Nr. 118 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 60 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig. monatio 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, filr das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. fung und Kleingarten" fomie der Beilage Unterhaltung und Wiffen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: * Cozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise. Die einfpaliiae Nonpareille. seile 70 Pfennig. Reklamezeile 4. Reichsmart. Kleine Anzeigen das fettgedrudte Bort 20 Biennie ( auläiña awei fettgebrudte Borte), fedes weitere Bort 10 Bfennig. Stellengesuche das erfte Wort 10 Bfennig, jedes weitere Mort 5. Pfennig. Borte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Relle 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlih SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaksion: Tönhoff 292-295 Berlag: Dönhoff x506-2502 Mittwoch, den 11. März 1925 Marx wieder Ministerpräsident. Und Präsidentschaftskandidat des Zentrums. Bei der Wahl des Ministerpräsidenten im Preußischen Landtag wurde Dr. Marg mit 222 Stimmen im ersten Wahlgang gewählt. Auf die Kandidaten der Volkspartei, der Kommunisten, der Nationalsozialisten und der Wirtschaftspartei entfielen zusammen 220 Stimmen. Herr Marg ist mit den Stimmen des Zentrums, der Sozialdemokraten und Demokraten zum zweiten Male zum preußischen Ministerpräsidenten gewählt worden. Die Wahl ist geschehen, nun kommt die Regierungsbildung, nach der Regierungsbildung abermals die Frage des VertrauensDotums. Abg.( 3.) 222 Dt. v. Richter( D. Bp.) 151 Bled( Remm.) 42. örner( Natio3.) Ladendorff( W. Vgg.) 11 16 org ist also zum Ministerpräsidenten im ersten ablgang gewählt.( Lebhafter Beifall in der Mitte. Suruf der Kommunisten: Auf wie lange?!) Damit ist der erste Bunkt der Tagesordnung erledigt. Bet der gestrigen Wahl des preußischen Ministerpräsidenten ereignete sich ein merkwürdiger Zwischenfall. Das vom Präsidenten verkündete Ergebnis lautete: Marr 232, v. Richter 141 Stim Im Zentrum sind starke Strömungen am Werke, die men usw. Danad, hätte Marr genau 10 Stimmen mehr und sein Lösung der politischen Schwierigkeiten auf dem Wege einer Hauptgegner genau 10 Stimmen weniger erhalten als man vor. Beamtenregierung zu suchen. Die inneren Ausein ausfehen mußte. Dieses Resultat erregte geradezu Be stürzung andersetzungen über diese Fragen spiegeln sich in der Gerauf der rechten Seite, die sich in heftigen Auseinander. mania" von gestern abend wider. Dort fragt ein preußi- fegungen zwischen Deutschnationalen und Deutschpolksparteilern im Plenum vor den Augen der übrigen Abgeordneten, sowie der scher Zentrumsabgeordneter:„ Was soll nun werden?", und Bresse und des Publikums auf den Galerien auswirkte. Besonders antwortet darauf: Herr v. Campe( D. Bp.) und Herr Graef Anttam( Dnat.) daß dieses Zahlenergebnis auf einen gerieten ziemlich scharf aneinander. Schließlich stellte es sich heraus, Schriftführer zurückzuführen war, da Mary nur die ihm zustehenden 222, v. Richter dagegen seine vollen 151 Stimmen erhalten hatte. Es löfte sich daher alles in Wohlgefallen auf, an der Wahl von Marg im ersten Wahlgang wurde dadurch nichts geändert, da die Bahl 222 gerade die abfolute Mehrheit der Abstimmenden bedeutete. Rechenfehler der *** Jarres und Marx. Die Präsidentschaftskandidaten. einer gesicherten Landtagsmehrheit unter den gegebenen Berhält „ Wenn nun aber die Bildung einer Regierung auf der Basis nissen nicht möglich erscheint, wenn andererseits auch eine Auf lösung des Landtags aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zum Siete führen würde, jo bleibt u. E. nur noch eins brig. Es ist die Bildung eines Beamtentabinetts. Niemand wird versucht sein, das für eine Lösung zu halten, die fe Wünsche erfüllte und daher als Dauerzustand hingenommen erden könnte, Es könnte selbstverständlich nur eine Not lösung sein, die so lange, aber auch nicht länger, ertragen werden müßte, als es nicht gelingt, eine arbeitsfähige parlamenta. rijche Regierung zu schaffen. Daß auch mit diesem Borbehalt durchaus nicht alle Bedenken gegen ein solches Beamtenfabinett behoben find, verkennen wir feineswegs. Aber wenn es feinen anderen Weg gibt, um aus der gegenwärtigen unhaltbaren Situation herausfidentfchaftskandidaten des Zentrums für den zukommen und bisher ist ein anderer nicht gefunden, so wird man sich eben entschließen müssen, diesen Weg zu gehen, wenn man den Staat nicht der Gefahr schwerster Erschütterungen aussehen will." Die Redaktion der Germania" ist mit dieser Lösung nicht einverstanden. Sie zieht die Landtagsauflösung vor. Sie stellt die Frage, wie denn ein solches Beamtenfabinett aussehen solle, und meint dann: Bir glauben darum nicht recht an solche Lösung und be. fürchten für den Fall, daß sie sich doch ermöglichen lassen sollte, eine Entwicklung der Dinge in Preußen, die gerade jezt von der Zentrumsfraktion mit imponierender Geschloffenheit abgelehnt wird.... Wir würden es deshalb nicht für unflug halten, wenn Ministerpräsident Marg eine Auflösung des Landtages empfehlen würde. Ungern sähen wir es, wenn er sich weiter führend in einen 3ermürbungskampf hineinstellen Der preußischen Zentrumsfraktion trauen wir zwar für folchen Rampf die stärkeren Nerven zu. aber es ist noch nicht ab. fehbar, wie lange er dauern wird. Wenn Neuwahlen schon allein die Wirkung hätten, daß die fommunistische Frattion geschwächt würde, so würde das Stärkeverhältnis der fämpfenden Gruppen im Landtag gleich ein wesentlich anderes." würde. Die Diskussion im Zentrum wird demnach über die Fragestellung: Beamtenregierung oder Neuwahlen ge= führt. Die Rechtsparteien versuchen mit Drobung und Ueberredung das Zentrum für sich zu gewinnen. Es ist un verkennbar, daß das Zentrum vor schweren Entscheidungen steht, die nicht nur für diese Bartei, sondern auch für die fünftige Entwicklung der deutschen Politik von wesentlicher Bedeutung sind. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Postichedfonto: Berlin 37530 Bankkonto: Tirektion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 8 Notgesetz und Zollwucher. Was man mit der Vertagung des Reichstages bezweckte. Die Reichsregierung hat in einer Vorlage an den Reichsrat ein verfassungsänderndes Gefeß verlangt, das ihr die Ermächtigung gibt, unter Ausschaltung der Bollpersammlung des Reichstags Verordnungen mit Gefegestraft zu erlassen. In Geltung follte der neue Verfassungsartikel nur treten, wenn der Reichstag nicht versammelt ist und wenn es sich um die Beseitigung eines dringenden Notstandes handelt. Was man nun unter einem dringenden Notstand versteht, wiffen wir ja ungefähr aus der Behandlung der Ruhrentschädigung, die den Schwer industriellen ein Geschent von mehreren hundert Millionen brachte. Was die Klaufel, wenn der Reichstag nicht versammelt ist, zu sagen hat, geht daraus hervor, daß die Reichsregierung befanntlich von sich aus den Reichstag furzer hand bis nach den Präsidentenwahlen vertagen wollte. Das Auffallendste aber ist, daß nach Meinung der Regierung Ihon jet auf zwei Gebieten ein solcher Not stand vor liegt. Das eine ist die soziale Not der zahlreichen Inflationsopfer, die dringend nach einer Aufwertung verlangen. Das ondere liegt auf dem Gebiet der 3ollpolitit. Schon seit Monaten weiß man, daß die Regierung eine provisorische Zolltarifreform im Hinblick auf die schwebenden Handelsvertragsverhandlungen für dringend erforderlich erachtet. In der Auswertungsfrage fehlt noch heute die von der Regierung innerhalb drei Wochen zugesagte Denkschrift. Die Zollvorlage hingegen wurde von den Regierungsrefforts in Zusammen arbeit mit dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat fertiggestellt, bereitet jedoch ihren Schöpfern derart viel Geburtswehen, daß Richt ber Welt erblicken fann. Das alles ist merkwürdig. fie vor einer Bertagung des Reichstags durchaus nicht das höchst merkwürdig. Die Tattit aber ist deutlich. Man will fällige Vorlagen hinausfchieben, bis man sie unter Aus schluß der Deffentlichkeit und des dem Volfe allein verDie Beratungen der Zentrumsinffanzen haben zu dem Beschluß antwortlichen Barlaments erledigen tann. Sonst geführt, den preußischen Ministerpräsidenten Dr. Marr als präwäre es unerflärlich, ja un sinnig, Fragen von derartiger Wichtigkeit so lange in der Schwebe zu lassen. erfien Wahlgang aufzustellen. Dieser Beschluß wird am Mittwochmorgen feine endgültige Bestätigung durch den Parteiausschuß und die Fraktionsvorstände des Zentrums finden. Dr. Marr hat sich bereit erklärt, die kandidatur anzunehmen. Jarres und Versackungspolitik. Natürlich fehlt es nicht an Borwänden. Daß diese in der Aufwertungsfrage nicht stichhaltig sind, wissen am allerbesten die Deutschnationalen, die mit einer strupellosen Aufwertungspropaganda bei der Reichstagswahl große Wählermassen hinter fich gebracht hatten und num ihrer eigenen Agitation für ein paar Ministersessel abgeschworen haben. Aber auch in der Die Nationalliberale Korrespondena" verteidigt borforglich Bollfrage besteht fein Grund, eine Entscheidung hinauszu Serrn Jarres gegen die Vorwürfe, die ihm wegen feiner Berschieben. Schon seit Monaten dauern die Handelsver fadungspolitik gemacht werden, doch ist diese Verteidigung auftragsverhandlungen. Die Regierung muß es also einen falichen Ton abgestimmt. Es ist unseres Wissens niemandem bereits übersehen, welche Wünsche fie bei einer Zolltarif eingefallen, Herrn Jarres moralische Vorwürfe zu machen und reform geltend machen will. Sie tut jo, als ob sie sich darüber feine nationale Gesinnung" anzuzweifeln, weil er im Herbst 1923 nicht flar wäre. Dabei versprechen ihre Minister auf allerdas Rheinland beriaden, das heißt aus der Gemeinschaft mit hand Dienstreifen allen möglichen Intereffentengruppen eine Breußen und dem Reich aleiten lassen wollte. Was man ihm vor weitgehende Erfüllung ihrer Zollwünsche. Man ist sich also wirit, ist ein bedenklicher Mangel an politiider im Schoße der Regierung durchaus klar, was man will. Man Voraussicht. Sätte sich Ebert derartigen Stimmungen der fagt es aber nicht. Denn noch fehlt die Bertagung des Berzweiflung bingegeben und so topilos gehandelt wie Herr Reichstags, noch fehlt die Präsidentenmahl, vor der man sich Jarres damals handeln wollte, fo gäbe es fein Deutsches Reich nicht gegenüber der Deffentlichkeit festlegen und die wahren mehr. Ziele der Reaktion aufzeigen will. Es bleibt nun doch nichts anderes übrig, als daß wir unsererseits der Regierung die Aufgabe abnehmen, weiteste Boltskreise über den Stand der Zollfrage zu unterrichten. Sie wollten Seeckt. Aber er wollte nicht. Wie die Telegraphen Union von informierter Seite erfährt. sind in dem Ausschuß zur Borbereitung der Reichs präsidentenwahl die Darlegungen für eine Kandidatu: des Generals von Seedt vollauf gewürdigt worden. Es muß aber bei der Person des Generals von Seedt als aus: geschlossen angesehen werden, daß er sich für eine Kan didatur zur Verfügung stellt, die eine weitere Zersplitterung hervorrufen würde. General v. Seedt hat also im Loebellschen Ausschuß zur engeren Wahl gestanden. Er ist flug genug, fich für die Absichten, die mit seiner Nominierung verfolgt werden sollten, nicht herzugeben. Nach der diplomatischen Meldung der Telegraphen- Union liegt es an ihm, nicht an dem Ausschuß, daß seine Person aus den Erörte= rungen ausschied. Der Regierungsentwurf hierzu liegt bis auf menige Einzelheiten fest. Im letzten Augenblick vor seiner Veröffent lichung hat man sich offenbar enischlossen, die Verabschiedung des Bollgefeßes im Kabinett zu vertagen, weil man sich noch nicht darüber tfar war, ob man nicht einzelne Teile des Gefezes von der Vorlage abtrennen soll. In großen Zügen ist ihr Inhalt der folgende: Die Vorlage besteht aus Gefeß und Tarif. Das Gefeß befaßt sich sehr eingehend mit den Getreide, Bieh- und Fleischzöllen. Alle übrigen Zölle für landwirtschaftliche Erzeugnisse und die neuen Industriezölle werden im Tarif, der dem Gesetz als Anlage beigefügt ist, ohne besonderen Gesetzesfommentar festgesetzt. Die Abstimmung im Landtag. Im Landtag fand gestern die Wahl des Ministerpräsi denten statt. Die Wahl erfolgt phne Aussprache, ist namentlich und wird durch Abgabe verdeckter Stimmzettel vorgenommen. Wie bei der letzten Wahl stimmen die Fraktionen der Weimarer Roalition, Zentrum, Sozialdemokraten und Demokraten, für Marg, die Kommunisten für Bied. Deutschnationale und Deutsche Boltspartei haben Dr. v. Richter aufgestellt. Freiheitspartei( Natfoz.) Simons- stellvertretender Reichspräsident. tragen. Diese Magimalfähe des autonomen zolltarifs waren infolge und Wirtschaftliche Vereinigung haben für den ersten Wahlgang wieder einen eigenen Kandidaten aufgestellt. Wie während der Abstimmung befannt wird, fehlen als fran? die Abgg. Winterfeld( Dnat.), Steffens( D. Vp.), Siebert( S03.). Eismann( 3.), Stjellerup( Komm.), Jordan( W. Bgg.) und Graf von Helldorff( Dvolt.). Der Wahlatt, der ohne Zwischenfälle vor sich geht, wird um 2 Uhr 55 Minuten geschlossen. Es beginnt die Feststellung des Ergebnisses durch die Beisiger. 3 Uhr 15 Minuten teilt Präsident Bartels das folgende Wahlergebnis mit: Es wurden abgegeben 443 Stimmzettel. Unbeschrieben 1, ungültig feiner. Von den übrigen 442 Stimmzetteln beträgt die Mehrheit 222. Es haben er. halten: Wahl im Reichstag. Amtsantritt am Donnerstag. Der Reichstag hat am Dienstag das Gefeß über die Stellvertretung des Reichspräsidenten in dritter Lefung verabschiedet. Auch der Reichsrat erhob feinen Einspruch. Am Mittwoch wird dieses Gesetz im Peichsgefehblatt verkündet. 24 Stunden fpäter, alfo am Donnerstag, gehen alle Rechte des verstorbenen Reichspräsidenten auf den Präsidenten des Reichsgerich's Dr. Simons als Stellvertreter über. Simons mun, bevor er das Amt antritt, den verfaffungsmäßigen Eid leiften. Das wird voraussichtlich am Donnerstag geschehen. Seine Stellvertretung endet mit dem Amtsantritt des vom Bolt gewählten neuen Präsidenten. Für Getreide und Bieh führt das Gesetz die Zollfäße, des autonomen Zolltarifs der Vorfriegszeit ein. Sie sollen für ben Doppelzentner Roggen 7 Mart, für Weizen 7,50 Mark beder damals geltenden Handelsverträge nie in Kraft. Die wirt. lichen Vertragssäge der Barkriegszeit betrugen für Roggen 5 Mark, für Weizen 5,50 Mart. Man will also noch über die Vorkriegszölle hinaus! Die Ungeheuerlichkeit einer solchen Absicht ist der Regierung offenbar selbst zum Bewußtsein gekommen. Sie fügte deshalb einige Bestimmungen in die Vorlage, die als Beruhigungspillen wirken sollen. Das Gesez gibt nämlich der Regierung bis zum 31. März 1926 die Ermächtigung, im Falle eines dringenden Bedürfnisses folgendes zu tun: Erstens im allgemeinen auf die Vertragssölle von 1913 herabzugehen; zweitens bei Getreide auch unter diese Säße herabzugehen und selbst 3011freiheit festzusetzen. Ferner sollen Getreidezölle vor dem 1. Ottober 1925 nicht erhoben werden dürfen. Und endlich steht das Gefeßzum gewissen Bedürfnissen der ärmeren Bevölkerung entgegen zu fommen eine besondere Ermächtigung zur Her ab. fegung der Zölle für Gefrier und Büchsenfleisch vor. Durch diese Ermächtigungen wird die Ungeheuerlichkeit der Bor. Tage durchaus nicht gemildert. Eine Regierung, die den jetzigen Notstand der Verbrauchermassen nicht anerkennt, wird von den Ermächtigungen nur unzulänglichen oder überhaupt keinen Gebrauch machen. Wie sehr die jetzige Regierung die Not der Verbraucher zu berücksichtigen geneigt ist, erfieht man daraus, daß sie nicht davor zurüdschredt, ohne jeden fachlichen Grund die durch Getreidezölle bedingte Brotoerteuerung vorzuschlagen. Die neue Brofage beschränkt sich aber nicht nur auf die Einführung höherer Getreide und der alten Viehzölle, sondern bringt auch gleichzeitig eine Erhöhung der bisherigen Bollfäße auf zahlreiche sonstige landwirtschaftliche Produkte, die für den Massentonsum erhebliche Bedeutung haben. So zum Beispiel für Gemüse aller Art, Ob st und 3uder. Die Zollfäße für 2uguserzeugnisse tönnten wesentlich höher sein, um dadurch die passive Handelsbilanz einigermaßen zu entlasten. Im Tarif nehmen die Industriezölle den breiteften Raum ein. Das gilt insbesondere für solche Industrieerzeugnisse, die bislang teilweise überhaupt feinen, teilweise mit nur bescheidenen Zöllen belastet waren. Da ist zuerst die chemische Industrie! Die VorPlätzen. Num. fte fühlen sich auf ihren Seffein ganz wohl und werden von ihren deutschnationalen Auftraggebern auch dann nicht gleich nach Hause geschickt werden, wenn etwa die Zollvorlage aus politischen Gründen nur in einzelnen Teilen herausgebracht werden sollte. Was die breiten Maffen der Arbeiterschaft von dieser Rechtsblockregierung zu erwarten haben, die daneben den Abbau der Besitzsteuern und die Erhöhung der Verbrauchssteuern betreibt, das steht nun einigermaßen fest. Allerdings find leberraschungen noch immer nicht ausgeschlossen, denn es ist durchaus denkbar, daß man noch andere Bege beschreiten wird, um die Arbeiterschaft sozial und politisch zu entrechten. Gefrönt aber würden diese Versuche, je länger der Plan der Rechtsparteien, einen Vertreter der Reaktion, wie Dr. Jarres, zum Reichspräsidenten zu machen, und ihm die Ausübung der wichtigen, dem ersten Beamten des Volkes zustehenden Rechte zu übertragen. Man versteht, warum der Bürgerblod seine wahren Absichten am liebsten verheimlichen möchte. Die Arbeiterschaft jedoch hat ein Recht darauf, zu erkennen, was diejenigen wollen, die jetzt um die Stimmen der breiten Boltsmassen für ihren Kan didaten werben. Der Reichswirtschaftsrat verlangt Klarheit. Am Dienstag beschäftigte sich der Zollausschuß des Borläufigen Er macht's mit jedem. Zur Charakteristik Ludendorffs. PP Im Verlag des Bölkischen Sprechabends" ist eine Schrift des bekannten Nationalsozialisten Weber stedt erschienen, die den Konflikt Rupprecht- Ludendorff behandelt. Darin ist eine Stelle aus einem Brief des bayerischen Erkronprinzen abgedruckt, die für Ludendorff besonders kennzeichnend ist. Sie lautet: Was die Betonung des monarchistischen Gefühls des Generals Ludendorff betrifft, so tann ich erklären, daß er, der Königlich Preußische General, mir im Spätherbst 1921 feina Dienste zur Verfügung stellen ließ und mir dann, als ich der wiederholten Bitte, ihn zu empfangen, nachfam, wörtlich fagte:„ Ich habe sehr viel Macht hinter mir. Es geht jetzt ums Ganze. Wittelsbach oder Hohenzollern. Wer zugreift, der hat es". feits eine Ablehnung erfolgte. worauf meiners Das erinnert an das bekannte Gespräch, das der sozialdemokratische Stadtrat Odenweller aus Homburg v. d. H. während des Kapp- Butsches mit Ludendorff hatte. Damals sagte der Genertl: Die Sache mit Kapp haben wir nur gemacht, weil er ein Mann mit eisernen Nerven ist. Zeigen Sie uns einen solchen Mann aus Ihren Reihen, und wir machen es auch mit ihm. Und dieser ausgezeichnete Politiker, der es mit jedem einmal Reichspräsidentschaftskandidat! lage bricht mit der altbewährten Tradition der Zollfreiheit für Reichswirtschaftsrats mit der Kleinen 30llvorlage". Als macht und damit seine leberparteilichkeit" beweist, wird nicht chemische Produkte. Warum? Selbst die Begründung der Schutz Vertreter der Regierung war Ministerialrat, Dr. Boffe anwesend. Zöllner dürfte hier verjagen. Die Redensart vom Schuß der natio. nalen Arbeit" ist hier völlig sinnlos. Denn dieser Wirtschaftszweig Genoffe Schweiger vom AfA- Bund brachte folgenden Antrag ein: hat seine volle Wettbewerbsfähigkeit mit dem Ausland nach wie vor aufrecht erhalten. Auch die besonders starten Abschlußbestrebungen des Auslandes auf diesem Wirtschaftsgebiet sind fein Grund, Zollmaßnahmen zu treffen, die handelspolitisch letzten Endes doch Deutschland zum Nachteil gereichen. Die Zollfäße für Zegtilien würden sehr schädliche Wirkungen für die Berbrauchermassen haben. Gewiß hat die Textilindustrie durch die verteuerten Preise für Rohstoffe auf dem Weltmarkt nicht gerade einen leichten Stand. Aber diese Zollfäße find höchft. ungerechtfertigt. 3ölle auf Textilien legen heißt die menschliche Bekleidung verteuern. Der Eisenzoll, in der Deffentlichkeit neben den Getreide zöllen am lebhaftesten umstritten, wird von der Vorlage nicht be. rührt. Sie überspringt diese wichtige Streitfrage und läßt sie unentschieden. Handelspolitische Gründe mögen hierfür ausschlaggebend gewesen sein. Hofft doch die Schwerindustrie noch immer auf eine Kartellverbindung mit Frankreich, um den sauberen Plan der Berteuerung des Roheisens durch Ausschaltung der lothringischen Konkurrenz auf dem deutschen Markt zu verwirklichen. Troß der unerledigten Eisenzollfrage sind aber für die eisenver brauchende Industrie schon jetzt die Bollsätze festgefeßt. Auch in diesem Industriezweig ist weit über bas durch die wirtschaftlichen Berhältnisse vielleicht gebotene Maß hinausgegangen worden. „ Der Zolltarifausschusses des Borläufigen Reichswirtschafts rats spricht seine lebhafte Besorgnis aus, daß durch die Ber zögerung der geseglichen Verabschiedung der fleinen 3011tarif= novelle die erfolgreiche Beendigung der schwebenden Handelsvertragsverhandlungen gefährdet zu wer den droht. Er richtet gleichzeitig an den Vorstand des Reichswirtschaftsrats die Bitte, erneut bei den zuständigen Reichsministerien vorstellig zu werden, damit ihm. Gelegenheit gegeben wird, sich auch mit der Frage der Wiedereinführung von Getreidezöllen zu beschäftigen." Nach einer trefflichen Begründung nahm der Ausschuß ein stimmig den Antrag Schweizer an System Lokal- Anzeiger". Absetzung erwünscht? Aftendieb Tirpit. Eine bemerkenswerte Feststellung. Jm Haushaltsausschuß des Reichstags wurde gestern beim Marineetat auf Anfrage des Abg. Künstler( Sox.) festgestellt, daß Großadmiral Tirpitz als Mitarbeiter des Wertes über die Kriegsereignisse zur See teine Atten aus dem Marine- und Kriegsarchiv erhalten hätte. Es bleibt alio dabei, daß Großabmiral Tirpit auf einem Wege in den Besitz der Aften gelangt ist, der bei gewöhnlichen Sterblichen zu einer näheren Bekanntschaft mit dem Staatsanwalt führt. Bei Tirpitz war die Folge seine Wahl zum Ehrenvorsigenden der Deutfcnationalen Partei. Sollten Sie Gerichte das für eine genügende Strafe ansehen? Die Ursachen des Zusammenbruchs. Vor Abschluß der Untersuchungen. Lokal- Anzeiger" über die Beantwortung einer fleinen Zentrums Unter der Spitmarte System Severing" berichtet der Der Reichstagsausichuß zur Untersuchung des 3usammenbruchs von 1918 hatte bem Chef der Operationsanfrage durch das Ministerium des Innern, die sich auf den Bürger- abteilung der früheren Obersten Heeresleitung, jezigen Generalmajor meister einer Kleinstadt im Kreis Gelsenkirchen bezieht. Dieser foll im Reichswehrministerium Wegell, die in der Bresse öfter erfich Fälle finnloser Trunkenheit und andere Bergehen zufchulden haben wähnten Gutachten der Sachverständigen b. Kuhl, Schwerffener und tommen laffen und daher wurde seine Absehung gefordert. Die Aus. Delbrüd samt dem Berhandlungsstenogramm des Ausschuffes zur Man sieht, worauf die Zollpläne der Regierung hinaus tunft des Ministeriums bestätigt einen Teil der Anschuldigungen, die Stenntris gebracht, und Generalmajor Wetzell hatte sich in einem wollen. Bellerhöhungen auf der ganzen Linie für Industrie jedoch übertrieben gewesen sein sollen. Daher wurde das Ber Schrif fatz zu diesem Material geäußert. Der Ausle trat geſtern end Landwirtschaft, Prämien für die Sieger der langen nach Absetzung zurüdgewiesen. System Severing!" zur Aussprache über diesen Schriftfak in Gegenwart der Sachver Inflation und die Nußnießer der Subventions ruft am Schluß diefer Mitteilung der Lokal- Anzeiger" entrüftet aus. ständigen und des Generalmajors Wegell zusammen. Die Austrade politit der Regierung. Für die Verbrauchermassen daDas Reptil der Schwerindustrie hat wieder einmal daneben wurde im wesentlichen abgeschlossen. Schon in der nächsten Woche gegen eine enorme der ift Joll der Berichterstatter Dr. Brodt dem Ausschuß den Entwurf einer Lebenshaltung, ein Raub an den Wermsten der gebijsen. Die betreffende Entscheidung des Genoffen Gevering Entschließung vorlegen, in der das Ergebnis der Ere der und Borschläge der Gründe bes und Armen, eine gewaltige Verbrauchsbesteuerung und die Gefahrständigen Referenten getroffen worben, wie das bet fotchen Die politischen Verantwortlichtejten aufommengefüht wird. Der Ausder Arbeitslosigteit für alle Gewerbezweige, die durch nebensächlichen Angelegenheiten üblich und selbstverständlich ist. fchus rechnet bestimmt damt, den Termin des 1. April für eine derartige tünstliche Schröpfung der Kauffraft in die( Oder sollte etwa der Minifter persönlich nach dem westfälischen den Abschluß dieses Teils feiner Arbeit einha'ten zu tönnen, meuf Abiagtrise hineingeführt werden! Nest fahren und tagelang die Ermittlungen über den weltgeschicht alsbald die Veröffentlichung des zum größten Teil fchon gebrucken lichen Vorfall selbst leiten?) Nun sind die in Frage kommenden Materials erfolgt: Referenten zufällig rechtsgerichtete Leute, poltsparteilich, wenn nicht gar deutschnational! Wenn der Lokal Anzeiger" deren Ablegung im Zusammenhang mit dieser Entscheidung wünscht, fo haben wir teine grundsäglichen Einwendungen dagegen zu er heben. Wieder ein typisches Beispiel, nicht für das System Severing, sondern für das Berleumdungssystem des Lotal Anzeigers". Wir wissen nicht, ob die Vorlage in diefer Form veröffentlicht werden wird. Wir zweifeln gar nicht daran, daß Die Regierung ihren Dementierapparat bereit hält, um unsere Informationen zu bestreiten. Es hilft ihr nichts. Wäre es nicht wahr, daß die Agrarzölle in dem geschilderten Ausmaß bevorstehen, so hätten die Minister Neuhaus und Rani B ihre Busagen an die Landwirtschaft ins Blaue hinein gemacht und sie fäßen heute längst nicht mehr auf ihren Politisches Zwiegespräch. Mampe und Campe. Bei der Bertündung des Ergebnisses der Wahl des preußischen Ministerpräsidenten im Landtag wurden gestern zunächst irrtümlich 232 Stimmen für Marg, 141 für Herrn von Richter angegeben. Jebermann fragte: woher stammen die zehn Stimmen mehr für Mary? Auf den Bänken der Deutschnationalen und der Wolkspartei wurde es unruhig. Verschiedene Herren sprachen sehr nahe und erregt miteinander. Gin Ohrenzeuge behauptet, etwa folgendes Zwiegespräch pernommen zu haben. Wir geben diese Ein zelheiten natürlich nur unter Vorbehalt wieder: Graef Antlam: Herr Kollege Campe, das ist ja ein Dolchstoß! D. Campe: Wie können Sie sich unterstehen, meine Frattion zu verdächtigen? Graef Antlam: Soll ich denn etwa meine Fraktion derbächtigen? v. Campe: Warum nicht? Tun Sie doch nicht so, als ob Sie immer geschlossen auftreten. Dames- Plan... Siam- Bertrag... Sie helßen doch nicht umsonst: Frattion Mampe. Graef Anklam: Ich verbitte mir derartige Anspielungen. Das war ja etwas ganz anderes: damals haben wir unsere Leute genau eingeteilt und abfommandiert. Reden Sie nur nicht von Dampe, Herr v. Campe! v. Campe: Goll das bloß ein Reim sein? Graef Antlam: Nein, es ist eine politische Latjache: Ihre ganze Partei ist ja seit jeher auf den Grundsay:" Mal so, mal fo" eingestellt. Dret Jahre große Koalition, begeiſtete Lobeshymnen auf Otto Braun, und jetzt partout Opposition.. v. Campe: Aber, Herr Kollege, beruhigen Sie sich doch! Bozu diese trüben Erinerungen wachrufen? Graef Antiam: Trübe Erinnerungen? Das sagen Sie jest! Aber lesen Sie nur die Abschiedsworte Ihres Herrn v. Richter beim Austritt aus dem Kabinett wieder:„ Eine dauernde, fchöne Erinnerung für das ganze Leben." Und da soll man unbedingtes Vertrauen in die Charakterfestigkeit Ihrer Leute haben? v. Campe: Aber, bitte schön: v. Richter ist doch selbst unser gemeinfamer Gegenfandidat gegen die Linte gewesen! Das bewei doch am besten, daß wir alle mit dieser fernen Bergangenheit gebrochen haben! • Graef Anttam: Nana?! teilt, aber deshalb haben wir doch gerade den Richter aufgestellt. um uns dagegen zu sichern! Graef Antlam: Und das Resultat? Woher die zehn Stimmen zuviel für Marg, die unserem Mann fehlen v. Campe: Vielleicht die Kommunisten! Graef Antiam: Ausgeschlossen! Für den Kollegen Bied lege ich meine Hand ins Feuer, daß er Disziplin übt. Wenn auf die KPD.- Fraltion tein Berlaß mehr wäre, dann könnten wir auch einpacken! b. Campe: Um Gottes Willen! Beschwören Sie durch fulche Redewendungen ein derartiges Unglüd nicht. folche Redewendungen ein derartiges Unglüd nicht. Uebrigens: Pied hat Jeine vollen 43 Stimmen erhalten! Graef Antlam: Ach richtig! Gott sei Dant! Sehen Sie: in der Erregung läßt man fich manchmal zu den haltlofesten Ber dächtigungen gegen seine treuesten Bundesgenossen hinreißen. v. Campe: Damit haben wir aber das Rätsel der zehn Stimmen noch nicht gelöst.( Leise ins Ohr:) Sagen Sie mai, Sjerr Kollege Graef. Hand aufs Herz: Sind Sie sich auch aller Ihrer Leute ficher? Graef Antlam: Und Sie? von Campe: Sprechen wir ein anderes Mal darüber. Wissen Sie bei diesen verdammten geheimen. Abstimmungen... Wir holen uns Graef Antiam: Ich habe eine Idee. einen Polizeihund und geben ihm alle Marr- Stimmzettel zu riechen. Dann schicken wir den Röter in Ihre nächste Fraktionsfizung. Don Campe: Glänzend! Aber auch in Ihre Graef Antlam: Wie fönnen Sie sich unterstehen? Don Campe: Fraftion Mampe! Graef Antiam: Fraktion Campel Pied( greift beschwichtigend ein): Aber, meine Herren, be ruhigen Sie sich! Was soll bloß aus uns werden, wenn wir uns streiten! Einigkeit! Einigkeit! ( Glocke der Präsidenten. Das Abstimmungsrrefultat wird berichtigt.) Geheimzenfur in den New Yorker Theatern. Der New Yorker Polizeidirektor hat im Einvernehmen mit den Bezirksämtern vier deren Amt es ist, sich gutachtlich über ein Dutzend zurzeit in New richterliche Laienkollegien von je zehn Bürgermitgliedern eingesetzt, york gespielter Theaterstücke zu äußern, die angeblich gegen die guten Sitten verstoßen. Die 40 Mitglieder diefes neuartigen Scherben gerichts wurden durch das Los aus der Reihe von 130 Männern und Frauen gewählt, die sich freiwillig hierzu gemeldet hatten. Unter den eingelaufenen Meldungen befinden sich zahlreiche Namen von bekannten Künstlern, Schriftstellern, Geschäftsleuten und Geistlichen. p. Campe: Sie werden doch nicht behaupten wollen, daß Reiner der Ausgelosten tennt jedoch die Namen der anderen, und Ridster gegen sich selbst und für Marg gestimmt hat Graef Antlam: Euch traue ich alles zu.. p. Campe: Aber, Herr Kollege, überlegen Sie doch ein wenig: Gegen fich selbst ausgefchloffen! Ja, wenn ich auf gestellt morden wäre, dann hätte ich Ihren Berdacht durchaus gejeder ist verpflichtet, seinen Bericht getrennt dem Polizeidirektor zu Aenderungen des Tertes vorgenommen werden sollen, oder ob das übergeben, zugleich mit genauen Vorschlägen darüber, ob und welche ganze Stüd als fittenwidrig zu verbieten ist. Der Besuch der be nannten Theater erfolgt unangemeldet. 3m Candtag wird am Mittwoch vormittag der Inters ftaftionelle Ausschuß und der Aeltestenrat zusammen. treten. In diesen Beratungen wird voraussichtlich auch die Frage geflärt werden, wann der am Dienstag wiederum gewählte Ministerpräsident Marg sein Rabinett Dorftellen und wann die Besprechung der Regierungserklärung erfolgen soll. Eine deutsche Grundfarte 1: 5000. Bisher dienten als Grundlage für alle Landkarten des deutschen Gebi tes die Meßtischblätter der Landesaufnahmen im Maßstabe von 1: 25 000. Aber diejer Maßstab genügt den gesteigerten Anforderungen des Wirtschafts. lebens schon seit langem nicht mehr, und jetzt, wo es gilt, unferen Grund und Boden auf das äußerste auszunuzen, wird die Forderung nach einer noch genaueren Grundfarte immer dringender. Der Beirat für das Bermessungswesen hat daher, wie D. Baschin in den Naturwissenschaften" ausführt, fich enlid lossen, für die neue topographische Grundfarte den Maßstab 1: 5000 zu wählen. Das gewaltige Wert, das etwa 144 000 Rartenblätter umfassen würde, tann bei dem Mangel an Mitteln und an geschultem Berfonal nicht ohne Hilfe det intereffierten Kreise durchgeführt werden. Diese müffen daher durch Erteilung von Aufträgen helfen, und einige landwirtschaftliche und industrielle Gesellschaften haben bereits Blätter der neuen Brundfarte beftellt; einige find sogar schon er schienen. Auch werden vorhandene Bermessungsresultate, insbeson dere Stadtpläne, die häufig den Maßstab 1: 5000 haben, dem Unternehmen eingefügt. In Leitsägen sind einheitliche Grundlagen geschaffen worden. Die Genauigkeit wird so groß sein, daß in allgemeinen die horizontale Lage im freien Gelände bis auf 3 Meter, die Höhe bis auf 0,3 Meter gewährleistet werden fann. Der Telephonverkehr mit dem fahrenden Eisenbahnzug. Die feit Monaten auf der Strecke Hamburg- Berlin geführten Versuche, den Telephonverfehr zwischen ortfesten Stationen und fahrenden Eisenbahnzügen und zwischen Bügen untereinander herbeizuführen, haben nach einer von zuständiger Seite der Frantfurter Zeitung" gewordenen Mitteilung den Bemets geliefert, daß das Problem auf Grund der Vorarbeiten als gelöst betrachtet werden kann. Die Ver fstandigung zwischen fahrenden Zügen und jeder beliebigen Telephon. station des Reichs ist so flar wie zmijchen ortfesten Stationen un läßt fich in türzester Frist herstellen. Als erste Strecken, die mit den ent: sprechenden Einrichtungen ausgestattet werden sollen; sind die Ver. fuchsstrecke Hamburg- Berlin und ferner die Strede Berlin- Mün chen in Angriff genominen, von denen die erstere im Laufe des Sommers dem öffentlichen Verkehr übergeben werden wild. Im Theater am Kurfürffendomm finden nur noch acht Aufführungen bon„ Mamzelle Nitouche", die Montag bereits die 100. Aufführung erlebte, statt, da bereits in der nächsten Woche die Erstaufführung von Phi- Bhi mit Mar Adalbert in Szene gebt. " Vortrag Am Sonnabend 7, 11br findet im Feitfeal der Akademi der lette Bortrag in diesem Winter statt. Prof. Sobnien spricht. über„ die Entwidlungsgeidhidh te eines Minerals" iprechen. Karter bei dem Pförtner der Af demie, Unter den Linden 38. 3m Ceffingmu eum findet Donnerstag, 8 Uhr, ein Hugo Saun Abend statt. Dorothea Egibi fingt Lieder, Margarete und Eugen Boegher, Margarete und ulrich Walz spielen Kammermusit- Werte. Eintritt frei! Zum Operndirektor des Danziger Stadttheaters ift vom Theaterausschuj Cornelius se un erwählt worden. Die Intendanz hat daher eine Berufung an ihn gerichtet. Ein neues Königsgrab gefunden? Amerikanische Archäologen haben ir der Nähe der großen Phramiden von Gizeh ein Grab fiefgelegt, von der fie annehmen, daß es das Grab bon en oferu, dem ersten Herfer der 4. Dynastie, sei. Das 6000 Jahre alte Grab enthält einen nnverlehrter Sarkophag und viele interessante Gegenstände, die jedoch sehr brüchig sind " Die Kandidatur Marx. Aus der Geschichte des Loebell- Ausschusses. Mit der Nominierung von Marg haben die Versuche Der Rechtsparteien, das Zentrum für einen gemeinsamen bürgerlichen Sammeltandidaten bereits im ersten Wahlgang zu gewinnen, ihren Abschluß gefunden. Die Rechtspreffe aller Schattierungen hat nun feinen Grund mehr, die Kandidatur Jarres noch mit tattischer Zurückhaltung zu behandeln. Aus allen Zeitungen der Rechten flang es daher gestern Abend: I arres ist unser Mann." Er ist der Kandidat jenes Ausschusses unter Loebells Führung, der alles zusammenfaßt, was an Rechtstendenzen in Deutschland vorhanden ist. Dieser Ausschuß hat eine sehr turze, aber auch sehr intereffante Geschichte. Aus dieser Geschichte erzählt Paul Baeder in der Deutschen Tageszeitung". Er stellt fest, daß in diesem Ausschuß neben anderen Parteien auch die Zentrumspartei und neben anderen Organi fationen auch die Christlichen Gemertfchaften offiziell vertreten waren. Die Berhandlungen zwischen diesen Organisationen und den Rechtsorganisationen sind nach der Darstellung Baeders am Montag abend gescheitert: Bis gestern abend war die Aufstellung des Oberbürgerneifters Dr. Jarres insofern noch nicht sicher, als noch die Möglichkeit eines Busammengehens mit dem 3entrum für den ersten Wahlgang nicht ausgefchloffen war und sich Fataus natürlich auch noch andere Möglichkeiten für die Kandidatur ergaben." Als Grund für das Scheitern der Verhandlung bezeichnet Herr Baeder einmal das Fallenlaisen ber kan bi datur Stegerwald durch das Zentrum, dann die Entscheidung des Zentrums für die Neuwahl des preußifden Ministerpräsidenten. Er läßt zugleich erfennen, daß die Kandidatur Stegerwald eine sehr große Rolle in den Verhandlungen gespielt hat: Rothardts Rechtfertigung". Hilfloses Geftammel eines Viertelgebildeten. ,, Die Angestellten und Arbeiter der Deutschen Werte A.-G., Wert Spandau und Haselhorst protestieren mit aller Entschiedenheit gegen die beabsichtigte, vom Aufsichtsrat beschlossene Umorganisation des Unternehmens. Sie erblicken in den vom Aufsichtsrat beschlossenen Maßnahmen einen Boistoß der Großindustrie, die Werke aus dem Befiz des Reiches in den der Privatindustrie zu überführen. Magdeburg, 10. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Dispositio nen des Gerichtsvorsißenden lassen vermuten, daß das Urteti der Berufungskammer im Prozeß des toten Reichspräsidenten gegen die lebendige Berleumdung erst am Tage vor oder nach dem Sie halten die. Fortführung der zurzeit in Betrieb befindlichen Bahltage gefällt wird, um vorher die Entscheidung über das Werte sowohl vom wirtschaftlichen, als auch vom technischen StandErbe des Klagers herbeizuführen. Bis zum 23. März sind Zeugen punkt für unbedingt erforderlich. Sie erachten es für die Pflicht geladen. Und wenn man voraussetzt, daß dann wirklich die Bewers- des Reiches, dem Unternehmen die zur Weiterführung der Betriebe aufnahme geschlossen ist, so werden sich die Anklage- und Bertcidi- notwendigen Kredite zur Verfügung zu stellen. gungsreden ficher so lange hinziehen, daß für die Urteilsfindung beschlossenen Maßnahmen. Die geplante Umorganisation bzw. AbDie Belegschaft fordert von der Regierung eine Revision der faum noch 3eit bleibt, um vor dem 29. März das Unstoßung der Betriebe an die Privatindustrie ist nur mit großen recht des vorigen Gerichtsurteils aus der Welt zu schaffen. Heute wurde fast die ganze Sigung mit der Verlesung von Berufungsbegründungen der früheren Aussagen des Reichspräsidenten und anderer Dokumente ausgefüllt. Nichts wesentlich Neues ergab die Bernehmung des Angeklagten Rothardt, der während der mehrwöchigen Erörterung vor dem Schöffengericht ganz ftumm geblieben war. Heute wurde er vom Vorsitzenden jedoch etwas mehr in Anspruch genommen, so daß er selbst die ganze Hohlheit des Angreifers bloßftellen muß. Selten hat wohl ein Schriftleiter" in einem politischen Prozeß vor Gericht einen so bejammernswerten Eindrud gemacht wie dieser Jüngling, der einen Mann wie Ebert beschimpfte. Hilf loses Gestammel eines Viertelgebildeten, der teine eigene Ueberzeugung hat, aber seine politische Erkenntnis aus dem Rüstzeug" der deutschnationalen Schriftenver triebsstelle bezieht und der auf Grund dieser profunden Biffen schaft gegen den Repräsentanten des Reiches den schwersten Borpurf schleudert, der gegen einen Politifer erhöhen werden kann. hilflos wie sein Geschreibsel, bas zur Antlage führte, find auch seine mündlichen Befundungen, immer wieder in der Erwartung, daß feine Berteibiger ihm etwas zuflüstern möchten! Er weiß nicht, was er sich damals gedacht hat, als er feine beschimpfenden Säge niederfchrieb. Er meiß nur, daß er damals nicht ge: mußt habe, was Landesverrat sei, Er mußte und weiß es auch heute noch nicht Ein Strafgesetzbuch hat er nicht angesehen. Aber dieser hilflose Junge schreibt, lediglich um im heftil feines verurteilten und flüchtigen Meifters zu bleiben, dreift darauf los, verurteilten und flüchtigen Meisters zu bleiben, dreift darauf los, Gbert möge beweisen, daß er nicht Landesverräter set! Partei ihren Quetgebrune als Verteidiger stellt. Dieser Angeklagte ist wirklich wert, daß ihm die Deutschnationale Auf Antrag des Staatsanwalts ist jetzt auch noch die Ladung Otto Brauns als Beuge beschlossen worden. Morgen werden außer dem Ministerialrat Dohle vom Bureau des Reichspräsi Genossen Dr. David und Noste vernommen werden. denten noch die Generale Gröner, Stein, Wrisberg und die Wenn deshalb das Zentrum, wie man hört, jetzt so tut, als sei die Kandidatur Stegerwald, die eine, vielleicht die einzige Möglichkeit einer Einigung bot, nicht an den Widerständen im Zentrum, sondern an Widerständen rechts sam 3entrum gescheitert, dann ist das eine ganz un zufreffende Auffassung. Daß Widerstände und Schwierigfeiten gegenüber einer Kandidatur Stegerwald auch rechts vom Zentrum vorhanden sind, soll natürlich in feiner Weise beftritten werden, zumal das schon nach der ganzen Haltung des Sentrums in letzter Beit ganz selbstverständlich ist. Diese Schwierig fetten waren nach unserer Ueberzeugung jedoch nicht unüber. mindbar, wenn das Zentrum wenigstens in den letzten Tagen Neigung zum Busammengehen mit den anderen staatsbürgerlichen Parteien einigermaßen deutlichfichtbar toerben ließ: bas Sentrum hat aber, vor allem in der Haltung des Herrn Marg, das genaue Gegenteil getan. und damit die natürlichen Strömungen gegen eine Bereinigung auf eine Rechtsfandidatur des Zentrums selbstverständlich gestärtt und gedau- Hajelhorst, beschäftigten sich gestern in zwei überfüllten fördert 2 N Hier tritt deutlich zutage, welches politische an delsgeschäft die Rechtsvarteien beabsichtigen. Gie wollten Stegerwald als Gammelkandidaten der Rechten alzeptieren Sie verlangten als Gegenleistung, daß das Sentrum ihnen Breußen ausliefere Der Anschlag auf die Deutschen Werke. Proteft der Belegschaften gegen die Machenschaften der Schwerindustrie. Die furze Gefchichte des Loebellschen Ausschusses zeigt den Bersuch der Rechtstendenzen in Deutschland, eine bürgerverforen gehen würden. Es wurden bie Berte Lippstadt, liche Einheitsfront mit der Spige gegen die Sozialbemokratie und gegen die von ihr vertretenen Massen des Boltes zu fammeln. Herr Jarres, der Kandidat des Loebellschen Ausschusses, ist der Exponent dieser Bestrebungen. Diefen Bestrebungen gilt der Kampf der Sozialdemotratie. Sie wirkt für ihren Randidaten, für Otto Braun, und sie tämpft gegen Herrn I arres, den Kandidaten der deutschen Reaktion. Die Belegschaften der Deutschen Werte, Abteilungen SpanRetriebsverfammlungen mit der drohenden Ber. schacherung der Deutschen Werte an die Privat, industrie. Genosse Bergemann vom Gesamtbetriebsrat gab eingangs seines Referates einen turzen historischen Ueberblick über en Aufbau diefes relaysetgerten Werfkonzernes. Sm Jahre 1924 würden einzelne arte bis auffe ifte her Belegschaften und ihrer Brobuftion eingefchräntt und schon damals bestand die Befürchtung, daß die Werte dem Staat bilität, ft illgelegt. Im November v. 3. fand auf Veranlassung Dachau. Rüstringen und Staffel, angeblich wegen Unrenta des Deutschen Metallarbeiter- Berbandes in Stuttgart eine Konferens der Betriebsräte der Deutschen Werte statt, die das Ergebnis hatte, Tabei wurde von der Direktion zugegeben, daß der allergrößte daß in Berlin Verhandlungen mit der. Werksdirektion stattfanden. Teil der Berte sehr gut befhäftigt sei und daß der Neft zum mindesten rentabel genannt werden könne. Die Werke in Spandau Haselhorst haben gute Arbeit in landwirtschaftlichen Maschinen, im Motoren und Motorradbau und auch im größerten sich in demselben Augenblick zusehends, als es dan Werfen gelang, ein leinauto auf den Markt zu bringen, des Im Reichstage ist jetzt ein Initiativantrag der. Abgg jebe Konturrenz schlug. Die private Automobilindustrie Roch Weser( Dem.), Dittmann( Soz.) und v. Guérard( 3) verstand es. den Einfluß der ich merindustriellen Auf eingegangen, der eine enderung des Gejeges über die fichtsratsmitglieder zu ihren Gunsten auszunußen, wobei mit Wahl des Reichspräsidenten bringt und eine Reihe von aften Mitteln gearbeitet wurde. Man scheute selbst davor nicht zu neuen Bestimmungen trifft, so u. a. die Notwendigkeit von Wahl- rud, die Staffutationen des Automobitbaues anzuzweifeln. Troy Dorschlägen betont und amtliche Stimmzettel vorschlägt. dem fonnte die Berechnung der Deutschen Werke aufrecht erhalten Danach wird festgesetzt, daß Wahlvorschläge spätestens am zehnten werden. Tage vor der Wahl beim Reichswahlleiter einzureichen sind. Sie müssen von mindestens 20 000 Wählern unterzeichnet sein. An Stelle von 20 000 Wählern genügen 20, wenn der Vorschlag von Gruppen ausgeht, die bei der letzten Reichstagswahl einen Reichswahlvorschlag eingereicht hatten, und wenn auf die Kreiswahlvorschläge, die dem Reichswahlvorschlag angeschlossen waren, zusammen mindestens 500 000 Slimmen abgegeben worden waren. Die Stimmzettel werden durch die Reichsregierung a mtlich hergestellt in der Weise, daß sie alle vom Reichswahlleiter zugelassenen Wahlvorschläge enthalten. Die Stimmabgabe erfolgt derart, daß der Wähler durch ein auf die Stimmzettel gesches Kreuz oder auf andere Weise tenntlich macht, welchem Vorschlag er seine Stimme gibt. Es ist zulässig, daß Ser Wähler seine Stimme für eine nicht vorgeschlagene Person ab. gibt. Die. Stimmabgabe erfolgt in diesem Falle derart, daß der Wähler den Namen der Person, der er seine Stimme gibt, auf den amtlichen Stimmzettel schreibt, auf dem hierzu ein Raum freibleibt. Vorbereitungen für die Reichspräsidentenwahl allgemeinen Maschinenbau. Die Schwierigkeiten der Werke verAntrag auf technische Aenderung des Wahlgefehes. Die Auslegung der Stimmliften. Der Reichsminister des Innern hot bestimmt, daß die Stimm. liften und Stimmfarteien für Sie am 29. März 1925 stattfindende Reichspräsidentenwahl vom 20. bis einschließlich 23. März 1925 auszulegen find. Wird ein zweiter Wahlgang erforderlich, so werden die Stimmliften und Stimmfarteien nach Berichtigung erneut am 21. und 22. April 1925 ausgelegt. Näheres über Ort und Zeit der Auslegung geben die Gemeindebehörden noch bekannt. Einsprüche gegen die Stimmlisten müssen bis zum Ablauf der Auslegungsfrist erhoben werden. Wählen kann nur, wer in die Stimmliften eingetragen ist oder bei Abwesenheit vom Wohnort am Wahltage einen Stimmfchein sich rechtzeitig hat ausstellen lassen. Stimmberechtigte, die aus dem befetten Gebiet ( alt und neubefektes Gebiet) ausgewiesen oder durch Maß nahmen der Befagungsmächte verdrängt find, insbesondere auch Berfonen dieser Art, die infolge der Wohnverhältnisse dorthin noch nicht haben zurüdtehren tönnen, find für die Wahlen am 29. März 1925 und 26. April 1925 auf Antrag in die Stimmliste oder Stimmtartei ihres Aufenthalts. orts einzutragen, auch wenn fie an diesem Orte teinen Wohnfitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben. Eine Aufsichtsratssitzung, die im vergangenen Monat stattfand, beschloß nunmehr unter dem Einfluß der Privatindustrie eine organische Konzentration" des Werkkonzernes vorzu nehmen. Mit diesem Fremdwort foffte bie Veräußerung der Berte an die Privatindustrie verdeckt werden. Die von der Arbeiter und Angestelltenschaft in den Aufsichtsrat entfandten Mitglieder protestierten mit aller Schärfe gegen diesen Beschluß und stellten dabei fest, daß die Deutschen Werte durchaus tonturrenzfähig feien, wie die Fabrikation der Kleinautos bewiefen habe und dok gerade diese Konturrenzfähig feit der Anlaß für die Privatindustrie ist, die Deutschen Werte abzuwürgen. Inzwischen waren von ber agrarisch schwerindustriellen Reichs regierung den Deutschen Werken die Krebite gesperrt mor. den. Es ist selbstverständlich, daß in dem Augenblid, wo der Prival industrie Hunderte von Millionen aus Reichs mit teln zur Verfügunta geftellt werden, die Deutschen Werte als reichseigener Betrieb nicht ohne Kredite auskommen tonnten. So wurde fünftlich die Unrentabilität der Werke erzeugt, um sie für die Verschacherima reif zu machen. Eine Bollversammlung der Betriebsräte befaßte sich sofort mit der Sachlage und verlangte, daß die maßgebenden Behörden den Werfen weitere Kredite einräumen follten. Die Konferenz war sich auch darüber klar, daß eine Veräußerung der Deutschen Werte für den Staat einen großen Verlust bedeuten würde, weil die für die Umorganisierung der Werke bisher verwandten Mittel dann verloren gehen würden. Nach Ansicht der Fachleute würden etwa 40 bis 45 Millionen Mart ausreichen, um die Weiterführung der Fabrikation zu gewährleisten. Die Belegschaft betrachtet die Erhaltung der Deutschen Werke als Staatseigentum nicht nur von ihrem Standpunkt aus als unerläßlich, sondern sie sieht es auch als ihre Staatsbürgerpflicht an, die riesigen Werte, die in den Deutschen Werken stecken, dem Staat erhalten zu helfen. Der Borstoß der Brivatindustrie ist die Auswirkung der längst gegen die Deutschen Werke betriebenen Heße, die stets nur den 3wed verfolgte, dte lästige Konturrenz los zu werden. Die Versammlung nahm schließlich gegen drei Stimmen folgende Refolution an: finanziellen Verlusten für das Reich möglich. Die finanziellen Berlufte, die durch die beschlossenen Maßnahmen notwendigerweise eintreten müssen, stehen in feinem Verhältnis zu der zur Fortführung des Unternehmens notwendigen neuen Finanzierung. Um die in den Deutschen Werken investierten großen Kapitalien geleistete Umstellungsarbeit auf organisatorischem und techais- hem dem Reich zu erhalten und außerdem die bisher anerkannterweise Gebiete für das Reich in absehbarer Zeit zum erfolgreichen Abschluß bringen zu können, fordert die Belegschaft von der Reichsregierung und den Parteien, die notwendigen Kredite zu bewilligen." Der Referent schlug der Versammlung die Bildung einer Kommission aus den Vorfizenden der Betriebsräte vor, die an die linksstehenden Parteien des Reichstages herantreten soll, um sie zur Bewilligung der erforderlichen Kredite zu veranlassen. Im Zusammenhang mit den Vorgängen in den Deutschen Werten hat der Delegierte, Generaldirektor Henrich, sein Amt als Borstands und Aufsichtsratsmitglied niedergelegt. Verlängerung des Besoldungssperrgesetzes. Der Reichsrat befchäftigte sich am Dienstag mit dem Finanzausgleich. Auf Vorschlag der Regierung wurde befchloffen, die bisherige Regelung bis zum 30. September 1925 weiter bestehen zu laffen. Die Zwischenzeit soll benutzt werden, um den Finanzausgleich für die Jahre 1926/27 vorzubereiten. Dabei gilt als Norm und Borbehalt, daß den Ländern minde ftens der gleiche Gesamtbetrag wie bisher überwiesen wird. Weiter erklärte fich der Reichsfinonzminister Schlieben bereit, daß bei den Fragen der Erstattung auf Grund des Steuerüberlettungsgefeges und des Uebergangs zu den Vierteljahrsvoraus zahlungen den Wünschen der Länder entgegengetommen und der Polizeifostenzuschuß den Ländern im Rechnungsjahr 1925 auf Grund der zu vereinbarenden Grundfäße gewährt wird. Der Reichsrat erflärt sich weiter mit einer Berlänge. rung des Besoldungssperrgefeß.es um ein Jahr einverstanden. Dabei gelten folgende Voraussetzungen: Das Gesez bes schränkt sich auf die reinen Besoldungsvorschriften. Die Beftimungen über Dienstreisen, Tagegelder usw. werden gestrichen. Der Reichsrat muß aber Borschriften zustimmien, die auf Grund des Besoldungssperrgefeges erlaffen werden. Im übrigen soll in der Reichsaufsicht dadurch eine Aenderung eintreten, daß Bertreter der obersten Landesbehörden als Betsizer verwandt werden sollen. Völkerbundsrat und deutsches Angebot. Genf, 10. März.( Eigener Drahtbericht.) Der Böiferbundsrat hielt am Dienstag vormittag 11 Uhr die zweite öffentliche Tagung ab. Auch fie perlief ohne jebe politiche Sensation. Nach Gedächt niamorten Chamberlains auf Banting wurden verfchiedene Komiteeberichte zur Kenntnis genommen. In einer geldlojienen Gigung befaßte sich der Rat am Nachmittag mit dem deutfden Bofrerbundsmemorán. dum. England beabsichtigt die dertijen Bertreter jur Darlegung laden. Frankreich wird dagegen die Ueberweisung des ihres Standpunties zur nächsten Genser Haupttagung im Juni einzuMemorandums an die Bollverfamn. lung beantragen, da diese allein juristisch zuständig sei. Es steht fest, daß Chamberlain der stritten Weisung, teine Vereinbarungen einzugehen. mit ganz bestimmten Instruktionen nach Genf fam, vor allem mit Der Tert feiner für Donnerstag geplanten Rede ist schon vor seiner Abreise festgelegt worden. Die englischen Journalisten in Genf erhielten deshalb die Weisung, die Rede nicht zu drahten, da diese in England amtlich bekannt gegeben werden wird. Die allgemeine Stimmung gegenüber dem deutschen Sicherheitsangebot ist infolge der neuen deutschnationalen Pressekampagne sehr skeptisch. Die Schweizer Presse veröffentlicht am Dienstag morgen m großer Aufmachung einen Artikel der deutschnationalen offigiösen„ Natio natpost", die in der Stritit über das Garantieangebot schreibt: Selbst wenn bei dem deutschen Anerbieten niemais daran gedacht werden sollte, daß dieses die Form eines verbindlichen Borschlages annehmen könnte, darf man sich der Besorgnis nicht verschließen, daß die Reichsregierung sich zu einem gefährlichen Spiel hat verletten lassen." Die Presse fennzeichnet diese Auslassung als charakteristisch für die Hinterhältigkeit der deutschen Politit. Die Kommentare in Bölkerbundskreisen lauten gleichfalls ungünstig. Hinzu kommt, daß gleichzeitig auf dem Verhandlungstisch Stresemanns Volferbundnote liege, die Deutschlands Eintritt mit so viel Reserven und Bedingungen umgibt, daß die polnischfranzöfifche Kritit im Völkerbundsrat nicht erfolglos bleiben wird. Die Vertreter der kleinen Gntente hielten am Dienstag eine vertrauliche Besprechung zur Herbeiführung einer einheitlichen Stellungnahme über den Sicherheitspakt ab. Sie erwägen am Donnerstag nach der Rede Chamberlains auf Grund einheitlicher Richtlinien in die Debatte einzugreifen.... Ein politisches Attentat in Wien. des" Tag", Hugo Bettauer, wurde heute nachmittag gegen 4 Uhr in der Redaktion des„ Tag" von einem ihn besuchenden Wien, 10. März.( WTB.) Der Schriftsteller und Mitarbeiter 3ahntechniter burch fünf Revolverschüsse schmer verlegt. Bettauer wurde in einer Klinik operiert. Das Attentat auf den Schriftsteller Hugo Bettauer ruft hier um so größeres Aufsehen hervor, als seine Person wegen der Tendenz von ihm herausgegebener Wochenschriften, deren legte seinen Namen trägt, im Urteil der Deffentlichkeit start umstritten ist. Er hat vor Jahresfrist im Mittelpunkt eines vielbeachteten Presseprozesses gestanden. Der Zustand Bettauers, welcher, wie gemeldet, bald nac) dem Attentat operiert wurde, ist lebensgefährlich, da eine Kugel die Leber durchbohrt hat. Ueber den Hergang des Attentats wird noch mitgeteilt, daß der Täter, der Zahntechniker Otto Rotfod, als er das Zimmer Bettauers betrat, die Tür von innen versperrte und sofort die fünf Revolverschüsse gegen ihn abfeuerte. Wien, 10. März.( WTB.) Das Attentat auf Hugo Bettauer erfolgte nicht in der Redaktion des Tag", sondern in der Redat.ion Der von Bettauer herausgegebenen Wochenschriften. Rot stod äußerte bei feiner Bernehmung durch die Polizei, er habe das Attentat gegen Bettauer, das er schon seit einigen Wochen geplant habe, unternommen, um die Jugend vor dem verder: Einfluß der Schriften Bettauers zu schützen. Der Existenzkampf der Eisenbahner. Vor der Entscheidung. Offensichtliche Streifneigung ist in feiner von ihnen ausgesprochen rorden. Auch der anwesende Bertreter des Eisenbahnerverbandes lehnte den Streif ab. Auch in den westlichen Bezirken spricht sich die Arbeiterschaft überwiegend gegen den Streit an Eisenbahnbeamte find bisher noch feiner Stelle in den Streit getreten. Entgegen anderen Meldungen wird festgestellt, daß in feinem Bezirk zur Berrichtung dringender Arbeiten Arbeiter eingestellt worden sind, die sich früher des Diebaus. Der Eisenbahnerstreik in Berlin. Die Reichsbahnhauptverwaltung und die Reichsbahndirektion secfuchen durch die Telegraphenbureaus und durch die bürgerliche Bresse den Stand des Eisenbahnerstreits und die Eisenbahnverwal tung in möglichst günstigem Lichte erscheinen zu lassen. Wir wollen dazu heute nur bemerken, daß die Streifenden restlos im Kampfe stehen. Wenn auch nicht alle Güterböden bestreift werden, so handelt es sich bei den übrigen meistens doch nur um ganz kleine Abstahls schuldig gemacht haben." fertigungsstellen, die keine Bedeutung für den Güterverkehr haben. Die Berichte, die bei der Streifleitung eingehen, lassen erkennen, daß die streikenden Güterbödenarbetter nicht daran denken, wieder in die Betriebe hineinzulaufen. Aber auch auf allen anderen Dienststellen des Bezirks laufen fortgefeßt Forderungen um Einbeziehung in den Kampf ein. Die Entscheidung darüber wird schon in den nächsten 24 Stunden fallen. Der Einsatz der Streifbrecherfirma Duded u. Kampf hoff hat nicht die Wirkung gehabt, die die Eisenbahnverwaltung fich davon erhoffte. Die Reichsbahndirektion Berlin wendet sich nun in einem Telegrammbrief an alle Dienststellen des Bezirks und dürfte wahrscheinlich auch eine ähnliche Erklärung der Deffentlichkeit übergeben. Sie behauptet, daß die Schuld an dem konflikt nicht die Verwaltung, sondern die Arbeiter tragen. Sie erklärt, daß sie bereit gewesen sei, eine Erhöhung der Ortslohnzulagen vorzunehmen. Die Erhöhung der Ortelohnzulagen kommt nach den Erfahrungen, die bisher damit gemacht wurden, nur denen zugute, die in Industrie orten beschäftigt sind. Die große Masse der Eisen hahnarbeiter in den kleinen Orten und auf dem flachen Lande, die unter der Teuerung ebenso leiden wie die Eisenbahner in der Großstadt( denn sie erhalten ja schon bedeutend niedrigere Löhne) haben von der Erhöhung der Orislohnzulagen nichts. Ortslohnzulagen schaffen nur Erbitterung und Uneinigkeit in den Reihen der Kollegen. Die Behauptung, daß eine Erhöhung der Arbeiterföhne nicht möglich sei, weil die Reichsbahn heute Erwerbsziele verfolgt, ist geradezu eine Berhöh nung der hungernden Eisenbahner. Die Deffentlichkeit hat schon erfahren, in welch reichem Maße die leitenden und oberen Beamten der Reichsbahn mit Prämien, Gratifitationnen und Leistungszulagen bedacht worden sind. Die Bahnverwaltung unterhält einen Bahnschug, der ungeheure Summen verschlingt. Die Eisenbahnverwaltung zahlt den jetzt tätigen Streitbrechern nach uns gemachten Informationen 75 Pf. pro Stunde und für SonntagsDienst 1,13 M. Die Wartegeldempfänger, die die Eisenbahnverwaltung wieder als Streifbrecher preßt, erhalten neben ihrem Wartegeld den vollen Lohn eines Arbeiters. Wir wollen auf die Dinge nicht weiter eingehen, wir fönn ten jedenfalls noch viele Beispiele anführen, daß die Verwaltung im Gelde schwimmt. Nur für ihre Arbeiter ist nichts da. Zu Aufklärung der Kollegen, die im Streif stehen, oder die in den nächsten Tagen eventuell hineingezogen werden, sei noch folgendes gesagt: Die Wohn- und Arbeitszeitparagraphen sind gekündigt. Sie können demzufolge auch nicht mehr Inhalt der Einzelarbeitsverträge sein. Es ist also nicht richtig, wenn die Berwaltung den Arbeitern Bruch des Arbeitsvertrages vorwirst. Dann wendet sich die Verwaltung an die Beamten und droht ihnen mit den schärfsten Maßnahmen. Sie verlangt, daß alle den Beamten übertragenen Arbeiten nach bestem Wissen und können erledigt werden müssen. Nachlässige Arbeit oder gar Arbeitsverweigerung wird disziplinarisch bei den cuf Lebenszeit angestellten Beamten und bei den Kündigungsbeamten mit fofortiger Kündigung geahndet. Wir bitten diese Kollegen, ich von diesen Einschüchterungsversuchen nicht be. einflussen zu lassen, sondern unbedingt den Parolen der Streifleitung resp. der Organisationen Folge zu leisten. Bon den Beamten erwarten wir strengste Solidarität, denn auch für euch Beamtenfollegen wird der Kampf geführt! Die vereinigte Streifleitung. Die„ gutbezahlten" Eisenbahner. Der Schlüssel zu dem Berhallen der Reichsbahn. Berlin, 10. März.( WTB.) Zu der Frage der Arbeitslöhne bei der Reichsbahn und in der Privatindustrie feilt die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft u. a. mit, daß im Wirtschafetgebiete des Ostens, Mitteldeutschlands und einzelner Teile des Westens zurzeit die Eisenbahnerlöhne noch über den Löhnen der vergleich. baren Industriearbeiter liegen. Demgegenüber fei die Zahl der Punkte, an denen die deutsche Reichsbahn lohnwirtschaftlich unter der Privatindustrie liege, verhältnismäßig gering. Darunter befinde sich auch Berlin. An den lohnshwachen Puntten zu helfen, habe sich die deutsche Reichsbahngesellschaft bei den bisherigen Verhandlungen immer wieder erboten. Beschwichtigungsberichte der Reichsbahndirektionen. Die Telegraphenbureaus WTB. und TU. wetteifern in der Berbreitung der Direktionsberichte, die samtlich nach der Parole gegeben sind. Es wird überhaupt nicht gestreift und dort, wo geftreift wird, geht der Verkehr ruhig weiter. Zunächst handelt es fich allerdings nur um Borpostengefechte. Auch die einzelnen Direftionen dürften sich darüber klar sein, daß, wenn die Reichsbahn verwaltung die Dinge auf die Spitze treibt, die Bewegung unter den Eisenbahnern bis zur Siedehize steigert. ihr die Bewegung über den Kopf wächst. Ueber die Gesamtlage läßt die Reichsbahnverwaltung berichten, daß auf den deutschen Bahnen insgesamt 6600 Arbeiter ftreifen, nur 1,54 Proz. des Arbeiterstandes. Die Reichsbahndirettionen berichten: der Reichsbahngesellschaft, das von Generalbirettor. Deler unter. zeichnet ist, befannt: Attz. 59 A 331. 54. An Deutsche Reichsbahngesellschaft, Gruppenverwaltungen Bayerns und Münchener Reichsbahndiref=. tion. Gerichtete Anträge auf Einhaltung einer Arbeitsruhe von 15 Minuten am Donnerstag, 5. März, ist entsprechend dem Beschluß des Reichskabinetts im Bereich der Reichsbahngesellschaft nicht stattzugeben. Die Reichsbahngesellschaft, Hauptverwaltung. gez. Deser. Auf Grund dieses Telegramms haben sämtliche Diref. tionen an die Dienststellen Anweisungen ergehen lassen, daß feine Arbeitsruhe eintreten darf. Dabei ist kein unterschied gemacht worden zwischen dem eigentlichen Ber fehrsbetrieb oder zwischen Bureau- und Werkstättenbetrieb. Für den eigentlichen Verkehrsbetrieb hatten die Gewerkschaften ähnlich wie aus Anlaß der Ehrung des ermordeten Ministers Rathenou eine Arbeitsruhe von 1 bis 2 Minuten vorgeschlagen, da gegen ließ sich für Bureau und Werkstättenbetrieb und für große Teile des Verkehrswesens, für die Güterab. ohne Bahnunterhaltungsarbeiten fertigung, Im Eisenbahndirektionsbezirk Frankfurt a. M. herrscht Ruhe. Irgendwelche ernstere Besorgnisse, daß es zu einem Streit kommen fönne, liegen nicht vor fommen fönne, liegen nicht vor Üeberdies hätten die Hauptver waltungen sich bereit erflärt, an den Plätzen, an denen die Eisen- weiteres die Arbeitsruhe ermöglichen. Die Reichsbahnbahnerlöhne niedriger sind als die der Industriearbeiter, eine Er Hauptverwaltung sucht lediglich die öffentliche Meinung höhung der Ortszuschläge zu bewilligen und weitere Ber- rrezuführen, wenn sie heute die Dinge so darzustellen ver. handlungen über eine allgemeine Erhöhung gegen Ende des fucht, als hätten die Gewerkschaften eine StillMonats zu führen. legung des Eisenbahnverfehrs geplant. = Aus Sachsen berichtet die Eisenbahndirektion Chemniz: , Der Ausstand hat sich auf weitere Stationen und zwar Glau chau, Mittweida. Baldheim, Bodau Lengefeld, Altmittweida, Oberlichtenau, Siegmar und es dorf ausgedehnt. Es ftreifen jezt 800 Arbeiter. Allen Schwierig feiten zum Troz und entgegen anderslautenden Meldungen ist der Betrieb und Berkehr auch weiterhin allenthalben aufrechterhalten worden. worden. Am geftrigen Nachmittag demonstrierten die streifenden Chemnitzer Eisenbahnarbeiter durch Umzug in der Stadt." " In Dresden beträgt die Zahl der Streifenden nach dem amtlichen Bericht 5378. Für den Schuß der ständig an Zahl zu nehmenden Arbeitswilligen ist in jeder Weise gesorgt. gen Streifversammlungen und Demonstrationsumzüge find ruhig Die gestri verlaufen. Der Bersonenverkehr wird ohne Einschränkung durch geführt. Im Güterverfehr ist eine gewisse Entlastung durch Ums leitung von Zügen und ausgiebige Heranziehung von Aushilfsar beitern eingetreten." Aus Magdeburg wird berichtet, daß im Bezirf auf feiner Dienſtſtelle geftreift wird. Es ist zur 3eit überall ruhig. Der gesamte Betrieb und Verkehrsdienst widelt sich in geordneten Bahnen ab. In Elberfeld ist die Lage heute mittag unper ändert ruhig: Arbeitsniederlegungen haben nicht stattgefunden. Gleiche Meldungen liegen von den Direktionsbezirken Köln und Effen vor. Noch haben wir feinen allgemeinen Eisenbahnerstreif, noch ist es 3eit, seinen Ausbruch zu verhüten. Die Eisenbahner wollen feinen Streit, fie wollen für ihre schwere Arbeit so bezahlt werden, daß sie sich mit Frau und Kindern sattessen können. Wird ihnen aber diese Lebensnotwendigkeit noch länger verwehrt, dann sind sie ohne weiteres gezwungen, in den Streit zu treten, um sich ihre Eristenzmöglichkeit zu er fämpfen. Morgen unverbindliche Besprechung. ministerium unter dem Versiz des Ministerialdirektors Higler eine Am Donnerstag vormittag 10 Uhr wird im Reichsarbeitsunverbindliche Besprechung zwischen den Vertretern der Reichshahn und der Eisenbahnerrroanisationen stattfinden. Die Streits lage ist gegenwärtig im allgemeinen unverändert. Die weitere Entwicklung hängt von dem Ausgang der Besprechuna am Donnerstag ab. Heute foren in Berlin die Dreanisationen der Eisenbahner. eingehend mit dem Eisenbahnerstreit. Die Regierungsvertreter gaben Der Verkehrsausichuk des Reichstags befaßte fich am Dienstag einen lleberblid über die Verhandlungen zwischen Reichsbahn und Organisationen fomie über den Streif. ohne dabei etwas Neues vorzutragen. Genoffe Bender zerpflückte die Behauptung der Reichsbahnverwaltung, daß die Eisenbahnerlöhne allgemein über den Industriearbeiterlöhnen lienen sollen. Bekanntlich eilt das nur für Ostdeutschland, nicht aber für die Mitte und den Westen. Er warnte Die Regierung gleichzeitig, das Streiffeuer nicht zum verheerenden Brand werden zu laffen. Im Berlauf der Berotung teilte Stcats. fekretär Geib mit, daß das Reichsarbeitsministerium bereits zu einer Borbesprechung über die Einleitung des Schlichtungsverfahrens eingeladen habe. Der Ausschuß nimmt diese Mitteilung befriedigend zur Kenntnis und erwartet, dah der Reichsarbeitsminister versucht, den Streit so rasch wie mög lich zu beenden. Schon am Montag hatte die Reichsbahnverwaltung der Bresse mitteilen lassen, daß in den nächsten Tanen der Schlichter an gerufen werde. Diese Mitteilung zeigte ganz deutlich, daß fich befindet, bewußt ist. Sie weiß. daß die jekige Arbeitszeitdie Reichsbahnnermaltuma der veinlichen Situation. in der sie sich regelung unhaltbar ist. Sie weiß auch, daß die jeht gezahlten Löhne für den Durchschnitt der Eisenbahrarbeiter menihanunmürdig sind. In der Ortsflaffe C, die für die Messe der Eisenbahnarbeiter in Frone fommt. meren in der Lohn arupne 3 fir den Marn pro Stunde 56 Bf. für den Tag 5,04 M. und für den Monat 131,04 m. nezahlt; in der Lohn, uppe 6 pre Stunde 43 Pf., pro Tea 3.87 M. und für den Morat 100 62 m Davon neben ab hie Soziallaften in Höhe von 17 bis 20 Broz. und die Steuern. Nimmt man eine Schnperiode von fünf Wochen, so bereutet das in dieser Zeit den Abzug eines ganzen Wochenlohnes. 3 gleicher Zeit wächst infolge her färglichen Entlohnung die Kranfengiffer und demit die Belastung des Lohnes. Wir haben heute z. B. in Berlin bei 28 193 Reffen, mitalistern in der Reichenbetri hafrantenfalle einen Krankenstand von 9 roz. und eine Beitranshöhe non. 99 Brez. Nach Berlin fommt önigsbera Mitalieberzehl 12 500 Krantenstand 7.30 Prozent. Beitragshöhe 9 Broz: dann folan Breslan, Stettin, Franfurt a. d. D., Frankfurt a. M. Köln, Erfurt usw. Die Ziffern geben den Stand von Anfang Januar 1925 mieder. Sie zeigen, daß die Arbeitskraft der Eisenbahner zermürbt ist und boß der Komnf der Gifenbahnerer anisationen um Arbeitszeitner fürzung und Lohnerhöhung buchstäblich ein Kampf ums Leben ist. Die verhinderte Arbeitsruhe bei der Reichsbahn. " In Berlin haben einige Güterbodenarbeiter die Arbeit niedergelegt, doch ist mit einer Einwirtung des Streits auf den Ver- Effen. 10. März.( Eigener Drahtbericht.) Der Deutsche fehr nicht zu rechnen. Im Bezirk Altona ist die Lage weiter Eisenbahnerverband teilt mit: Entgegen der von der iuhig. Die Vollzugsleitung hat beschlossen, sich nach den Weisungen Reichsbahngesellschaft veröffentlichten Dailegung beder Berliner Zentrale zu richten. Im Direktionsbezirk Erfurt treffend die von ihr abgelehnte Zustimmung der Arbeitsruhe anfanden einige schwach besuchte Versammlungen Streifender statt.| läßlich des Todes von Ebert geben mir folgendes Telegramm Nicht Alltägliches Sondern nur vom Gufen das Beste. Der Streik im Berliner Böttchergewerbe. Der Böttcherverband berichtet, daß Dr. Dingeldey( Shn difus der bestreiften Berliner Unternehmer) in der Unternehmer Fachpresse im Reich vor Einstellung Berliner Arbeits. fräfte warnt, in der gleichen Notiz aber auffordert, überschüssige Arbeitsträfte an allen Orten nach Berlin zu dirigieren, da im Berliner Böttchergewerbe genügend Arbeit vorhanden set. ber. Der Streit der bereits fünf Wochen dauert fehlt im Unternehmerlager seine Wirkung nicht. Die Faßfabril ist, gibt sich vergebens alle erdenkliche Mühe, Großfaßarbeiten her. orbel- Spandau, die besonders tariffeindlich eingestellt zustellen. Zur Herstellung von Kleingefäß benutzt die Firma un gelernte Arbeiter aus ihrem Sägewerksbetrieb, die mit Hilfe ihrer Böttchermeister Streifarbeit verrichten. Der Böttcherverband nimmt am Sonntag. den 15. März, um 10 Uhr vormittags im Gewerfichaftshaus in einer Mitgliederversammlung zur Streillage Stellung. Bei der Schebera A.-G. in Tempelhof. Man schreibt uns: Der Chef dieser Firma, Herr Schapiro, ließ zur Trauerfeier für den verstorbenen Reichspräsidenten große Trauerflore aushängen, um als aufrechter Republikaner auch nach außen hin seine Anteilnahme zu befunden. Das Charlottenburger Werk ließ er um 3 Uhr schließen. ein Im Werf Tempelhof aber regiert gewiffer Laschinski, ein Renegat der Arbeiterbewegung, ehemaliger Sefretär einer freien Gewerkschaft. Der Herr brachte es fertig, seinem Personal Urlaub zu verweigern, trotzdem der größte Teil Mitglied republikanischer Organisationen ist. Höhnisch sagte Herr Laschinski u. a.: 1m 5 Uhr ist noch 3eit genug, hinzugehen." Einem Angestellten wurde sogar mit der Kündigung gedroht, falls er es wagen würde, die Trauerfeier zu besuchen. Nur wei Angestellten, die als Reichsbannermitglieder zur Kundgebung Herrn Schapiro gehandelt hat. Allein er hatte in Tempelhof gingen, gab Laschinski notgedrungen Urlaub. Es muß füglich bezweifelt werden, daß er damit im Sinne des die Macht und gebrauchte sic. „ Die Teutsche Filmgewerkschaft ausgeschloffen!" Der Ausschuß der Gewerkschaftstommiffion Berlins und Um der un wahren Behauptung dieses Blattes zugehen lassen, die gegend hat der Redaktion des" Film- Kuriers" eine Berichtigung zu Filmindustrie" und aus dem„ Allgemeinen Deutschen GewerkschaftsDeutsche Filmgewerkschaft" sei aus dem„ Gewerkschaftsfartell für die bunde" ausgeschlossen worden. Ein Gewerkschaftskartell für die Filmindustrie besteht nicht und fann daher die Filmgewertschaft auch nicht daraus ausgeschloffen werden. Aus dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund sowie aus dem Ortskartell für Berlin ist die Filmgewerkschaft nicht ausgefchloffen noch deren Ausschluß erörtert worden. Der Ortsausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes sowie die ihm angeschlossenen Organisationen haben mit der Notiz im Film- Kurier" nichts zu tun. Betriebsräte und Baudelegierte des Baugewerksbundes, Baugewerkschaft Berlin! Die Kollegen, Betriebsräte und Baudelegierte werden ersucht, das Werbematerial ab heute, Mittwoch, im Bureau, Engelufer 24/25, Zimmer 58, abzu Der Borstand. holen. Achtung, Zimmerer! Berbandskameraben! Sonnabend, den 14. März, in allen Bezirken Bersammlungen. Bezirk 2 tagt fchon am Freitag, den 13. März, bei Mücke, Warschauer Str. 17. Der Bezirk 20 tagt erft am Montag, den 16. März, bei Raffuhn, Ert, Ede Donaustraße. Alle Funktionäre werden aufgefordert, für guten Besuch der Versammlungen Gorge zu tragen, und zualeid darauf hinzuweisen, daß am tommenden Sonntag, den 15. März, unter bemfelben Ve hältnis wie bei der Sauptwahl, von 10-12 Uhr vormittags in den bekannten Lotalen Sti wa h I stattfindet. Sentralverband der Zimmerer, 8ahlilelle Berlin und Umgegend. Der Borstand. Bund der technischen Angestellten und Beamten, Ortsverwaltung Berlin. Gemeinsame Mitgliederversammlung ber Fachgruppen Arditekten, Baugewerbe und Steinmestechniker am Donnerstag abend 72 Uhr im Restau rantur alten Geheimratsineipe", Berlin SB., Jerufalemer Str. 8( Nähe Dönhoffplak). Rentralverband der Angestellten, Fachgruppe Metall. Wichtige Funktionär verfammlung aller unter den BBMJ.- Tarif fallenden Betriebe morgen, aeitssaal. Das Erfd einen aller Funktionäre wird beftimmt erwartet. Donnerstag ,, abends 7% Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18, SochBerantwortlich für Bolitif: Crust Reuter: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Steiner; Feuilleton: R. 5. Doider; 2ofales und Sonstiges: Friz Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlaasanstalt Paul Singer u Co. Berlin SM 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". Jede besorgte Mutter fann ihrem fleinen Bubi zur raichen Belämpfung feines Suflens ruhig Fans echte Godener Mineral- Pastillen in heißer Milch aufgelöst geben Der tleine Magen verträgt diefelben ausgezeichnet Muntaufträge 10 übergibt man nur em Nachweis des Deutschen Musiker Verbandes Berlin O 27, Andreasitr. 21( Königstadt 4310). Geschätszeit 9-5, Sonntags 10-2 Ubr. Auf Wunsch Vertreterbefuch JOSETTI Vera 48 Cigarette KON LINON Nr. 118+ 42. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 11. März 1925 C Wie die Konsumgenotenjchaft wurde! zählende Agitationsfommission, daneben wurde die breite Deffentlich feit durch Bersammlungen, Flugschriften mit den Aufgaben der Bewegung bekannt gemacht. Und der Erfolg? Steigerung der Mit gliederzahl in den sechs Jahren von 10 221 auf 86 514, d. h. um rund 74000; dies bedeutet eine durchschnittliche monatliche Zunahme um ein derartig rapider Aufstieg aufzuweisen gewesen. Berlin hatte sich mehr als 1000 Mitglieder. Wohl in feiner Genossenschaft ist jemals den ihm gebührenden Platz in der deutschen Genoffenfchaftsbewegung errungen. Die Entwidlung wäre zweifellos auch in den folgenden Jahren in ähnlichem Ausmaß weiter vor sich gegangen, wenn nicht der 1914 ausbrechende Krieg veränderte Verhältnisse mit sich brachte. Die Ausführung der Pläne zur Errichtung einer Schlächterei in Lichtenberg, einer Mühle auf einem in Köpenick an der Spree erworbenen Gefände mußte zurückgestellt werden. Gleichwohl war In der Arbeiterbewegung Deutschlands haben die Bestrebungen,| Werbetätigkeit; jede Berkaufsstelle befaß eine oft 30-40 Mitglieder bie Barenbedarfsdeckung und Warenproduktion auf gemeinwirt fchaftlicher Grundlage durch selbsthilferische Maßnahmen in Form der Errichtung von Konsumgenossenschaften zu organisieren, viele Jahre, ja Jahrzehnte hindurch nur eine recht ungenügende Würdigung und Unterstügung gefunden; der politischen Betätigung wurde gegenüber dem wirtschaftlichen Zusammenschluß der Arbeiterklasse eine weit überragende Bedeutung beigemeffen. Besonders fraß trat diese Geringshägung wirtschaftlichen Einwirkens in der Reichshauptstadt in bie Erscheinung; während im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts in verschiedenen Gegenden Deutschlands, so in Sachsen, Thüringen, Süddeutschland, bereits vielversprechende Anfäße genossenschaftlicher Organisation zu verzeichnen waren, fonnte Berlin damals nur einige tummerliche, nicht über das Erperimentieren hinauskommende Berfuche aufweisen. Erst um die Jahrhundertwende regte sich zielflareres Vorgehen, hem och nach Jahren zähen Ringens der Erfolg beschieden war. Heute tonn die Arbeiterschaft Berlins mit Stolz auf eine Stonfumentenorganisation blicken, die einen Platz in der vordersten Reihe der deutschen, ja der Konjumvereinigungen der ganzen Welt sich erungen hat. Im vorigen Jahre beging die Konsumgenossenschaft Berlin das Jubiläum ihres fünfundzwanzjährigen Bestehens. Ein Ueberblid über das Biertelsäkulum genossenschaftlicher Entwidlung läßt pier fich martant voneinander abhebende Perioden erkennen. Der erste Abschnitt inmfaßt die Zeit von der Gründung( 1899) bis zur Berj hmelzung des Lerliner Konfumvereins, einer besond rs im Osten und Nordwesten Berlins wirkenden Schweſterorganisation, mit der Genoffen fchaft( 1908). Diese neun Jahre stellen sich dar als einen ununterbrochenen schweren Kampf um die glatte Existenz des Unternehmens. Nach Zeiten leichter Belebung traten Rüdschläge ein und nur der unbeirrbaren Treue einiger Taufende überzeugter Genoffenschafter und der vorsichtigen, die Grundsäge der Bewegung niemals außer acht laffenden Maßnahmen der Berwaltung ist es zuzuschreiben, daß die Genossenschaft allen Widrigkeiten zum Trok vorwärts tam. Das Tempo der Entwicklung war freilich ein äußerst langfames, belief fich doch die Mitgliederzahl in der Millionenstadt nach neunjähriger Wirksamkeit erst auf 10 221 Bund der Umsatz überschritt in zwanzig Berkaufsstellen fnapp die erste Million. Noch ungünstiger sah es um die finanzielle Stärfe des Unternehmens aus: die Reserven beliefen fih auf ganze 13 031 M. ,, während die Geschäftsguthaben 75 109 M. betrugen. Scharf hebt sich die zweite Entwicklungsphase ( 1909-1914) von der ersten ab, gekennzeichnet durch einen geradezu stürmisch zu nennenden Aufstieg. Auf der durch den Anschluß des Berliner Konsumvereins geschaffenen breiteren Basis fonnte die Aufnahme der Eigenproduktion ins Auge gefaßt werden. Die Erzeugnisse der am 6. April 1911 eröffneten Bäderei in Lichtenberg fanden derartigen Antiang, daß die Anlagen ständig erweitert werden mußten. Hand in Hand mit der sich steigernden Leistungsfähigkeit ging eine von idealem Schwung getragene, von einheitlichem Geist beseelte Der Apfel der Elisabeth Hoff. 42] Von Wilhelm Hegeler. Ihr Mann hatte im Verlauf ihrer stockenden Worte, wie um seine Aufmerksamkeit zuzufpigen, mit Daumen und Mittelfinger jeine Augen zugepreßt. Nun als sie schwieg, wieder holte er, nach seiner Gewohnheit, umständliche Berichte seiner Batienten zusammenzufaffen, furz und flar, aber mit einem höhnischen Unterton, das, was sie gesagt hatte: fie hätte, obwohl verlobt, sich mit den beiden Herren so intim eingelassen, daß diese sich in sie verliebt, und sie dann weiter durch verschiedene Gunstbezeigungen zu dem Glauben verführt, Anrechte auf sie zu haben. Die Folge sei die wüste Szene im Wirtshaus und das Duell gewesen, welches allen Bestimmungen des Ehrenkoder Hohn spreche. Ob es sich so verhielte? Ja, es verhielt sich so... wie der Tatsachenbericht des Untersuchungsrichters zum Geständnis des Angeklagten. Fremd! dachte fie. Fremd! In unserer ganzen Ehe inimer fremd: Er fragte, warum sie ihm weder vor noch während ihrer Ehe je ein Wort davon gesagt hätte? " Wohl darum nicht," erwiderte sie leise, weil ich ahnte, daß du es so auffassen würdest, wie du es jetzt aufgefaßt hast." Er zuckte nur die Achseln, zum Zeichen, daß er sie nicht verstände. Nach einigen Augenblicken des Schweigens wieder holte er seine Frage. Ich habe es dir sagen wollen. Ich hab's auch versucht. Aber du haft mir ja nie geholfen." „ Es ist allerdings recht schwierig, etwas in Erfahrung zu bringen, von dessen Vorhandensein man feine Ahnung haben konnte. Dieser Versuch, mir die Schuld zuzuschieben-" Ich schiebe dir nicht die Schuld zu und will mich nicht entschuldigen. Ich war feige. Aber... sage mir, haft bu jemals etwas begangen, was dich bedrückte und was du gern gestanden hättest, deinen Eltern etwa?" " " -Was soll das? Das gehört nicht hierher." Ich meine nur: dann wüßtest du vielleicht, wie schwer fo etwas auf einem liegt, wie gern man sich davon befreien möchte und... wie man's schließlich doch nicht kann." Wenn du mir offen und ehrlich die Wahrheit eingestanben hättestdie dritte Periode während des Krieges ( 1914-1919) teine Zeit des Stillstandes, sondern brachte neue Fortshritte. Wohl wurden Taufende von Mitgliedern zum Heeresdienste eingezogen und damit die Kauftraft des Mitgliederkreises geshwächt, wohl löfte sich infolge der Kriegsverhältnisse der Werbeapparat nach aber die Lücken wurden ausgefüllt durch Scharen neuer Mitglieder; und nach auf, jedoch die vollsfreundliche, dem besonders während des Krieges fih breit machenden Wucher des Privathandels entgegentretende Wirksamkeit der Genossenschaft öffnete auch der indifferentesten Haus rau die Augen und führte fie der Organisation zu. Ein Beis fpiel: Zur Befämpfung des überhandnehmenden Wuchers mußten die Behörden Höchstpreise fast für jeden Artikel festlegen, auch die Brotpreiſe fielen unter die Verordnungen die Genossenschaft war Jahre hindurch in der Lage, ihr erstklassiges Brot unter dem höchstpreis die Allgemeinheit vor den fich immer wieder erneuernden, übertrie abzugeben und schüßte dadurch nicht nur die Mitglieder, sondern auch Höchstpreise. Dies war möglich, obwohl die notwendig gewordene benen Forderungen der Bädermeister au Steigerung der Brotbehördliche Zwangsbewirtschaftung der Lebensmittel die Genoffen schaft in ihrer vollen Leistungsfähigkeit behinderte, da sie ihrer vorteilhaften Stellung als Großeinfäufer verluftig ging. Das Ergebnis der äußeren Entwicklung während der Kriegszeit war, daß die Mitgliederzahl von 86 000 auf 116 000, alfo um 30 000 anwuchs. ( 1919-1924), die Nachkriegs- und Inflationszeit umfassend, stellte Die vierte Periode die gesamte Genossenschaftsbewegung vor die allergrößten Schwierigfeiten. Als wirtschaftliches Unternehmen ist der Konsumverein abhängig von der Gestaltung der Gesamtwirtschaft feines Candes; durch den Währungsverfall geriet die deutsche Wirtschaft in ein Chaos, das jedem Unternehmer harte Wunden schlug. War es in den Jahren 1919/20 die enorme Arbeitslosigkeit, die die genossenschaftliche Entwicklung hemmte, so brachte in den folgenden Jahren die Währungsmisere mit ihrem Höhepunkt: 1 Billion 1 Goldmart nicht zu ver meidende Substanzverluste, die manche Genossenschaft zwangen, ihren Betrieb einzustellen. Die Berliner Konjumgenossenschaft hat auch diese 3eit der Bedrängnis relativ gut überstanden und durch ihre hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete der Warenversorgung in jenen Beiten der Barentnappheit weitere Tausende neuer Mitglieder an fich gezogen, zum Teil aus Schichten der Bevölkerung, die früher der Ach ja, offen und ehrlich..." murmelte sie. " Dann hätte ich dir verziehen. Damals hätte ich es getan. Das weiß ich." " Ich will mich nicht entschuldigen," wiederholte sie.„ Ich war feige. Aber ich hatte auch das Gefühl, es läge dir gat nicht daran zu wissen, wie's wirklich in mir aussah. Du hattest dir ein ganz bestimmtes Bild von mir zurechtgemacht, als von einer Frau, deren Leben von den Haushaltungssorgen und den Sorgen für die Kinder ausgefüllt ist und die im übrigen zufrieden ist. Und wenn dann etwas diesem Bild widersprach, dann wurdest du gereizt und ungeduldig. Hättest du mir nur einmal zugehört, nicht nur mit dem Berstand, sondern mit der Hellhörigkeit des Herzens, dann hättest du vielleicht ge merkt, daß vieles in mir ganz anders war und daß ich nicht so glücklich war, wie du glaubtest. Aber dazu kam es nie. so glücklich war, wie du glaubtest. Aber dazu tam es nie. Und so blieb.auch dies unausgesprochen." Also die unverstandene Frau!" Aber er hatte diese Worte kaum gefagt, als sie ihm auch Schon leidtaten. " Die unverstandene Frau. Da hast du nun deine Formel. Aber" und wieder war es, als spräche sie nicht zu ihm, sondern irgendwohin, zu jemandem Fernen ,, was sucht denn eine Frau in ihrem Mann? Er soll über ihr stehen, er soll ihr ein Halt sein, aber zugleich soll er auch alles Dunkle in ihr verstehen. Ich glaube, eine Frau erlebt lieber von ihrem Mann eine Enttäuschung und verzeiht ihm einen großen Schmerz, wenn er dafür nur ihr mitfühlender Freund wird." Zu leicht wäre dieser Berdacht; dieser selsenfeste Berg von Verdacht, der eben noch sein Vertrauen begraben hatte, zusammengebrochen und es hätte sich zu schnell in entschuldbaren, längit vergangenen Fehl verwandelt, was eben noch seine Ehe zerstört, als daß er der Hoffnung Raum geben dürfte, dachte Hoff. Und dennoch vieles hatte ihn getroffen, hatte Türen in ihm zum Aufspringen gebracht und selbstantlägerische Stimmen zum Reden. Er schwieg verwirrt, blickte sie an, ein milderes, einlentendes Wort schon auf der Zunge aber etwas an ihr, nicht Bestimmbares, aber von starter Magie, eine fremde, gefährliche Schönheit, die ihn lockte wie ein Köder und ihn verwundete wie der stachlige Widerhaken darunter, hieß ihn schweigen, hieß den Verdacht wieder hervorzerren. " Du hast mir das verschwiegen. Gut. Aber wie fonntest du danach noch mit Rysed so freundschaftlich verfehren? Wie tonntest du jetzt mit ihm diese Autofahrt machen?" | Genoffenschaft abgeneigt gegenüberstanden. Der Abschluß der vierten Entwicklungsphase fällt mit der Währungsstabilisierung zufammen; die Goldbilanz von 1924 zieht einen Strich unter die verwirrenden Verhältnisse der Inflation und veranschaulicht den inneren Stand der Genossenschaft in der Gegenwart. Sie zeigt die ungebrochene Stärke des Unternehmens, das nun auf festem Boden die Erfüllung neuer Aufgaben vorbereiten fann. vier Entwicklungs" ien, ergänzt durch die Ergebnisse des ersten Die folgende Tabelle gibt eine zahlenmäßige Darstellung der Geschäftsjahres: 902. 253 227 Bahl Mit glieber zahl Geschäfts. jahr 1898/1900 386 1908/09 10 221 1 101 457 1913/14 86 514 17 820 934 1918/19 116 196 45 821 742 ( 4786Bill.) ( 1. Halbf) 12812803 Umfag 902. ber Ber taufs ftellen Geschäftsguthaben 907 Refervea 902. Spar einlagen 50 490 1 3 861 206 20 75 109 13 081 124 1 061 823 187 813 5 383 835 124 2 601 198 958 683 25 967 939 184 522 009 1 147 997 4 928 642 1923/24 162 768 ( 2. Salbi.)) Die offenen Referven der Bilanz 1923/24 in Höhe von 1 147 997 Goldmark zeigen am finnfälligfien die finanzielle Kraft der Organija. fion; gegenüber dem Borkriegsstand ift eine Berzehufachung ein.. getreten. Rückläufig find allein die Geschäftsguthaben und Spareinlagen der Mitglieder. als Folge der Inflationseinwirtungen. Die Aufwertung der der Genossenschaft zur Verfügung gestellten Gelder erfolgte burd) Generalversammlungsbeschluß in der Weise, daß den Mitgliedern 15 Proz. des Goldwertes ihrer Geschäftsguthaben und 20 Prog. Der Spareinlagen erhalten blieben; mit dieser Auswertung iſt die Genoffenschaft weit über das hinausgegangen, was private und behörd die Säge der meisten übrigen Genossenschaften. Ein großer Teil der liche Geldinstitute allgemein zu gewähren vermochten und auch über Konjumvereine hat die bis Ende 1923 eingezahlten Geschäftsanteile refflos den Reserven überwiesen, andere haben, was ziemlich gleichbe. deutend ist, eine Billion als eine Goldmart bewertet und nur ein fleiner Teil vermochte ähnlich zu verfahren wie die Konsumgenossen. fchaft Berlin. Und wie sieht es mit der Aufwertung in der privatfapis talistischen Wirtschaft aus? Das in Reichs-, Staats- und Kommunalanleihen angelegte Kapital fann als verloren gelten; eine Aufwertung von mehr als fünf Brozent liegt, trotz aller Versprechungen der Rechtsparteien, außerhalb des Bereichs der Möglichkeit; das gleiche gilt für die den fommunalen Spartassen anvertrauten Gelder. Auch die in den Aktien der großen tapitalistischen Gesellschaften angelegten Mittel sind meist ähnlich entwertet; Zusammenlegungen der Aktien bei der Goldmarferöffnungsbilanz von 10, 20, 50, ja 100 und mehr zu 1 zeigen, daß dort die Aufwertung 1-10 Prozent beträgt und nur vereinzelt darüber hinausgeht. Bei der Anlage in Hypotheken ist die Höchst grenze der Aufwertung durch Verordnung auf 15 Prozent festgefeßt. Wenn die Genossenschaft ihre Spareinlagen mit 20 Proz. aufwertet, so hat sie damit das Vertrauen der Mitglieder glänzend gerechtfertigt. Besonders hervorzuheben ist, daß die aufgewerteten Einlagen den „ Ich wollte ihn hier mit Margret zusammenbringen. Erinnere dich doch, ich dachte, Margret wäre die richtige Frau für ihn." Und wo ist sie?" " Sie fonnte nicht fommen." Natürlich! Sie konnte nicht!" „ Jawohl! Sie schrieb mir das hierher. Da ist ihre Karte." Elisabeth sprang auf, fuchte auf dem Tisch, wühlte zwischen den Briefschaften, den Spielsachen der Kinder. Eben lag sie noch da" " Sie wird wohl ebenso verschwunden sein wie bein Herr Rysed." Da ist sie." Berächtlich warf fie ihm die Karte hin. Er las sie, prüfte mißtrauisch den Boststempel, stand unschlüssig, halb schon geschlagen und dennoch sich an einen letzten Zweifel flammernd. " Das also wäre der Grund?" murmelte er. " Ich glaubte, Margret wäre die richtige Frau für ihn. Ich habe mich geirrt. Er will von ihr nichts wissen. Gestern abend, nach einem Spaziergang, hat er mich an dieselbe Bant geführt, wo er mir damals eine Liebeserklärung gemacht hat und da hat er mir gefagt-" " Hat er dir gesagt-?" " Daß er mich noch immer liebt. Genau so wie vor zehn Jahren. Diefer Bube hat dir eine Liebeserklärung gemacht?" " Jawohl. Eine Liebeserklärung hat er mir gemacht. und hat mich gefüßt. Und ein Bube ist er darum noch langenicht. ,, Er ist ein ehrloser und heimtückischer Bube. Am letzten Abend sprach ich noch mit ihm. Ich habe ihm gesagt, wie viel ich ihm anvertraute. Wäre er ein anftändiger, ehrlicher Mensch, dann hätte er mir sagen müssen, wie er zu dir stand." " Hätte er das tun müssen?" " Jawohl als anständiger Mensch." Ach höre doch auf mit deiner Anständigkeit! Es gibt wertvollere Dinge als das. Er liebt mich! Als wenn die Liebe danach fragte, ob sie lieben darf. Mir ist nur wichtig, daß er mich liebt. Er ist in feiner Art ein ebenso anständiger und ehrlicher Mensch wie du. Aber wenn er auch ein Schuft wäre, was täte das, wenn er mich liebt!" .Und du... liebst du ihn wieder?" ( Fortsetzung folgt.) Mitgliedern bereits im Jahre 1927 zur freien Verfügung stehen, wäh rend in anderen Instituten die Gelder, die vielleicht mit fünf Proz. aufgewertet werden, erst im Jahre 1932 zurückgefordert werden könmen; meiter ist zu erwähnen, daß die Verzinsung der aufgewerteten Einlagen in der Genossenschaft vom 1. Januar 1925 ab zum vollen Zinsjah von 6 Proz. erfolgt( anderwärts sind 2 Pro3. mit jährlichen Steigerungen von 1 Proz. in Aussicht gestellt). Diese Gegenüber stellung zeigt, daß wohl nirgends das Vertrauen bei der Anlage von Geldmitteln eine bessere Rechtfertigung erfahren hat als in der Konfumgenossenschaft. Daß dies auch von den Mitgliedern gewürdigt wird, zeigt der trotz der schlechten Erwerbsverhältnisse erfolgende Neuzugang von Spareinlagen seit dem 1. Juli 1924 im Betrage von mehr als einer halben Million Mart. Die Gegenwartsgestaltung der konsumgenossenschaftlichen Warenvermittlung wird am besten beleuchtet durch Wiedergabe der Umsätze im ersten Kalenderjahr nach der Stabilisierung( Januar- Dezember 1924): Januar Februar . März April Mai. Juni 2014 994 Mart Juli. 2117 997 2 293 613 August. 1 687 346 Mart 2010 269 September 2 057 482 2 283 880 Oftober 2 344 281 " 2 205 000 November. 2807 253 1 897 315 Dezember. 2 855 084 Das zweite Halbjahr zeigt bereits ein nicht unerhebliches Plus gegenüber dem ersten. Der Gesamtumfaz 1924 mit 26 074 470 m., gegenübergestellt dem Umsatz des Geschäftsjahres 1913/14 ,, das als Bergleich aus normalen Wirtschaftszeiten herangezogen werden kann, mit 17 356 250 M. ergibt eine Steigerung von 50 Proz. Es geht also unverkennbar aufwärts; alle Kräfte werden nur darauf zu tonzentrieren sein, die durch Krieg und Inflation beeinträchtigte Entwidlung wieder dem Tempo der Vorkriegszeit zu nähern. Berlin bietet hierfür unbeschränkte Möglichkeiten, denn erst der sechste Teil der Bevölkerung ist für die Genossenschaft gewonnen; auch innerhalb der Genossenschaft gilt es, die während der Inflation aus rein materiellen Interessen zur Genossenschaft Gelommenen zu innerichen Sinne. Butterpreise. Im Engroshandel fangen die Butterpreise wieder an zu flettern. In den Detailpreisen hat sich das bisher noch nicht ausgewirkt, aber ficherlich wird das Hinaufgehen der Engrosbutterpreise legten Endes auch auf die Preise für Butter im Einzelverkauf nicht ohne Einfluß Die Gründe für diese Steigerung liegen auf der Hand. Während der Fettkonsum immer noch weit hinter dem der Vorfriegszeit zurückbleibt, ist der Verbrauch der Butter erheblich ge stiegen. Die Margarine erfreut sich der größten linbeliebtheit bei den Beltsmassen. In der Kriegszeit und in der Nachkriegszeit, in der Fette ziemlich fnapp waren und in der Margarine die fehlende und zu teure Butter erlehen mußte, wurden derartig minderwertige Margarinequalitäten hergestellt, daß dadurch eine sehr schwer zu überwindende Abneigung gegen Margarine entstanden ist. Sie fann auch nicht dadurch überwunden werden, daß die Margarine. fabriken von Ruf versuchen, durch Herstellung von Qualitätsware Propaganda für einen stärkeren Margarineverbrauch zu machen. Die Butterpreissteigerung hat ihre Ursachen in erster Linie darin, daß In auch seine Kräfte, deren Rest der Ausbruch des Krieges verfchlang.| hervor, daß Berleumdungen von dritter Seite das Motiv zu der Eine Erholung vermochte die Kräfte nicht wieder herbeizubringen, Tat sind. Die Leichen wurden dem Schauhause zugeführt. die riesengroße Verantwortlichkeit im Dienste der proletarischen seiner Wohnung in der Liebigstraße 47 hat sich gestern vormittag Interessenvertretung verschlungen hatte. Und wenn Otto Sillier die 82 Jahre alte Witwe Wilhelmine Töpper am Kleiderschrank erschneller in das Reich des Todes eingegangen ist, als seine Freunde hängt. Der Grund ist in geistiger Umnachtung zu suchen. annahmen, so ist auch das in seinem ausgeprägten Pflichtgefühl begründet, das ihn mitten in den Reichstagswahlkampf im November hineinführte. Eine in diesem Wahlkampf zugezogene Erkältung vollendete das begonnene Zerstörungswerk. Die Arbeiterschaft verdankt Otto Gillier viel, der sie zur Organisation und zur Verfechtung ihrer Interessen aufrief, und die Arbeiterschaft weiß auch sein Werk zu schätzen. In seinem Sinne weiterzuarbeiten, war das Gelöbnis feiner Kampfgenossen aus dem Beruf, der Partei, der Freireligiösen Gemeinde und allen jenen Arbeiterorganisationen, denen er seine Kraft und seine Unterstützung geliehen hat. Zur Wahl des Reichspräsidenten ist der schmähliche Verleumdungsfeldzug gegen die republikanische Bevölkerung nunmehr durch die Monarchisten und Kommunisten auf der ganzen Linie in strupelloser Weise eröffnet. Die Sozialdemokratische Partei muß diesem verbrecherischen Treiben wiederum mit größter Energie entgegentreten. Freiwillige Beiträge 7 zur erfolgreichen Führung dieses Kampfes durch die SPD. in Berlin fende deshalb jeder, der es irgend kann, schnell und reichlich an die Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Berlin S. 14, Wall. ftraße 65, oder auf Poflichecktonto nr. 48743 an Alex Page13, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Justizbeamte auf der Anklagebank. Sie„ forrigierten" das Recht. lich überzeugten Mitgliedern zu erziehen. Diese Arbeit tann aber nur geleistet perden, wenn die 3wietracht, die man von tom= munistischer Seite in die Bewegung hineinzutragen sich be= müht, gebannt wird und jener Geist die Führung behält, der in der Genossenschaft tein Parteiinstrument, sondern eine praktische Lösung der Frage der Gemeinwirtschaft des Sozialismus erblickt. Die Erziehung des einzelnen durch die Praxis bietet allein die Bürgschaft für eine Ein ganzes Bündel von Amtsverbrechen der schwersten Art werden den Justizobersekretären Georg Birtholz und Frig Durchdringung und endliche Beherrschung der Wirtschaft im sozialiſti- Nebel zur Last gelegt, die sich vor dem Erweiterten Schöffen gericht Mitte zu verantworten haben. Die Verfehlungen dieser beiden Beamten stellen das umfangreichste Strafverfahren dar, das bisher gegen Justizbeamte vor Gericht anhängig gewesen ist. Den Angeklagten wird nicht nur Betrug und Unterschlagung, atten, falsche Ausfertigung pon richterlichen Ber sondern auch Falschbeurfundung, Bernichtung von fügungen und Haftentlassungsbefehlen vorgeworfen. Beide waren Justizoberfekretäre bei der Strafabteilung 197 des Amtsgerichts Mitte in der Dircksenstraße. Diese Abteilung hat die Straffachen im beschleunigten Berfahren zu behandeln und es werden ihr Angeklagte vorgeführt, die auf frischer Tat ergriffen und ge ständig sind. Die beiden Beamten haben nun von den Angeflagten in vielen Fällen Gelder angenommen und vorgegeben, daß der Richter nachträglich Bewährungsfrist verfügt habe. Die Gelder haben sie in ihre eigene Tasche gesteckt und in den Atten Vermerte gemacht, daß die Bewährungsfrist gegen Zahlung einer Gebbuße gewährt worden sei. Mit falschen richterlichen Verfügungsbefehlen haben sie auch die Haftentlassung bewirtt, ebenso haben sie Quittun gen der Gerichtstasse ausgestellt. In einer großen Zahl von Fällen haben sie von der Polizeikasse des Polizeipräsidiums teils selbst, abgenommenen Geldbeträge und anderen Gegenstände abholen teils durch Justizwachtmeister die den vorläufig Festgenommenen lassen, angeblich auf Anforderung des Richters. Es ist üblich, daß diese Beträge vom Gericht zur Dedung späterer Gerichtskosten in Anspruch genommen werden. Die beiden ungetreuen Beamten haben jedoch die Wertgegenstände für sich behalten und in den betreffenden Aktenstücken vermerkt, daß feinerlei Vermögen vorhanden war. Bei der nach Aufdeckung der Verfehlungen angestellten Revision hat sich ergeben, daß auch in einer Reihe von Fällen von den Angetlagten Geldstrafen, die vom Richter verfügt worden waren, eingezogen wurden, aber nicht an die Gerichtstasse abgeführt worden find. Mehrfach wurden bei den falschen Berfügungen über die Auf Unterschriften anderer Justizoberfekretäre der Abteilung 197 perhebung der Strafvollstreckung gegen Stellung einer Kaution die wendet. Eine große Zahl von Atten find überhaupt pers schwunden. Bei Birkholz wurden bei der Haussuchung in der Wohnung noch zahlreiche Attenstüde vorgefunden. Bor Eintritt in die Verhandlung richtete Landgerichtsdirektor Bethge an die Angeklagten die ernste Mahnung, ein offenes Beständnis abzulegen. Er empfände es bedauerlich, daß er als Richter des Amtsgerichts mitte hier gegen Beamte desselben Amtsgerichts zu Gericht fizen müsse. Wenn die Angeklagten aber noch irgendwelche Milderungsgründe für sich in Anspruch nehmen fönnen, so würden sie damit nur Erfolg haben, wenn sie ohne Beschönigung ein freles, offenes Ge ständnis ablegten, Troß dieser Mahnung juchte aber Birtholz, der zunächst vernommen wurde, seine Taten in jeder Weise zu ver schleiern. Nach eingehender Beweisaufnahme kam das Schöffen gericht zu einer Berurteilung des Justizoberfekretärs Birtholz zu zwei Jahren Buchthaus und drei Jahren Ehrveriust megen schwerer Urkundenfälschung im Amt, Betrug, Aftenunterbrückung und falscher Beurkundung. Justizobersekretär Nebet wurde wegen Unterschlagung im Amt und Betrug zu einem Jahr. neun Monaten Gefängnis verurteilt. Sechs Monate murden beiden Angeklagten auf die Untersuchungshaft angerechnet. Rebel nahm seine Strafe sofort an, so daß das Urteil gegen ihn rechtsfräftig wurde. Die 3 bpreiſe infolge der steigenden Futtermittelpreise in der letzten 3. m die Höhe gegangen find. Dementsprechend geht auch die Preisturve für die Viehprodukte in die Höhe. Es kommt dann noch hinzu, daß erheblich geringere Mengen in der letzten Zeit ver buttert wurden, wie sich aus dem Ueberfluß an Milch, über den wir hier ja schon mehrfach berichtet haben, ergibt. Außerdem ist jetzt bie Zeit, in der die Milchergiebigkeit der Rühe ohnehin nachläßt und dann kommt noch hinzu, daß spekulative Einflüsse, die sich stets bei dem Herannahen eines Festes( in vier Wochen ist Ostern), bas einen verstärkten Butterverbrauch zur Folge hat, zeigen, auch hier am Werke find. Wenn die Preise im Einzelhandel steigen, so ist damit von selbst bei dem heutigen Reallohnstand ein Nachlassen des Butterverbrauchs und damit ein Nachlassen der Butternachfrage gegeben, um so mehr, als selbstverständlich die steigenden Butterpreise Beranlaffung geben werden, eine stärkere Berbutterung der überschüssigen Milch vorzunehmen. Es fragt fich allerdings, ob die spekulativen Einflüsse dann so stark sein werden, daß sie froß des verstärkten Angebots und troh verringerter Nachfrage eine Preisfenfung verhindern Und hierbei spielen natürlich einmal die Geldverhältniffe und dann ble Tatsache, daß Butter als leichtverderblicher Artikel sehr schnell verkauft werden muß, eine große Rolle. fönnen. Neue Straßenbahnverbindung nach Teltow. Zur Berbesserung der Berfehrsverbindungen nach und von dem Teltower Industriegebiet wird vom 12. Maiz d. I. ab die jetzt in Lichterfelde- Süd, Wismarer Str., Ecke Berliner Str., endigende Linie 177 an Werktagen durch die Berliner Str. bis zum Schüßenplay in Teltom perlängert. Es wird ein Zehnminutenverkehr bis Lichterfelde- Süd und ein Zwanzigminutenbetieb bis zum Schüßenplak in Tellom eingerichtet. Die Linie 77 verkehrt vom gleichen Tage an ebenfalls in Abständen von 10 Minuten tis Lichterfelder Chauffee und alle 20 Minuten bis Drakestr ,. Die Züge beider Linien ergänzen sich zwischen Bahnhof Zoologischer Garten und Stegliß zu einem Fünfminuten betrieb. Zunächst wird wegen Bauarbeiten an der Eisenbahnüberführung am Hindenburgdamm( Händelplay) auf der Linie 177 ein Bendelverkehr einerseits zwischen Bahnhof Zoologischer Garten und Stegliz, Lichterfelder Chaussee, und jenseits der Eisenbahnbrücke zwischen Händelplaß und Lichterfelde- Süd bzw. anschließenden Wagen über. Aus demselben Anlaß wird die Linie 74 Dom Händelplatz bis zum Straßenbahnhof Lichterfelder Chauffee und die Linie 56 von der Lichterfelder Chaussee vorübergehend bis zum Bahnhof Steglitz zurückgezogen. Am 12. März wird gleichzeitig unter Fortfall des Pendelverkehrs in ber Birkbuschstr. der durchgehende Betrieb auf der Linie 45 wieder aufgenommen. Otto Silliers lehte. Fahrt. Otto Sillier, der faft 30 Jahre lang Borsitzender des VerLandes der Lithographen, Steindrucker und verwandten Berufe und ein aufrechter Kämpfer für die Interessen der Interessen der Arbeiterschaft war ,. ist eingegangen zur ewigen Ruhe. Was an ihm sterblich war, ist in den Nachmittagsstunden des 9. März auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde in der Pappelallee beigesetzt worden. Eine zahlreiche Trauergemeinde gab Otto Gillier das letzte Geleit, und die reichen Blumen Spenden zeugten von der Achtung, die sich der Verstorbene in seinem arbeitsreichen Leben erworben hat. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland hat die Kunde von Otto Silliers Ableben höchfte Anteilnahme ermedt und legte Grüße gebracht. Der hol ländische Vertreter legte im Namen der Berufsinternationale ebenfalls einen Kranz am Sarge nieder. Auch Norwegen hatte einer Kranz gesandt. Nachdem die fangeskundigen Mitarbeiter Otto Sil. liers ein Lied des Abschieds gefungen hatten, würdigte der jetzige erste Verbandsvorsißende und Stadtverordnetenvorsteher Saß noch einmal das Wollen und Wirken des Verstorbenen. Otto Sillier mar Agitator und Führer; er war aber auch ein guter Mensch, bessen Lauterer Charalter feinen Zweifel zuließ. Die großen Kämpfe, die Der Berband mit dem Unternehmertum ausfechten mußte, brachen Das„ Geständnis" des Geisteskranken. Unter der Selbstbezichtigung, die Frau Altermann in der Langen Straße ermordet zu haben, erschien gestern ein 24 Jahre alter Arbeiter Sigismund Brodczewski auf der Wache des 48. Polizeirebiers am Wedding. Er wurde der Mordkommission vorgeführt und eingehend verhört. Seine Angaben stimmten jedoch in feiner Beziehung zu dem festgestellten Tatbestand und Befund und waren so verworren und unsinnig, daß man bald erfannte, es mit einem Geistestranten zu tun zu haben. Es wurde ferner festgestellt, daß sich der Mann schon einmal fälschlich eines Mordes beschuldigt hat. Er wurde der allgemeinen Sicherheitspolizei zur Unterbringung in einer Anstalt übergeben. Schweres Eisenbahnunglück bei Bukarest. 12 Tote, 28. Schwerverletzte. Budapest, 10. März. In der Nähe von Bukarest, unweit der Station Clutila, ist gestern infolge falscher Weichenstellung ein Caflzug mit einem gemischten Zug zusammengestoßen. Fast alle Waggons wurden zerfrümmert. 12 Soldaten wurden getötet, 28 er. fonen lebensgefährlich verletzt. Sport. 14. Berliner Sechstagerennen. Perfyn- Berschelden behalten weiter die Führung. = Die Drei- Uhr Nachmittagswertung am Dienstag zeigie bie Mannschaft Bersyn Berschelden in großer Form. Während die an zweiter Stelle liegenden Hahn Tietz in diefer Bersyn- Berschelden 22 Buntte auf sich vereinigen. Auch die ttaWertung nur zwei Punkte herausfahren konnten, konnten lienische Mannschaft, die eine Runde zurückliegt, fonnte zweimal den ersten und dreimal den zweiten Platz belegen. Die an dritter Stelle liegende Mannschaft Debaets- Thollembeet eroberte nicht einen Punkt. Ban Kempen- Bauer, ebenfalls eine Runde zurück, hoiten fich 10 Puntte. Die Spurts brachten folgendes Ergebnis: 1. Spurt: 1. Tonani por Persyn, Madden und Beber. 2. Spurt: 1. Verschelden vor Oliveri, Gottfried und Lorenz. 3. Spurt: pan Kempen vor Lonani, Persyn und Madden. 4. Spurt: 1. Berschelden vor Münzner, Lorenz und Saldow. 5. Spurt: 1. van Kempen vor Tonani, Bersyn und Ließ. 6. Spurt: 1. Verschelden vor Tonani, Lorenz und Hahn. Bleich nach Ausfahren der Spurts wird am Transparent bekannt, daß Verschelden 50 Mart Geldstrafe wegen Behinderung erhält. Das nur schwach gefüllte Haus beantwortet diese wirklic) sehr sanfte Maßnahme des Rennausschusses mit Johlen und Pfeifen und verlangt Strafrunden. Verschelden aber besitzt sogar den Mut zum Protest.(!) Die 10- Uhr- Abend- Wertung. Kilometer pom Felde zurückgelegt. Die Spurts brachten folBei Bertungsbeginn( 120. Stunde) find insgesamt 3 139 320 gendes Ergebnis: Erster Spurt: Erster pan Kempen vor Tiez, Verschelden und Gottfried. 3 weiter Spurt: Grster ahn vor Bauer, Münzner und Tonani. Dritter Spurt: Erster Gottfried vor Techmer, Thollembeet und Verschelden. Bierter Spurt: Erster Bersyn vor Zonani, Hahn und Thollembeef und Beber. Sechster Spurt: Erster Bersyn Bauer. Fünfter Spurt: Erster Berschelden vor Lorenz, cor Tietz, pan Kempen und Tonani. Inmitten der Wertung versucht Tie zweimal auszureißen, aung der Wertung zieht van Kempen in fabelhaftem Spurt Doch gelingt es ihm nicht, vom Felde abzukommen. Nach Beendi Davon. Trotz aller Anstrengung und guter Ablösung fann er feinen nennenswerten Erfolg buchen. Beinahe fielen Münzner- Gottfried dieser Jagd mit einem weiteren Rundenverlust zum Opfer, Doch Gottfried ist auf dem Bosten und rettet die Situation. # Der Stand des Rennens nach der 10- Uhr- Abendwertung ist nun folgender: Erster: Persyn Verschelden 166 P., Sweiter: Hahn- Zieh 128 P., Dritter: Debaets- Thollembeet 51 P., eine Runde zurüd: van Kempen- Bauer 172 P., Oliveri Tonani 124 P., zwei Runden zurück: Lorenz- Golle 67 P., MaddenSaldow 57 P., Weber- Kruptat 32 B., sieben Runden zurüd: Münzner- Gottfried 61 P., Stellbrint- Techmer 38 P.Beachtenswert ist, daß die führende Mannschaft Bersyn- Berschelden ihren Punktvorsprung gegenüber der an zweiter Steile liegenden Mannschaft Hahn- Lietz erheblich vergrößern konnte. Eröffnungsrennen auf der Olumpia- Radrennbahn. Noch rollt das find die Vorbereitungen für die Gröffnungsrennen auf der 14. Berliner Sechstagerennen über die Babn des Sportpalaftes und ichon DIympia- Rabrennbahn in vollem Gange. Diese finden ant 15. März, nachmittags 3 Uhr, statt. Zu diesen Rennen sind bereits die Deutschen Lewanow und Weiß, der Italiener Bordoni und der für Berlin neue Franzoie Jubh festberpflichtet. Mit einem guten fünften Dauerfahrer fteben die Verhandlungen vor dem Abschluß. Drei Fliegerrennen verpollständigen das Programm. Treptow eröffnet eine Rennfahrerschule. Der Weltmeister Walter Rütt und der Besiter der Radrennbahn Treptow, Direktor Paul Schwarz, wollen eine Rennfahrerschule im Intereffe des deutschen Radsportes ins Leben rufen. Am Sonntag, 15. März foll eine Vorprüfung der sich für dieje Schule Melbenden von ftatten geben. Die Brüfung erfolgt auf der Landstraße über 1000 Meter. Alle diejenigen, die bieran teilnehmen wollen, müssen bis zum 12. März ihre Anmeldung an das Bureau der Stadrennbahn Treptow richten. Nähere Austunit bortselbst. Jeder, der das 17. Lebensjahr überschritten hat, ist meldungsberechtigt. Nichtmajorenne in Berufsgruppen eingeteilt. Selbitverständlich lönnen sich auch baben die Einipilligung der Eltern beizubringen, Die Lehrlinge" werden ungelernte melden. Jeder muß bei der Anmeldung seinen Beruf angeben. Ferner muß das Alter, die genaue Adresse und die Maschine( ob Wulst, Draht- oder Straßenrennreifen) mitgeteilt werden. Für die Prüfung ist Straßenanzug Vorschrift. Der Sturjus soll über 4-6 Wochen geben. Die Schlußprüfung ist gelegentlich eines großen Abendrennens auf der Treptower Bahn vorgesehen. Der Sieger foll als besondere Auszeich Mord und Selbstmord. Bon seiner Arbeit heimkehrend fand der Arbeiter Adalbert Hojad gegen vier Uhr nachmittags in feiner schafterin Auguste Beder und seinen fünfjährigen Sohn Magnung eine Armbinde erhalten mit einer taglichen Rente von 10 Mt.. die mit Gas vergiftet tot auf. Aus hinterlassenen Briefen der B. geht Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 11. März. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: Griechische Sagen des klassischen Altertums, bearbeitet von G. Schwab. 1. Prometheus. 2. Phaeton. 3. Perseus.( Die Funkprinzessin: Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Adele Proesler). 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Bildungskurse). Handel. Privathandelslehrer Franz Fischer: Grundzüge des Wechselwesens". 6. Vortrag. Wechselzahlung, Protest und Regreß. 7 Uhr abends: Lotte will einen Beruf ergreifen" Ansprache an die vor der Schulentlassung stehenden Mädchen. Von Berufsberaterin Emilie Herrmann. 7.15 Uhr abends: Einführung zum Sendespiel. 7.30 Uhr abends: Sendespielbühne. Abteilung: Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest. XI. Veranstaltung. Die lustigen Weiber von Windsor, komisch- phantastische Oper in drei Akten. Text nach Shakespeare von H. S. Mosenthal. Musik von Otto Nicolai. Für den Rundfunk eingerichtet von C. Bronsgeest. Dirigent: Selmar Meyrowitz. Sir John Falstaff: Leo Schützendorff; Herr Fluth: Cornelis Bronsgeest; Herr Reich: Dirk Magré; Fenton: Maximilian Willimsky; Junker Spärlich: Waldemar Henke; Doktor Cajus: Rudolf Krasa; Frau Fluth: Violetta Schadow Frau Reich: Jessyka Köttrick; Jungfer Anna Handlung: Windsor. Zeit: 17. Jahrhundert. Anschließend: Dritte Reich: Charlotte Lindemann. Bürger, Elfen und Geister. Ort der Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. er jolange gezabit erhält, als er im Befit der Armbinde ist, spätestens jedoch bis Schluß der Saison 1925. Für den Kursus ist die Mitgliedschaft zu irgend einem Verband sowie Lizenzlösung nicht nötig. Erit nach Beendigung ist es dem Teilnehmer freigestellt, Lizenz als Amateur- oder Berufsfahrer zu beantragen. Die Anmeldungen müssen umgehend vorgenommen werden. Jugendveranstaltungen. Tich 7 Uhr im Jugendheim Lindenftr. 8 Gigung. Achtung, Bezirksporstandsmitglieder! Morgen, Donnerstag, abends pünkt. Abteilungsleiter, gebt die April- Programme ab, nehmt die noch ausAusgabe der Beitragsmarten, Ausgabe der Jugend voran" und der Arbeiter. ftebenden Abrechnungen vor, holt die Karten zur Frühlingsfeier ab. Abteilungsfaffierer! Morgen, Mittwoch, von 5-7 Uhr Abrechnung und Jugend". Weihnachtsverlofung! Es find noch verfchiedene Gewinne abzuholen, Ber bis Freitag diefer Woche sein Los nicht umtaufet, verliert sein Anrecht auf den Gewinn. Heute, Mittwoch, den 11. März, abends 7% Uhr: Webbing: Schule Ruheplay, Ede Antonstraße, Bortrag: Selbsterziehung." Weißenfees Jugendheim Charlottenburger, Ede Röldestraße, Vortrag: Ge schichte ber GSAJ." Lichterfelde: Jugendheim Albrechtstraße, Vortrag: Unser Wandern. Wannsee: Schule Charlottenstraße, Bortrag: Französische Re volution." Friedrichsfelbe: Schule Berliner Str. 45, Vortrag: Ruffifche Sowjetverfaffung." Lichtenberg- Mitte: Jugendheim Doffeftr. 23, Bortrag: Der sozialistische Mensch." Ren- Lichtenberg: Anabenmittelfchute Marit ftrage, Bortrag: Märgrevolution 1848." Süboft, Reichenberger Biertel: Mitgliederversammlung. E Achtung, Mäbel! Freitag, den 20, b, M., abends pinktlich 7 Uhr, Mäbchen Konferenz in Jugendheim Lindenstr. 3. Bortrag; Reife. eindrüde aus Amerita." Referentin: Genoffin Adele Schreiber. Kommunistenfpektakel im Rathaus. " Die einzigen Freunde" der Erwerbslosen. Auf der Suche nach einem„ Barmat- Skandal“! In der Berliner Stadtverordnetenversammlung von Angestellten einzustellen und Kündigungen nur bei rissen gestern die Kommunisten das Maul wieder mal gewaltig weit Nachweis des Vorhandenseins eines wichtigen auf Berschulden des auf. Bei der Fortsetzung der Beratung ihres Antrages für die Angestellten beruhenden Grundes vorzunehmen", blieb bestehen, da erwerbslosen Angestellten wollten sie glauben machen, der Antrag der Deutschnationalen auf Streichung mit 92 gegen 79 Stimmen fiel. daß sie, wie der Rommunist Ostrowsti prahlte, die einzigen Biffer 3 lautete in der Ausschußfassung:„ bei Unterbringung Freunde der Erwerbslosen seien. In der Erörterung der von einem von Angestellten in städtischen Bureaus und Betrieben, Arbeitsnach Ausschuß besorgten Prüfung des angeblichen Neuföllner Bar weisen und Fürsorgestellen die wirtschaftliche Lage der Angestellten mat- Standals" richtete der Kommunist Degner in seiner zu berücksichtigen und Angestellte in vorgeschrittenem Lebensalter bei rüpelhaften Art wütende Angriffe gegen unsere Genossen Loewy, Der Einstellung vorzugsweise zu behandeln". Auf Antrag der Heitmann und Kunze. Unsere Rebner, Genosse latau in der Deutschnationalen wurde hinter Fürsorgestellen" eingefügt. unter Erwerbslosendebatte und Genosse Harnisch in der Barmat der Vorausjegung gleicher Brauchbarkeit", und der Schluß der Debatte, blieben den kommunistischen Krafeelern die Antwort nicht 8iffer 3 nach einem Antrage der Deutschen Bolfspartei wie folgt schuldig. Daß die in dem Barmat Ausschuß gemachten Fest formuliert: die wirtschaftliche Lage und die Familienverhältnisse zu berücksichtigen". ftellungen eine völlige Widerlegung der fommunistischen Angriffe bedeuten, störte Herrn Degner nicht. Die Kommunisten mußten ihren Barmat- Standal" haben, mochte es fosten, was es wollte. Genoffe Harnisch rieb ihnen ihren Stolt unter die Nafe. Sie antworteten mit Radau, in den ihre Freunde auf der Tribüne einstimmten. Die gestrige um 6% Uhr vom Vorsteher aß eröffnete außerordentliche Sigung der Stadtverordneten war nur der Aufarbeitung der zahlreichen rückständigen Anträge gewidmet. Vor der Tagesordnung glaubte Herr Benus( Komm.) die Mitteilung des Genoffen Stadtrat Wuty in voriger Sizung, daß sich bis zur Stunde bei ihm feine Rommiffion der Streitenden der Bolle- Meicret habe anmelden oder sehen lassen, anzweifeln zu sollen, fiel aber bamit ab, da Stadtrat Wuzky seine Erklärung einfach wiederholen fonnte. In der Fortsetzung der Aussprache über die gegen die Erwerbslosigkeit der Angestellten zu ergreifenden Maßregeln werden die kommunistischen Anträge durch Gehlmann vertreten, der die Anträge unserer Genossen und erst recht die Ausschußvorschläge verurteilte, obwohl sein Gesinnungsgenoffe Gäbel am letzten Donnerstag ausdrücklich die Zustimmung zu den letzteren angekündigt hat. Die Ausführungen Gehlmanns wurden auf der Zuhörertribüne lebhaft beflatscht. Borsteher Genosse Haß: Wenn den Zuhörern auf der Tribüne datan gelegen ist, den Berhandlungen beizuwohnen, so haben sie sich ruhig zu verhalten. Frau Braunert( Dnat.) erklärte sich gegen die Anträge unserer Genoffen, auch gegen die im Ausschuß allerdings nur mit der knappen Mehrheit von 8 gegen 7 Stimmen durchgebrungenen Beschlüsse hinfichtlich der Einstellung des Angestelltenabbaues und hinsichtlich der Sentralisation der gesamten Arbeitsvermittlung. Sie sieht das Heil für die erwerbslosen Angestellten darin, daß man ihnen Arbeit versahafft, und beantragte, den Magistrat zu ersuchen, die in Frankfurt am Main und anderen Städten dafür geschaffenen Einrichtungen zu studieren und die Durchführung ähnlicher für Berlin in Erwägung zu ziehen. Dr. Michaelis( Den.) jah die Grenze der Zuständigkeit der Berliner Kommune durch die tommunistischen, wie auch durch die fozialdemokratischen Anträge bedenklich vermischt. Für die Auf hebung der Personalabbauverordnung sind die Demofraten zu haben, machen aber schon Vorbehalte hinsichtlich der Einstellung des Abbaues von Angestellten. Oftrowski( Komm.) wandte sich zunächst gegen den Berichterstatter Dr. Michaelis, der nicht das Zeug dazu habe, der Notlage der Angestellten nachfühlend gerecht zu werden und legte sich dann für den Einstellungszwang für die Arbeitgeber ein, ohne den ein Arbeitsnachweisgefeß feinen Wert hätte. Um die Arbeitslofen unterzubringen, müsse die Arbeitszett in den Städtischen Bureaus und Betrieben herabgejezt werden. Wie wolle man jonft mit den 30 000 arbeitslosen Angestellten Berlins auf Reder( 3.) meinte, mit den scharfen Worten Ostrowskis jei den Erwerbslosen nicht gedient, brauchbare Borschläge habe er aber nicht gemacht. Das Zentrum lehne die Bentralisierung der Angestelltenvermittelung ab, trete im übrigen den Ausschußvorschlägen bei. Gen. Flatau stellte fest, daß die Fraktion bei den von ihr gestellten Anträgen beharre. Die materielle Unterstügung der Abgebauten fönne in der neu beschlossenen Deputation auch auf anderem beijeren Wege als durch Kreditgewährung, wie die Kommunisten wollen, bewirkt werden. Ungemeine Erbitterung habe es bei den Abgebauten erregt, daß der Magistrat die Wahl arbeiten nicht durch Hilfskräfte, sondern im Nebenamt durch bemittelte Beamte erledigen lasse. Die Deutschnationalen hätten einen Antrag auf Einrichtung einer Schreibstube eingebracht; schon vor drei Jahren set man aber zu der Erfenntnis gelangt, daß eine der artige Anregung als unzweckmäßig nicht weiter zu verfolgen sei. Mit großer Schlagfertigkeit wandte fich Gen. Flatau jchließlich gegen Dr. Michaelis, Bürgermeister Dr. Scholz lehnte den Appell an den Magistrat als unnötig ab; der Magiftrat schente ohnehin den Berhandlungen der Bersammlung alle Aufmerksamkeit. Anscheinend dementierte der Bürgermeister ouch die Angabe über die Wahl räumen? arbeiten. Die Abstimmung hatte folgendes Ergebnis: Der Ausschuß. antrag, den Diagistrat zu ersuchen, 1.„ bei der Landes- und Reichs. regierung auf die Aufhebung der Personalabbauverordnung hinzumirfen, wurde mit großer Mehrheit angenommen; 2. nach dem innerhalb der gesetzlichen Vorschriften das Maß des Abbayes für die Angestellten erreicht, ja jogar überschritten ist, den Abbau Parteinachrichten Cinfendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin stets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, an richten 7. Kreis Charlottenburg. Morgen, Donnerstag, ben 12. März, nachmittags 4% Uhr, im Turkifden Belt", Berliner Str. 53, Sauptprobe zum Elternabenb ber Freien Schulgemeinde. Derfelbe findet am Dienstag, den 17. Mära, abends 7½ Uhr, im obigen Lotal flatt. 17. Streis Lidhtenberg. Kreisfrauenabend! Donnerstag, den 12. März, in der Schulaula Markiſtraße, Vortrag der Genoffin Wurm, M. d. R.:„ Die bürgerliche und die proletarische Frauenbewegung." 20. Kreis Reinidenbort. Freitag. ben 13. März, 7 Uhr, Funktionärinnen. igung im Berwaltungsgebäude, Rimmer 60, Reinidendorf- Oft, SauptStraße, Seber Ort muß vertreten fein. Heute, Mittwoch, den 11. März: 8. Abt. Die Ratten von der Bannerweihe müffen heute abend in der Mitgliederversammlung abgerechnet werden, andernfalls biefelben als Det fauft gelten. 13. Abt. Die Rahlabende finden in den bekannten Rofalen statt. Um 7 Uhr Ronferenz ber Bezirtsführer bei Jofeph, Wilhelmshavener Straße. Dort Materialausgabe und Einteilung der Referenten zu den Zahlabenden. 24. Abt. 7% Uhr Rahlabende in folgenden Lotalen: Gruppe 1 bei Rösner, Immanuellirchstr. 25. Gruppe la bei Schmidt, Marienburger Str. 48. Guppe 2 bei Binzer, Christburger Str. 9. Gruppe 3 bei Schilt, SelterStraße 2. 38. bt. Beairte 185, 184 unb 185, 7% Uhr Rahtabend bei Trunt, Balisadenftraße 20, Bortvaa:" Staatspolitik oder Agitationspolitit. Charlottenburg. 51, 96t. 7 Uhr Rahlabend in den bekannten Lokalen. Borarbeiten aur Reichspräsidentenwahl. Tagesordnung: 57. Abt. Uhr bei Thunad, Wielandstr. 4, Mitgliederversammlung. Wichtige Tagesordnung. 82. Abt. Steglik. 7% Uhr Sablabend in den bekannten Lokalen. 9. Bezirk im Restaurant Schilkenſtr. 51. 1 Der 83. Abt. Lichterfelbe, 7 Uhr Sahlabend bei Schmidt, Hindenburgdamm, Ede Roonftraße, 84. Abt. Santwig. Die Funktionärsizung fällt aus,- Besprechung des engeren Borstandes um 48 Uhr bei Rönsch. 85. Abt. Tempelhof. 8 Uhr im Lokal Bufe, Berberfir. 34, außerordentliche Funktionärversammlung. Tagesordnung: Die Reichspräsidentenwahl." 88. Abt. Lichtenrade. 7 Uhr Mitgliederperfammlung in der Schule Roonftraße. Bartrag des Genoffen Richter über: Kommunalpolitit. 99. Abt, Brik. Der Rahlabend fällt aus. Dafür Funktionärfonferenz bei Regel, punillo 7% Uhr. durch Einwirkung auf die zuständigen Stellen a) die gesamte An. 3iffer 4 hatte im Ausschuß folgende Fassung erhalten: gestelltenvermittlung bei den öffentlichen Arbeitsnach weisen, soweit es noch nicht geschehen ist, zu zentralisieren und nach fachlichen Gesichtspunkten zu gliedern, b) die Mite wirtung der Berufsverbände sicherzustellen, c) die Selbstverwaltung auszubauen. Siffer 4 murde in namentlicher Abstimmung mit 85 gegen Die von den Deutschnationalen beantragte Streichung ber unferer Genoffen: d) ben Anmelde und Benußungszwang einzu 85 Stimmen abgelehnt Bon dem Ergänzungsanfrag führen, e) durch Einwirtung auf oberbehördliche Stellen zu er reichen ein Berbot von Chiffreanzeigen und die Einführung bes Sichtpermerts bei Anwerbung von Arbeitskräften durch Zeitungs inferate. GARBÁTY Alle Marken jetzt im begehrten 5. Uebermäßig starten Nachwuchs dadurch zu unterbinden, daß a) bei der Einstellung und Beschäftigung von Lehrlingen in ständigen Betrieben bzw. in folden Betrieben, auf die die Körper. schaften der Stadt oder ihre Drgane Einfluß haben, ein bestimmtes Verhältnis zur Gesamtzahl der Beschäftigten innegehalten wird, b) regelmäßig von den dafür zuständigen städtischen Stellen, insbesondere auch von den Berufsberatern des Landesberufsamts, unter Schilderung der Zustände in den Angestelltenberufen den Ratsuchenden das Ergreifen von Berufen empfohlen wird, die größere Eristenzmöglichkeiten bieten als zurzeit die Angestelltenberufe, wurde 4d und e mit 87 gegen 85, 5a mit 88 gegen 87 Stimmen ab. gelehnt, 5b angenommen. Der Ablehnung verfiel auch der Antrag der Deutschnationalen, Erfundigungen über die Art und wirtung von Schreibstuben in Bremen, Duisburg usw. einzu ziehen und die Schaffung gleicher Einrichtungen als Notstandsarbett für stellenlose Angestellte zu erwägen. Damit war nach 9 Uhr biefer Gegenstand erledigt Dann erstattete Dr. Rundt( D. Bp.) den Bericht des Untersuchungsausschusses zur Prüfung der Anträge des Barmat- Konzerns megen Strebetgemährung bei der Neuköllner Stabtbant Der Referent gab eine sehr ausführliche Darlegung ber Seststellungen des Ausfchuffes und faßte die Meinung des Ausschusses Beschlüffe find nicht gefaßt worden dahin zufammen: Heitmann hat ohne jebe Renntnis, wer hinter ben beiben Antragstellern ftand, bieje dem Direktor Wolff zugeführt: Dr. Lömy hat eine schwierigere Stellung. meil er anders über die Dinge orientiert war; es muß aber ange nommen werden, daß er über den Zmed des ersten Besuchs und auch über die Sicherheiten, die die Herren gaben, getäuscht worden ist Die Stadtbant und ihr Direttor haben in jeder Beziehung flug, vorfidytig und schnell gehandelt und die Stadt por viaelleicht sehr großem Schaden bewahrt. Schaben bewahrt. Der Rommunist Degner gab sich in fangem, mit den gröbsten Insulten gegen die Sozialdemokraten gespidtem Bortrag alle Mühe, die Untersuchungstätigkeit des Ausschusses und namentlich seiner sozialdemokratischen Mitglieder zu verdächtigen. Genosse Harnisch unterzog sich noch um 10 Uhr der undanfbaren Aufgabe, Herrn Degner abzufertigen. Er hatte dabei gegen die fort gefeßten lärmenden Unterbrechungen und gegen die beleidigendsten Surufe der Kommunisten anzufämpfen, ließ fich dadurch aber nicht im mindesten beirren. im mindesten beirren. Er stellte fest, daß die Partei, die auf Sauberfeit und Reinlichkeit in ihren Reihen stets gehalten habe und stets halten werde, gegen unfaubere Elemente einfdyreiten werde, sobald sie es für angemessen halte, nicht aber auf Kommando der Kommunisten und ihrer systematischen Infamierungsversuche. Heitmann und Löwn hätten im Ausschuß jede Auskunft erteilt; niemand jei geschäbigt worben. Die Reinigungsversuche, die Herr Stolt fortgefekt an der Sozial demokratie unternehme, forderten geradezu heraus, auch das Vorleben von Stolt zu unterfuchen. Der Redner beleuchtete nun die Bergehen Stolts als Parteisekretär in Königsberg und Bremerhaven gegen Barteis gelder, worüber der Borwärts" das Wesentlichste schon zur Kennt nis gebracht hat. Im Anschluß daran tat er auch der Tatsache Er wähnung, daß Herr Koenen 8000 Mt. Barmat- Gelber in Empfang genommen hat. An der weiteren Aussprache beteiligten sich noch burz der Rämmerer, von der DBP. Dr. Kunz, der Löwy, dem Rechtsbeistand und langjährigen Freund Barmats vorhielt, als Stadtverordneter sehr unvorsichtig gehandelt zu haben, Dove ( Dem.) und Dethleffsen( Dnat.). Damit war um 10 Uhr die Rednerliste erschöpft und die Sigung fonnte geschlossen werden. 106. Abt. Johannisthal. 7 Uhr bei Schreiner, Friedrichstr. 6, Mitglieder versammlung. 107. Abt. Alt- Glienide. 7 Uhr bei Haberecht, Friedrichstr. 2, Mitgliederversammlung Tagesordnung: Kommunalpolitik und Straßenverlänge rung im Ortsteil Alt- Glienide/ Faltenberg." Ref. Genoffe Grunow, Birgermeister. 140a, Abt. Wittenau. Der 8ablabenb fällt heute ans and findet am 18. Mära statt. Morgen, Donnerstag, den 12. März: 37. 6t. 7 Ube im Petersburger Sof", Petersburger Str. 55, Mitglieber versammlung. Borttag über: Die politische Lage und bie Reichspräsi dentenwahl." 86. Abt. Mariendorf. Agitationstommiffion! Donnerstag 7 Uhr bei Rien. dorf. Die Bezirksführer machen am Rahlabenb besonders auf diese Veranstaltung aufmerksam. 132, Abt. Blankenburg. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei. Rlug. Dorfitt, 2 Bortrag: Die benorstehende Reichspräsidentenwahi." 136. Abt. Reinidendorf- Dft. 7% Uhr in der Aula ber 3. Gemeindefchule, Bette Allee, Lichtbildervortrag: Das Arbeiterkind." Referentin: Genoffin Epstein. Jungfozialisten, Rieberschöneweide. 7% Uhr Vortrag des Genoffen Mar So dann über:„ Gefahren der Großstadt" in der Aula Berliner Str. 31. Frauenveranstaltung am Donnerstag, den 12. März: 109. Abt. Friedrichshagen. 7 Uhr im Botal Otto, Kirch, Ede Wilhelmstraße, Bortrag der Genoffin Ryned, m. b. 2.: Die Frau in der Arbeiter. wohlfahrt." Jungfozialisten. Die diesjährige Generalversammlung findet am 23. 23, abends 7 Uhr, im Landtag, Brinz- Albrecht- Straße, statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Geschäfts- und Kaffenbericht. 2. Wahlen. 3. Freie Aussprache. Die Gruppen reichen ihre Anträge spätestens bis zum 15. März dem Geschäftsführer ein. Bis zum gleichen Zage machen die Gruppen ihre and baten für den Arbeitsausschus und für die Delegation zur Reichskonferienz namhaft. Spätere Meldungen fallen aus. Stimmberechtigt ist nur, wer feine Mitgliedstarte und eine Bescheinigung seiner Gruppenleitung vorlegt, daß er seine Beiträge bis zum März bezahlt hat oder infolge Arbeitslosigkeit von der Beitragszahlung befreit ist. -Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 44. Abt. Am 1. März verstarb Genosse August Schumann, Reichenberger Str. 49, im Alter von 67 Jahren. Die Bestattung hat bereits ftatt. gefunden to modernen Format beller denn je! Gipkers Wirtschaft Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin durch Einbeziehung der Landwirtschaft in die Arbeitslosen. Sonntag, den 15. März, nachmittags 3%, Uhr im großen Saal der Philharmonie, Bernburger Str. Zanze 4. Festkonzert nach moderner Musit ausgeführt vom Ballett der Staatsoper/ Künstlerische Leitung: Herr Ballettmeister Mar Terpis unter Mitwirkung von Elisabeth Grube( Prima Ballerina), Dorothea Albu( 1. Charakter- Tänzerin), Sarald Kreuzberg( 1. Solo. tänzer) u. vier Tänzerinnen vom Ballett d. Staatsoper/ Pr. M. 1.20 Die Großen kaufen weiter Unternehmungen. Durch den bestimmenden Einfluß beim Barmer Bankverein fam die Stinnes- Gruppe in den Besitz der Rupfer und Messingwerte A.-G., Elberfeld. Dieses Unternehmen mar durch die allgemeine Krise im Vorjahre notleidend geworden und stand unter Geschäftsaufficht. Die Beträge, die zu seiner Erwer bung aufgewandt werden mußten, waren nicht fehr erheblich, da fich nur wenige Bewerber fanden, die die Gesellschaft auf die Beine zu stellen vermochten. Da der Stinnes- Konzern durch diese Einflußnahme feinen Interessenfreis auf dem Gebiete der Metallgewinnung und Verarbeitung vorzüglich er3wangswirtschaft. Später trat dann hemmend die Agrar. gänzen fonnte, erhielt das Objekt für ihn einen erhöhten Wert. Nach frise in die Erscheinung. Alle diese Erscheinungen liegen aber dem scharfen Kapitalschnitt, der bei der Umstellung erfolgte, wurde heute nicht mehr vor. Wir stehen im Gegenteil vor einem das Aktienkapital auf 2 Millionen Mark erhöht In der Gene Aufblühen der Landwirtschaft, die allen Anzeichen nach nicht von ralversammlung der Kupfer- und Messingwerte vorübergehender Dauer fein wird. Die Landwirtschaft ist nun in am 7. März erfolgte eine neuerliche Erhöhung auf 3 Millionen Marf. der Lage, all das bisher Versäumte nachzuholen. Hierzu fagt der Die neuen Mittel sollen zu großangelegten Betriebsverbesserungen Artikel wörtlich:„ Das tommende Frühjahr wird der Anfang und zur vollständigen Fusion mit der Rheinhütten A.-G. in dieser Epoche fein, die als eine Zeit der Rationali: Duisburg verwandt werden. Auch diese Gesellschaft war unter denierung und Mechanisierung ber deutschen Landwirtschaft bezeichnet werden kann." Schlitten gekommen mit dem Ergebnis, vom Stinnes- Konzern verschluckt zu werden. Nachdem beide Unternehmen in dieselbe Hand geraten waren, erfolgte eine Konzentration nach der Richtung, daß die Kupfer- und Messingwerke, Elberfeld, und die Rheinhütte in Duisburg als ein Betrieb verschmolzen und eine entsprechende Arbeitsteilung innerhalb der Betriebe durchgeführt wurde. Rheinhütte führt von jezt ab die Bezeichnung Kupfer- und Meffingwerke, Abteilung Rheinhütte". Durch die Verschmelzung der beiden Gesellschaften und durch straffste Arbeitsteilung erhofft die Berwaltung namhafte Ersparnisse. So sei es möglich, allein an um fatzsteuer monatlich 6000 bis 8000 Mart und an Frachten 3000 bis 4000 Mart zu sparen. Berschiedene Zweigbetriebe beider Gesellschaften sollen vollständig umgebaut und einige ftillgelegt werden. Die = Der Einfluß von Stinnes auf die obengenannten Gesellschaften läßt erkennen, daß den Mammutskonzernen à la Stinnes alles zum besten dient. Den aünstigen Wind der Inflation vermochten sie entsprechend und mit rücksichtsloser Energie auszunuzen. Der dabei erfolgte Einfluß bei einigen Großbanken( Berliner Handelsgesellfchaft, Barmer Bankverein) sollte sich besonders in der Stabili fierungsperiode ais äußerst vorteilhaft erweisen. Nachdem die Inflation ihr Füllhorn entleert hatte und jene schwierige Periode der Stabilisierung anbrad), erhielt der Expansionsdrang der Großfonzerne neue Nahrung aus der gerade entgegengesetzten Richtung. Der Tiefstand der Aktienkurse, der Kreditmangel einzelner Gesellschaften und der Pleitegeier alle diese Umstände trieben die Opfer in Scharen in die Hürden der Stinnes und Genossen. So wendet sich alles zum besten der Großen. Unter den Opfern der Stabilisierungsfrise befanden sich die Kupfer- und Meffingwerfe, Elberfeld, und die Rheinhütten A.-G., Duisburg. Nachdem die Aktionäre dieser beiden Gesellschaften genügend Haare gelassen, erfolgte ihre Eingruppierung in den großen SachwertCompler des Stinnes- Konzerns. Hier sind sie ein Rädchen in einem großen Organismus, wie viele, viele andere. Bemerkenswert ist noch, daß die Bantennaftie Fürstenberg jezt mehr als früher in die Aufsichtsräte ber Stinnes- Gesellschaften eintritt. In das oben fufionierte Unternehmen wurde neben Bertretern des Barmer Bantvereins Herr Hans Fürstenberg, der Sohn des alten Leiters der Berliner Handelsgesellschaft, gewählt. Wie hat sich nun der Landarbeiter dieser Umwälzung aenenüber zu verhalten? Für ihn fann vermehrte Einführung von Maschinen und dadurch bedingte Rationalisierung der Betriebs. führung in großem Maße Arbeitslosigteit bedeuten. Er fennt er jedoch früh genug feine Bedeutung als organisierte Klasse, so tann er diesem Umschwung mit ruhigem Ge fühl entgegensehen. Eine gut organisierte Berufsgruppe müßte fogar die Bucht ihrer Organisation in die Bagschale werfen, um diesen angedeuteten Prozeß zu beschleunigen Dann muß aber auch die Organisation mit allen Konsequenzen dafür eintreten, daß durch neuzeitliche Betriebsführung erzielte Vorteile nicht einseitig bem Unternehmer, sondern auch dem Arbeiter zuteil werden. Es werden nur die wichtigsten Forderungen skizziert, die geltend gemacht werden müßten. In erster Linie Steigerung des viel zu niedrigen Landarbeiterlohns, Bertürzung der Arbeitszeit, Einschränkung der Frauenarbeit und gänzliche Beseitigung der Rinderarbeit zu den weiteren Forderungen gehört der Ausbau des Unfallschutes. Preisnotierungen für Nahrungsmittel, Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels per Zentner frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose. 20,25 24,75 Gerstengrütze, lose. 19,75-21,00 Haferflocken, lose.. Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1 Weizengrieẞ Hartgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseeibsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, I erl. • 21,00-22,00 21,75-23.50 20,00-21,00 23,25-25,50 27,00 29,00 20,00 21.50 21,50-28,50 18,50- 22,50 20,25-23,00 Langbohnen. handverl. 27, 0-32,0 Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große. Kartoffelmehl 18,00-24,50 30,50 43,00 44,00-45,00 20,50-22,50 Makkaroni, Hartgries. 46,00- 58,50 Mehlnudeln. Eiernudeln Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasi Patna. Tafelreis, lava Ringapfel, amerik. Getr Pilaumen 90/100 Pflaumen, entsteint 26,50-31,00 44,50-74,00 15,00-1,73 18,50-20,00 24,51-32,00 32,73 49,00 74,5079,00 43,00- 45, 0 72,00 78,00 Landarbeiter und Mechanisierung der Landwirtschaft. Cal. Pflaumen 40/50 62,50 64,00 Die Verbandszeitung des Deutschen Landarbeiterverbandes, Der Landarbeiter", bringt in Nr. 3 dieses Jahres bemerfenswerte Ausführungen über die Stellung der Landarbeiter zur Mechanisierung der Landwirtschaft. In großen Strichen wird dargestellt, daß die deutsche Landwirtschaft in ihrer Entwicklung zur rationellen Anwendung von arbeitersparenden Maschinen seit dem Ausbruch des Weltkrieges stehengeblieben ist. Auch nach Beendigung des Krieges fetzte der Fortgang dieses unter bundenen Prozesses nicht sofort ein. Die Ursache begründet fid) cus dem Verhalten der Mehrzahl der Landwirte gegenüber der Rosineni Kist., Candia. Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice. Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer Schwrz Pfeffer Singap. Weißer Pfeffer 60,00- 73, 0 70,00-85,00 $ 1,00-68,00 18,00-195,' 0 185,00-200,00 100.00-10.00 45,00-47,00 95,00-105,01 148,00-160,00 Rohkaffee Brasil 215,00-239,00 Rohkaffee Zentralam 25,00-318,00 Röstkaffee Brasil. 270.00-310,00 Postkaffe Zenetralam. 330,00-400,00 Röst etreide lose 21.00- 24,00 Kakao. fettarm 31,00-32,50 32,0 35,00 35,0 38,75 33,0 35,00 31, 0-37,00 25,50- 30,00 84,00 96,00 36,00- 40,00 37,00-55,00 3,10 3,60 3,70-4,20 55,00-96,00 Kakao, leicht. entölt. 100,00-120,00 Tee, Souchon, gepackt 390,00-405,00 Tee, indischer, gepackt 420,00-47,00 Inlandszucker bas mel. Inlandszucker Raffina. Zucker Würfel Kunsthonig Zuckersirup hell L Elm. Speisesirup dunk.i.Eim Marmelade Eintr. Erdb. Marmelade Vierfrucht Pflaumenmusi. Eimern Steinsalz, in Säcken Siedesalz in Säcken 4.40- 5,00 5,20-5,80 Bratenschmalz Tiers. 90,00 93 50 Bratenschmalz i Kübl 91,50-94,25 Purelard in Tierces.. 90,50-91, 0 Purelard in Kisten 91,00-91,75 Speisėtalg in Packung 65,00- 66,00 Speisetalg in Kübeln Margarine, Handelsm. I 66,00 desgl. II. 60,00-63,00 Margarine, Spezialm. I 80,00- 84,00 desgl. II... 69.00- 71,00 Molkereibutter! L. Fäss. 225,00-231,00 Molkereibutter, i. Pck 232,00-237,00 Molkereibutter Ila i. Fs. 20,00-216,00 Molkereibutter i.Pck. 216,00-222,00 Auslandbutter in Fässt 2 5,00-244,0 Corned beef 12/6 lbs p. K. Ausl.Speck, geräuchert Quadratkase Tilsiter Käse, volltett Echter Emmenthaler Echter Edamer 40%. 269 " Aush ungezucker. Condensmilch 48/16 ... Inl. gez. Condz-M. 48/14 38, 0-39,00 9,00-101,00 28,00-40,00 120,00-135,00 165,00-175.00 117,00-132,00 85,00 87,00 20,00-22,50 25,25Der etwa auftretenden Arbeitslosigkeit muß vorgebeugt werben Dersicherung. Der Artikel schließt mit der nur zu berechtigten Aufforderung an die Landarbeiter, unter allen Umständen ihre Organtfation zu stärten. Solche Forderungen können nur dann ver wirklicht werden, wenn eine Macht hinter ihnen steht. Diese Macht muß für den Landarbeiter der Deutsche Landarbeiter. verband fein. Aus der Partei. Arthur Henderson- Erefutivmitglied der Internationale. Arthur Henderson war zusammen mit Macdonald und J. H. Thomas auf dem Hamburger Kongreß als Vertreter Englands in die Erefutive der Sozialistischen Arbeiterinternationale gewählt worden. Gemäß den Statuten der SAJ. haben alle diei ihre Funktionen niedergelegt, als sie im Vorjahr in die Regierung eintraten. Nunmehr hat die Erekutive der Labour Party Artur Henderson neuerdings an Stelle des Genossen A. G. Cameron, der seine Funktion wegen einer Erfranfung zurückgelegt hat, in die Erekutive der SAJ. entsendet. Eine Konferenz der Arbeiterparteien des britischen Reiches. Die englische Arbeiterpartei hat für den 27. Juli dieses Jahres eine Konferenz aller Arbeiterorganisationen des britischen Reiches eingeladen. Eine solche Konferenz war schon im vorigen Jahre geplant, mußte aber wegen der Verhinderung einiger Parteien verschoben werden. Mag Wiener geftorben. Einer der ältesten Kämpfer der Sozialdemokratie in Schlefien, Genoffe Mag wiener, ist in Alter von 80 Jahren in Breslau verschieben und am Montag unter starter Beteiligung zu Grabe getragen worden. Der Verftorbene gehörte zu denjenigen aufrechten Demokraten, die durch die Tätigkeit Eduard Bernsteins und durch die Entwicklung der Fortftrittspartei zur Sozialoemotratie geführt wurden. Er hat der Stadt Breslau und der schlesischen Parteibewegung lange Jahtzehnte hindurch in vielen Ehrenamtern gedient. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Gefäftsfteise. Berlin G 14. Gebaftianftr. 37/38. Sof 2 Tr. Unsere Mitglieder erhalten gegen Borzeigung der Mitgliedstarte ant Saffe 6 des Großen Schauspielhauses Rarten zu bebeutend er mäßigten Breifen für die gesamten Abendvorstellungen bis einschließlid 22. März. Gauvorstand. Kamerabschaft Ertner. Mittwoch, den 11. Märs. abends 7 Uhr, Antreten Bahnhof Eriner zum Warsch nach Woltersdorf. Remeradidaft Friedrichshain. Donnerstag, den 12. Dära, abends 7½ Uhr. Turnabend der gesamten Rameradschaft in der Turnhalle Diestelmenerfrage. Fretag, den 13. März, abends 7 Uhr, Treffen im Vereinslokal, FruchtStamerabschaft Neukölln- Brik, Jungmannschaft Reukölln. Freiftraße 36a. bag. ben 13. März, abends 8 Uhr. Turnen in der Turnhalle des Lyzeums, Berliner Straße. Urbeiter Radio- Klub, Bezirk Schöneberg. Donnerstag, den 12. März. abends 7 Uhr, Sufammenkunft aller Mitglieder und we: ftätigen Radic freunde bei Rofenthal, Schöneberg, Ebersftr. 66. Erscheinen dringend notwendig. Gäste willkommen. Freie Bereinigung von Sternfreunden, Berlin. Bersammlung am Sonn abend, ben 14. März, abends pünktlich 8 Uhr, im Berliner Rindl, Aurfürsten. bamm 101, 1. Gaal lints. Tagesordnung: 1. Bortrag des Borsigenden Herrn Freund: Sternbilder der Efliptik. 2. Beobachtung am Teleftop. 3. Auf nahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Begetarier- Bereinigung Berlin. Montag, den 16. März, abends 7 Uhr. bei Somann, Botsdamer Etr. 26a, Vortrag des Herrn Edhoff vom Heilbund über„ Gesundheitskultur". Eintritt frei. Bereins Deutsche Lande annschaft der Proving Posen, Groß- Berlin. fikung am Donnerstag, den 12. Mära, abends 8 Uhr, Aindi- Brauerei, Neutölln, Sermannftr. 214/219. Bereinigung für Schul- und Erziehungetragen, Berlin- Treptow.m Reichensaal ber 6. Treptower Gemeindefchule, Wildenbruchstr. 53 III, Freitas, ben 13. Mära, 8 Uhr:„ Die Gefahren der Straße für die Großstadtinder." ( Konrad Agahd.) Eintritt frei! Mandolinenflub Sorbische Klänge 1906. Donnerstag 8% Uhr Uebunge abend in den Artonahellen, Antlamer Str. 29. Berein für deutsche Schäferhunde( 5. B.), Ortsgruppe Moabit", Monate Derfammlung am Freitag, den 13. März, abends 8 Uhr, im Jnfelrestauran! in Blögensee, Geestraße. Dafelbst Schuß und Polizeihund- Ucbungsturse fü Mitglieder während der Wintermonate Sonntags vormittags. 9-12 Uhr unter perfönlicher Beitung der Uebungswarte. Auskunft dafelbft. Gemeinschaft proletarisder Freibenter Steglik. Mitgliederversammlung an Donnerstag, den 12. Mära, abends 7% Uhr, im Jugendheim Aniephofstraße. Gäste willkommen. Der Vorbereitungsunterricht aur Jugendwethe findet ieben Donnerstag von 4-5 Uhr in der Schule Jahnstraße statt. Lehrerin: Genoffin Arifche. Die Jugendweihe findet am Sonntag, den 29. März. vore mittags 10 Uhr, im Paulsen- Realgymnasium, Arndtstraße, statt. Weiheredner: Genoffe Dr. Arische. Eintritt 50 Pf. 39 Mar echt Eic... 3 Tropfen Kaol Sprechmaschinen Nr. 4 Gelegenheitskauf! Riesenposten! Konzertapparate, trichter.os: M. 9,0 7 13, 11, Haubenapparate, echt Eiche. 12 14 35,- 45, Schrankapparate, echt Eiche: Nr. 11 M. 26, Nr. 19 M. 89, 20 110, 18, 16 58, 26 160, 24 125, Vo'lkommenste Wiedergabe Platten wieder billig! 30 cm 1,90 M. Schulz& Gundlach Berlin C.. Zielung 17. u. 18. März 1925 ROTE KREUZ 18 183 se, 835 Gew.nne m tie irtue 122 VOD eldlotterie 200000.. Hauptgewinne: 60000 Rm. 30000L 10000. Bisch.18ssilcastgeDuit u.Liste Lose zu M. 3,30 eichsstempel. 33 Pfennig extra. Gn haben in all, urch Plakate kenntl. Verkaufsstellen. G. Dischlat's& Co. BERLIN C2, Königsir. 51. 108.8.hcc- on.o Berl n 31041. Glauben Sie, Sie dürften die Karmitri Zigaretten nicht anerkennen, Metall- Oel- Politur besser als Putzwasser weil sie so unwahrscheinlich billig sind? KAR MITRI Patz-, Polierlappen Putzwolle Schleifertuche haben in jeder Menge abzugeben Statt Karten! Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Genoffen von dem nach langen. fchweren Beiden am 7 März erfolgten Ableben meines Herzens guten Mannes, unseres lieben Baters, Gebr. Holzinger wieger und Großvaters Neukölln Tel.: Neukölln 4545-4547 AbessinierPumpen, Behren Filter Ersatzteile. Preisi ste gra.is Koblank& Co., Pumpenfabrik, Heinrich Sachse im faft vollendeten 59. Lebensjahre in Renntnis u feßen. Hohen- Renendorf, 9. März 1925 Berberfte 27. 6705 Auguste Sachse geb. Langisch nebft Rindern. Einäscherung am Freitag, 13. März, nachm 530, im Kremat. Gerichtstr Für die herzliche Teilnahme tei der Berdin N 55, Beilegung unseres Iteben Entschlafenen Reinicken dorter Str. 95. KrausePianos Miete ZUI Ansbacher Str. 1, dke Kurfürststraßens iagen wir all n unseren herzlichsten Dant: Reinhold Appelbaum& Söhne 669b Schöneberg, Guzkowstr 2 Erfolg E haben Inserate Im Vorwärts Zum Rei- BESSER ALS JEDE SEIFE u. nigen Putzen in Haushalt, Werkstatt und Sport, sowie Hautpflege. zur Verlang. Sie eine kleine Probedose gegen dieses Inserat, wo unser Plakat zu sehen KOKONA ist. Große REINIGER git sekn Die schwarze Hand Geschenke u. R esenreklame unterlassen wir Kokona ist bill g u. soll bleiben. es Helenenwerk G. m. b. H. BERLIN Magdeburger Str. 6. Kurf rs: 6366 Nr. 118+42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sozialpolitik und Justizetat. Ebenfalls in dritter Lelung endgültig gegen Nationalfozialisten und Kommunisten verabschiedet wird der Gefehentwurf zur Uebernahme der durch das Ableben des Reichspräsidenten entstandenen Sosten auf das Reich Bur ersten Lesung gestellt werden dann die Gefeßentwürfe über die Genfer Uebereinkommen, über das Vereinsrechtberland wirtschaftlichen Arbeiter und die Entschädigung der Landarbeiter bei Arbeitsunfällen. Abg. Obend'ef( Komm.) fordert, daß auch auf den Gütern Be triebsräte zugelassen werden. Abg. Schmidt- Köpenid( Soz.): Sozialdemokratische Kritif. Der Reichstag nahm geffern nach zuffimmenden Erflärun-| eine viel größere Notwendigkeit dafür, daß endlich etwas Durch gen der Abgg. Westarp( Dnat), Brüninghaus( DBp.) greifendes geschaffen wird. Bon 1882 bis 1907 ist der Anteil der und och- Weser( Dem.) die Vorlage über die Stellvertre- Frauen unter den Arbeitern von 24 auf 30,4 Broz. geftiegen. Rech tung des Reichspräsidenten gegen Nationalsozialisten und net man die Frauen dazu, die nicht versichert find, so zeigt sich noch Kommunisten an. viel deutlicher, wie groß der Anteil der Frauen ist, die in Ermerbs tätig, fondern zu gleicher Zeit Hausfrau und Mutter. arbeit stehen. Ein großer Teil von ihnen ist aber nicht nur erwerbs. Nach den Zählungen der Krantenfaffen im vorigen Jahr befanden sich unter den Frauen 27,8 Proz. im Alter bis zu 20 Jahren, 42,5 Broz zwischen 20 und 40 Jahren, 29,7 Proz. über 40 Jahren. Diese Zahlen zeigen ganz besonders, wie viele zeugungsfähige Frauen in der Erwerbsarbeit stehen. Das Reichsarbeits. minifterium hat im vorigen Jahre berichtet, daß in Washington auch über die Frauen gesprochen wurde. Leider vermissen wir, daß es auf diesem Gebiete etwas getan hat. Wir hatten er warten müssen, daß das vorliegende Gefeß mindestens das enthält, was im Washingtoner Abkommen steht.( Sehr wahr! bei den Soz.) Besonders notwendig ist, daß die Frauen, die im Handelsgewerbe tätig find, unter den Schutz des Washingtoner Abkommens gestellt werden. Bir treiben teine Agitationspolitit, sondern fordern, doß den Verhältnissen entsprechend zum mindesten soviel durchgesezt wird, daß die arbeitende Klaffe eine Erleichterung ihrer Lage fühlt. Es wurde uns angekündigt, daß es nicht möglich sei, die werdenden und stillenden Mütter fechs Wochen vor und sechs Wochen nach der Geburt voll zu unterstützen. Man hat darauf hingewiesen, daß schon 60 millionen zu diesem 3wed ausgegeben werden. Nach unserer Auffassung ist das viel zu wenig.( Sehr wahr! bei den Soz.) Wir fordern einen weileren Schutz der werdenden Müller, des felmenden Lebens. Das ist ein wichtiges Gebiet der Bevölkerungspolitit, und es ist Pflicht des Reichs, hier die notwendigen Zuschüsse zu leisten. Meine Ge noffin Schroeder hat Ihnen die Zahlen der Kinder genannt, die im ersten Lebensjahre sterben. Diefe. Zahlen sprechen für sich selbst. Wir müssen Stillpausen einführen und wenn das auch für die Großstädte schwierig fein mag, so sind Einrichtungen zu treffen, die durch Gesetz gesichert werden. Die Frage, die hier behandelt wird, ist Sache der Gewert schaften und die Kommunisten mögen ihre Hände davon lassen. Die Landarbeiter wollen jedenfalls nichts von ihnen wissen Es handelt sich heute um die Sicherung des Koalitions rechts. Auch in Deutschland find Bestrebungen im Gange gegen die Zuziehung landwirtschaftlicher Fragen vor das Internationale Arbeitsamt. Es ist uns gelungen, daß diese Fragen dort behandelt werden. Wenn das Koalitionsrecht jeht überhaupt international geregelt wird, so haben das die Landarbeiter unseren Bestrebungen zu danken. Nun versucht aber die Regierung, das Koalitions. iecht der Landarbeiter wieder illusorisch zu machen. So hat die Reichsbahnverwaltung verordnet, daß alle Landarbetter, die in der Landwirtschaft tätig sind, nicht beim Bahnbau beschäftigi werden sollen. Ich möchte die Regierung darauf aufmerksam machen, daß noch der Artikel 111 der Verfassung gilt, wonach in Deutschland völlige freizügigkeit herrscht und jeder das Redit bat, einen beliebigen Drt aufzusuchen. Einschränkungen fönnen nur durch Reichsgefeß vorgenommen werden. Heute versucht man aber immer wieder, das Koalitionsrecht zu umgehen. Wir fordern mit allem Nachdruck, daß die Landarbeiter in ihrer Freizügigkeit nicht gehemmt werden, daß sie ihren Berdienst auch dort suchen können, wo sie es wollen, also auch in der Industrie, wenn sich ihnen höhere Löhne bieten. Wir werden über diese Frage bei der Beratung des Reichsernährungsministeriums noch weiter fprechen. Wenn Herr Obendiet glaubt, meinen Parteifreund Dito Braun als Feind der Landarbeiter hinstellen zu fönnen, fo fann demgegenüber festgestellt werden, daß das, was Oto Braun für die Landarbeiter getan hat, geschichtlich feststeht. Er hat ein Lebensalter für sie gewirft. Das ist den Landarbeitern bekannt, und ich bin davon überzeugt, daß sie ihm restlos ihre Stimmen bei der bevorstehenden Präsidentenwahl geben werden. Zu der Frage der Technischen Nothilfe behalten wir uns unsere Ertlärungen bei den Etats vor, die für sie zuständig sind. Jezt nur cins: Wenn es dazu gekommen ist, daß die Technische Nothilfe überhaupt eingefeht worden ist, so tragen die die Schuld daran, die bei den Streits in den Gas- und Wasserwerfen dafür geforgi haben, daß Frauen und Kinder leiden mußten. Das besagt aber nicht, daß wir uns mit der Technischen Nothilfe einverstanden er: flären. Es steht aber fest, daß unter den Streifbrechern bei der Eisenbahnerbewegung sich viele Kommunisten befinden und daß bei der Nothilfe in Rolberg, um nur ein Beispiel zu nennen, eingeschriebene Mitglieber ber KPD. find.( hört, hört!) Hier juchen die Kommunisten den Anjahein zu ermeden, als ob fie für den Schuß des Koalitionsrechts feien. Draußen aber zerstören fie die Organisationen und nehmen den Arbeitern den Glauben an die Gewerkschaften. Bei den Lohnfämpfen in Ostpreußen haben die Kommunisten zumeist verband? Warum sorgt Ihr denn nicht für Tarife für die Landatbeiter? Das fommt davon, weil Euch Eure Mitglieder davon gelaufen find. Wenn Ihr aber glaubt, daß wir Euren Baralen Folge leisten werden, so befindet Ihr Euch auf dem Holzwege. Mir werden das tun, was den Interessen der Landarbeiter entspricht.( Beifall bei den Sozialdemofiaten.) Wir verlangen, daß auch in der Unfallversicherung und in der Unfallhilfe Girl if bruch begangen. Wo ist denn Euer Freier Landarbeiter die Landarbeiter das gleiche Recht wie alle anderen Arbeiter haben. Schließlich möchte ich meine Freude über das Ergebnis unferer Arbeit aussprechen. Gestern hat der kommunistische Rebner Beber- Düsseldorf breimal betoni, daß feine Barteifreunde für ein Gesetz stimmen würden, um den Sozialdemokraten feine Gelegenheit zur agitatorischen Ausnüßung ihres Berhaltens hier im Reichstag zu geben. Das zeigt, wie weit unsere Erziehungsarbeit an ihnen schon gewirti hat. Das gestrige Eingeständnis des fommunistischen Redners ist eine Rechtfertigung für unsere Politit, wie wir jie nicht beffer wünschen fönnen. Die Borlagen merden darauf dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Zur Kenntnis genommen wird das Washingtoner Uebereinkommen über die Beschäftigung der Frauen vor und nach der Niederkunst. Abg. Frau Nemih( Soz.): Zu den Fragen, die unbedingt zu lösen find, gehört die beffere Fürsorge für werdende und stillende Mütter, Die im Erwerbsleben stehen. Die Sozialdemokratie ist schon vor dem Kriege mit allem Nachdruck dafür eingetreten. Jezt besteht 3ch stelle fest, daß die Gewerkschaften, insbesondere der Textilarbeiterverband, auf diesem Gebiet mehr geleistet hat, als jemals vom Reich geschehen ist.( Sehr wahr! bei den Soz.) Es muß endlich nachgeholt werden, was hier versäumt worden ist. Bir dürfen uns nicht mitschuldig daran machen an dem Verbrechen, daß für Mütter und Kinder zu wenig in Deutschland geschieht. Wir haben deshalb zu fordern, daß das Mindeste, was im Washingtoner Abkommen enthalten ist, für Deutschland Gesez wird. Darum wünsche ich, daß alle Fraktionen ebenso wie wir zum Schuze von Mutter und Kind arbeiten.( Beifall bei den Soz.) Abg. Frau Arendfee( Komm.) verlangt staatliche Entbindungs und Kinderfürsorgeanstalten und lehnt die privaten und firchlichen Einrichtungen ab. Die Borlage geht ebenfalls an ben Sozialpolitischen Ausschuß. Die zweite Lesung des Haushaltsplanes wird dann fortgefeht teim Haushalt des Reichsjustizministeriums. fungen. Der Rebner erstattet einen starf einseitig gefärbten Bericht, so daß von den bürgerlichen Bartelen lebhafter Widerspruch gegen seine Ausführungen erhoben wird und auch der Bize. präsident Graef ihn ermahnen muß, fachlich zu be richten und persönliche Werturteile zu vermeiden. Abg. Dr. Korsch( Stomm.) berichtet über die AusschußverhandAbg. Levi( Soz.): Die Emmingerschen Notverordnungen bedeuten eine Umwandlung der Justizpflege in einem Umfang, wie es früher nie vorgekommen ist. Diein Urteil darüber fann ich dahin zu fammenfassen, diese Justizreform möge so schnell wieder gehen wie fie gekommen ist. Auf dem Wege der Notverordnung ist sie geschaffen worden, durch eine Notverordnung follte sie wieder beseitigt werden. Die eine Emmingeriche Reform beruht auf dem Gedanken, daß man durch polizeiliche Maßnahmen die Prozeßz führung erleichtern fönne. Dieser Versuch ist gescheitert, weil man die Prozeßführung den Porteien überlassen muß und sie nicht von der Obrigkeit übernommen werden fann. Die Prozeßführung ist aus der Kontrolle der zuständigen Instanzen genommen worden, die darüber wachen sollen. Die Folge davon ist doppelte At beit und cine Berstopfung des ganzen Zivilprozeßverfahrens. auch das Güteverfahren ist eine verfehlte Anordnung. Wenn erst einmal die Parteien soweit sind, daß sie Prozesse führen, dann kann die Berföhnung in der Amtsstube nicht mehr detrediert werden. Es besteht Uebereinstimmung bei den Richtern und bei den Anwälten, daß die Emmingerichen Berordnungen nicht bis zur Gesamtreform der Justizverwaltung am Leben bleiben dürfen. Dan tann von einem förmlichen Notstand sprechen. Wenn die Urteile in den Strafprozessen nicht mehr so minder wertig sind wie in den früheren Zeiten, jo rührt das von der erweiterten Bugtehung von Laien her. Seit 1918 sind auch diejenigen Schichten als Schöffen und Geschworene hinzugezogen worden, die früher davon ausgefchloffen waren. Es find au Arbeitertreise baran beteiligt. Daraus erflärt fich, daß eine Derföhnlichere Stimmung zwischen Richterbank und Angeklagten entftanden ist. Daraus fann aber nicht gefolgert werden, daß erst die Emmingerfche Reform diesen Zustand geschaffen hat. Sie hat im Gegenteil auch auf dem Gebiet der Strafrechtspflege unhaltbare Ber hältnisse geschaffen. Ich weise darauf hin, daß die Beweis. Mittwoch, 11. März 1925 erhebung, die boch früher das Grundrecht des Angeklagten war, heute in der hand des Richters liegt. Es wird gejagt, bas dafür die Grenzen der Berufungsfähigkeit weiter gezogen feien. aber mit der Weiterung dieses Gebiets ist gleichzeitig eine Einengung ber Berufungsaussichten erfolgt. gegensägen ständen und daher vor laffenurteilen ge Man fagt, daß die deutschen Richter über allen Riaffenschützt feien. geBewers Wir haben zu einem großen Teil der deutschen Richter nicht das Bertrauen, daß fie objektiv Recht zu sprechen imftande find. An zwei Fällen mill ich das nachweisen. Der erste Fall betrifft den Magdeburger Landgerichtsdirettor dorff. den Borsigenden in dem bekannten Rothardt- Prozeß. Es steht fest, daß Bewersdorff in gesellschaftlichen Kreisen geäußert hat: Det Sattlergejelle muß meg." Diese Meußerung tat er, bevor er fein Richteramt ausgeübt hat. Später erklärte er, ohne genaue Angabe von Zeit und Ort tönne er nicht sagen, ob er dieje euherung getan habe. Wenn vor Heren Bewersdorff ein Angeklagter stände, der eine solche Ausführung gemacht hätte und fich dann nicht mehr darauf befinnen will, fo würde Herr Bewersdorff fagen: Dieser Mann lügt. Bon einem Mann von der Bildung des Herrn Bewersdorff muß man eine bündigere Erklärung verlangen fönnen, ob er diefe Aeußerung getan hat oder nicht.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn ein Richter wie Bewersdorff zur Führung eines Prozesses von der Wichtigkeit des Magdeburger Brogeffes berufen wird, dann muß er noch nady Monaten wissen, ob er das gesagt hat. Es fann aber festgestellt werden, daß Bewersdorff diese Aeußerung getan hat, und weiter, daß er jeht nicht zu feinen Worfen steht.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Dieser Fall hat dann eine Fortjeßung durch die Kritik des Landgerichtsrats Dr. Croner gefunden, die vom juristischen Standpunkt aus formell zu weit geht, und durch die sich Herr Bewersdorff beleidigt fühlen konnte. Dr. Croner stand als Angeflagter vor dem Landgerichtsrat Dr. Ahlsdorf. Diefer äußerte vor der Berhandlung, daß Croner so mit jeds Wochen bestraft werden müsse. Die Aeußerung mar schon vorher bekannt, und der Angeklagte lehnte deshalb den Richter ab. Es ist fein besonderes Zeichen von Charakterstärke, wenn Herr Ahlsdorf sich gescheut hat, die Konsequenzen aus seiner Aengerung zu ziehen. Er mußte die Gefühle des Angeklagten berücksichtigen, der nicht mehr daran glauben fonnte, daß dieser Mann nod) objektiv Rechtsprechen fönne. Herr Ahlsdorf hätte auf sein Amt verzichten müssen. Das hat er nicht getan. Ich will aus solchen Einzelfällen nicht Folgerungen allgemeiner bedenklich stimmen muß. Art ziehen, aber auf einen Bunft muß ich noch hinweisen, der sehr im allgemeinen zengt bis zu einem gewissen Sinne die Tat Für die Gesinnung der Richter sache, daß die Richterorganisationen dabei stehen und m beiden Fällen weder ein Bort der Mißbilligung oder der follegialen Rüge finden. Wir sehen mit einem gelinden Entfegen der Zukunft entgegen, wenn wir uns vorstellen, wenn erst die jüngere Generation, die im Krieg und in der Nachkriegseit groß geworden ist, die auf Schule und Universität alle Grade der Verhegung durchgemacht hat, zur Rechtsprechung gelangt. Wenn erst diese Leute ins Richteramt tommen, porstellen fann.( Sehr wahr! b. b. S03.) dann wird es ein Erschrecken geben, das man sich jezt noch faunt Ein Kompler der Justizpflege bedarf noch besonderer Erörte rung. Das ist die Fülle der Landesveratsprozesse, die jetzt wie eine Seuche durch Deutschland geht. Ich will mich nicht zum Hüter derjenigen Elemente.aufwerfen, die gegen Geld Geheim pläne den Franzosen und so weiter ausliefern. Aber man tann sagen, daß die hier verhängten Strafen außer Berhältnis zu der Schuld stehen. Im allgemeinen ist der dabei ingerichtete Schaden nicht so groß, daß die Richter sich bei der Strafbemessung ausschließ lich vom Gefühl teiten laffen müßten. Aber es gibt unter den Landesverratsprozejjen zahllose Fälle, wo von einem Berraf von Geheimnissen teine Rede sein kann, weil es sich um Dinge handelt, die alle Spahen von den Dächern pfeifen. Es ist doch ein Unding, solche gewaltige militärische Organisationen aufzuziehen, ohne daß das Ausland etwas davon bemerkt. Und wenn dann eine Zeitung eine Notiz darüber bringt, soll sie bestraft werden. Bir dürfen um so eher von der Eristenz einer ich war. zen Reichswehr reden, weil der Reichstanzler felbft zugegeben hat, daß eine schwarze Reichswehr bestanden hat, allerdings in der Vergangenheit. Er hat das so dargestellt, als ov fie im wesentlichen aus innerpolitischen Gründen entstanden sei. Die Landesverratsprozesse find also dazu bestimmt, um die geheimen Organisationen, die sich gegen die Republik richten, zu schühen. Das ist ihr wirklicher Sinn. ( Sehr wahr! b_d. Soz.) Id) wäre der Regierung sehr dankbar, renn fie eine Statistit darüber aufstellen würde, welchen Umfang die Landesverratsprozesse, die eingeleiteten Berfahren und die Verurteilungen angenommen haben. Wie mir heute mitgeteilt wurde. imebten im Februar 755 Landesverratsprozesse. ( hört! hört! b. b. 03.) Der Redner erörterte ben allanbt, der im Jahre 1921 eine Urkunde aus dem Jahre 1916 entwendet und dafür mit fechs Jahren Buchthaus bestraft worden ist. Das Urteil wurde damit begründet, daß die Urkunde geheimzuhalten gewesen wäre. Es seien durch die Veröffentlichung belgische Persönlichkeiten WO- KHI- Einreibung- Embrocation Von unerreichter Wirkung bei Behandlung von: Rheumatischen u. nervösen Gliederschmerzen, Ischias, Zerrungen und Verstauchungen Unübertreffliches Sportmassagemittel Für Heilzwecke in Apotheken, für Massage und Kräftigung in Sportgeschäften, Drogerian, Apotheken/ Fl. M. 5.-, FL. M. 8.- Wo- Khi- Werk, Berlin, Wilhelmstrasse 121 * verraten worden, die während des Krieges mit der deutschen Re gierung in Verbindung gestanden hätten. Die Regierung fönnte noch einmal in die Lage fommen, sich dieser Leute zu bedienen, was bei der Entwicklung der Berhältnisse möglich sei.( hört, hört! bei den Soz.) Das Vergehen des Angeklagten war aber viel weniger LandesDie Gutachten im Tscheka- Prozeß. nerrat als die Bemerkung des Reichsgerichts, und trotzdem stellt sich Rauschs Todesursache.- Neumann geistig normal. das Justizministerium dem Versuch, das offensichtliche Unrecht wieder gut zu machen, hindernd in den Weg. Das ist fein Zeichen von Staatsstärke.( Sehr richtig! bei den Soz.) Der Redner fordert dann die Annahme des sozialdemokratischen Antrages, wonach gegen die Urteile der bayerischen Boltsgerichte Berufung eingeführt werden solle. Bei der Ernennung der Richter zum Staatsgerichtshof gewinnt man den Eindrud, daß immer mehr das Ziel verleugnet wird, das für die Schaffung des Staatsgerichtshofs ausschlaggebend war, nämlich einen Schuh gegen die Feinde der Republik von rechts zu schaffen. Weiter ist zu verlangen, daß endlich der zweite Fall 3eigner wegen Landesverrat erledigt werde, der schon einmal vor Monaten abgeschlossen war, nachher wieder eröffnet wurde. Wir verlangen, daß die schweren Schädigungen an Leib, Gut und Ehre, die immer noch in der Rechtspflege zu finden sind, beseitigt werden. Ein Volk fann schwere förperliche Leiden auf sich nehmen, aber in feinem Puntte ist es so empfindlich, als wenn sein Rechtsgefühl verletzt wird. Darauf zu achten, das muß die Aufgabe der deutschen Justiz sein.( Lebhafter Beifall bei den S03.) Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Dr. Barth( Dnat.) und Hampe( Wirtsch. Vereinigg.) werden die Beratungen abgebrochen. Das Haus vertagt sich auf Mittwoch 2 Uhr.( Reichspräsidentenwahl, Justizetat.) Schluß 7 Uhr. Bergarbeiterelend. Hungerlöhne nnd steigende Unfallziffern. sprache im Landtag. Die AusNach der Ministerpräsidentenwahl nahm der Landtag den Nachtragsplan zum Haushalt 1924 und das zugehörige Gesez nach dem Ausschußvorschlag in zweiter und dritter Beratung an. Ferner gelangen dazu zwei Entschließungen zur Annahme, die Borschläge für die Schaffung von Aufrückungs- und Beförderungsstellen für die Amtsgehilfen sowie für die Beamten der Polizei und der Landjägerei im gleichen Umfange wie für die analogen Beamten der Reichsfinanzverwaltung und eine Gegenüberstellung der Endgrundgehälter der preußischen Beamten von 1913 mit dem 1. Dezember 1924 fordern. Das Haus seht dann die gemeinsame Aussprache über das Gruben unglück auf Zeche" Stein" fort. die Verwaltung die Berieselung in den letzten Wochen, wo sich Abg. Steger( 3.) erklärt: Auf der Zeche" Minister Stein" habe der Einbau der Steinstaubsperren der Vollendung näherte, offenbar nicht mehr recht ernst genommen. Er selbst habe in der Grube Kohlenstaub in Menge vorgefunden, der nicht erst, wie die Berwaltung jetzt behauptet, durch die Explosion angeweht worden sei. Abg. Hartmann( Dem.): Die Unfallziffern im Ruhrberg: bau haben sich von 1 Proz. der Belegschaft im Jahre 1921 auf 1,2 Proz. im Jahre 1924 erhöht bei einer Verminderung der Beleg schaft von 528 272 auf 441 287 Mann. Alle Sicherungsmaßnahmen bleiben wenig wirkungsvoll, wenn es nicht die Lohn- und Ar= beitsverhältnisse den Bergleuten möglich macht, die Unfallverhütungseinrichtungen und die dazu gehörigen Vorschriften auch mirtlich einzuhalten. Bei dem Antreibersystem find Leben und Gesundheit stark gefährdet. Die Unfall- und Hinterbliebenen nersicherung bedarf im allgemeinen einer Reform. Auch bei einzelnen Unfällen muß eine Besserung der Bezüge eintreten. Abg. Franz- Oberschlesien( Soz.) wirft den Deutsch nationalen vor, daß sie trog aller schönen Reden gegen eine wirkliche Grubenkontrolle unter Mitbeteiligung der Arbeiter seien.( Lachen bei den Dnat.) Mit mitleidigen Worten sei es nicht getan. Es sei empörend, daß z. B. in Oberschlesien ein Bergwerksdirektor den Betriebsräten die Vornahme der Gruben fontrolle verweigert habe. Auch die Vorschriften über die Berieselung vor der Schußabgabe würden nicht ordnungsgemäß beachtet. Ebenso sei es mit den vorgeschriebenen Uebungen der Ret tungsmannschaften bestellt. Das alles hätten amtliche Prototoile festgestellt, der Staatsanwalt aber greife nicht in solche Gesezwidrigkeiten. Eine Verschärfung der Polizeiordnungen fönne nichts helfen, wenn sie nicht auf die wirklich Schuldigen angewandt würden. Wo gebe es denn Grubenbesitzer, die man wirklich bestraft habe? Die leberfüllung der Wagen trüge erhebliche Schuld an den Kohlenstaubexplosionen. Es sei zu be grüßen, daß der Bergrat Kiämer Abgeordneter geworden sei, dadurch werde er wenigstens bei der Grubentontrolle ausgeschaltet. Die Lohnhöhe in Oberschlesien sei standalös. 80 Pro3. von Arbeiterkindern feien dort nach dem Zeugnis des Berliner Oberbürgermeisters Böß tuberkulös. In Oberschlesien gäbe es einen Lohn von 60 bis 70 m. monatlich.( Abg. Dr. Pinkerneil( DBp.) schüttelt mit dem Kopfe.) Die Annahme der sozialdemokratischen Anträge zur Besserung der Grubenkontrolle diene auch den Interessen der Bergverwaltungen selbst. Mittwoch 12 Uhr: Fortsehung der Aussprache, Kleine Borlagen, Grundvermögenssteuer, Anträge. Schluß 6,10 Uhr. für ihre Taten verantwortlich. BS. Leipzig, 10. März. Im Einverständnis mit den übrigen Prozeßbeteiligten unterbrach am heutigen Verhandlungstage der Gerichtshof die Ver. nehmung des Kriminal- Oberinspektors Roppenhofer Stuttgart, um zunächst verschiedene medizinische Sachverständige über das Krankheitsbild und den Obduktionsbefund im Falle Rausch Zunächst tamen zwei Aerzte vom Berliner zu hören. Lazarustrantenhaus zu Gehör, in das Rausch schwer ver mundet eingeliefert wurde und in dem er nach reichlich zwei Monaten verschied, Dr. Kupe von der Chirurgischen Abteilung und Dr. 3immermann von der inneren Station. Der Offizialverteidiger Neumanns, Rechtsanwalt Dr. Goldstein, befundet begreifliches Interesse für die Frage, ob das alte Nierenleiden, das die Aerzte bei Rausch festgestellt haben, bösartig genug war, um schließlich schon von sich aus zum Tode zu führen. Dr. 3immermann bejaht dies mit der Einschränkung, daß normalerweise das Nierenleiden erst nach 5-10 Jahren einen tödlichen Ausgang genommen hätte. Eine Verschlimmerung des Leidens sei durch das Attentat unstreitig ver ursacht worden. Die Todesursache war dann aber Bluterguß in die Brusthöhle, die eine Herzlähmung hervorrief. Sachverst. Geheimrat Prof. Dr. Seefeld, der Leiter der Chirurgischen Abteilung des Lazarus Krankenhauses in Berlin, steht auf dem Standpunkt, daß die Vernehmungen feinen tödlichen Einfluß auf die Krankheit ausgeübt haben. Aus dem rauchgeschwärzten Einschuß in die Bauchhöhle schließt der Sachverständige, daß der Schuß aus ziemlicher Nähe abgegeben worden ist. Rausch sei nach feiner Anficht geistig durchaus flar gewesen. Hierauf sollte die Frau des Angeklagten Neumann als Zeugin vernommen werden, machte aber von ihrem Recht der 3eugnisverweigerung Gebrauch. Der Bruder des Angeklagten, Frih Neumann, gibt zunächst als Zeuge über seine Familienverhältnisse Auskunft. gibt zunächst als Zeuge über seine Familienverhältnisse Auskunft Sein Großvater, ein Geheimer Kanzleirat, sei im Alter von sei in der Irrenanstalt Eberswalde gestorben, wo er ſeit 75 Jahren an Baralyse gestorben. Ein Bruder seines Vaters 40 Jahren als unheilbar geistesfrank lebte, und zwar handelte es sich bei ihm um typischen Größenwahn. Ein anderer Bruder seines Vaters litt an Berfolgungswahn, und auch noch andere Familienmitglieder feien geiftesfrant gewesen. Borf.: Hat Ihr Bruder irgendwelche Zeichen von Geistes frankheit gezeigt? Zeuge Neumann: Ich habe in der Boruntersuchung gesagt, daß ich ihn nicht für geiftestrant halte, und ich halte diese Aussage auch jetzt aufrecht. Im übrigen muß ich Einzelheiten meiner damaligen Aussage zurücknehmen, denn bei der Verhaftung meines Bruders war ich außer mir und äußerst erbittert. Später habe ich erst objektiver darüber gedacht. Aus der Kindheit meines Bruders ist mir nichts weiter bekannt. Nur einer Aeußerung meiner Mutter entsinne ich mich:„ Ich weiß nicht, was mit dem Jungen ist, manchmal tommt er mir nicht ganz normal vor." Ich selbst war damals nicht viel zu Hause und entsinne mich nicht mehr. Als mein Bruder 14 Jahre alt war und wir eines Abends am Tisch saßen, fing er plöglich ohne Grund an, herzzerbrechend zu weinen. Bis zum Jahre 1913 waren wir immer in Fühlung, und ich habe nichts Auffallendes an ihm bemerkt. Er war durchaus ruhig. fall en es an ihm to nur, daß er im Zagarett mat, besuchte ihn auch einmal anläßlich eines Urlaubes im Lazarett Tempelhof und erfuhr erst später, daß er sich in Baugen längere Zeit in der Nervenabteilung befunden haben soll. Nach dem Kriege machte ich die Beobachtung, daß er außerordentlich reizbar und sehr leicht erregbar war. Wenn wir über Politik sprachen, tam es leicht zu Zusammenstößen, so daß wir es vermieden, darüber zu sprechen. 1923 machte ich die Beobachtung, daß seine Ner vosität außerordentlich gesteigert war. Er hatte etwas Fahriges in seinem Wesen. Ich konnte öfter seinen Ausführungen nicht folgen. Im übrigen war er stets gefällig, und ich hatte volles Bertrauen zu ihm. Bors.: Hatten Sie großen Einfluß auf ihn? Jeuge: Nein, den hatte kein Mensch. Seine Frau sagte mir seinerzeit, wie er das Geld von der kommunistischen Partei erhalten hatte, sie habe ihm aus Scherz gesagt, er solle ihr etwas davon abgeben. Da sei er aufgebraust, wie sie dazu fomme, so etwas zu sagen. Das sei doch Parteigeld. Als Lügner habe ich ihn nie fennen gelernt. Fanatisch erschien er mir lediglich in seinen politischen Anschauungen. Als Aufschneider tann ich ihn nicht bezeichnen. Er hat nie die Fähigkeit gehabt, eine Sache richtig durchzuführen. Auch Margies und Szon Bors.: Sie haben aber gefunden, daß er ganz logisch denkt, Jeuge: Ja, aber nicht bis zum Ende. Auf eine Frage von R.-A. Dr. Samter, ob sich der Angeklagte Neumann im engiten Familienkreise auffällig benommen habe, erflärt der Zeuge, daß das Familienleben Neumanns ein durchaus gutes mar. R.-A. Dr. Samter: Hat er nicht einmal das gesamte Geschirr, das auf dem Tisch stand, auf die Erde geworfen? Jeuge: So etwas Aehnliches soll einmal passiert sein, genau erinnere ich mich nicht. Meine Schwägerin hat mir erzählt, daß er einmal Geschirr zerbrochen hat. Nach der Mittagspause erflärt Sachverständiger Seefeld auf Fragen, daß zu einem operativen Eingriff bei Rausch nicht der geringste Anlaß vorgelegen habe und feinerlei Anzeichen für das Gintreten einer tödlichen Blutung zu beobachten gewesen seien. Dem Schwerverwundeten sei die ärztliche Hilfe nach bestem Gewissen und dem heutigen Stande der Wissenschaft zuteil geworden. Hierauf wurden die drei Sachverständigen entlassen. als Zeuge über den Selbstmordversuch, den der Angeklagte Ein Gefängnisbeamter, der Wachtmeister Schilling, berichtet Neumann im Juni 1924 gemacht hat. Als der Beamte eines Tages die Zelle öffnete, hing Neumann in einer Schlinge, die er aus feinem Handtuch hergestellt hatte, fonnte aber rechtzeitig abgeschnitten werden. Im weiteren Verlauf seiner Vernehmung gab Schilling an, daß Neumann, als man ihn nach den Beweggründen für seinen Selbstmordverfuch befragte, erklärt habe, er rechne mit einer schweren Strafe und deshalb habe das Leben für ihn feinen Wert mehr. Dr. Auch der Stuttgarter Gefängnisarzt, Medizinalrat Schmidt, befundet, daß er von seiner anfänglichen Meinung, daß Neumanns Selbstmordversuch nur eine wohlberechnete Demonstration gewesen sei, auf Grund späterer Feststellungen wieder abge= tommen sei. Das Gericht beschloß auf Antrag der Verteidigung die Vera nehmung Schillings über die Versorgung Neumanns im Gefängnis und die Ladung zweier weiterer Stuttgarter Gefängnisbeamten als Zeugen für die Frage, ob die Angeklagten König und Diener versorgt worden seien. im Gefängnis von dritter Seite mit Lebensmitteln Nachdem zwei weitere medizinische Sachverständige, Dr. Thies mann und Dr. Friedländer, die beide während des Krieges den Angeklagten Neumann behandelt hatten, gehört worden waren, erstattet der der Verhandlung von Anfang an beiwohnende Sacha verständige Medizinalrat Dr. Thiele Berlin sein Gutachten über Neumann. Er fam in längeren Ausführungen zu dem Schluß, daß die Unters fuchung teinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben habe, daß der Angeklagte früher oder jetzt jemals geistesfrant gewesen fei. Auch von einer erblichen Belastung fönne feine Rede sein. Irgendwelche Anhaltspunkte, daß Neumanns Glaubwürdiga feit durch hysterische Beranlagung beeinflußt worden sei, feien nicht vorhanden. Dagegen, daß Neumann bei Abgabe des Schusses auf Rausch sich in einem unzurechnungsfähigen Zustande befunden habe, spräche die Kaltblütigkeit, mit der Neumann die Tat ausführte. 3 Medizinalrat Dr. Schüße Leipzig schloß sich diesen Dars legungen an.§ 51 träfe auf ihn nicht zu. Bei Margies, so meinte verzeichnen, der Sachverständige, fe reinesfalls eine verminderte Burednungsa fähigkeit vor, ebensowenig bei dem Angeklagten Szon, der ledig- sit lich ohrenleidend fei. Die Verteidigung behielt sich weitere Fragen an die Sachvera ständigen vor. Um 46 Uhr nachmittags wurde die Verhandlung dann auf Mittwoch früh 9½ Uhr vertagt. Briefkasten der Redaktion. B. G. 31. Die Aufnahmebedingungen erfahren Sie vom Sekretariat; die Rosten für die Zeit der Ausbildung richten sich doch auch nach den persön lichen Berhältnissen. Das Unterrrichtsgeld fommt gar nicht in Betracht, weil gering. beiterpresse"( Engelufer 31) zunächst Stellung als Bolontär. B. S. Suchen Sie durch Inserat in den Mitteilungen des Vereins Ar S. W. 1000. Diese Scheine sollen demnächst eingelöst werden; der angefekte Betrag füte je 1 M. beträgt ungefähr ein Hunderttausendstel Pfennig. M. S., Johannis. thal. Der Ausschluß erfolgte auf Betreiben der Kommunisten durch den Berbandsvorstand. Die Tekte Instanz( der Verbandstag) hat sich damit nicht beschäftigt. Selbstverständlich war dieser Ausschluß ungerechtfertigt, aber was ficht das diese Gesellschaft an. Laffen Sie die Moskowiter schmähen fie follen fich un ihre Ehrenmänner" fümmern. Besonders billige Angebote Gardinen Etamin- Halbstore mit Binsätzen 290 390 arbeitseins. Etamin- Halbstore mine: 5085 375.550 mit 4.90 690 Tüll- Garnituren steilig...... Etamin- Garnituren Einsätzen Madras- Garnituren hellgrandig 8751200 Tüll- Bettdecken 2 bettig. m. Einsätz., 8501375 Etamin- Bettdecken 8751200 Madras Meterware, dunkelgrundig. 475 675 Etamin kariert, 150 cm breit.. Meter Meter 95 Pf. Teppiche und Läuferstoffe Hansa modern gemustert Stambul mit Fransen, mechanisch gewebter Wollsmyrna 6a. 50X100 60X120 135x190 160X235 200X300 cm 295 4.95 ea.60x120 1550 2150 3000 90x130 90X180 90x270 90X320 cm 1150 1875 75 2600 3850 46° 00 ca. 125x220 150x250 200X300 250X350 300x400 300X500 350X450 cm 4500 5750 9500 14250 1900 24500 26000 Pa. Axminster extraschwere Qualität.......... 62x125 90X180 170x240. 200X300 250X850 800X400 cm 1750 3750 850 1280 1880 26000 200x800 5600 Pa. Kokosteppiche Künstlermuster Cib. 170x230cm 3600 Decken zweiseitig Satin, Steppdecken Grösse 150/200.. 1750 2500 in Farben 78009800 Daunendecken vielen Diwandecken solide Qualität.... 975 1475 Tischdecken Phantasiemuster....... Reisedecken getiger...... 650 975 1750 2500 Autodecken fasang. 290 3500 mit Einfassung. reine Wolle...... 75 Gobelinstoffe 180 cm breit, Verdure- 575 750 250x350 8200 Rips 130 ca.90cm breit Pa. Kokosläuferstoffe moderne Muster, ca. 67 cm breit 275€ 375 35 Boucléläuferstoffe modern gestreift... 67 cm breit 45 ca. 90cm breit Linoleum- Auslegeware 90 2,90 Pa. Velvet- Vorlagen 200 cm breit, bedruckt.. Quadratmeter 570 mit Fransen in vielen Farben, Grösse 70x140 1200 HERMANN TIETZ 61 muster cm breit, römische Streifen, Meter Tapestry- Vorlagen persisch und modern gemustert, Grösse 50X100 Velours- Vorlagen persisch gemustert, Grösse 50X100. 3.95 6 25 650 800 Ausstellung neuer Damen Moden Mittwoch 11. März 1925 Unterhaltung unö issen öellage öes vorwärts Mexikanische delikatejsen. Bon Professor Alfons G o l d s ch m i d t. Der Berliner Volkswirtschoftler. der jetzt an der Universität Mexiko- Citn wirkt, stellt diese Schilderungen ans seinem ans» schlusireichcn Buch zur Verfügung, das unter dem Titel„Meriko" im Berlag von Ernst Rowohlt(Berlin) erscheinen wird. Neben dem Mais ist die Volksnahrung in Mexiko die Bohne. so Lolksnahrung, dost der Mexikaner„ganar los Frijolcs' sagt, monut er das Leben verdienen meint. Fast jede Mahlzeit endet mit einem �Teller Frijolcs, einer braunen oder weihen Bohnensümigtcit. Ohne Frijolcs kein Leben in Mexiko. Wohl essen sie große Mengen Garbanzos(Erbsen), aber es ist kein Mengenvergleich mit den Frijoles. Die Bohnen werden gegessen unzerstört, mit einer Soße darüber, oder gebreit. Es gibt auch Kuchen aus Frijoles, es gibt ollerlei Frijolcss'.nessen. Diese Bohnenspeise ist eine Volksspeise von Jndiogeschlecht zu Jndiogeschlecht. Es ist ein Traditionsessen, das der Mexikaner nicht missen will. Lädt er dich zu einem Bankett, so geschieht es mit den Worten:„Nehmen Sie die Frijoles init mir." Frijoles das ist Plumpudding, Kartoffel, Puchero, der Kaffee des Arabers, der Tee des Russen. Frijoles ist Gastlichkeit, ist Fa- niilic"nd Junggeselle. Ost ersetzen die Frijoles den Pudding, sie sind die Friedensspeije an Stelle der Friedenspfeife im Norden; die Hausfrau erschrick!, wenn die Frijoles fehlen. �Cine Frijoces- Preissteigerung um zwei Centavos erregt die Menschen hier wie die Bayern eine Bierprcissteigcrung um zwei Pfennige. Willst du in einem mexikanischen Hotel vom Tisch aufstehen, ohne die Frijoles gegessen zu habe», so ist der Kellner fast beleidigt. Die Hausfrau sagt nicht:„Ich gehe Frstoles holen", sondern:„Ich hole die Fri- joles", wie der Vater in Bayern seinem Sohn sagt:„Geh. das Bier holen", und nicht:„Geh Bier holen." Frijoles sind also eine iumnietene, breiige, nachfüllende, jedes Freudenfest und jedes Trauermahl, den Alllag und den Sonntag gemütvoll und friedvoll niachende Selbstverständlichkeit. Leben oder Sterben, die Frijoles bleiben, sie sind die Chbrücke über Gegensätze, die Wut verraucht über rauchenden Frijoles, und die Liebe ist erst wirklich, wenn sie Frijoles anbietet. Mir ein Magenstich, ein Magenbrennen, ein Flammen im Magen, eine Magenrevolution— ist der mexikanische Pfeffer, Chile genannt. Mexiko ohne Chile ist undenkbar wie Argentinien ohne Puchero. und Rußland ohne Kascha. Ich erlebte rote Chileschoten- berge, die mich zittern machten, obwohl dieser Pfeffer noch sanft ist im Vergleich zu jenem teuflischen Kleinchile, der wie Essiggürkchen aussieht, aber keineswegs so schmeckt, der überhaupt nicht schmeckt, sondern angreift wie eine ätzende Lanzenspitze. Ich horte von Mexikanern, die diese Magengefahr hausenweise essen, die die Chile- sucht haben wie andere die Marihuanasucht, das heißt die Sucht nach dem Op'um Mexikos. So schlimm wie dem Marihuanabesessene» wird allerdings dem Chilebesessenen nicht. Der Marihuanabesessene erhebt sich plötzlich, zieht den Revolver und knallt nieder, was er- reichbar ist, oder ei führt Veitstänze auf, oder er läßt ein Auto gegen einen Eisenpfahl rennen, während der Chilebesessene nur magenkrank wird und deshalb vielleicht ein Menschenverächter odrr dauernd Beleidigter. Organe des Chilebesessenen entsormen sich, aber der Chile bleibt die Hauptzwiebel Mexikos, wenn ich so sagen darf. Grünglänzend, rotglänzend, in Zwischenfarben glänzend, groß, injttel, klein, geradschotig, gebogenichotig, bietet sich dieser Pfeffer süß, viertel, halb, ganz. bitter, samten, spitzig, den Magen nur kitzelnd, den Magen zerseuernd. Ich frage eine chilebegeisterte Köchin. sie. nennt mir, homerisch beschreibend, fünf Dutzend heroisch« Chile- namen. Es gibt hier Menschen, die den beißendsten Chile roh, wie er gewaschen worden ist, dutzendweise essen, es gibt Chileleckereien, Enchiladas, das heißt, gefüllte Chiles, es gibt Chilesuppen, Chile- gcmüse, Chile an allen Speisen; du riechst den Chile aus allen Mündern, er pfeffert sich durch die Augen, er tränt, er begeistert, er schlägt den Magenkranken nieder. Wie die europäischen Soldaten nicht ohne Tabak kriegen, so die mexikanischen nicht ohne Chile. Chile ist das Volksstimulans, Chile ist sozusagen der allgemeine «chnupstabak des mexikanischen Magens, die Zuckerstangc der Er- wachsen«», der Essig Mexikos, der eingeborene Salat an allem und in allem. Was Chile eßbar ist, das ist Pulque trinkbar. Pulque ist ein Rauschsast, ein milchiges Bier, das die Magueypflanze sammelt. Oeutfther /lüel Einstmals ritt man kühn mit Spieß and Schwerte An» zu ritterlichem Slraßenranbe. Ost geschah'», daß sich der andre wehrte. Und man kriegte selbst was auf die Haube. heule plündert man das Volk bequemer; Außer Wechsel- braucht mau nicht zu reiten; Aufzulauern braucht mau nicht dem Krämer: eh ring wird die Zeche schon bestreiten? o. K. Pulque ist ein heroisches Getränk, besungen und gebildert von den Mexikanern. Ein Bild stellt dar, wie der erste Pulquetrank dem Herrscher feierlich erklärt und gereicht wird. Dieses Bild ist so häufig in Mexiko wie Fürstenbildcr in Europa. Die Alten nannten die Magueypflanze„Metl", die Spanier„Pita" oder amerikanische Agave, einige Botaniker rangieren sie unter die Aloen. Sie ist eine gefährliche Pflanze, zveil sie den Alkohol der Armen saminelt, der dann in Schläuchen und Fässern, von Eseln und Maultieren in die Haziendafabriken gebracht wird, die das Gift durch Bassins und Apparate leiten, bis es ein Lockgift geworden, fertig für das Blut der Seufzenden, die nun für einige Centavos vergessen können. Es gibt in Mexiko eine Antipulquebewegung, aber bis jetzt ist sie nur Anfangsbewegung, dieses Dünn-Dickbier der Armen blieb bis heute das Volksgift. Dargeboten wird dieses Gift mit Frucht- licblichkeiten des Landes oersetzt, übertüncht sozusagen die Gefahr mit roter, grüner, gelber Naturfarbe, mit dem Geschmack der Pistazie, der Erdbeere, der Ananas, so daß der Gifttrank duftet und dadurch nur gefährlicher wird. Hunderttausende von Pulque- rien findest du in Mexiko mit Kermesschildnamen, mit mexikanischen Iahrmarktsreklamen, rufend etwa so:„Die Starke",„Wir wollen ichen, ob du noch einen vertragen kannst",„Die schöne Jndia", „Die Ruhe",„Der Jndiohimmel", wie denn hier der kleinste Laden' eine Schildlockung hat. Ich weiß nicht, wieviel Hunderttausende Liter, wieviel Millionen Liter dieses umschmeißenden Softes Mexiko trinkt. Aber die Wir- kung sah ich überall, wohin ich kam, und die Guten hier in Mexiko. die Mitleidenden, haben diesem Gifttrank Ende angesagt. Ich hoffe, daß sie siegen werden, und daß die Pflanze dann nur eine Nutz pflanze sei» wird. Denn sie ist nicht nur eine Giftbereiterin, sie hat alles, was die Stot braucht und noch mehr. Sie umfriedet den Hof, ihr Stamm deckt die Hütten, sie gibt Balken her, Ziegesblätter. Papier. Leinen, Pflanzenleder zu Schuhen, Fasern zu Stricken, Cssig und Zucker, Honig, hundert Kräfte und Nutzbarkeiten. Sie hat eßbare Teile, sie ist eine Medizinpflanzc, eine Pflanze für den Handwerker, für die Hausfrau, für den Arzt, sie ist eine wirkliche Hauspflanze, in der Küche, auf dem Dach, um den Leib, und schließ- sich bresiet sie sich wundervoll gemustert, gefärbt, zur Dauerhaftigkeit zerfasert, als schönster Teppich auf dem Boden. Ich sah in Teoti- huacan Indiomüdchen, Indioknaben Magueyteppichc flechten, brennender als die herrlichsten Türkenteppichc. Die Antwort. Ein Redakteur bekommt eines Tages ein Gedicht zugesandt mit dem Titel„Weshalb lebe ich?" Er liest es und sendet es mit folgender Antwort zurück:„Weil Sie so vorsichtig waren, mir Ihre Verse mit der Post zu schicken." Wo wohnt man am höchsten?„Natürlich im Beobachtungshaus auf der Zugspitze," denkt der geneigte Leser. Und beinahe hätte-cr recht; denn dieses Observatorium ist, in ZOitO Meter Seehöhe, immerhin die höchste Wohnung des Deutschen Reichs. Freilich darf man dabei nicht vergessen, daß die Beamten der Jungfraubahn zeitweise wenigstens immerhin noch einige hundert Meter höher wohnen. Aber für die rechte Beantwortung der Frage ist auch nicht die Tatsache entscheideich, ob es ein paar Menschen möglich ist, unter Anwendung besonderer Hilfsmittel einige Jahre in außerordentlicher Höhe aus- harren zu können. Die höchsten Wohnungen sind dort zu suchen, wo es ganzen Familien und Lebensgemeinschaften möglich mar, sich und ihren Nachkommen ein menschenwürdiges Dasein zu sichern. Im alten Europa ist die Zahl der in überragender Höhe liegend?» Ortschaften nicht allzu groß. Immerhin liegt der bekannte Aus- flugsort Gurgl im hintersten Oetztal 1937 Meter über dein Meeresspiegel, das Dorf Jus in Graubünden sogar in einer Höhe von. 2133 Metern. Wer aber ganze Städte hoch über Wolken und Win- den suchen will, der muß nach Südamerika reisen. Im silberreichen Bolivien ist La Paz, der Ausgangspunkt der neuen Kordilleren- Bahn, in 3890 Meter Höhe erbaut, und die Bewohner der allen Minenstadt Potosi wohne» in der lustigen Höhe von 3979 Metern. Aber auch die Bürger von Potosi sind noch lange nicht die„höchst- geborcnen" Vewohner Amerikas. Im Nachbarstaat Peru wohnt man im Städtchen Cerro de Pasro sogar 4379'Meter über dem Stillen Ozean und damit ist allerdings der Höhenrekord erreicht.— Auch in Asien gibt es Ortschaften, in denen man hoch über allem Menschliche» wohnen kann. Man muß allerdings bis zu den Hoch- ebenen des Dalai Lama wandern. Er residiert in Tibets geheimnisvoller Hauptstadt Lhasfa in 3569 Meter Höhe. Aber einige seiner Mönche wohnen doch noch einige hundert Meter höher im Ort Chi- gcttti, der mit 3629 Meter Seehöhe bis jetzt die höchsten Wohnungen Asiens hat.— Auch Afrikas dunkle Söhne wissen den Wert der Höhenluft zu schätzen. Besonders dkc kriegerischen Abessymer lieben die Hochebene; ihre Hauptstadt Addis Abeba liegt 2499 Meter über den. Indischen Ozean, nur 699 Meter niedriger als der Gipfel der Zugspitze. Andere Orte Abessyniens sind sogar der Sonne noch ein wenig näher gerückt. Das Erstaunliche solcher Feststellungen liegt nicht so sehr darin, daß es möglich war, menschliche Siedlungen in dieser Höhe zu erbauen; viel merkwürdiger ist die Tatsache, daß normale Menschen in so dünner Lust dauernd zu leben vermögen. Weiß man doch, daß beim Bau der schweizerischen Gornergrat-Bahn die Arbeiter alle acht Tage abgelöst werden mußten, da sie längere Zeit in der Höhe von 3999 Metern nicht auszuhalten vermochte». Man mutz also annehmen, daß Menschen, die in solchen Höhen zur Welt komnie» und dort dauernd leben und arbeiten, unter der Bergkrankheit nicht mehr zu leiden haben. «i ?m kosakenöorf. von Maxim Gorki. (Schluß.) VI. Fünf Jahr« später spazierte ich eines Tages aus dem Hose des Gefängnisses in Tiflis auf und ab und suchte vergeblich zu erraten, weshalb man mich eigentlich eingesperrt hatte. Malerisch finster von außen, war das alle Kerkergebäude in- wendig um so lustiger: es erschien mir wie ein fideles Liebhaber- theater, dessen Insassen„mit obrigkeitlicher Erlaubnis", gleich halb- wüchsigen jungen Leuten, sehr eifrig, doch dabei ziemlich ungeschickt die Rollen von Arrestanten, Aussehern und Gendarmen spielten. Heute zum Beispiel war der Aufseher mit dem Gendarmen in meine Zelle getreten, um mich zum Spazierengehen abzuholen. „Könnte ich heute mal nicht spazierengehen?" fragte ich.„Ich jühle mich nicht wohl, und ich möcht' auch nicht..." Der große, stattliche Gendarm hebt streng den Zeigefinger auf und sagt zu mir: „Du hast hier nichts zu'möchten, verstanden?" Und der Aufseher, ein Mensch, so schwarz wie ein Schornstein- feger. läßt seine Augen, deren Weißes seltsam bläulich schimmert. wild rollen und bekräftigt in gebrochenem Russisch den Ausspruch des Gendarmen: „Keiner darf hier möchten, sichste woll?" Nun— und so geh ich eben spazieren. In dem mit Steinen gepflasterten Hofe ist es heiß wie in einem Backofen. Ein quadratförmiges Stück Himmel, flach, trüb und staubig, hängt über dem Hofe, hohe Mauern umgeben ihn von drei Seiten, und aus der vierten befindet sich das Tor mit seinem sonder- baren, düster dreinschauenden Ueberbau. Ueber die Dächer dringt das wilde Rauschen der Kura und der dumpfe Marktlärm des asiati- schen Stadtviertels herüber— es ist mir, als säße ich im Innern einer Trommel, aus deren Fell eine ganze Anzahl von Schlegeln lospaukt. Aus den beiden Fensterreihen des Zwesten und dritten Stock- werks schauen durch die Gitter dunkle Gesichter, ich kann deutlich die krausen Köpfe der eingeborenen Kaukasier unterscheiden. Einer von ihnen bemüht sich krampfhaft, mich anzuspucken, ohne jedoch seine Absicht zu erreiche». Ein anderer ruft in einem fort: „Heda, du! Was kriechst du so wie ein Huhn herum? Nimm doch den Kops hoch!" Ich schreit« im Schatten des Gefängnisgcbäudes dahin, immer wieder nach den Fenstern hinaufschauend. Plötzlich sehe ich in einem der eisernen Quadrate ein halb traurig, halb erstaunt dreinschauendes blaues Augenpaar in einem von spärlichem dunklen Bartwuchs be- deckten Gesichte. „Konew?" sage ich halblaut, wie für mich. Cr ist es— ich habe mir diese Augen, die mich jetzt blinzelnd anschauen, wohl gemerkt. Ich sehe mich vorsichtig um— mein Aufseher sitzt im Halb- schlummer auf der schattigen Treppe am Gesängniseingang, zwei andere Aufseher spielen Dame, und ein vierter sieht zu, wie zwei Gefangene Wasser pumpen. Ich gehe näher an das Gebäude heran. „Konew— bist du es?" „Der Konew bin ich' wohl," murmelt er, den Kopf dicht an das Gitter pressend—„aber ich kenne dich nicht..." „Weshalb bist du hier?" „Wegen Falschmünzerei... Ich bin nur ganz zufällig dazu gekommen..." Der Aufseher ist erwacht, sein Schlüsselbund raffelt, und ich höre ihn in verschlafenem Tone rufen: „Bleib' nicht stehen... geh weiter... An der Wand stehen ist verboten..." „Weiter im Hofe ist's so heiß, Onkel..." „Ueberall ist's heiß," sagt er und läßt seinen Kopf wieder sinken. „Und du— wer bist du?" fragt Konew von oben her leise. „Erinnerst du dich noch der Tatjana aus.Rjäsan?" „Wie soll ich mich nicht erinnern!" versetzte er leise, und es klang, als fühle er sich gekränkt durch meine Frage.„Wir haben doch zusammen vor Gericht gestanden!"� „Auch sie... wegen Falschmünzer?!?" „Natürlich... Auch, sie ist nur zufällig dazu gekommen, ganz wie ich..." Ich schritt langiam im schwülen Schatten der Mauer hin. Aus den Kellerfenstern stieg ein Dust von moderigem Leder und über- säuertem Brot aus. Ich dachte an Tatjana, an ihre Worte: „In großem Kummer gibt auch eine kleine Freude schon Trost;. Ein neues Dorf wollte sie aus Erden aufbauen, ein neue», schö- neres Leben begründen..." Ich erinnere mich ihres Gesichts, ihrer vertrauenden, sehnsucht- erfüllten�Brust— von oben her aber fallen Konews leise, aschgrau« Worte zu mir nieder:> „Der Hauptschuldige war ihr Liebhaber— ein Popensohn, der die Sache ins Werk gesetzt hatte... Zehn Jahre hat er ab- bekomme». „Und sie?" „Tatjana Wlossjewna hat sechs gekriegt, und ich ebensoviel. Ueber- morgen geht's nach Sibirien... die Maus sitzt in der Falle! In Kutäis wurden wir abgeurteilt— bei uns in Rußland wären wir billiger weggekommen... Hier ist das Volk so wild und böse— ein wahres Spitzbubenvolk..." „Hat sie Kinder gehabt?" „Bei dem Lasterleben? Wie kann sie da Kinder haben?... Der Popensohn war noch dazu schwindsüchtig..." „Schade um sie!" „Gewiß ist's schade!" flüsterte Konew lebhast, fast laut.„Ein dummes Frauenzimmer war sie ja, aber hübsch... Ein seltenes Weib, wie gesagt... so mitleidig gegen die Menschen..." „Hast du sie damals gleich gefunden?". „Wann?" „Damals, nach Mariä Himmelfahrt..." „Nein, erst im Winter Hab' ich siW�etrosfen, lange nach Mariä Fürbitten. Kinderfrau war sie bei einem Offizier, dem die Frau weggelaufen war.. Ein Geräusch ertönt hinter mir, wie das Knacken eines Revolver- Hahns: der Aufseher hat den Deckel seiner großen silbernen Taschen- uhr zugeklappt. Jetzt steckt er sie ein, reckt sich und gähnt, wobei er den Mund weit ausreißt. „Sie hatte damals Geld, Bruder, und konnte ganz gut leben, wenn nicht ihre Liederlichkeit gewesen wäre... Aus lauter Mitleid war sie liederlich..." „Der Spaziergang ist zu Ende— heda, du!" rief der Aufseher. „Wer bist du eigentlich?" fragte Konew nochmals.„Dein Gesicht ist mir bekannt— aber wo Hab' ich dich gesehen?..." Ich gehe nach».einer Zelle, aufs tiefste erregt durch das, was ich gehört habe. Auf der Treppe bleibe ich noch einmal stehen und rufe laut: „Leb' wohl, Bruder, grüße sie von mir!..." „Was schreist du da?" fährt der Aufseher mich ärgerlich an. Im Korridor ist es dunkel, ein abscheulicher Kloakengcruch herrscht darin. Der Aufseher schwingt den. klirrenden Schlüsselbund, öffnet die. Tür meiner Zelle und ruft mir brummig nach: „Da... sitz', bis du schwarz wtrst!" •... Ich stehe am Fenster. Ueber die grauen Zinnen der Mauer hinweg sehe ich die rasch dahinströmende Kura, die Hütten und Häuser an ihrem Ufer, die Gestatten der Arbeiter aus den Dächern der Gerbereien. Unter meinem Fenster geht, die Mütze tief im Nacken, der Wachiposten auf und ab. ... An meinem Geiste ziehen die Hunderte und aber Hundertc russischer Menschen vorüber, die ich ohne Nutzen, ohne Sinn und Zweck zugrunde gehen sah, und ein tiefer, düsterer, quälender Gram, dem ich nicht entrinnen kann, der mir für mein ganzes Leben mit- gegeben ist, legt sich schwer und dumpf aus mein Herz. REICHS- GASTWIRTS- MESSE Die offizielle Fachmesse für Restaurant-, Hotel-, Kaffee- und Konditoren- Bedart Veranstaltet vom Deutschen Gastwirts- Verband E. V. und dem Berliner Messe- Amt Vom 15. bis 19. März 1925 in der Ausstellungshalle I am Kaiserdamm Für das Publikum geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends Auskunft und Prospekte: BERLINER MESSEN Berliner Messe- Amt, Berlin C.2, Breite Straße 35. Fernspr. Merkur 4753-56 BERLINER MESSEN Theater Lessing- Theater Theater d. Westens Tägi. 8 Uhr Tägl. 734 Uhr Lichtfpicle Der große Erfolg Berlins gr. Operett.- Erfolg ufw. Mrs. Do Staats- Theater Ad le Sandrock Opernhaus 6% Uhr: Aida Opernhaus Olga Limburg Der Graf v. Cagliostro Milowitsch, Uri, Arno, Hell Sonntag, d. 15. März, 12 Uhr Ballett- Matinee am Königsplatz Kleines Th. Karsawina 72U: Der Barbier von Sevilla Schauspielhaus Tägi. 8 Uhr Die Großfurstin 7 Wallenst. Lager und der Zimmerkellner Die Piccolomini Schiller Theater 2 U.: Dr. Klaus 7 U. Alt- Berliner Possenabend Volksbühne 7 Uhr: Wer weint um Juckenack? Deutsch. Theater 7 Uhr Leopold. Konstantin Georg Alexander HerrnfeldTrianon- Th. 8U. Theater 80. Täg ich 8 Uhr: im Intimen Theater Unbeschreibliche Yoshiwara Lachstürme! Arnold Korff Wer ist Die heilige Johanna Erich Kaiser- Titz Kammerspiele 712 Uhr Zum 25. Male Die Stützen der Gesellschaft Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 8 Unr Der Diener zweler Heirea Theater i.d. Königgrätzar Str. 8 Uhr: Wir lassen uns scheiden Komödienhaus 8 Uhr. Heimliche Brausfahrt Berliner Theater 7.30 Uhr. Anneliese v. Dessau SCALA 8 Uhr VARIETE. REVUE mit 18 GertrudeHoffmannGirls Tägl. 8 Uhr: der Vater? Blanche Dergan Herrnf Idiade. i 3 A. Komische Oper 8 Uhr Direktion: James Klein 8 Uhr Unsere Revue: Das hat die Welt noch nicht gesehn mit über 250 Mitwirkenden Die Sensation des Berliner Theaterlebens! Sonntag 3%, Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. 1 Kind frei zu halben Preisen ( 50 Pf. Dis 6 Mk.) Vorverkauf ununterbrochen! 8U Dir: James Klein Residenz- Th. Apollo- Theater Werwolf Die Nächte Der Haller- Revue 1925 Th. i.Admiralspalast Letzter Monat! 30. Woche Allabendl. 8 U.: Die größte Revue d. Welt: Noch and Noch" Sonntag nachm 3% Uhr: Die ganze Vorstellung zu kleinen Preisen Central Theater 7 Uhr: Die versunk: Glocke Deuts Opernhaus 7 Uhr Orpheus in der Unterweit Metropol- Theater Tägi. 1 Uhr. Grajin Mariza Th. in Kommand. Str. Heute 7 Uhr: Premiere USCHI von Gilbert mit Uschi Elleot, Fritz Schulz, Gertr. Berliner, KrafftLortzing, Kanisch, Gustav Wilfan Tha ia- Th. 8 Uhr: Bas Dreimäderlhaus Circus Busch 7, U. Gr.Circ.- Prog. Elefanten Isbären Rutsch der 18 Polar åren 18 ind Wassermanege 9 Uhr. Lady Hamilton Sonntag nachm. 3 U. halbe Preise!! von Paris Gr. Ausstattungsoperette in 3 Akten unter Verwendung Offenbach scher Musiken Ueber 100 Mitwirkende Preise 2 bis 10 Mk. Vorverk ununterbr geöffnet Theater am Kottbusser Tor. Tägl8 Uhr und Sonntag nachm.: Uhr Elite- Sänger. Fabelhaftes März Programm! Humor über Humor Volkstümliche Preise Sil Das prachtvollste Schneeweiß zeigt iede Wäsche, die mit Sil behandell ist. SIL Henkel's beliebtes Bleich- und Waschmittel als Zusatz zur Seitenlauge gebraucht, ersetzt die umständliche Rasenbleiche. OHNE CHLOR Casino- Theater annen- Tecken Lothringer Str. 37 Tägl.8 Uhr Neu! Wieder Neu: ein neuer Schlager Der Oberschieber Dazu das bunte Programm! Marga Scholz Martin Loewe Volkstüml. Preise! Deutsch. Künstlertheat. 8 Uhr: Riquette" Operette von Oscar Straus Lustspielhaus 8 Uhr Guide Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbauerdamm 8 Unr: Der blonde Traum Wallner Theat. 8 Uhr: Romeo u. Julia nur bestes Fabrikat 9.65. Aufarbeiten u.Reparatur jeder Ari Bernhard Strohmandel Fabrit: Berlin S, Wallstraße 72. WALHALLA Rosental. Tor Internationale VARIETE G tep pdecken Größte Auswahl, senr preiswert 130/200 M. 10 50-12.50 USW. Spittelmarkt, Ecke Seydelstr Filialen und W, Nikolsburger Platz 2. plat 168 88 Sinoleum, Linoleumläufer, 90 Renti- Damenrahmen, Tourenrahmen, Renn meter, 3.50, Linoleumteppiche, Linoleum rahmen, außerordentlich preiswürdig, legerei, Brinzenstraße 101. Moria Schlawe, Weinmeisterstraße vier. Brennaborräder, Enerideräber, Bik Auf Krebit! Teppiche, Gardinen, toriaräber, Preisabbau, Schlawe, WeinStores, Borleger, Tischbeden, Stepp- meisterstraße vier. deden, Diwanbecken, Federbetten unb Rennmaschinen, Triumphrenner, Bren Riffen, mit leinster Anzahlung und nabor, Goeride, Brachtmodelle, viele fpielend leichter Wochen oder Monats schöne, fchneidige Bielefelder Reng rate, liefert bei größter Rulang, und maschinen 110.-. Schlawe, Beinmeister Rudnicht bei Krankheit und Arbeits- ftraße vier. lofiafeit Möbel- Cohn, im Often: Große Frankfurterstraße 58, im Norden: Badstraße 47/48. Riefenauswahl. Motorräber, Riefenauswahl, von 175 Weist, ant. Große Frankfurter ftraße 25/26. Damenräder, Bekleidungsstücke. Wäsche usw. Freilaufräder, Damenräber 47.- bis 95.- Zahlungserleichterung. Besichti Monatsgarderoben fbaunend billige aung unverbindlich. Brandenburgstraße Breife nur bei Raß, Raftanienallee 84. vier, Hochbahnstation Brinzenstraße. auch Freilaufräder, Teilzahlung. Beamte, Kaufleute, An geftellte taufen ihre Herrengarderobe Rennmaschinen. Teilzahlung ohne Breis. und Velzwaren fertig und nach Maß aufschlag. Avaus, Große Frankfurter enorm billig, bei fleiner Anzahlung Straße 52. und spielend leichter Abzahlung. Größte Auswahl in Anzilgen, Ulftern, Gummimänteln usw. Leibhaus Friebrich Straße 2, am Belleallianceplag. Möbel Wichtig für jebermann! Täglich wer den verkauft: Kleiderschränke, Bertilos 18. Bettftellen, fomplett. 16. Metall bettstellen mit Auflegematraken 22 Flurichränke Wafchtoiletten 18. Chaife. longues 18. Schreibmaschinen Biscamp vermietet Schreibmaschinen. Charlottenstraße 31. Merkur 5410. Kaufgesuche Fahrräber tauft ginienftzake 19. Kommoden 15. Bücher Verschiedenes fpinden. Schreibtische 36, Trumeaus 29. Büfetts 75. Tische 6, Kücheneinrichtungen 48, Speifezimmer, Herrenzimmer, Schlaf Gewissenhafte Untersuchung, Auskunft, Aimmer 225, Alubgarnituren 175, Leder. Entbindung. Erfahrene Hebamme Edelflubfeffel 65, 50 Standuhren. Garantie, Sildesheim, Bülowstraße 62. DOR 98 an. Riefenauswahl, über 500 Rimmer. Alles tatsächlich( pott. billig. Stargardts Möbel- und Lom barbfpeicher. Brenzlauer Straße fechs. Patentmatraken, Auflegematragen, Metallbetten, Chaiselongues. Walter. Starh- rake achtzehn. Vermietungen Mietgesuche Freundliches möbliertes Rimmer von Angebote Möbelwichert, Elfafferstraße 20. Spott jungem Serrn zum 1. April gesucht. billig, weil Riefenumfah. Teilzahlung, fulant, Möbel- Misch. Teilzahlung, billig. Möbel- Mifch. Teilzahlung, reell. Möbel- Misch, Groke Frankfurterkrake 45/46. Möbel wirklich auffallend billig auf nut Rose- Theater Deutscher Metallarbeiter- Verbandehaus Bumbalbi, Butbufer Str. 14. 734: Berlin wie es mit Preisangabe unter W. 41 an die Expedition des Borwärts. Arbeitsmarkt Stellenangebote Berfette Drahtspinner zum fofortigen weint und lacht Achtung! Betriebsräte Achtung! Straßenbahn: Brunnenstraße, de Rü- Gintritt in Dauerſtellung sejuht. Baul vom Bahnhof Friedrich, Charlottenburg, Leibniaftr. 17 Steinplan 7876 und 1146. Ernst Friedrich Gefundbrunnen. 6686 Die Betriebsräte- Zeitschrift Rr. 5 ift erschienen und fann gegen Borlegung Gelegenheit. Rleiberichtant 18.-. Ber. Silberpoliererinnen fuchen Rörner u. Bett- Broll, Brinzessinnenstraße 16. der Leg timationstarte bes Betriebsrats- tifo 15.-. Bafdhtoiletten 15. Spricht obmannes in unserem Bureau, Linienftrare, ftellen. fomplett, 14.-. Blüschfofa 15.Onnt, 15.Marz 8Uhr Bimmer 5, in Empfang genommen werden. Ritchen 24.- Gottlieb, Augener Straß dreizehn. An der Wolga Rathaus, Königstr. REVUE Russische Dichtungen. Lieder Wagen- und Karoseriefabriken! fett, 180 brett, 185, neue fuftierte Parteisekretär gesucht. Verschied.Kunstkräfte neu für Ber.in! 8 Uhr Deutsche Balladen Freitag, den 13. März. nachmittags Stürige Anfleidefarrante, 150 breit mit Chines. Märchen 4 Ayr, im Berbandshause der Kristallspiegel, Bäfcheabteilung 115. Metallarbeiter, Linienffr. 83,85: neue furnierte Bettstellen mit Batentboden und Auflagen 52.-, neue fur Platz pr. 40 Plan Leiterwagen Vollversammlung Reich shalien- Theater Allabendi S! U. u. Sonntags nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Neu! Neu! Sport- Müller Hachm. halbe Preise, velles Pro r. Dönhoff- Brett': Familien- Varieté Ant. 7, U Sonnt 51%, U. WINTERTEN 1 Novitäten Spielplan. Sonnt. 3% halbe Prelse. Rauchen gestattet u alle ander. Transportreräte liefer billigst. Großer Vorrat. Georg Wagner Köpenicker Str. 71. Rein Ladengeschäft. nierte Baschkommoden mit echtem MarTagesordnung: 1. Bericht über mor und Spiegel nur 82,-, neue Rug baun- Nachttische mit Marmor 19.-, unsere Berhandlungen betc. des Rahmen eichene Bücherschränke 38.-, Diplomaten vertrages 2 Diskussion. Die Mitgliedsbücher find mitzubringen ohne diese tein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Biochemie 11-32 Humb 4297 Dr. med. Jacobson Weissenburger Str. 80 Riefenauswahl 28.-, neue Anrichteküche, 125 breit, 110. in Enetiesimmern, Serrenzimmern, Schlafzimmern, mahaoni poliert, mit Drell uflagen, weißem Marmor, fomplett 825.-. Möbelhaus Gottlieb, Rügenerstraße dreizehn, Bahnhof Gesundbrunnen. Freilieferung Groß Berlin. Standuhren, Eiche, Qualitätswerte, Bim Bam- Schlag. Bequeme Zahlungsweise. Berger, Uhrmacher. Tresdow ftraße 7. Für das Stettiner Parteisekretariat wird zum 1. April 192 ein Sekretär gesucht. Dieser muß rednerische Begabung und agitatorische und organisatorische Befähigung besitzen Anstellungsbedingungen Verein Arbeiterpresse. Dienstjahre in der Arbeiterbewegung werden angerechnet. Bewerbungen sind bis zum 20. März an das Parteisekretariat Stettin, Schillerstr. 10, zu richten. Tüchtige Preßvergolder für Partie und Sortiment, tüchtige Fertigmacher Ausnahmepreife. Bilfetts 140. geübte Goldaufträgerinnen Erfinder- Vorwärts Heideschränke 135.- Auffahschreibtische 95.- Bilcherschränke 75. usalehtische geübte Fadenhefterinnen Automaten- Falzerinnen und Keine Schaufenster- Strebende gute Berdienstmöglichkeit! 38.- Beißladjchränke 52.-, Bertikos Reklame, dafirwesent- Auftlärung und Anregung gebd. Broschüre 25.- Polsterstühle 9.Tomplette lich billigere Preise Ein neuer Geist Speisezimmer 280.- Herrenzimmer gratis durch: Erdmann& Co., Berlin, 290.-, Schlafzimmer, Eiche, Mahagont, Königgräger Straße 71. Ab 10 Tfl. Engrosprs. Sarotti, Maugion Trumpf usw. Grßhlg. Bartei, Stralauerft.51 Elegantes Keine Covercoat Kostüm Reklamenur 39 ware! Nur la Stoffel Beste Verarbeitung! Auch für stärkste Figuren schlank machende Form 105.- 78-55, 76-34-41.. Seidenmäntelonies Epigle 41.Kostüme Ersats fr Maßarbeit 39.Mänic Tach, Rips, Barbury 30. Bowelt Vorrat Nur 3 Tage!!! Seal- n. Seidenplüschmäntel 151.- 12. 88.Pelzmäntel 500-300.- Pelzjacken 205-135.Astrachan Krimmer. Wollplüscomäntel 35.Einsegnungskleider Elegante Kleider spottbillig! Westmann 1.Geschäft: 2.Geschäft Zum Die lustigen Mohrenstraße 37 Gr. Frankfurter Str. 115 Schluß: Yagabunden 102ExtraAuf Teilzahlung Möbel zur Ergänzung Sofas, Ruhebetten, Schränke, Vertikos, Bettstellen, Matratzen Waschkommoden, Flurgarderoben, Metallbettstellen Glogau Möbel- Spezialhaus Kotfbuser Str. 28 direkt an der Hochbahn Verkäufe Bandwagen, Leiterwagen wagen preiswert. Auswahl. Abteilung: Trauer magazin, Billige Preise, 390.-, bis 1200.-, Rüchen 68.-, Ruhebetten 25.-, Gofas 75.- Rlubgarni Me. Maschinen- Falzerinnen sucht Berlin SW. 48, Friedrichstr. 16, turen 200 Bebbiggarniture 68.- H. Sperling, Buchbinderei, tallbettstellen 28.- Rahlungserleite. rung. Joachim Nachfolger, Belle- Ali ance- Straße 14a und 81. Fabrikgebäude. Möbel- Safemann, Neue Schönhanfer Auswahl in Dier Straße Etagen. Sonderangebot in Speife zimmer, fomplett. 350, 480, 650, 720. 950 bis 1200. Serrenzimmer, fomplett, Aufgang 7, III. Zickzacknäherinnen TIDIN 360. 440, 520, 690, 1400 bis 2100. Schlaf- reübte, auf Kinderwäsche im Hause. aimmer, tomplett, 410, 520, 850, 750, Cohn Reisner, Elisabethstr. 28/29. 950 bis 8200. Stitchen. tomplett, 05, 85, 146; 210 bis 830. Golange der Bor rat reidt: Bufette, Sarante, Auszieh tifche. Gdyreibtische, Zeberstühle, Riub 6berhemden- Plätterin Elisabethstraße 22. Arbeiterinnen möbel, Ruhebetten, Stanbuhren, Raud verlangt J. Gottheim, Wäschefabrik tifde, Galons, Wohnziarmer. Ständig Gelegenheitsläufe in befferen Möbeln. Speichereien: Lothringer Str. 24-25. Mahagoni englische Bettstellen, Spiegel fchranktommoden, Nachttische, Apotheken, Mahagoni- Ankleideschränke, Gatin- An Heideschränke, Nußbaum Ankleide fchränte, eichene Anfleideschränke, weiße Ankleideschränke in allen Größen außer gewöhnlich billig. Möbelhaus Ramerling, Raftanienallee 56. BOO Warum benn nuklos herumfuchen? Bei mir finden Sie Schlafzimmer fomplett 398.- 442., 495,-, 526, 383.- ufw. Ritchen fieferfertig mit Anrichte: 108.-, 124, 153. 165. ufw., mit Rahmen: 66, 79, 96. ufw. Frailieferung Zeilschlimg gern ceftattet. Mabelichak Brunnen ftraße 160, Eingang Inflamerstraße. Musikinstrumente Flügel, Bianes, 275,- an. Stabenftein Münaftraße 10. Bianos preiswert. Alaviermacher Link Brunnenkrake 85 Bianos, prächtige Inftrumente be aueme Rahlweife. Sachter Oranien. burgerftrake 42 Steinmenervians ab Fabrit. Reblunes Raften erleichteruna. Tael billigt, Oran'en Baarer. ftraße 166, nach fabrikschluk 3. E'age. Röveniderftrake nur 71 Sot. Rein Baben. Reine Schaufensterreklame. babes pat mit Breisangabe Frau Stafen Gut erhaltenes Biono fucht von Bri mefentlich billigere Breife. bagen, Solkenborffstraße 7 I. Naumann- Nähmaschinen für Hausge brand und Gewerbe, Teilzahlung. Re paratur- Werkstatt filt alle Snsteme Emil Halbarth G. m. b. S., Friedrich straße 55. Merkur 6268. • Fahrräder Rabreparaturen fachgemäß, preiswür ldig. Solawe, Weinmeisterstraße vier. üb. 18 3 find in b Tegtilbetrieb, der Spinnstofffabrik Zehlendorf G. m. b. H. Detstell Schönow bei Teltow b. günft. Arbeitsbeding u hoh Berd. banerade Arbeitsmöglichteil. Persönl. Meldung: 9-10 Uhr vorm Steuerbuch. Jnvalidenkarte und legte Arbeitsbescheinigung mitbringen, bet Minderjährigkeit Arbeitsbuch Bahnverbindungen: Bannfeebahn: bis Zehlendorf- Mitte Borortbahn: Botsb Blb Lichterf Oft Ringbahn: Umsteigen Stat Bapefr Straßenbahnlinien: 74, 177, 42, 46. 96 100 Salteft. G ügenpl Teltow Frauen u. Mädchen über 18 Jahre alt, von gutem Ru arbeitstreudig 1) ür gtilarbeit an Maschinen 2) für Goitiertätig eit. gelucht von Spinnstofffabrik Zeh endorf G.. b... Ortst. Schönow b. Teltow Persönliche Melbungen mit Steuerbuch, Invalidentarte u. legter Arbeitsbescheinigung vorm von 9-10 Uhr.