Nr.7?s ♦ 42. �ahrgana Ausgabe A Nr. 59 Bezugspreis: WZchentlickl 7V Pfennig, Reichsmark voraus zahlbar. Unter Areuzband Mr Deutschland, Dan, ig. Saar- und Memelgebiet. D-sterreich. Litauen. Luxemburg 4L0 Reichsmark, fiir das übrig« Auslaud S�>0 Reichsmark pro Monat, Der.BorwärtS' mit der Sonntags. beilage„Volk und Zeit- mit.Sied. lung und Kleingarten' sowie d«: Beilage.Unterhaltung und Wisset-' und lsrauonbeilage..Frauenstimme' erscheint wochentäglich gweimal, Sonntag« und Montag» einmal. Telegramm.Ädresse: .So�albemokrat Berlin' Morgenansgabe (w ) Vevlinev VolksblÄkt Anzetgenprelie: Die«lnfpaltig« N-nvarcilk«. ,eil« 70 Pfennig. Reklameltcile 4/— Reichsmark..Kleine Anzeigen' das fettgedruckte Wort 20 Pfennig fzitlässia zwei fettgedruckte Worie). iedcs weitere Wort U> Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 10 Pfennig, jedes weitere Wort b Pfennig. Worte über lö Buch» Naben zählen für zwei Wort«. Familienanzcigen für Abonnenten Seile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste llhinrrn« müssen bis t1-'. Uhr nachmittags im Äauvtgefchäft. Berlin SWW.Lindrn- itrafjc Z. abgegeben werden. Geöffnet von 0 Uhr früb bis 3 Uhr nachm. ZmtraXovgin der Sozialdernokfat» fehen partei Dcutfchlands Keüaktion und Verlag: öerlia Ew. öS, ÄnSenstraße Z ?ker»sprechcr: Redakiio«! T-uboff L-- Verlag: Dönhoff*506-850» Dienstag, den 10. März 195Ä5 vorwärts Verlag G.m.b.H., S erlin SV. öS, Linüenstr.Z Postscheltkonto: Verlw 375.?«— Vantkonto: Direktion der Diekouto-Gesellschaft, Deposttenkatse Linde«straste& Der Kampf um Sie praflöentfthast. Das Zentrum für Marx.- Die Demokraten für Simons als Sammelkandidaten. Am Dienstag wird das Zentrum eine vorläufige Ent- scheidung über seinen Kandidaten zur Reichsoräsidentschast fällen. Am Mittwoch wird dann der Partelansschuß der Zentrumspartei diese vorläufige Entsä�eidung sanktionieren und mit dem Kandidaten vor die Oeffentlichkeit treten. Es besteht innerhalb der Zentrumspartei eine allgemeine Stimmung für die Kandidatur Mar r und es ist anzunehmen, daß die Spitzen der Partei unter"Penicksichti- gung dieser Ausfaflung ihre Entscheidung fällen. Man kann also damit rechnen, daß Marx wenigstens im ersten W a h l g a n g als offizieller Kandidat der Zentrvmspartei für die Neichspräfidentfchaft nominiert wird. Damit ist nicht ge- sagt, daß die Kandidatur Stegerwald schon voll- kommen erledigt ist. Die Bemühungen der Rechten gingen auch am Montag dahin, das Zentrum für eine gemeinsame Kandidatur Stegerwald zu gewinnen, und es gibt gewisse Zentrumskreise, die sich ebenfalls eifrig in diesem Sinne be- tätigen. Die demokratische Reichstogsfraktion hat inzwischen auch zu der Reichspräsidcntenwahl Stellung ge- nommen und den Fraktionen mit Ausnahme der Kommunisten und Deutschvölkischen folgenden Brief übermittelt: „Die Vorarbeiten zur Reichspräsidentenwahl lassen erkennen, daß die Gefahr einer erneuten Ausreißung der alten Verhängnis- vollen Klassengegenfätz? täglich wächst. Eine Wahlbewegung, in der eine größere Anzahl von Kandidaten und Parteien aufträten, würde die Gegensätze verschärfen, die großen Linien der politischen Ent> scheidungen verwischen und zu einein Zufallsergebnis führen, das dem gewählte» Präfidenten nicht das erforderliche Ansehen im In- und Auslande gibt. Die Vermeiduno dieser Gefahren ist ein« natio- nale Pflicht. Die Deutsche Demokratische Partei hat den Wunsch, Käß unter den gegenwärtigen innen- und außenpolitischen Verhält- niljcn bei der Wabl des Reichspräsidenten eine möglichst große Mehrheit des deutschen Volkes sich auf eine Persönlichkeit ver- einigt, die, fest auf dem Boden der Weimarer Verfassung stehend, über den Rahmen der politischen Parteien hinaus allgemeines An- sehen und Vertrauen in das hohe Amt mitbringt. Als eine solche Persönlichkeit betrachten wir den Präsidenten des Reichsgerichts L>crrn Dr. Si m o n s. Wir sind zu gemeinsamen Beratungen auch cher einen anderen, den erwähnten Voraussetzungen entsprechenden Vorschlag bereit.*' Die Kandibatur des Reichsgerichtspräsidenten Dr. Simons wird auf der Rechten sicherlich auf starken Widerstand stoßen. Eine andere Frage aber ist, ob die Möglichkeit besteht, daß sich von den Demokraten bis zu den Deutschnationalen eine ge- m e i n s a m e Kandidatur finden läßt. Den Deutschnationolen kommt es nicht auf einen Mann an, der nur bereit ist, sich auf den Boden der Weimarer Verfassung zu stellen. Sie wollen einen rechtsgerichteten Kandidaten an der Spitze des Reiches sehen, der bereit ist, mit ihnen einen ausgesprochenen Rechtskurs zu treiben Ihre Organe reden deutlich genug. hergts Appell an Marx. vnd eine Anttvort der„Germania". Herr Hcrgt hat auf dem rheinischen deutschnationalen Parteirag eine Rede gehalten, in der er, gegen das Zentrum gewandt, ausführte: „Die n»ue Regierung, die sogenannte Rechtsregierung. ist da. Koin Zweifel, daß wir darüber mit Stolz, mit einem Triumphgefühl erfüllt sind. Sechs Jahre waren wir ausgeschaltet, sechs Jahre kämpften wirumdieMacht. llnd wenn es auch setzt nicht die Macht ist, die wir erreichen müssen, wenn es vom Standpuntt des Reiches aus betrachlet, nur ein Teil von der Macht ist und. wenn man die ungelöste Frage Preußen hinzuziehl, nur ein Teilchen von der Macht ist, so ist es doch ein Schritt vorwärts, eine Etappe auf dem Siegeswege der Deutschnationalen Volkspariei... Wären wir nach dem Rezeptvon Marx in die große Koalition oder vor lurzem in die sogenannte Volksgemeinschaft hinein- gegangen, wir wären doit untergegangen in einer Verwässe- ruiig, in einem Mischmasch ohne gradlinige Ziele. Rie.nals wäre die Sünde der falschen Erfüllungs- Politik so erkamit worden, wenn die nationale Opposition sich nicht betätigt hätte: niemals wäre sonst der Umschwung bei den Siegerstaatm gekommen... Unsere Opposition hat das Zcn- t r u m genötigt, sich zu entscheiden, entweder rechts ober links. Herr Ulorx. wir Deslschv.ationalcn haben unsere Schuldigkeil getan, lun Sie die Ihre! � Der linke Flügel des Zen- lrums ist der Kater aller Hindernisse." Zu dieser„glanzvoll teutonischen Rede" bemerkt die „Germania": „Man kann wohl als sicher annehmen, daß die Führer der Deutschnationalen Volkspariei. die in den letzten Tagen in der Rcichspräsidentenfrage die Unterhänd- l«r gispiclt hoben, ob solcher teutonischen Red« rkcht ärgerlich den Kopf schütteln werden. Die seinen Fäden, die sie zwischen den Parteien gesponnen haben und die auch die Zentrums- kraktion umgarnen sollten, dürften durch die Maßlosigkeiten, wie sie gestern Herr Hergt beliebte, ganz gehörig in Verwirrung kommen. Man sieht wieder, wie wenig die Deutschnationalen aus ihrer Haut heraus können. Um so mehr darf Dr. Hergt ver- sichert sein, daß Reichskanzler a. D. Marx den Appell. den er so pathetisch an ihn richtete, richtig wird zu würdigen wissen* Ein Appell und eine Antwort, die sich beide durch Deut- lichkeit auszeichnen. präsiöentenjilchl und Thron. Die Deutschnationalen wollen einen Präsidenten wählen. Wozu, sagt mit großer Deutlichkeit die ,„K r e u z-Z e i t u n g": „Für uns Legitimisten ist. staatsrechllich gesehen, der Prä- sidentenstuhl ein Sitz, der da steht, wo der Thron von Rechts wegen hingehört. Sein Inhaber, anfäng- lich ein Usurpator, kann bestenfalls ein Platzhalter sein. Politisch genommen ist uns die Präsidentschaft eine Funktiyn» die das fest sechs Jahren zerstörte Land legitimen Zuständen wiedec näher bringen soll.... Die Präsidentenwahl ist staatsrechtlich kein Umschwung, sondern eine Etappe. Politisch soll sie ein Umschwung sein." Hier gesteht einer, wie sie es wirklich meinen. Der es gesteht, ist jener Herr E v e r l i n g. der„GoU sei Dank" rief, als Genosse B r e i t s ch e i d die Rechtsregierung als Etappe auf dem Weg zur Monar6)ie bezeichnete. Heute wie damals, ein kennzeichnendes GeständnisI Schicks Ermächtigungsgesetz. Die deutschnatioualen Minister gegen den Reichstag. Bei dem Versuch der Herren Schiele und S ch l i e b e n, unter dem Borwand der Reichspräsioentenwahl den Reichs- tag auszuschalten, um der Rechtsregierung in Ber- binöung mit der Bureaukratie freie Hand zu geben, hat es sich in der Tat um eilten wohlvorbereiteten Plan ge- handelt. Jene Mitteilung des Reichsfinanzministeriums im Reichsrat, die in geradezu befehlender Form von einer Ver- tagung des Reichstags sprach, war der erste Akt. Der weite ist inzwischen nachgefolgt. Der Reichsminister des uns», S ch i e l e, hat dem Reichsrat folgenden Entwurf eines Gesetzes zur Ergänzung der Reichsoerfassung zugehen lassen: „Der Reichstag hat das folgende Gesetz beschlossen, das mit Zu- stimmung dcs Reichsrots hiermit verkündet wird, nachdem festgestellt ist. daß die Erfordernisse verfassungsändernder Gesetzgebung er» füllt sind: 8 1- Hinter Art. 77 der Reichsverfassung wird eingefügt: Art. 77s: Wenn die Beseitigung eines dringenden Notstandes es erforder- lich macht, kann, wenn der Reichstag nicht versammelt ist. die Reichsregierung mit Zustimmung des Reichsrats und des Ausschusses zur Wahrung oer Rechte der Volksvertretung Ver- o r d n u n g e n, die dir Verfassung nicht zuwiderlaufen, mit G e» fetzeskroft erlassen. Diese Vcrordnungcn sind dem Reichs- tag bei stimm nächsten Zusammentritt vorzulegen. Wird einer Ver- ordnung die Gencbmigung versagt, so hat die Reichsregierung si« alsbald außer Kraft zu sttzen. §2. Dieses Gesetz tritt mit dem auf seine Verkündung folgenden Tag in Kraft." Das ist das Ermächtigungsgesetz, das sich die deutsch- nationalen Minister für die Zeit der von ihnen gewollten über zweimonatigen Vertagung des Reichstags geben lassen wollten! Die Anschrift des Gesetzentwurfs zeigt die Verbindung mit den Ausschaltungsplänen der Schiele und Schlieben auf das deutlichste. Es heißt darin: „Für den Fall, daß der Keichsfog sich aus Anlaß der Neuwahl des Reichspräsidenten und der Osterzeit aus längere Zell vertagen sollte, erscheint es erwünscht, ihm noch vorher Gelegenhest zur An- nähme dieses Gesetzes zu geben. Im H nblick auf die besondere Eil- bedürfkigkeit bitte ich daher, die Beratung des Entwurfs fo zu be- schleunigen, daß seine Erledigung in der Vollsitzung vom 12. März 1925 erfolgen kann." Die Herren Schiele und Schlieben wollten demnach den Reichstag um zwei Monate vertagen. Sic wollten sich diese Zeit ein Ermächtigungsgese tz�geben lassen, das ihnen zugleich eine Handhabe' für ähnliche Situationen in der Zukunft sein sollte. Ein solches Notverordnungsrecht kann der Reichstag unmöglich einer Regierung übertragen. Roch viel weniger einer deutsch nationalen Regierung, und am allerwenigsten, nachdem die Herren Schiele und Schlieben ihre Karten aufgedeckt haben. Dies Verfassung- ändernde Gesetz wird im Reichstag keine Mehrheit finden. Ehrende Angriffe. Otto Brau» und die Dcutschnationalen. Die deutschnationale Presse hat den Kampf gegen Otto Braun aufgenommen. Ihre Angriffe richten sich besonders gegen feine Tätigkeit als preußischer Landwirt' s ch a f t s m i n i st e r. Das haßerfüllte und verlogene Work vom„Minister gegen die Landwirtschaft" lebt wieder aus. Die ,L r e u z- Z e i t u n g" erinnert sich an jene falschen und von tiefflem Haß erfüllten Beschuldigungen, die die agrarischen Deutschnationalen seit dem Jahre 1919 immer wieder gegen Otto. Braun vorgebracht haben. Sie sagt ihm nach, er habe „sogar in leitender Staatsstellung den Klassenkampf aus das Land und namentlich nach Ostpreußen getragen, von dem vorher dort keine Rede gewesen sei. Er sei es gewesen, auf den in den ersten Revolutionsjahren die vielen Landarbeiterstreiks zunickzuführen gewesen seien". Sic wirst ihm aus neuerer Zeit vor, daß er als preußischer Minister- Präsident sich gegen die Schutzzollbestrebungen der Landwirtschaft eingesetzt habe, daß er die Pläne der Agrarier in der Frage der Rentenbank- Kreditan- statt gestört habe. Der Haß der Deutschnationalen und namentlich der Groß- agrarier auf Otto Braun ist verständlich. Es war eins der stärksten Symbole der Neuordnung in Deutschland, daß gerade aus dem Gebiet, auf dem die aiten Konservativen und die Agrarier aus Ostelbien bis dahin unumschränkt Beherrscher und Schützer ihrer eigenen Interessen gewesen waren, ein Sozialdemokrat die Führung übernahm. Nicht nur, daß Otto Braun preußischer Landwirtschaftsminister wurde, hat den Zorn der Deutschnationalen hervorgerufen, sondern noch mehr, daß er aus diesem Gebiete sich bewährt hat. Freilich nicht so, wie die Deutschnationalen es sich von einem Landwirtschasts- minister aus ihren Kreisen und für ihre Interessen wünschten. Es war eine große Tat Otto Brauns, daß er, der selbst ein Ostpreuße war, und die jammervolle und unfreie Lage der ostelbischen Landarbeiter unter dem Drucke der großagrarischen Herrschaft kannte, sich für die Befreiung des arbeitenden Land- Volkes einsetzte. Otto Braun hat die Demokratie aufs Land getragen. Er hat dafür Sorge getragen, daß den Landarbeitern die Koalitionsfreiheit gegeben, daß der Staat nicht mehr zu einem Instrument der Verhinderung jeder gewerkschaftlichen Bewegung der Landarbeiter gemacht wurde. Damit schlug er freilich Bresche in die unumschränkte Herrscherstellung, die die Großagrarier in den landwirtschaft- lichen Provinzen des Ostens bis dahin eingenommen hatten. Bis dahin hatten die Großagrarier eine unumschränkt« Klassen- Herrschaft gegen die Landarbeiter ausgeübt. Ihre Antwort auf die Neuordnung bestand darin, daß sie in der riicksichts- losesten Weise gegen die Landarbeiter ihre Organisationen und ihre Funktionäre vorgingen. Es-war namentlich der Pom- mersche Landbund unter der Führung des Herrn o. Dewitz, der aufs schärfste den Hcrrn-im-Hause-Stand- punkt vertrat. Sie suchten die Landarbeiter zu provozieren und riefen gleichzeitig nach dem Belagerungszustand gegen die Landarbeiter. Sie bewaffneten sich aus ungesetzliche Weife, um berechtigten Forderungen der Landarbeiter bewaffneten Terrorismus entgegenzusetzen. Jeden Versuch einer Ver- mitllung, jeden Bcrsuch, Tarifverträge auf dem Land herzu- stellen, versuchten sie zu durchkreuzen. Auf der anderen Seite bemühte sich Otto Braun als preußischer Landwirtschasts- minister, nicht nur den Landarbeitern politische und gewerr- schaftliche Freiheit zu geben, sondern auch auf dem Verhand- liingswege Wirtschaftskämpfe auf dem Lande zu vermeiden. Er hatte im preußischen Landwirtschaftsministerium einen be- sonderen Referenten für Arbeiterfragen niedergesetzt, dessen Aufgabe es sein sollte, Tarifvereinbarungen in der Landwirt- fchaft zu beobachten und zu erleichtern. Auf Grund einer An- ordnung Otto Brauns wurden bei Yen Schlichtungsausschüssen landwirtschaftliche Spruchkammern eingesetzt. Die ostelbischen Großagrarier provozierten große Wirt- schaftskämpfe auf dem Lande ohne Rücksicht auf die Ernäh- rung des deutschen Volkes. Der preußische Landwirtschasts- minister Otto Braun dagegen versuchte große Wirtschasts- kämpfe auf dem Lande zu vermeiden aus Rücksicht auf die Ernährung des Volkes. Die Herren vom Landbund, die heute wieder Otto Braun beschuldigen, daß er die großen Londarbeiterstreiks des Jahres 1919 angeregt habe, waren es selbst, die durch ihr brutales Heroorkehren des Herrn-im-Hause-Standpunktes damals eine Katastrophe für die Ernährung des Volkes heraufbeschworen. Otto Braun hat als preußischer Landwirtschaftsminister be- reits in der Rationalversammlung mit diesen Kreisen abge- rechnet. Er hat ihre sozial-rückschrittlicken Machenschasteu aufgezeigt, und hat die niederträchtigen Zlerieuwdungen. die gegen ihn geschleuden wurden, so zurückgewiesen, daß seine Gegner aus dem agrarischen Lager verstummen mußten. Nun tauchen diese haltlosen Beschuldigungen und Angrisse wieder auf. Die„Kreuz-Zeitung" zieht sie abermals ans Tageslicht. Sie sind heute nicht wahrer geworden als sie damals waren, und die, die-sie heute verbreiten, werden ebenso Lügen gestraft werden wie die deutschnationalen .�"'-en, die sie K'- Rationalversammlung vorzubringen :n. Nun zu dem anderen, was die„Kmiz-Zeltung" Otto üjraun als Schuld anrechnet. Ja. es ist wahr, er ist ein entschiedener Gegner der agrarischen Hoch- s ch u tz z o l l p l ä n e. Ja, es ist wahr, er steht den Deutsch- nationalen auf diesem Gebiete ebenso im Wege wie er ihnen in der Landarbeiterfrage im Wege gestanden hat. Wie es in der Landarbeiterfrage feine Absicht war, das Recht und die Freiheit der wirtschaftlich Schwachen, der in so vielen Punkten von den Besitzern abhängigen Landarbeiter, zu schützen gegen die Willkür und den brutalen Herrn-im-Hause- Standpunkt der ostelbischen Agrarier, so ist es in der Schutz- zollfrage gemeinsam mit seiner Partei seine Absicht gewesen, eine Bedrückung des ganzen Volkes um der Sonderinteressen der Großagrarier willen eine Herabsetzung der Lebenshaltung des ganzen Bolkes durch den Schutzzoll zur Bevorzugung der Landwirtschaft zu verhindern. Die große Mehrheit des deut- schen Bolkes wird ihm das zum Verdien st anrechnen, was das Organ der rückschrittlichsten der agrarischen Jnter- essenten ihm vorwirst. Nicht anders ist es in der Frage der Rentenbank- Kreditanstalt. Hier ging es um die Pläne der Groß- agrarier bei der Umwandlung der Rentenbank, mit deren Hilfe der Einfluß der im Reichslandbund führenden Groß- agrarier gegenüber der landwirtschaftlichen Bevölkerung über- Haupt verstärkt werden sollte. Diese Pläne wurden betrieben nicht nur ohne Rücksicht auf die wahren Interessen der Land- Wirtschaft, sondern sogar zum Schaden der Landwirtschaft. Wenn in den Zeiten der größten Kreditnot die Landwirtschast tatsächliche Hilfe fand, so war das nicht zuletzt, sehr im Gegen- satz zu den Plänen und dem Treiben der Großagrarier, das Verdienst der preußischen Regierung unter Otto Brauns Führring. Gerade die Angriffe der„Kreuz-Zeitung" sprechen für Otto Braun. Hier sind haßerfüllte Angriffe einer engen und bornierten Interessentengruppe, einer Gruppe, der die Be- fangenheit in brutalem Besitzegoismus den Blick für das All- gemeine und die Entwicklungsnotwendigkeiten des Volkes be- schränkt. Auf der anderen Seite steht Otto Braun als der Mann, der im Interesse des ganzen Volkes, im Interesse seiner Wohlfahrt und seiner freiheitlichen Entwicklung seine Pflicht als Staatsmann im neuen Deutschland erfüllt hat. Wer seine Auseinandersetzungen mit den Deutschnationalen, wer seine Tätigkeit als preußischer Landwirtschaftsminister nachprüft, wird in ihm die Persönlichkeit finden, die jenen freien Blick für die Interessen des ganzen Volkes und des Staates besitzt, die von der Person des künftigen Reichspräsi- denken gefordert werden. ein verspSteter Lastnachtsscherz. Das Organ einer rechtsstehenden Organisation enthält die Mit- teitung. daß der unter Vorsitz des Stoatsminister» v. L o e b e l l tagende Ausschuß für die Prästdentenwahl einstimmig beschlosien hob«, di« Tntscheidung über die Person d°s Kandidaten in die Hände de« Generals van Seeckt zu legen. Von maßgebender Seite wird dazu mitgeteilt, daß ein derartiger Beschluß niemals von dem Ausschuß gefaßt ist und daß die Aufstellung des Vorschlages einstimmig durch die Vertreter der beteiligten Parteien und Organisationen erfolgt ist. — Die preußische Krise. Heute Mruisterpräsidentenwahl. D« Aellestenrat des Preußischen Landtag» ist am Montag. rachmkttag zu einer Sitzung zusammengetreten und hat beschlossen, rm Dienstagnachmittag um 2 Uhr eine Sitzung abzuhalten «it der Tagesordnung: Wahl des Ministerpräsidenten. Auch am Mitlrooch soll«ine Sitzung stattfinden. Für den Fall, daß der neugewählte Ministerprästdent sein Kobtnett am Donners- log vorstellen kann, ist dieser Tag für di« Entgegennahme der )iegi«ungserklärung vorgesehen. In diesem Fall soll auch am F r e i- lag noch«in« Sitzung stattfinden, während sonst nur noch am Vonnerstag in dieser Woche getagt werden soll. Auch in der der Zreunö Seiner Exzellenz. von Hubert Laskari. Ursprünglich war bekanntlich dos erfrischende Stahlbad, dem sich die deutsche Nation im Sommer 1914 aus dringendem Verjüngungs- bedürfni« unterzog, nur auf wenige Monate berechnet und sollte spätestens,»wenn die Blätter fallen", beendet sein. Der deutsch« Landsturm sollte noch zu Hause sitzen, wenn in Frankreich und Ruß- land bereits die Wickelkinder aus den Steckkissen gerissen und in Uniformen gesteckt waren. Nachdem jedoch das liebe, liebe Militär die Freuden einer Kriegsweihnacht und eines Wmterfeldzuges au-- gekostet hatte, wurde allgemein beschlossen, auch die Knaben, Greise und Krüppel an der alterprobten Äfft. Soldat zu sein, teilnehmen zu lassen. Raimund Helmer war infolge einer verkrüppelten Hand, die ihm von einem früheren Unfall her geblieben war,.d. u.*, fühlte jedoch in seinen übrigen Gliedern so viel Lebenskraft, daß er des ihm so «istig angepriesenen Jungbrunnens sehr wohl cntraten zu können glaubte. Bei der siebenundzwanzigsten militärärztlichen Unter. fuchung wurde jedoch die Entdeckung gemacht, daß man mit einer verkrüppelten Hand immerhin„arbeitsoerwendutigsjähig für Bureau. dienst" sei. So kam Helmer im Herbst ISIS zu den Tchippern nach Ostpreußen. Bei den Schippern war stellich ein Mann mit einer kranken Hand am allerwenigsten zu gebrauchen. Das leuchtete sogar dem Botolllonsarzt nach mehrmaligen Untersuchungen Helmers ein. Weil aber der Glanz eines„Volks m Waffen" erforderte, daß möglichst viel« männlich« Personen das feldgraue Ehrenkleid trugen, und der Staat auch am billigsten dabei wegkam, wenn er alle Männer selber betöstkgte, kleidete, beherbergte, anstatt sie daheim auf dumme Ge- danken kommen zu lassen, wurde Helmer nicht etwa entlassen, sondern zum Ersatzbataillon nach Lyck versetzt. Hier mußt« Helmer sich den ganzen Tag in der Kaserne ausholten. Dienst brauchte er nicht zu machen. Abends nach S Uhr durfte er auch die Kaserne verlassen. Und davon macht« er Gebrauch, um sich davon zu überzeugen, daß es noch immer Menschen gab, die sich ihrer zimlen Freiheit erfreuen durften. Eigentlich war er ja selber kein Soldat. Er sah nur so aus. Nicht einmal vereidigt war er. Und Ehrenbezeugungen hatte er schon gar nicht gelernt. Den ersten besten Menschen, den er traf, sragte Helmer nach dem .Schwarzen Adler". In diesen kleinen Städten heißt das erste Hotel» restaurant immer entweder.Ium Schwarzen Adler" oder„Zum Kronprinzen". Zufällig hatte Helmer gleicki den richtigen Namen geraten und schlug nun den Weg ein, der ihm gewiesen wufd«. Das Lokal war ziemlich leer. An einem großen runden Tisch in der Ecke saß eine Anzahl Offiziere, darunter«in weißdärtiger General, der sich nach erner langen Pensionierung dem Vaterlandc in der Stunde der schwersten Gefahr wieder zur Verfügung in der nächsten Woche sollen Sitzungen am Dienstag, Mittwoch und evtl. noch am Donnerstag abgehalten werden. Marx nimmt aa. Eine Korrespondenz teilt mit: Im Preußischen Landtag fanden am Montagnachmittag Be- sprechungen zwischen Zentrum, Sozialdemokraten und Demokraten statt. Ministerpräsident Marx erklärt«, daß«r sich für di« Wahl am Dienstag zur Verfügung stellen werde. Ueber sein« ferneren Absichten hinstchllich der Regierungsbildung werde er noch Mitteilung machen. Richthofen gegen üen �vorwärts". Als Kläger abgeblitzt. Breslan, 9. März.(Eigener Drahtbericht.) Bor dem Amts- gericht in Breslau kam heute der Leleidigungsprozeß des deutschnationalen Abgeordneten und Landbundführers. Frei» Herrn o. R i ch t h o f e n gegen den verantwortlichen Redakteur des „Vorwärts", Genossen Reuter und den Verantwortlichen der Breslauer„Volkswacht" zum Austrag. In beiden Blättern war der Landbundsührer wegen eines Artikels der„Deutschen Tageszeitung" der Fälschung beschuldigt worden, da er die Zustimmung der Sozialdemokratie und der Gewerkschaflsvertreter zu Finanzzöllen und zu Uebergangsmaßnahmen als eine Zustimmung zur Schutz- Zollpolitik ausgelegt hatte. Das Gericht kam zur Frei- sprechung beider Angeklagten und legte dem deuffchnoiionalen Baron die Kosten des Verfahrens auf. Der Ausdruck Fälscher sei zwar eine Beleidigung, aber er sei in Wahrnehmung b e» rechtigter Interessen gefallen. Als Verteidiger des Freiherrn v. Richthofen trat sein Schwager, der Syndikus de» Land- bundes, Dr. Fromm b e rg auf, der als Sprößling einer Bres- lauer jüdischen Bankiersfamilie bekannt ist und sich handelspolitisch erheblich gründlicher unterrichtet zeigte, alz Richthofen selber. Er bemühte sich aber vergeblich um den Nachweis, daß der Landbund- führer die Handelspolitik der Sozialdemokraten richtig dargestellt hatte.__ Die Stahlhelm-Prügelei in Strlegau. Anklage gegen Reichsbannerleute. Breslau, g. März.(Eigener Drahtbericht.) Vor dem großen Schöffengericht in Schweidnitz begann heute der Landfriedensbruch- Prozeß, der sich aus dein blutigen Zusammenstoß anläßlich eines Stahlhslmtages in Stricgau im Oktober v. I. ergab. Angeklagt sind lediglich Reichsbannerleute und Sazialdemo- traten aus Ctriegau und Umgegend, sowie einige andere Ar- beiter, die von den Rechtsanwälten Bandmann-Breslau, Bären- sprung-Magdebura, Otto Landsberg-Berlin und von Prof. Rad- bruch-Kiel verteidigt werden. Die Voruntersuchung leitete bezeich- nenderweise ein Staatsanwaltschaftsrat, der Führer der Deutschnationalen in Strlegau ist. Danach sieht auch die Anklage aus. Einer der Angeklagten ist z. B. schwer- kriegsbeschädigt, am rechten Arm gelähmt und auch sonst körperlich schwer gehindert. Trotzdem soll er mit einem Knüppel aus die Stahlhelmleute eingeschlagen haben. Zwei Arbeite- rinnen, die sich lediglich aus dem Getümmel retten wollten, sind gleichfalls angeklagt! Das sind die Bestandteile einer Anklage, die darauf angelegt war, das„Reichsbanner Schwarz-Rot- Gold" als Urheber schwerer Ruhestörungen hinzustellen. In der heutigen Verhandlung wurden zunächst die Hauptangeklagten Ge- nosse Stadtrat Müller und Genosse Hauptlehrer Geburt ver- nommen. Dies« sagten aus, daß die Stahlhelmveranstaltung zu- nächst vom Regierungspräsidenten verboten war und erst vom Innenministerium, nach Beschwerde unter bestimmten Be> dingirngen erlaubt wurde, die dann aber nicht eingehalten wurden. So sind z. B. trotz ausdrücklichen Verbot» Haken- kreuzfahnen mit geführt worden und hie Veranstaltung beschränkte sich auch nicht vorschristegemäß auf«in abgeschlossenes Grundstück. Am Tage vorher waren auf einem Stahlhelm- kommers schwere Drohungen ausgestoßen worden mlli außerdem wurde ein Plakat angeklebt, das die Reichsbannerleute verhöhnte, well, sie vor dem Stahlhelmausmarsch Angst hätten. Auf Grund der Drohungen wurden zum Schutz« des örtlichen Konsum- Vereins, des Bolkshauses und der anderen Einrichtungen der Ar- beiterbewegung etwa 209 Reichsbannerleute aus dem Orte selbst und au» der Umgegend versammelt, während der Stahlhelm- aufmarsch aus ganz Schlesien etwa 4000 Mann aufgeboten hatte. Trotzdem sollen die 200 Reichsbannerleute di« 4000 Stahlhelmleut« Garnison gestellt hatte. Die Herren blickten erstaunt und miß- billigend auf den schäbigen Armierungssoldalcn in Manchesterhose und Langschäftern, einer hellgrauen Litewka ohne jedes Abzeichen und einer etwas zu kleine geratenen Feldmütze, der sich offenbar m das elegante Restaurant verlaufen hatte. Hclmer»nachte einen Versuch, stramm zu stehen, setzte sich dann mit kühler Glelchgültigkett an einen freien Tisch und lieh sich ein Abendessen anfahren, wie es ihm feit seinem Schipperdasein nur noch als lockender Traum vorge- schwebt hatte. Als er das Lokal verließ, blickte der General schon freundlicher. Er hatte erkannt, daß jemand, der so einwandfrei mit Messer und Gabel umzugehen verstand, ein„besserer Mensch" sein mußte, als es nach seiner militärischen Kluft den Anschein hatte. Eine Zeitlang setzte Helmer dies abendlich« Schlemmerdasetn fett. Allmählich überstieg es ledoch seine ginanzkrost und mußt« deshalb abgebrochen werden. Eines Tages fand beim Ersatzbataillon eme Besichttgung durch den Garnisonättesten statt. Ein« solche Besichtigung erfolgte immer in Form eines Appells. Und da em Appell mit irgend etwas stattfinden mußte, oerfiel der Feldwebel auf den sinnigen Einfall, Appell mit Hose und Hemd anzusetzen. Helmer mußte also rn di« Stadt gehen, um sich eine Unterhose und ein Hemd zum Vorzeigen für den Garnisonältesten zu kaufen, da seine eigene Wäsche nicht oorschnfts- mäßig war. Der Garnisonälteste, der rasch die Front abschritt, war, wie Helmer sogleich innerlich vergnügt feststellte, nienrond ander» als der wetßbärttge General aus dem„Schwarzen Adler". Als der General an Helmer vorbeikam, stockte sein Fuß. Ein freudiges Erinnern blitzte in seinem Gesicht auf. „Sie kommen ja gar nicht mehr in den„Schwarzen Adler?" fragte er. „Nein, Exzellenz." „Warum denn nicht? Gefällt es Ihnen dott nicht mehr? Oder gehen Sre jetzt mimer anderswohin?" „Nein, Exzellenz. Es wird mir nur zu teuer, jeden Abend in den„Schwarzen Adler" zu gehen." Der General Mücktt sein lebhaftes Bedauern au» und d«« Hoff- nung, Helmer bald einmal im„Schwarzen Adler" wiederzusehen. Dann ging er weiter Angeredet hat er dann niemand mehr. Kaum hatte sich der General entfernt, als der Feldwebel und sämtliche Unteroffiziere sich wie beutegierige Rmibvögel ans.Weimer stürzten. „Kennen Sie denn Exzellenz?" „Jawohl, Herr Feldwebel!" „Woher kennen Sie denn Exzellenz?" »I ch habe hin und wieder mit Exzellenz im „Schwarzen Adler" zu Abend gegessen." Seitdem waren Feldwebel und Unteroffiziere von Helmer um den kleinen Finger zu wickeln, und er durfte künftig, ohne fragen. die Kaserne oerlassen, so oft und so lange er wollte. angegriffen und mißhandelt haben! Die Sicherung der Gebäude durch Reichsbanner erschien um(o notwendiger, als die öttliche Polizeileitung in den Händen eines alten Gegners der Arbeiterbewegung und der Republik liegt, was der Reichsbannerführer'Müller aus seiner eigenen zweijährigen Tätigkeit als Poklzeioerwallsr kritisch einzuschätzen wußte. Der Angeklagte, Genosse Geburt, hat auf die Alarmzettel an die aus- wattigen Reichsbannerleute wörtlich geschrieben:„Auf alle A n- zapfungcn durch den Stahlhelm ist in keiner Weise zu reagieren." Beide Hauptangeklagten weisen in ihrer Aussage nach, daß sie sich nur darum bemüht haben, die Schlägerei, die aus Provokationen der Stahlhelmleute hervorging, zu schlick- ten. Unter den wetteren Angeklagten, die heute vernommen wurden, berichtete einer, daß er den Polizeiverwalter darauf auf. merksam machte, wie einer der dem Zuge voranreitenden Stahlhelm- leute seine Browningpistole lud. Der Polizeiverwal- ter nahm jedoch davon gar keine Notiz. Am Dien?» tag wird di« Vernehmung sortgesetzt. Der Prozeß dürste erst Mitte nächster Woche zum Abschluß kommen. Der verleumöer vor Gericht. Neuauflage des Magdeburger Prozesses. LS. Magdeburg. 9. März. Am Dienstag morgen beginnt vor der Stlaskammer des Landgerichts in Magdeburg der Prozeß gegen Redakteur Rothardt von dei„Mittstdentsä en Presse" wegen �e- leidigung des Reichspräsidenten Ebert. Die Ber> Handlung wird von Landgerichtsdirektor Dr. Rudolf geleitet, dem als Beisitzer Landgerichtsrat Becker, sowie Landgerichtsrat Dr. Winter assistiei en. Als Schöffen sind ausgewähll worden Lagerhalter Theuerkauf und Kaufmann Kaphler. Die Anklage wird, wie im ersten Prozeß, von Generalstaatsanwalt Starb- Celle und Staatsanwalljchastsrat Dr. D o ß m a n n- Magdeburg vertreten. Das Gericht rechnet mit einer längeren Dauer der Verhandlung. Am Dienstag wird der Vorsitzende zunächst nach Erössnung der Ver- Handlung offiziell auf die Tatsache des Hinscheidens des Reichspräsi- denken Ebert, der sich dem ersten Versahren bekanntlich als Nebenkläger angeschlossen hatte, hinweisen und Mitteilung machen, daß eine Vertretung des Verstorbenen nicht mehr möglich Ist, da die Angriffe Rothardts gemäß dem ersten Urteil nicht aus§ 187(Beleidigung wider besseres Wissen), sondern aus§§ 185 und 186 erfolgt sind. Nach diesen Feststellungen erfolgt dann die Verlesung des Urteils, die sehr wahrscheinlich einen grohen Teil der Verhandlung des ersten Tages in Anspruch nehmen wird, da die Vetteidiger, R.-A. L u e t g e b r u n e- Eöttingen, Iustizrat Bindewald und Rechtsanwalt Martin sich mit dem Urteil noch aus- führlich beschäftigen wollen. Infolgedessen ist für den ersten Ver- Handlungstag auch keine Zeugenvernehmung in Aussicht genommen worden. Zu Beginn des zwetten Lerhandlungstagc» wird dann als erster Zeuge Ministerialrat D o e h l e vom Bureau des Reichspräsidenten ausführlich vernommen werden. Am 18. März beginnt die Beweisaufnahme über die Vorgänge im Treptower Park. Das Gericht hat zu diesem Tage auch den Zeugen S y r i g gelsden, der augenblicklich in Berlin eine längere Gefängnis- strafe verbüßt und aus der Hast vorgeführt werden wird. Weiter- bin wird auch nochmals der Zeuqe G o b e r t qeladen werden, oeaen den, wie wir erfahren, ebenso wie gegen Syrig, wegen seiner ersten Aussagen ein Ermittlungsverfahren wegen Meineides schwebt. NieArkger hängen! München. 9. März.(Eigener Drahtbericht.) Die Bayreuther Re- publikaner hatten das dortige Opernhaus als würdige Stätte ihrer TrauerseierfürEbert cmserwählt. Aber die Regierung von Oberfranken gab einen Bescheid, der wert ist, der breitesten deutschen Oefsentlichkelt-bekannt zu werden.. Am Schlüsse dieses Dokuments heißt es:„Eine polizeiliche Genehmigung nach der Verordnung vom 14. Februar 1925 ist zur Abhaltung der Feier in einem geschlossenen Raum nicht erforderlich. Dos Opernhais kann jedoch zur Feier nicht überlassen werden, well dasselbe Etaatsgebäude ist. Staatsgebäud« können aber grundsätzlich nur für überpolitische Zwecke überlassen werden. Die Trauerfeier für den verstorbenen Reichs- Präsidenten ist zwar an sich eine überpolitische Voran- staltung, sie wird aber zu einer politischen, da sie von den republikanischen Verbänden veranstaltet wird." Mchl Hilles, sondern Zacob h. Schnrmann ist zum amettkani schen Botschafter in Berlin ernannt worden. Matth Moszkowski, der bekannte Pianist und Komponist, ist tn Patt» gestorben. Er hatte 1854 in Brettau das Licht der Well erblickt, war in seiner Vaterstadt, später in Dresden und Berlin ausgebildet worden und wirkte eine Zeitlang am Kullakschen Konser- vatorium als Lehrer. Im Jahre 1873 gab er sein erstes Konzett in Berlin, 1897 siedelte er von Berlin nach Paris über. Als Pia- nisten rühmte man ihm elegante Technik und temperamentvollen Bottrag nach, als Komponist zeigte er Routine und Raffinement, doch mangelte ihm die tiefere Originalität. Seine„Spanischen Tänze" haben ihn weiteren Kreisen bekanntgemacht: von seiner großen Oper„Boabdil" halte nur die Balleltmusik wirklichen Erfolg. Freibleibend khealermüde. Von den Herren Carl M'e i n- h a rd und Rudolf Vernouer erhallen wir folgende Zuschrift: „Wir haben uns entschlossen, die Führung unserer Theater für einige Zeit in andere Hände zu legen. Wenn wir auch somit als Bühnen- letter vom nächsten Jahre ab ausschalten wollen, so gedenken wir doch mtt dem Theater in engster Fühlung zu bleiben. Bei unserer ungeminderten Tätigkettsfreude ist der so geschaffene Zustand nicht als ein dauernder anzr-tehen. Er wird enden, wenn wir den Zeit- punkt als gegeben erachten." Eine Frau, die seU 15 Jahren schläfk. Londoner Blätter berich- ten au» Johannesburg in Südafrika über den vermutlich einzig da- stehenden Fall einer 35jährigen Frau namens Anna Swanapoel. die soll 15 Jahren in tiefsten Schlaf versunken fft. Alle sechs Mo. nctte etwa wacht sie für einige Stunden aus dem totähnlichen Zu- stand aus, ohne indessen das Bewußtsein so wett zu erlangen, um die an sie gerichteten Fragen beantworten zu können. Man nimm» an, daß der Zustand der Unglücklichen auf die heflige Erschütterung zurückzuführen fft. di« sie erlitt, al, ihr wenige Tage vor dem für ihr« Hochzeit angesetzten Termin die Nachricht von dem Tode ih-.es Bräutigams übermittelt wurde. Anno Swanapoel fiel einige Tage später in eine» starrkrampfähnlichen Zustand, aus dem st« nicht erweckt werden konnte. Vor vier Iahren ließen die Aerzte die Schlafende nach dem Krankenhaus in Rettsontein überführen, und srtther steht die Kranke unter beständiaer Beobachtung, obgleich man ihren Fall für hosimingelos häll. Man ernährt sie alle zwei Stunden auf künstliche Weife. Als merkwürdige Begleiterscheinung sei hervorgehoben, daß die Patientin während Ihres ISjährigen Schlafes den Gebrauch ihrer Muskeln eingebüßt hat, da diese stb--»- lich bis zur Knochenhätte eingeschrumpft und oerkümmert sind. volksbgsne In der denke ab-nd 7 lldr sta'ifindenden ll-crai. Ghrung von Rudolf LeonhardZ Scham'»''«!..Segel am Hoii-ontt sind beschästigt: Serba Müller. Paul HanckelS. Ritter, Nanz. Wäscher. Wangenhcim. Schweizer. Frorlich, Alma». Drescher, Hannemaniz. Neaie: Erwin Plicator: Bühnenbild: Tcaugoti Müller: Musik: Wolfgang Zeller. kenv» h Walde, liest am lt.. 7'« Uhr. in der KimsiauSsiellirnq Der Sturm. PolSdomer Str. 184». au« eig-nen Dichiungcn und Schuften. Do».Mu eum der turtlrrteu-. Die„Ar deitSgemeinichast der Ii:rh- Ireien» hat sür da« Museum der.lurhiicien Arbeilcn von Julhi» fii, B> s I i e r, Be!a C z o b e l. Richard I a n t h u r und Kitt Schmidt- R o t t I u sf angekauft, tlm t2. d. M. findet im großen Kon, eiliaal der Muslkbochichnle ein Konzeriab nd von Sllma M o o d i e und Hau« Erich Riebensahm zum Besten de«.Museum« der Iurhirtten" statt. Vas Ergebnis der pariser Aussprache. Ei» Fünfmächteabkommeu.— Tie polnische Frage. Paris, S. März.(Eigener Drahtbericht.) Trotz der von der ge- lernten Pariser Presse abgegebenen Persicherung, daß es bei der Aus- spräche zwischen Herriot und Chamberlain zu keinerlei endgül- tigen Entscheidungen geko.nmen sei, da die Begegnung nach der Absicht beider Kabinette nur vorbereitenden Charakter haben sollte, wird man ihre politische Bedeutung nichtunterschätzen dürfen. Es ist in der Tat das erstemal gewesen, daß zwischen Frankreich und England das Problem der Sicherheit, das seit Kriegsende die europäische Diplomatie beschäftigt, in o o l l e r O f f e n h e i t er- örtert worden ist. Chamderlam hat die englische Auffassung in dieser Frage dahin ausgelegt, daß für die englische Regierung angesichts der Einstellung des größten Teils der össentlichen Meinung Englands die einzige Formel für die Lösung des Sicherheitsproblems ein Garaalievertrag zwischen den fünf Mächten England, Frankreich, Deutschland, Italien und Belgien sei. Die f r a n Z ö si s ch e Regierung hatte in den der Aussprache vorausgegangenen, diplomatischen Verhandlungen die Annahme dieser Formel von einer doppelten Bedingung abhängig gemacht: 1. dieser Garantievertrag muß in einem französisch-englisch-belaischen MilNärabkommen seine Ergänzung finden; 2. Deutschland darf erst dann einem Bertrage dieser Art bestreten, wenn es unter Auf. cabe der von ihm gestellten Sonderbedingung in den Völker- b u n d eingetreten ist. Der zweite Punkt ist von Chamberlain angenommen, der erst« dagegen abgelehnt worden. Ci>amberlatn hat erklärt, daß ein Bündnis irgendwelcher Art oder em im voraus gegen eine dritte Macht gerichtetes militärisches Abkommen nicht nur bei der Arbeiter» parte! und den Liberalen, sondern auch bei einem Teil der Konseroa- tiven auf unbedingte Ablehnung stoßen würde und deshalb für die englische Regierung nicht in Frage kommen könne. Gegen den vorgeschlagenen Garantieoertrag zu fünf hat cherriot den Ein- wand erhoben, daß die osteuropäischen Staaten und vor allem Polen darin eine direkte Bedrohung ihres territorialen Bestandes erblicken würden und die Beschränkungen der Sicherheitsgarantie auf den Westen Europos auch für Italien, das durch die Möglichkeit eines Zusammenschlusses von Oesterreich und. Deutschland für Trieft befürchtet werden müsse, unannehmbar sein werde. Charmberlain hat darauf erwidert, daß England gegen eine Einbeziehung der Tschechoslowakei und polen in den Garantieveitrag keine prinzipiellen Bedenken Hobe. Ein solcher Garamievertrag zwischen den sieben Mächten soll tatsächlich die Grundlage der auf diplomatischem Wege fort- zusetzenden Verhandlungen bilden. Besonders bedeutsam ist, daß von Frankreich die Möglichkeit einer Revision der deutschen Ostgrenze nicht mehr prinzipiell abgelehnt wird, cherriot hat zwar ausdrücklich verlangt, daß die von Deutsch- land angebotene Garann« sich auch auf die Ostgrenze erstrechen müsse, gleichzeitig aber»i klärt, daß innerhalb dieses Rahmens Frankreich Polen völlig frei« Hand lasse, sich über die Regelung der territorialen Verhältnisse in Osteuropa mit seinem Nachbar zu verständigen. Nach dem„Matin" soll dieses Zugeständnis in folgender Form gemacht worden sein: Frankreich werde zwar unter keinen llmständen seine gegenüber Polen einst übernommenen Berpslich- tungen verleugnen, sei aber bereit, es der Regierung von Warschau zu überlassen, der Festigung de« Friedens die mit seiner eigenen Sicherheit zu vereinbarenden Zuaeständntss« zu machen unter gleichzeitiger Betonung des französischen Einflusies in diesem Sinne. In den anderen Fragen, die den Gegenstand des Meinungs- mtstausches gebildet haben, sind die Entscheidungen auf die in Aus- ficht genommene zweite Zusammenkunft zwischen Herriot und Cbarmberloin vertagt worden. Das gilt insbesondere von der Räumung Kölns, über die im Zusammenhang..mit..der. Eni- .«tksfnuna Deutschland bereit«! werden soll.". sobald da« neue,.von t»m Militarkomitee angefard«t» Eutachi«ch"oorliegeN,'wird. Für dlö Verwaltung de« Saargebiet«» hat England zugestimmt, daß' da» Amt de» gegenwärtigen Präsidenten der Regierungstommission, de» Franzosen Rault, auf«in Jahr verlänaert werden soll. Dagegen scheint es nicht gelungen zu fein, auch«n Einvernehmen über oen Konslikt zwischen Polen und Danzlg zu erzielen. Unter diesen Umständen wird angenommen, daß diese Frage in Genf vertagt wird. Auch in der Frage der künftigen Organlsatloa der Mlllkärkontrolle durch den Völkerbund in Deutschland stehen sich die englische und französische Auffasiung nach wie vor scharf gegenüber. Die von Frankreich verlangte Einrichtung einer dauernden Kontrolle, ausgeübt durch ein« vom Völkerbund eingesetzte Kommission mit festem Sitz im Rheinland, wird von England unter ausdrücklichem Hinweis auf den Friedensvertrag, der nur periodische Unter- suchungen zuläßt, rundweg abgelehnt. Die letzte Entscheidung hier- bei wird demnach der Völkerbund selbst zu treffen hoben. Ein kritischer Artikel Macdonalds. London 8. M.irz.(Eigener Drahtbericht.) Infolge des Aus- zuges der Arbeiterpartei aus dem Unterhaus tonnte Mac- d o n a l d fein« groß« außenpolitische Red« am Donners- tag nicht halten. Er veröffentlicht am Sonntag im.Obseroer"' diese ungehalten« Rede, in der er die Vieldeutigkeit und Geheimnis- lrämerei der gegenwärtigen englischen Außenpolitik scharf angreift. Ueber die Saar frage führt er aus: Englands Pflicht sei es. nicht nur gegen die Wiederernennung de» Völkerbundskommisiars Rault zu stimmen, sondern auch durch Opposition seine Wahl un« n-öglich zu machen. Er tadelt, daß der E n t w a f f n u n g s b«- richt anscheinend der Dotschastertonferenz zur endgülligen Beurteilung vorgelegt werde, die keineswegs eine geeignete Körper- scbaft hierfür sei. Es sei«in unmöglicher Zustand, daß der Bericht der Militärkontrolltommission, der bereits jetzt die internationale Polstit beeinflusse, lediglich einer Hand voll Personen bekannt sei und insbesondere Deutschland vorenthalten bleibe. Macdonald tadelt auf dos schädite das geplant« Garantieabkommen, das den Zustand der Unsicherheit verewigen würde. Der Garantiepakt be- kcute ein größeres Risiko als das Genfer Protokoll und besten Sichelheitsbestimmungen. England nehme bei der Verwerfung des Genfer Protokolls eine furchtbare Berantwortung auf sich. Die ge- planten Teilregelungen bedeuteten eine Schwächung des britischen Einflusses auf die europäische Polstik in einem Zeitpunkt, wo Europa die aktivste Mitarbei! Englands benötige. Ein bedeutsamer Pariser Kommentar. pari». 0. März.(Eigener Drahtbericht.) Di« Information' (cyrelbt zu dem deutschen Garantieangebot, da» durch die Aussprache zwischen Herriot und Chamberlain erneut im Vordergrund der öffentlichen Erörterungen steht: Man habe den Eindruck, daß Deutsch- land die Notwendigkeit begriffen hat, sich wenigstens vor- l ä u f i g mit dem Vertrag von Versailles abzufinden: in Berlin scheine man erkannt zu haben, daß Deutschland zunächst seine wirt- schaslliche und finanzielle Wiedergesundung festigen müst«, da diese die Grundlage aller künftigen Politik bilde, gleichviel welches Ziel si« verfolg«. In der Erkenntnis, daß ein« militärische Revanche in absehbarer Zest unmöglich sei, habe die Wilhelmstraße, durch das Beispiel des Kabinetts Herriot delehrt, offenbar den Eindruck einer Entwicklung zum Frieden und die Hoffnung aus eine Stabilisierung der Berhältniste erwecken wollen. Möglicherweise verfolge Deutsch- land darüber hinaus auch näherliegende Ziele, sei e« eine Probe auf die Festigkeit der Entente, sei e» die Beschleunigung der Räumung von Köln, sei e» die Verhinderung eines direkt. gegen Deutschland gerichteten Sonderabkommens zwischen England Frankreich und Belgien, oder aber eine Revision de? deutsch-pol- nischen Grenze. Dielen Möglichkeiten müste die alliierte Diplomatie auf jeden Fall Rechnung tragen� Das Entscheidendste aber an dem deutschen Angebot sei. daß Deutschland zum erstenmal au» eigenen Stücken bereit erklärt, da» vittai von Per- -/lnftalt. Ei« Musterbetrieb.— Die adelige Verschwenderbande. Im Landtagsausschuß für die Landespfandbriefanstolt führte Abg. Riedel(Dem.) als BerichterstaUer, gestützt auf die Akten, u. a. aus::. Die Landespsandbrlefanstalt hak ein koniokorrentbuch vorgelegt. Die Buchführung darin ist sehr unsauber. Es kommen viele Durchst reichungen. Ueberschreibnngen und sogar Radierungen vor. Einmal ist ans einer Kontoseite, die die hier zur Sprache stehenden Fälle betrisst. z. B- die Bezeichnung.Städtische Sparkasse Stettin" durchgeslnchea und dafür.Fitzewitz n. Gen." hingeschrieben worden, verschiedene Eintragungen stimmen auch nicht übereiu mit dem Inhalt der Schuldurtunden. Der Berichterstatter führt sodann im einzelnen die Konten an. Daraus ergibt sich, daß am IS. Mol 1324 auf dem Konto Etzdorf u. Gen. ein Saldo von rund IL Millionen Mark stand. An dem ge- nannten Tage wurde dieser Saldo auf das neue Konto„St So» tische Kasse Stettin' übertragen. Dieses Konto ist später umgewandelt worden in ein solches, das den Namen.Zitzewitz u. Gen." trug. Insgesamt sind der tandespfaodbrtefanstalt auf diesem Konto gutgeschrieben rund 4.6 Millionen Mark bl» 31. Dezember 1924. In dem gleichen Kontobuch befindet sich das Konto der Deutschen Wohnstättenbant. Diese hat, wie au« den Akten hervorgeht. ihr Geld ausdrücklich unter der Bezeichnung.für wertbestän- d i g e Anlagen" zur Verfügung gestellt. Nach meinem Dafür» halten hat die Landespfandbriesanstalt für das Zitzewitz-Geschäst von Anfang an mit dem Geld« der Wohnstättenbank gerechnet und Stettin nur als Schein geschäft angesehen. Di« Direktoren der Landespfandbriesanstalt haben für ihr« Tätigkeit nl» nebenamtliche Direktoren der Wohnstättenbank ein Znsohgehalt bezogen, da» durch- weg die Hälfte ihres Gehaltes bei der Anstatt beträgt. In unseren bisherigen Aktenstücken hörte der Schriftwechsel mit Stettin am IS. Mai auf. Nach den neuen Akten, die jetzt vor» liegen, sind Schreiben noch gewechselt worden am 17. Mai, am 21. Mai, am 18. Juni, am 30. Juni, im September usw. In dem Schreiben vom 21. Mai, das die Städtische Kasse in Stettin an die Landespfandbriesanstalt in Berlin gerichtet hat, bestätigt Stet- t i n(unterzeichnet von Direktor Gühner, der hier als Zeuge oer- nommen ist), daß die Landespfandbriesanstalt»unserer Wei» sung gemäß' einen bestimmten Betrag gezahlt Hab«. Da» be- rührt sonderbar, weil dem Herrn Vorsitzenben und auch mir auf Fragen nicht gesagt worden ist, daß«in diesbezüglicher Schrift- wechstl überhaupt besteht. Nunmehr ergibt sich, daß sämtliche Laslschrislen aus da, Konto Stettin mit ganz genauer Bezeichnung des Zahlungsmodus etazeta brieflich mitgeteilt worden find. Nunmehr muß festgestellt werden, ob diese Briefe, von denen die Durchslbläge vorhanden sind, an Stettin abgegangen sind. Wenn j a, dann haben die Herren au» Stettin etwa» U n r i ch- tiges ausgesagt. Daß aber ans beiden Selten Unrichtiges gesagt wurde geht daraus hervor, daß auch Stettin von seinem Schreiben an Berlin nichts mitgetekU hat. Aus einem Schreiben vom Z. Februar dieses Jahres ist ersichtlich, daß der Stetliner Stadtrat Schmidt, der hier als Zeuge gehört worden ist. am 20. Zanuar zu einer Besprechung tu verlin war' und daß Stettin für Auslagen 34 000 M. vergütet worden flnd. Ueber die geradezu sträsllch nachlässige Revision und Beaufsichtl- gung der LandMxsandbrie�anHlt, dre.iilh'äus.den Men ergibt, muß spater noch gesprochen werden, d■•'.:'"•' ' Sodann lM der Berichterstatter. noch mit. daß oon Dr. gl« ksch- mann im Ausschuß etN SchreibSi eiitzzegaiiAen sö, in-dem et noch- malz erklärt, daß er an dem Geschäft der Herren Zitzewitz usw. in keiner Weise beteiligt gewesen-sei. Die Reis« nach London habe er aus Gefälligkeit mitgemacht. Fleischmann legst dann im ein» zelnen dar, wie er die 30 000 M. oerausgabt habe. 6500 M. hat Carlowitz in Belm erhalten. S000 M. Sarftädt. 5000 M. Etzdorf, nochmals 600 M. Etzdorf, nochmals 2000 M- Cor. l o w i tz. 8000 M. sind für Hotel usw. ausgegeben worden. Etwa 1600 M. für Fahrtkosten. Der Rest soll auf Auslagen englischer Firmen entfallen.— Die Nieds rla n d i s ch« '"rundtre' G > d i t b a n k hat sich ebenfalls in einem Schreiben ge- meldet und eine Abschrift der notariellen Urkunde über das setner- zeitige Geschäft mit der Stadt Berlin(die sogenannte»Kanin- chenanleihe") überreicht. Sodann teill sie mit, daß sie in Berlin großen schuldenfreien Besitz hat. Buchhalter Müller vom Bureauhaus Börse A.-G. hat einen Kontoauszug über 51 000 M. eingeschickt, welchen Betrag die Herren Etzdorf, Carlowitz und Karstadt für pivate Zwecke abgehoben haben. Aus einem anderen Schreiben geht hervor, daß fü rdie von Carlo. w i tz gekaufte Brennerei 34 000 M. in Rechnung gestellt war- d«n sind.,': Hierauf gewährt Vorsitzender Leioert dem Zeugen Geheimrat Rehring Einblick in die Akten und fragt, ob die in den Akten befindlichen Briefe an die Städtische Sparkasse Stettin abgegangen seien. Der Zeuge erklärt, daß sie zum Teil abgegangen seien. Es seien in Stettin noch besondere Telephongejpräche gefuhrt worden; zuständig für diese Fragen sei der Direktor Lüders. Der Vorsitzende ver- weist an der Hand der Schreiben selbst darauf, daß diese auch vom Zeugen teilweise mit unterschrieben leien. Auch seien einige Schreiben von ihm allein, andere von L ü d e r« allein unterschrieben. Aus die Frage, warum die unterschriebenen Briefe nicht in die Expedition zur Beförderung gegangen seien, verweist der Z« u g e wiederum auf besondere telephonische Besprechungen mit Stet- t i n. Die Frag«, ob er die Schreiben vielleicht zurückgehalten habe, verneint der Zeuge. Berichterstatter Riedel: Weshalb haben Sie dem Stadtrat Schmidt die Reise bezahll? Zeuge Dr. Kornbaum- Die Anstall hatte die Herren von der Stettmer Stadtsparkasse gebeten, von Stettin herüberzukommen. Lei der Besprechung haben wir uns nichl geeinigt, da Stadtrat Schmidt seinen Provisionsantrag aufrecht erhielt. Zeuge v. Earlowlh bekundet, er könne die Verwendung der einzelnen Posten im Augenblick nicht belegen. Berichterstatter Riedel betont, es blieben immer noch 800000 bis 900 000 M. für private Verwendung übrig. Zeuge v. Etzdorf bemerkt dazu, daß auf keinen Fall ein« s o hohe Summe für private Zwecke verwendet worden ist. Der Zeuge will in kürzester Frist die genauen Belege betoringen. Der über« Haupt nicht belegbare Rest könne sich höchstens auf 350 000 M. belaufen. Zeuge Buchhaller Müller vom Bureauhaus„Börse' gibt dann Auskunft über ore Verwendung der Einnahmen dieser Firma. Im ganzen sind 51 523 M. an die Herren gezahlt worden. Da» Bureau- haus»Börse" ist ein gute» Geschäft, aber wenn diese Geld- Zahlungen so weiter gehen, dann wird das untragbar. Den Antrag auf Steuerstundung habe ich begründet mit großen Mieteaußenständen. Wäre das Geld nicht gezahlt worden, so hätten die Steuern gezahlt werden können. Zeuge v. Karflädt bemerkt auf eine Frage des Vorsitzenden, daß Hypotheken auf das Bureauhauo.Börse' überhaupt nicht aus- genommen wurden. Für die Pfandbriefanstalt habe man 4 Millionen Grundschuld eintragen lassen. Zeuge Buchholter INüller bekundet weiter, baß für die Geschäft»- führung früher an die Firma hake und Leiser 600 M. monanich ae- zahll wurden, während für die Zest vom Juli und August an die Herren v. Etzdorf usw. 51 000 M. gezahlt worden sind. Zlus einer Aufstellung über die einzelnen an die Herren v. Etz- darf, o. Carlowitz. o. Karstadt usw. gegebenen Deträg« geht hervor, daß vom Bureauhaus„Börse' eine große Anzahl kleinerer Ausgaben geleistet, zahlreich« Telegramme be- zMt.sowie das. Gehalt en Ppifvatsiekretärinnen,-an. den P ü.i va.i djan t seu r des Herrn v. Karstadt aufgebracht wurden und daß ferner besonder« Privatbureaus gemietet und mit T epviche» und Lad er stuhlen ausgestattet wurden. Auch die Miete für diese Bureaus wurde bezahlt. Ferner wurde ein- mal«ine Provision von Tausenden non Mark gegeben. Gegen die Zahlungen habe der Zeuge wisderbolt protestiert; es sei ihm gesagt worden, das Geld komme zurück. Die Heroen seien täglich im Bureau gewesen und da» eingehende Geld sei immer sofort wieder verbraucht worden. Die weitere Derhandlung legte Einzelheiten über die Geschäft« zwiscken dem Konsortium und Bechhofs dar, die ohne öffentliches Interesse sind. Ein Termin der nächsten Sitzung wurde noch nicht festgesetzt. sallles durch seine llnlerschrisl unter einen Vertrag zu ergänzen und so wcnigsteus einen Teil der krlegsergebnisie freiwillig zu garan- (leren. Die Totsache allerdings, daß Deutschland für den Osten und den Westen zwei verschiedene Formeln vorschlage, zeige, daß man in Berlin die durch den Bertrag von Versailles geschaffenen Derhästnisie verschieden bewerte. Aber es sei keineswegs Deutschland allein, wo man so über die llnanlastbarkett der neuen terri- lorlalen Gliederung Europa» denke, wenn auch die französische Diplomatie sich ans derartige Unterscheidungen nicht eintasten könne, so sei es auch nicht minder wahr, daß man mindesten» in England gewiste Berichtigungen der im Zahre 1918 gezogene« Grenzen für opportun halte. Die französische Politik würde einen psychologische» Fehler begehen, wenn sie diesen Tatsachen gegenüber die Augen ver- schlöffe.(Die Bedeutung dieses Kommentars liegt vor allem darin, daß die„Information', für die Herriot bis zu seiner Minister. Präsidentschaft häufig schrieb, der Regierung nahesteht. Red. d..D.'.) Graf Sernstorff in Senf! pari», 9. März.(Eigener Drahtbericht.) In unterrichteten Kreisen von Paris verlautet, daß von der deutschen Regierung Gros Bernstorff in besonderer Mission nach Genf entsandt worden sei, um dort mit Briand, Chamberlain und den Delegierten der anderen Hauptmächte über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zu verhandeln. Der belgische Außenminister H y m a n s ist am Montag mittag in Paris eingetroffen. Er ist um 4 Uhr von Herriot empfang«,, worden, mit dem er eine sehr eingehende Aussprache über das Sicher- heitsproblem und über die verschiedenen auf der Tagesordnung der Dölkerbundsrätstagung stehenden Fragen gehabt hat. kvmans ist um 8 Uhr abends nach Genf weitergefahren. « An zuständiger Berliner Stelle ist von einer Mission Lernstorfss nach Genf nichts bekannt, die Möglichkett, daß er, wie bei früheren Ratstagungen, nach Genf gefahren sei, wird allerdings nicht be- stritten Schließlich wissen wir au» den Erfahrungen des vorigen Herbste« mtt dem Grafen Keßler, daß die amtlichen Berliner Stellen ihre offiziösen Beobachter rücksichtslos verleugnen, wem, ihnen das aus inner- oder außenpolitischen Gründen vorteilhast erscheint. Eine Zaardelegntion in Gens. Dem Mirbachschen Tetegra-phen-Bureau wird aus Saar» brücken gemeldet: Wie wir hören, sind von der Sozialdemokratischen Partei des Saavgebieics die Herren Hengel sowie Landesrnts- abgeordneter und' Lehrer Bernhard Schneider zur Bölberbnnds- tagling nach Genf o b g e r e i ft. Sie werden dort eine dem Völker- bund von der Sozialdemokratischen- Fraktion des Landesrat» kürz- Ich überreichte Denkschrift vertreten, in der die Feststellimg ge- macht war. daß die Regierunaskommistion des Saargebietes die Grundsätze der Demokratie und der Bölkerverföhnung nicht zur Gel- ttmg gebracht habe. Insbesondere war in der Donkschrist auch Klage darüber geführt worden, daß die von der Regierungskommission ge- wählte Vertretung im Landesrat dessen Gutachten und« rück- s i ch t t g t lasse. Die Fraktion hatte schließlich die auch von den bürgerlichen Fraktionen vertreten« Forderung echoben, die Präsiden- schaft der Regrerungstommision einer neutralen Persönlichkeit zu übertragen und bei Ernennimg des saarländischen Regierungs- Mitgliedes der Bevölkerung e'n vorschlagsrecht zu gewähr en. Wie wir weiter hören, haben sich die Landrsratsobqeordneten Kommerz enrat Röchling(Trutschsaarläichische Vp.) sowie Land-«.- ratsabgeordneter L e o a ch« r(Z.) ebenfalls nach Genf begeben. Ausschluß Lafolettes. Rem park. 9. März.(Eigener Drahtbericht.) Auf Anregung des Präsidenten C o o l i d g c hat die Republikanische Partei be- lchlossen, einige Senatoren, darunter La so leite, der vei dar letzten Präsidentenwahl sich als dritter Kandidat für die Farmer- und Arbeiterpartei aufgestellt hatt, auszuschließen. Sturm im serbischen Parlament. Belgrad, 9. März.(Eca.) Die neugewählt« Nationalver- sammlung trat am 7. März zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Sämtliche Abgeordnete waren zugegen mtt Ausaahin« der 6 Führer der Roditsch-Partei, die bekanntlich verhastet sind. Di« Sitzung wurde vom Alterspräsidenten Lazitsch, einem demokratischen Abg«. ordneten aus Mazedonien geleitet. Entgegen den parlamentarischen Gepflogenheiten benutzte Lazitsch die Gelegenheit zu einer längeren poii.ischen Rede, in der er gegen die Verhaftung der Abgeordneten der Raditsch-Partei protestierte und ihre sosortige Freuassung ver- langte. Er erklärt«, daß er sich angesichts der Umstünde gezwungen sähe, die Sitzung des Parlamentes aufzuheben und die Wahl des Präsidiums auf ein« svätere Sikunq vertagen. Auf diese Er- klärung hin verließen sämtliche Mitglieder ver Opposition den Saal. Die Mitglieder der Regierungsmehrheit dagegen weigerten sich, sich dieser Protestaktion anzuschließen. Sie wähl;«n aus ihrer Mitte den Alterspräsidenten und schrttten auch zur Wahl eines Präsidenten. Der Zwischenfall hat in politischen Kreisen in Belgrad lebhaft« Erregung hervorgerufen. Man sieht darin den Anfang von neuen parlamentarischen Kämpfen. Es mag erwähnt werden, daß die Re» gierungsmehrhÄt über 163, die Opposition über 139 Stimm-» verfügt._ Kommumftenüammerung. Merseburg, 9. März.(Eigener Drahtbericht.) In der letzten Sitzung des Prooinzialausschusses Sachsen gaben die beiden kam- munistischen Provinziallandtagsabgeordneten Fiedler(Magde- bürg) und D o r n b l u t h(Weißenfels) die Erklärung ab, daß si, aus der Kommunistischen Partei ausgetreten seien, ohne ober ,hre Mandate zum Landtage und ihre Sitz« im Provinzialausschuß niederzulegen. Die Kommunistische Partei ha« mtt den beiden ihre besten Köpfe verloren, da Fiedler Fraktions versitzender war, während Dornbluth die KPD. im Präsidium h Prooinziallandtages oertrat. Die Eisenbahnerbewegung. Optimismus der Neichsbahnvenvaltung. Nach den Mitteilungen, die von der Zkruwltung für die Presie gegeben und durch WTB. und TU. verbreitet werden, ist die ganze Bewegung n u r h a l b f o f ch l i m m. Da die Beiräte der Eifen- ba-hnerorganifationen erst morgen, Mittwoch, mit den Organifations- vorständen in Berlin zusammentreten, sei nicht zu erwarten, dah vor Mittwoch ein« Streikparole von den Gewerkschaften ausgegeben werde. In Berlin habe der Teilstrsik keinen größeren Umfang an- genommen, nur in Treptow und T e m p e l h o f hätten die Ar- beiter der Güterabfertigungen die Arbeit eingestellt, während auf dem Anhalter Bahnhof nur noch elwa 40 Arbeiter im Streik feien, da die übrigen die Arbeit wieder aufgenommen hätten. In Dresden ständen nur etwa 4700, nach einer anderen Meldung nur 4850 Arbeiter im Streik, doch der Personenverkehr wevde vom Streit nicht gestört. In Gera fei die Arbeit auf dem Bahnhof wieder aufgenommen worden. Beamte hätten noch in keinem Direktionsbezirt den Dienst verweigert, kurzum— nach den Darstellungen der Rcichsbahnpresscstellen ist alles in schönster Ordnung. Die Regelimg der Differenzen hinsichtlich der Löhne ttttd Gehälter und der Arbeitszeit hat also noch immer Zeit— für die Verwaltungsbeamten mit den fetten Gehältern. Di« Herrschaften wiegen sich in der trügerischen Sicher- h e i t, die Sache sei ja durchaus nicht gefährlich und habe keine Eile. Entweder die Verwaltung tut nur so und trägt aus taktischen Gründen eine zuversichrliche Miene zur Schau, oder aber sie zeigt in ihr«, Auslassungen, daß ihr das erforderliche V e r» antwortuugsg efühl für den ungestörten Ablauf des Der. tehrs in einer Weife mangelt, daß sie die ganze in ihren ersten Anfängen sich äußernde Bewegung auf die leichte Schulter nimmt und«�darauf ankommen läßt, sie zu einer Wirtschaft- lichen' Katastrophe miswachfen zu lassen. Wem, wir die Bewegung der Eisenbahner unterstützen, so keines- wege aus Freude über Berkehrshemmungen durch Streiks, sondern um den Eisenbahnarbeitern vor allem zu ihrem Recht zu verhelfen. Sie haben einen Anspruch auf a n g e m e f- senen Lohn und diesen Anspruch hat die Reichsbahnoerwaltung zu erfüllen, nachdem ihre Mitglieder sich selber in so großzügiger Weise auskömmliche Gehälter gesichert haben. Auch die Arbeiter müssen leben, wenn sie Arbeit leisten sollen. Es ist e i n g e w a g t e s Spiel, das die Verwaltung treibt. Wir fordern sie zur B e- s i n n u n g auf— es ist höchst« Zeit! Der Kampf der Gükerbodenarbeiter Berlins. Am Montagvormittag fand ein« überfüllte Versammlung der streikenden Güterbodenarbeiter in den Musikersälen statt. Entgegen früher«, Bewegungen kam die Einheitlichkeit in dem auf- gezwungenen Kampf und der Wille zur Durchführung des Kompfes unverkennbar zum Ausdruck. Die wichtigsten Güterböden und llmladehallen liegen still. Güter werden nur auf Um- wegen angefahren bzw. ausgeladen. Die damit beauftragten Be- amten sind zu Streikbrechern geworden, weil sie die danieder- liegende Arbeit zu beheben versuchen. Unwahr ist, wenn die„B. A." schreibt, daß die Streikenden auf das End« warten. Die nach st en Tage werden etwas anderes beweisen. Den größten Unsinn leistet sich die„D. Z." über die Streikbewegung auf dem Potsdamer Güterbahnhof. Dort wird bisher über- h-a&pi nicht gestreikt. Folglich kam, auch kein« Störung eingetreten fein. Der dreitägig« Streit Hot bereits große Wirkungen ausgeübt, weil der Fracht- und Slückgutv erkehr amtlich gesperrt werden mußte. Die Bezettelung der Waren wird nicht mehr auf den bestreikten Dienststellen vorgenommen, sondern auf Umwegen und Anweisung m Fllrstenwalde bzw. Frankfurt a. d. Oder. Wie immer bei dieser oder jener Bewegung haben sich auch bei den bestreikten Güterböden Streikbrecher eingesunden. Insbesondere spielt die Berliner Tiefbaufirmo Dudeck u. Co. hierbei eine be- sonder« Roll«. Diese Streikbrecher sind hauptsächlich junge Leute und werden unter falscher Vorspiegelung der Tatsachen in Güter. wagen verladen, um angeblich nach Leipzig befördert zu werden, und landen dann aus dem Anhalter Bahnhof. Erfreulicherweise haben nicht wenlge dieser unerfahrenen sungen Leute die Arbeit bald wieder hingelegt. In der Versammlung wurde einmütig zum Ausdruck gebracht, auchdieUnorganifiertenzuunter stützen. Die Organ!- fationsoertreter haben dem zugestimmt. Schon kommen die Ran- g i e r e r in Bewegung. An der Verwaltung liegt es. die jetzige Bewegung, die ja nur eine Teilbewegung ist, auf ihren Herd zu beschränken, indem sie den von den Gewerkschaften erhobenen Forderungen nachkommt. Sonst haben wir morgen oder übermorgen mit einer Bewegung zu rechnen, die unserer Wirtschaft schweren, unermeßlichen Schaden zufügen wird. Die Streikleitung, zusammengesetzt aus allen Organisationen, fordert nicht nur ihr« Mitglieder, sondern auch die noch in den be- streikten Betrieben hier und dort Tätigen auf, die Arbeit sofort niederzulegen. Kein Arbeiter oder Beamter darf sich zu Büttel- oder Streikbrecher- diensten hergeben Auskunft über den Stand der Bewegung ist im Ortsbureau des Deutsche» Eisenbahneroerbandes, Bethanien- ufer 13(Fernsprecher Moritzplatz 13/13), von morgens 9 Uhr bis nachmittags 5 Uhr zu bekommen. Die örtlichen Streikleitungen (Unterleitungen) werden ersucht, auf dem schnellsten Wege das Togungslotal und dessen Telephonnummer zu melden. Kollegen, hallet aus und laßt euch nicht durch die bürgerliche Presse oder sonstige Inspiratoren der Verwaltung einschüchtern l! Die Streikleitung. Die Haltung der Stettiner Eisenbahner. Stelkln. 9. März.(TU.) Eine Versammlung von Eisenbohnern nahm zu dem Kampf zwischen Reichsbcchngesellschaft und Eisen- bohnern Stellung. Die Versammlung sprach nach dem„Volksboten den kämpfenden mitteldeutschen Kollegen ihre Sympachie aus und versicherte sie in einer Entschließung ihrer moralischen und materiellen Unterstützung. die Erregung der Eisenbahner im Westen. Lochum, 3. März.(Eigener Drcchtbericht.) Infolge des ergebnis- losen Ausganges der Berliner Verhandlungen ist die Erregung unter den Eisenbahnern des Industriegebietes außerordentlich ge- stiegen. Trotzdem ist es den Organisationsleitungen gelungen, den sofortigen Ausbruch des Kampfes bis zur end- güllig«, Entscheidung, die am Mittwoch in Berlin fallen soll, auf- zuhalten. Eine cm, Sonnlag in Essen stattgefundei, Dersamm- lung des Deutschen Eisenbahnerverbandes und der Reichsgewerk- fchaft Deutscher Cisenbahnbeamt«, und-anwärter nahm ein« in scharfem Ton gehallene Entschließung an, in der gegen die Verschleppungstaktik der Reichsbahn bei der Neugestaltung der Löhne und Gehälter und der Verkürzung der Arbeitszeit energisch Einspruch erhoben wird. Die soziale Lage der Eisenbahnarbeiter und unteren Beamten wird als unerträglich bezeichnet. Es sei ein Skandal, daß ein verheirateter Arbeiter mit 3 Kindern für schwere Arbeit wöchenllich nur 24 Mark Lohn erhalte, während sich die leitenden Beamten der Reichsbahn aus eigenem Ermessen bei an sich schon sehr hohen Gehällern noch Sondergeschente bis zum Betrag von 12 000 Mark für den einzelnen Beamten machen. Die Eisen- bahnverbände lehnten«inen wilden Streik ab, da sie wissen, daß ein Eisenbahnerstreik dem Aufbau der Wirtschaft hinderlich ist. Treibe es aber die Reichsbahnverwallung wie bisher weiter, so würden sie, zur Notwehr gezwungen, alle Mittel anwenden. um den lediglich vom Machtstandpunkt aus zu verstehend«, Starrsinn der R«ichsbahn-A.-G. zu brechen. Die Kommuni st en rufen die Eisenbahner, Bergarbeiter und Metallarbieter in Aufrufen zu einer gemeinsamen Kampfaktion auf. Bei den Eisenbahnern ist der Erfolg dieser kommunistischen Propaganda gleich Null. Die Leiter der Eilsenbahnerverbünd« haben die Mass« in Händen, so daß im rheinisch-westsälischen Industriegebiet jedenfalls bis Mittwoch keine wilden Teil st re ts zu befürchten sind. Köln. 9. März.(Eigener Drahtbericht.) Zwei Riesenver- sammlungen der Kölner Eisenbahner nahmen am Montag- nachmittag im Volts Hause Stellung zu der Lohn- und Arbells- zeitbewegung. Vertreter aller Gewerkschaftsschichten schilderten den Verlauf der Verhandlungen und geißelte» die Einsichts- losi'gkeit der Reichsbahnoerwaltung. Bon vielen Seit«, wurde die Forderung erhoben, sofort in den Streik zu treten. Angenommen wurde eine Entschließung, die sich scharf gegen die Derschleppungstaktik und die Lohndruckpolitik der Reichsbahn wendet und nochmals fest- stellt, daß die Forderungen der Eisenbahner moralisch und ma t e r teil b er e cht igt sind. Den in Mitteldeutschland kämpfenden Eisenbahnern wurde die wärmste S y m p a t h, e und materiekk« Hilfe der rheinischen Eisenbahner zugesichert. Streikbrecher in Halle. Halle. 9.März.(Eigener Dvahtbericht.) Die Halleschen Eisen. bahn er nahmen am Sonntag Stellung zn dem Kampf der Eisen- bahner. Sie erwarten vom Hauptoor stand den Aufruf zur allgemeinen Durchführung des Kompfes. Ferner wird gemeldet, daß die Reichsbahndirektion Hall« sich den Streik ein gehöriges Stück Geld kosten läßt. Sie hat nach Wahren über 60 Bahnpolizeibeamt« zusammengezogen, die d i e Arbeit der Streikbrecher überwachen müssen. Die Tatsache, daß man jetzt 60 Leute zusammengezogen hat, bestätigt, daß die Bcr- wallung ihren Streikbrechern nicht viel zutraut. Bezeichnend ist, daß die ersten in Wahren erscheinend«, Streikbrecher die kommunistischen und Roten Frontkämpfer des Halle- scheu Güterbahnhofes gewesen sind. Stellungnahme der öeamten zum Streik. Die Eisenbahnbeamten-Großorganisationen nahmen am 9. März zum Streit der Eisenbahnarbeiter in den Güter- hallen Stellung. Sie weisen die Tendenz der Tcotiz in den Zeitungen wie der„Zell" usw., die Beomtenorganisationen seien in ihrer Stellung zum Streit der Güterhallenarbeiter nicht einig oder sie seien sogar gegen diese, weit von sich. Die Beamten- organisationen hallen die beiden Forderungen der Ar- beitergewerkschaften auf 1. allgemeine Erhöhung der Löhne nach den bekannten Forderungen der Tarifgcwerkschnsten ab 1. März 1925! 2. Einsetzung einer Kommission mit der Ausgabe. Vorschläge zu machen, wie die Arbeitszeitbedingungen für die körperlich und geistig schwerarbeitenden Arbeiter und Beamten gemindert wer- den können für maßvoll und gerechtfertigt. Sie stehen mit ihren Sympathien auf selten der kämpfenden Arbeiter. Die Vorstände: Relchsgewerkschafi Deutscher Eisenbahnbeamlen und-Anwärter. Gewcrkschaflsbund Deutscher Reichsbahnbeamlen. Gewe tschast Deutscher Lokomotivführer. Gewerkschaft technischer Eiscabahnbeamier. Für ihre Beamkengruppen: Deutscher Eisenbahner-Verband. Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner. Allgemeiner Eisenbahner-Verband. „Tie wirtschaftliche Betriebsführung der Reichsbahn". Unter dieser Ausudrisl brachten wir in Nr. 102 des„Vorwäits*. 4. Beilage, eine Uebersichl über BelriebSeim'chränIungen der Reichs» bahn zugunsten der Privatunternehmer. Von der Presse- stelle der Hauptverwaltung der Deutichen Reichsbahngesellschast erhallen wir' hierzu eine Berichtigung, die sich aus einen der vier von„nS berichte,«, Fälle bezieht: „Die Angaben in der Meldung, daß die Betriebswerls, citte R ü d e S h e, in stillgelegt wurde und die Ausbesserungen der Fabr- zeuge in der Maschinenfabrik Wiesbaden ausgeführt werden, treffen nicht zu.* Zum Streik der Tapezierer. Der Beschluß der Topszierer-Versamtnlunc vom Freitag, zur Er- ringung eines Manteltarifverlrages in den S t r e i k zu treten, ist, wie ein« Versammlung am Montag früh zeigte, von den Brartchentmge- hörigen vollständig befolgt worden. Das diktatorische Vor- gehen der U itemchmer in den letzten Tagen Hr.! m den Betrieben auaj dem letzten Mann die Äugen geüssnet Di- Unternehmer ver- suchten noch am Sonnabend ihre Arbeiter zu täuschen, indem sie mit- teilten, daß noch am selben Tage Verhandlungen stallsinden würden. Besonders läßt es sich einer der Herren angelegen sein, in den Be- trieben herumzureisen und falsche Nachrichten über das Bor- gehen der Verbandsleitung zu verbreiten. Er hat allerdings dabei die wahren Wsichten der Unternehmer ausgeplaudert, indem er er- klärte, daß der Lohn keine Rolle spiele, wenn die Arbeite, fchaft nur von ihren Forderungen, die den M a n t e l ta r i s betreffen, Abstand nehmen würden. Demgegenüber ist festzustellen, daß der Kamps der Tapezierer gerade darum geht, sich nach anderthalbjähriger tarisloser Zeit wieder einen annehmbaren Mantel taris zu schaffen. Dabei werden die Tapezierer sich jedem Dtktat der Unternehmer entgegenstellen! sie werden ,m Gegenteil bei der Auffassung eines solchen Tarife? ihre berechtigten Wünsche voll zur Geltung zu bringen verstehen. Der Streikbeschluß bilde, die beste Gewähr dafür. Streik in der Berliner Briefumschlagbranche. Seit Ende voriger Woche befinden sich die Belegswaiten der Briesnmichlagfabriken Labus. Brettschneider u. Gräser und Bergmann in einer Lohnbewegung. Handarbenerinnen. Maichinenarbeiterinnen sowie Zuschneider und Stanzer haben die Arbeit eingestellt, weil sie mit der gewährten Zulage von nur 8 Proz.'nicht einverstanden sind. Die Firmen find gesperrt. Wir bit'en, in den genannten Betrieben keine Arbeit anzunehmen. Die Kollegenschast übt Solidarität. Leistet keine Streikarbeil! Die Streikleiiung. Die„Bazille" berichtigt. Aus Grund des§ 11 des Preßgesetzes erhall«, wir von Herrn Urban folgende„Berichtigung*. „Es ist nicht wahr, daß ich bei Verhandlungen gsgenüber dem Behördenoertreter nicht gewagt habe den Mund aufzutun. Wahr ist, daß ich stets mit aller Schärfe die Interessen der Kollegenfchast gegenüber dem ArbeitgcCnr vertreten habe. Es ist nicht wahr, daß ich durch Liebedienerei z. B. Hackenzusammenschlagen beim Betreten des Zimmers des Dienststellenleiters versucht haben soll, mir das Wohlwollen dieses Herrn zu sichern. Nicht wahr ist serner, daß ich durch das Mißtrauen der Kollegen mit Glanz aus dem Be- iriebsrat herausgewöhlt worden bin. Bis zu meinem Abbau, April 1924, im Polizeikrankenhaus, war ich Vertrauensmann der freigowerkschastlich organisierten Kollegen. Wahr ist, daß ich es abgelehnt habe, weiterhin mit einen, im Deutfchnasionolen Hand- lungsgehilfenverband organisierten Kollegen im Angestelltenrat zu arbeiten. Da nach meiner Auffassung dieser Kollege die Interessen der Angestellten nicht so vertreten hat. wie es notwendig gewesen wäre. Bon den damals 20 tätigen Angestellten war außer mir nicht«in« freigewerkschastlich organisiert. Walter Urban." " Gegenüber dieser„Berichtigung", die auf den Kern der S-j-che gar nicht eingeht, halten wir alle, unsere Behauptungen aufrecht. Wucher Wertschätzung die„Bazille" und der KPD.-Bonze Urban sich bei dem Krankenpflegepersonal erfreuen, dafür zeugte am besten jene Versammlung, über die wir in der angezogenen Notiz berichteten und von der Herr Urban kein War, zu sagen««ß. Eisenbahnerstreik in Griechenland. Athen. 9. Mär,.(Eigener Drabibericht). In Gricchenlaud find die Etsenbahner in einen Generalstreik eingetreten. Achkung, vanarbeiker! Nachdem der Vertrag für Akkordmaurer getätigt ist und die beteiligten Oiganisationei, dem Ver- trag zugestimmt haben, werden die Kollegen, die in, Akkord arbeiten, hiermit aufgefordert, tür alle scbon vor Abschluß des Ge''an,iver- trage? getätigten E'nzelverlräge ab 2ö Februar den prozeniuolen Zulchlag in Höhe von 12�„ Pro, zu den bestehenden Sätzen zu fordern. Baugewerksbund. Baugewerkichoit Berlin. Verband der Akkordmaurer. Berlin. Ackturg, aimmrr«! Keilte abend T Ubr große Vertrauensmannero«� fanimliing in Dörings IZekisälen, Nounnnstr. 27, für das Hoch-, Beton, und Tiefbangeiverbe. Da wickitig« Mitteilungen über detl Stand drr Bewegung zu machen find, ist es unbedingt notwendig, dofi alle Baustellen und oll« Bezirke vertreten find. Zeutraloerband der Zimmerer, Zablftelle Berlin u. Umg, Verantwortlich für Bolitit: Ernst Reuter: Wirtschaft: Arthur Saternns: Gewerkschaftsbeweaung: 3. Steinet; gtuiDeton:#. K. DSIibet; Lotales und Sonstiges: grifi Rarftädt: Airz-igen: Th. Slocke: sämtlich in Berlin. Berlag: Barwärts-Verlaq®. m d. H, Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckeret und Lerlagsan statt Bau! Singer u Co. Berlin SW KZ Lnidenstrak« 3. Sierzu 2 Beilagen und„Unterhaltung und«ige»-. Zähne erzielen Sie schon durch 1—2 malig. Pichen mit der herrl. erfrischend schmeckend. _ Zahnpaitc<;hIoro«Iout. Bei üblem Mundgeruch wird auch mit Erfolg CUlorodout- Mundwasser verwendet. Herren- Anzflöe und-Mimz nach Maß in vollendeter Paßfonn......... 5IU. 85,— die besten lertigen Anrüge, Ersatz für Maß.. Mk. 05,— leon Sonnensdiein eää Sophien-Säle"■8,' ___ Norden 9296.== J5H1C ii T ö I• /--% Millionen Hausfrauen kochen! J Zum Beispiel: Blumenkohl-, Eiernudel-, Windsor», Königin-, Erbs-, Reis mtt Domaken-Suppe und 20 andere Sorten.— Vollendete Qualität.— Ein Würfel für 2 Teller 12 Pfg., ein Teller also nur 6 Pfennig. Nr. 116 ♦ 42. Jahrgang 1. Seilage öes Vorwärts vienstag, 16. März 1625 Am Anfang ist die Eins. Wer zählt, fängt mit eins an. In Berlin ist das anders. Da hat man keine Eins, da kennt man keine Eins. Gewiß, gewiß, die Häuser in den einzelnen Straßen Berlins haben eine Nummer 1. Aber sonst begegnet man im öffentlichen Leben und im Verkehr auf der Straße der Eins nicht. Straßenbahn und Omnibus ohne Eins. Die Große Berliner Straßenbahn läßt täglich 2400 Wagen über die Straßen von Berlin laufen. Sie besitzt zwar Z000 Wogen, doch sind bvl) bereits ausrangiert. An deren Stelle sollen lOOO neue Wagen treten. Jedenfalls aber hat sie unter den vielen, vielen Wagen die täglich über die Berliner Straßen laufen, keinen Wagen mit der Nummer eins. Die„niedrigste Hausnummer' bei der Straßenbahn, die sich auf einem Wogen befindet, ist die Nummer 100. Woher kommt das? Selbstoerfiändlich hat die Straßenbahn vor langen, langen Zeiten auch mal einen Wagen mit der Nummer eins gehabt. Dieser wagen ist längst ausrangiert worden, und sein Stell- Vertreter und Nachsolger hat nun nicht die Nummer eins erhalten, sondern ist fortlaufend numeriert worden. Wenn dagegen die Etraßenbahndireklion einen neuen Typ von wagen in den Verkehr stellt, so erhält der erste dieser neugebauten Wagen wieder die Nummer eins. Wie bekannt, hat die Straßenbahn in letzter Zeil einen neuen Typ von Anhängerwogen in den Verkehr gestellt, und einer dieser Anhänger hat die Nummer eins. Aehnlich wie bei der Straßenbahn liegen die Verhältnisse bei der Allgemeinen Berliner vmnibusgesellschasl. Auch hier trifft man keinen Omnibus mit der Nummer eins. Als es vor langer Zell noch Pferdeomnibusse gab, gab«» auch einen Omnibus Nummer eins. Seitdem aber die Automobiwmnibusse eingeführt worden sind, steht es überhaupt nicht mehr im Belieben der Omnibusgesellschasl, ihre wagen selbst zu numerieren, und darin liegt der Unter- schied gegen die Straßenbahn mit der sehlenden Eins. Die Omnibusgesellschaft muß ihre neuen Wagen bei der Fuhrpolizei anmelden, und nach Abnahme der Wagen werden sie von der Polizei nach dem lausenden Nummernverzeichnis der Kraftwagen numeriert. Um das Verfahren einfacher und schneller zu gestalten, pflegt die Fuhrpolizei der Omnibusgesellschaft zu sagen, sllr die nächsten 12 oder lö neuen Autobusse, die ihr einstellt, erhaltet ihr die Nummern von soundso bis soundso. fiuch vroschken ohne Eins. Die Numerierung der Droschken und der Zlutomobildroschken nimmt, wie gesagt, die Fuhrpolizei vor. Warum diese Behörde keine Eins für Droschken verleiht, bleibt ihr Geheimnis. Die Droschke eins ist ausgestorben, lange, lange. Ebenso wie der Droschkenkutschel Nummer eins längst nicht mehr unter den Lebenden weilt, und die brave Rosinante, die einst dieses ehrwürdige Gefährt gezogen längst den Weg allen Fleisches gewandert ist. Man könnte diese Taktik der Polizei noch verstehen und begreillich finden aus den>elben Gründen beraiis, aus denen die Straßenbahndirektion die Nummer eins bei neuen Wagen, soweit es sich nicht um einen neuen Typ handelt, nicht wieder einführt. Unerklärlich aber und außerordentlich ver- wunderlich mutet es an, daß man, als Automobildroschken in Berlin zum erstenmal auftauchten und immer mehr sich ausbreiteten, eben- falls die Nummer eins für diese Gefährte nicht in Anwenduno brachte. Die niedrigste Hausnummer für Autodroschten ist nämllch — 7000! In diesem Zusammenhang sei gleich noch erwähnt, well diese Numerierung ebenfalls Angelegenheit der Polizei ist, daß es einen Dienskmann Nummer eins in Berlin auch nicht gibt. Auch er, der brave Alte, ist längst tot, und sein Nachfolger trägt eine selzr hohe Nummer auf dem blanken Blechschlld seiner roten Mütze. Im alten kaiserlichen Deutschland hotten die Schutzleute bekannllich auf den Achselstücken Nummern, fortlaufend numeriert und auf die einzelnen Reviere verteilt. Die„Grünen' von heute tragen auf dem Achselstück zwar auch Nummern, die bedeuten aber die Bezeichnung der Kompagnien, zu denen sie gehören. Aber auch der alle Schutz- mann Nummer eins(diese Reminiszenz sei gestattet in den modernen Rahmen einzufügen) war auf den Straßen Berlins lange nicht mehr zu sehen, aber er war doch vorhanden, er existierte und lebte, und zwar wurde er seines hohen Alters wegen nicht mehr zum Dienst auf den Straßen, sondern zu Bureauarbeiten im Polizeipräsidium verwandt. Keine Eins bei der Eisenbahn. Die Wagen der Rcichseisenbahn sind bekanntlich ebenfalls nume- riert. Sowohl die Güterwagen wie die Personenwagen und Lokö- Motiven. Eine Eins ist aber ebenfalls in dem Niimmernverzeichnfs der Cisenbahnverwallungen nicht vorhanden, hier ist die fehlende Eins nicht nur daher zu erklären, daß die seinerzeit mit der Nummer eins versehenen Güter- oder Personenwagen spärer ausrangiert worden sind und ihre Nachfolger andere und höhere Nummern er- halten haben, sondern es hängt das damit zusammen, daß die Reicheeisenbahnverwaltung vor gor nicht so langer Zeit eine vollständige llmnumerierung ihres Wagenparks hat vornehmen müssen. Dies geschah, well man, als die in dem harten Versailler Frieden be- fohlene Ablieferung von Lokomotiven und Wogen an die Entente geschehen war, sich von dem nunmehr taiiächlichen Bestand des rollenden Materials überzeugen mußte. Aus diesem Grund fand eine vollständige Umzeichnung der Lokomotiven und Wagen statt. Bei den Personenwagen gibt es, wie gesagt, keine Eins und' ebenfalls nicht bei den Güterwagen. Die Güterwagen der Relchseiseabaha- Verwaltung beginne», das sei in diesem Zusammenhang erwähnt, mit der Nummer 101 und enden mit der Nummer gg ggg. der hochbahmvagen Nr. 1. Genau wie bei der Straßenbahn und der Eisenbahn, nach den- selben oben geschilderten Prinzipien, numeriert die hochbahngesell- schaft chre Wagen. Aber hier ist merkwürdigerweise eine Ausnahme zu konstatieren. Bei der Hochbahn gibt es tatsächlich noch heute einen Wagen mit der Nummer eins. Er läuft auf d c r N o r d» s ü d b a h n. Das bangt wohl damit zusammen, daß die Hochbahn, im Gegensatz zur Straßenbahn und namentlich zur Eisenbahn ein verhältnismäßig junges Derkehrsunternehmen ist, das noch heute Wagen in aller Frische lausen lassen kann, die am Tage der Be- triebserössnung in den Verkehr gestellt worden sind. Die Reichs- postverwaltung oerfügt, wie bekannt, ebenfalls über einen großen Wagenpark, der zu einem Reichspostsuhrpart unter der Leitung eines Oberpostdirektors zusammengefaßt ist. Dazu kommen noch die in den verschiedenen Eiscnbahnzügen lausenden B a h n p o st» wagen. Und alle diese Wagen haben keine Nummer eins. Einige Jahre vor dem Kriege konnte man auf den Straßen Berlins noch einen gelben Paketpostwagen mit der Nummer eins sehen, heute ist er ausrangiert, und sein Nachsolger hat schon eine hohe Nummer. Aber der ursprüngliche wagen Nummer zwei ist heute noch im Betrieb. Doch heißt er heute 7002. Man muß wirtlich über diese Art der Nummerngcbung staunen und kann es nicht begreisen, warum dieser Wagen z. B. nicht nach wie vor die Nummer zwei behalten hat. Bielleicht hängt das damit zusammen, daß man sich so niedriger Nummern— schämt! Die wir ausgeführt haben, sucht man auf den Straßen Berlins vergeblich bei den Verkehrsmitteln, sei es nun Skraßenbahn, sei es Eisenbahn, seien es Postwagen oder Omnibusse, seien es Droschken oder Automobildroschken, die Nummer eins. Nur eine einzige Ausnahme gibt es, nur eine. Es gibt wirklich und wahr« haftig einen Personenkraftwagen Nummer«ins, der also hinten auf dem weißen Nummernschild die Bezeichnung trägt: I A. 1. Und dieser Personenkraftwagen gehört dem Inhaber eines großen Kaufhanses. der Totschlagsverfuch am„Dater". Ein unnötiges Zuchthansurteil. Das Strafgesetz sühnt Totschlag an Eltern besonders hart. Was sind aber im Geiste des Gesetzgebers— nicht im Sinne des Pora» graphen— Eltern? Ist dos ein Vater, der seinen drei Monate allen Jungen ins Waisenhaus steckt, sich nie um ihn kümmert, ibn erst im Aller von 18 Jahren zum erstenmal wiedersieht und il rn dann, als er nicht einwilligt, gegen die Mutier, mit der der Vater ini Scheidungsprozeß steht, ungünstig auszusagen, an die Kehle springt? Ist es unter solchen Umständen recht, den ILjägrigen Jungen, der in seiner Verzweiflung, gegen diesen Wüterich und Trunkenbold von Vater den Revolver abdrückt und ihn durch einen Streifschuß leicht verletzt, wegen Versuchs des Totschlage zu 2)'- Iah- ren Zuchthaus zu verurteilen? Besitzt ein„Dater', der nie eltex- l i ch e Pflichten anerkannt hat, das Recht auf kindliches Emp- finden bei seinem Sohn? Das Recht auf besonderen Schutz durch das Gesetz, auf größeren Schutz als sonst ein Bürger? War dies auch die Absicht des Gesetzgebers? Wie kam es, daß der 18iäh''ige Gärtner Mar H., der sich gestern vor dem Schwnrgu'cht de? Landgerichts l, das unter dein Vorsit; des Landger'chtsdirekwrs B e r n a u seine Sitzungen abhält, zu ver- antworten harte, zu seiner verhängnisvollen Tat hinreißen ließ? Bater und Mutter lebe», der Junge muß zuerst ins Waisenhaus, kommt hinterher in drei Pflegestcllen, dann wieher ins Waisenhaus. Im Alter von 14 Jahren crfäbrt er zum erstenmal, daß er über- Haupt Mutter und Vater hat. Schwer und tief leidet er darunter, daß seine Eitern sich nie um ihn gekümmert haben, wird in sich gekehrt, seelisch schwerfällig, verschlossen, ist aber sonst ein ruhiger. stiller, bescheidener, sleißigcr und zurra'.üicber Junge, überall beliebt. Vierzehnjährig wird er Lehrling in einer Gärtnerei, erkrankt schwer an der Grippe, dann an Gelenkrheumatismus und zieht sich einen Der Apfel der Elisabekh Hoff. 411 von Wilhelm hegeler. Er saß am Frühstückstisch. Nach einer Weile kam das Dienstmädchen und wunderte sich, daß er nichts angerührt hatte. Er sagte, daß er in die Stadt wollte. Endlich machte er sich auf den Weg. In der Bank gab man ihm einen Aus- kunftsbeamten mit, einen freundlichen alten Herrn, der ihn an die richtige Abteilung führte. Dort erfuhr er, daß das Depot in der Tat das Eigentum seiner Frau sei. Die Frau Professor sei selbst vor einiger Zeit mit Mister Ryseck hier gewesen und hätte sich die Abrechnung angesehen. Es fehlte nur noch ihre Unterschrift. Aschgrau im Gesicht, ließ Hoff im Vorraum sich in einen Sessel fallen und murmelte:„Verzeihung, einen Augenblick!" Dann aber saß er wohl fünf Minuten so. Der freundliche alte Herr, der sich diese Verstörtheit nicht recht erklären konnte und dem die Zeit etwas lang wurde. begann zu plaudern. In seiner Stellung erlebte man aller- Hand Ueberraschungen. Bor einer Stunde sei ein Herr bei ihm gewesen und hätte sich nach seinem Vermögensstand er- kündigt. Die Papiere wären alle vollständig vorhanden ge» wesen, aber fast bis zur Höhe ihres Wertes mit Bankschulden belastet. Leichtsinn der Frau, der der Ehemann während des Krieges Generalvollmacht erteilt hatte. Fatale Sache! Da sei ein Guthaben von achttausennd Dollar jedenfalls eine «mgenehmere Ueberraschung. Hoff erhob sich und ging nach kurzem Dank wieder auf die Straße. Zum Bahnhof Friedrichstraße. Dort aber fiel ihm ein, daß er keine Ahnung hatte, wohin seine Frau gefahren war. Er versuchte, sich zu besinnest. Vergeblich! So fuhr er wieder nach Hause. Dort gab ihm das Mädchen einen Zettel, woraus seine Frau sowohl das Ziel wie den Ort, wo sie zuerst übernachten wollten, aufgeschrieben hatte. Er erfuhr, daß ein Zug erst am nächsten Morgen ginge. Er war so erschöpft, daß er, wenn auch mit Unterbrechungen, die Nacht hindurch schlief. Als er aber am nächsten Tag in der Stadt, wo Elisabeths Schwester wohnte, anlangte, erfuhr er, daß weder seine Frau noch seine Schwägerin dorr seien Es blieb ihm nichts anderes übrig, ais zurückzufahren nach dem Orr. den Elisabeth als erste Uebernachtungsstation angegeben hatte. Dort traf er am frühen Nachmittag ein. Er ging von Gasthaus zu Gast- haus und erkundigte sich nach seiner Frau und Rnseck. Am .Lindenhaus' aber, da» wegen seines ländlichen Charakter» etwas abseits von den Hauptstrahest lag, wäre er beinahe vorbeigegangen, wenn nicht Elisabeth, die vor der Haustür im Schatten der Bäume saß, ihm entgegengeeilt wäre. Aber der Ausdruck erlöster Ueberraschung, womit sie ihn begrüßte, wich, als sie sein Gesicht sah. Er ergriff kaum die hingestreckte Hand und fragte sofort: „Wo ist Herr Ryseck'?" „Ausgegangen." „Wann kommt er zurück?" „Ich weiß nicht." „Du weißt nicht?— Gut. Dann muß ich also mit dir sprechen." „Willst du nicht den Kindern guten Tag sagen?" „Nachher." Aber schon kamen die Kinder aus dem Garten herbei, begrüßten ihn jubelnd und sprangen an ihm hoch. Er zitterte im Schüttelfrost. Waren es überhaupt seine Kinder? Furchtbarer Gedanke! Wenn erst das Vertrauen erschüttert war, dann wankte alles. Langsam folgte er seiner Frau die Treppe himnik in ihr Zimmer. „Da wohnst du?" „Ja mit den Kindern." „Und Herr Ryseck ist aus? Und du weißt nicht, wann er zurückkommt?— Ich wollte dich nur fragen"— er zerrte an dem Bündel von Briefen in seiner Brusttasche, aber je mehr er riß, desto hartnäckiger stauchte dieses sich fest—„dich nur fragen, was das für Papiere sind, die ich in deinem Schreibtisch gefunden habe." „In meinem Schreibtisch?" „Ja. Ich habe ihn aufgebrochen. Was find das für Papiere?" Er warf das Bündel wie etwas Ekelhaftes auf den Tisch und zerrte dann einen doppelseitigen Brief daraus hervor. „Dies Depot von Herrn Ryseck auf deinen Namen. Wie kommst du dazu?" „Das ist Geld, das ich Ryseck geliehen habe und das er mir zurückgeben wollte." Er versuchte aufzulachen, ein Lachen, das wie ein Schluch- zen klang, und sagte dann: „Das soll ich dir glauben?" „Ich wüßte nicht, wann ich dir je Grund zu Mißtrauen gegeben hätte." „Du ihm achttausend Dollar geliehen?" „Als ich sie ihm lieh, waren es keine achttausend Dollar." „Wann willst du sie ihm denn geliehen haben?" „Damals als er nach Amerika reifte." „Da hättest du, ein junges Mädchen, ihm eine solche Summe geliehen? Warum?" „Weil ich mit ihm befreundet war und er kein Geld hatte." Er schüttelte sich wieder, als wenn ihre Worte, getragen von ihrem Atem, ihn wie etwas Körperliches anwiderten. Nach einem Augenblick sagte er mit tonloser Stimme: „Ihr hättet doch wenigstens versuchen können, eine nicht ganz so plumpe Lüge ausfindig'zu machen." Iegt war auch ihr Gejich: ganz blaß geworden, und unter der Stirn, die eine einzige tiefe Falte über der Nasenwurzel durchgrub, und über den Wangen, ans deren wie von innen eingesogener Haut ein Flaum zartester Härchen zu sehen war. lagen die Augen unwahrscheinlich groß und unwahr- scheinlich brennend blau. So blickten sie sich an, eine ganze lange Zeit, und eine solche Feindschaft lag zwischen ihnen, eine solche ferne Fremdheit trennte sie, wie sie nur zwischen zwei Menschen, die einander ganz nah gewesen sind, entstehen kann. Aber war es, daß zugleich mit dem Schuldgefühl sich Mitleid in Elisabeth regte mit diesem Gesicht, das unter dem flammenden Haß die unbarmherzige Verwüstung des Leidens verriet... sie kam zuerst zur Besinnung. „Wir haben gar nichts ausfindig gemacht," sagte sie. „Uebrigens gehören diese achttausend Dollar mir überhaupt noch nicht. Ryseck hat sie mir aufgedrängt, aber einstweilen habe ich sie nicht angenommen. Wenn du willst, dann werde ich dir alles aufklären." „Bitte. Aber verplappere dich nicht. Ich werde mich nachher auch bei Herrn Ryseck erkundigen." Und scheinbar unabsichtlich, aber mit offenbarem Hohn, wirbelte er unter den Papieren das Päckchen Dollarscheine hoch. Er setzte sich. Auch sie nahm Plag. Als sie noch schwieg. warf er ein ungeduldiges:„Run bitte!" hin. Es war ihr unmöglich, ihn anzusehen. Dies Gesicht war jetzt, wo seine Erregung üch gemeistert statte, ihr noch fremder als eben in der Entstellung des Hasses: sie ühlte, daß er entschlossen war, ihr nichts zu glauben, daß ihm nur daran lag, das Schuldig auszusprechen. Sie mußte vergessen, daß er dort saß, und io begann sie zu sprechen, in den Irren Raum hinein... erzählte umständlich und verworren, sich dann und wann berichtigend, was zwischen Ryseck, Hellborn und ihr vorgefallen war. Und wie ein kreischendes Nebengeräusch begleitete ihre Worte der Gedanke, daß alles anders gewesen wäre, wenn sie ihn? gleich die Wahrheit gesagt hätte, daß dann auch das, was sich gestern ereignet hatte, ihr erspart gebliebe« wär«. lSortsetzung folgt.! j Herzfehler zu, weil er draußen in dünner Kleidung seine Arbeit ver- richten mußte. Fast 18jährig. erscheint er zum erstenmal in Berlin bei seiner Mutter. Er will stch hier einer ärztlichen Behandlung unterziehen. Es fehlt ihm jedoch das Geld dazu. Er nimmt aus. «ärts eine Stellung an, kehrt bald nach Berlin zur Mutter zurück. begibt sich dann zu seinen Pjleaeeltern, beschließt aber wieder nach Berlin zu gehen, um hier mit Hilfe seines Vaters eine Kur durch- zumachen. Der B a t« r ist seine einzige Hoffnung. Der lebt mit einer anderen Frau, liegt mit der Mutier des Jungen in Scheidung: am 12. Dezember Ist Termin. Cr bittet den Jungen, gegen die Mutter auszusagen. Der lehnt es ab. Die Schuld wird dem Vater zugesprochen. Er betrinkt sich aus Aerger, wirft den, Sohn nachts vor, daß er die Schuld am Ausgange des Prozesses trage, springt dem bescheiden„Weshalb?" fragenden Jungen an die Kehle. Die Dazwischenkunft der Braut des Vaters verhütet Unheil. Er springt Ihm ein zweites Mal an die Kehle: wieder tritt die Frau dazwischen. Als er dies das drittemal versucht, schiebt sie den Jungen zur Tür hinaus und ist auch selbst gezwungen, vor dem wütenden Trunkenbold zu flüchten. Der Junge laust zur Polizei. bittet um Schutz gegen den Vater. Die Polizei, die S ch u tz p o l i � zei, lehnt es ab, sich in die persönlichen Beziehungen zwischen Vater und Sohn cinzümischen. Der Junge ist ratlos— hat niemand in Berlin, der ihm helfen könnte, weiß nicht, wo er bleiben soll. fühlt sich dem Vater unterlegen, fürchtet weiterc Gewalttätigkelten. Ein Gefühl der Bitternis erfüllt ihn: sind denn Väter nicht dazu da, laut Natur- und Menschengesetz,»m jungen Söhnen beizustehen? Ist er denn schlimmer als andere? Weshalb mußte e r ohne Vater- und Mütterlich aufwachsen? Ist das überhaupt ein Vater, der vom Sohn fordert, daß er gegen die Mutter aussage, der ihm an die Kehle springt, weil er es nicht tat: der von mitfühlenden Men- scheu, als„Invalide gänzlich erblindet und als Vater von drei KIn- den,"— durch Musizieren Almosen entlockt? Dabei ist er nur auf einem Auge erblindet und hat n i e für seine Kinder gesorgt! Der Junge kehrt zum Vater zurück.„Glaube nicht, daß ich betrunken bin, jetzt fange ich erst an den Verrückten zu spielen, du wirst mich n«ch kennenlernen." Dem Jungen wird wirr im Kopf, er irrt in den Straßen der fremden Großstadt umher,„des Lebens ganzer Jammer packt ihn an", er fühtk sich bedroht und... kauft einen ?>teovlver und sechs Patronen dazu. Schläft die Nacht beim Vater. Der findet im Strelchholzkästchen eine von den Patronen.„Jetzt trägt der Junge gar noch Mordwaffen! Ich zeige ihn morg-n bei der Polizei an." Der Junge schwelgt. An, folgenden Morgen fragt er den Vater:„Wirst du wirklich der Polizei Anzeige machen?" „Natürlich werde ich das, für mich bist du erledigt, bekommst auch kein Geld mehr, mache daß du fortkommst." Es kracht ein Schuß. Der Vater wird an oer Stirn verletzt. Wie kam es zum Schuß? „Der Vater Ist auf mich losgegangen," sagte der Junge in der Boruntersuchung. Der Vater und dessen Braut bestritten dies vor der Polizei und vor dem Untersuchungsrichter. Sie bestätigen aber die Darstellung des Jungen, trotz wiederholten Vorhalts des Vor- sitzenden und des Verteidigers mit aller Entschiedenheit in der Ge- richtsverhandlung. Also Notwehr? Ein Schreckschuß?! Der Junge läuft nach der Tat kopflos im Treptower Park herum, kehrt nach Hause zurück, wird von der Braut des Vaters erwartet:„Es ist nicht so schlimm, der Vater ist zum Arzt gegangen. Geh zur Polizei, melde den Vorfall. Man wird dich schon freilassen." Cr begibt sich dahin und wird verhaftet. Und... erhält vom Gericht Jahre Zuchthaus. Dies war laut Gesetz die Mindeststrafe. Das Gericht hat dem Vater und seiner Braut nicht geglaubt, daß der Lunge, nach den vorhergegangenen Gewalttätigkelten, sich dem Vater gegenüber im Augenblick der Tat wieder bedroht gefühlt hatte: es wollte nicht auf Notwehr oder Putativnotwehr(eingebildete) Notwehr erkennen. Obgleich der Vater erklärte:„Es ist mein Kind, ich möchte nicht, daß er bestraft wird, und obgleich er nun wirtlich tief von dem Unglück seines Sohnes und seinen, eigenen betroffen schien, bat das Gericht, die ihm vom Gesetz gegebene Möglichkeit nicht ergriffen, es hat den Jungen, den alle, die ihn kennen, als vorzüglichen stmgen Menschen schilderten, ins Zuchthaus geschickt. Geschworen« Richter— nicht das„Schwurgericht" von heute, das ja nichts ande- res als ein Schössengericht ist— hätten dem Jungen wahrscheinlich die Freiheit wiedergegeben. Das Urteil ist rein menschlich und kriminalpolitisch ein Fehlurteil: das Gericht mag seinem juri- st i s ch e„ Gewissen gemäß zu Recht gebandelt haben. Weshalb hat es aber dem Jungen nicht wenigstens für sechs Monate der Strafe Bewährungsfrist gegeben? Es muß versucht werden, die Zuchthaus- strafe im Gnadenwege mindestens in eine Gefänanisstrafe umzn- wandeln oder, mehr noch, dem Verurteilten die Strafe völlig zu schenken. Zuchthaus und Gefängnis sind nicht für solche junge Menschen da. Eine Schwinöel-�ktiengeselljchast. Der Prinz als Direktor. „Preußische Grundstücks-Akliengefellschaft" nannte sich ein Unter- nehmen, das im vergangenen Jahre gegründet wurde und jetzt mit der Verhaftung seiner drei Direktoren endete. Diese Mtiengefellschaft halte ihre Bureaus in der Potsdamer Straß« 104. Ihre Direktoren waren ein als Kampfflieger bekannt gewordener früherer Flieger- oberleutnant von Althaus, der sich jetzt auf Grund eines Be- schlusses des Landgerichts Coburg Prinz zu Bentheim- S t e i n f u r t nennt, ein Kaufmann A m s i n ck und ein Dr. M. aus der Motzstraße. Die Eesellfchafl wandle sich an Leute, die Hypotheken auf ihr« Grundstücke suchten. Den Bewerbern teilte sie mit, daß sie an Stell« boren Geldes„goldwertgedeckte Schuldattest« der Preußischen Grund- stücks-Aktiengesellschaft" gäbe, die an der Börse bereits mit läv Proz. gehcmdel: würden. Die Goldwertdeckung sollte bei der Preußischen Staatsbank, der ehemaligen Seehandlung, im Tresor liegen. Diese Bank war auch auf den Schuldattesten selbst angegeben. Die Be- werber mußten ihre Provisionen in bar zahlen. Die Schuldattest« wurden ihnen zum Parikurs berechnet. Sie sollten nach fünf Jähren, also im Jahre 1929, mit 250 Proz. eingelöst werden. Ausgestellt waren sie in Stücken zu 5, 10, 20, 50 und 100 Dollar. Verschiedentlich wurde vor diesem Ilmernehm-n gewarnt. Trotzdem aber scheint die Gesellschaft ausgedehnte Geschäfte gemacht zu haben. Bis jetzt haben sich über hundert 5)yputhek«nsucher gemeldet, die sich betrogen fühlen. Die Schuldatteste lassen sich nicht zu Geld machen, weil sie nichts wert sind. Es fehlt ihnen auch der Steuer- stemp«! des Landesfinanzamtes. Kunden, die ungemütlich wurden und drängten, bekamen ihr« Hypothekenbriefe zurück, nicht aber die bar eingezahlten Provisionen. Vermutet wird, daß die Direktoren den größten Teil der Hypothekenbriefe sich bereits lzaben beleihen lassen. Die Ermittlungen nach dieser Richtung schweben noch. An Deckung ist nichts vorhanden. Die Preußische Staatsbank hat der Gesellschaft die Vermietung eines Tresors von vornherein abgelehnt. Bei den Hypotheken handelt es sich um beträchtliche und zum Teil sogar sehr hohe Beträge. Die geringste Summe, mit der sich die Gesellschaft- überhaupl besaßt«, waren 10 000 Mk. Die Verhafte- ten geben zu, daß auch in der Tschechoslowakei Geschäfte oersucht werde» sollten, oder vielleicht schon getätigt sind. Ein Dr. Richard Scheu hat einen größeren Posten der Schuldatteste zum Vertrieb dort erhalten. Auch ein kleines Bankhans in Berlin und eins in Braunschweig haben sich mit dem Vertrieb befaßt, ob gutgläubig oder mitwissend» wird noch untersucht. Weiter« Mitteilungen zur Aufklärung nimmt Kriminalkonimissor Hartwig im Zimmer 3 und 6 im Polizeidienstgebäude in der Georgenkirchstraße entgegen, Haus- nnruf Nr. Jg._ Der Mord i« der Langen Strafte. Gestern nachmittag fand im Schauhauss die Obduktion der er- mordeten Frau A l t e r m a n n, ausgeführt von Prof. Dr. Strauch und Dr. Dürcnsurth, statt. Sie bestätigte das Ergebnis der«rftsit Bkfichiigung der Leiche. Der Tod Ist durch Erwürgen eiNgeiretsn. Auch die anderen Verletzungen haben zum Tode beigetragen.— Gestern früh meldet« sich bei der Mordkommission ein Zeuge, der angab, mit Wörpel am Mittwoch abend von der Arbeusstev« zusammen»ach Hause gefahren zu sein. Wörpel sei aber nicht mit ihm bis nach Pankow gefahren, sondern an der Langen Straße au«- gestiegen.?lm Donnerstag hat Wörpel noch in der Brauerei ge- arbeitet. Sein« Arbeitskollegen haben ihn wegen seines zerkratzten Gesichtes geneckt, was er ohne Antwort über sich ergehen ließ. Weitere Mitteilungen über die Lebensgewohnheiten des Wörpel werden von den Kriminalkomniissaren G a l z o w und Dr. Bern- darf im Zimmer 88 des Polizeipräsidiums entgegengenommen. Polizei und presse. Der jetzige L�ter des Polizeipräsidiums, Landrat Dr. Friedensburg, dem vor kurzem das Amt des Stellvertreters des Polizeipräsidenten übertragen worden ist, hatte gestern Vertreter der Berliner Press« nach dem Präsidialgebäude eingeladen._ Er wünschte, sich ihnen vorzustellen und sie kennen zu lernen. In feiner Begrüßungsansprache betonte er die Noiwenbigkeit eines aus Gegen- seitigkeit gegründeten Verständnis- und vertrauen»- vollen Znsammenarbeitens zwischen Polizei und Presse. Er erklärte, daß er ein abgesagter Feind der Bureau- krall« fei und die Aufgabe der Polizei darin sehe, Dienerin der Oeffentlichkeit zu sein. Man solle diese Behörde und ihre Tätigkeit nicht nach parteipoptischen Gesichtspunkten benrteilen, wie es z. B. jetzt wlecer aus Anlaß der Berliner Trauerfeier sich- keitenzurBestattungdesReichspräsidentenEbert «in Teil der Presse getan habe. Bei diesen Feierlichkeiten habe die Polizei gegenüber der außerordentlich schweren Aufgabe, die ihr gestellt war, sich überraschend gut gehalten, abgesehen von«inigen Ausnahmefällen. Daß bei einem so großen Heer von Bramien auch einzelne Mißgriff« vorkommen, sei verständlich. Herr von Friedensburg wandte sich gegen die Neigung, bei der Beurteilung der Polizei üble Ausnahmefälle zu verallgemeinern und sie der Polizei in ihrer Gesamtheit zur Last zu legen. Wenn einzelne Schutzpolizeibeamt« sich Mißgriffe zuschulden kommen tasse», werde gegen sie unnachstchtlich eingeschritten werden. Englisch- nnd Zranzössich-Knrs« deS Gen. vnikower für Anfänger und Fortgeschrittene in Berlin SO, N nnd W. Nene Zirkel im April. f eldungen an den Genannten Berlin W 57, Kursürstenltr. 21/22, linker elteufl. n._. Sport. 14. Serliner Sechstagerennen. Auch Coburn und van Jtct verlassen die Bahn! Die Z Uhr-Nachmillagsweriung am Montag brachte folgendes Ergebnis: 1. Spurt: 1. Hahn, 2. Gottfried, 3. Krupkat, 4. van Net. 2. Spurt: 1. van Kempen, 2. Tietz, Z. Persyn, 4. Tonani. 3. Spurt: 1. Hahn, 2. Verschieden, 3. Coburn, 4. Gottfried. 4. Spurt: 1. van Kempen, 2. Tietz, 3. Tonani, 4. Stellbrint. 5. Spurt: 1. Thollembeek, 2. Verscheiden, 3. Eoburn, 4. van Nek. 6. Spurt: 1. Soldat», 2. Münzner, 3. Tonani. 4. Persyn. Der Siand des Rennens Ist nach der Z-Uhr-Nachmittagswertung folgender: 1. Persyn-Verschslden 103 Punkte. 2. Hahn- Tietz 82 Punkte. Ein« Rund« zurück: van Kempen-Bauer 120 Punkte, Oliveri-Tonani 87 Punkte, van Nek-Saldow öS Punkte, Debaeis-Thollembeek 45 Punkte, Coburn-Madden 31 Punkte. Zwei Runden zurück: Larenz-Galle 51 Punkts, Weber-Krup- tat 29 Punkte. Drei Runden zurück: Münzner- Gottfried 39 Punkte. Bier Runden zurück: Stell- biink-Techmer 25 Punkte. Die Spurts wurden in einem äußerst mäßigen Tempo gefahren. Die Italiener scheinen ollmählich nachzulassen, doch gibt sich der Bessere von beiden, Tonani, immer wieder große Mühe. Die Mannschaft Hahn-Tietz ist noch lange nicht abgekämpst. Besonders Hahn überrascht Immer wieder. Ob Persyit-Betschelden ihren ersten Platz noch lange halten können, fft unter diesen Umständen sehr fraglich. Bis 3 Uhr nach- mittags find 2370,970 Kilometer zurückgelegt! Die lo-Uhr-Abeud-Verlung. In der 93. Stunde(6 Uhr nachmittags) gibt Eoburn wegen Bildung«Ines Abszesses am Gesäß das Rennen auf! Sein Partner M a d d« n fährt als Ersatzmann weiter. Wiederum sind groß« Lücken im Parkett und Rang zu bemerken. Die Mannschaft Techmer« Stellbrink kam in den Spätnachmittagsstunden«ine Verlustrund« aus. Allerdings macht das Feld an der Svitze mit Saldow kein« Miene die Ausreißer wieder cinzuhvlenl Ilm 10 Uhr abends (96. Stunde) sind 2554,680 Kilometer zurückgelegt. Iin ersten Spurt siegt 5iahn vor Techmer, Münzner und To- nani. Trotzdem Tonani scharf die Pedale bearbeitet, kann er den führenden Hahn nicht verdrängen. Inmitten der Wertung wird am Transparent bekannt, daß auch van Nek wegen Bildung eines Abszesses am Gesäß die Bahn oerläßt. Zwei- irr Spurt: Hier ist Persyn der erste am Ziel, der van Kem- pen, Tietz und Oliveri hinter stch läßt. In geradezu fabelhafter Weise geht Lorenz im dritten Spurt aus und davon. Er bäU den ersten Platz trotz scharier Slngrisfe Verscheldens bis zuin Ziel. Dritter wird Hahn vor Tonani. Den vierten Spurt bestimmt van Kempen knapp gegen Galle, Debaets und Weber für stch. Der fünfte Spurt bringt einen knappen Sieg To» n a n i s vor Hahn, Techmer und Bauer. Ban Kempen halt sich noch einmal im s e ch st e n Spurt den Siegskplatz. Görisried, Tietz und Persyn passieren in dieser Reihenfolge das Ziel. Di« beiden Partnerloscn Saldow und M a d d e n bilden jetzt ein« neue Mannschaft mit zwei Verlustrirnden und 50 Punkten. Der Staad des Rennens nach der 10-Uhr-Wertung ist nun folgender: 1. Persyn-Verschelden III Punkte. 2. Hahn- Tieg 96 Punkte. Eine Runde zurück: van Kempen- Bauer 134 Punkte, Oliveri-Tonani 95 Punkte. Debaets-Thol- Icmbeek 47 Punkte. Zwei Runden zurück: Larenz-Galle 59 Punkte, Madden-Saldow 50 Punkte, Weber-Krupkat 30 Punkte. Drei Runden zurück: Münzner-Gottsried 44 Punkte, Stell- brink-Techmer 30 Punkte. Bei dieser Wertung konnten Hahn-Tietz ihre Punktzahl mehr erhöhen als Persyn-Verschelden. E« dürfte nicht mehr tange dauern, und die bis letzt an zweiter Stelle liegend« deutsche Mannschast nimmt den ersten Platz«in. weiter skr Berlin und Umgegend. Dielsaib heiler, um mittag ziem» lich mild, nachts leichter Frost, mäßige, nach Nord drehende Winde. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 10. JVISrz. Außer ilem übliehon Tagesprogramm: 4.30—6 Uhr abends: Üniorhalt.nngsmusik(Berliner FnnH-apolIo). 6.40—7.30 Uhr abends: Hans-Bredow-Scimlo.(Abteilang Bildnngs- knrso). 6.40 Uhr abends: I/iteratrir Und Knust. Professor Colson: .Französisobe I,itorntnrgeschichfea(in fransusischer Sprache). 7.10 Uhr abends: Theodof Kappstcin;.DeatsCho ICTassiter'1. 6. Vortrag.„Goethe, Faust XI. Toil". 7.30 Uhr abends: Vortragsreihe:„Neues Land". 2. Vortrag. Geh. Regternngsrat Professor Cr. A. Miet.ho:„Das Atom im Wandel der Erkenntnis".• Uhr abends: Theatorfanlc(Theodor Kappstein). 8.30 Uhr abends: Kicbendorff-Abend. 1. a) Wanderlied, MondelssObn, b> Sachtlied, Mendelssohn, c) Frühlingsfahrt, Schumann(Alfred Wilde, Tenor). 2. a) Morgengebet: b) Der frohe Wandersmann. c) Die Stille, d) Licbeslust, e) Auf meines Kindes Tod(Martha Ferber, Ksri- tation). 3. a) In der Fremde, Schumann, b) Waldesgesprlch, Schumann, o) Mondnacht, Schumann, d) Ffählingsnaohtz Schumann(Margarete Roll, Sepran). 4. II. Kapitel der Erzählung„Aue dem Leben eines Tau�eniohta' s Martha Ferber, Rezitation). 6. a) Verschtriegene Liebe, Hugo Wolf, b) Der Freund, Hugo Wölk, c) Unfall, Hugo Wolf, d) Heimweh. Hugo Wolf(Margarete Roll. Sopran). 6. a> Intermezzo, Schumann, b) Wehmut, Schumann. c) Zwei Volkslieder: 1. O Täler weit, o Höhen, 3. In einem hühlen Gruudö(Alfred Wilde. Tenor). Am Flügel: Prof. Oskar Wappensohmid. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten TsgesnäChtiehten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdionst. parteinachrichten für Groß-Snlw «wteaduAga, fSr diele Rudrit find «((Ua e».«, eiadenitrah» 3, IM» aa dee««etrfefdnteflet, e.$»(, 2 Sttf. reche», p rtchtea. vorstänöekonferenz. Die an, Sonnkag bekanntgegebene VorstÄchekausermz stndek heule abend pünktlich S Uhr im hause Elsasser Slr. 86/88. Mittel- aufgang, 2 Treppen(Aahrstuhlausgang) statt. Zede Abteilung muß durch mindesten» eine» Dcfrgtertea«er- treten sein, wenn der«bteiluuasleiler verhindert ist. muß der Stell- verireler oder ein anderer Genosse delegiert werden. Die VezirksvarsiandsmilgUeder sind eingeladen. Tagesordnung: Die Dahl des Reichspräsidenten. Der Dezirkvorstand. 9 0.«rel» Otote 6 Btr WahlM« jut SlaablatwerSr-Uirng für bis 39. astsllana Sei Lucht. Lmdenst«. 2._ II. KmI*««««»>-,. Der Bortraaekuriu» drs««nofi«»«ttfoisn fciui bit Jfricheptäijteulcnwihi nicht(Mtfmbsr,. Heule, Dienstag, den 10. ZNSrz: SS.«St. 7H Uhr miSemtsnmch« Sunktirtiärlchuna Ml Lchcck. Srtimttfc. 3. Tis ByhKfO&rc: mültsn»'»sin«'!.„...„..., M. 52.«St. aturtriiiiis»»«. ßnut»slchllch 8 Uhr SuicktilmcrSdunz Mi Vats. 117,«61, Eichte ntetg. 714 Uhr ßuitKionäilonfereni Ml Klose. Rufdr«»!-, Ecke Eitilstrohe. Mitgliederversammlungen und Zahlabende am Mittwoch: I.«61. TK Uhr Schulaula«ugultttr.«3. VurtrcsTdel»en, Ctte Mslrt, M. b. L.:..Tis swltl'fchr Lag« im Reich und in Preußen. 2.««. 7Z4 Uhr Müslisbcrr-rlammluna Mi Ohnzemach,«»«eiandaiUen- 3.«dh' tV Uhr Z-hlaMi» be! Schulz, xtallschreiterstr, 29:»rllaer.«ngsl. 4. Abt. 7'.4 vdr WerMdersammlung Sri Rosenzweia. Landtberzer 6h. 89. rlcfctentin:»«nsfln Marie N, inert. M. d. L._.... S.«it. 7% Uhr Jtofcnthcler Ha'. Stufentlekt Straß«. Res»-: 8Mt:„Die »oliUfche Sow und die SeiÄsttSfibtnrtnoofil. Referent: tMnofT« Xr. Bsyl. M. b. L, 0. MI. TH Ubr ZMabsnbe In den bekannten Lokalen.. 7.«di. ich Ubr{WhlnSsnbe: Toll. Detg'tr. 71. TahwS. TchltSllstr. 9, Bieren, Pflugfir. 1, Dirks. Banenftr. 19. Der»«irt Etrehllfis- Stra«« lact Donnsrötaa bei jlubs, Ztrshützsr Str. öS._.„. 8. Litt. DI- SaljiaSsnbs fallen am Mittwoch aal, Mit ÖWjUebctbst. samnNuna Mi ffirQnbet, Schwsrinstr. 13. 3». Sethaa defi Gen. Otfiit f.«tt. 714 US' Artutbof, Perirtsrgsr Str.. Richter M. d. S.-„Die tztelluna ber Partei jut ReichSprSfidentsnwahI. � Käste unb..Vorwärts'-Leser willkommen. lt. 9fbt'48 Uhr AblkNunarvrrfaTmnlun«: f« der EchuA W-Mcahlt 23. Daoeserbmtn»:„Dir Wahl des Nrichspräfideuten. 11. Abt. 714 Uhr Zahlahsnb in den delimnisn Lokalen. 14. Abt. gahlabsub in beu bskanutön Lokalen. � �. 15. Abt. 7 Uhr bei Kölbbach, Biiisiavlah 7. Borhat be« Gen. Ruber.:„Tie ReiibävrülibsntenwaHl uni, die Partei.'. � �„ 1«.«tt. 7-4 Uhr bei NrSasr. Husfitsnitr. 34. Lahladend. Referent! Ker. 17. Adt°"7� Uhr s-dlabenbe: Kerlh. Degelsr Tie. G». Nchnehmer. Trift- ftrafie 49. Müller. Trtstslr. 58. 16. Att. TM Uhr gahlabenbe! Sachfe, vlnbower«r. 36.«Habe. NMn» E trade 9, Schmidt. Nalb erzer Str. 21, Bierbaa«. Sastianftr. 4, Müller, U'ers!?. Iii. lt. Abt. Sähladende in ben hekannlen Lokalen. u 30. Abt. 714 Uhr ZahloheNb in ben bekannten Lakaien. 21. Abt. Zahlabenh in den Selrnnten Lakaien. � 22.«bl. 714 Ubr Aafilabenb hei Rabzai,. Brilllel«!«kr. 43. tSfrSti. vhechten Siraße 10,«ehmathflt. 22. 28. Abt. 714 Udr Sahlabende: LetvanbowSN. Seeth. 104. Tie He. RarfieS- flratze 9t. Taube.. Müllersir. 62,. ». Att. 7V, Uhr Lahlelbenhe: Sa«, ßtamtz wt» sfahrenholh, SarhSye In allen drei Lakaien. 26.»tt. 714 Uhr bei Wichrnann. Weifiendurger Mr. 1. Bvrtraa de»»in. Dr. Tichöuer:„Aufweriung.'_ 27. Abt. 714 Ubr Zahlabend der«Tulpen Schillin«.»«W, LeplnSN Mi Mehlherz. Gaudh-K. a, Srarte Stall Mt Zogdanowih. Sonnenburzer Mtafte I, Srudve TrSrnel Mi Lehmann, flotfheet 61*. 1. 28.«di. 744 Uhe Sahlabend und Vartraz im Rezirk 237 und 269 bei choffms. Vrenzlauer Allee Mi, 238, 24" und 241 bei Varteli. Wariher Sir. iL. 24?» bei Stichler. Laaenauer Str. 8, Spejfrf 243» nnd b»et StaSf, The. klnet Sir. 49m.'?e,'.rk 244 und?4S bei Meie», oderberfler Skr. 39. 26. Abt. 714 Ubr Siaeetheim. Dcklniser SU. 62, vorhat bi»»in. SSrinZ! ..Die Re'.chidräsideniecwam.' 30.«tt. 7 Uhr Zchulaitl« B-Wpelallee 4S/4i. Rortra« M»»«. Sckärht: ,,K!« RsichArtSsidentenwabl.' 31. Abt. 714 UM Mitaliederbeef-mmlun»««ulaula Schinklieher St». 7. Laura« deb Bin. Lehrer Groß!„Die welltlche Schule.' 32.«tt, 714 Uli-«rudbenzahlabende:«ruvt-e«iuae Sei MenSn. Kraut. firaße 3�. 2beina:..KtankenkWen'. Ref.! Gen. Tiezie. Grut-pe Meitiar: mann, ReUaurant Wiehte. Ndniadverget Str. S. TlSkUtfiotl. 33. Abt. 714 Uhr Zahlabende: Se-.Irke«tiefet. Fnoett-recher. Schulte und »alld 64! Weener, strälauer Allee 3t. Sie Rezirke Halwafi, Seitiel. Gehner. Soch und Stralauer?eürte bei �»ffmann. Stralauer Allee t7. Die Bezirke tenseiiS der Dahn bei Nienih, Sünon-Dach-GIraße 2t> Ueberall Sarlräge. 34. Abt. 714 Uhr Zahlkahende Sei wacke, Warschauer Sir. IT, hfrftn, Gu. Sener Str. 19. Heese. Memeier Str. 6».— Die ZahladendleUrt ein« Stunde trüber bei fttaiin.___. � W. Att. 7H Uhr Zahiabende: tajmet. Ritaer«lt. 33, S«uk»•am«««» tirave 20, Dambe, voitlstr. 25. sarla»«». Schreinerst-. 32. 86. Abt. 714 Uhr gahlabende: 1. nnd S. Grupve»ei Dns». Dilfller Str. t7, Darhag des Gen. Dudn:..Parleiweten." 3. und 4. Grubde: ZLitychuh Petersburqer Str. S.«ort»« Ms S«n. Tefchke:.«oßlfoirl». und Sa. tundheii-vsteae.' 33. Abt. Zahlabende in den bekannten Lakaien. Xagesordnuna:„Die San. sumgenoffenfchaftswahlen.' 4t. Abt. 714 Uhr bei Daifll. Dreidundstr. 19. mteiluna«berf ammtun«.»«««4. ardnunt:„Die baiilisch» Sage° Ref.! Genaffin Geher. 41. Att. 7>4. Uhr Lahl-hepbe: Simon. Relle-Vllianre-Nraße �30, Schuster. SSts Tbamifiaviad 4, Lud«. DertMannstr. 03, Wende. Gnelfenaustr. 3. St.«dt. 7>4 Uhr Tuiarndbeim Lindenttr. 3. Reteeeniin! Genasfln Dr. scheidsr-Ziealer, M. d. S.: Dhenia:..Die politische Lahe.' «artrtt de» Ge». ......____________________________ US.' 48. Abt. 744 Ubr Gruppenahende: Gruppe Richter und Aentkut»et Wt, Reichenberaer Str. 104, Bastian und zllalter Wlnnig. Laustt»4r Str. TaseSorbnun«!..Seziatbemekratie unb Nansumsenastenschast.'«eterenttm 4S 714 Ubr Witalieder'versam'niluna Stfnitonfa SStanneifh. 68, Rarlrat firn. Schnalnich-lanel. W. b. R.:..Die RelchSPrSfibenkenwabl unt Gen.?ormann und Gen. Sol«. «. Abt. 7.....-"■ IM drt Sri|__________......____________ >dre Sebenlunn fftr die Arbellerschofl.'«Säfte irilltommen. ♦7. 2WI. 7U, Uhr DtSknIi«,. und Zabladende: 62. und«g. SladlMzlrk! Ziinve. Adalhertttr. 1«. Aef.: Gen. Täuber!. 97. Stadtbezirk: Lirr. kkllw ntmitr. 9, OS.— 100. Vezirk: Siedelops. WuSkauer Str. 38. 101.— 108.! Pslug. Müslauer Slr. I, Referenten! Snoel. Martkr lind Robtnton. 46. Abt. 714 Ubr det Glieflng. ZllasterlarNr. 6«, MU»Iiet>erberfammIun» «orlrag deö Gen.«rotier:„Di» SonsnmsenoNenfchattSbelVetuna."(SRU Lichibitdern.) SHarlotteudnr«. 82. Abt. 714 Uhr aen?. gahIaMnh»rl»lltlner. Nalserin Auanita'Rllee»1. Aef.: Gen. Maberhol.:.— 83.«HI. 7 Uhr Schul, Wiebestrafie. ilUilaliederdersainmIung. Thema:„Die Reichspräfidenten. wähl." Ref.: Gen. Tollfurcht.— 34. Abt. 7'4 Uhr Suaendbeim Na finenstr. 4, Ilbleilunabpersammluna. Taaeborbnuna:..Dir NelchSpräfi. dentenwoHI." Die iBeeltWßhret laben ein.— 37. Abt. 714 Uhr öabb nbenbe; f. Gruppe hei SJtnb,. rtanlftt. 51, Thema!..Die ReichSprSst benienwabl."— 58. Ab«. 714 Uhr im Slpunablaal Nankefir. 4 dorn IV, lNitgiiederverlammluna. Thema: Die Reichepräfibenienwahl." Referent! Gen. Hans Goslar. ÄansumaenofsenschaftSanaeleaenheiten. 17. Abt.«rnnewald. 3 Uhr Ahteilnnasnerfannnluna Lohal SruMa, Hubertus daber Strohe 8. Tie Bezirks, und Sirabentlihrer müssen bestimmt ein, laden. 68. Abt. Halensee. 8 Uhr Sandmann. Westfailsche®h. Ii, vortrat des Gen. Woplvad. »ttmerebart. 69.«tt. 714 Uhr bei Andreas. Vtalzdurzer Str. 65. iMtaltri:«, n-rsainiuluna. Vortrag der Genossin Wcdenheim!..Die üteichsprSfibente:-, wabl."— 70. Abi. 8 Udr Lokal«roifi. Holftetnische Str. 00.«ib gliedervertantmliir.a. Barlra, de« Gen, Dr. Per ach:„Tie Steichbwiti. denienwahl. 2. LiSlusston. 3. SetfchiedeneS. Vorher 7ft Uhr erMei. leite VrrltanbSfih'una.— 71. Ute. 714 Uhr det Jonas. Durlacher..«« Bruchsaler«trafie. Zkeferent: Gen. SmolinsNi.— 72.«bt. 714 Uhr v« Schröder, tlugustastr. Z9. Vortrag des Gen. Stedalteizr Bernstein. «chtn-ber«. 77.«t,. 3 Uhr Sahtahend«: 1.«ezirk:«ilM. Aollendnrfstr. 13 S. Dezirf: Jürgens. Varbarassatlr. 8». 3. Bezirk: Wiitkowskt. Martin Luther, Ztrafie 75. Aef.: Gen. Zachert. M. d. L.. Thema:„Di« Aelchs- piäfidentenwahl.' 4. Bezirk: Will, Marlin-Luther-Strohe 69. Vorlrae des Ken. Tl.«ein Oder:..»iffentchiattV— 76. Abt. 9 Uhr 8-blabenr In folgenden Lokalen: 1. Bezirk bei Wandle. Bohnstr. 23. 2. Bezirk»«> Sstllmann. Sauptstr. 6. 3. Bezirk bei«knia.»euria-,«che Brinz-Geor,. Strofi«. 4. Bezirk bei Rosenibal. Sdersstr.«6. In»llen Bezirken Bor- träge.— 79. Abt. 8 Uhr Lahlahende: 1.— 9. Bezirk! Arndt. Banden er ?!i:sfie 10. Aek.! Gen. iklata«. z.— 0. Bezirk! Grafi. Sedankir. 17. ifief.: Ges. Czemintli. 7. Bezirk! Vadfchufi. Sachsen»»««, Site teichardt llrahe. Siek i Gen. Böhlke. 6. Bezirk: Ltnbenhof Sei«chtrnhaaen. Sief.: G«n, BernSarb Srfirer. Thema:..Unfero nächsten«utgaMu.�-- 93, Ate. 714 U»,»bieitunabbersammluna Lokal.Mm Burabort. Sanpb " H4. 53, Lorkras des Gen. Stohert Steuer;„Sie»«ichsprSstdenkr,:. «L Alals-na-gonsätzs iut« Xlen'tbqtmäuti» bei aavmif. nIAt m«6t nft esulj, fi>nbetn Bd Püglnili, XaunuJJtr. 7. (itn. mbSii:„®t«»olitisch« Situation.' > Wt. T-mvltd-t."r"< W her ....„aitf SJocitag B<ä »..vuwuyv.r.�.-7». T�cn. �»l'C 3taltl: Aanzli«, C6«Ians 7. Be»irk!«esmabct, «otutltt« ä.. v.»eäiii�oei»KHsni««>,»»„»»,-». 19« 8�- S�ßn.�!"�. ilt'siwäBÄirtg faBeti WJUWjd-aS.— 90. Mitali«t>?rv--'ammlunS-n: 15., iß- B«W b«t 346s. F-tldastr.«s. IS., as.»«itf bei Sanick«. Sartfofir, u. t-.,«!©dlj Äoi'«.Sjtidci(S�ita&« 239. 23.. 23.,#.»•»»«»«>%»""«&- fttaS« 118. 34., 43.«?,!-» b-> Mün»en«r«ir. 06. 35.! 'Sri« lib«! . 7ttt�M'»rii»dsrf.'H vhr ßablajsnbe: 1- floi'Ktle. 3.«. Bezirk Bot NI«n!>»rb LZalifte-fK. lt. 8.— 10. Bezirk Bei Mar— 1 fanen Mtuwam -...�..,«1�,., IB., 26. V-ztrl bei �.v». bei Knicke. Sansastr. 11. 1].. H. �'d' bd Dr«»n.r. �'-oije 239 23., 23- 3«. Bejltf»ei©SUlI«, Donou. 3 Seziet Bei®r«fe Winchener Sit. 53. Sz.«ezitt: juu,. �c�.elftt. 8. Ueberau Vorträge.— Ol. Hbt. 4ie ZaBb abend? finden dm Mittwo». den 11.. wie fslgt in den Sezirken«Sit. SO. 21. und 39. Bezirk bei.OoNer. ftarlDAdrteNftr. 4. 31., 42. Und HdeaÄasin». iSeiaXejfir. 48" Beiid Wi ItoS Machend. Ed/�uierwäße.' Referent- Gen. eiläindü 5? 4? und 49. Bezirk bei Mis«ke. Misnckener Strahe 23. �«"�ezrt-en���edI�.��.'-'- obende» Bezirke'l4. 29 und s» Sei Klein. Wildenbru�str. i�. Lorlrna des v)en. ytei�nccj..«» bei Ewald, tzlbeftr. SZ. Bezirks 31/44. _____ �... 44'45 de» �öotiT n®t'*rtfcA— V'Mi~ i'fk'fßtenfi Atn. StoSl. Xöetttrt* ,.35ie 5l6iif6S}3ttlTlbenteii' ZM??«ntL! be> Ssbse.°R!»dedik. I«». Vortraa. Be- zitke 12,73 bei Scbneidec. Rofenstr. 1. ��dkiraz' ,.� kt�vs um die " Erscheinen ftölond4tS daS dSr Äenssien dee? � und 44 93.»bt. rX USr Aablu&enblJ 56,. 56.. 61., 62. und»5. Bez. Sei Rudvelt. Kaiser. Friedri».ZK. 113-..Tie«ei»bvräs!dentenwabl Res Seit StSbl. 51- Bez.»ei Beider. Tkevtatner Str.!�. 84- 6�1!. 91. Bez. bei R'wann, Bobmische Stt. Tben«:„Die R��°�nten�hl� ' Kegirt bei 5ibn:g, Äon»�t. E�e.�sk�bsteaß4. l4! �>dnid.�r'�e�er�. der©enorrm Bdriels:„Me lepotfh.'6enbt fteift«4eg0btl«yffiW:«. S« «irf bei Pridko». RickdrdlK. 53. Siebltm«:'■ 1*; t>»>- 7U UBe ßOfiTobenb! 51. u. 52. Bezirk bei Kefli««, Sek�nver Etr. 11. � und 78-Aw bei Schröder. SteinmedNr. 52�. WS«, und m., «nd 78. ZWK? im ßcMl(Sülliber, Schillerrronubwd« U. � TW Ubt Mteilungsversmnrnlunq bei ffirtei»«,*•_ füStet lab«««i«"""'- 9ii.«eidiaurditbentenmofll. riZ ir um ein." Sbento: ,.D>« Seil AbKIIllnaewersaniinkuNd bei w MiLSL�' Ä'SÄj: *5. Abt. .,..... Bezirk«? .iä�tafibenfenmabl/-«.»». 7>,z Übt Abkllllii-»m«nosse>>1ckiaf>s°»b.e>>"Jd-.t>« PrSb- irrnn- ,.t � tifjf Werdeserfsminlnnd im SSeiNenkUchtmn, dentemnobl.' Ratbausstrobe-.— wrtüfch* Eocte.' lt».«6t HtWr(Tminb:„Die Partei zur politifchenSafle.___„_ t»4. Abt. Buch. 8 Übe im� Sabal SSpfert, am fS-bichef. Bartrad aber..Sc» 13Z. 7S'uhe bei anr. Donkdrafenfted»». Barl»« b«d«enaffen J3t ii»e?do-b Oft!' 34bl«benbe: 1 ii, 3.«ZitZ bei chafack. «�.in.sir Sl. s. vlich 5. Bezirk bei Kunze, See.,«che Aedirstrad«. 7. bi, ». Bezirk'Iuxn�eim Seebad. Residenz�« ik�n» li. �>r? bei > WS�MSV».»» tsrss lt».«6t'Se«et 8 übt SrrfaneOernejfsBmilaii« te C4Ml«fttAe,.«eüRnet, tH-lbl�Ä?-ufchd. 1«.«t�Safealbat 8 Übt Mddliedeeoersaunnlnnd im Sätet Syp-Ml. ffan. i«. SSK�-Ä�d MÄ W Dreibw.. «äft» können durch 8Rit«Hfbet einOefübti werden. Vorträge. Vereine unü Versammlungen. £%• Reichsbanner.Schwarz Rol-Gold". Se fch 8 k i d 8 e I«e: Berlin s 14. Sebdstlonftr. Z1tS8. Hdk> It. Kameradschaft 8ichleabetd«tbf» Uateeoni»»«». Da» Tirrnen_ em W'IV Mittwoch, den U. Mörz, fönt fori. Dlenzld?. beft Ire. � rR/lT-1«rtn bi rr ,1 4>,, � 1,-1 Ä— 11— cSrteeidT 1 *"& Mittwoch, den Ii. Mörz, fällt fort. Diensla?. befl 10. nbttib« 8 Übt, erweiterte Verstand süfttinq det Krttoer. Daran nebme: fite Borlibeiiten der Unlrrgriuwen und sämtliche qu» und Drudpenfübeer. ArHelter.SadioNub, B"»»'»«,»,.«ienaw«, abend« 8«6». Siftund bei Dessin, Kopenich» Str. 9b. Gesckästlicke Mitteilunaen. »Uindiarz Kochen von ffkeifch. Sewürz und.«emute dazu: leicht aber ist di« fosorttae SerstMIuna einer r.or,IIdllchcn«Ir>i aibrüfic ous Maagi'» Fleischbrich. »Wein, die nun mir in kochendem Wasser auszuldsc» braucht. ZSer sich ihrer bedient spart»«Id. fiett und Arbeit Wirtschaft vie öeutsch-belgifchen wirychastsverhanölungea. Di« deutsch'belgischen Verhandlung« u über den Abschluß eines Handelsvertrages» di» gegen Ende Februar wieder aufgenommen wurden, bewegen sich im gleichen Rahme« wie di« Verhandlungen mit Frankreich, di« in einem Protokoll ihren vorläufigen Abschluß gefunden haben. Belgien hat nämlich, ebenso wie Frankrelch.«inen Doppeltarif, auf den sich das Pnu�lp der Mcistbegiinfiigung schwer anwenden laßt. Uebeidl«, find in Belgien die schußzöllnerischen Bestrebungen sehr stark und e» war infolgedesien nicht leicht, dielenigen Zugeständ» nisse van Be.gien.lU erreichen, die wenigstens auf die Dauer dem Eltinbsasz oer Pteistbegitnstigung und der interiiationalen Gleichberechtigung im gegenseitigen Handelsverkehr zur Geltung verhelfen. Jehl ist dieses Prinzip angenommen. Belgien stellte dabei tue Bedingung, daß für einige Iimg« belgische Industriezweige der ermäßigte Zolltarif kein« Anwendung finden soll. giir eine Uebergangrzelt wurde das von Deutschland anertonn». je- dach behielten sich die deutschen Unterhändler vor, daß auch Deutschland dementsprechend gegenüber Belgien die Meist- begiiiisligung für ein« begrenzie Zeit nur mit Einschrän. kung gelten läßl. Ferner stellte Belgien die Fordening, daß dl« deutschen Einsuhrbeschränkungen, soweit sie fich auf belgische Waren beziehen, abgebaut werden sollten. Deutschland erkannte auch diesen Grundsatz an mit der Vorousseijung. daß Belgien seinerseits eben- falls die gegen Deutschland gerichteien Einsuhibeschränkungen auf- hebt. Durch die gegenseitigen Zugeständnisse wurde elne An. Näherung erzielt, die den Abschluß eine» provisorischen Handel,- verlrage» tn nächster Zeit wahrscheinlich macht. Jedoch werden die Dorschläg» noch oo» der deutschon unk» der belgischen Regierung geprüft. Dem provisorischen Handelsabkommen, das nur sür eine Uebergangszeit gedacht 1(1, fall sich nach den Absichten der Unter- Händler bald ein destnitiöer, länger befristeter Hon« delsvertrag anschließen. Es Ist« wünschen, daß die Nachprüfung der Unterhandlung». ergednisse den Abschluß«ine» Handelsvertrag«» färdert. Deutsch. land und Belgien find sehr stark aufeinander angewiesen, und«» kann nur begrüßt werden, wenn die schutzzöllnertschen Bestrebungen Belgiens durch«in« vernünftig« Handelsvertragspolttik unwirksam werden» u/arm HTin�afia W.M. teipzlg. 9. März. Die.Wärmemesser di« im Rahmen der Technischen Messe stattfindet, die bis zum 11. März dauert, ist etwa» ganz Reu«? in Leipzig. Sie hat zunächst in einem riesigen Zelt von löltöst Quadratmeter Bodenfläche Unterschlupf gefunden. Aber auch In diesem unzulänglichen Gewände ist st« ihrem Inhalt nach durchaus geeignet, für die'sparsame Verwendung der Brenn» st o f s« in weiten Kreisen zu werben. Die Wärmemesi« ist viel mehr ein« Ausstellung als ein« Messe. Di« will vor allem belehrend wirken und tn sedem Besucher da« Gefühl und die Erkenntnis für die ungeheuren wirtschaftlichen Wert« wecken, dt« durch richtiges Verwenden der zur Beifügung stehenden Wärmequellen dem Volts. vermögen erhallen werden können. Sie zeigt die Gewinnung der Steinkohle, ihre Aufbereitung und Veredelung, sie umfaßt di« tehlen erzeugend« und dt« kshlenoerdrauchend« Industrie, sie wendet stch nicht zuletzt an jeden einzelnen, der irgendwelche Brennstoff, tn seinen Ofen oder Herd tut, um seine Stube zu wärmen oder sei« Esten zu bereiten. In der Abteitung.Steinkohle' führen Modell« hinab in die Tiefe der B s r g w e r k«. Sie losten die unsäglich mühsam« Arbeit der Bergleute erkennen und mit Bedauern an jede« nutzlos«er- schleudert« Stück Kohle denken. Modern« Werkzeuge zum Bohren. Sprengen und Schrammen tragen dazu bei. die Gestehungskosten der Kohle zu vermtndern und di« Förderleistung zu erhöhen. Mo- dell« und bildlich« Darstellungen zeigen dt« Lagerung der Kohlen- flöze in«inigen Bergwerksrevieren. Besonder« Aufmerksamkeit wird in der Ausstellung dem Hausbrand geschenkt. Hierbei ist man von der richtigen Erkenntnis ausgegangen, daß tn den Millio- nen Haushalten ungeheure Werte durch richtig« Behandlung der Oefcn und auch der Gasfeuerungen verlorengehen können, dt« durch Beachten einiger weniger Regeln zu retten wären. Allerding» muß hierbei auch die Schuld vieler Baumeister erwähnt«erden, die dt« Wohnungen olle» ander« al«.wärmedicht' gebaut hoben. Schlecht« Bauweis« rächt sich durch Brennstoff- Verschwendung. Sie betostet den unglücklichen Bewohner durch erhöht« Auegaben für Brennstoffe und schädigt letzten Ende» das Bolksvermögen. Di« Hetzungsberatungs- und Forschung» stellen geben in Berblndung mit der Auskunft» stelle des Schornsteinfsigerverbande» gut« Ratschläge, dt« fich sowohl aus die Feuerstellen und deren Instandhaltung, al» auch auf die zweckmäßig« Verwendung der Brennstoff» beziehen. Aber auch den Leitern industrieller Werke wird sehr ernst nahegelegt, die Wärmeausnuhung ihrer Betriebe wiflensibast- lich zu untersuchen und dann zu verbessern. Insbesondere gilt dies« Mahnung auch sür das Elsen« und Hüttenwesen, bei dem die Wärmeausnutzung noch heut« als ungenügend zu bezeichnen ist. Dabei gehören die Hüttenbetrieb« zu den Hauptwärmeoerbrauchern. Zur Erzeugung von liXtt Silogramm Roheisen werden etwa 1000 Kilogramm Kok» gebraucht Zur Aeredelung diese» Roheisens in Stahl frißl der Siemens-Martin-Vsen wettere 250 Kilogramm Steinkohle. Eine ebenso große Menge wird in der gleichen Zeit von den zu dieser ganzen Arbeit benötigten Maschinen verzehrt, so daß 1000 Kilogramm Roh stahl rund 1500 Kilo- gromm Steinkohle zu seiner Herstellung erfordern. Bei einer Iahreserzeugung von rund 15 Millionen Tonnen Stahl wer» den also rund Z2M Millionen Tonnen Steinkohle verzehrt Im ganzen wird der Brennstoffverbrauch der Hüttenwerke aus % dt» deutschen G« s a m t v« r d r a u ch s geschätzt. Dieser Verbraiich könnte bei gleichem Nutzen erheblich eingeschränkt werden, wenn fich die Hüttenbetriebe aus rationell« Wärmewtrtschaft einstellten. Anfänge dazu find zu bemerken, möge di« Vollendung nicht gar zu lang« auf fich warten lassen. Hier zeigt sich wieder ein Weg zurHerabminderungderGestehungstosten, «tn Weg. der volkswirtschaftlich ertragreicher ist als die Her- aussetzung der Arbeitszeit und die Herabsetzung der Löhne, zwei Maßnahmen, di« nur scheinbar den Ertrag der Arbeit heben, da sie letzten Endes die Kaufkraft der Masse vermindern und der Entstehung von Kulturbebürfnlssen feindlich sind. Di« Wärmemesse übt aber nicht nur Kritik an schlechter wärme- technischer Letriebsführung, st» zeigt auch di« Wege, die zur Besse- rimg führen Staubfeuerungen, verschiedenartigst« Rostanlagcn für die Dampfkessel lassen erkennen, wie man praktisch die in sogen. Abfallbrenn st offen enthaltenen Wärmeeinheiten noch nutzbringend verwerten kann. Andere Borrichtungen beweisen, wie mit der Abgaswärme, die sonst nutzlos im Weltall oerpuffte, noch wirt- fchaftllch gearbeitet werden kann. Es würde zu weit führen, wollte man alle Einzelheiten dieser Schau eingehend behandeln. Hier wurde kein Gebiet der Wärme- tcchnit vergessen und, was die Hauptfache ist. hier werden nicht technische Einrichtungen schlechthin gezeigt, sondern im Z u s a m- inenhang mit ihreni wirtschaftlichen Nutzen, der jedem zugute kommen kann, der Ausgaben für Vrennstosf zu machen hat und der sich ernstlich Rechenschaft über dessen zweckmäßige 9ur-- wendung gibt. Zrantreichs Eise«- unü Stahlproduktion. Ein großer Teil der Schwierigkeiten bei den Verhandlungen über einen deutsch-französifchen Handelsvertrag rührte daher, daß die französische S ch w e r i n d u st r i e sich Mit der deutschen über den internationalen Markt nicht verständigen konnte, nach der Abtretung Etsaß-Lothringens aber der Gefahr einer dauernden Ueberproduktton ausgesetzt ist. Unter diesen Umständen ge- Winnen die Zahlen über die französische Eisen- und Stahlproduktion an Intereffe. Sie gestaltete sich nach Mit- tetlungen des„Comltö des Farges' wie folgt: Roheisen Stahl in 1000 Tonnen l»l».... 4»207 4 087 ISIS..... 2 447 2 155 1022..... 5 228 4 584 1023..... 6 432 6 109 1924..... 7 657 6 006 Für das Jahr 1913 ist Lothringen nicht berücksichtigt. Um«in Bild für di« P r o d u k t i o n s k a p a z i t ä t F r a n k r« i ch s zu be- kommen, muß tn Zukunft auch die saarländische Produktion«in- gerechnet werden. Danach kommt man auf ein« Leistungsfähigkeit von 0 Millionen Tonnen für Eisen und 10 Millionen Tonnen sür Stahl pro Jahr. Kelch» Kredik-Sesellschafl A-G. In der ordentlichen General» Versammlung wurde die Bilanz dieser dem Reich« gebörigen Bank, über deren GeschäftSergebnifie wir berichteten, ohne Widerspruch genehmigt die Dividende nach den Vorschlägen der Verwaltung aus 6 Proz. festgesetzt und dem Reservefonds 2.4 Millionen M. zu- aesfibrt. Mithin beträgi das Aklienkapitol 80000 000 M. und der ReserbesondS 8 000 000 M. Dem Vorstande und dem AufsichtSrat wurde Entlastung erteilt. Die holläudlsche Skeiokohleupradukllaa gewinnt von Jahr zu Jahr an Bedeutung. Während fie>m Jahre 1918 1 873079 Tonnen betrug, ist sie bereits im Jahre 1923 auf 5280000 Tonnen an» gewachsen. Im Laufe deS Jahre» 1924 betrug sie 6010000 Tonnen, wa« gegen da» Vorjahr«ine S'eigerung von 11 Proz. bedeutet. Trotz dieser starken Zunahme bleibt Hollands Kttinkohlensörderung hinter derjenigen der großen KohIeNverbände weit zurück. vraunschwelgische Slaatsbauk— VrauuschwSiaische Bank und Sredlkan statt. Di« B raun s ch w«i g i s ch« Staatsbank hat von der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstatt, Leipzig, einen erhÄ» lichen Aktienposten der Braunschweigischen Bank und Kreditanstalt erworben. Es soll«in« Inter« fsen g e- m« t n s ch a s t zwischen den beiden Banken eingeleitet werden. Durch di« Zusonrmenarbeit sollen di« Kr« d I t b« d ü r s n j ss« der Wirt- schastskreis« des gemeinschaftlichen Geschäftsgebietes In vermehrtem Umfange befriedigt everden. Gleichzeitig wind erstrebt, dell Apparat beider Institute noch rationeller zu gestalten. DI« Beziehlmfien der Braunfchweigifchen Bank und Kreditanstalt zum Bankhaus S. Bleich- röder. Berlin, und zu? Allgemeinen Deutschen EreWt-Anstalt in Leipzig sollen weiter gepflegt werden. Wrmki&kr$\ ««US UM» die Konferenz üer Kreisvertreter. Die am 28. Febiuar und 1. März in Leipzig stattgesundcne Konferenz des Arbeiter- Turn« und Sportbunde» war von 19 Kreisoorsitzenden, 19 Bundesvorstandsmitglledern und S Mitgliedern de« Bundesausschusses besucht. Vom Berliner Kartell war ein Vertreter erschienen, ebenso ein weiterer Vertreter des I. Kreiies, deren Zulassung aber abgelehnt wurde. Bundesvorsitzen- der Geliert berichtete über die eriolgte Spartenbildung. Die Aufnahme des Berliner Segleroerbondes kann nur durch die bestehende Wassersparte ersolgen. Für Unfälle Hot der Bund im Vorjahre 100 000 M. ausoegebcn. Bon qroher Arbeitsfreudigleit zeugen die unternommenen Bauten von 137 Turnhallen bzw. Vereinshäusern; in diesem Jahre sind bis jetzt 34 Neubauten gemeldet. Zum b a y e- rischen Schülerturnverbot wurde in einer Entichliehung gegen den Erlaß des bayerischen Staotsministeriums für Unterrichr und Kultus vom 30. Oktober 1924 Stellung genommen. Dieser Erlaß will die TeUnahme von Volks- und Fortbildungs- fchülern an Leibesübungen treibenden Vereinen.regeln", wird ober von der bayerischen Reaktion dazu benutzt, den Arbeiterkinder« und-jugendlichen das Turnen in den Arbeitervereinen zu verbieten. Der Bundesvorstand wurde beaustragt, die bayerischen Genossen mit allen Mitteln zu unterstützen, um diese neue Offensive der bayerischen Reaktion zunichte zu machen.— Die Leichtathletik soll dort, wo dies wie im 1. Kreise für notwendig befunden wird, als selbständige Spart« an- erkannt werden.— Das Pressewesen soll noch mehr ausgebaut werden. Kreisblätter, die den Gedanken des Bundes nicht zum Ausdruck bringen, sollen unter Bundeskontroll« gestellt werden.— Vom Dundesgeschäst wurde berichtet, daß sich dasselbe gut entwickelt. Für die Olympiade stellt das Bundes- gclchäft die Gerät« uneMgeltlich. Zum Bau des Bundes- ichulhauses wurde in einer Resolution das rüstig« Vorwärts- schreiten des Neubaues begrüßt, aber auch mit Entrüstung fest- gestellt, daß der Cxtrabeitrag sür das Bundeshaus von vielen Vereinen noch nicht abgeliefert ist. Beschlossen wurde, daß die Nichtzahlung dieses Extrabeitroges der Nichtzahlung der Bundes- beitrüge gleichzuwerten ist, säumige Vereine gehen also ihrer Bundesmitgliedschast verlustig. Alle Kreis-, Bezirks- und Vereinsleitungen werden verpflichtet, bei Veranstaltungen aller Art für den Vertrieb der Bundesschulmarken Sorge zu tragen.— Das Verhältnis des Arbeiter- Turn- und Sportbundes zu den Arbeiterparteien und deren Einrichtungen wurde entsprechend dem Beschluß des Kasieler Bundestages noch einmal genau präzisiert. Die Versuche einiger Vereine, die Moskauer Po- rolen zur Durchführung zu bringen, fanden glatte Ablehnung. Die Resolution lautet' „Die Äretsvetfreierimfeien.? stellt fest, dost die de» Streit der Parteien untereinander in unsere Beweaun«»u tmgtn, zun, Scheden unserer Srsanisation nck auswirken must. Es muk iedem Bundesaenossen freie« strllt blefden. welcher Ar. deitervartei»der welchen durch Parteien aeschaffenen Gebilden sInternatio» nale Arbciter-Kilse, Boltswolilfahrt, Reichsbanner schwarz-Ziot-Gold, Roter Frontkämpferbund usw.) er sich anschließen will. Ein« korporatipe Zusammenarbeit unserer Bereine mit obigen Gebilden der Parteien darf nicht stattfinden. Au» der Mitqliedschast der Bundesaenossen in den Parteien und deren OraanisatMnen darf unsere« Mitglieder« in unsere» Bereinen kein Borwurf oder Nochteil erwachsen. Die streisnertreterkonfertna stellt sich erneut dinter die Resolution Rr. 4 d«O Bundcswqes in Sassci und bofft von allen Bundesaenossen ein« er- Mrieälich« lZiisaimn««arbeit im Interesse unserer Beweaung. unbeschadet der verfSnlichen politischen Linstellun« der Mitqlieder." Zum Streit Fichte— Bund wurden von den Fichte-Bertretern wenitstglthende Zusicherungen gegeben, so daß nachstehend« Reso- iution im ersten Absatz gegen drei Stimmen, der Rest einstimmig angenommen wurde: »Di««reiraertreterkpnferen, nimmt Kenntnis Bon ds» Bericht der Fichte.DeleaatMn und bedauert, daß die Stellung de» Zürn- und Sportvereins Fichte-Berlin nicht klarer zum Ausdruck kommt. Dennoch glaubt die Kreisoertteterkonferenz. daß es»ach de» An». ia«e» der Fichte. Deleaation mSglich ist, das»li« oertrunen». würdige Berliältnis wieder herbsizufllbren. Der Turn- und Sport-Berein Fichte. Berlin tritt mit dem beut, gen Tage wieder in seine alte» Bundesrecht« ein. Die Kreisvertreter. konferenz erwartet, dag sich der Turn- und Sport-Berein Fichlc-Ierlin dieses B e r t raito-n» w S r d i« zeiat und die gegeber"«rfpreche» t« Leipzig im Sinns der von der BnndesvorseandsntzunT am äp Dezember gestellten drei Forderungen in die Tat umsetzt.�, .Mit diesen beiden Resolutionen hat der Bund aufs neue die' Kasseler Beschlüsse bestätigt, aber keinen Zweifel gelassen, daß Bor- stoß« in der Zukunft aus keinen Fall geduldet werden. Werden diese Beschlüsse in der Praxis durchgeführt, dann dürfen sich freilich nicht Fälle wiederholen, daß Bnndesmilglieder lediglich deshalb, weil sie der SPD. angehören, von der prakttschen Arbest aus- aeschallet und zu Mitgliedern zweiter Klosse degradiert werden. An den Mitgliedern wird es selbst liegen, daß diese Beschlüsse des V-'ndes nicht auf dem Papier stehen bleiben. Vorwärts-Schwimmfeft. Das Stadtbad Friedrichshain war am Sonnas..llZ und Sonntag die erwählte Stätte, in der„Borwärts"-Bcrlin sein weitögiges Schwimmsest abhielt. Aus dem Reich war nur Breslau vertreteil. Der Sonnabend brachte in den Männerftafetten die dre schönsten Kämpie. Spannend waren die 6XS0 Meter und 3x100 Meter Freijtil-Stafetten. Di« Freien Schwimmer Neukölln waren hier die glücklichen Sieger über Vorwärts und Breslau. I« der 3X100 Meter Bruststasette lieferten sich Borwärts und Neukölln einen Kops-an-Kopf-Kampf vom Start bis zum Ziel. Durch schnelleren Anschlag wird Vorwärts Sieger. Die Wasserballspiele brachten am Sonnabend in der Jugendklasse Neptun-Lichtenberg und Vorwärts zusammen. Nach wechseloollem Kampf konnte Vor- wärts mit 5:4 das Spiel für sich entscheiden. In der Männer- .".-Klasse war Poseidon-Breslau der Gegner für die Dereins-Mann- lchast von Vorwärts, Breslau muß eine hohe NiedrAage von 14: 5 mit nach Hause nehmen.— Am Sonntag eröffnet« die 4X100 Meter Lagenftasette das Fest. Hier bewiesen die B'.'eclcucr ihr put«» Können. Sie konnten in guter Zeit gewinnen. Die Freistil- ftt«ck« über 100 Meter batte lifb<>>3'--Neukölln vor Gass? und> Kaluzza-Breslau. Im wcanneripriiigeii der a-zdass« toinue sich[ �efch-Vorwärts an beiden Tagen als Sieger herausschälen. Z': Schwimmer der weiblichen Jugend bewiesen wiederum, daß eui guter Nochwuchs vorhanden ist; das gleich« sst auch von der mcnit-. lichen Jugend zu sagen. Die Schweden-Stafett« brachte den Rru- 1 kollnern einen überlegenen Sieg über Breslau und Vorwärt». Als Abschluß des Festes trat die Flauen-Mannschaft von Breslau gegen Vorwärts im Wasserballspiel an. Mit 4:3 entschied Vorwä..'.' das Spiel für sich. Die Freien Schwimmer Neukölln traten mit der Z- Mannschaft der Bereins-Mannschast von Borwäns gegenüber. Roch reichlich scharfem Spiel beider Mannschaften konnte Vorwärts mit 7:2(5: 2) den Sieg für sich buchen. R«s»lt»t«. Etartspruna. Drrfiweiti«. Sonnaden«. ben 7. SRStz 1K5. «r„I.»i�.st»fett«. 6X4 Meter bei. 1. Freie Schwimm-r-Reulölln 2 Min. 28.2 Sek. 2. Borwäris-Berlin 2 Min. 20,3 Sek. S. Breslon 2 Ml» M Sek. «eiblich«, Znaendbr»stlch»imm'». 80 Meter.») 14—16 Z<>k>«- 1- stj*":55®?' wärts 1 Mm 122! Sek. 2. R-sstns.BorwSrts 1 Mm. 23,3 S-k. b) 16 bis 18 Icbtt: 1. Ehrrstopliei-Borwäris 1 Min. 22 Sek. 2. Boer.ZirukSlln S-Vwer. Neukölln 1 Min. 24 Sek.»ennlich« Ingeubstefettc. ber., 4X40 Meter- 1. Mir. wärts I 1 Min. 43,4 Sek. 2. Freie Schwimmer Neukölln 1 Mm 42,4 Wk. Fr-uenschwimmeu bei.,«lasse A, 40 Meter: l. Enbe-Borwärt» 33,4 Ott. S S«. risch.Vorwärts 34 Sek. Minnerrfickeulchwimine», 80 Mete-, rüT Gruppe Lichte«. berg: 1. Stier 1 Min. 10 Sek. 2. Kasper 1 Min. 14,1 S».«ännliche» Z»«»». brüsts�eimme«, 40 Meter, filr Gruppe Lichtenberg: 1. Volke 35 Sek. 2. vmtze 35,2 Sek. Männerseiteschwimme».«lasse A. Ivo Meter: 1. Samve-Borwart». Berliu 1 Min. 21 S-k. 2. Z»e«. bel.. t66 Meter, o) 14. bis 16 Iabre: 1. Liepe-Borwarls 1»In. 23 1 Sek. 2. Milk�it.Reukölln 1 Min. 27.4 Sek. d) 16 bis 18 Jahre: 1. Fish«. Reukölln 1 Min. 16,3 Sek. 2. zuchler. Vorwärts 1 Min. 17� oek. Sonntag, den 8. Mär, 1225. MäRnerlagenstasett». 4X166 Meter: 1. Pol«. den-Breslau 6 Min. 21,4 Sek. 2. Sch»»immver«in Borwärt» 5 Win. 28.1 6«. 3. Frei« Schwimmer-Neukölln 5 Ben. 33,1 Sek. Zugendbenststalettr.*) weiblich. 6X40 Meter: 1. Vorwärts 1 3 Min. 44 Sek. 2. Freie Schwimmer-Neukölln 3 Mi» 43 Sek. b) männlich, 4X100 Meter: l. Bormärt» I 6 Min. 004 o«. 2. Freie Schwimmer-Neukölln 6 Min. Ob Gel. MänncrsSwimme». beL,»lasse A, 100 Meter: 1. Götke.Freie Scher immer-Reukölln 1 Min. 09 Sek. 2. Galle» Breslau 1 Min. 10,2 Sek. 8. Koluho-Breslou 1 Min. 11,8 Sek. Manaer- springen,«lasse A sEntscheibunq): 1. Lesch 4516 Punkt«. Pwtitifser 1. 2. Roch- iiaall 42-4 Platzziffer 2 3.«rabel 32-4, Platzziffer S.«inbersta'ette. 6X46 Reter. 3 Mädchen, 3 Knaben Brust. 1. Frei« Schwimmer-Neukölln 4 Mm. 084 Sek. 2. Schwimmverein Vorwärts 1 4 Min. 12 Sek. Mä»»errücke». schwimme», Klasse A, 166 Meter: 1. Ebert-Sponbo» 1«in. 253 Sek. 2. Scholz. Breslau 1 Min. 26 Sei. 3. tstingberger-Breslau 1 Min. 27,3 Sek. Weitlich«» ZngenbrSckenschwimmen, t66 Meter.») 14 bis 16 Jahre: 1. RoMne-Boewärt» 1 Min. 44L Sek. 2 Wogner.D-ukölln 1 Min. 46L Sek. 3. Wand-lt-Vorwärt» 1 Min. 52 Sek. b) 16 bis 18 Jahr«: 1, Ehristophei-Borwärt» 1 Min. 46 3 Sek. 2 Ries» nnb Borr, Neukölln 1 Min. 48� Sek. Franenbrnftstafett«. 4X46 Meter: 1. Vorwärts 2 Min. 33 2 Sek, 2. Brezlau 2 Min, 33� eck. Mädchen. schwimmen. beL. sür Gruppe Lichtenberg, 46 Meter: 1. Glimm 48,3 Sek, 2 Pagenkopf 48.4 Sek. Männlich».l-gendlagenstosett». 4x166 Meter: 1. Vor- wärt, 1 5 Min. 41.2 Sa. 2 Neukölln 5 Min, 50,4 S-k. Strcckentai.chst-ietlr sür Männer, 4x26 Meter: 1. Freie Schwimmer"Sorben 1 Min. 06,4 Sek. 2. Bor. wärt» 1 1 Min. 02 Sek. Franeulchwimmea, beL, 46 Meter, säe Srnpp« Lichte»- berg: 1. Biertel-Borwärts 44 Sek. 2, Kielekamp« 46 Sek. Franenlagenstafette, 4X46 Meter: 1. Breslau 2 Mm. 29 Sek. 2. Borwart» I 2 Min. 31 L Sek. Männliche» Iuqenbseiteschmimme«, 166 Rctee.») l4 bis 16 Jahre: 1, Liepe- Borwärts 1 Min. 31 Sek. 2. Dunkel-Neukölln 1 Min. 31,1 Sek. b) 16 bis 18 Jahre: 1. Kossuw-Bbrwärts 1 Min. 27,4 Set. 2. Giei'e-Frele Schwimme: Norden 1 Mi». 28 Sei.»eibliche Ivo-nblaaenstafette. ZX46 Meter lohn« Seite): 1. Freie Schwimm«». Neukölln 1 Min. C Gek. 2. Vorwärts I 1 Min. 444 Sek. K»al,e»lchn>i«mr». beL. 40 Meter, sür Gruppe Lichtenberg: L Ebristian 39,1 Sek. z. Engel 32,2 Sek. Sanb.ober.Kand.Schwimm», sie nie Genppe», 46 Meter: 1. Keimann-Nenkölln 31 2 Sek. 2. Ehristian. Lichten. berg»1,4 Sek. Weibliches June abschwimme», b»L. 46 Mete«, fit Gruppe Lichtenberg: L Dieberichs-Borwärt« 36 Sek, 2 Teufert. Vorwärts 40,4 Sek. schmebenstakett« filr Männer, 46, 86, 166, 326, 166.«6. 40 Meter: 1. Neukölln 11 Min. 45,4 Set. 2 Borwärts 12 Min. 0,73 Sek. 8. Breslau 12»in. 254 Sekunbe».___ Ein Riesenschwimmbad im Rorden? Im Rahmen einer Reinickendorfer Protestversammlung wurde kürzlich der Bau de» Stadion Nord erwähnt. Bekanntlich soll unmittelbar an der Mudrakschen Eisfabrik ein großes Hallen- bad errichtet werden. Täglich fließt hier zirka 6000 Kubikmeter Wasser, das ein« Temperatur von 22 Grad Wärme hat, nutzlos ab. teils in den naheliegenden Schäfersee, teils in Abflußgräben, um dort zu versiegen. Diese Wassermengen will man der Bevölkerung zugute kommen lassen und in«in Schwimmbecken ableiten, da» an Umfang alles bisher Dagewesene übertrifft. Da» Bassin soll ein Ausmaß von 100X60 Meter haben, was einer Fläch« von 4000 Quadratmeter entspricht. Diese Wasserslöch« soll noch von einem 20 Meter breiten Sandstrand umrahmt werden. Die städtische Badeanstalt Gerichtstraße hat bekanntlich eine Wasserfläche von 250 Quadratmeter und die in Neukölln«ine von 450 Quadrat- meter. Da» Bezirksamt Wcdding steht dem Hallenbau sehr sym- pathisch gegenüber und will seinerseits auf einen eigenen Lau ver- sichten, wenn der großzügige Reinickendorfer Lau verwirklicht wird. Di« Wichtigkeit einer solchen Badehall«, wo nebenbei Sport und Leichtathletik getrieben werden kann, liegt klar vor Augen. Ferner fließt dauernd frisches Wasser hinzu, während in den städtischen Bodeanstalten eine nur achttägige Entleerung der Bassins vorgi- nommen wird, allerdings täglich eine Chlorgasreinigung des Wassers stattfindet._ die Sesteoerung üer Wasserstraßen. Reich und Staat fördern im Interesse der Volkvgesimbheit den Wassersport. Trotzdem haben die Wasserbehörden im vorigen Jahre den Wassersportvercinen und Uferanliegern durch Auserfogirbg ein«» erhöhten Wasserzinse» einen bösen Streich ge- spielt. Sie berechnen den Quadratmeter Wasserfläche m i t 6 5 P f. Je nach der Vermessung ist der Betrag aus dos lO- bis 20"acht der Borjahre angewach-rrii. Der Jahreswasserzm« betrögt bei einzelnen Vereinen bis zu 2000 M. Diese Besteuerung, derer Gcietzlichkest zudem noch sehr anfechtbor ist. Hot unter den Wasser- sportsleutcn und Uferanliegern viel böse, Blut gemachL Es heißt, daß die Regierung in Poisdom als Verwaltung der märki- schen Wasserstraßen den Wasserzins eigenmächtig angeordnet Hobe. Di« Regierung in Potsdam bat natür'ich kein Recht, ein« Verordnung zu erlassen, die der Gesetzgebung zusteht. Schon die preußische Regierung der Borkriegszeii war bestrebt, durch Besteuerung der Wasserstraßen Einnahmen zu erzielen. Der Staat wollte sich ein Entgelt dieser Art ausdrücklich vorbehalten. Landtag und Herren- hau» haben damals dies« Forderung nicht nur abgelehnt, sondern ausdrücklich bestimmt, daß ein Entgelt für die Benutzung de» Waffer. laufe» dem Unternehmer, d. h. dem preußischen Staat, nicht auf- erlegt werden dürfe.(Vgl. oreuß. Gesetzsmnmlung l9lZ Seit« 69.) Der Gesetzgeber sah das Wasser schon damals als Gemein. gut des ganzen Volkes an. Deshalb wurden dl« Gewässer elfter Ordnung dem Staat« als Eigentum gesetzlich zugeeignet, damit er sie mehr, als das bei den verschiedenen Eigentumsansvrüchr-i fug, k,.*. wwjfcrvvv| VLAAL 1 1 LTIC.*44 u| j LI 4J Ijü fc feil IÜTT Wf�ttUPTlp imo n:d>t durch juristische Dialektik versuchen, einzelne Paragraphen so aus- .zulegen, daß sich aus ihnen bestimmte Derbot«, Gebühren und Ab» gaben herleiten lasser.. E» ist durchaus falsch anzunehmen, daß seit 1921 mit der vebergabe der Wasserstraßen an das Reich eine Besteuerung durch die Wasscibehörden zulässig sei. Das Reich übernimmt natürlich bei der Ueberleitung der Wasserstraßen die meisten Recht« und Pflichten des Swate«. Das Reich kann aber Stenern km? dann erheben, wenn durch Gesetz oder Verordnung rechtlich einwand» frei stnd. In§ 4 Abs Z des betreffenden Staatsvertrages heißt es ausdrücklich:.Steuern. Gebühren, Kosten und Auslagen dürfen aus Anlaß des Eigentumswechsel» weder vom Reich« noch von den Ländern, noch von anderen Steucrberechtigten in den Ländern erhoben werden"(Preußische Getetzsommiuna Jahrgang 192t Seite 521). Di« Abtretung der öffenilichei! Gewäüer an das Reich geschah zu dem ausdrücklichen Zweck, sie dem Lclkc noch mehr nutz- bar zu machen und völlig zu erschließen. In der R e i ch s v« r s a s- s u n g Z 29 heißt es ausdrücklich:.Aus natürlichen Wasserstraßen dürfen um" Abgaben sür solche Werke, Einrichtungen uird sonstige Anstalten erhoben werden, die zur Erleichterung des Venrhrs bestimmt sind. Sie dürfen bei staatlichen und kommunalen Anstalten die zur Herstellung und Unterhaltung erforderlichen Kosten nicht ribersteigen... Als Herstellungskosten gelten die Zinsen und Tilgung-bettäge für die aufgewandten Mittel. Diese Borschriften finden Anwendung aus die Abgaben, die für künstliche Wasserstraßen ... erhoben werden." Es besteht also nur das Recht, Gebühren kür Leistungen, nicht aber Steuern oder Wasserzins zu erheben. Also für Schleusenbenutzung z B. wären Gebühren zu zahlen. Für einen Anlegesteg nur dann, wenn er von der Wass-rbehörde er« rchtet wurde und von ihr erholten wird. Wer sich selbst einen Steg baut, Hot dafür den DeHörden nichts zu zahlen. Di« für di« Unter- Haltung und den Ausbau der W-asser'äufe und ihrer Anlagen zu zahlenden Gebühren sind im Schlffahrtsobgabenge�etz geregell. Dieses sieht aber nur Tarife für Befahrungsabgaben und Benutzung staatlicher Werke, aber keine Pachi für irgendein« Wasserfläche vor. Die Wassersportleute weigern sich nicht, Steuerabgoben zu zokssen, di« Uebertreibuerg derAbgaben muß aber zur Abwehr führen. Die Behörde braucht sich nicht zu wundern. wenn die beteiligten Kretse sich weigern, derartig übermäßige und gesetzlich nicht vertretbar« Summen outzubiinzen. Lenvhungsgebühr für Sporkplühe? Man schreibt uns:„Im April vorigen Jahres wurde«in altes baufälliges Häuschen aus dem städtischen Sportplatz am Ur- ban abgerissen, um einer Unterkunstshalle für die sporttreibende Jugend Plag zu machen. Darob große Freude bei allen Beteilig- ten. Aber es verging der April, Mai und Juni, die Halle erstand nicht. Im Juli und"August hiellen die Stadtoäter— Ferien... Auch der September und Oktober verging, von der Halle war nichts zu sehen. Da kam der November, die Sportjugend wurde vom Platz gewiesen und jetzt wuchs mit unglaublicher Schnelligkeit die Halle au» dem Boden. Born am Eingang aber prangte ein Schild: Kasse: da hatte die Sportjugend geglaubt, für sie sei die Halle bestimmt, aber für die Schlittschuhläufer war sie es, weil sie zahlten. und die Sporller hatten die Mitbenutzung, well ja die Halle nickit jedes Frühjahr wieder abgerissen werden kann. Aber Petrus er- glimmte und ließ kein Eis werden. Und für diesen Verdienst aasfall iollen die Sportverein« in diesem Sommer pro Mitglied und Mona) (auch Jugendliche und Schüler unter 14 Iahren) 0D5 Mark Bc- nutzungsgebühren zahlen. Da« würde für 1923 der Stadtkasse die gewaltige Summe von 300 bis 400 Mark zuführen. Aber liebes Bezirksamt Kreuzberg, was willst du denn dafür kaufen? Entweder du erhöhst die Gebühr von 0,05 auf 1 Mark, oder besser, du maltest ruhig den nächsten Winter ob, in dem dir Petrus ja wieder freund- sicher gesinnt sein wird. Aber sich so klein zu zeigen, ist nicht hübsch." Auch ein Arbeil ersportverein! ver Arbeiter-Segelklub 1919 Stralau e. B. hielt, wie man uns schreibt, am Todestag de» Reichspräsidenten seinen angesetzten Maskenball ab! Das V-r- gnügen war gut besucht. E» fehlten nur 4 Mitglieder!! Am 5. d. M. hatte der Verein seine ordentlich« Monotssitzung. Eins Anregung, daß der Vorstand des großen Toten gedenken sollte. wurde mtt dem Bemerken abgelehnt, daß der Verein„unpolitisch" teil Im Gegensatz wurde beschlossen, die unentschuldigt dem Bei. gnügen ferngebliebenen Mitglieder mit 4 Mark in Strafe zu nehmen Der Todestag des Reichspräsidenten gilt diesen unpolitischen Ar- bessern nicht als Entschuldigungsgrund. Der Verein ist Mitglied des„Freien Wett-Segeloerbandes". Freie Schwimmer Nenlälln. DI« Bettkmnvfmanntebast»eranRaltet am kommenden Sanntaa(15. Mär») in den Possa«.Fes>sZlen. Neukölln. Ver«. snone 151, ihren Bunten Abend. Freunde und Gönner ftnd hierzu h-rzliGN einaeladen. Beninn 7 Uhr abends. Karten iwi nach an der Kasse zum Preise von 0,75 M. ,u haben. Pressekowmissson be» L Kresse, oom A.-T. n. Sn.-B. AU« LTr-nM*. An- tcauitfl«« und Betchui erde» betr. der Kreis.Mitteilnnnsblätlei «".Arbeiter-Turnzeituna" und.Arbeiter-Svort-Feitunn" des Kartrlloerbande- Groh.Brrlin) Und an den Obmann der Pressekomwi-Iion Fritz St ahm. Neukölln, Pannierfrr. 18, zu richten. �«»«l-Bnnb, t Kreit,«reitlldnte. Freitag der 16. MGrz, 7 Uhr, Beirat»s-6»na bei Ortdmenn. Dresdener Str. 106. Ficht«, 25. Srnpp«, Reinickcnd-rs.Lrst. Mittwoch, IL März, Gruppen. «neralverf-mmluna bei Schmidt. Scharnwederssr. 54. , Arbeiter-Zur».»nb Spart Banb, 2«rett. Di« Jugendklasse der Krei«. sänne hat ihren llebunqsbe trieb wieder begonnen. Asse KrrisschMer werde» ersucht, wieder pünktlich zu erscheinen. Bereine und Abteilungen, dir noch keine männlichen Iuaendllchen entsandt babe», werden r'fii-s't. davon Gebrauch ,u machen. Urbunosstunden jeden Mittwoch 7Zz bi, 2 Vi Uhr in der Turn» Halle BouchSssr. 75 sTreptow). Freie Turners»« st GroK.BerNn. Mittwoch 7 Ubr Siänna der Iuaendtirrn. warte und männlichen Iuaendfunktionäre In der Schule Sivsssr. 23,—«ona» abend 7 Uhr Bereins-Sahresoersammlun, im Srhreroereinshau,(Aletandew AthIetik-Sport-EIntz«.•. Leichtathletik— Kocken— Rudern Geschäft». fleBe: Kurt Liebruck». Berltn v. 34. Tilsster Str. 46.— Mittwoch, den 11 Mörz ?n-in-ng in der Kalle Niederwollstiohe. Beginn 8 wir Sonnta« de?, 15. Mar,, noaimitta«, 8 Uhr. Bereinswaldlauf. Ablauf vom-.ch"-nlnt. Nach- dem aemüniche, Benammenkeln in der Fichse-Diele. S»r""stkubree d.r«bocken. flbtewnra: Dill! Mielke Berlin 0 8?. liÄ 8Äs»£ 9e9inR S"- �uaenüveranstaltunaen. Teitmeh wrr znr Früh sin gtse ier! Keilte, Dien,!««, abend« 7 Uhr, Leben im Zugendheim Lindenstr. 3. Abtriinngslriter, gedt die April-Programme ob. nehmt die noch aus. stehenden Abrechnungen vor, holt die Karten»ur Frühlinqsfeler ab. Abteil» ugslosiierer! Morgen. Mittwoch,»on 5—7 Uhr Abrechnung unb Ausgabe der Beitragsmarken. Ausgabe der Lugend voran" und der„Arbeiter- Jugend". Vcihn»cht«»e-s»snng! Es ssnd noch verschiedene Gewinne abzuholen. Wer bis Freitag S.ve'ein Los nicht umtauscht, verliert sein Anrecht auf den Sewin- TUic, den 10. ZRärz. abends TVt Uhr: j?«- Ättte«:»heimln. .R's-»i»»le..«e-ssadt- S»u"r Gips. Nehmen Sie Biomalz lvenn Sie Ihre Geiundbeit tmb ein gutes, olübendes Autzseben ervalten wollen. Ihre I Biomalz kräftigt und erfrischt den ganzen Körper ungemein. Schlaff«, welke Züge Nerven erholen sich, Ihr« Arbeitskraft hebt sich. Sie leisten mehr in Ihrem Beruf.( verschwinden, die Gesichtsfarbe wird frischer -litd rosiger, der Teint reiner. Bei mageren, in der Ernährung heruntergekommenen P:rionen macht si h eine Hebung be« Appetits, de« Gewi tu« und iniolgedessen eine mäßige Rundung der Fonnen bemerkbar, ohne daß überflüsfiger und lästiger Fettansatz die Schönheit der Formen beeinträchtigt. Biomalz ist allen durch Uetz? r-i r(t, Krankvei t. 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Er beantragt Aushebung dieser Verbote und oerlangt sofortige Beratung darüber und sofortige Be» sprechung des Eiscnbahnerstreiks. Der sofortigen Beratung des kommunistischen Antrags betr. Zeitungsverbote wird widersprochen, nicht aber der Besprechung des E i s e n b a h n e r st r e i k s, die als vierter Punkt auf die Tagesordnung gesetzt wird. Ohne Debatte wird die Regierungsvorlage genehmigt, wonach die Wahl des Reichspräsidenleu am Souulag. den 29. März, ein eo. zweiter Mahlgang am Sonnlag. den 2ö. April, vorgenommen wird. Zur Beratung komini dann der von allen Parteien, mit Aus- nähme der Nationalsozialiften und Kommunisten eingebrachte Gesetz. entwurf, wonach zum Slellverlreler des Reichspräsidenlen der Reichsgerichtspräsident bis zum Amtsantritt des neuen Reichs- Präsidenten bestimmt wird. Nachdem Abg. Henning(Notsoz.) gegen den Gesetzentwurf ge- sprachen hatte, wurde die Borlage in erster und zweiter Beratung gegen die Stimmen der Nationalsozialisten und Kommunisten an- genommen. Es folgt der vom Reichsfinanzministerium eingebrachte Gesetz- entwurs: Die Reichsregierung wird ermächtigt.' die aus Anlaß des Ab- lebens des Reichspräsidenten entstehenden Kosten aus i ch s- mittel zu übernehmen. Abg. Remmcle(Komm.) protestiert gegen die Vorlage und greift unter heftigen persönlichen Ausfällen, deshalb oft von Entrüstung?- tundgebungen der Sozialdemokraten und anderer Parteien unter- brachen, die Politik des verstorbenen Reichspräsidenten an. Als er bchauvtst, Präsident Ebert habe als Beauftragter der Bourgeoisie zur Niederwerfung der Revolution der Arbeiterklasse alle Mittel und V-rbrechen angewandt, wird er zurOrdnung gerufen. Während der weiteren Ausführungen Remmeles kommt es wiederholt zu lärmenden Auseinandersetzungen zwischen den Kommunisten und Sozialdemokraten. Abg. Fehrenbach(Z.) legt unter dem lebhasten Beifall der Mehr- heit Derwahrung ein gegen die Art. wie der Borredner das Andenken des verstorbenen Reichspräsidenten geschmäht hat, eines Mannes, dessen persönliche Würde und dessen hohe Verdien st c um das Baterland über jeden Zweisel erhaben seien. Abg. Gras Revenllow(Natsoz.) erklärt, seine Freunde würden unbeirrt durch haß und Sentimeitialität die Vorlag« ablehnen. Die Vorlage wird dann in erster und zweiter Beratung gegen die Kommunisten und Nationalsozialisten angenommen. Abg. Soenen(Komm.) begründet einen aus der Red« des Sozialdemokraten Schumann vom Freitag„entnoin- mcnen" Antrag, der die Regierung ersucht, ihren ganzen Einfluß auf die Reichsbahndircktion dahin geltend zu machen, daß die Forderun- gen der streikenden Eisenbahner erfüllt werden. Der Redner macht der Reichsbahnverwaltung den Vorwurf, sie beschwöre durch ihre ablehtzendc Haltung die Gefahr heraus, daß durch eine weitere Aus- dchnung des Streiks das ganze deutsche Wirtschasieleben lahm- gelegt wird.■' Mbg. Schmnmm-Frankfvrt sSoz.): Ich habe nicht die Absicht, von dieser Stelle aus eine Polemik gegen den Abg. Koenen über den Eisenbahnerstreik zu führen. Ich wiederhole noch einmal, was ich bereits vor einigen Tagen gesagt fiobs, daß wir Sozialdemokraten im vorigen Jahr bei den Verhand- ungen über das Eisenbahngesetz versucht haben, die Interessen der Arbeiter und Angestellten zu vertreten. Bei der Beratung des Etats des Verkehrsministcriums in diesem Jahr habe ich der Reichsbahw Verwaltung vorgehalten, daß sie ein gefährliches Spiel treibt, wenn sie glaubt, die berechtigten Forderungen der Eiscnbahnangestellten und Beamten ablehnen zu können, wenn sie die bisherige Gehalts- polüik fortsetzt, aus diesem Wege das größte Verkehrsunternehmen behuidert und die Interessen der Wirtschaft schädigt. Ich habe aus- aefiihrt. daß solche öffentliche Unternehmungen nicht nur in der Be- ttiebsfiihrung, sondern auch in der Entlohn u n g des Perso» nals vorbildlich sein müssen. Damit ist die Behauptung des Abg. Koenen widerlegt, daß sich niemand der Interessen der Eisen- bahn« annehme. Ich habe in der vorigen Woche keinen Zweifel darüber gelassen, daß die Schuld au dem jetzigen konfNkl ansschlleßlich die Eisenbahn. verwallung treffe. Ich habe damals betont, daß schon ein geringes Entgegenkommen das Umsichgreifen der Bewegung verhindert hätte. Wir Sozialdemokraten unterscheiden uns tn unserer Stellungnahm« zum Streik von den Kommunisten dadurch, daß wir nicht den Streik um des Streiks willen sichren, um die„Welircvolution vor- wäriozutreiben". und um die„Aktivität" der Arbeiter zu steigern. sondern der Streik ist uns das letzte Mittel im Kampfe der Ar- veiter um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen, wenn die anderen Mittel oersagen und wenn die Gegenseite eine Verständigung ablehnt.! Wir lehnen es ab, die Grundlagen unserer bisherigen bewährten! Gewerkschaststaltik au verlassen. Der Deutsche Eisenbohnerverdand I hat richtig gehandelt, als er dle erste Bewegung in Sachsen nicht! sanktionierte, weil die Vrrhandlungsmöglichkeiten noch nicht erschöpft waren. Ich bedauere außerordentlich den Widerstand der Verwaltung gegen die so bescheidenen Forderungen der Arbeiter. Die Eisen- bahner machten vor Abbruch der Verhandlungen den Vorschlag, die Löhne um drei Psennlg pro Stunde zu erhöhen und durch eine Kommission die Frage der Arbeitszeit prüfen zu lassen. Es ist tief bedauerlich, daß die Verwaltung nicht durch Annahme dieser bescheidenen Forderungen das Umsichgreifen der Bewegung, die schweren wirtschaftlichen Schaden verursachen muh, zu verhüten. Die Kommimisten behaupten, der Haupttreibcr gegen die Arbeiter sei der französisch« Vertreter in der Reichs- bahnverwaltung. Ich glaube nicht daran, vielmehr sind es die im Berwaltungsrat sitzenden Vertreter der Großindustrie, die nicht wünschen, daß den minimalen Forderungen der Eisenbahner eM- sprachen wird. Wir haben wiederholt mit aller Deutlichkeit erklärt, daß die Interessen der Arbeiter den Interessen der Großindustrie und des Prioatkapitals nicht geopfert werden dürfen. Atenn nicht sofort etwas geschieht, um die berechtigten Forde- rungen der Arbeiter zu befriediqeu, so wird der Streik auch auf das V-rkehrsperfonal übergreiscn. da mich bei den Beamten große Entrüstung herrscht. Es ist nicht ausgeschlossen, daß auch das Verkehrspersonal von der Bewegung erfaßt und dam-t großes Unheil über die deutsche Wirtschaft gebracht wird. Ich wiederhole deshalb dringend meine Forderung vom vorigen Freitag: und da anscheinend der Einfluß des Verkehrs- mini"eriums nicht ausreicht, um die Verwaltung zu weiterem Eni- gegenkommen zu veranlassen, so fordere ich jetzt das Arbeits- Ministerium auf. einzugreifen und dafür zn sorgen, daß «ine Verständigung aus einer für die Arbeiter annehmbaren Basis hergestellt wird. Der Eisenbahnerverband hat sich bemüht, die wei- tat Ausdehnung de« Komps«, zu oerhiaden». Ich befürchte mm. daß diese Bemühungen an der chalsstorrigkeit der Verwaltung scheitern, die damit Wasser auf die Mühlen derjenigen treibt, die nicht Arbeiter- interessen. sondern andere Interessen"vertreten. Noch ist es Zeit zum Abschluß einer Berständigung auf annehmbarer Grundlage. Aber die Situation ist außerordentlich ernst, sie kann nur durch entsprechendes Entgegenkommen verbessert werden. Wir ver- langen deshalb von der Regierung, daß sie lofort eingreift, damit weiteres Unheil von der deutschen Wirtschast abgewendet wird. (Lebhafter Beifall b. d. Soz.) Abg. Dr. Crom«(D. Vp.) beantragt Schluß der Debatie und Ueberweisung der Angelegenheit an den Verkehrsausschuß zur schleu- nigen Erledigung. Abg. Schumann(Soz.) wendet sich gegen eine Ausschußberatung, mit der nur kostbare Zeit verloren gehen würde. Der Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Die Abstimmung über die Ausschußberatung bleibt zunächst zweifelhaft: der tzammellprung ergibt die Annahme der Ausschußüberweistmg mit 179 gegen 127 Stimmen. Der Verkehrsausschuß wird Dienstag vormittag beraten. Es folgt ein Antrag der Deutschnationalen zur Unter- suchung der Ursachen der Explosion In Reinsdorf durch eine Abordnung von 14 Mitgliedern. Die Antragsteller beantragen jedoch vorläufige Absetzung von der Tagesordnung. weil die Regierung eine Denkschrift über den Fall angckün- digt hat. Abg. Koenen(Komm.) verlangt Besprechung de« Falles nnd beantragt,«inen Untersuchungsausschuß mit ganz bestimm- ten Auftrögen einzusetzen. Dr. Sydow, Präsident der Relchsarbeitsverwaltung, gibt der Teilnahme der Reichsregierung für die Opfer des Reinsdorfer Un- glücts Ausdruck und teilt mit, daß ein Untersuchungsausschuß der Verwaltung in dieser Woche dem Reichstag fein Gutachten über die Ursachen de» Unglücks vorlegen wird. Die Absetzung des Gegenstandes von der Tagesordnung wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten beschlossen. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über Aufnahme von Auslandskredite« durch Gemeiden und Gemei adeverbände. Danach bedürfen die Gemeinden und Gemeindeverbände zur Auf- nähme von Auslandskrediten der Zustimmung des Reichsfinanz- Ministers. Nach einem Beschluß des Ausschusses soll das Gesetz auch Anwendung finden auf alle Kreditverträg«, die seit dem I. März 1923 abgeschlossen sind. Lbg. Keil(Soz.) führt aas, daß die Verordnung aus Grund des Artikel« 48 der Reichsverfassung nicht zulässig gewesen sei und durch ein Gesetz 1 ersetzt werden mußte. D a r a u f fei es seiner Partei bei dem Antrag auf Aufhebung der Verordnung angekommen. Mit der Ungültig- keitserklärung dieser Verordnung zugleich müsse aber das Gesetz gemacht werden, das den gleichen Zweck verfolgt. Seine Partei aber beantrage die Abänderung des Ausschußbeschlusses dahin, daß die Rückwirkung bis zum 1. Februar erstreckt werde. In dieser Fassung wird die Dorlage in Meiter und dritter Be» rntung angenommen. Verschiedene Dorlagen gehen an dle Ausschüsse, so der Gesetz- entwurf über die viert« lfährliche Gehaltszahlung an die Beamten. Der Gesetzeotwuis über den Beitrtit des Reiches zu dem Madrider Abkommen betr. die Unterdrückung falscher Herkunstsangaben auf Waren wird ohne Debatte in allen drei Lesuiwen angenommen. Der Gesetzentwurs über eine zweite Aenderung der Personal- abbauoerordnung geht an den Ausschuß. Internationales Arbeitsrecht, Es folgt die erst« Beratung des Gesetzentwurfs über de» Set« waltungsrat des Internationalen Arbeitsamts in Verbindung mit dem Gesetzentwurf betr. das Washingtoner Uebereinkommen vom 28. November 1919 über die Arbeits- lostgkeit. Die beiden Gesetze entdolten.die Zustimmung Deutsch- lands zur Vermehrung des Verwaltungsrates um 8 auf 32 Mit- glieder und zu dem Uebereinkommen vom 28. November 1913. Abg. Weber-Düsseldorf(Komm) bedauert die Unzulänglichkeit de» Inhalt» der Washingtoner Uebereinkunst: die Fraktion"sttnu»e ihr aber zu. schon um den Sozialdemokraten das Argit- ment zu nehmen, daß wieder einmal dle Kommunisten einen sozialpolitischen Fortschritt abgelehnt und damit die Arbeiterschaft geschädigt hätten. Zu dem Genueser Uebereinkommen vom 10. Juli 1920 über die Stellenvermittlung für Seeleute»er- langt Mg. Ereahimeg(Komm.) die baldigste Darlegung der aus der Tagesordnung der zweiten allgemeinen Konferenz der Interiiaiio- nolen Slrbeilsorganisation in Genua gleichzeitig beschlossenen Ucöer- eintommen über das Mindestalter für die Zulassung der Kinder zur Arbeit auf See und über die Gewährung einer Eni- schädigung für Arbeitslosigkeit infolge von Schiffbruch. Die gänzlich unzureichenden Borschnsten der Seemannsordnimg würden dadurch wenigstens in etwas korrigiert. Auch diese Vorlage geht an den Sozialpolitischen Ausschuß. Heute, Dienstag, 2 Uhr: Dritte Lesung des Gesctzeittwurss üb« die Stellvertretung des Reichspräsidenten und des Gesetzentwurfs wegen Uebcrnahme der Beisetzungskosten auf das Reich: 5) aushakt des Reichsjustizministeriums. Schluß« Uhr. Harmats Staatsbanttreüite. Finanzminister v. Richter als Zeuge. Der Bär mal» Ausschuß des Preußischen Landtages hat s Mlnisserprösident Braun werde er stet» etae große Verehrung Hab«,. gestern in stimdenlanger Beratung zunächst oersucht, die Geschäfte! der TUann habe das Zeug zu einem Istintster. In bezug auf Bar- Varmats mit der Reichsfettstell« und anderen Reichsbehörden in den Jahren der Inflationszeit zu klären. Diese Vernehmungen dienen— das kann man ohne Uebertreibung wohl sagen— aus- schließlich dem S ka n d a l b e d ü r s n i s der deutsch- nationalen Press«, die während des Wahlkampfes um den Reichspräsidentenposten Skandalosa gebraucht, damit das Volk nicht merkt, was die Herrschaften in Wirklichkeit wollen. Irgend- ein Ergebnis hoben diese Vernehmungen nach keiner Seite hin ge° habt. Die Vernehmung des eigentlich maßgebenden Dezernenten, eines Herrn P ö t s ch o w, des damaligen Vorsitzenden des diktotori- fchen Ausschusses beim Reichswirtschaftsministerium, steht im übrigen noch aus. Interessant ist, daß der Dorsitzende Dr. Leidig mit Bezug auf den durch Zeugenaussagen bekannt gewordenen Boykott der A m e x i m a in Holland«in Schreiben der»Handelskammer Amsterdam" verliest. Diese» Schreiben datiert vom 28. Februar 1919 und in ihm erklärt der Sekretär der Handelskammer,»daß diese Ge- sellschast(Amexima) al» sehr angesehen gilt, so daß eine von ihr abgegebene Erklärung volle» Vertrauen verdient". Gesehen und gezelchnet ist diese Erklärung der Han- delskommer vom Deutschen Generalkonsul in Amster- dam, von H u m b o i d, ebenso vom österreichischen Konsul. Der Vorsitzende erklärt dazu: Diese Erklönmg der Handclskom- mer. wenn es sich dabei um eine Handelskammer in dem in Deutsch- land üblichen Sinne handelt, steht im Widerspruch zu den Aeußerungen über einen Boykott der Amexima. Die Geschäfte Larmats mit den Reichsstellen werden van den verschiedenen Zeugen verschieden beurteilt. Es wird aber be- tont, daß eine Schädigung des Reiches niemals eingetreten ist. Bon ernstem politischen Interesse ist lediglich die gestrige Nach- rnittagsoerhandlung, in der e» zu einer Art Aeugenöuell v. Richter-Yeilmana kommt. Wir geben diese Stelle des Berichtes ausführlich: Als Zeuge erklärte Finanzminister v. Richter. Ich habe nür ver- pessen, mitzuteilen, daß ich mit Heilmann noch«in zweites Mal über Barmot gesprochen habe. Das war etwa im November 19 2 4. Heilmann sagte: Ich komme in der Angelegenheit Bar- mat. Diese Firma ist in letzter Zeit in gewisse Schwierigkeiten gekommen, die nur durch umfangreiche Kredite behoben werden können. Hierfür käme die Seehondlung in Frage. Ich sagte. ich müßte mich erst informieren und könnte gar keinen Eiittutß auf die Kreditgewährung ausüben. Stootsbaiikprässdent Schröder und andere Herren der Seehmidlung erstatteten nur am anderen Tage Bericht. Dabei sagten sie, Barmat hätte schon 14 Millionen Kredit bekommen und es fei völlig ausgeschlossen, daß Aannat noch mehr Kredite bekäme. Hcilmann rief mich an uno ich sagt« ihm, was mir berichtet wurde. Damit war die Angelegen- Heft erledigt. Mg. hcilmam,(Soz.): Die Darstellung Richters ist i m wesentlichen zutreffend. Ich habe den Finanzminister damals auf die Presscangrifsc gegen K u t i s k e r hingewiesen. In einem Atemzug mit Kutisker wurde da immer Barmat genannt. Da Hab« ich den Minister um Klarheit über Barmat» Leziehuugeu zur Skaalsbank gebeten. Ich sagte ihm, Barmat hätte mir gesagt, er habe 17 Millionen von der Staatsbank als Kredit erhaltend von denen er 5 Millionen zurückgezahlt hätte. Dadurch sei er äugen- blicklich in Schwierigkeiten geraten. Richter sagte mir, wir sprechen »a unter vier Augen. Ich verstehe Sie wohl richtig, wenn ick) annehme, daß Sie wünschen, ich soll den 5t r e d i t für Barmat erhöhen? Wir sprachen dann noch über politische Dinge. Ich entsinne mich des ganzen Gespräches sehr genau, weil es für «ich die größte Bedeutung hatte. Herr a. Richter sagte« a, für m a t sagte er noch, die kredlke für Barmat erschienen ihm«olkswittschasflich durchaus begründet und finanziell in jeder Beziehung gedeckt. Er hotte auch mit dem Aba. 2 e i d i g als Referenten für dle Staats. ' bank im Landtag über diese Frage gesprochen. Bors. Dr. Leidig: Ich bin sett einer Reihe von Iahren im Landtage ReferentfürdieStaatodank. Als seinerzeit die 1 Kreditbeziehungen der Staatsbank zu Kutisker und Barmat l in der Presse erörtert wurden, habe ich mich für verpfklchiet ge- ftihlt. mir über den Stand der Dinge Aufklärung zu ver- i schaffe n. Es hat dann auf meine Veranlassung eine Unter- '.cdung zwischen mir und den, Sraatsbankprvsisidenten Schröder in Gegenwart des Staatssekretärs Weder als Vertreters des Finanzmiulsterwms über diese Frage stattgesunden. Herr Schröder bot mir eine ausführliche Darstellung der Situation gegeben, so. wie er sie auffaßte. Material(st mir nicht vorgelegt worden. 3ch habe mich daher nicht für verpjttchtet gefühlt, den Fraktionen van dieser Unterredung Mitteilung zu machen. Finanzminister». Richter und Statsbankpräfident Schröder be- stSltgen die diesbezüglichen Aussührunoen des Borsitzenden. o. Richter: Herr Heitmann hat hier eine Reihe von Einzel- lieiten aus unserem feinerzeitiaen Gespräch angeführt. Es ist tat- sächlich damals meine Aufsassung gewesen, daß Herr Heilmann wünschte, daß die Kredite für Barmat erhöht würden, und ich mochte Herrn Heitmann bitten, zu bestätigen, daß er mir über schwierige Verhältnisse Barmat» berichtet hat. Herr Dr. Leidig und ich haben uns seinerzeit auch über die Verbindung Barmat- Staatsbank unterhatten und sind dabei zu dem Schluß gekommen, der auch heute»och gUi, Saß nicht, wie dies ln der Presse geschehen isl, dle kutisker. and Barmat- kredite in einem Atemzuge genannt werden können. E« bestand zwischen diesen beiden doch ein großer Unterschied. Abg. Brunk(Dnat.): 5>aben die Herren der Seehandlung da- rnais die voikswirtjchastlichb Bedeutung und die Sicherheit der Barmat-Krcdtte anerkannt? v. Richter: lieber die volkswirtschaftliche Beden- tung dieser Kredite haben wir uns meines Wissens nicht unterhal- ten. Bei dem Gespräch mit den Herren von der Ssehandlung hau- deltc es sich nur darum, zu kläre», wie die Kredite gesichert find. Und von seiien der Seehondlung wurde damals erklärt, daß auf jeden Fall Barmat nicht einen Pfennig neue Kredite erhal- ten sollte. Abg. heilmann(Soz.) bemerkt als Zeuge: Ich habe in der Unterredung mit Herrn v. Richter darauf hingewiesen, daß Barmat in Deutschland etwa 40 Fabriken unterhalte, in denen er 13000 Ar- beller besckiästige. Diese Mitteilungen waren mir von dem General- direitor Kautz gemacht worden und ich gab sie.5ierrn v. Richter weiter als Antwort auf die Frage, wozu denn eigentlich Barmat das Kreditgeld oerwende. Darauf bezog sich dann die Erklärung des Finanzministers, volkswirtschaftlich seien die Kredite durchaus berechtigt, weil sie ja deutschen Industriearbeitern zur Arbeit verhelfen. Ich entsinne mich dieses Gespräches ganz genau. Wenn der Finanzminister mir damals gesagt hätte, Barmat laim mit Kutisker zwar nicht in einem Atem g e- n a n n t werden, aber die Sicherheiten der Kredite erschienen ihm doch zweifelhaft, dann hätte ich Barmot sofort gesagt: Bei dieser Beurteilung der Sachlage lege ich heule meine gesamten Aufsicht». ralsposten nieder und warte ab, bis Ich sie ohne die Gefahr einer Kompromittierung wieder aufnehmen kann. Rur die Ertiäruna. die Kredite seien volkswirtschaslllch durchaus beqründel und die Anierlagen durchaus sicher, hat mich veranlaßt, diesen Schrill nicht zu lim. Ich wollte durch meinen Besuch beim Finanznitmster v. Richter feststellen einmal, wie es mit Barmat überhaupt steht und� dann wollte ich mitteilen, daß Barmat 5 M i l l i o n e» weiteren Kredit haben möchte und wollte dafür die Unter» stützung de, Finanzminister, Hab», wenn er bU Anqetegenhett(Ar sachlich gcrechtferkigl crachkek hätte. In dem zweiten Punkt hat er mir dann mitgeteilt, daß die Herren von der Staatsbank keinen Pfennig mehr geben wollten ohne eine ausdrückliche Anweisung von ihm, dem Finanzminister, und daß er diese Anweisung nicht geben wolle. In diesem Verhalten konnte ich Herrn v. Richter nur recht geben. Wenn der Herr Finanzminister am 13. De- zember gesagt hätte, die Barmatkredite sind zwar mit den Kutisker- Krediten nicht in einem Atem zu nennen, aber ob sie genügend gesichert sind, entzieht sich meiner Kenntnis, wenn er eine solche An- deutung gemacht hätte, dann hätte ich am selben Tage die Kon- sequenzen gezogen. Zeuge v. Richter: Heilmann wollte von mir ein Urteil haben über die ganze Lage von Barmat. Für mich als Finanz- minister war es gleichgültig, ob Heilmann im Aufsichtsrate war oder nicht. Es kam darauf an: Barmat wollte neue Kredite haben und Heilmann sie vermitteln. Ich bin der Ansicht, daß diese 1-t oder 12 Millionen schon so weit jedes vernünftige Maß über- schritten, daß selbst die solideste und sicherste Firma über diese Kredite hinaus von der Staatsbank nicht mehr bekommen hätte. Ich habe Heilmann gesagt: Es ist völlig ausgeschlossen, daß noch weitere Kredite gegeben werden können. Zeuge heilmann: Die Erinnerung des Herrn Finanzministers ist in diesem Punkte nicht genau. Die höhe der Kredite an Bar» in a t haben wir in mündlichem Gespräch a ni 8. Dezember er- örtcrt. Ich habe dabei Herrn v. Richter gesagt, Barmat habe er- zählt, daß er 17 Millionen Kredite erhalten und davon 5 Millionen zurückgezahlt habe. Er wollte aber die ,? Millionen wieder zurückhaben. Am 13. Dezember begann die Antwort des Finanzministers mit der Mitteilung: Das, was Sie mir gesagt haben, daß Barmat 1 2 Millionen Kredite hätte, hat sich als nicht zutreffend erwiesen. Der Staatsbankpräsident hat gesagt, es seien 1 1 Millionen. Auch habe Barmat nicht I Millionen, sdndern weniger zurückgezahlt. Das Entscheidende ist, daß die Herren der Staatsbank erklärten, sie könnten Barmat k e i- n e weiteren Kredite geben. In der Besprechung am 8. Dezember fragte mich Finanzminister v. Richter: Was m a ch t denn Bar m a i mit dein Geld, das er von der Staatsbank Hot? Ich sagte ihm, er steckt es wabrjcheinlich in seine Unternehmungen, die er in Deutschland unterhält und in denen 12- bis 13(Ott Ar- beiter beschäftigt sind, hinein. L. Richter sagte mir: Dann sind diese Kredite damil volkswirtschaftlich genügend begrün- d e t. In einer telephonischen Unterhalwng kain v. Richter noch- mals darauf zurück und sagte, die Herren von der Staatsbank sehen die Kredite für begründet und gut gedeckt an, aber sie lehnen eine Erhöhung mit Rücksicht auf die Angrisse in der Oessentlichkeit strikte ob. Sie wollen die Kredite nur bewilligen, wenn i ch ihnen eine An- Weisung gebe. Präsident Schröder: Ich entsinne mich auf diese Unter- rednng vom 8. Dezember 1921 nicht mehr genau. Es war ru ine? Erinnerung nach das erstemal, wo ich über die Kredite Barmats Vortrag gehalten habe. Dieser Sitzung vom 8. Dezember ist noch eine Unterredung mit dem Ministerialdirektor Kautz vor- aüsgegongen. Aus dieser Unterhaltung ergab sich dainals schon, daß die Larmatsachc als zweifelhast erschien. Zeuge v. Richter: In der Unterredung mit dem Staatsbank- Präsidenten Schröder und init Herrn R o g g e haben mir diese I eideil Herren in der Reihenfolge die Sachen KutlSker-Barmai- Michael dargelegt. Es wurde gesagt: Barmat. der ursprünglich sicher war, fängt jetzt an zu kriseln. Die Sache ist jetzt zweifelhast. Daß ich unmittelbar nach dieser Unterhaltung am nächsten oder üdcrnächsten Tage H e i l m a n n etwas gesagt haben soll, was mit dem in direktem Widerspruch steht, was ich vorher gesogt habe,� kann ich mir nicht denken. Zeuge heilmann: Eine Verwechselung ist bei mir ganz aus- g e schlösse ii. Dos Gespräch zwischen dem F i n a n z m i n i st e r einerseits und«s ch r ö d e r und R o g g e andererseits ifat nicht am » 8. Dezember, sondern wahrscheinlich am 13., frühestens am 12. Dezember stattgefunden. Die Angabe des Herrn Staats- » boutprosidenteii Schröder, daß dies der erste Bericht gewesen sei, den er deni Herrn Fiiian.zminister über die Barmat-Krcdite er- stattet habe, kann nicht st i m m e n, denn als'ch am 8. Dezember beim Finanzniniister war, sagte er mir: Herr Staatsbankpräsident Schröder hat mir neulich aussührtichen Bericht erstattet über die Kredite Kuiisker. und im Anschluß daran habe» wir kurz auch Über die D a r in a i- K r e d i t e gesprochen, so daß ich mir Über die Angelegenheit im allgemeinen ein Bild machen tonnte. Das sagte Richter nin 8. Dezember. Im Anschluß daran fragte er irnch: Wozu verwendet Barmat das Geld? Ich entsinne mich dieses Gespräches so genau, daß ich glaube, es wortgetreu jederzeit nieder- ichreibeu zu können. Für mich war das keine belangtes'.' Angelegenheit, für mich handelte es jich um eine Aiigelegenyeil, die niir an h e i z und Vier e n ging, wenn ich nach den, Eindruck dieser Unterhaltung hätte zu Barmat zlirückgehen und ihm hätte sogen müssen:: Zwischen uns beiden ist es jetzt ans: Du scheinst mir Geschäfte zu machen, bei denen ich nicht in e h r dabei sein kann, wenn ich nicht Gefahr lausen will, kompromittiert zu werden. Deshalb habe ich diesem Gespräch eine außer- ordentliche Bedeutung beigemessen. Ich biu vom Telephon zu Herrn Ministerialdirektor Kautz gegangen und habe ihm ge- fagi: Ich habe eben mit de», Finanzminister telephonicrt. Er hat wie gesagt, daß er mit Herrn Schröder und Rogge die Sache durch- gesprochen hat. Darauf habe ich Julius Barmat den Inhalt des Gesprächs genau wiedergegeben. Um einen Irrtum in e i- Ii e r s e i t s handelt es s i ch n i ch t. Ich könnte eher annehmen, daß Finanzminister v. Richter, um mir die Ablehnung an- genehmer zu machen, mir gesagt hat: Wir können zwar keine Er- höhuna der Kredite bewilligen, das ist nach Lage der Dinge nicht möglich, aber im übrigen brauchen Sie sich nicht zu beunruhigen. Abg. Soushold lDnat.j: Es klassen m den Aussagen zwischen Hwu v. Richter und Herrn Heilmann in zwei Punkten Wider- sprüche. Er fragt heilmann: Können Sie sich erinnern, ob Sie gesagt haben: Ich komme in der Angelegenheit Barmat. Die Firma Barmat ist in der letzten Zeit in Schwierigkeiten ge- raten, die nur behoben werden können, w-nn sie umfangreiche Kredite erhält, und die einige Möglichkeit ist, daß die SeehcmVlimg diefe Kredite hergibt. Können Sie das bestätigen? Zeuge heilmann: Ich habe das schon aus Grund der Aussagen des harrn v. Richter bestätigt. Aber der Zufamtnenhang ist nicht richtig. Er ist so, wie ich ihn dargestellt habe. Ich sagte zum Finanz- minister: Ich komme in einer persönlichen Angelegenheit zu Ihnen. Es handelt sich um meine Beziehungen zu Barmat. Ich habe im wahltamps die und die Angrisse gelesen. Barmat hat inir gesagt, dirr Konzern habe gegenwärtig Kreditschwierigkeiten. Ich brauche neue Kredite. Ich Hobe bei der Staatsbank 17 Millionen Kredite gehabt. Hab« 5 Millionen zurtickgezahlt, möchte aber wieder den alten Kredit von 17 Millionen eingeräumt haben. Ich glaube, mit diesen neuen 5 Millionen über alle Schwierigkeilen hinweg zu sein und dann in Ruhe den Konzern entwickeln zu können, daß alle Iluternehinungen produktiv würden. E r. der Zeuge heilmann, habe dann hinzugefügt: Das find Mitteilungen von Barmat, die ich i m einzelnen nicht beurteilen kann, weiter« Aufschlüsse könnte Ministertaldi rektor Kautz geben. Mir kam es darauf an. wie es mit den Krediten bei der Staalsbank stehl. Der Finanz- minifter sagte mir darauf: Ich kann es so auffassen, daß Sic den Kredit befürworten sollen, wenn es sich fachlich rechtfertigen läßt. Abg. Kaufhold(Dnat.s: Sie bestätigen also, daß Sic am 8. De- zember beim Finanzmimster waren, um Kredite zu erbitten? Zeuge heilmann: Jawohl! Abg. kaufhold: Sie haben gesagt, der Fmcmzminister Hobe Lhnsn telephonisch-rklart, daß auch Prof. Leidig gcwisstrmaßcn auf dem Standpunkt stände, daß die Firma Barmat an scncin Tage, am 12. Dezember, noch vollkommen sicher war. Sie haben also ge- wissermaßen Prof Leidig als Kronzeugen angesehen, daß damals noch keine Gefahr für die Staatsbank varhonden war.' Zeuge heilmann: Ich mächte dos nicht in dicss Farm gekleidet babsn. Ich möchte meinen, daß die Aeußerung so gelautet hac: Auch Herr Prof. Leidig ist der Meinung, daß die Kredite Barwaks und die Kredite Suttskers nicht in einem Atem genannt werden können. Es kam das unmittelbar zum Ausdruck an die Bemerkung hinsichtlich der volkswirtschafllichen Begründung der Kredite. Aber oh Herr Professor Leidig als Kronzeuge für die finanzielle Sicherheit der Kredite genannt worden ist, das möchte ich positiv nicht behaupten. Abg. Saufhold: Sie haben in der ersten Zeugenvernehmung über ihre Vermittlung bei Richter gesprochen anläßlich des Briefes. Ich glaube, Sie haben damals gesagt, dieser Brief vom 31. März sei das einzige Barmat-Gespräch, was beim Finanzminister ge- pflogen worden sei. Zeuge Heilmann: Sie täuscht die Erinnerung. Ich habe sehr sorgfältig formuliert gesagt: Es war bis Dezember 1924 das einzige Barmai-Gefpräch, was ich mit dem Finanzmlmster gehabt habe. Nach Gesprächen im Dezember bin ich nicht gefragt worden., Abg. Bartels(Komm.): Es ist behauptet worden, daß Ihre Frau 1924 ein wertvolles Geburtstagsgeschenk, eine goldene Dose, von Barmat geschenkt bekommen habe. Zeuge heilmann: Meine Frau hak zu ihrem Geburtstag vau Barmat einen Blumentopf geschenkt bekommen. Die Blume ist leider eingegangen, den Topf bin ich bereit, dem Ausschuß zur Bcr» sügung zu stellen.(Heiterkeit.) Auf Fragen des Abg. kutlner(Soz.) erklärt Zeuge von Richter: Ich habe Herrn Heilmann nichts davon gesogt, daß mir der Staats- bankpräsidcnt mitgeteilt hatte, daß es bei Barmat kriselte. Staatsbankpräsident Schröder erklärt aus Befragen: Obwohl bereits seit dem 1 S. I a n u a r d. I. die Treuhand- und Liqui- dationsgesellschaft der Barmat-Gläübiger an der Arbeit ist, war es bis heute noch nicht möglich, den Status fest- zustellen, weil die Barmat-Ilnternehmungen untereinander überaus stark verfilzt find. Der Ausschuß wendet sich dann der Affäre Kutisker zu und vernimmt als Zeugen den Direktor und die Betriebsratsmtt- glleder der A l t l e d e r v e r w e r i u n g s st c 1 1 c. Politisches Interesse können diese Verhandtungen nicht beanspruchen. Dann wird abends 7 Uhr die Sitzung geschloffen. Die nächsten Sitzungen sollen an Tagen der Woche stättfinden, an denen kein Plenum stattfindet. Die Vernehmung des Reichskanzlers a. D. Bauer soll am Sonnabend stattfinden. Die Tchekisten als Denunzianten. Koppenhöfers Bekundungen. Der Zeuge Koppenhöfer schilderte dann weiter seine Nach- s o r s ch u n g e n in Berlin, die Auffindung des von Neumann an Meus zur Aufbewahrung gegebenen Pakets mii den Bazillengtäsern und verschiedenen Schriftstücken, ferner die Auffindung größerer Mengen von Sprengstoffen, die zum Teil von„Albert"(Meyer) stammten. Aus die Frage eines Beisitzer», ob es richtig fei, daß die Aussage Poeges zum größten Teil auf einer Broschüre„Das wahre Gesicht de? Kommunismus" basiert«, die ihm von dem Zeugen dazu eigens übergeben worden sei, erwiderte Kopenhöfer: In Wahrheit liegen die Dinge gerade umgekehrt. Die Broschüre gründet sich teil- weise aus die von Poege herrührenden Angaben. R.-A. Dr. Samter(zum Zeugen Koppenhöser): Ist die Paß- fälscherzentrale, die Sie als kommunistische Pahsölscherzentral« hier bezeichnet haben, identisch mit dem Berliner Polizei- bureau, in dem sich bekanntlich Paßsäljchungen ereignet haben? Zeuge: Das hat mit dieser Paßfälscherzentrale nichts zu tun. Es handelte sich um eine kommunistische Fälscherstelle in Neukölln. Von einer anderen ist mir nichts bekannt. R.-A. Dr. Samter: Wissen Sie das ans eigener Wahr- nehmung? Zeug«: Zlus meinen Akten kann ich feststellen, daß es sich imi ein> rein kommunistische Paßfälfcherzentrole handelt. Auf eine Frage des Justizrats F r ä n k l, wie es möglich fei, daß eine Broschüre sich auf die Angaben d.'s Angeklagten Poege vor der Polizei stütze, erklärt der Krtminetlinspektor, daß nach seiner Kenntnis der Dings das Stuttgarter Polizeipräsidium, soweit dies mit dem Fortgang des Verfahrens vereinbar gewesen fei, Nach- richten über die Festnahme der Neumannschen Gruppe und deren Aussagen in die Presse geleitet habe. Eine längere Auseinandersetzung zwischen dem Vorsitzenden, dem Reichsanwalt und den Derttidigern entspinnt sich dann über die Frage, ob der A:uge darüber aussagen soll, wie die Be- richce in die Press« gelangt seien. Zeug«: Ich habe nur die Ertaubm-, über alles dos auszu- sagen, was zu dieser Strafsache gehört. Dr. Rosenfeld verlangle daraufhin die Verlesung der dem Zeugen von seiner Behörde ausgestellten Aus- sagesrlaubnis. Dr. Wolf hält danach die Beantwortung der Frage, wi« die Ii achrichten in die Presse gelangt seien, durchaus für zu- lässig, während Reichsanwalt Reumann den entgegengesetzten Stand- plinki vertritt. R.-A. Dr. Brandt vertritt die Ansicht, der Zeuge sei ermächtigl, alles auszusagen, was zur vorliegenden Sache gehört. Der Zeuge unterscheide sich demnach von teinem anderen Zeugen, und nur die U n s a ch l i ch k« i t einer Frage kann ver- anlasse»!, die Frage zurückzuweisen. Ein von Dr. Brandt verlangter Gerichtsbeschluß erging dahin, daß nach Ansicht des Gerichts der Zeugs nur insoweit berechtigt sei, eine Aussage zu erstatten, als be- Rauptet worden fei, daß e r selbst oder ein von ihm Beauf- tragt« r die,« Pressemeldungen veranlaßt habe zu dein Zweck, um dadurch die Ermittlungen der Strassache zu fördern. Als dann der Borsitzende den Zeugen koppenhöser aufforderte, sich zu äußern, kam es zu einem scharfen Zusammenstoß zwischen Senatsprsident Dr, Riedner und R.-A. Brandt mit dem Enderfolg, daß dem Anwalt das Wort entzogen wurde. Zeuge koppenhöser: Ich habe diese Pressemeldungen weder selbst veranlaßt noch jemand damit beauftragt. Bei dieser Erklärung bleibt der Zeuge auch trotz aller Kreuzfragen, die seitens der Be» teidigung, mitunter in ziemlich erregter Form, an ihn ge- stellt wurden. Nach der Pause teilte der Vorsitzende mit. daß der Beschluß des Gerichtshofes dahin ergeh«,«s soll bei der württembergischen Regte- rung angesragt werden, ob sie die Genehmigung zur Aus- sage des Beamten erteile. Der zweite Beschluß ergeht da- hin, daß der Antrag, den Polizeipräsidenten von Stuttgart darüber zu vernehmen, ob es ü b l i ch sei, bei wichligen Straffällen Zeitnngs- berichte durch das Polizeipräsidium zu verösfentlichen. abgelehnt wird. Darauf wurde in der Vernehmung des Zeugen koppenhöser fortgefahren. Vors.: Bezüglich der Angeklagten König und Diener wird be- hauptet. daß sie schon von vornherein der Polizei, und zwar schon vor ihrer Verhaftung, Spiheldienste geleistet haben. Der Angeklagt« König hat das verneint. Zeuge: König wurde zuerst im Dezember 1923 in Schutz- Haft genommen, später aber wieder freigelassen. Er wurde dann gemeinsam mit der ganzen Gruppe festgenommen, und zwar am 28. F e b r u a r. Es wurde dann gleichzeitig die Spreng st off. g e s ch i ch t e erledigt und er büßt die Straf« dafür wohl jetzt ab. Bis zu diesem Zeitpunkt hat König uns auch nie die ge- ringste Nachricht zugehen lassen. Er hat bei der Festnahme am 15. Dezember seinerzeit erklärt, als man bei ihm einen Zettel mit der Adresse Sch l o t t e r s vorsand, er hätte dem Schlotter Nach- richten geben wollen. Das wurde ihm aber damals nicht geglaubt. Die einzige Maßnahme mar die, daß man Schlotter ge'warnt hat. Seit dem 28. Februar ist König dann in Hast und hat erst, nachdem er als„Lump- und„Spitzel" von der Partei bezeichnet wurde, erklärt, er würde rücksichtslos auspacken und olles angeben, was er wisse Er hat feine Aussagen zu Protokoll gegeben, und die Nachprüfung hat ihre Richtigkeit ergeben. Vors.: Und wie ist es mit Diener, der hat im Gegensatz zu König selbst gejagt, er habe der Polizei in der Zeil, wo die Ereignisse in S ü d d e u i s ch l o n d spielten, von Ansang an Spiheldienste geleistet, und zwar bis zu seiner Verhaftung. Ist Ihnen irgendetwas davon bekannt? Zeuge: Von dieser Tscheka-Angelcgenheii habe ich erst durch die einzelnen Vernehmungen erfahren, daß ein Mann namens ,.R e b h u h n" dabei tätig gewesen sei. Meine Ermittelungen an Hand der Hundestenerlisten habe ich bereits geschildert und tonnte so Diener an 22. März festnehmen lassen. Bei seiner Vernehmung hat er mir sofort selbst angegeben, daß er mit uns In Verbindung stehe. Er wollte eist von nicht? wissen, betonte aber, er habe, ohne daß wir es wußten, uns durch das Telexhon Muteiiung zugehen lassen. Diese Angabe ist nach jeder Richtung hin geprüft worden und es hat sich nach meinen Feststellungen ergeben, daß Dieners Angaben unwahrhastig sind. Ich habe mit Diener zum erstenmal am 22. März zu tun gehabt und vorher nicht. Vors.: D i e n e r soll von Londgerichtsrat B ü h n e r dazu benutzt worden fein, um aus anderen Gefangenen etwas herauszuholen: er soll mit anderen Angetlagien in eine Zelle gelegt worden sein. ebenso wie König, der einen anderen Gefangenen sogar mit Prügel bedroht habe» soll. Zeuge koppenhöser: Wenn jemand behauptet, daß man König oder jemand anderes dazu benutzt habe, einen anderen Gefangenen zu schlagen, so ist das eine ganz grobe Lüge. Eine derartige Maßnahme würde ich rundweg ablehnen. Da« I ist ganz unmöglich. Als der Zeuge darauf zu sprechen kommt, daß ja oft genug von der Verteidigung in Kommunisten-Prozessen diese Einwendungen eihoben würden, greift Justizrat Dr. V. Fraenkl sehr erregt ei« und weist derartige Bemerkungen des Zeugen energisch zurück. Der Zeuge gibt dann weiter an, König und Diener hätten später ein- mal Angaben über Organisation, Waffen gebrauch usw. gemacht, die sich bei der Nachprüfung stets als richtig erwiesen hätten. Als dann die Angeklagten befragt wurden, ob sie zu den Aussagen des Kriminaloberinspektors etwas zu bemerken hätten, ver- zichtete Reumann auf jede Erklärung. Dagegen trat Poege auch dies- mal den Ausführungen Koppenhöfers in einer ganzen Reihe von Punkten entgegen, wogegen dieser sich wiederum mit dem Hinweis wehrt, daß Poege ihm ohne jeden Zwang direkte Rotschläge für die weiter- Verfolgung der ganzen Angelegenheit gegeben und in geradezu ekelerregender Weise private Belanglosigkeiten ausgerührt habe. um die übrigen Mitglieder der Gruppe Reumaun zu belasten. Der Zeuge bleibt mit aller Entschiedenheit dabei, daß Poege ihm gegenüber die Gruppe als„Deutsche Tscheka" bezeichnet habe, wo» dieser Angeklagte wiederum als rmwahr erklärte. Weiter erklärte Poege, daß man ihm in Stuttgart Versprechungen gemacht habe, so besonders, daß der Prozeß in Stuttgart stattfinden solle. Koppenhöser weist demgegenüber darani hin, daß Poege selbst geglaubt habe, die Verhandlung gegen die„Tscheka" werde nicht in Leipzig oder Berlin stattfinden. Weiter betont der Zeuge, daß der Angeklagte Reunninn bei seinen Vernehmungen am liebsten alle Schuld aus sich g,noinm:n hält:, um sein? Gen essen nicht nn nütz zu belasten. Zwischen dem Vorsitzenden und dem Zeugen einerseits und dem Auge» tlaglen M a r g i e s andererseits kam es dann zu'ängeren Auseinon- dersetzungen, wobei letzterer wiederholt die Behauptung aufstellt, daß der Kriminaloberinspektor durch Anwendung von Dunkelhaft und anderer Mittel Angaben von ihm habe erpressen wollen. Ebenso sei ihm mitgeteilt worden, daß Koppenhöser die Herausgabe des bei Marlies beschlagnahmten Geldes nicht gestattet habe. Alle diese Behauptungen werden von dem Zeugen als vollkommen un- richtig bezeichnet. Margies kam dann auch noch auf den ihm zur Last gelegten Mord an einem Bochmner Polizeibeamten zu sprechen, lind, bestritt dabei in längeren Ausführungen, daß es sich um einen Mord gehandelt habe. Er habe sich vielmehr gegenüber den ihn ver- folgenden Beamten in berechtigter Notwehr befunden und werde da- für auch Zeugen beibringen. Die Behauptung, daß es sich um einen Mord handele, sei nur in die Presse lanciert worden, um aus diese Weise einen richtigen Mörder in der Tscheka-Gruppe zu haben. Margies wird in seiner Darstellung schließlich so erregt, daß der Vor- sitzende eingreift und den Angetlagien ersucht, etwas bescheidener aus- zutreten. Der Zeuge Koppenhöser betonte hierzu, daß zu jener Zeit, als er aus Margies etwas herauszubekommen oersucht habe, Poege noch gar keine Aussage gemocht habe, er infolgedessen diese beiden Angeklagten auch nicht gegeneinander ausgespiell haben könne, wie Margies dies behauptet habe. Hierauf wurde die Sitzung um 546 Uhr geschlossen und ans DienstagsrühgUhr oertagt. Holja�si mim mit&5096 Kaffee Dienstag 10. März 1025 Unterhaltung unö ÄVtssen Seilage öes vorwärts März-Sonntag. Jagende Wolken. Maugrane Ballen, die sich flurenoerfinsternd I>eramvälzen. Graupeln,«chnee und Regen entladen und den Wan- derer durchfrösteln. Im Abziehen des Wetters reißt hinter ihm das Gewölk. Der düstere Vorhang klafft auseinander. Helle Wolken, ein Stück blauen Himmels, schließlich die Sonne, die den winterlichen Niederschlag rasch dahinschmelzen läßt. So wiederholte sich das Spiel, von Stunde zu Stunde, der Kampf zweier Wetterlagen, einer tiefer ziehenden feuchten und einer höher ziehenden trockenen Luftströmung. einer trüben und einer sonnigen, der Kampf zwischen Winter und Frühling. Ein Blick auf die Wetterkarte zeigt, wie der Kampf aus- gehen, aber nicht, wie lange der Ausgang von Dauer fein wird. Im Walde haben Erlen und Haseln ausgestäubt. Noch immer schweift der Blick fast ungehemmt durch dos kahle Geäst der Laub- Hölzer, bis fchwarzgrünc Bestände der Kiefernbestände ihn hemmen. Die ersten Blätter der Frühlingsblumen durchdringen das tote Laub, das so von einem neuen Stockwerk pflanzlichen Lebens überdacht und in den Multerboden zurückgepreßt wird. An den Gräben tauchen die rotgrünen Blätter der Sumpfdotterblume über das Wasser. Die Weiden aber strotzen von weißlichen Kätzchen, und bald werden auch die ersten Anemonen sich erschließen. Zieht dos Wetter über den Wald, dann verstiimmt alles vor dein Rauschen des Windes und dem Prasseln der Graupeln. Mit dem ersten Sonnenschein setzen die feinen Stimmchen der Meisen ein, Spechte und Häher machen sich bemerkbar. Das Eichhörnchen ist unvermeidlich. Wenn wir aber Glück haben, so belauschen wir ein Rudel Rohe und schließlich Meister Reinecke, wie er in einem trockenen Graben entlang„schnürt", um einer Ncbelkrähe an den Kragen zu gehen, die ihn aber diesmal auslacht. Zum Bilde gehört der Bussard, unser häufigster Raubvogel, der immer wieder seine Kreise über Wipfel und Schonungen zieht, um plötzlich auf sein Opfer zu stoßen oder schließlich enttäuscht weiterzuziehen. Sonst ist es still im märki- schen Walde. Aber in ungezählten kleinen Vogelherzen in fernen Landen regt sich nun das Heimweh— die gefiederten Sänger nüsten zur Heimkehr._ L. L. verbotene parlamentsberichterftattung. Ein Parlament, aus dem keine Berichte in die Zeitungen kam- wen, würde heute bald sein Ansehen und seine Stellung in der großen Masse der Bevölterung verliere». Als in Deutschland vor dem Krieg einmal ein Streik der Parlamentsberichterstatter aus- gebrochen war, sahen die Parlamentarier sehr mißvergnügt drein. Und doch gab es selbst in England, dem Land mit den ältesten und gefestigsten parlamentarischen Einrichtungen, zunächst kein« Paria- mentsberichtcrslattung. Im Gegenteil, die Berössentlichung solcher Berichte war sweng verboten und war mit mancherlei Strafen be- droht. Als im Ansang des 18. Jahrhunderts das Zeitungswescn in England einigen Aufschwung genommen hatte, waren die Heraus- gebcr der Zeitungen auch darauf bedacht, dem lesenden Publikum Nachrichten über die Verhandlungen im Parlament zu bringen. Das war aber nicht so einfach, denn das Betreten des Parlaments- aebäudes war jedem„Unbefugten" streng untersagt. Da griffen die Zeitungsleute zu allerlei Listen, um ins Parlament zu kommen. Sie verkleideten sich, bestachen Bedienstete des'Parlaments und schlichen sich aus diese Weise ein. Freilich nmßten sie immer mit irgendeinen, abgelegenen Winkel des Hauses fürlieb nehmen, wo die Redner nur schwer zu oerstehen und die Verhandlungen schwierig zu verfolgen waren. Meistenteils mußten sich die eingeschmuggelten Bericht- erstatter damit begnügen, die Namen der Redner und einige Stich- worte aufzuschreiben. Auf Grund dieser kurzen und oberflächlichen '.'lotizcn wurden dann die Berichte geschrieben. Dabei kamen natur- gemäß auch mancherlei Irrtümer vor, die Zeitungen berichteten oft gerade das Gegenteil von dem, was die Redner gesagt hatten. In solchen Fällen waren die Herren Abgeordneten besonders wütend und sie fahndeten um so eifriger nach den Leuten, die solche Berichte verfaßten. War so ein Berichterstatter erwischt worden, so wurde er zunächst vor das Parlament zitiert und mußte für seine Freveltat knieend Abbitte leisten. Auch so mancher Drucker kam unter Um- ständen vor das hohe Haus. Zum letztenmal wurden die Gesetze gegen die Veräfsentlichung von Parlamentsnachrichten im Jahre 1730 erneuert utch verschärft. Aber die Zeitungsleute fanden auch hier bald einen Ausweg. /lbftimmungsappell. Iloäz: Der Abgeordnete Riedel teilte kürzlich im„Berliner Tageblati" mit. daß turz vor der Abstimmung über dos neue preußenkobineti ein be- konnter Abgeordneter der Rechten sich angelegentlichst bei den Kommunisten erkundigt hat.ob sie auch olle ihreAratiionsmitglied erzurSIelle hätte«. »/.sret*eKr Melüe gehorsamst: Kompagnie Moskau vollzählig zur Abstimmung angetreten l" Sie brachten noch immer Porlamentsberichte, ließen diese ober irgendwo in einein fernliegenden Lande abspiele» und bezeichneten die Namen der Redner nur mit Buchstaben oder mit irgendeinem Namen, der den Kundigen sofort erraten ließ, wer gemeint war. So wurden aus den Parlamentsberichte» bunte Skizzen, die in ein nahes oder fernes Lcnd zu führen schienen und die erst recht phan- tastisch aufgebaut werden konnten. Der letzte Fall, daß ein Zeitungs- mann wegen Berössentlichung eines Parlamentsberichtes vor das englische Unterhaus geladen wurde, ereignete sich im Jahre 17bZ. Der Vorgeladene, ein Buchdrucker aus London, tonnte aber als Bürger der City nur verhastet werden, wenn der Lordmayor van London dazu seine Einwilligung gab. Diese wurde versagt, und so kamite auch der Zeitungsmann nicht vor das hohe Gericht des Unterhauses gebrocht werden. Diese Niederlage des Unterhauses hat mit dazu beigetragen, daß das Verbot, Parlamentsverhandtungeu zu veröffentlichen, aufgehoben wurde. A. M. ?m kofakenöorf. l'I Boa Maxim Gorki. Die Sonne taucht empor: über uns schweben gleich Lausenden weißer Vögel, Schwärme durchsichtiger Wölkchen. „O Gott." flüstert Tatjana und stößt mich dabei leicht an.„da gehe ich nun so einsain umher und sinne und sinne— worüber?... Io, du lieber Mensch... alles das ist wahr!... Kein Mensch Hot Mitleid mit irgend etwas... och. wie wahr ist das!" Und plötzlich sprang sie auf und zog auch mich mit empor, und dann schmiegte sie sich an mich, so fest, daß ich sie unwillkürlich zurück- stich: doch sie weinte, strebte mit Macht zu mir hin, küßte mich mit ihren trockenen, rauhen Lippen— und diese Küsse drangen mir zum Herzen. ..Nun, mein Lieber. Auter..." flüsterte sie leise schluchzend, und mir war dabei, als entgleit« mir die Erde unter den Füßen. Sie riß sich los. warf einen Blick über den Hof und ging mit festem Schritt»ach einer Ecke, wo unter dem Zaune ein Busch hoch emporgewucherten Unkrautes stand. ...Komm... so komm doch..- ... Dann saß si«. ihr 5iaar ordnend, in dem hohen Steppen- grase wie in einer kleinen Höhle und flüsterte leise, mit verlegenem Lächeln: „Wie das nur gekommen ist!... Nun, mag's schon geschehen sein... Gott wird mir verzeihen..." Von Staunen«füllt, wie im Traum«, schau« ich sie dankbar an. Ich fühlte mich so ganz besonders leicht: in meiner Brust war eine helle Leere, und gleich Schwalben am Himmel flitzten darin frohe Gedanken und Worte hin und her. „In großem Kummer gibt auch eine kleine Freude schon Trost," höre ich si« sagen. Ich blicke auf die Brust der Frau: Tropfen blitzen darauf, wie der Tau auf der Erde, und die rötlichen Sonnenstrahlen spiegeln sich in ihnen—«s scheint, als sei dos Blut durch die Haut hindurch- getreten. Meine frohe Stimmung verflüchtet sich rasch, und den Trönen nahe, empfinde ich«in schmerzliches Bedauern: es ist mir. als wüßte ich. daß der volle Lebenssaft, der diese Brust erfüllt, un- genützt versiegen würde. Sie knöpft« ihr« Jacke zu und fuhr dann fort? „Es wird bald zur Messe läuten... Ich will gehen und zur MuttergottiS beten. Du ziehst beute weiter?" , Ia, sobald ich meinen Paß bekomme..." „Wohin geht dein Weg?" ff, �__ „Nach Alagir will ich. Und du?" Sie stand aus und zog ihren Rock über den Hüften zurccht. Schlank und wohlgestaltet stand sie vor mir. „Wohin ich gehe? Ich weiß es noch nicht. Ich müßte nach Naltschik gehen... aber vielleicht mach' ich auch nicht hin. Ich weiß noch nichts." Sie streckte mir die kräftigen, hübsch geformten Hände entgegen und sagte errötend: „Nun gib mir noch einen Kuß zum Abschied..." Sie legte den linken Arm um meinen Nocke», bekreuzte mich niit der Rechten und sagte: „Leb' wohl, lieber Freund! Christus möge dir lohnen für das gute Wort und alle Freundlichkeit..." „Wollen wir nicht zusammen gehen?" Sie riß sich von mir los und sagte ernst und bestimmt: „Nein... ich will nicht... Du paßt nicht zu mir... Ja, wenn du ein Bauer wärest, aber so... welchen Simi hatte das? Das Leben wird mit Iahren gemessen, eine Stunde kann da nichts bedeuten..." Und sie ging, mir zum Absch'ed still zulächelnd, nach der Hütt«. Ich setzte mich aus den Eichenklotz und dachte über dies« merkwürdige Frau nach: was wird sie im Leben finden? Werde ich sie jemals wiedersehen? Es läutete zur Frühmesse. Das Dorf war längst erwacht, und ein gemessenes, mürrisches Leben regte sich darin. Als ich die Hütte betrat, um mein Reisebündel zu holen, fand ich sie bereits leer: alle waren offenbar durch die zerbrochene Wand sogleich auf die Straße getreten. Ich ging noch dem Militörbureau, bekam mein«, Paß und be- gab mich noch dem Dorfplotz, um nach meinen Wondergenojsen zu sehen. Wie gestern, hatten sich auch heute wieder die„Leute aus Ruß- lond" an der Mauer entlang gelagert, saß der Bursckc aus Pensa breit hingeflegelt da: sein zerschlagenes Gesicht erschien noch größer und abstoßender, und die Augen verschwommen ganz in den blut- unterlaufenen Beulen. Ein neuer Kainerod hatte sich hinzugesunden— ein graues, altes Männchen mit spitzem Kinnbcrt, in einem verschossenen Samt- köppchen, moger und trocken. Sein Gesichtchen war nicht größer als eine Faust, die gebogene Raubvogelnase war gerötet, wie porös, und die spitzbubischen Augen blickten böse drein. Der Rotkopf aus Orlow und der bewegliche kleine Bursche setzt.'» ihm mit Fragen zu: „Warum treibst du dich eigentlich in der Welt herum?" „Und du? Warum tust du es?" fragte der Alte mit seiner dünnen Stimme, ohne von seiner Beschäftigung aufzusehen— er war eben dabei, den locker gewordenen Henkel seiner rußgeschwärzten blechernen Teekanne mittels Drahtes zu befestigen. „Wir suchen uns Arbeit!" „Wir lebe», wie es befohlen ist..." „Von wem befohlen?" „Vom lieben Gott!" „Der liebe Gott spuckt auf euch, ihr Herumtreiber, die ihr nur den Staub auf seiner Erde aufwühlt.. „Wie denn?" antwortet ihm jemand—„ist nicht Christus mit seinen Aposteln auch auf der Erde umhergewandert?" „Ja. Christus!" versetzte der Alte bedeutungsvoll und richtete dabei seine scharfen Augen aus den Sprecher.„Mit wem vergleicht ihr euch da, ihr Dummköpfe? Lästermäuler seid ihr! Ich werde gleich einen Kosaken rufen..." So manches Mal schon hatte ich solche Streitereien gehört, die mir zuwider waren. Ich eilte, so rasch wie möglich sortzukommen. Ich stieß auf Konew, der ganz zerzaust und gewaltig schwitzend ankam. .„Hast du die Frau aus Ristsan— die Tatjana— nicht gesehen?" fragte er unruhig blinzelnd.„Sie scheint in der Nacht losgetippelt zu sein, die Hexe! Ich Hab' da gestern irgendwas zu trinken be- kommen, irgend'neu Ausguß, und hgb' die ganze Nacht wie ein Bor geschlafen... Sie scheint mit dem Lümmel aus Pensa gegangen zu sein..." „Der sitzt ja dort drüben!" sagt« ich und zeigte noch dem Genannten. „Ei, sieh doch!... Himmel, wie sie den zugerichtet haben! Die richtigen Heiligenbildmaler..." Er begann sich wieder unruhig umzusehen. „Wohin nur die beiden Weiber gegangen sind?" „Vielleicht in die Messe..." „Kann sein. Natürlich! Das Frauenzimmer Hot mir's richtig angetan:.." Doch auch nach der Frühmesse, als das sonntäglich geputzte Kosakenvvlk unter Hellem Glockengeläut aus der Kirche strömte und sich in bunten Bächen über das Dorf verteilte, fanden wir Tatjana nicht. „Sie ist fort." brummte Konew traurig.„Na, ich werde sie schon. noch treffen... werde sie finden!..." Ich zweifelte daran, daß er sie finden würde, und ich wollt« e« auch nicht. (Schluß folgt.) m der Jugend, die reichlicher and kräftiger Ernährangbedarf. Frühstücks' brot, mit Feinkostmargarine „Schwan im Blauband" bestrichen, erfüllt diese Notwendigkeit. Wohlgeschmack, hoher Nährwert and Billigkeit sind ihre Kennzeichen. Treis 50 Pfennig das Halbpfd. in der bekannten Packung, Wir bitten, heim Einkauf von„Schwan im Blaaband" das farbig ülustr. Familienblatt„Die Blaaband- Woche" gratis zu verlangen, Staats-Hieater Opcrnhno* T'/jU. Maskenball Opornhnu» •n KSnljrsplatz 7'/» Uhr. Zar und Zimmermann Scbaasplclhans TV» fr- r. Homburg Schiller«Theater Vi, Uhr Napoleen Volksbühne 7 U. 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Inlh Prtht, vnlltsPro r Dönhoff■ Brett'l: Familien-Varietd Anf. TVsU. Sonnt»>/, U. Trianon-Tb. Täglich S Uhr: Yosliiwara Arnold lorfl Erleb Kaiser-Titz Blanche Bergan Residenz-Tb. Täzl. 8 Uhn Der Werwolt Ststidi.KlDttlertlieit 8 Uhr: „Rlqortte" Sperrt««dl Ihn, Ihm Lustsplalhaus 8 Uhr. hMe DrithAn D. wahre Jakob Operettenhaas to Sdiirbnutna 8 Uhr; Der blonde Traum Wallncr«Tbcat 8 Uhr; Romeo n. Julia im Intimen Theater UnbeKhrelbliclie LacbMörnel Her ist der Vater? Harrnleldiadt. 1.3A. Central» Theater VI, Die rers.(Hocke Deals Opernhaus uf Treis chfitz. Ndtropol-Thotter fiel;i., Uhr QrSlifl Sttariza Ib. ia Konunand. Str. Heute 7', Uhr Q.-seht. Vors ellune Mittsoch, d.ll März 7 Uhr P t m ne! USCHI von U 1 1 b e r t m l Uschi Elleol, Fritz Schuir. Cenr. Berliner, Kralit- Lartilng, Konisch, üiealsf 1 WesteDS Tägl.>»/, Uhr 3i(tiM|i.8pnit1.-Ertil| Der Graf v. Cagiiostro Mllovlisch, Url, Arno, Hell Casino-Tlieater Utfirin er Str. 31 Tigl.lini Neu! Wieder Neu! ein neuer Schlager! Der QDersdiieber Dm t« tmk Pari*« ■uiiSdob Mertig Um VolkstümL Prellt I Tha la-Th. h U'>r Das Draindilerliiaas Philharmonie »Uhr ülWWwI des Pblitaarm. Dreh Ding. Proi..RHogel iu Bell Mitwirk.«on Prof. G. Sdicmaon II Slnt. Beethoven, Ihr." circus Busch Jlli ü. Or.Cire.-Prog. El afanlan isböran 10 Rutsch der iQ 10 Polar&lren|ö ind Wassermanege uhnUdiHanillton Sonntag nachm. 3 U. halbe Preise! I Zum Die losilner Sdilil: Tagabnndrn Fnedrifh Sonnt ,15.März.8Uhr i. Pathaus, Könlgstr An dar Wolga Riuluki DIAIiMa i. IW« Deutsche Balladen Chlnes. Märchen ffeiBOPOv 1 VBBIIiTtili Qcschloss. Morg 8 Uhr Gastspiel Frida Veber-Fleuborg und Kammersänger? sowie 0 weitere liiimulln. tili iTwu Kose-Thaater j 7><: Berlin wie es| weint nnd lacht Komifche br Oper Uhr Direktion: James Klein Unsere Revue: Das hat die Veit noelmielit gesehn mit 8ber 2S0 Hilvrirkendcn Die Sensation des Berliner Theaterlebens! QflLBALLA IV aaDueistl'il.Tgr Sonntag S /, Ut»r Die große Revue! Jeder Erwachs. 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Wir ersuchen ble Rollegen bestinmil. flstnttllch unb zahlreich zu erscheinen. nchwnR? bcfdDÖsriilc ,f<:t)(gng! Diesenlgen unserer MilgUedee, welche bei den jehlgen Betriebsräiewuhlen wiedergewählt sind, also noch in, Bestste einer Leglltmatwnstaele flno. brauchen eine neue Harle nicht anznlordern. Zu diesem Falle ist hie Rarte nebst Milgliebsbnch unh Bescheinigimg des Betrieben Über die erfolgte Wahl im Bureau. Linienstr 88/85 Zimmer 5, zur llmstempelnng oorzuiegen. Via Ortanarmaltnnp. Idsslsr»iii Koltimuer Tor. TigL 8 Uhr und Sonntag nachm. 3 Uhr Elile- Säuger. ITabelbaitea März« Fro�r&mm! Humor Ober Humor _ VoiksiflooHcb« Preist. Danksagung, pk, Wien Genolsinnen unb Genossen flic b;c mir anlhhlld) mein.» 50©eburtatagee »nd ZZjährigen Partelsudiliinmo ither- mitteile:: Gratulationen aus diesem Siege herzlichen Dank. lkensl Zeicht» Erfinder— Vorwärts sKÄ fH>a(%anKA Mitf» 9tpvhi0nffmörtI((HhO.-ft 1 � strebende gut» Berdlenstmägltchtritl Ausklitrun, und Aneegung gedd. Broschllrc „Sin nanar«eist- gratt, durch: Brdmann& o.> Berlin RSniggrStzer Straße 71. DanbaagrMnc. Für die vielen Beweise herzlicher Teil- nähme bei der Bestallung meines Manne«. untere« Baier«»«II yannlg sagen w r allen Berwanblen und Betanalen, den Edn, zerv der Sast- u. Schanfw:r>» nn er versiln- »her Leunng Ihree, Dirigenten sowie Herrn LItfin illr die gnien Worte herzlichen Danf Fiau Bugnste Hen-ia nebst Angehörigen ülletst'. 82. 6571 K Celterwagen KIEINE� 'talle ander. Frans MS"»JS BlI arzEIGcN eräte liefer QelegenheliBangabot I Dia Neue Zeit" foinpl.fast ml e nett, glänz gebnnd.,»on 1883 bis 1917 tntL, nur an bireften Interessenten zu verkaufen. Rod. O. Krag. Gotha, Rondclstr. bstllat OroBer Vorrai 088 D Vagnet •i&paa Icker Str. 71. Ktla UAtomtMl. Keine Sehanfcnater- Reklsme.ijfimesent- lieh billigere Preist In der Oesamtaullag« de-.Vorwärta* sind besondcia wir Igen- and trotedem sciirbUlig! Der gute KapUSii- MaulaöaH�Mr O. R 6c Ii er, Berlin* utchtenherger S'iaSe.'3 Kgst. 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