Mr. 109. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei In's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Bettungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fernsprecher: Antt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Bento- Straße 2. Des Sonnabend, den 11. Mai 1895. Expedition: SW. 19, 33ents- Straße 3. Umsturzgesetzes dritter Umsturz. dem Militarismus günſtigen. Das veranlaßte den Kriegs- gang, an allen Thüren Schaaren Einlaß- Suchender. Berlin, den 10. Mai. Gesetzesbruch und in den Tod getrieben worden war, machte Die heutige Umsturz- Vorstellung beginnt. einen tiefen Eindruck auf das Haus, und wahrlich keinen Der Reichstag voll, die Tribünen voll; im Wandelminister zu der beschönigenden Erklärung, das Ehrengericht Vor uns der Herr Reichskanzler und sein Polizeihabe seit 1837 feinen Offizier zum Duell gezwungen. Nein minister. Ueber uns die Tribünen bis zum allerletzten Herr v. Köll er ist in der That unübertrefflich, un- nicht gezwungen. Bloš mit dem schlichten", d. h. ehr- Plage besetzt, Vertreter aller Gesellschaftsschichten warten vergleichlich. Auf allen Theatern der alten und der neuen losen Abschied und der gesellschaftlichen Acht bedroht. Das gespannt auf die Fortsetzung der Haupt- und Staatsaktion, Welt giebt es feinen Naturburschen, der ihm das Wasser ist freilich kein körperlicher Zwang, das ist freilich nur" Männer der Wissenschaft, der Kunst, Vertreter des Großreichte. Wo ist der zweite, der mit solch' lächelnder Grazie moralischer Zwang, der aber schlimmer und zwingender tapitals und Proletarier, auch Herr Theodor Reuß fehlt die Teller aus der Hand fallen lassen und der verdutzten ist, als förperlicher. Der Duell- Pastor, obgleich dem nicht. Der Vorhang kann aufgezogen werden. Herrschaft zurufen kann: Was Sie davon denken, Wort nach möglicherweise nicht ganz forrekt, hat also jeden- Gestern war die Stimmung etwas erschlafft, die ist mir ganz-? O diese Handbewegung- dieser falls mehr die Wahrheit gesagt, als der Herr Kriegsminister, Mittwochs- Debatte hatte die nächste Neugierde befriedigt vergnügte, selbstzufriedene Gesichtsausdruck, als ob es das trotzdem dieser dem Wort nach durchaus recht hatte. für prinzipielle Darlegungen ist keine Empfänglichkeit in höchste Verdienst und die größte That wäre, die Schüsseln Aber so fragen wir wie ist es möglich, daß solch derartigen Kreisen, so daß z. B. die gestrige Rede fallen zu laffen oder das Bier umzuschütten. Ja, es war barbarischer Unsinn und solch unsinnige Barbarei am Ende Bebel's lange nicht die Aufmerksamkeit fand, wie ein hehrer Moment, als Herr v. Köller gestern dem Reichs- des 19. Jahrhunderts den deutschen Reichstag überhaupt tags zuvor die Rede Auer's. Allein heute ist die tag zurief: Wie Sie über die Umsturzvorlage urtheilen, noch beschäftigen tann? Daß sich Volks- und Regierungs- Neugier wieder aufgefrischt. Die Zentrums Sphing das ist den verbündeten Regierungen so ziemlich vertreter finden, die das Duell vom sogenannten christlichen will zum zweiten Mal reden. Ist doch ein Kuhhandel zu gleichgiltig. Sie find blos dazu da, uns das Geld zu be- Standpunkt vertheidigen? Auch in Frankreich grassirt ftande gekommen? Und so herrlich weit haben wir's willigen." Vor dem: so ziemlich gleichgiltig" hatte der Duellunfug. Allein die Franzosen hängen ihm kein ja gebracht, daß in Deutschland die Partei des Papftes der Pfiffitus einen Augenblick gestockt. Er hatte offen- religiöses Mäntelchen um sie sagen ehrlich:" das Duell nicht blos die Geister der deutschen Katholiken beherrscht, bar sagen wollen:„ das ist den verbündeten Re- ist ein Epiel, das einen prickelnden Reiz hat, gleich einem sondern die Geschicke des ganzen Deutschen Reichs. Nicht gierungen Wurst", aber die Wurstigkeit" ist durch den anderen Spiel um so prifelnder, weil man dabei mit Berlin ist die Hauptstadt des neuen deutschen, bismärckischen Dauerredner von Friedrichsruhe etwas in Mißtredit ge dem Leben spielt; und ein eleganter 3weikampf ift Reichs- es ist blos die militärische Haupts kommen. Vielleicht hätte er die vulgäre Wurst durch eine ästhetischer als eine Prügelei mit Knüppeln oder eine stadt die politische ist Rom, in weit höherem Maaß, als Schnuppe" ersetzen können es giebt ja Stern- Schnuppen, Balgerei." Tas ist keine Rechtfertigung, das ist" frivol", Rom es jemals zur Zeit des Deutschen Reiches römischer Die gewiß auch für den verwöhntesten Geschmack nichts aber es ist auch keine Heuchelei, keine Sünde gegen den Nation gewesen. Anstößiges haben. Doch vielleicht dachte unser Heiligen Geift", um uns theologisch auszudrücken. Das Zum Glück giebt es ein deutsches Volk, vor dem Naturbursche, gerade wegen der Erinnerung an Stern- christliche Duell ist ein spezifisch deutsches Gewächs. Der auch das Zentrum sich beugen muß. Schnuppen, die plötzlich kommen, man weiß nicht woher, christliche Duell- Pfaffe Schall ist auf keinem anderen Die Sphing spricht. Diesmal heißt sie Gröber. und plöglich verschwinden, man weiß nicht wohin, möchten als dem deutschen, ja nur auf preußischem Boden denkbar; Herr Gröber hatte bei der ersten Lesung der Vorlage den gewisse Sternschnuppen- Exzellenzen und Existenzen fich un- er ist ein Typu 3. Die nämlichen Anschauungen finden famosen Eiertanz aufgeführt in einer großen Rede, die wir angenehm berührt fühlen. Wie dem sei, ob so ziemlich sich bei dem Kriegsminister und drängen sich mehr und mehr seinerzeit in den Satz zusammenfaßten:" Wir sind bereit gleichgiltig", ob Wunst", ob„ Echnuppe" es war eine in die herrschende Gesellschaft. Sie sind nicht neu wir zu handeln. Was bietet man uns?" Glanzleistung. Und nie hat ein Naturbursche die Teller haben es mit einer alten Erscheinung zu thun, mit einem Es ist gehandelt worden. Und noch die vorgestrige und Schüsseln hübscher zerbrochen. D die arme Umfturz- Rück f a II. Nach der Reformation, in der Rohheit der Erklärung des Zentrumsredners bewies, Rückfall. daß man vorlage! der pfiffige Köller! Kriege, die sie hervorrief, tauchte auf der„ frumbe Lands bereit war, weiter zu handeln, und zur Noth noch Wie der Mensch sich entwickeln kann! In der Umsturz- knecht", der inbrünstig betete, ehe er seinem Mit- zwischen der zweiten und dritten Lesung ein Gefommission bethätigte Herr von Köller allerdings schon menschen die Gurgel abschnitt und dem Bauer den rothen schäftchen zu machen. Allein die Liebeswerbung des ein bedeutendes Talent für Komik. Aber es war nur Hahn auf's Tach fette. Unter Gustav Adolf kam diese Justizministers war gestern so stürmisch, das Drängen des Talent. Im Plenum des Reichstages ist das Talent zum Berquickung von Menschenschlächterei und Christenthum Polizeiministers so plump- man verzeihe uns das Wort, Genie erwachsen- ähnlich einer Topfpflanze, die, in freie in ein System. es hat aber parlamentarischen Kurs bekommen, daß " " - Erde verpflanzt, ihre Wurzeln und Zweige ausbreitet und Schiller hat in seinem Kapuziner ein kostbares wenigftens etwas deutlicher gesprochen werden mußte als üppig emporschießt, so daß man sie nicht mehr wiedererkennt. Exemplar der Produkte dieses Eystems gezeichnet und es bei der ersten Lesung. Und Herr Gröber sprach so deutlich, Und nun zu ernsterem. Der umsturzgefeßliche Prediger mit feinem Sinn in Wallensteins Lager" gesteckt. Jetzt wie ein Zentrumsmann überhaupt sprechen kann. Kein der christlichen Liebe in der Theorie und des Hasses gegen lebt, mit dem Niedergang der bürgerlichen Kultur, jene Redner hat die juristische und logische Monstrosität der Andersdenkende in der Praxis, Paftor Schall erzählte blasphemische Rohheit wieder auf; und daß jezt, dritthalb Vorlage flarer dargelegt, die Widersprüche und Zerfahrenheit gestern eine tragische Geschichte von einem Offizier, der, Jahrhunderte später, am Schlusse des neunzehnten Jahr der Regierung schärfer gegeißelt. Und wahrhaft zerschmetternd vom Ehrengericht gezwungen, sich zu duelliren, im Duell hunderts, solch wüste Kapuzinaden von neuem mög- war die Antwort an den Polizei- und an den Justizminiſter, gefallen sei, und an dessen Grab er, der fromme Duell- lich geworden sind im Lande der Dichter und der Reichstag ist nicht eine bloße Jasage- und Geld Pastor Schall, eine rührende Rede gehalten habe, die er Tenker, daß Moloch sich wieder in den christlichen bewilligungs- Maschine, wie Herr v. Köller meint"." Und dem nichts weniger als entzückten Reichstag noch einmal Priesterrock zu hüllen und, augenverdrehend, die Sprüche des wenn Herr Schönstedt uns durch Schmeicheleien zum Sprung vordeklamirt hat. Die Angabe, daß der fragliche Offizier, Evangeliums der Liebe in den Mund zu nehmen wagt über den Stock anzufeuern hofft, so täuscht er sich: wir nach den eigenen Worten des Duell- Pastors durch das ist ein Zeichen der Zeit, aus dem der Sehende eine springen nicht über den Stock!" Das war mit zum Grabschrift herauslieft. Ehrengericht zum Tuell gezwungen und so träftigem Brustton der Ueberzeugung gesprochen, daß flammten Blicken. Lotte suchte fich ihm zu entziehen und trat näher ans Fenster. Dann, als er sie freigegeben, begann sie in ebenso sanftem wie bestimnitem Tone: das Feuilleton. weicher Sanftmuth, als er nur irgend in Ton und Miene zum Ausdruck bringen konnte. " Ich bin den Meinigen uneutbehrlich", versezte Lotte, [ Nachdruck verboten.]| ,, und betrachte es als meine Pflicht, bei ihnen auszuhalten." „ Ich werde die Ihrigen so zu stellen wissen, daß sie sich nicht zu beklagen haben werden. Ihr Vater soll hier im Hause bleiben, Sie werden sich nicht von ihm zu trennen brauchen." Berliner Märstage. 9 Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. Ich weiß, daß Sie Ihre Tochter schwer entbehren, daß es ein Opfer, ein großes Opfer ist, das ich von Ihnen fordere. Aber ich werde alles thun, um Sie zu entschädigen. Sie sollen sich über Plüddemann nicht beklagen, nicht Sie, noch die Ihrigen..." Je länger er fie ansah, desto deutlicher fam ihm zum Bewußtsein, was ihm entging, wenn dieses prächtige Mädchen, von dem er ein ganzes Jahr lang gesonnen und geträumt hatte, nicht sein eigen wurde. Er wandte seine ganze Beredtsamkeit auf, um in" Ich bin, wenn auch nicht reich, so doch wohlhabend, Bater Wernicke einen Bundesgenossen für die glückliche Fräulein Lotte" redete er eifrig auf fie ein. Ich kann die Ausführung seines Planes zu gewinnen. Zu seinem Lage der Ihrigen verbessern, sie sollen allezeit an mir eine größten Erstaunen aber sah er das Gesicht des Veteranen, Stüße haben. Nicht ich nein, Sie sollen die edle das vorher von zutraulicher Freundlichkeit förmlich gestrahlt Spenderin sein." hatte, sich mit eisiger Kälte bedecken. " Das ist schon nicht mehr mein Gewerbe, Herr Plüddemann," sagte er hart," da müssen Sie mit Lotte selbst sprechen. Ich will sie Ihnen schicken." " „ Es ist nicht diese Liebe, von der ich rede. Uns beide scheidet eine ganze Welt von einander, Herr Plüddemann eine Welt von Gedanken. Und darum würden wir, wenn wir selbst Jahrzehnte lang neben einander lebten, doch niemals Eins werden können. Eins im Geiste, meine ich, wie es nothwendig ist für eine glückliche Ghe." „ Sie sprechen so sonderbar, theures Fräulein," versette Blüddemann mit rührseliger Traurigkeit- bin ich denn wirklich so abscheulich, daß Sie mich nicht wenigstens ein bischen gern haben könnten?" ,, Beantworten Sie mir eine Frage, Herr Plüddemann," versette Lotte in ernſtem Tone ,, hatten Sie, als Sie zu uns herüberkamen, nicht das unangenehme Gefühl, als ob Sie sich zu einer tieferstehenden Art von " Ich würde ein solches Verhältniß für unwürdig, für Geschöpfen herabließen?" entehrend halten", sagte Lotte. Wir würden alle mit ein- ,, Welche Frage wieder, theures Fräulein! Müßte ein ander nur ein Anhängsel Ihres Vermögens sein. Ich solches Gefühl nicht vor dem Zauber Ihres Wesens hinmüßte an Ihnen unehrlich handeln und mich selbst verschwinden, wie der Reif vor der Sonne?" Er begab sich in die Küche. Gleich darauf trat Lotte achten, wenn ich auf Ihren Vorschlag eingehen würde." ,, Um wieder zu erscheinen, gleich dem Reif, sobald die in die Stube und reichte Herrn Plüddemann die Hand. Wie Sie nur so seltsam reden können, Fräulein Sonne untergegangen ist. Dieses Gefühl würde allezeit „ Ich danke recht sehr für die schönen Blumen," begann Lotte- ein junges Wesen, so verständig, so edel, so zwischen uns stehen, Herr Plüddemann, und uns unglücklich fie ein wenig beklommen, und bitt' um Verzeihung für gut. machen. Denn sehen Sie: wir Armen, wir Bewohner die unartigen Kinder. Das weiß sich vor Uebermuth nicht Ich würde aufhören gut zu sein, wenn ich mich von der Hinterhäuser und Mansarden, die wir zum Leben keine zu laffen." Ihrem Vermögen abhängig machen müßte. Man kann nur andere Ausrüstung besitzen, als unsere Glieder und unsere mit dem Herzen gut sein, nicht mit dem Beutel. Jetzt weiß Geschicklichkeiten wir werden niemals zugeben, daß ich, daß die Menschen mich lieben ob sie es dann thun wir tiefer stehen, als die Reichen und Mächtigen, von werden, ist zum wenigsten unsicher. Und ich brauche die Liebe denen wir uns vernichtet wissen. Wir fühlen uns Ihnen der Menschen zum Leben." gleich, auf grund eines heiligen Gesetzes der Natur, die Und wenn Sie feiner liebte ich würde Sie hundert nicht wollen kann, daß Wesen einer Art sich höher dünken, fach, tausendfach lieben, Sie herrliches Mädchen!" als andere ihresgleichen. Und dieses Gefühl der EbenbürtigEr hatte in der Erregung ihre Hände gefaßt und ver- feit, sehen Sie, würden wir niemals vor Ihnen verbergen schlang sie förmlich mit seinen durch ihren Liebreiz ents nicht ich und nicht meine Geschwister." " Hat nichts zu sagen, rein gar nichts, Fräulein Lotte," versetzte Plüddemann süßlich. Erwartungsvoll ließ er seinen Blick über die schöne, ebenmäßige Gestalt des Mädchens streifen. Und was das andere anlangt. soeben sprach Nicht • wovon mein Vater so kann daraus nichts werden." und weshalb nicht, Fräulein Charlotte?" Er sagte es mit so viel schmerzlicher Ergebung und •• man drauf schwören würde wenn Herr Gröber nicht der Sprecher des Zentrums wäre. Politische Lebericht. Das Zentrum hat zwei Seelen und mehr; und es hat zwei Gesichter und mehr. Und mit Wenn und Aber kann leicht jedes Ja in ein Nein, jedes Nein in ein Ja um- ein. gewandelt werden. Ueber die Anfgaben des Reichstages und die Dauer der Session schreibt die Kreuz- 8tg.": Berlin, 10. Mai. Neuerdings hat man vielfach die Meinung aussprechen Genoffe Baudert hat, soweit die bisher vorliegenden wir ein derartiges Gerücht für ein durchaus falsches halten; Der 47. Sozialdemokrat zieht nun in den Reichstag hören, der Reichstag werde etwa am 25. Mai feine jezige Session schließen. Wir glauben gut unterrichtet zu sein, wenn Depeschen einen Schluß auf das Endresultat gestatten, in bei manchem mag wohl der Wunsch der Vater des Gedankens Herr v. Köller, saß, während der Zentrumsredner ihm Apolda über den Kandidaten des Bundes der Land- gewesen sein. In den Kommissionsberathungen beinahe zu den Kopf unbarmherzig wusch, ihn sehr grob war der wirthe gefiegt. So erfreulich dieser Wahlsieg an Ende geführt find das Spiritusgesetz und die GewerbeGröber der groben Ungeschicklichkeit" zieh, ihm höhnend sich und besonders während der gegenwärtigen Rämpfe im steuer- Novelle. In den nächsten Tagen sollen dem Reichsvorwarf, die Geschäfte der Sozialdemokratie trefflich zu be- Reichstage ist, so erscheint uns doch die allgemeine politische tage die schon längst angekündigten und erwarteten Gesetzforgen, er faß vergnügt lächelnd da er blieb auch ſizen Bedeutung dieses Wahlausganges noch größer als der Erfolg entwürfe betreffend die Börsenreform, die Bekämpfung des unund, stumm wie ein Fisch. Desto heftiger brach der Justiz- unserer Genossen für sich betrachtet. Freifinnige und lautern Wettbewerbs und ein Noth- Zuckersteuer- Gefeß zugehen. kollege los. Vor Aufregung zitternd, leugnete er feinen Nationalliberale, die noch vor wenigen Wochen selbst den Dazu tritt der unterm 9. d. M. von einer großen Zahl von gestrigen Kanosfaganger habe nicht daran gedacht, Paftor Jskraut einem Sozialdemokraten vorgezogen haben, Sandel mit Margarine u. f. w. Mitgliedern eingebrachte Entwurf eines Gesetzes betreffend den dem Zentrum Konzessionen zu machen. Was die Re- stimmten diesmal zum theil für unseren Kandidaten; dies gierung gethan, habe sie im öffentlichen Interesse gethan, ist ein Zeichen für die tiefgehende Stimmung gegen die auch über Pfingsten hinaus in beschlußfähiger Zahl zusammenDaß die Berathung dieser wichtigen Borlagen den Reichstag und was derlei Gemeinpläge sonst sind. Nicht die Umsturzvorlage, die das deutsche Volk in seiner übergroßen halten wird, ist wohl unzweifelhaft und noch sicherer dürfte es Worte waren es, es war der Ton. Und der Ton war so Mehrheit erfaßt hat. Der Wahlausgang in Weimar- Apolda sein, daß die verbündeten Regierungen das lebhaftefte Interesse erregt, so erbost, daß man denken müßte, zwischen der Re- zeigt, daß die Regierung vollkommen geschlagen ist, daß daran haben müssen, daß die genannten Vorlagen, welche bereits gierung und dem Zentrum sei kein weiteres Verhandeln ihr eine Auflösung des Reichstages nichts helfen würde.- in der Thronrede angekündigt worden sind, noch in dieser Session und Handeln mehr möglich. Aber in der Politik ist Gin in der zehnten Abendstunde auf unserer Redaktion ein- zur Verabschiedung gelangen. Ja nicht Ja, Nein nicht Nein, und gilt das gewöhnliche gegangenes Privattelegramm lautet: Für Baudert Water der vorstehenden Notiz ist? Ob, da der Wunsch der Kreuz- 8tg." nicht auch der Recht so wenig wie die gewöhnliche Logik. Nicht wenige Abgeordnete find indeß heute der Meinung Vierzehn kleine Orte fehlen noch. Baudert's Wahl erscheint wird aus Elberfeld geschrieben, daß Ende der vorigen find bis jetzt 9262 Stimmen gezählt, für Reichmuth 8872. Vater der vorstehenden Notiz ist? Geßler's Hut. Dem Hamburger Correspondent" geworden, die Regierung habe sich so heillos blamirt, daß fast zweifellos gesichert. fie auflösen müsse. Doch giebt es ein non plus ultra Woche die Elberfelder Polizei nach den Mittheilungen. ber Blamage? Und ist Blamage nicht ein relativer und legte Bundesrathssihung tragen wir noch das folgende nach: Gs Vorgänge am 6. Dezember in einer Elberfelder SozialistenBundesrath. In Ergänzung unseres Berichtes über die recherchirt hat, die der Abgeordnete Harm über ReichstagsEs subjektiver Begriff? wurde die Zustimmung ertheilt dem Gefeßentwurf wegen AbNach dem Justizminister Schönstedt der Redakteur des änderung des Gesetzes über die Gründung und Verwaltung des versammlung am 9. Dezember gemacht hat. Das sei That bayerischen Vaterland": Sigl. Gleich den meisten Reichs- Invalidenfonds, dem Gesezentwurf über die Aus- sache. Der Hamburger Correspondent" bemerkt dazu: guten Journalisten ist Sigl ein schlechter Redner; er führung des mit Desterreich- Ungarn abgeschlossenen Zollkartells, Nach der Erklärung in der Berl. Korr." bleibt nur tie findet aber mitunter sehr glückliche Worte; und köst- dem Ausschußantrage, betreffend Ergänzung der Bestimmungen Annahme übrig, daß die Elberfelder Polizei jezt plöglich aus wie lich war, er die Hilflosigkeit der Regierung über die Tara, dem Antrage Preußens wegen Zulaffung der sich heraus für eine so weit zurückliegende Aeußerung sich interverspottete und erklärte, daß in Bayern kein Minister in Privat- Transitlager ohne amtlichen Mitverschluß für Getreide 2c., effirt hat. Jedenfalls ist von seiten des Ministeriums des ber Kammer eine so verlegende ungeschliffene" Sprache zu zur Salzdenaturirung, sowie dem Antrage auf Erftreckung erledigt, und das ist nur erfreulich." der Vorlage, betreffend die Verwendung von Wermuthpulver Innern die Angelegenheit durch die bekannte Mittheilung jetzt führen sich herausnehmen könnte. Darin hat er allerdings der den Reichstags Abgeordneten gewährten Berechtigung Das plögliche Interesse der Elberfelder Polizei an recht. Und in der Vertretung keines anderen Volkes dürfte zur freien Gisenbahnfahrt 2c. auf die Zeit vom 14. bis diesen Vorgängen hat immerhin etwas Auffälliges- meint ein Minister es wagen, so zu reden. Der deutsche Reichstag 26. Juni d. J. Von dem Reichstags- Beschluß über die Decharge die Bossische Zeitung", der wir die Notiz entnehmen. hat fich's gefallen lassen und jeder wird behandelt, wie der Rechnungen der Kaffe der Ober- Rechnungskammer für 1891/92 er es verdient. Wird er sich's auch jetzt gefallen laffen? und 1892/93 wurde Kenntniß genommen. Den zuständigen Aus- Bürgerliches Geschbuch. Die Kommission für die Wird er nicht„ Genugthunng" fordern? Sigl verlangte, Betitionen über die Abänderung des Unfallversicherungs- Gesetzes hat niit Beginn dieser Woche ihre Thätigkeit wieder aufschüssen wurden überwiesen: Die Reichstags- Beschlüsse zu zweite Lesung des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuchs daß der Reichskanzler sich erkläre. Der Reichskanzler schüttelte verlegen den Kopf. Und der Reichstag ging vor die auf Roften des Reichs zur Abwehr der Rinderpest an der wie er aus den bisherigen Berathungen hervorgegangen ist, und die Vorlage, betreffend die Beschaffung von Wohnungen für genommen und wird zunächst den Entwurf zweiter Lesung, läufig über den Zwischenfall hinweg. Die Generalbebatte ist nun beendigt und auch die Pfferenze ſtationirten Gendarmen. Außerdem wurde über ver- behufs seiner endgiltigen Feſtſtellung noch einer kurzen sachschiedene - # " lichen Nachprüfung unterziehen. Eine Novelle zu dem Erwerbs- und WirthschaftsGenossenschaftsgesetz liegt seit einiger Zeit dem BundesAenderung des Gesetzes dahin, daß im Interesse der Raiffrathe vor. Es handelt sich dabei hauptsächlich um eine eisen'schen Rassen eine Bestimmung dahin getroffen wird, wonach der Gewinn der Genossenschaften auch zu einem untheilbaren Vereinsvermögen angesammelt werden kann, das dann zugleich die Bildung eines besonderen Reserves " Spezialdebatte über den ersten Theil des§ 111, und der Präsident bestimmt unter Zustimmung des Hauses, wie Im Kölner Reichtagswahlkampfe weiß die Zentrums über den zweiten Theil des§ 111 mit den einzelnen dazu partei gegen die Sozialdemokratie schlechterdings nichts ins Feld zu führen als Bachem'sche Kritik des Zukunftsstaates" oder gehörigen Anträgen zu diskutiren und abzustimmen ist. Die Spezialdebatte erstreckt sich hauptsächlich auf das besonders die angebliche Religionsfeindschaft der Sozialdemokratie. vielmehr ihrer eigenen Vorstellungen vom Zukunftsstaate und Thema des Duells und der Ehe. Abgeordneter Barth, Kölner Blätter zufolge hat ein Zentrumsredner Dr. Mohr geder den vom Zentrum preisgegebenen Duellparagraphen äußert: auch der sozialdemokratische Kandidat Lütgenau habe wieder aufgenommen hat, hält eine gute Rede gegen das gesagt, daß die Kirche noch nie etwas für die Armen gethan Duellunwesen. und sie immer nur aufs Jenseits vertröstet habe. Diese Aeuße Bebel folgt ihm, und entrollt ein langes Sünden- rung des Herrn Mohr entbehrt, wie die von Genossen Lütgenau fonds unnöthig macht. Die Bundesregierungen sind bes regifter, namentlich aus der neuesten Zeit, so daß es den redegirte Rheinisch- Westfälische Arbeiter- Beitung" bemerkt, jeder reits durch ein Rundschreiben um Prüfung dieser neuen Konservativen ganz angst und bange wird. Er beschäftigt einen ähnlichen Satz ausgesprochen. Begründung. Lütgenau hat niemals den angeführten oder worden. Mo will Herr Mohr Ergänzungen ersucht Die Verhandlungen fich dann auch mit der Frage der Ehe, und weist nach, dies gehört oder gelesen haben? Die Kirche hat viel über die Angelegenheit schweben noch, werden aber wie verschieden dieselbe in den verschiedenen Zeiten von den für die Arbeiter gethan. Aber weder Religion noch voraussichtlich, falls nicht noch unerwartete Schwierigkeiten Catholischen wie protestantischen Geistlichen aufgefaßt worden Kirche vermögen eine vermögen eine ungerechte Produktionsordnung zu hervortreten, dahin führen, daß demnächst schon dem Bundesist, und welcher Aberwiz und Gewissenszwang es sein würde, beseitigen. Ueber die Macht der Kirche ging es hinaus, die Frau rathe die weiteren Aenderungsanträge zugehen. die Kritik des Instituts der Ehe zu unterdrücken. Nach einem zu befreien und die Sklaverei abzuschaffen. Wenn wir zugeben, mißlungenen Versuch des Zentrums, seine Fahnenflucht in daß die Kirche dies nicht kann, so ist das zugleich eine Ver- Noch ein Opfer des Antrags Kanit. Der Landder Duellfrage zu beschönigen, und nachdem Gröber noch theidigung der Kirche gegen diejenigen, welche ihr aus dieser rath v. Militsch, Herr von Heydebrandt und der gegen, Kardorff für die studentischen Duelle eine Lanze Geistlichen vom sittlichen Urtheil, für welches nach unserem: Stand- und scheidet aus seinem Amt. Der Arme hat sich nämlich Unterlassung einen Vorwurf machen. Daß auch die heutigen Lasa, hat jetzt auch seine Gesundheitsrücksichten" bekommen gebrochen, und der Kriegsminister darauf verzichtet hat, fich punkte die soziale Wirksamkeit besonders wichtig ist, nicht in Bausch als Vollblutagrarier zu stark für den Antrag Kanik engagirt, mit Bebel über das Duell zu verständigen, tritt und Bogen beurtheilt werden dürfen, darüber ist sich wohl jeder als daß er der preußischen Regierung noch ferner als Landδας ungeduldige Haus endlich nach Haus endlich nach 5/2 Uhr in Mensch mit offenen Augen klar. Die Religion ist Sache der Perdie Abstimmung. Unter gespanntester Aufmerk- sönlichkeit, b. h. der Ueberzeugung des Einzelnen. Parteien mit rath genehm sein könnte. Wer als preußischer Beamter samkeit werden, wie das vorauszusehen war, alle religiofer Plattform aber find anormal. Das gilt vom Zentrum, gleichzeitig Politiker sein will, der muß eben auch immer Anträge von wechselnden Majoritäten abgelehnt; es würde andererseits auch von einer atheistischen Partei gelten. wissen, wie oben der Wind weht und vor allem schnell und schließlich fällt auch der Kommissionsantrag, treten. Die Sozialdemokratie ist eine Verfechterin der religiösen wie es dem ostpreußischen Oberpräsidenten und jetzt dem Das Normale find Parteien, welche ökonomische Interessen ver- witteru, wenn er umgeschlagen ist. Sonst geht es ihm, für den nur das Zentrum, und die Regierungs- Freiheit, der Freiheit des Einzelnen wie der religiösen Gemein- Militscher Landrath gegangen ist. fassung, für die nur die konservative Seite ft im m t. fchaften. Daß das Zentrum über unser Betonen dieses StandDie Nationalliberalen streikten bei diesen 2 letzten Ab- punttes Verwunderung heuchelt, ist nur ein Beweis dafür, welche Ter Krieg gegen die Margarine kommt jetzt in stimmungen. Auf eine namentliche Abstimmung hatten wir Befürchtungen es für seinen Bestand hegt, wenn was uns ja Fluß. Die agrarischen Abgg. v. Dallwig, Baron verzichtet. Diese Ausgeburt der Reaktion:§ 111, war mehr und mehr gelingt den Zentrumsanhängern über die v. Gustedt- Lablacken, Graf v. Holstein, v. Plög, v. Podbielski, todt, und der Mühe einer namentlichen Abstimmung nicht wirkliche Stellung der Sozialdemokratie zur Religion die Augen Rettich haben den von der freien wirthschaftlichen Vers werth. geöffnet werden. Den hier dargelegten Standpunkt der SozialMorgen§ 112, der Militärparagraph. Bei ihm ist Westf. Arb.- 3tg." stets flar und fonsequent vertreten." Das ist feges über Herstellung und Handel mit Butter, Schmalz, bemokratie in der Frage der Religion hat Lütgenau in der Rhein.- einigung des Reichstages aufgestellten Entwurf eines Ges die Gefahr einer Majorität vorhanden. Hier gilt's auf wiederholt auch von firchlicher Seite anerkannt worden. Ins- Margarine, Speisefetten und Käse als Antrag ein dem Posten zu sein! Das Umfturzwert hat gut an besondere registrirt die" Rhein- Westf. Arb.- 3tg." aufmerksam und gebracht. gefangen, aber es ist noch nicht zu Ende. An diesem gerecht die wichtigeren Rundgebungen kirchlicher Männer, Ein- Der ganze Gefeßentwurf zielt darauf ab, die Herstellung Wechselbalg, bei dem, wie bei allen niederen Lebewesen, richtungen und Parteien, sowohl im arbeiterfreundlichen wie im und den Handel mit Margarine zu erschweren und der jeder Theil eines Sonderlebens fähig ist, muß jedes arbeiterfeindlichen Sinne. Daß die arbeiterfeindlichen bedeutend Bevölkerung den Margarinegenuß zu verekeln. Und das einzelne Glied todtgeschlagen werden. überwiegen, ist nicht unsere Schuld. alles, weil die Herren Großgrundbesitzer in der Margarine eine Konkurrenz für die Naturbutter sehen und einiges am Ganz verblüfft hatte Gotthold Plüddemann zugehört: Lauern in den gelbgrauen Augen.„ Und darf man Profit einzubüßen fürchten. Daher denn die erstaunliche was für seltsame Worte im Munde eines Mädchens, das wohl fragen, wer Sie in diese schönen Lehren vom Sorge um Treu und Glauben im Butterhandel und ihre er eben noch für einen Ausbund von Bescheidenheit und wahren Menschenthum eingeweiht hat? Herr Echnick Sorge für das liebe Publikum, daß es nicht irgendwo einHerzensgüte gehalten hatte! Woher hatte sie nur diese vielleicht?" mal für sein schönes Geld Margarine statt Butter ansonderbaren Ansichten? Eine plögliche Eifersucht gegen den Gesellen, dem es geschmiert bekommt. Wir wollen einige Bestimmungen des Aber das flingt ja fast wie... wie Haß gegen die vergönnt war, Tag um Tag und Stunde um Stunde in Gesetzentwurfs hervorheben: Besitzenden!" meinte er verdußt. Das ist ja. Das ist ja... ich der Gegenwart dieses herrlichen Wesens zu weilen, war in gegen ist jeglicher Zufaß eines anderen Fettes zur Butter verDas Salzen wie das Färben der Butter ist gestattet; dafinde keine Worte, um meine Verwunderung aus seinem liebeskranken Herzen erwacht. Er hatte diesen boten. zusprechen... Sonderling mit den stillen Schwärmeraugen niemals Das Färben der Margarine sowie der zur Verwendung " Ich bin es nicht, die den Haß predigt", versetzte Lotte leiden mögen und traute ihm wohl zu, daß sich hinter zur Margarine kommenden pflanzlichen und thierischen Fette ist ruhig. Ich nenne die Dinge nur bei ihren richtigen seinem unscheinbaren, versteckten Wesen so krause Jdeen ver- verboten. Namen. Ich bin selbst tief traurig darüber, daß es so ist, bargen, wie sie Lotte eben ausgesprochen hatte. Der Verkauf und die Aufbewahrung von Margarine darf und ich wünsche nichts sehnlicher, als daß dieser allgemeine Das waren ja aber ganz staatsgefährliche Dinge. nicht in solchen Geschäftsbetrieben stattfinden, wo a) Naturbutter, Menschenhaß ausgetilgt werden könnte durch ein wahres, Das war einfach jener Kommunismus, von dem er Butterschmalz und Schmalz oder b) Kunstfette verkauft werden. herrliches, unterschiedsloses Menschenthum, das alle Brüder erst kürzlich in der privilegirten" Bossischen Zeitung" 10 feilgehalten wird, müssen an in die Augen fallender Stelle die Die Geschäftsräume und Verkaufsstellen, in denen Margarine und Schwestern mit gleicher Liebe umfinge." schreckliche Dinge gelesen hatte. Ganz Berlin sollte nach der deutliche, nicht verwischbare Inschrift tragen:" Verkauf von Was war das nun wieder? Klang das nicht beinahe Angabe jenes ehreniverthen Blattes von kommunistischen margarine". wie die salbungsvollen Worte des Friedens, die der Sektionen durchsetzt sein. Hatten die fürchterlichen Lehren Die Gefäße und äußeren Umhüllungen, in welchen Mars Prediger heut von der Kanzel herab gesprochen hatte? Und fich etwa auch in seinem Hause eingeuiftet? Das durfte er garine gewerbsmäßig verkauft oder feilgehalten wird, müssen an wie verklärt sie vor sich hinschaute wie eine Heilige, die um keinen Preis leiden er war entschlossen, das Uebel in die Augen fallender Stelle eine deutliche, nicht verwischbare ihr Bekenntniß gesprochen hat und im nächsten Augenblick womöglich mit der Wurzel auszurotten. Der abgewiesene Inschrift fragen, welche die Bezeichnung„ Margarine" enthält. mit dem Todesstoß des Henters die Märtyrerpalme zu Liebhaber hatte sich in einen schnüffelnden Spion verwerbsmäßig verkauft, so müssen diefelben von Würfel form Wird Margarine in regelmäßig geformten Stücken ges empfangen hofft. Herr Plüddemann war mit seiner Weisheit zu Ende. Mit Spannung hatte er Lotten's Antwort auf seine Er stand vor einem Räthsel und fannte sich nicht mehr zudringliche Frage erwartet. aus. Das aber glaubte er nun selbst, daß eine Welt, eine ganze große Welt von Gedanken zwischen ihm und diesem Mädchen lag. und noch ein zweites glaubte er: daß bereits ein anderer von jenem Plaz im Herzen dieses Mädchens Besitz ergriffen hatte, nach dem er selber strebte. Ein häßlicher Verdacht stieg in ihm auf, und ein nagendes, giftiges Empfinden schlich sich in sein Gemüth ein. " Tas flingt ja wieder ganz anders- wunderschön fogar, möcht' ich sagen," verfette er mit einem heimlichen, wandelt. Bielleicht war's Herr Schnick, der mich eingeweiht hat, vielleicht auch ein anderer," versetzte sie ausweichend. Es giebt mehr solcher Leute, welche dieselbe Ueberzeugung, die felbe Hoffnung auf die Zukunft hegen." Und unter ihnen befindet sich vermuthlich auch mancher liebenswürdige Jüngling, der so nebenbei den jungen Mädchen die Köpfe verdreht?" " Auch solche giebt's darunter, Herr Plüddemann einer von ihnen ist zum Beispiel mein Verlobter." ( Fortsetzung folgt.) fein, auch muß denselben die vorbezeichnete Inschrift eins gedrückt sein. Bäcker und Konditoren sind verpflichtet, sofern fie Margarine und Kunstfette zur Herstellung ihrer Backwaaren verwenden, dies durch Anschlag in ihren Back und Verkaufsräumen bekannt zu machen. Mit Gefängniß bis zu sechs Monaten und mit einer Geldstrafe bis eintausendfünfhundert Mark, soweit nach dem allgemeine Strafgefeße nicht eine höhere Strafe verwirkt ist, wird bestraft, wer zum Zweck der Täuschung im Handel und Vekehr 1. zur Herstellung von Butter, Butterschmalz und Schmalz, Margarine oder Kunstfette zumischt, 2. zur Herstellung von Margarine, Butter, Butterschmalz und Schmalz oder Kunstfette zumischt. 3. zur Herstellung von Käse Margarine oder Kunsifette zumischt. I " " Urtheile in Gemäßheit diefes Paragraphen find von ber] feffor Biegler feinen Studenten jedenfalls die wirklichen Bolts| schen, oder Petro Pawlowsti Rerter au entreißen ver. Polizei unter Angabe des Namens der Schuldigen und der Art versammlungen, nämlich die sozialdemokratischen, empfohlen, und mag, zur Begutachtung. Der Druck und die Einfuhr littauischer*) bes Bergehens bekannt zu machen in einer in dem betreffenden nicht die Bourgeoisversammlungen, die in den Germania- und Bücher, sogar religiösen Inhalts, ist iufolge der Ruffifizirung Bezirke am meisten verbreiteten Zeitung. Konfordiasälen abgehalten werden, und die die Redaktion der verboten. Die littauischen Bücher und Zeitschriften, von welchen Wie merkwürdig, daß den Großgrundbesitzern das Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" als abschreckendes einige in Tilsit und andere in Amerika erscheinen, so die Färben der Butter erlaubt, den Margarinefabrikanten das Beispiel anführt. Journale unserer Genossen„ Nauja Gadine"( Die Neue Färben der Margarine verboten sein soll. Welche Er Beit), Apsvieta" u. a., wurden heimlich über die Eine interparlamentarische Konferenz wird in diesem schwerung des Verkehrs, daß Butter und Margarine nicht Jahre in Brüssel abgehalten werden. Diese Vereinigung von preußischen Behörden beunruhigt oder aufgegriffen und den Grenze gebracht. Nie sind bisher die Händler von den in denselben Geschäften verkauft werden darf. Wie un Barlamentariern aller fonftitutionellen europäischen Länder zur russischen Grenzbehörden direkt ausgeliefert worden. Jetzt ist erhört die Strafen bis zu sechs Monaten Gefängniß für das Förderung des Friedens und insbesondere des inter- plöglich eine Benderung in diesem Grenzverkehr eingetreten. Der einfache Bermischen von Butter und Margarine! Auch wir nationalen Schiedsgerichts wird diesmal unter dem Tilfiter Polizeiverwalter läßt jetzt die russischen Händler verhaften plöglich eine Aenderung in diesem Grenzverkehr eingetreten. Der haben nichts dagegen, wenn die Nahrungsmittelpolizei Vorsitz des Herrn Beernaert tagen, des früheren belgischen und ausliefern. Den 18. April wurde ein Händler mit Büchern Ministerpräsidenten und jetzigen Präsidenten der belgischen verhaftet. Der Polizeiverwalter telegraphirte an die russische streng gehandhabt und die Bevölkerung vor VerRepräsentantenkammer. Die Brüsseler Konferenz wird am fälschung der nothwendigen Nahrungsmittel beschützt 19. August eröffnet werden und einige Tage in Anspruch Grenzbehörde und ließ den Russen unter polizeilicher Bedeckung wird, und deswegen hatten wir gegen verschiedene der vor- nehmen. Ein aus Mitgliedern des Senats und der Repräsen wieder drei russische Händler hier verhaftet und der Grenz an die Grenze bei Laußargen fahren. Am nächsten Tage wurden geschlagenen Maßnahmen z. B. die genaue Bezeichnung des tanten- Kammer bestehendes Komitee hat sich bereits in Brüssel behörde ausgeliefert... Also Vorsicht! Gleich zu Gleich Inhalts der Fässer 2c. nichts einzuwenden. Sehr be merkenswerth ist es aber doch, daß die Herren Großgrundgefellt sich gern. besitzer sich des Volkswohles und der Volksgesundheit nur erinnern, wenn es ihren Profit zu vergrößern gilt, daß sie aber auch lediglich ihren Profit im Auge haben, wo das Einſtreichen deſſelben mit einer Sorge für das Volkswohl und die Volksgesundheit nicht vereinbar ist, z. B. bei den Getreidezöllen. Billiger Kredit für die Landwirthschaft. Die Konferenzen bezüglich der zu errichtenden staatlichen Kreditanstalt sollen außer mit anderen SpezialSachverständigen mit den Vertretern der Verbände landwirthschaftlicher Genossenschaften im Finanzministerium schon in der zweiten Hälfte des laufenden Monats stattfinden. " tonftituirt. Bemerkenswerth an biefen internationalen Friedens- Konferenzen ist, daß die meisten Theilnehmer derselben in ihren heimischen Parlamenten für jede Vermehrung des Militärs, für jebe neue, vervollkommnete Kriegsrüstung, ohne sich ihrer interwilligen und dadurch die verschiebenen Regierungen erst in den nationalen Friedenskonferenzen zu erinnern, die Gelder beStand sehen, im fortwährenden latenten Kriegszustand mit einander zu leben. " Aus Cuba wird über New- York ein großer Waffenerfolg der Aufständigen gemeldet. Kriegsinvaliden Kriegsinvaliden von 187071. Am 22. März d. J. hatte der Kaiser einen Erlaß veröffentlicht, in dem es folgendermaßen hieß: Die österreichische Ministerkrifis wurde vermieden, weil" Ich würde es mit hoher Genugthuung begrüßen, wenn dens die Liberalen, die noch vor zwei Tagen erklärten, daß sie ihren jenigen Offizieren, Militärärzten, Beamten und Mannschaften firchenpolitischen Standpunkt im Abgeordnetenhause entschieden des deutschen Heeres und meiner Marine, welche infolge einer vertreten werden, bei der Debatte über die ultramontane Inter- im Kriege von 1870/71 erlittenen Verwundung oder sonstigen pellation nicht nur nicht das Wort ergriffen, sondern selbst Dienstbeschädigung verhindert waren, an den weiteren Untergegen die Eröffnung der Debatte Mann für Mann stimmten. nehmungen des Feldzuges theilzunehmen, und dadurch der AnDer Liberalismus ist eben in Desterreich todt, wie in Deutsch- rechnung eines zweiten Kriegsjahres bei der Pensionirung_ver= Ueber eine Soldatenmishandlung berichtet die National land. luftig gehen oder gegangen find, auf Ansuchen der betreffende Beitung" aus Weimar: Der Rekrut Körber der 2. Kompagnie des Penfionsausfall fortan erstattet werden könnte. Ebenso würde 1. Bataillons Infanterie- Regiments Nr. 94 in Weimar hat sich des Eisenbahndepartements Hemp hat der Verstaatlichungs- Mitteln erfolgte, um solchen Personen des Unteroffizier- und Eisenbahn verstaatlichung in der Schweiz. Der Chef es meinen Abfichten entsprechen, wenn die Bereitstellung von infolge Mißhandlung aus seiner Garnison entfernt und zu seinen Eltern nach Dorndorf a. R. begeben. Von hier ist er auf Ver- fommission den Entwurf eines neuen Verfassungsartikels unter- Mannschaftsstandes des Heeres und der Marine, die am Feldanlaffung der Eltern zur ordnungsmäßigen Behandlung der An- breitet, welcher die Verstaatlichung der Eisenbahn auf dem Wege zuge von 1870/71 ober an den von deutschen Staaten vor 1870 gelegenheit durch Bermittelung des Bürgermeisters seiner vor der Expropriation vorsieht. geführten Kriegen ehrenvoll Antheil genommen haben, würdig gefeßten Militärbehörde wieder zugeführt worden. Körber, der Die Auflösung in Italien. Wir reden nicht allein von und infolge von Erwerbsunfähigkeit bedürftig sind und weder eine lahme Hand hat, giebt an, daß er bei einer Schießübung der Kammerauflösung es ist eine Regierungsauflösung. eine Juvalidenpenfion, noch eine laufende Unterstüßung an stelle aus Unvermögen nicht exakt habe schießen können. Alle Seit Jahren gab es in Italien feine Minifterkrise, die nicht zu der legteren beziehen, in Zukunft Beihilfen gewähren zu können." Folge davou habe die Korporalschaft nachererziren müssen. gleich eine Regierungsfrise gewesen wäre. Jezt ist die Krise so Es ist darauf hin eine Abänderung des Gesetzes über den Nach Beendigung des Nacherergirens habe Der Unter weit gediehen, daß die leichtere Form der Ministerkrisis nicht Reichs- Invalidenfonds in Aussicht genommen worden. Dem offizier gesagt: Ihr Leute, dieses Kerls wegen müßt mehr möglich ist. Crispi ist der einzige Minister, ben das Haus Bericht der„ Berliner Korrespondenz" über diese Abänderung entIhr nachererziren, haut ihn mal tüchtig durch." Er sei darauf Savoyen jetzt haben kann. Seit es fich eins erklärt hat mit nehmen wir die folgenden Angaben: in Gegenwart des Unteroffiziers von zwei Leuten mit Klopf- dem Panamisten und Fälscher Crispi, muß es den Panamisten Der Gesezentwurf bestimmt in Ausführung des kaiserlichen peitschen derart bearbeitet worden, daß Rücken, Arme, Hände und und Fälscher Crispi auch als Minifter behalten. Mitgegangen Erlaffes vom 22. März dieses Jahres, daß vom 1. April 1895 Ohren die Spuren der brutalen Behandlung noch nach Tagen heißt's da mitgehangen. Und jetzt sind wir in der Zeit ab aus den Mitteln des Reichs- Invalidenfonds in Grenzen der hätten erkennen laffen. Statt den Vorfall nun zu melden, der Auflösung. Vor dem Staatsstreich schreckte wohl nicht Crispi, Binfen des für die Sicherstellung seiner gefeßlichen Verwendungszwecke hat fich Körber aus Furcht vor weiteren Quälereien entfernt. aber der arme König Umberto zurück, und da blieb denn die entbehrlichen Attivbestandes Beträge zur Verfügung gestellt werden Es ist abzuwarten, wer nun schwerer bestraft werden wird, Fälschung die Waffe des Fälschers. Wie er die Wähler- follen 1. behufs gnadenweiser Bewilligung von Pensionszuschüssen für der Unteroffizier oder der Rekrut. Wir fürchten der lettere. liften forrigirt" und liften forrigirt" und durch Korrektur" der Wählerlisten diejenigen Offiziere, Militärärzte, Beamten und Mannschaften die Zahl der Wähler faft 11m ein Drittheil, auf des deutschen Heeres und der kaiserlichen Marine, welche infolge Eine Gemeinde in kommissarischer Verwaltung. Wegen der unglücklichen Insel Sizilien um die volle Hälfte einer im Kriege 1870/71 erlittenen Verwundung oder sonstigen andauernd grober Verlegung ihrer Amtspflichten und dadurch vermindert hat, das wurde wiederholt in diesem Blatte dargelegt. Dienstbeschädigung verhindert waren, an den weiteren Unter hervorgerufener schwerer Mißstände in der städtischen Verwaltung Außerdem hat der Fälscher die Beamtenfchaft gereinigt" und nehmungen des Feldzuges theilzunehmen und dadurch ein zweites sind, wie die Boff. 3tg." berichtet, im Grenzorte Oswiecim so weit es sich thun ließ, alle mißliebigen Elemente entfernt und bei der Pensionirung zu der wirklichen Dauer der Dienstzeit zuzuregierungsseitig der Bürgermeister, der Rendant sowie sämmt- burch servile Kreaturen ersetzt. Kurz was mit Gewiffenlosigkeit rechnendes Kriegsjahr zu erdienen; 2. behufs theilweiser Ueberliche Gemeinderäthe plöglich ihres Amtes entsetzt und zur Diszi- und Schlauheit gemacht werden kann, das hat er gemacht. nahme der aus dem Dispositionsfonds des Kaifers zu Gnadenplinaruntersuchung gezogen. An die Spitze der Kommunal- Aber alles läßt sich nicht machen. Es hat schon ebenso schlaue bewilligungen aller Art bisher bewilligten und fernerhin zu be verwaltung wurde ein Regierungskommissar gestellt und eine und gewiffenlose Schurken im Befiße der Macht gegeben, und willigenden Unterstützungen an nicht anerkannte Invalide des sofortige Neuwahl von Gemeinderäthen angeordnet. ausnahmslos sind sie, oder ist wenigftens, falls fie persönlich Krieges 1870/71; 3. behufs Gewährung von Beihilfen an solche Militaria. Wir brachten vor einigen Tagen nach oft der Strafe entronnen, ihr Werk schmählich zu grunde gegangen. Personen des Unteroffizier und Mannschaftsstandes des Heeres preußischen Zeitungen die Meldung, daß ein Artillerist Julius Und auch für Crispi ist gesorgt. und der Marine, welche an dem Feldzuge von 1870/71 oder an Tih in seiner Garnison Königsberg i. Pr. standrechtlich er- Ministerielle Kandidaturen in Italien. Man schreibt den von deutschen Staaten vor 1870 geführten Kriegen ehrenschoffen worden sei; Ursache seiner kriegsgerichtlichen Ver- uns aus Mailand am 7. Mai 1895. Wie einst vor wenigen vollen Antheil genommen haben und sich wegen dauernder, urtheilung sei die Ermordung eines Borgefeßten gewesen. Der Jahren unter dem Vizekönig von Aegypten die zum ersten Mal gänzlicher Erwerbsunfähigkeit in unterstützungsbedürftiger Lage Reichsanzeiger" dementirt dies nun turz und bündig mit den gewählten ägyptischen Volksvertreter im Sigungssaale des Parla- befinden. Worten: Diese Mittheilung ist ganz und gar erfunden." mentes fich prügelten, um nicht die Size der Opposition einzu Für das Etatsjahr 1895/96 ist der Ausgabebedarf des ReichsGanz und gar erfunden ist die Sache nun doch wohl insofern nehmen, so wird ein gleich erniedrigendes Schauspiel soeben aus Invalidenfonds auf 2300 000 Mark berechnet worden, für die nicht, als der betreffende Soldat wegen Gehorsamsverweigerung Rom gemeldet. Crispi hatte gestern Abend alle seine ministeriellen spätere Zeit müssen die jeweils erforderlichen Bedarfssummen und Achtungsverletzung vor versammelter Mannschaft zu sechs Wahl- Kandidaten um sich in dem Palazzo Braschi versammelt, auf den Reichshaushalts- Etat gebracht werden. Monaten Gefängiß verurtheilt worden sein soll. Allerdings ge: alle Vorzimmer und Vorsäle schwärmten von Ministerial- Die Beihilfen sollen jährlich 120 Mart betragen und winnt die Sache durch diese Mittheilung ein ganz anderes Kandidaten und vierzig von ihnen hatten sich vorgebrängt, um monatlich im voraus gezahlt werden. Sie unterligen nicht der Gesicht. Aber da sieht ja die Militärbehörde selbst einmal die Crispi's besondere materielle und moralische Unterstützung zur Beschlagnahme. Ausgeschlossen von den Beihilfen find Personen, Folgen ihres geheimen militärischen Strafverfahrens. Könnten Abgeordnetenwahl zu erlangen. Unter diesen begegneten sich welche aus Reichsmitteln gefeßliche Invalidenpenfionen oder ent bei öffentlicher Gerichtspflege wohl solche ungeheuerlichen Gerüchte zwei ministerielle Bewerber um denfelben Sig, fie sprechende sonstige Zuwendung beziehen, ferner Personen, welche entstehen? geriethen ins ins Handgemenge, es gab Büffe und Ohr feigen man mußte fie gewaltsam Rechtzeitig, um als Einschüchterung noch zur Wahl benutzt zu werden, soll in Rimini der Urheber des Bombenattentats vom vorigen Jahre vor den Thoren von Monte Citerio in Rom, welchem ein Ministerialbeamter, Molaroni, zum Opfer fiel, ent deckt worden sein; sein Name ist Luigi Mancini und die GrispiBlätter sprechen von großartiger Entdeckung einer weit au gelegten Verschwörung. Der abgesetzte Direktor der Mörder" Beitungen lesen, fagt er, ist feine Zeitverschwendung, son- grube von Porto Ercole, der Senator Santoro, hat, bevor er dern geradezu Pflicht des Studenten, wenn auch nicht gerade gestern Italien verließ, einigen Parlamentsmitgliedern der ra5 und 6 Stunden täglich darauf verwandt werden dikalen Partei ein umfangreiches Schriftftück übergeben, müssen. Und daß Studenten die stehenden Besucher von worin auf's genaueste mit den Original- Aftenstücken nachgewiesen Boltsversammlungen find, ist ebenso natürlich wie vernünftig." wird, daß alle die Infamien in der Behandlung der Gefangenen Profeffor Ziegler bedauert dann, daß Straßburg so wenig Ge- von Porto Ercole, die man ihm vorwarf, ihm ausdrücklich von Tegenheit biete, das vernünftige Bedürfniß, Volksversammlungen Crispi anbefohlen worden waren. " Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" über Berliner Volksversammlungen. Herr Professor Dr. Theobald Ziegler in Straßburg hat ein kleines Buch über den deutschen Studenten am Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben, in dem er den Studenten räth, neben dem fleißigen Betreiben der Studien sich auch im wirklichen Leben ein wenig umzusehen, um so zu ganzen, modernen, mit dem Schaffen und Streben unserer Zeit vertrauten Menschen zu werden. und trennen. nach ihrer Lebensführung der beabsichtigten Fürsorge als unwürdig anzusehen sind, endlich Personen, welche sich nicht im Besitze des deutschen Indigenats befinden. Bei gleicher Anwarts schaft entscheiden für den Vorzug in nachstehender Reihenfolge regelmäßig Auszeichnung vor dem Feinde, die frühere Feldzugsperiode, an welcher der Bewerber theilgenommen hat, und das höhere Lebensalter. Parteinachrichten. F " Parteiliteratur. Aus den Reihen der Parteigenossen sind vielfache Wünsche ausgedrückt worden, auch die zweite Be rathung der Umsturzvorlage in Broschürenform den weitesten rathung der Umsturzvorlage in Broschürenform den weitesten Parteikreisen zugänglich zu machen. Die Wichtigkeit der Materie zu besuchen, wirklich zu befriedigen. Weil in diesem Punkte Große Zolldebatten finden gegenwärtig im belgischen und der bisherige Verlauf der Debatte laffen diese Herausgabe Berlin allen übrigen Universitäten unvergleichlich überlegen sei, Parlamente statt, sie sind vielleicht für die künftige belgische angebracht erscheinen. Es wird deshalb Heft 3 der Umsturzsolle kein deutscher Student versäumen, mindestens einen Winter Politik ausschlaggebend, da die ultramontane Regierungspartei in broschüre, das unter anderen die Reden von Auer und lang in der deutschen Reichshauptstadt zu fludiren. Die Frage dieser Frage gespalten stimmen wird. Blos ein Theil derfelben Bebel enthält, bereits am nächsten Donnerstag zum Preise von dagegen, ob und wie weit der Student selber an dem Rede- fann sich für die schutzöllnerischen Pläne der Regierung er- ebel enthält, bereits am nächsten Donnerstag zum Preise von turnier einer solchen Bersammlung sich betheiligen will, soll wärmen. Eine Ministerkrisis steht deshalb in naher Aussicht. 10 Pf. zur Ausgabe gelangen. Um die Auflage feststellen und seinem Takt und seiner Bescheidenheit, seinem Talent und seiner Selbsterkenntniß, vor allem aber auch der Geduld der Versamm rumänische Senat hat mit 44 gegen 3 Stimmen die Abänderung Bestellungen umgehend an die Buchhandlung des VorVerschlechterung des Wahlgesetzes in Rumänien. Der damit rafcheste Lieferung bewerkstelligen zu können, bitten wir die lung überlassen bleiben. Ob solcher Keßerei ergrimmt nun mächtig die„ Norddeutsche zweier Artikel des Wahlgefeßzes angenommen, nach welchen der wärts", Beuthstr. 2, Berlin SW. gelangen zu laffen. Vorsitzende der Wahlkommission sich, um Unruhen vor= Allgemeine Zeitung". Sie versucht, den Studenten, der es verDer zubeugen, an die bewaffnete Macht wenden kann. suchen will, diesen Rathschlägen des Professors nachzuleben, vor Minister des Aeußeren und der Ministerpräsident betonten im lingen erhielt der Kandidat unserer Partei, Reichstagsabgeord Bei der Stadtverordneten Ergänzung& wvabl in So den Berliner Voltsversammlungen graulich zu machen, indem sie Laufe der Berathung die infolge des gegenwärtigen Gesetzes zu neter Schumacher, 40, der Kandidat des Bürgervereins schreibt: tage getretenen Mißbräuche. Eine Abänderung des WahlWenn Professor Ziegler die Studenten ermuntert, ſtehende gesetzes, um den bei den letzten Wahlen wieder zu tage getretenen 44 Stimmen. 2 Stimmen waren zersplittert. Im ganzen beBesucher der Berliner Voltsversammlungen zu werden, so hat er offenbar nicht die geringste Vorstellung davon, welchen Zweckt unerhörten Vergewaltigungen und Amtsmißbräuchen, die von der heiligten sich also nur 86 Personen an der Wahl, während die diese Versammlungen in ihrer großen Mehrzahl verfolgen und Regierung verübt wurden, vorzubeugen, wäre dem rumäni- Bahl der Wahlberechtigten annähernd 1600 beträgt. Zu be= schen Volke wohl eher nöthig. merken ist allerdings dabei, schreibt die Bergische Arbeiterstimme", von welcher Qualität die Reden und die Redner zu sein pflegen, daß der Bürgervereinskandidat seinen Sieg nur dem Umstande deren Weisheit zu bewundern das„ Volk" eingeladen wird. Ueber preußische Polizei im Dienste Rußlands wird zu verdanken hat, daß bei der Wahl die vor drei Jahren aufAls ob nach dem hier herrschenden Romment nicht fünf Minuten uns geschrieben: Man müßte eine ständige Spalte einrichten, gestellte Liste maßgebend war. Da im Jahre 1892 der Benfus genügten, den Jüngling zur Thüre hinauszubefördern, der es wollte man jedes zur Abwehrung der sich von Westen heran- 9 Mart betrug gegen 6 Mark heute, so wurden eine große Zahl wagen sollte, mit einem Jota vom Text des Spruches abzu bewegenden Gewitterwolfen des Kosmopolitismus und der Wähler und vornehmlich Arbeiter, die unseren Kandidaten wählen weichen, den der Herr Einberufer angenommen" wissen will. liberalen Doktrin", wie es in einer Rede heißt, die der Baren- wollten, zurückgewiesen. Demgegenüber bleibt den zurückgewiesenen Wenn die Studirenden ihren Profeffor veranlaßten, einmal ein schmeichler und Oberprokurator des heiligen Synods K. P. Pobe- Wählern nur ein Weg, den des Protestes, und es dürfte kaum Wintersemester hindurch in den Germania und Konbonoszew am 6. v. M. in einer Sigung der russischen einem Zweifel unterliegen, daß dieser von Erfolg sein wird. tordia Sälen der Reichshauptstadt zu studiren", so würden historischen Gesellschaft im Beisein Jungväterchens" hielt wir das für sehr angebracht halten. Die Rathschläge an die schändlich despotische Vorgehen der russischen VerPolizeiliches, Gerichtliches 2c., Studenten bezüglich der Einrichtung ihres Studiums der Politit waltungsgendarmerie am Pranger stellen. Nicht genug, - Sächsisch e s. Der frühere Reichstags Abgeordnete, würden dann vermuthlich anders ausfallen." daß der russischen Polizei in Deutschland zu Spißeleien Amtshauptmann v. Polena in Plauen hat das Versammlunge Nun, daran mag schon etwas Wahres sein. Die Ger- und sonstigen ehrlichen" Treibereien ein freierer Spiel- recht in einer unseres Wissens noch nicht dagewesenen Weise bemania und vie Konkordia Säle sind nämlich für die raum gelaffen ist, nein, jetzt besorgen die preußischen schränkt. Er strich von der Tagesordnung der Parteikonferenz Arbeiter versammlungen, die Herr Professor Ziegler jedenfalls Polizeibehörden auch die russischen Polizeigeschäfte. Es flingt der Sozialdemokratie des 22. sächsischen Reichstags- Wahlkreises, im Auge gehabt hat, nicht zu haben. In den Germania und märchenhaft, aber wir haben vor uns die rohe Wahrheit. Konkordiasälen hält seit dem letzten Bierboykott die Berliner Vor einiger Zeit brachte der Vorwärts" eine Nachricht, daß*) Die Littauen bewohnen in den Gouvernements Kowno, Groß- und Kleinbourgeoisie bis zum Spießbürgerthum herunter durch Vermittelung der preußischen Polizei mehrere Schriften Suwalki, Wilna und Witebst eine Ländermasse von über ihre Versammlungen ab, und ob da jeder nach fünf Minuten nihilistischen Inhalts" an der russischen Grenze beschlagnahmt 300 000 Quadratkilometern. Sie bilden einen besonderen Ast des zur Thür hinausbefördert wird, der etwas anderes sagt, als der worden sind, was kaum glaubhaft erschien, denn man fonnte doch indogermanischen Völker- und Sprachſtammes. Sie zählen gegen " Herr Einberufer" hören will, das muß ja die Norddeutsche der preußischen Polizei ein derartiges Handeln nicht zutrauen. 3 Millionen Seelen, die meiſtentheils noch als ärmliche Kleina Algemeine Beitung" am benen wiffen. In unseren Versammi- Jezt ist man über jeden Zweifel hinweg. Es diene folgende grundbefizer ihr Dasein fristen, oder sich schon dem fressenden lungen ist das nicht der Fall. Deswegen hat auch Herr Pro- Nachricht, die vielleicht manchen dem Kowno'schen, Wilna- Rapital in die Hände geworfen haben. # " = " " " Soziale Ueberlicht. Für Glasarbeiter! Buzug ist fernzuhalten von Dibens burg, Ibbenbüren, Charleroi und Jumet in Belgien, Bülach in der Schweiz, Braco de Prata in Portugal, Savona in Italien, Antonienwald in Böhmen, Schüßen- Neudorf in Böhmen, Paganini in Südamerika. Die internationale Bildhauerkonferenz wird zu Pfingsten in Nürnberg abgehalten. Internationaler Bergarbeiter- Kongreß. Aus dem Ge schäftsprogramm des diesjährigen Kongresses sei noch mitgetheilt, daß der Kongreß vom 3. bis 7. Juni cr. in Paris tagen wird. Aus dem Reiche des Herrn Thielen. Ueber die Lage Das Programm umfaßt vorläufig die Punkte: Achtstundentag, der Arbeiter in den föniglichen Eisenbahn- Werk Ueberproduktion, Haftbarkeit der Befizer bei Unglücksfällen, stätten in Dortmund fagt die katholische Zeitung Beaufsichtigung der Gruben, sanitäre Einrichtungen. Außerdem Tremonia": Wie überhaupt zur Zeit der Verdienst steht, ist die Frage zu entscheiden, ob der Kongreß alljährlich, wie spottet aller Beschreibung. Hieran ändert auch nichts, daß hier bisher, oder nur alle zwei Jahre abgehalten werden soll. und da noch einzelne Eisenbahn- Werkstätten- Arbeiter vorhanden sind, welche verhältnißmäßig noch gut verdienen. Einem auf merksamen Beobachter hätte es nicht entgehen tönnen, wie bei der legten Löhnung ein großer Theil der Arbeiter nach Empfang derfelben mit dem denkbar traurigsten Gesichte den Heimweg einschlug, und, zu Hause angekommen, nicht einmal die Hälfte oder gar ein Drittel der zu zahlenden Miethe brachte. Wie es unter solchen Unständen bei derartigen Familien betreffs Beschaffung der Lebensmittel, Kleidung u. s. w. aussieht, ist ohne viel Nad, denken wohl zu begreifen.... Wer wäre mohl in der Lage, hier in unserm theuern Tortmund einem Arbeiter vorrechnen zu fönnen, wie mit einer halbn onatlichen Löhnung von 24 bis vielleicht 32 Mark eine Familie mit 4 bis 6 und noch mehr Kindern auskömmlich zu ernähren wäre? Welche Gedanken müssen einen Arbeiter beschleiden, wenn er angesichts solcher Thatsachen von Zeit zu Zeit lesen muß, wie viele Millionen die Staatseisenbahn periodenweise an Ueberschüssen erzielt. Und das sollen Staats- Musterwerkstätten sein?! bie am 28. April in Elsterberg zufammentrat, die Punkte, Direktion es für gut befunden, die Genehmigung zu verfagen. die von der Wahl einer Vertrauensperson, einer Breß- Nach fäd fischem Muster den Ausflug felbft zu verbieten, genirte tommission für den Wahlkreis, sowie von der Wahl von sie sich allerdings noch. Sie half sich damit, daß sie die" beabDelegirten zur Landesversammlung, weiter von der sichtigte Versammlung unter freiem Himmel" nicht gestattete. Erledigung sonstiger Partei Angelegenheiten handelten. Zur Begründung der Maßregel führte der Amtshauptmann an: Die Erstreckung des Referats und der Dis Tussion auf Punkt 2, 3 und die Delegirtenwahl in Punkt 5 der angemeldeten Tagesordnung wird( hiermit) verboten, weil einestheils einer Versammlung der vorliegenden Art nur das Recht bezieh. die Pflicht zusteht, Funktionäre für die Dauer der Tagung zu wählen(§3 des Vereinsgefeßes), aber nicht Vertrauensmänner, Kommissionen, Delegirte und andere Funktionäre, die von der Versammlung Aufträge und Instruktionen über deren Dauer hinaus erhalten sollen; zur Erreichung eines solchen gemeinschaftlichen Zweckes bedarf die Verbindung mehrerer selbst verständlich einer Vereinsbildung, die in diesem Falle nicht vorliegt; anderntheils läßt die allgemeine Fassung von Punkt 3 der Anmeldung bei dem auf den Umsturz der bestehenden Gesellschaftsordnung gerichteten Ziele der Sozialdemokraten eine dringende Gefahr für die öffentliche Ort nung, Ruhe und Sicherheit befürchten.(§ 12 des Vereinsgesetzes.)" Von dieser Beschränkung des Versammlungsrechts steht im sächsischen Vereinsgesetz tein Wort, und der erwähnte§ 3 Iautet: Zur Berufung von Versammlungen find nur diejenigen berechtigt, welche dispositionsfähig und im Besitz der bürgerlichen Ehrenreck, te sind. Unter ihnen muß sich mindestens ein Gemeindemitglied desjenigen Ortes befinden, in dessen Gemeindebezirk die Versammlung gehalten werden soll." Tie Berufung auf diesen Paragraphen ist also durchaus unzutreffend. Und ebenso die auf§ 12. Daß durch die Wahl von Kommissionen 2c. unserer Partei eine dringende Gefahr für die öffentliche Ordnung, Ruhe und Siderheit" zu befürchten fei, das erfordert trotz aller Eelbstherrlichkeit der böheren Polizeibehörden feinen Beweis, weil es in Sachfen eine Verfassung giebt, worin unter§ 26 gefagt ist: Die Rechte der Landeseinwohner stehen für alle in gleich em Maße unter dem Echuße der Verfassung." Und diesen Beweis plausibel zu führen wird Herrn v. Polenz etwas schwerer fallen, als das Verbot der erwähnten Tages oidnungs- Punkte, wozu ja nur ein paar Zederstiche nöthig maren. Unsere Parteigenoffen in Elsterberg, als Einberufer der Parteikonferenz, werden deshalb gegen das Polenz'sche Ver fahren Beschwerde durch alle Instanzen führen. " Eine andere Beschränkung des Vereins- und Versammlungs. verbot dem Arbeiterverein für Kriegschwiz die Ab rechts hat die Pirnaer Amtehauptmannschaft vorgenommen. Sie haltung seines Stiftungsfest es mit folgender Begründung: Der Verein erhebt nur ein Eintritte geld von 10 Pf. und eine Monatssteuer von 20 Pf. Dadurch ist jedem die Möglichkeit gegeben, das Vergnügen gegen Zahlung von 30 Pf. mit zumachen. Ein Zwang, auch später Mitglied zu bleiben, besteht nicht. Dadurch verliert das Vergnügen den Charakter eines Vereinsvergnügens und wird zu einem öffentlichen. Solche Vergnügungen dürfen aber nicht veranstaltet werden." Schön, meint gnügungen dürfen aber nicht veranstaltet werden." Schön, meint Die Sächsische Arbeiter- Zeitung", der Verein, der 10 Pf. Eintrittsgeld und 20 Pf. Monatssteuer erhebt und auch sonst alle Merkmale eines Vereins trägt, gilt also der Amte hauptmann schaft Birna nicht als Verein, denn sonst hätten sie das Ver: gnügen nicht verbieten können. Die sozialdemokratische Partei in Chemnitz aber, die nach unserer Meinung feinerlei Merkmale eines Vereins trug und erst recht nicht die Merkmale, die die Amtshauptmannschaft Pirna für erforderlich zu halten scheint, die wurde dennoch als Verein betrachtet und deswegen aufgelöst. Nun möchten wir gern wissen, welche Behörde eigentlich " recht hat. 0 In Böhliz Ehrenberg bei Leipzig war dem Redakteur Pollen der aus Leipzig bei einer am 31. März gehaltenen Rede über die Bedeutung der sozialdemokratischen Presse vom überwachenden Gemeindevorsteher Entsberger das Wort entzogen worden, weil er Bismarck erwähnt hatte. Gegen dieses Verfahren wurde bei der Amtsbauptmannschaft Beschwerde eins gelegt. Diese Behörde bat nun die Besch werde mit der Begründung abgewiesen, daß die Entziehung des Wortes nicht allein wegen der Aeußerung über Bismarck, sondern vor allem wegen de dieser Aeußerung vorangegangenen Ausführungen erfolgt sei, die dieser Aeußerung vorangegangenen Ausführungen erfolgt sei, die in der in ihrer Allgemeinheit wahrheitswidrigen Behauptung gipfelten, die sozialdemokratische Presse werde von der herrschenden Klasse sowie durch die bestehenden Gefehe unter: drückt". Wenn der überwachende Beamte sich nebenher auch durch die Bemerkung über Bismarck habe bestimmen lassen, in der beregten Weise vorzugehen, und letzteres lediglich durch den Hinweis auf diese Bemerkung begründet habe, so sei dies rechtlich um deswillen völlig belanglos, neil es der Angabe von Gründen gesetzlich überhaupt nicht bedurft hätte. Für das Bormundschafts- System, worunter die fächsische Bevölkerung in Beziehung auf das Versammlungsrecht thatsächlich steht, ist die Meinung der Behörde, daß es der Angabe von Gründen gefeß lich nicht bedurft hätte, jedenfalls ein flaffisches Zeugniß. Uebrigens wird Pollender auch gegen den Entscheid der Amts hauptmannschaft Beschwerde führen, da er nicht von den bestehenden Gesetzen, sondern von dem erloschenen Sozialistengefeh gesprochen hatte. Gewerkschaftspresse. Von der Deutschen Berg' und Hüttenarbeiter 3eitung" war die Nr. 11 wegen des dem„ Süddeutschen Postillon" entnommenen Gedichts ,, Rückblick" tonfiszirt worden. Dieser Tage ist nun der damalige Redakteur, der jetzt im Gefängniß befindliche Parteigenosje Margraf, vom Landgericht Essen wegen des Abdrucks des Gedichts zu einer Woche Gefängniß verurtheilt worden. Der Staatsanwalt hatte, mit Anrechnung der sieben Monate, zu denen Margraf wegen anderer Preßvergeben bis jetzt rechtsträftig vers urtheilt ist, 1 Jahr Gesammtstrafe beantragt. Das Landgericht. fällte sein Urtheil in Anbetracht der Vergangenheit des Ans geklagten und mit Rücksicht auf die Verhältnisse hiesiger Gegend". Erlaß der Amtshauptmannschaft Freiberg ist der am 29. Sep Bur Koalitions, freiheit" der Arbeiter Sachsens. Durch ember 1894 angemeldete Allgemeine knappschaftsFreiberg" ebenfalls der Auflösung verfallen. Die Be taffenvertreter Verein für das Bergrevier Freiberg" ebenfalls der Auflösung verfallen. Die Be. gründung des Auflösungsbeschlusses lautet wörtlich wie diejenige der Amtshauptmannschaft Chemniß, womit diese Ende März den der in verschiedenen Gewerben auftretenden gesundheits- Diese Begründung gipfelte bekanntlich darin, daß es ein un Verhütung von Berufskrankheiten. Zur Hintanhaltung Knappschaftsvertreter- Verein" für Lugau und Umgegend verbot. schädlichen Einflüsse empfiehlt der Wiener Gewerbe- Inspektor, befugter Eingriff in die Zuständigkeit der Kassen und Gerer fich in seinem Berichte pro 1894 eingehend mit gewerblichen noffenschaftsorgane sei, wenn sich Vereine die Förderung der Berufs-) Krankheiten beschäftigt, die Zurd, führung folgender Interessen solcher Kassen angelegen sein laffen. Maßnahmen: so Ganz richtig bemerkt die Rheinisch- Westfälische Arbeiter Zeitung" hierzu, daß man den Eisenbahn- Arbeitern um fo eher folches bieten fann, als sie es nicht wagen dürfen, sich einer Gewerkschaft anzuschließen. 1. In allen Gewerben mit gesundheitsschädlichem Staube ist für deffen Ableiturg an der Entstehungsstelle vorzuforgen. 2. Echädliche Zämpfe müssen, bevor sie sich im Arbeitsraume entstehen, sind unter einem mit Mantel verfebenen Ventilationsverbreiten, entfernt werden. Arbeiten, bei welchen solche Dämpfe schlauch, und falls die Dämpfe giftig wirken, in vollkommen geschleffenen Heerden( chemischen Herden) vorzunehmen. 3. Wo die Arbeiter ftrahlender Wärme ausgesetzt sind, ist diese durch Schirme, schlechte Wärmeleiter 2c. thunlichst abzuhalten. 4. In Arbeitsräumen, wo mit gesundheitsschädlichen Stoffen manipulirt wird, ist das Essen zu untersagen und es ist allenthalben auch im Kleingewerbe- für Waschvorrichtungen und Geife zu sorgen. schädigend auf die Gesundheit einwirken kann, ist dafür zu 5. Bei Gewerben, in welchen die profeffionelle Haltung forgen, daß die Arbeitszeit durch längere Paufen unterbrochen wird. Raiserhafens beschäftigten Erdarbeiter, an Zahl rund In Bremerhaven haben die am Erweiterungsbau des 200 Mann, wegen Lohndifferenzen mit dem Unternehmer Höschele die Arbeit niedergelegt. Buzug ist dringend fernzuhalten. Ans Pilsen in Böhmen wird uns mitgetheilt, daß sämmt. liche Weber und Weberinnen der Baumwollwaaren= fabrit von Polat u. Sohn in Böhmisch Trübau wegen niedriger Löhne die Arbeit gekündigt haben. Da die Fabrikdirektion am Orte wenig Streitbrecher aufzutreiben vers mag, ist mit Sicherheit zu erwarten, daß sie versuchen wird, namentlich die nach Sachsen und Bayern ausgewanderten czechischen Weber durch falsche Vorspiegelungen in die gesperrte Fabrik zu locken. Es werden daher die in Deutschland arbeiten den czechischen Weber ersucht, unter den Berufsgenossen ihrer Trübau unterbleibt. Nationalität dafür zu sorgen, daß jeder Zuzug nach BöhmischAusgesperrt wurden in Warnsdorf in Böhmen sämmtliche Textilarbeiter der Firma Gustav Liebisch, weil ist streng fernzuhalten. sie nicht 80 pt. billiger arbeiten wollten als bisher. Buzug entwickelung sind den Arbeitern staubdichte Kleider zur Verfügung 6. In Betrieben mit schädlicher Staub, Gas- oder Dunst au fiellen, ferner ist für einen Garderoberaum Eorge zu tragen. 7. Als Arbeitsräume wären nur geeignete Lofale von min- Aus Teplik wird gemeldet: Eine Versammlung der Ver deftens 3 Meter Höbe und einem Luftraume von mindestens treter der Bergwerksbesitzer des nordwest böhmischen 10 Quadratmeter pro Person zu verwenden. Diese Lokale sollen Braunkohlenreviers erklärte einstimmig, die am 14. und eine genügende Tagesbeleuchtung befizen und mit einer beständig 15. April in Wien gestellte Arbeiterforderung auf Einführung wirkenden Ventilation versehen werden, die der Einflußnahme einer achtstündigen Schichtdauer für alle Bergarbeiter, und zwar des Arbeiters entrückt ist. für die unter Tag Arbeitenden mit Einrechnung der Ein- und Ausfahrt als entschieden unannehmbar, und beschloß, daß es bei der jetzigen Echicht bezw. Arbeitsdauer verbleiben müffe, weil die Lage dieses Bergbaues, seine Prodnktions- und Absatzverhält nisse sowohl in bergbaulicher als auch in volkswirthschaftlicher Wir sind selbstverständlich überzeugt, meint die Wiener Beziehung eine Verkürzung der jezigen Echichtzeit nicht zulassen. Arbeiter Btg." dazu, daß unsere Herren Gewerbeinhaber die Das ist natürlich nicht wahr. Gerade die Lage des böhmischen Winfe des Gewerbe- Inspektors nicht im mindesten beherzigen Kohlenbergbaues läßt eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse werden. Dazu gehört nicht nur guter Wille, sondern vor allem der Vergleute sehr wohl zu. Alle fanitären Vorkehrungen werden nuglos sein, wenn sie den Geld, und das zu opfern bringen sie nicht übers Herz. Ausbeutern nicht durch Gesetz vorgeschrieben und für eine stramme Durchführung und Uebern achung der gefeßlichen Vorschriften Sorge getragen wird. allgemein zu verbieten. 8. Die Benutzung von Werkstätten zu Schlafräumen wäre Bleichereien 2c.- find Entnebelungsanlagen anzubringen. 9. In Räumen, wo Nebelbildung eintritt Färbereien, den gestern im Vorwärts" berichteten Beschlüssen der EinigungsSolinger Ansmacherstreik. Der Fabrikantenverein hat fommission insoweit zugestimmt, als sie die Wiederaufnahme der Arbeit auf Grundlage des von dem Fabrikantenverein aufgestellten Preisverzeichnisses und die Fortseßung der Kommissions Aus der Schweiz wird uns geschrieben: In der Mid verhandlungen zwecks späterer Schaffung eines neuen Preiswaldner Landsgemeinde Versammlung drang verzeichnisses betreffen. Dagegen hat es der Verein abgelehnt, endlich das seit Jahren anhängige bäuerliche Fegehren nach daß etwaige neue Lohndifferenzen dem Einigungsamt des Reduktion des verfassungsmäßigen Hypotheken- 3ins: Gewerbegerichts zur Entscheidung überwiesen werden sollen. fuß es von 5 auf 4 pet. durch. Zur gefeßlichen Durchführung Auch hielt es der Fabrikantenverein noch nicht für angebracht, des angenommenen Initiativbegehrens wählte die Landsgemeinde die acht Mitglieder aus seiner Mitte für die projektirten gemein einen 15gliedrigen Verfassungsausschuß. Das Verlangen der schaftlichen Kommissionssizungen zu wählen. Die streifenden Bauern war von den katholischen Geistlichen selbst von der Arbeiter haben dagegen in einer Versammlung ihrer Organisation Kanzel herab als irreligiös" bekämpft worden. Die ultramontane alle Abmachungen der Einigungskommission einstimmig als für Herrschaft im Kanton Nidwalden hat dadurch einen nicht un- fie( die Arbeiter) verbindlich erklärt. bedeutenden Stoß erhalten. Gewerkschattliches. Ungarische Streifs. Der Ausstand der Bergleute in Saliotarian ist nach dreitägiger Dauer beendet. Dagegen haben die Arbeiter des nord ungarischen Kohlenreviers die Arbeit niedergelegt. Die Grubenverwaltungen schrien sofort nach zum Einschreiten fand. Militär, das auch bereitwilligst fam, aber bis jetzt feinen Anlaß Als bei der Maifeier in Ronneburg in Sachsen Altenburg der Parteigenosse Lange aus Leipzig ausführte, daß es bei der heutigen hochentwickelten Technik wohl möglich sei, die Arbeitszeit wesentlich zu verkürzen, und dies an einigen Beispielen erläuterte, erklärte der überwachende Obergendarm, dies gehöre nicht zum Thema und habe mit der Maifeier nichts zu thun! An die Musikinstrumenten- Arbeiter Berlins! Rollegen! Als dann der Referent meiter über die Nothwendigkeit der Ver- Euch allen ist bewußt, daß wir in furzer Zeit öffentlich, Abrechnung fürzung der Arbeitszeit sproch und u. a. ausführte, die lange geben wollen über unsere Lohnbewegung. Nun stehen aber noch In Rustschuk in Bulgarien streiten seit zwei Monaten Arbeitszeit degenerire die Bevölkerung dermaßen, daß in einigen eine ganze Anzahl von Liften aus, die abgeliefert werden müssen, die Arbeiter des graphischen Gewerbes: Buch. und Bezirken nur noch ein geringer Prozentjak militärtauglich sei, um obige Abrechnung zu einer vollständigen zu machen. Wir Steindrucker, Buchbinder und Hilfsarbeiter, im ganzen 56 Perintervenirte der Beamte wiederum und erklärte diese Aus- ersuchen deshalb alle Kollegen, welche schon längere Zeit im Be- sonen, darunter 35 Familienväter. Da sich bisher nur ein Streik führungen als nicht zum Thema gehörig. Als die Kopf fige von Cammellisten sind, dieselben möglichst schnell abzuliefern, brecher gefunden hat und der Geist unter den Ausständigen gut an Kopf stehenden Versammelten diese Auffassung nicht um der Lohnkommission die Arbeit zu erleichtern. Gleichzeitig ist, so wird ein günftiger Ausgang des Streits erhofft, wenn theilten und allgemeine Ben egung fich bemerkbar machte, löste feien die Kollegen daran erinnert, daß immer noch Geld gebraucht genügend finanzielle Unterstützung zufließt. Darum bitten nun der Beamte die Versammlung auf. So ist die Maifeier- Versamm wird und die Sammlungen immer noch weiter fortgesetzt werden bis die Ausständigen dringend die deutschen Arbeiter. Die Geld= lung in Ronneburg, schreibt die Leipziger Volkszeitung". zwar zum Tage der Abrechnung, wo wir das weitere besprechen werden. sendungen sind zu richten an Marin Bosianoff, Präses etwas programmwidrig verlaufen, aber agitirt hat sie vorzüglich. Deshalb, Kollegen, zeichnet noch 1 bis 2 Wochen auf Listen und des Vereins der graphischen Fächer in Ruftschut, Bulgarien. Hat sie doch gezeigt, welche Summe von Kenntnissen und Einficht iorgt für schnelle Ablieferung, um unseren Verpflichtungen gerecht Aus Verviers in Belgien wird gemeldet: Ein großer Theil heute von Beamten verlangt wird, die über die wichtigste Be- zu werden. Die Lohntommission. der Knüpfarbeiter und Spinner in der Umgegend von Verviers wegung der Neuzeit wachen und bestimmen sollen. An die Glazarbeiter! In Stralau sind zwischen der hat die Arbeit wieder aufgenommen. Der Streit wird als May Kegel's Schwant„ Die Tochter des Staats: anwalts", der bei der Maifeier in Mölln in Schleswig: dortigen Firma und den Arbeitern Differenzen ausgebrochen. Die beendigt angeschen. Holstein aufgeführt werden sollte, ist dort vom Bürgermeister eine halbe Stunde zu verlängern. Die Arbeiter sind entschlossen, Absicht des Unternehmers geht dahin, die tägliche Arbeitszeit um nicht zugelassen worden. Der fürsichtige Mann verbot die Aufhiergegen Stellung zu nehmen. Jedenfalls beweist die Firma, führung. Der Lokalredakteur der Rheinisch- Westfälischen Arbeiter- welche sich sonst gern als arbeiterfreundlich aufspielt, wie wenig sie Richficht auf die Forderungen der Arbeiter bezüglich der VerZeitung", Genoffe Block, ist von der Staatsanwaltschaft auf gefordert worden, spätefiens am 14. Mai eine Gefängnisstrafe fürzung der Arbeitszeit nimmt. Daß die achtstündige Arbeitszeit nicht nur eine große Nothwendigkeit besonders für die GlasWolff's Telegraphen- Bureau. von 5 Tagen, 21 Stunden und 36 Minuten anzutreten. Diese Baris, 10. Mai. Der Sozialist Rouanet beabsichtigt, am Strafe ist der genau erechnete Rest der Geldstrafe von 150 M. dafür haben wir seltst in Leutschland schon Beispiele, und liegt das französisch- russisch- deutsche Einvernehmen einzubringen. arbeiter, sondern in der Glosindustrie auch durchzuführen ist, 14. d. W. in der Deputirtentemmer eine Juterpellation über zu der Genosse Block am 15. Januar wegen Beleidigung des es bei den meisten Firmen, so auch bei der Stralauer, nur am Berghauptmanns Täglichsbeck und des Knappschaftsdirektors quten Willen, diese Forderung der Arbeiter durchzuführen. Wir ( Deveschen- Bureau Herold.) Gerfein verurtheilt wurde. Turch Pfändung von Büchern zog bitten deshalb, den Zuzug nach Stralau bis auf weiteres streng die Gerichtskaffe einen Theil der Summe ein; die Umwandlung des R. sibetrages is Beitliche ergiebt jene oben angegebene Ge- Der Vorstand des Verbandes der Glasarbeiter fernzuhalten. fängnißftrafe. und Arbeiterinnen Deutschlands. Der Vertrauensmann in Hannover, Genosse Lohr= berg, hatte beabsichtigt, zum Zweck eines Zusammenseins von Für Porzellanarbeiter. Tie Sperre ist bis auf weiteres Parteigeroffen auf nächsten Sonntag einen Ausflug nach den über folgende Orte des Deutschen Reichs verhängt: Alt Drei Brüdern" in der Gilenriede zu arrangiren und, um allen waffer( Tielsch u. Co.). Albersweiler, Berlin Unannehmlichkeiten vorzubeugen, bei der Polizei den Ausflug ans( Maler), Frankfurt a. O.( Th. Pätsch), Vegesac.- In gemeldet. Ferner botte Lohrberg in feiner Anzeige ausdrücklich Desterreich ist die Sperre verhängt über die Arbeiter von betont, daß weder Musikstücke beliebter Arbeiterweisen gespielt Pfeiffer u. Löwenstein in Schladenwerth bei Karlsbad, noch derartige Lieder gefungen werden würden. Tiozdem es sich Ernst Wahlis und Anton Heller in Turn bei Teplitz, K. Rädler also lediglich um einen Ausflug zwecks geselligen Beisammenseins in Wien, Leffau in Post Tallwig und über die Fabrik in handelte, hat die Polizei: Saindorf. allerdings von Cozialdemokraten Depeschen. Laibach, 10. Mai. Heute früh 6 Uhr erfolgte wiederum ein Unter der Bevölkerung herrscht fortgesetzt große Aufregung. heftiger Erostoß, der an den Häusern neuen Schaden anrichtete. Rom, 10. Mai. Große Sensation ruft hier das plötzliche Verschwinden des Polizeikommissars Santora hervor. Man will wiffen, daß derselbe nach Uebergabe wichtiger Dokumente an Cavalotti ins Ausland geflüchtet jei. Paris, 10. Mai. In Pantin entfernte die Polizei in der vorigen Nacht eine große Anzahl anarchistischer Maueranschläge, welche die Namen Emile Henry und Ravachol als Unterschrift trugen. Das Manifest machte den Arbeitern der Zündholzfabriken den Vorwurf, daß sie sich dem Kapital gebeugt hätten und der Bourgeoisie unterthänig geblieben feien. Hierzu zwei Beilagen, Berantwortlicher Redakteur: J. Tierl( Emil daland) in Berlin. Trua und Berlag von Wag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 109. Sonnabend, den 11. Mai 1895. Amsturzbroschüre. Parlamentsberichte. = Deutscher Reichstag. 12. Jahrg. Die stenographischen Berichte der Verhandlungen über die Umsturzvorlage im Reichstage werden mit Heft 3 der Broschüre: Umsturz und Sozialdemokratie fortgesetzt. Heft 3 erscheint bereits am Donnerstag, den 16. Mai, und enthält u. a. die Reden unserer Genossen Auer und Bebel. Buchhandlung des„ Vorwärts". im Zentrum und links, Heiterkeit.)- nein, wir springen dieses Hauses finden, den Regierungen diejenigen Waffen versagt nicht über den Stock;( Zustimmung im Zentrum.) wir wissen werden, die sie gefordert haben, weil sie fie für nothwendig selbst, was wir zu thun haben, und gehen unseren eigenen Weg. halten, während man ihnen dafür Waffen in die Hand drücken will, Wenn ich die Rede des Justizministers vergleiche mit der des die sie nicht verlangt haben und von denen sie keinen Gebrauch Herrn Auer, dann muß ich sagen: Auer war schlauer! machen. nun einmal Der der auch denn 89. Sigung vom 10. Mai 1895, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: Fürst zu Hohenlohe, Schönstedt, von Köller, Nieberding, Bronsari( Große Heiterkeit.) Er hat in dem für uns berechneten Theil Abg. Sigl erklärt zunächst namens des Bauern v. Schellendorff, v. Bötticher. seiner Rede wenigstens vermieden, uns zu verlegen. Die Rede bundes, daß derselbe sowohl die Vorlage der Die zweite Berathung des Gesetzentwurfs betreffend Aende des Justizministers war darauf berechnet, uns abzuftrafen, aber Regierung als die der Kommission ablehnen rung und Ergänzung des Strafgeset buches, nicht dazu, die Vorlage zu stande zu bringen.( Sehr wahr! wird.( Beifall links.) Es ist der Gegenwart das Talent abdes Militär Strafgesetzbuches und des Ge. lints.) Der Juftizminister glaubt, uns einen Widerspruch vorgesprochen worden, Gesetze zu machen. Das ist lange her. Aber fetes über die Presse wird fortgesetzt beim§ 111 und werfen zu können in bezug auf den passiven und aktiven Wider: die Vorlage ist ein guter Beweis dafür, daß die Gegenwart keine den dazu gestellten Anträgen. stand. Es handelt sich dabei um zwei Fragen: Was ist guten Gesetze machen kann. Das Gesez fol! haupt= Abg. Gröber( 3): Es ist die Vermuthung laut geworden, erlaubt und was ist strafbar? Das erste wird aus der fächlich der Sozialdemokratie gelten und dann daß die Vorlage eigentlich gar nicht ernsthaft gemeint sei, Moral, das andere aus dem Strafgesetzbuch beantwortet. auch in Bayern gegen den Bauernbund an daß sie nur ein Korspiel sein solle für ein neues ver- Der Begriff der Strafbarteit ist ungeheuer gewandt werden, eine große Ge Durch schärftes Sozialistengesetz, weil man ein solches nicht ohne wechselnd je nach der Zeit und je nach den Verhältnissen. fahr ist, nämlich für das Zentrum. weiteres einbringen könne, nachdem es unter dem Votum des Auch der rigoroseste Strafrichter wird niemals behaupten können, bas Sozialistengesetz ist nur eine Verstärkung der sozia Reichstages zusammengebrochen sei. Man will konstatiren, daß daß alles sittlich Nichterlaubte auch bestraft werden solle. Den listischen Partei erreicht worden und durch dieses Gesetz, wenn eine gemeinrechtliche Vorlage nicht durchzubringen ist. Zu dieser aktiven Widerstand hat das Zentrum niemals für erlaubt ge- es durchgeht, es geht aber nicht durch( Heiterkeit), werden Sie Vermuthung hat insbesondere der Umstand Anlaß gegeben, wie halten und wird es niemals thun. Aber so wie die Anschauungen auch nichts erreichen. Ich habe bei der ersten Lesung Ihnen allgemein bekannt ist, daß in hohen Kreisen das in Regierungsfreisen über die Strafbarkeit dieser oder jener einen Fall vorgeführt, bin allerdings deswegen der groben UnScheitern dieser Vorlage erwünscht ist, um den Handlungen wechseln, so behalten auch wir uns die Entscheidung wahrheit geziehen worden; es ist aber doch wahr.( Heiterkeit.) Vorwand zu einem neuen schärferen Gefeße zu darüber vor, ob wir eine Strafbestimmung für zweckmäßig halten Ich habe gesagt, daß infolge des Sozialistengefeßes ein Rath haben. Soweit die Person des Reichskanzlers dabei oder nicht; wir können die Erfahrungen aus der Kulturkampf des obersten Gerichts in München sozialistisch gestimmt hat; das in betracht kommt, muß ich den Verdacht mit aller zeit nicht vergessen; das tönnte auch war der Oberlandesgerichtsrath Glaser.( Präsident v. Bu ol: Entschiedenheit zurückweisen; denn ich kann nicht an- nur jemand uns zumuthen, der fein Gefühl hat für Das gehört nicht zum§ 111.) Solange es Sozialdemokraten nehmen, daß er und die verbündeten die Trangfale, die wir damals erlitten haben.( Eehr wahr! giebt, welche Sonntags in die Kirche gehen, sehe ich keine Gefahr Regierungen sich zu einem solchen Scheinmanöver hergeben würden. im Zentrum) Der Herr Justizminister scheint vom Kultur- für den Staat oder die Gesellschaft. Es giebt unter den anderen Auch von einzelnen Organen will ich diesen Verdacht nicht hegen, ampf wenig zu wiffen; er wird doch damals nicht auf einer Parteien manche, die weniger Religion haben als SozialDen Ehebruch werden Sie auch durch das denn ich darf nicht annehmen, daß ein einzelner Beamter des Insel des stillen Ozeans gewesen oder einem Aktenfaszifel bei- demokraten. Polizeispiel nicht verhindern können. Reiches im stande wäre, der Politik der verbündeten Regierungen gebunden gewesen sein, daß er vom wirklichen Leben nichts Umsturzgesetz und entgegenzuarbeiten. Wenn ein solches Entgegenarbeiten beabsichtigt erfuhr?( Heiterkeit.) Man braucht nicht in die Zeiten des Herr von Köller hat viele schlimme Zeitungsartikel vorgetragen: gewesen wäre, so hätten die beiden Minister gestern sehr zwed- Kulturkampfes zurückzugreifen, im gewöhnlichen Leben kommen Wir färben roth, wir färben gut, wir färben mit Tyrannengewesen wäre, so hätten die beiden Minister gestern sehr zweck: entsprechend gehandelt( Eehr richtig! im Zentrum und links); viele Fälle vor, wo es zweifelhaft ist, ob ein aktiver Widerstand blut", das hat auch kein Sozialdemokrat gesagt, sondern der wenn das nicht der Fall ist, dann waren die Reden vom gegen die Staatsgewalt vorliegt oder nicht. Eine Gefahr für den oberste Nachtwächter der preußischen offiziösen Presse, Herr Braß. Bundesratstische gänzlich verfehlt. Noch ein Paar Staat liegt doch erst vor, wenn zugeschlagen, wenn zu Gewalt- Solche einzelnen Aeußerungen beweisen gar nichts, fie bringen solche Reden, dann ist der Triumph der Sozial- thätigkeiten gegriffen wird. Die gleichen Bedenten wie bei§ 113 feine Gefahr. Ohne unter das Gesetz zu fallen, dürfen wir den demokraten fertig.( Bustimmung im Zentrum und links.) fommen bei§ 114, bei der Nöthigung einer Behörde und Tiroler Helden Andreas Hofer, die Helden der Sendlinger Schlacht Die Rede des preußischen Ministers des eines Beamten zur Erscheinung; besonders bedenklich ist, daß nicht verherrlichen, weil dadurch aufgefordert würde, es ebenso Innern hätte eher zu einem Ausnahmegesete nur von Drohung ohne jede nähere Bezeichnung gesprochen wird. zu machen. Für solche Gesetze, die dem Volke so wider den folche als zu diesem Geseze gepaßt. Glaubt der Minister, Schon die Mittheilung an einen Beamten, man würde sein Ver- Strich gehen, werden Sie kein Verständniß finden; daß ein Hoch auf die internationale Sozialdemokratie unter dieses halten durch die Preffe bekannt machen, haben die Gerichte für Gesetze werden nicht blos Zorn, sondern auch Lachen Gesetz fallen würde?( Heiterkeit.) Der Minister sprach auch ausreichend gehalten, um den Thatbestand einer Trohung feft- erregen. Die Waffen, die der der Reichstag in früheren immer von der Sozialdemokratie und hat Herrn Bebel den breiten zustellen. So lange solche Bestimmungen bestehen, können wir Jahren der preußischen Regierung gegeben hat, find recht scharf Boden gegeben, auf welchem er seine Rede in der behaglichsten die§§ 113 und 114 nicht in die Vorlage einfügen, sondern be- auf manche Köpfe gefallen, so daß man abgeschreckt wird, ihr und glücklichsten Weise aufbauen konnte. Viel schlimmere schränken uns auf thätlichen Angriff. Da wird nicht nur§ 113, neue Waffen zu geben, fie hat Waffen genug. So wie die Dinge Dinge als in den sozialistischen Heybroschüren sondern auch§ 114 zum theil getroffen. Wenn ein Redner in liegen, hat dieses Gesetz teine Aussicht durchzugehen. Die befinden sich in den Schriften vieler Professoren, der Volksversammlung zum Widerstande anreizen will, dann wird Kommissionsvorlage wird fallen. Die ursprüngliche Vorlage auch nationalliberaler Professoren. Einer der er nicht die Leute auffordern, sich an der Thür festzuhalten oder der Regierung wird auch keine Anhänger finden. Wozu streiten schlimmsten Gottesleu gner und Epotter, David Friedrich Strauß, sich auf den Boden zu werfen, wenn der Beamte ihn ver- wir uns denn noch so lange Zeit herum.( Heiterkeit.) Wir war auch ein Nationalliberaler. Ich könnte viel schlimmere haften will. Er wird die Leute auffordern: Schlagt den werden am besten thun, die Bude beizeiten zu schließen. Dinge aus diefer gelehrten Literatur anführen, als der Minister Beamten todt! Tiefen Dingen gegenüber genügt unser An-( Heiterkeit.) Der Militärparagraph, glaube ich, wird noch gestern vorgetragen.( Widerspruch bei den Nationalliberalen.) trag. Justizminister meinte, die Religion und viel weniger Annahme finde, als die andern; Das scheint Ihnen( den Nationalliberalen) unangenehm zu sein. die Sitte sei genügend geschützt, aber nicht die Staatsordnung. durch Annahme desselben stabiliren wir den Militarismus ( Widerspruch der Nationa Iliberalen.) Nun, dann treten Sie doch Liegt nicht ein großer Echuß der Staatsordnung in dem§ 112, als fatrosantt.( Zustimmung links.) Dann werden Sie ein Deutschland bei den Sozialdemokrate n ein.( Heiterkeit.) Ziehen Sie die der uns in den Kreiſen unserer Freunde recht lebhafte Miß aus allgemeines Zuchthaus machen. Konsequenzen und machen Sie nicht vor dem Geldbeutel Halt. billigung eingetragen hat? Da die Vorlage feine Aussicht hat durchzugehen, könnten ( Große Heiterfeit.) Durch die Rede lang immer mehr und mehr der Gedanke wir die Zeit ersparen, und die Regierung würde am besten thun, Besonders unangenehm berührt hat mich aber die Art und hindurch, daß eigentlich ein Ausnahmegesetz besser die Initiative zu ergreifen. Der Kriegsminister hat uns ein zeitWeise, wie der Minister des Innern den Reichstag fei, daß die ursprüngliche Vorlage die Sozialdemokratie allein gemäßes Wort gesagt: er wolle lieber an der Grenze beschäftigt behandelt hat.( Sehr richtig! links und im Zentrum.) Er getroffen hätte; und weil das nicht mehr geschieht, so ist man sein, das Innere wolle er der Polizei und der Feuerspritze überhat in dem Tone eines seine Macht fühlenden Mannes ge- jetzt gegen die Vorlage. Die Sozialdemokraten bringen hier lassen. Die Dinge im Lande find nicht so arg; sie werden auch sprochen, wie wir ihn im Reichstag seit Jahren nicht mehr Aeußerungen über die Religion, über die Religionsgebräuche mit der Feuerspritze gelöscht werden können. Hätte man in gehört haben.( Bustimmung.) Einen gleichen Ton hörte man, hervor, die unfere höchsten Gefühle verlegen. Ich ver Bayern den guten Rath des Ministers befolgt und wäre mit wenn man auf die Auflösung des Reichstages hin lange nicht, daß Sie auf uns Rücksicht nehmen, einer Feuersprize in Fuchsmühl vorgegangen, so wäre nichtarbeitete, es wären fo und so viel oder wenn man nach einer für die Re- aber nehmen Sie auf sich selbst Rücksicht. Süten Sie so viel Blut geflossen und gierung fiegreichen Wahlschlacht die unterliegenden Parteien sich davor, daß mit solchen Aeußerungen, die fast Gottes- taufende Sozialdemokraten weniger gewesen. den Uebermuth des Siegers des Siegers fühlen lassen wollte. Ich lästerungen sind, das Volk verletzt wird, daß nicht draußen fanzler möge zur Feuersprize greifen.( Heiterkeit.) weiß nicht, ob der Minister sich gestern in der gleichen Lage be- eine Bewegung gegen Sie entsteht. Niederlage erleidet die Regierung nicht, wenn sie die Nicht blos im Reichstag, fand.( Heiterkeit.) Die Nachwahlen sind nicht so ausgefallen, Wenn die Vorlage nicht zustande kommt, so Vorlage zurückzieht. daß die Regierung mit Zuversicht einer Auflösung des Reichstags tragen wir nicht die Schuld daran; das haben wir sondern im ganzen Lande ist die weit über. ( Sehr entgegenfehen tönnte. Wir sind nach Herrn v. Köller nur dazu durch unsere Haltung bewiesen.( Bustimmung im Zentrum.), wiegende Mehrheit gegen die Vorlage. da, den Vorlagen zuzustimmen und das Geld zu bewilligen. Präsident v. Buol bemerkt, daß nach der Tiskussion über richtig!) Keine Partei will von diesem Wechselbalg etwas wissen. Stimmen wir den Vorlagen nicht zu, dann werden sie nicht§ 111 nicht sofort die Abstimmung, sondern erst die Tiskussion Die Regierung sollte das unheilbare Ding nicht länger aufrecht Gesez. Wenn nicht denn nicht!( Heiterkeit.) Wir sollen über die einzelnen in demselben angeführten Paragraphen folgen erhalten. Der Reichskanzler hat eine ritterliche That gethan, also eine Art Gefeßgebungs- Automat fein, wo man auf der werde. Erst dann erfolgt die Abstimmung über die einzelnen indem er für diese Borlage überhaupt eintrat, die ihm nicht gehörte. fich Möge er einen Seite die Vorlage hineinwirft und auf der anderen Seite Theile des Paragraphen. genügen laffen, möge die Gesetze herauskommen.( Seiterkeit.) Es scheint 3eit zu Preußischer Justizminister Schönstedt: Der Abg. Gröber er jetzt den Alp vom Herzen des Volkes wegnehmen; fein, nicht blos an den Schuß der Monarchie hat angedeutet, es bestehe ein gewisser Gegensatz in der königlich das Land würde ihm danken und die Regierung preifen, Rechte zur rechten Zeit gethan hat. fondern auch der Volksvertretung zu denken. preußischen Staatsregierung und es handle sich da um eine Art welche das Ich theile die Ansicht nicht. Ich glaube, die Wolfsvertretung Stontremine gegen die Bestrebungen und Ansichten des Herrn Die Regierung würde dadurch populärer werden als durch alle braucht keinen besonderen strafrechtlichen Schuß nach dieser Reichskanzlers. Der Abg. Gröber hätte besser gethan es dem sonstigen Maßregeln. Wird die Vorlage zu Ende berathen und Seite. Aber die Voltsvertretung muß gegen eine solche Be- Herrn Reichskanzler zu überlassen, mich zu desavouiren. So- 1abgelehnt, so würde die Niederlage für die Regierung eine größere handlung ernst Protest erheben( Sehr wahr! im Zentrum und lange ein derartiges Desavou nicht ausgesprochen ist, glaube ich sein als wenn die Vorlage zurückgezogen würde. Der Minister des Innern hat gefagt: Ob der Reichstag die links), und dazu bin ich in erster Linie berechtigt, weil ich als dem Abg. Gröber nicht die Berechtigung und auch nicht die BeVertreter der größten Partei des Hauses sagen kann: Wir fähigung( Lärm; lebhafter Widerspruch im Zentrum) zusprechen Vorlage annimmt oder nicht, sei der Regierung ganz gleichgiltig. empfinden diese Vorwürse auch am schwersten.( Bustimmung im zu dürfen, eine derartige Unterstellung zu machen.( Zustimmung Diese Aeußerung hat mich mit einem eigenthümlichen Gefühl So würde in Bayern niemals ein Minister Zentrum.) Wir sind nicht blos dazu da, Gelder zu bewilligen rechts). Mir hat nichts ferner gelegen als das Zentrum gepackt. und Gesetze zu machen, sondern wir haben ein verfassungs- belehren zu wollen, ebenso wenig lag es in meiner gesprochen haben. Ein Student hat vielleicht oft gesungen: mäßiges Recht dazu, bei der Verwaltung und der Ausführung Absicht, Liebe des Zentrums werben, Gin Bursch wie ich, was macht sich der daraus!( Große Das ist aber der Gesetze mitzuwirken. nicht ein Standpunkt für Dem Reichstage ist der Reichs wie mir der Das Heiterkeit.) hat. Abg. Bebel zugemuthet fanzler verantwortlich für die Ausführung der Reichsgesehe, erstere würde ich für aussichtslos halten, das zweite Minister. Ich nehme an, daß der Minister nicht gesprochen er hat uns auf alle Fragen, die sich auf die Verwaltung widerspräche meinen Empfindungen.( Große Unruhe.) Nun hat im Namen der Regierung. Denn eine Regierung, die als des Reiches beziehen, Rede und Antwort zu stehen. Wir machen wird der Abg. Bebel jedenfalls wieder sagen, was ich soeben Chef an ihrer Spitze hat einen alten Diplomaten, einen Weltdavon auch ausgiebigen Gebrauch. Wir sind also keine bloße erklärt habe, sei ebensowenig diplomatisch gewesen, wie das, was mann von Schliff( Große Heiterkeit), wird nicht den Standpunkt Bejahungs- und Bewilligungsmaschine. Diese Mitwirkung der ich gestern gefagt habe.( Buftimmung bei den Sozialdemokraten.) des Herrn v. Köller einnehmen. Der Reichskanzler kann unBoltsvertretung ist in der Entwicklung des öffentlichen Lebens Das gebe ich zu, ich halte mich nicht für berufen und verpflichtet, möglich einer solchen beleidigenden Aeußerung zustimmen. tief innerlich begründet; die Regierungen brauchen die Wolks hier diplomatische Winkelzüge zu machen, sondern ich sage be-( Präsident v. Bol: Einer Beleidigung des Reichstages wäre vertretungen, um das Vertrauen zu ihrer Verwaltung im Volte stimmt, was ich dente. Ich bin Belehrungen keineswegs un- der Präsident entgegengetreten.) Ich habe das als eine Bezu sichern, sonst würde die Regierung mit ihrer Bureaukratie zugänglich, und ich glaube, daß jemand, der eine Meinung aus leidigung aufgefaßt; eine solche Beleidigung könnte man allenbald allein stehen. Wo blieb die Reform, wenn man alles der spricht, von der er annimmt, daß sie auch auf einen andern Ein- falls hinnehmen von dem Fürsten Bismarck, aber nicht von hochwohlweisen Bureaukratie überlassen wollte, die natürlich druck machen wird, nicht gleich einer beabsichtigten Schulmeisterei Herrn v. Köller.( Große, stürmische Heiterkeit; Minister v. Röller immer alles ganz famos geordnet finden würde. Und geziehen werden darf. Der Abg. Gröber hat mir scheinbar eine flatscht, als der Redner bei ihm vorbeipafsirt in die Hände. Sigl diese Aufgabe der Volksvertretung hat der Minister ver- gewisse historische Unwissenheit untergeschoben, ich müsse auf macht eine abwehrende Bewegung.) geffen in einem Augenblick, man die Bürger auf einer entlegenen Insel mich aufgehalten haben, wenn ich Damit schließt die Debatte; in der darauf folgenden großen fordert während des Kampf Aus- Unruhe sind die Worte des Berichterstatters v. Buchka völlig revolutionäre Bestrebungen. nicht wüßte, daß zum Kulturkampfes Die Rede des Ministers war Wasser auf die Mühle der Sozial- schreitungen vorgekommen seien. Ich habe gestern gesagt, es unverständlich. nicht bekannt, demokraten, die das Wasser eigentlich nicht nothwendig haben, jei mir in einem ob Ausschreitungen, in Darauf werden die einzelnen Paragraphen diskutirt, welche denn es fließen jezt genug Bächlein für sie. Denn die Sozial- thatsächlichen Widerstand gegen die Behörden bestehend, seitens in§ 111 aufgeführt werden sollen. demokratie kann jetzt mit Spott und Hohn auf das Bürgerthum der Zentrumspartei vorgekommen feien. Deshalb hielt ich die Die nicht beanstandeten§§ 115, 124 und 125( öffentliche Zuhinweisen, welches nach der Meinung des Ministers nur dazu Gefahr, daß bei einer etwaigen Wiederkehr solcher Verhältnisse sammenrottungen); 240( Bedrohung mit einem Verbrechen); 242 da ist, Geld und Gefeße zu bewilligen. solche Handlungen unter den Begriff des thatsächlichen Wider-( Diebstahl); 305, 317, 321( 3erstörung von Gebäuden u. s. w.; Die Rede des Justizministers Schönstedt war ftandes gegen rechtmäßige Amtsausübungen der Beamten fallen von Telegraphenanlagen und Wasserleitungen) rufen teine Debatte speziell auf das Zentrum gemünzt. Er fühlte sich berufen, uns fönnen, für thatsächlich unbegründet. Nun gestehe ich jest, daß hervor. Belehrungen und Zurückweisungen zu theil werden zu lassen, ich von dem Abg. Gröber belehrt worden bin, daß solche Aus- Die zweite Gruppe umfaßt die§§ 113 und 114( WiderBelehrungen, die wir nicht erbeten haben, für die er sich den schreitungen allerdings vorgekommen seien. Ich wiederhole: Die stand gegen die Staatsgewalt) sowie 166 und 167( BeDank auch anderswo holen mag. Seine Belehrungen gingen dahin: bisherigen Verhandlungen über das Gefeß haben einen Gang schimpfung der Religion); die letzteren will der Antrag Springt über den Stock, lieber heute als morgen;( Sehr richtig! genommen, daß, wenn die Kommissionsbeschlüsse die Zustimmung Leveßow streichen; die ersteren in die Vorlage wieder hinein. gegen סט die um ริน daran Der Reichs Eine 9 bringen, nachdem sie von der Rommission gestrichen sind. I duelliren, befreit. Gerade seit dem Moment, wo der Reichstag| Ich will nur zitiren, daß Luther fagt, unter gewissen Verhält Der Antrag Gröber will nur den thätlichen Widerstand gegen sich mit dieser sogenannten Umfturzvorlage beschäftigt, haben die nissen sei die Frau berechtigt, Ehebruch zu treiben und von einen Beamten in das Gesez bringen. Duelle fich in einer Weise gehäuft, wie ich es in meinem Leben dem Mann zu fordern, ihren Ghebruch zu dulden. Es ist eine Abg. Enneccerus( natl.): Die Aufreizung zum Widerstand nicht erlebt habe. Ja in einem halben Jahre sind so Thatsache, daß die großen Reformatoren ihre Zustimmung dazu gegen die Staatsgewalt muß unter allen Umständen unter Strafe viele Duelle gewesen, wie nie zuvor in demselben Zeit- gaben, daß der Landgraf Philipp von Hessen eine zweite Frau gestellt werden; denn gerade der einfache, ungebildete Mann raum. Dabei ist eine wird hierbei leicht das Opfer, während der wirkliche Aufreizer im im Widerspruch mit dem bestehenden Gesez aktiv und passiv an heilige Schrift es nicht verbiete, mehrere Frauen zu haben. Ein ganze Reihe unserer Kollegen ehelichte, und auf Begehren die Erklärung abgaben, daß die Hintergrunde straflos bleibt. Die Ausführungen des Abgeordneten einer Reihe von Duellen betheiligt gewesen. Ich erinnere an preußischer Hofprediger hat auch seine Zustimmung dazu gegeben, Gröber über den Zentrumsantrag, nur die Anreizung zu einem den Abg. v. Stumm( 3wischenrufe), der sogar rückfällig gewefen daß der König Friedrich Wilhelm II. neben seiner Frau eine thätlichen Angriff auf einen Beamten unter Strafe zu stellen, ist. Mehrere seiner Parteifreunde sind als Sekundanten thätig andere fann ich in feiner Weise zustimmen. Frau ehelichte und hat fie felbft Das Zentrum befürchtet, gewesen. Die erste Aufforderung zum Duell seitens des Abg. Infolge der Ansichten Luther's tam der Beschluß des Konzils getraut. daß bei einer Wiederholung des Kulturkampfes auch die Bischöfe v. Stumm richtete sich gegen den früheren Abgeordneten May 1563 zu stande, daß die Ehe ein Sakrament sei. Sorgen Sie von dieser Strafbestimmung betroffen werden könnten. Wir sind Hirsch. Weiter waren aber nicht gesonnen, den einen anders zu behandeln als den die Abgeordneten Dr. Hahn, Liebermann von Sonnenberg Kreisen unserer Gesellschaft nicht fortgesezt verhöhnt und bein Duellangelegenheiten verwickelt vor allem dafür, daß Sitte, Ordnung und Religion von den andern und zu gunsten von Bischöfen, welche zum Widerstand und der Chef der„ Kreuz Zeitung. Von 1890-1894 leidigt werden, die in erster Linie berufen sind, als die Wächter gegen die Staatsgewalt anreizen, eine Ausnahme zu machen. sind 68 Fälle den Behörden bekannt geworden, während das der Religion, Sitte und Ordnung dazustehen. Vor einigen Jahren Wir stimmen für den Antrag der Konservativen, die§§ 166 Delikt des§ 112( Anreizung zum Widerstande gegen militärische ist ein sehr bekannter deutscher Fürst gestorben, er hatte in und 167 aus dem§ 111 herauszustreichen. Wenn dieser Antrag Borgesetzte u. s. m.) in dem Jahre 1893 nur zu 4 Berurtheilungen Thüringen eine sehr schön gelegene Residenz, und wenn Sie diese abgelehnt wird, sind wir nicht gesonnen, den ganzen§ 111 an- geführt hat, bei einer annehmbaren Bevölkerung von 10-12 Mill. besuchen, so kann Ihnen jedes Kind zehn bis zwölf Villen zeigen, zunehmen. Köpfen. Dies fällt um so schwerer ins Gewicht, als das Duell in welchen allesammt nach und nach abgedankte Maitreffen des Abg. v. Wolszlegier- Gilgenburg( Pole): Die Einfügung verbot sich bier nur auf 25-30 000 Offiziere beziehen würde. Fürsten wohnen.( Große Unruhe rechts. Zwischenrufe.) Ich der§§ 113 und 114 ist um so gefährlicher, als in der Regel Diejenigen Offiziere, die sich weigern, ein Duell anzunehmen, hoffe, daß Sie das mißbilligen werden, ich halte es aber für der einfache, schlichte Mann davon betroffen werden aus der Armee ausgeschlossen, oder gezwungen, meine Pflicht, solche Thatsachen öffentlich zur Kenntniß zu bringen werden würde; der gebildete Publizist wird ihren Abschied zu nehmen. In den 60er Jahren kam es durch und Sie an Ihre Aufgabe als hauptsächliche Stüßen der Staatsdiese Strafbestimmung zu umgeben wissen, eine Denunziation zur Kenntniß der Vorgesetzten, daß ein Graf und Gesellschaftsordnung zu erinnern, damit Sie sich derselben aber der ungebildete, einfache Mann setzt sich der Gefahr aus, Schwiering- Kerstenbrock erklärt hatte, er würde unter feinen Um stets bewußt sein möchten. Das angeführte Beispiel könnte leicht unter diese Bestimmung zu fallen. Man hat uns dieselbe da ständen sich auf ein Duell einlassen. Seine beiden Brüder be- durch andere vermehrt werden. Stimmen Ste gegen den§ 172, durch schmackhaft machen wollen, daß man sagte, es handele sich tannten sich auf Befragen zu demselben Grundsatz und alle drei wir werden es auch thun, aber aus anderen Gründen. Was auch nur um den aktiven Widerstand gegen die Staatsgewalt, aber Brüder mußten ihren schlichten Abschied fordern. Es kommen immer Sie beschließen mögen. Das Uebel selbst werden Sie nicht nicht auch um den passiven. Die Grenze zwischen beiden ist aber auf diesem Gebiete Dinge vor, die weiteste oft schwer zu ziehen. Im Kulturtampf gerieth der einfache des Volkes auf das tiefste Kreise ausrotten.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) empören müssen. Vor fünf Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff: Ich weiß nicht, Mann leicht in Gefahr, sich eines Widerstandes gegen die Staats- bis sechs Jahren duellirten sich ein Hauptmann und ein ob das Haus gewillt ist, eine Duelldebatte einzuleiten.( Rufe gewalt schuldig zu machen. Auf dem Gebiete des Schulwesens Major, weil der eine Offizier die Frau des andern verführt rechts: Nein! Lautere Rufe: Ja!) Ich wäre dazu bereit, herrschen solche Mißstände, daß wir uns die Freiheit vorbehalten hatte. In diesem Gottesurtheil" schoß der Verführer den be- verzichte aber mit besonderem Vergnügen, mich mit dem Abg. müssen, dieselben zu kritisiren. Wenn§ 166 nicht in den trogenen Ehemann nieder und nach einigen Monaten ging die Bebel darüber zu unterhalten, weil ich fest davon überzeugt bin, § 111 aufgenommen wird, ist der ganze§ 111 für uns un- Frau des niedergeschossenen Mannes mit dem Verführer ins daß er mich nicht verstehen würde, wenn ich mich bemühen würde, annehmbar. Ausland und verehelichte sich mit demselben. Jin vorigen ihm die Auffassungen des Offizierkorps darüber klar zu machen. Abg. v. Salisch( t.) befürwortet den Antrag Levehow. Herr Jahre gerieth in Württemberg ein Oberförster mit einem Unter- In der Armee besteht der Grundsay, Ehrenhändel, wenn Gröber übersehe, daß der passive Widerstand sehr leicht zu Re- förster in einen kleinen privaten Streit und wurde von diesem irgend möglich, auf friedliche Weise zu begleichen. Ist dies volutionen und Blutvergießen führen könne. gefordert. Als er das mit Entrüstung abschlug, wurde den nicht möglich, dann liegen tragische Konflikte vor, für deren Abg. Spahn( 3.) verwahrt das Zentrum dagegen, daß es jungen Unterförster von dem militärischen Ehrengericht die Lösung Sie die Mittel auch nicht finden werden.( Buruf: Doch!) aus Kulturkampfrücksichten gegen die Aufnahme der§§ 113 und Weifung ertheilt, tünftighin jeden Privatverkehr mit seinem vor- Ein solcher lag vor in dem Fall, den der Abg. Bebel zur Sprache 114 gewesen sei, nur die Dehnbarkeit dieser Paragraphen und gesetzten Oberförster zu vermeiden. Der schlimmste Fall ist der brachte. Ich muß namentlich dagegen protestiren, als wäre in die Unbestimmtheit der Rechtsprechung wären für das Bentrum Fall Rozze. Er hat eine besondere Entrüstung erregt in den der Armee diefer Offizier mit besonderer Vorliebe behalten maßgebend gewesen. Die Zahl derjenigen Delitte, welche unter Herzen und Köpfen der gläubigen Christen, weil das Duell be- worden. Der Offizier sucht seine Ehre darin, wenn er sich tödten diese Paragraphen fallen, fei außerordentlich gering; sicherer als fanntlich am heiligen Abend vor dem Osterfest stattfand, der der lassen kann für seinen König, für das Vaterland und seine Fahne. folche Bestimmungen sei der Schutz der Sittlichkeit. Das Christenheit besonders heilig ist. Mit recht schrieb die Wenn er für die Vertheidigung seiner eigenen Ehre zur Waffe Zentrum wolle feineswegs Luther's Schriften oder irgend„ Kölnische Volkszeitung", daß der ein Sohn auf Religion, Sitte greift, so müssen ihm wenigstens mildernde Umstände zuwelche Inschriften religiösen Inhalts, welche der Wer- und Ordnung sei und daß die oberen Klassen teine Berechtigung gebilligt werden.( Beifall rechts.) gangenheit angehören, angreifen, sondern nur ver- hätten, den Ümisturz von unten mit Vorlagen zu bekämpfen, so hindern, daß in öffentlichen Versammlungen und Schriften lange fie selber aller Sitte und dem Gesetz hohnsprechen und Kommission zurück und bestreitet, daß durch die Schuld des Zentrums Abg. Gröber( 8.) tommt nochmals auf die Vorgänge in der Gotteslästerungen und dergleichen unbestraft bleiben.( Beifall damit Spott treiben. Und der Reichsbote" wies darauf hin, die Duellfrage aus der Vorlage verbannt sei. Auch 1892 sei es nicht im Zentrum.) daß man es den sozialdemokratischen Blättern nicht verschuld des Zentrums gewesen, daß damals ein Beschluß gegen das Damit schließt die Diskussion über die zweite Gruppe. denken kann, wenn sie für solche gesetzgeberischen Schritte nur Duell nicht zu stande tam. Die dritte Gruppe betrifft den Antrag Barth, der die Spott und Hohn haben.( Große Unruhe rechts; Abg. v. Kar einen taktischen Schachzug des Abg. Richter, der durch einen Es handelte sich damals um §§ 201 und 205( Herausforderung zum Zweikampf und Zwei- dorff: Wir haben das alles gelesen!) Mir fommt es darauf Antrag wegen des Duells einen Reil zwischen Zentrum und Kons tampf felbft) in den§ 111 einzufügen beantragt. an, das, was Sie gelesen haben, öffentlich bekannt zu geben. fervative treiben wollte, was das Zentrum verhinderte. Redner Der Antragsteller spricht unter großer Unruhe( Burufe rechts und des Abg. v. Kardorff.) Herr v. Kardorff erklärt, daß das Zentrum eine Abänderung des§ 210 bei und Ungeduld des Hauses die Hoffnung aus, daß langweilt sich gewohnheitsmäßig, wenn ich rede. das Zentrum, welches in erster Lesung der ( Heiterkeit dieser jetzigen Vorlage beantragen werde, weil es grundsäßlich Rommission links.) Warum zieht er es denn nicht vor, zur Thür hinaus Gegner des Duells sei. Unsere Freunde haben am meisten für und in zweiter gegen seinen Antrag gestimmt zugehen. Das Duellwesen hat sich in Deutschland in einer Weise unter dem Duellunfug zu habe, jetzt, nachdem der Kompromiß mit den Konservativen an- organisirt und wird in einer Weise geleitet, die in direktem eine leiden. Wir wollen auch Scheinend gescheitert sei, für denselben stimmen werde. In der Widerspruch init anderen Bestimmungen des Strafgesehbuchs steht. Wenn die Universitätsbehörden ernstlich einschreiten wollten, dann Einschränkung der Duelle auf den Universiäten. Aufforderung zum Due II liege eine bewußte Hinweg- Das Duell und die Aufforderung dazu ist geseglich verboten. tönnte das Unwesen bald beseitigt sein. Aber die Herren von setzung über ein bestehendes Gesetz und sie gehe vorzugs- Wer also das Duellwesen systematisch fördert, begeht eine Ge- den Universitäten und die Staatsanwälte sind oft schneidige weise von den höheren Klaffen der Bevölkerung aus, feßeßübertretung. Wenn nun Verbindungen in ihren Statuten Herren und tragen die Schmisse mit Stolz im Gesicht; fie den Stützen von Thron und Altar, welche in religiöser ihre Mitglieder nöthigen, sich unter gegebenen Verhältnissen in fümmern sich nicht um die Duelle, trotzdem offen davon gesprochen und gefeßlicher Beziehung dem Volle ein Vorbild geben sollten. Duelle einzulaffen, dann ist eine solche Verbindung nach§ 129 wird. Aus der Quelle der ungefährlichen Menfuren wächst dann Die privilegirten Klassen nehmen hier ein besonderes Recht für des Strafgesetzbuchs als ungesehlich zu erachten.( 3wischenruf die Gesinnung, welche davon ausgeht, daß die gewöhnlichen fich in Anspruch. Sie führen die Religion im Munde und rechts.) Ja, lesen Sie nur den§ 129, der ist so klar, daß der Bürger nicht auf dem noblen Standpunkt stehen, wie die Aka Scheuen sich nicht, sogar den Charfreitag oder Sonntag dazu zu Köfener S. E. als eine Verbindung angesehen werden muß, demifer. benutzen, um sich in die Beine zu schießen. Es darf nicht nur welche systematisch die Bestimmungen gegen das Duell übertritt. die Verherrlichung derjenigen Vergehen unter Strafe gestellt( Abg. v. Kardorff: Das ist doch kein Duell!) Mitglieder ausgeschieden sei, um den Kompromiß zwischen Zentrum und Abg. Barth bleibt dabei, daß die Duellfrage aus§ 111 werden, welche vorzugsweise von den niederen Klaffen der Be- dieses Hauses, Staatsanwälte, Richter find Konservativen zu ermöglichen; dadurch ist die ganze Sache völkerung begangen werden. Bei keinem anderen Bergehen liegt Angehörige des Kösener S. E. und in dessen nachher gescheitert. in der Verherrlichung so sehr der Anreiz und die Aufforderung Statuten steht die Bedingung, daß sich zum Verbrechen, wie gerade beim Duell. Wenn überhaupt das die Mitglieder dem Duell Abg. v. Kardorff( Rp.): Ich habe nicht die Absicht gehabt, Duell bestraft wird, so muß auch dessen Glorifikation bestraft tönnen, nicht entziehen mich an der Diskussion zu betheiligen, aber Herr Bebel hat mich 10 en 11 sie nicht mit Schimpf und persönlich angegriffen und gemeint, ich sei inimer gelangweilt bei werden. Kein Land hat fo viel Duelle aufzuweisen gehabt als Schande ausgeschlossen werden wollen. England, und doch sind die Duelle aus der Armee und der Ge- es sich hier aber um Ansichten der höchsten Gesellschaftstieise hat eine Art, längst bekannte Dinge mit einer Selbstgefälligkeit Weil seinen Reden. Das ist nicht immer der Fall. Aber Herr Bebel sellschaft jetzt völlig verschwunden. Ich gebe zu, daß durch Geseze die handelt, ist nicht zu erwarten, daß von selbst eine Remedur ein- vorzutragen, als wenn es ganz neue Dinge feien; das gefällt mir Duelle nicht völlig beseitigt werden können. Eine wirksame tritt. Deshalb ist es nothwendig, daß wir den Antrag Barth nicht. Die studentischen Mensuren und Verbindungen sind mit Bekämpfung aber wäre es, wenn die Presse sich daran gewöhnen annehmen. würde, von den Duellanten mehr als von Narren denn als von dem Duell nicht zu vergleichen. Ich würde unglücklich sein, wenn die jungen, frischen, fröhlichen Studenten leiden sollten unter Helden zu sprechen.( Beifall lints.) den Anschauungen des Abg. Gröber.( Zustimmung rechts.) " dardas Urtheil des Reichsgerichts als Duelle bezeichnet worden. Abg. Spahu( 3): Die studentischen Mensuren sind durch ( Widerspruch rechts.) Stimmen der Deutschkonservativen, Reichspartei und eines großen Die Wiedereinschaltung der§§ 113 und 114 wird gegen die Theils der Nationalliberalen abgelehnt. Die Anreizung zum Ehebruch soll hier unter Strafe gestellt werden, während in vielen Fällen die Handlung des EheAbg. Spahn( 3.): Das Bild, das der Vorredner von den bruchs selbst als das schlimmere feineswegs als strafwürdig anKommissionsverhandlungen gegeben hat, entspricht nicht der gesehen wird. Wenn die Anreizung zu einer Handlung straf Wahrheit. Sein Antrag lag schon in der Kommission in der fällig ist, muß doch zunächst die Handlung selbst als strafbar ersten Lesung vor. Wir wollten aber eine besondere Regelung anerkannt sein, sonst wäre ja diese Bestimmung widersinnig. im§ 210. Nur dadurch, daß der Abg. Barth gegen unfern be- Wenn jemand durch ein Schauspiel, Lustspiel oder Posse, wie mir manchmal langveilig, namentlich wenn er auf die Währungs Abg. Bebel: Die Reden des Herrn v. Kardorff sind ausonderen Antrag stimmte, erhielt dieser nicht die Mehrheit. wir es zahlreich auf unseren Bühnen finden, zum Ehebruch an- frage fommt.( Heiterkeit.) Herr von Kardorff hat mir nur in Abg. v. Salisch( ft.): Der Abg. Barth hat gesagt, daß nach gereizt hat, so fommt der Richter in Verlegenheit, wie er strafen soll, einem Punkte widersprochen; ich nehme an, daß er im übrigen Annahme von§ 111 die ganzen Klassiker nicht mehr gedruckt da gegebenenfalles in dem einzelnen Landesgefeß gar keine Bestrafung einverstanden mit mir ist. Von dem, was ich spreche, nehme ich werden dürften. Wenn sein Antrag angenommen würde, dann vorgesehen ist. Wir haben es hier mit einer Materie zu thun, dürften auch nicht mehr die in ihnen geschilderten Duelle ver- die vorläufig noch durch Landesgesetz geregelt ist; die reichsan, daß ein Theil des Hauses es immer weiß: dazu werde ich herrlicht werden. Ich stelle die Duelle in eine Linie mit der gefeßliche Regelung bekommen wir erst durch das bürgerliche jezt stets Herrn von Kardorff rechnen.( Heiterkeit.) Chefcheidung.( Große Heiterkeit.) Auch würden die studentischen Gesetzbuch. Unter den vielen wunderbaren Strasbestimmungen die Menfuren fenne ich ganz genau, ich halte es für ein Abg. von Kardorff: Das Reichsgerichts- Erkenntniß über Schlägermenfuren von der Bestimmung getroffen werden dieser Vorlage ist daher diejenige über den Ehebruch eine der ganz thörichtes.( Lebhafter Widerspruch links.) und das wollen wir unter feinen Umständen. Abg. Bebel( Soz.): Die zwischen den Abgg. Spahn und reizung, Anpreifung, Rechtfertigung" und bei der Grund der Abstimmung wird zunächst der Antrag Barth wegen ander allerwunderbarsten. Bei der Dehnbarkeit der Begriffe An- ganz thörichtes.( Lebhafter Widerspruch links.) Damit schließt die Die tussion über den ganzen§ 111. In Barth erörterte Angelegenheit verhielt sich nach meiner Auffassung verschiedenheit der moralischen und retigiösen Auffassungen weitiger Fassung des§ 111 gegen die Stimmen der Antisemiten, folgendermaßen. Bei der ersten Lesung hatte Abg. Barth be innerhalb der Staatsanwaltschaft und der Richter ist zu erwarten, Bolen, Sozialdemokraten, Freifinnigen und einiger National antragt, die§§ 201 und 205 in den§ 111 aufzunehmen. Dieser daß auf diesem Gebiete die allerwunderbarsten und wider liberaler abgelehnt. Antrag wurde unter Zustimmung des Zentrums von den liberalen sprechendsten Urtheile vorkommen. Hier kommt vorzugsweise und sozialdemokratischen Vertretern der Kommission mit erheb eine Literatur in betracht, die keineswegs sozialdemokratisch§ 111 wird gegen die Stimmen der Deutschkonservativen und Der Antrag v. Levehow, wegen anderweitiger Fassung des licher Mehrheit angenommen. Bei der zweiten Lesung haben oder anarchistisch ist, die vielmehr mit besonderer Vor eines Theils der Nationalliberalen, sowie gegen die Stimmen die Herren vom Zentrum, vermuthlich infolge einer Erflärung liebe von unseren bürgerlichen Kreisen, auch von der Regierung, daß mit diesen Bestimmungen§ 111 über Damen den der Abgg. Pöhlmann, Krupp, Höffel, v. Gültlingen und Graf gelesen wird( Unruhe), ( Unruhe), die zweifelhaften Ro- Bernstorff von der Reichspartei abgelehnt. haupt unannehmbar wäre gefagt, wir halten die mane welche Fülle haben wir davon! Materie hier nicht am Blake, sie gehört in den§ 210. unter folche von den bedeutendsten Schriftstellern, und eine Sie beantragten demgemäß, daß die Anreizung zum Duell mit große Anzahl von Frankreich importirter Theaterstücke. Gehen Gefängniß zu bestrafen sei. Als aber die Konservativen hier die Staatsanwälte gegen diese Theaterstücke vor, so werden nicht gegen Einspruch erhoben, ließen sie sich dazu herbei, ihren An nur die Theater nicht mehr bestehen können, sondern sie schneiden trag dadurch abzuschwächen, daß sie zugestanden, daß die Ge auch ihre eigenen Gesellschaftstreise ins Fleisch, denn gerade die fängnißstrafe event. in Geldstrafe zu verwandeln sei. Dadurch vornehmen Kreise besuchen mit besonderer Vorliebe diese lasciven ist aber die ganze Bestimmung werthlos, denn viele Richter, welche Vorstellungen.( Ruf rechts: Juden!) Göthe's" Wahlverwandt- v. Levehow wird gegen die Stimmen des Zentrums und der Die Streichung der§§ 166 und 167 entsprechend dem Antrag das Duell als gerechtfertigt anerkennen, würden jedenfalls auf schaften" und Heine dürfen dann nicht mehr verbreitet werden. Abgg. v. Massow, v. Viereck und Graf Roon abgelehnt. eine fleine Geldstrafe erkennen. Die Herren haben etwas Jn unserer schöngeistigen Literatur wird ein Zustand eintreten, thun müssen, weil der religiöse Standpunkt und die Stimmung der für die Verleger, Dichter und Künstler von den verhängniß die Stimmen des Zentrums und der Konservativen Hüpeden, Die Aufrechterhaltung des Wortes" Ehebruch" wird gegen weiter Kreise des katholischen Volkes sie dazu drängte. Es ge- vollsten Folgen sein muß. Die sozialdemokratische Partei winnt den Anschein, als wenn es den Herren nicht ernst mit der wird durch diese Bestimmung nicht getroffen, sondern die bürger- raf Bernstorff, Schall, Graf Roon und v. Salisch ab= Lösung dieser Frage ist, zumal sie schon früher bei einer An- lichen Kreise, namentlich die höheren Kreise unserer Gesellschaft. regung des Abg. Richter zum Militäretat sich geweigert haben, Daß das Zentrum diese Maßregel vorschlägt, begreife ich, bei Stimmen der Freifinnigen, der Sozialdemokraten, der BoltsDer Antrag Barth wegen des Duells wird gegen die die Duellfrage zu einer anderweitigen gefeßlichen Regelung der außerordentlich strengen Auffassung der katholischen Kirche partei, einiger Antisemiten und Elsässer, sowie des Abg. Rösicke zu bringen. Soll dieses Gesetz fein Ausnahmegesetz sein, und von der Ehe und der außerordentlichen Schwierigkeit einer Ehewollen Sie wirklich Religion, Gitte und Ord- scheidung hat keine Religionsgesellschaft mehr als die katholische abgelehnt. nung schützen, so müssen Sie das Duell hier Kirche alle Ursache, Vorkehrungen zu treffen, daß Verführungen geschlagen hatte, gegen die Stimmen des Zentrums und des Abg. Endlich wird der ganze§ 111, wie ihn die Kommission vorin den§ 111 aufnehmen. Sie, die Sie sich mit Vorliebe und Anreizungen zum Ehebruch nach Möglichkeit hinten v. Massow, und die§§ 111 und 111a der Regierungsvorlage als Christen bezeichnen, fönnen nicht länger dulden, daß gewiffe angehalten werden. Weniger begreiflich ist mir das aber von gegen die Stimmen der Konservativen, der Reichspartei und Gesellschaftskreise, die Edelsten der Nation" systematisch den Konservativen. Ihre Unterstüßung des das Gesetz im Widerspruch mit der sittlichen steht im Widerspruch Antrages der nationalliberalen Abgg. Münch- Ferber, Hoffmann, Jorns mit Luther und Auffassung der ungeheuren Mehrheit feiner Lehre. abgelehnt. Luther's Schrift: Aus dem Boltes verfolgen. Ich will bis zu einem gewissen Grade wird mit einer Nacktheit und Ünverfrorenheit der Ehebruch unter des Hauses, daß alle Borschläge abgelehnt feien. ehelichen Leben" Der Präsident v. Buol fonstatirt unter großer Heiterkeit zugeben, daß Gie fich einem gesellschaftlichen Zwange gewissen Verhältnissen und die Doppelehe als berechtigt anernicht entziehen tönnen. Dann sollten Sie aber denen fannt, wie ich es sonst nirgends in der Literatur gefunden Dank wissen, welche jetzt eine Gesetzesbestimmung auf- habe. Ich nehme Anstand mit Rücksicht auf den weiblichen nehmen wollen, die Sie fünftig von diesem gesellschaftlichen Theil des Auditoriums auf der Tribüne, diese Stellen Zwange, diesem gesellschaftlichen Aberglauben zu Liebe sich zu im Wortlaut zur Kenntniß des Hauses zu bringen." Zentrums, der Polen, der Welfen und der konservativen Abgg. Der Antrag Gröber wird gegen die Stimmen des v. Massow und v. Biereck abgelehnt. gelehnt. ( Fortsetzung der zweiten Berathung der Umsturzvorlage.) Schluß 53/4 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend 1 Uhr. Parlamentarischres. ift, auf menschliche Dummheit, menschliche Bornirtheit oder Material zur Röller'schen Behandlung des Themas von der Schwachheit, oder Verblendung, da ist es gottvergessen, 3ufriedenheit liefert auch der Fabrikant Buhlmann in der Die Kommission zur Berathung des Antrages Kanit ein Mißbrauch dieser heiligen, göttlichen Tugend, den Kommandantenstraße. Er versendet an seine Kundschaft ein debattirte am Freitag über die Frage, ob der Antrag aus Menschen von Zufriedenheit reden zu wollen. Wo ich mit Birkular, das folgendermaßen beginnt:" Durch Herabseßung technischen Gründen durchführbar ist. Graf Kanitz schlägt ver- meinem Verstande etwas ändern kann, da ist es göttlicher des Arbeitslohnes bin ich in der Lage, eine Preis. schiedene Wege vor. Das Reich könne ein Getreide- Amt ein- Wille, daß ich unzufrieden bin. Ein wahrer ermäßigung für einige von mir bezogene Börsen eintreten richten, welches den Einkauf des ausländischen Getreides ähnlich Christ ist überhaupt nie mit sich aufrieden, zu laffen etc. etc." Wer gegen diese mit feltenem Bynismus verwie die Proviantämter bei der Armee zu besorgen hätten. Man Christ sein und zufrieden sein, ist eigentlich fündete tulturwidrige Handlung aufmuckt und die unglücklichen tönne auch ferner einen Einkaufspreis für die Händler firiren, ein Widerspruch. Die Unzufriedenheit ist in diesem Arbeiterinnen vor einem weiteren Versinken in das Lafter der der fich nach dem Weltmarktpreise richten müßte. Der Händler Zusammenhange eine Tugend, ja aus der Unzufriedenheit ist erst zufriedenheit bewahren will, verkündet nach der sozialpolitischen müßte dann an das Reich die Differenz zwischen dem Weltmarkt der ganze Kulturfortschritt geboren. Der Mensch, er sucht und Weisheit unseres theuren Polizeiministers unerhörten Blödsinn" preise und dem von der Regierung festgesetzten Durchschnittspreise forscht und bringt in die Tiefen der Erde hinein und in die und heyt, daß man es nicht weiter dulden tann". O heiliger entrichten. Die weitere Debatte gestaltet sich selbstverständlich Höhe des Himmels und forscht und forscht und kennt kein Umsturz! so, daß die Freunde des Antrages denselben auch für durch Hinderniß, das ihm im Wege steht, und opfert auf die Ruhe der führbar halten, Der Arbeiter- Bildungsverein für Mariendorf und wenn sie auch gewisse Bedenken noch Nächte, die Bequemlichkeit, ja selbst sein Leben ist ihm nicht zu haben. In diesem Sinne sprachen außer dem Grafen Kanitz die theuer, und dabei sagt er sich selbst: Du wirst die Früchte Deiner Umgegend hat für nächsten Sonntag, den 12. d. M., eine Abgg. Hug, Aichbühler, Steininger, Lotze und v. Kardorff. Die Arbeit nicht ernten, aber vorwärts drängt er und sein Streben Agitationstour anberaumt. Treffpunkt am Militär- Bahnhof Abgg. Meyer- Halle, Raffelmann und Herbert legten in ihren hat kein Ende. Wie thöricht wäre es, allem diesem Streben mit Marienfelde. Abfahrt 6% Uhr. Um zahlreiche Betheiligung bittet der Borstand. Ausführungen dagegen dar, die entgegenstehenden Schwierigkeiten der Phrase entgegenzutreten ,, ach, sei doch zufrieden." feien so groß, daß an eine Ueberwindung ohne schwere Schädigung der betheiligten Kreise nicht zu denken sei. Die Debatte wird am Sonnabend fortgesetzt werden. Zur Berathung in der Brauntweinftener Vorlage theilt ein Berichterstatter noch mit: Eine Unterkommission, die aus den Konservativen, der Deutschen Reichspartei, den Nationalliberalen und den Polen besteht, hat beschlossen, den Braunt weinsteuer- Gefeßentwurf mit feinen Kontingent Ginschränkungen und mit der Brennsteuer am 1. Juli d. J. einzuführen, die Ervort- Prämie aber erst vom 1. Oftober d. J. ab eintreten zu laffen. Wir haben dem nichts weiter hinzuzufügen, als daß sich aus In Freienwalde an der Oder steht den Parteigenossen den vorstehenden Ausführungen ernster und gebildeter Gegner einzig das Lokal von Fleischmann, Eberswalderstr. 7, zu Verzur genüge ergiebt, daß, wenn einer von den beiden, der fügung. Gesperrt sind die Lokale Stadt Berlin, Lange's Hotel, Vorwärts" oder der Minister von Köller, um in der feinen Hotel Micha, Schüßenhaus, Berliner Schlößchen und Radday. Sprache des Ministers zu reden, Blödsinn" geredet hat, es jeden- Vereine, die Freienwalde besuchen wollen, werden gebeten, sich falls nicht der Vorwärts" gewesen ist. vorher mit Robert Schiele, Alt- Rietz 4, in Verbindung zu setzen. " Neber eine staatsanwaltliche Aktion, die zum theil in einen seltsamen Zusammenhang mit dem lehtjährigen Bierboykott gebracht wird, weiß eine hiesige Korrespondenz das folgende zu berichten: Deutsche Tageszeitung", fcheint den Nothstand, über Das Organ für nothleidende Landwirthschaft, die ben die agrarischen Besucher der Blumenfäle und des Winter gartens tagtäglich schreien, zum wenigsten ihren eigenen MitEine immer größere Ausdehnung gewinnt die wegen Dieb- arbeitern mit Energie zu Gemüthe führen zu wollen. Aus einer ftahls an Bierfässern von der Staatsanwaltschaft beim hiesigen Reihe Streitfälle, die vor einiger Zeit vor dem Gewerbegericht Die Branntweinstener- Kommiffion beendete gestern, Frei- Bierfäffer soll in einzelnen Brauereien so allgemein üblich ge- und Arbeitsverhältnissen der an diesem Organ angestellt ge Landgericht I geleitete Unterfuchung. Die Verwendung fremder ausgefochten wurden, fonnten wir ein Bild geben von den Lohntag, ihre erste Lesung. Wir haben die verwickelten Details der wesen sein, daß weder das Arbeitspersonal, noch dessen Bor- wefenen niederen Arbeitskräfte. Jett liegt eine Meldung vor, einzelnen angenommenen Paragraphen nicht eingehender be- gesetzte darin etwas unerlaubtes oder Strafbares erblickt zu wonach die Deutsche Tageszeitung" auch die Honorare sämmt richtet, weil sie für den Charakter des ganzen Gesetzes unwesent- haben scheinen. Dagegen scheint sich ein bedenklicher licher Berichterstatter herabgesetzt habe. Eine derartige Werthlich sind. Die Abstimmungen des legten Tages waren die Brauch während der Zeit des Bierverrufs im vorigen schägung der geistigen Arbeit sieht dem Organ der Edelsten und wichtigsten; sie brachten diejenigen Abänderungsanträge zur An- Jahre eingebürgert zu haben. Von den mit der Firma der Besten sprechend ähnlich. Wenn sie nur nicht das mit so großen nahme, die von einem freiwilligen Subkomitee( Gamp, Paasche, sogenannten Ringbrauereien versehenen Gebinden wurden diese Tamtam gegründete Blatt selber auf den Weg zum trostlosen Mirbach) über Nacht, zweifellos unter Zustimmung der Re- Firmen, die eingebrannt waren, entfernt. In dieser Behandlung Dalles führt. gierung, ausgearbeitet waren und die ein Kompromiß darstellen würde das Moment der rechtswidrigen Zueignung gefunden zwischen den Interessen der Kartoffel- und der Melaffebrennereien. werden können; allein die Möglichkeit ist hier nicht ausgeschlossen, In einigen bürgerlichen Blättern erhebt sich ein großes Lettere follen sich nicht weiter ausdehnen können; so daß die Entfernung dieser Firmen erfolgte, um das Gebinde nicht Klagen über eine Maßregel, die der Chef der Kriminalpolizei weit sie bestehen, follen fie an den Liebesgaben mit fofort als das einer Ringbrauerei gehörige fenntlich zu machen. gestern getroffen haben soll. Der gute Herr hat nämlich seit betheiligt werden. Der Antrag Wurm, dem Brannt. Gegenwärtig werden neue Ermittelungen darüber angestellt, in einer Reihe von Jahren täglich Vertreter der Presse empfangen, wein für die Essigbereitung und für gewerbliche Zwecke welchen Brauereien solche Beseitigung der in den Fäffern um ihnen„ polizeiliche Mittheilungen von allgemeinem Intereffe" eine der Vertheuerung durch die neue Steuerregelung entsprechende eingebrannten Firmen stattgefunden hat und von wem sie zu machen. Das hat aufgehört, denn gestern erklärte er den beSumme zurückzuvergüten, wurde abgelehnt; der Bundesrath soll angeordnet wurde. Um einen Ueberblick über die Zahl treffenden Journalisten, daß er diese mündlichen Mittheilungen, die Rückvergütung in der Hand haben, man fürchtet sonst eine der den einzelnen Brauereien abhanden gekommenen Gebinde wegen vorgekommener Unzuträglichkeit, fortan nicht mehr geben Gefährdung des zur Exportprämienzahlung verfügbaren Fonds. zu erlangen, hat eine Umfrage bei den zum Bunde" gehörigen werde, daß aber in Zukunft den Zeitungen, die es wünschen, Echließlich versuchte man die zweite Lesung schon auf den Abend Brauereien stattgefunden, und zwar mit dem" Ergebnisse, daß die hektographische Mittheilungen aus seinem Ressort durch besondere bei einem der verwickeltesten Gefeße, die man sich zum Bunde gehörigen Berliner Brauereien den Werth der von Boten zugesandt werden würden. Dieser eben nicht glänzende denken kann, und ohne daß die Mitglieder die Formulirung nach ihnen vermißten Gebinde auf rund 200 000 m. veranschlagten. Beweis von dem Vertrauen und der Achtung, die man polizeiden Beschlüssen der ersten Lesung vorher gedruckt in den Händen Jedenfalls haben die Brauereien durch Unterlaffung einer aus- licherseits den Vertretern der bürgerlichen Preffe entgegenbringt, haben können! Echließlich mußte man doch darauf verzichten, reichenden Kontrolle die ihnen erwachsenen Verluste in der Haupt- hat diese Herren erklärlicherweise recht verschnupft. Wir meſſen und da Montag und Dienstag schwer eine Kommission zusammen fache selbst verschuldet." der ganzen Aenderung feine besondere Bedeutung bei, denn die zubringen ist, so beginnt die zweite Lesung erst Mittwoch. Brosamen, die man auf dem Polizeipräsidium der Presse gnädig offerirt, sind wirklich nicht derart, daß sie die Lokalkorrespondenzen entbehrlich machen könnten. anzusetzen finn." Tokales. " fagte der Sozialpolitiker des Zentrums, Abg. Hige, also der Partei, in Es wäre eine Fronie ohne gleichen, wenn die Brauereien, die zur Zeit des Boykotts den Arbeitern Ringbier unter falscher Firma aufzuhalsen versuchten, nunmehr wirklich wegen Betrugs mit dem Staatsanwalt ins Geschirr kämen. Verschiedene Misstände in der Zentralmarkthalle tamen Zufriedenheit und„ Blödsinn“. Derr Herr Minister Bur Sozialreform. Zur Zeit weilen in Berlin verschiedene in der Monatsversammlung des Vereins der Engros- Schlächter von Köller that in der Reichstagssigung vom Donnerstag bei Vertreter der französischen Regierung, um die sogenannte Sozial- Berlins zur Sprache, wie aus einem Bericht der Allg. FleischerAufzählung sozialdemokratischer Sünden den denkwürdigen Aus- reform in ihrer Wirksamkeit an Ort und Stelle zu prüfen. Unter Beitung" ersichtlich ist. Vor allem wurde es als im höchsten Spruch: Führung des Präsidenten des Reichs Versicherungsamtes, Grade verwunderlich erachtet, daß die Kühlräume in der Zentral" In der Nummer des Vorwärts" vom 20. Februar wird Dr. Boebicker, besichtigten die Delegirten die Einrichtungen des Markthalle I A immer noch nicht fertig seien. In Winter, wo die Zufriedenheit als das erbärmlichste und schädlichste Reichs- Versicherungsamtes und der Berufsgenossenschaften. Der die Arbeitslöhne billig gewesen wären, habe man sonderbareraller Lafter hingestellt. Die" Partei der Liebe" bezeichnet also Hauptzweck der Reise nach Deutschland ist, das hier bestehende weise nichts daran gethan; jetzt, wo die Kühlräume benutzt die Zufriedenheit als ein Laster. Das ist ein unerhörter Blöd- Unfallversicherungsgesetz und seine Ausführung bis ins einzelne werden müßten, fange man an zu bauen. Die Maschinen seien zu studiren, um eventuell nach diesem Muster die Einführung ja allerdings schon aufgestellt, wenn die Sache jedoch so weiteren Es wird ihn vielleicht intereffiren, zu erfahren, was andere eines ähnlichen Gesetzes in Frankreich herbeizuführen. Hoffentlich Fortgang habe wie bisher, so tönne man sich noch auf einen gesittete und unendlich gebildetere Personen unter unseren ent- werden sie bei dieser Gelegenheit auch so manche Einrichtung ziemlichen Zeitraum bis zur Fertigstellung und Inbetriebsetzung schiedenen Gegnern über denselben Gegenstand denken. So treffen, die zur Nachahmung nicht besonders reizen dürfte. So treffen, die zur Nachahmung nicht besonders reizen dürfte. für die Räumlichkeiten verlangt, die faum zu erschwingen der Kühlräume gefaßt machen. Dabei würden Miethspreise um deren Gunst derfelbe Minister v. Köller jeyt buhlt, in der be- Sicherheitsbeamte in den reizvollen Bororten Nixdorf und Briß seien. Noch sonderbarer sei es aber, daß für die Reparas Auf den Amtsrichter Dr. Schlößingk scheinen diverse und drei bis vierfach so hoch als in anderen Städten tannten Butunftsstaatsdebatte: Unzufriedenheit in dem Sinne, daß jemand vorwärts strebt, nicht besonders gut zu sprechen zu sein. Wir wir erfahren, haben turen, die in der Markthalle nöthig würden, der Stands daß auch die Arbeiter weiter zu kommen, ihre Lage zu verbessern neuerdings mehrere dortige Gendarmen bei ihrer vorgesetzten Be- inhaber aufzukommen habe. Wenn diefelben durch Fahrlässigkeit suchen, daß sie sich an die Gefeßgebung und an die Arbeitgeber hörde über den genannten Richter Beschwerde geführt und oder Muthwillen des Standinhabers verschuldet worden wären, wenden, um sich bessere Löhne und bessere Existenzbedingungen zu stätte widerfahren, gegen den Wann einzuschreiten, der ebenso könne der Standinhaber haftbar gemacht werden, wenn die Vers beantragt, wegen Beleidigungen, die ihnen angeblich an Gerichts- so wäre dagegen allerdings nichts einzuwenden; unmöglich aber fchaffen, eine solche Unzufriedenheit ist ganz berechtigt. Herr Abg. Stöcker hat diese Art Unzufriedenheit foeben gleichfalls im Namen des Königs Recht spricht, wie sie im selben Namen waltung oder schlechte Arbeit die Schuld trügen. Der Oberals berechtigt anerkannt, wie wir es jederzeit gethan haben." die Sicherheit des Staates zu schüßen haben. Der Amtsrichter inspektor fordere aber ohne weiteres den Erfaz bezw. Bezahlung Auch die gute alte Tante Voß, die doch wahrlich nicht Dr. Schlössingt soll den Beschwerden zufolge nicht allein der Kosten für Reparaturen vom Standinhaber, anderenfalls den Verdacht kommt, daß fie modernen die Ungehörigkeit begangen haben, in einer von ihm geführten diefer einfach hinausgeworfen würde. Die Untersuchung der Ideen besonders zugänglich ist, fagte am 26. Januar 1893: Verhandlung an der Glaubwürdigkeit der in betracht kommenden Fleischwaaren erfolge, wie bereitwilligst anerkannt wurde, in der Die Unzufriedenheit, das ist der Drang zum Fortschritt, daß solche Sicherheitsbeamte die unwahrheit unter ihrem Eide sei es, daß in der Nacht um 3 Uhr nicht auch Untersuchungen Gendarmen zu zweifeln, sondern sogar öffentlich konstatirt haben, Markthalle am Tage mit peinlichster Genauigkeit; sonderbar aber der Trieb zur vernünftigen Fortbildung, den die Natur in des Menschen Brust gepflanzt hat. Aus der Unzufriedenheit ist alles verkündet hätten. vorgenommen würden, wo sie entschieden angebrachter feien Große entstanden, was auf Erden besteht. Wäre man mit Auch in der Angelegenheit des durch seine bekannten Helden- und überraschende Resultate erzielen möchten. Das läßt tief dem Besitz zufrieden gewesen, niemand wäre hinaus- thaten besonders berühmt gewordenen Gendarm Höppner wird blicken! gegangen, fremde Welttheile zu entdecken. Wäre man mit eine Wiederaufnahme des Disziplinarverfahrens zu bewirken versucht. Der Landrath hat gegen die Entscheidung, wonach der Wie es gemacht wird. Der Oberbürgermeifier Zelle hat dem Wissensschatz zufrieden, kein Gelehrter grübelte bis tief in mtsrichter Dr. Echlössingt in der Affäre No ad nur seine bekanntlich auf das Beispiel von Potsdam hingewiesen, welches Pflicht gethan habe, als er den werden. Wäre man mit dem Gas zufrieden, fein elektrisches Falscheides zieh, eine Beschwerde erhoben, für die man Gründe einem Beispiel, dem die Berliner Stadtverordneten- Versammlung Licht wäre erfunden worden. Die Unzufriedenheit ist das Prinzip der Bewegung; Stillstand aber bedeutet Rüdschritt und sprechen läßt, die als Symptom der heutigen Zustände in nacheifern sollte. Wie eine Korrespondenz erfährt, hat nun der Untergang." Preußen Deutschland immerhin Beachtung verdienen. Danach Oberbürgermeister Boie in Potsdam, als er in nicht öffentlicher enthalte schon die Form, in die der Amtsrichter die Urtheils Sigung die 5000 M. den dortigen Stadtverordneten zur Beverfündigung gekleidet habe, eine Beleidigung des tüchtigen willigung empfahl, die Berliner als Muster vorgeführt, indem Ein Amtsrichter habe einfach feine er fagte, in Berlin würden die 300 000 m. wahrscheinlich be Gendarmen Höppner. ihm nicht bloß in der Kenntniß der Bibel, sondern Befugniß, in öffentlicher Sigung einen preußischen Beamten willigt werden und es würde dann doch auf Potsdam ein sehr vor allem auch an politischem, national- ökonomischem und der Unwahrheit zu bezichtigen. Denn ein Mann wie ein schlechtes Licht werfen, wenn es nichts bewilligen würde. Die Gendarm habe schon bei der Eidesleistung vor ber 5000 m. wurden dann auch mit allen gegen 3 Stimmen be philosophischem Wissen weitaus überlegen ist, hält es und willigt. Die Potsdamer Stadtväter sind eben Potsdamer. fogar mit dem Christenthum überhaupt nicht für vereinbar, zu wenn ein solcher Beamter vor Gericht diesen Eid wiederholen Fahne gelobt, stets die reine Wahrheit zu sagen, und willigt. frieden zu sein und predigt deshalb die soziale Unzufriedenheit müsse, so gebe er nur nochmals das Gelübde ab, nichts als der von der Hochstraße nach dem Humboldthain führenden FußGefährlich für die Kinderwelt ist der neu angelegte Theil als eine der nothwendigen Eigenschaften jedes wahren Christen. Wahrheit zu verkünden. Und da her sei es auch dem Gendarm gängerbrücke. Das Gitter, anders geformt als dasjenige des Er sagt zunächst( Sozialdemokratie auf dem Lande", S. 31): Höppner wohl nicht eingefallen, in der Sache Noack wissentlich Die Zugend der Zufriedenheit sei töftlich, und könne garnicht oder unwissentlich einen falschen Eid zu leisten. genug anempfohlen werden, man erinnere sich nur an das schöne Ob auf grund der bezeichnenden Beschwerde das Verfahren Lied: ,, Was frag ich viel nach Geld und Gut." Dennoch aber fönne man sie nicht zur Grundlage einer we I t Iichen Gesellschafts- gegen Amitsrichter Dr. Schlössingt wieder aufgenommen wird, steht ordnung machen. Denn so löblich und tugendsam die Zufriedenheit sei vom religiösen Standpunkt aus im Verhältniß des Menschen leber die beiden Anarchisten Töbs und Krebs erhalten zu Gott, so ungeschickt und unbrauchbar wäre die Zufriedenheit wir folgende nähere Mittheilungen: Der Schneidermeister Töbs Bu dem Fall von Franenarbeit am Juftitut Siloab, über für jeden Kulturfortschritt, der immer eigentlich nur aus der lebt von seiner Frau getrennt und haufte seit anderthalb Jahren den wir gestern berichteten, können wir heute ergänzend hinzuUnzufriedenheit geboren würde. Auf diesem Gebiete der welt mit einer ehemaligen Kellnerin, die ihm die Wirthschaft führte der Vorfall war am lichen Kultur drohe die Zufriedenheit leicht in Schlafmüßigkeit und auch in seinem Geschäft mit thätig zu sein hatte. Für die fügen, daß bereits am nächsten Tage 1. Mai passirt Männer die Bauarbeiten verrichtet haben. sich umzuwandeln. Dazu täme aber ferner, daß die Mahnung Dauer mag der Dame diefes Leben nicht zugesagt haben; genug, scheint also, daß man doch nicht ständig in dem frommen zur Zufriedenheit ebenso gerichtet werden müsse an die höheren es kam zum Bruch und Töbs trennte sich von seiner Wirth- Haufe die weibliche Arbeitskraft in der von uns geschilderten und reicheren, als an die armen, schwer arbeitenden Stände, bei schafterin. Es ist wohl anzunehmen, daß ihn das Mädchen nun- Weise ausnußen will. Bezeichnend bleibt der Vorfall immerhin. denen man oft eine beneidenswerthe leichte Zufriedenheit finde, mehr aus Rache einen Streich gespielt hat. Schneidermeister während sie anderswo seltener fei. Krebs ist verheirathet und lebte in durchaus geordneten Ver- Bei dem geftrigen schwachen Gewitter ist ein Arbeiter, Die Ermahnung zur Zufriedenheit müffe immer eine gewisse hältnissen. Der Mann ist aber in hohem Grade schwindsüchtig deffen Persönlichkeit noch nicht festgestellt werden konnte, auf der Grundlage haben, ohne dieselbe schwebe sie in der Luft und und dürfte kaum im stande sein, sich nach dem Tempelhofer Felde Frankfurter Allee in der Nähe von Grünhaide vom Bliz er= werde sogar sträflich. Wenn ich jemanden, der hungrig sei und zu begeben; zur Erholung besuchte er des öfteren den Friedrichs schlagen worden. um eine Gäbe bäte, mit frommen Reden über Zufriedenheit ab- hain. Töbs und Krebs sind beide Anarchisten, doch gilt Krebs speisen wollte, so würde ich mich nicht wundern, wenn derfelbe für einen ruhigen und besonnenen Mann. Beide betheiligten mittag in der Prinzenstraße der Schaffner Weyrauch abgestürzt. Vom offenen Pferdebahnwagen ist am Donnerstag Voran Und an anderer sich früher Mann fagt:" Der Pastor ist wohl verrückt." den Versammlungen ihrer Gesinnungs Er erlitt so schivere Verlegungen, daß er in einer Droschke nach Stelle(„ Religion und Sozialdemokratie". Verlag der Volksgenossen, doch haben sie sich nach Aufdeckung der Spizel feiner Wohnung geschafft werden mußte. Die offenen Pferdebahnftimme", Magdeburg 1894, Seite 10) führt er folgendes aus: wirthschaft aus Bewegung zurückgezogen. Die Zufriedenheit ist eine göttliche Tugend, gewiß, wenn verkehrten beide indeß weiter mit einander. Daß in der Häus- wagen sind den Schaffnern bekanntlich schon häufig verhängnißvoll Du, mein lieber Freund, einer Macht gegenüberstebft, gegenüber lichkeit diese und jene Frage erörtert worden ist, erscheint nicht der Du ohnmächtig bist, sei es die Natur, das Schicksal oder Gott, undenkbar, und die Kellnerin mag bei solchen Gelegenheiten Einen Selbstmordversuch unternahm der schon seit vielen ja, da rufe ich Dir zu, sei zufrieden Wenn Du aber der manches aufgeschnappt haben, was sie jezt gegen beide denunziatorisch Jahren in Niederschönweide angestellte Postverwalter Pflug, indem fozialen Noth, in der Du Dich befindest, gegenüberstehst, zu verwerthen sucht. Thatsächliches Material ist indessen in er sich mehrere Revolverfugeln in die Brust jagte. Die Ver so muß ich doch sagen, daß dies nicht eine höhere Gewalt, feiner Weise vorhanden und die ganze Dynamitgeschichte beruht legungen des Pf., der nach dem hiesigen städtischen Krankenhause sondern daß sie auf menschlich- schwache Einrichtung zurückzuführen auf leerer Erfindung. am Urban überführt werden mußte, sind so ernster Natur, daß Und ein evangelischer Vertreter der„ Religion der Liebe" der christlich- soziale Paftor Schall zu Bahrdorf, von dem der, Minister Köller nicht bestreiten Don wird, daß er noch dahin. Der älteren Theiles, zeigt so auffallend weite Durchlässe, daß Kinder mit Leichtigkeit in die Tiefe stürzen tönnen. Auch fehlt noch immer die Beleuchtung, obwohl seit Jahren schon Laternenständer vorhanden sind. Hier sind„ Sparsamkeitsrücksichten" nichts weniger als angebracht. Geschieht ein Unglück, so steht's mit der Entschädigung faul im Staate Preußen. geworden. an feinem Aufkommen gezweifelt wird. Das Motiv der verzweifelten That sollen Unregelmäßigkeiten sein, welche sich Pf. im Amte hat zu schulden kommen lassen und zu deren Feststellung bereits eine Revision durch den Postinspektor stattfand. Ueber die Höhe der Unterschlagungen verlautet jedoch nichts Bestimmtes. Pf. ist verheirathet und Vater zweier Kinder. er war. Polizeibericht. Am 9. d. M. nachmittags stürzte in der Hollmannstraße ein Stallmann mit dem von ihm gerittenen Pferde und erlitt einen Bruch des Unterschenkels. Am 10, ds. Mts. morgens wurde ein Arbeiter in seiner Wohnung in der Buttbuserstraße erhängt vorgefunden. Im Laufe des Tages fanden drei kleine Brände statt. Gerichts- Beifung. Sinzukommen des Ehemanns gestört wurde, auch diesen niedergeschlagen. Wegen Majestätsbeleidigung hatte sich gestern der Amtss gerichtskanzlift H. Gutknecht aus Rixdorf vor der 11. Strafkammer am Landgericht II zu verantworten. Die rachfüchtige DenunFall zu Grunde lag, bezieht sich auf einen Vorfall, der bereits im August 1893 passirt sein soll. Der Angeklagte wurde wegen mangelnden Beweises freigesprochen. Versammlungen. In Sachen Schwabe- Berg hat Rechtsanwalt Blaschtaner gegen das Urtheil der sechsten Straffammer, durch welches die um 10 Uhr. Die Anklagebehörde vertritt Staatsanwalt Ahle- Revision eingelegt. Die Sache wird nunmehr also auch das Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Garb, eröffnet die Sigung Verurtheilung Berg's wegen Körperverlegung bestätigt wurde, meyer, die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Meyer. In dem Kammergericht beschäftigen. dicht besetzten Zuhörerraum entsteht eine lebhafte Bewegung, als Spiele nicht mit Schießgewehren! Daß diese alte Mah- der Mörder in den Saal geführt wird. Er macht mit seinem nung mitunter selbst bei großen Kindern nicht fruchtet, zeigt ein bartlosen und vollwangigen Gesicht keineswegs den Eindruck, als Unfall, der sich dieser Tage bei einem Kaufmann R. in der er sich im Anklageraum niederläßt, bricht er in Thränen aus, be- ziation, die, wie den meisten derartigen Anklagen, auch diesem ob er zu der grausen That fähig sei, der er beschuldigt ist. Als Oranienstraße ereignet hat. R. trug an seiner Uhrkette eine unfinnige Spielerei, einen kleinen Revolver. Als ein Freund ihn rubigt sich aber bald wieder und blickt apathisch vor sich hin. Bei fragte, ob man das Ding auch gebrauchen könne, war R. sofort feiner Vernehmung giebt er in betreff seiner Vergangenheit dabei, ihm die Handhabung durch die That zu erläutern. Gran, daß er am 27. Juni 1876 zu Terne geboren und mithin jetzt lud den kleinen Revolver, aber noch ehe die Erläuterung beendet fast 20 Jahre alt sei. Sein Vater sei so früh gestorben, daß er war, ging die Waffe los. Die Kugel drang dem Träger des sich seiner kaum noch erinnere. Er habe die Gemeindeschule beRevolvers in den Zeigefinger der linken Hand ein und bohrte sucht, nach seiner Einſegnung eine furze Zeit auf dem Lande sich bis an das Handgelenk durch. Hier fißt das Geschoß noch gearbeitet und sei dann zu einem Schlächter in die Lehre gejegt, es muß im Krankenhause Bethanien, wo R. Aufnahme zu fommen. Dann habe er eine zeitlang in Berlin als Gefelle Neunter Verbandstag der Brauer.( 3weiter Tag.) Die fuchen gezwungen war, durch operativen Eingriff entfernt werden. gearbeitet und sei als solcher im Dezember v. J. zum Schlächter- gestern abgebrochene Debatte über die Ausgestaltung des Fa ch= meister Berg in Charlottenburg gekommen. Auf die Frage des organs wurde damit beendigt, daß einem Antrage der dazu Vom Eisenbahnzuge überfahren und auf der Stelle ge- Präsidenten, ob er sich der ihm zur Last gelegten schweren gewählten Kommission zufolge der Titel und das wöchentliche tödtet wurde am Donnerstag Morgen gegen 9 Uhr in der Verbrechen schuldig bekenne, erwidert der Angeklagte:„ Ja, aber Erscheinen des Blattes unverändert bleibt. Statt der Romane Nähe von Erkner der 32jährige Förster Rawit aus diesem ich weiß nicht, wie ich dazu gekommen bin." Der Präsident er sollen fachwissenschaftliche Artikel gebracht und Inserate nur Vororte. R., der in Köpenick geweilt, benutzte den Zug zur mahnt den Angeklagten, er möge sein Gewissen doch lieber durch gegen Baarzahlung aufgenommen werden. Man trat dann in Rückkehr nach Ertner. Vor dem Bahnhofe mußte jedoch der ein offenes Gefiändniß erleichtern. Und nun erzählt der An- die Statutenberathung ein. Der von mehreren Filialen Train, da er kein Einfahrtssignal erhielt, auf der Strecke halten. geklagte, wenn auch zögernd und nockend und sich mehr von dem geftelte Antrag, beim Wiedereintritt bestimmte höhere EintrittsDer Förster befand sich wohl im Glauben, daß der Zug bereits Präsidenten ausfragen laffend als aus eigenem Antriebe, alle die gelder zu erheben, wurde abgelehnt; den Zweigvereinen bleibt Station Erfner erreicht, er betrat die Plattform des Waggons grauenhaften Einzelheiten, welche vorstehend geschildert sind. Er es vorbehalten, in besonderen Fällen einen Zuschlag zum in demselben Augenblick, als der Train sich wieder in Bewegung behauptet aber, daß er bei Begehung der That nicht zurechnungs- jezigen Eintrittsgeld( 1 M.) festzusetzen. Die Beiträge sollen wie sette. Herr R. verlor das Gleichgewicht und stürzte so unglück fähig gewesen sei und auch heute sei er im Kopfe nicht gesund. Er bisher mindestens 80 Pf. per Monat betragen, wovon 60 Pf. lich vom Wagen, daß der Körper zwischen den Geleisen zu liegen babe in seiner Jugend eine schwere Kopfverlegung erlitten und der Haupttaffe zugeführt werden müssen, die Sonderstellung, tam und die Räder über den Kopf weggingen. R. war un- von dieser Zeit an sei er häufig von Kopfschmerzen geplagt, die welche man einzelnen süddeutschen Zahlstellen eingeräumt hatte, verheirathet, hinterläßt aber eine alte Wutter, deren Ernährer die ihn manchmal ganz verwirrt" machten. Der Vertheidiger wurde damit beseitigt. Mitglied fann jeder in einer Brauerei stellte den Antrag, die Verhandlung zu vertagen, um den An- beschäftigte Arbeiter werden, der das 17. Lebensjahr überschritten getlagten einer eingehenden Untersuchung auf seinen Geistes- hat. Die Frage der Unterstübungen entfesselte eine sehr Ein auffallender Diebstahl ist dieser Tage im Gewahrsam zustand zu unterwerfen. Der Gerichtshof lehnte diesen Antrag ab, lebhafte Diskussion. Der Vorsitzende Wiehle berührte dabei das der Packetjahrt- Attiengesellschaft vorgekommen. Die unverehe da fünf medizinische Sachverständige gegenwärtig feien. lichte Luise Quitter ließ sich von Berlin nach Westend, AhornErgebniß der der statistischen Erhebungen, die bezüglich der Die Zeugenvernehmung begann mit dem Gatten der Er- Arbeitslosigkeit von seiten der Organisation angestellt sind. Allee 25, einen Reisekorb schicken. Als dieser dort ankam, war mordeten, dem Rentier Mewers. Er erzählt, daß er an dem G3 haben sich an der Statistik nur 1394 Personen betheiligt; das Vorhängeschloß abgeriffen und der Korb geöffnet. Ent- fraglichen Abend gegen 1/210 Uhr nach Hause zurückgekehrt sei. 573 der Befragten waren 48 400 Tage arbeitslos. Hierbei ist zu wendet waren daraus eine goldene Uhr mit Rette, eine Granat-& sei ihm aufgefallen, daß die Hausthür nicht broche, eine goldene, mit Perlen befezte Broche und ein in Gold schlossen war. ver berücksichtigen, daß die große Aussperrung von Berlin und Braun Als er den dunklen Flur betreten habe, schweig sich in diesen Zahlen nicht ausdrückt. Von Berlin gefaßtes Bernstein- Armband. Der Dieb hat in dem Gewahrsam sei deutlich das Röcheln seiner Frau zu seinem Ohr gedrungen haben sich nur wenige und aus der letzteren Stadt hat sich der Packetfahrt jedenfalls Bescheid gewußt. Bevor er noch ein Zündholz in Brand setzen konnte, sei ihm ein niemand an der Statinit betheiligt. Der Referent Wiehle schätzt Mann entgegengetreten, der ihm im Dunkeln größer erschienen die Zahl der arbeitslosen Mitglieder des Verbandes auf 1600. sei, als der Angeklagte. Der Mann habe sofort auf ihn ein Genoffe Legien, der Vertreter der Generalfommiffion, gefchlagen und zwar mit einem scharfen Instrument, denn er empfahl die Bedeutung des Unterstützungswesens dergestalt habe gefühlt, daß ihm das Blut über das Gesicht rieselte. Er zu würdigen, daß die Reise-, Arbeitslofen- und Gemaß habe nur seine Hände vorhalten können, um den Angreifer ab- regeltenunterstübungen als nothwendige Ausgaben zuwehren. Als er sich von seiner Bestürzung erholt hatte, angesehen werden, die eine kämpfende Gewerkschaft wesentlich habe er laute Hilferufe ausgestoßen und daraufhin habe in ihrem eigenen Interesse um ihre Positionen zu halten der Angreifer von ihm abgelaffen uud sei an ihm gewähren muß. Unter Ablehnung aller übrigen Anträge bes vorüber zur Thür hinausgestürmt. Der Beuge hat schloß der Verbandstag den§ 7 des Statuts in der Hauptsache sich gegen die Wand lehnen müssen, um fich auf unverändert bestehen zu lassen, nur soll bei den arbeitslosen Mordprozeß Müller. Der Raubmord auf Westend, welcher recht erhalten zu können. Als bald darauf Leute Mitgliedern die Unterstützung nicht wie bisher 40 sondern 30 M. am 15. März verübt wurde, gelangte gestern vor dem Schwur tamen, wurde er nach dem Krankenhause gebracht. Seine pro Jahr betragen. Das wird gewährt nach zwölfmonatlicher gericht am Landgericht II zur Verhandlung. Auf der Anklage Wunden sind gut geheilt worden. Auf Befragen erklärt der Mitgliedschaft und nach dreiwöchentlicher Karrenzzeit. Anträge: bank fizt der Schlächtergeselle Otto Müller unter der Anklage, Beuge, daß seine Frau ihm am Morgen desselben Tages erzählt die Quittungsmarken abzuschaffen und den Filialkassirern Entam Abend des 15. März in Westend die in der Ulmen- Allee 44 habe, daß der Schlächter fie habe anborgen wollen. Wors.: schädigung zu gewähren, wurden, weil aussichtslos, zurückgezogen. wohnhafte Ehefrau des Juweliers Me wer3 ermordet und den Angeklagter, Sie haben dies vorhin bestritten, nun hören Sie, Bei der Berathung über das Streifreglement kamen die Ehemann Mewers zu ermorden versucht zu haben. Mewers was der Zeuge sagt. Der Angeklagte hat seit großen Kämpfe vom vorigen Jahre mit zur Sprache. ist ein junger, bis dahin gut beleumundeter Mann, der schon dem legten Antrage seines Vertheidigers ein sonderbares, Bon allen Rednern wurde hervorgehoben, daß die Inmehrere Jahre bei dem Schlächtermeister Berg in Charlotten verändertes Benehmen zur Schau getragen. Während der Verszenirung Von Streits ohne genügende Vorbereitung burg in Stellamg war. Der 69 Jahre alte frühere Juwelier nehmung des ersten Beugen hat er aufffeinem Stuhl gesessen und völlig und in den Fällen, wo schon Kämpfe an anderen Orten entbrannt Hermann Me wer3 war Eigenthümer des Hauses Ulmen- Allee 44 apathisch vor sich hingestiert. Er antwortet auch nicht auf die sind, entschieden vermieden werden müsse. Ein von der Filiale und bewohnte mit seiner Ehefrau Louise geb. Heyue die Parterre- wiederholt vom Präsidenten an ihn gestellte Frage:" Müller, Hamburg dazu gestellter Antrag wurde angenommen. Falls ein Wohnung. Das Haus liegt recht vereinsamt an freiem Felde stehen Sie auf!" ruft der Präsident. Der Angeklagte rührt sich weigverein dagegen verstößt, bleibt er auf sich selbst angewiesen, und war nur wenig bewohnt. Das alte Ehepaar war willens, nicht. Erst nachdem einer der anwesenden Aerzte längere Zeit Die Anträge, welche eine Formulirung der Unterstützung während nach Berlin überzufiedeln; am 15. März wurde die Wohnungs- leife auf ihn eingeredet, erhebt der Angeklagte sich schwerfällig. der Dauer des Lohntampfes bezweckten, lehnte man mit großer einrichtung mittels eines Möbelwagens verladen und der alte Er ist aber nicht dazu zu bewegen, den Mund zum Sprechen zu Mehrheit ab. Mewers begleitete den Wagen nach Berlin und ließ seine Ehefrau öffnen. Sämmtliche Sachverständigen stimmen darin überein, allein in der Wohnung zurück. Er sollte sie nicht mehr lebend daß der Angeklagte simulirt. Die Beweisaufnahme wird Im Verband der Buchbinder und verwandter Berufswiedersehen. Als Frau Mewers in ihrer Wohnung allein darauf fortgefeßt, der Angeklagte behält sein apathisches Be- genoffen sprach am 6. Mai Herr G. Schlaitier in einem beim Abendbrot saß, tlopfte es an der Korridorthür und nehmen bei. recht interessanten Vortrage über Gerhart Hauptmann's als Frau Mewers öffnete, erhielt sie wuchtige Siebe über den Die Zeugenvernehmung bewegt sich lediglich auf dem Boden Drama Die Weber". Redner beschäftigt sich dabei auch mit der Kopf, so daß sie sofort zu Boden stürzte. Unterhalb der Mewers' der Anklage. wiederholt in der bürgerlichen Presse aufgestellten Behauptung, fchen Wohnung wohnten die Pförtner Schwoinecke'schen Eheleute. Während der Pause ist der Angeklagte von dem Gesängniß. das Drama enthalte eine sozialdemokratische Tendenz. Als Frau Schwoinecke an jenem Abend mit ihrer Tochter zum arzt. Dr. Mengers untersucht worden. Der Sachverständige hält widerspricht der Vortragende. Er hält das Drama für das beste Wäscherollen wegging, hörte sie noch das Klopfen an der Mewers' den Angeklagten zwar infolge der Verhandlung für psychisch soziale Stück der neueren Epoche, es sei aber durchaus tein schen Thür und die Tochter meinte, es würde wohl der Schlächter erregt, aber derselbe habe diesen Zustand zweifellos übertrieben. Tendenzstück. Es entspann sich hierauf eine kleine Debatte über fein". Als der alte Mewers aus Berlin nach Westend zurück- Jetzt habe er sich beruhigt und sei unbedingt verhandlungsfähig, Tendenzdramen und Tendenzliteratur, in der besonders das tehrte, fand er die Korridorthür nur angelehnt vor und als er er habe foeben einen Napf Kaffee und eine Schrippe mit großem Mitglied ente eingriff. Unter Vereinsangelegenheiten werden eintrat, hörte er das Röcheln seiner Ehefrau. Er eilte Appetit zu sich genommen. Die Beweisaufnahme wird wieder zunächst diejenigen aufgefordert, welche Sammellisten für die in die Küche, um Licht zu machen, erhielt aber von aufgenommen. Der Untersuchungsrichter, Landgerichtsrath durch die Sperre bei Haman, Beuthfiraße, ausgetretenen Kollegen hinten wuchtige Hiebe über den Kopf, so daß er fofort Dr. Friedberg bekundet, daß der Angeklagte ihm gegen- und Kolleginnen haben, baldigst abzurechnen. Daffelbe gilt taumelte und nur noch fähig war, Hilfe! Mörder!" zu rufen. über ein offenes Geständniß abgelegt und eingeräumt hat, für die Mailisten. Irrthümlicherweise war in dem vorigen Als die Hausbewohner herbeieilten, fanden sie den Mewers blut- daß er die That schon mindestens eine Woche vor der Bericht die Sperre bei Haman als aufgehoben bezeichnet worden; überströmt vor und sahen Frau Mewers in einer großen Blut- Ausführung geplant hat. Der Präsident fragt den der Vorsitzende Kollege Wittrisch hält dieselbe noch für bestehend, lache liegen. Offenbar hatte ein heftiges Ringen zwischen dem Angeklagten, ob er das frühere Geständniß einräume, es ist aber da ein dahingehender Beschluß einer Versammlung noch nicht Mörder und seinem Opfer stattgefunden. Er hatte der alten feine Antwort von ihm zu erhalten. Zeuge Schlächtermeister vorliegt. Wie bisher üblich, ist zu Pfingsten ein Ausflug Frau fünf Rippen gebrochen, das Schlüsselbein war gebrochen, Berg stellt dem Angeklagten das Zeugniß eines brauchbaren Ge- geplant. der Schädel zertrümmert und an den Händen zeigten sich fellen aus, der aber immer ein wortfarges verschlossenes Wesen Schnittwunden. Daß ein räuberischer Ueberfall vorlag, gezeigt habe. Nachträglich habe sich herausgestellt, daß Müller zeigten die durchwühlten Kästen. Der Mordgeſelle ist ihm drei kleine Beträge unterschlagen habe. Von Wichtigkeit aber nicht zum Biele gelangt, denn er ist offen ist das Zeugniß des ärztlichen Vorstandes des Krankenhauses zu Was frag' ich viel nach Geld und Gut! Beitungsbar durch die frühzeitige Rückkehr des Ehemanns gestört Wittenberg, in welchem der Angeklagte Ende 1892 an einer Geberichten zufolge muß König Stumm doch nicht so frant sein, werden. Die einzige Beute, die ihm anheimfiel, war ein alter hirnentzündung behandelt worden ist. Die Krankheit sei wie es dargestellt wird. Er soll für die bevorstehenden FeierGranatschmuck, den er in einer Hutschachtel auf den Kleider- völlig normal verlaufen, Angeflogte als gebeilt lichkeiten in Kiel eine Villa, die in der dortigen Hospitalstraße schrank gefunden hatte. Als der verlegte Herr Mewers den Ruf entlaffen und es liege fein Anlaß vor an seinen Geisteszustand liegt, auf die Dauer von zwei Tagen für 5000 m. gemiethet " Hilfe! Mörder!" ertönen ließ, ist der Words bube in das Eck zu zweifeln. Die Ueberlegung, die der Angeklagte bei der That haben, um bequem vom Fenster aus alle Vorgänge verfolgen zu zimmer der Mewers'schen Wohnung gerannt, ist zum Fenster gezeigt habe, spreche vielmehr dafür, daß er im Vollbefiz seiner fönnen. Seine Arbeiter sorgen ja dafür, daß er sich den Spaß hinaus geklettert und in den Vorgarten hinabgesprungen. Im geistigen Kräfte gewesen. Gefängnißarzt Dr. Mengers hält leisten kann. Aber zufrieden ist auch König Stumm nicht einmal! Schnee waren die Fußspuren des Flüchtigen deutlich sichtbar. den Angeklagten feineswegs für stumpfsinnig, wenn er auch anA13 die sofort benachrichtigte Charlottenburger Polizei scheinend für seine Umgebung kein Interesse zeige. Der An- Großes Aufsehen erregt in den richterlichen und juristi. am Thatorte erschien, waren die Mewers'schen Eheleute geklagte hat dem Sachverständigen auf Befragen in flarer Weise schen Kreisen der telegraphisch nach hier gemeldete Selbstmord vernehmungsunfähig. Durch zwei Aerzte wurden den Schwer erklärt, daß er die That geplant habe, weil er sich einen Anzug des Rechtsanwalts C. L. Weinhold in Dresden, der am Donnerstag verlegten Nothverbände angelegt und die sofortige Ueberführung babe machen lassen, zu dessen Bezahlung ihm das Geld fehle. Er Morgen wohl in einem Anfall von Schwermuth auf dem Alten nach dem Krankenhause angeordnet. Frau Mewers starb zwei hatte nach Hause geschrieben, aber fein Geld erhalten Gelegentlich Neustädter Friedhofe seinem Leben ein Ende gemacht hat. Bei dem Tage darauf, der alte Herr Mewers aber hat sich verhältniß- einer der vielen Besprechungen, die Dr. Mengers mit dem An- Todten wurde ein Zettel folgenden Inhalts gefunden:„ Um aus mäßig rasch erholt und ist zum heutigen Termin als Beuge zur geklagten gehabt hat, wurde von dem letzteren stets logisch geant- den Händen meiner Peiniger( folgen drei Namen) zu kommen, Stelle. Echon 24 Stunden nach der That befand sich der wortet; auf die Frage: Würden Sie die That noch einmal be- ergreife ich dieses Mittel." Mörder in der Person des Angeklagten in ficherem Gewahrsam. gehen?" hat der Angeklagte zuerst Erregung gezeigt und Eine große, durch Blitzschlag verursachte Fenersbrunft Seine That ist ein psychologisches Räthsel. Er stammt aus schluchzend ,, Nein, nein!" geantwortet. Auf die weitere Frage: zerstörte am Freitag in Waddekath bei Wittingen fünf Gehöfte einer guten Bürgerfamilie, ist in Platten a. Elbe geboren und besitzt Was meinen Sie denn, was nun mit Ihnen geschehen wird?" und eine Reihe einzelner Häuser. Die Kirche ist ebenfalls beein von seinem Vormund verwaltetes Vermögen von 12 000 m. erfolgte die Antwort: Ja, ich werde wohl hingerichtet werden." schädigt. Bei einer Feuersbrunft, welche die Stadt Also Cubin in Er hatte die Verpflichtung, in Namen seines Schlächtermeisters Die übrigen medizinischen Sachverständigen schildern den Befund Ungarn fast völlig einäscherte, sind mehrere Personen umgekommen. abends bei den Kunden herumzufragen, ob und welche Fleisch der Leiche der Ermordeten, sie stimmen darin überein, daß die Mehr als 1000 Einwohner sind obdachlos. quantitäten sie für den nächsten Tag zu bestellen beabsichtigten. That mit großer Rohheit zur Ausführung gebracht ist. Auch Zu diesen Kunden gehörten auch die Eheleute Mewers, mit in betreff des Geisteszustandes des Angeklagten stimmen sämmt dem als Kasernenschiff benusten Kriegsschiffe„ Caftiglione" Fener Schiffsbrand. Im Hafen von Toulon brach gestern auf Denen er recht gut bekannt war und deren Verhältnisse er gleichliche Gutachten überein. Damit wird die Beweisaufnahme ge- aus. Das Schiff gilt als verloren, die Mannschaft konnte gefalls sehr gut fannte. Der Verdacht der Thäterschaft lentte sich schlossen. naturgemäß auch auf ihn, da die Tochter der Pförtnersleute sich Die Fragen lauten auf Mord, schweren Raub und ver- rettet werden. zu erinnern glaubte, daß sie den Angeklagten Müller furz vor der That im Hause gesehen habe. Er war einer derjenigen gewesen, welche die That am schärssten verurtheilt hatten. Am Morgen nach der That hat er zu einem Rentier ganz empört gefagt: Was sagen Sie zu dem Mordsanfall? Jsi es nicht unrecht, die alten Leute jo abzumurtien?" Auch einer anderen Person gegenüber hat er seinen Unwillen über die Blutthat ausgedrückt. Als der Kriminalkommissar Der Spruch der Geschworenen lautete auf Schuldig des Krause ihn als Zeuge vorlud, ohne seinerseits an eine Schuld Mordes, des schweren Raubes und des versuchten des Müller zu denken, entdeckte er an dessen Kleidern einige Mordes. Blutsprizen und als er ihn daraufhin etwas eindringlich befragte, Der Staatsanwalt beantragte die Todesstrafe, fünf gerieth dieser offensichtlich in Verlegenheit, verwidelte sich in Jahre Zuchthaus, Ehrverlust und Polizei- Aufsicht. Widersprüche und als der Kriminalkommissar weiter in ihn drang, Das Urtheil lautete dem Antrage gemäß. geftand er bald zu, der Mörder zu sein. Er habe Frau Mewers Der Angeklagte nahm das Urtheil mit derfelben apathischen zum Zwecke der Beraubung niedergeschlagen, dann auf dem Spinde Ruhe entgegen, die er während der ganzen Verhandlung behinter der Hutschachtel nach Geld gesucht und als er durch das wahrt hatte. " suchten Mord. der Der Staatsanwalt schildert das schwere Verbrechen, welches Gegenstand der Verhandlung gewesen ist, in packender Weise und zweifelt nicht daran, daß die Geschworenen sämmtliche Schuld: fragen bejahen werden. Der Vertheidiger hält eine Ueberlegung nicht für erwiesen und regt Bedenken über den Geisteszustand des Angeklagten an. Vermischkes. Dem Die offiziellen Berichte über die Cholera unter den Japanern auf den Pescadores- Inseln beziffern die GesammtSterblichkeit vom 26. März bis 24. April auf 1300 Fälle. Die Seuche ist jetzt beinahe erloschen; es fommen nur noch einige Fälle täglich vor. Eine von der spanischen Regierung erlassene Verfügung ordnet eine ärztliche Beobachtung wegen Choleraverdachtes an für alle aus Hongkong, Canton, Kintschou, sowie aus San Nicolas und San Pedro( Argentinien) ferner aus Dscheddah und Hedschas kommenden Reisenden. Briefkasten der Redaktion. Druckfehlerberichtigung. In der Quittung des Parteis vorstandes fehlt unter den diversen Beiträgen aus Berlin der Posten: Troy alledem 70 M. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 109. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhans. 64. Sigung vom 10. Mai 1895, 11 Uhr. Am Ministertisch: Kommissarien. Sonnabend, den 11. Mai 1895. = 12. Jahrg. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 12. Mat, vormittags 8 Uhr, Rosenthalerstr. 38: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über:„ Die Grundfäge der Gemeinde." Um 10 Uhr vormittags, ebendaselbst: Vortrag des Herrn Waldeck Manaffe über: Du sollst nicht tödten." missionär- Unwesens gerichteten Bestrebungen ihrer Angestellten stätigt. Die Mitgliederzahl der Filiale beträgt gegenwärtig 489. wenden würden, wäre vorauszusehen gewesen, daß es aber zur Erledigung stand hierauf die Wahl des Ausschusses, in in einer Form geschehen sei, welche den ganzen Stand in welchen die Mitglieder Dähne, Schulz, Relpin und der öffentlichen Meinung diskreditirt und mit Schmuß Radloff belegirt wurden. Am Himmelfahrtstage wird von der bewerfe, zeige so recht drastisch die von Profitivuth Vereinigung eine Fußpartie arrangirt. In sehr eingehender Weise In erster Berathung werden die Rechnungen der Kaffe diktirte Rücksichtslosigkeit und das Prozenthum der Wirthe. Troh berichtet hierauf das Mitglied Neumann über die Berhandlungen der Ober- Rechnungskammer für 1893/94 der Rechnungskommission aller Versicherungen der Wirthe, das Arbeitsverhältniß ließe sich auf dem Verbandstag. Von einer Diskussion wird der vorüberwiesen. weit beffer durch freie Vereinbarung regeln, müßten die Gast- gerückten Zeit halber Abstand genommen und die Fortsetzung der In zweiter Berathung werden der Gesezentwurf, betr. die wirths- Gehilfen auf ihrem bisherigen Standpunkt beharren und Besprechung dieser Angelegenheit für die Tagesordnung der Fischerei der Ujereigenthümer in den Privatflüssen der Rhein- gesegliche Regelung der Materie fordern. Nach fritischer nächsten Versammlung bestimmt. Bum Schluß wird auf die provinz, und der Gefeßentwurf, betr. Abänderung von Be- Beleuchtung der Fragebogen- Beantwortung feitens der öffentliche Versammlung vom Sonntag aufmerksam gemacht, in stimmungen des Ausführungsgesetzes zur deutschen Zivilprozeß- Wirthe forderte Redner zum Schluß die Versammelten der die Berichterstattung über ben Kongreß erfolgt. Ordnung vom 24. März 1879 und des Gesetzes vom auf, gegen die Beschlüsse der Gastwirthe- Versammlung vom 12. März 1869, betreffend die Ausstellung gerichtlicher Erb- 23. April entschieden Proteft zu erheben, und um demselben mehr bescheinigungen, angenommen. Nachdruck zu verleihen, sich, soweit es noch nicht geschehen, zu organisiren. Wiederholter stürmischer Beifall während des Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 12. Mai, abends 7% Uhr, in Referats und lang anhaltendes Bravo am Schluß desselben Büchler's Festfälen, Rosenthalerstraße 38: Vortrag des Genoffen Fritz Hansen über: Katholizismus und Sozialismus." bewies das vollkommene Einverständniß der Versammlung mit Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter. den Ansichten des Redners. In der Diskussion nahm zunächst( E. s. 29, Samburg.) Filiale Berlin 4. Sonnabend, den 11. Mai, abends Gastwirth Herzberg das Wort, der ebenfalls in scharfer 8 Uhr, bet S. Gorn, kleine Markusstraße 10: Mitglieder- Bersammlung. Weise die Unverschämtheiten der Majorität jener Gastwirthe, welche in der Versammlung bei Seeger der vom Ausschuß vorgeschlagenen Fragebeantwortung zustimmten, ins richtige Licht rückte. An der weiteren Diskussion betheiligten sich noch Wegner, der den Stellenwucher des Kommissionärs Rinke I, welcher für die Ausstellung Italien in Berlin" plazirt", scharf geißelte, und Mladet. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: Es folgt die Berathung des Kommissionsberichtes über den Antrag der Abgg. v. Schenckendorff, und Gen., betreffend die Förderung der körperlichen und werk thätigen Erziehung in den Echulen wie in den Lehrerund Lehrerinnenſeminaren. Die Kommission beantragt folgende Resolution: Das Haus der Abgeordneten erkennt die bisherige Fürsorge der Unterrichtsverwaltung für körperliche Erziehung und wert thätige Unterweisung der Jugend an und spricht die Erwartung aus, 1. daß sie die Pflege von Leibesübungen und Jugendspielen auch fernerhin ihre unausgesetzte und volle Aufmerksamkeit zu wenden werde; 2. daß sie den Handfertigkeitsunterricht bezw. die hauswirthschaftliche Unterweisung an Orten, wo das Bedürfniß vorhanden ift oder schon zu zwedentsprechenden Einrichtungen geführt hat, bei Unvermögen der Gemeinden auch durch vermehrte Aufwendung von Staatsmitteln, kräftig fördern und unterstüßen werde. Abg. v. Schenckendorff( natl.) ist zwar mit dem Gang der Kommissionsverhandlungen nicht ganz einverstanden, erkennt aber daß der Kommissionsantrag wenigstens den richtigen inneren Kern feines Antrages wiedergebe, und empfiehlt nach Lage der Sache die Annahme des Kommissionsantrages. an, Die heute am 8. Mai 1895 in der Tonhalle Berlin, Friedrichstr. 112, von ca. 700 Personen besuchte öffentliche Versammlung der Kellner, Köche und Berufsgenossen Berlins hält im Gegensatz zu dem auf die von der Regierung versandten Fragebogen gegebenen Gutachten der Gastwirthe eine gesetzliche Regelung der Arbeitsverhältnisse, insbesondere eine Kürzung der Arbeitszeit auf 12 Stunden und Gewährung eines wöchentlichen regelmäßigen wiederkehrenden Ruhetags, ohne die Gastwirthe in ihren Griftenzen zu gefährden und ohne die berechtigten Intereffen des Publikums zu verletzen, für durchführbar und nicht der Andas heiligste Gut Ministerialdirektor Kügler: Ich will nur öffentlich vor nur, um die Gesundheit dem Lande zum Ausdruck bringen, daß die Unterrichts- gestellten zu schützen, für absolut nothwendig, sondern ist um verwaltung bei Annahme des Kommissionsantrages sehr gern menschlich fühlende Arbeitgeber vor schmußiger Konkurrenz zu bereit ist und aufs äußerste bestrebt sein wird, ihre bisherige wahren auch für die Gastwirthe von zwingender Nothwendigkeit. Fürsorge für die körperliche Entwickelung unserer Jugend noch Die Versammlung weist die Aussagen der Gastwirthe in der in verstärktem Maße weiter zu üben.( Beifall.) Bedenklich am Konkordia", daß in dem unordentlichen Lebenswandel der ursprünglichen Antrag v. Schenckendorff war nur, daß er diese Angestellten der Grund des schlechten Gesundheitsstandes und der Aufgaben direkt dem Staate zuweist; die Vereinsthätigkeit und hohen Sterblichkeitsziffer zu erblicken sei, mit Entrüstung als grobe die Fürsorge der Gemeinden wird hier am wirksamsten eintreten. Verleumdung zurück; ebenso protestirt die Versammlung energisch Die Aufgabe der Unterrichtsverwaltung wird wesentlich nur gegen die an gleicher Stelle von den Gastwirthen aus darin bestehen können, daß sie ihrerseits nach Möglichkeit die ausgesprochene Behauptung, daß dem Gehilfen genügend Zeit Bestrebungen der Gemeinden nach dieser Richtung unterstützt. zur Verfügung stände, sich seiner Familie zu widmen, wenn er es Ich nehme schließlich an, daß der Kommissionsantrag sich ebenso nur wollte, und beruft sich auf die statistischen Erhebungen wie an die Unterrichtsverwaltung auch an die Gemeinden richtete. seitens der Regierung. Nach längerer Diskussion wird der Punkt 1 des Kommissions- Ferner fühlt sich die Versammlung zu folgender Erklärung antrages gegen die Stimmen einiger Konservativer, der Punkt 2 für verpflichtet:" Der weitaus größte Theil der Kellnerschaft gegen die Stimmen des größten Theils der Konservativen an- würde einem festen, ihren Leistungen entsprechenden Lohn an genommen. stelle der unsicheren demüthigenden Bezahlung durch das Trink geld, in welchem er den Krebsschaden des Standes erblickt, ent fchieden den Vorzug geben; jedenfalls weist die Versammlung die von den Arbeitgebern gethane Behauptung, daß der größte Theil der Kellner nur durch die Aussicht auf Trinkgeld zum fleißigeren arbeiten veranlaßt werde, entschieden zurück. Es folgen Wahlprüfungen. Schluß nach 21/4 Uhr. Nächste Eißung Sonnabend 12 Uhr.( Jagdscheingesetz; Antrag Jürgensen, betreffend Grundsteuer- Entschädigungen.) Derlammlungen. Die Augestellten im Gastwirthsgewerbe( Kellner, Köche 2c.) hielten in der Nacht zum Donnerstag in der„ Tonhalle", Friedrichstraße 112, eine öffentliche Versammlung ab, u m Protest zu erheben gegen die Beantwortung der von der Reichsregierung verausgabten Fragebogen, betreffend die Ermittlung der Arbeitsverhältnisse der Angestellten im Gastwirths gewerbe seitens der Gastwirthe und Hoteliers. Der Referent, Kellner Brandau, erläuterte den Zweck der Versamm Iung, welche einzuberufen nothwendig gewesen sei, um der Deffentlichkeit und der Reichsregierung zu zeigen, daß die Angestellten im Gastwirthsgewerbe gemeinhin bessere Menschen feien, als es die Herren Wirthe in ihrer Versammlung am 23. April d. J. darstellten. Daß sich die Unternehmer gegen die auf Verkürzung und Regelung der Arbeitszeit, Einführung eines festen Lohusatzes und Beseitigung des Trinkgelder- und Kom55 Seiten 80 Literarisches. Die von Gastwirthsangestellten aller politischen Parteien besuchte Versammlung hält es nach) reiflicher Diskussion für ihre Pflicht, diese Erklärungen zu geben, um falschen Schlüffen entgegen zu treten und der angegriffenen Standesehre Genugthuung zu verschaffen. Die Presse wird ersucht, die p. Resolution zu veröffentlichen." In einer weiteren Resolution drückte die Versammlung ihre Entrüstung aus über die Handlungsweise des Gastwirths Herrn Konrad Uhl( Hotel Bristol), der Kollegen Brandau wegen seines Eintretens für Besserung der Lage der Angestellten im Gastwirthsgewerbe er hatte zum 2. Male das Referat entließ. Vier Uhr morgens wurde die Versammlung geschlossen. übernommen Wichtige Tagesordnung. Vergnügungs- Verein Italia". Sonntag, den 12. Mat, abends 6 uhr, bei ungünstiger Witterung im Restaurant Roland", Elfafferstr. 26, 1r.: Fidelitas. Bei günstigen Wetter: Ausflug nach Schönholz. Treffpuntt nachmittags 3 Uhr, Nordbahnhof. Tischler- Verein. Sonnabend, den 11. Mat, abends 9 Uhr, Melchior. ftraße 15: Versammlung. Geselliger Verein ,, Freundschaft". Sonnabend, den 11. Mat, abends Schmiede. Mitglieder Versammlung der Bahlstelle Berlin Nord am Sonntag, den 12. Mai, vormittags 10% Uhr, im Zotale des Herrn HermerTages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen schmidt, Perlebergerstr. 28. Saffenbach über„ Die heilige Inquisition". 2. Nachwahl eines Delegirten zur uhr, Andreastraße 3: Sigung und Fidelitas. Gafie willkommen. General- Bersammlung. = Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend Abend 7-8% Uhr: Lektüre 8-10% Uhr: Nordschule, Müllerstr. 179a, Distuttrübungen; Süd- Ost- Schule ,. Waldemarstr. 14, Diskutirübungen( Thema: Politifche oder gewerkschaftliche Organisation?) unentgeltlich. Bei allen Unterrichtsfächern werden Damen und Herren jederzeit aufgenommen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender Ad. Neumann, Pajewalkerfir. 3. Alle Nenderungen im Vereinskalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends 9-11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gesangverein Esmeralda, Königsbergerstr. 5 bei Rastowsty.- Grüne Eiche, Nirdorf, Hermannstr. 48, Cde Heirfurthstraße, bei Heickaus. Lyrania, Landsberger Allee 156 rei Goebel. Sanges Echo, Naunynftr. 86, bet Zubeil. Glüdzu, Pafewalferfir. 3 bei Neumann. Gesundbrunner Männerchor, Prinzen Allee 10 bei Bergmann Männer- Gefang verein Siebertrang in Brandenburg a. d. Havel, Mengert's Boltsgarten, Bergftr. 6.-- Deutsche Eiche II, Brandenburg a. b. Havel, Hauptstraße, Wintel's Salon.- Frisch auf I, Friedrichsberg, Rummelsburgerstr. 23 bet Sängerlust, Luckenwalde, Beeligerstr. 34 bei Otto Emil Neumann. @chulze. Männer- Gefangverein Fortschritt, Königsbergerstraße 28 bet Leichniß. Hand in Hand II, Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 11 Männer- Gefangverein Immergrün, Tegel, Spanbei Gmil Heinede Moabit, Havelbergerstr. 31. Freie oauerfir. 15 bei C. Rentner. Sänger, Schmargendorf, Wirthshaus Friedrich. Hand in Hand I, Reichenbergerfir. 24 bei Tauschte.- Gesangverein Frisch auf II", Schönwalde in der Mart. alle Buſchriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend find zu richten an: B. Gent, Adalbertstr. 95. Sonnabend: Theaterverein Lessing, Raupach fir. 6, Restaurant Felsengrotte( jeden 2. und 4. Gonnabend). Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Turnverein ich te( Wt itgl. d. Deutschen Arb.- Turnerb.) turnt heute: 1. Männer- Abth. Friedenstr. 37. 3. Männer- Abth. Boechstr. 21. 2. Lehrlings- Abth. Gemischter Ghor Gleichheit, Abends 9 Ugr, Staligerfir. 55-56. Emdenerstraße, Restaurateur Schirmer. Bühnenverband Normania, jeden legten Sonnabend im Monat Sigung bei 6. Leichniß, Königsbergerstraße Nr. 28. Privat Theater Gesellschaft Schiller, Gigung abends 9 Uhr bei Linke, Buttbuserstr. 24. Nach der Sigung Fidelitas. Theaterverein Bavaria, Ackerstraße 17 bei Maufras. Privattheater: Gesellschaft Toni, Sonnabend 9% Uhr bet Buleger, Swine münderstraße 144. Theaterverein Suftige Brüder II, Sizung jeden Connabend, Abends 9 Uhr, bei Reichelt, Hafenhaide Nr. 45/47. Theatergesellschaft Immer Lustig, Abends 9 Uhr, Sigung bei Ruhl, Chorimerstr. 63. Vergnügungsflub Ostend, Sigung Abeds 9 uhr im Restaurant Rudolf, Krautstraße 6. Geselliger Arbeiter Proletaria, Sonnabend nach Dem 1. und 15. jeden Berein Monats, Abends 9 Uhr bei Sommer, Grünstraße 21. Rauchklub Blaue Wolfe II, Sigung jeden Sonnabend 9 Uhr im Restaurant F. Steuer, Weinstraße 22.- Rauchtlub Dornröschen, jeden Sonnabend, Abends uhr, bet F. Krüger, Fennstraße 5. 9 Uhr bei Bogel, Lebuserstr. 13. Gisenbahnstr. 7 bei Engelhardt. Sonnabend bei Wuttte, Graudenzerftr. 2.jeden Sonnabend 9 Uhr bet Hauptmann, Wienerstraße 1-6 Brüderlich fett, Sonnabend von 9-11 Uhr Sigung bei Wittwe Lehn, Stralsunderstr. 19.- Bergnügungsverein Alpenveilchen, jeden SonnTambourverein Nuf, abend 10 Uhr Sigung bei Ruppin, Blumenstr. 49. Sonnabend, abends 9 Uhr, beint Restaurateur Sodtke, Inselstr. 1. Ar= beiter Bitherflub Frohsinn abends 8 Uhr im Restaurant Reich, BlumenParis, Gleditschstr. 23. Gäste willkommen. Rauchflub Unverzagt, abends Rauchklub Märkisch Kraut, Stattlub Blaue Blouse, jeden Stattlub Revolution, Sigung Statklub Der Zentralverband der Maurer( Bahlstelle I) beschäfftraße 32.- Bergnügungsverein Bruderfette, Gigung abends 9 Uhr bei tigte sich in seiner Mitgliederversammlung am 5. Mai mit der Regelung einer Reihe geschäftlicher Angelegenheiten. Die Abrechnung vom 1. Quartal 1895 weist einen Bestand von 155,56 M. auf und wird von den Neviioren die Richtigkeit derselben be# Dansk Forening Freja, Oranienstrasse 51, Módeaften hver Lòrdag Kl. 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser findes i Lokalet. Deutscher sozialdemokratischer Lefeklub in Paris. Rue St. fammlung; reiche Bibliothet, Beitungen, französischer Unterricht. Sonore 314 Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Vere aus dem„ Volk" angefügt. -fBGemoll, Dr. A., Direktor, Das Gymnasium und der Rampf gegen die Sozialdemokratie.( Wissenschaftliche Beilage zum XX. Programm des städtischen Progymnasiums zu Striegau. Ostern 1891.) Striegan, E. Grögersche Buchdruckerei. 22 S. 40. dieser oder jener Forderung unserer Partei etwas abgelauscht gleichen, wir registriren sie nur unter dem Gesichtspunkte der werden. Eine Gefahr für das Großunternehmerthum bestand Wirkung Stumm'scher Agitation. Uns ist es unbegreiflich, wie aber dabei nicht, denn die evangelischen Arbeitervereine eine so oberflächliche Slede, die ohne viel sachlichen Inhalt ist Schmitt, Eugen Heinrich, Herodes oder gegen wen ist vegetirten im siden, und ihre Hauptaufgabe bestand in und allem Anscheine nach aus dem Stegreife gehalten wurde, die Umsturzvorlage gerichtet? Ein Denkmal der der Bekämpfung der Sozialdemokratie und in der Unter der Drucklegung für werth gehalten werden konnte. Dies scheint Reaktion des 19. Jahrhunderts. Leipzig 1895. Alfred Janssen. stützung reaktionärer Kandidaten bei den Wahlen. Wie auch der Verfasser ein wenig gefühlt zu haben, denn er hat ihr die vorliegenden Echristen zeigen, bekam gerade durch das das evangelisch- soziale, das fatholisch- soziale Programm, Thesen, Herr Dr. Eugen Heinrich Schmitt ist im Laufe seines bewegten Auftreten des Etumm die evangelisch soziale Bewegung etwas die Bildung christlicher Berufsvereine betreffend und einige BeLebens nun zum Religionsstifter geworden. Wie weit das bei Rückgrat, ihre Vertrter sehen sich gezwungen, gegen das allzu richte von Versammlungen über die Bewegung gegen Stumm ihm Geschäft oder Wahnsinn ist, sind wir nicht in der Lage zu freche Gebahren des Großunternehmerthums aufzumucen und entscheiden. Für das Geschäft spricht die Reklame, die er für mit einer gewiffen Entschiedenheit an der heutigen Ordnung fich, seine Gründung und seine Publikationen macht, für den Kritik zu üben. Wahnsinn diese Broschüre, in welcher der Nachweis erbracht Die Schrift des Pastor Roetschke ist eine derartige Frucht. wird, daß die deutsche Umsturzvorlage sich gegen seine Religion Stumm'scher Agitation. Bei aller Gegnerschaft gegen den des Geistes und nicht gegen Sozialdemokraten und Anarchisten Pastorensozialismus ist es eine Pflicht objektiver Kritik, diese richtet. Bei dieser Sachlage erübrigt sich ein weiteres Eingehen Schrift trotz ihrer Mängel als eine vorzügliche Antwort auf auf das Machwerk, nur sei erwähnt, daß die Sozialdemokratie Stumm's Brandrede gegen die Evangelisch Sozialen zu be- Erst vor kurzem wurden wir durch eine Bemerkung einer vom Verfasser mit einem gehäuften Kübel von Schmutz über- zeichnen. Scharf und geschickt sind seine gegen die Person gegnerischen Beitung auf diese Schrift aufmerksam. Als wir schüttet wird. Haften bleibt aber nichts davon.-fb- Stumm's geführten Hiebe und treffend die Schilderung der sie gelesen hatten, fonnten wir sie ruhig zu den anderen sozialen Nothlage. Berücksichtigt man die Betonung des uns bekämpfenden Echriften legen, sie ist nicht selbstKochschke, Hermann, Offener Brief an den Herrn Patriotismus und die religiöse Gesinnung des Verfassers, so ständiger und uns nicht gefährlicher als die andere antiReichstags Abgeordneten Geheimen Kommuß man sein Bestreben, der Sozialdemokratie gerecht zu sozialistische Literatur. Veranlaßt ist sie durch die bekannte merzienrath Freiherrn von Stumm und Ge. werden, bedingungslos anerkennen. Wir begegnen dein Ver- Rede des Kaisers auf der Schulkonferenz und im wesentlichen nossen. Leipzig 1895. Verlag von Reinhold Werther. fasser zum ersten Male, hat ihm Stumm die Feder in giebt sie zu derselben einen Kommentar. Wohl läßt der Autor 82 S. 8°. Preis 1 M. die Hand gedrückt, so war er wieder ein Theil der Kraft, die hier und da durchblicken, daß er mit den Ausführungen des Becker, Julius, Großindustrie und Sozialreform, stets das Böse will, doch das Gute schafft. Natürlich wird das Raisers nicht überall so z. B. nicht bez. des Krebsganges des Vortrag, gehalten im evangelischen Arbeiterverein zu Gera am Urtheil der Schrift zum theil ein anderes sein, wenn wir nicht Geschichtsunterrichtes übereinstimmt, aber er wagt es nicht, diesen 4. Februar 1895. Nebst Anhang: Das evangelisch- soziale und mit Rücksicht auf die Angriffe Stumm's, sondern vom Stand- Vorschlägen sich entgegenzusetzen. Desto energischer polemisirt das katholisch- soziale Programm, ferner Thesen, die Bildung punkte der Partei den Maßstab anlegen. Der Verfasser scheint er gegen die Vorschläge Güßfeldt's, der bekanntlich gerade in chriftlicher Berufsvereine betreffend 2c. Leipzig 1895. Reinhold den Charakier des Klassenkampfes noch nicht begriffen zu haben, bezug auf den Geschichtsunterricht den Kaiser berathen haben Werther. 64 G. 80 auch einiges andere wäre vielleicht zu tadeln, aber wenn wir den soll. Auf die Einzelheiten der Gemoll'schen Vorschläge ein überWir haben Freiherrn von Stumm stets für einen ausgezeichneten Verfasser innerhalb seiner Umgebung betrachten, so müffen wir zugehen, würde den Rahmen einer Besprechung wir die Leser versichern, daß, Agitator gehalten, freilich nicht für einen Agitator der Prinzipien, seine Schrift als ein muthiges Kampjeswort bezeichnen, das sich schreiten, doch können auch Der Reformplan des Striegauer Direktors die er vertritt, sondern gerade für die, die er blindwüthig bekämpft. nicht blos gegen Stumm, sondern auch gegen so manche seiner wenn Auch die vorliegenden Schriften sind ein Beweis für diese eigen- Amtsgenossen wendet. Wenn der eine oder der andere Leser des vollständig ausgeführt würde, nachher nicht weniger Sozialartige agitatorische Befähigung des Selbstherrschers im Saarrevier. Vorwärts", durch diese Kritik veranlaßt, das Schriftchen zur Hand demokraten aus den Gymnafien hervorgehen werden wie Es ist noch nicht lange her, daß er die Evangelisch- Sozialen von nimmt, dann darf er aber nicht vergessen, daß nach der Ansicht vorher und daß die aus den Gymnasien stammenden Bekämpfer Paftor Naumann bis zum Lic. Weber herab, im Reichstage in einer dieses Pastors die evangelisch- soziale Bewegung und der Pastoren- der Sozialdemokratie nicht schneidigere Waffen schwingen werden Weise angriff, die gar nicht im Verhältniß stand zu der Un- sozialismus nicht beurtheilt werden darf, haken wir doch erst wie ihre Vorgänger. Was der Verfasser gegen die Sozialdemo bedeutendheit der Bewegung und zu der sanften, meist mehr als unlängst an den Flugschriften des Leipziger evangelisch- sozialen fratie im allgemeinen einwendet, ist weder neu noch geschickt, es Es sei blos bemerkt, daß vorsichtigen Tonart der Mehrzahl ihrer Vertreter stand, die oft Vereins gefehen, wie verleumderisch und niederträchtig die Waffen erübrigt sich demnach eine Polemik. die beim deutschen Schulmeister gewöhnte nichts anderes beabsichtigten, als mit kleinen Mittelchen zwischen sind, die Amtsbrüder des Pastor Koetschke gegen die Sozaldemo- man Pedanterie vermißt. Er kennt den Sozialismus nur oberflächlich Den unüberbrückbaren Gegensäßen der Interessen von Kapital tratie schwingen. und Arbeit ein schmales Steglein aufzurichten. Aber ein Quent Die zweite der oben angeführten Echriften enthält einen und fast ausschließlich aus Quellen zweiter und dritter Hand chen Antikapitalismus hatte sich nun doch mit der Zeit auch in Vortrag Becker's, der auch durch die Stumm'sche Reichstagsrede( Zacher, Kunowsky). Charakteristisch für die Entwickelung des die evangelischen Arbeitervereine eingeschli hen. Bei allem Haß vom 9. Januar d. J. veranlaßt wurde. Sie läßt sich an Be- Klassenkampfes ist das Erscheinen der Schrist in Form eines gegen die Sozialdemokratie mußte doch bei praktischen Fragen deutung mit der eben besprochenen Echrist in teiner Weise ver. Edhulpiegran mes. Dr. zur Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 11. Mai. Opernhaus. Die Tochter des Regiments. Karneval. Schauspielhaus. Der Bibliothekar. Deutsches Theater. Weh' dem, der Iügt. Berliner Theater. Der Lebemann. Leffing- Theater. Der Hypochonder. Neues Theater. Husarenstreich. Die Passage- Panopticum. Neu! Eine Fahrt auf dem Golf von Neapel. Danksagung. 1051b Allen Freunden u. Bekannten, sowie dem Meister Karge und dem Verein der Riftenmacher sage ich für die zahlreichen Kranzspenden bei d. Beerdigung meines im lieben Mannes meinen herzl. Dank. Wwe. Schmidt nebst Kindern Kontobuch- Branche! Montag, den 13. Mai, abends 8%, Uhr. Louisenstädtischen Klubhaus, Annenftr. 16: Groke Versammlung Für die bewiesene herzliche Theil der in Kontobücher- Fabriken beschäftigten Arbeiter und nahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Des Töpfers Emil Handke sage ich allen meinen herzlichsten Dant." 1049b Wittwe Handke. Prediger- Gefudy. Die Freie Religions- Gesellschaft Schiller Theater." Der Gerenteffet. Kaufmann's Variété., 1847 durch& e berecht Der zündende Funke. Adolph Ernst- Theater. Madame Suzette. Central- Theater. Figaro bei Hof. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Der Obersteiger. Residenz- Theater. Fernand's Che fontraft. Alerander- Play- Theater. Durchgegangene Weiber. Alle 5 Barrison. National Theater. Die lebende Brücke. Im Garten Gr. Konzert und Spezialitäten- Borstellung. Theater Unter den Linden. Pariser Leben. Rund um Wien. Deutsches Volkstheater. Familie Schnabel. Apollo Theater. La Puce( Der Floh). Reichshallen Theater. Spezialitäten Borstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonnabend, 11. Mai, abends 8 Uhr: Der Herenkefet und Der zündende Funke. Sonntag, den 12. Mai sur Feier des 70. Geburtstags Gustav von Moser: nachmittags 3 Uhr: Ultimo. Abends 8 Uhr: Der Veilchenfreer. Central- Theater Alte Jakobtrahe Nr. 30. Novität! Bum 7. Male: Novität! Unter artistischer Leitung des Herrn Adolf Brahl vom königl. GärtnerplayTheater in München: Figaro bei Hof. ( Roccoco.) Operette in 3 Aften( nach Beaumarchais' Memoiren) von Bohrmann- Riegen. Musik von Alfred Müller- Norden. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Direktion: Mar Samst. Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft William Calder. Vorlegte Woche: Die lebende Brücke. Großes Sensationsschauspiel mit Mufit in 4 Aften( 11 Bildern), nach dem Englischen von Sutton Vane, übersetzt von H. 5. Schwab. Dirigent: Adolph Wiedecke. Elektr. Beleuchtungseffekte v. Lakowsky. Stegie: Max Samst. Raffenöffnung 5 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Königstrasse, Kolonnaden. Täglich: NeumannBliemchen's Leipziger VandevilleGesellschaft: Neumann, Wilh. Wolff, Horvath, Gipner, Lemke, Feldow und Ledermann. Novität! Novität! Zur Umsturzvorlage. Zeitgemäße Posse v. W. Wolff. In der Pussta! Die Wachtparade! Theater- Claqueur! Bliemchen in Berlin. Bomben- Erfolg! Anfang Wochent. 8 Uhr, Eintritt 30 Bf., Sonntags 1/28 Uhr. Sonnabend, den 11., u. Sonntag, den 12. Mai, findet in meinem Lotal, Lindenstr. 106, ein Tanzkränzchen statt, wozu Freunde und Bekannte freundlichst eingeladen sind. 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Mai, abends 8½½ Uhr, in der Kronen- 10 Uhr, in Keller's Festsale, Roppen in Louis Keller's Festsälen, Koppenstr. 29: Sonntag, den 12. Mai 1895, Brauerei, Alt- Moabit 47-49: Straße 29: Große öffentliche Bolts- Bersammlung Generalversammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Blos über: Die UmsturzVorlage. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Üm rege Betheiligung bittet Die Vertrauensperson. 297/20 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Bezirks- Versammlungen: Norden, Wedding und Gesundbrunnen. Montag, den 13. Mai, abends 8½ Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Näther über: Die Sozialreform und die Gewerkschaftsbewegung. 2. Diskussion. 3. Verbands= angelegenheiten. 1. Vortrag des Genossen Hansen. 2. Die Maßregelung eines Kollegen bei dem Hausmeister A. Götting, Strelitzerstr. 44 und die Handlungsweise desselben. 3. Kassenbericht. 4. Neuwahl des Vorstandes. 5. Abrechnung vom Mastenball. 6. Verschiedenes. 0 Der reichhaltigen Tages Ordnung halber, ist pünktliches Erscheinen dringend erwünscht. 229/12 Der Vorstand. Textil- Arbeiter ( Filiale 1.) 240/ 16* Sonnabend, den 11. Mai, abends Zu dieser Versammlung sind die Kollegen der Werkstellen von Maier, 8/2 Uhr, bei Wilte, Andreasfir. 26: Schulzendorferstr. 26, Springborn, Liebenwalderstr. 31 und Strot Versammlung hoff, Antonſtraße, eingeladen. Westen und Südwesten. Sonntag, 12. Mai, vormittags 10 Uhr, bei Zubeil, Lindenstr. 106. " Tagesordnung: 1. Vortrag über: Arbeitslohn und Kapital". Referent Rohrlack. 2. Diskussion. 3. Werkstatt und Verbandsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Vertrauensmänner- Versammlung: Norden, Gesundbrunnen und Wedding. Mittwoch, den 15. Mai, Achtung! Kolbergerstr. 23. im Kolberger Salon, Achtung! Große öffentliche Versammlung in der Tagesordnung: 1. Vortrag. Die Bildungsstätte des Voltes Ref.: Genosse Hoffmann. 2. Disfuffion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Er scheinen ersucht 1041b Achtung! Der Vorstand. Achtung! Zementirer n. Berufsgenossen. Lieder- Abend unter gütiger Mitwirkung 152/10 der Konzertfängerin Fräulein Helene Bartenwerffer. 1. Theil: 1. Gruß an den Mai. Voigt. 2. Die drei Röselein, arProgramm: II. Theil: 10. Abendchor Kreuzer. . . Handwerg. Silcher. Silcher. rangirt von .. Zander. 3. Robin Adair, arran girt von Zander. Glück. Thomas. 4. Untreue · 5. a) Lied der Mignon b) Dem Herzallerliebsten Taubert. Gef. v. Frl. Helene Bartenwerffer. 6. Völkerfrühlingslied 7. Santa Lucia 8. A Bufferl. 9. Mei Freud 11. Am Ort, wo meine Wiege stand. • 12. Der Schweizer. 13. Der Soldat. 14. a) Still wie die Nacht Bohm. b) Der Schwur Bohm. Gef. v. Frl. Helene Bartenwerffer. 15. Ein Sohn des Volkes Pjeil. 16. Haideröslein, arran. Thieme. . Schwarzlose. • • . Koschat. girt von 17. Spinn, spinn • • . Roschat. Zander. Jüngst. 18. Arb.- Vaterlandslied. Suchsdorf. Nach dem Konzert: TANZ. Anfang präzise 7 Uhr. Entree 50 Pf. inkl. Tanz. Freie Bereinigung sämmtlicher in der Schuh- Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins. Sonnabend, den 11. Mai, in Buk' Ball- Salon, Große Frankfurterstr. 85: Grosses Tanzkränzchen. Sonntag Vormittag 10 Uhr bei Die Musik wird von der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker ausgeführt. Bu zahlreicher Betheiligung aller Berufsgenossen ladet ein Neumann, Pasewalkerstr. 3: Der Vorstand. General- Versanimlung. Einlaßkarten( Herren 50, Damen 25 Pf.) sind bei nachbenannten Neue Mitglieder werden aufgenommen. Kottbuser Damm 9, Hof I; Bernhard Schmolle, Kurzestr. 17; Bernhard Ließ, Neue Mitglieder werden aufgenommen. Kollegen zu haben: Ernst Bennewitz, Georgenkirchstr. 4, Hof I; Albert Roggatz, Bionstirchstraße 48, Reller. 1033b Der Vorstand. Das Groß- Restaurant zum Damen- und Kinder- Konfettion beſääftigten Arbeiter und Segler- Schlösschen Arbeiterinnen Berlins und Umgegend am Sonntag, den 12. Mai, nachmittags 3 Uhr, im Lokale von Kummer, Berlinerstrasse 136 in Rixdorf: 33/4 Zages Drdnung: 1. Vortrag. Referent Genosse Wagner. 2. Diskussion. Schmöckwitz entspricht wegen seiner großen Räumlichkeiten den weitgehendsten Anforderungen, daher Vereinen, Gesellschaften, Fabriken zu Ausflügen besonders zu empfehlen. Th. Hahne. 3. Gewerkschaftliches und Bekanntmachung des Arbeitsnachweises für Vereinszimmer, 50 pers., Donners Rigdorf. Um zahlreiches Erscheinen bittet Achtung! Die Agitationskommission. Achtung! Große öffentliche Versammlung der Brettschneider Berlins und Umgegend Sonntag, ben 12. Mai, vormittags 10 Uhr, bei Wilke, Andreasstraße 26. Referent: Genoffe Näther. Achtung! 124/20 Der Einberufer. Achtung! Maurer und Puter. Sonntag, den 12. Mai, vormitt. 10% Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37: Tage frei. C. Schöning, Stallschreiberstraße 29. 77 Prinzenstrasse 77. zum gemüthlichen Piket! Billiger Einkauf für Arbeiter in Herren- n. Knaben- Garderobe wenig getragen und neu. Carl Tutzauer Admiralstr. 38. Säle für Vereine. Kegelbahn noch einige Tage frei. Große öffentliche Versammlung. Grünau. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung der Delegirten vom 9. beutschen Maurerfongreß. 2. Gewerkschaftliches. | Grünau. Gastwirthschaft 189/20 21462* von NB. Pflicht jedes Kollegen ist es, in diefer Bersammlung zu erscheinen. G. Lindenhayn Die Vertrauensmänner. Aug. Vogel. Carl Panser. Berband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Montag, den 13. Mai 1895, abends 81, Uhr: General- Versammlung im Luisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Tages Ordnung: 1. Jahresbericht und Bericht des Vorstandes. 2. Rassenbericht und Bericht der Revisoren. 3. Erfahwahl zum Vorstande und Neuwahl der Revisoren. 4. Bestätigung der vorgeschlagenen Beifizer. 5. An den Vorstand gelangte Anträge. Wir machen ganz besonders darauf aufmerksam, daß die Kontrolleure streng darauf angewiesen sind, die Kollegen ohne Mit gliedskarte keinen Zutritt zu gewähren; Berufung auf bekannte Persönlichkeiten kann nicht berücksichtigt werden. Um zahlreiches und rechtzeitiges Erscheinen ersucht 2 Friedrichstraße 2 Garten. Kegelbahn. Bereinszimmer von 25- 60 Personen. Speisen u. Getränke in bekannter Güte. Auch sind Fremdenzimmer zu haben. Verkehrslokal des Arbeiter Bildungs Vereins. Grünau. Grünau. Louis Ehrenberg Am Molkenmarkt No. 7 ( früher Annenstr. 16) empf. Freunden u. Bekannten sein Weiss- u. Bairisch- Bierlokal. Schweizer- Garten Am Königsthor- Am Friedrichshain. Jeden Sonntag 224/7 Gr. Theater u. Spezialitäten- Vorstellung. Volksbelustigungen aller Art. Im neuen Saale BALL. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pfennig. An den Wochentagen ist das Etablissement an Vereine, Gesellschaften zur Abhaltung von Sommerfesten zu vergeben. in reinwoll. Stoffen M.. Graf, Schneiderm. u. guter Ausführung Herren- Anzüge nach Maass 33 M. Sommer- Paletots nach Maass 30 Edison's H. Blumenstraße 3. 39/2 ,, Kinetoscop"- Ausstellung. Wiedereröffnung nächste Woche in den umgebauten und vergrösserten Lokalitäten Friedrichstrasse 65 Deutsch- Oesterreich. Edison- Kinetoscop Cie. Ges. m. b. H. Hamburg.( Stammkapital 400 000 M.) Schloß Weißensee vormals ,, Zum Sternecker, Sonntag, den 12. Mai 1895 Gr. Concert. Sensationelles Programm. Herr Gastwirth Karl Klugmann, Neue Friedrichstraße, der schwere Karl, im Luftballon. Alles nähere Tageszeitungen u. Platate. Den verehrlichen Vereinen halte ich mein herrliches Lokal zur Abhaltung von Vergnügungen unter den coulantesten Bedingungen zur Verfügung. 89/1] Jg. Barth, Braumeister. 194/12 Mart. Berndt Würſtellube Restaurant zum Zeuthener Der Vorstand. Verein zur Wahrung der Interessen aller in Berlin und Umgegend auf Holz- und Kohlenplätzen, Bahnhöfen etc. beschäftigten Arbeiter und Kutscher. Am Sonntag, den 12. Mai, nahmittags 2 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Konstituirende Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Bernhard Bruns. 2. Diskussion. 3. Berathung der Statuten. 4. Wahl des Vorstandes und der Revisoren. 5. Aufnahme von Mitgliedern. Um zahlreiches Erscheinen bittet 98/4 Der provisorische Vorstand. Oeffentliche Versammlung der Kistenmacher. Sonnabend, den 11. Mai, abends 812 Uhr, in den Arminhallen 2ages Ordnung: 1. Abrechnung des Vertrauensmannes vom 1. Quartal und der Maisammlung. empfiehlt nach wie vor Freunden Inhaber: Ernst Küntzel. und Bekannten seinen vorzüglichen Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch. Jeden Sonnabend von 6 Uhr ab: ff. Eisbeine. Für gute Biere ist selbst: Vereine 2c. verständlich bestens Gorge getragen. Um Billards zahlreichen Besuch bittet Martin Berndt, Dampfer und Oranien- u. Alexandrinenstraßen- Ecke. mit See. Sation Zeuthen( Görliger Bahn). Vorzüglicher Ausflugsort für Landpartien, größere Gesellschaften, Angenehmer Aufenthalt an Wald und Wasser.- TanzsaalKegelbahnen- Kaffeeküche. Große Anlegebrücke für Segelboote. NB. Zu erreichen per Bahn, Wasser und Chaussee Feft- Saal Wirthshaus Schmargendorf, Warnemünderſtr. 6 Bühne Brunnenstr. 188 ( 500 Personen) zu Versammlungen und Festlichkeiten noch einige Tage frei. W. Gründel. Etablissement ,, Süd- Ost" Waldemarstr. 75. Empfehle meinen Saal( 500 Personen fassend) und Restaurant zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art. Sonnabende u. Sonntage sind noch frei. 1865* C. Ulrich. 3. Lokal v. Ecke Breitestr. früher unmittelbar am Wald belegen, 2231L* Jub. Max Schulze, F. Friedrich, mit schattigem Naturgarten, hält sich den geehrten Ausflüglern bestens empfohlen. Familien- Kaffeeküche, vorzügliche Speisen und Getränke zu civilen Preisen. 200 Personen faffend, u. Vereinszimmer Saal zu Verſammlungen, Jeden Sonntag: Gr. Ball. und Restaurant Sanssouci, Schmargendorf Ruhlaerstr. 20/21( neben dem Schützenhaus), direkt am Wald, mit großem schattigen Naturgarten und angrenzender Wiese als Spielplay. Vorzügliche Speisen und Getränke zu zivilen Preisen; große Kaffeeküche, 2 gute Kegelbahnen, Volksbeluftigungen aller Art. 400 Personen fassender Parquetsaal zu Bersammlungen und Festlichkeiten. unter Leitung des Tanzl. Herrn Goldschmidt; und Sonntag: Um regen Besuch bittet Alfred Malitz( früher Berlin, Annenstraße 37). Berantwortlicher Redakteur: I. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 2. Neuwahl des Bertrauensmannes u. des Delegirten der Gewerkschaftskommission. 3. Bericht über Lohndifferenzen. 4. Berathung des neuen Tarifs. 156/19 Der Vertrauensmann. der heutigen Nummer unseres Jeden Mittwoch Großer Ball, mitgl. b. Zanzlehrervereins„ Solidarität“). Für die hiesigen Leser liegt lattes die gestrige Gewinnliste der preuk. Lotteric bei.