Nr. 120 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 61 Bezugsprets: Böchentlich 70 Bfennig, monatlich 8, Reichsmart Boraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Desterreich), Sitauen, Suremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Boll und Reit" mit„ Sied Iung und Aleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wohentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltiae Nonpareille. seile 70 Pfennig. Reflamezeile 4, Reichsmart.„ Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Wort 20 Pfennig ( auläffia amei fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 10 Bfennig. Stellengesuche bas erfte Wort 10 Bfennig, fedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Pfennig. Anzeigen für bie nächste Nummer müffen bis 41 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68. Linden. ftraße 3, abaegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 eine Fernsvrecher: Redaktion: Tönhoff 292-295 Verlag: Tönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 12. März 1925 Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Poftfcheckkonto: Verlin 37536Bankkonto: Direktion der Di fonto- Gesellschaft, Tepofitenkaffe Lindenstraße 3 Nicht Jarres, sondern Geßler? Bürgerblock unter schwarzrotgoldner Flagge? In dem Ausschuß der Rechtsparteien, der unter dem Bor1 des Herrn v. Loebell den Präsidentschaftskandidaten der Rechten nominieren soll, und der gestern morgen die Bertreter des Zentrums und der Demokraten zugezogen hat, ist Verhandlungsmanie ausgebrochen. Herr Jarres, der ursprünglich erforene und fast schon offiziell nominierte Kandidat dieses Ausschusses, ist nicht nomi niert worden. Sein Name ist vielmehr im Laufe des gestri gen Tages stärker in den Hintergrund getreten, als er für das Ansehen und die Werbekraft eines Präsidentschaftskandidaten zuträglich sein mag. An Stelle seiner Kandidatur wurden andere erstaunliche Projekte erörtert, in einem abwechslungsreichen Durcheinander, das einem Filmregisseur Ehre gemacht haben wurde. Dies ist in großen Zügen der Sachverhalt: Der Partei vorstand der Zentrumspartei trat gestern mit dem Reichsausschuß des Zentrums zusammen. Er hatte sich bereits grundsäglich für die Kandidatur Marg ent schieden, und Herr Marg sollte bereits die Annahme der Kan didatur erklärt haben. In diesem Stadium wurde bekannt, daß in den Beratungen des Loesellschen Ausschusses, an denen die Abgeordneten Koch und Erfelena von den Demo fraten und der Abgeordnete v. Guérard vom Zentrum teilgenommen hatten, die Möglichkeit einer Einigung aller Bürgerlichen Parteien auf die Kandidatur Dr Geßler aufgetaucht sei Nun folgten die Nachrichten in kurzer Reihen folge aufeinander: das Zentrum hat seine Beratungen wieder aufgenommen und beschlossen, die Kandidatur Geßler a bau tehnen. Die Demokraten haben inzwischen begonnen, sich für Ceßler zu erwärmen. Herr Stresemann hat Herrn Fehrenbach tommen lassen und ihm erklärt, eine Kandidatur Geßler sei aus außenpolitischen Gründen unmöglich und unerträglich. Neue Beratungen des Zentrums, die am Abend zu dem Beschluß führten, die Entscheidung auf heute zu vertagen. Um die Berwirrung zu vergrößern, erklärten zu allem Ueberfluß am Abend die Bölfischen, daß sie für den Fall, daß Herr Geßler als Kandidat der vereinigten bürgerlichen Parteien nominiert werden sollte, eine Sonderkandidatur aufstellen würden. Die Deffentlichkeit hat mit einiger Berblüffung das taleidoſtoparlige Durcheinander dieser Berhandlungen am gestrigen Tage verfolgt. Schließlich wird es nicht viele Leute geben, die sich am Abend in diesem Durcheinander noch ausfannten und die zu sagen wußten, welches nun eigentlich die letzte Phase dieser Verhandlungen sei. Herr Jarres war doch halb und halb bereits nominiert, wenn er auch vom Jungdeutschen Orden protestiert worden war. Seine Freunde von der Deutschen Volkspartei hatten ihn schon ganz offiziell auf den Schild gehoben. Es wurde bereits versichert, daß er die Kandidatur angenommen habe. Nun tam es plötzlich ganz anders. Man hat bei diesen Berhandlungen offenbar sehr wenig, zu wenig von ihm geredet. Man hat ihn einstweilen in die Ecke gestellt. Ob es möglich ist, einen so einstweilen beiseitegestellten Präsidentschaftskandidaten bei neu eintretendem Bedarf wieder hervorzuziehen, ist eine andere Frage, die die Herren von der Rechten untereinander und die Herr Jarres mit sich ausmachen muß. Uns erscheint es für einen Präsidentschaftskandidaten nicht gerade würdig, nach Art eines Besenstiels behandelt zu werden. Man wird nach den Vorgängen des geftrigen Tages nicht anders sagen können, als daß im Loebell- Ausschuß eine Manie, eine Verhandlungswut ausgebrochen sei. Aber schließlich hatte diefe Manie einen bestimmten 3wed. Herr Jarres muß für die beteiligten Parteien und Organisationen ein sehr unbequemer Kandidat gewesen sein. Wozu diese Verhandlungs wut, wenn sie nicht gerade dem Zweck dienen soll, von der Kandidatur des Herrn Jarres herunterzukommen. Los von Jarres das war offenbar der Gedanke, der die Herren in den verschiedenen Stadien der Verhandlungen- wer fennt sie noch auseinander- beseelte. Los von Jarres um jeden Preis! Die Herren, die die Berhandlungen führten, haben frampshaft nach einem Ersaß für Herrn Jarres gesucht, und sie waren bereit, je den anderen für ihn zu nehmen, selbst Herrn Geßler, der doch schließlich ein De mokrat ist. Es ist doch wahrhaftig nicht zu lange her, daß für die Deutſchnationalen die Demokraten fast noch schlimmer waren als die Sozialdemokraten! Die Berhandlungswut des Loebell- Ausschusses hat aber auch noch einen zweiten 3wed: Sammlung des Bürgertums aller Parteien gegen die Sozialdemokratie, Herstellung einer einheitlichen R'affenfront gegen die Partei des arbeitenden Bolles aus allen Schichten der Bevölkerung das ist der politische Sinn der Versuche und Verhandlungen, die gestern geführt worden sind. Die Rechtsparteien haben sich nach Kräften bemüht, die Demokraten und das Zentrum zu sich herüberzuziehen und in die Einheitsfront einzureihen. das ist der einzige Gedanke, den die Rechtsparteien jagt noch Sammlung gegen die Sozialdemokratie, haben. Sammlung, Sammlung, ganz gleich wie sie aussieht. um der Sammlung gegen die Sozialdemokratie willen vergeffen sie alles sonst, ihre heiligsten Schwüre wie ihre höchsten Symbole. Irren wir uns nicht, so hat Herr Geßier noch vor wenigen Wochen gegen Ende des Reichstagswahlkampfes sich mit seiner ganzen Persönlichkeit für die Republik und für Schwarz- Rot- Gold eingesetzt und ist der schmachvollen Verleumdungskampagne der Deutschnationalen gegen den verstorbenen Reichspräsidenten Ebert entgegengetreten. Die Herren vom Loebell- Ausschuß einschließlich der Deutschnationalen, find bereit, das alles zu vergessen. Vielleicht sind sie fogar bereit, für Geßler zu werben und stimmen, wenn er im Wahlfeldzuge ein starkes Bekenntnis zur Republik und zu Schwarz- Rot- Gold ablegen sollte. Sammlung, Sammlung, dahinter tritt alles zurüd. Schwarz- Weiß Rot ist nichts, die Sammlung gegen die Sozialdemokratie alles. 4 Nie haben sich die Rechtsparteien unehrlicher und unwürdiger gezeigt, als im Durcheinander dieser Verhandlungen am geftrigen Tage. Aus fo unwürdigen Machenschaften fann fein würdiger Repräsentant des deutschen Volfes hervorgehen. Wo sollte der Mann, der auf diese Weise zum Präsidentschaftsfandidaten einer bürgerlichen Einheitsfront gegen die Sozial demokratie erforen würde, die Autorität hernehmen, die der Präsident der Deutschen Republit nach innen wie nach außen besigen muß? Der Sammlungsversuch. Der Coebell- Ausschuß hat gestern mit Demokraten und Zentrum verhandelt. verhandelt. Er hat die Kandidatur Jarres zurüdgestellt, um eine Sammelfandidatur aller bürgerlichen Parteien zu ermöglichen. An Stelle von 3arres wurde der Reichswehrminister Dr. Geßter vorgeschlagen. Mit Ausnahme des Zentrums waren gestern abend die bürgerlichen Parteien einschließlich der Demokraten über diese kandidatur einig. Heute gehen die Verhandlungen weiter, das Zentrum fällt seine Entscheidung. Um den Bürgerblod zustande zu bringen, wollen die Rechtsparteien einen schwarzrolgoldenen Kandidaten hinnehmen. Sie riskieren es, den schwierigen Kompleg der Reichswehrfragen durch die Auswahl der Person ihres Kandidaten in den Kreis der Auseinandersetzungen zu ziehen. Diese Verhandlungen müffen mit einer großen Entscheidung enden. Sollen fie zum Bürgerblod unter schwarzrolgoldener Flagge führen? Wir veröffentlichen in folgendem die Meldungen über die einta zelnen Phasen der Verhandlungen. Auftauchen der Kandidatur Geßler. 3 Uhr nachmittags. Wie die Telegraphen- Union aus Zentrumskreisen erfährt, iſt der Parteivorstand der Zentrumspartei, der mit dem Reichsausschuß zufammen tagte, heute mittag zu einer gesonderten Sigung zusammengetreten, um über die Lage zu beraten, die für die Partei nach dem Bericht des Abgeordneten von Guerard über die Verhandlungen mit dem Wahlvorbereitungs. ausschuß, an denen für die Demokraten auch die Abgeordneten Koch und Erkelenz teilgenommen haben, gegeben ist. Wie ver. lautet, ist dabei die Möglichkeit aufgetaucht, daß bei einem zu. fammengehen aller bürgerlichen Parteien die bis. her im Wahlausschuß vertretenen Barteien und Organisationen die Kandidatur Jarres zurückstellen würden, wenn auf einen anderen Namen eine Einigung zu erzielen sei. in den Vordergrund, und er spielt auch bei den Verhandlungen In diesem Zusammenhang tritt der Name Dr. Geßlers star! in den Vordergrund, und er spielt auch bei den Verhandlungen des Zentrums eine erhebliche Rolle, da Dr. Geßler ausübender Katholik ist und politisch auf einer mittleren und zusammenfassenden Linie steht. Da der Wahlausschuß um 5 Uhr wieder zusammen. tieten und über die Antwort der Demokraten und des Zentrums beraten wird, erscheint es nicht ausgefchloffen, daß eine Ent. scheidung dicht bevorsteht. Erste Ablehnung des Zentrums. 5,30 Uhr nachmittags. Die Beratungen des Zentrumsparteivorstandes und Ausschusses über die Frage einer Sammelfandidatur dauerten bis gegen 5 11hr. Der Vertreter der Zentrumspartei begab sich daraufhin zum Wahlvorbereitungsausschuß im Reichsbürgerrat, um ihm die Antwort zu überbringen, daß das Zentrum dem Gedanken einer Sammeltandidatur zwar sympathisch gegenüberstehe, daß aber die beiden bisher im Vordergrund siehenden Mamen Jarres und Geßler für die Partei nicht tragbar feien. Entscheidende Frage an das Zentrum wegen Dr. Geßler 6,30 Uhr nachmittags. Wenige Minuten nach 6 Uhr ging der Ausschuß zur Vor bereitung der Reichspräsidentenwahl( Loebell- Ausschuß) für kurze Beschluß des Eisenbahnerverbandes. Bereit zur Verständigung entschlossen zum Kampf. bahnern und der Reichsbahnverwaltung ist tot ernst. Auf und Brechen die Deutsche Reichsbahn erschüttert. Bor den unver Die Situation im großen Ringen zwischen den Eisen:| der Streitfrage, beschritten wird oder ob ein Streit auf Biegen der Konferenz der Vertrauensleute der freigewerkschaftlich or bindlichen Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium am Donners ganisierten Eisenbahner, die am Mittwoch im Berliner Gewert- tag sind die Bertrauensleute des Deutschen Eisenbahnerverbandes die auf den fühlsten Beobachter geradezu erschütternd Ergebnis ihrer Beratungen ergibt sich aus der folgenden Erklärung: schaftshaus stattfand, trat eine Entschlossenheit zutage, im Berliner Gewerkschaftshaus noch einmal zusammengetreten. Das wirken mußte. Unter den Eisenbahnern herrscht heute viel fach Berzweiflungsstimmung; viele, denen das Meffer des Abbaus an der Kehle figt, oder die von den NahErklärung des Deutschen Eisenbahnerverbandes. rungssorgen und der überlangen Arbeitszeit förperlich und feelisch mitgenommen sind, sagen voll Groll und Erbitterung: wenn schon, denn schon! hat nach kenntnisnahme des Borstandsberichts zur gegenwärtigen Der Verbandsbeirat des Deutschen Eisenbahnerverbandes Cage Stellung genommen und die Haltung der Berhandfchen Haltung der Reichsbahnverwaltung gescheitert find, lungstommiffion gebilligt. Er stellt fest, daß die Verhandlungen nur an der unnachgiebigen provokatori. Verbandsbeirat und Vorstand sprechen den im Kampf stehenden Kollegen ihre volle Sympathie aus und erklären: Die Forderungen auf allgemeine Lohnerhöhung ab 1. März und Berkürzung der Arbeitszeit werden aufantwortung, so schwer wie noch nie. In seiner Hand liegt von Auf dem Reichsarbeitsminister lastet eine Berdem Augenblick an, wo die Verhandlungen im Reichsarbeitsminifterium beginnen, die Ruhe des Reiches. Wird der Reichsarbeitsminister jetzt zeigen, daß er auch in der neuen Reichsregierung start genug ist, den Weg der Verständigung und eines Entgegenkommens zu gehen? Oder wird er sich von jener gefährlichen Ueberschlauheit, die an Verbrechen und Tor- echt erhalten. Bei einer weiter ablehnenden Haltung der Reichsheit grenzt, anstecken lassen, die da meint, man müsse den Eisenbahnverwaltung ist eine Berbreiterung der Kampfbafis bahnern mit„ gepanzerter Faust" in die Parade fahren? Die vorzunehmen. Dem Borstand wird dazu jede Vollmacht Eisenbahner wissen sehr genau, was manche Leute, vor et teilt. Der Vorstand wird beauftragt, die vom Reichsarbeitsallem die Scharfmacher hinter der Reichsbahnverwal- minister eingeleiteten Schlichtungsverhandlungen wahr tung, im Schilde führen. zunehmen, um eine Berständigung auf der Basis unserer Forderungen zu erzielen. Der Kampf der Etfenbahner um ihr Lebensrecht, um Arbeitszeitverkürzung und Lohnerhöhung, steht jeẞt vor einem tritischen Augenblic. In den nächsten 24 Stunden wird es fich entscheiden. ob ber Weg der Verständigung der Weg einer foaialen Böfung Der Verband beitat des Deutschen Eisenbahnerverbandes bleibt für Donnerstag, den 12. März, noch in Berlin beisammen, um das Resultat der Besprechungen im Reichsarbeitsministerium abn warten. Zeit auseinander. Wie die Telegraphen- Union" erfährt, haben sich alle bisher in diesem Ausschuß vertretenen Parteien mit der DemoDie betrogenen Sparer. fratischen Partei auf eine geminjame bürgerliche Sammelfandidatur Dr. Beft von den Deutschnationalen im Stiche gelaffen. Dr. Gcßler geeinigt und der Zentrumsführer v. uerard ist Die verschiedenen Borstöße der sozialdemokratischen Reichsvom Ausschuß beauftragt worden, diese Tatsache dem zur Beit tagen- tagsfraktion in der Aufwertungsfrage und die gewaltige Er den Reichsparteiausschuß der Sentrumspartei um gehend mit regung unter den Sparern über das Verhalten der Deutschzuteilen und dem Wunsch des Loebell Ausschusses nationalen haben jetzt endlich den Abg. Dr. Best veranlaßt, zu überbringen, daß auch das Sentrum, die einer Kandidatur Geß seinen Gesezentwurf über die Aufwertung im Reichs ler in seinen Reihen entgegenstehenden Bedenten zurüd tag einzubringen. Es ist jedoch bezeichnend, daß der Antrag stellen und der Gammeifandidatur zustimmen möchte. nicht von der deutschnationalen Frattion, sonInsbesondere hat der Führer der Bayerischen Volkspartei, dern von Dr. Best persönlich eingereicht worden ist. Er Domfapitular Leicht, Herrn v. Guérard eindringlichst darauf hin- trägt deshalb auch nicht die Unterschrift irgendeines Borstands gewiesen, wie notwendig es sei, eine einheitliche Kandidatur mitgliedes der Deutschnationalen. Ebenso wenig hat ihn aufzustellen. Auch die übrigen dort vertretenen Parteien wiesen irgendein Großindustrieller oder Agrarier aus der deutschauf die schwere Berantwortung hin, die ein gegen nationalen Frattion unterschrieben. Damit ist sein Schicksal, terliger Entschluß des Sentrums der Zentrumspartei foweit die deutschnationale Fraftion in Frage tommt, von auferlegen würde. Man erwartet, daß der Loebell- Ausschuß um pornherein entschieden. 7 Uhr erneut zusammentritt, um die sofort herbeizufüh rende Antwort des 3entrums entgegenzunehmen. Die Demokraten für Geßler. Die Bertreter der Demokratischen Partei haben, wie die Tele. graphen- Union" hört, sich mit einer kandidatur Geßlers einverftanden erklärt. Der demokratische Parteiausschuß tritt heute nachmittag zufammen, ebenjo der Reichstagsausschuß der Deutschen Boltspartei. Vertagung der Entscheidung. 7,30 Uhr abends. Da die Beratungen des Reichsausschusses der Zentrumspartei über die Kandidatur Geßler um 7 Uhr abends noch nicht be. endet waren und vom Zentrum um Aufschub der Ent scheidung gebeten wurde, hat der Loebell- Ausschuß beschlossen, die endgültige Entscheidung auf Donnerstag zu vertagen. Der Reichsparteiausschuß des Zentrums brach am Abend gegen 28 Uhr seine Sigung ab, ohne zu einer Entscheidung über die Reichspräsidentenwahl gelangt zu sein. Die Beratungen werden morgen( Donnerstag) fortgesett Jarres wieder aus der Ecke geholt. 11 Uhr abends. Wie die Telegraphen- Union von maßgebender Stelle des Dorbereitenden Ausschusses für die Reichspräsidentschaftskandidatur erfährt, trifft die heute abend im Reichstag verbreitete Nachricht nicht zu, wonach Reichswehrminister Dr. Geßler von dem Ausschuß dem Zentrum nominiert fet Bohl hat der Ausschuß erklärt, daß er bereit sei, über eine Sammel. fandidatur der bürgerliche Parteien weiter zu verhandeln. Der einzige offizielle Vorschlag des Ausschusses ist aber Herr Dr. Jarres, so daß die Nachricht über Hern Dr. Geßler zum mindesten den Tatsachen vorauseilt. Die endgültige Entscheidung über die Kandidatur ist erst für Donnerstag zu erwarten, wenn das Zen trum und der Wahlausschuß erneut Stellung genommen haben. Stresemann dementiert. Ein Berliner Morgenblatt bringt die Nachricht, daß Reichs. außenminister Dr. Stresemann Unterhändlern des Zentrums erflärt habe, daß nach seiner Ueberzeugung eine Präsidentschaft Der deutschnationalen Fraktion ist durch die Borlegung dieses Antrages einige Verlegenheit bereitet worden. Das zeigte sich besonders deutlich, als Genosse Reil zu Beginn der gestrigen Reichstagsfizung zur Tagesordnung beantragte, daß Der Bestsche Gesehentwurf nachträglich auf die Tagesordnung zu fegen ist. Sofort entstand große Beunruhigung beiden Rechtsparteien, insbesondere bei den Deutsch nationalen, die sich erst dann legte, als fie merkten, daß feine Debatte über diesen Antrag gewünscht, sondern nur seine Ueberweisung an den Aufwertungsausschuß gefordert wurde. So wurde auch beschlossen, wodurch die Möglichkeit geschaffen worden ist, den Bestschen Gefeßentwurf gründlich zu beraten und einen Drud auf die Reichsregierung zur Förderung der Aufwertungsbestimmungen auszuüben. Wrisberg und der„ Vorwärts". Generalsgerede. Der General a. D. v. Wrisberg, der im ersten Magdeburger Prozeß unter seinem Zeugeneib erflärte, er håbe während des Striegs überhaupt feine sozialdemokratischen Zeitungen gelesen, sondern sich nur über sie berichten lassen, hat gestern in Magdeburg sein fachverständiges Urteil über die Haltung des Vorwärts" im Krieg abgegeben. Wir sind, wenn Herr General v. Wrisberg. es wünscht, gern berett, uns mit ihm näher darüber zu unterhalten, wer es von uns beiden war, der im Krieg aus eigenem Willen feine Haut zu Markte getragen hat, der General v. Wrisberg oder die Redakteure des„ Borwärts" Allerdings hat der Borwärts" im Krieg teine Generalspolitit gemacht, sondern im Interesse einer wahren Landesverteidigung vor findischen Eroberungsplänen gewarnt und zu einem rechtzeitigen Friedensschluß gemahnt. Wenn er sich dadurch den Haß von Leuten zugezogen hat, deren Gehirn fein Funken politischen Verstandes erleuchtet, so weird er das gerne tragen, er wird ihnen aber nicht geftotten, die geschichtliche Wahrheit so dreift zu entsbellen, wie es Herr v. Wrisberg gestern in Magdeburg getan hat. " Bei der Bochumer Handelskammer ging am 28. September 1919 ein vom 22. September datiertes anonymes Schreiben ein, das Schmähungen und Berdächtigungen über die Firma Barmat fowie sozialdemokratische Persönlichkeiten, den Reichspräsidenten insbesondere, enthielt. In einer gleichfalls anonymen Bleistiftnotiz gibt am Schluffe diefes Schreibens ein unbekannter Sachbearbeiter den an alle Ges Rat, diefes Schreiben ohne Verbindlichkeit für uns" meindevertretungen, Lebensmittelgrossisten, Einkaufsvereinigungen usw. zu versenden. Unglaublicherweise befolgt die Bochumer Handelstammer diesen Rat und versendet diefes Schreiben, das sie im späteren Verlauf felber immer wieder als ihr anonym zugegangen bezeichnet, in Vervielfältigung laut aftenfundiger Liste an nicht weniger als 23 Stellen. Auch einigen Zeitungen geht das Schreiben zu. Borfichtigerweise lehnt. die Handelskammer bei der Bersendung jede Berbindlichkeit für den Inhalt ab. Das hindert aber nicht Blätter vom Schlage der Deutschen Tageszeitung" nunmehr mit Wonne in großer Aufmachung das Gutachten der Bochumer Handelstammer" mit entsprechenden Bemerkungen zu veröffentlichen. Im Gegensatz dazu muß gesagt werden, daß die„ Kölnische Zeitung" der Handelstammer mitteilt, daß fie mit diesem anonymen Schreiben nichts anfangen könne und weitere Unterlagen von der Handelskammer erbittet- aber natürlich nicht erhält. Als die Firma Barmat( Amerima) von diesen Veröffentlichungen erfährt, fragt sie durch Schreiben vom 10. Dktober bei der Bochumer Handelskammer an, ob diese die zivil. und strafrechtliche Berantwortung für das sogenannte Gutachten übernehme. Auf dieses Schreiben antwortet bie handelskammer über. haupt nicht, und zwar, wie sie selber in einem bei den Akten befindlichen Brief angibt, mit Absicht nicht. Dagegen läßt es die Handelstammer Bochum ruhig weiter geschehen, daß das anonyme Schreiben weiterhin von allen möglichen Blättern als ihr, der Handelstammer Gutachten, weidlich ausgeschlachtet wird. Interessant ist noch, daß im Januar 1925, als das„ Gutachten" nach der Verhaftung der Barmats von neuem in die Deffentlich eit gelangt, ein in Berlin, Magdeburger Straße 24 wohnender Justizrat Dr. Fortel sich in drei dringenden Briefen an die Handelskammer wendet, um von ihr das in dem" Gutachten" angedeutete Mate= rial gegen den Reichspräsidenten Ebert zu bekommen. Soweit der Sachverhalt, der taum eines Kommentars bedarf. Im Untersuchungsausschuß mußte selbst der volksparteiliche Bor fizende, Professor Leidig, das Borgehen der Handelskammer als fehr außergewöhnlich bezeichnen. In der Tat: Jeder anständige Mensch wirft anonyme Schreiben mit Berachtung in den Papierkorb. Eine Handelskammer, die solche anonymen Er güffe amtlich vervielfältigt und verbreitet, dürfte ein einzig dastehender Fall ehrbarer Kaufmannschaft" sein. Aber vielleicht wird der Sachverhalt erklärlicher, wenn man erfährt, daß Gutachter der Bochumer Handelstammer damals ein Herr war, der gegen die Firma Barmat mehrere Sivil- und Privatflagen wegen gefchäftlicher Differenzen angestrengt hatte. Db sich nun aber eine amtliche Stelle einmal mit der Frage beschäftigt, wie eine Handelstammer immerhin eine öffentlich- rechtliche Körperschaft ihre Hand dazu bieten fonnte, daß eine anonyme Sudelei in der Deffentlichkeit jahrelang als„ GutGeßler außenpolitif untragbar sei, da man sie als die Gutachten" der Bochumer Handelskammer. achten der Handelstammer" figurierte?! Protlamierung einer perhüllten Militärdiktatur anfehen würde. Wie die Telegraphen Union hierzu von zuftändiger Stelle erfährt, ift diese Nachricht unrichtig. In Wirklichkeit hat Dr. Stresemann dem Abg. Fehrenbach auf seine Frage, wie er als Außenminiſter zu einer Randidatur Geler ftände, nur geantwortet, baß sie bei der bekannten Einstellung des Auslandes ficherlich Berdächtigungen ausgesetzt sein würde. Die Begräbnis often für den Reidspräsidenten. In der Breffe murben zum Teil phantastische Angaben über die Höhe der durch das Ableben des Reichspräsidenten Ebert dem Reiche ermoenen Kosten gemacht. So hat der Nationalsozialist Kaiser im Landtag die Summe von 3 Millionen Mart genannt. Demgegenüber erfahren mir von unterrichteter Seite, daß nach dem Boranschlag diese Roften insgesamt etwa 200 000 art betragen dürften. Geist und Maschine. Konzertumschau von Kurt Singer. Bor acht Tagen wurde an dieser Stelle die Phantasie- und Gemütlosigkeit der Berliner Konzertmaschine getadell. Kein Künstler ftellte sich auf die Landestrauer um den Tod des Reichspräsidenten ein. Sonnabend und Montag jedoch wurden wir in der staatlich atademischen Hochschule für Musik bei dem Konzert des Hauschors von einer weihevollen Improvisation überrascht. Stehend hörte man den Trauermarsch aus dem Händelschen Dratorium Samjon", eindrucksvoll gespielt vom Hochschulorchester unter Leitung von Siegfried Ochs, an. Ein würdiger Auftakt eines würdigen Ronzerts, das biblische Szenen, Chorkonzerte und Kantaten von Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach brachte. Nachdem Ochs feine propagandistische Tätigkeit jahrzehntelang in Werten von Bach und Händel entfaltet hat, ist er jegt mehrfach mit Werken von Heinrich Schüß, dem größten Borläufer Bachs, hervorgetreten. Die vor. geführten Werte gaben einen glänzenden Einblick in die musikalische Welt dieses Meisters, sowohl bezüglich des Reichtums Jeiner Formen, als seiner dramatischen Kraft, die oftmals geradezu den oratorischen Stil zu durchbrechen scheint. Die Polyphonie ist noch nicht so großartig wie bei Bach, aber die chorische Wucht und die epische Aus breitung der Stimmungen erinnert in reichstem Maße an Händel. Eine fromme Naivität zieht durch die Dialoge, während die großen dreichorigen geistlichen Konzerte außerordentlich den gejanglichen Effett betonen. Für sich betrachtet, ist Heinrich Schüß, der die erste deutsche Oper geschrieben hat, ein Genie. Er fann nur verblassen, wenn unmittelbar auf sein Werf das Werk Bachs folgt. Die beiden Rantaten 78 und 85, die erste eine reine Solofantate, die zweite mit einem in feiner Chromatit fast modernen, in der leberwölbung durch einen Sopranchoral mächtig ergreifenden Chor, zeigte wieder so recht, welchen unerhörten Schaz an ewiger Mufit Ochs durch seine Bach- Einstudierungen gehoben hat. Eine inbrünstigere Arie als die der ersten Rantate, Seht, was die Liebe tut", gibt es nicht, braucht es nicht zu geben. Georg Walter fang fie unter lleberwindung jeder förperlichen Hemmung, vollendet im Stil und Ausdruck. Die übrigen Soliften, Eva Bruhn, Frieda Cornelius, Sid. ney Biden, fonnten bei allem guten Willen bis in die vom Diri genten, Chor und Tenor vorgezeichneten Höhen resp. Tiefen der Stimmung nicht gelangen. Aeußerst tapfer hielt fich das Orcheſter der Hochschule. Mit Bach begann auch Furtwängler sein 9. Konzert. 3wei Chorvorspiele in der Bearbeitung von Arnold Schönberg wirften ergreifend. Das fonnte nur dadurch erreicht werden, daß ein Meister der Instrumentation im Stile Bachs blieb und dennoch die Ausdruckstraft und den Farbenreichtum moderner Instrumentengruppen als stimmungsfördernde Momente einzuführen verstand. Besonders die zweite Rantate Schmücke dich, o liebe Geele", die dem Solo cello die alte Krügersche Melodie gibt, ließ uns im Wert eine Steigerung des reinen Orgelflanges empfinden. Am gleichen Abend fegte fich Walter Fischer im Dom für zwei andere bedeutende Chorfomponisten, Reger und Reznicef, ein. Er tat das mit der bei ihm gewohnten Sorgfalt und Eindringlichkeit des Spiels, wobei er den feelenvollen Gefang Wilhelm Guttman's zu geistlichen Wie Barmat- Material fabriziert wird. her ein sogenanntes Gutachten der Bochumer handels. In der Hezze der Rechtspresse gegen die Sozialdemokratie hat bis. fammer aus dem Jahre 1919 eine nicht unerhebliche Rolle gefpielt Aus diesem Gutachten sollte hervorgehen, daß die Barmats schon im September 1919 als ganz minderwertige Schwindelfirma bekannt maren, nichtsdestoweniger aber von führenden Sozialdemokraten, namentlich vom verstorbenen Reichspräsidenten Ebert in ganz unglaublicher Weise bevorzugt worden seien. die Aften der Bochumer Handelskammer über diese Angelegenheit Der Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtages hat mun herbeigezogen. Aus diesem ergibt sich ein Sachverhalt, den man für unwahrscheinlichen Intrigenroman halten einen müßte, wenn er nicht Buntt für Buntt aftenmäßig feststände. " Liedern Regers noch besonders vornehm stüßte. Zeichen der Seit, die teinen Sinn für Musik der Würde und der Inbrunft hat: der Dom war leer. Um jo stärker drängte sich das Publitum zu einem Sinfoniekonzert, bas Erwin Tauß, ein junger, in feinen Be gleich sympathischer Dirigent, gab. wegungen, jeinen Willenskundgebungen und seinem Empfinden Die Haydn- Variationen von Brahms entbehrten der Abstufung und wirkten monotoner, als fie find. Die große Attraktion war die sinfonische Dichtung Pacific | 231" von A. Honeger. Der junge Komponist bekennt, eine Bor liebe für Lokomotiven zu haben, und hat sich anscheinend in den Rhythmus der ruhigen, der sich anstrengenden und fauchenden Mafchine verliebt. Daraus wird nun eine in den Schnelligkeitsgraden wachsende, zwischen Lyrif, Expression und Dynamogeschwindigkeit hindurchgeführte Instrumentalschlacht. Das Stück wirft sehr äußer lich und läßt an die üblen Manieren der Programmufit mit mo derneren Ausdrucksmitteln denken. Gewiß hat eine Lolomotive auch ihr Leben, das sicher in seinem Tempo mit menschlichem Stilstand und Fortschreiten, Ruhen, Streben und Jagen Beziehungen aufweist. Aber gerade dieses Symbolische ist auf Kosten des äußeren Ge barens viel zu furz gefommen. Zur Erhöhung des Eindrucks trägt auch der von Honeger gegebene( Lokomotiv-) Führer nicht gerade bei. So modern fich das Stück ausnimmt, die Grellheiten des Klanges waren jedenfalls toto- motiviert, und als Reaktion auf eine immer hin beträchtliche Attacke gegen die Ohrennerven war nicht ein einziger( Lokomotiv-) Pfiff zu hören. Das Blüthner- Orchester spielte außerordentlich präzis, rhythmisch, draufgängerisch. Etwas von solchen, wenn auch outrierten mufifantischen Zügen hätte man dem Komponisten Richard Ralf Kreymann gewünscht, dessen Biolinkonzert unter Edmund Meisel angeblich seine Urauf führung erlebte. Dieses typische Geigerkonzert ältester Observanz tourde von Lothar Rarau mit einem Eifer und einer Tonschön heit, technisch fauber gespielt, wie es einer besseren Sache würdig gewesen wäre. Das Wert ist eine Generalübersicht über bessere Themen der Geigenliteratur, von Wieniawiti zu Bruch, pon Brahins zu Saint- Saens und hinab bis zu Meyer- Helmund. Es ist, in Maschinenfchrift, ein einziges füßes Rührftud, dem jeder Funke einer eigenen Inspiration abgeht. Lyrische Teile daraus ließen sich als fleine Salonstücke verwerten, und auf diese Art von Betätigung sollte sich der Komponist beschränken. Edmund Meisel verriet mit diejer. Wahl keinen Geschmad. Um fo anerkennenswerter war es, daß er Schönbergs Kammerfinfonie wie zur Entschuldigung seiner Untat an den Schluß des Programms feßte. Sier fand er sich mit den inneren und technischen Schwierigkeiten eines problematischen und spezifisch modernen Werkes äußerst geschickt ab und zeigte auch den Willen, den verschlungenen Pfaden dieser dornenreichen Musić ohne Stolpern zu folgen. Die Pianistin Lubta Roleffa ift ein urwüchsiges Musi fantenmädel, voller Berve, Wärme, Gestaltungswillen. Daß bei ihrer Jugend das Beseelte noch ein wenig mit Rofetterie vermischt ift, darf nicht irre machen. Sie freut sich der Sicherheit und Gelentigfeit ihrer Hände, scheint auch in dem Uebermaß ihrer Aus. drucksbewegungen start ergriffen und am Inhalt des Gespielten teilzunehmen, wird aber später gerade in den gefühlvollsten Bartien der Kantilene noch eine stärkere Empfindungsnote frei machen. Sie spielte das 1. Klavierkonzert von Chopin unter großem Beifall. Frau Celeste Chop Groenewelt ist in allem, was sie spielt, | Maßregelung in der KPD. Frankfurt a. M., 11. März.( Eigener Drahibericht.) Die 3 en trale ber KPD hot pier, also die Hälfte der Frantjurar Stadtverordneten der PD., den Befehl zur Nieder legung ihrer Mandate gegeben. Diese Schwerverbrecher maren bei der kurzen Ansprache des Stadtverordnetenvorstehers in der letzten Sigung der Stadtverordnetenversammlung anläßlich des Todes des Reichspräsidenten Ebert mit der übrigen Stadtverord netenverfamnflung aufgeftanden! Die anderen vier Mitglieder waren bei diefer Sigung abwesend bis auf einen, der turz vor der Rede hinausging. Die KPD.- Zentrale hat recht! Wer sich benimmt, wie es unte anständigen Menschen üblich ist, gehört eben nicht in die KPD.! von einer fraulichen Anmut und Delikatesse. Zuweilen wünschte man einen leisen Zuschuß von Härte und Kraft im Anschlag, die Grazie aber und die vollendete Anschlagsnuance, mit der sie Kleinkunst von Raff und Salonfunft von Chopin meistert, heben diese mufilan ifa Frau immer wieder aus dem Gros der Birtuosen und Schein virtuosen angenehm heraus. Meine Kandidatur. Ich wollt'. ich wär' ein Kandidat, Dann wär ich mit im Rennen, Im großen Rennen um den Staat Bürd' man auch mich jezt nennen". Als Außenseiter, ganz apart Lief' ich um Würd' und Bürde, Ich glaub', ich fäme gut vom Start Und nähme manche Hürde. Ich liefe als ein Leichtgewicht, Ganz blind, wie einst Tobias, Vielleicht stund dann im Renrbericht: „ Gemad; t hat's Jeremias!" Doch fäme ich auch nicht ans Ziel, So fönnt' ich doch verbriefen: Im sportpolif'schen Zeitungsstil Stünd' ich bei Ferner liefen.... Meffieurs, Mesdames. der„ Run" beginnt, Ich frage: Wählt mich feiner? Wo soviel Kandidaten sind Warum denn nicht noch einer? Ob rechts, ob links, mir ist's egal, Ich laufe schlimmsten Falles Linksnational, rechtsradikal, Und ich verspreche alles. Und bleib ich wirklich auf der Stred, So war ich doch ein Zählmann, Ich trint'' nen Rognat auf den Schred. Und rufe: Bröstchen, Thälmann!" 30 Jeremias. Ein rufisches Naturschuhgeblet. Um das Aussterben des schon überaus felten geworbenen Wilents zu verhindern, bat die Sowjetregierung be schlossen, in westlichen Stautaius ein Gebiet von etwa 650 000 Morgen ald Schutzgebiet zu erklären. In diesem Gebiet dari feinerlei Feld- und Wald. arbeit verrichtet werden. Die vorbandenen Steinbrüche werden stillgelegt Selbst das Weiden von Vieh ist im Bereich des Echuzgebietes verboten. Amundsens Nordpolflug. Dienstag, tourden in 2ivorno ani den Amundsen im Sommer seinen Nordpolflug unternehmen wird. Amundsen norwegischen Dampier Baga die beiden Flugzeuge berladen, mit denen wird vom Leutnant Oskar Ambal begteitet lein, der den Bressevertretern erklärte, diesmal sei alles forgfältig vorbereitet. Die beiden Flugzeuge würden für den hin und Rüdflug zum Bol nicht mehr als 24 Stunden brauchen. Der Dritte im Bunde. Werte als banerische Staatsbetriebe aufrechterhalten und in diefem letzteren Sinne tätig sein. nommenen Stahlhelmleute entlaften unfreiwillig einige der AngeWirtschaftsminister Dr. Neuhaus, die Agrarzölle und weitergeführt werden. Wie man hört, wird die bayerische Regierung flagten aus dem Reichsbanner. die Ausschaltung des Parlaments. Deutschnationale Geschäftspolitiker. Ein neuer Untersuchungsausschuß. Es wird dann der sozialdemokratische Landrat Genosse Dauben thaler vernommen, der eindrucksvoll nachweist, daß er rechtzeitig vor der Genehmigung der Stahlhelmperanstaltung gewarnt habe und daß er nach der Genehmigung sowohl Schupo aus dem benach barten Jauer anforderte, als auch über die Vorbeugungsmaßnahmen gegen Zusammenstöße auf beiden Seiten sich ins Bild zu setzen Bild, das den Stahlhelm im wesentlichen als Angreifer barstellt, wofür er noch eine Reihe weiterer, zum Teil rechts. stehender Beamten als 3eugen benennen tann. Die Herren Schiele und Schlieben, der deutschnationale Innenminister und der deutschnationale Finanzminister, haben die Ausschaltung des Reichstages bis nach der Präsidentenwahl geplant. Sie haben Das politische Geschäft, das die Deutschnationalen aus den von eine Art Ermächtigungsgesetz vorbereitet, mit dessen Hilfe sie ihnen so sorgfältig gepflegten Finanzskandalen machen wollen, besuchte. Von den fraglichen Vorgängen selber gibt der Landrat ein während der Vertagung des Reichstages die deutschnationalen sieht bekanntlich darin, daß sie behaupten, eine Verknüpfung von Pläne auf dem Berordnungswege durchführen wollten. An Politik und Geschäft sei nur in der Republik und bei Republikanern dieser Absicht ist der dritte deutschnationale Minister im Reichs- möglich. Ergeben die Untersuchungen der parlamentarischen Ausfabinett, Herr Dr. Neuhaus, der Wirtschaftsschüsse etwas anderes, fo fucht man frampfhaft über derart fatale minister, starf beteiligt. Das Ermächtigungsgefeß, das Feststellungen mit fadenscheinigen Ausflüchten oder mit dem einfachen Herr Schiele dem Reichsrat vorgelegt hatte, sollte ihm die Rezept des Lotschweigens hinwegzukommen. Die Affäre Nehring ift Möglichkeit geben, die Zollvorlage zum Gesez zu machen, ihnen bereits höchft peinlich. Noch peinlicher aber dürften ihnen die ohne daß vor dem Plenum des Reichstages eine Auseinander- Mitteilungen sein, die jetzt im Zusammenhang mit Kreditschwierig. fegung über seine speziellen Pläne möglich wäre. feiten der Firma Paul Schmidt u. Co. vom Sozialdemokratischen Pressedienst gemacht werden. Die preußische sozialdemokratische Landtagsfraktion hat auf Grund der Anschuldigungen, die hier vorliegen, die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses beantragt. Wir beschränken uns auf die Wiedergabe der notwendigsten Tat fachen, die diesem Antrage zugrunde liegen. Wir folgen dabei der Darstellung des Soz. Preffedienstes". Bei der Absicht, die Herr Dr. Neuhaus verfolgt, handelt es sich nicht nur darum, die sogenannte fleine Vorlage, die Der Reichswirtschaftsrat verabschiedet hat, zum Gesetz werden zu lassen. Diese sogenannte fleine Zollvorlage enthält Zölle, die die Landwirtschaft interessieren, nur in nebensächlichen Pofitionen, dagegen feine Getreide- und keine Fleischzölle. Herr Dr. Neuhaus, der deutschnationale Wirtschaftsminister, sieht seine Aufgabe darin, diese kleine Zollvorlage zu benutzen, um die agrarischen Hochschutzollpläne durch zuführen. Er schredt nicht davor zurüd, bei der Verfolgung der agrarischen Pläne die Industrie vor den Kopf zu stoßen. Er hat bisher die kleine Zollvorlage zurückgehalten und den gefeggebenden Körperschaften nicht zugeleitet, weil er sie verbunden wissen will mit einer Ermächtigung für die Regierung, die Agrarzölle bis zur Höhe des autonomen Zolltarifs ein zuführen. Er benugt die Zurückhaltung der fleinen Zollvorlage als Druckmittel gegenüber den industriellen Kreisen, um pon ihnen Zugeständnisse in der Frage der Agrarzölle zu verlangen. Die Industrie hat ein lebhaftes Interesse daran, daß der fleine Bolltarif verabschiedet wird, da die Situation in den Handelsvertragsverhandlungen die Berabschiedung diefes Entwurfes erfordert. Sie erblickt in den Plänen des deutsch nationalen Wirtschaftsministers Dr. Neuhaus eine Gefährdung der Verabschiedung der fleinen Zollvorlage im Barlament, damit zugleich eine Gefährdung der Handelsvertragsverhandlungen und eine Schädigung ihrer Interessen. Herr Dr. Neuhaus weiß das sehr wohl. Es ist gerade seine Absicht, die Zwangslage, in der sich die Industrie in gewissem Sinne befindet, auszunuzen, um die Kreise der Industrie zum Nachgeben gegenüber den agrarischen Plänen zu zwingen. Er hat deshalb die Borlage des fleinen Rollgefeges verzögert. Das heißt, daß er um der agrarischen Bläne der Deutschnatio nalen willen dies Gefeß, und in gewissem Sinne damit auch den Abschluß der Handelsverträge jabotiert hat. Seine Hoffnung war nun, daß er während der von den deutschnationalen Ministern beabsichtigten zwei monati gen Bertagung des Reichstags diefe Borlage in Verbindung mit der Ermächtigung für die Regierung zur Einführung der Agrarzölle auf dem Berordnungsmege durchführen fönnte. Auf diese Weise wollte er den parlamentarischen Schwierigteifen die die Kreise der Industrie wohl einzuschäten verstanden, aus dem Wege gehen und der Industrie die Zustimmung zu seinen agrarischen Bänen erleichtern. Der Reichswirtschaftsminister Dr. Neuhaus betreibt aso Intereffentenpolitik in der schlimmsten Form. Die Pläne der deutschnationalen Minister, den Reichstag auszuschalten, find gescheitert. Das Ermächtigungsgefeh. das Herr Schiele dem Reichsrat vorlegte, werden sie vom Reichstag nicht erhalten. Damit find auch die überschlauen Pläne des Herrn Neuhaus zu Wasser geworden. Bird er nun endlich die fleine Zollvorlage dem Reichstage vorlegen, und zwar nicht in Berbindung mit einem Ermächtigungsgesetz zur Einführung von Agraröllen für die Regierung? Er wird es auf die Dauer nicht vermeiden fönnen. Für diesen Fall muß er sich mit seinen politischen Freunden darauf gefaßt machen, daß seine Pläne in der Deffentlichkeit mit der größten Schärfe durchleuchtet und tritifiert werden. Der deutschnationale Dr. Neuhaus hat sich mit diesen Plänen a's befähigter Borkämpfer der agrarischen Intereffen geezigt. Schließlich sind aber die Funktionen eines deutschen Reichswirtschaftsministers etwas anderer Art als die Funktionen eines Landbundpolitikers. Die„ Kreuz- Zeitung" bestätigt. " 1 Herr Paul Schmidt, Berlin, Manfteinstraße 11, war früher Annoncenafquifiteur der„ Kreuz- Zeitung" und erhielt bei seinem Ausscheiden von dem Geschäftsführer, dem deutschnationalen Abgeord neten Grafen e ft arp, ein glänzendes Seugnis Darin wird der Charakter und die Energie Schmidts gelobt. Schmidt war es zu verdanten, daß die Kreuz- Beitung" Pflicht blatt an der Bulaffungsstelle der Berliner Börse geworden ist. Er hat es also verstanden, Börsengelder in das Geschäft der sonst wirklich nicht über. ragend bedeutenden Kreuz- Zeitung" zu leiten. Herr Paul Schmidt hat nun bei verschiedenen öffentlichen Instituten, u. a. bei der Preußischen Staatsbant, bei der Wirtschaftsbant in Bielefeld und bei der Kreissparkasse in Lübbede Kredite aufgenommen, die ohne die besondere Empfehlung des Grafen Westarp kaum möglich gewesen wären. Die Kredite der Lübbecker Kaffe lauten auf den Kärrner- Verlag G. m. b. 5., einer Gesellschaft ohne eigene Geschäftsräume, dem Herausgeber des Mitteilungsblattes des Hauptvereins der Deutschtonservativen. Geschäftsführer der Gesellschaft ist Herr Paul Schmidt, deren Inhaber sind Graf Seydlig- Sandrehty und Graf Weftarp. Als die. Kredite, die bei der Preußenfasse zahlbar waren, fällig burden, fuchte sich Herr Paul Schymidi Kreditmöglich feiten bei der Brandenburgischen Girozentrale zu er öffnen. Das schlug fehl. Die Wechsel wurden schließlich protestiert, da teine Dedung vorhanden war. Gegenüber den Gläubigern, die ihn bedrängten, foll er angegeben haben, daß er die ihm geliehenen Gelder an den früheren Hofmarschall des Kaisers, Graf Platen Hallermünd, an den Prinzen Oskar von Preußen, an den Generalmajor v. Stetten und an einen Herrn Buchfint weitergeleitet habe. Die Staatsbant, die auf die Eintreibung der Gelder drang, soll dann zunächst eine Regelung gesucht haben, an der Henri Barmat beteiligt werden sollte. Dieser soll seine Mitwirtung abgelehnt haben. Später find die Kredite von anderer Seite übernommen worden. Bon Interesse ist auch, daß eine Reihe von Adelspersonen ein Herr v. Brodhausen, ein Herr v. Schröder und der bekannt Deutschnationale Herr v. Rries- bei der Scharlach- Bant im Jahre 1923 ein Ronto unterhielten, mobei erwähnt werden nag, daß für Herrn o. Kries ein Auftrag zum Bertauf den Dollars gegeben wurde in der Zeit, als die Inflation fich ihrem Höhepunkt näherte. In dem Schreiben, in dem diese Tatsache enthalten ist, ist banon die Rebe, daß die Bank von ihren Freunden gute pollfische Informationen erhalten habe.... Dem Aufsichtsrat der Scharlach Bant gehörten damals Exzellenz Göppert, Herr v. Miquel und Herr Kleefeld, der Schwager Stresemanns, an. Bulegt fragt der Pressedienst, ob es zutreffe, daß ein deutsch nationaler Reichstagsabgeordneter om 10. März 1920 für einen großen Lebensmittel importvertrag eine Brovision von 1½ Millionen Goldmark erhalten hat. Der Vertrag wurde, wie wir ergänzend bemerken möchten, trop schwerwiegender Bedenken im Interesse der Landwirtschaft vom Reichswirtschaftsminifterium genehmigt, bald darauf auch von der Rapp. Regierung. Der Mann, der diese Provision beansprucht und Regierung. Der Mann, der diese Provision beansprucht und bezogen hat, ist fein Geringerer als der bekannte Landbundführer, der inzwischen verstorbene Edle von Braun. Soweit das Sterial. Es untersteht jetzt der öffentlichen und parlamentorischen Rritif und Untersuchung, die wahrscheinlich reftice, Klarheit in einigen noch nicht vollkommen geklärten Punkten schaffen wird. Es ergibt sich jedenfalls schon jetzt, daß das große moralische Pathos, mit dem die Deutschnationalen ihre Standalitis betätigen, innerlich recht hohl ist. Wir möchten im übrigen der Untersuchung nicht vorgreifen. Der Schlesische Reichsbannerprozeß. Während erstaunlicherweise der größte Teil der Presse der Regierung dabei behilflich ist, die Bollabsichten des Rechtsblockes zu Eine zusammenbrechende Anklage. verheimlichen, finden wir in der Kreuz- 3ettung" eine wenn auch etwas eigenartige Bestätigung unserer Mitteilungen. Breslau, 11. März( Eigener Drahtbericht.) Der zweite und Dieses Blatt der Deutschnationalen bezeichnet nämlich unsere Dar dritte Verhandlungstag im Prozeß gegen das Striegauer stellung als eine Indiskretion und behauptet, wir hätten uns Reichsbanner brachten die Beendigung des Berhörs der Angedie Informationen aus einem Minifterium verschafft. Also find fie flagten und die Bernehmung der ersten Belastungszeugen. Eine wohl richtig. Die„ Kreuz- Beitung" schäßt uns jedoch zu gering ein, Anzahl der weiteren Angeflagten war überhaupt während der wenn sie glaubt, daß wir unsere Informationen bei amtlichen Stel Schlägerei nicht auf der Straße oder hat ben angeblichen len beziehen müssen, die der Leitung eines Neuhaus oder Kanitz Landfriedensbruch nur von fern gesehen. Ein Angeklagter bezeugt, unterstehen. In dem vorliegenden Falle trifft es bestimmt nicht zu- daß er von dem hauptbeschuldigten Reichsbannerführer Müller auswas mir im Interesse der von dem deutschnationalen Organ ver drücklich ermahnt worden war, sich in feiner Weise provozieren zu dächtigten Beamten ausdrücklich feststellen möchten. Wenn die Kreuz laffen. Ein anderer Angeflagter ist von mehreren Stahi Zeitung" im Anschluß an ihre irrige Annahme die Forderung helmleuten so lange gefchlagen worden, bis er be fnüpft, man sollte die Verwaltung noch weiter von November jinnungslos zusammenbrach. Trozdem soll er Landfriedens größen, die dem Vorwärts" solches Material zugänglich bruch begarigen haben, während die gewalttätigen Stahlhelmleute machen", säubern, so beweist das nur, daß fie vor haltloser nicht auf der Antlagebant Platz zu nehmen brauchen. Berleumdung forrefter Beamter nicht zurückschredt, wenn es ihr in den Kram paßt. Im übrigen kann sie sich durch ihre Berichterstatter im Barmat Ausschuß und ähnlichen Körperschaften darüber vergewissern, wie realtionäre Beamte mit amtlichem Material umgehen. Sie wird dann hoffentlich auch den Mut zu der Forderung finden, den Beamtenapparat von gewißen faiserlichen Größen zu reinigen. Das Schicksal der Deutschen Werke. Teilweise Uebernahme auf den, bayerischen Staat? München, 11. März.( Eigener Drahtbericht.) Bon der beabsich tigten Stillegung der Deutschen Werte A.-G. werden in Bayern rund 2300 Arbeiter und Angestellte be troffen. Davon tommen auf das Wert München 500, auf Ingolstadt über 1200 und auf Amberg 530. Die sozialdemokratische Frattion des Landtags hat in einem Dringlichkeitsantrag die bayerische Regierung ersucht, bei der Reichsregierung fofort mit allem Nachdruck dahin zu wirken, daß die bayerischen Betriebe der Deutschen Werke A.-B. vor dem Zugriff privater Intereffen geschützt werden und weiterhin dafür zu sorgen, daß die genannten Der Hauptbelastungszeuge ist der rechtsstehende Polizeiinspektor Lehmann, dessen eigenartiges Verhalten an dem Tag des Zufam menstoßes bereits Anlaß zu einem Disziplinarverfahren gab, in dem er veriäufig freigesprochen wurde, jedoch noch einem Revisionsverfahren entgegenfieht. Er gibt hauptsächlich Stadtflutich wieder, wonach das Reichsbanner beschlossen hätte, den Stahlhelm von brei Seiten anzugreifen, was angesichts der geringen 3ahl von Reichsbannertenten gegen die etma 3 man3igface lleber. legenheit der Stahlhelm er überaus fomisch wirkt. Weitere Zeugenaussagen werden vom Staatsanwalt offensichtlich zu dem Hauptzwed veranlaßt, un den sozialdemokratischen Landrat von Striegau, Genoffen Daubenthaler, zu belasten, dem der von Striegau, Genoffen Daubenthaler, zu belasten, dem der „ Berliner Lokal- Anzeiger" in feiner von einem Sensationsjourna liften geleiteten Berichterstattung bereits nachsagt, daß er die Schupo nicht herangezogen habe, während der sozialdemokratische Landrat den Nachweis führen kann, daß er den Antrag rechtzeitig gestellt hat. Ein Stahlhelm. Angestellter, der zunächst vernam men wurde, sagte aus, daß etwa 800 Reichsbannerleute 5000 Stahlhelmleuten gegenüberstanden, womit die Zahl der Reichsbannerleute noch um ein Bielfaches überschäßt sein dürfte. Mehrere der verBerschiedene andere Zeugen berichten von Großipreche reien der Stahlheimleute an dem Tage vor dem Zusammenstoß. In den Nachbarorten haben 3. B. die Stahlhelmleute gedroht, den Striegauer Roten einen Denkzettel zu geben. Außerdem wird durch eine ganze Reihe von Zeugen nachgewiesen, wie ichwerbewaffnet der Stahlhelm aufmarschierte. Ein Chauffeur fand in einem Auto, das Stahlhelmleute beförderte, nachher eine vergessene Handgranate. Andere Zeugen haben gesehen. wie handgranaten in Striegau von Stahlhelmleuten eingegraben wurden. Die Berhandlung ist sehr gegen den Willen des Staatsanwalts zu einer ungeheuren Anflage gegen den Stahlhelm und einer Entlastung des Reichsbanners auf der ganzen Linie geworden. England und der Sicherheitspakt. Condon, 11. März.( Eigener Drahtbericht.) Die britische Presse betont in ihren Artikeln über die Genfer Konferenz nochmals, daß weder das Genfer Protokoll noch ein englisch- französisch- belgisches Bündnis als Mittel zur Friedenssicherung in Frage kommen könnte. Die„ Times" erklären. daß das Genfer Protokoll in feiner gegenwärtigen Form für England ganz unann ehmbar sei, weil es nicht so sehr dem Frieden und der Sicherheit diene als eine Fülle von Schwierigkeiten und neue unübersehbare Schwierigkeiten schaffe. Auch der alte Bedante eines Bündnisses zwischen England, Frant. reich und Belgien sei für die öffentliche Meinung Englands und den Dominions nicht tragbar. Der letzte deutsche Vorschlag zeige einen hoffnungsvollen Weg an. Er sei auch vom Standpunkt der wesentlichen Interessen Bolens unbedenklich. Es sei das Interesse Europas, daß Polen sich gut entwickelte. Aber seine Methoden in der Frage der Selbstbestimmung seien nicht immer und in allen Teilen zu billigen. Benesch für das Genfer Protokoll. Genf, 11. März.( Eigener Drahtbericht.) Der tschechische Außenminister Benesch hat gegenüber Pressevertretern erklärt, daß die Tschechoslomatei so lange an dem Genfer Protokoll festhalten werde, bis nicht bessere Vorschläge zur Friedenssicherung durchgefort werden. Sigung des Völkerbundsrates. Genf, 11. März.( TU.) Die heutige Sitzung des Bölkerbundsrates wurde von Chamberlain eröffnet. Der Rat beschloß, die Frage der Anleihen und der Unterbringung von privaten Kapitalien in den Mandatsgebieten einer Kommiffion zu überweisen. Darauf wurde die Sigung um eine Viertelstunde vertagt, weil das Ratsfomitee feine Arbeiten über die Prüfung des Berichts des unnarischen Generalfommiffars noch nicht beendet hatte. Nach Wiedereröffnung der Sigung berichtete Sciatoja über den Wiederaufbau Ungarns. Dem Rat fag der Bericht des Generalfommiffars und des Ungarntomi ees bereits vor. Der Rat stimmte dem Bericht zu und sprach die Hofnun aus, daß die ungar ehe Regierung durch interitum bes Generalfommissariats den Wiederaufbau zu einem guten Ende führen werde. In der Nachmittagssigung des Bölterbundstates legte Dr. Be. nefch einen umfangreichen Bericht der Verbindungskommission über die private Herstellung von Kriegsmaterial vor. In dem Be richt wird der Protest der Vertreter der internationalen Arbeiter organisationen Jou haug und Dubegeeft berücksichtigt, die sich beim Rate beschwert hatten, daß die Kommission sich vertagte, bevor sie zu der Bertagung Stellung nehmen konnten. Auf Benesche Vorfchlag erkennt der Rat an, daß die Mitglieder der Kommission die Möglichkeit haben müssen, ihre Ansichten in weitestem Umfange zu äußern, menn auch dem Rat die Leitung der Arbeiten und die legte Entscheidung vorbehalten bleiben müsse. Der Rat billigte den Beschluß der Verbindungstommission, erst nach der Maikonferenz über fonferenz vertretenen Regierungen folben aufgefordert werden, thre den Waffenhandel wieder zusammenzutreten. Die auf der MaiVertreter zur Ausarbeitung eines internationalen Ueber= eintommens über den Waffenhandel zu bevollmäch tigen. Deutschland wird auch an der Maifonferenz teilnehmen. Deutsch- polnische Konferenz. Die Frage der Wanderarbeiter. Am 11. März wurden im Auswärtigen Amt die deutsch. polnischen Verhandlungen in der Frage der polnischen Wanderarbeiter eröffnet. Leiter der Verhandlungen ist auf deut scher Seite der Ministerialrat und Dirigent im Reichsarbeitsministerium Dr. Weigert, auf polnischer Seite der Leiter des EmiDr. Weigert eröffnete die Verhandlungen mit einer Begrüßung der grationsamts in Bauschau, Stanislaus Grawronsti Herr Intereffen beider Länder in der zu verhandelnden wichtigen sozialen polnischen Herren, gab der Meinung Ausdruck, daß die gemeinsamen Frage auf eine Verständigung hoffen ließen, und betonte dabei, daß eine solche Verständigung den Tendenzen der internationalen Sozial. politit entsprechen würde. Herr Grawronski dankte für die Begrüßung, sprach ebenfalls seine Hoffnung auf eine Berständigung deutsch- polnischen Abkommens über die polnischen aus, und bezeichnete als Ziel der Verhandlungen den Abschluß eines Saisonarbeiter, wobei er auf die Grundfäße internationaler Ronferenzen und die Tätigkeit des Internationalen Arbeitsamts in Genf besonders hinwies. Der auswärtige Ausschuß des Reichstags trat gestern zu einer Sigung zufammen. Die Verhandlungen wurden durch sehr eingebende Darlegungen des Außenministers Dr. Stresemann über die Frage des Sicherheitspattes eingeleitet. Die Verhandlungen standen wie üblich unter vollster Vertraulichkeit. Es wurde in Aussicht genommen, bei der in allernächster Zeit stattfindenden Beratung des Etats des Auswärtigen Amtes im Plenum des Reichstags die Auffassungen, die bei den Erörterungen im Auswärtigen Ausschuß zutage getreten waren, bor der Deffentlichkeit zu vertreten. Ein Beleidigungsprozeß gegen Forstner. Wie die Bd3. erfährt beginnt am 19. März vor dem Staatsgerichtshof der Beleidi des Reichspräidenten gegen Stapfe, Rosenberg, Blattner, Blümow, Freiherrn v. Forstner und Gegungsproze B noffen Obstruktion im öfterreichischen Nationalrat. In dem Sonder ausschuß für das Mietengeiez dauert die sozialdemokratische Obstruktion fort. Am Mittwoch vormittag hatte Genosse Ever ieine Obstruktionsrede begonnen. Er hat den ganzen Vormittag hindurch gesprochen und feste feine Rede om Rad mittag fort. Gr wird fie am Abend nicht beenden, sondern in der nächsten Ausschußfigung fortjeßen. Gewerkschaftsbewegung daß hier nicht der Ort wäre, Auseinandersetzungen zwischen den Der Eisenbahnerstreik in Berlin. In der gestern abend abgehaltenen Funktionärfonfe. renz des Bezirks Berlin im Deutschen Eisenbahner. Berband berichtete zunächst Beilschmidt von der Orts. verwaltung über den Stand des Streits auf den Berliner Güter bahnhöfen und in den Umladehallen. Nachdem gestern nachmittag auch der Güterbahnhof Bankow die Arbeit eingestellt hat, find über 1000 mann im Ausstand. Entgegen allen von der Reichsbahn- Verwaltung ausgehenden Nachrichten ist festzustellen, daß der Streif in Berlin zu einem völligen Bersagen der Güterabfertigung geführt hat; viele Güterannahmeftellen sind von der Reichsbahndirektion bereits geschlossen worden. Die von der Verwaltung den Streifenden zugestellten Ründigungsschreiben haben nicht die mindeste Wir. fung auszuüben vermocht. Im Gegenteil haben sich noch viele Arbeiter nachträglich der Streifbewegung angeschloffen. Bezirksleiter Dressel sprach dann über die Maßnahmen, die nach den Beschlüssen der Beiratssigung des DEV. für die Erweiterung und Fortführung der Bewegung nötig sind. Der Streif bon 1000 eingearbeiteten Eisenbahnern wirkt sich bereits in vollſtem Maße aus. Schon jetzt laufen die Reklamationen nicht angefommener und falsch verladener Güter dugendweise bei der ReichsbahnDirektion ein und es ist nicht abzusehen, wie hoch die Entschädi gungsansprüche für verloren gegangene Güter sein werden. Damit find alle in die Welt gesezten unrichtigen Behauptungen der Reichsbahnverwaltung beftens widerlegt. Der Streit bedeutet in seinem gegenwärtigen Stadium nur ein Vorposten gefecht. Auf feden Fall wird er der Reichshahndireftion gezeigt haben, daß die Bewegung nicht von den Verbandsinstanzen gemacht wird, sondern daß sie ihre Ursache in einer tiefgehenden und meit verbreiteten Mißftimmung und Empörung der Eisenbahn arbeiter hat. Nachdem von der Verwaltung jebes 3u. geständnis abgelehnt ist, hat der Vorstand des Verbandes in der Weiterführung des Kampfes freio Hand bekommen. Und menn nunmehr nach der Tagung des Brirats eine Berschärfung des Kampfes bevorsteht, so ist das lediglich eine Auswirkung der gegebenen Situation. Dreffel ließ der Versammlung feinen Zweifel über die Schwere des Kampfes: Bähes Aushalten und fefter Rampfesmut merden die Haupttugenden der Streifenden sein müffen. Obwohl der Reichstag das Reichsarbeitminifterium angewiesen hat, Verhandlungen mit den Eisenbahnerorganisationen aufzunehmen, können die Eisenbahner sich unter feinen Umständen mehr darauf einlaffen, von den Instanzen weiter hingehalten zu werden. Wenn die Verwaltung bisher geolaubt hat, mit den Eisenbahnern machen zu fönnen, was ihr beliebte, so wird ihr die Verschärfung des Rampfes zeigen, daß fie fich gründlich geirrt hat. Der Kampf wird nicht nur um einige Pfennige Lohnerhöhung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sondern auch um das Ansehen der Eisenbahnarbeiter schlechthin geführt werden. Dieses Rampfziel wird auch die Kampfform beftimmen. Der Streif geht um die Erhaltung der letzten Rechte der Eisenbahner, die gegen die Industr'etapitäne im Verwaltungsrat verbeidint werden müssen. Die Eisenbahnerschaft, die in arbeitsrechtlicher Beziehung rechtlos gemacht ist, das Gespenst des Abbaues und der Entlassung jeden Augenblick vor Augen hat, mit 16, 18 und 20 m. Wochenlohn abgespeist wird, hat alles zu gewinnen und nichts zu ver fieren. Nach der Aufnahme, die die Ausführungen Dressels bei den Funfonären fanden und nach dem Ergebnis der Aussprache wird Der Kampf im Bezirk Berlin von heutigen Tage ab auch auf weitere Dienststellen und Dienstzweige ausgedehnt werden. Nach Schluß der Versammlung sind die maßgebenden Funktionäre zufammengeblieben, um das Ausmaß der Kampffronterweiterung zu bestimmen. Im Eisenbahndirektionsbezirk Köln Batten die Eisenbahnerorganisationen zu Montag, nachmittags 2 Uhr, mehrere große Versammlungen des gesamten Personals einberufen. Die Versammlungen waren als Demonstrationstundgebun gen gedacht, wobei Borsorge getroffen worden war, daß die Spät schicht zur Arbeit antreten fonnte und auch sonst der Betrieb nicht gestört wurde. Der Leiter der englischen Besagungsbehörde ließ die Organisationsvertreter und den Regierungsrat Erdmann von der Reichsbahnverwaltung zu sich kommen und eröffnete den Verbandsvertretern, daß die Reglements der Befagungsbehörde eine Anmeldung von Streits Dorfehen. Bei der sich anschließenden Aussprache betonten die Berbandsleiter, daß ein Streit noch nicht in Betracht fäme und daß bie Versammlungen unter allen Umständen abgehalten werden würden. Eigenartig war das Verhalten des Herrn Regie runarates. Der Herr erklärte dem Engländer. daß die Löhne und sonstigen Arbeitsbedingungen der Kölner Eisenbahner beffer feien als die der Industriearbeiter und daß „ gar fein Anlaß für die Bewegung" vorliege. Auch die Verwaltung fähe die Beteiligung an den Bersammlungen als Arbeitsniederlegung an und mußte sich von den Organisationsvertretern darauf hinweisen laffen, Tariffontrahenten zu pflegen. Obwohl der Engländer der Reichsbahnverwaltung die Unterstügung der Befagungsbehörde zusagte, fanden die Versammlungen dennoch statt. Ueber 4000 Eisenbahner hatten den Dienst verlassen, ein außerordentlich hoher Prozentjazz aller Beschäftigten. Die Drohungen der Reichsbahnverwaltung hatten feinen Einfluß auszuüben vermocht. Die Berfammlungen waren ein voller Erfolg für die Eisenbahner bewegung in der besetzten Zone. Im befeßten Gebiet, Bezirk Elberfeld, Effen. Duisburg, wurden dieser Tage Bezirksvertreterversammlunnen der an der Eisenbahnerbewegung beteiligten Verbände abgehalten. Die Besakungsbehörden, in diesem Folle Belgier und Fran 30sen, standen auf dem Standpunkt, daß die schlechten Löhne und Lebensbedingungen der Eisenbahner die Bewegung durchaus verständlich machen. Die Versammlungen nahmen Entschließungen an, in denen die Sympathie für die schon streifenden Arbeiter und die Soli darität ausgefprechen wird. Treg der Stellungnahme der französisch- belnischen Befakunnsbehörden besteht aber die Gefahr daß in diesem Teil des befekten Gebietes die fremdländische Eifen bahnrenie micher erneut aufrecen mirh. Ein Teil der Presse hat mit nicht mißzuverstehender Absicht gemeldet, daß die Besatzungsbehörden einen Streif der Eisenbahner rerboten hätten. Das trifft nur für das englische, nicht aber für das französische und belgische Besagungsgebiet zu. Die Franzosen haben vielmehr erklärt, ein Streit, der sich nicht gegen sie wende, werde von ihnen nicht verboten. Sie haben einen Notfahrplan feftgelegt, nach dem gegebenenfalls gefahren werden soll. Die Leute, die innerhalb dieses Notfahrplans beschäftigt werden, sollen eine den Teuerungsverhältnissen entsprechende Bezahlung erhalten. Franzosen wollen nur, daß ihre Züge gefahren werden. Die Kundgebungen der Pfälzer Eisenbahner. Kaiserslautern, 11. März.( Mtb.) Eine Versammlung der Eisenbahner nahm nach erregter Debatte eine Entschließung an, in unterzogen wurde. welcher das Berha'ten der Reichsbahnverwaltung einer scharfen Kritit Die Versammlung verlangt von der Reichsbahnverwaltung fofortige Aufnahme von Verhandlungen mit den Gewerkschaften, da die gegenwärtigen Lohn- und Gehaltsverhältnisse völlig unzureichend feien. Den Eisenbahnern in Sachsen wird die vollste Sympathie ausgefprochen und die Reichsbahnver waltung vor einer Verfennung der Lage gewarnt Ludwigshafen, 11. März.( Mtb.) Eine Eisenbahnerversammlung in Ludwigshafen faßte eine Entschließung, in welcher das Verha'ten der Hauptverwaltung als eine Provozierungs des ganzen Personals bezeichnet wurde. Die Versammlurg sprach den ftreifenden Eiserbahnern im Reich ihre Sympathie aus und erklärte sich bereit, selbst die äußersten Konsequenzen zu ziehen, um die Forderungen der Eisenbahner durchzudrücken. Die Eisenbahner in Mannheim halten Mittwoch abend gleichfalls eine Bersammlung ab. Auch in Bayern beginnen die Eisenbahner sich zu rühren. In Hof find 260 Arbeiter der Eisenbahndienststellen in den Streit getreten. Der Ausstand erstreckt sich zunächst auf einen Teil des Rangier- und Güterbodenpersonals und auf etwa 100 Arbeiter der Bahnmeisterei. Der Be trieb und der Verkehr wird aufrechterhalten. Die Reichsbahndire? tion hat einen Aufruf zur Wiederaufnahme der Arbeit erlaffen. auf weiteren Stationen Nordbayerns lofale Streifs Nach den vorliegenden Meldungen ist damit zu rechnen, daß auch erfolgen. Die Ortsverwaltung des Eisenbahnerverbandes in München nimmt in einer Erklärung zur Lohnbewegung der Eisenbahnarbeiter Stellung und wendet sich gegen den Versuch der Reichsbahnverwaltung, die Schuld am Scheitern der Berhandlungen auf die Gewerkschaften zu schieben. In Sachsen ruht zu 95 Proz. der Güterverkehr. Kein für Sachsen bestimmtes Gut wird in Mitteldeutschland und Rheinland- Westfalen angenom men: das ist der beste Bemcis dafür, was von der Behauptung der Reichsbahnverwaltung zu halten ist, daß in Sachsen nur 6000 Mann streiften. Die Reichsbahnverwaltung fieht zweifellos die Lage schon als sehr bedrohlich an; sie hat für den Direktionsbezirk Halle für die Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag bereits den Bahnschutz aufgerufen. Die Stettiner Eisenbahner. Reichsbahndirektionsbezirks Stettin des Deutschen EisenbahnerverStettin, 11. März.( TU.) Die Vertreter der Ortsgruppen des falls die Reichsbahnverwaltung ihren Forderungen nicht nachbandes haben beschlossen, sich dem Streit anzuschließen, bommen wird. Nach dem Bericht der Reichsbahnverwaltung ist auch am Mittwoch feine wesentliche Wenderung in der Streiflage eingetreben. Daß in Hof in Bayern 260 Mann streifen, wird zugegeben. In Berlin streifen heute insgesamt 700 Arbeiter. Die I rüchte, daß den für die Streifenden eingesprungenen Arbeitern höhere Löhne oder Sonderzuschläge gezahlt werden, find frei erfunden. Im übrigen dürften die heutigen und morgigen Schlichterverhandlungen abzuwarten sein." ,, Anidrigkeit und Verschwendung der Reichsbahn". Zu der unter diefer Ueberschrift im gestrigen Abendblatt des Vorwärts" veröffentlichten Zuschrift wird une von fompetenter Stelle mitgeteilt, daß die Angaben über das Jabreseinkommen des Generaldirektore Deier und feine Wohnungseinrichtung un Autreffend find. Jm legteren Falle handle es sich um die Her richtung von Diensträumen. Tavezierer- Streit. # Die fast vollzählige Beteiligung der Tapezierer am ersten Streit, tag scheint die Unternehmer in große Unruhe versetzt zu haben. Allmöhlich scheint den Scharfmachern bei den Unternehmern das Gemiffen zu schlagen, sonst würden sie wohl nicht Zuflucht zu unlauteren Mitteln nehmen Der Marzwind wehte der Streifleitung ein Rundshreiben an die Meister auf den Tisch, unterzeichnet Obermeister Solzamer, worin die Unternehmer aufgefor. dert werden, sich zur Arbeitsleistung in den bestreiften Be trieben zur Verfügung zu stellen. Das Eingeständnis, dak die bestreiften Betriebe dringende Arbeiten haben, hat dazu beigetragen, daß die shon chnehin aute Stimmung der Stretenden sich erheblich gesteigert hat. Unzutreffend ist jedoch d'e Angabe in dem Runds hreiben über die Urfahe des Streifs Die Tapezierer fordern feine Verkürzung der Arbeitszeit urd hoben sie in den ungezählten Verhandlungen während der anderthalbjährigen tarifl- fen Zeit nicht ein einziges Mal gefordert. Aber auf eine Verlängerung der Arbeitszeit laffen ft die Arbeiter nicht ein. fönnen die Streifenden veranlaffen auf den Ramnf um beffers Lohn Weder Aussperrung, Materialsperre, noch sonstige Maßnahmen und Arbeitsbedingungen zu verzichten, wenn man ihnen solche auf friedli hem Wege nicht zugesteht. Weder durch Drehungen noch Mora leumdungen werden sich die Streifenden eins hüchtern lassen Sie werden aushalten, bis die Unternehmer ihren Herrenstandpunkt aufgeben. Wir bitten alle Arbeiter. überall darauf zu achten, wo Defora tions-, Kleber, Bolstererarbeiten ufm. ausgeführt werden, und darauf aufmerksam zu machen, daß die Tapezierer sich im Streit hefinden und solche Arbeit Streitarbeit it. hotter ht Soli darität! Die Zentralftreifleitung. Die Plenarversammlung der Berliner Gowertschaftsdelenierten und Interfommissionsvertreter die in voriger Woch rortant worden mußte, findet nunmehr am Mittwoch, den 18. März. abends 6½ Uhr, im Metallarbeiterverbandshaus, Linienstraße 83/85. ſtott. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Genofen Guts mist über die Aufgaben der Gehaa und die Wohnungswirtschaft, somie die Legitimation. Beratung der Satzung. Einladung nebst Delegiertenfarte gelten als Der Abbau in dem Dombrowaer Grubenrevier nimmt von Tig zu Tar einen immer ernsteren Charakter an. So wurde dieser Tane wiederum eine aroße Aninhl von Arbeitern entlassen. Von Grube betroffen, tro 700 Mann ur Entlassung famen. dieser Maßnahme wurde besonders die Beleofchaft der Geora 20 Broz. der Beamten abgebaut. In den nächsten Tacen werden auf fämilichen Gruben auch ett a Berbanb her Maler unb 2afierer! Mornen, Freitag, abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus Geftionsverfammlung aller in der Industrie Be fhäftigten. Tagesordnung: 1. Lohnregelung und Arbeitsverhältniffe im Badierergewerbe. Ref.: Rollene Schiemann. 2. Wahl von zwei Rollegen arc Ladiere fonferens in Samburg. 3. Verbandsangelegen beiten. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist hos Erscheinen aller Rollgeen dringend notwendin. Die D- tenerma'tung. Young, Anerlist, Parichauer Strake! Am Sonnabend, den 14. Mara, nad mittens 2 Uhr, bei Bar, Giralaner Allee 47. wichtige Berfommlung aller EPD.- Senofen. Stellungnahme zur Betriebsrats. wahl. Cefdeinen aller unbedingt notwendig. Der Frattinnengenh. tung, EG. Brunnenstraße! Morgen, Freitoa nam. 4 Uhr, bei Döhlina, Brunnenstr. 79, Versammlung aller GND..nntionäre. Stellungnahme zur Betriebsratsmah. Erscheinen aller Genoffen ist Bflicht! Barteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Tapezierer! Die morgen, Freitag, vorm. 11 Uhr, im Gewerkschaftshaus Patt findende Bertranensmänner- Be- fammlung zur Information über den Stand bes Streifs ist von allen Retrieben vünktlich zu befuchen. Eine weitere Stempel. stelle ist in Schöneberg, Bahnftr. 19/ 20, bei Christian Weber, eingerichtet. Die Streifleitung. Rentralverband der Angestellten, Fachgruppe Metall. Wichtige Funktionär Donnerstag, abends 7½ Uhr, in ben Sophiensälen, Sophienftr. 17/18, Soch verfammlung aller unter den BBMJ.- Tarif fallenden Betriebe heute, acitssaal. Das Erscheinen aller Funktionäre wird bestimmt erwartet. Berantwortlich für Bolitit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Gonftiges: Frik Katstädt; Anzeiger: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag Gm b. S.. Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlaasanstalt Paul Singer u Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". werde dementsprechend ihre Maßnahmen treffen. Die Stellungnahme Bahl der Ausständigen im ganzen Reiche beträgt heute 7709 Mann, Sophien- Säle Sophienstraße 17-18. des Reichsbahnvertreters rief startes Befremden hervor; er das sind 1,8 Proz. des gesamten Eisenbahnerbestandes. Die Ge Norden 9296 * Norden 12643 Säle frei! Billige Korb- Möbel A Weidensessel mit Zopfrand 525 Weidensessel 1050 dichte Strifen schwarzeKnöpte Sehr solide Garten- u. Balkon110X110 120X160 Tischdecken durchgewebt 325 595 Peddigtisch Peddigtisch 925 ,, Secunda" 60 cm 975 " Secunda" dunk 1....... 60 cm Peddighocker 5,50 Peddigsessel " Secunda", flacher Rand 850 " Secunda" Wetterfeste Boondot sessel in bester Ausführung and Verarbeitung, für Garten, Veranda, und Restaurant geeignet 70 cm 70 cm 1050 1125 675 " Blauband" Weidensessel Wulst gesotten 750 Japanbraun 850 PeddigWulstsessel 10 " Secunda" Bess.Ausführ, urchgeh 50 Streifen, schwrz Knöpfe 13" Peddigsesse! Farb- u.lichtechte Garten- 49" " Secunda", flacher Band dicht geflocht 14.00 HERMANN TIETZ. schirme einfarbig gestreift, in grosser Auswahl. Auss ellung von neuer Damen Moden 19 Str. 120 42. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Hygienische Milchgewinnung. Die gesundheitspolizeiliche Milchkontrolle wird seit einer Reihe con Jahren als dringend erforderlich für die Volksgesundheit angestrebt; sie ist bisher jedoch hauptsächlich an dem Widerstand der milch produzierenden Landwirtschaft gescheitert, obwohl die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung des Milchverkehrs allgemein, auch von einfi htsvollen Landwirten, anerkannt wird. Diese wichtige Frage behandelte fürzlich in einem sehr aufschlußreichen Vortrage der Reftor der Tierärztlichen Hochschule, Prof. Dr. J. Bongert, im Rahmen der Berliner Milchfachausstellung, die fürzlich geschlossen wurde. Produktion und Bedarf. Der Milchbedarf und auch der Gesamtwert der Milchproduktion wird allgemein unterschäßt. Vor dem Kriege schwankte der Milchverbrauch pro Jahr und Kopf der Bevölkerung je nach der Gegend zwischen 60 und 180 Litern. Nach den Ermittlungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft betrug im Jahre 1906 der Wert der deutschen Milchproduktion 2,64 Milliarden Mark und war somit höher als der Produktionswert irgendeines anderen Zweiges der Landwirtschaft. Der Wert der gesamten Brotgetreideernte wurde in dem gleichen Jahre auf 2,25 Milliarden und der der Kartoffelernte auf 0,41 Milliarden geschäßt. Der Wert der gesamten Milchproduktion ist doppelt so hoch wie die Kohlenförderung Deutschlands, deren Wert 1906 1170 mil. betrug und fast dreimal so hoch wie die Roheisenproduktion Deutschlands mit 980 mill. Die Milchproduktion hat infolge des Krieges erheblich abgenommen und dürfte die Höhe der Workriegszeit noch nicht annähernd wieder erreicht haben. Berückfichtigt man aber die den Verhältnissen angepaßte Steigerung des Milchpreises um das Doppelte, so wird man die genannten Produk tionswerte auch einigermaßen für die jeßigen Verhältnisse zutreffend bezeichnen fönnen. Die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung der Milch als Nahrungsmittel und ihre bekanntermaßen häufige schlechte Beschaffenheit in hygienischer Beziehung, die besonders feit der Nachkriegszeit in bedentlichem Grade festzustellen ist, laffen eine gesundheitspolizei ihe Regelung des gesamten Milchverkehrs als dringend notwendig und nicht länger aufschiebbar erscheinen. Die Ruhmilch fann bekanntlich dadurch eine gesundheitsschädliche Be schaffenheit annehmen, daß sie von franken oder solchen Kühen gewonnen wird, die unzweckmäßig oder mit verdorbenen Futtermitteln jeder Art gefüttert oder die mit bestimmten Arzneien behandelt worden sind, sowie dadurch, daß die Milch unsauber gewonnen oder nach der Gewinnung unsachgemäß behandelt und infolgedessen batteriell zerfetzt oder mit den Erregern von menschlichen Infektionsfrantheiten infiziert ist. Kranke Milch. Bon Tierfrankheiten, die durch den Milchgenuß auf den Menschen direkt übertragen werden fönnen oder eine gesundheitss hädliche Beschaffenheit der Milch verursachen, sind in der Reihenfolge ihrer Bedeutung zu nennen: Die Tuberkulose, die Euterentzündungen, die Blutvergiftungen, Aphthenseuche, der Mitzbrand, die Kuhpoden, die Tolwut und das Maltafieber. Daß die Tuberkulose vom Rinde auf den Menschen durch den Milchgenuß übertragbar ist, und im Kindesalter auch verhältnismäßig häufig bei Rohgenuß der Milch übertragen wird, darüber fann jezt fein Zweifel mehr bestehen. Mit der erheblichen Zunahme der Tuberfulsie in den Milchviehbeständen ist die Gefahr der Tuberkuloseübertragung durch den Milchgenuß erheblich größer geworden. Auch daß die Milch von euterkranken Kühen, die mit der Milch große Mengen Eiter und zahlreiche, auch für den Menschen pathogene Streptofoften ausscheiden, gesundheitsschädlich wirten und Maffendiarrhöe und epidemische Mandelentzündung ver urfachen kann, ist durch reichliche Beobachtungen erwiesen. Hierbei ist hervorzuheben, daß die Giftigkeit folcher Milch durch Kochen nicht immer zerstört wird. Eine weitere häufige Ursache der Gefundheitsschädlichkeit der Milch ist die infolge unzweckmäßiger Fütterung zu beobachtende Ausscheidung von giftig, wirkenden Stoffen mit der Milch, so z. B. nach Verabreichung von Rizinuskuchen, fauligen Futtermitteln jeder Art, start befallenem Klee, alkoholhaltiger Schlempe ufw. Ueberflüssige und„ mißhandelte" Milch. Die nach Berlin gelieferte Milchmenge hat bei weitem noch nicht den Friedensstand erreicht. Dennoch brachte kürzlich die Presse( vor allem der Vorwärts" D. Red.) die auffehenerregende Mitteilung, daß in Berlin auf dem Städtischen Milchhof für 200 000 Liter mild keine Abfagmögi hfeit war, und diese Milch größtenteils der mensch lichen Ernährung verloren ging. Den Bewohnern Berlins- und so wird es anderwärts auch wohl sein ist durch die amflich gestattete Mihhandlung der Milch der Milchgenuß gründlich verleidet r www 3 Hygienisch einwandfreie Melkanlage. worden. Es gibt Milch, es finden sich aber nicht genügend Konsumen ten. Dieser für die Bolfsgesundheit bellagenswerte Zustand fann reitstellung einer tabellofen, befömmlichen Frischmilch Sorge getragen nur dadurch beseitigt werden, daß endlich allen Ernstes für die Bewird, um den Milchkonsum wieder zu heben. Das wird aber nur möglich sein durch eine sanitätspolizeiliche Kontrolle des Milchver fehrs, die einsetzt am Drte der Produition und sich erstreckt bis zu dem Zeitpunkt, wo die Milch in die Hände des Konsumenten gelangt. Man hat bisher geglaubt, von einer einheitlichen Regelung des Milchverkehrs, insbesondere von einem einheitlichen MilchuntersuchungsDie noch übliche Handme'kung. verfahren, für das Reich und auch für Preußen Abstand nehmen zu müssen, weil die an die Marktmild zu stellenden Anforderungen einheitlich nicht festgestellt werden können, da die Zusammenfeßung der Milch je nach der Rinderrasse und der Beschaffenheit des Futters in den einzelnen Gegenden sehr verschieden ist. Ja, will man denn so lange warten, bis überall die gleiche Rinderrasse eingeführt ist? Dann wird es mit einer ordnungsmäßigen Milchkontrolle überhaupt nichts einenn Buben, der wie ein Einbrecher in mein Haus ein Der Apfel der Elisabeth Hoff. bringt, auch wie einen Einbrecher zu behandeln." 43] Bon Wilhelm Hegeler. Ich ihn? Ich weiß nicht. Ich weiß nicht. Aber dant bar bin ich ihm für seine Liebe. Auf den Knien möchte ich ihm danken, denn nun weiß ich doch, daß ich noch Weib bin. Er liebt mich! All die Jahre hat er mich geliebt. Und ist herübergekommen aus Amerika um seiner Liebe willen. Ich weiß nicht, ob ich ihn liebe. Vielleicht liebe ich nur seine Liebe. Seine Liebe, die für mich Worte fand, die du nie gefunden hast, die mich so stolz, so glücklich, so jung gemacht hat, wie ich bei dir alt und gedemütigt und ohne Schwung und Kraft war. Ach du, wenn du nur wüßtest, was Liebe heißt! Wenn einer tommt und sagt: Du Quell! Du Licht! Du Glanz! Ach, seit gestern abend habe ich wieder mein Mädchenherz, das flingt, das klingt, das singt, so voller Melodie, und die ganze Welt ist voll heimlicher Musit, ist nicht mehr der graue Alltag wie deine Welt!" Wie sie dastand, nicht stand, sondern ganz aufstrebende Bewegung war in der jungen Straffheit ihres Körpers, wie ein steil aufschießender Strahl, wie ein schlanker Blütenschaft, und ihr Gesicht mit den blaues Feuer sprühenden Augen, mit ben geröteten Wangen, röter noch umglüht war vom tiefen Sommerfonnenlicht, das sie in sich zu sammeln und auszu Strahlen schien... wie Hoff sie da vor sich sah: war er geblenbet, terauscht, hingeriffen wie jemand, dem ein neues Land sich auftut, aber der Gedanke, daß dies fremde, in abenteuer liche Gefühlsfernen ihn lockende Wesen seine Frau sei, die Mutter seiner Kinder, der vertrauteste Mensch noch gestern und jetzt der fremdeste, und verwandelt nicht durch ihn, sonbern durch einen anderen, der ihm dies Vertraute gestohlen hatte, der alles, was er ihr gewesen war, besudelt und vernichtet hatte dieser Gedanke raubte ihm jede Besinnung, erweckte in ihm tierische Wut, ließ ihn die Hände ballen, sie schütteln, als wollten sie etwas packen, zerschlagen, ganz und gar zu nichts zeritampfen. Plötzlich ergiff er auf dem Tisch eine Base mit einem Feldblumenstrauß und setzte sie zerbrochen nieder. Dann nahm er Hut und Stod, umspannte schon die Klinte, fehrte aber plötzlich um und trat noch einmal vor seine Frau: " Du gibst der Leidenschaft das Recht, sich über jedes Gebot, das zwischen anständigen Menschen existiert, hinweg zujeßen. Gut! Sei's fo! Ich aber nehme mir das Recht, Was hast du vor? Roland, wenn du dich an ihm vergreifst... dann sind wir für immer geschieden!" " Geschieden? O Gott, wir sind so weit voneinander geschieden, daß alles, was du sagen kannst, mich nicht mehr erreicht. Mit dir habe ich nichts zu schaffen. Geh du mit Deinem Liebhaber, wohin du willst, wenn er noch Lust und heile Knochen hat, dich mitzunehmen." Sie griff nach ihm, wollte ihn am Arm festhalten, aber er pacte ihre Hand, riß sie herunter, preßte sie so zusammen, daß sie schmerzstöhnend in die Knie brach. Auf dem Treppenabsatz blieb er vor einem Spiegel stehen, brachte seinen Anzug, sein Haar in Ordnung und dachte nach. Er machte gewaltsam in dem trüben Chaos feines Hirns einen Winkel frei und dachte sehr ruhig, sehr bestimmt nach. Bor allen Dingen mußte er erfahren, wo Rysed stedte. Wenn es Elisabeth gelang, ihn zu warnen, so war es nicht unmöglich, daß die beiden mitsamt den Kindern im Auto die Flucht ergriffen. Er durchsuchte die Räume im Erdgeschoß, trat in Ryleds Zimmer. Niemand da Endlich wies draußen eine Kellnerin ihn an den Chauffeur. Der Mann erklärte auf seine Frage, daß Herr Rysed nach der Försterei gegangen wäre und erst gegen Abend wiederkommen würde. Zu Fuß durch den Wald fei es eine gute Stunde. Der Mann erklärte sich dazu bereit. Sobald Hoff im Auto saß, war wieder das dunkel trübe Chaos in seinem Hirn. Auf rotzersloffenem Hintergrund sah er zwei dunkle Gestalten, die sich im Wald gegenüberstanden, die Pistolen langsam hebend... Vorhin als Elisabeth ihm von einem ähnlichen Borhin als Elisabeth ihm von einem ähnlichen Borgung erzählt, hatte etwas in ihm sich aufgebäumt gegen die Wüstheit dieses Vorganges: Jetzt labte, beruhigte sich sein Blut daran. Er dachte kurz an Kinder, Arbeit, tommende Jahre alles würde sich einrichten lassen, aber erst mußte die Gestalt da vor ihm, die langsam die Pistole hob, fallen. Das ganze, trüb schäumende Rot vor seinen Augen mußte zuſammen schießen in den aus der Wunde stürzenden Blutstrahl 14. Eine scharfe Wendung. Ein rasches Stoppen. Das Auto hielt. Hoff sprang hinaus. warf einen furzen Blid auf das Haus und spürte etwas von düsterer Borfreude: wie eine Falle lag es da, von gespenstischen Schicksalsarmen umfrallt. Der Donnerstag, 12. März 1925 werden. Diese Argumentation läßt aber die irrige Ansicht der verantwortlichen amtlichen Dienststellen deutlich erkennen, die immer noch den Hauptwert der Frischmilch, auf die es doch in erjier Linie antommt, im Fettgehalt erbliden wollen. Weiterhin hat man jedesmal angeführt, daß die Hygiene der Milchgewinnung und des Milchhandels noch so rückständig fei, daß es nicht erstrebenswert sein fönne, ein Gesez zu schaffen, das den augenblicklichen Zustand als etwas Gegebenes betrachtet und für das der augenblickliche Stand der Dinge als Grundlage diene. Inzwischen ist aber die Hygiene der Michgewinnung fo unglaublich schlecht geworden, daß eine Remedur unbedingt erforderlich ist. Die Schwierigkeit wird schwinden für eine gefeßliche Regelung, wenn man fich endlich unter Berücksichtigung der Verhältnisse auf dem Gebiete der Versorgung der Bevölkerung mit der unentbehrlichen Frischmilch und im Bewußtsein der Verantwort lichkeit dazu verstehen würde, den Wert der Frischmilch nicht vor nehmlich und in erster Linie in dem wechselnden Fettgehalt, sondern vielmehr in ihrer gesundheitlich einwandfreien Beschaffenheit zu er bliden, womit man vor dem Kriege bei der Beschaffung und Produktion von Kindermilch bereits den Anfang gemacht hatte. * Die obigen Ausführungen beweisen die dringende Notwendig. feit einer gefundheitspolizeilichen Milchkontrolle auf gesetzlicher Grundlage, deren ungefäumte Durchführung Sache der Aerzte und der Tierärzte ift. Das Schneeballsystem. " Sinnend fitzt die Hausfrau und rechnet, wie sie das notwendige Geld für die unbedingt erforderlichen Neuanschaffungen an Kleidung und Wäsche aufbringen soll. Das Einkommen reicht nicht, um auch nur das Allernotwendigste für den Lebensunterhalt zu bestreiten, für die darüber hinausgehende Anschaffung fehlt in den meisten Haushaltungen das Geld. So sitzt die Arbeiterfrau und rechnet und rechnet. Irgendwo hat sie ein Preisausschreiben“ gelesen, das ihr Interesse erweckte. Es ist ein Rätsel. Mit Leichtig feit findet sie die Lösung," Ohne Fleiß kein Preis" und ähnliches. Sie sieht die ausgesetzten Preise, die einen für sie unerschwinglichen einzuschicken, und daß sie dann die Aussicht hat, einen der ausWert haben, sieht, daß es nur nötig ist, die Auflösung des Rätsels gesetzten Preise zu erhalten. So entschließt sie sich dazu, die 10 Pf., die sie für ¼ Liter Milch viel besser verwenden könnte, zu opfern und die Lösung an die angegebene Adresse zu senden. Sie wartet auf Antwort. Sie tommt schneller als sie glaubte. Sie erhält die Aufforderung, einen Beitrag für Unkosten zu leisten und irgend etwas zu kaufen. Dann darf sie an dem Wettbewerb teilnehmen. Das ist das eine System, mit den man„ Kundschaft" wirbt. Es gibt noch ein anderes, das sogenannte Schneeball. system. Es werden z. B. von einer Firma vier Gutscheine, jeder auf ein Bild im Werte von 20 m., an eine Adresse geschickt. Verfauft der Empfänger jämtliche vier Gutscheine, sendet die Adressen der Gutscheinempfänger und die 80 M., die er eingenommen hat an den Absender ein, dann erhält er das Bild gratis. Der Berfäufer des Bildes hat also für eine Sache im Werte von 20 M. 80 M. eingenommen. Aber das genügt ihm nicht. An diese Gute scheinempfänger sendet er neue Gutscheine ein und diese müssen meiter verkauft werden, wenn der Weiterverkaufende wieder ein Bild oder einen anderen Gegenstand gratis erhalten soll. Dieses System fann endlos fortgesetzt werden und bringt den Veranstaltern natürlich erhebliche Einnahmen und Gewinne. Geschädigt sind dies jenigen, die auf einen derartigen Humbug hineinfallen. Sie können nicht laut genug gewarnt werden und es ist nur begrüßenswert, daß dies neuerdings auch wieder von den Behörden geschehen ist. Es ist auch zu begrüßen, daß in dieser amtlichen Beröffentlichung darauf hingewiesen wurde, daß derartige Auslobungeh und Schneeballausschreibungen unter den Begriff des Spiels fallen und einen strafrechtlichen Tatbestand darstellen, der evtl. Gefängnisstrafe vor. fieht. Aber, was nügt es einem Reingefallenen, wenn er wirklich Anzeige macht, und wenn wirklich der Schneeballmann vom Staatsanwalt gefaßt wird. Sein Geld sieht er doch selten wieder. Er müßte erst einen langjährigen Zivilprozeß führen, meistenteils aber handelt es sich auch um Leute, bei denen nichts zu holen ist. Deswegen gibt es nur ein Mittel, um sich zu schützen: Man wende sich bei dem Einkauf nur an Geschäfte, die als ehrlich bekannt sind, an | darin weilte, ahnungslos vielleicht, vielleicht in Gewissensangst sich versteckend, sollte ihm nicht entgehen. Er riz an der Schelle, riß ungeduldiger ein zweites Mal. In das gellende Gebimmel mischte sich das wütende Ausheulen eines Hundes. Der Chauffeur, der annehmen mochte, daß sein Herr das Auto mit dem Gaft zur Rückfahrt benugen würde, war figengeblieben. Als er aber wahrnahm, daß auf das wiederholte Klingeln niemand erschien, stieg er aus und ging durch das offene Tor in den Hof. Nach einigen Augenblicken aber tam er verstört zurückgerannt und rief, der Professor fclle mitkommen. Hoff, in seiner Aufregung sich einbildend, Rysed tönne versuchen, vor ihm zu fliehen, stürzte auf den Hof, an dem heulenden und sich in tollen Sprüngen überschlagenden Hund vorbei, ins Haus, drängte durch den dunklen Flur in die erste offenstehende Tür, sah vor einem Bett die düstere Gestalt einer zerlumpten Greifin getauert und stand still, als wenn die gespenstischen Schicksalshände nicht nur die stürmende Bewe gung seines Körpers, sondern auch sein hämmerndes Herz und feiner Gedanken wilden Lauf zum. Stoden gebracht hätten. Denn was er da sah, war röter und blutiger als jede Borstellung, die den roten Dämpfen seines Zorns entstiegen war, und das Gesicht des Mannes im Bett war blaß, hilflos, bejammernswert über alle Wut und Rache hinaus. Einen Augenblick hatte die Kauernde ihr geierähnliches Gesicht rasch zu dem Eintretenden hingewandt, fuhr dann aber fort, mit jetzt schreiender, jetzt murmelnder Stimme unver Ständliches Zeug schnell herunterzuleiern, während sie zugleich mit ihren gichtgekrümmten Fingern einen schmuhigen, schwar gen Brei auf der entblößten Brust des in einer Blutlache Ausgestreďten zusammenflaubte und festdrückte. Hoff fagte, er wäre Arzt, fie möge ihn an den Verwundeten heranlassen. Als die alte Frau seine wiederholte Aufforderung nicht zu hören schien, sondern ihre sinnlose Litanei nur noch lauter herunterschrie, schob er sie troß ihrem S räuben beiseite und begann, den, wie es schien, schon fast entbluteten Körper zu untersuchen, ohne ihn aus seiner Lage zu bewegen. Knapp über ber linten Brustwarze befand sich eine Wunde, die jetzt burch den schwarzen Brei verstopft war. Difenbar eine Schußwunde. Das Blut hatte bereits aufgehört zu rinnen. Biel leicht siderten noch Tropfen durch die Ausschußöffnung. Aber ihm fam es vor allem darauf an, zu wissen, ob überhaupt noch Leben in diesem Körper fei. Mit dem bloßen Ohr vermochte er Herztöne nicht mehr wahrzunehmen. Aber der Puls schlug ( Fortfezung folgt.) noch, wenn auch sehr schwach Geschäfte, bei denen man sachgemäß bedient wird. Der Arbetter ift meist Mitglied seiner Konsumgenossenschaft. Hier kann er alles erhalten, was er braucht. Wenn er aber Unbekannten auf Aus. fchreibungen hin und Versprechungen auch nur einen Pfennig an vertraut, wenn er allen Warnungen zum Trog immer wieder hofft, die Ausschreibung, die er sieht, set ehrlich, dann ist ihm eben nicht zu helfen. Der Totschlagsversuch am Vater. Bon juristischer Seite wird uns geschrieben: Das Zuchiha usurteil gegen den 18jährigen Mar H. wegen versuchten Totschlags an seinem Vater nötigt zu einer fleinen Schlußbetrachtung. Die Breffe täte nicht ihre Pflicht, wenn sie die Ceffentlichkeit und die Behörden nicht immer wieder auf die m Gerichtsverhandlungen offenbarten sozialen Schäden aufmerksam machte. Diese müssen aber beseitigt werden, damit neues Unheil vermieden werde. Der tragischste Moment in der Kette von Ereignissen im Leben des jungen Menschen, die zum Schuß geführt haben, war wohl zweifelsohne die Ablehnung der Polizei, ihm den verlangten Schutz gegen den Bater zu gewähren. Man ftelle fich vor: Der Bater springt dem Jungen zu wiederholten Malen an die Kehle. Der Junge fennt nur eine Behörde, die berufen ist, den Bürger zu schüßen. Bertrauensvoll mendet er sich an diese. Er verliert jede Empfindung des Geschügtseins, als die Polizei sich weigert, den Konflikt zu schlichten. Das Revier weist den Jungen auch nicht an das Jugendamt. Um das Gefühl der Sicherheit wiederzugewinnen, fauft er den Revolver. Ist nun die Polizei von jeder Schuld am Schuß des Sohnes gegen den Vater freizusprechen? Das Gesetz bestraft denjenigen, der seinen Nächsten im hilflosen Zustand der Lebensgefahr überläßt. Die Polizei hat den jungen Menschen, der sich gewissermaßen auch in Lebensgefahr befand er hätte sich ja das Leben nehmen können, ohne Hilfe gelassen. Vielleicht hat dieser Straffall ob es aber nur ein Straffall des Jungen war die eine gute Folge: nämlich daß allen Polizeibeamten durch das Polizeipräsidium ein für allemal auf das entschiedenste eingeschärft wird, daß sie wenigstens in all den Fällen, in denen sich Jugendliche an sie wenden, sich ihrer aufs wärmste annehmen und nötigenfalls aufs Jugendamt zu geleiten haben. Er geht solch eine Verordnung, so wird das Opfer des 18jährigen Mar 5. vielleicht nicht umsonst gebracht sein. die Form der Berteidigung der Angeflagten nicht für geeignet, blefe einer besonderen Würde für würdig zu halten. Es verurteilte die Garagenbefizer wegen fortgefegter Fehlerei zu je 3 Monaten, die Chauffeuer zu Gefängnisstrafen von einer Woche bis zu drei Monaten, da tein Zweifel bestand, daß sie in der Berhandlung die unwahrheit, dagegen vorher die Wahrheit gefagt hätten. Aufruf zur Wahl der Konfumgenoffenschafts- Genera'versammlungsvertreter Am Sonntag, den 15. März, Don vormittags 9 bis nachmittags 1 Uhr findet die Wahl der Berfreter zur Generalversammlung der Konsumgenoffenschaft statt. Diese Wahl entscheidet über die Zusammensehung der höchsten Instanz, des für alle wichtigen Beschlüsse maßgebenden Genossenschaftsparlaments. Von dem Ausgang der Wahl hängt somit das fernere Geschick der Berliner Verbraucherorganisation ab. Zwei Borschlagstiften stehen sich in allen Wahlbezirken gegen über, worin unterscheiden sie sich? Die Lifte Genoffenschaftsaufban abzuschütteln() In diesem Sinne ging es bis zum Schluffe. Kein einziges Wort, wie die schwere wirtschaftliche Lage der finder reichen Familien gebessert werden könne, sondern nur echt deutschnationale Phantastereien, nach denen fünftige Generationen mur Wert haben, wenn sie als Kanonenfutter zu gebrauchen find. Eine Genoffin tennzeichnete in der Diskussion die ganze Art dieses Herrn und seiner deutschnationalen Freunde. Sie zeigte der Bersammlung, wie die Rechtsparteien in Wirklichkeit das schwere Los der Kinderreichen durch neue 3ölle und indirette Steuern noch unerträglicher zu machen gebenten. Behe euch, ihr Kinderreichen, wenn ihr glaubt, die Deutschnationalen hätten soziales Verständnis. Nicht der Bund der Kinderreichen unter deutschnationaler Führung, sondern nur die Sozialdemokratie tritt fraftvoll ein für alle berechtigten Wünsche." Starter Beifall bewies, daß unsere Genoffin für ihre Ausführungen viel Verständnis fand. Ein verhängnisvoller Jertum. Das Fieber des Fahrdienstleiters. Ein verhängnisvoller Zusammenstoß, der sich zwischen zwei Rangierzügen auf dem Anhalter Bahnhof am 9. Ottober v. 3. ereignete und der den Tod eines Rangierers zur Folge hatte, befchäftigte jeßt das Große Schöffengericht Schöneberg. Der Fahrdienstleiter Julius Fürstenom hatte am 8. Oftober von 10 Uhr abends bis zum 9. Oktober 6 Uhr früh Dienst am Stellempfiehlt Bertreter, die ihre Pflicht darin erblicken, am Wert der werk Mlm des Anhalter Bahnhofs. Gegen 4 Uhr früh meldete er dem benachbarten Stellwert einen aus der Richtung des Anhalter Genossenschaft im Geiſt der Gründer der Genossenschaftsbewegung, Bahnhofs kommenden Rangierzug für das Gleis 3 an. Das Nach achtung der im Jahre 1844 proflamierten Grundsäge der 28 armen der redlichen Pioniere von Rochdale, weiterzuarbeiten; unter Bebarstellwert gab dem Angeklagten sofort durch den Morse- Apparat englischen Weber sind die Genossenschaften im allgemeinen und mit ihnen die Berliner Konsumgenossenschaft zur gegenwärtigen Blüte gediehen. Die Vertreter der Liste Genossenschaftsaufbau lehen sich ein für Demokratie in der Organisation, d. h. für das Selbstbeftim mungsrecht und für volle Gleichberechtigung der Mitglieder; ihre Parole ift: Alles für und durch die Mitglieder! Die kommunistische Liste " perfolgt das einzige Biel, die Konsumgenossenschaften zum Werkzeug der zerfehenden kommunistischen Parteibestrebungen zu machen. Die Kommunistische Partei fordert willenlose Unterordnung jedes Vertreters unter ihre Kontrolle, ja, sie fordert sogar materielle UnterAuch eine andere Frage entsteht: Hatte denn der 18jährige junge Mensch einen Vormund, da sein leiblicher Bater sich fühung der Kommunistischen Partei und der kommunistischen Presse um ihn nicht fümmerte? Er war in höchstem Maße anlehnungs- mit den Geldern der Genossenschaft. In dem praktischen Arbeitsprogramm" des dritten fommunistischen Welt"-Kongresses wird von bedürftig. Als der Jugendfürsorger sich seiner im Gefängnis annahm, war er ihm dafür sehr dankbar und bat ihn, nach seiner Be den Genoffenfchaften direkt verlangt: Materielle Unterstügung ber freiung für ihn zu forgen: er dachte wohl nicht, daß er zu 2½ Jahren Kommunistischen Bartei und ihrer Presseorgane." Nicht das Intereffe Zuchthaus verurteilt werden würde. Wäre früher jemand da geommunistischen Vertreter, sondern einzig und allein die Nubbar. der Genoffenschaftsmitglieder ist maßgebend für die Tätigkeit der machung der Konfumgenossenschaft für die fommunistische 3er Störungsarbeit. Genossenschaftsmitglieder! wesen, an den er sich vertrauensvoll hätte wenden fönnen, es wäre wohl nicht zum verhängnisvollen Schuß gefommen. Aufgabe der Schule, der Bolfs- wie der höheren Schule, ge schweige denn Aufgabe der Hochschule in jeder gesunden Bolks. gemeinschaft, müßte es sein, sozialen Anschauungsunter. richt als Lehrfach dem Lehrplan einzugliedern. Der junge Mensch foll aus eigener 2hschauung, natürlich seinem Alter und Verständnis angepaßt, die sozialen Einrichtungen und die sozialen Schäden der Beit fennen lernen. Von diesem Gesichtspunkte aus war es freudig zu begrüßen, daß die Obertiaffe einer Mädchenhandels. schule und die Prima eines Realgymnasiums fich fürzlich in einem Gerichtssaal in Moabit zur Verhandlung gegen den 18jährigen H. einfanden, der angeflagt war, gegen seinen Bater den Schuß abgegeben zu haben. Vielleicht hätte man für die jungen Mädchen noch einen anderen, geeigneteren Fall gewünscht. Daß die Berhandlung auf die jungen Menschen einen großen Einbrud gemacht hat, konnte man aus ihren Gesichtern ablesen. Daß fie cin reges Mitgefühl mit dem jungen Menschen erfüllte, daß sie das Urteil als grausam empfanden, fah man ihnen wohl an. Bielleicht benben fie zu Haufe fiber die Tücke des Schicksals nach, über die Ungerechtigkeit der Buchstabenjuristerei und ziehen für sich die eine oder andere Lehre für ihren zukünftigen Beruf. Man müßte wohl wünschen, daß diese Besuche von Gerichtsverhandlungen, an die fich von purer Menschlichkeit getragene Aussprachen mit ihren Lehrern fnüpfen müßten, nicht nur vereinzelt stattfinden. Besonders ratsam wäre dies für die Studenten der juristischen Fakultät. Denn wenn jemandem soziale Einstellung nottut so doch in erster Linie ben angehenden Richtern und Staatsanwälten. Unser Bolfsleben liegt schwer danieder an der sozialen Verständnislosigkeit. Das..erprete" Geständnis. Durch fortgesetzte Diebstähle an Benzin, Del und Autodeden Ist die Gasbetriebsgesellschaft in der Gitschiner Straße empfindlich gefchädigt worden. Kriminalfommiffar Kanthad fchritt zu einer überraschenden Festnahme sämtlicher ermittelten Täter und Hehler, und zwar drei Chauffeuren und zwei in Steglig wohnhaften Garagenbesitzern. Unter dem Druck der Umstände waren alle gestänbig. Anders verhielten sich die Angeklagten in der Berhandlung vor dem Amtsgericht Berlin- Mitte. Hier sollte der Kriminalfommissar Kanthac das Opfer sein, um das Geständnis widerrufen zu tönnen. Die Ausführungen des Verteidigers, Rechtsanwalt Juliusburger II, gipfelten in der Feststellung, der Kommissar hätte den Festgenommenen ein Strafgesetzbuch vorgelegt und fie auf die Höhe der zu erwartenden Strafe aufmerffam gemacht. Hierauf erwiderte der Staatsanwalt, es sei doch unmöglich, aus der Sache eine Aussageerpressung tonftruieren zu wollen, er fönne eher in bem Borhalt des Kommissars eine Warnung zu besonderer Borsicht erblicken. Auch sei die Festnahme der Täter vollkommen berechtigt gemejen, da dringender Tatverdacht, Berdunkelungsgefahr und Gefahr im Verzuge vorlag, zumal die beiden Stegliger Garagen befizer im Berdacht eines Berbrechens, nämlich der gewohnheitsund gewerbsmäßigen Hehlerei, gestanden hätten. Das Gericht hielt Katha incis KATHREINERS MALZKAFFEE ist doch der wirkliche Ersatz für den heute so teuren Bohnenkaffee! 1 Pfund nur 50 Pfg. Wollt ihr dulden, daß euer in fünfundzwanzigjähriger mühevoller Arbeit aufgebautes Wert den kommunistischen Birrköpfen ausgeliefert wird? Nein! Niemals! wird und muß eure tausendstimmige Ant. mort sein! Nun die Enffcheidung fällt am Sonntag, am Wahltag. Wählt einmütig die Liste Genossenschaftsaufbau! Die Bahllotale sind in den Bertaufsstellen burch Anschlag be tanntgegeben. Als Wahllegitimation dient das Genossenschafts, Mitgliedsbuch. Fraktion Genoffenschaftsaufbau( SPD.) der Konjumgenossenschaft. Zur Bekämpfung der Volksseuchen, Eine Gefundheitswoche für Berlin. Vorbeugende Gesundheitspflege ist nicht denkbar ohne Beleh rung breiter Boltsschichten über Krantheit und Hygiene. Die Krantentassen haben schon vor einer langen Reihe von Jahren folche Aufklärungsarbeit als ihre Aufgabe angesehen und sie zu erfüllen sich nach Kräften bemüht. Demfelben Zweck will jetzt eine groß angelegte Beranstaltung dienen, eine für Berlin in den Tagen des 16. bis 21. März stattfindende Gesundheitswoche, mit der die Arbeitsgemeinschaft von Reichsversicherungs. trägern Groß- Berlins( Orts- und Betriebstrantenfaffen, Berufs genossenschaften, Invalidenversicherung, Angestelltenversicherung) und das Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin fich an die gefamte Bedas Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin sich an die gefamte Bepölferung wenden. Geplant sind etwa 150 öffentliche Bor träge von Aerzten, die in Schulaulen und auch in Großbetrieben Berlins und der Vororte über Tubertulose, über Geschlechtstranfheiten und über die Gesundheits. schäden der Großstadt sprechen werden. Durch Lichtbilder und Filme soll die Anschaulichkeit und Eindringlichkeit gesteigert werden, und auch den Rundfunk will man in den Dienst dieser Aufflärungsarbeit ftellen. Beabsichtigt wird, in der Gefundheitswoche auch die Schulkinder durch besondere in den Schulen zu haltende Vorträge über Gesundheitsfragen zu belehren. In einer großen Eröffnungssigung, die am 16. März im Festsaal des Berliner Rathauses stattfindet, werden sprechen u. a. Bürgermeister Scholz, Brofessor Dr. Gottstein, Brofeffor Dr. His, Stadt medizinalrat Professor Dr. p. Drigalsti. Diese erste Berliner Gesund heitswoche ist ein Versuch, dem man allgemeinfte Beachtung und bestes Gelingen wünschen muß. Strafkammerfikung im Krankenhaus. Ein im Justizverfahren äußerst seltener Fall, eine Gerichtsverhandlung im Krantenhaus stattfinden zu lassen, ist vor der Potsdamer Großen Straffammer zur Tatsache geworden. Um einen Angeklagten, in diesem Falle einen Reichswehrsoldaten, der wegen Hehlerei zu vier Monaten Gefängnis verurteilt war und gegen das Urteil Berufung eingelegt hat, nicht so lange in Haft behalten zu müssen, weil zwei Hauptzeuginnen wegen Krankheit nicht zur Berufungsverhandlung an Gerichtsstelle transportiert werden konnten, entschloß fich das Gericht unter dem Vorsiz des Landgerichtsdirektors Dr. Hellwig die Berhandlung im Städti schen Krankenhaus zu Potsdam stattfinden zu lassen, in dem die beiden Zeuginnen untergebracht sind. Die Verwaltung hatte einen großen Saal als Verhandlungsraum zur Verfügung gestellt. Der Angeklagte hatte mit einer der Zeuginnen, einer Hausangestellten, ein Verhältnis gehabt und von dieser einen großen Teil Sachen erhalten, die sie ihrer Herrschaft entwendet hatte. Die Zeugin wurde von einer Fürsorgedame in den Saal geführt und sofort nach ihrer Bernehmung wieder entlasfen. Die zweite Zeugin wurde in ein Schwesternzimmer getragen und das Gericht begab sich dorthin, um ihre Bernehmung und Bereidigung vorzunehmen. Das Gericht hielt trot schwerer Berdachtsmomente die Schuld des Angeklagten nicht für voll erwiesen und sprach den Angeklagten auf Staatstoften frei. Der Haftbefehl wurde sofort aufgehoben. Sie wollen nur Kanonenfutter! Bor furzer Zeit fand in der Dorotheenschule in Röpenid eine Bersammlung der Kinderreichen statt. Hierzu waren die städti= fchen Behörden und die Bezirksfraktionen geladen. 3um größten Erstaunen der Anwesenden begann der Redner, der Generalsekretár des Landesverbandes der Kinderreichen, Herr Föllner, feinen Vortrag mit recht gehässigen Ausfällen gegen die Republik und die Verfassung von Weimar. Er forderte für Deutschland das Bierkindersystem, damit wir nicht ebenso wie Frankreich zum Aussterben perurteilt werden. Raffereinheit und reicher Rinderlegen bringen Deutschland allein auf die Höhe und machen es fart, zur gegebenen Zeit den Bersailler Bertrag " die Weisung, den 3ug warten zu lassen, da das Gleis von einem anderen Rangierzug zum Bahnhof beset wäre. Der Angeklagte las aber die Meldung nein warten" falsch und hielt es für eine Zustimmung. Deshalb ließ er den Zug einfahren und es er folgte ein Zusammenstoß. Der auf dem ersten Wagen des entgegentommenden Zuges stehende Rangierer Schmenger wurde von der Lokomotive gegen den Wagen gedrückt und zu Tode gequetscht. Ein Rangierer, der auf dem legten Bagen des anderen Zuges stand, wurde hinuntergeschleudert, erlitt aber nur leichte Berlegungen. Mehrere Wagen famen zur Entgleisung. Fürstenom hatte sich jetzt wegen fahrlässiger Transportgefährdung und fahrlässiger Tötung zu verantworten. Er gab zu, daß er einen verhängnisvollen Jrrtum begangen habe, schob die Schuld aber seinem Krankheitszu ftande zu, da er an Influenza ertranft gewesen sei, so daß er ein Flimmern vor den Augen gehabt hätte. Als Entschuldigung dafür, daß er sich nicht frant gemeldet habe, führte er an, daß es aus Furcht vor einem Abbau von ihm unterlassen worden sei. im Fieberzustande befunden habe. Juftigrat Margoninsti machte Durch den Bahnarzt wurde auch bestätigt, daß der Angeklagte fich weitestgehende Milderungsgründe für den Angeflagten, der sich bisher einwandsfrei geführt hatte, geltend. Das Gericht glaubte ben Angeklagten, daß er frant gewesen sei. Er hätte aber als ein Be amier auf einem so perantwortungsvollen Bosten, der auch wiffent mußte, welche, schwere Folgen das fleinste Berfehen haben fönnte, sich rechtzeitig frant melben lassen. Daher habe er fahrlässig gehan telt. Das Gericht bewilligte ihm jedoch weitestgehende Milberungsgründe und erkannte auf lechs Wochen Gefäng nis. Für die Strafe erhielt er ohne weitere Einschränkung zweijährige Bewährungsfrist. Der neue Stadtverordnetenvorsteher in Nowawes. Die Hoffnungen des Bürgerblods in Romames sind nicht nur bei der Stadtverordnetenwahl, sondern auch gestern bei der Bahl des Borstandes bes Stadtparlaments zu Waffer geworden. In ber geftrigen Sizung, die der Bürgermeister Rofenthal mit einent warmen herzlichen Nachruf für den Reichspräfibenten bert eröffnete, erfolgte die Wahl des Vorstandes der Startverordnetenverfammlung. Bum Vorsteher wurde unser Genofie Gewerlichaftssekretär Paul leifmann gewählt, zum Stell bertreter der Profurist Dua vpe( Dem.). Als Beifizerin wurde die Kommuniftin Frau Müller berufen. Die Versammlung be fchloß, den Magiftrat mit drei befoldeten und sieben unbesoldeten Stadträten zu befeßen. Die Wahl des Magistrats wird in der nächsten Sigung stattfinden. Große Siedlungspläne bei Belten. In aller Stille, aber mit zähester Ausdauer hat die Verwaltung ber Gemeinde Belten( Borsteher H. D. 3ieger), zusammen mit der Gemeinnüßigen Siedlungs- und Kriegerheimstätte A.-G. in Bantom( Direttor as muth) einen großzügigen Besiedlungs. plan entworfen, der in abfe, arer Zeit zur vollen praktischen Ausmertung gelangt sein wird. Dann wird Belten mit seinen Riefenindustrien ein zweites Effen sein. Aus Hunderten von Schloten wird Dampf und Rauch von dem Wirken vieler tausend Arbeiter fünden. Starte Anfänge find bereits gemacht. Einzelne Siedlungen sind schon bewohnt. Rein allgemeiner Charakter ber Häufer, vielmehr forgte das Zusammenwirten zahlreicher Architekten für erfrischend Ein- und Zweifür erfrischend wirkende Abwechslung. familienhäuser mit Garten stehen, größere für 12 bis finden. Schon jetzt haben Energie und Weitblid aus abertaufenb 14 Familien follen in Lübars, Jepernic, Borgsdorf usw. ihre Stätte Morgen Debland ein wunderhübsches, anheimelndes Stück Erde geschaffen. Im ganzen follen faft eine Million von Arbeitern und Angestellten Unterkunft finden fönnen. Ueber 10 000 Morgen stehen zur Berfügung. Ein Stichtanal von Belten zum Großschiffahrtsweg ist bereits gebaut, ebenso ein stattlicher Hafen. Jeht find zahlreiche Arbeiter auf mächtigen Baggermaschinen, einer Kleinbahn u. a. m., dabei, einen über 5 Kilometer langen Industrietanal in das Gelände zu bringen. Reine Rafernierung ist der gefunde Grundgebante, den man überall verspürt. Die erste Bedingung für jede gut geleitete Küche ist die Verwendung bester Zutaten für die Bereitung der Mahlzeiten. Aus diesem Grunde ist Dr. Deffer's„ Gustin" in der einfachen sowie feinen Küche allgemein beliebt. Der Gebrauch von Dr. Oetker's Gustin ist außerordentlich vielseitig. Man nimmt Gustin, um Milch, Früchte, Suppen, Saucen, Gemüse, Fette usw. sämig zu machen oder zu verdicken. Außerdem bereitet man mit Gustin Puddings, Cremes, Suppen, Kuchen, Torten, Milch- und Fruchtflammeris, ideale Kinderspeisen und Krankenspeisen aller Art. Ein Versuch wird jede Hausfrau beiriedigen. Sie kaufen Dr. Oetker's Gustin in Originalpäckchen" mit der Schutzmarke„ Oetkér's Hellkopf" zum Preise von 33 Pfg. in allen einschlägigen Geschäften. Besondere Gustin- Rezepte erhalten Sie kostenlos ebendaselbst oder wenn vergriffen gratis und franko von Dr. A. Oetker, Bielefeld. Der junge Mann vom Wannseestrand. Ein unerwartetes Wiedersehen. Allgemeine Funktionärinnen- Konferenz parteinachrichten für Groß- Berlin Ein unerwartetes Wiedersehen mit einer Badebekanntschaft hatte( Agitation/ Wohlfahrt Kinderfreunde) ein Ehepaar aus der Nachodstraße. Als diefes im vergangenen Sommer abseits vom Freibad Wannsee in der Havel ein Bad nahm, gefellte sich noch ein junger Mann zu ihm, der den besten Eindruc machte. Man unterhielt sich, und so erfuhr der Fremde auch die Wohnung seiner neuen Bekannten. Plöglich bekam er Krämpfe. Er verließ das Wasser, um sich zu erholen, blieb aber am Strande, meil er, wie er sagte, besorgt war, daß die Krämpfe wiederkehren möchten Während das Ehepaar noch umher schwanim, fleidete sich der junge Mann bereits an und ging dann nach einem benachbarten Restaurant, um Zigaretten zu laufen. Den Heimweg wollte man gemeinsam zurüdlegen. Der junge Mann tam jedoch nicht wieder, und als nun die Frau ihre Handtasche öffnete, um mit Kamm und Spiegel ihr Haar wieder in Ordnung zu bringen, entdeckte sie, daß Wohnungs- und Schrantschlüssel verschwunden waren. Nichts Gutes ahnend, wandte sich das Paar an die Polizei. Das zuständige Revier wurde benachrichtigt, ein Kriminalbeamter ging fofort nach der Wohnung, um nach dem Rechten zu sehen. Er stand noch vor der Tür, als das Baar in größter Gile heimfehrte. Die Wohnung war ausgeräumt. Kleidungsstücke, Wäsche und Schmudfachen waren verschwunden. Die Ermittlungen nach dem Diebe, der nur der neue Bekannte vom Wannsee sein fonnte, blieben erfolglos. Am Dienstag machten die Eheleute einen Ausflug nach Karlshorst. Dort fiel ihnen in einem Tanzsaal ein Anzug auf. Als der Träger sich umwandte erkannten sie den jungen Mannsom Wannsee. Er wurde festgenommen und auf der Wache als ein Arbeiter Hermann R. aus Oberschöneweide festgestellt. Er erklärte, daß er alles, was er damals erbeutet hätte, bis auf den einen Anzug in der Münzstraße verkauft habe. Eine Haussuchung jedoch förderte die ganze Beute wieder zutage. Scala. 1 Was weiß einer von englischen und amerikanischen Tanzgirls? Wir haben in der letzten Zeit in Berlin genug davon gehabt. Gute und weniger gute, einige so schlecht, daß ihr Auftreten einem Experiment auf die Gutmütigkeit des Berliner Publikums glich. Was aber jegt unter diesem Namen nach einer Art Siegeslauf durch die westliche Welt in der Scala erscheint die Truppe ter 18 offmann Girls aus New- Yort ist in der Tat wert, als neuester Ausdrud anglo- amerikanischer Bewegungs- und Tanzform gewertet zu werden. Diese 18 ganz jungen, prächtig gewachsenen und ver ständnisvoll gepflegeten Mädchen vermitteln auf der Barietébühne einen feltsamen Eindruck äfthekscher Geschlossenheit. Sie sind Län zerinnen, die einer zur Schablone gewordenen Form neues Leben geben; sie sind Artistinnen, Turnerinnen aus Temperament und Bergnügen an der Sache. Sie hängen und schwingen an einer ganzen Bühnenfront breiter Bänder, die aus der Höhe des Pro fzeniums bis auf den Boden reichen. Ihre Körper verschlingen fich bis oben hinauf in diesen Bändern, so daß ein spingender Borhang pon Gliedern über dem fassungslosen Partett erzittert. Um Schluß ihrer Programmnummer liefern sie eine Fechterszene, bie zu den fchönsten gehört, was auf einer Barietébühne je gezeigt wurde. Das Ganze ist Bewegungstultur als Schauspiel und Schauobjett freundlichst gewährt. Notabene, es wäre intereffant zu erfahren, wer dem Manager der Truppe die deutschen Reichsfarben fallah an gegeben hat. Hat die Direktion fein Rontrourecht über biele Dinge? Aus dem übrigens porzüglichen Brogramm feien befonders ermähnt: Die brei Bharamons( Gladiatoren), Sam Stenfield( Erzentrische Afrobaten), 3. Brefers rollschuhlau fende und zweiradfahrende Bären, und vor allem bie gung ausgezeichneten japanischen Equilibristen Soga Trip. Freitag, den 13. März, abends Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Hof III Tagesordnung: Die Reichspräsidentenwahl. Referentin: Genoffin Bohm- Schuch. Türkontrolle 6 Kreis. 99 Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Gefd# fteftefie: Berlin G 14. Gebaftianfte. 87/88. Sof 2 Tt. Ramerabschaft Bantom nebst Untergruppen. Donnerstag, den 12. März, abends 7% Uhr, Ueben der Spielleute im Jugendheim. Ae Spielleute müssen erscheinen. Ramerabschaft Weißensee, Donnerstag, den 12. März, abends 7% Uhr, Uebungsabend im bekannten Lokal. Zugführer müffen erscheinen. Aeußerst wichtige Materialausgabe. Kamerabschaft NiederOber- Schöneweibe.Johannisthal. Das Tambourtorps übt jeben Montag und Donnerstag von 7 bis 10 Uhr abends bei Rätsel, Brückenftr. 15. Pünktliches 13. März, abends 6% Uhr, findet bei Busch, Tilfiter Str. 27, eine turze wich, Erscheinen Pflicht. Kamerabschaft Friebrichshain, 6. Rug. Freitag, den tige Rufammentunft statt. Filehner Landsmannschaft Berlin. Joel's Bereinshaus, Deanienfte, 86, Donnerstag, ben 12. Mära, 8 Uhr. Gäfte willkommen. Die Neue Dechester- Bereinigung Neukölln e. B.( Dirigent: Mufitbirettor Bachsmann) hält ihre Proben in Zukunft im Gefangfaal der Kaifer- FriedrichSchule, Reukölln, Raiser- Friedrich- Str. 210, ab, und zwar leben Dienstag von 8-10 Uhr abends. Meldungen neuer Mitglieder in den Broben oder beim Borfigenden: Oberstudienrat Dr. Burchardt, Neukölln, Rübezahlt. 7. Fernspreder Neukölln 1839 und 1773. Berliner Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege E. B. Sisung am Dienstag, den 17, März, abends 7 Uhr, im Sngienischen Institut der Universität, Dorotheenftr. 28a. San. Rat Dr, Juliusburger: Aur Einführung des Gemeindet ftimmungsrechts." Dr. Mustat: Berhühng des Plattfufes als Bollstrantheit. Dr. Brodmann- Rohne: Aus der Tätigkeit des städtischen Gewerbearates." Gäste willkommen! Donnerstag, den 2 Berband Boltsgefundheit, Ortsverein Berlin. Am 12. März, fpricht Genoffe Guftan Müller in der Schule Sfflanbftr. 9/11, abends 8 Uhr. Berein Sozialistischer Kerate. Deffentliche Bersammlung am Sonnabend, ben 14, März, abends 8 Uhr, in ber Schulaula Georgenfte. 30/31( unmittelbar am Stadtbahnhof Friedrichstraße), Universitätsprofeffor Dr. Tandler. Wien wird fprechen über: Arzt und Sozialismus" mit anschließender Distuffion. Eintritt frei! Gäfte willkommen! Berein der Freibenter für Feuerbestattung E. B. Brenzlauer Berg, Bez. 4. Donnerstag, den 12. Mära. abends 7 Uhr, im Altersheim, Danziger Str. 62, Mitaliederversammlung. Tagesordnung: 1. Borfrag: Wilhelm Busch und feine Werke. 2. Bericht von der Gant- Generalversammlung. Schöneberg Friedenau, Beair! 11. Freitag, ben 13. März, abends 7 Uhr im Botal Linden. vart, Sauptstr. 13, Mitgliederversammlung. Vortrag des Genoffen Sachtleben über Urnenhain. Bericht von der Gau- Generalversammlung. Wahl der Besirtsleitung. Bantow, Bezirk 19. Freitag, den 13. März, abenhs 7% Uhr. im Türkischen Relt", Breite Straße, Mitgliederversammlung. 1. Bortrag des Genoffen Otto Lenze. 2. Bericht von der Gau- Generelverfammlung. Arbeiter- Rabio- Klub, Beair! Kreuzberg, Gruppe Rottbuser Toz. Seben Donnerston, 8 Uhr, bei Wolfchläger, Adalbertstr. 21. Efperanto- Gruppe Reukölln. Seden Freitag von 8-10 Uhr in der Sandels. foule von Beheim- Edwarsbad, Ganghoferstraße, Ede Ridachstraße, Gäſte milllommen. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 12. März. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Ginfendungen für diese Rubrif find Berlin 6. 68. Sindenitraße 3. ftets an das Bezirkssekretariat. 2. Sof. 2 Trev. redyts. au richten 8. Kreis Webbing. Bildungsausfcuk! Sibung Freitag abend 7% Uhr bei Scholz, Adolfite, 12. Gefchente für Tombola abzugeben beim Genoffen Atoll, Utrechter Str. 21. 4. Areis Brenzlauer Berg. Freitag, ben 13. Märs, 8 Uhr, Sigung des er. wetterten Kreisporfiandes mit den Abteilungsbildungsausschüssen bet Soffmann, Enchener Str 8. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde! Freitag, den 13. Mära, pilnftlich 7 Uhr, im Seim Danziger Str. 62, Selfertonferena. Bortrag der Genoffin Schumacher: Die Bindologie bes Schultindes." 6. Kreis Kreuzberg. Freitag den 13. Mära, 7 Uhr, erweiterte Rreisvor ftandssitung bei Biehler, Dieffenbachstr. 76. 13. Areis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Richtenrabe! Freitag, bent 13. Mära, plinttlich 7½ Uhr, Areisvorstandsnigung bei Niendorf, Chauffee, Ede Strelinstvaße. Wichtige Tagesordnung. 17, Streis Sichtenberg. Freitag, ben 18. März, 715 Uhr, Kreisverstandssigung in der Bibliothek. Weichselfie. 28. Der anasinate reisfrebend findet nicht am 12. März, fondern erft am 19. März statt. 18. Kreis Weißenfee. Karten File bas Konzert am 15. März in der Philharmonie, fowie für die Faust" Aufführung am Gonntag, den 22. März, im Staatstheater Charlottenburg a 1 M. sind beim Genoffen Hein, Gäblerstr. 7, au haben. Heute, Donnerstag, den 12. März: 37. 6. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Betersburger Sof", Beters burger Str. 55, Thema:" Die politische Lage und die Reichspräsidentenwahl." Referent: Genoffe Breuer. Jungsozialisten, Gruppe Friedrichshain. Büntlich 7 Uhr im Jugendheim Tilfiter Str. 4. Bortrag des Genoffen Nietisch: Grundfragen beutfcher Außenpolitif." Gruppe Echöneberg. Die Genoffen und Genoffinnen beteiligen fich an der öffentlichen Berfammlung in der Uhland- Schule, Kolonnenstraße, abends 8 Uhr, Am Freitag fällt der Gruppenabend aus. Dafür Beteiligung an der Beranstaltung des Rulturtartelis. Dann Bortrag von Dr. Sufiusburger über:„ Erziehungsschwierigkeiten im Bubertätsalter in der Schulaula Feuriaftr. 57. Gruppe Neukölln. Pünkt lich 7 Uhr Mitgliederversammlung.( Borfoläge zur Wahl ber Delegierten und des Arbeitsausfchuffes.) Um 8 Uhr Arbeitsgemeinschaft in ber Rinderlefehalle Rogatstr. 11/12. Gruppe Prenzlauer Berg( früher Nordoften). Altersheim Danziger Straße. Ausspracheabend über die Testen Borträge. Frauenveranstaltungen am Freitag, den 13. März: 7. st. 7 Uhr in Röhlers festfälen, Tiedftr. 24, Bortrag der Genoffin Tobenhagen; Die Kulturidee im Sozialismus. Gäste willkommen. 110. Abt. Grünau. 7½½ Uhr im Lobal Werner, Röpenider Str. 108, Bortpag des Genoffen Schreiber: Die Gefundheit bet frau." Gäste willkommen. 53. Abt. Charlottenburg. Die Genoffen und Genoffinnen treffen fich Sonntag frith 11 Uhr reftios im Lobal Richter, Suttenstr. 24, aur Schlepp. arbeit für die Ronsummablen. Jugendveranstaltungen. Bezirks Borstandsmitglieder. Seute, Donnerstag, 18 Uhr, Sigung im Jugendheim Lindenstr. 3. Abteilungsleiter, gebt die April- Programme ab, nehmt bie noch aus. ftehenden Abrechnungen vor, holt die Karten zur Frühlingsfeter ab. Abteiungstaffierer! Morgen, Freitag, von 57 Uhr Abrechnung und Ausgabe der Beitragsmarten, Ausgabe der Jugend popan" und der Arbeiter. Jugend Weihnachtsverlofung! Es find noch verfchiebene Geminne abzuholen, Ber bis Freitag diefer Bade fein Bos nicht umtaufcht, verliert fein Anrecht auf ben Gewinn, Heute, Donnerstag, den 12. März, abends 7% Uhr: Gesundbrunnen: Schule Gotenburger Str. 2, Bortrag: Was ist Bolts wirtschaft?"-Senefelber- Biertel: Jugendheim Oberberger Str. 57, Diskussion: Rirche und Freidenker. Südwesten: Jugendheim Lindenste, 3, Bortrag: Proletariat und Vaterland."-Rehlendorf: Südfchufe, Wilhelmstraße, Bor Achtung, Abteilungsleiter! Gonnabend, den 14. b. M., abends pünktlich 7% Uhr, Borsigeuben- Ronferenz im Jugendheim Lindenstr. 3. Tagesordnung: Bortrag: Jugend, banerifches Rontonbat und Kulture. pofitit. Referent: Genoffe Fris Schmidt. Ohne Mitigabsbuch fein Rutritt! Arbeitersport. 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40-8.20 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). 6.40 Uhr abends: Technik. Waldemar Heilmich, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure: Verschwendung in der Technik, 7 Uhr abends: Handel. Geb. und Oberregierungsrat tro:„ Alt- Berliner Humor. Neuberg: Gewerblicher Rechtsschutz und Verwertung gewerb- TELEFEL licher Schutzrechte", 6. Vortrag. Die Sohutzmarke. Was gehört zu solcher? 7.30 Uhr abends: Literatur und Kunst Mr. Pender. Lektor an der Universität Berlin: Englische Literatur. geschichte( in englischer Sprache). 8 Uhr abends: Dr. Richard H. Stein: Spanische Musik. 1. Vortrag:„ Die spanischen Volkslieder, 8.30 Uhr abends: Populärer Abend. 1. Ouvertüre-u der Operette Die Fledermaus", Joh. Strauß( Berliner Funkkapelle). a) Du fragst mich täglich( Meyer- Helmund) Meyer- Helmund. Noch sind die Tage der Rosen( Roquette) Baumgartner, c) Zwei Rhein( H. Dorgel) Meißner, e) Bel gegrüßt, du mein schönes Aeuglein braun( Emil Rittershaus) Gumbert, d) Stolzenfels am Sorrent( Heyse) Waldmann( Max Kuttner, Tenor). 3. a) Villanelle ( Wanderlust) d'ell Aqua, b) Serenata( mit obligater Violine) Enrico Toselli( Frida Weber- Fleßburg, Sopran). 4. Fantasie aus der Oper Rigoletto", Verdi( Berliner Funkkapelle). 5. a) Erste Liebe( Beda) Franz Lehár. b) Wenn eine schöne Frau befiehlt ( K. Robitschek) Franz Lehár, c) Ich kenne ein Häuschen in Rüdesheim( K. Robitschek) L. Friedmann, d) Vom Schloßplatz bis zum Brandenburger Tor( Pardes Milo) Gerhard Pordes, L. Fall( Max Kuttner, 6. a) Dorfschwalben, Walzer. Josef Strauß, b) Geschichten aus dem Wiener Wald, Johann Strauß( Frida Weber- Fleßburg). 7. a) Hoch Heidecksburg, Marsch, b) RadetzkyMarsch( Berliner Funkkapelle). Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 bis 12 Uhr abends: Tanzmusik. Puppentheater in der Schulaula. Fauft" en miniature, und dazu in vortrefflicher Aufmachung, das war es, was bas Dresdener Künstler Marionetten. Theater ber Fa- 2 milie Diege unter Leitung des Herrn Lothar Diege in der Schulaula Lange Straße 31 als Beranstaltung des Bezirksamts zuerst zeigte. Die Szenerie, die beweglichen Puppen täuschen oft so, daß man für Augenblicke glaubt, lebende Gnomen oder Zwerge zu sehen. Gut gelungen sind die Höllen- und Teufelsszenen, die mit Getöse und Flammen aufbligten und wieder verschwanden. Erwähnt sei noch die vorzügliche Szenerie im letzten Aft, die sich in den Straßen Wittenbergs abspielt und gut das Straßenbild einer Kleinstadt jener Zeit veranschaulicht. Von der technischen Seite aus betrachtet, dürfte es das Bollkommenste sein, was bisher an Marionettenspielen gezeigte) Beim Roten Hirschen gibt es einen Rheinwein( A. Rebner) wurde. Es wäre zu wünschen, daß das Marionettentheater sein Gastspiel auf alle Berliner Bezirke ausdehnt. Friedrich- Ebert- Stiftung. Das Leben Friedrich Eberts bietet das bisher glänzendste Beispiel für den Aufstieg eines Mannes aus den arbeitenden Massen zu höchsten Leistungen im Dienste der Allgemeinheit. Auf sein Bor. bild dauernd hinzuweisen, die heranwachsende Generation zur Nacheiferung anzuspornen, und besondere Begabungen aus der Jugend des arbeitenden Volkes zu fördern, ist der Zweck der Friedrich Ebert- Stiftung. Zu ihrer Verwaltung wird ein Kuratorium errichtet, das die Statuten der Stiftung veröffent lichen wird. Quiffung. Bis jekt find folgende Beträge beim Parteivorstanb eingegangen:... Frankfurt a. M. 5- S., Klosterlausnik 30-; G. N.; Frankfurt a. M. 50,- Trauerfeier Göttingen 107; C. 2., Berlin 10; Frau F, Frant furt a. M. 2 S. u. 5. B. in 8. 100,- Bezirksvorstand 8widau 50, G., Berlin 100,- BB.- Bureau, 1. Rate 160, 2. Rate 110,- Gemert. fchaftsverein München 1000-; Dr. W. W., Franfurt a. M. 20,-; Parteivorftand 1000,-; Dr, F. J., Berlin 10,- Mart. Weitere Geldsendungen find zu richten an das Bostichedfonto Ronrab 2udwig, Berlin, Nr. 153 654, oder an bas Banktonto bei der Bank für Arbeiter, Angestellte und Beamte A.-G., Berlin G. 14. Wallste, 65, unter Ebert Spende" oder direkt an Ebert- Spende", Konrad Ludwig. Bers Tin GB. 68, Lindenstr. 3. B Sport. Perfyn- Verschelden Sechstage- Sieger. Zweites Paar Hahn- Tieh. Gestern abend um 11 Uhr ging das 14. Berliner Sechs. tagerennen zu Ende. Das Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Nachdem in den Mittagsstunden Borenz das Rennen wegen Schmerzen am Gefäß aufgeben mußte, wurden in den Nachmittagsstunden das um 10 Runden zurückliegende Baar Münzner Gottfried aus dem Felde genommen. Um 10 Uhr abends folgen - ebenfalls wegen Aussichtslosigkeit die je um 4 Runden zurüid. liegenden Baare Madden- Saldom( 71 Buntte) und Weber- Krupkat ( 44 Punkte). Endlich ertönt der Gongfchlag: Es ist 10 Uhr. 3704,160 Kilometer find bedeckt. Die Spurts beginnen. Nach dem Ausfahren der Spurts- 22 wurden zurückgelegt wird folgendes Resultat bekannt: 1. Person- Berschelden, 422 Punkte; 2. Hahn. Tieb, 361 Bunfte; 3. Debaets- Thollembeet, 122 Punkte. 1 Runde zurud: Dliveri- Lonani, 192 Bundle; 2 Runden zurüd: Ban Rempen- Bauer, 392 Buntte; 4 Runden zurüd: MaddenSaldow, 71 Punkte, und Weber- Kruptat, 44 Puntte. Sieger ist fomit die belgische Mannschaft Perfyn- Verschelden vor Hahn- Ließ. In den 145 Stunden wurden 3740,840 Rilometer zurüd gelegt. Nachdem die Fahrer ihre Ehrenrunde beendet hatten und hierbei mit stürmischem Beifall überschüttet wurden, leerte sich allmählich das große Haus in der Potsdamer Straße. Wetter für Berfin und Umgegend Beitweise beiter, aber noch bere änderlich mit einzelnen leichten Schneefallen und frischen nördlichen Binben. Kemperaturen mittags nahe bei Null, in der Nacht zum Freitag mäßiger Broft Für Deutschland. Bm Diten falt mit Schneejäden, im Besten angjame Aujbeiterung und Abfühlung. F841335 1 Berliner Arbeiter.Schach- Klub. Die Abt. Weißenfee veranstaltet am Sonnbag, ben 15. März, nadm. 3 Uhr, bei Brefina, Wörthstr. 27; Ede Sedanstraße: einen Werbetag. Alle Schachinteresienten find dort berglichst willkommen, 11. Rreis, Kulturkartell Schöneberg- Friedenau. Freitag, den 13. Mära, in ber Schule Feurigstr. 57, abends 8 Uhr. Vortrag von Dr. Juliusburger: ,, Erziehungsschwierigkeiten im Bubertätsalter." Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität", Ortsgruppe Berlin. Donnerstag, ben 12. Mära, engerer Sportausschuß in der Rungestr. 17, 7 Uhr. Freitag, den 13. März, abends 28 Uhr, im Jugendheim Saefelerstr. 16b Eourifienverein Die Returfreunde", Rentrale Bien, Abt. Charlottenburg. ( Westend), Bortrag Lau: Alt und Jung in, unferer Bewegung." Arbeiter- Turn- und Sportbund, 1. Kreis. Das Ausfcheidungs turnen für ben Städtekampf Leipzig- Dresden- Berlin ist am Freitag, den 18. ära. 7 Uhr, in der Turnhalle Prinzenstraße 70. Mannschaftstämpfe im Ringen. Freitag abend 8 Uhr findet in der Turnhalle der Sport!. Bas. Norden 93, Banfftraße, Ede Biefenfraße, der fällige Serientampf mit unferem Bruderverein Sport Club urim 93 statt Es gehen folgende Kollegen. auf die Matie: Leppin, Gabel, Bienst, Krüger, Gräbert, Gerullis, Patrias. Bom Sport Klub Lurich 02: Stöhn, Rron. Nochler, Mener, Neste, Stallbaum, Bange. REEMTSMA CIGARETTEN Wir haben in unserem Berufe die Erfahrung gemacht, daß trotz zunehmenden Verständnisses für Cigarettenqualitäten noch sehr viele Raucher bel einer Kritik die Möglichkeit einer Geschmacksermüdung außer acht lassen. Aus diesem Grunde halten wir es für zweckmäßig, Immer wieder darauf hinzuweisen, daß auch die besten Cigaretten ohne Ermüdung des Geschmacks und Verringerung der Genußfreudigkeit nicht ununterbrochen geraucht werden dürfen. Es ist sehr zu empfehlen, ab und zu andere Fabrikate dazwischen zu rauchen. Der verbesserte Index. heute der Anteil der Verkehrsausgaben im Gesamtbudget höher ist, während für sonstige Ausgaben heute weniger übrig bleibt als vor dem Krieg. Die umstrittenen Vorkriegspreise. Der dritte Aufgabenkreis der Inderreform, die Ueber. prüfung der Vortriegsgrundlagen, der Ausgangsafffern der Inderberechnung, war der schwierigste. Schon 1919.20 ist man vielfach von Annäherungswerten ausgegangen, weil genaue Grundlagen fehlten. Bei der Nachprüfung der Friedensgrundlagen für die Bekleidungspreise stellte sich teilweise die Notwendigkeit auf. fallend umfangreicher Korrektur der Friedenspreise heraus. Für die Nahrungsmittelpreise sind Tausende von Kontrollerhebungen gemacht worden. Der Wert des neuen Index. Im vergangenen Jahre machyte sich immer deutlicher bemerkbar, I wird dabei nur voll verstanden, wenn in die Erinnerung zurüd. daß der vom Statistischen Reichsamt berechnete Inder der gerufen wird, daß fie im Winter 1919/20 gefchaffen wurde, also in Lebenshaltungstoften seine Funktion änderte; aus einer einer Zeit größten Lebensmittelmangels. Diese Ernährungsration erfuhr durch Neuaufnahme von Butter, Wurst und einer Anzahl Meßziffer für die Bewegung der Teuerung war ein Bergleichs Genußmittel und Gewürze( Kaffee, Katao usw.), ferner durch maßstab zwifchen den Borfriegs- und Nachkriegs Verdoppelung der Fleischmenge, Erhöhung der einbezogenen löhnen geworden. Das führte zu sehr berechtigten Einwendungen, Anzahl Eier, Bermehrung der Milchration eine Erweiterung. denn der Inder war sichtbarlich nicht mehr ein fehlerioser Vergleichs- Auf der anderen Seite wurden die bisher reichlich bemessenen maßstab mit dem Preisstand der Borkriegszeit. Es tam zu energischen Wertigkeitszahlen für Brot und Kartoffeln herabgesezt. Bei Borstellungen der Gewerkschaften, zumal die Reallohnberech Brot, Fleisch und Käse wurden durch anteilmäßige Berücksichtigung nungen auch sonst noch erhebliche Mängel aufwiefen. Das Statistische von Weizenbrot, Hammelfleisch und Halbfettkäse bessere Quali. Reichsamt hat dann, und damit folgte es wohl auch seiner wiffen- täten erzielt. An Stelle von Roggenmehl trat Weizenmehl. fchaftlichen Ueberzeugung von der Unzulänglichkeit des Inder, die Eiweißgehalt um faft 20 Proz. erhöht worden. Die Ernährungsration ist durch diese Umgestaltung in ihrem Beröffentlichung von Reallohnberechnungen eingestellt und zugleich Auch hier sei wieder betont, obwohl es an sich schon finnenfällig die Reichsinderkommission zur Beratung über eine Reform zu- genug erscheint, daß die„ Ernährungsration" der ReichsteuerungsWenn nun gefragt wird, cb die neue Inderziffer der Wirklich. fammenberufen, über deren Ergebnisse hier in großen Zügen beiffer mit einem Eristenzminimum" nichts zu tun hat. feit völlig entspricht, oder anders, ob jetzt die Grundlagen der richtet wurde Es gibt in Deutschland viele Proletarierfamilien, die bei weitem nicht so viel verdienen, daß fie die neue Ration des Inder sich Inderberechnung wirklich einwandfrei sind, so ist die Antwort darfaufen könnten. Wir heben das ausdrücklich hervor, weil im be cuf sehr einfach. Vom Arbeitnehmerstandpunkt aus und auch als fonderen von kommunistischer Seite gern Wertigkeitsschema des Beteiligter an der Inderreform ist zu sagen, daß der neue Index - vollen Wahrheit soweit das für einen Inder überhaupt mög. Inder und Existenzminimum- vielleicht nicht ganz aus VersehenDie Neufestsetzung der Ernährungsration. Bei der gründlichen Betrachtung der alten Leuerungsziffer schälten sich bald drei Haup fragen heraus. Es war zu untersuchen, ob das dem alten Inder zugrunde liegende Wertigkeitsschema in der Ausgabengruppe Ernährung" noch der Wirklichfeit entsprach, weiter war zu prüfen, ob der prozentuale An= teil der einzelnen Ausgabengruppen an der Ge famtlebenshaltung die realen Verhälin sse spiegelte, und brittens waren die Vorkriegsgrundlagen, die Ausgangsziffern der Inderberechnung, gründlich zu über holen. Welche Aenderungen die Inderkommission bei dem Wertig teitsschema der Ausgabengruppe„ Ernährung" für notwendig gehalten hat, das zeigt sich in der folgenden Zusammen ſtellung am deutlichsten, die die bisherige und die neue Familien ration, auf einen Bierwochenbedarf errechnet, gegenüberstellt: Lebensmittel Bisher. Ration Roggenbrot Weißbrot Roggenmebl Weizenmehl Nährmittel Kartoffeln. Gemitie Rindfleisch. Schweinefleisch Hammelfiei ch 9-> Inländisver Sped. 47 000 Gramm Neue Nation 40000 Gramm 5 000 17 rerwechselt werden. Wie sich die Aufwandskosten verteilen. Die zweite Fragengruppe betraf die prozentuale Ber. teilung der einzelnen Ausgabengruppen an der Gesamtlebenshaltung. Auch hier wollen wir die alten und die neuen Ziffern gegenüberstellen, sie zeigen am deutlichsten die Umgestaltung, die vor sich gegangen ist. Da es hier zum Glüc auch einen Friedensmaßstab gibt, nämlich die seinerzeit( 1907) statistisch untersuchten Haushaltsrechnungen, so ist dieser in der nachfolgenden Tabelle mit einbezogen. Der prozentuale Anteil der einzelnen Ausgabegruppen an der Gesamtlebenshaltung( ohne Steuern und Versicherungen) beträgt nach der: Ausgabengruppe Ernährung. Friedens bisherigen grundlage Berechnung( Haushaltsrechnungen Die Reform des Inder hat bekanntlich ergeben, daß sich im Durchschnitt des Februar nach der alten Methode eine Teuerungs. ziffer von 125,1 ergibt, während die neue Inderzahl für die gleiche 3ett 135,6. beträgt. lich ist wesentlich näher kommt als der alte, daß er aber immer noch Mängel aufweist. Der sogenannte Unterfriedenspreis der Mieten, wie er in der Inderberechnung erfaßt wird, ist nach unserer Auffassung, da die Wohnungen im Werte gesunken sind, in Wirklichkeit ein Ueberfriedenspreis; der Inder erfaßt auch nicht die Kosten der Wieder. auffrischung des in den jüngst vergangenen Jahren völlig heruntergewirtschafteten Proletarierhaushalts.( Dabei muß ebenso an die Berminderung des Hausgutes der sogenannten kleinen Leute, des Mittelstandes, gedacht werden). Die hohen Steuern, die gestiegenen sozialen Lasten und so manches andere berechnet der Inder ebenfalls nicht. Im übrigen kann auch die Nach prüfung der Friedensgrundlagen überhaupt nicht egatt genug durchgeführt werden. Aber wenn diese Wünsche auch sämtlich berücksichtigt worden wären, eine andere Gefahr der Inderberechnung würde dadurch doch nicht beseitigt: je vollkommener man 54,77 nämlich die Grundlagen einer Meßziffer macht, um so größer ist die Wahnscheinlichkeit, daß man sich von dem Lebensniveau der breiten Masse des Volkes hinwegbewegt! Die Teuerung erfaßt immer zuerst die einfachsten und lebensnotwendigsten Massenprodukte, während die Nahrungsmittel und sonstigen Bedürfnisse der gehobenen Lebenshaltung in ihrem Preisniveau wesentlich elastischer find. neuen Berechnung 4.000 56,11 53,35 11000 4000 11.000 PP AP Heizung und Beleuchtung Bekleidung 7,04 4.36 13 37 10.16 70.000 50.000 15.000 Wohnung 23,48 19,15 5 55 10.05 20,35 15 000 Verkehr 2 500 3 500 Sonitter Bedarf. 500 1500 1.4412.98 11,54) 3,071 9,28 6,211 1000 1500 500 29 Leberwurst 2000 AP Inländische Butter 2000 Margarine 2250 2000 " Ausländisches Schweineschmalz 2250 2250 Magertäje. 1750 1000 Salbfetter Käfe 750 Schellfiich 1500 Salzberinge 1000 Dörrobst 3.000 3 500 3 500 10 Stud Buder Eier Vollmilch Bohnenkaffee Kaffee- Erfaz Katao Speisesalz. 28 Liter 1500 28 Stud Gramm " 85 Liter 250 Gramm 1250 1000 2000 F " P Der einfache Vergleich der beiden Zahlenreihen zeigt schon die wichtige Veranderung, die im Wertigkeitsschema der Ausgaben. gruppe„ Ernährung" vor sich gegangen ist. Die erste Zahlenreihe Die Untersuchungen der Inderkommission ergaben, daß es von verhältnismäßig untergeordneter Bedeutung ist, ob der eine oder der andere Gegenstand in die Berechnung einbezogen wird. Das Hauptgewicht ist darauf zu legen, daß bei der Inder berechnung der prozentuale Anteil der einzelnen Bedarfsgruppe an den Gesamt lebensunterhaltungskosten mit den tatsäch lichen Verhältnissen übereinstimmt, so daß alio jede Gruppe bei dem Zustandekommen der Gesamtinderziffer den Cinfluß auf deren Höhe ausübt, der ihrem wirilichen Gewicht zu tommt. 3 Ein Vergleich der drei Zahlenreihen zeigt, daß die neuen Indergrundlagen in den vier elementaren Bedarfsgruppen mit den Berhältnisziffern der Friedensgrundlage weitgehend übereinstim. men, gegenüber der bisherigen Berechnung hat in diesem Sinne eine Korrektur stattgefunden. Wetter ist aber die Grundlage der bisherigen Berechnung an sich noch ausgedehnt worden dadurch, daß jetzt die Ausgaben für Verkehr und Sonstiges" mit einbezogen werden. n. Es handelt sich um die Stoſten der Störperpflege. im besonderen um die Verkehrsausgaben( Eisenbahn, Straßenbahn und Fahrrad). Die gegenüber der Borkriegszeit ver änderte Struktur der Ausgaben kommt darin zum Ausdruck, daß Und noch eine Frage ist zu erörtern: Inwieweit wird die neue Reichsteuerungszahl sich auf Lohn- und Gehaltsverhandlungen auswirken? Dazu können wir nur sagen, daß wir mit der Kölnischen Zeitung übereinstimmen, die am 8. März schrieb:„ Ein Grund für die Forderungen nach Ueberprüfung der bisherigen Feststellungs. methode war doch der Wunsch, bei Lohnverhandlungen eine zu. verfäffigere Grundlage zu finden als bisher." Der refor mierte Inder ist diese zuverlässigere Grundlage, deswegen wird fie selbstverständlich bei den Cohnverhandlungen ihre Rolle zu spielen haben. Ebenso wie der Bertreter des Reichsfinanzministeriums und der Bertreter der Unternehmerverbände in der 3ndegtommiffion er klarten, daß die neue Inderziffer für sie teine Lohn- oder Gehalts. bindung darstelle, so werden die Arbeitnehmer Organifationen sich nicht in ihren berechtigten Forderungen durch den neu gewonnenen Annäherungswert der Teuerung binden laffen. Das gleiche gilt auch für die Beweiskraft, die den nunmehr wieder auflebenden Reallohnberechnungen zuzubilligen ist. Kurt Heinig, Mitglied der Reichsinderkommission. Wer vieles bringtBesonders beachtenswert für Sie und letztmodern ist dies praktische Kostüm. Reinwoll Gabardine jalousieartig gesetzte Tresse. Drei- Knopfschluß, euch hoch zu schlieb. Jacke auf halbseid. Serge, nur Kasak Mantel Diese schlank. machende Form ist auch für Sie vorteilhaft und darf in Ihrer Garderobe nicht fehlen. Guter Gabardine 50 mit Tressen. Vierknopfschluß nur 32% 00 39° wie wir, hat bestimmt auch das Richtige für Sic. 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März 1925 Gröner, David, v. Stein, Noske und Wrisberg über die Landesverteidigung der Sozialdemokraten. BS. Magdeburg, 11. März. Nach der Berlefung der Niederschrift Friedrich Cberts wurde Reichsminister a. D. Gröner rernommen, der, wie schon in der ersten Instanz, erklärte: Mir ist nicht bekannt, daß die Mehrheitsfozialdemokratie die Wehrmacht des Deutschen Reiches geschädigt hat. Ich habe sehr viel mit Ebert zusammen gearbeitet und immer wieder festgestellt, daß er für die Landesverteidigung größtes Verständnis bejaß und auch vollste Bereitwilligkeit in allen dielen Fragen der Regierung gegenüber an den Tag legte. Auch beim Hilfs dienst gejet ist non Herrn Ebert nichts geschehen, was der Landesverteidigung hätte schaden können. Vom ersten Tage an, an dem Ebert mit der Obersten Heeresleitung das bekannte Bündnis ge schlossen hatte, haben wir täglich aufs engste mit ihm zusammen gearbeitet. Das deufsche Bolt weiß heute noch nicht, was es dem verstorbenen Reichspräsidenten verdankt Er stand ganz auf dem Boden der Landesverteidigung und ist nie. mals davon abgewichen. R.-A. Dr. Martin: Hat Hindenburg nicht den befarmien Hundsfottbrief geschrieben, der 1917 in den Betrieben an geschlagen war und jeden Streifenden eine Sundsfott" nannte? 3euge: Der Autor dieses Briefes bin ich, Herr Rechtsanwalt. Staatsanwalt Dr. Doßmann: Sind Sie der Ansicht, Herr Zeuge, daß Herr Ebert während des Strieges einen Strett nicht als Landesverrat ansah? 3euge: Ich bin davon überzeugt, daß Herr Ebert nie etwas getan hat, um im Kriege einen Streit anzuzetteln oder ihn gar zu stärten! R.-A. Dr. Martin: 3 3hnen bekannt, Exzellenz, daß der Munitionsarbeiterstreif die Offensive bei Reims schwer gefchädigt hat? Zeuge: Die Offensive bei Reims ift aus ganz anderen Gründen gescheltert. Mit dem Eintritt Ameritas in den Krieg wandte sich die Weltproduktion gegen uns und brachte uns in die schwierigsfes Situationen. 3ch möchte aber ein für allemal bemerken, daß die operativen Entscheidungen diefes Krieges niemals durch Munitionsarbeiterstreits beeinflußt worden find. Wenn sie fcheiterten, fo lag das an Dingen, die ich hier nicht öffentlich erörtern fann. RA. Dr. Suetgebrune: Erzellenz, ich möchte ganz allgemein Ihre Meinung darüber haben, wie damals ein Munitions arbeiterfreit wirten mußte bricht. Die Führer treten dann noch in die Bewegung ein, um die Lettung in die Hand zu bekommen und sie zu einem guten Ende zu führen. So fahen wir die Dinge damals. Auf eine Frage der Berteidigung bestätigt der Zeuge, daß die Sozialdemokratie bei Kriegsausbruch Hermann Müller nach Paris geschldt hat, um sich zu orientieren über die Stellungnahme der sozialistischen Bartei in Frankreich. Als Müller zurückkam, sei aber die Entscheis dung schon gefallen und die Kriegskredite bewilligt gewesen angesichts der großen Gefahr, die von Rußland drohte. Auf eine Frage des Verteidigers Quetgebrune, ob ihm bekannt fel, daß Hindenburg bem Kriegsamt gegenüber jeden Streit als eine Schädigung der Landesverteidigung bezeichnet habe, erflärt David, das entsprach auch unserer Auffassung. Das steht nicht im Widerspruch dazu, daß Ebert trotzdem m die Streiftelfung eintrat. Das dedte fich vielmehr vollkommen mit feiner Halimg. # Nach der Mittagpause beantragte die Berteidigung, den ehemaligen bagerischen ministerpräsidenten Dandl als Beugen dafür zu laden, daß die bayerische Sozialbemo tratie im Gegensatz zu der Berliner Parteileitung bem Muni. tionsarbeiterstreit gegenüber eine schroff ablehnende Hal humg eingenommen und jede Beteiligung rundweg ab. gelehnt habe. Mis nächster Zeuge wurde dann Kriegsminister a. D. General v. Stein vernommen. Auf die Frage des Vorsitzenden, welche Stellung bie Sozialdemokratische Partei zur Landesverteidigung eingenommen habe, erklärt der Zeuge zunächst, daß er mit Ebert nie persönlich gesprochen habe. Er wiffe mir, daß diefer an den diesbezüglichen Berhandlungen im Reichstag teilgenommen habe. Borf.: Ist Ihnen befannt, ob der Munitionsarbeiter. streit im Jahre 1918 einen besonderen Schaben verurtochte? Seuge: Unsere Lage war gegenüber den feindlichen Maffen ziemlich schwierig. Bir mußten mit Munition sparen und hörten im Schüßengraben oft Klagen, daß die Artillerie nicht schießt. Wie hoch sich der materielle Schaden des Muniflonsarbellerstreits belief. weiß ich nicht, daß er einen allgemeinen Schaden hervorgerufen hat, ist natürlich nicht zu bezweifeln. Auf Befragen des Rechtsanwalts Bindewald gibt der Geneweiter an, daß die SPD. u. a. seinerzeit auch gegen den vaterländischen Unterricht protestiert habe. Zeuge Gröner: Selbstverständlich mußte jeder Streit eine Minderproduktion an Munition zur Folge haben und so die Stoßral traft des Heeres herabmindern. Aber es tam nicht nur darauf an, wieviel Munition auf cinem Haufen vorhanden ist, sondern wie über ihre Berteilung disponiert ist. Eine Schädigung einzelner Operationen durch den Streif ist nirgends nachzuweisen. An die Bernehmung Gröners schloß sich die Berlesung des aus der ersten Instanz bekannten Briefes des Generalfeld marschalls Hindenburg an den verstorbenen Reichspräft Denten an. Dann folgte die Bernehmung des Reichstagsabgeordneten Dr. David. Der Zeuge gab auf Befragen an, daß die Mehrheitssozialdemotratie stets die Interessen der Landesverteidigung wahrgenommen habe. Ebert fei als Vorsitzender der Partei der Turm gewesen, um den sich bei der Spaltung der Partei diejenigen Kräfte gefchart haben, die nicht von der Politit der Landesverteidigung abweichen wollten. Auf die Frage des Januarstreits übergehend, gab her Zeuge an, daß Ebert im September 1916 bereits eine bestehende Absicht, den Krieg durch unitionssperre zu beenden, als Wahnsinn bezeichnet habe. Auch in feinen Reid's tagsreden habe Ebert wiederholt scharf hervorgehoben, daß Deutsch land angesichts der fehlenden Friedensbereitschaft der Ententemächte mit allen Mitteln durchhalten müsse. Der Angelpuntt der Parteispaltung ist die Landesverteidigung gewesen. Als der Kampf mit Rußland entschieden war, hat Ebert wieder unterstrichen, daß im Westen noch unsere Gegner stehen, bie zu feinem annehmbaren Frieden bereit sind, und daß wir nach wie vor zu unserem Lande stehen müßten. Am 13. Juli 1913, als die Situation schon sehr tritisch war, hielt Ebert eine Rede, in der er ausfühte: Borf.: Dabei handelte es sich aber doch nur um kleinigteffen, aus denen sich nicht fagen läßt, daß die hinter diesen Beschwerden Stehenden dem Ganzen etwas Schlechtes anhängen wollten. Rechtsanwalt Dr. Quetgebrune verwies dann auf verschte dene Berfügungen militärischer Stellen, wonach jede Arbeitseinstellung eine unfühnbare Schuld am Seer und an den Männern im Schüßengraben bedeute. Der Zeuge bestätigt die Rich tigkeit dieser Auffassung, ohne jedoch angeben zu fönnen, ob das Kriegsministerium an diesen Verfügungen beteiligt gewefen fel. Auf weitere Fragen der Berteidigung bestätigt der Zeuge auch, daß die SPD. gegen den Belagerungszustand Sturm gelaufen fet. R... Dr. Martin: 3ft es richtig, daß der Abgeordnete Ebert die Bewilligung des Etats miederholt von der Bebilligung von Gorderungen durch die Regierung abhängig gemacht hat? 3euge: Darüber bin ich nicht unterrichtet, ich weiß aber wohl, daß die Sozialdemokratie wiederholt gedroht hat, sie werde die Führung der Massen verlieren, wenn bestimmte Forde rungen nicht bewilligt würden. Als nächster Zeuge erschien Oberpräsident Noske( Hannover). Er erklärte zunächst, daß die Frage, ob durch eine revolutionäre Bewegung eine Beendigung des Krieges möglich sei, nicht erst im Jahre 1918 zur Erörterung gestanden habe. Bielmehr hätten sich bei der Flotte fchon 1917, Sabotage- Bersuche und revolutionäre Reigungen bemerkbar gemacht. Borf.: Kurz vor dem Munitionsarbeiterfirelf im Jahre 1918 foll im Hausbaltsauschuß des Reichstags bereits auf die Streitgefahr hingewiefen worden sein." Zeuge Noste: 3h tann mich nicht auf jede Sigung befinnen, meth aber, daß von der Streitgefahr damals allgemein gesprochen Auf entehrende, seine politische und kulturelle Zukunft nichtende oder herabdrückende Bedingungen wird bas deutsche Bolt niemals eingehen! Es will den ehrenvollen Frieden für alle Da die Gegner uns einen solchen Frieden bis auf ben heutigen Tag verweigern, jo werden wir auch dieses Mal die Mittel bewilligen, die zur weiteren Berteidigung der Lebensinter. effen unseres Bolles und zur Erreichung des Friedens erforder- rungen?" lich find." Im September 1918 führte er im Bartelausschuß aus: Ich kann aber doch nicht zugeben, daß die Stimmung fo ift, daß nunmehr eine Hoffnungslosigkeit und der Gedanke, Frieden um jeden Preis, in weitesten Kreisen Fuß gefaßt hätte. Die mili tärischen Dinge find schwierig, aber es ist nicht daran zu greifeln, daß wir schließlich wieder Festigkeit erlangen werden, und wo man auch hinhört und auf die großen Gefahren unserer Bufunft aufmertjam macht, da bekommt man die verständige Ant wart, daß an elen Frieben um jeben Breis über haupt nicht gebacht werben tann. Das find Auffaffungen, bie bei Spießbürgern herrschen, am Stammtisch, aber nicht in den Kreisen der Arbeiter und unserer Genoffen. Daran dürfen wir feinen Zweifel lassen, daß ein Frieden um jeben Breis unter feinen Umständen in Betracht tommen tann, sondern daß wir alles, auch das Lezte, daranjezzen müffen, um die gebotenen Lebensintereffen des Landes und Boltes zu vertreten." Das war eine Rede im infernen Kreis, drei Tage vor dem Zusammenbruch Bulgariens, acht Tage vor dem Zufammenbruch der Türkel, achi Tage vor dem Eintreffen des Telegramms der Oberften Heeresfeifung, das fofortige Waffenfiftands und Friedensangebote verlangte, also vor der offiziellen Verkündigung der deutschen Miederlage Ebert hat also bis in bie legten Sage hinein die Auffullung pertreten: Bir dürfen nicht von der Linie der Landesverteibigung abgehen. Der Zeuge schildert bann, wie Ebert es burchgefeht hat, daß die Mehrheits jozialdemokratie Männer in die Regierung des Brinzen Mar schickte und die Berantwortung für die fürchterliche Situation übernahm. Wenn Ebert jetzt die Linie der Landesverteidigung ver faffen hätte, hätte er sich in Widerspruch mit sich selbst gelegt unb einen Bruch vollzogen mit unserer ganzen Politit. Ein Mann von dem Charakter und der Besonnenheit Eberts tann feinen Buß nicht plöglich umtehren und dann wieder zurüdfehren. Auf eine Frage erflärt der 3euge: Die elastische Taftit, in einen Streif einzuspringen, den man nicht billigt, ist eine befannie Tattit, wenn ein Streit gegen den Willen der Führerschaft qus wurde." A Borf: Wie war die Stellung der SPD. zu den KriegsfordeNoste: Es ist mir unverständlich, wie bei gutem Willen Jemand Zweifel daran haben fann, daß die SPD. zur Landesverteidigung alles zu tun gewillt war, was von Notwendigkeit war. Ich felber, der ich häufig als Redner zur Heeres- und Flottenfrage im Reichstag gesprochen habe, muß mich auf das entschiedenste dagegen mehren, daß mir unterstellt wird, ich hätte auch nur eine Minute fang eine Politit getrieben, die die Landesverteidigung schwächen mußte." Oberpräsident Roste verwies dann darauf, daß seine Reichstagsreden zum Baralong Fall einen außerordentlich türmischen Beifall gefunden hat und daß er Dugende von Briefen mit Worten der höchsten Anerkennung von hohen Marineoffizieren erhalten habe. Er fuhr dann fort: 3ch, der ich jahrlang im engsten Berhältnis zu dem verstorbenen Reichspresidenten stand, weiß auch von ihm, daß er ohne den leifesten Zweifel stets gewillt war, alles in feiner Kraft stehende 3u tun, um eine Niederlage von Deutschland abzuwenden. Das bemeise auch seine politische Betätigung in den Tagen, als die Ballanfront zusammenbrach und in ber Re. gierung allgemeine Kopflofigfeit herrschte. Damals at er fich zielllar dafür eingelegt, daß die Sosialdemokratische Partei in die Regierung des Brinzen Mar von Baden eintrat Jch weiß, mit melch zücksichtsloler Hingabe er sich bemüht hat, das Hebel und bas Chaos von Deutschland abzuwen. Sen. Es wäre der vollendetste Widerspruch, wenn wir Ende des Jahres 1918 den Verfuch einer lehten Kraftanstrengung zur Reflung Deutschlands machten und vorher eine Politit getrieben hätten, die ble widerfiar.dstraft Deutschlands zermürbt hätte. Als die ersten Nachrichten von dem bevorstehenden Rufammenbruch auf dem Baitan famen, war Ebert der fühlte Kopf, während der Reichs tanzler ein Bild verzweifelter hilflojigteit war. Ebert und wir sind es gewesen, die sofort zugefaßt haben, um zu retten, was zu retten war. Es ist mir unverständlich, wie jemals die absurde Ansicht auftommen fonnte, Ebert, der gerade damals willens erworben hat, einen Baterlandsverräter zu nennen. Generalftaatsanwalt Storb: 3ft dem Zeugen befannt, mle ber perftorbene Reichspräsident zu der Frage eines Streifs in der Rüstungsindustrie stand?" Oberpräsident Roste: 3h tann auf das bestimmtefte ver sichern, daß Ebert grundsäglich Gegner eines Rüftungsstreifs war." Ju längeren Auseinandersetzungen zwischen dem Zeugen und ber Berteidigung fam es dann über die Frage der Einflußnahme des fozialdemokratischen Parteivorstandes auf das Bartelorgan, den Bormaris". Auf die Frage des Rechtsanwalts Dr. Luetgebrune, ob in politisch so bewegten Zeiten, wie ben damaligen, nicht ein selbstverständlicher Kontakt zwischen Parteivorstand und Barteiorgan bestanden habe, erklärt der Beuge Noste, daß eine Fühlungnahme selbstverständlich bestanden habe, daß es aber nie dahin gekommen sei, daß der Parteivorstand eine Art Benfur ausgeübt habe. Der nächste Zeuge mar General v. Wrisberg, ber während des Krieges Direktor des allgemeinen Kriegsdeparte ments war. Borf.: Ist Ihnen befannt, ob die S3D. der Reichsregierung, vor allem dem Kriegsministerium, Schwierigteiten gemacht hat, wenn es sich darum handelte, gemisje Forderun gen zu bewilligen, die im Interesse der Landesverteidigung notwendig waren? Zeuge: Ich muß zugeben, daß die Sozialdemokratie Kriegskredite stets widerspruchslos genehmigt hat, aber auf der anderen Seite hatte die Regierung unter den Schwierigkeiten zu leiden, die ihr von der Partei wegen des Kriegszustandes und der Zenjur bereitet wurden. F Der Zeuge betont bann weiter, daß die Haltung des Borwärts" dem Gedanken des Durchhaltens viel Abbruch getan habe. Seit 1914 schon hätten seine Artikel dazu beigetragen, die Stimmung an der Front und im Lande zu schwächen, während die ausländischen Sozialdemokraten mit aller Entschiedenheit von einer fiegreichen Be endigung des Krieges im Sinne threr Länder eingetreten feien. Auch in der Frage der militärischen Jugendausbildung habe sich die Sozialdemokratie schroff ablehnend verhalten. R.-A. Dr. Martin: Ist Ihnen bekannt, daß der damalige Führer der sozialdemokratischen Jugendorganisation der Abgeord nete Ebert war? Beuge: Das ist mir nicht befannt gewesen. General v. Brisberg schildert dann weiter, daß die Oberste Heeresleitung und das Kriegsministerium von der SPD. wiederholt aufgefordert worden set, im Interesse der Landesverteidigung Maßnahmen gegen die USP. zu ergreifen. Wenn das aber dann ge schehen fei, dann wären die Abgeordneten der Mehrheitssozialdemo Angriffe richteten. Auf Befragen des Rechtsanwalts Dr. Luetgebrune traten die ersten gemejen, die deshalb gegen die Behörden öffentlich gab der Zeuge weiter an, daß er im September 1917 burd eine amtliche Berfügung auf die Gefahren eines Streifs Anlaß dazu habe der Fall der Berta Thalheimer gegeben, die vom Reichsgericht wegen Landesverrats nerurteilt worden fel, weil fie zum Streit aufgefordert habe. Diese Berfügung fet sicherlich le zum Streit aufgefordert habe. auch dem Abgeordneten Ebert bekannt gerdefen. Die Regierung babe sowohl der Deffentlichkeit wie dem Reichstag gegenüber nie einen Zweifel über ihre scharfe Stellungnahme in der Streiffrage gelassen. Ebenso sei dem Heere durch die zahllofen Beschwerden der SPD. gefchadet worden, und zwar seien diese Beschwerden, wenn fie im Haushaltsausschuß von den zuständigen Stellen beantwortet worden feien, dennoch im Plenum des Reichstages noch einmal wiederholt worden, und zwar, wie ein Abgeordneter ausbrücklich erflärt babe, im Interesse der Mitglieder der Partei. Abg. Ebert diese Beschwerden im Plenum vorgebracht hat? Staatsanwalt Deßmann: Ist Ihnen bekannt, ob auch der Beuge: Nein. Hierauf trat eine turze Bause ein Als lehter Zeuge des zweiten Verhandlungstages wurde ber Gastwirt Fortenbacher vernommen. Dieser Beuge war von 1900 bis 1918 als Schmied in der Geschübgießerei in Spandau beschäftigt gewesen, und zwar war er feit 1911 Borfitender des Bundes Deute scher Militärhandwerker. In dieser Eigenschaft wurde er, toie er befundet, ebenso wie der ehemalige preußische Handelsminister Site ring als damaliger Borfihender des Metallarbeiterverbanbes Spandau während der lehten Striegsjahre bauernd vom Kriegsministerium aufs strengste dahin belehrt, unter allen Umständen den Ausbruch eines Streits zu verhindern. Der Januarstreit habe in Spanbau zunächst wenig Anhänger gefunden. Erft als die Streifleitung offiziell bekanntgegeben worden fei, habe sich die Zahl der Ausständigen plöglich vergrößert. Wer nicht freiwillig die Arbeit niedergelegt habe, wäre aus den Betrieben herausgeholt worden. Die Sozialdemokratische Partei sei nicht an der Borbereitung des Streits beteiligt gewesen, fie wäre aber auf der anderen Seite auch nicht start genug geoefen, die Bewegung zu unterdrücken. Borf.: Aus welchem Grunde ist nach Ihrer Anficht die SPD. in die Streifleitung eingetreten? Beuge: Sie ist in die Streifleitung eingetreten, in den Streif gu leiten, also au führen. Der Eintritt der SPD. und der USPD. in die Streiflcitung veranlaßten die Arbeiter, nun geschlossen ble Arbeit einzustellen. Weiter bekundet Fortenbacher, daß er daraufhin sofort die Behörden informiert habe, auch Siering habe das gleidhe getan. Sierina babe also, was in seiner Macht stand, versucht, um den Ausbruch bzw. später die Ausdehnung des Streits zu ver hindern. Staatsanwaltschaftsrat Dohmann beantragte darauf, her eyemaligen preußischen Handelsminister Siering als Beu gen über dieses Beweisthema zu laden. Fortenbacher befundet weiter, daß die Streiffeitung die Nach richt verbreitet habe, daß diesmal feiner der Streitteilnehmer be ftraft wurde. Dr. Luetgebrune: Sollte damit gemeint sein, daß es mun teine Geftellungsbefehle mehr gäbe? Seuge: Jawohl. Die Arbeiter fanten, in der Treptower Bersammlung sei ihnen erklärt worden, sie brauchten teine Gestellungsbefehle zu fürchten. Staatsanmalifchaftsrat Doßmann: Haben Sie selbst mit Leuten gefprochen, die im Treptower Bart waren? 3euge: Jawohl, mit meinen Vertrauensteuten, bie bort waren. Dokmann: Jl in Ireptom gefagt worden, daß teine Ge ftellungsbefeh'e mehr ausgegeben werten, oder hat man erklärt, daß Geftellungsbefehle nicht befolgt werden follten? 3euge: Nein, es wurde nur gejagt, man braucht die Gestel lungsbefehle nicht mehr zu fürchten. fich die größten Verdienste um die Aufrechterhaltung unseres Kampl fondern soll bei der Bernehmung des früheren Handelsministers SieAuf Wunsch der Berteidigung wurde dieser Zeuge nicht entlassen, ring wlederum an Gerichtsstelle erscheinen. Hierauf wurde die Berhandlung auf Donnerstag früh 9% thr pertagt. Die Aussagenprotokolle der Tschekisten. Koppendörfer über die Frage der Bevorzugungen. BS. Ceipzig, 11. März 1925. Mit der Behauptung, als Hysteriker habe Neumann keinen Anspruch darauf, daß man seinen Angaben vollen Glauben schenkt, entfachte Rechtsanwalt Dr. Wolf zu Beginn der heutigen Verhandlung eine lange Auseinandersetzung flinischen Inhaltes. In dieser vertrat der Sachverständige, Gerichtsmedizinalrat Dr. Schüße Leipzig mit Nachdruck den Standpunkt, daß man faum jetzt von einem hysterischen Typus sprechen dürfe, daß vielmehr auch bei der Hysterie jeder Fall in seiner individuellen Eigenschaft betrachtet und bewertet werden müsse. Rechtsanwalt Dr. Goldstein warf im Interesse fcines Mandanten Neumann die Frage auf, ob es nicht denkbar sei, A ganzen Vorgang zu protofollieren. Als das Wort mir nicht erteilt murde, wurde mir von einem der Herren Beisiger entgegengerufen: Unerhört". Ich bitte auch dieses zu protokollieren." Nach einer furzen Pause verkündete der Vorsitzende, daß das Gericht den Antrag von R.-A. Dr. Löwenthal auf Protokollierung ablehne. Im weiteren Verlauf der Berhandlung versicherte Kriminaíober inspektor Koppenhöfer auf eine Frage von R.-A. Dr. Wolf auf das Bestimmteste, daß es ausgeschlossen sei, daß Diener jemals mit der politischen Polizei in Verbindung gestanden habe und daß er an allen maßgebenden Stellen diese Auskunft erhalten habe. R.-A. Dr. Wolf: Hat der Angell. Diener nach seiner Berhaftung mit Herrn Koppenhöfer oder mit anderen mit gliedern der Stuttgarter Bolizei in Straffachen gearbeitet? daß her angeklagte zwar noch mit dem Borfaz der Tötung im Flur des Hauses von Rausch Aufstellung genommen habe, dann aber unsicher und unstet, wie er erwiesenermaßen sei mit einemmal zu dem Entschluß gekommen sei, dem Rausch einen Denkzettel zu nerabreichen. Dr. Schütze erwiderte, diese Frage sei außerordent- hilflich gewesen ist? lich schwer zu beantworten, denn hier handele es sich zum Teil um unentdeckte Größen. Nach einer kurzen Bause bezeichnete der Vorsitzende, Senats: präsident Nieder, mit Namen diejenigen Zeugen, auf die der Gerichtshof nach seinem am Sonnabend bekanntgegebenen Entschluß verzichten will. Rechtsanwalt Dr. Marschner erklärte im Namen der Verteidigung, daß diese sich ihre Stellung zu dem Verzicht vorbehalten müsse. Es folgten dann eine Reihe von Fragen der Berteidigung an den Zeugen Kriminaloberinspettor Koppenhöfer. Der Zeuge verbreitet sich über die Zusammenhänge der feinerzeit über König verhängten Schughaft. Diese Inhaftierung sei auf die intensive Tätigkeit zurückzuführen gewesen, die König, wie der Stuttgarter Polizei schon seit längerer Zeit bekannt gewesen sei, im Interesse der Kommunistischen Partei entfaltet habe. Es kommt dann zur Sprache, wie die Abschlußprotokolle zuffandegekommen sind. Insoweit, als er in der Ermittlung von Personen oder Sachen be3euge: Darüber verweigere ich die Aussage. R. A. Dr. Wolf: Ich stelle dieselbe Frage in bezug auf den Angeklagten König. sowohl als auch Diener eine Reihe von Angaben, die sich auf die Zeuge Koppenhöfer: Ich verweise darauf, daß König kommunistische Partei bezogen, zu Protokoll des Untersuchungsrichters gegeben haben. Im übrigen halte ich das alles für unerheblich in bezug auf diese Straffache und verweigere meine Aussage. R.-A. Dr. Wolf: Haben Sie Poege versprochen, daß er später bei der Polizei angestellt werden würde? Zeuge: Nicht ich habe davon gesprochen, sondern Poege ist zu mir getommen und hat mich gefragt, ob er nicht bei der Polizei eingestellt werden könnte, es sei doch unmöglich, daß er nach seinen Aussagen wieder in die Partei hineinkommen würde. Da habe ich geantwortet:„ Das wollen wir ruhig der Zukunft überlassen. Auf die Frage von R. A. Dr. Wolf, ob Poege nicht mit inpistin Koppenhöfers gesprochen habe, ermidert der Zeuge, daß ihm davon nichts befannt sei. zu tun; menn Sie mich so unterbrechen, tönnte es passieren, daß ich den Zusammenhang ver Irre.( Heiterfett.) Der Justizminister führt meiter aus, der Ver urteilte habe die Urkunden um des Geldes willen an Belgier meiter verkauft und auch Dokumente einem separatistischen Blatt gegeben. Er, der Justizminister verurteile es, menn Fest genommene drei Wochen festgehalten oder durch folterartige Maßnahmen zu emem Geständnis gebracht worden sind. Der Minister nimmt den Staatsgerichtshof in Schuß, der zwar nach politischen Gesichtspunkten zusammengesetzt sei, aber seine Urteilssprüche nach bestem Wissen fälle. Der Minister bespricht dann die Hinausweisung eines Verteidigers durch den Vorsigen. den im Tscheka- Prozeß. Dieser Fall stehe wohl vereinzelt da. Der Vorsitzende habe die Pflicht, die Ordnung aufrecht erhalten und das Recht, wenn sich Hemmungen einstellen, auch zu schärfſten Mitteln zu greifen und zur Ausweisung zu schreiten.( Hört, hört! links.) Der Vorsitzende habe dieses Recht nicht bloß gegenüber dem Verteidiger, sondern gegen jeden, der ihn daran hindert, die Verhandlungen zu leiten und zu Ende zu führen.( Lärm links.) Die Bestrebungen zur Erleichterung der Chefcheidungen können nicht gefördert werden.( Hört, hört! links.) Der Minister erflärt sich im übrigen bereit, alle vorgebrachten Wünsche zu prüfen. Abg. Dr. Korsch( Komm.) greift hauptsächlich die Sozialdemo fratie an. Darauf werden die Beratungen abgebrochen. Angenommen wird noch ein Antrag, in dem die Länder aufgefordert werden, anläßlich der bevorstehenden Präsidentenwahl die Wahlfreiheit zu schützen. Das Haus vertagt sich. Donnerstag 2 Uhr: Gesezenfmurf über die Volkszählung, Antrag der Demokraten, Sozialdemokraten und des Zentrums über das Wahlverfahren bei der Präsidentenwahl, Justizetat. Schluß 7 Uhr. Nationalunkenkrach im Landtag. Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß der Zeuge mörtlich angegeben einer Frau stundenlang nur in Gegenwart der Steno Ein Völkischer beleidigt die Republik. habe, daß die einzelnen Leute erst mündlich vernommen und dann die verschiedenen Aussagen zusammengestellt worden sind. Der Zeuge Koppenhöfer befundet weiter, daß feiner der Leute Ertrabeföstigung im Polizeipräsidium bekommen habe. Einzelne haben allerdings, menn die Verhandlung besonders lange dauerte, ein Stück Brot und ein Stück Wurst als Besper bekommen und auch hin und wieder eine Zigarette. An andere Vergünstigun gen könne er sich nicht erinnern. Lektüre hätten sie seines Wissens nach nicht bekommen. Einige der Gefangenen, z. B. Neumann und Meus, hätten auch von Berlin Besuch bekommen. Sonst hätten nur Beamte, die Vernehmungen vorzunehmen hatten, die Gefangenen besucht. Für die Beantwortung der Frage, ob die Polizei die Reise der Angehörigen einzelner Gefangener bezahlt hätte, insbesondere, ob der Zeuge Koppenhöfer der Frau Boege das Reisegeld, um ihren Mann in Stuttgart zu besuchen, zur Verfügung gestellt habe, bittet Rechtsanwalt Dr. Wolf, den Zeugen Koppenhöfer von seiner amtlichen Schweigepflicht zu entbinden. Als Poege selbst sich zu der Frage äußern soll, ob man seiner Frau das Reisegeld zur Verfügung gestellt habe, verweigert er zu= nächst die Aussage, da er sich erst mit seinem Berteidiger darüber besprechen müsse. R.-A. Dr. Wolf betont sodann, daß er in der Stellung des Reisegeldes für Angehörige einzelner Gefangener durch die Polizei eine Beeinflussung und eine Belohnung für gewisse Gefangene erblide. Der Angell. Poege erflärt sodann, daß seiner Frau versprochen, worden fel, daß man ihr das Geld zur Verfügung stellen wolle, als die Haussuchung in der Poegefchen Wohnung stattfand. Nach der Pause verkündet der Vorsitzende zwei Gerichtsbeschlüsse. Der Antrag, die Entbindung von der Amtsver schmiegenheit für den Zeugen Koppenhöfer im Falle der Bestellung des Reisegeldes für die Frau Poege einzuholen, wird ab gelehnt. Dr. Löwenthal diftierte folgende Erklärung:„ Ich muß im Zusammenhang den Vorgang( gemeint ist der erwähnte Zusammenstoß mit dem Vorsitzenden) schildern. Als Dr. Wolf den Zeugen Koppenhöfer fragte, ob die Ehefrau Poeges nicht Geld von ihm erhalten hätte, um nach Hause zu fahren, fragte ich als Vertreter des Rechtsanwaltes Schindler, des Verteidigers von Boege, Koppenhöfer, in welcher Weise dieser Vorgang sich abspielte. Als mir Koppenhöfer vorhielt, daß das schriftlich festgelegt sei und als einer der Herren Beisiger erklärte, das wäre alles schon festgelegt, tat ich einige Schritte zum Richtertisch und da erst hielt mir der Herr Prä sident vor, daß ich nicht dazwischen zu reden hätte, und daß ich mich hinzusehen hätte. Dabei erlaubte ich mir die Bemertung, ich fei nicht in der Schule. Als mir das Bort entzogen wurde, wollte ich einen Antrag stellen. Das Wort dazu wurde mir nicht erteilt und ich beantragte darauf, diesen Vorgang zu protokollieren. Auch das wurde abgelehnt. Ich bitte jegt, diesen Hierzu meldet sich der Angefl. Boege und stellt fest, daß er während der Abwesenheit Koppenhöfers von Stuttgart tatsächlich viel mit seiner Frau nur in Gegenwart der Stenotypistin fió) unterhalten habe. oberinspektor Koppenhöfer, daß er die Angaben des AnAuf Befragen von R.- 2. Dr. Löwenthal bestätigt der Kriminalgeflagten Meus für durchaus glaubhaft halte. R.-. Dr. Löwenthal befundet ferner, daß Meus behauptet hätte, daß ihm einmal vor der Vernehmung Weißbrotund. Burit im Namen Koppenhöfers gegeben worden sei. Der Zeuge gibt hierzu an, daß er selbst den Auftrag dazu bestimmt nicht erteilt habe. Auf die von Reichsanwalt Neumann beanstandete Frage sich durch Briefe Verteidiger zu verschaffen, verlangt Dr. Löwenthals, ob es den Verhafteten untersagt gewesen sei, R- A. Dr. Löwenthal einen Gerichtsbeschluß. Dieser ergeht dahin, daß die Frage, wie sie R.-A. Dr. Löwenthal gestellt hat und wie sie vom Reichsanwalt beanstandet morden ist, in anderer Form gestellt werden soll. Es entspinnt sich hierauf eine längere Erörterung über die Frage, ob dem Angeklagten Szon verboten worden set, drei Wochen nach seiner Verhaftung an einen Anwalt zu schreiben, der, seine Vertretung übernehmen sollte. Der Jeuge widerspricht diesen Ungaben sehr energisch. Es wäre nur in den ersten Tagen möglich gewesen, daß man Szon die Erlaubnis dazu verweigert hätte, um so mehr, als 30nja erst einen faischen versäumt, noch einmal darum zu bitken. Namen angegeben habe. Vielleicht hätte Szon dann später Auf Befragen von R.-A. Dr. Löwenthal erklärte der Zeuge noch einmal, daß es nicht richtig sei, daß er, Poege, gesagt have, die Partei würde ihn wohl keinen Verteidiger stellen. Dagegen have folle er es ruhig tun. er ihm in der Tat gesagt, wenn er auspaden wolle, dann Im Anschluß an einen äußerst erregten Disput zwischen Dr. Löwenthal und dem Zeugen Koppenhöfer nimmt R.-A. Dr. Wolf von seinem Kollegen den Faden auf und führt aus der gestrigen Sigung eine angebliche Aeußerung Koppenhöfers an, mit der dieser bei mildester Auffassung sich eines fahrlässigen Falscheides schuldig gemacht habe.( Nach Angabe des R.-A. Dr. Wolf hat Koppenhöfer ausgesagt, er habe dem schwer verwundeten Rausch Lichtbilder der in Stuttgart Festgenommenen mit Einschluß Dieners vorgelegt, obwohl er zu dem betreffenden Zeitpunkt eine Photographie Dieners unmöglich in Händen gehabt haben könne.) Der Zeuge bestreitet diese Angabe, worauf R.-A. Dr. Wolf nach erregter Debatte beantragt, dieje Aeußerung zu protokollieren. Gegen 46 Uhr vertagte der Vorsitzende die Verhandlung auf Freitag früh 9 Uhr. Der heutige Donnerstag soll verhandlungsfrei bleiben. Die Aufwertungsdemagogen in der Klemme. Der Reichstag für Beratung des Beftschen Entwurfs. Fortsetzung der Justizdebatte. In der gestrigen Reichstagssigung beantragte Abg.| geschaffen worden ist. Das Gesetz zum Schutze der Republik betrachte Seil( Soz.) als ersten Punkt den Initiativgefegentwurf cus Zentrum als ein aus der Not geschaffenes Ausnahmegefeh. Dr. Best und Genossen betr. die Aufwertung auf die Tages: Wenn die Zeit gekommen sei, werde es der Aufhebung des Staatscrdnung zu setzen und sodann diesen Entwurf debattelos an den gerichtshofes nähertreten. Der Redner bedauert, daß in mehre Ausschuß zu verweisen. ren politischen Prozessen der letzten Zeit der Eindruck entstehen könne, als ließen sich die Richter von einseitigen Gesichtspunkten leiten. Der Redner wendet sich gegen jede Erleichterung der Ehescheidung und der Abtreibung. Im lezten Jahre seien etwa eine halbe Million Abtreibungen in Deutsch funftshoffnungen zunichte werden. land erfolgt. Benn das so weitergehe, merden alle deutschen Zu Nachdem es endlich Herrn Best gelungen sei, von den 109 Mitgliedern feiner( der deutschnationalen) Fraftion 16 zur Unterzeichnung feines Gefeßentwurfes zu gewinnen, sei man es ihm fchuldig. fofort in die Ausschußberatung einzutreten. Die lleberweisung an den Ausschuß bedeute natürlich für niemand cine Festlegung in der Sache. Das Haus beschließt gemäß dem Vorschlag Keil. Auf der Tagesordnung steht dann der Antrag Koch- Weser ( Dem.), Dittmann( Soz.), v. Guérard( Str.) über die Borbereitungen zur Wahl des Reichspräsidenten. U. a. wird ein amtlicher Stimmzettel gefordert. Abg. Schultz- Bromberg( Dnat.) beantragt Ueberweisung des Antrags an den Rechtsausschuß. Abg. Kube( Nat.- S03.) spricht bei großer, Unruhe der Mittelparteien gegen den Antrag. Präsident Cöbe bemerkt, daß eine Verfassungsänderung, die einer qualifizierten Mehrheit bedürfe, nicht vorliege. Abg. Dittmann( S03.) führt aus, daß die Antragsteller gerade auf alle Barteien Rücksicht genommen haben, die bei den leften Wahlen mehr als 500 000 Stimmen erhalten haben; darunter fielen auch die Deutschvölkischen. Damit schließt die erste Beratung. Nach der Annahme des Gesezentwurfes in zweiter Beratung wird dieser aus geSchäftsprdnungsmäßigen Gründen an überwiesen, der am Donnerstag vormittag ihn erledigen soll. den Rechtsausschuß Der Justizhaushalt. Darauf wird die gestern abgebrochene Beratung des Haushalts Les Reichsjustizminifteriums fortgesetzt. Abg. Schulte- Breslau( 3tr.) legt gegen die einseitigen Ausfithrungen des Berichterstatters schärfste Berwahrung ein. Der Abg. Dr. Korsch habe am allerwenigsten die Legitimation zu seiner Kritit an dem gesamten deutschen Richterstand. Erfreulich sei, daß der Strafgesetzentwurf gemeinsam mit Deutschösterreich Abg. Dr. Kahl( D. Vp.) erklärt, es müsse alles getan werden, um die erschütterte Autorität des Rechts im deutschen Voite wieder herzustellen. Das kann nicht durch Gesezesreform, sondern muß durch eine Gesinnungsreform geschehen. Die Achtung vor dem deutschen Richtertum müsse wieder hergestellt werden. In der cheidungsfrage müsse der klaffende Riß zwischen Recht und Amnestiefrage sei größte Zurüdhaltung notwendig. In der Ehe. Leben beseitigt werden. Eine gemäßigte Reform fei notwendig. Reichsjuftizminister Dr. Frenken wendet sich gegen Teilreformen auf dem Gebiete des Strafrechts. Die neuen Einrichtungen müßten sich erst einleben, um Erfahrungen für eine große Reform sammeln zu können. Der Minister bespricht einzelne Beschwerden und sagt Nachprüfung zu. Auf einen poni Abg. Lepi erwähnten Fall einer Berurteilung wegen Landesverrat fann ich im einzelnen noch nicht eingehen, weil der Fall noch in der Gnadeninstanz schwebt. Der Berurteilte mar zu sechs Jahren verurteilt worden. Wenn man aus dem Zufammenhang der Begründung Säge herausreißt, war diese vielleicht nicht ganz glücklich, aber wer das Urteil im Zusammenhang lieft, erkennt, daß das Urteil des Reichsgerichts rechtlich wohl begründet war. Es war tatsächlich eine Urkunde preisgegeben, deren Geheimdes Strafmaßes jpielt auch die Genesis der Straftat eine Rolle. haltung im Interesse des Landes geboten war. Bei der Beurteilung Der Berurteilte hatte in einer Reihe von Fällen aus dem Reichsarchio in Potsdam Urkunden gestohlen.( Ruf bei den Komm.: Wie Tirpiz!) ch fann auf diesen 3wischenruf nicht eingehen, bin aber bereit, bei anderer Gelegenheit dies v. Kries tadelt die Empörung der Republikaner. tags gestern eine Besprechung über den weiteren Arbeitsplan ab. Bor dem Beginn der Plenarsizung hielt der Aeltestenrot des LandLandtagspräsident Bartels gab Kenntnis pon einer Mitteilung der Regierung, daß sie morgen nicht in der Lage sei, eine Regierungserflärung abzugeben, vielleicht aber in der nächsten Woche. Besonders von deutschnationaler Seite wurde das legung wurde beschlossen, daß am Donnerstag noch eine Blenarfigung stattfinden soll, in der insbesondere die Entwürfe über die Wahlzeit der Provinziallandtage und Kreistage, über die vorläufige Steuer vom Grundvermögen somie über den Urantrag der Kommu nisten über die Geschäftsführung des Präsidenten verhandelt werten sollen. Freitag bis Dienstag foll plenarfizungsfrei bleiben. Für Mittwoch der kommenden Woche iſt die Entgegennahme der Regierungserflärung in Aussicht genommen. Für den Fall, daß es nicht dazu kommt, soll die Neuwahl des Ministerpräsidenten auf die Tagesordnung gejekt werden. Die Plenarsizung wurde vom Präsidenten Bartels nach 124 Uhr eröffnet. Das Haus fetzt die gemeinsame Beratung der Uranträge und großen Anfragen betreffend das Grubenumglüd auf Zeche Minister Stein" fort. Abg. Schwent- Oberhausen( WBg.) bezeichnet die Mitwirtung der Belegschaften bzw. der Bergarbeiterorganisationen bei der Aus. wahl und Eignung der Einfahrer und vollends die direkte Auswahl der Grübentontrolleure durch die Verbände als eine Sozialisierung des Bergbaues. Afs Abg. Kaiser- Anklom( Natsoz.) den Kommunisten und Sozialdemokraten das Recht abspricht, die Interessen der Arbeiter deutschen Bluts zu vertrerten, fezen bei den Sozialdemokraten und Kommunisten empörte Proteste ein. Er macht dann weitere Bemerkungen über das Begräbnis des Reichspräsidenten, das nach iciner Behauptung 3 Millionen Mark gekostet haben soll. Die Sozialdemokraten unterbrechen mit Entrüftungsrufen. Da es dem Bizepräsidenten nicht gelingt, die Ruhe herzustellen, wird die Sigung auf eine Viertelffunde unterbrochen. In der 1 Uhr 55 Minuten beginnenden neuen Sizung bittet Lärmizenen zu unterbrechen.(!) Vizepräsident Dr. v. Kries, die Verhandlungen nicht durch neue = Abg. Kaiser( Natsoz.) wird bei Beginn feiner Ausführungen wiederum von Schluß und Pfui Rufen der Sozialdemofraten unterbrochen. Er wiederholt, daß für die Opfer der Katastrophe im Ruhrgebiet und ihre Hinterbliebenen nichts Ausreichendes geschehe. Damit könne man die Ausgaben für Eberts Begräbn's nicht in Einklang bringen. Bei Beendigung seiner Ausführungen erhoben sich bei den Sozialdemokraten erneute Proteft rufe. Abg. Dr. v. Waldthausen( Dnat.) erklärt es für unzulässig, die niedrigen Löhne für Unglüde verantwortlich zu machen. Abg. Dr. Pinkerneil( D. Bp.) bezeichnet die Beseitigung des Prämiensystems als einen auch für die Bergarbeiler verhängnispollen Schritt. Ein Vertreter des Handelsministeriums verbreitet sich über die Unfallstatistik und die Methode ihrer Aufstellung. Aus der Abnahme der Tötungen seit 1920. Statistik der Todesfälle ergibt sich unwiderleglich eine prozentuale Ein Bertrarter der Bergverwaltung gibt eine Ueberficht über die ergangenen und beabsichtigten behördlichen Sicherheitsmaßnahmen. Abg. Sobottfa( Komm.): Daß gerade Dr. Pinferneil für das Prämiensystem eintrat, ist charakteristisch. Wir fordern, daß den angestellten Beamten solche Bezüge werden, daß sie mit ihren Familien davon leben fönnen und diese Schmarogerei nicht nötig haben. Abg. Wiegershaus( Natfoz.): Die Arbeiterfreundschaft der Marristen sieht in der Praris anders aus als in der Theorie; das beweist die Behandlung, die mein Freund Kaiser hier vorhin erfahren hat. Wir werden unseren Freunden draußen von dieser Heldentat Renninis geben. Abg. Harfá)( 3.) Die Behandlung der Arbeiter läßt in der Tat zu wünschen übrig. So ist ein Mann, der früher Betriebsrat mar, wegen eines fleinen Verstoßes gegen die Arbeitsordnung fristlos entlassen worden. Noch im Sommer 1924 hat ein Bergmann, dem eine Dauerrente von der Berufsgenossenschaft zuerkannt worden war. e'ne Entschädigung für drei Monate in Höhe eines einzigen Rentenpfennigs durch die Poslanstalt ausgezahlt erhalten. Abg. Otter( Soz.) bestreitet, daß die Fraktionen der Rechten wirklich etn as Durchgreifendes für die Bergorbeiter tun wollten. Nach einer weiteren Benierfung des Abg. v. Waldihanjen unglücken dem Ausschuß für handel und Gewerbe über( Dnat.) werden fämtliche Anfragen und Anträge zu den Grubenwiesen. Das Haus genehmigte zum Schluß die Verordnung zur Aenderung des Ausführungsgefeßes zum Finanzausgleichsgefch. ( Komm.), daß am Donnerstag der kommunistische Antrag auf Bei Feststellung der nächsten Tagesordnung forbert Abg. Pied Auflösung des Landtags als erster Punkt verhandelt werde. Man treibe Verschleppungspolitit. Der Antrag wird abgelehnt; für ihn ftimmten auch die Deutschnationalen, die Nationalsozialisten und die Wirtschaftspartel. Donnerstag 12 Uhr: Entwurf über die Hinausschiebung der Wahlen zu den Provinziallandtagen und Kreistagen. Novelle zur Grundvermögenssteuer. Kommunistischer Urantrag über die Ge schäftsführung des Präsidenten. Schluß 5 Uhr 10 Minuten. Donnerstag 12. März 1925 Unterhaltung und Wissen Heimwanderer. Von Jens Lornsen. Die Fahrgäste erster und zweiter Klasse des großen Amerifafahrers waren schon ausgebotet, ich tam in Rurhaven an Bord und fuhr mit den Zwischendeckern die Elbe hinauf. Schiffbrüchige non drüben! Die andern, denen das Leben gelang, fuhren die letzte Strecke auf rasselnden Schienen. Die Rückwanderer hocken schweigend auf Risten und Kasten, und blicken mit großen seltsamen Augen über das schmale grüne Land, das auf beiden Seiten näherkriecht. Ein Alter mit buschigem grauen Haar, ein Landwirt glaube ich, steht neben mir, hält mit beiden Händen die Reeling fest und starrt vor sich in die leise mippenden grauen Wellen, als dürfe er das Ufer nicht sehen. Mitunter atmet er schmer, es flingt wie ein Stöhnen, aber seine Züge sind zufrieden, dabei entsagend und doch voll von einer aufteimenden Hoffnung. Ich sehe ihm verstohlen ins Gesicht. Das trägt die harte Schrift einer wunderlichen Trübsal, einer Zeit noll Rämpfen und Entbehrungen. Aber jetzt liegt Friede darüber, eine glückvolle Ruhe und aus den verwitterten Brauen sieht mich ein großes leuchtendes Auge an. Er wendet sich plötzlich zu mir. Hab' noch einen Bruder, Herr, der schrieb, ich sollt' wiederkommen. Konnten uns nicht vertragen, damals nor 30 Jahren, aber das wird nun wohl anders!" Er sieht mich martend an, als müßte ich ihm zuniden, dann blickt er zum erstenmal groß und versonnen über den Strom, folgt dem dunkelnden Deich und nicht dem Kirchturm zu, der nebelgrau dahinter aufragt. Die Dämmerung sinkt, das Wasser spiegelt tausend bunte gläserne Farben wider; die Möwen schießen tiefer über den Strom, dicht über die Wellen hinweg, als spielten sie und wollten sich fangen lassen. Eine verhärmte Frau steht auf und tritt dicht neben uns. Sie hat ein Kind im Arm, wiegt es und singt dazu: ,, Een lüttje Deern bin id, Fien Garn spinn id,-" Der Alte stößt mich leise an. Die kommt auch mit dem Letzten zurüd." Sie muß es gehört haben, schluchzt leise vor sich hin und wiegt doch weiter und singt dazu, bis der andere tröstend zu ihr hingeht und sie an der Hand faßt wie ein alter Bekannter:" Bird ja nun alles gut, mein Deern, nun sind mir ja wieder zu Haus!" Ein paar jüngere Leute, die drüben vergeblich Arbeit suchten, starren trotzig vor sich hin, als wollten sie zeigen, mie ungern fie miederkommen. Nur mitunter fliegen ihre Blicke ungeduldig und sehnsüchtig nach vorn, ob nicht hinter den Hügeln der erste Turm der Hanse auftaucht. Der Osten ist voll von dunkelbraunem Rauch. Wenn der Wind schmeigt, fommt ein leises Brausen, miegt sich heran mie ferne Gloden und verhallt doch, ehe die Ohren den Ton fingen. Die jungen Burschen horchen in die Dämmerung hinaus, als spräche jemand zu ihnen. Zwei Tage fahr ich, dann bin ich daheim!" sagt ein Desterreicher. Ein Hamburger brummt etwas und schiebt die Müze in den Nacken.. „ Ei ja, dann bin ich daheim!" Der Wiener springt auf und läuft erregt hin und her. Ja, ja, ja!" Der andere staunt ihm eine Weile nach und faut die Pfeife von rechts und links. Seine Züge sind zerriffen, fo jung sie sind. Da drängen sich Zwischendecker nach vorn, schreien und winken. Das Ziel tommt näher. Und Der Hamburger wartet noch, holt umständlich ein Feuerzeug aus der Tasche und steckt sich die Pfeife an. Dann sieht er ein paarmal vorsichtig um sich, steht langsam auf und schlendert nach vorn. plötzlich hat er den Desterreicher am Arm gepackt, daß der aufstöhnt, und mit tiefer Stimme drängt es sich langsam aus ihm auf: " Mensch, Mensch, nu is so wiet, nu famt mi meddet na Huus!" Beilage des Vorwärts Der deutschnationale Bär und der preußische Honigtopf. Der lacht ihm ins Gesicht wie ein Kind, all die mutwilligen Falten M und Ecken in seinem Gesicht fehlen auf einmal. Dann sieht er den andern erstaunt von unten an:„ Na, Kerl, du heulst doch nicht gar, wo du heimkommst?" " Dummes Zeug!" sagt der Hamburger, fährt mit der Hand über die Augen und starrt mit vermunderten Blicken nach vorn. Born hoch über dem dunkeln Rauch der Stadt glimmen und leuchten die Türme der Hanse, grün und golden im Abend. Feínsler Staats Krippen HONIG Sieh da, welch angenehmer Fund! Das Wasser läuft mir schon im Mund. Feinster Staats- Krippen HONIG So- weg damit! Nun steckt den Kopf Man voll Behagen in den Topf. TE feinster Staats- Krippen HONIG Das soll ein Schlecken werden, hei! Doch stört mich das Gewicht dabei. M.Engert. Feinster Staats Krippen HONIG Au, au! Die Neese geht in Splitter! Der Honig schmeckt doch etwas bitter! O. K. Die Geschlechtsbestimmung beim Menschen befruchtete i mirb, wie gefagt, nom weiblichen Körper als ein heterozygotisch( verschiedenanlagig) ift, erklärt ohne meiteres die Von Dr. A. Barladean, Hohen- Neuendorf. Anfang dieses Jahrhunderts hat ein Schüler von Metschnikoff im Bafteur- Institut in die Blutbahnen der Meerschweinchen Kanin chenblut eingesprigt. Nach 2 bis 3 solchen Einspritzungen gewann tie Blutflüssigkeit( Serum) der Meerschweinchen neue Eigenschaften, nämlich die Fähigkeit, die roten Blutkörperchen des Kaninchens auf zulösen. Das Serum wirkte ganz spezifisch, da es nur die roten Blutkörperchen von Kaninchen auflöſte, diejenigen von einem ande: ren Liere aber nicht. Wenn einem Meerschweinchen Pferde- oder Hundeblut eingespritzt wurde, so erhielt das Serum die Eigenschaft, nur die roten Blutkörperchen vom Pferde- bzw. vom Hunde auf zulösen. Damit war bewiesen, daß durch Einführung eines Fremdförpers in den Organismus spezifische Abwehrstoffe oder Anti förper gebildet werden, welche ermöglichen, die Träger dieser Fremdkörper auf einem biologischen Wege zu unterscheiden. Der berühmte Königsberger Botaniker, Prof. Carl Meß, hat diese Grundtatsache zu einer besonderen serologischen Unterjuchungsmethode ausgearbeitet, mit deren Hilfe er die verwandtschaftlichen Verhältnisse im Pflanzenreiche ermittelt hat. Impft man einem Kaninchen oder Meerschweinchen Weizenextrakt ein, fo empfinden die Versuchstiere den Impfstoff in ihren Blutbahnen als Fremdkörper; fie reagieren auf ihn, indem sie in ihrem Blut jerum Stoffe, im vorliegenden Falle spezifische Weizenantikörper bilden, die bei Vermischung mit Weizeneṛtraft, das zum Impfen benugt morden war, einen Niederschlag geben. Dieser Niederschlag Frmmt nicht zustande, wenn das Serum etwa mit Roggen oder Cibsenertraft vermengt wurde. Auf diesem Wege ist es Prof. Metz gelungen, die Pflanzen arten durch eine chemische Methode zu bestimmen und die rein empirisch gebaute Pflanzensystematik einer experimentell- chemischen Prüfung zu unterziehen, genau zwischen wirklicher Verwandtschaft und bloßer äußerlicher Aehnlichkeit zu unterscheiden und einen neuen, auf Experimente gegründeten Stammbaum des Pflanzenreichs eruft zu konstruieren. Im gleichen Sinne ist auch die Abderhaldensche Schwangerschaftsreaktion zu bewerten, die sich auch auf jene Grundtatsache zurückführen läßt, von der die Rede oben war. Das Ei, das durch einen Samenfaden befruchtet war, wird im weiblichen Körper als Fremdkörper empfunden, infolgedeffen werden im Organismus Abmehrstoffe( Antikörper) gebildet. Die Feststellung derselben ist eine Frage der chemischen Technik. Die Ausarbeitung dieser Technil, die unter Schwangerschaftsreaktion bekannt ist, und die Schwangerschaft im Frühstadium feststellen läßt, ist ein unvergeßliches Verdienst von Prof. Abderhalden. Die Entdeckung von Prof. 5. Sellheim und seiner Mit männliche dominiert über das weibliche); wird dagegen das Ei durch arbeiter, das Geschlecht des Kindes bereits im Mutterleibe zu er- einen Samenfaden befruchtet, der die weibliche Veranlagung in fich fcnnen, worüber hier bereits berichtet wurde, ist nur eine Verbirgt, so ist ein Mädchen im Werden Die Annahme, daß das eine feinerung der Abderhaldenschen Technik: das durch Samenfäden Geschlecht immer homozygotisch( gleichanlagig), das andere dagegen Fremdkörper empfunden. Nun aber fann dieser Fremdkörper eine Tatsache, daß bei jeder Fortpflanzung ungefähr zu gleichen Teilen meibliche oder männliche Frucht sein: ist ein Mädchen im Werden, Knaben und Mädchen entstehen. Will man das Geschlechtsverhält so werden in den Blutbahnen der Mutter bestimmte Stoffe gebildet: nis willkürlich verändern, d. h. das Geschlecht eines zu zeugenden ist es dagegen ein Knabe, so wird der mütterliche Organismus auf Kindes beeinflussen, so muß man Mittel und Wege finden, um nach diesen Fremdförper ganz anders reagieren, infolgedessen werden Belieben entweder die Samenfäden mit männlicher Beranlagung die gebildeten Abwehrstoffe von ganz anderer chemischer Zusammen- zu unterdrücken, wenn ein Mädchen erwünscht ist, oder diejenigen fegung sein. Für diesen Unterschied wird die männliche Keimdrüse mit weiblicher Veranlagung, wenn auf einen Knaben mehr Weri verartwortlich gemacht, die von dem Frauenorganismus als etwas gelegt wird. Beim Menschen läßt sich nur auf diese Art eine Mög Ungewohntes empfunden wird. Die im Mutterblut gebildeten Stoffe lichkeit finden, um das Geschlechtsverhältnis zu verschieben. Daß werden im Reagensglas durch den Abbau von männlicher Keim- das im Bereiche der Möglichkeit liegt, ist einwandfrei erwiesen: es drüsensubstanz fenntlich gemacht. Fällt die Reaktion pofitio aus, ist bereits festgestellt, daß bei Säugetieren 3. B. die beiderlei Samenist ein Knabe im Werden, wenn negativ ein Mädchen. fäden ungleich widerstandsfähig gegen Gifte find. Nur nach Entdeckung eines solchen Giftes oder eines anderen Stoffes wird es dem Menschen möglich, das Geschlecht seiner Nachlichem Berte zu erzeugen. Die Methode ist bereits angegeben, der Erfolg wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Das wird aber ein anderer Erfolg sein, als derjenige von Sellheim und feiner Mitarbeiter, die nur das Geschlecht feststellten, aber nicht imitan sind, das Geschlecht zu ändern oder wunschgemäß zu erzeugen. Diese Entdeckung, die rein wissenschaftlich von größter Bedeutung ist, wird so aufgefaßt, daß die uralte Frage einer jeden werdenden Mutter Knabe oder Mädchen" endgültig gelöst ist. Eine solche Aufkommenschaft oder seiner Tiere nach seinem Wunsch oder wirtschaftfassung ist grundsäßlich falsch: durch Sellheims Methode fann nur festgestellt werden, was schon vorhanden ist, allerdings bereits fieben Monate vor der Geburt; fie ermöglicht aber nicht, das Geschlecht nach unserem Wunsch gestalten zu lassen: wird z. B. ein neues Wesen vom männlichen bzw. vom weiblichen Geschlecht erwünscht, fo find wir, wie früher, nicht imstande, dasselbe nach unserem Wunsch zu erhalten. Nur das ist bevölkerungspolitisch und wirischaftlich in Anwendung auf die Tierzucht von Bedeutung, was öfters von grozem Werte ist: nur Weibchen oder nur Männchen zu erhalten. Die Lösung der Frage in einer solchen Richtung liegt auf einem ganz anderen Gebiet, das hier in einigen Umrissen an gedeutet werden kann. Das Geschlecht wird für jedes einzelne Individuum Pflanze, Tier und Mensch- im Augenblick der Befruchtung bestimmt. Es wird dafür ein Mechanismus verantwortlich gemacht, der in folgen der Weise wirkt. In den Keimzellen eines jeden Individuums ist ein Paar von Anlagen vorhanden: eine männchenbestimmende und eine weibchenbestimmende, von denen die eine die Ausbildung der männlichen, die andere der weiblichen Eigenschaften ermöglicht. Kommen zwei Keimzellen mit Weibchenbestimmern bei der Befruch tung zusammen, entsteht ein Weibchen. Bereinigen fich eine männ chenbestimmende und eine weibchenbestimmende Keimzelle, entsteht ein Männchen, da das erstere dominiert. Die Vereinigung erfolgt durch Zufall, beide Möglichkeiten sind gleich oft vorhanden, so daß Männchen und Weibchen in gleicher Bahl gebildet werden. Beim Menschen sind alle Eizellen geschlechtlich gleich veranlagt, die Samenfäden dagegen nicht: eine Hälfte überträgt die Beron lagung für männliche, die andere die Veranlagung für weibliche. Wird das Ei von einem Samenfaden befruchtet, der der Träger der männlichen Beranlagung ist, so tommt ein Knabe zustande( das Was ist eine Kilowattstunde? Do die Hausfrau, die ihre elektrische Monatsrechnung" prüft, sich eine Vorstellung davon macht, was denn eigentlich die dort angeführte Kilowattstunde“ für eine Größe sei? Eine Kilowattstunde, abgekürzt kWh, ist dieEinheit der Arbeitsleistung in der Elektrizitai. Die kWh ist ungefähr gleichwertig mit dem wirtschaftlichen Wert esnes Kilogramms guter Kohle. Stellen wir uns eine mit Kohle geheizte Dampfmaschine vor, die ihrerseits eine Dynamomaschine treibt, aus melcher der elektrische Strom bezogen wird. Dann kann man für jedes Kilo Kohle, das man der Dampfmaschine zuführt, ungefähr eine elektrische kWh erwarten. Ein Kilogramm Kohle fostet in bester Qualität 4 Pf. Rechnet man für den Betrieb und die Abschreibung der Maschinen usw. 20 Pf. sowie einen Gewinn von 1 Bf. pro kWh hinzu, so sollte die kWh etwa 25 Pi. tosten. Leider ist sie viel teurer, nur einige Orte Bayerns find ir der glücklichen Lage, zu gewissen Tageszeiten billige Elektrizität bekommen zu können. Die meisten Kilowattstundenpreise liegen höher. Die„ bayerische Elektrizität" ist allerdings aus Wasserkraft gewonnen. Die Anlagen dafür find ebenfalls ziemlich teuer; immerhin ist der Herstellungs. preis vor dem Weltkrieg pro Kilowattstunde nicht höher als auf 2 bis 6 Pf. gekommen. Heute kann man mit 4 bis 10 Bf.( Selbft. fosten) rechnen, je nachdem, wie umständlich die Anlage der Wasserfraftwerke ist. Dixin Henkel's Seifenpulver Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus Tägi. 8 Uhr 7 Uhr: Zauberflöte Der große Erfolg Opernhaus am Königsplatz 7: Troubadour Schauspielhaus 72: Wallenst, Tod Schiller Theater 7: Von morgens bis mitternachts Volksbühne 7: Schneid.Wibbel Mrs. Dot Adele Sandrock Olga Limburg Kleines Th. Tågl. 8 Uhr: Die Großfursfin Deutsch. Theater und der Zimmerkellner D.Kamellendame Leopold. 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