!tg�4 �42. Jahrgang Ausgabe A Nr. 4$ Bezugspreis: ?Zöch«nMch 70 Pfennig, mnnatvch 3,— Seichsninrt nomas zahlbae. Unter Strcuübonb für Deutschland. Dau�ig. Saar- und Menielaebiet. Oesterreich, Litauen, Lu�mkurg 4,50 Relchsnori. für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der �Zorwstrts� Nlit der Sonntags- beilage Lolk und Zeit' mit.Sied- Inn« und aieingarten* sowie der Beilage �lnterhaltung und Wissen" und i�rauenbeUage.ssraueuftimme" erscheint wochentägNch zweimal, Sonntags und Montags einmal, Telegramm-Adresser .Sozialdemokrat Berlin" Morgenansgabe � fy Devltnev VolKsblstt (lO Pfennig) Anzeigenprcne: Die ein kvaltig« Nonpareille- zeile 70 Pfennig. Reklamezeile 4�- Reichsmark.»Kleine Anzeigen" das kettgedruckte Wort 20 Pfenuig szulSssta zwei fettgedruckte Worte). iedes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort I» Pfennig, iedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buch- flaben zählen für zwei Wort«. Isamilienanzeigen kür Abonnenten Zeile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Rümmer müssen bis i'.i Uhr nachmittags im öauptgcschäft. Berlin SB 08, Linden» straste 3. abgegeben werden. Geöffnet von 0 Ahr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralofgan der Sozialdcmokratf feben parte! Deutfchlands Redoftion und Verlag: S erlin EW. öS, Lindenstrohe 2 Redaktion: Dönboff— 2!)» �' Verlag: Tönhoss 2.»0S-SSO7 Mittwoch, den 25* Februar 1925 vorwärts Verlag G.m.b.H., öerlin EW. öS, Lindenstr.Z Poftfcheckkont» i zBerlin!i7ältt>— stfankkonto: Direktton der Diekouto-Sefellschaft, Teposttenlafse Liudenstraste U Unöank für ök Oergknappen. Nach schweren Opfern lange Arbeitszeit, karger Lohn! Vachllm, 21 Februar.(Eigener Drahtberichl.) Die vier Berg- arbeiterverbonde oerösfenUichen folgenden Aufrui: „Der am S. Februar 1g2S vom Schlichter in der Wehr- arbeitsfrage gefällte Schiedsspruch ist vom Reichsarbeit s- Ministerium trotz unserer gewichtigen Gcgengründe für verbind- lich«rllärt worden. Der Schiedsspruch wird unseren Forderungen nicht im entferntesten gerecht. Er bringt nur für eine verschwindend kleine Gruppe der Arbeiter über Tage eine Verlürzung der Arbeitszeit. Die gesamte Arbeiterschaft unter Tage sowie auch der über- wiegende Teil der Tagesarbeiter erhält weder eine Verkürzung der Arbeitszeit noch den lorisUchen Zuschlag für die Ueberarbeit. Diese Tatsache wirkt doppelt erbitternd nach den Geschehnissen der letzten Zeit und besonders noch den A Äußerungen des Reichsarbeitsministcrs Dr. Brauns, der erklärte, daß die Ueberarbeit in der Schwer- industric nur für eine vorübergehende Notzeit vorgesehen sei. Die Begründung des Rcichsarbeltsministcriums für die Bor. bindlichkeitserklärung kann als zutreffend nicht anerkannt werden. Der Schiedsspruch entspricht nicht der Billigkeit, nicht der augenblick- llchen wirtschastslage. insbesondere wird er nicht den berechtigten Jnter'sscn der Arbeiter gerecht. Das Mehrarbeitsabkommen trat in Kraft nach Beendigung des passiven Widerstandes, als die Wirtschaft vollständig am Boden lag und die Micumlastca vom Bergbau gelragen werden muhten. Die Verhältnisse haben sich wesentlich gebessert. Die Micumlaslcn werden vom Reich getrogen und die Zechenbesitzer haben ein« überreichliche Entschädigung erhalten. Was soll nun werden? Durch die Derbindlichkeitserklörung wird der Schiedsspruch den Bergarbeitern rechtsverbindlich aufgezwungen. Dieses kannte nur geschehen, weil das Unter- nchmertum durch die BerHältmsse wirtschaftlich und politisch gestärkt, die Arbeiter dagegen durch die systematische�ersplitte- rungsarbeit der Kommuni st en und II n i o n i st e n ge- schwächt sind. Letztere versuchen auch jetzt wieder die Bergarbeiter zu Handlungen zu verleiten, die lediglich im Interesse der Arbeitgeber liegen. Sic geben die Parole heraus, am l. März nach 7 bzw. 8 Stunden die Betriebe zu verlassen z» dem Zweck, die Bergarbeiter in einen aussichkslosen Streik zu tieiben. Warum? Nur zpm Schaden der Arbeiter, um diese für ihre dunklen politischen Zwecke zu mißbrauchen. Dem Unternehmer- tum würde damit die Gelegenheit gegeben, die Betriebe zu schließen. In der gegenwärtigen Zeit der Arbeitslosigkeit und der Absatzkrise wäre ihnen dieser Schritt nur willkommen und er würde ihre Mochtposition aus lange Zeil entscheidend stärken. Die Bergarbeiter jetzt zum Streik aufzufordern, der zur unbedingten Niederlage führen nuiß, ist ein Verbrechen an der Arbeiterschaft. Wir fordern deshalb die Bergarbeiter auf, diesen Wahnsinn abzulehnen und zu bekämpfen und nur der Parole der unterzeichneten Bergarbeiter- rcrbände Folge zu leisten. Sie haben bewiesen, daß ihre Eni- schcldungen stets dem Interesse der Bergarbeiter dienten. Die Berg- arbeiterverbände werden eine günstigere Zeit zu wählen wissen, i-m ihre Forderungen aus verkürzte Arbeitszeit durchzusetzen. Hierfür müssen die Bergarbeiter selbst die erforderlichen Voraussetzungen schaffen. Kameraden! Lehnt die Putschtaktik der Kommunisten ab! Siärkt die vertragschließenden Organisationen!" verband der Bergarbeiter Deutschlands. Gewerkfchaslsverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands. Kölnische Lerussvercinigung. Abteilung Bergarbeiter. Gewerksverein hirsch-Duncker, Abteilung Bergarbeiter. Herr Geisler vor Gericht. Eine geborstene Säule der Nationalen. Um die Wahrheitsliebe des Abgeordneten Geis- l e r und die Taltiken der Gsfben Gewerkschaften drehte sich«ine Ve- leidigungsklage, die gestern bis in die späten Abendstunden das Amts- gerich, Mitte beschäftigte. Der Abgeordnete Seisler hatte den Schrift- leiter Zimmermann verklagt, weil dieser ihm in dem Organ des Deutschen Handlungsgehilfenverbandes Unwahrheit, Terror und Gesinnungskiiebelei vorgeworfen halte. Es war auch behauptet worden, daß Geisler recht eigenanige Machenschaften bei Sammlungen angewendet Hab«, indem er in einem Aufruf behauptet hatte, daß die veranstalteten Sammlungen vom Wohlsahrts- minister Hirtstefer genehmigt worden seien, obwohl er wissen mußte, dag der Minister bei seiner Einstellung ihm gegenüber �niemals die Genehmigung erteilen würde. Es fei, hieß es weiter, Geisler zur Gewohnheit geworden, Unwahrheiten zu ver. breiten und andere zu verleumden. Wegen der Pchauptung Geislers, daß er einige der schlimmsten Verleumder vor den Kadi geladen hätte, hatte Zimmermann Widerklage ech-ben. Der Beklagte trat in dem gestrigen Termin im»ollen Umfange den Wahrhelkzbewcis an. Es waren zahlreiche Abgeordnete und Ge- werkschostsführer geladen worden. Der Abgeordnete Fahrenhorst. der früher dem Reichsbund Geisler angehörte, bekundete, daß bei den Gelben Gewerkf hasten sa'sche Mitgliederlisten geführt wurden. Bei einem Verbände, der 183 Mitglieder zählte, fei die Zahl der Mit- g'ieder mit 3183 angegeben worden, bei einem anderen Verband statt 137 2187. Der Verband der Haus- und Prioaüehrer habe im ganzen Jahre nur 123 Mark, der Friseurverband nur 1S3 Mark eingenommen, der Verband der Landarbeiter 1500 Mark, ausgegeben seien aber 150 000 Mark. Alles übrige sei von den Arbeitgebern ge- kommen. Es fei aber nach außen der Anschein erweck: worden, als ob es sich um Mitgliederbeiträge handelte. Der Abgeordnete Thiel erörterte dann«ingehend die Vorgänge, die zum Austritt dcks Abge- ordneten Geisler aus der Fraktion der Deutschen Volkspartei geführt haben. Die Trennung vom Abgeordneten Geisler sei daraus zurückzu- führen, daß in allen Instanzen d.-r Partei die Erkenntnis sich Bahn gebrochen hatte, daß Herrn Seisler es sehr schwer falle, bei der Wahr- he» ,u bleiben Die Besprechung in der yraktionssttzung war derart. »aß über die Beschlüsse bei Herrn Geisler kcineZwc.sel entstehen kannten. Trotzdem hat er nachher ganz andere Behauptungen ausge- stellt. Aus eine Fragc'des Dorsitzende» ob es nicht möglich sei, daß es sich nicht um eine bewußte Unwahrh?», sondern um ein M, ß- Verständnis handle, erwiderte der Zeuge, daß in der Fraktion genügend Leute mit juristischen Kennmissen wären, wie Geheimrat Kahl, die genau diesen Unterschied zu beurteilen verständen. Auf Befragen von Iustizrat Dr.'H ahn läßt sich der Zeuge dann näher aus über die Bchaupiung des Beklagten, daß der Abgeordnete Seisler die Oeffenllichkeit über den Mit"» verstand seiner B-rbände getauscht hätte. Die Mitgliederlisten hätten mit der Zahl 100 l begonnen. Der Kläger Geisler beantragte demgegenüber den Reichstagsabgeord- neteo Johann W o l f zu vernehmen, der aus seiner früheren Tätigkeit in der christlichen Bewegung bekunden werde, daß die Methode des MUg'iederübertreibens von dort gekommen und übernommen sei. daß auch christlich« Gewerkschaften in demselben Maße, wie die gelbe Bewegung von der Arbeilgeberseile subventioniert worden sei. Wenn das bei uns vorgekommen sei» sollte, dann haben wir aus der älteren Bewegung den üblichen Brauch von unsoren Vätern übernommen. Der Angeklagte Zlnunermann beantragte, einen Vertreter der H i r s ch- Dunckerschen Gewerkschaft darüber zu vernehmen, daß solche Gaunereien in der ganzen Gewerischastsbewegung noch nie dagewesen seien, wie bei den Gelben Gewerkschaften. Mehrere Gewerkschaftsvertreter bekunden sodann, daß in ver- steckter Form von den Gelben verbänden Unterstützungen durch Unter- nehmer angenommen worden seien. Der Heseverband habe dem Organ der gelben Bäcker Inserate in Höhe von 6000 M. monatlich gegeben. Die Summe erschien dann zu klein und es wurde dem Bund der Borschlag gemacht, eine Pauschale von 50 000 Mark zu zahlen, zunächst für ein halbes Jahr. Die Zeitung werde dann alles bringen, was der Verband wünsche. Schriftleiter Georg Vorchardt von der Hirsch-Dunckerschen Ge- werkschast belundete, daß bei allen Organisationen, die eine Ehre daran setzen, sich Gewerkschaft zu nennen, Brakllken. wie sie von den gelben verbänden angewendet worden wären, nie gebilligt wurden. Iustizrat Dr. Wlly Hahn stellt dann die Behauptung aus. daß die Verschleierung des Mitgliederstandes darauf hinziele, von den Arbeitgebern höhere Unlerslützunqrg�lder zu erzielen. Das wurde vom Abgeordneten Geisler bestritten. Syndikus Richter behauptete, daß duTGelder von Richtarbeitnehmcrn lediglich aus oaterlän- dischem Interesse gegeben wurden, und daß die gelben Ber- bände dadurch nicht in eine Abhängigkeit von den Unternehmern gciieten. Geisler behauptete dann, daß alle Gewerkschaften In jhien Anfangszeiten Unterstützungen erhalten hätten. Die sozial- demokratischen Gewerkschaften wurden vom Ausland unterstützt. Tr Max Hirsch habe in einer Broschüre betont, daß die Hirsch- Dunckersche Bewegung ausgezogen sei mit Geldern der kapitalistischen Kreise. Nachdem d'e Parteivertrcter längere Reden gehalten hatten, kam das Amtsgericht zu einer Freisprechung sowohl des Angeklagten Zimmermann als auch des Widerbeklagten Geister. Der Zlngeklogte habe allerdings scharfe Worte gebraucht, er sei aber von der Richtigkeit seiner Behauptungen überzeugt gewesen. Es mag do hingestellt fem, ob die Behauptungen objektiv richtig waren. Nach seiner siibjellivcii Ansicht durste er scharfe Worte gebrauchen gegen jemanden, den er für einen Schädling hielt. Dem hat er Ausdruck gegeben, ohne die Grenzen des ß 193 zu überschreiten. Der Wider- beklagte hat aus scharfe Angriffe mit scharfen Ausdrücken geantwor- tet. Auch ihm müsse§ 193 zugebilligt werden.— Die Kosten wurden zu zwei Drittel dem Privatkläger und Wkder- beklagten Grisler, zu einem Drittel dein Angeklagten und» Widerkläger auferlegt. Deutschland und Gesterreich. Magdeburger Nachklänge. Der Relchsbannertag von Magdeburg hat in der Presse des Inlands und des Auslands ein vielfältiges Echo gefunden- Es zeigt sich, daß die Nationalisten daheim und draußen mit ihm wenig zufrieden sind, freilich aus entgegengefetzten Grün- den. Die daheim wissen, daß sie im Reichsbanner einen ge- föhrlichen Gegner besitzen, gerade weil diese republikanische Organisation in scharfer Abgrenzung von allen reaktionären und nationalistischen Strömungen siir dos Recht de r itc u t- s ch e n N o t i o n ein kräftig-gesundes Empfinden an den Tag legt. Die draußen aber kopieren ihre deutschen GesinnungS' brüder, indem sie das berechtigte Rationalgcfühl eines fremden Volkes zu einem gefährlichen Nationalismus umfälschen. Als Träger einer deutsch-republikonischen Politik ist das Reichsbanner oor allem auch Träger der Idee einer deutschen Einheitsrepublik, die die beiden deutschen Staaten, Deutsch-- land und Oe st erreich, zu einem Ganzen zusammenfaßt. Die österreichischen Sozialdemokraten Dr. Deutsch und Dr P i ch l e r hoben dieser Idee in Magdeburg beredten Ausdruck verliehen und begeisterte Zustimmung gesunden. Die Anschlußidee, wie sie im Reichsbanner und auch in der deutschen und österreichischen Sozialdemokratie vertreten wird, hat nichts zu tun mit einer törichten Politik d� Irre- denta rundum. Deutsche Gebiete sind durch den Friedensschluß fremden Staaten einverleibt worden, und fast alle Nachbarn Deutschlands haben davon profitiert. Die Politik der Irredento rundum, das Streben nach einer Ge- neralrevision der Landkarte Europas ist geeignet, einen K r i e g vorzubereiten, der fast alle Nachbarn gegen Deutschland zusammenführen würde, sie muß daher von allen Gegnern der Gewaltanwendung in der äußeren Politik aus g r u n d f S tz-> lichen Erwägungen und darüber hinaus von jedem ver- nünstigen Menschen aus realpolitischen Gründen abgelehnt werden. �, Vielleicht kommt eine Zeit— und man kann nur wün- schen, daß sie kommt—, wo die Grenzen' nur noch eine geringe Rolle spielen und die Staaten bereit sein werden, über Ge- bietsveränderungen nach rechtlichen und praktischen Gesichts- punkten zu verhandeln. Jetzt ist sie noch nicht da. Kein Staat will einen Fußbreit seines Landes ohne Schwertstreich räumen. am wenigsten wollen das wohl die neuen Staaten Europas mit ihrem jungen Nationalgefühl, das jeden Angriff auf das Staatsgebiet als einen Angriff auf die staatliche Existenz über- Haupt empfindet. Deutsche republikanische Politik ist Friedenspolitik. F r i e- denspolitikistdasGegenteilvonIrredenta- Politik. Ihre Unterstützung liegt im Interesse ganz Eu- ropas. Gefährdet aber und geschädigt wird sie dort, wo den deutschen Minderheiten in fremden Staaten Anlaß zu berech- tigten Beschwerden geboten wird. Eine gerechte und psychologisch geschickte Behandlung der nationalen Minderheiten gräbt den Nationalisten das Wasser ab und festigt den Frieden. Ganz anders liegen die Dinge mitOester- re i ch. Die Tschechoflowakei und Polen z. B. sind geboren aus dem leidenschaftlichen Willen des tschechischen und des polnischen Volks zu staatlichem Eigenleben. Oesterreich ist aber etwas, was die Welt noch nicht gesehen hat, ein selbständiger Staat gegen den eigenen Willen. Die Sieger haben Oesterreich befohlen, ein selbständiger Staat zu sein, also ist Oesterreich ein selbständiger Staat! Alle anderen Nachbarstaaten— ausgenommen die Schweiz mit ihrer geschichtlich gewordenen Eigenart— sind vorwiegend von nichtdeutschen Stämmen bevölkert. Gegen jede Ab- tretung deutschsprachlichen oder sonstigen Grenzgebiets würde sich in der Mehrheit ihrer Bevölkerung ein Sturm erheben. Oesterreich aber ist nicht weniger deutsch— wenn nicht deutscher— als Pommern oder Mecklenburg, kein einziger seiner Staatsbürger könnte den staatlichen Zusammenschluß mit der deutschen Republik als Vergewaltigung oder als nationale Bedrohung empfinden, die allenneisten würden ihn mit Freuden, ja mit Jubel begrüßen. Oesterreich hat nicht nur nicht den Willen, sondern, nach dem Urteil seiner eigenen Einwohner, auch nicht die M ö g- l i ch k e i t, ein staatliches Eigenleben zu führen. Aus dem Leib des alten Habsburgerreichs herausgeschnitten, von Zoll- schranken in einen engen Raum zusammengepreßt, der nicht genug Brot erzeugt, um die Bevölkerung zu ernähren, siecht es dahin. Schon melden sich Pläne, das alte Habsburgerreich in verschämter Form einer„Donaukonföderation" wieder zu- sammenzuflicken— aber war nicht seine Austeilung gestern noch ein„Triumph der Demokratie" und des„Selbstbestim- mungsrechts der Völker"? In eine„Donaukonföderation" könnte Oesterreich nur ge- zwungen werden durch eine neue Vergewaltigung seines eigenen Willens. Ist aber das„Selbstbestiinmungsrecht der Völker" nicht eitel Schaumschlägerei, dann kann dem Volk Oesterreichs das Recht, selber zu entscheiden, ob es zu Deutschland will, nicht bestritten werden. Die Grenzpfähle zwischen Deutschland und Oesterreich sind die einzigen, die niedergerissen werden können, ohne daß den erworbenen Rechten eines fremden Staats in irgendeiner Weise zu nahe getreten wird, o h n e daß auch nur ein einziger der davon unmittelbar berührten Staatsbürger dagegen pro- testiert, ohne daß. dte allergeringste Kriegsgefahr hervorge- rufen wird. Voraussetzung dafür ist freilich das Verständnis und Einverständnis der von dieser Angelegenheit mittel- b a r berührten Nach! arstaaten. ilm dieses Verständnis und Einverständnis ringen wir. Wir tun es in der Ueberzeugung, daß es kein besseres Mittel gibt, um die g e i st i g e Abrüstung in Deutschland herbeizu- führen, als die Aufhebung des Anschlußverbots. Wir begrüßen jedes Streben, das darauf gerichtet ist, durch ein System von Gsti rantiepakten die Verhältnisse Europas zu stabil!- stcren. Aber wenn man von Deutschland und Oesterreich ver- langen würde, sie sollten einander ibr Gebiet garantieren, so wäre das nichts anderes als ein schlechter Witz. Denn Oesterreich will ja gar nicht sein Gebiet garantiert haben, es verlangt vielmehr das Recht, sein Gebiet mit dem der deutschen Republik vereinigen zu dürfen. Das hohe Ziel„FriedendurchRechr wird nicht so bald ganz zu erreichen sein. Einen Rest, zu tragen peinlich. wird es wohl immer geben, und man wird ihn tragen müssen, denn der Versuch, ihn durch Krieg wegzuräumen, ist das kurchtbarste Unrecht, das es überhaupt gibt. Im Fall Deutsch- laud-Oesterreich kann das Problem des„Friedens durck Recht" reih, ohne Rest und ohne Krieg oder Kriegsgefahr gelöst wer- den, wenn Europa nur will. Riemind verliert dabei, aber die Republik gewinnt, der Friede gewinnt, und also gewinnen alle! Kutiskers WobnuimsscMebunq. Ein Beitrag zur deutfchuationalen Heuchelei._. Der Preußische Untersuchungsausschuß über die Kredit- affären zieht es weiter vor, sich durch die Art seiner Deihand- lungsssthrung um jedes Ansehen zu bringen. Gestern nach- mittag hat er stundenlang über die bereits längst geklärte Frage, wie K u t i s k e r in Wilmersdorf zu einer Wohnung kommen konnte, oerhandelt. Kutisker hat seine Wohnung in Wilmersdorf im Jahre 1920 dadurch erhalten, daß er von einer adligen Dame diese Wohnung, k ä u f l i ch er- warb. Gleichzeitig erwarb er von einem Ma'or a. D. das Haus, in dem diese Wohnung sich befand. Beide die adlige Dame und der fterr Major, sind sicher keine Sozialdemokraten gewesen. Der Kauf konnte nur perfekt werden, well Kutisker dem Wohnungsamt Wilmersdorf erk arte, er tausche die von ihm in Wirklichkeit erworbene Wohnung gegen seine bis- heriae Wohnung in Charlottenburg ein. Das Wohnungsamt der damaligen S'adt Wilmersdorf, die Berlin gegenüber noch selbständig war(das Gesetz Groß-Berlin war noch nicht ver- abschiedet, geschweige denn ein Berliner Magistrat gebildet) bat es damals offenbar nicht für notwendig ge- h-altsn. die Angaben Kutiskers genau nachzu rüfen. Jedenfalls trifft die. Verantwortung für d'e Zuweisung de� in Wilmersdorf gelegenen Wohnung an Kutisker den Ma- g4.ft rat der da m a li g en Stadt Wilmersdorf. Ts ist uns nicht bekannt, daß in diesem Magistrat auch nur eln. So-'aldemokrat�gesessen hä.ue, sder: daß dgK/WÄ'»un-ZS? amt Wilmersdorf von einem-Sozialdemokraten geleitet- ge» wefen wäre. Unter chen Akten., befindet- sich iedenfalls eine ordM'ngsgsmäß aufgsstellte polizeiliche- Anmeldung- des Ku- •Isker nach Wilmersdorf, die nach den damaligen Bestimmungen nur ausgestellt werden durfte, wenn das zuständige, in diesem Falle a'so das selbständige Wilmersdorfer Wohnungs- amt, feine Zustimmung erteilt hatte. Erst nach Jahr und Tag, nachdem Kutisker iahrelang in dieser durch eine offenkundige Schlamperei des Wilmersdorfer Wohnungsamtes ihm zugewiesenen Wohnung gelebt hatte, ist die gan-e Streitfrage anläßlich einer Revision wieder auf- gerollt worden. Hier erst hat nach endlosen gerichtlichen Ver- Handlungen der zentrale Groß-Berliner Wohnungsausschuß Knabe oöer Mäöchenl Die Erkennbarkeii des Geschlecht». ...'.-Auf Einladung der Berliner Gefellscheft für Sexualwissenschaft sprach der Professor an der Universität Halle. Dr. Senheim, über „Bestimmung des Geschlechts des im Mutterleib getragenen Kindes". Die Unters uchung des Blutes und Erkennung der mit und in ihm vorgebenden Veränderungen ist eine der wichtigsten Aufgaben der Medizin. Wenn ein« Umorgamsation im menschlichen Körper vor-sich geht, wozu auch die Neubildung eines Kindes gehört, dann gehen im Blut Veränderungen vor sich, eigenartige Stoffe, sogenannte Spaltprodutt«, ensitehen, die aus dem sonstigen Organismus herausfallen. Diese Produkte können wir heute nachweisen. Abderhalden war der erste, der diesen Nachweis führte, durch die sogenannte Abderhaldenfche Reaktion. Der Vortragend« ging eingehend auf dieses Verfahren ein, das bereits bekannt ist und bei dem durch dos Dialisier» verfahren dos Blutserum positiv l männlich) oder negativ(weiblich) ausschlägt, dos h-ißt. sich blau färbt oder farblos bleibt, wodurch bei einer schwangeren Frau nachgewiesen werden kann, welchen Ge- schlecht? das zu erwartend« Kind ist. .Abderhalden hatte bei seinen Versuchen«in« Wahrschein- lichteit von 7S P r o z. erzielt, das System wies aber manche Fehler auf, auch war der Prozentsatz der Gewißheit zu gering, und kö.hatte man die Abderhaldenlche Reaktion langsam begraben wollen, aber nun soll sie zu neuem Leben erweckt, ja sogar vervollkommnet werden. Dies ist den beiden Mitarbeitern von Prof. Sellhsrm, Dr. LÜdtke und von Merz.church die A l k oh o l r« a k ti 0 n gelungen. Sie setzten dem Serumfubstralengemisch güprozkntigen Alkohol bei, wodurch die zur Erkenntnis unbrauchbaren Eiweißstcffe ausgeschieden werden, während die sämtlichen Spoltvrodukte in Lpsung ausgehen. In selbstloser Weise bezeichnet« der Vortragende die Tat sein«? beiden Assistanten als«in Ei des Kolumbus! Di« Abderhatdensche Reaktion ist vereinfacht und verfeinert,' und nun kann man hosten, unendlich mehr zu leiste». Auch die Untersuchung selbst dauert nur 12 statt 21 Stund:n wie bei Abberhalden, was bei Fällen, in denen Todesgefahr besteht, von weittragender Bedeutung ist. Statt- 78 Proz. kann man jetzt mtt Sg Proz. Wahrscheinlichkeit rechnen, also mit absoluter Präzision. Das uralte Problem der Voraussagung des Geschlechts bei neu- geborenen Kindern wird dadurch neuen Zielen entgegengeführt Die Mutter-Kind-Beziehungen, kannte man von jeher, die Kind-Mutter- Beziehlmgen ober sind neu. Di« Geschlechtsteil« eines männlichen Kindes sind ein Fremdkörper im Mutterleib und üben daher«irr« Reoktton, die sogenannte Hodenreoktion, aus. Bei geschlechtsver. schiedenen Zwillingen kämpfen beide Embryonen um die Dorherr- schoft, meist siegt der männliche, ist ober der weibliche stärker, dann wird ker Knabe ein Weichlinge oft mit femininem Einschlag. Bei einer Schwangeren wachsen alle in der Umgebung des Kindes liegen- den Organismen der Mutter, bei der«ine Berlugenblichung eintritt. Interessant ist auch die Entdeckung, daß ein Mann nicht ein Mann wird deshalb, weil er Hoden trägt, sondern weil der Gesamtorgonis- mus des Kinde» männliche Tendenz besitzt. aus Gründen, die nicht nur für diese« Fall, sondern für Dutzende von anderen Fällen galten, die Entscheidung ge- troffen, daß diese frühere Wohnungszuweisung nach drei Jahren nicht mehr rückgängig gemacht werden könne. Be- zeichnend ist, daß der Referent für diese Angelegenheit, der Magistratsrat Dr. Hauptmann, erst durch die Presse er- fahren hat. daß er auch diese Angelegenheit seinerzeit be- arbeitet hatte. Der Sachoerhalt ist also vollkommen klar. Wenn von einer Verantwortung die Rede sein kann, dann trifft sie Kreise, die sicher nicht der Sozialdemokratie nahestehen, sie trifft jene adlige Dame, die dem„Ostjuden" ihre Woh- nung verkaufte, sie trifft den Herrn M a j o r. der sein Haus an den„Ostjuden" verkaufte, ohne die Angaben nachzuprüfen, sie trifft den sicher nicht sozialdemokratischen Wilmersdorfer Magistrat, in dessen Geschäftstereich diese Wohnungszu- Weisung aus dem Jahre 1919 fällt. Die deutschnationale Agitation kümmert sich selbstverständlich um diese Dinge nicht. Der rühmlichst bekannte Pfarrer Koch brachte es noch der Klärung dieser Dinge in der Berliner Stadtverordnetenver- sammlung fertig, sie zu einer neuen Hetzrede gegen die So- zialdemokratie zu benutzen. Und nach der Melodie, die dieser Demagoge im Berliner Rathaus spielt, wird die Hetze im ganzen Land betrieben.' Die Sozialdemokratie werden die Deutschnationalen mit dieser verlogenen Heuchelei nicht über den Haufen rennen. Im Gegenteil, der hemmungslose und überhitzte Eifer, mit dem sie ihre Verleumdungskampagn« betreiben, beginnt die gegenteilige Wirkung auszuüben. Der Unterfuchungs- ausschuß sollte sich aber wirklich die Frage vor'egen. ob es nicbt endlich an der Zeit wäre, die eigentlichen Fragen zu klären, zu deren Untersuchung er eingesetzt ist. Vielleicht würde man docb nach einigen Monaten erfahren, was nun eigentlich gegen die- Barmats vorliegt und wie die K r e- d i t e an sie zustandegekomstien sind. Dos ist wirklich von Interesse und von Wichtigkeit, und auch die Frage der V e r- antwortung kür die Krsditaftären könnte dann etwas zuverlässiger geklärt werden, als wenn man lächerlichen Burcaustatfch aus dem Jahre 1919 zusammenträgt die �ommun'l>en lmork auferlegt, beraten wurde, jammerte der große K o e n e n über die unerträgliche Belastung, die damit dem Besitz flige-ü-st werde. Kein Wunder, daß Herr Koenen stir diese kopitalistisch« Auffassung das Lob der schwer- industriellen Vertreter einbejmste, sür die'Dr-B e cke r.» Hessen ihn' miebrustliü däN'kte...... Dsr�'be Kienen, der also noch vor wenigen Monaten a.e.g e n.die Besitzstchnirn metierte. schreibt letzt« der-„Roten F chns" Artikel für Besibsteuern. Wir kreuen UNS vieler Wandl-ng. die ja weder seine erste noch sein« letzt« ist. Sie nchift aber, daß stlbst ein so gehirnloser Kopf wie Koenen»"ter Umständen zur Abkehr von seinen �eblern zu bewegen ist. Da er aber bei seiner angeborenen Bescheidenbeit natürsich be» bauptet die Sozialdemokratie sei an allen Steuerlasten der Arbeiterklasse schuld und nur die Kommunisten führten den Kampf gegen die übermäßige. Belastung der Arbeiterklasse, so sei folgende Tatsache der Vergessenheit entrissen: Auf einer Berliner Konferenz im Ottober erklärte Ruth Fischer: Durch da» neue Verfehlen ist aber nickt nur die Geschlechtsvor» aussage der Embryonen möglich, weit wichtigere Dinge werden be» rührt. Di« Erkcnmmq eintretender Paralyse, die Fessstellung, ob eine Frau sich m den Wechseljahren befindet, der Nachweis ver» dorbenen Fleisches Ist mvälich. In der Hauptfach« aber ein Pro» blem. das alle Menschen interessiert: dieNachweiebarkeitde» Krebses!! Di« Diagnose zu diescr Erkennung ist nicht nur er» leichtert, die alte Mär von der Undeilbarkett dieser schrecklichsten Krankheit ist dahin. Wird Krebs frühzeitig entdeckt, dann ist«r zu heilen, und mit der Sellheimfchen Methode ist er im frühesten Stadium nachzuweisen. Di«, ist wohl das Wertvollste de» neuen Perfohrens. Zum Schluß bemerkt« der Dorttagend« noch, daß da« Derfohren durchaus nicht abgeschlossen, sondern noch weiter auszubauen fei und daß er hoffe, durch weitere Untersuchung des Lebenssaftes neu« Ein» blicke in die Lebenswersstatt des Menschen zu tun und noch manche bisher verschwommenen Begrisse präziser zu erkennen. Tanzfeier See Labanschen Seweguogs-Thöre. Di« unter Leitung von Hertha Feist stehenden„B e r> liner Bewegungs-Chöre Laban" wollen kein« Tanz- bühne sein, sondern„durchgeistigte Gymnastik� pflegen. Ihr« Mitglieder sind nicht Berusstänzer, sondern Laien, die im Tanz„nicht nach. Küiistlerart die eigene Persönlichkest verwandeln", sondern in ihlen Uebungen, Feiern und Ausführungen an der lebenspendenden Kraft der Tanzfreund« tell haben wollen. ' Die„Erste T a n z s e i« r" der Bewegungs-Chöre im B l ü t h- ner-Eaal brachte neben einem Kindertanz und einem Gruppen- tanz der Ausbildungsklasse, bei dem die suggestive Geräuschmusik fast stärker wirkte als das Tänzerische, füns Szenen aus Labans Be- n-egungs-Ehorwerken. lieber alles Lob erhaben die Kompositionen niit ihrem bewundernswerten Reichtum an tänzerischen Motiven. Und zwar an Motiven, deren Gestastung geringste Ansprüche an technische Gewandtheit und Akkuratesse stellt. Am schönsten in der .Lichtwende" der Mossenwirbel auswärts gestreckter Beine und Arme und. das Raffinement im Wechsel der Gruppierungen. Alles sü» Loten erdacht und von Laien wirksam gestallet. Wo größer« Riiancenfüll« vorhanden, wie im Borspiel zum„Prometheus", kam das Feiisste und Tiefst« nicht zur rechten Gellung. blieb viele» sarb- lv». monoton. Auch die wechselnde Rhythmik des Laufes, an sich prachtvoll als Komposition, trat in den �Dämmernden Rhythmen" nicht klar und eindrucksvoll zutage. Für die sigurenreichen Szenen, vor ollem aus„Agänismnons Tod", war die Bühne zu klein. Die Gliederungen wurden nicht deutlich, es gab oft ein wirres Durch- einander. -- Das Genie des großen Tanzdichters Laban feierte Triumphe. Ob deck tanzenden Laien Gelegenheit zum körperrhythmsschen Sich. ausleben gegeben ward, erscheint mir zweiselhaft. Die Bewegung». Chöre, die Jutta ftlamt gus deu Reihen der.Groß-Berliner Freien Aurnerschoft gebildet hat, entwickoln ihre Rhythmen aus den typi- schcn Bewegungsformen des modernen Arbeiters.. � Hier sähen wir die charakteristischen Schwünge der Ladan-Schule: kNit feinstem Takt auf wenige Grundelemcnte reduziert, von gelehrigen Laien ausgeübt. Nicht Eigenes aus dem Wesen des Laientänzers herausgeholt(an- „Wenn man«in posikives Sttverprogramm vorschlägt, zeigt man nicht der Revolution, der proletarischen Diktatur einen Weg, sondern man nimmt ein« Verbesserung der GeschSfi« de» Kapitalismus vor durch die gerechtere Bertellung der Steuern." Auf Grund dieses Unsinns beschloß man damals, von jedem Steuerprogramm abzusehen und überließ die Vertretung der Arbeiterinteressen der Sozialdemokratie, die sich dafür natürlich von den Koenen und Konsorten beschimpfen lassen muß!_ Die ganz Reinen �— Der Zerfall der KPD. Aus Halle wird uns geschrieben: „Die Kampfkraft der KPD. wächst von Tag zu Tag!"— so schreien die Rubelblättchen jeden Tag gellend in die Well hinaus. Wie es mll dem Wachstum dieser Kampftrast wirNich steht, zeigt, ein Blick in das rote Herz der KPD.,«in Blick auf die Zustände in Halle, das bekanittlich lange Zeit eine Hochburg der KPD. war. Dort existiert eine sogenannte„Produktivgenossenschaft", «in KPD.-Institut, das kommunistische Literatur produziert. Das Unternehmen umfaßte einmal 10000 Mitglieder— es war einmal! Die Herrlichkest der Genossenschaft nahm eines Tages«in jähes Ende. Die roten Kämpen hatten einmal in wild durchzechter Nacht nicht mehr den Nachhauseweg gefunden. Darob furchtbare Aufregung bei ihren Frauen und Alarmierung der— jawohl, der Polizei I Verschleppung von Kommunisten durch deutsch- nattonale Spitzel? War da ein furchtbares Verbrechen verübt war- den? I wo! Di« Zkriminalpolizei wußte sofort Bescheid. Ein paar Ihrer Greiser holten die betrunkenen Helden aus einer bekannten Freudengass« in Halle, und führten� sie ihren verängstigten Frauen wieder zu. Die Blamierten wurden natürlich schleunigst in die Wüste ge- schickt, ihre Posten wurden von alkoholfesteren Männern be- setzt. Mll der„Produktivgenossenschaft", die schon lange ins Rutschen gekommen war, ging e» aber rasend bergab. Bon den 10 000 Mit- gliedern sind 920 übriggeblieben. Die angesetzte große„Reinigung" sollte der Zenttale dazu dienen, ihr ergebene willenlose Werkzeuge in der„Produktivgenossenschaft" und auch sonst in Halle ans Ruder zu bringen. Es wurde von den ollen überzeugten Parteimitgliedern einer nach dem andern abgesägt. Allein die Zentrale hat sich die Sache etwas zu leicht vorgestellt. Es kriselt und krocht in d- r H a l l e s ch e n» P D. Alle Auseinandersetzungen zwischen der Zentrale und den Meuterern vergrößerten bisher nur das Uebel. Die Zentrale fiel mit ihren Resolutionen durch. Die Rebellion in der Hochburg der KPD. ist da. Skandal. Krach und Auflösung bei den Moskowitern, während unter- dessen die sozialdemokratischen Arbeiter in Halle sich neu sammeln. stärken und drauf und dran sind, Halle wieder zu einer wirklichen roten Hochburg, zu einem Turm der Sozialdemokratie zu machen._ Isaak Darmat aus öer k>ast entlassen. Ein KammergerichtSveschluh. Die BS.-Korrespondenz teill mst: Wie wir erfahren, ist am gestrigen Dienstagnachmittag um « Uhr der 21 söhrige Student der Handelshochschule in Wien. Isaak Barmat, auf Beschluß des K a m m e r g e r i ch t e aus der Host entlassen worden. Bekann.lich hatte die Staatsanwaltschaft den von den Rechls- unwälten gestellten Haftentlcsssung-ant'rag Isaak Barmats abgelehnt. Die Verte�kaer wandten sick nun. nach?-,,, auch d!? f ttas- kqmmer die Entlassung abgelehnt hatte, mit..einer ousfühcli-Sen Beschwerde an das Kam m« r g e r i ch L In dttssr: Be- sckwerde wurde ausgeführt, daß Isaak Bannet mll den Gescha ten seiner Brüder, besonders aber den des Amexima-Kanzerns niemals etwas zu tun gehabt habe, daß er als Student der Handelshochschule in Wien lebt und zurzett der Verhaftungen lediglich noch Berlin gekommen sei, um die Weihnachts- ferien im Kreise seiner Brüder zu oerbringen. I. Barmot Hab« auch mst der Staatsbank oder sonstigen Kreditgeschäften niemals etwa» zu tun gehabt. Das Kammergericht erkonnte die von der Verteidigung vorgebrachten Gründe der Hastbeschwerde als stichhaltig an und verfügte am gestrigen Dienstagnachmsttag um S Uhr die Entlassung des Inhaftierten. dcrn Fremde» in Ihn hineingearbeitet. Also doch'— dem Programm widersprechend— Verwandlung der eigenen Persönlichkeit. Dos Ganze als Experiment auch deshalb interessant, weil die Einübung der Chöre nach Aufzeichnungen(n Laban'scher Tanzschrist stattgefunden hat. Ein Beweis für die oft angezwelfelle Uebertrag- barkeit des modernen Tanze»._ John S ch i k o w s k i. „Sven Hediv, der Mann und das Merk". Ueber einen wellbe- rühmt gewordenen Studiengenossen zu sprechen, mit dem einen Binde der Freundschaft verknüpfen sst'eine angenehme Aufgabe, dke Herrn Prof.-Dr. Georg Wegen«? von der Urania gestellt, wurpe. Der Redner wir» daran' hin. daß Sven Hedin sich 1911 kühn und offen auf Deutschlands Seite stellte. Dann bekundete er aus.feinen pcnonlichen Erinnerungen, daß Sven Hedin stets von der.Gercchsig- keit der deutschen Sache überzeugt war, d�« Gefahr, die vom slawsschcn Osten drohte,«rkannte und noch 1918, bei Beginn der großen Offensive schrieb:„Ja. jetzt ist es eine Lust zu leben."„Ich muß doch die Kawsttrphe der Entente erleben." Ferner erfuhr man. der Forscher «rzweisl« an der gegenwärtig führenden Generation in Deutschend und ließe sie fallen, er vertrau« aber der deusschen(offenbar der akademischen) Jugend. Man fürchtete tatsächlich schon man würde weiter nichts als höchst unerbeten« innerpolitisch« Raifchläg« be. kommen, als der Dortrogeude sich daran erinnerte, daß Sven Hedin nicht nur als Deutschenfreund, sondern auch noch als Gelehrter zu würdigen war. Eindrucksvoll sprach«r sodann von dem Entdeckuuqs- reisenden, der in Berlin Geographie studiert« und den deusschen Doktorgrad erwarb. Durch seine mnerasiatisch« Forschung? tvtigkeit steht Sven Hedin in der ersten Reihe der Entdeckungsreisenden. In leicht verständlicher und interessant«rklärendcr Form sprach der Bor. tragende, durch vorzüglich ausgewähltes Bildmaterial unterstützt, von dar Lösung de» Lop-vor-Problews(Sven Hedin wieg noch, daß der Tarim seinen Lauf geändert hat) der Zwischentuttur China und dem Westen, der Tibessorschuno der Entdeckung des Transh'malaja- Gebirge» sowie der Quellen des Indus und des Brahmaputra. Der jetzt(50jährige Sven Hedin sst eine außerordentlich vielseitige Be- gabunA, ein Wissenschaftler allerersten Ranges, ein Schrifsstiller von hinreißender Darsttllunqskroft und ein Zeichner von erstaunlichem Schwung und großer Genauigkeit. Und--� was uns Sozialisten er- freuen kann— viele seiner Bücher sind Gemeingut weiter Kreise ge- worden. e.b. Zp'elplaaäaderuvg. In der SlaaiSopet wird beute wegen Erkrantung der Fiau JurjewSkaja. statt ,Cosi kan tntte':„D e r Barbier von Bagdad' gegeben Anfang Uhr.— Sa n ll ner»Th e a t e r. Infolge technischer Schwierigkeiten muh die beutigr Premiere von.Romeo und Julia' verschoben werden. Di- gelösten Karten behatten ihre Gültigkeit. vi- 0per«tt« im lyeater de, Alei'ena wird unter der Direktion Rotier sortgesührt, da vorläufige polizeiliche Spieleria iibnii erteilt ist. As« La»t«.SchM« liest am Freitag eigen« Gedichte im Meistersaal Riesig« Goldom komme» aus ls'avd? In Ostd-ISIand. etwa ÜO luv von Zievtsavik. Ist«In mächtiges Goldvottommen von' unberechenbarem Wert erschlosien worden. Tie geoiogilch« Erkundung de« LagriS erfolgt« durch deulfche und englische Geologen, w. a. durch Profefior Seilbjcf- Berlin. Di« Proben ergaben«inen DurchschniItSgehalt von elwa lS-bi< A> Gramm p>o Tonne. Znr SluSbruIung deS Lager« ist die Mmbouw Maatschavv? Arciuru« in Amsterdam unter Beteiligung holläudischew schweizerischen und deutschen Kapital« gegründet worden. vergebliches Leugnen. Politik und Geschäft.— Zu den Enthüllungen des Genossen Heilmann. Die Mitteilungen des Gen. eilmo nn im Preußischen Land- tag über die zahlreichen Derquickungen von Politik und Geschäft bei den skandallüsternen Rechtsparteien hoben großes Auf- sehen und zahlriche Ableugnungsversuche zur Folge gehabt. Der „Sozialdemokratische Pressedienst" veröffentlicht nunmehr eine Reihe von Tatsachen, die den wahren Wert der De- nientis aufzeigen. Weber und öie deutsche Volkspartei. Herr Hermann Weber, der Sprit Weber, ist bekanntlich wegen Millionendefraudationen zum Schaden der Steuerkasse des Reiches und Bestechung zahlreicher Stuerbeamten ve r h a f t« t worden. In seiner Aussage vor dem Untersuchunas- ausschutz des Preußischen Landtags hat nun der Abgeordnet« Heil- ni o n n u. a. erwähnt, daß dieser Zprit-Weber durch Herrn Dr. Slrcsemann in den Rctchsklub der Deutsche« volkspartet eingeführt worden sei und daß er Zablungen au die Deutsche Volkspartei und ihr Organ.Die Zeit' geleistet habe. Diese Angabe ist von Herrn Dr. Stresemann zunächst bestritten worden. In seinem Auftrage hat der volksparteiliche Abgeordnete Dr. P> n k e r n« i l gegenüber dem Untersuchungsausschuß wörtlich folgende Erklärung ab- gegeben: „Darf ich feststellen, daß von einer Perfönlichkell, die n i cht zu den führenden Persönlichkeiten der Partei g«- hört, durch Frau v. O h e i m b, eine Einführung des Herrn Weber stattgefunden hat und daß höchstens die Möglichkeit vor- liegt, was aber gar nicht feststeht, daß auf irgendeine Einladung in diesem Hause der Reichsminister einmal mit Herrn Weber zu- sammengekommen ist." Durch Veröffentlichung der Frau v. Oheimb und des„Berliner Tageblatts" wurde dann festgestellt, daß diese Aussage unwahr ist. Der Fall Stresemann liegt also genau gleich dem Fall Bauer: nicht wahre Bekundung vor dem Untersuchungsausschuß. Rur daß, anoers wie die Sozialdemokratie, die Voltspartei eine Elefanten- baut gegenüber derartigen wissentlich unwahren Erklärungen hat und für Herrn Dr. Stresemann bisher keinerlei Folgen daraus er- wachsen sind. In Wahrheit hat Dr. S t r e s e m a n n als Pate den Sprit-Weber in den Reichsklub zusammen mit Frau v. Oheimb eingeführt. In Wahrheit war der Sprit-Weber damals bereits zweimal wegen Hinterziehung der Branntweinsteuer vor- bestraft. In Wahrheit hat sich, wie durch Zeugen jederzeit nachweisbar, der Sprit-Weber vielfach gerühmt, daß Dr. Strese- mann sich bereit erklärt habe, in seinen Aufstchtsrat, den Aufsichts- rat der Deutschen S p i r i t u o s e n w e r t e,«inzutreten. Stresemann und die Volpe-Vank. Für die Allgemeine Depositen- und Handels- dank des Herrn Wölpe hat Herr Dr. Stresemann in Gemein- schaft mit den Ministern Dr. Höfle und Oeser ein außerordentlich weitgehendes Empfehlungsschreiben ausgestellt, das bis beute nicht zurückgezogen ist, sondern noch heute unwiderrufen in den Akten des preußischen Handelsministeriums liegt. Herr Wölpe hat das Reichsocrtehrsministsrium um lOOl) Kilogramm Gold und das Rcichspostministerium um 5 Millionen geborgt« Gelder b e- trogen und dieses Geld in« Ausland gebracht—, Geschäftssiß des Herrn Wölpe ist gegenwärtig London Herr Dr. Stresemann hat sein Verhalten gegenüber Wölpe, damit entschuldigt, daß er der Empfehlung � des iReichstägsabgeordneten Dr. Fleischer und des Reichspoftministers Höfle'oertraut.habe. � Daraufhin ist fest- gestellt worden, daß Herr Dr. Stresemann selbst Herrn Wölpe empfangen hat und sich von ihm hat unterrichten lasten über da» Goldankaufsgeschäft. Das wird gegenwärtig nicht mehr besttitten, nur versucht Dr. Stresemann nach wie vor,. die Hauptschuld auf Höfle zu schieben. Demgegenüber ist einfach zit oerweisen aus den Brief des Reichstagsabgeordneten Dr. Fleischer an Strese- mann vom 12. November 1923, der beginnt: „Der aus Ihre Veranlassung durch da» Reichspost- Ministerium und dos Reichsverkehrsministerium mit Hili« der Depositen- und Handelsbank eingeleitet« Goldaufkauf...* Der Feststellung des Briefes ist bis heut« nicht widersprochen worden. Es erhebt sich welter die Frage, wie es mögllch war, daß Herr Dr. Stresemann Herrn Wolvc nicht schon früber ge- k a n n t hat. Die gesamte Berliner Prestc ist monatelang,«he Stresemann den Wölpe empfing, von den Taten des Wölpe voll gewesen. Es handelte sich um die doch genügend bekannte Affäre des Stadtfekreiärs Leder in Wilmersdorf, der wegen Verschiebung einer Wohnung in der Westsälischen Straße an Wölpe zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden war. In Zufammeichang damit hatten der Wilmersdorfer Oberbürgermeister Augustin und der Wilmersdorfer Stadtrat Timm in einer allgemeinen Konferenz der Berliner Preste und sonst öffentlich vor Wölpe als einem Woh- nungsfchieber gewarnt. Es liegen über 100 Ausschnitt« aus Berliner Zeitungen vor, in denen diese Angelegenheit ausführlich dargestellt ist. Nur der Herr Reichskanzler Dr. Strese» mann las keine Zeitungen, wußte nilyts davon, ahnt« nichts davon. sondern empfing und empfahl Herrn Wölpe— alles im guten Glau- den an seinen Ministerkollegen Dr. Hösl«. Der Fall Wölpe bedarf noch recht genauer AufNärung. In den Büchern der Depositen- und Handelsbank sind 2 Millionen Ausgabe ohne nähere Angabe der Zweckbestimmung verbucht Außerdem er- gab die Nachprüfung einen Fehlbetrag von 300 000 Mark, über den lebe Buchung fehlt. Endlich ist in den Büchern verzeichnet«ine Ausgabe von 180 000 Mark, die angeblich dazu gedient haben sollen, Festgelage im Hause Blumeshof» beim Grafen Medem zu bezahlen, an denen auch Prinz Joachim Sigismund von Preußen teilgenommen haben soll. Di« Staatsanwaltschaft scheint bisher diese Bücher nicht gefunden zu haben. Ein« beplau- bigte Abschrift davon ist angefertigt worden bei dem Notar Justizrat S ch l o m a n n, Berlin, Taubenstraße 23. Herr Wölpe hat sich nun wiederholt gerühmt, Herrn Dr. Strese- mann kleinere Betrüge für Zwecke der Deutsche« Volkspartet über- wiesen zu haben. Der Beweis dafür, daß er nicht gelogen hat, dürste zu erbringen sein. Aber vielleicht stärkt Herr Dr. Stresemann zu- nächst einmal sein Gedächtnis und stellt fest, ob diese Angabe wahr ist. Mnltznns Empfehlung. Stresemann« Staatssekretär, der Botschafter Freiherr v. M a l tz a n, hat im Untersuchungsausschuß des Reichstags sehr von oben herab über Empfehlungsbriefe für Barmot gesprochen. Ist Herr v. Maltzahn bereu, das Empfehlungsscbrelben zu veröffentlichen, das e r als amtliche Empfehlung des Auswärtigen Amts dem seinerzeitigen gemeinsamen Börsenvertreter von Barmot und Freiherrn v. Maltzan, dem o st jüdischen Bankier Bernhard Rabinowicz, gegeben bat? Auch die Börsengeschäfte selbst, die Herr v. Maltzan durch Rabinowicz hat ausführen lasten. würden gewiß die vessentlichkeit interessieren. Bon dem Genosten H« i l m a n n wird dem„Soz. Prestedienst" geschrieben: Mein« Mitteilung im Preußischen Landtag, daß Stresemann seinen Freunds Kommerzienrat Litwin an Krassin empfohlen, und daß dieser seine Entrüstung über die Litwinschen Angebote aus- gesprochen habe, ist von den Beteiligten bestritten worden: st« ist gleichwohl richtig. Mein Gewährsmann, Genoste Rechts-'-'walt Dr.Ostar Cohn, hat mir darüber, folgendes mitgeteilt, was ich auf Mit«'D«attlastmtg in seiner Gegenwart schrifttich tiriert he�— Im Sommer 1818 wandt« sich Litwin, eingeführt durch Ems»- fehlung Stresemanns, an Krastin und erbot sich, wenn er«in Monopol erhielte, für KV Millionen Mark deutsche Maschinen gegen S Proz. Vergütung für sich an Sowjet- Rußland zuliesern. Krastin hat dieses Angebot dem GsnosteN Dr. Oskar Cohn mit dem Bemerken vorgelegt, wenn Stresemann schon seine Freund« empfehle, sollten ste wenigsten» Rußland nicht betrügerisch« oder wucherische Geschäft« vor- schlagen. Dr. Oskar Cohn hat mich ermächtigt, von dieser seiner Mitteilung Gebrauch zu machen.. Die Erkrankung öes Reichspräsiöenten. Tas Befinden weiter zufriedenstellend. Im Zustand des Reichspräsidenten war bis zum späten Lbennd keine Veränderung eingetreten. Das Ve> finden ist befriedigend. Aus Anlaß der Erkrankung des Reichspräsidenten haben die fremden Diplomaten, teils durch persönliche Besuche, teils durch Besuche ihrer Vertreter, ihre Teilnahm« zum Aus- druck gebracht. Im Laufe des Dienstags haben in der Woh- nung des Reichspräsidenten vorgesprochen: der päpstliche Nuntius, die Botschaster Englands, Spaniens. Frankreichs, Rußlands, Italiens, Japans und der Türkei, die Gesandten Oesterreichs, Schwedens, der Schweiz, Belgiens, Dänemarks, Uruguays, Lettlands, Polens und Chinas, ferner die Geschäfts- träger von San Salvador und der Generalagent für die Re- parationszahlungen Parker Gilbert. Außerdem haben der Reichskanzler, die Reichsminister, der preußische Ministerpräsident Marx, die Gesandten Bayerns, Württembergs, Badens, Hessens und Sachsens sowie zahlreiche Parlamentarier und andere politische Persönlichkeiten ihre Anteilnahme bezeugt._ Wirtschaftskrieg mit Rumänien? Aus Bukarest wird uns geschrieben: Seit der Rückkehr des Finanzministers Vintila B r a- t i a n u von der Pariser Finanzkonferenz erleben wir hier tag ich in Kammer und Presse erregte Diskussionen, besonders übet das Berhältnis zu Deutschland. War es Bratianu gelungen, auf der Konferenz im wesentlichen Rumäniens For- derungen bzw. des Spaer Verteilungsfchlüstels durchzusetzen, so gingen doch die Alliierten auf ein Problem nicht ein. das zumal nach der wiederholten Ablehnung der rumänischen Auslandsanleihe die Oeffentlichkeit sehr bewegt. Für die un- gedeckte Banknotenausgabe der Banca Generale während der Okkupationszeit hat Rumänien noch 2,5 Milliarden Goldlei Ersatzforderungen an Deutschland. Eine Ausgleichung hierin wurde nach Fnedensschlub von Dernburg versucht, dann aber wegen des Ruhrkrieges aufgeschoben. Die Oppo- sttion tobt nun, daß die Regierung zwei Jahre gewartet und selbst zum Dawes-Plan geschwiegen hätte. Denn nun stellt sich die Reichsregierung auf den Standpunkt, die Boraussetzung des Dawes-Gutachiens sei, daß Deutschland keinen anderen finanziellen Berpflichlungen nachzukommen habe. Die rumä- Nische Regierung dagegen behauptet, daß ihre Forderungen gar nichts mit den Reparationen zu tun haben, sondern Staatsschulden seien, die selbstverständlich abgezahlt werden müßten. Hierüber findet seit zwei Wochen ein erregter Roten- austausch statt, der schon so scharfe Formen annahm, daß Bratianu in der Kammer die Drohung des Wirt- sch a f ts k r i e g e s aussprach. Rumänien will den Artikel 18 des Versailler Vertrages in Anwendung bringen und deutsches Vermögen rücksichtslos konfiszieren. Allen Zollämtern ist be- reits ein neuer Zolltarif für deutsche Waren(das Dreifache des bisherigen und 26 Proz. Wertzoll!) zugestellt. Eine neue Ausweisungsepidemie hat eingesetzt. Alle staat- lichen Aufträge an deutsche Firmen sind zuröckie-ogen und eingestellt. Die Konststate haben febon ihre Koffer ae packst E ne nationalistische Welle ber Entrüstung gehl durchs ganze Land.■ Merkwürdigerweise beachtet man in Deutschend(soweit mon das'hier aus deutschen Zeitungen ersehen kann) diese Vorränge wenig, was die rumänische Wut nur noch steiaert. D-e Opposition benutzt diese Gelegenheit, die heiTofe Ver- w'rrung in der rumänischen Reparationspolitit aufzudecken. Niemand kennt sich mehr aus. Regierung und Opposition überbieten sich in nationalistischem Geschrei. Nüchterne Ueber» lcgung muß dagegen sofort zeigen, wie dieser W i r t s ch a f t s- krieg gerade wirtschaftlich ein Unding ist. Selbst der Finanzminister mußte zugeben, daß das deutsche Vermögen in Rumänien heute nur noch einige Millionen Vapierlei be- trage. Die Anteile der Deutschen Bank an der Siebcnbürgi» schen Erdgas-Gesellichaft. die heutö unter staatlicher Zwangs« Verwaltung steht, sind längst in der Schweiz verkauft. Die Betei'igung des Stinne?»Konzerns an den Astra-Werken in Arad ist nicht recht faßbar. Natürlich ist der Anteil deutschen Kapitals an rumänischen Unternehmungen besonders im Petroleumgebiet bedeutend größer. Die nationalistische Wirtschaftspolitik der Liberalen, deren Prinzip es ist, die gesamte Industrie nicht für den Staat, sondern für rumänische Staats- angehörige zu monopolisieren, veranlaßt« das ausländische Kapital, unter den verschiedensten Decknamen im Land«� An- läge zu suchen, was seine Erfassung jetzt natürlich unmöglich macht. Abgesehen von dieser Schwierigkeit kommt noch hinzu. daß selbst nach rumänischer Schätzung die deutsche Einfuhr fast wieder den Borkriegsumfang erreicht hat. Rumäniens Aus» fuhr dagegen ist ungeheuer zurückgegangen. Heute ist dieses Agrarland sogar genötigt, die gesamten Getreidevorräte zu beschlagnahmen. Wir stehen unmittelbar vor der Einfuhr amerikanischen Weizens, was sofort Angleichung an die Welt- Marktpreise und weitere Teuerung zur Folge haben wird. Rumänien ist au: die deutsche Einfuhr von Medikamenten, Eisenwaren, Chemikalien. Rauchwaren angewiesen. Deutsche Gesellschalten stellten die Petroleumgebiete wieder her. Obne ihre Maschinennachlleferungen, ihre Facharbeiter und Ersatz- teile wird die Erdölprodukiion große Verluste erleiden. Ru- mänien wird also letzten Endes der leidtragende'Teil bei diesem Wirtschaftskriege sein. Biel hängt hier von der Geschicklichkeit der Reichs- regierung ab. � Gelingt es ihr nicht, durch Verhandeln eine Lösung zu finden, und treibt sie so die Alliierten auf die Seite Rumäniens, so konnte Deutschland doch schließlich unterstegen. Man traut hier der Regierung Luther nicht viel Geschicklichkeit zu.-- Darauf fußt das Vorgehen der liberalen Regierung, die so wieder die Dolksleidenschast aufftacheln und ihr Regime befestigen kann. Die Mafien des rumänischen Bolkes, die heute in Arbeitslosigkeit, Teuerung pnd Agrar-' krise verkommen, werden so wieder einer erhöhten Ausbeutung zugeführt. Die Hoffnung aus einen Sturz der Liberalen und' eine demokratische Einigung ist wieder verschoben. Mit vollen Segeln ist die Kammer ins Lager der nationaststiichen Schreier übergegangen, eine Schar von Schmarotzern, die nicht das' Volk vertritt, sondern in einem Lande ohne jede demokratische Kontrolle ay seiner Ausnutzung sich weidet. Med««ln Rückkrl« bei der?AH. Der Sekretär de« Inter- nationalen Genossevsci.oftsbundes, Henry M a y, hat seine Funktion als Vocsigender der enqlischen Sektion der Internationalen Arbeiter- dilic" niederaelcp». Die Erkenntnis des wahren Charakter» dieser ' rn'mmumitischen'O'raänisation scheint sich schließlich auch in England trbtz aller Verounkelimgsmanöver durchzusetzen. die Zitzewitz und Earlowitz. Bank- und Grundstücksgeschäste des preußische« Adels. Während die Deutschnationalen und ihre vallsparteilichen Tra- banten sich gar nicht genug tun tonnen, um im Barmat-Ausschuß de» preußischen Landtages über die„Korruption der Soztatdemo- tratic" immer neu« Beweisanträge zu stellen, sind sie von einer mehr als bedenklichen Zurückhaltung in einem anderen Untersuchungsausschuß de» Landtages, der die Geheimnisse der Kreditgewährung bei der sogenoniüen Preußischen Landeepfondbriefanstalt zu entschleiern hat. In diesem Ausschuß wurden am Dienstag außerordentlich inter. efianle Mitteilungen über die„Geschäststüchtigkeit" ge- wisserAngehörigendespreußischcnadligenGroß- grundbesitze» gemacht. Der Dorsitzende de« Ausschusses, Ab- geordneter L e i n e r t, verlas u. a. einen Briefwechsel der Landes- piandbriefaitstalt mit der Städtischen Sparkasse in Stettin. Aus diesem geht hervor, daß die preußischen Junker v. Zitzewitz und 0. Etzdorf von der LandespfandbriefanstaU einen Letraguon 3268403 Goldmark als Kredit ausgezahlt erhallen haben. mit dem vereinbarungsgemäß die Städtisch« Sparkasse in Stettin belastet werden sollte. Der Sparkafic war eine Pro- vision zugesichert worden. Als sie in einem späteren Schreiben an diese Proviston erinnert«, erhtell sie von der Landcspsandbriesanstall die Mitteilung, daß es sich nur um da Scheingefchäft gehandelt habe, die Zahlung von Provision wird ausdrücklich abgelehnt. Der für die merkwürdigen Geschäfte verantwortlich« früher« Direktor der Landcspfandbriefanstall, Geheimrat N e h r I n g, mußt« als Zeuge zugeben, daß die Loge der Pfondbriefanstall schon im Mai und Juni derartig war, daß er al» Beamter dt« Pfllcht gehabt hätte, zu erklären, ste könne nicht weiter bestehen. Um die Anstall zu erhallen, Hab« er Sredllgeschäfie gemacht, wobei die Anstalt so- wohl 1823 wie auch 1824 Verluste erlitt. Aus wiederholtes Drängen haben die Ministerten in eine Erhöhuug de» Grundkapitals au« Mitteln der hauszinssteuer eingewilligt. Das Grundkapital wurde aus giii« Million Gold mark erhöht. Dieser Beamte aus der alle« Schul«, erzähll weiter, daß er im Frühjahr vorigen Jahres die ihm persönlich bekannten Herren u. Etzdorf und v. Zitzewitz in Begleitung der Herren v. Cartowitz und v. Karstädt empfing, denen er unter Bürgschaft der beiden Letztgenannten einen Kredit von 375 000 Mark einräumte, damit sie in Berlin 24 groß« Häuser tauf««' könnten. Mit diesem Anfangskredll von einer halben Million waren die adligen Grundstückskäuser aber nicht zusrieden. sondern verlangten wenige Monat« später ein« neu« Zahlung, dt« ihnen nach einigem Sträuben auch im Betrage von 2 Millionen Goldmark gewährt wurde. Di« Gesamtschuld der Zitzewitz und Etzdorf bei der Landes- pfandbriesonstall beträgt heut« 5,3 Millionen Goldmark. Im August 1824 hat der Direktor Nehring der Aufsichtsbehörde. d. i. das Wohlsahrtsminfiterium. einen Bericht über die Ge» schäft« der Anstall erstattet. Ueber diesen Bericht äußerte' sich rar dem Ausschuß der Ministerialdirektor Eontze dahin, daß er ein«„Frisur und Verschleierung" darstell« und die wahren Gründe in den Hintergrund treten ließe. Ein solcher Bericht sei„geradezu unzulässig und unmöglich". Schon noch dein ersten Zusammentreffen mit Nehring hat Eontze kein Hehl dar- aus gemacht, daß er für seine Person das Vertrauen zu Nehring und desien Geschäft« vollkommen verloren habe. Aus Fragen des Abg. Brückner(Soz.) muhte Nehring zu- v geben, besonder« Auskünfte über v. Zitzewiy, v. Etzdorf. v. E a r l o w i tz und v. K a r st ä d t nicht eingeholl zu haben? Nehring selber hat keinerlei Feststellunge» über die Sicherheit der als Deckung gegebenen Wechsel vorgenommen. Weiterhin stellt sich heraus, daß die Anstall auch Steuer» 'schulden, Reporoturkosten usw. bei den Berliner Miets» Häusern übernehmen mußte. Auf Befragen, ob die Gesellschafter . der von Zitzewitz gegründeten G. m. b. H. vielleicht diese doch von den Mietern bezahlten Summen für sich verbraucht hätten, erklärt Zeuge, er wüßte nur von dem kious voa Automobilen. Es habe sich um rund 308 808 M. gehandelt. Zu persönlichem Der- . brauch seien den Gesellschaftern von der Pfandbriefanstall tetn« Gelder gegeben worden. Ueberraschend war da» Verhallen der Rechtsparteien nach diesen Aussogen. Well der für dt« uizzulässig« Kreditgewährung verant- ivortliche Nehring zugegeben halle, daß die Geschäft« s a g u n g»- widrig gewesen sind, hielt es der deutschvolksparteillche Abge- ordnete Grundmann für zweckmäßig, die weitere Vernehmung ab- zubrechen und die Angelegenheit als geklärt anzusehen. Sowohl der Vorsitzende de» Ausschusses wie der Berichterstatter widersprachen diesem Versuch, die Aufklärung abzuwürgen, aus da» entschiedenst«. Der Ausschuß vertagte sich dann und will am Mitt- woch vormittag d,e Vernehmung Nehrings fortsetzen. Wenn es sich um Grundstücksschiebungen preußischer Junker und deren Begünstigung durch eine staatlich« Wohlfahrtsanstalt handelt, haben die für.Sauberkell im öffentlichen Leben' schwär- wenden Bürgerblöckler augenscheinlich kein Lnterefie daran, den Dingen auf den Grund zu gehen. Ihnen genügt es, ihre Patent- morok den Sozialdemokraten und Republikanern zu predigen! Zum Tode Grantings. Der Parteivor stand der SPD. hat an die Sozial« demokratisch« Arbeiterpartei Schweden« nachstehende« Telegramm gerichtet: Mit dem schwedischen Proletariat, mit der ioziolisti- schen Internationale trauert auch die deutsch« Sozioldrmolralle in tiefem Schmerz an der Bahre unsere« großen Lorkämpicrs v r a n t i n g. ........» Der deutsche Gesandte in Stockholm, Rosenberg, hat ba« Betleid des Reichspräsidenten und de? Reichsregterung ausgesprochen. Au» den Kreisen de» Völkerbundes in Genf, in denen Bron- ttng hohe» Ansehen genoß, sind zahlreich« Beileidskundgebungen ergangen, ebenso vom Internationalen Arbeitsamt. GewerMastsbewegung Gegen Sie Gelüjchieber. Eise Entschließung des AsA-Bundes. Der Ausschuß des AfA-Bundes tAllgmemen freien Angestellten bundes) trat gestern im Industriebeamteichaus, Berlin, zu einer Tagung zusammen, die außerordentlich stark beschickt war. Neben den angeschlossenen Verbänden nahmen die kartellierten Gewerk schastsbünde der Zlrbeiter und Beamten durch ihre Vorsitzenden L e i p a r t und Falken berg und eine Reihe weiterer Vertreter an den Beratungen teil. Für das Preisrichterkollegmm berichtete zunächst Buschmann über die abgeschlossene Prüfung der eingegangenen Arbeiten zum Tarisvertragswesen. Es wurden dem Bundesvor- stand bestimmte Vorschläge für die Preiskrönung der fünf besten Arbeiten unterbreitet. Der Rechnungsbericht für das Jahr lg24 und der Kostenvoranschlag für das Jahr l92ä wurden nach Bericht» erftattung genehmigt, dem Vorstand aus Antrag des Revisors Konorah Entlastung erteilt. Der Ausschuß befaßte sich alsdann mit den Atnderungen zu den Satzungen, wie st« dem im Juni d. I. tagenden Kongreß in Vorschlag gebracht werden sollen. Es handelt sich dabei im wesentlichen um den organisatorischen Ausbau der Ortskartelle und der Bezirkskartelle. Den Haupt- punkt der Ausfchußberatung bildete die Kreditgeba- rung der Angestelltenversicherung, die bereits in den letzten Wrxh«-. Gegenstand lebhafter Erörterungen in der Tages- prefle gewesen ist. Der Vorsitzende, Reichstagsabgeordneler Auf- Häuser, berichtete über das außerordentlich gehäufte vorliegende Material und die bisher.zur Ztlärung der Angelegenheit mit dem Reichsarbeitsnnnisterium geführten direkten Verhmidlungen. Im Anschluß an den Bericht und eine eingehende, teils sehr bewegt« Debatte, gelangte folgender Beschluß einstimmig zur Annahme: »Der am 24. Februar I92S tagende AfA-Bundesausschuß hat itber die Mißstände im Kreditverkehr der Angestelltenversichevung den ausführlichen mit einwandfreiem Material belegten Bericht des Bundesvorstandes entgegengenommen, aus dem besonders hervor- zuHeben ist, daß bei der Beleihung privater Unternehmungen zahl- reiche und nicht immer einwandfreie Gestwermirtler einen unzulässigen Einfluß aus die Auswahl der zu berücksichtigenden Kredit- nehmer ausgeübt haben, wShrend andererseits soziale Gesichts- punkte hinsichtlich der Betriebsverhältnisse völlig unberücksichtigt ge- blieben sind. Aber auch die Kommunen mußten sich vielfach förmlich durch eine Kette von Agenten hindurchwinden. während ihre direkten Anfragen an die Reichsversicherungsanstalt bureaukratisch und ob- lehnend beantwortet wurden. Es wird als ein Teilerfolg der vom AfA-Bund vorgenommenen Attivn festgestellt, daß das aufsichtführendc Reichsarbeitsmmisterium Anfang Februar dieses Jahres als Zwischenlösung der Reichsversicherungsanstalt di« bestimmte Erwartung ausgesprochen hat, »daß für die Anstalt der Geldvermtlklerdienst aller Gelegenheits- Vermittler, insbesondere auch der abgebauten Beamten bis auf weiteres ruht". Gegen die gewerbsmäßigen Geldverniittler hat offenbar das Ar- beitsministerium nichts einzuwenden.— Im übrigen will das RAM. nach seiner Erklärung das zur Wahrung seines Aufsichtsrechtes Er- forderliche angeordnet hoben. Eine beruhigende Erklärung des Direktoriums der Anstalr selbst ist tu, zum heutigen Tage nichr er- folgt, obwohl die Angelegenheit alle beteiligten Kreise schon seit über 7 Wochen beschäftigt. Der AfA-Bundesausschuß erachtet die er- wohnien Maßnahmen des RAM. für ungenügend, iznd er verlangt insbesondere eine eingehende Untersuchung des Äreditgebarens der RfA. für die zurückliegende Zeit ab Oktober 1923. Er spricht sein Befremden darüber aus, daß dos Reichsarbeitsmiui- sterwm feit Beginn des Krankheiisurlaubs des Herrn Reichsarbeits- rnraisters Dr. Braun« dem iIiA-5kmd auf«ine Reihe ganz präzis gestellter Fragen Auskunst nicht mehr erteilt hat, obwohl ihip in vorausgegangenen mündlichen Verhandlungen be- stimmte Zusagen auf Auskunftserteilung getnacht worden waren. Der Bundesousfchuß erklärt sich mit dem bisherigen Vorgehen des Bundesvorstandes und mit den von ihm heut« vorgeschlagenen Maß. «ahmen voll und ganz einverstanden. Er weist die von gegnerischen Berbäuden, insbesondere vom Deutschnationalen Handlungsgehilsen- verband gemachte Unterstellung, als könnten agitatorische Gesichts- punkte für das Vorgehen des AfA-Bundes mit maßgebend gewesen fem, unter schärfster Verwahrung zurück. Der AfA-Bund' fordert all« Angestellten ohne Unterschied der Richtung aus. den Kampf fü-r die Ausmerzung der Geld- schieb er rücksichtslos aufzunehmen und für eine Reorganisation der BermSqensanlog« der Anqestelltenversicherung einzutreten, die mit dem Grundgedanken der Sozial Versicherung in Einklang ge- bracht werden kann." � lieber die Errichtung einer Dolkswirtschaftlichen Abteilung be- richtete das Vorstandsmitglied Ing. Schweitzer. Der Bundes- vorstand wurde beauftragt, sich alsbald mit den Borbereitungen für die Errichtung des volkswirtschaftlichen Referats zu befassen. Kundgebung der Bankangestellten. Tausende von Bankbeamten sind dem Rufe ihrer Organisationen, des Allgemeinen Verbandes der Bankangestellten und des Reichsver- bandes der Bankangestellten, zu der gestrigen Bersammlung, die im Kriegervereinshaus in der Chausseestraße stattfand, gefolgt. Der Reichsverdand der Bankbeamten hat. wie bekannt, sich mit dem Allgemeinen Verband verschmolzen. Als erster Redner sprach der Leiter der österreichischen Bankbeamtenorganisation Genosse A l i n o, der darlegte, welche Erfolge die Einheitsorganisation m dem Kampf um die Verbesserung der Lohn, und Arbeitsbedingungen in Oesterreich gehabt habe. Die Schwierigkeiten in den Verhandlun- ren ergeben sich stets daraus, daß die östeweichischen Bankleitungen tets auf das Beispiel Deutschlands hinweisen, wo die Bank- beamten mit einer 54stündigen Arbeitszeit und sehr ungünstigen Lebensbedingungen arbeiten. Bisher seien alle Versuche, diese ver- schlechterten Lohn- und Arbeitsbedingungen auch nach Oesterreich zu oerpflanzen, an dem Wider st and der Einheitsorgani-! sation in Oesterreich gescheitert. Alle Versuche, die von deutscher Bantbeamtenseite, von der christlichen und deutschnationalen Seite gemacht worden sind, auch für ihre Organisationen Anhänger zu werben, haben verdiente Abfuhr erhalten. Von den Führern der deutschen Bankbeamten Marx, E m o n t s, Dr. G r e i n z und anderen wurde dargelegt, daß die Einheitsorganisation, die jetzt durch den Zusammenschluß von Reichs- verband und Allgemeinem Verband im Werden begriffen ist, nichts bedeute, wenn der gute Wille der Organisationsleiter nicht durch t a t- t kräftiges Wirke« der Bantbeamten selbst in ihren Betrieben unterstützt werde. Die Bankbeamten müßten dafür soc- gen, daß alle Kollegen der Einheüsorganisation beitreten und daß di« Falschorganisierten zu dieser Einheitsorganisation hinüberkämen. Die Zeit sei jetzt besonders günstig, weit im Bankgeschäft sich wieder die ersten Spuren eines Wiederauf st iegs bemerkbar machen. Der Bankbeamtenstand leide besonders darunter, daß in ihm zuviel Elemente ieien, die nicht das nötige Rückgrat besäßen. Eine entsprechende Resolution gelangte e i n st i m m i g zur Annahme. Die Versammlung hatte einen unbestreitbaren Erfolg. Kommuaistifthe Niederlage im holzaebeiterverbanü. VI« diesjährigen Delegiertenwablcu zur Generalversammlung des Deutschen Holzorbetteroerbondes brachten einen über- wSltlgeaden Sieg für die SPD. während im ver- gaagenen Fahre die Sommnoisteo noch über 200 Stimmen mehr erholten hatten, sind sie In diesem Fahre mit nicht weniger als ZZS0 Stimmen in der Minderheit geblieben. Zm verqangenea Fohre hatten die Kommunisten 6260 Stimmen und die SPD. 6030. Ün diesem Fahre erhielten die Kommunisten 4650 und die SPD. 703 l Stimmen. Die Kommunisten find in allen Sesirken, in denen sie bisher die vraochealeiwng inae hatten, unterlegen. Die SVV. wird auf der Generalversammlung eine große Mehrheit haben. Konflikt in der öerllner Metallindustrie. Streik der Maschinisten und Heizer. Wohl in keiner Industrie sind die Lohnverhältnisse so verworren, wie in der Metallindustrie. Nachdem es im März vergangenen Jahres in der Berliner Metallindustrie zu einem für die Gewerkschaften an- nehmbaren Lohnabkommen nicht mehr kam, gelang es einzelnen Gruppen o0n Arbeitern, indem sie betriebsweisc vorgingen. Lohn- Zulagen zu erzielen. Die ungelernten und angelernten Arbeiter gingen zum Teil leer aus. Zurzeit werden in der Metallindustrie für über 21 Jahre alte Arbeiter Löhne von 0,50 bis 1,50 Mk. für die Stunde gezahlt. Für die Maschinisten und Heizer der gesamten Metall- Industrie gab der Arbeitgeberoerband Richtlinien an seine Mitglieder heraus, in denen sie angewiesen wurden, pro Stunde einen Lohn von 62 bis 67 Pfennigen je nach den Leistungen zu zahlen. Die im Zentralverband der Maschinisten und Heizer orga- nijierten Arbeiter nahmen zu diesem einseitigen Diktat Stellung und beaustraoten chre Organisationen durch das Metallkartell an den BBMJ. die Forderung zu stellen, den Lohn auf 73 Pf. für die Stunde festzusetzen, besonders da in einigen Betrieben dieser Satz schon gezahlt.wird. Der B B M I. lehnte aber eine Verhandlung mit der Begründung a b, daß es nach seiner Ansicht unmöglich sei, in der Metallindustrie für jede Gruppe einen Lohnoertrog abzuschließen. Dieser Ansicht schloß sich jinch der Schlichtungsausschuß, der am 17. Februar d. I. in diesem Streitsall zu entscheiden hatte, in seiner Mehrhest an. Der Schlichtungsaus- schuß hat sich damit seine Arbeit wirklich leicht gemacht. Im Schieds- sprach heißt es einfach„Solange ein Lohnabkommen für die Klassen 1 bis 3 nicht besteht. Ist es Sache der Firmen, die Löhne der Maschinisten und Heizer durch Einzelverträge festzulegen." Eine vom Zentralverband der Maschinisten und Heizer einberu- jene und gut besuchte Versammlung nahm Stellung zu diesem Schiedsspruch und beschloß, durch die Betriebsräte die Forde- rung erneut in den einzelnen Betrieben zu stellen. Ohne Ausnahme wurden auch diesmal die Wünsche der Maschinisten und Heizer abgelehnt mit der Begründung, daß man auf keinen Fall über die Richtlinien des BBMJ. hinausgehen könne. Bor dem Schlichtungsousschuß hatte aber der Vertreter des BBMJ., Rechts- nnwalt Op p c n h e i m, erklärt, daß es dem Arbeitgebers freigestellt sei, mehr zu zahlen, sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisie des Betriebes gestatten. Eine gegenteilige Anweisung sei vom BBMJ- nicht ergangen. Die Arbengeber behaupten aber das Gegenteil. Auf welcher Seite liegt nun hier die Wahrherl? Die Maschinisten und Heizer sind nicht gewillt, sich ein solches Doppelspiel gefallen zu lassen. Die Folge ist nun, daß in den großen Betrieben der Metall- iirdustrie die Maschinisten und Heizer beschlossen, die Arbeit mit Zustimmung der Organisation niederzulegen. In der AEG. Hennigsdorf ist schon der Anfang gemacht worden: andere Betriebe werden folgen, wenn nicht noch i» letzter Stunde eingegriffen wird. Berlin steht wieder einmal am Dar- abend einer großen Bewegung. In Hennigsdorf sind jetzt schon weit über 1000 Arbeiter durch den gerechten Kampf der Maschinisten und Heizer in Mitleidenschaft gezogen worden. Arbeiter, unterstützt-diese Bewegung, übt Solidarität. Ehren- Pflicht eines jeden Arbeiters ist es. dort keine Arbeit anzunehmen, wo Maschinisten und Heizer streiken. Der Kampf der Maschinisten >md Heizer in der Metallindustrie ist auch euer Kampf. kämpfe sehr gut überstanden haben. Das macht sich auch i« de« 'Tarifvei-hältnissen bemerkbor. Nach einen, kurzen Ueberblick über die Sachverständigengutachten und die Lastenverteilung daraus ging Bockert auf die zukünftigen Organisationsoufgaben ein. Er bezeichnete die Agitation von Mund zu Mund als das Wirksamste, be- sonders auch in den ländlichen Bezirken und ermahnte die Anwesen- den. dabei die Unterstütz, ngseinrichtungen des Verbandes in das rechte Licht zu setzen. Der verhältnismäßig geringe Mitgliederoerl, ist des Verbandes ist im wesentlichen den stets beibehaltenen Unter- stützungseinrichtungen zu donke>u Die anschließende Aussprache, in der sich Bezirksleiter Iunghans über die Tarifverhält- nisse des Bezirks ausließ, zeigte ein Maß von B«r- bandstreue und Idealismus bei diesen Delegierten aus lleincn und kleinsten Orten, an dem sich mancher großstädtische Maulheld ein Beispiel nehmen könnte. Nachdem die Orte Eberswalde und Kottbus dazu bestimmt worden waren, zum bevorstehenden Berbandstag die Delegierten zu stellen, schloß Iunghans die Sitzung mit einem Hoch auf den Verband._ Jahresversammlung öer öäcker und KonSitoreu. Rückgang der Kommunisten.— Aufstieg der Organisation. Bei den bisher stattgesundenen Neuwahlen zu den Berliner Oltsverwaltungen der freien Gewerkschaften schreiten die Kam- wunisten von Niederlage zu Niederlage. Auch in der gestern im Gewerkschaftshause abgehaltenen Jahresgeneraloersammtung des Oltsoereins Berlin des Deutschen Nahrung«- und Genutzmittel- arbeiter-Berbandes(Bäcker und Konditoren) siegte bei der Bor- standswohl die Liste der Funktionärkonferenz, die mit einer 2lus- »ahme nur Kandidaten der Amsterdamer Gcwerkschasls- richtung enthielt, mit großer Mehrheit Tie von den Kommunisten ausgestellte Parteilistc erhielt von den 686 abgegebenen Wahlzetteln 136 Stimmen. Ein großer Teil� davon nannte als eisten Vorsitzenden auch noch den Genossen Schumann(der auch Spitzenkandidat der Amsterdamer Liste war), well die KPD. sich auf einen Vorsitzenden' nicht hatte einige» können und die Partei- zentrale ossenbar keinen auf Loger hatte. Bei der vorjährigen Wahl erstanden es die Kommunisten durch masienhaste Ausgabe von Sonderstimmzetteln die Anzahl ihrer Anhänger zu verschieiern: immerhin fanden sich damals 306„Oppositions"-Zettel in der Urne. Der Rückgang der Kommunisten steht also im umge- kehrten Bcrhältnis zur Erweiterung ihres Mundwerks. Dem Geschäftsbericht des Genossen Schumann ist zu c.u- nehmen, daß im Jahre 1924 vier Lohnbewegungen erfolgten. Eine davon ist sogar von den Arbeitgebern erzwungen worden, allerdings zu dem Zweck, die Löhne herabzusetzen. Unter dem Einfluß des Gelcbreics von der notwendig gewordenen Herab- setzung der Preise, forderten die Bäckermeister eine Lohnreduzieruna lmd letzten sie auch durch. Der Erfolg war natürlich negatio: die Brvtpreile blieben stehen und so konnte der Verband nach sieben Wochen die Scharte wieder auswetzen. In einer Anzahl von Bc- trieben wurden lokale Lohnbewegungen geführt. Die tarifloic Zeit. die die Unternehmer durch chre Hartnäckigkeit bei den VerHand Ei« unvollständig veröffentlichter Antrag. Die Berliner„Prcwda' nimmt auf ihre Art Stellung zu den W a b l k ö r p e r v e r f a m m I u n g e n. die in der laufenden Woche der Generalversammlung de« Deutschen Metallarbeiter- verbände«, Ortsgruppe Berlin, vorausgehen. Em ge- wisier Holzmann, der in der Metallarbeite, bewegung BnlinS ein großer Unbekannter ist. veröffentlicht einen Antiag zur General« Versammlung, der verlangt, die Metallarbeiter, die dem Reichs- b a n n e r angehören und sich weigern, aus ihm auszutreten, aus dem Deutschen Metallaibeiterverband auszuschließen. Wie wir durch die Tscheka erfahren, ist dieser Antrag uur unvollständia abgedruckt. Es heißt in dem Antrag noch weiter, daß alle Mitglieder deS Deutschen Metallaibciterver bandet obligatorisch dem Roten Frontkämpferbund angehören müssen, und daß die Mitglieder der Tscheka. die gegenwärtig in Leipzig vor Gericht stehen, zu Ehrenmitgliedern des TMB. zu ernennen sind. BczirkKtagnng der Lebensmittel« und Gettänkearbeiter. Im Gewerkschaftshause tagte am Sonnwg eine Konserenz der Ortsvorsitzenden aus dem Bezirk Brandenburg des Verbandes der Lebensmittel- und Gctränkearbeiter. Nach einem Referat der Regie- rungsrätin Genosiin Trapp über„Gewerbehygiene" sprach der Derbandsoorsitzende Genoffe Bockert über„Die Entwicklung der Gewerkichaften, besonders des veranstaltenden Verbandes". Nach einem historischen Ueberblick konnte der Redner seststellen, daß sich auch im Lebensmittel- und Getränkearbeiterverband die Erfahrung bewahrheitet Hot, daß die Ortsvereine, die schon vor dem Krieg be- standen haben, auch jetzt die Folgen der Inflation und per Bruder- liingen zum Abschluß eines Manteltarifs herbeigeführt hatten, be- nutzte auch die Belegschaft des Großbetriebes von Wittler dazu, Lohn- und Torifforderungcn zu stellen. Es kam zum Streik, der ichließlich durch die Vermittlung des Schlichters beigelegt wurde. Erreicht wurde, daß ein Einheitslohn an alle Beschäftigten bezahlt wurde, der 2 W. über den Spitzenlohn der Großbetriebe siegt.— Zur Frage der Nachtarbeit in den Bäckereien betonte Schu mann die Willfährigkeit vieler Gesellen den Meistern gegenüber. In vielen Betrieben wird demzufolge schon v o r 6 Uhr früh die Arbeit begonnen. Eine Eingabe der Meister an das Polizeipräii dium, in der sie um die Genehmigung boten, schon um 5 Uhr be ginnen zu können, ist abgelehnt worden.— In den Sektionen„Kon ditoreien" und„Süßwaren und Genußmittek" fanden sich dieselben Schwierigkeiten, die in allen anderen Berufen und Industrien bei Tasifverhandlungen auch zu finden waren. Der Ortsöerein stand noch bis tief in den Sommer hinein unter den Nachwirkungen der Inslationszett, was sich auch in der MitgsiederbewSguna auswirkte. Demerkenswert ist ober auch hier der Aufstieg. Im dritten Quartal wurden 48 000 Wochenbei- träge entrichtet, ün vierten Quartal dagegen 63000. Es entspricht das einem Mitgliederbestand von rund 6000 Köpfen. Beendeter Ttteik in der AEG. Im Streik der Packer im Maschrnenlager der AEG.. Brunnenstraße, fft es gestern zwischen dem Betriebsrat und der Direktion zu Derhandluitgen gekommen. Die Direktion kannte sich nicht dazu verstehen, die Forderung der Streikenden nach einer zehn- pro-, entigen Lohnerhöhung zu bewilligen. Mai, sagte allerdings zu. prüfen zu wollen, ob ein Lohnakkord-Berrechnungssystem für die Packer eingeführt werden kann, das dieser Arbeitergruppc einen höheren Verdienst gewähren änirde. Wenn unter diesen Bedingungen die Arbeit wieder ausgenommen werden sollte, würde ine Direk- tion von Maßregelungeu absehen, also all« Arbeiter wieder einstellen. In bezug auf den«tuiwenlohn sollten die Arbeiter in ihre al!e„ Rechte wieder eintreten. Wegen des Urlaubs und sonstiger aus dem Manteltorif entstehender Rechte sollen Sie Betriebsräte nach Wiederaufnahme der Arbeit verhandeln. Eine Streikoersammlung beschloß gestern nachmittag nach einem Bericht des Betriebsrats und nach längerer Aussprache den Direk- tionsoorichlag anzunehmen. Die Zusagen der Direktion haben auch für die streikenden Kranführer des Werkes Brunnenstraße Geltung. Die Arbeit wird heute, Mittwoch, früh wieder aufgenommen. Achtung. Eisenbahner! tottnettiae. den St. Jcituat 1925,«bind» 7 Uhr. in otofen Saal t*r R-silcr.Z-U,«ais»7.«itdcl»>.Str 31, nniftc Mitglictxive.sammluiia. Staut, »et S»h»b«n>e«nng.«»»-»«rtieterw-dl-n. gadlr-icher Besuch wir« erwartet. Denis ch-r«iseaH-dnei.Berband, vrtaacrwoltium Berlin. Berlin»»ewerkschaft�amwissio»,«ezirtak-iowillsa»«Ptnich. 16. Beiir?. Rorqen. Drmnersta«. oien« 7U Uhr. nn So Bai von Oslar Schulz. Cooeuitf, «afindofilt. at aUflenmue srtmttinnäroarfoimnlwnfl.„ffliUrfltait�oIitiflc Vrobleme. Cen. ch m a n �rel. Aussprach«. SeschSfMöc Mi' t«üuu»en. SerperiK&aftsfunftbnötc uni Betriebsräte werben»>er,u-inq». laden Der Obmann. «cht-n-,. Banardeiter!-Zm Sonntaa. de» 1. Stäti, oornuttao» fl'ö Ubr, in den RelidenzfestsSIen, Landsberger Str 31 ZZerairnnluni, aller AHorb. mouKC und ottintiägn; des Bauaewerlsbundes. Bericht über den Ausgang der Lobnneichandlnngen und den AUordtarikcrtrag __ Der Vorstand de» B-rrflenJcrlsbimbts. """ �»arnaor: tt», eigen: Ib sisae. lanimai IN wcrlm £ ai vorwärt,. Vertag©. m b. 6.. Verlin. Druck: Vorwärls.Vuchdruckere, und Lerlaasnnstalt Paul Linger n So. Berlin SW Lindcnftrgstc 3. äutttt 2 Beilagen nnd„Unterbaltn-a»nd Wissen'. Verlangen Sie nicht irgend eine Marine, Nr. �4 ♦ 45. Jahrgang 1. Heilage ües vorwärts Mittwoch, 25. Jebruar 1425 Der neue Staatsfrieöhof im Grunewalü Für die Troßstadt sind Raumsragen und Entfernungen von jeher von größter Bedeutung gewesen. Das gilt sowohl für die Ledenden als auch für die Toten. Deshalb hat auch die Frledhofsfrag« für Berlin und seine Bororte(heute Groß-Berlin) oft in dem Brenn- punkte des Intsresies gestanden, ganz besonders in den neu- entstandenen Onctei'en und in den abgezweigten, später selbständig gewordenen Tochiergemeinden älterer Kirchen. Für die weltlichen Laroric Berlin- ist m der Anlage des geräumigen stahnsdorfer Friedhofes 1909 eine erwünschte Lösung in der Begröbnisangelegen- heit herbeigeiührt worden, allerdings mit der unangenehmen Beigabe einer zu weiten Entfernung und des daraus entstehenden unbequemen, zeitraubenden und kostspieligen Zuganges. Dieser Mißstand entfällt bei den vor den Toren Berlins im Grunewald neuangelegten staatlichen.Friedhof zu B«rlin--Heerstrabe". der von der llntergrundbahnstotion Stadion und der Vorortstation Renn» bahn in drei Minuten, vom Bahnhos Heerstraße und von der End. station der Straßenbahnlinien S3 und 73 in ungefähr 10 Minuten zu Fuß durch die Inste rburg-, Sensburg, und Hetlsberg-Allee zu erreichen ist. Für den Wagenoerkeh? empfiehlt sich zurzeit noch der Weg über die Remibahnstraße. Als Wegweiser leuchtet uns von allen drei Zugangsstellen die Kuppel der Friedhosskapelle entgegen. Ma der Heerstraße. Dieser neuefie Friedhof im Deichbilde Berlins gehört weder einer Kirchengemeinde noch einer politischen Gemeinde, sondern dein i L- f v. v''.»vv" vv � y-■ f. y . i- s. ' Forsisiskus. also dem preuhischeo Staat, und wird von der..Sommis. sion zur Auitellung der Domäne Dahlem" verwaltet. Nachdem feit ' t901 diese Kommission die Aufteilung der Domäne Dahlem annähernd durchgeführt hatte, wurde sie 1913 ebenfalls mit der Aufteilung des ehemaligen„Gutsbezirks Heerstraße" bervam. So entstand in den letzten Iahren zu beiden Seiten der Heerstraße eine neue Kolonie. In der Kolvniegenehmigung war bereits ein Friedhof vorgesehen, Der Waldsee Inmitten des Friedhofes Eine stimmungsvolle vegräbnisstätte. Dos hügelige, durch künstlerische Umiormung in seinem westlichen Teile bereiis vielgestaltige Gelände läuft aus allen Seiten nach der Sausuhle aus, deren Ufer demnächst ein« angemessene Ausgestaltung erfahren werden. Zmmer fällt der Blick des Beschauers von den höhen in die Tiefe aus das klare waster des langgestreckten Waldsees, be- ruhigend für dos Auge und poeiisch-mychologische Vorstellungen auslösend. Da noch Nordwesten hin, nach der Skanon Stadion zu, die beiden seitlichen Höhenzüge einen geräumigen Talkessel einengen, und die Südseite sich ebenfalls abdacht, erhält das ganze weite Friedhofs- gebiet das Charakteristische einer in sich natürlich abgeschlossenen Welt. Dieser Eindruck wird noch dadurch oerftörkl, daß schon die Lage dieses Begräbnisgeländes in Waldesstille und abseits vom lärmenden Großstadtverkehr eine wohltuende Abgeschiedenheit empfinden läßt. Zu einer feierlichen Stimmung trägt nicht minder die Friedhosskapelle durch ihr« ernsten, wuchtigen Formen bei, die besonders in der an- strebenden Kuppel zum Ausdruck gebracht find, und durch ihren matt- roten, der umgebenden Natur an-iepaßten Farbenton. durch den sie sich in das einheitliche Grzinewaldbild harmonisch einfügt. Erbaut ist diese monumental wirkende Friedhosskapelle nach Entwürfen des Professors Blunck von der Technischen Hochschule in Charlottenburg. Alles in allem sind in diesem Friedhossgelände alle Voraussetzungen gegeben, für Groß-Berlin die vornehmst« und stimmungsvollste Be- 'räbnisstätte zu schassen. Zu diesem Zwecke sieht u. o. auch die riedhossordnlmg Bestimmungen vor, denen ethisch-künstlerische Erwägungen zugrundeliegen. Diese allgemeine Begräbnisstätte für jedermann ohne Rücksicht auf Gemeinde, oder Sirchenzugchörigkeit steht allen Konfessionen, Religionsgemeinschaften und Konsessionslosen nicht nur zur Benutzung dieses Friedhofs offen, es wird auch zugleich „freie und ungehindert« Ausübung der religiösen Begräbniszeremo- nien gewährleistet". Für letzteren Zweck steht die Friedhosskapelle unentgeltlich zur versügung, wo unter Begleitung aus einem Meister- Harmonium in einer feierlichen und würdig ausgestatteten' Andachts- Halle musikalische Darbietungen zur vollen Auswirkung kommen. Die ausübenden Künstler befinden sich in einem Raum hinter der Apsis, von woher durch unaussällig angebracht« Oessnungen die Musik voll und dezent in den Andachtsranm hineintönt. Für die Benutzung der Halle auch im Winter ist.Heizung durch heiße PreßliiH möglich. -i; Um Wünschen in bezug aus die Beisetzung gerecht zu werden, sind auf dem„Frieichol zu Berlin-Heerstroße" Reihengräber. Wahlgräber und Vorbehalts st ellen, Familien» gröber und Urnen stellen vorgesehen. Alles Nähere im Fall« einer Benutzung des Friedhofes ist bei der„Friedhofsoeowoltimg Berlin-Heerstraße", Berlin-Charlottenburg 9, Heilsberg-Allee, und durch telephonischen Annck: Wilhelm 95 75, zu erfahren. Die Kapelle für alte • sowie auch der Bau emer Kirche, die gegenüber der Rennbahn aus der Südseite der Heerstraße an der Kranzallee vielleicht schon im nächsten Jahre errichtet werden wird. Ein Teil des„Friedhofs zu Berlin-Heerstraße", und zwar der westliche, ist bereits fertig- gestellt und durch die erfolgte erste Bessetzung eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben worden. Dieser Teil umfaßt eine Fläch« von 50000 Quadratmeter, zu welcher noch der Sausuhlensee. kurz„Sau- tuhle" genannt, hinzukommt mit einer Oberfläche von ungefähr 10 000 Quadro uneter. Der von der Sausuhle aus ästlich gelegen« Teil, der noch alter Grunerooldbestond sst, hat ein Areal von 90000 Quadratmeter und ist für spätere Erweiterung des Friedhofs vor- gesehen, wobei seiv Waldcharakter gewahrt werde» soll. Aus diesem Terrain wird voraussichtlich auch ein Krematorium gebaut und durch eine Brücke über die Sausuhls mit dem westlichen Teil des Fried Hofs verbunden werden. So wird dann der Gcsamtfriedhof ein einzig- artig landschaftliches Gepräge erhallen. Er wird nach Fertigstellung auch des östlichen Teils ein märkischer Geländeftiedhos in, wahrsten Sinne des Wortes fein gegenüber den anderen ebenen Friedhöfen Berlins mit baustellenanigem Zuschnitt und auch gegenüber dem Stahnsdorser Waldsriedhos. Wintersport und ZrühUngssonne. Die alte Mutter Erde ist ein« launenhafte Dam« geworden. Trug man doch in diesem Winter im Süden Pelze, während bei uns Frühlingswinde wehte». Wohl gab es schon ein paar strenge Tage» doch ist der erste Schnee überraschend genug zu uns gekommen. Das junge Grün wurde jäh in eine weihe Decke gehüllt und die zu krüh zu uns gelangten Zugvögel vergaßen vor Schreck ihnm Sang———- Winterwetter! Die Straßenbahnen nach oem Grunewald sind alle überiüllt. Der Werktags ziemlich stille Grunewald hallt vom Lärmen und Jubeln wider.„Bahne frei!" klingt es überall den Erwachsenen entgegen, die schleunigst zur Seite treten, um nicht„überfahren" zu werden. In sausendem 'Galopp geht es die waldigen Abhänge hinab, bis an den halb- Zugefrorenen See, hier wird gestoppt. Do die Wintersonne(oder soll man Frühlingssonne sagen?) leuchtet und wärmt, schmilzt der funkelnde Schnee schnell; es ist also nicht ganz leicht, das Rodeln. Aber die Jugend läßt sich das herrlich« Vergnügen nicht stören. Atemlos liegt man platt auf dem Schlitten, lacht fröhlich und aus- gelassen, wenn man einmal latsch steuert und kopfüber stürzt. Fast alle Kinder trage? bunte Jacken und Wollmützen; manche laufen sogar Ski, das heißt, sie versuchen es. So ist plötzlich auf mär- kilchcm Sandboden, dicht vor den Toren Berlins, doch noch das Wintersportleben erwacht. Es ist vielleicht oder sicher nicht alles ganz so wie in St. Moritz, doch entschieden bequemer und billiger. Der Apfel der Elisabekh hoff. 301 von Wilhelm hegeler. Dieser nickte nur als Bestäligung, daß er gekört hätte. Ryseck benutzte rasch die Gelegenheit und sagte: .Lllso folgen wir deiner Hausfrau und begeben wir uns hinein. Ich renne mich ja noch aus in der allen Bude." lleberzeugt, daß fem Freund chm folgen würde, ging er an der Alten vorbei und drückte eine Türklinke zur Rechten des schmalen Ganges auf. die, wie er sich erinnerte, in die gute Stube führte. Nichts Halle sich hier, wie fein erster Blick feststellte, im Laufe der langen Jahre verändert und dennoch war, wie ein kühl aussteigender Schauer ihn im nächsten Augenblick spüren ließ, alles unheimlich anders geworden. Dasselbe kurze, breite So'a mit gebauchter Lehne, dessen verschlistenen Ueberzug eine gehäkelte Decke verbarg, dieselben Birkenholzstühle um den runden Tisch und an den Wänden, zwischen zahllosen Geweihen, dieselben lächerlichen Oeldrucke, kaum ein wenig mehr verdunkelt, dieselbe Petroleumlampe an der niedrigen Decke... alles wie einst, auch ebenso sauber und ordenüich gehalten— und dennoch glich dieser Raum der grundbchag- liehen Siube von früher, in deren Winkeln und Ecken, in deren ganzer Atmosphäre sich der Dust unzähliger Portionen Kaffees und Kuchens, das Lachen ganzer Scharen junger Mädchen und junger Herren und das behagliche Geschwätz des sie begleitenden Alters unvertilgbar eingenistet zu haben schien—— dieser Raum glich so wenig jener Stube von einst wie der kalte schon in Todesstarre übergegangene Leichnam dem Bild des Lebenden. Und etwas Aehnliches mochte die Ursache sein, daß es Ryieck mit ernem Schauer befremdlichen �Nirg"�>wo"war in dieser grünlichfahlen Dämmerung, der ein widerlicher Geruch von Moder enlstromte, auch nur das leiseste Zeichen daß bier ein lebendiger Mensch hauste, der die Spur-n seiner kleinen Freuden, seiner Liebhabereien hinterließ Unverändert war das Zimmer von dem Bor- gänger übernommen worden Und was da stand sah morsch und verfallen aus. war sich selbst aus-ehrendes Leben, höchste �'t, daß ich gekommen bin, dachte Ryseck..... Der Förster trat ein Nachdem er die nassen Hände oberflächlich an einem braunen Taschentuch abgetrocknet hatte, zog er einen der Birkenbolzftühle hervor und setzte sich dem Besucher stumm gegenüber. Der Seuer kauerte sich zu seinen Süd«««der. „Nun," begann Ryseck, das kühle Unbehagen mit einem munteren Händereiben vertreibend,„das hast du dir nicht träumen lassen, daß ich dir noch mal hier gegenüber sitzen würde, in dem alten Kanapee, wo wir so manches liebemal gesessen haben. Und mir wär's, weiß Gott, auch nicht im Traum einaesallen, daß du mich hier als Hausherr emp- fangen würdest. Ich hatte mir eingebildet, du wärest längst verheiratet, und wollte mich schon als Paten für deinen nächsten Sprößling anbieten. Na, nun erzähl' aber mal, wie's dir dann ergangen ist die ganzen Jahre. Schieß mal los.— Du hast wohl kein Feuer nlehr in der Pfeife? Erlaube!" Er rieb ein Streichholz an und hielt es dem Freund hin. „Nicht nötig! Die Pfeife schmeckt auch kalt. Bester als der Knaster., den man heutzutage raucht!" ..Dann brenn' dir eine Zigarre an und erlaube, daß ich auch eine rauche. Das war doch schon in alten Zeiten so. Wenn wir was miteinander abzumachen hatten, dann wurde sich erst ein Glimmstengel zwischen die Zähne gesteckt. Also nimm!" Aber der Förster schien die hingelegte Zigarre überhaupt nicht zu bemerken. Er hatte seine Gestalt breit aus den Stuhl gepflanzt und saß. leicht gekrümmt, mit der Miene eines stumm lauernden Beobachters Ryseck gegenüber. .Lllso fang' doch mal an mst dem Erzählen!— Nachdem ich die große Fahrt angetreten hatte, bist auch du auf Reisen gegangen und hast dich dann hier als Förster niedergelassen und lebst nun hier als der gefllrchtete und geachtete Herr des Waldes. Ein schönes Renommee bast du dir ja geschalscn! Treu wie Gold und grob wie'ne Sau— das ist der Förster von Ruprechtsau... Mir hat der Wirt schon erzählt, roie's hier mit der Holzdieberei getrieben wird. Ganze Wogen vo�er Bäume zögen in den Mondscheinnächten durch die Gasse. Aber alle aus dem Staatswald natürlich! In deinen Forst kraute sich niemand Hinein, aus Angst vor'ner Schrotladung. Stunmt's?— Und du fühlst dich wobl in deiner Einsamkeit? Sag doch mal, wie's dir gebt? Mensch— mach' doch mal den Mund auf!— Oder— Hab' ich dich verletzt? Das wollte ich bei Gott nicht, du! Ich kann mir ja denken, daß es dir nicht zum Besten geht. Es sieht ja jetzt überall traurig aus in dem armen Deutschland. Aber ein Trost bleibt einem doch. Der deutschen Erde haben sie nichts anhaben können. Wahrhaftig, mir ist das herz aufgegangen, wie ich vorhin durch deinen Wald ging. Eine Fichte so prächtig schlank und gesund wie die andere. Da habe ich mir gedacht:«in Mann, der solch� Bäume heranzieht, der muß doch trotz allem hoffnungsvoll in die Zukunft sehen." Der Förster räusperte sich und fragte: „Bist du Zeitungsschreiber geworden?" „Nein Warum?" „Weil du so feine Phrasen drechselst." „Ich bin bei meinem alten Metier geblieben und baue Häuser." In diesem Augenblick trat die Magd ein mit einem Tablett, aus dem sich ein Stück Brot und eine Tasse voll dampfendem Kaffee befanden. „Daß können Sie einem doch sagen. Herr Schmundt. daß Sie hier Kaffee trinken wollen. Soll ich dem Herrn auch eine Tasse bringen?" „Nicht nötig." „Nun, immerhin— wenn ich einen Schluck Wasser be- kommen könnte, wäre ich dir ganz dankbar." „Ein Glas Wasser!" schrie der Förster der oftenbar tauben Frau zu. Diese brachte nach einer kleinen Weile das Ge- wünschte. Ryseck trank zuerst gierig, aber das laue Wasser, von brackigem Geschmack, lief so unerquicklich durch seinen Schlund, daß er das Glas rasch niedersetzte. Wieder vergingen einige Augenblicke in lähmendem Schweigen. Unbeweglich, wie aus dem Anstand, faß der Förster vor seinem Besucher, der sich in seiner Sofaecke wie gefangen vorkam: ein Stück Wild, bewacht von diesem Mann und seinem Hund. „Also, ich werde dir was sagen, begann Ryseck. ent- schlössen, geradeswegs auf sein Ziel loszugehen.„Ich bin n'cht hergekommen, nur um mich nach deinem Beftnden zu erkundigen. Wir wollen uns doch nichts vormachen. Es geht dir nicht zum Besten. Du hast dir was anderes gewünscht. als ein Untergebener zu fein des Besitzers von Ruprechtsau. Und wenn's mit deinen Wünschen und Plänen schief ge- gangen ist, so bin ich zum Teil daran sck»uld. Und rund heraus- gesagt— diese Schuld, so weit es möglich ist, wieder gutzu- machen, das ist der Zweck meines Beiuches.-- Was hast du darauf zu antworten?" „Was ich darauf zu antworten habe?" Des Försters Ge- stalt wuchs langsam aus dem Stubl heraus, und wie er in feiner ganzen Größe dastand, schleuderte er den langgestreck- ten Arm in die Richtung der Tür und schrie� während eine Blutwelle sein gelbliches Gesicht dunkel rötete: „Raus!— Scher' dich raus!— Das ist meine Antwort!" „Laß die Tür nur zu," erwiderte Ryseck ruhig,„ich gehe nicht eher, als bis wir uns ausgesprochen haben Und das geschieht am besten mit Vernunft und Ruhe." (Fortsetzung folgt.) SHon erfrischt sich in dem übervollen»lkniglichen" Forsthaus Pauls, darn oder trinkt ewfach in dem läiSlichen Jagdschloß«in Glos Milch. Diele Spasievgcinger hat das wundervolle Wetter hinau/ gebracht. Di« duntetgrüne» Kiefern, in sliiisige« Gold getaucht. strömen ihre» Dust aus. Äegen 6 Uchr geht die Sonne gelbrot unter. Die Abenddämmerung naht. Der kosMche Wintertraum hat«in Ende. Man weiß nicht, ob er morgen jortgesetzl werde» kann. • Auch die We«t«rinetdunge» a»o den Bergen berichten wieder van guten Wintersport verhaltniisen Item Deutschen Verkehrsbureau, Berlin. Botsdamer Bahnhof, gingen teleflarphisch folgende Wetter. berichte zu: R i« s en g e d i r g e. Kruinmyütxl. Vil)-— 84Z m ü. M., Barometer fest, 2 Grad Kälte. 16 cm Pulverjchnee. Hoch» a« b i r g e— 55 cm Schneehöhe. Sport oerhöltnisie sehr gut. Grafschaft(8 lag. Bad Reiuerj. 368 m ü. M,, 20 cm Schnee- i«hc, 0 Grad, etwas bewölkt. Ziegeusinusboude b. Reinerz. 800 in ü. M.. Zv cm Schneehöhe. 2 Grad Kckte. etwas bewölkt, Sttiöhre >:n der Hohen Mens« gut. Jsergebirac. Bad Flinsderg, .VN— NOO n> ü. M.. 50 cm Schneehöhe, ö Grad Kälte, prächtiges wolkenloses Welter, 20 cm Neuschnee, Sttföhra und Rodelbahn sehr gut. Thüringen. Oberhos,«23 rn ü. M.. 23 cm Schneehöhe, 3 Grad Kälte, starker Schnee soll. Ski» und Rodelbahn vorzüglich, Rauhreis. Frirdnchroda, 4 Arad Kälte, Schneehöhe 13 cm, Rodel. Ski. Bob gut. Schneefall: Sonntag Bobrennen um die Thüringer Weilterbchast. Harz. Schiert«. 600— Ö50 m ü. M.. 15 cm Schnee- höh«. 6 Grad Kätto, etwa» dewölkt, außerhalb de» Orte» bis 50 cm vchueehoh«. Ski«, Rodet, und ltlsbahn gut. Braunlage. 600 m ü. M.. 20 cm Schneehöhe, 8 Grad Kälte, prüchlige Winterlandschaft, aller Schneesport vorzüglich._, die SerUner Muftvettungsaktion. Annahme der SPD. Anlrügc im Haushaltsausschub. Endlich hat der städtische Haushaltsaueschuß Zeit gefunden, sich mit den Aujwertungsanträgen der SPD. und auch der Deutschnationalen zu beschäftigen. Sie wurden ersreulicherweij« einstimmig angenommen. Dadurch wird die augenblickliche Auspserlungsokliou auf alle über 60 Jahre alten Sparer oitsgedehm, während bisher die Altersgrenze 63 Jahre war. Die Verhandlungen waren insofern interessant, als sie geradezu köstlich die wohldemagoqie der Rechtsparteien deleuchteten. Mit ernster, sorgenvoller Miene erklärte der Kämmerer, daß Berlin keine Eondrrnufwertung für seine Sparer machen könne, die Aussichts- deHörde lasse das nicht zu. Man könne infolgedessen höchstens eine Wohlfahrtsoktion für Bedürftige urtternehmen, und auch diese müsse sich in Grenzen holten. Bei dem Sprecher der Deutfchnationalen. Dr. Steiniger, hat die kurze Reaiermigsherrlichkeit schon so er» zieherilch gewirkt, daß er aus diesen Wink hin sofort bereit war. Pen d e u t s a» n a t t o n a l e n Antrag abzuschwächen. Stür- mische Heiterkeit rief der Hinweis des Kämmerers auf die bevor» stehende Regelung der Aufwertung durch das Reich hin. denn jeder Mensch weiß natürlich, daß die demagogischen Versprechungen, mit denen die Rechtsparteien im Wahltampf sich in den Sattel z» setzen versuchten, nicht mit einem einzigen Prozent erfüllt werden. Die be- trogencn Sparer werden an ihren Ausuterlungssrcunden aus der Rechten noch Ihre helle Freude erleben. Eine sehr lebhafte Debatte ries die Beramng über den Bau der AEG.- Schnellbahn hervor. Im Ausschuß traten die größten Meinungsverschiedenheiten darüber zutage, welcher Teil der Bahn gebaut werden soll. Ein Teil wünscht mit dem Stadtdaurat Hahn den Lau an der Doltastroße im Norden zu beginnen und unter Aus- Nutzung der vorhandenen Tunnelstrecken bis zum Qranienplag durch. zuführen, während ein anderer Teil des Ausschusses vorschläg«. von dem Nordsüdbahnhos Hermannplatz nach Norden zunächst bis zum Alexanderplatz zu bauen. Der Ausschuß beschloß, die Weiterberatung vorläufig zu vertagen, bi» von der Tiefbauverwaltung au»- reichendes Material über die technische und finanzielle Seite dieser Fragen vorgelegt ist. Agrarier gegen die Berliner Milchversorgung. In der �Deutschen Tageszeitung" hat vor einiger Zeit ein Dr. G. Herde Angriff« gegen die Berliner Milchversorgung G. m. b. H. gerichtet. Herr i)ttbe war früher der Vertreter der Prooinzmolke- eeien, hie während der Inflalionsz«! wie Pilze aus der Erde ge- schössen sind und außerordentlich preisvcrteucrnd gewirkt haben. Herr Heede ist unlängst aus seiner Stellung ausgeschieden und will sich nun anscheinend den Provinzmolkereien aufs neue angenehm in die Erinnerung und in eine neue Stellung bringen. Sein Artikel in der»Deutschen Tageszeitung" hat die dombaftisch« Ueberschrift:..Der Berliner Milchskaudal". Der Versassrr tut so, als ob er mit seinen Auslassungen aus der Seile der Berlmer Verbraucher steht und ihnen sagt, ihr zahlt oielzuvtel für die Milch. Das könnt Ihr ändern, wenn ihr das ganze System der Milchoerteilung und der Preisseftscgung dadurch ändert, daß ihr die Berliner Milchversorgung(B.»>. d. H. abschafft. Indessen es scheint nur aus den ersten Blick so. als ob Herr Dr. Heede im Interesse der Milchkonsumenteu Berlins schreibt. In seinem Artikel lagt er nämlich klipp und klar:„Letzten Endes bletbteincfchwereSchädigungder Landwirtschaft zu verzeichnen." Um die Berliner also kümmert er sich in Wahrheit nicht Er will nur, daß die Landwirte und die Provinz- moltereten mehr erhalten. Wie wenig sich Herr Dr. Heede im übrigen um das Wohl der Berliner bekümmert, geht auch deutlich daraus hervor, dah er ein» Pafteurisieruna bor Milch für überflüssig halt. Er ist gewiß der Ansicht, daß die Berliner alles, was und i« dein Zustand, wie es nach Berlin kommt, saufen können, wenn nur die Provinzmolkereieii durch das Pasteurisieren nicht Koste» zu tragen lraden. Der Artikel enthält außerdem grobe Unrichtigkeiten. W i r haben in Berlin keine Milchzwangswirtschajt, wie das Dr. Heede behauptet, sondern»ine Planwirtschast. Auch die Kalkulation de» Miichpreise«, wie sie in dem Artikel enthalten ist, ist falsch. Die B e r 1 1 n» r M i l ch o e r s o r g u n g G. m. b. 5). hat Anlaß genommen, diese groben Fehler und obfichttichen ialfchen Dar- stelUmgen in der„Deutschen Tageszeitung" zu berichtigen. Ter rätselhafte Tresorraub bei der Darmstädter Baut' Am 7. Mai v. I. wurde morgens im Tresor der Darmstödier Bank. Filiale in der Königstraße das Fehlen einer Kassette mit 64 000 Mark Iirhalt enrdeckl. Die Kassette war am Abend vorher von mehreren Beamten in den Tresorraum gebracht worden. Trotzdem war sie am nächsten Tag? aus rätselhafte Weise oerschanrnden. Der Berdachi war durch einen Vertrauensmann der Polizei«ms den Bankbemiileu Schulz,«inen gewissen E n d e r s und den Bankbuchhalter Max Wen dl>n a gelenkt worden. Enders und Wendling sollen in Beziehung zu den Gebrüder Strauß, den berühmte» „Einbrecherkönigen" gestanden haben. Das Verfahren mußte aber mangels Beweise gegen Schulz und Enders eingestellt werden und gestern hatte sich allein Wendling wegen Einbruchdiebstahles vor dem Schöffengericht Mitte zu oeromworten. Schon einmal hatte die Sache zur Verhandlung angestanden. Die Rechtsanwälte Dk. S ch w t n d t und Dr. E i f e n st a e d t hatten aber neue Beweis- antrage gestellt, denen sich das Gericht nicht oerfchsießen tonnte. Zum gestrigen Termin waren die neue» Zeugen erschienen und wurden oernommen. Di« Beweisauinahme brachte dos Gericht jedoch zu der Ueb,rzeugung von der Beteiligung de» Angeklagten mit unbekannien Tätern an vsm Bankraub«. Dieser Beweis wurde durch Indizien geführt. Es wurde angenommen, daß. nachdem die Kasiett« in den Tresorraum gebracht worden war, die Tresorgfttertür mit einem vor- her angesertiglen Nachschlüssel nochmals von einem Bankangestellten geöffnet, die Kassetie herausgeholt und in einem Nebenraum versteckt worden war. Von dort soll sie dann mittels Nachschlüssels später weg- geholt worden sein. Obwohl Wendling jede Schuld bestrill, wurde ihm zum Verhängnis, daß bei einer Haussuchung in stiner Laube mehrere Rollen von Silbergeld und Bündel Pa- piergeld in den Hüllen gesunden worden waren, in denen die Beträge in der Kassette aufbewahrt worden waren. Der Angeklagte hott« sich auch über die Herkunst dieses Geldes in verschiedene Wider- s p r ü ch e verwickelt. Eine Rolle spielte bei der Uebersührung des An- geklagten ein Notizbuch, in dem ein« Summe von 64 000 Mark in drei Teile geteilt worden war. Während der Staatsanwalt gegen den Angeklagten wegen Einbruchsdiebstahle» drei Jahre Zuchthaus beantragt hatte, tonnte da, Gericht nicht den Nachweis für erbrocht ansehen, daß der Angeklagi« selbst an dem Raub« mitbeteiligt war. Es hielt chn nurschuldigderHehlerei.daer mindestens von den wirklichen Tätern einen Anteil an der Deute erhallen haben müßte. Wendling wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. »Der Quctulonl'. Eni« Komödie heißt so. Und diesmal spielt sie vor Gericht. Ein weißhaariger Alter mit rosigem Gesicht und blauen Kindesaugen ist der Angeklagte. Sem« Ehehälfte begleitet ihn. Es sind biedere Klcinrentncrslcute. Er kam eines Tages aufs Polizeirevier, um als Deputiertc»cincs Berliner Gartenhauses.sozusagen" oder„gewisser- maßen"— so lauten die Worte, dl« er tauscittunal gebraucht— sich nach gewissen baupolizeilichen Verordnungen zu erkundigen. Dabei soll er sich, wie der Reoicrvorstand als Hauptzeuge sachlich aussagt, ziemlich halsstarrig gezeigt haben. Der stark beschäftigte Polizeimann machte den alten Manu böslich daraus aufmerksam, daß dies nicht Angelegenheit seiner Behörde sei und fordert« ihn mehrmals ver- geblich zum Hinausgehen auf. Davon wollte der Alte nichts wissen — bis er von zwei Beamte» nicht ganz sanft an die Lust gesetzt wurde. Eine Anzeige wegen Haussriedensbruchs folgte, die zu jener ergötzlichen Aerichu-szene führt». Die beiden Zeugen antworteten knapp und klar, während der Angeklagte fassungslos auf seinem Stuhl saß. Immer wieder betonte er seine Anständigkeit und Ehr- lichkcit, beteuerte er seine Unschuld, seinen Widersachern das Gegen- teil vorwerfend. Der Vorsitzende übt» sich in Geduld, und der Staatsanwalt lächelte. Es hals dem Greis alle» nichts— milderweije wurde er zu fünfzig Mark Geldstrafe verurteilt. Natürlich pro. testiert« er gegen diese„Ungerechtigkeit", und er hätte doch längst wissen müsien, daß inan sich immer die Finger verbrennt, wenn man für dir anderen die Kastanien aus dem Feuer holt. Stroßenunfälle vor Bericht. Die verhängnisvolle Probefahrt. Der Tod des Arzte» Dr. L i m a n hatte dem Ehausfeur Müßig- brodt eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung zugezogen. Am 11. November hatte der Generalkonsul Rosenthal in Charlotten- bürg, bei dem Müßigbrodt beschäftigt war, einen neuen Benzwagen gekaust, und der Angeklagte hatte den Austrag erhalten, den Wagen nach der Garage am gehrbelliner Platz zu fahren. Er sollte am nächsten Tag« mit dem Besitzer des Wagen» ein« Fahrt nach Breslau unternehmen. In der Garage wurde er von einem anderen Chauffeur angeregt, mit ihm eine Probefahrt mit dem neuen Wagen nach Nauen zu machen. Unterwegs wurden noch einige Personen zur Mttsahu ausgenommen. Aus der Hamburger Ehauisee bei der Eiimmndung der Bredower Landstraße, bog au» dieser der praktische Arzt Dr. Liman. der von einem Krankenbesuch auf seinem Rade heimfuhr. «n. Das Auto befand sich in scharfer Fahrt, die bis zu 80 Kilometer gesteigert worden sein soll. Der Radfahrer fichr aut der rechten Leiter als der Angeklagte mit feinem Bosch- Scheinwerfer ihn sichtete. bremste er scharf und steuerte nach link». Ts war aber zu spät. Der Radfahrer wurde von der Ma'chine erfaßt, das Auto drehte sich durch das scharfe Bremsen um sich selbst und flog in den Chaufseegraben, wo e» zertrümmert liegen blieb. Der Arzt selbst wurde gegen einen Bauinogequeischt, dann bei der Kurvenfohlt de» Autos mitgeichleist. Cr war sofort tot. Das Schöffengericht Eharlottenburg hatte angenommen, daß der Angeklagte sich aus einer Schwarzfahrt vefunden habe und hatte al» besonders erschwerend dos schnelle Fahren angerechnet. Deshalb lautete die Strafe aus 1 54 Jahre Gefängnis. In der Berusungsverhandluna, die vor dem Landgericht III stattsand, trat Rechtsanwalt Dr. M a r t u i e den Beweis an. daß der Angeklagte nur im Interesse für seinen Wogen eine Probefahrt unternommen Hab«, und er bestritt auch, daß der Angeklagte unberechtigt schnell gefahren sei. Nach eingehender Aewelsauinohme. in der auch«ine Sliz'e der Unsallstelle dem Gericht vorlag, kam die Strafkammer zu der lieber. zeugung von der Schuld de« Angeklagten. E» wurde angenommen. daß cr nicht die nötige Anlmerkiamkett beachtet habe, sonst hätte er bei dem starten Scheinwerfer schon au» weiterer Entfernung de- merken müssen, daß auf der Landstraße«in Radfahrer eingebogen war. Cr hätte reäil zeitig bremsen und links vorbeifteuern können. Eine zu große Geichwindigkeit nahm das Gericht nicht an, denn auf der olfenen Chaussee könnte er schneller fahren. Aber gerad« diese schnell» Fahrt müßte dem Angeklagte»«ine besondere Lusmcrksain- keit einschärfen. Offenbar hatte er den K o p s v e r l o r c n und war nach link» gesteuert, als es zu spät war. Da der Angeklagte aber nicht zu seinem Vergnügen, sondern au» Interesse für den neuen Wage» gefahren war. hielt das Gericht n«un Monat« Gefäng. Das Rundfunkproyrarnrn. Mittwoch, den 25. Februar. AuCor dein üblichen Tatfesp ro �rarurn: 3 30 Uhr nachm.: Die Funkprinzesein erzähU; Von Engeln und Tenfclchen. II. Folge. 1. Matter Marias Pflegekind, The» v. Horbou. 2. Was der Bauer Jochen zteischon Ostern und Weihnachten erlebte, Thou v. Harbon.(Die Fankprinaofisin: Adele Proeslcr). 4.80—3 Uhr abends: Unterhaltungitnasik(Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Ilans-Ürodow-Schnle.(Abteilung Bildungskarse), Handel. Privatbar.delslehrer Prani Fischer: „Grundzügc de» Wecbsclweaens". 5, Vortrag.„Beaondoro Formen de» gezogenen Wechsels". 7 Uhr abends: Dr. R. W. Schulte: „Leigtungssteigerung durch Turnen, Spiel und Sport". 8 Uhr abend?: Karl Brammer von der Pressestelle des Auswärtigen Amtes;»Der Rundfunkhörer am Kandfnnksender" 8.30 Uhr abends: Litioncron: 1. a) Auf dem Kirchhof, b) Wer weiß wo? i Schlacht bei Kollin. 18 6. 1757), c) Wiebke Pogwisch, d) Ein Geheimnis (Fht» Soot, Reaitation). 2.* a> Auf dem Kirchhof. Brahma, b) Wiegenlied, Erich Wolf, o) Einen Sommer lang, Erich Wolf (Maryla von Wollcy, Sopran), a, Ä-Dur-Quarteu. Schumann, Andante expressivo— Allocro molto modeiato— Assai agitato— Adagio molto— Finale— AUcgro molto vivace(Max Post erste Violine; Willi Post, zweite Violine: Artur Post, Viola; Richard Post, Cello). 4. a) Auf der Kasse, b) Trotzköpfe, o) Handkuß, d) Das Haupt dos heiligen Johannes"in der Schüssel, e) Dos Gewitter, f) Rondel, c) Ich und die Rosen warten(Fritz Soot). 5. a) Glückes genug Reger, bi Sehnsucht, Strauß, e) Mit der Pinoese, Schillings(Maryla von WoUoy). Am Flügel: Otto Uraok. Anschließend; Bekanntgabe der neuesten Tagasnach- richtcn, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theaterdienst, n 5« für eine ausreichende Sühne. Der Haftbefehl wurde auch auf- gehoben. Tin weiteres Verfahren im Anschluß an«in Siraßenunglück mit tödlichen, Ausgange, das sich gegen den Straßenbahn führer Starke wegen fohrlässiger Tötung und Körperverletzung richtete, beschäftigte gestern das Schöffengericht Mitte. Es handelte sich hierbei um den schwere» Straßen bah nun fall an der Eck« derfiussiten. und Voltastrahe vom Oktober vorigen Jahres, der den Tod einer Person und die Verlegung von 14 Personen zur Folge gehabt hatte. Der verhängnisvolle Unfall ereignete sich dadurch, daß beim Einbiegen der Siragcnbahn in die Kurve der Anhänget wagen aus dem Gleiie sprang, umtippte und«Ine gerade auf der Straße stehende Frau K u t t n e r umcr sich begrub. Die Verletzten waren Fahrgäste, die mehr oder minder schwere Verwundungen davontrugen und zum Teil heute noch leidend sind. Starke wurde zur Last gelegt, daß cr zu schnell in die Kurve gefabren und nicht rechtzeitig gebremst halte. Die Bremse war in Ordnung befunden worden. Es entspann sich eine längere Erörterung über die Beschaffenheit der Bremse. Die Sachverständigen wiesen entlastend daraus hin, daß die Ausbildung der Führer schlechter und kürzer gewesen wäre al» h-ute.� Auch der Zustand der Kurven war sehr schlecht. Beide Mängel,»olgcn der Inslattonsz-It. seien heute beseitigt. Der Angeklagt- erschien aber den Sachverständigen trotzdem schuldig, weil er bei dem schadhasten Zustand der Kurven eine größere Umsicht und rechtzeitige Bremsung vornehmen mußte. Unter diesen Umständen wäre der Unfall ver- mieden worden. Entgegen dem Strasantrage von VA Jahre» Gefängnis erkannte das Gericht auf 6 Monate Gefängnis. Ein Schulskanöal. was ein Schul-..llokerllehmer" sich leisfco darf. Di« folgenden haarsträubenden Zustände an einer Privatschule werden un» von unterrichteter Seite geschildert: In der Weißenburger Straße 2 befindet sich eine private höhere Knabenschule. Der Unternehmer, Adolf O h m st e d c besitzt zwar nicht die wissenschaftliche Befähigung zur Leitung einer höheren Schule, aber der Referent für das Privatschulwesen hatt offenbar seine schützende Hand über ihn. Wirtschaftliche Kömpse zwischen Unternehmer(Direktor) und Angestellten(Lehrern) sind dort an der Tagesordnung'» aber die Mittel, mit denen dieser Kamps zur- zeit vom Unternehmer geführt wird, sind doch bisher in der Geschichte de» preußischen Schulwesens glücklicherweise noch nicht dagewesen. Ein Haueoertrag, der vom Zcntralverband getätigt ist, gibt dem Ob- mann ziemlich weitgehend? Rechte: aber was nützt ein Vertrag gegen den, der keine Verträge hält? Herr O. kündigt uMer offener Derietzung des Vertrages Ende Dezember sämtlichen Angestellten ein- schließlich de» Obmanns ohne Angade eines Grunde». Das oenrag- lich voraesehenc Schiedsgericht tritt zusammen. Herr O. erscheint mit einem R« ch I o a n w a l t, der das Schiedsgericht ausdrücklich a n- erkennt; dem Unternehmer wird eine Frist von sechs Tagen ge- lasten, die ungesetzlichen Kündigungen zurückzunehmen. Die erwartete Erklärung erfolgt nicht. Statt dessen entläßt Herr O. den Obmann fristlos, trotzdem dieser zwanzig Jahr« an der Anstalt tätig gewesen und darüber alt und grau geworden ist. Die Gründe, die er für diese Gesetzwidrigkeit angibt, sind nichtssagend und um so weniger beweiskräftig, als O bisher jcdcnObmann fristlos ent lasten hat. ohne jemals fein- Berechtigung dam nachweisen zu können. Statt de» Entlassenen stellt er einen Studlenostessor(?) ein. ebenfalls gegen die Bestimmungen des Vertrage«. Endlich erhöht cr gleichzeisig— ebenfalls vertragswidrig— das Schulgeld um 2 M- und vermehrt dadurch fein Einkommen, das ohnehin schon mehr als fürstlich ist, um tausend Mark monatlich. Damit enthüllt er gleichzettig den Zweck aller seiner Geletzesoerletzungen. Endlich kündigt er— diesmal im Ralzmen der Bestimmungen— den ganzen Vertrag und will— wiederum vertragswidrig— die Lehrer zum Abschluß von Elnzeloerträgen zwingen. Als das Schiede- gericht nun feinen endgültigen Spruch fällen will, läßt Herr O. im letzten Augenblick dem Borsitzenden durch seinen Rechtsanwalt mit teilen, daß er da« ganze Schiedsgericht nicht aner kennt. Relchsverfaslung, Betriebsrätegesetz. Vertrag, das sind Dinge, die«inen tüchtigen Geschäftsmann nicht binden. Und die Schulaufsickstsbehörde steht diesem Treiben mit verschränkten Armen zu. Herr O. erzieht ja die ihm nnvertrauten Kinder in„deutschem" und„religiösem" Sinne. Ein geschickler Staatsanwatt würde daraus Leistungswucher, versuchte und vollendete Nötigung, wistentlich faftche Anschuldigung machen. Dagegen ober schützt Herrn O. sein« Zu- geHörigkeit zur Deutschnotionalen Partei. Und wie steht es mit der Umsatzsteuer de, Herrn v.? Man frage das Finanzamt. Das �faschittgsbabst. Ein geradezu nicht alltäglicher Zwischeniall ereigneic sich auf einem Rolenmoniagiest in Rathenow. Gegen Mitternacht betrot eine seidliche MaSke den Saal, in den Armen ein großes Paket. Schnurstracks ging die malkierle Gesiali auf«ine fung- verheiratete Mechanikerfrau zu und überreichte ihr da» Polet. Beim Oesinen fand die erschreckte Frau einen etwa 1>,sSStia«n Knaben. Es war dos unehelich« Kind ihre« Ehe- manneS. der ihr zattfüblend da» Liebespfand verschwieaen, aber auch nicht für das klein« Kind gesorgt halte. Naiüriich kam es zu einer Szene. Niemond wollt« da» Kind tu dem fesilichen Trubel behalten, bis schließlich dtik Polizei das Kind ,ur Wache mitnahm. Später bat der Vater den Knaben von der Wache fortgeholt und ihn zu sich genommen._ Landpflegestelleu für Tchuleutlassene. Auch in dielem Jahr« besteht, wie dos Bezirksamt Pankow mit- teilt, die Möglichkeit, schulenUastene, erholungsbedürftige Knaben und Mädchen von 14 bis 16 Jahren, auch solche, die zu Ostern aus der Schule entlasten werden, vom April bi« zum Herbst dieses Jahres aufs Land zu verschicken. Die Unterbringung erfolgt in Landpslegestcllen im Inland. Bedingung ist. daß di« Betressenden nicht krank sind, sondern mir zu schwächlich, um Ichon in die Ledrc zu treten. Beteiligen können sich auch solche Jugendliche, die sich noch nicht in einem Lehr- oder Arbeitsverhält- ri» befinden und von Haufe abkömmlich sind. Sie werden i» ge- prüfte Landpslegeftellen überwiesen, wo Verpflegung und Unter- komme» vollständig unentgeltlich sind. Es ist lediglich ein ermäßig- tee Reisegeld von den Eltern zu zahlen. Don den Jugendlichen sind in den Ps'.egestcllen leichte, ihrem Alter und ihrer körperlichen Entwicklung angepaßte Arbeite» zu verrichten. Anmelhungen wer« den werktäglich von 8 bi» 1 Uhr im Iugendamt Pankow, Neue Schönholz er Straße 35, III, Zimmer 161. ewgcgengenom- »ncn, woselbst auch die näheren gedruckten Bedingungen verabfolgt werden. wegen Deschimp'uvg der Republik wurde der verantwortlich« Redakteur der„Roten Fahne". Wilhelm Liese, vom Schösikn- gericht Mitte zu 8 00 M. Geldstrafe verurteilt. Beantragt war ein Monat Gefängnis. Die strafbare Handlung wurde in einem Artikel mit der Ueber'chrift„Die Lcrhällniste in dieser Republik stinken zum Himmel" gesunden. Lpreeh«m».1lhead. Der bekennte erblindet« Maler Prof. Hann« Rechner erzählt am Freilaa, den 27. 2.. abend» 8 Uhr. in der Aula der Rathen,: m-Tch nie, Neukölln, Soddtnttraxe. E r n st e S und Heiteres au» seinem Leben. Der Besuch laim dringend empsoblen werden- EMtritlSpre!» für Mitglieder der Sunttgemeinde 30 Pf., Gäste 75 Pf. qJACoBI ,8 8o$ Motorbootperfonenverkehr!a SerNn! Ein alles Vrojekk. Neuerdings wird wieder einmal nach Iahren das Projekt eines 'Liotorbooi Personenverkehrs aus dem Landwehr- k a n a k und der Spree erörtert. E» ist geplant, durch ü L> n» e n Verbindungen teils durch die Stadt, teils nach Treptow und zur Iungfernheide— Plötzenjec zu schassen. Die Linien sollen so lausen, dah ein Passieren von Schleusen nicht in Frage kommt. Wie die Reichszemrole für Deutsche Berkehrswerbung vom Städtischen Berkehrsamt erfährt, würde man hier dem Plan an sich wohl- wollend gegenüberstehen, doch wird die Rentabilität bczwciselt Es erscheint charakteristisch, dah z. B. in Paris, wo ein ähnlicher Tampfervcrkehr von der Omnibusgesellschaft aus der Seine durch- geführt wird, der Betrieb nur durch erhebliche Subventionen aus- rcchterhalten werden kann. Wenn die Motorboote eine Durchschnitts- oefchwindigkeit von 12 bis 15 Kilometern(entsprechend der unge- iähren Durchschnittsgeschwindigkeit der anderen Verkehrsmittel) er- reichen sollen, so wäre» die Betriebskosten und der Verschlcisz so erheblich, dost ein Fahrpreis von 10 Pf., wie vorgesehen, sehr fraglich erscheint. Der hier angebrachte Bergieich mit den Fohrpreisen der„Aboag". die nach fachmännischer Ansicht einen weitaus geringeren Auswand und Derschleih hat, müßte für die Motorboote Iii chinsicht auf die Preisstellung nachteilig ausfallen. Auch die Frage der Frequenz des neuen Derkehrsmittels erscheint zweifelhast Wenn auch unterhalb und oberhalb der Spree zahlreich« Fabriken sich befinden, so liegen doch die Ausgongspunite der Linien (u.iergarten. Mühlendamm!) in der Stadt viel ungünstiger. Der»neue Kurs" in den Schulen. Die Umgestaltung der Alt-Berliner Realschule«. Die Magistratsvorlage über die Verlegung des fremdsprachlichen Anfangsunterrichts von der 4. In die 6. Klasse in den 16 Alt-Berliner Realschulen ist von der Stadtverordnetenversammlung am 29. Ja» nuar angenommen worden. Da verschiedene bürgerliche Stadtver- ordnete mit der SPD. gegen die Vorlage stiminten, wäre sie abge- lehnt worden, wenn nicht die Kommunisten sie angenommen hätten. Daß der Maoistrat die Vorlage überhaupt vorzulegen wagte, ist von symptomatischer Bedeutung und zeigt, dah er nach dem Abbau Paulsens schulpolitisch das Steuer scharf nach recht» zu wenden be- ginnt. Denn die mit den Alt-Berliner Realschulen gemochten Er- tohrungen haben die Erwartungen ihres Gründers, des Stadtschul- rats Bertram, gerechtfertigt. Die zwölfjährigen Schüler lernen das Französische schneller, weil die übrigen Wissensgebiete dann weniger Feit eriordern, und mit mehr Erfolg, weil ihr Urteil entwickelter ist. Der Magistrat hat die Verlegung des fremdsprachlichen Anfangs- Unterrichts von der 4. in die 6. Klasse mit der Neuordnung des höheren Schulwesen» begründet. Da aber in allen höheren«schulen die Zahl der Unterrichtsstunden für die Schüler berabgeseßt worden ist und da eine Lerminderung im Deutschen, in Erdkunde und in Geschichte nicht in Frage kommt, müssen in den Aeolanstallen die neueren Sprachen oder die mathematisch-natur- wisienschaftlichen Fächer das Opfer bringen. Der Minister Boclitz bat nun in dem Realgymnasium eine Verringerung der Zahl der Wochenstunden in der Mothkmatik und den Roturwisienschasten an- geordnet, in der Oberrealschule und der Realschule aber eine solche in dem Französischen und dein Englischen. Somit ist auch in den Realschulen von Alt-Berlin die Herabsetzung des fremd- sprachlichen Unterrichts durchaus mit den Grund- gedanken der Neuordnung und der Stunde ntajel des Ministers o. D. vereinbar. Ich habe die» in einem Aufsatz der Berliner Lehrerzeitung(Nummer vom 28. November 1924) näher begründet: die ganze Berliner Lehrerschaft hat sich in einem allen Stadtverordneten übersandten Schreiben meine Aus- führungen zu eigen gemacht und die Magistratsvorlage als„unsozial* und„unpädagogisch* bezeichnet. Der Magistrat hat sie serner damit begründe:, daß„der Durchschnitt unserer Schüler latsächlich unter der Lost des auf die Quarta ausgehciuste» französischen Lehrstoff» einfach zusammenbreche*. Das rst inlnforn taflA. als der in den anderen Realschulen in den drei unt durchgenommene französische Lehrstoff in der 4. Klo Berliner Realschulen nicht vollstöndig durchgenommen. die 4. und die 3. Klaffe verteilt wird: in diesen baben die Schüler eine vermehrte Stundenzahl, nä'nljch acht statt sechs. Wenn der Durchschnitt der Schüler iw der 4. Klasse unter der Last des fran- zösischcn Lehrstoffs zusammenbrechen würde, so würden sicherlich die Ellern ihre Kinder lieber in eine Vallanstalt schicken als in eine Realschule. Es ist ober das Gegenteil der Fall. Die Gymnasien und rnc Realgymnasien sind viel schwächer besucht als die Real- schulen, in die aus Mangel an Platz viele Knaben nicht ousgenom- men werden können. In seiner Eingabe hat der Berliner Lehrer- verband mit Recht dargelegt, daß die von dem Magistrot vorge- schlagenen Förderklossen, in denen die Schüler m zwei Iah- ren die Reise für die 3. Klasse erreichen sollen,„völlig unzureichend* sind. Die Knaben, die 6 Jahre die Volksschule besucht' haben und jetzt schon in die 4. Klajie aufgenommen werden rönnen, verlieren eln ganze» Jahr. Verschlechtert ist die Vorlage noch durch die Annahme de» demokratischen Zuiatzantrags, dah bei der Entscheidung über die Ausnahme in die Förderklossen nicht nur die Boltsschullehrer, die die Knaben aus jahrelangem Unterricht genau kenne», sondern auch die Lehrer der höheren Schulen mitzubestimmen haben. Glaubt denn irgendein Stadtverordneter wirklich, ein Studienrot könne sich durch eine Prüfung von ewigen Minuten ein besseres Urteil über die Schüler bilden, als wenn er sie ein Jahr lang unterrichtet hat? Denn noch der Vorlage sollten die Lehrer der höheren Schulen über die Befählgung der Schüler für den Besuch der Realschule erst nach einem Jahr bei ihrer Versetzung in die nächsthöhere Klasse ihr Urteil fällen. Ich bin der Ansicht, daß über die Lehrverfassung der höheren Schulen nicht nur die Eltern gehört werden sollen, die ihre Kinder eine höhere Schule besuchen lassen oder besuchen lassen wollen, son- dcrn auch die. welch« dies nicht tun wollen oder nicht die Mittel dazu haben. Hamburg hat nicht eine besondere Elternkammer für die höheren Schulen'und eine besondere für die Volksschulen. sondern eine einzige für alle Schulen. Man frage also d i e E l t e r n d e r D o l t s j ch ü l e r. ob[\Pts lieber sehen, wenn von ihren Kin- dein schon nach">4 Iahren die. welche eine höhere Schule besuchen sollen, abgesondert werden, oder ob sie es lieber sehen, wenn beide Gruppen noch zwei weiter« Jahre zusammen unterrichtet werden. Bertron, sagte m seiner bereits erwähnten Denkschrift:„Der vor- zeitige Abgang dieser Elemente(nämlich der eine höhere Schule be- luchenden Kinder) raubt den in der Gemcindeschule zurückbleibenden Kindern den Verkchr mit den eine Stufe höher stehenden und min- dert den Einfluß der Volksschule auf die gegenseitige Verbindung der verschiedenen Gesellschastsklassen.* Das war die Ansicht des Berliner Stadtschulrats vor 40 Jahren, als es noch keine Vorschulen gab und als die Reichsverfaffung noch nicht die Bestimmung enthielt. daß auf einer für alle« e.m einsamen Grundschule das mittlere und das höhere Schulwesen ausgebaut werden soll. Aus meinen Ausführungen geh: hervor, daß es sich nicht um die Beseitigung ewes Uebelstandes in dem Jntereffc„der normal Begabten handelt, die bald zum Scheitern verurteilt sind*. Es han- deli sich vielmehr um die Beseitigung einer seit 40 Iah- ren bestehenden fortschrittlichen Einrichtung, auf die Berlin immer stolz gewesen ist. Nachdem in de» letzten sechs Iahren die werktätige' Bevölkerung und ein großer Teil der Lehrerschai, die Einheitsschule oder doch wenigsten» die Ueber- brückung der Kluft-.wilchi-» den höheren Schulen und den Volksschulen gefordert haben, soll in Berlin eine Einrichtung beseitigt werden, die den begabten Vollsschülern nach nach 6 Jahren de» Uebergang-mi eine höhere Schule ohne Zeitverlust ermöglicht, also eine Borstufe der sechsjährigen Grundschule ist. _ Dr. Erich Witt«. die Postanweisung. Herr Dr. A. aus Schöneberg schickt an Fräulein Hilde P. in der Lrückenallee 244,30 Mark. Und Fräulein Hilde P. wundert sich, daß sie da» Geld nicht bekommt...Aber ich bitte Sie, ich hab's doch vor ein paar Tagen schon abgeschickt!* erklärt Herr Dr. B. a:» Telephon.„Es gcschehen doch keine Zeichen und Wunder mehr...* Nein— aber Veruntreuungen leider sehr häusig. Doch der Anstreicher Geißler. früher bei der Post, ist kein„schlechter* Mensch.„Ein Psychopath, geistig minderwertig." meint der mcdi- zinische Sachverständige, der ihn in Dalldorf behandelt hat„Im Triebleben dieser Leute sind die Hemmungen nicht sehr stark." Ein Opfer des Krieges! Uninrelligenz, moralische Mängel. Gedächtnis schwäche...... „Ich kann mich auf Einzelheiten nicht mehr besinnen: ich weiß gar nicht, wie das kam. Entkartungsraum— Postanweisung— nahm sie— Quittung— holte das Geld ab---* Mühsam entlöst sich Satzbild für Satzbild dem müden Hirn. Er will nicht wissen,„wie's kam*, er will auch nicht wissen, wo das Geld geblieben ist. und dock hat man den Eindruck unbedingter Ehrlichkeit,«-«lbst der Staatsanwalt plädiert für mildernde Um- stände: acht Monate Gefängnis. Auf sechs Monate kommen die Schöffen. Borläufige Straf- aussetzung, de. ein Rentenverfahren für den Schwerkriegsbeschädigten im Gang« ist— der Mann wird nie sitzen. An dem Ankobus-llnglÜck am tützow-ltfer. das sich am 8. Januar ereignete, wird uns noch mitgeteilt, dnß an der Uniaüstelle eine silberne Zylinderuhr ohne Kette ge- iunden worden, deren Eigentümer bi» jetzt»och nicht ermittelt werden konnte. E» bandelt sich um«in« alte silberne Zylindernbr mit der auf dem Zifferblatt befindlichen Auslchrift.Brequet-Por'S*. Der rechtniäßiae Eigentümer, der sich als solcher ausweisen muß. kann die llbr bei der Krimiuakvolnei de» BolizeiamtS Tiergarten, Klopstockstraße SV. im Zimmer 18 in Empfang nehmen. Die ueue verkehrsordaung und die Badler. Die Bestimmung de»§ 13. Abt. 1. der Poüzeiverordnuna vom S. Januar 1995. be- treffend die Neuregelung des Berliner Straßenverkehr?, wonach in Verkehrsstraßen I. Ordnung das Fahren mit Zweirädern jeder Art verboren ist. tritt am t. M ä r» n och n i ch t in Kraft. Der Zeit- punkt der Inkraftsetzung wird später bekannt gegeben werden. (Ha uuct Bnfttzts»!««»an Benin mit farbig« Itnierschetdung der Straßen 1. und 2. Ordnung sowie der Eisenbahn ftrahen unb vollftäubige» Verordnunqtttrr ist soeben im Berlage der Landkarten- bandlung Richard Schivarr. Jdgerstr.«I.«schienen. Mit Hilfe des bei- gegebene» sehr übersichtlichen Man«» ist ei federn Kraft- und Radfahrer miglich. sofort verboten« und frei« Straßen Iii erkennen. Das Utcf- opol-Bartett bringt unter der künstlerischen Leitung Siegmund Flatow« auch diesmal wieder»in lebr gut zusammeuaesetzte» Programm beratt». Die Hanbtattraklion bildet d««usge,»>'ach» zu 'schweren Zusammenstößen zwischen Reick S>v ehr- soldaten und Fleiichergeiellen. Im Verlauf der blutigen Schlägerer bolre ein Feldwebel morgen« um Ubr au» der Kaierne«ine Abteilung Soldaten mit Stahlhelm und mit auf« aepflonttem Seitengewehr und ließ die Zivilpersonen sestnehmen und nach der Wache der Kaiern« bringen. Auf beiden Seiten gab cS Schwerverletzte._ ?uaenüveranftaltunaen. Achtaag. BejilttaMtftanlMnitalitfect! Morgen. Dennerstoq. abend VjS Ubr oünktlich, Setirlsvorstandsslguna lm Lesezimmer de» Illgenddetm». Linden- ' �«chian«, Abtiilaagikassierr,! Keule. Mittwoch, von ö— 7 Ubr, Abrcchmnig der Eocdition, Ausgab« de»„Jugend voran- für den Monat Milrz. heute. Mittwoch, den 25. Aebniar. abends 7H Uhr: Zagend«' Nossen und Zagendgenisfianen der AdteUang«eften. Unser Allgrndarnosse«arl Wäger ist nach kurzer grankh-it vldtzlich u-rs>ordrn. Die crinäscherung findet beute. Mittwoch, den 2S. Februar, nachmittag» ü/, Ubr. in Wilmersdorf im Rreuiaiornim Berk! ver Strafte statt.—(bebt dem Ivgend- genogen da» legt« SOIrir. »eddlng: Schake Richevlag.. Sie Antonstrafte. Vortrag:. skullst und Proletariat.- firifttnlec:.tuqendhenn TbarloUrnburger, Sit Rdlle straft«, „Ernst-Toller-Abend.-— skd»tt N.-V.: Jugendheim Reichenbrrgcr Str. so. -Kermann-Löns-Abend.-— Lankwitz: Schul' Schiürstraft«. DUtiiffiott:„MZtxl und Vursch«>» der EÄZ.- Lichterleld«: Iugendb-im Albrechtslrafte, Bortrag: ..Russtsck!« Revolution."— Banale«: Schule Charlottcnstraft«. Müglicderver- sammtung.— Erkner: Zugrndheim Aolk»IUch«. Barirag:„Warum brauchen wir stonlumgenossrnschaften?-— Riederschineweid«: Schul« Berliner Str. tzt. Bortrag:„Entwicklung der Menschbeit.-— Zrtebrlchiseld«: Iugendbeim Berliner Str. 45, Bortraq:„Mofco oder Darwin?-— g»nl»dors: Schule Adolfstrafte 25. Bortrag:„Wilhelm Busch-— Lichtenberg.»«»»«: Jugendheim Doffr. strafte 22, Lorlra«:.Tolstoi und sein- Werte.-— ffriedrichehagen: Zugend. beim Echarnwcberstr. 105, Bortrag:„Sozialistengesetz.� 5. greis?iriedrlchshaiu. Abtekungsobleute der EUcrubeiräte! Donnerstag, tcn 2». Februar, 7>4 Ubr, bei JäittMiuft, Petersburger Str. 5. gemeinsam« Sitzung mit der Arbeiisgemcinichgft freigeistiger Verbände. Ar- briterjugend, Iungsozialislen und stinderfreuich« werden gebeten, Vertreter zu entsenden. Die Abteilunaoleite: haben ihre Vertreter auf diese Sitzung ausmerilam zu machen. t. Jtrei»«rc Urberg. Donneroiag, den 2i! Februar, 7H Ubr, bei Rctm. Urdanstr. 29, Sitzung de» ltrei»bildung«au»schu||e» ml» den Adieilungc- leitern und interessterteu Senofftnnen und E>e:iosscn des Arcitvorftandee. Tagesordnung: Vorbereitungen zur Maifeier und den anderen Beran- sialtungeu dieles Iabres. ». strcie Bilmeredors. De: Bilbung»au»lchuft trifft fich beute abend tyS Uhr am Saatcinonna;u einer Besvrtchung. Donnerstag abend 8 Ubr in der OderrcaNchule Lindenburgstraftc iltlosscnzimmer), Erdgclchoft. 2 Abend de» sozialistischen Seminars.„Borkämpfer des Sozialismus.- Ref.: Eon. Wo»wod. 14. greis Renläll». Donnerstag, den 28. siebruar. 714 Uhr, im gaiset- ?riedrich.Realanmnastnm, goiser-I?ri«drIch-S!r. 210, Bollversmnntiung der soziaiistischcn Elternd-iräte, Lcbrer und Elterudeirät« der Lifte„Schul- oufbou". Vortrag Uber..Schüleroerstcheruna/' Zy. greis Reinickendors-vst. Donner»tgg. den 2«. fiebruar, abend« 8 Ubr, in der Airta de» Realanmnastum», Reinickendorf-Ost, Verner Str.. Spree- banno-Adend. lVrof. Kanno siechner.l Ernste» und Keiler«» auo einein gUnsllerletxn: Erinnerungen au» Alt-Korlin, Erinnerungen au» der München«! Studienzeit und Erinnerungen an Menschen, die ich malte. Aufterdem Plaudereien zu Lichtbildern au» eigenen.Werken. Vre!» ber ElSitrilisfarte im Varverlaui 60 Vf.. an der Abrndkaffe 75 Vf.«aricir find zu haben in btu bekannten Verkaufsstellen und an der Adendtaffe. heule. ZNittwoch, den 25. Februar: 15.«dt. 714 Ubr im„Artusbof-, Perlcberger Sir. 26, WiWIieberaersamm- kung. Bot, rag de» Senoffeu Putitamet übet:„Die politische Lage." II. Abt. 7Vi Ubr Schule Vuttduser Sir.>, Mktglliederaersgmmluna. Vortrag de» ibenoffen Rüben Uber:„Die Aufnxrwngofragc im Rahmen der Idelamipoiitik.- 24. Abt. 714 Ubr Mitgliederversammlung in der Aula der kaibaNschen Schule Ebristburger Str. 6,7. Ref.: Genoffe Paul Lange:„Die ibenofsenschasts- bewegung/ 40. Abt. iitz Uhr Miigliedernerfammlung bei geufner, Kagelbcrgcr Straft«'. 76. Abt. Bilmci,h,rf. 8 Ubr erweiterte Vorstandafftzung bei groift. Kol- stiinische Str. 60. tag'oorduuug: l. vrggnisationssrggeu. 2. Borde- reiiung zur Porstuudsvmbl und vefchiedene». Row-wes. 714 Ubr.lunklionärkonkercnz bei Schauer, Kall strafte. Morgen, Donnerstag, den 2ö. Aebruar: 57. Abt. 714 Ubr Adieilungsverfammlung im„Veiersburger Kos-, Peters- burger Sir. 54. Tbema:„Aufwertungsfrogen.- Referent: Senoff« Dr. omr Ungern-Siernberg. H. Abt. Schoneber«. Pünktlich 8 Uhr bei Sroft, Sodanftr. 17, Versammlung der gonsumgcnoffenschastsmi'igileder. Barlrag des Seiiosscn Buchholtz: „Die Bedeutuno der goiisumgenoffenschaslsbewegung für die Arbeiter- ichast.- »6. Abt. Marienbors Donnerstag. 7>.4 Ubr, Miigliederaersammlung, Varackc, steicheniaal. gonigstraftr. Thema:„Micis- und Wohnrccht in der Praris.- Referent: Senoff« g stier. Snmpathisterende Säste können durch Mii- alioder eingekstbrt werden. 167. Abt. Alt-chiienick«. Voistondssttzung beim Deuossen Naumann, Sorten- stadtstrafte IS. Aroueuveraustalkung am Donnerstag, den 2S. Februar: 156. Abt. Reinickend-ri-Okt. 714 Ubr Seebad. Nestdenzstr. 49. Vortrag de» ve- noffen Stadtrat Keckl:„Dos Iugendwoblsabrtsgeseft.- � Sterbetafel der Groß-öerliner partei.-Grganisatton � 8. Abt. Di« Einäscherung unseres verstorbenen-fföiährigen Jugend- «enoffeu garl Wäger, Llchtenstein Affee Ii, findet Mittwoch, den 25. sie- druar. nachmittag« 414 Ubr, im stremaiorium Wilmersdorf ftan. 26. Abt. Senoffc Georg Kohann, Saarbrstcker Str. 6, ist verstorben. Einäscherung Donnersiaa. 514 Uhr. im grematorium Gerichlstraftl. 66. Abt. Reulöll». Di« Einäscherung de» am 22. ilebruar verstorbenen lanalähriaen Genossen garl E t d t n e r finde- Donnerstag, den 26. fiedruar, I Uhr, im gremaiorium Baumschulenweg stolr. Vorträge, vereine unü Versammlungen Reichsbanner„Schwarz Rot-Gold-, Sefchlistsstell« Leriin S 14 Sebsftjanstr. 57'38 Kos 3 Ca, »aweradschott tzichtenberg nebst Untergruppen. An dem am Ml,-:- woch. den 25. Februar, statilindeude» Turnabend haben auch die Untergruppen und vor ollen Dingen dir älteren staa-eraden ttftlc»»Ilzu, nehmen. Borfsthrun« dc» Medizinballs.- Kameradschaft �rirdiichshenn. Donnerstag, den 26. ilcdruat, abends 71» Uhr, Turnadcnd der ganzen Käme- radschall in der Turnballe Dicstelmeyerltr, 5.- Koincradschaft'Witmersdorf. Während der Turnstbung am sircitag. den 27. Hebruar. abend» 8 bi» 70 Uhr, in der Turnhalle der EberreaUwulc. Am Seepark, Boristhrung dc» Medizin- ball» durch den idauiportwarr Gcrulati». Die zug- und Gruppenfvhrer Äen ein und sorgen für zahlreiche Beteiligung. Arbeiter. Samariter. Bald S. Kolonue Berlin E.». Sonntag, d-n 1. März, nachmittag» 2 Uhr, Kauploersammlun» im Rpseniholer Kof. Rosenthaler Str. ll/ia. Auowci» und Mi:glicd»karlc Icguimicrcn»unr Siruritt. Vereinigung für Schul- und Sr,i«buo<-»srag«», Berlin-Treptp». Km .�eichefisaal der 6, Treptower Scmeindeschul«, Äildenbruchstr, 56. 8 Tr.,«un Ilreita«. den 27. ff'bruar, 8 Uhr. Rc»i!o:iou»abend:„Deutsche Djchtcrinnen.- (Urletel Kinfte.) Eintritt frei! lllno fflrmo, ctl« ein bioortvascitbolr berztellt, fist KQrrlidt In Zcitungslnseraten behauptet, daß Shampoone auf das Haar ungünstig wirkten. Diese Behauptung trifft für das bltesteund bekanntcsteKopfwaschpulver.das seit22Jahren bewährte und von Millionen Verbrauchern dauernd benutzte „Schaumpon mit dem schwarzen Kopf" nicht zu und ist daher Irreführend. Dieses Präparat enthält keinedas Haar schädigenden Bestandteile und seine Vorzüge sind unübertroffen. fllsHaarspeziallsten bekannte ärztliche Autoritäten bestätigen die absolute Unschädlichkeit des „Schaumpon mit dem schwarzen Kopf". Die gegenteiligen unwahren Behauptungen sind durch einstweilige Verfügung des Amtsgerichts Berlin• Mitte Nr. 76 G. 22t, 25 als unlauterer Wettbewerb gekennzeichnet: sie unterliegen gerichtlicher Verfolgung! Lassen Siesich also nicht täuschen, sondern verlangen Sie, wie seit langen Jahren, ausdrüddich das an Güte unübertroffene „Schaumpon mit dem schwarzen Kopf". Rllelnlger Hersteller: Hans Schwarzkopf, Berlin• Dahlem. Wichtig Ist. daß Sic beim Einkauf den Zusatz „mit dem schwarzen Kopf" besonders betonen. Klnderzettung „Oer kleine Coco" gretftz r IS Kinderzeitung «Oer kleine Coco- gratl» I Margarine 4 tom»»»»** I « Se« ersehienea:*»FipA I-esehzeitanc für liebe kleine Kinder". Zerien für Jugendliche. Im Haushaltsausschutz des deutschen Reichstags ist neulich bei der Beratung des Etats des Reichsarbeitsminist.-rimns ein sozialdemokratischer Antrag angenommen worden, der die Bor läge eines Gesetzen» wiirfs verlangt, durch den der Urlauösanipruch für Lehrlinge und jugenolich« Aroeüer geregelt werden loll. In der Vorkriegszeit erschien es aussichtslos, von der Gesetzgebung Ferien für Arbeiter zu fordern oder gar für Jugend- liche. Nur ganz vereinzelt konnten durch betriebsweiic Abmachun- gen für Arbeiter mit langjähriger Dienstdauer einige freie Tage im Jahre erzielt werden, aber für die Lehrlinge und Jugendlichen war nicht daran zu denken. Die Nachkriegszeit hat durch die starke Zunahme der Tarifverträge eine gewaltige Aenderung auf dem Gebiet des Ferienwejens herbeigeiührt. Wohl kein Tarifvertrag wurde abgeschlossen, in dem nicht allen ersahtcn Arbcirern.«in Urlaubsanspruch gesichert wurde. Meistenteils trafen diese Bestimmungen auch für die Lehrlinge zu. Doch schon in den Iahren 1920 und 1921 setzten die Bemühungen der im Auftrage der Arbeitgeberorganisationen, be- sonders der Handwerkskammern, tätigen Juristen ein, die nachzuweisen versuchten, daß die Lehrlinge nicht von Tarifverträge» erfaßt werden können, da nach der Gewerbeordnung nur den Orga- nisationen des Handwerks das Recht zur Regelung der Lehrlings- Verhältnisse zustehe. In der darauffolgenden Zeit, als durch tzie ver- tragsfeindliche Stellung des Unternehmertums sowie durch die in- folge gewerksckaftsseindlicher Propaganda eingetretene Gleichgültig- keit breiter Arbeitermassen die Wirkung der Tarifverträge«in- geschränkt worden war, mußten besonders die Lehrlinge und Iugend- lchen in großem Maße auf ihre Ferienansprüche verzichten. Noch im Frühjahr 1923 konnte von den Gewerkschaften festgestellt werden. daß in den meisten Berufsgruppen den Lehrlingen und Jugendlichen durch Tarifvertrag ein Recht auj_ Ferien gegeben war, wenn auch in durchaus unzulänglichem Maße. Inzwischen ist jedoch eine bedeutende Verschlechterung der damals schon unbefrie- digenden Verhältnisse eingetreten In der Holzindustrie z. B. war damals für Lehrlinge und ungelernte Jugendliche durch den Reichstarif ein jährlicher Urlaub von drei Tagen festgesetzt. Wer wollte behaupten, daß das zu weitgehende Sozialpolitik war? Mein das Verhalten der Unternehmer hat mittlerweile die Aufrecht- erhaltung auch dieser nur bescheidenen Feriengewährung unmöglich gemachr. In bezirklichen und örtlichen Kämpfen mußten die Holz. arbeiter die kärglichen drei Tage Urlaub für ihren Nochwuchs erit mühsam wieder erringen; noch immer ist dieser Kampf nicht ab- geschlossen. Aehnlich und schlechter sieht es in anderen Wirtschafts- zweioen aus. Haben sich nun aber die Lebens- und Gesundheitsver- Hältnisse der Jugendlichen in den letzten Iahren so ge- ändert, daß sie keine Ferien mehr gebrauchten? Noch für mindestens IS Jahre werden wir mit Jugendlichen zu rechnen haben, bei denen ein erheblicher Teil der für das Wachstum wichtigsten Zeit mit den Kriegs- oder Inflationsjahren zusammenfällt. Und deshalb werden wir auch noch etwa für dieselbe Zeit mit einem unbefriedigenden Gesundheitszustand zu rechnen haben. Wenn das Berliner Jugend- amt z. B- feststellt, daß im Oktober 1921 im Bezirk Pankow 31 Proz. der schulentlassenen Knaben und 30 Proz. der Mädchen von den Schulärzten als' nicht berufsfähig bezeichnet wurden, so spricht das f für sich. Welentfichs Verbesserungen sind inzwischen nicht«in-; ; getreten, dafür ist aber in den letzten zwei Jahren die Arbeits-! � zeit der Lehrlinge um 1 bis 2 Stunden pro Tag ver- j � längert worden. Aber ganz abgesehen von diesen traurigen gesundheitlichen Ver- | hattnissen, die nach Besserung schreien, ist die Notwendigkeit der ' Feriengervöhruna Mir die bernistötiaen Jugendlichen von der Schul« längst anerkannt. Alle Schmer, ganz gleichgültig, wie all sie sind, haben in jedem Jahre verschiedene Male längere Ferien; auch den Berufsschülern werden diese Ferien gewährt. Der Haken bei dieser Sache ist nur. daß diese Berussschüler ihre Schulserien- zeitaufderArbeits stelle verbringen müssen. Sein Mensch fragt danach, was der hondarbeitende Schüler während der Schulierien beginnt, während der kopfarbeitende höhere Schüler in jeder Beziehung in der Verwendung feiner Urlaubszeit gefördert wird. Darin liegt eine so schreiende sozial« Un- qerechtigkeit, daß schleunigst« Abhilfe geschaffen werden muß. Es Handell sich hier einfach um die Frage; soll den Jugendlichen, die an sich schon ein schwereres Los haben als ihre Altersgenossen, an den höheren Schulanstalten, die Erholungszeit, die diesen reichlich gewährt wird, wenigstens in beschränktem Umfang gegeben werden oder aber gar nicht? Diese Frage kann heute nur noch durchdieGesetzgebung gelöst werden, da der Weg der Verständigung zwischen den Betellig- ten für absehbar« Zell nicht zum Ziele führt. Zu dieser Schluß- folgerung kam auch die vom Ausschuß der deutschen Jugendverbände am 20. Januar abgehaltene Tagung. Nach einem instruktiven Referat ergab eine sehr lebendige Aussprache, daß die Vertreter oller Iugendverbände. der evangelischen wie der katholischen, des I u n gl» e u t s ch l a n d b u n d e s wie der Deutschen Turnerschast, der deutschnationalen wie der sozialistischen Iugendverbände es für not- wendig hallen, daß durch ein Gesetz ausreichend« Ferien ge- währt werden. Beschlossen wurde: „Der Ausschuß der deutschen Iugendverbände ersucht... die Reichsregierung, so schnell als möglich eine Gesetzesvorlage einzu- bringen, die drei Woche» bezahlte Ferien für erwerbskätlge Zngendliche sei«. schließlich Lehrlinge) nnier 16 Zahre» vnd zwei Wochen bezahlte Ferien für erwerbstätige Zugendllche(einschließlich Lehrlinge) zwischen 16 und IS Zahren gewährt." Der Ausschuß wird mit den in Beiracht kommenden Reichs- nünistern sowie mit den Fraktionen des Reichstaos in Verbindung treten, um die Forderung zu einer recht baldigen Bearbeitung durch die Gesetzgeber zu bringen. Man darf aesparmt fein, wie sich die sozialpolitischen Reaktio- nät« zu der Ferienforderunq durch die Iugendverbände aller Richtungen verhalten lverden. D?r Erfolg wird davon abhängen, inst welcher Energie die den rechtsgerichteten Parteien nahestehenden Iugendvcreine für die von ihnen zweifellos ehrlich gemeinte Forderung eintreten. Im Interesse der heranwachsenden Jugend ist nur zu wünschen. daß all« politischen Parteien dieser Frage da, notwendig« Verstand- nis entgegenbringen._ BJeff er ffit Brlta mk Amgegeab: Zettweste stärker dewiM. ader keine nennenswerten Nieberschläg«. lveittazStemperaturen über Null.— Für Vevsichlarb: Im Weiten Milderung und feichweiie Niederl chlize. Im Osten Nachtfröste. Mus öer partes.* Aus der hessischen Sozialdemokrake. Am Sonntag fand in Offenbach«in« Tagung der Landes» instanzen der hessischen Sozialdemokratie statt. Nach einem ausführ- Kchen Bericht des Lande-ssekretärs Eenosten Wik man« über die Verhandlungen des Partciausschusses, die 8 q r A f• ä r e usw. und nach einer lebhasten. sachlichen Aussprache wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Der Landesvorstand und Landesausschuß der Sozialdemokra- tischen Partei Hessens begrüßt die Bestellung eines UMersuchungs- ousschusses der Parte: in der Barmat-Afsärc und erwartet, daß derselbe seine verantwortungsvoll« Tätigkeit in objektiver Welse ausübt, die gegen einzelne Personen erhobenen Vorwürfe genau prüft und gegebenenfalls alle sich daraus ergebenden Konsequenzen zieht. Der Landesvorsiond und Landesausjchuß bedauert, daß Partei- organe, ohne das Ergebnis des Untersuchungsausschusses obzu- warten, berells gegen Mitglieder der Partei und des Parteivor- stand« Stellung nahmen und dadurch Unruhe in die Partei- Mitgliedschaften tragen und den Gegnern Material gegen die Partei llefern. Der Landesvarstand und Landesausschuß erwartet von unseren Parteifreunden, daß sie die gegen die Partei von der reaktionären ond kommunistischen Presse erhobenen Anwürfe zurückweisen und nachdrücklichst für die Stärkung und den weiteren Ausbau der Sozialdemokratischen Partei wirken." Zur Frage der hessischen Regierung sbildung und über die Haltung der sozialdemokratischen Fraktion des hessischen Landtages gab der Landtagsabg. Genosse Kaul eine eingehende Darstellung der bis jetzt gepflogenen Verhandlungen. Auch zu diesem Punkt wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: .Der Landesvorstand und Landesausschuß der Sozialdemokra- tischen Partei Hessens erklärt sich mit der Haltung der sozialdemo- kratrschen Landtagssraktion in der Frage der hessischen Regierungsbildung voll und ganz einverstanden. Einmütig und geschlossen steht die ganze Sozialdemokratische Partei Hessens in der derzeitigen Ab- lehnung einer großen Koalition. Die Haltung der Deutschen Volks- parte« im Reichstag und im Preußische» Landtag schlleßt ein ge- meinsames Zusammenarbeiten mit dieser Partei im h' Isischen Land- tag ganz von selbst aus. Die Sozialdemokratische Partei ist nach wie vor bereit, mit den Parteien der Weimarer Koalition, wie in den zurückliegenden sechs Jahren so auch in der Zukunft, eine durch den Willen des Hessenvolkes am 7. Dezember 1924 geschossene trag- fähige Regierung zu bilden. Zu einer Aenderung der hessischen Verfassung liegt für die Sozialdemokratische Partei Hessens keine Veranlassung vor." übergibt man deS Deutlchcn mir be« Nachweis Musiker- Berbandes. l«sÄlT �7-'— n',lca4"r" 21 ljkönigstadt GeschäitSzeit 9—6, Sonntags 10-2 llbr. Auf Wunsch Bertrcterbes'lch. * �"»4> yjrvpfcn TttetaU'OeZ-Jolitun hesser eds Jhizttfasser MI Staats-Tbeater Opern bans TVtü. Der Barbier. von Bagdad I Opernbans am Königeplatz Ues"hlossen Scbansplelbaaa Tl, Pr. v. Homburg Schiller-Theater TVt; unten Margen, Br. Flserfer!— das Fett i Handwerker VaikebSbne TVtllhr. Sakuntala Oanta�h. Theater 7'/, Uhr •ie hemge Johanna Kamraeraplelc ;'2 Uhr. Dte Stützen der Gesellscbaft Die Komödie IvnntndsxE hilW ■> Uhr Der Diener zweier Hei reo Thuir i.a. SlBijärltr Str. 8 uhr: Wir lassen ans scheiden Komödienhans S Uhr Heimliche Braullafart Beniner Theater 7J0 Uhr. Anneliese v, Oess u I Variete- 1 ftevue Besidenz-Th. Tägl. 8 Uhr ]Krs. Bot leqioliline Konstiolin liefe SaBdrad. Rcrft. Barg Ehser. Uxaa&r Battaai, Rov von Sirkvt Haoptmn Kleines Tb. Täglich 8 Uhr: Fiao IMeagm im Frltdsim md Imcr Gisela Werbezlrk Hin Uahgr. SAitkn Strehla. Matidn Cfmis Busch Täglich 7V, Chr. Sonntags a.JUhr: ivur noen kuitc«111 ert. d. Bbr.jr. Ciren-Prair. r Affe als Trapeakfiostler' 1 Indianer als Badwanderl Qastsplel Kommissloaarat Albert SdüunaiD Nur noch kurze Zeitl laier Der!. Der 8 Ohr: Oer aeae gr. Erfalg! Das romantisch- fantastische ManaflN-Schaiispi«! lad? Hamlllon EIS! Paula Bosch.!;~ Seliaa der laaege Vaader! Trianon-Tb. Heute 8 Uhr v-r Webrwolf Honal Arnstadt Da Ctbenscbütz Kaiser. Titz Lettlnecr Klubertanz Tha- la-Tli. TägL 8 Uhr; Oas DniniUeta Schubert I a d i o w k c r DutVlLllillJtiErtllUt. la iicn»,8 Uhr „Rlqaette-* apintii m tor Sfrui Lastspielhaus Heute z 75. Male 1 Uhr Dolde Thitlsito D. wahre Jakob Opereltenhaas m.diifftwierdanm -> U i Die nrtaosdile Fru Wnllner-Thent. StIiIU.: Premlere Romeo o. Jul'a Casino-Theater 'zthriiiaSlT. 17 njI.Dni \urnochb.zJ März die Schlager- Posse Qref Koks u. das bunte Progr. .-reit 6.3 z. 1. Male B Neue Welt|m 'XnuM'sdnlz: BasaAekle 188/tU' Täglich - Morgen, Donneralag 26. Februar-, j ;6r.ScbwefneschIachten; berliner II IK-Tria Neukölln. V tahnslr.T« 75i Rose-Theater Berlin wie es weint nnd lackt Tauben- atr. 4Ä URANIA Filmvorträge Oberingenicur DREYHR verlängert Montag, den 23. Februar, 9 Uhr abends, Dienstag, den 24. Februar, 7 Uhr abends, Mittwoch, den 2». Februar. 5 Uhr ah 1,0.. Donnerstag, d. 26. Febr.bls Sonnt..d.i. März, S Uhr nachm. and 7 Uhr abends. COlMBCSs der Film vom Bau uodBe- irieodes größten deutschenLloyddamp ers Ueberfahrt, das Meer, N;w Yorker Hotel- und Eisenbahnwesen. Klare, fesselnde Trickfilme, prachtvolle Wirklichkeit- aufnahmen der Döring-Fjlm- Werke, Hannover. KartenvorverkauL- Tbealerkasse Wertheim, lonsileodink Komifdic Ohr Oper Ohr Direktion: James Klein Unsere Revue: Das hat die Welt noeh nicht geaehn alt Iber III lliwirkenden Die Sensation des Berliner Theaterlebens! SoekbierTest in den bayeriscfaeD Alpen|. ' I Itgelleo— neae DekerUlonenJ> 10 bajer. iad'l � B«pgschloB*Bockblar Einlaß 6 Uhr— Anfang 7 Uhr] Voranzeige Senntag Z'/° Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. I Kind frei zu halben Preisen (SO PL ois 6 Mk.) fcneräanf BBonlerbrochen! Apollo-Thealer Direktion: James klein Premiere Mittwodi. 1 25. Febniar,? BIü: Die Nhdüe von Paris Gr. Ausstattungsoperette in 3 Akten unter Verwendung O f le n bach scher Musiken In den Hauptrollen: Elisab. BalzeMidiMia Arthur Kistenntteher Martin leltner Ellen v. Ferenczy Ceber 100 Mitwirkende Preiaa 2 bis 10 Hk. Vorverk ununterbr. geöffnet Peicnshaiien-Tneater Allabeodi 8 D u. Sonntags nachm. Jliht Slcflfner Sänger Neu! Sport.Müller Neu' s ifa*". haiaekiciH. wütaPw r Dönhoff« Brett'C: Familien-Variete •Anf. 71hU Sonnt W, II Mur noch heute u. morgen Dm grolo tröffnungs-ProgramBi Mmmmm Ofmil«o- do> GrolenVolkaoper singf die Arle dse MaMslaHa aua dar Oper.Dia Stamme vor Poitd" » Dar Taus Var Kersaraa aaagalührt vom EamanoO-Ballatf * Piefro, der Korsar dar groBo Ulallln Ab Freitag, 27. Februar: Das neue Programm Vorverkauf ohnn Aufschlag Ml"»lcn mitlofl» IS— 2 Uhr aa dar Thoaiorhataa Ufa« Thsaie- Turmsfirasse (Turmatrsaso, Kcka StremaUaaaa) Varfcenraverblrdungon: Direkt vor d-m Thealer halten de C traCenbahnllniaR: 3.*. II. 12 13..4, Id. 21, 44, 46, 86,.13 Autobuslinien Nr. II, 28 Kaller-}Uime 1945 TUldüiiralspalast 28. Woche Allabend>.8,'.Uhr Die gröBte Kerne d. 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Jebroot 1925 Die gesprengte Gerichtsverhandlung. Die Verteidiger appellieren an den Reichsjustizminister. Nach der zwangsweisen Abschiebung des Verteidigers Samter trat eine Pause ein. Erst gegen öbZ Uhr nachmittags wurde unter allgemeiner Spannung die Sitzung wieder erössnet. Rechtsanwalt Dr. S a m t e r war zwar im Gerichtsgebäude anwesend, verzichtete aber darauf, den Sitzungssaal zu betreten. Rechtsanwalt Dr. Rosen- selb gab daraus im Namen der Gesamtoerteidigung folgende Er- klärung ab: „Die in diesem Prozeh amtierenden Verteidiger haben aus verschiedenem Wege entgegengesetzte Interessen der Angeklagten zu vertreten und sie beurteilen die Lorfälle, die zu den Maßnahmen des Herrn Vorsitzenden gegen einen Verteidiger ge- führt haben, verschieden. Die Ge>amtverteidigung ist aber darin eini g. daß die Erklärung des Herrn Präsidenten, daß ein Verteidiger die Rechte des Verteidigers verwirkt habe und die Anordnung, daß dieser Verteidiger obzusühren sei. gegen die In- teressen der Angeklagten und gegen die Rechte der gesamten An- waltschast verstößt. Die Gesamtverteidigung suhlt die schwere Per- antwortung, die insolge dieser Vorgänge aus ihr ruht, sie hält sich für verpflichtet, bei den zuständigen Stellen deshalb vorstellig zu werden. Der Herr Präsident wird deshalb gebeten, die Verhandlung bisDonnerstagsrüh auszusetzen." Vors.: Herr Reichsanwalt, haben Sie dazu eine Antwort zu geben? Reichsanwalt Reumann: Ich sehe irgendeinen Grund zur Aus- setzung der Verhandlung nicht ein. An welche zuständige Stelle die Verteidigung sich wenden will, ist mir unklar. Es handelt sich hier um Vorgänge der Rechtsprechung, die unabhängig ist und keinerlei Angriss, von welcher Seite er auch kommen mag, ist geeignet, irgendwelchen Einfluß aus die Entscheidungen des Präsidenten oder des Gerichtshofes zu treffen. R.-A. Dr. Rosenseld: Die Verteidigung ist sich darüber schlüssig geworden, an welche Stellen sie sich wenden will. Im übrigen habe ich meiner Erklärung nichts hinzuzufügen und möchte nur per- sönlich die Bitte aussprechen, daß der Schritt der Anwaltschaft zur Beilegung des Konslikts nicht dadurch verhindert wird, daß man uns nicht die nötige Zeit läßt. Vors.: Ich lege auch Wert darauf, zu erfahren, in welcher Richtung oersucht werden soll, hier die Vcrhandlungsweise des Vorsitzenden einer Kritik durch irgendeine Behörde zu umerziehen. Rur dann könnten wir darüber schlüssig werden, ob wir die Per- Handlung aussetzen, wenn wir darüber unterrichtet sind. Andernfalls würde es doch den JMereffen der Angeklagten zuwiderlaufen. R.-A. Dr. Rosenseld: Ich glaube, diese Schritte im Interesie der Angeklagten zu umernehmen. Ich bin nicht befugt, weitere Erklärun- gen darüber abzugeben. Vors.: Der Gerichtshof wird sich zur Beratung zurückziehen. Nach nahezu lVs stündiger Beratung erschien der Ge- richtshof wieder im Saal, um zunächst dem Vertreter der Reichs- änwal.schaft, Reichsanwalt Reumann, das Wort zu einer Erklärung zu erteilen. Reichsanwalt Neumann nahm nochmals Stellung zu der Absicht der Verteidigung, sich an die zuständigen Stellen wegen des Konflikts zwischen dem Vorsitzenden und dem R.-A. Samter zu wenden und erklärte: Ich bitte, den Antrag auf Aussetzung der Ver- Handlung abzulehnen. Es geht hier um nicht mehr und nicht weniger als um das Palladium der richterlichen Unab- hängigkeit. Die Unabhängigkeit der Rechtspflege wird Er- schütterungen ausgesetzt, wenn hier bei anderen Behörden, die gar nicht in der Lage sind, richterliche Entscheidungen einer Kritik zu umerziehen, Vorstellungen erhoben werden. Hierauf zog sich der Gerichtshof noch einmal turzzurück, erschien jedoch bald wieder und Präsident Riedner führte aus: Ich habe folgenden Beschluß zu verkünden: Der Staatsgerichtshof ist auf Grund eingehender Erwägungen zu der Ueberzeugung gelangt, daß der Alltrag der verteidiguag aus Aussehung der Verhandlung nach der bereits gegebenen Begründung abzulehnen ist. Er hat beschlossen, die Aussetzung abzulehnen und in der Verhandlung sortzu» fahren. R.-A. Dr. Rosenseld gab folgende Erklärung ab: Die Verteidiger. soweit sie nicht als Offizialverteidiger durch besondere Be- slimmungen gebunden sind, sehen sich im Augenblick nicht in der Lage, der weiteren Verhandlung vor Erledigung der Verhandlung mit den zuständigen Stellen beizuwohnen und werden den Saal ver- lassen. Dabei heben wir mit Nachdruck hervor, daß wir die Ver- teidigung beibehalten und am Donnerstag zur Stelle sein werden. Daraufhin verließen alle Verteidiger bis auf die beiden Offi- z i a l Verteidiger Dr. G o l d st e i n und S ch ü m i ch e n- Leipzig den Saal. Vors.: Wir werden jetzt feststellen, welche Angeklagten noch ver- treten sind.— Gleichzeitig verwies der Vorsitzende die am Der- teidigertisch sitzenden Stenotypistinnen der Verteidiger in den Zu- schauerraum. R.-A. Dr. Goldstein und Schümichen erklärten, daß sie Neu- mann, König und Diener vertreten.— Daraufhin beaMragte der Reichsonwolt Unterbrechung der Sitzung, um für die an- deren Angeklagten Ofsizialverteidiger zu stellen. Angekl. Mayer: Ich erkläre gleichzeitig im Namen von K u h l s. Intorf und H o l l u p, daß wir Offizialverteidigern gegenüber keinerlei Aussagen machen und mit ihnen keine Besprechun- gen abhalten werden. Wenn wir unsere Wahlverteidiger nicht wieder erhalten, dann verweigern wir überhaupt jede Aussage hier. Vors.: Die Verhandlung wird zweck» Einsetzung von Ossizial Verteidigern bis Mittwoch früh 10 Ahr unterbrochen. Damit war diese ereignisreiche Sitzung des Tscheka-Prozesies bendet. Wie wir erfahren, begab sich im Anschluß hieran eine Depu- tation der Verteidiger, die aus den R.-A. Dr. R o s e n f e l d, Dr. Wolf- Düsseldorf und Dr. M a r s ch n e r- Leipzig bestand, mit dem Abendschnellzug nach Berlin, wo sie am heutigen Mittwoch im Reichsjustizminisierium vorstellig werden wird. Die Anwälte beim Reichsjustizminister. Wie die BS-Korrefpondenz mitteilt, tritt der Vorstand der Strafrechtlichen Vereinigung am heutigen Mittwoch um 11 Uhr zusammen, um dann gemeinsam mit den Verteidigern aus dem Tscheka-Prozeß sich zum R e i ch s j u st i z m i n i st e r zu begeben. Die Anwälte wollen gegen die Mandatscntziehung, von der R.-A. Dr. Samter durch den Präsidenten des Staätsgerichtshofes betroffen worden ist,. Protest erHeden, und zwar soll es sich hierbei nicht um eine Sympathiekundgebung jür den betrejfen- den Anwalt handeln, sondern um einen Protest, der aus p r i n- zlpiellen Gründen erfolgt. Zeuge: Man machte uns die Zeitungsartikel und die Ver- Lffentlichung von Schriftstücken der Gefellschnfl zum Vorwurf. Zeuge Veßler teilt mit. daß nach der Entlassung auch noch«ine Besprechung mit dem Reichswtrtschastsmimster Robert Schmidt in dessen Wohnung in Karlshorst stattgejunden habe. Er sagte eine Nachprüfung der ganzen Angelegenheit zu. Es sei aber dann nichts geschehen. Abg. Dr. Ladt(Soz-s stellt angesichts der Tatsache, daß die ersten Verhandlungen mit dem Reichswirlschastsministerium im Aebrnar oder Zstärz lSZI geführt worden, fest, daß zu damaliger Zeit noch Dr. Scholz Reichswirtschaflsminister war. Der kaufmännische Angestellte Gierte war gteichsalls Mitglied des Betriebsrats der Allleder-Berwertungsstell«. Er bestätigt die Angaben der vorher vernonunenen Zeugen und bekundet, daß der Abg. Thiel von der Doltspartei dos Material entgegengenommen. aber über den Erfolg sich nicht geäußert Hab«, obwohl er vorher erklärt hatte, er sei mit dem Reichswirtschaftsminister Dr. Scholz bekannt und werde mit ihm über die Sache verhandeln. Das Material sei aber offenbar in falsche Hänoe gelangt und das habe die Entlastung der Berriebsrotsmicgliedcr verschuldet. Nach der fristlosen Entlastung hat der Zeuge noch seiner Bekundung sich an Abg. Thiel, Abg. Dr. Radbruch und andere Parlamentarier vergeblich gewandt. Der Betriebsrat habe auch sämtlichen Ler- linerZeitungen das Materia! unterbreitet, aber nur die„Frei- heil", dos Organ der USP., sei darauf eingegangen. Stadtrat tvuhky, der über die Wohnungszuweisung cm Kutister vernommen wird, hat aus den Akten festgestellt, daß der Ausschuß 1922 beschlosten Hot, Kutister entgegen r«r ersten Entscheldimg des Wilmersdorfer Wohnungsamtes seine Wohnung zu belassen und dem ihm zugewiesenen Dr. Schweitzerr eine andere Woh- nung nachzuweisen. Kutisker habe damals die Wohmmg schon länger als zwei Jahre irmegehabr. Aus Billigkeitsgründen feien ähnliche Entscheidungen wie im Fall« Ku« tistor häufiger getroffen worden. Der Ausschuß habe aus Vertretern der verschiedensten Parteien bestanden. Der Zeuge erinnert sich nicht, ob Oberoürgermeister Boeß zugunsten Kutiskers interveniert hat. hält das aber nicht für ausgeschlossen. Der Ausschuß geht dann zur Erörterung der Frage über, wie Kutisker in Berlin hat zu einer Wohnung kommen können. Die deutschnationalen Mitglieder des Untersuchungsausschusses be- lieben dabei in der unverschämtesten Weise Fragen an den als Zeugen vernommenen Stadtrat W u tz k y zu richten, die den Ein- diuck erwecken sollen, als ob möglicherweise Wutzky, der Ober- bürgermeister oder irgend sonst jemand im zentralen Berliner Magistrat an der Wohnungszuweisung on Kutisker schuld lei. Wir berichten über diese Angelegenheit an anderer Stelle. vie Untersuchung s« kreöitaffare Kutisker und die Altlederverwertungsstelle. In der heutigen Sitzung des Untersuchungsausschusses im Landlag wurde als erster Zeuge der Handelsvertreter Wilhelm B c ß l e r vernommen, der bis zum W. Mai 1921 Abteilungsleiter in der Abrcchnungsabteiluna der Altleder-Verwertungs- stelle war, die dem Reichswirtschaitsministcrium unterstand. Beßler bekundet, er habe gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern des Betriebsrats sich verpflichtet gefühlt, über die unzulässige Begünstigung Kutiskers seitens des Generaldirektors der Altleder-Verwertungsstelle Warnholz B e s ch w e r d e zu führen und schließlich Strafantrag zu stellen. Die Leitung der Verwer- tungsstelle habe an Kutisker Waren abgegeben zu Preisen, die weit unter dem Selbstkostenpreis lagen. So wurden ihm beispielsweise große Mengen militärstcher Ausrüstungsstücke, deren Selbstkostenpreis 4U M. betrug, für l M. überlassen. Ein großer Posten Geschirre, der den landwirtschaftlichen Genossenschaften izuge. führt werden sollte, wurde plötzlich zu einem Spottpreis an Kutisker abgegeben. Ebenso eine große Menge von Schnürschuhen. Diese Schnürscbuhe sollten eigentlich der ärmeren Bevölkerung und der Arbeiterschaft zugute kommen, durch ihren Derkouf an Kutisker wurde aber bewirkt, daß sie nach dem Osten exportiert wurden. Weiter wurde an Kutisker ein größeres Depot, das Reichen- bacherLager verkauft. Der Betriebsrat ermittelte, daß General- direklor Warnholz, der eifrigste Förderer Kutiskers, eine An- stellung als Direktor d.irs«» Lager« von Kutisker erhalten sollte. Diese Anstellung wurde ober durch die Beschwerde de» Lelriedsrals vereitelt Direklor Warnholz, ein früherer Oberfeuerwerker, war vor der Uebernahme durch die Alileder-Derwertungestelle Angestelller der Wumba Der Zeuge und der Betriebsrat hatten über die Begünst:- aurw Kutiskers zunächst Beschwerde geführt bei der Direktion und beim R-ichswirischaftsrat. als das keinen Erfolg hott«. beim Reichswirtschastsminister Schmidt. S>« hatten dann da» Mater al dem Abgeordneten Thiel von der Deutschen Doltspartei übermittelt der aber nach seiner Mitteilung auch nichts ausrichten konnte. Sie stellten schließlich«-trasantrog gegen die Direktion der AlLeder-Berwertungsstelle Dos Verfahren wurde aber nach einiger Zeit eingestellt. Der Zeuge und die übrigen Mitglieder des Be- triek-srates sind wegen ihres Borgehens gegen d.« Direkt,«, am 23. Mai 1921 fristlos entlassen wori:«n. Das schon früher von komuinst'scher Ee.t« dem Ausichuß vor- kieleg.c, für Kutisker außerordentlich günstige Zeugnis der Direktion der Allleder-Bertrci.ingsstcllc wird dem Zeugen Beßler vorgebalten Er erklärt, dieses Zeugnis fei ihm unbekannt, es widerspreche aber auch durchaus den Tatsachen, und stelle Kutisker in einem viel zu günstigen Lichte dar. Es folgt dann die Vernehmung des Handelsvertreters Simon, der seinerzeit Statistiker in der Altleder-Verwertungsstelle war und gleichzeitig den Posten des Vorsitzenden im Betriebsrat bekleidete. Der Zeuge bestätigt, daß Kutisker Waren zu außergewöhnlich niedrigen Preisen erhielt. Von anderen«weiten waren bedeutend höhere Preise geboten. Trotzdem wurden die Waren an Kutisker gegeben. Dazu kam, daß die anderen Abnehmer immer s o- j o r t zahlen mußten, während Kutisker längeren Kredit harte. In einem Falle seien beispielsweise Kutisker für angeblich minderwertige Waren, die tatsächlich gar nicht minderwertig waren, ganze Waggons gratis als Entschädigung nachgeliefert worden. So- weit der Zeuge beobachtet hat, hat Kutisker die Waren st c t s nach dem Osten verschoben. Der Betriebsrot übergab damals sein Material der Staatsanwaltschaft und wandte sich dann auch an das Reichswirtfchastsministerium..tisch Ansicht des Zeugen ist das etwa im Februar-März 1921'Unter Robert Schmidt gewesen. vom Relchswirtlchastsministcrium wurde eine Revision durch die Relchskcedilslelle zugesagt. Noch ehe die Revisoren eintrafen, wurde aber bereits von der Alt- lcdcrvcrwerluiigssteUc die fristlose Entlassung der betrefsenden Be- lriebsratsmitglieder ausgesprochen. Der Zeuge bekundet weiter, daß sich der Betriebsrat auch an die Presse wandte. Besonders die„Freiheit" habe damals eine Reihe von Artikeln gebracht. Aber auch an den„Cokal-Anzeiger", das„Tageblatt" und andere bürgerliche Zeitungen hat man sich gewandt, diese hätten sich aber auf Veröfsentlichungen nicht eingelassen. Abg. Frau Dr. wegscheider(Soz.): Haben Sie sich auch an Ab- geordnete gewandt? Zeuge: Ja. an Radbruch. Simon- Franken, Dr. H« r g und Thiel. Der Abg. Thiel von der Deutschen Volkspartei hat uns die Verbindung mit dem Reichswirtschaftsministerium vermittelt. Vors.: Aus Jbrem Entlassungsschreiben geht hervor, daß die Altleder-Verwertungsstelle dann ein Srrasverfahre», gegen Sie eingeleitet hat. Ist dabei etwas herausgekommen? Zeuge: Rein, die Altleder-Verwertungsstelle ist mit ihren Versuchen zur Einleitung des Verfahrens abgewiesen worden. Es wurde damals auch gerichtlich festgestellt, daß erhebliche Unregel- Mäßigkeiten mit Kutisker vorgekommen feien; der Beweis sei aber nicht erbracht, daß diese Unregelmäßigkeiten irgendwie zum Bortell der Direktion gewesen sind. Der Zeug« fügt hinzu, daß damals vielleicht noch mehr herausgekommen wäre, da auch«in« Reih« höherer Persönlichkeiten von der R e- gierung Vor. zugslieserungen erhalten hätten. Aus Beiragen nennt der Zeuge Geh. Rat HIeckmann und elneu Geheimrat aus dem Reichswirtschaftsministerium. die gleichfalls waren gratis und zu Spotkpreisea bekommen Höllen, weitere Romea kann der Zeuge nicht angeben. Abg. kullner(Soz): Aus welchen Gründen wollte denn die Direktion ein Strasversohren gegen Sie einletten? Wirtschast Sprengung eines tzefekartells. Uns wird geschrieben: Schon lange Jahre bestehende, in vollem Betriebe befindlich« Unternehmungen mit zahlreicher Arbeiterschaft und umfangreichen maschinellen Einrichtungen sollen möglichst erhalten werden, Stillegungen großer Fabrikanlagen, Arbciterentlassungen grö- � ßcren Stil? sollen möglichst vermieden werden. Dieser soziale Gesichtspunkt hat in einer Ensichxfdung des dem Reickswirtichaits- gerich, angegliederten K a r t e l l g e r i cht s vom 5. Februar 1925 wohl begründeten Ausdruck gesunden. Drei Hefcfabrtien hatten sich 19Zl zur Vcrbilligung der benötigten Rohstoffe durch gemeinsamen Einkauf sowie zur Ver- billignng der Verkaujskosten durch eine gemeinsame Ver- kaufsorpanisation znsammcngetan und den Heseabrus nach dem Schlüsiel ihrer Produklionsrechte geregelt. In der Folgezeit ließ die eine der drei Firmen R. Insolge Stillegung ihrer.'Zeiefabrik ihre Anteile von 29 Proz. durch die zweite F i r n> a L. bearbeiten Nachdem das Zusammenarbeiten aus dieser Gnindlage jahrelang sich glatt abgewickelt hatte, erklärte die Firma R. in einer Aufsichtsratssigung im Mai 1924 plötzllch, daß sie ihre Anteile nicht mehr von der Fabrik L., sondern von der dritten Konzemfirma C. bearbeiten lassen wollte. Sie selbst wollte die Produttion nicht wieder aufnehmen, Die Firma L. hat die Interesscngeinelnschust fristlos g e k ii n- d I g t und vor dem Kartellgericht glaubhaft gemacht, daß sie mit der dauernden Verarbeitung des- R.-Ävntingrms gerechnet habe und dadurch veranlaßt worden sei. ihre auf die Verarbeitung von etwa 33 Proz. des Gefamtkontingents der Intcressengemeinschast ein- gerichtete Betriebsanloge derart auszubauen, daß sie»eben ihrem eigenen auch den Rest des R. Kvntingents auszuarbeiten ver- mocht hätte. Die Fabrik L. führte noch aus: Es verstoße wider Treu und Glauben, wenn R. unerwartet ihr seinen Anteil entziehe und densewen C. zuteile: wenn mgn ihr den fristlosen Austritt ans der Interesse»ge:nein!chaft oersage, so sei sie dem sicheren Ruin verfallen: nach deni Verlrage dürfe sie Hefe nur an die Intercssengemein- schast abliesern, die Nachfrage nach Hefe habe nachgelassen, ihre Ma- schineneinrichtung und ihre Arbeiterschaft entspräche der seit Jahren erhöhten Heseherstellung. durch das Verhalten von R. und C. werde ihre P l o d u k»- o n unter die Grenze der Rentabilität herabgedrückl. Das Kanellgericht hat die fristlose Kündigung der Firma L. für berechtigt erklärt und dazu ausgeführt, daß In der Tat die Entziehung des Mprozerttigen Kontingents durch die Firma R. für die Firma L eine völlige Verschiebung der wirtschaftlichen Grund- lagen bedeute, aus denen die Fabrik L. ihr Unternehmen ausgebaut habe; dazu komme, daß infolge des kurz vorher erfolgten Zusammen-- bruchs des neuen Heseoerbandes eine völlige Umwälzung auf dem Hefemarkt eingetreten«et. der Hefepreis fei von rund 59 Pf. auf rund 39 Pf. das Pfund gefallen, ein scharfer Konkurrenzkampf habe eingesetzt, in diesem wirtschoftlichen Kämpfe zu bestehen und ihre wirtschaftliche Existenz behaupten, habe für die Firma L. nur Aufsicht bestanden, wenn sie in der Loge geblieben sei, ihre Betriebseinrichtung zum mindesten in dein bisherigen Maß» auszunutzen; durch weitere Bindung an ihre Kartellpslicht sei der Firma L. der freie Wettbewerb unmöglich genmcht und das müsse als eine unbillige Erschwerung der wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit von L. angesehen werden. Vom sozio. en Standpunkte aus ist diese Entscheidung zu begrüßen, da sie es einer seit einer ganzen Reihe von Jahren in erbittertem Konkurrenzkämpfe stehenden Firma mit zahlreicher Ar- bciterschaft ermöglich!. Produkte'n ausreichendem Umfange auch fern er hin herzustellen und daurch ihren erprobte» Arbeiterstamm weiter zu beschäftigen. vsp gute Lssckmsek lstres Kuclien5 kann du red ein Backpulver derart beefnträchtsgt werden, da« Jedem die Last ram Essen vergeht Ihre vornehmste Aufgabe als Hausfrau ist es, ein Backmittel zu wählen, das unter keinen Umständen vorschmeckt und das den Kuchen für den verwöhnteste» Gaumen geniessbar macht Ein solches Backmittel, das Sie deshalb nie entbehren können, ist das MONDAMIN-BACKPULVER das rheinische Jern-Gas-Projekt. Zu dem bekannten rheinischen Fern-Gas-Projekt teilt unser Kölner Parteiblatt„Rheinische Zeitung" u. a. mit: Die Gefahr einer Entkommunalisierung der Gasversorgung der rheinischen Geineinden scheine näher zu liegen, als die Oessentlichkeit ahne. Augenblicklich suche eine kon- ri n e n t a l e W a s s e r>v e r r S g e s e l l s ch a s t. A.-G., Abi eilung Gaswerke, Verträge auf Gaslieferung mit größeren und klei- nsren Städten sowie ganzen Kreisen abzuschließen. Es sei geplant, daß große Kokereien am ganzen Laufe des Rheins von Thyssen und Stinnes ohne jede Beteiligung der Städte und Ge- m e i n d e n errichtet werden. Norgesehen sei dann weiter eine große westdeutsche Gas-Fenioersorgungs A.-G., die die Gasfernversorgung von Köln bis nach Mainz und D a r m st a d t ubernehmen solle. An dieser Gesellschaft sollen zu je einem Drittel die Koke- reien lThyssen und Stinnes), die kontinentale Wasser- werksgesellschast und die rheinischen Städte beteiligt sein. Diese Gesellschaft wäre alleiniger Abnehmer des Gases von den Kokereien. Sie würde das Gas durch noch zu blldendc Unter- g es e l l s ch a f t e n an die Konsumenten weiterleiten. Die Grün- düng solcher Untergesellschasten, die sich über mehrere Aerwaltungs- kreise erstrecken sollen, werden jetzt schon versucht. Da aber mit de? Ersichtung der Kokereien erst in zwei bis drei Jahren gerechnet wird, suche man Anschluß an moderne, leistungsfähige Gaswerke, die bis zur Fertig- stellung der Kokereien die Lieferung von Gas übernehmen sollten. Bei diesen Kesellschaften solle, wie beabsichtigt sei, das P r i- v a l k a p i t a l vorherrschen und die Beteiligung der Gemeinden— nicht über 50 Proz. hinausgehe». Die„Rheinische Zeitung" bemerkt zu diesen Informationen:„Die Zukunft werde unter allen Ilm ständen die Gasf.ern- v e r s o r g u n g für sich haben, weil sie volkswirtschaftlich und technisch einen Fortschritt bedeutet. Wir Hoden also allen Grund, sie zu fördern. Was ober verhindert werden muß, ist eine Beteiligung des privaten Kapitals, zum mindesten muß der Einfluß der Kommunen überwiegen. Weiter muß man sich darüber klar sein, daß diese große Frage nilr gelöst werden kann durch ein Zusam- menarbeitenallerbeteiligienStädteundGemein- den. Hier haben unsere Kommunaloerwaltungen bisher versagt; falsch verstandener Localpatrioiismus und übertriebene Konkurrenz- sucht zwischen den einzelnen Städten könnten auf diesem Gebiete mehr schaden als anderswo. warum fällt die italienische Kira? Das ständige, zwar langsame, aber ununterbrochene Sinken der italienischen Lira, das nun schon während eines Zeitraums von zwei- einhalb Jahren anhält, besonders aber ihr legter, immerhin ernster Sturz veranlaßt alle Sachverständigen zu technischen Erklärungen. Sowohl die Regierung Mussolini als auch industrielle Verbände vcr- ossentlicheit eine Serie von Daten, die den unwiderlegbaren Beweis erbringen sollen, daß Italien bereits die ökonomische und finanzielle Krise hinter sich hat. Soeben hat die ofsiziöse Preise ein weitläufiges Sendschreiben oeröfs ein licht, das sich an die ganze Welt richtet, damit diese die wahren Berhöltnisse kennen lerne, in denen Italien lebt. Das Schriftstück behauptet, soweit es sich um die finanzielle Situation handelt, daß der Staat s'h aushalt im lausenden Jahre sast im Gleichgewicht war und kündigt für die Jahre l 924/25 und 1923/26 sogar einen Budoetüberschuh an. Auch für die Bilanz der Eisenbahn und der Post und Telegraphen erwartet man einen lieberschuh. Die innere össentliche Schuld wurde von 95 Milliarden Lire, dem Stande des Jahres 1922, aui 91 Milliarden reduziert, der Banknote n u m l a u f ist auf 20 Milliarden iiriert, die Staats papiere sind gut notiert. Indem es sich zur Privatwirtfchait wendet, bemerkt das Dokument,„daß die Mehrzahl der i n d u st r i e l- t-e n llnternchinungen bedeutende Gewinne hereingebracht hat, die Ihren Ausdruck mch» bloß In t>«n Ergebnis, en der Bckanzen, scrn- dern auch in den Notierungen der Aktien an der Börse finden" und zieht daraus den Schluß, daß das Gleichgewicht der Handels- b i l a ii z gesichert ist. In der Schilderung der italienischen Wirtschaftssituation, wie sie die offiziösen Organe geben, erscheint ein Punkt ziemlich dunkel. Der angeblich so bedeutend gebesserte Stand der Zahlungsbilanz und der finanziellen Lage— beides Elemente, die nach allgemeiner Ansicht von Einfluß auf die Valuta sind— sieht im schroffsten Gegensag zum Sturz der Lira. Das letzte Bulletin der Handelskammer zu Mailand gibt die Kaufkraft der Lira mit 16,34 Goldcentesimi an. Das ist der tiefste Stand des italienischen Geldes seit vier Jahren. Die Regierung schreibt die letzte Entwertung dunklen Börsenmanövern und der Verbreitung falscher Nachrichten zu. Und einige Regierungsblätter haben nicht verfehlt, die Verdächtigung aus- zusprechen, daß das Zentrum dieser Börsenmanöoer gerade in B e r- lin zu suchen sei; ebenso wie die Regierung Poincares das Gerücht von dunklen Machenschaften Deutschlands verbreiten ließ, als sie sich vor der öffentlichen Meinung wegen der unglückseligen wirtschaftlichen Folgen der Ruhrpolitik und des dadurch hervorgerufenen Falls des Franken reinwaschen wollle. Es ist bequem, mit" fadenscheinigen und oberflächlichen politischen Gründen ein Phänomen zu erklären, das so tiefgreifend und verwickelt ist, wie das der Valuta. Man hat auch durch Erwägungen wirtschaftlicher Art versucht, den legten Sturz der Lira zu erklären, und zwar durch Hinweis auf den erhöhten Import, besonders des Weizens, eine Folge der legten Mißernte. Es ist richtig, daß der Wareneinkauf im Auslande gesteigert war. aber er wurde ausgeglichen durch das Anwachsen des Exportes. Der Stand der Valuta hängt im höchsten Maße von der Finanzpolitik einer Regierung ab, wobei auch die innere Lage des Landes eine bedeutende Rolle spielt. Wenn die Zahlungsbilanz Pceisaotieruiixea für Nabruagsmittel. Ourchschnittseinkau,«preise in Goldmark des Lebensmittel-Einzelhandels per Zentner frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose. Gerstengrütze, lose.; Haferflocken, lose... Hafergrütze, lose... Roagenmehl 0/1.... VVeizengriek....... HartgrieS Hartgri VPJ, Weizenmehl Weizen-Auszugmehl. Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine. Bohnen, weiSe, t erl.. Langbohnen Jiandverl. Linsen, kleine Linsen, mittel,.... Linsen, groöe...... Kartofielmehl...... V.akkaronl, Hartgrieß Mehlnudeln....... Eiernudeln........ Bruchreis........ Rangoon Reis...... Talelreis, glasi. Patna. Tafelreis, Java..... Ringäpfel, amerik... Getr. Pllanmen 90/100 Pflaumen, entsteint.. Cal. Pflaumen 40/50.. Rosinen i Kist.Candia. Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice.. Mandeln, süße Bari.. Mandeln, bittere Bari. Zimt(Cassia)..... Kümmel, holländischer Schwrz Pfeffer Singap. Weißer Pfeffer...... Rohkaffee Brasil.... Rohkaffee Zentralam Röstkaffee Brasil.... Pöstkafte Zenetralam. ftöst�ctrefdc.föse.. 20,25- 24,7» 10,75— 21.00 21.00- 22.00 21.75- 23.00 19,50- 21.00 23,25— 25.50 27,00- 28,00 10,75- 21.50 21.50- 2».� 10,00- 22.00 15.00- 16,00 20,25- 23.00 27,00- 32.00 18.00- 24.50 30.50- 43.50 M.OO—.53,00 20,30- 22,00 !6,00 58,50 26,50 31.00 44,50— 74,00 15.25— 16,00 18.50— 20.00 24,511- 32,00 32,75- 42.00 75.00— 80,00 45,00- 47, 0 72,00- 78,C0 66.00—— 60.00- 73.50 70,00- 85,00 54,00- 74,00 100.00-205, CO >07,00-A'.OO 100.00-105.00 4M9- 51.00 053)0—105.00 145,00—160,00 215,00- 235.00 250,00-323.00 270,00- 3103» 330.00—4003» 21.80— 34,00 Kakao, fettarm..... Kakao, leicht, entölt.. Tee, Souchon. gepackt Tee, indischer, gepackt inlandszuckerbas mel. Inlandszucker Raffina. Zucker Würfel...... Kunsthonig....... Zuckersirup hell i. Elm. Speisesirup dunk.i.Eim Marmelade Einfr. Erdb. Marmelade Vierfrucht Pflaumenmus!. Eimern Steinsalz, in Säcken.. Siedesalz: in Säcken.. Bratenschmalz>. Tiers. Brarenschmalz i Kübl Purelard in Tierces.. Purejard in Kisten... Speisetalg in Packung Speisetalg in Kübeln. Margarine. Handelsm. I desgl. II......... Margarine, Spexialm. I desgl. II......... Molkereibutter I i. Fiss. MoMtcreiQutter, i.Pck Molkcreibutterlla i.Fs. Molkereibutter, I.Pck. Auslandbutter in Fässr Corned beef 12/6 Ibs p.K. Ausl.Speck, geräuchert Quadratkäse....... Tilsiter Käse, vollfett. Echter Emmenthaler. Echter Edamer 40°,.. 20«/,.. Ausl. ungezucker. Con- densmilch 48/16... Int» gez.Coftdz-M. 43/14 603»- 96,00 1003»— 120,00 320,00-400,00 400,00-470,00 20.75- 32.50 31,51— 35,00 .36,5,1- 383» 33,00— 35,00 36,75— 40,00 27,00— 30,00 84,00- 06,00 36,00- 40,00 37,00- 55,00 3,10- 3,60 3.70- 4,20 4.40- 53» 5.20- 5.80 85,00— 85 25 85,50- 86,00 86,' 0- 88,25 86.00- 88,50 65,00— 66,00 66,00- 60,00- 63,00 80,00- 84,00 60,00- 71.00 221,80-225,00 228.00-233,00 201,00-210,00 211.00-216,00 226,00-2 26,0 38,60- 30,00 103,00—1063» 283»- 40,00 1 153»— 125,80 165.00-175.08 122.00-125,00 87,00-«0,00 20,00— 22 äO 20,25-- aktiv und das Budget im Gleichgewicht ist, wie es die Regierung Mussolini behauptet, dann ist unzweifelhaft einer der wichtigsten Fat» toren, der für den Stand der Valuta maßgebend ist— das„Vertrauen". Es ist ja ganz schön, bei jeder Gelegenheit zu. erklären, daß man den Willen hat, die Lira wieder aufzuwerten, aber man darf sich nicht wie die italienische Regierung daraus beschränken, die Intcr- vcntion der warenliefernden Länder und der Gläubiger anzurufen „gegen die üblen Entwerlungsmanöoer, die von unverantwortlichen Elementen angezettelt sind". Selbst Proseisor Flora, Mitglied der Dawes-Kominission, gibt in einer Besprechung der Keynesschen Bcr- öffcntlichiing über die„Währungsreform" zu, daß heute die finanziellen und ökonomischen Verhältnisse Italiens durch die mißliche politilchc Lage i n�g e- wissem Grade verwirrt werden. Dabei ist Pros. Flora sicherlich kein Feind der Regierung Mussolini. Offensichtlich durchlebt Italien unter dem faschistischen Regime einen kritischen Mo- m e n L Die Reibung zwischen der herrschenden Partei, die zwar im Lande isoliert, aber bewaffnet ist, und den anderen politischen Par- teien, welche die Opposition bilden, ist ganz außerordentlich stark. Deshalb betrachten die Kreise der internationalen Hochfinanz die innere Lage Italiens für unsicher und die letzten Ausnahme- Verordnungen Mussolinis gegen die Freiheit der Preise, der Vereine und der Versammlungen hat diese Anschauung bedeutend verstärkt. Man darj nicht übersehen, daß die ausländischen Kapitalisten ein äußerst geringes Interesse für Anlogen in Italien haben, während bedeutende italienische Kapitalien in ausländischen Anleihen angelegt wurden. Findet das faschistische Regime eine konstitutionelle Lösung, oder wird, wenn diese ausbleibt, unter dem Drucke einer Besreiungs- revolution in Italien in einem Bürgerkriege Blut vergossen werden? Die Faschisten denken nie an den Widerhall, den ihre Gewaltakte und ihre ewige Drohung mit einer zweiten Bartholomäusnacht im Aus- lande finden. Für die Aufwettung der Lira ist es vor allem not- wendig, Italien von der Furcht vor Unruhen und Revolutionen zu befreien, die die ökonomische Atlivitöl der produktiven Kräfte bedroht. Einer der bedeutendsten italienischen Nationalökonomen, Pros. Giorgio Mortora. zieht in seinen„Oekonomischen Ausblicken für das Jahr l92ä" in bezug auf die Wöhrungsverhälmisie folgenden Schluß. der alle Beachtung verdient:„Wenn man annimmt, daß bald eine. politische Beruhigung im Innern eintritt, ist es vielleicht erlaubt, für die erste Zeit einen Stillstand des Sinkens der Valuta, später einen gewissen Anstieg vorauszusagen." D. C Vermögenssteuer muh gezahlt werden. Verschiedentlich ist in den legten Tagen in Zusendungen an die Preise den Steuerpflichtigen der Rat gegeben worden, die am 15. Februar fällige erste Vor- auszahlung aus die Vermögens st euer 1925 nicht zu entrichten, da nach dem Entwurf des neuen Lerinögensstcuergclctzes als Vorauszahlungen für das Jahr 1925 mir die Hallte des für das Äalciiderjahr 1924 festgesetzten Steuerbetrages erhoben werden'olle und die Entrichtung von je einem Viertel für den 15. Mai und den 15. November vorgesehen sei. Hierzu ist zu bemerken, daß dcv Entwurf des neuen Vermögenssteuergeseges noch nicht Gesetz und dem Reichstag noch nicht einmal zugegangen ist. Für die Vor- auszohlungen ist also nach wie vor ausschließlich der§ 20 Abs. 2 des Vermögenssteuergesetzes maßgebend. Danach war für 1925 als erste Vorauszahlung am 15. Februar ein Viertel der Vermögens- steuer 1924 zu entrichten. Wann weitere Vorauszahlungen für 1025 zu entrichten sind, wird der Reichstag bei der Berotmia dos neuen Vermögenssteuergeseges zu beschließen haben. Steuerpilich- tige, die ihre Dermögcnsstcueroorauszahlungen unter Berücksichti- gung der verlängerten Schonirist nicht spätestens bis zum 2t>. Fe- bruar entrichten, setzen sich der Erhebung von V e r z u g s z u- s ch l ä g e n und auch der Gesahr der zwangsweisen Beitreibung aus.— Die neue Stellungnahme des Reichsiinanzministeriums ist ein Rückzug vor der sozialistischen Kritik, ilrsprüng- lich war die Siundung der Bermögenssteuer beabsichtigt. n Mittwoch 25. Zebruar 1�5 Unterhaltung unö ÄNtssen Seilage öes vorwärts Das Pulverfaß unter öem fiequator. Eine Fahrt durch die Vulkauzone von Zava. Jana, die kleinste, aber benölkertste und ivertvollste der(Brohen Sltiido-Jnseln, kann als ausgesprochenes Vulkangebiet nur noch mit ysland verglichen werden. Aast die chülfte der Insel ist von Bul- tanen durchbrochen und von deren Eruptionen bedeckt. Nirgendwo sonst aus der Erde sindet sich auf gleich groger, verhältnismägig geringer Naumausbreitung eine so beträchtliche Anzahl von Feuer- bergen. Man zählt über hundert tätige, halbtätige oder erloschene Krater, die von Ost nach West der Aequatorlinie parallel lausen. Unter allen erlangte die traurigste Berühmtheit der Luakmau in der vundastraßc, der am 27. August 1883 nach zweihundertjähriger Untätigkeit 70 000 Menschenleben vernichtete. Die amtliche» Karten der Gesellsck�ist sür Kunst und Wissenschaft in Batavia verzeichnen aus Java selbst 57 tätige Vulkane, von denen zehn die Höhe von ".000 Meter übersteigen. Das Zentrum der Vulkauzone von Java ist Garvete. Rings um das üppig fruchtbare Leles-Tal bauen sich amphithcotralisch die Kegel und Krater der Feuerbergc auf. Das gleichmähige Grau der Rauchfahnen, die den unveränderlichen Deko- iotionsschinuck des Halbkreises bilden, leiht dem gewaltigen Berg- massiv den Charakter düsterer Majestät. Der Zyklopengürtel der Feuerbergc schließt den Horiz?kit nach allen Richtungen ab: der Wind rreibt aber den Rauch der unheilkündenden Federbüschel nach einer .reite. Aus dem schattigen Krater des 2S00 Meter hoben Guntur steigt der Rauch in drei Säulen kohlschwarz und ölig in die Lust, um sich, wenn ihn der Wind nicht sofort zerteilt, zum Höllenbaldachin zu weiten. „Es ist 5 Uhr morgens," schreibt Mario Appelius im„Popolo d'Jtalia",„als wir im Auto von Garoet die Fahrt in der Richtung des erloschenen, 1800 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Telaga-Bodas antreten. Die Maschine rollt zwei Stunden long auf den schönen Straßen Javas dahin. Ich kenne keine Kolonie, die ein besseres Straßensystem auszuweisen hätte als Java. Wir fahren -wischen Täbakplantagen und Hainen von Kokospalmen. Je höher wir steigen, desto niehr enthüllt sich die Gebirgsszenerie des Berg. Massivs. In Banorgia verlassen wir das Auto und setzen unseren Weg auf den Zickzackpsaden der vulkanischen Festungswerke zu Fuß iort. Zwischen dem Kegel des Tjikurai und dem Krater des Guntur weben die Schwebedämpse des Papandjan gelbe Schleier, denen die Sonne irisierende Lichter aufsetzt. In 1000 Meter Höhe verschwin- de: die Vegetation. Der Fußpfad schlängelt sich in Serpentinen durch schwarzen Schiefer und Blöcke aus Eisenerz über die Asphalt- iole des Bodens. Hier und da eine verdorrte Wurzel, ein ver- kuwmertes Dornengeftrüpp. GelegenUich wandelt sich auch das Schwarze des Grundes plötzlich zum stumpfen Weiß, einem Mineral- weiß von gleißendem, hellem Glanz, Rückständen von«schlacken und Sieinen aus früheren Eruptionsperioden. Das Zischen eines Damps. kcssels, das an unser Ohr dringt, belehrt uns, daß wir uns einer Soliataro oder einer aufspringenden heißen Mineralquelle nähern. Der Ausstieg ist langwierig und mühselig. In 1300 Meter Höhe ..eht der über einen Hügel kriechende Fußweg plötzlich in einen paradoxen Wold von riesige» Tropen-Farren mit palmenhohcn Stämmen über. Wenige Schritte von der Steinwüste entfernt reser- viert uns die Tropennatur die Ueberraschung eines jungfräulichen Urwalds, als ob man in Zentralofrika wäre. Durch das dichte Blötterwerk vermag kein Sonnenstrahl hmdurchzudringen.-Ilnver , mutet geraten wir so aus dem augenblendenden Geflimmer der 'SrhwA� weiße' nm wmc keuchten. �enm�Zcliüileu einrs''Zauberlmldes: I'ine Alu Ilde laug' skiW der Weg durch das Farrengewirr. Der jqvanisch« Führer muß oft genug seine Zuflucht zur Axt nehmen, um uns einen Weg durch das üppig wuchernde Gezweig zu hauen, das sich über Rocht sofort wieder zum dichten Netz zusammenspinnt. Gegen 11 Uhr lichtet sich plötzlich das Waldesdickicht und wir s,he» uns einer Erscheinung gegenüber, die uns alle Schauer des Todes empfinden läßt. Die übermächtige Ueppigkeit der Stämme und Blätter ist durch eine Art Verkalkung paralysiert, die so be- sremdlich anmutet wie das Ausbrennen eines Krebsgeschwürs in kerngesundem, von Leben strotzendem Fleisch. Zehn Meter weiter zeigt sich der milchweiße Spiegel des„Weißen Sees". Er bildet de» Gipfel des Telaga-Bodas. Wir stehen am Saum des erloschenen Kraters. Der Wald hüllt den Teufelstrichter in seinen Schatten. aber von der Höhe des Himmels fallen die sengenden Strahlen der orausamen Sonne von Java lotrecht auf das tote Wasser des Sees. Kein Vogel, kein Schmeiterling. kein Summen eines Insekts, nichts als das Schweigen des Grabes empfängt uns. Man steht außerhalb der Welt und des Lebens. Zuweilen nur geht ein zitternder Laut über das Wasser, um bald wieder zu verstummen. Es sind die Blasen der Schweselwasserstoffgase, die an die Oberfläche steigen. Der See. der etwa 100 Meter im Durchmesser haben mag, ist an drei Sxiten von einer Zinnenkrone nach oben spitz zulausender Felsen e'.ngeschlossen. von denen einige die Höhe von 100 Meter übersteigen. Alle sind nach außen mit Baumschmuck bekleidet, nach der Wasser- seite aber nackt, unregelinäßig gezackt, zerrissen und mit Streifen von Erdpech besudelt, die ihnen das Ansehen von Braunkohlenseldern gibt. Sie spiegeln sich nicht in dem undurchsichtigen Wasser. Der Krater de? Vulkans schläft seit dem Jahre 1882, in dem er über zwanzig Ortschaften unter seinem völlig überraschend gekommenen Stein- und Schlackenauswurs begrub. Zu Füßen des toten Feuer- bsrgs liegen in wirrem Durcheinander die Trümmerstücke eines uralten Hindutempels, der von verschwundenen Bergbewohnern vor diesem Zirkus Maximus der Krater erbaut wurde. Diese primi- Modenschau. tiven Menschen aus grauer Vorzeit waren ja auch am ersten in der Lage, die Allgewalt der Gottheit zu verspüren, wenn sie auf den Gipfeln der Berge die Fcuerbrände der Erde ausflammen sahen, wenn das Schweigen der Höhen von dem Getöse der Dampfhämmer unterbrochen wurde, die in geheimnisvoller Tiefe der Erde an der Schweiß- und Schmiedearbeit schusen. Vom Gipfel aus entrollt sich den Blicken das grandiose Bild dieses Slcinozcans. Elf große Vulkane in voller Tätigkeit erheben ihre mit rauchenden Federbüschen verzierten Kegel aus den zer- tlüjtcten Zinnen der Bergketten. Unter ihnen ist der höchste der 3000 Meter hoch emporragenden Tjikorai, aus dessen schwarzem Ab- hang im grellen Sonnenlicht ein Wasserfall wie ein Diamant aus- blitzt. Der unvermittelte Wechsel von Wald- und Lagerseldern bewirkt ein effektvolles Bühnenbild. Ueberall, wo der Pesthauch Satans die Erde berührt hat, ist die Vegetation erstorben: aber am Saum dieses Eruptionsgebietes hat die unbezähmbare Zeugungs- kraft der Aequatorsonne ihr Lebensrecht durchgesetzt, da« selbst der Feuer- und Aschenregen nicht zu brechen vermochte." Trotz der inzwischen eingetretenen kälteren Witterung steht die Mode doch vielfach schon im Zeichen de» nahenden Frühling». So kann man beispieliweise die Herreu Luther und Stresemauu seit einiger Zeit in eleganten Panamohüten promenieren sehen. Da- gegen beruht die Nachricht, das», die Herren koeueu und Stolt in «rt» hfUmml ggSsfc M WWW SS»' JSSSSSLÜ.' können, auf einem Zrrtnm. Der Fuß als Lunge. Jedem gilt es von der Schulzeft her als selbstverständlich, daß die Fische mit Kiemen und die übrigen Wirbel- tierc mit Lungen atmen. Und doch gibt es auch für diese„Regel" eine Ausnahme. In den Höhlen Norditaliens lebt ein kleiner Sola- ntander, ähnlich unserem Feuersalamander, nur daß an Stelle der schwarzen Grundfarbe eine braune tritt, weshalb man ihn de» .braunen Höhlensalamander" nennt. Bei der anatomischen Unter- suchung dieses Tieres hat sich die bei noch keinem anderen Wirbel- tier beobachtete überraschende Tatsache herausgestellt, daß dieser Höhlenbewohner nicht die geringste Spur einer Lunge besitzt. Da natürlich wie bei jedem Lebewesen eine Atmung stattfinden muß, kann nur ein anderes Organ die Ausgabe des Gasaustauschcs über- nommen haben. Es muß irgend ein Organ sein, das dem Bwt- gefäßsystem eine große Oberfläche zu weitverzweigter Ausbreitung darbietet: dZnn je größer die Fläche ist, an der sich die dünnwandigen Blutgefäße mit der Luft berühren, desto besser geht der Gasaustausch vonstatten. Es hat sich nun gezeigt, daß in der größten Fläche, die der Salamander besitzt, nämlich in der äußeren Haut, die Verzweigung der Blutgesäße besonders reich gestaltet ist, so daß sich der Easaus- tausch hier gut vollziehen kann. So ist beim„braunen Höhlen- salamander" die innere Fläche der Lunge durch die äußere Fläche der Haut ersetzt worden; er atmet also mit seiner Außenhaut. Und zwar ist es in erhöhtem Maße die Haut der Gliedmaße», besonders der Zehen, die infolge einer ungemein reichlichen Durchblutung fürs Atmen am geeignetsten ist. Das hat seinen guten Grund darin, daß die Gliedmaßen als die beweglichsten Teste des Körpers am meisten mit dem Sauerstoff in Berührung kommen. So funktionieren die Füße des Höhlensalamanders tatsachlich wie Lungen. Kann dos Kind im Mutterleib schon hören? Mit der Frage, ob das werdende Kind schon Sinnesempfindungen hat, haben sich zahlreiche Forscher beschäftigt, ohne bisher zu einem endgülligen Ergebnis zu gelangen. Vor kurzem sind jedoch aus der Berliner Universitäts-Kinderklinft Beobachtungen mftgeteilt worden, die sein sür die Wahrnehmungsfähigkeit des Embryos sprechen. Man kann natürlich nicht den Gesichts-, Geruchs- und Geschmackssinn prüfen; dagegen wohl, ob das werdende Kind schon Hörempfindungen hat. Unter einer sehr vorsichtigen Dersuchsanordnung, bei der man vor ollem für absolutes Ruhigverhalten der Mutter Sorge trug, wurde beobachtet, ob der Embryo in den letzten Wochen vor der Geburt auf die Töne einer lauten und schrillen Autohupc reagiert. Tatsäch- lich traten hierbei in einer Reihe von Fällen Kindesbewegungen zutage, die deutlich sichtbar und fühlbar waren. Man schließt aus dieser Beobachtung, daß das ungeborene Kind in der Lage ist. Töne wahrzunehmen. Hierfür sprechen übrigens auch die Angaben von Müttern, daß sie in Konzerten unangenehm heftige Kindesbewegun- gen gespürt hätten. Der Srastoerbrauch beim wandern. Wenn der menschliche Körper Arbeit leistet, so werden Verbrennungsprodukte in der Form von Kohlensäure und Wasierdamps ausgeschieden. Diese Ausscheidungen geben die Möglichkeit, die verbrauchte Kraft zu messen. Man hat Bcrsuchspersonen mit Apparaten ausgestattet, die die Menge der ausgeschiedenen Kohlensäure und des ausge- schiedenen Wasserstofss registriert haben. Dabei wurde sestgestellt, daß der Mensch, wenn er mit einer Geschwindigkeit von 5 Jtilö meiern die Stunde wandert, stündlich etwa 20 000 Meterkilogramm Kraft verbraucht.(Meterkilogramm ist diejenige Krastmenge. die erforderlich'.ist,.Um«in Kilogramm einen. Meter hoch m. heben, i Bei größerer Geschtpindigkeit' erhöht sich die verbrauchte Kraft 7 Kilometer Stundengeschwindigkeit erfordern über 70 000 Meterkilogramm. Es ist also nicht rätlich, beim Wandern die Geschwin digkeit gar zu sehr zu überspannen. Was man an Zeit gewinnt, .setzt man an verbrauchter Körporkraft doppelt und dreifach zu.: woskau in Zahlen. Moskau, die fünftgrößte Stadt unter den europäischen Großstädten, umsaßt(ohne Vororte) ein Territorium von 285 Quadrattilointtern. Von dem gesamten Areal nehmen ein: Verkehrslinien und elektrisch« Eisenbahnen ein Fünftel, Gemüse- gärten, unbebaute Plätze und Schuttabiagerungsstätten 17,2 Proz., Parkanlagen. Gärten und Boulevards.10.8 Proz.. Flüsse und Teiche 3,8 Proz., Friedhöfe 1 Proz. und bebaute Plätze nur 47,4 Prpz. In den anderen Hauptstädte»! Europas ist dagegen das Territorimn zu dreiviertel mit Wohngebäuden und Fabriken bebaut. Im Jahre 1923 gab es in Moskau und den Vororten zusammen 28 516 Haus- bauten. Von ihnen waren 1131 im Bau abgebrochen worden. Steinbauien waren nur 31,1 Proz. der gesamten Bauwerke. Bon den 192 004 Wohnungen sind 1000 als nicht bewohnbar auszuschalten. In der Zeit von 1920 bis 1923 sind im ganzen nur 2113 Wohnungen zugebaut worden, davoa kleine Wohnungen, bis zu drpi Zimmern, 31 Proz., 3— 5 Zrmme? 60,1 Proz. und 6 nnd mehr Zimmer 8.9 Proz. das wilöe Tier. 3J Heinrich Steinitzer. Als das der gute Pater sah. meint« er, daß es an der Zcft sein dürfte, m oie�Sch'lderuna all der unaussprechlichen Greuel ein wenig Hoffnung gleich einem Tröpflein lindernden Balsams einfließen zu lassen. Dahcr zog er da« Tier gor sänstiglich an eineni seiner schuppigen Ohren und sagte:„Wenn du dich von Grund aus änderst, möchte selbst für dich noch eine Rettung zu finden sein." Daraus ging er dazu über, die hlminiischen Freuden auszumalen, während er zu- gleich eine zur Seite stehend««tcuide ausraufte und dem Tier damit lockend ums Maul strich. Und so lieblich wußte er sein Tun mit der Red« zu mischen und zu� verbinden, daß es schien, als wäre in deni Grünzeug fchot ein«tucklein des Trostes, des fzeiles und der Rettung verborgen. Was das Tier auch nicht sobald erfaßte, als es. um seinen Geh�rstlM zu zeigen, die Staude bis aus den letzten Stenp-l hinunter iroh, fo schwer ihm dies auch ankommen mochte. Der Pater aber, der keine geringe Freude über die schnell« Wirkung seiner Worte-mpsand. geizte nun auch mit dem Lob« so wenig, wie er vorher mit dem Zorne Zurückgehalten hatte.„Du Teuselsbraten." sagte er„spürst du jetzt, wie suß d,« grünen Blättlein deine Kehle kitzeln'" Sind sie nicht tausenmal schmackhafter und bekömmlicher als die Blutfuppe�di« du sonst in dem« Wanst geschlagen? Ich ver- spreche dir aber, daß du noch ungleich höheres Entzücken fühlen sollst. mam du dein« höllische Gier bezamst und auf d«i rechten Wege ver- karrst. Und ich will Mitleid mft dir haben und dich nicht n«rlas,en. dam.t du nicht von neuem strauchesst und des Gewinnes wieder o«- lustig würdest." Indem er so sprach, Mb er � dem T'�re zum Zechen ferner freundlichen Gesinnung einen scherzhaften Nasenstüber, wofür « ihm durch ein leises Wedeln seines ungeheuren«chwanzes dankte. «o blieben der Pater Loquatius und das wild« Tier manchen Tag beisammen im Walde. Und wahrend der Pater ihm m v.elen schönen und erbaulichen Reden aus väterliche Weise die Dorteile eines demütigen und gesitteten Lebenswandels auseinandersetzte, grast« das Ti«r, um'ihm Freude zu machen, eifrig die Straucher und Stauden ab und glaub:- schließlich nicht anders Äs daß iym das Krautzeug besser schmeck« denn die fetten Fteischbißlem, mft denen es sich bisher gesäü-g! hatte Aber allmählich kam es doch durch die ungewohnt«, mild: Rohruna von Kräften, daß es des schweren Leibe- Bürde nur nach mit Müh« zu tragen omnochte und ihm der Bauch wia ein leer« Sack aus der Erde nachschleifte. Als der Pater nun das Tier so weit hotte, daß es kaum noch einer lahmen Katze hätte gefährlich werden können, drehte er aus dem Bast der Bäume «inen Strick, legt« ihm dem Tier« um den Hals und. indem er einen frommen Lobgesang anstimmt«, führt« er es hinter sich her aus den, Walde heraus. Bon allen Seiten liefen die Leute herbei, um das Ungetüm anzustarren, das ihnen so vielen Schaden getan, und manche hotten ihm wohl an, liebsten durch einen kräftigen Knuff vergolten, wenn ihnen der Pater nicht mit milden Worten gewehrt hätte. Das Tier ließ den Kopf hängen und schämte sich gewaltig, obwohl ihm der Pater versichert«, daß sein jetziger Zustand dem früheren um ein Unermeßliches vorzuziehen fei. Da sie nun in die Stadt kamen. war es gleich einem Triumphzuge und des Staunens, Wnnderns und Rühmens kein Ende, und der Pater bedurfte all seiner Demut, uin dabei nicht in seinem Herzen übermütig zu werden. Daher schlug er die Augen zu Boden und senkte den Kopf, wie es das Tier tat, wenn auch aus anderem Grunde, und es war ein überaus holdseliger Anblick, wie die beiden, des Schreiens. Iubelns und Tücherschwenkms nicht achtend, durch die Straßen zogen. Der Pater brachte dos Tier bis auf weiteres in seinem Kloster in einem engen, unbenutzten Hofe unter und überantwortete es der Wartung und Pflege eines dienen» den Bruders. Frater Porphyrius geheißen, während er selbst sich zu dem Prior begab, um ihm von dem. was Gottes Gnade so herrlich gefügt hatte. Bericht zu tun. � � � Der Frater Porphyrius nun war ein rechter Nichtsnutz, den die Faulheit mehr plagte als die Frömmigkeit, und der nur deshalb ins Kloster eingetreten war, um ohne viel Mühe und Nachdenken ein« bequem: Versorgung zu haben. Da er zu seinen sonstigen zahl' reichen Fehlern auch das Laster der Neugierde in hohem Maße besaß, hätte er für sein Leben gern gewußt, wie«« dein Puter Loquotious gelungen war, das ungeheure Tier zu überwältigen und sich gefügig zu rnachem. Doch blieb sein« Neugierde lange Z«t hm- durch imgestillt. Zwar stoß das Tier das Heu und die Blätter, die er ihm auf Befehl des Paters reichte, gehorsam aus, trug aber sonst «in stilles und in sich gekehrtes Wesen zur Schau und verhielt sich allen herausfordernden Fraaen und Anspielungen des Fraters gegen- über völlig unzulänglich. Weil es aber in dem engen Hofe, wo es sich kaum"umdrehen tonnte, keinerlei Beschäftigung hatte, wurde es doch endlich von der Langweil« übermannt, hatte auch wohl selbst einiges auf dem Herzen, was ihm der Klärung mochte bedürftig feinen, und so kam«s. daß es eines Tages dem zudringlichen Aus- fragen dex Fraters nachgab und ihm, so gut e? in seiner ungelenken Redeweise gchen wolli«. erzähl!:, was sich mit ihm»nd dem Pater im Walde vegcben. Nicht sobald hatte dies der schamlose Fraier vernommen, als«r in schallendes Gelächter, ausbrach,„O du dümmstes, blödestes und einsältigstes aller Viecher," rief er,„Host du denn nicht bemerkt, daß dir der Pater nur Angst machte, um dich desto leichter in sein« Hönde zu bekommen? Kann man wirklich so groß und so töricht sein, wie du es bist! Du brauchst dich doch nur umzissehen. um zu gewahren, daß überall auf der Erde nichts höher geschätzt wird als Macht und Äärk«, und daß sie es sind, die in Wahrheit die Welt regieren. Hast du schon jemals von einem ge- hört, der aus fteien Stücken die Macht von sich gab und ihr entsagte? Der würde fürwahr kein Lob ernten, sondern von allen Menschen für einen echien und rechten Narren gehalten werden. Denn alles, was auf Erden geschieht, geschieht nur der Macht wegen, und im Himmel wird's wohl nicht viel anders fein, sintemalen«s da auch Erzengel, Cherubim und Seraphim gibt, so über die übrigen gewöhnlichen Engel gesetzt sind. Weil keine Begierde, stärker, heftig« und allgemeiner ist, als üb« andere zu herrschen, ihnen den eigenen Will«:: aufzuzwingen und sie sich dienstbar zu machen. Und läßt sich dieses Schafsgemül von ein paar schlauen und listigen Sprüchen so sehr verblenden, daß es freiwillig auf feine Kraft verzichtet! Jetzt allerdings sitzt du in d« Fall«, in die dich dein« übergroße Torheft gebracht hat, und möchte es dir schwer werden, wieder herauszu- kommen." In dieser Weise redete der verschlagene Frater noch lange weiier und versetzte dos Tier m nicht geringe Verstörung. Es war aber verwundertich, daß dieses unvernünftig« Geschöpf sich bald wieder aus feiner ansaglichen Berwirrthett befreit« und dem schlaffen Frater aus schickliche Art gor anmutig zu antworten wußte, indem es alles wieder von sich gab. was es vom Pater Loquatius vernommen hatte. und durch die Kraft Goftes in den Stand gesetzt wurde, dieselben Weichungeii. Berschlingungen und Gleichnisse d« Rede zu gebrauchen, die jener hatte aus seinem wortgewandten Mund« ausgehen lassen Und je stärker der unheilige Frater Porphyrius lachte und dos Tier mit Hohn und Spott angriff, desto fester und hartnäckig» hiett es an den Lehren des frommen Paters, so daß si« beide wohl an die zwanzignial dos gleiche wiederholten, iftd wenn auch der Frater sein Höhnen nicht einstellte, so. konnte er doch nicht das mindeste ausrichten und mußte schließlich von dem Tier ablassen. Solches trug sich nun fast jeden Tag zu. ohne daß das Tier auch nur um eines Haares Breit« nachgegeben hätte. Wenn es aber allein war und sein Glauben sich nicht an den gottlosen Reden des Wid«sachers stärken konnte, wurde es in seiner Sicherheit erschüttert und verfiel nicht selten in Zweifel und tiefe Bekümmernis. Auch war es sehr traurig, daß es den guten Pater Loquatius, nach dem es rechte Sehnsucht trug, gar nicht mehr z»(Besicht bekam.'(Schluß folgt.) \ veiM Reste und Abschnitte M*nfl*ii*ba«b«»orbehtttt«» sowie angestaubte und einzelne Weiten und Grossen von: ta* Herren-Wäsche, Damen-Wäsche, Trikotagen, Blusen, Tischwäsche, Taschentücher, Spitzen, Gardinen zu enorm billigen Preisen ' f H- Einige Beispiele: , felngewlrkt,»on 48. Oamen-Hemden....... m10.0 Unterlalllen."'Ä™ 75S Servietten__________________.9K HemdchentSÄ Hemden... 1°? HemdhosenS!""?�' 2" Handtücher..............™50r. Hemdhosen�K Vollvoileblusen......... Taschentücher............-5» Wischtücher...............«,40" Oberhemden 3 an 90 HERMAMM Sur die rege Teilnahm« bei der Einäscherung meine« lieben Manne« de» gimmerer» SljU, Oskar Sander sage alle» daran Beleilialen. in,»«. sondere dem Wahlverein Be» Lichten» dewgentiolverbaiid derZinnnrier *" herzlichsten Dank Wwe. Minna Sander „ m« JÄtn.- nuu und«raugspenbeu anlw nguna meines uuoeiaehlichrn unsere« lieben Dal er«, de» Bäckt Kewliiira Kiese ister» «7b 'aaen mm hiermit allen Bermandte», Zremtden. Bekannten und Lleseranien s». nne de» Bertretern der Bäckerzwang». mnung AU Berlin, dem Sängerbund der Bäckermeister Giid»Sst, den Mieiern de« schlafenen unseren herzlichste Dan» rrmu Angg»»« Qi«»t nebst Äütbetn. firaue Haare erhalten ursprüngliche Farbe u. natOrL Jugcndglaui durch uns. BaartaMeiteiWff „Youpla" Fl. M. 4.00 Ueberat] erbältlich. Nor c I n e nosslgkeit. Frei von allen schädlichen Bestandteilen Parfümericfabrlk Berlin W. 37 Seit, 90 Jahren bewährt Flaachenpreis H. t.50 Kluflle» InApothekesünd Drogerien (ßctDinneai|B0 5.«lasse 84. VveaßttdpERbSeassche (250. 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