Abendausgabe Str. 105 42. Jahrgang Ausgabe B Nr. 52 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Redattion: SW. 68, Cindenstraße 3 Ferniprecher: Donhoff 292-293 Tel.- Udresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Pfennig Dienstag 3. März 1925 Berlaa unb Anzeigenabteilung: Geschäftszett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin Sm. 68, Cindenstraße 3 Ferniprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Die Neuwahl des Reichspräsidenten. Erster Wahlgang: 29. März, zweiter Wahlgang: 26. April. Heute mittag fand eine Besprechung der Reichsregierung| Tores. Dort biegt er nach rechts zur Sommerstraße. Er umschreitet mit den Parteiführern über die Frage der Wahl des den Reichstag mit dem Wege über das Reichstagsujer, von wo er sich Reichspräsidenten statt. Es wurde vereinbart, den zur Rampe der Haupttreppe des Reichstages am Königsplatz wendet. ersten Wahlgang auf den 29. März festzulegen. Für den zweiten Wahlgang ist der 26. April in Aussicht genommen. Die Trauerfeier am Mittwoch. Das offizielle Programm. Die von der Reichsregierung und dem Reichstag veranlaßten Trauerfeierlichkeiten zu Ehren des verborbenen Reichspräsidenten bestehen aus der Trauerfeier, die im Saufe des Reichspräsidenten stattfindet, fodann dem Trauerzug, der Gelegenheit zu einer Feier vor dem Reichstagsgebäude gibt, und dem Abschied vor dem Potsdamer Bahnhof. Die Trauerfeier der Reichsregierung für den verstorbenen Reichspräsidenten Friedrich Ebert findet am Mittwoch, den 4. März um 3 Uhr nachmittags im Trauerhause statt. Hierbei werden Vertreter der ausländischen Regierungen und des diplomatischen Korps anwesend sein, sowie die Reichs. regierung mit dem Reichskanzler, der Reichstagspräsident, die Staats- und Ministerpräsidenten der Länder, die Reichsminister, die Staafsminister und flimmführenden Reichs ratsbevollmächtigten, Bertreter der Parlamente von Reich, Land und Stadt, Spihen der Reichs- und Staatsbehörden, der Oberbür. germeister von Berlin mit Vertretern des Städtetages und einzelne Vertreter der wirtschaftlichen Organisationen, der Preffe, joe von Kunst und Wissenschaft. Außerdem find Freunde der Familie geladen worden, sowie die Aerzte und andere Persönlichkeiten, welche dem Verftorbenen näher geflanden haben. Die Trauerfeier beginnt mit dem Trauermarsch aus der Eroica" von Beethoven, den das Orchester der Berliner Staatsoper unter Leitung von Erich Kleiber ausführt. Es folgt ein Trauergefang aus dem 16. Jahrhundert auf den 75. Pfalm, an den fich die Rede des Reichstanzlers Dr. Luther anschließt Zuletzt singt der Chor der Staatsoper, den Brofeffor Rüdel dirigiert, bas Grablied von C. M. von Weber. Sodann versammelt sich der Teil des Trauergefolges, dem Zulaß zu dieser Feier im Hause gegeben werden fonnte, im Hofe, wohin der Sarg unter Mozarts Maurerischer Trauermufit" zu dem ohne lleberdachung altarartig ausgestalteten Trauerwagen geführt wird. Um 4 Uhr erfolgt in der Wilhelmstraße, deren oberer Teil ent. fprechend abgesondert ist, die Trauerparade der Reichswehr. Die Trauerparade wird fommandiert von Generalmajor Siehr, Rommandant von Berlin. Sie besteht aus einer preußischen Schwa. bron, einem Infanteriebataillon, das aus je einer preußischen, bayerischen, württembergischen und badischen Rompagnie gebildet wird, einer Rüftenmehrfompagnie und einer Batterie. Die Ordnung des Trauerauges ift, fomeit dies vorher irgend möglich war, bis ins einzelne geregelt. Er wird eröffnet von berittenen Mannschaften der Schußpolizei, es folgt die militä. rische Trauerparade, bestehend aus einer Schwadron, einem Infan teriebataillon, einer Rüftenwehrtompagnie und einer Batterie. Der Wagen mit dem Verstorbenen wird geführt und geleitet von den im Bureau des Reichspräsidenten tätigen Referenten, ihm folgen die Söhne, die Verwandten und die nächsten Freunde des Reichspräsidenten sowie der Chef des Bureaus des Reichspräsi benten, Staatssekretär Dr. Meißner, und der Reichstunstwart Dr. Redslob. Als Ehrengeleite folgen sodann der Reichskanzler und der Reichstagspräftbent, die Bertreter fremder Regie. rungen und die Vertretungen der deutschen Länder und des Reichstags. In einer weiteren Gruppe folgen als Vertreter der deutschen Beamtenschaft die Staatssekretäre, der Präsident des Reichsgerichts, der Generaldirektor der Reichsbahn, der Reichsbank. präsident, Bertreter des Reichswirtschaftsrates, des preußischen Land. tages sowie der Oberbürgermeister und der Stadtver. ordnetenvorsteher von Berlin mit einer Vertretung des Deutschen Städtetages. Ihm schließen sich an einzelne Ber. treter wirtschaftlicher Organisationen, Bertreter der Presse, von Wissenschaft, Kunst und Bühne, sowie die übrigen Teilnehmer der Trauerfeier im Hause. Zum Schluß diefes aus der Trauerfeier der Reichsregierung gebildeten Buges fchließen sich die Wagen mit den Damen der Familie an, es folgen die Wagen mit den in überwältigender Fülle gespendeten Stränzen und Blumen. Daran schließen sich vom Reichs. tag aus als große Rundgebung die Gruppen all ber Berbände und Organisationen an, bie an ber eier beilzunehmen gebenten und über bie zurzeit noch eine vollständige Gruppierung gegeben metben fann, bo immer neue Anmeldungen einlaufen. Der Trauerzug geht durch den oberen Teil der Wilhelmftraße, immt den Mittelweg der Straße Unter den Linden und geht von be über den Barijer plag durch das Mittelportal des Brandenburger Vor dem Reichstagsgebäude Scheveningen, ben 1. März 1925. An den Parteiporstand der SPD. Deutschlands. Werter Genoffe! Mit Ihnen teile ich den Schmerz über das infcheiden des Ge nossen Ebert, deffen überlegene Ruhe, würde und Tatt hält der Zug. Hier entbietet der Reichstagspräsident, umgeben von gefühl, vereinigt mit vorbildlicher Hingabe feiner ganzen Berfönden Abgeordneten des Reichstages und Vertretungen des Reichswirt- lichkeit, sowohl seine Führung erst der Partei, als auch später der schaftsrates, des preußischen Landtages und des Stadtparlamentes, Reichspräsidentschaft fennzeichneten. dem toten Reichspräsidenten den letzten Gruß der Boitsvertretung. Unter den geladenen Gästen des Reichstages befinden sich Mitglieder des diplomatischen Korps. Der Roßledsche Bläserchor wird hierbei dieselben Weisen spielen, die er in Gegenwart des Reichspräsidenten bei der 1. Trauerfeier am 3. August des vorigen Jahres vortrug: Zu Anfang Händels Trauermarsch" und am Ende Jch half einen Kameraden". Durch Freigabe des Königsplatzes für Verbände und alle die, die einzeln an der Feier teilnehmen wollen, ist hier Gelegenheit zu einem Abschiednehmen für viele Taufende gegeben. Der Zug geht dann durch die Friedensallee zur Budapester Straße, entlang den Gärten der reichseigenen Gebäude. In dem Augenblid, in dem der Wagen mit dem Toten das von einer Ehrenwache flankierte Gartenportal des Hauses des Reichspräsidenten erceicht, hält er auf einige Sekunden Dann geht der Zug zum Potsdamer Platz. Hier wird der Sarg vom Wagen genommen und auf einem Podest unter dem mittleren Torbogen des Portalvorbaues aufgestellt. Die Teilnehmer des Juges gehen dann zum letzten Gruß am Sarg vorbei. Dieser Bocbeimarsch dauert bis gegen Abend. Unmittelbar vor Abgang des Zuges, der den Toten nach Heidelberg überführt, verstummt die Mufit, die Cokomotiven geben das Signal, alle Trauergäfte entblößen das Haupt: der Sarg wird in den Wagen des Trauerzuges übergeführt, der den Toten zur letzten Ruhe in feine Baterstadt geleitet. Die Delegationen der Internationale. Ich gedente mit Ehrfurcht des schlichten, feinveranlagten Mangedemütigt und gezüchtigt, von innen durch Barteizwiste zerfleischt und dem Untergange nahe gebracht wurde, die Bertretung und Ver. teidigung der von ihm als Erfter mitbegründeten Republit auf seine Schultern nahm. stehende Mensch einer der unsrigen war. Als Sozialdemokrat fonstatiere ich mit Stolz, daß dieser hochFür das deutsche Volk und die Wiederherstellung Europas hoffe ich, daß an seiner Todesbahre viele, welche die Ehre und das Wohl ihres Bolles in blinder Parteiwut aufs Spiel fetzen, sich fragen werden, was hiervon die Folgen sein müßen. Möge der verbindende, schaffende, staatserhaltende, zum Frieden geneigte Geist des verehrten Toten immer mehr über das deutsche Bolf walten: Mit fozialdemokratischem Parteigruß Ihr ergebener Troelstra. An den Borstand der Sozialdemokratischen Bartel Deutschlands Berlin. Hochgeehrte Genossen! Erlauben Sie mir, daß ich Ihnen zum Ableben des Herrn Reichspräsidenten Ebert mein herzliches Beileid ausdrücke Die Partei verliert in ihm eine Persönlichkeit, deren außerordent. liche politische Fähigkeiten bie natürliche Regillmotion dafür waren, daß er die höchste Würde des Reiches beficidet har. Der Berlust ist um so schmerzlicher, als Herr Reichsprafident Evert nat de: Scheiden au feir.cn: hohen Ainte sich gew h wieder her Barteiarbeit gewidmet hätte. Die ganze fullivierte Welt ehrt sein Andenken als eines unbeirrbaren Vorfämpfers der Als Vertreter der Sozialistischen Arbeiterinternationale beim Leichenbegängnis Eberts waren bis heute mittag angemeldet: Eng- Demokratie, und es ist die tschechoslowakische Deffentlichkeit, land und Sekretariat der Internationale: Thom Shaw, tant reich: Renaudel und Grumbach, Schweden: Georg Branting, Dänemark: 3. p. Nielsen, Polen: Diamand, Tschechoilo. watei: Soutop, Deutsche Sozialdemokratie der Tschechoslowatel: Czech, Desterreich: Renner, Rußland: Dan Weitere Beileidskundgebungen. Beim Porteivorstand der deutschen Sozialdemokratie laufen fortwährend weitere Beileidsdepeschen und Briefe ein. Mit den republikanischen Parteien und Körperschaften Deutschlands trauern auch wir aufs fieffte um den jähen Tod des ersten republikanischen Reichsoberhauptes. Politische Partei müssen und follen fein, aber fie bedürfen in vielfältiger Beziehung der großen Unparteiischen, die nur felfen gefunden werden, unter denen ein Meifter Friedrich Ebert gewesen ist. Sein welles und hochherziges, schlichtes und ritterliches Wirten hinterläßt unvergängliche Spuren in der deutschen Reichsgeschichte, sowie in der Entwidlung der Mensch helt zu höheren Ordnungen. Ehre und Liebe seinem gefegneten Andenken! Berlin- Halensee. Der Republikanische Richterbund Deufichlands. 3m Auffrage: Kroner. Dr. Großmann. Marquard. Die Sozialdemokratische Partel Litauens drüdt Ihnen ihre fiefften Mitleidsgefühle und Bedauern wegen dem Tode Eberts aus. Centralfomitee. Bielinis. Kowno. trauernd an der Bahre des Repräsentanten der deutschen ArbeiterGemeinsam mit dem gesamten deutschen Proletariat stehen wir schaft der Deutschen Republik. Berlin. die feine Verdienste besonders nach voller Gebühr zu schäzen weiß. Ausdrud meiner herzlichen Teilnahme, die mich Ihnen in Ihrer Empfangen Sie deshalb, hochgeehrte Genossen, nochmals den Trauer verbindet, und meine besten Grüße. Ihr ergebener gez. Dr. Havlicet, Geschäftsträger a. t. der tschechoslomatischen Republik. Die Führerprobe. Wer zählt die Führer, fennt die Namen... Die Presse der Rechten beginnt mit der Monotonie eines buddhistischen Gebetes die Formel herzusagen: die Führung des Reiches muß an Männer der Rechten fallen, damit Rhein und Ruhr frei werden. Diese Formel gehört zu der anderen: Es fann in Deutschland nur von einer Rechtsregierung regiert werden. Wie es mit dem zweiten steht, haben wir inzwischen erfahren. Die Proben der Regierungskunst des Rechtsblocks bieten hinreichendes Anschauungsmaterial, um die Regierungsfunft der Rechten zu würdigen. Wir nennen nur: Ruhrent schädigung, Aufwertungsproblem, Steuerfrage. Wie es mit dem ersten bestellt ist, werden wir in der zufünftigen Braris nicht erleben. Der Nachfolger Friedrich Eberts darf und wird tein Deutschnationaler sein. Die Praris der vergangenen Hohenzollernherrlichkeit wird vermutlich nicht einmal von den Deutschnationalen als Beweis für die großen Führereigen schaften der Rechten herangezogen werden. So bleibt einstweilen nur die Wahl und der Wahlkampf, um die Probe auf die großen Führereigenschaften der Rechten zu machen. Die Führung des Reiches muß an Männer der Rechten fallen." Dazu gehören erstens Männer, zweitens Führer. Die Rechte ist unbestritten reich an Phrasen über den großen Zentraffomitee der jüdisch- sozialdemokratischen Arbeiter- Führer. So reich, daß sie bisher ganz vergessen hat, uns organisation Poale 3ion in Deutschland. Tief erschüttert vom Tode Eberts, in dem wir nicht allein den Präsidenten der Deutschen Republik, fondern vor allem den lang jährigen treuen Mitkämpfer für die Befreiung und Hebung der Arbeiterklasse sehen, senden wir dem deutschen Proletariat den Ausdrud unferes herzlichen Beileids. Amsterdam. Internationaler Gewerkschaftsbund. Saffenbach. Die traurige Nachricht über das plöhliche Ableben des Vortämpfers des internationalen Proletariates Frih Ebert hat uns fief erschüttert. Das magyarische Proletariat betrauert mit Euch den großen Berluft des deutschen Bolles und fendet Euch das fieffte Beileid. Breßburg. Grefufive der magrarlichen foglaldemokratischen Bitbelterpartei in der Zichehollomatei feinen Namen zu nennen oder uns ein Vorbild zu geben, wie fie sich den großen Führer vorstellt. Mit gutem Grunde: die weder ihrer Zielfegung, noch ihrem Charakter, noch ihrer Ge wirklich großen Persönlichkeiten der deutschen Geschichte find famthaltung nach geeignete Borbilder für das, was die Rechte einen großen Führer nennt. Einstweilen hat die Rechte statt des legendären großen Führers eine Ueberfülle von fleinen Pseudoführern. Denn der grünfte Junge, der sich ein Haten freuz anstedt und im Bierlofal Schmuglieder gegen die Re publit gröhlt, hält sich für den geborenen großen Führer. Jezt aber handelt es sich nicht um nebelhafte Phrasen für Führer. Jezi handelt es sich um Persönlichkeiten, die durch Halbreife, jetzt handelt es sich um Männer und wirkliche die Reinheit ihres Wollens, die Lauterfeit ihres Charatters, durch ihre politischen Fähigkeiten, durch natürliche Würde in Berbindung mit dem Blid für das Große, Allgemeine, das die Bision des ganzen Boltes ist, zum Führer und Vorbild für die Nation befähigt, der Bekleidung der höchsten Staatswürde, ber Chre und Berantwortung des Reichspräsidenten würdig Jah Männer und fübrer! Wo ist der große Führer der Deutschnationalen? Wo ist der Mann, der Führer, auf den sie schauen wie auf einen Meffias? Wer ist es, der in der Gloriole des großen Führers erscheint, wenn der Phrasennebel sich zerteilt? Wir wissen es nicht. Andere wissen es auch nicht. Fragt den Mann auf der Straße, fragt den Bürger, er weiß es auch nicht. Meint ihr, es gäbe einen Namen, den die Deutschnationalen, den die internste Gruppe der Deutschnationalen fich im Geheimen mit Schauern der Ehrfurcht zuflüsterten? Sie wissen es auch nicht. Hätten sie einen Mann, einen Führer, mit der größten Unbedingtheit und Einstimmigkeit würden sie heute laut fagens das ist unser Mann! Mit der größten Bestimmtheit würde die gesamte Deffentlichkeit sagen: das ist der Mann der Deutschnationalen, feine Kandidatur ist selbstverständlich. So ist es nicht. Es wird geraten. Es werden Behaup fungen aufgestellt und wieder fallen gelcffen. Namen tauchen auf und vergehen. Es wird gesucht. So gesucht, wie Herr Luther seine Minister suchte und Herrn Neuhaus und Herrn Schlieben fand Deutschnationale Berwaltungsleute, ja, aber Männer, Führer? Das ist die Führerprobe. Der Kern der Rechten sind die privilegierten Klassen des alten Systems. Sie haben das Privileg der Bildung gehabt. Sie haben die Traditionen einer herrschenden Klaffe, die Kultur einer herrschenden Klasse. In ihnen müßten die Erfahrungen von Generationen in Dingen der Staatsverwaltung und Staatsleitung lebendig sein. Ihre materielle Stellung über den arbeitenden Massen des Volkes hat ihnen Freiheit und Unabhängigkeit gegeben. Das ist es, was sie hochmütig herabsehen läßt auf das Volt. Das ist es auch, wovon sie den Anspruch herleiten, daß nur aus ihrer Mitte der große Führer des Volkes und des Staates hervor gehen könne. Wo aber ist das Ergebnis einer solchen Führerouslefe? Wir sehen um uns und prüfen Namen und Persönlich feiten. Wir blicken zurück auf die deutsche Geschichte feit der Revolution, und weiter zurück in die Tage des Krieges. Wir fragen: wer ist es? Ist es Herr von Tirpig? Jener Herr, ben man uns einmal als Reichstanzler präsentieren wollte und von dem nun nicht mehr die Rede ist? Jener Herr, dessen Charakterbild in der Geschichte nicht mehr schwantt und der gleichmäßig beurteilt wird von ihm nahestehenden Kreifen wie Don Außenstehenden? Ist es Herr Hergt, der die Schande des 28. August 1924 für seine Bartei organisiert hat und in diesen Tagen bewiesen hat, daß ihm die Verantwortung und die innere Würde fehlen, die zum wirklichen Staatsmann gehören? Ist es Herr We star p, ist es Herr Schiele oder mer ist es sonst? Ist es einer aus dem Kreise der alten Konservativen? Cs ist feiner, feiner von ihnen. Die Deutschnationalen fühlen, und die Deffentlichkeit fühlt es mit ihnen, daß diese Namen nicht die Sphäre bezeichnen, aus der sie einen Kandidaten präfentieren tönnten Bielleicht suchen sie einen Ausgleich, vielleicht gehen sie hinaus über die Grenzen der engeren Bartei, vielleicht meinen fie einen Mann aus den Kreisen des Adels, des großen Bürgertums, der Verwaltung, die im allgemeinen die Rechtsrichtung in Deutschland vertreten? Aber selbst wenn sie die größte Liberalität dabei walten ließen: wo ist der Mann, der Führer? Ja, mo ist felbst der Mann, der ein würdiger Stellvertreter und Blahhalter eines fommenden Messias märe, an den die Deutschnationalen zu glauben vorgeben? Denten sie bei folchen Ueberlegungen an Herrn Luther? Soll das der Weisheit letzter Schluß, das Ergebnis der Führer auslese der Hochzucht einer privilegierten Klaffe durch Gene rationen sein? Herr Luther als der große Führer? Er felbst wird solchen Gedanken ablehnen. Aber wo bleiben dann die Ansprüche der Deutschnationalen? Die Führerprobe ist da! Wo ist der würdige Nachfolger für Friedrich Ebert, wo ist der Mann aus dem Lager der Rechten, der, wenn auch in der politischen Gesamthaltung im Brinzip verschieden von Ebert, wahrhaft würdig wäre, fein | | Nachfolger zu sein? Aus der Masse des Voltes, aus der Mitte der einfachen Deutschen heraus, die ohne Privilegien in einfacher Arbeit und Pflichterfüllung an der wahren Große des Rolfes wirfen, ist Friedrich Ebert hervorgegangen, ein Symbol der gesunden Kraft, der Fähigkeiten, der wahrhaft würdigen Eigenschaften des deutschen Bolkes. Man wird ihn in der Geschichte nennen neben den großen Präsidenten, man wird ihn neben Abraham Lincoln stellen, den Führer und Staatsmann, den einfachen Mann aus dem Volke, vor dessen einfacher Größe der Glanz der Kronen und der militärischen Führer verblaßt. Sucht nicht im Nebel, den die pivilegierten Klassen um sich ziehen aus der Kraft des Boltes kommt unsere Hoffnung und fommen unsere Führer. Führerprobe: mit Stolz weisen wir auf Friedrich Ebert. Wo ist der Mann, der Führer der Deutschnationalen? Blutsauger am Volke. Warum greift der Staatsanwalt nicht ein. Die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse haben im allgemeinen feine gute Presse. Der Barmat Ausschuß des Preußischen Landtags hat sich bisher durch seine uferlofen Abschweifungen in das Gebiet gewöhnlichsten Klatsches fein großes Ansehen erworben. Die zentrale Frage, unter welchen Umständen Kutister und Barmat ihre Kredite erhalten haben, ist bisher noch nicht angerührt. Dabei ist das das Hauptproblem. Da der Staatsanwalt zum Beispiel im Falle Barmat bisher noch nicht in der Lage war, trog zweimonatiger Haft und trotz Beschlagnahme aller erforderlichen Unterlagen ein frimi nelles Delift festzustellen, ist die Neugier um so verständlicher und berechtigter. Der preußische Untersuchungsausschuß hat es aber vorgezogen, diese Seite der Angelegenheit nicht zu flären und statt dessen wochenlang die gleichgültigsten und fachlich belanglosesten Dinge der Welt breitzutreten. Ganz offenfundig war der Zweck der Untersuchung nicht Klä rung, sondern Verwirrung. T um ein unerhörtes Lurusleben davon zu beftreiten, het feinen Anspruch auf Schonung. Man fann erwarten, daß die Staatsanwaltschaft nach dem bisherigen Ergebnis endlich dazu übergeht, die Korrespondenz und die Bücher dieser Schiebergesellschaft zu beschlagnahmen, damit festgestellt wird, ob ihre offenkundigen Ausflüchte der Wahrheit entsprechen. Direktor Lüders und Geheimrat Nehring wollen für ihre Kreditgewährung feinen privaten Vorteil gehabt haben. Warum wird diese Angabe, die doch ganz gewiß nicht ohne weiteres glaubwürdig ist, nicht vom Staatsanwalt nachgeprüft? Zeigt sich etwa auch hier wieder, daß mit zweierlei Maß gemessen wird? Herr Justizminister, wie denken Sie darüber? Der Kontrollbericht. Heute Sigung der Botschafterkonferenz. Paris, 3. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Boffchafterfonferenz fritt heute, Dienstag morgen um 10 Uhr zusammen, um den Bericht der Militärfontrollfommission und das dazu vom Militärkomitee in Versailles erstattete Gutachten zu beraten. Dieses ist weit weniger umfangreich, als ursprünglich angenommen worden war. Es umfaßt lediglich elf Schreibmaschinenfeiten und soll sich darauf beschränken, die von der Kontrollkommission gemachten Feststellungen zusammenzufaffen, ohne selbst dazu Stellung zu nehmen. Marschall Foch und feine Mitarbeiter feien darauf bedacht gewesen, der Zuständigkeit der Botschafterkonferenz und der Entscheidung der alliierten Regierungen in feiner Weise vorzugreifen. Sie seien jedoch bereit, ihren Bericht auf Wunsch der Botschafterfonferenz durch mündliche Erklärungen zu ergänzen, und es sei daher wahrscheinlich, daß sie sämtlich der Sitzung der Botschafterfonferenz beiwohnen werden. Nach dem„ Matin" legt das Gutachten weniger Wert auf die einzelnen von der Kontrollkommission festgestellten Verfehlungen, sondern mehr auf die daraus abgeleitete Tatfache, daß Deutschland sich seinen Abrüftungsverpflichtungen fyftemafisch zu entziehen und seine militärische Schlagfertigteit im vollen Umfange wieder herzustellen versucht habe. Es verweist in Es ist erfreulich, daß der 3ize wiz Ausschuß des diesem Zusammenhange besonders auf die Beibehaltung des Großen Preußischen Landtages seine Beretungen viel straffer zu Generalstabes, der 250 Offiziere, also nur etwa 80 Offiziere weniger jammenfaßt. Die Berichte über seine Verhandlungen zeigen, als im Jahre 1914, zähle und auf die methodische Organisation von daß hier mitten in die Materie hineingestiegen wird. Und foten Berbänden für den Mobilmachungsfall. Nach dem„ Matin" foll merkwürdig: während z. B. bei der Barmat- Affäre bisher Marschall Foch weiterhin der Ueberzeugung Ausdrud gegeben haben, nichts zutage gefördert worden ist, was nach einer Recht daß die Umstellung der Rüstungsfabriken nur zu einem geringen Teile fertigung des großen Kinodramas der Staatsanwaltschaft aus erfolgt sei und daß Deutschland noch heute imftande sei, täglich etwa sieht, ergibt die Verhandlung im 3izemiz- Ausschuß das umge- 50 Gefchüße großen Kalibers herzustellen, gegenüber etwa 100 Ende fehrte Resultat. Wer kann heute nach diesen Verhandlungen des Jahres 1918. Seine Schlußfolgerungen gingen dahin, daß Deutschnoch daran zweifeln, daß hier bei allen Beteiligten ein Tat- land, dem der Friedensvertrag nur die Haltung einer Polizeifruppe bestand vorliegt, der zum mindesten den Verdacht trimis zur Aufrechterhaltung des inneren Friedens gestattet habe, diese in nellerhandlungen und den Verdacht der Verdunke der Zwischenzeit zu einem fchlagfertigen KriegsinstruIung unabweisbar macht. Wo bleibt hier der Staatsment umgewandelt habe. Das Gutachten des Militärkomitees anwalt? Warum werden diese arischen Schieber, die schlage zwar feinerlei Gegenmaßnahmen vor, Marschall Foch habe Hunderttausende von Wohnungsgeldern für ihre standalöfen aber bereits einen ins einzelne gehenden Plan ausgearbeitet, um die Privatbedürfnisse verwandt" haben, nicht hinter Schloß und Kontrolle über Deutschland wirksam zu gestalten, und sei bereit, diesen Riegel gebracht? Warum werden die Bücher dieses Schieber auf Wunsch der Botschafterkonferenz vorzulegen. tensortiums nicht sofort beschlagnahmt? Warum wird kein Verfahren gegen den famosen Geheimrat Nehring und gegen den Direktor Lüders eröffnet, die beide für diese unerhörte Kreditgewährung haften? Ergibt sich die Beantwortung dieser Fragen etwa einfach aus der Feststellung, daß es sich bei Barmat um einen„ O stjuden", bei den Herren Zize mig, Carlowig, Ehdorf und Konsorten um raffenreine Junter handelt? Wir fragen den Justizminister, ob er sich nicht darüber im flaren ist, daß der Rechtsgedante durch die doch offenkundige Unterschiedlichkeit in der Behandlung beider Fälle leiden muß Warum duldet er es, daß die Staatsanwaltschaft in einem Falle so, im anderen Falle so vorgeht? Wir wünschen Schonung für niemanden, aber wir fönnen verlangen, daß der Eifer des Staatsanwalts nicht vor dieser Gesellschaft halt macht, die sich als Blutsauger am Bolte erwiesen haben. Wer Woh nungsgelder für höchft anrüchige Grundstücksfchiebungen gebraucht, wer darüber hinaus Hunderttausende verschwendet, Aber man mag dem Verfasser im einzelnen Recht oder Unrecht lich 23 stündige Budgetdebatte in Paris. Die Regierungsvorlage angenommen. Um das Budget für das Jahr 1925 noch vor dem 1. März endwenigstens in der Kammer unter Dach und Bach zu bringen, haben die französischen Deputierten eine Dauerligung non 23 Stunden abgehalten, die der Präsident Bouisson ununterbrochen leitete. Bor der Schußabstimmung gaben die Ver treter der verschiedenen Gruppen Erflärungen ab, die Redner der Opposition kritisierten scharf den Regierungsentwurf und sprachen. die Hoffnung auf Abänderungen durch den Senat aus, die Redner der Mehrheit, somie Herriot, machten die vorangegangene Rammer des Nationalen Blocks für die schwere Schuldenlast und die fich davon ergebenden steuerlichen Folgen verantwortlich. Am Sonntag um 8 Uhr vormittag fand die Abstimmung statt, die eine Mehrheit für die Regierung von 328 gegen 239 Stimmen ergab. Ein journalistischer Porträtmaler geben: furzweilig und feffelnd find seine Charakterdarstellungen vertriebene Theaterbirefiorin, der älteren Generation wohlbefannte Wer schreibt die Geschichte unserer Zeit? Wahrscheinlich arbeitet zur Stunde ein Professor( vielleicht auch ein Duhend Profefforen, es tut nichts!) an einem zehnbändigen Wälzer, dessen erster Band fagen wir fünfzig Drudbogen starf furz vor dem Tode des Berfassers erscheint und, sofern wir Glück haben, die Vorgeschichte des Weltkriegs bis zum Morde von Serajewo jedem, der sich durch zuminden versteht, haarflein darlegen wird. Unterdessen sizt ein anderer ein Journalist auf der Par lamentstribüne und wirft alle Woche eine fleine Stizze heraus, in der er einen der vielen Köpfe einfängt, die der Strudel des Geschehens an ihm vorbeitreibt. Sind drei Dutzend solcher Stizzen beieinander, so bündelt er sie zu einem Buch. Auf diese Weise sind nach und nach vier Bände entstanden, Köpfe" und Neue Kopfe"( Berlag Dejterheld u. Co.), angefüllt mit den Steckbriefen von anderthalb Hundert politischen Bersönlichkeiten unserer Zeit. Der sie hingeworfen hat, nennt sich„ Johannes Fischart" und ist kein anderer als der politische Redakteur des„ B. I." Erich Dombrowfti. Stizzen sind Stizzen. Bisweilen treffen drei Striche das Cha. rakteristische eines Menschen so scharf, daß man vor Vergnügen auf quietscht, manchmal denft der Beschauer achselzuckend: vorbei aclungen". Richt jedes seiner Objekte hat Fischart- Dombrowsti so geschen, wie die Betreffenden sich mir dargestellt haben, aber eins ist sicher: er hat sie alle individuell geschaut, mit dem Auge eines Beobachters, der weit genug von den Dingen absteht, um nicht kurzerhand nach Parteigunft zu urteilen. Qualitäten erkennt er auch beim Gegner an, Mittelmäßigkeit betämpft er, wo er sie zu finden vermeint, auch bei nahestehenden Parteien.( Nur hat er ein paar naheliegende Objekte feiner eigenen Partei allzu schonungsvoll übergangen.) Ain er irischenditen wirkt die Darstellung freilich dort, wo FischartDombrowski ein paar wichtigtuerische Nullen der alten Diplomatenhute, die v. Lersner, v. Remniz et tutti quanti, mit gejalzenen Ruten züchtigt. Unter den Köpfen" des foeben erschienenen vierten Bandes nahmen( wie in den früheren Bänden) fozialdemokratische Führer persönlichkeiten nicht unerheblichen Raum ein. Wels' und Löbes Charakteristik gehört zum Hervorragenden, auch über Hilferding, Stampfer und Breitscheid findet sich manches treffende Wort, Crifpien fut dagegen der Verfasser entschieden Unrecht, wenn er fast ausschließ ich Sinomjewsche Bosheiten über ihn zitiert. Die Gemertschafts führer sind in dem Bande durch Tarnow, Leipart und Umbreit ver teten, die preußischen Führer durch Braun und Severing. Die geschichtliche Bedeutung des letzteren scheint Fischart nicht voll erfaßt zu haben, wie er umgefehrt Severings ehemaligen voltsparteilichen Ministertoliegen, den hilflos tapfigen Herrn v. Richter, erheblich überschät allemal. Und wenn die kommenden historischen Wälzer nur halb soviel vom lebendigen Geiste unserer Zeit enthalten wie Dombrowitis Efizzenbuch, wollen wir zufrieden sein. Erich Kuttner. „ Romeo und Julia." Für das Wallner. Theater baut Herr Benno von Arent Kulissen und Räume. Das Verona, in dem Romeo und Julia sterben, stattet er mit einem fröhlichen Marktplag mit einem entzückenden Balfon und mit einer imponierenden Friedhofskammer aus. Die italienische Stadt der Liebe lebt auf in leppigfeit und Glanz. Treppen, Winkel, merkwürdige Wände und lichkeit und die Traurigbeit der Liebe wohl gedeihen. Benno von Arent Farben geben wirklich ein südliches Nebeneinander, in dem die Herrscheint ein Bühnenmaler zu sein, dem bunte Dinge einfallen. Wenn nun Romeo und Julia in dieser schön und verführerisch aufgebauten Stadt leben und sterben, dann müßte alles Dasein wie eine blühende Cantilene ewig in ihnen tönen. Aber diese beiden Schuspieler, die in ihrer Liebe fingen follien, find problematische Schauspieler und nicht mehr fähig, fich ohne Schranken in die Zärtlichkeit ihres Gefühles zu vertiefen. Ernst Deutsch, der Romeo, hat sich viel zu häufig vergrübelt, er ist viel zu oft hineingestiegen in die Bizarrerie. Seine dumpf aus seiner Seele, noch dumpfer aus seiner Kehle. Wie kommt Leidenschaft und auch seine Niedergeschlagenheit tönen immer dumpf, es nur, daß die Sehnsucht dieses guten, ja großen Schauspielers fich es nur, daß die Sehnsucht dieses guten, ja großen Schauspielers fich gar nicht mehr det mit seinem wirklichen Talent? Der Schmelz ging ihm verloren, das Wühlende, das Wurmende waltet nur noch in ihm. Er leidet nicht mehr Unglüd wie ein Jüngling, er leidet nur noch wie ein Greis. Ift er jemals Jüngling gewesen, hat er jemals Schmelz beseffen? Nein, Dämonie wurde ihm seit Anfang feiner ist nur schlicht, zuversichtlich im Glücke, fnabenhaft mutig und unLaufbahn aufgezwungen. Und Romeo ist gar nicht dämonisch. Romeo philosophisch, wenn die Tragit heraufsteigt. Fräulein Grete af o bjen mit milderer Süßigkeit begabt, gehört der Gestalt nach zu den gefälligen Mädchen, der Stimme nach zu den herben. Bernimmt man so das Zirpen und das Liebeslispeln diefer Julia, so vermeint man jenes Mädchen zu hören, das augenblicklich in Berlin die Herzen der meisten Theaterfreunde gewinnt. Etwas herbes, ja etwas Schmerzliches flingt jederzeit auch in der Stimme des Fräuleins sie ist nicht immer Instrument zur Erweckung des finnlichen Ent Jakobsen. Aber die Stimme hält nicht aus. Sie lullt sich immer ein, zudens. Die Stimme ermattet, dann geraten Rede und Rofigkeit der liebenden Julia in Gegensah. Die Linie ihres Mundes ist in Schmelz getaucht aber ihre Borte ertönen nur hohl. Auch fie ergibt fich mit Romantit diefer Julia, dieser durchaus mutigen, gar nicht empfindsamen Mädchenblume. Darin, daß sie zunächst mehr lächelt ofs trauert, ift fie sehr erfreulich. Aber diese Munterfeit muß ab. gelöst werden durch Melancholie und dann durch Tragit. Verwanddaß der schönste Aft, das glückselige Erwachen, Zusammenfinten und fungen und Steigerungen gelingen nicht immer. Es gefchieht fogar, Auseinanderveißen der Liebenden in der Morgenfrühe verhallt, ohne daß wir zittern um den Untergang von Romeo und Julia. M. H. Elfe Johannsen, Hamburg, spricht am Donnerstag, den 5. März, 8 Uhr, im Leffing- Museum, Brüberstraße 18, Dichtungen von Franz Werfel. Englische Aufführungen in Berlin. Die von den Polen aus Lodz Schauspielerin Adele Hartwig, wird die Leiterin eines neuen Unternehmens sein, das sich Bereinigung englisch spre chender deutscher Schauspieler" nennt und sich englische Theateraufführungen zur Aufgabe macht. Die Regie liegt in den Händen Arnold Korffs, während sich Prof. Wendland als Leftor betätigt. Tilla Durieug, Frida Richard, Run berg, Dr. Manning, Dr. Behrend und Hensel( Renaissancetheater) sind für das Ensemble gewonnen, das zunächst" The great adventure" von Arnold Bennett herausbringen wird. Als zweites Stück ist The laughing Lady" von Alfred Sutso vorgesehen. Die Borstellun gen sollen im Neuen Theater am 300 stattfinden, und zwar find fie als Matineen gedacht, die wöchentlich zweimal nachmittags wiederholt werden dürften. Mit dem Auto quer durch Afrika. Die Kraftwageniegpedition des Pariser Journalisten Edmond Tranin, die sich die Aufgabe stellte, im Auto Afrika zu durchqueren, hat jetzt ihr Ziel erreicht. Die Reisenden, die zwei Kraftwagen hatten, traten am 8. Dezember 1924 ihre Fahrt in Konakry an der Küste von Guinea an und erreichten am 20. Februar Eritrea an den Ufern des Roten Meeres. Sie haben bei dieser Durchquerung Afritas von Westen nach Osten gegen 6000 Kilometer zurückgelegt. Die Autos waren ga 13 Verwendung von Balmöl oder Naphtha an Stelle von Petroleum gewöhnliche Wagen, aber mit einer Vorrichtung versehen, die die als Betriebsmittel gestattete. Die Expedition hat gezeigt, daß man sich durch ganz Afrika mit Brennstoff auf diese Weise versorgen fann. Die Reifenden hatten große Hindernisse zu überstehen; bei der Ueberschreitung des Niger mußten die Wagen zeitweise auf Flößen fortgeschafft werden. In der Umgegend des Tschadfees war der Boden so schlecht, daß die Wagen ini Schlamm versanken und der eine zurüdgelassen werden mußte. Rhythmische Tanzvorführungen. Im Rahmen der ygiene- Mejic wissenschaftliche und populär- wissenschaftliche Film- Vorführungen aus dem ( bom 1-8. März, im Hause der Kuntindustrie am Staiserdamm) finden Gebiet der Medizin und Hygiene statt. Weitere Streise dürfte besonders ber yom medizinisch- finematographischen Institut für Unterricht und Forschung hergestellte Film über Körperigulung und Körperfultur Oberschulrats& r. Diller finden statt am Dienstag von 5-7 Uhr, am interessieren. Vorführungen dieses Films mit erläuterndem Vortrag des Mittwoch von 4-6 1hr, am Freitag, Gonnabend und Sonntag von 8-10 des Films von den einzelnen Gruppen der dargestellten Tanzschulen prat Uhr abends. Ferner werden an den genannten Tagen jeweils nach Ablaufen tische Borführungen auf der Bühne zur weiteren Veranschaulichung der einzelnen Methoden veranstaltet. Jm Deutschen Theater geht in Abänderung des Spielplans am Freitag Die heilige Johanna" mit Elisabeth Bergner in Szene. Der Ball der Bühnengenossenschaft" findet nunmehr am 11. b. M. in den gesamten Fefträumen des 300" ftatt. Der Vorverkauf wird ab 6. b. m. im 300"( Adlerportal) und im Genossenschaftsgebäude, Steifbftr. 11, wieder eröffnet. Die Ausroffung des Walfisches Die rüdsichtslosen Verfolgungen in den Antarktischen Gewässern in einem Jahre wurden 12000 Walfische sur Strede gebracht bringen die Gefahr nahe, daß der Walfi'ch seiner Ausrottung entgegengeht. Die Regierung von 3sland hat nun eine Stommission eingelegt, die die ganze Frage unterfuchen foll, um nötigenfalls Shuzmahanhmen an ergreifeu. 16 Die faschistische Jfolierzelle. Es ist psychologisch überaus lehrreich, das fortschreitende Maß menschlicher Verbohrtheit aus der Perspektive des interessierten Dritten zu verfolgen. Das Café Wilhelma ist bekanntlich der Zentralfnotenpunkt nationalistischer Kraftmeierei. Hier läßt der hafenbefreuzte Barde, vom Alkohol umdampft, welsche und marristische Hunde mit dem Maulwerk zum Orkus fahren, hier hält man noch immer, wenn auch per distance, treu und unentwegt die Wacht am Rhein, und während der Doorninger schmunzelnd die Millionen, die ihm die Servilität preußischer Richter zuschanzte, überzählt, flicht man ihm in jener puzigen Clownshöhle verspätete Siegertränze fozusagen als umgekehrtes Pleitehonorar. Es sind noch immer jene überholten Karikaturen, die, obwohl schon unerträglid langweilig geworden, sich frampfhaft um Originalität bemühen. Theatralit nach außen, entsegende Leere nach innen. So fizen sie in der faschistischen Isolierzelle auf dem Lotterfell, Berzeihung: dem Caféhausstuhl, die Jungdos, Hakenkreuzler, Wehrwöife, Toten. fcpftiger und Stahlhelmjünger. Wenn man gestern( als vernünftiger Mensch wie immer unter Lebensgefahr) das blondbläuige Lofai betrat, so konnte man immerhin darauf gespannt sein, wie sich diese tatendürftigen Oppositionellen zum Ableben des Reichspräsidenten stellen würden. Man erwartete feine Lobeshymnen, aber doc) immerhin jenes Mindestmaß von Objektivität, nein primitivsten Taft, den man auch vom fanatischsten Gegner verlangen kann. Nichts von alledem. Das Resultat stiller Beobachtungen war erschreckend. Hemmungsloseste Hezpropaganda hat diese Menschen abgeftumpft bis zu perfidefter Gefühlsroheit gemacht. Gehässigkeiten, die zu widerwärtig sind, um zitiert zu werden, gingen von Mund zu Mund, mit unfairen Banalitäten sucht man sich zu animieren, unflätige Wizbolde fabrizierten häßliche Obszönitäten, das ist die Trauer der Wilhelmalavaliere am Grabe des ersten Präsidenten der deutschen Republik. Man sage nicht Flegelegzesse, über die man stillschweigend zur Tagesordnung übergeht. Es sind für den aufmerksamen Beob achter eindringliche Symptome der Mentalität dieser haßzerfressenen Seelen. Aus dieser stidigen Atmosphäre gespreizten und verrohten Phrasentums kann niemais Regeneration, fann niemals Positives fominen. Und dazwischen tobten sie wie immer mit Heil- Hitler und Treudeutsch- Rufen, daß die Maßkrüge entsetzt auf den Tischen madelten, fangen die Siegerfränze, die Flaggenlieder, die Deutschlandhymne, vom Bierfuror ergriffen, und während der falsch ge. gröhlte Gaffenhaver vom Hafenkreuz am Stahlhelm von alkoholumbinsteten Lippen tönt, verläßt der Besucher nachdenklich den Eaal. Deutschland 1925. Die Ausschmückung des Potsdamer Bahnhofs. Schließung der Geschäfte während der Trauerfeierlichkeit. Heute in den ersten Morgenstunden wurde mit der Ausschmückung des Potsdamer Bahnhofes begonnen. Auf vielen Wagen und Laft autos tamen Bretter und Balken, sowie die großen Pylonen, die vor dem Bahnhofsgebäude aufgestellt werden. Zimmerleute machten sich. nachdem Arbeiter das Material von dem Wagen abgeladen, sofort an die Bearbeitung der Bretter und Balken. Die Hauptportale zum Botsdamer Fernbahnhof sind geschlossen und fleine Bitter fperren den Zugang zu der Freitreppe. Der Eingang zum Bahnhof ist nur von den beiden Querseiten. Die Sperrung des Hauptportals ist notwendig, damit die Arbeit ungehindert vollendet werden tann. Große Gerüste find aufgestellt, von denen aus die Faffade des Potsdamer Bahnhofs vertleidet wird. Die Einzelhandelsgemeinschaft Groß- Berlin hat beschlossen, am Mittwoch, den 4 März, mährend der Trauerfeierlichkeit von 3 bis 5 hr die Geschäfte zu schließen. Die Schneider 3wangsinnung Berlin nimmt an der feterlichen Ueberführung des Herrn Reichspräsidenten teil. Die Mit glieder werden ersucht, sich am Mittwoch, den 4. März, mittags 2 Uhr pünktlich vor dem Jnnungsbureau, Brüderstr. 7, aufzustellen. Der Abmarsch erfolgt vom Innungsbureau pünktlich 2,15 Uhr. In den städtischen Bureaus und Kaffen fällt am Mittwoch, den 4. März, der Dienst von 1 Uhr ab aus. Dies gilt auch für die städtischen Betriebe und Anstalten, soweit es die betrieblichen Berhältnisse irgendwie geftatten. Das Rettungsamt der Stadt Berlin wird gegenüber der Doro theenstraße am Reichstag und in der Linkstraße nahe dem Bots damer Bahnhof je einen Krantenwagen bereitstellen. Der Dienst auf den nahegelegenen Rettungsstellen ist verstärft. Die Sigungen des Gewerbe- und Kaufmannsgerichtes werden tunlichst um 1 lihr geschlossen. Beifißern, die noch vor 1 Uhr zwecks Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten Befreiung von der Sigung beantragen, wird diese gewährt werden. Die Spartaffe der Stadt Berlin hält ihre sämtlichen Raffenstellen non 12 Uhr mittags an für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen. Zur Trauerfeier für Ebert treffen sich die Ordner für die ProIetarische Feierstunde am Mittwoch, den 4. März, abends 6 Uhr 50 Minuten im Großen Schauspielhaus, Eingang Schiffbauerdamm. beim Genoffen Wilhelm Schent. Wir erwarten, daß alle Ordner pünktlich zur Stelle find. Jur Mitwirkung an der Trauerfeier für den verstorbenen Reichspräsidenten treffen sich die Mitglieder des Sprechchors für Proletarische Feierstunden am Mittwoch, den 4. März, abends pünktlich 6 Uhr 30 Minuten im Großen Schauspielhaus, Eingang Schiffbauerdamm, beim Genoffen Schent( Requiem). Der Republikanische Anwaltsbund ersucht die Anwälte, fich geschlossen an den Bestattungsfeierlichkeiten morgen( Mittwoch), nach mittags 3 Uhr, zu beteiligen. Gleichzeitig wird gebeten, die Kanzleien um 2 Uhr nachmittags zu schließen, damit den Bureauangehörigen die Möglichkeit der Teilnahme gewährt wird. Der Zihewit- Skandal. Immer neue Enthüllungen. Wo bleibt der Staatsanwalt? Der Ausschuß fährt in der Befragung des Herrn" v. Carlowitz| nach den über sie vorliegenden Auskünften für zahlungsfähig u fort. vertauenswürdig gehalten habe. Daß v. Karstädt damals 7000 Mark Schulden hatte, sei ihm unbekannt gewesen. Abg. Riedel( Dem.): War das Gut, in das Sie nach Ihrer Angabe das Geld gesteckt haben, Ihr eigenes Gut oder Ihr a cht gut? v. Carlowih: Ich weiß nicht, was das mit den Geschäften der Landespfandbriefanstalt zu tun hat. Borf. macht v. Carlowig darauf aufmerksam, daß er zur Beantwortung der Fragen verpflichtet sei. Der Zeuge erklärt zunächst, das Gut sei beides gewesen und erläutert diese Antwort schließlich dahin, er habe das Gut von seinem Bater als Bachtgut für sich und seine Erben bekommen. Der Bachtvertrag laute bis zum Jahre 1940. Abg. Riedel( Dem.): Ihr Schwiegervater Herr v. 3izemiz hat sich mit den übrigen Gesellschaftern entzweit und ist schließlich allein in der Gesellschaft geblieben. Was der Grund dieser Entzweiung der, daß er nicht mit der Art einverstanden war, wie Sie das für 3hre persönlichen Zwede erhobene Geld verwandten?( 3euge: Nein.) Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß wir auch Herrn v. Zizemiz danach fragen werden. v. Carlowih: Ich habe ihn nicht danach gefragt, ich kenne seine Gründe nicht genauer. Ich bin ausgeschieden, weil mein damaliger Schwiegervater einem Herrn Wöhler aus Dresden Generalvollmach gab, dessen Geschäfte mir nicht einwandfrei erschienen. Abg. Riedel( Dem.): Aus den Atten ergibt sich, daß Herr Wöhler erst die Generalvollmacht bekommen hat, nachdem die Trennung der Gesellschafter schon vollzogen war. v. Carlowig: Am 24. August hat Böhler die Generalvollmacht bekommen und am 28. bin ich ausgeschieden. Abg. Brüdner( S03.) richtet an v. Carlowig verschiedene Fra gen über die Verwendung der zu persönlichen 3weden abgehobenen Gelder. Der Zeuge antwortet ausweichend und erklärt, genouere Angaben nicht machen zu können, da er über diese Ausgaben auch nicht Buch geführt habe. Er wird vom Vorfizenden auf gefordert, möglichst bald die vorhandenen Unterlagen über die größeren Zahlungen beizubringen. Bors. sucht dann durch verschiedene Fragen an den Zeugen festzustellen, in welcher Weise fich die Auszahlung der Gelder für persönliche Zwede vollzogen habe, wer über die Berteilung an die einzelnen Gesellschafter bestimmt habe. Der Zeuge v. Carlowit antwortet ausweichend und bleibt auf die Borhaltungen des Vorsitzenden und verschiedener Ausschußmit glieder immer nur dabei, daß die Gelder gemeinsam abgehoben und gemeinsam ausgegeben worden seien. Auf die Frage, mer denn die Zahlungen in bestimmten Fällen geleistet habe, antwortet der Zeuge: v. Eydorf, v. Karstadt und ich, alle drei gemeinsam! Sie können doch nicht gemeinsam den verschiedenen Stellen das Geld gezahlt haben. Borj.: v. Carlowih: Wir können doch statt der Namen Egdorf, Carlowiß und Rarftabt ein„" feßen, dann heißt es: X zahlt foundioviel. Bors.: Haben Sie es denn so gemacht bei den Zahlungen? v. Carlowig: Jawohl!( Große Heiterfeit!) Vorf: Sie sagen alfo X., mer war benn das I.?( 3euge: Bir drei!) Herr v. Carlowig, ich muß fast annehmen, daß Sie die Sache hier nicht so ernst auffallen, mie sie tatsächlich ist. Der Borsitzende sucht dann durch weitere Fragen heraus zu bekommen, von wem der Zeuge beispielsweise das Geld für die Brennerei erhalten habe. Der Beuge v. Carlowig gibt darauf zunächst wieder ausmeichende Antworten. Die dann befragten Zeugen v. Egbori und v. Karstädt befunden, in diesem Falle habe Ezdorf deni Zeugen v. Carlowig das Geld gegeben. Die Sache habe sich gewöhn. lich jo abgespielt, daß einer oder mehrere bei der Landespfandbriefanstalt fich Geld geben ließen, und daß dann jeder fagte, was er brauche. In den meiffen Fällen, so auch in dem Fall des Herrn von Carlowih, habe Ehdorf das Geld verteilt. Borf.: Um diese Auskunft zu erhalten, haben wir den Zeugen v. Carlowitz über eine halbe Stunde ausfragen müssen. Abg. Brüdner( Soz.): Ich beantrage, nach dem Abschluß der Bernehmung des Zeugen v. Carlowig die Vereidigung der Zeugen v. Karstädt, v. Ezdorf und v. Carlowig vorzunehmen. Auf verschiedene Fragen, die mit der Art der Auszahlung der Gelder zusammenhängen, erklärt Direktor Lüders von der Pfandbriefanstalt, die drei Herren hätten ihm niemals gefagt, daß sie das Geld für ihre persönlichen Bedürfnisse verwenden wollten. Sie hätten auf eine Fragen immer angegeben, daß sie bestimmte 3ahlungen für das Geschäft zu leisten hätten. Borf. fragt, ob denn die Angaben der Gelbabheber niemals durch Rückfrage bei den als Empfänger angegebenen Stellen nachgeprüft worden feien. Direktor Lüders verneint das und bestätigt dem Vorsitzenden auf dessen Frage, daß er die drei Herren nach ihrem Auftreten und schleppungstaktit in der Kleinwohnungspolitik und forderte, daß sich das Bezirksamt dem dringenden fulturellen Bedürfnis der Siedler anpassen und eine eingehende Untersuchung der zum Himmel schreien den Zustände einleite. Das Bezirksamt war durch mehrere Stadt verordnete und leitende Beamte vertreten, die sich an der Aussprache beteiligten und weiteftes Entgegenkommen zusicherten. Beide Re ferenten wiesen auf die Bedeutung der Maffeneingabe für Abgrenzung von Heimstättengartengebieten gemäß dem preußischen AusführungsDer Zeuge Carlowih gibt weiter an, daß er die Brennerei wi der an seinen Vater verkauft habe. Das Geld habe sein Bates. Es handle fich da un private Abrechnungssachen, übe die er nicht sprechen wolle. Bors: Es handelt sich hier um Gelder, die für den Bau von Kleinwohnungen bestimmt waren und die in Ihre Taschen geflossen sind. Der Vorsitzende ersucht den Zeugen, alle seine Bücher dem Ausschuß zu bringen, da er auf teine Frage eine befriedigende Ant| wort gebe und der Ausschuß so nicht weiterfomme. Auf die Frage, zu welchem 3med er mit nach London gefahren sei, erklärt der Zeuge, daß er sich angeboten habe, da er Dr. Cann besser fannte. Englisch könne er nicht.( Die Reise kostete 30 000 21.) Abg. Brüdner( Soz.) beantragt, die Herren v. Carlowiz und Karstädt am Schlusse der Sizung zu vereidigen. Der Ausschuß tritt nunmehr in die Bernehmung des Rittergutsbesitzers v. Zihewih Sein ein, der 52 Jahre alt ist. Der Zeuge gibt zunächst einen umfassenden Bericht über das Zustandekommen des ganzen Geschäfts. Schwiegersohn v. Carlowig habe ihn darauf aufmerksam gemacht. Er fei dann nach Berlin gefahren, um sich die Objefte anzusehen, und sei gleichfalls zu der Ueberzeugung gefommen, daß es sich um ein günstiges Geschäft handelte. Die ersten Verhandlungen mit der Landespfandbriefanstalt habe er nicht geführt. Er fei erst dazu gekommen, als die Sache so weit war, daß er nur noch zustimmen brauchte. Das Darlehen betrug etwa 600 000 m. Er habe gehofft, den Betrag bald wieder zurückzahlen zu können. Die Hoffnungen feien aber zunichte geworden, da der englische Kredit ausblieb und auch die holländischen Pfandbriefe nicht abzusehen waren. Als die Schuld immer mehr anwuchs und die Pläne Ezdorfs und Kar städts fich dauernd nicht erfüllten, sei er um sein Vermögen besorgt gemorden. Da nach den Mitteilungen von Böhler auch die Bermaltung gar nicht funktionierte, entschloß sich der Zeuge, die Geschäftsführer zur Niederlegung ihrer Aemter zu veranlassen und fich völlig freie hand vorzubehalten. Borf.: Haben Sie das Konsortium irgendwie schriftlich festgelegt? Zeuge v. 3ihewith: Zunächst nicht, erst später haben wir festgelegt, daß alle zu gleichen Tellen beteiligt fein follten. Der Zeuge befundet weiter, daß die Reise nach London mit seiner 3u. ftimmung erfolgte. Wieviel Geld auf dieser Reise verbraucht wurde, wisse er nicht. Bors.: Wie ist denn Dr. Fleischmann in diese Sache hineingekommen? Zenge: Fleischmann war meines Wissens ein Befannter von Ehdorf und sollte seine Beziehungen in London gleichfalls geltend machen. Auf weitere Fragen erflärt der Zeuge, daß er wohl von den Hauptzahlungen der Landespfandbriefanstalt stets erfahren habe. In Bon der allen Einzelheiten jei er aber nicht unterrichtet worden. Gazungswidrigkeit des ganzen Geschäfts habe er zunächst nichts gewußt. Bon den großen Summen, die die Herren n. Egdorf um, für persönliche 3mede verwendet hatten, habe er erst erfahren, als er genötigt gemalen fei, die Herren abtreten zu laffen. Borf.: Haben Sie etwas bemerkt, daß die ganze Bebensweise der Herren sich damals sehr änderte? Der Zeuge beftätigt, daß befonders Carlowig in zunehmendem Maße Geld verbrauchte. wieweit dieser das Geld für die Brennerei verwendet hat, weiß der Zeuge nicht. Die Pacht des Gules fei auf. gehoben worden, weil mit Pfändungen gegen Carlowih vorgegangen wurde. Auf die Frage, warum er die Urfunde über das angebliche Darlehen von der Stettiner Spartasse unterschrieben habe, erflärt der Zeuge v. 3izemiz. ihm sei non den Herren der Landespfandbriefanstalt erflärt worden, aus banttechnischen Gründen fei die Einschiebung der Spartaffe als 3wischen. ft elle notwendig. Auf weitere Fragen erflärt er, er habe erst später in Berlin von dem negativen Erfolg der Londoner Reise erfahren. Auch über die Abhebung der großen Beträge für ihre persönlichen Bedürfnisse hätten ihm die brei übrigen Gesellschafter nichts gefagt, obwohl sie nach seiner Auffassung dazu verpflichtet gewesen mären. v. Zizewiß und die Zeugen v. Karstädt und v. Etzdorf erklären schließlich auf eine Frage des Vorsitzenden Leinert, den Direktorer Lüders und Geh.- Rat Nehring jei irgendein persönlicher Vorteil aus dem Grundstücksgeschäft weder gezahlt noch zugesichert worden. Der Vorsitzende bittet dann, die Berhandlungen abzubrechen, da er sich frant fühle und nicht in der Lage sei, die Leitung weiter zu übernehmen. Der Ausschuß vertagt sich dann auf Diens tag nachmittag 3 Uhr. Schluß 9% Uhr. Seitdem hatte die Verletzte feinen Laut mehr von sich gegeben. Sie liegt im Krantenhause schwer danieder. An ihrem Aufkommen mird gezweifelt. Zeunert hatte nicht mehr daran gedacht, sich selbst zu er fchießen. Er war nach der elterlichen Wohnung gelaufen, wurde dort von Revierbeamten festgenommen und der Abteilung A. 7 der Kriminalpolizei vorgeführt. gesetz zum Reichsheimſtättengesetz und fanden damit die volle 3 Parteinachrichten ftimmung der Versammlung. Der Liebhaber mit dem Revolver. Die Braut schwer verletzt. Eine Liebestragödie fand gestern abend in der Lange Str. 74 ihren Abschluß. Die achtzehnjährige Elife Britt, die im vierten Stock des Seitenflügels bei ihrer Mutter wohnt, unterhielt ein Liebesder Mollenstr. 12. Das Paar lebte feit einiger Zeit in Unfrieden. Die Strafanträge im Banderolendiebstahlsprozeß. In dem Prozeß wegen des schweren Einbruchs in das Hauptzollamt Nord in der Luisenstraße begründete heute vormittag Staatsverhältnis mit dem 21 Jahre alten Arbeiter Rudolf 3e unert aus anwaltschaftsrat Muth die Anflage. Besonders beschäftigte er fich mit dem Zollinipettor Jordan. In der letzten Zeit haben wir, so führte er aus, uns fast täglich mit Beamtenvergehen zu beschäftigen. Der Staat befindet sich demgegenüber in Notwehr und es muß mit größter Schärfe gegen untreue Beamte eingeschritten werden. Der Staatsanwalt beantragte gegen Zollinspektor Jordan wegen Amtsbestechung und Anstistung zum Einbruchsbiebstahl eine Gesamtstrafe von drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverluft, gegen den Zigarettenfabrikanten Sch u 13, als den Anstifter des Komplotts, zwei Jahre drei Monate Zuchthaus, gegen die drei Einbrecher Scholz, Ernst und Leichtmann je ein Jahr sechs Monate Zuchthaus. Gegen diese drei und gegen Schulz wurden auch je drei Jahre Ehr- ichieben werde, die Treppe hinauf. Durch die Küchentür, die am verlust beantragt. Gegen die Hehler wurden Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis zu einem Jahre und wegen Vergehens gegen das Tabatsteuergesetz Geldstrafen von je 10 000 m. beantragt. Freijprechung wurde bei Frau Jordan, Jeßig und Grahl beantragt. Die Forderungen der Siedler wurden gestern abend in einer vom Ansiedlerverein Zehlendorf einberufenen start besuchten Bersammlung im großen Gaal des Lindenpart in Zehlendorf nach Referaten von Bictor Noad und Regierungsrat Albrecht einftimmig angenommen. Die Versammlung protestierte in einer von Dr. E to a Id eingebrachten und begründeten Resolution aufs ent schiedenfte gegen die vom Bezirksamt Zehlendorf betriebene Ber Statt Gestern abend begab sich Zeunert, der etwas angetrunken zu sein schien, nach der Lange Straße, um sich mit seiner Geliebten auseinanderzusehen. Seine Mutter und eine Freundin des Mädchens begleiteten ihn, um ihn von unbesonnenen Schritten zurückzuhalten. Vor dem Hause angekommen, fchidie Beunert die Freundin feiner Geliebten in deren Wohnung hinauf, um sie auf die Straße herunterrufen zu lassen. Als das Mädchen sich weigerte, herunterzukommen, bat ihn feine Mutter, doch weiter feine Bersuche zu machen, sondern mit ihr wieder nach Hause zu gehen. dessen aber zog er eine Browning- Pistole und lief mit dem Bemerken, daß er feine Geliebte und sich selbst er= Flur liegt und den Zugang zur Wohnung bildet, schaffte er sich Einlaß und zog feine Beliebte gleich mit sich in das anstoßende Zimmer. Die Freundin fand keinen Zutritt, da die Tür abgeriegelt war. Nach einem furzen Wortwechsel fiel ein Schuß. Beunert öffnete jetzt, lief hinaus und war bereits verschwunden, als auf den Lärm Hausbewohner herbeieiften. Die Freundin fand Elise Britt schwer ver left daliegen und bettete fie, fo gut jie bonnte, in der Küche. Beamte des 88. Repiers, das benachrichtigt wurde, ließen die Bermumdete nach dem Krankenhaus am Friedrichshain bringen. Hier stellten die Aerzte feft, daß die Kugel die Lunge durch= bohrt und das Herz gestreift hatte. Die Freundin hatte nur noch gehört, wie fie aufichrie: Hilfe! Ich werde erschossen!" Ginfendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 8. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Bof, 2 Trev. rechts, an richten. 11. Rreis Schöneberg- Friedenau. Treffpunkt zur Trauerkundgebung am Mitt woch, 2 Uhr, Raiser- Wilhelm- Plag. Die Abteilungen haben alle Banner mitzubringen. 13. Kreis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe, Lichtenrade! Treffpunkt am Mittwoch, 23 Uhr, Gendarmenmarkt( Schiller- Denkmal). Die Genossinnen treffen fich 2 Uhr Tempelhof, Berliner, Ede Dorfstraße. 20. Kreis Reinidendorf. Sämtliche Genoffen und Genoffinnen erscheinen Mitt woch zur Trauerkundgebung auf dem Königsplay. Treffpunkt am Boltshaus, Reinidendorf- West, Scharnweberstr. 114, oder 1½ Uhr MullerEde Geestraße. Die Mitglieder, welche sich hier nicht anschließen fönnen, begeben sich zum Königsplak. Nach Auflösung des Trauerzuges im Luftgarten Teilnahme an der Feier im Großen Schauspielhaus, Karlstraße. ( Mitgliedsbud) mitbringen.) Heute, Dienstag, den 3. März: 32, Abt. Uhr Funktionärtonferenz bei Rromphardt, Grüner Weg 49.- Die Mitglieder des engeren Borstandes treffen sich 1 Stunde frilher ebendort. 35. Abt. Die Funktionäre und Mitglieder treffen sich heute abend 8 Uhr bei Peter, Schreinerstr. 36, zu einer wichtigen Besprechung. 37. Abt. 7% Uhr turze Befprechung aller Genossen bei Jerasch, Ebertnstr. 10. 101. Abt. Treptow. Die Funktionäre werden ersucht, heute abend 8 Uhr in der Borwärtsspedition anwesend zu sein. 123. Abt. Kaulsdorf. Heute, Dienstag, abend Frauenabend im Jugendheim. Adolfstr. 26. Thema: Die weltliche Schule eine Rulturforderung." Re ferentin: Genossin Riedger. 123a. Abt. Raulsdorf- Süb. 8 Uhr im Lobal Jägerheim Mitgliederversammlung. Morgen, Mittwoch, den 4. März: 2. Abt. Treffpunkt zur Trauerfundgebung für den Reichspräsidenten am Mittwoch 13 Uhr Unter den Linben 53, Sof. 20. Abt. Die Genoffen schließen sich auf dem Rönigsplat dem 3. Areis an 23. Abt. Die Genoffen treffen fich zum gemeinsamen Ahmarsch aur Trauer tundgebung bei Lewandowski, Geeftr. 104, nachm. 3 Uhr. 26. Abt. Die Funktionärßigung fäut aus.- Die Genoffen beteiligen fich an der Trauerfeier auf dem Königsplan und abends in der Boltsbühne. 29. Abt. Die Genoffinnen und Genoffen treffen sich am Mittwoch mittog 1½ Uhr bei Burg, Prenzlauer Alee 189, um 2 Uhr am Brenzlauer Zor Aur Ueberführung des Genoffen Ebert. Anschließend Gedächtnisfeier in der Boltsbühne. Mitgliedsbuch legitimiert. 44. Abt. Treffpunkt aur, Gedentfeier Rottbuser Tor. Ahmarich pinkilich 1½ Uhr nach Sallesches Tor Gewerkschaftsbewegung Maffendemonstration in Köln. Söln, 3. März( Eigener Drahtbericht.) In einer überwältigenden Massenfundgebung demonstrierte am Montag abend die Kölner Arbeiterschaft in den großen Kölner Messehallen für den Acht stundentag und den internationalen Zus sammenschluß der Arbeiterschaft aller Länder. Dieser Kund gebung, die anläßlich der in Köln tagenden Eisernen Inter nationale" von der Leitung der Kölner Metallarbeiter organisation einberufen worden war, strömten gleich nach Schluß der Arbeitszeit die Massen aus den Betrieben zu, so daß in ganz furzer Zeit der große über 6000 Personen faffende Riefenfaal überfüllt war. Die Veranstaltung wurde eingeleitet mit einem ehrenden Gedenken für die Opfer des Gruben ungluds auf„ Minister Stein" und einem warmherzigen Nach ruf für den verstorbenen Reichspräsidenten Ebert Dann sprachen die Bertreter der verschiedenen Länder Ilg Bern, Browlie London, Labé Paris, Domes Wien, Dißmann Stuttgart, die alle in ihren Ansprachen die Notwendigkeit der internationalen Berständigung und internationalen Solidari. tät hervorhoben und betonten, daß die Wiedererkämpfung des Achiffundentages in der deutschen Hütten- und Metallindustrie eine internatio nale Angelegenheit fei, an der die Arbeiter aller Länder mitwirten sollen. In einer einstimmig angenommenen Entschlte bung wurde betont, daß mehr denn je ein gemeinsames Birken der Arbeiterklaffen notwendig sei. Die Arbeiterklasse habe die dringende Pflicht, alle Kräfte in internationaler geschloffener Kampffront zusammenzufallen und einzutreten für die Rechte des Proletariat s, für die Aufrechterhaltung des. Achtstundentages und dessen Zurückeroberung dort, wo er der Arbeiterklasse in den lekten schweren Krisenfahren entrissen wurde, für einen gesicherten Bölferfrieden, für einen ungehinderten Handel und Berkehr, für Handelsverträge auf dem Boden des Freihandels und gegen alle monopolistischen und herrschaftsgelüfteten Bestrebun gen der Schwerindustrie. Die imponierende, von dem ungebrochenen Rampfeswillen der Kölner Metallarbeiter beherrschte Kundgebung, die auch auf die anwesenden Vertreter von 16 außerdeutschen Staaten tiefen Eindruck machte, wurde eingeleitet und geschlossen mit Frei heitschören der Kölner Arbeitersanger. Moskan und Amsterdam. Der englische Arbeiterpreffedienst brachte vor einiger Zeit fol. gende Erklärungen des Sekretärs des englischen Gewerkschaftsbundes Fred Bramley: Die Entschließung des Vorstandes des Internatio. nalen Gewerkschaftsbundes in Amsterdam auf seiner legten Tagung ist meiner Ansicht nach ein bemerkenswerter Schritt in der Richtung der Wiederherstellung internatio naler gemerfschaftlicher Einigteit und stellt einen Fortschritt gegenüber der bisherigen Politit des JGB. dar." Bramley und Burcell waren die englischen Delegierten zu der Amsterdamer Sigung; hier war es Bramleys Aufgabe, Bie Politik der englischen Gewerkschaften darzustellen und zu verteidigen Bramley sagte weiter: schaft zu unserer Haltung bezüglich der internationalen Einigkeit „ Mein allgemeiner Eindruck war, daß die einheitliche Gegner. verschwand, als deren Sinn dem Borstand klar geworden war; zu diesem stattgefundenen Ansichtswechsel trug die unerwartete und überraschende Feststellung Grabmanns für die deutschen Gewerkschaften bei, daß sie einer Konferenz zustimmen würden, wenn wir uns noch dafür einsetzten." Die Entschließung der Sigung in Amsterdam mache nicht zur Borausseßung für das Stattfinden einer Konferenz mit der ruflischen Bewertschaftszentrale, daß diese die Grundsäße und Sagungen des JGB. vorher anerfenne. Die Heilung der inneren Krankheiten. Bon F. Kort, Leiter des fünstlichen Höhen. fonnenbabes Aftis". Nach meiner Abhandlund über das Herz forme ich heute zu den übrigen inneren Krant heiten. Die medizinischen Anschauungen über das Bejen der Krankheiten haben sich oft verändert. Früher die Theorie der Säfteverderbnis, die gestürzt murde durch die Zellentheorie Virchows. Aber auch diefe mußte viel hergeben an die neuerfiche Thorie der inneren Sefretion und die des Blutbildes. Ich will heute besonders eingehen auf die innere Sefretion und die mit ihr zu fammenhängenden Krankheiten. Im menschlichen Braun oder schwarz Cromleder u. R'Chev reau, mod. halbrunde Form, gut. Material. 90 5% Braun und schwarz echt 90 1190 Boxkalf und Boxrind, moderne Schiebesponge, spitze Form. $ 9.80, in schwarz Cromleder. gul. Material, spize Form Lack- Spangenschuhe mod. 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Die Firma ergriff diese Gedie gegenwärtigen Methoden und den Apparat des JGB. voll und legenheit, um sich des Arbeiterratsmitgliedes L. zu entledigen Sie frei besprochen werden fönnten. Ob eine Konferenz stattfinden flagte beim Gewerbegericht mit dem Antrage, festzustellen, daß ein wird, hänge natürlich von der Entscheidung des allrussi- wichtiger Entlassungsgrund( Arbeitsverweigerung) nach schen Gewerkschaftsverbandes ab. Meiner Beurtei§ 123 der Gewerbeordnung vorliege. Das Gericht erkannte auch lung nach wird dieser der Konferenz so viel Wichtigkeit beimessen, bahin, daß das Verhalten tes als Grund zur fristlosen daß er die eine einzige Bedingung, die Amsterdam stellt, nicht als Entlassung anzusehen jet. Hindernis ansehen wird." Dies Urteil wurde am Freitag, den 27. Februar verkündet. Obe gleich der Bertreter des Beklagten 2. dem Bertreter der Firma sogleich erklärte, daß das Urteil berufungsfähig sei und er Berufung einlegen werde, hielt es die Firma nicht für angebracht. die endgültige Entscheidung des Gerichts abzuwarten, sondern fie entließ am folgenden Tage das Arbeiterratsmitglied L. Darauf ist am Montag die ganze Belegschaft der Firma in den Streif getreten, weil sie tie Entlassung vor der rechtsfräftigen Entscheidung der Berufungsinstanz als Maßregelung betrachtet. Wegen Beilegung des Konflikts steht der Verkehrsbund in Unterhandlung mit der Firma. Bramley erflärt ferner die Stellungnahme der britischen Delegierten in Amsterdam betr. den russischen Vorschlag auf Abhalten einer gewerkschaftlichen Weltkonferenz. Auf der Amsterdamer Sigung hätte Mertens gewünscht, ins Protokoll folie aufgenommen werden, daß Bramley und Purcell erklärt hätten, es fame eine solche Weltkonferenz nicht in Froge. Bramley legte in Erwiderung darauf flar, daß die britischen Delegierten nicht die Idee akzeptiert hätten, die vorgeschlagene Konferenz als Vorläufer der genannten Weltfonferenz anzusehen. Nach dem Zusammentreffen mit den Russen möge vielleicht eine Weltkonferenz für wünschenswert gehalten werden. Das ist abzuwarten. Die britischen Delegierten Achtung AEG.- Konzern! Anlaßlich der Trauerfeier für den fehen die Zustimmung zu der jetzt vorgeschlagenen Konferenz aber Genossen Ebert hat der Fraktionsvorstand beschlossen, den Arbeit. nicht als eine Bindung an, auch dem Vorschlag einer Weltnehmern, die sich daran beteiligen wollen, zu empfehlen, am Mitt. fonferenz zuzuftimmen. woch um 2 Uhr die Betriebe zu verlassen. Rückgang der Arbeitslosigkeit. Der Fraktionsvorstand. Am Auftrage: Krüger. Rooch Achtung, Tapezierer! Morgen Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, im Rosenthaler Freitag, den 6 März. nachmitta's 5 Uhr, im Gewerkschaftshaus. Gaal 4: Sof, Rofen haler Str. 11: Bertrauensmänneroverfammlung. Bollversammlung aller organisterten Tapezierer und Näherinnen. Zutritt nur mit eg timation Kollegen! Die Unternehmer lehnen jede Brhandlung über Tarif In der Zeit vom 1. bis 15. Februar hat sich die Zahl der Hauptunterſtügungsempfänger in der Erwerbslosenfürsorge von 592 000 auf 575 000, d. h. um rund 3 Proz. vermindert. Im ein zelnen hat sich die Zahl der männlichen Hauptunterſtügungsempfänger von 551 000 auf 535000, die der weiblichen von 41 000 auf 40000 gefentt. Die Zahl der Zuschlagsempfänger ( unterstützungsberechtigter Angehöriger von Hauptunterſtügungsmitgliebetberlammlung findet wegen der Trouerfeier für den ver empfängern) ist von 813 000 auf 796 000 zurückgegangen. Neben einer leichten Belebung in einzelnen Industriezweigen ist auch in der Landwirtschaft bereits wieder eine Zunahme der Arbeitsgelegenheit eingetreten. Die Hilfsarbeiter in der Metallindustrie. Am 1. März fand eine gutbesuchte allgemeine Hilfsarbeiterversammlung der Metallindustrie statt, einberufen von der Branche der Hilsarbeiter im Deutschen Metallarbeiterverband. Urich gab einen Ueberblick über die Lage der Hilfsarbeiter und ihrer Lohnbewegun gen. Besonders mies er darauf hin, daß es dem DMV. gelungen jei, bei den jetzt abgeschloffenen Tarifverträgen der Rohrleger, Baufchloffer, Gold- und Silberarbeiter usw. die Spanne zwischen den Löhnen der gelernten und ungelernten Kollegen niedrig zu halten. Auch während der Zeit des allgemeinen Lohnvertrages in der Metallindustrie betrug diese Spanne nur 12 Proz. Beim bevorstehenden Ablauf des Hilfsarbeitertarifes soll es die Aufgabe des Metallfartells sein, die bestehende große Lohndifferenz in den VBMJ- Betrieben durch Erhöhung der Hilfsarbeiterlöhne zu vermindern. Die Distuffionsredner schilderten die traurigen Lebensverhältnisse der Metallhilfsarbeiter und wissen auch auf ein gemeinsames Arbeiten zwischen den Kollegen des Verkehrsbundes und des DMV. hin. Angenommen wurde ein Antrag, der alle Hilfsarbeiter aufruft, sich ihrer elenden Lage, aber auch ihrer gewertschaftlichen Beschluß wendet sich gegen die nichtachtende Behandlung von Hilfs. Pflicht bewußt zu werden, da nur dann ein erfolgreicher Kampf um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen möglich sei. Ein weiterer arbeitern in der Metallindustrie durch einzelne Arbeiter. Streif wegen Maßregelung eines Arbeiterratsmitgliedes Im Betriebe der Eisenlagergesellschaft in Tempel. hof erhielt das Arbeiterratsmitglied zu Beginn der durch die Arbeitsordnung festgefeßten Frühstückspause den Auftrag, mit seiner aus vier Mann bestehenden Rolonne einen Poften Ware sofort zum Bersand fertigzumachen. 2. weigerte sich, die Arbeit während Rörper find zahllose Drüsen vorhanden, deren richtige Funktion nötig für die Gesundheit und deren falsche Tätigkeit die schwersten Schädigungen hervorbringen. Mandjes davon ist bekannt, z. B. daß die Zuckertranfheit durch die mangelhafte Tätigkeit des Inselapparates der Bauchspeichel drüse hervorgerufen wird, daß das perfehrte Funktionieren der Schilddrüse einerseits Kropf, andererseits die Basedowsche Krankheit erzeugt. Dabei sind ganz merkwürdige Zusammenhänge einzelner Drüsen, die weit voneinander entfernt liegen. Im allgemeinen ist wenig bekannt, daß die Leber und die Nieren nichts anderes als große Drüsen sind, deren Sekretion besonders wichtig für die Lebenstätigkeit ist. In den allermeisten und Lohn ab. Es ist deshalb Pflicht, beide Beranstaltungen osll zu besuchen Die Ortsverwaltung. Deutscher Bortier- und Hansangestelltenverband, Sektion 7 des Deutschen morgen, Mittwoch, anberaumte Gettionsy ftorbenen Reichspräsidenten nicht um 6 Uhr, sondern erst um 7 Uhr abends int Gewerkschaftshaus, Gaal 1, ftat Bermessungswesen in Groß- Berlin. Allgemeine Bermessungstechniker- Bersammlung Bund der technischen Angestellten und Beamten. Berufsausschuß für das am Freitag, den 6 Marz, abends 7%, Uhr, im Empfangsraum des Bundeshauses, Berlin NW., Berftftt. 7. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelie: Berlin S 14. Gebastianite. 37/38. Sof 2. Sämtliche arbeitsfreien Kameraden stehen am Mittwoch, den 4 März von mittags 2 Uhr ab an ihren Treffpunkten den Kamerabsaftsführern zur Verfügung, arbeitsfreie Kameraben ber Kamerabschat Bertin- Mitte von 11 Uhr an in der Sebastianstraße 37/38. Rameradschaft Friedrichshain. Heute Pien tag abend, 9 Uhr treffen fich fämtliche Rameraben im Bereinslotal Fruchtftr. 36a zur Diensteinteilung für Mittwoch, den 4 März. Ortsgruppe Nowawes. Donnerstag, abends 6 Uhr, Antreten auf dem Friedrichstirchplay in Nowawes zur Trauerf. ter. Geschäftliche Mitteilungen. Das bekannte Schuhlokal Behrndt, Münzstr. 23, mit feinen Filialen: Rottbuser Damm 13 und Frankfurter Allee 54, bringt der Groß- Berliner Bevölkerung nicht nur solide Straßenfd uhe, sondern auch die allerneuesten Frühjahre Modelle in erft tlaffiger raffiger Ausführung zu ganz besonders billigen Preisen. Bir weisen unsere Leser noch be onders auf das heutige Jn'erat der Firma hin. Berantwortlich für Bolitik: Eraft Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gemerfichaftsbewegung: Friedr. Entorn: Feuilleton: R. S. Dölcher: Lokales und Sonstiges: Frig Karstadt: Anzeigen: Th. Glode, sämtlich in Berlin. und Berlaasanftalt Baul Ginger u. Co. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S.. Berlin. Drud: Bormärts- Buchbruceret Berlin SB 68 Lindenstrake 8. Verband der graphischen Hilfsarbeiter Ortsverwaltung Berlin. Achtung! Steindruckerei- Hilfepersonal Berlins! Die für Mittwoch, den 4. d., angefette Ver ammlung findet nicht an diesem Tage, sondern Tonnerstag, den 5. b., um 5 Uhr, im Meichskasino. Neue Königstraße 26, statt.- Tagesordnung: Bericht von dem Verlauf der Lohnverhandlungen. Alle müssen Der Ortevorstand: Gustav Grohmann. erscheinen! Fällen wird die Krankheit durch die Herabsetzung der imeren Sefretion hervorgerufen. Da tommt uns wieder die Diathermie zur Hilfe. Die Heilwirkung ist sehr leicht zu erklären. Durch diese innere Durchwärmung und die hochfrequenten Ströme wird die innere Sefretion so angeregt, daß der Erfolg meistens schon nach wenigen Be handlungen zu merten ist. Besonders bei Leber, Nieren, Magen, Darm. Die Schmerzen ver fchwinden, die Bergrößerung( z. B. der Leber) nimmt fühlbar ab, der Appetit fommt schnell wieder, das Erbrechen hört auf und vieles andere. Neben der Diathermie gebe ich bei diesen inneren Krankheiten meistens noch höhensonne. Denn bei der Bestrahlung werden durch die ver. Die neuen Frühjahrs- Modelle it's billig W bel uns bringen in den neuesten und elegantesten Modesachen von den einfachsten bis zu den elegantesten Modellen eine ganz enorme Auswahl zu billigen Preisen. Unsere 17 Schaufenster sind eine Sehenswürdigkeit. Hier nur einige Beispiele: Erstkl. Luxusschuhe greu Nubuck mit braunem Besats sowie verschiedens Zusammenstellungen ta grober Auswahl billis Damen- Halbschnürschuhe 590 mod. 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