Nr. 112 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 57 Bezugspreis: wöchentlich 70 Bfennig, monafid 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Areuzband für Deutschland, Danzig, Saar und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat Der Bormärts mit der Sonntags beilage Bolt und 8eit" mit„ Sied Iung und Aleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenstimme" erfcheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: .Sozialbemokrat Berlin" alaid Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die etnivaltige Nonpareille geile 70 Bfennig. Reflamezeile 4, Reichsmart. Aleine Anzeigen" bas fettgedrudte Bort 20 Pfennig ( aulaffia awei fettgebrudte Borte), febes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengefuche bas erfte Wort 10 Bfennig. jebes weitere Bert 5 Bfennig. Worte über 15 Buchh ftaben zählen für amei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 30 Bfennig. Anzeigen für die nächste Mummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags in Sauptgeschäft. Berlin SW 68. Linden. ftcake 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 7. März 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftschefkonto: Berlin 37536 Bankkonto: Direktion der Die konto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Der Wahlfeldzug der Niedertracht. Wie sich die Deutschnationalen den Wahlkampf dachten. feit aus unserem öffentlichen Leben geschwunden." Das von den Deutschnationalen, von den Kreisen, die Deutschland ins Unglüd geführt haben, die die letzte und tiefste Schuld an seiner Erniedrigung tragen! Treue! 3ft sie wirt lich erst seit dem 9. November geschwunden, war nicht die feige Flucht des Kaisers nach Holland der grandioseste Treubruch an der Nation in ihrer schwersten Stunde, der denkbar ift? Sauberfeit des öffentlichen Lebens! Sind nicht in der Kriegszeit die Methoden des Schmierens, der Be ftechyung, der Schiebung bei Kriegslieferungen gezüchtet worden? Ehrlichte it! Rüftungsgewinne der Schwerindustrie im Kriege, fchamlose Ausbeutung der Reichsfinanzen, die den entscheidenden Anstoß zum Zusammenbruch der deutschen Staatsfinanzen gab! Das ist die Schuld jener Kreise, die jetzt nach der Macht greifen.- Es heißt weiter in diesem Flugblatt: rer, gegen die Sozialdemokratie. Nicht nur gegen die Sozialdemokratie. Der Feldzug richtet sich gegen alle verfaffungstreuen Barteien, auch gegen die Demokraten und das Zentrum. Dies Flugblatt„ Einst und jetzt" schleudert Verleumdungen gegen Staatsmänner und führende Beamte aus den republitanischen Parteien ohne Ansehen der Partei, gegen Hermes und Siering, gegen örsing und Grüßner, gegen Lübbring und Richter, gegen Südefum und den Freiherrn n. Reibniz, gegen Heilmann und Osterroth und Leinert. Sie alle werden unterschieds los in eine Linie mit Herrn Höffe gestellt. Am 29. März wählt das deutsche Volt sein Staatsober-| 9. november ist Treue, ist Sauberteit und Ehrlich, niederträchtige Verleumdungen gegen sozialdemokratische Füh haupt. Die Wahl des Reichspräsidenten erfordert von einem politisch reifen Bolt ein Höchstmaß an Berantwortung. Es gilt, einen Mann an die Spige des Staates als Repräsenlanten des ganzen Volkes zu stellen, in dem sich das Staatsbewußtsein und der Staatswille des Volkes symbolisiert, in dem nach außen die politische Stellung und die Würde der deutschen Nation sichtbar in die Erscheinung tritt. Die Bedeutung dieser Wahl erfordert, daß der Wahlkampf in Formen geführt wird, die der Bedeutung und der Würde dieser politischen Handlung entsprechen. Die Barteien der Rechten, vor allem die Deutsch nationale Partei, ha en diefen Wahlkampf monatelang vorbereitet. Sie haben in den Regierungsfrisen, in denen fie im Reich und in Preußen nach der Macht drängten, diesen Wahlkampf niemals aus dem Auge verloren. Sie wollten, daß die Wahl des neuen Reichspräsidenten ihre Erfolge im Kampf um die Macht in Deutschland frönen follte. Seit Manaten führen sie eine Rampagne, beren 3wed es ist, die Stimmung des Bolles auf die Wahl des Reichspräsiden ten vorzubereiten. Zu dieser Kampagne gehörten die riederträchtigen Beleidigungen des verstorbenen Reichspräft benten Ebert, die zum Magdeburger Prozeß geführt haben. Zu dieser Kampagne gehört weiter der Standalfeldzug der Rechtspresse, der zunächst an die Namen Kutister und Barmat cnfnüpfte, und der in Wirklichkeit ein politischer Feldzug gegen die Sozialdemokratie sein sollte. Dieser Standalfeldzug follte fich allmählich auf die Person des verstorbenen Reichs präsidenden Ebert konzentrieren. ,, Ach nein, nicht das deutsche Volt hat gefiegt, besonders nicht du, deutscher Arbeiter, gefiegt hat das internationale füdische Kapital. Gefiegt haben vielleicht deine famosen Führer, die sich am Tisch deiner Blutsauger wohl sein lassen." # Wiederaufleben der ältesten Wahllügen. Ein zweites dieser Schmutzblätter läuft unter der Ueberschrift: Der sozialdemokratische Sumpf ftinft zum Himmel". Es beginnt mit folgender Infamie: Der sozialdemokratische Sumpf hat eigentlich schon immer getunten. Er ftant fürchterlich, als 1888 gerichtsnotorisch festgestellt demokratie mit einem Unternehmen geschäftlich verbunden war, daß den Mäntel näherinnen Löhne zahlte, die zum ungern zuviel und zum Leben zu wenig waren. As fich aber diese weiblichen Lohnfflaven bei dem fauberen Arbeitgeber befchwerten, da gab er ihnen den Rat: Wenn sie nicht genug zum Das wird in Massenauflage verbreitet mit dem Gelb des Hugenberg Ronzerns, des Stinnes Ron- murbe, daß ein mittionenschwerer Führer der Sozia gerns, mit dem Gelde der reaftionären Verbände, die die Ausbeutung und Unterdrückung des deutschen Arbeiters auf ihre Fahnen geschrieben haben. Sie haben nicht nur den Arbeiter verelendet, sondern mit ihm den Mittelstand! Sie haben an der Not des Volkes verdient! Und nun sprigen fie Streit auf Berliner Bahnhöfen. Ausdehnung des Streits im Weich. Die Hintermänner dieses Standalfeldzuges find befannt. Es sind nicht nur die Kreise der alten Konservativen, denen es wieder nach ihrer alten Stellung im Staat gelüftet, die sie zum Unheil des Boltes ausgenutzt haben. Es sind die Herren der großen In. dustrie, in denen sich die politische und soziale Realtion vertörpert Es sind die Könige der Inflation, die in der Inflationszeit ihre Macht und ihren Reichtum ins riesen- Die Streitbewegung der Eisenbahner macht schnelle hafte vermehrt haben auf Kosten des ganzen Bolkes. Es sind Fortschritte. Unsere Befürchtung, daß es vielleicht zu dieselben, denen die Rechtsregierung im Reich die 700- il- pät fein fönnte, wenn die Hauptverwaltung der Reichsbahnlionen- Entschädigung gegeben hat. Das sind die Kreise, die gesellschaft fich heute endlich entschließen sollte, den Forde die Presse der Rechten finanzieren, und die auch den Stan- rungen der Eisenbahner Rechnung zu tragen, ist leider nicht dalfeldzug finanziert haben. unbegründet. Wir möchten hierbei betonen, daß es vornehm lich die Verwaltungsjuristen sind, die in der Hauptverwaltung der Reichsbahn figen, die in ihrer bureaukratischen Berständnislosigkeit die Dinge fo meit fommen ließen. Die Techniter des Reichsbahnbetriebes sind sich durchaus klar darüber, daß es jo nicht weiter gehen fann. Man fann nicht 5 ch st arbeitsleistungen durch die wissenschaftliche Betriebsführung fordern und gleichzeitig den Eisenbahnern eine Unter bezahlung und eine überlange Arbeitszeit aufzwingen. Es ist bekannt, daß diese Kreise ein eigenes Bureau eingesetzt haben, in denen das Material zu jenen Feldzug der niederträchtigen Berleumdung, der Beschimpfung, der Ehrab schneidung gesammelt wurde. Unwidersprochen ist in der Deffentlichkeit festgestellt worden, daß der berüchtigte Oberft leutnant Nicolai, einer der militärischen Diftatoren Deutschlands während des Krieges, der ein gerüttelt Maß der Schuld an der deutschen Niederlage und am Frieden von Bersailles trägt, der Leiter und Organisator dieses Feld. zuges ift. Die Hochflut der Lüge. Die Personen und Barteien, die Deutschland im Krieg ins Unglüd geführt haben, die Kreise des Boltes, die an der Not des Bolles und in der Inflation schamlos verdient haben, drängen jetzt erneut nach der Macht. Sie hatten für die Präsidentenwahl einen Feldzug organisiert, einen Feldzug, der fo niebrig ist wie die Haltung dieser Kreise in den schwersten Beiten, die bas Deutsche Reich durchlebt hat. Diesem Feldzug, wie ihn Herr Nicolai für die Deutschnationalen vorbereitet hat, bient eine Serie von Flugblättern, die von ber Deutsch nationalen Schriftenvertriebsstelle G. m. b. H., einer offiziellen Stelle der Deutschnationalen Partei, vorbereitet worden sind. Die Verteilung dieser Flugblätter hatte bereits begonnen. Es entspricht durchaus dem Wesen des von den Deutschnationalen geplanten Feld auges, daß diese Blätter, die von niedrigen Verleumdungen und Beschimpfungen des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert erfüllt sind, am Tage nach dem Hinscheiden Friedrich Eberts von deutschnationalem Gefindel an die Bevölkerung verteilt worden sind. Wir hängen den wesentlichen Inhalt dieser Flugblätter niebrigen, damit das Bolf erkennt, in welchem Geifte und auf welchem Niveau die Deutschnationalen den Wahlkampf um den neuen Reichspräsidenten zu führen gedachten Eines diefer Flugblätter ist überschrieben:„ Einst und jegt. Es beginnt: Ich hatte einst ein schönes Baterland, ein Land, auf deffen Macht und Größe, aber auch auf deffan Traue umb Reblichkeit mir alle ftolz sein fonnten. Mit dem gohan Treubrush som Hier macht fich offenbar auch der verhängnisvolle Einfluß der schwerindustriellen Mitglieder des Berwaltungsrats geltend. Es ist unbedingt eine Umfehr der Hauptverwaltung der Reichsbahn notwendig, wenn im letzten Augenblid eine wirtschaftskatastrophe verhindert werden soll. Die Hauptverwaltung vertagt sich. zahlt die Reichsbahn den Abtommandierten neben dem Gehalt eine Ertragulage von 75 Pf. pro Tag und die Kosten der Verpflegung. Auch in Breslau ist von heute morgen ab der Güterverkehr stillgelegt. Sehr gefährlich ist die Situation in Rheinland- Westfalen. der wir die Reichsbahngesellschaft wiederholt eindringlich geAngesichts dieser äußerst gefahrdrohenden Situation, vor warnt haben, läßt diese durch das Wolff- Bureau folgende Mitteilung verbreiten: Ueber die Lohnverhandlungen der Eisenbahnarbeiter und den Eisenbahnerstreif erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Die rbeiterlohnfrage ist eingehend in einer besonders einberufenen Sigung des Verwaltungsrats der deutschen Reichsbahn- Gesellschaft erörtert worden. Der Berwaltungsrat hielt die Grundlagen, um über eine Lohnerhöhung zu entscheiden, für noch nicht genügend getiärt(!) und vertagte feine Entscheidung auf die noch in diesem Monat stattfindende planmäßige Sigung. Im Laufe der Berhandlungen zwischen der Hauptverwaltung und den am Tarifvertrag beteiligten Organisationen hat die Hauptverwaltung Gestern abend find die Eisenbahnarbeiter des An halter angeboten, die Eisenbahnerlöhne an den Orten, wo sie unter den Güterbahnhofs, der der wichtigste Güterbahnhof von Industriearbeiterlöhnen liegen, diesen anzupassen. Dieses Angebot Berlin ist, in den Ausstand getreten. Ein gleicher haben die verhandelnden Organisationen rundweg abgelehnt und die Beschluß ist von den Eisenbahnern des Schlesischen Forderung nach einer allgemeinen Lohnerhöhung gestellt. Die Güterbahnhofs, der der zweitwichtigste Güterbahnhof Hauptverwaltung der Reichsbahn war nicht in der Lage, dieſer For Berlins ist, gefaßt worden und dürfte heute zur Durchführung berung nachzugeben, da die Tatsache besteht, daß an den meisten tommen. Bereinzelte Rottenbezirke( das sind die Streden Orten die Eisenbahnerlöhne zum Teil nicht unerheblich über den arbeiter) Berlins haben gleichfalls Streitbeschlüsse gefaßt und Industriearbeiterlöhnen liegen.(?!) Im übrigen darf darüber kein teilweise bereits durchgeführt. Es besteht die Gefahr, daß der Zweifel aufkommen, daß bei einer allgemeinen Lohnerhöhung ErBerliner Güterverfehr vollständig zum Erhöhungen im Personentarif nicht zu vermeiden find. liegen fommt Auch die Einfegung der Technischen Nothilfe und der Ber: fonalbetriebshilfe würde daran faum etwas ändern tönnen. Nach amtlicher Erfahrung sind zehn Notarbeiter notwendig, um einen Normalarbeiter zu ersetzen. Diese Auslassung der Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft ist bezeichnend für den Geist, der dort herrscht. Bor fünf Wochen ist der Tarif von den Eisenbahnerorganisationen gefündigt worden, der am 28. Februar ablief. Am 7. März. nachdem bereits in einer Reihe von Hauptzentren Streifs ausgebrochen sind, nachdem seit drei Wochen verhandelt wird, ist die Frage für die Hauptverwaltung der Reichsbahn ,, no ch nicht genügend getlärt"! Man vertagt sich also in aller Gemütsruhe... In Sachsen hat sich die Streitbewegung weiter aus gedehnt. Die Verwaltung läßt mitteilen, daß fie die BerSonalbetriebshilfe eingesetzt hat und daß der Güterverfehr voll ständig aufrechterhalten worden ist. Demgegenüber fönnen wir jedoch feststellen, daß in einem Zeitraum von 24 Stunden, in Die Behauptungen der Reichsbahnverwaltung, daß die welchem planmäßig 120 Güterzüge hätten abgelassen werden Löhne der Eisenbahner in den meisten Orten höher find als follen, im ganzen nur acht Güterzüge abgingen. Wir lönnen die Löhne der Industriearbeiter, bedarf eigentlich feiner Biber nicht begreifen, welchen 3med die Reichsbahn mit der Berlegung. Was hier von der Hauptverwaltung der Reichsbahnöffentlichung derartig irreführender mitteilungen gesellschaft geschieht, ist ein verantwortungslofes verfolgt. Außerdem ist zu bemerken, daß die Personalbetriebs- Spiel mit dem Feuer auf often des deutschen hilfe ein sehr foftspieliges Unternehmen ist. Wirtschaftslebens. Außer siner besonderen Aufwandsentschädigung ( Weitere Nachrichten siehe 4. Sette bes Hauptblatts) Leben verbienten, bann follten fte bod auf ben Stric gehen." Diese Infamie soll den Genossen Paul Singer, den Rampfgenossen Bebels, treffen. Diese niederträchtige Lüge ist längst in ihrer Verlogenheit und Gemeinheit entiarot wor ben. Schon jahrelang vor dem Kriege wagten die schmutzigsten Agitatoren der arbeiterfeindlichen Parteien nicht mehr, diese niederträchtige Lüge aufrecht zu erhalten. Heute erscheint sie wieder in dem Wahlfeldzug, den die Deutschnationalen für die Präsidentenwahl vorbereitet haben. Es heißt weiter auf diesem Blatte: „ Die Sozialdemokratie wird vom Aftertapitalimus unterhalten. Barmat und Genossen haben die Bartei und Wahltasse gefüllt. Ebenso ist auch das Reichs banner Schwarz Rot Gold von Barmatschen Geldern aufgezogen worden. Die Sozialdemokratie ist die Gefangene des raffenden Kapitalismus. Sie muß nach seiner Pfeife tangen." Soviel Säge, soviel Lügen. Lügen, die in aller Deffent lichkeit widerlegt worden sind. Es gibt nichts Niedrigeres, als daß die Vertreter des Kapitalismus, die Kreise der großen Industrie sich in das Gewand von Arbeiterfreunden hüllen, um gegen die Sozialdemokratie zu kämpfen; als daß sie mit ihrem Belde einen Feldzug führen, dem fie, um Arbeiterstimmen ein zufangen, eine antikapitalistische Note zu geben versuchen. Die Hehe gegen Friedrich Ebert. Ein drittes dieser Blätter geht unter der Firma: ,, Arbeiter, die Augen auf! Es beginnt: arum hatten wir im legten Jahre so viele Seierschichten? Immer wieder hörten wir, daß die Kreditnot, unter der die weitesten industriellen Kreise zu leiden hatten, vor übergehendes Stillegen der Werte, Ausfall einzelner Schichten verursachte und Millionen beutsche Arbeiter mit ihren Familien hungern mußten. Bodurch tam diese Not?" Die Sozialdemokratie ist Schuld, denn sie hat veranlaßt, daß Kredite an Barmat und Michael gegeben wurden, so geht es weiter in diesem erbärmlichen verlogenen Flugblatt, das mit dem Gelde jener fozialreaktionären Industriellen bezahlt ist, Die vom Reiche 700 Millionen Entschädigung erhalten haben. Sie wollen nichts mehr wissen von ihrer Brutalität gegen die Arbeiter in der Inflationszeit. Nichts mehr wissen von ihren Anfchlägen gegen ben Achtstundentag, nichts mehr von der Forderung der Stinnes und Genossen: Berlän gerung der Arbeitszeit und damit größere Arbeitslosigkeit auf Der einen, Abbau der Arbeitslosenunterstüßung auf der anderen Seite. Nun fragen sie heuchlerisch: wodurch tam diese Not? Und fett gedruckt, in der Mitte diefes Blattes, antworten sie auf diefe heuchlerische Frage: ,, Bom Bureau des Herrn Relchspräsidenten." Wir begnügen uns, diese Niederträchtigkeit niedriger au hängen. Dasselbe Blatt enthüllt aber auch die Ziele der Standalfampagne der Rechten; Ob es gelingt, den Barmats ftrafbare Handlungen razumeisen, bas ist noch fraglich, darauf tommt es auch am allerwenigsten an. Und nun folgt das Geständnis, daß es den Deutschnationalen nur auf die Heze gegen die Führer der Arbeiterschaft antonimmt. Ein viertes biefer Flugblätter unternimmt den Bersuch, ben verstorbenen Reichspräsidenten in Berbindung mit den Geschäften Barmats zu bringen. Es enthält den Tert folgenber, angeblich von Ebert an Barmat geschriebenen Bottarte: Mein lieber Barmat! Meine Frau und ich laffen Ihnen für Ihre freundliche Aufmerksamkeit bestens danten. Wir werden uns freuen, Sie recht bald wieder bei uns begrüßen zu können. Friz Ebert." Bezirksverband Brandenburg. Parteigenossen! Republikaner! Die Reichsregierung hat den ersten Wahltag für den Reichspräsidenten auf Sonntag, den 29. März, angefetzt. Dieser Wahltag wird die Entscheidung bringen, ob der Reprãfentant des deutschen Bolles ein Plazhalter der Monarchie sein wird, oder ob er als Demokrat und Republikaner bie Fortentwid lung des Staates in sozialem Geiste als seine vornehmste Aufgabe betrachtet. Seit Wochen und Monaten rüsten die Gegner der Republik für diefen Kampf. Mit allen Mittefn betreiben sie die Berbetzung der Bevölkerung. Ihren Höhepunkt wird diefe Art der Boltsaufklä rung" im Wahlkampf selbst erreichen, wenn der Aufmarsch der Parteien erfolgt ist. Der verflossene Reichstagswahlkampf hat gezeigt, über welche ungeheuren Mittel die Barteien des Großgrundbefizes unb ber Schwerinduftrie verfügen. Er hat gezeigt wie bas Unternehmer tum die Geldschränke öffnet, wenn es gilt, bie Republif zu be tämpfen. Diefer gewaltigen Finanzkraft farm die Sozialdemokratie, tön nen die Republikaner nur dem Idealismus und die Opferfreudigteit entgegenstellen. Bir fordern unsere Anhänger auf, ihre finanzielle Hilfe auch in diesem Wahlkampf uns angedeihen zu laffen und frei willige Beiträge an den Bezirkskassierer Richard Schmidt, Berlin SW 68, Lindenstr. 3, Bostichedfonto Berlin, Nr. 86 773, zu richten. Sendet schnell die freiwilligen Beiträge ein! Der erste Präsident der Republit ift tot, es lebe die Republik! Bezirksverband Brandenburg Berlin SW 68, Lindenstr. 3. Borarbeiten für den Wahlkampf aufzunehmen. Referenten müssen Die Ortsvorstände fordern wir bringend auf, schnellstens bie fofort bei den zuständigen Unterbezietsvorständen oder Sekretären angefordert werden. felbzuges wissen das recht gut. Wider besseres Biffen lassen sie diese freche Fäschung in Massenauflage ins Bolt tragen. Ein fünftes biefer Blätter endlich, unterzeichnet rei. her n. Forstner, Rorvettenfapitän a. D., wiederholt die Beschuldigung des Landesperrats im Kriege gegen den Genossen Friedrich Ebert und schlägt Material aus der un haltbaren Urteilsbegründung der Magdeburger Richter. Wir haben aus der Flut der Lügen, Fälschungen und Berleumdungen nur wenige marfante Stellen herausgegriffen. Es ist unmöglich, diesen unerhört schamlosen Feldzug der Rechtsparteien in feinem ganzen Umfang aufzuzeigen. Die Broben jedoch genügen, um die Regiffeure und Hintermänner marten. Der Schmug, den sie verbreiten, fällt auf fie felbft Dieses Feldzuges in den Augen der Deffentlichkeit zu brandzurüd. Schiele und Schlieben. Sie wollten den Reichstag ausschalten. Das Nachrichtenbureau des Vereins deutscher Zeitungsverleger hatte am Donnerstag als erstes Nachrichtenbureau die Mitteilung veröffentlicht, daß die Reichsregierung im Reichsrat die Bertagung des Reichstags pofitio angekündigt habe. Es feht sich nun gegen den Vorwurf der Irreführung zur Wehr, den das Dementi der Regierung von Freitag mittag erhoben hatte. Zur Abwehr veröffentlicht es den folgenden stenographischen Bericht: fberialdirektor ach s zu folgenden Ausführungen: ,, Nach Erledigung der Tagesordnung erhielt das Wort MiniEnde nächster Woche seine Arbeiten wieder einstellen und erst nach Meine Herren! Ihnen ist wohl bekannt, daß der Reichstag der Wahl des neuen Reichspräsidenten wieder zufammentrefen wird. Das Rechnungsjahr 1924 wird ablaufen, ohne daß der Etat für 1924 überhaupt abgefchloffen ist, und das Etatsjahr 1925 wird eben falls beginnen, ohne daß der Etat abgeschloffen ist. Es ergibt sich daraus die Notwendigkeit einer Notregelung und der Reichsfinanzminister beabsichtigt, diese Ihnen alsbalb zugehen zu lassen, und bittet darum, das Not. gefeß am Montag mit anderen Borlagen zu be. raten, und daß die Herren damit einverstanden sind, daß cm Montag nachmittag eine Bollfigung stattfindet, damit dieser Entwurf verabschiedet werden kann, damit der Reichstag in die Lage gelegt wird, ihn vor Unterbrechung feiner Arbeiten zu erledigen. Namens des Reichsfinanzministers bitte ich also um Anberaumung einer Sigung am Montag. Borsigender, Minister des Innern Schiele: Die Schilderung der politischen Situation und die Folgerungen, die der Herr Vorredner daraus gezogen hat, sind zutreffend. Ich würde Ihnen empfehlen, dem Ersuchen des Reichsfinanzministeriums zu entsprechen. den Vorschlag des Ministerialdirektors Sachs an Der Reichsrat nahm, ohne daß sich jemand zum Wort meldete, Das wagt die Meitteilung der Reichsregierung als unverbindliche Gröterungen" zu bezeichnen! Wunsch der Vater des Gedankens war, und bei Herrn Es steht also fest, daß bei Herrn von Schlieben der Schfele gleichermaßen. Die beiden deutschnationa len Minister wollten den Reichstag ausschalten. Wie werden sie nun ihr Dementi gegen das Stenogramm formulieren? Im übrigen haben sie ihre Ohrfeige bahin. Der Präsi dent des Reichstags, Genosse Löbe, erklärte zu Beginn der Sigung, daß er nicht daran bente, den Reichstag bis nach der Präsidentenwahl zu vertagen. Eine verdiente Ohrfeige für die beutschnationalen Herren Minister! Eine Klarstellung. In unseren aus dem Sozialdemokratischen Breffedienst über. nommenen Mitteilungen über den Fall Bruhn wurden die Gebrüder So hatten fich die Rechtspartelen, so hatten die Deutsch Stiaret erwähnt. Wie uns die Herren Stlaret mitteilen, haben nationalen den Wahlkampf um den neuen Reichspräsidenten sie mit der ganzen Angelegenheit nur sehr indirett zu tun, und gedacht! Aus dieser Schlammflut von Berleum- war nur insofern, als sie auf die bringenden Bitten des Spielklub bungen und Niedertracht, aus diesem Feldzug, der auf innerer inhabers Schreiber legteren mit der Herausgabe der Wahrheit" Wilhelm Bruhn zusammengebracht haben. Dies sei aus tein Gemeinheit aufgebaut werden sollte, sollte der neue menschlichen Gründen geschehen, da Schreiber erklärte, feine Repräsentant des deutschen Boltes und gange Eristenzgrundlage tönne durch die Angriffe der Wahrheit" Staates hervorgehen. Dieser Feldzug follte einem gefährdet werden. Die Herren Stlaref legen Wert auf die FeststelKandidaten der Deutschnationalen, ber politischen und sozialen lung, daß ihnen alles weitere, mas fich zwischen Schreiber auf der Reaktion in Deutschland zum Siege verhelfen. Wahrhaftig, einen und Bruhn und Bredered auf ber anderen Seite später ab ein Mann der Rechten, den ein solcher Feldzug in die Prägespielt haben soll, unbekannt ist und daß fie jedenfalls in fibentschaft geführt hätte, mare befchmut gemefen in den Augen bes eigenen Bolles und in den Augen des Aus. landes. Gin Mann von Ehre und Würde müßte es ablehnen, fich von einer Partei auf den Schild heben zu lassen, die mit folchen Mitteln fämpft. Wer so die eigene Würdelosigkeit und bie eigene innere Gemeinheit enthüllt wie die Deutschnationalen, ber hat fortan fein Recht mehr, die Worte Diese Postkarte ist längst als Fälschung ent Iarnt. Die Regisseure des deutschnationalen Berleumdungs- ,, nationale Würde" in den Mund zu nehmen. Für die besseren Herren. Bon Felig Fechenbach. Ich war in Bayern einmal in Schußhaft. Barum, das wußte weber der Staatsanwalt, noch ich selbst. Wie ich am Abend in die Belle geführt werde, ist das elektrische Licht schon abgedreht. Ein alter Aufseher begleitet mich, in der Hand eine Stalfaterne mit Kerzenlicht. Ich frage ihn, ob es hier eine Bibliothet gibt. Da schaut er mich wie entgeistert an: Bibalodet, mas is benn bos?" „ Ich meine Bücher zum Lesen," erkläre ich. Ja, Büacher ham mir scho," fommt's verstehend zurüd. Aba miffen's, fügt er zögernd bei, unsere Gfangene, die Gluifi), menn die a Papier braucha, nachert reißens allwei Seitn aus die Bücher. Da fei'n') halt jest pui³) Blätter. Müaffens Eana halt a bißl was derzua denta." Ich erfundige mich, ob es nicht auch Bücher gebe, aus benen feine Blätter herausgeriffen find. " Ja, die ham mir schoa. Aba die fan für die bessern Herrn. Dabei leuchtet er mich mit seiner Stallaterne von oben bis unten ab und da ich anscheinend Gnade in feinen Augen finde, meint er treuherzig: Büacher." No ja, Gie fan ja a befferer Herr, da triangs) cho bie beffern Und am anderen Morgen betam ich wirklich von den Büchern für bie besseren Herren. Maurische Architektur und Gartenkunst. Ueber maurische Architettur und Gartenkunft sprach der fürzlich von einer spanischen Reise wiedergekehrte Retd) st unit wart Dr. Redslob, im Verein für deutsches Kunstgewerbe. Der Bor tragende begrüßte bie Tatsache, daß uns das Ausland jetz nicht mehr veridyloffen fei, als von einschneidender Bedeutung für umfere geiftige Entwicklung. Erklärlicherweise ziehe der nach langer Zeit wieder in die Frembe tommende Deutsche bei allen Dingen, die er sähe, Rück schüsse und Folgerungen auf die Verhältnisse seiner Heimat und so gabe ihm dieser Vortrag einen willfommenen Anlaß, dieses Gefühl 33 vermitteln. Es läge ihm nicht daran, bemerkte Dr. Redslob, auf Grund besonderer, gelehrter Forschungen zu sprechen, sondern als einer, ber sich aufs fieffte mit der hiesigen Kultur verbunden fühle. Bie trop dem ungeheuren politisch- wirtschaftlichen Drut, der ringsum auf die Mauren ausgeübt wurde, ihre Kultur blühte, so tönne man auch bei uns an Stelle der anfänglichen Stagnation Ansätze und Berfprechungen zu neuer Entwicklung, frischem, fulturellem Leben beobachten. Das Stadium ausländischer Kunstdentmäler erwedt- und fo auch wieder in Spanien, ein vertieftes Bewußtwerden der eigenen 1) Gluifi ungeschlachter Mensch. Fel'n fehlen.) Bui= viel.) Ariangstriegen Sie, | feinem Stadium baran beteiligt gemesen find. Mit Bruhn feien fie lediglich aus Rennsporttreisen bekannt und im übrigen bie Einstellung ber Angriffe der Wahrheit gegen Schreiber stets hätte ihnen Bruhn stets nersichert, daß er jegliche Gegenleistung für entschieden zurüdgewiesen hätte. Simultaniculen im Elfah. Ministerpräsident Herriot hat dem Wunsche der Stadtverwaltungen von Straßburg und Colmar ent Sprechend die Gründung intertonfeffioneller Schulen genehmigt. entworfenen Revolutionsbramen verftellt. Der Dichter hatte mit feiner Borobie einen großen Erfolg. Auch im Feuilleton ber Ifweftija" äußert sich ein Kritiker fehr anerkennend über die ge fungene Satire und führt aus, daß. Galliats Parodie endlich einmal deutlich auf einen wunden Bunti hinweise, über welchen schon längst offen und tribisch gesprochen werden müßte. Es laffe fich gar nicht leugnen, daß im Laufe der Zeit eine Art von Rezept zur Herstellung revolutionärer Dramen entstanden sei, welches geradezu die Talent losigkeit fördere: man sehe immer wieder auf der Bühne das nach ber Schablone gefertigte fogen. revolutionäre Stück mit der schwelgenden Bourgeoisie, die dem Strafgericht ber Revolution verfällt usw. Wenn Galliat in feiner Satire nunmehr die Einfältigkeit Branger gestellt habe, so fei das verdienstlich und man fönne nur hoffen, daß allmählich mit einer Schablone aufgeräumt werden wird, die dem Publikum nichts Neues mehr biete. Stultur. Unser ganges, mittelalterliches Kulturleben ist durchtränft und gesättigt mit Erinnerungen an die morgeniändische Kultur, die uns ja durch die Kreuzzüge vermittelt wurde. Die Kunstschöpfungen jener Zeit man dente an die Minnesänger, die Klosterhofanlagen, ben Wartburgbau ben Wartburgbau- find durchglüht von jenen Erinnerungen; und bei der Betrachtung des bekanntesten und herrlichsten maurischen Kulturdokuments, der Alhambra, finden wir eine Ergänzung für unser Berständnis des deutschen Mittelalters. Trotzdem lasjen fich die schöpferischen Antriebe zu jenen Kulturdenkmälern im Gegensatz zu den unsrigen, aus ganz anderen Beweggründen herleiten. Anders wie die chriftliche Kunst, die sich ben Kirchenbau als edelste Mani festation erwählt, beginn: die maurische Kunst mit dem Wohnbau. Die Alhambra ist eine, wie die Berhältniffe es erforderten, feftungsfolcher Stücke und die groben Mittel, mit denen fie arbeiten, an den artig ausgelegte Königsburg. Die maurische Kultur hebt den einzelnen hervor und braucht die Masse zur Fron. Wir versuchen in unserer Kultur das Neue zu schaffen, der Osten zeigt ewig dasselbe, nur in der Wiederholung den Wechsel. Unsere Kirchen streben nach oben, die maurische Architektur kommt von oben, wirkt wie vom Himmel herabgefallen. Besonders herrliche, architektonische Offenbarungen finden wir in der Ausgestaltung der Höfe. Denn was für den Engländer die Halle, ist für den Morgenländer der Hof. Und was für den deut. schen Garten etwa der Rosenstod bedeutet, bedeuten für ihn die ver schiedenen Wasserkünfte. Und gerade mie von arabischen Herrschern eine Fülle ihrer heimischen Bäume und Pflanzen nach Europa ge bracht wurde und sich hier als durchaus lebensfähig erwies, tönnen auch unsere Gartenfünftler eine Fülle von Anregungen aus jenen Gartengestaltungen, besonders ihren Brunnenanlagen, übernehmen. Durch verschiedene Lichtbilder, die die Alhambra und eine Anzahl anderer Schlösser zeigten, erläuterte der Bortragende feine fesselnden Ausführungen. 5. E. Fünf Jahre Ting. Am 8. März jährt sich zum fünften Male der Tag, an dem der erste Kursus der Heimpoltshochschule die Arbeiterschaft der glückliche Gedante der Revolutionsregierung Welch segensreiche Wirkung für Tinz eröffnet wurde. des Volksstaates Reuß, das vom Fürsten abgetretene Bermögen den Zwecken der Arbeiterbildung zu widmen, im Gefolge hatte, murde bereits in diesen fünf Jahren innerhalb der Arbeiterbewegung aufs deutlichste fühlbar. Nicht weniger als 10 Rurse fonnten in dieser Zeitspanne in Linz abgehalten werden, nahezu 500 Männer und Frauen, die in der sozialistischen Arbeiterbewegung wurzeln und sich dem Dienst an ihr hingaben, erfuhren in Linz eine Ausbildung, die ihr Wesen, ihr Berständnis und ihr Gefühl im sozia fiftischen Sinne vertieften und läuterten. Ueberall, in allen größeren und vielen fleineren Städten des Reiches und darüber hinaus wirken heute bereits in wichtigen Aemtern wie in der Tagesarbeit des ein fachen Funktionärs ehemalige Tinger, bie im Geifte von Ting weiter arbeiten und wirten. Hoffen wir, daß die Arbeiterschaft in der jetzt den Bestand von Linz bedrohenden Krise wie in aller Bulunft so viel Macht und Energie aufbringen wird, sich diese Schule zu erhalten. Eine Safire auf das russische Revolutionsdrama. In der Mos. fauer Gesellschaft dramatischer Autoren las diefer Lage der Schrift steller Rusten Galliat fein neues Drama Der Messias" vor, das eine parobistische Berspottung der nach einer bestimmten Schablone Die Türken dürfen feinen Curus treiben. Der türkische Minister des Innern hat angesichts des in der alten Hauptstadt überhand nehmenden Lurus die Gouverneure der Provinz Konstantinopel an gewiesen, strenge Maßregeln gegen Berschwendung zu ergreifen. Eine zu diesem Zweck eingefeßte Studienkommission hat auch bereits einen Gefeßentwurf ausgearbeitet, der genaue Bestimmungen über die Grenzen trifft, in denen sich die Ausgaben der reichen Bürger bei Gelegenheit von Hochzeiten und anderen Familienfeierlichkeiten fortan zu halten haben. Danach darf beispielsweise der Bräutigam feiner zufünftigen Frau nur einen einzigen Ring zum Geschent machen, dessen Wert 20 türkische Pfund nicht übersteigen darf. Ein anderes Brautgefchent ift daneben ausgeschlossen. Die Ausstattung der jungen Frau barf ferner nicht mehr als zwei Kleider umfaffen. Sie wird auch ins Haus ihres Batten mur so viel Möbel enbringen tönnen als nötig find, um ein Zimmer einzurichten. Die üblichen Hochzeitsschmaufereien find ein für allemal untersagt. Staatsoper. Für die bevorstehende Erstaufführung der neueinstudierten Barbara& emp infolge eines Katarros der Atmungsorgane nicht in der Aida" am 11. bat eine Umbeflegung der Titelrolle erfolgen müssen. Da Lage war, die in der laufenden Woche ftattfindenden Broben vor der Generalprobe mitzumachen, hat der Intendant auf Antrag des muſikaliſchen Reiters bie Umbefegung genehmigt. Liebermann- Erwerbungen der Berliner Nationalgalerie. Die National galerie erwarb aus der Zeichnungssammlung eines Berliner Sammlers eine arökere Sammlung von Blättern Mag Liebermanns. Von den mehr ging eine Auswahl des Beſten, einige 20 Blatt, in den Besitz der staatlicher Sammlung über. Darunter sind Studien zu Bildern, die in der Galerie felbft bängen, wie zur Schufterwerfitatt bon 1881, zu der Gartenbank in Bannfee", zur„ Kartoffelernte" von 1875, u. a. als 300 Beichnungen des Berliner Meisters, die da ausgeboten wurden nsd Majeum für Mercestunde. Am 10., abenbs 8 1hr, fbricht Rapitär fer, Bamburg, über: Jm Pamper ofturm vor der La- Plata Mündung tie Geschitte einer Strandung.( Mit Lichtbildern). Marten find täglid und am Vortragsabend im Museum für Meerestunde, Georgenftr. 34/36 zu erhalten. Eine lifauifde fochfdule in Meme? Das litauische Unterrichts ministerium bat den Blan, in Memel eine och fchnle zu gründen Eine Spezialfommission ist mit der Ausarbeitung ber Einzelheiten dieses Blans betraut worden modejn Wann kommt die Aufwertung! Neuregelung der Teuerungsstatistik. beantragt 3. notverordnung. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat am Freitag folgenden Antrag im Reichstag eingereicht: 1. Die 3. Steuernotverordnung vom 14. Februar 1924( RGBl. G. 74) wird mit dem 31. März 1925 aufgehoben. I 2. Die Reichsregierung zu ersuchen, zur anderweitigen Regelung der in der 3. Steuernotverordnung behandelten Gegenstände sofort Kraft tritt, und in dem die gesamte Auswertungsfrage einschließlich der Aufwertung der öffentlichen Anleihen im Intereffe der Gläubiger unter Bevorzugung bestimmter, besonders aufwertungsbedürftiger Forderungen einer wesentlichen Umgestaltung unterzogen wird." Diese neue positive Regelung ist aber trotz aller Berfprechungen gegenwärtig weniger sichtbar, als zu irgendeiner früheren Zeit. Und so ist denn, soll die Aufwertungsfrage überhaupt zu einer Lösung gebracht werden, fein anderer eg möglich, als die Aufhebung der Dritten Steuernot verordnung. Nur dadurch wird der Drud ausgeübt, der bie Rechtsparteien und die Rechtsregierung zur Aufgabe ihres Widerstandes gegen die Aufwertung zwingt Der bisherige Index zu niedrig! giffern der Teuerung geben längst nicht mehr ein einwand Die vom Statistischen Reichsamt bisher veröffentlichten Me B treise durch den hohen Stand der Barenpreise. Trotzdem hat freies Bild der tatsächlichen Belastung der breiten Bolts man aus dem Reichsinder noch bis vor kurzem sehr weitgehende Schlüſſe gezogen. In der Beweisführung, die die Unternehmer gegen die Gewährung von Lohnerhöhungen geltend machten, spielte die Behauptung eine große Rolle, baß der Friebensteallohn bei vielen Gewerben bereits überschritten fel. Jezt ist die Er. hebungsgrundlage der Reichsteuerungszahl in Zusammen arbeit mit der Inderfommission, in der auch die Gewerkschaften ver treten sind, abgeändert worden. Darüber wird von amtlicher Seite folgendes mitgeteilt: Dieser Antrag erfüllt einen langgehegten Wunsch der enteigneten Sparer und Gläubiger. Mit Recht haben sie in der Dritten Steuernotverordnung eine Begünstigung der fapita listischen Schuldner und ein schweres Unrecht gegen die schuldDie Reichsinderziffer für die Lebenshaltungskosten, die nach der los enteigneten Sparer erblickt. Die Sozialbemotra. bisherigen Berechnungsart die Ausgaben für Ernährung, tische Reichstagsfrattion hat die Dritte Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung umfaßt, beläuft sich Steuernotverordnung nie gebilligt, fie hat sich nach den Feststellugen des Statistischen Reichsamts für den Durch trotzdem bisher nicht veranlaßt gesehen, ihre Aufhebung zu befchnitt bes Monats Februar auf 125, 1. 3m Bergleich antragen, weil sie es für zweckmäßiger hielt, baß eine neue gum Bormonat( 124,0) ift eine Steigerung von 0,9 Proz. feft. positive Regelung des Aufwertungsproblems voraus. Buftellen. gehe, wodurch die Dritte Steuernotverordnung gegen gehenden Beratungen mit der aus Bertretern der Arbeitnehmer und Reben dieser Inderziffer ist für den Monat Februar nach ein standslos würde. neue, in ihren Grundlagen erweiterte Lebenshaltungs. Arbeitgeber zusammengefeßten Inderlommission zum erstenmal eine neue, in ihren Grundlagen erweiterte Lebenshaltungs. inbergiffer berechnet worden. Hierbei sind außer den bisher berüdsichtigten( elemeidaren) Lebensbebürfnissen noch die Sonstigen Ausgaben eines Haushalts für Reinigung und Körperpflege, Bildung, Berfehr usw. in die Berechnung mit einbezogen worden, um einen Bergleich der Kosten für alle Aufwendungen, wie sie für den der Inderberechnung zugrunde gelegten Haushalt zurzeit angenommen werden fönnen, mit der Borkriegszeit zu erhalten. Ferner wurden im Zujaminenhang damit die Berechnungs Die Reichsregierung hat am 5. Februar die feierliche Er- grundlagen der Ernährungs- und Bekleidungskosten, die in der Zeit flärung abgegeben, sie werde binnen drei Wochen den Entwurf ber 3mangswirtschaft und der Inflation aufgestellt worden waren eines neuen Aufwertungsgefeges ben gesetzgebenden Körper und zum Teil den gegenwärtigen Berhältnissen nicht mehr entschaften zuleiten. Sie hat diefes Bersprechen gefprachen, burch stärtere Berudsichtigung hochwertige. brochen. Vier Wochen sind vergangen, und von einem rer Qualitäten verbessert. neuen Gesezentwurf ist nichts zu sehen. Die Organisationen der Unternehmer, die nur Schuldnerinteressen vertreten, er lauben der Regierung feine Uenderung der Dritten Steuernotverordnung. Und die Regierung, ber unter der Führung von Luther, Schlieben, Schiele, Neuhaus und Ranig nur Gegner der Aufwertung angehören, fügt sich diesem Diktat. Die Sparer, die durch ihre Stimmen der Rechtsregierung in den Sattel geholfen haben, erhalten jetzt einen brutalen Fußtritt. Am Schluffe der gestrigen Reichstagssigung hat es eine Geschäftsordnungsdebatte über die Auf wertung gegeben. Neben dem sozialdemokratischen Antrag lag ein demokratischer Antrag vor, die Reichsregierung zu er fuchen, den angefündigten Gefeßentwurf über die Aufwertung baltmöglichst vorzulegen. Bon beiden Fraktionen wurde nerlangt, daß diese Anträge auf die Tagesordnung der heutigen Sigung gesetzt werden. Dieser Antrag löfte bei den Rechtsparteien peinliche Ueberraschung und Berlegenheit aus. Man kann sie begreifen. Fast zwei Jahre treiben sie ihr erbärmliches Spiel mit diesen Notleibenben. Solange fie nicht in der Regierung waren, haben sie ihnen die weitestgehende Erfüllung ihrer Wünsche feierlichst gelobt. Für den ersten Tag einer Regierung mit Deutschnationalen hatte erg einen Gesezentwurf über die Aufmertung versprochen. Nun figen die Deutschnationalen bereits seit zwei Monaten in der Regierung, bie Gläubiger und Sparer aber warten und warten und warten. Jede Erinnerung an ihre Lügnerischen BerJede Erinnerung an ihre Lügnerischen Ber sprechungen ist den Deutschnationalen unbequem. Und um wie viel mehr muß es ein Antrag sein, der wie der sozialdemo fratische Antrag nur wiederholt, mas von den Deutsch nationalen im Juni 1924 felbst beantragt wurde! Angesichts dieser Sachlage wagten es die Rechtsparteien nicht, offen gegen den sozialdemokratisch- demokratischen Antrag zu stimmen. Aber seine Besprechung wollen fie verhin dern. Deshalb setzte sich der deutschnationale Führer Schult Bromberg mehrfach dafür ein, daß in der heutigen Reichstags fizung zu erst die Beratung des Etats des Berkehrsminifte riums fortgefegt werde. Ihn leitete dabei die Hoffnung, daß fo die Besprechung der unangenehmen Anträge verhindert, mindestens aber erschwert werde, vor allem aber, daß man einer unbequemen Abstimmung aus dem Wege gehen fönne. Diesem neuen deutschnationalen Treubruch gegenüber den Gläubigern leisteten die übrigen Regierungsparteien einschließlich der Völkischen willig Gefolgschaft. So wurde denn zwar die Aufsetzung der Anträge zur Aufwertungsfrage auf Die Tagesordnung beschlossen, aber nur hinter dem Ver: tehrsetat. 3 Die Beratung der Anträge aber wird ihnen nicht erspart bleiben. Und dann wird sich zu der Verlogenheit der Regierungs parteien eine noch viel größere Verlegenheit der Regierung selbst hinzugesellen. Denn das weiß man heute schon, daß die Regierung auch jetzt noch nicht weiß, was sie will. Das Großfapital gestattet ihr nicht eine nennenswerte Berbesserung der Aufwertungsvorschriften zugunsten der Gläubiger und Sparer durchzuführen. Das Schlußergebnis wird sein, daß die Gläubiger und Sparer den zweiten weltgeschichtlichen Betrug erleben: ber er wurde von den großkapitalistischen Inflationsinteressenten an ihnen verübt, der zweite von den Deutschnationalen. Wird Stresemann immer vernünftiger? Die deutschen Einwände gegen den Völkerbundeintritt fallen gelaffen. Genf, 6. März.( Eigener Drahtbericht.) In den Kreisen des Bolterbundes zeigt man fich beftledigt über das Ergebnis der Befprechungen, die der Sekretär des Böllerbundrats Sir Drummond mit dem der tschen Außenminister Dr. Stresemann dieser Tage hatte. Stresemann hat die deutschen Einwände gegen die Beffimmungen der Artikel 16 und 17 des Böllerbundpattes fallengelassen. Dadurch wird, nachdem die deutschen Befürchtungen hinfällig geworden sind, der Abschluß eines neuen direkten Garantievertrags zwischen Deutschland, Frankreich und England wahrscheinlich. Der baldige Eintritt Deutschlands in den Bölferbund fann bei günffigem Berlauf der Verhandlungen mit Condon und Paris als sicher angesehen werden. * Seitdem Stresemann sein Ziel der Zuziehung der Deutsch nationalen erreicht hat, betreibt er gerade die Politik, die er nicht zu befolgen wagte, so lange die Deutschnationalen drauBen standen. Nach dem Sicherheitsangebot, das bie endgültige schnitt des Monats Februar auf 135.6. Da diese Ziffer auf völlig Die neue( erweiterte) Inderaiffer ftellt fich für den Durch schnitt des Monats Februar auf 135,6. Da diese Biffer auf völlig veränderter Grundlage berechnet worden ist, tann sie mit den früheren Inderziffern nicht verglichen werden. Bei Anwen bung der neuen Berechnungsmethode auf den Bormonat ergibt sich für die Lebenshaltungskosten etwa die gleiche Steigerung wie nach der alten Methode. Die Reform der Reichsinderziffer für die Lebenshaltungskosten. die gesamte Wirtschafts- und Lohnpolitit der Arbeiterschaft hat, feien In Anbetracht der großen Wichtigkeit, die die Inderfrage für noch folgende Erläuterungen zu dem Beschluß der Inder. tommiffion wiedergegeben: Die Reichsinderziffer für die Lebenshaltungstoften ist in der Rachkriegszeit, im Winter 1919/20, gefchaffen morden. Sie hatte vor allem die Aufgabe, die Preisbewegungen widerzufpiegeln, bie fich aus der Inflation ergaben. In dem Maße, wie sich nach der Stabili. fierung der Währung die Breisverhältnisse tonjolibierten, machte sich das Bedürfnis nach einer Berfeinerung des Inbeg geltend. Es war erforderlich, einen brauchbaren Bergleichsmaßstab Intereffe fonzentrierte fich also immer mehr auf die abfolute mit dem Preisstand der Bortriegszeit zu gewinnen. Das Höhe der Inderziffern, namentlich um die Böhne denen der Bor friegszeit in ihrer Rauftraft( Reallöhne gegenüberstellen zu fönnen. Für diefen 3wed war eine Sndegaiffer notwendig, die möglicht sämtliche Bebenshaltungstoften berüdfichtigte. Es mußte demnach die Berechnungsgrundlage der Inder siffer, bie bisher nur die wichtigsten Aufwendungen für die Lebens. halmg, nämlich: Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung umfaßte, auch auf die sonstigen Aufwendungen eines Haushalts ausgedehnt werden. Alle Reallohnberechnungen überholt. heit der Bedürfnisse besonders große Schwierigkeiten, eine nur Bei dieser lekteren Gruppe ergaben sich infolge der Berschieben. darauf beschränken, durch Auswahl besonders charakteristischer Reprä einigermaßen zufriedenstellende Lösung zu finden. Man mußte fich fentanten den allgemeinen Bedarf zu erfassen. So wurden ausge schneiden, Rafieren; für Reinigung: Waschleife, Soda, Stiefel michse, Scheuertuch; für Bildung und unterhaltung: Lageszeitung, Bücher, Bleistifte, Besuch eines Lichtspielhauses. Zur Erfassung der Berkehrsausgaben wurde von einem festen Bauschalbetrag ausgegangen, von dem je ein Drittel die Aus gaben für Eisenbahn, Straßenbahn und Fahrrad repräsentieren. Den Forderungen, auch Steuern und soziale Ab. gaben in die Inderberechnung einzubeziehen, konnte wegen metho bischer Bedenten und technischer Schwierigkeiten nicht stattgegeben werden. Zum Zwecke der Reallohnberechnung besteht die Möglichkeit, die Steuer- und Versicherungsbeträge vom Lohn ab 8ueben und den Restbetrag mit Hilfe der Lebenshaltungsinder siffer auf feine Rauftraft umzurechnen. Die Neuaufstellung der Ernährungsration. Die bisherige Ernährungsration erfuhr burch Neuaufnahme von Butter, Burst und einer Anzahl Genußmittel und Gemütze( Kaffee, Ratao, Salz), ferner durch Berdoppe. Iung der Fleischmenge, Erhöhung der einbezogenen Anzahl Eier, Bermehrung der Milchration eine Erweiterung. Auf der anderen Seite wurden die bisher reichlich bemessenen Wertig feitszabien für Brot und Kartoffein herabgefeßt. Bessere Qualitäten wurden bei Brot, Fleisch und Käse durch Berücksichti gung von Weizenbrot, Hammelfleisch und Halbfetttäse erzielt. An Stelle von Roggenmehl trat Weizenmehl. Im Bergleich zu den bisherigen Berechnungsgrundlagen be deutet die Abänderung der Ernährungsration eine Sunahme des Nährwertes in Kalorien um etwa 2 Broz, bes Eiweißgehalts um fast 20 Proz Die Erhebung der Bekleidungskosten usgabe neuer hochwertiger Stoffmuster für bie Cr wurbe ebenfalls verbeffert. Die Reform erfolgte in Zusammen arbeit mit ben Sachverständigen des Bekleidungsgewerbes burd hebungsstellen. Ferner ergab sich die Notwendigkeit, ben burch ble Mobe bebingten Aenderungen auch in den Bezeichnungen ber einzelnen Bekleidungsgegenstände Rechnung zu tragen. Nachprüfung der Vorkriegspreise. Sämtliche der Indegberechnung zugrunde gelegten Borkriegspreise wurden gelegentlich der methodischen Umgestaltung der Inder berechnung erneut einer eingehenden Rachprüfung unterzogen.. Die große Bedeutung der Reform der Reichsinderziffer, mie fie eben geschildert ist, liegt im folgenden. Die Nachprüfung des tatsächlichen Bedarfs hat ergeben, daß die durchschnittlichen Preise für die Waren des täglichen Bedarfs um 10,5 Punkte höher liegen, als die bisherige Berechnung für den Monat Februar besagt. Die Differenz beträgt 8 Broz. Um fo viel find alle Reallohnberech nungen, die man bisher auf Grund amtlicher Zahlen gemacht hat, fchaft. Ganz abgesehen von den unrichtigen Angaben über die in jedem Falle falsch, und zwar falsch zum Nachteil der Arbeitet. Friebenslöhne, die babet eingesetzt wurden. Man hat den Re ohn in den vielen volkswirtschaftlich aufgefärbten Rundgebungen der Unternehmer demnach immer überschätzt. Natürlich mußte bas Unternehmer demnach immer über schabt. Natürlich mußte bas die Arbeiterschaft, die ganz genau fah, wie sehr die Rauftraft des Sohnes zusammengeschmolzen ist. Die bisherigen Reichsinderzahlen waren jedoch eine starte Waffe in ben Händen der Unternehmer, auch berechtigte Forderungen ber Arbeiterschaft unter Hinweis auf amtliches Material abzuschwächen. frühere Monate in gleicher Weise neu festgestellt wird. Bielleicht Beider ist nicht damit zu rechnen, daß auch ber Inder für würde sich dabei ergeben, daß die Reallöhne noch viel mehr überfchäzt worden sind, als das der Fall war, bis die Gewerkschaften gegen die reichsamtlichen Erhebungen Einspruch erhoben. Errechnung des Reallohnes unzulänglich. Sie umfaffen nicht Noch in einem Punkte sind die jest ermittelten Zahlen für die die erhöhten Aufwendungen an Steuern und sozialen Laften, die heute die Arbeiterschaft zu tragen hat Hoffentlich wird das, wie es vom Statistischen Reichsamt angekündigt wurde, bei der Fest Weiterhin war zu berücksichtigen, daß der für die Normal, familie angenommene Ernährungs- und Bekleidungsbedarf sich mit der Hebung des allgemeinen Lebenshaltungsstandes nach der Wäh rungsstabilisierung und dem Abbau der Zwangswirtschaft immer mehr von den tatsächlichen Berbrauchsverhältniffen entfernt hatte. Es war beshalb notwendig, einerseits hoch legen, anderseits eine zeitgemäßere Umgestaltung der Ernäh. wertige Qualitäten für die Preisermittlung zugrunde zu rungsration vorzunehmen. Diese mar zwar nach Kalorien von jeher ausreichend gewesen, wies aber einen zu geringen Eiweiß gehalt auf. Durch Aufnahme einer größeren Menge von Fleisch. und Bettwaren, Giern und Milch, dafür Verminderung berstellung der Löhne berücksichtigt. Jedenfalls wäre dringend zu Brot und Kartoffelration, war dies auszugleichen. Die Reform der Reichsinderziffer, die am Anfang März 1925 ihren Abschluß fand, erstrect sich auf folgende Bunkte: Ergänzung der zugrunde gelegten Ration der ,, Normalfamilie". Die Berechnungsgrundlagen der Lebenshaltungsinderziffer wurden über die bisher vorhandenen( elementaren) Bedarfsgruppen ( Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) hinaus durch Einbeziehen der Ausgaben für Bertehr und Sonstiges" erweitert. Preisgabe Elsaß- Lothringens enthält, gibt er seine feierlichen Einwände gegen den Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund preis. mit Recht: denn praktisch sind die an sich für Deutschland gefährlichen Artikel 16 und 17 des Baktes bedeutungslos, sobald Deutschland einen Siz im Bölferbund rat erhält, da alle Entscheidungen der Einstimmigkeit bedürfen. die sonstigen Bürgerblodapostel mit ihren Bestrebungen recht Man könnte nun daraus schließen, daß Stresemann und behalten hätten. Eine solche Schlußfolgerung erscheint uns jedoch noch sehr poreilig. Gewiß, den Deutschnationalen tommt es ebenso wie Stresemann, Luther und der hinter ihnen stehenden Schwerindustrie Dor allem barauf an, ber Reaktion im Innern und auf wirtschaftlichem und Jozialem Gebiet zum Siege zu verhelfen, und bas tönnen sie nur durch eine vernünftige Außen. politif, die ihnen innerpolitische Bewegungsfreiheit ver schafft. Aber die Frage ist nur, inwieweit die außenpolitische Vernunft für die Deutschnationalen„ tragbar ist. Uns will ra ch bei den Deutschnationalen enden sollte. es scheinen, als ob die ganze Sache mit einem großen Labourvormarsch in London. London, 6. März.( Eigener Drahtbericht.) Bei den Ergänzungswahlen zur Gemeindevertretung hat die Arbeiterpartei etwa 10 Mandate gewonnen. Genaueres steht noch nicht fest. London, 6. März.( Reuter.) Das Endergebnis der Londoner Stadtratswahlen liegt nunmehr vor: Die städtischen Reformisten ( Konservative) erhalten 83, bie Arbeiterpartei 35 und die Progressisten 6 Size. wünschen, daß die Reform der Lohnstatistit, die gleichfalls beabfichtigt ist, mit der größten Beschleunigung durchgeführt wird. Die Arbeiterschaft hat aus der mißbräuchlichen Anwendung des jetzt als überholt anerkannten Inderes so viele Nachteile gehabt, Reallohnberechnungen erscheinen. Es ist vielmehr anzu daß ihr damit nicht gedient ist, wenn vorläufig feine amtlichen streben, daß diese auf der Grundlage des verbesserten Inderes und unter Berücksichtigung der Steigerung der übrigen Lasten der Arbeiterschaft sobald als möglich wieder aufgenommen wird. Kommunistenüberfall auf Leon Blum. Der Sozialistenführer blutig geschlagen. Paris, 6. März.( Eigener Drahtbericht.) In zwei von der fozialistischen Partei einberufenen Versammlungen ist es am Donnerstagabend infolge tommunistischer Sprengungsverder Abg. Leon Blum, sowie andere bekannte sozialistische Führer fuche zu blutigen Zusammenstößen gekommen, in deren Verlauf von Kommunisten blutia geschlagen wurden. Leon Blum hat mehrere Verlegungen im Gesicht erhalten, die ihn zwingen, einige Tage das Zimmer zu hüten. * Es handelt sich um einen wohlvorbereiteten und in der Humanité" sogar zynisch angekündigten Ueberfall. Die Kommunisten sind in der französischen Hauptstadt zurzeit noch stärker als die Sozialisten und haben schon vor Monaten erklärt, daß sie feinen sozialichischen Führer reden lassen würden. Da sie gegen die geistigen Argu mente eines Leon Blum, der turmhoch über ihnen steht, nicht auftommen fönnen, lassen sie das Lumpenproletariat mit Totschlägern gegen ihn und seine Freunde Los. mürben ebenso aus Jaurès loshauen, wenn er noch lebte Ste Gegen dieses Gesindel hilft eben nur Bildung von Selbstschutzorganisationen nach deutschem Muster und rücksichtsloser Gebrauch der Notwehr. Dann werden unsere Genoffen mit jenen Apachen schon fertig werden, die sich Kommunisten schimpfen. 7 Kisten Munition, die für die britische Armee in Aegypten Verschwundene Munifion. Auf geheimnisvolle Weise find bestimmt waren, während des Eisenbahntransports zwischen Bort Salb in Kairo verschwunben. Gewerkschaftsbewegung menn ein entsprechender Zuschlag gewährt wird. Das lehnien die Brauereien ab. Sie erflärten fich zu einem Zuschlag von einer Mart bereit, wenn 54 Stunden gearbeitet würde. Der EinigungsDiefer Entwurf fah eine Berlängerung ber 46ftündigen Bochen| bereit, Neberstunden zu machen, soweit fie notwendig find unb arbeitszeit auf 48 Stunden vor, er beschränkte den Urlaubsanspruch so start, daß nahezu 50 Proz. ber Branchenangehörigen feine Ferien erhalten hätten und fah auch Verschlechterungen in der Arbeitsnach meisfrage vor. Die Funktionäre lehnten das Anfinnen der Unter. leitung, mit den Unternehmern nochmals zu Verhandlungen zu kommen, scheiterte an dem Widerstand der Unternehmer. Sie lehnten in ihrem Antwortschreiben auch jede Verhandlung über die Forde rung, den Stundenlohn auf 1,25 M. zu erhöhen, rundweg ab, so daß die Funktionäre der lagenden Bollversammlung die Arbeits einftellung empfehlen mußten. Der Kampf bei der Reichsbahn. & 61n, 6. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Lage im Eisen- nehmer einstimmig ab. Ein letter Bersuch der Organisations bahnbetrieb Westdeutschlands wird von Tag zu Tag bedrohlicher. Die Belegschaften der großen Eisenbahnwerke, der Betriebswerkstätten und Betriebsbahnhöfe find in allergrößter Erregung. Während in Köln die Bezirksvertreter des Deutschen Eisenbahnerverbandes für die Eisenbahndirefflonsbezirte Köln, Elberfeld und Effen beschlossen, jede ausbrechende Teilbewegung mit allen Kräften zu unterstützen, tagte in Elberfeld eine Funktionärkonferenz des Deutschen Eisenbahnerverbandes, die einmüfig die Auffaffung vertrat, daß an den Forderungen der Gewerkschaften unverändert festgehalten werden müsse. Es wurde beschlossen, alle Borbereitungen für den Kampf zu treffen, ob Auch die Bestimmung der Eisenbahn- Generaldireffion, daß die viertelstündige Arbeitsruhe am Donnerstag nicht eingehalten werden dürfe, hat in den Betrieben ungeheure Et. regung verursacht. Die Belegschaften traten in Betriebsversammlungen zusammen, in denen nach der Gedenfeier für Friedrich Ebert zu den schwebenden Streitfragen Stellung genommen wurde. Die Bersammlungen ließen erkennen, daß die Bewegung unaufhaltsam ist, wenn die Generaldireffion sich nicht endlich für eine vernünftige Regelung zugänglich zeigt. Breslau, 6. März.( WTB.) In der Nacht zum Freitag haben, wie die„ Bolfswacht" meldet, die Funktionäre des Deutschen Eisenbahnerverbandes, Ortsgruppe Breslau und Umgegend, den Streit ab Sonnabend früh sechs Uhr für sämtliche Bahnbetriebswette, Güterböden und Bahnunterhaltungen befchlossen. Die Forderungen der Eisenbahner find: Wiedereinführung des Achtstunden tags, Cohnerhöhung, Wenderung der Dienstporschriften und Aufhebung der Per. Jonalabbauverordnung. Im Laufe des Tages finden Ver. handlungen der Reichsbahndirektion Breslau, der Breslauer Be hörden und der übrigen Eisenbahnerorganisationen statt. stimmig den Streif. Um Montag muß die Arbeit in allen Nach furzer Aussprache beschloß die Bersammlung fast einBetrieben eingestellt sein. Die Streifenden ersuchen die Berliner Arebiterschaft um Goli. darität. Meldungen von Betrieben, in denen etwa gearbeitet werden follte( Kleinmeister!), find der Ortsverwaltung, Morigplak 6076, zu melden. Ebenso werden die Bauarbeiter ersucht, darauf zu achten, daß auf Neubauten feine Klebearbeiten ausgeführt werden. Die Tapezierer in ben Hotels und Theaterbetrie ben sind vom Streit ausgefchloffen, da sie eigene Tarifverträge haben. Streif in Breslan ab Moutag. Breslau, 6. März.( Eigener Drahtbericht.) Eine Berfammlung des Deutschen Eisenbahnerverbandes für Breslau und Umgegend beschloß nach lebhafter Debatte mit großer Mehrheit, nicht fofort in den Streit einzutreten, sondern weitere Verhandlungen am morgigen Tage abzuwarten. Zugleich wurde aber auch befchloffen, für den Fall der Ablehnung der aufrechterhaltenen Forderungen am Montag in den Werkstätten, auf den Güterböden und bei der Bahnunterhaltung den Streit geschlossen zu beginnen und die Erweiterung des Streifs auch auf andere kategorien vorzunehmen. Einigungsversuch bei Bolle. Zimmerer Berlins und Umgebung! Kameraden! Am Sonntag finden die Vorstands wasten für unsere Organisation statt. Seit mehreren Jahren haben die kommunisten hier die ausschließliche Madt in Händen. Es ist endlich an der Zeit, den Moskowitern diese Macht au entreißen. Nehmt Euch Eure Arbeitsbrüder in den anderen war, muß auch uns möglich fein. Gewerlichaftsorganisationen zum Borbild. Was denen möglich Wenn wir wieder positive Gewerlichaftsarbeit leiften wollen, so ist es notwendig, bag sämtliche auf dem Boden der Amsterdamer Gewerkschafts richtung stehenden Zimmerer Berlins zur Wahl geben und folgenden Kameraden ihre Stimme geben: 1. Vori. Erach, 2. Vorf.& lante, 1. Raffierer Karl Schulze, 2. Staffierer Golze, 1. Schriftf. Crufius, 2. Schrifif. Villwoch, Revisor Riege, Kontrolleure Seibel und Herm. Hopve. Der Fraktionsvorstand. Gestern fanden unter dem Vorsiz des Gewerberats Rörner erneut Verhandlungen zwischen der Meierei Bolle und dem Deutichen Verkehrsbund statt. Schließlich fam eine Ginigung über folgenden Vermittlungsvorschlag zustande. Es wird ein Ausschuß gebildet, bestehend aus drei unparteiischen Vorfizenden und je zwei Barteibertretern Diefer Ausschuß ist berechtigt, einen für beide Zeile verbindlichen Schiedsspruch zu fällen, wenn mindestens die brei Unparteiischen und je ein Barteibertreter dem Schiedsspruch ihre Zustimmung geben. Die Ernennung der Un parteiifchen geschieht derart, daß die beiden Parteien je einen Un parteiischen bestimmen. Kommt eine derartig qualifizierte Mehr Seit nicht zu stande, dann darf dieser Ausschuß einen Schieds fpruch nicht fällen Der Ausschuß tritt heute abend um 7 Uhr zur Beratung zusammen. Streikbeschluß der Tapezierer. Achtung, Bauarbeiter! versuch des Schlichters scheiterte nach dreitägigen Berhandlungen, da die Unternehmer prinzipiell auf dem Neunstundentag bestanden. Darauf gaben die Brauereibefizer in ihren Betrieben durch Ansching bekannt, daß alle Arbeiter, die ab 5. März nicht 9 Stunden arbeiten, fofort entlassen werden. Gegen dieses Bongehen haben die Brauereiarbeiter Münchens in drei großen Versammlungen Front gemacht und beschlossen, unbedingt am Achtstundentag festzuhalten. Ab Freitag ist daher die Aussperrung in den Münchener Brauereien allgemein. Der zwischen den Berfragspartelen abgefchloffere Tarifvertrag für Atfordmaurer ist von allen am Vertrag beteiligten Parteien angenommen. Desgleichen weisen wir darauf hin, daß im Caufe der kommenden Woche bei den in Frage tommenden Organisationen die gedruckten Tarifverträge zu erhalten find. Der Bertragslauf beginnt am 4. März 1925. Eine äußerst start besuchte Bollversammlung der organisierten Tapezierer und Näherinnen nahm gestern abend im Gewerkschaftshaus Stellung zu den Manteltarif- und Lohnverhandlungsfragen. Bevollmächtigter Müller gab noch einmal einen furzen Ueberblick über die Bewegung. Seit anderthalb Jahren arbeitet die Branche ohne Manteltarif. Nunmehr sind die Verhältnisse in ein Stadium getreten, in welchem es angezeigt erscheint, mit allen Mitteln die Unternehmer zum Abschluß eines neuen Manteltarifvertrages zu zwingen. Die bevorstehende Urlaubszeit, bie Notwendigkeit, die Arbeitszeit tariflich festzulegen, die Werkzeugfrage und viele fonftige soziale Bestimmungen machen die Manteltariffrage gegenwärtig brennend. Baugewerksbund. Baugewerkschaft Berlin. Der Vorstand. Verband der Affordmauer Groß- Berlins. Aus der Akkumulatoren- Fabrik A.G. Streit bei der Firma Ludwig Löwe, Huttenstraße. Seit Montag, den 2. März, befinden sich die Härter und erkzeugrichter im Streit. Der Betrieb ist unter allen Um ständen zu meiden. Arbeitszeitkonflikt im Braunkohlenbergban. Aōin, 6. März( Eigener Drahtbericht). Der Arbeitgeberberband des rheinischen Braunkohlenrebiers hat den am 27. februar vom Reichs- und Staatskommiffar Mehlich geDer fällten Schiedsipruch über die Arbeitszeit abgelehnt. Spruch nicht ab 15. April statt der bisherigen 12 stündigen Stigt die 10 stündige Schicht bei 9 stündiger Arbeitszeit vor. In den Entwässerungsstraßen sollen von diesem Termin ab sieben bezw. acht Stunden gearbeitet werden. Die Gewerkschaften werden nunmehr beim Reichsarbeitsminister die Berbindlichkeitser flärung des Schiedsspruches beantragen. Textilarbeiterbewegung in Lodz. Das feit Wochen gespannte Verhältnis in der Lodzer Textil industrie hat durch die eingeleitete gohnbewegung eine bedeutende Berschärfung erfahren. Die Industriellen griffen zu zahlreichen Enilaisungen von Arbeitern, die wiederum die Arbeiter veranlaßten, ben Streit zu proklamieren. Eine Fabrit hat bereits geschlossen. Die Fabrikanten haben sich an den Arbeitsminister gewandt und um Intervention ersucht. Wie uns mitgeteilt wird, hielt es die Direktion dieser auch mii Staatsaufträgen bedachten Firma angezeigt, sich von jedweder Ehrung des verftorbenen Reichspräsidenten demonstrativ fernzuhalten. Das imposante Gebäude der Firma in der Nahe des Anhalter Bahnhofs, worin annähernd 1000 Angestellte und Arbeiter beschäftigt find, blieb ohne jegliches Trauerzeichen. Im Hauptmert Oberschöneweide mußte erst der Arbeiterrai die Firma an ihre Pflicht mahnen. Anstatt aber, wie die NAG. und AEG. eine Flagge in den Farben der deutschen Republik zu hiffen, murde eine schwarzweiße Fahne aufgezogen, offenbar deshalb, um nicht etwa das volfische Clement im Betriebe in feinen vaterländisch" republiffeindlichen Gefühlen zu verlegen, wohl auch, um die KPD. Leute nicht wild zu machen. Sturzum, das Verhalten der Direktion wurde von vielen Arbeitern und Angestellten als taft= les empfunden. In den Verhandlungen, die in den letzten Tagen des Februar stattfanden, ftellten die Unternehmer das Ultimatum an die Berbandsvertreter. einen Manteltarifentwurf anzunehmen, der im Df. tober vorigen Jahres von den Unternehmern vorgelegt worden war. Arbeitszeitkampf im Münchener Braugewerbe. Einigungsverhandlungen im englischen Bergbau. arbeiterbundes erllärte sich bereit, einen gemeinsamen Unteraus London, 5. März.( BTB.) Der Vollzugsausichuß des Bergschuß mit den Arbeitgebern zu bilden zum Zwede einer Unterjuchung aller Bedingungen in der Bergbauindustrie. Eisenbahner des DEV. Sonntag vormittag 10 Uhr im Schweizergarten, Am Friedrichshain 29-32, außerordentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Der Stand unferez Bewegung und die Stellungnahme der Reichsbahnhauptverwaltung.. Das Erscheinen aller Kollegen ist unbedingte Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. München, 6 März.( Eigener Drahtbericht.) In der Münchener Brauindustrie ist ein schwerer Kampf ausgebrochen. Die Arbeiter hatten am 10. Februar nach einer oronungsmäßigen Kündigung des bestehenden Bertrages neue Vorschläge eingereicht, die als Hauptforderung den Acht stunden tag enthielten. Darauf antworteve der Brauerbund mit der Gegenforderung der allgemeinen und grundsätzlichen Wiedereinführung der Borfriegs. arbeitszeit mit 57 Stunden in den Großstädten und 60 Stunden in den Landbrauereien, d. h. also den 9½- bzw. 10ftündigen Arbeitstag. Da am 28. Februar der Tarifpertrag abgelaufen war und eine Vereinbarung nicht mehr bestand, galt für die Arbeitnehmer der§ 1 der Arbeitszeitverordnung und damit die 8stündige Arbeitszeit. Diese wurde von den Urbeitern gegen den Willen der Unternehmer vom 2. März ab burchgeführt. In Verhandlungen, die inzwischen vor dem Landesschlichter begonnen hatten, erklärten sich die Arbeiter Achtung, Siemens- Kabelwert, Gartenfelb. Seute nachmittag 1% Uhr bei Nufch, Gartenfeld, an der Safelhorfier Brüde, Bersammlung aller freigewertschaftlichen Angestellten( Bertmeister, Butab und 86A.). Sehr wichtige Tagesordnung. Jeder muß erscheinen. Rentralverband der Schuhmacher. Morgen, Sonntag, vormittags 9 Uhr, bet Boeter, Weberstr. 17( großer Saal), öffentliche Ballschuhmacherversammlung. Bericht über die Streiflage der Ballschuhmacher. Berantwortlich für.Bolitik: Graft Renter: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R.$. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frih Karstadt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Budbrudderei und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co. Berlin SW 68 Lindenstrake 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". 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Berlin, die sich so zögernd und fast widerspenstig, zu zähe an asten Traditionen festhaltend, modernem Leben anpassen wollte. Dies inag zum Teil in der eigentümlichen Lage dieser wie ein ellenlanger Zeigefinger in die schützenden Gewässer hineinragenden einstigen wendischen Hochburg begründet sein. Man übersah' zu sehr den räumlich winzigen Bestandteil am mächtig pulsierenden Großstadt- Aa der Stralauer Spitze körper. traute ihm in der Tntwicklung nichts Rechte» zu und verpaßte dadurch viel« Gelegenheiten zu einer großzügigen, weit über die eigenen Bedürfnisse des abgeschiedenen Oertlein» mutig hinaus- greifenden Kommunalpolitik. Das haben sich asteingesesiene Familien, die eigensinnig oder spekulativ am Besitz festhalten, und vor allem industrielle Unternehmungen zunutze gemacht. Heute ist eine ge» schlössen« großstädtische Umwandlung gar nicht mehr möglich. In kunterbunter Abwechselung oersperren Fabriken und Mietshäuser, Bootswersten und Bootshäuser, altersgraue Villen und lokalhisto. rische, sich rechtschaffen um schmalen Verdienst quälende Nestau- ritionsgärten den planmäßigen Ausbau der beiden in eine abge- rundet« Spitze auslaufenden Wasierufer. Dennoch regt es sich unter den wenigen tausend Seelen Stralau« neuerdings ziemlich energisch, aus dem Kleinweltmilieu mit seinem noch echt dörflichen Klatsch und Tratsch, vor allem auch aus den hier besonder» fühlbaren, der groß. zügigen Entwicklung am meisten hinderlichen Berkehrsschwächen her» auszukommen. Geschichtliches. Stralau ist ein uralter wendischer Edelsih and älter wie Berlin. Die Wenden hatten hier zahllose schwere Kämpfe gegen Ueberfälle zu bestehen. Zu ihrem Schutze war die weit vorspringende, mit hohem Busch- und Baumwuch« bestandene Halbinsel, gedeckt auch noch von einer Reihe kleiner Inseln, im Spreelaus und im Stralower (Rummelsburger) See, die beute größtenteils verschwunden sind, ganz besonders geeignet. Nach den ältesten Chroniken befand sich im Jahre 1244 ein Ritter von Stralow im Gefolge der Markgrafen Johann und Otto zu Spandow, ein Ritter Rudolf von Stralow ver- kaufte im Jahre 1261 der Stadt Cölln eine Heid«. Erst später, in ruhigen Zeiten, wurde aus dem wendischen Edelsitz mit den Bor- rechten der„Ritter* ein reines Fischereidorf. Nach dem Berliner Stadtbuche von 1337 hatten elf Stralower Hofbesitzer das Recht, die Oberspree vom Oberbaum an bis zur Fischereigienze des Schlosses Köpenick zu befischen. Im Zahre 1358 erwarb die Stadl Berlin den Stralower See und verpachtete ihn an die Stralower Fischer für jährlich acht psund psennige und einen wispel Hafer. Im Jahre 1424 nahmen die Fischer den See für jährlich sechs Schock Groschen und Lieferung von Fischen In Erbpacht. Die Zahl dieser Erbfischer bat sich seit den ältesten Zeiten nie oermehrt. Die Straloner Kirche, die natürlich längst nicht mehr ihr altes Aussehen hat und von Schinkel 1822 umgebaut wurde, aber durch ihre wunderbar idyllische Lage an der Oberspree mit ihrem vierkantigen Turm noch heute weit- hin die Gegend beherrscht, ist erst 1464 erbaut worden. Aus diesen Kirchenbau, nicht auf die Fischerei, ist das Stralauer Fischzuasseii zurückzuführen, das anfangs weiter nichts als ein alljährliches Kirch- weihfest war und am 24. August begangen wurde. Als mit der Reformatton die Kirchweihen aufhörten, erhielt der 24. August für Stralau seinen alten Wert durch die neue kurfürstliche Fischerei- ordnung. Die Fischer hatten bei den Kirchweihfesten immer ein gutes Geschäft gemacht, wollten es nicht missen und feierten deshalb fortan einfach den Erlaß der Fischereiordnung, was sich dann von Jahr zu Jahr immer mehr zu dem bekannten Berliner Volksfest aus- wuchs, an dem sich von 1848 mehrfach auch Hohenzollernprinzen, selbst der spätere alte Wilhelm, mit Gottes-Gnaden-Sonne und in der traditionellen leutseligen Stimmung zu beteiligen geruhten. Ob sie eine Pappnase aufgesetzt haben und mit dem bleiernen Stralauer Fischzugsorden dekoriert wurden, oerrät uns der Chronist leider nicht. Die 5euenverks-,Nevolutiou�. Nie aber hat man sich beim Fischzugsfest so köstlich amüsiert wie anläßlich der sogenannten Feuerwerks-Reoolulion im Jahre 1835. Das verdient, wieder einmal aus der Alt-Berliner Versenkung hervor- geholt zu werden, und geschah folgendermaßen: Der 3. August war der Geburtstag des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm lll. Es gab dann namentlich Unter den Linden einen Spektakel mit Feuerwerk und Schießereien wie Jahrzehnte später in den schlimmsten Zeiten des Silvesterradau». Bisher hatte die Polizei in allein ntertnnigster Ehrerbietung hierzu beide Augen und Ohren zugedrückt. Für den ließ Militär anrücken und ebenfalls knallen. Es floß viel Blut und es gab viele Verhastungen. In den nächsten Tagen wiederholten sich die Krawalle noch stärker. Die Tore der Stadt wurden geschlossen. Man ließ niemand hinein. Der Pöbel warf die Fensterscheiben im Prinzessinnen-Palais und alle Laternen Unter den Linden ein. Nach acht Tagen trat einigermaßen Ruh««in. Am 24. August, beim Stralauer Fischzugsfest, sollte es, wie verbreitet wurde, viel kräftiger losgehen. Halb Berlin zog zum Schlesischen gen Stralau. Da stauten sich die Massen. Am Tor hing ein mtt Riesenbuchstaben ge schriebenes Plakat: O Wegen plötzlichen Unwohlseins f* öes Schusterjungen Herrn Fritze Schulze kann heote Sie große Serline? Revolution s nicht stattstnüen. c das neuere Stralau. Die Stralau er Allee dem geschlossenen neuen Wohnviertel, das dem langgestreckten Osthofen mit "" T« brücke bis zum Morkgrafendamm hinzieht, ist noch nicht Stralau. von der Oberbaum- Sie gehörte schon vor der Bildung Groß-Berlins zum Weichbild«. Erst hinter dem Markgrasendamm, hinter der Ringbahnbrücke be- ginnt das heute dem Bezirksamt Friedrichshain angeschlossene früher« Dorf mit der Hauptstraße Alt-Stralau und ganzen drei Neiuea Rebenstraßen. Beim Eintritt hat man sofort den Eindruck: noch jetzt ein Dorf! Links der schlecht regulierte Weg zu dem unseren Ge- nossen wohlbekannten Lokal der Mutter Schonert am Rummele- burger See und«ine verwitterte Maschinenfabrik, rechts der noch miserabler« schmale Fußweg über die Spree nach Treptow, eine vor- sintflutlichc Budike und die altersschwache Protzensche Teppichfabrik mit einem verwilderten, tiefgelegenen Park, den man, da er hier das größte Verkehrshindernis bildet und selten von jemandem betreten wird, ins Pfefferland wünschen kann. Glashütte und Engelhardt- Brauerei haben sich unvertreibbar bis zum See hinunter festgesetzt. Dann stoppt die Industrie ein Weilchen, weil der alte Tabbert, der Mörtel-Tabbert, seine Gelände nicht industriell ausschlachtete, sonder» sie vor anderthalb Jahren dem modernen Wohnhausbau erschloß. Kracht- und Bohrseldtstraße mit dreihundert Mietern, etwa zwölf- hundert Seelen und prächtigen Hofgärten unter haushohen Bäume» find eine Oase in der ersten Etappe des Großstadtdorfes. Und gleich dahinter wieder Industrie, die alte Stralauer Julespinnerei, die viele Jahre lang trostlos still lag. Run ersteht sie zu rwuem, mächtigem Leben. Alles wird modern um- und ausgebaut. Schon beginnt sich ein riesiger Dampfschornstein zu recken. Sechzehn Laubengärten müssen weichen, haben nur noch für den heurigen Sommer Asylrecht zwischen Schuttbergen. In wenigen Monaten wird in den langen durchlaufenden Fabrithallen der Betrieb mit 206 bis 3l)« Bewegung der Kohlweißlingsflügel mit Hilfe der Photographie in ihre verschiedenen Stufen zu zerlegen. Zunächst konnte festgestellt werden, daß Vorder- und Hinterftüael eine verschiedene Bewegung haben. Während die Hiuterflügel sich nur aus und ab bewegen. machen die beiden vorderen dazu noch Vor- und Rückwärtsdewe- gungen. Außerdem drehen sie sich uni ihre Längsachse, so daß dadurch die Lust nach hinten geworfen wird. Wenn man die Vorder- und Hinterflügel in Spreizstellung aneinander klebt, so kann der Schmellcrling sich nicht vom Boden erheben. Zu den Flügclbewe- gnugen treten dann noch die Bewegungen des Hinterleibes, die dein Flügelschlag entgegengerichtet sind und als Steuer wirken. „Ich Hab' keine Heimat, keine Verwandtschaft.. „Lüg' doch nicht..." versetzte der Bursche. „Bei Gott! Straf' mich der Himmel, wenn ich lüge.. Es klang wie ein Weinen aus ihren Worten. Ein banges, quälendes Gefühl stieg in mir auf— ich hätte aufspringen und de« Lümmel mst Faustschlägen aus der Huste treiben mögen, um dann lange und herzlich mst dieser Frau zu reden. Wie ein verlassenes Kind hätte ich sie aus die Atme nehmen mögen... Sie begannen wieder miteinander zu ringen. .s>la, so verstell' dich doch nicht!" brummte der Bursche. „Nein, ich will nicht... mit Gewoll setzt du nicht» durch..' Und plötzlich schrie sie wie in schmerzlichem Erstaunen auf. ,0 weh... warum nur, warum das?..." Ich sprang empor, und in einem zornigen Anfall schrie ich gleichfalls laut auf. Es wurde still, irgend jemand kroch vorsichtig über den Fußboden und stieß gegen die zerbrochene, nur in einer Angel hängend« Tür. „Ich Hab' nicht angefangen," knurrte der Bursche.„Sie ist selber zu mir gekommen, die liederliche Dirne. Alle setzen einem hier zu. nicht zur Ruhe kommt man.. „Nein, so ein Dummkopf, so«in Dummkopf!.. klang es be- leidigt von der Tür her. „Schweig lieber, du Herumtreiberin!" Der Regen haste aufgehört. Durchs Fenster drang die schwül« Luft herein, und die nächlliche Stille legte sich mir beklemmend aus die Brust. Ich ging in den Hof hinaus— es war dort stickig und kühl zugleich, wie zur Sommerszest in einem Eiskeller, wenn da» Eis geschmolzen und die Lust mit Feuchtigkeit gesättigt ist. Irgendwo in der Nähe saß leise schluchzend die Frau aus Rjäson. Ich lauschte noch ihr hin und-ging, meinem Gehör folgend, nach der Richtung, aus* der die Lame kamen. Sie saß. den Kops mst den Händen umfassend, in einem Winkel des Hofes und neigte sich ab- wechselnd vorwärts und rückwärts, als verbeuge sie sich vor mir. Ich empfand einen stillen Groll gegen sie. Lange stand ich vor ihr und wußte nicht, was ich sagen sollte: dann begann ich: „Sag' mal— hast du den Verstand verloren?" „Laß mich," antwortete sie nach kurzem Schweigen. „Ich hob' alles gehört, was du zu ihm sprachst..." „Nun— und was weiter? Geht's dich etwas an? Bist du vielleicht mein Bruder?" (Fortsetzung folgt) 3m kosakenöorf. 5J Bon Maxim Gorki. Ich zündete ein Streichholz an. ging zu ihnen hin und zog schweigend Konew weg. Er nahm es nicht weiter übel, sondern schien nur abgekühlt: prustend und spuckend saß er zu meinen Füßen und räsonnierte: p „Man erlaubt sich'nen Spaß mst dir, dumm« Gans, und du wirft gleich grob! Als ob du davon Schaden hättest.. �Hast du dein Teil bekommen,>0?" tönte« ruhig aus der Ecke. „Wenn wester nichts istl Die Lippe hast du mir blutig geschlagen, wester nichts..." „Bersuch's doch noch einmal dann schlag' Ich dir auch den Schädel entzwei!" Zähneknirschend richtete der Bursche aus Pensa sich auf. saß. den Kopf mit den Händen umfassend, da und sagte finster: „Morgen geh' ich fort... nach Hause will ich!... O Gott, wie zuwider ist mir das alles..." Dann warf er sich wieder auf fein Lager, als hätte ihn ein Schlag auf den Kopf getroffen. „Ein zu dummer Kerl!" sagte Konew. Im Dunkel erhob sich«ine schwarze Gestalt und glitt geräusch- los, wie ein Fisch im Wasser, nach der Tür hin. „Sie will wohl hinaus." meinte Konew.„Ein strammes Weib- che»! Wärst du nicht dazwischengekommen, ich Hütt' sie, bei Gott. herumgekriegt!" „Geh' ihr doch nach, versuch'? noch mal.. _„Nein." sagt« er nach kurzer Ueberlegung.„Dort findet sie einen Knüttel, einen Ziegelstein oder sonst was und schlägt damst zu... Schadet nichts, ich komm' schon noch ans Ziel... Hättest dich nicht ein- mischen sollen... aus Neid hast du's wohl getan?..." Er begann wieder mit feinem Glück bei den Weibern zu prahlen und verstummte dann plötzlich, als hätte er die Zunge verschluckt. Regungslos still ist's ringsum. Alles ruht, an die Erde ge- schmiegt, und schläft. Auch mich überkommt ein leiser Schlaf: alles. was der verwichcne Tag mir gebracht, zieht an mir vorüber, es wächst, schwillt ins ungemessene und wälzt sich, unförmlich groß wie «in Steppenhügel, über mich hin. Die Glocke ertönt— träg. in un- gleiche» Zeitabstände» falle» di« metallenen Klänge in, Dunkel. IV. Mitternacht ist's. Auf das trockene Schiff des Daches und in den Staub der Straße klatschen vereinzelle, schwere Regentropfen nieder. Ein« Grille zirpt es klingt wie ein hastiges Erzählen, und im Dunkel der Hütte läßt sich wieder ein leidenschaftliches, unterdrücktes Flüstern vernehmen: „Ueberleg' dir's doch, mein Lieber: welchen Zweck hat es, so ohne Ziel herumzuziehen, höchstens mal für fremde Leute zu schuften.. „Ich kenn« dich doch nicht., antwortete dumpf der Bursche aus Pensa. „Sprich leiser.. „Was willst du eigentlich von mir?" „Gar nichts will ich. Du tust mir nur leid... Bist jung und kräftig, und verluderst dein Leben, und darum sag' ich: komm mit mir!" „Wohin?" „Ans Meeresufer. Es gibt dort sehr schöne Stellen... Auch hier bietet die Erde dem Menschen schon viel Schönes, aber dort ist es noch weit schöner..." „Ist's auch wahr?" „So sprich doch leise!... Ich bin eine Frau, die sich sehen lassen kann, ick versteh' jede Arbeit... Wir suchen uns dort ein Plätzchen und leben beide still und gemüllich miteinander... Ich gebäre dir ein paar Kinoer und ziehe sie groß... Ich glaube wohl, daß ich dazu tauge... Da, sasf' mal meine Brust an..." Der Bursche läßt«in lautes Grunzen hören. Ich bin in einiger Verlegenhest: ich möchte ihnen zu verstehen geben, daß ich nicht schlafe, aber die Neugier hält mich davon zurück, und so schweige ich und belausche die sonderbare Unterhaltung, die mein Blut in Wal- lung versetzt. „Nicht doch, treib' keinen Mutwillen!" flüstert die Frau schwer atmend—„ich Hab s doch nicht deshalb gesagt... ich rede im Ernst... laß mich los!..." Der Bursche aber versetzt in grobem Tone: „Was kommst du mir auf den Hals? Erst drängt sie sich mir aus, und dann tut sie zimperlich..." „So hör' doch nur! Ich bin's überdrüssig, mich länger so her- umzutreiben.. „Dann geh' in deine Heimat..." Sie schwieg ein Weilchen und antwortete dann leise: 95 Lindemann's OFENNIG Tage Damen- Schürzen Wiener und Jumperform.... 95. Sausschürzen 95 Mädchen- oder Knaben Schürzen berted. Größen 95 Damen- Hemden Bei 95 Baumwollflanell ober $ 1. Damen- Blusen anger. 951. moderne 95 2 Sportbinder ModerneSelbstbinder 95 sa. 18-20 cm breit Mufter 2.Met.Unterrodffiderei95 Sembenpaffen mit 95 Sonnabend, den 7. März Montag, den 9. März Dienstag, den 10. März Die Haupt- und Schlußtage Mengenabgabe vorbehalten! Jumper Kafads hübschem Baum Retu Berkauf an Wieberverkäufer! and bibigem Bann. 195 Kalads and gutem Verial ober 295 Nur Zurmite.: In der groß angelegten -ueline.... Barchent Farden ans Basch- Duffeline 195 Kunfffeid.Jumper 295 ober Belour Koflüm- Röde ans prattich. 195 Damen- Nachthemd Cin Poften Stoffen. 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