fr. 102 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 52 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatli 8 Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreuaband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Beit mit„ Siedlung und Aleingarten" fomie der Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal.' Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin' Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltige Nonpareilleaeile 70 Pfennig. Reklamezeile 4,- Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Wort 20 Pfennig ( zuläffia zwei fettgedruckte Worte). jebes weitere Wort 10 Bfennig. Stellengesuche das erste Bort 10 Bfennia. iebes weitere Bort 5 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönhoff 292-295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 1. März 1925 Vorwärts- Verlag 6.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Poftichedkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Die konto- Gefellschaft, Depofitentaffe Lindenstraße 3 An der Bahre des Reichspräsidenten. Trauerfeier am Mittwoch. Mittwoch.- Ueberführung nach Heidelberg. Durch unser Bolt und die ganze Welt geht eine tiefe Bewegung. Auch das Ausland spricht mit Sympathie und Berständnis von dem verstorbenen Reichspräsiden ten und feinem geschichtlichen Wert. Es zeigt sich dabei, miepiel Anerkennung und Gelfung gerade Friedrich Ebert der Deutschen Republit zu schaffen verstanden hat. Man erkennt auch draußen, daß die sechs Regierungsjahre des ersten Präsidenten diefer Republik Leidensjahre gewesen find. Sie waren es aber nicht nur für den Mann, der an der Spize stand, sondern auch für das ganze deutsche Bolt, ja, für ganz Europa. Der Hang zu idealen Konstruktionen lag diesem Real polititer fern. Schließlich aber war fein ganzes prattisches Wirken doch von dem Grundgedanten geleitet, daß Europa nur noch als ein Friedensbund von Republiken bestehen fann. Wenn sich an diesem Sarge etwas außert wie eine Solidarität der demokratischen Gedanken in der Welt, so ist das nur ein Widerklang feines eigenen Birkens. Möge der Rückblick auf die Leistung dieses echten Staatsmanns aus dem Bolte der Welt begreiflich machen, daß die deutsche Republif lebt und daß sie desto tebendiger sein wird, je mehr der Gedanke des gleichen Rechts auch Ar Berhältnis der Völker zueinander zum Durchbruch gelangt. Im Innern find Haß und parteipolitische Zerrissenheit au start, um eine vollkommen einheitliche Stimmung auf fommen zu lassen. Und doch fann man sagen: von einem Heinen Häuflein engstirniger Fanatiker abgesehen, empfindet heute das ganze Bolf, was es an Friedrich Ebert ver loren hat. Ja, im Bolt lebt heute ein Gefühl des Stolzes darüber, daß ihm in so schwerer Zeit aus seiner eigenen Mitte ein Mann von solcher Bedeutung erstehen konnte. Als Reichspräsident ist Ebert über den Parteimann hinausgewachsen, und mir geben gerne zu, daß er nicht unferer Partei allein, sondern dem ganzen deutschen Bolt gehört. Aber deswegen bleibt es doch nicht weniger wahr, daß es die Sozialdemokratische Partei gewesen ist, aus der diefer Mann hervorging, und daß er ihr bis zu seinem Tode angehörte. Das beweist auch dies fei zugegeben noch lange nicht alles für die Richtigkeit unserer Parteiziele. Es beweist nur, und das allerdings beweist es schlagend, was für ein verruchter Wahnsinn es ist, die Sozialdemo tratische Partei in der Weise zu verfehern, zu verdächtigen, als sittlich und intellektuell minderwertig, hinzustellen, wie das von seiten der monarchistischen Parteien in Deutschland geschieht. Schweden trägt heute einen Mann zu Grabe, dem es unendlich viel verdantt, und den es ohne Unterschied der Parteien ehrt: Hjalmar Branting. Auch er war Sozialdemokrat und internationaler Sozialist., Branting und Ebert schließen sich fast gleichzeitig dem Zug der Großen an, die einst dem arbeitenden Bolt der ganzen Welt als Führer vorangeschritten find. Wieviel Ehrfurcht ges bietende Gestalten! Wieviel glänzende Namen, die jeder ernst haft Gebildete mit hoher Achtung nennt! Mögen sie uns bekämpfen, mögen fie ihre Ideen den rnferen entgegenstellen, das ist ihr gutes Recht. Aber ein Berbrechen an der Nation find die Methoden der Boltsvergiftung und der niedrigen Schmähsucht, mit denen der Kampf gegen die Republik und ihre Berteidiger, gegen die Arbeiterbewegung und ihre Vertreter geführt wird! Und schließlich fallen doch alle Pfeile der Verlembung stumpf zu Boden. Unsere Gegner würden heute meniger beschämt, weniger schuldig am Grabe eines großen Deutschen stehen, wenn sie es verstanden hätten, mit reinen Waffen zu fechten. Möge der große Kampf, der nach der Bestattung des ersten Reichspräsidenten um seinen Nachfolger entbrennen wird, sich so gestalten, daß er nicht zu einer Schande für Deutschland Jo gestalten, baß er nicht zu einer Schande für Deutschland wird! Bir werden diesen Kampf nicht mit den Waffen der Berleumdung zu führen. Uns wird es gemügen, das Bolf auf die ungeheure geschichtliche Bedeutung der ersten Volkswahl eines Reichspräsidenten hinzuweisen. Wir werden unsere ganze Kraft aufbieten, um einen Kandidaten der Rechtsparteien, einen Bertreter monarchistischer Anschauungen, vor der Schiefen Rolle zu bewahren, in die er als Präsident der deutschen Republit, als Nachfolger Friedrich Eberts notwendig geraten müßte. Wir werden alles daransezen, um die furchtbare Boltszerreißung zu verhüten, die eintreten müßte, wenn ein Bertreter des alten Herrenstandpunkts an die Spige unferes demokratischen Staatswesens treten würde. Wir werben feine Anstrengung scheuen, um vom deutschen Bolt die un| absehbaren inneren und äußeren Schäden abzuwenden, die aus der Wahl eines Reaktionärs zum republikanischen Staatsober haupt erwachsen müßten. Darum flingt der Name Friedrich Ebert heute nicht nur im Ton der Trauerklage aus unserem Munde, sondern noch viel mehr als ein Programm und als ein Kampfruf. Bahrlich, schlecht würden wir diesen Toten ehren, wenn wir auch nur eine Stunde versäumten, an das zu denken, was dem Bolt und seinen werftätigen Massen nottut! Ihm geben wir am Mittwoch das letzte Geleit, die Sache, für die er gelebt hat, verlassen wir nicht! Es gibt nur eine würdige Ehrung Friedrich Eberts. Das ist die Wahl eines würdigen nachfolgers für ihn! Das ist der Sieg des republikanischen Gedankens bei der tommenden Reichspräsidentenwahl! Darum heute das Haupt gesenkt zu ehrfürchtigem Gedenten, morgen aber zum Kampfe angetreten! Die Trauerfeier am Mittwoch. Ueberführung der Leiche nach Heidelberg. Die offizielle Trauerfeier der Reichsregierung wird am Mittwoch gegen Mittag im Trauerhause Wilhelmstraße 72 vor sich gehen. Bei ihr wird Reichskanzler ut her vor den Diplomaten und deutschen Bertretungen eine Rede halten Vor dem Hause werden Abteilungen der Reichswehr Aufstellung nehmen. Es folgt etwas später eine Trauerfeier des Reichstags, an der voraussichtlich auch Bertreter der Länderparlamente teilnehmen werden. Hier wird Reichstagspräsident£ öbe die Hauptrede halten. Im Anschluß daran erfolgt die Ueberführung der Leiche über die Linden, durch das Brandenburger Tor und die Budapester Straße nach dem Potsdamer oder dem Anhalter Bahnhof, von wo die Ueberführung nach Heidelberg erfolgt. Die Parteien und das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold werden den 3ug bis nach dem Bahnhof geleiten. den Zug bis nach dem Bahnhof gelelten. Jn Heidelberg übernehmen am Donnerstag die badische Regierung und die Stadtvertretung die Leiche, die in einem städtischen Ehrengrab beigesetzt wird. Preußens Trauerkundgebung. Das preußische Staatsministerium trat am Son abend nachmittag 5 Uhr zu einer Trauerfihung zusammen. Ministerpräsident Marg schilderte in seiner Rede den Reichspräfidenten Ebert als einen glühenden patrioten und echten Deutschen, deffen unverrückbares Ziel der Wiederaufstieg Deutschlands durch friedliche Arbeit des nicht mehr zersplitterten, sondern zu fraftvoller Einheit zusammengefaßten Volkes war. Ein Manu vou ftärkitem Berantwortlichkeitsgefühl gegenüber seiner hohen und schweren Aufgabe, erstrebte er nur das Glück des deutschen Bolles und die Größe und Freiheit des deutschen Landes. Eine ganze, geschlossene und mutige Persönlichkeit, war er in den kritischen Tagen, die der Staatsumwälzung folgten, bereit, sein eigenes Leben einzusehen, Auch in den langen Monaten, in denen schon Krankheit ihn befallen hatte, hat er jede Rücksicht auf seine Gesundheit hinter den schweren Anforderungen seines hohen Amtes und feiner Arbeit zurücktreten loffen. Der erste Reichspräsident der deutschen Republik wird im deutschen Bolte als eine reine und vornehme Perfönlichteit, als ein vorbildlicher Bürger weiterleben. Im Anschluß an die Worte des Ministerpräsidenten Marg beSchloß das Staatsministerium die folgende Kundgebung: „ Der Reichspräsident Friedrich Ebert ist heute morgen feinem Leiden erlegen. Mit dem Deutschen Reich, dessen Geschide er feit den schweren Tagen des Zusammenbruchs nach dem verlorenen Kriege bis heute mit bewundernswerter Kraft geleitet hat, erfüllt das Land Preußen aufrichtige Trauer um diesen ersten Präsidenten der Deutschen Republif. Seine hohen Berdienste um den Zusammenhalt des Reichs und um deffen gerade im letzten Jahre fo deutlich hervorgetretenen Wiederaufbau wird einst die Geschichte zu würdigen wissen. Im Namen Preußens betont das Staatsministerium, daß Preußen sich wohl bewaff ist, in dem verstorbenen Reichspräsidenten einen Mann verloren zu haben, der für die durch die Geschichte bedingte politische Stellung Preußens ftets volles Verständnis gezeigt hat. Das Staatsminifterium wird dem vortrefflichen Mann, an dessen Bahre es trauernd steht, stets ein ehrendes Andenken bewahren." Das preußische Staatsministerium hat beschlossen, daß am Tage der offiziellen Trauerfeier im Haufe des Herrn Reichspräsidenten der Unterricht in den preußischen Schulen ausfällt und Mitternächtlicher Trauerzug. Vom Sterbehaus in die Amtswohnung. Aufmarsch des Reichsbanners. den. Eine schwierige Aufgabe für die Reichsbannerleute, die diese aber mit großem Geschick lösen. Immer wieder versucht die Menge durchzubrechen. Gegen 211 Uhr ist der geräumige Platz überfüllt, so daß die noch herannahenden Züge in den Nebenstraßen fich verteilen müssen. Eine ungeheure Menschenmenge hatte sich nachts gegen 12 Uhr, müssen wegen Ueberfüllung Absperrungen vorgenommen wer vor dem West- Sanatorium angesammelt, um der Ueberführung der Leiche des Reichspräsidenten beizuwohnen. Die Feier trug feinen offiziellen Charakter. Nur ein fleiner Kreis der dem Reichspräsidenten verwandtschaftlich oder dienstlich naheftehen den Persönlichkeiten war im Sterbezimmer anwesend und folgte in Wagen dem Zuge, der fich, umgeben von einer großen Menschenmenge, vom West- Sanatorium über die Joachimsthaler Straße an der Gedächtniskirche vorbei die Lüßomstraße über die Hofjägerallee dem Brandenburger Tor zu bewegte. Ein Zug Schupo ritt dem Sarge voraus, ein anderer folgte ihm, außerdem war eine Ehrentompagnie der Reichswehr gestellt worden. Im Trauergefolge befand sich neben den Familienangehörigen der Reichskanzler Luther und die Vertreter des Bureaus des Reichspräsidenten Bom Brandenburger Tor ab hatte das Reichs banner Schwarz Rot- Gold" Spalier gebildet und ließ den Trauers zug bei gesenkten umflorten Fahnen vorüberziehen. Die Leiche Schwarz- Rot- Gold" wurde im Arbeitszimmer des Reichspräsidenten aufgebahrt. Das letzte Geleit des Reichsbanners. In aller Stille hatten sich die Mitglieder des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold auf dem Gendarmenmarkt versammelt, um pon hier aus dem verstorbenen Reichspräsidenten das legte Ges leit zu geben. Kurz nach 10 Uhr hatten sich die ersten mit umflorten Reichsfahnen eingefunden. Zum größten Teil hatten die Kameraden Trauerflor angelegt. Immer wieder nahen unaufhörlich neue Züge. Stumm und schweigfam.... Während der große Freiplaz vor dem Schauspielhaus für die Reichsbaunerleute referviert bleibt, findet sich auf der Freitreppe das Bublifum zusammen. Der Anbrang ist ungeheuer Bald Zum Teil begeben sich die Teilnehmer gleich einzeln zum Bratt denburger Tor und zum Palais des Reichspräsidenten, um hier mit brennenden Fadein die Ankunft des Trauerzuges zu erwarten. Am Pariser Platz. Gegen 12 Uhr war der Aufmarsch des Reichs. banners am Parifer Platz und Umgebung beendet. Er vollzog fich schnell und reibungslos, obwohl es fich bald herausstellte, daß die Zahl der erschienenen Kameraden weitaus größer war, als für ein einfaches Spalier zwischen dem Brandenburger Tor und dem Palais des Reichspräsidenten be nötigt wurden. Es mußte daher ein doppeltes Spalier auf beiden Seiten gebildet werden, in der Nähe des Palais sogar ein brei und vierfaches. Infolge des Aufmarsches der Reichsbannerkameraden hatte sich die Zahl der Neugierigen, aus der Friedrichstadt tommend, immer mehr vergrößert, so daß gegen Mitternacht mindestens 30 000 Menschen die relativ furze Strede zwischen Tiergarten und dem Auswärtigen Amt füllten. In der Wilhelmstraße. Die gesamte Wilhelmstraße ist von Massen des Publikums be fetzt. Das Reichsbanner ist in Reihen an beiden Straßenseiten aufgestellt. Bahlreiche Fahnen, mit Flor umwunden, werden von ihnen getragen. Das Publikum harrt in erwartungsvoller Stille und tiefem Ernst auf die Ankunft des Trauerzuges. ( Schlußbericht fiehe 3 Seite.) daß in einer Schulfeier des toten Reichspräsidenten gedacht wird. Das Staatsministerium hatte sich noch mit der Frage zu befaffen, ab nicht mit Rücksicht auf die zweifellos entstehenden wirtschaftlichen Härten das allgemeine Verbot von Theateraufführungen für Sonntag, den 1. März, aufzuheben aber einzuschränken ist. Mit Rücksicht jedoch darauf, daß an sich schon der ernste Charakter des 1. März als Boltstrauertag für die Gefallenen Theateraufführungen nicht ernsten Charakters moralisch ausschließe, und mit Rücksicht weiter darauf, daß eine fünstlerische Differenzierung zwischen Theateraufführungen ernſten und nicht ernsten Charafters fehr schwierig ist, wurde beschlossen, es bei dem allgemeinen Verbot zu Eclaijen. Kundgebung der Reichsregierung. Aus Anlaß des Todes des Reichspräsidenten hat die Reichs. regierung nachstehende Kundgebung erlaffen: Der Parteivorstand der Sozialdemokratischen Arbelferpartei, in höchsten Ehren halten und uns bemühen, in feinem Geifte wetter Hollands sendet an die deutsche Partel diese Bezeugung Ihres fiefften zu wirken." Beileids mit dem großen Berlust, der die deutsche Sozialdemokratie und die deutsche Republik trifft durch Genossen Eberts Tod. Amsterdam. Bliegen, Vorsitzender. Werkhoven, Sekretär. Die dänische Sozialdemokratie spricht ihr liefstes Beileid aus jum Tode des langjährigen Führers der deutschen Bruderpartel, Frig Ebert. Wir fühlen feinen Tod als einen Berluft, nicht nur für die deutsche Sozialdemokratie, fondern auch für die deutsche Republik und vor allen Dingen für die internationale Arbeiterbewegung. Kopenhagen. Fr. Andersen, Borsigender. Jnnigfte Teilnahme und tieffies Mitleid zum Ableben des großen Arbeiterführers und ersten Arbeiterpräfidenten der deutschen Republik. Auslandsvertretung der Ruffischen Sozialdemokratie: Dan. Die finnische Arbeiterklasse fühlt fief den Berlust, den die Arbeiterschaft Deutschlands durch den Tod des Genoffen Ebert, eines feiner energischsten und geschicktesten Führer, erlitten hat, und spricht der deutschen Bruderpartei ihre fieje Teilnahme aus. Das große lle zu immer begeisterterem Lebenswerk des Genoffen Ebert wird Kampfe für die Verwirklichung der alstischen Ideale anfpornen. Helsingfors. Sozialdemokratischer Parteivorstand Finnlands: Tanner Keto. Um heutigen Tage ist der deutsche Reichspräsident Friedrich Ebert aus dem Leben abberufen worden. Tieferschüttert steht die deutsche Reichsregierung und mit ihr das deutsche Bolt an der Bahre des deutschen Staatsoberhauptes. Mit Friedrich Ebert ist der Mann dahingegangen, der unter Einfah seiner starten Persönlichkeit erreichte, daß in den Wirren der Revolution die Einberufung der Nationalversammlung aus freier Wahl des deutschen Volkes beschloffen und durchgeführt und damit dem deutschen Staatsleben wieder eine gefehliche Grundlage gegeben wurde. In schwerfier Zeit hat er das Umt des deutschen Reichspräsidenten mit vorbild licher Gewissen haftigkeit und ftaatsmännischer Klugheit verwaltet und dabei in der Heimat wie im Auslande reiche Anerkennung erworben. In den außenpolitischen Wirrungen, die nach Kriegsende dem Deutschen Reiche erwuchsen, hat er die Berantwortung der Entscheidungen auf fich geDer Borstand des Internationalen Metallarbeiternommen, die nach vielen Mißerfolgen endlich den Weg zum bundes spricht beim Hinscheiden des Reichspräsidenten feiner Fa Wiederaufstieg anbahnten. 2nparteilichtelt und Ge- milie und dem deutschen Proletariat sein aufrichtigstes Mitleid aus. jehlichkeit waren die Richtlinien feiner Amtsführung. Die Frankfurt a. M. Charaktereigenschaften des Menschen Friedrich Ebert und die hervorragende Begabung des Staatsmannes, der an der Spitze des Deutschen Reiches gestanden hat, haben ihm bei a 11 denen, die den Mann und sein wirken kannten, Wertschätzung und Verehrung erworben. Er hat dem deutschen Volte und dem deutschen Baterlande in schwerster Zeit als aufrechter Mann gedient. Dr. Cuther, Dr. Geßler, Dr. Brauns, Dr. Stresemann, Graf von kanih, Stingl, Schiele, Dr. Neuhaus, Dr. Frenten, Dr. Krohne, von Schlieben. Das Beileid der sozialistischen Welt. Die französische fozialistische Partei nimmt an dem Schmerze des deutschen Proletariats und der deutschen Sozialdemokratie teil und übermittelt der Familie Ebert ihr Beileid. Paris. Für das Sekretariat: Severac. Dem Borstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gingen folgende Beileibstelegramme zu: Ich habe der deutschen Regierung anläßlich des Ablebens des Präsidenten Ebert mein aufrichtiges Belleid ausgedrückt. Ich verstehe, daß diejer Berluft ganz befonders die Sozialdemokratische Partei trifft. 3ch verliere in ihm ebenfalls einen teuren Freund, der in schroeren Stunden zum Werte der Versöhnung und Gerechtigtelt beigetragen hat. Genf. Albert Thomas. Um den ersten Präsidenten der deutschen Republit, um den erffen Arbeiter, der an der Spike des deutschen Boltes ftand, frauert mit Euch die deutschöfferreichische Sozialdemokratie. Wien Seif. Staret. Zief erschüttert durch die Nachricht von dem Ableben des ersten Präsidenten der Republit Deutschland, Genoffen Ebert, sprechen wir Euch unfer fiefgefühltes inniges Beileid aus. Wir trauern mit Euch um einen Mann, der von der frühesten Jugend an in der Partei gewirft, feit Jahrzehnten in führender Stellung der Partei geftanden und seit dem Ableben Bebels Führer der Partei geworden ist. Ihn, als einen ihrer Besten, hat die Partei als ersten Präsidenten der Republik Deutschland gestellt. Der Arbeiter am Präsidentenstuhle hat feinen Plah voll ausgefüllt. Bei Freund und Feind hat seine Täfigfeit chiung und Bewunderung hervorgerufen. Mit Abicheu gedenten wir heute der gehäffigen niedrigen Augriffe der Gegner, denen die Entwidlung und die Tätigkeit Eberts ein Dorn im Auge waren. Sie haben die letzten schweren Lebenstage dieses nur auf das Wohl des deutschen Boltes bedachten Mannes vergällt. Uns treibt das Bedürfnis, Euch zu sagen, daß tiefer Schmerz die deutschen Arbeiter der tschechoslowakischen Republik, welche das wirken Eberts bewunderten, ergriffen hat. Prag. Für die Deutsche Sozialdemokratische Partei in der tschechoslowalischen Republik: Czech. Auf das fieffte ergriffen ob des furchtbaren Berluftes, den die deutsche Republit, die deutsche Sozialdemokratie und die ganze Juternationale des flaffenbewußten Proletariats durch das Hinfcheiden Eberts erlitten hat, drüden wir Euch als den zunächst Betroffenen unfer innigftes Beileid aus. Karlsbad. „ Bolkswille" und Sozialdemokratische Kreisvertretung Karlsbad. Die Trauerkunde vom Tode des Reichspräsidenten Ebert hat uns tief erschüttert. Der deutschen Sozialdemokratie und der Arbeiter. Klaffe Deutschlands drüden wir unsere innigfte Teilnahme an dem Schmerze aus, den beide über diesen schweren Schicksalsschlag empfinden. Reichenberg( Böhmen). Zentralgewerkschaftskommiffion des deutschen Gemertfchaftsbundes: Roscher, Maroun, Schäfer. Geehrte Genoffen! Empfangen Sie den Ausdrud meiner fiefften Teilnahme anläßlich des Ablebens des Reichspräsidenten, Genoffen Ebert, eines hochverdienten Kämpfers für die Sache der Arbeiterschaft und des Sozialismus und eines hervorragenden Staatsmannes Eures Reiches. Prag. G. Habrmann, Minifter für soziale Fürsorge. Zum großen, unerfehlichen Berluff, den durch das Ableben des Reichspräsidenten, Genossen Ebert, das deutsche Bolt und die deutsche Sozialdemokratie zu beklagen hat, fendet herzinniges Beileid die Sozialdemokratische Landesparteivertretung Steiermarks in Graz. Graz. Josef Pongratz, Borsitzender. Auguff Lindner, Sekretär. Die österreichische Delegation bei der Internationalen Metallarbeiterfonferenz versichert die Partei aufrichtiger Teilnahme am großen, schmerzlichen Berlust, den mit der Sozialdemokratie auch der Anschlußgedanke durch Eberls Tod erlift. Frankfurt a. M. Domes, Stein. Die ungarische Delegation zur Metallarbeiterkonferenz gibt das Empfinden ihrer Kameradschaft durch Beileidskundgebung zu Eberis Tod wieder. Frankfurt a. M. Peter Chapo. Wir beklagen mit Ihnen den Tod des Genoffen Ebert. Ein vor. bildlicher Führer der Arbeiterschaft und hervorragender Staatsmann ist heimgegangen. Bochum. Bergarbeiterverband: Husemann. * Tief erschüttert über das Ableben unseres hochverehrten Freundes, Frih Ebert, drücken wir dem Parteivorstand unsere herz. lchfte Teilnahme aus. München, Landtag. Landesausschuß und Landtagsfraktion der SPD. in Bayern. Tief erschüttert von dem unerjehlichen Verlust, den das deutsche Bolf und unsere Partei erlitten hat, versichern der Parteileifung und der Familie Eberts die pfälzischen Sozialdemokraten ihre herzlichste Tellnahme. Ludwigshafen a. Rh. Bezirksvorstand Pfalz. Die schwarzrofgoldenen Fahnen wehen halbmast. Den ersten Präsidenten der Republik hat der Tod abberufen. Sein Leben war Hingabe für ein freies Deutsches Reich, für dessen Aufbau und Erhaltung alle Kräfte der jungen Generation des arbellenden Bolfes wirksam werden können. Wir verehren in ihm unseren großen Führer und den Staatsmann, der der deutschen Republik elne würdige Tradition hinterläßt. An feiner Bahre geloben wir, Hüter seines Lebenswerts zu sein und gleich ihm unser Leben einzusehen für die Freiheit von Volk und Vaterland. Reichsausschuß der Jungsozialisten. Der Krankheitsverlauf. Letter Bericht der behandelnden Aerzte. Die behandelnden Aerzte geben über den Kranfheitsver lauf und die Ursache des Todes des Reichspräsidenten fol. genden Bericht: Die Bauchfellentzündung des Reichspräsidenten, die durch einen Durchbruch des brandigen Wurmfortſages des Blinddarms in die Bauchhöhle entstanden war, war an sich im Abflingen begriffen, hatte aber zu einer schweren Darmlähmung geführt, die allen dagegen angewandten Mitteln trozte. Es gelang zwar gestern und vor. gestern fünstlich Gafe zu entleeren, doch blieb alles unvollkommen. Nichtsdestoweniger blieb die hoffnung bestehen, daß die Darmtätigkeit wieder in Gang fäme und Genesung eintreten fönnte. In der letzten Nacht trat gegen 5 Uhr eine plögliche Verschlimmerung ein, die zu einem schnellen Berfall der Kräfte und um 10% Uhr vormittags zum Tode führte. Die mit Zustimmung der attoo Jon Geheimrat Dr. Lubarsch ausgeführte Bauchsektion bestätigte, daß Darmiahmung die Lodesursache war. Der organische Befund ergab ferner eine chronische Entzündung der Gallenblase und Ballensteine; Giter oder sonstige Flüssigkeit fand sich nicht mehr in der Bauchhöhle. Sowohl der Krankheitsverlauf wie die Geftion zeigen also, daß der Reichspräsident nicht der Infektion durch die Bauchfellentzündung, sondern der durch fie verursachten schweren Bauchfellentzündung, sondern der durch fle verursachten schweren Darmlähmung zum Opfer gefallen ist. Beileid des Landtags. Der Präsident des Preußischen Landtages, Bartels, fomie der Vizepräsident Dr. v. Rries begaben sich Sonnabend nach mittag zu Frau Ebert und zum Reichskanzler Dr. Luther, um das Beileid des Landtages zum Tode des Reichspräsidenten auszusprechen. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion hat an die Gattin des verstorbenen Reichspräsidenten folgendes Schrei. ben gerichtet: Hochperehrte Frau Reichspräsident! Die sozialdemokratische Fraktion des Breußischen Landtages beflagt mit Ihnen den furcht. baren Schlag, den die Republik und die sozialbemotra. tische Partei durch den jähen Tod unseres unvergleichlichen Vorfämpfers Friz Ebert erfitien haben. Wir alle fannten und chrten seine ruhige, energische Klugheit, feine Treue für Deutschland und für die Sache des arbeitenden Boltes. Ein edler Mensch, ein glänzender Parteiführer, ein vorbildlicher Reichspräfident ist in Ihrem Gatten dahingegangen. Wir werden sein Andenken stets Kundgebung im Reichsrat. Der Reichsrat trat nachmittags zu einer kurzen würdigen Trauerkundgebung für den verstorbenen Reichspräsidenten zusammen. Der Borsigende, Reichsinnenminister Schiele, eröff nete die Vollsigung, an der Vertreter aller Länder teilnahmen und erteilte fofort das Wort namens der Länder dem preußischen Ministerpräsidenten. Ministerpräsident Marg führte aus: Meine Herren! Heute morgen ist der Reichspräsident Friedrich Ebert an den Folgen seiner schweren Krantheit von uns geschieden, Mit dem Reiche stehen die Länder trauernd an seiner Bahre; denn die Länder wissen genau, daß ebenso wie das Reich seinen zielbewußten und kraftvollen Führer in schweren Zeiten verloren hat, auch die Länder mit dem Tode des ersten Präsidenten der deutschen Republik den Verlust eines Mannes zu beklagen haben, der seine Augfabe nicht nur darin gesehen hat, das Reich zufammenzuhalten, sondern der es verstanden hat, in richtiger ge schichtlicher Würdigung der politischen und tulturellen Bed urt. nisse der einzelnen Länder ihren Staatsnotwendigkeiten gerecht zu werden und ihre Interessen mit denen des Reiches zu verknüpfen. Die Bejchichte wird einst das Wirken Friedrich Eberts in den Jahren nach dem furchtbaren Kriege zu wür digen haben; der Reichsrat aber wird seiner Berdienste stets eingedent bleiben und dem ersten Präsidenten des Reiches ein dan tbares Andenten stets bewahren. Die Mitglieder des Reichsrats hörten die Borte stehend an. Und der deutschnationale Borsigende Schiele schloß die Sizung, ohne irgendeine Bemerkung hinzuzufügen. Trauer der Reichswehr. Der Reichswehrminister hat folgenden Befehl an die Reichswehr erlassen: Das Deutsche Reich hat sein Oberhaupt durch einen jähen Tod Derloren. Die deutsche Wehrmacht erweist ihrem toten Oberbefehlshaber den legten Gruß in ehrfurchts= poller Trauer. Sein Sinn und seine Tatkraft galten ihrem Wohl. Sein Name wird in ehrevollem Angebenken bleiben. Zum äußeren Zeichen unserer Trauer ordne ich an: die Reichstriegsflagge ist auf allen militärischen Gebäuden und an Bord der Schiffe bis nach der Beisehung halb ft od zu hiffen. Es ist bis nach der BeiseBung tein Spiel zu rühren. Das Spielen bei Totengedenffeiern bleibt gestattet. gez. Reichswehrminister Geßler. Weitere Beileidskundgebungen. Bon Städten, Körperschaften, Parteien und Einzelpersonen Laufen fortwährend sowohl bei der Familie des Reichspräsidenten, wie bei der Reichsregierung Beileidstelegramme ein, die von der großen Wertschäzung Zeugnis ablegen, deren sich Friedrich Ebert in weitesten Kreisen des Boltes erfreute, und die der politischen Bedeutung feines Betlustes für das deutsche Volt Aubdrud geben. Sachsen. Dresden, 28. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Witme des Reichspräsidenten ist von dem fächsischen Ministerpräfi benten folgendes Beileidstelegramm übermittelt worden; ,, Mit aufrichtiger Trauer empfing ich die Nachricht von dem plöglichen Ableben Ihres von mir hochoerehrten Gemahls, des Reichspräsidenten, und spreche ihnen namens der sächsischen Re gierung die herzlichste und innigfte Anteilnahme aus. Die sächsische Regierung betrauert mit dem gesamten deutschen Volke in dem Verftorbenen nicht nur den Staatsmann, dem die Geschicke Deutschlands in schwersten Jahren anvertraut waren, sondern auch einen deutschen Mann bewährtester Gesinnung, dessen hervorragende persönliche Eigenschaften ihn unvergessen machen." Die fächsische Regierung hat aus Anlaß des Ablebens des Reichspräsidenten Ebert folgendes Telegramm an die Reichsregierung gesandt: ,, Das Ableben des Reichspräsidenten hat die sächsische Regierung in tiefe Trauer verfeßt. Die Berdienste des Heimgegangenen, der in Deutschlands schwerster Zeit an der Spize des Reiches stand, ge hören der Geschichte an. Boller Danfbarfeit gedenkt die sächsische Regierung der unermüdlichen Arbeitskraft, mit der der heimgegangene Präsident in unerschütterlichem Glauben an den Wiederaufstieg des deutschen Volkes fich dieser Aufgabe unterzogen hat. Der Reichs regierung, die an erster Stelle durch den Verlust schwer betroffen ist, spricht die fächsische Regierung die aufrichtigste Teilnahme aus." Die städtischen Gebäude und Schulen von Dresden halbmast haben angesichts des Ablebens des Reichspräsidenten halb ma st geflaggt. Der Rat sandte an die Regierung folgendes Teles gramm: ,, Tief bewegt erfahren wir von dem Hinscheiden des Herrn Reichspräsidenten, und bringen herzlichste Anteilnahme der Landeshauptstadt zum Ausdruc." Baden. Karlsruhe, 28. Februar.( Mtb.) Das badische Staats. ministerium erließ folgende Kundgebung: „ Reichspräsident Friedrich Chert ist heute vormittag 10.15 Uhr gestorben. Er erfag schwerer Erkrankung. In schwerster Zeit an die verantwortungsvollste Steile des Deutschen Reiches berufen, hat er dem Vaterlande mit seinen starten Kräften als Polifer und Staatsmann hingebungsvoll und selblos.ge. dient. Als echter Boltsmann und wahrer Patriot wird Reichspräsident Ebert im deutschen Bolte fortlesen." An Frau Reichspräsident Ebert hat die badisme Negierung folgendes Beileidstelegramm gerichtet: Die Badische Staatsregierung betrauert aufrichtig das Hin. scheiden Ihres hochverehrten Herrn Gemahls. In den Hingeschie denen verehren wir den ersten Reichspräsidenten, der, in schwerster Seit an die verantwortungsvollste Stelle des Deutschen Reiches berufen, dem Vaterlande hingebungsvoll und felbftlos gedient hat. Sein Andenken als echter Boltsmann und wahrer Patriot wird beim badischen Volle, dem er entstammte, forfleben." Karlsruhe, 28. Februar.( Witb.) Die Nachricht von dem Tode des Reichspräsidenten Ebert hat in seiner badischen Heimat befonders tiefe Trauer hervorgerufen. Die stäblischen und Staat lichen Gebäude haben fofort nach Bekanntwerden der Todesbotschaft halbmast geflaggt Der Stadtrat der badischen Lan. beshauptstadt hält herte abend 6 Uhr aus Anlaß des Ablebens des Reichspräsidenten eine Trauerfizung ab. Heidelberg, 28. Februar.( mtb.) Der Tod des Reichspräsiden ten erwedi in seiner Baterstadt besonderes Bebauern. Ebert weilte als Reichspräsident gulegt vor ungefähr zwei Jahren in seiner Hei. matitadt, it det e nmg hat sofort nach Erhalt der Zobesnachricht folgendes Bei, lefdstelegramm an Frau Ebert gelandt: Goal „ Tieferschüttert von der Trauernachricht, versichert Ihnen und den Ihrigen die Baterstadt des hochverehrten Herrn Reichspräsiden ten den Ausdrud der innigsten Teilnahme." Die städtischen Gebäude segten im Laufe des Vormittags sämt lich die Flagge auf halbmast. Heffen. Darmstadt, 28. Februar.( Mtb.) Das Gesamtministerium rich. tet an sämtliche ihm unterstellten Behörden folgende Berfügung: Aus Anlaß des heute erfolgten Ablebens des Herrn Reichspräsidenten Ebert wird angeordnet, daß sämtliche staatliche Behörden fofort und bis zum Beisehungstag einschließlich halb ma ft 3u flaggen haben. Das Gesamtministerium hat an den Reichskanzler Dr. Luther folgendes Telegramm gerichtet: Die hessische Staatsregierung, durch die Nachricht vom Lode des Herrn Reichspräsidenten in tiefe Trauer perfeßt. übermittelt an alle Vertreter der Reichsregierung ihre Anteilnahme an dem unerjeglichen Verlust, den das deutsche Volk durch den Tod feines ersten hervorragenden Reichspräsidenten erleidet " Ein weiteres Telegramm hat das Gesamtministerium an Frau Ebert gerichtet:„ Tief erschüttert durch die Nachricht vom Tode des Reichspräsidenten spricht hessische Regierung wärmste Teilnahme aus über den unerseßlichen Berluft, den auch wir erlitten haben. Das Hessenland wird des Herrn Reichspräsidenten in Danibarkeit und Treue stets gedenfen." Darmstadt, 28. Februar.( Mtb.) Staatspräsident Ulrich hat an Frau Ebert persönlich folgendes Telegramm gerichtet: " Noch unter dem vollen Eindruck der Nachricht vom Ableben Ihres unvergeßlichen Gatten, der mir als persönlicher Freund und Kampfgenosse Jahrzehnte hindurch nahe stand, übermittele ich Ihnen den Ausdrud meiner wärmsten Teilnahme." Hamburg. Hamburg, 28. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Nachricht von dem Tode des Reichspräsidenten hat hier sehr überrascht. Der Senat der freien und Hanje- Stadt Hamburg wurde jofort zu mittags 1 Uhr zu einer Trauersigung zusammenberufen. Gleichzeitig wurde auf allen staatlichen Gebäuden und auf den Schiffen im Hafen halbm a ft geflaggt. Auch die ausländischen Schiffe im Hafen jegten ihre Nationalflaggen auf halbmast. In der Trauerfigung des Senats wurde das Leben und die Persönlichkeit des Heimgegangenen durch Bürgermeister Dr. Petersen gewürdigt. Ebert sei es danken, daß bis zu diesem Tage das Deutsche Reich zusammengehalten und die Borausfegungen für den Aufbau eines freien, deutschen Bolfsstaates geschaffen feien. Er gab zum Schluß dem Dank Ausdruck, den ganz Deutschland, auch Hamburg, Friedrich Ebert als einenm der besten Söhne des deutschen Boltes schulde. Anschließend wurde die Absendung Don Telegrammen an Frau Ebert und an den Reichstanzler be schloffen. Die Polizeibehörden und die Landherrenschaften wurden angewiesen, für Sonnabend und für den Tag der Beilegung des Entschlafenen alle Luftbarteiten zu verbieten. An einem noch feftzufezenden Tage foll eine amtliche Trauerfundgebung statt finden. Die Weberführung des Reichspräsidenten banners, der inzwischen auf etwa 7000 Mann angeschwollen ist, Gleich nach 11 Uhr setzt sich der Hauptzug des Reichs Hier wogt ein dichter Menschenhaufen auf und ab. Reichsbannervom Gendarmenmarkt in Bewegung. Nach der Wilhelmstraße gehts. züge brechen fich Bahn und nehmen links und rechts Aufstellung. Die nachrückenden Züge verteilen sich unter den Linden bis zum Brandenburger Tor. Um 12 Uhr ist die Wilhelmstraße Palais des Reichspräsidenten staut fid; die Menge, die von einer unabsehbaren Menschenmenge besetzt, besonders vor dem frumm den Leichenzug erwartet Gegen 1 Uhr ertönt das Romsumm den Leichenzug erwartet mando zum& adelanzünden. Und im Nu find die Linden lis zur Wilhelmstraße in ein mächtiges Flammenmeer verwandelt, das in der Wilhelmstraße sich fortsetzt. Vor dem Sterbehaus. Es ist 12 Uhr nachts. Die Joachimsthaler Straße, in der das Best- Sanatorium liegt, ist für den gewöhnlichen Fußgänger nicht öll erreichen. Eine starke Kette von Schutzpolizisten sperrt die Straße von der Kant- und der Liegenburger Straße her. Nur wenige dringen in den Kreis. Am West- Sanatorium haben sich einige Amis: perfonen gesammelt. Schjupo steht beritten und zu Fuß bereit und ebenso wartet die Reichswehr. Um 12 Uhr wird aus dem Gebäude des West- Sanatoriums der Sarg des Reichspräsidenten herausgetragen. Er ist überdeckt mit den Farben der Republik, schwarz über ihm breitet sich der heraldische Adler. Ein kleiner Trupp, die persönlichen Angehörigen des Reichspräsidenten, und einige, die ihm dienstlich nahe standen, folgt dem Sarge. Vorauf reitet Schupo, neben ihm geht Reichswehr und lang ist die Eskorte der blauen Schutzpolizisten, die die Straße frethalten. In wenigen Wagen folgen die nachsten Angehörigen. Conft ist die Straße ganz frei. So wird schmucklos die Leiche des ersten Bräsidenten der deutschen Republik nach der Wilhelmstraße übergeführt. Niemand war benachrichtigt. Und trotzdem zählte die Men schenmenge, die draußen, die Rankestraße entlang und an der Gedächtniskirche wartete, zu vielen vielen Tausenden. Einige begeisterte teutonische Helden finden es nicht für nötig, die immer übliche Ehrenbezeugung dem Toten zu erweisen. Ein furzes Hut ab!" in der Umgebung schlimm, daß es notwendig ist.... Immer stärker wächst der Zug, immer mehr folgen ihm. Und die mitgehen dürfen, wissen es alle, daß hier der Repräsentant des deutschen Volkes zu Grabe getragen werden soll. Es ist eine weihe volle Stille in dem sonst so bewegten und farbenfrohen Besten. Der Zug bewegt sich auf den Tiergarten zu, um am Branden burger Tor von den Tausenden von Reichsbannerkameraden er wartet zu werden, die in der Leiche des Abgeschiedenen dem Wärter der Deutschen Republif den legten Gruß erstatten. Etwas vor 1 Uhr erreicht der Zug das Brandenburger Tor. Dicht gedrängt stehen die Menschenreihen. Unter den Linden, vom Die Hamburger Sozialdemokratie hat für Sonntagabend Brandenburger Tor an, bilden die Fadeln des Reichs. im großen Saal des Gewerkschaftshauses eine Trauerfeier angefeßt, die Altonaer Sozialdemokratie für den Tag der Beiseßung. fidenten. Tausende und aber Tausende harren dort der Ankunft bannerspaliers ein Lichtermeer bis zum Palais des PräSowohl der Senat als auch die Bürgerschaft und die sozialdemokrades toten Präsidenten, dem sie in stiller Ergriffenheit ihre so ein tischen Vereine von Hamburg und Altona haben beschlossen, sich bei dringliche Ehrung erweisen. Es wird 42 Uhr nachts, als fchließ der Beifezung durch Abordnungen vertreten zu lassen. zimmer Eberts geschafft wird. lich der Zug das Palais erreicht und der Sarg in das Arbeits. Hamburg, 28. Februar.( Ill.) Der Senat hat folgendes Telegramm an ben Reichsfanzler gerichtet: Anläßlich des Todes des Reichspräsidenten spricht der in einer Trauersigung versammelte Senat der Freien Hansestadt Hamburg der Reichsregierung aufrich tiges Beileid aus. Möge der Geist, der Friedrich Ebert den Mut gab. die Führung des deutschen Boltes in den Tagen furchtbarster Ber zeiflung zu übernehmen, dieser Geist echter Baterlandsliebe und echter Treue zum deutschen Bolf, immer in den Männern lebendig sein, die Deutschland aus Not und Bedrückung zu Frieden und Freiheit zu führen berufen sind." Es wurde ferner befchloffen, an einem noch dafür festzulegenden Egge eine offizielle Trauerfeier stattfinden zu lassen. Bremen. Bremen, 28. Februar.( Tul.) Der Bremer Senat beabsichtigt, am Montag zu einer Trauertunbgebung zusammenzutreten. Die öffentlichen Gebäude segten sofort nach Bekanntwerden des Todes des Reichspräsidenten die wahnen auf halbmast. Anhalt. Deffau, 28. Februar.( TU.) Das anhaltische Staatsmini. fterium hat angeordnet, daß aus Anlaß des Todes des Herrn Reichspräsidenten halbmast geflaggt wird. Ferner wurde ein Beileidstelegramm an Frau Ebert und an die Reichsregierung ge28.1 fandt. Die Reichshauptstadt. Unmittelbar nach Empfang der Nachricht vom Tode des Herrn Reichspräsidenten berief Oberbürgermeister Böß die Mitglieder des Magistrats zu einer außerordentlichen Sizung ein. Das Kollegium nahm stehend von der Trauerfunde Kenntnis. Oberbürgermeister Böß gedachte in seiner Traueransprache der großen Berdienste, welche fich Reichspräsident Evert in schwerer Zeit um das deutsche Volf erworben hat und dankte für den großen Anteil, den er an der Entwicklung der Stadt Berlin fttes zu nehmen wußte. und vor allem für seine und der Frau Ebert tätige Mitarbeit an allen Hilfswerken auf dem Gebiet der Wohlfahrt für die Alten, Kranken und Kinder in Berlin. Der letzte Fackelgruß. Zahlreiche Zuschauer, die nicht dem Reichsbanner angehören, Bechfackeln besorgt, um auf diese Art den toten Reichspräsidenten vor allem Arbeiterfrauen, hatten sich im letzten Augenblick gleichfalls zu ehren. Uhr, anstatt, wie angenommen, um% 1 Uhr, erschien am Branden. Mit einiger Verspätung, nämlich etwa fünf Minuten vor ein burger Tor unter ungeheurer Spannung der Menge die Spitze des Buges. Als der Leichenwagen erschien, sentten sich nach einander die Fahnen und Fadeln und brachten samit eine stumme, aber um so erhebendere Ehrung dem ersten dahingeschiedenen Führer der Republik. Unmittelbar, nachdem der Leichenzug vorbei war, begann der Abmarsch des Reichsbanners unter Voraniragen der noch brennen den Fadeln. Seien Sie versichert, daß der schmere Edlag, von dem das deutsche Volt betroffen wurde, auch im stammverwandten Desterreich innig empfunden wird. Der Präsident des Nationalrats, Mitlas, bittet das Reichstagspräsidium, den Ausdruck herzlichster Ante Inahme an dem über aus schweren Berlufte entgegenzunehmen, den die deutsche Republic erlitten hat. 3 Dr. Luther: Schmerzlich bewegt vernimmt der Bundesrat die Kunde Bern. Bundespräfibent Mufŋ telegraphierte an Reichstanzler vom Tode des Herrn Reichspräsidenten Ebert und entbietet Ew. Erz. den Ausdruck seines tief empfundenen Beileids. Mit dem Bundesrat nimmt das ganze Schweizer Bolt herzlichen Anteil fährt. Der deutsche Gesandte Dr. Adolf Müller ist nach Berlin en dem schweren Verlust, der dem befreundeten Nachbarlande durch das Ableben bes hervorragenden Staatsmannes wider abgereiſt. New York. Die Todesnachricht wurde hier mit tiefster daß das jähe Ableben des Reiche präsidenten nicht nur für das deutsche Trauer aufgenommen. Hervorragende Persönlichkeiten erflärten, Bolt, sondern auch für die ganze Welt einen schweren Schlag bedeute. Der Verein der ausländischen Presse zu Berlin, erschüttert durch den Tod des von ihm hochverehrten Reichspräsi denten, spricht der Reichsregierung sein tiefgefühltes Beileid aus. Jm befehten Gebiet. Rheinproving the tiefst empfundenes Beileid ausgedrückt und ihn Die Rheinlandtommission hat dem Oberpräsidenten der gebeten, dies der Reihsregierung zu übermittein. Die Rheinlandfommission hat fich ferner der amtlichen Trauerfundgebung dadurch angeschlossen, daß sie auf ihren Dienstgebäuden und den Wohngebäuden der Oberdelegierten die Flagge auf halbmast gesetzt hat. hörden ihr Beileid mündlich oder schriftlich ausgesprochen. Die militärischen Chefs der Besatzung haben den deutschen Be gebäude Sonnabend und die öffentlichen Gebäude am Sonntag Die Besagungsbehörde genehmigte, daß die Brivat halbmast flaggen. Das sonst verbotene Flaggen ist in größtem Umfang geschehen. Reichstanzler gerichtet. Die Sozialdemokratische Partei Die Saar- Landesratsfraktionen haben Beileidstelegramme an den des Saargebiets und ihre Landesratsfraktion haben an Frau Ebert litten hat, gedrahtet. Auch die Saar- Regierungs- Kommission fon ihr tiefstes Beileid zu dem herben Verlust, den das deutsche Volk erdolierte der Reichsregierung. Londoner Totenchrung. London, 28. Februar.( WTB.) Die Abendblätter, die Bildnis und Lebensbeschreibungen Eberts veröffentlichen, zeigen in ihrer Beurteilung seines Charakters und seiner Fähigkeiten eine bemerkenswerte Uebereinstimmung. fein Amt bis zum Tode während der stürmischen Wechselfälle ber Der liberale„ Star" fagt, die Tatsache, daß Präsident Ebert ersten sechs Jahre der deutschen Republik innegehabt habe, sei ein feine Lütigkeit. Sein Taft und seine Festigkeit, zu deren Entwicklung bedeutsames Zeugnis für seinen vornehmen Charafter und Die große Verantwortung seines Amtes beigetragen habe, hätten ihn befähigt, die Republik durch die wirtschaftlichen und politischen Krisen hindurchzu euern, die das Staatsschiff auf eine schmere Probe gestellt hätten. fchaft sei sein gesunder Menschenverstand gewesen. Er ein zuverlässiger Mann und eine besondesr hervortretende Eigen" Evening Standard" schreibt, Ebert sei in erster Linie habe sich durch seinen parlamentarischen Instinkt ansgezeichnet. In einer Lebensffigge des Blattes heißt es u. a., er habe festes Vertrauen zu fich selbst und zu feiner Bolifit gehabt. Er sei die Bertörperung des Deutschen gewesen, der aus der Masse des Boltes hervorgegangen, das Leben ernst und nu iern geführt habe. Sein ganzes Leben habe er dem Dienst der nationalen Demokratie geweiht. Patriot" und fant u. a., feine Fähigkeit. Den mittleren Kurs innefeinen Nachruf für den Reichspräsidenten Ebert: Ein deutscher Lord Rothermeres Blatt Evening News" überschreibt zuhalten, empfahl ihn vielen, die feine politischen Ansichten nicht teilen. In einer Zeit, wo die ganze Zukunft der deutschen Regierung gefährdet war, frat er für die Bernunft ein. Er war zuverlässig und beharrlich, und darüber hinaus ein Politifer, der es verstand, sich mit jeder Lage abzufinden und eine Politik zu verfolgen, die ihn auf der mittleren Linie hielt. Unter feinem derbeu Aeußeren lebte eine moralische Kraft und ftaatsmännische Begabung, die felbft seine Gegner ihm zugeftehen mußten. Selbst die Mo narchien konnten nicht bestreiten, daß Ebert von Anfang bis zu Ende für Deutschland gearbeitet habe. Bestürzung und Pessimismus in Frankreich. Paris, 28. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Nachricht vom Ableben des Präsidenten der deutschen Republil hat in Paris volltommen überrascht. In der Kammer mürbe fie gegen 11 Uhr bekannt. Sie rief offensichtliche Bestürzung hervor. Die Kommentare, die die Trauerbotschaft auslöfte, geben einen starfen Beweis von der Achtung und dein Ansehen, das Friz Ebert in den politischen Kreisen Frankreichs, ohne Unterschieb der parteipolitischen Einstellung, genoß. Selbst die Politiker des Nationalen Biods der Verstorbene sich um die Wahrung und Festigung des Friedens erworben hat, rückhal.slos ihre Anerkennung. Die französische Regierung hat fofort nach Empfang der Todesnachricht dem Deutschen Botschafter ihr Beileid zum Ausdruck bringen lassen. Auch die Presse wird dem so jäh aus dem Leben gerissenen Reichspräsidenten in vollem Umfange gerecht. So schreibt die Information", daß Ebert durch seine starte Persönlichkeit eine der solidesten Stühen der Republit gewesen sei und die Berfaffung mehrmals vor einem Zusammenbruch bewahrt habe. Seine Shuld fei es nicht gewesen, daß die letzten Reichstagswahlen eine verwirrie und geradezu paradore Lage geschaffen haben. In Ebert habe man eine Garantie gehabt gegen die Gewaltstretche der Wilhelmstraße und gegen jeden Versuch der Wiedereinfegung der Hohenzollern. Paris Soir" faßt sein Urteil dahin zusammen, daß Ebert stets mit allen Kräften bestrebt gewesen sei, die Politik des Reiches nach links zu orientieren. Das sei der Grund gewesen, weshalb die Rechte ihn mit so unerhörler Schärfe befämpft habe. Bundestanzler Dr. Ra me f telegraphierte: Desterreichs Volk und scheidens des ersten deutschen Reichspräsidenten, den das Schicksal Regierung stehen unter dem erschütternden Eindruck des jähen Hinzollen der Loyalität, der Charakterstärke und den Verdiensten, die aus der Fülle seines nur dem Wohle des Baterlandes geweihten Wirtens gerissen hat. Es ist mir ein Herzens. bedürfnis, Sie, Herr Reichstanzler, und mit Ihnen das ganze deutsche Bolt und die Reichsregierung der innigften brüderlichen Volk Anteilnahme Desterreichs an dem herben Verlust zu versichern, der die deutsche Republik heute betroffen hat. Ich bitte, den Ausdruc tieffter Teilnahine auch an die trauernde Familie des bahingeschiedenen Herrn Reichspräsidenten gelangen lassen zu wollen. Aus Wien wird uns gedrahtet: Alle Wiener Abendblätter widmen dem Tode des Reichspräsidenten Ebert ausführliche Artikel. Die Neue Freie Bresse" schreibt u. a.:„ Der erste Reichspräsident hatte die jeltene Gabe, die politischen Verhältnisse mit scharfem Blick zu durchschauen, selbständig au urteilen und den eigenen Willen ohne Rechthaberei und Aufdringlichkeit mit Geschick und Ruhe zu vollbringen. Jezt, da Friedrich Ebert gestorben ist, fühlt das ganze deutsche Volf, daß es um eine starte, eigenartige Indis pidualität ärmer wurde und daß eine schwer auszu füllende Lücke entstanden ist. Mit Ergriffenheit blicken wir nach der Bahre, auf welcher ein ellzu früh Gefällter ruht." Auch das chriftlichsoziale Organ schreibt:„ Desterreich, das an der Trauer für den Bolksgenossen im Reich aufrichtigen Anteil nimmt, betrauert in dem Berstorbenen einen Mann, der Berständnis für die österreichische Art zeigte und helfende Worte für die Leidensgenossen an der Donau zu finden mußte. Das Parteihaus und alle Arbeiterheime in Wien und ganz Deutschösterreich tragen Trauerfahnen berg Danzigs Trauer. Die städtischen Gebäude haben sofort nach Eintreffen der Trauer funde die Flagge halbmast gefeßt. Oberbürgermeister Böß und Stadtverordnetenvorsteher Haß haben an die deutsche Reichsregierung folgende Beileidsfundgebungen gerichtet: che Unfer Mit der deutschen Reichsregierung trauert die Reichs hauptstadt um den so unverhofft heimgegangenen Reichspräsi denten Ebert. Unfer Schmerz gilt dem Berlust des bedeutenden und tapferen Mannes, dem das Schicksal in schwerster Zeit die höchste Würde des Reichs, aber auch die schwerste Bürde auferlegte, die wohl je ein deutscher Staatsmann trug. Schmerz gilt dem Geschid eines lauteren, ichlichten und feinfühligen Menschen, der bis zum letzten Atemzuge ein treuer Sohn des deutschen Boltes blieb. Die deutsche Reichshaupt stadt hat oft erfahren und wird es nie vergessen, welchen ernsten unb tätigen Anteil Reichspräsident Ebert an ihrer Entwicklung nach dem Kriege zu nehmen wußte, vor allem aber auch an jedem Hilfsmert, welches sich auf die Linderung der großen Not der Alten, der Kranten und der Kinder in Berlin richtete. B. Oberbürgermeister. Ha B, Stadtverordnetenvorsteher. Auch an Frau Ebert sandten Magistrat und Stadtverord. netenversammlung ein Beileidstelegramm. 03.0 Deutsch österreichs Teilnahme. Wien. Bundespräsident Dr. Hainisch telegraphierte an den Deutschen Reichstangler: mune " Intranfigeant" meint, Ebert fel einer der menigen deutschen Republikaner gewesen, die nicht nationalistisch gewesen seien. Sogar die ultrareaktionäre Liberté" erkennt an, daß Ebert ein unbedingt aufrichtiger Republikaner gewesen sei. Sie erinnert an die Anstrengungen, die Ebert noch vor wenigen Wochen gemacht habe, um die Bildung eines Rechtsfabinetts zu verhindern. Die Monarchisten in Deutschland seien sich deffen wohl bewußt gewesen, daß jeder Bersuch zur Wiederherstellung der Monarchie in dem Präsidenten der ReDer Volkstag der Freien Stadt Danzia telegraphierte an den publik auf einen unüberwindlichen Biberstand stieß. Daher ihr Deutschen Reichstag:„ Anfäßlich des jähen hinscheidens des Reichs- In der Beurteilung ber politischen Folgen bes Todes bes präsidenten Ebert brudt der Boltsstaat ber Freien Stabi Danzig Reichspräsidenten ist man in Baris ungewöhnlich peffimistisch. Man dem Deutschen Reichstag fein tief empfundenes Beileid aus." Das Danziger Regierungsgebäude und das Boltstagsgebäude haben weist darauf hin, daß der Tod Eberts in einem Augenblid erfolge, in halbmaft geflaggt. 28.0 dem die morarchistischen Parteien zum Generalfburm gegen die Republik rüsten. Man befürchtet, daß die Rechte in Deutschland sich die neuen Berwidlungen der politischen Lage zunuze machen werde, um vielleicht den Prinzen Rupprecht von Bayern oder einen der Hohenzollernprinzen als Randidaten für die Präsidentschaft vorzuschlagen. Man macht jedoch gleichzeitig teinen Hehl daraus, daß ein Versuch dieser Art zu neuen schweren Erschütterungen in der internationalen Politit führen müßte. Das Beileid des Auslandes. 1.1. Tief erschüttert von der Nachricht über bas Hinfchelden des beauftragt, der Reichsregierung das Beileib auszusprechen; die aus Alle ausländischen Regierungen haben ihre Berliner Bertreter Reichspräsidenten Ebert, der mit hoster ingabe an die erhabenen Ziele feines Amtes die Geschide der deutschen Republik inländischen Staatsoberhäupter und Regierungen haben auch den schwerster Beit geleitet hat, spreche ich Ihnen im eigenen Namen Bertretern Deutschlands in ihren Hauptstädten fondoliert. Aus der jomie im Namen ganz Defterreichs das wärmste Beileid aus. Fülle der Meldungen darüber seien folgende wiedergegeben: Gewerkschaftsbewegung Scharfmacherei in der Bolle- Meierei. Einer Bagatelle wegen hat die Leitung der Meierei Bolle den Etreif heraufbeschworen und tut nun alles, was dazu beitragen muß, die Beilegung des Streits zu verhindern. Herr Beshahn, der Leiter der Bolle- Meierei erklärte: Der Streit muß ausgetragen merden und wenn er noch so lange dauert; auf 14 Tage sind wir vorbereitet." Dem ersten Vermittlungsversuch am Sonnabend, folgte ein weiter, den Magistratsrat Wölbling unternahm. Auch dieser Versuch scheiterte, und zwar lediglich daran, daß die Firma die Streitenden als Neueingestellte behandeln, also einen Racheaft wegen des Streits ausüben will. Aber auch ein weiterer Versuch, auf dem Wege eines unverbindlichen Schiedsspruches eine vorläufige Beilegung des Konflifts herbeizuführen, scheiterte an der Hartnädigteit, mit der die Leitung des Unternehmens den Scharfmacherstand. punkt in den Bordergrund stellt, offenbar im Vertrauen auf die Technische Nothilfe, die hier nur dazu dient, diesen Scharf macherstandpunkt zu stügen. Es ist höchste Zeit, daß von Amts wegen in diesen Ronflift eingegriffen wird, da bei startem Mangel an sozia lem Berständnis bei der Leitung der Bolle- Meierei eine Beilegung des Streifs, die sonst in einer Viertelstunde möglich wäre, ganz lich aussichtslos ist. Am Montag wird beim Schlichtungsausschuß über die Ber bindlichkeitserklärung des am 18. Februar gefällten LohnschiedsIptuches, ben die Belegschaft abgelehnt hat, auf Antrag der Firma verhandelt. Schwerer Konflikt im Lebensmittelgroßhandel. Die Löhne der gewerblichen Arbeitnehmer des Rolonialwaren, Butter und Kaffeegroßhandels follten laut Schiedsspruch des Schlich tungsausschusses Groß- Berlin für die Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1925 um 1,50 M. pro Woche erhöht werden. Troß der unzureichenden Lohnfäße nahmen die Arbeitnehmer den Schieds: spruch an, die Arbeitgeber lehnten diesen jedoch ab. Die Verhandlungen vor dem Schlichter scheiterten an dem hartnäckigen Widers stand der Arbeitgeber, die im Groß- Berliner Arbeitgeber- Berband des Großhandels organisiert sind. Dem Antrage auf Verbindlich feitserklärung wurde vom Schlichter nicht stattgegeben. Das Angebot der Arbeitgeber, die gleichen Lohnzulagen für die Zeit vom 1. Februar bis 31. Juli, mindestens jedoch bis zum 30. April zu Dereinbaren, war für die Lohnfommission unannehmbar, befinders, nachdem die Arbeitgeber erflärten, es auf eine Machtprobe entommen zu lassen. Sie glauben, daß das Organisations. verhältnis in diesen Branchen burchlöchert und die Zeit gefommen fei, um Lohn- und Arbeitsbedingungen wider dittieren zu tönnen. Troß der Kampfanfage der Arbeitgeber, trok Androhung terroristi. fcher Maßnahmen, oder vielleicht gerade deshalb, lehnten die Arbeit nehmer in einer gutbesuchten Bersammlung in geheimer 2b. ftimmung das völlig unzureichende Angebot fast einmütig ab und übertrugen die weitere Erledigung der Bewegung ihrer Organisation, dem Deutschen Verkehrsbund. Mit Begeisterung wurde eine Resolution einstimmig angenommen, in der der Lohn tommiffion das Vertrauen ausgesprochen und das Gelöbnis abgelegt murde, nicht früher zu ruhen, bis der letzte Berufsangehörige organi fiert und zur Abwehr resp. zum Kampfe bereit ist. Es fann in diesen Gruppen mit einem ernsten Konftiti gerechnet werden, da auch der Manteltarif wegen des citabkommens zum 31. März gefündigt ist. c sign Gehaltsbewegung der Berliner Metallangestellten. Der 3. b. A. schreibt uns: Auf Beschluß des Berliner Afa= Retail Rartells( Bund der technischen Angestellten und Be emten, Deutscher Wertmeister- Berband und Zentralverband der Angeftellten) wurde das zwischen dem VBMJ. und den Angestellten organisationen bestehende Gehaltsablommen mit Wirkung zum 31. März gefündigt. 10 Vorträge für Lehrlinge 2 Mart, für Mitglieder unter 20 Jahren 4 Mart und für Mitglieder über 20 Jahre 5 Mart. Die Ausgabe der Karten erfolgt täglich bis 4 Uhr, Freitags bis 7 Uhr in der Jugendabteilung des Verbandes, Linienstraße 83/85. werden. Grinidfählich verlangen aber bie fa- Organisationen, daß| Teilnehmergebühr ist ganz niedrig gehalten und beträgt für affe nach Maßgabe der allmählich eintretenden normalen Zustände im Wirtschaftsleben auch die Bezüge der Angestellten normalen Anforberungen angepaßt werden. Sie fordern darum, Ungleichung der Gehälter an die gegenüber den Verhältnissen im Frieden ein getretene Berteuerung der Lebenshaltung( Friedensrealgehälter) und Gewährung eines Eristenzminimums auch an die jüngeren Angestellten und solche in den untersten Befolbungsgruppen. In der zweiten Hälfte des Monats März mill das Afa- Kartell in einer neuen Sigung die zu stellenden Forderungen endgültig formulieren. In der Zwischenzeit sollen die Angestellten in Betriebsversammlungen zu diesen Forderungen, daneben zur Frage der Durchführung des Tarifvertrages, Stellung nehmen. Die hier zu erwartenden Entscheidungen sind insofern für das gesamte Berliner Wirtschaftsleben von Bedeutung, als in den Betrieben der Großberliner Metall- Industrie etwa 75 000 2nge. stellte beschäftigt werden. Zum Wahlergebnis im Holzarbeiterverband. Das endgültige Wahlergebnis ist: 7142 Stimmen für die Lifte I ( Richtung Amsterdam) und 4804 Stimmen für Lifte II( Richtung Mosfau). Diese Zahlen bringen gegenüber dem Vorjahre eine so bedeutende Verschiebung zu ungunsten der Rommunisten, daß man in Anbetrachtt deren bisherigen Stärke im Holzarbeiterverband, der gewaltigen Agitation, die fie trieben und der Hoffnungen, die sie an den Ausgang der Wahl knüpften, geradezu von einem Nieder bruch sprechen fann. Kaum eine der großen Berliner Gemertschaften schien durch den kommunistischen Ansturm so gefährdet, als der Solzarbeiterverband. Noch im vorigen Jahre erreichten die Kommunisten bei der Urmahl zur Generalversammlung eine fleine Mehrheit, die ihnen die Hoffnung gab, in diesem Jahre die Bügel endgültig in die Hand zu nehmen. Aber auch bei unseren während fie bis dahin in den Versammlungen fich ziemlich widerGenoffen hatte das vorjährige Wahlresultat aufrüttelnd gewirkt. fpruchslos dem Terror der Kommunisten beugten, drängte nunmehr alles zum Zusammenschluß und unsere Abneigung gegen Frattions bildung mußte der No gehorchend einer intensiven Fraftionstätigkeit weichen. Einmal die Notwendigkeit der Fraktionsbildung zur Ab. mehr der organisationszerstörenden Tätigkeit erkannt, fegten unsere Genossen bald eine Ehre darein, das Aeußerste zu leisten, um die Dr. ganisation zu retten. Bezeichnend für den Wahlausfall ist die Tatsache, daß bei diesen geheimen Wahlen selbst in den Bezirken starke Mehrheiten der Amsterdamer Richtung zu verzeichnen waren, in denen die Komminifien fen Jahren anscheinend unumschränkt herrschen konnten. Der Erfolg felbft in diefen Bezirken zeigt unseren Genossen, was erreicht werden kann, wenn so weiter gearbeitet wird. In der Klavierbranche brachten es die Kommunisten, nach dem sie die Branchenleitung 1 Jahr in der Hand hatetn, auf 911 Stimmen, gegen 1866 unserer Genoffen. Selbst in den Ost- Bezirken, die die Bessimisten schon endgültig verloren glaubten, zeigten fich starfe Amfterdamer Mehrheiten. Diese Erfolge dürfen uns jedoch nicht in Sicherheit wiegen. Es bedarf der lebhaftesten Weiterarbeit, Sicherheit wiegen. Es bedarf der lebhaftesten Weiterarbeit, wollen wir auch die noch bevorstehenden Wahlen zu einem Erfolg für uns gestalten. Anfang April find die Verbandstags wahlen Bor zwei Jahren belegierte die Zahlftelle Berlin zu dem Verbandstag 14 Rommunisten und einen Genossen von uns. Das wird sich natürlich nicht wiederholen. Doch ohne Arbeit fein Erfolg! Scheut Euch nicht, in den Werkstatt, Bezirks- und sonstigen Bersammlungen Eure Meinung auch dann deutlich zu sagen, wenn zweifelhafte Agitatoren die Gewerkschaften in der üblichen Weise herunterreißen wollen. Bringt die Schwankenden zu unseren Zusammenfünften mit. Bird in den Bersammlungen wieder wirklich gewertschaftliche Arbeit geleistet, dann wird auch der Besuch der Versammlungen fich wieder heben, da alle diejenigen zurückkehren, die sich bisher, angewidert von den öden Arbeits- Thraben der Kommunisten, zurüdgezogen hatten. Das Metall- Kartell nahm vorläufig Abstand, bestimmte Forderungen aufzustellen. In Rücksicht auf die Unübersichtlichkeit der Wirt schaft sollen dem VBMI. Borschläge vorläufig nicht eingereicht An die Arbeif, dann wird dieser Wahlerfolg der Auftakt zu einer Gefündung unseres inneren Gewertschaftslebens fein! 21 Bildungsarbeit der Metallarbeiter. Die Ortsverwaltung Berlin hat einen neuen Vortrags: 3yklus unternommen. An den Sonntagen vom 8. März bis zum 9. Mai, und zwar an den ersten fünf vormittags 11 Uhr, den letzten fünf abends 7 Uhr beginnend, wird Herr Oberingenieur Dr. W. Pschyrembel in 10 Vorträgen, verbunden mit Versuchen und durch Lichtbilder und Filme erläutert, die Grundlagen der Starfstromtechnit darlegen. Die Vorträge finden lagen der Starfstromtechnit darlegen. Die Vorträge finden im Hörsaal der Urania", Taubenstraße 48/49, statt. Die Der erste Bortrag: Die physikalischen Grundlagen der Elektrotechnit wird nach sten Sonntag, den 8. März, vormittags 11 Uhr, gehalten. Herrenmaßzbranche! Die zentralen Lohnverhandlungen am 23. und 24. Februar in Nürnberg sind resultat los verlaufen. Am 6. März follen unter Hinzuziehung von Unparteiischen die Berhandlungen in Erfurt meitergeführt werden. Zu dem Ergebnis dieser Verhandlungen wird in einer Branchenversammlung am 16. März Stellung genommen. Die in dem Versammlungsbericht( Abendausgabe vom 25. Fe bruar) angegebene Zahl von 2000 Organisierten bezieht sich nur auf die durch die Fragebogen statistisch erfaßten Mitglieder. Deutscher Bekleidungsarbeiterverband, Filiale Groß- Berlin. Lohnverhandlungen im Steinfeggewerbe. Die erneuten Berhandlungen über die Regelung der Stumdenlöhne im Steinfeggewerbe am 27. Februar in der paritätischen Schlichtungsfommission hatten folgendes Ergebnis: Die Stunden. löhne betragen mit Wirkung ab 5. März für Steinfeger und Steinhauer 1,20 M., Rammer 1,10 m. und Hilfsarbeiter 0,72 M. Afford- und Prämienarbeit sind verboten. Dieses Abkommen gilt bis 3.um 1. Juli 1925, fofern nicht außergewöhnliche Verhältnisse eine Neuregelung erfordern. Für den Fall, daß eine der Vertragsparteien das Verhandlungsergebnis ablehnt, foll am 10. März vor dem paritätischen Schlichtungsamt erneut verhandelt werden Die Arbeitszeit in der Konsumgenossenschaft. Der Arbeiter und Betriebsrat der Konsumgenossenschaft Berlin schreibt uns: Die„ Rote Fahne" brachte in ihrer Nr. 47 vom 25. Februar unter der Rubrit: eraus aus der Hölle des Dawes. Gutachtens", und mit der Aufschrift:„ Auchinder Konfum. Genossenschaft" Behauptungen über die Arbeitszeit des Perso nals, die in feiner Hinsicht den Tatsachen entsprechen. In allen Abteilungen besteht der Achtstundentag, beim Fahrpersonaldie 47- Stunden- Woche, da es nicht mög lich ist, das Befahren der Abgabestellen so einzurichien, daß unter Ausnutzung der Wagen ein starrer Achtstundentag sich ergibt. Nach 47stlindiger Arbeitszeit wird der Rest abgebummelt, so daß es irrig ist, menn behauptet wird, daß zum Nachteil der Arbeitslosen in der Sonfumgenossenschaft Ueberstunden gemacht werden. Es ist im Laufe der letzten Jahre noch nicht eine einzige Ueber stunde bezahlt worden und demzufolge auch nicht ein einziger Arbeitsloser zu Schaden gekommen. Muß an einem Tage länger als 8 Stunden gearbeitet werden, so werden für jede Stunde 30 Pf. Tischgeld gezahlt; die Stunden werden entweder in derselben oder in der darauffolgenden Woche abgebummelt. Der unmotivierte Angriff gegen die Konsumgenossenschaft ist für das Blatt und seine Berichterstattung bezeichnend. Der 1. Mai 1925 als Anti- Kriegstag. ( IGB.) Der Ausschuß des JGB. hat beschlossen, im Jahre 1925 von einem besonderen Anti- Kriegstag abzusehen und dafür bei der Maifeier den Friedens millen der Arbeiterschaft ganz besonders in den Bordergrund zu stellen. Der 1. Mai war immer der Betonung internationaler Zufammengehörigkeit geweiht; im vergangenen Jahre, zehn Jahre nach Ausbruch des Welt. frieges, war es nötig, einen schärferen Ausdruck des Haffes gegen den Krieg und des Willens zu einem friedlichen Zusammens arbeiten zu finden, und deshalb wurde der besondere Anti- Krienstag am 21. September beschloffen und in der ganzen Welt durchgeführt. Ob späterhin wieder ein besonderer Anti- Kriegstag veranstaltet wer den soll, fann weiteren Entscheidungen vorbehalten werden, in diesem Jahre soll der 1. Mai unser Anti- Kriegstag sein. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Beilage.) Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Arthur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Ektorn: Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Fris Rarstädt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berian, G. m. b. S., Berlin. Drad: Borwärts- Buchbruckerel Lindenstraße 3. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SB. 68. Sierzu 7 Beilagen und Unterhaltung und Wissen". Seidenstoffe Crêpe de Chine schwarz weiß, farbig ca. 100 cm, Mtr. 5.90 Marocain Halbeeide, bunt 6.50 bedruckt, ca. 100 cm... Mtr. Satin Riche Kunstseide mit Baumwolle in aparten 5.90 Farben, 92 cm....... Mtr. Bastseide in neuesten Farben, ca. 80 cm.... Mtr. 5.60 Ottomane schwarz, moderner Mantelstoff, ca. 100 cm breit..Mur. NIsrael GEGR. 1815 BERLIN C SPANDAUERSTRASSE KÖNIGSTRASSE Großer 9.80Kleiderstoff- Verkauf Damenkleidung Kasak aus bedrucktem 8.75 Crêpe- marocain.... Kleidaus reinwoll. Ripe mit weißer Garnitur u. Ledergürt. 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Beilage des Vorwärts Arbeiter and Werkind's fler. # 00,00 Der Fall des Schloffers, der in der vergangenen Woche im Bernerwerf, Siemensstadt, feinen Abteilungsmeister nach einem Bortmechsel niederschlug, rollt das alte Problem des Verhältnisses wischen Bertmeister und Arbeiter erneut auf. In der gegenwärtigen Beit hochindustrieller Entwicklung wächst die Bedeutung dieses Bro. blems von einem solchen fann bei der riesigen Anzahl von Arbeitern auf der einen und Werkmeistern auf der anderen Seite sehr wohl gesprochen werde weit über den engen Rahmen einer Wertstatt oder Betriebsangelegenheit hinaus. Jm Handwerk. Der frühere handwerksmäßige Betrieb, die Werkstatt, hatte audere Vorauslegungen für das Zusammenarbeiten zwischen Meister und Gesell", als es in der Fabrik der Fall ist. Damals war der Meifer zumeist auch der Inhaber der Werkstatt, des Geschäfts. Er hatte nicht nur dafür zu sorgen, daß Arbeit und Beschäftigung für jeine Gefellen hermtam, sondern er war gleichzeitig der Berantwort liche, wenn auch nur vor sich selbst, für die Art der Herstellung, für bie Güte des Hergestellten und damit auch für den guten Ruf der Werkstatt, der sein eigener war, und für die Prosperität des Geschäfts. Wo ein sogenannter Werfführer" vorhanden war, hatte diefer die technische Leitung der Wertstatt, während dem Meister die Herbei schaffung des Materiais, vor allem aber die faufmännische Führung des immerhin schon umfangreicheren Geschäfts überlassen blieb. Dem zufolge mar auch das Berhältnis zwischen Meister und Werfführer ein piel intimeres, ja oft ein start familiäres. War der Werfführer Junggeselle( d. h. mar er ohne weiblichen Anhang), so war er meist in Koft und Logis; er hatte Familienanschluß", aß am Tische des Meisters und mar dessen rechte Hand oft auch über die internen Fragen des Geschäftsbetriebes hinaus. Nicht felten wurde er der Schwiegerfohn feines Brotherrn". Er übernahm dann auch mohl bas Geschäft, wenn der Alte fich zur Ruhe gefeht hatte, um es ent meber ganz im Sinne und mit den Praktiken des Alien weiterzu führen oder, wenn er ein Reuerer" mar, mit der Zeit fortschreitenb, Befchäft und Werkstatt, faufmännische und technische Leitung auf neue Grundlagen zu stellen. Aehnlich war es mit dem Wertführer und den Gefellen. Der Wertführer entstammte dem engsten Kreise der Gefellen. Sie ftanden mit ihm auf du und du, schliefen zufammen unter einem Dach und teilten alle Freuden und Leiden, in der Arbeit sowohl wie im Privatleben. Sie wußten, daß der Bertführer nicht nur ausführendes Organ des Meisters war, sondern baß er im engsten Zusammenarbeiten mit ihnen das Wert entstehen ließ. Die Gefellen ftellten in Gemeinschaft mit dem Werfführer die Raffulation einer bestellten Arbeit auf, fie arbeiteten Hand in hand mit ihm bei der Herstellung, wobei gute Ratschläge von beiden Seiten willkommen aufgenommen wurden. Und wenn schließlich die Arbeit fertig dastand, war es das gemeinsame Wert beider Faktoren, des Gesellen sowohl als auch des Werfführers. In der Industrie. Bon allebem ist bei der heutigen Brobuftionsweise nur noch fehr menig übrig geblieben. Die Wertführer find zu einem felbftändigen Beruf geworden; es hat fich der Stand der Wertmeister" gebildet. Der Apfel der Elisabeth Hoff. 34] Von Wilhelm Hegeler. Margret schrieb, die Einladung hätte sie leider zu spät erreicht, gerade während sie mit einigen Bekannten auf einer Fleinen Erholungsreise unterwegs wäre. Wenn es fich machen ließe, würde sie noch tommen, sonst möchte Elisabeth sie doch mit Ryfed zusammen befuchen. Die turzen Zeilen waren in Eile geschrieben, darunter standen die Grüße einiger unbefannter Herren und Damen getrigelt. Elibabeths Mund öffnete sich in befreitem Lachen, während ihr zugleich die Tränen in die Augen schossen. Also Darum diese ganze entsegliche Angst! Wie würde Ryjed triumphieren! Erst einige Augenblide später tam ihr zum Bemußtsein, daß durch Margrets Ausbleiben ihr ganzer Blan zufammengefallen, jedenfalls ins Unbestimmte verschoben war. Doch statt enttäuscht darüber zu sein, empfand sie mur Glüd... als wenn ihr das Schidjal noch eine Gnadenfrist gegönnt hätte. Aber im nächsten Augenblic schon stieg hinter diefer Freude neue Angst, neues Erschrecken hervor, und sie fühlte fich in ihrem Innern wie in einem Labyrinth verloren Doch blieb ihr zur Besinnung feine Beit, denn gerade fehrte Ryfed zurüd. Er zeigte sich über die Karte nicht weiter erftaunt, äußerte nur, dergleichen hätte er fich schon gedacht Ganz erfüllt von seinem Erlebnis in dem Forsthause, begann er sogleich danon zu erzählen. Jegt, wo alles gut abgelaufen war, machte es ihm Freude, das unheimliche Haus. ben unheimlichen Bewohner darin möglichst eindrudsvoll zu fchildern. Die Kinder, auf der Erde an einem Baum fauernd, hörten aus einiger Entfernung zu. Natürlich muß der Werkmeter von heute aus dem Beruf hervorgegangen fein, soll er Wertsabseilungen leiten, in benen Handwerker modern ausgebrüdt Facharbeiter" qualifizierte Arbeiten herqualifizierte Arbeiten her Wertmeister geworden, tritt als folaje neue Stellungen in fremden fbellen. Er hat aber seinen ursprünglichen Beruf aufgegeben, ist Betrieben an und wird nur in den allerfelsensten Fällen sein ehedem betriebenes Handwerk wieder praktisch auschen In den Großbe11 In der Werkmeisterstube. MK IRK haben lediglich deren Anordnungen auszuführen. Der Rodfahrer" herrscht, der, nach einem bekannten Wort, nach oben einen Budel macht und nach unten tritt. Hier stehen mir aber Arbeitnehmer feinen Plaß im Prozeß an: bem Konftrutturer. auch mitten im Problem. Die moderne Produktion weist jedem Kalkulator, dem Berkmeister und Arbeiter. Nichts wäre natürlicher, als wenn ein gutes, verständnisvolles Hand- in- hand- Arbeiten aller dieser Einzelkräfte ba wäre und gefördert würde. Bei der gegen wärtigen Einstellung der maßgebenden Kreise unserer Industrie ist beider davon nicht viel zu spüren. Es herrscht ein System, das ein gegenseitiges Ausspielen im Gefolge hat. Das ist im Konstruktionsbureau so, wie in der Fabrikationsabteilung. Man züchtet sich millfährige Elemente heran, die die Bligableiter für den berechtigten Unwillen der Arbeiterschaft dem Unternehmer gegenüber darstellen müffen. Daß das unbewußt geschieht, ist keine Entschuldigung für diese Sorte Borgesetzte. Aber auch der Werkmeister, der auf sich und fein gelerntes Handwerk noch etwas hält, der es in der Erfenntnis feiner Klaffenlage ablehnt, ausgebeuteter Ausbeuter zu sein, wird unter dem Zwang der Verhältnisse dahin getrieben, wohin er nicht will. Selbst in den Abteilungen eines Großbetriebes, in denen noch felbständiges Arbeiten und selbständiges Denten unabweisbar für as Gelingen eines Werfftüdes ist solche wird es wohl immer, ah bei Ford", geben geht die Tendenz der Unternehmer dahin, den Werfmeister als Kopf auszuschalten. Bon den technischen Bureaus wird genau Form und Inhalt" des Arbeitsstückes vorge schrieben, der grüne Tisch" arbeitet an Stelle des Mannes aus der Werkstatt. Das Preisberechnungsbureau hat ganz genau an Hand Don Tabellen, die für den Kalkulator natürlich Zwangslinie und Gefeß find, Arbeitsbauer und Stüdlohn festgelegt. So steht der Wertmeister mit gebundenen Händen vor seiner Aufgabe. Der Fachdarbeiter, der fein Fah versteht, merkt nicht selten, daß der grüne Tisch irrie; er spru mit seinem Meister, der aber gegen den Willen feiner vorgefegten Instanzen nichts unternehmen kann. Wenn mun Don beiden Seiten eme Bortion Eigenfinn, Nervosität und leber heblichkeit mitgebracht wird, entstehen dann solche Konflithe, wie wir fie bedauerlicherweise im Wernerwerf bei Siemens erlebten. Das entschuldigt natürlich das Borgehen des Schloffers feineswegs. Die Tat stellt sich als ein Rohheitsatt heraus, der zu verurteilen ist. Bon einem erwachsenen Arbeiter mig man verlangen können, daß er sich so in der Gewalt hat, bcbusschreitungen vermieden werden. Sie dienen niemanden und förderie natürlich auch die Sache nicht. frieben, ganz besonders in der Metallindustrie, wird der Wertmeister immer mehr zum Aufsichtsbeamten. Es soll hier nicht verschwiegen werden, daß Teile der Wertmeisterschaft ihre Stellung so auffaffen, wie die Großindustrie es will, nämlich, daß sie zum Antreiber herabfinten, der feinen Stolz darin fieht, das Menschenmögliche an Arbeitsleistung ohne Berbefferung der Fabrikationsmethoden aus den Arbeitern herauszuholen. Oft findet man, daß die Wertmeister nicht einmal gelernte Handwerker find. Besonders in reinen Arbeiterinnenabteilungen fihen solche Aufpaffer, die sich in die technischen Vorgänge der Fabritation nicht hineinzuverfehen vermögen. Sie sind die willen lofen Organe der Konstrukteure, Ralfulatoren und Obermeister und tuungen, die er erlebt, hatten darin bestanden, durch irgendeine Grausamkeit an einem ertappten Wild- oder Holzdieb sich für seine Qual zu rächen. Während er noch erzählte, mit feiner gedämpften, aber jedes Wort so bestimmt formenden Stimme, tam aus dem Dunkel, wo die Kinder fauerten, ein gepreßtes Stöhnen, ein unterdrücktes Binseln der Angst, halblaute zerrissene Schreie, die gleich darauf in herzbrechen des Schluchzen übergingen. Elisabeth stürzte hinzu, umschlang ihr Töchterchen und fragte, was geschehen sei. Der fleine Körper bebte an allen Gliedern, immer wieder versuchte das Kind unter fströmenden Tränen einige Worte hervorzustoßen, und schrie schließlich: ,, Er soll nicht tommen, er soll nicht tommen, der böse Mann!" Um Gottes willen, Liebling, es tut dir ja niemand was zuleide. Er ist ja längst wieder gut geworden. Und er wird auch nicht fommen. Seien Sie bloß still!" wandte sie sich an Rysed. Beide versuchten das kleine Wesen nach Möglichkeit zu beruhigen, das sich erft, als man in dem hell erleuchteten 3immer am Eßtisch faß, einigermaßen beschwichtigte Elifabeth hatte Rysed noch einmal beschworen, nichts mehr von dem Forsthaus zu erzählen. Er folgte ihrer Bitte nur halb, fonnte sich nicht enthalten, in Andeutungen, die er nur von ihr verstanden glaubte, noch diese und jene Einzelheit feines Gesprächs au miederholen. Besorgt blidte Elisabeth auf die Kleine und beobachtete, wie deren Gesicht jedesmal einen aufhorchenden und alles verstehenden Ausdrud annahm. Nach dem Effen sprangen die Kinder noch einen Augenblick im Freien umber. Elisabeth hatte dem Freund versprochen, als Entschädi gung für den getrennt verbrachten Tag mit ihm einen Abend Er beschrieb das Geficht des Einäugigen, die unwahr- paziergang zu machen. Sie wollte nur die Kinder vorher fcheinlich ausgehöhlten, zugespitzten Züge, denen Menschen zu Bett bringen. Aber sobald Sufi hörte, daß die Mutter haß und jahrelanges Einfpinnen in ein- und denselben Ge- nicht, wie am Abend vorher, sich gleichzeitig mit ihnen niederdanken etwas fo Heimtüdisches und Boshaftes und zugleich legen wollte, begann fie in frampfhaftèr Erregung fie anfo ergreifend Leidendes gegeben hatten. Dieser Mensch hatte zuflehen, fie möchte sie nicht allein laffen. Sie hätte vorhin offenbar all die Jahre hindurch nicht einen wirklich frohen, den bösen Mann gefehen. Sobald die Mutter fort wäre, zufriedenen Augenblick gehabt, und die einzigen Genug würde er fommen. Elisabeth befand sich in peinlicher Ver| Es ist schließlich nur ein Zeichen gefunden Geistes, wenn sich der Arbeiter dagegen sträubt, willenlos zu machen, was befohlen wird, wenn sich die Unzweckmäßigkeit und Unarisführbarkeit herausgestellt hat. Dieser Selbständigkeit darf sich der Wertmeister aber auch nicht aus bloßem Autoritätsdüntel heraus entgegenstellen. Der Arbeiter fann es nicht vertragen, wenn ihm Leute vorgesetzt sind, die, an die Stelle des Arbeiters gesetzt, versagen wirden. Hier muß das obensfizzierte Hand- in- hand- Arbeiten einsetzen. Weertmeister und Arbeiter müssen verständnisvoll, ohne gegenseitige Anmolität und Eifersucht zusammenarbeiten. Es liegt doch schließlich im der Dinge, wenn der tüchtige Arbeiter, der wirkliche Werkmeister und der denkende Konstrufteur nicht nur willenloses Instrument der Produktion, sondern attiv tätiger Mitarbeiter sein will. fen legenheit. Sie wollte Rysed nicht enttäuschen, wollte das zarte Geschöpf auch nicht seiner Angst überlassen. Sie schellte nach dem Stubenmädchen. Dieses versprach, bei den Kindern bis zu deren Einschlafen zu bleiben. Aber auch jetzt wurde es ihr schwer, sich loszureißen, als wenn des Kindes Erregung ihre eigene, taum beschwichtigte, von neuem aufgewühlt hätte. Aber während in der Tiefe dunkel brauende Gedanken miteinander rangen, zitterte in der Höhe ihrer Seele eine leuchtende, überflare Freudigteit, etwas wie ein 3wang zur Güte und Fröhlichkeit und Leichtsinn beinahe... jetzt, nachdem ihre Angst um die Schwester und um den Freund als nichtiges Hirngespinst sich erwiesen hatte. Während sie den dunklen Flur zur ebenen Erde durchschritt, beobachtete fie Rysed einige Sefunden, der im Garten auf und abging. Sein Gesicht, menn er allein war, gewöhnlich unruhig und düster, strahlte in diesem Augenblick von unver hohlenem Glüd, und feine Haltung war so straff, sein Gang so schnellend, wie der eines Zwanzigjährigen. Eine heiße Welle unentwirrbarer Gefühle durchrieselte sie bei dieser Festftellung. Ich bin so froh, daß Sie froh sind," sagte sie.„ Aber Sie haben auch allen Grund. Sie haben heute wirklich eine gute Tat getan. 4 ,, Ach, papperlapapp! Das, was man fo gute Taten nennt, find gerade die echtesten Aeußerungen unseres Egois mus. Mich bedrückte das Schidfal des alten Freundes Diefen Drud habe ich mir vom Halfe geschafft. Egoismus, Frau Elisabeth!" ,, Nein! Nein! Reine Sophistereien! Wir wollen hübsch beim einfachen Sinn der Worte bleiben! Egoist nennt man ben, ber nur an fein liebes Ich denkt. Und wen das Wohl und Wehe des anderen befümmert, ist ein Altruist. Ihre guten Taten sind doch wohl nicht so zahlreich, daß sie diese nicht rot anftreichen sollten?" ,, Sie meinen, auf diese gute Tat dürfte ich mir schon eine tleine Schlechtigkeit leiften?" ,, Sophist! Wann hätte ich das gesagt! Im Gegenteil: ihre Freude sollte Sie anspornen, mehr gute Eaten zu tun. ( Fortfehung folgt.) Flaggen halbmast! Die Teilnahme der Bevölkerung. Am offiziell festgesetzten Boltstrauertag, am selben Tage fast, an dem der Toten des grausen Völkermordens 1914 bis 1918 gedacht werden soll, nimmt ein unerbittliches Geschick den Führer des Reiches von uns. Wir wissen, daß der Reichspräsident mittelbar als ein Opfer seiner aufreibenden Tätigkeit gefallen ist. Für das Volk hat er gewirkt, groß ist unser Dant. Auf seine Arbeit ist es mit zurückzuführen, daß die republikanische Idee, die eine Idee des Friedens ist, allen Widersachern zum Trotz sich durchsetzt. Ein " Friedensfürst" ist er im reinsten Sinne des Wortes uns gewesen, und deshalb ist sein Opfer, so schmerzlich es ist, fein vergebliches. Dieser Gedanke drängt sich ja um so mehr auf, als sich gerade heute die große bange Frage, warum, warum sind unsere Brüder fünf Jahre lang auf dem Feld der Ehre" hingeschlachtet worden? besonders eindringlich erhebt. Ueber zwei Millionen Tote allein auf deutscher Seite, das ist eines der vielen grauenvollen Ergebnisse des Weltkrieges. Unzählige find damals ausgezogen im ehrlichen Glauben an den heiligen Krieg", unzählige litten Hunger und Not fürs Vaterland", Unzählige wurden im steten Angesicht des Todes vom Grauen gepackt und immer wieder riffen sie sich hoch und zwei Millionen kamen nicht zurück. Für ein Nichts, für einen hohlen Gözen faulen jetzt die Körper unserer Soldaten auf europäischen und außereuropäischen Schlachtfeldern, und Reue und Tränen fönnen sie nicht weden. Kein Wort vom schönen Heldentod" wird bei den Betroffenen, die zu spät erst sehend wurden, auch nur eine einzige Träne trocknen denn dieses Wort ist eine Lüge! Daß auch viele von uns dieser Lüge zum Opfer gefallen find, entbindet sie nicht von der Pflicht, diese Lüge heute mit ihrem ganzen Giftgehalt zu brandmarken. Dann, aber auch nur dann, wenn ein solch grauenvolles Morden sich niemals wiederholt, sind unsere Brüder nicht umsonst gefallen. Sie reden nichts, aber deswegen sind sie nicht ſtumm: ihr Opfer ist Mahnung, und das Kreuz auf ihren Gräbern werde Symbol einer endgültigen Grablegung des Hasses zwischen den Völkern. " Heute trauern wir um die Toten des Krieges und um Friz Ebert, den großen Toten der Republik, sollten wir aber nicht auch flagen darüber, daß jener Geist der Niedrigkeit und der Unkultur, der sie alle fallen ließ, noch immer nicht ausgestorben ift? Sollten wir nicht klagen darüber, daß Dummheit, des Fortschritts größter Feind, auch heute noch so vieler Menschen Hirn verwirrt? Klagen? Nein, hiergegen hilft nur eines, und dieses eine heißt Arbeit, heißt Kampf. Bertlos, unfittlich und verächtlich find Bertlos, unfittlich und verächtlich sind Religionsformen, Erziehungsmethoden und Gesetzesfammlungen fowie deren entsprechende Auslegungen" durch ihre Vertreter", wenn fie es unter irgendwelchen Vorwänden zulassen, daß das Schweit und nicht das Recht, daß die brutale Gewalt und nicht der Geist zu wirken, wenn alle Trauer nicht eine hohle Phrase bleiben soll. Einen lebendigen und geisterfüllten Sozialismus nicht zu predigen, sondern in jeder Minute wahrhaft zu leben, das ist die Aufgabe unferer Generation. Es sind ja nicht nur die Toten, e mahnen die Verwundeten und Verstümmelten, die, welche in der Heimat Hunger litten und jetzt noch darunter leiden, die, welche frank und elend wurden vor Kummer und Sorge, die, hnen die ewige Wirt schaftsschmach die letzten ihrer materiellen süter raubte fie alle find Opfer und ihnen allen entringt ich erschütternd der Schrei: Frieden! Frieden! Doch Friede durch Recht! Friede durch Recht, innen und raußen das ist auch Friz Eberts Bermächtnis. Das trauerende Berlin. Vielleicht... vielleicht geht jett Tausenden, Hunderttausenden, mohl gar Millionen Deutigen eine Ahnung dessen auf, was für einen schweren Schlag das Schicksal dem deutschen Volf mit dem Tode seines Präsidenten zugefügt hat. Und wer in den letzten 12 Stunden, Don Mittag bis Mitternacht voller Unraft und schwingender Erregung Straßauf, straßab durch diese mächtige Stadt gegangen ist, der kann nichts anderes als feststellen, daß die große, die übergroße Mehrzahl aller. dieser Menschen, die unbekannt an einem vorübergehen, os gweifellos weit stärker gepackt ist, als es manchmal den Ansch ein ermedt. Ein zweifelhafter Freispruch. Unterschlagung oder falsche Anschuldigung. " Angeklagter, wenn Sie mangels Beweises freigesprochen sind, so haben Sie keinen Anlaß, erhobenen Hauptes den Gerichtssaal zu verlassen, denn die Freisprechung steht auf sehr schwachen Füßen." Mit diesen Worten schloß der Amtsrichter die Begründung eins Urteils des erweiterten Schöffengerichts Mitte, durch das der Polizeiwachtmeister Bernhard Müller von der Anklage der Unterschlagung in Ausübung seiner Amtstätigkeit freigesprochen wurde. Abgesagte Feste. Nur, wer Tag um Tag und Jahr um Jahr das Leben Berlins auf sich wirken läßt, nur wer mit aufmerksamer Ginfühlung den Rhythmus, in dem sich dieses Leben ausgibt, erspürt hat, nur der vermag die Stimmung festzustellen, von der die Gesamtheit jeweils beseelt ist. Gestern aber war ein Tag, wie man ihn bisher taum erlebt hat. Flirrendes Gold om Himmel, zartes Grün, das sich aus allen Sträuchern hervordrängt und doch über allem ein grauer Schleier. Ueberall, in den Läden, in den Straßenbahnen, Untergrund- und Vorortbahnen, in den Restaurants und Cafés ernste und bedrückte Gesichter. Man sah Frauen, denen die Träne an der Wimper hing. Man sah nicht wenig Männer mit merkwürdig geröteten Augenlidern. Ueberall, wo die Menschen zusammenströmten, gab es nur eine gedämpfte leise Unterhaltung. Dazwischen sah man hier und da Gestalten, meistens Frauen oder Mädchen, die einem noch vor 24 Stunden ein frohes Lächeln abgenötigt hätten: unter dem schützenden Mantel lugte ein bunter Kleiderrand hervor. Sie hatten die Ballkarte in den Täschchen und mochten es erst nicht glauben, daß der Tod so brutal in ihre wochenlang genährte Festfreude hineinfahren tonnte. Sie fuhren durch den ernsten däm mernden Abend, um am Eingang des Ballsaales zu hören, das alle Feste und Feierlichkeiten abgesagt sind. Berlin, diese arveitsfrohe und wiederum auch festesfrohe Stadt, die sich gerade gr Sonnabend nachmittag so gern mit allen Sinnen der Freund hingibt, versant an diesem Sonnabend nach und nach in eine trauervolle Stimmung. Rein Geigentlang, fein Trompetenschall an den Konzertcafés, die Kinos mit ihren erhellten, lockenden Eingangen, sonst das Ziel freudig erregter Menschen, lagen still und tot als ob sie gar nicht vorhanden waren. Kein Auto mit festlich gefieideten Frauen fuhr zu irgend einem Theater, schwergeballte Menschenscharen schoben und drängten sich langsam bis in den späten Abend hinein durch die Straßen, lenkten in die Wilhelmstraße ein zu dem Haus, das für einige Jahre dem Präsidenten der deutschen Republik ein Heim gewährte. Sie standen und starrten auf diese dunklen Fenſterreihen. Deutlich hoben sich an der klaren Abendhimmel die Fahnen ab, die überall auf halbstod wegen, diesmal zahlreicher als vor einigen Wochen, als es galt für die Toten im Dortmunder Kohlengebiet zu trauern. Schwarze Menschenströme drängten auch durch die westlichen Straßen durch die Tauentzienstraße, den Kurfürstendamm und lenkten ein in die Joachimsthaler Straße, wo sich das Westfantorium befindet, in dem der Reichspräsident sein Leben aushauchte. Hier war es besonders aufgefallen, daß das Sanatorium bis mittags 12 Uhr noch feine Flagge auf halbmast gesetzt hatte. Die Anstalt hatte teine eigene schwerzrotgoldene Fahne und dem Eingreifen der Kameradschaft Wilmersdorf des Reichsbanners SchwarzRot- Gold, das dem Sanatorium eine Reichsflagge lieh, ist es zu danken, daß auf dem eigentlichen Sterbehause des Reichspräsidenten wei Flaggen auf halbmaft gehißt werden konnten. Die Schußpolizei hatte alle Hände voll zu tun, um die Menschenmassen auseinanderzubringen und die Straße frei zu halten. In den Stäffen der Unterhaltung. J In den Cafés und Kabaretts, in denen greier Lärm, tauerndes Stimmgeschwirr und laute Musit sonst tönt, wo die Menfchen sich sonst amüsieren, um fich von des Tages Sorge und Blage ein wenig zu erholen, überall dort herrscht peinliche Stille, und gedämpft ist das Klirren und Trubelgepauf. Kein Theater, fein Kino, fein Konzert das Volt trauert. Nach Hause geschickt wurden in den Cafés die Musikanten, fold lauter Ablenkung bedarf es jetzt nicht. An allen Tischen gibts immer und immer wieder das eine Thema: Friedrich Ebert ist tot. Die einen sind ehrlich er. schüttert, die anderen, auch die„ Unpolitischen", stumm in der Ahnung, daß doch ein großer Mann von. uns ging, selbst die Gegner- sei es in der Wilhelma", sei es sonst irgendwo schweigen diesmal dech. Gegenüber der Wilhelme" befindet sich das Romanische Café", guter und schlechter Literaten Stammlokal ist es; hier ist die Stimmung merklich gedrückt, denn: gute Literaten hin, schlechte Literated her Republikaner find fie fast alle. Der Zeitungen gibt cs hier viele zu lesent, erinnert man sich, aber alle Blätter find be legt, weil jeden es interessiert, was die Presse zum Tode unseres höchsten Beamten schreibt. Tausend Augen lesen schon die inhaltsschweren Extrablätter rechts und links der Eingangstür, zehntausend, ja hunderttausend Augen lesen dasselbe überall: Tot ist der Reichspräsident. 99 ausgehändigt hatte, der mit einer Quiftung von Bambusch zu ihm gekommen sei. Auch davon wollte der Angeklagte nichts wissen. Gegenüber dem Strafantrage, von sechs Monaten Gefängnis fan das Gericht zu einer Freisprechung. Die Aussage der Be lastungszeugen wurde als durchaus glaubwürdig erachtet. Dem stehe auch die Aussage der Beamten gegenüber, daß sie nichts von den Vorgängen wahrgenommen hätten, denn erfahrungsgemäß erfolgten solche Dinge in geheimnisvollem Flüſtern und bei dem Treiben auf der Wache könne das den anderen Beamten leicht entgehen. Das Gericht hielt die Möglichkeit für gegeben, daß der Angeklagte ein Opfer des Betruges des inzwischen flüchtig gewordenen Bambusch geworden sei. Wenn er auch diesen Vorgang beftreite, so sei das damit zu erklären, daß er befürchten mußte, zivil. rechtlich von Silberstein haftbar gemacht zu werden und für sein leichtfertiges Verhalten sich einem Disziplinarverfahren auszusehen. Städtischer und privater Kohlenhandel. oben benterfi, durch Verhandlungen zwischen der Brennstoffgesellschaft und den Händlerorganisationen festgelegt wurde, ein zu geringer Berdienst bliebe. Die Händler genieren sich nicht, frei heraus zu erklären, daß sie zunächst ihre besser zahlenden Kunden mit Brennstoff versorgen würden und daß die Unterstützungsempfänger erst in zweiter Linie, vielleicht auch gar nicht heranfämen. Uns find genü gend Fälle bekannt, in denen Privathändler diesen Standpunkt ein genommen haben und wir sind gern bereit, diese Händler namhaft zu machen. Der ganze Vorgang zeigt wiederum mit dankensmerter Klarheit, was an dem Geschrei der bürgerlichen Parteien gegen die kommunalen Einrichtungen Wahres ist. Diese Barteien richten sich eben gegen alles, was von der Stadt mit Rücksicht auf die Wohlfahrt der Bevöl ferung eingerichtet wird. Für die bürgerlichen Parteien ist nur die Sorge um bestimmte, in ihrer Zahl geringen Kreise, der Bevölkerung maßgebend. Eröffnung der Hygienmesse. Die Eröffnung der von dem Reiner Messeam non longer Hand vorbereiteten 211 gemeine Deutschen Hygtenemele und Ausstellung im Baufe der Funkindustrie, die gestern miltag vollzogen wurde, stand natürlich ganz unter dem Eindruck des fchweren Verlustes, en unser Volk und die Berliner Bevöiterung Ministerialdirektor Biofeffor im besondere betroffen hatte. Dr. Dietrich vom preußischen Ministerium für Volkswohijahit errinete um 2 Uhr in dem Vortragsraume des Hauses der Funtindustrie die Messe mit folgender kurzen Ansprache, die die zahlreichen Gäste und Preisevertreter stehend entgegennahmen: In dieser Stunde tieffter Reichstrauer können wir leider nichts hun, als von jeder Feier abzusehen. Was der entschlafene Reichspräsident Friedrich Ebert dem deutschen Bolte und dem Deutschen Reich in schmerer Zeit gewesen ist, das wird die Geschichte lehren. Im Auftrage des preuBischen Ministeriums des Innern eröffne ich die Allgemeine Hygienemeffe und Ausstellung." Darauf begaben sich die Anwesenden zu messe und Ausstellung." einem Rundgang und einer Besichtigung in die große Ausstellungshalle. Selbstverständlich war auch diese Messe wie alle Messen und Ausstellungen noch nicht ganz fertig. Aber man konnte doch einen guten und wohlunterrichtenden Ueberblick über das Ganze gewinnen, um festzustellen, mie meitverzweigt und nach den verschiedensten Gebieten ausgreifend auch die hygienische Industrie sich entwidelt hat. Es würde zu weit führen, auf Einzelheiten einzugehen. Während Das Untergeschoß von den Messeausstellern in Anspruch genommen mird, befindet sich auf dem Umgang des Obergeschosses eine ganz einzigartige und außerordentlich wichtige Ausstellung, die das Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin zur Berfügung gestellt hat. Unier Leitung des Professors Dr. Hoffmann ist ein modernes Krankenhaus mit allen seinen Abteilungen und Spezialkliniken und dem ganzen fomplizierten Apparat von neuzeitlichen hygienischen und therapeutischen Einrichtungen und Instrumenten aufgebaut. Mehr als 60 Firmen haben sich an der Ausstattung der einzelnen Zimmer beteiligt. Es werden u. a. eine Abteilung der chirurgischen Klinit, Zimmer für Infektionskrankheiten, für zahnärztliche Behand lung, für Wasser und Wärmeanwendungen, für medizinische Bäder verschiedenster Art, ein Röntgenatelier, ein Sektionsraum, Krantenzimmer u. a. m. gezeigt. Diese Ausstellung allein ist es wert, von Möglichkeit haben, Einblick in die Einrichtungen und Arbeitsweise wissensdurstigen Laien besucht zu werden, die hier zum erstenmal die eines modernen Krankenhauses zu nehmen. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß auch das Ostar Helene( Krüppel-) Heim, das mit seinen Direktoren Professor Busolsti und Hans Würg den Gedanken der produktiven Krüppelfürsorge vertritt, in der Ausstellung vertreten ist. In dem Ausstellungssaal werden täglich populär- wissenschaftliche Vorträge gehalten und populärwiffenschaftliche Filme gezeigt. tagnate Stadtrat Eröffnung der berufskundlichen Woche. heim 3m Bürgersaal des Berliner Rathaufes fand am Sonnabend unter Beteiligung von Behörden, Berufs- und Wohlfahrtsorganija tionen die Eröffnung der vom Landesberufsamt Berlin gemeinsam mit der Zentrale der Hausfrauenvereine Groß- Berlins und dem Bund Deutscher Frauenvereine veranstalteten Berufkundlichen Woche statt. Frau Dremes von der Hausfrauenorgani sation führte aus, daß die Veranstaltung als Unterstügung der Mutter bei der Berufswahl der Tochter gedacht ist. Brühl mies in einer Ansprache darauf hin, daß die Berliner Frauenberufsberatung der Initiative der verstorbenen Stadtratin Levy- Rathenau entsprungen ist und der behördlichen Regelung wertvolle Dienste leistet. Fach- und Berufsschulen, Innungen und An stalten zeigen Material über Ausbildung und Berufstätigkeit. Die Ausstellung ist bis zum 6. März täglich von 9 bis 7 Uhr gegen 20 Bf. Eintritt, Jugendliche 10 Bf., geöffnet. Außerdem finden täglich von 7 Uhr abends berufskundliche Vorträge über die verschiedenen Frauenberufe von bekannten Berufsvertreterinnen statt. Die Gasmefferuhr eine Urkunde. Daß die Gasmesseruhr als eine Urkunde aufzufaffen fei, ent schied das Schöffengericht Mitte, und zwar unter Berufung auf eine Reichsgerichtsentscheidung, in dem in einem ähnlich liegenden Falle die Kontrolluhr eines Bächters als Urfunde aufgefaßt wurde. Eine Frau Krause hatte angeblich auf Anweisung eines Gasarbeiters während mehreren Monaten fortgefeßt den Beiger der Gasuhr zurüdgeridt, so daß damit ihr Gasverbrauch verdeckt wurde. Die Anklage fah darin einen Betrug und Urtundenfälschung. Das Schöffengericht nahm jedoch nicht Betrug, sondern Diebstahl und Urkundenfälschung an und verurteilte Frau Krause zu drei Wochen Gefängnis, gab ihr aber, da sie aus Not gehandelt hatte, Bewährungsfrist. Unfälle im Berliner Verkehr. Bon den Der Anlaß zu der Anklage ist ein ganz besonders eigenartiger. Polizeipräsidium erst seit dem 1. April 1924 geführt. Ueber die Eine genaue Unfallstatistik beim öffentlichen Verkehr wird vom Müller wurde von einem russischen Kaufmann Silberstein Ergebnisse der ersten 9 Monate, endend mit dem 31. Dezember 1924, bezichtigt, ihm Geld in höherem Betrage unterschlagen zu veröffentlicht das Berliner Statistische Amt in seinen 23 irt. haben, das er ihm bei der Festnahme auf der Georgenschaftsberichten" tabellarische Uebersichten, denen wir das Bache heimlich zugestedt haben will, um es seiner Ehefrau auszuhändigen. Es handelte sich dabei um 70 Dollar, 60 englische Folgende entnehmen: Von den 5306 3usammenfiößen, die in Pfund und einen größeren Betrag in Rentenmart. Silberstein genanntem Zeitraum zu verzeichnen waren, entfielen die meisten, Bei den Debatten über die Berliner Brennstoff G. m. b 5. nämlich 1483 oder 27,9 Proz. auf die privaten Personentraftwagen, war zusammen mit zwei anderen Russen, einem gewissen Bambusch in den letzten Stadtverordnetenfizungen fam bei den bürgerlichen Bar- demnächst 913 oder 17,2 Broz. auf die Straßenbahnen. An dritter und einem Zetilen unter dem Verdacht, die Mitglieder einer interteien der alte Haß gegen alle tommunalen Betriebe und Gesellschaften Stelle stehen mit 730 oder 13,8 Proz. die Kraftdroschten, nationalen Fälscherbande zu sein, deren Haupt der seit langem ge- wieder zum Durchbruch. Wir konnten in unseren damaligen Berich- an vierter mit 611 oder 12,1 Proz. die aft kraftwagen. suchte berüchtigte Josef Baermann ist, verhaftet worden. Bambusch ten darauf hinweisen, daß selbst die Demokraten im Plenum Es folgen dann die verschiedenen kleineren Fahrzeuge, Kraftreder wurde dabei getroffen, als er bei einer Bank einen gefälschten Sched gegen die Belieferung von Privatkunden durch die Brennstoffge- und die Pferdegespanne mit geringeren Hundertfäßen. in Zahlung geben wollte. Die anderen beiden, die sich in verdächtiger sellschaft gestimmt haben. Besonders aber die ausgesprochenen Rechts- mitbetroffenen Fahrzeugen, Gegenständen und Bersonen stehen in Weise in. der Nähe aufhielten, wurden gleich mitgenommen und in parteien, in diesem Falle unter Führung der Wirtschaftspartei, traten erster Reihe die Fukaänger mit 1510 3ufammenstößen oder 28,6 einem Auto der Bank von der Polizei zur Wache in der Georgenstraße mit aller Entschiedenheit dafür ein, daß der Brivatfohlenhandel bei Prozent. In 1375 Fällen( 25,9 Proz.) waren Wagen( Nichtkraftzu ihrer ersten Feststellung gebracht. Während der Fahrt hatte der Bersorgung der Berliner Bevölkerung mit Brennstoffen durch die wagen) aber einschließlich der Straßenbahnwagen mitbetroffen. Bambusch eine Brieftasche, die gespickt mit gefälschten Schecks war, fommunale Brennstoffgesellschaft nicht gehindert wird. Als die Brenn- Wichtig ist die Schuld frage. Gie wurde bis zum Abschluß der in den Polstern des Autos verſtedt, wo sie später von dem Chauffeur stoffgesellschaft von den städtischen Behörden auch die Belieferung der statistischen Ermittelungen in 3074 Fällen oder in 57,8 Braz. entgefunden wurde. Auf der Polizeiwache wurden zunächst den Ber- Unterstügungsgeld. und Renten empfänger über schieben. Auch hierbei stehen die Unfälle von privaten hafteten die Sachen weggenommen, die ihnen aber, als sie dem tragen erhielt, meldeten fich die Kohlenhändlerorganisationen bei der Personenkraftwagen mit 724 oder 23,6 Broz. der abBolizeipräsidium übergeführt wurden, wieder ausgehändigt wurden. Gesellschaft und erreichten schließlich in langen Verhandlungen, daß geurteilten Fälle obenan. Die Kraftdroschtenführer, Salberstein wurde vom Polizeipräsidium am nächsten Tage man auch sie zur Belieferung der unterstüßungsempfangenden Bevölkerung denen die Schuld nur in 51 Fällen beigemessen worden ist, scheinen gets Bweises wieder auf freien Fuß geſetzt und trat nun an den zugelassen wurden. Bei den Verhandlungen stellte es sich heraus, daß demnach die polizeilichen Vorschriften bei weitem beffer zu beachten, Polizeimachtmeister mit der Forderung heran, ihm das über die Kohlenhändler feineswegs zu den Preisen der als das bei den Führern von Privatautos der Fall ist, die wahr gebene Geld, da es feiner Frau nicht ausgehän Brennstoffgesellschaft liefern fonnten, und so wurde scheinlich von ihren Herren vielfach zur größten Eile angetrieben digt worden sei, herauszugeben. Müller bestritt jedoch, auf das Drängen der Privathändler, die unbedingt ins Geschäft" werden. Die Fußgänger sind in 596 Fällen cder in 19.4 Broz. etwas erhalten zu haben. Die Folge war eine Anzeige gegen ihn fommen wollten, der Preis für die Kohlen nicht unals der schuldige Teil erflärt worden. Die Straßenbahnen sind mit wegen Unterschlagung und er hatte sich gestern deswegen wesentlich erhöht. Für das Verlangen der privaten Kohlen- 246 oder 8 Proz. fchuldig befunden. Nun darf nicht außer acht gevor Gericht zu verantworten. Auch hier blieb er dabei, vou nichts händler wurde hauptsächlich ins Feld geführt, daß die Kohlenpläge der lassen werden, daß die Ermittelungen der Schuldfrage bei solchen zu wissen. Assessor Dr. Steinert berief sich auf das Zeugnis der Brennstoffgesellschaft wegen ihrer Lage befonders den alten Leuten Unfällen sehr schwierig ist. Man moche den Bersuch und frage bei Kameraden des Angeklagten, daß fie sämtlich von einem derartigen große Schwierigkeiten bei der Heranschaffung des Brennmaterials Straßenereignissen die umstehenden Beugen des Vorfalls. Jeder hat Vorgange der Geldübergabe nichts gesehen hätten und das wurde bereiten. Die Befürchtungen, die damals einfichtige Kommunalpolies, genau gesehen", aber anders als der andere, der es von einem von diesen auch bestätigt. Trog der Gegenüberstellung mit diesen tifer vertraten, bemahrheiteten sich auch nur zu bald. Wie sich jetzt anderen Standpunkte aus beobachtete. Nicht weniger als 98 PerZeugen blieb der überzeugte Silberstein unter Eid bei der Be herausgestellt hat, lehnen viele Kohlenhändler die Be. fonen fanden bei den Verkehrsunfällen den Tod. Hier entfallen schuldigung. Belastend für den Angeklagten war die Aussage eines lieferung der Unterstügungsempfänger mit der bie meisten, nämlich 36 oder 76,7 Proz. auf die Straßenbahnen; es Zeugen, dem Müller gesagt hatte, daß er das Geld einem Boten Motivierung ab, daß ihnen bei dem niedrigen Preis, der wie folgen 26 oder 26,5 durch private Personenkraftwagen. Bei den Berlegungen- 2181 Personen stehen wieder die Prinat autos mit 593 cder 27,2 Proz. an der Spize. Dann kommen die Straßenbahnen mit 461 oder 21,1 Proz. Im ganzen macht sich eine ständige Steigerung der Unfälle bemerkbar, und alle Fahrzeuge find daran beteiligt. Darlehen für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen stellte am 20. Januar 1925 einen Antrag an den Magistrat Berlin, Mittel für die Darlehnsgewährung an Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene aus fommunalen Mitteln bereitzustellen. Diesem Antrage wurde statt gegeben, indem die Stadt 60 000 Marf zur Verausgabung von Darlehen an Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene bereitgestellt hat. Diese Darlehen sollen den Kriegsbeschädigten als produktive Darlehen in mäßiger Höhe und zur Deckung größerer Anschaffungen von Gebrauchs- und Verbrauchssachen( Kleidung, Möbel, Birtschafts: gegenstände usw.) dienen, die aus den laufenden Einnahmen nicht Republikaner! Flaggt halbmaſt! Wann bekommt Berlin die neue Bauordnung? In der Borkriegszeit stand der Grundstückswucher in Blüte. Künstlich gezüchtet durch die jetzige noch dem Jahre 1897 entstammende Bauordnung hatte die kapitalistische Ausmuzung des Grund und Bodens die besten Aussichten. Welche Gewinne dabei in der Borfriegszeit erzielt wurden, läßt die Tatsache erkennen, daß die Berlinische Bodengesellschaft, jezt Berlinische Baugesellschaft, mehrere Jahre hindurch 100 Proz. Dividende ihren Aktionären zahlen fonnte. Die furchtbaren gesundheitlichen Schäden der alten Bauordnung sind zur Genüge bekannt. Enge Höfe, luft- und lichtarme Wohnungen üben noch heute ihren verheerenden Einfluß auf die Volksgesundheit aus. Verschärft werden diese Zustände noch durch den überaus großen Mangel an Erholungs und Spielplägen bestritten werden können. Auch besondere Notstände, entstanden innerhalb der dichten Bebauung. Da diese aber nicht durch die Bau- durch Aufwendung vor Antritt einer Kur, Durchführung eines Um ordnung selbst, sondern bebauungsplanmäßig festgelegt werden, ist auges usw., fönnen hiermit behoben werden. Die Beträge der Mangel an solchen Plägen auf die geübte engherzige Frei- follen mäßig hohe fein und im allgemeinen innerhalb flächenpolitik der ehemaligen Stadtverwaltung bei der Straßen- sechs bis acht Wochen getilgt werden. Ihre Hergabe erplanung zurückzuführen. Obwohl die Inflationszeit der gesamten folgt 3inslos. Die anteiligen Darlehnsbeträge werden alsbald Volkswirtschaft die bittersten Erinnerungen hinterlassen hat und den Bezirksfürsorgestellen mit entsprechenden Richtlinien von der ihre Rückkehr auf jeden Fall verhindert werden muß, hat sie doch Hauptfürsorge zugeführt werden. das Gute zuwege gebracht, daß die Spetulationsmut auf dem Grundstücksmarkt ganz entschieden eingedämmt wurde und die Grundstücksbewertung sich zwangsläufig rückwärts bemegte. Trozzdem ist der Grundbesitz in keiner Weise geschädigt worden; ihm find nur die Gewinne wieder entzogen und der Allgemeinheit zu geführt worden, die er sich auf Kosten der Allgemeinheit angeeignet hatte. Als die Bertumschichtung auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens sich auch auf dem Grundstüdsmarkt auswirkte, mußte vern.ieden werden, daß infolae Entschuldung fast aller bebauten Grundfrücke die Besiker auf Kosten der Allgemeinheit sich wieder bereicherten. Als sozial- und volkswirtschaftspolitische Maßnahme war daher eine gesegliche Mietsregelung dringend not wendig. Hierdurch wurde der Grundstücks- und Bauspekulation erfreulicherweise noch weiter der Boden entzogen, so daß, psychoIcaisch verständlich, die private Bautätigkeit allerdings auslegte. Die Wohnungsnot mit meitetem sozialen Elend im Gefolge erheischte tatkräftiges Eingreifen der gesetzgebenden Körperschaften. Der Ausweg wurde bekanntlich in der Besteuerung der Mieten gefunden, in Breußen zurzeit mit 18-20 Broz., in Form einer Hauszinssteuer. Ein Teil derselben wird den Gemeinden und Ländern zur Behebung der Wohnungsnot zur Verfügung gestellt, der größere Teil dagegen zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs und zu Wohlfahrtszweden verwendet. Der Wiederaufbau des Wohnungswesens schreitet demgemäß nur sehr langsam vorwärts. Daher wird mit Recht vom Reich erwartet, daß es mit Rücksicht und die vorliegenden Dringlichkeitsanträge von Wohnung suchenden( in Berlin etwa 80 000) und die Unmöglichkeit, mit den Hauszinssteueranteil selbst unter Mitwirkung des Privatfapitals die erforderliche Anzahl von Wohnungen herzustellen, den Steuerenteil baldigst erhöht. Die von vielen Seiten erstrebte Auf hebung der Wohnungszwangswirtschaft wird so lange zu befämpfen fein. als Angebot und Nachfrage im Wohnungswesen durch Herstellung von Neuwohnungen nicht vollkommen ausgeolichen sind. Früher oder später müßte diese Maßnahme die freie Mietgestaltung nach fich ziehen, und wer will dann dafür einfchen, daß die Mieten nicht sogar über die Borkriegsmieten steigen, wodurch auch der Wert des Grundbesizes ungeahnt emporſchnellen würde? Mit der Steigerung der Mieten ist wiederum die Steige rung des Grundstücksmertes eng verbunden, womit die Bodenfp tulation wieder neue Nahrung erhält. Solange also die cite Bauordnung noch in Geltung ist, lieat die Ge= fohr vor, daß bei der zunehmenden privaten Bautätigkeit eine intensivere bauliche Ausnutzung des Grund und Bodens stattfindet als früher, und daß das Wohnungselend mit feinen fchweren gesundheitlichen Folgen noch Der größert mird. Mit diesen unsozialen und unhygienischen Zuständen räumt die neue Dom Berliner Städtebaudirektor ausgearbeitete Bauordnung ganz bedeutend auf. Bereits seit langen Jahren von der Berliner Architektenschaft angestrebt, fonnte fein günstigerer Zeit punft für ihre Inangriffnahme gewählt werden als die Kriegszeit, da das Wohnungswesen vollständig zusammenbrach. Für die Förderung der Arbeiten selbst war noch der Umstand äußerst wichtig, daß die örtliche Baupolizeiverwaltung dem Einfluß des Be: liner Bolizeipräsidenten entzogen und aus 3medmäßigkeitsgründen verwaltungsorganisatorisch dem Oberbürgermeister direkt unterstellt wurde. Für die Veröffentlichung und Inkraftsezung sind die augenbiicklichen Wirtschaftsverhältnisse auf dem Grundstücksmarkt außer ordentlich günstig. Erfreulicherweise findet die neue Bauordnung bereits Anwendung bei allen von der städtischen Wohnungsfürsorgegesellschaft m. b. H. mittels Hauszinssteuerhypotheken unterstüßten Neubauten. Aber es ist dringend notwendig, daß angesichts der wieder auflebenden privaten Bautätigkeit alle Baumaßnahmen ebenfalls auf Grund der neuen Bestimmungen getroffen werden müssen. Darum jezze man die neue Bauordnung für Berlin bald in Kraft, ehe es wieder zu spät wird. Fr. Brömstrup. Jm Glindower kommunistenprozeß bor der Potsdamer Straf. fammer wurde die Verhandlung auf den 25. März bertagt, da ein politischer Hauptzeuge einz zurzeit im Ausland weilt und zum Termin nicht rechtzeitig erscheinen fonnte. Das Elend entlassener Strafgefangener. Für viele, die nach Berbüßung einer Strafe aus dem Gefängnis entlassen werden, fängt die Strafe in der neu erlangten Freiheit erst so recht an. Von einem entlassenen Strafgefangenen wird uns ein Fall mitgeteilt, der gewiß häufig genug fich ereignen mag. Unser Gewährsmann befand sich zunächst über drei Monate in Unter fuchungshaft. Er trug, als er eingeliefert wurde, feinen guten" Anzug, der freilich mit dem, was man so im Volksmund Sonntagsanzug zu nennen pflegt, nur noch entfernte Aehnlichkeit hatte. Er fonnte sich aber mit diesem Anzug doch überall fehen lassen und brauchte, wenn er irgendwo wegen Arbeit und Beschäftigung anflopfte, nicht befürchten, daß man ihn wegen seines defolaten äußeren Zustandes mißtrauisch die Tür wies. Während der Untersuchungshaft mußte er nun in seinem Anzug allerhand Arbeiten verrichten, die zur Folge hatten, daß der Anzug vollständig zerrissen wurde. Als er endlich nach verbüßter Strafe aus dem Gefängnis entlaffen wurde, erhielt er diesen zerriffenen und von der Arbeit befch mußten Anzug ausgehändigt, mit dem er schlech terdinas nirgends vorsprechen und um Arbeit bitten fann. Von den paar Mark Arbeitsverdienst aber, die ihm bei der Entlassung aus aehändigt wurden, fann er sich natürlich nicht neu einkleiden. Hier liegt eine schwere Gefahr für die entlassenen Strafgefangenen vor. Im Intereffe dieser Menschen, die wieder nüzliche Glieder der menschlichen Gesellschaft werden wollen, ist es dringend geboten, daß aus dem Publikum mehr als bisher abgelegte, aber noch gut erhaltene Kleider an die Strafanstalten geliefert werden. Gefundheitliche Merkhefte auf den Standesämtern. Der Krieg und feine Folgen machen es der Regierung zur Pflicht, die Bevölkerung auf jede Weise über die Maßnahmen aufzuflären, die die Gesundheit der Menschen und ihrer Nachtommenfchaft zu heben und Krankheiten zu vermeiden geeignet beamte feit dem Jahre 1920 jedem Verlobten. auszuhändigen hat. Im find. Auf dieser Einsicht beruhf das Merkblatt, das der Standes diesem Weie ein weiterer Schrift getan werden. Der ReichsEinvernehmen mit dem Minifterium für Volkswohlfahrt soll auf bund der Standesbeamten Deutschlands hat sich bereit erklärt, foftenfrei ein eft mit beratenden Auffäßen herauszugeben, die aus der Medizinalabteilung des Ministeriums für Boltswohlfahrt Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 1. März: Das vorgesehene Programm der Funkstunde Berlin fällt aus Anlaß der Landestrauer um den Reichspräsidenten aus. Lediglich die Veranstaltung des Volkstrauerfages im Reichstag wird vormittags um 11.30 Uhr den Körern übermittelt werden. Montag, den 2. März. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). Technik: Ingenieur Joachim Boehmer: Der kritische Ingenieur". ( Technische Wochenplauderei). 7 Uhr abends: Tausend Worte. Französisch. 7.30 Uhr abends: Vortragsreihe Geh. Regierungsrat Prof. Dr. A. Miethe: Neues Land. 1. Vortrag." Wege des Findens. 8 Uhr abends: Dr. Erich Jacob. Bremen: Vom lustigen Weidwerk und seiner ernsten Seite. 8.30 Uhr abends: LudwigFulda- Abend unter persönlicher Mitwirkung des Dichters. 1. Aus dem Buche Melodien: Ernste und heitere Gedichte: Der Spuk. Wir alle. Im Schnellzug, Definition. Die geizige Welt( Dr. Ludwig Fulda. Rezitation). 2. a) Fantasie, Saint- Saëns, b) Mazurka, Schuecker( Anna Hopf- Geidel. Harfe). 8. a) Abend. Willi Becker, b) Verlarvung, H. Molbe. c) Dank, H. Molbe. d) Lenzstimmung, Aug. Ludwig( Marie Flocke- Hagemann. Sopran). 4. Aus dem Buche Melodien": Der Froschkönig, Wenn, Das erste Mal, Schulreminiszenz, Die Erschaffung des Weibes, Gleichberechtigung( Dr. Ludwig Fulda, Rezitation). 5.. a) Legende, Zabel, b) Nocturno, Hasselmanns, c) Chaconne, Durant( Anna HopfGeidel) 6. a) Nachtlied, E. v. Strauß, b) Das Gärtchen, W. v. Möllendorf, c) Tausenderlei. Bogumil Zepler, d) An Marianne, ( Ständchen) Bogumil Zepler( Marie Flocke- Hagemann). 7. Potersilie, Humoreske( Dr. Ludwig Fulda). Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). stammen oder dort wenigstens gebilligt sind. Das Heft, desse Inhalt von dem Minister des Innern genehmigt ist, trägt Gie Aufschrift ,, Deutscher, dent an Deine und Deiner Kinder Gefundheit!" Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, werden in einem Runderlaß des Ministers des Immern die Standesschließungen, Anmeldung von Geburten und bei allen sonstigen gebeamten angewiesen, die Merthefte bei Aufgebotsanträgen, Thea eigneten Gelegenheiten an die Erschienenen zu verteilen und diese auf die Bedeutung des Inhalts in angemessener Form hinzuweisen. Auch die Merkblätter des Reichsgesundheitsamts find in einer Form aussuhändigen, daß sie nicht unbeachtet bleiben. Die Berliner Bevölkerung im Jahre 1924. Die jetzt abschließend vorliegenden Meldungen der Berliner Standesämter gestatten einen Ueberblick über die Bevölferungsvorgänge des Jahres 1924 in Berlin. Die hesonderen wirtschaftlichen Verhältnisse des Berichtsjahres spiegeln sich auch in dem Auf und Ab der Bevölkerungsstatistik wieder. Bei den Eheschließungen ist ein starter Rudgang zu beobachten. Während selbst im Inflationsjahr 1923 noch 41 519 Baare den Weg zum Standesamt gingen, sanf diese Zahl 1924 auf 30 341 herab. Auf das Tausend der Bevölkerung macht das 7,5. Bei den Geburten geht die bisher absteigende Linie wieder nach oben. Gegenüber 38 924 Lebend geborenen im Jahre 1923 find im Berichtsjahr 40833 Kinder zur Welt gekommen. Berglichen mit dem Vorfriegsjahr 1913, mo in Berlin 76 665 Lebendgeburten zu verzeichnen waren, stellt die Zahl von 1924 wenig mehr als die Hälfte dar. Das zum Vergleich herangezogene Berliner Gebiet entsprach 1913 dem gleichen wie 1924. Lotgeboren wurden 1684 Kinder. Die Sterbefälle sind stark zurüdgegangen, was sicher auf die außerordentlich milde Witterung im Herbst und Winter zurückzuführen ist. Im Jahre 1923 starben noch 49 832 Einwohner Berlins, eine Bahl, die der von 1913 etma gleichſteht; 1924 dagegen nur" noch 46874. Bon den Toten maren 5434 an der Tuberkulose gestorben( 1913: 7252). Die Influenza raffte 914( 785) dahin, an Krebs starben 5077( 5671) Personen. Selbstmorde waren 1924 fast ebensoviel zu verzeichnen wie im Vorjahr, nämlich 1435. Die Sterblichkeit der Säuglinge ist auch zurüdgegangen. Es starben 3924 Kinder im Alter bis zu einem Jahre. Das Vorjahr mies noch 4789 Sterbefälle auf. Gemessen an der Zahl der Lebendgeborenen desselben Jahres betrug die Sterbezijfer der Säuglinge immerhin noch 9,6 Proz. Die unsicheren wirtschaftlichen Verhältnisse des Jahres 1923 hatten in Groß- Berlin einen Rüdgang der Bevölkerung um 14 434 Seelen zur Folge. Mit dem Beginn des Berichtsjahres ist aber infolge von Wanderungsüberschüssen, d. h. also von solchen Zugereiften, die in Berlin verblieben, eine stetige Zunahme festzustellen, so daß rund 75000 Einwohner am 31. Dezember mehr vorhanden waren als am 1. Januar. Groß- Berlin hatte am Ende 1924 4078 666 Ginwohner. Feuer in der Mifach- Ausstellung. " Am Sonnabend nach 4 Uhr fam in der Milfach- und Meierei Ausstellung auf dem Zentralviehhof an der Landsberger Allee Feuer aus. Dort brannte plötzlich die A bortanlage, wodurch allgemeine Aufregung en stand. Die anmelende Feuerwache gab schleunigst mit der Hausleitung kräftig Wasser. Dadurch gelang es, die Flammen auf die Anlage zu beschränken. Die Entstehung fonnte noch nicht aufgeklärt werden. Vermutlich liegt, Fahrlässigkeit vor. Das Berbot aller öffentlichen Custbarkeiten, worunter fallen, erffredi sich auch auf Sonntag, den 1. März. auch die Vorführungen der Theater und Lichtspielbühnen " Das Preußische Staatsministerium hat beschlossen, daß am Tage der offiziellen Trauerfeier für der Reichspräsiden ten der Unterricht in den preußischen Schulen ausfällt, und daß in einer Schulfeier des toten Reichspräsidenten gedacht wird. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold. Die in der Sonnabend- Abendnummer angesagte Trauerfundgebung am Montag, den 2. März, nachm. 5% Uhr, im 2ustgarten findet nicht statt. Weitere Nachrichten an dieser Stelle. Schwarzrofgoldene Fahnen! Auf Grund vieler Anfragen teilt der Warenvertrieb des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold mit, daß am Lager in der Sebastianstr. 37/38 schwarzrotgoldene Fahnen zu haben sind! Billige Fischlage. Um den Verbrauchern Gelegenheit zu geben, von dem billigen Einkauf der Heringe Gebrauch zu machen, werden Montag, Dienstag und Mittwoch grüne Heringe zum Preise von pro Pfund 20 Pfennig meiter verkauft. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, den 15. März, pünkt. lich 3, Uhr nachmittags, im großen Saal der Philharmonie viertes Festkonzert Länze nach moderner Mufit", ausgeführt vom Ballett der Staatsoper. Künstlerische Leitung Herr Ballettmeister Diag Sonne Tervis unter Mitwirkung von Elisabeth Grube( Prima Ballerina), Dorothea Albu( 1. Charaktertänzerin), arald Streußberg( 1. Solotänzer) und vier tag, ben 22. Mar 3, nachm. 2, Ubr, im Staatstheater Charlottenburg Tänzerinnen der Staatsoper. Breis der Einzelfarte 1,20 Rm. aust" von Goethe. Breis der Starte 1 Rm. fannten Verkaufsstellen zu haben. Starten find in allen bes Die„ Budau" unter halbmaft. Von einer großen Menge Schauluftiger auf den Landungsbrücken und Elbhöhen erwartet, ist das Rotorschiff„ Budau" von Brunshaupten tommend, im Hambur ger Hafen eingetroffen. Die„ Budau" passierte mit in Betrieb befindlichen Motoren, die Flagge auf halbmaſt, umgeben von einem Schwarm fleinerer und größerer Begleitfahrzeuge, um 3 1hr nachmittags die Landungsbrüden von St. Pauli. Wir geben Allen T L S E LRT R S T S ESLRLIT ERL 72 L E L Zwei Relhen längs, Zwei Reihen quer, Des Rätsels Lösung Ist nicht schwer. Auflösung nächsten Sonntact was zu raten auf Damen- Spangenschuhe prima echt Chevreau, in allerneuester Form, mit PompadourAbsatz...... 1050 Damen Halbschuhe braun, prima echt Chevreau u. Boxcalf, in moderner Form u. 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Die Nachrufe der republikanischen Presse ehren den Toten. Sie ehren zugleich die Arbeit aller Republikaner an der Aufgabe, der Friedrich Ebert seine beste Kraft geopfert hat. Deutscher, Bürger, Republikaner! Aus der Boffischen Zeitung": Ein jäher Tod hat die Hoffnungen zerstört, mit denen das deutsche Volk die Sorge um den ertranften Reichspräsidenten betäubte. worden. Nachrufe der Berliner Presse. historischer Bedeutung in den letzten Jahren, daß sein wirken und fein Zielen auf das Ganze eingestellt waren. Die deutsche Republik trauert um ihren ersten Präsidenten. Sie wird sein Andenken immer in Ehren halten und sein Rettungswert an Bolt und Baterland fortsetzen. * Die Organe der Bolfspartei, die 3eit und die Deutsche Allgemeine 3eitung", die beide mit Tranerrand erschienen sind, legen an der Bahre Friedrich Eberts Zeugnis ab gegen jene haßerfüllten ertremen Kreise der Rechten, die einen niedrigen Feldzug des Hasses und der Verleumbung gegen ihn geführt haben. Die 3eit" schreibt: „ Diese Handhabung des höchsten Amtes, das die Deutsche Re rublit zu vergeben hat, wird man nach der persönlichen wie nach der fachlichen Seite anerfennen müssen. Friedrich Dem, neuen Deutschland ist sein erster Bürger entrissen Ebert hat sein Amt in Ehre und Würde geführt. Für einen Mann, der nicht von Anfang an auf den Höhen des Lebens wandelte, war Dieser Makellose, durch eigene Kraft aus der Maffe aufgestiegen, diese Fähigkeit der Anpassung auch an die repräsentativen Pflichten hat in schwerer Stunde, als das Kaiserreich zusammenbrach, seine feines hohen Amtes aller Anerkennung wert. Ebert löfte sich hier Tat von einem mutigen Herzen fegnen lassen. Ohne Scheu vor vollkommen von den Parteianschauungen los und widmete seinem Berantwortung half er entscheidend das neue Deutsch- Amte eine Hingabe, die ihm in den Reihen seiner Partei selbst viel land aufzurichten. Feindschaft eingetragen hat. Daß er auch fachlich den Erforderniffen feines Amtes gerecht wurde, ist damals von einer großen Reichstags mehrheit anerkannt morden, als man ihn in seinem provisorischen Amte ohne Wiederwahl durch Reichs gesetz bestätigte.... Der Republik Freunde im Lande, Respekt unter den Völkern der Erde zu gewinnen und zu sichern, war das Ziel feines Schaffens. Niemand wird diesen Sohn des Bolles an flugem Herzenstatt, an allen stillen Künsten der Zurüdhaltung, an unermüdlicher Treue der Pflicht übertreffen. Als ein deutscher Republikaner durch sein Amt fiber den Hader der Parteien hinausgehoben, brauchte er nur sich felbft treu zu sein, um der Republit, um Deutschland Treue zu halten. Die Gegenwart trauert um ihn. Die Geschichte wird ihm, wenn der böse Wille seiner Widersacher längst verqualmt ist, gerech. ten Ruhm zollen." Sechs Jahre schwerster Aufgaben fürs Reich. Aus der„ Germania": In der letzten Zeit ist der Reichspräsident im Hinblick auf die bevorstehende Präsidentenwahl besonders scharfen Befehdungen aus. gefeßt gewesen. Der bekannte Magdeburger Prozeß war Anlaß, die Erinnerung an die Januartage des Jahres 1918 wieder aufzuweden, in denen Ebert als Führer der Sozialdemokratie zu den streifenden Munitionsarbeitern in Verbindung trat. Wir haben die Rolle, die er damals spielte, wiederholt gewürdigt, und wir müssen auch heute betonen, daß wir feinen Grund sehen, aus jenen Vorgängen einen 3 mei fel an dem vaterländischen Willen des damali. gen Reichstagsabgeordneten Ebert herzuleiten. Die Jahre seiner Präsidentschaft haben ihn jedenfalls als einen jederzeit warmherzigen und besorgten Anwalt der deutschen Interessen erwiesen und auch das wird man ihm ebensowenig streitig machen können wie die Lauterfeit feines Charakters." Sechs Jahre lang hat Ebert sein Amt geführt. Er hat in dieser Zeit dieselbe Klugheit und Geschicklichkeit bewiesen, diefelbe Besonnenheit und vorsichtige Zurückhaltung, die ihm vorher bereits innerhalb der Führerschaft der Sozialdemokratie ein Höchstmaß von Autorität gesichert hatten. Es waren sechs Jahre schwerster Aufgaben für das Deutsche Reich. Der Die Deutsche Allgemeine Beitung schreibt: Wiederaufbau unferer innerpolitischen Berhältnisse und die Wieder. „ Unser an großen politischen Intelligenzen gewiß nicht über anfnüpfung und Ausgestaltung unserer außenpolitischen Beziehun- reiches deutsches Bolt hat durch den Tod Friedrich Eberts einen gen waren naturgemäß mit den allergrößten Schwierigkeiten verfchmerzlichen Berlust erlitten. Das rüdhaltlos bunden und stellten den neuen Reichspräsidenten vor ganz bei auszusprechen veranlaßt uns nicht allein die Majestät des Ipiellofe Pflichten. Er sah sich einer Situation gegenüber, Tobes, vor der die Degen sich fenten, sondern es erscheint uns als fir die es in der deutschen Geschichte teine Parallelen gab, ein felbstverständliches Gebot historifer Ge ers hatte auch in ihr fein Borbiib ,, das er für seine Berrechtigteit.. Sein Ruhmestitel wird es vor allem bleihältnisse als Lehrmeister hätte heranziehen fönnen. Er war im ben, daß er in der Zeit höchfter nationaler Not unser brüchiges resentlichen auf fich allein gestellt. Und doch kann sich Staatsschiff, als es die Wogen des Bolschewismus umbrandeten das deutsche Volt über seine Amtsführung nicht betlagen. Heute, und in die Tiefe zu ziehen drohten, mufig und zielbewußt da ihn der Tod hinweggerafft hat, sind die deutschen Berhältnisse durch alle Gefahren gesteuert hat. Dann fam eine innen und außenpolitisch wesentlich geordneter, hat der Name 3eit langsamen Erholens und allmählichen Wiederaufbaus, in der Deutschlands neuen guten Klang bekommen. Weiteste Kreise des mit unendlicher Geduld Schritt vor Schritt vorwärts gegangen deutschen Volkes haben seinen Amtsantritt nicht ohne große Be werden mußte. Wie da Eberts fluger Rat und energischer fürchtungen gesehen.... Und doch gewann die Ehrfurcht und Bille, den Unbeteiligten nicht erkennbar, zum Besten des Achtung vor ihm bei allen gerecht und anständig denkenden deutschen Bottes in der Politik wirksam wurden, wird erft Deutschen und solchen, die ein Gefühl für nationale eine spätere Geschichtschreibung in vollem Umfang würdigen ürde besaßen, schnell breiteren Boden. Als ihn der Reichstag tönnen. Die legte politische Entwicklung hat den verstorbenen im Herbst 1922 neu bestätigte, da geschah das mit überwäleichspräsidenten dann wohl von manchem politisch getrennt, der tigender Mehrheit und diese Mehrheit war nicht nur auf ihm bis dahin freudig gefolgt war aber persönliche Achtung den Zwang der Umstände zurückzuführen, sondern auch auf die bewahrten ihm alle, die mit ihm jemals amtlich oder privat zu 23ertschäßung, die man selbst in den Rechtstreifen ihm schon tun gehabt haben." nicht mehr versagen fonnte. Er hat die Genugtuung gehabt, daß fürzlich ein deutschnationaler Minister, der Reichsinnenminister Dr. Schiele, in einer Stzung der Reichsratsausschüsse, feiner mit den sympathischsten Worten gedachte. Wie sehr ihn die Diplo. matie des Austandes schäßte, das ist nicht erst jest während seiner Krankheit offenkundig geworden. Wiederholt haben sich hervorragendste Vertreter der auswärtigen Diplomatie, wenn fie mit ihm in Berührung gefommen waren, in Ausdrüden höchster Anerkennung über ihn geäußert." schimpflichen, aus Haß und Lüge geborenen Feldzug gegen Die Presse der Rechten aber, die wochenlang einen Friedrich Ebert geführt hat, zeigt auch an feiner Bahre Haß und Lüge. Lüge vor allem! Jene Zeitungen der Schwer industrie aus dem Hugenberg- Konzern, deren einzige politische Baffe Berleumdung und Lüge sind, schwanken hin und her zwischen der Wahrheit, die heute laut die Stimme des ganzen Boltes bezeugt, und ihrem Lügengebäude. Der Lotal Anzeiger" beginnt seinen Nachruf: „ Wir wollen in dieser Stunde, in der das Deutsche Reich ohne Oberhaupt ist, nicht mit der Feststellung zurückhalten, daß Friz Ebert, feitbem er am 11. Februar 1919 mitten im Bürgerkrieg auf dem Baiton des Beimarer Stadttheaters feine erste Rede als Reichspräsident hielt, in allen seinen öffentlichen Rundgebungen als ein von nationalem Empfin den erfüllter Wann gesprochen hat." Sonntag, 1. März 1925 aller Streitfragen der Bergangenheit aufschwingen mürbe, da bat auch der Reichspräsident Ebert die entscheidende staats. männische Probe nicht bestanden. Und auch während des weiteren Berlaufs seiner Reichspräsidentschaft ist in der Haltung Friedrich Eberts nur zu oft die sozialdemokratische Gebunden heit sichtbar geworden." So start also auch Ebert die Masse seiner Barteigenoffen an ftaatspolitischem Sinn überragt haben mag, eine Synthefe zwischen den Dottrinen und Interessen der Sozialdemokratie auf der einen, den innersten Triebfräften des nationalen Staates auf der anderen Seite zu finden, ist auch ihm nicht gelungen. Das mußte und muß auch für die Einstellung aller derjenigen Deutschen zu dem Politiker und Reichspräsidenten Ebert entscheidend sein, die in der Stärkung dieser nationalen Grundkräfte die Vorbedingung für den Wiederaufstieg des deutschen Bolkes sehen." Auch in diesem Nachruf werden in vorsichtigen Formu fierungen die Verleumdungen wiederholt, die im Magdeburger Prozeß eine Rolle gespielt haben! Die Feinde des Staates, die mit niedrigen Mitteln das Staatsgebäude des neuen Deutschland unterminieren wollten, die sich dem Aufbau in den Weg stellten, als es die Rettung Deutschlands galt, scheiden. fich damit von allen staatsbejahenden Kräften in Deutschland. Gehässiger noch wird die Deutsche Zeitung": Auch bei Wahrung der Ehrfurcht vor dem Tode sind wir außerftande, dem ersten Präsidenten der deutschen Republit freundliche Worte zu widmen, geschweige denn einen Lorbeerzmeig oder einen Eichenkranz auf den Sarg zu legen. Gewiß fühlen wir die Tragik heraus, in der das Leben dieses Mannes ausklingt, aber gerade weil wir fie empfinden, tritt, wenn wir uns das rechte Bild von seiner Gesamttätigkeit formen, seine Schuld über.. ragend in den Vordergrund.... Am Grabe dieses durch die Entwicklung widerlegten Führers der Sozialdemokratie tönnen wir deshalb fein Wort der Versöhnung sprechen. Es bleibt nur die Hoffnung, daß die Männer endlich zur Aus wirtung gelangen, die durch ihr Tun wieder gutmachen, was durch' jene verdorben wurde, zu denen auch dieser Tote gehörte." Hier wird der Ton angeschlagen, den das Organ der Ronservativen, die Kreuz 3eitung" schärfften wiedergibt: amt " Der Verstorbene ist einer unserer gefährlichsten und flügsten Gegner gewesen, nicht nur in parteipolitischem Sinne, sondern wir mußten ihn auch stets befämpfen als einen Bertreter jenes republikanischen, internationalen, pazifistischen und flaffenstaatlichen Gedankens, der das Deutsche Reich von einer Höhe in die tiefsten Tiefen heruntergerissen hat.... Er war mit Scheidemann der Träger des Bermürbungsgedantens. Der Magdebur ger Prozeß über die Beteiligung Eberts an dem Munitionsarbeiterstreit hat in die Vorgänge, die sich furz vor der Revolution abgespielt haben, bligartig hieingeleuchtet, und die Deckung, dies Bark zuteil werden ließ, zeigt deutlich, daß der erste Reichspräfi. der Unabhängige Dittmann Ebert nach seiner Rede im Treptower's dent die Berantwortung für die ersten Anfänge der Revolution in ziellen Ansprachen einen nationalgefärbten Ton, aber dieser fonnte erheblichem Maße mitzutragen hat.... Ebert fand öfter bet offinicht darüber hinwegtäuschen, daß er als ein überzeugter Sozial demotrat international und pazifistisch gesonnen war... Die Zeit seiner sechsjährigen Präsidentschaft ist verknüpft mit den schwer. müssen, und wenn sich in den letzten Monaten eine fleine Befferung sten Erniedrigungen, die Deutschland hat durchmachen unserer Berhältnisse zu zeigen scheint, so kommt dieses Berdienst nicht ihm zu, sondern gerade seinen politischen Gegnern. die gegen ihn und seine Bartei sich immer mehr Geltung verschafften. Das politische Leben des ersten Reichspräsidenten der Deut schen Republik fann deshalb von uns nur als eine Epoche der deutschen Geschichte gewürdigt werden, die von jedem national Gesonnenen bitter empfunden werden muß." Ein großer Deutscher ist tot. Die Niedrigkeit der Ges derselben Rechten, die das Bort national" im Munde führt, fimmung und die unwahrhaftigkeit der Rechten an seiner Bahre, entehrt die Rechte. Bahrhaft deutsches Empfinden, wahrhafte Hingebung an den Staat steht heute voll Ehrfurcht und Trauer an der Bahre des großen deutschen Führers. Aufbauarbeit wird der Rechten nicht vergessen werden! Die Die Beschimpfung des Toten, die Beschmutzung deutscher Abrechnung wird fommen! Wir fragen heute nur die Deutschnationalen: Wo ist eure wahre Gesinnung? In der Kundgebung eurer Minister oder in eurer Presse? Nur mit innerem Widerstreben nehmen wir in diesem Zusammenhang Notiz von einer Prefeäußerung, die die wahre Gesinnung der Rechten enthüllt. Am 25. Fe bruar schrieb die industrielle Bergisch- Märkische 3eitung" über die Erfrantung des Präsidenten: " Der Retter des Baterlands. Jus dem„ Berliner Tageblatt": Die Bahn, die den Tüchtigen durch die staatliche Umwälzung freigemacht wurde, hat hier, während viele andere wie Spreu vor dem Winde verflogen, einen an die Spitze einer Nation geführt, der deffen würdig war, und der es verstanden hat, diese hoch ragende Bosition alle die Jahre hindurch, unverändert, mit Würde zu bekleiden.... Bielleicht stehen wir heute noch zu sehr im wil. den Parteikampf, als daß die ganze Nation das Wirken dieses „ Die Angriffe gegen ihn ftanden zum anderen im Zusammen Mannes gerecht abzuwägen vermag. Aber soviel läßt sich schon hang mit dem Vorwurf des Landesverrats, dessen Tat toch Herrn Eberts Blinddarm entzündet hat. jetzt fagen, daß nicht zulegt er es gewefen ist, der bestand das Magdeburger Gericht durch Eberts Eintritt in die Let Deutschland zweimal, als es unmittelbar am Abgrunde war, während der revolutionären Wirren und während der antung des Munitionsarbeiterftreits 1918 erfüllt gesehen hat. Gegen war, während der revolutionären Wirren und während der In tas Urteil war Berufung eingelegt worden, die jetzt entfällt; und flationsperiode, vor dem Absturz und damit auch vor dem 3erfall gerettet hat.... so wird man an der Bahre des Toten den Streit nicht erneuern wollen. Laffen mir die Geschichte ihr endgültiges Urteil sprechen!" Die Geschichte wird, wenn man erft Distanz zu all den ver. morrenen Borgängen ber Gegenwart gewonnen haben wird, über ihn dies eine Urteil fällen: er war der Retter des Bater. landes. Reichstanzler a. D. Birth widmet in der Bossischen Beitung" Friedrich Ebert Worte der Erinnerung und des Dantes: Man kann es kaum erfaffen, wie rasch der Tob in den letzten Jahren in die Reihen der zur politischen Verantwortung Berufenen eingegriffen hat. Nun ist auch der erste Reichspräsident ber deutschen Republit heimgegangen. Er hatte sich zum Ziel gefeßt, das deutsche Bolt vor dem legten Zusammenbruch staatlicher und gesellschaftlicher Ordnung zu bewahren und die nationale Rettungsarbeit voranzuführen, ohne Rücksicht auf die persönliáe parteimäßige Einstellung. Niemand wird dem verstorbenen Reichs. präsidenten die Anerkennung selbstlofer Arbeit für Boit und Bater( and versagen. Und die Geschichte wird seinem Birken bald gee recht werden. Auch, wenn öder Parteihader bisher versucht hat, sein Charalterbild zu verengen, fo zeigen doch viele Entschlüsse von Aber er schließt: Und der„ I ag", das Schwesterblatt des„ Lokal- Anzeigers", zeigt die ganze innere Unehrlichkeit: ter dazu benugen sollte, thre partei politischen Geschäft Wenn die republikanische Breffe den Tod des Reichspräsident chen zu betreiben, dann darf sie sich nicht wundern, wenn aus dem Lager der Rechten im Verlaufe der neuen Woche auch etwas beutlichere Töne gesprochen werden und wenn die 3urüdhaltung aufhört, die man heute an der Toten tahre Eberts selbstverständlicherweise üben möchte." Die„ Deutsche Tageszeitung" betont scharf ihren Gegensatz zu der Staatspolitik Eberts. Der Staat, den er auf baute, ist nicht der Staat, zu dem die Reaktion sich zurücksehnt. Ihr Nachruf ist deshalb eine Rundgebung gegen die Republik: Als aber in Weimar die Frage zur Entscheidung stand, ob die Führung der Bartei, in deren Händen damals in erster Linie das deutsche Schicksal lag, fidh zu einer Bolitit der Zusammen. faffung aller nationalen Kräfte unter Hintanfegung „ Um so grauenvoller muß auf jeden Zeitgenossen die Nachricht mitten, daß der böse Feind, der bekanntlich rechts steht, nun Europa ist in Unruhe. Die Welt hält den Atem an Ind Deutschland? Der sozialdemokratische Borwärts" meiß es, denn er schreibt: Hoffentlich wird es den Chirurgen gelingen, sein Leben zu erhalten, das nicht nur den Angehörigen und persön lichen Freunden, sondern dem ganzen deutschen Bolte wertvoll bis zur Unerseziichkeit ist." des Organs angeblich des deutschen Proletariats, schreibt, der hat Der das an der Spize des sozialdemokratischen Zentralorgans, entschieden das Zeug zu einem Hofmarschall. Das ganze deutsche ten und ihrer Angehörigen fennt fein teureres Leben als das von Bolt einschließlich der fieben Millionen Wähler der äußersten Rech Frizz Ebert, feinen wertvolleren Blinddarm als den feinigen. Nun wissen wir es. Und mit der ganzen Plumpheit, die nur byzan Sentralargan den Reichskanzler, der bei Behinderung des Reichs. tinische Speichelleder aufbringen, bedroht dasselbe rote präsidenten verfassungsgemäß ihn zu vertreten hat: man erwarte von seiner Loyalität, daß er das überaus schwere und verantwor tungsvolle Amt in einem Geiste führen werde, der den Abfichten des Reichspräsidenten selbst entspricht." Jetzt fehlt wahrhaftig nur noch, daß auf Reichstoffen ein Manfoleum für den weggeschnittenen Burmfortsatz des Blinddarms des Herrn Frih Ebert gebaut wird. Wir begnügen uns, diese Gemeinheit der Gesinnung der öffentlichen Berachtung preiszugeben. aber Abbau des Reichsbefizes. Die Zukunft der Deutschen Werte. alle = Aus den früheren Heeresbetrieben des Deutschen Reiches wurde bekanntlich im Jahre 1920 die Deutsche Werfe A.= G. gegründet, die versuchen sollte, den wertvollen Bestand an Gebäuden, Grundstücken und Betriebsanlagen zur Pro duktion für den Friedensbedarf nutzbar zu machen und so den zahlreichen Arbeitern der ehemaligen Heereswerkstätten eine Beschäftigungsmöglichkeit zu verschaffen. Niemand verkennt Die ungeheuren Schwierigkeiten, die dieser Aufgabe entgegen standen. Erfüllt wurde sie nur auf einzelnen Teilgebieten. Eine ganze Reihe von Werken mußte im Laufe der Zeit still gelegt werden, andere arbeiten mit starker Ein frantung. Gleichwohl wurde auch großes geleistet: Es gelang den Deutschen Werken, für eine ganze Zahl von Waren gute Fabrikationsprogramme aufzustellen und ihnen, sei es durch die Qualität der Waren, sei es auch durch die günstige Preisstellung mit Hilfe großer Verkaufsorgani fationen, einen erheblichen Absatz zu sichern. Einem großen Teil der Privatindustrie war diese Wirtschaftstätigkeit des Reiches schon lange ein Dorn im Auge. Sie bekämpfte die billige Preisstellung die Deutschen Werke stellen z. B. in Haselhorst den billigsten Gebrauchswagen der deutschen Automobilindustrie her und machten auch sonst kein Hehl daraus, daß sie den wertvollen Reichsbesitz an sich ziehen wollten. Zu einem kleinen Teile ist das bereits gelungen, Die Erfurter Betriebe der Deutschen Werke wurden z. B. an eine Aktiengesellschaft verpachtet, deren Anteile sich zum Teil in den Händen des Reiches, zum anderen Teil in den Händen der AEG. befinden. Das Werk arbeitet die bekannten AEG.Schreibmaschinen. Die inzwischen über die Deutschen Werke hereingebrochene Rapitalinappheit hat nun den Aufsichtsrat zu einem Beschluß veranlaßt, der in hohem Grade auf eine Privatifierung der bisherigen Reichswerte hinausläuft. Das der Presse zur Verfügung gestellte Communiqué besagt darüber das Folgende: Der Aufsichtsrat der Deutschen Werke beschäftigte sich in semer Sizung am 27. Februar mit der Abschlußbilanz zum 30. Sep tember und im Anschluß daran mit wichtigen Drganisations änderungen. Die Bilanz zum 30. September weist nach ange messenen Abschreibungen einen Ueberschuß von 360 995,84 M. aus, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Die Deutschen Berte haben im abgeschlossenen Berichtsjahr die Werke Lippstadt, Cassel, Rüstringen und Dachau stillgelegt. Die anderen Werte wurden weiter entwidelt. Es tonnten fehr große Fortschritte auf technischem Gebiete in den ver schiedenen Fabritationen erzielt werden. Zur Fortführung des ursprünglichen Umstellungsprogramms würden indes noch sehr erhebliche Mittel für Anlagen und ols Betriebskapital erforderlich sein. Da es nicht möglich war, diese Mittel zu beschaffen, ergibt sich als fünftiges Programm, daß die einzelnen in Betracht kommenden Betriebe unter Mitwirkung der in Frage kommenden 2änder und gegebenenfalls unter heran. ziehung verwandter Industriezweige für fich ning)( મીસ. Dec in den Händen der Deutschen Werte vereinigt sein. Der erste| Beute des Privatfapitals werden. Darüber, mer die Trieb Schritt zu einer Enteignung des Reiches durch fräfte zu dieser Entwicklung sind, sollte mindestens eine die Privatindustrie wäre jedoch getan. offene parlamentarische Aussprache Klarheit schaffen. Ist diese notwendig? In der Klemme. Den Deutschen Werken fehlt es zurzeit zur Ingangbringung ihrer Produktionsanlagen, soweit sie Aussicht auf ren- Deutschnationale Aufwertungsverlegenheit. table Beschäftigung haben, an einem Kapitalbetrag, der etwa mit 50 millionen Goldmark anzunehmen ist. Das Der Fuchs fizzt im Eisen. Hunderttausende von Stimmen Ausland tommt für dieses Werf kaum zur Kapitalbeschaffung haben die Deutschnationalen mit einer Aufwertungspropain Betracht. Der Hauptaktionär des Wertes, das Reich- ganda erschlichen, die eine ununterbrochene Heze gegen es besitzt 96 Proz. des Aktienkapitals, das 29 Millionen Mark die Sozialdemokratie und gegen die Republik darstellte. Jetzt beträgt verweigert ihm die Mittel. Das ist höchst auf sollen sie ihre Versprechungen erfüllen und ſizen in der fallend. Denn das Kapital, das hier für werbende Zwecke zur Klemme. Der deutschnationale Borsigende des AufwertungsVerfügung gestellt werden soll, beträgt nur einen winzigen ausschusses, Dr. Steiniger, ist bereits gezwungen, die Bruchteil derjenigen Summen, die in der legten Zeit in Flucht in die Deffentlichkeit anzutreten, um gegen der verschiedensten Form der privaten Industrie zu- die Kräfte zu polemifieren, die viel starter als er gewandt worden sind; man denke nur etwa an die Ruhrent- in der deutschnationalen Fraktion die Aufwertung hinterschädigungen. schädigungen. Während aber diese Subventionen dem Reich treiben. Er hat recht: unmittelbar nichts einbringen, glauben die Techniker und Kaufleute der Deutschen Werke bei einer derartigen Berstärfung des Eigenkapitals den Reichsbetrieben eine hinlängliche Rentabilität, das wären also dauernde Einnahmen für das Reich, zu sichern. Der Stand der Reichsfinanzen kann nicht der Anlaß zu dieser Verweigerung des Kapitals sein. Für andere Zwecke war und ist genug Geld vorhanden. Hinter den Entschlüssen des Aufsichtsrates steckt vielmehr die Weigerung der unter dem Einfluß der Großindustrie stehenden bürgerlichen Parteien, die damit die lästige Konkurrenz ihrer Wenn das Reich aus seiner Produktionstätigkeit Vorteil zieht, Geldgeber beseitigen oder wenigstens beschränken wollen. will die Privatindustrie mindestens an dem Profit beteiligt sein. „ Die Deutschnationalen haben ganz eindeutige Wahl. versprechen gemacht. Wenn die Partei fie vergeſſen haben ſoäte,— die Wähler kennen sie um so beffer." Die Verlogenheit der deutschnationalen Aufwertungspropaganda ist genau so groß gewesen und war genau so bewußt wie die Berlogenheit ihrer Hege gegen die sozialdemokratische Außenpolitik. Niemals haben die Deutschnationalen daran gedacht, ihre außenpolitischen Renommistereien in die Tat umzusetzen. Niemals haben sie daran gedacht, ihren verlogenen Versprechungen auf 100prozentige Aufwertung Taten folgen zu lassen. Jetzt winden sie sich wie der Wurm am Spieße. Dr. Steiniger muß sich in einem Artikel der Blatt in einem redaktionellen Artikel die These der extremen Nationalpost" dagegen wenden, daß dieses parteioffiziöſe Aufwertungs gegn er sich zu eigen gemacht hat. Seine Fronde kann niemand darüber täuschen, daß er ein Eingänger in seiner Partei ist und bleibt. Viel wichtiger ist, daß Graf Westarp in der Kreuz- Zeitung", wenn auch in verschleierten Worten, so doch deutlich genug sich auf die Seite der Aufwertungsgegner stelli: Es ist nicht anzunehmen, daß die Umorganisation sofort oder auch nur binnen furzer Frist zu einer Auflösung der Deutschen Werke führt. Bestehen bleibt in jedem Falle die Deutsche Werke A.-G., und man fann nur hoffen, daß es der Berwaltung gelingt, die lebensfähigen Betriebe„ Es sollte nicht vergessen werden, daß die Entwertung der Barwenigstens großenteils ganz in ihrer Hand zu behalten. vermögen nur eine Teilerscheinung der allgemeinen, durch Grundsäglich eröffnet aber der Beschluß des Aufsichts- das Ausland uns auferlegten Armut ist und daz rates einer weitgehenden Privatisierung der diese die letzten Grenzen bestimmt, die der Erfüllung desjenigen Reichsbetriebe Tür und Tor. Hat man, ehe man sich zugezogen sind, das erwünscht und erstrebenswert sein mag, ja auch diesem meittragenden Schritt entschloß, auch den früheren nur Recht und Billigkeit entsprechen würde." Leiter der Deutschen Werke, Direktor Weinlich, gefragt, der Bor Tische las man's anders. Da mar die Entwertung seinerzeit den ersten Aufbau der Produktion geleitet und so den der Barvermögen eine Folge raffinierter Schiebungen der mit Betrieben zur Eristenzfähigkeit verholfen hat? Das hätte man der Sozialdemokratie verbündeten jüdischen Kapitalisten. Die doch mindestens erwarten dürfen, zumal in der Verwaltung, udenrepubli" hatte das Geld entwertet. Der Deutschen Werte sehr weitgehende Meinungsver nationale Regierung" sollte den Schaden wieder schiedenheiten über die Richtigkeit des Entschlusses ge- gut machen. Gestern schreibt beschwörend Graf West arp: herrscht haben. Der in den Vorstand entsandte Aufsichtsrat, Direktor Hennrich, hat sein Borstandsmandat niedergelegt und sich in den Aufsichtsrat zurückgezogen. organisiert und entwidelt werden. Berte berichtiges geleiftet. So haben fie u. a. die Fabrikation von Für die Arbeitnehmerschaft der Deutschen Werte bedeutet dieses Programm, zu welchem die Fortführung der Betriebe gehört, daß im Laufe der Zeit bei entsprechender Organisation der Betriebe eine permehrte 3ahl von Arbeitern in den Werfen beschäftigt werden kann. Die Deutschen Werke, die bisher ein einheitliches Unternehmen mit vielen auf das Reich verteilten Betrieben waren, follen demnach zur Beschaffung des notwendigen Kapitals in eine größere 3ahl von Gesellschaften aufgelöst werden, an denen sich das Privatkapital beteiligen fann. Aus dem Reichsbesitz sollen so gemischt wirt schaftliche Unternehmungen erwachsen. Die Reichsanteile der gemischt- wirtschaftlichen Betriebe follen ebenso wie die etwa noch beim Reich verbleibenden Werte Ebert. Laßt der Geschichte Recht und Wort, Ihr werdet's in den Büchern lejen. Es frägt ein Weh den Toten fort, Denn dieser ist ein Mann gewesen. Es war fein Mund, der Worte sprach, Es schien der kleinste von den Großen, subdi Und artete nicht Fürsten nach, 13 Die Bolles 3orn von fich gestoßen. Doch wär am Steuer nicht voll Mut Ein Sohn des Boltes treu gestanden, So funtelte ein Fürstenhut Wie Schmachgestirn in deutschen Landen Laßt der Geschichte Wort und Recht Dies Grab wird Bolf in Trauer einen. mshid Die Kraft des Volfes nur ift echt, Die Große schmiedet aus den kleinen. Franz Rothenfelder. Coriolan" von Shakespeare. Leffing- Theater. Das Deutsche Theater ist jeden Abend voll, weil die Heilige Johanna" nun schon seit Monaten tausende der Neugierigen anzieht. Triumph für Bernard Shaw und für Fräulein Bergner, das heilige Mädchen von Orleans. Darum ist im Deutschen Theater kein Blaß für neues Wert. Man mußte ins Lessing Theater, übersiedeln, um dem Regiffeur Erich Engel Gelegenheit für feine Shate. [ peare- Inszenierung zu geben. Der Regiffeur ist diesmal verdächtigt, ben„ Coriolan" verlangt zu haben, weil er Aktualitätserfolg von dem Stüd erwartete. Dann wäre Coriolan" anzusehen als Chef einer Obersten Heeresleitung, der trog manches blutigen Erfolges bei feinen lieben Landsleuten nicht beliebt ist. Denn er versteht es zwar 31 fiegen, aber er möchte gleichzeitig auf seine Landsleute schelten und spuden dürfen. Das wollen die Plebejer von Rom nicht dulden und fie verbannen ihn außer Landes. Daß„ Coriolan" fia) nun gerade mit den Feinten Roms verbündet, um seine Baterstadt an allen vier Eden anzuzünden, wird von Shakespeare zunächst als ein tragisches Heldenstück angefehen. Die Tragif wird größer, da„ Corto lan" von seinem Beginnen zurücktritt, weil Mutter, Gattin und Sohn fniefällig fein Erbarmen erbetteln. Ein Dolchstoß von hinten, ge führt von den Feinden Roms, die eben noch die Berbündeten Coriolans gewesen waren, macht der Tragödie ein Ende. Es gibt in diefer politischen Haupt- und Staatsattion einige große Szenen, die Heldenmutter beschwört den Heldensohn, daß er fich zur Sache des Boltes belehre und die Leute non unten nicht bloß Hunde schimpfe. Die nämliche Heldenmutter, die sich über schypänglich an den Narben des Sohnes freut, fniet vor dem Sohne, Die Deutschen Werke gehören zu dem wertvollsten Besiz des Reiches an Produktionsmitteln. Sie haben für die deutsche Boltswirtschaft an vielen Stellen Spinnereimaschinen in Ingolstadt aufgenommen, ohne die die deutsche Textilindustrie vollkommen abhängig von ausländischen Fabrikanten wäre. Es sollte für eine Regierung, die die Wirtschaftsinteressen des Reichs wahrzunehmen hat, selbstverständliche Pflicht sein, diesen wertvollen Befig zu wahren. Statt dessen läßt sie es zu, daß jezt die Privatindustrie ihre Hand nach der willkommenen Beute ausftreden fann und am Ende gar die durch die Ruhrentschädigungen gewonnenen Kapitalien dazu benutzt, um die Reichsbetriebe an sich zu ziehen. Dagegen ist von der Arbeiterschaft der entschiedenste Proteft zu erheben. Nachdem die Deutschen Werte ihre Lebensfähigkeit auf vielen Fabritations gebieten erwiesen haben, dürfen die bisher zu ihrem Ausbau verwendeten Mittel der Allgemeinheit nicht eine willkommene und sie reißt Schmiegertochter und Enteltind zu sich auf den Boden, um ihr Land zu retten. Und dann noch die große Rednerszene, in der Coriolan es nicht erträgt, von Tribunen und Blebejern als ihres gleichen angeschwärmt zu werden. Auf diese Höhepunkte müssen Regiffeur und Dramaturg hinsteuern, ohne den Zusammenhang zu zerreißen. Diese Szenen find heroisch, darum versündigt sich ein Regisseur, wenn er die Auftritte der Masse allzu sehr mit unterscheidender Realisti? belastet. Erich Engel stöbert die Nüancen herauf, die nur Spizfindigkeiten bedeuten, aber teine Vertettung des manchmal gliederlosen Dramas. Friz Kortner hat außerordent lich überlegt gespielt. Sein Coriolan ist tlug, aber auch weich. Dieses Gemisch ist schön. Man sucht manchmal bei Koriner nach der tiefften Quelle feines Talents. Man möchte ihn tadeln, weil er sich nur artistisch entfaltet, aber dann bewundert man doch Mittel, die ihn in die Reihe der großen Komödianten stellen Benn Agnes Straub, die Heldenmutter, ihr hochgetöntes Heldentum nicht bis Kreischen übertrieben hätte, würde sie unendlich groß gewirkt haben. Auf ihren Bewegungen und auf dem merkwürdig tragischen Geficht lag die Inbrunst des Menschen, der sich nur ein tauchen will in die allerheißeste Innigkeit. Sie hätte gar nicht über. treiben müffen, fie hätte mildern müffen, und sie wäre großartiger gewefen. Dieses Maß besaß in allem Jakob Tiedtke. Er weiß feine Mittel vorsichtig zu gebrauchen. Von Natur wirkt er komisch, beinahe ungeschlacht. Auf der Bühne erreicht er es, als ein tragischer Freund beflagt zu werden. Er hat fleine Methoden, um sich förper: lich auf der Bühne zu verwandeln, aber er ist ein sicherer Herr dieser Methoden. Max Hodorf. zum 21 Elie Caster Schüler, die große Dichterin, hat beschlossen, sich nichts mehr gefallen zu laffen. Deshalb schreibt fie eine herrliche Broschüre unter dem revolutionären Titel Ich räume auf". Eine Anflage gegen ihre Berleger, von denen fie fich cusgebeutet bünft, foll die Schrift sein, doch eine leuchtende Dichtung von diamantner Schöne ist selbst dieses Beschwerdebuch" geworden. zichtet dabei auf jede Propaganda wohi mitgehaßter Stonzertoiret Da gibt sie fezner einen Vortragsabend im Meisterfaal, verionen, inferiert auch nicht, platatiert nicht und spricht doch fast dankbar: Else Laster- Schüler soll nicht verzweifeln, denn groß ft vor vollem Haus. Der Beifall der Gemeinde ist start, ehrlich und zahlt haben sollten. die Schar ihrer Freunde auch wenn mittler sie miserabel beBas fie las? Gedichte, Essais und wieder Gedichte eines roar schöner als das andere, am allerschönsten aber wohl das Lied auf ihren lieben Sanft Peter Hille. Und wie sie las? Wohl so, wie eine gute und fluge Frau nun einmal lejen muß; tlar und Berte leuchtendem Gehalt, und mie der Gemälde legtes entsteht, schön formen fich die Worte, die kristalne Gestaltung entspricht der wandelt der Saal sich zum Tempel. Was tann man da anderes tun als banken? ergo. Das Pediskript. Was ein Manuskript ist, weiß jedermann: es ist eine Schrift, die mit der Hand geschrieben ist, also eine Handschrift. In Anlehnung an dieses Wort hat jetzt ein Mann. der seine Memoiren geschrieben hat, das Wort Bediftript gebildet. Bediftript wäre also eine Schrift, die mit dem Fuß geschrieben ist, eine Fußschrift. Und jene Mémoiren sind in der Tat mit dem Fuß geschrieben, denn der | Die Jedenfalls steht über den Intereffen der Schuldner und Gläu biger die Staatsnotwendigkeit und die wirtschaftliche und politische Zukunft des Bolles, die Rücksicht auf Treu und Glauben ebensowohl wie die Notwendigkeit, die Gesamtheit der Wirt haft lebensfähig zu erhalten und zu fördern. Es sind also nicht nur egoistische Interessen, es find in erster Linie fachliche Forderungen und Erwägungen, zwischen denen der Aus gleich gefunden werden muß. Das Bemühen, diesen Ausgleich be. reits innerhalb der deutschnationalen Fraktion selbst herzus ftellen, entspricht genau demjenigen, was die Partei im Wahlkampf bil versprochen hat. Als damals unier voller Zustimmung der in den Parteiorganen vertretenen Wirtschaftskreise hervorragendſte Verzugt treter der Gläubiger und Sparer Schußver. bände an sicherer Stelle aufgestellt wurden, war die Absicht eben die, daß diesen Persönlichkeiten die Möglichkeit eingeräumt werden sollte, sich in der engen Arbeitsgemeinschaft der Fraktion mit den Vertretern von Hausbesis, Landwirtschaft und Induſtrie auseinanderzusehen und mit ihnen gemeinsam die mög lichen und durchführbaren, nach allen Seiten gerechten und vor der Zukunft zu verantwortenden Vorschläge zu suchen und zu finden." Mann, der sie herausgibt, ist als Armloser geboren und hat sich fo erzogen, daß er alles, was er tut, mit den Füßen vollbringt: er hält beim Effen Messer und Gabel mit den Füßen, schreibt mit den Füßen, spielt Klavier und Billard mit den Füßen usw. Es handelt sich um jenen Herrn Unthan, der vielen wenigstens dem Namen nach bekannt sein dürfte, da er sich mit seinen Fußtünften in ganz Deutsch land gezeigt hat. Es tennt ihn auch, wer Gerhart Hauptmanns Roman Atlantis" gelesen hat, da er dort unter einer sehr durchfichtigen Maske vorgeführt wird. Während des Krieges und nach dem Kriege hat Unthan fich in mancher Weise nüßlich gemacht: er hat den Unglücklichen, die ihre Arme eingebüßt hatten, in öffent lichen Lehrvorträgen und durch praktische Demonftrationen gezeigt, mie man im Leben auch ohne Arme sich betätigen und ein nützliches Glied der Gesellschaft bleiben tamm. " 36 000 Zeitungen in einer Stunde. Für eine schwedische Zeitung ist von einer Würzburger Firma eine Zeitungsdrud- Rotationsmaschine hergestellt worden, die alle bisherigen Maschinen in Schatten stellt. Diese Maschine, die 7 Meter hoch und 21 Meter lang ist, ist imftande, in einer Stunde 36 000 3eitungen zu je 48 Seitgen herzustellen, also nicht weniger als 1728 000 3eitungsfeiten! 7 Pfund Zeitungspapier müssen ihr in der Sekunde zugeführt werden, Sie verbraucht in der Stunde 220 Zentner Papier die in der nächsten Sekunde bedruckt fämtlich wieder herauskommen. Allein das Heranschaffen von Beitungspapier beschäftigt, wenn die Maschine in Bang ist, über 20 Mann. ナチ Spielplanänderung. Im Schauspielhause wird Montag und theater Faust"" und Nathan der Weise". Im Opernhause geht Donnerstag ber Brinz von Homburg" gegeben, im Schiller. am Montag statt Figaros Hochzeit" Jenufa in Szene. " " Die Bremiere des Herrnfeld Theaters ist auf Montag, den 2., verlegt, Die Neueinstudierung von Orpheus in der Unterwelt" im Deutschen Opernhause ist verschoben. Montag gelangt baher Fidelio" zur Aufführung. einen Vortragsabend.( Goethe, Heine, Arno Holz.) Maria Janta veranstaltet in der Berliner Sezession am Donnerstag 8 Uhr abends, in den Spichernfälen, Spichernſtr. 3.( Untergrundbahn beiterorganisation Boale 3ion veranstaltet Mittwoch, den 4. März, Für das arbeitende Palästina. Die jüdische Sozialdemokratische ArNürnberger Blas) eine große sozialistische Stundgebung für bas ats beitende Palästina. Ansprachen halten: Reichstagspräsident Baut Löbe, Reichstagsabgeordneter Eduard Bernstein, Reichstagsabgeordnete Toni Sender, Alfred Berger, Dov Hos( Palästina), Dr. Werner Frou fädter, M. New tebt, Sch. Rubel u. a. Eintrittslarten bei Bothe u. Bos, M. Wertheim, Seipziger Straße, in den jüdischen Buchhandlungen und im Geiretariat Poale Ston, Auguftfir. 17. Brofeffor Strumbachs ftatt. Thema: 2 eben am Ufer der Meere Im Museum für Meeresfunde findet Dienstag, 1 Uhr, eine Führung Abends 8 Uhr spricht Profeffor Solger über„ Die deutschen Dünenfüsten". Wilhelm von Scholz liest am Donnerstag, abends 8 Uhr, aus eigenen Werfen in der Buchhandlung J. M. Spaeth, Königftr. 52. Befteuerung der Golleshäuser in Rußland. Der Sovjet von Veters. nicht befteuert worden find, von nun ab mit einer Steuer zu belegen. burg bat beichlossen, die Stirchen, Synagogen und Moscheen, die bisher Die Steuer foll auch auf alle anderen zuz Sweden religiöser Rulte ent stehenden Gebäude ausgedehnt werden. Dieser Ausgleich in der deutschnationalen Fraktion ist gegenüber dem lärmenden Geschrei ihrer Wahlagitation min erhin schon etwas Neues. Damals hörte man nichts davon, daß die Aufwertungsfreunde in der Deutschnationalen Partei erst einen Ausgleich mit ihren erbitteriften Gegner fuchen müßten. Heute aber weiß man, daß die Wirf chaftsmächte die stärkeren sein werden. Nur um den Willen dieser Wirtschaftsmächte innenpolitisch durchzusetzen, sind die Deutschnationalen in die Regierung eingetreten, haben sie alles verbrannt, was sie bisher angebetet hatten. Der Wille der Schwerindustrie und des Landbundes wird auch in der Aufwertungsfrage maßgebend sein. Die stär teren Bataillone geben auch hier den Ausschlag. Geschenkt werden wird den Deutschnationalen freilich nichts. Die sozial und wirtschaftlich entwurzelten Kreise, die fie mit ihrer hemmungslosen Hehe um sich geschart haben, werden sie verlieren, wenn der wahre Charakter dieser junterlich schwerindustriellen Partei auch dem blindesten Auge sich enthüllen mird.. Zweierlei Maß.9 Entschädigungsgewinne und Gewerbesteuer. Aus dem Ruhrgebiet wird uns geschrieben: T Je mehr die Bevölkerung die Bedeutung und den Umfang der Reichsentschädigung an die Ruhr industrie erfennt, um so größer wird die Erregung. Immer mehr stellt sich heraus, daß die 700- Millionen- Gabe eine Borzugsspende an die Industriellen gewesen ist, während man unzählige, durch den passiven Widerstand gefchädigte Eristenzen, aber auch Gemeinden und Landkreise ihrem Schicksal überläßt. Bon Bürgermeistern, Landräten, Provinzialbeamten, Vertretern der Landesverjidherungsanstalten, der Krantenfassen usw. fann man hören, daß sie in den Berliner Ministerien achselzudend mit dem Hinweis auf die allge= meine Finanznot abgewiesen worden seien, wenn sie Hilfe für ihre finanziell erschütterten Gemeinwesen und OrgaDas Schweigen der bürgerlichen Bresse ist dabei Maßstab für die Stimmung der Bevölkerung. Nicht nur in der SozialDemokratie, sondern in allen Streifen, die nicht zu den Bere dienern des passiven Widerstandes gehören, wird das Verhalten der Reichsregierung aufs schärfste verurteilt. Zur Charakteristik des rücksichtslosen Egoismus der Ruhrindustriellen wird nun ein neues Bild bekannt. Die Zechen, die während des passiven Widerstandes von der Besagung in Regie übernommen worden waren, haben während der ganzen Dauer dieses Betriebes teine Gewerbesteuer bezahlt. Um allen späteren Ansprüchen der Gemeinden zu entgehen, haben sie ihren Gewerbebetrieb für diese Zeit a b= gemeldet. Nun sind aber inzwischen die Zechen für ihre Verluste hinreichend von Reichs wegen entschädigt worden, und zwar angeblich unter der Bedingung, daß fie nachträglich die Gewerbesteuer zu entrichten haben. Nachdem die Zechen aber die Reichssummen in den Kassen haben, pfeifen sie selbstverständlich auf das Steuerzahlen. Sie verweigern den Gemeinden die Nach. zahlung der Gewerbesteuern mit dem höhnischen Hinweis, daß fie ja ihre Betriebe abgemeldet haben. Eine Reihe von Gemeinden, darunter Recklinghausen, für Die die Steuerfabotage diefer Zechen Ausfälle zwischen 100 000 und 500 000 m. beträgt, find dadurch in die schwierigite finanzielle Lage geraten. Das ist die Situation im ganzen besetzten Gebiet. Die Reichsregierung hat den Ruhr industriellen das Gold mit Scheffeln zugemessen und die übrigen Schichten des besetzten Gebietes haben das Nachsehen. ihn gar nichts an. Höchftens martieri man, Entrüftung gen habe Heilmann fürzlich.40 Broz Der Geschäftsanteile dieser über die Enthüller. In der Kreuzzeitung" hat Herr Fer- Gesellschaft, die er mit Reichsgeldern erworben habe, als fein Eigennandes die Stirn, von Inquifition im Landtags- tum an einen Verlag verfauft und den Erlös von 75 000 m. in ausschuß zu reden. Das ist allerdings unerhört, daß so ein feine Tasche gesteckt. Landtagsausschuß sich herausnimmt, in die Schiebungen dieser Junterclique hineinzuleuchten. Sind es doch yur arme, unerfahrene jugendliche durch die gemeine Repolation entwurzelte und aus dem Gleis geworfene Eristenzen. Alle find fie Opferder Revolution und Opfer der Juden. Höchstens fann man Mitleid mit ihnen empfinden. Das Judenpad" aber nimmt sich noch heraus, diese Aermiten der Armen einem inquifitorischen Gerichtsverfahren zu unter ziehen! So schlecht ist die Welt. Wirklich, über die Moral der Rechtspresse geht nichts! hat man etwa geglaubt, daß die Enthüllungen über die von Ekdorf, von Karlowik ind von Sizewiß- Schiebereien den Gipfel des Standals tarten? Dann irrt man sich. Der Gipfel ist die Behandlung dieser Frage in der Bresse der Junter! Die Lage in Preußen. Berhandlungen zwischen Marg und der Volkspartei. Der Meltestenrat des Landtags ist zu Montagnachmittag 4 Uhr einberufen worden, um darüber zu entscheiden, ob die für Dienstag und Mittwoch vorgesehenen Blenarsizungen stattfinden follen, und um über eine besondere Trauerfeier des Breußischen Landtags zu beschließen. Die Wie uns aus parlamentarischen Kreisen mitgeteilt wird, hatte der Ministerpräsident Marg eine längere Besprechung mit dem Führer der Deutschen Volkspartei, Dr. v. Campe. Landtagsfraktion der Deutschen Boltspartei ist telegraphisch zu einer Sigung für Mantagabend eingeladen worden. Die Diffidenten des Zentrums. Mizbilligungserklärungen im Rheinland. Köln, 28. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Zentrum s partei im Bahlkreise Koblenz- Trier nahm am Freitag nachmittag zu den Vorgängen in der Zentrumsfraktion im preußischen Landtag Stellung. Abg. Dr. Heß gab einen chronologischen ueberblid über die Entwicklung der Ereignisse und legte eingehend den Standpunkt der Frattion bar. Demgegenüber entwickelte Abg. Loenar die Gründe, die ihn zu seiner Haltung gegenüber dem Kabinett Marg bestimmt hatten. Es gelang Loenarh jedoch nicht, die Konferenz von der Richtigkeit seiner Auffassung zu überzeugen. nach längerer Aussprache wurde mit großer Mehrheit folgende Entschließung angenommen. 1. Die Versammlung mißbilligt das Berhalten des Herrn Abg. 2oenart bei der Abstimmung am 20. Februar im Landtag 2. Der Vorstand wird beauftragt, den Herrn Abg. Loenary, falls er nicht binnen zwei Tagen feine Bereitwilligkeit erklärt, in fünftigen Fällen mit der Frattion zu gehen, um Rieber legung seines Mandats zu ersuchen, wenn er bis dahin nicht von sich aus sein Mandat niedergelegt hat. Der Borstand der Zentrumspartei des Kreises 3ell a. Mosel, in dem der Abg. Loenary gewählt ist, verurteilt in fol. gender Erflärung das Verhalten Boenark: Wir billigen gern unserm Abgeordneten weitgehende Meinungs und Handlungsfreiheit im Rahmen des Zentrumsprogramms zu, müssen aber von ihm mehr Rücksicht auf die Zentrumsgefinnung und Parteichre verlangen. Darum bedauern und mißbilligen wir es, daß herr Loenary, der wohlbegründeten Beschlüssen der Zen trumsfraktion entgegentrat, nicht bereit ist, die Folgerungen aus feiner Handlungweife zu ziehen." Geständnis eines Deutschnationalen. Zum Schluß erklärte der Rebner, daß die Deutschnationale Bolfspartei auch als Regierungspartei in ihrer Opposition gegen den Staat von heute bleibe. Das Ziel der Partei fei, diesen Staat von innen her zu überwinden und zu besiegen. Abet alle Versuche, auf dem Wege der Gewalt die Ziele des November 1918 zu ändern, wären von vornherein zum Scheitern verurteilt.. Es gelte vielmehr, den langsamen Weg der inneren Gesundung zu gehen, um einen von unserem Machtwillen getragenen deutschen Staat eufzubauen. Konservative gegen Gewerkschaften. Beschluß des Kabinettsausschusses. Sa London, 28. Februar.( TU.) Der Kabinettsausschus unter dem. Vorsitz von Lord Birkenhead, der sich mit der Frage der Gewertschaftsbeiträge für politische Zwede befante, hat heute in der Sondersitzung des Kabinetts der Regierung die Annahme der Gefetzesvorlage in Unbetracht der im Lande herrschenden konservativen Stimmung empfohlen. Die Regierung hat zu der Frage noch feinen Beschluß gefaßt. Auflösung der belgischen Kammer. Paris, 28. Februar.( WTB.) Wie aus Brüssel berichtet wird, wird die belgische Kammer am 7. März aufgelöst werden. Die Neuwahlen würden am 5. April stattfinden, das neue Barlament werde cm 28. April zusammentreten. 8 Tschechische Regierungskrise. Wegen des Hirtenbriefes der Bischöfe. H 2 Prag, 27. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Hirtenbrief der slowakischen Bischöfe, der die Zugehörigkeit zu einer sozialistischen Bartei- mit firchlichen Strafen bedroht, scheint eine Regierungstrije herauszubeschwören. Die tschechische Sozialde motratie hat in der Kammer eine Interpellation gegen diejen Hirtenbrief eingebracht und auffallenderweise haben auch die tichechischen Nationalisten eine ähnliche Interpellation eingereicht. Denn auch fie fordern für die Tschechoslowakei eine Trennung des Staates von der katholischen Kirche und vor allem die Einführung von Kirchensteuern. Bisher sind in der Tschechoslowakei die Ausgaben der Kirche aus den allgemeinen Einnahmen des Staates gedect worden, so daß auch Nichttatholiten z: ihnen herangezogen wurden. Alle diese Probleme find numehr plöglich durch den Hirtenbrief aufgerollt worden. Die Folge wird sein, daß es zu einer scharfen Auseinandersehung innerhalb der Regierungsfoalition, vor allem zwischen der katholischen Bolkspartei und den tschechischen Sozialisten fommen wird, die den Hirtenbrief als politischen Vorstoß betrachten. Polen rüstet Kriegsminister Siforsti überraschte den Sejmausschuß durch De Forderung, den Heeresetat von 655 auf 765 millionen totn zu erhöhen. Ministerpräsident Grabsti babe für 70 Millionen der Erhähung fchon Dedung. 40 Millionen aufgebracht werden. Siforsti ftellte die Bertrauensitage. Der Ausschuß will fid) erft von Grabst Muftlärung, holen. Korridorichikanen. In Leßer Zeit häufen fh, laut Oft Cypreß, die Beschwerden über die Berkehrsschwierigkeiten im prischen Storridor. Die Bolen stellen fich auf den Standpunkt, daß die Durchgangsfreiheit nach Deutsch and mile file Güter aft preunifcher Herkunft au gewähren sei. Auf diese Weise wird z. B. die Einfuhr won Waren, Die aus Litauen über Ostpreußen, geleitet werden, abge= inüri Jim Berlauf der Berliner Berhandlungen mit dem polnischen Delegierten Bronbannsti hat die deutsche Reichsregierung einer poini mitarbeiter in Deutschland( Sadjengänger") zu verhoudein. Der den Waregung zugestimmt, über bie polnischen BanderMengel an einer Regelung auf diesem Gebiet bat fortgelegt zu Reibungen geführt, z. B. in den Ein- und Ausreisefragen. 13 Die peinliche Inquisition. Verlegenheit über die Zikewitz- Enthüllungen. Auch als Regierungspartei gegen den Staat. Die Rechtspreffe ist in ihrer Berleumdungskampagne Abend schten die Deutsch nationalen aud) in München München, 28. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Am Freitag gegen alles, was republikanisch und demokratisch ist, und was auch Sen brutalen Machtwillen der Schwerindustriellen hindert, in ihrem Agitationsfeldzug gegen die Sozialbemo ihren Mitteln nicht verlegen. Wochenlang werden die tratie ein. Unter dem Schlagwort" Fort mit den Barmat- Schie Untersuchungsausschußverhandlungen breit getreten. Jeder bern" schilderte der Reichstagsabgeordnete von Lindeiner Quart, der gar nichts mit dem Kern der Dinge zu tun Bilbau die Vergangenheit der Kutister und Barmat und erklärte hat, wird endlos in die Länge gezogen, die beliebten" Spar- bann, daß demnächst in der Tschechoslowakei unliebfame Aus. famteitsrücksichten spielen gar feine Rolle. Die deutschenandersetzungen zwischen den Sozialdemokraten und den übrigen nationalen Reinlichkeitsapostel würden, wenn sie fönnten, Barteien wegen der Beziehungen zu den Barmats erfolgen werden. bis auf die Zeit vor Chrifti Geburt zurückgehen, um irgend. Der frühere englische Ministerpräsident Macdonald lebe fort. eine fozialdemokratische oder demokratische Gemeinheit nach gefegt in banger Sorge barüber, daß man seine Beziehungen zu ben Barmats der Deffentlichkeit übergeben werde. Dann wandte sich der Redner vor allem gegen Heilmann, den er als den eigentlichen Inhaber der Deutschen Funk it unde bezeichnete. Sämtliche Tochtergesellschaften im Reich mit Ausnahme der in Bayern seien ihm untertan, und damit hätte die SPD. den polttischen Funfnach richtendienst in ihren Händen. Heilmann hätte zwar vor furzem sein Ant als Geschäftsführer dieser Gesellschaf: niedergelegt, fich aber gleichzeitig zum Broturisten ernennen lassen, wofür er weiterhin das Monatsgehalt von 600 r. und außerdem noch Tantiemen beziehe, die im letzten Ottober 2000 Mt. betragen hätten. Im übri6 Banz anders gestaltet sich das Bild nur, wenn es um die arischen Klaffen und Standesgenoffen geht. Dann ist Schweigen die Parole. Die Berichterstattung über Den Bigewig- Stanbal ist bentbar zurüdhaltend. Die„ Deutsche Zeitung" widmet dem Bericht über die Freitagverhandlungen fnappe 30 Beilen. Die Provinzpresse der Deutschnationalen schweigt in allen Tonarten. Was braucht der biedere Pro vinzleser zu wissen, wie die junterlichen Schieber in Berlin die Steuergelber zu Hunderttausenden verjubeln. Das geht OutdbelW Ginsegnungs- Anzüge Blauer Cheviotatus aus Smoking- Anzüge M. 50.- 45.- 42.- 39.- 35. Blauer Woll- Cheviot M. 55. 54.52.- 49.Blauer Melton- Cheviot M. 64. 57. 55. Blau., glatt. Diagonal- Cheviot M. 87.84-80.- 79.gute Verarbeliung mit Seidenspiegel M. 115. 110. 105.- 95.Schwarze u. blaue Anzüge mit feinen Nadelstreifen M. 63.55.- 52,- 50, Dunkelfarb. Sakko- Anzüge mit langer Hose M. 56.- 52.- 50.- 43.- 36.B allehol Der Kampf für den Mieterschuh. Im Senderausschuß des deutschösterreichischen Bationalrats zur Beratung des Mieterhusabbaues( chriftlich- sozialer Antroa) ift man firmer noch in der Geschäftsordnungsdebatte por der Konstituierung. Genoffe Leuthner Iprach cm Donnerstag in zwei Raten acht und am Freitag fünf Stunden. Die denische Delegation für die deutsch- russischen Wirtschaftsverhandlungen, og deren Spike Minister aldirektor Körner steht, ist in Mostau eingetroffen. Die Berhanbuungen sollen noch vor Dftern zum Abschluß gelangen. Berichtigung. In der Notiz Die Sürzung der Benfionen" ( Morgenausgabe vom Sonnabend) muß es heißen: Bie aber der Reichsbund der Kriegsbeschäbigten aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, beabsichtigt die Reichsregierung nicht, bie Pensionsfürzungsbestimmungen auger kraft feten zu laffen und wird mit einer entsprechenden Vorlage an den Reichslag herantreten." Wäsche Hüte / Handschuhe in reicher Auswahl M Coders& Dyckhoff GERTRAUDTENSTR 8-9 AN DER PETRIKIRCHE In dieser Woche Großer Verkauf ExtraPreise Strümpfe und Trikotagen Damenstrümpfe Damenstrümpfe Schwarz od, farbig Baumwolle Damenstrümpfe 48Pf. feinfädig, schwarz oder 120 farbig. Kunstseide, Fuß ohne 195 Damenstrümpfe Naht Flor, extra fein, 220 Damenstrümpfe schwarz.. 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Aber noch mehr besagt doch, daß er in den Jahren 1897 bis 1903 das einzige sozialdemokratische Mit glied des schwedischen Reichstags war, während heute die Erste Rammer 52, die weite 104 Mitglieder dieser Fraktion aufweift! In der Spanne von fünfundzwanzig Jahren ist der große Durchbruch der Arbeitermassen in Schweden vor sich gegangen, und daß es so fam, ist zum großen Teil Hjalmar Brantings Werf. Jeder, der in Schweden groß geworden ist, erinnert sich, mit welchen dumpfen Gefühlen man damals das Auftreten der Arbeiter verfolgte. Die großen Trupps der Arbeiter, die fich am 1. Mai die Stockholmer Straßen entlangschlängelten und sich nach den offenen Feldern begaben, um Reden für den Acht ftundentag zu halten wie reimte fich das alles mit einem gut geordneten bürgerlichen Staat zusammen? Würde es nicht zu einem gewaltsamen Zusammenstoß tommen? Mit Branting an der Spize? Aber Branting war ja selber ein Kind des Frühlings, ein Kind des Radikalismus der achtziger Jahre, deren Kämpfe und Ideen die ganze Generation be fruchtet haben, in einem Umfange, wie dies in Deutschland nicht der Fall sein konnte. Hjalmar Branting gründete eine raditale Zeitung und begann hier seinen journalistischen Kampf, der fast bis zu jeinem Tode gedauert hat. Er wurde einer der glänzendsten Journalisten der modernen Bresse überhaupt. Während aber feine nächsten Freunde aus der Studienzeit in Upsala fich der fogenannten liberalen Richtung zuwandten nicht zu verwechseln mit der nationalliberalen Bewegung im deutschen Barteileben, drang Branting nach umfangreichen Studien meiter und tiefer in das soziale Problem hinein und wurde der große Anwalt der Arbeitermassen. Sein ganzes Streben ging darauf aus, die Arbeiterklasse erst geistig reif zu machen für ihre große Aufgabe im politischen Leben und nicht umgekehrt! Er wollte niemals die Knechtung irgendeiner Partei oder eines einzelnen Menschen zugunsten einer anderen! Sein Jdeal war ein wirklicher Boltsstaat, gestützt auf eine breite Demokratie, die nicht ein egoistisches Leben am Staate fristen durfte, sondern für das Gedeihen dieses Staates arbeiten follte. Er war in seinen Zielen und seinem Streben mohl univerfaler als irgendein anderer Führer der Sozialdemokratie. Daß ihm aber die Verwirklichung seiner Ideale gelang, liegt erstens an seiner Eigenart, aber dann auch an den Eigenschaften des schwedischen Boltes, die wiederum in der schönsten Weise durch ihn verförpert wurden. Diefes fleine, aber hochgebildete Bolf liebt nicht die großen Auftritte und hat sich eine Zeitlang allzu wenig mit den öffents lichen Fragen feines Landes befaßt. Es ist seinem Wesen nach fehr diszipliniert, ohne irgendeinen 3wang von außen zu spüren. Es will viel eher eine gerechte Ordnung als eine raditale Beränderung, durch Unordnung hervorgerufen! Was durchaus nicht hindert, daß auch Hjalmar Branting mit vielen Berurteilen und startem Widerstand hat aufräumen müffen, und doch hat man das Gefühl, daß die Gegenfäge felten so heftig aneinander geprallt find, wie in anderen Ländern. Hjalmar Branting brachte alles mit, was zum Führer von nöten war. Er war nicht nur ein glänzender Stilist, sondern einer der ersten Redner der Gegenwart, der im Parlament mit seinen wundervoll gebauten Reden seine Schlachten gewonnen hat. Bielleicht entwickelte er seine größten Gaben, wenn er in Arbeiterversammlungen sprach, was er unzählige Male tat. Seine Stimme kam dann aus dem Herzen, er verfchmähte jede Retorif, nur um flar, bündig, überzeugend zu mirfen. Sein persönlicher Einfluß auf die Menschen beruhte zum größten Teil auf seiner schmedischen Eigenart. Er gewann fpielend alle für sich mit einem bezaubernden Lächeln, einem Scherz, einem Wort. In den fritischsten Stunden siegte er mittels feiner Heiterfeit. Er war ein Charmeur schwedischer Art und erinnerte in seiner sonnigen Laune an den National dichter Efaias Tegner in dessen glüdlichsten Stunden. Aber die Art, mie er sich gaber tonnte auch sehr heftig sein hing natürlich zutiefst zusammen mit feiner Weltanschauung: er war ein harmonisch veranlagter Mensch und blieb fo trot mancher Prüfungen, er war ein europäischer Optimist! Ein Optimist in Europa und dies in der Gestalt eines großen Staatsmannes? Diefer Optimismus war sein Erbe aus der Durchbruchs. zeit der achtziger Jahre und erklärt auch seinen Erfolg- denn er glaubte nicht nur an seine Ideen, sondern auch an die Entwidlung der Menschheit. Erinnern wir uns doch an die merk würdigen Worte, die der alte 3bfen einst äußerte: das von ihm heiß ersehnte dritte Reich, in welchem die adligen Menschen herrschen sollten, fei das Reich der Arbeiter! Und denten wir an Hjalmar Branting als Menschen, ganz abgesehen Pfarrer Heumanns Heilmittel stets auch vorrätig im Alleindepot: Zions- Apotheke Homöopath. Zentral- Officia Berlin 131, Anklamer Sirate 30/40, an der Ecke Brunnenstr., 5 Min v. Rosen'hal. Tor. Tel Amt Humboldt 1022. Adler- Apotheke ( Paul und W. Sadée), Berlin- Friedenau, Rheinstr. 16. Tel: Rheingau 2029, Friedrich Wilhelm Apotheke Apotheker Georg Seelenbinder, Charlottenburg 2 Leibnizstraße 106, Jelephen 121, Schweizer- Apotheke. Apotheker Max Riedel Berlin W8, Friedrichstr.175. Heege's Apotheke. Berlin O, Gubener Str. 33, Ecke Warschauer 6tr. Min. enif.v.Stadt, Hochbahnstat. Warschauer Brücke Das große Pfarrer Heumann- Buch Sen Seiten, geo Abbildungen) erhält jeder Leser, der seine Adresse einschickt, von der Firma Ludwig Heumann& Co., Nümberg M. 45 gratis und franko zugesandt. Postkarte gentigt. F ALTER von seiner Tat als Parteiführer, und wir haben den Ibsenschen adligen Menschen vor unseren Augen. Denn während Menschen aus den verschiedensten Parteien und Lagern angesichts der furchtbaren geschichtlichen Ereignisse immer stärker an sich und an ihren Idealen zu zweifeln begannen und schließlich geistige Nihilisten wurden, hielt Branting fest an seinen Idealen, focht feinen leidenschaftlichen Kampf für sie bis zur legten Stunde! Nur durch diese menschlichen Eigenschaften fann man es erklären, daß Branting nicht nur Parteiführer blieb, sondern im meitesten Sinne des Wortes ein Vorbild feines ganzen Bolfes murde. Man möge auch der entgegengesetzten Richtung angehört haben- die Wirkung seiner Berfönlichkeit und seiner Lat erstreďte fich auf uns alle. Andere schmedische Parteiführer legen Zeugnis davon ab, mie gut man mit Branting arbeiten fonnte. Denn gerade meil er ein Lebens bejaher war, wurde er ein Aufbauer großen Stiles, besiegte er die schwedische Erbsünde, den Neid. So ist es gekommen, daß er nicht nur die Arbeiter erzogen hat, sondern daß er ein Boltserzieher wurde, und daß er die letzten dreißig Jahre der politischen und sozialen Geschichte Schwedens ein fach beherrscht. Da aber ein Vertreter der internationalen Arbeiterbemegung war, murde er gleichzeitig eine europäische Per fönlichkeit. Es ist teine Uebertreibung zu sagen, daß Schweden seit einigen Jahrhunderten keine politische Persön lichkeit aufzuweisen hat, die von so großer Bedeutung für ganz Europa war wie Hjalmar Branting. Er war selbstverständlich ein geschworener Feind jedes Imperialismus, wo er ihn auch vorfand. Deutschland weiß es, aber auch die Entente. Seine Stellung im Rate des Bölkerbundes bedeutet lehten Endes die geradlinige Weiterführung seiner schwedischen Arbeiterpolitit. In seinem Aufsatz für die Reifeprüfung schrieb er über die Bedeutung des Verkehrs für das Leben der Völker, er sei geeignet, die Menschheit ihrem hohen Ziel zuzuführen, das zum erstenmal von der Französischen Revolution mit den Borten Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" formuliert wurde. Im Völkerbund sah er ein Werkzeug dieser Ideale, wenn er auch in scharfen Worten seine Unzulänglichkeit fritisierte. Aber es war eine Selbstverständlichkeit, daß man in Genf auf horchte, wenn dieser geniale Mann sich äußerte, daß man in ihm nicht nur den europäischen Bertreter der Sozialdemokratie sah, sondern den Wortführer der kleinen Nationen überhaupt. Noch in frischer Erinnerung ist sein Auftreten in der KorfuAffäre. Er trat immer für die Minorität ein, wenn fie getnechtet wurde, auch für die Saarbevölkerung. Wenn er nicht mehr erreichte in diesem seinem Kampfe, lag es nicht an ihm, sondern daran, daß die Zeit noch immer nicht auf die Warmungsrufe einer humanen Weltanschauung hören will! Es ist ohne weiteres flar, daß ein Lebenswert, wie das Brantings, unmöglich ist, wenn es nicht getragen wird von einem persönlichen Bathos, wenn nicht der Kämpfer ohne jede Rücksicht auf Erfolg oder Mißerfolg mit persönlichem Mute für seine Sache ficht. In einer Rede aus seiner letzten Zeit, in der er dem Gedenken eines Freundes huldigte, sprach er folgende Worte: Mut zeigt man nicht nur, indem man eine eigene Ansicht hat und diese gegen die Angriffe der Vielen und gegen Schmähungen allein vertritt. Es gibt einen moralischen Mut, der höher reicht: in den ernstesten Stunden des Lebens nicht zu schwanken oder auf etwas zurüdgehen, das einer fritischen Betrachtung nicht Stich hält, das aber in unterbewußten Berfteden auf einen Tauern fann, bereit, ben Schmachen zu versuchen. Denn wie es in Jacobsens Niels Lyhne steht, es gibt so vieles andere, als das Gehirn, was überzeugt werden muß, das Blut und die Nerven, Hoffnungen und Sehnsucht, ja auch die Träume." Mit anderen Worten- es ist notwendig, daß Intelleft und Herz zusammengehen, damit die Tat geschieht. Und so bringt uns Hjalmar Brantings Leben dies Schauspiel: einen ganzen Menschen, der sein ganzes Leben einsetzte für eine Idee, die größer mar als er selbst, die Freiheit des einzelnen Menschen und die Befreiung der Völker von dem Joche der Ueberlieferung. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Neue Vorschläge. Der frühere belgische Minister Ernest Mahaim, Professor in zur Einschränkung der Arbeitslosigkeit und ihrer verheerenden Bir Lüttich, hat auf dem Brager sozialpolitischen Kongreß die Mittel fungen in einem bemerkenswerten Bortrag behandelt, den das Reichsarbeitsblatt" wiedergibt. Er befaßt fich darin nicht mit der regelmäßigen Arbeitslosigkeit der Saisonarbeiter, sondern mit der als Bestandteil der allgemeinen Wirtschaftskrisen von Zeit zu Zeit auftretenden Erwerbslosigkeit großer Maffen. Bon den verschiedenen Hilfsmitteln, die er bespricht, seien drei, die nicht allgemein bekannt und angewandt find, erwähnt: 1. Verbilligung der Berkehrsmittel. Sie hat nur in dem beschränkten Umfange des Ausgleichs zwi schen Arbeitsmangel und Mangel an Arbeitern in verschiedenen Bandesteilen Bedeutung und ist immer nur in einem nicht sehr ausgedehnten Wirtschaftsgebiet anwendbar. So hat Belgien Ar beiterwochenkarten mit einer Gültigkeit für fast alle Züge auf eine Entfernung von 75( früher 100) Kilometern, die besonders ubis auf ein Sechstel des gewöhnlichen Breifes- verbilligt find. nahe 3m Jahre 1910 benußte fast ein Biertel der Arbeiter diese Starten auf dem Wege zur Arbeit. 1913 wurden von insgesamt 204,5 mil. fionen Reisen 83,1 millionen auf diese Karten ausgeführt, 1923 gar 103,3 millionen von 240,4 Millionen Reisen, das find 43 Proz Die dadurch geschaffene Beweglichkeit der Arbeiter ermöglicht den Ausgleich bei Strijen örtlicher Art und erleichtert mehr als wohl in allen Ländern in allen Ländern fehr vielen Industriearbeitern das Bohnen auf bem Lande, wo die Nachteile der Erwerbslosigkeit noch am ehesten auszugleichen find. 2. Beffere Berteilung der öffentlichen Arbeiten. Während Mahaim die früher besonders gepflegten Rot. ftandsarbeiten als im allgemeinen unwirksam, toftspielig und perbitternd permirft, legt er großes Gewicht auf Blanmäßigkeit bei Ausführung der Aufträge des Staates und der sonstigen öffent Lichen Körperschaften. Er denti dabei meniger an bie, hesonders in Sonntag, 1. März 1925 Großbritannien und der Schweiz, mit gutem Erfolg geübte Bermen. bung solcher Arbeiten als Abhilfsmittel bei bereits eingetretener Arbeitslosigkeit als an ihre Verwendung als Vorbeugemittel So hat in den Bereinigten Staaten i. I. 1923, als die Industrie voll beoffentlichen Bauarbeiten angeordnet, so daß teine auf schäftigt war, die Bundesregierung die Einschränkung der schiebbare Arbeit ausgeführt murde. Auf diese Weise verfügt die Regierung über eine beträchtliche Menge auszuführender Arbeiten, durch die fie drohenden Krisen entgegenzumirten vermag: ein Ber fahren, das sich von der allgemeinen Gepflogenheit öffentlicher Bermaltungen in anerkennenswerter Weise unterscheidet. 3. Sachgemäße Regelung des Kredits. stellungen des Landesamts für wirtschaftliche Ermittlungen der Ber Die größte Bedeutung legi Mahaim, geftigt auf die Festeinigten Staaten, auf die Beeinflussung des wirtschaftlichen Kreis laufs, die möglichste Ausgleichung der Höhe und Tiefenpunkte im industriellen Leben durch die Regelung des Kapitalmartts. Heute pflegt mit einer günstigeren Gestaltung der Marktperhältnisse, die eine gesteigerte Barenerzeugung und Beschäftigung im Gefolge hat, ein Steigen der Preise und reichlichere Inanspruchnahme des Kredits Hand in Hand zu gehen, die teilweise stürmisch ansteigen Hand in Hand zu gehen, die teilweise stürmisch ansteigen bis bie erhöhten Preise, namentlich der Rohstoffe und Maschinen, den Stillstand der Welle und die dann einsetzende Beschränkung und Bermeigerung des Kredits durch die Banken das Zurückfluten der Belle und oft deren jähen Zusammenbruch mit allen vernichtenden Folgen der Geschäfts- und Arbeitslosigkeit mit sich bringen. Die amerikanischen Wirtschaftstheoretiker und ihnen folgend Mahaim schlagen nun nichts Geringeres vor, als dieſem bisher als unabänderliches Naturgesez der kapitalistischen Wirtschaft angesehenen Beständige Breise wurden die Krife verhindern. Der Gang der Spiel der Kräfte durch planmäßige Kreditregelung Bügel anzulegen. Breife aber hängt nicht allein von wirklichem Angebot und mirklicher Nachfrage, sondern auch vom Geld und dessen im Handel gebrauch lichen Erfagmitteln ab. Wann wird der Aufstieg feinen Höhepunkt erreichen? Genau dann, wenn die Banken die Kredite einschränken. Hieraus geht hervor, daß aller Wahrscheinlichkeit nach eine gemeinfame Handlung des Staates und der Banken die Bewegungen der Preise und demzufolge auch des Kreislaufs, wenn nicht gänzlich aufhalten, so doch wenigstens mildern oder abschwächen kann. Demgemäß hat man in Amerika gefordert, daß in dem Zeitpunkt, in dem der Bankkredit nicht mehr der nüßlichen Wirtschaftstätigteit, sondern der Spekulation zu dienen beginnt, eine Einihräntung- dagegen in Zeiten des Niedergangs, wo das Wirtschaftsleben der Anregung bedarf, aine tleichterung des Rredits erfolge. Und die Bundesregierung hat unter dem Einfluß des Handelsministers Hoover mit Erfolg in dieser Richtung gearbeitet. " tiver Aufschwung) in Aussicht stand, ließ Hoover nicht nur die Als anfangs 1923 die Preise stiegen und ein" boom"( spefuíaBauaufträge des Bundes einschränken, sondern auch durch die Bundesreservebanken den Distontsag von 4 auf 4½ Broz. erhöhen und Industriewerte vertaufen, um der Kurs treiberei entgegenzuwirken. Dadurch gelang es, die spekulative Hochfonjunttur aufzuhalten. Als dann 1924 ein Ziefstand eintrat, die Breise fanten und Arbeitslosigkeit einsetzte, wurde der Diskont von 4 bis auf 3 Proz. ermäßigt und damit der Industrie neues Blut zugeführt. der Wirtschafts- und Finanzordnung, aus der er, soMahaim sieht in dieser Kreditpolitif eine wahre Revolution meit die noch unzureichenden amerikanischen Erfahrungen schon ein Urteil zulassen, die Möglichkeit des Berschwindens der wiederkehrenden Wirtschaftsfrisen und damit eine Hauptursache der Arbeitslosigkeit in ihrer schredlichsten Form folgen sieht. Krijen hält er eine internationale Bereinbarung der Großbanken Mit Rüdsicht auf die internationale Ausdehnung der hält er eine Ob diese Eingriffe gegenüber ben riesigen Kräften, die im Rapitalismus mirt fam und oft genug noch mit bösem Willen verbunden sind, durch greifen würden, muß erst die weitere Erfahrung lehren. Jedenfalls aber bedürfen Mahaims Borschläge ernſtefter Erwägung und des chrlichen Versuchs der Durchführung. Aufklärung! Der Frauenwelt wird seit einiger Zeit von einer Firma, die ein Haarwaschsalz herstellt, anempfohlen, Kopfwaschpulver selbst zu untersuchen. Die Firma bewirkt hiermit eine Irreführung des Publikums, indem sie eine Methode vorschreibt, welche zu vollkommen falschen Schlüssen führt und dem Fachmann ein Lächeln entlockt. Durch Gerichtsbeschluß wurde die Verbreitung dieser irreführenden Behauptungen untersagt. 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Dem Drängen der intereffierten Hausbefizer und ihrer parlamenta rischen Vertretungen ist auch inzwischen in gewissem Umfange nachgegeben worden. Die Lockerung der Zwangswirtschaft ist in nicht unerheblichem Maße durch die Freigabe der möblierten Zimmer und durch das sogenannte System der Vordringlichkeitsausweise erfolgt, nach welchem einer erheblichen Zahl von Wohnungsuchenden, die von den Wohnungsämtern als vordringlich bezeichnet werden, Ausweise zur Berfügung gestellt worden sind, die sie ermächtigen, unter den freiwerdenden Wohnungen Umschau zu halten, selbständig Mietverträge abzuschließen, die nur zur formalen Genehmigung dem Wohnungsamt vorzulegen sind. Es fann jedoch feinem Zweifel unterliegen, daß auch dieses System teine Besserung der Berhältnisse auf dem Wohnungsmarkte herbeiführen wird, daß dies ebensowenig auf Grund schön aufgemachter Statistiken über die angeblich gar nicht vorhandene Wohnungsnot geschehen kann, sondern daß der nun einmal im größten Maßstabe vorhandene Mangel an Wohnraum nur beseitigt werden wird durch eine um faffende, weitsichtige Wohnungsbaupolitit. Die Freigabe der Mietpreisbildung könnte allerdings das Er gebnis haben, daß durch die dann eintretende außerordentliche Steigerung des Mietzinses eine darart starte Zusammendrängung der Bevölkerung erfolgen würde, daß ein gewiffer 2lusgleich zwischen Angebot und Nachfrage auch auf dem Wohnungsmartte eintreten tönnte, aber dieser Ausgleich würde bezahlt werden mit dem folgenschwersten, weder sozial noch sittlich oder hyygienisch zu verantwortenden Zustande des schlimmsten Wohnungseiends. 3 Es fann alo teinem Zweifel unterliegen, daß der wirtschaftlich vernünftige und sozial gebotene Weg zur Beseitigung der Wohnungsnot nur der des Wohnungsbaues sein fann. Die Finanzierung dieses Wohnungsbaues aber ist auch heute noch nicht in der Form möglich, daß zu den gegenwär tigen Zinsfäßen Bautapital aufgenommen und der Mietpreis auf der Basis der Bautapitalverzinsung berechnet wird, sondern nur dadurch, daß aus dem vorhandenen Wohnungs Dorrat diejenigen Mittel gewonnen werden, die notwendig find, um neuen Wohnraum zu erstellen. Das System der Gewinnung von Mitteln für den Wohnungsbau auf dem Wege über die Hauszinssteuer muß als der einzig richtige und im Intereffe der breitesten Schichten der Bevölkerung unbedingt beizubehaltende angesehen werden. Es ist jedoch mit allem Nachdrud, und immer wieder zu fordern, daß die Mittel, welche aus der Hauszinsbesteuerung gewonnen werden, in vollem Umfange der Neubautätigkeit zugute fommen und nicht zur Deckung anderer öffentlicher Ausgaben dienen. Nur wenn diese Hauszinssteuer zur reinen Bohnungsbau 3 wed steuer geworden ist, fann fie auch von unserer Partei gegenüber den an und für sich schwer notleidenden breiten Schichten der Bevölkerung vertreten werden. In diesem Falle müssen wir sie allerdings auch mit größtem Nachdruck als notwendig und im Interesse der Mieter liegend fordern und vertreten. % Die ersten drei Bierteljahre stabiler Währungsverhältnisse zeigen eine Verminderung des Reinzuganges an fertiggestellten neuen Wohnungen gegenüber dem Zugang im Jahre 1923. Die Differenz ist, wie aus der amtlichen Statistit hervorgeht, sehr erheblich. In 86 Gemeinden mit mehr als 50 000 Einwohnern, die zur Grundlage der Ermittlungen gedient haben, sind im ersten Vierteljahr 1923 12 199 neue Wohnungen bezugsfertig geworden. Demgegenüber im ersten Vierteljahr 1924 nur 7706. Im zweiten Bierteljahr 1923 9430, dagegen im zweiten Vierteljahr 1924 mur 4621. Jm dritten Vierteljahr 1923 8884, dagegen 1924 nur 5901. Es sind also in den drei ersten Bierteljahren 1924 noch nicht einmal zwei Drittel derjenigen Zahl von Wohnungen den Wohnungsuchenden zur Berfügung gestellt worden, die im Jahre 1923 bereitgestellt werden konnten. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß im Sommer und Herbst 1923 infolge der vollftändigen Währungszerrüttung die Baumöglichkeit an allen Stellen so eingeschränkt wurde, daß eine erhebliche Herabfegung der Zahl der in Angriff genommenen Bauvorhaben eintreten mußte. Der Verringerung der Zahl neuer Woh nungen aus der Bauperiode 1923, die natürlich erst im Jahre 1924 statistisch in Erscheinung getreten ist, hat demnach ihren Grund im Währungschaos des Jahres 1923. Dagegen fehlen bis heute erafte Zahlen über die nach erfolgter Stabilisierung, also im Frühjahr 1924, in Angriff genommenen Bauten, die in der Hauptsache erst im ersten und zweiten Bierteljahr 1925 als Wohnungszugang statistisch erfaßt werden können. Es steht aber jedenfalls nach den obigen Zahlen fest, daß gerade im Jahre 1924 eine besondere Verschärfung der Wohnungsnot eintreten mußte, wie sie ja auch tatsächlich von den meisten Wohnungsämtern festgestellt wird, weil der in diesem Jahr verfügbar gewordene Wohnraum noch wesentlich unzulänglicher blieb als in den Vorjahren. Es scheint nun aber nach der ganzen Lage des Baumarktes und den amtlichen Zahlen über die erteilten Baugenehmigungen, daß im Jahre 1924 in von Monat zu Monat steigen dem Maße Bauprojekte in Angriff genommen worden sind, und es ist damit zu rechnen, daß die Zahlen für 1925 nicht unbeträchtlich höher sein werden, so daß einer wesentlich größeren Zahl von Wohnungssuchenden zu einer Wohnung verholfen werden kann. Trotz dieser Zunahme an Wohnungen wird der Bugang jedoch im Verhältnis zum Wohnungsbedarf noch immer so gering bleiben, daß die erschreckenden Zahlen der Wohnungsuchenden kaum eine Verringerung erfahren werden, insbesondere aber werden die wirtschaftlich Schwachen unter diesen Verhältnissen weiter zu leiden haben. Gelänge es Gelänge es jedoch, die Hauszinssteuer in vollem Umfange der Wohnungsbauförderung zuzuführen und schleunigst Klarheit über die fünftige gefeßliche Regelung dieser Materie zu erzielen. so daß nicht erst im späten Frühjahr oder im Sommer mit der Durch führung der Bauvorhaben begonnen zu werden braucht, sondern rechtzeitig die Bauprojekte in Angriff genommen werden können, so würde es sicherlich möglich sein, ein Wohnungsprogramm von 100 000 bis 120 000 Wohnungen durchzuführen. Daß dies nicht nur dazu beitragen könnte, schwere soziale und wirtschaftliche Schäden, die der andauernde Mangel an Wohnungen im Gefolge hat, rascher zu beseitigen, sondern auch eine Belebung unseres ganzen Wirtschaftslebens und eine Steigerung der Rauftraft der arbeitenden Bevölkerung herbeizuführen, dürfte von feiner Seite bestritten sein. Unter diesen Umständen gibt es kaum eine dringlichere Aufgabe für unsere parlamentarischen Vertretungen, als mit aller Energie dahin zu wirken, daß jeder Versuch zur Beseitigung der Wohnungszwangswirtschaft, insbesondere auf dem Gebiete der Mietpreisbindung, verhindert und schnellstens das für Sorge getragen wird, daß das volle Aufkommen an Hauszinssteuer dem Wohnungsbau dienstbar gemacht wird. Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Die wirtschaftliche Betriebsführung der Reichsbahn. Der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn hielt dieser Tage vor der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft einen Vortrag über feit der Reichsbahn behandelte. Wir möchten nicht versäumen, das das deutsche Eisenbahnmesen, der insbesondere auch die WirtschaftlichMaterial hierzu um folgende Beispiele zu bereichern: Im Eisenbahnbetrieb wird ein Teil der Arbeitsbienen..ent lassen. Bon einem Abbau der höheren Verwaltungsbureaufratie hört die Deffentlichkeit nichts. Alle diefe rigorosen Maßnahmen werden damit begründet, daß die Reichsbahn wirtschaftlich arbeiten müsse. Wie diese Wirtschaftlichkeit" aussieht, soll an einigen Fällen gezeigt werden. Am 14. Februar 1925 wurde dem Dienststellenvorsteher in Biebrich West von der Reichsbahndirektion Mainz mitgeteilt, daß sein Kopfetat von 82 Mann auf 44 Mann verringert werden müsse. Gleichzeitig wurde der Dienststellenvorsteher davon in Renntnis gefeßt, daß in Zukunft nicht mehr sämtliche Kilometer seines Bahnmeistereibereiches durchzuarbeiten sind, sondern alle Jahre nur noch die Hälfte. Daß darunter der Oberbau leidet, ist selbstverständlich. Wiesbaden, Herderstr. 27, suchte durch das„ Wiesbadener TageNun die Kehrseite der Medaille! Die Firma 3 indelu. Bolt, blatt" bei einem Stundenlohn von 75 Bf. Leute für den Bahnumbau der Strecke Bischofsheim nach Kelsterbach. Durch das Eingreifen eines Vertreters des DEB. wurde die betreffende Firma vom Wiesbadener Arbeitsamt gezwungen, min destens 75 Proz. der benötigten Arbeitsträfte aus den Reihen der Wiesbadener Arbeitslosen einzustellen. Die Firma ehlt ab 1. März 79 Pf. Das ist wesentlich mehr, wie die Reichs bahn ihren eigenen gleichwertigen Arbeitskräften zahlt. Der internehmer will natürlich auch noch verdienen, und infolgedessen hat der Umbau der genannten Strede durch einen Brivatunter nehmer mit Wirtschaftlichkeit" sicher nichts zu tun, sondern es kann sich nur darum handeln, bestimmten Firmen Extraverdienste zuzuschanzen. Sonntag, 1. März 1925 gerechnet. Soweit tommt die Reichsbahn ihren eigenen Arbeitern nicht entgegen. ist selbstverständlich; auch hier werden BrivatunternehmunDaß auch dieser Fall mit Wirtschaftlichkeit nichts zu tun hat, führen wir folgendes als Beweis an: gen besondere Gewinne zugeschanzt. Dafür, daß es darauf antommt, In der Bahnmeisterei 20 Wiesbaden wurden bis vor einigen Tagen alle Reparaturen an den Spizhaden von dem in der Dienststelle beschäftigten Handwerker ausgeführt. Als dieser Mann vor einigen Tagen die Arbeit wieder in Angriff nehmen will, erhält er von dem Dienststellenvorsteher, einem Eisenbahmngenieur, den Befehl, die Arbeit zu unterlassen. Die Spizhaden würden in Brivatmeister müssen auch leben. So sieht die wirtschaftliche BeZukunft nach der Stadt zum Schmied gebracht, denn die triebsführung" der Reichsbahn aus. Schiedsspruch für den Braunkohlenbergbau. Staatskommissars wurde heute hier von der Schlichtungskammer für Köln, 27. Februar( WTB). Unter dem Borsiz des Reichs- und Staatskommissars wurde heute hier von der Schlichtungskammer für den rheinischen Braunkohlenbergbau Schiedsspruch gefällt: 2 folgender A) Im rheinischen Braunkohlenbergbau gilt ab 1. März 1925 die bisherige Arbeitszeitregelung. B) Am 15. April 1925 treten folgende Aenderungen ein: 1b. Die werftägige Arbeitszeit beträgt 9, die Schichtzeit 10 Stunden. 2) die Arbeitszeit in Entwässerungsstreden oder in offe nen Wassergräben von über ½ Meter Tiefe beträgt 8, in Ent wäfferungsstreden 7 Stunden einschließlich einer Pause von 20 Minuten. 3) In durchgehenden Betrieben hat der Wechsel von Tag und Nachtschicht am Sonntag so zu erfolgen, daß die durchschnittliche Wochenarbeitszeit nicht mehr als 60 Stunden beträgt. Jeder zweite Sonntag muß mindestens dienstfrei sein. 4a) Wo die Regelung unter 1) auf erhebliche betriebliche Schwierigkeiten stößt, fann zwischen dem betr. Verbandswerk und den Gewerkschaften eine andere tägliche Arbeitsdauer vereinbart werden, wobei aber die Wochenstundenzahl die gleiche bleibt. 4b) Golange in den Grubenbetrieben Bille und Berrenrath der Um Grubenbelegschaften dieser Werte bei der bisherigen Arbeitszeit mit bau der Förderungseinrichtungen im Gange ist, verbleibt es für die der Maßgabe, daß die über 54 Stunden hinausgehende Arbeitszeit mit dem tarifmaßigen Zuschlag bezahlt wird. 5) Wo die betriebliche Notwendigkeit besteht, fönnen wöchentlich drei Ueberstunden unter Zahlung des tarifmäßigen Zuschlages von der Wertleitung gefordert werden. 6) Arbeiter, die an Sonn- und Feiertagen Nachtdienst tun, bekommen für die Dauer dieser Schicht einen Zuschlag von 25 vom Hundert für den Stundenlohn. C) Diese Regelung geht bis zum 30. November 1925 und fann von diesem Zeitpunkt an mit vierwöchiger Frist gekündigt mer den. Da sie eine Aenderung der gegenwärtigen gesetzlichen Vorschrif= ten über die Arbeitszeit ist, verhandeln die Parteien 4 Wochen vor dem Infrafttreten neuer Bestimmungen über ihre Auswirkungen aus diesem Bertrage. Erklärungsfrist bis Mittwoch den 4. März 1925. Dieser Schiedsspruch wurde gefällt mit den Stimmen der Arbeit= nehmer gegen die Stimmen der Arbeitgeber. " Der Bergbau" Weise als die Wirtschaft" vorstellen, wird man den Vertretern der Da die Herren Unternehmer sich mehr und mehr in bescheidener Nuznießer der Braunkohlengruben in Mitteldeutschland es nicht weiter übel nehmen tönnen, wenn fie fich als„ Der Bergbau" bezeich nen. Dieser mitteldeutsche Braunkohlenbergbau hat in Leipzig getagt und einstimmig folgende Entschließung gefaßt, die von einer geradezu urwüchsig naiv- brutalen Einstellung zeugt: - für die zweischichtige Friedensarbeit. Der mitteldeutsche Braunkohlenbergbau hat im Dezember 1923 mit Zustimmung der Bergarbeiterverbände an Stelle der 1918 eingeführten schematischen. Achtstundenschicht die zweischichtige Friedensarbeit wieder eingeführt, nachdem sich einwandfrei ergeben hatte, daß die Achtstundenschicht die Leistung auf den Kopf der Belegshaft unter die Hälfte des Friedensmaßes herabgedrückt hatte. Seit Dezember 1923 ist die Leistung derart gestiegen, daß im Laufe des Jahres 1924 die Preise mehrere Male erheblich her. abgedrückt werden konnten. Neuerdings versuchen Führer der Gewerkschaften, dem mitteldeutschen Braunkohlenbergbau die Achtstundenschicht wieder aufzuzwingen. Der Bergbau(!) muß diesen Be strebungen energisch entgegentreten, weil eine Aenderung der jetzt gültigen Arbeitszeit die Kohlenpreise erheblich ſteigern muß. Dadurch wird die Produktionskraft und Exportfähigfeit der deutschen Wirtschaft beeinträchtigt und das Wohl der Belegschaften infolge Abfahmangels der Werke start berührt. Das Wohl der Belegschaften", das die Herren sich so sehr angelegen sein lassen, besteht nach ihrer Meinung im 3 wei schichte n in stem, das von Sachkundigen mit Recht als barbarisch bezeichnet wird. Der Bergbau" wird sich allerdings gefallen lassen müssen, daß die die Belegschaft bildenden Arbeiter eine andere Auffassung über ihr Wohl haben und daß die Führer der Gewerkschaften immer wieder versuchen werden, das den Bergleuten aufgezwungene weifchichtensystem zu beseitigen und eben dem„ Bergbau" die Achtstundenschicht meber aufzuzwingen. 3 " Die der TU. zur Verbreitung gegebene Entschließung war gänzlich. überflüssig, da ohnedem bekannt ist, daß den Braunkohlenbesitzern der Profit höher steht als das Wohl ihrer Belegschaften" und das profitideale 3we is chichtensystem nicht mehr zu übertreffen ist. Gben deshalb muß es fallen! Ganz abgesehen davon, daß die edlen Schwärmer für Friedens arbeit" von Friedens löhnen weniger entzückt sind. Ein anderer Fall. Die Betriebswerkstätte Rüdesheim ist stillgelegt. Die dort beschäftigt gewefenen Arbeiter hat man zum Teil nach Wiesbaden, zum Teil nach Ober- und Niederlahnstein und nach Bingerbrück verseßt. Ein Teil des Beamten- Lotperjonals wurde anderen Dienststellen zugewiefen. Der andere Teil des Beamtenpersonals ist noch auf dieser Dienststelle beschäftigt. Correparaturen werden aber in Rüdesheim noch ausgeführt. Die eigenen Arbeitskräfte hat man versett refp. entlassen, und die Lofreparaturen, die in Rüdesheim gemacht werden müssen, werden durch einen Privatunternehmer, und zwar durch die Maschinenfabrik Wiesbaden, Inhaber Gebr. Philippi, ausgeführt. Auch diese Firma zahlt ihren Leuten einschließschließlich Qualifikations- und Auswärtszulage wesentlich höhere Löhne, wie sie die Reichsbahn ihren eigenen gleichwertigen Arbeitern zahlt. Die Handwerker bei dieser Firma erhalten beispielsweise pro tunde 1,32 Mart und die ungelernten Arbeiter 1,08 Mart. Die Firma zahlt auch das Fahrgeld von der Wohnung bis zur Arbeits. HORTAXIN- WERKE, BERLIN fielle. Auch die Fahrzeit wird, wie es sich gehört, als Arbeitszeit Nicht Einfagsmarken Sondern nur die alfbekannte Qualitätscigarette SCHLEIF- PULVER HORTAXIN für alle Industriezweige in ieder Körnung. Wirkung übertrifft italienischen Bimstein. Lieferung aus eigenen Mahlwerken, Lager Berlin JOSETTI Vera 48 Neuwahl der Betriebsvertretungen. Da die Wahlzeit der in den dem Finanzminister und dem Minister des Innern unterstellten 3weigen der Staatsverwaltung am 7. Februar 1921 gemählten Betriebsvertretungen mit dem 31. März d. I. endet, ist zu einer Neuwaht zu schreifen. Wie der Amtliche Breußische Breffedienst" mitteilt, wird in einem gemeinsamen Runderlaß der beiden Minister an die Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten, den Bräsidenten der preußischen Bau- und Finanzdirektion, den Präsidenten des Statistischen Landesamts, den Polizeipräsidenten in Berlin und die Berwaltungsdirektion der Landjägerei bestimmt, daß die Stimm abgabe zur Neuwahl der örtlichen Betriebsvertretungen( Betriebsräte, Betriebsobleute), der Bezirfsräte und des Hauptbetriebsrats am Sonnabend, den 28. März, und am Sonntag, den 29. März, ftattzufinden hat. Es hat sich herausgestellt, daß die Wahlvorschriften bei den porjährigen Wahlen der Betriebsvertretungen nicht überall beftimmungs- und ordnungsmäßig durchgeführt worden sind. Durch diese mangelhafte Vorbereitung sind Störungen in der Abwicklung des Wahlgeschäfts eingetreten, die zu einem Bahlprotest geführt haben. Zur Bermeidung derartiger Borfommnisse werden die nachgeordneten Behörden ersucht, die Wahlvorstände oder Wahlleiter bei der Erfüllung ihrer Aufgaben nach Möglichkeit zu unterstügen und auf Innehaltung der norgeschriebenen Lermine und Fristen hinzumirten jowie das Wahlgeschäft forgijam zu überwachen, Keine bindende Rusage? # Eine Baufirma forderte beim Arbeitsnachweis einen 3im merer an. Auf die Anfrage des Arbeitsvermittlers, wie lange die Arbeit dauern würde, antwortete die Firma, zwölf Tage, pieleicht auch länger. Im Vertrauen auf diese Busage nahm ein Bimmerer die Stelle an. Aber nach zwei Tagen, als die ihm über tragene Arbeit fertig war, wurde er entlaffen. Er flagte dann beim Gewerbegericht auf 2ohnzahlung für weitere ehn Tage, da er ja für zwölf Tage eingestellt worden sei. Die Firma beftritt, dem Arbeitsvermittler gegenüber eine bestimmte Bufege für awölftaige Beschäftigung gemacht zu haben. Sie will gelagt haben, die Arbeit fönne möglichenfalls zwölf Tage oder län ger dauern. Dagegen bestätigte der Arbeitsvermittler die Angabe des Klägers. Das Gericht( Rauner 4, Borsigender Magistratsrat Dr. Lindenthal) erfonnte auf Abweisung der Klage mit der Begründung: Selbst wenn die Angabe des Klägers richtig wäre, fo fönne doch das, was der Beflante dem Arbeitsvermittler und dieser dem Kläger jagte, für den Beklagten nicht bindend sein, denn nicht durch die Mitteilung an ten Arbeitsnachweis, sondern durch Vereinbarung zwischen den Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer fomme der Arbeitsvertrag zustande. Zwischen diesen beiden sei aber feine Bereinberung über die Dauer der Arbeit getroffen. Dies Urteil muget uns etwas weltfremd an. Wenn ein Arbeitgeber dem Arbeitsachweis mitteilt, unter welchen Bedingungen er einen Arbeiter einzustellen wünscht, dann hat man bisher folde Sufagen immer für bindend gehalten. Das müffen fie auch fein, Einigung in der Laufiger Tuchindustrie. Berlin, 28. Februar.( WTB.) In der Lohnfrage der Laufiger Zuchindustrie ist heute im Reichsarbeitsministerium eine Einigung erzielt worden. Der Schiedsspruch vom 9. Februar ist durch eine Vereinbarung der Parteien dahin erfekt worden, daß der Lohn in den beiden untersten Gruppen um mindestens 2 Pf. obersten Gruppe um 3 Pf. erhöht worden ist. Die Bereinbarung gilt bis 10. Juni 1925. Ein Kommunistenstreich in Wien der Der Wiener Arbeiter- Beitung" entnehmen wir: Die unpolitische" Straßenbahnerorganisation in Wien tam vor einiger Zeit unter fommunistische Regie. Der Grünber dieser Organisation wurde ausgeschloffen, weil er große Unterschlagungen des tommunistischen Kassierers aufded te. Eine vor vier Monaten fällige Generalversammlung wurde endlich zum 28. Februar einberufen. Der ausgefchloffene frühere Obmann Babiniec, der das Personal der Betriebsbahnhöfe in Favoriten und Meidling hinter sich hat, mar mit seinen Anhängern in der Versammlung erschienen, um die Aufhebung feines Ausschlusses durchzusezen. Ohne auch nur den Ausgeschlossenen aufzufordern, das Lokal zu verlaffen, ließ die fommunistische Bereinslei tung eine Abteilung Polizeimannschaft herbeibolen und den Babiniec für die Dauer der Versammlung verhaften, der jedoch nach seiner Bernehmung auf dem Bolizeikommissariat wieder freigelassen wurde. Als die Bersammlung beginnen follte, war der Saal erft zur Hälfte besetzt, zum überwiegenden Teil jedoch von den Anhängern Babiniecs. Die Bersammlung wurde beshalb von der Leitung um eine Stunde verschoben. Die Babiniec Leute beantragten um 3 ulassung des Ausgeschloffenen zur Versammlung. Dieser Antrag wurde nach einstündiger Geschäftsordnungsdebatte abgelehnt. Da die Antragsteller sich dabei nicht beruhigten, fam es zu großem Tumult. Die Bereins leitung hielt den Schuh, den ihre Ordner ihr boten, die Sie Tribüne umzingelt hatten, nicht für ausreichend. Der Borfigende Raabe, ein betannter Kommunist, ließ deshalb etwa 60 Mann Bolizei tommen, deren Inspektor die Opposition aufforderte, sich ruhig zu verhalten, da sie sonst ausgewiesen würde. Da über die Unterschlagungen teine Auskunft gegeben wurbe, verließen die Anhänger von Babiniec schließlich demonstrativ den Saal. Zentralverband der Schuhmacher. Seute, Sonntag, Branchenversammlung de Ballschuhmader vor. mittags 9 Uhr im Gaal 4 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. ,, Dic Montag, Saitung der Fabrikanten zum einheitlichen Ballschuhmachertazif." den 2. März, abends 7 Uhr, finden die Bezirksversammlungen statt. Sages. ordnung: Die eingereichten Forderungen on die Meifterorganisation." Abends 5% Uhr Branchenversammlung für die Zuschneider der Hausschuhfabriken in Gaal 3 des Gemertschaftshauses, Engelufer 25. Die unte Dienstag, den 3. März: Branchenversammlung der Schäftemacher abends 6% Uhr im Gaal 2 des Gewertschaftshauses, Engelufer 25. Die Tarifkündigung feitens des Reichsver bandes der Schäftehersteller. Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, den 4. März: Branchenversammlung der Stanzer abends 5 Uhr im Saal 3 des Gewerkschaftshauses. Engufer 25. haltbaren Zustände in den Hausschuhfobriten." Deutsche Filmgewerkschaft. Seute Sonntag, vormittag 10 Uhr; im Alten Aslanier, Anbaltitr. 11, Generalbersammlung. Mitgliedsbuch legitimiert. Schlreiches und pünktliches Erscheinen ist Blicht aller Stollegen. Achtung, AEG. 2okomotivfabrit Hennigsdorf, Seute mittag 12 Uhr findet eine Bersammlung fämtlicher Heizer und Maschinisten im Rofal Nähmisch, Swinemünder Sr. 51, ftatt. Es ist unbedingt erforderlich, daß jeder Sollege erfcheint. Die Streifleitung tagt um 11 Uhr im felben Lotal. Musikinstrumentenarbeiter! Kommiffionsfiyung morgen Montag fä! It' Am Mittwoch in der Vertrauensmännerberfammlung Stommiffionsmitglieder vünftlich aur Stelle. au 3. SAD.- Holzarbeiter! Gigung des ermeiterten Werbeausschusses morgen, Montag, im gofal Schweikardt, Röpenider Str. 166( Ede Büdlerstraße). Achtung, Rwietusch, Charlottenburg! Am Dienstag nachmittag 4 Uhr bei Boltin, Charlottenburg, Marftorüde, Berfammlung aller EPD. Genoffen. Bortrag über Die politische Situation." Jeder muß erfdeinen. Der Fraktionsvorstand. Klavierarbeiter! SPD.- Mitglieder und Barwärtslejer der Firma Bechstein, Grünauer Str., am Dienstag, den 3. März; nach. mittags 5 Uhr, im Reichenberger Sof", Steichenberger Str. 147, michtige Aussprache. Erscheinen jedermanns ist notwendig. Der Berbeausschuß. Transportarbeiter der Berliner Metallbetriebe! Um jeden Scrtum au permeiben, tellen wir auf die an uns ergangenen tag, ben 8. Mära, vormittags 9.45 Uhr, in den Gophienfälen, Sophienftraße 17/18, ftattfindet. Alle in den Metalbetrieben tätigen Bader, Lager, Silfs, Sof. und Tansportarbeiter find auf diese Bersammlung zu verweisen, Damit fe vollaählig besucht wird. Die Berfammlung hat zur Tariffünbigung und aur Festlegung der neuen Forderungen Stellung au nehmen. Zutritt wird nur bei Borsciauns des Mitgliedsbuches geftattet. Anfragen mit, daß die nächste Transportarbeiter Bollversammlung am Sonn Am Donnerstag, den 5. März, abends 7 Uhr, im Saal 5 des Gewerkschaftshaufes, Engelufer 24/25, Funktionärversammlung aller Transport arbeiter obiger Betriebe. Alle Funktionäre müssen bestimmt vertreten sein. Verbands- und Funktionärausweis bienen als Legitimation. Unfere Mitalleder merben erfucht. für beide Beranstaltungen die lebhaftefte Bropaganda Au betreiben. Deutscher Berkehrsbund, Sektion 5. Diftatur des Proletariats gegen das Proletariat, mit Polizeihilfe. In Moskau mag es ja selbstverständlich sein, daß den Bolschewisten die Polizei zur Verfügung steht. Für uns Westeuropäer ist mindestens neu, daß eine tommunistische Organisationsleitung gegen die Mitglieber ihrer eigenen Organisation die Polizei anruft. Man wird sich diesen Streich fort vom Betriebsfekretariat, Zinbenſtr. 3, 2. So1, 2. Er., in Empfana an merten müssen. 3ur internationalen Hüftenarbeiterfonferenz, bie, wie gemeldet, am 1. und 2. März in Köln a. Rh. stattfindet, hat der Borstand des Metallarbeiterverbandes in Stuttgart im eigenen Berlag eine be fondere Schrift herausgegeben mit dem Titel:„ Die deutsche Schwereisenindustrie und ihre Arbeiter". Die Schrift duftion und die Preise sowie die Arbeitsverhältnisse der Hüttenarbeiter. Wir fommen auf die Schrift noch zurüď. Achtung, SPD.- Betriebsvertrauensleute! Die Nr. 8 ber Betriebszeitung Der Kämpfer" ist erschienen und so. nehmen. Besonders die Bertreter ber Mittel- und Kleinbetriebe werden c fucht, bas Material abzuholen. Parteiausweis mitbringen! Better für Berlin und Umgegend. Bild und troden und vielfach beiter. Schwache füdwestliche Winde. Für Deutschland. Im Südwesten vielfach Niederschläge. härter bewölft, sonst meist heiter. Ueberall mild und nirgends erhebliche denn der Arbeiter nimmt ja die Arbeit nur unter der Borausfekung bespricht die Entwicklung und die Konzerne diefer Smbuſtrie, die Ben, Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. on, daß die ihm auf dem Arbeitsnachweis zugesicherten Bedingungen auch erfüllt werden. Norden 9296. Såle frei! 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In der Periode des friegerischen Kommunismus wurde die Eintreibung der Steuern in Sowjetrußland allmählich abgeschafft. Ende 1921 begann der Rückzug der Kommunisten auf die Positionen der Neuen Wirtschaftspolitif". Alle scheinbar vernichteten Prinzipien der privattapitalistischen Wirtschaft, darunter auch die Steuern, wurden allmählich wie Der hergestellt. Die Stabilisierung der Währung gestattete im Jahre 1924, von den gleitenden zu festen Steuersägen überzugehen. Im laufenden Wirtschaftsjahr 1924/25 hofft die Regierung, 82 Broz. aller ordentlichen Ausgaben mit Hilfe der Steuern deden zu fönnen. Diese Zahlen zeigen mit aller Deutlichkeit, daß der von Kommunisten geleitete ruffische Staat, der über gewaltige Ländereien, Forsten, reiche Bodenschätze, Fabrifen, Werte und den gesamten Großhandel des Landes verfügt, diese Güter, die ehemals Milliarden einbrachten, so schlecht verwaltet, daß er genötigt ist, neun Zehntel seiner ordentlichen Ausgaben aus Steuereinnahmen zu decken. Die Prüfung des Steuersystems, das gegenwärtig in Sowjetrußland zur Anwendung gebracht wird, gestattet noch folgende Schlußfolgerung zu machen: Es herrscht ein primi= tives Steuersystem, das die schlimmsten, längst über holten bürgerlichen Steuersysteme slavisch topiert; feine einzige der grundlegenden Steuerforderungen der Sozia: listen, die ehemals auch auf dem Banner der russischen Kommunisten standen, ist verwirklicht; auf dem Gebiete des Steuerwesens ist keine einzige ernste Errungenschaft zu verzeichnen, für die etwa das Proletariat der vorgeschrittenen fapitalistischen Länder fämpfen tönnte. Direkte Steuern. Die grundlegende direkte Steuer, die von der russischen Bauernschaft entrichtet wird, ist die landwirtschaftliche Steuer. Das Steuergesetz ist sehr schmerfällig und kompliziert und enthält über 700 verschiedene Steuersätze. Die Feststellung der Ernteerträge, die Einschätzung des Wertes der Biehbestände, die Anwendung von Steuerabzügen usw. ist dem Ermes fen der örtlichen Behörden überlassen; es kommt deshalb immer bei der Festsegung der Steuer zu heftigen Streitigkeiten zwischen den Behörden und den Bauern, die aus ihrer Erbitterung feinen Hehl machen. Der Bauer tennt nicht einmal annähernd den Umfang der auf ihn entfallenden Steuern und ist deshalb nicht imftande, seine Wirtschaft entsprechend zu gestalten. Der unverständige Aufbau des Steuergefeßes untergräbt die Grundlagen der Bauernwirtschaft. So mar beispielsweise im letztverflossenen Jahre das Getreide billig und die Bauern begannen, sich in verstärktem Maße der Viehzucht zuzuwenden( gegenwärtig besigen in Rußland 45 Broz aller Bauernwirtschaften fein ein iges Pferd); in diesem Jahre jedoch hat die Regierung gerade für das Bieh hohe Steuersäge eingeführt. Das Ers gebnis ist jetzt, daß die Bauern das Jungvieh maffenhaft Dertaufen. Aeußerst fühlbar macht sich bei den Bauern die Tatsache bemertbar, daß sie in den ersten zwei Monaten nach der Ernte, wo die Getreidepreise am niedrigsten sind, 70 Broz der gesamten Steuer entrichten müssen. Sehr brüdend find ferner die Säge der landwirtschaftlichen Steuer. Ein Bauer, der pro Kopf der Familie je ein Biertel Hettar befigt und jährlich eine Einnahme von 45 Rubel hat, muß über 3 Broz. Steuern bezahlen. Im Durchschnitt muß der Bauer etwa 15 Proz feiner landwirtschaftlichen Einnahmen für diese Steuer ent richten. Die städtische Bevölkerung zahlt dirette Steuern: Ein tommen- und Vermögenssteuer, Gewerbesteuer, eine einmalige Extrasteuer, Rentensteuer und Erbschaftsstauer. Unterfuchen wir eingehender die ersten drei Steuern, die die höchsten Erfrage liefern. Als grundlegende Steuer muß die Einkommen und Bermögenssteuer betrachtet werden. Bei Einführung diefer Steuer plante die Sowjetregierung die Schaffung einer Universalsteuer für die städtische Bevölkerung, die sowohl ihre Einnahmen wie ihren Besiz erfaßte. Die Rechnung stimmte aber nicht. In ganz Rußland zahlten im Jahre 1923/24 ins gefamt 3893 Personen Bermögenssteuer, und zwar zufammen 79 000 Rubel! Die Gewerbesteuer soll laut Boranschlag dem Staat 77,5 Millionen und den örtlichen Etats den gleichen Betrag liefern. Die Handels- und Industriebetriebe zahlen entsprechend ihrem Umfat bis 12 Pro 3. Steuern; außerdem zahlen sie ebenso wie Einzelpersonen, die ein Gewerbe betreiben, Batentfteuer. Die Erbschaftssteuer ist völlig bedeutungslos, da sie im laufenden Wirtschaftsjahr lediglich) 220 000 Rubel einbringen foll. Der grundlegende Mangel der direkten Steuern in Rußland ist ihr drückender Charakter für die mittleren Schichten, insbesondere für die Angestellten, und ihre geringe Auswir fung gegenüber den am meisten prosperierenden Schichten der neuen Sowjetbourgeoisie. Die Balutaspekulanten, die Getreide- und Biehgroßhändler, die Lieferanten und Agenten der staatlichen Trusts, die gegenwärtig in Sowjetrußland in noch höherem Maße als in anderen Ländern den Honigmonat der urfprünglichen Rapitalaffumulation feiern, verstehen es ausgezeichnet, fich der Besteuerung zu entziehen. Nach den Angaben des Steuerrefforts wurden im Jahre 1923/24 im ganzen Reich nur etwa 15 000 Personen mit einem Einkommen von mehr als 500 Rubel im Monat registriert! Selbst das Organ des Finanztommiffariats Bestnit Finansom" sieht sich in seinem Novemberheft von 1924 zu dem Befenninis gezwungen, daß die Errungenschaften auf dem Gebiete der stärkeren Besteuerung der befizenben Klassen und der Linderung der Steuerlaften der breiten Schichten der ermerbstätigen Bevölkerung äußerst gering find!" Jndirekte Steuern. Die indirekten Steuern spielen im Steuerfystem Sowjetrußlands eine ebenso große Rolle wie in dem aller bürgerlich- kapitalistischen Staaten. Die Eingänge aus allen indirekten Steuern und Gebühren) beliefen sich im Jahre ) In Sowjetrußland tragen die Stempel, Kanzlei- und andere Gebühren einen schroff ausgeprägten fistalischen Charakter und meifen alle negativen Züge der indiretten Befteuerung auf. Sonntag, 1. März 1925 1923/24 auf 371,6 Millionen Rubel oder 56 Broz aller Einheitskurzschrift und Sozialdemokratie Steuereingänge. Laut dem Voranschlag für das Jahr 1924/25 werden an Eingängen aus den indirekten Steuern 546,7 millionen Rubeloder 56,4 Pro 3. aller Steuer eingänge erwartet. Der indirekten Besteuerung unterliegen solche notmen digen Gebrauchsartikel wie Salz, Streich hölzer, 3uder, Petroleum, Tertilmaren. Die Steuersäge sind hierbei so hoch( Salz 24 Broz, Bucker 33 Proz Betroleum 27,3 Broz. des Verkaufspreises), daß es teinem Zweifel unterliegt, daß der verringerte Konsum neben den hohen Bertaufspreisen den hohen Steuersätzen zuzuschreiben ist. Ungeachtet aller dieser Umstände plant das russische Finanzressort„ eine weitere Anspannung der bestehenden Steuersäße, im besonderen jener Sätze, die die breite Masse der Bauernschaft berühren"( Westnik Finansfow" Nr. 11, S. 77). Anfang 1925 hat die Sowjetregierung im Interesse des Fiskus tatsächlich den für die russische Bauernschaft so verderblichen Achtung, Parteigenossen! Die Berliner Sozialdemokratie wird am miffmoch den Reichspräsidenten Genossen Friedrich Ebert durch zahlreiche Beteiligung am Trauerzug ehren. Alle diesbezüglichen Mitteilungen erfolgen im Vorwärts*. Funktionärversammlungen finden Montag in allen Kreisen statt. Die Cofale werden in der Montag- Abendausgabe des„ Borwärts" bekannt gegeben. Es ist Ehrenpflicht aller Funktionäre, zu erscheinen! Der Bezirksvorstand. freien Berkauf alkoholischer Getränke wiederhergestellt. Die Branntweinsteuer soll, wie Kamenem in der " Prawda" vom 30. Januar berichtete, im Jahre 1924/25 30 Millionen und im Jahre 1925/26 etwa 150 Millionen Rubel erbringen. Hierbei sei noch erwähnt, daß der jetzt vom Staate hergestellte Schnaps mur um einige Grad schwächer ist als der unter dem Zarismus hergestellte. In der ersten Periode des siegreichen Bolschewismus fchrieben die kommunistischen Machthaber: Die indiretten Steuern find für einen proletarischen Staat schon wegen des gehäffigen Charakters dieser bürgerlichen Finanzeinrich. tung unannehmbar." Jezt schreibt das offizielle Organ des Finanzkommissariats Bestnik Finansfom" in Nr. 11, S. 69 mit zynischer Offenheit: Je ärmer eine Bevölkerung ist, desto schwerer ist es, jene geringfügigen Ueberschüffe zu erfassen, die sie besitzt, und die fich eigentlich nicht in Form von überschüssigen Produkten äußern, sondern nur in der Fähigkeit, bei einer gewissen Knipannung an den Ausgaben zu paren.() Auf dem Wege der direkten Befteuerung ist es in der Bearis unendlich schwer, jene Schichten der Bevölkerung zu erfaffen, die minimale Ueberschüsse befihen: Hier können nur genügend verfeinerte Methoden einer mehr oder weniger allgemeinen indirekten Besteuerung helfen." Gemeindesteuern. Der Arbeiterstenographenverband Stolze- Schren mit dem Sitz in Bremen hatte vor einiger Zeit an den Staatssekretär Schulz im Reichsministerium des Innern einen Brief gerichtet, in dem er sich Es heißt gegen die Einführung der Einheitsfurzschrift wandte. darin u. a.: Wir ertennen in diesem Einheitssystem einen schmeren Fehler und befürchten davon ernste Gefahren für die fulturelle Aufgabe der Kurzschrift im Leben des deutschen Voltes. Die Gefahr beruht darin, daß das neue System lediglich um seiner selbst willen geschaffen ist. Es soll und tann aber nur Mittel zum Zwed sein. Die ideale Kurzschrift kann doch erst dann ihre Aufgabe erfüllen, menn fie leicht und fließend in größter Einfachheit der Schreibschrift gleich wird. Nur so fann fie Allgemeingut des Boltes merden und eine wirkliche Einheitsfurzschrift sein.... Schon daß an dem Zustandekommen dieses Systems als Reichsturzschrift Wissenschaftler beteiligt sind, denen man eine reaktionäre Gesinnung nachrühmt, macht uns bedenklich. Daß man Ihnen, Herr Staatsfekretär, aber die Aeußerung nachfagen darf:" Mit der Arbeiterschaft werde ich schon fertig' das ist geeignet, das Vertrauen vollends zu zerstören. Auf diesen Brief hat Staatssekretär Schulz eine Antwort gegeben, der wir folgendes entnehmen: 1. Die von Ihnen beliebte Verknüpfung meiner persönlichen parteipolitischen Ueberzeugung mit meiner amtlichen Tätigkeit in der Frage der Einheitsfurzschrift weise ich zurüd. Weder hat das Bekenntnis zu einem der vielen Stenographiesysteme irgend etwas mit einem politischen Bekenntnis zu tun, noch habe ich mich in irgendeinem Zeitpuntt meiner Tätigkeit für die Einheitsfurzschrift von irgendwelchen parteipolitischen Erwägungen leiten laffen. 2. Mein Eintreten für die Einheitskurzschrift beruht, abgesehen von der amtlichen Verpflichtung, auf meiner unbegrenzten Hochschäzung der Kurzschrift und auf dem Bestreben, dieses vertreffliche Hilfsmittel für den Wiederaufbau Deutschlands zum Gemeingut des gesamten deutschen Boltes, also damit selbstverständlich auch der arbeitenden Bevölkerung zu machen. Die erfte und unerläßliche Boraussetzung hierfür ist aber das Vorhandensein einer einheit lichen deutschen Kurzschrift. Solange sie nicht da ist, bleibt die Kurzschrift lediglich ein Hilfsmittel bestimmter enger Berufs gruppen und daneben ein Lieblingsgegenstand deutscher Vereins meierei und eine unerschöpfliche Quelle des stenographischen Systemfanatismus und der damit zusammenhängenden gegenseitigen Befehdungen. 3. Obwohl die deutschen Stenographen die Notwendigkeit einer Einheitskurzschrift seit Jahrzehnten erkannt und wiederholt selbst Bersuche zu ihrer Schaffung unternommen haben oder zu solchen Versuchen behördlicherseits aufgefordert worden sind, haben sie sich nie einigen tönnen. Eine teilweise und vorübergehende Einigung, ergab sich immer nur, wenn es galt, eine wirkliche oder auch nur vermeintliche Förderung des Einheitsgedankens zu verhindern. Daher auch gegenwärtig die Aufregung in stenographischen Kreifen, seitdem die Regierungen des Reichs und der Länder, des endlosen unfruchtbaren Streites der Stenographen müde, endlich die Kurzschrift durch Schaffung einer einheitlichen Schreibweise und durch andere entschlossene Maßnahmen aus einer Fach- und Streitfrage zu einer Angelegenheit des gesamten deutschen Boltes gemacht haben. 4. Auf törichte Aeußerungen in Bezug auf die Arbeiterschaft, die mir irgendein Unbekannter fälschlicherweise in den Mund legt. brauche ich mohl im Hinblick auf meine 35jährige Tätigkeit in den Reihen der Arbeiterschaft nicht weiter einzugehen. Der Auffassung, die Genosse Schulz in seinem furzen Schreiben darlegt, tönnen wir uns nur in vollem Umfang anschließen. Auch mir halten es für eine nur aus dem Fanatismus der Stenographen zu erklärende Torheit, die politischen Auffassungen mit der Stellung zu einem stenographischen System oder gar zur Einheitskurzschrift zu perquiden. Wir sind davon überzeugt, daß es Anhänger aller Barteirichtungen, also auch Sozialdemokraten, in allen bestehenden Außer dem gesamtstaatlichen Etat und den Etats der stenographischen Systemen, wenigstens in den größeren, gibt. Daß einzelnen Bundesrepubliken gibt es in Sowjetrußland noch die dies bei Stolze- Schren der Fall ist, beweist der oben wiedergegebene Gemeindeetats in den Städten und Dörfern. Die Ein Brief. Daß es zahlreiche Sozialdemokraten gibt, die auf Gabels: nahmen dieser Etats werden zu 80 Proz. aus den Steuern ge- bergerfchem Boden stehen, besonders in den Ländern, in denen schon ichöpft. Das„ Reglement über Gemeindefinanzen" vom 12. No- feit langem die Gabelsbergersche Sturzschrift gepflegt wird( Bayern, vember 1923 stellt drei Steuerquellen für diese 3mede fest: Sachsen, Braunschweig) ist uns auch befannt. Wir erfahren ferner, a) Zuwendungen aus den allgemeinſtaatlichen Steuern( Land- daß sich die österreichischen Arbeiterstenographen, die auf dem Boden wirtschaftssteuer bis zu 50 Proz., Gewerbesteuer bis zu Gabelsberger stehen, mit großer Lebhaftigkeit für das Zustande 100 Broz, Einkommen- und Vermögenssteuer bis zu 50 Proz 100 Broz, Einkommen- und Vermögenssteuer bis zu 50 Prog tommen einer Einheitsturzschrift ausgesprochen haben. Bei der poli usw.); b) 3uschläge zu einer Reihe von steuerlichen Ge- tischen Ueberzeugung handelt es sich um bestimmte theoretische, mit bühren( Stempelgebühr, Gerichtssporteln usw.); c) Steuern, ber Weltanschauung und dem Charakter des einzelnen verbundene die von den Gemeinden selbst festgesetzt werden. Grundsäße, bei der Stenographie lediglich um äußere, nach reinen Nüglichkeitserwägungen zu verwertende Rede- und Schriftzeichen. Um ein traffes Beispiel anzuführen, tönnte man nach dem Muster der Bremer Arbeiterftenographen auch die Stellung zu bestimmten Rormalisierungen in der Industrie, zu bestimmten Durchschnitten ftab für politische Ueberzeugungen machen. Sofern man als sozialdemokratischer Politiker überhaupt Stellung zu dem Gedanken der Einheitsturzschrift nehmen kann, wird man es höchstens tun können Die stärkste Belastung für die Bevölkerung bilden die legtgenannten Steuern. Außer 25 verschiedenen Gemeindeſteuern, die nach dem Reglement zugelassen sind, gibt es noch zahlreiche willkürlich eingeführte örtliche Steuern. Ob wohl die Zentralregierung gegen die Steuerfchröpfungen" der Lotalbehörden ankämpft, berichten zahlreiche Korrespondenten in der Sowjetpreise über willkürliche Steuern, die in Geld oder Naturalien an den Orten erhoben werden. lebrigens gestattet auch das Reglement" die Einführung von Landbezirksgebühren in solchen Fällen, wo das Defizit im Etat auf keine andere Weise gedeckt werden kann". Don Gewinden und anderen technischen Zweckmäßigkeiten zum Maß Man fanit Dom Standpunkt des deutschen Einheitsstaates aus. Jeder Schritt, der über die bebauerliche Zersplitterung und über die partikularistische Eigenbrödelei hinweg zu zweckmäßiger Vereinheitlichung führt, ist vom Standpunkt sozialdemokratischer Tattit aus nur zu begrüßen, mit theoretischen und sozialistischen Grundsätzen hat aber auch diese Erwägung wenig oder nichts zu tun. ferner als Sozialdemokrat zu der wirtschaftlichen Seite der Einheitsturzschrift Stellung nehmen und wird sich dann auch. miederum nach gut bewährter sozialdemokratischer Tradition für den wirt schaftlichen Fortschritt aussprechen, Der erscheint uns aber ganz zmeifellos gegeben zu sein, wenn wir endlich in Deutschland eine einheitliche Kurzschrift haben und die Kurzschrift damit von jedermann beruflich oder in seinem privaten Berkehr oder im öffentlichen Leben angewendet werden kann. Vielleicht vermögen wir heute noch nicht in vollem Maße die mannigfaltige Zeit- und Straftersparnis und andere sich von selbst aus der allgemein durchgeführten Einheits furafchrift ergebenden wirtschaftlichen und kulturellen Borteile zu er rennen. Aber wenn man als sozialdemokratischer, also fortschrittlicher Politiker unvoreingenommen und ohne durch den ebenso fleinlichen wie leidenschaftlichen Systemfanatismus der Stengraphen belastet und verwirrt zu sein, an die Frage der Einheitsturzschrift herantrift, muß man sich ohne weiteres und entschieden auf den Boden der EinDie allgemeine steuerliche Belastung. Wie hoch ist nun die allgemeine steuerliche Belastung in Sowjetrußland? Insgesamt muß die Bevölkerung im laufen den Wirtschaftsj ihr 1924/25 an allgemeinen staatlichen und Gemeindeſteuern 1227 Millionen Goldrubel entrichten. Das bedeutet, bei einer Bevölkerung von 126 Millionen Menschen, 10 Gofdrubel oder 7,3 Borfriegsrubel pro Ropf der Bevölkerung. Im Jahre 1913 belief sich die steuerliche Belastung die Einfünfte von dem Branntweinmonopol nicht mit in begriffen pro Kopf der Bevölkerung auf 9 Rubel Dem nach hat die steuerliche Belastung jetzt bereits die Höhe von 80 Proz der Vortriegsnorm erreicht, während das Durchschnittseinkommen im laufenden Wirtschaftsjahr sich nach den optimistischen Schätzungen pro Kopf der Bevölkerung nur auf 56 Borkriegsrubel, d. h. auf 55 Broz. des Borkriegsein tommens beläuft. Das Einkommen des Sowjetbürgers be trägt jetzt also nur die Hälfte des Vorfriegseinkommens, mährend an Steuern bereits 80 Broz der Vorfriegssteuer geheitsturzschrift stellen. zahlt werden müssen. Es ist allgemein bekannt, wie drückend die Steuerlast des russischen Volkes unter dem Zarismus war. In Sowjetruß land jedoch ist nach fiebenjähriger Herrschaft der Kommunisten die Last der offiziellen Steuern allein noch weit drüden beralsinber 3arenzeit. Außerdem gibt es aber noch in Sowjetrußland verborgene Steuern in Form von hohen Preisen für Waren aus dem staatlichen Handelsmonopol, freiwillige" Abzüge, speziell Gebühren uſm, Das ist übrigens auch von der sozialdemokratischen Reichstags fraktion bisher jedesmal geschehen, wenn im Reichstag die Frage zur Erörterung ftand. Staatssekretär Schulz hat im Bildungsaus schuß des Reichstags eingehende Aufklärungen über die Ziele und Methoden gegeben, nach denen die Reichsregierung ihre Tätigkeit in der Frage der Einheitsturzschrift eingerichtet hat. Dem ist von der fozialdemokratischen Fraktion nicht widersprochen worden, ebenso wenig übrigens, so weit wir unterrichtet sind, von den anderen Frattionen, In den Systemstreit uns einzulassen, müssen wir ablehnen. Wenn die Stenographen sich in Jahrzehnten nicht gegenseitig von dem besten System haben überzeugen fönnen und wenn sie ebenso wenig in der Lage gewesen sind, in gemeinsamer Arbeit und ohne behördlichen Druck das„ beste" System zu schaffen, werden sie auch weiter: hin nicht dazu in der Lage sein. Jedenfalls darf man sicher sein, daß jedes auf irgendeine Weise zustande gekommene System von den Systemen, die dabei zu furz gefommen zu sein glauben, auf das schärfste angegriffen werden wird, wie ja bis zur Stunde sich die beiden größten Syfteme Gabelsberger und Stolze- Schren, trotzdem von beiden Systemen anerkannterweise Höchstleistungen erzielt werden, ständig gegenseitig bescheinigen, daß ihr System, an dem eigenen gemessen, nichts wert ist. Würde das deutsche Volf deshalb auf die Berallgemeinerung der Kurzschrift mit ihren vielen Vorteilen warten sollen, bis die Stenographen sich geeinigt haben, so könnte es ruhig bis zum St.- Nimmerleinstag warten. Im übrigen möchten wir uns auf den sehr vernünftigen Standpunkt stellen, den die Industrie und Handelskammer Frankfurt, am Main/ Hanau am 16. Januar d. 3. in einem Schreiben an die Städtische Schulverwaltung zum Ausdruck gebracht hat:„ Wir halten. es zwar nicht für unsere Aufgabe, zu dem Streit der Systeme Stellung zu nehmen, möchten aber nicht verfehlen, darauf hinzuweisen, daß wir die Einheit auf dem Gebiete der Kurzschrift für einen solch wesentlichen Fortschritt halten, daß demgegenüber die behaupteten Mängel der von dem Reich und den Ländern gebilligten Einheitskurzschrift füglich unbeachtet bleiben können. Für Industrie und Handel ist eine einheitliche Kurzschrift von höchster Bedeutung. Die Wirtschaft muß Wert darauf legen, daß ihr möglichst bald Angeftelite zur Berfügung stehen, die der Einheitsfurzsáhrift fundig sind. 3weifellos werden in Zukunft derart vorgebildete Angestellte bevorzugt werden und es wird für diejenigen, die an die Erlernung der Kurzschrift herangehen, verlorene Zeit und Mühe sein, wenn sie jetzt noch in anderen Systemen ausgebildet würden." Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin. 68. 68, Lindenstraße 3, 52./53. bt. Charlottenburg. Früh 9 Uhr bei Büttner, refp. bei Bur. Aaita. tionstour in den Kleingärten. 81. Abt. Friebenau. We Mitglieder beteiligen fich an der Ateisserfammlung, Dormittags 10% Uhr. Schöneberger Schloßbrauerei. Bortrag des Genossen Adler- Wien. 138. Abt. Hermsdorf- Frohnau, Die Genossen besuchen am Nachmittag Schil- richshagen, Bezirk 16. Montag, den 2. März, abends 7½ Uhr, im Restau dow. Siehe Vorwärts- Freitagmorgenausgabe. Jungsozialisten Neukölln. Gemeinfame Veranstaltung der Arbeiterjugend und Jungsozialisten. Musik und Literaturabend, Jugendbeim Bergstr. 29: Russische Kunst." Beginn pünftlich 8 Uhr. Gäste willkommen. Morgen, Montag, den 2. März: 2. Abt. 71 Uhr Funktionärtonferenz Ohngemach, Kommandantenftr. 88. 17. Abt. Die Mitglieder befuchen am Montag um 7 Uhr, die Kreisverfamm fammlung im Schiller- Chzeum, Bandstraße. 29. Abt. 7% Uhr bei Burg, Prenzlauer Adee 189, Sigung der Bezirks. führer. 44. Abt. 7 Uhr bei Nagel, Manteuffelstr. 47. Sigung der Funktionäre. Wichtige Tagesordnung. Elternbeiräte und Betriebsbertrauensleute. 125. Abt. Beißensee. Am Montag, abends 8 Uhr, bei Gallas: Kommunale Kommission 141. Abt. Rosenthal. 7% Uhr Lotal Frische, Niederstr. 5, Funktionärsihung. Frauenveranstaltungen am Montag, den 2. März: 36. Abt. 7% Uhr bei Busch, Tilsiter Str. 27, Bortrag der Genoffin Scheiben buber: Die berfunfene Glode." 38. Abt. 7 Uhr bei Bartusch, Friedenstr. 88, Bortrag des Gen. Buttfamer. 81. Abt. Friedenau. 7% Uhr Lofal Klabe, Sandjeryfir. 60/61. Literarischer Abend. Referent: Gen. Barthel. Gäste willlommen. Neukölln. 91. Abt. 7% Uhr bei Lübbede, Karlsgartenstr. 12. Vortrag der Genoffin Sinneder. 93. Abt. 7 Uhr bei Ruppelt, Kaiser- FriedrichStraße 171. Bortrag des Gen. Dr. med. Löwenstein über: Geruelle Gefundheitsfragen." Gäste willfommen. Uebermorgen, Dienstag, den 3. März: 27 80. Abt. Schöneberg. 8 Uhr Funktionärsizung bei Gürlich, Begasstr. 1. 106. Abt. Johannisthal. 7% Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre bei Gobin, 136. Avt. Reinickendorf- Cit. Roonfir. 2. 7 Uhr Jugendbeim Seebab, Stefibenziir. 49. Sigung des Ausschusses für Arbeiterwohlfahrt. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 3. März: 26. Abt. 7½ 1hr bei Wichmann, Weißenburger Str. 1. Vortrag der Ge noffin Areffe: Was erivarten die Frauen bon der Sozialdemokratie?" Neuwahl der Leiterin. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 43. Abt. Am 25. Februar verstarb Genoffe Frik Sorenburg. Dieffenbach ftraße 19, im 61. Lebensjahre. Einäfcherung Montag, den 2. März, 4½ für Groß- Berlin Uhr, Arematorium Baumſculenweg. ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten. Pressefommission! Die für Montag, den 2. März, angesehte Sigung fällt aus. Die nächste Sihung findet staff am Montag, den 9. März 1925, nachmittags 5% Uhr, Konferenzjaal der Redaktion. Otto Meier. 1. Kreis Mitte. Dienstag, den 3. März, 7½ Uhr, bei Dobrohlaw. Swine. münder Str. 11. Erweiterte Kreisvorstandssigung. 2. Krejs Ziergarten. Dienstag, den 3. März, 7 Uhr, im Bezirksamt, Klopstod str. 4, Rimmer 24. Fortsekung des Kurses. Thema: Die Organisation der Wohlfahrtspflege in der Stadtgemeinde Berlin." Borher 6 Uhr pünktlich Fuktionärinnenkonferenz dafelbst. 3. Kreis Webbing. Montag, den 2. März. 7 Uhr, Mitgliederversammlung im SchillerInzeum, Bank- Ede Böttcherstr. Tagesordnung: Die Sozialdemokratie in der Gemeindevertretung und die bürgerlichen Barteien." Referenten: Bürgermeister Leid und Stadtverordneter Reuter. Sämt liche Funktionäre werden ersucht, bestimmt zu erscheinen. 5. Kreis Friedrichshain. Erweiterte Kreisvorstandssikung am Montag, den 2. März, obends 7 Uhr, bei Bittschuk, Petersburger Str. 5. 6. Kreis Kreuzberg. Kommunale Rommission. Montag, den 2. März, 7 Uhr, bei Rabe, Fichteftr. Kommunale Konferenz. Bortrag des Genoffen Baul Hirsch. Zur Teilnahme verpflichtet find alle Stadt- und Bezirksverordneten, alle berufs- und ehrenamtlich tätigen Genoffen und Genoffinnen, die Mitglieder der kommunalen Kommission, alle interessierten Mitglieder des Kreises und die Funktionäre. 7. Arcis Charlottenburg. Dienstag, den 3. März, 7 Uhr, Funktionärfonferenz in der Aula des Schillerrealgymnasiums, Schillerstr. 26. Ohne Mitgliedsbuch und Funktionärausmeis fein Butritt. Gaaltontrolle übernimmt die 57. Abteilung. Der zum Dienstag, den 3. März, geplante Eltern cbend der Freien Schulgemeinde Charlottenburg findet infolge Landes, traner nicht statt. Die gelösten Karten Behalten ihre Gültigkeit au einem späteren Reitpunit. 11. Areis, Schöneberg Fricbeyeu: Die für Dienstag, den 10. März, angefekte Sigung der Kreiszeitungskommission fällt umständehalber aus.. 14. Kreis Reutöün. Dienstag, den 3. März, 7% Uhr, Areismitaliederverfammlung in Erbes Festfälen( großer Saal), Safenheide 13. Tagesordnung: 1. Die politische Lage im Reich und in Breußen." Referent: Genoffe Otto Meier, M. d. 2. 2. Parteiangelegenheiten. Mitgliedsbuch Tegitimiert. 14. Areis. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Die für Dienstag, den 3. März, vorgesehene Mitgliederversammlung wird wegen der Kreismitgliederversammlung auf Dienstag, den 10. März perlegt. 17. Kreis Lichtenberg. Mittmoch, den 4. März, 7% Uhr, Areisvorstands. figung in der Bibliothek, Weichselstr. 28. Montag, den 2. März. abends 7 Uhr, Allgemeine Funktionärtonferenz aus Anlaß des Ablebens des Reichspräsidenten im Arbeitsamt, Schreiberhauer Str. Borstandsfigung fällt aus. 2. Jugendveranstaltungen. Gesangschor zur Frühlingsfeier. Montag, ben 2. März, im Jugendheim Lindenstr. 3. Beitung: Genoffe fcheinen. Dr. Guttmann. Alle fangesfreudigen Genoffen und Genoffinnen müßen ezAnmeldungen für die Einführungskurse im Anschluß an die Funktionär furfe find fofort dem Jugendfekretariat einzusenden. Beginn der Rurse Anfang März, Dauer 10 Abende. Unkostenbeitrag 75 Pf. für bis 18jährige, 1,50 M. über 18jährige. Heute, Sonntag, den 1. März: Moabit I: Besuch des Naturkunde- Museums, Treffpunkt 11 Uhr an der Heilandkirche. Falkenberg- Alt- Glienice. Besuch des Naturkunde- Museums. Treffpunkt 49 Uhr Bahnhof Grünau. Werbebezirk Brenzlauer Berg( Abt. Prenzlauer Borstadt und Norbring): Besuch der Konsumgenossenschaft( 10 Uhr Lichtenberg), Treffpunkt 9 Uhr vormittags Pappel- Allee( Normaluhr Danziger Str.), Ede Prenzlauer Allee. Abends& Uhr im Jugendheim. Danziger Str. 62( Altersheim), Bortrag: ,, Ludwig Franf." Werbebezirk Arenzberg. Abends 7 Uhr im Jugendheim Lindenstraße 3Vortrag: rik Ebert. Werbebezirk Neuföln. Ueben für die Schulentlaffungsfeier um 17 Uhr im Jugendheim Nogatstraße 53. Abt. Friedenau und Schöneberg beteiligt sich an der Veranstaltung des Kulturkartells vorm. 10% Uhr in der Schloßbrauerei. Bortvag: Staat und Proletariat."( Mar Adler- Wien.) Treffpunkt mit Fahnen 10 Uhr 45 Min. am Bahnhof Wilmersdorf( fite Abteilung Friedenau). Morgen, Montag, den 2. März, abends 7½ Uhr: Rorben: Jugendheim Putbuser Str. 3, Mitgliederversammlung. Webbing- Rorb: bei Rabzan Funktionärverfammlung. Friebenau: JugendLantwig: heim Offenbacher Str. 5a, Bortrag: Unsere Internationale". Gemeindeschule Schulstraße Funktionärsgung. Hermsdorf: Jugendheim Roonstraße Mitgliederversammlung. Achtung, Teilnehmer der Bollstänze für die Frühlingsfeier und Teilnehmer des Jugendspiels Frühling im Baldreich", Dienstag, den 3. März, abends 7 Uhr, Zusammenkunft im Jugendheim LindenStraße 3. 18. Streis Beißenfee. Montaa, den 7. Mära. 7½ Uhr. Krektionskuna. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Sathaus, 21. 19. Areis Bantow. Montag, den 2. Mära, 6 Uhr, Fraktionskuna im Rat haus Bantom, Zimmer 17.- 19. Kreis. Montag, den 2. Mära, 7 Uhr. Sigung des erweiterten Kreisvorstandes im Rathaus Bantom, Rimmer 17. 20. Areis Reinidendorf. Montag, den 2. März, nachmittags 5% Uhr, im Boltshaus Reinidendorf- Beft, Scharnweberstr. 114. Gigung des engeren Kreisvorstandes mit den befonders geladenen Genoffen. Anschließend 8 Uhr an gleicher Stelle erweiterte Kreisvorstandsfisung. Zu dieser Gigung haben alle Funktionäre Zutritt. 20 Heute, Sonntag, den 1. März: 38. Abt. Seute, vormittag 10 Uhr, in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, Susammenkunft aller Genoffinnen und Genoffen anläßlich des Todes unferes Genoffen Friedrich Ebert. Bollzähliges Erscheinen ist dringend ermünscht. Mef Stoffe Täglich Eingang von Frühjahrs- Neuheiten. Pür Herren: Kammgarne und Cheviots, Radiomusterung, edelste Fabrikate, Mk. 19.60, 16.50, 13.80, 10.80. Für Damen: Ripse u. Marocaine, Ia Qualität, Mk. 13.80, 11.30, 8.60, Tuchhaus ME- Freitag Molkenmarkt 14 Ecke Molkenstraße Bitte auf den richtigen Eingang Nr. 14 zu achten. Wenn Du willst gewinna Spiele bei„ Siwinna" No. 7 Bestellschein An die Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäfts ftefie: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 37/38. Sof 2 St. Rameradschaft Brenzlauer Berg. Die Kameradschaft steht Montag, den 2. März, abends 5 Uhr, vollzählig am Brenzlauer Tor. Rameradschaft Bautom nebst Untergruppen. Sonntag, den 1. März, Dormittags 9 Uhr, Ueben der Spielleute an bekannter Stelle: Erscheinen aller Bflicht, da wichtige Mitteilungen. Rameraden, welche noch neu eintreten mollen, melden fich ebenfalls dort. Montag, den 2. März, abends 8 Uhr: Treffen fämtlicher Rameraden in der Turnhalle. Erscheinen Pflicht. Kameradschaft Strensberg, Jungmannschaft 1 und 3, Montag, den 2. März: abends 7% Uhr, Sufammenkunft in den Blücherfälen, Blücherstr. 61. Ramerabschaft Eichwalbe. Dienstag, den 3. März, abends 8 Uhr, im Lokal Lindner, Bollversammlung. Bericht von Magdeburg. Legte Borbereitungen zur Bannerweihe. Boll zähliges Erscheinen dringend Pflicht. Ramerabschaft Steglik. Montag, den 2. März, abends, 7 Uhr, trifft fich die Lichterfelder Jungtameradschaft im Jugendheim, Lichterfelde, Albrechtstraße. Bortrag über die Reichsver faffung. Die Stegliger und Lantwiser Jungbameraden beteiligen fich. Das Deutsche Friedenstarten veranstaltet aus Anlaß des Totengebent tages am Sonntag, den 1. März, borm. 11 Uhr, im Serrenbaufe eine Feier. hei der Reichstagspräsident Genoffe Löbe, Gertrud Enfold, Brofeffor Dr. Quidde, Dr. Claudia Löwe und Gerhard Seger fprechen werden. Der Eintritt ist frei. fcheidfte. 29, hält am Montag, den 2. März, in Charlottenburg Sohenzollern. Reichshund Deutscher Mieter. Ortsverein Charlottenburg E. B., Bind. feftfäle, abends 8 Uhr, eine große öffentliche Verfammlung ab. Bund religiöser Sozialisten. Zieerei Geisterteio obey Simmelreich" lautet das Thema, über das Genoffe Dr. med. Bahrmann im Bunde religiofer Sozialisten Neuföün, Sertastr. 9( Gemeindesan), aut Montag, den 2. März, abends 7 Uhr, bei freiem Eintritt sprechen wird. Verein der Freidenfer für Feuerbestattung E. B. Gau Berlin. Frieds rant Sielisch, Friedrichshagen, Friedrichstr. 121, Mitgliederversammlung. Bericht von der Gaugeneralversammlung. Reuwahl der Bezirksleitung. Röpenid. Bezirk 16. Mittwoch, den 4. März, abends 7% Uhr; im kleinen Gaal des Stadttheaters Köpenid, Am alten Markt, Mitgliederversammlung. Bericht von der Gaugeneralversammlung, Neuwahl der Bezirksleitung. Arbeiter- Stenographen- Bund„ Stolze- Schren", Bez. Lichtenberg. Die Uebungsabende finden regelmäßig jeden Montag und Mittwoch, abends 7% 1hr, im Jugendheim Vartaue 10 ftatt. Esperanto- Verband( Grupro) Berlin. Dienstag, 3. März; 8 Uhr; Café Jofth, Botsdamer Platz: stonversationsabend. Arbeiter- Esperanto- Bund. Dienstag, den 3. Mara, abends 7% Ubr, Schule Gipsstr. 23a Monatsversammlung. Vortrag des K- do Hattja: La laborista Esperanto movado en Hungario." Gruppenabenbe: 8enttrum, Schule Gipsstr. 23a jeden Freitag. orden. Greifenhagener Straße 38 Schule jeden Montag. Often, Realfchule Rigaer Straße 8 jeden Freitag. Wedding, Razarethfirchfiraße Schule jeden Montag. tur fus, Rosenthal Schule Kastanienallee Jugendheim der A3. jeden Donnerstag. Freidenker- Bolkshochschule Berlin. Dienstag, den 3. März, abends 71 übr, Astanisches Gymnasium, S. Hallesche Str. 26( am Anhalter Bahnhof), Beginn des dreiabendlichen Kursus von Henner Fridag: Leben und Wert von W. Lenin. Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform i. B. V. Nächste Be zirksversammlung am 3. März Berlin N., bei Müller, Ufers, Ede MartinOpip- Straße, pünktlich 8 1hr abends. 1. Referat, 2. Fragebeantwortung. Gäste willkommen. Oeffentliche Bersammlung amt 4. März, abends 18 Uhr, im Restaurant Artushof, Berleberger Straße 26. Dr. Iefinget referiert über Biochemie und Boltsgesundheit! Nach dem Vortrage Fragebeantwortung. Mitglieder, agitiert in Bekanntenkreisen! Selft, eine natürliche Heilmethode für die Arbeiterflaffe zu erobern! Wir weisen unsere Mitglieder nochmals auf den jeden Mittwoch, abends 8 Uhr, stattfindenden Kursus über Biochemie und Gesundheitspflege in der Schule Ifflandstraße hin. Der Befuch muß weit stärker werden. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen, Ortsgruppe Renköun, Geschäftsstelle Donaustr. 128, beranstaltet folgende Bezirksverfammlungen am Dienstag, den 3. März, 1. in der Idealflause, Marefchstr. 14, 2. Sum Bodetal, Emser, Ede Bodestraße; am Mittwoch, den 4. März 1. bei Brofe, Sander Ede Sobrechtstraße, 2. bei Kern, Reuter, Ede Lenaustraße, 3. bei Piechnid, Oferfir. 3, 4. bei March, Schillerpromenade 39; am Donnerstag, den 5. März, 1. bei Richter, KaiserThema: Friedrich- Straße, Ede Jansastraße, 2. bei Bähle, Wildenbruchstr. 87. Smed und Siel unserer Organisation." Eingeführte Gäste haben Zutritt! Neuaufnahmen finden in den Bersammlungen statt. Der Bund der tinderreichen Familien, Berlin- Wedding, hält feine nächste Monatsversammlung am Mittwoch. 4. März. 7% Uhr in der Schulaula Wiesens, Ede Grenzstraße, ab. Gäfte und Freunde gern willfommen. Ge fchäftsstelle: Aümmelberg, Lehrer, Berlin N. 65. Whilerstr. 134a. Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur( E. 2.). Der Borfizenbe der Deutschen Gefellschaft für ethische Kultur Dr. Rudolf Bengig spricht am Mittwoch, den 4. März, abends 8 1hr, im großen Saal des Sentral instituts für Erziehung und Unterricht, Botsdamer Str. 120, über: Der Mißbrauch der Weltanschauung." Arbeitersport. Arbeiter- Sport- und Kulturfartell. 6. Bezirk Kreuzbera. Montag, den 2. März, abends 8 Uhr, im Lofal von Beter, Wrangelstr. 125, Rartellfikung. Erscheinen aller Delegierten ist Pflicht. Wichtige Tagesordnung. Bortrag des Genossen Stadtrat Dittmer über den Ortsausschuß für Jugendpflege int 6. Bezirk. Vor der Gigung, un 7 Uhr. findet eine Borstandsbesprechung ftct. Vereine und Gruppen, die noch mit Beiträgen vom vorigen Jahre im Rüdftande find, werden ersucht; dieselben in der Gizung zu begleichen. Briefkasten der Redaktion. 6. B. Der ,, Borwärts" ist nicht in der Lage, einen derartigen Nachweis au unterhalten.. Geschäftliche Mitteilungen. Die Vorzüge eines Einlaufes im Spezialgeschäft werden mit großem Unrechte no viel zu wenig gewürdigt. In der Steppbedenindustrie genießt die Firma Biener Steppbcdenfabrik Bernard Strohmandel, Berlin. 14, Wolftr. 72, Filialen: Ritolsburger Blak 2 und Spittelmarkt, Ede Gehbel ftraße, als älteftes und größtes Spezialgeschäft, feit Jahrzehnten einen Weltruf. Die Fabritate entpfehlen sich durch ihre Güte und Preiswürdigkeit von Alte selbst, da das Prinzip ber Reellität der Firma hinlänglich befannt ist. Steppbeden arbeitet diefelbe auf und stellt solche wieder wie neu her. Eiche Inserat in heutiger Nummer. Das Sans für Qualitätswaren, die Wäschefabrik Stumbe u. Jäger, beranftaltet ab 2. Märs einen großen Aussteuerverkauf, auf den hier besonders hingewiesen wird. Es bietet fich da eine nicht oft wiederkehrende Gelegenheit, Bett, ifch. Seus und Leibwäfe fowie alle Wäscheftoffe su erheblich ermäßigten Breifen zu erwerben. Die Firma unterhält nur die nachstehenden brei Berlaufsstellen: Stottbufer Damm 73, 2andsberger Straße 88, Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 37. Erwähnt ſei noch, daß jeder Käufer ein leines praktisches Geschent erhält. Die Ernährung Rranter ift oft schwierig. Ein neu zufammengestelltes Kochbuch mit über 150 preisgekrönten Rezebten auch folchen von Aerzten zeigt u. a., wie durch eine überaus günstige Verbindung von Ramogen mit Früchten eine vitaminreiche Krantennahrung zubereitet wird. Wer sich näher informieren will, berlange bas Kochbuch gratis von Deutsche Milchwerte A.-G., Swingenberg( Selsen). Haben Sie das heutige Inferat der Firma Teppich Bursch, Berlin C. 2, Spanbauer Str. 32, fchon gelesen? Zeppich Bursch verlauft 3 Serien deutfcher Teppiche in hervorragendfter Qualität, bis 30 Broz. ermäßigt. 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Jede einzige sagt, das schon bei dem erstenmal Baschen die Haare nicht mehr zerzausen, vom zweitennial ab bleibt der Kamm frei von ausgefämmten Haaren. Lavaren forgt eben für hygienische Haarpflege, ist ein ernst. dem toftet eine Packung auch nur 30 Pf. haftes, wissenschaftlich zusammengestelltes, Mittel und kein Kosmeti. fum, bei dem es meist nur auf den guten Geruch anfommt. TrotzPreußische Staats- Lotterie Bitte schnel den! 550 000 Lose in 5 Klassen Staatliche Lotterie- Einnahme Siwinna BERLIN W 35, Potsdamer Straße 123 B. Senden Sie mir unter Nachnahme aus der 251. Preuß. Staatl. Klassen- Lotterie Los der 1. Klasse 15.3/4 12 Doppel- Los 6.- 12.- 24- 48.-R.-M. Los für alle 5 Klassen 11 Doppel- Loa 30.- 60.- 120.- 240.-R.-M. 1 Amtl. 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Februar 1925 Nachdruck verboten In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 2. gezogen 1 Gewinn zu 50000 m. 68182 1 Gewinn zu 5000 m. 310551 4 Gewinne zu 3000 m. 2045 110085 195456 291259 5 Gewinne zu 2000 2. 84806 92843 117815 128336 188986 9 Gewinne zu 1000 t. 21401 25990 70753 109928 158514 185691 260830 291232 304334 25 Gewinne zu 500 m. 16469 21615 22599 24639 45409 87359 104531 106-17 113446 141581 149047 178307 186060 190904 198801 225675 226195 246818 266160 273588 289691 292209 297979 300660 309164 96 Gewinne zu 300 2. 10606 13211 20301 23692 24935 25751 26068 29902 31987 32239 32776 35964: 36463 40505 48688 49676 54213 54271 55199 60745 71638 85550 87615 88823 90500 91010 108780 110978 111610 112176 113250 114661 122157 127083 127495 134585 136604 144535 146446 152667 154428 155986 158829 165748 167732 168110 168237 174897 178272 186415 186814 181336 193080 199368 206285 206418 216067 228237 229649 229.20 234036 236678 237746 245622 246677 257813 258876 264513 264754 268150 273017 270144 275232 275543 277262 273493 283855 288474 288720293477 293672 294443 295730 296295 299879 299939 300449 301987 303793 305028 306435 307734 308196 311464 315356 317: 15 19. Ziehungstag Ohne Gewähr 28. Februar 1925 Nachdruck verboten In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen. 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Gerade zur rechten Zeit erscheint daher die neue Auflage des seit Wer heute für Wiedererlaß der Getreidezölle eintritt, zeigt, daß langem vergriffenen Wertes von Professor Lujo Brentano„ Die über das Intereffe ganz Deutschlands feßt. Sehr unüberlegt aber er das Sonderinfereffe eines Zehntels der deutschen Bevöiterung deutschen Getreidezölle( Berlag J. G. Cottasche Buch- flingt es, wenn man auf den Nachweis, daß das deutsche Bolt bei handlung Nf., Stuttgart und Berlin. Preis geh. 10 M.). Das Buch, Wiedereinführung der Bevorzugung dieser Minderheit angesichts der das zuerst als Denkschrift erschienen ist, ist als Quellenwert für die Tatsache, daß es außerftande ist, seinen Getreidebedarf auf deutschem Beurteilung der Getreide zollfrage von grundlegender Bedeutung. Boden zu erzeugen, verelenden müsse, daß Deutschland gezwungen Es enthält eine Fülle von Zahlenmaterial für die Kritik der Wir sei, in steigendem Maße überwiegender Industriestaat zu wer fung der Zollpolitik in der Vorkriegszeit. Der terliche Teil ist wohl ten, um burch Austausch seiner gewerblichen Erzeugnisse gegen die die gedrängteste Zusammenfassung aller Gründe für eine Freihandels- nötigen Lebensmittel zu erlangen, daß es nur so wieder eine geachtete Agrarprodukte des Auslandes die zur Ernährung seiner Bevölkerung politit und die glänzendfte Widerlegung der gegnerischen Argumente, Stellung im Kreise der übrigen Nationen erlangen fönne und daß die in der nationalökonomischen Literatur besteht. Beschränkt sich diese Notwendigkeit infolge der von ihm übernommenen Zahlungsdas in den Anlagen wiedergegebene Zahlenmaterial auf die Bor verpflichtungen dringend geworden sei, wenn es nicht den Santtionen friegszeit, so zieht Brentano in seinen teglichen Ausführungen auch verfallen wolle, von denen es bedroht ist, mit frommen Sprüchen die Entwicklung der deutschen Landwirtschaft nach dem Kriege heran entwortet gleich dem: Was nüßt es dem Menschen, wenn er die zum Beweis dafür, daß eine Schutzzollpolitik nach dem Kriegels ob nicht die sittliche Verwilderung, welche die seit zehn ganze Welt gewinnt, aber ar feiner Seele Schaden leidet." genz unmöglich geworden ist. Jahren dauernde Unterernährung des deutschen Bolles geNach meiner Ueberzeugung wäre die Annahme der von der Re- bracht hat, deutlich zeigte, was aus der Seele wird, wenn es gierung eingebrachten Zollvorlage ein Unglüd für Deutschland. Bon allen ihren sonstigen Wirkungen abgesehen, würden sie es außerstand fezzen, feine im Londoner Abkommen übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen und damit allen Folgen preisgeben, die an deren Nichts erfüllung geknüpft sind." So schreibt Brentano in seinem Vorwort. Weiter geht er am Schluß seines Wertes auf die gewichtigen Argumente ein, die neuerdings Professor Aereboe im Interesse der Landwirtschaft gegen die Getreidezollpolitik geltend gemacht hat und über die wir feinerzeit gleichfalls berichtet haben. Besonders interessant find folgende Ausführungen, in denen Brentano die Unmöglichkeit der Schutzölle mit den Erfahrungen der Nachtriegszeit begründet: „ Es wurde oben gezeigt, daß nur solche Landwirte von hohen Getreidepreisen und den Getreidezöllen, die sie hervorrufen, Borteil haben, die Getreide verkaufen, und daß als solche nur die Inhaber der Betriebe von 5 Heftar und mehr zu rechnen sind. Nach den Angaben des„ Statistischen Jahrbuchs für das Deutsche Reich" für 1923 hat Deutschland infolge der ihm abgenötigten Gebietsabtretungen, wenn man von der letzten Betriebszählung, die wir haben, von der von 1907, ausgeht, heute nur mehr 1 180 368 Betriebe von 5 Hettar und mehr. Diesen steht die Gesamtheit von 5068507 Betrieben gegenüber. Sonach wären heute 23,29 Proz. der deutschen Landwirte an hohen Getreidepreisen intereffiert eine geringe Aenderung gegenüber der Zeit vor dem Kriege. Unders, wenn man die interessierten Betriebsinhaber und ihre Familien der Bevölkerungsziffer von Mitle 1922 gegenüberstellt. Dann ergeben fiá, unter Annahme, eine Familie bestehe aus 5 Personen, 5 mal 1 180 368= 5 901 840 Personen, die von hohen Getreidepreisen und Getreidezöllen Borteil haben, bei einer Bevölkerung von 62 036 000 Mitte 1922. Das ergibt nur mehr 9,64 Proz. der Bevölkerung, die von Getreidezöllen Borteil haben; ihnen stehen 90,36 Broz gegenüber, die ihnen indifferent gegenüberstehen oder schwer dadurch belastet werden. Die Last, welche die Bevölkerung infolge der 1962 ihr aufer Icgten Getreidezölle zu tragen hatte, hat vor dem Krieg jährlich etwa eine Milliarde betragen. Ich bin bei der obigen Berechnung von der für die Landwirte viel zu günstigen Annahme ausgegangen, es feien 19 Proz. der Bevölkerung an hohen Getreidezöllen inier effiert. Es find, wie eben gezeigt, heute nur 9,64 Proz. Ein gering, fügiger Teil des Refles ist, weil er selbst seinen Getreidebedarf produziert, in different; tie überwältigende Mehrheit des Volkes müßte jenen 9,64 Proz. jährlich einen Tribut von rund einer Milliarde zahlen, wurden die Getreidezölle, wie sie vor dem Kriege erhoben wurden, wieder eingeführt. Bergegenwärtigen wir uns, mas das deutsche Bolt heute zu zahlen hat, um uns ein Urteil zu bilden, ob es dazu imftande ist. dem Menschen an den zur Erfüllung seiner fittlichen Pflichten unent behrlichsten Lebensbedingungen gebricht." Wir halten es für notwendig, diese durchschlagenden Beweis. gründe gegen eine Neuauflage der Getreidezollpolitik weitesten Kreisen der Arbeiterschaft zugänglich zu machen, die am schwersten unter einer fünftlichen Brotverteuerung zu leiden hat. Hypothekenbanken und Rentenbank- Kreditanstalt. Wie wir aus Kreifen der Hypothefenbanten erfahren, steht man dem Projekt der neuen Agrarbant nicht sehr sympa thisch gegenüber. Weniger aus Konkurrenzgründen, denn die Aufgaben, die die Hypothekenbanken in bezug auf den Realkredit haben, werden durch diefes neue Institut nicht berührt, da das Institut entweder direkt oder indirekt sich der Hilfe der bestehenden Hyporhefens banken und Banbichaften bei der Begebung von Hypothekar- und Realkrediten bedienen mußte. Die Hypotheten banten werden dieser Seite des Geschäfts aver wahrlheinli wenig Aufmert famfeit widmen fönnen, weil lie ihre bisherige Tätigkeit fortfegen, burch fie vollkommen in Anspruch genommen werden. Das neue Inftitut stellt eine unnötige Vermehrung der bestehenden Organisationen für den Real- und Hypothefarkredit dar, muß also in Zeiten der Geld. Inappheit diesen Kredit verteuern, in Zeiten der Geldflüssigkeit das Kreditgeben für die Geldgeber unlohnend machen. Es ſei, so meint man, allerdings zu begreifen, daß die Landwirtschaft die Gel. der, die sie einmal für die Rentenband hergegeben hat, in ihrem Sinne verwandt fehen will und daß sie sich auch durch das Schaffen eines entsprechenden Instituts die Einflußnahme auf die Kreditgebarung mit ihren Geldern sichern will. Ob der damit beabsichtigte wirt. fchaftliche Erfolg auch wirklich eintreten würde, sei eine andere Frage, die man im Hinblick auf die angedeuteten Gefahren der Ueber. organisation nicht ohne weiteres bejahen könne. Wie versichert Auch die landwirtschaftlichen Genossenschaften haben Bedenken. Wie die Eca zu dem dieser Tage veröffentlichten Gefeßeniwurf über die Bildung einer Rentenbank- Kreditanstalt erfährt, findet dieser Entwurf in den Kreisen der landwirtschaftlichen Genossenschaften feineswegs einhellige Zustimmung. Die Bedenken, namentlich der Genossenschaftstassen, richten sich besonders dagegen, daß die geplante Rentenbank Kreditanstalt sowohl Personal wie Real Kreditgeschäfte betreiben soll. wird, werden die landwirtschaftlichen Genossenschaften dem Plan der Errichtung der Rentenbant- Kreditanstalt nur unter der Be geplanten Anftalt auf Real Kreditgeschäfte beschränkt bleibt, und dingung ihre Zustimmung erteilen, daß der Geschäftsbetrieb der da die Mittel, die für die Personalkreditgeschäfte aus Rentenbankgeldern und auf Grund des Liquidierungsgesetzes für den Rentenmarfumlauf zur Verfügung stehen, direkt an bestehende Personal. Stredit- Institute geleitet werden. T Deutschland ist ein an Rohstoffen armes Land. Bor dem Kriege hatte es Ueberfluß nur an Kohle und Kali. Sein früheres Eine neue Industriestadi bei Bochum. Eine neue Industriestadt Kalimonopol hat es durch die Abtrennung von Elsaß- Lothringen und die Entdeckung von Kalilagern in Amerifa verloren, und der Friede Alten- Bochum aufführen. Auf einem 30 000 Quadrameter großen merden die zum Lothringentonzern gehörigen Elsaß Werte in hat ihm 25,9 Proz. seiner Kohle, 74,5 Proz. seiner Eisenerze, 68,3 Broz feiner Zinterze genommen. Es muß aljo heute mehr und zwei Elektrostahlöfen, ferner ein Hammerwerk und ein Blech Gelände ersteht ein neues Stahlwert mit zunächst zwei MartinRohstoffe einführen, um die Fertigwaren herzustellen, die es zur Bezahlung seiner Einfuhr ausführen muß, und seine Einmalzwert. Auf der Zeche Lothringen in Gerthe, die mit dem neuen fuhr an Nahrungsmitteln muß, um seine Bevölkerung leistungsfähig Bert bereits jetzt durch eine Privatbahn verbunden ist, wird eine zu erhalten, nach der Verminderung seiner landwirtschaftlich genugten neue Kofereianlage gebaut. Die Arbeiten zum Bau einer Kolonie Flädje um nahezu 5 Millionen Hektar größer werden. Ist es infoige riesigen Ausmaßes find schon in Angriff genommen, und Flädje um nahezu 5 Millionen Hektar größer werden. Ist es infoige als ersten Erfolg sieht man bereits mehrere große Beamtenhäuser. der genannten Beraubungen für Deutschland viel schwieriger ge worden, Soll und haben seiner Handelsbilanz auszugleichen, fo tommt noch dazu, daß das Londoner Abkommen ihm die Verpflich tung auferlegt hat, pom Jahre 1926 an jährlich 1200 millionen und von 1928 an jährlich 2% Milliarden Goldmart an die Siegerländer zu zahlen, und dies für unbestimmt lange Zeit. Der Dawes Ausschuß hat zugegeben, daß feinerlei Sicherheit vorhanden ist, daß Deutschland jährlich einen Ueberschuß seiner Ausfuhr über seine Einfuhr im Betrage von 2½ Milliarden Goldmark zu schaffen vermöge, wie er nötig ist, um den ihm auferlegten Berpflichtungen zu genügen. Schafft es ihn nicht, so drohen ihm aber Santtionen, von denen die Ruhrbesetzung einen BorGeschmad gegeben hat. Dak der zur Abwehr solchen Unglücks, das dem Untergang Deutschlands gleichtäme, nötige Ueberschuß der Ausfuhr über die Einfuhr nur durch Ausfuhr industrieller Produkte beschafft werden fann, wird von feiner Sette bestritten. Damit ist aber die Unmöglichkeit von Agrarzöllen für jeden Denkenden zugegeben. Es liegt auf der Hand, daß wir einen Ausfuhrüberschuß im Berte ron 2% Milliarden Goldmark an fich nur erzielen fönnen, wenn unsere Industrieprodukte billiger als die des Auslandes find. Dazu tommt aber noch, daß die Siegerlander sich in dem eigentüm lichen Widerspruche bewegen, daß fie 2½ Milliarden Goldmart jähr lich von uns haben wollen, sich aber vor ihrer Zahlung fürchten, da fie nur in Produkten unserer Arbeit stattfinden kann, und sich gegen beren Konkurrenz durch Schutzölle und andere Einfuhrerschwerungen zu schüßen suchen. Das nötigt Deutschland, feine Produktionsfosten herabzudrüden. Agrarzölle müffen aber den GeldLogal hervorragend Tabletten bewährt bei: Hexenschuß, Nerven- und Kopfschmerzen Gicht, Rheuma, Ischias, Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Barnsäure aus. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheten erhältlich. Best. 126% Lith., 0,46% Chinin, 74,3% Acid. acet. salic, ad 100 Amylum. Ein neues Krupp- Monopol. Das Eisen, das am allgemeinſten verbreitete Metall, hat in der chemischen Zusammenseßung, in der es, zur Berarbeitung gelangt, Laufe der Zeit diesem Uebel zu Leibe gegangen, aber erst in der einen großen Fehler: es rostet. Mit vielen Mitteln ist man im jüngsten Vergangenheit ist es gelungen, einen endgültigen Erfolg zu erzielen. Im Jahre 1912 wurde in den Werkstätten der Friedrich Krupp Aft.- Ges. die Versuchsreihe zu Ende geführt, durch Zusatz anderer Metalle das so legierte Eisen oder den Stahl rost un empfindlich zu machen. Das deutsche Patent( Nr. 304 126) batiert vom 17. Oftober 1912. Im folgenden Jahre wurde es in Dänemark, England, Frankreich, Italien, Norwegen, Defterreich, Rußland, in der Schweiz und in den Vereinigten Staaten an gemeldet. Der Krieg hat das Batentrecht der Firma Krupp in vielen Ländern illusorisch gemacht. In England hat die Firma The Firth. Brearley Stainless Steel Syndikate Ltd. eine Produktion rostfreien Stahls eingerichtet und hat sich das Verfahren ebenfalls paten tieren lassen. Insbesondere handelt es sich um das Recht der Verwendung von rostfreiem Stahl zu Gebrauchsartiteln( Solinger Stahlmaren), chirurgischen Instrumenten u.. ä. Für diese Artikel hat der nicht rostende und unter Säurewirtungen flecfrei bleibende Stahl eine große Bedeutung. Eine Bedeutung, die jedem einzelnen Menschen, der Messer, Gabel, Löffel oder Scheren irgendwelcher Art u. a. gebraucht, zugute fommen tann. Die neue Erfindung gilt mit Fug und Recht als ein Fortschritt, der ohne fapitalistischen Sonderprofit durch ein Patentmonopol der Welt gehören dürfte. Das geltende Recht aber macht daraus eine Domäne der Firma Arupp, die fich allerdings jüngst darüber hat mit der genannten englischen Firma verständigen müssen. Diese Verständigung ist in der Weise geschehen, daß alle Verbraucher und Verarbeiter von roftfreiem Stahl in allen Ländern der Erde diesen nur von Krupp oder der englischen Firma beziehen dürfen, bzw. von den von diesen beSonntag, 1. März 1925 stimmten weiteren Firmen. Borläufig hat die Firma Krupp in Deutschland und Desterreich mit den folgenden Firmen ein Abe tommen für die Lieferung von rostfreiem Stahl durch diese ge schlossen: Bergische Stahlindustrie in Remscheid, Stahlwerte SchöllerBleckmann in Wien, Gebr. Böhler in Düsseldorf, Stahlwert Becker in Billich, Rheinmetall in Düsseldorf, Stahlwerte Buderus- Röchling in Weßlar und Glockenstahlwerte in Remscheid. Das deutsch- englische Privatabkommen geht aber noch weiter. Es hat auch den Abfazmarkt für Fertigfabritate aus feinen Stahlwaren in Frage fommt, zwischen der Solinger und nicht rostentem Stahl, menigstens soweit die Fabrikation von Sheffielder Industrie aufgeteilt. Nach England und Frankreich nicht versenden und nach den Bereinigten Staaten und Japan nur dürfen deutsche Fabrikanten rostfreier Stahlwaren, diese überhaupt dann, wenn sie von Krupp eine besondere Erlaubnis bekommen. Sonst steht die Welt für den Konkurrenzkampf der beiden nationalen Fabrikantengruppen frei. Butünftig merden also zwei Firmen die Produktion von rostfreiem Stahl bestimmen nach Umfang und Breifen. Sie werden weiterhin, obwohl sie selbst nicht Hersteller von Fertigfabrikaten ihrer Botmäßigkeit haben. Sie haben es durch das Mittel aus rostfreiem Stahl sind, diese Fabritation vollständig unter eventueller Materialsperren in der Hand, zu diftieren. So üben sie ein Monopol aus, das ihnen wertvoll ist nur wegen der Möglichkeit, daraus die höchsten Profite zu erzielen. Die Ver. braucher aber bezahlen die 3eche. Das ist fapitalistisches Recht und gottgewollte Ordnung. Besserer Beschäftigungsgrad in Berlin. Die Befferung auf dem Arbeitsmarttfreitet mach dem Bericht des Landesarbeitsamts Berlin langfam fort. Der allgemeinen Aufwärtsbewegung folgen nunmehr auch die bisher weniger gut beschäftigten Gruppen, besonders auch das Gastwirts gewerbe, in dem sich eine lebhafte Vermittlungstätigkeit zeigt. Auch im Baugewerbe fcheint sich eine beffere Konjunktur jetzt vorzubereiten, die zunächst allerdings nur in der erhöhten Anforderung von Technitern und in vermindertem Maße auch von Maurern in Erscheimmg tritt. Insgesamt weift die Arbeitslosigkeit eine weitere Ab nahme auf. Es waren 60 519 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetra gen, gegen 62 767 der Borwoche. Darunter befanden sich 47.029 ( 49 072) männliche und 13 490( 13 695) weibliche Personen. Unter insgesamt 30 282( 31 092) Berfonen. Die Zahl der zu gemeinnützigen stüßung bezogen 25 658( 26 528) männliche und 4624( 4564) weibliche, Pflichtarbeiten lleberwiesenen betrug 355 gegen 367 der Borwoche. Die Landwirtschaft und Gärtnereien stehen in Zeichen eines steigenden Kräftebedarfs. Die verhältnismäßig guten Beschäftigungsmöglichkeiten in der Metallindustrie führten zu erhöhter Bermittlungstätigkeit und weiterer Abnahme der Arbeits ber Glettro- und Rabioindustrie zeigte fich auch der Autobau, die losigkeit. Außer dem gut beschäftigten Spezialwerkzeugmaschinenbau, Rabelindustrie und die Eisengießerei gut aufnahmefähig, was insbe fondere auch in der stärkeren Nachfrage nach Maschinenformern jum Ausdrud gelangt. Dem Bedarf an gut eingearbeiteten Spezialträften fonnte nicht in allen Fällen entsprochen werden. Das Spinnstoffgewerbe bot mit Ausnahme der Striderei gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Für die 3 ellstoff- und Ba. pierherstellung und Verarbeitung hat die gute Kon junttur angehalten. Weiterhin günstig entwickelten sich die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Lederindustrie und Industrie Ieberartiger Stoffe für Geschirrsatiler und Tapezierer aller Branchen. Bolsterer für Matratzen und Magazinarbeit blieben gesucht ständig. Un Modelltischlern und einigen Spezialinftrumentenarbeitern Im Holz und Schnigstoffgewerbe beffert sich die Bage macht sich bereits ein Mangel bemerkbar. Das Nahrungs- und Bermittlungstätigkeit auf. Bevorzugt bei der Einstellung in der Genußmittelgewerbe weist für fast alle Gruppen eine gute Schokoladenindustrie wurden in der Hauptfache jugendliche Kräfte. But befchäftigt blieb im Bekleidungsgewerbe die Herren und Damenkonfettion. Auch die Maßbranche meldet größeren Bedarf Anzeichen einer Besserung. Im Baugewerbe ist die Bage faſt an Arbeitsfräften. Die Schuh- und Schäfteindustrie zeigt gleichfalls unverändert. Nur Maurer wurden etwas stärker angefordert. In der Gruppe Lohnarbeit wechselnder Art wird eine beffere Beschäf tigung gemeldet. Ein großer Auslandsauftrag der AEG. Die AEG. hat sich troß Millionen Dollar von der Regierung von Guatemala gesichert. Es internationaler Konkurrenz einen Auftrag im Werte von vier San Felipe nach Quezaltenango. Erforderlich ist zum handelt sich um den Bau einer elektrischen Hochgebirgsvollbahn von Ausbau dieser für den Verkehr des Landes außerordentlich wichtigen Bahn die Anlage eines Wasserkraftmerfes von 3600 PS., das bis auf 14 000 PS. erweiterungsfähig fein soll. Die Lieferung umfaßt und Oberbaumaterial, sowie Bersonen- und Güterwagen. Die ferner die notwendigen elektrischen Unterstationen, Brüden, BeitungsBahn ist 45 Kilometer lang und hat große Steigungen zu über minden. Sie soll insbesondere das westliche Guatemala, das land. wirtschaftlich sehr fruchtbar ist und dessen Hochplateau große Kaffeeplantagen trägt, erschließen helfen Ihre Anlage erfolgt in der Beife, daß durch fie die Berbindung von allen Plägen Nordamerikas mit den Hauptstädten Zentralameritas ermöglicht wird. Aus der Generalversammlung der Ufa. Bon der gewaltigen Aus dehnung des Films erhält man einen Begriff, wenn man erfährt, daß der Nibelungenfilm, der von der Ufa hergestellt worden ist, bisher über 10 Millionen Menschen gezeigt wurde. Er wird nach den Ausführungen, die in der Generalversammlung der Ufa von und ebenso wird„ Der letzte Mann" in Kürze seine Uraufführung in der Verwaltung gemacht wurden, demnächst in Paris gezeigt werden fich fich dem Film gegenüber tritischer einzustellen und Filme, die Londen und Paris erleben. Das deutsche Publikum beginnt allmäh qualitativ nicht auf der Höhe sind, abzulehnen. Die technischen Vera Dr.Thompson's Seifenpulver tranet til Triple gibt ohne Bleiche blendend weiße Wäsche SCHUTZMARKE OCTHOMPSON'S SEIPENDULVER MARKE Defferungen der Produktion find weiter betrieben worden und im laufenden Geschäftsjahr sind bisher 16 Spielfilme mit durchschnittlich 1 Million Kosten( die kleinen Filme sind dabei nicht mitgerechnet) hergestellt worden. Der innerdeutsche Verleih sowohl wie der aus ländische hat zufriedenstellende Ergebnisse gezeitigt und auch die Kul tur- Abteilung beginnt Beträge für Gewinnrechnung abzuwer fen. Das Theatergeschäft leidet unter der zu hohen BergnügungsSteuer, fie trifft besonders hart den großen Mittelstand der Theaterbefizer, da die Ufa aus den Gewinnen anderer Abteilungen in der Lage ist, hier etwas zuzusetzen Die Verwaltung hofft auch im laufenden Geschäftsjahr ein günstiges Ergebnis vorlegen zu fönnen. Für den Rapitalbedarf lagen eine ganze Reihe von Ange baten aus den Zustande vor Die Gesellschaft ist darauf nicht eingegangen, sondern hat es vorgezogen, durch Ausgabe von Conver tib embonds sich an die Kapitalfreise zu wenden, die auch bisher die Ufa finanziert haben. Die Borschläge der Berwaltung gelangten in der Generalversammlung, in der diese Ausführungen von der Verwaltung gemacht wurden, ohne Debatte zur Annahme. | hatten, Protest zu Brotokoll. Aber wie die Herren Deutsch nationalen mal so find, wenn sie genug bezahlt bekommen( es Die Reichsinderziffer für die Lebenshaltungskosten( Ernährung, brauchen nicht gleich immer Ministersitze zu sein), dann fallen fic, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) für Mittwoch, den auch nach anfänglichem Sträuben, um. Und so geschah es auch diesmal. Die gestrige Generalversammlung, die sich mit der ersten Reichs25. Februar, ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes marfertragsbilanz zu beschäftigen hatte. jah die Verteilung einer Dividende von 10 Pro 3. vor. So hatte sich Berwalgegenüber ber Borwoche( 125,2) unverändert geblieben. Roggenrentenbank. Der bekannte Bertreter von Kleinaftio. tung und Opposition vor der Generalversammlung geeinigt. Aber nären, der schwerreiche frühere Direktor von Krupp und daher auch die Generalversammlung mußte gleichwohl unterbrochen werden. Herr Hugenberg, weil die Opposition noch verschiedene Bedenten hatte. deutschnationale Reichstagsabgeordnete, hatte, wie wir schon berichtet haben, verschiedene Einwendungen beriet und beriet, und das Ergebnis war die Annahme der Bilanz, gegen die Goldmarferöffnungsbilanz der Roggenrentenbank zu nachdem die Berwaltung das Zugeständnis gemacht hat, auf 1000 m. erheben, die er mit den geradezu glänzenden Gewinnen und dem Goldmarfattien eine Garantieattie von 100 M. zu verteilen. Die großen Vermögensstand des Unternehmens begründete. Die 3u| Abfindung der Kleinattionäre ist im Berhältnis zu den von Hugensammenlegung war ihm zu scharf. Er gab deswegen bei berg errechneten Gewinnen noch zu gering! Aber wenn nur der beiden Generalversammlungen, die über die Umstellung zu beschließen Preis hoch genug ist, ist auch Herr Hugenberg bereit. Stefan Esders Montag den 2. mars, abends 6 Uhr, in den Sophienfalen", Sophienfit.17: Versammlunge aller Bertrauensieute u. 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Industrieller. soweit dieselben einer dem Metalfartell ange chioffenen Gewerfichaft angehören. Tagesordnung: Stellungnahme gum Ablauf des Rahmentarifes. W Butritt nur gegen Borlegung ber mit dem BMJ. Stempel verfehenen Legitination farte und des Mitglieds ausweifes einer bem Metalltartell an geschlossenen Gewe.chaft. Das Metallfartell. Deutscher Metallarbeiter- Verband Dienstag, den 3. März, abends 7 Uhr, im gofal von Boweteit, Joftglte. 2: Wollversammlung Montag, den 2. März 1925, abends 7 Uhr, im Schweizergarten", Am Friedrichshain 29-35: Gr. Offenll. Berfammlung aller Oberbauarbeiter der K. B. D. Berlin Tagesordnung: Bettwäsche Billige Ultimo Tage kräftiger teinfädig 3.90 23235 Bettbezüge wäschestoff Kissen passend Bettbezüge Luisianatuch, 75 Kissen passend Laken kräftiger Linon fertig, federdicht. der Autoreparaturi gloffer Groß- Die Arbeitszeit in der Bahnunterhaltung Inlette Ober- od Unternet Tagesordnung: Bericht über den Bettgarnitur Deckb., 2 Kissen Lohnabschluß vor dem Schlichter pon Großfe in den Behumeiffercien beschäftigten Kollegen merden dringend Bettgarnitur Deckb Berlin. Es ist Blicht, baß zu diefer Berfammlung jeber Betrieb bie Bertretung entfendet. erfucht, zu erfcheinen Rue Oberbauarbelter haben Zutritt. Donnerstag, 5. März, abends 7 Uhr Die Gruppenobleute bes Deutschen Eisenbahner Berbandes JugendBetriebs Delegierten Konferenzen ( Norden: Ji Berbandshause ( Jugendheim), nienfte. 83/85 filr bie Spanbau: Freitag, 6. März. Bezitte: abenbs 7 he, im Alten Schügenhaus", Reuendorfer Straße Edgesordnung: 1. Wirtschaft der Monatsbericht und Betriebsverhältnisse 2. Bildungsveranstaltungen und Bet fchiedenes. 3. Ausgabe der Mitteilungs blätter Jeben ersten Donnerstag im Monat finden die Jugend: onferenzen statt, zu denen jeber Betrieb einen Dele gierten entfenben muß. Die älteren Kollegen werden gebeten. ble jugendlichen hierauf aufmeetfam zu machen Die Ortsverwaltung. v.120 Goldgarkan Ständiges Lager von über 150 Standuhren in allen Holz- und Stilarten Schriftl. Garantie 14 Karat Gold- Arm band- Uhren sowie Herren- Uhren Glashütter Lange Uhren. Büro- u.Ladenuhren Gold. Traurin c Juwelen, Silberkästen nach Gewicht Alpaka- Bestecke Karl Wutke Uhrmachermeister Juvalidenstr.18 Ecke Gartenstraße ( Stettiner Bahnhof) Gegr. 1900 für den Oberbau treffen sich um 6 2hr baselbst. Es erwartet Maffenbesuch Die Ortsverwaltung Berlin 97/1 u. 1 kissen best., 1Kiss. glatt 314128 150 250 875 1350 1 1050 Handtücher ur Kache 35 Pf. Limon Berwe 65 Pf. mt Stickerel, 110 Taghemd Toolang Leib- u Bettwäsche 100 cm des Deutschen Eisenbahner- Berbantes. 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Des Bolles Erster Mann aus dem Bolte! 3hm war fein Pruntpalaft, der ihn gebar; Jur schmale Stube war's im armen Hause, Gaffenpfad; Er ward ein Arbeitsmann, wie es fein Vater war, 2nd blieb ein Arbeitsmann und Mana der Tat. Er fäte aus, was er erkannte, und die Saat Ging auf umloht von Mitleid, das in feinem Herzen brannte Für die, die er die Brüder und die Schwestern nannte, Mitkämpfer, Pionier und Kamerad! Und als der Tag erschien, wo weh dem Volle Zujanunenbruch und Trümmerfeld verblieb, War er es wieder, der die schwarze Wolfe, Die drohend über wutdurchbebter Gaffe Sidh niederfenfte wie in schwerem Haffe, Zerhieb, und freu dem Volfe, Talmensch, Kamerad, 1 Die Wege bahnte zu dem Aufwärtspfad, Auf dem er führte und auf dem er blieb. Fritz Eberts Werk. Baul Rampffmener gibt in feinem Lebensbilbe von Trik Cheri( Berlag für Sozialwissenschaft) eine zusammenfaffende Würdi gung der Kulturarbeit des Arbeiterpräsidenten, bie hier Beugnis ab. Ingen möge ton feinem fufturfördernden Wirten. In Weimar ist die deutsche Verfaffung geboren, in der der Humanitätsgebante mit der sozialen Idee der modernen Arbeiter bewegung zufammentlingt. Der Reichspräsident Ebert hat wieder: holt zu erkennen gegeben, daß er das große Erbe von Goethe unb Schiller treu zu verwalten gedente. In der Goethe Boche" in Frank furt a. M. huldigte er dem großen Dichter, der das Nationale in das Menschliche hinausentwickelt hat, bei der Eröffnung der Schiller Festspiele in Weimar rief er an der Stätte, wo die Großen des Reiches des Geistes Unsterbliches geschaffen haben, zur Begeisterung für alles Gute, Edle und Schöne auf. Bor dem demokratischen Einheitsgebanten des Jahres 1848 verneigte er sich tief, als in Grant furt a. M. im Mai 1928 die Eröffnung der ersten deutschen National perjammlung gefeiert wurde. Wiederholt gebachte er in feinen Reden des Wiederaufbauas der europäischen Wirtschaft und Kultur, er bemühte fich raftlos, um eine wirtliche Verständigung der Bölfer herbeizuführen, um damit der ganzen Welt Genesung und Gesunbung bringen zu helfen. weder seine Herkunft, noch feine Ueberzeugung jemals zu verleugnen gefonnen ist. Aber zugleich versprach er mit der ruhigen, vertrauenerwedenden Festigkeit, mit der er alle seine Entscheidungen abzugeben pflegt, sein Amt gerecht und unparteiijch zu führen. Und dieses Versprechen hat er treulich gehalten. Jede parteiische Rechthaberei ist thm fremd, er mill vereinigen, nicht scheiden, er will zusammen un nicht auseinanderführen. Sein langjähriger Bremer Baffengefährte, Dr. Franz Diederich, fagt einmal mit Recht, daß das Handeln Eberts auf eine Natur deutet, in der nach dem Wort des amerikanischen Lebensdenters Emerson das Geheimnis" Kraft hat, daß das Beste im Leben gegenseitiger Austausch, daß der größte Erfolg Bertrauen ist, das heißt, ein vollkommenes gegenseitiges Verständnis zwischen aufrichtigen Menschen. Man darf Ebert eine ausgleichende. Strebig. feit zufchreiben. Aber das Wort will mit Maß benugt sein. Er umfaßt nicht alles. Denn er will ausgleichen, ohne der festen Ent. fcheidung auszuweichen. Er weiß: Verhandeln ist notwendig; aber es wäre falsch und würde sich schwer rächen, dies Berhandeln- maflen für Schwäche zu nehmen, der das fefte Zugreifen nicht gegeben, ist." Durch seine ausgleichende Strebigkeit" hat Friz Ebert, die Inftitutionen schaffen helfen, in denen sich das neue Deutschland vell. kräftig auswirken fann. Mit der Charakteristit dieser Institusionen und mit der Darstellung der aufbauenden Tätigkeit Eberts an biejen Einrichtungen schließt unsere furze Arbeit ab. Wir würden uns einer unverzeihlichen Ueberhebung schuldig machen, wenn wir bei man gelnder Kenntnis der intimen Regierungsvorgänge heute schon über Die verflossenen fünf Jahre deutscher Republik zu Gericht figen wollten. Heute ringt das neue Deutschland erbittert um seine Selbst. behauptung. Das alte autoritäre, obrigkeitliche Regime ist noch nicht tot. Mehr oder weniger fünstlich ist in ihm das Lebensfeuer entfacht worden. Bielleicht verbrennt es aber in eigener Flamme. Niemals aber wird die schöpferische Kraft des neuen Deutschlands, da feine Energie in dem großen Kosmos verschwindet, in nichts zer fließen. Diese Kraft wird Europa fozial und politisch neugestalten, denn sie hat es nicht nur äußerlich gehäutet, fondern auch innerlich gewandelt. Eine Wandlung, in der überall der leitende Kopf und Die gestaltende Hand Friz Eberts sichtbar werden. Gegen das alte, von oben gegängelte Europa steht ein neues, fich selbst bestimmendes Europa auf, in dem die Arbeiter, Angestellten und Beamten nicht mehr paffive Lasttiere, fondern bewußte, fefbfttätige Träger der Kultur find. Beilage des Vorwärts Jungfernzeugung. Das Geheimnis des Seeigeleies. Bon Emafd Schild. Wir kennen in der Natur unter den Krustern und Insekten zahlreiche Beispiele, daß sich ein Ei entwickelt, ohne befruchtet zu jein, dabei aber handelt es sich um ein in Bildung und Zusammen segung vollkommen richtiges Ei; das Merkwürdige besteht darin, daß dieje Gizelle den Befruchtungsvorgang( die Verschmelzung mit der männlichen Samenzelle) vollständig entbehren fann und iro dem zur Entwicklung gelangt. Man nennt diese Ausnahme von der allgemeinen Regel Barthenogenese oder Jungfernzeugung. Sa, es gibt sogar eine Anzahl von Tierarten( beispielsweise unter den nitroftopisch fleinen Rädertieren), bet benen bisher Männchen überhaupt unbekannt sind oder doch nur zu ganz bestimmten Zeiten auftreten. Die Jungfernzeugung tann auch bei einer und derselben terart abwechfeind mit gefchlechtlicher Vermehrung in Erscheinmg treten. So pflanzen sich z. B. die fleinen Krebje unserer Bfüzen und Tümpel, die Daphnen, im Sommer durch Generationen auf parthenogenetischem Wege fort, während die Wintereier einer Be fruchtung bedürfen, aus denen dann im Frühjahr eine neue parthenogenetische Weibchengeneration fchlüpft. Der biologische Wert der männchenlosen Fortpflanzung liegt nur furze Zeit günstig sind, ganz gewaltig zu steigern, denn die vor allem darin, die Fruchtbarkeit einer Art, deren Lebensbedingungen Anzahl der Nachkommen tann, wenn sich alle Gier zu Weibchen ent auf das Doppelte erhöht werden als bei zweigeschlechtlicher Fortpflanzung. wideln Eine besondere Bedeutung gewinnt die Jungfernzeugung bei auf dem Hochzeitsflug begattet. Mit dem dabei empfangenen Samen den Bienen. Die Bienentönigin wird nur einmal in ihrem Leben geht sie sehr sparsam um. Er wird zur späteren Verwendung in einem eigenen Sammelbehälter aufbewahrt und nach Bedarf abgefondert. Schreitet nun die Bienentönigin zur Eiablage, fo- legt fie in die meisten Bellen befruchtete, in die anderen unbefruchtete Gier. Aus den ersteren entstehen weibliche Tiere, alfo Arbeiterinnen oder Königinnen, während sich die unbefruchteten Tiere zu männlichen Bienen oder Drohnen entwickeln. Das Geschlecht der Nachkommenfchaft wird also in diesem Falle durch die Befruchtung bestimmt. Das alte Europa wurde durch die militärisch- autoritären Dreilich faisermächte start beherrscht, die sich bei aller Gegenfäglichkeit ihrer Interessen in dem Gebanten der rücksichtslosen Niederhaltung der arbeitenden Demotratie zusammenfanden. Diese Mächte sind im Weltkrieg zusammengebrochen. Das neue Deutschland ist vor allem durch die politische und wirt. schaftliche Organisation der Arbeiterschaft aufwärts geführt worden. Heute zählen allein die freien Gewerkschaften zirta 8 Millionen organisierter Arbeiter, und ihre Bresse erschien 1922 in einer Auflage von 9 Millionen Exemplaren. In den Gewerkschaften ist eine„ industrielle Demokratie entstanden, die nicht zuleht durch die" Institution der Betriebsräte die Produktion mesentlich beeinflussen, die Produktion wesentlich beeinflussen, rationalisieren und steigern tann. Bon den 250 000 Betriebsräten Deutschlands sind 75 bis 80 Pro3. freigemertschaftlich organisiert. Die Arbeiterschaft hat sich machtnolle politische Organilo tionen geschaffen, durch die sie im Reich und in den deutschen Einzel ftaaten wiederholt den politischen Sturs gesteuert hat. Sie befreite Durdy feine iuge und unparteiische Amtsführung gewann Friß die Frau sozial und politisch und verlieh ihr das Wahlrecht. Die Gbest die Sympathien aller gerecht urteilenden Boltstreife. CrArbeiterfchaft rief eine umfassende wirtschaftlich hochstehende Literas wurde baher am 24. Oftober 1922 im Reichstage mit 314 gegen tur ins Leben, in der fie ftets zu allen großen politischen und ful76 Stimmen und 1 Stimmenthaltung um verfaffungsmäßigen turellen Broblemen Stellung nahm. Sie erschloß dem Bolte die Reichspräsidenten bis zum 30. Juni 1925 gewählt. Als diese Wahl moderne Literatur und verknüpfte es in der großen, sich über ganz lebhaft diskutiert wurde, schrieb das Organ ber Deutschen Bolls Deutschland erstreckenben Boltsbühnenbewegung mit dor Kunst. partel, die Deutsche Allgemeine Beitung": Herr Ebert gewann während feirer Anuszeit in hohem Maße bie Achtung des Bürgertums, namentlich aller, die sein erfolgreiches Birten beurteilen tonn ten. Er zeigte sich in schwere: Seit seinen gewiß nicht leichten Aufgaben weit eher gewachsen, als zu erwarten fchien, und ist in der Erscheinungen Flucht der Nachkriegszeit eine feltene Ausnahme als Persönlichkeit, Seren Ansehen und Bedeutung sich nicht minderten, fondern vermehrten. Der Ausgleich mit Frankreich, die mehr fad liche als rein politische Behandlung der Reparationsfrage, die Lösung manches anderen internationalen Problems erscheinen möglich. Dies böte bem bewährten und daher gegenwärtig taum erfeßbaren Staalschef Gelegenheit, fich das Bertrauen und die Dankbarkeit aller Deut fchen zu gewinnen. Am 11. Februar 1919 hat sich Ebert in der deutschen National perfammlung offen und stolz als Sohn des Arbeiterstandes bekannt, der in der Gedankenwelt des Sozialismus aufgewachsen ist und der Küster Randers. Bon Hans Fr. Blund. Mis der Organist zum erstenmal die Karte des Tatgeglaubten in den Händen hatte, hatte er's nicht zu Ende lesen tönnen, so sehr tanzten die Buchstaben nach der ersten Beile. Raum das Datum und die Ueberschrift hatte er gefunden und mühevoll entziffert, daß sein Jung irgendwo in Amerifa war, und daß es ihm wohl ging. Dann hatte er zu dem jungen Weib laufen wollen, das um den Berschollenen trauerte, und erst auf dem Weg war ihm eingefallen, mie es zwischen ihnen beiben stand, daß Organist Randers und seine Echwiegertochter seit bald zwei Jahren nicht mehr miteinander Sprachen. Die winterliche Erde ringsun wurde durch den ersten herben Lenz gewedt. Die Bäume standen frostig, aber mit dem roten Schlelar teimender Stnoipen. Und ein Singen, ein zartes, fummendes Singen tam aus dem spröden Erdreich und dem harfenden Wind. Fast wie in jungen Jahren schien Randers der Frühling, so tunter bunt und brausend, so hoffnungsreich und überschwellend. Der Junge lebte! War's nicht, als hätte der Leng für ihn ein gesetzt, rein für ihn, Küfter Randers, meil er mußte, daß solches Wetter zu solcher Neuigkeit gehörte. A der fingende Benz. Der Organist horchle, blieb stehen und sah sich verwundert um nach dem Sifingen, bas aus den jagenden Wolfen fam. Oder war's von dem Gotteshaus? t begann eifersüchtig den Weg zur Kirche hinauf. zulaufen, aber die Töne blieben nicht vorn, fie tamen aus allen Bäumen und Binden. Cin feierliches Steb war's, das sie fangen, eins, das Rangers feit Jahren nicht mehr gespielt hatte aus lauter Trog. Ein altes Kirchenlleb, das er einft zur Hochzeit seines Jungen umgeschaffen und vorgetragen hatte und das er vergessen wollte, feit er Marie Randers nicht mehr sah, seit dem Tag, da der Streit über fie belde getommen ar. Der Organist blieb plöglich stehen. Er wäre am liebsten ins Dorf hinab gegangen und hatte all feinen Born fahren laffen, um's Dem jungen 28eib zu jagen. Ob's nicht feine Pflicht war? Was würde Ehler fagen, wenn er heimfam und hörte, daß fein Bater Marie feinen Brief vorenthalten hatte. Die Arbeiterschaft jezte ferner ihre starten Kräfte ein, um die Angestellten und bie Beamten aus den Fessein eines autoritären Herrentums zu lösen. Die Angestellten verfügen heute über leis ftungsfähige, sich ganz in den Bahnen der Gewerkschaftspolitik be wegenbe Rerbände. Nach der Revolution taten große Beamten vereinigungen das bureaufratische Kastenwesen von sich ab, das fie zu bloßen Werkzeugen eines obrigkeitlichen Staates herabbrüdte. Im Jahre 1923 tam ein Dreibund ber gewertschaftlichen Arbeiter, der freien Angestellten und der Beamten zustande. Die Grundlage des modernen Staates ist durch das organisierte Beamtentum im großen Umfange demokratifiert worden. Mit einem Wort: das neue Deutschland lebt und ringt sich elementarfräftig empor. Die schöpferischen Kräfte diefes Deutschlands hat Friz Ebert vor allem mit entfeffeln und in politische Bahnen leiten hel fen und das ist sein großes, historisch tulturelles Berdienst. Dann nahm der Trotz wieder überhand. Was wollte er denn hinabgehen? Hätte sie nicht hundertmal tommen tönnen während all der Zeit, die der Jung weg war. Aber sie wollte ja nicht, wollte ihm nicht ein Wort geben, und er, Randers, wollte auch nicht. Der Wind trug auf einmal eine Farbe, bie er beim Atmen fühlte, faft talt war ber Frühling geworden, feucht und frostig. Dem ten fiel ein, daß er Marie Anders ja doch nicht treffen murde. Er tröstete sich, daß sie mit den anderen Frauen des Dorfes brüben auf dem Gut war. Würde noch eine halbe Stunde dauern, bis sie tam oder nicht mehr so lange. Warum quälie er sich damit? Randers wandte sich wieber unb schritt langfam zur Kirche, er wußte faum, warum. Aber all feine Dankbarkeit und fein Glück zwangen ihn wie selbstverständlich zu dem altgewohnten Gang. Was wollte er ba oben? Beten? Natürlich, das wollte er auch, aber spielen mußte er, das war's, was ihm auf dem Herzen lag. Irgend etwas spielen, was ihn entlastete und freier machte. Einmal dachte er, daß er Marie treffen tönnte. Sie tam bald Don der Arbeit, ungefähr um die gleiche Stunde täglich. Dann ging fie bei der Kirche vorbei. Er fam auf die Höhe und fah bie Frauen vom Kirchhügel von Der Arbeit uitten im Grunde tommen. Langsam und müde stiegen sie den Berg hindn. Randers schlug ntit den Armen durch die Luft. Was ging's ihn an? Wochie Marie zu ihm tommen, wenn fie's hören wollte. Sonst war's immer noch früh genug, wenn sie's oben im Dort erfuhr. Er stapfte langfam in die Hallenden Gewölbe und begann über die fnarrenden Gllegen zu steigen. Die schwere elferne Tür hatte er offengelaffen. 2fs er baran dachte, wollte er zurild, aber dann war's ihm recht, daß der Frühlingswind eine Weile in ble Kirche fuhr und fein Spiel in den Benz hinaus, Die Kirche war voll von dem braufenden, jubelnden Widerhall der alten Orgelstimmen. Go ftart und gewaltig hatte fie's felten gehört. All die Bilder und geschnigten Gestalten um den Altar lauschten und schienen fich au bewegen zu dem rauschenden und ftarten Spiel. Und die alten Bogen und Bfeller, die seit Jahrhunderten in thren Fugen ruhten, zitterten leise, und die Sonnen ftrahlen, die gläsern in die Gewölbe fielen, wirbelten und drehten ben Staub wunderlich. Was nun die Natur in langsamer Anpassung erreicht hat, nüm Gier, die ursprünglich zur Befruchtung bestimmt waren, sich auch ohne biefen Anreiz entwideln zu laffen, vermag der Forscher in feinem Laboratorium auf fünstlichem Wege gleichfalls zu erreichen. Es erregte allgemein unglaubliches Kopfschütteln, als um die Mitte des vorigen Jahrhunderts der ruffische Forscher Tishomirow mit der Behauptung herportrat, es jei ihm gelungen, unbefruchiete Eier des Seibenjpinners durch Streichen mit einer Bürste zur selbständigen Entwicklung anzuregen. Ein weiteres Mittel, das Tischomirow ertrierte Schwefelsäure, in der fie etwa 2 Minuten belassen wurden. folgreich anwendete, bestand in dem Eintauchen der Eter in fongenNach dieser Prozedur wurden die Eier sorgfältig gewaschen, und fiehe da, von 36 auf diese robufte Weise behandelten Ciern begannen 13 am vierten Tage thre Farbe zu verändern, ein charafterijusches Beichen für den Entwidlungsbeginn, und schon am sechsten Tage fonnte der Forscher in diefen Ciern die Embryonen nachweifen. Grfcheint es nicht unbegreiflich, daß verdünnte Schwefelsäure, die alles Diganische zerstört, den Anstoß zum Entwicklungsbeginn geben foll? unb dennoch muß man fegi feine Resultate als richtig ansehen, denn es ift jest fon bei den perfchiedensten. Tierarten, bet denen jonit in der Natur niemals Jungfernzeugung verfommt, gelungen, die Eier durch die Einwirtung mechanischer oder cheinischer seize, zur parthe nogenetischen Entwidlung anzuregen. Die größten Erfolge auf diesem Gebiete tonnte der vor einiger Zeit verstorbene ameritanische Biologe Jacques Loeb verzeichnen, der einen großen Teil feiner Lebensarbeit diesen wertvollen Bersuchen gewidmet hat. Er experimentierte hauptsächlich mit Seegeleiern, die sich deshalb besonders geeignet erwiesen, weil man infolge der Kleinheit und Durchsichtigkeit der Eier auch die inneren Vorgänge am lebenden Objeft deutlich unter dem Mitroskop zu verfolgen vermag und weil man sich fast zu jeder Jahreszelt das Verfuchsmaterial leicht beschaffen tann. Die tlaffischen Bersuche Locbs bestanden im wesentlichen darin, daß er unbefruchtete Seeigeleier in Seewaffer übertrug, dem verschiedene chemische Stoffe( Chlormagnesium, Chlortallum und andere) zugefett wurden. Dies gab den Anstoß zur Entwicklung des Eles, denn schon nach verhalinis mäßig furzer Zeit fonnte man deutlich die Ausbildung der sogen. Befruchtungsmembran unter dem Mitroftop verfolgen. Die Seeigei eier entwidelten fich in günstigen Fällen bis zum Larvenstadium mit normalem Stelett und Darm; dann allerdings erfolgte das Absterben. Damit war es aber Loeb gelungen, den natürlichen Befruchtungsaft Ein alter Hochzeitsmarsch war's, den der Alle spielte, festlich getragen, so wie die alten niederländischen Melodien schmellen und steigen. Er hatte den grauen Kopf dicht über die Tasten gebeugt, fein Beib arbeitete mit dem Spiel, aber seine foinen Ohren fingen alle Töne und einten fie im Herzen zu einem einzigen glüdseligen Jubel Die Frauen waren nor der Kirche stehengeblieben und horchten. Sie waren müde und verstaubt, taten, als wollten sie nur Atemholen nach dem langen Steigen auf den Berg. Aber sie lauschten alle noch eine Weile weiter. Es geschah nicht oft, daß fie etwas anderes hörten, als eines der Lieber, die fie von Kind auf fannten. Einzelne Frauen gingen weiter. Marie Randers blieb hoch, trat ein paar Schritte in die Kirche und tauschte mit eigentümlichem Widerstreben. Sie suchte nach einer Erinnerung, ohne sie zu finden zu können. Ihre Hochzeit stand wie ein großes buntes Bild mor ihr, die Menschen lachten und die Orgel brauste. Ihre Augen wurden wieder feucht, fie dachte an den Berschollenen, wollte gehen und blieb doch noch und lehnte sich lauschend an die Treppe. So fondrrbar schien ihr das Spiel. Wenn sie aus den übertränten Augen fah, war's, als stände sie mit Ehler oben neben der Orgel. Schleppend ging fie die Stufen hirauf und horchte,/ ging fie die Stufen hinauf und horchte, Oben aber stieg das Lied zu einer gewaltigen Jubelhymne der Menschheit über Gott und Zeugung und Erlösung, und der Afte fühlte eine Straft in feinen Armen, in feiner Brust und in seinem Spiel, als hätte der Frühling und die Freude alles Weh und Greiseufum von ihm genommen. Eine Straft, die die Menschen zu sich zwang, wie er sie wollte, die wie etwas Körperliches meit über seine Hände hinausreichte und fentte. Ein paar Schritte taman langfam, zögernd über den Drgeiboden. Er hörte fie, mußte, men fie trugen, fching brausend über ble Taften und hätte doch am liebsten die Arme finden laffen und aufgeschrien:„ Der Jung lebt, Marie!" Aber er wartete noch und zwang mit feinen Melodien, und die Schritte tamen näher, noch näher, bts fie an seiner Bant stehen blieb. ,, Bater, Bater, was ift?" Der Afte fich plöglich bie Hände finfen, lachte wie ein Aind und schluchzte zugleich tief auf: Er lebt ja, Marie, mein Jung lebt!" Bes Ties in affen feinen Bhafen madhguahmen und ihn durch chemische Einwirkung vollständig zu erfeßen. Es fragt sich nun, wie die Entwidlungserregung ausgelöst wird, worauf die Wirtung dieser verschiedenen Methoden beruht. Ohne hier noch näher auf die weiteren Versuche Loebs und anderer Forscher einzugehen, jei nur foniel gefagt, daß dafür die Veränderung des jogenannten osmotischen Drudes, die durch den Zusaz der Chemi Zalien bemirti mird, verantwortlich zu machen ist, denn die Einwirtung der verschiedenen Stoffe, die zur Entwicklung der Eizelle führen, bestehen vor allem in einer Basferentziehung, wodurch gewiffermaßen ein Berfall der Eizelle eingeleitet mirb. Loeb tonnte auch zeigen, daß die durch Chemikalien angeregte Entwicklung des Geeigeleies nachträglich wieder zum Stillstand ge bracht werden tann. Für diese Umkehr der Entwicklungserregung mar es nur notwendig, die auf chemischem Wege zur Entwicklung angeregten Eier burch lebertragen in Seemaffer, das Cyannatrium enthält, in den Zustand ruhenber Gier zurüdzuführen. Durch Befruchtung mit Samen fonnten solche Eier jederzeit auf normalem Bege" wieder zur Entwicklung gebracht werden. Bon besonderem Interesse ist die Tatsache, daß künstliche parthenogenetische Entwicklungserregung bei allen Tierformen mög lich ist. Sie ist ja auch tatsächlich im Anschluß an Loebs Experimente bei den verschiedensten Formen bis hinauf zu den Wirbeltieren ( Frösche, Kröten, Salamander) durchgeführt worden, und die Annahme ist durchaus berechtigt, daß auch bei den Säugern die fünftliche Jungfernzeugung möglich ift. Den Weg hierfür weisen vor allem die Hertwigfchen Bersuche über Enimidlungserregung, bestrahltes Sperma in Berbindung mit fünftlicher Bejamung, die auch für Säugetiere wertvolle Ergebnisse erhoffen faffen. Damit verliert der geheimnisvolle Borgang des Lebensbeginnens viel von seiner Rätselhaftigkeit und ermeist sich als einfache chemisch- phofifalische Realtion. Kurz hingewiefen set fchließlich auch noch darauf, daß die Tatfache der Parthenogenese von hoher Bedeutung für das Problem der Bererbung ist, denn sie erbringt den einwandfreien Nachweis, daß bereits im Zellfern des Eies die nelle Erbmalje, d. h. sämtliche Anlagen für ein vollständiges Lebewesen, enthalten find. Uebrigens lich sich durch Bersuche nachweisen, daß in diefer Hinsicht auch der Samenfaden der Eizelle gleichwertig ift. Es gelang nämlich, fernioje Seeigeleirejte zu befruchten, und in diesem Falle genügte der Spermatern allein, um einen vollständigen Organismus zu erzeugen, der rein väterliche Kennzeichen befaß. so daß also lediglich der Sell fern und nicht das Bellplasma Träger der Erbeigenschaften ist. Wechfelpoll find die Bilder, die sich vor unferen Augen aufrollen, alle aber sind Bausteine für den mühevollen Weg und das einzige Ziel: das Rätsel des Lebens zu entschleiern. 50 Jahre„ Carmen". Ein halbes Jahrhundert ift dahingegangen, feit Bizets Meiftermert, die noch heute unverwüstlich junge und wirtungsträftige Oper Carmen", das Licht der weltbedeutenden Bretter erblickte. Am 3. März 1875 wurde das Bert des damals noch ganz unbekannten Romponisten zum erstenmal an der Pariser Opéra- Comique gegeben und erlebte. einen ungeheuren Durchfall. Das Neue im Stoff und in der Mufit war dem Pariser Bublifum zu aufwühlend und fremd artig, und erst später sind bei Darstellung der Oper in Belgien, in Italien und bei uns in Deutschland die Schönheiten der Partitur er fannt worden, die die Oper seitdem zu einer der am meisten gespielten und bewunderten gemacht haben. Von den ersten Darstellern der Carmen" im Jahre 1875 leben noch drei, die Micaela, ein Fräulein Chapun, die den General André heiratete, der Escamillo, Bouhn und vor allem der erste Berförperer des Don José, Paul 2herie Diefen rüstigen Beteranen der Bühne hat Carlos Fischer aufgesucht und sich von ihm seine Erinnerungen an die dent. würdige Premiere der Carmen vor 50 Jahren erzählen laffen. Chérie lehnt bescheiden den Ruhm ab, die Gestalt des Don José auf der Bühne geschaffen zu haben, denn Bizet habe sie mit ihm so genau einftudiert, daß er auch als der Schöpfer der Bühnenfigur gelten müffe. Aber es gehörte schon Mut dazu, damals in einer solchen Rolle aufzutreten. Meine Kollegin Galli- Marié, die die Carmen spielte," er. blt er, und ich gingen mit Feuereifer ans Wert, mir probten fo begeistert, daß von uns aus der Aufführung feine Hinderniffe im Bege( tanben. Aber sie türmten fich von anderer Seite auf. Wir hatten zwei Direftoren. Der eine, Camille du Locle, war ein feine finniger Dichter und moderner Mensch, der für alles Neue begeistert | Die Rühnheiten ausgemerzt. Aber die Gai- Marié und ich hörten nicht darauf und maren fest entschloffen, dem Konponisten zuliebe unsere Rollen so zu geben, wie er fie geschrieben hatte. Wir er flärten, daß mir nicht auftreten würden, wenn man uns die Gestalten nicht so vertörpern ließe, mie sie geschaffen waren. Man gab uns nach, und das Ergebnis war, wie Sie wissen in jeder Beziehung furchtbar." Ein niederdeutscher Dichter. Bon Karl Fischer. Seitdem die hochdeutsche Sprache die Herrschaft über ganz Deutschland errungen, wurde wenig, oder fost gar nicht auf nieder. deutsch gedichtet. Niederdeutsch geriet ganz in den Hintergrund als die Sprache des flachen Landes und der fleinen" Leitte. Aber auch unter der umbestrittenen Herrschaft des Hochdeutschen hat es nie an Versuchen gefehlt, das Niederdeutsche wieder zur Schriftsprache zu erheben. Sehr giüdlich waren nicht in dieser Hinsicht J. H. Boß. Bornemann und Bärmann, der Rymels und Dichtels" in Ham burger Mundart erscheinen ließ. Bahnbrechend wirkten hier erst 2. Giesebrecht und Klaus Groth in seinem Quickborn", derselbe Klaus Groth, der ursprünglich den Frih Reuterschen Poesien fühlbribisch, ja ablehnend gegenüberstand. Nach Friz Reuter, der übrigens nicht medlenburgisches, sondern vorpommerisches Blatt ge chrieben hat, find noch viele niederdeutsche Dichter gefommen. In deffen, menn fie auch in ihrer Heimat verehrt wurden, famen fie doch felfen über ein gewisses Lofalfolorit hmaus. Erst in neuester Zeit ist ein niederdeutscher Dichter, der Hamburger Hans Friedrich Blund, erstanden, der allgemeine Aufmerksamkeit beanspruchen dorf. In seinen drei großen Romanen: ,, Berend Fock", Hein Honer" und Stelling Rottinnfohn" bringt er, rüdwärts in die Geschichte Hamburgs und feines Hinterlandes gemandt, Sitten und Gebräuche der Niederdeutschen mit einer verblüffenden Naturtreue, behandelt er aber auch Probleme, die alle Menschen berühren und interessieren. Diese Romane find in hoch deutscher Sprache geschrieben. Unlängst find unter dem Titel: Der Wanderer feine gesammelten Gedichte bei Georg Müller in München erschienen. Ein Teil ist in niederdeutscher Sprache und enthält Stüde zart und fein wie das Boltslied. Es ist immer schlecht und schwer, einen Begriff von einem Gedicht zu geben. Am besten, man läßt den Dichter selbst für sich sprechen, will man dem Leser einen wirklichen Eindruck vermitteln. Da steht in den niederdeutschen Gedichten non Blund zum Beispiel dieses: Jüß nu! Un hebt se di of tuuft un pluuft, In hoot je di so veel to Leed, Dat all dien Leew as Wind verbruust Gait alns vorbi, hett alns sien Steed. Hart war ni möd, Hart war ni fied, Blöw an di fülms und blim di tru, Glöm an dien Bolt, glöw an dien Tied, Glow an de Menschheed, Hart, jüß nu! Und da steht dieses Gedicht: Schummern. Un lifen falt dat Schummern As Schadden, de an'n Hewen bruut, As spreed een Ries von Wannersmann Sien Mantel för de Nachtroh ut. De Beef ehr frusen Küsels Versteekt fit all an Brügg un Baal, De Wind fröpt in den Ellernbusch In legt fif mod to'n Slapen daai. De Bagels ward so lisen, Sitt bi eer Lütten, smistert sach Un snackt sich fülm in'n Slaap. Feernaf Een Klod fummt lies dat is de Nacht. Bir dürfen uns zwar heute in Deutschland taum den Lurus erlauben. in Inrisch beschwingte Stimmung zu geraten. Alles ist hart und häßlich. Die Gedichte von Blund vermögen uns den Weg zu weisen zu einem besseren Land und zu einem lichteren Leben. Hart, jüß nu!" funden wurden. Nicht minder bemerkenswert find bie Balen mb Bruchstücke von Tonstuden, darunter eine große Schale, die noch das Handzeichen des Herstellers zeigt. Die Terrafottofiguren find leider zum größten Teil nur noch in Bruchstüden vorhanden; fie reichen aber aus, um uns eine Uebersicht über die verschiedenen Formen zu geben. Damit bilden fie einen wertvollen Beitrag zu der Beurteilung der Kunst der Modelliertätigkeit in der Frühperiode fizilianischer Kultur. Die Botivtafeln find häufig von Menschentöpfen überragt, an Stelle der sonst üblichen fleinen Giebelfelder, die das charafte riftische Kennzeichen dieser fleinen Bildwerfe zu sein pflegen. Der größte und bedeutsamste Teil dieser Funde gehört dem archaischen Beitalter an, ebenso wie die Trümmer der Stadt selbst, die nach der im Jahre 409 v. Chr. durch die Kathager vollzogenen Zerstörung nur teilweise wieder aufgebaut worden war, um dann im Jahre 250 v. Chr. am Ende des Punischen Krieges ganz aufgegeben zu werden. Die Bewohner der heruntergekommenen Stadt wurden dann von den Kathagern von Selinus nach Lilybaeum verpflanzt. Der Dienst der eingeborenen Gottheiten muß aber im Bolf tief Wurzel gefaßt haben und noch während der Periode des Niedergangs aufrecht. erhalten worden sein, wofür viele der auf das dritte Jahrhundert v. Chr. zurückreichenden Botivtafeln Beweis erbringen. Im allgemeinen bildet das alte Selinus heute die großartigste Trümmerstätte der Welt. Der besondere Stolz der Stadt war die Doppelreihe feiner Tempel, die allerdings heute nur noch aus den Trümmern refonstruiert werden können. Da man nicht weiß, welchen Gottheiten sie dienten, so hat man sie mit Buchstaben bezeichnet. Die Regierung hat beschlossen, die Wiederherstellung dieser Tempel in Angriff zu nehmen, und sie hat auch bereits einen Prüfungsausschuß eingesetzt, der zunächst die Pläne für die Wiederherstellung des Tempels C ausarbeiten soll. Es wird dies eine der größten bisher unternommenen archäologischen Arbeiten sein, für die man einen Zeitraum von zwei Jahren in Aussicht nimmt. Der Tempel C liegt im vordersten Teil der Afropolis. Er bildet heute nur noch ein Gemisch von hohen Säulen, die in parallelen Linien noch genau jo daliegen, wie sie vor vielen Jahrhunderten von einem furchtbaren Erdbeben niedergelegt worden sind. Er hatte eine Säulenhalle von fechs Säulen an der Front und von 18 an den Seiten. Wiederherstellung wird uns ein Bild der verlassenen Stadt ents rollen, und der Welt wird so eines der Bunder griechischer Kunst in Italien zugänglich gemacht werden. Seine Ein Minnehof in der Büffe Sahara. Die Erschließung der Büfte Sahara wurde durch die erste Durchquerung mit einem„ Raupenwagen" der Automobilfirma Citroen im Dezember 1922 und Januar 1923 eingeleitet. Die beiden Reisenden, denen diese Tat gelang, G. M. Haardt und L. Audouin Dubreuil, haben ihre Aben teuer in einem Buch geschildert, das jetzt in deutscher Uebertragung unter dem Titel„ Die erste Durchquerung der Sahara im Automobil" bei Kurt Bowindet in Berlin erschienen ist. Sie erzählen hier auch von einem eigenartigen Minnehof", den die Tuaregs eingerichtet haben. Bisweilen findet in der Wüste ein sog. Whal statt, eine Zusammenkunft, um musikalische Vorträge anzuhören und fich mit allerlei Fragen der Liebe zu beschäftigen. Die Veranstalterinnen find wie bei den Minnehöfen des Mittelalters die Frauen. Bei den Minnehofen," erzählen die beiden Reisenden, spielten die Damen die Bagleute und Theorbe; hierzulande laffen die jungen Mädchen das Amjad leise ertlingen, eine Art unentwidelier Geige, die etmas bünne, aber triftall flare Töne von fich gibt, wie sie vortrefflich zu der blauen Sternennacht passen. An den Minnehöfen haben die Röniginnen der schönen Reden Reimgedichte und Balladen zum besten gegeben. Ihre Wüstenschwestern fingen gleichfalls selbstgefertigte Dichtungen. An den Minnehöfen erzählten die Ritter von thren Taten; die Jünglinge der Hoggar Stämme stehen darin nicht hinter ihnen zurüd. Auch nehmen sie es mit ihnen auf in Wortspielen und galanten Reden. Die heutige Abendunterhaltung findet im Talgrunde ftatt, unter einer großen Tamarinde. Wie wir anfamen, war die Versammlung bereits zahlreich besucht. Man saß um ein Inisterndes Feuer. Die Frauen, fast alle in jüngeren Jahren, in lange, gut fallende Schleier gehüllt und mit barbarischem Schmuc behangen, wie Gögenbilder, haben im Kreise Blaz genommer. hinter ihnen stehen die jungen Männer. Biele sind von weither ge fommen; ihre Dromedare wider löuen und schnauben im Dunkeln. Der dichterische Teil des Abends wird mit Lobeshymnen auf die Schönen eröffnet. Dann flingen die trippelnden Weisen der Amsads in den blauen Nachthimmel. Es find Variationen von erstaunlicher Fülle über ein einfaches melodisches Thema. Beschreiben läßt fidy war, aber der andere Direttor de Leuven, wohl ein birekter Mach. Die großartigste Trümmerstätte der Welt. Diese Art Musit nicht; eines aber ist gewiß, nämlich, daß fie padt fomme des Mörders König Gustavs III., der den Schatten des er mordeten Monarchen überall sehen mochte und stets Unheil mitterte, mari uns alle möglichen Knüppel in den Beg. Je weiter die Proben fortschritten, desto mehr verbüfterte sich sein Gesicht. Er fand das Stüd von einer nicht zu überschreitenden Unfittlichkeit. Diese Heldin, diefes verworfene Weib, das einen ehrlichen und guten Jungen ins Unglüd stürzte, war ihm ein Greut; er verlangte beständig ende. rungen und Milderungen des Tertes und rief fchließlich als oberste Instanz der damalige Leiter des Théatre Français Perrin an, der früher Direktor der Opéra Comique gewesen war und gleichsam die Ueberlieferung dieses Familientheaters vertörperte. Die vom Staat unterſtügte Bühne war fozusagen die Schule der Berlobungen". Benn wir fangen, fo waren wir uns bewußt, daß wir mit einer leidenschaftlichen Liebesszene die Herzen schüchterner Bewerber anfeuerten und daß wir durch eine rührende Liebesszene die Herzen der Bäter erweichen sollten, damit sie ihre Zustimmung zu der Ber einigung eines liebenden Baares geben. Mit der Flamme unferer Sunst halfen wir die Flamme fo manchen häuslichen Herdes an zünden; mit zweifelhaften und unpassenden Rollen mußten mir Familienzwiftigteiten erweden, die nicht wieder quizumachen waren. Berrin wußte bas ganz genau, und" Carmen" schien ihm selbst zwischen der Weißen Dame" und dem Schwarzen Domino", die unsere Hauptrepertoireftüde waren, vor diefem Bublifum ein„ startes Stüd". Man legte uns nahe, die Rollen möglichst fanft zu spielen und alles Realistische zu vermeiden. Auch aus der Partitur wurden Selinus war sie westlichste Kolonie in Sizilien, die von den Doriern des fizilianischen Megara im Jahre 628 v. Chr. an der Stelle des heutigen Modione gegründet worden war. Seit 9 Jahren merden dort unter der Leitung von Professor Gabriel, dem Direktor des Museums von Palermo, die Ausgrabungen fortgesetzt, die schon fein Borgänger begonnen hatte. Sie haben ein ungemein reiches Material zutage gefördert, darunter die jetzt im Museum zu Balermo befindlichen merkwürdigen Metopen, die Steintafeln im Fries des befindlichen merkwürdigen Metopen, die Steintafeln im Fries des dorischen Gebälls der Tempel. Die neuen Funde sind nicht minder bemerkenswert. Sie entstammen in der Hauptsache dem großen Heiligtum der Demeter, der Ceres der Römer, einer der ältesten hellenischen Gottheiten, die in ganz Griechenland als mütterliche Erdgöttin verehrt wurde und in Selinus ein berühmtes Heiligtum hatte. Einer der michtigsten Funde griechischer Kultur auf dem Boden Italiens ist eine große Tafel aus Tuffftein in Gestalt einer Metope, die vermutlich einen Teil des Opfertisches bildete, und die in Hochrelief ausgeführte Szenen aus dem Sagenfreis des Raubes der Bersephone zeigt. Das Fragment einer riesigen Medusa im gleichen archaischen Stil gemahnt auffallend an die Metopen der gleichen archaischen Stil gemahnt auffallend an die Metopen der Afropolis. Den ersten Platz unter den hier gemachten Funden muß man aber ben Terrafottafiguren verschiedener Größe anweisen, die den größten Teil der rund um die Altäre gefundenen Botingaben bilben, und die auch im Tempelhof, fogar außerhalb der Grenzwälle geund Seele und Körper zugleich in den Bann einer überaus starten Wirkung zwingt, die an Beherung erinnert. Abwechselnd mit diesen barbarischen und doch so fesselnden Weisen werden dann uns zu Ehren höchst reizvolle Dichtungen zu Gehör gebracht." Stargagen im römischen Altertum. Daß auch das römische Altertum bereits das Starsystem der heutigen Bühnen tannte, be weisen einige Angaben, die wir über den Theaterbetrieb in dem Rom der augustäischen Zeit befizen. Wohl der berühmteste Schauspieler jener Zeit war Roscius, dessen Jahreseinkommen mit 600 000 Sefterzien angegeben wird. Das entspricht zwar nur einem Ein. tommen von 120 000 Mart( eine Sesterzie 20 Bf.), aber es müssen dabei die ganz anderen Lebensverhältnisse jener Zeit mitberüdfichtigt werden, die dieser Summe in der damaligen Zeit eine sehr viel höhere Rauftraft gaben. Eine der beliebtesten Tänzerinnen, bie Dionysia genannt wird( ficher ein Bühnennamen), foll eine Jahreseinnahme von 200 000 Sefterzien gehabt haben. Ueber die be fannteste Tänzerin jener Zeit, die von Horaz besungene Arbuscula, dagegen haben wir teine Angaben. Doch wird uns noch berichtet, welch ein Vermögen ein ebenfalls berühmter Schauspieler des Auguftäischen Zeitalters, der sich Aesop nannte, besaß. Er hinterließ nicht weniger als 20 Millionen Sesterzien. Sein Jahreseinkommen wiffen wir nicht. Soviel aber ist sicher: mag sein Einkommen noch so hoch gewesen sein, er muß es feltener Fall verstanden haben, zu sparen. - Unser Ultimo- Angebot DamenSpangenschuhe braun, echt Chevreau, neues Frühjahrsmodell 90 99 Damen- LackEinspangenschuhe mit echtem Louis XV.Absatz, für Strasse und Gesellschaft 1650 Zur Einsegnung Lack- Spangen- Knaben- Rindbox50 Derbystiefel 50 schuhe für Backfische mod. halbr.Form, halbhoher Absatz 10° genagelt, besonders billig... Grösse 36-39 Schul- Turnschuhe Vorschriftsmässig, mit angegossener Gummisohle, sehr preiswert, 43-46 4,75, 36-42 3,90, 29-35 3,50 ........ 21-28 Leiser 95 Sonntag 1. März 1925 Aus der Film- Welt Bühnen- und Lichtspieldrama. Bon Ban Gsmird kein überlegen und unbefangen Urteilender mehr daran zweifeln, daß dem Lichtspiel neben vielen anderen Missionen, die es zu erfüllen hat, auch eine hervorragende künstlerische Aufgabe zufällt: eine Aufgabe, die es in seinen Spizenleistungen bereits erfüllt hat, die es in immer weiterem Umfange und mit immer sich steigerndem Berantwortlichkeitsgefühl seiner Schöpfer erfüllt. Bevor nun die fünstlerischen Forderungen, die an das Lichtspiel gestellt werden und die darin erfüllt werden können, einer Untersuchung unterzogen werden, ist es vielleicht von Wichtigkeit, festzustellen, auf welchem formalen Gebiete die künstlerischen Möglichkeiten des Kinoftüdes liegen. Und da darf ruhig behauptet werden, das Lichtspiel ist seinem innersten Wesen nach dramatisch. Wo es den dramatischen Aufhau, die dramatische Schürzung und Lösung von Konflikten verliert, hai es feine Aufgabe verkannt; zumindest die Aufgabe: im voltstümlichen Sinne wirksam zu sein. Mit dem dramatijchen Brinzip steht und fällt das Lichtspiel. Eine epifch, erzählend, also nicht entwidlungsmäßig aneinandergefügte Bilbreihe mag dem Fein jdmeder vielleicht angenehm erscheinen, zur Wirksamkeit oder Bolls funft fann fie fich niemals erheben. Das Lichtspiel ist eben eine durch ein neues technisches Prinzip entstandene neue Form des Diamas, mit hundert neuen technischen Möglichkeiten. Das Bühnendrama muß sich an den Bühnenrahmen und feine technischen Vorauslegungen anpassen, feinen ganzen Aufbau danach einstellen. Wenn Leffing die Einheit des Ortes forderte, tat er es in Einne der antiken Komödie, die auf die Einheit des Ortes angewiejen par, meil sie ja bei der unverschiebbar feststehenden Bühne auf die feibe Theaterbeforation angewiesen war. Und wenn Shalefpeare ben szenischen Rahmen sprunghaft wechselt, ist das wenn auch in anderem Sinne wieder nur aus der Beschränktheit des Theater tahmens zu erklären. Seine Bühne mar eine ganz primitive Andeutungsbühne, bei der jede szenische Illusion ausgeschlossen erschien. Bas verschlug es da, menm sich die Schaupläge der Szenen in jähem Bechsel überftürzten? Die Illusion tam ja nicht zu Schaden dadurch. Das moderne Drama aber fommt um die Jüusion der Deforation nicht herum, und mag die modernste Drehbühne noch so sehr einen zaschen und die Illusion fördernden Szenenwechsel gestatten- fie fann eine allzu große Zersplitterung der Schaupläße nicht bulben, will sie nicht die Stimmung zerreißen. Die moderne Dramentechnik ist eben nach wie vor an technische Voraussetzungen der Bühne gebunden und durch sie gehemmt. Es müssen nach wie vor, möglichst viele Borgänge, oft auf Kosten der Entwidlungslogit in einen und denselben szenischen Rahmen gespannt werden. Wo der Bühnendichter gleichwohl auf raschen Szenenwechsel oder gar auf bühnentechnisch nicht zu lösende Schauplanprobleme nicht verzichten will, muß er dem Regisseur die Andeutung des Rahmens überlassen. Er fann feinen Meeresstrand, fann feinen Fabrikhof auf der Bühne bauen lassen, er muß durch Prospekte die fehlende Natur ersehen und die hintende Illufion durch Stimmung ersetzen. Anders das Lichtspieldrama. Was dem Bühnendrama technisch verwehrt ist, ist für das Kinoftüd oberstes Gesetz. Es muß in rafcheftem Szenenwechiel schwelgen. muß die Handlung- logischauf verschiedensten, natürlich gegebenen Schauplägen aufbauen und vorwärtstreiben. Ein Meeresstrand mit Sand und Wellenschlag, cine abrit mit Effen, mit Maschinen und Massen all das tit für pas Lightipiel leicht foßbar. Der Filmregiffeur würde Günde m ettem Werf begehen, wenn er sich dieser und ähnlicher,' dem Bühnendrama perfcgten Schauplähe night behiente. Der Schaus Llag des Lichtspiels ist gegenüber dem der Bühne ungeheuer weiter gezogen. Daraus ergibt sich die geradezu gefeßmäßige Notwendig feit, daß das Lichtspiel all das zeigt, was die Bühne nicht bringen kann. Wird dieses Brinzip fonsequent beachtet, dann fällt damit auch die Konkurrenz zwischen Bühne und Film. Eine dramatiche, in der Wiedergabe nur auf das rein Optische gerichtete Handlung mit buntem und technisch durch nichts beschränktem Schauplatz ist das Grundprinzip des Lichtspiels. Nur unter diefer Boraussetzung fann es wahrhaft fünstlerische Boll etdung erreichen. Die Filme der Woche. „ Komödianten". Mozarifaal Der Rame des Regiffeurs Karl Grune machte aufhorchen, denn was er þisher für den Film gefchaffen, lag abfeits der gewohnten Straßen und hatte Eigenzüge. Aber der Manuskript verfaffer elir Galten hatte in seiner Wiener Gemächlichkeit dem Regiffeur nicht die geeignete Borlage geschaffen, so daß zwar ein guter Bublifumsfilm zustande fam, aber nichts, das Karl Grune int Beiterschreiten auf seiner begonnenen Bahn zeigte. Immerhin steht der Film weit über dem Durchschnitt dessen, was die Ameri taner uns in den letzten Wochen vorführten, und beries die leberLegenheit der deutschen Geschmacksfultur auch auf diesem mittleren Gebiet. Mitten in eine Schmiere hinein, die wir in einem länd lichen Milieu bei der Arbeit sehen, schneit ein berühmter Schau spieler, der aus dem Eisenbahnzug gefallen ist und zufällig ins felbe Wirtshaus gebracht wird. Aus Freude über seine rasche Biederherstellung nimmt er fich feiner armen Kollegen an, verschafft ihnen durch sein Mitspiel ein volles Haus und vollen Magen, ver. liebt fich etwas in die junge Sentimentale und nimmt fie furz ent fchloffen mit in die Hauptstadt. Unter feiner Leitung wächst fie bald zu einer bedeutenden Künstlerin heran, und als fie auf der Höhe ihrer Triumphe steht, bietet ihr der schon alternde Kollege feine Hand an. Aus Dankbarkeit nimmt sie sie an, obwohl in ihrem Herzen schon ein junger Bring thront. Wieder geht der berühmte Schauspieler auf ein Gaftspiel, aber aus dem Zuge steht er, mie der Bring feine Geliebte umarmt, eilt zurüd und schießt, da feine Eifersuchtsqualen nicht aufhören, bei einer Aufführung mit scharf gelabener Baffe auf fie und verbundet sie. Gefängnis, Selbstbesinnung, vergebliches Bemühen, wieder in feinem Theater anzulommen, interschlupf bei einer Schmiere bezeichnen die mei teren Rapitel feines Schidials. Settelverteilend tommi ber einst berühmte Star in die Billa feiner einstigen Geliebten und begegnet ihr. Große Szene; er foll ihr verzeihen, mie fie ihm verziehen hat, aber er wirft fich in die Brust, nennt fich stolz einen Stomodianten, der mit Brinzessinnen nichts zu tun haben will. Am benh aber genießt er wieder nach langer Seit den Beifall. Die Schmiere mird prächtig geschildert, das ganze Drum und Dran ber fleinstädtischen Theatergönner wird recht lebendig. Einmal unternimmt Grune auch einen Ausflug ins Symbolische, als er die junge Schauspielerin plumpummerbende Spießbürgerschaft mit ihren wahren Gesichtern, nämlich mit Schweineföpfen, zeigt. Vor allem aber tritt die lleberlegenheit Grunes hervor in der Art, wie er die Darsteller in seinen Dienst einspannt. Eugen Röpffer ist der Star, ganz der Ausdrud des idealen, großen Künstlers, der etwas weltungewandt nur seiner Kunst lebt. Auch ra de Butti, die sein Geschick wird, bleibt wohldiszipliniert ganz im Banne ihrer Rolle. Sie ist ebenso mirtsam als junge njängerin wie als gefeierte Künstlerin. Bortrefflich die Einzelfiguren des Schmierendirektors( Ferry Sifla), der Frau Diret torin( Margarete Kupfer), des Charakterspielers( 2 icho) und vor allem des treuen Garderobiers, des Stars, Hermann Bicha, der in all seiner rührenden Anhänglichkeit und Besorgtheit eine feine Charakterstudie liefert. Dem Publikum gefiel der Film ausgezeichnet. Die Nacht des Inferno. Balmenhaus. D. Dem Film ist nichts heilig, und es braucht ihm auch nichts heilig zu sein. Er fann seine Anregungen aus den größten Werken der Literatur und Kunst holen, und fein Beginnen ist gerechtfertigt, menn es ihm gelingt, daraus etwas Neues, Schaubares zu schaffen. Es wäre daher nichts dagegen zu sagen, daß aus Dantes unsterblichem Berk die Hölle verfilmt würde. Die einzige Frage wäre nur die, ob es überhaupt möglich ist, einen modernen Menschen starte Eindrüde aus diesem Umkreise zu verschaffen. Aber daß nun ein folches Unternehmen auch noch auf echt amerikanische Weise in eine Befehrungsgeschichte eingeschaltet wird, das ist denn doch des mißbraucht, um sie auf banalste Weise mit einer ähnlichen Nuz Guten zuviel. Haben die Amerikaner schon die zehn Gebote dazu anwendung zu versehen, so ist Dante diefem Schicksal ebenso wenig entgangen. Ein typischer amerikanischer Geldmacher, der feinerlei menschliche Gefühle anerkennt, weder seinen Freunden, noch feiner eigenen Familie gegenüber, wird unter dem Eindruck der Lektüre Don Dantes Hölle, die er natürlich bildhaft erlebt, in heftige Gemiffenstonflikte getrieben und zu einem Wohltäter der Menschheit umgewandelt. Er erlebt in seinem Traum alle die Höllenqualen, die auf seinen Geiz, seine Hartherzigkeit und seine Geldgier Dante gefeßt hat, und er sieht mit innerem Auge das Unheil, das er damit in seiner eigenen Familie anrichtet. Glücklicherweise ist das alles nur ein Traum, und alles schwimmt dann in Butter. Ist diese fentimentale Belehrungsgeschichte für den deutschen Geschmad unerträglich, so ist leider auch die Vorführung der Danteschen Höllenbilder in der Regie Henry Ottos ohne menschlichen und fünftGESUCHT wird seit längerer Zeit ein sehr gefährlicher Hochstapler namens Emil Schnepfe, als außereheliches Kind einer Wäscherin am 3. 3. 1890 in Wien geboren Schnepfe( obiges Bild) ist in Paris, Brüssel, Biarritz, Nizza, Wien als Hotel dieb und Heiratsschwindler unter dem Namen Graf von Gleichen, Oberleutnant Freiherr von Bingen. Mynheer van der Straaten, Großfürst Wladimir etc. aufgetreten, Die bisherigen Beobachtungen lassen es wahrscheinlich erscheinen, daß Schnepfe den Schauplatz seiner Tätigkeit vom 27 Februar ab nach Berlin verlegen wird. Alle Angaben über verdächtige Personen, die auch HOCHSTAPLER wider Willen sein können, dringend erwünscht SCHAUBURG BERLIN W 9, KONIGGFATZER STRASSE 121 RICHARD OSWALD LICHTSPIELE CHARLOTTENBURG 2, KANTSTRASSE 163 BAYERN FILMS BAYERN- FILMS " KARAWANE_ KOMMT Beilage des Vorwärts lerischen Ertrag. Die Einzelschicksale, die Dante personifiziert, merden nicht verkörpert, es bleibt bei den allgemeinen Strafenfoder, man sieht eine Fülle nadter Gestalten, die doch der Badehose nicht ganz entbehren, in den Höllenfreisen, den Martern der Teufel ausgesezt, ohne daß uns ihr Geschid irgendwie ergriffen und ohne daß plastische, anschauliche Bilder entstehen. Nur wenige Szenen prägen fich tiefer ein, im allgemeinen verschwimmt alles in monotoner Wiederkehr. Zur Belebung führte in einem Zwischenaft und vorher Anita Berber Nadttänze und lebende Bilder vor, die offenbar irgendwie mit dem Thema Zusammenhan, haben sollten. す 。 Alte Vorlagen im neuen Gewand. Die Abenteuer- und Detektivfilme sind so alt mie die mehrang Spielfilme selbst. Sie sind abgeflappert bis dorthinaus. Dennoc wurde in dieser Woche gezeigt, daß man diefen alten Vorlagen ein so nettes, frischgebügeltes Kleidchen anziehen tann, daß fie noch heut sutage Eroberungen machen. Freilich stand jedesmal das iiebenswürdige Spiel eines Russen im Vordergrund. da mm)( ein Film fündigt sich offenbar besser an, wenn er einen „ Grimmaffen der Großstadt"( Alhambraam Kurfürsten folch vielversprechenden Titel trägt) hat Iwan Mosiutin als Hauptdarsteller und nebst kenelem Foß zum Mitverfasser. Iwan Mosjutin, dieser russische Opernsänger, der durch Zufall zum Füm tam, ist in ihm zu Recht heimisch geworden. Mit Bravour spielt aber recht zweifelhaften Frauengestalt von Baris nach Korfita folgt, er den urwüchsigen Bauernjungen, der reich wird und emer schönen, zufinden! Im Manuskript bleibt vieles unbegründet, doch haben un endlich, weil er Bater mird, den Weg nach der Normandie zurüdRegisseur Alexander Woltoff und Photograph Burgessom interessant gestalten fann. Alles ist frisch und natürlich, es ist wirgezeigt, daß man selbst solche oberflächliche Sache außerordentlich tungsvoll, ohne daß ein Aufzwingenwollen der Wirkung zutage tritt. Entzückend ist z. B. ein Spiel in den Wellen, bei dem das junge The paar im Badeanzug in das Wasser reitet und nachher, gemeinsam auf einem Pferde fißend, nach Haufe galoppiert. Längen sind ohne 3meifel vorhanden, aber Mosjutins Spiel ist der hauptsächlichfie Grund, daß man sie gar nicht empfindet. Natalie Lissento ist ihm eine ebenbürtige Bartnerin. Im Hochstapler wider Willen"( Richard Oswald Lichtspiele und Schauburg) hat ein Graf einen Hoteleinbrecher zum Doppelgänger, was zu andauernden Berwicklungen führt. In diesem Film, den Liebmann nach einem Roman bearbeitete, glänzt verläßt feinen Augenblick den wirklich guten Durchschnitt. Geza ladimir Gaidarow. Er ist gewandt, elegant und sein Spiel von Bolvary Zahn, der die Regie innehatte, feßte Gaidarom, ganz gleich, ob er ihn als Hochstapler oder als Graf beschäftigte, immer in das rechte Licht und führte die Zuschauer oft hinters Licht. Doch es gab viel Bergnügen, und die vorzüglich ausgenugten doppelten Aufnahmen erzielten Berwirrung, Erstaunen und den Beifall der Anerfennung. Da auch alle Mitschuldigen mit Lust und Liebe bei der Sache waren, wurden die ganzen Hochstaplererlebnisse eine höchst furzweilige Angelegenheit. e. b. Das goldene Land. Dieser im neuen Ufatheater an der Turmstraße por geführte Film aus dem Lande der Goldsucher ist einzig interefiant als Spiegelbild der Psychologie amerikanischer Filmbesucher. Man erfieht daraus, wie ungeheuer anspruchslos an jedem psychologischen Aufbau, mie nain dies Bublifum sein muß, dem man in einem Genfationsdrama voller Schießprügelfzenen und Gewalttaren den Glauben an den Sieg des Guten und die Bestrafung der Bösen läßt. Daneben wird aus dieser unmahrscheinlichen Geschichte auch die merd würdige hörigkeit flar, in der die amerikanischen Männer zur Fram stehen, die nur ein hübsches Gesicht zu haben braucht, um die Ge schide diefer wilden Männer lenfen zu fönnen. Der räuberische Rampf eines amerikanischen Senators und feines millenlosen Organs, eines Oberrichters, um die Goldminen, die er wider Gefeh und Recht für feine eigene Lafche beschlagnahmt, ist der Hintergrund der fentimentalen Liebesgeschichte. Wohl wird uns ein Stüd des Goldgräberdafeins im eisigen Alaska porgeführt, aber die große Natur Dieses Landstrichs, die wir aus vielen anderen Filmen fennen, wird filmisch nicht ausgenüßt. Die sentimentale Liebesgeschichte steht im Bordergrund. Das junge Mädchen( Barbara Bedford), das sich in diese in jedem Gimme rauhen Gefilde begibt, um ihren Bruder zu fuchen, befehrt mit ihren füßen Augen den Helden des Etüdes ( Milton Gills) zur Anerkennung von Recht und Gesez, aber er muß schmere Opfer dafür bringen, bis es ihm gelingt, die diebischen Anschläge der Gesegesvertreter zu nichte zu machen. Revolver- und Brügelszenen, die nächtliche Spregung einer Mine, Ueberfälle und ein großer Kampf zwischen Bertretern des guten und bösen Brinzips mürzen die ideologischen und sentimentalen Begebenheiten. Die Bedford ist nur hübsch, aber ohne stärkeren Eindruck. Sympathisch ift Sills als Darsteller des edlen Kerns in rauher Schale. Auf das Beiprogramm eine Szene aus Buccinis Mädchen aus dem goldenen Besten" und ein temperamentvolles Ballett por dem ftimmungsvoll arrangierten Ruppelhorizont- wird besondere Sorgfalt in dem schönen Hause verwendet. Auch der Tridfilm Felig der Kater" war in seiner Grotestheit sehr wirksam. Unmoderne Filmkunft. Michael Kerteß hat das eigenartige Bech, an höchst ungeeignete Filmmanuskripte zu geraten. So ergeht es ihm auch mit Der falsche Arzt"( UT. Rollendorfplat). Er ist nach cinem Schauspiel gearbeitet, obwohl Schauspiele oft die denkbar fchlechtesten Filmvorlagen find. Ein junger Student wird Gelegen heitsbieb, um seinem iodfranken Studiengenossen die für die Ge fundung unbedingt nötige Reise nach dem Süden zu verschaffen. Der Krante gibt das Geld zurück, der Freund wird dennoch zu ciner Der Kranfe erwirbt den Doktorgrad Gefängnisstrafe verurteilt. und stirbt, der Berurteilte fehrt als vernichtete. Eristenz aus der Strafanstalt zurüd. Da eignet er sich das Diplom des Verstorbenen an und wird ein meltberühmter Chirurg. Neid und Niedertradht spüren feinem Leben nach, bringen ihn zur Strede. Dant feiner glänzenden Verteidigungsrede erzielt der Doktor ohne Diplom seinen Freispruch, und die Schwester seines Freundes, dessen Namen er bislang fälschlich trug, führt er als Gattin heim. Es wurde ein Film voller geftellter Bilder bei schlechter Beleuchtung. Komint mal eine einigermaßen gute Großaufnahme zustande, dann ermedt fie den Eindrud, als habe sie ein Berufsphotograph für feinen Schaufenstertaften hergestellt. Der Erwerb muß seinen Brotgebern schmeicheln, der Filmphotograph hat andere Aufgaben zu lösen. Mary Rid, die Hauptdarstellerin altert nicht, obmohl zwischen dem ersten und dem letzten Att mindestens zehn Jahre liegen. Michael Bartongi ist groß, den Beifall erzwingend, in seiner Berteidigungsrede, aber sie wäre nichts ohne den Tert und das ist natürlich nicht die richtige Einstellung zum Film. e. b. Den p iche,& me ist Fas Fahrräder billiger! Ueber 4000 Fahrräder am Lager Sämtliche Fahrrad- Zubehörteile billigst! Vorteilhafte Einkaufsstelle fr Wiederverkäufer Mein neuer Katalog erscheint am 10. März und wird nach außerhalb gratis und franko versandt. 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