit der letzten Reichstags- wähl haben die Sozialdemokraten prozentual gut abgeschnitten. 22. Februar 1925. BiirgerbersiniguilgiBölk..Dculschn., BolkSp, Zerur., MrtschastSp.). 4830 Stimmen 14 Maudato Demokraten,....... 830,= 2, 5660 Stimmen»--- lfl Mandate SPD. 4667 Stimmen« 13 Mandat« KPD........... 1185.. 58ft0 Stimmen--- 16 Mandate Wahlberechtigt waren 17 216 Abgegebene Stimm«» 11 540 4. War 1824. Deutschnattonale... 4684 Stimm«»»» 18 Mandate Bürgerblock(D. SollSP.. Zentrum. WirtichaftSp.. Demokraten!.. 1881„ 5„ Bölttsch-....... 553,~ 1 Da» ergibt Summen 7018 oder 19 Mandat« SPD........... 4067 Stimmen 13 Mandate KPD........... 1808.---- 6 5876 Stimmen 17 Mandate Wahlberechtigt waren am 4. Mai 17 724 Abgegebene Stimmen am 4. Mai 13onz GemeinÜewahien in Thüringen. Die Sozialdemokratie behauptet. Weimar. 23. Februar.(Eigener Drohtbericht.) Am Sonntog : fanden in ganz Thüringen die Gemeindewahlen statt. Die Wahlbeteiligung betrug 60 bis 75 Proz. Soweit sich die bisher vorliegenden Ergebnisse übersehen lassen, hat die S o z i o l d e m v kroti« ihren Besitz st and vom 7. Dezember behauptet. In Weimar erhielten: Sozioldemokroten 3537, vereinigte bürgerliche Rechte 5377, Mieter 868, Kommunisten 1177. Be- aintenlifte 695, Auswertungspartei 1777, völkische 793, Demotraten 1482 Stimmen., Elsenoch Es erhielten an Stimmen: Sozialdemokraten 6469, Kommunisten 1413, USP. 46b. Demokraten 1337, Beamten liste 1130, Auswertungsportei 633, bürgerlich« Einheitsliste 17 740. Aikcnburg. Sozialdemokraten 11 444, Bürgerliche 961s>. Kommunisten 793, Demotraten 1613. Sera. Sozialdemokraten Z0013. Kommunisten 42S9, Demokraten 1762. vereinigt« Bürgerliche 22 347. Gewählt sind 18 Bürgerliche, 14 Sozialdemokraten, 3 Kommunisten. Bisher gehörten dem Stadtrat an 14 Sozialdemokraten. 17 Bürgerliche und 4 Kommunisten. Zeno. Sozialdemokraten 6872, Kommunisten 4400, Demokraten 3160. vereinigte Bürgerliche 10 257. Gewählt sind: Sozialdemokraten 10. Kommunisten 6, Demokraten 5, Sur gerbund 14. Die Zusammensetzung des Stadtrats bleibt unver- ändert. Apolda. Sozialdemokraten 2957, Kommunisten 835, Völkische 184, Bürgerliche 6153, Mieter 719. Sokha. Sozialdemokraten 1576, Kommunisten 6034, Demokraten 1275, Völkische 1834, Bürgerliche 9919. Gewählt sind: Sozialdemokraten 2, Kommunisten 10, Völkische 3. Demokraten 2, Bürgerbund 17. Die bürgerlichen Parteien haben einen Sitz gewonnen. Grantings schwere Krankheit. Stockholm, 23. Februar.(Eigener Drahkbericht.) Der Zu- stand vrantings hak sich im Lause des Sonnkog so sehr»er- s ch l i m m e r k. daß die Aerzke von einem operativen Ein- griss, den sie für nötig halten, abgesehen haben. Es ist für die nächsten Stunden das Schlimmste zu erwarten. Eine weitere Nachricht aus Stockholm spricht vo» einer leichten Besserung, gibt aber leider auch kaum noch Hoffnung, unseren Ge nassen Branttng am Lebe» zu erhalte». Kreditgeschäfte der Ordnungszelle. Gewerkschaftsbewegung Bedrohliche Lage im Ruhrrevier. merben in folgender Weise erhöht: Bei ben Facharbettern 24 Broz, bei den angelernten Arbeitern und Arbeiterinnen um 25 Broz. und bei den ungelernten Arbeitern und Arbeiterinnen um 28 Proz. unter Auf- und Abrundung auf ganze oder halbe Pfennigbeträge. Weiter steht die Vereinbarung auf den in der Zeit vom 3. Februar bis 23. Februar 1925 erzielten Gesamtverdienst einschließlich des bisherigen Aufschlags von 15 Broz. einen nachzu zahlenden Aufschlag von 7 Proz. vor. Die soziale Bulage beträgt pro Stunde 1.2 Bfg., die Basis für Affordarbeit 50,4, für an gelernte und ungelernte Arbeiler 43,8 und für angelernte und ungelernte Arbeiterinnen 27,8 Pfg. Legitimationskarten für ausländische Arbeiter. Die Spekulationskredite der bayerischen Staatsbank. München, 23. februar.( Eigener Drahtbericht.) Nach den bis herigen Feststellungen beträgt der Spekulationskredit der Baye. rischen Staatsbant. an die Fürther Ruco- Werfe uber Bochum, 22. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der durch $ 00 000 Goldmart, für die fett überJahresfrist meder Binsen die gescheiterten Cohn- und Arbeitszeitverhandnoch Provisionen gezahlt worden sind. Da der kleinere Teil diefer lungen und die anläßlich des Unglüds auf Minister Stein" 800 000 2. burch eine Sicherungshypothef gedeckt ist, handelt es jur erregten Erörterung gebrachten Klagen der Bergarbeiter, fowie fich um einen eventuellen Verlust der Staatsban? von mehr durch das Autreibersystem und nicht zuletzt durch neue als 1 Million Goldmart. Der Direttor der Staatsbant, fwere Differenzen innerhalb des Rohtohlenfyndifats angesammelte ber diesen Kredit vermittelte, wurde nach Bekanntwerden des Ge- Konfliktsstoff stellt die Kohlenindustrie des Ruhrgebiets vor Auf Grund der bestehenden Borschriften ist bei Berlängerung fchäftes feines Bostens enthoben. Neuerdings wird auch eine neue Erschütterungen. Die Reibungen, unter denen die Ruhrfohlen Brüfung barüber angestellt, cb die Staatsbant auch an den riesen. 2.-G. leidet, werden verursacht durch die neue Abfahstodung der Beschäftigungsgenehmigung innerhalb des Kalenderjahres haften Berluften der Bayerischen Girozentrale- man die in den letzten Tagen recht bedrohliche Formen angenommen hat. durch das Landesamt für Arbeitsvermittlung auch die Gültigkeit der Legitimationstarte entsprechend abzuändern urd hiervon der Deut spricht vor vorläufig 6 Millionen Mark beteiligt ist. Die Gira. Eine Anzahl Mitglieder versucht deshalb, zur Aenderung einiger ichen Arbeiterzentrale in Berlin Mitteilung zu machen. zentrale ist ein unter bayerischer Staatsaufsicht stehendes Institut, Bestimmungen des Syndikatsvertrages zu gelangen. Die Aus- Diese Bestimmung wird, wie der Amtliche Preußische Pressedienst das die Gelder der Gemeinde- und Sparkassen verwaltet. Der Ber- wirkung dieser Sifuafion ist heute noch nicht zu übersehen. Die einem Runderlaß des Preußischen Ministers des Innern entnimmt, luft, ben der bayerische Staat bei der Uebergabe der bayerischen Abjahstodung ist so start, daß umfangreiche Felerschich- non einzelnen Bolizeiverwaltungen irrtümlich dahin ausgelegt, tap Etaatsbetriebe an die Deutschen Werte A. G. durch Berten eingelegt werden müffen. Dauern die Abfahschwierigkeiten, eine noch im vorigen Jahre mit Wirkung für 1925 von den Landesschleuderung und Verschiebung von hochwertigen Rohmaterialien wie man befürchten muß, noch längere Zeit an, dann wird die Cage arbeitsämtern ausgesprochene Berlängerung der Beschäftigungs erlitten hat, beziffert sich allein beim Wert Amberg auf 1360 000. für die reinen Zechen sehr schwierig. Das trifft besonders für den genehmigung für ausländische nicht landwirtschaft. Gewisse Angestellte, die damals( 1920) in diesem Werte tätig waren, Fall zu, daß zu diesen Abfahschwierigkeiten noch Preis- feitsdauer der im Vorjahr ausgestellten Legitimationsfarten für 1925 preisliche Arbeiter auch die entsprechende Verlängerung der Gültigwurden von der Direktion verpflichtet, niemals etwas über die für schwierigkeiten hinzufommen. Einen offenen Kampf können zur Folge habe. Die Polizeibehörden sollen deshalb darauf hindiese Schiebungen angefertigten Inventarlisten befanntzugeben. Du die reinen Zechen nicht aufnehmen, da die gemischten Werte einen weisen, daß die Legitimationskarte für die genannten Arbeiter stets die damals tätigen Treuhänder für den bayerischen Staat noch Teil ihrer Förderung schon vorweg abgefeht haben, während die mit dem 31. Dezember des Ausstellungsjahres ohne Rücksicht auf die zu fassen sind, ist zurzeit noch nicht festzustellen. reinen Zechen ihre Förderung noch verkaufen müffen. Die Folge Dauer der erteilten Beschäftigungsgenehmigung abläuft, und daß diefer Zustände wird also fein, daß die reinen Zechen Harten, daher in diesem Jahre neue Karten zu beantragen find. Hibernia, die Staatszechen usw. sich ebenfalls Verbrauchern angliedern müffen, wenn die Abfahschwierigkeiten beffehen bleiben. auch für die Arbeiterschaft sehr träbe, Die Köiner Frage. B Erft Berhandlung unter den Alliierten, dann mit Deutsch So ist der Ausblid in die nächste Zukunft für die Werke felbft als laud über den Garantievertrag. Paris, 23. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der„ Matin" schreibt, daß man im französischen Auswärtigen Amt zwar mit Genugtuung von der Absicht Chamberlains, nach Paris zu fommen, Kenntnis genommen habe, daß aber offiziell noch teinerlei Zu sammenkunft zwischen dem englischen Außenminister und Herriot vereinbart worden sei. Dagegen habe die franzöfifche Regierung in London bereits missen lassen, daß sie unter teinen Umständen eine Einmischung Deutschlands in die Erörte. zungen über den Kontrollbericht und die Räumung Kölns zulassen werde, denn über die Durchführung des Friedensvertrags hätten die Alliierten allein zu entscheiden; menn dagegen ein Garantievertrag erörtert werden solle, dann sei die Hinzuziehung Deutschlands, ähnlich wie im Sommer in London, notwendig. Im gleichen Blatt veröffentlicht Senator de Souvenel einen Artikel, in dem er ausführt, daß 6 Jahre nach Friedensschluß weder bas Problem der Abrüstung noch das der Sicherheit eine Lösung gefunden habe. Daraus zieht er die Schlußfolgerung, daß Frant reich, fo lange der Garantievertrag nicht abgeschlossen sei, weder Röln räumen noch an einer neuen Abrüftungskonferenz teilnehmen werde. Amerika für Erhaltung der Zeppelinwerft. Washington, 23. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Senator Copeland fündigte an, daß er im Senat beantragen werde, die Regierung zu ersuchen, bei der Botschafterkonferenz. o.ffiziell Einspruch zu erheben gegen eine Berstörung der Zeppelinwerft in Friedrichshafen, die eine Kalamität für die ganze Welt" wäre. Amerita beabsichtigt, eine eventuelle Zerstörung der Werft als eine Schwächung der wirtschaftlichen Leiftungsfähigteit Deutschlands aufzufaffen, was gegen die Interessen ber 1ãubiger Deutschlands aus dem Dames- Abkommen verstoße. Ein Dawes Abkommen für Frankreich? Amerikanischer Druck auf Frankreich. New Bort, 23. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Dem Senat ift eine Borlage zugegangen, durch die den Banten verboten merden soll, den Bändern, die bis jetzt noch feine Regelung ihrer im Striege gemachten Schulden in den Bereinigten Staaten vorge nommen haben, weiterhin Anleihen zu gewähren. Diese Borlage zichtet sich offensichtlich in erster Linie gegen Frankreich und Italien. Dagegen hat General Dames in Chilago vor Banfiers den Getanten erörtert, ob nicht auch für Frankreich etu DamesKomitee am Blaze sei, das nachzuprüfen hätte, ob Frankreich überhaupt in der Lage ist, setne Kriegsschuld an die Bereinigten Staten zurückzuzahlen, ober ob es nicht besser wäre, wenn man ihn feine Schulb erließ. Deutsch- polnische Optantenjago. Jeder vertreibt die Optanten für den Andern. B. meldet: Nach Melbungen der polnischen Bresse, die durch Berichte der deutschen Konsulatsbehörden in Bolen bestätigt merben, haben die polnischen Behörden gemäß Artikel 12§ 2 des deutsch- polnischen Abkommens vom 30. Auguft v. 3. den noch in Bolen befindlichen deutschen Optanten die Aufforderung zugestellt, das polnische Staatsgebiet innerhalb der vertraglich festgelegten Fristen zu verlassen. Ban nachgeordneten Stellen ist hierbei in einer Reihe von Fällen angegeben worden, die polnische Regierung mache von ihrem Recht, die Abwanderung der deutschen Optanten zu nerlangen, deshalb Gebrauch, weil die deutsche Regierung bereits tolnische Optanten aus Deutschland ausgewiesen habe. Demgegenüber ist festzustellen, daß die deutsche Regierung von pornherein die Absicht hatte, ihr Verhalten gegenüber den polnischen Optanten in Deutschland, deren Abwanderung zu verlangen die deutfhen Behörden berechtigt find, abhängig zu machen von dem Berhalten der polnischen Regierung gegenüber den deutschen Optan ten in Bolen. Dies ist auch schon Anfang Januar der polnischen Regierung von dem deutschen Gesandten in Warschau mitgeteilt worden. Bisher war noch nicht einem einzigen polni ichen Optanten in Deutschland die Abwanderungsaufforderung zugestellt worden. Nunmehr aber haben die deutschen Behörden Anweisung erhalten, den polnischen Optanten die Aufforderung zugehen zu lassen, das Reichsgebiet inner halb der vertraglichen Fristen zu verlassen, und zwar mit dem aus rüdlichen Bemerken, daß die deutsche Regierung pon diesem ihrem Rechte Gebrauch macht, weil den deutschen Optanten in Polen reits die Abwanderungsaufforderungen zugegangen feien. SEIT 1869 UHL Fur Feinrauc Die Christlichen rechnen ab. Dortmund, 23. Februar.( Eca.) Gestern abend fand im hiesigen Evangelischen Bürgerhaus eine von über tausend Arbeitern, Angestellten und Beamten besuchte Massenproteftfundgebung des Deutfchen Gewerfichaftsbundes statt. Der Hauptrebner, der Zentrums abgeordnete Imbusch, drückte die Hoffnung aus, daß das durch die Grubenfatastrophe auf Zeche Minister Stein" gewedte Snter effe an der Bergarbeiterschaft Deutschlands auch in Zukunft erhaiten bleibe. Die Greßindustriellen der westlichen Kohlenindustrie hätten fich in fozialer Beziehung als besonders rückständig erwiesen. In der Revolutionszeit hätten fie fich zu einer Arbeits gemeinschaft mit den Arbeitern bereit gefunden und im Jahre 1923, als ihnen aus dieser Arbeitsgemeinschaft fein Nugen mehr erwuchs, Hunderttausende von Arbeitern einfach auf die Straße geworfen und dem Hungeriode preisgegeben. Die Arbeitgeber hätten jebe Grundlage einer gemeinsamen Arbeit mit den Arbeitnehmern zerstört, so daß die Arbeiter jetzt das Bertrauen zu ihnen verloren hätten. Eine Hebung der Produktion fönne auch niemals durch Kür zung der Arbeitslöhne und Verlängerung der Arbeitszeit, sondern nur durch Schaffung einer besseren Betriebstechniß und anständiger Arbeitslöhne und bedingungen, die eine leistungsfähige Arbeiterschaft garantieren, erreicht werden. In dieser Beziehung sei das Ausland vorbildlich. Die Lage der deutfchen Kohlenindustriellen fei durchaus nicht so ungünstig, daß fie bei gutem Willen nicht die unbedingt erforderlichen Lohnfäße zahlen fönnten. Die Arbeiter und Angestellten hätten jedenfalls ein Recht auf menschenwürdige Behandlung. Die Führer der Gewerkschaften feien feft entschlossen, über die Frage der Ruhr. trebite rüdsichtslos Aufklärung zu verschaffen. An die Arbeiter richtete er die Mahnung, sich nicht durch Verdunkelungsmanöver täuschen zu laffen, 18 000 Metallarbeiter im Kampf. Die Unternehmer verbreitern die Kampffront. Bielefeld, 23. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In der Biele. felber Metallindustrie, in der es in den legten Jahren infolge der fcharfmacherischen Haltung der Unternehmer dauernd gärte, ist ein riefiger Wirtschaftstampf ausgebrochen. In welchem Maße sich der Konflittstoff angesammelt hatte, bemies die Urab. ftimung über den vom Schlichter gefällten Schiebsspruch am legten Mittwoch Es stimmten gegen die Annahme des Schiedsspruches 11 539, bafür nur 490, Da die Unternehmer in ihrer ablehnen. den Haltung weiter verharrien, haben am Sonnabend mittag auf Anweisung der Gewerkschaftsleitung die Arbeiter der fünf Großbetriebe, nämlich Dürrtopff- Werte, Anter. Werte, Goeride- Berte, Koch und Adler Nähmaschinen. werte in Höhe von 7000 Mann die Arbeit niedergelegt. Darauf hin haben die Unternehmer die Entlassung der Arbeiterschaft cusgesprochen und nach bolfchemistischem Muster die Rampffront badurch verbreitert, daß sie bis zum Montag mittag 12 Uhr auch die Arbeiterschaft der nicht bestreiften Betriebe ausgesperrt haben. Damit dürfte sich die Zahl der Streifenden auf 18 000 be laufen. 19 Glasarbeiteraussperrung in Weißwaffer D.-L. Weißwaffer Q.-C., 23. Februar.( Eigener Drahtbericht. Su einer größeren Aussperrung ist es in der Glasindustrie in Weißmaffer O.-L. gekommen. Als die Arbeitgeber bei Ablauf des Tarifs am 81. Januar zweimal Berhandlungen ablehnten, fürdigten 50 Relchglasmacher, um für sich bessere Abnahmebedingungen zu erlangen. Die Direktion der B. L. G. fündigte darauf den Belez fchaften ihrer fämtlichen Werte und find in Weißwasser D.-L. und Tschernik N.-L. se't Dienstag, den 17, bzw. Sonnabend, den 21. Fe bruer ungefähr 2000 Glasarbeiter ausgesperrt. Die übrigen Betriebe der Gruppe II( Weißwasser D.-L. und Umgegend) der Glass industrie haben ihren Belegschaften zu Mittwoch, den 25. Februar, jest ebenfalls gefündigt und werden, wenn die Aussperrung zur Wahrheit wird, von diesem Tage ab in Weißwasser und Umgebung ungefähr 6000 bis 7000 Glasarbeiter und arbeiterinnen ausgesperrt sein. Unter den Betrieben, die ihrer Belegschaft zum Mittwoch g fündigt haben, befindet sich auch das Osramwert mit rund 2000 Bschäftigten. Der Zweck der Aussperrung foll fein, die 50 Ke'chalasmacher, von denen ein Teil schon anderweit arbeitet, zur Wiederoufnahme der Arbeit zu bewegen. Eine offiziöse Darstellung der Katastrophe. Effen, 22. Februar.( Eigener. Drahtberahi.) Das Wolffiche Telegraphenbureau verbreitet eine längere Erklärung, aus der nicht ersichtlich ist, von welcher Seite sie fommt. In dieser Erklärung wird bestritten, daß auf Minister Stein" erhebliche Kohlenstaubmengen festgestellt worden seien. Vielmehr fei der vorhandene Kohlenstaub mit so großen Mengen Gesteinsstaub durchjet gewesen, daß eine biefer Kohlenstaub sei nur vorhanden, weil die Gewalt der Eroicsion Explosionsgefahr überhaupt nicht in Frage kommen fonnte. Auch fie in den unteren Teil des Bremsberges geschleudert habe. Weiter bestreitet die Zuschrift, daß am Tage vor der Ratastrophe durch einen Gebirgsbrudt 187eiserne Stempel verbogen oder zerbrochän warden feien. Die vom Wolff- Bureau verbreitete Erklärung st jedoch zu: 1. daß im Sammeltransport Bremsberg Staubmengen vorhanden gewesen find, 2. daß Schlagwetter in der Grube festgestellt worden sind, 3. daß ein feitlicher Gebirgsdrud einige Kappenschienen am First verbogen hat, wodurch die eine halbe steinstarte Gebirgsmauer in einer Ausdehnung von einigen Metern heraus gedrückt wurde. Trohender Bäckerstreit in Wien. c bt Wien, 23. Februar.( BTB.) Gestern fand eine Bersammlung der Angestellten sämtlicher broterzeugenden Betriebe statt, in der die Forderung nach einer 10prozentigen Lohnerhöhung nochmals et. wogen wurde. Es wurde beschlossen, den Broterzeugern ein bis Freitag befristetes Ultimatum zu überreichen; wird dieses nicht an genommen, so drohen die Angestellten mit dem Streit, Polnisch- französisches Einwanderungsabkommen. Paris, 21. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der französische Arbeitsminister Godart hat in Warschau ein Ablommen unterzeichnet, daß die Einwanderung der polnischen Arbeiter in Frankreich und ihre Arbeitsbedingungen regelt. Sowohl in Paris wie in Warschau sollen besondere Dienststellen geschaffen werden, die die Auswanderung bzw. Einwanderung überwachen. Die Barijer Stelle wird dem Arbeitsministerium eingegliedert werden und sich insbesondere mit der Arbeitsvermittlung befassen und die Anwendung der Sozialgefeggebung auf bie polnischen Arbeiter überwachen. Die Löhne der polnischen Arbeiter sollen denen der franzöfifchen angeglichen. werden, wodurch insbesondere der Berdrängung der einheimischen Arbeitsfräfte durch Bolen vorgebeugt Der Lohnstreit in den Meiereien von neuem entbrannt. werden soll. Auch soll den französischen Arbeitgebern unterDer vom Schlichtungsausschuß Groß- Berlin am 18. b. m. gefagt werden, französische Arbeiter zu entlassen, um fällte Schiedsspruch für die bei der Meierei Bolle beschäftigten en deren Stelle polnische einzustellen. Weiterhin verpflichtet sich die Ruffcher, Meiere arbeiter, Handwerker usw. ist in der am Sonn- franzöfifche Regierung, für die Naturalisierung der in Frant abend stattgefundenen Urabstimmung von der Belegschaft ab gereich lebenden Polen Erleichterungen zu schaffen. Höfi lehnt worden. Damit ist auch der Lohnfonflitt bei der mich interessant ist ferner die Bestimmung, wonach den in Frankreich lieferungsgesellschaft, bei der bereits ein Streifbeichluß lebenden Polen die Möglichkeit gegeben werden soll, ihrer mili rerliegt, erneut in ein atutes Stadium getreten, da die Gesellschaft tärischen Dienstpflicht in der französischen Armee zu gedie Anerkennung der mit ihr vereinbarten Löhne davon ab, nügen. Da das französische Recht die Einstellung von Ausländeru in die Armee untersagt, wird eine Gesetzesänderung vorgenommen hängig machte, daß auch der Schiedsspruch bei der Meierei Bolie angenommen wird. Ob erneute Berhandlungen noch zu einer Ber- werden. Welch weitgehende Bedeutung diesem Bertrage zukommt, ständigung führen tönnen, fann zur Stunde noch nicht gefagt werden. läßt sich erniessen, wenn man bedenkt, daß die Zahl der in Frank reich ansässigen polnischen Arbeiter fich auf etwa 250 000 und mit Familien auf 450 000 beläuft. Vereinbarung in der bayerischen Metallindustrie. München, 23. Februar.( WTB.) Nach langwierigen Berhand lungen wurde unter Vermittlung des Staatsministeriums für soziale Angelegenheiten zwischen dem Verband Bayerischer Metallindus strieller einerseits und der bayerischen Bezirksleitung des Deutschen Metallarbeiterverbindes, des Christlichen Metallarbeiterverbandes und dem Gemertverein Deutscher Metallarbeiter anderseits eine Lohnvereinbarung gefchloffen, die von den beteiligten Berbänden heute unterzeichnet wurde. Nach dieser Bereinbarung fällt der bisherige Lohnaufschlag von 15 Proz. ab 23. Februar 1923 fort. Die einzelnen Stundenlöhne für alle in den Betrieben des B. d. M am 23. februar 1925 beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen 3277 56 Jahre Deutscher Bekleidungsarbeiter- Berbanb, Filiale Berlin, Gebaftianftr. 37-38. Serrenbrane. Dienstag abend, 6%, Uhr, in den Arminsälen, Kommandanten Tagesordnung: 1. Bahl bes Branchentraße 58/59, Mitglieder- Berfammlung. leiters, der Branchenkommiffion und der Delegierten zur Generalversammlung. 2. Stellungnahme aum Ergebnis der sentralen Lohnverhandlungen& Branchenangelegenheiten. Erscheinen ist Pflicht. Rur Mitglieder obiger Branche, die mit den Bei trägen nicht über 4 Wochen im Rüldstande find, haben Zutritt Die Brancheulommission. Berantwortlich für Bolitit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Csforn: Feuilleton: R. S. Doscher; Lofales und Sonstiges: Fris Sarfladt: Anzeigen: th. Glede. fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. 9. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderet und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SB. 68, Lindenstraße& Sterza 1 Beilage. reicher Erfahrungen, genaueste Fachkunde und eingehendes Studium geben den aus edelsten ROHTABAKEN gefertigten JUHL Zigarren jene Eigenart köstlichen Genuffes und anregender Bekömmlichkeit gleichviel ob Konsum- oder Luxuspreis klaffe HERSTELLER: PAUL JUHL TABAKINDUSTRIE- GES. BERLIN- PANKOW Nr. 91+42. Jahrgang Später Winter. Zum viertenmal in diesem Winter hat Rälte von 1 bis 2 Grad für furze Zeit eingefeßt. Zum viertenmal stieg das Thermometer der Hoffnung jener, bie Wintersport mit Eifer und Emfigkeit be treiben. Aber jedesmal mußten fie nadh 2 oher 3 Tagen einsehen, baß ihre Hoffnung wieder einmal zu Waffer wurde. Schneefall haben wir in diesem Winter in Berlin noch nicht gehabt, und auch im Reich ist bisher verhältnismäßig wenig Schnee niedergegangen. In der Nacht von Sonntag zu Montag hat sich aber nun die Situation plötzlich geändert. Nach den menigen Floden Schnee am Sonnabend, der keine Spuren hinterließ auf den Straßen der Großstadt, ist in der letzten Nacht reichlich Schnee gefallen. Schlit ten heraus! heidt die Parole der Kinder, und alle Wintersport freunde almen auf und sind fest davon überzeugt, daß nun endlich, wenn auch spät, ein richtig gehender Winter mit Kälte und Schnee einsetzen wird. Das Berliner Wetterbureau, das wir über die Wetterlage und den plötzlichen Wetterumschlag befragt haben, glaubt, daß Kälte und Schnee nur wieder eine vorübergehende Er scheinung sein werden. Eine wesentliche Berlagerung des fogenann ten Azorenmarimums, das uns diesen milden Winter gebracht, hat nicht stattgefunden. Es ist nur eine schmale Tiefbrudmelle auf getreten, in deren Gefolge Kälte und Schnee find. In fast ganz Dft beutschland ist ein außerordentlicher Sneefall niebergegangen. Wenn nun allerdings das Tiefbrud anhält, fo tönnte es nach Ansicht des Berliner Betterbureaus der Fall fein, daß mir mit einer längeren Kälteperiode zu rechnen haben. Schlitten heraus! heißt die luftige Barole fuftiger Rinder. Freuen fann man sich vielleicht auch mit jenen, die begeisterte Anhänger des Wintersports find. Aber in Berlin und in unmittel barer Nähe von Berlin pflegt ja die Freude am Schnee und am Sport im Schnee nur von furzer Dauer zu sein, da im Interesse des Berkehrs die Schneemaffen möglichst bald beseitigt werden müssen. 六 Das Versteck im Trefor. Die Archivdiebstähle des Archivars Hand. Wegen jahrelang fortgesetter Archivdiebstähle murde, wie wir feinerzeit berichteten, der 56 Jahre alte Privatgelehrte Dr. Kari Haud aus der Halleschen Straße verhaftet, mit ihm auch fem Freund und wissenschaftlicher Mitarbeiter, ein 33 Jahre alter früherer ZuSchneider Karl- Maria von Hohenlocher. Schon bei der Berhaftung murde eine große Menge von Material aus vielen Archiven, zu denen Dr. Haud ais Berfaffer eines großen Bertes über deutsche Kultur im Laufe der Sahre Zutritt gehabt hatte, beschlagnahmi. Viele Zuschriften, die Kriminalfommissar Trettin von Archivpermaltungen und Geschäfts und Privatleuten, benen wertvolle Urkunden usw. angeboten worden waren, in der Folgezeit erhielt, machten es aber gewiß, daß das gefundene Material durchaus noch nicht alles sein fonnte, was Dr. Haud geftohlen hatte. Das gab Beranlassung zu meileren Nach forschungen. In der Behausung von Hohenlochers, der unter dem Namen Baron von Hartenau hauptsächlich als Berfäufer aufgetreten mar, fand man nun die Schlüssel zu zwei Trefors ener Berliner Großbant. Man öffnete die Tresors und fand fie mit meiterem gestohlenen Material angefüllt. Nun ergab sich, daß aud Dr. Haud über einen Tresor verfügte. Well aber zu diesen fein Schlüffel zu finden war, so mußte er mit Gewalt aufgebrochen wer ben. Auch hier fand man noch wertvolles Material aller Art, u. a. eigenhändige Briefe, Gilbotschaften, Telegramme, Siegel usw. der Hohenzollern von Friedrich dem Großen bis zu Wuhelm II. Ein Teil des gesamten Materials war in Aftenbündel verpackt und follte wendet werden. Dr. Haud gibt zu, einen Teil der foftbaren Urhinden ufm. aus Archiven entwendet zu haben. Anderes will er von Produktenhändlern und dergleichen gelauft haben, die es bereits zum Einſtampfen bestimmt gehabt hätten. Das Material stammt aus Wien, Darmstadt, Bayreuth und anderen Stäbten. Es befinden sich darunter eine Strönungsurtunde aus dem 11. Jahrhundert, eine eigenhändige Aufredmung der Königin Luife über ihre Haushaltung, Briefschaften aller Art, u. a non Bismard, Eriaffe und Berordnungen und ein Federfiel, mit dem Friedrich der Große geschrieben hat. Nicht ausgefchlofen ist, daß namentlich von Hohenlocher, der auch viel auf Reisen mar, auch in anderen Städten, vielleicht aber auch in Berlin an anderen Stellen noch mehr Material verborgen hat. Die Ermittlungen über die Herkunft der einzelnen Sachen erftreden sich u. a. auch auf das Britische Museum in London und das Batikanische Ari in Rom Die Siedler rühren sich. Der unglaubliche Zustand, daß trotz größter Mohamgann die Siedlung in und um Berlin nicht mefentlich vorwärts fommt, ver anlaßt jetzt die Siedlungsgenossenschaften, sich in großen Sund. gebungen an die Deffentlichkeit zu wenden. So wird die befannte Gartenstadt Faltenberg bei Grünau am 25. Februar in einer abends 8 Uhr in Steins Bürgergarten in Grünau statt findenden Bersammlung auf die befremdende Tatsache hinmeifen, daß bie Genossenschaft, obmohl sie über 300 preußische Morgen Eiedlungsland verfügt, nicht die Möglichkeit hat, dieses Land mit Kleinmohmungen zu bebauen. In dieser Bersammlung werden Dr.- Ing. Martin Wagner, Stadthaurat a. D. Bruno Tant und der Leiter der Siedlerschule Borpsmede Bebrecht Migge fprechen. Aehnlich liegen die Berhältniffe in 3ehlendorf. Dort wäre es möglich gewesen, in den legten Jahren auf Siedlungsland 200 neue Häufer zu stellen( modurch 200 Bohrungen frei geworden wären), wenn nicht die Baubureaufratie den Bau diefer Siedlungs. häuser zu verhindern gewußt hätte. In einer öffentlichen Proteft versammlung der Zehlendorfer Siedler gegen diefe fmachvollen Zustände, die am 28. Februar im Lindenpart in Zehlendorf stattfinden wird, werden Oberregierungsrat Otto Albrecht und Bürgermeister Bittor Noad sprechen. Die Empörung in der fiedlungsfreundlichen Bevölkerung über die meit gehende Unterdrückung der Wohnsiedlung wächst zusehends und wird binnen furzem zu weiteren Rundgebungen führen. Beilage des Vorwärts 19 Das Märchen vom Hundefänger. Einige Leute, die sich einbilden, ebenso geistreich mie mizig zu sein, schiden uns ab und zu, und natürlich anonym, Briefe, in denen behauptet wird, daß der Hundefänger Marshall der Schwager des früheren Polizeipräsidenten Richter ist. Diese anonymen Sudeleien treffen immer dann bei uns ein, wenn wieder einmal wegen Tollwut mehrerer Hunde die Hundesperre hat verhängt werden müssen. Die Briefschreiber wissen dann natürlich, daß der ehemalige Bolizeipräfident Richter die Hunde fverre nur aus dem Grunde angeordnet hat, damit sein Schwager Marschall möglichst große Berdienstmöglichkeiten hat. Bei Licht befehen ist ja biefe ganze Angelegenheit zu humm, als baß es fich Lohnte, näher darauf einzugehen. Rur um die anonymen Brief fchreiber weiter vor unnötigen Ausgaben für Briefpapier und Briefmarten zu bewahren, jei zunächst festgestellt, daß Mar. fall nigt ber Smager bes früheren Bolizeipräsidenten Mußerbem aber mögen fi bie Herren Brieffchreiber gejagt sein lassen, daß der Polizeipräsident nicht Hunde Sperren von fich aus anordnet. Sie erfolgen vielmehr auf Antrag des beamteten Tierarztes. Elne, Modenschau" in Moabit. Er liebt die Probierdamen. Einige Dutzend Verkäuferinnen und Manequins der ersten Ber liner Modehäuser gaben sich in Moabit ein Stelldichein, aber nicht, um dem Gericht die neuesten Modeschöpfungen vorzuführen, sondern um als Zeuginnen aufzutreten. Unter dem Zeugeneid mar es ihre Aufgabe, festzustellen, ob sie den dem Gericht unter der Anklage des fortgesetzten Diebstahls vorgeführten Kaufmann Otto Hader wiedererfennen. Montag, 23. Februar 1925 zunehmen. Münchner mar der Blinde, Röde führte ihn. Die Beamten stellten feft, daß ihr Ausgangspunkt stets ein Lofal in der Bernauer Straße war. Als fie fich von dort aus gestern abend um 7% Uhr wieder auf den Weg machten, folgten fie und beobachteten nun, das Münchner in ein Haus hineinging und sich für die Bettelfahrt als Blinder erst fertig machte. Er fam mit einer großen Hornbrille und auf einen Stod gestützt wieder heraus, und nun trat Röde seine Führerrolle an. Nachdem fie etwa 40 Lofale abgegraft hatten, nahmen die Beamten beide fest, fanden aber bei ihnen nur noch 4 Mart. Wo sie das übrige Geld gelaffen haben, konnte nicht festgestellt werden. Die Ermittlungen ergaben, daß Röcke und Münchner, der sehr gesunde Augen hat, ihre Beute jedesmal in fie es nicht schon während der Bettelfahrt in anderen Lokalen getan ihrer Stammfneipe zu vertrinten pflegten, soweit hatten. Granatenexplosion in Schwanebea. Zwei Arbeiter getötet, einer verletzt. Ein schweres Unglüd ereignete sich gestern in dem Spandau nachbarten Orte Schwane bed. Dort wurden zwei Landarbeiter von einer Granate zerrissen und ein dritter schmerverlegt. In Schwanebed war während des Krieges ein großes Munitionslager, aus dem jedenfalls diese Granate stammt, untergebracht. einem Ader. Es handelte sich um eine 10,5 Schwefelgranate. Mit Die Landarbeiter fanden sie beim Streuen von Dünger auf einem Stahlstüd, das die Leute ebenfalls auf dem Felde fanden, versuchten sie, die Granate aufzutiopfen. Dabei erplodierte diese und die umherfliegenden Sprengstüde töteten den Arbeiter aftfchet, während der Arbeiter Olischa so schwer verletzt wurde, daß er im Rauener Strankenhaus bald nach feiner Einliefe rung starb. Der dritte Arbeiter Sudol erhielt leichtere Verlegungen, fo baß die Hoffnung besteht, ihn am Leben zu erhalten. Hacer ist der Schreden der Modesalons. Seit Jahren beutet er einen besonderen Trid aus. Schon sechsmal ist er in Ham häusern und erklärte, daß er ein Kostüm oder einen Belz kaufen burg bestraft worden. Elegant gefleibet erschien er in den Mode molle. Seine Frau werde gleich nachkommen. Zunächst bat er wars ten zu dürfen. Dem vornehmen Herrn brachte man natürlich fein Mißtrauen entgegen. Nachdem er eine oder zwei Stunden gewartet hatte, verabschiedete er sich mit dem Bedauern, nicht länger parten zu können. Wenn seine Frau tommen sollte, jolle man sie benach richtigen, daß er dringende Geschäfte habe und mit ihr ein andermal Käufers stellte es sich heraus, daß irgendein wertvolles Roft um wiederkommen werde. Bald nach dem Weggang des angeblichen oder Belzstüd verschwunden war. In Hamburg war es ihm sogar einmal gelungen, drei seidene kostüme unter seinem Belz verschwinden zu lassen. Hader war damals geftändig, wollte aber nicht als ein Dieb im gewöhnlichen Sinne gelten, sondern behauptete, daß ihn eine perverse Neigung zum Besuch der Mode falons treibe. Er habe den Drang, die Manequins bei der Borerfaßt ihn plöglich der innere Drang, die kostbaren Modeschöpfungen führung der neuesten Modelle in Bewegung zu sehen. Dann aber an sich zu bringen. Dieser Behauptung widersprach aber das nachs trägliche Verhalten Hackers, denn er hatte gleich darauf seine Beute Strafe verbüßt hatte, wandte er sich nach Berlin. Die Diebesfahrten zu Geld gemacht. Nachdem der Angeklagte seine letzte Gefängniss nahmen hier einen solchen Umfang an, daß der Verband der Spezial geschäfte sich genötigt jah, vor dem Schwindler unter genauer Angabe feines Signalements zu marnen. Als er eines Tages im NoDember in einem Modesalon am Kurfürstendamm in derselben Weise erschien, um auf seine Frau zu warten, erinnerte sich der Geschäftsfäljungsaffäre gegeben, in die die Hauptangeklagten, inhaber der Barnung und ließ ihn während der zwei Stunden, die beobachten. Inzwischen aber rief er das Modegeschäft von Klara er angeblich auf seine Frau wartete, durch eine junge Verkäuferin Schulz an, dem furz vorher von dem beschriebenen Schwindler ein Besuch abgestattet worden war und wobei ein mertvolles Belzstüd in Berlust gekommen war. Der sofort mit der Verkäuferin herbeigeeilte Geschäftsinhaber erkannte in Hader auch den Kunden" wieder und ließ ihn verhaften. Hader hatte sich nun megen 16 Füllen des Diebstahls zu verantworten. Er leugnete jedoch jede Schuld und behauptete, daß eine Personenverwechselung vorliege. Die als Jeu ginnen vernommenen Berfäuferinnen erfannten ihn jedoch bis auf einige als ben Täter wieder. Das Gericht verurteilte ihn zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Eine Ausstellung von Lehrlingsarbeiten. In den Festfalen des Charlottenburger Rathauses ist eine Ausstellung eröffnet, über die man als Motto die Worte: Arbeit ist des Friedens Hort, Arbeit macht die Völker frei!" aus Heinrich Seidels schöner Hymne der Arbeit schreiben tönnte. Das Berufsamt Berlin- West, das die Bezirke Charlottenburg, Spandau und Tiergarten umfaßt, zeigt in einer außerordent lich reich beschickten Ausstellung von Lehrlingsarbeiten, mas der Fleiß der jungen Menschen unter der Leitung gewissenhafter lingsarbeiten vertreten: Schlosser, Maler, Tapezierer, Klempner, Meister zu leisten vermag. Faft alle Gemerbe sind hier mit Lehr. Schneider, Slajer, Tischler, Schuhmacher, Buchbinder, Elektrotech nifer und Fraser. Dazu kommen Arbeiten der Schüler von Fachund Fortbildungsschulen. Man sieht mehrere besonders schöne Stide, auch ein paar Arbeiten von Gesellen, und als Sonderaus. ftellung eine Ausstellung bes Berner- Wertes( Siemens u. Halste). Am Bormittag murde die Ausstellung mit einer Ansprache bes Charlottenburger Oberbürgermeisters eröffnet. Die Innungsmeister waren mit den Fahnen erschienen und marschierten feierlich auf. Nachher aber, bei Besichtigung der Ausstellung, fonnte man mit Bohlgefallen feststellen, wie eng und innig zum Teil der Kontatt wischen Meister und Lehrling ift, mie Beritauen herüber und hin. über geht, das allein helfen und bewirken kann, daß Arbeiten ent stehen, die mit Liebe angefertigt find. Der Besuch der Aus tellung ist fostenlos. Sie ist von 11 bis 5 Uhr bis zum tereffe für unser Handmert hat, auf das angelegentlichste empfohlen Sonntag, den 8. März, geöffnet. Ihr Besuch fann jebem, der Inmerden. Um die Pakstelle Tiergarten. Tagen das Schöffengericht mitte im Schwurgerichtsfaal beschäftigte, Das Urteil in dem Baßfälschungsprozeß, der feit mehreren wird am Montag gefällt werden. Nachdem der Staatsanwalt die Strafanträge begründet hatte, wurde nochmals in die Beweis aufnahme eingetreten und es wurde dem Gericht durch Kriminalfommissar Lipping Aufschluß über eine weitere PazPolizeiaffiftenten Schulz und Sierrath, wiederum mut ver bat. Es find Vorbescheinigungen zur Baßanmeldung in derseiven widelt sind und bei der auch Feldmann wieder die Hand un Spiele Weise, wie bei dem Revier 2 auch beim Revier 10 in der Wadzek straße hergestellt worden, die genau jo auf Personen lauteten, die gar nicht in dem Revier wohnten. Auf Grund dieser Vorbescheini dieser Sache die Polizeibeamten& raszie und Heinze verwidelt. Die gungen haben Zierrath und Schulz Baffe ausgestellt. Es sind in flagte Schulz gab zu, daß die Borbescheinigungen des Reviers 10 von Staatsanwaltschaft hat auch bereits Antlage erhoben. Der AngeFeldmann zur Paßstelle Tiergarten gebracht worden sind. Neue Einbahnstraßen. Der Polizeipräsident hat eine neue Bolizeioerordnung erlassen, die die Alenderung des Fahrverkehrs in der Kaiserstraße, Kleinen Frankfurter Straße, Jofty, Lint- und Ohmstraße betrifft, und die am Sonnabend, den 28. Februar, in Kraft treten soll. Wir entnehmen der Verordnung folgendes: Einbahnstraßen find: 1. die Kaiferstraße von der Werander straße bis zur Kleinen Frankfurter Straße, 2. die Kleine Frant. furter Straße von der Kaiserstraße bis zur Landsberger Straße, 3. die Softystraße von der Neuen Königstraße bis zur bis zur Potsdamer Straße, 5. bie Ohm straße von der Köpenider Mendelssohnstraße, 4. die Lintstraße von der Eichhornstraße Straße bis zur Rungestraße. Zuwiderhandlungen gegen diefe Polizeiverordnung follen, sofern nicht nach anderen Gesezen oder Berordnungen eine höhere Strafe vermirtt ist, mit Geldstrafen bis zu 150 M. und im Falle des Innermönens mit entsprechender Haft bestraft worden Der Berein der Freidenfer für Feuerbestattung tonnte am Frete tag auf fein zwanzigjähriges Bestehen zurückbliden. Aus diesem Anlaß hatte der Borstand im Etablissement Orpheum eine Feier veranstaltet, die durchweg fünstlerischen Charakter trug Das Berliner Vokal- Terzett, das Liebermanniche Cello- Trio, Rezi tationen, fomie Darbietungen des Doppel- Quartetts des Bereins trugen zum Gelingen der Feier bei. In Mühsams Prolog, der von Herrn Träger gesprochen wurde, begeisterte vor allem die Schluß lich du hast unterlaffen. mahnung: Ja, Bolf, bereue Nicht was du getan, Was sträf Das Künstlerpersonal mar ausnahmslos auf der Höhe feines Könnens. Alle Kräfte wurden so start applau biert, daß wiederholtes Erscheinen und einige tünstlerische Beilagen dankbar geliefert murden. Kommt ihr G'spielen",( Reigenlied aus dem Jahre 1630) Lindenlaub"( 1540) und besonders:„ Wann ich weiß, was du weißt" Dorgetragen von den Damen Aulich, Widop und Rühle, sowie die Schlußlieder des Doppel- Quar tetts des Bereins, gaben dem Abend eine stimmungsvolle Beihe A Der Ein falscher Gasleitungsrevisor treibt in Lichtenberg fein Unwesen. Er besucht namentlich Geschäfte und spiegelt ben Inhaberu vor, daß er von der Gasanstalt beauftragt sei, die Beleuchtungsein richtungen nachzusehen. Hierfür läßt er sich nicht nur bezahlen, jon dern er sticht auch noch, was er heimlich einstecken kann. Schmindler ist etwa 30 Jahre alt und 1,68 meter groß, hat etwas ergrautes Haar und einen dunkelblonden gestutzten Schnurrbaut und trägt ein dunfles Jadett mit Weste, eine gestreifte Hose, einen dunklen lleberzieher und geflicte schwarze Schnürschuhe. Bei fich hat er zwei alte Taschen mit allerlei Werkzeugen. Bortragsarbeit im Jugendamt. Reben allerlei materiellen vorbeugenden und fürsorgerischen Maßnahmen liegt den Jugendämtern und zwar der Jugendpflege -noch die besondere Aufgabe ob, auch in der Frage der Jugend bildung neue und gute Wege zu zeigen. Die behördliche Jugend bildungsarbeit beruht außer in geselligen und fünstlerischen Beranftaltungen für die Jugend in der Hauptsache noch in der Festsetzung guter Borträge. Auf diesem Gebiete hat nun die Abteilung Jugendpflege des Jugendamts Friedrichshain einen Weg eingeschlagen, der durchaus gangbar ist und bisher außerordentlich gute Früchte gezeitigt hat. Für die Jugendlichen des Bezirks, die in Jugendvereinen zusammengefaßt sind, werden in jedem Jahr einige Forträge festgefeht, deren Inhalt direkt aus dem Leben der Jugend im allgemeinen und der Jugendbewegung im befonderen heraus gegriffen ist. An diesen Borträgen nehmen Jugendliche aus den verschiedensten meltanschaulichen und tonfessionellen Jugendverbänden teil Es hat sich dabei oft eine gute Zusammenarbeit ergeben, die natürlich einen politisch neutralen Charafter tragen mußte. Am Donnerstag, dem 26. Februar, beginnt im Jugendheim Ebertystr. 12 eine neue Vortragsreihe von vier Abenden mit dem Thema: Jugend und Gemeinschaft. Aber nicht nur die Durch bildung der Jugendlichen vom 14. bis etwa 20. Lebensjahre tann allein Aufgabe behördlicher Jugendbildungsarbeit sein. Insbesondere ist eine derartige Arbeit auf die Jugend bis zum 14. Jahre aus zudehnen. Auch hierin ist im Jugendamt Friedrichshain einiges geleistet, das Allgemeinintereffe beansprucht. Neben der tatkräftigen Unterstügung beim Aufbau der Lesestube des Ostens im Jugendheim Liffiter Straße 4/5, die einen außerordentlich guten Besuch aufzuweisen hat, schloß man mit der Sternwarte in Treptowierdurch nichts geändert für längere Zeit geftatten. So finden nunmehr in der TreptowBerträge, die eine Feftfegung von Lichtbilder und Filmvorträgen Sternwarte zu besonders günstigen Breisen durchschnittlich in der Woche drei Filmporträge für die Kinder des Berliner Ostens statt, die insgesamt einen Besuch von rund 1600 Kindern aufweisen. Diese Borträge fanden in den Schulen des Bezirks starten Anklang. Es wäre nur zu wünschen, wenn sich auch in weiteren Kreisen eine der. artige Jugendbildungsarbeit mit aller Energie durchführen ließe 17 Ein, falfcher Blinder". Ein sehender Blinder und fein Führer wurden gestern von der Streifbeomienschaft Mitte entfarot und festgenommen. Die beiden, ein 41 Jahre alter Wilhelm Münchner und ein 48jähriger Friedrich Ride waren ben Beamten schon wieberhalt aufgefallen, men fie son Sneipe zu eine zogen, um wilhe Gaben entgegen. Wer ist öfterreichischer Staatsangehöriger? Zur Behebung von 8weifeln, ob ein Ausländer als polnischer oder österreichischer Staatsangehöriger anzusehen fet, hat das Berliner österreichische Generallonfulat mitgeteilt, daß als österreichische Staatsangehörige nur solche Berfonen zu betrachten feien, die sich mit einem von einer österreichischen Inlandsbehörde oder österreichischen Vertretung im Auslande ausgestellten gültigen Reisepak oder einem Heimatiein einer Gemeinde, die im Gebiete ber der heutigen Republit Defterreich gelegen ist, ausweifen fönnen.An der Verpflichtung des Ausländere, fich den deutschen Behörden gegenüber durch einen Bak oder Bakerfaz au legitimieren, wird Bier Feuerwehrleute durch Starkstrom getötet. Im Eisenwerk Gonzen bei Sargans in der Schweiz tam bei einer Feuerwehrübung mit neuem Feuerwehrmaterial eine Leiter mit der Startftromleitung in Berührung. Vier Feuerwehrleute wurden fofort getötet. Ein fünfter Feuer wehrmann murde leicht verlegt. Groß- Berliner Parteinachrichten. 17. Rreis Bichtenberg. Sn einem Bertragsabend der Freien Schulgemeinbe St tenberg, der heute, Montag abend 8 1hr, in der Mittelschule. Marttitraße, stattfindet, fericht Sere Magistratsschulrat Dr. Fifer über bas Thema: Erziehung ber Stimber gut gutex und fichtigen Menfen. Se extern, Sehree bobe bee 6ule fab berglift singelaben. Der Geizhals. Die Zeugen bant war eigentlich vorm Schöffengericht Moa it die Anflagbebant. Erschienen war als Zeuge der Herr einte, ber es fertig befommen hatte, dem Klempnergesellen S. für eine ganze Reihe von Reparaturen an einem Bafferrohr und für schwere förperliche Arbeiten einen Lohn von insgesamt zehn Mart auszuzahlen. Ich gebe ja zu, daß das zu wenig war," fagt Dorm Richtertisch der Zeuge, aber ich wollte doch den Rest später in Bein abbezahlen Bon diefen großzügigen Plänen, war dem Angeflagten allerdings nichts befannt gemefen. Er schritt zur Selbsthilfe und Stahl 19 laiden Bein aus feines Aurf traggebers wohlgefülltem Reller.„ Es war ein regnerischer Sonntag. Ich hatte gearbeitet bei Heinte und wieber fein Geld be tommen, da padte mich die But, und getrunken hatte ich auch mas foll ich Ihnen fagen, Herr Richter: ich bin sonst ein ehrlicher Mann, und bas mar natürlich' ne Schmugigfeit von mir.. Ja, er ist sonst ein sehr anständiger Kerl. Das bezeugt der Gaft mirt Schäfer, in deffen Botal S. sonst verfehrt, das bezeugt auch ber Klempnermeister Blume, bei dem er als Gefelle arbeitet. Trogdem lautet der Antrag des Staatsanwalts auf drei Monate Gefängnis. Ja, wenn ich ins Gefängnis tomme, wer ernährt denn dann meine Familie?" ruft verzweifelt der Angeklagte in den Saal. Das Gericht berät lange, jehr lange jogar doch das Ergebnis ist günstig: drei Monate Gefängnis gibt es zwar, aber emäh rungsfrist bis 1927 fann fie illusorisch machen. Nie wieder wird ber Klempnergeselle Bein stehlen. rieren, Aber Heintes Wafferrohr wird er auch nie wieder repa. Auf der Spur eines Mörders. Ein Mord, der vor ungejähr zwei Jahren in der Gegend von inteln verübt wurde, beschäftigt jetzt auch die Berliner Kriminalpolizei. Am 19 Juni 1923 wurde in der Nähe von Krankenhagen bei Rinteln eine 33 Jahre alte Raufmannsfrau Mar gatete Reiner in einem Tannendidicht ermorbet auf gefunden. Der Berdacht der Täterschaft fiel nach ben ersten Mach. forschungen auf den Ehemann der Ermordeten. Dieser lebte von feiner Frau getrennt und war nach Berlin gezogen, während die Frau in Hamburg wohnte. Kriminalfommissar Brasa wiz und feine Beamten ermittelten Reißner in einem Berliner Borort. Er fonnte aber nachweisen, daß er unschuldig war und mit dem Verbrechen nichts zu tun hatte. Jeẞt ist man auf eine andere Spur gelommen. Auf die Ermittlung des Täters hatte ein Mann, der fich Kaufmann Heinrich Delfing aus Hamburg nannte, und mit Frau Reißner befannt war, eine Belohnung ausgefeßt. Die fortgefekten Ermittlungen entlarnten biefen angeblichen Delfing als einen 27 Jahre alten aus Wilhelmshaven gebürtigen Billg Bettrane, und gerode dieser ist jetzt des Mordes so dringend perdächtig, dah ihn die Staatsanwaltschaft von Hannover eifrig sucht. Bettrane ift flüchtig, seine leite Spur führt nach Berlin. In feiner Begleitung befindet fich ein 24 Jahre altes Straßenmädchen Anna Schlappho ff aus Finkenwärder. Mitteilungen über das Huftauchen des Baares an Kriminalkommiffar Braid to iim Zimmer 102 bes Polizeipräsidiums. Eine rücksichtslose Krankenschwester. In der Frauenffinit von Prof. Straßmann in der Schumannstraße wurde, wie uns berichtet wird, eine Fraue ein geliefert, die auf der Straße von Wehen überfallen wurde. Auf ihren Wunsch, möglichst rasch zum Arzt gebracht zu werden, entgegnete die diensthabende Krankenschwester, daß darüber nicht die Bei jungen Mädchen speciell in der Entwicklungsjahren zeigt das Blut oft einen Mangel an roten Blutkörperchen, es ist daher notwendig, daß ein normaler Blutzu stand geschaffen wird und die weiblichen Funktionen befördert werden; durch den Gebrauch von Leciferrin wird das Aussehen frischer und rosige Wangen zieren das Gesicht. Preis 1/1 FL. ME 3-, Fl. Mk. 1.75 Leciferrindragées Schachtel Mk. 2.50 Zu haben in Apotheken und Drogerien Galenus Chem. Industrie, G. m. b. H., Frankfurt a. M. Verkaufsstellen: Apotheke zum schwarzen Adler, Neue Königstr. 30; Löwen- Apotheke, Jerusalemer Str. 30; Apotheke zum eisernen Kreuz, Kasta ien- Allee 2: Diana- Apotheke, Turmstr. 28; Lützow- Apotheke, Wichmannstr. 28; Drogenbaus Grosser, Manteufiel tr. 108 Patientin befinden könne, sondern die anderen im Bartezimmer befindlichen Frauen. Als diese felbstverständlich zurücktraten und der Schwerkranken den Borrang lassen wollten, antwortete die Schwester gereizt:„ Ach was, Sie haben hier gar nichts zu sagen und mir dreinzureden. Die Frau fist hier im Warte immer gut genug." Wie uns mitgeteilt wirb, foll in diefer finif überhaupt ein etwas rauher Ton herrschen. Die jungen Aerzte zum Beispiel, die durch das Wartezimmer kommen, holten es nicht für notwendig, vor ben wartenden Frauen den Hut zu ziehen oder durch einen Gruß von ben anwesenden Frauen Notiz zu nehmen. Bir find überzeugt davon, daß Geheimrat Straßmann, der Leiter der Klinit, von diesen rücksichtslosen Manieren nichts meis und baß er Schwestern und Aerzte zu liebenswürdi gerem Benehmen gegenüber ben Batienten auffordern wird. Im Berliner Aquarium sind zwei australische Schlangen arten eingetroffen, die schon lange nicht mehr hier vertreten waren. Da ist zunächst die gefürchtete Tiger und Banbotter, die in zwei Stücken das Terrarium nr. 7 an der Mittelhalle bewohnt. Die Tiere gehören zu den sogenannten Giftnattern, d. b. sie haben nicht wie bie eigentlichen Ottern weit vorftredbare Röhrenzähne, fondern ihre Giftzähne find furz, unbeweglich und ungefurcht, jo bab die Tiere, um ihre Opfer ober den Gegner zu vergiften, sich wirklich feftbeißen milsen, nicht also wie die Otter blizschnell zuschlagen. Berner ist der Boa in dem linken Riesenschlangenbehälter Nr. 22 eine fehr große ebenfalls zu den Riesenschlangen gehörige Diamant ilange zugefellt worden, die, wie alle Bertreter dieser Gruppe, nicht giftig ift. 3m Zoologischen Garten hat das Tierhaus am Konzert play, bas immer interessante Raritäten an fleineren Bierfüßlern enthielt, jest zwei neue merkwürdige Bewohner erhalten in Gestalt eines Bärchens füdamerikanischer Nachtaffen, die mit ihren großen runden Eulenaugen fehr luftig aus ihrem Schlaffaften her. ausguden. Während sonst die Affen burchweg ausgesprochene Tagtiere find, macht eben der Nachtaffe die einzige Ausnahme durch nächtliche Lebensweise, bie fich schon äußerlich durch die Bildung der Augen verrät. Freidenfer Jugendweihe des 13. Bezitts( Tempelhof, Marlendorf, Marien felbe und Lichtenrade) im Zyceum, Tempelhof, Germaniastr. 4/5, am Sonntag, ben 29. årg. Der Unterricht findet jeden Connabend, nachm. bon 8-5 1hr in Sempelhof, Berbericule, Berber Str., durch Genossen Withaner statt. Wirtschaft Schwankender Konsum. Die statistischen Feststellungen des 3entralverbandes Deutscher Konfumvereine über die Wochenumfäße einer Anzahl mittlerer und größerer angeschlossener Konsumgencffenaften bieten ein intereffantes Bild veränderlicher Lebenshaltung der Berbraucher und damit einen Einblick in einen Leil der Ver brauchswirtschaft überhaupt. Die Wochen umfasstattftis bes Zentralverbandes deutscher Konfumvereine umfaßt runb 1700 000 Mitglieder, nahezu die Hälfte der mehr als 3 500 000 betragenden Gesamtmitgliedschaft. Da zumeift, wenn nicht ausschließlich, it lieber familien in Betrecht tommen, so umfassen die statistischen Geststellungen schon immerhin einen erheblichen Brozentjag der Gefamtheit der deutschen Berbraucher aus den minderbemidelten Kreisen. Mit frischer Mitch Während nun nach dem Ergebnis der Wochenstatistik der Monat Dezember v. 3. gegenüber den voraufgegangenen Monaten eine erfreuliche Zunahme des wöchentlichen Durchschnittsumiages je Mitglied aufwies und von 3,95 M. im November auf 4,54 M. im Dezember, ja, in der legten Dezemberwoche fogar auf 4,69 m. angestiegen war, ging er nach den neuesten Erhebungen im Monat Januar 1925 wieder beträchtlich zurück. Der wöchentliche Durchschnittsumsatz je Mitglied betrug in der ersten Januarmoche nur 3,57 M., in der zweiten Januarwoche sogar nur 3,40 M.; er hob fich dann auf 3,62 m. und 3,64 M., um erft in der legten Januar moche 3,93 m. und damit den Stand des durchschnittlichen Wochenumfakes der Monate Oftober und November wieder zu erreichen. Der Vergleich zwischen den Monaten Ottober, November und Dezember und dem Januar zeigt, daß von den minderbemittel. ten Boltstreifen wochenlang vor dem Weihnachtsfeste Er. im Weihnachtsmonat so oder so auch noch auf Kosten der Lebensfparniffe für den Weihnachtsmonat angesammelt und überdies haltung im Januar Umfäge gemacht werden. Berücksichtigt man, baß nach den Ermittlungen des Statistischen Reichsamts im Monat Januar die Kosten der Lebenshaltung sich gegenüber denen im Deember noch von 122,2 auf 123,8, gegen 100 im legten Friedens. jahr gestiegen find, so stellt sich die in den erzielten Durchschnittsumfägen im Januar ausgedrückte Konsumtraft noch ungünsti ger dar Die festgestellten, hier angegebenen Durchschnittsumfäße sind natürlich nur ein Teil der von den Genossenschaftsmitgliedern überhaupt getätigten Umfäge, die jedoch mit dem genossenschaft ch erzielten Umfag relativ fallen oder steigen. Zuletzt bleibt indes zu betonen, daß die Durchschnittsumfäge in den Konjumgenossenfchaften zu niedrig sind und höher sein fönnen, wenn die Vermaltungen immer umsichtig sind und die Mitglieder mehr genoffenfchaftlich fich betätigen. und Genossenschaftlicher Kurfus für Betriebsorganisation Statiflit. Die Fortbildungskommission des Zentralverbandes deutfcher Konfumvereine hat einen fechs Wochen bauernden Kurfus für Betriebsorganisation und Statiftit in Hamburg eingerichtet, der am 16. Februar im großen Gigungszimmer der Verlagsgesellsc deutscher Konsumvereine in Anwesenheit von Mitgliedern der For bildungskommiffion durch Heinrich Raufmann mit einer 2 sprache eröffnet wurde, in der er das Erfordernis einer durchsichti gen, rationellen Betriebsführung, das Gebot tlarer Bilanzen auch für den Wiederaufbau der tonsumgenossenschaftlichen Betriebe und damit zum weiteren Fortschritt der Konsumgenossenschaftsbewegung nachdrücklich und auf das ernsthaftefte betonte. 3u dem nunmehr ersten derartigen Kurfus, der in den Räumen der Fort bildungsschule des Zentralverbandes deutscher Konjumpereine weiter. geführt wird, find 30 Hörer aus den Konsumvereinen des Reiches entfandt. Der Raumverhältnisse wegen konnten nicht alle Anmeibungen berücksichtigt werden; eine Anzahl Bewerber wurden bis zu den späteren Kursen vertröstet. Der Weltverbrauch an Automobilen. Das Handelsparlament der Vereinigten Staaten hat festgestellt, daß der Weltverbrauch an Automobilen im Jahre 1924: 3 300 000 000 000 Dollar betrug. Der Durchschnittspreis für Automobile betrug 1000 Dollar( also etwa ebensoviel, wie in Deutschland der Preis der fleinsten Gebrauchswagen ift), für Motorräder 300 Dollar. 84 Broz. aller Personenautomobile, 74 Broz. aller Transportautomobile und 11 Broz. aller Motorräder der Welt waren in den Bereinigten Staaten im Gebrauch. Amerika befigt 18 615 000. Perfonenautos, 2 892 000 Baftautos und 1 262 000 Motorräder. - มอ ล ว ม เลย S Н ' uedund SchlafReifeDeden Tr fotagen Taubenstr. 48 URANIA Filmvorträge Taubenstr. 48 Oberingenieur DREYER verlängeri Mentag, den 23. Februar, 9 Uhr abends, Dienstag, den 24. Februar, 7 Uhr abends, Mittwoch, den 25. Februar, 5 Uhr ab.nds, Donnerstag, d. 26. Febr. bis Sonnt., d. 1. März, 5 Uhr nachm. und 7 Uhr abends. COLUMBUS, der Film vom Bau und Betrieb des größten deutschenLloyddampters, Ueberfahrt, das Meer, New Yorker Hotelund Eisenbahnwesen. Klare, fesselnde Trickfilme, prachtvolle Wirklichkeitsaufnahmen der Döring- FilmWerke, Hannover. Kartenvorverkauf: Theaterkasse Wertheim, Invalidendank Reichshalien- Theater Allabendi 8 U. u. Sonntags nachm.3 Uhr Sicifiner Sänger Neu! Neu! Sport- Müller Hachm. halbe Preise, velies Progr Dönhoff- Brett'i: Familien- Varieté Leiterwagen Anf. 7%, U. Sonnt. 8%, U. Theater am Kottbusser Tor. Tägl. 8 Uhr und Sonntag nachm. 3 Ubr Elite- Sänger. Der Gipfel des Humors: Die Buxe der Pandore! Volkstamliche Preise u. alle ander. Transportreräte liefer billigst. Großer Vorrat. Georg Wagner Köpenicker Str. 71. Rein Ladengeschäft. 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