Nr.114 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 58 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 3,- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Husland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ GiedLung und Kleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenstimme" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin* Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille geile 70 Bfennig. Reflamezeile 4, Reichsmart. Aleine Anzeigen das fettgedrudte Bort 20 Pfennig ( auläffia zwei fettgebrudte Borte). febes weitere Wort 10 Bfennig. Stellengefuche bas erfte Wort 10 Bfennig. iebes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buchftaben zählen für amei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Bfennig. Angelgen für die nächste Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin GB 68, Lindenftraße 3, abgegeben werben. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 8. März 1925 Vorwärts- Verlag 6.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 37536- Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Otto Braun unser Kandidat! Der Kampf um Eberts Erbe ist eröffnet. Nach gutachtlicher Anhörung des Parteiausschuffes und| faffung von Weimar schwören tann, ein Mann, der, selbst der Reichstagsfraktion beschloß der Parteivorstand dann, menn er persönlich ehrliche Absichten hätte, ein Spielball geftern abend einstimmig, für die bevorstehende Reichs- wäre in den Händen jener Feinde der Republit, die ihn auf präsidentenwahl eine eigene Kandidatur aufzustellen den Schild gehoben haben. und den preußischen Ministerpräsidenten a. D. Gen. Otto Braun um die Uebernahme dieser Kandidatur zu ersuchen. Der Parteiausschuß und die Reichstagsfraktion traten dann zu einer zweiten Sigung zusammen. Beide Körperschaften ftimmten dem Beschluß des Parteivorstandes ein stimmig zu. Genoffe Otto Braun nahm die kandidatur an. 3weifellos entspricht dieser Beschluß auch dem Wunsch der erdrückenden Mehrheit der Parteigenossen. Die Aufstellung eines gemeinsamen republikanischen Kandidaten wäre möglich gewesen, wenn man sich auf einen Sozialdemokraten einigte. Unmöglich aber war daß die Partei, die die Republik geschaffen hat und die die stärkste und entschlossenste republikanische Partei ist, die Partei, die der Republik in der Person des Genossen Ebert den ersten Präsidenten gegeben hat, unmöglich war, daß die Sozialdemokratie auf jeden Kampf unter der eigenen Flagge verzichtete. Der berechtigte Stolz der Parteigenossen hätte sich dagegen aufgebäumt. Die Sozialdemokratie geht also, nur auf sich selbst geftellt, in diesen großen Kampf, in dem vielleicht das Schicksal der Deutschen Republik entschieden wird und den die ganze Welt mit ungeheurer Spannung verfolgt. Wie sie ihn besteht, davon hängt für das deutsche Bolt, ja für ganz Europa un endlich viel ab. Außerordentliche Ansprüche werden an die Opferwilligkeit und Arbeitsfreudigkeit jedes einzelnen gestellt werden. Über jeder einzelne wird auch getragen werden von dem Bewußtsein, daß es eine weltgeschichtliche Entscheidung ist, an der er hier mitwirft. Man wird die Frage aufwerfen, wie es mit unseren Aussichten in diesem Kampf bestellt ist. Noch bei den Reichstagswahlen vor drei Monaten hat sich gezeigt, daß die Sozialdemokraten leider erst eine Minderheit unseres Boltes erfaßt hat. Für den Ausgang dieser Wahl ist aber damit gar nichts gesagt. Denn diese Wahl ist ein Experiment, das zum erstenmal gemacht wird. Der Kandidat des Bürgerblods ist aber Kandidat nicht nur der Monarchisten, sondern auch der Rapitalisten, insbesondere jener Sorte engstirniger Unternehmer, denen die Berlängerung der Arbeitszeit, die Herabdrückung der Löhne, die steuerliche Schonung des Besizes auf Kosten der breiten Massen, der Hochschutzzoll zur Berteuerung der Lebenshaltung höchstes Ziel ist. Ein solcher Mann darf nun und nimmer als Sieger aus dem Wahlkampf hervorgehen! Es gilt jene Wähler aus den breiten Boltsmaffen, die sich bisher von der nationalistischen Phraseologie betören ließen, fehend zu machen. Es gilt, die betrogenen Sparer und hypothefengläubiger, die sich vom Aufwertungs. schwindel der Rechtsparteien einfangen ließen, auf die Betrügerrolle aufmerksam zu machen, die diese Par| teien ihnen gegenüber gespielt haben. Es gilt, thnen und den anderen bisher bürgerlichen Wählern aus dem werftätigen Bolt die Ueberzeugung beizubringen, daß der Kandidat dieser Parteien geschlagen werden und daß sein tlarster, ent schiedenster Gegner, der Kandidat der Sozialdemokratie ges wählt werden muß. Für die Kommunisten sind bei den letzten Wahlen immer noch mehr als zweieinhalb Millionen Stimmen abgegeben worden. Die müssen, soweit es irgend möglich ist, geholt werden. Jeder Arbeiter muß verstehen, daß es bei dieser Wahl überhaupt vollkommen sinnlos ist, tommunistisch zu wählen. Bei den Parlamentswahlen setzt sich die Zahl der kommunistischen Wähler immerhin in ein paar Mandate um. Bei der Reichspräsidentenwahl zählen die kommunistischen Stimmen überhaupt nicht, sie sind einfach weggeworfen, ihr Ertrag ist 0,0. Daß etwa die Möglichkeit bestände, Herrn Thälmann wirklich durch das Volk zum Reichspräsidenten wählen zu lassen, wird selbst der eifrigste fommunistische Streik bei der Reichsbahn. Die Verwaltung lehnt ab. In der am Sonnabend in dem Gebäude der Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft geführten gemeinsamen Verhandlung zwischen der Eisenbahnverwaltung und den vertragschließenden Organisationen wurde nach mehrstündigen Beratungen den Gewertschaften von den Vertretern der Hauptverwaltung folgender endgültiger Borflag unterbreitet: Der Generaldirektor schlägt wiederholt vor, über Erhöhung der Ortslohnzulagen ab 1. März zu verhandeln. Er ist bereit. im lehten Drittel des Monats März die Frage einer allgemeien Cohnerhöhung nach Maßgabe der wirtschaftlichen Verhältnisse neu mit den Gewerkschaften zu prüfen. Der Herr Generaldirektor ist damit einverstanden, daß eine gemeinschaftliche Kommission zur Beratung etwa bestehender Härten in der Dienstdauer eingesetzt wird. Die Eisenbahner im Kampf. gesellschaft herrscht, dafür ist die Haltung bezeichnend, die diese Welcher Geist in den leitenden Stellen der Reichsbahn leitenden Stellen anläßlich der Trauerfundgebung für den verstorbenen Reichspräsidenten eingenommen haben. Die Gewerkschaften hatten für den Tag der Beilegung eine Arbeits ruhe von 15 Minuten angeordnet. Die Eisenbahner hatten sich aus verkehrstechnischen Gründen auf eine Arbeitspause von 5 Minuten für die Werkstättenarbeiter und Güterbodenarbeiter beschränkt. Selbst diese bescheidene Ehrung des verstorbenen Staatsoberhauptes ist von verschiedenen Reichsbahndirek toren verboten worden. In Berlin ging man soweit, den Eisenbahnern eine halbe Stunde von ihrem Lohn abzuziehen. Was auch dem reaktionärsten Privatunternehmer nicht Hierzu erklären die Gewerkschaftsvertreter DEV., GDE. und eingefallen ist, hat sich ein Unternehmen des Deutschen Reiches UEV. folgendes: geleistet! Es hat nicht nur eine Trauerkundgebung für den schlag annehmen zu fönnen. Die Gewerkschaften sind nicht in der Lage, den gemachten Bor- verstorbenen Reichspräsidenten untersagt, es hat darüber hinWenn fein weitergehender aus noch die Arbeiter bestraft, die an dieser Trauerfundgebung Borschlag von der Reichsbahnverwaltung erfolgt, müssen die Ber- teilgenommen haben. Wenn der Generaldirektor Deser nach handlungen zum Bedauern der Gewerkschaften als ergebnis- träglich die standalöse Anordnung der Reichsbahndirektion Berlin torrigiert hat, indem er die Auszahlung der abStandal nicht aus der Welt geschafft. Ohne diese Maßnahme gezogenen halben Stunde Lohn anordnete, so ist damit der wäre es wahrscheinlich in Berlin nicht vorzeitig zum Streit gefommen. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß die Leitung der Reichsbahndirektion Berlin den Streif provoziert hat. Hat die Sozialdemokratische Partei auch noch nicht für sich allein die Mehrheit, so ist sie doch die bei meitem st är f ste Partei Deutschlands. Dazu kommt, daß die Wähler in diesem Fall nicht nur nach der Partei, sondern nach der Person der Kandidaten sehen werden, und da haben wir feinen Zweifel daran, daß unser Kandidat die stärkste Zugkraft ausüben wird. Denn er hat nicht nur durch glän- os verlaufen betrachtet werden. zende Proben seines Könnens bewiesen, daß er der würdigste Teile erträgliches Ergebnis herbeizuführen. Sie hätten Die Organisationen haben alles versucht, ein für beide Nachfolger Eberts ist, er ist auch der Mann, der, wie fein anderer zur Verteidigung der Republik berufen ist, er ist der sich sogar bereit erklärt, eine Verständigung auf der Basis zu suchen, einzige ernst zu nehmende kandidat aus dem arbeidaß der Generaldirektor Defer dem Berwaltungsrat gegenüber bei tenden Bolte und man müßte denken, daß in einem feinem Zusammentritt eine Lohnerhöhung von 3 Pf. pro Lande, dessen Bevölkerung zum allergrößten Teil aus Stunde ab 1. März vertriit unter gleichzeitiger Jujage auf Arbeitern, Angestellten und Beamten besteht, infehung einer kommiffion zur ernsthaften ein solcher Mann auch die allerbeste Aussicht hat, gewählt zu Prüfung der Arbeitszeit. Wie fich aber aus der eben wiedergegebenen Erklärung der Reichsbahnverwaltung ergibt, Scheiterte auch diefer letzte Berständigungsversuch an der stare ablehnenden Haltung der Hauptverwaltung der Reichsbahn gänzlich. werden. Dazu kommt, daß sich Genosse Otto Braun durch die Tat, durch sein Wirken im preußischen Landwirtschaftsministerium als ein besonderer Freund der Landarbei ter und der fleinen Landwirte erwiesen hat. Seine Eignung, als Reichspräsident über den Parteien zu wirken, fann nicht bestritten werden. Nicht nur Demofraten und Zentrum, sondern auch die Volkspartei hat ihn feinerzeit zum preußischen Ministerpräsidenten cewählt, und sie haben alle bis ganz zulegt seine Unparteilich feit in hoben Tönen anerkannt. Die Rechtsparteien haben ihm feinen Kandidaten gegen überzustellen, der ihm an Erfahrungen, Erfolgen und Berdiensten ebenbürtig wäre. Unter diesen Umständen haben wir die Wähler, die wir am 7. Dezember v. J. muſtern fonnten, nur als den Stamm zu betrachten, mit dem wir in den Kampf gehen. Wollen wir den Sieg erringen fo müffen wir weiter darüber hinaus breite Schichten für unseren Kandidaten gewinnen. Daraufhin zu wirten in unermüdlicher Arbeit muß vom heutigen Tage an unfere Aufgabe Jein. Es ist selbstverständlich, daß unser Kampf in erster Linie dem Sammelkandidaten des Bürgerblods gilt. Soviel an uns liegt, foll die Welt nicht das lächerliche Schauspiel erleben, daß zum Oberhaupt einer Republik ein Monarchist gewählt wird; ein Mann, der nicht mit reinem Gewissen und nicht ohne innere Borbehalte den Reichspräsidenteneid auf Die von ihm und seinen Anbängern bekämpfte Ber Es besteht gar fein Zweifel für jeden, der den Dingen näher steht, daß die drei Eisenbahnerorganisationen, wenn sie nunmehr den Streit zu dem ihrigen machen, das legte Mittel ergriffen haben, um eine Ratastrophe, wenn irgend möglich, zu verhindern. Wenn in den nächsten 24 oder 48 Stunden der GüterDie vertragschließenden Organisationen machen nun- vertehr im gesamten Deutschen Reiche zum Erliegen mehr den bereits ausgebrochenen Streit zu fommen follte, dann wird es nur der Aktion der drei Eisendemihrigen. Damit sind also die Verhandlungen gescheitert, und war, wie aus dem letzten Vorschlag der Eisenbahnergewerkschaften hervorgeht, ausschließlich durch die Schuld der Hauptverwaltung der Reichsbahngesell cha ft. Nachdem der Reichstag bei der Regelung der Bezüge der Eisenbahner ausgeschaltet ist, und die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft praktisch jedes Entgegenkommen ab gelehnt hat, blieb den Eisenbahnerorganisationen fein anderer Weg übrig, als zum letzten gewerkschaftlichen Mittel, zum Streit zu greifen. Wenn man sich daran erinnert, daß die Reichsbahngesellschaft zunächst zwei Wochen verstreichen ließ, ehe sie den Organisationen nach vollzogener Kündigung des Tarifvertrages mitteilte, daß sie zu Verhandlungen bereit sei; wenn man sich weiter daran erinnert, daß die Hauptverwaltung der Reichsbahn während der letzten drei Wochen sich in der Hauptsache darauf beschränkte, die Forderungen der Eisenbahner abzulehnen, dann wird man versucht sein, zu sagen, daß dieser Ausgang der Verhandlungen von der Hauptverwaltung der Reichsbahn gewollt ist. bahnerorganisationen zu danken sein, wenn noch Raum bleibt, um eine Ratastrophe zu vermeiden. Aber sie fann nur vermieden werden, wenn endlich die 3u ständigen Reichsstellen eingreifen und dem schwerindustriellen Verwaltungsrat und den reaktionären Oberbeamten der Reichsbahn flar machen, daß sie nicht berech tigt sind, das Wirtschaftsleben Deutschlands aufs Spiel zu seßen, um die Wünsche der Schwerindustrie zu erfüllen. Nachdem der Reichstag direkt ausgeschaltet ist, muß zunächst das Reichsarbeitsministerium, mie bei jedem anderen Konflikt, der das öffentliche Interesse be= rührt, eingreifen. Die Reichsbahn steht nicht über den Gesetzen. Das Wirtschaftsleben Deutschlands, das gesamte deuische Volt tönnen es nicht ertragen, wenn durch die unnachgiebige Haltung der Reichsbahngesellschaft die Blutadern des Wirtschaftslebens unter unden werden. Die Reichsregierung hat die Pflicht, zu handeln. Sie muß aber schnell handeln, wenn sie die von uns angedeutete Katastrophe verhindern will Heute ist es vielleicht noch Zeit, dazu; morgen fann es zu spät sein. ( Weitere Nachrichten fiehe 4. Seite Hauptblatt.) Märchenerzähler nicht behaupten wollen. Unter solchen Um- standen ist jede Stimme, die dem einzigen a u s s i ch t s- reichen Zlrbeiterkandidoten durch kommunistische Quer- treibereien entzogen wird, offenkundiger Wahnwitz, offene Unterstützung der Reaktion. Wenn im ersten Wahlgang kein Kandidat die Mehrheit aller abgegebenen Stimmen erhält, findet ein zweiter Wahl- gang statt, in dem dann derjenige Kandidat siegt, der mit seiner Stimmcnzahl an die Spitze kommt. Hier zu phrophe- zeiert, wäre voreilig. Die Taktik, die bei einem eventuellen zweiten Dahlgang einzuschlagen ist, kann nicht eher festgelegt werden, als bis das Ergebnis des ersten Wahlgangs feststeht. Dewitz würde es bei einem zweiten Wahlgang vor allem darauf ankommen, den Rechtskandidaten aus dem Felde zu schagen. Auf welche Weise aber dieses Ziel erreicht werden kann, kann erst entschieden werden, wenn die Wahlergebnisse vorliegen. Je näher der Kandidat der Sozialdemokratie im ersten Wahlgang an den chauptgegner herankommt oder je weiter er ihn überholt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, daß er auch in einem zweiten Wahlgang das Feld behauptet. Die Wahl ist, wie schon gesagt, ein noch nie gemachtes Experiment. Darum ist es unmöglich, heute schon zu sagen, wie wir in einem etwaigen zweiten Wahlgang operieren müssen, um der Reaktion die verdiente Niederlage beizu- bringen. Jetzt gilt es, alle Kräfte anzuspannen, damit die große Partei der Republik und des arbeitmden Volkes, die Snziakdemokratie, den 29. März zu den Ehrentagen ihrer Geschichte zählen kann! Der Politiker Gtto Sraun« t?in Urteil aus bürgerlichen Kreisen. In der demokratischen �Frankfurter Zeitung" ünden wir eine Würdigung des Genohen Otto Braun, die, wie die Redaktion des Blattes bemerkt,„»cm einer Persönlichkeit stammt, die lange Zeit Gelegenheit hatte, seine Tätigkeit in der Nähe zu beobachten". In diesem nach dem Rücktritt Brauns non der prenhischci, Ministcr- präfidentschaft geschriebenen Artikel heißt es u. a.: „Ueberraschend schnell hat er sich den Anforderungen angepaßt, die ein mit ständig wachsenden Schwierigkeiten verbundenes Ann an ihn stellte. War er im Kabinett chirsch, in dem er als Land- wirrschaitsmtnistcr arbeitete, osi noch der temperamentvolle Streiter, der Zwischenfälle veranlaßte und— oft auch in sich selbst isolierender Auflehnung gegen Fraktionsgenoslen im Kabinett— unbeherrscht seiner Verstimmung die Zügel schießen ließ, so hat er 1921 bis 1921 als Leiter des Kabinetts der Großen Koalition ein staasmänncsches Geschick und eine Fähigkeit bewiesen, den Ausgleich unter den oft genug weit auseinander strebenden Forderungen der Koatitlons- poiteien zu bewirken, wie sie besser kein gewiegter Diplomat auch der ausgezeichnetsten alten Schute hätte beweisen können. Man kann es ruhig sagen, daß es unter den Politikern von Rang, die heute an sichtbarer Stelle stehen, nur äußerst wenige geben wird. die gleich ihm diese dreiviertel Jahre der Koalitionspolitik dreier republikanischer Parteien— die untereinander wieder in kultur. politischen, wirtschaftlichen und rein politischen Fragen schon so meles trennte— mit der stets schwankenden bedenkenvoll nach rechts blickenden, höchstens vernunftrepublikanischen Deutschen Volks- parte« ermöglicht und durchgehalten hätte. Und wenn gerade von jährender oolksparteilichcr Seite noch in den Hauptausschußver- Handlungen des Herbstes 1924 ausdrücklich erklärt wurde, daß. wenn in den Novemberstürmen 1933 das Reichsgebände nicht in einer g-hpalkigen Explosion in die Luft geflogen fei, das vor allem der Ttstigkeit und Zielbewußtheit der preußischen Politik zu verdonken gewesen sei, so liegt darin für Braun, der keine hohe Schul« der Diplomatie absolviert, keine theoretischen staatsrechtlichen Studien hott« treiben können, die nachdrücklichste Würdigung des Werke» der letzten und ereignisreichsten Jahre seines Lebens, die Anerkennung aber auch seiner nicht gewöhnlichen Klugheit und zähen E nergi«. Man hat Otto Braun oft mehr als energisch, hat ihn brutal genannt. Und in der Tat. dieser Mann, d e in der Krieg seinen einzigen Sohn geraubt hat und der Der nackte Verwisch. Eine Skizze von W. Papasian. «Aus dem Armenischen übersetzt von Liparit Rasariantz und Heinrich Roercn.) Sowohl die Hunde als auch die Bettler haben in Teheran ihre «igeiren S�odtvieriel, deren Grenzen sie ein« bestimmte Zeit lang nicht übeeschretten dürfen. Nach einigen Monaten scheinen sie dann ihr Gebiet zu«wechseln: denn den Bettler, der tn einem Stadtteile seit Monaten die Pasfanken langweilte, sah ich auf einmal nichr mehr in diesem Gebiet, urtf) nach ein paar Tagen traf ich ihn in«irrem ganz anderen. Aber der nackt« Derivisch, den ich immer in der Straße Lalazar bei der Endstation der Pferdebahn tauern sah. blieb hier längere Zeit. Er sitzt da an«irrer Mauer neben der österreichischen Gesandt- «chaft, wenn die Strotze trocken ist. Aber wenn das Wetter schmutzig ist. steigt er aus das Mouergesims des Lalazargarlens. duckt sich auf feinem zwei fußbreiten Platz und bleibt so zusammengeschrumpft hocken. Er ist nur in einen Mantel gehüllt. Andere Kleider hat er nicht. Dieser Mangel bestellt, ohne zu ubertreiben, aus hundert verschieden- artigen und verschiedenfarbigen Flicklappen, die von dicken Fäden zusammengehalten«verde,,. Da» ist der Derwischmantel. den die Derwische selbst anfertigen und �esarnmch" nennen, d. h..aus taufend Stücken". Manchmal, wenn er, nm sich hinzuhocken, den Mantel austchlägt, sieht man sein« ganz nackten Glieder, schwarz und blau von Schmutz und Kälte. Aus seinem Kopf»ragt er einen schalenförmigen, schon ganz schwarz gewordenen Filzhut, unter dem hervor aus seine schmal« Stirn und sein« Cchlösen zusammengeklebte,«aumelierte Haare Höngen. Sem Gesicht ist klein und kurz, die Augen sind tief und träume- risch, als ob er wohl sähe und doch nichts sähe. vi« Hände und di« Füße sind abgemagert und soft nur noch Knochen wie bei einer Mumie. Und der Bollbart und Schnurrbort sind zu- samm engewachsen, so daß di« Lippen darin verschwinden. Er sitzt immer zusammengekauert da und rührt sich nicht von seinem Platz, Und weil es kalt ist, hält er in den Händen auf seinen Knien ein« kleine Tonschal«, mit einigen glühende« Kohlen, die er von seinem Nachbarn, dem Bäcker, bekommen hat. vl« ich eines Tages vorüberging, blieb ich ein« Weil« stehen, um zu beobachten, was dieser entstellt« Derwisch tat, Er betete nicht. Er sang mich nicht. Biel« Leute gingen vorbei. Ah««r da nicht um Almosen. Mit verächtlichem und erloschenem "Vk* sah et alle an. Die Passanten warfen ihm manchnra! klein« Kupfermünzen hin Die Münzen sielen neben ihm nieder oder in leinen Schoß. Er rührte sich nicht und ließ die Münzen lieaen. Ale ich an ihn herantrat, fühlte er meinen Blick und hob langsam den Kops. Ein kaum merkliches, fast ironische, Lächeln glitt aus dm Augenwinkeln über sein Gesicht, „Bist du ein Derwisch?" fragte ich. Er schüttelte nernernend den Kops und schlug seinen Mantel zurück. Dann bemüht« er sich, die Federschale he quem zwischen seine Füße zu stell». Und alz es ihm I seitdem wohl noch etwas verschlossener und äußerlich kAtet geworden war, als es ohnehin seiner ruhigen und zurückhaltenden vstpreußrschen Art entsprach konnte oft, wemi er etwas durchsetzen wollte, ein« Zielbewußtheit und Hartnäckigkeit an den Tag legen, die des brutalen Anstrichs nicht entbehrte. Aber es war doch stets eine brutale Energie, die dadurch erträglicher wurde und versöhnlich wirkte, daß sie stets nur einer Sache, einer Idee diente und außerdem niemals den bei Otto Braun alles beherrschenden Intelleki auszuschalten vermocht«. Otto Bronn diente seinen Tdeen mit einer Energie, von der man nur sagen kann. daß. hätten alle reoublikanischeu Politiker und Minister etwa» davon gehabt, wir heute um die Republik nicht in Sorge zu sein brauchte«. Er kämpfte für den republikanischen Gedanken und für soziale Gerechtigkeit. Au« den Jahrzehnten seine« Kampfes in der ogrorpolitischen Le- wegung. als Dorkompfer insbesondere der Forderung der Land- arbeiterbefreiung. brachte dieser Ostpreuß«, der stimmung»- gemäß seelisch sehr fest im Boden seiner Heimat wurzelt— trotz der vielen Jahre, die er im politischen Kampfe auch im Rheinland verbrachte, ein starkes Kampfgelüst gegen da» durch und durch unsoziale o st elbische Großagrariertum«nit. Sein heftiger Streit gegen den Reichslandbund, der nn Landwirts chasts- minister Braun mrt sicherem Instinkt den gefährlichen Feind und Sachkenner erkannt«, sein scharfes unerschrockenes Auftreten gegen den Ansturm der Reaktion auf allen Gebieten zeigten, daß dieser Mann nicht, wie so manch« andere, in der Zeit seiner Ministerproxis das vergessen oder gar verleugnet hatte,«vos ihm vordem Leitstern seines Lebens war. Der große Erfolg der Land- mbelterbefreiung ist denn auch da, Werk diese. Manne» gewesen. Schon in Weimar hat er den Deutschiwtionalen zugerufen, daß er, der nich« wie die königlichen preußischen Landwirtschaftsnnnister noch der Pfeife der Großagrarier tanzen wolle(und den sie deshalv den„Minister g e g e n die Landwirtschaft" nannten), stolzdarauf sei, von ihnen gehaßt, aber dafür der Vertrauens- mann der Millionen bis dahin geknechteter Land- arbeitet zu sein. Otto Braun, der zu feinem ersten Amt« al» La�wi rischaft«- «ninister neben den Kenntnissen, die er sich in jahrzehntelanger Täiigleit als Agrarreferent seiner Partei erworben hatte, mchl zuletzt auch seine stark« und tief« verständnisvoll« Lieb« zum deut- ichen Walde und zur Natur überhaupt geeignet mochte— Otto Braun war auch später als Ministerpräsident nicht nur der klug« Politiker und zähe Verteidiger und Ausbauer der republikanischen Position, der vst genug auch in kritischen Momenten die Reichs- Politik entscheidend im republikanischen und demokratischen Sinne beeinslußt hat. Er wußte auch den Staat zu repräsen- t, e r e n. Ein trotzdem nie in Selbstüberhebung ausartendes Selbstbewußtsein,«ine körperlich imponierende Erscheinung, die Kunst, Distance zu halten, und seine persönliche Untadelig- k e I t, an die auch in dieser verlcumdungsreichen Zelt kein Schmutz- spritzerchen herankam— all das stempelt« ihn zum wirk- lichen Regierungschef, der nicht gezwungen oder linkisch, sondern mit zielbewußter Selbstverständlichkeit auftrat und Respekt erzwang. Otto Braun ist min zunächst in den Hintergrund getreten. Sein kongenialer und treuer Arbeitskollege Severing hat dos für den schwer Ueberarbeiteten hart« Opfer gebracht, zu bleiben. Darüber aber dürste in den republikanischen Parteien kaum ein Zweifel be- stehen, daß die deutsch« Republik sich den Luxus nicht lange gestatten kann, einen Mann wie Braun in die relative Enge der Fraktion»- Politik, in die vorwiegend kritische oder oppositionell« Arbeit zn verweisen. Braun, der durchaus konstruktive politisch« Kopf, der kluge, bedachte und charaktervoll« Mann, ebenso wie Severing einer der besten Repräsentanten der geistrgen Kräfte der deutsche» Arbeiterschaft und«in Beweis für die in ihr schlummernden Möglichkeiten, muß bald wieder synthetische Arbeft an nerantwortlicher Staotsstell« leisten können." Otto örauns Lebenslauf. Otto Braun, der nunmehr zum Präsidentschaftskandidaten Erkorene, ist am 28. Januar 1872 in Königeberg(Ostpreußen) ge- boren, hat also vor wenigen Wochen sein 53. Lebensjahr vollendet. Nach dem Besuch der Volksschule lernt« er zunächst als endlich gelungen war, bedeckte er die Schal« mit dem Saum seine» Mantels und richtete die holbgeschlossenen Lugen wieder auf mich. „Du rauchst wohl Opium? fragte ich. Diesmal nickt« er und sah mich forschend an. Nach«inigen Minuten, in denen er mich schweigend betrachtet«, fragte er plötzlich mit dumpfer und hohler Stuiun«: „In eurem Lande raucht man auch Opium?" „Nein!— E, ist doch Gift. Bei un» oergiftet man sich nicht gern." Er lächelt« und sagt«: „Also m eurem Lande haben die Menschen kern« Schmerzen?" „Wieso nicht? Aber muß man denn Opium rauchen, wenn man Schmerzen hat?" „Hast du schon einmal Opium geraucht?" ,O nein!" „Dann kannst du es auch nicht verstehen. Aber hast du vielleichi mal gehört, daß der Raucher entrückt wird in ein« beglückend« Traumwest, wo alle fein« Leiden oergehen, wo er vom Elend und Schmerz befreit ist?— Weißt du das nicht?"—- „Ihr tröste» euch also domft?" „Wir trösten uns nicht, wir wollen nur vergessen— vergessen! — Gibt es nicht genug, das man vergessen muß?" In diesem Augenblick entstand in der Sirahe Lärm. Zuerst -erschienen sechs Gendarmen, die in vollem Galopp aus uns los- fprenglen. Dahinter her schoß eine vierspännig« Egmpag«, in der aufgeb'asen und breftspurig«in persischer Adliger in einem prächtigen Mantel aus kostbarer Kirmcmwoll« saß. Eine Gruppe von Bettlern in zerrissene« Lumpen, halbnackte schmutzige Frauen und Kinder liefen, frierend und mtt den Zähnen klappernd, dem Wagen noch und streckten die Hände flehentlich zu dem Adligen empor: „Lieber Herr, ein kleines Almosen!— „Herr! Fürst! Eine Kupfermünze!"— Das Volk räumte ihm den Weg. Der Wagen schoß weiter. Dutzend« von zerlumpten Bettlern patschten durch den Schmutz und das Wasser, und der Adlige blickte hochmütig und hannlos auf dies alles herab. Der nackte Derwisch sah erst mich an. dann den Adligen und sagte:___ „Muß man so etwa» nicht vergessen?— Kann man denn ohne Opium—" Eine Weil- schwieg er. Dann blitzten auf einmal sein« Augen. „Das ist unser Statthalter. Er hch seinen Bezirk für Hundert- tausend gekaust, um zweihunderttausend zu»etbfeiWt. Da, sieh, wie er das macht. M r scheint eo manchmal, als ob dies alles nur ein Traum wäre, lind nur wenn ich Opium rauche, ist es mir, als ab ich dann erst in das wirkliche Leben eintrete, dann erst vom Schlaf erwach«.— O rauche Opium. Herr! Und du wirst sehen, wie du die« alles vergißt, dies, Leiden und dies« Ungereck: gkeft.— Wir liegen aus den Straßen an den Mauern im Bett von Schmutz, und di«, tn« durch uns reich und mächtig werden, fahren in Kirman wolle spazieren."— Dann mars er«inen langsamen Blick den allmählich zurück- bleibenden Bertlern und dem verschwindenden Wagen nach und sprach sich in seinen Mantel hüllend: Stemdrucker, später als Buchdrucker. In diesem Fach« war er tötig, bis er in die Redaktion des Königsberger Parteiorgans eintrat. Als Journalist hat er selbstverständlich auch die wiiheminische Justiz in all ihren Tücken kennen gelernt. Später war er eine Zeit long als Geschäftsführer der �löutgs- beiger Bolkszeitung" tätig und wurde dann zum Kassensührer der Ortskrankenkasje in seiner Vaterstadt gewählt. Neben seiner umfangreichen Tätigkeit in der Partei— er war seit Mitte der neunziger Jahre Vorsitzender des Bezirksvorstandes Ostpreußen und 19 Jahre lang Siadtverardneter in Königsberg— war er vor allem auf sozialpolitischem Gebiete tätig. Bei den Krankenkassen- togungen war er lange Zeil ständiger Teilnehmer und sein Wort fand dort unter all den Fachleuten stets groß« Beachtung. Besonders emgehend widmete er sich der Landogitation und der Arbeit unter den Landproletariern, den Instleuten und Gutsarbeitern, die gerade in seiner ostpreußischen Heimat bi» nach Memel hinauf zumesst unter unwürdigsten Verhälmiisea lebt«. Aus dieser Tötig- krtt für di« ländlichen.Proletarier erwuchs seine besondere Sach- kcnntnis in landwirtschaftlichen Fragen, die er auch als Schnst- steller über agrarische Problem« an den Tag legte und die chm be- sonders in ssiner späteren Tätigkeft als preußischer Landwirtschafts- minister zu statten kam. Im Jahre 1913 wurde Otto Braun noch auf Grund des Drei- klassenwahlrechts von dem damaligen Wahlkreis Teltow-Beestow- Eharlottenburg in das Preußische Abgeordnetenhaus gewählt, wo er besonder» die Interessen der Landarbeiter und Kleinbauern gegen die damals erdrückende Mehrheit der Großagrarier vertrat. Seit Oktober 1919 war Braun als Kassierer Mftglied de» Parteivor- stände«, bi» er infolg« der Revolution in di« preußisch« Regierung— ol» Londwirtschostsminister— berufen wurde. Nach dem Kapp.Putsch wurde er Ministerpräsident. Und noch der Episode Stegerwald> Dominicus wurde er im Herbst 1921 Führer der Regierung der großen Koalftion. Mft welcher Umsicht und mft welchem Geschick er in dieser für die inner- deutsch« Entwicklung so bedeutungsvollen Zeit gearbeftet hat, das hat der volksparteilich« Minister von Richter m beredten Worten gerade in dem Augenblick geschildert, als die Partei Strefe- niann-Campe auch in Preußen die Krise mft Gewalt heraus- beschwor, die noch jetzt nicht gelöst ist. Ein Volksparteiler über öraua. In der Sitzung des preußischen Staatsministeriums vom ß. Ja- mtar b. I.. in der die beiden volksparteilichen Minister ihren Rück- tritt erklärten, gedachte der volksparteiliche Finanzminister v. Richter in warmen Worten der mehr als dreijährigen Zusam- m e n a r b e i t der vier Parteien in der großen Koalition. Er stellte fest, daß der jetzt angezeigte Austritt aus dem Kabinett kein« Desavouierung der Politik dieser großen Koalition bedeute. Diese Politik könne auf viele Erfolge.zurückblicken, und es sei ihm ein aufrichtiges Bedürfnis festzustellen, daß das Kabinett trotz der grundsätzlichen Verschiedenheit in der Auffassung seiner Mftglieder zum Wohle de« Baterlandes zusammen- gearbeitet habe und daß alle sein« Mftglieder gleichmäßig bemüht gewesen seien, nicht Parteiminister, sondern Mi- n i st e r der großen Koalition zu sein. Auch der Minister. prüssdenk insbesondere sei stet» bestrebt gewesen, ehrlich und loyal die Interessen dieser Polftik Rechnung zu trogen. Dr. o. Richter sprach dem Mluislerpräsideuleu und allen Staat smiassteru seinen nnd seine» Sollegen Dr. Loelltz Dank au» für die gemeinsame Arbeil. die nicht nur eine angenehme nnd schöne Erinnerung für da» Leben. sondern anch für Preußen Denlschland nicht verloren, vielmehr von Erfolg und Bedeutung gewesen sei. die Propheten. GS geht immer daneben: Am 29. Oktober 1924 stand m einer Berliner Buchdruckerver- lammlung«in Kommunist und betete den Text der Piloten Fahne" herunter. Der Reichstag werde nicht ausgelöst werden. Eberl denk« gar nicht daran, alles Auflösungsgered« sei nur ein schamloses Schwindelmanöver der verruchten SPD. In diesem Augenblick flogen „Das Leben, dos Glück gibt c» nur im Schlafe, und dies alles ist an Traum, ein schrecklicher Alpdruck.— Geh weiter, Herr! Störe mich nicht im Schlaf«!" Und in sich gekelzrt. den Kopf senkend, wurde er unbeweglich. Und als ich auf dem Rückweg« wieder cm ihm vorbeikam, hockt« der Derwisch noch immer auf derselben Stelle, das Kinn auf der Brust, in tief« Selbstvergessenheit versunken. visputation. In der Aula des Friedrich. Wilhelm-Gymnasiums wurde auf Ber- anlassuna des Monistenbandes ein Kampf zwsschen kirchlicher und wiffenschastlicher Weltamchaunaq ausgetragen. Auf der«inen Seit« stand ein Glaübenssonaliker, der rasch betonnt a«wordene Kaplan Bahsel. em« jener leidenschaftlich bewegten Gestalten mft den schars gemeißelten Zügen eines jüg endlichen Asteten, wie wir sie au» Gemälden des 15. Jahrhundert» kennen, aus der anderen Max Deri al» ruhig abwägender moderner Wissenschaftler, dem jede Be» einflussung der Masse fern liegt. Mit abgerundeten plastischen Gesten. mft einem volltönenden Organ, das berufen ist, die Frauenherzen zu gewinnen, sprach, nein predigte der aus dem Protestantismus her- vorgegangene Apostat über den Glauben. Seine Definition desselben als ein« das Meinen und Wissen überragende Ems« der Erkenntnis zeigt« ihre Herkunft au» der mittelalterlichen Scholastik. Ein gefährlicher Gegner erstand ihm in der Person des Monssten und Sozialisten Max Deri. Wir wissen nichts über Ursprung und Ziel de» Lebens, envrderle er in überaus gewandter Red« dem Kaplan. Unser auf di« Erde gerichtete» Dasein sst unendlich tragischer als das eines gläubigen Katholiken, dem ein« Belohnung im Iensefts winkt. andererseits sst es unendlich reicher. Das Bewuhssein. daß ein Wesen dos andere auffrißt, um existieren zu können, wäre niederschmetternd. wenn es nicht in unsere Hand gegeben wäre, dem Leben einen Sinn zu verleihen. In dem sozialen Wirken für die Gesamtheft liegt unsere Belohitung. nicht in einem erträumten Jenseits, über das wir nichts aussagen können. Das Kind unterscheidet nicht zwischen Märchen und Wtrkltchkeft, Rotkäppchen ist ihm etwas so Reales, wie uns erwa Graf Area(der Vorsitzende des Deutschen Monsstcnbundes). So glaubt der Gläubige, weil ihm ein« Phantasievorstellung Dirküchkeit bedeutet, während der wissenschostlich« Mensch nur über Allgemeingültiges aussagt. Nach Rede und Gegenrede blieb dem Kaplan Lcchiel nichts übrig. als den Katholizismus als«ins Angelegenheit des Gefühls zu ver- teidigen, und er erntet» mfolg« seiner wqnnen Ueberzeugung den oerdienten Bessall seiner Anhänger und Anhängerinnen. lieber den raiiben Erfolg diese» Kaplans mar« noch folgendes zu sacjen: Unsere so schwer geprüfte Zeit sehnt sich nach einer getüb'� mahigen Entspannung Hier tritt ein Jünger einer olteing« führten Reltgicm auf und spricht mft nicht gewnhnlich<>� Redekunst und Form« schönheft. Seine wissenschaftliche Bedeutung darf nicht überschätzt werden. Sein Mmi-bentum ist lympackn'ib Sein« soziale Einstel» lung sst in seinen Reden leider nicht erkennbar. Paul Dutmann Mtistt. Erwin Tauß bringt trnt dem Berliner Ginkonie- Qrchefter em Dlomag abend S Uhr un Bluchver-Tael Brucknet» Vierte. Haydn-Bmiatwnm von Brahmt und au Herde» zum ersten Mate voneMet«„Pacific" 20, stnstnitjch» Dicht«« w ck«» Satz, zu Cfttzk. Die Extrablätter des„ Borwärts in die Berfommlung hinein:„ Der Der Stellvertreter des Reichspräsidenten. weil es fein anderes Mittel gibt, den Widerstand der RegieReichstag ist aufgelöft!" Gestern früh schrieb„ Der Reichstag", Nachrichtenblatt ber tom munistischen Reichstagsfraktion: Die SPD. hatfich der Bourgeoisie mit Stumpf und Stil ausgeliefert. Durch den Barmat- Standal unb die Ruhrtredite als eine torrumpierte, getaufte Bar tei gebrandmartt, wagt es die Sozialdemokratile nicht mehr, mit einem eigenen Kandidaten hervorzutreten. Sie versucht, Millionen von Arbeiterftimmen für die Erhaltung der fapitalisti. schen Antreiber. und Brofitwirtschaft zu gewinnen. Das revolu. tionäre Proletariat muß alle feine Sräfte bis zum außerften an ftrengen, um diefen neuen schamlofen Berrat an der Arbeitertiaffe zunichte zu machen. Die Kommunistische Partei tritt in ben Bahitampf ein, night nur als die einzige Arbeiterpartei, fondern auch als die einzige Partei mit einem Arbeiterkandidaten. 3wölf Stunden später zeigte sich, baß bie verruchte SPD. no verruchter ift, as die harmlofen tommunistischen Seelen ahnten. Sie stellt einen eigenen Arbeitertandidaten auf und Die armen Kommunisten stehen wieder einmal als bie Leute ba, über Die alle Welt lacht. Der Gammelkandidat der Rechten. Herr Adam Stegerwald? Der in der Preffe fchon erwähnte Arbeiterausius für die Vorbereitung der Wahl des Reigspräsidenten, der fich aus Mitgliedern der Deutfcnationalen Boltspartei, der Deutschen Boltspartet, der Bayeri fchen Boltspartei, der Wirtschaftlichen Bereinigung und der in Betracht kommenden politischen, wirtschaftlichen und fulturellen Organisationen zufammenfeht, hat, wie das Rebat flonsbureau des Bd3. erfährt, am Sonnabend nachmittag eine Beratung abgehalten, in der die Berhandlungen über die gemeinsame Kandidatur soweit gefördert wurden, daß den Jaffanzen der Parteien und Organisationen ein einstimmiger Borislag unterbreitet ist. Mit bisher nicht beteiligten Partelen und Organi fationen wird über den Vorschlag verhandelt werden. Die Ent. fcheidung der Parteien und Organisationen wird bis Mitte nächster Woche vorliegen Wie wir dazu erfahren, wurde im Reichstag allgemein Herr Adam Stegerwald als der gemeinsame Kandidat der Rechten genannt. Marx gegen Stegerwald? Entscheidung des Zentrums am Montag. Die Borstände der Zentrumsfrattion des Reichs. tags und des Preußischen Landtags treten auf Einladung des Bizepräsidenten Dr. Porich am Sonntag mittag zu einer unverbindlichen Besprechung über die Präsidentfchaftsfrage zusammen. Die Entscheidung wird in einer gemeinsamen Sihung der beiden Fraftionen unter Hinzuziehung des Reichsparteivorstandes des Zentrums am Montag erfolgen. Boraussichtlich wird, wie das Nachrichtenbureau des Bd3. mittellt, das Zentrum den preußischen Ministerpräsidenten Marg als Präfidentschaftskandidaten aufftelen. Ueber die Haltung der Demokraten ist noch nichts bekannt, da fie zu dem fozialdemokratischen Beschluß noch nicht Stellung nehmen konnten. Sie werden fich ebenfalls am Montag darüber enfcheiden, ob jie einen eigenen Kandidaten aufstellen. Bürgerliche Sammlung. Die Front gegen die freiheitliche Entwicklung. Der Sammelfambibat ber Redisparteien ist noch nicht nominiert. Er ist noch nicht gefumben. Man nennt neben Herrn Jarres, ber eine Zeitlang als ber mahrscheinliche Ranbibat ber Rechtsparteien galt, neuerdings Herrn Gegler. Der Demotrat Geßler als Ranbibat der Deutfdynationalen, ba muß es fchlecht bestellt fein um die Führer der Deutschnationalen. Ein dritter Name wurde gestern abend viel genannt- Abam Stegermaid. Die Rechtsparteien hoffen, mit Stegerwald als Kandidaten einen Blod vom Zentrum bis zu den Deutſchnationalen zusammenzufchweißen. Bürgerliche Gammlung mit Stegerwald unter dem Protektorat des Herrn von bas ift die Loebell, dem Bräsidenten des Reichsbürgerrates Perspektive, die die Rechtsparteien ins Auge faffen. Diese Rombination ist noch nicht endgültig. Ob sie zustande fommt oder nicht: bürgerliche Sammlung ist bas Ziel ber Rechts. parteien. Bürgerliche Sammlung, das heißt für fie: politische Zurüd. brängung der Arbeiterschaft. Ausschaltung ihres Einfluffes, bedeutet, daß das Bürgertum als Klaffe die politische Macht ausübt über die Arbeiterschaft und gegen die Arbeiterschaft. Bürgerliche Sammlung unter bem Brotettorat des Herrn von Soebell, befanni als starrer Berteibiger des Dreiflaffenmahl rechts, bebeutet ben Berjuch, den Staat wieder zu einem Herrschafts. inftrument gegen bestimmte Straffen der Bevölkerung zu machen. Mit einem Worte- politische Reaktion 0.A Die Sammlung der rechtsstehenden bürgerlichen Barteten auf die staatspolitischen Ideen der Bergangenheit ist das Ziel der Deutsnationalen Hinter diesem Ziel laffen fie felbft ihre monarchistische Propaganda zurüdtreten. Sie laffen bas mon archistische Brinzip nur von eft arp in ber Areuzzeitung hochhalten, damit es nicht verloren geht. So schreibt Herr Beft arp: „ Nach unserer Auffassung, die wir in diesen Tagen nicht ver. leugnen und verdunkeln laffen fönnen, ist selbst ein nach ber Weimarer Berfassung vom Bolle gewählter Reichspräsident nicht die geeignete Bertörpe rung der deutschen Boltspersönlichkeit, und zwar meder grundsäßlich noch nach dem natürlichen Empfinden des beut fchen Bolles. Wer das Gegenteil annimmt, verfällt dem grund legenden Irrtum ber Demokratie, vermittels deffen der Wille der Mehrheit eines Bahl oder Abstimmungstages dem Willen des Boltes gleichgefegt wird. Dr. Simons, der Präsident des Reichsgerichte. Auf der Tagesordnung der Reichstagsfißung vom Montag ffeht ein Gefehentwurf über die Stellvertretung des Reigspräsidenten. Dieser Gefeßentwurf ist von allen Barfeien mit Ausnahme der Kommunisten und der Bölkischen unterzeichnet worden. Auch die Deutschnationalen haben ihn unterzeichnet. Der Gefehentowurf besteht aus drei Paragraphen. Der erfte Baragraph bestimmt, daß der Präsident des Reichsgerichts mit der Stellvertretung des Reichspräsidenten beauftragt wird, nachdem der Reichspräfident am 28. Februar verstorben ist. Die Stellvertretung erfiredt sich bis zum Tage des Amtsanfriffs des neuen Reichspräsidenten Der zweite Paragraph stellt fest, daß alle Bezüge und Befugniffe auf den Stellvertreter übergehen, der dritte Paragraph bestimmt, daß das Gefeh fofort in Kraft trift. Damit wird Dr. Walter Simon s. der Präsident des Reichsgerichts, zum Stellvertreter des Reichspräsidenten bestimmt. Dr. Simons trat 1911 in die Rechtsabteilung des Aus wärtigen Amtes ein. Nach der Revolution stellte er sich ben Boltsbeauftragten für die technische Führung der Reichstanzlei zur Berfügung. Er trat dann als Ministerialdirektor zum Auswärtigen Amt über und wurde mit der Borbereitung der Friebensverhandlungen beauftragt. In Versailles war er Generalfommissar der deutschen Friedensdelegation. Am 25. Juni 1920 trat er als Minister des Auswärtigen in das Kabinett Fehrenbach ein. Er vertrat Deutschland auf den Konferenzen von Spa und London. Am 4. Mai 1921 trat er mit dem Rabinett Fehrenbach zurüd. fieb des religiösen und politischen Betennt niffes der ganzen Welt beweisen, daß das deutsche Bolt soweit gefundet ist, daß große nationale Entscheidungen den Gruppenegoismus überminden und wieder schlecht hin bas Deutsche in den Bordergrund treten lassen." But gebrüllt! Zunächst zurücstellung alles Trennenden, Her mishebung aus dem Streit der Parteien! Bei eft arp lautet der Kommentar dazu: rung und ber tapitalistischen Kreise gegen die Aufwertung zu brechen. Sie ftand aber mit diefer Forderung allein. Die bürgerlichen Parteien beschlossen gegen die Sozialdemokratie, dem Antrag durch Ueberweisung an einen Ausschuß ein verstedtes Begräbnis zu bereiten. gestrigen Tages, ist auf die Deutschnationalen nicht mehr zu Jm Kampf um die Aufwertung, das ist das Ergebnis des rechnen. Es gibt zwar noch einige Aufwertungsfreunde mit deutschnationaler Gesinnung, die Deutsch nationale Bartet aber ist ein offener Feind der Aut= mertung geworden. Die Wahlgelder von Schmer industrie und Agrariern haben Erfolg gehabt. Für die Gelder an die Partei haben die Deutschnationalen die gelblichen Anfprüche der Millionen Sparer an die reichgewordenen Inflationsgewinnler verkauft. Die Lage ist deshalb jetzt fol. gendermaßen: Die Deutsch nationalen für die Dritte Steuernofperordnung! Die Deutschnationalen gegen die Sparer und für die Inflationsgewinnler, die Deutschnationalen für das Unrecht und gegen das Recht, die Deutschnationalen für die reichen Schuldner und gegen die armen Gläubiger! Besprechung Chamberlain- Herriot. Ueber die Sicherheitsfrage. Angelegenheiten veröffentlicht folgendes komuniqué: StaatsjetteParis, 7. März.( WIB.) Das Minifterium für Auswärtige tät Chamberlain und Ministerpräsident Herriot haben zweimal mit einander beraten, um die auswärtigen Probleme, die augenblicklich gestellt sind, zu besprechen, insbesondere aber das Sicherheits problem. Sie haben im Geifte vollkommener Herzlichkeit und mit dem Wunsch, praktische und wirkungsvolle Löfungen zu fuchen, einen ersten Meinungsaustausch gehabt. Sie sind dahin übereingegekommen, daß diefer Meinungsaustausch im Einverständnis mit den alliierten Diplomaten Verhandlungen folgen jollen. Austen Chamberlain hat die Absicht, fich aufs neue in Paris aufzuhalten, um eine neue Konferenz mit dem Ministerpräsidenten Herriot nach der Tagung des Böllerbundsrates in Genf zu haben." Chamberlain war eine Stunde lang beim Bräsidenten Doumergue. Am Frühstück haben noch teilgenommen die Bot fchafter von Großbritannien, den Bereinigten Staaten, von Belgien, talien und Japan, der Borsigende der Botschaftertonferenz, Jules Cambon, der französische Vertreter beim Bölferbund, Brian, und der politische Direktor im Außenministerium, Laroche. Ein Kommentar Herriote. Der Kampf um die Präsidentenwahl und die Aufgabe, bei ihr der Sozialdemokratie auf sieben Jahre die Macht. position, die sie durch den Reichspräsidenten innehatte, 3u entreißen, umschattet für die nächsten sieben Wochen alle poli tische Arbeit, übt bestimmende Wirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Reichstages und steht im engsten Zusammenhang mit der immer noch verschleppten Regierungsbildung in Preußen. Soll der Einfluß der Weimarer Koalition gebrochen werden, so ist in erster Linie nötig, daß alle staatsbürgerlichen Barteien außerhalb der Weimarer Koalition fich nicht nur unterParis, 7. März.( Eigener Drahtbericht.) Herriot hat am Sams einander einigen, fondern gemeinsam mit den maßgebenden wirt tag abend den Vertretern der französischen Bresse gesagt, daß das schaftlichen und vaterländischen Verbänden vorgehen. Nur eine Sicherheitsproblem den Hauptgegenstand des Meinungsaus in diefem Sinne überparteiliche Kandidatur hat Aussicht auf tausches gebildet habe. Gr erklärte, daß die Haltung Frankreichs Erfolg. biefem Problem gegenüber ausschließlich bestimmt werde durch die Richt mahr, das heißt den Wahlkampf aus dem Streit der Bar Gefeßze der Loyalität und Aufriófigfeit allen feinen teien herausheben! Berbündeten gegenüber. Die französische Regierung habe die Der schamlose Berleumdungs- und Lügenfeldzug, damit zusammenhängenden Fragen mit der ihrer politischen Tragben die Deutschnationalen für die Präsidentenwahl vorbereitet hatten, meite gebührenden Mäßigung und Borsicht zu prüfen, um ist ein weiterer Kommentar für die Absicht, schlechthin das jo mehr, da sie feinen Anlaß habe, an dem guten Willen unb Deutsche in den Bordergrund treten zu lassen". der Bonalität Deutschlands zu zweifeln, das fein GaUnd schließlich die Ueberwindung des Gruppenrantieangetot aus eigener Initiative gemacht habe, ohne durch egoismus! Ausgerechnet bei der Boltspartei und bei den irgendwelche Vertragsbestimmungen dazu verpflichtet gewefen zu Deutschnationalen. Wir sagen nur: 700 Migionen, Aufweriungs fein. frage. fischen Reaktion. Gammlung fagen fie alle. Sie meinen: Machtkampf der poft. Um die dritte Steuernotverordnung. Die Sozialdemokraten dagegen die Deutschnationalen dafür. Die geftrige Reichstagsfizung wird Millionen Sparern die Augen öffnen über den wahren Charakter der Deutsch nationalen. Sie, die angebliche Aufwertungspartei, mußte zur Debatte über die Aufwertung gezwungen werben. Empörung und Erbi erung beherrscht die Sparer über den Bruch eines feierlich gegebenen Bersprechens der Rechts regierung. Die deutschnationale Reichstagsfraktion aber emp findet eitel Freude darüber und sucht die Regierung zu findet eitel Freude darüber und sucht die Regierung beden. Daß es nicht gelang, die ganze Debatte zu verhindern, ift das Berdienst der Sozialbemotraten, die da für Unterstügung fanden bei den Demokraten und einem Teil bes Zentrums. Gegen die Stimmen der Rechts parteien wurde die Erörterung der Aufwertungsfrage als erster Bunft Der Tagesordnung befchloffen. Die fachliche Debatte, in der Genoffe Reil in einer ausgezeichneten Rede den sozialdemokratischen Standpunft dar nationalen. Hergt, der Mann, der vor Jahresfrist die legte, zeigte die Ursache für dieses Widerstreben der DeutschDritte Steuernotverordnung in den Drfus merfen wollte, und angeblich einen fertigen Gefeßentwurf über die Aufwertung angeblich einen fertigen Gejezentwurf über die Aufwertung die Argumente aus dem Arsenal der Großfapitalisten und in der Tasche hatte, redete jeht gegen die Aufmertung. All Agrarier, die in der weiteren Debatte von Dr. Best als Spiegelfechterei heftig kritisiert wurden, wurden von ihm be= nußt, um den 11 mfall der Deutschnationalen zu ertlären. Und wenn dann fpäter Dr. Be ft jedes einzelne dieser tapitalistischen Argumente zerpfückte, fo war das, wie es Genoffe her richtig charakterisierte, eine Auflage rede gegen die deutschnationale Partei. rung. Aber auch feige und hinterhältig. Jeder weiß, Jammerlich war die Erklärung der Reichsregie Immerhin ein freundlicher Billkommengruß für den Sammlungswertung verbieten. Jeber weiß, daß die Reichsregie daß die Unternehmer der Regierung die Auf fandidaten der bürgerlichen Rechten. Mag er nun Jarres ober rung felbft gegen die Aufwertung ist. Die Regierung wagt Stegerwald heißen oder moch anders, er meiß doch nun von nicht einmal zu bestreiten, baß eines ihrer führenden Mit vornherein, daß er nicht die geeignete Bertörperung glieber in den allerletzten Tagen die Aufwertungsfrage der deutschen Wolfspersönlichkeit ist. als ein politisches Berhängnis bezeichnet hat. Aber zu feige, offen Stellung zu nehmen, begründete die Regierung Sammlung ist auch der Kampfruf ber Deutigen Bolts ben Bruch ihres feierlichen Bersprechens mit formalen partet. Dit schlecht gemachter Entrüftung ergeht sich die Seit" Gründen. Mag diese Tattit ihr auch im Augenblid eine über die parteipolitischen Scheuflappen der Sozialdemokratie, bie bie Niederlage erfpart haben, um so ficherer wird sie später ein Sammlung, die sie meinen, nicht mitmache. Die Herren von bertreten. Roftspartei werden doch nicht atma geglaubt haben, mir würden uns von Herrn von 2oebell unseren Kandidaten aussuchen Bersprechens der Regierung fanft tritisiert haben, hat Daß die übrigen bürgerlichen Barteien den Bruch des Sammlung! sagt die Zeit", und schmört jeben Gruppen bemokratischen Antrags. Er fordert von der Regierung nur feine große Bedeutung. Ebensowenig die Annahme des egoismus ab: die balbige Borlegung eines Gefeßentwurfs über die Auf us dem Gesagten ergibt sich, baß der Stampf um den Reichswertung. Barum follte man das auch nicht beschließen? Die präfidenten unter affen limständen aus dem Streit der wirtliche Lage trat bei der Abstimmung über den sozial Barteien herausgehoben und zur Boltsfache ge. ma t werden muß. Iles Trennende mug zurüd bemokratischen Antrag hervor. Die Sozialbemotratte gestellt werden. Es muß endlich einmal die Gefchloffen forberte die Aufhebung ber Dritten Steuer heit aller national Bollenden ohne Unter notoerordnung. Sie entschloß sich zu diesem Schritt, laffen? Sowohl hie Blätter ber Mehrheit wie die ber Reaktion zeigen ausgesprochenen Beffimismus. Man gibt fich davon Rechen. schaft, daß in der Auffassung der großen europäischen Probleme ber Gegenfas zwischen London und Paris trotz ber feit bem Sommer v. 3. erfolgten Wiederanmäherung der beiden Länder nach bes Sicherheitsproblems und die damit bireft zusammenhängenden mie por fehr groß ist und daß man insbesondere über die Lösung rend Frankreich das Problem der Sicherung und Festigung bes Fragen in London ganz erheblich anders denkt als in Paris. Wäh Friedens mehr oder weniger mit militärischen Mittel, r töjen versucht, scheint man in London zu meinen, daß die„ Gefahr eines deutschen Revanchetrieges" nur bann beschworen werden fann, wenn das in Aussicht genommene System internationaler Garantieverträge Deutschland zum Mitträger hat, statt, von Anfang an, gegen Deutschland gerichtet zu sein, wie Frankreich dies für notwendig hält. Dabei richtet sich die französische Kritik ber deutschen Angebote weit weniger gegen die Einbeziehung Deutsch lands in einen Garantievertrag, als vielmehr Die französische Bolitik wird hierbei zweifelles sehr start beeinflußt von Boien unb ber kleinen Entente, die in Baris einen gegen die Beschränkung eines folchen Vertrages auf Westeurop Schritt nach dem anderen unternehmen, um Frankreich unter Be rufung auf seine Berpflichtungen von ter Annahme der in London des Friedens angesehenen Borfchläge zurückzuhalten. und Berlin als bie einzig mögliche Grundlage für die Sicherung Botschafter Houghtons Botschafter Houghtons Nachfolger. Der Wirtschaftspolitiker Hilles. New Bort, 7. März( WIB.) Charles Deven Hilles wurde zum Botschafter der Bereinigten Staaten in Deutschland er nannt. Er ist ein hervorragender Bersicherungsmann und Direttor von vielen Bersicherungsgesellschaften und industrieller Kon zernen. Früher war er Vorftzender des Republikanischen Rational ausschuffes, zwei Jahre lang Unterstaatsfefretär im Schaamt der Vereinigten Staaten und 1911 und 1912 war er Privatfetretär figender des Republikanischen Nationalausschusses die Leitung ton Brâfident Taft. Er gab diesen Boften auf, um als Bor nehmen. Seine Heimat ift New York, geboren ift er in Chicago. der Wahlkampagne für eine Biedermahl Tafts zu überer ist 57 Jahre alt und verheiratet. Der Londoner Gemeindewahlfieg. Condon, 7. März.( Eigener Drahtbericht.) Bel den jüngsten Gemeindewahlen handelte es sich um die Grafschaft Großlondon. The County- Council bestand bisher aus 102 Bürgerlichen und 15 Arbeiterpartellera jekt find 83 Bürgerüche, aber 35 Arbeiterparteiler gewählt. Unsere Genoffen haben alio ihre Mandate auf Koffen der Bürgerlichen mehr als verdoppelt tegenheit finden, ins Barlament zurüdzubehren. Der burch den Tod Ein Mandat für Caillaug. Caillaug wird vielleicht bald Ger des Senators Gerbe fret geworbene Gengisfig im Departement Gaone- et- Loire, ber im fefter Befits ber demokratischen Linken ist, murbe von den Radikalen und Sozialrabifalen Caillaur angeboten, der wohl annehmen wird. Präsident Coolidge bat Dr. Luther für die Bünsche zum amtsantritt wärmsten Dank gebrahtet. adis Gewerkschaftsbewegung Der Güterverkehr Berlins stillgelegt. übermitetin uns folgende Kundgebung: Die Berliner Bezirksleitungen der drei Eisenbahnerverbände Die Arbeiter in den Güterböden und Umladehallen von Berlin haben im Laufe des Sonnabends zum größten Teil die Arbeit eingestellt. Die drei unterzeichneten Bezirksleitungen der vertragschließenden Eisenbahnerorganisationen haben zur Streitlage in Berlin Stellung genommen. Sie erklären den im Streit ftehenden Kollegen, daß sie sich mit ihrem ganzen Einfluß hinter die Bewegung stellen und diese führen. Kein Kollege in den bestreiften Betrieben darf die Arbeit aufnehmen. Ebenso erwarten fie von der übrigen Arbeiterschaft Berlins strengste Solidarität. Die arbeitslosen Kollegen werden gebeten, die Arbeit in den bestreiften Betrieben zu verweigern. Die Kollegen in den übrigen Dienstzweigen dürfen sich ohne Anweisung der Organifationen an der Bewegung nicht beteiligen. Die ftreifenden Kollegen haben am Montag 11 Uhr in den Musikerfälen, Kaiser- WilhelmStraße 29/31, restlos zu erscheinen. Die vor dem 11. Oftober 1924 auf Wartegeld gesetzten Beamten werden darauf aufmertfam gemacht, daß fie nicht gezwungen werden können, in die Dienste der Reichsbahn zu treten und Streitbrecherarbeit ju verrichten. Auch die Reichsgewertschaft versichert den streitenden Kollegen die wärmste Sympathie. Die Mitglieder der Reichs gewerkschaft, soweit fie als£ obnempfänger in den beftreitten Betrieben tätig sind, beteiligen sich affio am kampfe Ein Rundschreiben, das die Funktionäre in diefem Sinne aufflärt, wird heute noch versandt. Die Bezirksleitung Berlin des DEB. Die Bezirksleitung Berlin der GDE. Die Bezirksleitung Berlin des AEB. Vor dem Kampf im Westen. Die Lage in Westdeutschland. miffenfchaftlicher Betriebsführung, welche bie Arbeitsintensität und Der fächsische Güterverkehr lahmgelegt. damit die Ausnutzung der menschlichen Arbeitskraft auf ein Höchst Dresden, 7. März.( Eigener Drahtbericht.) Seit heute bor maß heraufgeschraubt hat, sowie durch eine den heutigen Zeitbegriffen mittag befinden sich auch die bisher am Streit nicht beteiligten nach unmürdige Behandlung und durch Zahlung von Hungerlöhnen und Gehältern in Verhältnisse gebracht, die als leineren Dienststellen fast restlos im Ausstande. Gegen menschlich unwürdig bezeichnet werden. Die schroffe Ablehnung der wärtig sind im Bezirt 8000 Streilende vorhanden. Der Güter von den Arbeitern geforderten Verkürzung der Dienstschichten, der berkehr im Bezirk der Reichsbahndirektion Dresden rubt faft Erhöhung der Gehälter und Löhne hat bei den Eisenbahnern das vollständig. Der Personalbetriebshilfe war es nur möglich, Gefühl erweckt, daß sie zu Stlaven der Reichsbahn A.-B. einige wenige fleine Züge flott zu machen. Die Streitenden haben gemacht werden sollen. Die Vertreter der unterzeichneten Organisa. in ihren Versammlungen zum Ausdrud gebracht, daß der Kampf tionen erklären diesen Maßnahmen der Reichsbahnhauptverwaltung nur abgebrochen werden wird, wenn eine allgemeine Lohnerhöhung gegenüber, daß die von ihr für die Ablehnung der Lohn- und Ge- und eine Herabsetzung der Arbeitszeit eintritt. haltserhöhung angeführten Gründe feine Berechtigung haben. Sie verweisen dabei nur auf die Sonderzulagen, welche sie den Oberbeamten in der letzten Zeit selbst bewilligte und welche das Bielfache van dem ausmachen, was ein Arbeiter oder Beamter im ganzen Jahre verdient. Sie verweisen auch auf die vielen Millionen Goldmart, auf die neuerdings betriebenen Personal günstlingspolitit. Nur den Höflingen der oberen Beamten wurden Leistungszulagen gewährt. Bei dieser Mißwirtschaft, die fich nach außen hin in den erschreckenden Anzeichen der Unfall und Krantenziffer und einer damit immer weiter um sich greifenden Betriebs unsicherheit äußert, find die Organisas tionsvertreter nicht mehr in der Lage, die Verantwortung für die fich daraus ergebenden Schwierigkeiten und deren Auswirkung auf unferen Wirtschaftsleben zu übernehmen. Die Eisenbahner in ihrer großen Mehrzahl such en feinen Streit, sie sind aber auch nicht ge= willt, sich von der Reichsbahn A.-G. als Parias des deutschen Bolkes behandeln zu lassen. Sie werden, wenn die Reichshauptbahnverwal tung, die für die ganze Entwicklung die Berantwortung trägt, fich nicht in legter Stunde anders einstellen, unter A u snugung aller gemertschaftlichen Mittel ihre Forderungen durchzusetzen versuchen. Die Gewerkschaftsvertreter der beiden Organisationen werden dann entschlossen auf Seiten der Eisenbahner stehen und dieselben in ihrem Existenzfampf führen und unterstüßen." Tie Befagungsbehörde will keine Streitaktion. Köln. 7. März( Mb.) Wie der Kölnischen Zeitung" aus Bochum gemeldet wird, haben Bertreter der Befagungsbehörde fich mit den Organisationsführern der Eisenbahnernerbände in Berbin dung gesetzt und sich eingehend nach der Lage bei der Eisenbahner schaft und in den Eisenbahnbetrieben erkundigt. Die Beschung hat mitteilen lassen, daß sie unter feinen Umständen eine Streifattion oder Gefährdung der Sicherheit der Besagung dulden würde. Eine Anregung der Besagungsbehörde zwecks Vermittlung zwischen Elsen. Effen, 7. März.( Eigener Drahtbericht.) Der Deutsche Eisen bahnerverband teilt mit:„ Der Deutsche Eisenbahnerverband Bezirksleitung Effen fowie die Bezirksleitung der Reichsgemer Nchaft der Deutschen Eisenbahnbeamten und Anwärter hatte nach Effen der Deutschen Eisenbahnbeamten und Anwärter hatten nach Essen bahner eingehend erörtert wurde. Die Lage wurde als außerordents lich gespannt bezeichnet. In den Berichten der Drisgruppenver treter fam zum Ausdrud, daß die nach Abzug der Eisenbahnpersonal und Reichsbahnverwaltung wurde durch die Organisa. babnregie im Eisenbahndirektionsbezirk Effen durchgeführte tion abgelehnt. Personal und Lohnpolitik der Reichsbahnverwaltung dem einen Zustand geschaffen hat, der täglich zu den schwersten Erschütterungen des Eisenbahnbetriebes führen kann. Neben Berrat an Tausenden der besten Ruhr fämpfer, denen statt der versprochenen Entschädigung bei den Arbeitern die Entlassungspapiere und bei den Beamten 3 mangspensionierung, Abbau und Rüdüber führung eines Arbeitsverhältnis gegeben wurden, wird das noch im Betrieb vorhandene Personal durch übermäßige Ausdehnung der Dienstschichten bis zu 16 Stunden täglich durch eine mit allen Raffinessen durchgeführte Forn Auch im Eisenbahndirektionsbezirk Königsberg gärt es. Königsberg, 7. März.( Mtb.) Die hiesige Ortsverwaltung des Deutschen Eisenbahnerverbandes hielt Sonnabend nachmittag 3 Uhr eine Bersammlung unter freiem Himmel ab, in der die Reichsbahn verwaltung wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber den For derungen der Eisenbahner scharf angegriffen wurde. Zum Schluß wurde eine Resolution angenommen, in der den bereits im Kampfe stehenden Eisenbahnern die Sympathie ausgesprochen wird. Für Sonntag find die gesamten Ortsgruppenleiter der Provinz zu einer Besprechung zusammenberufen worden. Nfsrael Köln, 7. März.( Mtb.) Wie aus Bochum gemeldet wird, muß die Lage in den dortigen Eisenbahnbetrieben nach der Entwidlung der letzten 24 Stunden als außerordentlich gespannt bezeichnet werden. Die Eisenbahner suchen in ihrer großen Mehrzahl feinen Streif; sie werden aber, wenn die Reichsbahnhauptverwaltung fich hinsichtlich der Löhne und sonstigen Forderungen der Eisenbahner nicht anders einstellt, unter Ausnutzung aller gewerkschaftlichen Mittel ihre berechtigten Forderungen durchzusehen versuchen. Für Sonntag find zahlreiche Versammlungen in allen Orten des Industriegebiets einberufen worden. Beilegung des Streiks bei Bolle. In dem Streif bei Bolle wurde gestern abend folgender ver bindlicher Schiedsspruch gefällt: 1. Die in den Streit getretene Belegschaft nimmt die Arbeit unverzüglich wieder auf. 2. Die Streifzeit wird nicht bezahlt. 3. Die Frage, ob die beiden fristlos entlassenen Frauen zu Unrecht entlassen sind, entscheiden die gesetzlichen Instanzen. 4. Die Wiederaufnahme der Arbeit erfolgt zu den Bedingungen des Schiedsspruches vom 18. Februar 1925, der bis 31. März 1925 gilt und nach Maßgabe der technischen Betriebs möglichkeit. Ift die Verkaufsmöglichkeit des alten Milchquantums von 130 000 bis 140 000 Litern erreicht, sind die aus Anlaß des Etreifs entlaffenen Arbeiter bzm. Arbeiterinnen wieder einzustellen. Der Betriebsrat wird zuerst eingestellt. 5. Maßregelungen finden nicht statt. Die wiedereingestellten Arbeitnehmer treten voll in den Genuß der ihnen vor dem Streifeintritt auf Grund des Tarifver trages zustehenden Rechte wieder ein, nur wird hinsichtlich des Paragraphen 5 des Tarifvertrages bezüglich Urlaub eine ende rung vorgenommen. Der Manteltarifvertrag fowohl wie das Lohn abkommen läuft nur bis zum 1. April d. J. Entlassungen beim„ Phönir". Düffeldorf. 7. März.( Mtb.) Die Phönig.- G. für Bergbauund Hüttenbetrieb, Abteilung Röhrenwert, sieht sich infolge Schlechten Geschäftsganges zu Arbeiterentlassungen gezwungen. Die Aufsichtsbehörde, die auf Grund der gesetzlichen Vorschriften gehört werden muß, hat einem entsprechenden Antrag stattgegeben. Es famen gestern rund 620 Mann der Belegschaft des Röhrenwerkes zur Entlassung. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 3. Beilage.) Berantwortlich für Bolitif: Eraft Reuter: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. S. Disket; Lokales und Sonstiges: Fris Rarstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts.Buchdruderet und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co. Berlin: SW 68 Lindenstraße 3. Hierzu 4 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". Vorteilhafte Angebote: Damen- Handschuhe GEGR. 1815 BERLIN C.SPANDAUERSTRASSE KÖNIGSTRASSE Leinen- Nachahmung 0.75 Ziegenleder farbig od. weiß Grosser Teppich- Verkauf zu extra billigen Preisen Marke Mossul Haltbare Plüschqualität Axminster Marke Schirwan Vorzügliche Wollplüschqualität 200cm 35.- 240-51.- 300 × 76. mit Fransen, in hübschen Persermustern 350110.- 160.135X 200cm X Marke Schiras Vorzügl. 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Volant 9.00 mit Fries und Spitze.. 3.80 Etamine- Halbvorhang 11.50 mit handgestopftem Fries und Spitze. Nr. 114+ 42. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag, 8. März 1925 Sammelstelle des Verlorenen. Was ist Diebstahl?„ Eine Eigentumsverlegung durch rechts widrige Aneignung einer fremden beweglichen Sache." Und was ist Unterschlagung?„ Eine rechtswidrige Zueignung einer fremden beweglichen Sache, welche der Täter bereits in Gewahrsam hat Darauf sicht Gefängnis bis zu 3 Jahren. Wie oft werden aber Funde unterschlagen! Geht in das Hauptfundamt am Polizeipräsidium und fragt nach. Und ihr werdet staunen, wie wenig ehrliche Leute es um euch herum gibt. Ihr alle jeid natürlich ehrlich und verlangt dies in erster Linie von dem Beamten. Wehe ihm, menn er sich von der Not verleiten oder von dem Geist der Zeit infizieren läßt. Es sind erst vier Monate ins Land gegangen, seitdem die Unterschlagungen in dem Hauptfundamt bekannt wurden. Die Beamten sind damals entlassen worden, die Schuldigen unter Anflage gestellt, der gesamte Bestand der Fundsachen ist von neuem aufgenommen, der gesamte Beamtenapparat erneuert und die Kontrolle verschärft worden. Wie geht es aber im Hauptfundamt au? Der Apparat des Fundamtes. Man erreicht das Hauptfundamt am besten durch den Eingang Ece Dircksen- und Grunerstraße; es befindet sich im Erdgeschoß rechts, erster Korridor links. Hier liefern die Polizeireviere die Fundjacen unter Beifügung der Fundanzeige und zweier Bescheinigungen ab. In der Fundanzeige sind Zeit und Ort des Fundes, die Beschreibung des Gegenstandes und die Adresse des Finders angegeben. Die Befcheinigung ist gewissermaßen die Quittung für die Ablieferung. Ein Cremplar geht zurück ins Polizeirevier, das andere bleibt im Hauptfundamt. Die Sachen werden in Bücher eingetragen und dann dem Borsteher vorgelegt. Er tagiert sie und gibt sie dem Beamten wieder, der sic am entsprechenden Orte unterbringt. Die wertvollen Eachen behält der Vorsteher bei sich und verschließt sie entweder in dem eifernen Schrank oder in der eisernen Kammer. Bei den anderen Gegenständen fontrolliert er nach, ob sie richtig eingereiht sind. Durch die Hände des Vorstehers geht auch der Gegenstand bei seiner AbLieferung. Findet sich der Berlierer ein, so prüft ihn der Beamte, fchlägt in feinen Büchern nach, holt dann den Gegenstand vom Borsteher und liefert ihn dem glüdstrahlenden Verlierer aus. Auch hier geht es natürlich nicht ohne Quittung ab; darauf sind Berwaltungsgebühren, Auslagen und Finderlohn angegeben. Bon Zeit zu Zeit findet dann durch Stichproben eine allgemeine Kontrolle stait. Nach den letzten unangenehinen Entdeckungen ist der Kontrollapparat verbessert worden; die Beamten sind erprobte alte Leute und die Fundgegenstände sind gut aufgehoben. Die Beamten fennen feine größere Freude, als dem Berlierer die Sachen auszuliefern. Der Verlierer. Das ist eine ganz eigentümliche Gattung Mensch. Er ist im ersten Augenblick des Verlustes ziemlich unglücklich, besonders wenn das Stück ein Andenken vorstellt, sehr wertvoll ist, er es gar von | & einem Freunde entlichen hat oder wenn er selbst in den Berdacht kommen fann, sich den Gegenstand angeeignet zu haben. Er iäuft romöglich sofort in das Hauptfundamt. fommt ganz aufgeregt, vor lauter Eile nach Atem ringend an und fragt nach dem verlorenen Gegenstand. Der Fund kann aber noch gar nicht da sein. Oft hat QUAR Calinest d Der ehrliche" Finder. der Finder es gar nicht so eilig mit dem Abliefern: Er muß es sich manchmal noch reiflich überlegen, ob er es überhaupt tun soil, besonders wenn niemand zugegen war, als er den Gegenstand fand. Sft er ehrlich, so fommt die Sache zuerst in das Polizeirevier, und es vergehen etwa zwei bis drei Tage, bis sie von hier in das Hauptfundamt geschafft wird. Der Verlierer ist aber nur einmal dagewesen. Er scheut den Weg ein zweites Mal, etwa zwei bis drei Stunden seiner fostbaren Zeit zu verlieren ja, wenn er wenigstens müßte, daß die Sache abgeitefert ifi: Er fennt sich selbst aber zu gut und glaubt natürlich, daß die anderen Menschen auch nicht viel anders find und so bleibt der Gegenstand schließlich im Hauptfundamt liegen. Nicht mehr als 10 Proz. der Funde werden abgeholt. Etwa 4000 Funde jährlich verlieren ihre früheren Eigentümer. Und was bleibt da nicht alles liegen! Armbanduhren mit Brillanten besetzt, Ringe, Broschen, Krawattennadeln, Halsketten, Brieftaschen, Aftenmappen, Schlüssel, Ferngläser, Brillen, Koffer, Handtaschen, Rucksäcke, die verschiedensten Kleidungsstüce, Autoreifen und Autoräder, Bausägen, Lettern. Milchkannen, Mauiförbe, Peitschen, Decken, Stöcke, Schirme, alte Hüte, Tragbänder usw. Es gibt überhaupt nichts in der Welt, was man nicht auf den Regalen im Keller des Hauptfundanues fände. Der Finder. Der ehrliche Finder feine Pflichten und Rechte sind in dem Bürgerlichen Gesetzbuch in den§§. 965 bis 984 niedergelegi. Er schlage da nach. Der une hrliche Finder die Strafe, die thm droht, fann er im Strafgesetzbuch§ 246 nachlesen. Ist er aber vorsichtig beim Ansichnehmen des Fundes, gudt er fich gut nach alle:: Eeiten um, bevor er schnell davongeht, hält er reinen Mund, so geschieht ihm ja doch nichts. Das weiß er natürlich und ist deshalb nicht allzu oft ehrlich. Von den etwa hundert Menschen, die Tag für Tag das Hauptfundamt aufsuchen, gehen etwa drei bis vier mit den gesuchten Gegenständen nach Hause. Alle anderen mit leeren Händen. Wieviel gefundene Gegenstände mögen aber unterschlagent worden sein?! Das Fundamt hat auch eine besondere Mappe mit Verlustanzeigen, die es im Laufe eines Monats mit den Fundanzeigen vergleicht allerdings größtenteils ohne Erfolg und stellt sie eine Uebereinstimmung zwischen beiden Anzeigen feft, sp benachrichtigt sie den Berlierer. Welche Menschenkategorien weisen mun am meisten ehrliche Finder auf? Das ist schwer zu fagen. Besonders oft werden aber Funde von Chauffeuren, Schulkindera und Studenten gemeldet. Findet sich der Berlierer ein, so hat der Finder den Anspruch auf 5 Proz. vom Werte des Gegenslandes, wenn er nicht höher als mit 300 Mart tagiert worden ist; von dem Meye werf erhält er 1 Proz. Der Finder ist nicht verpflichtet, den Gegenstand an die Polizei abzuliefern, muß aber, wenn der Gegenstand mehr als 3 Mart wert und der Finder unbekannt ist, unbedingt her Polizei Anzeige machen. Wird die Sache im Laufe eines Jahres nicht abgeholt, so benachrichtigt das Hauptfundamt den Finder, und er darf sich die Sache als Eigentum abholen. Der läßt sich dies natürlich nicht zweimal sagen. Holt er sie doch nicht ab, was allerdings nur sehr selten vorkommt, so verfällt die Sache der Gemeinde. Der Eigentümer hat jedenfalls sein Anrecht verloren. Andere Fundbureaus. Bas geschieht aber mit den Gegenständen, die im Beförderungs mittel einer öffentlichen Behörde oder einer dem öffentlichen Verkehr dienenden Verkehrsanstalt gefunden werden? Sie müssen laut§ 978 Der Apfel der Elisabeth Hoff. loſſen? Er erſtidte, er brauchte Zuft. Als er die Decken zum Zwed weiß welcher Machenschaften von dieſem zweifel40] Von Wilhelm Hegeler. Vielleicht würde seine gesunde Natur ihm durch helfen, doch etwas in ihm ließ ihn einen anderen Ausgang ahnen. Dann würde er nicht wieder erwachen. Dann... bin ich tot, fagte er sich. Ich bin tot! Seltsamer, widerspruchsvoller Gedanke, denn: auch tot, bin ich doch immer noch! Also ist der Tod vielleicht noch etwas anderes als der Zerfall dieser Erscheinungsform in ihre Bestandteile, noch etwas anderes als das gänzliche Aufhören dieses Ichs? Vielleicht stand auch der Tod unter dem Gesetz der Umwandlung... Ach, dachte er, den Blick verlierend in der wolkenleeren, unendlichen Himmelstiefe, keine freundlichen Beschwichtigungsverjuche, feine Gaufeleien in dieser letzten Stunde, man muß der Wahrheit ins Gesicht sehen können. Was dieser Bergänglichkeit Dauer gab, war das Gedächtnis der Nachlebenden. Und dennoch stand vor ihm der widerspruchsvolle Gedanke: ich bin totaljo bin ich doch noch, wenn auch in anderer Form, wenn auch nicht mit Bewußtsein, so doch immer noch irgendwie ich! Und wie die Forderung eines immanenten Willens zur Bollendung, tam dem Grübelnden die Ueberzeugung, daß es noch ein anderes Wissen geben müsse als das Stückwerkwissen, das er jetzt besaß, daß der grobe Sinnenmensch, begabt zu fragen, gequält von Fragen, aber nicht begabt, diese Fragen zu beantworten, eine Umwandlung erleben müsse, die ihn die quälenden Rätsel durchschauen ließ, die an Stelle seiner Unzulänglichkeit, seines ewigen Ungenügens etwas anderes segte. Das Gesetz der Ummandlung auch auf den bewußtseinsbegabten Menschen angewandt, und der Tod als Bollbringer dieses Gesezes ihm war, als läge da ein Geheimnis und er brauchte nur zuzugreifen. Gedanten bestürmten ihn, trugen ihn mit sich fort, aber das Geheimnis lief schneller als sie. Das Mädchen flopfte, rief ihn zum Essen. Er ging hinüber setzte sich an den Tisch, füllte den Teller, begann zu effen und wunderte sich, daß er es tat, da doch der 3med der Nahrungsaufnahme hinfällig geworden war. Aber die Er regung, die Erwartung einer legten Entscheidung gab diesem Berwundern feinen Raum. Doch allmählich wurden seine Gedanken zerstreut. Er legte sich nieder. Als er aufwachte, war es völlig buntel. Sein Puls raste, sein Kopf war wie abgeschnitten. Er hatte das Gefühl, in Kleidern auf der harten Straße zu einlassen durfte, hatte sich. vielleicht aus Bertrauensseligkeit, haften Gesellen das Depot aufschwagen lassen... und war jetzt mit ihm auf einer Autofahrt unterwegs, wie? und war beinahe Abend für Abend mit ihm ausgewesen, wie? liegen. Doch das träumte er nur. Er befand sich im Kranken-| Dinge eingelassen, auf die eine Frau sich nie und nimmer haus. Aber warum hatte man das Fenster und die Vorhänge abschütteln wollte, stieß er mit den Schuhen zusammen. Da merkte er, wo er war. Taumelnd erhob er sich und machte Licht. Es war gegen zwei Uhr morgens. Wie lange mußte er sich doch quälen! In der Frühe würde er selbst an die Sanitätswache nach einem Krantenwagen telephonieren. Nachdem er sein Geficht gewaschen hatte, ging er durch die leeren Zimmer, blieb an den Betten seiner Kinder, an dem seiner Frau stehen. Wie schwer war das, ohne Abschied fort zu müssen! beths Bild zu sich heran. Und jetzt, wo es feine Gefahr mehr Er setzte sich wieder an seinen alten Blaz und zog Elifafür sie war, gab er sich ganz seinem gewaltsam unterdrückten Gefühl hin. Während er ihr sagte, wie lieb er sie hatte, mie viel er ihr zu danken hatte, daß sie in dieser wirren, trostlojen 3eit das einzige Glück für ihn bedeutet hatte, kam ihm zum erstenmal recht zum Bewußtsein, wie schwer auch für sie feine scheinbare Abkehr und seine Kälte gewesen war. Und wie tapfer, mit welchem unerschütterlichen Vertrauen sie das hingenommen hatte. In dem Bedürfnis, ihr noch irgendeinen sichtbaren Beweis seiner Liebe zu geben, griff er zur Feder und schrieb auf die erste Seite seines Buches: " Für meine liebe Frau als letzten Gruß." Aber sein Verlangen nach ihrer Nähe, nach lebendiger Berbindung und sinnlicher Berührung mit ihr konnte sich fein Genüge tun. Unruhig ging er durch die Zimmer, nahm die Gegenstände, die ihr gehörten, von ihrem Platz, öffnete den Kleiderschrank, in dem ihre Toiletten hingen, schlug ihre Schreibmappe auf und fand dort einen Brief der Deutschen Bant, ein Depot von achttausend Dollar betreffend, das non Herrn Rysed auf ihren Namen überschrieben war, ging, ohne noch den andrängenden Gedanken Gehör zu geben, an ihren Schreibtisch und entdeckte dort nicht bloß eine Anzahl anderer Banfmitteilungen, Börsengeschäfte anlangend, sondern auch eine Menge einzelner Dollarscheine und faß dann in einer Ede des Zimmers, die erbrochene und aufgeriffene Schublade anstierend, wie ein Mensch, der von allen Seiten angegriffen wird und sich dieser Angriffe mit verzweifelter Kraft erwehrt. Aber was diese Entdeckung bedeutete, daran konnte auch ein geschäftsunkundiger und wenig welterfahrener Mann wie er, nicht zweifeln. Sie bedeutete nicht- nein, das bedeutete fie nicht, daß seine Frau ihn in ehelicher Beziehung hinterging, daß sie ihm untreu war in dem gemeinen groben Sinn aber sie hatte Heimlichkeiten, war leichtsinnig, hatte sich auf 9. 9 Er ging auf das Bild los, schüttelte es, als wenn er den Menschen, dessen Schatten, es war, schüttelte, und knirschte: " Sage die Wahrheit! Sage die Wahrheit!" Oh, er hatte das Martyrium dieses furchtbaren Zustandes auf sich genommen, um ihre Ruhe zu schonen, er hatte sich das Labsal versagt, was jeder, jeder... in seiner Lage sich gelassen und sie hatte Theater besucht! Wie er sie plötzlich gönnt hätte, sich ihr anzuvertrauen, sich von ihr trösten zu jah, eine ganz andere Frau, nahmen auch ihre Tapferfeit, ihr Bertrauen, womit sie seine Abwehr und Kälte ertragen hatte, ein verändertes Gesicht an. Er lief umher, schlug die Hände vors Gesicht, wehrte sich gegen dies aufdringliche Gespenst einer eleganten Frau mit hochfrisiertem Haar, mit glänzenden Augen, mit weinduftendem Munde. Wie war es möglich, daß er sie nicht früher so gesehen hatte! Auf einmal stand er vor dem Schreibtisch, hielt seine Arbeit in den Händen, war nahe daran, die Blätter, die ihre Widmung trugen, zu zerreißen und kam dann plötzlich zur Besinnung, wurde scheinbar völlig ruhig. Er mußte ihr sofort nachreifen, um sich Gewißheit zu verschaffen, aber vorher mußte er sich auf der Bank erkundigen, mas es mit dem Depot und den Börsengeschäften für eine Bewandtnis hatte. Es war mittlerweise ganz hell geworden. Im Garten fangen die Vögel, und das Dienstmädchen rumorte schon in der Küche. Als er zum Frühstück gerufen wurde, ging er an einem Spiegel vorbei und betrachtete fein verfallenes, graues Gesicht ein schwerfrankes Gesicht. Ja, dachte er mit einem Gefühl furchtbarster Bitterfeit, er hatte das Herannahen einer Krankheit gefühlt, mur war es die nicht, die er gefürchtet hatte. Als wäre das Gift durch ein stärkeres Gift vertrieben, war olles Gefühl einer förperlichen Erfranfung von ihm gewichen. Er mußte jegt, daß eine Infektion nicht vorlag und daß er völlig gefund war. Aber wäre es nicht besser gewesen, zu sterben, als das erleben zu müssen, was er in wenigen Stunden wahrscheinlich erleben würde? Sein ganzes Glüd eine Lüge und seine Frau... seine Frau... Seine Hände erhoben sich, als müßten sie seine Gedanken wehren, Elisabeth ( Fortsetzung folgt.) zu beschmutzen. des Bürgerlichen Gefehbuches unverzüglich an die Behörde oder an sie Berkehrsanstalt abgeliefert werden. So hat die Stadtbahu ihr befonderes Fundbureau am Schlesischen Bahnhof, die Straßenbahn im Hauje Leipziger Plah Nr. 14, die Hochbahn in der Köthener Sir. 16. Etma 100 bis 150 Gegenstände werden täglich im Fundbureau am Leipziger Plaz abgegeben und etwa 50 in der Köthener Straße. In erster Linie find es Schirme, dann folgen Städe, Afteamappen und dergleichen mehr. Sind die Gegenstände in der Straßenbahn liegen geblieben, fo werden fie vom Schaffner eingesammelt und im Be triebsbahnhof zusammen mit der Fundbescheinigung abgegeben. Am nächsten Tage machen dann zwei Autos Rundfahrten zu allen Be triebsbahnhöfen und liefern die Gegenstände am Beipziger Blatz ein. Hier können sie während der Geschäftszeit an Wochentagen von 10-3 und am Sonnabend von 10-1 Uhr gegen 3ahlung einer Gebühr von 15 Pf. abgeholt werden. Aber auch schon auf den Be: triebsbahnhof werden dem Verlierer die Gegenstände gegen eine Gebühr von 8 f. ausgehändigt. Man glaube nun nicht, daß etwa alle in der Straßenbahn verlorenen Gegenstände fich wiederfinden. Die Zahl der Berlierer, die ihrem Eigentum auf immer Lebewohl jagen müssen, ist doppelt so groß als die Zahl derjenigen, die ihre Sachen wiederbetommen. Etwa ein Drittel der verlorenen Gegenstände wird überhaupt nicht abgeholt. Das Fundbureau der Hoch bahn ist mochentäglich von 10-4 Uhr geöffnet. Die Sachen fönnen gegen eine Gebühr von 20 Pf. abgeholt werden. Auch hier sind es in Der Hauptsache Schirme, aber natürlich auch andere Gegenstände, die mit Freude von dem Berlierer entgegengenommen werden. Das Fundamt am Polizeipräsidium ist wochentäglich von 9 bis 1 Uhr geöffnet. Der Berlierer muß nicht vergessen, seinen Baz oder einen genügenden Berfonalausweis mitzubringen. Es tut gut, erft in etwa 20 Tagen nachzuforschen. Bei schriftlichen Anfragen ist eine Mart Gebühr und Porto beizufügen. Die Psychologie des Berlierens hat ihre eigenen Gesetze. Die haftende Eile der Großstadt, die Nervosität und Zerstreutheit wird wohl eine große Schuld am Verlieren tragen. Der Kampf um das Dasein mit seinen Gorgen nimmt den Menschen oft so sehr in Anspruch, daß seine Vergeßlichkeit schon begreiflich erscheint. Ob jetzt mehr Sachen verloren werden als vor dem Kriege, ob es jetzt noch weniger ehrliche Finder gibt als früher, mag dahingestellt bleiben. Jugendweihe. Es hat für viele, vielleicht für alle von uns, die wir zu den Aelteren zählen, Enttäuschung über Enttäuschung gegeben, und es war nicht die Tragkraft der Schultern und des Geistes start genug, ihnen siegreich zu widerstehen. So mancher wurde kleinlaut und verließ seine Fahne, als er sie nicht mehr mit der Herrschaft der Winde streiten sah. Aber die einmal innerlich den Gedanken bejaßen, die verloren ihn nicht, die wankten nicht, und laut und groß tlingt ihnen auch aus Niederungen die unverzagte Sprache der Zukunft. Die Jugend unserer Tage, die Jugend unserer schmerzsollen Sehnsucht weiß, daß ihr Weg hart und herb ist, denn fie tannte es nie anders wissen. Der Hunger am Anfang, das Darben im ersten zielbewußten Schreiten sind strenge Erzieher, aber sie müssen auch gelehrige Schüler finden. Sie, weisen in das Reich des Geistes, fie schulen erbitterten Sinn. Diese Jugend wird fämpfen, weil sie fämpfen muß, und sie wird siegen, meil nach solchen Entsetzens. wegen der Menschheit ein halbes Raften nicht mehr möglich, nicht mehr denkbar ist. Sie hat Weihe vom Schmerz und Weh der Seiten empfangen, und diese Weihe war von grauenhafter Größe. Und legt diese Jugend Befenntnis zum Volf und zum Kampf für das Bolt ab, dann strömt auf uns alle die Weihe des Geistes, der niemals von harten Tagesläufen und geschichtlichen Birrnissen entstefft werden fann, der immer und überall da ist, wo Menschen sich zum Menschen befennen. Es ist der Geist, den die roten Fahnen des November jubelten, es ist der Geist, der noch aus den armfeligsten Körpermühen eines Gefnechteten zudt, der in Gräbern Gemordeier noch suchende Flamme ist, der meht und stürmt, wo Geschlechter in Berdorren der Zeit gesunken sind. Es ist der Geift: Mensch, der bestehen müßte, mürde es auch nicht einen der Atmenden mehr geben. Jugendweihe erteilte die Zeit, und diese Beihe war ernst und groß. Was wir Jugendweihe nennen, ist nur ein Erwecken dieses Gedankens. Sozialismus ist der Kampf um den. Menschen, der zum Sieg der Menschheit führen soll. Was Menschen von Zeiten empfingen, mas werdende Menschen von ihnen aufnahmen, ist die Weihe des Erkennens. Was Menschen unter Menschen empfangen oder gewähren, ist Kampfesweihe des Bekennens. Millionen, arme, ungezählte Millionen sanfen willenlos, auf daß jeder einzelne und jedes einzelnen Kraft Willen und Weg zur Menschheitsbefreiung wurde. Was Biegen- und Kindheitslied dröh. Menschheitsbefreiung wurde. Was Wiegen- und Kindheitslied dröh. nender Zeiten war, das soll zum Sturmgefang des Mittags der Freiheit werben. Dies ist die Jugendweihe, die entheiligtes Bolt dem Frieden, der Freiheit entgegenträgt, dies ist Beginn der Menschheitsjugend, ift Erkenntnistat, ist Bekenntnisweg zur Unsterblichkeit des Mensch heitsgedankens. Annahme verweigert". Das Schidial eines fiebenjährigen Kindes. Gin Fall von Kindesausseßung, bei dem nicht, wie sonst, eine unglückliche verlassene Mutter eine Rolle spielte, beschäftigte gestern das Amtsgericht Schöneberg. Der Schuhmacher Schulz war der Kindesausfeßung beschulbigt. Seine verheiratete Lochter, die von ihrem Mann getrennt lebte, hatte einen fleinen Jungen, ber jetzt fieben Jahre alt ist und den der Großvater bei sich aufgenommen hatte. zurüdfinden merde. Der Junge dagegen blieb dabet, daß der Großvater ihn diereft hinausgeworfen habe. Der Staatsanwalt hielt den Tatbestand der Kindesauslegung für ermiesen und beantragte drei Monate Gefängnis. Der Berteidiger war der Meinung, daß die Angaben des Angeklagten nicht widerlegt feien. Nach der Auskunft der Polizei sei der Junge als fleiner Serumtreiber hinreichend bekannt. In der Verweigerung der Zurüdnahme liege nicht ein Bergehen gegen§ 221 vor, denn der Knabe habe sich unter der Obhut der Polizei nicht in hilfloser Lage befunden. Gelbst aber wenn der Junge direkt an die frische Luft gefeßt morden wäre, so fönne man bei einem siebenjährigen Jungen in Berlin nicht von einer hilflosen Bage reden, da dieser fehr gut mit der Polizei Bescheid wußte und jederzeit den Weg zum PolizeiVerteidigers an und erkannte auf Freisprechung. revier gefunden hatte. Das Gericht schloß sich der Auffassung des Sonntag, den 8. März, vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus, Karlstraße Jugendweihe der Arbeiterschaft Groß- Berlins. Mitwirkende an der Weihe find: Reformierte Gefangsaemeinschaft Roseberry d'Argufo. An der Orgel: Herr Willi Jaeger; Cello: Herr Armin Liebermann; Weiberede: Herr Artur Crifpien, M. d. N. Ferner der Sprechchor der Prolefarischen Feierstunde; Leitung: Herr Albert Florath und Einzeliprecher: Herr Heinrich Witte. Gaffarten für Erwachsene zum Preise von 1 M. und für Kinder zum Preise bon 50 Pf. sind noch an der Kasse erhältlich. Die Bimmel für den Himmel. Wer darf über das Potsdamer Glodenspiel bestimmen? Anlaßlich des Reichsbannertages in Potsdam beab fichtigte der Organist der Garnisonfirche, Prof. Be der, vom Turm herab den Kameradschaften des Reichsbanners durch den Mund des Glockenspiels einen Gruß entgegenzubringen, wie er es bei anderen Anlässen wiederholt getan hat. Durch seinen Plan wurde ein dicker Strich gemacht, und die Glocken mußten für das Reichsbanner stumm bleiben, weil man sich in Potsdam bei der schwarzweißroten Mehrheit verlegt ge fühlt hätte, wenn der Verfassungstreue und der Republik eine Huldigung dargebracht worden wäre. Das vereitelte Glockenspiel hatte im Stadtparlament zu einer erregten Debatte geführt, die man schließlich durch Einsehung eines Ausschusses beendete, der au prüfen hatte, wie die Rechtsverhältnisse beim Glockenspiel liegen. Der Ausschuß hat seine Arbeiten vollendet und in der Stadtvererdnetenversammlung darüber berichtet. Zunächst betonte der Berichterstatter, daß die alte Tradition nicht geändert werden dürfe und der Glockenist ohne Beifung oder nach seinem Geschmad und Guidünter das Glodenspiel nicht in Bewegung sehen dürfe. Für diesen Standpunkt berief man sich auf eine Kabinettsorder von 1742. Friedrich der Zweite hatte anläßlich einer größeren Reparatur am Glockenwert bestimmt, daß aus der Kämmereitasie der Stadt Potsdam die Reparaturkosten zu zahlen und der Organist zu vergüten sei. Am 12. Januar 1829 erging eine neue Order, die an dieser Berfügung nichts änderte. Am 5. Oftober 1829 richtete der Magistrat die Anfrage, welche Verpflichtungen für den Glodenspieler beständen, der beim Einzuge der Prinzessin von Weimar Das gewohnte Glockenspiel unterlassen hatte. Zwei Tage darauf erschien eine neue Kabinettsorder, in der der firchlichen Verwaltung das Anweisungsrecht übertragen wurde, und die besonders verlangte, daß bei feierlichen Anlässen" zu spielen sei. Auf die erneute Anfrage des Magistrats vom 15. Dezember 1829, was unter Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 8. März. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Harmoniumvorspiel( Dr. Artur Böhme). 2. Die bittere Leidenszeit. J. S. Bach( Maria Mora v. Goetz, Sopran). 3. Predigt Lic. Kooh. von der PaulusKirche, Lichterfelde). 4. Wanderers Nachtlied, Schubert( Maria Mora v. Goetz, Sopran). 5. Trio( Triovereinigung Wilksch: Doris Wilksch, Klavier; Friedhelm Wilksch, Cello; Gerda Reichert. Violine). 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abt. Bildungskurse). Landwirtschaft. Dr. Friedrich Merkel: Wie die Saat, so die Ernte. 3.30 Uhr nachm.; Die Funkprinzessin erzählt: Neue deutsche Märchen. 1. Kaspar Knirps, Hermann Grosse. 2 Inge, die Möwe, Helene v. Schrötter.( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7 Uhr abends: Staatssekretär a. D. von Hintze: Ziele und Wege deutscher Daseinsbehauptung im Auslande". 7.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Naturwissenschaft. Dr. Rudolf Wegner: Einführung in die Klimakunde". 3. Vortrag. Der Wind". 8 Uhr abends: Vortragsreihe: Berlin von Anno dazumal". 8. Vortrag. Schriftsteller Georg Bamberger: Berlin zu Großvaters Zeiten". II. Teil. 8.30 Uhr abends: Konzert. 1. a) Amarilli, Caccini, b) Chi tardi arriva, Pieraccini, o) La Danza, Rossini( Grete Stückgold, Sopran). 2. a) Romanze, Bruch, b) Menuett, Dussek- Burmeester( Willi Höber. Bratsche). 3. a) Bone Pastor. L. M. Gießen. b) Panis Angelicus, César Frank, c) Der Doppelgänger, Fr. Schubert( Dirk- Magré- Amster dam, Baß). 4. a) Weylas Gesang, H. Wolff, b) Wiegenlied, R. Strauß, c) Pastorale Bizet( Grete Stückgold). 5. Sonate, Pietroe Nardini, Allegro moderato Andante von A. Zellner( Willi Höber). 6. a) Ons Vaderland, R. Hol, b) Ik kenn een Lied. Mol. c) Der Tod und das Mädchen. Schubert ( Dirk Magré). Am Flügel: Dr. R, E. Lapini. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theaterdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Uebertragung a. d. Palais de Danse). Montag, den 9. März. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Allegretto, bearbeitet 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Technik. Oberingenieur Siegfried Hartmann:" Spaziergang durch die Leipziger Messe"( Techn. Wochenplauderei). 7 Uhr abends: Tausend Worte Französisch. 7.30 Uhr abends: Hans- BredowSchule.( Abteilung Bildungskurse). Medizin. Prof. Dr. Eckert: „ Hygiene des älteren Kindes und des Schulkindes". 5. Vortrag. " Skrofulose und Tuberkulose". 8.30 Uhr abends: Heiterer Abend. 1. a) Telefunkenmarsch, Ebert. b) Ouvertüre zur Oper Nebukadnezar Verdi( I. Berliner Bandonien- Streichorchester. Dirig.: Max Schäffer). 2. a) Der Nöckergreis, W. Busch, b) Aus Zu guter Letzt, W. Busch, c) Dat Telefon, Aug. Hermann, d) Herr Klinkerfaut, Aug. Hermann( Wilhelm Welge. Rezitation). a. a) Norvegia ( Wir wandeln durchs Märchenland) Teddy Moore, b) Leb' wohl, Krell. d) Schäferstündchen, W. Engel- Berger( Willi Weiß, Tonor; schwarzbraunes Mägdelein, Ralph Erwin, c) Die Nachtigall. Emil am Flügel: Miezi Peery). 4. a) Romanze in C, Kahnt, b) Dolce far niente, Walzer, Einödshofer, o) El Captain, Marsch, Sousa ( I. Berliner Bandonien- Streichorchester). 4. a) Reimstübelgedichte, O. Sommerstorff, b) Jammerstrophen, A. Moszkowski, o) Raps, b) Adioh. Marie, es war sehr schön. Viktor Corzilius, c) Auf v. Schlicht( Wilhelm Welge), 6. a) Anna- Maria, Walther Bransen. dein Wohl, Frank Stafford, d) Die schöne Adrienne hat eine HochMiori Peery). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten antenne( Tschientarada- radio) Leopoldi( Willi Weiß, am Flügel: Tagesnachrichten. Zeitansage Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). Der Junge hatte den Hang zum Bagabu ndieren und rückte sehr häufig von Hause aus, um sich in den Straßen herumzutreiben. Sämtliche Polizeibeamte des Reviers fannten den fleinen Herumstreicher, da er sehr oft schon aufgegriffen und von dem Großvater wieder von der Wadho abgeholt worden war. Eines Abends um 8 Uhr traf ein Schupobeamter den Jungen wieder auf der Straße. Da er ein trauriges Geficht machte, fragte er ihn, mas er denn treiba Ein fleines Mädchen, welches dabei stand, erwiderte statt seiner: Der Junge darf nicht mehr nach Haufe tommen, er ist rausgeschmissen worden." Und der Kleine bestätigte auch, daß der Großvater ihn vor die Tür gesetzt habe und zu ihm gefagt habe, er folle sich zum Teufel scheren und nicht wiederkommen. Der Polizeibeamte nahm den Jungen an der Hand und brachte ihn zu dem Großvater zurüd. Dieser war gerade dabei, sich zu rasieren und erklärte, daß der Junge nicht wieber zu ihm zurüd dürfe. Der Wachtmeister machte ihn vergeblich darauf aufmert sam, daß er sich strafbar mache, wenn er den Jungen in hilfloser Bage laffe, zumal er versorgungspflichtig fet. Der Schuhmachermeister blieb aber auf feinem Stanbpunti ftehen und ermiderte nur: Annahme verweigert. Darauf wurde der Junge in einem Fürsorgeheim untergebracht. Inzwischen hatte sich wohl der Großpater eines Besseren besonnen und bolte den Jungen nach amei Tagen wieder ab. Die Folge feiner Beigerung mar bie Antiage megen inbesausfegung. Das Kind ist dem Großvater auch jetzt abgenommen worden und befindet sich in einer Fürsorgeanstalt. Bor Gericht bestritt der Angeflagte, daß er den Jungen hinausgeworfen habe. Diefer habe fidh, mie fo off, ohne sein Wissen weggefchlichen. Aus Merger über den fortwährenden Berdruß habe er nur damals dem Bolizeibeamten gesagt, er wolle the nicht wieder haben, weil er wußte, daß der Junge doch wieber Fabrikant: Böhme& Co., Berlin SO 16 Beco KOPFHÖRER Lautstark- Klangrein feierlichen Anlässen zu verstehen sei, kam die Antwort: Alle, die das Königshaus betreffen. Borher war durch Order vom 28. November angeordnet worden, daß das Uhrwerk der Garnisontirche vom Magistrat zu unterhalten sei und bei allen Störungen der Oberbürgermeister benachrichtigt werden müsse. 1833 traf die Regierung eine Verfügung und seither muß sie für die Kosten des Glockenspiels aufkommen. Aus diesen dürftigen und lüdenhaften Unterlagen wurde nun jezt das Rechtsverhältnis in der Weise gefolgert, daß das Pfarramt der Zivil. gemeinde der Garnisonkirche die Anweisung für das besondere Spielen zu geben habe und das Glockenspiel vornehm lich firchlichen Zwecken dienstbar sein müsse. Daher habe sich der Glodenist vorher mit dem Bjarramt der Zivilgemeinde in Berbindung zu sehen, damit feine willkürliche Benugung mehr vo tomme. Diese Auffassung hat sich die Regierung in Botsdam mit 3ustimmung des Kultusministeriums zu eigen ge= nacht. Es ist recht merkwürdig, daß eine repuhlitanische Regierung bie unmittelbare Verfügung über das aus Staatsmitteln erhaltene Glockenspiel aus der Hand gibt, und die Entscheidung einer zipilen Körperschaft überläßt. Es bleibt also dabei: Bimmelei gehört zur Himmelei. Deutschnationale Zwiespältigkeit in Potsdam. Die Potsdamer Stadtverordnetenmehrheit hat am Freitag, nach dem der deutschnationale Vorsteher die Bersammlung mit einem ehrenvollen Nachruf auf den Reichspräsidenten eröffnet hatte, sofort pergessen, was sie über das wirken Eberts gehört hatte. Die Sozialdemokratische Frattion brachte nämlich einen Dringlichkeitsantrag ein, der zum Gedächtnis des Reichspräsidenten die Umbenennung einer Hauptstraße im Stadtinnern in FriedrichGbert- Straße verlangte. Genosse Queißler bezog sich bei der Begründung des Antrages auf die Würdigung, die der Vorsteher dem Reichspräsidenten gewidmet hatte, berief sich auf das Berliner Borbüd und erachtete es als eine Selbstverstädlichkeit, das Andenten des ersten Reichspräsidenten in dieser Weise zu ehren. Nachdem ein Kom munist den vorschriftsmäßigen Standal gemacht und sich zwei Ordnungsrufe zugezogen, und feiner wegen der Würdelosigkeit, den Reichspräsidenten zu schmähen, eine scharfe Rüge erhalten hatte, ergriff ein Boltsparteiler das Wort zur Begründung der Ablehnung des Antrages. Er gab zwar zu ,, daß eine Verfönlichkeit wie der Reichspräsident geehrt werde, aber die Mehrzahl dieser Bersammlung würde es nicht für richtig hatten, wenn man das Beispiel von Berlin und Heidelberg nachahmen wolle. Es sei in Potsdam wenig angebracht, in diesem Sinne vorzugehen, zumal alle persönlichen Momente fehlten. Die Sozialdemokratie, habe ja auch früher sich immer gegen jeden Bozantinismus ausgesprochen. Für den Antrag wurden nur 6 Stimmen abgegeben, davon 1 von den Demokraten. Der" Intrag wurde abgelehnt. Ecenfe erging es beim gleichen Stimmverhältnis einem zweiten sozialdemokratischen Antrag, der für die städtischen öffentlichen Gebäude und besonders für die Schulen die Befchaffung von ahnen in den Reichsfarben anstrebte. Auch bei Beratung dieses Antrags holte sich ein Kommunist zwei Ordnungsrufe und eine Rüge des Vorstehers, weil er die Reichsfahne als Lappen be zeichnet hatte. Vater, Mutter und Sohn. Der 48jährige Borarbeiter der Städtischen Straßenreinigung ruhiger, stiller, bescheidener Mensch; sie zänkisch, herrschsüchtig und in Hannover, Raffa, lebt getrennt von seiner Frau. Er ist ein neigt, wie es bei hysterischen Frauen oft der Fall ist, zur Lüge. Der 13jährige Frig wohnt bei der Mutter. Die Frau besist einen Freund, drängt zur Scheidung mit dem Manne, will aber nicht die Schuld auf sich nehmen. In ihrem ebenso bösartigen wie frankhaften Hirne entsteht der Plan, den Mann ins Gefängn nis zu bringen und auf diese Weise die Scheidung zu erzwini gen. Ihr Sohn soll ihr dazu die Hand bieten. Sie veranlaßt ihn. den Bater der Polizei zu denunzieren: er habe ihnuod angehalten, der Mutter während des Schlafes einen Strict um den Hals zu legen und sie durch Gas zu vergiften. Gegen den Vater wird die Untersuchung eingeleitet. Der Junge wiederholt seine Angaben vor der Kriminalpolizei, hält sie aufrecht vor dem Unterfuchungsrichter, bestätigt sie in der Hauptverhandlung. Wie sollte er auch gegen die Uebermacht der Mutter auftommen! Geht aber an feiner falschen Bezichtigung des Baters feelisch und körperlich zugrunde. Geplagt von Gewissensbissen, im Kampfe zwischen dem Bewußtsein der gegen den Bater begangenen Untreue und der Liebe 3ur verbrecherischen Mutter sucht er den Ausweg aus seinem findlichen seelischen Konflitt im Selbstmord. Die verbrecherische Handlung, die die Mutter ihm in der Bezichtigung gegen den Bater in den Mund gelegt hatte, begeht er an sich selbst. Er versucht sich mit Gas zu vergiften und trinkt darauf Salzsäure. Nunsiecht er langsam dahin. Immer wieder wird er im Krankenhause von den Berwandten, vom Lehrer, von dem Kriminalassistenten danach gefragt, ob feine Angaben gegen den Bater richtig seien. Die Mutter weicht aber feinen Schritt von seinem Bette. Man merkt, daß der Junge etwas verschweigt. Trobem lautet immer wieder feine Antwort: Ja, es ist wahr." Der Junge stirbt. Auf das Gericht aber hatte der Knabe einen glaubhaften" Eindruck gemacht. So wird der Bater zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Mildernde Umstände werden ihm verjagt. Die Revision wird verworfen, die Beantragung des Wiederaufnahmeverfahrens ablehnend beschieden. Gefängnis. Erst nach Berbüßung von zwei Jahren und sechs Mo Der Staatsanwalt drängt auf Antritt der Strafe. Kafta muß ins naten hat ein neuer Antrag auf Wiederaufnahme Erfolg, und die Strafverbüßung wird unterbrochen. Indes ist die Frauihrem Sohne in den Todgefolgt, Wie ihn, so haben auch sie, die Mutter, die die doppelte Schuld auf fich geladen hat. Gewissensbisse zur Selbstvernichtung getrieben. Sie hat sich durchs Fenster gestürzt. In der neuen Gerichtsverhandlung, die vor einigen Tagen in Hannover stattfand, beantraate der Staats: anwalt aus eigenem Antriebe heraus Freispruch. Wird aber selbst cine zugesprochene Entschädigung den Arbeiter Kafka für die seelische Marter von vier Jahren entgelten? Auf Aussagen von Kindern hin werden immer noch Menschen ver urteilt, ohne daß die Glaubwürdigkeit der jugendlichen Zeugen von medizinischen und psychologischen Sachverständigen begutachtet wor den wäre. Troß der Unschuldbeteuerung des Berurtcüten und der Anträge auf Wiederaufnahme des Verfahrens hat es der Staatsanwalt äußerst eilig mit dem Antritt der Strafverbilßuna. Das Wiederaufnahmeverfahren selbst ist äußerst erschwert. Richter, die auf das Urteil ertannt haben, find bei der Entscheidung über die Zulässigkeit des Wiederaufnahmeverfahrens zuständig. Der Juftizirrtümer um einen weiteren Fall bereichert. Er sollte Fall des Arbeiters Friedrich Kofta hat die Geschichte der als Warnung dienen. Eine Doppelfelbstmordtragödie. Dieselben In der Kopenhagener Straße? wohnte im 2. Stod des Borderhoufes eine 31 Jahre alte Frau Elifabeth Maaß die von ihrem Manne getrennt lebt. Gestern mittag fielen in der Wohnung mehrere Schüsse. Hausbewohner benachrichtigten die Polizei. Kriminalbeomie des 63. Reviers erbrachen die Tür und fanden Frau Maaß, die nach den Schüffen laut aufgefchrien hatte, besinnungslos balienen, bei thr die Leiche eines Mannes, der als ein aus Rußland stammender Kaufmann Gustas Lange aus der Adalbertstraße 43 festgestellt wurde. Die Frau, die noch Lebenszeichen von sich gab, wurde nach dem Birchow- Krankenhauſe aebracht; die Leiche Langes nach dem Schauhaufe. Aus hinterlaffenen Briefen geht hervor, daß die beiden gemeinsam aus dem eben seiben wollten. Lange bat die Frau lebensgefähr fich verfeht und sich selbst tödlich getroffen. Zur Flugblattverbreitung heute, Sonntag, vormittags 9 Uhr, treffen sich alle Genossen und Genoffinnen in den Bezirkslokalen. Volkszählung 1925. = Englisch und Franzöfifch. In den nächsten Tagen beginnen neue An fängerkurse für Erwachsene( Abendunterricht) und für Kinder( Nachmittagsunterricht). Annieldungen am Montag, ben 9., und Dienstag, den 8 Uhr abends für Erwachsene; bei Genoffin e B, 23 50, Spicherner. 16, 10. März, von 4 bis 6 Uhr nachmittags für Kinder und von 6 bis Gartenhaus 3 Treppen.( Untergrundbahnhof Nürnberger Blaz.) Die Anmeldung fann auch schriftlich erfolgen. Sprachschule für Proletarier. nachmittags 3½ Uhr, im großen Saal der Philharmonie 4. Fest Bezirtsbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, den 15. März, konzert. Tänze nach moderner Musir", ausgeführt vom Ballett der Staatsoper. Sinstlerische Leitung: Herr Ballettmeister Terpis unter Mitwirkung von Elisabeth Grube( Primaballerina), Dorothea Albu ( 1. Charaktertänzerin), Harald Streuzberg( 1. Solotänzer) und vier Tänim Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, sowie in allen bekannten Verkaufsstellen. Ausstellung und Verkauf von Radierungen Helmut Strommer) im Bezirksbildungsausschuß, Lindenstr. 3, 2. Hof II. und Holzschnitten hervorragender Künstler( Sela Hasse, Wilhelm Defterle, Besichtigung und Verkauf in der Zelt von 10 bis 5 Uhr. gehabt, deshalb müssen durch eine öffentliche Protestversammlung der Die Reichsregierung hat soeben dem Reichstag einen vom Reichs: Tat find die Fahrverbindungen unerträgliche und unwürdige. Einbreitesten Deffentlichkeit die Verhältnisse dargelegt werden. In der wirtschaftsrat und vom Reichsrat grundsäglich bereits gutgeheißenen viertel- und ein halbstündliche Beripätungen find Gefeßentwurf über Erhebungen über die Bevölkerungszahl, an der Tagesordnung. Abgerissene Knöpfe und zerrissene Uebertleider die berufliche Gliederung der Bevölkerung und die Struktur unferes zeugen von der ständigen Ueberfüllung der Wagen. Noch schlech Wirtschaftslebens zugehen lassen. Aus erhebungstechnischen und tersind die Rosenthaler Einwohner dran. Diese müssen finanziellen Gründen soll zum ersten Male die Bolkszählung erst einen Fußweg von einer halben Stunde zurücklegen, um über und die Berufs- und Betriebszahlung als einheit haupt die Straßenbahn zu erreichen. Oberbaurat Baumgarten und liches Zählungswert gemeinsam durchgeführt werden. Als Zählungs Stadtbaurat Hahn versprachen, unbedingt für Verbesserung der Vertag ist der 16. Juni 1925 in Aussicht genommen. Die Erhebung hältnisse zu sorgen und erklärten, daß in Kürze eine neue wird sich auf den Personen- und Familienstand, die Staatsangehö- Straßenbahnlinie, und zwar Nr. 15, von Neukölln über rigkeit, die Muttersprache, die Religionszugehörigkelt, ben legten Moabit- Reinidendorf, Residenzstraße- Kopenhagener Straße- Bilzerinnen vom Ballett der Staatsoper. Karten zum Preise von 1,20 Mr. Wohnfih vor dem Kriege, den Haupt- und Nebenberuf zurzeit der helmshöhe- Rosenthal Bählung und die Stellung in ihnen, sowie auf die gewerblichen und helmshöhe Rosenthal durchgeführt werden soll. Hierdurch würde auch eine beffere Berbindung mit der Liebenwalder land und forstwirtschaftlichen Betriebsverhältnisse erftreden. Kleinbahn erreicht werden, um die schon seit Jahren ein endloser In den Gewerbebetrieben werden insbesondere das Personal nach Stampf geführt wird. Troß der Zugeständnisse dieser Herren wurde feiner Stellung und die technischen Hilfsmittel ermittelt werden. Die einstimmig eine Entschließung mit folgenden berechtigten Forderungen statistischen Aufnahmen werden von den Landesregierungen bewirkt werden, die unmittelbare Ausführung der Zählung wird Linie 23, wie früher, über Schönholz bis Niederschönhausen, bezw. angenommen: Sofortiger 7½- Minuten- Berkehr, Fortführung der den Gemeindebehörden obliegen. Mit der Aufbereitung des um Nordend, Fortführung der AEG.- Schnellbahn bis Reinickendorf, das fangreichen Materials werden die statistischen Landesämter betraut über eine ziemliche Industrie verfügt( z. B. Bergmann 3000 bis 4000 werden. Das Statistische Reichsamt wird die Ergebnisse der Länder Arbeiter), Anschluß einer Autobuslinie und fort mit den vorjiniflutfür das Reich zusammenstellen und das gesamte Zahienmaterial lichen Wagen. Der 7½- Minuten- Berfehr, bestimmt teine überspannie besprechen. Forderung, muß als erster durchführbar sein und die Einwohner von Reinickendorf und Rosenthal werden dann vorläufig bis zum weiteren Ausbau besserer Verhältnisse einigermaßen zufriedengestellt fein. Man gewann aus dieser Protestversammlung den Eindrud, daß es im besonderen wieder einmal die Straßenbahn ist, die fich den berechtigten Forderungen der Bevölkerung verschließt. Die Tuberkulosebekämpfung in Groß- Berlin. A Sport. 14. Berliner Sechstagerennen. Ban Kempen- Bauer führen weiter das Feld! Die 3- Uhr- Nachmittagswertung bringt folgendes Ergebn.s: 1. Spurt: Ein" Ding" für van Kempen, der seine nächsten Gegner Perfyn, Debaets und van Net leicht hinter sich läßt. Berschelden behält den zweiten Spurt. Oliveri ist der nächste In der Bereinigung sozialdemokratischer Aerzte" sprach Dr. 3a Mann vor Kruptat und Bauer. Im dritten Spurt gewann det( Neukölln) über den augenblidlichen Stand der onani gegen Techmer, Kuschkom und Debaets. Saldow holle Tuberkulose befämpfung in Groß- Berlin. Der Redsich dann den Dierten Spurt. Der lange Schrage, Krupkat ner fritisierte nach einem historischen Rückblick über die Entwicklung und Verschelden folgen. Ionani holt sich auch noch den fünften des Fürsorgestellenwesens, die uneinheitliche Organisation auf diesem Gebiete innerhalb Groß- Berlins. In die Fürsorge für Tuberkulose zwei Sigungen, eine außerordentliche am Dienstag um Die Stadtverordnetenversammlung hat in dieser Woche wieder Spurt. Tiez, Techmer und van Net paffieren in dieser Reihenfolge. Thollembed ist der Mann des legten Spurts. teilen sich die städtischen Tuberkulosefürsorgestellen, von denen es in Bauer, Hahn und Gottfried werden leicht geschlagen. Da die itaGroß- Berlin etwa zwei Dugend gibt, und die Einrichtungen der 6 Uhr und die ordentliche am Donnerstag um 45 Uhr. Auf lienische Mannschaft Cliveri- Conani zweimal den ersten und einLandesversicherungsanstalt Berlin. In vier Alt- Berliner Bezirken be- der Tagesordnung stehen unter anderm die Fortsetzung der Be- mal einen zweiten Platz in dieser Wertung erobern und so ihren treut die Landesversicherungsanstalt die versicherten Tuberkulösen, alle ratung des tommunistischen Antrages auf Maßnahmen gegen die Buntistand um 13 Bunfte bereichern fonnte, bildet sie jetzt das fühübrigen Tuberkulösen dagegen die Stadt in denselben Räumen, in zwei Erwerbslosigkeit der Angestellten und die Beratung rende Baar vor van Kempen- Bauer. Bis um 3 Uhr nachmittags Alt- Berliner Bezirken, I und IV, foll die Landesversicherungsanstalt des sozialdemokratischen Antrages zum Streit bei Bolle sowie find insgefomt 1137,970 kilometer zurückgelegt. Die Son wiederum wird die Tubertulofefürsorge ausschließlich trages. Auch die Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion wegen Oliveri- Tonani alle Tuberkulösen in Fürsorge nehmen. In den Außenbezirten 7-20 eines gleichfalls diesen Streit betreffenden kommunistischen Underprämie von 1000 m. holten sich in der zweiten Nacht auf Teilung die Belgier Debaets- hollembed und die Italiener von der Stadt betrieben, also auch die der Versicherten, der hohen Wohnungsmieten in neuen Häusern soll zur wofür die Landesversicherungsanstalt der Stadt einen Kostenzuschuß Berhandlung kommen und mit ihr der schon vor längerer Zeit einzahlt. Als größtes Uebel wird empfunden, daß die Landesversiche gereichte Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, der die Bereit: scharf antretenden Lonani vom Leibe zu halten. Dritter wird Die Zehn- Uhr- Nachtwertung. Im ersten Spurt hat van Kempen alle Mühe, sich den rungsanstalt sich in der Tuberkulosebekämpfung lediglich von versicherungstechnischen Rücksichten leiten läßt, indem sie nur bei bro- stellung von weiteren 5 Millionen Mark für Hypotheken auf van Net und vierter Schrefeld. Im zweiten Spurt ſchlägt hender Arbeitsunfähigkeit und zur Wiederherstellung der Erwerbs. der flinte Hahn ganz knapp den führenden Saldow. Coburn und fähigkeit Heilstättenfuren, und zwar schematisch auf 2, höchstens 3 Monate begrenzt, gewährt. Während eine durchgreifende Tuberkulosewegen Behinderung ein. Trotzdem sich Tonani im dritten Techmer folgen. Dieser Spurt bringt Hahn eine Berwarnung bekämpfung, wie die städtischen Fürsorgestellen sie getrieben wissen Spurt sehr anstrengt, lana er Persyn nicht vom ersten Blak wollen, sich nur von der Rücksicht auf die Bekämpfung der Schwindvermeijen. van Kempen nimmt den dritten Blayz vor Tiez. Bierfucht als Boltsfeuche leiten laffen darf. Als Mangel wird das Fehlen ter Spurt: Erster Golle, 3meiter Krupkat, Dritter Vergefeßlicher Bestimmungen über Entschädigungspflicht des Staates bei Berufsverbot für einen Tuberkulosen empfunden. schelden, Bierter Coburn. Im fünften Spurt schießt plöglich Dan Kempen vor und hält den Siegerplag bis zum Ziel var fe ch sten Spurt gegen Berschelden, Münzner und Hahn. Der Dan Nef, Liez und Tonani. Thollembeef gewinnt den Stand des Rennens nach der Zehn- Uhr- Wertung ist folgender: 1. pan Kempen Bauer 66 Bunfte. 2. Oliveri- Zonani 63 B. 3. Hahn- Zietz 37 Punkte. 4. Lorenz- Bolle 37 Punkte. 5. BerjynBerjchelben 36 Bunfte. 6. Debaets- hollembeet 32 Bunfte. 7. van Met- Saldom 30 Punkte. 8. Coburn- Madden 24 Punkte. 9. Münzner- Gottfried 19 Bunfte. 10. Häusler- Schrefeld 10 Punkte. Eine Runde zurück: Krupfat- Weber 15 Punkte, Stellbrint.Techmer 10 Punkte. 3 wei Runden zurüd: Stolz- Behrendt 5 Bunfte, Schrage- Kuschtow 5 Punkte. Um 10 Uhr abends( 48. Stunde) sind insgesamt 1347,510 Kilometer zurückgelegt. Stundenergebnis 31,190 Kilometer. In der eingehenden Aussprache, an der sich u. a. die Gen. Grotjahn, Silberstein, Koradh beteiligten, murden die Schwierig. feifen, die sich einer einheitlichen Tuberkulosebefämpfung in Groß Berlin entgegenstellen, betont; darüber war man fidh völlig klar, daß erfolgreiche Zuberfan ng nur von den Saibstver: vaunge törpern ausgehend betrieben werden tönnte. Berkehrselend in Neinickendorf und Rosenthal. Eine am Freitag im Realgymnasium in Reinidendorf einberufene Brotestversammlung der Einwohner Reinickendorf- Ost und Rosenthal führte die erschreckend schlechten Berfehrsverhältnisse dieser Bororte vor Augen. Der Borsigende des Ausschusses, Engel, eröffnete die Ber fammlung, um nach furzen einleitenden Worten Herrn Bredered das Wort zum Referat zu erteilen. Dieser sowie die nachfolgenden Radner, unter anderem Bezirksverordneter Genoise Elpel, fchil derten die trostlcfe, allen modernen Verkehrsforderungen hohnsprechende, Lage der Reinickendorfer und Rosenthaler Einwohner. Nach den Ausführungen des Genossen Elpel haben bisher alle Ein. gaben und sonstigen Bersuche an die in Frage kommenden Behörden und Berfehrsinstitute teinen Erfolg Die Tuch- Stoffe Ausstellung BOUS H.& J. von ender H.& J. Friedlaender Spandauer Str. 23, Rathausstr. 1 muß jeder Interessent sehen! masoft Erprobte Qualitäten à 5, 6, 8, 11, 12 M. 13. 14. 16 M. per meter. Beste deutsche, echt englische Fabrikate. Berlins größte Schaufenster der Branche Wohnungsbauten für Minderbemittelte fordert. Anlaß der Trauerfeierlichkeiten für den Reichsrräsidenten auf Die 1000- inder- Konzerte im Deutschen Opernhause sind aus Mittwoch, den 11. und 18. März. nachmittage 21 Uhr, verlegt worden. Die für das Konzert am 4. März gelösten starten haben Gültigkeit am 11. März und die für diesen Tag gelösten Starten am 18. März. Die Verlegung des Charlottenburger Schöffengerichts nadj Moabit. Am 1. April follen die drei Abteilungen des Sáöffen Gerichts Charlottenburg nach dem neuen Kriminalgerichtsgebäude in Moabit verlegt werden. Diese Maßnahme wird von allen beteiligten Kreisen als eine große Erleichterung empfunden. Auch aus Sicher heitsgründen wird die Uinsiedlung nach Moabit zu begrüßen fein, da bei der Ueberführung von Schwerverbrechern aus dem Unter fuchungsgefängnis zur Verhandlung immer große Gefahren be. standen. Berlängerung der Berliner Molfereiausffellung. Die Berliner Milch- und Moltereiausstellung in der Landsberger Allee 116/117 hat einen über alle Erwartungen günstigen Verlauf genommen. Auf ausdrücklichen Wunsch der Aussteller Bat fich die Ausstellungsleitung entfaloffen, die Messe um weitere zwei age bis einschließlich Dienstag, den 10. März, au berlängern. 4 II. Tier- Knuff- Ausfellung im 300 1925. Die Furb für die II. Zier Kunst Ausstellung im 800, die vom 9. April bis 4. Oktober im Wintergarten des Roologischen Gartens stattfindet, it forben gebildet worden und fest fich aus folgenden Herren zusammen: Brof. Gerichel, Bebeimrat Prof. Dr. Sed, Geheimrat Dr. Remoner, Prof. Kraus, Brof. Marzel und Bildhauer Geora Roch, in dessen Gänden wiederum die fünfts erische Leitung der Ausstellung liegt. Gezeigt wird diesmal Das Zier nber Porzellan- und Gartentunit". 2 An den sozialhygien fchen fademien in Berlin- Charloffenburg. Breslau und Düsseldorf wird der nächste dreimonatige sozialhygienische Lehrgang filr Streisarzt, Streisfommunalarzt, Schule und Fürsorgearatanwärter von Ende April bis Ende Juli abgehalten. Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, wird baldigste Anmeldung empfohlen. Anfragen an die Sekretariate in Berlin- Charlottenburg, Spandauer Berg( 15/16, Breslau, Marstraße 4, Düsseldorf, städtische Krankenanstalten, Bau I. Besuch der Sngienemeffe. Beranstaltet vom Kulturfartell Schöneberg Friedenau. Treffpunkt: Sonntag, den 8. März abends 6 Uhr vor der Ausstellung. Anschließend an die Führung läuft der Gymnastikfilm". Genossen und Genossinnen aller Abteilungen find eingeladen. Ordner der Proletarischen Feierstunden! Treffpunkt zur Jugendweihe am Sonntag, den 8. März, im Großen Schauspielhaus, morgens 8 Uhr, an der bekannten Stelle. Es gibt keine Frau die jemals wieder etwas anderes zum Haarwaschen gebrauchte, menn fie ein einziges Mal Lavaren verwendete. Jede einzige jagt, das schon bei dem erstenmal Waschen die Haare nicht mehr zer zaufen, vom zweitenmal ab bleibt der Stamm frei von ausgetämmten Haaren. Lavaren sorgt eben für hygienische Haarpflege, ist ein ernsthaftes, wissenschaftlich zusammengestelltes Mittel und fein Kosmetifum, bei dem es meist nur auf den guten Geruch ankommit. Trotzdem kostet eine Backung auch nur 30 Pf. Mujifaufträge übergibt man nur cm Nachweis des Deutschen Musiker Verbandes, Berlin O 27, Andreasitr. 21( Stönigstadt 4310). Gefchaitézeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr. 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Daran denken Sie, wenn unsere billigen Preise Ihnen Erstaunen abringen, und Sie keine Erklärung dafür finden, wie man so billig verkaufen kann. B Um 2 Uhr öffneten sich die Tore, und bald fette neben der Besichtigung ein fehr reges Kaufen ein, wozu die ungewöhnlich niedrigen Preise für Klei bungsstücke aller Art reichen Anlaß boten. ber Be Hellte un rin unge bunat Kauft Allgemein wurde der Freude darüber Ausdruck gegeben, daß die Firma E.& A auch hier ein Geschäft eröffnet und da mit unserer Frauenwelt die von der Mondebergstraße gut bekannten Kaufmöglichkeiten in nächste Nähe bringt. ein mende ann t det und b man rinc schaft und Wir begrüßen diesen neuen G.& A. mit einem fröhlichen Schipp ahoi" Gehaltserhöhungen. Im Finanz fprech Gebang ftatto grant und und Reichsarbeitsministerium haben Be sprechungen über die Erhöhung der Gehälter von Beamten und Angestellten ftattgefunden. Die Minister treten grundfasli folche Erhöhen ein C& A Königstraße 33 Am Bhf. Alexanderpl. 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Jfür den Antrag Keil stimmen die Sozialdemotralen. die Kam- munisten und Demokraten. Da das Präsidium sich über die Mehr- heitsverhältnisse nicht einigen kann, muß eine Auszählung ersolgen. Der Antrag wird mit l40 gegen IZ5 Stimmen angenommen. Aur Beratung-gestellt wird also der demokratische Antrag, die Reichsregierung zu ersuchen, den Entwurf eine« neuen Aufwertungsgesetzes, der gemäß der von der Reichsregie- rung in der Vellsitzuna am 5. Februar abgegebenen Erklärung spätestens binnen drei Wochen vorliegen sollte, nunmehr unverzüglich den gesetzgebenden Körperschaften zuzuleiten. Verbunden wird damit«in Antrag M ü l l e r-Franken(Soz.). die dritte Steuernotoerordnung mit dem Zl. März d. Z. aufzuheben. Abg. Freih. v. Richthosen(Dem.) betont die Notwendigkeit, in der Auswertungsfrage endlich Beruhigung zu schaffen und zu einer Entscheidung zu kommen. Leider habe die Regierung ihre Zusage nicht gehalten. Es fragt sich, ob wir am 3l. März ein Vakuum »intreten lassen wollen oder nicht. Die feierliche Zusage der Re- gierung vom 5. Februar ist sang- und klanglos ungehalten geblieben. Eine weitere Hinausschiebung der Lösung der Aufwer- tungssrage ist unzulässig, von ihrer Lösung hängt die Beruht- gung weitester Schichten des Volkes und die weitere Besserung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse ab. Die Reichsregie- rung muß doch endlich sich klar geworden sein, was aus der Reichskriegsanleihe u. a. m. weiter werden solli sie muß darüber dem Volke Aufklätur.g geben. Und wenn die Versprechun- gen der Parteien im Wahlkampfe jetzt einfach beiseite geschoben wer- den. so muß das allmählich im Volke und in der deutschen Wirtschast wiedergekehrte Vertrauen einen schweren Stoß erleiden. Mg. keil lSoz.1 begründet den sozialdemokratischen Antrag, der genau dasselbe will wie der am 25. Juni v. I. von den Deutschnationalen ein- gebrachte Antrag. Am 28. Juni hat Herr Dr. H e r g t aus- geführt, die Deutschnationale Partei erkläre der Regierung klipp und klar, daß die Auswertungsfrage für sie eine Lonäuio sine qua non sei.(Große Heiterkeit.) Der Abgeordnete Hergt ha« damals weiter gesagt, er verstehe nicht, warum die Regierung in dieser Frage so zögernd und so zurückhaltend sei. E» bestehe in der Aufwertungs- frage nicht bloß eine einfache Mehrheit nach Art de» Vertrauens. ootums, er meine beinahe, es fei eine Einheitsfront vorhanden für diese Aufgabe, die in wirklich staatsmännifchem Sinne gelöst werden müsse.(Große Heiterkeit.) Die Regierung hat auch weiter versagt, daher haben wir schon am 3. Februar den deutschnationalen An- trog wieder ausgenommen. Herr Hergt hat nun die Lösung der Aufgabe versprochen, wenn seine Parte! an die Regierung komme, dann werde der Entwurf eines Aufwertungsgesetzee in wenigen Tagen fertig sein..(Große Heiterkeit.) Der Finanzniintster vom vorigen Jahre ist heute Reichskanzler, Herr v. Schlieben ist Finonzminister, beides Herren, die den Deutschnationalen sehr zu- geneigt sind. Trotzdem die Regierung schon seit Z Monaten in ihrem Amte ist, ist die Auswertungsfrage noch genau so weit, wie sie im vorigen Jahre war. Run ober haben die Deutsch- nalionölen ganz ihren Aufwertungsonlrag vergessen. Die Sozial- demokraten hatten schon im Ausschuß erklärt, daß sie bereit feien, für den deutschnationalen Antrag zu stimmen, der damit eine Mehr- heit gesunden hätte. Im Wohlkampf haben die Deutschnationalen mit verstärkten Mitteln Aufwertungsdemagogie getrieben und zahlreiche Wähler sind ihnen damit in die Falle gegangen. Die Deutschnationalen gelangten in die Regierung, jetzt aber war keine Rede mehr von ihrem Antrag vom 25. Juni, sie begnügten sich, die Aufhebung der kleinen Notverordnung vom i. Dezember 1924 zu beantragen. Wie ernst es ihnen auch damit war, haben wir in der Reichstogssitzung vom S. Dezember erlebt. als die Deutlchuatlomilen auch diesen ihren eigenen Antrag ablehnten. Damals wiesen die Deutschnationalen auf die feierliche Er- k l ä r u n g hin,' daß die Regierung innerhalb drei Wochen eine Vorloge einbringen werde. Diese drei Wochen sind um. die vorlag» Ist aber nicht da. Der kleinen Gläubiger und Sparer hat sich«ine ungeheure Enttäuschung bemächtigt, sie sind empört darüber, daß bi, jetzt nichts geschehen ist. Die Proteste häufen sich bergehoch. Es wird auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die der Auswertung entgegenstehen. So verhindere der Finonzau«- gleich mit den Länder» die Lösung der Auswertungsfrage. Aber gerade die deutschnationalen Regierungen in den Ländern machen wir sind der ) vorausgehen .>,—— Sparern und Gläubigern gegenüber erfüllen muß. Nach Maßgabe der Erfüllung Weser Entschäd'.gungsansprüche kann dann zum Finanzausgleich ge- schritten werden. E» wird weiter aGagt, daß die Beschaifung der Summen Schwierigkeiten mache. Wenn es aber keine Schmie- r i g k e i t e n gehabt hat. 7 00 Million en an die Ruhrindu- striellen zu zahlen, so dürfe es doch auch keine Schwierigkeiten machen, die kleinen Glaubiger und Sparer zu befriedigen. Im Volke herrscht jetzt allgemein die Auffassung, daß den Reichen immer mehr».'geben wird, ddoß aber sürdieArmennichts übrig ist. warum werden seht Ermäßigungen der Deflhsteuern voge- nommen. worum werden nicht die Wittel zur Auswertung au» den Deslksteuern genommen? warum ha« die Regierung nicht schon längst einen Gesetzentwurs zur Erfassung der Zuslatlons- gewinne und zum Ausgleich der Vermögensoerfchiebungen vorgelegt? Mit einer Dermögensausgleichesteuer könnten SU beweisen, daß Sie die Finanzstoudal« nicht bloß zur politischen Hetze, sonder» zur wirklichen Erfassung der Jnstaiionsgewirme benutzen wollen. Wir verlangen die schärfst« Erfassung der Inflotionsgewinne. Die wirklichen Schwierigkeiten in Per Losung der Auswertungsfrage liegen nicht In den vorhin gensnnten Punkten, sondern sie gehen aus di« großkapitalistischen Etnsluss« zurück, du der Aus. wertung feindlich gegenüberstehen. Dann soll sich di« Regierung aber auf Sch.ingriind« berufen, sondern eingestehen, daß st» zwar 700 Million»» für d'e Ruhrindustriellen, aber nicht» für pi» tl»>n»n Gläubiger und Sparer übrig hat. Wir verlangen die s o f» r t i g e Beratung unsere» Antrag« und die Beseitigung der 3. Notverordnung. Wir wollen nicht die Verschleppung an den Ausschuß, denn damit haben wir bereit, bittere Ersahrungen gemacht. Jetzt gilt«» nicht nur den Mund ZU spitzen, sondern e» muß auch gepfiffen werden.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemo- traten.) x Reichsjustizminister Frenke« gibt namens der Reichsregierung folgende Erklärung ab: Die Reichsregierung bedauert außerordentlich, daß ihre am ö. Februar 1925 gegebene Zusage, de» Entwurf des Aufwer- tungsgesetzes den gesetzgebenden Körperschaften binnen drei Wochen zuzuleiten, nicht hat eingehalten werden können. Die Vorarbeiten zur Aufstellung des Gesetzentwurss sind seit dem ö. Februar 1925 mit allem Nachdruck gefördert und im wesentlichen abgeschlossen worden. so daß der Entwurf an sich in kürzester Frist vorgelegt wer- den kann. Bei der ungewöhnlichen wirtschafts- und rechtspolitischen Bedeutung der Auswertungsfrage hat die Reichsregierung es für richtig gehalien, den Gesegentwurf er st vorzulegen, nachdem sie die Gewißheit gewonnen hat, daß er in feinen Grundlagen von einer Mehrheit dieses Hauses getragen wird. Diefe Gewißheit konnte bisher noch nicht gewonnen werden. Die Be- mühungen nach dieser Richtung werden jedoch unausgesetzt fortgesetzt. Es ist damit zu rechnen, daß die Vorlage des Entwurfs an die gesetz- gebenden Körperschaften nunmehr baldig st erfolgen kann. Zu der Forderung der Aufhebung der 3. Steuernotverordnung kann die Reichsregwrung nur pflichtgemäß erklären, daß die Aufhebung der 3. Steuernotverordnung zu einem Chaos auf dem Gebiete der Rechtspflege und der Wirtschaft führen würde und daß sie bie Verantwortung für diese Mahnahme nicht würde tragen können. Abg. Hergt(Dnat.): Der Abg. keil hat mit Recht darüber klage geführt, daß da» werk der Auswertung nicht rascher gefördert worden ist. Er hat auch mit Recht auf die ungeheure Unruh« im Lande hingewiesen. Da», was der Herr Reichsjustizmintfter über die Gründe der Reich». regierung für die nicht rechtzeitige Vorlegung de» Gefehentwurf» ausgeführt hol, hat mich nicht völlig befriedigt. Gewiß müssen Ber- Handlungen stattfinden, aber vielleicht wäre es doch vorteilhaft, wenn die Verhandlungen in dem Sinne geführt worden wären, wie sie von den Deutschnationalen seinerzeit gefordert worden sind. W i r Deutschnationalen, ja das ganze Hau», der Ausschuß, haben tatsächlich früher auf dem Standpunkt gestanden, daß man die Sache durch Anträge, Richtlinien und Jnitiarivaesetzentwürfe aus dem Hause selbst fördern könne. So sind wir in den Ausschuh hin- eingegangen, die Herren Sozialdemokraten auch. Die Grundlage einer starken Mehrheit war ja in diesem Ausschuß da. Weshalb sind wir denn aber nun stecken geblieben? Da waren es allerdings Schwierigkeiten, über die auch solche schätzenswerte Kräfte wie die ehemaligen Minister Keil und Dr. Dernburg nicht hinweggekommen sind. In diesem Ausschuß war also ein« überwältigende Mehrheit für eine Auf- wertung da. Weshalb sind wir aber daniols nicht weiter ge- kommen? Di« Frage, wie e» werden sollte, wenn ein Besitzwechsel der Anleihen usw.«ingetreten war, hat un« damals stark beschähigt. D a sagten wir: da» ist«ine Sache der Juristen. Andererseits hat Ab?. Keil mit Recht darauf hingewiesen, daß e» notwendig sei, die Mittel für die Auswertung herbeizuschaffen. Wir haben da nach Steuern gesucht und die Jnslationssteuer oorge- schlagen. Ich habe«ine Auswertungssteuer vorgeschlagen: ohne eine solche Steuer läßt sich die Auswertung nicht durchführen. Aber da hört eben di« Tätigkeit der Parlamentarier aus, da ist e» Sache der Regierung, di« Angelegenheit weiter zu bearbeiten. Wir tonnten nur den Grundsatz aufstellen, die Herren Sozialdemo- traten haben Wort für Wort das deutschnaiionale Programm über- nommen. Die Regierung soll jetzt genötigt werden, nun alsbald mit dem Gesetzentwurf herauszukommen. Mit den An- trägen der Sozialdemokraten erreichen wir dos aber nicht. Deshalb müssen diese Anträge in den Ausschuß. Den Antrag der Demokraten werden wir selbstverständlich geschlossen hier im Plenum annehmen. Der Entwurf der Reichsregierung muß dann allerdings mit größter Beschleunigung kommen: er muß wenigstens dem R e i ch e r a t und dem Aus- wertungsousschuß vorgelegt werden. Auch über den in Aus- sicht stehenden Gesetzentwurf meine» porteigenosien Rest werden wir uns im Ausschuß unierhalten müssen. Also schließen Sie sich unseren Vorschlägen an: Druck nach wie vor aus die Regierung!(Heiterkeit.) Nachdem«ine solche Unruhe eingetreten ist, muß alle» ver- mieden werden, was falsche A u s s a s s u n g e n im Gefolge haben könnte.(Aha! und Lachen links.) Wir müssen anerkennen, daß die Regierung den besten Willen hatte und sich die möglichste Mühe gegeben hat. Aber im Land« ist der Eindruck vorhanden, daß im Kabinett zu starke ressortmäßige Auffassungen zur Geltung kommen. Wir haben aber nicht bloß Ressorts, wir haben darüber auch ein Kabinett, und über dem Kabinett die deutsche Wirtschast und ein ganze» deutsche» Volk. Es darf um des Himmels willen die Regierung nicht den Eindruck entstehen lassen, als ob die Teile de» Voltes, die man gemeinhin unter.Gläubigern" im Sinne der Auf. wertungssrage versteht, nicht gehört werden. Denken wir doch nicht immer bloß an des Geld allein (Heiterkeit links.) Wenn der in Aussicht gestellte Entwurf im Reichs- tag eingebracht wird, darf nicht der Eindruck entstehen, als ob eine Abwürgung der Anspiüche jener Gläubiger die Folge sein wird. wer rasch gibt, gibt doppelt.(Gelächter links, Beifall rechts.) Abg. Dr. Schetter(Z.): Trotz aller Schwierigkeiten hätte doch längst der Versuch einer Umgestaltung der Dritten Steuernotver- ordnnng im Sinn« der ergangenen Anregungen gemacht werden sollen. Seit vielen Monaten warten weite Kreise, auch unserer Gesinnungsgenossen mit Schmerzen daraus. Die Dritte Steuernotoerordnung möge� so schlecht und ungerecht sein, wie sie wolle, sie sei ober in den Staotsorganismus hineingewachsen. Ihre Aufhebung würde unabsehbare Folgen haben und die größte Der. wirrung bringen. Abg. Dr. wunderlich(D. Dp.): Im Namen der Fraktion der Deutschen Volt«part«i habe ich zu den Anträgen der demokratischen und sozialdemokratischen Fraktio- nen folgiiid« Erklärung abzugeben: Wir sind nach wie vor der Ueberzeugung. daß die Auswertungsfrage eine der wichtigsten Fragen der Gegenwart ist, die so rasch wie möglich einer aerechten Lösung zugeführt werden muh. Wir haben im letzten Wahl- kämpf« und nach d«m Zusammentritt de» Reichstage« immer wieder aeforpert, daßdieAufgobejederneuenRegierung sein müsse, alsbald einen Gesetzentwurf vorzulegen, der di« ganze Materie der Auswertung neu regele und die unleugbar bestehenden schweren Mängel der jetzigen Auswertungsvorschriflen beseitige. Die Reichsregierung hat wiederholt van dieser Stell« au» und im Aufw«rtung»au»schuß erklärt, daß sie dieser Forderung nochkommen wolle und hat versprochen, einen entsprechenden Gesegentwurf End« Februar 1925 den gesetzgebenden Körperschaften des Reiche» zuzuleiten. Zu unserem lebhasten Bedauern hat die Reichsregierung die Frist nicht innehalten können. Wenn auch bei ruhiger und objektiver Würdigung aller Umstände anerkannt werden muß, daß ihr bei der Schwierigkeit und Trogweite der Materie sowie bei der Fülle des Stoffes, der jetzt einer gesetzgeberischen Lösung harrt, Entschuldigungsgründe zur Seite stehen, so sind wir doch gleich den Herren Antragstellern von der demokratischen Fraktion der Ansicht, daß die Reich»- regierung unverzüglich den Aufwertungsgesetzentwurf vorlegen muß, und wir werden deshalb dem von den Demokraten gestellten Antrage zustimmen. Wir gehen noch weiter: Wir sind der Ansicht, daß, wenn der versprochene Gesetzentwurf nicht unverzüglich dem Auswertungsausschuß mitgeteilt wird, wir im Ausschuß darauf dringen müssen, daß dieser Ausschuß von sich aus die Initiative zur Lösung der Auswertungsfrage ergreift. Wir habe« diese Ansicht in einer vertraulichen Aussprache mit den Herren Reichsjustiz- und Reichsfinanzministern gestern schon vor der Einbringung des demokratischen Antrages sehr nachdrücklich zur Geltung gebracht. Was dann die sozialdemokratischen Anträge anlangt, so werden wir sie ablehnen. Die dritte Sieuernotverordnung hat ihre großen Mängel und Härten, die un- bedingt beseitigt werden müssen. Aber wir wollen doch nicht ver- gessen, daß sie letzten Endes die Grundlage aller Auswertung»- Ansprüche der Sparer und Rentner ist. Der zweite sozialdemo- tratische Antrag enthält eine Unmöglichkeit der Leistung. An einer Aussprache über die sachliche Lösung des Auswertungsproblems in dieser Stunde und von dieser Stelle aus werden wir uns nicht beteiligen. Die Auswertungsfrage hat nach der Ueberzeugung aller ernsthaften Politiker mit dem W a h l k a m p f« um den k ü n f- tigen Reichspräsidenten nicht das mindeste zu tun und darf unter keinen Umständen durch diesen Wahlkampf gezem werden. Nach Ausführungen des Abg. höllein(Komm.) erklärt Abg. Dr. Iorissen(Wirtsch. Vereinig?.): Vor dem Finanzausgleich müsse die Auswertungsfrage gelöst werden. Abg. Dr. Emminger(Bayer. Lp.): Hunderttausende. ja Million cn kleiner Rentner und Sparer war- teten auf die Einlösung des von der Regierung gegebenen Versprechens. Sie sind jetzt aufs schwerste enttäuscht worden. Die Reichsregierung hat doch anerkannt, daß sie auf diesem Gebiete führen muß, und versprochen, daß sie führen wird. Und nun hat sie ihr Versprechen nicht halten können! 2ß!r stimmen für den demokratischen Antrag. Dem jazialdemokra- tischen Antrag können wir nicht zustimmen. Abg. Dr. Dest(Dnat.): Die dritte Steuernotverordnung hat das Unrecht, das der Spruch des Reichsgerichts aus der Welt schaffte, wieder hergestellt. Ich habe meinen Antrag zum Aufwertungsproblem im Reichstag eingebracht, damit lein Inhalt ebenfalls eine gründliche Ausschußprüsung erfahre. Jahrhundertelang war es deutsches Recht,«ine Schuld niemals nach dem jeweiligen Geldwert, sondern immer nach dem Sachwert zu bemessen. Die Notverordnung hat eine nicht vertretbare Entrechtung des Gläu- b i g e r s herbeigeführt. Ungeheuerlichkeiten find die Folge ge- wesen. In einem Falle sind 180 000 in gutem Geld hingegebene Eoldmark mil— 58 Pfennigen abgegolten worden. Die Ver- ordnung hat den Schuldnern auch dadurch den Nacken gestärkt, daß sie das Prozessieren fast unmöglich machte. Dort, wo der volle Wert des Objekts wieder eingetreten ist, muß auch die volle Vc- Zahlung wieder gefordert werden können. Die I n d u st r i e hat nahezu ihren Besigsiand in vollem Wert erhallen. Die chemische Industrie hat Ihre Substanz auf da» Doppelte und Dreifache erholst. Da kann doch kein Billigdcnkender es gelten lassen, daß eine solche Industrie Ihre Gläubiger mit 15 Proz. abspeist. Bei den Großbanken liegt es ähnlich. Von einer Aufwertung der Jndustrieobligationen darf in keinem Falle die Rede sein. Die Gefahr, daß das Kreditbedürfnis der Industrie einer höheren Auf- wertung den Weg verlegt, kann dadurch begegnet werden, daß man die Obligationen in Aktien verwandelt. Die Ungerechtigkeit des jetzigen Zusiandes wird ganz ungemein dadurch gesteigert, baß die sich ihrer Verpflichtung entziehenoen Schuldner zugleich die Besitzer der Sachwerte sind. Die Absicht der Regierung, die Reichsonleihen auf 5 Proz. zu konvertieren und zu SS Proz. zu annullieren, mißbillige ich auf» entschiedenste. Tausend« und aber Tausend« haben im Krieg« dem Voterlanbz ihren letzten Barvermögensbesitz zum Opfer gebracht, sie müssen irgendwie schadlos gehalten werden. Der Zustand, den die dritte Steuernot- Verordnung geschaffen Hot, ist unhaltbar. Nach Ausführungen des Abg. Seifert(Natsoz.) nimmt das Wort Mg. Vr. Hertz lSoz.): Mit dem Verlauf der Debatte können wir sehr zufrieden sein, besonders mit den zwei deutschnationalen Rednern, von denen der eine gegen, der andere für die Auswertung ge- sprachen hat. Nichts kennzeichnet besser als diese Tatsache die Nicht- erfllllung der Versprechungen, die die Deutschnationalen gemacht hoben. Die Rede des Abgeordnete» B c st war eine Anklage gegen die Regierung und die deutschnationale Fraktion.(Sehr rlchtigl b. d. Soz.) Wir werden an sie erinnern, wen» wir uns weiter mit der Frage der Aufwertung und den Steuervorlagen zu beschäftigen haben. Besonders sei» Hinweis aus die Entwicklung des Wirtschaftslebens und die Rentabilität des industriellen Kapi- tals zeigen, wie unberechtigt der Einwand ist, daß aus Wirtschaft-' lichen Gründen keine aveitere Aufwertung erfolgen könne.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Die E�rklärung der Regierung hat nn» nicht überrascht. Sie war ein Symbol dafür, was feierlich ab- gegebene Erklärungen dieser Rechtsregierung vewnten. Nämlich nichts.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Wenn wir nicht aimehmen wollen. daß die Reglerungserklärung vom 5. Februar unüberlegt und leicht- fertig abgegeben wurde, dann haben wir für Ihre heutige Stellung- nähme keine andere Erklärung, als daß inzwischen Wider st ände ?egen die Aufwertung entstanden sind, von denen sie uns eine Kenntnis gibt. Sie will lieber das Odium des Bruchs ihrer Versprechungen aus sich nehmen als da» Eingeständnis, daß sie durch den aewaltigen Widerstand der kapitalistischen Wirtschaft»- kreise ihre Verpflichtungen nicht erfüllen könne. Die Regierung bchauptet, e» sei kein« Zeit zu Besprechungen mit den Parteien gewesen. Wem will st« das glauben machen, wenn sie das Mittel Parteibefprechungen überhaupt nicht angewendet hat. wie sind mit der Erklärung der Regierung auch deshalb un- zufrieden, well die Redewendungen in.kürzester Frist" und .baldigst" in porlomenlarischer Sprache nicht» anderes bedeuten. als ein« Vertröstung und den Versuch, dies« Frage aus di« lange Bank zu schieben. Da» werden wir niemals zugeben. Auch der Grund, daß kein« aenügende Mehrheit da sei. auf die sich di« Regierung stützen könne, ist nicht stichhaltig..Tie hatte dies« Mehrheit doch schon, als sie in der Regierung Er- klarungen im Januar abgab.- Sie braucht die Mehrheit also zu ihrem Gesetzentwurs nicht erst herzustellen. Wir verlangen im übrigen von der Regierung Auskunft darüber, in welchem Maße Vorstellungen der Organisationen der kapi« talistischen Unternehmer die Nichtvorlaa« des Gesetzent- wurfs herbeigeführt haben. Ich richte weiter an die Regierung di« Bestimmte Anfrage, ob es richtig ist, daß eines ihrer leitenden Mit glieder vor einem größeren Kreise von Personen in den letzten Tagen die Erklärung aufgegeben hat, daß die Aufwertungsfrage für Deutschland sich zu einem politischen Berbrechen ausgewachsen habe.( Hört, hört! b. d. Soz.) Wenn wir in Berbindung damit den Abbau der Besitzsteuern sehen, so finden wir, daß die jetzige deutschmationale Regierung der Aufwertungsfrage viel weniger sympathisch gegenübersteht als die frühere. Für diese Bandlung zum Schlechten lassen sich objektive Gründe nicht anführen. und Genossenschaften in in Sowjetrußland. Die deutschen Kommunisten, die die größten Anstrengungen| der hungersnot bei den Bauern das Vieh für einen Spott machen, die genossenschaftlichen Organisationen in preis einfauften und die Getreidepreise drückten, während sie zur ihre Hand zu bekommen, berufen sich mit Vorliebe auf das angebliche Zeit der heftigsten Verfolgungen der Privathändler diesen von Aufblühen des Genossenschaftswesens in Sowjetrußland. Da hintenherum gegen eine gute Vergütung die in Kredit erhaltenen bei find gerade jetzt die russischen Kommunisten gezwungen, ihre Waren wieder verkauften. neuesten Fehlschläge auf dem Gebiete der Genossenschaftsbewegung anzuerkennen. Der Abg. Her gt hat im vorigen Jahre fein Wort von den Die Genossenschaften in Sowjetrußland machen gegenwärtig eine Schwierigkeiten in der Aufwertungsfrage gesagt, die er heute anführte. Damals richtete er heftige Anklagen gegen die republi- heftige Krise durch. In ihrem Kampfe gegen den Privathandel tanische Regierung, die eine Lösung für unmöglich hielt. Heute hatte die Sowjetregierung vor einiger Zeit beschloffen, fich der ihnen aber hat er fachliche Einwände gegen die Aufwertung in Hülle und gefügigen Genossenschaften zu bedienen, um die Erzeugnisse der Fülle. Diese Einwände sind nicht erst seit heute und gestern bestaatlichen Industrie abzusetzen. Den Genossenschaften wurde fannt. Aber solange die Deutschnationalen feine Verantwortung der weitestgehende Baren- und Geldkredit sowie die behördliche zu tragen hatten, haben sie verantwortungslos gehandelt Unterstützung im Kampfe gegen die privaten Händler gewährt. Im Laufe eines Jahres vermehrte sich das Netz der Genossenschaften fast alles versprochen, um jetzt nichts davon zu hallen. um das Doppelte, während ihre Umfäße sich beinahe verdreifachten. Die Sozialdemokratie hat ihre Stellung nicht gewandelt. Ich ere innere daran, daß der Abg. Emminger als Reichsjustizminister, Verschuldung der Genossenschaften. der sich heute als Aufwertungsfanatifer" bezeichnet, als eine der Die Kommunisten triumphierten. Als aber die Zahlungs nichtigsten Persönlichkeiten, die 3. Steuernotverordnung unter- termine heranrückten, erwiesen sich die Genossenschaften als banzeichnet hat. Als Reichsjustizminister hat er sich start für die Ver: ferott. Sie hatten Waren auf Kredit gekauft, ohne sich früher ordnung eingesezt, trotzdem erhebt Herr Hergt gegen ihn feinen über die Abfagmöglich feiten zu unterrichten. Sie hatten Vorwurf, obwohl er sich aus einem Gegner zum Fanatiker der weder die verringerte Kauffraft des hungernden Bauern, noch feine Aufwertung entwickelt hat. Diese Entwidlung ist aber ganz fon Bedürfnisse und die Warenpreise berücksichtigt. So kam es denn, daß sequent vor sich gegangen. Die 3. Notverordnung ist geschaffen sie bei den staatlichen Produktions- und Handelsorganen eine worden, als noch niemand wußte, ob Deutschland im Chaos unter Schuld von mehr als 360 Millionen Rubel( zirka 750 Milgehen werde, wie die Entwicklung der Währung sich gestalten, ob lionen Mark) hatten, während ihr eigenes Kapital fich auf weniger die Arbeitslosigkeit überhandnehmen, ob andere wirtschaftliche als 50 Millionen Rubel belief.( Etonomitschestaja Shifn" vom Schwierigkeiten uns in den Abgrund reißen würden. Damals 24. Februar 1925.) Um die Genossenschaften vor dem Bankerott zu haben mir und andere verantwortungsvolle Politiker uns von retten, wandten die Komunisten in großem Umfange Wechsel dem demagogischen Geschrei der Deutschnationalen ferngehalten. prolongationen und Moratorien an. Das Ausbleiben Unſere weitere Stellungnahme entspricht der inzwischen einge- von Zahlungen führte jedoch zu einer verzweifelten Finanzlage der tretenen wirtschaftlichen Gesundung. Zwischen unserer Haltung staatlichen Truste und Syndikate. Die Finanzkrise dehnte sich und der der Deutschnationalen besteht ein großer Unterschied. auf das gesamte Netz der staatlichen und genossenschaftlichen Organe aus. Je größer die Möglichkeiten für die Aufwertung sind, um fo ablehnender verhalten sich dazu die Deutschnationalen. Bir dagegen wollen um so eifriger an der Beseitigung des Un rechts an den kleinen Sparern und Gläubigern arbeiten, je mehr die wirtschaftlichen Schwierigkeiten fich vermindern.( Sehr richtig! b. d. Soz.) Wir haben schon im vorigen Jahre die Wege zur Abänderung der 3. Steuernotverordnung gewiesen, diese Linie ver folgen wir auch heute konsequent weiter. Die Situation ist heute anders als bei der Schaffung der Notverordnung. Die Währung is gefestigt, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind geringer geworden, die Finanzverhältnisse des Reiges haben sich gebessert, die Regierung hat 700 Millionen für das Ruhrkapital übrig. Die Mittel und Möglichkeiten für die Aufwertung sind also vorhanden. Wenn das Reich Mittel für die Herren Kapitalisten hat, dann muß es auch Mittel für die Aufmertung haben. Die Gelder des Reiches müssen gerecht verteilt werden. Weil die Aufwertung möglich ist, ohne die Währung zu gefährden, ohne eine größere Arbeitslosigkeit und Finanzschwierig feiten hervorzurufen, muß die Regierung eine durchaus positive Stellung zur Aufmertungsfrage ein nehmen. Ich verzichte darauf, noch einmal in Erinnerung zu bringen, welche hemmungslose Demagogie die Deutschnationalen in der Aufwertungsfrage getrieben haben. Heute müssen in ihrer Fraktion die wenigen Aufwertungsfreunde einen heftigen Kampf gegen die zahlreichen Aufwertungsfeinde führen. Bezeichnend dafür ist ein Artikel, den der Abg. Steiniger vor einigen Tagen in der„ Nationalpoſt" veröffentlicht hat. Darin heißt es, daß die Wähler nicht vergessen werden, welche Wahlversprechungen ihnen die Deutschnationalen gemacht haben. Das ist ein vernichtendes Urteil gegenüber der heutigen Stellung der Deutschnationalen.( Sehr richtig.) Die Regierung behauptet, menn nach unferem Antrag die Aufhebung der 3. Steuernotverordnung erfolge, dann werde ein Chaos in der Rechtspflege entstehen. Wie kann aber ein Chaos entstehen, wenn die Regierungserflärung richtig ist, daß die Vorarbeiten für den Gefeßent murf ichon abgeschlossen seien?( Sehr richtig bei den Eoz.) Wenn Sie den Gesezentwurf dem Reichstag vorlegen, dann fönnen sie ihn binnen 24 Stunden fertig haben und damit ist auch diese schwierige Frage entschieden. Wir haben niemals bestritten, daß die Aufwertungsfrage ein verantwortungsvolles Gebiet darstellt. und deshalb ließen wir uns niemals zu hemmungslosen Versprechungen hinreißen. Unser Antrag befindet sich aber in Ueber einstimmung mit unseren früheren Erklärungen, monach mir feinen Zweifel darüber gelassen haben, daß wir aufwerten wollen, wenn wir die Mittel dazu haben. Wir wollen die Reichsregierung und die widerstrebenden Wirtschaftskreise dazu zwingen, ihren passiven und aktiven Widerstand aufzugeben. Wenn Sie unseren Antrag heute ablehnen, so werden die Sparer und Gläubiger sehen, daß in der Aufwertungsfrage tein Schritt weiter gekommen ist. Das zu verantworten, haben Sie heute Gelegenheif.( Lebhafter Beifall bei den Soz.). In der Abstimmung wird der Antrag der Demokraten einstimmig angenommen. In dieser Situation begannen die russischen Kommunisten ihre machte Sinom jew die Mitteilung, daß die Frage der Gefundung Mißgriffe einzugestehen. Auf der Parteifonferenz in Petersburg des Genossenschaftswesens auf der nächsten allgemeinen Konferenz der russischen fommunistischen Partei an erster Stelle stehen würde; diese Frage sei eine der brennendsten".( Prawda" vom 26. Februar 1925.) 3wang statt freien Zusammenschluffes. Als die Sozialdemokraten behaupteten, daß die Genossenschaften in Sowjetrußland verftlapt und in Organe des Berleumdung sei. Jest jedoch nennt Sinomjem die Genossenschaften Staates verwandelt seien, schrien die Kommunisten, daß dies eine führer Tomsfi zugibt, daß die behördlichen Organe die Genossenstaatliche Handlung Nr. 2", während der befannte Gewerkschaftsfchaften als Organisationen betrachten, die ihnen unterstellt sind". ( Bramda" vom 8. und 31. Januar 1925.) Bis Ende 1923 gestatteten die Kommunisten grundsäßlich feine freiwillige Mitgliedschaft in den genoffenschaftlichen Organisationen. Sämtliche Staatsbürger wurden zwangsweise als Mitglieder der betreffenden Genossenschaft eingetragen. Nachdem diese Methode zusammengebrochen war, zog sich die Sowjetregierung auf den Standpunkt der form ellen Anerkennung der freiwilligen Mitgliedschaft in den Genossenschaften zurüd. Aber noch heute ist die freiwillige Mitgliedschaft und die Selbständigkeit der Mitglieder in den Genossenschaften angesichts der allgemeinen Rechtlosigkeit in Sowjetrußland eine bloße Fiftion. Worte haben in Sowjetrußland ihren eigentlichen Sinn verloren. Deshalb sieht sich Sinomjem genötigt, feinen Mitarbeitern die Binfenwahrheit beizubringen, daß es notwendig fei, eine wirt the freiwillige Mitgliedschaft einzuführen. Gleichzeitig gesteht Tomski ein, daß, obwohl das Detret pom 20. Mai 1924 die frei millige Mitgliedschaft proflamiert habe, in Wirklichkeit eine zwangsweise Eingliederung in das Genossenschaftswesen von oben her vor fich gehe". Der Kommissar für Aderbauwesen, N. Smirnom, schreibt in einem feiner Berichte, er habe bei einer Inspektionsreise durch Südostrußland in allen Orten festgestellt, daß man bei der Ausgabe von Unterſtügungen und Darlehen die Mit glieder zwangsweise in die Konsumgenossenschaften eintrage".( Eton. Shifn" Nr. 296.) Mißerfolge und politische Beeinfluffung. Das fommunistische Zentralorgan Pramda" zieht die Bilanz dieser ganzen Kritif, indem es in der Nummer vom 8. Januar erflärt: Die Folge von alledem ist, daß wir unter der Flagge des Genossenschaftswesens teinen genossenschaftlichen Handel haben, sondern einen gewöhnlichen Handel, der zudem noch schlecht und zweitrangig ist." Nein, nicht in Somjetrußland, nicht im Reiche der fommunistischen Selbstherrscher soll man Vorbilder für eine gefunde genossenschaftliche Entwicklung suchen. Freie felbfttätige Ronsumentenorganisationen, wie sie den Sozialisten in allen Ländern stets als Ideal vorgeschwebt haben, gibt es in Sowjetrußland nicht! Jeder ehrliche Genossenschaftsfreund wird sich für die Anwendung des russischen Beispiels auf die deutschen Genossenschaften herzlich be= danken. 2. Jugow. Der Berliner Arbeitsmarkt. Der Berliner Arbeitsmarkt gestaltete sich auch in der letzten Woche aufnahmefähig. Vorherrschend ist ein großer Bedef an landwirtschaftlichen Arbeitsfräften. Die Anwerbung von Jugendlichen für die Landwirtschaft ergab einen recht fühlbaren Mangel an solchen, da auch für gewerbliche Arbeit großer Bedarf an Jugendlichen vorliegt. Neben anderen Berufsgruppen, wie dem Buchbinder, Bekleidungs- und Vervielfältigungsge verbe, zeigt namentlich die Metall- und Holzindustrie erhöhte Aufnahmefähigkeit. Teilweise macht sich hier ein erheblicher Mangel an Qualitätsarbeitern bemerkbar. Infolge der allgemeinen Unsicherheit in bezug auf die Erhöhung der Band rolensteuer ist eine Stodung in der Tabakindustrie eingetreten, die auch durch ein Nachlassen des Beschäftigungsgrades hervortritt. Trotz verhältnismäßig günstiger Witterung fetzt die Bcüberwiegt im allgemeinen die Besserung auf dem Arbeitsmarkt, was lebung im Baugewerbe nur sehr zögernd ein. Immerhin besonders in nachstehenden Zahlen zum Ausdrud gelangt. tragen, gegen 60 519 der Borwoche. Darunter befanden sich 43 583 Es waren 56 406 Personen bei den Arbeitsnachweisen einge( 47 029) männliche und 12 823( 13 490) meibliche Personen. Unterstützung bezogen 24 631( 25 658) männliche und 4644( 4624) weibliche, insgesamt 29 275( 30 282) Berfonen. Die Zahl der zu gemein.. nügigen Pflichtarbeiten lleberwiesenen betrug 308 gegen 355 der Borwoche. Werkzeugmaschinen auf der Leipziger Messe. W. M. Leipzig, 7. März. Die Leipziger Frühjahrsmesse, die heute zu Ende geht, stand unter feinem allzu glücklichen Stern. Der Tod des Reichspräsidenten warf zu ihrem Beginn einen schweren Schatten auf das bunte Meßtreiben und ihr weiterer Berlauf ist nicht geeignet, mit allzu großen Hoffnungen in die Zukunft zu schreiten. Noch hat sich die Diskont ermäßigung der Reichsbant nicht auswirken können. Wohl ist das Interesse an der Messe groß, aber die Zahl der Käufer, die Abchlüsse tätigten, steht nicht im Verhältnis zu der großen Schar der Besucher. Zwar spricht der meßamtliche Bericht von einer guten Mittelmesse es ist aber offenes Geheimnis, daß dieser gute Durchschnitt nicht erreicht wurde. Es wurde nur zögernd gekauft. Die meisten Interessenten betrachten die Warenschau mehr als eine Getegenheit zur Belehrung als zinn Kauf. zuvor. Auf dem Ausstellungsgelände der Technischen Messe am Das äußere Bild der Messe aber war großartiger als je Böllerschlachtdenkmal" steht die Maschinenschau" in der Halle 9, die eine hervorragende Uebersicht über die Entwicklung des deutschen Werkzeugmaschinenbaues gibt, im Vordergrund des Interesses. Die Industrie ist heute mehr als je bestrebt, durch arbeitsparende, ausge zeichnet erdachte Werkzeugmaschinen die Güte der Erzeug nise zu steigern und die zur Herstellung nötige 3 ett auf ein Mindestmaß herabzudrücken, um auf dem Weltmarft wettbewerbs fähig zu bleiben. Nach zwei Richtungen sind die Konstrukteure ge= gangen, um höchste Wirtschaftlichkeit ihrer Maschinen zu erzielen. Einmal haben sie versucht, die Maschine automatisch zu geUnter diesen Umständen fann man nur sein Erstaunen darüber ausdrücken, daß in den Sowjetgenossenschaften bloß 7 Millionen Mitglieder und nicht die gesamte russische Bevölkerung gestalten, sie zu zwingen, möglichst alle Handgriffe des Arbeiters entzählt wird. Alle leitenden Basten in den Genossenschaften werden von Kom munisten und sogenannten.„ ehrlichen Parteilofen" befeht. Das ist kein Wunder, da die Wahlen durch offene Stimmabgabe por genommen werden. Je höher die in Frage kommende genossenschaftliche Instanz, desto größer die Zahl der Kommunisten, die zu ihr gehören. So beläuft sich die Zahl der Kommunisten in den unteren Genossenschaftsverwaltungen auf 12 Prozent, in den Bezirksverbänden auf 30 Prozent, in der leitenden Zentrale( 3entroffojus) auf 80 Prozent. Jeßt, nach fiebenjähriger Mißwirischaft, beginnt Sinomjem end: Wählarbeit in den Genossenschaften notwendig fei, während Tomsti zur Vernunft zu kommen. Er erklärt, daß eine wirtliche anerkennt, daß die Ernennungen von oben her ein großes llebel Die Ueberweisung des Antrags Müller- Franken an einen Aus- feien"." Prawda" 8. und 31. Januar 1925.) In der Sowjetpreise fchuh wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommu- liest man jetzt fogar das offene Bekenntnis, daß die Bevölkerung fich niften beschlossen. von den Genossenschaften fernhält, fie als eine fremde und imstande seien, die Apathie und das Mißtrauen der Be unnüße Einrichtung betrachtet und daß keine Bemühungen völkerung gegenüber dem Genossenschaftswesen zu überwinden". Genossenschaften und Privathandel. Das Haus wendete sich nunmehr zu der Fortsetzung der Beratung des Haushalts des Verkehrsministeriums, und zwar zu den Ausgaben des außerordentlichen Haushalts. Der Haus haltsausschuß hat den Fonds von zwei Millionen Reichsmart zur Unterstützung des Baues von Kleinbahnen auf zehn Millionen erhöht Das Haus beschließt nach dem Ausschußvorschlage. Die Einfegung eines Ausschusses zur Prüfung und Feststellung der Rechtsverhältnisse und Zuständigkeiten, wie sie fich auf Grund des Reichsbahn- und des Reichsbahnpersonalgefeßes er geben, wird beschlossen. Die auf der Tagesordnung stehenden Amnestie anträge werden abgesetzt. Der Antrag der Kom muniften auf Einstellung des Strafverfahrens gegen den Abg. Schüßz ( Komm.) wird dem Geschäftsordnungausschuß überwiesen. Gegen 16 Uhr vertagt sich das Haus auf Montag 2 Uhr ( Beschlußfassung über den Wahltag für die Wahl des Reichspräsidenten, Stellvertretungsgefeß. Bor lage wegen Uebernahme der durch das Ableben des Reichspräfidenten entstandenen Kosten auf das Reich, Antrag auf Bildung einer Abordnung zur Untersuchung der Ursachen der Explosion in Reins dorf, Gefeßentwurf wegen Aufnahme von Auslandskrediten durch Gemeinden, Antrag wegen Wiedereinführung der vierteljährlichen Gehaltszahlung an die Beamten.) ALTER = Die russischen Genossenschaften vermögen entweder gar nicht die Bedürfnisse ihrer Mitglieder zu befriedigen, oder fie tun das in sehr ungenügendem Maße. Ungeachtet der Unterstützung des Staates haben sie sich im Kampf gegen das Privatfapital als o bn mächtig erwiesen. Ende 1924 waren sie mach amtlichen Angaben neunmal meniger mit der Bevölkerung verbunden als der private Handel. Wie zahlreiche Rorrespondenzen aus der Provinz melden, verkaufen die Genossenschaften oft teurer als die Privathändler. Von den Genossenschaftsorganen werden wiederum andere Vorwürfe gegen die Genossenschaften gerichtet. So schreibt das Organ für Genossenschaftswesen, Sojus Botrebitelei" in Nr. 13/14:„ Die Genossenschaften haben sich auf den Weg der Anhäufung der Kapitalien begeben." Die„ Prawda" schreibt am 8 Januar 1925: „ Die Genossenschaften betrachten ihre Aufgabe lediglich als eine rein om merzielle." Noch schärfer sind die Vorwürfe, die das offizielle Wirtschaftsorgan Efonom. Shifn" in Nr. 289 gegen die Genossenschaften richtet. Danach haben die Genossenschaften völlig ihr inneres Wejen verleugnet und sind soweit gelangt, daß fie während behrlich zu machen, so daß eine mehr oder minder große Gruppe von Maschinen von einem Arbeiter bedient werden kann. Zum anderen wollen sie von einer einzigen Maschine eine möglichst große Zahl von Verrichtungen erzwingen, so daß das zu bearbeitende Werkstück die Maschine nicht zu wechseln braucht, wodurch Zeit und Geld gespart wird. Hinzu kommt, daß stille Laboratoriumsarbeit das Wesen, die Zusammenschung der Arbeitsstühle erforschte, so daß die Schnittgeschwindigkeit der Werkzeugmaschinen erheblich gesteigert merden konnte. Endlich macht sich bei den modernen Bertzeugmaschinen die Tendenz bemerkbar, alle Maschinen mit elettrischem Einzelantrieb auszustatten, so daß daß Sinnverwirrende des Transmissionsantriebes wegfällt. Diese Tendenz wird unterstützt durch die Vergrößerung der Antriebsträfte bei schweren Werkzeugmaschinen. Eine Anzahl Maschinen sind auch schon mit Antriebsmotoren ausgestattet, die den Einbau von sparen, da ihre Umlaufzahl direkt geregelt werden kann. Hier Zwischengetrieben zur Aenderung der Umlaufgeschwindigkeiten erwird durch Herabsetzung der Reibung, die einen wesentlich größeren Teil der Antriebskraft für eigentliche Arbeitsleistung ausnußt, der Wirkungsgrad und damit auch die Wirtschaftlichkeit der Maschine erhöht. Aus der fast unübersehbaren Menge von Werkzeugmaschinen seien hier die bemerkenswertesten Typen erwähnt. Da ist zunächst Herren- u. Damen- Stoffe Größte Auswahl! : Bekannt billige Preise! Ripse, Gabardine in allen Farben, 130 br. 8.50, 7.50 5.95 Buberry, Covercoat, 140 br.; f. Mäntel u. Kost. 10.50, 7.95 5.25 Homespun u. Donegal, 140 br. 4.25, 3.50 2.85 Mäntel- und Kleider- Selden äußerst billig! Gelegenheitskäufe in modern. Herren- Anzügen und Paletot- Stoffen Paul Karle 1. Geschäft: Warschauer Straße 79 2. Geschäft: Frankfurter Allee 49 WEHREND JACOBL1880 JWEINBRAND Man fann im allgemeinen fagen, daß der Weltkrieg eine Entmidlung start gefördert hat, die die Halbmaterialerzeu gung an die Rohproduktengewinnung heranrückt. Das der Rohstoff. halbveredelte Produkt vermag Frachtkosten besser zu ertragen als die große Knippelpreffe der Berlin- Erfurter Maschinen:| weiterung der Tagesordnung erfahren. Danach soll zugleich über| Bampa Konservenindustrien, auf den Feldern Kartoffelfloden und fabrik Henry Bels u.. Co., die schwere Eisenschienen von 205 Milli- die Fusion des Baroper Walzwerks mit folgenden Gesellschaften be- Stärfeerzeugungsanlagen entstanden. meter im Quadrat mit einem Ruck in faltem Zustande durchschneidet. schlossen werden: Lenne Eisenwerke A.-G., Mülheim- Ruhr, Sie übt dabei einen Druck von 1% Millionen Kilogramm aus und Drahtindustrie A.-G., St. Tönis, 3i eh- und Preßwerte benötigt einen Antriebsmotor von 100 PS. Der Körper diefer A.-G. in Hannover und Eisenwerfe Reisholz, G. m. b. H. Maschine besteht nicht aus Gußeisen, sondern aus gewalzten Blechen, in Reisholz Es handelt sich hier nicht um die Abschlüsse von In die die ungeheuren Beanspruchurgen scheinbar mühelos aufnehmen teressengemeinschaften, sondern um eine vollständige Fusion, infönnen. Die größte Maschine in der Halle 9 ist die große dem die Effekten und die Vermögenswerte unter Ausschluß der Karusselldrehbank der Düsseldorfer Maschinenfabrik von Liquidation auf das Baroper Walzwert übergehen. Die GeneralSchieß, die für eine der größten deutschen Turbinenfabriken bestimmt versammlung soll außerdem über die Verlegung des Sizes der Geist und Teile im Durchmesser von 12 Metern zu bearbeiten gestattet. sellschaft nach Mülheim- Ruhr beschließen. Durch diese Sitzverlegung Dieses Maschinenungeheuer ist mit Fernsteuerung für die Bewegung an den Feldherrnsiz der westlichen Teile des Stinnes- Konzerns der die Werkzeugstühle tragenden Schlitten ausgerüstet. Es mag tommt auch rein äußerlich die Eingliederung von Barop in den mohl über eine Million Kilogramm schwer sein. großen Komplet der Stinnes- Weite zum Ausdruck. Wie Figura zeigt, ist die Expansionskraft der Firma Stinnes nach wie vor lebendig. nady p-n. Der verwahrlofte Auslandsmarkt. Die Arbeitslosenziffernfo unvollständig fie auch find zeigen nach wie vor ein erschreckendes Bild: die Qual der feiernden Hände will nicht von Deutschland weichen. Die Arbeitslofigkeit ist aber keine nurdeutsche, sie ist eine europäische, ja eine Weltkrankheit. Ihre Ursachen liegen viel tiefer als gemeinWeltfrankheit. Ihre Ursachen liegen viel tiefer als gemeinhin angenommen wird. Neben diesen hervorragenden Maschinen verdienen die Radial bohrmaschinen der Rabonna- Maschinenfabrik in Berlin- Borsig, walde wegen ihre technischen Gestaltung erwähnt zu werden. Viel Geist und Fleiß ist auf die Drehbearbeitungsmaschinen verwandt, die mit großer Schnelligkeit das endlose Band dünnen Drahtes zu Nägeln, Heftklammern und anderem mehr verarbeitet. Unübersehbar ist Zahl und Art der Drehbänke für jeden 3wed. Ihnen zur Seite stehen Fräsmaschinen, Hobel- und Stoßmaschinen und nicht zuletzt die Schleifmaschinen, auf deren zweckmäßige Gestaltung besonderer Wert gelegt wurde. Das bezieht sich sowohl auf den Aufbau der Maschinen als auf die Ausgestaltung und Zu sammensetzung der Schleifmittel. Weiter fallen die neuen Luftdruck- Werkstatt der Welt- Europa hämmer auf, deren Schläge außerordentlich fein geregelt werden fönnen. Es ist begrüßenswert, daß ihre Wirksamkeit durch praf. tisches Schmieden in der Ausstellung gezeigt wird. Mit den Metallbearbeitungsmaschinen wetteifern die Maschinen für die Bearbeitung von Holz sowohl im Aufbau wie zum Teil auch in den Ausmaßen. Das Normen wesen hat sein Feld erweitert. Nicht gering ist die Zahl der Maschinenfabriken, die auf die Tatsache, daß sie den Arbeiten des Normenausschusses der deutschen Industrie Beachtung geschenkt haben, hinweisen. Gerade im Werkzeugmaschinenbau ist alles auf Qualitätsarbeit eingestellt und sicher liegt hierin Der Weltkrieg hat die Handelsbeziehungen der alten industriellen starf verändert. Aus dem Warentauſchgeschäft zwischen Europa und den anderen Erdteilen( Warenaustauschgeschäft: Nahrungsmittel, Rohstoffe und Halbfabrikate Krieges eine einseitige, eine chiefe" öfono werden gegen Fertigwaren getauscht), wurde mährend des mische Beziehung. Es wurden nach Europa Nahrungsmittel, Rohstoffe und Halbfabrikate gegen Hergabe von Gold oder durch in Europa das wirtschaftliche Tief, das auch heute noch dauernd Aufnahme von Krediten hereingenommen. So entstand ökonomische Gewitterneigung anzeigt. • Nicht zuletzt ist jene Umbildung des Produktionsorganismus auch) durch den Preis des Kraftverbrauches Preis der menschlichen Kraft mit bestimmt worden. Wir haben es hierbei mit einer Art industrieller Standortbildung größten Ausmaßes unter fapitalistischen Gesichtspunkten zu tun. Sie ging vor sich unter Berüdsichtigung billiger, möglichst ausdehnungsfähiger Kraftquellen Wasser, Kohle und anspruchstofer menschlicher Arbeitskräfte. Ein weiteres Moment jener Entwicklung ist der rasch sich durchbildende konzentrative Finanzüberbau. Er ist durch Staatsfredite und damit durch nationale Momente schon während des Krieges ganz außerordentlich befruchtet worden. Man denke an die Entwicklung der Kriegsindustrien in allen Ländern. Wie aber fann der innere Markt, der jetzt unter der ungenügenden Kaufkraft der breiten Massen des Volkes leidet, diese Ueber= entwicklung der Industrie, die allein in Deutschland Millionen Menschen zum hungern verurteilt, heilend beeinflussen? Das Mittel ist sehr einfach: Anständige Löhne und Gehälter ichaffen Kauftraft, furze Arbeitszeit erzeugt Rulturbedürfnisse. Die Lohn- und Arbeitspolitik unserer Unternehmer bringt dem inneren Markt keine Kauftraft und damit der Industrie teine Aufträge. So verwahrlost der innere Markt, weil die Produzenten, wie sie es von der Inflationszeit her gewöhnt sind, fasziniert nach dem Weltmarkt starren. Sie können sich immer noch nicht von der schönen Zeit losreißen, da Exportdevisen der Inbegriff Groschen um Groschen abziehen, weil sie glauben, dann draußen sicher aller tapitalistischen Seligkeit waren. Sie möchten den Arbeitern tonfurrenzfähig zu werden, dabei zerstören fie das Fundament der deutschen Wirtschaft: das sind die Groschen. zeugt aber von einer geradezu gemeingefährlichen Dummheit der eintaufe der Millionen Armen. Eine solche Einstellung Kapitalisten in wirtschaftlichen Lebensfragen der Nation. Kurt Heinig. eine berechtigte Hoffnung für die Zutunft enido eb amerita hat ihre vorbem noch fehr unabhängige Wirtſchaft in Ber- ben Rehraus in Leipzig. vor sich. Die eben angedeutete Entwicklung ergab aber unter anderem Gesichtswinkel betrachtet: von 1914 bis 1918 wurde der internationale Markt von den industriellen Werkstätten der Welt mit Handelsware nicht oder doch nur in völlig unzureichendem Maße beliefert. In den früheren Exportgebieten Europas muchs das Verkaufsgeschäft von Weltware( Nahrungsmittel, Rohftoffe, Halbfabrikate), während der Einkauf industrieller Produkte rasch sehr schwierig wurde. Von dieser Veränderung pofitierten zuerst die Neutralen. Sehr bald sättigte sich aber in der nicht am Kriege beteiligten Welt der Hunger nach industriellen Produkter. fließenden Geldüberweisungen der in Europa am Kriege beteiligten auf dem Wege über rasche Investierung der ständig stärker zufließenden Geldüberweisungen der in Europa am Kriege beteiligten Staaten für gelieferte Nahrungsmittel, Rohstoffe und Halbfabrikate und damit entstand die industrielle Berselb ständigung ehemals reiner Abnehmer. Tauschgebiete. Das Tempo dieser Umbildung ist in verschie denen Erdgebieten so start geworden, daß dort an Stelle früherer Exportbedürfnisse für industrielle Grundstoffe ein Exportmang für industrielle Fa britate getreten ist. Es wird auch britten industriellen Werkstatt der Welt fchon von einer neuen Die andere, die neuere industrielle Werkstatt der Welt- Nordfolg des Weltkrieges im beschleunigten Tempo mit den WeltbedürfDie Leipziger Frühjahrsmesse wurde gestern Geendet. Deutsch- niffen verknüpft. Diese Entwidlung ging nicht ganz freiwillig lands größte Warenschau ist zweifellos der beste Gradmesser für unsere Wirtschaftslage. Der Zeiger ging nicht hoch. Er schwankte um die mittleren Grade der Stala und blieb zum Schluß darunter. Besucher gab es in Hülle und Fülle. Auch an Interessenten hat es nicht gemangelt, aber die Käufer sahen ab von größeren Lagerbestellungen und begnügten sich damit, nur den allerdringlichsten Bedarf zu becken. Ueberall bestätigten die beteiligten Kreise, daß fie gezwungen seien, äußerst vorsichtig zu disponieren, niemand handelt auf weite Sicht. So tam es nur in mäßigen Grenzen zu nennenswerten Abschlüssen. Zweifellos hat die Unsicherheit der internationalen Lage piel zu diesem Ausgang der Messe beigetragen. Deutschlands Wirtschaft ist auf Ausfuhr angewiesen. Aber die Einfuhrzölle der anderen Länder erschweren die Ausfuhr. Hinzu kommt, Daß mir mit einer ganzen Reihe anderer Länder noch feine Handelsverträge befizen und daß über die fünftig abzuschließenden Berträge noch nichts ausgesagt werden kann. Die Industrie hat natürlich ein großes Interesse daran, daß es Deutschland gelingt, sich mit den übrigen Staaten über diese Fragen zu verständigen. Gerade die Leipziger Messe zeigt, daß heute mehr als je der Gemalt polititer Schiffbruch leiden muß. Gerade fie läßt erkennen, wie fächerlich das Säbelgeraffel unserer Nationalisten ist, die da vermeinen, daß mit Kanonen die Lage Deutschlands einstmals zu beffern märe. Der Kampf um unsere Lebensintereffen wird in stillen Beratungszimmern und in braufenden Fabriken entschieden. Er erfordert vor allem Einsicht in die internationalen Zusammenhänge, die heute tom plizierter sind als in nergangenen Zeiten. und Indien gefprochen. Der Weltmarkt ist infolge der ökonomischen Auswirkungen des Weltfrieges fleiner" gemorden, weil die industrielle Bro duftionsmaschinerie der Welt-man schätzt um 50 Broz. fich feither vergrößert hat. Die noch vor zehn Jahren dominierende älteste industrielle Wertstatt der Welt- Europa- bedeutet heute für die übrige Belt weniger ein Problem unter dem Gesichtspunkt verminderter, Lieferfähigkeit, als mehr unter dem Gesichtspunkt zu geringer Rauftraft. Mit anderen Worten: es fehlt heute der Welt meniger Europas Produktion, es fehlt ihr die europäische Konsumtraft. Jede ökonomische Bewegung trägt ihre Bremsträfte in sich. Mit der durch den Weltkrieg erzeugten Uebersteigerung der industriellen Produktionsmaschinerie in allen Erdteilen, die zu einer Berengung des Exportmarktes geführt hat, entstand automatisch nationalwirtschaftlich gesehen ein Ueberdrud, der zu verschärften Schuhüberhaupt zu einer Bewegung die Auslösung gab, die auf national gefchloffene Wirtschaften hindrängt. Ein Erfolg dieser Bemegung wäre kein Ausweg. Die Wirtschaftslage ist also als nicht zufriedenstellend zu bezeichnen. Trotzdem darf die große Werbetraft der Leipziger Messe nicht unterschäßt werden. Hervorragendes wurde hier an organisatorischer Arbeit geleistet und im ganzen bot sich der Welt doch ein Bild von der industriellen Leistungsfähigkeit Deutschlands, die durchaus geeignet ist, Bertrauen zu erwecken. Viele, die jetzt nur fomen, um sich zu unterrichten, werden unter dem Einfluß des Gesehenen später doch noch engere geschäftliche Beziehungen aufnehmen. Heute ist insbesondere das Auslandsgeschäft vielfach noch recht unge- zöllen, fund. In einer ganzen Reihe von Wirtschaftszweigen wurden die Ausfuhrpreise unter die Inlandpreise herabge segt, ein auf die Dauer unerträglicher und unhaltbarer Zustand. Kennzeichnend für die Einschätzung der wirtschaftlichen Gefamilage ist ferner der Umstand, daß gerade die Fabriken die besten Abschlüsse machten, die billige Ware erzeugten. Wenn für diese billige Ware immer die Formel billig und gut" gelten würde, wäre das natürlich zu begrüßen, aber für die meisten der billigen Waren gilt eben diese schöne Formel nicht und auf die Dauer werden sich doch nur Qualitätserzeugnisse durchsetzen können. Stinnes- Baroper Walzwerk. Der Das große Zukunftsproblem der durch den Krieg ausgelösten Entwicklung ist in Wirklichkeit die Befriedigung des zur ver stärkten Bedeutung gefommenen inneren Marktes. innere Markt ist in seiner wirtschaftlichen Zukunftsbedeutung bei weitem noch nicht von allen ehemaligen Welthandelsstaaten in seiner großen Bedeutung erkannt worden, sonst wären die internationalen Arbeitsiofenziffern niedriger. Die industrielle Verselbständigung der fünf Erdteile hat die Produktionsmaschinerie auch organisatorisch beeinflußt. Man ist in rasch zunehmendem Ausmaß dezu übergegangen, die neu entstehenden Verarbeitungsstätten an die in erheblichem Ausmaße ebenfalls neu erschlossenen Rohmaterialienerzeugungsplätze heranzurücken. So find im Urwald Kupferhütten und Zellulojefabriken, in der Korbmöbel Eigene Herstellung Das Baroper Balzwerf war bis ver furzem, obwohl es ringsherum von Großkonzernen des Ruhrgebiets umgeben war, noch feinem Konzern der Schwerindustrie angegliedert. Die Aktienmehrheit war im Besize der Eisenhandelsfirma in der Inflationsperiode hat auch fie sich industrielle Betriebe anzugliedern gewußt, die sie in einer besonderen Gesellschaft vereinigte- Wolf, Netter u. Jakobi. Daneben besaß Barop aber mehrstimmige Vorzugsaftien, deren Mehrheit in aller Stille an die Firma Stinnes- Eisen, Mülheim- Ruhr, hinübergewechselt war. Der Mehrheitsbesitzerin der Stammoftien tam dies sehr überraschend. Zuerst hub ein scharfer Kampf an, der sogar die Gerichte beschäftigen sollte. Die Firma Wolf, Netter u. Jakobi wollte es fich als überwiegende Majoritätsbesizerin nicht gefallen lassen, von den mit wenigen Mitteln erwor benen mehrstimmigen Borzugsaktien in der Generalversammlung Auf Teilzahlung! gemeuchelt zu werden. Doch wie das so bei solchen Angelegenheiten zu gehen pflegt, fam eine Berständigung zwischen den streitenden Brüdern zustande. Die Firma Hugo Stinnes- Eisen bekam auch die Mehrheit der Stammaftien. Der Majoritätswechsel zeigt sich darin, daß das Baroper Balzwerk zugleich zum Kernpunft einer nicht geringen Expansionstätigteit gemacht wird. Die am 21. März ftattfindende Generalversammlung, die fich ursprünglich nur mit der Goldumistellung befassen sollte, hat jetzt eine bemerkenswerte Ern gediegenen Ausührungen kauf. Sie bei gr. Auswahl vorteilhait u billig im Spezial- Kerbmöbelhaus Edmund VoB Neukölln, Berliner Str. 14 NäheHermannplatz Teleph. Menkölln 2264.Zahlungserleichterung Herren- Garderobe Gute Qualitäten zu soliden Preisen CAMNITZER Schönhauser Allee 821, am Untergrundbht. Nordring Aus der internationalen Kartellbewegung. Die Organisierung der Industrie in nationale und internationale Kartelle schreitet mit großen Schritten vor= wärts. Aus der jüngsten Zeit soll die Schaffung beziehungsweise Borbereitung folgender Kapitalsorganisationen erwähnt werden. Im amerikanischen Braunkohlenbergbau werden zu sammenschlüsse von großer Bedeutung vollzogen, die den größten Teil der Produktion in menigen Händen vereinigen sollen. Ebenso fanden umfangreiche Zusammenschlüsse in der amerikanischen Eisen- und Delindustrie statt. In Japan ist ein großer Stahltrust im Entstehen begriffen. In bezug auf nationale Kartellorganisationen ist die Borbereitung des französischen Eisen- und Stahlfartells das Wichtigste. Die französische Eisen- und Stahlindustrie ist zwar als Interessenvertretung im Comité des Forges start organifiert; die früher vorhandenen Kartelle zur Regelung der Breise, Produktion und Absah sind jedoch noch nicht wieder hergestellt. Jüngsten Berichten zufolge soll dieses Kartell vor allem für Roheisen bald geschaffen werden. Zunächst soll es nur die Preise feſtsegen, später auch den Absah durch gemeinsamen Verkauf regeln. Die Schaffung eines nationalen Kartells ist die Borbedingung des geplanten internationalen Kartells. Auch sonst befindet sich aber die französische Eisenindustrie infolge des ungeregelten Standes des Handelsverkehrs mit Deutschland in einer schweren Lage auf dem Weltmarkt, was zur Beschleunigung der Verwirklichung der Kartellpläne beitrug. In Deutschland ist in der Glasindustrie Thüringens ein neues Kartell mit Beteiligung der Stinnes- Gruppe geschaffen, in dem der Absah einheitlich organisiert ist. Die Fortschritte der internationalen Kartellorganisationen find durch folgende Ereignisse gekennzeichnet: Ein internationales Kartell für Thomasmehl ist mit Beteiligung der französischen, belgischen und luxemburgischen Industrie mit der Spizze gegen Deutschland im Entstehen begriffen. Das deutsch- französische Raliabkommen für die gemeinsame Belieferung der Vereinigten Staaten foll auch auf andere Staaten ausgedehnt werden, worüber Berhandlungen im Gange find. Vor furzem ist ein internationales Magnefittartell mit dem Siz in Desterreich zustande gekommen. Bayerns Wasserkräfte. Aus Mitteilungen der bayerischen Regierung über die nutzbaren Wasserkräfte Bayerns ist zu entnehmen, daß die mittlere Gesamleistung der ausgebauten und noch auss zubauenden Wasserkräfte in Bayern rund 2 Millionen Pferdestärken mit einer mittleren Arbeitsleistung von 12 Milliarden Kilowattstunden im Jahre beträgt. Ausgebaut sind bis jetzt 540-000 Pferdestärken, das sind 27 Prozent des Gesamtausbaus. Im Bau befinden sich gegenwärtig 50 Anlagen mit zusammen 50 000 Pferdestärken, in Behandlung und Vorbereitung 145 Anlagen mit 400 000 Pferdestärken, so daß insgesamt die Hälfte aller ausbauwürdigen Wesserkräfte in Bayern erfaßt ist. Das Walchensee= werf, das seit einigen Monaien in Betrieb ist, hat bis Ende Februar fast 100 Milliones Kilowattstunden abgegeben. Die Bauanlage hat sich vollkommen bewährt, so daß das große Werk in jeder Beziehung den Erwartungen entspricht. Das Wert Mittlere far hat seinen Betrieb zum Teil aufgenommen und gibt jezt täglich 200000 Kilowattstunden ab. Zwei weitere Anlagen dieses Berkes find montiert. Steiner Daradiesbetten Sonder- Angebot Weißlackierte Bettstellen Matratzen in allen Füllungen von M. 24.- an von M. 15.75 an Steppdecken einfarbig u. gemust. Satin M. 17, 19, 21 Daunendecken in allen Farben von M. 85.- an Weiße Kleiderschränke ofenlack. von M. 65.-an Nachttische, Kommoden, Hocker, Sessel in bekannt solider Ausführung M.Steiner& John& Berlin W.66 Leipzigerstr.1259 Auf der Hygiene- Messe bitten wir unseren Stand 46/47 zu beachten Persille Persil das vollendete Waschmittel höchster Persil das Paket 45 Pfennig. Güte und Ergiebigkeit Foulardine elegante Seidenimitation, in großer Musterauswahl Meter doppeltbreit 195 Meter WollMusselin in verschiedenen Druckmustern 210 265 In dieser Woche: Großer Verkauf Soweit Vorrat Kleider- u. Seidenstoffe zu außerordentlich billigen Preisen in ca. 30 Farben Meter 78Pf. Baumrinden- Krepp Baumwoll. Musselin bedruckt, 80 cm 85 Pf. Bedruckt Voile hell und dunkel gemustert breit.. 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März verschied plöglich und unerwartet infolge Serglähmung mein inniggeliebter Mann, unfer treu jorgender Bater, Schwiegervater und Opa, der frühere Borsigende des Ber bandes ber Lithographen, Steinbruder und verwandten Berufe Otto Sillier im ter von 67 Jahren. 3m tiefen Schmerz Emilie Sillier geb. Neumann. Otto Sillier jr. und Braut Gertrud Bott. Erwin Sillier. www Charlotte Sillier geb. Reg. Ruthchen Gillier als Entel. Bruno Roman. Räte Roman geb. Gillier. Balter Fähnrich. Anni Fähnrich geb. Gillier. Die Beifegung findet am Montag, 9. März nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Friedhofes der freireligiösen Gemeinde, Pappelallee 16/17, statt. Rondolenzbefuche danfend verbeten! Den plöglich erfolgten Tob meiner lieben Tochter, unserer guten Schwester, Sahwägerin und Tante Frida Lindemann aeigen in tieffter Betrübnis um stille Teilnahme bittenb hiermit ergebenst an 3m Namen ber trauernben Hinterbliebenen: Emil Lindemann. Reukölln, ben 7. März 1925. Wigmannstr. 9. Die Einä cherung findet Dienstag, ben 10. Märs, nachmittags 4 Uhr, im Rrematorium Baumschulenmeg, Rief holaftraße 221, ftatt. 8814 Am Freitag, den 6. Mara, nachm 3 Uhr, verfchieb nach langem, fchwerem Beiben meine liebe Frau, herzensgute Mutter, Schwefter, Schwieger. u Groß mutter 662b Frau Marie Kirschke Tilgner im 65. Bebensjahre. Um stilles Beileib bitten die trauernden Hinterbliebenen. Die Feler zur Einäscherung findet am Mittwoch, ben 11, um 2½ Uhr im Krematorium zu Baumschulenweg, Stiefholaftraße, ftatt Rranzivenben verbeten. Wer Stoff hat fertigt Anzug nach Maß mit Zutaten für 45 GM. an. M. Klein, Schlüterstraße 63 und Brüderstraße 39.' Nach langer, geduldig ertragener Krankheit rief Gott der Herr am 6. März cr., früh 9 Uhr, meinen geliebten Mann, unseren teu en Vater, und Bruder, den Chemiker und Betriebsdirektor Herrn Dr. Carl Friedr. Wilh. Stünckel im 71. Lebensjahre aus diesem Leben ab. In tieter Trauer Martha Stunckel geb. Walldorf William Stünckel, Dipl.- Ing. Albert Stünckel, Kaufmann, Buffalo( N- Y.) Heinz Stünckel Emma Stünckel, Göttingen Charlottenburg, den 6. März 1925 Berliner Straße 154 Die Einäscherung findet Montag, den 9. d. M., nachm. 312 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße 101-103, statt. Am 6. März 1925 wurde von einem langen, schweren Leiden nach fast 25 Jahre aufopfernder, erfolgreicher Mitarbeit unser Betriebsdierektor und Prokurist. Chemiker Herr Dr. Carl Friedr. Wilh. Stünckel durch den Tod erlöst. Er war uns ein treuer, von eiserner Pflichterfüllung durchdrungenerMitarbeiter und freundschaftlicher Berater. Sein Wissen und Können, sein nie ermüdender Fleiß half das Ansehen unserer 92 Jahre bestehenden Firma zu heben und ihren Ausbau zu fördern. In auirichtiger Dankbarkeit werden wir dem lieben Entschlafenen allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. Der Inhaber der Firma Gebr. Heyl& Co., Chemische Bunt- und Mineralfarbenfabrik 0. M. C. Heyl Charlottenburg 2, Salzufer 8, den 6 März 1925 Der Tod erlöste am 6. März cr. unseren Mitdirektor und Chemiker Herrn Dr. Carl Friedr. Wilh. Stünckel Viele Jahre haben wir zusammen gearbeitet! Wir verlieren mit ihm nicht nur einen ausgezeichneten Fachmann als Kollegen, sondern auch einen lieben Freund und Berater. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten! Charlottenburg, den 6. März 1925 Direktion und Beamte der Firma Gebr. Heyl& Co., Charlottenburg Der am 6 März 1925 erfolgte Tod unseres Betriebsdirektors und Chefchemikers Herrn Dr. Carl Friedr. Wilh. Stünckel hat uns alle mit tieter Trauer erfüllt. Fast 25 Jahre hindurch stand er an der Spitze des Betriebes Wir betrauern einen hoch in die Wissenschaft unserer Branche eingedrungenen Fachmann, der rastlos auf die Entwicklung und den Ruf unserer Produkte bedacht war. Ein leuchtendes Beispiel an F.eiß und Pilichttreue und ein guter Kamerad. Ehre seinem Andenken! Charlottenburg, den 6 März 1925 Die Belegschaft der Firma Gebr. Hey!& Co., Charlottenburg Meter A.Wertheim Leipziger Str. Königstr. 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März 1925 Beweisaufnahme im Tschekaprozeß. Vernehmung des Kriminalkommissars Kloppenhöfer. Don der Beobachtung eines Kowst( Kriminaloberwachtmeister Schlotter) gesprochen wurde, ferner Notizen mit der Ueberschrift Abteilung 12, Quittungen mit verschiedenen Summen, eine Abrechnungsquittung an Helmuth" usw. Trotzdem Neumann zuerst jede Auskunft verweigerte, sei der Zusammenhang mit der Sache Szon fofort flar gewesen. Ebenso fonnten teine Zweifel bestehen, daß es fich um eine Gruppe mit bestimmten Aufgaben handelte. Da aus den Schriftstücken hervorging, daß diese Leute mit einem Auto aus Berlin getommen waren, ließ der Beuge sofort die Sperre über ganz Stuttgart für alle Berliner Wagen verhängen und stellte durch Untersuchung aller Garagen den gesuchten Wagen fest. Unter dem Führersiz und in dem Werkzeugkasten fand man weitere Schriftstücke, darunter eine Dentschrift über die Organisation von 2. Gruppen. Durch Beobachtung der Garage fonnte man feststellen, daß der Wagen bald von Mors: ner abgeholt und nach Kannstatt gebracht wurde. Zwei Autos folgten ihm und als der Wagen in Kannstatt anhielt, um drei weitere Personen einzunehmen, überholte ihn ein Polizeiauto, versperrte ihm den Weg, Kriminalbeamte sprangen heraus, holten mit dem Ruf„ Hände hoch!" Nach der Pause beschloß das Gericht in der gestrigen Tagung des| ferner einen Bericht, in dem von Liquidation eines W.( Wezel) und Tibeta- Prozesses, zwei Aerzte, die Neumann früher behan. delt haben, sowie dessen Ehefrau und Bruder über seinen Gesundheitszustand zu hören. Dann überreichte Rechtsanwalt Dr. Wolf im Namen der Berteidigung einen Antrag, in dem es sich um folgende Angelegenheit handelt: Der Staatsgerichtshof hatte den Verteidigern eine Verfügung zugestellt, nach der den Angeklagten verboten wird, Briefsenbungen aller Art zu empfangen, Lebensmittel von Angehörigen anzunehmen und nach der ferner die sonst unbeschränkte Sprecherlaubnis bahin eingeengt wird, daß nur Ehefrauen, Eltern oder Kinder Sprecherlaubnis bekommen, und zwar in Gegenwart entweder des als Zeugen geladenen Untersuchungsrichters, Landgerichtsdirektor Vogt, oder des betreffenden Reichsgerichtsrates, der die Berichterstattung in dem Prozeß führt. Die Sprecherlaubnis foll nur erteilt werden, sobald einer dieser Herren abfömmlich ist. Die Berteidiger erheben in dem überreichten Antrag schärfften Protest gegen diese Beschränkungen mit der Begründung, daß sie mit den Bejtim. mungen der Strafprozeßordnung nicht vereinbar feien. Sie haben erklärt, daß sie gegen eine Beschränkung der Brieffendungen und Les bensmittel teine Ginwendungen erheben, daß es sie jedoch befremdet, daß eine gänzliche Sperre verhängt ist, und daß ferner die vom Gericht angeordnete Beschränkung der Sprecherlaubnis verfügt ist. Insbesondere haben sie sich auch darüber beschwert, daß vor Er laß der Verfügung zwar der Vertreter der Reichsanwaltschaft, nicht jedoch die Verteidigung gehört worden sei. Nachdem diese Angelegenheit erledigt war, führte R.-A. Dr. Wolf noch Beschwerde darüber, daß in einer Berhandlungspause ein Regierungsvertreter und zwar ein Regierungsrat, in Gegenwart eines Beamten eine längere Aussprache mit dem Angeklagten Neumann gehabt habe. Der Borsigende rügte hierauf das Verhalten des betreffenden Regierungsvertreters als unzulässig, ebenso die Tatsache, daß ein Württembergischer Be amter mit einem der Angeklagten Gruß und Hand fchlag gewechselt habe. Auf Veranlassung des R.-A. Dr. Marschner wurde ferner be. fchloffen, den Gefängnisarzt von Stuttgart über den wahrend der Untersuchungshaft unternommenen Selbstmord. Der fuch Neumanns benten, der ihn damals rechtzeitig abgeschnitten hatte, als Neumann zu vernehmen, ebenso den Gefängnis necht hatte, fich zu erhängen. Nach einer 1½stündigen Mittagspause murde dann endlich in die eigentliche Beweisaufnahme ein getreten. Neuer Zusammenstoß. Zunächst beantragt R.-A. Dr. Wolf namens der Berteidigung, den im Sizungsfaal anwesenden Vertreter der Württem. bergischen Regierung, Regierungsrat Ben 3, über dessen Besprechung mit dem Angeklagten Neumann furz zuvor Klage geführt worden war, als Zeugen darüber zu vernehmen, daß er Neumann schon aus der Untersuchungshaft tenne, daß er bestimmte Meijungen habe, mit diesem Angeklagten die Verbindung aufrecht zu erhalten und daß er diesbezügliche Verhandlungen mit Kriminaloberiuspettor Koppenhöfer geführt habe. Reichsanwalt Neumann widersprach diesem Antrage als merheblich, während der Verteidiger nochmals auf die Möglichkeit einer Beeinfluffung Neumanns durch die Behörde hinmies. Das Gericht behielt sich eine Stellungnahme zu diesem Antrage Dor, worauf R.-A. Dr. Wolf sich nicht damit zufrieden gab und fofortigen Gerichtsbeschluß verlangte. Durch einen Gerichtsbeschluß wurde dann die sofortige Beratung des Antrages abgelehnt. Darauf erhoben fich die Rechtsanwälte Wolf, herafeld und Samter und erklärten, daß sie fich fofort zurüädziehen müßten, um in einer Erklärung zu diesem Verhalten des Gerichts Stellung zu nehmen.. Bräfident Dr. Niedner: Dann werde ich fofort Offizialverfeldiger für die nichtvertretenen Angeklagten bestellen. R.-A. Dr. Wolf: Dann biffe ich um eine Pause. Dr. Niedner: Das lehne ich ab. Darauf erklärte Dr. Wolf, der bereits im Begriff war, den Saal zu verlassen, die Verteidiger würden dem Gericht die Er lärung fpäter überweisen. Damit war diese Angelegenheit erledigt. Dann wurde in die Vernehmung des ersten Zeugen, des im Laufe der Verhandlung viel genannten Kriminaloberinspektors Koppenhöfer eingetreten, der auf Verlangen des Vorsitzenden zunächst eine eingehende Schilderung der Stuttgarter Borgänge, fomeit fie fich auf diese Verhandlung bezogen haben, gab. Der Zeuge ging aus von der Verfolgung Schlotters durch Szon und Rönig und der darauf erfolgten Festnahme Szons durch Schlotter. Schon im Dezember 1923 fei Rönig in Stuttgart feftgenommen und in feiner Wohnung Sprengpatronen und ein Zettel mit der Adreffe Schlotters vorgefunden worden. König habe damals erklärt, er habe fich die Adresse notiert, um dem Beamten Mitteilungen über die RBD. zu machen. Szon babe bei feiner Festnahme eine Pistole mit Munition, sowie eine Postkarte des Bezel an dessen Frau bei fich gehabt, ferner einen Ausweis auf den Namen Herbert Seifert. Diesen Namen habe Szon bei der Polizei auch zuerst angegeben. Bon Bezel und Schlotter mole, er nichts wissen. Während noch die ersten Ermittlungen über die Berson des Szon eingeleitet wur den, erfolgte dann die Festnahme von Neumann, Boege und Moersmer megen Ueberschreitung der Polizeistunde. Der Beamte schilderte dann weiter, wie Neumann zu fliehen verfuchte, fich mit der Waffe zur Wehr fetzte, aber von den Beamten überwältigt wurde. In seinem Befizz fand man zwei Revolver mit Dumdummunition, einen falschen Ausweis auf den Namen Fiedler, zwei falsche Bässe. einen mit dem Bilde des Szon, einen mit dem Bilde des Margies, # = die Infaffen des Autos, Mörsner, König. Poege und Margies heraus. Margies, so erklärte der Zeuge, wollte noch rasch nach der Brusttasche greifen, wo sein Revolver faß. Aber das talte Eisen, das ihm sofort auf die Stirn gefeßt wurde, veranlaßte ihn, von seinem Versuch alsbald abzustehen. An Hand feiner Akten gibt der Zeuge dann eine Darstellung der Waffen, Schriftstücke und sonstigen Utensilien, die die Mitglieder der Gruppe damals bei sich führten. Von der Verteidigung wurde der vergebliche Versuch unternommen, gegen diese Berlesung unter Hinweis auf die strafprozessualen Bestimmungen zu protestieren. Der Vorsitzende wies diese Einwände zurüd. Die Schriftstücke, die dabei erwähnt werden, waren bereits durchweg Gegenstand der Berhandlung gewesen. Am dritten Tage erft habe Neumann, nachdem er sich von der Zwecklosigkeit seines Verhaltens. überzeugt hatte, seinen richtigen Namen genannt. Margies, der jede Auskunft über seine Personalien verweigerte, wurde dann als Margies festgestellt. Nachforschungen in der Steckbrieffammlung in furzer Zeit durch seine besonders charakteristischen Tätowierungen und Auskünfte aus Bochum bestätigten diese Ermittlungen. Die Adresse der Lesnisses wurde auf ganz originelle Weise ermittelt. Margies hatte einen Zettel bei sich, auf dem eine Möhre ( Mohrrübe) gezeichnet und eine Nummer dahinter geschrieben war. So fam man darauf, daß es sich um die Möhringer Straße in Stutt gart handelt, und zwar nummer 31, wo die Lesnisses wohnten. Unflar blieb bei den weiteren Nachforschungen zunächst nur der Ber= nisten, bis dieser Mann schließlich als„ Rebhuhn ermittelt wurde. bindungsmann zwischen Lesnisses und den Berliner KommuBors.: Wer hat Ihnen zuerst von Rebhuhn" Mitteilung gemacht? 99 Beuge Koppenhöfer: Ich glaube zuerst Boege, der überhaupt zuerst Befundungen gemacht hat. Ich fann hier unter. Eid fagen, Boege ist derjenige geweſen, der sich zuerst hat vorführen laffen und erklärt hat, er wolle Angaben machen. Ich stelle das hier aus drücklich fest. Rebhuhn" war immer mit einem bestimmten Hund einer befonderen Rasse gesehen worden. Ich setzte mich daher mit der Hundesteuer in Stuttgart in Verbindung und ermittelte in dem betreffenden Bezirk den Kreis von Personen, die solche Hunde befaßen und so wiederum stellte ich dann Diener fe ft. Zu der Behauptung Dieners, daß er der Polizei öfters telephonische Meldungen erstattet habe, erklärte der Zeuge Koppenhöfer, daß er auf Grund eingehender Nachforschungen bei allen Dienststellen feffgestellt habe, daß dieje Darstellung abfolut unrichtig sei. gegen den in dieser Berhandlung aufgestellten Behauptungen der AnWeiter befundet Kriminaloberinfpettor Koppenhöfer, daß er entgeflagten niemals mit ingendwelchen 3 wangsmitteln oder feelifchen Einflüssen gearbeitet habe. Selbstverständlich feien Vernehmungen in politischen Fällen besonders bei Kommunisten fehr schwierig, weil ja die Partei in einer besonderen Schrift„ Wie verteidigt sich der politische Gefangene" ihren Mitgliedern besondere Berhaltungsmaßregeln für solche Fälle erteilt habe. Im Anschluß an diese Ausführungen des Zeugen kam es zu längeren Auseinander fetzungen zwischen dem Borfizenden und der Verteidigung, die sich miederholt gegen die Aussage des Zeugen wandte, aber vom Vor fizenden dahin belehrt wurde, daß der Beamte fich durchaus zur Sache äußere. Der Zeuge bekundet weiter, daß er auch niemals die Ange. flagten veranlaßt habe, andere Personen in diese Angelegenheit hinein zuziehen. Borf: Sie sollen gesagt haben:„ Da madelt der Kopf?" 3euge: Poege fragte mich, was für eine Strafe er wohl erhalfen werde. Darauf jagte ich, daß, nach dem, was geschehen sei, der Kopi wadele. Er dachte nämlich, bei polififchen Bergehen gäbe es feine Todesstrafe. Borf: Sie haben den Angeflagten auch gedroht, daß fie eine scharfe Strafe zu erwarten hätten, wenn sie nicht die Wahrheit fagen? 3euge: Ich fann unter Eid aussagen, daß das nicht richtig iff. Doege hat mir noch gedankt, mie anständig er in Stuttgart behandelt worden fei. Während Neumann jede Auslaffung zum Falle Rausch, in dem ich bereits Ermittlungen im Einvernehmen mit den Berliner Stellen eingeleitet hatte, verweigerte, erflärte Poege am 8. März, daß er und Neumann den Rausch niedergeschossen hätten. Nach einer kurzen Bause wiederholte R.-A. Dr. Wolf feinen Be meisantrag bezüglich des Württembergischen Regierungs. vertreters, weil dieser sich wiederholt während der Pause mit dem Zeugen Koppenhöfer unterhalten habe. Die Berteidigung ver lange, daß er den Saal verlasse, da er als Zeuge genannt sei. Reichsanwalt Neumann widersprach von neuem, weil damit die Anwesenheit jedes Regierungsvertreters unter Umständen un möglich gemacht werden könnte. Dr Thompson's Als der Vors. wiederum ablehnte, dem Verlangen der Ber teidigung Folge zu leisten, fam es zu erneuten Ausein. anderlegungen zwischen Dr. Niedner und einer Rethe von Anwälten, wobei Dr. Samter wiederholt das Wort ergriff, ohne sich dazu gemeldet zu haben, so daß Dr. Niedner ihm zweimal zurief:„ Ich habe Ihnen das Wort nicht erteilt, Herr Dr. Samfer. Schließlich verlangte die Verteidigung einen neuen Ge richtsbeschluß. Dieser Gerichtsbeschluß ging dann dahin, daß sich an der Auffassung nichts geändert hat und daß das Gericht teine Veranlassung habe, den württembergischen Regierungsvertreter zum Verlaffen des Saales aufzufordern. Ueber seine Beugenvernehmung werde sich das Gericht später schlüssig werden. Darauf wurde in der Bernehmung des Kriminaloberinspektors Koppenhöfer fortgefahren. Dieser bekundete: Poege hat dann erklärt, daß sie die Deutsche Ticheta felen und daß fie ähnliche Aufgaben in Deutschland zu erfüllen hätten wie die betreffende ruffische Einrichtung. Das Wort Tschela flammt bible i 11 von Poege. Bors.: Haben Sie ihn vielleicht danach gefragt? Jeuge: Ich wußte damals von der Bedeutung der Tscheta faft gar nichts. Ich fann nicht mehr sagen, als daß Boege erklärte: Wir sind die Deutsche Tscheka." Chef war Hans", die Abteilung bestand aus sechs Mann und unterstand helmuth". Zum Fall Rausch erklärte der Zeuge dann weiter, Boege habe ihm gegenüber befundet, Neumann habe immer die ernstliche Absicht gehabt, Rausch zu töten, im Gegensatz zu ihm, Boege. Neumann habe dagegen, als er sich zur Aussage bequemte, immer daran feit gehalten, er habe den Rausch nicht töten wollen. Boege habe bei seiner ersten Aussage ferner betont, 9 daß er Helmuth", dem die im Dezember 1923 gegründete Ticheta unterstanden habe, Chef der Roten Armee in Deutschland fel. Poege, so erklärte der Zeuge, sagte mir dazu, ich solle Neumann Berlin, wohin ich gerade damals fahren wollte, zurückkomme, sollte von seinen Aussagen keine Mitteilung machen. Wenn ich von Ermittlungen in Berlin. Durch Borlegung der Lichtbilder ich sagen, daß ich das alles dort erfahren hätte, und dann Neumann erst Borhaltungen machen. Koppenhöfer schildert dann seine habe die Frau des Rausch Neumann und Boege wieder er fannt. Bon Poege sagte sie:„ Das ist der Mann, der bei mir Kaffee trant, mein Kind noch auf den Schoß nahm und dann meinen Mann in den Hausflur hinunterbrachte, wo sie ihn niedergeschoffen haben." Dann besuchte der Beamte Rausch im Lazarus Krankenhaus, hielt ihm die Bilder vor, worauf Rausch fofort er flärte:" Das sind die- beiden Schurken, die mich niedergeschossen haben." Weiter habe Rausch eine Schilderung der ganzen Tat gegeben und habe befundet, daß Neumann beim 3 meiten Schuß gerufen habe: So, du Alas, das ist für Potsdam!" Bei diesen Bekundungen sei Rausch offensichtlich vollfommen flar bei Besinnung gewesen. Um 5 Uhr bat die Berteidigung um Abbruch der Berhandlung, da die Angeklagten nicht imftande feien, bei einer so langen Berhand. lungsdauer die notwendige Spannkraft zu bewahren und eine Reihe Verteidiger selbst erklärte, daß sie außerstande seien, der Verhand lung zu folgen, doch ging der Vorsitzende auf diese Wünsche nicht ein, sondern erklärte ganz kurzer Hand, daß er in der Zeugenvernehmung fortfahre. Nach der Rüdkehr des Zeugen nach Stuttgart ertlärte Neumann auf Grund der ihm gemachten Borhaltung, er wolle zugeben, daß er Rausch niedergeschossen habe, und wolle auch weitere Angaben machen. Nach einigen Minuten erhob sich der Angeflagte Hufe und erklärte, daß er der Berhandlung nicht mehr folgen tönne. Er habe schon am Tage vorher, wie die übrigen Angeklagten, faltes Effen erhalten und er habe kein Geld, um sich andere Nahrungsmittel zu laufen. Als der Vorsitzende darauf nicht einging, beantragte R.-A. Dr. Löwenthal erneut die Bertagung der Berhandlung, worauf der Vorsitzende die Sigung auf 5 Minuten unterbrechen ließ, um Hufe durch die Sachverständigen auf seine Berhandlungsfähigkeit unter suchen zu lassen. Die Sachverständigen erklärten ute für verhandlungsfähig, dagegen betonten sie, daß dies bei Margie nicht der Fall sei. Darauf erklärte der Borsigende, daß er sich veranlaßt sehe, die Berhandlung abzubrechen. Er gab aber bekannt, daß das Gericht sich schlüssig geworden sei, zur Prüfung der Zuverlässigkeit der Angaben Reumanns noch weitere Beweise zu erbringen. Er verlas dann eine lange Liste Don tommunistischen Schriftstücken, die zum Beweise für verschiedene Punkte der Angaben Neumanns perlesen werden sollen, und zwar hinsichtlich des Bestehens eines militärischen Apparates, der verschiedene Abteilungen des Revolutionsfomitees, der Tatsache, daß Brandler der Führer der Partei mar, der Stellungnahme der Bartei zur Frage des Terrors und zur Bildung der Tschefa- Gruppe. Ebenso werden hierzu eine Reihe von Zeugen, größtenteils aus Süddeutschland, neu geladen, wähernd auf eine Anzahl anderer Zeugen von vornherein verzichtet wurde. Weiter soll auch Beweis dafür angetreten werden, ob der Angeflagte Stoblewski schon seit Ende 1923 oder erst seit Anfang 1924 in Berlin war. R- A. Dr. Wolf erklärte hierzu, daß dieses neue Beweismaterial fo erheblich sei, daß die Verteidigung unter Umständen zum Studium dieses Materials eine Aussetzung des ganzen Verfahrens beantragen müsse. Präsident Dr. Niedner erklärte hierauf, daß davon keine Rede fein fönne. Ein solcher Antrag würde, wie er schon jetzt sagen tönnte, abgelehnt werden. Hierauf wurde gegen 6 Uhr abends die Sigung auf Montag früh 9 Uhr vertagt. hwan- Seifenpulver . ՍՈՈՒ liefert blendend weiße Wäsche mit dem frischen Duft der Rasenbleiche SCHUTZ- MARKE D: THOMPSON'S SCHUTZ- MARKE Dr. Thompsons Seifenpulver( Marke Schwan) das Paket 30 Pl. SEIFENPULVER hedisld foisip cist? 3 Gewerkschaftsbewegung ( Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Aushilfen und Zeithilfen. Wie Angestellte um ihre Rechte betrogen werden. Der Zentralverband der Angestellten, Ortsgruppe Berlin, Schreibt uns: Ins ist bekannt, daß eine ganze Anzahl von Betrieben An. gestellte als Aushilfen oder 3eithilfen beschäftigen, ohne die gefeglichen Boraussetzungen für solche Arten des Arbeitsvertrages zu beachten. Wir fönnen hier nur furz andeuten, mas alle Angestellten beachten follten, wenn fie als Zeithilfen eingeftellt werden. 1. Eine Einstellung als Beit- oder Aushilfe ist nur dort gegeben, wo das Arbeitsverhältnis nach 3eit oder Arbeits aufgabe fest begrenzt wird.§ 69 HGB.,§ 620 BGB. 2. Das Gejeg fennt eine Aushilfe" ohne Bellbeschränkung, aber mit täglicher Kündigungsmöglichkeit nicht; ebenso ist der Begriff Seithilfe für eine Beschäftigung mit laufenben Arbeiten abjurb.$$ 66, 67 52.,§ 620 261. 2 BGB. 3. Eine Brabezeit barf die Dauer non 3 Monaten nicht übersteigen. § 69 568. 4. Wird jemand über die gefeßlich zulässige oder über Die vereinbarte Beit hinaus oder nach Erledigung des für die Aus. Hilfsarbeit festgelegten Arbeitsgegenstandes ober Quantums weiter beschäftigt, so ist er nach den gefehlichen Bestimmun gen angestellt.§ 69 5GB.,§ 625 BGB. 5. Wird eine Probe zeit unterbrochen, um die Dreimonatsfrist nicht zu überschreiten, und nach einigen Tagen fortgelegt, fo gilt das Arbeitsverhält nis als nicht unterbrochen; der Angestellte ist also als zu den Be bingungen des HGB. oder BGB. angestellt. Ein gleiches gilt dort, wo Angestellte für laufende Arbeiten mit täglicher Ründigung angestellt werden. 6. Bereinbarungen, die im Biber fpruch zu ben Gelegen stehen( z. B. für faufmännische Angestellte eine 14tägige Ründigungsfrist) find unzuläffig Da fie rechts ungültig sind, gelten in solchen Fällen die reichs. gefeglichen Bestimmungen. 7. Bo Larifperträge bestehen, in denen nicht ausdrücklich die Zeithilfen, Aushilfen oder die auf Brobezeit Beschäftigten ausgenommen find, bürfen biefe Angestellten nicht au ungünstigeren als den tariflichen Arbeitsbedingungen beschäftigt werden. Der Zarif vertrag ist unabdingbar. Abmadungen, die dem zumider Taufen, find rechts ungültig, sofern es fich dabei um Berfchlechterungen für den Angestellten handelt. Die llebermadung der entsprechenden gesehlichen oder tartinertraglichen Bestimmungen ist Aufgabe des Betriebs- oder Angestelltenrates.(§§ 66, 78 BG.) Wir wollen, um bei der Rompliziertheit des Stoffes nicht Anlaß zu Irrtümern zu geben, hier nur einige der alltäglichsten Berstöße gegen bie Intereffen unserer Kollegenschaft aufzeigen. Bir emp. fehlen wiederholt, in allen Fällen von Anstellungen, die abweichen von den Bestimmungen der Larifverträge oder von den geseglichen Normen, bei unserer Ortsgruppe Rat und Auskunft einzuholen. Es fann nicht dringend genug darauf hingewiesen werden, daß nicht nur durch ein rechtzeitiges Befragen der Organisation der einzelne Angestellte sich vor Schaden bewahrt, fondern, nur dann ist es mög lich, einer Ausnüßung und unsazialen Behandlung der Gesamtheit her Angestelltenschaft vorzubeugen, men fortlaufend die Organis fationen über Schoben und Berstöße gegen Recht und Gefek unter richtet werden. AfA gegen Privatisierung der Deutschen Werke. Befanntlich brohen den Deutschen Berten trop aufs höchfte ge steigerter Brobuftionsmöglichkeiten umb genügendem Abja ichmere Gefahren, pa das notwendige Betriebsfapital nicht zur Ber fügung steht. Alle Verfuche der Direttion, vom Reiche, bas zirta 96, Brog ber tien besigt, Arabite zu erhalten, find bisher ge feitert, abm phl für Brivatbetriebe gerabe in ber tegten Seit erhebliche Reidsmittel gewährt wurden. Die Belegidaften fomilider zu ben Deutschen Werten gehörigen Betriebe, vor allem auch die Angestellten, menben fich on ben Bund um Hilfe gegen die Absichten gewiffer Breifle, einzelne Betriebe an die Brinatindustrie zu veräußern. Durch berartige Maßnahmen tann ben Deutschen Werten nicht geholfen merden. Sie fönnten lediglich dazu führen, große Massen von Arbeitern und Angestellten broilos zu machen. Das Ortstariell Berlin des AfA- Bundes wird in der am Mittwoch, den 11. März 1925, stattfindenden Aus fußiizung zu biefer wichtigen Angelegenheit Stellung nehmen. Dabei wird die Frage zu untersuchen sein, inwieweit nicht auch in diesem Fall Mittel aus ber produttiven Erwerbslofen fürsorge bereitzustellen find, um eine meitere Steigerung der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Der Reichstag und die politischen Bar teien merben fich schleunigft damit beschäftigen müffen, wie die Deuts fchen Werte dem Reiche erhalten bleiben können. Kommunistische Zwecklügen. Kus Baris wirb uns geschrieben: In der Roten Fahne" nom 4. März heißt es unter der lleber schrift: Die Gemertschaftseinheit in Frankreich marschiert troj reformistischer Sabotage", daß die CGI.( bie tommunistische Gemettichaftszentrale) einen Aufruf an die organisierten Arbeiter gerichtet habe, in dem die Arbeiter u. a. aufgefordert werden, die Gemertschaftseinheit durch lofale Berfchmelzung der Dr. ganisationen zu permirflichen". -Es mird natürlich genau das Gegenteil gefagt, ein Bemeis dafür, daß die Kommunisten missen, wo fie der Schuh brüdt, merin fie die Büge sogar gesperrt druden. In dem Manifeft heißt es, baß bie Ginheit nicht von unten durch örtliche Zusammenfchlüffe zustande fommen fönne und ein solches Borgehen die Be wegung noch mehr schmächen und zersplittern würde".( L'unité Togal 解 hervorragend Tabletten bewährt bei: Hexenschuß, Gicht, Rheuma, Nerven- und Ischias, Kopfschmerzen syndicale ne peut pas se faire à l'aide des fusions locales on] Die für die Freigabe in Frage fommenden Angestellten und Arbeiter partielles, qui ne peuvent conduire qu'à une impuissance plus grande."). Die fommunistische 3medflüge zeigt, daß die Moskowiter die Gewertschaftseinheit gar nicht wollen, sondern nur deshalb davon reden, um die Aufmerksamkeit der Arbeiterschaft von ihrer Spaltungsarbeit abzulenten. find durch die gefegliche Betriebsvertretung der BetriebsLeitung namentlich mitzuteilen. Bei Auswahl der Be urlaubungen ist darauf Rücksicht zu nehmen, daß die Fortfüh rung des Betriebes teine Störung erleibet. 2. Am Donnerstag, den 5. März d. J., wird den Angestellten und Arbeitern eine Arbeitspaufe von 11 bis 11% Uhr gemährt. Während dieser Gedenfpause darf die Arbeitsstätte nicht verlassen werden. Eine Störung oder Unterbrechung in der Fortführung der Betriebe darf nicht eintreten. Die Kantinen und Trinfstätten bleiben während der Gedentpause gefchloffen. Der zweite Teil dieses Beschlusses ift zieralich einwandfrei, wogegen der erste Teil recht engherzig ist. Gewiß, fünf Prozent ist besser als nichts, doch wenn das Bier, das die Brauereien her. stellen, nicht mehr als fünf Prozent Gehalt hätte, würde man es heute den Brauereien noch weniger abnehmen als einen fold Beschluß. In diesem Zusammenhang ist es von Interesse, die Stellung nahme der Kommunisten zu dem sehr weitgehenden Vorschlag einer gemeinsamen Konferenz der regulären und tom munistischen Eisenbahner des Eisenbahnnetzes von Orléans festzu balten. In dem genannten Einheitsprogramm wird bekanntlich 11. a. die Auflösung und Reuwahl der Eretutiven von der Orts gruppe an aufwärts vorgeschlagen, und zwar in dem Sinne, daß die lehigen Führer im Interesse der Ausschaltung von Bersonenfragen nicht mehr gewählt werden dürfen. Ueberdies wird darin besonders betont, daß die Einführung rein politischer Fragen die gemerfschaft liche Organisation nur beeinträchtigen tonne und alles getan werden muß, um zu verhindern, daß die pofitischen Bar. Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Ungarn. teien die Gemertschaften beherrschen. Die lehteren Budapest, 7. März.( WTB) Die Delegierten des sozialdemp Brinzipien scheinen für die Kommunisten der Stein des Anstoßes fratischen Gewertschaftsrates unterbreiteten gestern der Regierung ein zu sein. Denn die Vie Duvrière" lehnt auch diese, von ihren Memorandum betreffend die Maßnahmen gegen die Arbeus eigenen Leuten gutgeheißene Methode ab und sagt: Solche Borlosigkeit. Außer der Schaffung von Arbeitsgelegenheit schläge bedeuten eine Berurteilung der kommunistischen Bartei". durch Inangriffnahme der Bautätigteit und der Kreditgemährung an industrielle und Handelsunternehmungen murd Vernunftgemäße Einteilung der Bautätigkeit. in dem Memorandum gefordert, daß den Arbeitslosen im Auss land Arbeitsgelegenheit verschafft und ein Gefeß über Maßnahmen gegen den Bauarbeitermangel. tie Versicherung im Falle der Arbeitslosigkeit geschaffen werde Dem Amtlichen Breußischen Preffedienst wird aus dem Wohl In einer unter beni Borsiz des Ministerpräsidenten abgehalte fahrtsministerium gefchrieben: nen Konferenz wurde vereinbart, daß die Regierung init den Schon während der Bauperiode des letzten Jahres hat sich an vom Gemertschaftsrat bezeichneten fremden Regierungen manchen Orten zeitweise ein Mangel an Bau- und Facharbeitern in Fühlung tritt, unter melchen Bedingungen und Bürgschaften fühlbar gemacht, der sich voraussichtlich mit Eintritt einer ge- ungarische Arbeiter im Ausland Arbeit erhalten tönnten. steigerten Bautätigkeit im Frühjahr noch verstärken dürfte. Un Die Regierung wird dafür Sorge tragen, daß der Unterhalt und die den Nachwuchs im Baugewerbe, an dem es in den letzten Jahren, Heimkehr dieser Arbeiter gesichert werden. Auch der Wohlfahrts namentlich in den großen Städten, gefehlt hat, zu fördern, werden minister teilte mit, daß der Gefeßentwurf über die Bersicherung hie in Betracht kommenden Verbände versuchen müffen, in enger gegen Arbeitslo figteif bereits zur Berhandlung refle Zusammenarbeit mit den Berufsberatungsstellen, die Bereithaltung Doch verwies er darauf, daß im Falle des Inslebentretens pieles meiterer Lehrlingsstellen zu erreichen. Die Bemühungen hätten sich Gesezes von einer inflitutiven Hilfe der Arbeiter noch nicht di meiter auch darauf zu erftreden, die in andere Berufszweige abRebe fein fann, ba bei den gegenwärtigen wirtschaftlichen Berh gewanderten Bauarbeiter in ihr eigentliches Handwerk zurüdzu nissen die daraus erwachsenden Lasten von feiner d führen. Das wird um so leichter möglich sein, wenn es gelingt, beiden Parteien getragen werden fönnten. für eine ausreichende Beschäftigung des Baugewerbes während bes ganzen Jahres zu sorgen und die Bautätigkeit über bie Gründung einer Transportarbeiter Föderation in Japan. eigentliche Saison hinaus gleichmäßig auf die Dauer des( ITF) Wie die Informations Sociales berichten, ist am Jahres zu verteilen. Damit würden übertriebene Spizenbelastungen 27. November 1924 in Djafa cine Transportarbeiterföderation gedes Baumarktes, wie sie gelentlich auftreten, vermieden, die tot gründer worden, die folgende Berbände umschließt: Gewerfchaft fächlich vorhandenen Arbeitsträfte beffer ausgenutzt und die der städtischen Straßenbahner von Tofio( 8000 Mitglieder), FabrikArbeitnehmer fester an ihren gelernten Beruf gearbeiterverband( 2000 Mitglieder), Transportarbeiterverband non bunden. Auf Grund solcher Erwägungen hat der Minister Djafa( 500 Mitgiieber) und Gewerkschaft der städtischen Straßenfür Boltsmohlfahrt folgende Beftimmungen getroffen: bahner von Kyoto( 100 Mitglieder). Die Gründung dieser Föde 1. Bei dem mit öffentlichen Mitteln unterstüßten Klein ration ist die Ausführung eines während der legten Streitbewegung wohnungsbau ist eine unnötige Zusammendrängung der Ban gefaßten Beschlusses. ausführungen zu vermeiden. Deshalb find die aus dem auszins steuerauftommen allmählich fließenden Mittel zur Förderung der Neubautätigkeit( Hauszinssteuerhypotheken) je nach ihrem Auftommen sofort in vollem Umfange und auf schnellstem Wege dem Baumartt zuzuführen 2. Die Baupolizeibehörden find anzuweisen, In stand. fegungsarbeiten, die auf Grund baupolizeilicher Ver fügungen vorzunehmen find, tunlichft, nämlich soweit Gefahr nicht im Berzug ist und die baupolizeilichen Erwägungen es auch sonst zulaffen, nicht während ber Hauptbauzeit zu forbern. 3. Durch Berhandlung mit den Provinzen, Kreisen und Gemeinden ist in geeigneter Weise darauf hinzuwirken, daß Bauarbeiten jeber Art an ihren Gebäuden zweckmäßig über das ganze Jahr verteilt werden, 4. Die örtlichen Arbeitgeberperbänbe find auf bie Bereithaltung einer ausreichenden Zahl von Lehrlingsstellen und fengites Jusammenarbetten mit den Berufsberatungsstellen nach brüdlichst hinzuweisen, Zur Lohnbewegung im Lebensmittelgroßhandel. Die Arbeitgeber im Rolonialworen, Butter und Raffeegros handel gehen gegen ihre Arbeitnehmer in rigorosefter Weise vor. Ihrer Ueberrebungsfunft mar es bisher nicht gelungen, die Arbeiter schaft non threm Beschluß abzubringen oder mantelmütig zu machen, barum versuchen fie nunmehr ihnen ihren Willen aufzugwin. gen. In mehreren Betrieben find den Arbeitern, die sich dem Dittat der Arbeitgeber nicht fügten, 3 M. vom Lohn in Abzug gebracht worden. Bon anderen Arbeitnehmern find unter Androhung Der Entlassung Unterschriften zum Einzelarbeitsvertrag erpret morden. In beiden Fällen feßen sich die Arbeitgeber über bie Rechts Lage ftrupellos hinweg. Sie verschmähen es auch nicht, gefehmidrige umb gegen die guten Sitten verftoßende Berträge zu erzwingen Die Herren follten fich doch fagen laffen, baß mit derartigen Manövern feine Broselyten zu machen find. Selbst diejenigen Arbeit. nehmer, die unter dem 3mang der Berhältnisse ihre Unterschrift ge leiftet haben, oder noch leisten follten, find an die Beschlüsse der Organisation gebunden; bie jo erpresten Berträge finb null und nichtig. Wollen die Arbeitgeber durchaus be logen fein, warum foll es dann nicht geschehen? Auf jeden Fall haben die Arbeitgeber nicht bas erreicht, was vermutlich ihre Abficht war: die Arbeiterschaft zum porzeitigen Streit zu provozieren. Im Gegenteil, die Arbeiterschaft wird zwar verbittert, aber um so energischer für die Organisation, den Deutschen Berfehrsbund, merben, um einig und geschloffen zum Rampf gerüstet zu sein und nur die Anweisungen der Organisation befolgen. Die Kutscher, Kraftfahrer und Transportarbeiter aller Gruppen bes Handels- und Transportgewerbes werden aufgefordert, Soli. darität zu üben und fich an der Werbearbeit zu beteiligen. Rein Arbeitnehmer darf bei Ausbruch des Streits mehr unorganisiert sein; die Mitglieder im Lebensmittelgroßhandel werden angewiesen, ihren Mitgliebsausmeis ftets bet fich zu führen. Fünfprozentige Trauerfeier der Brauereien. Der Berein der Brauereien Berlins und Umgegend verfchidie umberm 3. März ein Rundschreiben mit folgendem Beschluß: 1. Am Mittwoch den 4. März b. 3., wird in allen Betrieben Doll gearbeitet. Anträgen auf Beurlaubung von Deputationen der Angestellten und Arbeiter zur Teilnahme an daß Zogal stillt bie Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Fragen Sie Ihren Arzt. Jn allen Apotheten erhältlich. Best. 126% Lith, 0,46% Chinin, 74,3%, Acid acet. salic, ad 100 Amylum. Beschäftigung von Negern auf amerikanischen Eisenbahnen ( ITF) Eine vom Arbeitsamt der Vereinigten Staaten voigeschaften dieses Landes insgesamt 136 035 Neger beschäftigt werden. nommene Erhebung hat ergeben, daß bei den Straßenbahngejed Bon diesen find 95 713 in der Gruppe Arbeiter angeführt. te Zahl der Lokomotivführer ist 111, bie der Heizer 6478, bie ber Bremser 4485. Zur Gesamtzahl mirb bemertt, daß fidh barunier auá ein ansehnlicher Teil weiblicher Neger befindet. Die Eisen bahnen des Staates New Bort beschäftigen sogar 4 Negerinnen als Telegraphisten. Sklavenbefreinng in Afien. Der Maharadscha von Nepal( ein Gebiet zwischen Nordindien und Tibet mit ungefähr 4 millionen Einwohnern) verständigte die Bereinigung für die Abfchaffung der Slaverei davon, daß er in seinem Bande por turzem die Sklaven befreit habe. Die Bahl ber Stlaven betrug bort 51 000, Don benen der größte Teil Gegenstand bes Sflavenhandels mar, während ein Teil bauernb in ber Familie bes Stlanenhalters lebte. Die Stavenbefizer wurden burch Gelb entschädigt, mofür der Maharadscha felbst aus seiner Mitteln einen großen Betrag zur Verfügung stellte Bei Berzicht auf die Entschädigungen darf der Sklavenhalter den Sflaven noch sieben Jahre behalten. Achtung, Eisenbahner! Straße 31, Streifversammlung ber Güterbodenarbeiter. Bollzähliges Erscheinen Morgen, Montag, vormittag 11 Uhr in den Mailerfalen, Rafferihel it unbedingte Blight, Autitt ur für fireifende Güterbodenarbeiter, Detsverwaltung Berlin des Deutschen Eisenbahnerverbandes. Achtung, Bergmann, Rosenthal! Am Dienstag madm. 5 Uhr im Lofal Sdineiber, Rofenthal, Saupift. 5, wichtige Berfammlung aller SBD. Genoffen. Jeder muß erscheinen. Der Frattionsnorfiand. Achtung, AEG.- Rabelwert! Am Dienstag nammittag 4 1hr im Lofal Seibenmann, Oberfdönemeibe, Wilhelminenhof, Ede Rathenau ftraße, wichtige Bersammlung aller SPD.- Genoffen. Tagesordnung: Stellungnahme zur Betriebsratsmahl. Der Fraktionsnorstand. Achtung, Stellmacher! Dienstag, ben 10. Mära, abends 7 Uhr, Bertrauense mannerligung bei Summel, Sophienftr. 3. Alle Betriebe milffen unbebingt Dertreten fein, befonders diejenigen, bie ben Metallinbustriellen augehören. J. A.: 8ehmann Achtung, Muffinften mentenarbeiter! Morgen, Montag, nachmittag 5 Whe Bersammlung der Funktionäre im Reichenberger Sof, Reidenberger Str. 147. Bericht über bie Sohnverhandlungen. Zentralverband ber Schuhmacher. Morgen, Moning, abenb 64 Uhr im Goal 3 des Gemerffchaftshaufes, Engelufer 24-25, Branchenversammlung der Rufahneider. Dienstag, den 10. Mära, nachmittags 5 Uhr, im Goal 3 bes und Bortichterinnen aller Betriebe einschließlich der Hausschuhfabriken Gemertschaftshaufes, Engelufer 24-25, Brandenperfammlung ber Stepperinnen AfA- Raufmannsgerichtsbeisiger. Dienstag abend 7 1hr im Rweigbureau bes 8., Rommandantenstr. 63-64, äußerst wichtige Bersammlung. Jeder Afa- Beifiker bes Berliner Raufmannsgerichts muß anmefend fein e Mitglieder müffen da fein. Bichtige Tagesordnung. Af- Detstartell Berlin. Mittwoch nachmittag 5 Uhr Ausfäufig Maffei Schwarklopff, Wilban. Am Dienstag normilion 10 Uhr bei Behorn Maschiniften unb Seiserverfammlung. Büntific 12 Uhr Betriebsverfamm Lung ber Belegschaft in bemfelben Lofal, Erscheinen aller Bertsangehörigen ift Pflicht. Achtung, Zimmerer! Berbandstameraben, fenbet eure Berivanenstente und Betriebsräte des Sodh, Beton- und Tiefbaugewerbes in die am Dienstag abend 7 Uhr in Dörings feitfalen, Rounnnitt. 27, stattfindende Bernquens männerversammlung. Alle Baustellen milffen unbedingt vertreten fein, da fehr wichtige Mitteilungen, bie alle Rameraben wiffen müffen, gemacht werden. Sentralverband der Bimmerer, Rahlstelle Berlin u Uurg. on ben Trauerfeierlichkeiten ist mit der Maßgabe zu entsprechen, bo Sophien- Säle Sophienstraße 17.18. bis zu 5 Broz der Angestellten und Arbeiter von Beginn der Mittagspause on freigegeben werden kann. Es ist kein Zufall, daß Joseffi Cigareffen überall gern geraucht werden, Sondern nur eine natürliche Folge unseres Grundsatzes: Stets gleich bleibende Qualitäten Norden 9296. Säle frei! JOSETTI KON LINON JUNO 33 VERA4S Parteinachrichten Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an das Begirisjetretariat, 2. Sof, 2 Ezes. rechts, au richten Dienstag, den 10. März, abends 8 Uhr, findet eine Bor. fandetonferenz ffatt, die sich mit der Reichspräsidentenwahl beschäftigen wird. Auf dieser Konferenz muß jede Abteilung durch einen Genoffen vertreten sein, damit in den nächsten Mitglieder. versammlungen Bericht erstattet werden tann. Das Cotal wird in der Dienstag- Nummer bekanntgegeben. Der Bezirksvorstand. 2 Arets Stergarten. Arbeitsgemeinschaft her Rinberfreunde: Die Rinder gruppe trifft fio am Dienstag, ben 10. Mära, in der Borwärtsegpedition Wilhelmshavener Str. 48, non 6 bis 7 Uhr. Thema: Die Dfterfahrt". 4. Kreis Bronzlauer Berg. Kreisausschuß fitr obeiterwohlfahrt und Rinder. fchuk: Konferenz Dienstag, den 10. März, 7 Uhr, in Altersheim Dan aiger Str. 62 Thema: Jugendfürsorge". Referent Genoffe Friedländer. ( Ale Wohlfahrtsporsteher, Rommiffionsmitglieder und ehrenamtlichen Selferinnen und Selfer beim Bohlfahrts- und Jugendamt milffen etfcheinen.) 7 Uhr pintilich Funktionärinnenfonferens( Agitation, Arbeiter wohlfahrt) bafelbst Die Arbeitsgemeinschaft bes Ganoffen Simon Rapenftein Grundfragen der Politit" wird am Dienstag, ben 10. März, abends 7% Uhr, fortgefest. Souliotal: Gemeindefdule Senefelderftr. 67. 6. Areis Areuzberg, Silfe für die 39. bt. aur Flugblattnerbreitung durch bie bt. 40-48 am Dienstag abend 6 Uhr ab bei Bichte, Binbenftr. 2. 7. Breis Charlottenburg. Die für Mittwoch, ben 11. März, vorgefehene öffent. liche Bersammlung in ben Sohenzollern- feitfälen fällt cus 9. Kreis Wilmersdorf. Montag, ben 2. Mars, 7 Uhr, Sigung des Bibungsausschusses bei Rroiß, vor der Borstandssitung. Montag, den 9. März, abends 8 Uhr, erweiterte Argisvorstandssikung bei rois, Solfteinische Straße 60. Rarten aum Sananachmittag in der Philharmonie am 15. März und zur Fauft- Aufführung am 22. März find beim Genoffen Canm, Auguftaftr. 6, zu haben. 11. Areis Soneberg- Friedenan. Montag, ben 9. Mar. 8 Uhr, Sigung aller Elternbeiräte bei Will, Mortin- Suther- Str. 69. Wichtige Tagesordnung. 14. Rreis Neukölln. Funktionärverfammlung am Montag, den 3. März, 7 Uhr, in der Aula ber Anabenmittelschule Donauftr. 119. Zagesordnung: Bortrag des Genoffen Dr. Löwenstein und Bahlarbeiten. Arbeitsgemein fchaft der Rinderfreunde: Dienstag, ben 10. Mära, 7 Uhr, Miglieber verfammlung im Gefangfaal der Mittelschule Donauftrage. L. Referat bes Genoffen Dr. Sömenſtein. 2. Neumahlen. 15. Kreis Treptow. Areisvorstandsfkung mit ban bteilungsleitern. Moxing 7 Uhr in Rieberfdönemeibe bei Grahl, Berliner Str. 129. 17. Areis Bichtenberg. Montag, ben 9. Mara, 7 Uhr, Funktionärionferens im Arbeitsamt, Schreiberhauer Straße. 18. Atreis Beißenfee. Montag, ben 9. Märs, T½ Uhr, Froltionsfigung im Rathaus, Rimmer 21. 20. Areis Reinidendorf. Montag, ben 9. März, 6% Uhr, in einen Sigungs faal des Rathauses Bittenau, Sigung bes engeren Areisvorstandes mit ben befonders geladenen Genossen. Anschließen, 8 Uhr abends, im aleichen Raum Sigung bes erweiterten Rreisoorbandes. Sebe Abteilung muß verineten fein. Wissen Sie schon daß Sie einen Fehler begehen, wenn Sie beim Einkauf kurzweg, Kopfwaschpulver fordern? Es handelt sich um Ihr Haar, den schönsten, Ihnen von der Natur verliehenen Schmuck; deshalb sollte Ihnen zur Pflege desselben das Beste gerade gut genug sein. Verlangen Sie ausdrücklich Schaumpon mit dem schwarzen Kopf". Sie haben dann die Gewähr, ein seit Jahrzehnten erprobtes, in seiner Wirksamkeit unerreichtes Fabrikat zu erhalten. Alleiniger Hersteller: Hans Schwarzkopf, Berlin- Dahlem. 99 Wichtig ist, daß Sie beim Einkauf den Zusatz ,, mit dem schwarzen Kopf" besonders betonen. 5. Heute, Sonntag, den 8. März: t. Die Genpfien treffen fich zur Flugblattverbrettung vormt togs 9 Uhr bei Mathia, Linienftr. 29. 8. bt. Nachmittags 4 Uhr Bannermeihe in der Schloßbrauerei Gdjöneberg. Sauptstr. 122. 11. bt. Treffpunkt ar Flugblattnerbreitung normittags 9 Uhr bei Berger, Levekom, Ede Jagomftraße. 14. Abt. Die Flugblattnerbreitung findet son ben üblichen Sofalen aus ftatt. 22. Abt. Treffpunkt aur Flugblattnerbreitung normittags 9 br bei Sazan. 47. Abt. Bormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung. Der für ben 28. März angefeste familienabend bei Behrendt ist wegen der Frauen auf Sonnabend, ben 4. April, verlegt worden. Gelöfte Rarien behalten ihre Gültigkeit 77. bt. Gdneberg. Treffpunte gur flugblattverbreitung: 1 Bezirk bei Milde, Nollenborfitt. 6: 2. Bezirk bei Jilogans, Barbaroffaftr. 5a; 3. Be girl bei Alawitter, Apoftel- Baulus- Str. 7; 4. Bezirk bei Bu, MartinLuther- Str. 69. 91. bt. Rentolla. Bormittags 9 Uhr Flugblattnerbreitung. Die oberen Be airte von Köfter. Rarlsgartenstr. 4, bie unteren von Miller, Reuter ftraße 64 aus. 116. Abt. Sichtenberg. Bormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung non bez Bor märtsipebition Borhagener Str. 64 aus. 128. 130. b. Bantow. Bichtige Flugblattnerbreitung non ben bekannten Stellen aus. 137. Abt. Reinidenbort- Beft. Tugblattverbreitung nom Boltshaus aus. Janglozialisten Gruppe Reutolla: Fahrt. Treffuunft 7% Uhr Bahnhof Neu. töln. Ab Botsdamer Bahnhof 8.25 Uhr. Fahrbarten nach Bildpark & Morgen, Montag, den 9. März: 1. 052 75 2 Runktionärtonferenz bet 8fchiefing, Aderft. L The Bezirksführerfigung bei Ridert, Steinmekitr. 36a. 9. t. 7 Uhr bei Sübner, Bisnoder Str. 34, Funktionärligung. Wich tige Tagesordnung. 10. t. 8 1hr Munitionärfonferens bei Erimper. Flensburger Str. 3. 11. b. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Raifer, Gostomsinftr. 34. 12. 9061 7% br Funktionörtonferenz bei Schmidt, Wiclefftt. 17. 14. bt. 8 Uhr Funktionärionferens bei Dillmalb, Butbufer Str. 23. 15. ht. 7 Uhr bei Obiglo, Stralfunder Er. 11, Funktionärligung 17. t. 7 1hr Funktionärsgung bei Dose, Nordhafen 6 18. t. 7 Uhr Funktionärligung bei Miller, Uferftr. 12 19. 96t. 7 Uhr Funktionärsigung bei Schrepel, Grünthaler Str. 18. Sonntag, heute, flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. 20. bt. Uhr Funktionärfigung bei Bofe. 21 22. 995Ł 7 The Funktionärsigung bei Stroll, Utrechter th Uhr Bezirksführersigung bei Sabean, Brüffeler 7 23. 26 7 24. 6. 7 28. t. 7 27. 26 7 32. bt. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Grunwald. Uhr funtionärligung bei Schmidt, Marienburger Str. 48. hr Funktionärtonferens bei Benferitt, Brenzlauer Allee 289. 1hr Funktionärtigung bei Waßmann, Gleianf. 10. Uhr Funktionärtonferens in der Schule Bange Str. 31. Bith tige Tagesordnung. 33. Abt. 7 Uhr an bebannter Stelle Funktionärtonferenz mit den Betriebs bertrauensleuten, Elternbeiräten und Referenten. 38. ht. Bintlich 7 Uhr bei Bartufa, Friedenftr. 88, Funktionärligung. 39. 6. 7 hr in ber Suriftischen Sprechstunde Funktionärligung. 42. bt. 8 1hr Funttionarlonferens bei Biersdorf, Urbanitt 5. 48. 96 7 1hr bei Malsties( früher Röhler), Gitfchiner Str. 87a, Fun tionarfonferen Charlottenburg 51. The Funktionärsikung bei gehmann, Ränigs meg& 53. 90. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Richter, Suttenstr. 24. 74. Rehlenborf. 8 hr bei Schnorte, Frauenfefsabend. Erfdeinen eller fehr erwünscht. Auch Gäste find millkommen. 161. b. Trepinm. 714 1hr wichtige Funktionärsigung bei Dettinger, elfen, Ede Riefholaftraße. Die Begirlsfihrer laden bie Funktionäre ein. 136. bt. Reinidenbort- Dit. 7½ Uhr im Jugendheim Seebab, Refibenaftr. 49, Funktionärligung. Mittwoch, den 11 Mars, finden bie Bezirksobenbe fiatt. Die Begirisführer laden die Mitglieder durch Sandgettel hierzu ein. Wichtige Tagesordnung. Jungfozialisten. Arbeitsgemeinschaft Dr. Grelling Montag 48 hr im Jugenb. beim Lindenstr. 3( Distuffionszimmer). Deutschlands Stellung in der Belt". Frauenveranstaltungen am Montag, den 9. März: 74. bt gehlenberf. 7% Uhr im Solal Sonorre, Sehlendorf, Boisbomer Straße 3, Befeabend. 125. t. Beißenfce. 8 Uhr be Gallas Borstandstigung. Die Bezirksvep fammlungen finden nicht Mittmod, fondern Donnerstag in den bekannten Sofalen statt. 187, 95 Reinidenhort- Beft. 7 Uhr im Boltshaus Scharnweberfz. 114. Junglozialisten. Gruppe Sempelhof: 7% Uhr im Jugendheim Germanis troke 6-7( 2naeum), Bortong: Sozialversicherung. Referent Gen. 231e. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Senoffe Otto Gillier ist am 4. März im ter son 67 Sabran verstorben. Beerbigung Montag, den 8. Märs, numittags 3 Uhr, Friedhof ber fraireligi fen Gemeinde, Pappelallee 16-17. 7. t. Am 6. Mära veritarb pleblich unfer Genoffe Erid Dems, Schlecciftr. 9. Die Einäfderung findet am 10. März, abends 6 h, im Krematorium Gerichtstraße statt. 102. bt. Baumschulenweg. Der Genoffe Robert Baumit am 2. Rära verstorben. Die Einäscherung hat bereits stattgefunden. Arbeitersport. Freie Ruberer and Ranufahrer im Arbeiter- Earn unb Sportbunk, 1. Streis. Am Dienstag, den 10. Mara, abends pinilia) 8 Uhr, finbat ine faltenfleiner", An der Oberbaumbrüde, eine Spar enausschusfitung flatt, wozu auch famtliche Bereinsnorstände der befonders wichtigen Tagesordnung megen erfcheinen milfen. Ein vollzähliges Crfcheinen wird unbedingt er. warbet. Seber Ruder und Ranunerein muß vertreten fein Briefkasten der Redaktion. 6. St, Den Stuft müffen Sie folange aufbewahren, bis er abgeholt with. befchreiten. Wollen Sie das nicht, fo milffen Sie den Alageppeg gegen Ihren Schuldner . 57. Der Gläubiger fann eine höhere Hufpertung nez langen, menn es fich um ein Gefälligteitsdarlehen handelt. Die acforderte Summe dürfte in diefem Falle angemeffen fein. 8.$. 500. Wahlberechtigt ift jeder, der am Bahltag Reichsangehöriger und 20 Jahre alt ift. M.. 12. Ja... 1904. Aus Flaschentapfeln, Rinnfolien u bal., tann man mohl Gebrauchsgegenstände herftellen laffen; es geboren aber fehr große Mengen dazu. Ratfamer ist es, die Sachen zu verkaufen. 82. t. Steglig. 75 hr im Sofal Thiel, bradtstr. 87, Gde Ringfinabe, Scöofungstheorie". Bortzea ber Gensifix Streffe: Die Grundlagen der Gnimidungs- und AO Uebermorgen, Dienstag, den 10, März: at unitisnartonferens 7% Uhr bei Dobroblem, Smineminder Str. 1. 7. 9. 7 hr gufammenkunft aller in tommunalen Rommiffionen tätigen Genoffen und Genoffinnen bei Bärmade, Schlegelstr.& 16. 96 7 Uhr bei Döbling. Brunnenstr. 79, Funktionärung. 85. ht Tempelhof. 2. und 5. Bezirk im Lotal Bufe, Raifer Wilhelm, Ede Berderstraße, Rahlabend. Bortrag bes Genoffen Roßbeutscher:„ gemeine Staatsorganisation". KATHREINERS MALZKAFFEE von würzigem Wohlgeschmad dabei viel billiger als Bohnenkaffee! 1 Pfund nur 50 Pfg. In der Morgenstunde venstunde sus pert Garnituren, Bettbezüge mis gefertigt, ein großer Bezug und zwei Kissen. 13. bezlige, davon der gr Be Bezug und ein 11.50 Kissenbezug reich bestickt Bettlaken x140, kraftige gule Qualifit 3.80 Bett akenstoffe 140cm breit. Meter 1.80 Hemdenflanelle- Zephir 0.70 Damenhemdhosen weißormalfarb 1.65 Damen- Untertaillen weiß Trikot 0.70 Damen- Schlüpfer were Qualität 1.80 Damentaschentücher Stick 0.10 Herren Taschentücher mit bunter Kante, gate Qualität Stück 0.25 Herren- Taschentücher weis. 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Werbebezirk Often: Abends 6. Uhr im Jugendheim Frankfurter Straße 16, Gaal 2, russischer Abend. Chor und Sologefang, Mandolinenorchester, Klavier, Rezitation, Ansprache. Königswusterhausen: Unterhaltungsabend anläßlich des bjährigen Bestehens am Sonntag, den 8. März, von 4 Uhr ab im Saale des Bahnhofshotels. Buntes Programm. Mitwirkende: Gesangverein Freie Sänger. Eintritt 50 f. SCHEUER- PULVER für Fabrikanten und Großverbraucher, lose und gepackt, liefern aus eigenen Mahlwerken konkurrenzlos billig Morgen, Montag, den 9. März, abends 7% Uhr: Gesangschor zur Frühlingsfeier abends 7 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3. Leitung Genosse Dr. Guttmann. Es wird um rege Beteiligung ersucht. Norden: Schule Putbuser Str. 3, Vortrag:„ Alt- Berliner Sumor". ( Vetersburger Viertel): Jugendheim Ebertnftr. 12, Glasbrenner- Abend. Often( Stralaner Biertel): Schule Nagler Str. 3, Mitgliederversammlung. * Often Achtung, Mädchen! Die Mädchenkonferenz findet erst am Freitag, den 20. d. M., im Jugendheim Lindenstr. 3 statt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14, Gebastianfte. 37/38, Sof 2 Tr. Rameradschaft Neukölln- Brig: Sonntag, den 8. März, vormittags 9 Uhr, Bierteljahresversammlung in den Passage- Festsälen, BergStraße 152. Tagesordnung: Vortrag Republikaner im Rampfe", Tätigkeitsbericht des Borstandes, Neuwahlen. Keiner darf fehlen. Kamerabschaft Friedrichshain: Montag, den 9. März, abends 7% Uhr, Turnabend der Jugendgruppe in der Turnhalle Edertstraße. Ramerabschaft Kreuzberg, Jungmannfchaft I und II: Montag, den 9. März, abends 7½ Uhr, Turnhalle fürbringerftraße 33. Kamerabschaft Oranienburg: Montag, den 9. März, abends 8 Uhr, Versammlung im Schüßenhaus. Republikanische Gäste willkommen. Kamerab schaft Bankom nebst Untergruppen: Montag, den 9. März, abends 8 bis 10 Uhr, Ueben sämtlicher Kameraden in der Turnhalle. Erscheinen Pflicht. Kameradschaft Webbing: Montag, den 9. März, abends 7% Uhr, Turnabend, Gothenburger Str. 2. Ramerabschaft Charlottenburg: Dienstag, den 10. März, abends 7% Uhr, Turnabend in der Wiebe- Schule, Raiferin- Augusta- Allee, Eingang Neues Ufer. Sämtliche Zugführer müssen anwesend sein, da Rarten zur Bannerweihe ausgegeben werden. Bollzähliges Erscheinen aller Kameraben ist Pflicht. Kamerabschaft Lichtenberg nebst Untergruppen: Das Turnen am Mittwoch, den 11. Mara, fällt aus. Dienstag, den 10. März, abends 8 Uhr, der Untergruppen und sämtliche Rug- und Gruppenführer. HORTAXIN- WERKE, BERLIN NO. 55 erweiterte Vorstandssikung bei Krüger. Davan nehmen teil die Vorsigenden Ueberall, Bunb refigifer Gestalten, Bestelsgruppe Moabt. Monbog, Ben 1. Märg, abends 7 Uhr, in der Aula der 82. Gemeindeschule, Turmstr. 75, Aufgang B. öffentliche Versammlung. Thema: Was wollen die religiösen Sozialisten?" Referent Genoffe Pfarrer Bleier. Gäste willkommen. Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform i. B. B. Mitgliedervere sammlung Dienstag, den 10. März, abends 28 Uhr, in der Schule Ifflandstraße. 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Fragenbeantwortung. Gäste willkommen. Wiffenschaftlicher Berein, e. V. Deffentlicher Bortrag Mittwoch, den 11. März, abends 8 Uhr, im Hörsaal Georgenstr. 34-36. Dr. Graf G. von Arco, Direktor der Telefunken- G. m. b. S., Berlin:„ Rundfunt im In- und Aus land".( Mit Demonstrationen.) Auch Nichtmitglieder haben Rutritt. Karten find vor dem Vortragssaal erhältlich. Schugverband der Schwerhörigen, e. B. Monatsversammlung und Licht bildervortrag Donnerstag, den 12. März, 7½ Uhr, in Saverlands Festfälen, Neue Friedrichstr. 35, Eingang Rochstraße. Berständigung erfolgt durch Biel hörer. Gäste willkommen. Wetter für Berlin und Umgegend. Etwas fühler, überwiegend bewölft, aber veränderlich mit leichten Regen- und Graupelschauern bei frischen westlichen bis nordwestlichen Winden. Für Deutschland. 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HALBMONATSSCHRIFT FÜR SOZIALISTISCHE ARBEIT IN STADT UND LAND 2. JAHRGANG AUS DEM HEFT 5 INHALT Kommunale Gefährdetenfürsorge( Von Louise Schröder, M. d. R.) Richtlinien zum Haushaltsplan ( Von Stadtrat Paul Fischer, Strausberg) Der Haushaltsplan einer Landgemeinde( Von Erich Gierke, Ladeburg) Bücherschau Gesetzgebung/ Rechtsprechung Aus den Gemeinden Notizen Mit Anhang: Schule Sozialistische Schulpolitik in der Gemeinde( Von Stadtrat Dr. Kurt Löwenstein, Neukölln) Zeitgemäße Schulreform( Von Ernst Schermer, Lübeck) Die ländliche Schule( Von R. G. Haebler, M. d. badischen L.) Neuregelung der Schullasten( Von Bürgermeister C. Stoll, Fürstenwalde) Zu beziehen durch: jede Buchhandlung und ,, Vorwärts"-Ausgabestelle. Gardinen Verkaut R.Witte, Wilmersdorfer Str. 66a, erste Etage. Kein Laden! Konkurrenzlos billig kaufen Sie im Etagengeschäft! Reiche Auswahl in Bettvorlegern, Brücken, Tisch- und Divandecken. Besichtigung ohne Kaufzwang! 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In ähnlicher Weise ergeht sich der nächste Zeuge der 56jährige Kaufmann Mener in breiten Ausführungen über die Angelegenheit. Er mar feinerzeit Direktor der Einfuhrgesellschaft für Getreide und schusses, Pötschow, habe ihn seinerzeit gebeten, einen Herrn von Futtermittel und behauptet, der Vorsitzende des diftatorischen AusBarmat zu empfangen, der ihn im Auftrage des Reichswirtschaftsministers Schmidt aufsuchen werde. Sein Einihm Angebote in Hülsenfrüchten und Getreide gemacht, die wesentlich druck von Barmat sei außerordentlich schlecht gewesen. Barmat habe höher als die Durchschnittspreise waren. Er habe das Reichsernäh rungsministerium davon unterrichtet und sei zu seiner vorsichtigen Haltung Barmat gegenüber auch durch eindeutige Mitteilungen von der Reichsfleisch- und der Reichsfettstelle veranlaßt worden. Im September 1919 fei der Abg. Gustav Bauer, nachdem er bereits vorher eine Verbindung mit Barmat ſchroff abgelehnt habe, in Begleitung Barmats bei ihm erschienen, um darauf hinzuweisen, daß seine Stelle die einzige Reichsstelle sei, die mit Barmat noch nicht in Beziehung stehe. Soweit die sachlichen Angaben des Zeugen. Die Reichsregierung hatte im Jahre 1920 einen Ausschuß eingesetzt, der sich aus Vertretern des Reichstages, des Reichswirtschaftsrates und des Reichsrates zusammenfeßte. Dieser Ausschuß hatte die Aufgabe, die Geschäftstätig feit der Reichsstellen eingehend zu prüfen. Insbesondere wurde sehr eingehend geprüft die Reichsfleischspiele: Als ob es nichts Wichtigeres gebe, belästigt er den Ausschuß stelle und die Reichsstelle für Speifefette. In dem Revisionsprotokoll, das der Revisor diesem Ausschuß unterbreitete, heißt es u. a.: „ Eine Beschwerde richtet sich gegen die Reichsfleischstelle wegen Ankaufsminderwertiger Konserven. Die Nachprüfung ergab, daß die damaligen Geschäftsführer Schwon und Thomsen froh Abraten von sachverständiger Seite den Unkauf vorgenommen haben." Die Angelegenheit wurde in den Sigungen des Unterausschuffes für Ernährungsgesellschaften am 14. Dezember 1920 und am 24. Januar 1921 eingehend behandelt. Nach An hören der Direttoren Schwon und Thomsen sowie der beiden Sachverständigen wurde festgestellt: 1. daß die Beschwerde berechtigt ist, 2. daß ein gewisses Verschulden des Direttors Schwon darin liegt, daß er in dem vorliegenden Falle die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns vernachlässigt hat. 3. daß die Entscheidung über Maßnahmen wegen Fest stellung einer Schadenersahpflicht des Direttors Sch won der Regierung überlassen werden soll. Das ist das Urteil, das die Revisionskommission über den chrenwerten Kaufmann, der seine Berleumdungen vor dem Landtagsausschuß zum Vortrag brachte, fällte. Was die Regierung in der Sache unternommen hat, ist aus dem Brotokoll nicht flar zu entnehmen. Ueber die Bekundungen dieses Schwon wird ein Brief nom 29. Oftober 1920 die beste Auskunft geben. Dieser Brief, der von dem Direttor Pötschow, dem Leiter des difta torischen Ausschusses, an Herrn Schwon gerichtet wurde, lautet wie folgt: Von ihrem vertraulichen Schreiben vom 14. b. M. an den Herrn Geheimen Oberregierungsrat Pro feffor Dr. v. Osterbach wegen des Herrn Barmat habe ich dankend Kenntnis genommen. Ju S. 5 des Schreibens möchte ich richtig stellen, daß seinerzeit der Reichswirtschaftsminister Schmidt nicht erklärt hat, daß er es gern fähe, wenn mit der Amerima ein Geschäft über Lieferungen von Sped gemacht werden könnte." Der Herr Minister hat seinerzeit nur darum gebeten, wegen der Differenzen aus den früheren Lieferungen der Amerima nicht den Standpunft einzunehmen, daß mit der Firma überhaupt nicht mehr über Geschäfte verhandelt, sondern daß diese wieder zum Wett bewerb zugelassen werden sollen und ihre Offerten in rein kaufmännischer und absolut unbevorzugter Weise behandelt werden sollen. In dem zweiten Satz des bezüglichen Absages Ihres Schreibens ist dies auch ausgedrückt. An der Tatsache, daß Herrn Barmat eine Zujage auf Lieferung von weiteren 2800 Kisten Sped nicht gemacht worden ist, wird dadurch an verstehender Richtig stellung nichts geändert. Gerade vorstehende Erklärung beweist, daß feine Beranlaffung vorlag, Herrn Barmat bestimmte Zusagen zu machen. Dieser Brief wurde geschrieben zu einer Zeit, als Rob. Schmidt nicht mehr im Minifterium war, ohne sein Wissen und seine Einwirkung, von Pötschow aus eigener Initiative! Die Vernehmung des ehemaligen Direktors der Reichsfleischstelle, Dr. Schwon, im Untersuchungsausschuß des preußischen Landtags ergab im weiteren Berlauf nichts von Bedeutung. In breiten Ausführungen erklärt der Zeuge, er selbst tönne über Barmat zwar feine fonkreten Angaben machen, in Holland sei es aber befannt gewesen, daß die Amerima unzuverlässig fei. Wenn Barmat in einer Reichsstelle auftauchte, hätten die Beamten gewußt, daß eine große Freundschaft hinter ihm stand. Barmat soll geäußert haben, er würde einen Herrn von der Reichsfleischstelle abberufen laffen, weil er ihm nicht paßte. Auch den Namen Heilmann bringt Samen wieder vor. Er behauptet, Barmat sei durch den Direktor Bötschow im Auftrage des Reichswirtschaftsministers bei ihm eingeführt worden. Er bezichtigt den jezigen Regierungspräsidenten von Merseburg, Genossen Grügner, Beschwerden gegen seine Stelle in die sozialdemokratische Korrespondend lanciert zu haben. Zur Illustration der Art des Zeugen Meyer nur einige Bei mit der Mitteilung, daß er vor seinem Besuch Barmats zum Bro furisten gesagt habe: Machen Sie den Geldschrank zu." Zeuge Mener behauptet, die seinerzeitigen Angriffe gegen Minister Hermes feien von Barmat ausgegangen. Minister a. D. Hermes war im Ausschuß zugegen. Er wurde tungen des Zeugen Meŋer aus. Er stellt fest, daß er niemals den später vernommen und sagt das Gegenteil von den BehaupEindrud gehabt habe, daß hinter den Angriffen gegen ihn Barmat flede. Zeuge Hermes befundet im übrigen, daß Abg. Bauer ihm bei Gelegenheit den Wunsch ausgesprochen habe, Barmat zu empfangen, um die Möglichkeit einer weiteren Geschäftsverbindung mit ihm festzustellen. Er habe das auch getan, aber Jelche Empfehlungen und Empfänge seien nichts Außergewöhnliches gewefen. Auch Zeuge Mener felbft muß auf Befragen zugeben, waren. Sie feien auch im alten Staat gegeben worden. daß Empfehlungen von politischen Persönlichkeiten nichts Seltenes Im Berlauf seiner Aussage gibt Meyer an, Barmat habe bei einer Unterredung zu ihm gesagt:„ Ich weiß ja, Herr Meŋer, Sie haben ganz bestimmte Gruppen, die Sie bevorzugen und dagegen fam er nicht an. Wenn das nun aber mal in den 3ei tungen stehen würde?" In dieser Form ausgesprochen, müssen die angeblichen Worte Barmats den Eindruck hervorufen, demokratischer Seite zur Rebe gestellt wird, sieht sich der Zeuge als habe Barmat dem Zeugen gedroht. Als er desmegen von Mener genötigt, ausdrücklich zu versichern, daß er den Eindrud einer Bedrohung nicht gehabt habe. Im Gegensatz zum Zeugen Meyer vermag der Zeuge Merz, der zugleich mit ihm eine höhere Stellung in der Reichsgetreidestelle einnahm, nur sehr wenig über den Fall Barmat auszusagen. Er wisse nur, daß während seiner Tätigkeit Direktor Meyer telephonisch machen wollte, wobei sich Bauer für ihn verwandte. Das habe er davon benachrichtigt wurde, daß Barmat bei ihm war und Geschäfte ungewöhnlich gefunden. 19h Wine Sonntag, 8. März 1925 mie sie die 2merima erhielt, fet der Reichsfettstelle gegenüber von feiner anderen Firma zuteil geworden. Der damalige kaufmännische Direktor der Fettstelle Thieme müsse nähere Auskünfte über die Geschäfte geben können. Der Ausschuß beschloß darauf am Montag den Direktor Thieme von der Reichsfettstelle zu vernehmen. Weiterverhandlung Montag 10 Uhr vormittags. Faschistische Justiz. Ein skandalöser Freispruch. Bologna hat den wegen Ermordung eines Sozialisten angeklagten faschistischen Provinzialsekretär Regazzi und zwei weitere Angeflagte ein ffimmig freigesprochen. Das Urteil wurde von den anwesenden Faschisten mit Hochrufen auf Regazzi begrüßt, der von ihnen im Triumph aus dem Gerichtssaal getragen wurde. Mailand, 7. März.( EP.) Das Geschworenengericht von Nach dem Wahrspruch der Geschworenen von Mantua, der die Milizleute von Mirandola freisprach, die einen alten Arbeiter in ihrem Wachtlokal totgeprügelt hatten ist jetzt ein ähnlich schmachvoller Freispruch erfolgt. Es handelt sich um fierten Arbeiter von Molinella. den berüchtigten Regazzi, den Schinder der organiDieser Regazzi hat am 9. Auguft 1923 den sozialistischen Kleinpächter Ma rani, einen Kriegsteilnehmer, durch Revolverschuß aus nächster Nähe getötet. Seine Spießgesellen hatten das Dach des Hauses Marani abgedeckt, um ihr Opfer zu erreichen. Als der Sterbende am Boden lag, hinderte man die Frau gewaltfam, einen Arzt zu rufen. 99 Da Regazzi einer der Häuptlinge des Bologneser Faschis mus ist, wagte niemand Hand an ihn zu legen. Wohl erließ die Justizbehörde einen Haftbefehl, aber feiner führte ihn aus. Regazzi lebte nicht nur unbehelligt, sondern erwarb sich wäh rend des Wahlkampfes vom vorigen April so große Ber dienste" um die faschistische Sache, daß ihm die Faschisten von Bologna eine goldene Medaille überreichten. An dieser Ehrung nahm auch der Justizminister(!) und der heutige Unterstaatsrat, erschien bei den Sigungen der Provinzialverwaltung, ließ sekretär des Innern, Grandi, teil. Regazzi, als Provinzial sich im Theater sehen und verkehrte so unverfroren auf der Präfektur, daß man ihn bitten mußte, sich etwas zurüd. haltender zu benehmen. Die Oppositionspresse, die damals noch eine gemisse Freiheit genoß, machte den Standal des nicht vollzogenen Haftbefehls anhängig und beschuldigte den Minister der Justiz der Begünstigung. In jener Zeit war der Schrecken, den R: gazzi um fich spie, noch immer so groß, daß die Karabinieri in gar nicht verhaften mollten, auch wenn er ihnen geradezu vor die Füße lief. Um den Standal zu enden, nötigte die faschistische Partei Regazzi, sich selbst zu stellen. Für diesen Heroismus hat der Mörder mun die verdiente Apotheose erhalten. Bresse ist gefeffelt bis auf die offiziellen Lügenblätter. Bon Warum sollte der Plan nicht gelingen? Die italienische diesen wird man den Triumph Regazzis erfahren, nichts über den Verlauf der Verhandlung, nichts über ihre Vorbereitung. Wird die Preffe des Auslandes sich um den ungefühnten Mord eines obsturen Landarbeiters fümmern? Ein weiterer Zeuge, Major a. D. Hoffmann, seinerzeit Leiter des Zentralsekretariats der Reichsfettstelle, berichtet von einem großen Buttergeschäft, von einem bedeutenden Schmalzgeschäft und von einem Kondensmilchgeschäft Barmats. Beim Butterge= schäft habe der Bertrag eine ganz bestimmte Kursklausel enthalten, mas damals in Fachkreisen großes Auffehen erregt habe. Bei der Abwicklung des Kondensmilchgeschäftes fet es zu Differenzen gekommen und Barmat habe sich sehr merkwürdig benommen, so daß die Geschäftsverbindung mit ihm endgültig gelöst wurde. Auch habe sich Barmat bei der Abwicklung seiner Geschäfte sogenannter Lieferscheine bedient, die sich später nicht als solche erwiesen. Als der Zeuge behauptet, über die Angelegenheit des Der Mutter des Ermordeten hat man 38 000 Lire auf den Kondensmilchgeschäftes fei ein eingehender Bericht vom Tisch gelegt, damit sie von der Privattlage abstehe. Sie hat damaligen Direttor Thieme- Hamburg gemacht worden, torridas Sündengeld zurückgewiesen. Ein Bolt lebt mehr von Ger giert ihn der Borfihende& eidig dahin, daß Direktor Thieme rechtigkeit als von Brot. Was man heute in Italien antaſtet, das ist das Fundament der menschlichen Gemeinschaft. schriftlich erklärt habe, er wisse davon nichts. Beyermann, berichtet: Im Juli 1919 hat Direktor Bötschow Der letzte Zeuge, der gefſtern vernommen wurde, Regierungsrat Barmat bei der Fettstelle avisiert und empfohlen. Barmat erschien später einmal in Begleitung des damaligen Reichstanzlers Bauer im Ernährungsministerium und be schwerte sich lebhaft darüber, daß seit einiger Zeit die Reichsfettstelle ihn von Geschäften und Lieferungen offenbar systematisch ausschließe. In Gegenwart von Barmat und Bauer wurden dann von der Reichsfettstelle die Gründe für diese Haltung in aller Deffentlichkeit vorgetragen, wobei es sehr erregte Auseinandersegun gen zwischen den Beteiligten gab. Die Folge war ein Bericht des Staatsjefretärs Huber über die Angelegenheit sowie Berhandlun gen zwischen dem Ministerium und Barmat, die zu einer Ueberein ftimmung des Ministeriums mit dem Standpunkt der Reichsfettstelle führten. Es handelte sich dabei um den Fall des Kondensmilchgeschäfts. Barmat hat nach Weyermanns Behauptung Dosen mit dem Aufdruc 16 Unzen, die jedoch nur 14 Unzen Inhalt hatten, geliefert. Der Fabrik, die die Blechdosen herstellte, habe er ausdrücklich gesagt:" Drucken Sie nur 16 Unzen darauf, das ist so vereinbart." Die Angaben Barmats seien wahr heitswidrig gewesen. In die gleiche Zeit falle die Trennung des Reichsernährungs- vom Reichswirtschaftsministerium und damit habe der Druck von oben" aufgehört. Die Reichsfettstelle habe gegen die Geschäfte mit Barmat immer Bedenken gehabt, weil sie fich den " Druck von oben" nicht erklären konnte. Derartige Bevorzugung, Aus der Partei. Von der südamerikanischen Arbeiterbewegung In Buenos Aires( Argentinien) fand kürzlich eine von der argentinischen sozialistischen Bartei einberufene Bersammlung statt, die ein bemerkenswertes politisches Ereignis in der Arbeiter bemegung Südamerikas darstellt. Der Zweck der Beranstaltung war, gegen die Diktatur in Chile zu protestieren und die Solidarität der Arbeiter aller südamerikanischen Staaten zu proflamieren. In der Versammlung sprach Genosse Dr. Daniel Schweizer, der in Argentinien geboren ist, aber in Chile wirkt und vor kurzem von der chilenischen Militärdiktatur aus diesem Lande ausgewiesen wurde, Genoise Dr. Alcantara Tocci als Vertreter der brasilianifchen Sozialisten und Genosse Riviere für die argentinische Partei. In Uruguay haben im Monat Februar Wahlen zum Nationalrat( einer Berwaltungsförperschaft) stattgefunden. sozialistische Partei hat nach eingehender Beratung beschlossen, an den Wahlen nicht teilzunehmen und ihre Haltung durch ein Manifeft vor dem Lande zu begründen. Auch die Kommunisten haben Wahlenthaltung geübt. Dagegen bereitet sich die sozialistische Bar tei vor, sich an den Parlamentswahlen im November zu beteiligen. Des Rätsels Lösung birgt SR TE IL STILLER RELLITS ET RS Kinderstiefel 690 nur prima Qualitäten braun, echt Boxcalf, in schönen breiten Formen und starken Böden 25-26 7.90, 23-24 schwarz, echt Rindbox, in rationellen Formen, für Qualität und billigste Preise. Auch heute kommt beides voll zur Geltung. Damen Spangenschuhe prima echt R'Chevreaux, in allerneuester Form, mit Pompadour. Absatz Damen- Spangenschuhe prima echt Chereaux, in neuer halbspitzer Form mit Spange und halbhohem Absatz, echt rahmengenäht... 1150 Damen Spangenschuhe 12.99 Ia braun echt Che-vreaux sowie auch L'Chevreaux, i. eleganter neuer Form mit halbhoh. Abs., echte Rahmenarb. Damen Lackhalbschuhe Ia Lackleder zum Schnüren in eleganter, moderner Form, vorzügliches Fabrikat....... 1290 1650 Damen- Lackspangenschuhe, Ia Lackleder mit eleganter Knopfspange, allerneneste Form mit Louis XV.- Abs. sowie a. Lederabs. 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Das Jahr 1924 wird in der Wirtschaftsgeschichte immer sammlung von Kapitalien, durch Finanzierung der Ausfuhr denkwürdig bleiben, weil in ihm die Grundlage geschaffen und des Güterumschlags im Innern die geldlichen Bedürfwurde für einen Wiederaufbau Deutschlands. Es gelang, nisse der Wirtschaft zu befriedigen und sich andererseits das Gleichgewicht des Etats endlich wieder berzustellen der Geld- und Kreditpolitik, wie sie in den geschilderten und die Reichsbank aus der unglücklichen Verflechtung mit Zeitraum notwendig war anzupassen hatten. Gleichzeitig den Reichsfinanzen zu lösen; die Stabilisierung der Wäh- mußte das Augenmerk auf gerichtet werden, den Betrieb rung und die Aufrechterhaltung der Ende 1923 geschaffenen wieder in diejenigen Formen zu bringen. welche vor dem Rentenmark, die Einführung der Reichsmark auf Grund des Kriege aus den Banken ein exaktes. für die Wirtschaft Londoner Abkommens sind die Etappen einer Gesundung der jederzeit bereites Instrument gemacht haben. Es mußte vor Währung, die vor der Gefahr, einer falschen Finanzpolitik allem daran gegangen werden, die ungeheuer angeschwolle zum Opfer zu fallen. durch den neuen gesetzlichen Rahmen. uen Angestelltenziffern zu vermindert und den Betrieb den die Reichsbank erhalten hat. geschützt ist. Durch die wieder handlich und übersichtlich zu machen. Dabei konntag Annahme des Dawes- Planes wurde wenigstens für 1924 eine die sozialpolitischen Gesichtspunkte nicht außer acht võllige Atempause gewährt, und es wird sich zeigen müssen, bleiben. Es ist soweit irgend angängig mit größter ob sie lange genug bemessen und die finanzielle Hilfe, die Rücksichtnahme verfahren verfahren worden. indem mag Deutschland durch die Dawes- Anleihe erhalten hat, die Familien tunlichst schonte und die abgebauten Angestellted. Unterlage zu schaffen imstande war, von der aus nicht nur wenn die Möglichkeit. in andere Betriebe überzugehen, die Schäden des Krieges und die noch größeren Einbußen nicht sofort vorhanden war, mit Beihilfen unterstützte. Geder Nachkriegszeit überwunden. sondern auch die mit dem rade diese Rücksichtnahme hat im Jahre 1924 die finanzielle Dawes- Plan verbundenen Lasten getragen werden können. Entlastung unserer Bank im allgemeinen noch nicht so Die Entschlossenheit und die Tatkraft, die Volk und Regie- hervortreten lassen, wie dies im Jahre 1925 zum Ausdruck rung im Jahre 1934 bei Bekämpfung der Krise gezeigt haben. kommen wird, allerdings unter der Voraussetzung, daß werden im Jahre 1925 und in den folgenden nicht minder weitere erhebliche Gehaltserhöhungen der Bank nicht aginotwendig sein. Wirtschaft und Währung können nur dann gezwungen werden. Es darf nicht vergessen werden, dat den Weg der Gesundung fortsetzen, wenn man sie nicht die Grenze für die Erhöhung der Gehälter der Angestellten Belastungen unterwirft. die ihrem Kräfte zustande nicht ent- die Rentabilität des Gewerbes bildet. die letzten Endes sprechen. Wir denken hier an übermäßige, die Kapital- davon abhängt. inwieweit es für die Gesamtwirtschaft note bildung hemmende Steuern und eine der Wirtschaft abträg- wendige und nützliche Arbeit leistet. Wenn die Banken liche Lösung der Aufwertungsfrage. der Wirtschaft dienen sollen, so werden sie ihren Apparat Deutschland, das aus der Betäubung der furchtbaren Er- so rationell gestalten und ihre Unkosten so weit herab eignisse das Jahres 1923 sich aufraffte, im Jahre 1924 die drücken müssen. daß das Entgelt für ihre Arbeit die WirtArbelt wieder kräftig aufzunehmen, mußte sich den neuen dari aber auch nicht verkennen. daß die Rücksicht auf soschaft nicht zu hoch belastet. Eine gerechte Beartellung Verhältnissen erst anpassen. Diese Anpassung hat sich zialpolitische Forderungen ebenso wie die Nachwirkungen Schritt für Schritt unter schweren Steuerlasten und finan- der Inflationszeit die Bankbetriebe stark belasten und alle ziellen Schwierigkeiten aller Art vollzogen. Die Währungs- Anstrengungen. die Unkosten gegenüber den Umsätzen hergesundung ist nicht nur zeitlich der Wirtschaftsgesundung abzumindern. unter den gegebenen Verhältnissen nicht so vorausgegangen, sondern sie hat auch ihrerseits die Wieder schnell zum Ziele führen können. Das Problem der Verherstellung eines normalen wirtschaftlichen Lebens erzwin- billigung der Bankbedingungen hängt mit der Ent'ohnung der werden hiermit zu der am gen, Die deutsche Währungsgeschichte zeigt, daß letzten Angestellten unmittelbar zusammen. Gewiß gibt es auch Dienstag, den 31. März 1925 vormittags 10 Uhr, Gesellschaft zur Hierdurch beehren wir uns, die Herren Aktionäre unserer Endes die Frage der technischen Stabilisierung der Wäh- neben der Frage der Entlohnung Mittel. den technischen rung von der vorsichtigen Bemessung der Menge des um- Apparat zu, vervollkommnen und zu verbilligen. Wir rech- im Sitzungssaale der Gesellschaft, Berlin NW 40, Roonlaufenden Geldes und einer entsprechenden Kreditpolitik abhängt. Damit ist gesagt, daß der Ablauf des Wirtschafts- en hierzu die Ausstattung der Bankbetriebe mit Buchhal- straße 6, stattfindenden lebens im Jahre 1924 im Zeichen einer Kreditpolitik stehen führung begriffen ist und womit wir hoffen, weitere Erfolge tungs- und Rechenmaschinen, die bei uns in der Durchmußte. deren Auigabe es war, gleichzeitig mit der Vertei- zu erzielen. Die gegen normale Zeiten sehr gestiegene digung der Währung die tiefgehendsten Einwirkungen auf Zahl der Einzelposten. die durch die kleineren Abschnitte Warenerzeugung und Preise auszuüben und damit erst die bei Schecks. Wechseln und die kleineren Nominalbeträge Voraussetzungen für die Gesundung zu schaffen. Während bei Aktien hervorgerufen werden. kann mit Maschinen im ersten Viertel des Jahres 1924 als natürliche Folge der selbstverständlich schneller und billiger bewältigt werden. Rentenmark- Emission eine starke Ausdehnung der inneren Wir werden nach diesen Grundsätzen weiter verfahren, sind Kautkrait in Verbindung mit einer erheblichen Passivität uns jedoch darüber klar, daß wir schon deshalb nur lang der Handelsbilanz zu beobachten war, wurde der Um- sam vorgehen können, weil wir eine größere Anzahl alter Krediteinschränkung eingeleitet, wodurch vorübergehend machen wollen. sogar eine Drosselung der Einfuhr und ein Ausfuhrüberschuß berbeigeführt wurde. Die Zahl der Beamten betrug bei Jahresschluß noch 11 567 Diese Einschränkungen wären mit gegen 22 853 Ende 1923, wogegen wir im Jahre 1913 ohne Rücksicht auf die Warenerzeugung, insbesondere die für die die inzwischen in unsere Bank aufgegangenen Institute und Ausfuhr bestimmte, kaum durchführbar gewesen, wenn nicht ohne die neuerrichteten Filialen 4636 Angestellte hatten. gleichzeitig durch die Errichtung der Golddiskontbank im Frühjahr 1924 der ausführenden Industrie die notwendigen gegenüber den Ziffern der Reichsmarkeröffnungsbilanz fast Unsere Abschlußziffern für den 31. Dezember 1924 weisen Mittel hätten zur Verfügung gestellt werden können. Erst in allen Posten ein erhebliches Anwachsen auf. Die Geim Laufe des Sommers 1924 war es in Verbindung mit dem schäftsgrundlage hat sich allmählich erweitert und es zeigte größeren Vertrauen des Auslandes zur Wiedererstarkung der sich ein im Laufe des Jahres immer stärker bemerkbar deutschen Wirtschaft möglich, die Kreditschraube zu lockern. werdender Zufluß fremder Gelder, wobel insbesondere erDer Geldmarkt worde flüssiger: gleichzeitig erfuhren die wähnt werden mag. daß der Anteil ausländischer Gelder an Warenpreise infolge des allgemeinen Anziehens der inter- der Gesamtsumme nach und nach erheblich zurückgegangen nationalen Preise eine Steigerung gegenüber dem Tiefstand ist. Auf der anderen Seite waren wir in der Lage, den an der ersten Hälfte des Jahres, und es konnten auch die stark uns herantretenden Kreditanforderungen unserer Kundschaft Unterwerteten Effektenkurse anziehen. Wenn auch diese in allmählich in höherem Maße nachzukommen, jedoch unter ihren äußeren Zeichen den Aufschwung andeutende Entwick- Beobachtung der Grenzen. die durch die an anderer Stelle Jung noch nicht abgeschlossen und in ihrem Verlauf noch bereits hervorgehobene Restriktionspolitik gezogen waren. vielfach schwankend erscheint. so ist doch eine wesentliche Dabei haben wir besonderen Wert auf die Unterstützung Erholung unverkennbar. Die Erzeugung ist merklich ge- des Außenhandels gelegt. stiegen, der Handel hat sich belebt. Das Kontokorrentgeschäft war fast während des ganzes ordentlichen Generalversammlung ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Vorlegung des Geschäftsberichts, der Abschlußbilanz, Gewinn- und Verlustrechnung für den 31. August 1924 und des Revisionsberichts. XXXVIII. ordentl. Generalversammlung die Dienstag, den 31. März 1925, mittags 12 Uhr, in den Räumen der Mitteldeutschen Creditbank, Berlin C 2, Burgstraße 24, stattfinden wird, ergebenst einzuladen. Tagesordnung: schwung im Monat April durch die Politik einer scharfen Angestellter durch Einführung der Maschinen nicht brotlos 2. Beschlußfassung über die Gewinnverteilung und die 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Reichsmark Es seien hier nur einige Beispiele herausgegriffen: Die Jahres ziemlich lebbait. wogegen das Effektengeschäft our Steinkohlenförderung hat im letzten Quartal 1924 den monat- zeitweise erheblicheren Umfang angenommen hat. Immer lichen Durchschnitt der Vorkriegszeit wieder erreicht; die hin bot sich in zunehmendem Maße die Möglichkeit. das Braunkohlenförderung ist sogar um 40 Proz. höher als im Geschäft in Anlagepapieren zu beleben. Festverzinsliche Jahre 1913. Die gesteigerte Kohlenförderung hat zu einem Werte, namentlich die mit einer hohen Zinsfuß ausgestatte entsprechenden Rückgang in der Einfuhr von Steinkohlen ten Piandbriefe der Hypothekenbanken. fanden guten Abgeführt. Gegen eine monatliche Durchschnittseinfuhr von satz. Allerdings sind die Zahlen, verglichen mit denjenigen etwa 2 Millionen Tonnen im Jahre 1923 beträgt sie für das der Vorkriegszeit, immer noch sehr gering, und erst erneute Jahr 1924 noch nicht ganz eine Million Tonnen. Auch die Spartätigkeit bzw. Kapitalbildung kann die Aussicht auf EisenIndustrie bat sich gegenüber 1923 befriedigend ent- größere Lebhaftigkeit in diesem Geschäftszweige eröffnen. wickelt, wenngleich dieses Jahr schlimmsten politischen und Die Zahl der bei der Bank geführten Konten betrug Endo wirtschaftlichen Tiefstandes cinen richtigen Maßstab kaum 1924 253 072 gegen 200 196 Ende 1913. gibt und die Erzeugung der anderen Vorjahre noch nicht Unter den uns nañestehenden Gesellschaften hat die annähernd erreicht ist. selbst wenn man die durch den Krieg Deutsch- Südamerikanische Bank die Umstellung auf Reichsverloren gegangenen wichtigen Rohstoffgebiete nicht in An- mark ohue Ermäßigung ihres Kapitals und ihrer Reserve rechaung bringt. Der deutsche Uebersechandel hat sich er- vorgenommen. Die Bank hat ein Jahr günstiger Entwickbeblich erholt. Im Hamburger Hafen ist der Güterumschlag lung hinter sich und zufriedenstellende Gewinne erzielt. gegenüber dem Jahre 1913 um rund 10 Proz. gestiegen. Trotzdem wird. da die Aktlen sich noch sämtlich in erster Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. 3. Vorlegung der Reichsmark- Eröffnungsbilanz für den 1. September 1924 sowic des Prüfungsberichts nebst Umstellungsplan. 4. Satzungsänderung, und zwar hinsichtlich: 1. Vorlegung der Reichsmarkeröffnungsbilanz zum 1. Januar 1924 und des vom Aufsichtsrate and Vorstande dazu erstatteten Prüfungs- und Umstellungsberichtes, eröffnungsbilanz und über die Umstellung des Aktienkapitals von 40 000 000 M., eingeteilt in 40 000 Stück Aktien von je 1000 M., auf 24 000 000 Reichsmark, eingeteilt in 40 000 Stück Aktien von je 600 Reichsmark. 3. Satzungsänderungen. 4. Vorlegung der Jahresrechnung und des Geschäftsberichtes für 1924. 5. Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahresrechnung und die Verwendung des Reingewinnes vog 1924. 6. Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates. 7. Wahlen zum Aufsichtsrate. § 5 Abs. 1( Grundkapital) gemäß den Beschüssen zu 3.,§ 3 Abs. 3 und 5( Verzinsung und Liquidationsanteil der Vorzugsaktien),§ 13 Abs. 1( Bestellung des Vorstandes),§ 14 Abs. 3 Satz 1( Prokura. erteilung).$ 16 Abs. 1( Zahl der Aufsichtsratsmit glieder),§ 17 Abs. 1( Konstituierung des Aufsichtsrats),§ 19 Abs. 1 zwelter Halbsatz( Einberufung von 8. Erteilung der Ermächtigung an den Vorstand, die zur Aufsichtsratssitzungen), 19 Abs. 2( Beschlußfassung Durchführung der Umstellung erforderlichen Einzelheiten des Aufsichtsratssitzungen),§ 19 Abs. 2( Beschlußfassung des Aufsichtsrats),§ 24 Abs. 5. und 6 festzusetzen, sowie an den Aufsichtsrat, Aenderungen ( Fristen bei Einberufung der Generalversammlung), der Generalversammlungsbeschlüsse sowie der Satzungen vorzunehmen, welche lediglich deren Fassung betreffen $ 25( Aktienhinterlegung),§ 27( Stimmrecht),§ 30 oder vom Registerrichter, der Börsenzulassungsstelle Ziffer 1( Bericht der Revisoren), Streichung der $$ 30 Ziffer 4 und 31( betr. Wahl von Revisoren). oder anderen Behörden verlangt werden sollten. Die$$ 32 bis 37 erhalten fortlaufend die Ziffern 31 nehmen wollen. haben gemäß§ 25 des Statuts den Aktien Die Aktionäre, welche an der Generalversammlung teil. bis 36. Die Verweisungen auf die§§ 32 bis 37 werden besitz, hinsichtlich dessen sie ein Stimmrecht ausüben entsprechend geändert. Ermächtigung des Aufsichtsrats, Aenderungen der Satzungen sowie des Umstellungsbeschlusses zu beschließen, soweit sie die Fassung betreffen und vom Registerrichter oder sonstigen Stellen gefordert werden. Zustimmung zur Aenderung des Interessengemeinschaftsvertrages mit der Pschorrbräu- Aktiengesellschaft München. 7. Zustimmung 3. 6. zur Aenderung des Interessengemeinschaftsvertrages mit der Ostwerke- Aktiengesellschaft sowie der C. C. F. Kahlbaum- Aktiengesellschaft, und zwar hinsichtlich der SS 8( Einspruch gegen Beschlüsse des Gemeinschaftsausschusses), 11 und 13( Beteiligungsquoien). 8. Aufsichtsratswahl. wollen, spätestens am 26. März dieses Jahres bei der Gesellschaftskasse in Welzow N.-L. oder bei der Mitteldeutschen Creditbank. Burgstraße 24 iq Berlin, oder bei den Herren Jacquier& Securius, An der Stech bahn 3/4 in Berlin, oder bei Herrn A. E. Wassermann, Burgstr. 23 in Berlin, oder bei der Deutschen Bank in Berlin oder bei der Direktion der Disconto- Gesellschaft in Berlin oder bei der Deutschen Industrie- Aktiengesellschaft, Potsdamer Straße 127/8 in Berlin, oder bei der Mitteldeutschen Creditbank, Filiale Leipzig, in Leipzig oder bei einem Notar mit doppeltem Nummernverzeichnis zu hinterlegen und die Die Steigerung der Warenerzeugung hat auch insofern Hand befinden. voraussichtlich von der Verteilung einer gewisse Auswirkungen auf die Handelsbilanz gezeitigt, als Dividende abgesehen und der Gewinn zur Stärkung der sich in der Tat der Umfang des Außenhandels im Laufe des offenen und inneren Rücklagen verwandt werden. Die vergangenen Jahres ständig erweitert hat. Zugleich mit der Deutsche Orientbank hat nach Umstellung ihres Kapita's lebhafteren Wirtschaftstätigkeit haben auch die Einlagen auf 4 000 000 RM. eine Erhöhung desselben um 2 000 000 RM. Ueber die Beschlußfassung zu den Punkten 3( Satzungs- Stimmkarte, welche zugleich als Eintrittskarte für die merk'ich zugenommen. doch ist der Anteil der eigentlichen vorgenommen und wird für 1924 von der Vertei ung einer anderung), 6 und 7( Interessengemeinschaften) wird gemäß Generalversammlung dient, in der Zeit vom 26. bis 31. März Spargelder noch verhältnismäßig sehr gering. Nach den Dividende noch Abstand nehmen. Es ist der Bank ge- 32 Abs. 2 and 4 der Satzung neben der gemeinsamen dieses Jahres in Empfang zu nehmen. Statt der Aktien krankhaften Zuckungen des Geldmarktes im Frühjahr 1924 lungen, durch Erwerb der Niederlassung der Banque de la Abstimmung der Stamm. und Vorzugsaktionäre eine ge- können auch die Depotscheine der Reichsbank oder der ist eine Beruhigung eingetreten. die zu der Hoffnung be- Seine in Konstantinopel die Grundlage für den Wiederauf- sonderte Abstimmung beider Gattungen von Aktionären Bank des Berliner Kassenvereins hinterlegt werden. rechtigt, daß wir immerhin einer stetigeren Entwicklung bau ihres türkischen Geschäftes zu legen. Unsere Kom- stattfinden. entgegengehen. Die in gewissem Umfange einsetzende Dis- mandite, die Bankfirma Proobl u. Gutmanu in Amsterdam. kantierung guter Warenwechsel unter offiziellem Satz be- hat thr Geschäft erheblich entwickelt und namentlich in der Diejenigen Aktionäre, welche an der Generalversammliegen vom 6. März dieses Jahres ab für die Herren Aktio. Die Jahresrechnung und der Geschäftsbericht für 1924 weist. daß der Geldmarkt mit mehr Vertrauen betrachtet Finanzierung, internationaler Geschäfte. insbesondere der lang teilnehmen wollen, werden mit Bezug auf die$ 5 24 näre in unserer Hauptverwaltung zur Einsicht bereit. wird. Die Sätze der Berliner Bankenvereinigung für Zinsen Rohstoffeinfuhr nach Deutschland. Bedeutung erlangt: sie bis 26 des Gesellschaftsvertrages ersucht, ihre Aktien oder einschließlich Provision auf Kredite sind vom Frühjahr 1924 hat im abgelaufenen Jahre sehr gut gearbeitet und wird die über die Aktien lautenden Depotscheine der Reichs- Welzow, N.-L., den 5. März 1925. bis beyte erheblich gefallen. Zweifellos sind jedoch auch auf unsere Einlage eine angemessene Verzinsung bringen. die gegenwärtigen Sätze für die deutsche Wirtschaft auf die bank oder eines deutschen Notars, welche die HinterDie Erträgnisse unserer dauernden Beteiligungen pro 1924 legung beurkunden, Dauer nicht tragbar. werden aber als Folge der herrschen- gelangen erst im Jahre 1925 zur Verrechnung. bis spätestens Freitas. Braunkohlenwerke u.Brikettfabriken don Kapitalsarmut nur langsam sinken können: die noch Erforderliche Neu- und Erweiterungsbauten haben das den 27. März 1925, mittags 12 Uhr, immer vorsichtige Diskont- und Kreditpolitik der Reichs- Jahr 1924 mit einer Ausgabe von 2 777 258.03 RM. belastet. in Berlin bei der Deutschen Bank, Behrenstraße 9/13, bank ist allein durch sie gerechtfertigt. Andererseits ist die ausweislich des Gewinn- und Verlustkontos gleich zur in Berlin bei der Commerz- und Privatbank- A.- G., CharDr. Voigt. auch von einer Heraufsetzung des Diskonts in Deutschland Abschreibung gebracht sind. so daß das Konto Bankgebäude lot'enstraße 47, keine erhebliche oder besonders schnelle Erhöhung des in unveränderter Höhe bestehen bleibt. Mit der DurchfühSparkapitals zu erwarten, da erfahrungsgemäß in einem rung des Neubaues des Eckhauses Markgrafen- und Fraukapitalarmen Land eine Diskonterhöhung eine Verteuerung zösische Straße in Berlin, der aus betriebstechnischen der Warenpreise zur Folge hat und damit eine weitere Er- Gründen unabweisbar ist und binnen kurzem in Angriff schwerung der für die Kapitalbildung in erster Linie in genommen wird, dürfte dann im wesentlichen die Bautätig Frage kommenden Ausfuhr. Daher bleibt eine Kontingen- keit abgeschlossen sein. tierung nicht uur die einzige Art von Kreditpolitik, die der Wir haben im Laufe des Jahres einzelne kleine Niederaugenblicklichen Lage entspricht. sondern sie ist auch der fassungen, die sich als nicht lohnend erwiesen und deren Weg zu der für die Gesundung der Wirtschaft so wesent- Aufrechterhaltung wir nicht als unbedingte Notwendigkeit lichen Niedrigha'tung der Preise. Daneben aber müssen die angesehen haben, zur Auflösung gebracht. Die Zahl unserer Anstrengungen fortgesetzt werden. den Geldmarkt durch Niederlassungen beträgt augenblicklich 95. eine Reihe anderer Maßnahmen widerstandsfähiger zu 7 Proz. Anleihe der Harpener Bergbau- Aktien- Gesellschaft. Dortmund( Convertible Bonds). 6 Proz. hypothekarische zu 105 Proz. rückzahlbare Anlethe der Fried. Krupp Aktiengesellschaft, Essen. S Proz, Anleihe des Schleswig- Holsteinischen Elektrizitäts- Verbandes. Rendsburg, Aktien der Deutschen Golddiskontbank, Berlin. junge Aktien der Gesellschaft für elektrische Unterschmungen. Berlin. machen. Hierzu gehört eine bessere technische Verwendung Wir haben an einzelnen Konsortien teilgenommen. die zum Zu Gemeinschaftsgeschäften bot sich wenig Gelegenheit. der verfügbaren Gelder an der Börse. Das augenblicklich Teil mit Nutzen abgewickelt wurden. Wir heben daraus noch ausschließ'ich berrschende Kassageschäft nimmt Bar- folgende hervor: mittel in erheblichem Maße in Anspruch. Die Wiedereinführung des amtlichen Terminhandels wird nicht nur eine ausgeglichenere Preisbi'dung auf dem Effektenmarkt zur Folge haben, sondern auch eine erhebliche Ersparnis an Barmitteln. In diesem Zusammenhang muß auch gesagt werden, daß die öffentlichen Gelder aller Art wieder wie früher dem Geldmarkt durch die dazu berufenen Bankinstitute zur Verfügung gestellt werden müssen. Nur dann können diese Gelder auch während der Zeit ihrer Aufsparung durch die Behörden eine befruchtende Wirkung auf die Wirtschait ausüben, die sie schwer genug entbehrt. Wenn die Handelsbilanz für 1924 mit 2.7 Milliarden Goldrark passiv gewesen ist, so beweist dies. daß die bisherige Entwicklung ohne fremde Hilfe nicht möglich wäre. Es ist notwendig. daß sich bier eine Wandlung volljunge Aktien des Norddeutschee Lloyd. Bremen. zieht und daß Deutschland durch eine stärkere Pflege der junge Aktien der Schlesischen Aktiengesellschaft eigenen Kräfte und durch neue Bildung von Kapital zu eiger Bergbau und Zinkhüttenbetrieb. Lipine( 0.- Schl.). aktiven Handelsbilanz kommt, damit es fremder Kapitalien Unsere Beteiligung an der Golddiskontbank ist. nachdem nicht mehr so dringend hedarf wie heute. Denn in dem wir die Vollzahlung geleistet haben, in sene Anteile der heutigen Zustande bestehen noch Gefahren für eine rubige Reichsbank ungewandelt worden. Entwicklung. die nicht übersehen werden dürfen. Die gewesen junge Aktien der Magdeburger Feuerversicherungs- Gesellschaft, Magdeburg. jungė Aktien der Magdeburger Rückversicherungs- AktienGesellschait. Magdeburg. für Die Erträgnisse auf Konsortial- und Effektenkonto sind BO in Berlin bei der Darmstädter and Nationalbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Behrenstraße 68/69 und Schinkelplatz 1/4, in Berlin bei der Mitteldeutschen Creditbank, Burgstr. 24, in Berlin bei der Dresdner Bank, Behrenstraße 35/39, in Berlin bei dem Bankhause Jacquier& Securius, An der Stechbahn 3/4, in Berlin bei dem Bankhause E. J. Meyer, VoB- Straße 16, in Berlin bei der Bank des Berliner Kassenvereins( nur für die Mitglieder des Giro- Effekten- Depots), Hinter der Katholischen Kirche 2. in Berlin bei der Schultheiẞ- Patzenhofer- Brauerel- Aktiengesellschaft, Roonstraße 6/7, in Dessau bei der Schultheiß- Patzenhofer- Brauerei- Aktiengesellschaft, Abteilung III, Brauereistr. 1/2, in Breslau bei der Schultheiß- Patzenhofer- Brauerel- Aktiengesellschaft, Abteilung V, Matthiasstr. 204/208, in München bei der Deutschen Bank, Filiale München. in München bei der Commerz- und Privatbank- A.- Q., Filiale München, in München bei der Darmstädter und Nationalbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Filiale München, in München bei der Mitteldeutschen Creditbank, Fillale München. in München bei der Dresdner Bank, Fillale München, während der üblichen Geschäftsstunden zu hinterlegen. ,, EINTRACHT Der Vorstand. Dr. Wolf. Damenmäntel ab Fabrik Einmaliges Sonderangebot 9. bis 14. März Dieser moderne, prima Zwirncovercoat Die Depatscheine eines Nolars müssen die Bescheinigung in allen Weiten vorrätig enthalten, daß die Aktien nur gegen Rückgabe des Hinter. tegungsscheines oder erst nach Schluß der Generalversammlung ausgeliefert werden. Berlin, den 6. März 1925. Der Aufsichtsrat der M. 1875 Schultheiß- Patzenbofer Brauerei- Aktiengesellschaft Gebrüder Moses E. Landau, 450 617.10 RM 68 364 393.80 von RM 8349 877.75 Vorsitzender unserem Lande zur Verfügung gestelltea Auslandskredite zu Abschreibungen verwendet worden. sind größtenteils noch immer kurzfristiger Natur, wenn wir auch annehmen. daß bei dem berechtigten Vertrauen des Unter vorsichtiger Bewertung aller Aktiven ergibt sich laut Auslandes in die deutsche Wirtschaft eine Zurückziehung Gew. u. Verlustrechy. ein Ueberschuß v RM 76 714 273,55 dieser Kredite kaum in starkem Ausmaß in Frage kommt, und nach Absetzung der Es sei ferner in diesem Zusammenhang auf das Transfer Handlungsunkosten mit RM 61 176 047.20 problem in seiner Beziehung zur deutschen Hande'sbi'anz Steuern mit RM 3960 473.45 hingewiesen. Eine normale Transferierung setzt eine aktive sowie nach Abschreibungen auf Handelsbilanz voraus. Zu diesem Zwecke wird es. zanz Immobilien in Höhe von RM 2777 258.05 unabhängig von der Frage, ob überhaupt eine Aktivität in Mobilien RM dem für die Dorchführung der Transferierung erforderlichen verbleibt ein Refugewinn Maße möglich ist. notwendig sein. durch die Förderung. dessen Verteilung wir wie folgt vorschlagen: Vereinfachung und Verbiligung der Erzeugung eine Steigerung der Ausfuhr anzubahnen. Andererseits wird auch das Aus'and alle unnötigen Erschwerungen für den deutschen Handel aus der Erkenntnis heraus vermelden müssen. daß nur ein exportfähiges Deutsch'and ein kaufkräftiger Abnehmer für fremde Ware sein kann, und daß es durch den Versailler Vertrag und das Londoner Abkommen auf eine Aktivierung der Handelsbilanz angewiesen ist. Die Aufgaben der Banken in dem gekennzeichneten allgemeinen volkswirtschaftlichen Rahmen bewegten sich in der Richtung, daß sie durch die Heranschaffung und AnHerz, stellv. Vorsitzender. Niederwallstraße 10 99 zw sohen H usvolgtelpla z und Spittelmarkt Geschäftszeit ununterbrochen 9 bis 7 Uhr Marken- Zigaretten Fahrräder und Nähmaschinen Zuweisung zur gesetzlichen Rücklage. RM 1 400 000.-> Zuwels. z. Pensionsfonds RM 300 000.4% Div. auf RM 78 000 000 PM 3120 000. RM 4820 000. RM 3529 877 75 Tantieme an den Aufsichtsrat. RM RM 78 000 000.Vortrag... RM RM 252 973.75 3120 000.156 904Kaiser Wilhelm= Str. 32 Trp. RM 3529 877-75 4%% Superdividende auf kaufen Sie am billigsten Auf Teilzahlung Zettha, Berlin E Leichtmotorräder Oranienburger Strasse 65 Sonntag S.März 1925 Unterhaltung unö AAssen Leilage ües vorwärts öismarck— Lucca— Rhaöen. Aus Wiener Volizeiakten. Im Tomnier des Jahres 1862 weilten Bismarck und dl« Lueca in Ischl. D>e berühmte Sängerin veranlaßt« in einer übermütigen Laune Bismarck, sich mit ihr photogrophieren zu lassen. Die Photographie wurde verviolfälligt und fand beim Publikum reißenden Absatz. Bald sprach alle Welt davon, die Presse be- «nächtigte sich der.Affäre" und Bismarck sah sich veranlaßt, sich in einem Brief au den Geistlichen Andre von Roman öffentlich zu rechtfertigen. Der aus Berlin, den 36. Dezember 186ö datierte Brief möge seines charoktertstischen Inhalts wegen hier wieder- gegeben fein: Lieber Andrei Wenn auch meine Zeit knapp bemessen ist, so vermag ich nicht, mir die Beantwortung einer Interpellation zu oer- Die präsiüentsthastskanöiöaten der Deutsihnationalen. lich i welchen Zufälligkeiten sie ihre Entstehung verdankt hat: außerdem'ist letzige orau von Rhaden. wenn auch Sängerin, doch eine Dame. �cr man ebensowenig wie mir selbst jemals unerlaubte Beziehungen nachgesagt hat. Dessenungeachtet würde ich. wenn ich in dem ruhigen Augenblick das Aergernis erwogen hätte, welches viele und treue freunde mv diesem Scherze genommen haben, aus dem Be- rnch des au uns gerichteten Glases zurückgetreten fein. Sic sehen it9 Umständlichkeit, mit der ich Ihnen Auskunst gebe, daß ich .chr Schreiben als-in wohlgemeinte« aufsasse und mich in keiner aJcil« des Urteils derer, die mst mir denselben Glauben bekennen. zu uberheben strebe. Don Ihrer Freundschaft aber und von Ihrer ugcnen christlichen Erkenntnis erwarte ich, daß Sie den Urteilenden Vorsicht und Milde bei künftigen Gelegenheiten empfehlen, wir be- iurfen deren alle. Allerding, stellt ein Wiener Polizeiakt, ein Bericht des Wiener Polizeipräsidiums über den ersten Gatten der Sängerin Lucca, den Baron Rhaden. diese Geschichte weniger hormlos dar. Der vom dainaligen Polizeipräsidenten Marx und seinem Stellvertreter Weiß unterfertigte Akt hat folgenden Wortlaut: Baron Wolf Rhaden. wohnhast Bartensteinaall- 3. ge- oüriig au, Reubrandenburg in Mecklenburg, 8g Jahre alt. vro- testantisch. verheiratet, bekleidete früher eine Offizierscharge in der preußischen Armee, mußte aber wegen leichtsinniger schulden quittiere«. Zur Zeit feiner Aktiv«tat zählte Baron Rhaden zu den Günstlingen des preußischen chofes und auch de» Fürsten Bismarck, welcher mst dessen damaliger Gatin. der Säs-zerin Lucca. und zwar im Einverständnis des Gatten, mtim« Beziehungen unterhallen, den Baron selbst zu politischen Mission«! verwendet haben soll. Die Trennung von der genannten Ehegattin cefchoh infolge seines verschwenderischen SisbenswanMs, dessen Kosten bei der Vermögens- und Erwerbs- lostgkeit des Manne» die Gattin tragen mußte. Rhaden. welcher auch derzeit keine stabil« Stellung einnimmt. rimgierts, nachdem er vor längerer Zeit eine Ehampagneraagntur für ausländische Firmen betrieb, durch mehrer« Jahr« als Geschäfts. 'ührer und Negoziant bei dem am hiesigen Platz« bekannten Tskompteur und Wucherer Foederl. welche Stelle er aber infolge der Geldkrise, von der auch Foederl hart betroffen wurde, auszu- geben gezwungen Mirdx. und betreibt gegenwärtig eine Handels- ageninr. Man will bemerkt haben, daß Rhoden vor kurzem mit einigen au, Konstanllnopel hier wlgekonrmenen türkischen Kauf- l c u t« n. welche im Hotel Metropol Aufenthalt nahmen, einen rezen Verkehr unterhielt, und daß aerfelbe Lieferungen»on verschiedenen Artikeln, darunter Militärtüchern,(je- wehr co usw., noch der Türkei, respektive für die erwähnten riir- tischen Kaufleiue negozierte. Obgleich Rhaden stark verschuldet ist und von seinen zahlreichen Gläubigern gedrängt wird, führi derselbe im allgemeinen, insbeson- der« aber sein« Sattin. welch« fast täglich mit Fiatern lange Spazier- fahrten macht, zudem aber auch kostspielig- Toiletten entwickelt, ein großes Dienstperionol erhalt, und auch im Haushalt verschwenderisch gebort, einen auffalligen Luxus. Es heißt, daß für Baron Rhoden, der sich vor kurzem in argen Geldverlegenheiten befand, und mit dem Zins— derselbe zahlt 1300 Zst e» Herr o.Tlrpitz. der meisterhaste Balte«» Oder der»weise von Aon" Ludevdorff? Oder ist e» vielleicht Herr v. Oldenburg- bieger und Atlcn- klau— boulei manu? Zanuschau. der sich während des Krieges mit Erfolg bemüht ha». Deutschland auszuhungern? Oder ist es Herr Isidor Kreil, augeublick- lich im«Lefängul», von dem aoch Großes erwartet wird? Sind e» die Herren v Zitzewitz, v Carlowih oder v. Karstadt, die drei ichSusten Trümpfe in der Haud der veut chnaüoualeu? Oder ist es gar der mit besonderen slaate- mäunischeuFähIgkeiteo ausgestattete jüngste Hoheazollerueukel? utden an Jahreswiete— im Rückstand blieb, dieser rückständige ins ober von dsm nunmehrigen Gatten der Frau Lucca, Liron Wallhosen, von welcher Seite der zuweilen bedrängt« Daran ergie- big« Unterstützungen erhält, beglichen wurde: desgleichen oerlautet auch ziemlich verläßlich, daß Rhoden vor kurzem aus Berlin eine nickst imbcdeutcride Summe erhielt, und wurde die Bermutmig ausgesprochen. daß dies« Geldsendung vom Fürsten Bismarck stamme, mit dem er noch immer im Verkehr stehen soll. Der mehrerwähnte Freiherr, Bater von fünf Kindern, unter ihnen Zwillingen, ist mit einer in Fiinfhavs gebürtigen Fragners- wchler namens Adele Droßmork. die ehemals als Sängerin an einem Berliner Theater wirkte, vermählt, und selbe soll setzt Besitzerin eines kleinen Landhaus«- nächst Wien sein, welches ihr der Gatte vor einigen Jahren, als er noch lukrativ« Geldgeschäfte negozierte, zum Geschenk machte. Im übrigen steht der Genannte im Rufe eines Schulden- machers, eines schwindeltreibenden Spekulanten und«in«? zweideutigen Charatrers. Wien. S. Dezember 1877. Marx e. h. Weiß e. h. Wir wollen die in diesem Akte erwähnten Vermutungen über die Beziehungen, die Bismarck zur Sängerin Lucca. und zwar im Einverständnis ihres ersten Gatten, des Barons Rhaden, gepflogen haben soll, nicht weiter prüfen, wir wollen auch nicht an der Jntegri« tat seine? Charakters als„Privatmaiui" zweifeln. Die Vezichungen, die Bismarck als Staatsmann und Politiker unterhielt, waren'mitunter sehr zweifelhafter Natur, wie die zu Rhaden. Auch sei hier an seine Beziehungen zu Hermann Wagener erinnert, einem der bedeutendsten Führer der Konservativen, der zu den Intimsten Bis- marcks gehörte und indenÄorruptionsaffärenderGrün- dungsjahre eine große Roll« spielt«. Mögen die Geldbeträge, die Rhaden von Bismarck erhielt, nicht mit einer schmutzigen Privat- ossäre in Berbindung stehen, wie es der Wiener Polizeiakt annimmt. sondern politischen Zwecken gedient habev, woraus auch die Liese- rangen von Massen und anderen Militärausrüswngsgegenstände'i schließen lassen, die Rhaden mit jenen angeblichen türtischen„Kauf- leuten" abgeschlossen hatte, so wirkt es doch befremdend, daß der „große Kanzler" mit einem so schlecht beleumundeten Menschen über- Haupt noch Vezichungen unterhielt und ihn sogar zu politischen ei ?m kosakenöorf. Bon Maxim SorN. Ich setzte mich neben die Frau. .T>u willst dir wohl mit Gewalt den Hals brechen?" sagte ich. Sie gab keine Antwort. „Störe ich dich?" „Rein, bleib nur." versetzte sie. ließ die Arme sinken und sah mich lange an.„Woher bist du?" fragte sie dann. „Aus Nischnij.. „So weit her?.. ,• „Haft du den Burschen da gern?" fragt» ich. Zögernd und gleichsam dl» Worte zShlend antwortete sie: „Er ist nicht übel. Ein kräftiger Junge— aber sehr herunter- gekommen... Dumm scheint er zu sein... Schade um ihn: könnte was Tüchtiges leisten, wenn er am rechten Platze wäre.. Die Uhr auf dem Kirchturm schlug zwei; sie bekreuzte sich zwei- mal. ohne ihre Rede zu unterbrechen. „Es tut mir immer leid, wenn ich die jungen Menschen so um nichts zugrunde gehen sehe. Schade um ihre Kräfte! Wenn ich kömuc. ich brächte sie alle in ein gutes Brot..." ..Und du selbst- tust dir nicht leid?.. „Gewiß, auch ich tu' mir leid „Wie kannst du dich an solch einen Tölpel wegwerfen?" „Ich würde schon einen Menschen aus ihm machen, glaub'z mir? Du kennst mich nicht... Sie seufzte tief auf. „Hat er dich vorhin geschlagen? � „Nein. Laß ihn nur w Ruhe.. „Du hast doch so laut geschrien?... Sie schmiegt- sich plätzlich mst der Schulter an mich und gestand leise: „Gegen die Brust hat er mich gestoßen... Er hätte mich auch uniergctriegt. aber ich wollte nickt... Ich konn mich nicht so hin. geben, oh»« H„. und Gefühl.«'« eine«atze... Wie plump ihr doch alle s«>d!...» Dos Gespräch kam in, Stocken. In der Tür der Hütte stand jemand und pfiff leik«. als wenn er einen Hund riefe. „Do ist er.. flüstert« die Frau. „Soll ich fortgehen?" «>e faßt« mich ans Knie und sagte hostig: „Nein, bleib nur, bleib!" Der Mann w h« lür verschwand nach einer Welle. Ein unter. drückt es. schmerzliches Stöhnen entrang sich ihrer Brust. .O Gort, wie bitter leid tun mir doch all«, alle! Mes. was da lebt... alle Menschen... alles, alles... tut mir so schrecklich leid! O Herr und Bater im Himmel!" Ein Zittern überlief ihre Schultern, sie weint« und flüsterte leise schluchzend: „Wenn mir so in der Nacht olles einfällt, was ich gesehen habe, dann überkommt mich solch«in Weh um oll die Menschen... Laut aufschreien mächt' ich, über die ganze Erde hin, und find' doch keine Worte, weih nicht, wie ich's ausdrücken soll..." Ich kannte diese Stimmung und begriff sie: auch ich hatte diesen stummen, wortlosen Ausschrei in meiner Seele empfunden. „Wer bist du eigentlich?" fragte ich sie und streichelte ihren Kopf und die zitternden Schüller. Und als sie sich beruhigt hatte, begann sie mir mit leiser Stimme die Geschichte ihres Lebens zu erzählen. Sie war die Tochter eines Tischlers, der nebenbei auch Bienenzüchter war. Nach dem Tode ihrer Mutter hatte der Boter ein junges Mäd- chen geheiratet, und die Strefmuller muffte es durchzusetzen, daß die damals neunjährige Tatjana ins Kloster gesteckt wurde. Dort oer- blieb sie bis zum heiratsfähigen Aller, lernte lesen und nähen, und dann gab sie der Vater einem allen gedienten Soldaten, der in den Klostorivaldungen als Forstwatt angestellt war. zur Frau. „Ein böser Mensch war'» und ein Trunkenbold. In seiner Wach- stube trafen sich die Nonnen zur Nochtzclt mit den Herren, die zur Jagd kamen, und trieben da allerhand Unzucht. Auch mich suchte er dazu zu verleiten, und wie ich nicht» davon wissen wollte, schlug er mich so lange, bis ich schließlich nachgab. Ich verliebte mich in einen der Herren und lebte mit ihm, wie aber seine Frau dahinter- kam. scklug sie Lärm und setzt« es durch, daß mein Mann von seiner Stelle weggejagt wurde. Reich war sie und hübsch, wenn auch etwas gar zu dick, und ettrug's nicht, chn bei'ner andern zu willen. Bald darauf starb mein Mann— am Laurentiustag«, zuviel Branntwein hatte er getrunken: mein»äterchen war schon vorher gestorben. Ich ging zur Stiefmutter, di, meint« aber:„Was soll ich mit dir? Sieh' zu. wo du bleibst!"— Sie hatte ja auch recht: was sollt« ste mst mir? Ich suchte nun wieder da» Kloster auf. doch auch da war meines Bleibens nicht, wie ich bald einsah. Die alte Mutter Taissia, meine Lehrerin, riet mir:.Zieh in die W-v. Tatjana, vielleicht stn. best du noch dein Glück!" So zog ich denn aus— und ziehe hin und her, hin und her.. .Nicht richtig hast du es angefangen, dein Glück zu suchen.. .Ich verfteh's eben nicht bester, stehst du..." V. Das uächtüche Dunkel erschien nun nicht mehr wie«in gleich- mätzig schwarzer, undurchdringlicher Borhang, e» war a» einige» Stellen durchsichtiger geworden, während es an anderen schwere, dichte Fallen bildete. Ich schaute in die dunklen Augen der Frau: sie hatten einen trockenen Glanz und«inen melancholisch-naiven Ausdruck, wie bei einem halbwüchsigen Mädchen. „Sonderbar bist du doch.. sagte ich zu ihr. „Ich muß schon so genommen werden, wie ich bin!" versetzte sie und beleckte stch mll der dünnen Kotzenzunge die Lippen. „Was suchst du eigentlich in der Welt?" „Ich weiß schon, was Ich suche. Einen ehrlichen, fleißigen Mann will ich mir suchen, und dann nehmen wir zusammen ein Stück Land in Besitz... irgendwo bei Reu-Athos. ich kenne dort sehr schöne Stellen, bin dort gewesen. Einen Fruchtgarten ttchten wir uns ein, einen Gemüsegarten, auch ein Stück Ackerfeld... eine richtige Wirtschast!" Ihre Motte klangen immer bestimmter und zuversichtlicher. „So recht behaglich mächt' ich leben.,. 0 Gott, wenn ich das einmal erreichen känrnel... Zuerst muß ich freilich den Mann finden.. Ihr Gesicht hatte etwas so Trauliches, ihre Augen blickten sonst in die entweichende Nacht und ruhten freundlich aus allem, worauf ihr Blick siel. Mir tat sie tief innerlich leid, daß ich dem Weinen nahe war» und um das zu verbergen, sagte ich scherzend: „Könntest du mich nicht dazu gebrauchen?" Ein leichte» Lächeln huschte über ihr Gesicht. „New... du eignest dich nicht dazu.. „Warum nicht?" „Well du anderes im Sinne hast,. „Wie kannst du«iston. was ich im Sinn« habe?" Sie rückte von mir ab und sagte trocken: „Ich seh' dir'» an den Augen an... Reden wir nicht davon» es hat keinen Zweck..." Wir saßen aus einem knorrige« Eichenklotz, der genz schwarz war von Feuchttgkeit Sie klopft« mtt der flachen Hand aus den Klotz. .Und du selbst," begann sie plötzlich und rückte wieder näher zu mir heran—.was suchst du eigentlich?" .Nichts. Ich will nur sehen, wie die Menschen leben.. .Bist du allein?" »Ganz wie ich. O Gott im Himmel, wieviel einsame Mensche» gibt's doch in der Well!" Dl« Ochsen erwachen und brüllen leise, es klingt, als ob irgendwo in der Ferne ein blinder Greis den Dudelsack spiell». Dom Kirchturm erschallen vier gellend« Glockenschläge. (Fortsetzung folgt) Missionen gebrauchte. Es dürfte dies wahrscheinlich eine jener für die monarchisch- imperialistische Diplomatie so charakteristischen, unterminierenden Missionen gewesen sein, für die die Regierungen nachher jede Verantwortung ablehnten und für die gerade die Türkei zu dieser Zeit ausersehen war. Doch auch auf den preußischen Hof wirft es ein sonderbares Licht, Individuen vom Schlage eines Rhaden als Günftlinge protegiert zu haben. Bismarck war bei der Vermählung Rhadens Trauzeuge, und die Prinzessin Friedrich Karl von Preußen übernahm die Paten schaft der Tochter Rhadens. Und dieser Günstlinge" gab es am preußischen Hofe so manche. n Den nationalistischen Rettern des Vaterlandes, deren Herzen wegen gewisser Korruptionsaffären der Gegenwart von schweren Sor gen beklemmt sind, sei dieses Milieu- und Sittenbild aus den hohen und höchsten Kreisen der alten guten monarchistischen Zeit zu nach denklicher Betrachtung empfohlen. Korruptionsaffären find fein Charakteristikum der Republik. Der Unterschied zwischen damais und jetzt ist nur der, daß die demokratische Verfassung der Aufdeckung solcher Affären und damit dem gesellschaftlichen Gefumdungsprozeß förderlicher ist als die Monarchie es war, die den Schmutz, den die bevorzugten Kreise produzierten, zu vertuschen und zu bemänteln wußte, so daß er erst jezt allmählich ans Tageslicht kommt. Deutschlands Faßriesen. Wer dächte nicht sofort an Alt- Heidelberg du feine?" Dori, in Keller des Heidelberger Schlosses wird das bekannte große Weinjaß aufbewahrt. Wein befindet sich leider nicht mehr darin. Das unter Kurfürst Karl Ludwig erbaute, mit dem furfürstlichen Wappen und reichlichem Schnißwert versehene Faß hat eine solche Höhe, daß ein Mann mit einem Spieße darin bequem stehen kann. Es faßt 236 Fuder( 236 000 Flaschen). Eine Treppe von 50 Stufen führt hinauf auf das Faß, auf dem oben ein Altan mit Geländer ange bracht ist, auf dem 6 Baare bequem tanzen können. 24 eiserne Reifen halten den Koloß zusammen. Daneben steht das in Holz geschnitzte Standbild Perfeos, des Hofnarren des Kurfürsten Kari Philipp. Bei der Zerstörung des Heidelberger Schlosses durch die Franzofen Ende des 17, Jahrhunderts wurde auch das große Faß teilweise mit zerstört. Zur Wiederherstellung benötigte man zwei neue Böden non je 62 Schuh im Umkreis und 15 Dauben von je 30 Schuh in der Länge. Später ließ Kurfürst Karl Theodor noch ein zweites großes Faß( aber doch fleiner, als das erste) bauen, das ebenfalls noch vorhanden ist. Ein ebenbürtiges Seifenstück zum Heidelberger Faß befindet fich in der Bergfeste Königstein bei Dresden. Dieses mißt 16 Ellen in der Länge und 11 Ellen in der Höhe. 132 eiserne Reifen unispannen diesen Riesen, der über, 276 Fuder in seinem Bauch ausnehmen kann. In der Abtel Salmansweiler befand sich ein Faß von solchem Umfang, daß durch sein Spundloch einst ein Mönch hineingefallen und darin ertrunken sein soll. Hatte der weinlüsterne Mönch wohl den edlen Trank probieren wollen? Das große Tübinger aß, das im Jahre 1548 gebaut wurde, war 24 Schuh lang und 16 Schuh hoch. Das Faß zu Grüningen im Halberstädtischen, hatte, gefüllt, ein Gewicht von 3448 3entnern und hatte 6000 Reichstaler zu bauen gefoftet. Auch im Keller des Schlosses Würzburg, sowie im Schloß feller zu Aschaffenburg liegen einige Weinfässer von respettabiem Umfang. In neuerer Zeit hat ein rheinischer Weinindustrieller, Dr. Wilhelmi, in seinem Keller in Hattenheim einen Faßriesen aufstellen lefsen, der denen von Heidelberg und Konigstein allerdings nachsteyt. Dieses Faß tann 64 000 Flaschen in seinem Bauch aufnehmen. Nur für Herren! Oskar Voelker. Direktor der Berliner Bolts Lightheilanstalt. Berlin R., Invalidenstraße 130( Stettiner Bahnhof hält auf Wunsch zahlreicher Damen 5 Herren- Vorträge ( Nur für Herren über 18 Jahre.) Montag, den 9. März, Tactisches Zelt, Charlottenburg. Berliner Ste. 53. Dienstag, den 10. März, Boruffia- Feftfäle, Weißenfee, Berliner allee 211/215. Mittwoch, d. 11. März, Baßenhofer, Chauffeeftr. 64. Donnerst., d. 12. März, Andreas- Festsale, Andreasffraße 21. Freitag, den 13. März, Hohenstaufenfäle, Reutōlin, Rottbuser Damm 76. Warum find so viele Frauen unterleibstrant? Wodurch entstehen Unterleibsleiden. wie Entzündungen, Fluß, Berlagerungen, Knidungen, Senkungen, Geschwülfte? Welche Ursachen haben Rüdenschmerzen, Schmerzen tief im Kreuz, fomie Schmerzen im Leib und in den Seiten? Wodurch entstehen schmerzhafte und allzureiche Perioden und welche Krankheiten fönnen daraus entstehen? Wie verhütet umb wie heilt man Frauenleiden möglichst ohne Operation? 2. Teil( mit Lichtbildern): Ein Blick in das Innere des weiblichen und männlichen Körpers. Die Entstehung und Entwicklung des menschlichen Körpers. Was weiß der Mann und was muß er wiffen von den jogenannten Männerteiden, welche fo furchtbares Unheil noch in der Ehe anrichten. Eintritt 60 Pf. bis 1 Mt. einschl. Stener. Anfang 8 Uhr. Kaffenöffnung 7 1hr. Nach jeht vollendetem Umbau zählt die Anffait mit zu den größten Anstalten Deutschlands für operationslose Behandlung von Frauenlelben. Die Be handlung von Frauenleiden erfolgt in dee Auftalt, je nach Lage des Falles, mittels Beftrahlungen, Thure- BrandMaffage, Diathermie( Durchwärmung innerer Organe, besonders der Unterleibsorgáne), Höhenfonne, Lichtbäder, Wafferheilverfahren, Badungen und Homöopathie; außer dem besitzt die Anstalt ein eigenes Röntgenfabinett. Sprechzeit: 10 bis 1 und 3 bis 6 Uhr, Donnerstags und Sonntags gefchloffen. Ausschneiden! Aufheben! Welcher, aroeitstreudige Motorrad. schlosser wünscht Beteilig.? Räume. Kapital vorhand.. evtl. Wohngeleg. Bevorzugt Reflektanten mit etwas Kapital, Werkzeug. Kodlin, Blankenfelder Str. 13 Küchen Nur für Herren! Schwerhörige gegen Bar u. Tellzahlung abgus nach Anleitung. Kein Sörrohr, Fix und fertig mit Rahmen: M. 66.-, 79.-, 96.- usw., m. Anrichte M.108.-, 124.153.-, 165.-, 195.- usw. bei freier Lieferung. Brunnenstr. 160 Elagang Anklamer Straße Küchen- Schatz aufen und tragen die neue Sörtapfel mit Bergnügen. 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Aus den Angaben Herodots ist zu schließen, daß die Aegypter Rechenbretter mit senkrechten Linien verwendet und damit bereits das Dezimalsystem eingeführt haben. Jede Kolumne stellt dabei die nächsthöhere Einheit gegenüber der neben ihr liegenden Kolumne dar. Bei den Griechen wurde dies Rechenbrett Abar", bei den Römern später Abatus" genannt. Die Römer haben das Rechnen von den Griechen gelernt. Die römischen Kinder mußten auf ihre Rechentafel, den Abakus, mit einem Holz- oder Steingriffel Striche ziehen und in die so entstehenden Kolumnen die Steinchen( calculi) hineinlegen und auf diese Weise die einfachsten Rechenaufgaben lösen. Daher rührt das heute noch gebräuchliche Wort falfulieren". Daneben wurde auch noch eine andere Tafel mit Einschnitten benutzt, in der sich verschiedene Knöpfchen befanden und mit der sich Additions- und Subtraktions aufgaben leicht ausführen ließen. Erst im alten Bagdad hat sich in nachchriftlicher Zeit jene wiffenschaftliche Auffassung von der Zahl ausgebildet, die die ganze spätere Entwicklung beherrscht hat. Im Jahre 773 tam hierher eine Gesandtschaft aus Indien, die nicht nur die Kenntnis der indischen hier aus verbreitete sich dann diese Rechenkunst durch die ganze Welt, Rechenkunst, sondern auch aftronomische Tabellen mitbrachte. Von nachdem zuerst die Araber sie erlernt hatten. Besonders wertvoll auch die Chinesen verwendeten bereits eine Rechentafel, den„ Suanwar diese Rechenmethode durch die Einführung der Null. Aber pan", mit dem sie mit einer so großen Geschwindigkeit arbeiteten, Hilfe ihres Suan- pan viel schneller mit den ihnen gestellten Rechendaß Reisende aus dem Westen erklärt haben, die Chinesen seien mit aufgaben fertig geworden als die Reisenden selbst. Schon die Kinder lernten sich des Suan- pan binnen zwei Monaten mit der größten Geschwindigkeit bedienen. In Europa findet sich das Rechenbrett sogar noch im 12. und 13. Jahrhundert. Schließlich ist man aber dazu übergegangen, an Stelle der Rechentafel nur ein Liniensystem auf einer Holztafel einzuführen, auf der die Rechenaufgaben vorgenommen wurden. Auch in den Klosterschulen ist die Rechentafel lange benutzt worden. Unter den Rechenbüchern für die Praxis find die befanntesten die von Adam Riese( geboren 1492, gestorben 1569). Und heute noch pflegt man, wenn man die Genauigkeit einer Rechnung bezichnen will, Dr. M. 6u sagen, das sei so und so nach Adam Riese", Falsche Autographen. Autographen sind sehr viel häufiger unecht, als die Sammler felbft ahnen. Darüber wird von sachfundiger Seite im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel geschrieben: Rein Jahr vergeht, ohne daß nicht mindestens zweimal Robert Blums letter Brief aufgefunden und den Samm lungen angeboten wird, oft geradezu mit phantastischen Erwartungen, Bedingungen und Breisbemessungen. Sogar eine Ansichtssendung aus Amerika durch Bantvermittelung ist schon gemacht worden. Ausnahmslos erwiesen sich die vorgelegten Stüde als Fatfimiles, die meist aus der befannien Biographie Robert Blums von seinem Sohn Hans Blum stammten und ohne jede Schwierigkeit als Nach bildungen erkennbar waren. Es gibt überhaupt mehr Faksimiles, als der Laie gewöhnlich annimmt. Richt wenige Schiller- Briefe, die in Privatbesik auftauchen, recht viele historische Zeitungsnummern, die als Seltenheiten gehütet werden, find weiter nichts als Nach bildungen älteren Datums. Es fällt oft recht schwer, die freudige Hoffnung der glüdlichen Finder zu enttäuschen, die sich gar nicht Denfen tonnen, daß aus verstaubten Räften etwas anderes als ein Rostbarkeit zum Vorschein komme, aber es bleibt nichts anderes geschehen." übrig, und es fann auch in der Deffentlichkeit nicht häufig genug Künstliches Tageslicht. Es ist bekannt, daß unsere fünstlichen Lichtarten, ob es nun Petroleum, elektrisches oder Gaslicht ist, nicht. denselben Charakter wie das Tageslicht befizen. Beim Einkaufen von Gegenständen, bei denen die Farbe eine Rolle spielt, macht sich das oft unliebjam bemerkbar. Es gibt Lichtarten, die selbst so grobe Unterschiede wie Grün und Blau verschwimmen lassen. Wie amerifanische Zeitungen melden, ist es dem amerikanischen Physiker Dr. H. E. Jwes nunmehr gelungen, ein Licht herzustellen, das dem Tageslicht vollständig gleich ſein soll, ſo daß sich keine Unterschiede zwischen natürlicher und fünstlicher Beleuchtung mehr ergeben. Er hat dieses Ergebnis dadurch erzielt, daß er das Licht einer gewöhnlichen Gasglühlichtlampe durch zwei Lichtfilter gehen ließ, welche die Nebenftrahlen, die das tünstliche Licht enthält und die den Unterschied bewirken, absorbierten. Der eine Filter besteht aus einem grünlich ges färbten Glas, der andere aus einer roten Gelatine. Abgesehen von Bequemlichkeiten beim Einkauf, wäre das fünftliche Tageslicht auch für viele Industriezweige, die nur bei Tageslicht arbeiten können und im Winter daher auf eine sehr kurze Arbeitszeit angewiesen sind, von großer Bedeutung. Geburtenrüdgang in England. Einer offiziellen Statistik zu folge betrug der Geburtenüberschuß in England und Wales im Jahre 1924 257 016, während der Durchschnitt der vorausgegangenen 5 Jahre 335 352 betrug. Der Rückgang wird nicht der Verminderung 3610 vermehrt hatten, auch nicht der vermehrten Sterblichkeit, die der Eheschließungen zugeschrieben, die sich im Vergleich zu 1923 um prozentual einen Günftigkeitsrekord darstellt, sondern lediglich der geringen Fruchtbarkeit der Ehen. Die Geburten stellten im vergangenen Jahr nur 17% pro Mille der Gesamtbevölkerung dar, was mit Ausnahme der Kriegsjahre 1917 und 1918 einen Liefstandsreford bedeutet. Chen, die nach dem Tode geschlossen werden. Eine sehr eigenartige Form der Che scheint bei den afrikanischen Basutos üblich zu sein. Wie der Missionar Alois Krieger feststellte, werden toten Männern dort noch Frauen anperlobt. Pater Krieger hatte einen Täufling getroffen, der mit einer Frau verheiratet war und von ihr Kinder hatte. Später stellte sich heraus, daß der Mann auch po einem anderen Weibe, mit dem er früher gelebt hatte. Kinder besaß. Dem Anschein nach bestand eine Doppelehe. Der Missionar wollte nun den Mann wieder mit seiner ersten Frau vereinen. Indessen ließ der Mann durch Zeugen bestätigen, daß die erste Frau nach dem geltenden Recht dem Vater angehöre. Als sein Bater gestorben war, wurde ihm das Mädchen anverlobt. Der Vater hat seine nominelle Frau demnach nie gefannt. Der Sohn nahm sie zu sich. Die Kinder erhielten nicht seinen Namen, sondern den Namen seines Baters. Welche rechtlichen Folgen diese Verhältnisse haben, konnte noch nicht festgestellt werden. Ein toftbarer Walfisch. Einen überaus mertvollen Fang machte der Walfischdampfer Morote", indem er im Atlantischen Ozean einen riesengroßen Walfisch fing. Wie aus Barcelona berichtet wird, enthielt diefes Tier fast 248 Pfund Ambra, den wachsartigen Stoff, der in der Parfümindustrie so hoch bezahlt wird. Gewöhnlich findet man diesen Stoff nur in Mengen von höchstens ein Paar Pfund in jedem Balfisch. Das Ambra, das in dem Riesentier stedt, hat einen Wert von etwa 260 000 Mart. Recht und Unrecht. Der Göttinger Gelehrte Lichtenberg wurde einft in einer Gesellschaft über den Unterschied von Recht und Unrecht gefragt. Er gab folgende Antwort: Um sicher Recht zu tun, braucht man nur wenig vom Recht zu wiffen, allein um ficher Unreht zu tun, muß man Rechtswissenschaft studiert haben." Complets die große Frühjahrs- Mode Complet: Kleid aus seidenartigen 98Stoffen in anarten Karostellungen mit Wollripsgarnitur, dazu passender Mantel aus Tollrips in vielen modern Farben 916 Tackenkleid für Sportu. Straße, aus reinwoll, imprägnier 50 ten, sportfarbig. Stoffen, jugendliche Form, Jacke auf Serge gefüttert.49.99 Mantel aus reinwoll Tuch, in verschiedenen Farben, flotte Formen in allen Weiten 29.50 Mantel ausreinwoll feinen Rips, viele moder ne Farben, flotte Formen in allen Weiten 59MAASSEN Leipziger Str.42, Ecke Markgrafenstr. Oranienstr. 165am Oranienplatz Rütter Sonntag 8. März 1925 Aus der Film- Welt Die Filme der Woche. Der Flug um den Erdball. Ufa- Theater am Kurfürstendamm. Seit Jules Vernes Reise um die Erde hat sich die Verkehrs: technit außerordentlich vervollkommnet, dagegen ist die Technik, eine folche Begebenheit darzustellen, im wesentlichen dieselbe ge blieben. Wie Jules Berne ipannen auch die literarischen Mithelfer des Fluges um den Erdball, Willi Wolff und Robert Liebmann, die malerischen Szenerien in eine romanhafte Handlung voller Spannung und Abenteuer. Colin Roß dagegen hatte als Weltreporter den nüchternen sachlichen Weg eingeschlagen, gute Filmbericht erstattung über verschiedene auf einer Weltreise ausgesuchte inter effante Punkte und Sitten zu geben... Also in Paris ist ein Wettkampf ausgebrochen zwischen zwei Flugzeugfabriken, deren eine von dem großen strupellosen Geschäftsmann Renard geleitet wird, der über Leichen zu schreiten weiß. Die andere ist fapitalschwach, steht vor dem Bankrott und hofft, sich durch einen auf fehenerregenden Weltflug zu sanieren. Robert Rig hat das Un glüd, beim Probeflug mit seinem neuen Motor abzustürzen, aber feine Schwester, Ellinor, nimmt das Projekt des Fluges um die Erde in 13 Tagen wieder auf und beginnt mutig die Fahrt. Die Gegenseite, die fein Mittel unversucht läßt, um den Flug zu ver hindern, da sie mit ihm nicht tonfurrieren kann, weiß den bestellten Monteur rechtzeitig zum Mitflug unfähig zu machen und an seine Stelle einen als Mörder verrufenen ehemaligen Gesandtschaftsattaché einzuschmuggeln mit dem Auftrag, das Belingen bes Fluges auf jede Weise zu vereiteln. Im Moment der Abfahrt stellt fich auch noch der pfiffige Berficherungsagent Paul Piquet ein, der die Sicherheit der bei seiner Gesellschaft hochversicherten Ellinor überwachen soll. Zwischen diesen brei Personen und den von Renard engagierten Gegenspielern, die überail, mo das Flugzeug landet, ihre Machinationen ins Werk segen, spielt sich nun der Kampf ab. Harry Turner, der angebliche Mörder, fommt zunächst seinem Auftrag nach, den Flug auf jede Weise zu erschweren, aber im weiteren Berlauf der Reise gewinnt er Bertrauen zu Ellinor, gesteht ihr die Rolle ein, zu der er gebungen ist, und macht sie zum Bertrauten feines einstigen Abenteuers in Colombo, das ihn aus der Gesellschaft ausgestoßen und zum Spielbalk der internationalen Bolizei gemacht hat. Er ist in Wirklichkeit unschuldig und nur durch die Rache eines eifersüchtigen Orientalen, dessen Frau ihm ihre Gunst erwiesen hatte, in den furchtbaren Berdacht geraten. Ellinor tröstet ihn und verspricht ihm zu helfen, feine unschuld zu erweisen. Er ist von nun an ihr ergebenster Freund und Helfer. Aber Renard setzt von Paris aus alle Hebel in Bewegung, um den Flug froßdem zu vereiteln. In Kairo merden die Teilnehmer von der Gegenpartei auf ihrer nächtlichen Flucht irregeführt, aber fie erreichen trotzdem Suez, wo das neue Flugzeug bereit ist. Ein Kampf mit Renards Motorboot fett auf Leben und Tod ein. In Aden werden die Flieger wegen Bestverdachts festgehalten. Auf der nächsten Haltestelle in Colombo wird die Polizei benachrichtigt, daß der lange gesuchte Turner mit im Flugzeug ist. Er wird in der Tat in der glänzenden Gesellschaft, die Ellinor zu Ehren gegeben wird, entdeckt und, als er sich mit seinem alten Gegner in einen Rampf eingelassen hat, von der Polizei abgeführt. Aber der brave Piquet, der immer im geeigneten Augenblid für neue leberraschungen sorgt und so wiederholt zum Retter der beiden anderen wird, greift ein, entführt die bereits Gefesselten mit dent Auto der Polizei. Sie fönnen zur Fortseßung ihres Fluges aufsteigen, aber am nächsten Morgen werden sie von einer Flugzeugabwehrbatterie in Südindien herabgeschoffen. Die Fahrt wäre zu Ende, wenn nicht( Fortsetzung folgt). Wie man sieht, ist die Handlung voller Spannung. Die Sent fationen fehlen nicht( der Absturz der brennenden Flugzeuge in Paris vor einem Bublifum vor Tausenden, der Kampf zwischen dem Motorboot und Flugzeug in Port Said). Für humoristische Zwischenfälle sorgt in reichem Maße der ultige Piquet. Daneben fteht natürlich das Technische im Vordergrund. Aber auch die land. schaftlichen Bilder spielen erfreulicherweise ihre Rolle. Ansichten aus Paris, aus den engen Gaffen Genuas, eine Autofahrt durch die Basarstraßen Kairos, ein nächtlicher Bug hoch zu Kamel durch die Wüste an den Pyramiden vorbei, und vor allem die wunder pollen Bilder aus Colombo( auf Ceylon) mit ihren herrlichen Balmenwäldern erfreuen das Auge. Der Regiffeur Willi Wolff hat also die Elemente geschickt gemischt und auch die richtigen Darfteller ins Treffen geführt. Reinhold Schünzel ist der mit allen Bassern gewaschene, vor feinem Mittel zurückschreckende Fabrikant, Ellen Richter die frische mutige, jeder Situation gewachsene Flugzeugführerin, die auch die Herzen ihrer Gegner gewinnt und nachher tatkräftig für fie einsteht. Sehr fympathisch wird ihr Bruder von Bruno Kastner dargestellt. Der kleine Bersicherungsagent Biquet ist Hans Brausemetter, der einen famofen Typ aus ihm macht. Auch die übrigen Rollen sind alle charakteristisch beseßt, vor allem der Orientale Partrenos mit Mag. Landa. Die Erwartungen sind gespannt. Was wird die Fortsetzung der Reise bringen? Die Venus vom Montmartre. Marmorhaus. Dieser deutsche Film spielt in D. Baris( wie Ellen Richters Flug um den Erdball). Friedrich 3elnit, der ihn für Lya Mara in Szene gefeßt hat, tnüpft an die romantische Tradition vom Montmartre an( die schon lange feine Wirklichkeit mehr ist, aber ihre Zugkraft bewahrt hat) und gibt uns die rührende Geschichte rom fleinen Mädel, das im Wagen fahrender Künstler bei Neapel ( gerade als der Besuv ausbrach) geboren und von einem alten Artisten auf dem heiligen Berge aufgezogen wird. Sie ist der Liebling des Artistenvöllchens, ber sie auch bleibt, als ihr Talent als Tänzerin entbedt wird und sie zum Triumphe führt. Diese Bor. gefchichte erfahren wir, ols fie als" Benus vom Montmartre" das Herz eines Bringen erobert hat und nun ihr Leben überschauend gludselig im Bette liegt. Alle fleinen Mädchen wollen Tänzerinnen werden und einen Prinzen heiraten und deshalb lieben sie solche Filme als Ersatz für die Wirklichkeit, die leider ihr Versprechen meist nicht hält. Belnit weiß das, und deshalb bekommt Joujou ( auf deutsch Spielzeug) bas heißt die Tänzerin ihren Prinzen, nachdem beide alle Prüfungen bestanden haben, nachdem die Gegenspielerin, die verheiratete Gräfin, alle mittel vergebens versucht hat, um den Prinzen zu halten, nachdem beide Liebende in Heroismus sich überboten haben( der Prinz rettet sie zum Schluß aus dem brennenden Theater). Zwischendurch werden heitere und humoristische Genrebilder aus dem Leben der Künstlerbohèmiens vorgeführt, in denen Murger beschworen wird. Szenen aus dem eleganten Theater, in dem Joujou auftritt, bringen die jest unver meiblichen Trillergirls, die von den Preußen das Hochschmeißen der Beine in Kompagniefront übernommen haben und als Blüte der europäischen Körperkultur gelten. Sturzum es ist alles da, was gewisse Filmfritifer als notwendige Bestandteile eines deutschen Filmluftspiels ansehen. Vor allem Lya Mara, die Göttin des Liebreizes, der Anmut, der ewigen Jugendfrische". In der Tat ist fie in vielen Sätteln gerecht, vor allem auch als Varietéstern. Echärfere Konturen zeigt Olga Tschechoma als eifersüchtige Gräfin. Gute Charakteristen steuern Rarl Blaten( ber alte Artist), Hermann Picha und L. von Ledebour bei. T. Eine psychologische Studie. Wenn ein Film den Titel Heiratsschwindler"( Alhambra Rurfürstendamm und Richard Oswald Lichtspiele) trägt und Reinhold Schünzel die Hauptrolle spielt, dann find die Filmbefliffenen von vornherein auf ein interessantes Wert gespannt. und wenn man dann Reinhold Schünzel gleich in den ersten Szenen betrugsbereit im Café fizen und mit einer weißen Nelte wedeln sieht, weiß man, er wird nicht nur eine Type, sondern eine fein durchdachte Charakterstudie zur Darstellung bringen. Was man mutmaßt, wird Tatsache. Es handelt sich um einen Film, der ernsthafte Beobachter befriedigt. Es ist, als lese man die Heiratsanzeigen gutbürgerlicher Familienblätter und gestalte mit etwas Bhantasie sich alle Weiterungen aus. Das Schwindelgenie ist die Lichtquelle, an der sich alle Motten verbrennen. Zuerst das Dienstmädchen, das um seine Ersparnisse gebracht wird( Uschi Elleot). In bunter Reihe schließen sich an die hintergangene fleißige Witwe( Käthe garete Kupfer), die enttäuschte höhere Tochter( Eri Eva) und Haad), die genießen wollende Dame mit dem Umbausofa( Marselbst die Dame von Welt und Lebensart( Erna Morena). Nur eine steht sich verhältnismäßig gut, das ist die ziemlich resolute und anspruchsvolle Lebedame, die sich aus der Frau für eine Nacht in ein Berhältnis für Monate verwandelt, falls es der Geldbeutel des Mannes aushält( Erita Gläßner). Schünzel führt seine Rolle mit vielen Feinheiten durch, und als er zum Schluß bei seiner Ber18 2A Beilage des Vorwärts haftung ausruft: So sind die Weiber", wird doch ein Problem berührt, das nachdenklich stimmt. Carl Boeses Regie entgleiſte niemals, ja, sie war diesem heiflen Thema so gewachsen, daß man teinen moment einen Absturz befürchtete. Mug Greenbaum lieferte eine saubere photographische Arbeit, wie man sie von ihm gewohnt ist. Warum man sich aber in der Alhambra leicht befleideter, barfüßiger Kinder, die im Borraum allen möglichen Ertältungsgefahren ausgefeßt find, als lebender Reklame bedient, ist nicht verständlich. geschmackvoll. Diese Aufmachung wirft weder originell noch O, Schmalztopf der Gefühle! 9 c. b. Des Königs Grenadiere"( S ch a uburg) ist ein Film, der alle geistigen Ansprüche und die tiefften seelischen Gefühle des echten, rechten Spießers poll befriedigt. Drei Afte lang gibt's nur Militärmusit, Marschschritt, Kasernenhofdrill usm. Manches Aufmarschieren tommt einem freilich furchtbar schlapp vor, aber die Hersteller hatten einen militärischen Berater, folglich muß in militärischen Dingen alles stimmen; jedoch gesellschaftlichen Schliff haben die Filmoffiziere nicht für fünf Pfennige. Dabei wird gerade auf das Gesellschaftliche so viel Wert gelegt und vom Gartenfest bei Seiner Erzellenz find Bilder fabriziert worden als ob ein Liebhaberphotograph mit nicht funktionierendem Blitzlicht gearbeitet hätte. Ueberdies ist auf den guten Ton der größte Wert gelegt, und wenn ein Leutnant von Maltitz seinen Burschen„ Du Esel" nennt, dann ist ob dieser Huld jede nicht vom demokratischen Geist angetränkelte Untertanenseele entzückt. Das alles ergibt das Bild von deutschem Glanz. Dann tommt das Bild von deutscher Not. Die Inflation trifft die Offiziere ( andere Leute natürlich nicht) furchtbar. Ein früherer Hauptmann wird sogar, von da ab kann der Spießer nur noch mit Tränen in den Augen folgen, Chauffeur. Und was diese feinfühligen, edlen Leute alles erdulden müssen, wenn sie mit dem Volt in Berührung fommen, es ist schrecklich. 3. B. fälls da, in wirkungsvollster Szene, einem alten, ausgemergelten Mann ein schwerer Sack von seinem Handwagen. Drei Berufschauffeure wollen sich totlachen, als der alte Mann den Sack nicht aufheben kann, der Edelmann- Chauffeur aber ist dem Alten behilflich. Doch verliert der Edelmann- Chauffeur seine Stellung, weil die Chauffeure streiken und feine Streitbrecher dulden. Aus welcher Laune heraus er nach Streifabbruch nicht wieder als Chauffeur geht, wird nicht erklärt. Er mird Vorarbeiter bei einem Tunnelbau, weil die Königsgrenadiere, die fich laut Filmtext ihre alte Gesinnung nicht rauben lassen, ihn dorthin rufen. Dann ereignet sich ein Stolleneinsturz. Die Arbeiter, denen 20 000 Goldmark geboten werden, weigern sich, ihre Kameraden zu retten, aber der Herr Am Dienstag, den 10. März auptmann und die ehemaligen Königsgrenadiere dringen vor unib Berlins große Sensation!!! Die Blumenfrau vom Potsdamerplatz Sunderttausend Leute eilen tagsüber über den Potsdamer Play. Tausend große und kleine Tragödien finden ihren Anfang und ihr Ende in diesem Herzen des großen Berlins. Inmitten dieses Zentrums des rauschenden Großstadtlebens sigt, von bielen laum beachtet... die Blumenfrau. 808 Was sieht sie? Was erlebt sie? in diesem Wirbelsturm des täglichen Geschehens...?! Gleichzeitig in Primus- Palast Alhambra Potsdamer Straße an Pflichtgefühl gewöhnt, vollenden sie das Rettungsmert. Als Belohnung wird der Herr Hauptmann nicht die 20 000 Goldmark, sondern seine Jugendliebe, die Witwe seines Freundes, die zwar aus Pflichtgefühl inzwischen einen Schieber heiratete, bekommen. Diese Dame beschwert mit Rührseligkeit viele Atte. Dabei erhält doch eine Offizierswitme mit Kind vom Staate immerhin eine Versorgung, die man auch mancher Arbeiterwitwe wünschen möchte. Die Hauptdarstellerin war anwesend. Hoffentlich benutzt sie ihren Berliner Aufenthalt dozu, sich ein paar gute Filme anzusehen, damit fie einen Begriff von Filmschauspieltunst erhält. Es spielt eine Militärkapelle und der Kommißselige schreit bereits hurra, bevor der Vorhang hochgeht. Erwähnt soll noch werden, daß in diesem Bavaria Film fich um die Erleuchtung der deutschen Untertanen durch den alten Geist Herren bemühten, die so vertraut deutsch klingende Namen" führen, wie Géza von Bolvary, Gida von Lazar, Koutensfy, von Barany, Welty und Widegky. e. b. Die öffentliche Aufführung des Palästina Films wurde wegen der Landestrauer auf den 15. März verschoben. Der im Primus- Palast im Beiprogramm laufende Film Die Sonne der Stadt" erläutert in vollstümlicher Form das granbipfe Problem, wie die Braunkohle am Orte ihres Borkommens burch gewaltige Werte in elektrische Energie verwandelt wird und wie diese Energie durch meilenweit sich dahinziehende Hochspannungsleitungen an den Ort ihres Verbrauchs geführt wird. In Stockholm ist eine neue Filmgesellschaft unter Beteiligung der Weft i gegründet worden. Die Beitung bat Ostar Hemberg, ber langjährige Direktor ber Svenska. Als erster Film wird Jerusalem" nach dem Roman von Selma Lagerlöf hergestellt. Der Regisseur Fris Kaufmann hat soeben mit der Arbeit an seinem Film ,, Eine Bummelfahrt durch Italien", den er für die Deulig breht, begonnen. Die Deulig will in diesem Film einen unterhaltenben unb originellen Streifzug durch Italien geben. Senny Porten beginnt bemnächst mit den Aufnahmen zu dem Film ,, um ein aar Das Manuskript ist von Robert Liebmann und Walter Supper nach einem Roman von Hugo Bettauer verfaßt. Regie: Carl Froelich. Das sechsaftige Filmbrama muß die Frau Mutter werben? wurde vor einigen Tagen einem fleinen Kreise vorgeführt.... Der Film läuft nun bis 14. März im Kammermusifhaus Süßowstr. 112, täglich um 5, 7 und 9 Uhr mit einleitendem Vortrag burch ein Borstandsmitglieb der Gesellschaft für Sexualreform. Die neue Wochenschau der Deulig widmet ihre ersten Bilder den Opfern des Grubenunglücke auf der Zeche ,, Minister Stein". Wir sehen, wie auf der Beche die schwarze Flagge auf Halbmaft gezogen wird und Bilder von den allerersten Rettungsmaßnahmen für die wenigen Ueberlebenben. Eine Reihe merkwürdiger Bilder werden aus Amerika gebracht, ein riesiges Kalksteinfeld, das durch einen Dammbruch überschwemmt und durch die hereinstürzenden Wassermassen in einen fochenben weißen Sumpf verwandelt wurde. Als das Ergebnis einer Filmexpebition in bie Unterwelt werben Aufnahmen von der Erforschung der ,, Endlosen Höhlen" von New Market( Virginia) gebracht. Tom Mix, ber Damenfreunb", ein neuer For- Film, ge langt ab Montag, den 23. b. M. in der Lichtspielbühne For im Palmenhaus" zur Aufführung. Infolge der technischen Vorbereitungen für bie Premiere ,, Die Nacht des Inferno" fann dieser Film nur drei Tage auf bem Programm bleiben. " Der im Verleih der Westfalia- Film- Aktiengesellschaft erscheinende Film: Der Schreden der eft füfte", deren in Afrika spielende Szenen bei ber Schomburgl- Expedition in Liberia gebreht wurden, ist nunmehr vorführungsbereit. Die Pan- Film A.-G. in Wien hat mit Richard Strauß und Hugo Hofmannsthal einen Bertrag abgeschlossen, ben Rofentapalier zu verfilmen. Hugo Hofmannsthal wird bas Buch bearbeiten und Richarb Wiene hat die Regie. Kurfürstendamm trauß die Musik der fülmgemäß erweiterten Handlung anpaffen. Robert Fabrikat: Domofilm. Verleih: Südfilm A.-G. Die Terra hat mit den Vorbereitungen ihres Films: Molière begonnen. Die Manuskriptbearbeitung haben Norbert Falt und Max Glaß übernommen. Täglich Die Venus vom Montmartre Marmorhaus im Regie: Friedrich Zelnik mit Lya Mara Der große Erfolg bei Presse und Publikum Wochentags: 5, 7, 9 Uhr Sichern Sie sich Plätze im Vorverkauf 11-1 Uhr Sonntags: 3, 5, 7, 9 Uhr DAS FILM- EREIGNIS DER SPIELZEIT Die Karawane RE ( The covered wagon) Die Karawane Die Karawane Die Karawane Die Karawane Paramount Pictures Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 7 Uhr: Hoffmanns Erzählungen Opernhaus Gastspiel der Reinhardt- Bühnen Heute 8 Uhr Letzte Vorstellung! ( The covered wagon) lief ( The covered wagon) lief ( The covered wagon) lief ( The covered wagon) lief tot Are Regie= James Cruze= 59 35 5322 9593 29 23 Wochen ohne Unterbrechung im New- Yorker ,, Criterion" Besucherzahl: 600 000 Personen. Wochen ohne Unterbrechung in Hollywood Besucherzahl: 710000 Personen. Wochen ohne Unterbrechung in _ Boston Besucherzahl: 300 000 Personen. Wochen ohne Unterbrechung in Chicago Besucherzahl: 250000 Personen. Uraufführung: Montag, 9. März, 910 Uhr MOZARTSAAL Haller- Revue 1925 Th.i.Admiralspalast 29. Woche 31 und 81% Uhr: Die größte Revue d. Welt: am Königsplatz Coriolan Noch und Noch 8 U.: Flieg.Holländer von Shakespeare Schauspielhaus Regie: Erich Engel 7: Pr. v. Homburg Schiller Theater 71% Uhr: Napoleon Kleines Th. Volksbühne Tägl. 8 Uhr: 21: Schluck u.Jau Die Großfürstin 7 Uhr: Wer weint 66 Heute nachm. 31 Uhr: Die ganze Vorstellung zu kleinen Preisen Central Theater um Juckenack? und der Zimmerkellner 3 U.: G'wissenswurm Deutsch. Theater 7½½ Uhr: Schmidt- Gentner dirigiert Ab Dienstag 2 Vorstellungen 71° und 90. Paramount- Groß- Film der National- Film- A.- G. Leopold Konstantin 7: Die vers. Glocke Residenz- Th. Georg Alexander Heute nachm. 4 U.: Die heilige Johanna Hänsel u. Gretel Kammerspiele 8 Uhr: Der Herr seines Herzens Nachm. 3 Uhr: Frühlings Erwachen Die Komödie Deuts Opernhaus Zu ermäßig Preisen U.: Tägl. 8 Uhr: Fledermaus Mrs. Dot Trianon- Th. Mtg. 7: Der Troubadour Täglich 8 Uhr: Yoshiwara Arnold Korff Olga Limburg Metropol- Theater Adele Sandrock Tägl. 7 Uhr: Gräfin Mariza Deutsch. Künstlertheat. Kurfürstendamm 206/207 Erich Kaiser- Titz Th. in Kommand. Str. 8 Uhr: Der Diener zweier Herren Nachm. 3 Uhr: Blanche Dergan Die deutschen Rose- Theater Kleinstädter 3 U: 1001 Nacht 3/48 Uhr: ,, Riquette" Letzte Vorstellung Operette von Oscar Straus Lustspielhaus Nchm 32 u. abds 8 ( nachm. halbe Pr.): Die Frau ohne Kuß 73/4: Berlin wie es m. Molly Wessely Theater i. d. Königgrätzer Str. weint und lacht Montag u. Dienstag 8 Uhr: Wir lassen uns scheiden Komödienhaus 8 Uhr: Heimliche Brautfahrt Berliner Theater WALHALLA 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau SCALA 8 Uhr: VARIETE. REVUE mit 18 Getrud HoffmannGirls Sonntags 880 U. ermäß. Preise! Das volle Programm amRosenthal.Tor Internationale VARIETEREVUE mit dem berühmt. Komiker Frank Pichel Versch. Kunstkräfia nen für Berint Anfang S Uhr. Platzpreise v 0.40 an Reich shall en- Theater Allabendl 8! U. u. Sonntags nachm.3 Uhr Steffiner Sänger Neu Neu! Sport- Müller Nachm. halbe Preise, volles Progr Dönhoff- Brett'l: Familien- Varieté Anf. 7% U.. Sonnt. 5% U. geschlossen Mittwoch, d.11.März 8 Uhr: Guido Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbaverdamm 8 Uhr: Der blonde Traum 7 Uhr: Premiere! Wallner- Theat. USCHI von Gilbert mit Uschi Elleot, 1/28 Uhr: Romeo u. Julia Fritz Schulz, Gertr. Theater d. Westens Berliner, KrafftLortzing, Kanisch, Tägl. 73 Uhr Berlins gr. Operett.- Erfolg Wilfan Theater des Westens Der Graf Berl. Operngastsp. Dir: Ewald Huth V. Cagliostro Heute 3 Uhr: Milowitsch, Uri, Carmen Arno, Hell m. d. ges. Ensemble Philharmonie der Gr. Volksoper 7 Uhr: an NATION Lichtspiele Kammermusikhaus, Lützowstr. 112 Flottwellstraße Am 2., 3., 4. u. 6. bis 14. März, täglich 5, 7, 9 u. Sonntags 3, 5, 7 u. 9 Uhr Der Film, von dem alle Welt spricht! Marienbad- Palast Film- u. Bühnenschau, Badstr.35-36 4 lustige Tage Muß die Frau Mutter werden? Patu. Patachon Fixu.Fax Eine Tragödie vom Kreuzweg der Liebe und Mutterschaft mit einleitendem Vortrag des Vorstandes der Gesellschaft für Sexualreform in 6 Akten. Außerdem in Uraufführung: ,, Die Tragödie einer Frau" Ergreifendes Drama aus dem Tagebuch des, Graphologen Prof. Schermann in 6 Akten. In den Hauptrollen: Erika Gläßner, Käthe Dorsch, Marg. Kupfer, Karl Auen, Harry Liedke, Hanna Ralph, Paul Otto, Max Landa usw. Eintrittspreise: 1.-, 1.20, 1.50, 2.- u. Loge 2.50.- Frauen u. Mütter, fordert überall diesen Film. 12 Komifche WINIERTEN ના 8 Uhr Oper Direktion: James Klein 8 Uhr Unsere Revue: Das hat die Welt noch nicht gesehn mit über 250 Mitwirkenden Die Sensation des Berliner Theaterlebens! Sonntag 3%, Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. 1 Kind. frei, zu halben Preisen ( 50 Pf. bis 6 Mk.) Vorverkauf ununterbrochen! Thalla- Th. Konzert Circus Busch 8 Uhr: Das Dreimäderlhaus Dirig.: Prot R.Hagel des Philharm. Apollo- Theater 8U Dir: James Klein 8 U. Die Nächte von Paris Gr. Ausstattungsoperette in 3 Akten unter Verwendung Offenbach scher Musiken Ueber 100 Mitwirkende Preise 2 bis 10 Mk. Vorverk. ununterbr. geöffnet Sonntag 2X3+ 7% Uhr Hagenbecks Elefanten 18 Rutsch der 18 Polarbären in die Wassermanege! Luft- Gladiatoren/ Luft- Equilibristen 9 Uhr: Lady Hamilton Lord Nelsons große Liebe! Nachm. halbe Preise! Die lustigen Vagabunden Zum Schluß Novitäten Spielplan. Sonnt. 31/ halbe Preise. Rauchen gestattet Deutsch-Amerik.Theater SO 16, Köpenicker Straße 68 Film: Aschermittwoch Offizierstragödie in 8 Akten Bühne: Jansen Jakobs Anf. Stes 31%, Uhr. Preise 60 Pf. b 2 M. WIEN BERLIN Jagerstr.63: ANFANG EINTRITT FREI Sonnabend u. Sonntag 1 M. Das lustigste 8 Programm Berlins Jede Nummer eine Attraktion Uhr Große Bier- Abteilung Nächsten Sonntag: Gr.Nachmittags- Vorstellung Theater am Kottbusser Tor. Tägl 8 Uhr und Sonntag nachm.& Uhr Elife- Sänger. Fabelhaftes März- Programm! 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Betriebsräte und Vertrauensleute! Um eine genaue Feststellung über Be triebe und Abteilungen zu erhalten, bie verfiirzt arbeiten( meniger als 46% Stunde wöchentlich), ersuchen wir die Betriebsräte oder Bertrauensleute der Betriebe, uns laufend Mitteilung davon zu machen. Anmeldung der Betriebe bei Kurzarbeit Abmeldung, wenn wieder vall gearbeitet wird. Meldungen im Zimmer 4. Trabrennen chtung! Junttionäre Achtung! Mariendorf Sonntag, den 8. März, nachm, 1 Uhr WEröffnung Die für Mittwoch, den 18. März, ange fegten allgemeinen Bezirksvertrauensmännerfonferenzen finden nicht statt. Die Kolleginnen und Kollegen erhalten von ihrem zuständigen Bezirksleiter Nachricht, wann die Konferenzen stattfinden. Die Ortsverwaltung. 126 Ausstellung neuer Damen- Moden Donegal- Mäntel aus guten Stoffen, tesch gearbeitet..... 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Die in den beiden Listen weiterhin benannten 60 Arbeitgeber bzw. 120 Berficherten gelten entsprechend als Gtellvertreter für die gleiche Zeit. Der für den 15. März d. 3. anberaumie Wahltermin fällt demnach aus. Die Liste der gewählten Ausschußmitglieder und deren Stellvertreter liegt in der Zeit vom 1. bis 14. März d. 3. in den Geschäftsräumen der Kasse während Schlafzimmer ,. verarbeitung, reiche Auswahl neueste Formen, erstklassige 535.725.- 875. bis 2400.- Mk. Trotz der niedrigen Preise ev. auch Zahlungserleichterungen. MOEBEL- BOEBEL BERLIN 3.42. Oranienstr.58 am Moritzplatz Alle vom Zahnschmerz Geneinigten der öffentlichen Dienſtſtunden verwenden das bewährte Zahnschmerzmittel ( 8-1 Uhr) aus. Berlin, deit 20. Februar 1925. Der Vorstand 110/1 der Ortskrankenkasse der Steinbruder und Lithographen zu Berlin. Sugo Albrecht, Adolf Kiefer, Vorsitzender. Schriftfithrer. 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