Abendausgabe Nr. 103 ♦ 42. Fahrgang Ausgabe B Nr. 51 BfjuflsSeJInsunstn unb Sfnjiiaenprtif« sind in der Morgenausgabe angegeben »«dottlon: STD. 88, Cindenfltofic 3 Zernsprecher! VSnhost 292— 293 I«I.->dresse:SozwIden,orra» Verls» Devlinev � r VolksblÄtt ( 5 Pfennig) Montag 2. März 7925 Verla« und Anzelgenabtetlilui: sbeschäftszeit g— S llkr Verleger: vorwärts-Verlag GmbH. Verls» Sv>. 88. Liadeaftrabe 3 Zerasprecher: Vönhojf 2308-230? 2entralo?gan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Die Seisehung öes Reichspräsidenten. Trauerfeier am Reichstag.— Ueberführung zum Potsdamer Bahnhof. Amtlich wird mtigeteilt: Die Trauerseier der Reichsregierung für den verstorbenen Reichs- prösidenlen findet am Mittwoch, den 4. März, nachmittags Z Uhr im Csa, � des Reichspräsidenten statt: der Reichskanzler wird hierbei die Gedenkrede halten.?>a Zlnschluh an diese Leier erfolgt unter militärischer Trauerparade die Ueberführung zum Potsdamer Rohnhof: der weg des Trauerkondukts geht durch das Brandenburger Tor um das Reichslagsgcbäude herum: dort sindet vor dem aus der Rampe haltenden Leichenwagen eine Abschiedskundgebung desReichslages statt, dessen Präsident den lehtea Gruß der deutschen Voltsvertretung überbringen wird. Dieser Trauerakt wird zugleich größeren Mengen der Bevölkerung die Gelegenheit geben, dem toten Reichspräsidenten die letzten Grüße darzubringen. Daraus wird der Zug den Weg durch dieLriedeasallee und die v u d a- pester Straße nach dem Potsdamer Bahnhof fortsetzen. dessen portalsront einen würdigen Irauerschmuck erhalten soll. Vom Potsdamer Bahnhos sindet dann etwa 6!-> Uhr abends die Ueber- führung nach Heidelberg statt, wo Donnerstag vormittag die Beerdi- gung erfolgen wird. hierzu erfahren wir noch: Die offizielle Trauerkundgebung er- folgt unter Beteiligung des Berliner Donuhors und der Kapellen der Staatsthe�jer. Der offiziellen Feier schließt sich die Parade der Reichswehr an. An ihr sind unter Leitung eines Generals ein Batail- lon Infanterie, eine Schwadron Kavallerie und eine Batterie Ar» tillerie beteiligt. Die Laternen der Wilhelmstrahe und der übrigen an- liegenden Straßen werden aus Anlaß der Feierlichkeit dem Ereignis entsprechend geschmückt. Bor dem Reichstag hält der Leichenwogen auf der großen Rampe, an jener Stelle, von wo Eber.t im vergangenen Jahre anläßlich der Trouerkundgebung für die Gefallenen des Weltkrieges Worte des Trostes und der Hoffnung gesprochen hat. Der Reichs- tagcpräsident wird ihm hiei, begleitet von den übrigen Mitgliedern des Präsidiums, die letzten Grüße der deutschen Volksvertretung übermitteln. Dieser Akt dürfte ungefähr 20 Minuten in Anspruch nehmen. Der Trauerzug wird sich dann über die Ludapester Straße in der Richtung des Potsdamer Bahnhofs zu in Bewegung setzen und an dem Garten des Reichspräsidenten, der nach der Budapester Straße hin liegt, erneut eine halbe Minute halten. Gegen 5 Uhr nachmittags dürste der Sarg vor dem feierlich geschmückten Haupt- portal des Potsdamer Bahnhofes aufgestellt werden. Seine Per- ladung erfolgt um 6,30 Uhr. Die Abfahrt nach Heidelberg ist für 6,33 Uhr vorgesehen. Vor dem Votsdamer Bahnhof werden die Ber- liner Massen das letzte Mal Gelegenheit nehmen, ihrem und der Republik großen Führer einen dankbaren Gruß zu weihen. Die Zabrt nach Heidelberg. Der Sonderzug. der von der Reichsbahndirektion Berlin für die Ueberführung nach Heidelberg zur Verfügung gestellt wird. wird aus einer Reihe von Salon- und Schlafwagen für die F a- m i l i e des Reichspräsidenten und die an der ileberführung be- teiligten offiziellen Persönlichkeiten bestehen. Der Sarg wird, da ein Salon-Leichenwagen nicht mehr vorhanden ist, in einem würdig ausgeschmückten Gepäckwagen untergebracht. Der Sonder-ug verläßt den Potsdamer Bahnhof am Mittwoch abend 6 Uhr Zö Minuten und wird über Magdeburg, Kreiensen, Bebra, Frankfurt a. M. nach Heidelberg geführt, wo er am Donnerstag vormittag 9 Uhr 30 Minuten eintrifft. Die öeisetzungsfeierlichkeiten in Heidelberg. Im Einvernehinen mit den zuständigen Stellen des Reiches und der Badischen Landesregierung ist von den städtischen Körperschaften Heidelbergs folgendes Programm für die Bei- setzungsfeierlichteiten aufgestellt worden: Sofort nach Eintreffen des Sonderzuges wird der Sarg von Gendarmerie zum Bahnhofs- rerplatz getragen, wo er unter den Klängen eines Chorals, gespielt vom Städtischen Orchester, auf den Leichenwagen gehoben wird. Dann formiert sich der Trauerzug, der von einer Abteilung berittener Landespolizei eröffnet wird. Es folgen die Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr mit Musik, die Fahnendeputationen der Heidelberger Vereine, der Sängerbund und die Arbeitersänger, eine Bcreilschast der Landespolizei init der Musik der Karlsruher Polizei. Der Leichenwagen wird von Polizeioffizieren eskortiert, ihm folgen die Angehörigen des Reichspräsidenten, die Vertreter des Reiches und der L ä n d e r, der Heidelberger Kommunal. behörden und die sonstigen Ehrengäste und Deputationen. Der Zug bewegt sich zu dem im Südwesten der Stadt an einem Bergabhang idyllisch gelegenen Friedhof, wo die Stadt heidel- berg in der Nähe des Grabes der Mutter des Reichspräsidenten ein Ehrengrab berest gestellt hat. Am Grabe wird nach einleitendem Choral der Sängerbund den„Cantus� vun Schubert zu Gehör bringen, woran sich die offiziellen An- sprachen schließen werden, deren Zahl auf Wunsch der Familie des Reichspräsidenten auf drei beschränkt worden ist. Dann singt der Arbeiter-Gesangoerein das Lied„Ein Sohn des Volkes". Roch abermaligem Choral, gespielt von der Polizeimusik, erfolgt dann die Beisetzung. Eine militärische Trauerparade ist in Heidelberg nicht möglich, weil Heidelberg innerhalb der rechtsrheini- fchen Zone liegt, in der nach dem Versailler Vertrag die Anwesenheit von Reichswehrformationen untersagt ist. Reichstagspause. Der Aeltestenausschuß des Reichstags hat beschlossen, die bereits ab heute wieder geplante Plenarsitzung bis zur Beisetzung des Reichspräsidenten aufzuheben. Die erste Vollsitzung erfolgt mfolgc- besten erst wieder am Donnerstag nachmittag 3 Uhr. Di« Aus- schüste des Reichstags werden ebenfalls bis Donnerstag ihre Arbeiten einstellen. Der Reichstagsprösident Genosse Lobe wir» sich vvi'gussichllich mit dem Sonderzug, der die Leiche des Reichspräsidenten und d'? An- gehörigen noch Heidelberg bringt, ebenfalls in die Geburts- stadt Eberls begeben. Der sozialdemokratische Parteivorstand dürfte auch durch«in« Delegation bei der endgültigen Bestattung in Heidelberg zugegen sein. Außerdem tritt der Reichskanzler, der Reichsminister des Innern und der Staatssekretär Meißner mit dem Sonderzug Mittwoch abend die Reise nach Heidelberg an. Arbeiter Serlins, Parteigenossen! Zur Trauerkundgebung für den verstorbenen Reichspräsidenien, Genossen Friedrich Eberl, treffen sich die Hand- und Kopfarbeiter Berlins Mittwoch nachmittag Z'b Uhr auf dem Königsplatz. Um 4 Uhr mutz der Aufmarsch beendet sein. Alle Fahnen der Partei sind mltzu- bringen. Der Aufmarschplon wird am Dienstag in der Morgen- ausgäbe des„Vorwärts" veröffentlicht. Für einen würdevollen Verlaus der Kundgebung hat jeder Teilnehmer Sorge zu tragen. Den Anweisungen der Ordner, des Reichsbanners und der amtlichen Sicherheitsorgane ist Folge zu leisten. Oer öezirksvorstanö. Zrieürich-Ebert-Stistung. Der parleivorflaud hat beschlossen, eine Friedrlch-Eberl-Stiflung im Sinne der Lebensarbeit des Enischlasenen zu errichten. Der Tarleivorsland bittet im Einverständnis mit der Fam lie, von Kranzspenden und von Entsendung von Deputationen abzusehen und die dafür vorgesehenen Beträge der Stiftung zuzusuhren. Sozialiftilcbe Seileiüskunüflebunoen. Dem Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutsch- londs gingen weiter folgende Vcileidskundgcbungen zu: Die gceinigle sozialistische JJaUei entbietet licfbewegl ihr Beileid. Rom. Turati. * Das herz voll Trauer, fühlen wir uns der deutschen Republik und Sozialdemokratie verbunden. Brüssel. Vandervelde. * Der Tod Friedrich Eberls ist nicht nur für Euch und die deutsche Republik eia schwerer Verlust, wie eine feste Klippe stand er In den Stürmen der Zeit, und deshalb Hot auch feine Stellung als Reichs- präfidenl der welldemokrotle ein Gefühl von Sicherheit gegeben. Ihr könnt von unserer tiefen Anlcilnahme an Eurem Schmerz und Trauer überzeugt sein. Stockholm. Schwedischer porteivorstand. * Die an Brantings Vegräbnistag versammelten Arbeiter Gothen- borgs senden ihren deutschen Genossen ihr herzliches Beileid zu dem schmerzlichen Verlust,, der auch sie durch den Tod des Prösidenlen E'-rl getroffen hat. Golhenburg(Schweden). Lindblad. Magnusten. 9 Das»nerwartele hinscheiden des Genosten Ebert hak auch die Varleileilung und die parlamentarische Fraktion der ungarischen Sozialdemokralischen Varlei in liesste Trauer verseht. Die ungarische Arbeiterschaft weiß genau, welchen Verlust der Tod des In der ganzen well hoch geachteten Präsidenten der deutschen Republik für unsere Sache bedeutet, wir trauern mit Euch um den weisen Führer, um'den uncrschüllcrlichen Streiter und um den lreuesten Kampsgenossen. Erst die Geschichte wird den Verlust, den die deutsche Republik uud die deutsche Sozialdemokratie durch seinen Tod er- litten haben, wahrhaft würdigen können. Budapest. Sekretär Buechler. » Tief ergriffen von dem Ableben des Reichspräsidenken Genosten Eberl, bewußt des Verlustes, den die deutsche Arbeiterklasse und mit ihr die deutsche Republik erlillen. sendet herzliches Beileid die sozial- demokratisch« Landesparleiverlretung Kärntens in Klagensurt. kkag?nfurk. Florian Groeger, Landcsvcrtrauensmaau. Die heule in Böhmisch- Kamnilz lagende kreiskonferenz des Kreises Bodenbach der deutschen Sozialdemokratie in der tschechoslowakischen Republik Hai mit Erschütic- rung die Nachricht vom Ableben z�-ichspräsidenlen Genossen Eberl vernommen. Empfanget öen Ausdrua Bellcids zu diesem unersetzlichen Verlust fäc die deutsche Bruderp�ci. für$;e gesamte Znlernationale saö für das demokratische und Tpublika- nische Deutschland. * Der Tescheaer Parleilag polnischer Sozialisten der Tschecho- stSVakei üheriendek herzlichste Ausdrücke tiefsten Bedauerns infolge des Ablebens des Genossen Eberl. Sleffek Bonczek. «- Die in Ehemniß tagende sächsische Landeskonferenz des Deutschen Bergwerkrdundes spricht der Sozialdemokralifchen Partei und Reichsiagsfraktion zum Tode des Reichspräsidenten Fritz Ebert ihr tiefstes Beileid aus. Ehemnitz. Iacob-Leipzig. Richter-Dresden. * Tief erschüttert erhallen wir soeben die Rachrichi, daß unser Genosse Fritz Eberl das Zeitliche gesegnet hol. wenn je die deutsche Arbeilerklasfe Ursache zur tiefsten Trauer hat. so jetzt nach dem Ableben unseres hervorragendsten parlelgenosten. Za der schwersten Zeit, als die deutsche Arbeilerschast iu tiefster Bot sich befand, war er es, der den Mut aufbrachte, das Steuer des Slaalsschiffc» in die Hand zu nehmen und trotz aller Schwiccigkeilen und persönlichen Anfeindungen seinen Mann zu stehen. Die deutsche Arb�l hast steht erschüttert vor der Tatsache, seinen Besten vccloren y:,:ben. Von seinen Feinden gehaßt, von einem Teil der Arbeiters,.st verkannt, sind wir überzeugt, daß erst jetzt dos deutsche prolclariat erkennen wird, was ihnen Fritz Eberl war. Zw Austrage der sozialdemokralischen Aräester- und Angestellten- schasl des AEG.-Kon-erns bitten wir Euä». der Familie des Genossen Eberl unser herzlichstes Beileid zu übermitteln. Wir geloben an der Bahre Eberls, in seinem Geiste weiterzuarbeiten und sein Anderen in Ehren zu bewahren. Vorstand der sozialdemokratischen Fraktion des AEG.-Konzerns. Bernhard Krüger. Franz Reodh. » Groß und unermeßlich ist der Schlag, der die rcichsdeuljche Sozialdemokratie gelroksen hak. 3n tiefster Trauet gedenken wir des unvergeßlichen, muligen Genossen, den das verl'aucn des Volkes vom Satklergehilsen zum ersten präsidenlen der deutschen Republik erhoben hat, und olles dessen, was er in seinem Leben für die Be- sreiung der deuls Heu Arbeil. stchasl, für den intrnati.nale» Sozialismus und die Befestigung der republikanischen Idee in Deutschland geleistet hol. ?n der Funktion des ersten Leiters und Arbeiters in Deutschland ist er zum Beispiele eines anspruchrlofeii, arbeitsamen und treuen ! Mannes geworden. Zum Ableben des Genossen Eberl übersenden wir der dcul- schen Bruderpartei unser innigstes Beileid Für die Exekutive der tschechoslowakischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei: hampi. A. New«. 3. Marek. 9 Die Berliner Gruvve der Armenischen So iolistischen varlel 1 Daschnakzutinn sp>cht Ihr tiefstes Beileid aus Anlaß des Todes Eberls, des deutschen Reichspräsidenten und eines der hervorragend- slen Führer des Internationalen Sozialismus, au*. Berlin. Vorstand. « 3nnigstes Beileid zu dem unersetzlichen Verlust unsere» Genossen F'ih Eberl. Dülmen. Orksgruppe Dülmen. « Namens der sozialdemokratischen Fraktion des Badlschen Landtags sage ich Euch unser herzlichstes Beileid beim Tode des Relchrpräsidenlen Genossen Eberl, wir betrauern mit Euch in dem Verstorbenen den hervorragenden Sozialisten, das Vorbild jedes parleigcnojjm, den glänzenden Slaalsmann und Führer des Reichs, den großen und reinen Menschen, wir sind stolz daraus, daß Ebert unserem badischen Land und Volk enlstammle. Karlsruhe. Matrum Delegation der öruöerparteien. Paris, 1. März.(Eigener Drohlberichl.) Die SoziaUflische Partei Frankreichs hat beschlossen, sich bei der Berliner Trauerfeler für Eberl durch ihre vorslaadsmllglieder Renaudel und Grumbach vertreten zu lassen. Sesiattung auf Reichskosien. Der Entwurf eines Gesetzes betr. die Uebernahme der aus Anlaß des Ablebens des Reichspräsidenten entstehenden Kosten ist vom R: ichsfinanzminister dem Reichsrot zugegangen. Zur Beratung des Gesetzentwurfes werden am Dienstag vormittag die Reichsrats- ausschüsse für Hcmshaltswesen und für inner« Verwaltung zusammentreten. Im Anschluß an die Ausschußberatung wird die Bollsitzung des Reichsrats diesen Gesetzentwurf verabschieden. Mustakt. Nachrufe und Kampfrufe.' Der Präsident ist tot. Die Neumahl steht bevor. Zum ersten Male wählt das ganze Volk durch Volksabstlmmung den Präfidenten der Deutschen Republik. Noch sind die Kan- didaten nicht nominiert. Noch ist der Wahlkampf nicht ent- iesselt. Noch ruht der tote Präsident in seinem Arbeits- zimmer. In die Nachrufe auf Friedrich Ebert, den ersten Präsidenten der Republik, mischen sich die Auftakte des Kampfes um den zweiten Präsidenten, den Nachfolger Friedrich Eberts. Die Rechte hatte diesen Kampf um den zweiten Präsi- deuten der Revublik führen wollen mit der Waffe der Per- lcumdung und des niederträchtigen Haffes, mit jenen Methoden, über die T. W. im„B e r l i n e r T a g e b l a t t" schreibt: „Die Krankheit hatte sich im Körper Eberts schon festgewurzelt. bevor die schür tische Derleumdungskampagne begann. Man kann nicht sagen, doh dies« Erbärmlichkeiten die Krankheit er- zeugt haben, aber alle, die in die Nähe des Reichs prä siden ten traten, find überzeugt, dag die bittere Erregung, das alte Gallenleiden verschärft, dem Organismus die Widerstandsfähigkeit genommen, dem Tode den Weg geebnet hat. Dieser Mann, der sich aus dem kleinen Worte„Pflicht" eine große Lcbcnsregel gemacht, seine Söhne und seine ganze Kraft dem Laterlande hingegeben hatte, sah sich plötzlich, nach Banditcnmanter, au» dem Hinterhalts überfallen, von einem hinter dem Busche organi- sierten, mit falschen Zeugen arbeitenden Kom» plott umlauert, von unwürdigen, ihr Amt miß- brauchenden Richtern dem leichtgläubigen Pöbel ausgeliefert, von jeden« Schmierblatt in den Sossenkotgezerrt. Er sah, wie die deutschnationalen Tempel- reiniger in den Barmat-Kommisiionen gierig nach einem Argument suchten, da» seine Ehre hätte beschatten können, und wie die allen bewußte Reinheit seines Privatlebens und die tadellose Korrektheit seiner Amtsführung nicht genügten, um die heulenden Verleumder zum Schweigen zu bringe:,.'> An der Babn� hat sich die schurkische Aerleum- dusi? und djt niederträchtige Lüg? verkrochen. Unter dem EindruÄ der Trauer des ganzen Vfrtkcs biegt die Rechte ibre schmutzige Derleumdungskampagne 6b. Nun zieht sie sich zurück auf den politischen Kampf. Di« D?rleumdungs- kampagne ist nicht nur wt, sie ist gerichtet! � Loll Wut und Haß sieht die„Deutsche Zeitung", wie die Oef�np- lichkeit an der Bahre des Toten laut Zeugnis abgelegt gegen die Verleumder: «Stärkstes Befremden muß die Art erregen, in der die volksparteiliche Presse dem Wirken des Verstorbenen ge° recht wird.„Die Zeit" schreibt:„Der bekannte Magdeburger Prozeß war Anlaß, die Erinnerung an die Januartage de» Jahres 1918 wieder aufzuwecken, in denen Ebert als Führer der Sozialdemokratie zu den streitenden Munitionsarbeitern in Verbindung trat. Wir haben die Rolle, die er damals spielte, wiederholt gewürdigt, und wir müsien auch heute betonen, daß«vir keinen Grund sehen, aus jenen Borgängen einen Zweisel an dem vaterländischen Willen des da- maligen Rrichstagsabgeoldneten Ebert herzuleiten." Auch die „Deutsche Allgemeine Zeitung" ergeht sich in ähnlichen Lob- Hudeleien." Die schurkische Derleumdungskampagne ist zu Boden ge- schmettert. Die Reptile kriechen zornig zischend in ihre Löcher zurück. Jetzt muß die Rechte kämpfen mit offenem Visier, jetzt muß sie ihre wahren Ziele zeigen. Die ganze innere Unehrlichkeit ihres Kampfes, wie sie ihn bisher führte, liegt rge. Es sind nicht nur die Zeitungen der Dolkspartsi, der geschwollenen Niedertracht vernichtende Stöße oer- setzen, es sind Leiter und Führer der Deutschnationalen selbst. Die Trauerkundgebung der Regierung, ihre Würdigung Friedrich Eberts, unterzeichnet von deutfchnatirmalen Mi- nistern, ist«in Urteil gegen die Kampagne der Deutfchnatio» nalen, mit der sie die Präsidentenwahl einzuleiten gedachten. Die„K reu z-Z« i tu n g", das verbissenste und gehässigste Organ der Deutschnationalen, hat diesen Zusammenbruch wohl gefühlt. Nicht ohne Grund nimmt sie von der Trauer- kundgebung der Reichsregierung nur mit einem kurzen Hin- weis Notiz, ohne den Inhalt der Kundgebung wiederzugeben. Das ist nicht nur Gehässigkeit gegen den Toten, das«st das Bewußtsein, daß diese Kundgebung Verurteilung der eigenen Haltung, Brandmartung der eigenen Lügen ist! Es geht um die Republik und ihr« Verfassung. Es geht um die Sammlung des Volkes für und gegen die Republik— das sind die Austakte, die nun aus den"Nachrufen auf den toten Präsidenten hervortlingen. Das offizielle Organ der Deuffchnationalen, die„Nationalpost", zeigt klar genug. worum es geht: „Sie begaben sich, sehr gegen ihren eigentlichen Willen, auf die Bahn des demokratischen Parlamentarismus,«n dessen Aemtersisstem sie und ihr Führer Ebert zu den höchsten Würden auf- stiegen. Wir haben nie verhehlt und wollen es auch heute nilstt tun, daß«vir den in Weimar unter Hilf« der bürge r« lichen Linksparteien eingeschlagenen Weg für verderblich halten. Iormell mag da» dort Beschlossene noch welker bestehen. InhalMch ist es durch die Macht der Ereignisse immer «veiter ausgehöhlt worden." Das ist der Auftakt zum Kampfe, hier tritt das wahre Ziel der Deutschnationalen hervor. Sie wollen den Präsidenten der Republik aus ihren Reihen wählen, um aus dem Präsidenten der Republik den Mörder der Republik zu machen. Sie wollen einen deutschnationalen Präsidenten der Republik, um mit seiner Hilfe die Verfassung von Weimar abzuändern. Sie wollen einen Präsidenten der Republik, der auf die Verfassung sich vereidigen läßt wie die deutschnationalen Minister Neu- haus und v o n S ch l i e b e n, um zu wirken gegen die Ver- fassung der Republik. Sie wollten ihre gegen die Republik und ihre Verfassung gerichteten Pläne verbergen hinter einem schmutzigen Feldzug der Verleumdung, sie wollten den Sieg eines Monarchisten erschleichen. Nun werden sie offen dafür kämpfen müssen! Der Präsident der Republik ist tot. Der erste Präsident. dessen Leben die Arbeit am Aufbau und der Festigung der Republik verzehrte. Jetzt gilt es, fein Wert fortzusetzen! Die� große staatspolitische Idee, der sein Leben gewidmet war, muß im bevorstehenden Wahlkampf abermals zum. Siege ge- führt werdeil gegen die überlebten ftaatspolitisaien Ideen der Monarchisten� jjie Nachrufe«tf ocn Xoterr zeigen die ersten Älistvrke des Kampfes. Bald wird er voll entbrennen? Gesiaüel. Die Leichenfledderei der„Roten Fahne". Die„Rote Fahne" bezeichnet es zu Deginn eines Nachrufes als ein„feiges Spießerwort", daß man von Toten nur Gutes reden soll. Wenn sie damit meint, daß der Tod kein Vorwand für Heuchelei sein soll und daß sachliche Kritik nicht durch übertriebene Rücksicht auf den Schmerz Andersdenkender erstickt werden darf, so könnte man dem zustiminen. Auch wir haben es uns niemals nehmen lassen, in unserer Würdigung toter Gegner auszusprechen, warum wir sie bei Lebzeiten bekämpft hatten. Für die„Rote Fahne" ist aber die Unter- scheidung zwischen einer Feder und einer Mistgabel, zwischen Tinte und Jauche auch ein„spießbürgerliches Vorurteil". Da- bei zeigt sie ein sehr kurzes Gedächtnis: als beim Tode Lenins der„Vorwärts" bei aller Würdigung der geschieht- lichen Größe des Führers der russischen Sowjetrevolutinn auch sachliche Kritik an seinem Werk übt«, da schrie gerade die „Rote Fahne" nach Leichenschändung? Arme Spießer! Es versteht sich von selbst, daß der Nachruf der„Roten Fahne" auf Friedrich Ebert ein einziges Nachwerfen von Dreck ist. Wir begnügen uns damit, die würdigsten Stellen dieses Artikels abzudrucken: „Fritz Ebert, dos war die Verkörperung des Bcrrals und der Konterrevolution. Friß Ebert. das hieß Zer- fleischiing des Proletariats im Dienste der Eroberung und Plünde- rung, das hieß eine oerkaufte Revolution, das hieß die Zührertagung-ufs-m Tönnich Bon Else Hildebrandt. Ueber die Kämme des Thüringer Waldes wandern wir. weit- ausschauend über Höhen und Täler, von Rudolstadt bis aus den Marktplatz des alten Städtchens Remda. So dicht ragen am steiler hinansührcnden Pfad die Tonnen, daß der flimmernde Sternen- Himmel einen heiligen Hain zu umwölben scheint. Diese Wanderung wird symbolisch für die erste dreitägige Führertagung der sozio- listischen Arbeiterjugend über Musikkultur und Festgestal- rung, an der Vertreter aus dem ganzen Reiche teilnahmen. Aus der Einheil des menschlichen Lebens erwächst das Fest: All- rag. Feste. Feiertagsstunden lassen sich nicht voneinander trennen. Das Menschenideal, das im Fest oerherrlicht wird, durchdringt auch das Leben de» Alltags. So ist es oerständlich, daß der 1. Mai sich rächt eigentlich zum wahren Fest entwickeln konnte, daß er nicht in der Jugend als solche» lebt. Denn aus der Kritik, aus der Negation läßt sich ein„Kult" nicht ausbauen; Freude und Andacht kann sich auf diesem Boden nicht entfalten. Organisatorische Maßnahmen führen nie zur Festkultur, so führte E. R. Müller. Magdeburg, in seinem Dortrage„Das soziallstifchr Fest" aus, für das der Mensch Bedingung und Zweck Ist. Steht so das Fest im Leben de» Volkes, so ist es selbstverständlich, daß seine Dichter zur Erhebung und Freude kultisch« Werke gestalten. Es wird natürlich, daß die Dichter von ihrem Volke zu diesem Schaffen Auftrag erhalten. So ist c» denn nicht verwunderlich, daß Dichter wie Bruno Schönlank und Bröger den Auftrag zum Schaffen von«prechchören erhielten. Ihre Entstehung in der Revolution aus der Extase der Masse zeigte Schönlank in seinem Referat und ihre Wiedergeburt in der Zukunft durch Musik und rhyth- mische Bewegung. Ist Kunst Mittel und Kultgestaltung, so wird das Jugend- bühnenspiel immer ein besonder» schwieriges Problem sein, da die Jugend nicht Kraft und Reife hat, das vollendete Kunstwerk zu gestalten, sondern sich selbst darstellen will, wie E. R. Müller in seinem Referat über Iugei, dsptele zeigte. Musikkultur Ist wie die Kunst überhaupt Mittel zur Kultgestal- wng, die der Verherrlichung des Menschenideal- dient. So können gemeinsam Musizierende im eigentlichen Sinne nur Menschen sein. die den letzten Zweck des Lebens zusammen schauen. Musik sst kein Zeiwertreib. Unterhaltung oder Vergnügen. Das spüren die Musikgtlden. die sich hier und dort ähnlich wie im Jadekreis m der Arbeiterjugend gebildet hoben und aus deren Geist heraus C t i o aus Hamburg auf der Tagung wiederhol! sprach. Wie gestaltet sich aber das Verhältnis dieser rnlensiv arbeitenden Gruppen, in denen Bereitschaft ist für das Große, langsam?» Werden und Ausreifen, zur Massenbewegung der Arbeüerjugend? Dos«vor eine der prinzipiellen Fragen, die auf der Tagung auftauchten und auf die Dr. Alfred G u t t m a n n nach feinen Dortrögen über I n- ftrumentalmufik und Gesangsknltur in der Jugendbewegung hinwies. Die Musikgilden können eine Ge> fahr für die große Bewegung bedeuten, aber nur dann, wenn sie sich abschließen, nicht wenn sie für die große Masse eine Kraftquelle be> deuten und sie also befruchten. Deshalb wurde auch die vereinzelt stehende Forderung aus dem Kreise der Teilnehmer, die nach innen gerichteten Gemeinschaften auszuheben, nicht beachtet. Albrecht. der über Orgonisationsfragen sprach, hielt die Gefahr schon im Augenblick ihrer Erkenntnis für überwunden. Die Hebung der musikalischen Leistungen der Jugcndgruppen«vor gerode der Inhalt der Vorträge Guttmanns, der zeigte, wie die Strömung, die in der Musik nur ein Agitationsmittel für die Partei sah, ein Hindernis für ihre wahre Entfaltung in Arbeiterkreisen wurde und Uthmann eine so dominierende Rolle spielen ließ. Eutt- mann hofft auf eine Wiedergeburt der deutschen Lolksmusikkultur aus sozialistischen Jugcndkreisen. Bereitschaft hierfür ist vorhanden. Denn auch auf der Tagung wurde gar manches Zeugnis schöner und fruchtbarer Gemeinschaftsarbeit gezeigt, sei es in den Berichten von der heimatlichen Arbeit, sei es in den Feierstunden, zu denen sich die Teilnehmer am Abend sammelten. flaggen. Der Republikaner, der in diesen Tagen durch die Straßen der Reichshaupsstadt geht, gerät durch die Art der Beslaggung w einiges Befremden. Auf zahlreichen öffentlichen Gebäuden, Banken, Hotels, sowie aus dem Dach des größten Warenhauses ist die preußische Fahne ausgezogen, während die meisten Schulen die Fahne der Stadt Berlin zeigen. Nun ist unseres Wissens nicht der Landesprasident. sondern das Oberhaupt des Deutschen Reichs gestorben, dessen Farben schwarzrotgold sind. Wenn schon geflaggt werden muß, scheinen sich die betreffenden Privatpersonen oder Staats- und Stadtbehörden zu sagen, dann ist es schon besser, die allhergebrachten Farben schwarz- Weiß oder die belanglose Berliner Fahne als die angefochtene Reichs. flagge zu zeigen. Diese Flucht vor dem Farbenbekenntnis ist wider- lich und beschämend zugleich. Ein Beispiel für die Gedankenlosiakeit und Begristsoerwirrung in dieser Republik ist folgendes Gespräch, das ich in der Nähe meiner Wohnung, die in einem hauptsächlich von Deutschnotionalcn bewohn- ten Vorort gelegen ist, zufällig hörte. Ein offenbar treudeutsches Ehepaar erblickte die an meinem Fenster angebrachte schwarzrot- goldene Fahne. Er:„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer." Sie:„Aber wenn man so bedenkt, gehört doch ein gewisser Mut dazu." Mut, die Reichsfarben zu zeigen! Und die vermeintliche ver- einzelle Schwalbe in einem Land, wo die Republikaner in der Mehr- hell sind! Viel bemerkt wurde auch der Umstand, daß bis um ein Uhr mit. tags keine Fahne an der Sterbcstätte des Präsidenten webte, obwohl zwei riesige, am ersten Stock des Westianatoriums angebrachte Fahnenstangen ihrer Bestimmung harrten. Auf das Murren der vor dem Gebäude angefammellen Menge hin fanden sich Angehörige des Reichsbanners schließlich veranlaßt, für den fehlenden Fahnenschmuck Zehntausende hingeschkachteter Revokutkonar e. da? hieß Standiecht. Blutjustiz, Zuchthaus, dos hieß Stinnes-Republik und Barmat-Sozialismus. Friß Eberi, das ill ein Fluch auf Millionen Lippen, und dieser Flucki übertönt das Glockengeläute, das ihm das offizielle Deutschland, das Deutschland der wilhelminischen Generale, der Junker, Jndustrieritte-, Wucherer, Spekulanten, Schieber, Klaisenrichter und politsschen Karriereschinder nachhimmelt.... ... Eine R o l l e spiele», das war ihm d a s Z i e l. di? Arbeiterklasse der Sockel seines Ausstiegs und die bedenkenlos erfahis Gelegenheit das Mittel.... ... Er provozierte kaltblütig Entscheidung»- kämpfe, ehe das Proletariat dazu reif war. Er ließ Taufende und aber Tausende abschlachten. Unvergleichlich handhabte er den Belagerungszustand. Er ermutigte die Klassenjustiz, die unter seiner Pflege zur scheußlichsten Fratze des Kapitalismus wurde.... ... Fritz Ebert hat die deutsche Sozialdemokratie zur regieren- den Partei im Dienste der Kapualistentlasse gemocht. Er hat sie so geführt, daß sie heute dasteht, machtlos, verachtet, bc- spuckt. Cr selber aber ist oben geblieben bis zuletzt. Er brachte es fertig, indem er iclbst diese Partei immer von neuem verriet, die ihm alles, alles geopfert hatte. Sein Tod ist wie ein Symbol. Er starb an eitriger Auslösung seiner Organe. Seine Barle» verwest, zersressen und stinkend von Korruption." Wir übergeben insbesondere den Schlußsatz dieses Nc- krologs der Nachwelt als ein unvergeßliches Denkmal bolfche- wistifchcr Mentalität. Das und der Vorschlag eines„Mau- foleums für den abgeschnittenen Wurmfortsatz" in der deutsch- nationalen„Bergisch-Märkischen Zeitung" find Zeichen der Zeit. Wir fragen nur: Hatte Eben nicht hunderttausendmal recht, daß er gegenüber solchen Burschen nicht um eine Fußbreite zurückwich? Was hätte aber bloß die kommunistische Presse gebrüllt. wenn inan beim Tode Lenins, der bekanntlich durckf Arteriosklerose, Schlaganfall, Gehirnerweichung und P a r a- l q s e erfolgte, und die bolschewistischen Parteüen erewnssk-stert haue? Aber uns„Kleinbürgern" liegen solche Vergleiche und Geistesblütcn nicht. Das ist das Monopol der„Revo- lutionäre" von der bolschewistischen Fakultät. Die Kommunisten berufen sich gern auf das Vorbild der französischen Revolution und der Schreckenszeit. Die franzö- fischen Revolutionäre haben von 1789 bis 179-1 unendlich Großes geleistet. Auck, ihre blutigsten Repressalien, geboren aus der verzweifelten Notwehr, dürfen nicht nach den üblichen Maßstäben von Sitte und Moral gemessen werden. Aber neben den geistigen und tatkräftigen Führern der Revolution trieb auch das Lumpenproletariat auf den Straßen und Plätzen sein Wesen. Als Ludwig XVI. enthauptet wurde. da stürzte sich die Menge aus seinen Leichnam; ein Mann füllte einen Becher mit dem aus dem Rumpf herausquillendcn Blut des Toten und trank ihn aus: ein anderer schnitt das Herz aus dem Körper heraus und fraß es vor der johlenden Menge. Das waren auch„Revolutionäre", aber nur im Sinne der„Roten Fahne", deren Redakteure sich mit Erfolg bemühen, auf das Niveau des Lumpenproletarials aller Länder und aller Zeiten herabzusinken. Sowjetrußlanüs öeileiü. INoskau.?8. Februar.(MTB.) L i t w i n o f s hat an den Reichsminisier des Aeuhcrn, Dr. Stresemann, salgendes Tel-zrowm gesandt:„Soeben Hab« ich die Nachricht nön dem Ableben d.'? Herrn Reichspräsidenten Ebert erholten. Ich beeike mich, namens der rung der Union und auch persönlich mein Beileid auszusprechen und dem schmerzlichen Gefühl Ausdruck zu geben über den Verlust dieses aufrichtigenAnhängersderZusammen- arbeit zwischen Deutschland und Sowjetrußland. Den Mitgliedern unserer Regierung, darunter auch Herrn Tschitscherin, die sich auf der Reise nach Tiflis befinden, ist die Trauernachricht weitergegeben worden." Litwinoff stattete dem deutschen Botschafter Graf Lrockdorsf- Rantzau einen Beileidsbesuch ab. zu sorgen. Ferner bildeten sich vor der Reichskanzlei in der Wilhelm. straße gegen Abend erregte Gruppen, die nicht begriffen, warum be- reit» um sechs Uhr die auf dem Dache wehende Fahne eingezogen wurde. Kurden-Leben. Di« Kurden sind im vollen Ausstand gegen die türkische Regierung beari'fen und hoben bereits Erfolge errungen. Dieses krieqerssch« Bolk. das durch seine Räutereien und Ausstände schon so viel von siel, reden gemacht hat, ist sehr starker Rassen- Mischung unterworsen gewesen, bevor sich sein jetziger Charakter herausbildete. Man unterscheidet seßhafte und nomadische Kurden, und hauptsächlich sind es die letzteren, die in ewigen Blutfehden leben, von denen die kriegerischen Unruhen ausgehen. Die Kurden. besonders die im Gebirge wohnenden Stämme, hoben noch ganz patriarchalische Sitten, und die Neiimden. die sie besucht haben, be- richten übereinstimmend, daß sie sich wie ins Alte Testament zurück- versetzt gefühlt hätten. An die Stelle von Schwert und Speer>st die Büchse gerreten; sonst ist noch alles wie zu Zeiten Abrahams: die Kleidung, die Nahamq. die Hauswirtschaft und tri« Geräte, die Sitten, die Art der Anrede usw. Bon der abendländischen Zivil:- sation wollen sie nicht viel wissen. Wie in den Tagen der Patriarchen leben diese Meeschen noch heute nur von Brot, geronnener Milch. Käse, Nüssen und getrockneten Früchlen. Di« eiizzige Neuerung ist der Te«. der von den Russen hingebracht worden ist. Die ganze Hausarbeit liegt auf den Schultern der Frauen, während die Männer sich der Feldarbeit widmen, ober nur im Frühling und im Sommer. Den übrigen Teil des Jahres tun sie nichts, sondern üben sich in kriegerischen Spielen und iechien die unzähligen Streitigkeiten aus. di« die«kämm« messt linteremander entzweien. Di« Äurdenfrouen dürfen sich viel freier �bewegen, als dies bis vor kurzem sonst im Issam erlaubt war. Sie gehen in sockarrgen Beinkleidern einher und einer weiten Jacke. Dos fzaar ist in viele Zöpfe gef lochten; auf dem Kovie tragen sie eine kleine runde, mit Perlen verzierte Mütze und darüber ein loses Tuch. Aus Sicherheitsgründen, da man beständig den Angriff der Nachborslämme fürchtet, leben die Kurden in Dör- fern zusammen, die stusenartig an den Felsabhängen angelegt sind. Hans steht über Haus, so daß das Doch des einen der Hot des ande- ren ist. Diese Bauten sind sebr fest und lmzugänglich. aber furcht- bar dunkel, nur mit eitrgen Löchern als Fenster. Spielplanänbenuig. Die Premiere von ,R omeo und Julia- im Wallner. Tnealer iwdet Montag iutt— Die Premiere der Lverett: »Der blonde T r a ir m" Im O v e r e t t e n b a u S am �chilibauerdamm iit aus Donnerttag verschoben— Die für den 4. März im Theater am Rollendorsvlatz sestgesetzte Vobltätiok-'iSvorstellllNg zuzonlien de? Berliner Schauspieler s,D a 5 große weihe Schweigen') wird auf DonncrSiag. 4 Uhr nachm. verlegt. Slürn ische Mrifitenlhusiaflen. Bei dem letzten Konzert des Tarmslädter Musikdirektor» Michael Balling in Rom begeisterte sich da» Publikum derer!, daß e» stürmisch die Diederbolung de» Trauermarlchc» ruj der Göller- dämmcrung verlangte. Al» die» nicht gewäbrt wurde, verbinderte e» den Munidirekior Bölling an der ftortnibrurig de» Kanzerlt. Al» dann durch ein Mitglied de» Orcheiier« dem Publikum gesagt wurde, daß die Poiaunen- bläser nicht mehr anwesend seien und dabcr der Marich nicht wiederholt werden könnte, beruhigte e» sich, und da».Konzert konnte semen Fortgang nehme». Die Teilnahme Unausgesetzt tref'en seit dem Tod Friedrich Eberts Bei. keidstelegranime aller ausländischen Staatsoberhäupter und Regie- rungen bei Frau Ebert wie bei der Reichsregierung ein. Kein« deutsche Zeitung bat den Umfang, der notwendig wäre, um dies und ierner alle Nachrichten über die Beileidstundgebungen an die beut- ichen diplomatischen und konsularischen Vertreter im Ausland zu oer- zeichnen. Es sei aus der Füll« nur erwähnt, daß auch der Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, C o o l i d g e, überaus herzlich telegraphiert Hot, daß der italienische Königshof acht Tage long Trauer anlegt, die choflogen in allen Theatern un- benutzt bleiben und all« Amtsgebäudc Italiens seit Somtabend die -Fahnen halbmast gehißt haben. Wer an den beiden Tagen, da der Berliner Rundfunksender infolge der Landestrauer ichwieg, ausländische Sender hört«, der wird von ihnen allen— ob Zürich. Paris, Chelmsford. Rom— lange Mitteilungen über den Tod und das bevorstehende Begräbnis gehört haben. » Bei Frau E b e r t und im Bureau des Reichspräsidenten gehen stündlich in großer Fülle weitere Beileidskundgebungen ein. � Der österreichische Bundespräsident hainisch telegraphierte an ,;rou Ebert:»Anläßlich des hinscheiden? des hochverdienten Reichs- Präsidenten Ebert. dessen Tod auch unser Volk in tiefe Trauer ver- 'egl. spreche ich Ihnen und Ihrer Familie mein innigste» und aus- lichtigstes Beileid aus". Bundespräsident hainisch. Der König von Zlalien telegraphiert«:»Di« Nachricht vom Tod« Ihres hervorragenden Gemahls Hot mich lebhaft betrübt. Ich bitte Sie auch im Namen der Konigin den Ausdruck unseres lebhaften Beileids entgegenzunehmen. Victor Emanuel." Vom König von Schweden ging folgendes Telegramm an Frau Ebert ein:„Aus Anlaß des Hinscheidens des Reichspräsidenten spreche ich Ihnen mein« aufrichtige Teilnahm« aus. G u st a v R." _ Der König von Dänemark telegraphierte an Frau Ebert: ..Spreche meine herzliche Teilnahme aus. Christian R." Der Präsident der Republik Portugal sandte folgendes Tele- gramm an Frau Ebert:„Ich bitte Sie, den Ausdruck meine» aus- richtigen Mitgefühls entgegenzunehmen. Teizeira Games, Präsident der Republik Portugal." Aus Mexiko erhielt Frau Ebert das nachstehende Telegramm von dem Präsidenten Calle«:„Empsangcn Sie meine Teil- nähme und aufrichtiges Beileid zum Tode Ihres verehrten Gemahls, den ich während meines Besuchs in Berlin sehr hoch schätzen lernte. Präsident Calles." Der Präsident der Republik Griechenland telegraphierte:'„Ich bitte Sie. gnädige Frau, den Ausdruck meiner schmerzlichen Teil- nähme für den grausamen Verlust entgegenzunehmen, der Sie in der Person Ihres hervorragenden Gemahls betroffesi hat. Admiral Eundurioti», Präsident der hellenischen Republik." Der Präsident der Republik Litaueu telegraphierte an Frau Ebert:»Mit tiesschmerzlicher Bewegung, die die ganz« litauische Na- tion teilt, erfahr« ich von der schweren Prüfung, die Sie durchzumachen haben, und den» unersetzlichen Verluste, den die deutsche Nation erleidet in dein chingong ihres hervorragenden Chefs, dessen cher- �ens- und Geistesgaben so allgemein hochgeschätzt sind. Ich bitte Sie, gnädige Frau, meine Teilnahme sowie den Ausdruck meiner respektvollen Ergebenheit entgegenzunehmen. Stuiginskl, Präsident der Republik Litauen." Auch die Stoatschess der deutschen Länder sowie die Prä- sidentcn der gesetzgebenden Körp«rschoftsn der Länder. serner eine große Anzahl von Oberbürgermeistern der Städte haben Frau Ebert telegraphisch ihr« Teilnahm« ausgesprochen. Aus der Unzohl der persönlichen Beileidkundgebungen sind zu er. wähnen Telegramme oder persönliche Schreiben von Gerhart (Hauptmann. Sven(hedin, Richard P fitzner, Ludwig Fulda,(? a r n a ck. Mar Liebermann»(Hermann Stege- mann,(Herbert Eulenberg, Konrod A n s o r g«, Bernhard 51 c l l c r m a Ii n. Auch eine große Anzahl von Verbänden und wirtschaftlichen und sportlichen Vereinigungen haben ihr« Teilnahme ausgesprochen, ferner eine Reih« von studentischen Verbänden. Ganz besonders herzlich ist die Teilnahm« in«inen,„Ausland". das nur durch Zwang ein solches ist: Jn veutschosterretch. Neben den vielen amtlichen Kundgebungen zeigen dort die tchworzen Fahnen, die vom Rathaus und vom Parieihaus in Wien und von all den vielen Arbeiterheimen in der ganzen Alpen- republik wehen, wie sehr sich ihr Arbcitervolk mit der rcichsdeutschen Sozialdemokratie eins suhlt. Die Wiener„Arbeiterzeitung" schreibt on leitender Stelle u. a.: ..Durch den Tod Friedrich Eberts hat das Deutsch« Reich einen großen Verlust erlitten. Mit seinem Tod ist eine große Lücke entstanden, m r doch der Reichspräsident der feste Mittelpunkt, ja die einzio- nd« Kraft, die das Reich zusammenhielt. Sein prak. tischer Sin>�<>n politischer Schorfblick, die Sachlichkeit und Osfenheit seiner Amtsführung werden dem Deutschen Reich« fehlem" llnltr Bruderblott«ü rdigt dann Eberts Bedeutung für die Partei, auf deren Entwicklung er den größten Einsluß ausgeübt habe. So Hab« ihn sein Weg schließlich aus den ersten Play der Republik geführt, die zu einem beträchtlichen Zeil sein Werk gewesen sei. Ohne Zweifel war Ebert ein ausgezeichneter Reichspräsident, und iein« Leistungen on dieier Stelle sind bedeutsam und denkwürdig. Seine wohlerwogene Absicht war es, als Reichspcösidcmk nicht Vormann einer einzelnen Partei zu sein. Sein sichtbares Bestreben war es. die Vorurteile der bürger- lichen Parteien zu zerstreuen und sich über seme Partei zu erheben. Wenn die bürgerliche Welt on ihm einen trefflichen Reichspräsidenten gewann, so verlor die proletarische Welt das, was sie einstmals an ihm besessen halte. Ebert wurde zum Reichspräsidenten gewählt. weil er ein Sozialdemokrat war, am Schlulf« war er Reichspräsident. troydem er Sozialdemokrat war. Sein Tod trifft ober die Partei un'gem ein s ch M rzl i ch. weil sie daraus rechnen konnte, daß Ebert, von der Bürde de» Amtes einmal befreit, in ihren Reihen wieder stark geworden und wieder ihr Vormann und ülührer geworden wäre. die Sympathie öer Schweiz. Lern,?. März. fEigener Drohtbericht.) Di« gesamt« Preise erkennt ausnahmslos Eberts Verdienst« um die deutsch« Republik an und betont besonders das hob« Pertrauen» das Ebert im Aus» lande genoiz.— Die„Neue Zürcher Zeitung" schreibt: Deutschland Hai-inen seiner besten Männer verlorem Die Todesnoch- richt wirb in der Schweiz mitschmerzlichemBedauern aus. genommem Die sympachische Figur dieses in seinem Amt zum Staatsmann emporgewachsenen schlichten Bürgers und zuoer- lassigen Republikaners genoß in dem gesamten Ausland ungeteili« (Hochachtung und Berehrung und fand hier«ne gerechter« Beurteilung als im eigenen Lande. Es bleibt sein unvergängliches Derdienst, daß« tm Wirrwarr des Zusammenbruchs, als andere Größen über die Grenz« floben, den deutichen Staat zusammen- h i e i t und ihn auch vor dem Bolscherci»mus zu retten wußte. Die deutsche Geschichtsschreibung wird ihm einst für diese Großtat mehr Gerechtig. keit widerfahren lassen, als es heute d i e Kreise tun, die sich als die des /luslanöes. berufenen Träger des deutichen Staatsgedankens fühlen.— Die ..Tribuns de Geneoe" schreibt: Ebert war die lebendige und über- zeugende Verkörperung der deutschen Demokratie. Selgisch-sozialistisches Geüenken. Aolwerpen, 2 Mörz.(Eigener Drahtbericht.) Die„Volks-Gazet" schreibt: Mit Bronting und Ebert bat die Internationale in einer einzigen Woche zwei ihrer befienKräfteundschönsten Eharaktere verloren. Für die deutsche Arbeiterklasse und die Republik ist Eberts Tod ein unersetzlicher Verlust. Im Namen der belgischen Arbeiterklasse bezeugen wir die aufrichtige und mnige Teilnahme an dem schmerzlichen Verlust. Eberls Andenken wird in der Arbeiterklasse rühmlich fortleben. vie Stimme ües Vatikans. Rom, 1. März.(Eigener Drahtbericht.) Das Organ des Datiians, der„Ossematore Romono" veröfsentlicht einen sehr vornehm g«° haltenen, die Persönlichkeit des Toten würdigenden Nochruf. der bei aller Betonung des Gegensatzes zwischen der Weltanschauung des Vatikans und dem Sozialismus Eben? der Persönlichkeit des Ver- starben«» vollste Gerechtigkeit cm gedeihen läßt. Di« Schlußsätze lauten: Eberts Wahl war unter den gegebenen Umständen sicher die g l ü ck l i ch st e, well Ebert bereits bekannt war für sein gemäßigtes, ruhige» Temperament. Tatsächlich hat er sein Amt' mit einer Würde erfüllt, wie sie seine Person erfüllt«. Deshalb wurde sein« Person in Deutschland immer populärer. Er gewann die ollgemeine Achtung ohne Unterschied der Partei. Als Ebert unlängst des unpatriotischen Verhaltens während des Krieges beschuldigt wurde, rückte der Prozeß sein« Korrektheit als Parteiführer und auch als Präsident nur in ein helleres Licht, so daß allgemeine Erklärungen der Sympathie und der Solidarität erfolgten. vie Teilnahme Amerikas. Frankfurt, 2. März.(Mtb.) Ein New Porler Funkspruch der „Frankfurter Zeitung" berichtet: Seit langem hat man beim Ableben eines Ausländers nicht soviel allgemeine Teilnahme beobachten können wie beim Tode Eberts. Er hat sich hier wegen seiner schlichten Lebensführung, seines einfachen, republikanischen Wesens und durch sein ruhiges Urteil olle Herze» gewonnen. Die„Sun" rühmt diese Eigenschaften und betont Eberts Fairneß. Dos Abendblatt der „Stoatszeitung" gibt der Freude Ausdruck, daß Ebert den b e g i n- n enden neuen Ausstieg Deutschlands noch sehen konnte, und glaubt, die Geschichte wird ihn unter die größten Männer der deutschen Nation einreihen. prager Nachrufe. Prag, 28. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Die Nachricht vom Tode Eberts rief in Prag Bestürzung hervor. Die amtlichen Stellen kondolierten dem deutschen Gesandten. Das halbamtliche „Proger Wendblatt" schreibt:„Das Ausland würdigt die ruhige Tüchtigkeit Eberls. Er diente treu seinem Lande. Eine glückliche Beranlagung ermöglicht« es dein besonnenen Mann, der kein be- geisternder und ouck ein nur schwer begeisterter Mann war, zu s ch li ch t e n, zu mil d e r n und Gegensätze auszugleichen." — Das Blatt des Außenministers Dr. Benesch, die„Prager Presse", sagt in ihrem Nachruf:..Andere Völker rühmen sich gern der kleinen Ansänge ihre großen Männer. Vor der Präsidentenwahl ließ der Zeitungsbesitzei Holding sich im Arbeitskittel als Arbeiter abbilden und der Formersohn Coolidg« verbreitete eine Photographie. die seinen Voier darstellt«, wie er zwei sch«::« Jauche» «imer sckücppt Nor in Deutschland, dem£anbc de» Saskeugeiste» und der Slaudesvorurteilc, spöktelie man über.5. 35t. Eberl". den aus ehrenhaftem Handwerk Emporgestiegenen, der nur die Volks- schul« besucht hat und es seinem eigenen DiOungsdrang. seinen klaren Augen und seinem regen Geiste verdankte, daß er viele, denen der Besuch einer höheren Schul« vergönnt war an Fach- kenntnis b und Mcnschenerfahrung well übertrat'."— Das deutsch- demokratische„Prager Tagblatt" schreibt:„Von Jahr zu Iabr wuchs der persönlich bescheidene Mann mehr in sein Amt hinein, und er ver- stand«s. Deutschland vorzüglich zu repräsentieren. Den Gegnern ist es nicht gelungen, Eberts makelloses Eharakter. b i l d zu verfälschen. Nun. da ihn der Tod fast unmittelbar vor dem normalen Ablauf seiner Präsidentenschaft hinwegxerasft hat, wird sich erst zeigen, wieviel nicht nur Deutschland, sondern auch die groß« international« Politik verliert." JtaUenisthe Geöenkworte. Rom, 28. Februar. lEiqener Drohtbericht.) Die ausrichtioe Trauer um Ebert wird durch die Nachrufe der römischen Abcndpresse zu einem Gefühl seltenen Stolzes auf den Toten. Seit zehn Jahren hat man hier noch nie mil iolch ehrlicher, tiefer Achtung von einem Deutschen gejchrieken, wie jetzt von Ebert. Alle Zeitungen rühmen Eberls Verdienste. Nicki ein Blait findet auch nur ein einziges Wort irgendeines Zweisels an Lier Unantastbarkell der Be- deulung. Bescheidenhell und Größe dieses Mannes, de? auch nach der Anschauung ilolienischer Zeugen sein Vaterland vor dem Untergang rettete. Es ist siir den Ausländsdeutschen ein eigene»,'ichmerzliche? Gefühl, daß der Tod eingreifen mußte, damit der Deutsche fern der Heimat wieder einmal stolz auf die Urteile eine, fremden Landes über einen Volksaenollen sein kann. Für Eberts Größe kann es keine schönere Anerkennung geben als die der italienischen öffentlichen Meinung, die den Ilnverstand. den Retter des Vaterlandes zu ncrlcumden, geißelt. All« öffentlichen Gebäude in ganz Italien sind halbmast be- flaggt. der Jührer üer?ugenü. Die Tozialiftische Arbeiterjugend zum Tode Eberts. Die sozialistische Arbeiterjugend hat de? Tod d«s ersten Reichspräsidenten der deutsch»» Republik mit tiefer Trauer erfüllt. In Friedrich Eberts starker Persönlichkell ver- körpert« sich für uns das demokratisch: Deutschland, das das deutsche Volk zur Selbstführung beruft. Er war uns ein Vorbild in unsercm eigen« n Streben nach dar Reif« für die Mitarbeit in der demokratischen Republik, denn in ihm verbanden sich die Eigen- schasten, di« der tünftigen republikanischen Generation unseres Volts das Gepräge geben muffen: lauterer Eharokdir. strongst« Pflicht- erfüllung, starker Will«, politischer Scharfblick und vor allein unan- tastbare Gesmmmzstreue. Wir verlieren in Friedrich Ebert ncht nur den Gesinnung?g<.'- noffen. sondern auch««nen der ersten Führer unserer Be» wegung. Zehn Jahr« lang führte Friedrich Ebert den Vorsitz in der Lellung unserer Organisation, und wenn auch mir seinem Aniteontritt als Reichspräsident naturgemäß der unmittelbare Kontakt zwischen ihm »nd der Bewegung verloren ging, so wiffen wir doch aus mancher Bekundung, daß er der Sache der sozialistischen Jugend, der« so lange in seine? hzrvorragendcn Art gedient hat, bi» zu seinem Tode im Herzen treu geblieben ist. Tveu« um Treu«! An der Bohr« des großen Toten geloben wir. daß wir an der Vollendung fein«? Lebenswerbcs in feinem Geist mitarbeiten wollen. Der Sache der demokratischen Republik und des Sozialismus wird stets das Dirken der soziasisttschen Juxend gewidmet fein. Der Hauptvorstand des Verbandes der Sozialistischen Arbeitcnjugend Deiüschlcmds. Trauer in Seemen. Lremen, 2. März.(Eigener Drahtbericht.) Die Tcilno', Bremens an dem Hinscheiden de? Reichspräsidenten, der v: Bremen aus seit« politische Laufbahn begann, ist nicht nur in Kreist der Parteigenoffen sehr groß. Nach Bekanntwerde des Ableben des Reichspräsidenten hat der Bremer Senat sofort an die Reiä):- regierung sowk an Frau Ebert Beileidstelegramme ge- sandt. Auf den Bremischen Staatsgebäuden und auf den Bremischen W-sorhöfen wehen vom Todestage bis zum Tage der Beisetzung di« Flaggen auf halbmast. Heute wird der Senat zu einer Trauerkvnd gebung zusammentreten. Theatralisch« und mustkosifche Aufführungen sowie Lichtbitdvorführungen Hot der Senat für den Tag der Beisetzung des Reichspräsidenten ebenso wie om ver- gangenen Sonnabend verboten. Die Bremer Börse wurde om Sonnabend zum Zeichen der Trauer geschloffen.— üluch die Bremer Bürgerschaft, in die Ebert im Jahre 1900 einzog, hat der Gc- mahsin des verstorbenen Reichspräsidenten ein Beileidstelegramm geschickt, m dem besonders di« Verdienste hervorgehoben sind, di« ficki Ebert um das bremische Gemeinwesen erworben hat.— Der Norddeutsche Lloyd, der in Bremen seinen Sitz hat. drückt« in einem Telegramm an den Reichskanzler sein Beileid aus und gab an seine sämtlichen in deutschen und ausländischen Häsen befindlichen Schiffe die Weisung, die Flaggen zum Zeichen der Trauer holbstock zu setzen. >» Der Reichsvorstand des Deutschen Republikanischen Reichsbunds richtete folgendes Beileidstelegramm on Frau Reichspräsident Ebert: „Erfüllt van innerlichstem Schmerz und tiefster Trauer über den schweren Verlust, den Sie und mit Ihnen das gesamte deutsche Volk ersittcn haben, sprechen wir Ihnen unser herzlichstes Bei- leid aus. Reichsnorstand des Deutschen Republikanischen Reichsbundes. Staatsminister H a« n i s ch. Reichsministcr P r e u ß. Oberbürgermeister Luppe. Srantings öegräbnis. lOOOOft Teilnehmer. Stockholm, 2. März.(Eigener Drohtbericht.) Am Sonntag er. folgte die Beisetzung HjalmarBrantings. Die Trauerfeicr- lichkeiien gestalteten sich zu einer außergewöhnlichen Ehning des verstorbenen Führer», an der sich wohl hunderttausend Mensche» beteiligten. Schon um 10 Uhr vornnllags waren zchiitauscndc Menschen versammelt, die sich in langem Zug zum Sterbehaus begaben, den' alten Drantingschen Potrizierhau- In der Straße und dem an- grenzenden Stadtviertel mußte die Polizei Absperrungen vornehmen. Hjalmar Bromings Leichnam, der einbalsamiert war, liegt in einem cichnen Sarg. Um 2 Uhr nachmittags verließ der Sarg, gsschmück: mit roten Rosen, das Haus. Kränze des Königs, der Diplomaten und unzählige Blumengrüße der Arbeiterparteien aller Länder waren niedergelegt. Die Bevölkerung Stockholms bildete zu beiden Seiten der Straßen Spalier. Bei der Trauerfeierlichkeit waren auch der König, der Kronprinz, die Prinzen anwesend. Die nor- wegischen und dänischen Gesandten v«rtraten ihre Staaten. Der Sarg wurde in der Familiengruft beigesetzt. Am Grab« iprochen die Führer der schwedischen, norwegischen, dänischen und finnischen Sozialdemokratie, darunter Ministerpräsident S t a u n i n g- Kopenhagen. Ms Vertreter der deutschen Partei hielt Genosse Wels einen würdigen Nachruf, in dessen Verlauf er auch Eberts gedachte. Für die französiiche Brudervartei sprach Gcnasie Renaudel. Oer Kontrolibenan. Ucbergabe an die Botschafterkonferenz. Pari«, 2. Mörz.(Eigener Drohtbericht.) Das Militärkomitee in Versailles hat fein Gutachten zum Bericht der Militärkontroll- komifsion am Sonntag der Botschafterkonferenz übermittelt, deren Mitglieder es am Montag zur Kenntnis nehmen, um dann am Dienstag in offizieller Sitzung darüber zu beraten. Nach dem „Petit Parisicn" wird u a. Marscholl Fach an dieser Sitzung teil- nehmen. Das französische Auswärtige Amt dementiert eine om Sonmag von englischer Seite verbreitete Meldung, die englische Regierung habe sich gegen di« Veröffentlichung des Berichtes ausgesprochen und zwar mit der Begründung, daß die darin festgcstell- len Verfehlungen weit weniger schwer seien, als man erwartet habe. Das französische Dementi behauptet demgegenüber. haß der Bericht im Gegenteil«ine ganze Zahl schwerster beut» icher Verfehlungen feslftelle. Im übrigen sei die Frage der Ver- öisentlichung vom internationalen Komllce in Versailles nicht er- örtert worden, dos sei Sache der alliierten Regierungen selbst. Die Pariser Presse veröfsentlicht am Montag morgen ein „United Preß"'T«legramn?, in dem die drei hauptsächlichsten Punk!« des Gutachtens wie folgt zusammengefaßt werden: t. Auf dem Geblel der Fabrikation deutschen Sricgsmakerials hak die Kontrolle ergeben, daß einzelne Fabriken gehelmc Abieilunge» enthielten, in denen Maschinen für die Herstellung von Geschüheo schweren Kaliber» versteckt seien; es seien gegenwärtig«och Maschinen vorhanden, die zwar zur hersiellung von ungefährlichem Materiol benüht werden, jederzeit aber für die Bedürfnisse der Kriegs- sührung umgestellt werden könnten. 2. Aus dem Gebiet der militärischen Ausbildung habe die Kommission seslgestelll. daß die S ch u h p o l i z e i zahlreich: Rekruten und Freiwillige ouegebildek habe, die Im Mobilmachungssall den Rahmen für eine große Armee zu bil- deu«a der Lage seien. Deutschland Hobe auf diese Welse bertiis etwa 200 000 vollausgebikdete Ossiziere für einen künstigen Krieg zu« Bersügung. ist Der große Generalstab, dessen Auslösung vorgeschrieben sei. sei auch fehl noch vorhanden und entfalle seine volle Tätigkeil. Die Pariser Ausgab« des„Daily Mall" will wissen, daß die letzten von der deutschen Regierung gemachten Vorschlüge auf dem Gebiete der Sicherheit u. a. eine Klausel emhielten» wonach Deutsch- land bereit sei, olle Meinungsverschiedenheiten mit Frankreich einem internationalen Schiedsgericht zu unterbreiten. Herriot hob« sich seine Aniwort vorbehalten, mit der Begründung, dc-ß er darüber zunächst mit den Verbündeten Frankreichs beraten muffe. Der schweizerische Bundeskanzler gesioroen. Sonntagnachmittoe verstarb in Bern vollkommen unerwartet der schweizerische Bundes. kanzler(etwa Chef der Staatskanzlei) Adolf Steige? 67. Lebensjahre. Der Enthüller. Nicolais Zwecktclegramme. Als Leiter der Skandalkampagne gegen die Sowoldemo- iitsüc wird der Dbcrft Nicolai genannt, de# für die Schwerindustrie ein förmliches Spionagcbureau unter- Kalten soll. Nicolai hat im Kriege als Major und Leiter des Kriegsprcsseamts durch seine Handhabung der Zensur und des Nachrichtenwesens wie kaum ein anderer dahin gewirkt, daß das deutsche Volk mit verbundenen Augen in den Abgrund stürzte. Don seinen Methoden legt folgendes Telegramm aus dem März 1917 beredtes Zeugnis ab: An NO. 1. Hgr. Rupprecht K./S. Major Nicolai drohtet: Erster Ouortiermcister hat meinem Torschlag zugestimmt, daß es zweckmäßig sei, deutsche Kriegsbericht» erstoUer nach Gegend Noyon, Roye und Sommegebict zu entsenden. damit sie sür deichche Presse Berichten, nicht was sie sehen, sondern was von Heeresgruppe und Armeeoberkommando zu oeröfsentlichen für zweckmäßig erachtet wird. Es müssen Zwccktelegramme werden. Scharfe Leitung und Zensur erforderlich. Obligo Eambrai Nr. 857(11. 18 vorm.) Man muß Herrn Nicolai lassen, daß er nach diesen Me» thoden noch heute zu arbeiten versteht. Die Aentrumskrise. Bielefeld,?. Merz. Die Dieleselder Zentrumspartei nahm noch einem grundlegenden Referat ihres ersten Vorsitzenden, des Fabrikanten Anton Heiner folgende zwei Entschließungen an: Erste Entschließung: Die Zentrumspartei Ä i e l e s c l d spricht der preußischen Land- tagsfraktion des Zentrums ihr volles Vertrauen aus. Sie erwartet mit vielen hunderttaufenden von Zentrumswöhlern in allen deutschen Gauen, daß die Landtagssrattion in strengster Geschlossen, heit hinter dem Ministerpräsidenten Marx steht, dessen Führung uns Gewähr bietet, daß dem Wohle des Vaterlandes bestens gedient wird. Bedingungslose Treue zu den Führern der Partei ist im Augenblick das höchste Gebot. Zweite Entschließung: Die Zentrumspartei Vi-leseld erhebt Protest dagegen, daß ein Abgeordneter der Zentrums Partei in Westfalen-Nord, Herr von Popen, Mitglied des Landtages, nach seiner Stellungnahme gegen die ossizielle Politik der preußischen Londtagssroktion des Zentrums und trotz Ausforderung seitens der Fraktion die unobweis- boren Konsequenzen nicht ziehen will. Die Zentrums. partet Bielefelds erhebt Protest dagegen, daß der landwirtschaftliche Beirat der westfälischen Zentrumsportei unter Mißachtung der Beschlüsse des Provinzialausschufses der westfälischen Zentrumspartei das Vorgehen des Herrn von Popen billigt und sich die Rechte einer Parteiinstanz anmaßt, die er keineswegs Hot. Die Zentrumsportei Bielefeld verurteilt jede Betätigung der wirtschaftlichen Beiräte der WZP.(Westfälifchen Zentrumspartei) in politischen Fragen auts schärfste und sieht in einer solchen Entwicklung eine schwer« Gefahr für die Zukunft der Partei." Beide Entschließungen wurd-n einstimmig genehmigt. Die preußistbe Grunüsteuer. Verlängerung des GrundvermögenssteuergesetzeS. Dem Landtag ist der Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung de» Abänderungsgesetzes vom 28. Februar 1924 betreffend die Erhebung einer vorläufigen Steuer vom Grundvermögen zu> gegongen, der dieses Gesetz u m e i n I a h r, bis zum 31. März 1920. verlängert. In der Begründung wird gesogt: Ohne die Verlängerung der Geltungsdauer des Ge>etzes vom 28. Februar 1924 würden mit dem 31. März 1928 die alten Bestimmungen über die Grundvermögens- steuer automatisch wieder Geltung bekommen, die die A e n d e- rung der Währung noch nicht berücksichtigen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Verlängerung der Geltungsdauer des Gesetzes. In dem endgültigen Gnmdoermögenssteuergesetz soll als Be» steuerungsgrundlage der vom Reich in Gemeinschaft mit den Län- dern sür Reichs- und Landessteuern zu ermittelnde E i n h e i t s- wert eingeführt werden. Da dieser Einheitswert aber frühestens am 1. April 1926 feststehen wird, kann für die Uebergangszeit des Rechnungsjahres 1925 nur der der vorläufigen Grundvermögens- steuer zugrunde gelegt« Wert als Besteucrungsgrundlage in Frage kommen. Eine Aenderung der Steuersätze ist nicht beabsichtigt. Das öeutsch-französis lungcn, den Verzicht auf diese unterschiedliche Behandlung der dcut- schcn Waren durchzusetzen. Die Meistbegünstigung tritt allerdings nicht sofort in Kraft. Für das vorläufige Abkommen erhält Deutschland nur für einen Teil seiner Einfuhr die geltenden französischen Minimaltarise, utid auch nach Abschluß des endgültigen Vertrages ist eine gewisse Uebergangszeit vorgesehen, die der französischen Wirtschaft die Anpassung an die neuen Verhältnisse erleichtern soll. Die Meistbegünstigung soll in Etappen, jedoch für alle wichtigen deutschen Ausfuhrartikel in Kraft treten. Für die Dauer des vorläufigen Vertrages erhält auch Frankreich nicht die uneingeschränkteste Meistbegünsti- gung, vielmehr hat sich Deutschland vorbehalten, einzelne fron- zvsische Warengruppen davon auszuschließen. Große Befriedigung haben in Paris die deutschen Zugeständnisse zugunsten Elsaß- Lothringens ausgelöst. Deutschland hat sich bereit erklärt, für gewisse eljaß-lothringische Produkte innerhalb einer noch zu bestimmenden Meng« die Zollsätze um die Hälfte zu ermäßigen. Diese Zusaae ist jedoch an die doppelte Bedingung geknüpft, daß nicht andere Länder auf Grund ihrer Meistbegünstigung gleiche Vorteile für sich von Deutschland in Anspruch nehmen und daß andererseits Deutschland von Frankreich dafür gleichwertige Zugeständnisse erhält. Es kann unter diesen Umständen keine Rede davon sein, daß die im Vertrag von Versailles für die ersten fünf Jahre zugunsten Frankreichs festgesetzten einseitigen wirt- schastlichen Ausnahmebestimmungen aufrecht erhalten bleiben. Im Ganzen bedeuten diese Abmachungen jedenfalls einen ganz wesentlichen Fortschritt. Die Gefahr eines Z o l l k r i e- ges, der noch vor kurzem fast unvermeidlich erschien, ist jetzt beseitigt. In einem Zusatzabkommen wird das noch ausdrück- lich betont. Danach verpflichten sich nämlich Frankreich und Deutsch- land während der Verhandlungen über das Wirtschaftsprovisorium an dem seit dem 19. Januar 1925 bestehenden Wirttchasts- zustande nichts zu ändern und olles zr■ uci« den, was zu einer Wirtschaftskrise führen könne. Dawes-�ahlungen. Die Reichsbahn Hot pünktlich die erste Halbjahres- Zahlung von 199 Millionen Goldmark für den Schuldver- chreibungsdienft dem Konto des Agenten für die Reparationszahlun- gen bei der Reichsbant für Rechnung des Treuhänders überwiesen. In den Räumen der Bant für deutsche Industrie-Obligationen. Berlin, Feilnerftr. 5s, wurden gestern, Sonnabend, die im Dawes- Gutachten und in dem Industrie-Belagerungsgesetz vorgesehenen Einzelobligationen der deutschen Unternehmer in Höhe von S Milliarden Goldmark durch den Präsidenten des Auf- rchtsrates der Bank— Krupp von Bohlen und Halbach— dem von der Reparationskommission ernannten Treuhänder Nogara übergeben: er hat sie an die gemeinsame Verwahrung mit der Bank übergeführt. Gleichzeitig hat die Bant Industrie-Bonds in Höhe von 5 Mil- liarden Goldmart ausgegeben, wovon dem Treuhänder gemäß dem Gesetz 4�4 Milliarden ausgehändigt wurden. Die restlichen 759 Mil- lionen verbleiben in den Depots der Bank zum späteren Umtausch gegen veräußerliche Einzelöbligatiönen. In Gegenwart von Vertretern der Reichsregierung und der Reichsschuldenverwaltung wurde darauf zu Protokoll festgestellt, daß sämtliche bis zum 28. Februar 1925 fälligen Verpflichtungen aus dem Industrie-Lelastungsgesetz restlos erfüllt sind. �tuch Ruth reinigt... Ter Zerfetzungsprozesi in der KPT. Zu diesem am 24. Februar im.Vorwärts" veröffentlichten Artikel wird uns aus dem Westen geschrieben: Die Erregung in der KPD im Bezirk Essen trat bereits noch der Reichstagswahl im Dezember in Erscheinung. Es war am 15. De- zember 1924, also kurz noch der Reichstagswahl, als der Unterbezirk Essen der KPD. seine Funktionäre zu einer Besprechung über die Wahlniederlage der KPD. zusammenbcrief. Di« Sekretäre SchwanundKollwitz waren aufgefordert zur Berichterstattung. Wer ober nicht erschien, waren die beiden. Der Sekretär Eich- Horn versuchte die Abwesenheit der beiden dadurch zu entschul- digen, daß er darauf hinwies, daß es nicht ausgeschlossen wäre, wenn beide Sekretäre erschienen, sie mit der Festnahme durch die Polizei zu rechnen hätten. Diese Aeußerung schlug dem Faß den Boden aus und die Konferenzteilnehmer machten sich durch Rufe, wie: Feiglinge. Schieber, Champagnerjungens, Huren- bengels, Herumtreiber usw. Lust. Als wieder Ruhe ein- trat, wurden einige Funktionäre beauftragt, die beiden Sekretäre herbeizuholen. Aber nach einiger Zeit kehrten sie zurück, ohne die Gesuchten gefunden zu haben In der nun einsetzenden Diskussion führte ein Funktionär aus, daß es eine Schande fei, wie übles Spiel von den Sekretären mit den Mitgliedern getrieben würde. Seitdem Schwan und Kollwitz in Efstm in der Bezirksleitung regierten, sei die Mitgliederzahl st ö n d i g zurückgegangen. Dies, sowie der große Stimmenverlust, sei nur aus die Faulheit und Unfähigkeit der beiden Sekretäre zurückzuführen. Die Funktionäre müßten es ab- lehnen, sich fortwährend von den Mitgliedern interpellieren und Verwürfe machen zu lassen über das Herumtreiben der Setrctärc. Es falls besonders auf, daß die Herrschaften einen Aus wand trieben, der direkt aufreizend sei. Wenn man sie suche, so würde nian sie am besten in Weinhäuser u oder Dielen inGesellschaftvonWeibernundBürgerlichen finden können. Wo die Leute das Geld hernehmen, sei den Mit- gliedern unbegreiflich. Als Ernlt Graul noch dem Unterbezirk als Sekretär vor- gestanden habe, wäre ersprießliche Arbeit geleistet worden, deshalb müßten die Funktionäre von der Zentrale verlangen, daß Grau- nach Essen zurückkehre. Ein anderer Funktionär wies darauf hin, daß Kurt Rosenberg der„Sektkurtchen" und Artur König der.Autokönig" genannt würden und diesen Namen olle Ehre machten. Wenn solche Leute noch im Bezirk weiter verblieben, dann könne die Partei sich begraben lassen, seit 20 oahrcn sei er politisch und gcwerkschofttich organisiert, doch eine solche Schweinerei babe er noch nirgends erlebt. Die Zentrale müsse von ihrem Herr- gottstandpunkt herunter, sonst ginge die ganze Partei in Trümmer. Die weitere Diskussion führte dazu, daß die Zusammenkunft aufflog »ud die Auseinandersetzungen aus der Straße in wenig lieben?- würdiger Weise fortgesetzt wurden. Die Konferenz, die im„vorwärts" erwähnt, und in der Ruth Fischer anwesend war, fand am 1. Februar in Essen statt. Ruth war sehr erstaunt, als sie jeststellte. daß eine ziemlich starke Opposition gegen die Zentrale vorhanden war. Ein Redner aus Gelsenkirchen wies daraus hin, daß es doch hahnebüchen sei, wenn die KPD. die KPR. auffordere. Brandler und Talheimer aus der russischen KP. auszuschließen. Wenn man so versahren wolle, dann sei es angebracht, bei Klara Zetkin, Pieck, Radek. C b- r l e i n usw. die gleichen Schritte zu tun. damit recht bald die Zeit erreicht sei. wo die KPD. nurnocheinHausleinwtld- gewordener Parteifanatiker wäre. Diese Ausführung rief die Leitung des Untcrbezirks Gelsvnkirchen auf den Plan, die sich schützend vor die Zentrale stellte und dabei durchblicken lieh, dah der Redner zum Ausschluß reis sei. Allgeincin betrachtet war aus der Debatte hcrauszuhdren, daß im Ruhrgebict die innere Zerrissenheit und der Geist der Aujjäsiig- seit geKen die Zentrale sehr groß ist. Ruths Schlußwort ließ erkennen, daß die unerwarteten �An- griffe gegen die Zentrale sie erheblich mitgenommen hatten. Ihre Ausführungen waren lediglich eine persönliche Unterhaltung mit den aufgetretenen Gegnern. Sie rechtfertigte das Verhalten der Partei- leitung in der Frage der Parteiausschlüsse, versuchte nachzuweisen. daß die Meinungsfreiheit von der Partei nicht unterbunden werde(Rufe: Oho!), doch sei es in den Fallen Brandler und Genossen schon keine Opposition mehr, sondern reinste Obstruktion. Die Partei brauche Pioniere und nicht Unterminierer. Gerade der zum Teil oerloddcrte Ruhrbezirk mit seinen„schlummernden revolutionären Ener- g i e n" habe die Pflicht, jetzt erst recht revolutionäre Organisations- aibcit zu leisten, um feinem Rachbarbezirk Niederrhein gleich zu kommen. Sie erwartete willige Unterordnung unter die Partei- befchlüsse und bedingungslose Hingabe eines jeden Mitgliedes an die Parteiarbeit. Die Ausführungen der Ruth Fischer Über den verlodderten Rtchr. bezirk bewiesen blitzlichtartig, wie weit der Zwiespalt zwischen Rechts und Links in der KPD. gediehen ist. Es sei noch darauf hingewiesen, daß auch einer der Gründer des Roten Frontkämpferbundes. Seemann- Berlin, aus der KPD. wegen Unterschlagung ausgeschlossen worden ist. ein|cit»m>3CB ffri diel««übt« sind «ctliB S B. 68. ainbenttrofe« 3, parteinachrichten für Grvß-Seclin ______ U VHV ff r. u Ret* n ob»«ejirWeeteton«, >. Kol. t Tee».«»«».» tiditea. Aus Anlatz des Ablebens des Reichspräsidenten heule abend. S Ahr. Rreisfunkl.onärverfammlungen. Z. Stiel» Iktflorten:„«t tu»*«(*, PecleSeiaei Otr.»•—_ f- Sf!"** lattft«ei«: St log, Danz-ger S»r.-U~ m<»£*«• Ii. abc 2«.—». Stiel,®iInier»b»T|: Stwib, KoKtc-.enili� Str. 60.(SkofaB * Ubr.)— 10. Stiel« gehteoIX.«!-®d;n»n«,««t»b«m»,®ti. 3- 12. R fl» Steglitz! jZiflimc'.icann, Steglitz. A» SRaiB.— 13. Krei» X( m p c Ifco f:®ct Stiacid-, IKotitnbotf, CbBuli«-, Ecke StBilütlleBltiobe.— 14. Niel»«eutollu: Dl« Fun ktioBÖisi gung lättt beole OB».—15. Stiel» Treptow: Schöp». Riedel. Idoneweib«, Siiinauet Str. 8.— 17. Stiel» Lichte ober« Arbeitsamt, Schreiber- b-ueellrabg.— 18. St:«!»«eitzenlee-«ei S-Za», 11. Stiel» Schöneberg-FriedenBU. Di« Sitzung der tzeitungskonnnisslon füllt in diesem Monat aus. 44. Abt. Die iZunktionarsitzung fallt heute au» und findet Drenotaa um 7 Uhr slatr. 132. Abt.»lankenburg. Heute 8 Uhr b«>i Siluz, Dorfstr. 2, Kunltionarkonfcrenii. Veraulworllich lilr Politik: Srnft Reuter: Wirtlchaft: Arthur SateruB»: Gewerklchallsbeweguna: Ariedr. Stzkoru: geuillelptt:». K. Dllcher: Lola.es und Sonftia«,:?ritz»arftäbt: Änzeia-n: ih. Stacke, sämtlich in Berlin. «erlag:«orwärlo.Berla, S. m b. S.. Berlin. Druck: Borwärto-Bumdruckerei und LerlagoanftaU Paul Einoer u Co. Berlin SS 68. Lindenilrake 3 vier,»> Beiloae. BcbtiUm»!»» �4� 8ehmUiB»ik« Zar Wieder eröfffinuna »«ek«rfolft-m Unbia oiuorer?.Ii»I» Brorraooctr. 10 Tom 2. bis 7. Mir» jrofor SSeSci�isBe- Verkauf lo»llra noaereB VcrkautoatelloB.— ttacirelcb:»IUI,, Prelle Mr BaeDUU-nre» I Tischtücher n. 8er Vlatten In Benmwoll« B Leines,«UeGreSee-luCr rardentl prelmr« f ocfrflnwfftr CC*«BBBf I Insteseni ei'.r» üibattf -"WÄ-eSVi Craefeeckr.»al».8.u«„nb- o°) Bronacnsls-. tO(». Rnentlialer?l.)/ .4S(oihcHaalieteh.Merkl) IWennceebgabe verbelwHe» l Das prachtvollste Schneeweiß zeigt iede Wäsche, die mil Sil behandelt ist | � H,e,nkerS|.|b[elte� als Zusatz zur Seilenlauge gebraucht, ersetzt Nie umständliche Rasenbleiche. — OHME CHLOR— Verkäufe Photo opporote, OelMenbeitslüafc. Zea S/12. 25 M. CdjIoftPlQ«« Rournonn-Röhmolchin'».,'�.»ou-oe. brauch und Gewerbe. 5c' vorolur-WertNatr für olle--ollem« Tmil Haldol!» S m. b. S- iffriebr,». llrohe K>. Merkur«268._ Linoleum. LinoleumlSuker. 90 tzenti. meifi, 3.50. Linol.um'.omche. 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Neputzte Menschen und nicht so übermäßig Verkehrs- dejagte Straßen verklären auch da» Fieberantlig einer wilden Stadt. Aber da ist doch noch etwas anderes zu beobachten, ein feierlicher Ernst nämlich, der immerdar und überall dem Tag besonderesich war der Anlaß, besonders eindrucksvoll aber auch der Verlauf der Veranstaltung, die durch Rezitationen von Frau Gertrud E y s o l d künstlerisch« Prägung erhielt. Des dahingegangenen Staatsmannes und Menschen Friedrich Ebert gedacht« in warmen und phrosenlosen Worten Professor Dr. Ludwig Ouidde. Stehend horte die Versammlung den herzlichen Nachruf an. Was Ebert wurde, brachte der Redner zuni Ausdruck, wurde Ebert durch sich selbst, und w i« er wurde— nämlich klüger und taktvoller als Wilhelm kl.— wurde er auch durch sich selbst. So war Ebert der denkbar beste Beweis für die Berechtigung der Demokratie, in der jeder alles werden kann, wenn er fähig dazu ist. Gerode weil der Reichspräsident ein so edler und tüchtiger Mensch war, können wir die niederträchtige Hefte, die von recht» in der unoersrorensten Weise gegen ihn be> trieben wurde, nicht vergesten. Das Gedächtnis ist zu frisch, und fr« Gemeinheit war zu groß. Nie wieder unter da» Joch solcher Patrioten. deren Ebert-Hetze ja nur konsequent ihrer Kriegshetze ist, nämlich ebenso sinnlos und ebenso niedrig— dos mor auch dos Motiv der Ausführungen de» Sekretärs der.Deutschen Friedensgesellschast". Gcrhart Seeger. Wahnsinn ist der modern« Krieg, der ein gewaltiges Wüten zwischen Menschen und Moschinen darstellt. Auf. klärung ist ein Mittel gegen ihn, aber die Vorbereitung des General streik» der Leichname des nächsten Krieges, ein weiteres und besseres. Erziehen wir eine Jugend, die positiv am Aufbau einer neuen Weltord- n u n g mitarbeitet— das ist der einzige Dank, den wir unseren Toren abstatten können. Frau Dr. Claudia Löwe brachte in einem weiteren Vortrag den unwiderleglichen Nochweis, daß der nächste Kr i« g der chemische Krieg sein wird. Gegen giftige Gase gibt e» keinen ausreichenden Schutz, denn der menschliche Geist ist ungeheuer erfinderisch, wenn es gilt, andere Menschen zu vernichten. Eine Phosphorgranote hat im Weltkrieg einen Menschen buchstäblich ent- häutet, ein Schicksal, dos Millionen zuteil wird im nächsten Kriege. Während des Weltkrieges zählte man dreißig verschiedene Gift- gase, heute gibt es deicn tausend. Insolgedessen würde in einem kommenden Kriege die ganze Menschheit vernichtet werden. Mütter! Wollt Ihr dos? Heüenkfeier für üie Kriegsopfer. Die Gedenkfeier für die Opfer des Weltkriege» im Plenarsaal des Reichstag s, an der der Reichskanzler mit den übrigen Ministern teilnahm, gestaltete sich eindrucksvoll. Der Kos- lecksche Bläserbund unter Prof Grabert eröffnete sie mit dem Trauer- marsch aus Beethovens As-Dur-conate. an den sich Gesänge des Erkfchen Männcrchors(Pror.«tonge) schlössen. Dann folgte eine Ansprache des Präsidenten� des Volksbundes.Deutsche Kriegzgräbersürsorge, der zlinächst aus den verwaisten Stuhl des Reichspräsidenten hinwies. Die Gäste erhoben sich von ihren Plätzen als der Name Ebert fiel. Der verstorbene Reichs- Präsident, der selbst Zwei Söhne im Weltkrieg verloren hat, war Mitglied des Bundes und brachte ihm größtes Interesse entgegen. In einer weiteren Rede betonte der Präsident, daß das Interesse. das man früher den deutschen Kriegsgräbern entgegengebracht habe. im Schwinden begriffen sei. Der Volkstrauertag soll das Wahr- zeichen deutscher Pietät werden. An die,em e, n e n Tage müsse alles -trennende und Schwere vergessen werden. Im Deutschen O p e r n h° u- in Eharlottenburg war der Redner de- Dolkstrauertages der Präsident der Landesverbände vom Roten Kreuz, o Winterfeld. Er gedachte zunächst in eindrucks- rollen Worten des Todes des Reichspräsidenten Er erinnerte daran, daß auch Ebert zwei Sohne aus den cchlachtseldern verloren, und er sprach dann würdige Worte des Gedenkens an die gefallenen Soldaten Das Publikum lauschte still und ergrissen. Musik und Gesangsvorträge rahmten die Feier ein. Draußen aber. am Opernhaus vorbei, zog singend und mit Hakentreuzsahnen pro- vozierend, die Stahlhelmgesellschaft. Im Lehrervereinshaus am Alexanderplatz sprach der Verbandssekretär Michel In«inleitenden Worten, die die Per- sammelten stehend anhörten, gedachte er des verstorbenen Reichs- Präsidenten. Deutschland hat sein Staatsoberhaupt verloren. Nicht nur öst Millionen Deutsche, sondern auch die ganze zivilisierte Welt trauert um den ersten Präsidenten der deutschen Republik. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen schilderte er die Kriegsgräber- fürsorge und fand warme Worte für die Gefallenen. Der Berliner Männer-Gesangverein unter Leitung de» Studienrats M i e s n e r umrahmt� die schlichte F«ier durch ernste Gesänge. � öer Trauer. Jm tzause Wilhelmstraße 75. Vor dem Sarg. Wen» man die Freitreppe zum Hause Wilhelm st ratze 7Z emporgestiegen ist, kommt man durch einen Vorslur, in dem die Diener sitzen, in ein großes saalartiges Gemach, dessen Fußboden mit einem großen Teppich bedeckt ist. Breite Flügeltüren sühren aus diesem Saal auf eine Veranda, von der man aus wenigen Stufen in den Garten mit uralten Bäumen gelangt. Dieses Gemach war das Wartezimmer. Durch eine Flügeltür gelangte man dann in ein kleineres Gemach und von diesem Raum in das Arbeitszimmer des Reichspräsidenten. Es ist ein großes viereckiges Gemach mit zwei breiten Fenstern»ach dem Park. An dem zweiten Fenster steht der große schwarze Schreibtisch, an dem der Reichspräsident arbeitete. Links von der Eingangstür in einer Ecke stand, um einen runden Eichentisch gruppiert, ein Klubsosa mit dunkelbraunem Leder bezogen und zu beiden Seiten des Sofas befanden sich zwei Klub- sessel. Diese Klubgarnitur hat man aus dem Zimmer entfernt und an dieser Stelle steht jetzt der braune Eichensarg auf schwarzem Sockel, umgeben von Lorbeerkränzen. Die rot- goldene Flagge des Reichspräsidenten mit dem großen schwarzen Adler als Mittelstück, bedeckt als einziger Schmuck den Sarg. Zwei große Kerzen am Kopfende verbreiten ein mattes Licht in dem großen Raum, vor dessen Fenstern die Vorhänge heruntergelassen sind. An den vier Ecken des Sarges stehen als Totenwache die Ehrenposten der Reichswehr. Vier Unteroffiziere holten die Totenwache bei ihrem verstorbenen Obersten Befehlshaber. Alle halbe Stunde werden die Posten abgelöst. Diese Unterofiziere sind Mitglieder des Wachregiments Berlin. Die Unteroffiziere des Wachregiments, die hier die Totenwache halten, wechseln ab mit Unteroffizieren der Marine. Unbeweglich stehen die Soldaten in diesem matten Licht, kein Laut dringt von der Straße durch den Garten in das Totenzimmer. Der Strauh des Aliegers. Gestern war volkstrauertag, und während der Vormittagsstun- den, während in den verschiedenen Teilen der Stadt Trauerkund- gedungen zum Andenken an den verstorbenen Reichspräsidenten und zum Gedenken der im Kriege gefallenen Soldaten stattfanden, flog ein Flieger über die Stadt hinweg, lieber dem Hause W i l h e l m st r. 7!l, wo Ebert gewohnt und wo er jetzt in seinem Arbeitszimmer aufgebahrt liegt, warf der Flieger e in e n t l e i- nen Strauß ab, neben dem ein kleines Briefchen befestigt war, durch das er bat, diesen Strauß auf den Stufen des Reichspräsiden- tenhaufes niederzulegen. Man hat den Wunsch des Fliegers erfüllt. Irauerkun�gebung der Stadl verordneten. Zur Aufarbeitung de« vorliegenden Materials sollbe morgen Dienstag ein« außerordentliche Sitzung der Stadtver- ordneten stattfinden. Das Ableben de» Reichspräsidenten hat den Magistrat und den Vorstand der Stadtverordnetenversammlung veranlabt, die Sitzung zu einer Trauerkundgebung der städtischen Körperschaften zu gestalten. Der Anfang ist ouf S Uhr festgesetzt. Eine Reihe städtischer Gebäude hat die am Sonnabend und Sonntag gehißten Floggen wieder eingezogen. Wie uns vorn Nach- richtendienst de» Magistrats der Stadt Berlin mitgeteilt wird, be- steht die Bestimmung, daß die städtischen Gebäude bis zum Bei- setzungstag halbmast zu flaggen haben. Nationalistijche Trauermanieren. Werwölfe, Stohlhelmisten und wie die nafionalputschistischei' Hausgebrauchsmittel olle heißen mögen, versuchten, wie immer bei solchem Anlaß, die Ehrung der gefallenen 2 Millionen aufs skrupel- loseste mit provozerender parteipolitischer Propaganda zu ent- würdigen. Diesen wahrhast antinotionalen Chargierten mit Etappeeiimedaillen, die sich unter dem rentablen Firmenschild des Nationalismus zusammengeschlossen hoben, ist selbst da» Schmerz- lichste ein chancenreiches Geschäft. Ueberall kam es infolge des skandallüsternen Auftretens wickelgornaschenbewehrter Reaktiv- nöre zu teils kleineren, teils erheblicheren Zusammenstößen. So ehren die verhetzten Monarchisten ihr«, nein unsere Toten. Um so infamer und aufreizender ist dieses schändliche Verhalten der nationalistischen Clique, als es kaum einen Tag nach dem Ab- leben desRepräsentontenderRepublik geschieht. Am Bahnhof Friedrichstraße rempelten gegen Mittag mehrere Mitglieder des nationalrevolutionären Mahraunsthen Iungdeutfchen Ordens die Passanten aufs unverschämteste an. Di« empörten Possantm wandten sich energisch gegen die uniformierten Burschen. Auch an mehreren anderrn Stellen kam es zu P ö b e l e i e n der in Trupps anrückenden Rationalisten. Vor einer Auto Holle am Kaiserdamm hielt die nationalistische Kamarilla einen„Feld- g o t t«« d i« n st" ob. Es ist der Gott, den sie sich selbst konstruiert haben. Der Gott, der Eisen und Ruhrkredite wachsen ließ. Zu skandalösen Vorfällen kam es am Witlenbergplatz. Ein Zug von 1100—1200 Hakenkreuzlern zog vom Knrfürstendomm her geschlossen über die Straße. Wüste Hetz- und Schmährufe schallten aus den Reihen dieser fanatisierten, geistig und körperlich Minderjährigen. Während der Reichspräsident auf der Totenbahre liegt, tobt der nationalistische Mob:„Nieder mit der Zudenrepublik!"„hoch Hitler!"„Zuden raus!" Des Publikums bemächtigte sich ob dieser schamlosen Provokation größte Erregung, die sich in zahl- reichen Zurufen Luft machte. Di«.Hakenkreuzler gingen aus das R o w d y h a s t e st e vor, drängten die Passanten zur Seite und ließen ihre Haß- und Hetzlieder vom Stapel. Am Wittenbergplatz kam es z» erregten Szenen, die hier und da zu Handgreiflichkeiten führten. Ein unerhörter Vorfall ereignete sich Sonntag nachmittag gegen Z Uhr in den oberen Räumen des Aschingerlokals am Potsdamer Platz. Hier erschien unter großem Hallo«in größerer Trupp uniformierter und garnierter Stahlhelmleut«, die mit der dem Monarchismus eigenen schnoddrigen Impertinenz das gesamle Lokal sozusagen requierierten. Mit zunehmendem Alkohol- kons um stieg die animiert« Stimmung,>md die„Front-",„Heil-", „Hoch" und sonstigen markanten Rufe donnerten nur so durch das Lokal. Plötzlich erhob sich ein wohlbeleibter Herr, dessen Visage den schnurrbartzwirbelnden Vizescldwebel verriet, und hielt eine von Markigkeiien sch llernd« Ansprache, die mit einem Hocki auf den „Stahlhelm" und die„heiligen schwor zweißroten Fahnen" endigte. De« an dem nationalistischen Geschwafel des- inieressierten Publikums bemächtigte sich naturgemäß«ine stark« Erregung und es kam zu lebhaften Protesten. Dieser Kriegervereinshymnus des famosen treudeutschen Herrn ist ein charakteristisches Beillpiel dafür, in welch hohem Grad« unerträglich die Unverfrorenheit der nationalistischen Mineure mit der Zeit ge> mord-n ist. Sahr m e r k w ü r d i g ist es auch, daß die Direktion des Aschingerlokols nicht, wie es ihre Pslicht gewesen wäre, der Ungeheuerlichkeit entgegentrat, daß ein sicherlich alkoholisch inspirierter Nationalist«inen Tag nach dem Ableben des Reichspräsidenten n, einem öffentlichen Speisehous «ine atitirepublikanifch« Gesinnungsred« hält! Habgier unü Geiz. Der Lüsser Doppelmord vor den Potsdamer Geschworenen. Unter großem Andrang des Publikums begann heute vor bei: Potsdamer Schwurgericht der Prozeß gegen den 27 jährigen Bauern- gutsbesitzer R e i n h o l d K ü h n e aus Lüste. Die Anklage lautet auf zweifachen Mord. Kühn« wird beschuldigt, in der Nacht vom 6. zum 7. Juni o. I. sein« 23jährig« Frau Anna erschossen und seine S2 jährige Schwiegermutter Anna Kopp«, geb Schrötter, mit einem Beil erschlagen zu haben. Den Vorsitz führt Landgerichtsrat Kaufmann, die Anklage vertritt Staats- aravaltschaftsrat S t a r g a r d t. Auf dem Veweistisch liegen eine Parabellumpistole und ein großes Beil. Die Bluttat, deren Motiv Habgier und Geiz gewesen, hat um so mehr Aufsehen erregt, als sich der Angeklagte in glänzenden Verhältnisten befand. Kühne, ein kleiner, unscheinbarer Mensch, sitzt teilnahmslos-da. Als ober der Vorsitzend« die erste Frag« an ihn richtet, bricht er in Schluchzen aus. Seit dem 30 jährigen Kriege ist die Familie auf ihrer Scholle in Lüste ansässig. Der Angeklagte selbst heiratet« in«in reiches Anwesen hinein und bald begann ein wahres Martyrium für den Mann, der zwischen Schwiegennutter und Frau, die im Dorf« als „Riesen" bezeichnet wurden, nichts zu sagen hatte. Man kannte nur ein Wort und das hieß Geld. In der fraglichen Nacht hat nun der Angeklagt« nach seinem eigenen Geständnis feine junge Frau er- schössen und die alte Schwiegermutter erschlagen. Am Bußtag, ober nach dem Abendmahl im Gefängnis, hat er sein Geständnis dahin widerrufen, daß seine Frau i>hr« Mutter erschlagen habe. Dann hat er ouf ausdrücklichen Wunsch sein« Frav erschossen. Auch tn der Hauptverhandlung bleibt der Angeklagt« bei feinen letzten Aussogen. vestraste Gemeinheit. Als am Sonnabend vormittag die Kund« vom Ableben des R«ich»präsident«n ganz Berlin in tiefe Trauer versetzte, zog im Friedrich-Wilhelm städtischen Gymnasium in Ab- Wesenheit des Schuldirettors ein Schüler ein schmutziges Taschen- t u ch auf Halbmast. Di« sofortig« Feststellung des Täters war nicht möglich, heut« vormittag fand jedoch statt des geplanten Schulaus- flugs«in« eingehend« Untersuchung durch Schulleitung und Kriminalpolizei statt. Der Täter wurde ermittelt und sieht seiner BestrafungentgeGen. Wir freuen uns feststellen zu können, daß auch einmal auf einem deutschen Gymnasium gegen nationalistisch« Gemeinheiten scharf durchgegriffen wird. Reichsbanner Schwarz-Rol-Gold. Die Gavleilung ersucht in der heutigen Abendausgabe daraus hinzuweisen, daß die für heule im Lustgarten beabsichtigte Trauerkondgebung nicht stattfindet, Nähere Rlilleilungen folgen noch. Eine Eifersuchlslragödie spielte sich gestern abend in dem Haus« Cherusker st r. 23 zu Schöneberg ab. Her empfing die 2S Jahre alte Ehefrau Bertha des Kroftwagenfülhrers Alsred Siefelt ihren Mann, als er abends heimkehrte, wie schon öfter, aus Eisersucht mit einem heftigen Auftritt. Nachdem er sich dann ans Klavier gesetzt halte, versetzte sie ihm mit einem Beil einen heftige» Schlag aus den Hinterkopf. Weselt'begab sich zu einem Arzt,' um sich verbinden zu lasten. Als der Frau nun zum Bewußtsein kam, was st« angerichtet hatte, versuchte sie, sich die Pulsadern zu öffnen, und trank auch noch Lysol. Bevor der Mann zurück- kehrte oder Hausgenossen Hilfe> leisten konnten, hotte die ätzende Flüssigkeit schon so stark gewirkt, daß die junge Frau auf dem Wege nach der Rettungswache starb. Der Unfall eines Wächters errcgie heute morgen am Nordhofen Aussehen. Auf dem Flur des Hauses Nr. 6 wurde ein Privatwächter mit einer Kopsocrletzung hilflos aufgefunden. Es verbreitete sich da» Gerücht, daß er überfallen und beraubt worden fei. Ein Arzt stellte jedoch fest, daß der Mann noch Alkohol roch, wahrscheinlich gefallen ist und sich so die Verletzung zugezogen hat. Geraubt war ihm nichts. Kriminalbeamte des 42. Reviers brachten ihn noch dem Krankenhaus. Ein sehr gefährlicher Brand kam am Sonntagvormittog in einer Villa in Schmöckwitz, Lindenstr. 13, durch die Zentralheizung zum Ausbruch. Di« Flammen fanden an Brennmateriol, Jmmo- bilien usw. schnell reiche Nahrung und drohten das Landhaus in Asche zu legen. Die alarmierte Feuerwehr war zum Glück bald zur Stelle. Sie griff sofort mit mehreren Schlauchleitungen kräftig on und es gelang noch kräftigem Löschen die Flammen auf die unteren Räume zu beschränken. Ein verkehrskuriosum. Auf dem Wege von Baumschulenwcg nach Nieter- und Oberschöneweide sieht man am Beginn der nach der Spree führenden Karlshorster Straße eine Schranke mit der Ankündigung:„Die Karlshorster Brücke ist für jeden Verkehr gesperrt!" Diese Brücke, ein vielbenutztes Derkehrsmittel, war von den schweren Wagen der umliegenden Großbetriebe so zerfahren. doß m ihrer Instc-i tietzunz viele W'cha g-Vr-n. Mur tz.it nun hier für den Tagesverkehr einen Kahn als unentgeltliche Notfähre postiert. In den Hauptverkehrsstunden stehen bis zu hundert Wen- schen an den Usern und warten auf das Uebersetzen. Das ist zwar billiger und kleinstädtischer als eine hölzerne Notbrücke für Fuß- gänger, ober es erschwert doch den Berkehr der Arbeiterscharen noch und von Oberschöneweide und Karlshorst>n geradezu uner- troglicher Weise. Neuerungen im Rundfunk. Damit die Berliner Detektoren- empsänger die Möglichkeit erholten, einmal«ine englische Station zu hören, trifft dos Telegraphentechnische Reichsamt zur- zeit Borbereitungen, um über den Berliner Sender die englische Rundfunksendestelle Chelmsford zu übertragen. Im Reichibvod südstcher Flonisoldoten. Bezirk Ost. spricht am Dien»- tag, den 3. März, abend» 8 Uhr, in den Andreas-Festlälen, AndreaSitr. 2t, Dr. Rudolf Breitscheidt nicht über da» angekündigte Thema, son- dern unter Berücksichtigung der veränderten politischen Lage über da» Tbema:.Vor der Wahl de» Reichspräsidenten.' Grdbelicn in Amerika. New Park. 1. März.(WTB.) Hier und in der Umgegend wurde«in Er d beben von zwei Minuten Dauer verspürt. Auch aus den Staaten New Jersey, New England, Michigan, Illinois, Indiana. Kentucky, Westoirginia. Maryland und Pennsylvania wurden E r d st ö ß e gemeldet. Rlonlreal, 1. Mörz.(WTB.) Ein dreißig Sekunden dauerndes Erdbeben erschütterte die Stadt. Di« Zuschauer i» den Theatern stürzten zu den Ausgängen. Meldungen über Schäden liegen nicht vor. London, 2. März.(WTB.) Meldungen aus New Park zufolge wurden bei dem Erdbeben am Sonnabendabend ein Mann g e- tötet und zwei Frauen schwer verletzt, die durch die Er- schütterung von der Plattform der Hochbahn herabgeschleud»- wurden. Geschästlicke Mitteilungen. ttnläsilicki der Wiehemöffmjng nach ftfalglfm Umbau bringt di- Aeltrste Lpezlal- Battwäsche-Fabrit Ernst Bähr gros!» Patten Waich» aller Art zu wirllch ha-- wert billigen Preisen zum Derkaäs Der Besuch eine» der vier Deschiiite der ssüma: tbräfestrahe 39, Rasevthaler«tr. 4», Brunnen str. 10, und Spaudau. Pot»dawer e*T.», wirb sich auf olle Fälle vorteilhaft erweisen. Nähere» ist an» dem heutig tu Inserat ersichtlich. GsVsrMastsbewsgung -Strauchrittermethoöen*. Dsr Deutsch« Eisenbahneroc-rband, Bezirk Bcrftn, schreibt un»: 5n der �rttn Fahne" Nr. 41 vom 18. Februar tob» der FTv. unter dieser Spitzmarke xegen die ,>D E D.> L u r e a u- traten". Wir wollen den Remm des„Vorwärts" nicht zu sehr in Anspruch n«hmun, dem FEV. auch nicht zuviel Ehre antun. Wir raten d l« I i« d»r o» r fa r, m l uu» luiU- Tag»«ord>uu»a: Di» Eiiiheit der Eewiit- chaften. Ka meraden, agitiert auf allen Arbeitsstellen für guten Besuch dieser Ver» ssanunlung. Alle kassiere? haben die Pflicht, sofort den Fragebogen nach dem Bureau eutHusmdeli.— Zentral ver band der Zmunerer. Zahlstelle Berlin jl Umgegend. The&ier an KoMiisser Tor. Tägl. 6 Uhr oua Sonutasr ngehrn. Uhr Elüc- SäBger» Fftbslba'tes ifürz- frograrnml Humor tivsr Humor Voltetttmiicb« Frei», R e i eh s ha 1 1« n»Tn e a t e r Ulabendi S U.a. Sonntsgsnachm.Sl'lir Sfefflner Sänger Neu! Sport- WQUer Neu' Hädini. halbe Pni«. toüfsPr�r Dönhoff» Brett'l: Familien-Varietä Ant. T I, U. Sonnt«V, U. Abesslnler- Pumpen, Bdbren. FUiar Enautatle. Preisiitie gratis Koblsnb« Co, Pur,'.seafabrlk. 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