Mr.96+42. Jahrgang Ausgabe A nr. 49 Bezugspreis: Bentlich 70 Bfennig, monatlich 3- Reichsmart vormis zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saat- und Memelgebiet, Defterreid), Sitauen, Zuremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit her Sonntags Beilage Bolf und geit mit Sieb. Iung und Aleingarten fomie der Beilage Unterhaltung und Wiffen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erfcheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die cinivaltige Nonpareilles acile 70 Pfennig. Reklamezeile 4 Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedrudte Wort 20 Pfennig ( zuläffia amei fettgebrudte Morte), febes meitere Bort 10 Bfennig. Stellengesuche das erste Bort 10 Pfennig, jedes weitere Wort 5 Bfennig. Borte über 15 Buch. ftaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Sammet müffen bis 4 Uhr nachmittags- im Sauptgeschäft, Berlin SB 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nahm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redatiion: Tönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 26. Februar 1925 Das Geschäft der Zihewiße. Kleinwohnungsbankgelder für Großagrarier und Häuserschieber. allerersten Ranges handelt. Die Untersuchung über das Geschäft der Landespfand- nehmungen der Zihewiß und Ezdorf. Während Nehring bebriefanstalt mit den Herren v. 3 igewiß usw., die im Gegen hauptet, Lüders fei erst nach Aufgabe seiner Zätigteit faz zu der Untersuchung des Kreditgebarens der Preußischen Staats- bei der Landespfandbriefanstalt in den Vorstand der Zikewitz- Ezdorfbant in straffer und fachlicher Form geführt wird, zeigt immer mehr, Gefellschaften eingetreten, weil ein Mitglied der Anstalt nicht in daß es sich in diesem Fall um einen öffentlichen Standal einem folchen Borstand tätig fein tonnte", sagt Lüders aus, er fei auf Beranlassung Nehrings Borstandsmitglied der Gefellschaft Börse" und Geschäftsführer der anderen von Zigewig gegründeten Gesellschaft geworden; dazu habe es der Genehmi gung des Berwaltungsrats der Bandbriefanstalt nicht be. durft. Ginnahmen habe er aus den Bosten aber nicht bezogen. Gine eigentümliche Sache! Am 1. August 1923 ist Lüders in die Landespfandbriefanstalt eingetreten und wie er fagt nach einem wie er fagt nach einem Jahr wieder ausgetreten. Anfang März 1924 aber wurde das Geschäft mit Zigewiß bereits abgeschlossen. Es wäre doch von großem Interesse, das genaue Datum des Austritts Lüders aus der Anstalt und seines Eintritts in den Vorstand der Zigewiß- Unternehmungen zu erfahren! In der gestrigen Sigung murde die Bernehmung des Direttors des Instituts Geheimrat Nehring beendet und die Bernehmung des für die Transaktionen mitverantwortlichen Direktors 2 übers begonnen. Es stellte sich dabei heraus, daß Lüders dem Ritterguts bejizer v. Zizewih 250 000 m. des Gesamtfredits ohne Sicherheiten ausbezahlte. Sur Deckung des Gesamtdarlehens wurden vier Bechsel in einer Gesamthöhe von etwa 4% Millionen Mark abgegeben, von denen wahrscheinlich nur einer gut ist. Bezeichnend für die unverantwortliche Fahrlässigkeit der Nehring und Lüders in der ganzen Angelegenheit ist der Fall, daß 3izemiz versprach, er werde cine Landbund hypothet bekommen, ohne daß sich die Landes. pfandbriefonftali um die Grundlage dieser Zusage fümmerte. Auch sonst ergibt die Untersuchung manche Unstimmigkeit. Herr Nehring behauptet, feinerzeit feiner Aufsichtsbehörde, namentlich Ministerialdirektor Conze von den Geschäften mit Zizewih Renntnis gegeben zu haben. Ministerialbirettor Conze entgegnet erregt, daß es Nehring jedenfalls gelungen fei, ihn fubjektiv zu tauschen... Mehring behauptet, auch Ministerialrat Raiser unterrichtet zu haben. Ministerialrat Raiser erklärt: Ein Referendar merren kam ich in im Juli auf das Ministerium und berichtete über Unregelmäßigkeiten in der Landespfandbriefanstalt; feine Mitteilungen wobei er sich mit Unwiffenheit auf dem betreffen Die diesbezüglichen Ab- merkwürdigerweise tam er am nächsten Tage wieder und widerries den Gebiete und seiner Jugend entschuldigte. Diese sensationelle Aufklärung veranlaßt Herrn Nehring nunmehr zu der Aeuße. rung, et tenne den Referendar Merren nicht, er habe ihn nie gefehen, Außerordentlich befremden muß es, wie die Stettiner Sparkasse in die Affäre hineingezogen wurde. Es handelte fich hier um ein ausgesprochenes Schein gefchäft. Nach den Ausfagen Lüders follte vor dem Personal verschleiert werden, daß die Landespfandbriefanstalt Brivatleute als Geldnehmer hatte. Man hatte Angst davor, daß die Angestellten nicht reinen Mund gehalten häten. Deshalb schou man die Stettiner Sparkasse, ohne daß diese gelbliche Berpflichtungen übernahm, ein. machungen wurden telephonisch getroffen, diefe Telephonge. [ präche, mit Ausnahme des ersten, aber nicht aftenfundig gemacht, wie überhaupt die Herren Nehring und Lüders eine auf fällige Scheu vor schriftlichen Rieberlegungen gehabt zu haben scheinen. So vermied man es 3. B., nach den Aussagen Cüders, Attenvermerke über die Telephongespräche mit Zihewiß und Ehdorf einzutragen, auch hatte man feinen Briefwechsel mit diesen Herren geführt, sondern fich mit scharfen mündlichen Vorstellungen" begnügt. Ein Gegensatz besteht zwischen den Aussagen Nefyrings und Lüders in der Frage der Beziehungen Lüders zu den Geschäftsunter Das Befinden des Reichspräsidenten. Auch weiter befriedigend. Im Befinden des Reichspräsidenten ist teinerlei Veränderung eingetreten. Sein Zustand ist nach wie vor befriedigend. Gesunde Agrarpolitik! Ein Antrag der sozialdemokratischen Landtagsfraktion. Die fozialdemokratische Frattion des Landtags hat in einem die wichtigsten landwirtschaftlichen Fragen berührenden Urantrag dem Landtag folgende Richtlinien vorgelegt: Erweiterung der Anbaufläche durch kultivierung von Moor und Debland mit Hilfe systematisch durchgreifender Dr ganitationen, wofür erhöhte Staatsmittel zur Berfügung zu stellen find. Berwendung des gewonnenen Kulturlandes als Stedlungsland zur Anlage von deineren und mittleren Bauernstellen zu Musterwirtschaften. Unifaffendere prattijch theoretische Ausbildung der Landbevölkerung. Obligatorischer ländlicher Fortbildungsschulunterricht für alle Knaben und Mädchen. Bermehrung der landwirt. schaftlichen Winterschulen, damit auch fleinbäuerliche Betriebsletter und Landarbeiter sie besuchen können. Ausbau geeigneter staatlicher Tomänen zu Musterwirtschaften für Lehrzwecke. Zur Steigerung der Bodenergiebigkeit erhöhte Fabrikation und Beschaffung von Kunstdünger; Buführung desselben an die Landwirte auf fürzestem Weg durch die Gemeinden und die landwirt Ichaftlichen Organisationen. Vermehrung der staatlichen Saat wirtschaften, von denen in gleicher Weise einwandfreies Saat gut den Landwirten zugeführt werden muß. Förderung der Verwendung verbesserter zwedmäßiger Maschinen und Geräte bei er habe ihn nie gesprochen. Geltiam, feltfam. Der Ausschuß wird sich noch sehr ausführlich mit diesen dunklen Buntben zu beschäftigen haben. Er beschloß zunächst, den Direktor ber Stettiner Spartasse; Gäßner, und den Stadtrat Schmidt. Berlin als Zeugen zu laden und wird heute vormittag 10 Uhr wieder zufammentreten. wirtschaftliche Produkte und Massenbetriebsmittel( Saatgut, Dinger, Futtermittel). Ablehnung von Schutzöllen auf landwirtschaftliche Produfte im Intereffe auch der mittleren und fleinen Landwirte. Bis zur Neuregelung der Bodenverteilung und Bodenbenugung durch Reichsgesetz Bermehrung der Landwirtschaftlichen Anlieger- und Neusiedlung, der Garten- und Heimstättenfieblung, fomie stärfere Hergabe von Bachtland an landlose Gemeindeangehörige. Senator Mac Cormick gestorben. Washington, 25. Februar.( WTB.) Der Genator Mebill Mac Cormid ist heute vormittag in seinem Zimmer im Hotel Hamilton tot aufgefunden worden. Als Todesursache wurden Magenblutungen festgestellt der Dale- Universität studiert und war mehrere Jahre lang Berbeger ber Chicago Tribune", übergab fie jedoch seinem Bruder, um sich felbft der Bolitik zuzuwenden. Das tat er zunächst im Gefolge des Senators Hanna, des Oberboß der Republikaner. Zuerst tam er in das Staatsparlament von Illinois, 1917 ins Repräsentantenhaus des Gesamtreichs und 1919 in den Senat, dem er bis zuletzt angehört hat. Er war aber bei der letzten Neuwahl nicht mehr aufgestellt worden und wäre fomit am 9. März d. J. aus dem Senat ausge. schieden. Diese Nichtaufstellung war wohl die Folge feines Kampjes gegen die ,, machine", die Parteileitung. Mac Cormick ist nur 48 Jahre alt geworden. Er hatte an Mac Cormid befaßte sich viel mit Außenpolitik und gehörte auch dem Senatsausschuß für Auswärtiges an. Er war ein Gegner der übertriebenen Reparationsforderungen an Deutschland, er hielt auch mit feiner Berurteilung der Ruhrbefegung nicht zurüd. Er hat seit dem Krieg fast jedes Jahr Europa und auch Deutschland besucht, und hier äußerte er im Ja miar 1923, Deutschland erscheine ihm wie in einem finsteren Tunnel, aber man sehe das Licht am Ende schon. Er hatte Aussichten, der fchafiers Houghton als Bertreter der Union in Berlin zu werden. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin GW. 68, Lindenstr. 3 Boftscheckouts: Berlin 37536- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Das gebrochene Versprechen. Die Sparer werden aufs neue betrogen. In der Reichstagssigung vom 5. Februar 1925 haben die Deutsch nationalen ihren eigenen Antrag auf Aufhebung der Berordnung auf Grund des Artikels 48 vom 4. Dezember 1924 abgelehnt. Sie rechtfertigten das mit dem Hinweis, daß in kürzester Frist ein Gesezentmurf der Regierung über die Aenderung der Dritten Steuernotverordnung zu erwarten sei. Man brauche also die Verordnung nicht aufzuheben, es genüge, wenn man die Regierung unter hydraulischem" Drud halte. Zur Unterstützung des deutschnationalen Umfalls gab der Reichsjustizminister Dr. Frenten folgende Erflärung ab: Namens der Reichsregierung wiederhole ich die im Auss- huß bereits abgegebene Erklärung, daß die Reichsregierung binnen drei Wochen den Entwurf eines neuen Aufwertungsgesetzes den gelezgebenden Körperschaften zuleiten wird und daß sie auch in allen Stadien der Verhandlungen bestrebt sein wird, die Angelegenheit nach Kräften zu fördern." Die Frist von drei Wochen ist mit dem heutigen Tage abgelaufen. Was wir Sozialdemokraten vorausgesehen haben, ist eingetroffen: Die Regierung hat ihr feierliches Bersprechen nicht gehalten! Sie hat statt dessen folgende unwahre Notiz veröffentlicht: endgültige Formulierung vor dem Abschluß steht, bereits vor einiger Die Regierung hat über die Aufmertungsgesehentwürfe, deren Zeit die notwendigen Besprechungen mit Parteinertretern begonnen. Diese haben durch die Beriagung des Reichstags eine Unterbrechung erfahren. Sie werden jedoch Anfang nächster Boche wieder auferfahren. Sie werden jedoch Anfang nächster Boche wieder auffprechungen( wann?) die Gefehentwürfe ben gefeggebenden genommen und mit größtmöglicher Beschleunigung durchgeführt werden. Die Regierung wird sofort nach Abschluß der Beprechungen( wann?) die Gesehentwürfe den gesetzgebenden Körperschaften zuleiben. daß die Bertagung des Reichstags die Ursache für die nicht Wenn durch diese Notiz der Eindrud erweckt werden soll, rechtzeitige Fertigstellung der Aufwertungsgefeßentwürfe isi, o ist das eine bemußte Täuschung. Wenn Be[ prechungen mit Abgeordneten der verschiedenen Parteien stattfinden sollen, so ist das während der Tagung des Reichstags ebenso möglich wie sonst. In Wirklichkeit haben folche Besprechungen überhaupt nicht statt gefunden. Sie sind auch nicht angesagt, jedenfalls ist die Sozialdemokratische Partei, die auf das rasche Einbringen der Aufwertungsgesetzentwürfe drängt, hierzit nicht herangezogen worden. Vielleicht aber hat die Regierung es auch für zweckmäßiger gehalten, nur diejenigen Barteien zu fragen, die wie die Deutschnationalen und die Deutsche Boltspartei die erbittersten Gegner der Aufmeriung sind. Nicht die Bertagung des Reichstags, sondern der ge= waltige Widerstand der Organisationen von Industrie, Landwirtschaft, handel und Banten ist schuld daran, daß die Aufmertungsfrage nicht von der Stelle tommt. Die Spitzenverbände dieser Wirtschaftsgruppen haben am 28. Januar gefordert, daß ,, an der Grundlage der Dritten Steuernotverordnung unter allen Umständen festgehalten werde". In der offiziellen Meldung über den Empfang der Spitzenverbände bei dem deutsch nationalen Reichsmirtschaftsminister hieß es ferner: ,, Unter Zustimmung des Bertreters des Reichsbankdirektoriums wurde von allen Verbänden betont, daß eine Erweiterung der Aufwertung die Grundlagen der Währungsstabilisierung, sowie die in den Goldbilanzen vorhandenen Unterlagen der Kreditwirtschaft im Inund Ausland ernstlich gefährden müffe, und daß im weiteren Verfolg folcher Maßnahmen die Steuerkraft der Bevölkerung vor unerfüllbare Ansprüche gestellt würde." In einer zweiten Rundgebung am 5. Februar haben dieselben Unternehmerverbände das Festhalten an der Grundlage der Dritten Steuernotverordnung schon deshalb für unvermeidbar erklärt, weil die von ihr getroffene Regelung ein Jahr lang bestanden hat und die Grundlage bestehender Rechtsverhältnisse geworden ist“. Außer dem Widerstand der Unternehmerverbände ist es den fleinen und mittleren Bauern. Berwertung der landwirt. Nachfolger des vor menigen Tagen nach London versetzten Bot der Widerstand der Länderregierungen, ins chaftlichen Brodukte auf fürzestem Wege zwischen Produzent und Konsument durch direkte Belieferung der Konsumenten- und Brobuzenten- Genoffenschaften. Bodenverbefferungen im großen durch öffentliche Mittel, wenn die Verbesserung über den einzelnen Betrieb hinausgreift. Wahlrechtskampf in Japan. besondere derjenigen, die unter deutschnationaler Führung stehen, der ein gewaltiges Hemmnis für die Aufwertungsfrage geworden ist. Der Druck beider Stellen macht sich lung über das neue Wahlrecht tam es zu Straßenlämpfen und Tokio, 25. Februar.( Eca.) Anlaßlich der Barlamentsverhand- fowohl in der Haltung der Reichsregierung wie in der der Parteien bemerkbar. Alle deutsch nationalen Demonstrationen vor dem Reichstagsgebäude. Die Polizei schritt Reichs minister find Gegner der Aufwertung. Der gegen die Demonstranten ein und nahm Berhaftungen vor. Die Nie Reichsfinanzminister Schlieben hat die Aufwertung der gierungsvorlage will zehn Millionen Menschen die Stimm Kriegsanleihen für eine absolute llnmöglichkeit erberechtigung verleihen. Alle Männer über 25 Jahre, mit Ausflärt. Und zu der Aufwertung von privaten Schuldforderun Bereinfachung der Steuergesetzgebung für den nahme der Oberhäupter adliger Familien, der aktiven Offiziere, gen hat er sich noch am 24. September 1924 geäußert: ländlichen Besiz durch die Schaffung einer vom gemeinen Wert erder Regierungsbeamten, der Schwachsinnigen, der Infol hobenen geftaffelten Grundwertsteuer. renten, der Empfänger öffentlicher und privater UnterstügungsAusbau des ländlichen Berkehrsneges und der Litollen bas Wahlrecht erhalten. Alle Männer über 30 Jahre werden gelber und der mit mehr als sechs Jahren Gefängnis Barbestraften Praftzentralen, weitere Ermäßigung der Frachttarife für land mit einigen Musnahmen zum Barlament mählbar. Entziehung der Bewirtschaftung oder Enteignung bei jenen Befizern, die die Ausnutzung des Bodens vernachläffigen und ihre gefeßlichen Pflichten nicht erfüllen. .Es komme daher weder eine Aufwertung ganz allgemein noch für einzelne bevorzugle Klaffen in Frage." Und der von den Deutschnationalen zum Reichskanzler bestimmte Dr. 2uther hat gefordert: Steno Dem Bolte müsse die unmögliche Borstellung, eine Berzinsung Ein seit 40 Jahren im Postdienst stehender Reichs. Regierungsrat Krüger mußte zugestehen, daß er tatsächlich der Anleihen zu erhalten, mit allen Mitteln vernünftiger Ueber- beamter hatte das feltene Glüd, Teilerbe eines großen, dem Stadtsekretär gegenüber von einem Disziplinarverfahren geredungskunft ausgeredet werden. Auch die Bolksbewegung, ursprünglich aus deutschem Besiz in Chile stammenden Ber- sprochen habe, und es will menig bejagen, menn er hinzufügte, daß die sich jetzt der Aufmertung bemächtigt habe, tönne uns nicht weiter mögens zu sein. Er legte vor dem Kriege sein Vermögen das vor Eintritt in die sachlichen" Verhandlungen geschehen sei. bringen, fei vielmehr dem Staatswesen abträglich. Ruhe im Don 250 000 Mart in deutschen Staatsanleihen und Kommu- 3ugestehen mußte Krüger meiter, daß Thieme die AuseinanderWirtschaftsleben sei die Grundlage für jede Gesundung. Zu dieser nalanleihen an. Er verlor, wie so viele andere Opfer der feizung mit ihm erregte, und daß er aus dem Protokoll, das er Ruhe und zur Feftigung der Stabilität der Verhältnisse gehöre, daß Inflation, sein gesamtes Vermögen. Wie so viele andere übrigens selbst, ohne hinzuziehung einer unter das Auswertungsproblem endlich ein Strich gemacht werde." Inflationsopfer wandte er sich, Ersatz und Gerechtigkeit for typiftin, aufgesetzt hatte, später nach Anhörung des Stadtrais Die Deutsch nationalen haben also die Fühdernd, an das Reichsfinanzministerium. Am 29. August Hirsch einen Sag gestrichen und geändert habe. Ueber die Prorung in einer Reichsregierung, die sich der Aufwertung 1924 erhielt er folgende, von Dr. Luther unterzeichnete te fte des Stadtsekretärs Thieme schwieg sich Krüger schroff widersett. Deshalb will auch die deutschnatio- Antwort: aus. Er wies lediglich entschuldigend darauf hin, daß Thieme zunale Reichstagsfrattion jezi teine Aufwertung mehr.„ Die schweren Schäden des Krieges laften mehr oder minder guterlegt feine Unterschrift gegeben habe. Nach den ausführlichen Oberlandgerichtspräsident Dr. Best, der einen eigenen Ge- auf allen Bolfsgenossen und müssen als unabwendbare Folgen des Bekundungen Thiemes wirken diese optimistischen Ausführungen fezentwurf über die Aufwertung entworfen hat, dessen Ver- verlorenen Strieges getragen werden." nicht gerade überzeugend, und das scheinen auch die Deutschwirklichung die Sparerorganisationen verlangen, hat bisher nationalen gemerkt zu haben, denn fie zogen es vor, Herrn nichts getan, damit er als Reichstagsvorlage zur Beratung Krüger nicht weiter in Anspruch zu nehmen. tommt. Entweder ist Dr. Best also in der deutschnationalen Fraktion völlig ohne Einfluß, oder er ist, wie die große Mehrheit seiner Kollegen, inzwischen selbst ein Abtrünniger in der Aufwertungsfrage geworden. Als es sich um die Milliardäre unter den Ruhr industriellen handelte, hatte die Reichsregierung eine offene Hand und einen offenen Geldbeutel. Den Reichst en der Reichen 700 Millionen auszuzahlen, trug man feinerlei Bedenken. Kein Wunder, daß man mun für die Aermsten der Armen teine Mittel mehr zur Verfügung hat. Die Sozialdemokratie ertennt diesen Einwand nicht an. Für die Aernsten der Armen, die Rentner aller Art, muß Geld geschaffen werden. Der einfachste und gerechteste Weg dafür ist die Rückzahlung der an die Ruhrindustriellen gefehmidrig gezahlten Millionen und ihre Berwendung zugunsten aller Notleidenden. Gerechtigkeit! Notizen zum Ruhrsfandal. Die Ruhrindustriellen haben im Interesse des Reichs die Micumlaften getragen. Bersteht sich, auch im Interesse ihres Besizes. Sie haben für hie lebernahme der Micumlaften volle Entschädigung erhalten, mehr als volle Ent Ichädigung. Es geht ihnen wie einem Manne, dem das Haus abbrannte, und der fich so geschäftstüchtig gegenüber der Versicherung erweist, daß er sich nach dem Brande ein wertvolleres Haus aufbauen fann und reicher ist wie zuvor auf Kosten der Gesamtheit der Bersicherten. Bekanntlich ist das nicht der Zweck der Versicherung. Die Arbeiter der Ruhrindustriellen haben ebenfalls ihren Teil der Micumlaften getragen. Sie haben viele Monate hindurch niedrigen Lohn erhalten. Man hat ihnen gewisser maßen eine Entschädigungsprämie vom Lohne abgezogen. Man kann die Höhe der Micumlast, die die Arbeiter damit auf fich genommen haben, sehr gut berechnen. Es sind sehr viele Goldmillionen. Die Arbeiter haben dadurch einen erheblichen Substanzverlust erlitten. Ihre Arbeitskraft ist geschwächt. Hunger und Entbehrung, dazu die Ueberarbeit infolge der Berlängerung der Arbeitszeit auch eine Micumlast!-vertürzen ihr Leben. Biele Goldmillionen Lohnabzug- Rer fürzung der Lebensdauer- das ist die Leistung der Arbeiter. Prinzipiell stehen die Ruhrarbeiter dem Reich mit denselben berechtigten Ansprüchen gegen über wie die Ruhrindustriellen. Zahlt das Reich den Ruhrindustriellen die Micumleistungen bei Heller und Bennig, fo mußessie auch den Arbeitern zahlen. Das wäre gerecht. Nun haben die Ruhrindustriellen 700 Millionen erhalten. Und die Arbeiter? Sie erhalten nicht nur nichts, fie follen vielmehr noch weiter durch unbezahlte lleberarbeit den Ruhr. industriellen zu den 700 Millionen noch eine Extraprämie hinzuleisten. Das ist eine besondere Abart der Gerechtigkeit, die hier zutage trift. Es ist: Bürgerblod Gerechtigkeit. Zwischen Bruckner und Stravinski Konzertumschau von Surf Singer. Der Bolfsgenosse Thyssen hat seit 1914 sein Bermögen um 300 Millionen vergrößert. Als Herr Luther den zitier ten Brief unterzeichnete, waren die Zahlungen aus der 700Millionen- Entschädigung an Herrn Thyssen und feines gleichen bereits im Gange.( Nebenbei, wieviel mag Herr Thyssen von den 700 Millionen erhalten haben?) Der Reichsbeamte, der sein Bermögen verlor, muß sich mit dem Lutherschen Bescheid trösten, daß es sein Teil an den unabwendbaren Folgen des Krieges war, seinen Besiz dahin zugeben, damit herr Thyssen seinen Teil an den unab wendbaren Folgen des Krieges auf sich nehmen konnte: nämlich immer reicher zu werden. Mit Bitterfeit wird er vielleicht sagen: Gerechtigkeit, wie man sie heute in Deutschland versteht! Gerechtigkeit von Luther! Kutisker vor dem Konkursrichter. Seine Vermögenswerte. Hervorzuheben ist aus dem weiteren Verlauf der Sitzung die Feststellung, daß man im allgemeinen pro Raum grundsätzlich 1200 Mart und später sogar nur 400 Mart zu fordern pflegte, daß man im Fall Barmat auf Anraten des Stadtrats Hirsch aber 12 000 Mart für vier Zimmer forderte und nach Berhandlungen mit der Gegenseite 8000 Mart anfeßte eine Begünstigung“ Barmats, zu der man sich auf der Rechten in Schweigen hüllte. Nicht ohne Interesse maren die Aussagen des Direktors Wild Dom Zentralamt für Wohnungswesen, der sich darüber beschwerte, daß das Auswärtige Amt sich oft hindernd in den Weg stelle, wenn es gelte, Ausländer aus Berliner Wohnungen zu entfernen. Im Falle Barmat allerdings habe gar keine Veranlassung zur Ausweifung vorgelegen, da es fich nur um einen Wohnungsberechtigungsschein für eine Baukostenzuschußrechnung handelte, und da außerdem Empfehlungsschreiben der Staatsbant, des Miniffers Hoefle und des Zentrumsabgeordneten Lange- Hegermann vorlagen. Die Deutsch nationalen nahmen auch diese bemerkens werten Feststellungen schweigend entgegen, und das jagt mehr als alles andere. Die Verhandlungen werden am Montag um 1 Uhr nachmittags fortgesetzt. Politischer Diebstahl? Iwan Kutister, gegen den noch eine strafrechtliche Untersuchung schwebt, wurde gestern, Mittwoch, vor dem Konfursrichter vernommen. Es handelte sich dabei um die Auseinandersetzung mit den Gläubigern, die feine aus Wechseln oder Hypotheken gestellten Sicherheiten befizen. Unter diesen befinden sich in erster Linie die Reichsfinanzverwaltung mit einer Steuerforde rung von 500 000 m., die Industrie- und Verwertungs- A.- G. und einige Privatgläubiger mit geringeren Summen. Nach einer bürger. Der Einbruchsdiebstahl bei dem Reichstagsabgeordneten Dr. lichen Korrespondenz teilte der Hauptgläubiger im Privatgespräch mit, daß ihm die Vermögenswerte Kutisters von einem Sachverstän, Rosenfeld hat sich bei näherer Prüfung der Umstände als ein poli digen als Tinneff" bezeichnet worden sind, wobei bemerktischer Diebstahl herausgestellt. Die Diebe haben einen Schreibwurde, daß die bei Barmat vorhandenen Werte zu denen Kutisters tisch erbrochen und die sehr zahlreichen Papiere, welche auf dem sich wie Tag und Nacht verhalten. Das nicht unbeträchtliche Ber. Schreibtisch lagen, bis ins einzelne durchgefehen, schlossene Kuverts aufgerissen und ihren Inhalt ge. mögen, das Kutister sich vor allem durch lufrative Finan3 prüft. Nachweislich mitgenommen haben sie aber von allen Papie später in der Inflation erworben hat, ist so gut wie vollständig ftüde. Offenbar glaubten die Diebe, daß diese Dokumente im Zugeschäfte mit dem kaiserlichen Deutschland und ren nur einige russische bzw. Rußland bezügliche Schrift zur Deckung der Kredite bei der Seehandlung hinterlegt worden. wit großen Krediten, die er entwertet zurückzahlte, hatte er mehrere fammenhang mit dem von Dr. Rosenfeld zurzeit in Leipzig ver Banfinstitute, eine mechanische Treibriemenfabrik und eine Schokoladenfabrik für Rechnung seiner Gesellschaften erworben. Abgesehen von geringen Werten, wie einem Auto und von Möbeln, die ihm auch nicht einmal gehören sollen, ist ein Brivatbesig nicht vorhanden. ver. teidigten angeblichen russischen General stehen. In Wahrheit handelt es sich um Schriftstücke, die auf den Prozeß in Leipzig teinen Bezug haben. Außerdem haben die Diebe noch ein in dem Schreibtisch eingeschlossenen Safe entwendet, in dem sie offenbar ebenso " , wichtige" Schriftstüde vermuteten und um dem Diebstahl einen Der Sachverständige und Kontursverwalter Hinrichsen anderen Anschein zu geben, hatten sie ein paar fleine Teppiche und fonnte daher den vorrechtsiosen Gläubigern eine Dividende nicht eine Tischdecke mitgenommen, in die sie wahrscheinlich die gestohle. in Aussicht stellen. Kutisters einzige Hoffnung find seine Bermitgenommen. Daß Teppichbiebe nicht daran gehen werden, nen Gegenstände eingepackt haben. Andere Sachen haben sie nicht mögenswerte in Gowietrußtanb, die von der bolsiche mögenswerte in Sowjetrußtanb, die von der boliche. wiftischen Regierung nationalisiert und daher nicht greifbar find. Die Hoffnung wurde wohl von den Gläubigern richtig bewertet, in dem fie auf die Bildung eines Gläubigerausfchuffes ver. 31chteten Rutister wurde darauf wieder in Haft gefeßt. Regierungsrat Krüger als Zeuge. Barmats Baukostenzuschuh. Im Mittelpunkt der Nachmittagsfizung des preußischen Unter fuchungsausschusses stand die Bernehmung des Regierungsrats Dr. Krüger, von dem am Vormittag Stabtsekretär Thieme aus gesagt hatte, daß er ihn bei seiner Aussage in jeder Weise beein flußzt habe. Er habe jeden Sag des Protokolls beanstanden müffen. Ein ganz anderes Bild in dem Konzert, das alter her. I bert leitete. Kammermusit für Bläser, ausgeführt von besten Birtuosen der Staatsoper. Ein Bartett von Musikern, die der neuesten Musik zuzujubeln pflegen, alfo Stimmung für begeisterte Hinnahme. Das Blaser Doppelquintett Opus 54 von Florent Schmitt fonnte in teiner Weise überzeugen, weber von der Not wendigkeit der doch allzu bequemen Mistlänge, noch von dem fünstlerischen Plan des Wertes. Das Liedhafte ist von einer fel. tenen Banalität und wirkt fast wie eine Groteske. Direkt in die Groteske hinein, mit Absicht und mit einem Geist der Frechheit, der versöhnlich stimmt, führt die 5. Sinfonie von Milhaud. Das ist urwüchsige Musil, parodistisch, dennoch mit fünstlerischem Gewissen, ted, frei in der Form und doch geballt und gestuft von einem Komponisten, der Sinn für innere Bewegung und Dynamit hat. Als Einzelwert, apart aus der Reihe erhabener und festgefügter Musik herausragend, intereffierte diefes Stück Würde der Biz allgemei ner und pointierter, so wäre der Reiz schnell verblaßt; denn Milhauds Wiz ist nicht so dauerhaft und nicht so eindrudsstart, wie etwa Millowitsch. Stravinstis Oftett für Blasinstrumente, aus ähnlicher Mufitempfindung heraus geschaffen, wirfte und über. zeugte durch die absolute Freiheit und Sicherheit der instrumentalen Kombinationen, sowie durch die Eleganz und Brutalität eines Rhythmus, der das Lebenselement Stravinstis ist. Walter Herbert dirigierte fo, wie es fich jemand leisten kann, der allererste Mufiler um sich versammelt hat. Eine persönliche Wirkung ging von dieser Sachlichkeit nicht aus. Doch ist der Wert derartiger Leiftung aus der Mühe und Energie der Broben zu ersehen. Die Berliner Brudner Bereinigung, die leiber feine großbeutfche Bridner- Bereinigung ist, und die fich zu einer österreichisch- katholischen Bewegung hin entwideft, tat in ihrem legen Konzert das, was sie ihrer geplanten Mission schuldig mar: fie führte Brudners allererste, noch ungedruckte Sinfonie in F- Moll auf, die feit 1924 aufführungsbereit vorlag. Man nimmt in Berlin von derartigen Dingen nicht viel Notiz. Brudner gehört ja gegenüber Stravinski zum alten Eisen. Ist nun dieses 1868 tomponierte Werk in Brucknerscher Heißglut geschmiedet? Ist es ein fertiges Wert? Sicher nicht. Aber auch feine Schularbeit im heutigen Sinne und nach der felbstkritischen Bescheidung Brud ners. In unseren Tagen wäre solche Sinfonie noch aus tintenfeuchten Stimmen heraus sofort vorgeführt worden. Brudners Bernarbeit schlägt gewiß, auch in all seiner Broblematit, felbft 3mprovisatorisches, Starres und Uebernommenes mit in Kauf genommen, jede gute Arteit eines Epigonen. Es stedt im Allegro und Finale schon ein fleines Teilchen Selbstentdeckung Bruckners. Man glaubt den Einfluß Brahms, in dem gesungenen Celloseiten thema des Allegro und Andante Mendelssohn zu hören, das Bag. ner- Erlebnis wirft noch tein Licht voraus. Dann aber flingt eine Borahnung des Tedeum- Schluffes auf, eine besondere harmonische Ausweichung läßt uns aufmerten, und wir fühlen uns in der Wärme des Melos geborgen. Im Finale wieder eine romantische Michael Taube ist uns tein Unbekannter mehr. Die Art, Eeligkeit des Blasorchesters, das Reverenz vor Weber und Wagner wie er eine Sinfonie von Brahms dirigiert, ist nicht nur aus der Mittelsäge würde ich als nicht echt, als apokryph bezeichnen, wenn merischen, dem Gesang fich willig hingebenden Bruno Balter nicht Männer von dem Ertenntnisformat der Moisil, Springer, zu erklären. Gelegentlich verliert sich der begabte Dirigent in Drel Brudners Autorschaft verbürgten. Hier scheinen die Brud. Kleinlichkeiten, die ihn aber trobem wieder zu einem großen, das nerizismen, faum angedeutet, jebenfalls nicht verwachsen mit der Wert von Anfang bis Ende einheitlich packenden Griff zurückführen. uns so heiligen, herrlichen Bruckner- Gebärde der Meistersinfonien, Georg Bertram spielte Beethovens C- Dur Konzert in der fein foft wie angehängt als Entschuldigungszettel für eine noch so gefühligen Art, mit besonderen Betonungen von Schnelltönen und biegene Arbeit der Lernzeit. Franz Moisst, der Wiener Farbnuanzen, die wir bei ihm gewohnt find. Brudner- Ereget, leitete das Wert mit tiefer innerer Hingabe, ruhig und bedächtig, dirigiert technisch nicht gerade interessant, aber dejto ehrfürchtiger und gehaltener( im Scherzo wohl zu langsam). Max Springer, der berühmte Lithurgieforscher, improvisierte, nicht ohne Widerstände der philharmonischen Orgel, frei und farbreiche Mufit in bequemen und eingängigen Harmonien und zarten Me lodieschattierungen. Sein Aufgefang" befennt sich zu Wagner, beharrt sehr lange in der Improvisation eines ernsten Orchester norspiels und findet im Lofalen dann Töne großen, großerlebten Aufschwungs. Die Würde dieser Musik sollte Veranlaffung geben, einmal eine Messe aus Springers Feder bekannt zu geben. elig M. Gatz beftritt den 2. Teil des Programms, das mit dem Te deum schloß. Drchesterſtüde von Weißenbet find Musik von vor gestern, langatmig und von blaffer Farbe. Als musikalische Untermalung aum gesprochenen Wort, also melodramatisch vorgeführt, dürfte ste stärker werden. In ruhiger Sachlichkeit, der aber innere Beschwingtheit und Geist nicht fehlte, entledigte sich Gaß feiner Aufgabe. Helge Lindberg, als größter Sänger der Welt aus. pofaunt, hat wirklich eine der größten, schönsten, tragfähigsten Baritonstimmen, die cugenblicklich zu hören sind. Auf den Effekt stellt er alles ein, wobei ihm eine großartige Atemtechnik bei den Koloraturen Bachs und Händels zugute tommt. Oft genug allerdings find ihm Mufitwerte höchster Art nur die Folie, um seine Technit zu bewähren. Das führt zu willkürlichen Auslegungen und Ausgeftaltungen der vorgeschriebenen Musit. Das Männliche und Strahlende seiner Stimme ist so bezwingend, daß er selbst über diefe Borbehalte hinweg fesselt. Und Furtwängler? Er tam zurüd, wurde gefehen und flegte. Mit welchem Programm amerikanischer Mischung? Das nächste Mal! In memoriam Hjalmar Brantings. Ein Barteigenosse schreibt ums: Bor ein paar Monaten fuhr ich von Berlin nach Hamburg. Auf dem Lehrter Bahnhof fliegen vier Landwirte aus Holstein ein, von denen einer durch seinen Atzent die schwedische Herkunft verhunderte von Schriftstücke bis ins einzelne zu prüfen und nur aus. gewählte Schriftstücke mitnehmen, ist ohne weiteres flar. Wie wir hören, hat Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld auf die Ergreifung der Diebe oder Mitteilungen, die zur Festnahme der Einbrecher führen sollen, eine namhafte Belohnung ausgesetzt. Ein kommissariser Polizeipräsident. BTB. teilt mit: Landrat Dr. Friedensburg in Rofenberg( Ostpreußen) foll, wie wir hören, tommiffariich mit der Zeitung des Berliner Bolizeipräsidium& be traut werben. Der bisherige stellvertretende Polizeipräsident foll einen anderen wichtigen Bolizeipräsidentenposten erhalten. Nach I anderen Meldungen ist Dr. Friedensburg parteimäßig Demokrat. riet. Die vier waren Nachbarn und gute Freunde und führten, mährend die Rognafflasche freifte, ein lautes Gespräch, das bald auf die Bolitik übergfitt. Solange fich die Herren darauf beschränkten, ihre stramm deutschnationale Gesinnung zu offenbaren,-fah ich keinen Anlaß, mich einzumischen. Als fie aber dazu übergingen, führende Persönlichkeiten der Republik, die ich als lautere Männer fenne, in rübester Weise zu befämpfen, verbat ich mir das energisch. Es gab eine scharfe Auseinandersezung. Ein mitreifender Beamter, der fich am Trant und Stant beteiligt hatte, wurde plötzlich nüchtern und wollte nichts gesagt haben. Defto auffallender wurden die anderen, und es wurde laut und lauter. Da nahm auf einmal der Schwede, der bisher nur mitgetrunken, aber nicht mitgesprochen hatte, das Wort und sprach mit dröhnender Stimme: Ich verstehe Guch Deutsche nicht, so lange ich auch schon in Eurem Lande vin. Ich verstehe die persönliche Gehäffigkeit nicht, mit der Ihr Eure politischen Streitigkeiten führt." She wigt, fagte er zu einen Kameraden gewendet ,,, daß ich alles eher bin, als ein Sozialdemo frat. Aber ich fage doch: Branting hat uns vom Strieg fern gehalten. Ich sage: Branting it Schwedens größter Etcatsman 11. Huflaffich zur Entgiftung des Tabafs? Ueber ein neues Ver. fahren, den Tabafgenuß unschädlich zu machen, berichtete in einer der legten Sigungen der Barifer Alademie der Medizin der im Rhone- Departement prattizierende Arzt Dr. Ambial. Seine, die schädliche Wirtung des Nikotins paralysierende Methode besteht darin, daß man dem Tabak die Staubgefäße der Blüte des Huflattichs beimischt. Nach rierte Zigaretten hintereinander rauchen, ohne die geringsten Be der Versicherung des Entdeders der Methode tonnte er 50 fo prapaschwerden zu verspüren. Wie er behauptet, behält der jo behandelte Huflattich eine Veredlung, so daß geringerer Tabak Geschmack und Geruch des besten orientalischen Zabals gewinnt. Der Huflattich ist ein im Sumpfgelände üppig wucherndes lntraut, beffen große Blätter als foliae farfarae offiginell find, heute wohl aber nur noch als Zusatz zu dem sogenannten Brusttee Verwendung finden. Die Bolfsbühne hat Rudolf Leonhards Drama Segel am bori. 30nt im Manuffript erworben. Das Bert fommt Anfang März im Theater am Bülowplak zur Uraufführung. blonde Traum im Operettenhaus am Schiffbauerdamm ist auf Spielplanänderung. Die Bremiere der Hirsch'schen Operette Der Dienstag, den 8. März, verschoben. haus.Duartett in der Singalademie für die Deutsche Not. Mufit. Freitag abend 7%, br spielt bas eipziger Gewand. bilfe. Brogramm: Reger, Streichquartett Es- Dur op. 109, Julius Beis mann, Bhantaftischer Reigen für Streichquartett, und Beethoven, Streich quartett Fis- Moll op. 50, Nr. 2. Die Konservierung frischen Brofes, die der Schweizer Bäder Matti erfunden bat, wird von einer englischen Meblfabrit für eine Million Schweizer Franken angetauft. Mattt selbst behält die Ausnutung seines Berfahrens für die Schweizer Armee. Metta von Aegypten gelperrt. Die äghbtische Regierung hat megett ber llnruben in Gedichas beschlossen, von der üblichen Uebersendung des Heiligen Teppichs"( Kiswa) in diefem Jahre Abstand zu nehmen. Gleich erlaffen und ihnen zu empfehlen, die Reise nach der Heiligen Stätte in zeitig wurde der Großmufti ersucht, eine Warnung an die Meffapilger sit diesem Jahre zu unterlassen. Die Kieler Werft der Deutschen Werke. Drohende Stillegung. Die Schließung der Kieler Werft der Deutschen Werte ift, wie Ell. meldet, in bedrohliche Nähe gerückt. Da durch die Schließung etwa 5000 Arbeiter brotlos urd Riel und die angrenzenden Landgemeinden schwer geschädigt würden, fordert der Be triebsrat Regierungsfrebite für das völlig auf Friedens zmede umgestellte Unternehmen. , Die Deutschen Werte und mit ihnen die Kieler Werft find in Form einer Aktiengesellschaft Reich seigentum. Das Reich hat für die Privat industrie, nicht nur an der Ruhr, sondern auch an der Ostsee, teils in der Form von Krediten und produktiver Erwerbs Iosenfürsorge, teils in der von mehr oder weniger zweifelhaften„ Ent schädigungen" reiche Mittel zur Verfügung gehabt. Nach diesen Bor. gängen ist es eigentlich nur eine Selbstverständlichkeit, daß auch den Deutschen Werken und der Kieler Werft geholfen werden muß. Darlehnsgeschäfte und Beamtenkorruption. Rakowski und Schlieben. Ein Adels- und Beamtengenossenschafter. Der Sozialdemokratische Pressebien ft feßt im folgenden seine Veröffentlichungen über die Beziehungen führender Rechtspolitiker zu zweifelhaften Finanzleuten fort. dürfte genügend im Bilde sein. Soplel zu Herrn Vittor v. Rafowifi, dem Adelsgenossen und Mitglied des Nationalen Klubs. Was hat nun der Herr Reichsfinanzminister v. Schlieben damit zu tun? Er kennt nach seiner Angabe ja den Herrn v. Rakowski gar nicht und hat lediglich aus seinem warmen, sozialen Emp finden heraus den Beamten helfen wollen. Nun, auch der Herr Reichsfinanzminister v. Schlieben hat in seiner Berichtigung die unwahrheit gejagt; er hat wörtlich erklärt:" Die Auswahl und Bewertung der Sicherheiten war Angelegenheit der Reichsverficherungsanstalt." Bor uns liegt das Schreiben des Reichsministers der Finanzen vom 29. März 1924, im Auftrage gezeichnet v. Schlieben. In diesem Schreiben übernimmt das Reich Herr Bittor v. Rafomiti hat bestritten, daß er jemals Sozius des Millionenschiebers Bolpe gewesen ist. Vor uns liegt der Originalpertrag vom 9. Juli 1923, nach dem Biktor v. Rakowski mit zwei anderen Herren die Aktienmehrheit 80 Proz.) der Depofiten- und Handelsbank an Wolpe veräußert hat, während er sich selbst mit 20 Proz. begnügt. Ratomsti hat weiter bestritten, daß ihn Wolpe aus der Depofiten- und Handelsbank herausgeworfen hat. Genau wie beim Sozietätsverhältnis ist dieses Bestreiten ein bloßes Spiel mit Worten. Bittor v. Ratowski hat mit der Filiale Forst der Depositen- und HandelsGarantie für einen Kredit von 500 000 Goldmark bant unerlaubte Effettengeschäfte gefäfigt und ist daraufhin fristlos an die Deutsche Beamten- Genossenschaftsbant, Berlin S. 68, Zimaus der Depofiten- und Handelsbant ausgefchleben. Sein Sozie. merstr. 5/6, unter der Bedingung, daß der Deutsche Beamten Wirtschaftsbund die in seinem Schreiben vom 7. März 1924 erEbenso bleibt es richtig trog Bestreiten daß Bittor v. Ra wähnten Gegenstände oder gleichwertige verpfändet". Unter diesen fowifi Miliglied der Deutschen Adelsgenoffenschaft und des Natio erwähnten Gegenständen stehen nun z. B. auf Seite 2 des genann nalen Klubs ist. Dieser Klub ist das Trefslokal der Bulle ten Schreibens die Grund stüde in der Dünenstraße 23/24 und Graefe und zahlreicher Deutschnationaler. Sehr wahrschein in Ahlbed, wobei in dem Schreiben felbft angegeben ist, daß fie lich ist auch Herr v. Ratowski zum Hitler Butsch mit politischen Anfang 1922( vom Reid)) für 1 250 000 Mart vom Deutschen BeAufträgen nach München geschickt worden. Dant diefer guten Beamten Wirtschaftsbund erworben worden sind. Der Bert diefer ziehungen ist Herr v. Rakowski auch Bei den Deutschen Werken findet laut Frankfurter Zeitung" am 27. Februar eine Aufsichtsratssigung statt, in der programmatische Beschlüsse gefaßt werden sollen. Es handelt sich nicht nur um Geldtätsanteil ist ihm für 5000 Dollar von Wolpe abgelauft worden. beschaffung, sondern auch um prinzipielle Ausein andersegungen, die innerhalb des Borstandes und zwischen den industriellen Mitgliedern des Aufsichtsrats und den behördlicherseits entsandten Vertretern erörtert werden. Verschiedene Betriebe follen angeblich still gelegt oder abge stoßen, andere wiederum durch Aufnahme neuer Produktionszweige erweitert werden, mit denen die Reichswerte eine neue Konturrenz gegen die Privatindustrie bilden würden. Wahr scheinlich schon aus diesem Grunde stößt die Leitung oder doch ein Teil von ihr auf Opposition bei der Privatindustrie bzw. deren parlamentarischen Bertretern.(!) Unter anderm soll es fich um die Aufnahme der Automobilfabrikation handeln. Bekannt lich stellen die Reichswerte bisher schon Motorräder her. Nach dieser Meldung der Frankfurter Beitung fieht es so aus, cls ob den Deutschen Werken der Privatindustrie zu Liebe die Kredithilfe gesperrt werden sollte mit dem Endzweck, dieses wertvolle Stück Reichseigentum dem Privatkapital in die Hände zu spielen. Das Ganze wäre dann eine Expropriation nicht der Ronzerne durch das Reich, sondern umgekehrt des Reichs durch die Konzerne. Unter diesen Umständen darf man auf die weitere Entwicklung dieses Kampfes, der auf dem Rücken von Tausenden von Arbeitern geführt wird, ganz außerordentlich gespannt sein. Klarheit im Zentrum. Die ,, Kölnische Volkszeitung" gegen die Quertreiber. Die Gegensätze in der Zentrumspartei, die durch die jüngsten Borkommnisse im preußischen Landtag start zugespitzt wurden, wer den am Mittwoch morgen in der Kölnischen Boltszeitung" aus führlich behandelt. Das Blatt wendet sich scharf gegen die Bestrebungen der Liberal- tonjervativ Polititer, die bei ihrer Propaganda für das 3meiparteifyftem in Deutschland einen Schnitt mitten durch das Zentrum" machen wollen. Grundfäßlich sei das Verhalten von Wirth und Imbusch im Reichstag bei der Regierungserklärung ebenso zu verurteilen, wie das der Herren Loenary, v. Papen, Baumann usw. im preußischen Landtag. Aber es müsse doch berücksichtigt werden, daß in der politischen Wirkung die beiden Vorfälle verschieden seien. Im Reiche habe die Berneinung dem Kabinett Luther nichts geschadet, während sin: Breußen durch die Haltung der sich absondernden Herren ein Rabinett vernichtet worden sei, das zum großen Teil aus Zentrums. Teuten zufammengefeßt war. Bemerkenswert ist die Entschiedenheit, mit der sich das Blatt gegen die landwirtschaftlichen Beiräte in der Zentrums partei wendet. Gerade in der Frage Loenarz und v. Bapen hätten fich diese Beiräte eine Rolle zugemessen, die sie nicht befäßen. Solche Beiräte hätten nur rein wirtschaftlichen Charafter und sollten dazu dienen, die Parteien fach und fachgemäß in ihren Standes fragen zu beraten. Die Industrie- und Arbeiterräte hätten das getan. Die landwirtschaftlichen Beiräte dagegen sehen ihre Aufgabe darin, in die Fragen der hoher Politif einzugreifen. Das Blatt wendet sich dann weiter gegen die Informationen, die fich in letzter Zeit über Zentrumsangelegenheiten in der rechts. gerichteten Presse befänden. Es spricht den Berdacht aus, daß hier mit unlauteren politischen Mitteln von rechtsorientierten Zentrumsvertretern gearbeitet werde. Zu der bekannten Rede Stegerwalds in Köln fagt das Blatt endlich, es miffe nicht, ob die Rede in Köln nicht beffer zu einem anderen Seitpunkt gehalten worben wäre. Die gegnerische Breffe habe aus der Rede Steger walds für fich bereits Honig zu faugen begonnen. Das Blatt schließt seine Ausführungen, die zweifellos weit über die Kreife der Zentrumspartei hinaus größtes Aufsehen erregen werden, mit der Versicherung, daß es fich mit allen Kräften für die Geschlossenheit der 3entrumspartei einfegen werde. Nicht Lockungen und nicht Drohungen würden vermögen, das Zentrum nach rechts oder nach links zu zerren. Wer glaubt, diesen Kurs nicht mitmachen zu können, der müsse es eben sein lassen. Diese Aeußerungen des Kölner Zentrumsblattes zeigen, wie start die Erschütterungen sind, die gegenwärtig die Zentrumspartei burchtoben. Rumpelstilzchen. Eine Glanzrolle aus der Vergangenheit. Es war in den Tagen der Veröffentlichung des englischen Raiferinterviews im Jahre 1908. Die Bogen der allge meinen Empörung über die neueste oratorische Helbentat Wilhelms des Zerschmetterers gingen hoch, gerade auch in monarchisch- natio nalen und völlischen Kreisen. Der deutsch- völkische Parteihäuptling Liebermann v. Sonnenberg 30g im Reichstage nicht schlecht nom Beber, nachdem er vorher schon in feinem Organ, den„ Deutsch. fozialen Blättern"( 31. Oktober) geschrieben hatte, angesichts dieses allerneuesten Geniestreiches" des Monarchen werde man bald zur Entrüftung gelangen und schließlich zur Berachtung, ohne daß wir moralisch berechtigt find, uns dagegen zu mehren" und nach dem er rund heraus die politische Raltstellung eines solchen gemeingefährlichen Despoten gefordert hatte. In die gleiche Rerbe hatte der Hammer" des verflossenen völlischen Abg. Th. Fritsch geschlagen, der„ auf noch schlimmeres gefaßt" mar. die Bernunft nicht mehr zu Bort tommt, da muß un fägliche Berwirrung Blaz greifen." Auf den gleichen Ton waren die allbeutschen und die meisten tonservativen Breffeorgane gestimmt. In diesem fritischen Augenblid fühlte sich Herr Adolf Stein, der frühere Rebatteur des Stöckerschen Bolt" und Herausgeber des felig entschlafenen Deutschen", der eben erst auf Empfehlung des Herrn v. Oldenburg Januschau, seines hohen Protettors, " Direktor der Deutschen Beamten- Genoffenfchaftsban? geworden. Er bestreitet, wegen Unregelmäßigkeiten dort entlassen zu fein. Wieder ein bloßes Spiel mit Worten. Die Direktoren- der Beamten Genoffenschaftsbent, Bittor v. Rakowski und Dr. Juntes, find in der fträflichten Weise mit den Geldern der Staatsbant, der Preußenkaffe und der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte umgegangen, Geldern, für die Herr Minister D. Schlieben die Garantie des Reichs übernommen hatte. Die Herren haben große Feste gegeben, große Autotouren gemacht und ihr persönliches Konto weit überzogen. Sie haben ferner mit dem Geld der Beamten Genossenschaftsbank Gesellschaften gegründet, schaften haben dann die gemeinnüßigen Beamtenvereinigungen ge deren Anteile fie setoft in Befih genommen haben; bei diesen Gesells kauft, die der Beamten- Genossenschaftsbant angeschlossen sind. Das Ergebnis war eine starke unrechtmäßige Bereicherung der Herren Ratowski und Juntes und eine so starte Schädigung der GEBEBA( Gemeinnützige Warenbeschaffungsstelle der Beamten), daß gegenwärtig die GEWEB bei der Beamten- Genossenschaftsbant eine ungededte Schuld von vielen hunderttausenden Mart hat. Damit die Beteiligten sich die Mühe weiteren Leugnens sparen, fei vorläufig noch an die Weinlieferungen des Dr. Juntes und den Namen des Herrn Zirler aus Gera erinnert. Alles weitere fann die Revisionstommission sagen, die schon seit Wochen die Geschäftsführung der Herrn Rakowski und Juntes prüft. Auch Herr Geheimrat Spielhagen vom Reichsfinanzministerium, Bertreter dieser Behörde im Aufsichtsrat der Beamten- Genossenschaftsbant, Männer feien besonnen genug gewefect, entgegen einer rafenden, von der Tarantel gestochenen Menge, dem Kaffer trotz allem zu geben, was dès Raisers ift." Diefe raffinierte byzantinische Schreibsudelei, die den geiehrigen Schüler Stöckers, des Scheiterhaufenbriefinannes, verriet, erzielte trotzdem nicht die gewünschte Wirkung. Sie wurde fofort paralyflert durch eine Gegenfundgebung von einer Seite, von der man es am allerwenigsten erwarten fonnte. Der Reichsbote" nämlich, das gleichfalls hochtonfervative Blatt der evangelischen Orihodoren und das Leibolatt der Kaiserin, fuhr dem politischen Giftmischer unsanft in die Parade, indem es erklärte: Stein Grundstücke war demnach 6000 Goldmart, und Herr von Schlieben hat fie für 200 000 Goldmark Kredit als Sicherheit angenommen. Dabei hat Genoffe Heilmann in seiner Landtagsrede nur übersehen, daß auf diesen Grundstüden noch eine hypothet über 5400 Goldmart lastet, so daß der freie Wert, der verpfändet wurde, nicht 6000, sondern nur 600 Mart betrug. Wen tönnte man besser zum Reichsfinanzminister machen als Herrn von Schlieben, der ein Objekt von 600 Mart als Sicherheit für einen Reichstredit von 200 000 Mart anfieht! Aber vielleicht heiligt der gute Zwed Herrn v. Schlieben? Es sollte ja das Geld dazu dienen, den Beamten turzfristige Darlehen als Kredithilfe zu gewähren. Daß es nachher zum großen Teil statt in die Taschen der Beamten in die des Herrn v. Ratowski geflossen ist, wird Reichsfinanzminister pon Schlieben nicht verantworten wollen. Um so mehr hat er die ganze rein torruptive Attion zu verantworten. Herr v. Schlieben ist dafür verantwortlich, daß die Gehälter der unteren und mittleren Beamten in der unsozialften Weise gedrüdt worden find. Er war deshalb der ganzen Beamtenschaft ein Gegenstand des Halles und Abscheues. Die Kredithilfe, die er nachträglich einem Teil der Beamtenschaft zugute tommen lassen wollte, hatte lediglich den einen 3wed, die einheitliche Opposition gegen die jedem sozialen Empfinden hohnsprechende Lohn- und Gehaltspolitik des Herrn von Schlieben zu zersplittern. Durch die Kredite und bie Bürgschaften sollte ein Teil der leitenden Personen des Deutschen Beamtenbundes für Herrn v. Schlieben gewonnen werden. Die ganze Attion war ein Stück Korruption und endete dementsprechend bei Herrn v. Rakowiti. Die Brüsseler Ententekonferenz. Paris, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Benn auch eber für die Zusammenkunft Herriots und Chamberlains noch für die im Brinzip bereits beschlossene interafliierte Konferenz bisher ein bestimmter Termin festgelegt ist, so glaubt man in unterrichteten Streisen doch begründeten Anlaß zu der Bermutung zu haben, daß der englische Außenminister erst auf dem Rückwege von Genf sich zur Aussprache mit Herriot in Paris aufhalten und daß in der Woche darauf, voraussichtlich also um den 20. März herum, die Konferenz der alliierten Außenminister zusammentreten wird. Als Tagungsort scheint man sich nunmehr endgültig auf Brüffet geeinigt zu haben. Mit Entrüstung muß es jeden ehrlichen Patrioten er füllen, wenn Schmeichler anden Kaiser herantreten, um ihm die Notwendigkeit der Umtehr auszureden Die französische Heeresreform. Sterblicher, auch fein Staifer, braucht sich der Erfenntnis gemachter Fehler und des Entschluffes der Besserung zu schämen; aber viele Baris, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die telegraphische haben schon Ursache gehabt, aufs tiefste die verhängnisvollen folgen Zurüdberufung des Marschalls Pétain, der augenblidlich Fran halsstarriger Berstodung und unbußfertiger Berzösisch- Nordafrika besichtigt. hat zu alarmierenden Gerüchten Anlaß härtung zu betlagen." gegeben. Sie wurde infolgedessen mit dem Kontrollbericht in Bu fammenhang gebracht, was in feiner Weise den Tatsachen entspricht. Pétain ist nach Baris berufen worden, um als Mitglieb des Obersten Nationalverteidigungsrates an der Beratung der Armeereform teilzunehmen. Die Kammer drängt auf Beschleunigung dieses Reformwertes und hat die erste Borlage bis spätestens 20. März verlangt. Diese gewiß gutgemeinte Ermahnung des frommen Blättchens ist zwar an dem verstodten Sünder wirtungslos abgeprallt und das deutsche Bolt muß jeßt für die Sünden des größenwahnsinnigen Despoten leider mitbüßen aber auch Herrn Adolf Steins Rolle mar nach diesem fläglichen Reinfall als„ Triarier der Monarchie" sehr bald ausgespielt, bis er neuerdings wieder aus dem politischen Tunkel, in das er sich aus gewichtigen persönlichen Gründen für länger als ein Jahrzehnt zurüdgezogen hat, als Rumpelstilzchen" aufgetaucht ist und als Standartenträger der deutschnationalen Barbei der gottverfluchten Republit", wie sie Herr von Freytagh Loringhoven getauft hat, fieber heute wie morgen den Garaus machen möchte. Gefängnisstrafen für Kommunisten. Urteil im württembergischen Kommunistenprozeß. Leipzig, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Jm toürttem bergischen Kommunistenprozeß wurde am Mittwoch folgendes Urteil gefällt: Landtagsabgeordneter aller zwei Jahre Gefängnis, 150 M. Geldstrafe; Bauunternehmer Im schneider 2 Jahre Gefängnis, 150 M. Geldstrafe; Feinmechaniter Salan 1 Jahr 6 Monate Gefängnis; Zimmermann 28ilde, Glasbläser Fint beiner, Glasbläfer Baupp und Bahnarbeiter Woerner je 1 Jahr Gefängnis und 100 m. Geldstrafe; Glasbläser Sig wart 9 Monate Gefängnis. Allen Angeklagten werden 4 bis 9 Monate und die Geldstrafe auf die Untersuchungshaft an gerechnet. lich Mißtrauensanträge im Landtag. Ein Vorschlag des Geschäftsordnungsausschusses. Der Geschäftsordnungsausichuß des Landtags befchloß bezüge der Frage des Aeltestenrates, ob flare Bestimmungen in der Geschäftsordnung darüber notwendig find, was ein Bertrauens. und ein Mißtrauensantrag ist, dem Landtag die Auf nahme der Bestimmung in die Geschäftsordnung zu empfehlen: Der Antrag auf Entziebung des Vertrauens muß folgenden Wort. laut haben: Der Landtag entzieht dem Staatsministerium( bem Minister Amtsbezeichnung und Ramen) das Vertrauen." Sinsichtlich der Bekundung des Vertrauen& gemäß Art. 57 der Berfaffung erklärt sich der Geschäftsordnungsausschus für nicht zuständig und empfiehlt, die Frage dem Berfassungsaus fuß zu überweisen. " Der Helteftenausschuß des Landtags ist für Montag, den 2. März, nachmittags 4 Uhr, einberufen worden. Das Plenum des Preußischen Landtags tritt bekanntlich am 3. März zusammen, um die Interpellationen und Anträge zum Dortmunder Gruben unglild zu erledigen. Blutige Zusammenstöße in Riga. Großze sozialdemokratische Demonstration. Riga, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Beerbigung des von Nationalisten erschossenen Genossen Massats geflaitete fich zu einer riesigen sozialdemokratischen Demonstration. An dem Buge nahmen 50 000 Manifestanten teil. Die Rigaer Arbeiterschaft hat durch ihren geschlossenen Aufmarsch gezeigt, daß sie gewillt ist, dem Treiben der Faschisten energisch entgegenzutreten. * Am Sonntag, dem 15. Februar, fam es in Riga zu heftigen Zufammenstößen zwischen Mitgliedern des lettischen Nationalen Slubs, einer reaftionär nationalistischen Organisation, und Mitgliedern des Arbeitersportverbandes. Ein Mitglied des lezteren, der 19jährige Arbeiter affats, wurde bei diesen Zusammenstößen erschossen. Einige andere Bersonen erhielten ziemlich starke Berlegungen. Wie die Untersuchung feststellte, wurde der Mord an den Genossen Massats pon einem Mitglied des Nationalen Klubs verübt. Eine sofort in den Räumen des Klubs veranstaltete Haussuchung führte zur Ent dedung von geheimen und kompromittierenden Schriftstüden. Das provozierende Berhalten des Nationalen Klubs und die Ermordung von Massats hat in der Rigaer Bevölkerung eine under Behörden verurteilt, die durch ihre Duldjamfelt gegenüber den geheure Erregung ausgelöst. Fast allgemein wird das Berhalten nationalistischen Morbbuben die blutigen Ereignisse mit verschuldet haben. Am 17. Februar brachte die sozialdemokratische Graftion im Landtage eine Interpellation anläßlich der blutigen Zusammen ftoße ein, bei der sie das herausfordernde Berhalten der Nationa liften brandmarkte, und sich gegen die Regierung wandte, die unmittelbar nach den Zusammenstößen nichts Besseres zu tun wußte, als gleichzeitig mit dem Nationalen Klub auch den Arbeitersportverband zu verbieten. Mit Recht wiesen die sozialdemokratischen Redner darauf hin, daß dieses durch nichts begründete Berbot bes Arbeitersportverbandes nur eine Konzession an die nationalistischen Mordbanden darstelle. Die Regierung müsse flipp und flar erflären, wie sie sich zu dem Anwachsen des nationalistischen Bandilentums verhalte, das eine Gefahr für die Republik und die Arbeiterklasse darstelle. Angesichts des ausweichenden Verhaltens der Regierung als politischer Mitarbeiter in die Redaktion der stodorthodogen Anglild zu erledigen. Am 4. Mära foll die Reuwahl bes beantragte die fraktion ein Mißtrauensvotum. Angenommen wurde gemeinen Evangel.htherischen Kirchenzeitung" eingetreten war, gedrungen, sein Schlachtroß zu wappnen und für den bedrohten Monarchen eine Banze zu brechen. In diesem Ver. teidigungsartikel hieß es: Das Fieber der letzten Wochen hat uns an den Rand der Verblödung gebracht." Nur blutwenige In der demokratischen Partei hat sich ein Landwirt. haftlicher usius gebildet, dessen Leitung in den Händen des Reichstagsabg. Rönneburg, der Landtagsabgg. Seesch Schleswig und Bachhorst de Bente und der Landwirte Meyer, Stoll und eunede. Braunschweig liegt. Jedoch mit 47 gegen 37 Stimmen der einfache Uebergang zur Tagesordnung, der vom Bauernbund beantragt wurde. Diese S. llungnahme der Regierungsparteien hat in Berbindung mit den Zusam menstößen am 15. Februar die politische Spannung in Lettland außerordentlich verstärft. Gewerkschaftsbewegung Die Betriebsräte der Berliner Metallindustrie. Die Betriebsräte dieser größten Berliner Industrie maren am Dienstag leider nicht so zahlreich mie es wünschenswert märe versammelt, um Stellung zu den bevorstehenden Betriebsräte wahlen zu nehmen. Genoffe Jahnte vom Deutschen Metallarbeiterverband betonte in seinem Referat die Notwendigkeit der Innehaltung aller Beschlüsse der Berbands. inftanzen, die auf die Betriebsrätemahlen Bezug nehmen. Be fonders fei hervorzuheben der Beschluß des erweiterten Beirates, der durch den Kasseler Verbandstag bestätigt wurde, nach dem für die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes nur Randi baturen auf freigemertschaftlichen Listen in Frage tommen. Die Aufstellung von Betriebsratsliften nad parteipolitischen Grundsäßen ist unstatthaft. In der anschließenden Aussprache trat ein jetzt Parteilofer für die Berücksichtigung der parteilofen Verbands. mitglieder bei der Kandidatenaufstellung ein. Er fand für seine Theorien feinen Resonanzboden in der Bersammlung. Benn auch in erster Linie die gewerkschaftliche Züchtigkeit bei der Auswahl der Bewerber zu berücksichtigen ist, so hat doch stets die Arbeiterschaft bei Bergebung so hoher Funktionärposten, wie es ein Betriebsratsamt ist, darauf gesehen, daß der Kandidat auch in politischer Hinsicht weiß, was er will. Das war gut so und die Arbeiterbewegung ist dabei groß und start geworden. Dieser Grundfaz muß auch in Zukunft aufrechterhalten werden, selbst auf die Gefahr hin, daß einige politische Querulanten, die mit Vorliebe Den Gernegroß spielen, dabei zu furz fommen. B 25 Zuguft 1924 Hoben Sie Homogen Revforen, Der Beul nationale Herr Karl Schröder und Herr Karl From te bie Rajje geprüft, und wie fich aus den Büchern ergibt, fie für richtig befunden, was sie beide durch Namensunterschrift be. ftätigt haben. Nach dieser Zeit hat der Unterfugungsaus. schuß, dessen Mitglieder neben den freigemertschaftlichen aus einem nicht freigewerffchaftlich organisierten RBD und einem GD.- Mitglied bestand, die Staffe geprüft und durch Unterschrift bescheinigt, daß fich die Raffe in Ordnung befindet. Irgendwelches Material fonnte der Antläger dem Unter fuchungsausschuß nicht unterbreiten, oder wie der Anfläger behaup tete, er wollte es nicht, meil dem Ausschuß u. a. ein Mitglied an gehöre, das in einer Sigung einmal anders als der Anfläger ge stimmt habe. Wenn nun Herr Karl Schröder weiter behauptet, daß die Stasse nicht in Ordnung sei und die SPD.- Mitglieder vor der letzten Besamtbetriebsratssigung Berhaltungsmaßregeln erhalten hätten, stelle ich fest, daß auch das nicht zutreffen fann und niemandem etmas davon befannt ist. Sollte Herr Karl Schröder nach diesen meinen Ausführungen bei feinen Behauptungen verbleiben, fo steht ihm die Beweis. führung dafür offen, andernfalls ich ihn für einen bemußten Ber leumber erklären muß. figen Arbeitshäfte; es Sebeutet, wie bas lingilid auf der Seche Minifter Stein erneut bestätigt hat, eine ständige Be. brohung Taufender von Menschenleben. Der AFA- Bimbesausschuß erwartet von der Reichsregierung und der preußischen Landesregierung fomie den beiden zuständigen Barlamenten, daß unverzüglich gefeggeberische Maßnahmen getroffen werden, um das Prämieninft em endlich zu überwinden." Auf Antrag von Frit Schröder murde der Bundesvorstand beauftragt, ohne meitere Berzögerung Schritte einzuleiten, um durch parlamentarische und außerparlamentarische Mittel die beschleu nigte Ratifizierung des Washingtoner Abtommens über den Achtstundentag herbeizuführen. Zwanzigtausend Metallarbeiter im Kampf. Bielefeld, 24. Februar.( Eca) Gestern sind auch die Metallarbeiter der fleineren Betriebe in Bielefeld ausgesperrt worden, so daß sich zurzeit etwa 20000 Arbeiter im Ausfland befinden. Die Binnenschiffer gegen ihre Bedrückung. Dortmund, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In Dortmund tagte dieser Tage ein vom Deutschen Berfehrsbund, Mitgliedlung der Ranalschiffer, die folgende Entschließung schaft Binnenschiffer, Duisburg, einberufene überfüllte Berfa mmannahm: Rarl& linge, Mitglied des Untersuchungsausschusses. Tarifftreit zwischen Bühnenverein und Musiker- Verband. Bom Deutschen Musiker- Berband wird uns mitgeteilt: 3mischen Die Organisation wird beauftragt, durch schärffte Propaganda dem Deutschen Bühnenverein und dem Deutschen Musiker- Berband dem 1920 ein Reichstarifvertrag, der von und Agitation schnellstens die geschlossene Organisation des Persobeltannenverein in April 1923 zum 1. Mai 1924 get ünnals herzustellen und alsbald Versammlungen einzuberufen zur Aufdigt worden war. Dreizehn Monate ließ sich der Bühnen- ftellung der Forderungen an die Arbeitgeber. Die Binnenschiffer verein dann 3eit, dem Deutschen Mufifer- Berband durch Borlegung der westdeutschen Kanale wollen nicht mehr länger das entehrende eines vollständig neuen, in seinem in wesentlichen Bestimmungen start Joch tragen. Sie fordern das Mitbestimmungsrecht bei der Festperflechterten Tarifvertragsentwurf feine For fegung der Löhne und Arbeitsbedingungen, und sind bereit zu lampderungen bekanntzugeben. Zu Verhandlungen tam es jedoch nicht. fen: für achtstündige Arbeitszeit beim Laden und Löschen, für zwölfBerband über den Bertragsentwurf, ber von der gesamten Feiertagsruhe, für menschenwürdigen Lohn, Bezahlung der WeberDer Bühnenverein hatte erst dann Zeit, mit dem Deutschen Musiker- stündige Nachtruhe während der Fahrt, für vouständige Sonn- und Mufiferichaft abgelehnt worden ist, zu verhandeln, nach Nacht und Sonntagsarbeit, Bezahlung der Arbeitsbereitschaft und dem diese Tarifvorlage von dem inzwischen erft gegründeten der Sonntagswache. Die Versammelten geloben, alles daran zu Reichstartell deutscher Berufsmufiter" ohne wesentliche Ab- fegen, ihre Ziele zu erreichen. Sie protestieren durch die Entänderungen angenommen worden war. Dieses Reichsfartell zählte ichließung gegen Ausbeutung und Vergewaltigung. Der Deffentlichzur Zeit des Vertragsabschlusses nur etwa 200 für Bühnendienste in teit gilt der Brotest als Mahnung, den Behörden als Warnung; den Frage femmende Mitglieder. Zudem unterstehen diese Musiker den Arbeitgebern fagen wir schärfften Kampf an." tariflichen Bestimmungen überhaupt nicht, da sie sich in beamteten Stellungen befinden. Es ergibt sich also die Tatsache, daß der Bühnenverein mit einer Musikervereinigung einen Reichstarifpertrag abgeschlossen hat, der in der Praxis megen Mangel an geVerhandlungen zwischen Reichsbahn und Eisenbahnern. Heute nachmittag 4 Uhr beginnen die entscheidenden Terhandlungen zwischen dem Verwaltungsrat der Reichsbahn und den Eisenbahnern über die Lobnerhöhung. Die Generaldirettiou hat am Mittwoch zu dem Ergebnis der Vorbefpredung zwischen den Organisationen und der Hauptverwaltung Stellung genominen. Für den vor allem im Quiammenhang mit der Besoldungserböbung der Eisenbahnbeamten erfolgten Hinweis auf eine 10 pros. Er höhung des Perfonen tarifs liegt im Augenblid no Leine Bestätigung vor. Ein Urteil darüber, ob eine folde Tariferhöhung wirklich unvermeidlich ist. läßt sich erst dann fällen, tvenn genau feftitebt, teie Aufbefferung nicht nur bei den Löhnen, sondern auch bei den Gebältern eintritt. Die negeeigneten Objeften feine Anwendung finden kann. lung der Gehälter der Eisenbahnbeamten ist aber zunä ost bertagt worden, animeinend weil die Reichsbahn abwarten will, was der Reichstag zur Beamtenbesoldungsfrage fagt. Personalpolitik der Knorrbremse, Lichtenberg. Die Knorr- Bremse ist nachgerade bekanntgeworden für das System bei Einstellung und Entlassung von Arbeitskräften. Grundfätzlich werden bei der Einstellung die Leute bevorzugt, die den fogenannten nationalen Arbeitsverbänden angehören; dagegen werden die gewertschaftlich organisierten Arbeiter, insbesondere wenn fie fich als Sozialdemokraten betätigen, bei der Entlassung be Dorzugt". Ein besonders frasier Fall ist der des Mechanikers 2., der als Revisor über drei Jahre beschäftigt war. Wegen einer umgerechtfertigten Rüge des Meisters, die L. zurückwies, wurde er turz vor Weihnachten auf der Stelle entlassen. Als der Ents laffene dann bei dem Chef der Bersonalabteilung vorstellig wurde, erfannte dieser an, daß die Entlassung sich nicht rechtfertigen laje und versprach, 2. nach Ablauf von ein bis zwei Wochen in eine andere Abteilung zu verfeßen. Nachdem man ein Bierteljahr lang mit wiederholten Versprechungen hingehalten hatte, ist die Wiederein ftellung nicht erfolgt. Auch ein anderer unserer Genossen wurde Dorige Woche entfaffent, weil er unter seinen Reilegen. Brapa ganda für den Bormärts" machte Offenbar glaubt die Knorr- Bremse, daß sie mit diesen Wiltein ihre Betriebe von unerwünschten" Elementen jäubern fann. Wie die Erfahrung lehrt, dürfte jedoch das Gegenteil eintreten. Die Zeiten sind vorbei, wo sich Berliner Arbeiter die Lektüre des Borwärts oder die Mitgliedschaft zur gewerkschaftlichen Organi Iation verbieten lassen. Das wird auch die Direktion der Knorr B Bremse noch zu spüren befommen... ** Erklärung. SPD.- Korruption im Siemens- Gesamtbetriebsrat." Nachdem das deutschnationale Mitglied des Gesamtbetriebsrates, Herr Karl Schröder, in der Gesamtbetriebsratsfizung am 17. Be bruar dem Borfizenden sein Vertrauen ausgesprochen und für bie Entlastung des Raffierers gestimmt hatte, brachte er am 19. Februar einen Artikel in der Nationalpot", worin dem Gesamtbetriebsausschuß in verfchleierter Form der Vorwurf der unforretten Raffenführung gemacht wird. Daß die Rote Fahne sich mit Feuereifer auf ihren Bundesbruder von rechts beruft, ist nach den Erfahrungen in der legten Zeit nicht meiter ner. wunderlich. " P " 1 Als einziges freigemertshaftliches Mitglied des Un terfuchungsausschusses, das von der anflagenden Partei nicht für befangen erflärt wurde, erfläre ich hier folgendes: Der Deutsche Mufiter Berband, der 90 Broz. aller an Bühnen beschäftigten Mufiter umfaßt( insgesamt etwa 6000 Don feinen ungefähr 25 000 Mitgliedern find Drchestermufifer) fo11 gezwungen werden, das Diftat des Bühnenvereins und Reichsfartells deutscher Berufsmufifer anzunehmen. Das Hineinschieben einer nicht an dem Tarifwert direkt beteiligten Organifation tann nur den Zwed haben, die Mufiterschaft zu zersplittern und den Deutschen Musifer- Verband zu sprengen. Da in dem Tarifvertrag Schlichtungsstellen und Schiedsgerichte vorgesehen sind, so müßten rechtlich unhaltbare Bustände eintreten, wenn neben dem Deutschen Mufiter- Verband auch mit dem Reichsfar. tell Schlichtungsstellen errichtet werden tönnten, die gleichfalls über die Auslegung der Tarifvertragsbestimmungen entscheiden. Es murde deshalb vom Deutschen Musiter Berband verlangt, daß der neu zu vereinbarende Tarifvertrag nicht nachwerden dürfe. 3 träglich auch noch mit dem Reichstartell abgeschloffen Das lehnte der Bühnenverein ab, obgleich das Reichstartell als Tarifpartei in dem Augenblid nicht mehr beftande, wenn der zwischen Bühnenverein und Deutschen Musiker- Berband zu vereinbarende Tarifvertrag auf Antrag vom Reichsarbeitsminifter für allgemein verbindlich erklärt wird. 3 Der Bühnenverein ist offenbar von der Rechtmäßigkeit feines. Borgehens nicht voll überzeugt. Er verfucht alle in den Theater. betrieben, beschäftigten Arbeitnehmer gegen den Deutschen Mufiter Berband aufzurütteln, indem er ihnen die Gefahr eines Musiterstreits an die Wand malt, bei dem den übrigen Angeftellten der Theater Kürzung der Gagen in Aussicht stehe. Rommt es zu schweren Erschütterungen in den Theaterbetrieben, o trägt daran die Schuld, nicht der Deutsche Mufiler- Verband, fondern der Deutsche Bühnenverein, der feine Larifpoli tif von Anfang an darauf einstellte, die Organisation der Mufifer, den Deutschen Mufiler- Berband, zu schwächen und feinem Dittet zu unter. merfen. Gegen das Treibersystem im Ruhrbergbau. Die Bundesausschussihung des Af Bundes hat in ihrem weiterem Berlauf sich mit dem schweren Gruben unglüd auf der Seche Minister Stein befaßt und als Ergebnis ihrer Aussprache die nachstehende von den Steigern halb fell und Bufchmann beantragte Entschließung einstimmig angenommen: Der am 24. Februar 1925 in Berlin tagende AfA- Bundesausschuß fommt nach eingehender Stellungnahme zu der Gruben tatastrophe auf der Zeche Minister Stein" zu dem Ergebnis, daß das heute bestehende Treibersystem im Ruhrbergbau mit eine wesentliche Ursache für die Auslösung derartiger furchtbarer Explosionen darstellt. Dieses in Revier- und Mate= rialienprämien bestehende System im Ruhrbergbau bilbet eine unerträgliche Ausbeutung der im Bergbau Der neue Manteltarif für die Seeschiffswerften. Hamburg, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeit nehmer der Seeschiffewerften haben am Dienstag mit erheblicher Mehrheit den vom Reichsarbeitsministerium gefällten died 8. fpruch abgelehnt, ohne aber die nach den Statuten nötige Stimmenzahl für die Durchführung einer Betriebestillegung an erzielen. Die Arbeitgeber stimmten dem Schiedsspruch zu. Damit unterliegt es feinem Zweifel, daß vom 1. März ab der neue Manteltarif gilt, der die neunstündige Arbeitszeit bis sum 30. September borfieht und die garantierten afford. tarife bon 75 auf 90 Bro. des Beitlohnes heranisegt. Gleichzeitig tritt eine allgemeine ohnerböhung in Rraft, die in der ersten Stufe& Pf. die Stunde beträgt. Lohnerhöhung in den bayerischen Ziegeleien. München, 25. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Für die Sie geleiindustrie Bayerns fam in freier Bereinbarung eine Neuregelung der Stundenlöhne zustande, die um 10 Broz. auf 60 Pf. erhöht wurden, für die Facharbeiter auf 69 f. Buchdruckerstreit in Dänemark. Kopenhagen, 25. Februat.( Eigener Drahtbericht.) Im Buchdruc gewerbe Dänemarts steht ein großer Kampf bevor. Die Sezer und Druder haben befchloffen, am Sonnabend in allen Zeitungsbetrieben mit Ausnahme der Sozialdemokraten die Arbeit niederzulegen. Die Arbeitgeber drohen dagegen mit Aussperrung von 70 000 Beschäftigten, wenn der Streit zur Tatsache werden sollte. Die Zahl der Arbeitslofen in Dänemark fant in der letzten woche um 1004 auf 43 165 gegen 56.300 in der entsprechenden Beriode des Jesten Jabres und 68 700 im Jabre 1928. PETITELERESSE IT FEEL Berband der Maler, Sadierer und Anstreicher! Mitgliederversamm Lung morgen, Freitag, in Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25. 1. Bor 2. Berichttrag des Berbandsvorsißenden Streine- Samburg. erftattung über die Lohnverhandlungen. Die Rollegen werden ersucht, Die Ortsverwaltung. ihre Frauen mitzubringen. Rentralverband der Schuhmacher. Morgen, Freitag, Branchenverfammfung der Makichuhmacher abends 6% Uhr im Gaal 5 des Gewettschaftshauses, Engelufer 24/25. Berantwortlich für Bolitit: Ernit Reuter: Wirtschaft: Arthur Gaternus; Gemertschaftsbewegung: Fricbr. Entern; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frik Ratftabt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts.Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Bormäris- Buchbruderet und Berlagsanftalt Baul Ginger u Co. Berlin SB 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen. Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. Säle frei! Norden. 9296. Sonder- Angebot in feinen Toilette- u. Kernseifen, Verkauf soweit Vorrat Haushaltartikeln und Artikeln für den sanitären Bedarf 10 welss Mengenabgabe vorbehalten Famillen- Toiletteselfer 100 Schnitzel- Seifenpulver 34P 320 Kernseife generallel, in verschie 85. Prima Bohnerwachs and gelb, 80. ca. g...... 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Der Gerichtsbeschluß erging dahin, daß von der bisherigen Reihenfolge nicht abzugehen sei und daß infolgedessen der Angeflagte Mörsner vernommen bzw. seine früheren Protokolle verlesen werden follen. Bei seinen früheren Bernehmungen hatte Mörsner erflärt, daß er der KPD. bei ihrer Gründung beigetreten, 1921 aber wieder ausgetreten und seitdem nicht mehr parteipolitisch organisiert gemesen sei. Er fei Chauffeur bei dem Kraftwagenbesiger Goppels in Charlottenburg gewesen und habe in seiner Stellung einige Male den Kommunistenführer Pied gefahren. Die Anflage bezeichnet diese Angaben als unrichtig mit dem Hinweis, daß die Bagen des Goppels in Wirklich feit der Partei ge hörten, daß Mörsner Chauffeur der KPD. gewesen sei und als solcher hauptsächlich Brandler, bann aber auch Bied und die anderen Parteiführer gefahren habe. Weiter heißt es in dem Protokoll, in Frankfurt und Stuttgart will Mörsner nichts über die wirkliche Tätigkeit der Neumannschen Gruppe erfahren haben. Erst am 16. Februar habe ihn Neumann nach Mannheim geschicht mit einem Brief an Margies oder Poege, den er dann an Margies ablieferte. Bon dem Inhalt des Schreibens und von der Tätigkeit der beiden in Mannheim und Heidelberg habe er ebenfalls nichts gewußt. Bei der Abfahrt von Heidelberg gab ihm dann Poege den Bescheid mit, der Fall fönne nicht erledigt werden. Wenn Neumann anders darüber denke, soll er selbst nach Heidelberg kommen. Daraufhin beorderte Neumann die beiden telegraphisch nach Stuttgart. Im übrigen will Mörsner immer nur geglaubt haben, es handele sich um einen geheimen Kongreß der APD., für den auch die Gelder bestimmt gewesen wären, bie er im Auftrage Neumanns einmal von Berlin holen mußte und die er auf Grund eines befonderen Erfennungszeichens an der Ede der Besselund Markgrafenstraße in Berlin von einem Unbetannten in Höhe von 840 m. erhielt. In Stuttgart mußte fich dann Mörsner an mehreren Abenden auf Anweisung Neumanns mit seinem Wagen bereit halten. Borf.( zu Neumann): Das war im Falle Bezel und im Fall Schlotter? Neumann: Jawohl. Nach eventueller Erledigung des Blanes follte Mörsner dann von mir Nachricht bekommen, daß abgefahren werde. Bors.: Haben Sie mun dabei etwas Näheres von Ihren Plänen mitgeteilt? Neumann: Nein, aber innerlich habe ich wohl geglaubt, daß Mörsner durch die Art unseres ganzen Gebarens unterrichtet war, wenn auch nicht über alle Einzelheiten. Mörsner erflärte weiter in dem Protokoll, die Verhaftung sei ihm überraschend gekommen und er habe dabei Theater, Lichtspiele usw. Haller- Revue Residenz- Th. 1925 Th. I.Admiralspalast 28. Woche Staats- Theater Lessing- Theater Anabend.8%, Uhr Opernhaus Heute 8 Uhr: 72 Der Freischütz Letzte Vorstellung Opernhaus am Königsplatz Kroll- Redoute Schauspielhaus 7: Charleys Tante W Schiller Theater 7 Maria Stuart Volksbühne 71, Uhr: Wer weint um Juckenack? Indipohdi von Gerhart Hauptmann Die größte Revue d. Welt: Noch und Noch" Sonntag nachm 31 Uhr: Die ganze Vorstellung zu halben Preisen Kleines Th. 2. Rang 1 Maik Täglich 8 Uhr: Deutsch. Theater Frau Lohengrin 7 Uhr Zum 100. Male von Friedmana und Lunzer Die hellige Johanna Gisela Werbezirk Kammerspiele 72 Uhr. Die Stützen Die Komödie Olga Limbur. Schreker Strehlan, Natkin Central Theater Uhr De versunk. Glocke Deuts Opernhaus Uhr: Tägl. 8 Uhr: Mrs. Dot Adele Sandrock, Korff, Burg Leopoldine Konstantin Ehser, Alexander Mattoni, Rosé Theater des Westers Berl. Operngastsp. Dir: Ewald Huth Sonntag, d. 1. März 3 Uhr: Carmen m. d. ges. Ensemble der Gr. Volksoper Tha la- Th. Tägl 8 Uhr: Das Draimäderlhaus Schubert Jadiowker toten Augen Casino- Theater Lotbringer Str. 37 Tagl. 8 Uhr Metropol- Theater Nur noch b.z.5 März die Schlager- Posse der Gesellschaft Trianon- Th. TL 7 Uhr. Heute 8 Uhr Grafin Mariza Kurfürstendamm 206/207 71 Uhr: 2 Zum 50. Male Sechs Personen suchen einen Autor Theater i. d. 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Zwischen den Bekundungen Lesniffes und den Dar gehalten worden und Sie haben erflärt, Sie feien bei dieser Bestellungen Neumanns und Königs ergeben sich insofern Widersprüche. sprechung in der Lesniffe'schen Wohnung nicht zugegen gewesen, als die beiden letteren nach wie vor behaupten, daß Lesnisse bei der sondern Sie feien nur etwa fünf Minuten dort gewesen. König, Erörterung des Mordplanes gegen Wegel zugegen gewesen sei. wie ist das nun? König: Mörsner tam am Nachmittag, um Die Ehefrau Marie Cesniffe, die ebenfalls jede Aussage mit einen Koffer, den wir im Auto mitnehmen wollten, zu holen und Rücksicht auf das Fehlen des Wahlverteidigers verweigert, betätigt es wurde dann die Verabredung besprochen. Borf.: War Mörs. fich in der fommunistischen Frauenagitation. Auch ihre Berney ner nun dabei? König: Jamohl. Borf.: Können Sie das auf mungsprotokolle werden verlesen, wobei sich keinerlei Widersprüche König: Jawohl, bei dieser Berabredung war recht erhalten? mörsner zugegen.- Bors.( zu Neumann): Biffen Sie, ob Mörsuch fie will nichts davon gewußt haben, daß sich die Besprechungen zwischen ihren Betundungen und denen ihres Ehemannes ergeben. Neumann: Ich entsinne mich, daß ich an dem bezogen. in ihrer Wohnung auf die„ Erledigung“ von Wezel und Schlofter Um 4 Uhr schloß Dr. Niedner die Berhandlung mit den Worten: Wir fahren morgen früh um 9 Uhr in der Berhandlung fort, gleichgültig, ob die Wahlverteidiger wieder erscheinen oder nicht. ner dabei war? Neumann: Das ist nicht fraglichen Tage Mörsner wegschichte, um einen Konti- Blan zu holen und daß Mörsner nicht bei der Besprechung dabei war. König: Ich selbst habe den Konti- Plan besorgt und habe zu diesem 3mede fünf Mart von Neumann erhalten. richtig. Ich habe den Mörsner danach geschickt. Vorf.: Mörsner, es wäre doch recht gut, wenn Sie selbst Auskunft darüber geben würden.- Mörsner: Mein ganzes Beweismaterial befindet sich in den Händen meines Wahlverteidigers.- König bleibt auf weiteren Borhalt bei seiner Darstellung. Nach der Mittagspause richtete ber Borsigende an den An. geklagten Lesniffe, ein Heizer aus Stuttgart, die Frage, ob er sich zur Anklage äußern wolle. Darauf erklärte Lesnisse zugleich für seine Frau, daß er den Vorsitzenden bitte, von seiner Ber. nehmung so lange Abstand zu nehmen, bis sein Wahlverteidiger wieder im Saal sei. Borf.: Nachdem Ihre Wahlverteidiger ohne Genehmigung des Gerichts den Saal verlaffen haben, haben Sie nicht das Recht, Ausfeßung der Bernehmung zu verlangen, bis Ihre Wahlverteidiger sich bequemen, hierher zu rückzukehren. Als darauf Lesnisse erneut erklärt, daß er sich nicht äußern wolle, so lange sein Wahlverteidiger nicht anwesend sei, schreitet der Bersihende, mie im Fall Mörsner, zur Be; r fefung der bisherigen Bernehmungsprototolle des Angeklagten. Lesniffe hatte seinerzeit befundet, er wiffe nicht, weshalb gerade seine Wohnung als Treffpunkt für die Berliner Genoffen bestimmt worden set. Ebenso wenig wisse er, wer diesen Ort bestimmt habe. Er habe nur Diener unter dem Dednamen Rebhuhn" gefannt und habe auch gewußt, daß Bezel unter Spigelverdacht stand. Dagegen habe er feine Ahnung ge habt, daß dieser beseitigt werden sollte. Lesniffe follte dann auf Anweisung Neumanns eine fommunistische Frattionsfigung des Fabritarbeiterverbandes einberufen und zu diesem Bezel laden. ferner follte er nach Beendigung der Versammlung mit Wezel zu Die Verteidiger beim Justizminister. Amtlich wird mitgeteilt: Im Reichsjuftizminifterium hat geftern anläßlich der befannten Borfälle im Tschefa- Prozeß, die zu der Entfernung eines der Verteidiger aus der Sigung des Staatsgerichtshofes zum Schuße der Republit geführt haben, eine Ab. ordnung der Berteidiger sowie eine Abordnung der strafrechtlichen Bereinigung der Berliner Rechtsanwälte corgesprochen. Der Reichsjuftigminifter hat die Darlegungen der er schienenen Herren entgegengenommen und in feiner Erwiderung zum Ausdruck gebracht, daß es sich bei den Maßnahmen des Vor fizenden des Staatsgerichtshofes zum Schuße der Republik um Atte der Rechtspflege handele, die nach der Verfassung tgendwelcher Einwirkung durch die Justizverwaltung entzogen seien. Bon anderer Seite wird über die Besprechung berichtet, daß die Berteidiger dem Reichsjustizminister den Wunsch vortrugen, er möge durch Anweisung an den Oberreichsanwalt mit Rücksicht auf das Intereffe der Angeklagten und zum Schuße der Anwaltschaft eingreifen. Es handele sich um die Interessen der gesamten beutschen Rechtsanwaltschaft, deren Schuß dem Reichsjustizminister unterstellt sei. Der Reichsjustizminister habe darauf erklärt, daß er schon mit Rücksicht auf das Ungeheuerliche der Borfälle, die sich vor dem Staatsgerichtshof ereignet haben, die ganze Angelegenheit prüfen werde, und die bestimmte Hoffnung ausgesprochen, daß der Prozeß nach Rückkehr der Verteidigung in voller Ruhe verlaufen werde. Einsegnungs- Anzüge| Ausnahme- Angebote aus blauem starken Cheviot, einund zweireihig Sr. 38-43 30.- 27.- 25.Sr. 11 u. 12. . 28.aus blanem tuchartig. u. fammgarn artig. Cheviot, ein- u. zweireihig, je nach Qualität und Art St. 38-43.. 40.-, 36- 33.Gr. 11 u.12 35 Erfaz f. Maß, Kammgarn- Cheviot, ein und aweireihig, Gr. 38-43 Sr. 11 u.12 57.- 53.Smoking- Anzüge m Seidenreb. Prüfungs- Anzüge a. 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Werkzeugmacher, Widler, Sigaber Grundlohngrenge fich ergebende höbete die schnell schmerzLeiftung an Krantengelb tritt 5 Bochen stillend. Einreibung, retten- Mafchiniften, Hilfsarbeiter und-arbeiterinnen. nach bem Tage ber Bekanntmachung in wunderbar nerven109/18 u. muskelstärkend Ohne Mitgliedsbuch tein 8utritt. Um die fich hieraus ergebende Neuein. Seit 33 Jahren oeDie Ortsverwaltung. ftufung rechtzeitig vornehmen zu tönnen, währt. Nehmen Sie ertuchen wir, uns von allen zurzelt in nur das chte Electontag, den 2. März, abends 6 Uhr, Stufe VII gablenden Mitgltebern ben tricum. Fl 2,-u.3,50 in den Sophienfalen, Sophienste.17: in Drogenh. u Apth. gegenwärtigen Berdienst anzugeben. Käuflich in Apotheken, Droguen und Straft. Delikatelgeschäften. Neue Wet Täglich Hasenhelde 108-114 Circus Busch Bockbier- Fest Täglich 7, Uhr, Sonntags a. 3 Uhr: Gastspiel Kommissionsrat Albert Schumann Nur noch kurze Zeit! Außerd. d. übr.gr. Cireus- Progr. 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Tagl. 8 Uhr und des Verbandes Berliner MetallJnduftrieller. foweit dieselben einer dem Metallfartell angeichloffenen Gewerkschaft angehören. Tagesordnung: Stellungnahme zum Ablauf des Rahmentarifes. 8utritt nur gegen Vorlegung ber mit dem BBMJ. Stempel versehenen Legitimationsfarte und des Mitglieds ausweises einer dem Metalfartell u. alle ander. Trans- gejchloffenen Gewerkschaft. bortgeräte liefert Das Metallfartell Sonntag nachm.& Uhr Leiterwagen Elife- Sänger. Der Gipfel des Humors: Die Baxe der Panders! Volkstümliche Preise sämtliche Eintrittskarten ausverkauft Berliner k- Trio Neukölln, Ulk- Trio billigst. Großer Vorrat. Georg Wagner Erfinder Köpenicker Str. 71. 1 an Vorwärts ftrebende gute Berdienstmöglichtett! Rein Ladengeschäft. Aufklärung und Anregung gebb. Broschüre Keine SchaufensterLahnstr.74/ 751 lich billigere Preisel Ein neuer Geift Reklame, dafürwesent gratis burd: Erdmann& Co., Berlin, Röniggräger Straße 71. Nr. 96+ 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Der Vorstoß des Agrarkapitals. Der Entwurf eines Gesetzes über die Errichtung der Deutschen Mentenbank- Kreditanstalt ist dem Reichsrat zugeleitet worden. Es handelt sich um nichts mehr und nichts meniger als darum, daß mit Reichshilfe eine riesige Bant gegründet werden soll mut cinem Anfangsfapital von 200 millionen Mark, das im Laufe der nächsten Jahre aus Leistungen der Landwirtschaft und der Allgemeinheit auf 500 millionen Marf vermehrt werden soll. Die Bollmachten, die dem Institut zugedacht sind, sichern ihm eine entscheidende Stellung auf dem deutschen Geld martt, fic stellen alle bisher bestehenden, insbesondere die genossenIchaftlichen Kreditinstitute und die Hypothekenbanken unter die Bor mundschaft der neuen Kreditanstalt, deren Zusammensetzung nach den bisherigen Erfahrungen mit der Rentenbank, der Vorgängerin, deutlich ein Borwiegen der großagrarischen Jutereffen zeigt Man geht dabei mit großer Borlicht zu Werke, Man ist nicht etwa fo töricht, für den Reichslandbund oder seine halbamtliche Biliale, den Deutschen Landwirtschaftsrat, den bestimmenden Einfluß m Vorstand und im Berwaltungsrat nach außen hin sicherzustellen. Jedoch gehören fünf von den Mitgliedern des Berwaltungsrates diesen Intereffenvertretungen der Großlandwirtschaft an. Acht Bertreter find vom Reichsrat zu benennen. Dieser setzt sich rorwiegend aus Beamten der alten Schule zusammen. Gelangen in den Ländern und insbesondere Preußen nach dem Wunsche der Deutschnationalen die Bürgerblod interessen zur Herrschaft, jo ist den Großagrariern im Bermaltungsrat der Rentenbank die Mehrheit sicher. Der Verwaltungsrat besteht nämlich insgesamt aus 20 Mit gliedern, von denen 11 aus der Landwirtschaft belegiert werden, 8 vom Reichstat. Er fann durch ein bis zwei Banffachverständige ergänzt werden. Da unter den Bertretern der Landwirtschaft bereits fünf als großagrarische Intereffenten anzusprechen sind, ist die cbfolute Mehrheit für die Großagrarier leicht herzustellen, sobald sich der Rechtsturs in den Ländern verschärft. Bir erinnern nur daran, daß der Reichsrat schon einmal Bertreter für eine derartige Körperschaft zu benennen hatte, nämlich bei der Gründung des Reichswirtschaftsrats. In diefen entfandte er damals ausfchließ fich Vertreter der Unternehmer. Was soll die Rentenbankkreditanstalt? 39 Der Gefeßentwurf sieht die Gründung der Deutschen Rentenbanffreditanstalt als eine Anstalt öffentlichen Rechts Lor. Mehr als ihr Haupttitel sagt die Nebenbezeichnung Candwirthaftliche Zentralbant", die das Unternehmen führen soll. Ihre Auf gabe ist nach dem Gefeßentwurf die Beschaffung und Gewährung von Krediten für Zwecke der deutschen Landwirtschaft in allen ihren Zweigen unter Einschluß der Förderung der BodenFultur und landwirtschaftlichen Siedlung. Sie foll, ihre Gelder nicht Nem Kreditunternehmer unmittelbar, sondern nur den bestimm= ren, dafür bereits bestehenden Banten und sonstigen Stellen geben. Sie darf dazu zinshare Darlehen gewähren, und zwar fomohl auf der Grundlage von Hypotheten( Reaifrebit), tredit). Auf Grund der Hypotheken, oder Pfandbriefe, die sie als Screditunterlage von den kreditnehmenden Banten erhält, darf fie verzinsliche Schuldverschreibungen auf den Inhaber bis zum acht fachen Betrage ihres Kapitals ausgeben. Nimmt man an, daß das Eigenkapital binnen weniger Jahre auf 500 Millionen Goldmart angewachsen ist, so würde die Kreditanstalt bis zu 4 Milliarden Mark folcher Schuldtitel schaffen fönnen. Sowohl nach ihrem Anfangstapital wie nach dem beabsichtigten Geschäftsumfang soll die Rentenbanktrebijanstalt, demnach zu der größten Bank Deutschlands werden. Dadurch würde sie ein macht aftor, der jederzeit in der Lage ist, die Geld und Kreditpolitit her Reidsbank zu burchtreuzen. Man gibt sich der Hoffnung hin, daß man durch die Pfandbriefe auch ausländische Gelder der deutschen Landwirtschaft zuführen wird, und deshalb sieht der Gefeßentwurf vor, daß die Bant Devisen taufen und verkaufen darf, soweit das zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlich ist. Diese Soffnungen auf den Onkel aus Amerita find schon alten Datums. Die Rentenbant, die bisher deshalb Berhandlungen ge pilogen hat, vermag jedoch nichts Näheres darüber mitzuteilen, ob jie schon verbindliche Angebote ausländischer Banken hat Solange bas nicht der Fall ist. hat man Grund zu zweifeln. Sind doch schon glänzende Beziehungen zum Auslande verfügten, bestrebt gewesen, Hypothekentrebite hereinzubringen. Bisher ist dies jedoch im Gegen fez zu den Industriegebieten nicht gelungen. Die Hoffnungen der Rentenbanttreditanstalt gehen jedoch noch weiter. Man will auch versuchen, Geld aus den Beständen des Transfertommiffars für die Reparationszahlungen der Landwirtschaft nußbar zu machen. Daher befindet sich in dem Gefeßentwurf die Bestimmung, daß die Bank Darlehen auf die Dauer von mindestens einem Jahre aufnehmen tann. Nun ist es bekannt, daß der Geldbedarf der Landwirtschaft außerordentlich schwantt. Er ist sehr groß während der Frühjahrsbestellung und während der Bergung der Ernte, läßt aber dann beim Verkauf der landwirtschaftlichen Pro dukte nach. Die Kreditanstalt muß also damit rechnen, daß fie, wenn fie Darlehen auf die Dauer eines Jahres aufnimmt, sehr erhebliche Mittel zeitmeilig flüssig hat. Infolgedessen soll sie das Recht erhaiten, verfügbare Staffenbestände durch furzfristige Anlage bei icheren Banffirmen" nugbar zu machen. Weld; e Bank firmen dabei a's fider gelten sollen, ist nicht gefagt. Es ist z. B. durchaus möglich, daß man die großen genossenschaftlichen Banten, die für den Kreditbedarf ber mittleren und fleineren Bauernschaft forgen, als nicht genügend ficher" ansieht, das freie Geld dann den Großbanten oder den Wirtschaftsunternehmungen politisch gefärbter Organisationen, wie des Reichslandbundes, zur Verfügung stellt. In jedem Falle gibt diese Bestimmung den Leitern der Rentenbanktrebitanstalt die Möglichkeit zu weitgehenden Eingriffen in den offenen Geldmarkt, ohne jede Kontrolle des Reiches und ter Reichsbant. Das Reich behält nämlich nur ein Aufsichtsrecht, das sich auf die lleberwachung der Geschäftsführung der Bank befchränkt und lediglich verhüten soll, daß die Rentenbank entgegen ihren Sagungen handelt. Erbs, Eier Rubeln, Königin, Blumentohl, Grünfern, Tomaten, Tapiola echt Das Projekt der Rentenbankkreditanstalt. Donnerstag, 26. Februar 1925 Bei der Gewährung der Krebite foll übrigens dafür gesorgt| Landwirtschaft hat jährlich 100, bas Reich 60 Millionen Mart zur werden, daß die legten Kreditnehmer, d. h. die Landwirte, das Geld grundfäßlich zum gleichen Binsfag erhalten. Tilgung und Einziehung der Rentenbanknoten aufzubringen. Außer dem fließen die Ueberschüsse der Reichsbant dem Dlgungsfonds zu. Bei dem Tilgungsfonds bleibt nun in jedem Falle ein Zuviel an Einnahmen in der bezifferten Höhe. Diese Einnahmen sind nach dem Rentenbankgefeß einer zu gründenden Tochtergesellschaft der Rentenbank oder für verwandte 3wede", in jedem Falle zugunsten der Landwirtschaft zu verwenden, und das deshalb, weil diese allein noch mit Rentenmartgrundschulden belastet bleibt. Die Lochter. gesellschaft soll nur mit Zustimmung der Rentenbanfleitung gegründet werden dürfen. Die Rentenbankleitung versagt ihre Zustimmung aber allen Abänderungsprojekten, die bisher gemacht worden sind und die vornehmlich darauf hinauslaufen, die gemeinwirt. fchaftliche Rontrolle des Reiches, der Länder und der genossenschaftlichen Organe zu verstärken, die Tätigkeit der neuen Bant aber zu beschränken. Mit dem Gefeß über die Liquidation der Rentenbank übt also die vom Landbund entscheidend beeinflußte Leitung der Rentenbant einen Terror aus, der nur allzu deutlich verfolgt werden, auch wenn man das nicht zugeben will oder vor der Deffentlichkeit sogar bestreitet. Vorwände und Gründe des Projektes. Warum ist die Rentenbont überhaupt not wendig? Die Landwirtschaft stöhnt über den Mangel an Betriebs. tapital und über das Fehlen landwirtschaftlicher Kredite. Diesem Mißstand abzuhelfen, ist eine Aufgabe, über die fich das ganze Bolt wohl einig ist. Die Landwirtschaft hat aus der Rentenbank, die nach der Annahme des Dawes Planes in Liquidation getreten ist, einen Betrag von 800 Millionen Goldmart an Krediten erhalten und soll diese innerhalb drei Jahren zurückzahlen. Nach Meinung der Großagrarier fann sie das nicht. Selbst wenn man das bestreiten mollte, müß man zugeben, daß zur Befriedigung des Kreditbedarfes der Landwirtschaft noch viel zu tun übrig bleibt, um die deutsche Nahrungsmittelerzeugung zu fördern. Die Kredite, die jetzt zur Berfügung stehen, find alle furzfristig und teuer. Der Land wirtschaft fehlt es aber an billigen, langfristigen Krediten. Die Bezeigt, welche politischen Nebenabsichten mit dem Projekt schaffung von Geldern für diesen legteren 3wed ist eine Aufgabe, deren Bichtigkeit für die gesamte Bolfsernährung von niemand unter schäßt werden wird. Daß dazu jedoch die Gründung einer besonderen 3entral. ban?" erforderlich wäre, ist nicht einzusehen. Bill man durchaus einen einheitlichen Pfandbrief, der zum Absah im Ausland bestimmt ist, schaffen, jo kann man dies getroft denjenigen Instituten über laffen, die schon jetzt für die Hypothekenbeschaffung der Landwirtschaft tätig find, insbesondere die Landschaften und die land. lichen Hypotheten banten. Diese stehen auch zu dem einzelnen Kreditnehmer in engerer Fühlung. Sie könnten wirklich dafür forgen, daß derartige Kredite nur für produttive 3mede aufgenommer werden und nicht etwa zur Beschaffung von Mitgiften oder für ähnliche Zwede. Benn es dagegen in dem Gesezentwurf der Rentenbankfreditanstalt heißt, daß sie ihre Gelder nur zur wirt schaftlicheren Gestaltung der landwirtschaftlichen Betriebe" verwenden darf, so ist es rätselhaft, wie eine Bant in Berlin mit wenigen Beuten fontrollieren will, ob vielleicht in Württemberg oder in Schles fien die Innehaltung dieser Bedingung gewährleistet ist. Genossenschaften und Rentenbankkreditanstalt. Die Rentenbanffrebitanstalt will fich aber nicht nur auf langfristigen Realkredit beschränken, sondern sie will auch turzfristige Kredite ausgeben. Bisher murde die Versorgung der Landwirtschaft ganz Deutschlands mit kurzfristigem kredit durch die Preu Bische Bentralgenossenschaftstasse vorgenommen. In dreißigjähriger mühevoller Arbeit hat dieses gemeinnüßige Unternehmen es verstanden, die landwirtschaftlichen Kreditorganisationen in der Weise zusammenzufaffen, daß heute rund vier Fünftel der deutfchen landwirtschaftlichen Betriebe von ihr versorgt werden. 40 000 landwirtschaftliche Genossenschaften, davon rund 20 000 Spar und Darlehnsvereine arbeiten auf das engste mit ihr zusammen. Es ist ganz felbstverständlich, daß durch die Tätigkeit der Rentenbanktredits anstalt der Geschäftsumfang dieses Unternehmens schwer beein. trächtigt wird, jei es auch nur dadurch, daß der Weg des Geldes vom Kreditgeber bis zum Kreditnehmer durch die Einschaltung einer unnötigen zwischeninstanz verlängert wird. Man wird auch schwer lichy behaupten fönnen, daß das Geld.durch die Verlängerung seines Beges billiger wird. Der Präsident des Reichslandbundes, Hepp, hat daher erst gestern die Notwendigkeit der Rentenbanktrebitanstalt damit begründet, daß die Preußentaffe feine langwierigen Kredite beschaffen fönne. Warum man denn aber auch die furzfristigen Kredite erst über die Kreditanstalt leiten will, darauf wissen die Landbündler keine Antwort. Die Stellung des Reichslandbundes. Weil man nicht weiß, was man mit dem Geld, das der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden soll, anfangen will, glaubt man eine besondere Bant gründen zu müssen. Anstatt das Geld fofort und auf dem fürzesten Wege der Landwirtschaft zuzuleiten, will man eine besondere Organisation schaffen, die den Weg des Geldes vom Besizer zu demjenigen, der es braucht, ver längert. Des nennt man dann Fürsorge für die Lands wirtschaft"! " Schwere Bedenken auf allen Seiten. Ein großer Teil der landwirtschaftlichen Genossens schaften und Bauernnereine hat die Gefahr, die darin liegt, schon erfannt und öffentlich dagegen Stellung genommen. Auch bei der Reichsbant muß das Projekt die schärften Bedenken auslösen, wenn diese die Herrschaft über den Geldmarkt behalten will. Die Hypoth tenbanken ihrerseits bekämpfen es nach dem Grundsaße D, heiliger Santi Florian..." Sie wollen, daß die Rentenbanktreditanstalt teine hypothefen geben darf, sondern sich auf den Personalkredit beschränkt, der, wie ge fchildert, die Tätigkeit der Genossenschaften untergraben würde. Die verschiedenen Interessengruppen, ja nicht einmal die Landwirtschaft oder gar der Landbund selbst ist sich darüber im taren, aus welchen fachlichen Gründen man diese Neugründung vornehmen will. Ift dem aber fo, so bleiben nur die politischen Gründe. Und diese find in der Tat bestechend, wenn man fie vom Standpunkt des Landwirtschaftlichen Großgrundbesizes aus be trachtet. Herrschaft über den Geldmarkt durch eine ganz kleine Clique, funttioniert erst einmal der Apparat die der Weifung des Großgrundbesizes Order zu parieren hat. Wir glauben nicht, daß die fleinere und mittlere Landwirtschaft das dulden fann. Wenn zuviel Geld vorhanden ist werden sich schon Mittel und Wege finden, es der Landwirtschaft in Form von geeigneten Krediten nußbar zu machen. Die preußische Regierung hat dazu pofitive Borschläge unterbreitet. Das Projekt des Reichslandwirtschafts. minifters hingegen ist ein schlecht verhülltes Zugeſtändnis an die Groß landwirtschaft, deffen wahrer Charakter erst offenbar wird, wenn man sich daran erinnert, daß der Reichslandwirtschaftsminister entgegen dem Rate der Wissenschaft, entgegen der Forderung der Ar beiterschaft und entgegen allen Bedürfnissen unserer Außenhandels. politit in feiner Zollvorlage die Privilegierung der Großgrundbefizes anstrebt. Getreidezölle und Rentenbanktreditanstalt find Geist von einem Geiste von dem Geiste der Reattion, den die Arbeiterschaft aufs scharffte Gefämpfen muß. Der Reichslandbund aber ift der fläckfle Agitator des Projektes. Obstruktion im Tscheka- Prozeß. das schon einmal dem Reichsrat vorgelegen hat, aber an dem Widerstand Preußens scheiterte, weil diefer Staat bisher ein starkes Interesse an der Aufrechterhaltung des Geschäftskreises der Preußenfasse und mittelstandes durch Genossenschaften gezeigt hat. Die legten damit an der Förderung des landwirtschaftlichen und gewerblichen Gründe, die zu der starrsinnigen Haltung der Deutschen Volkspartei während der Preußentrife geführt haben, dürften u. a. auch darin liegen, daß man den Widerstand Preußens gegen eine 3usammenballung des Agrartapitats auf Kosten der fleinen und mittleren Landwirte brehen will. Was hat nun der Reichslandbund der Tätigkeit der Preußentaffe gegenüberzustellen? nach seinem letzten Geschäftsbericht umfaßt er ganze 1261 Geoffenschaften, non denen nur 172 Kreditgenossen ichaften find. Allein 667 2andbundgenossenschaften beschränken fich auf das enge Gebiet der Elektrizitätsbeschaffung und anwendung. Den 172 Kreditgenossenschaften des Landbundes stehen 20 000 Sparund Darlehnskaffenvereine gegenüber, die der Breußentaffe ange schlossen sind. 3 Der Landbund hat aber feinen 3meifel darüber gelaffen, daß er mit aller Rüdfichtslosigkeit auf die pollfische Macht zufteuern mit Wie man das selbst bei der geltenden Berfaffung machen fann, das geht u a. auch aus dem Rentenbankprojekt hervor. Der tag, das Wahlparlament des deutschen Boltes, soll sich um die landwirtschaftliche Bentralherf nicht fümmern dürfen. Eine Pflicht zur Berichterstattung soll sie nur gegenüber bem Reichs rat haben, der dann in der Lage ist, die wichtigsten grundsäglichen Fragen der Kreditsebarung in geheimen Ausschüffen und unter Mitwirtung interessierter Sachverständiger zu erledigen. Gegen diese Bestim mung müßte der schärfste Protest erhoben werden, selbst dann, wenn der Gefehentwurf im übrigen angenommen werden sollte. Eine famose„ Fürsorge" für die Landwirtschaft. Außerordentlich fadenscheinig ist die sachliche Begrün. dung, die der Gefehentwurf bisher erfahren hat. Wenn es wahr wäre, was man da fagt, so müßte die Ban? gegründet werden, weil man sonst nicht weiß, wie man das bisherige Bermögen der Renten und die Ueberschüsse, die später bant zu erwarten sind im Mindestfalle 25 Millionen Marf jährlich-, ber Landwirtschaft zuführen soll. Diefe Ueberschüsse ergeben sich aus dem Gesetz über die Liquidation der Rentenbant. Die rund 200 Millionen Mart Statt Aussagen nur Vorlesungen. BS. Leipzig, 25. Februar 1925. Bon Neubauer erhielt Poege den Auftrag, die militä. rischen Oberleiter von Sachsen Thüringen zu einer Versammlung nach Weimar einzuberufen, die dann im November im Landtagsgebäude stattfand, und zwar in dem Dienstraum des Dr. Neubauer, der selbst daran teilnahm. An Hand von Karten wurde die Möglichkeit erörtert, ob man den Hitler- Butsch benutzen tönnte, die Reichsregierung zu veranlassen, die Reichswehr aus Thüringen zu ziehen. Im November 1923 wurde Poege pon Neutauer entlassen und meldete sich in Berlin bei dem jezigen Angeklagten Neumann. -Boege hörte fich die Berlesung des Protokolls mit tiefgebeugtem Haupte an, ohne mur ein einziges Mal aufzublicken, obwohl fich fein Offizialverteidiger und der neben ihm fizende Bolizeibeamte um ihn bemühten. Rechtsanwalt Dr. Miefschte: Der Angeklagte Boege ist nicht in der Lage, der Verhandlung zu folgen. Vorf.: Warum nicht? R.-A. Dr. Nietschte: Er hat mir das schon vorher mitgeteilt. Borj.: Boege, warum fönnen Eie der Berhandlung nicht folgen? Boege bleibt ganz apathisch auf seinem Stuhl ſizen und blickt starr vor sich hin. Darauf wirb die Berhandlung unterbrochen und der Vorsitzende ersucht die beiden medizinischen Sachverständigen, Boege auf seine Berhandlungsfähigfeit zu untersuchen. Nach der Bause erflärte fomohl Med. Rat Dr. Thiele( Bern) mie Med. Rat Dr. Schüß( Leipzig), daß Poege durchaus verhandlungsfähig fei. Boege felbst erflärte leise, daß er nichts dazu zu erklären habe. Hierauf sollte als nächster Angeklagter der Chauffeur Mörs. ner vernommen werden, der aber erklärte, daß er seine Aus. iage verweigere, folange sein Wahlverteidiger nicht zur Reichsanwalt Neumann wies darauf hin, daß Rechts. Stelle fei. anwalt Dr. Wolf gestern den Angeklagten empfohlen habe, jede Aussage in Abwesenheit ihrer Wahlverteidiger zu verweigern. Er beantragte daher die Berlefung der richterlichen Protokolle des Mörsner. Als Mörsner dann erklärte, daß sein Offizialverteidiger nicht genügend mit der Anflage vertraut sei und daß sein Wahlverteidiger 26 verschiedene Suppen von vollendetem Wohlgeschmad bereiten Sie mühelos, ohne langes Zurichten, nur durch Kochen mit Waffer, aus Maggi's Suppen- Würfeln Kennzeichen: Der Name ,, Maagi" und die gelb- rote Padung. zu 12 Pf. für 2 Teller. Eier- Sternchen, Pilz, Rumford, Reis, Erbs mit Reis, Windsor. und andere Nr. HS ♦ 42. Jahrgang 7. Seilage ües vorwärts donnerstag, 2S. Jebruae 1H2S Aomant? hat kn �mer Millionenstadt recht wenig zu suchen. Do sie trotzdem vorhanden ist, nistet sie sich bescheiden mitten unter dem lautesten Treiben ein. einer Schwalbe ähnlich, die ihr Nest baut. be. merkbar nur für den, der Sinn dafür hat und sich auf die Suche begibt. Di« Zeit, wo Klöster nur ein Stück Ramantit bedeuteten, ist längst vorbei.'Allerorten zieht das wirtschaftliche Leben mit seinen Notwendigkeiten auch die Ordensniederlosiungen in den nüchternen Wirklichteitsbereich. Selbst Karthäuser und Trappisten find durch ihre anregenden und wohlschmeckenden Erzeugnisse bekannt- geworden. In Berlin, wo es ziemlich nah« liegen könnte, haben wir nun allerdings keine industrialisierten Klöster. Es fehlt alles— von den Karmekiten tropfen bis zum berühmten Bier der bayerischen Benediktiner, lind damit ist schon gar das Roman- tische in seiner greifbarst«, Auswirkung ferngehalten. Es gibt hier einige stattliche Ordenssiedelungen und diese haben es all« miteinander gemein, daß sie nach außen hin so wenig als möglich in Erscheinung trete« und in ihrer Tätigtest den Geist der Serliner Klosterleben. Das katbollscbe Zentrum: Köalggrätzer Straße Diaspora atmen, d. h. sich mst vervielfachtem Eifer der Gemeinde in Seelsorge und Krankenpflege widmen. Di« meisten dieser Orden waren schon vor dem Krieg ansässig. Die Revolution bereicherte sie um ein für die Kirche sehr wichtiges Mied, um die I e s u i t e n, die, aus dem Kaiserveich verbannt, erst von der Republik die Erlaubnis zur fstinikehr erhielten. Man sieht, die Novemberrevolution war tolerant und brachte auch denen Befreiendes, die es von einer Volks- erhebung am allerwenigsten erwarteten.... Die Jesuiten. Nur dem feineren Beobachter fällt in der Sönlggräher Straße eine an sich einfache, aber hübsch gegliederte rote Hausfront auf, deren Dach von einem bescheidenen Kreuz überragt wird. Treten wir neben einer Buchhandlung durch das Haustor, so sehen wir einen geräu- migen Hof mit drei hohen Gebäudeseiten, in deren einer die katholische Bolksbibliothek St. Clemens untergebracht ist. Der zweit« Hos enchält eine künstlerisch gut gestaltete Kirche und. in seinem Abschluß. bau. da» Kloster der Zesuilen. Im dritten, stattlichsten und ganz von Häuserfronten umschlossenen Hof sst das talholische Gesellenheim. In der an fich schon strengen und herben Kirche überrascht ein asketischer, fast steifer Zug des priesterlichen Gebarens. Um so mehr ist man ver- wundert, bei einem Besuch der Patres, freundliche, fast weltmännische Erscheinungen 91 finden, die sich auf vielen Gebieten der Unterhal- tung wohlbewandert zeigen, vor allem aber HSflichkeik üben. Wenn man weiß, daß hier eine Zentrale des katholischen Berlin» ist und daß hier auch Männer au» dem öffenSicheu Leben ein- und ausgehen, so mutet dies einen keineswegs seltsam an. Der GeisUiche empfängt in seiner kleinen schmucklosen Zelle. Di« so oft. wo Jesuiten tätig sind, die auch die Kleidung von Welt- prieftern tragen, sst von eigentlichem Nöstcrlichen Leben wenig zu j spüren, ver Orden läßt seinen Angehörigen völlige Freiheit der Be- russtäligkeil. m diesem Falle der Seelsorge. Daß diese sehr eifrig be- trieben wird und auch ziemlich anstrengend sein muß, erkennt man schon aus der plötzlichen Abberufung des Paters zu einem Sterben- den. Wenn man hierin Romantik sehen will— gut. Sonst scheint alles sehr nüchtern und modern und vom mystsschen Geiste des Grün- ders Ignatius von Loyola ist kaum etwas zu spüren. Ganz anders sst es, wenn wir uns in das Heim des zweiten großen Ordens, der in Berlin eine Niederlassung hat, zu den Domini- kauern, begeben. Das Moabiter Kloster. Schon lange vor dem Kriege hatte der Predigerorden fein schönes Moabiter Kloster erbaut. Seine Mitglieder sind sogenannte Mendikauten, aus deutsch Bettelmönche. Besitz ist sowohl der Ge»neinschasl wie dem einzelnen verhoten— aber Zweck des Ordens ist es auch, Gottesdienste so schön als möglich zu feiern. Die Moabiter Klosterkirche ist im Innern wohl Berlins schönste katholische Kirche, die vor allem durch Farbenpracht der hohen Glassenster über- rascht. Hier sst Schönheit und Strmmungszauber, zwei Welten, die nichts miteinander gemein haben, trennen sich am Eingang auch äußerlich. Nur daß sich dem armen Menschen, der gar nichts sein eigen nennt und zum Elend seines Heims zurückkehrt, die Frage auf- drängt: wozu all der Prunk? Wäre es nicht besser und christlicher, auszugleichen und zunächst menschlich« Not zu stillen? Dieser Orden, weit älter als die Jesuiten, hält noch an miltelalterlicher Mystik fest. Er sst heute bereits in mehreren Niederlassungen in Berlin tätig. Die Mönche stehen im Rufe von Gelehrsomteu, vor ollem aber stellen sie gute Kanzelredner. Es geht viel Zauber von diesem klösler- lichen Leben aus— aber wie stark die Zeit damit im Widerspruch steht und wie wenig sich heute reines Mönchstum durchführen läßt, verrät die Tatsache, daß die Mönche ihre weißen Sutten ablegen, so- bald sie das Kloster verlassen, und mit der Kleidung von Weltgeist- lichen vertauschen. Es ist nicht leicht, einen Blick in das innere Trei- den der Klöster zu werfen, die sich hier im Norden ganz im Gegen- satz zmn Süden scheu zurückhalten. Im allgemeinen ist für alle Orden die Lebensweise einheitlich geregelt, man steht zwischen vier und fünf Uhr auf, beginnt mit dem Chorgebet, das auch tagsüber einige Stunden in Anspruch nimmt, hat gegen acht Uhr die ersten geistlichen Uebungen hinler sich und wendet sich dann dem Berufe, d. h. Beichthören, Krankenbesuch und Religionsumerricht zu. Abends acht Uhr geht man zu Bett, d. h. wenn man nicht draußen an einer Ver- fammlung teilzunehmen hat und das kommt sehr oft vor, denn alle katholischen Gemeinden sind von einem wahren Krön, von vereinen. von der Iungsrauenkongregation bis zum Zentrumswahlverein, umschlossen. Die größere Toleranz der republikanischen Bevölkerung, die jedem persönliche Freiheit gönnt, würde sicher auch Mönche dn Straßenbild gestatten. Wöhrend des Kaiserreichs Höllen sie Auf- sehen erregt. Damals gab es ja auch keine Jesuiten... 5ranziskaner in Pankow. Neben den Dominikanern haben von Bellelorden auch die mit chnen befreundeten Franziskaner festen Fuß in Berlin gefaßt und zwar in Pankow. Dieser Orden, vielleicht der sympa- thischte von allen, befolgt«mss strengste das Gelübde völliger Besitzlosigkeit. Ihr Heim ist von der größten Schlichtheit, obwohl sie manche gelehrte Patres in ihren Reihen zählen, treten sie öffentlich wenig in Erscheinung und machen kein Aussehen von sich. Ihre Tracht ldie sie hier auch nur im Kloster tragen), ist eine grobe braun« Kulte, außerdem gehen sie barfuß tu Sandalen. Die Kutte ist mit einem Strick umgürtet Damit ist die Zahl der geistlichen Orden in Berlin noch nicht erschöpft. Es find noch einige Kongregationen tätig, auffallend sst dabei die Beherrschung vieler Sprachen, die aus Zuwanderung aus dem Auslande schließen läßt, eine Erscheinung, die sich übrigens ganz besonders stark in Süddeutschland zeigt. Bon den Krankenpfleger- ordeu besitzen die Alexianer ein großes Krankenhaus, das sich mit Nervenkranken und gesstig Zurückgebliebenen befaßt. Es fft ein sehr großes und schöne- Krankenhaus mir ausgedehnten Porkantogen, was draußen in Weißensee als Franz-Iofeph-Stift bekannt ist und vielfach gelobt wird. Weibliche Grüen. Jeder Orden hm auch feine weiblichen Klöster, wenigstens die allen Orden. Es sst nicht zu verwundern, daß nach den Dominikanern die Dominikanerinnen im religiösen Leben Berlins, soweit es katholisch ist, die größte Bolle spielen, und, man darf es anerkennend sagen, eine Tätigkeil ausiiben, die über Kircheneng« hinausgeht und sozial wirkt. In den schönen Krankenhäusern dieser Schwestern kennt man keine konfessionellen Unterschiede. Jeder Patient ist willkommen und wird gleich gut und gewissenhast behandelt. Auch Politik schweigt hier(vielleicht sogar mehr als an«lällen, wo Geheimräte alten Stils die Macht in Händen haben). Es sst etwas wwtdersam Rühren- des, harte, nüchterne Menschen des Großstodtmühens diesen Schwestern mit den weltfremden Sesichiern und den taffrohen, abgearbei- Der Apfel der Elisabeth Hoff. Tis Von Wilhelm Hegeler. „Wenn du dich bei den Leuten nach mir erkundigt hast/ sagte der Förster mit heiserer Stimme, die sich leise, in kurzen Unterbrechungen, seinem vor Wut geschültellen Körper ent- rang,„dann weichen sie dir auch gesogt haben, daß ich nicht mit mir spaßen lasse.- „Ich spaße nicht.- „Danke Gott, wenn ich's für Spaß nehme. Sonst könnte es sein... nimm dich in acht! Nimm dich in acht!" Seine Stimme verröchelte in Schauern des Jähzorns und sprang plötzlich in einem höhnischen Gelächter wieder auf.„Sieh einer an. der Herr Ryseck aus Amerika kommt her. um alte Schulden zu bezahlen!'ne alte Bierschuld an den Wirt,'ne alte Blutschuld an mich. Was bietest du?- „Einstweilen habe ich überhaupt noch nichts geboten." » Aber wieviel? Wieviel Dollar läßt du's dich kosten?" :.Wer spricht von Geld?" „Was? Willst du mir'ne andere Genugtuung geben? Holla, das läßt sich hören! Du stellst dich mir noch einmal vor die Pistole? Wenn's so ist— ich bin bereit. Gleich, auf dem alten Platz! Waffen habe ich hier, und ich sage dir: diesmal soll's ehrüch zugehen.". „Also das vorige Mal ging s mcht ehrsich dabei zu?" fragte Ryseck nach einer kleinen Weile. „Wenn ich geziell hatte damals so wie du, dann säßest du fticht hier.4' „2fIfo ich habe gezielt? Das behauptetest du ja damals schon. Belleibe nicht nach deinem Kopf dazu war ich zu feige. Aber nach einem nahen Ast. damit der dir fiist m» Aug« träfe. Das Kunststück mach' mir mal vor! Und du bist doch ein Schütze, ich habe aber kaum je eine Pistole in der Hand ge- habt. Mensch du bist ja wahnsinnig, wenn du das wirklich glaubst!" »Ich möchte wissen, wer von uns beiden hier der Wahn- sinnige ist: ich oder du. der mir ein zerstörtes Leben mit einer Handvoll Dollar abkaufen will." »Dein zerstörtes Leben? Ein zerstörtes Auge»st noch kein zerstörtes Leben. Wenn dem Leben zerstört ist. dann ist niemand dran schuld, als du mit deinen Hirngespinsten, die du in dieser lichtscheuen Einsamkeit großgezüchtet hast. Reiß dich doch los! Seh' wieder unter Menschen und werde selbst ein Mensch! Wie geht's denn zu im Leben? Man tut Recht und Unrecht, bunt durcheinander, man stößt und wird ge- stoßen, man strauchelt und steht wieder auf: es ist ein Wahn- sinn, aus dem Komplex des Ganzen eine einzelne Tat heraus- zulösen! Schuld! Ick) will dir sagen, wie es mit meiner Schuld bestellt ist. Ich habe oft an dich gedacht. Denn auch ich habe drüben nicht allzu gesellig gelebt und lieber in der Erinnerung mit den alten Freunden verkehrt, als neue zu suchen. Ich habe oft an dich gedacht: wie's ihm wohl gehen mag. dem alten Gesellen? Ob er vielleicht meine Hilfe braucht? Denn ich habe mich allerdings in deiner Schuld gefühlt, wie man's dem Freund gegenüber tut, dem man unglücklicherweise einen schweren Verlust zugefügt hat. Aber eine andere, eine mit Bewußtsein ausgeladene Schuld?— Mein Lieber, warst du denn ein solcher Tugendheld, daß das Recht ganz allein auf deiner Seite stand? Wie lag denn die Sache? Wir haben uns in ein Mädel verliebt und stellten ihm nach, obwohl wir wußten, daß sie sich einem anderen versprochen hatte. Wäre es dir geglückt, sie zu gewinnen, hättest du dir ein Gewisien daraus gemacht, sie zu heiraten? 5)ättest du nicht seelenruhig eine vergnügte Ehe mit ihr ge- führt, ohne daß der Gedanke an den anderen dein Herz je beschwert hätte?— Es ist uns beiden nicht geg'ückt. Du hast ein Auge dabei lassen müsien. Aber dein zerstörtes Leben— wenn ein Mensch, der noch die Hälfte des Lebens vor sich hat, überhaupt von solchem Unsinn reden kann— das schreibe nur auf das Konto deines Eigensinns.— So liegt die Sache. Und nun sage ich dir: Raus! Komm mit mir raus! Laß deine Ge- spenster in diesem Moderloch und komm mit unter die Menschen'" „Was sagtest du vorhin?" fragte der Förster nach langem Schweigen.„Es wäre uns beiden nicht gegluckt! Was de- deutet das? Hast du sie denn nicht geheiratet? „Ich- die Elisabeth Fritsch? Auf welcher Hemisphäre dieser Erdkugel lebst du eigentlich? Ich drüben habe doch erfahren, daß Elisabeth den Prostsior Hoff geheiratet hat, ungefähr ein Jahr nach meiner Ueberfahrt. Und du willst nichts davon gehört haben?" Der Förster zuckte die Achseln und sagte nach kefem Atemholen: � „Ich wollte nichts mehr davon hören. Dann ließ er sich wieder auf seinem alten Platz nieder. Zusammengesunken, die Hände in den Hoschentajchen, starrte er brütend vor sich hin, während der Hund zu seinen Füße« bekümmert zu ihm cinporschauie und leise mit dem Schwanz wedelte. Nach einer Weile des Schweigens ergriff der Förster die Zigarre und begann in hostigen Zügen zu rauchen. „So geht's," sagte Ryseck,„wenn man sich wie eine Nacht- eule in feine Höhle zurückzieht und weiß nicht, was in der Welt passiert. Aber nun zu'ncr anderen Sache. Der Pfarrer sagte mir, daß dein verstorbener Vater dich adoptiert hat. Er soll dann allerdings gleichzeitig oder später ein Testament ge- macht haben, worin er sein Hab und Gut seinem Vetter ver- macht hat. Trotzdem verstehe ich nicht, daß du dich mit dieser kümmerlichen Försterstelle begnügst und dich Schmundt nennst, anstatt als der rechtmäßige Herr von Hellboru auf Ruprechtsau zu hausen. Der Pfarrer sagte mir, kein Mensch hätte begriffen, warum du es nicht auf einen Prozeß hättest ankommen lassen. Du mußt doch einen Grund gehabt haben." „Den Grund— den kann ich dir sagen. Man bildet sich ein, ein Hellborn zu ein, und dann lehrt einen das Schicksal, daß man doch nur ein Schmundt ist." „Dummes Zeug! Nichts beweist besser, daß du ein echter Hellborn bist als deine Handlungsweise. So verrückt benimmt sich nur ein Mitglied dieser wegen ihres Eisenschädels und chrer Rolweinzuuge berühmten Familie. Daß dein Vater mal in einem Anfall von schlechter Laune deine Blutsver- wandtschaft angezweifelt hat, das genügt dir, um ihm den ganzen Kram vor die Füße zu werfen und auf die Erbschaft zu verzichten. Wahrhaftig, die Amerikaner haben nicht un- recht, wenn sie die Deutschen qneer(querköpfig) nennen.— Uebrigens, erinnere dich, als wir noch gute Freunde waren, fagtestdu oft selbst zu mir. du wüßtest, daß bei dir'ne Schraube los ist, und wenn's nottäte, sollte ich dir den Kopf zurecht- setzen. Es scheint, daß ich zu diesem Zweck gerade im rechten Augenblick aus Amerika herübergekommen bin. Run zeige mir mal vor allem deine Dokumente. Die Urkunde deiner Adoption und das Testament." ,. Warum?" „Ich werde dir's später sagen, warum." „Ich sehe den Zweck nicht ein." „Den wirst du schon einsehen, wenn ich ihn dir erklare— Also mach schon! Ich gebe nicht eber fort, a's ich sie geseyen habe, und du weißt, ich kann ebenio balsstamg sein wie du. Run los! Nachdem du mal die Friedenspfeife mit imr*- raucht hast, hilft dir kein Sträuben. Du bist m,rs einfach schuldig. tForljetzung folgt.) teten Händen gegenüber zu sehen. Weltanschauungen berühren und verföhnen sich. Mensch steht vor dem Menschen und findet zu ihth, Trifft nicht gemeinsames Wollen zusammen: das, was jede Religion in edler Form erstrebt, mit dem, was der Sozialismus in der Tiefe feines Sehnens will, Menschen aus Not und Leiden höher zu Freude und Geist zu führen? Die Klosterfrau in ihrer Enge und Entfagung will nichts anders als der Mann in Härte und Dumpfheit der Maschinen: es soll besser werden unter den Menschen, freundlicheres Los soll ihnen beschieden sein. Selbst trägt man hartes und eintöniges Los, wenn es nur die andern besser haben, für die man forgt. Es ist gut so für die Klosterleute wie für die Allgemeinheit-, daß man fich nicht mehr beschaulich von der Welt zurückziehen kann, daß man in ihr zum Wohle anderer wirken muß. Es gäbe noch manches von den einzelnen Orden und ihrer Tätigkeit aufzuzählen und zu berich ten so etwa, daß die Ursulinerinnen in der Cindenstraße eine höhere Lehranstalt unterhalten, am Gesamtbild ändert es wenig. Berlin SB. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Tres. rechts, zu richten. 1. Streis Mitte. Elternbeiräte! Die Zusammenkunft am Freitag findet nicht Aderstr. 1, sondern in der Elternversammlung der 62. Gemeindeschule, Schmidtstr. 38, statt. Bortrag der Genoffin Frau Dr. Wegscheider, M. d. L über: Erziehungsfragen." der Ausstellung entsprechen, ergänzt, u. a. werden gezeigt ein Film Parteinachrichten über Rindviehzucht, über Milch und Milchverwertung und ein Meltlehrfilm, der die besten Meltmethoden und die Fehler beim Melken zeigt. Im Anschluß an die Verträge auf dem Gebiete der Säuglings- Einsendungen für diese Rubrik find ernährung und Kinderpflege werden die Filme„ Unsere Kinder, unsere 3ufunft"( Säuglingspflege), Kind und Welt", Montessori", das Haus der Kinder, und„ Die Schule der Zukunft", Landerholungsheim zur Borführung gelangen. Besonderes Interesse werden hier die Filmvorführungen, die das Gebiet der Körperschulung und Kör perfultur zum Gegenstand haben, finden. Für Vereine und Gruppen fönnen Sonderperanstaltungen und Führun gen durch die Ausstellung stattfinden. Rechtzeitige Anmeldungen an die Mifach, Wissenschaftliche Abteilung, Berlin NO., Landsberger Allee 116/117 erbeten. Keine Mieteerhöhung im März. dem Vormonat teine Benderung eintritt. Es bleibt bei dem Sebruarfag von 66 bztv. 62 Proz Berlin ist alles eher als eine Stadt der Unduldsamkeit und seit Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit, daß in der Beder Geburtsstunde der Republit ift Toleranz noch erhöht und verrechnung der gesetzlichen Miete für den Monat März gegenüber vollkommnet. Die charitative Tätigkeit der Orden, die eine Minderheit vertreten, macht guten Anfang. Von hier aus fönnen manche Gegenfäße überbrückt, manches wieder gutgemacht werden. Religion dann soll und darf nichts anderes sein als Tat der Nächstenliebe hat sie Sinn und dann wird ihr auch die Arbeiterschaft Achtung und Freundschaft entgegenbringen. Mißbrauch der Bewährungsfrist. Der stolternde„ Postbeamte". Einen eigenartigen Schwindel trieb der frühere Briefträger Walter Beltner, der gestern festgenommen wurde. Beltner wurde vor einiger Zeit wegen Untreue aus dem Dienst entlassen und zu 9 Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist veturteilt. Diese nutzte er auf seine Art aus. Er kaufte fich eine Postbeamtenuniform mit Mütze und lauerte dann namentlich an Sonntagen Eilbriefbestellern auf. Diese sprach er auf der Straße an und spiegelte ihnen vor, daß der Postrat Soundso ihn beauftragt habe, den Eilboten nach dem Amte zurückzurufen, weil etivas nicht ftimme, und ihn unterdessen zu vertreten. Die Eilboten übergaben ihm, weil er in Uniform war und Bescheid wußte, arglos ihre Sachen. Beltner unterschlug die Briefe, öffnete fie und nahm das Geld, das sie enthielten, heraus. So erbeutete er noch am letzten Sonntag von einem Boten des Bostantes 15 dreihundert Mart. Die hinters Licht geführten Eilboten gaben übereinstimmend an, daß der falsche Kollege etwas stottere. Dieser Spur nachgehend, kamen die Beamten der Kriminalpoſtdienststelle, die alle Aemter nach einem Stotterer durchforschten, auf Beltner, der früher auf dem 2mt 4 beschäftigt war. Sie ermittelten ihn in einem Quartier in der Lichmannstraße 11, in dem er von feiner Frait getrennt wohnte, und nahmen ihn fest. Von dem erbeuteten Gelde bejaß er nur noch 20 Pfennige. Die letzten 300 Mart hatte er gleich am selben Tage in einem Café durch gebracht. In noch tollerer Weise hat ein vorläufig entlaffener Straf. gefangener feine Bewährungsfrist mißbraucht. Im vergangenen Jahre wurde ein 25jähriger Bauzeichner Ludwig Medves, der in der Tschechoslowakei geboren ist, als Mitglied einer je d) stöpfi: gen Bande von Schwerverbrechern festgenommen. Die österreichischen Behörden wandten sich, weil Medves sich früher auch in Berlin aufgehalten hatte, an die Berliner Kriminalpolizei, um Näheres über ihn zu erfahren. Die Feststellungen ergaben, daß er hier recht„ gut bekannt" war. Seine Hauptstrafe aber hatte er im Jahre 1919 in Ostpreußen erhalten. Dort wurde festgestellt, daß er in Sumaffi ein Straßenmädchen um eine silberne Handtasche und 5000 Mart beraubt hatte, nachdem er es, wie er behauptet, im Streite fo lange gewürgt hatte, bis es tot war. Medves erhielt von Kriegsgericht des Freitorps Debitsch Ende Mai 1919 zehn Jahre Auchthaus, die er in Wartenberg in Ostpreußen ver büßen follte. Er verheiratete jich im 3uchthause, und uf ein Gnadengejudi, das seine Frau durch Vermittlung eines tschechoslowakischen Bürgermeisters einreichte, wurde er im September 1922 mit Bewährungsfrist bis 1923 entlassen. Jest ging er auf die Wanderschaft, tam auch wieder nach Berlin, wandte fich dann nach Desterreich und bildete hier eine Räuberbande, mit der er Kassen, Kitchen, Geschäfte und Bauernhöfe ausplünderte, bis er mit feinen Spießgesellen in Linz unschädlich gemacht wurde. Die Tote von Borgsdorf. Das Gerücht von einem Frauenmorde war gestern in der Stadt verbreitet. Es wollte wissen, daß in Borgsdorf an der Nordbahn eine unbekannte Person erschossen und mit durchschnittenem Halse in das Wasser geworfen worden war. Tatsache ist mur, daß in Borgsdorf eine weibliche Leiche, die mehrere Verlegungen aufweist, aus der Havel gelandet worden ist. Sie sollte, wie es hieß, sportmäßig bekleidet gewesen sein, und daraus schloß man, daß sie wahr scheinlich auf einem Ausflug mit dem Motorrad von dessen Führer ermordet worden sei. In Wirklichkeit hatte die Tote nur noch ein Korsett, ein Hemd, ein Stück von einer Hose und ein Stück von einem umgearbeiteten Militärmantel an. Nach dem Gutachten eines Arztes hat die Leiche schon etwa vier Wochen im Wasser gelegen. Die Berwefung ist bereits so weit fortgeschritten, daß ohne Obduktion die Art der Verletzungen nicht mehr festzustellen ist. Wahrscheinlich aber rühren sie alle, ebenso wie die Zerfegung der Kleider, von Dampferschrauben her. Die Leiche wurde nach dem nahegelegenen Gute Binnow gebrocht. Die Berliner Mordkommission ist, entgegen dem Gerücht, nicht alarmiert worden. Die Ermittelungen betreibt vielmehr die Polizeiverwaltung von Velten. Der Name der Toten, die etwa 25 Jahre alt gemejen sein mag, ist noch nicht festgestellt. Die Berliner Molkereiausstellung. Während der Dauer der Milch fachausstellung, die vom 28. Februar bis 8. März in der neuerbauten Fleischengros. halle Landsberger Allee 116/17 stattfindet, werden in einem befonderen Vortragsraum eine Reihe populär wissenschaft licher Borträge gehalten werden, die die Milchgewinnung und thre Berwertung behandeln. Es sprechen u. a. die Professoren der tierärztlichen Hochschule Brof. Dr. Stang über Mittel und Wege zur Erhöhung der Milchleistung unserer Kühe", Prof. Dr. Bongert über Notwendigkeit und Bedeutung der hygienischen Milchgewin nung", Oberbaurat Raubenheimer über„ Die Milchversorgung der Großstädte als Transportproblem". Bon großem Interesse werden für weite Kreise der Bevölkerung, besonders für Mütter, Erzieher, Wohlfahrtsbeamte und Fürsorgerinnen die Vorträge von Prof. Dr. Langstein, dem Direktor des Kaiserin- Auguste- Bittoria- Hauses über die Bedeutung der Milch für die Ernährung des Säuglings und älteren Kindes", von Dr. Schweers, Abteilungsdirektor im Hauptgesundheitsamt, über„ Die Erholung des Kindes" und Stadtarzt Dr. Harms über die Körperliche Erziehung des Kindes" sein. Ueber die Rolle der Milch in der Krantenernährung wird der Oberarzt an der ersten medizinischen Klinik der Charité, Prof. Dr. Gudzent, sprechen. Die Vorträge werden durch Filme, die dem Rahmen Selbstmord- und Mordverfuch eines Geiftestranten. Der 33 Jahre alte Arbeiter Paul E. versuchte gestern vormittag gegen 9 Uhr in feiner Wohnung in der Gothaer Straße in Schöneberg feine Schwester Marie zu erwürgen. Die lleberfallene fegte sich zur Wehr und brachte mit Hilfe von Hausbewohnern ihren offenbar geijtestranten Bruder nach dem nächsten Polizeirevier. Hier stellte der hinzugezogene Kreisarzt geistige Umnachtung fest und wollte ihn nach einer Heilanstalt bringen lassen. Als er abtransportiert werden sollte, zog E. eine bis dahin verborgen gehaltene Flasche mit Lysol aus der Tasche und trant, che man es noch hindern konnte, daraus. man brachte ihn schleunigst nach dem Auguste- Biftoria- Krankenhause. Bezirtsbildungsausichuß Groß- Berlin. Sonntag, den 15. März, na mittags 8, 116, im großen Saal der bilharmonie 4. Feftongert Zanze nach moderner Musif, ausgeführt vom Ballett der Staats. oper. Künstlerische Leitung Herr Ballettmeister Mag Terbis unter Mit wirtung von Elifabeth Grube( Prima Ballerina), Dorothea Ibu ( 1. Charakter- Zänzerin), Harald Kreuzberg( 1. Solotänger), vier Zangerinnen vom Ballett der Staatsober. Karten zum Preise von 1,20 Rm. find zu haben in allen belannfen Bertaufstellen. Spredchor für Proletarische Feierstunden. Seute, bänktlich 7, hr abends, lebungsftunde im Gesangssaal der Sophienschule, Beinmeister. ftraße 16/17. Die Ordrer der Proletarischen Feierffunden werden gebeten, fich für den Drdnerdienst für die Rugendweiben am Sonntag, den 8., 22. und 29. März im Großen Schauspielhaus, vormittags 11 Uhr, bereit zu halten. 7. Kreis Charlottenburg. Der Elternabend der Freien Schulgemeine" findet umständehalber Dienstag, den 3. März, 7 Uhr, im frischen Belt", Berliner Str. 53, statt. Einlaßkarten a 50 und 25 Pr. sind bei den Funktionären und an der Abendtaffe zu haben. Heute, Donnerstag, den 26. Februar: Die 92. Abt. Neukölln. Pünktlich 8 Uhr bei Räderik, Innftr. 8, Funktionär fizung. Am Erscheinen Berhinderte müssen Vertreter entfenden. Bezirtstaffierer rechnen ab. Jungfoglalisten. Gruppe Nordost. 48 Uhr Vortrag des Genoffen Lipinski: Gruppe Friedrichshain. Geschichte der jungfozialistischen Bewegung. 18 Uhr im Jugendheim Tilsiter Str. 4, fortfegung des Reuter- Abends". Gruppe Treptow: 7% Uhr im Jugendheim Elsenstr. 3, Bortrag des Genoffen Adolf Hoffmann: Die freigeistige Bewegung." Gruppe NeuFölln. Donnerstag abend gemeinsame Teilnahme an der Veranstaltung der Religiöfen Sozialisten" in den Passage- Festfälen. Treffpunkt eine Biertelstunde vor Beginn in der Baffage Bergstraße. Morgen, Freitag, den 27. Februar: 66. Abt. Staaten. 7% Uhr Mitgliederversammlung Bahnhofftr. 30a. Refe rent: Genoffe Robert Breuer, 85. Abt. Tempelhof. 8 Uhr erweiterte Funktionärßigung im Lotal Ringbahnstraße 4. Tagesordnung: Parteiangelegenheiten. Statuten. Jungfozialisten. Gruppe Schöneberg. 7½ Uhr Feurigftr. 7, Lieder- und Leseabend. Sonntag vorm. 10 Uhr im Gartenlobal der Schloßbrauerei Vortrag des Genoffen Adler- Wien über Staat und Margismus". Sonntag nachmittag 4 Uhr Bunter Abend bei der Genojfin Rose Joan. Näheres auf dem Gruppenabend. Gruppe Lantwig. 8 Uhr Sportede. TagesGruppe ordnung: 1, Bolitische Monatsschau. 2. Reichsbannerfragen. Norden. Freitag abend 7% Uhr Vortrag über Cihit und Welt. anfchauung", Schönstedter Straße. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsftefie: Berlin G. 14. Gebastianstr. 37/38. Sof 2 Tr. Kameradschaft Lichtenberg nebft Untergruppen. Freitag, den 27. Fe bruar, abends 7% Uhr. Es wird auf das bei Tempel, Friedrichs felbe, Prinzen- Allee, fbattfindende Stiftungsfeft nochmals aufmerksam gemacht. Sämtliche Kameraden, auch die der Untergruppen nebst den älteren Kameraden, haben restlos au crfcheinen. Die Nachbartameradschaften sind herzlichst eingeTaden. Kamerabschaft Reinickendorf. Freitag, den 27. Februar, abends 7 Uhr, im Lotal Ramlow( Rastanienwäldchen), Schönhola 14( Rähe Bahnhof Kamerabschaft Wilmersdorf. Schönholz), Kameradschafts- Bollversammlung. Während der Turnübung am Freitag, den 27. Februar, abends 8-10 Uhr, in der Turnhalle der Oberrealschule, Am Seepark, Borführung des Medizinballs durch den Gausportwart Girulatis. Die Rug- und Gruppenführer laden eiu und forgen für zahlreiche Beteiligung. Kameradschaft Mitte. Donnerstag, Frankfurter Straße, Eingang Elifabethstraße. den 26. Februar, abends 8 Uhr, Turnabend in der 5. Oberrealschule, Aleine Bropagandaausschuß der Auslandsdeutschen, Rolonialbeutschen und Grenz landdeutschen für Gewährung einer neuen Entschädigung( Berlin N. 20, Badftraße 64). Große öffentliche Rundgebung am Freitag, den 27. Februar, um 8 Uhr abends im Saalbau, Brauerei am Friedrichshain. Berband Bolfsgesundheit, Ortsverein Berlin. Am Donnerstag, ben 26. februar, spricht Genoffe Dr. med. Greaa über Frauenfvankheiten" in der Schule 3fflandfte, 9/11. Arbeitsgemeinschaft der freigeistigen Berbände der Deutschen Republik, Drts. Die diesjährige Aufnahmeprüfung für die Sexta am Jahn- Realgym nasium( Berlin- Lichtenberg, Marktstr. 2/3) findet am 16. Mar; ftatt. AnEin schweres Automobilunglüd ereignete fich nach einer Meldung aus Glogau gestern abend in der Nähe von Kiein Grädiß. Der dem Rittergutsbefizer Stubic in Mathildau gehörige, mit sechs Bersonen befezte Personenkraftwagen fuhr beim Ausweichen vur einem Gespann an einen Chausseestein und überschlug sich dabei. Der 22 Jahre alte Chauffeur Joseph Hamis aus Glogau erlitt ichwere innere Berlegungen, denen er einige Stunden später erlag. Die übrigen Personen trugen Quetschungen bzw. Arm- und Bein- abends 7½ Uhr, Ausammenkunft aller werttätigen Radiofreunde und Mitglieder brüche davon, während eine Dame unverlegt blieb. Jugendveranstaltungen. Anmeldungen für die Einführungstarfe im Anschluß an die Funktionär furfe find fofort bem Sugenbiekretariat einzufenden. Beginn ber Surfe Anfang März, Dauer 10 bende. Unkostenbeitrag 75 Bf. für bis 18jährige, 1,50 m. ber 18jährige. Achtung, Bezirksverftandsmitglieber! Seute, Donnerstag, abenb 148 Ube pünktlich, Beşirtsvorstandsnigung im Sefesiummer bes Sugendheims, Linden face 3. Heufe, Donnerstag, den 26. Februar, abends 7 Uhr: Gesundbrunnen: Soule Gotenburger Str. 2, Bettzag: Entwidlung von Söhlenbewohner sum Bewohner der Miettajerne. Schönhauser Borstadt: Schule Sbfenstraße 17, Boritag: Warum müffen wir uns gemerschaftlich organisieren?" Sübweft: Jugendheim Lindenstr. 3, Bortrag: Darwinis mus." Rehlenberf: Südschule Wilhelmstraße, Berfrag: Bub und Mädel." Sport. 15 Meilen im Sporipalaft. In dem weifen Raum des Sport balastes find die Bimmerleute bereits eifrig bei der Arbeit, die feine, fchnelle Holzbabn wieber einzubauen, auf der in der Zeit vom 5. bis 11. Mara die so beliebte Sechs- age- fahrt, die zweite in diefem Winter in Berlin, zum Austrag gelangt. Bereits vorber, am Sonntag, findet ein Mannschaftsfabren über die Strede von 15 Meilen( 112,5 km) italt, das eine ausgezeichnete internationale Belegung aufweisen wird. eft verpflichtet sind bis jest: Bain, Xiek, Lorena. Salvall, Bauer, Golfe, ferner der Hannoveraner Gottfried, Neinas, Krüger, Krahner, Mubel, Dazu kommen die Amerikaner Saeger und Hoffmann und Sennede. Berraes, der Dane Jensen, der Schweizer Schwab, Bermeer und van Bogel, Holland und der erstmalig in Berlin startende Italiener Stefani. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 26. Februar. Geschmacksmuster". Das Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). 6.40 Uhr abends: Technik. Oberingenieur Dr. W. Pschyrembel: Ampère, Volt, Ohm und Watt. 7 Uhr abends: Handel. Geh. und Oberregierungsrat Neuberg: Gewerblicher Rechtsschutz und Verwertung gewerblicher Schutzrechte". 5. Vortrag. Mr. Pender, Lektor 7.30 Uhr abends: Literatur und Kunst. an der Universität Berlin: Englische Literaturgeschichte( in englischer Sprache). 8 Uhr abends: Generalmajor a. D. Rochus- Schmidt:„ Zum 40. Gebutstag DeutschOstafrikas. 8.30 Uhr abends: Rund um die Liebe. I. Die Ueberschwänglichen: 1. a) Ach, nur ein Viertelstündchen( Hörmann) Hildach, b) Das Zauberlied( Dyherrn) Meyer- Hellmund, c) Ungeduld( W. Müller) Schubert( Marcel Noë, von der Berliner Staatsoper, Tenor). 2. a) Rastlose Liebe, Goethe. b) Liebhaber in allen Braun, Rezitation). 3. a) Winterlied( Glaßbrenner) Koß, b) Tönende Gestalten, Goethe, c) Aus Liebesfrühling", Rückert( Alfred Liebesgrüße( Pohl) Bendel, c) Ich liebe dich( Andersen) Grieg ( Charlotte Lindemann, von der Berliner Staatsoper, Sopran). II. Die Wohltemperierten: 4. a) Not und Liebeswerke, Reuter, b) Wat sik de Kauhstall vertellt, Reuter, c) Wat wull de Kirl? Renter, d) Die Wette, Renter( Elisabeth. Hofmeier- Hoffes, Rezitation). III. Jünger der X. Muse: 5. a) Auch die Tugend hat ihre Grenzen, aus der Operette Riquette", O. Straus, b) Komm mit nach Varasdin, aus der Operette Gräfin Mariza", Kálmán( Marcel Noë). 6. a) Eine kleine Hochzeitsreise, aus der Operette Anneliese von Dessau", Winterberg, b) Und hätt' ich nie dich gefunden, aus der Operette Wild- West- Mädel", Archer( Charlotte Lindemann). 7. a) Reiche Beschäftigung, Wildenbruch, b) Säng' ich von Frauen. Presher( Alfred Braun). 8. a) Muß es denn, aus der Operette„ Die törichte Jungfran", O. Straus, b) Ich lieb' dich, aus der Operette Wild- West- Mädel", Archer( Charlotte Lindemann und Marcel Noë). Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. Dixin Henkel's Seifenpulver Dixin gruppe Berlin. Donnerstag, den 26. februar, abends 7 Uhr, in Neukölln, Bergftr. 131/152( Bassage- Feftfäle), öffentliche Bersammlung, einberufen von der Arbeitsgemeinschaft freigeistiger Verbände. Tagesordnung: Dr. Mar Der fpricht über: 3ft Religion Privatsache?" Arbeiter Radio- klub, Bezirk Schöneberg. Donnerstag, ben 26. Februar, bei Rosenthal, Schöneberg, Ebersftr. 66. Gäste willkommen. Freie Bereinigung von Sternfreunden, Berln. Bersammlung am Sonn abenb, den 28. Februar, abends 8 Uhr, im. Bereinslokal, Berliner Rindl, Rur fürstendamm 101. Tagesordnung: Bortrag des Borfihenden G. Freund: Der Nordstern und feine Bedeutung im Weltall." Nachher: Beobachtungen anz Scleftop. Gäste tönnen eingeführt werden, Arbeitersport. Berliner Arbeiter Schachklub, Abteilung. Westhafen. Am 26. Februar ers reicht ber erfte Lehrturfus fein Ende. Es foll in nächster Beit ein ameiter ftatt finden, und zwar für Anfänger und Fortgeschrittene. Meloungen hierzu find hon icks in ben Spielabenden, feben Donnerstag 7-12 bei Herrman Quigowite. 120, Ede Savelberger Straße, abzugeben. Gäfte haben Zutritt. Abt, Rordwest spielt jeden Dienstag 7-12 Uhr in den Arminiushallen, Bremer Straße 72/73. Arbeiter- Sportlartell Charlottenburg. Montag, den 2. März, abends 18 Uhr, Gigung in der Barade Rofinenstraße( Wandererheim) Es ist erwünscht, daß außer den Delegierten die Vereinsvorfigenden mit erscheinen. Geschäftliche Mitteilungen. Schon von alters her ift wiffenfchaftlich festgestellt, bas Suder den Muskeln neue Rraft gibt, dem Blute frisches Brennmaterial zuführt und außerdem das Nervenfnftem in qünftigfter Weife beeinflußt. Er ist also ein Wärme- und Kraft- Erzeuger ersten Ranges. Diese Tatsache follte jeden veranlassen, mög lichit oft Ruder in jeder Form zu genießen. Eine gute Gelegenheit dazu ist int D. Detter's Pudding- Bulvern geboten, denn mit Milch, Butter und Zuder fdynell und ohne besondere Umstände hergestellt, ift ein Detter- Budding eine belitate Radfpeise und gleichzeitig eins der besten und billigsten Nahrungs mittel, die es gibt. Wir verweisen auf die Anzeigen diefer bekannten Firma in unferer Zeitung. Wetter für Berlin und Umgegend. Mild, unbeständig mit leichten Regenfällen, ziemlich lebhafte fübliche bis füdwestliche Binde Für Deutschland. Im äußersten Often noch ziemlich lalt, sonst recht mild, meit verbreitete Niederschläge. Ein töftlicher Nachtisch wird stets Jung und Alt erfreuen. Sie können sich dieses Vergnügen mit Dr. Oetkers Schokoladenspeise mit gehackten Mandeln häufiger leisten, weil die Zubereitung billig ist und wenig Umstände erfordert. Dabei aber ist die Speise außerordentlich nahrhaft und wohlbekömmlich. Für 4 Personen genügt: 1 Päckchen Dr. Oetker's Schokoladenspeise mit gehackten Mandeln 1/2 Liter Milch 3 EBlöffel( 75 g) Zucker M. 0.20 ca. ca. 0.17 0.07 " M. 0.44 Die fertige Speise reicht man mit Vanille- Sauce, bereitet aus Dr. Oetker's Saucenpulver mit Vanille- Geschmack. Versuchen Sie ferner: Dr. Oetker's Schokoladenspeise mit Makronen 1 Päckchen Mk. 0,30 Dr. Oetker's Gala Schokoladen- Puddingpulver 1 Päckchen Mk. 0,15 Der Name OETKER bürgt für beste Qualität! Verlangen Sie nur Originalpackungen"( niemals lose) mit der Schutzmarke Oetker's Hellkopi Die beliebten Oetker- Rezeptbücher erhalten Sie kostenlos in den Geschätten oder wenn vergriffen gratis und franko von Dr. A. Oetker, Bielefeld. e ist sparsam im Gebrauch und von ausgezeichneter Wafchwirkung. Henkel Donnerstag 26. Februar 1925 Unterhaltung und Wissen Wie steigert man die Leistungen der Pflanzen? Bon Dr. A. Barlabean, Hohen- Neuendorf. Mendel bat uns in feinen Bersuchen über Pflanzen hybriden ein Werkzeug in die Hand gebrüdt, das wir dem Hebel des Archimedes vergleichen können." Prof. C. Correns- Berlin. Dem französischen Forscher Blaringhem ist es gelungen, nach zwanzigjährigen mühevollen Untersuchungen aus dem Kultur- und Wildweizen eine neue Weizenart zu erzeugen, die in Ertrag, Widerstandsfestigkeit gegen Kälte und Krankheiten, Frühreise und sonstige Qualitäten alle bis jetzt befannten Weizenarten übertrifft. Der neue Weizen ist außerdem im Wuchs üppiger, liefert ein steinhartes Korn und reift auch in Nordfrankreich, wo in der Regel teine Hart weizenforte zur Reife gelangt. Das Landwirtschaftsministerium hat Maßnahmen getroffen, um den neuen Weizen in ganz Frankreich schleunigst einzuführen. Die Kultur dieses neuen Getreides wird zur Folge haben, daß Frankreich in nächster Zukunft imftande sein wird, seine Bevölterung selbst zu ernähren und von der weiteren Getreideeinfuhr Abstand nehmen wird. Das durch jahrelange Arbeit erzielte Forschungsergebnis ist wohl eine Kulturtat ersten Ranges. Wie tam er dazu? Wie ist es gelungen, die Leistungen unserer wichtigsten Brotpflanze so zu steigern? Wie steigert man die Leistungen der Pflanzen überhaupt? Das sind wohl die Fragen, die beim Lesen dieser Nachricht bei jedem auftauchen. Die Steigerung der Leistungen der Pflanzen oder die Züchtung der Pflanzen, wie sich der Wissenschaftler ausdrückt, beruht auf cinigen Grundtatsachen der modernen Bererbungslehre, die hier nur in aller Kürze und schematisch stizziert werden. Die Sorten oder Rassen unserer sämtlichen Kulturpflanzen sind nicht einheitlich zusammengesetzt, wie man sich bis vor kurzem vorstellte, sondern sie bestehen aus Hunderten, sogar aus Tausenden von Formen. Beim Saatweizen z. B. zählt man über 3000 verschiedene Formen, bei der Gerste 700, beim Hafer 600, bei der Bohne( nur nach der Kornbeschaffenheit) 750 verschiedene Formen. Anders ausgedrückt, fönnen wir wohl sagen, die Sorten unserer Kulturpflanzen find Gemische von weiter nicht zerlegbaren Formen oder, wie man diefe jetzt in der Biologie nennt, aus reinen Linien. Diese Formen sind, sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch in bezug auf die Umweltverhältnisse nicht gleichwertig. Brüft man z. B. die reinen Linien des Kulturweizens auf die Ertragfähigkeit, so ist leicht festzustellen, daß fie bei jeder Form verschieden ist. Jede reine Linie einer Pflanzenforte unter gleichen Bedingungen liefert einen verschiedenen Ertrag. Die eine Linie liefert einen ganz hohen Ertrag, die zweite einen mittleren, die dritte einen ganz niedrigen und die übrigen überhaupt keinen. Will man die Leistungen ciner Kulturpflanze steigern, so zerlegt man fie in die einzelnen reinen Linien, und für die weitere Zucht wählt man nur diejenigen Exemplare, die einen höheren Ertrag liefern oder einen anderen wirtschaftlichen Wert aufweisen fönnen. Die höheren Ernten in den letzten Jahrzehnten wurden zum größten Teil auf diese Weise erzielt. Die Steigerung der Leistungen der Pflanzen auf einem solchen Wege ist nur so lange möglich, als die Möglichkeit por handen ist, aus dem gegebenen Sortengemisch die reinen Sorten zu Jolieren, die noch bessere Erträge geben. Ist das geschehen, so er. cheint ein weiterer Fortschritt so gut wie ausgeschlossen. Zur weiteren Steigerung der Leistungen unserer Pflanzen gibt es noch einen anderen Weg, den uns die moderne Vererbungslehre, die sogenannte Mendelsche Bererbungsregel, gezeigt hat. Die moderne Bererbungsforschung hat unter anderem folgende Tatsachen experimentell festgestellt, die für die Steigerung der Leistungen der Pflanzen von eminenter Wichtigkeit sind, nämlich: 1. Das Gesamtbild eines Individuums fegt sich aus lauter felbständigen vererbbaren Einzelzügen oder Eigenschaften zusaminen in der Art eines Mofaits; die fleinen Teilchen bilden zusammen cin Ganzes, das Gesamtbild. 2. Es vererbt sich nicht das Gesamtbild des Individuums, fon dern seine Einzelzüge. 3. Jeder Einzelzug oder Eigenschaft vererbt sich getrennt und unabhängig von den anderen Eigenschaften. Bei der Steigerung der Leistungen der Pflanzen finden diese Grundtatsachen auf folgende Weise praktische Berwendung: Kommen gemiffe vorteilhafte Eigenschaften in verschiedenen Sorten getrennt vor, so tann man sie auf dem Wege der Kreuzung, 3] Das wilde Tier. Bon Heinrich Steiniger. ( Schluß.) Der aber hatte mittlerweile des Tieres feineswegs vergeffen, fondern bei fich ermogen, wie er feinen glorreichen Sieg über die teuflische Bestie dem Ruhme Gottes darbringen möchte, um dessen Macht vor allem Volfe zu offenbaren. Da nun das Fest des Schußpatrones der Stadt, des heiligen Korbinian, heranrüdte, erbat er fich vom Abt des Klosters die Erlaubnis, sich des Tieres bei dem üblichen feierlichen Umzuge zu einem besonderen Zwecke zu bedienen, was ihm denn auch gerne zugestanden wurde. Und zwar hatte er fich ausgebacht, es an den Wagen zu schirren, der das holzgeschnitzte Bildnis des Heiligen trug, um auf solche Art die Ohnmacht des höllischen Feindes darzutun, der durch sein eigenes. Werkzeug zu verherrlichen gezwungen würde, was er am meisten fürchtete und haßte. Alls daher der Tag des Festes gekommen war, begab sich der Pater in Begleitung eines erfahrenen und geschichten Handwerksmannes zu dem Tiere, der ihm die Krallen und Rückenstacheln gar fünftlich vergolden mußte. Hierauf ließ er ihm eine prächtige Dede von blauem Samt umlegen, an deren Saum zahlreiche goldene Glöckchen angenäht waren, und zog ihm über den Kopf eine feidene Haube, die von einem mächtigen Federbusch getrönt war, wobei er es eifrig ermahnte, des äußerlichen Glanzes wegen nicht fündiger Hoffahrt an heinzufallen. Nachdem das Tier also prunthaft geschmüdt war, wurde es an die Deidfel des Wagens gespannt, und der Pater Loquatius nahm die Bügel selbst in die Hand, da er sie feinem anderen anvertrauen mochte. So bewegten fie fich in langfamem und feierlichem Zuge durch die Stadt, und die Menschen, die in dichten Massen die Straßen fäumten, sahen fast mehr auf das Tier als auf den heiligen Korbinian, wie es doch an feinem Ehrentage ihnen geziemend und ihrem ewigen Heile gewiß förderlicher gewesen wäre. Und es gab nicht wenige unter ihnen, die in Unkenntnis der kirchlichen Regeln und Gebräuche der Ansicht waren, der Pater Loquatius, der fie alle aus so fahrecklicher Not und Bedrängnis befreit hatte, müßte noch zu seinen Lebzeiten heilig, zum mindesten aber selig gesprochen werden. Das Tier aber brachte, während es mit Mühe den schweren Wagen zog, mcht aus dem Sinne, mas es von dem argen Frater Brophyrius gehört hatte. Es schaute fleißig durch die Augenschlige der seidenen Haube nach rechts imd links und fah, daß die Starken und Mächtigen aufs herrlichste gekleidet maren und das Glück des Stolzes auf ihren Mienen erfirahlte, die Schwachen und Niedrigen aber in elenden Lumpen gingen und wenig Freude, desto mehr je doch Bekümmernis und Trübjal in Haltung, Gesicht und Gebärden anzeigten. Als das Tier solches bemerkte, wurde es in seinem Herzen die man Kombinationsfreuzung nennt, in einer einzigen Sorte vereinigen. Nehmen wir z. B. einen winterfesten, aber wenig ertrag reichen Landweizen einerseits und einen hochertragreichen, aber nicht winterfesten westeuropäischen Dickkopfweizen andererseits, so fönnen mir durch Kreuzung die guten Eigenschaften dieser zwei Formen in einer Pflanze vereinigen. Oder nehmen wir noch ein anderes Beispiel: Die Winterfestigkeit einiger Weizensorten ist durch einen besonders zuderreichen Bellstoff verursacht, der andere dagegen durch eine besonders dicke Zellwand der Hautschicht und starke Kutifula. Kreuzen wir diese beiden Sorten, so bekommen wir Pflanzen, die start zuckerhaltig sind und eine starke Epidermis haben, also burch und Die Organisationsgenies. „ Organisation ist das A und das O der deutschen Politit, darauf verstehen wir Deutschnationalen uns vorzüglich." So, was organisiert ihr denn eigentlich?" Ja, Ministertrijen!* Bereinigung der guten Eigenschaften dieser zwei Sorten erhalten wir eine neue Pflanzenart, die doppelt gut gegen Ausmintern geschützt und deshalb noch minterfefter ist als die Ausgangsformen. Den Weg für solche Bereinigungen einzelner Eigenschaften hat uns, wie gejagt, Mendel gezeigt. Dieser Weg war auch von Blaringhem eingeschlagen, dem es gelungen ist, die wertvollen Eigen schaften der Bild- und Kulturweizenarten auf dem Wege der mühevollen Kombinationsfreuzungen in eine neue Weizenart zu ver einigen. In den letzten Jahren sind in allen Rulturländern besondere Institute gegründet, die sich die Aufgabe stellen, die Leistungen unserer Stulturpflanzen auf Ertragfähigkeit und sonstige Eigen fchaften, die einen wirtschaftlichen Wert haben, zu steigern. Das be tannteste ist dasjenige in Svalöv( Schweden). Bellage des Vorwärts Mer selbst auf dem Gebiete der Kombinationszüchtung Erfahrung hat, wird sich des Eindrucs nicht erwehren fönnen, daß ungefähr ebensoviel wie die züchterische Arbeit der letzten fünf Jahr tausende uns vorwärts gebracht hat, fünftig auf dem von Mendel geöffneten Wege in einem Jahrhundert etwa erreicht werden kann." ( G. Baur- Berlin.) Daß das keine Träumerei ist, hat uns Prof. Blaringhem bewiesen. Wie ein Spionagebureau eingerichtet ist. Der militärische Spionagedienst blühte besonders während des Krieges, aber auch heute noch dauert er unvermindert fort, da ja die Rüstungen der Militärmächte immer weiter gehen. In die Methoden der Spionage furz vor dem Kriege, die in Erwartung des Weltbrandes mit fieberhaftem Eifer betrieben wurde, leuchtet ein padend geschriebenes Buch hinein, das Egon Erwin Risch im Berlag der Schmiede" zu Berlin erscheinen läßt und das den ,, Fall des Generalstabschefs Red" behandelt. Hier werden die dramatischen Borgänge der berüchtiafften österreichischen Spionagefalls aufgeklärt, bei dem ein hoher Offizier, der selbst lange an der Spike des Kundschafterdienstes gestanden, des Berrates überführt wurde und Selbstmord begehen mußte, um die Affäre zu vertuschen. Redl hatte das Wiener Spionagebureau mustergültig eingerichtet: ,, Das Bureau war modern organisiert, jeder geheime Besucher wurde im Profil und en face photographiert, ohne daß er davon wußte, denn in zwei Gemälden, die an der Wand hingen, waren Deffnungen für die Linse photographischer Apparate eingeschnitteen, die Nebenzimmer aus bedient wurden. Ebenso fonnten von jedem Be fucher Fingerabdrüde hergestellt werden, ohne daß er es ahnte: der Offizier telephonierte und reichte mit der einen Hand dem Befucher oder der Besucherin Zigarrenschachtel oder Bonbonniere him, die unsichtbar mit Mennige bestreut waren; auch Feuerzeug und Aschenbecher, die der Besucher zu sich heranziehen mußte, waren derart präpariert. Lehnte der Besucher sowohl Bonbons wie Zia garren ab, so ließ sich der amtierende Beamte aus dem Zimmer abberufen, neigte der Gast zur Spionage, so nahm er gewiß den Aft zur Hand, der auf dem Tisch vorbereitet lag und mit dem Vermert ,, Geheim! Für reservierte Einsichtnahme!" versehen war. Auch diefes Dokument war natürlich mit Seidenpulver bestreut. In einem Kästchen an der Wand, das man für eine Haus apotheke halben mochte, war ein Schallrohr eingebaut, das für den Stenographen im Nebenzimmer als Horchapparat dienen, aber auch den metallenen Stift in Bewegung feßen tonnte, der das Gespräch mortgetreu in eine Grammophonplatte einrigte. Jedes geheime Buch und Atten stück fonnte binnen weniger Gefunden auseinandergeheftet, an die Wand projiziert, feitenweise photographiert und wieder gebunden merden, so daß es in fürzester Zeit wie unberührt. an der Stelle war, von wo es ausgeborgt" worden. Man hatte hier 2tben und Kartothefen mit Lichtbildern, Handschriften und Maschinenfchriftproben aller spionageverdächtigen Personen Europas, besonders der Spionagezentren in Brüssel, Zürich und Lausanne." Die Unfitte der Kopfjagden finden wir überall bort, wo Malaien, Bapuas und ihre Abtömmlinge wohnen, also von Affam über die Subainfeln bis zu den Molukten und Philippinen, auf Formosa, Neuguinea und auf vielen Insein Ozeaniens, ferner bei einigen Indianerstämmen Südamerikas. Die Gründe für solche Bräuche sind, wie Bruno Bittmann im Rosmos" schreibt, meift religiöfer Natur, Auf Celebes waren die Söhne jedes verstorbenen Häuptlings verpflichtet, je einen Schädel zu beschaffen, che der Tote begraben wurde, denn er brauchte die Seelen der Ermordeten im Jenseits als Diener. Zauberer verlangten diese Opfer, angeblich um die bösen Geister zu befriedigen und Mißernten, Seuchen, Erdbeben u. bal, fernzuhalten. Abgeschmitfene Röpfe galten als Dantopfer für glüdliche Beendigung eines Boot. oder Hüttenbaues. Bielfach wurden fie unter den Pfosten eines neuen Hauses eingegraben, um solcherart Schuhgelster" an die Wohnung zu bannen. Sie steigerten das Ansehen des Jägers" bei den männlichen und im erhöhten Maße bei den weiblichen Stammesgenossen. Ja, der Jüngling galt erst dann als vollwertig, als Mann, als Krieger, wenn er mit einer Schädeltrophäe heimfehrte. Die Anzahl der erbeuteten Röpfe erhöhte seinen Ruhm. Auf den Mentawei- Inseln wird die Tatulerung des Kriegers mit jeder neuen Trophäe reicher, bei den Naga in Assam ist deren Zahl aus bestimmten Kleidungsstücken und Abzeichen ersichtlich. Die meist feindlichen Köpfe werden vor der Behausung on Speeren oder Standen aufgepflanzt, im Giebel aufGetöteten geben reichen Schmuck für Lanzen, Schilder, Aerte uim. Wenn man bedenkt, daß alle wirtschaftlich wertvollen Eigen schaften unserer Kulturpflanzen zerstreut bei verschiedenen Linen vorkommen und auf dem Wege der Kombinations treuzungen sich zu neuen Formen vereinigen lassen, so ist es auch für den, der fein Fachmann ist, flar, was für großartige Bahnen durch diese Einzucht für die moderne Landwirtschaft damit eröffnet sind. Wir können deshalb mit folgenden Worten eines ausgezeichneten deutschen Bergehängt oder in eigenen Berschlägen aufbewahrt. Die Haare der erbungsforschers schließen: " verwirrt und voll Unruhe und mußte nicht, mem es glauben sollte: dent Pater Loquatius oder dem Frater Porphyrius. Und je länger fie durch die Straßen zogen, desto stärker wurde seine innere Be drängnis, daß es sich nicht zu helfen wußte und sie nicht mehr er. tragen zu fönnen vermeinde. Und da fie auf dem Plage hielten, wo der König inmitten der Großen des Reiches in all seinem Glanze faß, zupfte es dem Pater an seiner Rutte und sagte in demütigem Lone: Eröffnet mir doch, ehrwürdiger Herr, was es mit den menschlichen Dingen für eine Bemandinis hat, denn ich kenne mich nimmer aus und leide infolgebeffen bittere Not." Doch der Bater, der im Augenblicke an alles eher dachte als an die Erörterung derartiger Fragen, auch wohl fürchten mochte, daß der König das unziemliche Betragen des Tieres bemerkte und ihm dessen schuld gebe, verfette ihm, um es zu befchwichtigen, einen heimlichen Fußtritt. Weil num das Tier durch die blauseidene Dede und seine eigene Hornhaut hindurch nichts davon verspürte, meinte es, der Pater hätte seine Bitte nicht ver nommen und, indem es das, wonach es Begehr trug, noch lauter hervorgrunzte, zupfte es ihn etwas heftiger, worauf es die nämliche Antwort empfing. Beim dritten Male aber geschah es durch die Ungeduld und Aufgeregtheit des Tieres, daß es dem Bater die Kutte gänzlich vom Leibe riß, so daß er in nichts als sein härenes Hemd gekleidet dastand. Als das Tier sah, was es angerichtet hatte, ver for es völlig die Besinnung und, einem natürlichen Drange folgend, versuchte es mit möglichster Eile zu entfliehen. Dadurch geriet der Wagen, an den es angeschirrt war, in heftiges Schwanken und nur eine glückliche Fügung, die die Deichsel ab splittern ließ, bewahrte das Bildnis des heiligen Korbinian vor einem Sturz in den Staub der Straße. Das Tier aber, das sich plöglich befreit fühlte, rafte mit verdoppelter Schnelligkeelt durch die laut schreienden und entsegt auseinanderstiebenden Massen der Menschen und schleifte den unglüdlichen Pater, der die Zügel um den Arm gewidelt hatte und nicht loslassen konnte, hinter sich her. Viele erzählten später, das Tier hätte riefengroße Schillernde Flügel entfaltet und sei durch die Luft devongefahren, es war aber wohl die Brunt decke, die sich beim Laufen biähte, welche solchen Einbrud hervor. täuschte. Auch sin feltsames Schrillen und Pfeifen, das manche ver. nommen haben wollten und der boshaften Freude des Teufels an der Störung des Festes zuschrieben, möchte vielleicht eher das Geflingel der vielen hundert Glöckchen gewesen sein, die auf die Dede aufgenäht waren. Das Tier hatte indessen das freie Feld erreicht, und hielt, als es feinen Menschen mehr um sich erblickte, in feiner rasenden Flucht inne. Und erst jetzt gewahrte es den Pater Loquatius, dem bei der eiligen Reife auch das letzte Stück der Bekleidung abhanden gefommen war und der nackt und bloß, aber aus tausend Wunden blutend, ohne Besinnung auf der Erde lag. Da es ihn nun so armijelig Dor fich liegen fah, wurde es von einem absonderlichen Grimm und einer gar seltsamen Beschämung ergriffen und, ohne sich Zeit auch nur zur geringsten Ueberlegung zu nehmen, schnappte es zu und, indem es den Pater hinunterschlang, tat es schließlich mit ihm, was jener bei ihrer ersten Begegnung ihm zu tun geheißen hatte. Raum aber hatte es den guten Bater im Magen, so fielen wie durch ein Wunder alle Zweifel und jeglicher Trug, in die es von dem liftigen Frater Porphyrius verstrict worden war, von ihm ab und wurde es Don äußerster Zerfnirschung und Reue überwältigt. Da es denn, obgleich nur ein dummes Bieh, Mar erkannte, daß es durch seine Untat fich der Anwartschaft auf zeitliches und ewiges Heil für immer beraubt hatte. Länger als eine Stunde stand es, ohne sich zu regen cder zu bewegen, auf dem gleichen Flecke. Und wäre ihm wohl cin troftreicher Zuspruch in seiner Berlassenheit dringend vonnöten gewesen. Da es aber eines solchen entbehren mußte, verfehrte sich seine Berzweiflung in teuffifchen Troß. Es begann einen wilden Lanz aufzuführen, wobei ihm bas Brachtgewand schauerlich um die Glieber flog, und stieß dazu gräßliche Schreie aus, so daß den Leuten auf den Mauern und Türmen der Stadt, die von ferne zuschauten, vor Grauen, Furcht und Entsetzen die Haare büschelweise zu Berge standen. Von Stund an aber bewies das Tier, das bisher wohl gefräßig, doch weichen Gemütes gewesen war, eine unmäßige Graufamkeit und Mordlust. Weit und breit verheerte es das Land und fraß, als ob seine Gier sich verdoppelt hätte, jenen Menschen, dessen es habhaft werden konnte. War auch auf teine Weise dazu zu bringen, einen neuen Bertrag mit dem Könige einzugehen, wie ihn der in feiner Bedrängnis vorschlug. Doch dauerte dieser greuelvolle Zustand nicht lange. Schon nach kurzer Zeit verschwand das Tier und wurde von niemand mehr gefehen. Einige beherzte Klosterbrüder, die in den Wald zum Holzsammeln gegangen waren, fanden bald darauf im tiefften Didicht seine Leiche. Es ergab sich aber nach der Erzählung der ehrwürdigen Brüder aus der Lage der Leiche sowie aus vielen sonstigen Umständen mit voller Sicherheit, daß das Tier an nichts anderem als an Gewissensbissen zugrunde gegangen und verendet war. An der Stelle, wo der Pater Loquatius den Märtyrertod erlitten hatte, wurde von seinem Klofter eine fleine Kapelle errichtet. Auf der Vorderseite war das Bild des Baters abgemalt, wie er das Ungetüm an einem Stride in die Stadt führt. In der Klosterchronik ist zu lesen, daß an seinem Todestage alljährlich zu Nuz und Frommen der unvernünftigen Kreatur vor der Kapelle eine Brebigt gehalten wurde, zu der sich die Tiere des Waldes zahlreich einfanden, fich auch, solange die Predigt dauerte, einander niemals etwas zuleide taten. Später scheint dieser schöne Brauch abgekommen zu fein, und auch die Stapelle ist längst verfallen, fo daß nicht einmal der Ort mit Bestimmtheit angegeben werden kann, wo sie gestanden hat. Das Gedächinis des frommen Baters aber hat sich erhalten, und er gift noch heutigentags als Schugpairan der Drachen, Lindwürmer und dergleichen Ungeheuer. Bon dem schlimmen Frater Porphyrius berichtet die Stlosterchronif nichts, so daß wohl anzunehmen ist, daß er, feinem Berdienste gemäß, ein schmähliches Ende genommen hat. Parole: hochwertig pressniedrig Das ist unser Kampfruf, dem sich Tausende freudig angeschlossen haben. , Hochwertig" bedeutet die selbstverständliche Güte unserer Waren bei sehr gediegener Verarbeitung. Preisniedrig bedeutet, daß Sie alles viel billiger kaufen können, als Sie denken. Wollen Sie ungenutzt lassen, was die große Schar unserer Kunden täglich auf's Neue- froh und zufrieden- für sich ausnutzt? 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Biebungstag Ohne Gewähr 24 februar 1925 Nachbruck verboten In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 m. gezogen 4 Gewinne zu 3000. 84563 116470 189509 184117 4 Gewinne zu 2000 m. 44608 75408 111827 145350 16 Gewinne zu 1000 22. 1853 7154 17021 87029 65603 74609 85:16 103749 123043 126436 135 49 16607 188172 200424 252291 253424 38 Geminne zu 500 92. 731 8226 8775 25177 29550 3.8: 5 42921 50274 56315 6 564 702: 8 860 116368 12: 448 137255 143758 160340 160449 171948 174180 178581 179459 13483 218825 222: 90 232979 2736 8 27.687 284602 2.5179 286028 295592 296033 301472 307739 310456 817707 75 Gewinne zu 300 2. 1136 1851 14466 1607 24655 274 8 32481 85312 40893 55118 58954 58992 59693 616 1 69970 73.83 7385 77039 78395 87803 92393 9798) 9x332 99884 101220 10152 10261 06202 10: 754 124978 1276 5 13626 137692 187949 1: 8575 140420 14: 647 152493 1: 4463 1586 9 162912 166621 170513 175935 176098 177 77 181743 184927 185: 49 193749 200220 206479 208007 209931 218 02 22202 2: 0362 281300 239944 243595 246923 2479 3 255483 257589 261199 264592 271973 276135 278120 293544 293756 300034 308848 308616 313984 Infolge eines Unfalles verschied plöglich und unerwartet am 31. Fe bruar mein lieber Mann, ber Buchbrud- Maschinenmeiſter Reinhold Heinrich im 46. Bebensjahr. Dies zeigt tiefbetrübt an Charlotte Heinrich geb. Schüppel Berlin, Röthener Str. 25 Die Beerdigung findet am Freitag, ben 27. Februar, nachmittags 2 Uhr, Don ber Rapelle des Neuen Butsen städtischen Friedhofes, Neutöln, Set#rannftz 186-190, aus ftatt. Beteiligung oder Kauf Flottgehende Buchdruckere mit Tageszeitung( im 33. Jahrgang). bisher parteilos, Ind st ieort Mitteldeutschlads ( 5800 Einwohner). Zwei Dritte der Einwohner sozialdem. Umstellung in Parteiblatt sehr zukunftsreich, da sozialdem. Blart am urt richt vorhanden Auf Wunsch wird Hausgrund stück mit sofort freiwerdender, großer Wohnung eben alls ver kau t. Offerten D. St. an die Exped tion des Vorwärts". 17. Biebungstag Ohne Gewähr 25. Februar 1925 Rachbruck verboten In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 9. gezogen 1 Geminn zu 50000 2. 209750 1 Gewinn zu 250 0 2 26.061 1. 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