Nr.98+42. Jahrgang und Alstom Ausgabe A nr. 50 Bezugsvreis: öchentlich 70 Bfennig, monatlich 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Areuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Bitauen. Buremburg 4,50 Reidsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit ber Gonntags beilage Bolf und Reit mit„ SiedTung und Aleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaftiae. Nonparelite geile 70 fennig. Reklamezeile 4, Reichsmart. Aleine Anzeigen" bas fettgedrudte Bort 20 Biensia ( auläffia awei fettgedruckte Worte). tebes weitere Bort 10 Bfennig. Stellengesuche bas ezite Bort 10 Pfennig. jedes meitere Bot! 5 Pfennig. Borte über 15 Bushftaben zählen für zwei Merte, Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30- Pfennig. Anzeigen für die näe Rummuter müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nam. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Töuboff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Freitag, den 27. Februar 1925 Leichte Besserung im Befinden Eberts Neue Hoffnungen der Aerzte. Um 6 Uhr abends wurde amflich gemeldet: Das Befinden des Beichspräsidenten hat sich im Laufe des heutigen Tages mejentlich gebessert. Der Zustand ist aber immerhin noch als ernst ju bezeichnen. Wie wir erfahren, haben die Aerzte um 9 Uhr abends feftgestellt, daß das Befinden des Reichspräsidenten nicht wesentlich verändert war. Man konnte jedoch die Krije noch nicht als über. wunden bezeichnen; das wird sich erst im Laufe der Nacht erkennen Laffen. Jedenfalls ist eine Verschlechterung nicht zu verzeichnen; ein günstiges Zeichen ist es, daß die Störung der Darmiätigkeit, die nach einer solchen Operation ganz natürlich ist, behoben iff. Bis Mitternacht war die erwartete Temperaturfteige. rung erfreulicherweise ausgeblieben und die Her3tätig. feit andauernd normal. Der Sozialdemokratische Preiſedienst" meldet: Die Krise in dem Gesundheitszustand des Reichspräsidenten war am Donnerstagabend 9 Uhr noch nicht überwunden. Die behan delnden Aerzte gaben zu dieser Zeit jedoch der festen Hoffnung Ausdruck, daß es ihnen gelingen wird, den Reichspräsidenten am Leben zu erhalten. Im Laufe des Donnerstags ist gegenüber dem Gesundheitszustand in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag, 1220 Ebert zwei Stunden lang in Lebensgefahr [ webte, eine wesentliche Besserung eingetreten. Die gestern, Donnerstag, mittags erst Wenigen bekannt gewordenen und bald mit Bligesschnelle verbreitete Nachricht, Daß bei dem franken Reichspräsidenten eine Bauchfellent zündung aufgetreten fei, hatte eine alarmierende Wirkung. Man sprach, wo fich Bekannte trafen, zunächst ausschließlich vom Reichspräsidenten, und das im Ton ernstester Besorgnis. Regierungsbeamte und Zeitungsleute wurden mit Anfragen bestürmt. Aber man merkte es den Fragern an: nicht müßige Neugier trieb fie, es war tiefe Sympathie mit der Person des Kranten, ernste Besorgnis um die Folgen einer schlimmen Wendung für die Deutsche Republik. Aus der Fassung der amtlichen Meldung von gestern vormittag haben viele den Schluß gezogen, daß das Borhandensein der Bauchfellentzündung schon bei der Operation selbst bemerkt worden sei. Man erhob deshalb Vorwürfe dagegen, daß diese doch nicht zu verschmeigende Komplitation der so gespannt horchenden Deffentlichkeit nicht gleich mitgeteilt worden ist. Indessen merden die Aerzte gewiß wohl ihre Gründe dafür gehabt haben und in diesem ernſten Stadium eines Menschenlebens hat der Arzt diktatorische Gemalt und muß sie haben im Interesse des Kranken selbst, dem er wieder zur Gesundheit verhelfen will. Meldung überhaupt nicht erschienen; die Aerzte hatten nach Ueber den Befund von 9 Uhr abends ist eine amtliche der Bekanntgabe des 5- Uhr- Befundes die Absicht, erst heute, Freitag, vormittag wieder einen Bericht zu veröffentlichen. Daraus mußte man ihre Ueberzeugung schließen, daß in der Nacht eine entscheidende Wendung in der Krise nicht mehr zu erwarten sei. Was wir am späteren Abend erfahren und oben mitgeteilt haben, scheint diese Annahme der Aerzte durch aus zu bestätigen. Noch ist die Krije nicht überwunden alles hofft, daß sie mit dieser Nacht auch schwinden und der ungestörte Genefungsprozeß einsetzen wird. Kundgebung des Reichsrats. Die gestrige Sitzung des Reichsrats eröffnete der Reidsminister des Immern Schiele mit folgenden Worten: Seit einigen Tagen bewegen uns alle ernfte Nachrichten über die Erkrankung des Herrn Reichspräsidenten( die Mit glieber des Reichstats erheben sich). Der Herr Reichspräsident hat fich einer fchweren Blinddarmoperation unterziehen müssen. Während die ersten Tage günstige Nachrichten bringen fonnten, ist doch inzwischen eine Komplitation eingetreten, die uns ernste Besorgnisje nahelegt. Ich habe joeben auf eine Anfrage die Mitteilung befam men, daß die krisis noch nicht überwunden ist. Ich fühle mich mit Ihnen eins in dem Ausdruck aufrichtiger Teilnahme und in dem Wunsche, daß der Herr Reichspräsident die Krisis überstehen und recht bald wieder der vollen Gesundheit entgegengeführt werden möchte. Ich bitte mich zu beauftragen, dies dem Herrn Reichs: präsidenten persönlich zum Ausdrud zu bringen. Die Vollmacht ist gegeben. Darauf trat der Reichsrat in die jachlichen Berhandlungen ein. Deutschland und das Arbeitsamt. andere Staaten sagen, die den gleichen Betrag wie Deutsch land zahlen und bei weitem nicht eine gleich starke Bertretung haben! Direktor Thomas antwortet den rechtsdeutschen Kritikern. Ich kenne die soziale Bedeutung Deutschlands, ich lenne feine lang Genf, 26. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Unser Kor- jährigen Traditionen auf dem Gebiete der Sozialpolitik und habe respondent hatte eine Unterredung mit Albert Thomas, mich immer bemüht, ihm einen bedeutenden Blaz im Amt zu der von einer Informationsreise nach London zurückgefehrt ist. sichern, ohne mich genau an das proportionale Verhältnis feines Thomas äußerte sich zunächst zur Ratifizierung des Washing Beitrags zu halten. Um so merkwürdiger berühren mich diese toner Abkommens über den Achtstundentag: neuen Klagen und Forderungen in einem Augenblid, wo ich Im Gegensatz zur franzöfifchen und deutschen Regierung hat die englische Regierung bisher noch keinen Beschluß veröffentlicht. Doch ist entgegen anderslautenden Nachrichten ihre Stellung burchaus nicht entschieden ablehnend. Meine Unterredungen mit den verschiedenen Kabinettsmitgliedern haben mich in meiner Meinung bestärkt, daß die englische Regierung ernstlich um die Ratifizierung bemüht ist. Die englischen Gewerkschaften stehen nach wie vor geschlossen ein für die baldige Ratifizierung und ihre Verhandlungen mit der englischen Regierung sind aussichtsreich. In Frontreich ist die Ratifizierung gesichert, und ihre Intraftfegung wird lediglich von dem Entschluß Deutschlands abhängen, auch zu ratifizieren. Ich habe aus meinen wiederholten Besprechungen mit Dr. Brauns die Ueberzeugung gewonnen, daß er eine baldige Ratifizierung ernstlich anstrebt. einen Deutschen zum Seffionschef ernannt habe und damit einem langjährigen deutschen Wunsche nachgefommen bin. Genau so verhält es sich mit der Sprache. Die Vorgänge auf der Internationalen Arbeitskonferenz 1922 sind bekannt. Ich erinnere an den Beschluß des Verwaltungsrats, die Möglichkeit einer Berwendung der deutschen Sprache für die Arbeiten des Amts nach zu prüfen, an den ich natürlich gebunden bin. Im übrigen hat das Arbeitsamt bei allen Veröffentlichungen die deutsche Sprache in weitestem Maße berüdsichtigt. Wir haben auch während der Inflotionsjahre, wo Deutschland teine Beiträge zahlte, alle wesentlichen Bublikationen ins Deutsche über tragen und gerade jetzt wird eine große Arbeit über das Versicherungswesen ins Deutsche überfeit. Ich bin bis zur Grenze des Möglichen gegangen, innerhalb der mir vom Verwaltungsrat gezogenen Grenzen, um die Ulebertragungen ins Deutsche durchzuführen. Aber die Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 $ 1 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstraße 3 Der Bismarck- Skandal. Bleichröder, die Discontogesellschaft und Bismarck. In der Abwehr gegen das Standalgeschrei der Rechtspresse veröffentlicht Kurt Heinig im Berlag für Sozial- i wissenschaften ein Buch über die Finanzskandale des Kaiserreichs. Mit der Erlaubnis des Verlages drucken wir aus diesem Buch folgendes Kapitel ab: 3mei der ganz großen Geldmacher, die Discontos Gesellschaft und Bleichröder, gerieten Mitte der 70er Jahre ziemlich heftig aneinander. Das jührie zu ganz eigenartigen Konsequenzen. Die Bleichröder- Preffe, die zum Teil durch den von Bleichröder verwalteten Belfenfonds juhventioniert wurde, ließ Nachrichten durchsichern, daß die Dis invalidenfonds glänzende Geschäfte gemacht habe conto- Gesellschaft bei der Gründung des ReimsMan habe für das gute Goldfapital zu hohen Kursen schlechte Papiere von Gründungen der Disconto- Gesellschaft abgegeben. Das Invalidenfondsgesetz hatte die Anlegung der zur Verfügung gestellten drei Viertel Milliarde Gold vorgeschrie ben. Zu einer Zeit, als es die offizielle Reichsparole war, keine Zinsen zu verlieren", erschien es dem Reichstag felbfiverständlich, daß jenes Geld in fragwürdige private Eisenbahnprioritäten umgewandelt wurde! Es kam zu einem bodenlosen Standal, well unwidersprochen behauptet wurde, daß Bismard den Befehl zum Anfauf jener Papiere erteilt habe. Es wurde öffentlich nachgewiesen, welche horrenbe Summe fauler Papiere die Disconto- Gesellschaft dem Reichsfonds ge liefert hebe. Zuletzt wurde auch dieser Lärm, weil zuvieí Leute in prominenter Stellung dabei beteiligt maren, in den Barlamentsfommissionen eritidi. 24 Die Disconto- Gesellschafts- Presse rächte sich für die Aufdachungen der Schiebungen, die mit den Geldern, des inves liden Fonds"-wie damals spottens gejagt wurde gemacht. morden waren. Es begannen Enthüllungen über Bismard Geschäfte. Die Kreuz- Zeitung ſtand dabei im Bordergrund. Sie ging wild darauf los. Bleichröder habe schon früher für Bismardipefuliert. Und der fonservative Diest- Daber behauptete, daß Bismard durch Bleichröder an der Gründung der verrufenen Preußischen Central Bodentredit A.-G. beteiligt worden fei. In den Zeitungen wurde monatelang bis in die kleinsten Details erzählt, was Bismard alles für fabelhafte mehr oder weniger saubere Geschäfte gemacht habe. " Der sozialdemokratische Boltsstaat" schrieb 1876 monatelang in jeder Nummer: Er hat noch nicht geflagt!" Und der Nationalheros, mit dem sich die Gerichte wegen der vielen Bismard- Beleidigungen, die sie zu erledigen hatten, beinahe ebensoviel beschäftigte wie mit dem Kaiser wegen der Majestätsbeleidigungen nicht. Er ließ die Borwürfe auf sich figen. Als er im der Nationalheros flagte Reichstag, wegen dieses merfmürbigen Umständes wieder ein mal angezapft, nicht mehr ausweichen fonnte, erkläre er, daß die berühmtesten Juristen ihm gesagt hätten, die Artikel über feine angeblichen Geldgeschäfte seien so geschickt abgefaßt, daß man gerichtlich dagegen nicht vorgehen fönne! Man überlege sich einmal, was heute unfere nationale Presse zu einer solchen Ausrede irgendeines republikanischen Ministers sagen würde. Sie würde von Geifer überlaufen, fie würde den vollen Beweis für ihre Anschuldigungen ge funden zu haben glauben, weil der Berleumdete eine Klage für muglos hält. Es wird einem schon fpeiübel, werin man an unsere sogenannte moralische Breise auch nur denti! M Der Bismard Standal warf noch monatelang seine Dredsprizer überall hin. Da die Getroffenen sich meist burch fleine Indiskretionchen rächten, so wäre es leicht, heute ein ganzes Buch der Erbaulichkeiten über das Leben der damais regierenden und herrschenden Gesellschaft zu schreiben. Wenn die einen um nur noch einige fleine Szenen aus jenen moralischen Duellen zu schildern, schließlich darauf hingewiesen hatten, daß der Posten des ersten Rates im Staatsministerium, der mit dem Bor.rag beim Kaiser verknüpft war, beinahme schon traditionell von Beuten besetzt sei, die namentlich der Disconto Gesellschaft nahe stünden oder nahe gestanden hätten, so antworteten die anderen spöttisch, daß Bleichröder für Kreuz erhalten habe. Aber warum müssen gerade in dem Augenblick, wo wir eine Parallelbewegung zugur.ften der Ratifizierung durchführen, die auf eine Intime Busammenarbeit mit dem Internationalen Arbeitsamt gegründet ist, alle jene Schwierigkeiten wieder aufleben, die ich seit meiner Berliner Reise für überwunden hielt? Ich denke dabei an die Debatten im Hauptausschuß und im Plenum des Reichs: Arbeitsamt. Ich gestehe, daß ich über den Versuch sehr erstaunt aber, daß in einem derartigen Fall sofort ähnliche Forderungen für Das führte dann etwa wieder dahin, daß eine öffentliche Aufwar, die Bezahlung diefer rückständigen Beiträge mit einer Vermeh rung des deutschen Personals im Arbeitsamt und der Anerkennung der deutschen als dritter amtlicher Sprache zu verbinden. Ich hätte verstehen können, wenn man diese Einwände in dem Augenblick gemacht hätte, wo wir, im Einvernehmen mit der deutschen Regierung, den deutschen Beitrag fest setzten Aber heute, wo es fich darum handelt, eine Schuld abzutragen, deren Höhe gemeinsam und phne besondere Bedingungen festgesetzt wurde, verstehe ich diefes Borgehen nicht mehr. Glauben Sie, daß vom Standpunti einer Berwaltung oder auch ſelbſt nur vom rein geschäftlichen Standpunkt aus eine solche Art und Weise möglich ist? Ich glaube nicht, daß die an uns geübte Stritit gerechtfertigt ist. Man wirft uns vor, daß wir Deutschland nicht die Zahl von Beamten im Arbeitsamt im entsprechenden BerFältnis zu feinem Beitrag zugestanden haben. Was sollen denn Annahme des Deutschen als offizielle Amtssprache hängt nicht von mir ab. Diese Forderung muß vor die Konferenz gebracht werden. Ich fürchte das schon 1922 geschah. Die Entscheidung hierüber hängt von der Gefamtheit aller Mitgliedstaaten des Arbeitsamts ab. Ich will Ihnen nicht verhehlen, sagte Albert Thomas zum Schluß, daß mich de underdienten Kritiken der letzten Zeit über rascht haben, aber ich bin gewiß, daß mit etwas gutem Willen alle Schwierigkeiten irwunden werden können. rechnung der Gewinne der Disconto Gefell. schaft erfolgte. Man wies ihr nach, daß ihre Inhaber von 1869 bis 1875 zehn Millionen Goldmark verdient hatten, daß der Berwaltungsrat ebenfalls an Tontieme zwei Millionen einzujäckeln verstanden hatte, und daß die Aktionäre rund fünfzig Goldmillionen Dividende bekommen hatten. Der fluge Miquel, der ja vier Jahre Miteigentümer der DiscontoGesellschaft war und der dann als Don 1869 bis 1873 Vorsitzender des Verwaltungsrates im Goldfluß mitfchwamm, Genf, 26. Februar.( WTB.) Das Bölferbunds- stedte einige Goldmillionen ein. Das genierte ihn lekretariat teilt mit, daß es eine Note der Reichsregierung er- aber nicht, dabei zugleich und dazwischen Parlamentarier zu halten hat, in der diese gegen die Fortdauer der franzöfifchen sei. Als das Zentrum ihm seine Doppeleriſtenz als BarleTruppeub fegung im Saargebiet protestiert. Dieje mentarier und Disconto Mann vormari, erklärte er, daß er Note soll, wie das Böllerbundssekretariat mitteilt, vom Völkerbunds- die Millionen nicht als Mitschieber, sondern für tat auf seiner Märztagung geprüft werden. juristische Gutachten betommen habet Deutscher Saarprotest. 3ustand." Die Rechtsparteien lassen sich nicht gern an die Standale| gegeben, ein für unfer verarmtes Deutschland unerträglicher Der Kaiferzeit erinnern. Die Zeitungsreptile der Inflations gewinnler steigen bis in die Goffe hinab, um mit ihren Skandalfeldzug die politischen Ziele der Reaktion zu erreichen, jener Reaktion, deren Glanzzeit eine Glanzzeit der Korruption war. Wir werden sie erinnern. Für diese Herren, denen die Luther und Strefe. mann 700 Millionen zugewendet haben, ist es unerträglich, daß der Reichstag sich mit Sozialpolitik beschäftigt, daß ein fozialpolitischer Ausschuß im Reichstag besteht. Sie möchten, daß die Summen, die in Deutschland für sozialpolitische Zwecke Das praktische Christentum der Kohlenbarone ausgegeben werden, ihnen zugewandt werden sollen. Nichts gelernt und nichts vergessen! Gestern hielten der Bergbauverein und der Zechenverband, die Organisationen des Ruhr tohlenbergbaues, in Essen ihre ordentliche General versammlung ab. Die Empfänger der 700- Millionen- Entfchädigung ließen sich von einem ihrer Geschäftsführer einen leberblid über die Ereignisse des letzten Jahres geben. Die Herren haben von den Agrariern gelernt. Sie verstehen zu flagen und zu schreien. Der notleidende Kohlenbaron tritt neben den notleidenden Agrarier. Er nimmt die 700- Millionen- Liebesgabe, wie die Agrarier Liebesgaben zu nehmen perſtehen. Aber er redet nicht davon. Die Empfänger der 700 mil lionen haben nach dem von ihnen ausgegebenen Bericht auf ihrer ordentlichen Generalversammlung ein Wort über ihrer ordentlichen Generalversammlung fein Wort über die 700 Millionen gesprochen. Um so lauter haben sie gegen die Arbeiterschaft geredet. Diese Tagung ist eine Fanfare der sozialen Realtion gegen die Arbeiter. Gegen die Ratifitation des Washing toner Abkommens! Das ist der erste Programmpunkt der Zechenherren. Ihr Bericht sagt: Und diese Leute haben die 700 millio nen erhalten! Damit ist jedoch die Liste ihrer zynisch- brutalen Forde rungen nicht erschöpft. Zum Schluß fordern fie Gehorsam von der Geistlichkeit im Interesse des Geld beutels der Grubengewaltigen: Jft es wahr, daß Herr Nicolai feltbem ein ganzes Bureau unterhält, das Staatsanwaltschaft und Presse mit den erforderlichen Unterlagen versorgt? Ist es wahr, daß von dieser Seite her z. B. Herr Tannen. apf aus Czernowig angeturbelt murde, der als Angestellter des Hauses Barmat die zur Eröffnung der staatsanwaltlichen Offenfine notwendigen Denunziationen lieferte?" Diese Fragen deuten Zusammenhänge an, deren Kenntnis für die Deffentlichkeit von größtem Interesse ist. Sie führen zu Schlußfolgerungen, die jeden ehrlichen Menschen empören müssen. Diese Fragen fordern eine Antwort! Ist es wahr oder nicht? Betrug am Reich. Das Wesen der Ruhrkredite. Das Berliner Tageblatt" veröffentlicht in seiner Nr. 95 eine zuschrift aus industriellen Kreisen über die Ruhrtre dite, in der es heißt: " Was die sozialpolitische Einstellung ber Selftfich feit beider Konfeffionen anlange, die im vergangenen Jahre wiederholt in programmatischen Erklärungen an die Deffent lichkeit getreten fei, so tonne man es durchaus verstehen, wenn die Diener der Kirche nicht darauf verzichten wollten, das öffentliche Gewiffen zu sein und es auch für ihre Pflicht Wenn einzelne Ruhrindustrielle fich für die kreditierten Papier hielten, bei Arbeitnehmern wie Arbeitgebern den Ernst martbeträge, anstatt sie zu dem Ruhrkampf zu verausgaben, Sachriftlicher Grundsäge von Gemeinfinn und Ber werte getauft oder diese Martbeträge in Devisen verwandelt haben, antwortungsgefühl zu erhalten und zu weden. Das jei ihr dann haben sie ganz zweifellos das Bermögen des Reiches durch Beiten voll schärffter Gegenfäge nur bankbarst begrüßt werden. fich selbst einen Bermögensvorteil verfchafft. gutes Recht; ein solcher Standpunkt tönne in ben gegenwärtigen Vorspiegelung falscher Tatsachen geschädigt und Diese enn aber die Geistlichkeit in Berkennung dieser Auf- Tatbestände müssen sich in jedem einzelnen Falle einwandfrei nachgabe, wie geschehen, rein gefühlsmäßig Recht und Unweisen laffen." recht verteile und sich zur Bundesgenoffin nur einer Der Schreiber betont weiter, daß die Reichsstellen, welche Bartei mache, dann trenne fie die zu gemeinsamer Arbeit Be die Papiermarkkredite gegeben haben, eine ordnungss rufenen und aufeinander Angewiesenen noch mehr, als es bedauer- mäßige Rechnungslegung haben müssen, die noch vorhanden sein muß". Weiter wird betont: licherweise schon der Fall sei." Das ist das praktische Christentum der Zechengewaltigen! „ Die Absicht der Alliierten, unserem Bolte die Erfüllung der Reparationsverpflichtungen so schwierig wie möglich zu machen, fei Sie wollen das Christentum zur Hure der fozia Reparationsverpflichtungen so schwierig wie möglich zu machen, feilen Reaktion machen! Sie wollen, daß ein Geistlicher deutlich auf der Internationalen Arbeitstonferenz in Genf in die Erscheinung getreten durch die Forderung, daß foziales Empfinden nur für den Geldbeutel des ZechenverDeutschland nicht länger als 8 Stunden arbeiten solle. bandes, nicht aber für die Nöte und Leiden des arbeitenden Bolfes haben soll! Die Saboteure der Erfüllungspolitit find plötzlich erfüllungseifrig geworden auf Rosten der Arbeiter. Sie wollen die deutschen Arbeiter zu einer Arbeitszeit zwingen, die nicht einmal der Dawes- Plan von ihnen verlangt. Gegen die Aufhebung des 3weischichten. fystems! Das ist ihre zweite Kampfanfage: „ Es muß sich aus den Büchern jeder einzelnen der industriellen Unternehmung im Ruhrgebiet durch beeidete Bücherrevisoren und unter Kontrolle einer aus allen Parteien zusammengestellten Kom mission des Reichstags nachweisen lassen, wofür die im Ruhrkampf seitens der Ruhrindustriellen von der Reichsregierung angeforderten Papiermartbetrage tatsächlich ausgegeben worden sind." Wie hieß es doch in dem Briefe, den die DeutschWie wir vermuten, steckt hinter diesem Aufsehen erregennationalen an den preußischen Ministerpräsidenten den Angriff auf die Praktiken der Ruhrindustriellen ein bemarr schrieben? fannter deutscher Großindustrieller, der sich in scharfer OppoDurchbringung des ganzen Bolfs- und Staatslebens mit christ- fition zu Stinnes stellte und heute noch erflärter Gegner des lichem Geift." Stinnizismus ist. Wenn man die juristische Präzisierung des Schreibers in gewöhnliches Deutsch überfest, so sagt er: So, wie die Angelegenheit der Ruhrkredite jezt aufgedeckt ist, handelt es sich um einen Betrug der Schwerinduftrie gegenüber dem Reich. Nun weiß man doch, wie der chriftliche Geift aussieht, den die Herren im Munde führen! Diese Herren vom praktischen Christentum des Zechen fapitals gedachten am Beginn ihrer Tagung der Opfer der Beche Minister Stein". Ihr Vorsigender sprach von engsten Berufs- und Schicksalsgemeinschaft mit den im Schok der Erde arbeitenden Bolksgenoffen". Im Schlußwort wurde daran erinnert, daß vor kurzem einem unferer wichtigsten Produktionsfattoren, der Arbeit, vermutlich aus politischen Gründen, Konzessionen von gar nicht ab. zusehender Tragweite gemacht worden seien; damit habe man wieder den Lebensnero unserer Ernährung beder rührt. Hoffentlich gebe man sich feinen Trugschlüssen hin, weil das Wunder, dem deutschen Bolke festes Geld in die Hand zu geben, schon einmal geglückt sei. Unsere Währung ließe sich nur durch Arbeit und Sparsamkeit halten und tragen. Nur wenn die Erkennt nis dieser Wahrheit immer mehr an Boden gewinne, fet eine Rettung, Wiederaufstieg und Freiheit zu hoffen." Weil endlich die mörderische Zwölfftundenschicht der Arbeiter in den Feuerbetrieben beseitigt worden ist, drohen Die Inflationsgeminnler mit neuer Sabotage der Wahrung. Sie haben 700 Millionen faltblütig eingeſtedt, aber ihre Arbeiter sollen meiter 12 Stunden für fie schuffen! Gegen die fozialpolitische Gefeßgebung überhaupt! Das ist ihr allgemeines Schlachtgefchrei. So steht in dem Bericht der Herren vom Bechenverband: In diesem Zusammenhang wurde auch die sozialpoli ttie Gesetzgebung geftreift, ein Gebiet, auf dem die Politik noch immer am erfolgreichsten, aber auch am rüd fighislofesten arbeite, Bemängelt wurde die fehlende Einheit zwischen Wirt fchaftspolitik und Sozialpolitif, wie fie am deutlichsten durch das Nebeneinanderbeftehen und Nebeneinanderherarbeiten des wirtschaft lichen und sozialpolitischen Ausschusses des Reichstages in die Erscheinung trete. Das Geld, das der wirtschaftspolitische Ausschuß für die deutsche Wirtschaft erspare, werde durch den fozialpolitischen Ausschuß wieder mit vollen Händen aus Das hohe Haus im Westen. Bon Hans här. The United States of America brechen immer wieder in den deutschen Weften ein. Ganz friedlich und gesittet, aber um fo wir. fungsvoller. Erst mobilisierten sie ihre Dollargeschwader und reizten den Gaumen unserer Börsen mit einer herbsüßen Speise, die man Arbitrage nennt. Dann stäubte die Lamine der quedfilberigen Ford Vehitels in das Rheintal, dann schickten fie uns ihr anlagehungriges Gold, das drüben Fluch ist und hier Segen spenden foll. Aber fie maren noch immer nicht mit uns zufrieden: Bir guten alten Deutschen dachten und fahen noch allzu barod. Unser Busineß verzettelte sich; unsere Baufluchtlinien liefen zu trumm; unfere Städte waren zu groß, um als Baulaften zu gelten, zu flein, um Ausdrud unferer. Zeit zu sein. Engste Schicksalsgemeinschaft! Dem einen: Abbau des Achtstundentages! Zwölfftundenschicht! Abbau der Sozialpolitik! Dem anderen 700 Millionen. Der Chef des Skandalfeldzugs. Fragen, die eine Antwort fordern. Das„ Tagebuch beschäftigt fich mit der Frage, wer der Organisator und Leiter des Standalfelbauges der Rechtspreffe fei. Es stellt folgende fonfrete Fragen: 3ft es wahr, daß alle diese Enthüllungsaktionen ausgehen von eincer 3 entral felle, der jener Oberfileutnant Micotni vorsteht, ber im Kriege Chef von III B, als Tyrann der Preffe. als Regiffeur der öffentlichen Meinung so eine Art von Unsterblichkeit errungen hat? 3ft es wahr, daß err Nicolai fidh an die Schwerinduffrie gewandt hat mit dem Projett eines Spionageverfahrens großen Stiles zur Rompromittierung unermünschter neuer mit glieder der deutschen Industrie? Ist es wahr, daß einige Firmen tatsächlich beträchtliche Gelder zur Verfügung gestellt haben, um den ziemlich umfangreichen und tostspieligen Apparat zu unterhalten? 41 Und sie schachteten aus, baß der Ries ftob. Biele Monde[ pien ihre Mischmaschinen den Beton. Kreissägen lieferten einen Himalaja Don Schalholz. Kräne und Schnellaufzüge zogen drohende Laften zur lichten Höh. Jeßt ist der fühne Riese aufgeführt, und das hellige Stöln steht seinem hochaufgeschossenen Kinde schon sehr gefaßt gegen über. Stolz nennt es ihn sein neues Wahrzeichen. Und fpißt die Hände und zählt an allen Fingern die Vorzüge seines Hochhauses her. Sechzehn Etagen hoch haben sie's steigen lassen. Im ersten Geschoß hat sich eine Großbant eingenistet: Busineß. Die Kultur hat sich der Ufa hingegeben, die den großen Anbau als Filmpalast mit Sprechbühne equipieren will. Cafés im Erdgeschoß und droben auf umwehter Höh' sorgen für Jazzband, Windbeutel und Coctails. Um diese edlen Teile schlingt sich ein Labyrinth von Läden und Bureaus, und große Ausstellungsräume schaffen das dice Ausrufungszeichen. Auf der Westseite ist's ein wuchtiger, in Staffeln getürmter Berg fried, auf der Hauptfaffade ein tables Haus der Industrie. Daran Den United States of America eilte ihr gerichtsnotorischer Erift jene erfolgreiche Impfung schuld. Der Beton hat den Stil er findungsgeift zu Hilfe. Erfolgreich impften fie unsere Ingenieure schlagen. Afturat rechteckige Fensterrahmen erinnern an Uebersee, und Architekten mit einem Gerum, das sein beneidenswertes Opfer Stinnes und Thyssen. Nur oben, ganz oben wurde versucht, durch mit einer unbeschreiblichen Sehnsucht nach Wolfenfraßern und un- fantig gespißte Fensterchen einen Gotiferfaß zu prägen. Schade! heimlichen Gitterkonstruktionen überfällt. Wer von diesem Heilmittel Wie leicht hätte sich die Bucht in edle Formen gegossen, wenn aus angefreffen ist, lächelt tagelang und fein ganzes Leben lang über die dem Bersuch eine Tat geworden wäre. Die verdammte Impfung! 3wergengröße unserer Markthallen, Hotels und Rotunden. Und all Und dennoch Köln hat sich herrlich bewährt. Es ist im fozu feine Sehnsucht wirft sich auf einen Paternoster, der thn zu unge fagen edlen Wettbewerb- wörtlich und bildlich über sich hinaus ahnten Höhen führt. gewachsen. Firigkeit ist teine Hegerei. Die Kölner haben die Ameri. faner überholt, sie haben schneller gebaut! Also dennoch: vielen Dank für die Impfung! Glaubwürdige Geographen versichern uns, daß sich im Westen Deutschlands zwei Städte mit den Namen Düsseldorf und Röln sehr nahe fommen, sozusagen bedrohlich nahe tommen. Suverlässige Informationsbureaus flären uns auf, daß diese beiden Städte m einem friedlichen, sozusagen edlen Wettbewerb liegen. Beide haben eine gemeinsame Ueberzeugung: die eine schäzt die andere als eine sehr luftlose Angelegenheit und ist überzeugt, daß fie viel bedeutender, jozufagen vergleichslos bedeutend ist und die andere demnächst eingemeinden wird. Aus dieser Gesinnung entwickelt sich ein fehr pro duttives Frage und Antwortspiel. Düsseldorf stellt ein Fähnlein tapferer Maler, Köln läßt die Dichter üppig aus dem Boden sprießen. Düsseldorf beherbergt den Landeshauptmann und den Brovinzial Landtag. Köln- pah, Kleinigkeit! stellt die Minister und die fehr erfolgreichen Ministerkandidaten. Adenauer pflanzte eine breit muchtende Messe an den rechtsrheinischen Strand. Darob erregte sich Düsseldorf sehr, wurde sozusagen zur Berzweiflung angeftadelt und ftürmte zum Himmel; ein fehr gefegneter Borgang, in beffen Berlaufe das Marg Haus entstand. T Das fonnte sich Köln auf keinen Fall gefallen lassen. Das pro vagierte, das schlug ein, das tonzentrierte alle architektonischen Energien der heiligen Stadt. Bald reifte die eherne Erfenninis: wir schlagen jeden Reford. Zugegeben, euer Haus ist hoch, euer Hochhaus ist beachtenswert. Aber unser Haus wird noch viel höher, breiter, tiefer werben. Baßt mal auf! Gewiß, The United States haben gefiegt! Aber ich fonnte leider nicht ermitteln, wer die Schlacht ver= loren hat! 17 Eine Erklärung des Finanzministers. Ein bedingtes Geständnis. Amtlich wird mitgeteilt: Gegenüber den Behauptungen des 503. Prefsedienst" wird tatsächlich festgestellt: Die Behauptung, daß der Deutsche Beamtenwirt. schaftsbund" bie Grundstüde in der Dünenstraße 23/24 in Ahlbed vom Reiche erworben habe, ist unzutreffend. Die Grundstücke haben nicht bem Reiche gehört, der Deutsche Beamtenwirtschaftsbund hat sie vielmehr von privater Seite erwerben. Im übrigen sei auf folgendes hingewiesen: Zur Zeit der größten Not der Beamtenschaft hatte der Deutsche Beamtenwirtschaftsbund und die Deutsche- Bes amtengenossenschaftsbant als Organe der wirtschaftlichen Beamien selbsthilfe mit der Bitte um Bereitstellung von Reichsmitteln an bas Reichsfinanzministerium gewandt, um die wirtschaftlichen Gdywierig. feiten ber Beamten burch Bemährung von Darlehn zu mildern. Das Reich selbst befand sich damals in größter finanzieller Bedrängnis; es mußte daher darauf Bedacht genommen werden, die Berausgabung barer Mittel tunlichst zu vermeiden. Infolgedeffen hat die Reichs. finanzverwaltung lediglich Bürgschaft für die non britter Seite an die Deutsche Beamtengenossenschaftsbant gewährten Darlehn über. nommen. Es handelte fich also um eine Wohlfahrtsmaßnahme zugunsten der Beamtenschaft, der sich der Reichsfinanzminister auch Dann nicht hätte entziehen können, wenn die von den Beamten. Die Umgestaltung des Deutschen Opernhauses. Die städtische Sunftbeputation beriet Donnerstag in erster Lesung den Entwurf der Sagung für die Deutsche Opernhaus A.-G. Es wurde ein Ausschuß eingefeßt, der bie raschere Abwidlung des Kontursverfahrens Gründung der Attiengesellschaft dürfte nicht früher erfolgen, als bis im Einvernehmen mit dem Konkursverwalter anstreben soll. Die die Konfursmasse flar festgestellt ist. Bei der Beratung wurde auch die Frage berührt, wie etwa die früheren Aktionäre betüdfichtigt werden könnten bei den Borstellungen im neuen, Unbernehmen. Die Beschlußfaffung hierüber wird erst der Aufsichtsrat der neuen Attiengesellschaft treffen tönnen. Charitas Bischoff ist in Blantenese im Alter von 77 Jahren geftorben. Sie hat sich einen guten Namen gemacht durch ihr Buch Amalie Dietrich, in dem sie das Leben ihrer Mutter schildert, ein interessantes Frauenfchidial, ein Stüd verwirklichter Frauenemanzipation. In schlichter, fchöner Sprache hat sie uns den Werdegang dieser merkwürdigen Frau dargestellt, die schließlich Expeditionen nach den Südseeinseln unternahm, um für die Hamburger Firma Godefroy Sammlungen anzulegen, die heute noch im Hamburger uſeum Zeugnis ablegen für die Tatbraft und den wissenschaft. lichen Sinn diefer Pionierin. Die prähistorische Tierwelt Patagoniens. Die von Profeffor Elmer S. Riggs im Auftrage des Fieldmuseums in Chitogo geleitete Erpedition nach Patagonien und Bolivien hat die Ergebniffe ihrer untersuchungen jetzt der Deffentlichkeit unterbreitet. Brofeffor Riggs hat eine große Anzahl von Steletten prähistorischer Tiere von unGlyptodonen und großen Faultieren, sondern auch von nordamerigeheurer Größe gefunden, und zwar nicht nur von füdamerikanischen fanischen Mastodonen, von Lamas in der Größe von Ramelen, von Tigern mit fäbelartigen Zähnen, Mammutbären und Mammut wölfen und Abarten der nördlichen Pferdegattung. Auf Grund feiner zoologisch- geologischen Untersuchungen stellt Brofeffor Riggs die Theorie auf, daß Batagonien, ein selbständiger Kontinent war, der später durch eine natürliche Brüde mit dem Hauptkontinent ver einigt wurde. Das animalische Leben, das sich dort entwidelte, sei und in Bolivien habe ein Krieg bis zur gegenseitigen Bernichtung fodann in Berührung mit der Tierwelt vom Norden her gekommen, und Ausrottung stattgefunden. Seit dem schwedischen Forscher Nordenſtjöld ist Professor Elmer 6. Riggs wahrscheinlich der erste Gelehrte, der eine wissenschaftliche Ausbeutung des Tarijatales in Süd- Bolivien vorgenommen hat. Die Abnahme der Säuglingssterblichkeit. Nach den neueften betrug felbft in dem ungünstigen ersten Bierteljahr 1924 nur 1.12 auf Statistiken nimmt die Säuglingssterblichkeit immer mehr ab; fie 100 Lebendgeborene im ganzen Reichsgebiet. Dabei ist seit 1922 ftets ein Binfergipfel der Säuglingssterblichkeit zu beobachten, während der früher fo gefürchtete Sommergipfel feit dieser Zeit ver. schwunden ist. Diese Abnahme der Sterblichkeit hat in Berlin früher begonnen als im Reich; hier mar 1917 zum leßtenmal die höchfte Bieht man nur das erste Lebensvierteljahr in Betracht, bei dem die Sterblichkeit im Sommerquartal, feit 1919 ftets im Winterquartal Gefährdung am höchsten ist, so ergibt sich, wenn man die Sterblichteilung der Technischen Hochschule in München ift jest zu einer Handels. Eine Handelshochschule in München. Die Wirtschaftswissenschaftliche UB. teit aller Säuglinge während der ganzen Zeit gleich 100. fegt, von bochschule ausgebant morbent. Es wird im wirtschaftswissenschaftlichen und 1914 bis 1922 für die Sommerquartale 102,3, für die Säuglinge im faufmännischen Fach unterrichtet. Die neue Handelshochschule befikt eine erften Lebensvierteljahr allein aber ist die entsprechende 3iffer 98,5. Reihe von Seminaren und Archiven. Wie Dr. Karl Freudenberg in der Klinischen Wochenschrift ausführt, zurüdzuführen, das burch Stillgeld der Reichshilfe gefördert wird. ist diese Bevorzugung der Allertleinsten auf das Nähren der Mütter Dieser Segen des Stillens zeigt sich befonders im Sommer und bei ben Allertleinften; aber auch bei der Gesamtheit der Säuglinge hat der Sommergipfel der Sterblichteit seine Bebeutung verloren. dieser Tage auf dem Lufiweg von London nach dem Flugplay Bourget befördert. Der Wert der Sendung, die für eine Schweizer Bant in Baris beftimmt tvar, betrug mehr als 30 Millionen Frants. Der Transport murbe in vier Flugzeugen durchgeführt. Millionen in der Luft. Die wertvolle Last von 2000 Kilo Gold wurde organisationen geftellfen Sicherheiten den Wert der dafür erhaltenen Darlehn nicht gededt hatten, zumal er durch das Reichshaushalt geleg fogar berechtigt war, bare Aufwendungen für den genannten 3wed zu machen. Hierzu bemerkt der Soz. Prefsedienst":" Die Erklärung des Herrn Reichsfinanzministers Dr. Schlieben ist genau so übel mie die Erwiderung der Beit" auf unsere Feststellungen gegenüber Herrn Dr. Stresemann. Herr v. Schlieben magt nicht mit einem Wort die von uns festgestellte Tatsache zu widerrufen, daß er in seinem ersten Dementi die unwahrheit gesagt" hat. Er verzichtet überhaupt, auf den Kern der Sache nur irgendwie einzugehen und vertröstet die Deffentlichkeit mit der größten Not der Beamtenschaft". Er wagt es nicht im geringsten, auf jene Feststellungen einzugehen, die ihn persönlich trafen. Warum nicht? Ist der Verzicht auf eine flare Beantwortung unserer Feststellung eine Bestätigung deffen, was wir behauptet haben? Wir erwarten von Herrn Schlieben eine positive Antwort! Jeder Verzicht auf diese Forderung bedeutet praktisch eine restlose Bestätigung aller Einzelheiten, die mir behauptet haben und die bis heute nicht mit einem Worte widerlegt worden find. Im übrigen: Barum verschweigt die deutschnationale Presse, die nach ihren wiederholten Behauptungen für die Reinigung des öffentlichen Lebens eintritt, die von uns bisher behaupteten Tatfachen?" Das Diensteinkommen der Geistlichen. Ein Ergänzungsantrag im Landtag. 3m Landtag haben die Fraktionen des Zentrums, der Deutschnationalen, der Deutschen Bolkspartei, der Demokratischen Bartei und der Wirtschaftlichen Vereinigung gemeinsam einen Gefeßentwurf zur Aufbefferung des Diensteintommens der tatholischen Pfarrer eingebracht, wonach mit Wirtung vom 1. April 1924 ab die Staatsrenten für die katholische Kirche auf 18 500 000 Rentenmart festgesetzt werden. Ferner soll die Entscheidung über die Leistungsfähigkeit der Kirchen und Kirchen gemeinden der Staatsregierung nach Benehmen mit den bischöflichen Behörden zustehen. Mit Wirkung vom 1. April 1925 ab soll eine Kirchengemeinde für denjenigen Teil ihres Pfarrerbefoldungsbedarjes als leistungsunfähig behandelt werden, der nicht aus dem Pfarrstelleneinkommen und durch den Vertrag eines ausschließlich für die Pfarrbesoldung vorzusehenden ortskirch fichen Umlagefaßes bis zu drei Prozent der Reichseinkommensteuer Die Zigewiße und ihre Geldgeber. Immer neue Ueberraschungen.- Pfarrer Koch taucht wieder auf. Angst vor dem Personal! aus Eine weitere Unstimmigkeit ergibt sich bei der Frage, weshalb zwischen dem mündlichen und schriftlichen Bericht Nehrings an die Aufsichtsbehörde ein Unterschied besteht. Ant wort Nehrings: er sei aufgefordert worden, sich furz zu faffen, und er habe deshalb nicht zu umständlich sein wollen. Aber das Dementi folgt auf dem Fuße. Ministerialdirektor Conze tritt energisch der Ausftreuung entgegen, als sei von der Aufsichtsbehörde in dieser Richtung irgendein Drud ausgeübt worden. Unangenehme Korrekturen für den Direktor eines Instituts wie der Landespfandbriefanſtalt! 2969 Interesse der Anstalt, sagt Vorbaum. Aber der Vorsitzende Lei. nert ist mit dieser Antwort nicht zufrieden.. Auf seine Fragen muß Vorbaum erklären, daß Direktor Lüders die Hergabe seines Namens ablehnte, und daß er selbst bei der Hergabe seines Namens noch nicht Direktor der Anstalt war, aber schon als Direktor in Aussicht genommen" war... 3ft es ein Wunder, daß der Vorsitzende das merkwürdig findet? Landespfandbriefanstalt fördert immer sensationellere Tatsachen zu Die Untersuchung des Privatgeschäfts der Direktoren der Landespfandbriefanstalt fördert immer sensationellere Tatsachen zu tage. Am Mittwoch sagten die Direktoren aus, das Abkommen mit der Stettiner Spartasse sei ein Scheingeschäft gemejen, bei dem die Stettiner Staffe feine gelblichen Berpflichtun gen eingegangen sei, die Verhandlungen seien telephonisch geführt worden, und nur das erste Telephongespräch fel attenmäßig gebucht worden. Gestern stellt sich plöglich heraus, daß die Stettiner 3wei weitere Direktoren der Landespfandbriefanstalt folgen: Spartaffe der Landespfandbriefanstalt für die ersten Kreditgeschäfte die Herren Meyer und Mühlhorn. Uneingeweihte", wie es mehrere hunderttausend Mart zur Verfügung gestellt hat. Es stellt scheint, und von den Mitwissern als lästige Außenseiter betrachtet. sich heraus, daß über den Fall Landespfandbriefanstalt- Stettiner Direttor Meyer war in der fraglichen Zeit Leiter der WohnftättenSparkasse sehr wohl ein schriftlicher Aft vorliegt, nämlich ein Ein- bant. Als er nebenamtlich in das Direktorium der Landespfand. verständnisschreiben der Stettiner Stelle. Aber briefanstalt eintrat, bat er wiederholt um Borlage aller das Schreiben wurde von der Direktion zurüdgehalten Cin und Ausgänge. Die Direktoren entsprachen der Bitte das Schreiben wurde von der Direktion zurüdgehalten aus nicht. Mißbrauch der Gelder der Wohnstättenbank wurde ihm unterschlagen. Als er sich darauf privatim informierte, wurde ihm gejagt, das Geld sei bei der Stettiner Spartaffe angelegt worden... Aehnlich erging es dem Direttor Mühlhorn. Auch er mußte. bevor er anders orientiert wurde, annehmen, daß es sich tatsächlich um ein Geschäft mit der Steffiner Sparkasse handelte.... Direktor Meyer fündigte dann die Gelder der Wohnstättenbank, sobald er den wahren Sachverhalt erfuhr. Von den Aussagen Meyers zu erwähnen ist weiter die Feststellung, daß auch Nehring nebenamtlich bei der Wohnstättenbank tätig war. Deutschnationalen, diese Porkämpfer im Kampf gegen KorSoweit das Ergebnis der gestrigen Untersuchung. Und die ruption und untaugliches Beamtentum? Ste blieben st umm, und ihre Anwesenheit wäre nicht bemerkt worden, wenn nicht ihr rühmlichst bekanntes Mitglied Koch den mit Entrüftung zurüdgewiefenen Bersuch unternommen hätte, den schwer kompromittierten Beamten mal nach dem Grund des Dazwischenschiebens der Stettiner Sparbeizufpringen. Herr Koch fragte die Nehring und Lüders noch einfasse. Lüders antwortet mit der alten Formel, daß man dem Berfonal( zu dem man nach dem heutigen Befund auch die Mitdirettoren Mühlhorn und Meyer rechnet!) keinen Anlaß geben wollte, nach außen hin den Zwischenträger zu machen. Aber mit dieser Antwort ist der deutschnationale Säuberer des Korruptionsherdes ganz und Der dritte Direttor der Landespfandbriefanstalt, Herr gar nicht zufrieden. Inwiefern denn Befürchtungen vor der Deffent Borbaum, wird vernommen. Er bekleidet die Stellung seit lichkeit bestanden, forscht er listig weiter. Und jegt geht den Rehring 5. Mai 1924 und weiß von nichts, wie er behauptet. Er war bloß und Lüders ein Licht auf. Natürlich nur aus der Befürchtung herAngestellter in der fraglichen Zeit. Kannte den 3igewiß nicht per- aus, daß fonft noch andere gefommen wären mit Gefuchen um fönlich. Hat nie an Verhandlungen mit den Managern teil Geld, sagt Nehring, und Lüders beeilt sich, das zu bestätigen. Feine genommen. Wußte nichts von den telephonischen Abmachungen mit Sache, dieje. Anfrage des deutschnationalen Bortämpfers gegen die der Stettiner Kasse, ein Schriftstück ist ihm nicht vorgelegt worden. Korruption! Beinahe eine nationale Tat! Sie bringt die Herren Erinnert sich nicht, ob er im August 1924 mündlich oder schriftlich Nehring und Rüders aus der Berlegenheit. Doch da erhebt fich der von Nehring über den Skandal aufgeklärt wurde. Fand jedenfalls demokratische Abgeordnete Riedel, um gegen die Suggestivfragen zu on Anbeginn, daß die Sache unfair war, protestierte gegen profeffierten, die die Gefragten veranlaßt hätten, ganz anders auszudie letzte Zahlung an Bigewig und hält heute die Angabe des Rehfagen als früher, und der Borfigende Leinerf muß Nehring und Cüringschen Berichts, das Bigewiß- Geschäft fei nur in Auf- ders darauf aufmerksam machen, daß fie eventuell vereidigt werden trage der Stettiner Sparkasse gemacht worden, für objektiv Diese Bedingung besteht darin, daß die franzöfifche Regierung unrichtig. Wenn er nicht schon seinerzeit der Aufsichtsbehörde: ihrerseits fich in einer Bestimmung des Provisoriums bezüglich des Bericht erstattet habe, so deshalb, weil sein Bartgefühl es ihm verbot, dem Borgesezten Rehring, in den Rüden zu faffen. Sehr schön hgültigen Handelsvertrags verpflichtet, Deutschland von einem belimmten Zeitpunkt an de facto Meistbegünsti. Aber dann muß dieser an der ganzen Sache so unbeteiligte Serr Heute um 10% Uhr wird die Untersuchung fortgeführt. Bernommen werden unter Beisein der früheren und jeßigen Diret. Jung zu gewähren. Dieser Zeitpunkt würde noch im Laufe der Ber- Borbaum plöglich zugeftehen, daß die Gesamtschulden auf Bureauhandlung zu bestimmen fein, und es ist nicht nötig, daß dieser Zelf. haus Börse und die anderen von Jigewig mit Geldern der toren der Bandespfandbriefanstalt die Herren Süßner und Stadtpuuft mit dem Ablauf des auf neun Monate vorgesehenen Provi. Landespfandbriefanstalt erworbenen Grundstücke auf Erfuchen Mehrat Schmidt aus Stettin. Es sollen ferner gelaben werden die rings auf feinen Namen eingetragen wurden. Weshalb? Nur im Don Egborf, Don Razlomig und von Karstadt. foriums zusammenfällt. gedeckt werden kann. Vor einer deutsch- französischen Einigung. Der deutsche Vorschlag. Paris, 26. Februar.( WIB.) 3m Laufe der heutigen Beprechung zwischen Dr. Trendelenburg und Handelsminister Raynaldi, die knapp eine halbe Stunde dauerte, hat, wie bereits gemeldet, der deutsche Vertreter im Namen der Reichsregierung eine Note überreicht, in Zer die Fragen erörtert wurden, über die in der letzten Woche zwischen den beiden Wirtschaftsdelegationen eine Einigung zuffandegekommen ist. Er legte dar, unter welchen Bedingungen die deutsche Regierung bereit fel, ein Profotoll ju unterzeichnen, in dem die Grundlagen für die fünftigen Verhandlungen zum Abschluß eines proviforiums festgelegt werden. Wenn in der für Sonnabend feftgelegten neuen Unterhandfung der beiden. Delegationsführer Handelsminister Raynaldi das gleiche Entgegenkommen zeigen wird, wie es heute die deutsche Delegation gezeigt hat, besteht Aussicht, daß man am 16. März die Verhandlungen über die Zolltarife mit Aussicht auf Erfolg beginnen fann und baldigst zu einem Einvernehmen tommen wird. Der Dank des Saargebiets. Am Sarg Brantings. Der Saar Berein hat an die Witwe jalmar Bran tings folgendes Beileidstelegramm gesandt: Mit dem Tod Ihres Herrn Gemahls hat die Saargebiets. besölferung einen treuen Freund und Mitkämpfer für das ihr im Versailler Vertrag zugesicherte Recht verloren. Der Bund Saar- Verein", die Bertretung für den Kampf um Recht und Gerechtigkeit im Bölferbundsland an der Saar außer halb der Saargrenzen, betrauert mit der gesamten Saa:: gebietsbevölkerung biefen aufrechten Freund und Mitkämpfer des Saargebiets. Wir bitten unser aufrichtiges Beileid anläßlich des Hinfcheidens Ihres Herrn Gemahls als Ausbrud treuen Dantes für die Tätigkeit des Berstorbenen entgegenzunehmen. So urteilen die Saarländer über Brantings Tätigkeit im Böl ferbundsrat. Die Beit" aber, die dem Außenminister Strese. mann nahesteht, also etwas von den Dingen wissen fönnte, Ich maht den toten Branting für die Oberschlesien Entschei. dung des Rates, dem damals Schweden und somit auch Branting noch gar nicht angehört hat! Das feierliche Begräbnis des großen Führers unserer schmedifchen Bruderpartet wird am Sonntag in Stockholm vor sich gehen. Die Frage der Abrüßungskonferenz. Rein fefter Termin für die Räumung Kölns. Paris, 26. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die diplomatischen Berhandlungen über das Programm der franzöfifch- englisch- belgischen Konferenz wegen der Frage der deutschen Abrüstung haben bis jeht noch fein Ergebnis gehabt, das die Grundlage für einen endgültigen Beschluß bilden kann. Dagegen steht fest, daß von der Konferenz nicht zu erwarten iff, daß ein fefter Termin für die Räumung der Kölner Zone feftgefeht wird. Chamberlain hat das zwar angeregt, aber in Brüffel und Paris teine 3uftimmung dafür gefunden. Köln wird also erst dann geräumt werden, wenn Deutschland alle die Bedingungen erfüllt hat, die auf dieser Konferenz festgelegt werden jollen. London, 26. Februar.( WTB.) Wie Reuter erfährt, ist bis. her nichts Endgültiges hinsichtlich ber Konferenz der cltierten Weinifter beschlossen worden. Ueber die geftrige Besprechung des britischen Botschafters in Paris mit Herriot liegen feine be. ftimmten Mitteilungen vor, doch scheint man jetzt sowohl auf französischer, wie auch britischer Seite geneigt, dem Komitee Fochs zu geftatten, Borschläge hinsichtlich des Berichts der Interalliierten Kontrollkommission über die deutsche Abrüftung zu machen. Dies Ledeute indessen nicht, daß das Komitee für die Abfassung der an Deutschland zu richtenden Note verantwortlich sein werde, vielmehr jolle sie lebiglich das Material bearbeiten und ihre Schlußfolge rungen ziehen, die dann den alliierten Regierungen zu unterbreiten felen, Die Untersuchung wendet sich wieder den privaten Darlehen der Landespfandbriefanstalt zu. Auf Fragen des Genoffen am burger ergibt sich, daß auch Gelder der Deutschen Wohnftättenbank Zihewißen zu ihren Geschäften zu verhelfen. Aufgabe der Wohnvon der Landespfandbriefanstalt herangezogen worden, um den stättenbank ist es, Wohnungen, vor allem Beamtenwohnungen zu bauen. Sie darf keine Geschäfte machen. Aber Herr Lüders, ehemaliger Direktor der Landespfandbriefanstalt, Vorstandsmitglied der Zihewih- Unternehmungen, war auch zugleich im Vorstand der Wohnftättenbank täfig! Die deutsch- polnischen Verhandlungen. Endlich eine Gewerkschaftsvertretung! Eine zuständige Stelle teilt uns mit, daß zu den Handels vertragsverhandlungen neben Bertretern des Handels und der Wirtschaft auch Gemertschaftspertreter durch einen ständigen Ausschuß hinzugezogen sind. Bir nehmen Kenninis davon, daß nach langer Zeit der Untlarheit und der Ausschaltunng der Gemertschaften end lich Klarheit geschafffen und die Heranziehung der Gemert. schaften in die Wege geleitet ist. Polen Deutschland/ Danzig. Skrzynski antwortet Luther. Warschau, 26. Februar.( WTB.) Im Ausschuß für Aeußeres sprach sich Außenminister Straniti entschieten für das Genfer Protokoll aus. Ein Garantie paft, der die Grenze Frankreichs gewährleiste, würde in Polen mit Freude aufgenommen werden, da jedem Polen die französischen Grenzen fast ebenso teuer feien wie die polnischen. Unmöglich wäre ein Garantiepatt, in dem Polen seinen Nachbarn zum Raub vorgeworfen werde.(?) Was die Beziehungen zu Deutschland anbelange, so werde in einigen Tagen die polnische Delegation zu den Handelsvertrags. verhandlungen abreifen. Reichstanzler Luther habe sich in dieser Frage sehr freundlich geäußert und den tönnten. Beinlich, sehr peinlich, und nicht nur für die Befragten. Die Namen Sprig, Gobert und reil tauchen wieder auf. Selt. fam, wo dieser deutschnationale Pfarrer auftaucht, fieht man fich genötigt, an die Folgen eines Meine des zu erinnern. ergreifen, vielmehr den Munich hege, mit der beutigen Regierung in Berhandlungen zu treten, wie es auch bisher in allen Fragen, in benen es sich um die Beziehungen zwischen den beiden Staaten handelte, ftets Entgegenkommen gezeigt habe. Deutschland müßte aber einen Weg zeigen, ber zur Erfüllung der Ansprüche Rumäniens führe, da Rumänien nicht zulaffen fönne, daß sein gutes Recht nicht anerkannt werde. Nach der Sigung des Ausschusses ergänzte Duca seine Ausführungen durch Erklärungen, die er Bressevertretern gegenüber gab. Er bezeichnete vor allem alle Nachrichten über bereits zur Anwendung gebrachte 3wangsmaßnahmen gegen Deutschland als unzutreffend und wiederholte die Bereitwilligkeit der rumänischen Regierung, mit der deutschen Regierung in Berhandlungen zu treten. Die rumänische Regierung sei bereit, ihre Ansprüche herabzuseßen, ganz auf fie verzichten fönne fie jedoch keinesfalls. Von der Haltung Deutschlands werde es abhängen, ob Rumänien zu Zwangsmok nahmen greifen müsse oder nicht. Ungarische Wahlreform. Hintertüren zum Hinauswurf unbequemer Abgeordnete.. Die Regierung Bethlen hatte ihre Wahlreform zunächst nur 20 ihrer Momeluten gegen ehrenwörtliche Geheimhaltung mitgeteilt. Trotzdem fonnte die sozialdemokratische Reprsava" Mitteilungen über den Inhalt machen. Darauf veröffentlicht die Regierung felbst den Gefeßentwurf, der nur für Budapest und Um gebung, fowie für die industriellen Bezirbe die geheime Abftimmung vorsieht. In Budapest wird nach dem Listensystem gewählt. Bei Männern beginnt bas attive Bahlrecht mit 24 Jahren, bei Frauen mit 30 Jahren. Wahlgericht ist das oberste Berialtungsgericht. Jeder Abgeordnete hat den Eid auf den Staat und die Verfaffung zu leisten und fein Abgeordneter darf Weisungen von außerhalb des Parlaments oder des Landes stehenden Perfonen annehmen. Wer den Eid verweigert oder gegen ihn ve stöt, wird als mandatunwürdig betrachtet. guten Willen der deutschen Regierung ausgedrückt, zu einem Abschluß zu kommen. In Polen fönnten bieje Borte mit vollster Zufriedenheit aufgenommen und gleichzeitig auch der Glauben tundgegeben werden, daß man bis zum 1. April zu einer Einigung über die Grundzüge gelangen werde. Hingegen müßten einige Redewendungen in früheren Erflärungen des Kanzlers Be dauern hervorrufen, Redewendungen, die zwar Bolen nicht angriffen, die aber den Eindruck einer starten Bropa ganda in der deutschen Presse und das Gefühl der Benach teiligung in Ostpreußen hervorrufen müßten. Der Minister wandte sich nun gegen die Erklärung des Reichstanzlers, daß der Bersailler Bertrag nicht beobachtet werde und daß der Korridor eine unmögliche Lage für Ostpreußen schaffe. Was die Frage des Zugangs Ostpreußens zur Weichsel betreffe, so müsse her. vorgehoben werben, daß der Botschafterrat nach der Abstimmung die 20 000 aufftändischen Kurden haben nunmehr neben& harput entgegengetreten werden, daß die Entscheidung des Botschafterrats am Euphrat und Diarbekir auch die Stadt Malatia einjezigen Grenzen festgelegt habe. Deshalb müsse der Behauptung legigen Grenzen festgesetzt habe. Deshalb müsse der Behauptung nicht auf dem Boden des Berjailler Bertrags stände, indem sie genommen. Polens Grenzen in der Weise feftfeßt, daß gehören. beide Seiten der Weichsel zu Polen Am Schlusse sagte der Minister, was das Verhältnis zur Dan siger Anleihe betreffe, fo stehe Bolen auf dem Boden, die Aufrecht erhaltung aller Rechte von Danzig zu verlangen, fei jedoch weit davon entfernt, eine Politik der Schifane und nebe Iung zu betreiben. Rumänien wünscht Verhandlungen. Eine Rebe des rumänischen Außenminifters. Bufarejt, 26. februar.( BTB.) In einer in der heutigen Sigung des Kammerausschusses für auswärtige Angelegenheiten gehaltenen Rebe über die Außenpolitik Rumäniens befaßte fich der Außen minister Duca auch mit dem Konflitt mit Deutsch land. Der Minister betonte, daß Rumänien nicht unbedingt daran festhalte, gegen Deutschland wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen zu Der siegreiche Kurdenaufstand. Sonftantinopel, 26. Februar.( Eigener Drahtbericht.) £ ie Die türkische Regierung hält den lurdischen Aufstand für außerordentlich ernst. Das Parlament hat die Verhängung bes Belagerungsaustandes gebilligt. Der Scheit Said hat nicht die Absicht, für den geplanten Kurdenthron zu fandidieren. Er beabsichtigt, einen der Söhne des früheren Sultans Abdul Samid zum König auszurufen. Damit soll auch gleichzeitig bas von ben Türken aufgehobene& alifat wieber errichtet werben. Die Schmutzfampagne. In ihrem Bestreben, immer neue Ramen nicht nur von Sozialdemokratiidien, sondern auch von Zentrums fibrern in ihrer Schmuglampagne bineinzuziehen, haben deutschnationale Korrespondenzen und Blätter von einem Ermittlungsberfahren gegen den früheren Reichspostminister Giesberts au berichten gewußt. Wie der Rechtsanwalt Slee, als Rechtsbeistand des zurzeit in Süddeutschland in einem Sanatorium liegenden, schwer leidenden Zentrumsführers mitteilt, ist von einem folchen Berfahren nichts belannt. Worauf ein solches sich gründen sollte, ist uns auch unerfindlich. Gewerkschaftsbewegung Metallarbeiter, besucht die Versammlungen! In einer Anzahl von Wahltörpern finden gegenwärtig Wahltörper Bersammlungen flatt weds Neuwahl der Delegierten zur Generalversammlung. Der Besuch dieser Bersammlungen läßt vielfach sehr zu wünschen übrig. Befonders find es unsere Genoffen, wie überhaupt die Anhänger der Gewerkschaftseinheit, die etwas faumjelig geworden sind und dadurch der schwindenden Anhängerschaft der mosfowitischen Organisationsfpalter wieder mehr Spielraum geben. Das darf nicht wieder vorkommen. Jeder muß auf dem Poften sein und seine Pflicht als Gewerfichaftler erfüllen. Der Fraffionsvorstand. Um Lohn- und Arbeitszeit der Eisenbahner. 85 Bf. betragen. Diese Löhne gelten ab 1. März und können zum| 31. Juli d. 3. aufgekündigt werden. Es wurden die Werkstätten zur Arbeit freigegeben, die den zurzeit bestehenden Tarifvertrag mit ber legtgenannten Bereinigung anerkannten. Streif bei Maffei in Wildau. Bei der Firma Maffei in Wildau haben die Mafi nisten und seizer Lohnforderungen gestellt, bie nicht bewilligt wurden. Daraufhin haben die Maschinisten und Heizer die Arbeit eingestellt. Die Firma hat den Betrieb geiloffen. Vereinigung Sozialdemokratischer Studenten. Am Sonnabend, den 28. Februar, abends 8 Uhr, spricht Brof. Dr. Mag Adler von der Universität Wien über Soziologie des Marxismus in der Aula des Dorotheenftädtischen Realgymnafiums, Dorotheenfte. 12 Eintritt frei! Berlin, 25. Februar.( WEB.) Die Berhandlungen über die Söhne und die Arbeitszeit der Eisenbahnarbeiter, die heute nach. mittag zwischen der Hauptverwaltung der deutschen Reichsbahngefellibait und den am Zarifvertrag beteiligten Organisationen begonnen haben, find in der ersten Eizung ohne Ergebnis ge blieben. Die Gewerkschaften verlangten ein erheblich weiteres Entgegenkommen und wollen von ihren Forderungen nicht absprechung über die Neuregelung der gefündigten Tarifbestimmungen. geben. Die Hauptverwaltung der Reichsbahn wird sich nun mit bieien Fragen erneut beschäftigen, worauf bie Verhandlungen Balbigft fortgefegt werden sollen. Eine überfüllte Mitgliederversammlung des Deut fchen Eisenbahnerverbandes am Donnerstag abend in den Mufiterfalen erwartete den Bericht über den Verlauf der Verhandlungen. Der Bezirksleiter Dressel sagte: Ich habe eigentlich nicht viel zu berichten, weil es nach den heutigen Berhandlungen, die abgebrochen wurden, nicht viel zu berichten gibt." In einer einstimmig gefaßten Entschließung wandten sich die Versammelten gegen den Ein mand, es feien zur Lohnerhöhung teine Mittel porhanden und forderten von ihrer Organisation die Durchführung ihrer Forderungen Streit bei der Meierei Bolle. Die Tonnenwäscherinnen der Meierei Bolle haben am Don nerstag vormittag die Arbeit niedergelegt. Der Grund diefer Arbeitsnieberlegung ist folgender: Die Tonnenwäscherinnen nehmen fich die sogenannte Kippmilch zum sofortigen Gebrauch. Diese Ripp milch" ist der Reft der Milch, der beim Austippen der Rannen in den Kannen verbleibt und beim Answaschen der Kannen dann in ben Gully fließt. Diefe Handlungsweise ist, wie uns von den Arbeiterinnen mitgeteilt wurde, von dem Personalchef, Herrn Rüde, erlaubt worden. Gestern wurden nun zwei Frauen, die sich diese Milch aufbewahrten, um fie zum Frühstüd zu trinken, fristlos entlaffen. In dieser Handlungsweise erblidten die übrigen Frauen eine Maßregelung und erklärten sich solidarisch, indem fie, falls die Frauen nicht wiebereingestellt werden, die Arbeit niederTegen würden. Von der Geschäftsleitung wurden die Frauen auf gefordert, innerhalb 10 Minuten die Arbeit aufzunehmen, andernfalls sie den Betrieb zu verlassen hätten. Die von dem Betriebsrat und der Gewerkschaftsvertretung sofort angebahnten Berhandlungen zur Wiederaufnahme der Arbeit scheiter. ten an der Einstellung der Geschäftsleitung des Betriebes, Die Gefchäftsleitung verlangte, daß die Frauen die Arbeit sofort mieder aufzunehmen haben und daß sie nunmehr als neueingestellt in den Betrieb zu betrachten seien. Die Frauen lehnten bas Anfinnen rundmeg ab und ließen erklären, daß fie zur Auf nahme der Arbeit bereit sind, wenn ihnen ihre alten vertraglichen Rechte bleiben. Mit der Entscheidung über die Frage, ob die Ent Taffung der beiden Frauen zu Recht erfolgt jei oder nicht, follte sich bann das Gemerbegericht beschäftigen. Belche Wirkung die Einstellung der Geschäftsleitung des Betriebes auf die übrige Belegschaft ausüben wird, läßt sich heute noch nicht sagen. Es ist anzunehmen, paß die übrige Belegschaft, veranlaßt durch das Berhalten der Ge chaftsleitung in der Lohnfrage, sich mit den Frauen wahrscheinlich folidarisch ertlären wird. Die Meierei Bolle beschäftigte am ersten Streiftage Jugend. liche unter 16 Jahren von früh 44 Uhr bis abends 7 Uhr, über 14 Stunden. Die Firma fann die Milch nicht mehr reinigen und zeigt dies in Etiketten: Achtung! Wegen Streit nicht gereinigt," an Die Belegschaft wird heute nachmittag um 5 Uhr in einer Ber. femmlung im Arminius, Bremer Straße, zu dem Streit Stellung nehmen. Zum Streit der Berliner Böttcher. Der Streit der Dingelden- Böttcher steht nach Mitteilung der Organisation der Böttcher nach wie vor gut. Bis jetzt haben es die Scharfmacher verstanden, die mittleren und fleinen Betriebe in ihrem Sinne zu beeinflussen. Den Hauptanteil daran bat das Rol legium Dingelben- Bördel/ Spandau- Dahn. Eigenartig erscheint, daß die Bereinigten Faßfabriten A.-G. in threm Raffeler Wert vor einigen Tagen einen Manteltarifvertrag mit dem Böttcherverband abgeschloffen haben, der all die tariflichen Sagungen in puncto Urlaub usm. torfieht, die auch in Berlin gefordert werden, mur hier stellt man sich auf den Standpunkt, einen felchen Tarifvertrag nicht tragen zu können. Der Böttcherverband teilt uns weiter mit, daß am gestrigen Lage mit der Freien Arbeitgebervereinigung im Böttchergewerbe das 5. Sohnabkommen getroffen wurde. Dasselbe fieht Stundenlöhne vor, die für Böttcher 1,10 M., für Hilfsarbeiter Zur Kündigung des Lohntarifes bei der Reichspoft. Am 23 Februar war im Reichspostministerium eine Borbe Bon dem Bertreter der Deutschen Reichspoft wurde ausgeführt, daß feit der lekten Lohnregelung weder eine Erhöhung der IndustrieLöhne noch eine Erhöhung der Preise für Lebensnotwendigkeiten eingetreten fei. Es liege deshalb feine Veranlassung vor, eine allgemeine Erhöhung der Tariflöhne für die Lohnempfänger der Deutschen Reichspost vorzunehmen. Die Reichspostverwaltung sei aber bereit, neue Richtlinien für die Gewährung der Drtsiohn. zulagen mit den Organisationen zu vereinbaren und eine Nachprüfung der Drislohnzuschläge vorzunehmen, um Diffe renzen, die an einigen Orten noch zwischen den Löhnen der Lohnempfänger der Reichspoft und den Löhnen in der Privatindustrie bestehen, auszugleichen. Bon den Bertretern des Deutschen Berfehrsbundes murde verlangt, daß zuerst eine Neufeftfehung der Tarif föhne unter Berücksichtigung der gestiegenen Lebenshaltungstoften erfolgen müßte und im Anschluß daran tönnten dann die neuen Richtlinien für die Gewährung der Ortslohnzuschläge geschaffen werden und eine Rachprüfung der Ortslohnzuschläge erfolgen. Nach längerer Aussprache wurde von den Bertretern der Reichspoft zugefagt, daß die offiziellen Verhandlungen über die gekündigten Tarifbestimmungen so schnell wie möglich angefekt werden sollten. Bis zur Schaffung des neuen Ortslohntarifes gelten die bisher gefündigten Tarifbestimmungen weiter. Betriebsräteversammlung des DEB. In der Betriebsrätevollversammlung des Deutschen Eisenbahnerverbandes, Ortsgruppe Berlin, am 16. Februar referierte der Vorsitzende des Hauptbetriebsrats bei der Reichsbahngesellschaft, Kollege Hatje, über: Personalpolitik und Personal abbau". Der Referent beleuchtete ganz besonders die Unwirt. schaftlichkeit und das Unsoziale der jetzigen Politit der Hauptverwaltung. Die Wiedererringung des Achtstundentags sowie der Kampf gegen die Dienstdauervorschriften, durch die verschiedene Personal gruppen bis ins Ungemessene an die Arbeitsstelle gefesselt werden, jeien unbedingt notwendig. Soll eine wirklich wirtschaftliche Betriebsführung Blaz greifen, dann müsse sie derart sein, daß nicht nur die Reichsbahngesellschaft als solche allein den Nugen habe, sondern sie müsse vor allen Dingen auch die Besserstellung des Perso nals berüdsichtigen. Der Personalabbaur zetge, wie es nicht gemacht werden dürfe, wenn ein vollwertiger Stamm von Arbeitern und Beamten erhalten bleiben foll. Betriebs- und Beamtenräte haben die vornehme Aufgabe, die Borgänge in den Betrieben auf das genaueste zu fontrollieren und gegebenenfalls gegen weitere die Belegschaft schädigende Maßnahmen Stellung zu nehmen. Kollege Mies verwies als Gewerbegerichtsbeisiger auf die Stellung des Borfizenden der Eisenbahnfachlammer zu Berlin zum $ 84 bl. 4 BRG. bzm.§ 80. Abf. 4 der Betriebsräteverordnung für die Reichsbahn. Der Härteparagraph bei Einsprüchen gegen Kündigungen ist nach lebergang der Reichsbahn in eine Gesellschaft in Wegfall gekommen. Die Arbeiterschaft hat daher die Forderung erhoben auf Wiedereinfegung des§ 80 2bf. 4 BRV. für die Reichs bahn. Die Entscheidung der Fachlammer über die Einsprüche ging dahin, daß die Ausschaltung des§ 84 Abs. 4 BRG., wie für andere öffentliche Betriebe, auch für die Arbeiter und Angestellten der Reichsbahn bestehen bleiben müsse. Damit ist die Arbeiterschaft meiterhin den willkürlichen Abbaumaßnahmen der Verwaltung gleich jam als Freiwild ausgesezt. Sache der Betriebsräte fei es, für eine gestärkte und gefchloffene Organisation zu sorgen, um diese Zustände zu beseitigen. Eine in diesem Sinne gehaltene Resolution gelangte zur Annahme. Ferner wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„ Die Betriebsrätevollversammlung der DEV.- Betriebsräte nimmt kennt. nis von der organisationsfeitig erfolgten Kündigung der Bara graphen hinsichtlich Lohn- und Arbeitszeit. Die Betriebsräte erwarten vom Hauptvorstand des DEB., daß die Wiedereinführung des Achtstundentags als Hauptkampfobjekt betrachtet wird. Ferner fordern die Betriebsräte die Aenderung der DDB. und Herausnahme der Bahnbetriebswerke und Wagenwerte fowie Güterböden aus den DDB. und Ablehnung der Schichtlöhne. Die Betriebsräte erwarten unbedingt eine gleichmäßige und zum Lebensunterhalt genügende Aufbefferung der Löhne. Die Versammelten erflären einmütig, zu den Forderungen der Organisation zu stehen und alle Maßnahmen zur Erringung derfelben zu unterstützen. Bergarbeiterverband gegen kommunistische Machinationen. Bochum, 25. februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Berg arbeiterverband veröffentlicht folgende Erflärung: In einem Teil der tommunistischen Presse wird ein Aufruf veröffentlicht, der angeblich ausgeht von den tommunistischen Betriebsratsmitgliedern der Zechen Minister Stein" und Hardenberg". An dem Aufruf bzw. an den dort aufgestellten Forderungen( u. a. Freilaffung der proletarischen politischen Gefangenen) ift gleich zu erkennen, daß die Betriebsratsmitglieder nur vorgeschobene Personen, die eigentlichen Treiber vielmehr in der Kommunistischen Bartei find. Neben anderen aufgestellten Lockforderungen werden die Bergarbeiter ermahnt, am 1. März nicht länger als sieben Stunden zu arbeiten und den Kampf aufzunehmen. Ferner wird durch die genannten Betriebsratsmitglieder in einem Aufruf für Freitag eine Konferenz der Betriebsräte des Dortmunder Bezirks nach Dortmund einberufen, unter der Bemerkung, daß die Betriebsräte aller Organisationen dazu eingeladen find. * Gegenüber diesen Maßnahmen und Plänen weisen wir unsere Mitglieder hierdurch auf die in dem Aufruf der vier Bergarbeiterverbände bereits dargelegte Stellungnahme bezüglich des tommunistischen Treibens hin und erwarten, bak fie dementsprechend handeln. Bleibt auch allen von diesen Butschisten getroffenen Veranstaltungen( Ronferenzen ufw.) fern! Behnt ab, Opfer der eigentlichen im Hintergrund fichtbaren Bestrebungen zu werden! Fm Ruhr- Echo" vom 26. Februar erlassen Betriebsräte von einigen Effener Schachtanlagen einen Aufruf für eine Betriebsratsberiammlung am Sonnabend und für eine Broteſtkundgebung am Sonntag. Kameraden, bleibt diefer Beranstaltung fern, laßt Euch nicht irreführen und mißbrauchen von unverantworlimen Elementen, die niemand tennt. bloglio auftauchen und ebenso plöglich verfchwinden! Haltet Disziplin und folgt der Barole der vier Berbände. Der Verband der Bergarbeiter Deutschlands. Die Arbeitszeit bei der Nordwestlichen Gruppe. Am Donnerstag fanden im Reichsarbeitsministerium BerhandLungen statt über die strittige Arbeitszeitfrage für die Eisen- und Stahlindustrie, nordwestliche Gruppe. Nach längerer Beratung wurde folgender Schiebsspruch gefällt: 1. Das bis zum 28. Februar d. I. bestehende Arbeitszeit. abtommen wird mit folgenden, am 1. April d. J. in Kraft tretenden Aenberungen bis zum 31. August 1925 vertängert: a) Die Verordnung vom 20. Januar 1925 wird durch geführt. b) Für die Arbeiter der meiterverarbeitenden Industrie beträgt die normale Arbeitszeit 56 Stunden wöchentlich ( bisher 57% Stunden). c) Durch Verhandlungen zwischen den Parteien soll in der ersten Maimoche geprüft werden, ob ohne Berringerung der Produktion in den Wechselschichtbetrieben der Stahlund Walzwerte die Sonnabend- Nachtschicht um 12 Uhr nachts beendet werden kann. Falls eine Einigung hierüber zwischen den Parteien nicht erzielt werden sollte, soll der Streit darüber durch eine Schlichtungsstelle geschlichtet werden. Sie wird gebildet aus drei Unparteiischen, die vom Reichsarbeitsminister ernannt werden, und aus drei Beisigern der Parteien. 2. Borstehendes Abkommen fann mit fechswöchiger Frist, erstmalig zum 31. August 1925, später zum Monatsende, gekündigt werden. 3. Falls während der Zeit der Geltung des Abkommens eine enderung der jeßigen Arbeitszeitgefeßgebung eintritt, foll mindestens einen Monat vor Infrafttreten der Aenderung über ihre Auswirkung auf dieses Abkommen zwischen den Parteien verhandelt werden. Diesen Schiedsspruch lehnten sowohl die Arbeit. Es bleibt ab= geber als auch die Arbeitnehmer ab. zuwarten, ob das Reichsarbeitsministerium noch vor dem 1. März die Berbindlich feitserflärung ausspricht. In der Lohnfrage fällte der Schlichter für Rheinland- Westfalen am 19. Februar einen Schiebsspruch, der eine Lohn erhöhung für den Facharbeiter von 6 Pf., für den Hilfsarbeiter 1. März für den Facharbeiter 66 Bf... für den Hilfsarbeiter Don 4 f. porfah. Der Spigenlohn beträgt nummehr ab 52 Pf. Diesen Schiebsspruch hatte der Arbeitgeberverband abgelehnt, während ihn die Arbeitnehmer angenommen und bereits die Berbindlichkeitserklärung beim Arbeitsministerium beantragt hatten. Die notwendigen Radyperhandlungen fanden ebenfalls am Donnerstag im Reichsarbeitsministerium ftatt, und es bleibt abzumarten, ob der Arbeitsminister dem Antrag der Arbeitnehmer stattgeben wird. Schiedsspruch für das Transportgewerbe in Westfalen. Bielefeld, 26. februar.( l.) Zur Beilegung der Lohnftreitigkeiten im Handel und Verkehrsgewerbe hat ber Schlichter für Bestfalen einen Schiebsspruch gefällt, nach dem den Trans. portarbeitern eine 2ohnerhöhung von 12 Brozent mit rüdwirtender Straft vom 18. Februar zugesprochen worden ist. Die Vertreter der Arbeitnehmer erklärten sich mit der Regelung einverstanden. Achtung, Zimmerer! Berbondstameraben! Sente abend Zahlstellen verfammlung im Gewerkschaftshaus. Alle Delegierten haben puuttiid au erscheinen. Beiter fei nochmals darauf hingewiefen, daß margen, Sonnabend, in allen Bezirken zu dem Ergebnis der Berhandlungen Stellung genommen wird.. Rameraben, erscheint restlos in ben Bezirksversamm lungen. Auch Bezirk 20, Neutoun, tagt morgen, Sonnabend, bei Raffuhn. Sentralverband der Rimmerer, Rahlstelle Berlin. hauses des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Gonntag, den 1. März. Zentralverband ber Angestellten, Jugendgruppe. Besichtigung des Bundes Dormittags 10 Uhr. Treffpunkt vintich 9% Uhr vor dem Eingang des Bundeshaufes, Infeiftr. 6. Zu der Besichtigung find auch die älteren Berbandsmitglieder freundlicht eingeladen. Berantwortlich für Boliti?: Ernst Reuter; Birtfchaft: Arthur Saternus; Gemerffchaftsbewegung: Friebz. Gators: feuilletonier; Sofales und Sonstiges: Frik Karttadt: Anzeigen: h. Glede; famtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin, Drud: Borwärts- Budbruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger Co. Berlin SB 68 Lindenstraße 3. Sierzu Beilagen und Unterhaltung und Biffen. Tiefz BILLIGE Lebensmittel Liesen Wurstwaren Mengenabgabe vorbehaltan Fleischwurst............. Prand 70Pf. Speckwurst............... Ptand 75PL Knoblauchwurst...Pfand 95P Deutsch. Speckett and mager 125 .Ptand 60pt ....... .......... Piund Kakao Kakao Fabrikat Densdorp Pld. 85Pf. Stangenbohnen 2- Pfand- Dose 110 Käse 52 PL Frisches Fleisch Ptd. Pfund Prund Verkauf nur soweit Vorrat 0. Pfund Prand 80P. Schweineschuit..... Pfand 92P Hammelrücken Pfund 74Pt. Schulterblatt ohne Beilage and 82Pt. and 82. Hammelvorderfleisch P. 70. Kalbskammer.70Pt. Pfand82PL Kassler Rippespeer.... Prand 104 Pökeldickbein mit Spin 72Pt. Rinderpökelzunge ohne Schland 35 Schweineköpfe gefroren... Pfand 34P Talg ausgelassen... ...... Pfund 60 Pt. Schweinenleren gefroren and 60. Ochsensuppenfl. 50P. Ochsenschmorff. fel, gerere, 76Pt. Obst und Gemüse Fische, Räucherwaren Camembert. Sebzehtel 20P. Zitronen............... Datzend 30Pf. Grüne Heringe..... Pfund 10, 16PL Junge Bohnen 2- Pid- Dose 80PL Quadratkäse Pfand 23P Blutorangen...... ..... Dutzend 55P. Seelachs ohne Kopf, im Ganzen 15er 15PT. Geschn. Karotten P40P. Allg. Limburger ....... Pfund 65P Ptand 7PL Makrelenbücklinge.... Pand 20PL Kohlrabi in Scheib, 2- Pfd- Dose 50pt. Allg. Stangenkäse.... Pfund 70P. Sprotten Pfand 35P für Koch- u. Bowlen- 90Pt. 24 Pt. Mittelv.Rheinpfälzer Weisswein eignet, Liter 90. Steuer Voller Natur- Rotwein 1r Koch- und Bowlenzwecke geeignet. Liter 100 Stener Dosa Besonders Tischweine billig! Holl. Rotkohl .... Blumenkohl Kopt von 15 Ptund Gänse 75PL gefroren. Pfand Pfund Rügenw.Gänsekeulen an 85pr Naturbutter... Pfand- Stück 88Pf. Frisch gebr. Kaffee Pfund von 20 Eimer ca. 2 Pfund ca. 2 ier 65 PL Pflaumenmus Aprikosen- Konf. Pid. 95Pf. Johannisbeer- Geleer 105 Olsardinen 3550 pr. Matjes- Heringe... Stack 25PL. Malta- Kartoffeln Pland 10pt Besonders billiges Fasswein- Angebot Hoter Tarragona suss, vorzügliche Qualität er port. neue Steuer Liter 150 Pt. 65 Pt. 26 Pf. Gefässe( Flaschen und Korbfiaschen) bitten wir mitzubringen. 1921 Haut Sauternes susser, weisser Bordeaux- Wein, Liter 250 Stener 1522 Hochheimer Wickerberg Spätlese. 1922er Eltviller Albus Riesling 1922er Erbacher Honigberg Riesling.. Original. Gewächse Flasche 275 Bei 10 Flaschen 260 25 Flaseben Bei 240 ttt. ♦ 42. Jahrgang 7. Seilage ües vorwärts Lrettag, 27. Jebruar 1425 Ein neuer Staötfthulrat für Serlin. Geuosse Paulseu wieder vorgeschlagen. Aus Anlaß der gestrigen Stadtverordnetenversammlung war das Rathaus in der Änöigstraße das Ziel eines Demonstrationszuges erwerbsloser Angestellter, die aus einer von Kommunisten ein- berufenen Versammlung kamen. Ein« längere Debatte rief dann eine Borlage des Magistrats hervor, in der 88000 M. zur Einrich- tung einer Vsrteilungsstelle für schulentlassene Fürsorgezögling« im Iugendhnm Lichtenrade gefordert wurde. Genosse Kreuzig«? beleuchtete dabei die Stellungnahme einzelner Bezirke zu der Der- teilungsstelle. Er erwähnte einen Artikel im Tempelhofer Lokal- blättchen, in dem gegen die Derlegung der Derteilungsstelle nach Tempelhof unter der Ueberschrift �?ier kann Schutt ab- geladen werde n", protestiert wurde. Die Dorlage wurde mit einigen Erwetterungsanträgen einstimmig angenommen. Für neu- zuerrichtende Jugendherbergen und für die bessere Zlus. stattung schon bestehender wurden 35 000 M bewilligt. Ein« vom Magistrat beantragte Erhöhung der Gebühren für die städtische Müllbeseitigung wurde zwar besprochen, doch schien die Beratung eine Angelegenheit der in nächster Nähe des Rednerpults sitzenden Stadtverordneten zu sein. Die Redner befleißigten sich daher auch eines recht gedämpften Tones, so daß sie auf der Tribüne unver- ständlich blieben.— Dann aber wurde es lebhafter, als Genosse Lohmann zur Wiederbesetzung der Stadtschulrats st elle sprach. Ein Antrag unserer Fraktion protestierte gegen die Eni- Scheidung des Kammergerichts inderAbbausachePaulsens und forderte die Wiederbesetzung der Stelle mit dem Genossen Paulsen. Mit mitleidloser Schärfe geißelte Genosse Lohmann den Schildbürgerstreich der bürgerlichen Mehrheit, als Paulsen abgebaut wurde, wo- bei es sich für die Rechte nur darum handelte, den Sozioldemo- kraten zu beseitigen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die noch fortschrittlichen Element« der Bürgerlichen das begangene(und inzwischen eingesehene!) Unrecht wieder gut machen werden. Und dann kam wieder der ästhetisierende Herr v. E y n e r n. Er gab sich diesmal von seiner literarischen Seite und versuchte den Genossen Lohmann mit allerlei Zitaten aus der schönen Literatur totzuschlagen. Dazwischen kamen dann wieder juristische Darlegungen, die sich ja bei einem Oberoerwalwngsgerichtsrot a. D. alten Stils immer sehr gut ausnehmen. Schließlich erklärten sich alle Parteien mit der Ausschuhberotung einverstanden. Im weitereu Verlauf der Sitzung bewilligte dann die bürgerliche Mehrheit den Privatlyzeen die ge- forderten Zuschüsse über den März vorigen Jahres hinaus. Eine Vorlag« des Magistrats, die Inangriffnahme von Notstandsarbeiten bei der Hochbauverwaltung betreffend, ging an einen Ausschuß.— Die verunglückte Reinigung des Schiller-Denkmals am Gendarmen- markt verursachte schließlich in später Stunde noch eine Kunstdebatte. * Parallel mit der Demonstration der Erwerbslosen ging ein ent- 'prechend« Dring�lichkeitsantrag der Kommunisten, der nach Eröffnung der Sitzung vom Vorsteher. Genossen Haß. verlesen und von der Zuhörertribün« mit lautem Beifall begrüßt wurde, so daß der Vorsteher den Tribünenbesuchern zu verstehen gab. daß sse «ndie �Verhandlungen nicht«inzugreifen hätten. Gemäß dem Be- schluß des Aeliesrenausschusses, mit dem sich die Antragsteller ernoer- standen erklärten, ging der Antrag ohne Erörterung an einen besonderen Ausschuß, der sofort gewählt werden soll. Nachdem der Demokrat HUdebrandl, der vor 14 Tagen irr- t ü m l i ch als Urheber eines den Stadtv. 5loch(Dnat.) beleidigenden Zwischenrufs.zur Ordnung gerufen worden war. Verwahrung gegen das eigentümliche Verfahren des deutschnationalen Kollegen eingelegt hatte, der sich die Bemerkung:..Er ist ausgerückt!* geleistet hatte (Hildebrandl hatte schon eine halbe Stunde vor dem Zwischenfall den Saal verlassen), gab auf eine Anfrage der Kommunisten Bürger- meiste? Scholh die Erklärung ab, daß Verlegungen von Hospitaliten nicht willkürlich, sondern nur der Bernunft und der, Ordnung entsprechend erfolgen, daß man bei einem Bestand von 6300(' nur über 4900 Betten verfüge, daß aber in der Provinz die fehlenden 1400 Betten zur Verfügung ständen. Don einer wiederhosten Der- legung desselben Hospitaliten innerhalb Berlins fei der Verwaltung nichts bekannt. Ueber die Erziehuogsheime entspann sich eine längere Auseinandersetzung zwischen rechts und links anläßlich der vom Magistrat beantragten Kredit« von 190 500 Mark zum Bau eines B e a m t e n w o h n'h a u s e s für die Heime in Lichtenberg. Struveshof und Lichtenrade und von 88000 M. zur Errichtung einer Verteilungsstation für schulentlassene wcib- liche Fürsorgezöglinge im Jugendheim in Lichtenrade. Im Verlauf der Erörterung nahm Genosse Kreuziger Veranlassung, den T e m p elhofern gründlich die Wahrheit zu sagen. die sich mit Händen und Füßen gegen die Verlegung dieser Station nach dem Bezirk Tempelhof gesträubt haben und dabei auch vor den fragwürdigsten Argumentationen nicht zurückgeschreckt sind. Schließlich wurden beide Dorlagen mit übergroßer Mehrheit ange- noinmen, diejenige für die Station mit der Maßgabe, daß die Station der schwachsinnigen Jugendlichen von Lichtenrade verlegt wird, sowie daß der Etation etwa zugewiesene erkrankte Mädchen möglichst bald den bestehenden entsprechenden Heilanstalten zugeführt werden. Zur Errichtung von Jugendherbergen im G a m« n g r u n d und in B o l l« r s d o r s ist ein einmaliger Zu- schuß von 5000 M. gefordert und im Ausschuß zur Bewilltgung empfohlen worden. Außerdem soll der Magistrat ersucht werden, noch weitere 30 000 M. für eine bessere Ausstattung der 1b Jugend- Herbergen zur Verfügung zu stellen, die vom Magistrat verwostct werden bzw. ihm angeschlossen sind. Ein Antrag der Deutschnatio- nolen wünschte geeignete Herbergsverwastung und wirksame Auf- sicht in der Herberge. Die große Mehrheit der Versammlung nahm die Vorlage mit d i e i c m Antrag und ebenso die vom Aus- schuß beantragte Entschließung an.— Mit der Erhöhung der Gebühr für die Müllbejeitigung für 1925 von 1,20 auf 1,44 Proz. des Gebäudesteuernutzungswertes erklärte sich die Der- sammlung einverstanden.--- Die Hergabe von 100 000 M. für Lehrmittel der Berufsschulen wurde trotz des Wider- sptuches der Deutschnaiionalen Troll und Päth nach lebhafter Empfehlung durch den Stadtrot B e n e ck e von der großen Mehr- heit beschlossen.— Nunmehr ging die Versammlung über zur Be- sprechung der Frage der wiederbesehong der Stelle des Sladtfchulrats. Genosse Dr. Lohma nu begrüßte die Borlage des Magistrats, da sie Gelegenheit gebe, den größten Schildbürgerstreich der Versammlung wieder gutzumachen, den Rechtsbruch, der durch den Abbau des Stadtschulrats Paulsen begangen wurde, zu beseitigen, den Mißbrauch der Personalabbauverordnung zu politischen, zu parteipolitischen Zwecken zu tilgen. Leider hätten sich auch die Mittelparteien dieses Streiches mitschuldig gemacht. Nun habe ja das Sammergericht Entscheidungen gefällt, über die es schwer sei, ohne Lachen zu sprechen. Nach den, einen Entscheid war der Abbau Dr. Paulsens berechtigt, nach einem anderen der Abbau von Dr. Hertz in Spandau unberechtigt: nach der Kammergerichisent- scheidung sprächen eben die politischen Parteien in den Stadtoerord- netenoerlammlungen das legte Wort. Sehr merkwürdig berühre eine Ausführung des Herrn v. Eynern im Landtage, die den Schluß zulasse, daß er in der Stadtverordnetenversammlung gegen Paulsen gestimmt habe in der Hoffnung, daß das Kammergericht dieses Unrecht wieder gutmachen werde.(Hört, hört!) Noch sei es Zeit, das geschehene Unrecht auszutilgen. In der Zwischenzeit würden doch manche Parteien erkannt haben, daß eine lediglich antisozialdemokratische Polillk zu den schlimmsten Irrungen und llttrruugen führen könne.(Lebhafter Beifall links.)— Dr. Steiniger(Dnat.) Uhnte für feine Partei jede Teilnahme an irgendeinem Tauschgeschäft (Rufe: Kuhhandel!) ab; man könne es doch mit den 3 Fachräten nebeneinander immerhin weiter vernichen. Die Fraktion werde im Ausschusse jedenfalls die Gründe des Magistrats für die Neubesetzung sehr genau prüfen.— v. Eynern(D. Bp.) meinte, es habe mit der Sache überhaupt keine große Eile. Der Fall Paulsen sei m der Berliner Bevölkerung schon fast vergessen. Was Dr. Lohmann aus der erwähnten Parlamentsäußening folgere, sei das Gegenteil des Gejagten. Der Kammergerichtsausschuß habe auch gar mcht aus- gesprochen, was Dr. Lohmonn unterlege; Herrn Hertz werde vom Kommergericht bescheinigt, daß er ein sehr tüchtiger Beamter sei, und da sonst kein Grund für seinen Abbau angeführt sei, so habe wohl seine Eigenschaft als Jude und Sozialdemokrat den Ausschlag für den Abbau gegeben, und deshalb hat es den Abbau ausgehoben. Im Falle Paulsen wären dagegen sachliche Gründe für den Entscheid des Kammergerichtsousschusses maßgebend gewesen.— Dr. Saltz- geber(Z.) trat aus die Seite Sternigers-, man habe die Stelle seiner- zeit au» Sparsamkeitsgründen abgebaut.— Goß(Komm.) konnte nicht umhin, wieder einmal die Schuld auch am Abbau Paulseu» den Sozialdemokraten aufzubürden. Daß der Abbau Paulsens lediglich aus parteipolitischen Gründen erfolgte, sei Tatsache, aber alle Par- teien, die den Abbau beschlossen und zu verantworten haben, seien zu feige gewesen, das einzugestehen.— Dr. Meyer(Dem.) beantragte formell die Ueberweisung des Magistratsvorschlages an einen Aus- schuß. Der Ausschuß werde vor allein die Ordnung des Schulwesens zu erörtern haben. Das Sparsamkeitsprinzip dürfe nicht so weit getrieben werden, daß das Schulwesen im Magistrat unvertreten bleibe. — Mü großer Mehrheit verwies die Versammlung die Borlage und einen den Ausführungen des Genossen Dr. Lohmann entsprechen- den Antrag der Sozialoemokraten an einen besonderen Aus- schuß.— Gegen das Fortbestehen und die weitere Subventio- nierung der Vrivallyzeen von Dr. Richter, Fleck. Kirstein, Woretius, Muche, Schön- dorn und des Elisabethlyzeums in Sieglitz erklärte sich mit größter Entschiedenheit Gen. Dr. Lohmana. Diese Anstallen seien früher von der Stadt aus den Aussterbeetat gesetzt worden: sie jetzt weller zu subvemiomeren. weil sie ihre Lehrkräfte schlecht bezahlen, dazu liege nicht der mindeste Anlaß vor. Demgegenüber glaubte Herzog(Dnat.) an dos„soziale Herz* der Sozialdemokraten appellie- ren zu müssen.— Galle(Z.) behauptete Lohmann gegenüber, daß auch Paulsen für wellere Unterstützung derjenigen Anstalten gewesen sei, deren Schülerinnen in städtische Anstalten nicht übergeführt werden könnten.— Stadtrat Beaecke betonte, daß die Schülerzahl in den sämtlichen Privotanstalten sehr stark zugenommen hat und ihre Uebernahme in städtische Lyzeen zurzeit eine Unmöglichkeit ist. Mit 92 gegen 83 Stimmen kam der Magislratsantrag zur An-- nähme.— Zln den Haushaitsausschuh verlriesen wurde die Bor- läge, welche 782 000 M. zur Ausführung von Notstandsarbei- ten im Hochbau zur Verfügung stellen will.— Mit dem Beitritt der Stadt zur Arbeitsgemeinschaft erklärte sich die Ver- sammlung einverstanden, nachdem Gen. Dr. Wcyl die Nolwendigtell einer einheillichen Zusammenarbeit der Tröger der sozialen Ver- sicherung mll der Stadt betont hatte.— Aus Anlaß der R e i n i- g u n g des S ch iller-Denkmols hat der Magistrat in einer Bor- läge zur Kenntnisnahme mitgeteilt, daß hinfort die Unlerhallung der Kunstdenkmäler den Kunstoermalrungen der Bezirke übertragen werden soll.— Gen. Flatau legte noch nachträglich Protest dagegen ein, daß die bis dahin zuständige Tiefbauverwaltung die R e i n i- gung des Schiller-Dsnk-mals ein er Gralbsteintfrma übertragen habe, die an dem Denkmal etwas herumgeralpell und das Denkmal damst mehr beschädigt als gereinigt habe. Bedauerlicher- weise habe das städtische Nachrichtenam.l über diese un- sachliche Behandlung des Denkmals Unrichtiges in die Presse gebracht. Was an dem Denkmal ruiniert worden sei, lasse sich nicht wiederherstellen. Was ist aller geschehen, uw die Urheber dieser Verschandelung zur Rechenschast zu ziehen?— kimbel(Dnat.) war der Meinung, daß es besser sei, die Denkmäler über- Haupt in Ruhe zu lassen. Die Berliner Kommune habe in solchen Dingen eine unglückliche Hand. Das Rauch-Denkmal des„Allen Fritz* sei dem Untergang geweiht, wenn nicht losort Hand angelegt werde; der Staat habe ist er seine Pflicht sträslicherweise vernachlässigt.— Die Versammlung nahm hiernach die Vorlage zur Kenntnis, worauf um 9 Uhr die ösfeml'che S'hung schloß. Die sozialdemokratische Fraktion der Stadtverordnetenversamm- lung hat folgenden Antrag eingereicht: Der dem Reichsrat zugegangene Gesetzentwurf über die „Gegcnsellige Besteuerung des Reichs, der Länder und Gemein- den" bedeutet bei seiner Annahme eine schwere neue Belattuna Der Apfel der Elisabeth Hoff. 32] voa Wilhelm hegeler. Während der Förster munnelle, er sähe zwar den Zweck nicht em, erhob«r sich doch gleichzeitig, schloß das Zylinder- bureau auf und ließ die hölzerne Rollwand herunterschnurren. Indes er in einem der Schubfächer herumkramte, warf Ryseck einen neugierigen Blick in das Innere. Auf der Tischplatte lagen nur einige Geschäftsbücher und Schreibgeräte. In der dahinterliegenden, etwas erhöhten Nische aber, die, von zwei Alabastersäulchen und einer architravähnlichen Ltuerleiste um- nhmt. einem Miniaturtempel oder einem Allarschrein glich, stand ein Bild— das Bild Elisabeths, das sie vor vielen Jahren einmal chrem Verehrer geschenkt hatte. Hatte der Förster den Blick des hinter ihm Stehenden ge- spürt, er drehte sich plötzlich nach ihm um, und in seinem zu- gewandten Auge lag so viel Scheu und Leid und ein so feind- seriges Drohen zugleich, daß Ryseck ihm rasch den Rücken kehrte. Aber während er sich scheinbar gleichgültig wieder auf dem Sofa niederließ, hatte er von neuem und noch stärker als zu- erst dos Gefühl von unheimlich lauernden Schickfalshänden. die aus allen Ecken und Winkeln des Zimmers sich nach ihm aus- streckten. Doch dann raffte er seine ganze Aufmerksamkeit zu- 'emmen. um die Papiere zu lesen. „Laß sie mir:" tagte er nach einiger Zeit.„Ich bm mcht Jurist genua um chre Tragweite zu verstehen. Aber morgen komme ich wieder und werde dir dann meinen Vorschlag machen.*'_ „Was für einen Lorschlag? � .Wenn du'- wissen willst- nach?ch nicht begreifen. Er war wie von einer Erscheinung geblendet. Er sprach, um sich seiner selbst zu vergewissern, laut, in abgerissenen Worten mit sich. Er blickte seinen Hund an und sagte:„Herr'- Ich wieder der Herr!" Und der Hund, nach kurzem ireudigen Bellen, sprang an ihm hoch und leckte seine Hand. Da ergriss er, nicht mehr fähig, den ausbrechenden Machtrausch zu meistern, den einzigen Gefährten seines Lebens, riß ihn on sich und schrie:„Herr!— Nicht mehr Schmundt— ein Hellborn! Ich— der Herr von Hellborn auf Ruprechtsau!" Und er drückie und streichelte den Hund, der ihm die Tränen von den Wangen leckte. Dann sprang er aus. reckte sich, breitete die Anne aus, blickte um sich: zum erstenmal empfand er das grobähnüche Düster und die kühle Moderlust seiner Behausung. Ihm war, als müßte er die Fenster einschlagen und Luft und Licht mid Menschen hereinlassen. Aber noch einmal trat er an den Schreibtisch und zog die Rollwand herunter. Den Kops aufstützend, sah er lange das Bild on, das Idol und die Geißel seiner einsamen Träume, die terstorerin seines Lebens, an die er gekettet gewesen mit der esessenheit seines Hasses und seiner Liebe. Ein Schatten! Ein Phantom! Weiter nichts! Aber dann kam in sein Gesicht ein Stutzen, er fuhr in die Höhe, blickte voll heimtückischem Haß in die Richtung, die sein Freund gegangen war, starrte dann wieder vor sich hin, ganz lauernde Aufmerksamkeit, rief sich das vorüberiabrende Auto ins Gedächtnis zurück, sprang wie ein Hund die Insassen an, beschnüffelte die Frau, die Kinder, immer wieder die Frau... nein, nicht die leiseste Spur ihrer Erscheiming war ihm geblieben. Ein wehender Schleier, weiter nichts.. Neriuschtc das Bild mit der Gestalt Rysecks, bohrte sein Auge in dessen Züge, glitt hinauf.» hinab an dem Körper, zog mit saugendem Bück jeden einzelnen Finger der Hänt e an sich-. zwei Ringe, ein Diomantring und ein Ring mit einem roten Stein hatten an der Linken gesessen, aber die Rechte hatte keinen getragen, keinen Ehering... das war noch nicht ein sicheres Zeichen. daß er unverheiratet war... doch immerhin, man würde sich die Dame mal näher ansehen... wenn sie einer anderen gleich... So war es nicht gemeint! So war es nicht gemeint! Betrügen ließ er sich nicht. Er reckte seine Faust.„Nimm dich i» acht! Nstnm dich w acht!" murmelt« er.(Forts, folgt.) der Siadi Berlin und der Berliner Bevölkerung. Die Berfamm: lung ersucht den Magistrat, beim Reich, dem Städtetag, im Reichs rat und an anderen in Betracht kommenden Stellen energisch gegen die Annahme dieses Gesetzes einzutreten. * gelegenen Stationen, auf dem Mittelbahnsteig, alle Süge in off- westlicher Richtung, von der Ostbahn und Schlesien sowie in der Richtung nach Hannover und weitlich gelegenen Stationen abgefertigt werden. Der dritte und nördlichste Bahnsteig dient ausschließlich dem Stadt. und dem über die Stadtgleife geführten Borortverkehr. Der Die Stadt Berlin hat an die Gattin des Reichspräsidenten fol- Umbau der Berwaltungs- und Wirtschaftsräume unter den Bahnsteigen wird, soweit noch erforderlich, einige Zeit benötigen gendes Telegramm gerichtet: und, menn feine besonderen Hindernisse eintreten, voraussichtlich gegen Ende des Sommers fertiggestellt sein, rbe des Frau Reichspräsident Ebert. Mit aufrichtiger Teilnahme verfolgt die Reichshauptstadt Berlin die schwere Erkrankung des Herrn Reichspräsidenten und spricht ihre herzlichen Wünsche für baldige Befferung und Gefundung aus. Böß. Oberbürgermeister. Ha ß, Stadtv.- Borsteher. Zum Mord auf dem Arnswalder Play. Ein ehemaliger Polizeibeamter stark verdächtig. Die Ermittlungen zur Aufklärung des Verbrechens, das an dem Dienstmädchen Elisabeth Stanglersti auf dem Arnswalder Platz verübt wurde, führten, wie wir vor einigen Tagen mitteilten, zur Festnahme eines 39 Jahre alten ehemaligen Schupowachtmeisters namens Otto Wiesener aus der Crossener Straße. Das Leben des Mannes ist nun nachgeprüft und es ist folgendes festgestellt worden: Wiesener hat sich als junger Mann und auch in Weltkriege gut geführt. Anscheinend unter der Einwirtung seiner nicht ganz normalen Beranlagung ergab er fich zuletzt dem Trunte, fo baß er feinen Dienst bei der Schußpolizei nicht mehr ordentlich cusfüllte. Dazu kam die Beobachtung, daß er ein sogenannter Epanner" war, alfo Liebespärchen nach stellte. Nach dem Berfehlungen dieser Art nachgewiesen worden waren, wurde er zunächst vom Dienste enthoben und nach weiteren Ermittlungen bald darauf endgültig entlassen. Trokdem spielte Wiesener weiter den Beamten. Meist in bürgerlicher Kleidung, aber auch in Uniform, machte er sich an Liebespärchen heran, die er auf offener Straße, auf Hausfluren oder in Barfanlagen beobachtete. Die jungen Mädchen, auf die er es abgesehen hatte, suchte er sobald als möglich von ihren Begleitern zu trennen. Defter gelang ihm das auch fofort. Die Mädchen waren dann schutzlos und er schüchterte fie folange ein, bis sie dem vermeintlichen Beamten unter Swang zu Willen waren. Gelang ihm die Trennung nicht sofort, so führte er das Bärchen auf großen Umwegen nach irgendeiner Bache in der Hoffming, sich des jungen Mannes unterwegs entfedigen zu fönnen, oft ließ er sie wieder laufen. Die Namen aller, die er zur Nede stellte, trug er, um den Schein des Beamten zu wahren, in ein Notizbuch ein. Ein solches Buch wurde beschlag. nahmt, und so fonnten neun Bärchen festgestellt werden, die als Zeugen Wiesener auch alle wiedererkannt haben. Erwiefen ist, daß er mitunter nächtelang fast wie ein Wahnsinniger durch die Straßen und Partanlagen gelaufen ist, um irgendwo ein Bärchen zu finden. Ganz ermüdet fam er dann erst morgens nach Hause. Bie wir früher mitteilten, hat Elisabeth Stangierski in der ver hängnisvollen Nacht einen jungen Mann, der sie am Ringbahnhof Schönhauser Allee ansprach, in die Stadt hinein begleitet. Man rechnet nun mit der Möglichkeit, daß Wiesener bei seinem nächt lichen Herumstreifen auf dieses Pärchen gestoßen ist, es getrennt und das Mädchen nach dem Arnswalder Play mitgenommen hat, um es dort zu vergewaltigen. Der Begleiter des Mädchens, der hiernach von diesem getrennt worden wäre, sollte sich endlich bei der Bordkommission melden, um so mehr, als man ihm durch fortsejezzle Streifen mit Leuten, die ihn gesehen haben, ohnehin chon auf der Spur ist. Das Urteil im Autoverschiebungsprozeß. Rach mehrtägiger Beratung wurde gestern von Landgerichts. Direttor Sachs das Urteil des Schöffengerichts Schöneberg in deni Autoverschiebungsprozeß beim Reichsverwertungsamt gefällt. Das Gericht fam zu einer Berneinung des Borliegens der Beamten bestechung und der Untreue, sah dagegen bei dem größten Teil Ser Angeklagten ein Bergehen gegen§ 12 des Gesetzes über den un lauteren Wettbewerb als vorliegend an. Es wurden die Angeklagten Borchardt, Riedl, Stechow, Linde und Wil helm freigesprochen. Dagegen wurden verurteilt wegen fortgesetzten Bergehens gegen§ 12 Ablat 2 Heinze zu 1000 M., Blanrod 311 700 M., Bark zu 150 M.. Mechom zu 300 M., Sauer zu 300 M., Müller zu 100 M., Steinice zu 100 m., wegen Beihilfe Fitte zu 1000 M., Nippert zu 600 M., Leu zu 250 M., ferner wegen Ver= gehens gegen§ 12 Abjag 1 Trojchte zu 5000 M., George zu 1000 M. und 3anide zu 1000 m. Geldstrafe. Bei einer Reihe von Angeklagten wurde ein Teil der Strafe als durch die Untersuchungshaft verbüßt in Abzug gebracht. Die empfangenen Schmiergelber wurden dem Staat für verfallen erklärt. In der Urteilsbegründung ist erwähnenswert, daß das Gericht feinen Zweifel hat, daß Reichs: merte in unverantwortlicher Weise verloren gegangen find. Es genügt, darauf hinzuweisen, welche Spannung zwischen den erlegten Preisen und dem Händlergewinn lag, wenn man bedenkt, daß bei einem Auto innerhalb zwei Stunden 20 000 Mart verdient wurden, und daß Troschke für jedes ihm zugewiesene Auto von vornherein 10 000 m. versprechen konnte. Bahnhof Friedrichstraße vor der Vollendung. Der Umbau des Bahnhofs Friedrichstraße schreitet unter der Lei tung des Oberregierungsbaurates Ringelmann, der von Anfang an bamit betraut war, rüstig vorwärts. Der dritte und letzte Bahnsteig wird voraussichtlich Ende März fertiggestellt fein. Bon diesem Zeitpunkt ab ist der Umbau in betrieblicher Hinsicht vollendet. Es werden alsdann auf dem füdlichen, dem Zentralhotel zunächſt liegenden Bahnsteig alle Züge weft- östlicher Richtung, also die Züge nach der Ostbahn und Schlesien sowie von Hannover und westlich Roheitsakte und ihre Sühne. Das Gericht fündigt scharfes Borgehen an. Begen einer unfäglich rohen und verabscheuungswürdigen Tat waren drei Personen aus Strausberg, namens Richard und Wilhelm Mühlenhaupt und Frig Rigleben, vom Schöffengericht Strausberg verurteilt worden, und zwar die Brüder Mühlenhaupt zu zwei Jahren und Rizleben zu einem Jahr Gefängnis. Die drei in Strausberg gefürchteten Raufbolde hatten ohne allen Grund in der Nacht vom 22. zum 23. Mai v. 3. den Oberamtsgehilfen Müller, der mit seiner Frau und seiner Tochter in Begleitung eines Kriegsbeschädigten nach Hause ging, hinterlistig überfallen und in furchtbarer Beise zugerichtet. Dem Kriegs beschädigten hatte einer der Raufbolde sogar den fünftlichen Arm abgeriffen und ihm damit ins Gesicht geschlagen. Als sich Frau und Tochter über den zu Boden geschlagenen Bater beugten, wurden fie gleichfalls niedergeschlagen. Die Rohlinge hatten die Dreiftigkeit, wegen dieser auch von dem Voltsempfinden feineswegs zu hoch bezeichneten Strafe Berufung einzulegen. Glüdlicherweise aber lehnte die Straffammer des Landgerichts III wegen der großen Roheit und der gemeinen Gesinnung der Täter eine Ermäßigung der Strafe ab. Ein weiteres offenfundiges Roheitsvergehen fand nor dem Schöffengericht Berlin- Mitte seine Sühne. Dort wurde gegen den Artisten Otto Fellbaum und den 19 jährigen Schneider Erich Kusaf verhandelt, die am Heiligen Abend 1924 brei von einer Weihnachtsfeier fommende Handwerker in der Prenzlauer Allee überfallen und zu Boden geschlagen hatten. Dem einen der Ueberfallenen wurde eine Uhr geraubt, die der Räuber furze Zeit hernach in der Münzstraße für 50 Pf. verkaufen wollte. Dabei wurde er gefaßt. Das Urteil fiel in diesem Falle, trotzdem den lleberfallenen bei weitem nicht so übel mitgespielt worden war, wie von den Strausberger Rohlingen, sehr hart aus. Fellbaum wurde zu fünf Jahren Zuchthaus und Rufat zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Außerdem wurden beiden die bürger lichen Ehrenrechte auf fünf Jahre aberkannt. Der Borsitzende, Landgerichtsdirettor Dr. Lehmann, begründete das Urteil mit folgenden Worten: Jeder Bürger hat ein Anrecht auf Schutz. Derartige Gewalttätigkeiten, wie sie die Angeflagten verübt haben, erheischten strenge Strafe. Die Gerichtsverhandlungen der legten Zeit haben ein erschreckendes Bild von den augenblidlichen Sicherheitsverhältnissen im nächtlichen Berlin gegeben. Die Bevölkerung des Ostens und Nordens ichmebt in beständiger Gefahr, nachts auf der Straße niedergeschla gen und ihrer Habseligkeiten beraubt zu werden. Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 27. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Boltstrauertag am Sonntag den 1. März. Der Bolfsbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dessen Organis fation sich über das ganze Deutsche Reich erstredt, veranstaltet ani 1. März in Erinnerung an unsere gefallenen Helden, zur Ehrung aller Opfer des Krieges in Berlin sieben große Gedent feiern, die sämtlich vormittags 11% Uhr ihren Anfang nehmen werden. Die Gedenffeiern finden statt: im Blenarsizungssaal des Reichstags, im Großen Schauspielhaus, im Deutschen Opernhaus, Bismardstr. 34-37, in den Autohallen am Kaiserdamm, im Böhmischen Brauhaufe, Landsberger Allee 11-13, im Lehrervereinshaus, Alexanderftr. 41; und in der Hochschule für Mufit, Fajanenstr. 1. Als Freidenfertum und Religion lautet das Thema einer Vortragsreihe, die der Bund religiofer Sozialisten in D. veranstaltet. Rebner ift Gen. Pfarrer Smidt getoonnen worden. Er spricht erst malig am Freitag, den 27. februar, abends 8 Ubr, im Gemeindejaal, Mariannenufer 3, über das Thema: Der Bille zur Befreiung. Genoffe Prof. Mag Adler aus Wien wird auf Einladung der( osial demokratischen Studentenvereinigung Berlin und des Kulturfartells Schöne bergfriedenau am Sonnabendabend 8 Uhr in der Aula des Dorotheen. städtischen Realgymnasiums über Die Soziologie des Margis. mus und am Sonntag bormittag 10%, Uhr in der Schloßbraueret Schöneberg, Hauptstraße, über Staat und Margis mus sprechen. Alle Barteigenoffen sind zu diesen gemeinverständlichen Berhandlungen herzlift eingeladen. Gefallenen- Gedentfeier des Reichsbundes jüdischer Fronfjoldaten. Vor ben algemeinen Gefallenen- Gedenkfeiern am Sonntag, den 1. mars. veranstaltet der Reichsbund jübilder Frontsoldaten eine Trauerfeier auf bem füdischen Friedhof in Weißenfee. Treffpuntt 10 br vormittags( bor ber alten alle). Gedenkreben halten Rabbiner Dr. Alegander und Kamerab Arnold Steint. Bei einem Einbruch erschossen. In Kottbus wurde der wegen schmeren Raubes gesuchte und aus dem Sorauer Gefängnis ent ( prungene Arbeiter Brud bei einem Einbruch von der Schuhpolizei überrascht und, da er zu fliehen versuchte, durch 8 met Schüffe getötet. Jugendveranstaltungen. Gesangschor zur Frühlingsfeier. Montag, den 2. März, im Jugendheim Lindenstr. 3. Leitung: Genofe Dr. Guttmann. Alle fangesfreudigen Genoffen und Genoffinnen müßen er feinen. Anmeldungen für die Einführungskurse im Anfaluß an die Funktionär Turfe find fofort dem Jugendfekretariat einzusenden. Beginn der Rurie Anfang März, Dauer 10 Abende. Untoftenbeitrag 75 Bf. für bis 18jährige, 1,50. fiber 18jährige. Achtung, Abteilungstaffierer! Seute Ausgabe des März ,, Jugend vovan". Abrechnung der Beitragsinarben. Heute, Freitag, den 27. Februar, abends 7% Uhr: Rarboft I: Jugendheim Neue Rönigftr. 21( Altersheim). Bortrag: is der Billtescit deutscher Malfunft." Rorboft II: Sugendheim Bavaden Danziger Straße 62, Bortrag: Reichsbanner und SA3. Brenzlauer Borstadt: Goule Danziger Str. 23, Bortrag:„ Gemertidhaft einft und jegt." Rosen thaler Borstadt: Landsgemeindehaus Sophienfir. 21, Bortrag: Entwidlungsgefchichte ber Erbe."- Beißensee: Jugendheim Charlottenburger, Ede Rölle. Südost A.- B.: Sugendhein traße, Borirag: Jugend und andern. Mariannenufer 1a, Distuffion: Sugend, Altohol und Nikotin." Tottenburg: Jugendheim Rosinenfir. 4, Bortrag: Altohet und Ritetin. 糖 Gaöneberg II: Gaule tantenfit. 10, Bortvag: Cutfiehung einer Beinme. Steglis II: Jugendheim Sollteinische Str. 8, Borttag: Beshalb mug i mich gewerlichaftlich organifieren?" Neukölln 1: Jugendheim Bergftr. 29, Boritag: Die Geschichte der Runen." Covenid: Sugendheim Grinouer Str. 5, Bortrag: Bolitische Reifeerlebnisse und Eindrüde in England und Frankreich." Arbeitersport. Char Touristen Berein Die Naturfreunde"( Zentrale Bien), bt. Charlotter. Sonntag, 1. März, Binter buza Der Seimabend fällt diefe Boche aus. Treff manderung nach Friedrichshagen, Arumme Lacfe, Gofenez Bepge. 8% 1hr Bahnhof Roo. Fabgelb 1. Swimmfeftum fünfjährigen Bestehen ber Spandauer Schwimma Muion". Im Stebibab Spanbau, Rabelanbitraße, veranstaltet bes Berein am Sonntag, den 1. März, anläğlie feines fünfjährigen Bestehens ein Infales Schwimmfeft. Das Feit soll einen Cinblid in die ausgedehnterio zeigt Einzel- und Stafettenfchwimmen, Springen und Wafferballspiele. Den Söhepunkt des Feftes bildet ein Frauenfunftreigen. Arbeiter- Sport- unb Rultur- Rartell, 3. Bezirk( Friebrichshain). Montag, ben 2. Mara, abends 8 Uhr, Sigung des Bezirksfartells bei Mechler, Bor bagener Str. 114. Freitag, den 27. März, Sportwerbeabend in der Königs bant. Die Bereine und Abteilungen melden in der Sigung am 2. März thre Borfilhrungen. Weiter müffen alle Bereine und Abteilungen, die im Sommer bas Stadion Friedrichshain benugen wollen, ihre diesbezüglichen Anträge untathend einreichen. 4.30-8 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Wie Hans zu seinem Beruf kam". Ansprache an die vor der Schulentlessung stehenden Knaben. Von Berufsberater Friedrich Sachtleben. 7 Uhr abends: Wege zum Wissen: Vom amerikanischen Lebensstil. 7.30-8.20 Uhr abends: HansBredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse), 7.30 Uhr abends: Medizin. Professor Dr. Lewandowski: Die körperliche Ertüchti- atialeit eines Arbeiter- Schwimmvereins geben. Das reichhaltige Brogramme gung der Jugend". 6. Vortrag. Luft, Licht und Sonne im Dienst der körperlichen Ertüchtigung". 8 Uhr abends: Landwirtschaft und Gartenban. Abteilung Gartenbau. Gartenbandirektor Meermann:„ Der Gemfisegarten( I. Teil). 8.30 Uhr abends: Konzert des Berliner Sängervereins E. V.( Cäcilia Melodia), gegr. 1856. Dirigent: Musikdirektor Max Eschke, unter Mitwirkung von Panl Treff, Solocellist der Berliner Staatsoper; am Flügel: Klara Krause. 1. Ernste Gesänge: a) Trost alte Kirchenweise, bearbeitet von Hugo Jüngst, b) Requiem, Peter Cornelius, e) Bitte, Wilhelm Heinemann, d) Wann kommen wird meine letzte Stund', L. Lechner- Thiel, e) Vespergesang, Karl Kämpf( Berliner Sängerverein, E. V.). 2. a) Träume, Franz v. Blon, b) Scherzo, Daniel v. Goens( Paul Treff). 3. Lieder im Volkston: a) Jugend. Karl Kämpf. b) Liebesklage, Mathieu Neumann, c) Komm, o komm, Adam de la Hale( Berliner Sängerverein, E. V.). 4. Faschingsszenen: a) Geständnis, Karl Kämpf, b) Andalusische Serenade, Karl Kämpf, c) Jongleur, Karl Kämpf( Paul Trefi). 5. Lieder im Volkston: a) Ständchen, R. Wickenhaußer, b) Maderl mit dem schwarzen Mieder, Hans Schuhmacher, c) Das Mühlrad, Volksweise, bearbeitet von Hans Heinrichs, d) Hell ins Fenster. Eduard Kremser( Berliner Sängerverein, E. V.). Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: James Bauer: Wie kommt eine Filmaufnahme zustande?" " undfunk Ju roten All Programm Unterhaltunge Baftelteil 404 Groschaltreichste Fundzeitschrift ed. jein Woche. Abonnementsbeftellung durch jeden Briefträger Freie Schwimmer Reulöln. Die BezeinsverfaurmTam findet am Sonn abend, den 28. Februar, abends 8 Uhr, in der 3beal- Riaufe, Mareid freake 14, fratt. Pünktliches Erscheinen aller ftimmberechtigten Mitglieder fit Bflicht. Sport. Deufiche Amateur- Bog- Meisterschaften. Der Brandenburgije og Betband bereitet im Auftrage bes D. R. f.-8. für den 9. unb 10. Mara die Bogtämpfe in fünf Gewichtstlaffen zu den Deutschen Meisterschaften vor. es fommen nachfolgende Stlassen bis auf den 1. und 2. Plat zur Entscheidung: Bapier gewicht, Fliegengewicht, Federgewicht, Bettergeticht und Halbschwergewicht. Briefkasten der Redaktion. S. B. 1. In Tempelhof. 2. Un die Lazarettverwaltung. Rutrilt ohns weiteres nicht geftatiet. Dr. B. Im Jahre 1922 11 000. Näheres beint Statistischen Amt der Stadt Berlin. Brat 15. Falls der Arzt Ermäßigung ablehnen follte, müffen Sie den Betrag zahlen, R. 85. Der Angestellten perfidherung fönnen Sie nicht mehr beitreten... 100. Sweifelhaft. Bet fuchen Sie es mit einer Riage. G. 2. Rein. Ridten Gie aber eine Gin gabe an die Reichsbahngefellschaft. Bielleicht erhält The Balez von bief eine Unterfühung. R. 400, Die Sculpflicht tritt ett am 1, April bes nächsten Jahres ein. M. R. 1. Ja. 2. Rein. 3. Benden Sie sich an das Mieteinigungsamt. D., G. 86. 1. Die Frau ist zweifellos versicherungs pflichtig. Benden Sie fich an die Avantenkaffe und die Landesversicherungs anfalt. 1 17. Gonntag bis Freitag 11-12 vorin., Cheberatung an jebem Wochen. tage von 6-7 nadm. NUDEL- WOCHE! von heute bis einschließlich Donnerstag, den 5. März. Unsere Teigwaren, aus allerbestem Material nach neuestem Verfahren in eigener modernster Fabrik hergestellt, sind von unübertroffener Qualität. Wer 1 Pfd. Nudeln oder Makkaroni kauft, erhält 12 Pfd. Wer 2 Pfd. Wer 4 Pfd. 95 " " " " Eler- Band- Nudeln Pfd. 56 Pf. Eier- Faden- Nudeln Pfd. 64 Pf. Eler- Hörnchen... Pfd. 62 Pf. Eler- Makkaroni... Pfd. 68 Pf. 33 erhält 3 Pfd. erhält 6 Pfd. Reichels 147 Geschäfte Die Firma der guten Qualitäten Band- Nudeln..Pfd. 42 Pf. Faden- Nudeln. Pfd. 48 Pf. Figuren- Nudeln Pfd. 46 Pf. Makkaroni..... Pfd. 52 Pf. ZZZZ Aus den Bezirken. 5. Bezirk, Friedrichshain. STADT BEILAGE DES habe zuwenden laffen. Nach eingehender Zeugenvernehmung hat| der Bertreter der Staatsanwaltschaft die Einstellung des Berfahrens beantragt. Die endgültige Einstellung hat der Oberpräsident von dem Ergebnis eines StrafMißverfahrens abhängig gemacht, das Stadtbaurat Strede gegen den Urheber der Anschuldigungen erhoben hat. In diesem Strafverfahren ist vor einigen Tagen ein gerichtliches Urteil dahin ergangen, daß der Angeflagte wegen Wahrnehmung berechtigter Interessen zwar freizusprechen sei, daß aber ein Wahrheitsbeweis für die von ihm über Krede aufgestellten Behauptungen nicht angetre ten fei und die Gerichtsverhandlung nicht das geringste für die Richtigkeit der Behauptungen des Angeklagten ergeben habe. Stadt rat Schwabedal wurde bei Bildung des Bezirksamts als Angestellter der früheren Gemeinde Rosenthal unter seinen von der Gemeindevertretung von Rosenthal festgesetzten Anstellungsbedin gungen übernommen; fein Anstellungsvertrag war bis Januar 1925 untündbar. Im Bezirksamt erhielt er als Bezirksanitsmit glied das Dezernat des Wirtschaftsamts und auf Grund voran gegangener Berhandlungen mit dem Magiftrat als Dienststelle die Stelle eines Rontrolleurs der städtischen Grundstüde übertragen. Er wurde aber gleichzeitig durch einstimmigen Beschluß des Bezirks. amts für die Dauer feiner Tätigteit als Dezernent des Wirtschaftsamts von seinen Dienstgeschäften als Grundstücksfontrolleur ent bunden und beurlaubt. Eine derartige Beurlaubung ist nach den Borschriften des Berliner Magistrats zulässig. Hiernach ist das Berfahren des Bezirksamts gegenüber dem Stadtrat Schwabedal voll. tommen einwandfrei. Auch kann gegen den Vorsitzenden des Bezirtsamts wegen seines Verhaltens gegenüber den Stadträten Krede und Meyer, nachdem beide gegen fich selbst wegen aller Anschuldigungen das Disziplinarverfahren beantragt haben, nicht der geringfte Borwurf erhoben werden. Etatsablehnung in Copenid. Die in der gesamten Berliner Presse behandelten stände im Krantenhaus Friedrichshain verursachten in der letzten Bezirksversammlung des Bezirks Friedrichshain eine längere Debatte. Zu dieser Angelegenheit teilte der leitende Arzt des Krankenhauses, Prof. Dr. Lippmann, mit, daß in allen Tuber fulofeftationen der Berliner Krankenhäuser gemisse Infektionsgefahr für Aerzte und Schwestern bestehe. Die von Dr. Arendt aufgestellte Behauptung, fich in der Tuberkulofestation des Krankenhauses Fried richshain infiziert zu haben, sei anfechtbar, da aus den Versorgungsaften Dr. Arendts hervorgehe, daß er bereits während des Krieges on Lungenkrankheit behandelt worden fet. Weiterhin ftellte er fest, daß der Nachfolger Dr. Arendts nicht an Tuberkulose, sondern an Brust fellentündung erfranft wäre. Prof. Lippmann wies darauf hin, daß das Krankenhaus Friedrichshain das älteste Berlins ist und daß gerade die Entwidlung auf fanitärem und hygienischem Gebiete große Fortschritte gemacht hätte, ohne daß alle Reuerungen im Krankenhaus Friedrichshain durchgeführt werden konnten. Die Don den Zeitungen geschilderten, zum Teil übertriebenen 3ustände sind verursacht durch Krieg und Inflation und die dadurch entstandene Finanzmifere der Kommunen. Festgestellt und aner fannt wurde ausdrücklich, daß das Bezirksamt Friedrichshain feit Webernahine des Krantenhauses- 1. April 1924 die größten Mißstände beseitigt und auch jetzt mit größter Energie bestrebt ist, die Sünden früherer Jahre gutzumachen. Im kommenden Sommer werden die notwendigen baulichen Veränderungen vorgenommen und die Tuberkulosestation vollkommen neu errichtet. Bu diesem Zwede sind vom Bezirksamt die erforderlichen Mittel beim Magistrat beantragt. Die anschließende Aussprache brachte feine neuen Gesichtspunkte, denn auf alle Vorschläge fonnte das Bezirks amt erflären laffen, daß ihnen bereits Rechnung getragen fei, ohne Die Copenider Bezirtspersammlung hat drei boß die Breffekampagne den Anlaß dazu gegeben habe. In der hieran Sigungen gebraucht, um die Beratung des Etats( Bardon, der Be fich anschließenden fortfehung der Etatsberatung tam es durch darfsnachweisung) für das Jahr 1925 zu beenden. Gewaltig tobie bie Sie fich immer noch Arbeitervertreter nennenden Rommuniften zu Redeschlacht, allen voran entwidelte der Häuptling der deutschnatio. recht unliebfamen Szenen. In einer fehr langatmigen Rebe, die dafür von wenig Sachkenntnis getrübt war, beschuldigte der Rom. nalen Frattion, der Clou unseres Bezirks, Herr Louis Stein, mit lauter Stimme feine genialen und tiefgründigen finanzpolitischen, munist Bänich den Bürgermeister des Bezirks, Genossen mieli. fteuertheoretischen und fommunalpolitischen Anfichten. Ihm und wegen angeblich unberechtigter Entlassung eines Angestellten und einer feinen Freunden ist alles zuwider. Bon Groß Berlin wollen Ehrenbeamtin des Amtsmißbrauches. Scine Ausführungen sie nichts wissen, gebaut soll nicht werden, Geld muß gespart werden, fteigerten fich zu einer wüsten Schimpferei, die den Borsitzenden ver anlaßte, die Sigung zu unterbrechen. Bei Beginn der neuen Sigung Tag und Nacht arbeiten, wieder zu ihrem Rechte kommen. Endlos damit die armen Sparer, für die die Deutschnationalen bekanntlich perjuchte der Stommunist Ostrowski in einer Geschäftsordnungs zog sich dant dieses Geschwäges die Beratung hin. Trotzdem haben debatte mit fallender Stimme und unsicherer Haltung Bänsch zu die Deutschnationalen den 3wed der Uebung nicht erreicht Sie jefundieren. Bänsch redete dann einfach weiter, beschuldigte und wollten verhindern, daß die allgemeine Anertennung für perlembete barauf los, in der Absicht, an diesem Abend ben Be bie pofitive Arbeit, die das Bezirksamt in Copenid geleistet fchuldigten zur Entgegnung feine Gelegenheit zu geben oder die hat, fich meiter durchsetzt. Das ist ihnen glatt vorbeigelungen. Den Berjammlung zu sprengen, entsprechend den Richtlinien der Kom. Findruck der Ausführungen des Bürgermeisters Genossen Rohl munistischen Bartel über bie Arbeit in den Gemeindeparlamenten. über die vergangene Arbeit und die tommenden Pläne tonnten fie Der Borsitzende sah sich dann auch gezwungen, nachdem Bänschweber in der Bezirksversammlung noch in der Bevölkerung vermeiterhin provozierte, mitzuteilen, daß infolge der vorgerückten mischen, die das demagogische Treiben beschränkter Querulanten Stunde der Bürgermeister heute nicht mehr in der Lage fei, auf die längli fatt hat. Die ganze Kanonabe der Deutschnationalen führte Angriffe von Banich einzugehen und schloß unter den bei den Rom nur dazu, daß sie zum eigentlichen Etat fachlich überhaupt nichts munisten üblichen parlamentarischen Zurufen, wie„ Lude" und vorbringen konnten.( Geftrichen wurde nur eine einzige Bo befferer Zuhälter", die Versammlung. fition, mell fie bereits jegt für 1924 hat durchgeführt weiten tönnen.) Im übrigen mußten sie sich darauf beschränken, aus Gründen der Wahlagitation bei den Boranschlägen für außerordent liche Ausgaben Streidungen zu beantragen. Sie verlangten außer der Streichung des Baues einer Stadthalle, worüber man hätte reden fönnen, auch noch die Streichung der Kosten für die Er richtung von Warmbadeanstalten im Bezirt. Dabei bot bie bürgerliche Fraktion ein Bild tläglicher Berrissen beit. Mehrere Mitglieder schämten fich ganz offensichtlich, daß sie gezwungen wurden, dieses skandalöse Theater mitzumachen. Gegen die scharfen Borhaltungen des Genossen Reuter, der ihnen die wahren Beweggründe ihrer Obstruktionspolitit gründlich vorhielt, fonnten sie schließlich nichts mehr erwidern. Auch mit ihren per fönlichen Gehässigkeiten gegen das Bezirksamt und den Bürgermeister fielen fie deutlich ab. Selbst die Kommunisten unter stützten fie nicht mehr, und die Demokraten rüdten sehr energisch von diesem Unfug ab. Da alle ihre finnlofen Anträge glattweg abgelehnt wurden, stimmte. die bürgerliche Fraktion schließlich gegen den Gesamtetat. Groß war die Berlegenheit, als durch eine Zufallsmehrheit mit den kommunistischen Stimmen die Ablehnung zustande fam. In der Bürgerschaft werden sie mit diesem Berhalten gründlich abfallen, und um die Auseinandersehungen in den eigenen Reihen ist die bürgerliche Frattion ganz gewiß nicht zu beneiden. Nicht ohne Heiterfeit fonnte man den Demon ftrationsantrag ansehen, in den Cöpenicker Etat zwei Millionen für die Aufwertung einzufezen. Das würde für Groß- Berlin rund 80 Millionen ausmachen! Bir freuen uns darauf, wenn die Deutschnationalen erst im Rathaus die Erhebung von 80 Millionen Steuern für die Aufwertung beantragen und beschließen werden. Leider werden wir es bestimmt nicht erleben. Der Verlauf der Etatsberatung führte fo in Copenid zu einer gründlichen Herrn Stein sich einer rein fommunistischen Demonstrationstallit Blamage der bürgerlichen Fraktion, die unter der Führung des befleißigt. Uns wirb fie jedenfalls den Wahlkampf in Cöpenick sehr erleichtern. Bezirk Kreuzberg. Im Kreis Kreuzberg sollte der frühere fächsische Innenminifter Genoffe Lipinski in einer Mitgliederversammlung über das Thema: Rechtspolitit und Sozialdemokratie" fprechen. Leider war Genosse Lipinski verhindert. An seiner Stelle hielt dann Genoffe Lidtte das Referat. Er tennzeichnete in längeren Aus führungen die Kommunisten als Steigbügelhalter der Reaktion. Den Sozialdemokraten fällt die geschichtliche Aufgabe zu, unter fonsequen ter und bewußter Führung des politischen Machtlampjes gegen die Bourgeoisie, die von uns noch nicht erfaßten Arbeiterstimmen zu gewinnen. Im weiteren Berlauf seines Bortrages schilderte der Redner die geschichtliche Entwicklung, die den Vormarsch der Realtion begünstigte. Insbesondere tennzeichnete er das Verhalten des Herrn Stresemann und der Deutschen Volkspartei. Gegen diesen Ansturm der Gegner müssen wir uns rüsten. Ballen wir die Kraft des Proletariats in den Gewerkschaften, in der Sozialdemokratischen Bartei zusammen, werben und wirken wir für den Gedanken des Sozialismus mit jener Kraft der Begeisterung, die wir in den Borfriegsjahren hatten, dann zwingen wir die Reatiion, dann weht nach dem nächsten Wahlkampf über unserer Republit wieder fieg haft die Fahne der Sozialdemokratie. Im Schlußwort machte Ge noffe Lidtke auf die Reichspräsidentenwahl am 10. Mai und auf die in diesem Jahre stattfindende Stadtverordnetenwahl aufmerksam. Er forderte die Genossen auf, dafür Sorge zu tragen, froß der Heze der Gegner alle Kraft einzufegen, um wieder ein rotes Berlin zu erfämpfen. 20. Bezirf, Reinidendorf. In Zeitungsberichten und Bersammlungen werden jüngst von Mitgliedern der KPD. schwere Verdächtigungen gegen einzelne Mit glieder des 20. Bezirksamts erhoben. Das Bezirksamt in feiner Gesamtheit wird nach der Roten Fahne" Nr. 44 vom 21. Februar der„ Korruption" beschuldigt. Dazu bemerkt das Bezirksamt Reinickendorf folgendes: Gegen den Stadtrat Meyer hat bereits wegen eines Teiles der im Artikel der Roten Fahne" erhobenen Borwürfe vor Jahren ein Disziplinarverfahren geschwebt, das auf feinen eigenen Antrag eingeleitet worden ist. Dieses Verfahren ist nach eingehenden Zeugenvernehmungen eingestellt worden. Wegen der jetzt neu erhobenen Anschuldigungen der KPD. gerechtfertigte Gewinne beim Berkaufe eines Schuppens und unzuläffige Verwendung eines Rinderviertels hat Stadtrat Meyer erneut gegen sich das Disziplinarverfahren beantragt; zugicich ift gegen den Urheber des Gerüchts Sirafantrag gestellt worden. Gegen den Stadtbaurat krede ist gleichfalls auf seinen Antrag ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden wegen der Anschuldi gung, daß er sich von einer Baugesellschaft unberechtigte Vorteile un Keine andere, 10. Bezirk, Zehlendorf. Eine gemeinjame Sigung von Kreisvorstand und aller im 10. Kreis( Behlendorf) auf kommunalpolitischem Gebiet tätigen Geneffen fand am Montag, den 23. Februar, in Zehlendorf statt. Der Streisvorsitzende Genosse Florte eröffnete und leitete die Ber fammlung. Genosse Fengler gab einen gedrängten Ueberblick über die zurzeit wichtigen Groß- Berliner tommimalen Angelegenheiten und ging dann auf die speziellen in Zehlendorf über, unter denen die Wohnungs- und Siedlungsfragen obenan ftehen. Es hat in Zehlendorf lebhafte Beunruhigung hervorgerufen, daß infolge des Rathausneubaues aus zum Abbruch bestimmten Häusern Mieter heraus müssen, die anstatt eine Wohnung gleichfalls in einem festen Haus nunmehr eine Baradenwohnung angewiefen Sondern nur Josetti, die seit 30 Jahren bewährte Marke. RK VORWARTS bekommen sollen. Das wäre zweifellos nicht nötig gewesen, wenn das Bezirksbauamt die Siedlungstätigkeit im Bezirk gefördert hätte. Es entspann sich eine lebhafte Aussprache, in deren Berfolg Genoffe Balentin Mitteilung davon machte, daß am Montag, den 2. März, stattfindet, in der die schmeren Berfäumnisse, die im 10. Bezirk in eine öffentliche Sieblerversammlung in Zehlendorf dieser Hinsicht gemacht worden sind, zur Sprache fommen werden. Stadtverordneter Genosse Draemert gab Aufklärung über die Gründe zum Neubau des Rathauses, der an sich begrüßt werden müffe, ba es zurzeit im 10. Bezirk 19 verschiedene Berwaltungsstellen gibt. Es ist ferner vorgekommen, daß eine Frau, Befiz der bürgerlichen Ehrenrechte hat holen wollen, etwa vier die sich eine Bescheinigung über ihre Staatszugehörigkeit und den Stunden lang von einer Stelle zur anderen ge= ichidi worden ist. Genosse eingius aus Wannsee führte barüber Beschwerde, daß es ganz plößlich der ABDAG. gestattet worden ist, ihre Autobus- Blockfahrkarten für den Sonntag für ungültig zu erflären. Dasselbe gilt übrigens auch für Zehlendorf. Genosse Balentin, Borsigender der 74. Abteilung, betonte, daß in Zukunft die 3ufammenarbeit aller in fommunalen Aemtern tätigen Genoffen eine viel engere werden muß als bisher und begrüßte die Stadtbeilage des " Borwärts", die diesem Streben sehr dienlich sein werde. Der Abbau in den Berliner Bezirksämtern. Die PD. als Steigbügelhalter der Bürgerlichen. Der Abbau ist bisher nur in einem Teile der Berliner Bezirks. ämier durchgeführt worden. Manche Bezirksverordnetenverfamm lungen, wie die von Charlottenburg und Tiergarten, wellen warten, bis der Landtag endgültig über den Abbau von Wahlbeamten entschieden hat. Wie aus einem Artifel des Berliner Stadtverordneten Dr. Erich Witte( Kommunale Blätter für Großber abgebauten Bezirksamtsmitglieder SozialBerlin", Februarnummer) hervorgeht, sind mehr als die Hälfte fich daraus, daß die sozialdemokratischen früheren Gewerkschafts- und Bartelfefretäre weniger geeignet" als die bürgerlichen Juristen mit bemotraten. Die Behauptung der Bürgerlichen, das ertläre Bitte durch die folgenden Fälle widerlegt: In Spandau haben ihrer langjährigen Erfahrung in der Berwaltung wären, wird von Die Bürgerlichen den als Kenner der Kommunalgefeßgebung und als Verwaltungsbeamten in gleicher Weise ausgezeichneten Juristen, Bollspartei und die Deutsche Bolfspartei die Mehrheit; hier haben Erfolg gehabt. In ilmersdorf haben die Deutschnationale Genoffen Dr. Herb, abgebaut; erfreulicherweise hat sein Einspruch sie den Juristen Dr. Simm von der Deutschen Demokratischen Partei abgebaut, der über ein Jahrzehnt Magistratsrat in Berlin war, aber einen deutsamationalen Stabtrat, der früher Bartelfekretär mar, verschont. In Zehlendorf hat die Deutsche Boltspartei, erfreulicherweise ohne Erfolg, gegen den Abbau ihres Parteifreundes, bei beffen Benfionierung die Wahl eines anderen Mitgliedes der des vierundsechzigjährigen Bürgermeisters Dr. Köster, gestimmt, um Deutschen Boltspartei zum Bürgermeister zu ermöglichen. In Ban fow, wo die Bürgerlichen zwei Sozialdemokraten und einen Rommunisten abgebaut haben, haben sie einen törperlich leidenden fozialdemokratischen Stadtrat verschont, weil sie hoffen, diesen balb penfionieren und dann für ihn einen anderen bürgerlichen Stadtrat wählen zu können. In dem Bezirk Prenzlauer Berg haben die Bürgerlichen für den Abbau des als Berwaltungsbeamten hervor. ragend tüchtigen sozialdemokratischen Stadtrats Bauer geftimmt, nicht aber dem Beschluß des Bezirksverordnetenausschusses gemäß für den Abbau des bürgerlichen Stadtrats Dr. Hüfner, der in einem Disziplinarverfahren in der ersten Instanz zur Dienstent loffung verurteilt worden ist. Der Abbau von so vielen sozialdemokratischen Bezirksamtsmit gliedern wäre unmöglich gewesen, wenn nicht die Bürgerlichen überall von den Kommunisten unterstützt worden wären. Der Berliner Viehbestand. Beobachtet man den Straßenverkehr in der Hauptstadt, die ständige Zunahme an Automobilen, dann scheint es einem fast unglaublich, daß in Berlin dennoch 44 643 Pferde vorhanden sind, wie durch die Viehzählung vom 1. Dezmber 1924 festgestellt worden ist. Gegenüber der Bählung vom 1. Dezember 1921, der ersten nach der Bildung der neuen Stadt Berlin, bedeutet das einen Rückgang von 2864 oder 6 v. H. Dagegen ist erfreulicherweise seit 1921 eine Bermehrung des Rindviehbestandes zu verzeichnen; er stieg in dieser Zeit Don 16 787 auf 20847, und zwar, was das wichtigste ist, die Zahl der Milchkühe betrug 1921 14 583 und ftieg bis 1924 auf 18 328. Der Schweine best and betrug ausschließlich des städtischen Schlachthofes 24 428 und blieb damit um 2405 oder 9 D. 5). hinter dem Stand vom 1. Dezember 1921 zurück. Von dem Federvieh intereffieren vor allem die Hühner und Gänse. Die Zahl der Gänse stieg in der angegebenen Zeit von 23 439 auf 34 055, die der Hühner dagegen fant von 634 595 auf 536 268. Immerhi eine stattliche Zahl, die für viele Haushaltungen tie notwendigen Eier liefern und die Nachfrage nach solchen in etwas entlasten. Jubiläen. Der Werkmeister Ernst Schmidt, Schipelbeiner Gte, 43, feierte am 24. He bruar fein 25jähriges Jubiläum bei der Firma Böhm u. Co., Serufalemer Str. 21. Serr Alexander Leon, Geschäftsleiter des Saufes A. Jandorf u. Co., Berlin, Rottbuser Damm 1, begeht am 2. März fein 25,1ähriges Gefäfts. jubiläum bei ber firma 3. Jandorf u. Co. Genofie Emil Nagott( Mitglieb des 8d.), Hausinspektor bei der Firma Serrmann Gerfon, feiert am 1. Mära fein 25jähriges Gefoäits iubiläum. Genoffe Ragott war einige Jahre Mitglied der Angestellten vertretung und hat sich für die Stollegen fiets mit großem Interesse eingefeßt. Der Zimmerer Genoffe Gustav Döhring, Urbanstr. 65, geb. am 20. Januar 35i abrige ununterbrochene Mitgliedschaft in der Sozial1865, heute noch in seinem Beruf tätig, blitt in diefen Tagen auf eine demokratischen Bartei suritd. An den Kleinarbeiten der Partei nimmt der noch riftige Genoffe fiets tell. Refer des„ Borwärts" ift er ebenfalls, und awar schon feit fast 36 Jahren. Den Jungen tönnben und follten diese allezeit treuen und aufrichtigen Genoffen als Beispiel dienen. JOSETTI KON LINON Vera 48 Cigarette Nach getaner Arbeit ist gut rah'n. 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Sonnt 4 U Kammerspiele 7 Uhr: Minna v. Barahelm Frühlings Erwachen Trianon- Th. Die Komödie Heute 8 Uhr: Kurfürstendamm 206/207 Der Wehrwolf & Uhr. Der Diener zweier Herren Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Wir lassen uns scheiden Komödienhaus Hansi Arnstädt Lia Elbenschütz Kaiser Titz Letting er Klubertanz 8 Uhr. Heimliche Deutsch. Künstlertbeat. Brautfahrt Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau SCALA 8 Unr. Tä tich 8 Uhr: Riquette Operate as Oscar Streas Lustspielhaus 8 Uhr Guide Thisischer D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbauerdany 8 Uhr: Varieté- Die vartanschte Fran Revue Sonntags 380 U. zu halben Preisen Wallner- Theat. 8 Uhr: Pelleas und Melisande Toeater des Westers Berl. Operngastsp. Dir: Ewaid Hath Residenz- Th. Sonntag, d. 1. März Tägl. 8 Uhr 3 Uhr: Carmen m. d. ges. Ensemble Mrs. Dot der Gr. Volksoper Leopoldine Konstantin Aisle Sandreck, Kortt, Barg Ehser, Alexander Matioci, Rose Haller- Revue 1925 Tb.i.Admiralspalast 28. 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Februar 1925 Nachdruck verboten In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 1 Gewinn zu 200 00 9, 22146) 1 Gewinn zu 75.00 2 188922 1 Gewan gu 5000 m. 237729 2 Gem nne au 300 m. 64120 1 5246 16 Gewinne u 1000. 3197.4.107 76 84 101347 1 8153 1205 9 137046 146319 107239 192357 2 0859 234574 234720 243 63 273180 317431 33 Geminne 3 5.0 M 3350 5029 6833 55324 59496 61572 64776 82481 1051 6 132289 141031 15490 159082 63736 1730 5 173274 18 301 185614 188092 99295 200 71 201770 208 90 225762 232855 2345 1 248968 287914 299 54 302073 304572 306723 5.4729 3 Gen inne zu 300. 441 4824 68.6 8084 23524 29229 34069 780 38179 45 56 51153 57015 57 99 59563 65.88 67.18 75014 94 92149 93522 95261 99218 10043 10/273 115873 1 7885 121562 124761 126311 126398 127415 149884 158553 162931 164160 177187 181562 18: 987 190 68 1: 3860 196521 197223 198769 199.61 199948 201 23 203728 210325 21 688 212877 2196.7 221170 22-03 227138 229 45 235436 466 5 247.2 248757 249738 24982 255698 256 20 256779 258287 258483 260116 267513 26 517 269732 274044 275007 278500 279.10 280975 285.97 287785 30.680 307646 3,923 310432 814241 LANDS VOM 15-17. 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Eine Gegenüberstellung im Tscheka- Prozeß. Nach der Baufe äußerte sich in der geftrigen Sigung des Tscheta Brozesses Med. Rat Dr. Thiele Berlin über den Ce fundheitszustand Boeges dahin, daß diefer an nervösem Nachlassen feiner Spanntraft leide, die sich aber bei& wed mäßiger Er. nährung beheben lasse. Immerhin sei er verhandlungsfähig. Dann wurde in der Bernehmung des Angeklagten Meus fort gefahren. Er erflärte, daß alle Gruppenmitglieder nach Südwestdeutschland bewaffnet gewesen seien, nach seiner Meinung aber zu ihrer persönlichen Sicherheit. Aus persönlichen Sicherheitsgründen habe er sich auch einen Lotjhläger angeschafft. In Stuttgart fei er dann immer der Auffassung gewesen, daß er lediglich den Spigel Bezel beobachten solle. Borf.: Neumann hat gesagt, Sie hätten den weitergehenden Auftrag gehabt, Wezel eventuell zu erledigen. Meus: Das stimmt nicht. Der Angeklagte schildert dann weiter die Beobachtung Wezels und Schlotters in Stuttgart und fayließlich sein Ausscheiden aus der Gruppe, das in beftem Einvernehmen mit Neumann erfolgt sei. Als er dann Anfang März von der Berhaftung seiner Genossen in Stuttgart gehört habe, habe er sich in Berlin bei der kommunistischen Reichs tags und Landtagsfraktion an die Abgeordneten Bar B, Koenen, Thomas und Menzel gewandt, die aber gar nichts von ciner Fahrt nach Südwestdeutschland und von irgendwelchen Aufträgen gehört hatten. Da er mit einer aussuchung rechnen mußte, habe er das Batet, das ihm Neumann zur Aufbewahrung gegeben hatte, einer in seinem Hause wohnenden Frau zum Auf beben gegeben. Mit einer Berhaftung habe er feinesfalls gerechnet, sonst hätte man ihn auch nicht bekommen. Eines Tages fei dann ein Stuttgarter Bolizeibeamter bei ihm erschienen und habe von ihm das Neumannsche Batet verlangt. Als er, Meus, bestritt, ein Paket zu befizen, zeigte ihm der Beamte einen Bettel von Reumann, worauf dieser ihn aufforderte, das Paket dem Boli acibeamten zu übergeben. Daraufhin hatte ich feine Beranlassung mehr, den Befih des Patets zu verheimlichen und händigte es dem Beamten aus. Auf der Treppe öffnete es der Beamte und da sah ich zum erstenmal seinen Inhalt, nämlich Glasröhrchen und Schriftstüde. Die Schriftstücke nahm der Beamte heraus, fteckte sie in die Tasche und sagte:„ Das brauchen die Berliner Beamten nicht zu sehen. Den Rest wickelte er dann wieder ein und brachte ihn zum Berliner Bolizeipräsidium, wohin auch ich ihn folgen mußte. Der Vorsitzende machte dem Angeklagten Meus an Hand seiner früheren Bernehmungsprotokolle eine Reihe von Bor baltungen wegen veridiedener Widersprüche zwischen feiner heutigen Darstellung und seinen früheren Betundungen. cus bleibt aber bei seiner heutigen Aussage. Der Angeklagte Neumann erflärt auf Befragen, daß er nicht bestimmt misse, ob seus und Saon über den Auftrag gegen Schlotter richtig prientiert gewesen seien, was erledigen bedeute, hätte jedes Gruppenmitglied nach dem Fall Rausch wissen müffen, auch ohne, daß er jemals feinen Leuten erklärt habe, wie erfebigen aufzufaffen fei. Auf verschiebene Bibersprüche mit feinen früheren Aussagen aufmertfam gemacht, erflärte Neumann weiter, daß er in der Borunterfuchung fich vorsichtiger ausgedrückt habe, weil er damals feine Bartel und feine übrigen Mitangeklagten nicht belaften wollte. Er habe sich aber schließlich veranlaßt gesehen, in seinem eige. men 3ntereffe Aussagen zu machen. Die scharfen Borhalte der Berteidiger an Neumann peranteffen schließlich deffen Offizial rerteidiger, Dr. Goldstein, seinen Mandanten dagegen in Schutz zu nehmen, das zu Auseinandersetzungen innerhalb der Berteidigung Anlaß gab. Reumann erflärte schließlich: Ich habe nicht mehr nötig, irgend etwas zu verheimlichen und schildere die Vorgänge so, wie fie fich nach meinem Erinnerungsvermögen abgespielt haben. Meus follte die Beobachtung in Stuttgart aufnehmen, um feft. austellen, ob Bezel bort lei. Und wenn ich bis zu einem gewiffen Seitpunkt nicht nach Stuttgart tommen würde, sollte er felbft fiändig die Erledigung des Falles Bezel durchführen; ich rechnete Neue Zusammenstöße. befundet habe, Gleichzeitig wandte sich der Verteidiger zum| Richtertisch selbst mit der Frage: Oder fönnen die Herren hier das vielleicht selbst sagen?- Vorf.: Es ist unzuläffis, sich an die Beisitzer zu wenden. Dr. Löwenthal: Ich habe mich nicht an die Beisiger, sondern an das Gericht gewandt. Borf.: Ich sagte Ihnen fchon einmal, daß dies unzulässig ist. Dr. Löwenthal: Ich wüßte nicht, worin die Unzulässigkeit liegen soll, menn ich das Gericht um diefe Feststellung ersuche. Dr. Niedner( mit der Faust auf den Tisch schlagend): 3 ch entziehe 3hnen das Wort und werde es Ihnen auch noch weiterhin entziehen, wenn Sie zu diesem Borfall noch weitere Bemerfungen machen wollen. Kaum war dieser Zwischenfall beigelegt, als es zu einem neuen Konflikt zwischen dem Berteidiger und dem Borsitzenden kommt, als Dr. Cowenthal ersuchte, dem Angeklagten Meus Gelegenheit zu geben, zu den in dem Batet gefundenen Schriftstücken Stellung zu nehmen, erklärte der Vorsitzende, daß dieser Borhaft zu einer späteren Zeit des Verfahrens erfolgen werde. Dr. Lowenthal: Dann bitte ich um einen Gerichtsbeschluß. Borf.: Ich lehne einen Gerichtsbeschluß ab. Die Entscheidung über die Art der Fragestellung steht mir zu. Dr. Löwenthal: Auf Grund der Bestimmungen der Strafprozeßordnung fann ich eine Entscheidung durch das Gericht verlangen. Borf( scharf): Herr Rechtsanwalt, Sie haben überhaupt fein Recht hier, die Stellung bestimmter Fragen zu verlangen. Dr. Löwenthal( erregt): Dann habe ich hier wohl überhaupt ein Recht mehr und verzichte auf weitere Fragen. Borf.: Wollen Sie jetzt einen Gerichtsbeschluß haben? Wollen Sie jetzt einen Gerichtsbeschluß haben? Dr. Löwenthal: Nein, ich dante. Jetzt will ich feinen Gerichtsbeschluß mehr haben. Als der Verfeldiger hierauf vorübergehend den Saal verließ, verfuchte der Offizialverteidiger Neumanns, Dr. Goldstein, auf Grund einer vorhergehenden Auseinandersetzung mit Dr. Löwenthal eine Erklärung abzugeben, worauf Rechtsanwalt Dr. Brandt, der Dr. Löwenthal in diesem Augenblid vertrat, das Gericht erjuchte die Abgabe von Erklärungen der Offizialverteidiger genau so zu unterbinden, wie dies der Vorsitzende den anderen Verteidigern gegenüber getan habe. Als dann Dr. Löwenthal wieder im Saal erschien, tam es zu Auseinandersetzungen zwischen ihm und Dr. Goldstein, die der Borsitzende schließlich mit der Bemerkung abschnitt, daß er Erörterungen unter den Berteidigern nicht gestatten fönne. Reidysanwalt Neumann legte dann dem Gericht den falschen holländischen Baß mit dem Bilde Meus vor. Seine Frage, ob auch dieser Paß aus der kommunistischen Baßstelle resp. von deren Leiter Ern ft" stamme, wird von Neumann bejaht. Hierauf trat eine 1stündige Mittagspause ein. Nach der Mittagspause wurde zur " Vernehmung des 29 jährigen Arbeiters Ewald Huke aus Berlin- Mariendorf geschritten. Als der Vorsitzende feststellte, daß Hute bereits wegen Betrugs vorbestraft ist, wird von der Verteidigung darauf aufmerksam gemacht, daß damals auf eine Geldstrafe von 10 art erkannt worden sei, und daß es für ein hochverralsverfahren doch nicht nötig fet, eine solche Strafe zu erwähnen. Rechtsanwalt Dr. Brandt machte dazu darauf aufmerksam, daß laut polizeilicher Bescheinigung Sute als bisher nicht vorbestraft in allen Listen geführt werde. Hute ist früher Straßenbahnschaffner gewesen, aber wegen Betriebseinfchränkung entlassen worden. Er fand feinen Lebensunterhalt nunmehr beim Nachrichtendienst der KPD., der er seit 1920 angehörte und wo er als Kurier verwandt wurde, und zwar hatte er Briefe, illegale Zeitungen und Rundschreiben der Partei an und gewiffen Georg Bley, mit dem er sich auf Stadt- und Untervon Parteigenoffen zu hejorgen, u. a. an Klemm und an einen grundbahnhöfen zu treffen pflegte. Freitag, 27. Februar 1925 Briefe befördert. Neumann: Ich halte meine Aussage aufrecht. Anfang Oktober oder Ausgang September famel. muth", also Stoblewski, zu mir und verlangte einen Mann, der Kurierdienste bei ihm verrichten tonnte. Ich wandte mich an Hufe und fragte, ob er bereit wäre, in die Partei als Funte tionär einzutreten. Er jagte ja und ich brachte ihn mit Helmuth" in Berbindung. Ich stellte ihn dem„ Helmuth" gewissermaßen als Leibfurier jur Berfügung. Es ist ein 3rrfum, wenn man annimmt, daß Hufe nur Berbindungsmann zwischen Helmuth" und mir war ftand in allgemeinen Diensten des Helmuth", und zwar bis zu deffen Berhaftung. Huke ist jedenfalls Berbindungsmann gewesen, solange ich noch Sekretär der Militärischen Abteilung war, wahrscheinlich auch noch später, denn durch Sute wurde ich zu Helmuth betellt, als mir schon die Leitung der T- Gruppe übertragen mar. Bors.: Hufe, was sagen Sie dazu? Hule: Es wird sich schon herausstellen, daß Neumann nicht die Wahrheit sagt. Stoblewity: 3ch habe schon gesagt, daß das nicht ftimmt. Borf.: Früher haben Sie befundet, daß Sie in der russischen Botschaft täglich Schriftfiüde abgegeben haben, die Sie aus der hauptet, er niemals auf ihn eingewirkt hat. Hufe: Ich bleibe muß hier ausführlich schildern wie diese Protokolle zustande gefommen sind. Landgerichtsdirektor Boot hat troh meines Abstreitens immer behauptet, daß Alfred" Maßlow fel, und er wolle mich so lange in haft behalten, bis ich das zugebe. Dann war zu jener Zeit auch der Thormann- Grandi- Proaeß, für den ich mich sehr interessierte. Um das Zusammenspiel zwischen Landgerichtsdirektor Bont und Neumann mit anzusehen und weil Neumann mir vor dem Untersuchungsrichter fagte, er hobe feinen Anlaß mehr, die Partei zu schonen, bin ich auf die ver schiedensten Sachen eingegangen. Heute schäme ich mich bessen und werde es ch nicht nie wieder tun, so wahr ich hier Stehe. Neumann: Ich will den Untersuchungsrichter nicht perteidigen, aber ich muß doch betonen, daß so, wie Sute es hier behuaptet, er niemals auf ihn eingewirkt hat. Huke: Ich bleibe bei dem, was ich gesagt habe. Ich gebe jogar noch weiter. Reumann hat erklärt, ich fei täglich bei ber ruhen Botschaft ein und ausgegangen, und drohte mir vor dem Unter fuchungsrichter, ich folle ihn nicht als Schwindler hinstellen, sonst würde er, wenn die Zeit dafür gekommen fet, noch ganz andere Sachen von mir erzählen. Neumann: Tatsache ist, daß Hufe Generalstabstarten, in denen die Stellungen der Reichswehr, sowie der Proletarischen Formationen eingezeichnet waren, wöchentlich einmal vom Stabschef abholen mußte. Diese Material wurde dann jeden Freitag abend vom Sekretariat ber Militärischen Abteilung an die Militärischen Oberbezirke Dex fandt. Im übrigen fann ich mich eines solchen Borganges. wie Sute ihn hier schildert, nicht entfinnen. Der Bors. verliest hierauf das betreffende Bernehmungs. protofoll Sutes vor dem Untersuchungsrichter, in dem Hufe zugibt, daß er durch Neumann als Verbindungsmann zu Wolf alias Helmuth" gekommen fei, mit dem er sich dann täglich zum Austausch von Material getroffen habe. Ebenso sei er eine Zeitlang täglich in die russische Botschaft ge tommen, aber nur bis zum Pförtner, bei dem er die von der Zen trale in der Rosenthaler Straße für die Botschaft bestimmten Schriftstüde in einer verfchloffenen Mappe abgegeben habe. Berhandlung auf 10 Minuten unterbrochen werden. Infolge Erschöpfung des Angeklagten Boege mußte dann dis fortgefahren. Er befundet barin u. a. auch, daß er durch el. Nach der Bause wird in der Bernehmung der Brotokolle Hutes muth" mehrere Russen tennengelernt habe. Er tenne jedoch damu, daß es bis zu meinem Eintreffen nicht dazu fommen Stoblemiti zusammen waren. 3ft das dieser Stoblewifi? Sute: aber einen gewissen Aroid" nicht. würde. Die Befundung, die Neumann über die Art seiner Auftragerteilungen an Meus im Falle Wegel heute madyt, gab zu lebhaften Auseinandersetzungen mit dem Berteidiger Meus', M.-A. Dr. Löwen thal Berlin, Aniah, wobei dieser feststellte, daß Neumann bisher wech bei feiner einzigen Bernehmung erflärt habe, daß eget euch von Meus und Szon selbständig zu erledigen fel, wenn er, dann noch jest, daß Meus entgegen feiner Behauptung einen Reumann, nicht rechtzeitig nach Stuttgart fomme. Reumann stellte falfchen Baß auf einen holländischen Namen gehabt habe. Mieus: Das ist unwahr. Es lag wohl in dem Babet ein Baß mit meinem Bild aber ich habe davon überhaupt nichts gewußt. Neumann: Deus fagte mir, er fpreche holländisch. Daraufhin habe ich ihm einen solchen Baß verschafft, weiß aber nicht, ob er ihn gebraucht hat. Meus: Das ist gar nicht wahr. Ich spreche gar nicht Holländisch. Neumann hat von mir Lichtbilder verlangt für Breffe farten und Waffenfcheine. Neumann: Aus den Pressefarten ist nichts geworden. Den Waffenschein fonnte die kommun ftische Basstelle damals nicht berftellen. Es ist möglich, daß ich mir dazu von Meus habe Bicht bilder geben lassen. Neue Zusammenstöße. Bu einem scharfen 8usammenstoß zwifchen Dr. Löwen thal und dem Borfihenden fam es dann, als der Berteidiger an Neumann die Frage richtete, ob er nicht gestern bei der Bernehmung Mörsners zugegeben habe, daß Meus fich immer mit feinem richtigen Ramen in Hotels, Gasthöfen usw. eingetragen habe. Neumann er widerte, es sei möglich, daß er das gesagt habe, worauf Dr. Löwen. thal Bewels bafür anbot, daß er gestern diefe Tatsache ganz bestimmt Borf.: Sie wurden am 24. März 1924 verhaftet, als Sie mit Jawohl. einen gewiffen Winkler geben follten, der aber nicht identisch sein Borf.: Sie hatten von ihm eine leere Reisetasche, die Sie an soll mit dem Waffenaufläufer Pfaff. richtig. Der Angeklagte bittet barauf, feine Entwicklung als An Hufe: Nein, so ist das nicht hänger der KPD. schildern zu dürfen, was der Borsigende ihm auch ufällig habe er eines Tages einen Genossen„ Alfred" getroffen, stattet. Dann kommt Hute auf seine Berhaftung zu sprechen. ber ihm Aller"( Sloblemsti) vorstellte. Sute führte dazu aus: Am am Montag jollte ich ler" am Wedding, am Nettelbedplay, nächsten Tage trafen wir uns wieder und da sagte mir Alfred", treffen, und zwar werde Aller" eine Ledertasche bei fich haben. Boria Da haben Sie ihm gejagt, er folle sich an" Ernst von der Basstelle wenden( zu Stoblemftn) stimmt das? Stoblemffi: Jawohl, das stimmt. Borf.: Weshalb haben Sie sich gerabe an Hute gewandt? Stoblewski: Durch Bermittlung bes Herrn, bei bem ich wohnte. Hute: Er gab mir dann auch die sollte.- Borj.: Sollten Sie damit dann nicht zu einem geLebertasche zum Halten, ohne daß ich mußte, was ich damit machen wijen intler fahren?- Hufe: Nein. Borj.: Sto blemsti, haben Gle ihm den Auftrag gegeben, er sollte die Leder tasche zu Winkler tragen?- Stoblerofti: Die Ledertasche war zum Bertauf bestimmt Wir woren mit unserer Unterhaltung ja noch gar nicht zu Ende, als wir verhaftet wurden. Dorf: Sie fagen, Sie tannten Stoblemfte erst seit drei Ta gen vor der Berhaftung. Neumann fagt aber, er hätte Sie mit Stoblemiti schon im Oftober 1923 in Berbindung gebracht.- Hute: Das stimmt nicht. Borf.: Sie follen der Berbindungsmann zwischen ihm und Sto blewski gewesen sein. Hufe: Ich bin nie Berbindungsmann zwischen irgendwelchen Berfonen gewesen. Ich habe mur " Neumann:„ Arvid" mar Mitglied des Fünfer- Kopfes und Ruffe. Weiter heißt es in dem Protokoll: Meine früheren Angaben, Berhaftung tennen gelernt habe, ist unrichtig. Das war der Mann, daß ich den als„ Aler" bezeichneten Mann erst turz vor meiner Borf.: Was ist denn also richtig? Hute: Den Stoblewffi, der den ich als helmuth" oder Wolf" tennengelernt habe. hier fikt, habe ich erst drei Tage vor meiner Berhaffung fennen tes material vorgelegt, u. a. eine Reihe leerer Umschläge, die gelernt. bie Adresse An 12 B tragen. Weiter wurde bei hute in der Woh der Angeklagte aber noch nicht gelesen haben mill. Weiter hat er nung ein Auffah gefunden Die weiße und die rote Armee", den früher zugegeben, daß er, kurz bevor er verhaftet worden sei, von Helmuth" den Auftrag erhalten hätte, nach der Mödernffraße zu Fräulein Schivoma, eine Angestellte der Russischen Botschaft, zu gehen. Dem Hufe wurden dann auch mehrere von ihm unterzeichnete nahmt worden sind. Es soll sich dabei nicht nur um Belege für Quittungen vorgelegt, die bei dem Angeflagten Hallupp befchlag 3ahlungen an die Kuriere, sondern auch für 3ahlungen an bie Abteilungsleiter in der militärischen Organisation handein, wie Neumann vor dem Unterfuchungsrichter angegeben hat.Borf: Bon wem haben Sie denn das Geld dazu bekommen? Hufe: Bon einem Genossen. Es handelt sich um Gelder für die Beobachtung der Hitler- Bewegung. Dorf: Unter den Quittungen befindet sich auch eine, die mit Ernst unterschrieben ist. Hute: Ich kenne fie nicht. Vori.: Früher haben Sie gesagt, Shitowlti ist derjenige, der die Kuriere ausgezahlt hat. Hule: Ich bin nur darauf eingegangen, weil bei meiner polizeilichen Bernehmung der Beamte das behauptete. Ich kenne einen Schitowski aber absolut nicht. Es wird dann einiges bei Sufe beschlagnahme Crieb der Fülle des Angebots was Richtige Crüb. zu wählen ist nicht schwer, wenn man nur 1 × nah.. Enver Bey Gold dir 5- Pfennigzigarette Geraucht hat. Um 5 Uhr bat R.-A. Dr. Schindler, im Interesse des Ange-] flagten Poege die Verhandlung abzubrechen, da diefer nicht mehr imftande sei, der Sitzung zu folgen.- R.- A. Dr. Wolf bat im Anschluß hieran, mögli immer von 9-1 und von 2-4 Uhr zu verhandeln, damit die Angeklagten nach der anstrengenden Berhandlung noch einige Zeit im Gefängnishof spazieren gehen fönnten. Borj.: Mir scheint das auch richtig zu sein. Auf eine Bitte des R.-A. Dr. Löwenthal, den Angeklagten doch den Emp= fang von Lebensmittelpateten ihrer Angehörigen zu geftatten, was bisher unterfagt war, erklärt der Vorsitzende, daß eine Milderung der diesbezüglichen Vorschriften wie auch hinsichtlich des Besuches der Ehefrauen nach Abschluß der Bernehmung der Angeklagten in Aussicht genommen sei. Bisher habe er fein besonderes Augenmerk auf eine Berhütung etwaiger Kollusionsgefahr richten müssen. Hierauf wurde die Verhandlung auf Freitag früh 9 Uhr verlagt. Parteinachrichten Gusendungen für diese Rubrik sind Berlin GB. 68, Sindenstraße 3, Wirtschaft Siemens über die Wirtschaftspolitik. mertvolle produttive Kräfte entzogen werden, und auf der anderen Sette den Nachteil, daß die Bielen, die non dem Ertrag des Handels leben müssen, eine unnötige Belastung des Handels und der Preise darstellen. Hier liegt der Angelpunkt unserer Außenhandelspolitif. Die Umstellungsvorschläge wurden nach den Ausführungen v. Siemens' diskussionslos angenommen. Schacht über den Stand der Reichsbank. Wie wir bereits meldeten, hat die Reichsbank der Wechseldistont von 10 auf 9 Proz. und den Lombardzinsfuß Don 12 auf 11 Proz. mit Birkung vom gestrigen Tage herabgejezt. Reichsbanfpräsident Dr. Schacht gab hierzu in der Zentralausschußfihung der Reichsbank folgende Erläuterungen: für Groß- Berlin pessimistis. Einmal macht er die allzu große Belastung mit Ultimos verhältnismäßig befriedigend entwickelnd. flets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2. Trev. rects, zu richten. 5. Arcis Friedrichshain. Funktionärinnenkonferenz heute, Freitag, 7½ Uhr, bei Rojin, Gubener Sir. 19. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. 11. Kreis Schöneberg- Friedenau. Zu dem am Sonntag, den 1. März, vormittags 10% Uhr, in der Schloßbrauerei Schöneberg. Sauptstr. 122, statt findenden Vortrag des Genoffen Brof. Dr. Mar Adler- Bien über: Staat und Marrismus" laden die Bezirksführer alle Mitglieder der Bartei ein. Kulturfarten. Sonntag, den 1. März, Führung durch das Märtise Provinzialmuseum.( Leitung: Dr. Stolp.) Treffpunkt 12 Uhr im Museum. 14. Areis Neukölln. Die Abteilungsleiter holen zu der am Dienstag, den 3. März, stattfindenden Kreismitgliederversammlung die Sandzettel am Sonnabend, den 28. Februar, von 5 bis 7 Uhr im Parteiburean. 20. Kreis Reinickendorf. Alle Abteilungen beteiligen fich an der am Sonn1aa. Sen 1. März 1925, nadm. 3% Uhr, in Schildom, Lokal Fris Wulf, stattfindenden öffentlichen Bersannnlung. Referent: Landtagsabgeordneter Richard Wende. Gemeinsamer Sinmarsch aller Genossinnen und Genoffen und Umzug durch Schildow. Treffpunkt nachmittags 2 Uhr Reinidendorf- Oft, Residenzstraße, Ede Kopenhagener Straße, und 2½ Uhr in Rosenthal, Sauptstraße, Ede Rurfürstenstraße. Eventuell auch Fahrverhindung mit der Reinickendorf- Liebenwalder Bahn ab Bahnhof Rosenthal 1.53 und 4.30 bis Echildow. Eventuelle Rückfahrt 8.13 Uhr. Heute, Freitag, den 27. Februar: 128./130. 961. Bankow. Der nächste Borleseabend vom Bolfsbildungsamt findet heute 7% Uhr im großen Sigungsfaat des Rathauses statt. Morgen, Sonnabend, den 28. Februar: 44. Abt. Borwärtsdruckereibesichtigung. Treffpunkt pünktlich 6½ Uhr Lindenffraße 3, 4. Sof. 47. bt. Familienabend mit Tanz in Behrendts Festsaal, Manteuffelstr. 95. Sarten a 0.50 0. inf. Steuer an der Abendkasse Beginn 7 Uhr.( Arbeitslose frei.) 48. Abt. 7 Uhr im Alexandriner", Alexandrinenstr. 37a, geselliges Beifammensein aller Genoffinnen und Genossen. Gäste willkommen. 109. Abt. Friedrichshagen. 71 Uhr Mitgliederversammlung bei Scholz, Friedrichstr. 81. Bortrag über: Konsumgenossenschaft oder Privathandel?" Anschließend gemütliches Beisammensein. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 35. Abt. Am Montag, den 25. Februar, verstarb Genoffe M. Schott; Boigtstr. 15. Ehre seinem Andenken. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin G: 14, Gebastianftr. 37/38, Sof 2 St. Rameradschaft Lichtenberg nebft Untergruppen. Freitag, den 27. Februar, abends 7½ Uhr. Auf das bei Tempel, Friedrichsfelde, Brinzen- Altec, stattfindende Stiftungsfeit wird nochmals aufmerksam camocht. Sämtliche Kameraden, auch die der Untergruppen, nebst den älteren Rameraben haben restlos zu erscheinen. Die Nachbarbameradschaften find herz lift cingeladen. Sonne Kamerabschaft Friedrichshain, Jugendgruppe. ohand, hen 28. Februar, abends 7 Uhr, Bersammlung im Jugendheim, Sifter Str. 4/5. Kameradschaft Rieberschöneweide. Sonnabend, den 28. Feheuer, abends 7 Uhr, bei Schöps, Grünauer Str. 8, Bersammlung aller 19 Jugendfameraden der Ortsgruppe Ober- Nieder- Schöneweide und Johannisthal. Erscheinen Pflicht! Bildung eines Tambourkorps! Interessenten aus den Ortsgruppen Baumschulentwea, Treptow, Adlershof werden um Erscheinen gebeten. Kameradschaft Zehlendorf. Seute, Freitag, abend 8 Uhr in der Turnhalle Turn- und Sportabend. 721 * Gauvorstand. Bom Freitag, den 27. Februar, ab läuft der Magdeburger Film in nachstehenden Lichtspieltheatern: Dinmpia- Palast am Friedrichshain ,. Stadttheater am Hackeschen Markt, Germania- Balast, Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße, Städtisches Lichtspielhaus, Neukölln, Bergstraße, SternLichtspiele, Neutölln, Hermannstraße, Lichtpalast, Röpenid, Grünstraße; Filmpalait. Friedrichshagen, Friedrichstraße, Thalia- Theater, Nowawes. Deutscher Monistenbund. Kaplan Fahfe I wird am 6. März über das Thema: Die Binchologie des Glaubens und Unglaubens" in der Aula des Friedrich Wilhelm- Gymnasiums, Kochitraße 13, veranstaltet vom Deutschen Moniftenbund, Ortsgruppe Beriin, sprechen. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Rarten sind in der Geschäftsstelle des Monistenbundes, Wilhelmfinaße 48, 3 r., in der Zeit von 9 bis 5 Uhr erhältlich. Die„ Typographia“, Gefangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, Deranstaltet unter Leitung thres Chormeisters Alerander Weinbaum an Montag, den 2. März, abends 8 Uhr, im Ronzertsaal der Staatlichen Hochfchule für Musik ein Ronzert unter Mitwirkung von Sabine Meyen( Sopran) und Alfred Wittenberg( Bioline). Wiederholung des Ronzerts am 10. März in der Hochschule. Jm, Berföhnungsbund, Berlin- West spricht am Montag, den 2. März, ahends 8 Uhr, Lic. 2 ann über Kirchliche Verföhnungsarbeit in England", funft findet am 16. März statt. Wie alljährlich benutzte auch in diesem Jahr der Borfizende des Aufsichtsrats, Dr. ing. e. h. Karl Friedrich v. Siemens, die Gelegenheit der Generalversammlung seines von Stinnes abhängigen Konzerns, um in breiter Deffentlichkeit die Wirtschaftsaussichten für die kommende Zeit zu beleuchten. Er führte noch einmal aus, daß die Goldbilanz so aufgestellt worden ist, daß die Rente als wichtigster Wertbestimmungsfaktor eingeführt wurde. Produktion und Spekulation sind seiner Ansicht nach Dinge, die sich nicht miteinander vertragen. Er hält es für notwendig, daß jede Gesellschaft eine von Augenblidsströmungen freie, gleichmäßige Führung erhält. Die Zukunft beurteilt er fehr Steuern verantwortlich, die früher aus der Not der Zeit zu erflären gewesen sei, aber jetzt gar keine Berechtigung mehr hat. Er machte darauf aufmerksam, daß die in dem Dawes- Bericht uns gewährte Schonzeit benutzt werden muß, um der Wirtschaft die ruhige zielbewußte Führung zu geben und Ordnung und Ruhe zu schaffen.( Wir nehmen an, daß Herr v. Siemens sich an seine neuen Freunde von der Deutschen Boltspartei gemandt hat, die ein dauerndes Moment der Unruhe in die innere Politif des Reiches und der Staaten getragen hat.- Die Red.) Herr v. Sie mens kommt dann auf die Handelsbilanz zu sprechen, und stellt es als verfehlt hin zu glauben, daß die unsichtbare Zahlungs bilanz die passive Handelsbilanz zu unseren Gunsten ändert. Das kann deswegen nicht geschehen, weil der Teil des deutschen Außenhandels, der sich nur in der Zahlungsbilanz cusmirfte, mie Schiffahrt, Versicherung, Beteiligung an ausländischen Unternehmur gen, die durch den Krieg zerstört wurden, noch nicht wiederhergestellt ist. Das nach Deutschland strömende ausländische Geld, das durch die hohen Zinsen hierher gelockt wird, mag im Augenblick die Bahlungsbilanz attiv machen, aber in dem Augenblic, in dem die Zinsen und Amortisationen für dieje Leihkapitalien ins Ausland fließen, in dem Moment wird auch wieder die Zahlungsbilanz passiv. Außerdem ist dieses Leihkapital eine dauernde Beunruhigung für unser Wirtschaftsleben aus dem einfachen Grunde, weil diese Leihkapitalien mit furzen Kündigungsfristen versehen sind. Die deutsche Wirtschaft aber braucht Kapital zu ihrem Wiederaufbau auf lange Fristen. Herr v. Siemens fritifieri mit Recht sehr scharf die Kreditpolitik, die die öffentlichen Körperschaften getrieben haben, und wir haben das Bergnügen, uns hier mit ihm in Uebereinstimmung zu befinden, wie der Fall der Seehandlung, den wir ja ausführlich hier behandelt haben, aufs deutlichste zeigt. Wenn das Ausland uns Vertrauen schenken soll, und uns langfristiges Geld geben soll, dann ist es notwendig, daß das in der Wirtschaft angelegte Kapital eine Rente abwirft. Zum Schluß beschäftigt er sich mit dem Geschäftsgang in der elektro technischen Industrie und führt hierzu wörtlich folgen des aus: In der letzten Zeit hat eine leichte Besserung des In landmarktes eingefest, das Auslandsgeschäft liegt aber in unserer Industrie stark darnieder, die deutschen Her stellungskosten liegen meist über den Weltmarktpreisen, alte und neu geschaffene Staaten umgeben sich mit hohen Zollmauern zum Schuße der nationalen Industrien, und durch den Mangel an Kapital find wir zu Berkaufsbedingungen gezwungen, besonders bei größeren Anlagen, die die Kundschaft unsere ausländischen Konkurrenten zutreibt, Ich bin überzeugt, daß die deutsche elektrotechnische Industrie, der es trotz aller Schwierigkeiten gelungen ist, sich voll auf der Höhe der Technik zu halten, einer guten Entwicklung entgegen sehen könnte, wenn das Vertrauen im In- und Auslande zu einer. zielbewußten und stetigen, die Zukunft im Auge behaltenden Politik wieder hergestellt würde. Dies ist aber eine Aufgabe, deren Lösung nicht in unserer Hand liegt." Diese Ausführungen geben nach mehr als einer Richtung hin Anlaß zur Kritit. Herr v. Siemens gibt auf der einen Seite zu, daß viel ausländisches Kapital nach Deutschland zum Wiederaufbau hineingekommen ist. Dieses Kapital ist in erster Linie der In dustrie zugute gekommen, und an der Industrie wäre es gelegen, mit diesem Pfunde zu wuchern. Wenn die Kredite als Produk tiv kredite in dem Sinne verwertet werden, daß die Arbeitsmetho den und die Produktionsmethoden eine Verbesserung erfahren, und zwar nach dem Beispiel Amerikas, wenn auf diese Weise die Her mit ein Schritt zur Hebung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Produkte getan. Weiter liegt die Zukunft des Außenhandels auf dem Gebiet der Qualitätsarbeit, und diese Qualitätsarbeit erfordert auch Qualitäts a rbeiter. Sie können aber nicht dadurch herangeholt werden, daß man sie mit unzulänglichen Löh nen abspeist, abgesehen davon, daß unzulängliche Bezahlung, der Arbeitskräfte sich letzten Endes gegen die Arbeitgeber selbst richtet, da sie dem Markt wertvolle Konsumfraft entzieht. Weiter ist es notwendig, um den Außenhandel wettbewerbsfähig zu machen, die Spanne in den Breifen zu verringern und nicht die Wirtschaft mit einer ungeheuren Summe von 3wischengewinnen zu langem hat man in der Reichshauptstadt derartige kapitale Sterdreffuren nicht belasten, die den Absatz erschweren. Der Handel ist eben in Deutsch land übersetzt. Das hat einmal den Nachteil, daß der Wirtschaft Surfürstenstr. 141, Baugewerkschale, Erdgeschoß. Die folgende Zusammenstellungstosten heruntergedrückt werden, dann ist da" Arbeiterabftinentenbund, Ortsgruppe Berlin. 27. Februar, 8 Uhr, Weinmeiflerstraße 15( Aula). Bortrag von Dr. Juliusburger: Bom gefunden und Franken Seelenleben. Berliner Quakergruppe. Montag, den 2. März, abends 7½ Uhr, im Gesangsaal des Französischen Gymnasiums, Reichstagsufer 6, Vortrag von Brof. Dr. Schiller: Bon chinesischer Kultur." paris. Geschäftliche Mitteilungen. Sagenbed bei Busch. Der Direktion des Zirkus Busch ist es gelungen, tem Berliner Publikum wiederum eine wahre Zirkussensation zu bieten, und amar teine geringere, als ein Teilgastspiel des weltberühmten Stellinger TierCarl Sagenbed entfendet eine Gruppe indischer Riefenelefanten und eine Gruppe Bolarbären, die nicht weniger als 20 Eremplare zählt. Geit mehr gefchen, die im Rahmen eines hochwertigen Zirkusprogramms mit dem Manegeschaustück ,, Lady Hamilton" erscheinen. Spittelmarkt Ecke Wallstraße Alexanderplatz nahe A'schinger Königstr. 55 gegenüber Rathaus W Friedrichstr. 193a Ecke Leipziger Straße Leipziger Str. 113 Ecke Mauerstraße Linkstr. 1 Ecke Potsdamer Straße N Schönhauser Allee 81 am Bahnhof Nordring Friedrichstr. 106 Ecke Ziegelstraße Dieser aus gutem Doublé, ogne Rand und ohne Gläser, nur 502. 1.50 bezn 1 Jahr Ruhnke- Garantia. Der Status der Reichsbank hat sich jomohl gegen Ende des alten Jahres, mie auch insbesondere nach leberwindung des Dezember Die gesamte Wechsel- und Lombardanlage der Reichsbant, die Enda Oktober ungefähr 2373 Millionen Reichsmart betragen hatte, stellte fich ultimo des Jahres 1924 nur auf 2081 Millionen Reichsmart, also rund um 300 Millionen Reichsmart niedriger. Sie ist dann bis zum 23. Februar dieses Jahres nahezu um weitere 500 Millionen Reichsmart, nämlich auf rund 1600 millionen Reichsmart, zurückgegangen. Zu dieser Entlastung hat einmal beigetragen das Hereinkommen ausländischer Kredite, die, soweit fie zu Markanschaffungen benutzt worden sind, den Devisenbestand der Reichsbank wesentlich gestärkt haben, ferner die Herausnahme lands wirtschaftlicher Wechsel aus dem Reichsbankportefeuille auf Grund des Rentenbank- Liquidierungsgesetzes und endlich eine allgemeine Entlastung, die dazu geführt hat, daß die intern für die Bantanstalten gesetzten Kreditkontingente in der letzten Zeit nur anwenigen Stellen voll ausgenugt worden sind. Der gesamte 3ahlungsmittel umlauf( das sind also Reichsbanknoten, Privatbanknoten, Rentenbankscheine und Münzen), hatte sich für Ende Dezember 1924 auf 4274 Millionen Reichsmart belaufen. Er ist bis zum 23. Februar ungefähr auf 3800 millionen Reichsmart zurückgegangen und hat damit den Stand vom 23. Dezember vorigen Jahres etwas unterschritten. Die Lage der Reichsbant gestattet danach die Erwägung einer Diskontherabjegung. Da ferner die Bemühungen der Reichsbant um die Wiedereinführung eines Privatdiskontverkehrs Fortschritte gemacht haben und da ebenso die auf eine Konzentration der öffent lichen Gelder und ihre Verwendung am offenen Geldmarkt gerichteten Bestrebungen bei mehreren der in Frage kommenden Stellen volles Berständnis gefunden haben, so hat das Reichsbankdirektorium sich entschlossen, den Diskontsaz mit Wirfung vom gestrigen Tage von 10 Prozent auf 9 Prozent herabzusetzen, ohne damit auf das auch bisher geübte und gegebenenfalls auch weiter anzuwendende Recht einer Kontingentsregulierung zu verzichten. Absatzkrise im Ruhrkohlenbergbau. Der Ruhrfohlenbergbau leidet neuerdings unter erheblichen Abjagichwierigkeiten, die bereits zur Einlegung von zahlreichen Feierschichten geführt hat. Der letzte Wochenbericht über die Rohlenförderung sagt dazu das folgende: Die Kohlenförderung des Ruhrbedens hat im Fes bruar 1925 im Vergleich zu den vorhergehenden Monaten einen nicht unerheblichen Ridgang erfahren. Während die arbeitstägliche Förderung von 344 000 Zonnen im Oktober 1924 in den drei falgenden Monaten auf 365 000 Tonnen, 370 000 und 379 000 Tonnen gesteigert wurde, stellte sich in der Zeit vom 1. bis 21. Februar 1925 die Förderung arbeitstäglich im Durchschnitt auf 344000 Tonnen. Die Ursache diefes Förderrüdganges ist in der Ab fait odung zu suchen, von der zurzeit nicht nur der deutsche Kahlenbergbau, sondern auch der ausländische Kohlenbergbau be troffen wird. Infolge der Abfahtrise mußten in den legten Wochen in erheb lichem Umfange Feierschichten eingelegt werden. Während die Gesamtzahl der Feierschichten im Dezember 1924 101 856. im Januar 1925 173 837 betrug, waren allein in der Woche vom 8. bis 14. Februar 1925 162 788 Feierschichten und in der Woche vom 15. bis 21. Februar 1925 219 752 Feierschichten zu verzeichnen. Die weitere Folge der mißlichen Absatzverhältnisse ist ein gewal tiges Anwachsen der Halden und Lagerbestände. Im Ruhrbergbau beläuft sich der Bestand an unverkaufter Kohle ( das sind Kohlen, die weder den Zechen noch dem Ruhrkohle- Rohlensyndikat abgenommen sind) auf 7% Millionen Tonnen. Kohlenbestände stellen etwa die Förderung eines gan zen Monats dar. Zu diesen Lagerbeständen treten noch die großen Bestände hinzu, die der Kohlen handel im Hinblick auf die bekannte Konjunktur in der Winterszeit angelegt hat. Die Die Gründe der ungünstigen Martilage sind verschiedener Art. In erster Linie kommt der ungewöhnlich milde Winter in Frage, der nicht nur für den Hausbrand geringeren Verbrauch, sondern auch, wie seit langem schon festgestellt ist, einen aeringeren Verbrauch der Industrie verursacht wegen der geringen Wärmevergroßem Einfluß auf die Absazverhältnisse im Ruhrbergbau ist auch luste, die in einem solchen milden Winter einzutreten pflegen. Bon die große Konkurrenz der an Qualität und Heizkraft viel ge= ringeren Brauntohle. Ginen nicht unwesentlichen Rückgang hat auch der Verbrauch von Buntertohle erfahren, da die Schiff fahrtsgesellschaften immer mehr zur Heizung mit Del übergehen. Ein weiterer Grund der Abfahstockung liegt auch weiter noch in den Eisenbahntarifen, die heute noch immer 45 Pro3. über den Borfriegstarifen liegen. Als besonders erschwerend trift noch hinzu das Borhandensein des sogenannten Staffeltarifs, der auf kurze Entfernungen sehr hohe Frachten, auf weite Entfernungen erniedrigte Frachten vorsieht. Die Folge ist, daß zum Beispiel die oberschlesische Kohle, die in die alten Abjohgebiete der Ruhrkohle vorgedrungen ist, die Annehmlichkeiten des Staffeltarifs genießt. Ruhnke- Fingerkneifer m.flachen Gläsern M. 2.50 m. Punktorik- Gläs., 4.50 Alle drzt. Gläser- Berordnungen werben ihneII u. forgfältig ausgeführt NW Friedrichstr. 150 Ecke Dorotheenstrafe SW Friedrichstr. 228 Ecke Hedemannstraße Belle- Alliance- Str. 4 nahe Jandort SO Oranienstr. 44 zw. Moritz- u. Oranienplatz Charlottenburg: Tauentzienstr. 15 zw. Marburger u. Rankestr nahe Bahnhof Zoo Neukölln: Bergstr. 4 Brillen mit und ohne Randfassung Joachimsthaler Str. 2 Die folgenden Preise verstehen sich ohne Gläser Kneifer ohne Randfassung Gold- Doublé Kneifer mit Randfassung Gold- Double ein Jahr Ruhnke- Garantie . zwei Jahre Ruhnke- Garantie. 1.50 2.50 4.ein Jahr Ruhnte- Garantie zwei Jahre Ruhnke- Garantie . . Gold- Doublé 4.6.- 8.9 am Stettiner Bahnhof Auf alle 14karätigen Goldfassungen vier Jahre Nuhnle- Garantie. 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Da's meer der Entfheidungen, Das Gedränge des Tages war in der abenddunkein Straße schon abgeflaut, nur die Korbflechter und Möbeltischler waren in ihren offenen Werkstätten noch an der Arbeit und fahen kaum auf, als Die lauten Gongfohläge die Straße erschütterten und aus der Seitengaffe Lampionträger einbogen, deren leuchtende, große Kugeln rote Wunden in die Nacht biffen. beiderseits des Pazifit( Brodhaus, Leipzig). Hinter den Lampionträgern und Gongschlägern aber fam etwas wie ein glühender Blumenftrauß, eine mit fünstlichen Blüten geschmückte Sänfte, die durch elektrische Birnen von innen erleuchtet mar. So- lim- gun" jagte, auf die Brautfänfte deutend, der aite Korbf'echter, mit dem ich gerade wegen Ankaufs einiger Liegestühle verhandelte. Já nahm an, daß es wohl ein Mädchen dieses Namens aus der Nachbarschaft sein müsse, das da in der flammenden Blumenfänfte aus der Obrigkeit seiner Eltern in die des Ehemannes getragen uurde. Dreifacher Gehorsam macht nach Konfuzius das Leben der Frau aus. Zuerst hat sie den Eltern zu folgen, dann dem Ehemann, und wenn dieser gestorben, dem erwachsenen Sohn. SD Wenn die Sänfte mit der Braut in feierlichem Umzug im Haus der Familie des Mannes angekommen ist, verschwindet die junge Frau auf immer in den Frauengemächern der neuen Familie, Stiavin nicht nur des Mannes, fondern vor allem auch der Schwiegermutter und der Frauen der schon verheirateten älteren Schwäger. ermartete es der alte Korbflechter auch von der Nachbarstochter Ko- lim- gun. Aber ich glaube, er irrte sich: denn als ich, weiter durch die Straßen schlendernd, um eine Ede biege, steht ihre Sänfte am. Straßenrain, und Lampionträger wie Gongichläger find eifrig dabei, die elettrische Batterie der Sänfte auszubessern. Gerade leuchteten dis Glühbirnen wieder auf, und der feierliche Zug setzte sich wieder in Bemegung, als ich dazukam. An der Art, wie die Sänfte beim Hochnehmen schräg gelegt wurde, sah ich, daß fie leer war. Augenscheinlich war Ko- lim- gun, die vielleicht eine europäische Erziehung genossen hatte, bereits zu modern, um sich in eine Sänfte. sperren zu lassen. Aber andererseits hatten die Eltern der Braut mohl nicht gewagt, auf die alle Zerenomie zu verzichten, aus Angst, fonft ihr Gesicht" zu verlieren und so verfiel man auf den Ausmeg, tie leere Sänfte durch die Straßen zu schicken. Das Gesicht" des Chinesen ist eine ganz eigene Sache, es ist nicht nur die persönliche Einschätzung seiner selbst, sondern vielmehr das Ansehen und die Stellung, die er bei den anderen genießt. Man zeigt seiner Umgebung ein bestimmtes Gesicht, dem dann alle persönlichen Handlungen mie auch die Behandlung durch die anderen zu entsprechen haben. Irgendwelche Beleidigung oder Herabſegung durch einen onderen hat ebenso den Berlust des Gefichts zur Folge, wie eine von ihm selbst begangene minderwertige Handlung. In diesem Gesicht liegt der Schlüssel zur chinesischen Ethit. Die Frage ist nur, wie sich unter den heutigen Verhältnissen das Gesicht cinzustellen hat. Hätte vor zehn Jahren noch die Frau aus dem Haus auf Arbeit zu gehen gemagt, fo hätte nicht nur sie, sondern die ganze Großfamilie, der sie angehört, das Geficht verloren. Hätte ein Mann gewagt, anders als auf dem üblichen Weg zu heiraten, so wäre die Schmach des Gesichtsverlustes ebenfalls auf seine ganze Sippe gefallen. Un einem der nächsten Tage lernte ich Ko- lim- gun persönlich fennen; das heißt, ob es gerade fie war, meiß ich nicht. Aber es war eine junge Frau, die erst vor wenigen Tagen geheiratet hatte. Sie ſtand inter einer Spinnmaschine in blauseidener Jade und Hose und mit gestickten Pantoffeln und sie benahm sich genau so frei und ungezwungen unter Arbeitskollegen und Kolleginnen mie eine Europäerin. Das alte Familiensystem und die überlieferten Ideen, die auf deffen Prinzip beruhten, waren lange genug eine starte Mauer, gegen die der Sturmbod der westlichen Industrie vergeblich anrannte. Daß sie nicht mit einem einzigen Stoß Bresche schlug, sondern nur allmählich die albe Ethit ins Banken brachte, war für China ein Glüd. Heute ist die Lage die, daß sich das Alte und Neue nicht im Innern, aber an dem bereits europäisierten Rand, als gleich Starte Fattoren gegenüberstehen. Und das Geficht" des Chinesen beginnt sich langsam und allmählich den Anforderungen der Industrie Der Sohn. Bon Paul Gutmann. Nach anregender Fahrt das üppige Hügelgelände entlang, mit hohen Gebirgszügen, auf Hügeln gelegenen Ortschaften, die wie von Künstlerhand behauene Felsblöde aussahen, fruchtbaren Gärten und Aeckern, durcheilte der Zug eine eintönige, flache Landschaft. Das verwöhnte Auge empfand diese Nüchternheit nach soviel heiteTen Eindrücken als Kränkung, und man zog sich verdrossen in fich selbst zurück. Mir gegenüber fauerte in einer Ede ein Mann mit cuffallend bleichem Gesicht, großer Habichtsnase, wirren schwarzen Haaren und einem grauen langgezogenen Schnurrbart. Er war in Ravenna eingestiegen und hatte sich sofort in einen, wie ich sah, französischen Roman vertieft. Da er der einzige Fahrgast im Abteil cußer mir war, beschäftigte ich mich in Gedanken mit ihm. Was mochte er fein? Spieler, politischer Abenteurer, Hochstapler? Auf einer kleinen Station, wo unser Zug auf einen anschließenden Zug warten mußte, famen neue Fahrgäste zu uns, ein italienisches Ehepaar mit einem etwa dreijährigen Kind. Wir schien es, als ob mein Gegenüber, wie von einer widerlichen Empfindung berührt, aufschredte. Die Eltern des ungewöhnlich hübschen Kindes lächelten uns befeligt an, als wollten sie sagen, welches Heil ist euch widerfahren, daß ihr mit einem folchen Engel beijammen sein dürft. Eie lieblosten das Kind, einen Knaben, gaben ihm einen Lederbiffen nach dem andern, forderten seine Unarten heraus, ließen sich von ihm sogar scherzhaft schlagen. Dann lachten fie laut auf und blidten uns nach Art verliebter Eltern fragend an, ob mir nicht ebenfalls ihre Bonne über den Sprößling fühlten. Das Kind gab mir die Hand, die ich freundlich schüttelte." Gib dem andern Herrn auch die Hand", fagte wohlwollend die Mutter. Da geschah etwas Befremdendes. Der Herr ballte wütend die Fauft und zischte auf polnisch: felhaftes Gezücht!" Das Kind wich erschrocken zurüd und barg ängstlich den Kopf im Schoß seiner Dutter. Ich bemerfte, wie der Bater mit Daumen und Beigefinger eine fleine Korallenhand an seiner Uhrfette drehte, offenbar ein Amulett gegen den„ Malocchio", der bösen Blid. Die Mutter machte verstohlen das Zeichen des Kreuzes über die Stirn des Kindes. Bon nun an herrschte eisiges Schweigen. Der Pole hatte sich noch mehr in die Ecke gefouert und hielt frompfhoft die Augen ge fchloffen Die Eltern hatten ihr Kleinod in die Mitte genommen und schützend die Arme darüber gebreitet, als drohte ihm eine Gegemäß zu mandeln. Heute verliert die Sippe nicht mehr ihr Gesicht, menn eine ihrer Frauen in die Fabrit geht, sie verliert es aber, menn die Frau aus irgendeinem Grund aus der Fabrit entlassen wird, ebenso wie sich die ganze Großfamilie gewissermaßen für die Ehr felten, in denen die Sippe Ersatz für gestohlenes Gut leistete und den lichkeit ihrer Mitglieder haftbar fühlt. Tatsächlich find Fälle nicht Schuldigen härter und unerbittlicher nach dem Familiengesetz strafte, als es das Gesetz getan hätte. Andererseits bedeutet die Sippe für den Arbeiter im Streitfall einen Rückhalt. Legt die Arbeiterschaft die Arbeit nieder, so kann der Arbeitgeber lange auf ihre Rückkehr warten. Sie geht in den Schoß der Familie zurüd, und die Tausende und Tausende von Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold. Pauls fuimpote of 3 25. „ Der Schaft scheint doch recht hart zu sein!" Sippen vereint, fönnen auch eine starte, tapitalfräftige Industrie zum Nachgeben zwingen. Der große Seemannsstreit in Hongtong mar eine Warnung. In den Sälen der großen Seidenfpinnerei, durch die mich der Direktor führt, herrscht eine erbrüdende Hize. Die Fenster dürfen nicht geöffnet werden, meil die Güte der Seidenfotons under frischem Luftzug leiden würde. Haar und Kleider der Mädchen sind naß von Schweiß. Trotzdem find manche mit farbenprächtiger Rofetterie getleidet und einzelne Frisuren stellen den Höhepunkt des Raffinements dar. Die verheirateten Frauen beschränten sich jedoch in der Regel auch heute noch auf schwarz und blau und auf das glatt nach hinten gescheitelte Haar. „ Unter den Arbeiterinnen sind sehr viele Verheiratete. Sie zahlen dem Kontraktor am meisten", meinte mein Führer, unter hinweis auf den Anteil am Berdienst, den sich der Kontraktor für Verschaffung des Arbeitsplatzes verschreiben läßt. Ko- lim- gun, die junge Frau, ist also durchaus teine Ausnahme, sei es nun, daß sie als junges Mädchen schon in der Fabrik tätig war und mit ihrer Berdienstmöglichkeit ihre Heiratschance steigerte, oder daß fie erst als verheiratete Frau die Fabritarbeit aufnahm, um zum Familienunterhalt beizusteuern. Die alte Moral ist arg ins Banten gekommen. Aber eine neue, den Anforderungen des modernen Lebens angepaßte, ist bereits überall bemerkbar. fahr. Sie flüsterten aufgeregt miteinander. Auf der nächsten Station flüchteten sie mit dem Kind in einen andern Wagen. Der Pole reckte sich befreit auf. Er sah mich an, wie jemand, der sich gern mitteilen möchte. Ich fam ihm entgegen und sagte zu ihm auf französisch:" Sie haben das arme Kind aber unfreundlich behandelt". ,, Ich kann diese verrückte Liebe zu Kindern nicht ausstehen", antwortete er in gutem Deutsch.„ Warum verhätschelt man Kinder? Kinder sind kleine Bestien, die sich zu großen Bestien auswachsen." ,, Sie waren doch selbst ein Kind", versuchte ich einzulenten. Er lachte höhnisch. Ich will Ihnen eine kleine Geschichte erzählen. Als ich ein Kind war, hielten mir meine Eltern ein winziges Krokodil als Spielzeug in unserm Garten. Es war ein rei zendes Tier, in das wir alle vernarrt waren. Aber es muchs heran, chne daß man es recht bemerkte, und eines Tages, als ich wieder mit ihm spielte, biß es mich in die linke Hand. Die Narbe können Sie noch sehen. Jetzt entdeckte mein Vater, daß es ein großes Krofodil geworden war und totete es." Ich sprach noch einmal zugunsten der Kinder, von ihrer Liebtichkeit, ihrer Klugheit und unverbildeten Natürlichkeit. Er brach wieder in ein häßliches Gelächter aus, während seine Augen von verborgener Bosheit funkelten. Als Erwachsener hatte ich noch einmal solch ein Krokodil, wissen Sie, mein Herr, nämlich einen Sohn. Darf ich offen zu Ihnen reden?" Beilage des Vorwärts Die Industrie löst in dem von den Fremden infizierten Rand die Frau mehr und mehr aus ihren alten Bindungen. Im Theater, auf Reisen, bei Diners, nicht zuletzt im Kino, ist die Frau neuerdings immer dabei. Eine vornehme Chinesin in blauseidenen Hosen, die fäßt, ist in den Hasenstädten teine seltene Erscheinung mehr, sicher sich im eleganten Automobil von ihrem Chauffeur spazierenfahren bereits alltäglicher als der abgeschloffene Tragstuhl der alten Schule. Das Mimikry- Problem. Die oft verblüffende Aehnlichkeit gewisser Tiere mit anderen und sonstigen Naturprodukten hat befanntlich zu der Anschauung geführt, daß es sich um eine Schutzanpassung" handelt. Wehrlose Tiere sollen gefürchtete Formen oder unbeachtet bleibende Pflanzenteile usw. nachahmen". Wie vorsichtig man aber in der Deutung solcher Erscheinungen als Mimikry" sein soll, zeigen schon wenige Beispiele von ver fehlter Mimikry. Die indischen Blattheuschrecken ahmen mit folcher Vollkommenheit Pflanzenteile nach, daß sie weit über das Zick hinausschießen. Da sind auf den Flügeln vergilbie Blätter mit allen Farbenabstufungen, mit dem vollständigen Nervenney, mit Minengängen von Raupen, Tautröpfchen usw. zu sehen: Wo bleibt aber die schüßende Wirkung, wenn ein solches Blatt" davonläuft, ein 3weig" am Baum herumfriecht, wenn diese auffallend gefärbten Tiere mie sie es häufig tun! auf hellen, blendenden Flächen figen oder ihre Flügel ausbreiten, so daß ihre schützende" Unterseite unsichtbar ist? Gewisse Schmetterlinge tragen auf ihren Flügeln Zeichnungen, die Maden, Beeren usw. durchaus ähnlich sind. Eine Schuhwirkung müßte hier illusorisch sein, man sollte meinen, die Vögel würden durch die Zeichnungen gerade erst angelodt. Erkennt der Bogel indessen diese Bilder nicht als Maden oder Beeren an, dann wird er sich noch weniger um die anderen Maskeraden wie Nachahmung von Blättern, Zweigen und anderen Tieren fümmern. Das Hauptargument geegen die Mimitry- Theorie ist jedoch die Tatsache, daß die angeblich nachgebildeten Pflanzenteile in dieser Form auf der Erde noch gar nicht vorhanden maren, als die betreffenden Tiere zum ersten Male auftraten. Kann man von Nachahmung sprechen, wenn das Vorbild" erst viel später auftaucht? Mit mehr Recht tönnte sogar behauptet werden, die Pflanze ahmt in ihrer Blattform einen bestimmten Schmetterling nach denn er war ja schon früher auf der Erde vorhanden! Eins der ältesten Tiere ist z. B. die 11rSchabe des mittleren Silur, die blattähnliche Flügel besaß, troßdem damals noch feine Laubhölzer egiftierten! Immerhin ist zu bemerken, daß an die Stelle der unhaltbaren Mimikry- Theorie noch nichts getreten ist, das alle diese Erscheinungen restlos erklärt. Bieles läßt sich indessen durch Parallelentmid= lung deuten: gleiche klimatische und sonstige Lebensbedingungen üben auf alle. Organismen gleiche oder ähnliche Wirkungen aus, so daß sich verwandtschaftlich entfernt stehende Tiere doch ähneln, mie 3. B. die Wale den Fischen, die Mauersegler den Schwalben ähnlich find. Jedoch reicht diese Anschauung bei weitem nicht für alle Fälle aus. Wo liegt der Mittelpunkt der Welt? Vor 325 Jahren mußte Giordano Bruno den Opfertod erleiden, weil er der neuen Kopernifanischen Lehre huldigte, die die Erde nicht mehr als Mittelpunkt der Welt ansieht. Heute sind wir schon längst wieder über die Erkenntnis hinausgelangt, daß die Sonne der Mittelpunkt des Kosmos sei. Bielmehr soll die Sonne, wie der französische Astronom Charles Nordmann darlegt, 2300 Lichtjahre vom wahren Mittelpunkt des Weltalls entfernt sein. Der holländische Astronom Pannekoek ist nämlich auf Grund seiner Beobachtungen dazu gelangt, einen Mittelpunkt der Welt anzunehmen, der 700 Parsec von unserem Sonnensystem entfernt ist. Um sich diese Entfernung flarzumachen, bedenke man, daß der Parsec eine astronomische Einheit ist, die 3,26 Lichtjahren entspricht. Wer eine anschauliche Vorstellung von einem Lichtjahr gewinnen will, denke an den Abstand der Sonne von der Erde, die 150 Millionen Kilometer beträgt, eine Entfernung, die das Licht mit seiner Geschwindigkeit von 300 000 Kilometer in der Sekunde in einem Zeitraum von 8% Minuten zurücklegt. 700 Barfec, also 700 mal 3% Lichtjahre, ist der neue mutmaßliche Weltmittelpunkt, den der holländische Gelehrte in das Sternbild des Einhorns verlegt, von uns entfernt. | mich begreifen werden. Aber für mein Berhalten gegen das Kind, wofür Sie mich vorhin tadelten, möchte ich Ihnen Rechenschaft ahlegen. Sie haben gesehen, wie es seine Eltern schlug und wie diese glücklich maren, sich von ihm schlagen zu lassen. Das ist die Wurze! des Uebels. Das ist das Entseßen unserer Zeit. Der Anblid macht mich wahnsinnig. Schlage deine Kinder, wie es in der Bibel heißt, und mie deine Bäter es taten, sonst wirst du von ihnen geschlagen. Gib ihnen nicht nach. Sei hart zu ihnen." Er setzte sich wieder. Seine Augen schimmerten in feuchtem Glanz. Den Kopf in die Hände gebeugt, sagte er mit feuchendem Atem: Ich will nicht den Fehler begehen, die heutige Jugend zu verurteilen. Aber der Unterschied zwischen ihr und uns ist größer, als er je zwischen zwei Generationen früher gewesen. Sehen Sie sich diese Tänze an, zu denen mein Bruf mich zu spielen zwingt. Ich bin noch nicht alt genug, um diese verlebte Müdigkeit mitzu= empfinden. Noch heute kann ein lebenstoller Walzer, eine verzückte Mazurka, ein feuriger Czardas mich in Raserei bringen. Warum ich Ihnen das sage? Weil es ein Beispiel ist, was mich von dieser Jugend trennt. Sie kann sich im Gefühl nicht hingeben, fie fann mur begehren; sie kann nicht schenken, nur nehmen; sie ist seelisch faul, verfettet wie ein orientalischer Despot." Ich mußte über die verbissene Wut, momit er diese letzten Worte gesprochen, im stillen lächeln. Ersichtlich ein Liebender. Er stützte seine Hände auf die Knie, beugte den Oberkörper der zum Hasser geworden war. vor und berichtete mit fliegendem Atem: „ Ob er schön war? Das Kind, das vorhin in unserm Wagen laß, hätte neben ihm ausgeschaut wie eine Mißgeburt. Bir Eltern waren in ihn verliebt bis zur Verrücktheit. Jeden Laut, jede seiner Bewegungen studierten wir wie eine Offenbarung. Er war fräntlich. Wir wachten an seinem Bett die Nächte hindurch, belauschten icben seiner Atemzüge. Meine Kunst mußte ich darüber vernach laffigen. Ich bin Geiger von Beruf. Ich hatte einen Namen. Ich verachtete meine Erfolge; denn ich hatte ja etwas viel Wertvolleres, meinen Sohn." Er machte eine Pause, als müßte er sich von einer allzu schmerz lichen Erinnerung erholen. Er war die Zukunft", fuhr er fort, ich die Vergangenheit. Was war ich im Vergleich mit ihm! Ich hatte leichte Mufit gepflogen, den Leuten zu Gefallen gespielt. Er sollte nur die großen Klassiker kennen lernen: Bach, Händel, Beet boven. Ich zeigte ihm, daß er etwas Besseres werden müsse, als sein Bater. Ich erzeugte ihm, aus Liebe zu ihm, Geringfchäzung gegen mich. O, wie verstand er sie auszunützen!" Er stand crregt auf und blidte in fichtlichem Schmerz eine Weile stair aus dem Fenster. Dann drehte er sich um und fuhr stehend fort: Mein Herr, Sie sind mir ja fremd, ich weiß nicht, ob Ste ,, Mein Sohn, den ich noch mehr liebte, seit meine Frau mir gestorben war, hatte alle Laster dieser Zeit. Das Ungewöhnlichste war ihm selbstverständlich. Wenn die ältesten Throne Europas mie Kartenhäuser zusammenfallen, was bedeuten dann noch fleine familiäre Rücksichten und Gefühle! Das Alte wird zur Lächerlichkeit. Ein Bater ist eine komische Figur. Ich war es in der Tat. Warum bin ich, obwohl ich das alles erkannt hatte, als ich mich in einem Beib verjüngte und Nadja, meine zweite Frau, zu mir ins Haus nahm, warum bin ich da noch Bater geblieben! Ich hätte die aufrührerische Brut aus meinem Herzen und aus meinem Haus herausreißen müssen. So schenkte ich in meinem Sohn meiner Frau den Liebhaber, der mich betrog." Er machte eine kleine Pause und starrte mir mit leblosen Augen ins Untlig. Sehen Sie diese Hand an, mein Herr. Es ist dieselbe Hand, womit ich meinen Sohn tötete. Ich fuhr erschreckt zusammen. Er lächelte wehmütig. Die Tat ist nach dem Gefeß gefühnt. Ich bereue fie nicht." Der Zug hielt. Der Schaffner rief: Ferrara. Der Fahrgast mar aufgestanden und hatte seine paar Sachen eilig zusammengerafft. Im Hinausgehen sagte er zu mir:„ Nehmen Sie einen Rat an, mein Herr. Zeugen Sie niemals einen Sohn!" A.WERTHEIM Billige Lebensmittel Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz Frisches Fleisch Kalbskamm u. Brust.... Pfund 65r. Kalbsnierenbraten Pland 70ri. Kalbskeulen und geteilt.... Pfund 80P. Schweinebauch mit Bellage..Pfund 80Pt. Schweinerücken und Blait... Pfund 90Pf. Schweineschinken.. Plund 95Pt. Liesen Pland 85. Gehacktes Pland 65Pt. Prima fett. Ochsenfleisch gefroren Rinderkamm und Brust Pfund 55P Rinderherzen Pfund 40P. Piond junge Stück Geflügel und Wild Gänse eroren 75 P. Tauben 135 Junge Hühner bolländische... Piund 145 Frische Suppenhühner Kaninchen gestraftt Obst und Kochäpfel... Pfund 9 Pt. Tafeläpfelel. 2 Ptd. 35 PL. Zitronen Diz. 18. 35 P. Ital. Feigen, Pfund 28 Pf. Datteln Karton 200 Gr. 55 Pf. Weißkohl.... Pfund 3 pt. Pfund 160 ..Stück 210 Gemüse Rotkohl Holländer. Ptd. 7Pt. Möhren gewaschen, Pid. 4P. Blumenkohl Kopf v. 10P Schwarzwurzeln 20 Pt. 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