Nr. 122 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 62 Bezugsvrets: Böchentlich 70 Bfennig, monaffich Reichsmart Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen. Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit Gieb. lung und Kleingarten sowie ber Beilage Unterhaltung und Wiffen" und Frauenbeilage Frauenstimme" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreite: Die einipaltige Nonpareille. geile 70 Pfennig. Reflamezeile 4, Reichsmart.„ Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 20 Pfennig ( zuläffa zwei fettaedruckte Worte), fedes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengesuche das erite Wort 10 Bfennia. jedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Bud ftaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Blennig. 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Wie einst in der Kapp- Regierung hatten die Macher dieses Ausschusses einen Mann, den sie selbst für keinen wirklichen Mann hielten, und wie einst die Kapp- Regierung suchten sie Nachdem die Demokraten befchloffen hatten, der Kandidatur| dieser Vermischung der Präsidentschaftskandidatenfrage mit| gierung maßte er sich an, den fünftigen Repräsentanten des Gehler zuzustimmen und im Zentrum bereits eine Mehrheit den politischen Plänen der Bürgerblodanhänger tritt der für diese kandidatur zu bestehen schien, fam es gestern abend im starte Mangel der Rechtsparteien an VerLoebell- Ausschuß zu einem eru sten konflikt. Den antwortungsgefühl gegenüber dem Staat und gegen äußeren Anlaß dazu gab eine Forderung des Zentrums auf eine über der Person des fünftigen Reichspräsidenten zutage. Stunde Bedenkzeit. Die schroffe Ablehnung der In der Art und Weise aber, wie die Rechtsparteien unter Benutzung des Loebell- Ausschusses dies politische Manöver durchgeführt haben, zeigt sich ihre pollendete poli. tische Unfähigkeit. stellen. Forderung veranlaßte Zentrum und Demokraten, den Loebell. Ausschuß zu verlassen. Der Ausschuß war damit geSprengt. Der Rest beschloß nunmehr, Dr. Jarres aufzustellen. Unmittelbar darauf beschloß der Parteiausschuß des Zentrums Nun hat sich der Ausschuß des Sammlers Loebell einstimmig, als Präsidentschaftskandidaten des Zen- glüdlich auseinandergesammelt. Wenn Lächer frams den preußischen Ministerpräsidenten Dr. Marg aufzulichkeit politisch töten würde, so wären die Männer und Bar Die Demokraten beschlossen die Aufstellung von Dr. Hell. teien der Rechten, die in diesem Ausschuß den Ton angegeben haben, heute politisch mausetot. Ihre Berhandlungen vom Mittwoch waren schon bunt und lächerlich genug, und doch Die Wirtschaftspartei hat sich der kandidatur des Loebell- nichts im Vergleich zu dem, was sie gestern geleistet haben. Die trodene und nüchterne Aufzählung des Ganges der Berhandlungen vom Donnerstag ist für jeden politisch Dentenden die Quelle eines unauslöfchlichen Gelächters. Wir erzählen den Gang der Verhandlungen nach den Berichten, die die Beteiligten felbst darüber ausgegeben haben: pach. Ausschusses wieder angeschlossen. Der Vertreter der Bayerischen Boltspartei ist ab gereift. Man spricht von einer Kandidatur eight Die Sozialdemokratie wird im Präsidentschaftswahltampf getragen von dem festen Willen zur Republic. Sie will dem Deutschen Reiche einen Präsidenten geben, der ein würdiger Repräsentant des deutschen Volkes ift. Sie hat Otto Braun als Präsidentschaftskandidaten aufgestellt. Otto Braun ist der bewährte Staatsmann, dessen ruhiges Abwägen der staatlichen Notwendigkeiten, deffen unbefangener Blick für die Interessen des ganzen Boltes, dessen Pflichttreue und hingebende Tätigkeit für die wahren Interessen des Staates bis weit in bürgerliche Kreise hinein noch bis in die letzten Tage gerühmt worden ist. Die Sozialdemokratie war nicht nur bemüht, dem Bolte als Präsidentschaftskandidaten eine würdige Persönlichkeit mit dem Formate eines großen Staatsmánnes zu präsentieren. Sie hat Wert darauf gelegt, die Aufstellung und Nominierung ihres Kandidaten in würdigen For men zu vollziehen. Ihre Beratungen haben sich weder in jenen tumultuösen, reklamehaften und im Grunde genommen wenig würdigen Formen vollzogen, wie sie bei der Nominie rung amerikanischer Präsidentschaftskandidaten üblich find, noch in jenen Formen, die wir bei den Verhandlungen der bürgerlichen Parteien in Deutschland, die im Loebell- Ausschuß zusammenliefen, in den letzten Tagen erlebt haben. Die Haltung der Sozialdemokratie war getragen von Verant wortungsgefühl gegenüber der Autorität des fünftigen Präsidenten. Denn für das Anfehen des fünftigen Präsidenten der Deutschen Republik ist nicht nur maßgebend die Macht seiner Persönlichkeit, und nicht nur die Anzahl der Stimmen, die er bei der Wahl auf fich vereint. Die Formen, in denen seine Nominierung sich voll zogen hat, und die Art, wie der Wahlkampf für ihn geführt worden ist, müssen notwendig auf sein Ansehen im Inland wie im Ausland zurückwirken. Was das leßtere anbetrifft, so ist jeder Kandidat, der auf die Stimmen der Rechts parteien zählt, von vornherein in einer ungünstigen Si tuation. Wer es auch immer sei: er ist belastet mit der Tatfache, daß die Rechtsparteien noch vor dem Tode des ersten Bräsidenten den Wahlkampf vorbereitet hatten in einer Weise, die nicht anders denn unwürdig und schmach voll be zeichnet werden kann. Und zum ersten: Wenn es auch dem Sammlungsausschuß um Herrn v. Loebell gelungen wäre, am Ende doch einen gemeinsamen Kandidaten aller bürgerlichen Parteien aufzustellen, so wäre diese Kandidatur von vornherein diskreditiert gewesen durch die Verhandlungen, die von diesem Ausschuß hinter seinen Kulissen und um ihn herum in den letzten Tagen geführt worden sind. Dieser Sammlungsversuch des Ausschusses unter dem Borsiz des Herrn p. Loebell war nicht nur un ehrlich, nicht mur un mürdig, er war fläglich und lächerlich. Die Demokraten hatten sich gegen 15 Stimmen für die kandidatur Geßlers entschieden. Der offizielle Beschluß des Reichsparteiausschusses des Zentrums stand noch aus. Es ließ sich jedoch schon absehen, daß er in furzer Frift fallen würde. Gegen 5 Uhr nachmittags bat deshalb das Bentrum den Loebell- Ausschuß, der zu seiner entscheidenden Sigung zusammentreten wollte, um eine Stunde Bedenkzeit. Inzwischen hatte sich bei der Deutschen Bolkspartei die Stimmung sehr start gegen Geßler ge wandt. Man wollte sich nicht an die Wand drücken und Herrn Jarres nicht so schnöde in der Versenkung verschwinden lassen. Man hatte deshalb den Beschluß gefaßt, auf der Kandi da tur Jarres zu bestehen. Den De utfch nationalen war inzwischen bei ihrem Wohlwollen für die Kandidatur Geßler sehr flau geworden. Man sagt, es hätten sich schrift liche und telegraphische Vorzeichen einer Rebellion ihrer Anhänger im Lande bemerkbar gemacht. darum nach einem wirklichen Mann aus einem anderen Lager. Es ist ja bekannt, daß die Kapp- Regierung seinerzeit die Leute, die sie krampfhaft suchte, dort genommen hätte, wo sie sie hätte haben können, gleichgültig, ob Deutschnational oder Sozialdemokrat, ob, Demokrat oder Zentrumsmann, ob Jude oder Antisemit. Wie einst die Kapp- Regierung wollte der famose Loebell- Ausschuß sein politisches Geschäft mit jedem anderen machen, nur nicht mit dem, den er zuerst auf den Schild gehoben hat. Wie in der Kapp- Regierung find die Leute des Loebell- Ausschusses durcheinandergelaufen, ohne Biel, ohne Konsequenz, ohne bewußten politischen Willen. Aus den Kreisen rund um die Kapp- Regierung ist seinerzeit das Wort gefallen, daß es dort zugegangen sei wie in einer Judenschule. Die Herren des Loebell- Ausschusses, die sich ähnlich benommen haben, haben nicht beachtet, daß, wenn man einen Bapst wählen will, man ein Kontlave veranstalten muß und nicht eine Judenschule. stalten muß und nicht eine Juden schule. Am 29. März wird das deutsche Bolf zwischen mindestens fünf Präsidentschaftskandidaten zu wählen haben. Unter diesen Kandidaten steht Otto Braun, der Kandidat der Sozialdemokratie, weit voran. Seine politische Vergangenheit, fein der Zeit seiner preußischen Ministerpräsidentschaft gezeigt hat, Berantwortungsgefühl und feine Staatsgefinnung, die er in fprechen für ihn. Mit Stolz blickt die Sozialdemokratie zurüd auf die Amtstätigkeit Friedrich Eberts, des ersten Präsidenten der Republik. Für den ersten Bräsidenten der Republik, der aus der deutschen Sozialdemokratie hervorgegangen ist, zeugen laut alle Republikaner in Deutschland. Otto Braun ist der würdige Nachfolger Friedrich Eberts. Für ihn wirbt deshalb die Sozialdemokratie nicht nur in den eigenen Reihen, sondern im ganzen Volke.. Beim Zusammentritt des Loebell- Ausschusses waren beide Parteien über die Forderung des Zentrums nach einer Das Scheitern der Sammelkandidatur Geßler Stunde Bedenkzeit sehr ungehalten. Sie verlangten in ziem lich schroffer Weise eine sofortige Erklärung des Bentrums, ob ja oder nein. Die Zentrumsabgesandten bestanden auf ihrer Forderung. Für sie setzten sich die Bertreter der Demokraten, der Bayerischen Boltspartei und der Wirtschaftspartei ein. Aus dieser Differenz ergab sich eine einzig dastehende Disfuffion. Man diskutierte über die Frage, ob dem Zentrum eine Stunde, d. h. 60 minuten Bedentzeit gewährt werden sollten. Diese Distusfion dauerte genau 38 minuten, nach der Uhr gezählt. Es fehlten nur noch 22 Minuten, bis die geforderte Stunde herum war. Um das Maß der Lächerlichkeit voll zu machen, war inzwischen bekannt geworden, daß der Reichsparteivorst and des 3entrums fich bereits mit 18 gegen 6 Stimmen für eine Kandidatur Geßler er lärt habe. Aber nach 38 Minuten Diskussion beschloß der Loebell- Ausschuß, die Forderung des Zentrums auf 60 Mi nuten Bedentzeit abzu weifen. Die Zentrumsvertreter weigerten sich, sofort eine Erklärung abzugeben. Die Verhandlungen wurden darauf für abgebrochen erflärt. Die Zentrumsvertreter und die Bertreter der Demokraten verließen darauf den Saal, mit ihnen aber auch die Bertreter der Bayerischen Boltspartei und der Wirtschaftspartei. Nach diesem Ende des Loebell Ausschusses beschloß der Reichsvartetausschuß des Zentrums einstimmig, Dr. Marg als Präsidentschaftstandidaten zu nominieren. Der Rumpf- Loebell- Ausschuß nominierte Jarres. Dieser Versuch ist gescheitert. Er hat gezeigt, daß die Rechtsparteien, die den Loebell- Ausschuß als Instrument für Der Loebell- Ausschuß hat damit sein Ende gefunden. Aus ihre Versuche zum Bürgerblos geschaffen hatten, bei diesem dem Sammelausschuß ist ein Sprengungsausschuß geworden. Sammlungsversuch wahrhaftig nicht in erster Linie im Auge Es gibt in der politischen Geschichte nur eine Erscheinung, die gehabt haben, dem deutschen Bolte einen würdigen Repräs fich mit diesem Loebellichen Ausschuß messen kann, sowohl an fentanten zu geben. Sie verfolgten damit vielmehr ein poli- Großfpurigkeit des ersten Auftretens, wie an innerer Un tisches Manöver. Sie wollten die bürgerlichen Mittelparteien fähigkeit und Lächerlichkeit. Diese Erscheinung, die der in eine Situation hineinziehen. in der sie schließlich gezwungen Loebell- Ausschuß und sein Ende wieder in die Erinnerung ruft, fein würden, sich den Plänen der Bürgerblockpolitifer zu versteht den Machern dieses Ausschusses politisch sehr nahe. Es fchreiben oder die im anderen Falle zu einer politischen Dis ist die Rapp Regierung. Dieser Poebelliche Samm treditierung dieser Barteien führen sollte, von der die Rechts- lungsausschuß ist im Grunde genommen die zweite Auf parteien fich millfommenes Angriffsmaterial erhofften. In lage der Rapp Regierung. Wie einft die Rapp- Re Wir veröffentlichen im folgenden die wesentlichsten Meldungen der an den Verhandlungen über die Sammelkandidatur Geßler beteiligten Organisationen. Die Vorgänge von gestern nachmittag werden in den Parteiauseinandersetzungen der bürgerlichen Parteien wahrscheinlich eine Rolle spielen. Das Vorspiel. Bon der entscheidenden Sizung des Loebell- Ausschusses teilt die Ill. mit: Der Parteiausschuß der Deutschen Demokratischen Partei hat mit großer Mehrheit( gegen 15 Stimmen) folgende Ent schließung zur Reichspräsidenten- Kandidatur angenommen: Der Barteiausschuß bedauert, daß durch die Aufstellung einer sozialdemo fratischen Partei- Kandidatur die Möglichkeit einer republikanischen Einheitskandidatur zerstört ist. Er billigt die Haltung der Parteileitung in der Frage der Präsidentschaftskandidatur, insbesondere die Suftimmung zur Kandidatur Geßlers. Der Reichsausschuß der Deutschen Bolfspartei hat nach Wieder cufnahme der Beratungen nach der Mittagspause mit aller Stimmen bei drei Enthaltungen folgende Entschließung angenommen: Der Reichsausschuß der Deutschen Volkspartet begrüßt den Gedanken der Zusammenfassung aller bürgerlichen Barteien bei der Wahl für den Reichspräsidenten. Er hält in der Persönlichkeit des Herrn Oberbürgermeister Dr. Jarres die Vorauscinen. Er ersucht seine Vertreter, in dem unter Vorsitz des Herrn fetzungen für gegeben, alle bürgerlichen Stimmen auf sich zu verv. Loebell gebildeten Ausschuß mit aller Entschiedenheit in die fem Sinne zu wirken. Der Konflikt im Loebell- Ausschuß. Das Nachrichtenbureau des BD3. teilt mit: Im Loebell. Ausschuß fam es gestern in den späten Nachmittagsstunden zu einem Konflikt. Offizielle Mittellungen der einzelnen Parteien liegen darüber noch nicht vor, Wie wir aus parlamentarischen Kreisen erfahren, forderten die Bertreter des Zentrums unter der Führung des Abg. Fehrenbach, als die Nachmittagsverhandlungen eröffnet wurden, noch eine Stunde Bedentzeit. Bon den Bertretern der Rechten wurde aber eine fofortige Erklärung des Zentrums gefordert. Die Zentrums. Dertreter beharrten aber bei ihrem Berlangen.| daß diefer Zentrumsbeschluß in gewiffen Streffen der Deutschen Bolts Die Bertreter der Rechtsparteien zogen sich darauf zu einer internen Besprechung zurüd und fehrten nach einer halben Stunde mit der erneuten Forderung zurüd, das Zentrum möge sofort seine Stellungnahme darlegen. Als das Zentrum sich weigerte, wurden die Verhandlungen darauf für abgebrochen erklärt. Die $ Wie in der Zwischenzeit bekannt wurde, hatte der Reichs parteivorstand des Zentrums sich bereits mit 18 gegen 6 Stimmen für eine Randidatur Geßler erklärt. Bayerische Bolfspartei und die Wirtschaftliche Bereinigung sollen erflärt haben, daß sie sich von einer gemeinsamen Kandidatur zurück ziehen würden, wenn dem Zentrum die gewünschte Frist nicht gewährt würde. Jarres der Kandidat der Rechten. Bon zuständiger Stelle des 2o e bell.Ausschusses wird mitgeteilt: Der unter Borfiz des Staatsministers v. 2o e bell beratende Ausschuß für die Reichspräsidentenwahl, in dem die Deutschnationalen, die Deutsche Boltspartei, die Bayerische Bolkspartei und die Wirtschaftspartei sowie die in Betracht tommenden bürgerlichen Organisationen vertreten find, hat heute abend nochmals mit den Vertretern des Sentrums und der Deutschen Demotra. tifchen Bartet über eine gemeinsame Randidatur aller bürgerlichen Parteien und Organisationen verhandelt. Von der Zentrumspartel war für diese Sigung eine bestimmte Erklärung über die Teilnahme an einer gemeinsamen bürgerlichen Kandidatur in Aussicht gestellt. Diese Erklärung wurde auch in dieser Sitzung nicht abgegeben, obwohl die Berhandlungen des Ausschusses bereits niermal verta gt waren, und zwar lediglich, um dem Zentrum verstärft. Auch die Bertreter der Wirtschaftspartel haben fidy ausdrücklich in den weiteren Verhandlungen dieser Kandidatur angefchloffen rou Die Bayerische Boltspartei, deren Vertreter wegen einer dringenden Reise nach München am Abschluß der Berhandlungen sich nicht mehr beteiligen fonnte, wird umgehend um Stellungnahme erfucht werden. Die in Betracht fommenden bürgerlichen Organisationen unterstüßen gleichfalls die Kandidatur Jarres. partei große Unruhe hervorgerufen hat. Entscheidend für den Beschluß des Zentrums war ferner die Tatsache, daß der sogenannte Coebell- Ausschuß, ohne die Entscheldung des Reichsausschusses der Zentrumspartei über die kandidatenfrage abzuwarten, Jarres als Kandidaten für die Reichspräsidentschaft nominiert hat. Hellpach der Kandidat der Demokraten. Die Deutsche Demokratische Partei teilt fpät nachts mit: Nachdem die Einheitskandidatur Geßlers an den fattischen Manövern der Deutschnationalen und der Deutichen Boltspartei gefcheitert war, haben sich Borstand und Parteiausschuß der Deutschen Demokratischen Partei mit übermältigender Mehrheit für die Aufstellung einer eigenen demo. trafisch en kandidatur entschieden. Der Parteivorftand bot dem Reichswehrminister Geßler die Kandidatur an, Dr. Geßler lehnte aber mit Gründen, die die Partei anerkannte, die Sandidatur ab. Borstand und Parteiausschuß der Deutschen Demokratischen Partei beschlossen darauf einstimmig, den badischen Staatspräsidenten Prof. Dr. Willi Hellpach zum demokratischen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl zu proflamieren. Der Beschluß wurde vom Parteivorstand und Ausschuß mit großem Beifall aufgenommen. Vor der Entscheidung. Kampf oder Recht in der Reichsbahn. | rat der Reichsbahn fizen und fich für ihr Ehrenamt außer den Sigungsgeldern noch eine Jahrespauschale von 24 000 m. bewilligt haben, verordnen die Verwaltungsjuristen vom grünen Tisch Bestimmungen, die sich in der Pragis verhängnis voll auswirken. Die Herren Verwaltungsjuristen in der Hauptverwaltung der Reichsbahn, die der Kontrolle des Reichstages entrückt sind und nur noch der Kontrolle ber Schwerindustrie unterstehen, glauben den Eisenbahnern alles zumuten zu dürfen. Die Frage steht aber so, ob das Wirtschaftsleben des Deutschen Reichs es ertragen tann, daß die Eisenbahner um der Selbstherrlichkeit der Hauptverwaltung der Reichsbahn willen zum Streit getrieben werden. Daß es zu einem der schwersten Kämpfe, dem das deutsche Wirtschaftsleben je ausgefegt war, fommen muß, wenn den so bescheidenen Forderungen der Eisenbahner nicht Rechnung getragen wird, darüber dürfte heute fein 3weifel mehr bestehen. Die Hauptverwaltung der Reichsbahn will es darauf ankommen lassen. Von der Entscheidung des Schlichtungsausschusses und der Haltung des Reichsarbeitsministers wird es abhängen, ob es zu diesem Kampf fommen wird. In später Nachtstunde feilt die Telegraphen- Union mit, daß gegen den Streit in Spandau Technische Nothilfe eingesetzt worden sei. Beamter! Die„ verschobene" Wahrheit. Das„ Deutsche Tageblatt" Reinhard Wulles führt seinen„ poli, Auch die Einigungsverhandlungen, die gestern im ReichsZeit für ſeine Entscheidung zu lassen. Durch die Berzögerung arbeitsministerium stattfanden, sind, wie wir bereits gemeldettischen Kampf" auf echt völkische Ari. Es bewirft in jeder Nummer der Berhandlungen wurden fachliche Schwierig haben, an der Haltung der Hauptverwaltung der Reichsbahn besonders sozialdemokratische Politiker mit Dred. Eine Refordleistung solcher Kampfesweise set hier niedriger gehängt. feiten, die inzwischen für eine gemeinsame Kandidatur Geßler in gescheitert. Die Hauptverwaltung der Reichsbahn versteift leistung solcher Stampfesweise sei hier niedriger gehängt. In seiner Nummer vom 12. März leistet es sich unter der Uebermeiten Kreisen mehrerer bürgerlicher Parteien aufgetreten waren, sich auf die 2 blehnung einer allgemeinen erschrift 3entrum und Marxismus" eine faft unglaubliche Fäl fürzung der Arbeitszeit und einer allgemei. Der Ausschuß hat dann, nachdem die Bertreter des 3ennen Lohnzulage. Sie behauptet, daß jeder Pfennig Ichung. Es behauptet, daß schon vor sechs Jahren der Name Severings in besonders unerfreulichem Zusam frums und der Deutschen Demokratischen Partei auf Lohnzulage eine monatliche Mehrausgabe von einer Million menhang" mit einer ricfengroßen Schuhschiebung eine weitere Teilnahme an den Beratungen verzichtet ausmachen würde. hatten, an der schon am Sonnabend einstimmig befchloffenen HandiDie Richtigkeit dieser Ziffern vorausgefeßt, muß unter- auftauchte, daß eine kleine Anfrage" des Zentrums in der Natio= datur Jarres festgehalten. Oberbürgermeister Dr. Jarres hat strichen werden, daß bei einem Milli ar ben budget eine die Reichsregierung die Frage gerichtet hätte, was man zu tun Milliardenbudget halversammlung vom Dezember 1919 daran Anstoß nahm und an die& andidatur endgültig angenommen. derartige Summe nicht ins Gewicht fallen tann. Dieselbe Berwaltung, die sich außerstande erflärt, eine Erhöhung der gedente, um derartige Vorgänge zu verhindern? Das„ Deutsche Tageblatt gibt sogar die Anfrage anscheinend wörtlich wieder, Löhne von 40 Millionen jährlich vorzunehmen, hat jedoch so daß dadurch Severing unzuläffiges Eingreifen als für Zulagen der leitenden Beamten und für die foges Reichsbevollmächtigter zugunsten der beanstandeten Aus, nannte Korruptionszulage bereits über 50 Millio fuhr eines großen Postens Schuhe porgeworfen wurde. Diesen nen ausgegeben. Wenn man an höhere Beamte 3u mann, so zetert das Bulle- Blatt, deffen ungeeignetheit damals das lagen verteilt, die weit hinausgehen über die Dienstzulagen Bentrum selbst erkannt habe, halte es heute für fähig und geeignet eines Reichsministers, wenn man die etatsmäßig zu zum höchsten Verwaltungsbeamten und Borgesetzten zahlreicher streichenden Wohnungsgelder der höheren Beamten, die eine Dienstwohnung haben, bestimmungswidrig zur Auszahlung Man liest diesen Artikel, stuzzt und besinnt sich: Severing bringt, dann ist man gewiß nicht berechtigt, zu behaupten, 1919 Reichsbevollmächtigter für Ein- und Ausfuhrbewilligung!? daß die Reichsbahn nicht in der Lage ist, die unzureichenden Das ist doch ganz ausgefchloffen! Schnell und mühelos werden die Löhne der Eisenbahner um einige Pfennige zu erhöhen. Drudfachen der Nationalversammlung des Dezem Im übrigen stimmt die Rechnung der Hauptverwaltung ber 1919 herausgesucht. Was ergibt sich mun? der Reichsbahn nicht. Die Eisenbahnerorganisationen fordern ber 1919 herausgesucht. Was ergibt sich nun? Allerdings fragten in dieser Drucksache Nr. 1818 einige Bennicht nur die notwendige Erhöhung der im wahrsten Sinne trumsabgeordnete nach dem Sachverhalt der Ausfuhr eines großen des Wortes Hungerlöhne der Eisenbahner, sondern auch die Boftens Schuhe- aber der Name Severing tommt überhaupt nicht Angleichung der Arbeitszeit an die Arbeitszeit in der Privat- barin vor, sondern es wird der Name des damaligen Reichsbevoll industrie, d. h. die Wiederherstellung des Achtstundentages, mächtigten Görrig genannt. die Wieberherstellung der gefeglichen Be ftimmungen über die Arbeitszeit. Da es sich bei den gegenwärtig umstrittenen Löhnen der Eisenbahner um Stundenlöhne handelt, würde eine entsprechende Erhöhung der Löhne feineswegs zu einer Mehrausgabe führen, die irgendwie ins Gewicht fallen tönnte, bot ausgefeßt, bie Arbeitszeit wird entsprechenb perfürzt Der ganze Konflikt würde bei einer anderen Einstellung Reichsbahnverwaltung überhaupt nie entstanden sein. Es gibt feinen praktisch tätigen Technifer in der Reichsbahn, der Sunjaffen geftorben. Aus Shanghai wird jetzt offiziell be. behauptet, daß das jetzt übliche Syftem der verlängerten Arftätigt, daß der Präsident der südchinesischen Republit Sunjatsen beitszeit und der verkürzten Löhne produktionsfördernd ist. an Magenkrebs gestorben ist. Ueber seinen Nachfolger ist noch Getrieben von den Schwerindustriellen, die im Verwaltungs- teine Entscheidung getroffen. Die Darstellung des Zentrums. Wie die Eca. erfährt, ist in ber Frage der Einheitskandidatur für die Reichspräsidentschaft eine entscheibende Bendung dadurch eingetreten, daß der Reichsparteiausschuß des Zentrums heute in den späten Nachmittagsstunden Dr. Marg als Kan didaten für die Reichspräsidentschaft aufgestellt hat. Damit ist die Einheitstandidatur Geßler erledigt. Der Beschluß des Zentrums ist legten Endes auf die bereits befannie Entfchließung des Reichsausschusses der Deutschen Volkspartei zur Bräsidentschaftsfrage zurückzuführen. Der Reichsausschuß des Sentrums fam nämlich zu der Ansicht, daß die Formulierung der volkspartei lichen Entschließung nicht flar sei. Infolgedessen forderte der Sentrumsabgeordnete Fehrenbach von der Deutschen Boltspartei eine Stärung der fraglichen Stelle. Dieser Forderung auf Klärung schlossen sich die Bayerische Boltspartei, die Demo traten und die Wirtschaftspartei an. Die Deutsche Bolts partei gab zur Antwort, daß nach ihrer Auffaffung alles tlar fet, erbat sich dennoch aber eine furze Bedent frist, nach beren Ablauf jedoch ebenfalls feine befriedigende Auskunft gegeben werden konnte. Infolgedessen kam der Reichsausschuß der Zentrums partei zu dem bereits eingangs erwähnten Beschluß. Es scheint, Das Volkstheater Romain Rollands. Bon Richard Rainer. der 0 Bolkes) hat Romain Rolland nachmals eine historische und ästhetische Einführung in das Wesen des Volkstheaters gegeben. Seine Pläne zerschlugen sich, weil es nicht im Bereich der sozialen Funktion des Dichters lag, der Idee den Körper zu geben, und weil sich in Frank. teich, anders als bei uns, bisher feiner fand, der das zähe Wert der Organisation durchführte. Die soziologischen Ursachen dieses geringen Widerhalls hat der Dichter mit scharfem Blid erkannt und in dem gleichwohl nicht völlig refignierenden Vorwort zur Neuauflage des Buches von 1913 niedergelegt: Die Boltsbühnenbewegung, die sich zum fulturellen Ziel gesetzt hat, das Kunsterlebnis aus seiner Bereinsamung zu befreien und wieder zum Gemeinschaftserlebnis zu erheben, darf zu den Baten ihrer Idee die gewaltige ethische und fünstlerische Persönlichkeit Romain Rollands zählen. Jenes Rolland, der gesegnet mit aller Leidenschaftlichkeit der französischen Boltsfeele, die Zuftröme der germanischen und flawischen Seelenwelt empfing- seine Lebensments der Pariser Genußwelt eine männliche und starte Runft ent bilder eines Beethoven und Tolstoi sind Zeugen dieser Empfäng und der. aus der Synthese dieser Wesenheiten den großen Bildungsroman Johann Christoff" schuf. Der Franzose Rolland darf diesen zum plastischen Zeitbild und endlich zur umfassen den Kulturkritik erweiterten Roman mit vollem Bedacht im Fach der Weltliteratur Wilhelm Meister zur Seite reihen. nis Unsere Bühnen vermitteln uns jene von bluthaft fleischgewor. denen Ideen bewegten Dramen aus der franzöfifchen Revolution: die„ Wölfe" und den" Danton". Sie sollten Quadern zu einem monumentalen Dramenblock sein, der die Ilias des französischen Boltes" darstellen sollte. Für ein Volkstheater waren sie geschrieben. Am Ende desselben neunziger Jahrzehnts, zu deffen Beginn die junge deutsche Dichtung und die junge deutsche Arbeiterbewegung in brausenden Attorden zusammenflangen, als das Dichterdeutsch land seine Germinalzeit hatte, aus deren Saat auch die Berliner Freie Bühne hervorging, erlebte Paris an einer Elite der geiftigen Jugend ein Gleiches. Rolland war unter ihr, und er entwarf in threm Auftrage einen Aufruf zu einem internationalen Rongres für Bolkstheater in Paris, deren prachtvolle Sätze die künstlerische Not des Theaters unserer Zeit zum pollen Ausdruck bringen. " Die Kunst ist die Beute der Selbstzucht und Anarchie. Eine fleme Anzahl hat sich aus ihr ein Vorrecht geschaffen und schließt das Bolt aus. Der zahlreichste und lebendigfte Teil des Volkes findet einen Ausdrud mehr in der Kunst. Es gibt nur noch eine Kunst für Blasterte. Zur Rettung der Kunst muß man sie den törichten Vorrechten entreißen, welche sie erstiden und muß ihr die Tore des Lebens öffnen; allen Menschen muß sie zugänglich sein. Endlich soll man dem Bolt eine Stimme geben und in jeder Nation das„ Theater für alle“ gründen, wo die Kraft aller zur Freude aller arbeitet. Wir rufen alle zu uns, die sich von der Stunft ein menschliches Ideal und vom Leben ein brüderliches Ideal machen alle diejenigen, die nicht den Traum von der Handlung, das Bahre vom Schönen, das Volf von der Elite trennen wollen. Es ist eine Frage von Leben oder Tod für Kunst und Bolt; denn wenn die Kunst sich nicht dem Bolte öffnet, ist sie ver dommt, zu verschwinden; und wenn das Bolt nicht den Weg zur Sunft findet, verliert die Menschheit ihre Bestimmung." A In einem Buche„ Le theatre du peuple"( das Theater des Unser Glaube an ein Bolkstheater, das den entnervten Raffinegegensehen sollte diefer inbrünftige Glaube ist eine der reinften und heiligsten Kräfte unserer Jugend gewesen. Nie werden wir ihn verleugnen. Doch die Erfahrung hat uns genötigt, einzusehen, daß eine Boltsfunft nicht leicht aus einem alten Boden aufblüht, dessen Boll sich allmählich durch die bürgerlichen Klassen hat erobern, von ihren Gedanken hat durchdringen lassen, und das feinen lebhafteren Bunich hat, als ihnen zu gleichen Wir fühlten dies, als wir 1903 beim Abschluß dieses Buches schrieben: Ihr wollt eine Kunft fürs Bolt? Fangt damit an, ein Bolt zu haben! Und dennoch haben mir unsere Hoffnung auf eine nahe Zukunft nicht aufgegeben, in der beides auferstehen wird." Romain Rollands Hoffnung ist unsere Hoffnung. Das große, aus dem Gemeinschaftserleben durch den Mund des Dichters geborene dramatische Gesamtkunstwert wird eine der schönsten Früchte der erstartenden Ideologie des schaffenden Boltes werden. Der Berliner Volfschor ließ am Dienstag in der Garnisontirche Händels Messias" wieder ausleben, dieses große und gewaltige Wert, in dem ein erhabener Musirgeist sich weit über die firchlichen und fonfessionellen Bindungen erhebt und in Bezirke des Lebens führt, die immer wach und stets allen Menschen verständlich bleiben werden. Hat doch auch die neuere Händel Forschung den Gedanken aufgegeben, in dem Tonschöpfer in erster Linie den gläubigen Christen zu sehen: Schäßt sie ihn doch nunmehr als den Musiter, der dies. feitiges Leben mit stärkstem Formvermögen faßte, der dieses Leben in der Oper bei weltlichen Stoffen padte und erst später, ausgehend von diesem Opernschaffen und auf derselben Linie weiterschreitend, feine Oratorien schuf. Die Wucht seiner inneren Dramatit, die äußere Theatralit viel verfchmäht, gewinnt im„ Messias" den meisten Boden. Diese wuchtige, großzügige Art war" Dr. Ernst Bander der Angelpunti für Auffassung und Wiedergabe. Er stellte salles aufs edel Große, auf gerundeten, ja stellenweise warm sinnlichen Klang ein. Das gab dem Chor Gelegenheit, des öfteren alle feine Klang. fchönheiten zu entfalten. Vielleicht hätte eine manchmal schlagträfft gere Theatrali? eine tiefere Gesamtwirtung gezeitigt. So geriet der Höhepunkt des Halleluja mehr pompös- erhaben als begeisternd- hin Albert Fischer, der in den großen Baßarien die bekannten reißend. Alle vier Solisten erwiesen fich als eine glückliche Wahl. bankbaren lufgaben meisterhaft löfte, Frau Ebel ilbes lieb: licher Sopran, Baula Weinbaum, bie im„ Er warb ver. Severing, der mit der ganzen Sache auch nich das mindeste zu tun hatte, with burch eine glatte Fälschungs einer parlamentarischen Drucksache einfach in diesen Zusammenhang hineingezerrt in der Hoffnung, daß dieses Gift der Büge bei einigen fchon seine Wirkung hun wird! Wenn der preußische Minister des Innern aber gegen die Berleumder das Gericht anruft, werden sie -freigesprochen, weil ihre Infamie angeblich zur Wahrung be rechtigter Interessen" verübt wurde! | schmäht" sichtbarlich ergriff und Herr Mansfeld als Tenorist. Gertrud Markus wirtte erfahren am Flügel und verschmolz sich nach Möglichkeit dem Blüthner- Orchester. Bon der Orgel zu sprechen, tie Otto Briebe bediente, hieße Betrachtungen über die Tude des Objekts anstellen. Die Königin der. Instrumente sollte sich doch einer größeren Reinheit befleißigen. E. 6. Ein Friedrich- Fröbelhaus in Bad Liebenstein. Zum 75. Lodestage bes großen Kinderfreundes Friedrich Fröbel wird für Bad Liebenstein, feiner legten Wirkungsstätte, die Errichtung eines Friedrich- Fröbelheims geplant, bas, wie Reg.- Rat Döpel im„ Rinbergarten" schreibt, ein neues Heim mit neuen Formen als Aus brud eines neuen geistigen Deutschlands" werden foll. Die bauliche Gestaltung wird dem Heim Walter Gropius geben, ein Ab. schiedsgeschent an Thüringen vor der Uebersiedlung des Bauhauses nach Dessau. Die Bläne zu dem Bau zeigen die Gropius eigene Art vereinfachter Form, medmäßiger Raumanlage. Das Heim foll heim, damit soll verbunden werden eine Mütterschule. Vielleicht umfassen: Kinderhort, Kindergarten, Jugendheim, Kindererholungsfoll of auch eine Kinderpflegerinnenschule im Anschluß an die Mädchenberufsschule angegliedert werden. 99 wiederum zum Schuße ihres früheren Privilegs für den Professor" Wer foll Profeffor heißen? Die deutschen Hochschullehrer machen mobil. Diese Bezeichnung, bis 1918 fo vielseitig verliehen, schien durch die damals erfolgte Abschaffung der Titel, die keine Amtsbezeichnung sind, hinreichend geschüßt; aber die letzten Jahre haben allerhand Wandel gebracht. Eine Entschließung des Darmstädter Hochschultages betont einmal, daß die Bezeichnung Professor tein Libel, fondern eine Amtsbezeichnung für bewährte Hochschullehrer ist; fie tönne nicht gleichzeitig anderen Berufen als Titel gewährt werden. Gegen die Verleihung der Dienstbezeichnung Professor an die Beamten von Forschungsanstalten, deren Hauptaufgabe die wissenschaftliche Forschung ist, hat der Hochschulverband nichts einzuwenden. Die Generalversammlung des Deuffchen Opernhauses, die auf geftern einberufen war, wurde nicht verhandlungsfähig und soll zum 5. April aufs neue einberufen werden. Der Berliner Herzfedhor und-orchester führt unter Leitung von Dr. Kurt Singer und unter Mitwirkung von Mariquita Seden, Julia- Lotte Stern, Gerhard Pechner und Eia Bidop in seinem Konzert am Dienstag im Saale der Hochschule für Mufit folgendes Programm auf: Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G- dur; Bach: Kantate Nr. 79; Mendelssohn: Die erste Walpurgisnacht. Gemälde des ungarischen Konffrulliviffen Moholy- Nagy und des un garischen Expreffioniſten Hugo Scheiber werden auf der März Ausstellung des Sturm". Potsdamer Str. 134 a, gezeigt. Die Ausstellung ist täglich von 10-6, Sonntags von 11-2 Uhr geöffnet, Offerino Respighis Oper Belfagor erzielte bei ihrer deutschen Urauf führung im Hamburger Staatstheater einen vollen Erfolg. Das ägyptische Grab, das in Bizeb neu entdedt wurde, ist nach Ansicht von Dr. Hall, dem Direttor der ägyptischen Abteilung im Briti chen Museum, bat. Sollte sich erweisen lassen, baß die in dem Grab aufgefundene Mumie das Grab des Königs Senofru, der 1500 Jahre vor Tutankhamen regiert die baisamierte Leiche bes Stönigs Senofru sei und nicht nur bie eines Soibeamten, fo würde die neue Entbedung von weit größerer Bedeutung fein als bie Ausfindung des Zutankhamen- Grabes. Nie wieöer Krieg! Das Pazifistenprogramm der Regierung Stresemann-Schiele. � Der Außenminister über das deutsche Sicherheitsangebot und den Eintritt in den Völkerbund. Außenminister Dr. S t r e s e m o nn läßt die Rede, die er in der vertraulichen Sitzung des Auswärtigen Ausschusies über das deutsche Sicherheitsan�ebot gehalten hat. plötzlich,„einer Bitte der„Kölnischen Zeitung" folgend", durch 22TB verbreiten: Er verwahrte sich zunächst gegen den Vorwurf, daß er die deutsche Oefsentlichkeit zu spät über die deutschen Borschläge unter, richtet habe. Vertraulichkeit sei von allen Beteiligten als im Interebe des Erfolges liegend vereinbart worden. Dann sei der Schleier französischerseits zuerst etwas gelüftet worden. Zur Sache selbst führte er u. a. aus: Die E n t st e h u n g der deutschen Initiative reicht bereits mehrere Illonale zurück. Schon Ende Dezember und Anfang hanuar Hab« ich, da die Sicher- heitsfrage in der Luft lag, darüber wiederholt mit hiesigen Diplo. waten gesprochen. Dasselbe ist namentlich seitens des Staatssekretärs v. Schubert geschehen. Wir haben dabei allerhand Möglichkeiten erörtert. Wir standen vor der Nichträu- mung der nördlichen Rheinlandzone. Trotz aller unserer dringen- den Ersuchen find uns die Gründe für diese Nichträumung bis heute nicht substantiiert mitgeteilt worden. Das Jnvestigationsprotokoll des Völkerbunde« über die Durch- führung der Militärkontrolle und die sich daran knüpfenden Aeuhe- rungen namhafter französischer Politiker ließen das Bestreben er- kennen, die Frage der französischen Sicherheit durch Sondcrbelastungen des Rheinlandes zu lösen, die nach unserer An- ficht gegen den Versailler Vertrag verstoßen und nur aus der krankhaften Einbildung Frankreichs zu verstehen sind, daß Frankreich durch uns bedroht fei. Dabei spielte wohl die Tat- fache eine Rolle, daß die Möglichkeit der Annahme de. Genfer Protokolls in immer weitere Ferne rückte, und daß man sich in Frankreich deshalb nach anderen SicherheitsgaraMien umsah, die auf Kosten der Freiheit des Rheinlandes geschaffen werden soll- ten. Gleichzeitig mußten wir mit einer Möglichkeit rechnen, daß ein Dreimächte-Pakt zustande käme, der seine Spitz« gegen Deutschland gekehrt und der da« Mißtrauen verewigt hatte, das gegen Deutschland völlig unberechtigt auch heute noch besteht. 2n dieser Situation hielte» wir e« für richtig, eine Znlliatio« zu ergreifen. die unser««igen« Stellung gegenüber dem Sicherheitsbegehr«, Frankreichs zum Ausdruck brächte. Wir knüpften dabei an I r ü h e r e Bestrebungen anderer deutscher Regierungen an. Stresemann erinnerte an das Euno-Rosenberg-Ange» bot vom Dezember 1V22 und an seine eigene Stuttgarter Rede im September 1923, die jedoch zu keinem Erfolg führten, weil damals für Frankreich die Reparation» frag« nach Aeußerungen Poincarös der Sicherheitsfrage noch voranging. Der Außenminister fuhr fort:« Nun wohl, die Reparationsfragen sind jetzt durch da» Dawes-Gutach'ten gelöst. Der Albdruck Frankreichs vor einem etwaigen deutschen Angriff», so völlig töricht er uns erscheinen mag, beherrscht noch heut« w« i t e K r« i j« der sran- zösishen öffentlichen Meinung. Infolgedessen haben wir un, entschlossen, unle� Vezmznahm« aus die früher gemachten Vorschläge erneut unsere ve-eilwiu'ig. keil zu einem Sicherheilspakt zu erklären. Unier« Voljchajler und Sesandken In JJaüs, London. Rom Uyd Brüssel habm zum Äucdrinf gebracht, daß Deutschland bereit sel, einem Sicherheil»- pakt der am Rhein iuteressiettea Mächte betzultelen, sei es. daß er sich aus Abmachungen über Vermeidung des Kriege» bezöge, sei es. daß er die Saranlierung des gegenwärtigen Besitzstand«» am Rhein zum Gegenstand hatte. Dabei haben wir weiter betont, daß ipir zur Bekundung des deut- schen Friedenswillen« auch bereit seien, mit allen Staaten Schied». gerichloverlräge zu schlietzeri. wie wir dies beispielsweise mit der «Schweiz und mit Schweden bereits getan haben. Stresemann wyndt« sich dann gegen den Ausdruck„deutsche Vorschläge".� sedoch zu, daß den Alliierten ein langes Memo. randum über die deutsche« Anregungen überreicht worden sei! Dann sagte er weiter: Wir sind uns sehr wohl dessen bewußt, daß wir mit diesen deutschen Anregungen für das deutsche Gefühl bls an die Grenze de» Möglichen gegangen sind. Die Garautlerung der Sicherheit der deutschen westgrenze be- deukel einen schmerzlichen Verzicht im Hinblick aus die Entwicklung der deutschen Geschichte und Erinnerungen, die uns ewig teuer jel« werden. Aber es bedeutet nicht einen einseitigen Der- zicht von unserer Seite. Es bedeutet auch den Verzicht der- jenigen französischen Politiker und Militärs, die es nicht verschmerzen können, daß der Vertrag von Versailles die Rheinlande bei Deutschland g«. lassen hat, und die wiederholt thr begehrliches Auge auf das linke Rheinufer geworfen haben. Wir wissen, daß die offizielle französische Politik diesen Männern fernsteht. Aber wir wisien. welche nicht auszudenkenden Folgen es für den europäischen Frieden, vielleicht für die ganze Kultur diese« Jahrhunderts haben würde, wenn frevelnde Hand es versuchte, deutsches Rheingebiet Frankreich einzuverleiben oder in anderer Form von Deutschland zu trennen. Erst wenn feststeht, daß die heutigen Grenzen mm Rhein unter dem S ch utz« der Waffen aller interessierten Mächte gegenüber dem Friedensbrecher stehen, wird man von einem wirklichen Frieden sprechen können, was man von deutscher Revanche, von geheimen Rüstungen, vom llebersall auf Frankreich gesagt hat. ist, da» wissen wir, Lug und Trug. Da» deutsch« Volk, die deutsche Wirtschast, au» lausend Wunden blutend. hol nur den einen Wunsch, endlich einmal für eine absehbare Zeil in Frieden, in Ordnung, in Freiheit und. so Gott will. In der daraus dervorfprleßenden Wohlsahrl zu leben, sich entwickeln und unter Iiinehallung gegebener Verpflichtungen wieder ausbauen zu können. In diesem Wunsch wissen wir uns einig mit allen parlden und allen produktiven Kräften unsere» Reichs. Es zum Ausdruck zu bringen, es durch internationale Vereinbarung zu verbriefen. war unsere Absicht, ist unser ehrlicher Wille. Wir dürfen deshalb mit Genugtuung konstatieren, daß der deutsche Schritt eine v e r st än d y i s v_o II« Aufnahme gesunden hat. Wir glauben, daß der f ran zösische Ministerpräst- d e n t, dessen hervorragender Mitwirkung die Londoner Verein- barungen mit zu danken sind, von seiner ganzen politischen Ein- stellung au, ein Mitarbeiter an diesen Fragen sein dürft«. denn wir zweifeln nicht an seinem ehrlichen willen, sich für eine srledllche Verständigung Zwischen Deutschland und Frank- reich einzusehen. konstatieren mit Genugtuung, daß Herr h e r r i o t geaemiber-wer aufgeregt«, Press« auch in seinem«joen«, Land« zum Ausdruck gebracht hat, daß an dem guten Willen Deutschlands «in �we>l«l nicht möglich fei. Wir können weiter mit Genugtuung konflätiera,. daß auch der englische Außenminister die Ledeuchung des deutsch«,, Schrittes gewürdigt hat. In seinen letzten Zlusfüchrungen im englischen Unter- Haus« hat«r in bezua aus die deutsche Anregung davon gesprochen, daß er Knon bei de? ersten Kenntnisnabm« diesen neuen Schritt der Deutschen Regierung b e y r ü ß t und ihm große Bedeutung bei- gelegt Hab«. Wörtlich bat er hinzugefügt, daß dl« deutschen An- regungen der ernstesten Erwägung bedürsten, daß sie„s« h r g r o ß« Möglichkeiten für den Frieden und die Sicherheit der Welt in sich schlössen und einen Ausgangspunkt für«ine wahr« Ge- sundung der europäischen Lag« bilden könnten". Er hat serner be- tont, daß die englisch« Regierung ihnen die größte Bedeu- tung beimesse und sie mit größtem Emst zu prüfen gedenke, in der Hoffnung, daß in einem bereitwilligen Vorgehen der deutschen Re- gierung ein Weg gesund«, werden könne, der alle Nationen aus der unseligen Vergangenheit zu einer besseren und freundlicheren Zu- fernst führe. Wir glauben erwarten zu dürfen, daß die italienisch« Re- gieruna. obwohl nicht unmittelbar an der Lösung d'eser Frage interessiert, zu ihrer Umerstützunq gleichfalls bereit fein wurifc, und c: landen dasselbe von der b« lg i sch en Regierung an- nehmen zu können. Um so seltsamer ist es. daß der deutsche Schritt zu maßlosen Protesten da Presse anderer Länder geführt Hot. In all den Verhandlungen des Dolkerbunds, in all den izröderwiflen über d'e Räumung der nördlichen Rheinlandzon« ist immer nur von der angeblich bedrohten Sicherheit Frankreichs die Rede gewesen, wie wenig De,'Unland auch aus anderen Gebieke« beabsichtigt, eine aggressive PoNkik zu treiben«ht au, sein« De- reitschatt zu weilgehenden Schiedsgerichtsvaträgen mit allen an- deren Ländern hervor. Im weiteren Verlaufe seiner Rede besprach Stresemann die Stel- lungnahme Deutschland, zum Völkerbund und gab einen historischen Ueberblick über die Entwicklung der Frage de» Beitritt» Deutsch- lands, die durch die Genfer Rede Mocdonald? im September 1924 eing neue Wendung genommen Hab«. Nach Einreichung des damals überreichten deutschen Memorandum» erklärt« er: Trotz großer Widerstände der deutschen öffentlichen Meinung ist auch dieheutige Reichsregierung der Auffassung, daß die wahruna der Rechte deutscher ZNinorilälea ln fremden Ländern und nomenflich die Frage des Saargebiets Interessen veulschland» In sich schließen, die es innerhalb des Völkerbundes bsfser vertreten kann, ol» dies heute möglich ist. Nur hat Deutschland die natürlichen Konsequenzen aus seiner beutigen Lage gezogen, al» e» sich dagegen weyrte. daß auch die Bestimmungen de» Artikels 16 de» Dölkerbundsstatuts auf Deutschland uneingeschränkt« Anwendung fänden. Schiedsverträge sind nach meiner Ansicht ein hervor- ragendes Mittel für eine wirtsame Sicherung des Friedens. Man mag aber über dw Wert solcher S-chiebsverträa« denken, wie man will. Aus olle Fälle sind sie doch nicht das Zeichen eines An- oriffswil'ens. sondern«in Beweis für den Willen zur friedlichen Verständigung. Wie kommt also die polnische Presse dazu, von einer vierte« Teilung Polens zu sprechen und es al» Ziel der deutsche« Politik hinzustellrne, seinen Rachbar im Osten zu überfallen? Lediglich weil Deutschland die östliche Grenze nicht in seinen Garantie- pakt miteinbezogen hat. Ein Blick in die englische Presse� und die Presse auch anderer Länder zeigt uns, daß selbst diese Länder nicht geneigt stnd, eine feierliche Verbindlichkeit ihrer Regie- rungen w?gen Garantierung der im Versailler Vertrage geschaffenen deutschen Ostgrenze herbeizuführen. kein Gedanke hat in dem Welkkrieg aus Selten der AMierle» , eine größer« Rolle gespielt als der Gedanke des Selbslbestim- mungzrechls der völk.r. Es gibt kein« Partei in Deutschland. von den DeulschvSlkischen bis zu den Kommunisten, die»or ihrem Gewissen anerkennen könnte, daß die Ziehuno der beut- schen Grenze- tm Osten dem Gedanken de» Selbstbestimmung»- recht» der Völker entspräche. Deutschland hat nicht die Gemalt. eine Aenderunq der Grenzen zu erlrohen, und nicht de« willen, es zu tun. wenn aber der Artikel lg des völkerbundsstatuls ausdrücklich davon spricht, daß unauwendbar gewordene Verträge geändert werden können, so kann niemand von Deutschland er- warten, daß es endgültig daraus verzichtet, diese» Refugium einer Entwicklung der Zukunft in friedlichem Sinne auch seiner- sells für sich in Anspruch zu nehmen. Don dem Bestreben geleitet, mit allen seinen Nachbarn in Fric- den und Freundschaft zu leben, kann es nur wünsche», daß die Eni- Wicklung der Dinge dazu führen, die hier bestehenden Differenzen auf einem friedlichen Wege zu lösen, der die Herstellung derjenigen freundschaftlichen Beziehungen ermöglicht, die Deutschland jedem Nachbarlande gegenüber wünscht, das seinerseits gewillt ist, sich von denselben Gesühtcn gegenüber Deutschland leiten zu lassen.� Dieser Artikel bestimmt, daß die dem Dölk'erbund angehörenden Mächte verpflichtet sind. Im Falle einer Bundesexekution militärischen Beistand zu leisten, den Durchmarsch fremder Truppen zu gestatten und sich an wirtschaftlichen B o y k o t t m a ß- nahmen zu beteiligen. Die Forderung Deutschland», von diesen Verpflichtungen befreit zu bleiben, ist als Berlongen einer Vor- rechtsstellung bezeichnet worden. Man hat dagegen angeführt. daß es im Völkerbund nur gleichberechtigte und gleich- verpflichtete Nationen gebe. Dieser Argumentation vermag ich nicht beizutreten. Es Ist nicht so, daß es Im Bölterbund nur gleichberechtigte Nationen gebe, vielmehr gibt es nach dem Vertrage von Versailles und den anderen Friedensschlüssen des Jahres 1919 zwei Arten von Rallonea in Europa: solche, die abgerüstet sind und einer militä- rischen Kontrolle unterliegen, und s o l ch e, die mit d e r A b- rüstung noch nicht begonnen haben. Wenn der Bälle» bund sein großes Ziel, das Ziel der allgemeinen Abrüstung, durchführt, kann die tatsächliche Gleichheit der Nationen erreicht werden. Heute muß sich Deutschland einer Verpflichtung ver- sagen, die es mit der Kriegserklärung anderer Nationen bedrohen könnte-, denn Deutschland ist nicht in der Lage, auch nur seine Grenzen zu verteidigen. Es kommt mir als Realpolitiker nicht in erster Linie darauf an. ob der Völkerbund auf die Anwendung des Artikel» 16 des Bölkerbundstatuts Deutschland gegenüber fönnlich verzichtet oder ob er die Fsrmel einer authentischen In- terpretation findet, die e, cke kscto zum Ausdruck bringt, daß Deutschland nicht auf seine Neutralität zu verzichten braucht, sondern daß in bezug aus Deutschland der Grundsatz„Niemand kann über seine Kräfte hinaus verpflichtet werden tatsächliche Anwendung findet. Gerade weil Deutschland Frieden und wirtschaftlich gesunde Bcrhältnisie wünscht, kann es sein Gebiet nicht für einen Durchmarsch fremder Truppe» hergeben, der vielleicht die Anarchie und den Bandenkrieg entfesseln würde, kann es bei dem heutigen Stand seiner Wehrmacht sich nicktz an Sanktionsmaßnahmen beteiligen, und kann es sich nicht der Gefahr der Kriegserklärung einer anderen Macht aussetzen. Es Ist auch mir völlig klar, daß ein Fünfmächlepakt. wie wir ihn erstrebe», schwer außerhalb des Völkerbunde, stehen kann. Angesichts der prinzipiellen Bereitwilligkeit Deutschlands, dem Völkerbund beizutreten, wenn auf seine ganze besonder« Lage Rück- sicht genommen wird, siegt es uns fern, das Prestige des Völkerbundes beeinträchtigen zu wollen. Wenn der gute Will« bei anderen Mächten besteht, auf der Grundlog« des erstrebten S'cher- heitspaktes mit Deutschland gleichberechtigt zusammen- zuwirken, dann wird auch«in Weg möglich sein, um dies« Schwie- rigkeiten zu belieben. Wir begrüßen deshalb die Erklärung des englischen Außen- Ministers, daß ein Weg gefunden werden müsse, der den Auegangs- punkt für eine wahrhaft« Gesundung der europäischen Lag« bilden kann. Deutschland ist bereit, diesem Weg*u gehen. Sein Angebot ist getragen von einer. Regierung,„ e in dieser Frag« das deutsch« Volk fast ohne Ausnahme hinter sich hat. Bismarck hat ein- mal davon gesprochen, daß sich der wahrhast« Staatsmann darin zeige, daß er, wenn ihm das Rauschen der Weltgeschichte spürbar sei, auch den Zipfel des Gewandes ergreif«. Möge man den großen geschichtlichen Moment, zu einer wahrhaften Befriedung Europas zu kommen, nicht vorübe-gehen lassen. Dann wird nach der Aera der Vergewaltigung und des Mißtrauen» die Zeit einer Ver- ständigung für unseren Erdteil kommen. Dann wird«« mag- lich sein, die Wunden zu heilen, die mit den im Krieg« Unterlegenen auch die Sieger fühlen w der allgemeinen Zerrüttung der finan,zlell«n, wirtschaftlichen, sozialen und politschen Verhält- niss«. Solchen Verhältnissen zu widerstehen, sollt« die Ausgab« jedes weitblickenden Staatsmannes und des ganzen heutigen Völker- geschlecht«» sein. Mit dieser Programmrede, die der Bolksparteiler Strese- mann im Namen einer Regierung gehalten hat. in der d r« i deutschnational« Minister fitzen und die sich in der Hauptsache auf über Iva deutschnationale Reichstagsabgeordnete stützte, ist der autzenpoli- tische Kurs des Rechtsblocks eindeutig auf die Parole„R i e wieder Krieg!" festgelegt worden. Vor sechs Monaten brüllte man:„Siegreich wollen wir Frankreich schlqgen!" Jetzt erklärt man„aus fr«»er Initiative":„Ade. Straßburg!" Selten ist eine Be- kehrung zum Pazifismus so schnell und gründlich vor sich ge- gangen! Chamberlains Reüe. Genf. 12. März.(Eigener Drahtbericht.) Vor dem Völker- bundsrat wurde am Donnerstag vormittag um 11 Uhr mit einer Ertlärung des englischen Außenministers Chamberlain bit~ Debatte über da» Genfer Protokoll eingeleitet. Chamberlain veno» sein« Ausführungen Wort für Wort. Cr gab zunächst Auskunft tfh« die Verhandlungen zwischen Großbritannien und den Dominien wegen de» Genfer Pakte». In diesem Zusammenhang verwies er darauf, daß nicht nur die Dominien, sondern auch die englische Regierung nicht in der Lage sind, da» Protokoll anzunehmen. Der englische Außenminister fuhr dann fort: Wenn die britische Regierung der Meinung ist, daß der Unterzeichnung und Ratislfa- tion des Protokolls unüberstsigbare Hindernisse»m> gegensteheu, so ist da» der Fall nicht, well sie den Zweck nicht billig, oder grundsätzlich dagegen ist. Ergänzungen und Abände- rungen des Völterbundpaktes mögen an sich wünschenswert sein, aber die britisch« Ausfassung geht nicht dahin, daß das Protp- toll so, wie es ist, die best« Methode zur Lösung der Frage bildet. Der anerkannt« Zweck de» Protokolls ist die Erleichterung der Ab- rüstung. Da» soll erreicht werden durch Ausfüllung gewisser Lücken in den Bestimmungen des Paktes über die sriedliche Lösung internationaler Streitigkeiten und durch die Verschärfung besonders der wirtschaftlichen Sanktionen. Di« Bedenken d«r britischen Re- gierung gegen hos obligatorische Schiedsverfahren sind durck die Bestimmungen de» Protokoll» nicht oermindert, im Gegenteil verstärkt worden. Di» britische Regierung interessiert sich äugen- blicklich mehr dafür, festzustellen, inwieweit die durch da, Protgkoll herbeigeführten Aenderungen die von den Lölkerbundsmitgliedern übernommenen Verbindlichkeiten erhöhen. Di« Schöpf,? de» Prpto- kolls betrachten sich als die Urheber«ine» neuen Systems, durch das allein da» große Friedensideal verwirklicht werden könnt«. In dieser Beziehung ist die britisch« Regierung der gleichen Meinung. Per Völkerbund in seiner gegenwärtigen Gestalt ist aber nicht der Bund, den die Urheber des Paktes im Auge hatten. Ei« hatten niemals vermutet, daß eine Anzahl der mächtigsten Nationen, vor allem die Ve reinigten Staaten, dem Völkerbund nicht beitreten würden. Durch die Abwesenheit verschiedener Großmächte hat die tzarmonie de» välkerbundpaktes bereits eine Schwächung erfahre». Die wirtschaftlichen Sanktionen gegen einen Staat, der sich nicht wirtschaftlich selbständig erhalten kann, würde jedenfalls eine Waffe von ungeheurer Kraft sein. Aber dadurch, daß mächtige Wirtschastsstaaten außerhalb des Völkerbunde» bleiben, hat sich diese Auffassung vollkommen geändert. Die wirtschaftlichen Sanktionen werden nicht mehr In der Lag« sein, dem Welt- Handel Einhalt zu tun und dadurch den angreifenden Stadt zu Boden zu zwingen. Der angreifende Staat hat völlige Freiheit, den Z« i t- punkt für die Anzettelung eines Streites zu wählen. Welte?« große Schwierigkeiten ergeben sich bei der Anwendung der Seestreitkräfte Insbesondere über die Verteilung der Schisse. Die blitische Regierung ist der Auffassung, daß der Angreifer>m Even- tualfall Schodenersatz leisten muß, seine Grenzen aber un- verändert bleiben. Eine weitere Schwierigkeit besteht in der Ver» t c i l u n g der Kriegskosten auf die kämpfenden Staaten für den Fall, daß der eine als schuldiger Teil erkannt wird, der im tech« nischen Sinne der Angreifer war. Die Ergänzungen, die das Genfer Protokoll für den Völker- bund jetzt vorsteht, ändern seinen Geist völlig. Die Sanktionsfroge wird neu geregelt,. es werden neue Fäll» für die Anwendung von Sanktionen aufgestellt und die Ausarbeitung militärischer Sanktion»- Pläne hat zu erfolgen, daß das Wirken des Völkerbundes nicht sp sehr darin bestehen soll, friedliche Zusammenarbeit zu fördern als vielmehr den Frieden dadurch zu bewahren, daß er kriegerische Organisationen schafft. Die britische Regierung erblickt darin weniger eine Schwächung des Friedensgedantcns als eine Erhöhung der Kriegsgefahr. Die Auffassung der britischen Regierung ist die. daß die Schwächung des Friedcnsgedankens die Folge haben müsse. den Völkerbund in seiner grundlegenden Aufgabe, der Verminderung der Kriegsgefahren, zu schwächen. Aus all diesen Gründen kann die britische Regierung nicht glauben, daß die Sicherheit des Frie- dcns durch die Annahme des Genfer Paktes gefunden werden kann. Sie ist jedoch . bereit zu«nlersuchen. ob nicht ein weg möglich ist, den man 1923 erfolglos gesucht hat. Es ist nach ihrer Auffassung nicht zutreffend, daß der Völkerbund ohne Sanktionen wertlos ist. Der beste Ausweg Ist nach der Anficht meiner Regierung eine Ergänzung de» Völkerbundpakles durch besondere Abmachungen. für besondere Zwecke unter Mitwirkung de» Völkerbunde». Diese Abmachungen müssen reinen Verteidigungschay,ak« t e r tragen und im Geiste des Dölkerbundpaktes gehalten sein. Die britische Regierung denkt sich dos in der Form, daß dle unmittelbar ln Betracht kommenden Rationen, deren vlsferenzen am lelchtesteu zu einem Kriege führen können, verbunden werden durch Verkräg« mit dem Zweck der Aufrechterhallung de, Frieden». Der Streik der Eisenbahner. Die Verschleppungstaktik der Reichsbahnverwaltung. Das Drgan des Deutschen Eisenbahnerverbandes Deutscher Eisenbahner" gibt folgende chronologische Darstellung: Die am RLTV. beteiligten Gewe.? schaften haben die Lohn folbungsfrage borweggeben. Der Antrag tommt heute im Saus haltsausschuß des Reichstages zur Entscheidung. Zwei Ergebnisse von Betriebsratswahlen. der Streitbewegung bis zum Abschluß der heutigen Verhandlungen Unter der Ueberschrift„ Borwärts auf dem richtigen Weg!" bringt zu verhüten. Die Reichsbahnverwaltung, die mit ihren die Rote Fahne" die angeblichen Ergebnisse zweier BetriebsratsDirektionen in den einzelnen Bezirken darin wetteifert, die Bewe wahlen. Bei der Firma Kun heim u. o. A.-G., NiederschöneBahl der Streifenden sei nur von 1,8 Proz. der gesamten Arbeiter Riesenerfolg errungen haben. Der Führer der„ freigewerkschaftlichen“ gung als gänzlich unbedeutend erscheinen zu lassen die weide foll die freigewerkschaftliche" Liste der Kommunisten einen fchaft auf 1,9 Proz. angewachsen dürfte nicht übersehen, daß die kommunistischen Lifte, ein gewiffer Borgsdorf, ist von den Fa Die Reichsbahnverwaltung berief die Bertreter der Tarifgewert ist. die ihre Mitglieder auf die Berhandlungen vertrösteten. Rommen geschlossen und vom DMB., wo er sich seine Mitgliedschaft des Streifs den Gewerkschaften zu danken und Arbeitszeitparagraphen des RLTV. fchaften am 31. Januar zum 1 März gekündigt. am 10. Februar zusammen, um Einzelheiten über die Lohnforderungen zu hören. Die Reichsbahnverwaltung verlangte eine neue Aussprache am 17. Februar, um Einzelheiten über die Arbeitszeitforderungen zu hören. Und die Reichsbahnverwaltung lud die Bertreter der Gewert. schaften erneut ein zum 26. Februar, um ihnen mitzuteilen, daß die Forderungen abgelehnt würden. Und die Verwaltung war erstaunt, daß nun die Gewerkschaften nicht die Sache als erledigt betrachteten, daß sie ihre Forderungen aufrecht erhielten und eine Festlegung auf die alten Bedingungen ablehnten. Aber in ihr Erstaunen tam der Berwaltung auch die Erleuchtung: vertagen wir die Sache! Je länger es dauert, um fo mehr wirten die neuen Abbaudrohungen, um so größer wird der Kreis der Nothelfer, die sich zum Streifbruch bereit erflaren und um so geringer wird die Kampflust der Gewerkschaften. So dachte tie Berwaltung, wenn sie ihre Gedanten auch ganz geschickt hinter Rebensarten über erneute Prüfung der Sache verbarg. Zum 5. März erst wurde erneut zu Berhandlungen geladen und erneut wurde von der Berwaltung erflärt, daß sie außer Ortslohnzulagen nichts bewilligen werde. Sie nahm nochmals die aufrecht erhaltenen Forderungen zur Renntnis, versprach beschleunigte neue Beratung mit dem Berwal. tungsrat und endgültigen Bescheid zum 7. März. Diese Verhandlungen am 7. März, fünf Wochen nach dem Einreichen der Forderungen, endeten mit dem Vorschlag, über, eine Erhöhung der Orts Ichnzulagen ab 1. März zu verhandeln und im letzten Driffel des Monats März 13 strichen worden. Hätte dieser tapfere Rämpfer" nur den zehnten unter falschen Angaben erfchlichen hatte, gleichfalls geTeil von dem geleistet, was er in seinen„ revolutionären" Resolu fionen von anderen fordert, dann würde er heute nicht Führer einer Belegschaft mit 90 Proz. Unorganisierten sein. vorwärts!" die Gewerkschaftsführer zu ihren Mitgliedern morgen mit leeren Händen zurück, dann könnte die Reichsbahnverwaltung, die immer noch die Forderungen der Eisenbahner mißachten zu dürfen glaubt, eine recht unangenehme Ueberraschung erleben, bei der ihr die bis jetzt zur Schau getragene Gleichmut in die Brüche Bei Schering, wo die KPD. angeblich 10 Size und die SPD. gehen müßte. Den Schaden hätten freilich nicht die Herren in gehen müßte. Den Schaden hätten freilich nicht die Herren in 1 Sig erhalten haben soll, find überhaupt noch feine Wahlen vorder Verwaltung, deren Gehälter ja nicht in Gefahr sind, sondern die genommen worden. Wenn alle Siegesnachrichten der„ Roten Fahne" Allgemeinheit. Haben diese Herren absolut tein Berfo aussehen, dann kann man mur mit ihr sagen:„ Auf diesem Wege ständnis dafür, daß Arbeiter mit 20 Mart Wochenlohn und darkönnen, dann müßte ihnen das Schiedsgericht flar machen, unter auf die Dauer mit ihren Familien nicht egiftieren daß sie mit ihren hohen sehr gut bezahlten Aemtern auch ein hohes Maß der Verantwortung für die Existenz der 700 000 Eisenbahner samt ihren Familien übernommen haben, einer Verantwortung, der sie sich offenbar bis heute noch nicht bewußt wurs den. Wenn der Appell an die Menschlichkeit wirkungslos an den Betriebssicherheit erinnert werden, die bei einem mit Herren abprallt, fo muß um so mehr an ihre Pflicht hinsichtlich der Hungerlöhnen abgespeisten Personal teineswegs garantiert ist. Der Hinweis auf die unter Ausnüßung der Arbeitslosigkeit in der In dustrie niedrig gehaltenen Löhne ist für ein Verkehrsinstitut wie die Eisenbahn durchaus verfehlt. Die Eisenbahn hat in erster Linie dem Verfehrsintereffe zu dienen, der Sicher heit der Allgemeinheit, die ihr ihre Güter und ihre Per. fonen zur Beförderung anvertraut und nicht den Interessen privattapitalistischer Dividendenquetschen. 9 Wir wünschen den heutigen Schlichtungsverhandlungen besten Erfolg in der Richtung, daß sie zu einem, die Eisenbahnerschaft einigermaßen befriedigendem Ergebnis führen. Scheitert diese letzte Hoffnung, dann ist die Reichsbahnverwaltung für die unabsehbaren Folgen verantwortlich. die Frage einer allgemeinen Lohnerhöhung zu prüfen." Die Eisenbahnergewerkschaften und zwar der DEB., GDE. und Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten AEB. lehnten diesen nichtssagenden Vorschlag ab. Am 12. März wurde wieder verhandelt und zwar, wie im gestrigen Abendblatt des Borwärts" bereits berichtet, wiederum ergebnislos, weil die Reichsbahn verwaltung mit zarter Rücksichtnahme auf die Industrie jede allgemeine Lohnerhöhung und eine Arbeitszeitverkürzung hartnädig ablehnt. Wann und welchen Ausgang dieses Trauerspiel nimmt, bleibt abzuwarten. Im kritischen Moment. Der Stand des Eisenbahnerstreits ist unverändert und wird es wohl auch bis zum Ablauf der heutigen Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium bleiben, zumal die Gewerkschaften bei der gestrigen unverbindlichen Besprechung" zusagten, eine Berschärfung Der am 12. März 1925 in Berfin tagende Hauptvorstand der und Anwärter spricht den im Kampfe stehenden Kollegen die volle Sympathie aus und erklärt sich für die Lohnempfänger der Reichsgewertschaft mit den Tariforganisationen solidarisch. Er fordert die Beamten- Mitglieder auf, die fämpfenden Kollegen moralisch und materiell zu unterstützen und durch ihr Verhalten gewert fchaftliche Solidarität zu befunden. Notstandsaktion für die Besoldungsgruppen 1-6. Die Sozialdemokratische Reid stageiraltion hat be an tragt, die von der Regierung seit dem 15. November 1924 gewährten Zuschläge zu den Junigehältern von 1924 für die Gruppen 1-6 vom 1. April 1925 ab von 12½ Proz. auf 20 Pro zu erhöhen. Diese Maßnahme ist als Notstands. aftion gedacht und soll der prundlecenden Aufrellung der Fes Sieg der freigewerkschaftlichen Richtung. schaftlichen Hamburger Straßen- und hochbahner haben bei der Hamburg, 12. März.( Eigener Drahtbericht.) Die freigewerk Betrieberatswahl einen glänzenden Sieg davongetragen. Von 5522 Stimmen en fielen auf die freigewerlichaftliche Lifte allein 5282. Die Kommunisten brachten überhaupt keine Siste zustande, während die Gelben nur 198 Stimmen erhielten. Richtung zu. sämtliche Eige fallen der freige wertschaftlichen Jm Hobahnbetrieb erzielte bie freigewerffchaftLice ifte 561, die fommunistische Liste diesmal nur 507 Stimmen Die Gelben mußten sich mit 59 Stimmeu be gnügen. Von den 10 Eigen des Betriebsrats der Hochbahner ent Rotung. Die kommunisten hatten im vorigen Jahre einen fallen je 5 Size auf die freigewerkschaftliche und die kommunistische Siz mehr. Sie haben also auch hier an Einfluß eingebüßt und die Majorität verloren.. Berband der Maler und Ladierer! Seute, Freitag, abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus Gektionsversammlung aller in der Industrie Beschäftigten. Tagesordnung: 1. Lohnregelung und Arbeitsverhältnisse im Ladierergewerbe. Ref.: Rollege Schiemann. 2. Wahl von zwei Kollegen zur Ladiererfonferenz in Samburg. 3. Berbandsangelegen heiten. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller Rollegen bringend notwendig. Die Ortsverwaltung. 1 5 Uhr im Deutscher Solzarbeiterverband. Seute, Freitag, abend 7 Uhr Funktionärversammlung der Betriebe, welche bem steichsmantelvertrag unterftanden haben, im großen Saal des Gewerkschaftshauses. Stellungnahme zu den Mantelvertragsverhandlungen und zum Lohnabkommen. Gaal 5 des Gewerkschaftshauses Sigung der erweiterten Ortsverwaltung. Gewerkschaft Deutscher Volkslehrer. Sonnabend, den 14. März, abends 7% Uhr, im Rathaus, Rimmer 53, Bersammlung. 1. Entwicklung der Bedem ADB. 2. Die neuen fagungswidrigen Sandlungen des G. 3. Unser amtenbewegung im Laufe der legten 200 Jahre. Referent ein Vertreter aus Kampf um Omer. Achtung, Zimmerer! Berbandskameraden! Gonnabend,' ben 14. März, in allen Bezirken Bersammlung. Es gilt erneut zu den uns vom Schlichter zugefandten Schiedsspruch Stellung zu nehmen. Die Bezirke 2 und 6 tagen heute, Freitag, die Bezirke 5, 20 und 28 am Montag, den 16. März, in ben bekannten Lokalen. Gonntag, den 15. März, Stich wahl zwischen den Kontrolleuren Musow und Hoppe. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 9. Steiner; Feuilleton:&. S. Döscher: Lotales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämilich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m b. S.. Berlin. Drud: Borwäkts- Buchdruderei und Berlansanityl Peul Singer u. Co. Berlin E 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen unb Unterhaltung und WiffenSCH A.WERTHEIM Billige Lebensmittel Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz Frisches Fleisch Kalbskamm u. Brust.... Pfund 65Pf. Kalbsnierenbraten Pfund 75Pt. Kalbskeule ganz und gefeilt.... Pfund 80Pi. Südfrüchte Blutapfelsinen Dubend 48Pf. 75Pt. 90Pt. Zitronen Dtz. 30 u. 40 PL Feigen..... Pfund 20Pf. ..... Pfund( 30 Ananas soweit Vorrat Kolonialwaren Plund poliert Viktoriaerbsen Pid. 20PL. Gelbe Erbsen gespalt. 20P. Gelbe Erbsen Plund 28P. Makkaroni Bruch Pid. 38P. Schnittnudeln Plund 28Pf. P. Pfund- Dose 2 Leicht verderbliche Artikel können nicht zugesandt werden Holstein. Rindfleische Knochen 85PL. Erbsen mit Schweinefl. Pd. 65Pt. Konfitüren in 2 Pind- Elmer 80Pt. Orangen 88P Himbeeren 105 Erdbeeren 15 Dänische Milch 7-8 Prozent Fettgehalt 25Pt Grüne Erbsen Pfund 20Pf. Weiße Bohnen Plund 20pf Linsen große Pfund 28Pf. Figurennudeln Prd. 32Pf. Eierschnittnud, Pid. 42Pf. Fadennudeln Pfund 45Pf. Gem. Backobst Pfd. 42P. Stückenäpfel Pfund 74Pt. Bosn. Pflaumen Pfd. 38Pt. Kirschen sauer, Ptd. 60P. Kalifornische Pfirsiche Pfund 52PL geschält, Pid. 86Pf. Schweinebauch mit Bellage.. Pfand 80P. Obst, Gemüse Hörnchennudeln 32P Schweinerücken and Blatt... Pfund 90Pt. Schweineschinken...... Pfund 95Pt. Liesen Pfund 80P. Gehacktes Pfund 65Pt. Kaẞler Rippspeer u. Kamm Pid. 110 Prima fett. Ochsenfleisch Rinderkamm und Brust Pfund 55Pf. Rinderherzen Wurstwaren Zwiebelwurst Plund 68Pf. Rotwurst... Pfund 68Pf. Leberwurst Hausmach116 Pfund Ware 135 116 Fleischwurst Art, Pfd. 16 Thüring. 116 Bockwurst... Pfund[ 25 Jagdwurst Pfund 130 Mag. Speck) deutsche, Fett Speck Piund Filetwurst... P.und 140 Mettwurst Braunschw. 150 Schinkenspeck in Sick. von ca. 14, Pfund, PL. 165 Salamiwurst Art, Plund Holsteiner. Pfund 170 Pomm. Teewurst Pfd. 180 Nußschinken ca. 2 Pfd. schwer...Pfund 180 Gänserollbrüste in ganzen und halben Brüsten... .... Pfund 320 gefroren ... Pfund 38Pt. Käse Delikateß- Käsestück 12Pf.. Camembert vollfett 38Pf. Kuhkäse Kuhkäse... Stück 25Pf. Romatour Stück 25Pt. Quadratkäse Pfund 35Pt. Plund Stangenkäse 65Pr. Goudakäse dän., Pfd. 68Pf Tilsiter.... Pfund 80Pf. Holländer... Pfund 85Pf. Emmenthaler. Rinde 85 Pf. Edamer Pfund 90 P1. u. 105 Schacht Fette Bratenschmalz -Pfund- Paket... 38Pf. Tafel- Margarine 1- P.und- Paket 58 Pt. Speise- Talg1 Ptd. Block 68 PL Tafelbutter- Ptd.- Pak. 110 Mondamin Kochäpfel 2 Pfund 25P1. EBäpfel 2 Ptund 35Pt. Reinetten Splixleder, Pld. 25 Pt. Weißkohl... Pfund 4 Pf. Möhren gewaschen, Ptd. 5Pf. Rotkohl Holländer, Pfd. 10 Pf. Zwiebeln Pfund 10Pt. Malta- Kartoffeln PIL- 10 Pt. Sellerie große Köpfe 35 Pf. Blumenkohl Kopf v. 25Pt. Schwarzwurzeln 25 Pt. Fische Grüne Heringe große Pfund an 5Pid.45Pf. Flundern gre Pid. 12 Pt. große ohne Kopf Kabeljau& Fische, Pid. 22P. große Schollen glatte Pid. 28 Pf. Rotbarse o. Kopf, Pid. 35 Pf. Schellfische Plund 38 Pf... Zander.... Pfund 85 Pf. Lebende Karpfen Pid 150 Lebende Rechte Pfd. 150 an Räucherwaren Bücklingeinste, Pid. Makrelen 25Pf. Voll- Bücklinge pid 45pf. Fleckheringe Prund 48P Flundern Pid. 40 PL 55 PL Pid. Teltower 1/2 Dose Konserven Dose 1 Rübchen 40Pf. 70 Karotten extra kleine. IM Gemischtes Gemüse 90 Sellerie in Scheiben.. IM Kohlrabi in Schelben...48 Champignons 240 440 Brech- u. Schnittbohnen Junge, Dose 85 L. Sorte 105 Prinzeßbohnen... 110 Junge Erbsen.... 60 fein... 145 sehr fein[ 90 Kaiserschoten.... 225 Bruchspargel ohne Köpfe. 1/ 2Dos. 105 195 dünn 2 Dos. 115 220 Stangenspargel stark.. 1/2 Dose 185 360 extra stark D. 2 M 380 Dose 1/1 grün 150 290 Spargelköpfe, D. Apfelmus/ Dos 38Pt. 60 Äpfel geteilt, Helvetia"| M Pflaumen ganze Frucht 80 Pflaumen halbe Frucht 90 Preißelbeeren 4 P.und- Dose.. 230 125 Schattenmorellen ohne Stein In Scheiben 650 Gramm- Dose 125 Ananas Hawal, I. Scheib. 250 Ananas 150 Rollheringet Remoulade[ 50 Delikateẞheringe ohne Gräten'/, Dose IM 185 Kronenhummern Dos. 380 Portugies. Oelsardinen Dose 50 70 90 Pf. 120 250 Plund Corned- Beef engl. D. 63Pf. Paket Pfund 4, Schokolade, Kakao, Tee Blockschokolade Pd. 95PL Borkenschokolade Pfund Schmelz 180 Sahne 280 Kakao„ Bensdorp, In Pak, stark en: ölt, Pid. 70PL Mondamin- Backpulver Ohne Pulvergeschmack Beutel 8 PL Mondamin- Puddingpulver 8PL 12 PL Beliebte Sorten Päckchen zum Backen und Kochen, Mondamin- Vanille- Soßenpulver vorzüglich für Kuchen, Suppen, Tunken 225 Gr.- 33 Pf. Paket Pakei 7 Pt. Mondamin- Feinkost- Pudding 25 PL. Für die gute Küche.. . Schachtel Indisch. Mischung 70 140 280 Chloes. Mischung 75 150 3M Ceylon Mischung 80 160 320 Darjeel. Mischung 85 170 340 Abteilung Swische Blumen Leipziger Straße Pilaumen Stachelbeeren, Heidelbeeren Kirschen Aprikosen große Dose Pfeffernüsse Mecklenburger... Pfand 70Pf. Geflügel, Wild Enten holländische, Pfd. 125 Junge Tauben Stück 135 extra gro2. fialien, Sick. 210 Brat- u. Suppenhühner frisch geschlachtet, Plund 65 Hirschblätter Pfund 10 Wein Preise für Flasche einschließl. Steuer ohne Glas Edel- Apfelwein mild 70 PL 1921 Chât. Dudon Propr. Johannisbeerwein 10 fein Sub rot, IM 1922 Neckarsulmer kräftiger Rotwein 1922 Grandes Côtes französischer Rotwein 120 1922 St. Justin Marquis voller span. 160 Riscaldo Rotwein Wachstum Bürgermeist. 1921 Mettenheimer Michelsberg Muth, rheinisch. Rotwein 250 1921 Graves de Budos Propr. Düipart, lieb 240 licher, weißer Bordeaux 1919 Haut Sauternes weißer Bordeaux, süß 1921 Haut Sauternes 350 1922 Siefersheimer Balayé, edler weiß.Bord. 5 20 hesse Martinsberg Rhein- IM 1922 Remicher Goldberg pikanter Mosel • .... 130 1920 Gimmeldinger Kieselberg Wachstum Koch liebl. Pialzwein 160 1921 Niersteinergehalt- 2M voll 1920 Königsbacher Reiterpfadwachst. Winzerverein, teinblumig.Pfälzer 250 1921 Brauneberger Riesling blumig. Diner- Mosel 3M Tarragona rot, süß. 160 Propr.Destanque, feln, sup 450 Malaga golden od.dunkel, 2 M Durch das deutfch- portugiesische Handelsabkommen billigers Douro- Portwein( A.A.Calem u. Filho) 275 rot, alt Insel- Madeira( vva.ABindacham, Funchal) 310 Jamaica Rum- Verschnitt* Deutscher Weinbrand told, Ore. 320 Gemüse- u. Blumensamen Steckzwiebeln Pid 65PL Grassamen Tiergarten- Mischung. Piund Grassamen 65 PL. Puckles- Mischung Plund 85 Pf. Hornspäne Pfund 40 Pt. 0/0 40 Vol. 320 Alter ManeBlühende Topfpflanzen Krokus Top 45 PL Hyazinthen 85 PL. Primelnaponica 35 Pt. Narzissen große Töpfe Topi 140 Topf Nr. 722 ♦ 42. Jahrgang 1. Heilage Ses vorwärts 5rettag, 15. März 7425 Zur Aufwertung von Spargrofthen. Anträge in der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung hatte gestern eine Zlufwertung»debatt.e. Zwei Anträge zur Auf- wertung von Sparguthaben, ein sozialdeinokratischer und ein deutsch- nationaler, wurden vom Ausschuß zur Annahme einpfählen. Der sozialdemokratisch« Antrag forderte Ausdehnung der bisherigen Aufwertungsmaßnahmen des Magistrats auf all« über SO Jahr« alten Sparer. In der gestrigen zweiten Beratung kam es noch einmal zu einer langen Auseinandersetzung. Unser Redner. Genosse Reuter, beleuchtete die Haltung der Deutschnationalen des Reichstages in der Aufwertungsfrage. Er geißelte da» demagogisch- agitatorische Treiben dieser Partei, das den Sparern bisher nur Enttäuschungen gebracht hat. Die Abstimmung wurde auf die nächste Sitzung vertagt. * Zu Beginn der gestrigen Sitzung der Berliner Stadtverordneten eifolgte die Einführung de» neuen Stadtmedizinal- rats Prof. Dr. v. Drlgalski. o�-bürgenneister Boß hob m seiner Einführungsansiprache die Venxenste des neuen Magistratsmitgliedes auf kommunalem wie auf wissenschaftlichem Gebiete hervor, gedachte des tragischen Geschicks, das über der Stelle des Stadtmedizinalrats im und nach dem Kriege gewaltet hat. und schloß mit dem Ausdruck der Er- roartung, daß er sein Amt zum Wohle der Stadt und ohne jede Rücksicht auf irgendwelche parteipolitischen Gesichtspunkte führen werde.— Dann hieß auch der Dorsteher Gen. haß namens der Dsrsammlung Herrn v. Drigalski willkommen, der unter 38 Be- werben, als der würdigste und tüchtigste gewählt worden sei. Ins- besonder« werde von dem neuen Iiihaber des Ppstens erwartet, daß er dahin wirke, daß dir Gesundheil unserer Sinder und Erwachsenen. die durch Krieg und Inflation schwer gelitten haben, wiederher- gestellt wird, denn das kostbarste Gut des Volkes sei die Gesund- heit.— Prof Dr. v. Drigalski nahm darauf am Magistratstische seinen Platz ein.— Zur Beantwortung standen zunächst mehrere Anfragen, die indessen entweder zurückgezogen oder zurückge- stellt oder vertagt wurden, da die zuständigen Magistratsmttglieder noch nicht zur Stelle waren. Aus eine Anfrage der Dcutschnatio- nalen, ob die Klagen begründet seien, die in der Tages- und Fach- presse neuerding» vielfach über die Minderwertigkeit der in Berlin in den Handel gebrachten Milch geführt würden, er- widerte Bürgermeister Dr. Scholz, daß nach einer von ihm ein- geholten Auskunft des Hauptgesundheitsamts der Streik bei Bolle ven keiner besonderen Bedeutung für die Berliner Milchversorgung gewesen sei, da das Bolle-MIlch-Ouanhtm gegenüber dem Gesamt- bedarf minimal sei.— Eine Besprechung wurde von den Inter- pellanten nicht beantragt, was Merten(Dem.) oeranlaßte, über diese Bescheidenheit sein Befremden auszudrücken, da man doch über den eigentlichen Gegenstand der Anfrage vom Magistrat nichts er- fahren habe. Aber auch diese Anzapfung der Anfrager blieb wir- kungslos.— Am 19. Februar hat der Magistrat die Versammlung er t'! cht. weqen der W a hl eines unbesoldeten Magistrats- Mitgliedes da» weitere zu veranlassen, nachdem der Oberprä- sido-t dem aus der Wahlvorfchlaaslist« der Kommunisten stehenden Kandidaten die Bestättgung als Nachfolger für den ausgeschiedenen Stadtrat Lux versagt habe. DSrr wisderholte die Dvrgeschichte die- ser Wahlfach« unter so bä»artige« Ausfälle« aus de» Oberpräfldeuteu. daß ihn der Borsteher vor der Wiederholung beleidigender Ausdrücke warnte. Auch der Magistrat kam bei Dörr sehr schlecht weg.-*■ Der Oberbürgermeister stellt« fest, daß er alles getan Hab«, um die Entscheidungen der Aufstchtsbehörde zu beschleunige»! mehr zu tun sei unmöglich gewefen.— Gen. Reimann be- dauerte sehr, daß der Grundsatz der Gleichberechtigung der Parteien gerade von den Kommunisten, namentlich den Sozialdemokraten gegenüber, nicht anerkannt worden ist: dessenungeachtet beantrage er Ueberweisung an den Wahlausschuß. Nach diesem Antrag be- schloß die Versammlung.— Eine Anfrage der Deutschen Volks- pnrtei will Auskunft haben, weshalb der Magistrat die Schank- k o n z e s s i o n für den Ausschank im Freibad Wannsee bean- tiagt hat. und ob er bereit ist. dem Lerwalter de» Freibade» den Ausschank alkoholischer Getränke zu verbieten.— Nachdem Frau Dr. Mayertsbehörden für diese soziale Maßnahm« der Stadt Berlin kein Verständnis ausgebracht hüllen.— Weiter svrachen noch Sloll(Komm.). Lange(Z.). der sich durchaus auf den Standpunkt des Ausschusses stellte und damit die Deutschnntionalen nochmals auf den Plan rief.— Gen. Reuler führte Herrn Koch zu Gemüte, daß es ihm nicht gelingen werde, den völligen Umfall der deutschnationa len Fraktwnsmehrhell aus der Welt zu roden.— Die Abstimmung wurde oertagt und nach 9 Uhr die Sitzung geschlossen. Völlige Aufklärung des Mordeö an Frau Mterman«. Der Mord an der Frau Altermann in der Langen Str. 20 ist jetzt vollständig auigeklärt. Es unte, liegt leinem Zweifel mehr, daß der B r a u e r ei a r b e i t e r Aörpel, der sick»ach einem ÄittlickikeiiSveibrecken in Klemmen ertängle, der Täler gewesen ist. Aörpel ist als der Mann wiederersanni worden, der am Tage vor dem Morde in einer SÄankwirtsckiaft erilärte, daß er die Der Apfel der ENfabekh Hoff. 44] von Wilhelm hegeler. Wer«9 auch immer getvesen sein mag. dachte Hoff, der. mir meine Rache vorweggenommen hat, ich brauchte ihren Lauf nur nicht zu unterbrechen: ehe der Tag herum ist. wäre alles geschehen... Dieser Gedanke hielt jedoch den raschen Lauf seiner Ueber» legUNgen durchaus nicht auf. Bor allem galt es, Instrument« herbeizuschaffen. Ohne die war nichts zu machen. Cr fragte den Chauffeur, ob er im Ort einen Arzt wüßte. Dieser bejahte. „Dann fahren Sie mich sofort hin. Los!" Er schrie der Allen zu, bei dem Verwundeten sitzen zu bleiben, aber nicht anzurühren, und«ille hinaus. Der Arzt war über Land Mfahren. Aber seine Frau stellte dam Professor die nötigen Instrumente zur Verfügung. versprach auch, ihren Mann so schnell wir möglich nachzu- schicken. Die Hinfahrt, dos Suchen der Instrumente hatte kaum eine halb« Stunde in Anspruch genommen. Auf der Rückfahrt dachte Hofs: wenn er stirbt, ist er Sieger. Er muß durchkom- men, um mir Rechenschast zu geben. Helfe ich ihm darum? Unsinn! Man tut nur seine Pflicht. Nachdem er sich überzeugt hatte, daß der Verwundete noch lebte, sagte er zu dem Chauffeur: „Ich habe eine Bitte ckn Sie. Sie sehen, Ihr Herr hat so viel Blut verloren, daß er in kürzester Zeit draufgeht, wenn ihm nicht neues Blut eingepumpt wird. Ich möchte Ihnen ein Schalchen Blut abzapfen. Sind Sie dazu bereit? Be» sondere Gefahr ist bei der Sache nicht. Jedenfalls wird Herr Ryseck, der ja ein reicher Mann ist, Sie dementsprechend belohr/en. Wollen Sie?" Aber der stämmige Chauffeur, der eben noch so betulich und hilfsbereit sich an den Arzt herangedrängt hatte, lyar schon bei dessen ersten Worten ängstlich nach der Tür hin Surückgewichen und erklärte, darauf ließe er sich nicht ein, um keinen Preis! Seine gesunden Glieder seien sein einziges Ka- pital. Wer zahlte ssiner Witwe Pension, wenn er drausginge? „Also dann nicht! Zell haben wir keine zu verlieren. Dann helfen Sie mir wenigstens.— Mutter, setzen Sie mal einen Kessel mit heißem Wasser auf!" schrie er die Alte an. „Aber der Kessel muß ganz sauber sein. Verstehen Si«! Absolut sauber." Er holte den Gummischlauch, an dessen beiden Enden zwei Kanülen von der Dicke eines Streichholzes befestigt waren, Messer. Schere und Verhandgaze hervor. Nachdem er dann ein« Kanüle in die Armvene des Verwundeten eingeführt und befestigt hatte, legte er mit einigen kurzen Schnitten die Puls- adcr seines linken Armes frei und band die andere Kanüle dort ein. Wie Hoff so am Bettrand saß, die Hand Rnsecks in feiner Linken, und beobachtend sich über ihn beugte, hätte man die beiden siir zwei Freunde halten können, von denen der eine zärtlich über den Schlummer des anderen wacht. Der Chauf- feu, die Azetylenlampe seines Autos hochhaltend, stand noch immer ängstlich auf der Schwelle und schaute mit dummer Verwunderung zu. Nach einiger Zeit begann die Wunde frisch zu bluten. Hoff entfernte die Kanüle aus seinem Arm. klebte die Wund« zu und wickelte einen Verband darum. Dann bereitete er in der Küche eine Kochsalzlösung und injizierte dem Verwundeten davon eine größere Meng«. Aber damit war sein« Kraft auch zu Ende Er setzte sich, gab dem Chauffeur einige Anweisungen, seine Stimme verlor sich jedoch in unverständliches Murmeln. und sein Kopf siel auf die Seite. Der Chauffeur konnte gerade noch herbeispringen und d«n vom Stuhl Rutschenden aus- sangen. Es war ein Glück, daß nach einigen Minuten das Wägel- chen des Arztes vor dem Hause hielt. Er hatte den Amtsrichter und einen Polizeidiener mitgebracht. Der Arzt hiell es filr. das Richtigste, sich zuerst um den Ohnmächtigen zu bekümmern, der nach einiger Zeit wieder zu sich kam. Hoff teilte ihm mit, welche Maßnohmen er er- griffen hatte. Ueber den Unglücksfall selbst tonnte er den beiden Herren keine nähere Auskunst geben. Als bald darauf dieselben Männer, welche Rnstck in das Haus gsbracht hatten, mit der Meldung kamen, daß die Leiche des Försters noch im Walde läge, entfernten der Amtsrichter und der Polizeidiener sich. Hoff und der Arzt begannen den Verwundeten zu verbinden. Nachdem das geschehen war. fuhr Hoff auf Anraten des Arztes, der Ihm mit vorsichtiger Dringlichkeit bemerkte, daß.sein Herz nicht intakt zu sein schein«, in das Gasthaus zurück, sieh sich, ohne nach Elisabeth zu fragen, ein Zimmer geben und wollte sich niederlegen. Aber mehrfach mußte er die"geringe Mühe des Auskleidens unterbrechen und sich mit geschlossenen Augen ausstrecken. Es war nicht der Blutverlust, der diesen ohmnachtähnlichen Zustand rerursachte, und das umflorte Dunkel, hinter dem ihm alles cntzlitt. kam nicht aus körperlicher Schwäche, kam aus der Leere und Traurigkeit feines Herzens. Kurze Zeit nachdem Hoff fortgefahren war. erschienen Elisabeth und ihre Schwester, die inzwischen eingetroffen war. im Forsthaus. Der Llrzt tellte den beiden Damen mit, was er von den Geheimnissen wußte. Während Margret auf Elisabeths Bitte bei dem Verwundeten blieb, eilte diese in das Gasthaus zurück Als sie vorsichtig ihres Mannes Zimmer öffnete, schlug Höfs die Augen auf, schloß sie aber wieder, sobald er seine Frau erkannte. Elisabeth wollte sprechen, wollte seine Hand ergreifen, als sie aber an deren Gelenk den weißen Verband erkannte, drückte sie auf die unbeweglich nebeneinander aus- gestreckten Finger nur einen inbrünstigen Kuß. Er wies die neben dem Bett Kniende auf einen Stuhl und sagte dann, das an Blässe den Bettüchern gleictze Gesicht zu ihr hinwcnderüZ, mit einer etwas matten und rcnuien, ober von jedem höhnischen Unterton freien Stimme: „Du kannst vollständig beruhigt sein. Er hat Glück gehabt und wird mit dem Leben davonkommen." Sie wollle etwas antworten, aber er schloß yüt ungeduldiger Miene. die Augen. Nach einem kurzen Moment fuhr er fort? „Ich werde morgen abreisen—" Sic unterbrach ihn, er wiederHolle seine Worte: „Ich werde abreisen. Ich wünsche nicht, daß du mit- kommst. Die Kinder mögen einstweilen bei dir bleiben. Ein ferneres Zusammenleben von uns beiden kann ich mir nicht vorstellen. Du hast mir das Bitterste gesag'. was eine Frau einem Manne sagen kann. Zehn Jahre sind wir verheiratet gewesen, du und die Kinder waren mein ganzes Glück, und ich glaubte, daß auch du glücklich feiest. Und nun sagst du, es hätte ein anderer kommen müssen, der dich lehrte, was Liebe ist. Ich will dir offen bekennen, daß mir dies« Art Lieb« fremd ist und immer fremd bleiben wird. Ich will dich nicht halten. Es wäre mir richttger erschienen, wenn du oder dein Freund mir gesagt hätte, wie ihr miteinander steht. Unter- brich mich nicht, gleich bin ich zu Ende.— Ich mein«, so viel Vertrauen und auch so viel Rücksicht auf meine Ehre hätte ich wohl verdient. Ich wollte deinen Freund zur Rechenschaft ziehen. Ich werde es nicht tun Es ist lächerlich, dem Lauf des Schicksals vorgreifen zu wollen. Ich werde eurem Glück nicht im Wege sein. Laß mich doch ausreden! Vielleicht tun dir jetzt deine Worte von vorhin leid und du glaubst, anders zu empfinden. Aber morgen würdest du schon bereuen, was du jetzt sagst.— Zehn Jahre ein glückliches Zusammenleben, und es war nichts als Lüge, nichts als... es fft nichts, so laß doch... was machst du...?" (Fortsetzung folgt.) Altermann totfchlagen werde. Sein Saß auf bie Frau fam wohl daber, daß et fie im Berdacht hatte, ihm im November v. J. eine Lafce mit 100 m., die der Brauerei gehörten, gestohlen zu haben. Arbeitsgenossen Wörpels belunden, daß biefer wiederholt von seiner Arbeitsstelle nicht nach Hause durchfuhr, sondern an der Langen Straße ausstieg. Eine Zeugin erfennt in Wörpel nach dem Licht bilb ben Mann wieder, mit dem Frau Altermann am Abend des Mordes in das Haus hineingegangen ist. Nachlese. Der Wochenmarkt ist beendet. Auf dem Plat, auf dem er stattgefunden, sieht es mirr aus. Die Waren der Händler, die hier ihre Waren zum Verkauf gestellt haben, sind im Abrollen begriffen. Was sie hinterlassen auf dem Blag, liegt noch fraus und wirr durch einander und wartet darauf, daß die Kolonne der Straßenreiniger fommt und Ordnung schafft. Da liegen neben achtlos fortgeworfenen Papieren ein paar angefaulte Apfelsinen und Mandarinen, die vom Verkaufstisch heruntergefugelt sind, da sieht man Knochen, die einem Schlächter vom Tisch gefallen sind, man findet kleine Stückchen Fleisch, die beim Zerschneiden eines großen Stückes zu Boden geglitten sind, ein paar Burftzipfel und Wurstscheiben liegen daneben, und andere " Delikatessen" mehr. Auf dem leeren Plaz steht ein Kriegstrüppel. Er hat ein Holzbein, bewegt sich nur schwer und mit Hilfe von zwei Stöden vorwärts, und feine Kleidung ist so ärmlich und dünn, daß der Wintermind überall ungehindert Eingang und Durchgang findet. Der noch junge Mensch mit dem Elendsgesicht humpelt auf dem leeren Wochen marktplatz zwischen den leeren Tischen und Ständen umher und stochert mit dem Stock in den auf dem Erdboden liegenden Papieren. Was er findet, hebt er schnell und wie gierig auf und stedt es in die tiefen Taschen seines verschliffenen Militärmantels. Wenn der Fund ein besonders guter und großer gewesen, wenn er da, wo ein paar Stunden vorher Bäcker gestanden haben, eine zur Erde gefallene Schrippe findet, fo glänzt fein Auge. Schnell läßt er fie in der Manteltasche verschwinden und sieht sich scheu um, ob nicht ein anderer, ein Konturent von ihm ebenfalls auf dem Plaz steht und noch derartigen Schäßen Ausschau hält. . Nachlese! Gewiß nichts Seltenes und nichts Unbekanntes. Seit langem schon findet man an diesen und jenen Stellen, auf denen Nahrungsmittel feilgeboten worden sind, und namentlich in der Nähe der Markthallen, arme Menschen, die das suchen, was andere verforen oder achtlos fortgeworfen haben. Aber dieses padt anders, weil eben ein Mensch, ein Zeuge der großen Beit und ein Rüd fehrer aus dem Stahlbad, den man zum Krüppel geschossen hat, in Abfällen und Kehricht suchen muß. Und unwillkürlich denkt man: Rachlese vom großen Krieg!' und man denkt an jene lieben Staatshürger, die feit langem schon eifrig bemüht find( Gott sei Dank Fönnen sie es nur mit dem großen Maul tun!) zu einem neuen Krieg zu rüsten. Die feindlichen Frauen. Aus einer Hundegeschichte hat sich ein Meineidsprozeß entwickelt, ber ein junges Mädchen, Anna Witt, vor das Schwurgericht des Landgerichts II führte. Die Angeflagte war bei einem Schlächter. meister Rube in Copenid in Stellung und führte am 8. Februar v. J. Lug, den auf den Mann breffierten Schäferhund des Schlächtermeisters, die Treppe hinauf, als gerade die Hauswirtin Hahnelt, bie ans Telephon gerufen wurde, eilig die Treppe hinunterlief. Frau Hahnelt behauptete nun, daß sie von dem Hund, der trotz der Sperre feinen, Maulforb hatte und ohne Leine gewesen sei, angefallen woorden sei und daß ihr der Hund die Kleider bis auf die Unterwäsche zerrissen hätte. Es entstand ein Zivilprozeß, in welchem Frau Hahnelt beschwor, daß der Hund ohne Maultorb gewesen sei; das felbe beſtätigte ihre Hausangestellte. Die Angeklagte gab dagegen dem widersprechend unter Eid an, daß der Hund einen Maulforb getragen habe und von ihr auch an der Leine geführt worden fei. Einige Zeugen befundeten auch, daß der Hund furz vorher, als fie aus dem Laden famen, einen Maultorb gehabt habe, dagegen haben andere Beuginnen den Aufschrei der Hauswirtin gehört. Die Berhandlung ergab auch, daß zwischen der Angeklagten und der Hauswirtin feit langem Feindschaft bestanden habe, und beide Frauen hatten dafür Atteste beigebracht, daß fie mißhandelt worden feien. Jede wollte von der anderen zuerst angegriffen worden sein. R.-A. Puppe verwies auf die Gefahren von Aussagen der Prozeßgegner aus Zivilprozessen und hielt die Sache nicht für genügend aufgetlärt. Das Schmurgericht unter Borsiz von Landgerichtsdirettor Marquardt tam jedoch zu der Ueberzeugung, daß die Angeklagte einen Meineid geschworen habe. Das Urteil fiel aber sehr milde ous, da als Strafmüderung angenommen wurde, daß die Angeklagte sich bei Angabe der Wahrheit selbst des Bergehens gegen das Straf gefeßbuch bezichtigt hätte. Mit Rücksicht auf ihre Jugend murde fie nur mit 4% Monaten Gefängnis, der niedrigsten zulässigen Strafe, belegt. Rodelsport in den Müggelbergen. Aus Anlaß der zahlreichen Unfälle, die sich im vergangenen Winter gelegentlich der Ausübung des Rodelsports in den Müggel bergen ereignet haben, weist das Polizeiamt Röpenid die Robler und Ausflügler darauf hin, daß für die Ausübung des Rodel= sportes in den Müggelbergen nur die von der Stadt Berlin zur Berfügung gestellten Bahnen in Betracht kommen, und zwar 1. von der Bismardwarte in westlicher Richtung auf des Tenfelsfee, 2 öft lich der sogenannten Kanonenberge und der Sand, curre in fubficher Richtung bis zur Birtenallee, 3. parailei temi Austauf der Bahn zu 1 an der östlichen Seite des Restaurants aidschante. Die teiden fegtgenannten Bahnen sind hauptsächlia) für Kinder be ftimmt. Vor der Benuhung aller anderen fogenannten„ wilden" Rodelbahnen wird wegen der amit verburdene Gefahren eindringlichst gewarnt. Berboten ist das Rodeln auf dem Fußwege non der Birtenallee zuin Zinssi histurm, dem Wege von der Bildschänke zum Teufelsfee nach dem Bismarckturm bis zu der in halber Höhe befindlichen Holzbrüde sowie auf dem östlich vom Bismardturm nach dem Restaurant Prinzengarten führenden Fußwege. Die verbotenen Stellen sind durch Aufstellung von Warnungstafeln getennzeichnet. Das Publikum wird dringend gebeten, schon im eigenen Interesse den Anordnungen der Aufsichtsbeamten unbedingt Folge zu leisten. Private und öffentliche Säuglingsfürsorge. Auf der Tagung des Reichsverbandes der privaten & rantenanstalten, die in diesen Tagen zusammen mit der Hygienemeffe in Berlin stattfand, beschwerte man sich sehr heftig dar fiber, daß die privaten Kranfenanstalten sehr start unter der Kon furrenz(!) der fommunalen Anstalten litten. Die Anstaltsbefizer führten aus, daß vielfach neue Heime für die Jugend und für die Säuglinge errichtet würden, und daß, um Ersparnisse zu machen, viels fach Säuglinge aus den privaten Anstalten, in denen fie gut unter gebracht worden seien, weggenommen würden, und daß sie dann entweber in Familien oder in Rommunalanstalten untergebracht würden. Hierzu ist folgendes au fagen: Grundfäßlich ist daran festzuhalten, daß die Fürsorge für die Säuglinge von hervorragendem öffentlichen Interesse ist und daß schon aus diefem Grunde die Kommunen sich aufs eingehendste mit den Fragen beschäftigen müffen. Münschenswert ist natürlich, daß überall von der Rommune die notwendigen Anstalten für die Säuglingsfürsorge zur Verfügung gestel werden. Wenn hier in Deutschland noch sehr vieles zu gefhehen hat, so liegt dies einmal an den Finanzverhältnissen der Stäbte, vor allem aber an bem $ 5 bes Fürsorgegejeges, der bestimmt, daß dort, wo prinate Anstalten bestehen, die Errichtung von öffentlichen Anstalten zu ver meiden ist. Schon aus diesem Grunde wird man nicht umhin fönnen, auch in privaten Anstalten die Säuglingsfürsorge, wo sie fie haben, zu belassen. Selbstverständlich muß bei der Auswahl der Anstalten, in welche die Säuglinge gegeben werden, das wohl des Säuglings das oberite Gefeß sein. An der Höhe der Pflege fäge darf die Unterbringung in eine Privatanstalt, wenn diese für das Bohl des Säuglings beffer zu sorgen in der Lage ist, nicht scheitern. Natürlich ist eine leberwachung der Einrichtungen und der Behand: fung der privaten Anstalten dringend geboten. Sie muß so scharf wie nur möglich sein. Allgemeine Funktionärinnen- Konferenz ( Agitation Wohlfahrt Kinderfreunde) Freitag, den 13. März, abends 6% Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Hof III Tagesordnung: Die Reichspräsidentenwahl. Referentin: Gen. Mathilde Wutm. Türkontrolle 6.& reis. Die Furcht vor dem Falscheid. Er will schwören, daß er nicht die Wahrheit gefagt habe. geschichte Mcabits dastehen dürfte, ereignete sich vor dem Schöffen Ein sonderbarer Borgang, wie er wohl einzig in der Kriminal: gericht Mitte. Als der Zeuge einen Gid leiften follbe und die Eibes formet:„ Ich schwöre, daß ich die reine Wahrheit gefagt habe, laut nachsprach, fügte er zu feiner„ Sicherung" ein leises nicht ein, das aber noch rechtzeitig von dem Richter bemerft wurde. In dem zweiten Fall nickte der Zeuge, der durch seine Eideszulage feine eigene Ehefrau ins Gefängnis bringen wollte, plötzlich zusammen der Stärkere. und lehnte den Eid ab. Das Gewissen war in beiden Fällen doch verhandelt werden, der wegen Münzperbrechens angeflagt war, In dem ersten Fall follte gegen einen Händler son Dyren weil er bei der Berausgabung gefälschter Billionen scheine abgefaßt worden war. Der Angeklagte bestritt jede Schuld und behauptete, daß er die Scheine von einem unbekannten Manne beim Verkauf einer goldenen Uhr in der Münzstraße erhalten habe. Er gab allerdings zu, daß ihm selbst das Geschäft mit dem Unbefannten mies" vorgefommen wäre, aber er babe teine Ahnung gehabt, daß er falsche Banknoten bekommen habe. Nun erinnerte fürglich vor derfelben Abteilung eine Falfchmünzerbande abzuurteilen fich aber der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. Lehmann, daß er fürzlich vor derfelben Abbeilumg eine Falschmünzerbande abzuurteilen dessen Persönlichkeit als einen Mann mit schwarzen Locken ge gehabt habe, die die Hauptschuld auf einen Holländer geschoben hatte, schildert wurde. Diese personale Beschreibung paßte genau auf den jezigen Angeflagben; deshalb hieß der Borfizende den Hauptange schuldigten aus dem früheren Prozeß, Hadalid mit Namen, aus dem Gefängnis vorführen. Hadalid, der wegen Münzverbrechens eine mehrjährige Zuchthausstrafe erhalben hatte, erklärte auf Befragen, daß er den Angeflagten nicht tenne und nie gesehen habe. Trog der schärfften Ermahnungen blieb er bei dieser Angabe. Der Bor sitzende wollte nunmehr zur Bereidigung dieses Zeugen schreiten. Hadalid hob auch die hand hoch und sprach ruhig die ersten Worte der Eidesformel nach. Als er an die Worte lam:„ Ich schwöre, daß ich die reine Wahrheit gefagt habe," fügte er leise ein nicht ein, so daß der Satz lautete:„ daß ich nicht die reine Wahrheit gefagt habe". Natürlich brach der Vorsitzende sofort die Bereidigung ab und nahm den merkwürdigen Zeugen nochmals scharf ins Gebet. Hadalid erklärte nun: Bei Gott fann ich das nicht beschwören, ich will lieber die Wahrheit gestehen, und so gestand er dann, daß der Angeklagte van Dyren der Mann fei, der ein fehr tätiges Mitglied der Falschmünzerbande gemefen fei. Unter der Wucht diefes Geder Falschmünzerbande gewefen fei. Unter der Wucht diefes Ge ständnisses, ließ fish der Angeklagte dann auch bewegen, ein Befenntnis abzulegen. Das Schöffengericht verurteilte van Dyren zu zwei Jahren drei Monaten Buchthaus und Ehrverluft. Die Rache des gefchiedenen Ehemannes. Wenn ich im Zuchthaus fihe, foll sie auch brummen. Das hatte ein wegen schweren Diebstahls zu mehrjährigem Zuchthaus verurteilter Mann namens Winterfeld Bekannten gegenüber ge. äußert. Tatsächlich hatte er vom Gefängnis aus seine gefiebene Ehefrau Klara bezichtigt in einer Gemeinde Schule, in der fie Aufwartedienste verfah, die Schränke erbrochen und Gegenstände entwendet zu haben. Der Verteidiger hatte einen Gegenbeweis angetreben, daß es sich um einen Rache att handele und daß der Anzeiger Gefängnisinfaffen gegenüber geäußert hatte, es fomme ihm nicht darauf an, wenn die Sache schief gehe, wegen wissentlich falscher Anschuldigung noch einige Monate länger zu figen. Beim Zeugenaufruf wollte Winterfeld sich, als die Anlage gegen feine frühere Frau zur Verhandlung fam, auf diefe ftürzen und fonnte nur mit Gewalt zurückgehalten werden. Bor Aufregung bekam die Frau Herzkrämpfe. Hinterher scheint sich der Ehemann aber eines Besseren besonnen zu haben denn als es darauf anfam, daß er seine Anschuldigungen durch den Eid erDie anderen Zeugenvernehmungen ergaben die völlige Unschuld der härten sollte, verweigerte er plöglich seine Aussage Angeklagten, so daß fie vom Schöffengericht auf Kosten der Staats. taffe freigesprochen wurde. fo find auch schon Opfer der Glätte zu verzeihnen. Die 26 Jahre Opfer der Glätte. Kaum find Frost und Glätte eingezogen, alte Prüferin Ella Jm aus der Staliger Straße 11 glitt gegen 10% Uhr abends infolge der Glätte vor dem Hause Admiralstr. 3 aus und trug einen Beinbruch davon. Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 13. März. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Dr. Paul Hirsch- Mamroth: Fettsucht und Entfettungskuren. 1. Vortrag. Entfettungskuren". 7 Uhr abends: Wege zum Wissen: Rubens und van Dyk, die großen Niederländer". 7.30 Uhr abends: Dr. Heinrich Zellner( öffentlich anBedeutung und ihre Verfälschungen". 8 Uhr abends: Hans- Bredowgestellter Chemiker): Unsere Nahrungs- und Genußmittel, ihre Schule.( Abteilung Bildungskurse). Gartenbau. Gartenbaudirektor Ludwig Lesser: Gartenarbeiten im Frühling". 8.30 Uhr abends: Kammermusik. 1. Quintett C- Dur, op. 163, Schubert. Allegro Presto) Allegretto pin Allegro( Prof. Robert Zeiler, 1. Violine; ma non troppo Adagio Scherzo( Presto, Andante sostenuto, Albert Nagel. 2. Violine; Otto Urack, Bratsche; Hermann Hopf, 1. Cello; G. Walter, 2. Cello). 2. Brahms", aus Schattenbilder. Herbert Eulenberg( Karl Zander, Rezitation). 3. Sextett B- Dur, op. 18, Brahms, Allegro ma non troppo Andante ma moderato Scherzo( Allegio molto). Rondo( Poco Allegretto e Grazioso) ( Prof. Robert Zeller, 1. Violine; Albert Nagel, 2. Violine; Otto Urack, 1. Bratsche; Hans Schnitt, 2. Bratsche Hermann Hopf, 1. Cello; G. Walter, 2. Oello). Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theaterdienst. Umschlag 2. Program Unterhaltungs Baftelteil inhaltreichste Funkzeitschrift Rundfunk!! Jun roten Abonnementsbeftellung durch frden Briefträger Gnadengefuch für die Lehrerin Stegemann. Für die fürzlich vom Schöffengericht Bontow zu acht Monaten Gefängnis verurteilte Lehrerm Helene St. hat ihr Berteidiger ein Gnadengesuch eingereicht und zur Befürwortung desselben eine Reihe von Unterschriften beigebracht. Unter den Unterzeichneten des Gnadengefuches befinden sich die Namen von Brofessor Albert Einstein, Frau Professor Käte Kowis, Frau Dr. Helene Stöder, Alara Biebig, Gertrud Eyfold, Hedwig Bangel, Marie von Bunier, Graf von Montgelas, Georg Bernhard und von zahlreichen Aerzten und Schriftstellern, sowie Juristen. Warnung vor einem Schwindler, Der Zimmererverband teilt uns mit, daß ein Mann, der ständig seinen Namen mechselt und fich zuleßt Gonde nannte, seit Jahr und Tag die Wohnungen von Mit gliedern des Berbandes aufsuche, mit der Klage, er habe joeben auf der Straße mit feinem Handwagen Malheur gehabt. Sur Reparatur gebrauche er Geld. Seine Tage schwankt zwischen 30 Pf. und 3 M. Im Ottober und November vorigen Jahres trieb er fein Handwert im Often Berlins, im Dezember in Stegliz, in den beiden letzten Monaten in Reinickendorf und zuletzt in der Gegend der Köpeniderund der Schmidstraße. Der Gauner wird als ein etwa 40jähriger mittelgroßer Mann beschrieben, mit vollem Gesicht und fleinem rotblonden Schnurrbart. In Reinidendorf und Wittenau sammelte er bei Geschäftsleuten Streifgeld" für Streifende Zimmerer. Ins besondere die Familien der Zimmerer werden vor dem Menschen gewarnt. Wenn möglich, ift er der Polizei auszuliefern. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß ein Streit für Zimmerer gegenwärtig nicht besteht. Achtung, Mitglieder der Konfumgenossenschaft der 27. Verlaufstelle! Bersammlung aller BD. Mitglieder bei Aletle Emdener Straße, Ede Wiclefstraße, heute Freitag 7%, Uhr. Das Fundbureau der Straßenbahn wird wegen baulicher Ber änderungen im Verwaltungsgebäude am Leipziger Blas bor übergebend na bem Straßenbahnhof Urban straße 167, Ede Geibelfir., verlegt. Es ist dort wie bisher werftäglich von 10 bis 8 Uhr, Sonnabends nur von 10 bis 1 Uhr, geöffnet. Von Freitag, den 18. März, bis Montag, den 16. März. bleibt das Fundbureau gefchloffen. Das Hauptfundamt im Polizeipräsidium. Unferem Artikel über das Hauptfundamt ist ein fleiner gebler unterlaufen. Das Publikum. foll sich nicht erst nach 20 Tagen nach seinen Saben erfundigen, fondern bereits nach Verlauf bon zehn Tagen nachfragen. Ordner der Proletarischen Feierstunden! Montag, den 16. Mara, abds.. 8 Uhr: Sthung bei Hoffmann, Lhchener Str.& Jubiläen. bernen Schalt Am 10.& ra feterte Genoffe Eduard Grunwald- 28wenbruch das Fest be filbernen Hochzeit. Am gleichen Sage blidte Genoffe Grunwald auf eine 32jährige Barteimitgliedſchaft zurüd. Serr Guftan Sapeibel war am 10. Mars 50 Jahre het der Firma C. A. F. Rahlbaum tätig und füllt seinen Rosten in voller Frische aus. Ueberall Schneefälle und Kälte. Im Thüringer Wald 13 Grad. Der plötzlich einfegende Rückfall in den Winter, nachdem wir ims auf dem Weg in den Frühling glaubtent, hat sich über ganz Europa ausgedehnt und aus allen Teilen Deutschlands werden heftige Schneefälle, verbunden mit Frost gemeldet. In Berlin hatten die Schneefälle die üblichen fleinen Verkehrs. störungen zur Folge. Auf den Rettungsstellen des Rettungs. amts wurden gestern etwa 30 Personen behandelt, die durch das Glatteis zu Schaben gefommen waren. Es handelt sich in den meisten Fällen um leichtere Berlegungen, wie Verstauchungen und feinere Bermundungen. In einigen Fällen sind auch Arm- und Beinbrüche zu verzeichnen. Da auch auf den Gewässern in der Umgebung Berlins die von vielen ersehnte Eisdecke im Entstehen begriffen istor so wird von der Polizei an die in den vergangenen Jahren beim Betreten von Eisflächen vorgefonimenen Ingiüdsfälle erinner Es wird dringend empfohlen, nur foíche Eisflächen zu betreten, die mit Zustimmung der zuständigen Belizeibehörde von einem lInter nehmer hierfür freigegeben sowie durch Strohwische oder ander: Mittel in ihrer Ausdehnung fenntlich gemacht sind. Bei Unglücs fällen empfehlen sich die folgenden bewährten Berhaltungsmaßregeln: Borgehen auf dem Gife in langer Reihe hintereinander in großen Abständen, Herantriechen an die Unfallstelle in langer Rette, bis der Eingebrochene mit einer hingehaltenen langen Stange oder fammengefnotete Kleidungsstüce treten tönnen, erreicht werden term. einem zugeworfenen Riemen oder Sell, an deren Stelle auch zuAus dem Reich liegen folgende Meldungen vor: Dem Deutschen graphisch folgende Wetterberichte zu: Thüringen, Oberhof Berkehrsbureau, Berlin, Potsdamer Bahnhof, gingen gestern tele tälte, etwas bewölft, Sfi umb Rabelbahn vorzüglich, Pulverschnee. 825 Meter über dem Meere, 40 Zentimeter Schneehöhe, 13 Grab ar 3, Braunlage, 600 Meter über dem Meere, 40 Zentimeter Schneehöhe, 6 Grad Katte, Schneetreiben in Schauern; aller Sánce sport gut. Unterbrechungen, so daß auch die innere Stadt ein vollkommen Dresden, 12. März. Seit drei Tagen fhneit es hiet mit furzen winterliches Bild biebet. Im Erzgebirge liegt ber Schre stellenweise über einen Meter hoch bei einer Temperatur bis zu 12 Grad Frost Die Gelegenheit zur Ausübung des WinterSports ist überall ſehr günstig Dortmund, 12. März. Nachdem in den letzten Tagen schon leichte Sameefälle erfolgt waren, fehte heute in den Mittagsstunden ein die Straßenbahn innerhalb furzer Zeit mitten auf der Strede ftillaußerordentlich dachtes Schneegestöber ein, das große Ber fehrsstörungen hervorrief. In den Außenbezirken der Stadt mußte gelegt werden. Auch die schmeren Bastautos mußten teilweise auf der Straße liegen bleiben. Im Eisenbahnverfehr trafen große Berspätungen ein. Köln, 12. Mir. Nachdem heute nacht leichter Frost eingetreten ift, fällt feit heute früh 8. ühr bei 3 Grad Kälte hier und in der Ums gebung Schnee; auch aus Aachen, Düsseldorf imd Elberfeld wird Schneefall gemeldet. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin 8. 68, Sindenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Sot, 2 Tres. rechts, au richten. 6. Kreis Arenzberg. Rettungskommiffion! Seute, Freitag, ben 18. März, 7½ Uhr, Sigung in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. 14. Rzeis Reniöln. Abteilungsleiter! Seute, Freitag, non 5-7 Uhr Material abholen im Parteibureau. Heute, Freitag, den 13. März: 124. bt. Mahlsbort. 8 Uhr Funktionärsigung bei Riefelath. 108. Abt. Ripenid. 7% Uhr Funktionärßigung hei Rabel, Freiheit 5. Sunafozialisten, Gruppe Lantwis. 8 Uhr Mitgliederversammlung in ber Morgen, Sonnabend, den 14. März: Sportede. 3. At 8 Uhr äußerst wichtige Sigung aller Funktionäre und Funktis. närinnen bei Arilger, Engelufer 23. 83. bt. Lichterfelbe. 8 Uhr bei Quandt, Moltkestr. 31, Bezirksführerkonferens. Wichtige Tagesordnung. 102. Abt. Baumschulenweg. Der Männerchor Oberfpree begeht am Sonnabend im Etabliffement Spreegarten feine 25jährige Gründungsfeier. Die Ge noffen tönnen Rarten hierzu bis Sonnabend 5 Uhr entnehmen. Jugendveranstaltungen. Alle Musiker ( außer Maubolinen) treffen fich Sonnabend, ben 14. Mäsa, abends 6 Whe pünktlich, im Jugendheim Sindenste. 3( Diskutierzimmer). Abteilungsleiter, gest bie April- Brogramme ab, nehmt bie nadh ausstehenben renungen set, bolt die Rarten zur Frühlingsfeier a 2btellungstaffierer! Sente, Freiton, as 5-7 Uhr Abrechnung und Ausgabe bez Beitrags maten, Btsgabe ber Jugend noren" und der Arbeiter- Jugend". Weihnachtsverlosung! Es find noch verschiebene Gewinne abzuholen. Wer bis heute, Freitag, fein Bes nicht umtauscht, verliert fein Anrecht auf den Gewinn. Achtung, Abteilungsleiter! Sonnabend, den 14. d. M., abends pünktlich 7 Uhr, Borfigenben- Konferens im Jugendheim Lindenstr.& Tagesordnung: Borinag: Jugend, bayerisches Kontorbat und Kultur. politik." Referent: Genoffe Feiz Schmidt. Ohne Mitgliedsbuch tein Zutritt! Heute, Freitag, den 13. März, abends 7% Uhr: Moabit I: Jugendheim Baldenfer Str. 21, Bortrag: Die Stellung ber Jugend in den Gewerkschaften." Meabit II: Gemeindeschule am Stephans. Webbing und Bedding- Rarb: slak, Distuffion:„ Unsere Gemeinschaft." Nardost II: tebigenheim, Schönstedtstr. 1, Bortrag: Schundliteratur." Rofen Jugendheim Danziger Str. 62, Bortrag: Entstehung der Zeitung. Baler Borstadt: Landgemeindehaus, Sophienstr. 21, Lichtbildervortrag: Unser Bernenhimmel." Beißensee: Jugendheim Charlottenburger, Ede Rölde Südost R.- B.: Jugendheim traße, Diskussion: Religion und Kirche." Charlottenburg: Mariannenufer la, Bortrag: Die Revolution von 1848." Schöneberg I: Be Augendheim Rosinenftr. 4, Bortrag: Bub und Mädel." Neukölln: Jugendeiligung an der Veranstaltung des Kulturtartells. Köpenid: cim Rogatstr. 53, Vortrag: Warum und wie mir wandern. FaltenbergJugendheim Grilnauer Str. 5, Bertrag: Alt- Berliner Sumor." Glieuide: Am Faltenberg 117, Vortrog: Bon der Runft aur Jnnung und Reinidendorf.Beft: Sportplat Soarn sum Bekleidungsarbeiterperband." eberstraße, Mitgliederversammlung. Tegel: Jugendheim Bahnhoffte, 15, Puerarischer Abenh. Baltenplag und Barschauer Biertel: Jugendheim Silfiter Str. 4, Glasbrenner- Abend." Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftstelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 37/38. Sof 2 It. Ramerabschaft Eichmalde. Freitag, den 13. März, abends 8 Uhr, Sigung des restausschusses beim Rameraden Stern. Sonnabend, ben 14. Mara, abenbs 7 Uhr, tritt die ganze Kameradschaft zum Fadelzug in der Courier- Giedlung an. Desgleichen Sonntag. ben 15. März, frlih 7 Uhr, an derfelben Stelle zum Beden. Mittags 1 hr steht die Rameradschaft zum Rameradschaft Empfang der auswärtigen Rameraben am Bahnhof bereit. icdrichshain, 6. Aug. Freitag, den 18. März, abends 6½ Uhr, findet bei Ramerab Bfd). Tiliter Str. 27, eine furze wigtige Rufammenkunft fiatt. jaft Lichtenberg nebst Untergruppen. Sonntag, den 15. März, mittags 12 Uhr, Antrelen bel Arilger sur Fahrt nach Eidwalde. Untergruppe Mahls Borf Freitag, ben 12. März, abends 8 Uhr, Bersammlung und wichtige Beforechung bei Anders. Achtung, Zugführer! Die Sufammenkunft in der Oberrealschule Elifabeth ftraße findet midt am Sonnabend, fondern am Montag, ben 16. Bara, abends 8 1hr, flatt Kamerabschaft Ober- Nieder- Göneweide und Johannisthal. Freitag, den 13. März, abends 7 Uhr, bei Räthel, NiederIdönemeibe, Brüden, Ede Spreestraße, Borstandssigung, au ber die Gruppenführer erscheinen müffen. Um 8 Uhr in demselben Sotel Mitgliederversamm fung( Borstandswahl). Stamerabfdjaft Rehlendorf. Freitag, den 13. März, Sport chends 7% Uhr, alle Aktiven Antreten bei Schnorte zum Gaalschuk. Kamerabschaft Rieberschönemeide, Ortsgruppe Adlershof. abend fällt aus. Sonnabend, ben 14. März, abends 6% Uhr, Treffen der Kameraber zur Abfahrt 6.52 Uhr. ebenso Sonntag, den 15. März, nachmittags 1½ Uhr, sure bfahrt 1.36 Uhr am Bahnhof Adlershof nach Eidwalde. Bannerkleidung, sum min. Kamerabschaft Bankow nebst Untergruppen. besten Müße, ist anzulegen. Gonnabend, ben 14. Mära, abends 6 Uhr, treffen sich die Teilnehmer sur Fahrt am Bahnhof Schönhauser Allee Benugt wird der Zug ab Görliger Bahnhof abends 6.23 Uhr. Friedrich Ebert beim Munitionsarbeiterstreik. Weitere Zeugenvernehmungen in Magdeburg. Magdeburg, 12. März( Eigener Drahtbericht.) In der Fortsetzung des Magdeburger Berleumberprozesses bestätigt der Zeuge Brolat auf eine Frage des Generalftaatsanwalts, daß sein Betrieb bereits am Montag mittag stilgelegt war, jo daß ber Eintritt der Mehrheitssozialdemokraten in die Leitung für die Streif. bewegung nichts mehr ausmachte. Bon Spandau wiffe er, daß dort versucht wurde, Arbeiter, die nicht streifen wollten, unter Hin weis auf die sozialdemokratischen Mitglieder der Streifleitung zum Streit zu bewegen. Aber auch dort haben die Mehrheitssozialdemofraten sich darauf beschränkt, daß die Arbeiter in den Betrieben blieben. Auf die Frage der Verteidigung erflärt der Zeuge, Gbert habe darauf hingewiesen, daß aus dem Eintritt in die Streifleitung Folgerungen gezogen werden könnten, die für die Partei unangenehm werden könnten. Aber die SPD.- Mitglieder der Betriebe hätten auf das unabsehbare Inglid hingewiefen, wenn Leute wie Richard Müller und Malzahn die Streilleitung behalten. Schließlich befundet der Zeuge gegenüber Aussagen des Generals Wrisberg, daß er selbst als Obmann seines Betriebes am vaterländischen Unterricht in Berlin teilgenommen habe. Bei der Art, wie diefer Unterricht erteilt worden ist, hätte man ihn fich allerdings schenken können. Der Bevollmächtigte der Berliner Metallarbeiter, Adolf Cohen, hatte nichts dagegen, daß der Zeuge an diesem Unterricht teilnahm. nach der Gewerbeordnung fei die Niederlegung der Arbeit geftattet; ein gegenteiliges Gefeh fei nicht zustandegekommen Ein Reichsgerichtsurteil, das Streit als Landesverrat bezeichnet, mar bei den Metallarbeitern nicht bekannt. In einer späteren Sigung beim Parteivorstand, so befundet der Zeuge, habe Ebert erklärt, der Parteivorstand fönne nur dringend empfehlen, den Geftellungsbefehlen Folge zu leiften. Der Parteivorstand könne die Folgen nicht auf sich nehmen, so hart es dem einzelnen auch ankommen möge. Nach dem Streit werde man versuchen, die Gestellungsbefehle rüdgängig zu machen. Noch einmal unterstreicht der Zeuge, daß, soweit Kriegsbetriebe in yrage heitsfozialdemokraten in die Streifleitung nicht möglich war, da die tommen, ein Ausdehnung des Streits nach dem Eintritt der MehrBetriebe still lagen. Schließlich bestätigt der Beuge als langjähriges Mitglied der Pressekommission des Berwärts", daß die Stellung der Redaktion eine durchaus selbständige war, daß der Parteivorstand sich in die Redaktionsführung nicht einmischen fonnte. Er fei überzeugt, daß Ebert den Leitartikel über den Streit ebenso wie die anderen Leser erst am anderen Mor gen zu Gesicht bekommen habe. In der Nachmittagsfißung wurde den Berichterstattern Der nächte Zeuge ist der jezige Parteisekretär Bufilmiejen, da sie bisher dem Rechtsanwalt Quetgebrune zu nahe faben der fozialdemokratischen Preise ein anderer Pfaz ange Berlin, der nach seiner Rückkehr aus dem Felde bei der Firma und aus diesem Grunde der Verteidigung lastig waren. Zwar Schwarzkopff als Schlosser beschäftigt war. Er fagt aus wie in der oorigen Verhandlung: Am Montag sind wir von dem Streit hatten sie während ber ganzen vorigen Berhandlung diefelben Blaze fiberrascht worden. Kurz nach der Arbeitsnieberlegung fand eine inne, aber jest müffen fie weiter vom Gerichtstisch abrüden, sadaß Betriebsversammlung statt, mo die Forderungen bekanntgegeben und sie den Verhandlungen schlechter folgen tönnen! die Delegierten gemählt wurden. Darauf ging ich zum Barteivor stand, wie das aus Anlaß des Streits im April 1917 verabredet mar. Ini Namen der Arbeiter ersuchte ich den Parteivorstand, in die Streifleitung einzutreten, weil mir die Landesverteidigung be. droht glaubten und weil ein großer Teil der Arbeiter mit dem Streit nicht einverstanden war, nachdem die Streifforderungen befannt gegeben waren. Ebert erklärte aber: Es fällt uns gar nicht ein, in die Streiffeifung zu gehen. Diejenigen, die die Suppe eingebrodt haben, mögen fie auslöffeln." Auch Braun und die übrigen Mitglieder des Parteivorstandes lehnten es zunächst fategorisch ab, sich an der Leitung des Streifs zu beteiligen. Daraufhin haben mir dem Parteivorstand erklärt, es fei die Gefahr vorhanden, daß es zu Zusammenstößen und Blutnergießen fome und daß der Streit lange ausgedehnt wird. Wir glaubten, daß durch den Eintritt in die Streilleitung es möglich werde, den Streit auf zwei Tage zu beschränken. Denn wäre es möglich gewesen, bei Entgegenkommen der Regierung einige der Forderungen bemilligt zu erhalten und hätten wir das den Arbeitern vortragen fönnen, so wäre der Streit beendigt worden. In einer persönlichen Aussprache erklärte Ebert noch einmal, ihm falle es gar nicht ein, irgendwie am Streit teilzunehmen; denn temeraoſchaft Grenzlauer Bern. Die Zeilnehmer zur Fahrt nach Eichwalde treffen fich Sonnabend, den 14. Mars, nachmittags 5 Uhr, Brenzlauer Tor, Sonntag, den 15. März, vormittags 9% Uhr Brenz louer Tor. 8ahlreiche Teilnahme bringend notwendig. Teilnahme am Fadel Allg. Ramerabschaft Tempelhof. Sonnabend, den 14. März, abends 8 Uhr, bai Riendorf, Mariendorf, Chauffee, Ece Streligftooße. Zusammenkunft der Sameraden. Ramerabschaft Reinidendorf. Sonnabend, den 14. März, abends 8 Uhr, Stiftungsfeft im Stanbichloß. Reichhaltiges Programm. Die Rame Kamerad roben aller Berliner Kamerabschaften find herzlichst eingeladen. fchaft mitte. Die Bersammlung der Zugführer Groß- Belin findet nicht am Connabend, fondern am Montag, den 16. Mära, su bekannter Seit und an helanntem Det statt. Der Ausmarsch nach Weißensee am Freitag, den 13. Mära, fällt aus. Sonnabend, den 14. Mära, abends 6 Uhr, Antreten ber Rameradschaft am Neuen Martt aur Fahnenweihe mit Fackelzug in Eichwalde. Sonntag, ben 15. März, frilh 9 Uhr, Antreten der Kameradschaft zur Teilnahme on der Fahnenweihe in Eichwalde am Neuen Martt. Ramerabschaft Nieder- feine Delegierten in der Streifleitung. idönemeibe. Infolge der veränderten Berhältnisse findet die geplante Rundgebung filr den Streis nicht statt. Glatt deffen beteiligt sich die Kamerabfchaft, menn möglich gefchloffen, am Sonntag, den 15. März, an der Bannerweihe in Cichwalde. Treffpunti nadmittags 2½ Uhr am Bahnhof Eigwalde. Hahnen find utlizubringen. Ramerabschaft Brenzlauer Berg, 1. Aug. Freitag, den 13. März, abends 8 Uhr, bei Schneider, Prenzlauer Allee 43, fehr wichtige Rame Rugversammlung. Artive und passive Mitglieder müssen erscheinen. tabschaft Tiergarten. Sonnabend, den 14. März. Zurnabend. 6½ Uhr Kamerabschaft Jugendliche, 8 Uhr Aeltere in der Turnhalle Alt- Moabit. Charlottenburg. Sonntag, ben 15. März, mittags 12 Uhr, treffen sich die Erfheinen fämte Sameraden am Bahnhof Roo zur Abfahrt nach Eichwalde. Sonntag, dest licher Rameraden Pflicht. Kamerabschaft Friedrichshain. 15. März, frith 9 Uhr, find fämtliche Fahnen, die im Befige der Kameraden find, nach dem Vereinslokal fruchtstr. 36a zu bringen. Nachmittags 4 Uhr aemütliches Beifammensein in den Gefamträumten von Schmidts Gesellschafts. Kamerabschaft Bankow nebst Untergruppen. Sonntag, haus, Fruchtftr. 36a. Den 15. März, mittags 12 Uhr, Treffen der Kameraden Berliner, Ede MühlenStraße, aur Fahrt nach Eichwalde. 8ahlreiches Erscheinen erwünscht. die Sozialdemokratie stände nach wie vor auf dem Boden der Erklärung vom 4. August 1914. Sie würde sich an nichts be. teiligen, was den Anschein erwede, als ob fie es an der Landesverteidigung fehlen lasse. Demgegenüber betonten wir, daß dann der Streit ausgedehnt würde. Unsere Vorstellungen hatten schließlich den Erfolg, daß Ebert und der Parteivorstand erklärten, den Streit abzufürzen und die Schäden für die Landesverteidigung nicht so schwer werden zu lassen. Der Parteivorstand bestimmte später Ebest, Scheidemann und Braun als Arbeiter- Rabio- Alub, Bezirk Neukölln, Ritlischule. Sufammenkunft fällt heute aus. Deutscher Arbeiter Manboliniften- Bund, Am Montag, den 16. März, findet im Rofenthaler Sof" die legte Bundesübungsstunde statt. Anfang 8 Uhr. Erfcheinen aller Bereine ist Pflicht. Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform i. B. B. Nächste Bezirks. verfammlung am 17. März in Berlin D., 2ofal Gamariterfir. 12, Ede Echreinerstraße, pünktlich 8 Uhr abends. 1. Referat. 2. Fragebeantwortung. Gäste willkommen. Arbeitersport. Schafsieler. Der Arbeiter- Schaub veranstaltet am Sonntag, bén 15. Mars, norm, 10 Uhr, ein Gäfteturnier mit anschließendem Bortrag bei Benthin, Neukölln, Reuter, Ede Boddinfraße. Teilnahme und Eintritt für jedermann frei. Sonnabend, ben 14. März, tagt die Problemgemeinschaft. Gleichzeitig treffen fich alle starten Spieler zur Gründung einer Arbeitsgemeinfchaft bei malb, Staliger Str. 126, abends 7 Uhr. Anschließend gemütliches Beifammenfein mit Damen. Freie Turnerjchaft Wilmersdorf. Die am Sonntag verlagte erweiterte Borstandsligung findet am Freitag, den 13. März, 8 Uhr, im Turnerheim statt. Arbeiter- Sportfarten Mentolin. Am Montag, den 16. März, findet in der Auf eine Frage des Staatsanwalts Dogmann erklärte der Zeuge, Ledebbur habe ihm nach dem Schluß der Delegiertenver sammlung gefagt: So, jekt habt ihr es gefchafft; fest ist der Streif abgewürgt, denn das soll die Aufgabe Ihres Partet vorstandes fein Am Abend sollte dann die Streifleitung im Gewerkschaftshaus zufammenfommen. Der Zeuge bestätigt, daß es gerade Brolat war, der immer wieder darauf hinwies, daß im Intereffe der Landesverteidigung der Eintritt in die Streifleitung not wendig fei. Auf eine Frage des Borsigen ben erflärt der Zeuge, daß das Wort Landesverrat in feinen Streifen nicht gefallen jei, auch nicht Bemerkungen, daß Beteiligung am Streit verboten fei, denn Jbeatlaufe, Marefcftraße, eine außerordentliche Karteligung hatt. Da die Feststellung der Delegierten für den Orteausschuß auf der Tagesordnung steht, muß jeder Bereinsdelegierte pertreten fein. Freie Schwimmer Charlottenburg 04 E. B., Rann unb Segelabteilung. Heute abend 8 Uhr: Bersammlung ret Siez. Charlottenburg, Nehringite 4 a Wichtige Tagesordnung 11 a Borlegung der feinerzeit angenommenen und zu Statuten ausgearbeiteten Anträge. Anpaddeln om 5. April. Bergeßt nicht den Besuch des Vereinsfchwimmfeftes am Sonntag, den 15. März, in ber Dennewißfroße, nachmittags 3 Uhr. Sport. Rennen zu Mariendorf am Donnerstag, den 12. März 1925. 1. ennen. 1. Dompfaff T( 2. Weiß). 2. Musical Girl( B. Hedert). 3. Brilon ring( B. Lerazer). Toto: 19:10. Blick: 11, 14, 14: 10. Ferrer liefen: Dolina, Buppenfbiei, Snftanz, 2u, Geisba. Serner 2. cent. 1. Friedrich Heg( Elias). 2. Brosaure( J. Mins). 3. Dolerit Treuberz Zoto: 30: 10. Plas: 12, 13: 10. Iteten: Ulaidh, Lafette. In der Fortsetzung der Beweisaufnahme fonnte sich wieder ein gefchenollener Wichtigmacher, ehemals auf Zeilenhonprar gestellter Berichterstatter des Vorwärts", dem Gericht als Sachverständiger in fozialdemokratischen Presseangelegenheiten aufdrängen. Der Mann ist ebenjo, wie der Berfasser einer antisemi tischen Sudelfchrift gegen die Sozialdemokratie, Arno Frante, inzwischen ins antisemitische Lager übergegangen und gibt jebt ein Schimpfblättchen heraus, das von der Schymerindustrie zum großen Teil gratis an Arbeiter verteilt wird. Ihre vom Haß gegen Die Sozialdemokratie eingegebenen Aussagen find trotz aller Bich tigtuerei für den Prozeßverlauf belanglos. Auch das Schöffen gericht hat sie nicht einmal beachtet. Benoffe Reinte, der langjährige Berichterstatter des„ Borwärts", mar von den beiden als Zeuge über die Treptower Bersammlung benannt worden. Er mußic ber als Zeuge erflären, daß er weder in der Treptower Berjamundung gewefen fet noch in der Borwärts. Redattion darüber gefprochen habe. Die beiden hatten vor dem Schöffengericht mie auch jetzt wieder Reintes Beteiligung aus der Zuft gegriffen. Der nächste Zeuge Reinknecht, damals Borsitzender des Arbeiter. ausschusses und Obmann der gewerkschaftlichen Bertrauensleute der Deutschen Munitionswerte in Berlin und gleichzeitig Bertrauensmann der Mehrheitsfozialdemokratie, schildert die damaligen politischen Bep hältnisse in den Betrieben, den Kampf zwischen USB. und SPD. Die Bertreter der SD. in den Betrieben seien machtlos gewesen, daher hätten sie sich angesichts der Streitbewegung gejagt, man müsse zu nächst mitmachen, um später einen Einfluß ausüben zu fönnen und Aus diesem im geeigneten Zeitpunkt die Bewegung abzubiegen. Grunde habe man versucht, den Vorstand zum Eintritt zu bewegen. Der Zeuge schildert dann seine Unterredung mit Hermann Müller vom Barteivorstand und die Sigung mit dem Gesamtpartelvorstanb am Montagvormittag in llebereinstimmung mit den Aussagen der 3eugen Brolat und Buschit. Er bestätigt ebenfalls, daß Enert sit nächst erklärt habe, er dente gar nicht baran, sich an dem Streit zu beteiligen. Auf die Frage der Berteidigung erflärt der Zeuge, bag schon am Montag mindestens vier Fünftet der Ar beiter aus den Betrieben gegangen waren, der Rest am Dienstag sowieso herausgegangen wäre, auch ohne den Eintritt des Parteivorstandes. Wirtschaftliche Streifs hätten auch während des Krieges stets stattgefunden, ohne daß jemand darin Landesverrat erblidt hätte. Auf die Frage des Borsigenden erklärt der Zeuge schließlich, daß nur die Borstellungen der Parteigenoffen aus den Betrieben den Parteivorstand zu seinem Entschluß bemogen hätten. Um 6,50 Uhr abends wird die Verhandlung auf Freitag morgen 91% Ihr verlagt. 3. Mennen. 1. Cadiac Agworthy( Sauß fr.). 2. Baron Arworthy ( 3. Mills). 8. Adler( W. Czerfon). Toto: 40: 10. Blog: 16, 12:10 Ferner liefen: Prinzeß Bertha, Tafna, Jeffries jr. 4. Stennen. 1. Arworthy J.( J. Mus). 2. Choi( F. Schulz) 3. Teufelskart( Warinid). Toto: 38: 10. Plat: 28, 24, 30: 10., Ferner liefen: Erdmann, Clematis blau, Elärchen M., Dibello JV. 5. Rennen. 1. Stabellauf(. Brandt). 2. Altgelb( Eltas). 3. Dbeffa ( 3 Körting). Toto: 20: 10. Blag: 14, 21, 22: 10. Ferner liefen: Füst, Baron Watts jr., Adelei B., Rester Mohitaner, Kämpfer, Batschart, Inventur, Fiscus, Quera. 6 Sennett. 1. Hersteller( S. Schulz). Allen). 3. Winnie( Elias). Zoto: 22: 10. liefen: Belvedere, Eulogie( disqu.). 7. Sennen. 1. Marcel( J. Mius). 2. Dawson Batis( B. Plak:, 14, 24:10. Ferner 2. Silverius( F. Schulz). & Tappan( B. Fn). Toto: 18:10. Blag: 12, 21: 10. Berdun, Dui Vine. Ferner liefen: 8. Rennen 1. Martha III( R. Weiß). 2. Edinhard( E. Steuberz). Zoto: 34: 10. 3. Sebernelle( Knöpnadel jr.). Blat: 12, 14, 14: 10. Ferner liefen: Armida I, Allene, Laby Bosworth, Dollyfa, Sturm. KAFFEE- WOCHE von heute bis einschließlich Donnerstag, den 19. März Warum wird unser Kaffee so bevorzugt? Es ist eine selbstverständliche Folge der hervorragenden Qualität! Wer/ Pfund Kaffee kauft, erhält, Pfund feinsten Raffinade- Zucker Wer 1/2 Pfund Kaffee Wer 1 Pfund Kaffee プラ 57 1/2 Pfund feinsten Raffinade- Zucker 1 Pfund feinsten Raffinade- Zucker Reichelt's Qualitäts- Kaffee Extrafeln... 1/4 Pfd. 75 Pf. Hochfein... 1/4 Pfd. 90 Pf. Reichell 147 Geschäfte Die Firma der guten Qualitäter Exquisit.. 14 Pfund 110 Special.. 1/4 Pfund 120 Rettet die Wuhlheiöe! Die StÄ>t Berlin hat im Jahre ISll die sogenannt« Wuhlhetde für den Preis von zirka 12 Millionen Mark vom Farstsisfci» enoor» ben. Das etwa 525 Hektar große, zwischen Oderschöneweide. Karls. hörst und Köpenick gelegen« Gelände ist«ine Mischung von Eichen«. Erlen« und Kiefernwald, in den reizvolle Wiesengründe eingestreut sind. Sicherlich erfolgt« die Erwerbung durch die Stadt, um die Heide der großstädtischen Bevölkerung für Erholungszwecke zu sichern. Das Vorgehen Berlins war umso mehr zu begrüßen, als die Maßnahmen der staatlichen Forswerwaltung die allmähliche Äustei- ......'"■ gewerblicher" __________________ HB mgesellschaft Gelände von 25 Hektar zu Spekulationszwecken erworben, fecflen �.....'g lung der Wuhlherde zu Wohn« und gewerblichen ließen. Hatte doch allein die Terra! cken defürchten Oberfchöneweide ein Baumbestand alsbald der Axt verfiel. Ebenso ist es unverzeihlich. daß die Stadt Berlin auf dem am Wilhelmsstrand gelegenen Gebiet der Wuhlheide, wo sie«ine Gasanstalt erbauen wollte, ebenfalls alle Bäum« fällen ließ. Glücklicherweise blieb die Gegend von der Gas« anstatt verschont. Heute sind hier Laubenbesitzer und Industrie zu finden. Daß der großen Jndustriegemeinde Oberschäneweide von der staatlichen Forstverwaltung im Pachttoege die Mülloblage auf dem schönsten Wieseng runde der Wuhlheide gestattet wurde, möge nur nebenher erwähnt werden. So war schließlich die Erwerbung der Wuhlheide durch Berlin eine anerkennenswert« Tat. Der weiteren Berfchandelung wurde Einhalt geboten, die Müllablage beseitigt. Leider hat die Stadt nicht den richtigen Weg zur Erhaltung der Wuhlheide eingeschlagen. Di« von der Stadt betriebene Bewlrt« schaftung der Heide nach rein forstwirtschaftlichen Grundsätzen muß als ein Fehler bezeichnet werden. Don unheilvollem Einfluß war die Errichtung des großen städtischen Wasserwerkes im Jahr« 1914; die gewaltigen Tiestbrunnenanlagen dieses Werkes bewirkten eine allmähliche Absenkung des Grundwasser st anbei um Z Meter. Der gesamt« zusammenhängende atte E i ch« n b«« stand, der einst eine Zierde der Gegend war. wurde damit dem Untergänge geweiht, da die alten Bäum« nicht mehr die gewohnte Nahrung fanden. Die Ausholzung der absterbenden Bäume hat heute nur noch einen ganz winzigen Bruchteil des einst fo prächtigen Waldes übrig gelosim. Auch der Kiefernsiefiand hat sehr gelitten. Die städtisch« Forswerwaltung versucht nun die kahlgeschlagenen Stellen neu aufzuforsten. Da» muß wegen der mangelnden Ent» Wicklungsmöglichkeiten dieser Kulturen ol» versehtt und aussichtslos hnet werden. iamhafie Fachleute glauben, daß die Erhaltung der WuhcheSe bezeichn Na für die Volkse rholung nur nach folgendem Plan gewährleistet ist: Die leider notwendigen Ausholzungen obsterbender Bäum« müsien wett« gemacht werden durch sofortige Anpflanzung junger, möglichst schnell wachsender Gehölze, die sich den veränderten Grundwaflerverhält- nisten anpasten. Hand in Hand damit hat ein« Pflege von besonders erhaltungswürdigen schönen Baumgruppen einherzugehen, so daß in Berbindung mit der Anlage notwendiger Wege dem Ganzen ein waldparkartiger Charakter oerliehen wirb, ähnlich dem Plänterwalde in Treptow. Em vielversprechender Anfang in dieser Richtung sind die aus Mitteln der Spiel-, Sport- und Parkstiftung und im Wege von Notstandsarbeiten durch die Gartenoerwaltung des Bezirkes Treptow hergestellten Anlogen in der Wuhlheide. Wäre nach«man solchen Plan seit Jahren verfahren— insbesondere im Eichen- bestand«,— so macht« die Wuhlheide nicht, zum Leidwesen aller Naturfreunde, heute einen so überaus kläglichen Eindruck. Gemessen an der Bedeutung der Angelegenheit und ihrer Dringlichkeit dars tew« Zeit zur Rettung der Wuhlheide verloren werden. Wenn gegensätzliche Auffasiungen verschiedener Stellen über die Pflege der Wuhlheide obwalten, wäre die Einforderung eines Obergutachtens anerkannter Fachleute ein« nicht zu umgehende Pflicht. Die Erhaltung und Ausgestaltung der Heide ist eine wichtige Aufgab«, deren rechtzeitig« und zweckmäßige Inangriffnahme vor- sorgende Arbeit für die Zukunft bedeutet. Wo» hier heut« oersäumt wird, muß sich später als ein schwerer und nur mit großen Kosten wiedergutzumachender Schaden erweisen. Das gewaltig« Gebiet der neuen Stodtganeinde Berlin fordert Erholungsstätten für fein« große stetig wachsende Bevölkerung. Mögen die städtischen Körperschaften sich des Ernstes und der Bedeutung der Sache bewußt werden und in letzter Stunde Schritt« unternchmen, die geeignet sind,«inen wert« vollen städtischen Besitz vor dem Untergange zu bewahren. Bürgermeister Bruno». Bus den öezirten. 19. Bezirk— Pankow. Im 19. Bezirk machten sich bei der Etotbevabmg bevett» Pro» pagandcwnträge der Deutschnationaten und Kor.ununisten für die be« verstehende Wahl bemerkbar. Es war ein Bild für Götter, wie sich diese beiden Parteien Wahlmache vorwarf««. Schließlich über- trumpften die Deutschnattonalen die Kommunisten, indem sie deren Antrag auf Erhöhung der Volksspeisung noch um 10000 M. überboten. D« Deutschnvttanaten hatten im Plenum etwa 15 Anträge eingebracht, die vorher vollkommen unbekannt waren, in den Be» vatwzgen der Fmanzdeputation hatten sie sich in aüm Tonarten ausgeschweegenz da unser Redner der erste war, könnt««r auf diese Anträge nicht eingehen. Nachdem«m« Garnitur gesprochen hatte. beschloß die bürgerliche Mehrheit Schluß der Debatte und nahm alle Anträge an. nachdem wir unter Protest die Sitzung verlaflen hatten. Dn Beschlüsse waren auch danach Da» Bezirksamt muß,« erst die Schildbürgerstreich« gutmachen, da man in der Eile Tt Ueberholtes beschlossen und u. a. den Fuhrpart auflösen wäre, ittel Rathau» selbst schein«, sich nach dem Abbau unserer Genosten, die stets auf dem Posten waren, idyllische Zustände zu entwickeln, so soll der stell. vertretende Bürgermeister, ebenso der Stellvertreter des Stellver« troters sehr selten zu sprechen sein. Handwerker, die für die Anweisung von Rechnungen Unterschriften benötigen, um die Löhne an ihre Arbeiter zahlen zu können, sollen diese schwor oder aar nicht erhatten. Luch in den Sitzungen der Deputationen, denen der stell- vertretend« Bürgermeister vorsieht, ist dessen Fehlen sehr oft de- u So sieht deutschnattonate praktisch« Arbeit au». merkt worden. 16. Veztrk. Köpenick. .... Aufschlag wird, wird der des geistlichen Beistandes verzichtenden Trauerver- sammlung auch bei schlechtem Wetter die Benutzung der Halle ver. weigert und Teilnahme von Sängern unter Vorlegung der Lieder- texte von der Genehmigung de« Geistlichen abhängig gemacht. Noch- rufe von Laien unterliegen der Zustimmung de? Friedhofsrnspektors und was dergleichen.christliche' Liebenswürdigketten mehr sind. Dazu kommt der Druck, der von geistlichen Personen auf die nächsten Anverwandten behufs Zuziehung ihres Zuspruchs bei der Be> stattungsseier ausgeübt wird. Aehnlich liegen die Verhältnisse in anderen Orten des Bezirks. Schon seit Iahren sind deshalb Be- strebungen im Gange auf Errichtung eines Gemeinde- (Wald-) Friedhofes, und es ist bedauerlich, daß diese Frage, die immer dringlicher wird, nicht ihre Lösung bereits in der dies- jährigen Bedarssnachweisung gefunden hat. Die bürgerlichen, natür- ttch kirchlichen Vertreter stemmten sich allerdings bisher mit Händen und Füßen dagegen. In Fluß gebrocht muß aber die Angelegen- heit baldigst weri letzter Zeit. im Hinblick auf verschiedene Vorkommnisse in V 14. Kreis— Neukölln. In der äußerst stark besuchten Mitgliederversammlung«n 3, März widmete der Borsitzend«, Landtagsabgeordneter Genost« Harnisch dem verstorbenen Reichspräsidenten Fritz Eber! einen warm empfundenen und zu Herzen gehenden Nachruf. Sein Tod sei «in großer Derlust nicht nur der deutschen, sondern auch der internationalen Arbeiterschaft. Der Vortrag des Landtagsobgeord- noten. Meier.Di« politische Lage in Preußen und im Reich' wurde abgefetzt. Zum Schluß ermahnte der Vorsitzende die Gen offinnen und Genossen, m dem kommenden schweren Wahlkampf zum Reich«. Präsidenten um der Republik willen ihre ganz« Kraft einzusetzen. Saud de« Volke! Am Sonntag, den 8. März, vormittags 10 Uhr. fand ein« von der SPD. 53. Abteilung einberufen« Versammlung der Kleingärtner im Lokal von Bredschneider, Plötzense«, statt. Genosse Amhosf als Leiter der Versammlung wies in seinen einlettenhen Dorren auf die Rotwendigkett hin, daß zwischen den immer zahlreicher wer- denden Kleingärtnern und ihren Interessen einerseits und der großen sozialistischen Bewegung andererseits«ine enger« Berbindung«nt- stehen müsse, da beide zusammengehören und nur so erfolgreiche Kämpfe führen können. Nur wenige Kolonisten seien noch orgaiti- satorisch mit der Partei verbunden, wodurch ihre Klagen und Be- schwerden in den Parlamenten nicht immer dl« notwendig« Wiirdi- jung erfahren. Der erste Schritt aus diesem Wege soll« die Ver- ammlung sein, der weitere Veranstattungeu folgen sollen. Dann ...... d vor den Kolonisten ührte Genosse Stadtverordneter Wen dt, Schoneberg, vor den »otz Regen und Schneegestöber zahlreich erschienenen i aus, wie die Kleingärten entstanden sind und sich immer mehr zu einer dem Volkswohl dienenden Bewegung entwickelt baden. ' mder» die So- Nach dem militärischen Zusammenbruch war es dann besoi zialdemokrati«. die Schutzgesetze schaffte und ständig an deren Ver- besserung arbeitete. In treffenden Worten schilderte der Referent die Entwicklung des modernen Städtebaues mit feinen Grünflächen und seiner Eingliederung der Kleingärten und Heimstätten. Er ver- hehlt« jedoch auch nicht, wie schwer der Kampf gegen das Boden- spekulantentum ist, das mit Zähnen und Nägeln den Boden ver- tcidigt und rätselhafterweise auch den Hausbesitz für sein« Zweck« eingespannt hat. Hier wird der Kampf«in politischer und zwingt die Kolonisten, in die Reihen der SPD. einzutreten, wenn sie einen erfolgreichen Gegenstoß führen wollen. Da« Referat klang aus in den Ruf: L a n d d e m V o l t et In der Aussprach« erNärten sich die meisten Redner mft dem Referat einverstanden und begrüßcen eine baldige Aussprach« mtt der Abteilungslettung. Ihre Arbeit fei ein Stück Sozialismus und von der großen sozialistischen Bewegung nicht aus die Dauer zu trenne». Der Soartrieb nimmt wieder ja. Der Spekulationsgeist hatte wette Kreise erfaßt. Wozu arbeiten? sagten sich die Inslations- gewinner. Wozu sparen? all die großen und kleinen Verdiener in der Inflationszeit. Von heute auf morgen war ja doch alles ent- wertet. Und die Ganz-Moralischen klagten und jammerten über den .Leichtsinn' und die.Verderbnis' der heutigen Jugend— es ist immer die.heutige' Jugend, die verdorben ist—. schimpften aus die Arbetter, die ihren Verdienst.vergeudeten'. JJlun, an der Entwicklung des Verkehrs bei der Städtischen Sparkasse sett dem End« der Jnflationszett ersehen wir ein ständiges und sehr starkes Anwachsen der Sparkonten. Ende Oktober 1923 waren bei der Spartasse 4143 Sparkonten mtt 62 828 Renten- mark vorhanden. Sie waren bis Januar 1924 aus 10 535 Konten mtt 1316160 Mark angewachsen. Loa Monat zu Monat immer wettere» Ansteigen, und Ende Dezember 1924 zahlte man bereits 525 69 Sparkonten mit 15899840 Mark— einschließ- «ch 460 035 Mark den Sparern für 1924 gutgeschriebenen Zinsen. wohnungspolitik üer wirtfihafisportei. Die Gemeinde soll zahlen. In der letzten Neuköllner Bezirtsversammlung widmete de? Borsteher. Gen. Heitmann, dem verstorbenen Reichspräsidenten «inen warm empfundenen Nachruf. Die Jünger Moskaus, besehls- gemäß ihrer Zentrale gehorchend, blieben währeich dieses Traueraktes ,m Erfrischungsraum. Auch.vrbeiteroertreter'l Interessant wurde die Sitzung, als eine Anfrage der»Neuen Fraktion' wegen Kün- digung gewerblich benutzter Räume im Hause Hermannplatz 7 oer- handelt wurde. Ausgerechnet zwei Wirtschaftspartei- ler, die Herren Mayerhos und Wagner, legten sich da für einen ihrer Kollegen in» Zeug, der unter keinen Umständen zu bewegen ist, zu polizeilich oerlangten Reparaturen in den Bäckerei- räumen auch nur einen Pfennig beizusteuern. Diese Reparaturen können ja aus Kosten der Allgemeinheit ausgeführt werden. Während sonst die Hausbesitzer, die derselben Organisation angehören, sich von allen Reparaturen drücken, verlangt man vom Mogstirat als Hausbesitzer alleinige Ausführung. Die Herren ver- stehen ihr Geschäft. Gen. Radtke als Vertreter des Bezirksamts konnte der Versammlung ein umfangreiches Aktenstück vorlegen. Demnach muß man annehmen, daß dieser Mieter au».besonderen Gründen" ganz hartnäckig gegen da» Bezirksamt vorgeht. Der Magistrat hat stets laufende Reparaturen ausführen lassen, jetzt geht es aber weit über seine Mittel. Wenn der Mieter nicht zur Einigung bereit ist. muß es bei der Kündigung bleiben. Wenn man bedenkt, daß der Mieter, der a» einem verkehrsreichen Platz eine autgehende Bäckerei betreibt, für sämtlich« Räume. Geschäst, Kellereien und Wohnung vorn, 1. Etage, 150 M. Monatsmiete zahlt, wen» man weiter dedenkt, daß er trotz Anrate» des Mieter- und Ver- Mieterbeisitzers vor der Schlichtungskammer«inen Vergleich, der ihm die Hälfte der Reparaturkosten auferlegte, ablehnte, kann man das Borgehen de» Bezirksamte» wohl verstehen. Anders die Wirtichafts- parteiler. Statt auf diesen Herrn, der wahrscheinlich ihr Mitglied ist. einzuwirken, soll alles auf kosten der Steuerzahler gemacht werden. Weh«, a»enn ein Sozialdemokrat ein solches Ansinnen stelltel Mit Ei««« Sl»tob«Sli«te Weißettsee— Schgneberg. Am Sonnabend, den 14. März, wird die Allgemeine Berliner Omnibus-Aktiengesellschaft ein« neu« Autobuslinie, die die R r. 1 4 erhält, zwischen Weißense« und Schönebero eröffnen. Die Wagen verkehren ab Weißens««, Berliner Alle« Ecke Parkstraßc, durch die Greiiswotder Straße über den Alerander., Schloß-, Haus- vogtei- und Dönhoffplotz. Hallesche» Tor, Bahnhos Großgörschen� strotz« nach Schöneberg. Rudoif. Wilde-Platz. Di« Linie ist ein« Erweiterung der vor dem Kriege betriebenen, die damals vom Arnswolder Platz nach der Hauptstraße Ecke Cbersstraße in Schöne- berg verkehrte. Sie war die einzige Linie, deren Wagen mtt Rück- ficht auf die Eisenbahnüberführung in der Borckstraß« kein« Deck- plätze hatten. Da die neuen Omnibusse niedriger gebaut sind, tonnen auch jetzt Decksitzwogen die Eisenbahnbrücke passieren.— Am Don- nerstaa, den 12. Mörz, findet wieder«in Autobus-Sonderverkehr zu den R e nnen in Mariendorf statt. Di« Wagen fahren ab Alexanderplatz und Hallesche» Tor zwei Stunden vor Beginn der Renne«._, Vorsicht, Siedler! Zu dieser kürzlich verSflentlichten Warnung schreibt uns jetzt der Gemeinbevorsteher von Faltens««: „Dieser Artikel ist uns erst setzt zu Gesicht gekommen, und ich habe Veranlassung, hervorzuheben, daß die Gemeinde Falkense« an dem Verkauf der fraglichen Grundstück« nicht beteiligt ist und auch mit den beschuldigten Personen nicht» zu tun hat. Die beschul- digt« Siedlungsgesellschoft heißt„Falkenhagen', parzeMert angeblich' nur Gartenland und ist erst kürzlich wegen der Ersiillung der kam- munalen Bedingungen an un» herangetreten. Letzteres hat sie wohl nur dem Zwang« gehorchend getan, da die Errichtung von Bau- lichkeiten aller Art ohne Anerkennung de» Planes durch die Ge- meind« und ohne die Erfüllung der kommunalen Bedingungen aus- geschlossen ist. Es bandelt sich zunächst also nicht um ein« Siedlung, sondern lediglich um die Aufschlie- ßung von Grundstücken. Noch den geltenben gesetzlichen Bestimmungen haben Unternehmer, die im Gemeindebezirt par- zellieren wollen, einen Parzellierungsplan zur Genehmigung vorzu- legen, roa» im vorliegenden Falls bisher erschöpfend noch nicht erfolgt ist.'__ Heinrich Sachse gestorben. Einer unserer ollen Kämpfer hat noch schwerem Leiden seine Augen für immer geschlossen. Mit ihm ist einer jener Vorkämpfer dahingegangen, von denen es leider nur noch wenige gibt. Em Mann ohne viel Wort«, desto größer cber in der Tatkraft. Noch in der Zell des Sozialistengesetzen wurde Sachse Mitglied der Partei. Den Berliner Genossen, namentlich des vierten und fünften Kreises ist der Verstorbene kein Un- bekannter. Kein« Flugblattoerbreitung. kein« Landagitmion rhne Heinrich Sachse. Ein schweres Herzleiden zwang den Alten, seine liebgewonnene Arbeit in Berlin auszugeben und nach Hohen- neuendorf überzusiedeln, wo er gleichfalls unermüdlich für die Partei wirkte. Di« Verschmelzung der beiden sozialdemolratischen Parteien in seiner neuen Heimat ist zum wesentlichen Teil sein Work. Die Partei verliert in thm«inen wackeren, stets ardeiizfccudigsn Kämpfer, der den jüngeren Vorbild sein kann. Die Einäscherung findet heut« Freitag nachmittag 5Zb Uhr im Krematorium Gericht- straß« statt. BE ENVEß BE W.H.W1TTIO Nr. 122 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts am Freitag, 13. März 1925 16 Kein Geld da für Invaliden- und Angestelltenrentner! Die Wahlversprechungen werden nicht gehalten.- Sozialdemokratische Erklärung im Reichstag. Ein bei Beginn der gestrigen Reichstagsfigung gestellter fommunistischer Antrag auf sofortige Behandlung des Eisenbah= nerstreifs, weil die Lage sich außerordentlich verschärft habe, fcheiterte am Widerstande des Hauses, nachdem Abg. Schumann( Soz.) festgestellt hatte, daß das Gegenteil der tommunistischen Behauptung richtig fei, da eine Verständigung bar über zustande gekommen sei, die Differenzen einem Schiedsgericht zu unterbreiten, das bereits am Freitag beim Arbeitsminifterium zusammentreten werde. In zweiter und dritter Lefung angenommen wird darauf der Gesezentwurf über die Bolts., Berufs- und Betriebs. zählung, die im Juni stattfinden soll. Der Ausschuß hat befchloffen, die Handwertsbetriebe besonders festzustellen. Ferner wird die Regierung aufgefordert, eine Enquete vorzunehmen, durch die die Bildung von Konzernen und Interessen gemeinfchaften in der deutschen Wirtschaft festgestellt wird. Auch Erhebungen über wohnungswirtschaftliche Verhältnisse follen, wenn auch außerhalb der Bolkszählung, stattfinden. Die Zusatzsteigerung für Renten. Es folgt die zweite Beratung des Gesezentwurfs über Zufaz steigerung für Renten aus der Invalidenversicherung, die der Ausschuß für soziale Angelegenheiten unter Erhöhung der Borschläge der Regierung angenommen hat. Staatssekretär Geib stellt fest, daß die Invalidenversicherung nach der Inflation wieder neubelebt ins Leben gerufen werden fonnte. Sie habe schon wieder viele Millionen Goldmark an Renten leisten Reichsfinanzminister v. Schlieben: fönnen. Die Reichsregierung erfennt die Notlage der Invalidenrentner an, und ich habe daher der Neueinstellung der sehr erheblichen Summe von 115 Millionen Mark zum Zwecke der Aufbesserung der Invalidenrenten unter den einmaligen Ausgaben des Etats für das Jahr 1925 trop erheblicher finanzieller Bedenten zugestimmt. Die Finanzverwaltung hat aber sehr schwere Bedenken dagegen, daß nach dem sozialdemokratischen Antrag darüber noch erheblich hinausgegangen werden soll, und nicht nur der Haushalt für 1925, fondern auch für die fünftigen Jahre mit einer großen fortlaufenden Mehrausgabe belastet werden soll. Dadurch entsteht die große Gefahr, daß von 1926 ab, wo die Reparationslasten beginnen, die fortdauernden Ausgaben des Reiches nicht mehr durch die fortdauernden Einnahmen gededt werden können. Und daß das Reich seine öffentlichen Aufgaben nicht mehr erfüllen fann. Ich bitte deshalb das Haus, ganz allgemein, aber dringend, fich in der Uebernahme neuer Caften auf den Haushalt 1925 und damit auch der folgenden Jahre möglichste Zurüdhaltung aufzuerlegen. Auch nach der neuen Steuerreform und der anderen Gestaltung des Finanzausgleichs entsteht jetzt schon ein Fehlbetrag von mehreren 100 Millionen Mart für 1926 und die späteren Jahre. Wenn ich der dauernden Erhöhung des Reichszuschusses zur Invalidenrente in Höhe von 50 Broz, von 46 auf 72 Mart jährlich unter ber Borauslegung zugestimmt habe, daß etwa die Hälfte des ein maligen Betrages von 115 Millionen Mart zur Erhöhung des Reichszuschusses verwendet wird, so ist das das äußerste, was eine vorsichtige Finanzpolitik überhaupt noch verantworten fann. Ich bitte daher dringend, es bei den Beschlüssen des Haushaltsausschusses bewenden zu lassen. Abgeordneter Karsten( Soz.): Benn diejenigen Parteien, die im Wahlkampfe den armen Rentnern alle möglichen Berfprechungen gemacht hatten, heute zu diesen Versprechungen stehen würden, so dürften sie einer folchen fläglichen Vorlage ihre Zustimmung nicht geben. Ein deutschnationales Flugblatt hat die Kriegsinvaliden und Rentner als Ehrenmitglieder des Staats bezeichnet. So waren ihre damaligen Worte, und demgegenüber stehen ihre jetzigen Taten. In einem anderen Flugblatte heißt es, denkt daran, Rentner, mit welchen fümmerlichen Pfennigen ihr abgespeist werdet, weil das Geld dem Feinde gegeben wird. Das grenzt doch stark an Dema gogie, denn jetzt ftimmen fie mit ihrem Finanzminister überein, daß zuerst die Reparationsabgaben entrichtet werden müßten, und da fönnte den Rentnern nichts gegeben werden. Jezt verleugnen sie ihre eigenen Forderungen, das Volk soll in seiner Not gelassen wer den, damit nur sie an die Futtertrippe tommen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Bon den Deutschnationalen war nichts anderes zu erwarten. aber das 3entrum hat bisher doch anders gehandelt. Auch das Zentrum hat Flugblätter verbreitet, in denen den Sozialrentnern Versprechungen gemacht wurden. In einem Blatt heißt es, daß nicht durch Phrasen, sondern durch ernsthafte Arbeit den Rentnern geholfen werden müsse. In den letzten Wochen haben wir jedoch gesehen, daß auch das Zentrum nur hrajen gebraucht. Das Zentrum hat im Ausschuß zuerst Anträge gestellt, sie aber zurüdgezogen, nachdem die Regierung erklärt hatte, es werde eine Regierungskrise entstehen, wenn fie angenommen werden würden. Sie haben den Krach in der Regierung gefürchtet und verleugneten deshalb ihre eigenen Anträge. Sie behaupten zwar, daß das, was geschaffen werden soll, nur ein Provisorium sein soll; diese Behaup tung entsprach aber nicht ihrer Ueberzeugung, sondern nur der Furcht vor einer Regierungstrije. Was wird den Rentnern gegeben? Eine Erhöhung von ganzen 2 Mart im Monat, statt 14 Mart sollen fie 16 Mart erhalten. Daneben sind Steigerungssäge eingeführt worden, die ebenfalls ganz unzulänglich sind. Dieses Provorium mar das verkehrteste, was geschehen konnte. Die Steigerungsfäßze müssen neu errechnet werden. Es handelt sich um insgesamt 2,2 Millionen Rentenscheine. Jede Versicherungsanstalt muß rund 75 000 Scheine neu errechnen. Vor dem 1. Oktober werden die neuen Rentensäge nicht zur Ausgabe fommen. Der Vertreter einer Landesversicherungsanstalt behauptet, daß dazu 10 Monate gebraucht werden. Wir dürfen nicht zugeben, daß dieses Proviforium fich über Jahre hinauszieht, es muß sofort durch eine dauernde Regelung abgelöst werden. Jedes Gebäck, Die Sozialdemokratie wird sich jedenfalls nicht damit abfinden, fondern fofort von der Regierung aufs neue verlangen, daß die Not der Rentner gelindert wird. Dem Zentrum muß zum Vorwurf gemacht werden, daß es gegen bessere Ueberzeugung aus Koalitionsgründen diesem Berlegenheitsbeschluß zugestimmt hat, trotzdem wir alle wissen, daß Geld genug zur Berfügung steht. Wenn der Reichsfinanzminister erflärt, es sei dazu kein Geld da, so will das nichts besagen, wo 150 M11lionen Mart für ein Kriegsschiff, 715 Millionen für die Ruhrindustriellen vorhanden sind. Woher kommen denn diese Gelder? Aus der Lohnsteuer, aus der Umsatzsteuer, aus der Beförderungssteuer, die alle von der minderbemittelten Bevölkerung aufgebracht werden. Nur für die armen Notleidenden soll nach der Behauptung des Reichsfinanzministers tein Geld da sein. Im Ausschuß hat das Reichsfinanzministerium nichts davon gefagt, daß die Zentrumsanträge unmöglich feien. Erst bei einer vertraulichen Besprechung mit den Regierungsparteien ist man zu der Erkenntnis gekommen, daß kein Geld da fei. Das Zentrum als republikanische Partei müsse doch mifen, daß man mit einer solchen Sozialpolitik nicht zur Anhänglich feit an den republikanischen Gedanken erzieht. Der Zentrumsabgeordnete André hat selbst im Ausschuß erklärt, daß die von seiner Bartei zuerst eingebrachten Anträge das Notwendigste für die die Renten wesentlich verkürzt werden. Rentner enthielten. Nachher haben sie aber doch eingewilligt, daß Unsere Anträge sind das mindeste, was den Rentnern gegeben werden muß.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn Sie diese ablehnen, so werden wir fofort neue Anträge stellen, um die Notlage der Rentner zu lindern. Wenn die Sozialrentner erfahren, daß fie nur 2 Mart mehr bekommen sollen, dann wird sich bei ihnen ein Sturm der Entrüstung erheben, und sie werden erkennen, daß hinter den Rechtsparteien nichts anderes als Lug und Trug steht. Sie glauben, daß die Rentner das bis zur nächsten Wahl vergessen haben werden. Darin dürften Sie sich aber diesmal täuschen. Wir Sozialdemokraten werden jedenfalls alles tun, damit die berechtigten Ansprüche der Sozialrentner erfüllt werden. Die alten Leute, die ihr Leben lang für andere gearbeitet haben, verdienen es nicht, daß sie jetzt mit 16 Mart abgefunden werden. Sie wollen feine Fürsorge, sondern sie verlangen eine ausfömmliche Rente. Und wenn Sie diese Forderung als berechtigt anerkennen, so bleibt Ihnen teine andere Möglichkeit, als unseren Anträgen zuzustimmen.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Effer( 3.) warnt vor agitatorischen Bhrafen in dieser ernsten Sache. Man habe erreicht, was möglich war. So ganz wenig sei es nicht. Eine Erhöhung des Reichszuschusses um 2 m. mache schon 52% Millionen Mart aus. Eine Endlösung sei die jezige Lösung nicht. Das Zentrum werde an einer weiteren Berbefferung arbeiten. Aba. Rädel( Komm.) verurteilt die Unzufänglichkeit der Borlage, während man für die Ruhrindustrie 700 millionen übrig gehabt habe. Abg. Ziegler( Dem.) gibt zu, daß die finanzielle Lage des Reiches außerordentlich schwierig fei, man folle aber doch mit dieser Behaup tung nicht immer fommen, wenn es sich um die Sozialpolitik handele. Das Reich müffe endlich mehr für die Invalidenrentner fun. Trotz aller schönen Reden sei das Ergebnis der jetzigen Attion recht unbefriedigend. Im Wahlkampf hätten sich die Barteien mit höheren Forderungen geradezu überboten. Die Deutschnationalen verlangten nahezu 960 Millionen für die Rentner. Damals waren fie allerdings noch nicht in der Regierung. Abg. Beier- Dresden( Wirtsch. Bgg.), tritt den Ausschußbeschlüß. fen bei. Abg. Schwarzer( Bayer. Bp.) bedauert, daß auch bei diesen sozialen Fragen immer wieder die Parteipolitik in den Bordergrund gerückt werde. Eine sozialdemokratische Erklärung. Bor der Abstimmung gibt Abg. Karsten( Soz) folgende Erflärung ab: Die sozialdemokratische Fraktion stellt vor dem ganzen Lande fest, daß die Regierungsparteien aus Furcht vor einer Regierungsfrise, die erst von ihnen beschlossenen Rentenfäße ermäßigt haben, obwohl sie dieselben als das Minimum an Rentenerhöhung bezeichnet haben. Die Regierung hat Geld für die Ruhrindustriellen, für neue Kriegsschiffe, sie will die Besizsteuern ermäßigen, aber sie hat nicht das Allernotwendigfle übrig zur Linderung der großen Not der Beteranen der Arbeit. Nachdem die sozialdemokratischen Anträge abgelehnt sind, die eine wesentliche Erhöhung der Renten bedeutet hätten, ist die Sozialdemokratie in der 3 wangslage, den Anträgen der Regierungsparteien zustimmen zu müffen. Die Notlage der un glücklichen Rentenempfänger ist so groß, daß sie auch nicht einmal auf eine so tlägliche Erhöhung verzichten tönnen. Die Regie: rungsparteien tragen aber allein die Schuld daran, daß die völlig unzureichenden Renten teine wesentliche Aufbefferung erfahren haben. Unter Ablehnung aller Abänderungsanträge wird darauf die Vorlage in der Ausschußfassung endgültig angenommen. Die Reichspräsidentenwahl. Es folgt die dritte Beratung des von den Sozialdemokraten, den Demokraten und dem Zentrum eingebrachten Gesezentwurfes über die technischen Maßnahmen zur Wahl des Reichs= präsidenten. Der Rechtsausschuß hat den Gesetzentwurf einstimmig angenommen. Abg. v. Kardorff( DBp.) stimmt der Einführung des amt lichen Stimmzettels zu, beantragt aber, die Bestimmung zu streichen, daß der Wahler seine Stimme auch für eine nicht vorgeschlagene Person abgeben darf. Die Präsidentenwahl sei nicht dazu da, Vereinen die Gelegenheit zu Paraben zu geben. Man dürfe nicht zulaffen, daß zu viele Stimmen zersplittert werden, weil das ein Zeichen der politischen Unreife des deutschen Bolles sei. I Abg Kube( Natsoz.) schließt sich dem Antrag v. Kardorff an. Die Unfähigkeit der großen politischen Parteien sei durch die Berhandlungen der lehten Tage bewiesen. Seit acht Tagen warte das deutsche Volt auf die Vertrauensmänner für die Reichspräsidentenwahl. sollten doch ihren großen Mann erst mal zeigen. Abg. Dittmann( Soz.) erwidert, die Nationalsozialisten. Der Redner tritt für Aufrechterhaltung des Zusages ein. Man vers hindere damit, daß eine Heze im Lande einfegen fönne mit der Begründung ein richtiges Grundrecht der Berfassung sei verlegt worden. Abg. Brodauf( Dem.) schließt sich dieser Auffassung an Der Antrag v. Kardorff wird darauf abgelehnt und der Gesetzentwurf einstimmig angenommen. Die Renten der Angestelltenversicherung. Zur Berhandlung gelangt dann der Gesezentwurf über 3u. fazsteigerung der Renten in der Angestelltenversiche= rung. Der Steigerungsbetrag beträgt in der Gehaltstlaffe F eine Mart, in G zwei Mart, in H brei Mart und in I vier Mart. Der Ausschuß fordert einen Gesezentwurf, der neben einer Erhöhung der Bersicherungspflichtgrenze in der Angestelltenversicherung auch eine Erhöhung der Leiſtung vorsieht. Ministerialdirektor Grieser( Arbeitsministerium) sagt etwa für den April die Einbringung einer Vorlage über die Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze zu. Abg. Aufhäuser( Soz.): Diese Borlage des Ausschusses zeigt, wie wenig die Regierung und die hinter ihr stehenden Parteien für die wichtige Klasse der Angestellten übrig haben. Die Vorlage fann an Dürftig. eit nicht überboten werben. Sie ist angesichts der vielen Bersprechungen, die man gemacht hat, geradezu eine Berhöhnung der Angestellten Nicht einmal die Erweiterung des Kreises der Versicherten und die Wiedereinführung des Heilverfahrens ist zugestanden worden. Die Steigerung der Renten erstreckt sich nur auf die vier obersten Gehaltsklassen, die am schlechtesten befoldeten Angestellten bekommen feine Steigerung, d. h. zwei Drittel der männlichen Angestellten find von dieser Vorlage ganz ausgeschlossen, und von den weiblichen Angestellten fallen nur drei Prozent unter dieses Gesetz. Wenn der Regierungsvertreter eine neue Vorlage für den April ankündigt, so können die Angestellten nicht länger warten. Wir beantragen, daß die Steigerung der Renten allen Angestellten, nicht nur den gehobenen, zuteil wird. Man sieht hier wieder, daß es ein Fehler gewesen ist, daß die Angestellten für sich eine eigene Versicherung haben wollten, anstatt sich in die Invalidenversicherung einreihen zu lassen. Mir tommen Notschreie aus dem Lande zu, daß die Höchstgrenze der Rente von 30 Mart zeitgemäß erhöht werden muß. Wir verlangen eine Berdoppelung der Renfen, und das könnte das Reich auch leisten ohne Erhöhung der Beiträge. Der soziale Gesichtspunkt wird immer mehr in den Hintergrund gedrängt, und man fommt uns nur mit versicherungstechnischen Be rechnungen. Es ist eine Brutalität, daß von jährlich 120 millionen Einnahme aus den Beiträgen nur 20 millionen für die Renten verwendet werden dürfen und 90 Millionen auf die hohe Kante gelegt werden sollen. Die Angestelltenversicherung ist doch kein Bankgeschäft, das Kapitalien anzufammeln hat. Alle Anträge auf Beitragserhöhung lehnen wir ab. Das heißt doch, den Angestellten zue piel zuzumuten. Mit den 90 Millionen Ueberschuß will man Thesaurierungspolitit treiben. Der Ministerialdirektor Grieser hat ja im Ausschuß erklärt, daß die Wirtschaft es sehr begrüßt, daß die Reichsversicherungsanstalt ihre Rapitalien für Kredite ausgibt. Die Angestellten verlangen, daß die Vermögensverwaltung der Reichsversicherungsanstalt nachgeprüft wird; bann wird sich sicherlich manche Ersparnismöglichkeit in der Verwaltung herausstellen. Der Haushaltsausschuß des Richstages hat sich gegen die Beschlüsse des sozialpolitischen Ausschusses erklärt und verhindert die Fortschritte in der Sozialversicherung. Nach außen hin fordert man die Angestellten auf, Eingaben an den Reichstag zu richten, und dann stimmt die Mehrzahl dieses Reichstags die Eingaben nieder. Der frühere Staatssekretär des Inneren, Graf Bofadowsky, hat einmal gesagt, nichts sei so sehr Heuchelei, wie eine solche Art von Sozialpolitik. Abg. Torgler( Komm.) beantragt eine Erhöhung der Berficherungspflichtgrenze auf 9000 Mart. Abg. Schneider- Berlin( Dem.) fordert eine bessere Berücksichtigung der unteren Klassen. Hier támen wirkliche Hungergelder heraus. Abg. Thiel( DBp.) spricht zugleich für seine Fraktion, für die Deutschnationalen, für die Bayerische Volkspartei und die Wirt schaftspartei. Dem Abg. Aufhäuser gegenüber betont der Redner, die Hergabe der Ruhrkredite habe ausdrücklich den Interessen der Arbeitnehmerschaft durch Aufrechterhaltung der Betriebe dienen jollen( hat aber nicht! Anm. d. Red.) Wir lehnen in diesem Beitpunkt eine Entscheidung ab. Abg. Gerig( 3tr.) wendet sich gleichfalls gegen die Angriffe des Abg. Aufhäuser gegen die Mehrheit des Hauptausschusses. Abg. Stöhr( Natfoz.) erklärt, seine Fraktion werde dem denio. fratischen Antrag zustimmen. Damit ist die erste Lesung erledigt. Der Gefeßentwurf zur Regelung des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden im ersten Halbjahr des Rechnungsjahres 1925 geht an den Steuerausschuß, der Entwurf über Berlängerung des Besoldungssperrgefeges auf ein Jahr geht an den Hauptausschuß. Der Gefeßentwurf Bertrag mit Polen über den Rechtsverkehr wird angenommen. Angenommen wird ein Antrag des Ausschusses für die besetzten Gebiete die Reichsregierung zu ersuchen, bei der bevorstehenden Wiederaufnahme der Pariser Verhandlungen über die Anrechnung der Besaßungsfosten auf die Annuität mit allen Kräften darauf hinzuwirken, daß eine freie Begrenzung der Beschlagnahmung von Wohnungen und öffentlichen Gebäuden, ins, besondere von Schulen und Krankenanstalten erreicht wird. Das Haus vertagt sich. Nächste Sigung Dienstag 2 Uhr, Justizministerium. Schluß nach 8 Uhr. das einfachste wie das allerfeinste, das mit dem guten Mondamin- Backpulver gebacken ist, mundet Ihnen und Ihrer Familie. Sie können Ihre alten, gewohnten Backrezepte verwenden und erhalten mit Mondamin- Backpulver Höchstleistungen. Ihr Kuchen ist die Krone des Kaffeetisches. So hervorragend gelingt er aber nur mit MONDAMIN- BACKPULVER ohne Pulvergeschmack விம் Die Grundvermögenssteuer im Landtag Die Regierung für Verlängerung um ein Jahr. Der Landtag beriet gestern in zweiter Lesung den Gesetzesporschlag der Sozialdemokraten, des Zentrums und der Demokraten über die Hinausschiebung der Wahlen für die Provinzial. Landtage und Kreistage: Der Ausschuß hat vorgeschlagen, die Empfehlung des 1. Juli 1925 als Endzeitpunkt für diese Wahlen noch weiter zu verlängern und zwar auf den 1. Novem ber 1925. Der Grund der hinausschiebung wird darin gesehen, daß ein neues Wahlgefeg. das dem Staatsrat vorliegt, erft vom Landtag verabschiedet werden soll, damit die neuen Wahlen nach dem neuen System, durch das die Wähler in ein persönlicheres Berhältnis zu ihren Abgeordneten fommen sollen, vorgenommen werden können. Bolkspartei und Deutschnationale beantragen dagegen, die Neu wahlen sofort anzuordnen. Ministerialdirektor Mulert weist darauf hin, daß der Staatsrat beinahe einstimmig dem Entwurf zugestimmt hat. Abg. Schüling( 3.) erinnert daran, daß die Parteien der Rechten diese Materie früher selbst verschleppt haben. Abg. Heden( Dnat.) befämpft die Vorlage, wenn auch dem Borschlage der Regierung, daß bei der endgültigen Steuer ein Einheitsmert zugrunde gelegt werde, zuzustimmen sei. Bis dahin müsse eine Uebergangsregelung gefunden werden. Seine Fraktion sehe in der Reichsvermögenssteuer eine bessere Grundlage als in der preußischen Grundvermögenssteuer. Abg. Roeingh( 3.) spricht sich gegen den Regierungsvorschlag aus und ist gleichfalls für Ausschußberatung. Die Grundvermögens. steuer müsse gerechter gestaltet werden. Abg. Dr. Waentig( S03.) erfennt die starte Belastung der Landwirtschaft wenigstens für die allerlegte Beit an. Auch seine Freunde hielten das heutige Grundsteuergesetz in Preußen für schwer tragbar. Auch von sozial demokratischer Seite werde gefordert, daß das Arbeitseinkommen nicht eingerechnet würde, und daß ferner die Bemessungsgrundlage nach dem Ertrage oder nach dem Verkaufs- oder Bachtpreise nach auf fest hebliche Schwankungen in den Breifen gegeben, die zwischen 20 und 40 Proz. ausmachten, je nach dem Stande der Boluta, nach dem Ursprung und Lieferort. Die sämtlichen Aufträge, die von der Reichsfleischstelle und der Reichsfettstelle an Barmat gegeben worden sind, schützt der Zeuge auf 15-20 millionen Gulden. Wieviel davon effektiv ausgeführt worden ist, fei ihm nicht erinnerlich. Die Ablieferung habe sich auf einen Seit raum von 6-8 Monaten erstreckt. Bei der Abwicklung der Kontrafte ergaben sich allerlei Differenzen über die Qualität, die Lieferungsund Zahlungsbedingungen. Solche Differenzen habe es aber mit allen Lieferanten gegeben. Auf die Frage des Borsigenden, ob der Zeuge misse, daß Barmat von irgendeiner Seite Borschub geleistet worden fei, erklärte der Zeuge mit Bestimmtheit, daß auf ihn ein Drud irgendeiner Persönlichkeit zugunsten von Barmat nicht ausgeübt worden sei. Er wußte wohl, daß Barmat zur holländischen Sozialdemokratie und zu Herren der deutschen Sozialdemokratie in Beziehungen stand. ie weit fie aber gingen, barum habe er sich nie gefümmert, fie hätten auf seine Entschließungen auch feinen Einfluß ausgeübt, er fei nur als reiner Kaufmann vorgegangen. Der Vorsitzende verliest aus dem dem Ausschuß von dem füheren Reichstagsabgeordneten Kunze zugefandien Schreiben einige Fragen, wonach das Reich günstiger eingekauft hätte, wenn Borteile geAbg. Haas( Soz.) bemerkt ergänzend, daß auch die Kommu. geprüft werde. Eine grundlegende Reform sei aber zurzeit nicht es direkt nach Holland gegangen wäre, und daß Barmat bei der niften, die heute Ministerwahlen so eilig haben, im Ausschuß für die Städte und Landgemeindeordnung Sabotage getrieben haben. Abg. Müller- Franken( WBg.) stimmt einer Berschiebung bis zum 1. November zu. In der Abstimmung wird der gemeinsame Antrag der Deutsnationalen und der Boltspartei auf fofortige Anordnung der Neumahlen gegen die Antragsteller famie gegen die Freiheitspartei und die Kommunisten abgelehnt. Das Er gebnis der Abstimmungen wird mit lebhaften Kundgebungen zwischen den Befürwortern der Borlagen und der Opposition aufgenommen. Es folgt die Abstimmung über den Ausschußantrag, monach die ahlzeit der Abgeordneten bis zum 1. November 1925 nerlängert wird. Auf Antrag Lüdide( Dnat.) ist die Abstim mung namentlich. Bei der Abstimmung stellt sich die Be flußunfähigteit des Hauses heraus. Es wurden nur 202 Starten abgegeben. Außerhalb der Tagesordnung wird auf Antrag Grzesinsti gemäß einem Beschluß des Geschäftsordnungsausschusses die nachgesuchte Genehmigung zur Bernehmung des Abg. Braun Berlin im Rothardt Prozeß mit der Maßgabe erteilt, daß die Bernehmung bis zum 16. März einschl. erfolgt sein muß. Bizepräsident Garnich schließt die Sigung und beruft auf fo. fort die neue Sizung ein. Als erster Bunft der neuen Sigung steht auf der Tagesordnung die erste Beratung der Novelle zu dem Gesetz über Grundvermögenssteuer. Durch den Entwurf sollen die bestehenden Gefeßesbestimmungen dahin geändert werden, daß ihre Geltungsdauer auf den 31. März 1926 verlängert wird. In der Begründung wird darauf verwiesen, daß in dem endgültigen Grundvermögenssteuergefeß als Besteuerungsgrundlage der vom Reich mit den Ländern für Reichs- und Landessteuern zu er mittelnde Einheitswert eingeführt werden soll. Da dieser Ginheitsmert frühestens am 1. April 1926 feststehen wird, fann für die Uebergangszeit des Rechnungsjahres 1925 mur ber der vorläufigen Grundvermögenssteuer zugrunde gelegte Bert als Be Steuerungsgrundlage in Frage fommen. Eine A e nderung der Steuerfäße des§ 2 bes Gefehes vom 28. Februar 1924 ift, wie cs in der Begründung weiter heißt, nicht beabsichtigt, ber Artikel 2 des genannten Gesezes ist daher abzuändern, was durch ben vorliegenden Entwurf geschehen soll. Dobosto gelegt werden; es genüge der Termin des 30. Juni. Abg. Held( D. Bp.): Die Grundsteuer war bei unserer Finanziage eine Notwendigkeit; daß sie den landwirtschaft. lichen Grundbesiß schwer belastet, ist eine Tatsache. Die Hauptfache ist eine gerechte Beranlagung; die heutige Steuerwirtschaft ist unhaltbar. Es muß grundlegend eingegriffen werden und nach einheitlichen Grundlägen, wenn eine richtige Bewertung erzicli werden foll. Die Steuerausschüsse müssen anders zusammengesett werden und auch Mitglieder in ihrer Mitte haben, die dem Streise Der Grundsteuerpflichtigen angehören. Abg. Stolt( Komm.): Jeber Steuer, die abmälgbar ist, fagen wir schärfsten Kampf an. Abg. Schmiljan( Dem.) bedauert, daß hier wieder bloß eine Berlängerung, aber feine Revision der Grundvermögenssteuer in Frage steht. Die Berlängerung fei freilich unbedingt geboten: das Haus befinde fich also in einer Notlage. Die Frattion schließe fich dem Antrage auf Ueberweisung an den Hauptausschuß an. Auch hier müsse die Schonung der schwächeren Schultern das Ziel sein. 3n den zu bildenden Ausschüssen müsse der Befig einen aus schlaggebenden Einfluß haben. Abg. Haase- Liegniz( BBg.) erklärt, daß der von der Grund. fteuer betroffene ftä btische Grunbbelt zum großen Teil aus dem Mittelstand und auch aus der Arbeiterschaft fich zusammensetze. Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Milberg( Dnat.) und Kölges( 3.) wurde der Entwurf dem Hauptausschuß über. wiesen. Der Zentrumsantrag, der in der Berordnung zur Abänderung des Rommunalabaaben und des Kreis- und Brovinzialabaaben gefeßes den dort festgelegten Termin bis zum 1. April 1926 hinauf feht, wird dem Gemeindeausius überwiesen. Ein kommunistischer Antrag auf bfeßung des Landtags. präsidenten Bartels wird gegen die Kommunisten und National sozialisten abgelehnt Das Haus vertagt sich auf Mittwoch: Entgegennahme der Regierungserklärung oder, wenn es nicht dazu kommt, wird die Wahl des Ministerpräsidenten auf die Tagesordnung gesetzt. Ein tommunistischer Antrag, die Auflösung des Landtags als ersten Buntt der nächsten Sigung zu verhandeln, verfällt gegen die Kommunisten, Deutschnationalen, die Wirtschaft. liche Bereinigung und Nationalsozialisten der Ablehnung. Schluß 5,50 Uhr. Firma Rosenberg und Bruhn. Verspätete Entrüstungskundgebungen. Die Sigung des Untersuchungsausschusses des Reichstags, über| Barmat natürlich dank der Sozialbematratie- ein Monopol beren Beginn wir im gestrigen Abendblatt bereits berichtet haben, wurde nach einer durch die Bereidigung des Stellvertretenden Reichs. präsidenten verursachten Bause fortgefeßt. Der zweite Teil der Sigung war nur furz, fachlich bot sie nichts Besonderes. Aber durch einige Nebenerscheinungen verlief fie doch nicht ganz uninteressant. Zuerst verlas der Borsitzende einige Briefe, die sich gegen die Behauptung eines Bielefelder Briefschreibers wandten, daß der Abgeordnete Dr. Hugo von Barmat Geld zur Unterstüßung industrieller Unternehmungen erhalten habe. So meinte der Borsitzende der Fraktion der Deutschen Bollspartei Dr. Scholz, es würden erfahrungsgemäß in der Bresse falsche Behauptungen wiedergegeben, ohne daß fie nachträglich berichtigt würden. Und Herr Dauch, gleichfalls von der Boltspartei, behauptete, daß die Zeitungen fich aus den Veröffentlichungen der Sigung nur solche mit teilungen zurech: fuchen, die für fie von Borteil feien. Ueber einstimmend waren die volksparteilichen Polititer der Auffassung, daß nur das Ansehen der Abgeordneten geschädigt werde, wenn in der Breffe zuerst unwahre Mitteilungen veröffentlicht, später aber nicht berichtigt werden. Wir können uns dieser Auffaffung uneingeschränkt anschließen. Aber leider haben mir die moralische Entrüftung dieser Herren noch stets vermißt, wenn die ihnen nahestehende Breffe verleumderische Mitteilungen über fozialdemokratische Abgeordnete verbreitet hatte, ohne daß sie sich später bemüßigt fühlte, ihre unwahrheiten richtig zustellen. Nicht nur deutschnationale Blätter waren und sind heute noch an piesem Treiben beteiligt. Das Hauptorgan der Deutschen Bolkspartei " Die Zeit" hat in diesem Berleumdungskonzert lange Zeit nicht die letzte Beige gespielt. Die Herren Bolksparteiler müßten aljo, wenn sie schon für Reinigung des öffentlichen Lebens forgen wollten, zunächst einmal im eigenen Hause beginnen. Nicht weniger bemerkenswert ist ein anderer Borgang, der sich von Zeit zu Zeit im Untersuchungsausschuß wiederholt. Zuweilen erhebt sich Herr Bruhn, der unbestechliche Streiter für politische Sauberkeit, von seinem Stuhle, und von der anderen Seite eilt Herr Rofenberg, Borfämpfer für die kommunistische Weltrevolution, auf ihn zu. Die beiden Herren, die in ihrem Aussehen sonst in einem. heiteren Gegensatz zueinander stehen, tuscheln eifrig miteinander, und das Ergebnis find dann gleichlautende Anträge und Geschäftsordnungsreden. So auch in der gestrigen Sitzung, wo die deutschnational tommunistische Fit ma den Zeugen Pritschow durchaus des Meineids perdächtigen wollte.. Haben nicht gerade die Herren Rosenberg und Bruhn den früheren Reichswirtschaftsminister durchaus in die Barmat- Affäre hineinzerren wollen? Waren sie nicht eifrig um den Nachweis bemüht, daß Barmat bei seinen Geschäften mit dem Reich befonders bevorzugt worden sei? Hat die hinter ihnen stehende Bresse nicht hundertmal behauptet, die sozialdemokratische Partei sei an den Geschäften Barmats prozentual beteiligt gewesen? Und nun kommt ein Zeuge, der an leitender Stellung bei der Bersorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln gestanden hat, und fagt aus, daß am all den Dingen nichts Wahres fei, daß Barmat seine Geschäfte nicht anders abgewidelt habe als andere Geschäftemacher eben auch! Bochenlang hat die Rechtspresse davon gefajelt, daß auf die Schmalzeinfuhr gehabt hätte. Und jetzt erfährt man durch den vereidigten Zeugen Britschow, daß von den 1500 Waggons Schmalz, bie das Reich im Jahre 1919 benötigte, die Firma Barmat Aufträge in Höhe von fünf bis fechs Waggons erhielt. Dieses Monopol betrug demnach höchstens 0,4 Prozent!! Die Firma Rosenberg und Bruhn fieht ihre Felle fortschwimmen. Wird die weitere Zeugenvernehmung im Reichstagsausschuß, die sich Wird die weitere Zeugenvernehmung im Reichstagsausschuß, die sich durch ihre sachliche Art wohltuend von den Verhandlungen im preußischen Ausschuß abhebt, der Schwindelfirma wieder auf die Beine helfen? Warten wir es ab.. * Im Untersuchungsausschuß des Reichstags führte der ehemalige Leiter der Lebensmittelzentrale, Direktor Pritschow, weiter aus: noffen habe. Dazu fagt der 3euge, daß die ausländischen Bertreter der Reichsfettstelle meist nicht in der Lage gewefen feien, die Einkaufs möglichkeiten zu beurteilen. Deswegen seien die Geschäfte zentral in Berlin abgeschlossen worden. Wie weit Geschäftsneid bei solchen Behauptungen in Frage tomme, wolle er nicht beurteilen. Wenn die Vertreter entsprechende Angebote auf Kreditbafis gemacht hatten, dann wurden sie auch abgeschlossen. Von der Behauptung, daß in einer Besprechung der Reichswirtschaftsminister Schmidt dem Abg. Wels gegenüber auf den Tisch geschlagen habe mit dem Ausruf:" Bist du Minister ober ich?", ist dem Zeugen nichts bekannt. Daß bei den Preisen Differenzen vorgekommen fein, fei im faufmännischen Leben etwas 2tägliches. Dem Zeugen ist auch nichts darüber bekannt, daß Barmat im Hafenarbeiberstreit in Rotterdam nur unter der Bedingung eingegriffen habe, daß er beim Abschluß neurer Lieferungsverträge bevorzugt werde. Die Differenzen Barmats mit dem Reich feien vielleicht deswegen mehr aufgefallen als die der anderen Lieferanten, weil Barmat es liebte, in fchärferer Art und burschitofer Weise folche Differenzen zu erledigen und sich insbesondere darum bemühte, diese Differenzen durch neue Aufträge aus der Welt zu schaffen. Mitte 1920 follte Barmat ein Auftrag auf 2800 Riften Sped erteilt werden. Dieser Auftrag wurde auf die Hälfte herabgesetzt, um nicht den Anschein zu erweden, als ob Barmat vor anderen Kaufleuten bevorzugt werde. Wie flein im Verhältnis zu den riesigen Anforderungen, bie an bas Reich damals herantraten, die Aufträge an Barmat waren, geht daraus hervor, daß im Jahre 1919 1500 Elfenbahnwaggons Schmalz pro Monat gebraucht wurden, Barmat habe aber nur die Lieferung von 5-6 Waggons Schmal; pro Monat übertragen bekommen. Das Reich hätte biefe großen Besten gar nicht taufen fönnen, weil ihm Devisen nicht zur Verfügung standen. Die Geschäfte mit Barmat und mit den anderen Lieferanten hätten aufgehört, als im November und Dezember 1919 und April Mai 1920 die Berträge mit amer tanifchen Badern abgeschlossen wurden. Auf die Frage des Borfizenden, ob dem Zeugen etwas darüber befannt sei, daß bei den Preis. festlegungen für Barmat eine Abgabe an irgend eine politisme Partei eingefchloffen gewefen fet, ob insbe fondere die Behauptung zutreffe, daß ein bestimmter Brezentsatz von ben mit Barmat getätigten Geschäften an die Sozialdemo tratifche Bartei abgeliefert morben fet, erklärt der Zeuge mit grchem Nachdruď: Solche Forderungen find weder von Barmat noch von irgend jemand geffellt worden. Er hebe ausdrücklich hervor, daß die Geschäfte mit Barmat durchaus forrett gemejen feien. Auch auf die Frage des Berichterstatters Dr. BfIeger( D2p.). nb bie bei den aften befindlichen minifter ellen Schreiben irgend welchen Einfluß auf den Abschluß der Geschäfte mit Bormat gehabt hätten, erklärt ber Zeuge, daß Barmat in teiner Weise be Dorzugt worden sei. Der Reichswirtschaftsminister Robert Schmidt habe ihm wiederholt zur Pflicht gemacht, teinerlei Bevorzugung irgendeines Lieferanten eintreten zu lassen. Im Verkehr mit Barmats feien von ihm lediglich die Formen beobachtet morden, die unter anständgen Kaufleuten üblich feien. Wenn eine Suspendie rung Barmats von der Ausführung eines Bertrages erfrigt sei, fo fönnen die Vorausseßungen hier nicht anders gewefen fein als in anderen Fällen der gleichen Art Es lag feine Beranlaffung vor, Barmat besser als andere Lieferanten zu behandeln. Schließlich erklärt der Zeuge, daß man in den Reichsstellen sich immer wieder mit der Frage befakt habe, wie den großen Bereinigungen der Buffer- und Fetihändler der Abschluß von Ge schäften mit dem Reich erleichtert werden könne. Man habe darüber faft jede Woche fiundenlange Konferenzen gehabt und fich immer die größte Mühe gegeben, den deutschen Handel hinzuzuziehen. Es jei aber im Jahre 1919 nach der Revolufion dem deutschen Handel nicht möglich gewesen, das an Waren zu Cefern, was gebraucht wurde. Die weitere Vernehmung des Zeugen wird auf nachmittags 1 Uhr vertagt. Es tamen sehr erhebliche Mengen von Lebensmitteln in Frage, die oft schwierig zu befchaffen waren weil die Reichsbank wochentang dann nichts anderes übrig, als auch Waren auf Kredit zu importieren. mur sehr mäßig den Bedarf an Devisen befriedigen fonnte. Es blieb Im Mai oder Juni 1919 fei der Zeuge mit Julius Barmat Nach der Mittagspause machte der Vorfizende Abg. Saen. ger Mitteilung von einem Telegramm des Abg. Dr. Hugo: bekannt geworden. Auf welche Weise, fann er fich nicht mehr erinnern. Es wurden damals fehr viele Propofitionen für die Ein- Nachricht, daß ich Barmat kredite vermittelt haben solle, Schwinfuhr von Lebensmitteln gemacht. Auch Bar mat habe sich erboten, del enne Barmat nicht", ferner von einem Schreiben des Abg. Barmat Dr. Hugo an den Ausschuß, wonach das Gerücht über seine Ber aus dem Ausland, besonders aus Holland, Fleisch, Fett und Milch in großen Mengen zu liefern. Es sei ihm gesagt werden, daß man bindung mit Barmat auf völlig freier Erfindung beruhe, daß er mit ihm nur arbeiten wolle, wenn er ausländischen Kredit Barmat nicht tenne und bereit sei, vor dem Ausschuß zu erscheinen. perfchaffen könne. Der Verkauf von Reichsmart zur Beschaffung Dr. Scho13, in einem Schreiben an den Ausschuß Berwahrung Don Devisen follte möglichst verhindert werden. Barmat hat dann auch allerhand Finanzierungspläne ausgearbeitet gegen die in letter Sizung ohne vorherige Nachprüfung eine gutEr hat Empfehlungen von einer Berliner Großbant, nämlich der halts erfolgte Berlesung des anonymen, den Abg. Dr. Hugo beschulKommerz und Privatbant, weiter und Privatbant, weiter Dom Banthaus bigenden Schreibens ein. Mendelssohn in Amsterdam und von der Handelskammer in Amsterdam beigebracht. Der Zeuge habe sich persönlich zur Kommerz- und Privatbank begeben und einen besonders guten Ein brud dadurch erhalten, daß die Bureaus von Barmat sich damals im Gebäude der Kommerz- und Privatbank sich befunden haben. Die ersten Geschäfte Barmats find auch von dort gemacht worden. Der Zeuge habe sich wiederholt mit dem Direktor der Kommerz- und Privatbank, Dr. Fleischmann, über Barmat unterhalten und dabei immer den Eindrud gehabt, daß es sich um einen seriösen Kaufmann handele. Welchen Umfang die Geschäfte mit Barmat angenommen haben, fönne er fich ohne Einsichtnahme der Aften nicht erinnern. Aber er wiffe, daß der diftatorische Ausschuß immer stets die größte Objettivität dabei gewahrt habe. Der Zeuge habe sich bes müht, dem deutschen Handel das Geschäft mit dem Reich zu ermöglichen und zu erleichtern, aber es war dem deutschen Handel nicht möglich, die damals notwendigen großen Leistungen zu erfüllen. Barmat habe damals allerdings große Bersprechungen gemacht, aber nicht größere und andere als andere Lieferanten auch. Es feien bamals viele Herren aus anderen Ländern zu den Reichsstellen getommen, mit denen man recht wenig zufrieden war. So habe ein amerikanischer Kaufmann 200 000 Dchfen gegen Reichsschagan weisungen liefern wollen, es ist aber aus dem Geschäft nichts geworden. Der Ausschuß beschließt, dem Abg. Hugo das Schreiben zur weiteren Berfolgung der darin enthaltenen verleumberischen Behauptungen auszuhändigen. Ein weiteres Schreiben ist von dem Syndifus der Handelskammer Bielefeld Sartorius eingegangen, in bent bie Behauptung, er habe durch Vermittlung des Abg. Dr. Hugo ron Barmat Geld zur Verfügung erhalten, als unwahr bezeich net und die Bereitwilligkeit erklärt wird, dies zu beelden. Nunmehr wird die Vernehmung des Zeugen Direktor Brit fchom fortgesetzt. Bon einer von Henry Barmat behaupteten Lieferungszusage des Reichswirtschaftsministers Schmidt weiß ber Beuge nichts. Berichterstatter bg. Pfleger legt bem 8eugen aus den Aften einen von ihm am 1. September an Barmat gefchrie. benen Antwortbrief vor, in dem der Briefschreiber Brit fchow u. a. fagt, er habe sich mehrfach pergeblich bemüht, Barmat telephonisch in seinem Hotel zu erreichen, und der mit bestem Gruß schließt. Der Zeuge gibt, nachdem er sich anfangs nicht erinnerte, das Schreiben des Briefes zu; möglicherweise sei eine mündliche Besprechung mit Barmat voraufgegangen. Der Borfihende stellt im Laufe einer längeren Gefchäftsord. nungsaussprache fest, daß man immer wieder ob die Aften de feien oder nicht auf ein totes Gleis tommen werde, solange das Reichsministerium es zuläßt, daß Reichsbeamte über Reichsange. legenheiten im Preußischen Landtag aussagen, obwohl der Reids tag diefen Ausschuß habe. Es wird beschlossen, am Freitag vormittag in seiner Ber Nach den damals befolgten Richtlinien waren bei Dedung bringenben Bedarfs Aufträge auch dann zu geben, wenn die Breife etwas über den Tagespreisen lagen. Es habe damals recht ernehmung fortzufahren. Eine arantie für unsere enorme Leistungsfähigkeit ist die Tatsache, dass wir durch unseren zentralen Einkauf, unsere enormen Abschlüsse und unsere eigenen Luxus- Schuhfabrik, der grössten Berlins, einen Machtfaktor bilden, der sich auswirkt in Qualitätsleistungen niedrigsten Preisen Ziekung 17. u. 18. März 1925 ROTE KREUZ eldlotterie 218 188 Lose, 6835 Gewinne im Gesamtbetrage von 200000 Hauptgewinne: Rm. 60000mm 30000 im. 10000 Im Lose zu M. 3,30 Relchsstempel. 30 Piennig extra. einschilesslich| Postgebühr u, Liste Zu haben in, all, durch Plakate kenntl. Verkaufsstellen. 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Die Differenz zwischen dem deutschen und dem englischen über den Abfag hinausgehende Steigerung der Spiritusgewinnung Angebot ist aber so hoch, daß man an der Richtigkeit dieser Zahlen zweifeln muß. Die Deutsche Werft hat sich dazu bisher nicht geäußert. Der englische Auftrag an die Deutsche Werft A.-G. Der Berwertungsverband Deutscher Spiritusfabrikanten hat an den Reichsminister der Finanzen eine Einbelasten. gabe gerichtet, in welcher vom Verband für das laufende Geschäfts jahr die Zulaffung der Verarbeitung von Rüben in landwirtschaftlichen Brennereien beantragt wurde. Die Eingabe ist abschlägig befchieden worden. Interessant ist die Antwort, die der Reichs tangifter erteilt hat. Sie Lutet: Die Agrarreform in Mittel- und Osteuropa. Während der Nach friegszeit sind verschiedene Staaten Europas, alte wie neue, zu einer vollständigen Reform des Systems bes Grundbesiges geschritten und weite Ländereien haben infolge davon die Befiger gewechselt. Diese Wandlung, welche Millionen von Arbeitern interessiert, hat auch das Internationale Arbeitsamt be fchäftigt, das bestrebt war, die Ergebnisse der Bodenbefizreform in den verschiedenen Staaten und namentlich ihre fozialen Folgen festzustellen. Die von dem Amte herausgegebene Wochenschrift In formations Sociales" veröffentlicht Angaben über die Agrarreform in Tschechoslowakien, Polen, Bulgarien, Estland, Litauen, Finnland, Jugoslawien, Griechenland und Rumänien. Aus der Statiſti er lionen Hettaren enteignet wurde. Mehr als die Hälfte davon, hellt, daß z. B. in Rumänien allein eine Gesamtfläche pon 5,7 Milnämlich 3,7 Heftar, wurden unter 1026 336 Bauern aufgeteilt. Das mit wurde zugleich eine tiefgreifende Umgestaltung der sozialen Verhältnisse veranlaßt, ebenso eine starke Rückwirkung auf das Ge nossenschaftswesen, das Wohnungswesen und die Wanderbewegung. Die Deutsche Werft A.- G.. Hamburg, an der die AEG., der Haniel- Konzern und die Hapag beteiligt sind, hat einen eng, lischen Auftrag zum Bau von fünf Motorschiffen zu je 10 000 Angesichts der außerordentlich hohen Spritbe. Tonnen erhalten. Dieser Auftrag rief in der englischen und deut. stände der Rehusmenopolvermalrang sehe ich mich zu meinem Be- fchen Presse Erstaunen hervor, da auf allen anderen Industriebauern außerstande, der dortigen Anregung, die Branntweinerzeu gebieten die deutsche Konkurrenz nicht imftande ist, die englische gung aus Ruben an landwirtschaftlichen Brennereien zuzulaffen, wegen der höheren Selbstkosten zu schlagen. Das niedrigste englische näherzutreten. So mißlich die Lage einzelner Brennereiwirtschaften, Angebot foll um 60 000 Bfund pro Schiff, also 300 000 Pfund ins. die auf die Verarbeitung von Brucken in diesem Betriebsjahr an gesamt höher als das der Deutschen Werft gewesen sein. Die enggewiesen find, sein mag, fo fann ich es bei dem Umstande, baß die lichen Auftraggeber boten den englischen Wersten einen Ueber Spribeſtände der Monopolverwaltung nunmehr schon wieder aufpreis von 10 000 Pfund pro Schiff über das deutsche Angebot über 1,3 millionen Heftoliter angewachsen sind und von Lag zu Tag in einem erheblich über den Abfaz hinaus hinaus. Die englischen Werften lehnten ab, so daß nun tatsächlich gehenden Maße zunehmen, nicht verantworten, der Mono- die Deutsche Werft den Auftrag erhielt. polverwaltung nun auch noch die Uebernahme von Rübenbranntmein Die Ronkurrenzfähigkeit der Deutschen Werft gegenüber den aus landwirtschaftlichen Brennereien zuzumuten und zwar auch nicht englischen erklärt sich aber daraus, daß die englischen Reeder in dem von dort vorgeschlagenen beschränktem Umfang. Denn bei den Bau dieser Art von Motorschiffen vernachlässig der sich immer ernster geftaltenden Lage der Monoten, während er sich in Deutschland zu einem Spezialgebiet polverwaltung fann ich eine nach dem Branntweinmonopol entwidelte. Das ergibt sich schon aus dem Verhältnis des MotorWeffer für Berlin und Umgegend. Vielfach heiter. Um mittag gefeß nicht ohne weiteres zulässige Branntweinerzeugung auch innerTemperatur bei Null, rachts strenger Frost, schwache Luftbewegung. halb des Brennrechts nicht durch Ausnahmebewilligungen be- fchiffbestandes im Vergleich zur Gesamttonnage. In England Für Deutschland. Im äußersten Nordosten und im Süden Deut chlands günſtigen." find es nur 0,8 Proz., in Deutschland dagegen 5,1 Proz. Die noch Schneefälle, im übrigen Deutschland troden und vielfach heiter. 360 " BILLIGE LEBENSMITTEL Vrr st vorbehalt Verkauf scwelt Kolonialwaren Mengenabrabs Weizenmehl Pfund 20Pt. Graupen..... Pfand 21Pt Auszugsmehl Ptand 23Pt. Vikt.- Erbsen Pfund 22Pt. 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Am Hof« des weisen Harun al Raschid, jene» Solifen» der es liebte, sich in Verkleidung unter» Volk zu mischen, nächtfich« Spaziergänge zu machen und unerkannt, ein Geringer unter Geringen. zu leben, immer bereit, da» Recht zu schützen und dem Schioachen beizustehen— am Hofe jenes Kalifen lebte auch ein bevorzugter Liebling des Herrschers, der heitere Poet und Spaßmacher Abu Ruoas, der köstlich« Mann unvergleichlicher Einfälle. Eines Tages näherte sich Abu Nuoas seinem Herrn mit einer besonderen Bitte: er wolle feststellen, erklärte er. wieviel Pantoffel. Helden es in des Kalifen weitem Reiche gäbe. Und zu diesem Zweck« möge ihm Raschid ein Edikt ausstellen lasten, kraft dessen Abu Nuoas von jedem Ehemanne, den er daraus ertappe, unter dem Pantoffel seiner?rou zu stehen, einen lebendigen Affen als Steuer einfordern dürfe. Der Kalif war zu jener Stund« sehr gut gelaunt, und der Ein- fall femes Poeti laureatu» schien ihm drollig genug. Er willigte lachend ein und blieb begierig, was Abu Nuoas erreichen werde. Als dieser das Edikt in der Tasche hatte, machte er sich unverzüg- sich ans Werk Mil fchlauestem Geschick wußte er das Vertrauen aller Ehemänner zu gewinnen, und siehe da: vom obersten Minister angefangen bis zum letzten Handwerksmann herunter stand all's. alle», was verheiratet war. jämmerlich unter dem Pantoffel! Abir Nuvas schmunzelte. Aber wo er den Deweis erbracht hatte, dort wies er gebieterisch das Edikt des weisen Harun vor,— empfing den unvermeidlichen Slcueraffen und hatte in Kürze eine so beträcht- ll>h« Anzahl dieser komischen Tiere eingesammelt, daß er sie als eine gewaUige Herde dem Palast« de» Kalifen zutreiben konnte. Vor Harun gekommen und von diesem nach den verschiedenen Abenteuern gefragt, die ihm begegnet waren, erzählte Mu Nuvas nun die ergötzlichsten Geschichten, bei denen die Ehimiänner freilich schlecht, die Ehefrauen aber noch schlechter davonkamen. Indessen stand oder des Kalifen Gemahlin, die schön« Zubatdah, lauschend im Nebenzimmer, sehr darauf bedacht, kein Wörtlem von des Poeten wundersamen Berichten zu verlieren. Zubatdah war sehr neugierig und ebenso eitel wie eifersüchtig. Diese Eigenschaften seiner Herrin kannte der schlaue Abu Nuvas nur zu gut— und er wußte sie nun seinem Zweck« dienstbar zu n,azl;en. Gr begann die Erzählung von einem Weibe, das er auf seinen Forschungszügen durch Harun» weite Reich« ongetrosfen habe, von einem Derb«, ach, das so herrlich sei wie der Engel einer im Garten des Paradieses... Nichts laste sich dem Liebreiz dieses Weibes vergleichen! Seine Augen seien leuchtend wie die Edelsteine in der Krone Salomoms, seine Wangen wie der Schmelz der Rosen von Schiras, fein Haar fei dunkel und schimmernd wie die Lockenflut Lilsth»... Dieses Weib', so sagte der Poet, �dieses Weib mußt du schauen, o Herr, denn seine Pracht überstrahlt jegliche Pracht der Erde!' Immer lauter hatte er seinen Hymnus gesprochen. JSfiS schne er nun, ganz hlngerlsten,.weiser Kalis, die Sonne der West, mache dich auf, um dies« Tochter Mohammeds zu schauen! Und Allah wird jeden deiner Schritt« belohnen!' Der Kalif, längst unruhig geworden, bat den stürmischen Poeten. feint Stimme zu mäßigen,„denn'— so fügt« er leise hinzu— »meine Gemahlin Zubatdah lauscht im Nebenzimmer! Und du kennst ja ihr« Neugier und eifersüchtige Gemütsart!' Aber der hochbegeisterte Poet schien im Gedenken an da« Götter- weib, das er geschaut, um den ganzen Verstand gekommen zu sein. .Herr', brüllte er wie besesten.»da» Weib, von dem ich dir spreche, ist unvergleichbar! Nie hat dein Blick auf soviel Vollendung, auf soviel Schönheit geruht! Du mußt hin zu ihr, großer Harun, du mußt.. Der Kalif ließ ihn nicht endigen. Cr legt« dem Poeten flugs den Finger auf den Mund und. auf den Nebenraum weisend, wo er Zubaidah wußte, gab er Nuvas durch dringlich« Zeichen zu ver- stehen, sogleich zu schweigen. Damit war aber der Schelm an sein Ziel gelangt. Ehrerbietig zurücktretend,»erneigte er sich tief und gehorsam vor seinen, Herrn Klettertünstler?arres. »Nuater vom Schilö!' »Noch mal voa vom... und, indem er das Allerhöchst« Edikt vorwies, da» da für alle Ehe- männer des Reiches Geltung besaß, sagte er mit heiterer Strenge: »Weiser Kalif, großer Harun al Raschid, deine armen Untertanen haben mir je«inei» Affen als Pontoffelsteuer geben müssen— deine gütige und reiche Majestät wird mir gewiß sechs Affen nicht ver- weigern...!'(Erzählt von Max Hoyel.) Die längsten»rücken der well. Di« längst«»rück« der Welt ist die Sankl-Larenz-Brück«, die bei Quebec über den Sankt-Lorenz- Strom führt. Sie ist etwa, über M> Meter lang. An zweiter Stell« steht die Drücke über den Firth of Förth, den schmalen Meeres- arm, der an der Ostküste Schottlands tief in das Land«inschneidet. Sie ist 570 Meter lang. Eine fast ebenso lange Brücke wirb die im Bau befindlich« Brück« in Philadelphia sein, die über den Delaware führt. Di« Nowyorter Williamsburgh-Brück« ist auch über SSV Meter lang. Sellage öes vorwärts Zraueaverjüngung durch Röntgenstrahlen Von Dr. Mosbacher. Mehr und mehr hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte in der medlzinischen Wissenschaft die Erkenntnis Bahn gebrochen, welch außerordentlich hohen Einfluß die Drüsen mit innerer Sekretion aus alle Lebensvorgänge im menschlichen und tierischen Organismus ausüben. Wir verstehen darunter drüsige Organe, die ihre Pro- bukt«— Hormone genannt— direkt in die Blutbahn abgeben und mit ihrer Hilfe an weit von ihrem Sitz entlegenen Körperteilen hoch- wichtig« Stofswechselvorgänge auslösen bzw. regulieren können. Zu den klassischen Drüsen mit innerer Sekretion gehören die Schild- drüse, die Nebenniere, der Gshirnanhang, der Thymus(innere Brust-, drüse) und andere mehr. Aber auch die Drüsen mit äußerer Se- kretion, die ihre Produkte durch«inen besonderen Ausführungsgang nach außen abgeben— wie die Leber die Galle, die Niere den Harn, Eierstock und Hoden die Fortpflanzungsprodukte usw.— haben da- neben auch eine innere Sekretion, geben also auch Hormon« direkt in» Blut ab: ja darüber hinaus darf man wohl annehmen, daß sämt- liche Organ«, sämtliche Gewebe des Körper»— einschließlich der Haut— innere Sekretionen aufweisen, ohne deren harmonisches Zusammenspiel des Organismus krankhafte Erscheinungen aufweisen würde. Alle Drüsen mit innerer Sekretion stehen mittels ihrer Hör- mone in inniger Wechselwirkung zueinander: erkrankt— d. h. versagt oder arbeitet die eine Drüse übermäßig, so werden die anderen mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen. Es lag nun sehr nahe, anzunehmen, daß das Problem des Allern» in inniger Beziehung zu der— den Stoffwechsel so erheblich beeinflusienden— inneren Sekretion, besonders zu den Keimdrüsen steht. Und tatsächlich lieferten die genialen Untersuchungen Steinachs hierfür schlagende Deweise. Es gelang ihm, alternde Tiers durch Einsetzen von Eierstöcken jüngerer Tiere zu verjüngen: anderer- seits genügte beim Mann« und beim männlichen Tiere die Unter» bindung eines oder beider Samenleiter, um mittels der hierdurch er- folgten Ausschaltung der Fortpflanzungsdrüse die innere Sekretion der Keimdrüse anzuregen und Veriiingnngserscheimingen hervorzu- rufen. Der bekannte Röntgenologe Dr. Manfred Frankel hatte schon fiüher beobachtet, daß Frauen, die er wegen blutender Unterleib»- geschwülst« oder sonstiger Leiden mit Röntgenstrahlen behandcll hatte, bald danach, abgesehen von der Bessernng der örtlichen Er- krcmtimg, sich eines erhöhten Wahlbefindens ersrentcn, das er dann — wohl mit Recht— als Zeichen einer Verjüngung deutete. Tat- sächlich wird durch dte Röntgenstrahlen bei der Frau— entsprechend der Unterbindung de» Samenleiters beim Manne— dem Keimdrüsen- gewebe In seiner Funktion als Fortpfianzungsorgcm Einhalt getan und gleichzeitig die innere Sekretion der Keimdrüsen, wie die ge- samt« innere Sekretion überhaupt, angeregt— mit anderen Worten Verjüngungserscheinungen ausgelöst. Diese Erfolge wurden von den verschiedensten Seiten bestätigt, so daß man wohl heute annehmen darf, im Besitz einer Methode zu sein, die unblutig und bei vor- sichtiger Anwendung ohne Schaden für Frauen, besonders zur Zell der Wechseljahre zu einer ganz erheblichen Steigerung des Wohl- befindens, der Arbeitsfreudigkeit und zur Hebung des allgemeinen Körperzlistaiides führt. Daß es gelingt, offeusichlliche Störungen der Schilddrüsen' tätigkeit(Basedowsche Krankheit), des Gehtrnanhangs(Riesenwuchs) und anderer Drüsen mll innerer Sekretion mittels Röntgenstrahlen günstig zu beeinflussen, nimmt demnach nicht Wunder. Aber Dr. Frankel ging noch weiter. In der Annahme, daß auch das Wachstum der bösartigen Geschwülste(Krebs) sich dem Einflusi« der inneren Sekretion nicht entziehen können, versucht« er gleichfalls durch Bestrahlung der innersekretorischen Drüsen mittelbar aus die krebsig« Geschwulst einzuwirken. Und auch hier bleiben ihm Erfolge nicht versogt. ES gelang nicht nur, den Allgemeinzustand von Krebs- kranken wesentlich zu bessern, auch das Wachstum von Geschwülsten selbst konnte so zum Stillstand, ja zur Heilung gebracht werden. Wahrscheinlich spiest die Anregung des die Geschwulst umgebenden normalen Bindegewebes hierbei eine bedeutsame Rolle. Für den hemmenden Einfluß der Röntgenstrahlen aus die Bildung von kreb- sigen Geschwülsten spricht noch da: verbällmsmähig seltene Dm- kommen von bösartigen Tumoren bei Frauen, die früher einmal wegen eines andere» Unterleibsleidens mit Röntgenstrahlen muh der Methode Frankel behandelt waren. Es ist wghl mit Sicherheit zu erwarten, daß es den weiteren Forschungen gelingen wird, den Einfluß der Röntgenstrahlen auf die innere Sekretion über die Verjüngung dst Frau, über die Be- kämpfung des Krebses hinaus weiteren Heilzwecken dienstbar zu machen. DielliquiöierungüerüeutjchenRevolution von164S. Die Schließung der llrbetterverbriideruagea. von Ludwig Brägel(Wien). Die Revolution von 1M8 hatte allenthalben ihr tragisches oder tragikomisch«» Ende gefunden: in Paris. Wien, Berlln und Frank- ftrrl. D'e. Bundeszentrolkommi ssion' hott« somit all die großen Reden in den Parlamenten und die blutigen Barrikadenkämpfe überlebt. In das Reich der Franken war Napoleon Bona- Port« als Sieger eingezogen, m Oesterreich hatte der.Eroberer' »an Wien. Fürst Alfred Windischgrätz. der Reaktion die Bahn freigemacht, und in Preußen saßen die kaum ernstlich ge- fährdet gewesenen Hohenzollern sicherer al» jemals auf dem ihnen von.Gottes Gnaden' beschiedenen Königsthrone, der Ihnen dauer. haster erschienen war als die von den deutschen Stämmen erst zu zimmernd« kaiserliche Sitzgelegenheit. Ueberall gingen die Herrscher, die sich neu installiert hatten. nachdem der Revolutionsspuk gewichen war, daran, ihr Regiment vor etwaigen neuen Kalamitäten zu sichern. Als die erste Gewähr hierfür erschien ihnen die Beseitigung der im Sturmjahre geschaffenen.Arbeiterverbrüderungen', wie die 1848 be- grüntelen politisch. gewerkschaftlichen deutschen Vereinigungen der Arbeiterschaft sich nannten. Da diese von einem mehr oder minder klaren Sozialismus durchdrungen waren, erschien dem König von Preußen, aber auch den anderen deutschen Fürsten ihr Bestand als eine drohende Gefahr. Halle man in Frankreich und Oesterreich sich zur Beseitigung dieser gefährlichen Gesellschaften ausschließlich ver Gewall der Bajonette bedient, griff man in Preußen, dem ge> priesen«» Land der Gollessurcht und Zucht, außer zu den Bajo- netten auch noch zu der allezell prompt funktionierenden Berwal- tungsmaschine. dte im revolutionären Treiben nur ganz wenig ein- gerostet war. Man ließ vorerst in Preußen, ehe man an die gründ- liche Arbeit ging, die Arbeiterorganisationen noch fast das ganze Jahr 184S ruhig gewähren, betrieb aber im Stillen alle Borbere!- tungen, um dann gegen alle Arbeiterverbrüderungen den großen Schlag zu führen. Im Frühjahr 1850 teille die königlich-preußifche Regierung der Bundeszentrallommisston«ine Denkschrift über die Arbeiter- Aerbrüderungen mit..aus welcher sich unzweifelhaft ergibt, daß diese vereine nicht allein bei den stallgefundenen Ausständen in Deuts tfmid sich totig beteiligt haben, sondern auch fortgesetzt Zwecke «rftXS-n. welch- ans to Umsturz aller staatlichen d«d sozialen Ort- nuna gerichtet sind. Au» diesen Gründen hat die gedachte Regierung die Schließung aller, im preußischen Staate noch bestehenden Arbaiterve reine angeordnet und gleich. zeitig den sogenannten.(Butenbergbund' sowie die Zigar- renarbeiter- Verbrüderung der Beaufsichtigung ourch königliche Polizeibehörden unterworfen'. Daß diese Beaussichtlgung durch die löniglichen Behörden gleichbedeutend war mit der Auflösung der Verbrüderungen ist selbstverständlich. Tatsächlich erfolgte auch wenig« Wochen später. wie die Bundeszentralkommisston allen deutschen Staaten mitteiste. die Auflösung oller Derartigen Verein«'. Diesem Beispiel Preu- ßen» folgt« auch Sachsen.... Bald war es denn auch wirklich gelungen, diese Vereine, deren Teilnehmer ausschließlich.subversiven Zwecken' dienten, auszulösen. Di« Behörden Preußens und Sachsens gingen um so schneidiger vor, al» sie überall verbreiten ließen, die Arbeiterverbrüde- rungen gehorchen einer oberste« Behörde in London, deren Ziel«« sei,.all« staatliche und soziale Ordnung umzustürzen'. Die aus dem Juni 1850 stammende Denkschrift der preußischen Regierung Ist natürlich um die Gründ« für«in« Aiifjösung der Arbeiterverbrüderungen nicht verlegen, wie ja seinerzeitige Derwal- tungsbeamte stets noch die tauglichen Begründungen fanden. So wird dargelegt, daß alle unter dem Eindrucke der Märzereignisse von 1848 entstandenen Arbeitervereinigungen revolutionär« Ziele oerfolgten. Auch die verschiedenen Gesellenkongress«. die im Sommer 1848 abgehalten wurden, seien revolutwnären InHalles voll gewesen. Was sei«s denn etwas andere« al» Revolution. wenn beispielsweise der Besellenkongreh von Altona folgende Programmpunkt« aufstellte: Errichtung einer sozialen Kammer, gemeinschaftliche soziale Gesetzgebung für ganz Deutschland. Errichtung eines sozialen Mi- nisteriums, Organisation der Arbeit, Organisation eine« Bant- sustems, Ausführung öffentlicher Arbeiten für die Freiwilligen- Armeen und Unterricht auf öffentlich« Kosten. Dies«, Programm hatten sich fast alle Verbrüderungen zu eigen gemacht, die zur Durchführung«in Zentralkomitee gewähst hatten. Als b« s o n. ders revolutionär wird es in der Denkschrift hingestellt, daß der Präsident der Buchdrucker. Stefan Born, in einer Diskussion über die Einschränkung des Lehrlingswesen» die Aeußerung machte:.Ich bin nicht für die Prinzipien der Buch. drucken sondern für das Prinziv der Revolution!' .Könnte noch«in Zweifel bestehen,' so heißt«« in der Denk- schrift,»daß die Tendenz der Verbrüderungen«ine sozial« und damit folgerichtig auch«in« polittsch« ist. sa sei ans das Wahl« manifest an die Arbeiter Preußen» verwiesen, worin al» da- Hauptbestrebe» hingestellt nrtrt. daß die SrdeHtt«• einer Achtung erweckenden Macht im Staate sich «inigen und organisieren müßten, daß Assoziationen und Werkställen errichtet werden, au» welchen unendliche Vorteile für die Bildung, den Wohlstand und die Freiheit de« Volkes hervor. gehen müssen." Das ist doch sicherlich höchst revolutionär! Das wichtigste Argument für die Auflösung der Vereinigungen mußte aber der Inhall des Organs.Dt« Verbrüderung' bieten. „Es enthält fortlaufend Artikel, welche auf die Untergrabung des Konigtumes und auf Anreizung der Arbeiter legen die Besitzenden abzielen.' AuÄ die— Fest lle- >« x der Vepelne liefern den Beweis dafür, daß sie revolutionär ind. Das größte Kontingent für die staatsgefährlichen Derbrüde- rungen stellen die Buchdrucker; ihr« Organisation, der.Gillenberg- buno', marschiere an der Spitz« der aufrührerischen Arbeitervereine. Die von ihm auegehenden Gefahren seien um so größer, al» seine Verbindungen über ganz Deinschland verzweigt sind. Nach ihm rangiere an Gefährlichkeit die Zigarrenarbei» t« r> A s s o z i a t i o n, pie wie der.Gutenbergbund' strafbar« Zwecke verfolg«..Die Idee,«ine Vereinigung der Zigarrenarbeiter zu stiften, ging von dem Werksührer einer Berliner Zigarrenfabrik Wenzel KohlweckRm Jahre 1848 aus, und zwar beabsichtigt« er dadurch der immer mehr und mehr um sich greifenden Eni- sittlich ung der Zigarrsnarbeiter entgegen zu- treten. Zunächst stiftete Kohlweck in Berlin«inen Zigarren- arbeiteroerein zur gegenseitigen Unterstützung, begab sich alsdann 1840 auf Reisen, bewirlte die Gründung ähnlicher Verein« in ver- schledenen deutschen Städten und bahnt« den Weg zu einer Ver- bindung derselben untereinander an. 1840 wurden melirere Kon- gresse abgehalten. Daß auch die Zigarrenarbeiter-Assoziatton sozial- politische Tendenzen verfolgte, geht au» den Artikeln de» Organs ..Concordia' deutlich osrvor. K o h l w e ck selbst Ist ein Revo- l u t i o n ä r, wo« daraus erhellt, daß er in einem Schreiben an da« Zentralkomitee der Verbrüderung die Anklage erbebt,„d k c preußische Regierung fange Brief« aus'. Auch das Prinzip der S e l b st h i l f e, wie es die Assoziation aufgestellt babe. spreche für die zu verdammenden politischen Tendenzen bei Bereinigung. Di« Denkschrist erklart schließlich, daß aber nicht bloß der .Gutenbergbund' und die„Assoziation der Zigarrenarbelter' wegen ihrer revolutionären Ziel« der Auflösung zu oerfallen haben, sondern daß alle Lokalvereine, die der Verbrüderung angeschlossen sind. diese» Schicksal teilen müßten,„denn sie all« verfolgen strafbare Zwecke und ihr Bestand könne sich auf Artikel 30 her Verfassung vom 3t Januar 1850 nicht stützen'. Die deutsch« Arbeiterschaft hatte diesen ersten Schlag über- Hanert, wie sie nach einem Menschenalter da» Sozialisten- ««setz überstand.' 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