Abendausgabe Cr. 12542. Jahrgang Ausgabe B Nr. 62 Beangsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Redallion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fern! precher: Donhoff 292-298 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Pfennig Sonnabend 14. März 1925 Berlee und Anzeigenabteilung: Gefchäftszett 9-5 Uhr Berleger: Vorwärts- Berlag Gmbh. Berlin S. 68. Cindenfiraße 3 Ferniprecher: Dönhoff 2508-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Die Versammlungsschlacht in Halle. Präsidentenwahl und Beamte. Sieben Tote- Zahllose Schwerverletzte. Der furchtbare Zusammenstoß, der gestern abend in einer tommunistischen Wählerversammlung in Halle dazu geführt hat, daß sieben Menschen ihr Leben lassen mußten und daz zahllose Besucher schwerverletzt wurden, muß die größte Erregung in der Deffentlichkeit hervorrufen. Es wird famer fein, eine einwandfreie Klärung der Schuldfrage herbeizuführen, denn als Beteiligte stehen sich Kommunisten und Polizei gegenüber, die bei de faum als objektive Zeugen in Betracht kommen. Wir geben deshalb zunächst die uns zugegangenen Berichte in der Reihenfolge ihres Einganges wie er, ohne damit fagen zu wollen, daß sie bereits erschöp fende Klarheit verbreiten. Trotzdem glauben wir jetzt schon sagen zu müssen, daß diese Vorgänge ungeheuerlich sind und mit allen Mit teln dafür gesorgt werden muß, daß eine Wiederholung unmöglich ist. Aus welchem Grunde ein Verbot der ausländi fchen Redner von der Halleschen Polizei ausgesprochen wurde, ist uns nicht bekannt. Irgendein Nugen geht von diesen Verboten niemals aus. Die Polizei täte gut. von solchen Verboten abzusehen. Unseres Wissens liegt auch teinerlei generelle Anweisung des preußischen Innenministeriums vor, kommunistischen Ausländern das Reden zu verbieten. Die Wirkung solcher Verbote fann immer nur die sein, daß für die angeblich„ bir olgten Kommunisten" ganz unnötige Reklame gemacht wird. Wir wissen nicht, ob die Dar stellung richtig ist, nach der die Polizei zu erit angegriffen worden sein soll. 3weifellos scheint aber zu sein, daß der wachthabende Polizeioffizier nicht Herr seiner er Den gewesen ist In eine überfüllte Bersammlung wahllos hineinzuschießen, scheint uns als eine so ungeheuer liche Ueberschreitung der Notwehr, daß eine entschiedene und fofortige Abschüttelung btefer Methoden durch die Aufsichtsbehör. ben bas einzige Mittel ist, um menigstens einen Teil des moralischen Schadens wieder gutzumachen, den dieser blutige Vorfall in Halle angerichtet hat. In welchem Lichte würde Deutschland dastehen, wenn das Ausland den Eindruck gewinnen müte, daß die Wahlbewegung für den Reichspräsi dentenposten durch ein solches Blutbad eingeleitet wird. Der preußische Minister des Innern Severing wird sicher auch in diesem Falle dafür sorgen, daß der gute Name der preußi schen Schutzpolizei nicht durch die Deckung dieses unerhörten Vorgehens geschädigt wird. Die Kommunisten werden natürlich die gestrigen Borgänge als bequemes Agitationsmittel benutzen. Sie sind die Le'zten, die namentlich in Halle dazu das Recht haben. Wer fo offen wie sie ständig mit dem Revolver fpielt, mer ständig mit dem Mund'e und auch mit der Tat provoziert, fann sich nicht darüber beschweren, wenn aus folchen Provokationen fich blutige Konflikte ergeben. Mochte folchen Brovokationen sich blutige Konflikte ergeben. Mochte das Polizeiverbot zum Sprechen der ausländischen Redner das Polizeiverbot zum Sprechen der ausländischen Redner ungerecht sein, feine Befolgung durch die kommunistische Parteileitung hätte ungeheures Unglüd mit Leichtigkeit verhindert. verletzte waren auf der Stelle tot, zwei sind auf dem Wege zum Diafoaiffinnenhaus gestorben, zwei nach der Einlieferung. Unter den Getöteten befinden sich auch zwei Frauen. Die Gesamtzahl der Irten beträgt bis zur Stunde 7, die Zahl der Verwundeten läßt sich nicht festellen, da mindestens ein Dutzend oder mehr durch Silfeleistung von befreundeter Seite weggeführt worden ist, ohne tas irgendeine amtliche oder halbamtliche Nachricht darüber etwas fagt. Ueber den diensttuenden Offizier schreibt das Bolts. blatt: Das persönliche Auftreten und die persönliche Schießerei Piehlers bedürfe einer besonders gründlichen und gewissenhaften Unterfachung. Es geht nicht an, daß Leuten Gewalt über Hunderte von Gewehrläufen eingeräumt wird, Ceuten, die nicht einmal für ihren eigenen Dienstrevolver eine ausreichende Garantie übernehmen können." Hätte die Versammlungsleitung der BPD. die Massen über das ihr von der Polizei gewordene Berbet aufgeklärt. dann wäre für die Polizei fein Grund zum Einschreiten gegeben gewesen, und die Versammlung im oberen Saal wäre höchstwah- fcheinlich ebenjo ruhig verlaufen wie diejenige im unteren Saal, wo doch auch Polizei anwesend war. Es unterliegt feinem Zweifel, daß die kommunistische Bersammlungsleitung durch ihr Be: halten in verbrecherischer Weise nicht nur die Massen, fondern auch die Polizei aufgereizt hat und daß die beiden Teile infolgedeffen mit Bewußtsein aufeinandergeheht und damit zum mindesten den ersten Antoß zu den blutigen Szenen gegeben haben Die Kommunisten sind infolgedessen die legten, die Ursache haben, ein großes Geschrei wegen der Katastrophe anzustimmen. Tas am Freitagabend im Volkspark gefloffene Blut kommt also zu einem erheblichen Teil auf die Häupter jener gewissenlosen Buben, die mit dem Leben ihrer Mitmenschen umgehen, als ob es auf der Straße läge. Die Kommunisten forderten auf, in den Betrieben zu demonstrieren. Bon Albert Faltenberg Für die deutschen Beamten ist die Wahl des Reichspräsidenten in besonderem Maße Schicksalsfrage. Jeder ein zelne Beamte hat ein zweifaches Interesse an der Staatsform feines Landes, als Staatsbürger und als Diener der Gesamtheit, als den ihn Artikel 130 der Reichsverfassung ausdrüc lich fennzeichnet. Die rückliegenden Jahre haben den einwandfreien Beweis erbracht, daß es ein Teil des grundsätzlich gegen die Republik eingestellten Beamtentums verstanden hat, in der Republik gegen die Republik zu„ regieren". Diese Beamten waren Rebellen gegen das System; nicht Diener der Gesamtheit, sondern Beauftragte einer dünnen Herrenschicht, der zuzählen zu dürfen sie feit jeher als gesellschaftliches Plus zu werten gewohnt sind. Organe in diesem Sinne werden sie bleiben, solange nicht ihre Herren" die Garantie für jede Ausnügungsmöglichkeit des republikanischen Systems zu egoistischen Zweden befizen. Alle übrigen Beamten haben das größte Interesse daran, daß der seit Jahren von der Herrenschicht und ihren Tra banten so heiß ersehnte Zustand niemals Wirklichkeit wird, und daß dort, wo bereits Anfäge vorhanden sind, fie abgebaut werden. Um ganz flar zu sehen, müssen gerade auch die Beamter immer wieder nach einer Antwort auf die Frage suchen, was die Republik gewinnt, wenn ein Kandidat der politischen Rechtsparteien bei der Reichspräsidentenwahl siegen jollte. muß auch er den Eid auf die republikanische Verfassung leisten. Benn ein Kandidat der Rechten Reichspräsident wird, muß auch er den Eid auf die republikanische Verfassung leisten. gegebenen Tatsachen" stellen und„ republikanisch" regieren. Wie fo mancher schon, wird auch er sich auf den Boden der Wie so mancher schon, wird auch er sich auf den Boden der Bayerns Ministerpräsident hat ein würdiges Beispiel für derlei Möglichkeiten geschaffen. 1924 legte er im banerischen auch als Monarchist, und ich behaupte, daß für das deutsche Lundtag folgendes Bekenntnis ab: Ich bekenne mich Unsere Halleschen Genossen werden es nicht unterlassen, Bolf die Monarchie die bessere Staatsform ist als die Reunter voller, nad) beiden Seiten gehender Bürdigung des publit Dieses Bekenntnis hindert ihn nicht im geringften, Geschehenen das verbrecherische Spiel der PD. mit Menschenleben zuüben. Er weiß, daß es nicht auf ihn allein antommt, fonim Freistaat Bayern parlamentarische Führertä igfeit auss aufzudecken. Der Regierungspräsident Genosse Grüner ist be- zuüben. Er weiß, daß es nicht auf ihn allein antommt, sonreits heute morgen zur Untersuchung der Katastrophe in Halle einbern mehr noch auf die Regierungsorgane seines Landes. getroffen. Der in Berlin weilende Hallesche Polizeipräsident und ihrer Einstellung in feinem Sinne darf er sicher sein. Runge ist telegraphisch bereits in der Nacht zurückgerufen. Der als Vorort für die Wiederau richtung der Monarchie zu beWenn schon das Reich sich daran gewöhnt hat, Bayern dem Boltspart zugefügte Schaben beträgt mindestens 10 000 m. trachten, dann bleibt die desto intensivere Durchtränkung des der Toten beziffert sich bisher auf fieben. Unter ihnen find Forderung. Was aber soul von einem Reichspräsidenten Halle a. d. S., 14. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Zahl übrigen Reichsgebiets mit republikan schem Geist zwingende zwei Frauen. Das Verhalten des Schupooberleutnant Gutes fommen, der im Herzen, banerisch" fühlt, mit dem Biekter, der schon mit der Waffe in der Hand in Berstand ,, banerisch" reagiert und im übrigen das Stener der drohender Haltung auf den Tisch gefprangen fein Republik zu lenten verpflichtet ist. Er wird führend sein in foll, etfhelut nicht als einwandfrei. Piehler ist derselbe be- der Repub'it, wie er sie auf aßt: eine Renu lit rea? tionärer fundungseiftige Zerge des Polizeimajors Gärtner, der vor Tendenz mit vorsichtig aufsteigendem plutokratischen Ein'ch'ag, furzem im Prozeß gegen den Genossen Schulz vom Boltsblatt" das heißt Fortführung des gegen den Willen aller ernsthaften auftrat. Republikaner erzwungenen herrschenden S- stems. Noch Was dieses System ausgerechnet für die Beamten beReichsregierung getriebenen Beamtenpolilit: Denkschrift des deutet, erhellen bligartig die Etappenstationen der von der Reichsfinanzministeriums über die Enimidiung der Beamtenbesoldung- Verlängerung der Dauer des Besoldungsgeleges -Aufrechterhaltung der Personalabbauverordnung. immer verben diese Blinkfeuer für den Kurs reaktionärer Ber waltungsfunft in den Reihen der Beamten viel zu start als beamtenpolitische Regierungsmanöver gewertet. In Wirf lichkeit ist die gesamte zurzeit von der Regierung getriebene Beamtenpolitit gar nichts anderes a's die folgerichtige Auswirtung einer unter dem Diktat der Wirtschaft sich vollziehen den arbeitnehmerfeindlichen Regierungspoliíit. Der im Brenn punkt des politischen Interesses stehende Ronflift der Eisenbahner mit der Reichsbahnverwaltung ist der wirkungsvollfte Anschauungsunterricht für die leeriragung der pro'itfavita listischen Methoden auf den amtlichen Apparat. Was nicht durch Ausschaltung der Arbeitnehmerparteien aus der Negierung auf politischem Wege erreicht werden kann. muß über die Wirtschaftspolitit gewonnen werden: die Maffen der Arbeitnehmer follen politisch entrechtet werden, damit die Stei gerung der Profitrate des Privatkapitals sich um so reibungsloser vollziehen fann. Die Arbeitnehmer im ganzen werden von einer fozial gerechten Anteilnahme an den Erträgniffen des Produktionsprozesss ausgeschaltet und auch der Beamte soll nur soweit in den Genuß des Entgelts für seine Arbeitsleistung gelangen, als dies von den fapitalistischen Drahtziehern unter Wahrung ihres Strebens nach Steigerung der Profitrate für angängig gehalten wird. Halle, 14. März( Eigener Drahtbericht.) Das Ergebnis der gehen überaus schleppend vor sich. Es berührte befremdend, daß amtlichen Ermittelungen steht zur Zeit noch aus. Die Ermittelungen feiner der anwesenden 3eitungsberichterstatter zugelassen wurde, trotzdem diese dringlich auf die nunmehr ein tretenden technischen Schwierigkeiten der dringend notwendigen Informierung der Deffentlichkeit hinwiesen. In der Hauptsache drehte es sich bei der Schuldfrage darum, ob die Hauptlast derfelben Halle, 14. März.( Eigener Drahtbericht.) 3u gestern abend dem verantwortlichen Sekretär der Kommunistischen Partei namens 8 Uhr hatte die Kommunistische Partei eine wähler verfammertel zuzuschreiben ist, der den ausländischen Vertretern das lung nach dem Bolfspart einberufen. Referent war der Reichs Sprechen erlaubte, oder dem dienst tuenden Polizei präsidentenkandidat Thälmann. Thälmann wurde am Abend offizier, einem Oberleutnant Bießter, der die Bervon einem größeren Aufgebot fogenannter Rote faminlung auflöfte, als die Uebersetzung der Rede eines Ausländers, Fronttämpfer vom Bahnhof abgeholt. Die Versammlung der bereits gesprochen hatte, erfolgte. Nach dem übereinstimmenden mußte in zwei Sälen stattfinden, die bald überfüllt waren und Utteil der Vertreter. auch der Rechtspreffe, scheine man nicht ohne von der Polizei gefd, loffen wurden. Im großen Saal( prachen nad) Ueberellung(!) vorgegangen zu sein, als man das Polizei. ter Reichstagsabgeordneten Hedwig Kruger ein Englander detachement im Saal einfegte. Den ersten Schuß gab Oberund ein Franzose Die Polizei hatte am Vormittag von Ver- ler tnant Piekker ab, als von der Tribüne gegen ihn ein Bierglas trauen mann der Kommunistischen Partei am Orte ein Schreiben gefchlerdert wurde. Das gab das Signal zum energischen Borunterzeichnen lassen, in dem mitgeteilt war, daß das Auftreten gehen des Polizeidetachements, das in gefchloffener Linie von der der. beiden tommunistischen Ausländer in der Stirnfeite des Saales die Maffe gegen den Ausgang drängte. Der Bersammlung untersagt set. Nichtsdestoweniger ließ man Raum reichte dort nicht aus, so daß unter dem furchtbaren die beiden ausländischen Kommunisten[ prechen, was dazu Drud der Masse das Treppengeländer beiseite gequetscht, Tische führte, daß der dienstiuende Polizeioberleutnant die Versammlung und Stühle wie Streichhölzer zerbrochen wurden. Die Schüsse der nach einem großen Tumult schloß. Nun begann die Katastrophe Polizei erhöhten die Banit, so daß neben den Toten und durch ihren Lauf zu nehmen. Auf die Polizei wurden aus der Verfamm- Schüsse Berlegten eine Anzahl Knochenbrüche im furchtbaren lung zwei Schiffe abgegeben, die jedoch niemand verletzten, sondern Gedränge bei der Treppe herbeigeführt wurden. Das schmiederechts und links neben der Bühne in das Mauerwerk eindrangen. eiserne Treppengeländer ist wie ein einfacher Blechstreifen durch den Nun begann eine allgemeine Schießerei. Aus der Versammlung erDrud verbogen und abgeriffen worden. Der Volksparffaal bietet folgte ein wahres Trommelfener mit Bierfeideln, von den Galerien den Anblic einer wüften Trümmerstätte. Haufen zertrümmerter wurden Dußende von Stühlen in den Saal hineingeworfen. Ein Tische und Stühle sperren den Weg, große Blutlachen bededen ein Interesse an dem Abbau des Achtstundentages, noch einer Wenn es anders wäre, hätte das Arbeitgebertum weder Beamter erhielt eine flaffende Kopfwunde, ein anderer mehrere an mehreren Stellen den Fußboden. Die Schußeinschläge haben den Berwässerung der Bestimmungen des Betriebsrätegejekes Rippenbrüche, ein dritter einen Leistenbruch. Schußverletzungen Butz herabgesplittert. Die Aufräumungsarbeiten wurden sofort nach oder gar an einer Annullierung der gesamten Sozialpolitik. find den Beamten zugefügt worden. Der Oberleutnant, unter dessen Besichtigung durch die Kommission zugelaffen. Der erste Staats- und die Beamten wären längst in den Besik eines BeamtenKommando am gleichen Abend mehrere Hundertschaften um den anwalt Dr. Mosler in Begleitung des Staatsanwaltschaftsrats gefeßes gelangt, deffen Bestimmungen dem Willen der Schöpfer Bolkspart konzentriert waren, ließ nunmehr in die inzwischen be- Seuser leitet persönlich die Untersuchung. Auch der Regierungs- der Reichsverfassung enifprechen würden. Häufig genug bereits flüchtig gewordene Menge schießen. Die Massen fucten die präsident von Merseburg Grüßner ist mit seinem Stab an der gegnet man in diesen Tagen in Beam'entreifen der FrageAusgänge des großen Saales. Der Drud nach draußen wurde jo Unglücksstelle eingetroffen. Die Ermittelungen dauern an. ftelling: ja, warum hat denn der vertor ene Reichspräsident groß, daß die Teppengeländer glatt niederbrachen und die Flächden Vormarsch der Neation nicht hindern fnnn? Meil er fen fllwalfe vier. fünf, ja zehn Meter tief topjüber hinab, türzten. Die Zahl der Verletzten beträgt mindestens 25 Inzwischen ließ fich Die schwarzweißrofe Braunschweiger Regierrng bat ibren nicht die Renublik war. Die Rerublit find wir, wir alle, mit ber in ein Schlachtfeld verwandelte Bolte part übersehen. Hunderte Gau baltsetat borgelegt. 4.8llionen geblbetrag. Die lebendigen Menschen. Wenn wir nicht moen, ist die Ne Bolkspart Die von Stühlen sind demoliert, nor ben Ausgangen liegen Bluflachen Regierung betont, bak bie Finanzen zu einsten Corgen Anlaß Publit nicht umzubringen. Sollte darrm nicht die Fragedaß von mehr als guadratmeter Umfang, Die Stelle, wo Trommler neben, plan: aber trostem, die andwirtschaft von der Bestellung vielmehr lauten: wie ftünde es um die Deutsche Newerbesteuer zu befreten. Ter deuticnationale Finanzminifter ift publif, wenn der eben heimgegangene Reichs räsident nicht Dom Roten Front? ämrferbund gefelfen hat, ist ebenfalls in eine Mitterauisberiger. Was er den Agrariern facult, foll an die Führung gehabt hätte? Wern en fener Stelle nicht Llaflache verwandelt. Das versprigte Gehirn liegt daneben Deel den Boltsigulen geipart werden. auszudenken! Ludendorff oder Tirpitz gestanden häite! Wie wäre wohk unZer ihrer Führung~ nur Sozialismus aber bedeutet Demokratie, Recht und Frieden. Kann es darum für den denkenden Beamten eine andere Pa- role für die Reichspräsidentenwahl geben als die von der Sona'demokratischen Partei Deutschlands verkündete, ihrem Kandidaten, dem ehemaligen preußischen Ministerpräsidenien Otto Braim am 29. März 192S die Stimme zu geben? De- amte, prüft selber und dann entscheidet. Der öesenblock. I« die Ecke, Besen, Besen...! Der R e ch t s b l o ck beginnt feine Wahlarbeit mit einer Fälschung. Er nennt sich wahrheitswidrig R e i ch s b l o ck. um den Wählern die Augen zu trüben. In Wirklichkeit sollte er sich den B e s e n b l o ck nennen, denn nach der Art, wie er seinen Kandidaten Jarres behandelt hat, dürfte das die einzig zutreffende Bezeichnung fein. Man sagt, daß neue Besen gut kehren. Aber Herrn Jarres hat man erst als Kandidaten aus- ersehen und in der Oefsentlichkeit genannt, dann hat man ihn ober, um Demokraten und Zentrum einzufangen, sang- und k anglos in die Ecke gestellt, und tagelang über die Kandidatur G e ß l e r verhandelt. Erst nachdem daran erinnert wurde, daß Eeßler doch für S ch w a r z r o t g o ld sich ausgesprochen. bekamen die Schwarzweißroten plötzlich Gewisiensbisse, brüs- kierten Zentrum und Demokraten und holten dann die alte Köhkmaschkne wieder aus der Ecke hervor.... Äetzt"soll das-Orchester, das gestern noch auf Geßler eluge-. stimmt war. auf Kommando wieder Jarres blasen. Das geht; natürlich nicht ohne einige Mißtöne ab. Um so Mehx.. als". jetzt hoch, nachgewiesen werden muß, daß Geßler. der Mann von gestern, ein durchaus ungeeigneter Bewerber war, und daß man ihn. in- die Ecke kommandieren mußte. So befahls Strefemann, der kein Zauberlehrling mehr ist, sondern als Meister auf diesem Gebiete auftritt. Also aus allen Posaunen der schwerindustriell und agrarisch beeinflußten Presse wird jetzt das hohe Lied des wieder horvorgeholten Jarres geblasen. Aus der„National- liberalen Korrespondenz" kann man erfahren:„Jarres ist e l n M a n n. ein g a n z«i r Mann, ein deuischer Männ!� Wundervolli Für ein nationalliberal-volksparteiliches Gemüt ist es das höchste alles Borstellbaren, wenn jemand- ein Ma n n ist! Freilich weiß man zum Beweise solcher Mann- barkeit nicht anderes anzuführen, als Oberbürgermeisterge- schichten aus Duisburg, die ja an sich sehr interessant sind, aber nichts beweisen, als daß der wieder aus der Ecke Geholte in Duisburg an seinem Platze sein mag, aber nicht im mindesten das Maß für das politische Amt des Reichspräsidenten besitzt. Von seiner„Versackungspolitik" wird im Wahlkampf noch mehr zu reden sein, als dem„Reichsbock" angenehm ist. Denn Jarres war der Mann, der bereit war, den Block des Reiches durch Abstoßung der Rheinlande noch weiter zu verkleinern! Jarres aber ist auch der Mann, der das Vorgehen der Reichswehr und des Reichskommiffars gegen Thüringen veranlaßt und dort mehr Reichsgesinnung zer- schlagen hat, als die Sozialdemokratie in Jahrzehnten ausbauen konnte. Er ist der Repräsentant der R e i ch s f e i n d e, die sich unter den.Schutz des Geldschranks von Schwerindustrie und Agraricrtum geflüchtet haben! Jn der„Deutschen Zeitung" wird zu allem Ueberfluß dem Dr. Jarres bestätigt, daß er„nicht aus dem Holz« ge- schnitzt" sei.„aus dem wir uns den Mann an der Spitze des Reichs geformt denken". Mittlerweise Ist zioischsn den Blättern der Parteien, die um die Kandidatur Geßlet verhandelt haben, ein reizender Krieg ausgebrochen.„Perfidie" und ähnliche Koseworte flie- gen binüber und herüber. Besonders das Blatt der„Partei der Gebildeten" des Herrn Stresemann tut sich darin hervor. Und beinahe hätten sie doch alle an einem Strange gezogen—! Simons hat abgelehnt. Ja der Presse findet sich die Nachricht, der Stellvertreter des Reichspräsidenten. Dr. Simons, habe auf sein« Kandidatur zur Präsidentenwürde des Reichs verzichtet. Der Ausdruck ist. wie jetzt offiziös versichert wird, ungenau. Er hat die Kandidatur abgelehnt! sie ist ohne sein Wissen aufgestellt war- den. Dr. Simon« war ni« gewillt, sein hohe, Richteramt aufzu- geben. Katharina tritt aus. Eine Ohrfeige für Stresemann. Frau Katharina v. O h e i m b hat in einem Schreiben vom 13. März an den Parteioorsitzenden Dr. Stresemann ihren Austritt aus der Deutschen Volkspartei erklärt. Als Grund Ihres Austritts teilt Frau v. Oheimb. � mit. daß die zwiespältige Haltung der offiziellen Führung der Deutschen V o l t s p a r t e i lg der Frage der Reichspräsidentenwahl es ihr unmöglich macht, organisiertes Mitglied der Deutschen Volkspartei zu bleiben. Frau v. Oheimb bekennt sich nach wie vor zu den Grundsätzen der Partei. wankenüe Außenpolitik. Sturm von rechts. Die Sicherheitspolitik der Regierung Luther— Stresemann— Schiele ist von der Rechtspress« seit den� ersten Bekanntmachungen mit unfreundlichen Bemerkungen" begleitet worden. Man sah. daß etwas unter der Decke schwelte, tpas nach Ausbruch drängte. Jetzt schlagen die Flammen heraus..' Der Vorsitzende des Alldeutschen Verbandes. Heinrich C l a ß, veröffentlicht unter der Ueberfchrift„Gefahr im Verzug!" in der„Deutschen Zeitung" einen Artikel gegen Stresemann, der ungefähr im Ton der Artikel gehalten ist. die gegen W i r t h und R a t h e n a u geschrieben wurden. Strese» mann sei daran, den Schmachfrieden von Versailles zu be- stätigen, den Raub der Feinde gutzuheißen, die geraubten Gebiete für alle Zukunft preiszugeben und mit ihnen da» ideale Hochziel der Wiedergewinnung der alten Grenzen. Herr Claß kann nicht annehmen, daß die deutschnotio- Keinen Kaöifch wirö man sagen.. von Erich Gottgetreu. „Die Stadt Düsieldorf Ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt und zufällig dort geboren ist, wird einem wunder- lich zumute. 5ch bin dort geboren, und es ist mir. Äs müßt« ich gleich nach Hause gehen. Und wenn ich sage nach Haus« gehen, so meine ich die Bolkerstraße und da» Haus, wo-in ich geboren bin." Ob Heinrich Heine, der diese schönen Sätze in seinem Buch �Le Grand" einst schrieb, nicht heute auch recht wunderlich zumute werden würde, wenn er plötzlich seinem Grab entstiege, bei Düffel- darf über den Rhein führe und dann in der Bolkerstraße das Haus rmd das Zimmer suchte, in dem er das Licht der Welt erblickte? Wenn er sähe, wie wenig seine Vaterstadt doch unternahm, um ibren großen Sohn würdig zu ehren? Was würde Heinrich Heine fühlen? --- Voller Leben ist der Sonnabendnachmittag, an dem ich in Düffeldorf ankam, die Bolkerstraße. zwischen den Winkelgäßchen der Altstadt, die sich am Rhein hinzieht, führt sie sonst ein beschau- liches, wenn auch von Fremden selten beschautes Dasein.„Der Herr da will ins Heine-Zimmer". sagt eine Berkäuferin zur anderen in der Bäckerei, die sich in einem schmalen Haus befindet, das durch eine bescheidene Tafel als des Dichters Geburtsstätte gekennzeichnet ist. Nach langem Warten nimmt mich schließlich ein kleines Mädel bei der Hand, zieht mich durch dunkle, und�schmutzige Höfe, weist nur irgendwo den Weg zu einer schmalen Stiege, ich erklettere sie und stehe nun— ach nein, in keinem Heiligtum, in keiner schlichten, bübschen Wohnung, der man nicht historische Bedeutung, sondern historische Stimmung geben will: ich atme vielmehr die dicke Lust einer sener örml'chen und erklärlicherweise unschönen Proletarier- wohnungon, genau so elend, wie sie in Berlin N.. in Homburg- St. Pauli oder Chemnitz-Gablenz„blüht". Beziehungslos wird Heines Eeburtszimmcr bewohnt, verkitscht Ist es obendrein init einem peinlich lila Anstrich und einem„Möblement" aus dem Jahre 1890—„der Balken an der Decke da: das ist genau so, wie es war!" erklärt noch stolz der Führer.„Gegenüber im Kesselstübchen ist noch viel, mehr zu sehen..." Also stolpere ich wieder die düsteren Treppen hinunter, taste mich die labyrinthischen Höfe entlang, durcheile schmale Gänge, steh>> wieder auf der lauten Straße und werde im Menschenstrom rasch mitgedrängt in den„Goldenen Kessel", in dem„viel mehr zu sehen" sein soll. Beißender Rauch durchschwadet das niedere Lokal, mit Bierseideln drängen„Köbese" schwitzend durchs Gewühl sich, schrill- stimmiges Geschrei durchgellt die Luft, und die Heine-Ecke findet man mit vieler Mühe nur. Wer kümmert sich um sie?„Ach, das weiß ich nicht," antwortet der befragt« Kellner,„ich interessiere mich zwar für solche Sachen, bin aber erst seit einem drei Vierteljahr hier." Und des Dichters Heinrich Heine schöne Büste vom Künstler Jungblut-Stohl steht Ende März 1S?5 seit genau fünfzehn Jahren im erniedrigenden Winkel, ein paar Stiche und belanglcse Anflchts- Postkarten hängen daneben, eingerahmte Zeitungsansschnitte spielen auch mit„Ehrung"— das ist alles. Als das Käfigdenkmal ein- geweiht wurde, war kein Frack und kein Ordengeglitzer zu sehen, nur»da« mündige Düsieldorf" hatte sich zusammengesunden, fagt« damals Herbert Eulenberg sehr hübsch. Nun steht der Dichter fünf. zehn Jahre in der Ecke, die Zahl der Mündigen ist nicht viel größer geworden, und deshalb wird er in seinem Winkel vielleicht noch weitere sünfzehn Jahr« angeraucht und angestaunt werden. Was hat der Kerl fürs Vaterland denn schon getan? Do sitzt an meinem Tisch ein Herr deutschnationalen Angesichts mlt seinen beiden Söhnen..Dater. was is'n da» für'n Mann?" fragt der eine.„Ach, Heinrich Hein« bloß, hat Theaterstück« ge. chrieben und die Loreley: war ganz begabt, aber Jude. Ober! Drei Helle," die komööie. Deel Künstler sind so klug, daß sie sich getrauen, einen nicht immer unbändigen Humor wie die allzundbarste Lustigkeit zu spielen. Albert Bassermonn, Karl Etllnger und Egon Friedell, wirklich drei prächtig« Brüder, oereinigen sich zu diesem Zweck. Hermann Bahr» Komödie„Der K r a m p u»" ist bei diesen Meistern wundervoll aufgehoben. Der gewandte und niemals in der Unter- Haltung versagende Bahr schrieb den„Krompus", als er noch nicht mit dem lieben Gort verwandt. sein wollte, sondern nur fröhlich aus der Erde verweilte und anmutige Dinge erfand. Der Kranipus ist ein Grobian, der sich sehr wohl In seiner Selbstsucht suhlt, dabei ein Pfiffikus,«in fingersertiger Cellist. Echt wienerisch ist dieses Stücklein aufgetakelt, in dem es sich darum handelt, daß ein adliges Fräulein und ein Prachtlakei unter die Haube kommen. Alle» ist gangbare Ware für Familien, die nicht erbost werden dürfen, und trotzdem Grazie, die nur Hermann Bahn besitzt, der heute zum Patriarchen wurde und vor einem Bierteljohrhundert ein Drauf- ganger war. Albert Bassermann ist großartig in seiner Selbstverliebtheit und Gespreiztheit, in seiner Freude am guten Essen und am guten Musizieren. Bassermonn macht diesen Prahlhans und Hauslyrann liebenswürdig. Er statiet ihn beinahe mit genialen Zügen aus. Lücken und Längen des Lustspiels existieren für Ihn nicht. Ueberall drängt und stopft er seine herrliche KomödiantenpersönUchkeit hinein. Ein Wunder und eine Wirklichkeit, beide zusammen, das ist er. Und Karl E t l i n g e r leistet im rein Komödiantischen, in der Unter- ordnung vor der Rolle, im Verbergen der mannigfachen Verstellung»- talente, die sein Eigentum sind, außerordentliches. Man erlebt geistige Freude be! Baffermann und Etlinger. Die Freude steigert sich noch, wenn man bedenkt, daß Egon Friedell, der sonst Feuilletons ziseliert, aus der Bühne nur als Dilettant spielt. Leider gibt es wenige solcher Dilettanten, von denen so viel Reiz und gewinnende Persönlichkest aueströmen. M. H. Ein„Iat"-Hest über die Kulturwoche. Seit der Kullutwoche im August letzten Jahres ist aus qjlen Gebieten des Arbeiterbildungs wesens in ganz Deutschland ein neuer Aufschwung wahrzunehmen. Das liegt darin begründet, daß die Arbeiterschaft immer stärker sich »on der Notwendigkeit und Bedeutung der Bildungsarbeit über. zeugt, ist aber auch darauf zurückzuführen, daß die Kulturwoche oll. seitige Anregung zu verstärkter Bildungstätigkeit gegeben hat. So kann mit Recht diese Woche als der Ansang«ine» neuen Auf- schwungs im Arbeiterbildungswesen bezeichnet werden. Von. dieser nalenMintster�tnersolchenPolltttthreZu» stimmung erteilt haben würden, und erklärt dann weiter: Vor allem aber erscheint es geboten, daß die Partei, auf deren Teilnahme an der Regierung so viele Hofs- nungen gesetzt waren, sich ohne N e b e n r ü ck s i cht diese» Falles annimmt und— wie zu hoffen— klar zu erkennen gibt, daß sie einer Politik, die zur Preisgabe der deutschen Ehre führen wird, den äußersten Widerstand entgegenseht, und daß sie mit einem Wanne, der es über sich gebracht hat. sein Volk in solche Lage zu versehen, nichts mehr zu tun haben will. Herr Claß richtet also an die Deutschnationole Partei die kategorische Forderung, mit der Politik Strese- mann? zu brechen und Stresemann selbst in die national« Acht zu erklären. Bei dem Einfluß, den Herr Claß im Lager der Regierungsparteien besitzt, kann dieser Ruf nicht ohne Ant- wort bleiben. Während Herr Claß seine jupiterblitze gegen den Westen schleudert, nimmt sich— immer getreu der Parole, daß man nie genug Feinde auf einmal haben kann— die deutschnationale„Pommersche Tagespost" des Ostens an. Sie schreibt„Fraktur mit Polen geredet", fordert sofortige Mobil- machung des oftpreußischen Selbstschutzes und erklärt drohend: Man mag sich in Warschau und in positivem Sinne auch i n Berlin daran erinnern, daß gerade Königsberg als ei uz Ige deuljch« Festung noch schwere Geschühe Hai. Der Artikel schließt: Damit die Paus es wieder nüchtern werden, müssen ihnen deutsche Prohibitivzölle serviert werden.„Villken" sollen sie. bis ihnen der verstand wiedergekommen ist. und einen seurigea Willkommengruß erhalkem sollten sie es wagen, über die Grenzen zu brechen. Taten erwarten wir von der Relchsregierung! Ueberflüssig zu sagen, daß die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen zu solchen Tobsuchtsansällen nicht den geringsten Anlaß bieten. Herr Claß ist eine führende Persönlichkeit im Lager der Rechten, die„Pommersche Tagespost" ist ein führendes Organ der deutschnatio ialen Regierungspartei. Stimmen wie die ihren sind eine Gefahr für die Außenpolitik, auch wenn sie aus dem Lager der Opposition kommen. Sie kommen aber aus dem Lager, in dem die Regierung selber steht! jnnerpolitisch betrachtet sind sie ein Zeichen vollkommener Disziplinlosigkeit und rapiden Fortschreitens der Zersetzung aus der Rechten. Wie soll das enden?_ Räumung unü Sicherheitspakt. Frankreichs Forderungen. Pari». 14. März.(Eigener Drahtbericht.) Der Kommerausschuß für auswärtige Politik hat sich am Mittwoch und Donnerstag mit der Sicherheitsfrage und der Räumung der Kölner Zone bzw. der besetzten Gebiete befaßt. Auch der Auswärtige Ausschuß de» Senat» hat sich am Donnerstag mit den gleichen Fragen beschäftigt. Am Schluß der Debatte wurde beschlossen, die Regierung auszusarderu, ten Bericht der Militärtontrollkommission über Deutschland restlos zu verössentlichen und die Kontrolle nicht»her einzustellen, bis daß die tn der Not� der Botschafterkonferenz vom Dezember 1922 an- geführten fünf Punkte von Deutschland erfüllt sind. Außerdem wurde. an■ die Regierung der Antrag gestellt. iede» Abkommen mit Deutschland abzulehnen� solange es nicht In den Voller. bunS«ingetrete» ist.* Di«„Cre Nouvelle" nimmt am Sonnabend zu de« Beschlüsse« de» Kammsrausschusses und de» Senatsausschuffe» Stellung. Da» Blatt sagt u. a.. daß„sämtliche Parteien einmütig yt der Forderung sind, die Räumung der Kölner Zone erst dann zu gestatten, wenn die Regelung der Sicherheitsfrage abgeschlossen und«in Garantievertrag unterzeichnet ist. Frankreich werde dlerwal unnachgiebig sein, und zu dieser Eiuhellssront aller Parteien habe die.Polliik England» beigetragen. Man habe e» in Frankreich gründ- lich sott, sich von England sortgesetzt verleugnen zu lassen." in ihrer Auswirkung so bedeutsamen. Ihrem Inhalte nach alle Pro- blcm« der Kutlurtätigkeit der Arbeiterschaft aufwerfenden Woche handelt ein Sonderheft der bei Eugen Diedrich», Jena, erscheinenden Zeitschrift:.Di« Tot". E» enthält eingehende Berichte über die Veranstaltungen der Woche mit zusammenfassender Wiedergabe der Referate.«In« Würdigung der Feier von Erich Winkler, M. und O. Bauer, Valtln Hartig. Ferner grundlegende Aufsätze über be- sonder» wichtige Probleme der Kulturbewegung des Sozialismus: Religion von A. Kranold, das Arbeitsschicksal des Proletariats von K. Mennicke, über proletarische Kultur von Dr. Viktor Engelhardt,. Bildungsproblem« der Sozialdemokratie von Woldt. Westphal sprickü über die Jugend, Broger über Iungsozialismus, Dr. Beck über den Eprechchor, Dr. Nölting über das Führerproblem. Dazu komme» Gedichte von Bröger, Barthel, Toller. Das Heft kostet 1,20>M.. ist durch jede Buchbandlung zu beziehen, auch durch den Reichs- ausschuß sür sozialistische Bildwgsarbeit. Berlin 6355.68, Lindenstraße 3. Die neu entdeckte Atmosphäre de» Merkur. Der Planet Merkur kann jetzt zwischen dem 1. und 20. März als ein schöner heller Stern beobachtet werden. Da er der Sonne sehr nahe ist, hat nicht jeder Beobachter das Glücks ihn zu sehen. Selbst Kopernikus sah Ihn nie, hauptsächlich, weil Dämpfe von der Vistuto den Horizont dort ver- dunkelten, wo er kreiste. Die letzt« Entdeckung am Merkur ist die Entdeckung einer Atmosphäre, die voriges Jahr endgültig festgestellt wurde. Bis dahin hatte man sich den Merkur als eine verkohlte, luftleere Welt gedacht, da bei der Entfernung des Planeten von den, Feuer der Sonne die Hitze ein Metall von niedrigem Schmelzpunkt wie Zinn flüssig machen kann. Die Atmosphäre des Merkur ist In- dessen von einer mäßigen Dichtigkeit, obgleich sie«wige Wolken besitzt. Diese Durchlässigkeit zusammen mit der Tatsache, daß die wirkliche Oberfläche augenscheinlich rauh Ist und aus dunklem Stoff besteht, ist kürzlich nach einer Mitteilung der„Jllustroted London News" durch Messungen bestätigt worden, die in Amerika angestellt worden sind über den relativ kleinen Prozentsatz von Sonnenhitze und Sonnenlicht, welche der Merkur aus uns reflektiert. Die Atmo. sphäre häuft wahrscheinlich die Hitze aus. welche die Oberfläche trifft. Die furchtbar hohe Temperatur macht ein Leben daraus unmöglich. Wenn unsere Erde solcher Hitze ausgesetzt wäi». würde sie schmelzen. Außerdem erträgt der Merkur die Last der elektrischen Enlladunaen der Sonne, welche auch manchmal die Erde treffen und magnetische Instrumente zerstären. Da der Planet nur 3000 Meilen im Durch- messer mißt, würde eine Person, die 100 Psund aus der Erde wiegt. auf dem Merkur nur 2S Psund wiegen. kr flau iühranqen der Woche vleoetaq Schloßpark. Tb? �el tiItex«ckloibteln-. G o e t b«.« ü ß n e-.M-iNl". Freilag Tb. am Kur« siirstendamm:.Vbi.Pbi-. Soonabead Rose-Th.:.Graupenmlillcr", Ne Hon- Th.:.Madame Reoue'. llr>m'o.vorlr«ae. TägNch<«. 7. S Ubr):.Mexiko. Film». Moni.. Diener. M.ttw>&-/,).£onnt. Uhr am gestrigen Abend setzte ein außerordemlich heftiges Schneetreiben ein und dauerte die ganze Nacht an. Sämtliche ver- kehrsmittel nahmen am gestrigen Abend bereits den Kamps gegen die Schneemassen aus. um die letzten Wagen und vor allem auch die Frühzüae am heutigen Tage vor Störungen oder dem voll. ständigen Stillstand zu bewahren. Der Erfolg ist denn auch im großen und ganzen ein guter gewesen. Die Hochbahn hat in der Nacht olle Vorbereitungen getroffen, damit der Verkehr sich reibungslos abspielt. Man hat Salz gestreut, man hat die Weichen gereinigt und die Gleise immer wieder aufs neu« von Schnee befreit. Infolgedessen ist alles glatt abgegangen, und die Hochbahndirektion kann mit Befriedigung feststellen, daß sich noch niemals bei reichlichem Schneefall der Verkehr so glatt abgewickelt hat wie heute. Aehnlich liegen die Verhältnisse der der Omnibus- gesellschaft. Die Autoomnibufle allerdings bewältigten immer schon und von allen Verkehrsmitteln den Schnee verhältnismäßig am besten. Als einige Jahr« vor dem Kriege(damals waren die Autoomnibusse noch verhältnismäßig neu und luug im Berliner Verkehr) gewaltige Schneemassen über Berlin niedergegangen waren, so groß, wie vielleicht noch niemals vorher, als alle Verkehrsmittel: die Straßenbahn, die Droschken, die Pferde- rmnibusse einfach im Schnee steckenblieben und ganz Berlin wie ein einziges großes weißes Chaos ausschaute, waren es die Auto- mobilomnibusse. die allen Hindernissen, die der Schnee ihnen be- reltete, Hohn sprachen. Wie uns von der Direktion der Omnibus- gesellschaft mitgeteilt wird, ist es um so günstiger für die Automobil- omnibusse, je höher der Schnee liegt. Die schweren Wagen mahlen sich durch den Schnee. Die Stadtbahn hat ebenfalls unter dem Schnee nicht sehr gelitten. Man hatte hier von den einzelnen Betriebsomtern rechtzeitig genügend Strecken- arbeiter gestellt, die die Gleise und die Weichen vom Schnee be- freiten. Aus einigen vorortstrecken ist es allerdings infolge des Schnees zu geringfügigen Verspätungen gekommen. Es handelte sich dabei immer nur um wenige Minuten, und im Laufe des Vor- mittags war der regelmäßige und fahrplanmäßige Verkehr wieder- hergestellt. Anders lagen die Verhältnisse bei der Straßenbahn. die, wie immer, am meisten unter dem Schnee zu leiden hatte. Man hatte diesmal rechtzeitig Vorsorge getroffen, um den Verkehr aufrechterhalten zu können. Am gestrigen Abend bereits ließ man auf allen Linien Salzwagen fahren, um das Vereisen der Weichen zu verhindern, falls über Nacht Frost einsetzen sollte, von Z Uhr morgen» ab verkehrten die Schncepflüge und machten die Bahn für die letzten Wagen und für die Frühzüge frei. Zu Störunge» im verkehr ist es aber trohdem gekommen. Di« Direktion der Straßenbahn erklärte uns auf unsere Anfrage, daß�e» sich nur um unwesentliche Störungen gehandelt habe und daß der Verkehr so gut wie gar keinen Schwierigkeiten ausgesetzt gewesen se«. Dem- gegenüber muß doch betont werden, daß an verschiedenen Stellen der Stadt, und zwar noch In den ersten Vormittagsstunden, das Publikum sich an den Haltestellen drängt« und vergeblich auf dt« Wagen einiger Linien wartete. Andere wieder hatte ma» überhaupt umleiten müssen. Die städtischen Schneepflüge. Das Städtische Stadtfuhranrt. Abteilung für Straßenreinigung. hotte heut« schon in aller Frühe begonnen, den Schnee von den Straßen zu entfernen. Bereits in den frühen Morgenstunden gingen für das ehemalige Alt-Berlin, für die Bezirke l bis 6, 100 bis 110 Schneepflüge ob. Das Stammpersonal, d. h. die städtischen Arbeiter, etwa 1600 Mann stark, hat etwa 1000 Mann Htlfskraste zur Unterstützung erhalten. Also rund 2500 Mann arbeiteten heute in Alt-Berlin gegen Schmutz und Schnee. Auch die anderen Be- zirke, die wohl dem Stadtfuhrpark unterstehen, aber ihre eigenen Rcinigungsdepots haben, trafen rechtzeitig ihre Maßnahmen. Diese Bezirke verfügen ebenfalls über rund 1500 Mann Stammpersonal. Je nach Größe des Bezirks sind auch Schneepflüge vorhanden. Dazu kommt die entsprechende Zahl der Hilfskräfte. Die Arbeit der Schneepflüg« begann mit der Reinigung der Brücken, Uebergängc und Straßenkreuzungen. Am Sonntag tritt das Stammverfonal von 7 Uhr früh bis m die Mittagsstunden ebenfalls in Aktron. Die Wetterlage. Wie uns vom Berliner Wetterdienst mitgeteilt wird, dürfte die Schneeherrlichkeil nicht lange anhalten. Es wird sehe bald liegen einsehen. In Borkum hat es heute morgen bereits geregnet, ebenso in A m i e n s. während über Paris heut« vor- mittag noch Schnee niedergegangen ist. Ueber die Ursache des Plötz- lichen und reichlichen Schneefalls teilt der Berliner Wetterdienst mit, daß über den ganzen Ozean kräftige Westströmungen der Lust gegangen sind, die über die kalten Luftschichten sich schließlich g«> lagert haben. Durch diese aufsteigenden Luftschichten trat Erkältung «in, und die Folg« war der große Schneefall. Koenens darlehn. Bei Beginn der heutigen Sitzung wird Abg. K o« n« n über dl« Tätigkeit Barmats während des Rotterda nr«? Hafenarbeilerstreiks vernommen. Er habe einer Arberterkommrfstcm angehört, die 1920 nach d-rm Kapp-Putfch, als in Deutschland groß« Lebensmittelnot herrschte, noch Holland geschickt wurde. Außer ihm waren Mäglie- der noch Franz Krüger und als Vertreter des Derkehrsbundes, Döring. In Rotterdam habe Barmat.an den Verhandlungen teilgenommen. Schwierigkeiten macht« es nur, die Streiks ort» f Ü h r u n g nicht zu verhindern, trvtzdrm aber die Lebensmittel für Deutschland abzutransportieren. Von der deutschen Regierung wurde den streikenden Arbeitern für ihre Sonderorbeit 1 Gulden zu- gesagt. Schwierigkeiten entstanden, als die s y n d l k a l i st k I ch e n Organisationen die zu fassenden Beschlüsse erst ihren Mitgliederoer- sammlungen unterbreiten wollten, wodurch eine Verzögerung um mindestens eine Woche entstanden wäre. Barmat habe bei den Verhandlungen, die in seinem Hause stattfanden, keine besondere Rolle gespielt. Stutzig sei der Zeuge geworden, als Krüger bei der Abfosiung des Berichts eine Anerkennung für Barmats Tätigkeit hinelnsctzen wollte. Das sei aber schließlich unterblieben. Da Koenen über das vorgesehene Ziel in Rotterdam Hab« bleiben müssen. habe er von varmal ein Darlehen angenommen, da» etwa 500 bis 690 Goldmark ausmachte. Dieser Betrag sei später in Berlin in Bapieryiark zurückgezahlt worden. Quittungen oder Notizen darüber existieren allerding» nicht. Er habe den Eindruck gehabt, daß Barmat alle möglichen Leute in seine Netze ziehen wollte. Eines Tages sei bei seiner Familie«in Liebesgabenpaket aus Holland eingetroffen. Als er erfuhr, daß es von Barmat stammte, habe er ersucht, das künftig zu Unterlasten. Im Herbst 1922 habe Barmat ihn ersucht, ihn bei K r o s s i n einzuführen. Er sei zu diesem Zwecke auch einmal bei varmal im Hotel gewesen. aber er habe diese Vermittlung abgelehnt. Seit dieser Zeit habe er keine Beziehungen mehr mit Barmat gehabt. Aus eigener Be- obachtung könne der Zeuge nicht sagen, ob Barmat mit anderen Politikern Verbindungen unterhalten habe. Aus eine Frage des Abg. Dauch, ob Koenen seine ungünstige Meinung über Barmat nicht zum Zlusdruck gebracht habe, da Barmat doch mit den Reichs- st e l l e n in Geschäftsverkehr stand, erwidert der Zeuge, daß er gar kein Interesse daran gehabt habe.% Einheitsfront der Verleumder. Neue Beschimpfungen des Genossen Schmidt. Wer der gestrigen Sitzung de» Reich, tagsausschusses zur Untersuchung der Kreditfragen beigewohnt hat, der wurde während der Red« des früheren Reichswirtschaftsminister», unseres Genossen Robert Schmidt, an den Ausspruch Löhes erinnert: »Ich hätte gewünscht, daß die Mauern des Reichstags bi, an die Giengen des Reichs hinausgerückt werden, damit das ganze deutsche Volk hören könne, was hier vorgeht'. Als Genast« Schmidt seine von Herzenswärme und reiner Ueberzeugung getragenen Aus- führungen beendet hatte, da stand der ganze Ausschuß unter dem Eindruck: Hier ist ein Mann, für den kein persönliches Interesse gilt, der nur«In Lebensziel hat, dem Volke zu dienen,' dem leidenden Volke feine ganze Kraft zu widmen. Der ganze Ausschuß hatte diesen Eindruck, auch Herr Bruhn, besten Gesicht nach der Rede Schmidts leichenblaß war und der nachher nur«m paar kümmerliche Worte stammelt«, er habe Schmidt persönlich nicht kränken wollen. Selbst Herr Bruhn scheint also einzusehen, daß sein« Verdächtigungen gegen Stöbert Schmidt ein schwere» Unrecht darstellen. - Wir erwarten»llerdütg, nicht, daß die ihm nahestehende Prest« die Delteumdungen. die st« monatelang gegen Schmidt gerichtet hat. zegt zurücknehmen werde. In dieser Prest« werden dl« Darlegungen Schmidts vorläufig totgeschwiegen oder mit«in paar Sätze» abgetan. Immerhin, Bruhn war zur Stell«. Ader«in anderer fehlt«. Ein anderer au» der Gattung der politischen Schufterl«. Das war Herr Dr. Rosenberg. Vertreter der Kommunistischen Partei im Untersuchungsausschuß de» Reichstag». Dieser Rosenberg spielt eine eigenartige Roll«. Er kommt in der Regel zu spät, ver- säumt da» Wesentlich« und muß sich dann erst van Herrn Bruhn über die einzuschlagend« Taktik aufklären lasten. In der Freitag» Sitzung erschien Rosenberg erst Stunden nach der Eröffnung. Dcgen 12 Uhr verschwand er, um gar nicht mehr wiederzukommen. Während de» allergrößten Teile»' der Sitzung war weder«in Per- treter der Kommunistischen Partei, noch ein Vertreter der tvmmu- nistkschen Press« zugegen. Dafür wird in der heutigen„Roten Fahne' unter der Ueberschrift„Schmidt will kneifen' berichtet, daß Schmidt „aus Angst" nicht zur Dernehmunz im preußischen Untersuchungsausschuß erschienen sei. Wir stellen fest: die vor den Reichstagsausschuß geladenen Zeugen, unter denen sich Genoste Robert Schmidt befand, waren ausdrücklich vcm Ausschußvarsitzenden daraus aufmerksam gemacht worden, daß st« sich zur Verfügung de» Reich»tag»aus. schusses halten müßten und In dieser Zeit einer Dorladung zum preußischen Ausschuß keine Folg« geben dürsten. An den»eschwerden darüber, daß der preußisch« Aus- schuß In die Krmpetenzen de» Reichs eingreife, hat stch wiederholt auch Herr Dr. Rosenberg beteiligt. Ueberdle» hat Senoste Robert Schmidt beide Ausschüsse wiederholt und dringend er. sucht, ihn so schnell wie möglich zu vernehmen, damit dem Derleumdungsieldzug gegen ihn endlich ein End« gemacht w«rd«. Der Reichstagsausschuß ist auch nicht erst um S Ubr nach- mittags zusammengetreten, wie die»Rote Fahne' behauptet, sondern er hat mit ganz kurzen Pausen ununterbrochen von vormittags HlO Uhr bis abends%Ö getagt. Die geladenen Zeugen, unter ihnen Genest«" Schmidt, konnten sich mit besonderer Erlaubnis des Reichs- tagsoi sfchustes nur vorübergehend entfernen. Das sind die T a t s a ch« n. und damit vergleich« man da», was die.Rot« Fahne' dazu schreibt. Wird Herr Rosenberg den Mut ausbringen, vor dem Ausschuß der Wahrheit die Ehre zu geben? Aus jeden Fall zeigt sich- �ß auch die.Rot« Fahne' unter hie Kategorie von Preßerzeugnisten gehört, die Genosse Schmidt mit Bezug aus eine deutschnationale Zeitung mit dem zwar nicht ganz parlamentarischen, aber zutreffenden Ausdruck„D r e ck b l a t t' be» legte. Es muß aber auch daraus aufmerksam gemacht werden, daß .Die Zeit' tts Herrn Stresemann und die volkspartei- stchen Mitglieder des Preuhenausschustes geradezu wetteifern, den Kommunisten in der Verdächtigung Schmidts den Rang abzulaüfen. 'sie sind einander würdig!__ Der Slellverlreler de» Reichspräsidenten Dr. Simons empfing im Laufe des gestrigen Nachmittag- die Reichsminister Dr. S t r e s«. mann und v. Echlieben zum Vortrag. Im Laufe de» heutigen Vormittags stattete der preußische Ministerpräsident Dr. Marx zugleich in Vertretung de, Reichsrat» Dr. Simon» seinen, Degen- besuch ab. Fern«? machte Oberbürgermeister Böß dem Stellver- treter des Reichspräsidenten namens der Stadt Berlin h�kte seine Aufwartung. U Aufwertung von Spareinlagen. Der«nsst-btörot dM Gute« Hoffuunge-Hüite beschloß, die Spareinlagen bei der WeiMporkaste Mark voll auszuwerten imb bi« Minlagen ttoex 1000 Marl mit 60 Proz. P jriedrich von Paper für Ebert. Der Vizekanzler Ver Regierung Hertliag gegen Wallraf. S.S. Magdeburg. 14. März 1925- Der heutig« kl verhandlungstaz«n Rothardt-Prozeß begann nrt der Asugenvernehnrung de« Vizekanzler» a. D. Frlebrich v. Bayer. Auf Befragen be» Vorsitzenden bekundet« der Zeug« zu- nächst, mos ihm über die Einstellung de» verstorbenen Reichsvräsi- denben zur Frag« der Landesverteidigung bekannt fei. Cr schildert« die parlamentarisch« Tätigkeit Ebert«. den er von An- fang an als einen rnh'gen, besonnenen und gemäßigten Mann kennengelernt Hab«, als einen Mann mitfestenGrundsätzen, der aber immer für fachliche und praktische Arbeit gewesen sei. Im Kriege sei Ebert durchaus vaterländisch gesinnt gewesen und habe sich stet» mit allen Kräften dafür einriesetzt, daß der Krieg zu einem günstigen Abschluß gebracht werde: stch kann nicht sagen, daß irgend jemand während des Krieges mehr valerlaadsiiebe zeigte als Eberl, obwohl er es bei der opposilion-llen Stellung des linken Flügels dm Sozialdemokrali« nicht leicht hatte. Ebert hat sich stet« energisch für die Bewilitgung der Krieaskredite eingesetzt, weil man Deutschland nicht im Stich lasten dürfe.— Vors.: Der erweitert« Etat est doch von der SPD. abgelehnt worden?— Zeuge: Das war ein« Kons«- quenz. die noch au, der Zeit des Soziatistengesetzes stammt.— Vors.: Wurde die Bewilligung der Kriegskred te von einem Kuhhandel mit der Regierung abhängig gemacht?— Zeuge: Davon weiß ich nicht«. Wäre es der Fall gewesen, dann hätte ich es erfahren.— Herr v. Bayer schildert dann, wie er, der Zeug«, als er am SO. Januar 1918 von Stuttgart nach Berlin kam, mn fein Amt als stellvertveten. der Reichskanzler anzutreten, auf dem Airhalter Bahnhof von einem Berliner Berireter der„Frankfurter Zeitung', Wieener, empfangen wurde, der»hin mitteilte, Ebert und Scheidemann ersuchten den Dizekanzler, im Hinblick auf den Munitionsarbeiter streik dringend um«ine Unterredung. Sie seien der Streikleitung beigetreten, um der Bewegung ein schnelles End« zu bereiten, sie seien aber sehr unglücklich über die Taktik des Staatssekretärs Wall- ra Ein« amtlich« Besprechung habe er, Payer, Im Hinblick auf sein« Stellung abgelehnt, habe«wer an einer informatori- schen Unterredung reilgennmmen, die dann auch am 81. Ja- nuar im Berliner Bureau der„Frankfurter Zeitung' stattgefunden habe. Ebert und Scheidemann hätten'ihm dort die Lag« geschildert und ihm«rl-lärt. sie wären der Bewegung am liebsten ferngeblieben, seien aber aus das Drängen der Betriebe beigetreten, um den Streik möglichst schnell durch Derständ'gung zu erledigen. Aus ihre Frage über die Haitunst Wallraf» habe er erklärt. er hätte es wahrfcheinstch ander» gemacht als wallraf. Auf Befragen der Verteidigung betonte der Zeuge nochmals. daß Ebert und Scheidemann damais wiederholt erklärt bätten, sie wolltem dem Streik«in schnelle» Ende bereiten. Zur Stellung Eberts zum Rüstungsstreik betont« der Zeug«, daß der verstorbene Reichspräsident ein grundsätzlicher Gegner solcher Streits gewesen sei.— Generalstaatsanwalt Siorb: Dann la'g es Herrn Ebert fern, einen solchen Streit für seine Jnter- essen einzusetzen.— Zeug«: Daran hat Ebert nie gedacht. Er war dabei in schwerer Sorge wegen des Schadens, der durch den Streik dem Vaterland zu erwachsen drohte. Im übrigen ist Eberts Hallung bei wirtschaftlichen Streits, wenn sie dem Vater- lande schadeten, sicherlich die gleiche gewesen, wie bei politischen Be- wegungen.— RFA- Dr. Marlin: Bei einer Besvrechung über die Fiiedensresoiution, die zwischen der-Obersten Heeresleitung und Regierung und den Parteiführern am 14. Juli 1917 stattfand, soll Ebert gedroht haben, die Sozialdemokratie werde die Kriegskredite verweigern, wenn über die Resolution keine Einigung erzielt werde. — Bayer: Die Oberste Heeresleitung hatte damals' die Fassung der Resolutk'n beanstandet, die ihr nicht schneidig genug war. H i n d e n- bürg entließ uns damals mit den Worten: .Mehr psefser. m�ine herrenN Eine Aenderung war aber nicht mehr möglich, well durch eine Indiskretion der Text der Resolution schon in die Presse gelangt war. Zm übrige» handelt es sich dabei um das erste vlchi ganz glück- llche Austrelen des neuen Reichskanzler» Michaelis, der uns erklärte, er sei kein Fachmann, er sei vielmehr»l» Zeilgeaoste ' i neben dem wagen der wsligeWchle hergelaufen. Da» machte keinen glücklichen Eindruck aus uns und deshalb haben wir uns läng«« Zeil mU ihm herumgeschlaoen. ah« von ein« Drohung der Sozialdemokraten, daß ste die Kriegsiredit« ver« weigern wurden, weiß ich nicht». Wäre da» der Fall gewesen, dann müßt« ich«»doch wissen! Auf den Hinweis der Verteidigung, daß stch die erwähnt« Dar« stellung der Bespreckiungen im Garten der Reichskanzlei in dem Buch Scheidemanns befände, erklärte der Zeug« v. Pap«, indem « sich zu dem auf der Zeugenbank sitzenden Scheidemann wendete: »Ich habe das Buch gelesen, aber Herr Scheidemann wird e» mir nicht übelnehmen, wenn ich sag«, daß er in diesem Buch etwa» fluchtig gewesen ist. Damit war die Vernehmung de» Vizekanzler» a.D. v.Pay«r beendet. Zeug« Zcheidemnrni bat hieraus, seine gestrige Aussage noch ergänzen zu dürfen. Er wies zunächst darauf hin. daß er im interfraktionellen Ausschuß von Erzberger wegen de» Munitionsarbeiterstreiks interpelliert worden sei und daß man in dem Ausschuh mit den Sozialdemokraten wegen ihrer Hallung nicht mehr habe zusammensitzen wollen. Darauf habe er. Scheidemann. seine und Ebert» Gründe für ihren Beitritt zur Streikleitung aus» einondergesetzt, worauf der Ausschuß einstimmig ihr« Haltung gebilttgt habe. Scheidemann bestätigt« dann noch weiter, daß der neu« Reichskanzler Michaelis ihm gegenüber die ermähnte Aeußerung getan habe und daß er. Scheidemann, sich selbst gesagt habe: Wenn ich jemand erzähl«, daß der deutsch» Reichskanzler so etwas gesagt hat, dann glaubt mir da» kein Mensch! Trotzdem sei Michaelis naiv genug gewesen, dies« Aeußerung anderen Herren gegenüber zu wiederholen. Im weiteren Verlauf dieser Besprechungen habe dann Erzberger zu hindenburg gesagt: Machen Sie es den Sozialdemokraten nicht so schwer. Sie werden die Leute noch zwingen, die Kriegskredite noch abzulehnen. Daraus habe Hindenburg erklärt: Da» können sie doch nicht. polen und danzig. Gens. 14. März.(Eigener Drahtbericht.) Der völkerbundrat befaßte sich am Freitagnachmittag mit dem Polnisch-Danzi» ger Streitfall. Die Verhandlungen nahmen jedoch nicht den allgemeinen sensationellen Berlauf. wie er angekündigt war. Auf Antrag des Berichterstatters de Leon-Spanien wurde ein endgüllig«? Beschluß über die Streitfragen auf die nächst« Sitzung im Juni verschoben, da der Berichterstatter de» Völkerbundrat» erst noch«ln ausführliche» Gutachten vorlegen will, das bis zum 10. Mai fertig- gestellt werden soll. Dieser Ausgang der Besprechungen bedeutet zweifellos«inen Mißerfolg der polnischen Versuche, da» gesamte Danziger Problem in seiner grundsätzlichen Bedeutung neu auszu» rollen und«ine Interpretation der Friedensverträge durchzusetzen. die praktisch eine ernsthafte Bedrohung der Unabhängigkeit Dottzigs bedeuten würden. Die polnische These von der»Souveränität Polens über Danzig' hat eine besonder» deutliche Zürückwei- s u n g erfahren. Polen hat mit seiner heftigen Presiekampagn«. die es noch in diesen Togen in der französischen und Schweizer Press« entfallet«, genau dos Gegenteil der beabsichtigten Wirkung erzielt. Die Engländer ließen z. B. keinen Zweifel darüber, daß lediglich der Wortlaut der bestehenden Verträge zur Regelung der Streitfragen maßgebend sein könne und daß jeder versuch einer Umdeu« tung der Verträge entschieden zurückgewiesen werden müsie. Be» zeichnend ist ferner, daß der englisch« Oberkommissar Macdonald, dessen Abberufung Polen gefordert hatte, wieder in seinem Amt bestätigt wurde. Im Danztger Brief koste»streit ist die Entscheidung ähnlich ausgefallen. Der Berichterstatter stellt« ausdrücklich fest, daß Polen unkorrekt gehandsll hat. indem«» Briefkästen an» bringen lieh, ohne vorher den Oberkommissar zu verständigen. Die ganze Angelegenheit wurde von dem Rat schließlich an den Jnter» nationalen Gerichtshof zur endgülligen Entscheidung üb«. wiesen. Nächtlicher Ueberfall In der letzten Nacht gegen 23 Uhr wurde der Geschäftsführer ber Weinbergsklause, Weinbergsmeg 20, Paul Jadel, auf dem Heimwege, furz vor seiner Wohnung, Zehdenider Straße 14, DoIt einer Bande von ungefähr sechs Mann überfallen. Man hatte jedenfalls vermutet, daß der Genannte größere Abrechnungsbeträge bei sich führte. Seiner Geistesgegenwart ist es zu verdanken, daß er sich durch energische Behr widersezte und durch Hilferufe die Aufmerksamkeit der Reviermache Nr. 17 am Weinbergsweg auf sich lenfte. Es erschien sofort ein Beamter, dem es auch gelang, den Haupttäter der Bande zu verhaften. Kundgebung gegen die Konkordatspolifit. Auf Beranlassung des Bundes Entiqhiedener Schulreformer findet am Dienstag, 17. März, abei da 7%, Uhr, im großen Eaale des Lehrerbereinshaules am Alexander blag eine öffent ice stundgebung zur Schulpotif: Bolsenaichung oder Stundendiens? Stonkordats- oder Kulturpolitit? Gegen die( Gesinnungsfuech un!" statt. Redner: Johannes Tews, Landgerichtsrat Dr. Danziger ( M. b. N.), Toni Pfilf, Pfarrer Bleier, Emmy Schumacher, Studienrat Dr. M. Müller, Lehrer Heimann Rölling, Prof. Baul Destreich. Ein Flugzeug ins Meer geflürzt. Ein Postflugzeug, das den Dienst wichen Alicante und Oran versieht, ist infolge eines Motorschadens bei Cartagena ins Meer gestürzt. Nach breistündigem Treiben des Flugzeuges auf dem Basier wurden die beiden Flieger fowie die gesamte Boft von einem englischen Dampier aufgenommen. Ueberfall der Rifftabylen auf ein Kabelschiff. Nach einer Melbung aus Gibraltar ist ein englisches Ediff, das zwischen Ceuta Gewerkschaftsbewegung Nach dem Schiedsspruch. bandes mitgeteilt wird, werden die Organisationen der Eisenbahner Wie uns vom Hauptvorstand des Deutschen Eisenbahnervervor Ablauf der feffgesetzten Frift zu dem gestern gefällten Schiedsspruch Stellung nehmen. Der Beirat des DEB., der sich aus den Organisationsvertretern des Reichs zusammensetzt, wird am Monlag feine Entscheidung fällen. Eine frühere Zusammenberufung des Beirats ist schon deshalb nicht möglich, weil vorher die Colalorganisationen zu dem Schiedsspruch Stellung nehmen und Ihre Bertreter im Beirat entsprechend instruieren. Die Funktionäre der Reichsbahndirektion Berlin faffen morgen ihren Beschluß. Bis zur Entscheidung des Beirats tritt feine enderung in der Streiflage ein. Es findet weder eine Wiederaufnahme der Arbeit noch eine Erweite rung des Streits statt. Ueber die eventuelle Wiederaufnahme der Arbeit oder die Erweiterung des Streits entscheiden allein die Eisenbahner durch ihre Organisationsver. trefer. Alle anderen„ Parolen, von welcher Seite fie auch tommen mögen, find für die Eisenbahner nicht maßgebend und dementsprechend abzulehnen. und Tanger das defekt gewordene kabel reparierte, von den Arbeitgeber abgelehnt worden ist und vom Vorsitzenden allein Matollanern angegriffen worden. Die Mannschaft erwiderte das Feuer, bis ein spanisches Stanonenboot eintraf, das durch Abfeuerung einiger Granaten die Rifffabylen zum Rüdang awang. Eine Epidemie in Cifago, In den letzten 9 Tagen sind in Chitago 200 Berionen an den folgen einer epidemischen rantbeit gestorben. deren Natur die erste bisher nicht fest aititellen vermochten. Nach den bisherigen Erfahrungen entwidelt fich die neue Krankheit fehr schnell zu einer schweren Lungenentzündung. Die Epidemie scheint sich noch weiterhin auszubehnen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 21. Abt. Die Cenoffen treffen fich aur Ronfumagibation Gonntag früh 8½ Uhr bei Aroll. Utrechter Str. 21. 42. bt. Sonn'ag vormittag 9 Uhr Sandzettelverbreitung. Alle Genoffen nehmen baran teil. Die Bezirksführer holen die Sandzettel am Sonnabend von Wiersdorff ab. 79. 9bi. Se dneberg. Au ber am Sonntag, den 15. März. fattfindenden Ronfumgenossenschaftswahl haben alle Selfer um 8% Uhr im Lofal Groß, Gebenftr. 17, au erfdeinen. Die Borstandssigung am Dienstag fällt aus. Räheres wird noch bekanntgegeben. Junglozialisten. Für die Fahrt nach Botsdam Robelschlitten mitbringen. Jugendveranstaltungen. Zu dem Schiedsspruch selbst ist ergänzend zu bemerken, daß er sowohl von den Vertretern der Arbeitnehmer, als auch der formuliert wurde. Im Absatz 111 3iffer 3 muß es, wie übrigens aus dem vorhergehenden Saz hervorgeht, heißen:„ Mit Wirkung ab 15. März 1925 werden die Grundlöhne der Höchstaltersstufen um 3 Pf. erhöht". ist, haben wir bereits in unserer heutigen Morgenausgabe betont. Daß der Schiedsspruch in jeder Hinsicht unbefriedigend Die Bertreter der Eisenbahner haben sowohl in den Verhandlungen gericht an der Forderung einer. Lohnerhöhung von mindestens am Donnerstag als auch in den Verhandlungen vor dem Schieds: 6 Pf. und der Wiederherstellung des Achtstundentages mit allem Nachdrud und aller Energie festgehalten. Die gegenteiligen Behauptungen, die von fommunistischer Seite ausgestreut werden, sind, wie immer, unwahr. In dem Schiedsspruch wird wohl die Einsetzung einer Kommission zur Neuregelung der Arbeitszeit bis spätestens in der zweiten Hälfte des April vorgesehen. Diese an sich ungenügende Konzession gegenüber der Forderung auf Wiederherstellung des Achtstundentages wird noch vermindert durch den Zusaß, daß Berfürzungen der Dienstdauer unter dem Gesichtswinkel der Renta bilität der Reichsbahn zu prüfen seien. Nun fann man zwar für alle erfstättenarbeiter ohne weiteres den Nachweis liefern, daß bei der Wiedereinführung des Achtstundentages die Rentabilität des Betriebes sich nicht verringert, ja zweifellos noch erhöht. Anders liegen die Verhältnisse bei den Eisenbahnern, die den Dienbauervorschriften unterstellt sind. Da bedeutet die Berlürzung der Arbeitszeit eine Vermehrung der Ausgaben. Aber die Rentabilität der Reichsbahn würde durch diese vermehrten THITTA Ausgaben gewiß nicht in Frage gestellt, und darauf tommt es Schießch an. Echreibt doch sogar die schwerindustrielle Deutsche Allgemeine Zeitung": Achtung, Abteilungsleiter! Seute, Sonnabend, ben 14. b. M., abends pünktlich 7% Uhr, Borsigenden- Ronferens im Jugendheim Lindenstr. 3. Tagesordnung: Borirag: Jugend, banerisches Rontordat und Kulturpolitif." Referent Genoffe Frik Schmidt. Ohne Mitgliedsbuch fein Butritt! Alle Mufifer fanker Manbolinen) treffen fich Sonnabend, ben 14. Mära abends he vünktlich, im Jugendheim Lindenstr. 3( Disintiersimmer). Heute, Songbend, den 14. März, abends 7% Uhr: Söneberg 1: Chorabend 8 Uhr bei Rofenthal. Erscheinen aller it Bflicht. Nordost 1: 8 Uhr wichtige Funktionärligung bei Senfel, Brenzlauer Allee 7. Erscheinen aller Selfer und ber an der Gruppenarbeit 3ntereffierten tit Blicht. Morgen Sonntag, den 15. März: Brenzlauer Vorftabt: Wanderung Blumenthal. Treffpunkt 6 Uhr Rormalthr Danziger Girake. Ede Bappelallee. Rofenthaler Borftabt: Besuch der Gräber im Friedrichshain. Treffpunkt 9% Uhr Rofenthaler Blag. Stralauer Biertel: Schule Naglerstr. 3, abends 7 Uhr, Revolutionsfeier. Süboft( Gär liker Biestel): Wanderung Briefselang. Treffpunkt 47 Uhr Schlesisches Tor, Rormaluhr. Südwest: Bormittags 9 Uhr im Jugendheim Bolfstanzübung für hie Jugendfeier. Fallenberg- Alt- Glicnide: Führung durch das Museum führ cerestunde. Treffpunkt 49 Uhr Bhf. Grünau. Köpenid: Jugendheim Cinauer Str. 5, Gebentfeier aur Märgrevolution( nachmitags). Reu Bitenberg: Befuch der Gräber im Friedrichshain. Treffpunkt nachmittags 2 Uhr Sistorische Litfaßfäule. Schöneberg 1: Feier aum Gedächtnis ber Märsgefallenen Treffpunkt nachmittags 3 Uhr Rudolf- Wilde- Blak( Rat. haus). Neufölln V: Beteiligung an der Treffahrt des Werbebezirks. Treff. punkt 7 Uhr Bhf. Neukölln. Werbebezirk Neuloun: Ereffahrt fämtlicher Abteilungen nach bem mouen fee. Treffpunkt auf der Wiese um 12 Uhr an der Gudspike. Werbeber Prenzlauer Berg: Abends 7% Uhr im Jugendheim Danziger Straße 62( Baroden). Borfrag: Einführung in die Runft. Werbebezirk Reinidendorf: Abends 8 Uhr im Jugendheim Reinidendorf- Oft, Seebad", Residenzftr. 46, Rarb- Marr- Feier. Abteilung Rieberschöneweibe: Abends 7 Uhr im Jugendheim Oberschöne Aufführung eines Iuftigen Glaßbrenner- Gesprächs. Eintritt frei. Bir taten bereits darauf hingewiesen, daß bei prinzipieller Aufrechterhaltung der bestehenden Arbeitszeit eine Milderung gemiffer Härten fehr wohl angebracht ist, und hoffen, daß es dem porgesehenen rütungsausschuß gelingen möge, die wichtigsten Differenzen raffch beizulegen. Wir nehmen an, daß dieser Ausschuß paritatis n unter dem Borsig eines unparteiischen Sacher fändigen zusammengesetzt werden wird, wie dies auch in ähnlichen Streitfälien in der Industrie vorgesehen ist.... Auch wenn man das weitgehende Berständnis für die Schwierigkeiten der Reichs bahn hat, muß man fordern, daß manche Mißgriffe, wie sie leider in der Behandlung der Gewerkschaften vorgekommen sind, in Zukunft unterbleiben. Die sozialpolitische Einstellung großer deutscher Unternehmer, zu denen doch die Reichsbahn jehl auch rechnen will, ist für sie gerade im Interesse einer rentablen Betriebsführung durchaus angebracht; das Wort, das in den Berhandlungen im Arbeitsministerium von Gemertschaftsseite fiel: " So etwas hätte ein Stinnes nicht gemacht!" gibt gewiß zu denken. Es ist sehr bezeichnend, daß in der gesamten bürgerlichen Presse fich auch nicht ein einziger Verteidiger der Haupt verwaltung der Reichsbahn gefunden hat. Ihre ver schwenderische Großzügigfeit bei der Festsetzung der Gulagen der leitenden Beamten und der Bezüge der Mitglieder des Verwaltungsrats, ihre offene Hand bei der wether Laufener Str. 2. Seiterer Abend. Mufit. Bantengefang, Resitationen, Verteilung von sogenannten Leistungsprämien insbesondere Montag, ben 16. März, abends 7 Uhr, Cherübungsabend im Jugend heim Lindenstr. 3, für Burschen und Mädel. Es müffen mehr Mabel erscheincu! Sport. Abfane der Olympia- Rabrennen. Wegen ber ungünftigen Bitterung müssen die Rabrennen am fommenden Sonntag auf der Diympia- Rad zennbabu ausfallen. Der nächste Renntag, fi bet am 29. Mara ftatt, to voraussichtlich 10 Tauerfahrer farten. Bis jetzt sind verpflichtet: Bens mann binter Weinbold, Krupkat hinter Geppert, Didentmann hinter Edubert, Thomas binter Hüttenrauch und der Franzose Catudal, ein sehr guter französischer Dauerfahrer, hinter Naio. Berliner ElektrikerGenossenschaft angeschl. dem Verb, sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str. 86-88 Fernsnrecher: Norden 1198 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4- lel. Pialzburg 9831 Herstellung elektr. Licht-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller elektrischer Bedarfsartikel Ausführung sämtl. Reparaturen • Preiswerte, gediegene Arbeit Korbmobel Eigene Herstellun in gediegenen Ausührungen kaut. Sie Dei gr. Auswahl vortei ha tu bi lig im Spezial- Rorbmabelhaus Edmund Voẞ Neukölln, Berliner Str. 14 Nähe Hermannplatz Tel. Hankolls 2264. Zahlungerleichterune für höhere Berwaltungsbeamte und ihre verbiffene Ab. lehnung der so bescheidenen Pfennigforderungen der Eisenbahner hat den Unwillen selbst rechtsstehender Kreise hervorgerufen. In der Frage der Arbeitszeit nun gar hat die Hauptverwaltung der Reichsbahn einen derartig rüd ständigen, allen Erfahrungen und Tatsachen gegenüber sich verschließenden Standpunkt eingenommen, der verbitternd wirken mußte. Ob die Hauptverwaltung der Reichsbahn aus dem Berlauf des Kampfes etmas gelernt hat, erscheint zweifelhaft. Sie wird jedenfalls aber umlernen müssen, wenn der Betrieb der Reichsbahn nicht fortgesetzt den schwersten Erschütterungen unterworfen fein foll Bersammlung fämtlicher im Streit stehenden Eisenbahner statt. Bir erfuchen die Kollegen, frühzeitig zu erscheinen. Ohne Streiftarte fein Zutritt. Die Streifleitung. Der Streik der Tapezierer. In der Vertrauensmännerversammlung der streifenden Tapezierer am Freitag gab Müller den Situations. bericht. Der schon in den ersten Tagen voll zur Geltung tommende nicht in alle Zeiten fortsetzen fönnen. Die Mitteilung, daß sich die Streit hat den Unternehmern gezeigt, daß sie ihre Scharfmacherei Unternehmer mit dem Gedanken tragen, eine Generalaus. Sperrung vorzunehmen, löste in der Bersammlung große Se: terteit aus. Es gibt nämlich nichts mehr auszusperren und die Streifenden würden gern die Kollegen fennen lernen, die noh arbeiten. Eine größere Bahl von Arbeitgebern haben schon an die Streifleitung die Nachricht gelangen lassen, daß sie bereit sind, die Forderungen zu bewilligen. Diesem Wunsch tonnie bisher immer noch allgemeine Verhandlungen abgelehni haben. Die Versammlung zeigte den einmütigen Willen, allen Ber fuchen, die geschlossene Front der Streifenden zu durchbrechen, den stärksten Widerstand entgegenzusehen. Nach den Berichten der Bers trauensleute reisen täglich viele streitende Tapezierer in die Provinz ab. Es besteht daher die Möglichkeit, daß bei Beendigung des Streits in Berlin ein fühlbarer Handwertermanget em treten wird. Die Streifleitung bittet arbeiterfreundliche Blätter in der Provinz auf den Streit in Berlin aufmerksam zu machen, damit Streifarbeit vermieden wird. Tarifabschluß im Karosseriegewerbe. Für die in den Karosserie- und Wagenbaubetrieben Beschäftigten ist ein neuer manteltarifvertrag abgeschlossen worden. Die Unternehmer drängten darauf, daß die Bestimmungen eines Schiedsspruches vom vorigen Frühjahr in den Manteltarif aufgenommen werden, nach denen bei den bekannten wirtschaftlichen Notwendigkeiten" die Verlängerung der Arbeitszeit vom Unternehmer angeordnet werden kann. Den Organisationsvertretern gelang es, die Absichten der Unternehmer abzu wehren. Festgelegt wurde nur die 48fstündige Arbeits. eit. Die Ueberstunden müssen mit 10 bzw. 25 Broz. 3uschlag bezahlt werden. Geändert ist auch die Bestimmung in dem alten rates bei verlangten Ueberstunden spricht. Er hat nunmehr nur Tarifvertrag, die von dem 3ustimmungsrecht des Bettie's. noch ein Mitwirtungsrecht. Der neue Tarif stellt das Ergebnis von mehreren Berhandlungen dar. Die Unternehmer hatten den alten Tarifvertrag in der Abficht gekündigt, weitgehende Verschlechterungen vorzu nehmen. Das ist ihnen nicht gelungen. Eine Bollversammlung der Karosseriearbeiter nahm den neuen Manteltarifvertrag gegcit eine starke Minderheit an. Amsterdam- Moskan. ( JGB) Die Mostaner Prawda", und im Anfaluk baran die übrige fommunistische Presse, veröffentlichen Beichlüsse des Generalrats der engliid en Gewerlid aiten bezüglich der ege Amsterdam- Moskau. Wie der Generaltat auf Anfrage dem GB. mitteilt, treffen diese Mitteilungen nicht in allen Einzelbeiter 711. Gewer tichafte tongrefies abwarten und zunäcbit darauf verzid ten, Im übrigen wird der GB. die Antwort des Alrussiid en die in den kommunistischen Blättern enthaltenen Unrichtigkeiten und Berdiebungen richtig zu stellen und auf die Beschimpfungen zu antworten. Theater der Woche. Rom 15. bis 23. März 1923. nacht. 21. Fuhrmann Senidel. 16. Boccaccio. Boltsbühne: 15. Schneider Bibbel. 16., 21. und 23. Schlud und Jan. 17, 18., 20. und 22. Se el am Horizon. 19. Wer meint um Judenad. Ope n haus: 15. und 22. Aida. 16. Fliegender Holländer. 17. Carmen. 18. 6. Lome. 19. Rofe vom Liebesgarten ,, 20. Triftan, 21. Ba Traviata. 23. Mona Life. Oper am Rönigsplas: 15. Fledermaus. 16. Mona Lisa, 17. Coft fan tutte. 18. Barbier pon Sevilla. 19. 8ar und Zimmermann. 20. Freischüß. 21. Boheme. 22. Tiefland. 23. Tosca. Sdauspielhans: 15. und 22. Prinz von Homburg. 16. und 21. Beer Gynt. 17. und 23. Randida. 18. und 20. Ronzert. 19. Wallensteins Tod. Schiller- Thcaler: 15., 18., 20. und 22. Napoleon. 16. Minna von Barnhelm. 17., 19. und 23. Bon morgens bis Mitter Deutsches Theater: 16., 17., 19., 21. und 23. Die heilige Johanna. 18., 20. und 22. Die Rameliendame. Rammer fpiele: 16., 18., 20. und 22. Die Glügen der Gesellschaft. 17., 19, 21. unb 23. Geds Personen fuden einen Autor. Die Komödie: 16., 18., 20. und 22. Der Diener zweier Herren. 17.. 19., 21. und 23. Der Krampus. Leffing Theater: Das Märchen. Theater in ber Königgräger Straße: Wir faffen uns fcheiden. Deutsches Opernhans: 15. und 18. Orpheus in der Unterwelt. 17. 8ar und Zimmermann. 19. Giegfried. 20. Wenn ich König wär'.! 21. Lohengrin. 22. Die Fledermaus. 28. Der fliegende Solländer. Großes Sdauspielhaus: An alle Theater bes Weftens: Der Graf von Cagliostro. Renaifanee- Theater: Serbstliche Geigen. Die Tribune: Ueberfahrt. Komödien Deutsays Künstler- Theater: Riquette. haus: Heimliche Brautfahrt. Berliner Theater: Anneliese von Deffan. Trianon Theater: Yoshiwara. Resibenz- Theater: Der Störenfried. Bentral Theater: Die verfuntene Glode. Theater in der Rommandantenstraße: Ufchi. Komische Oper: Das hat die Welt noch nicht geschn! Luftfpielhaus: Der wahre Salob. Metropol- Theater: Gräfin Mariza. Operettenhaus: Der blonde Traum. Thalia- Theater: Das Dreimäderlhans. Theater am Kur fürftenbamm: 15. bis 19. Mamzelle Nitouche. Ab 20. Phi- Phi. Kleincs Theater: Die Grokfürstin und der Rimmerfellner.- Wallner- Theater: Nomica und Julia. Goethe- Bühne: Gastfriel Ferdinand Bonn: Narzik. Balhalla Theater: Varieté- Borstellung. Rofe Theater: Berlin, wie es weint und lacht Am 22. Graupenmüller. Rafino Theater: Der Oberschieber. Intimes Theater Steglik: 15. und 16. Die Dollarprinzeffin. Ab 17. Drei alte Schach feln. Theater im Admiralspalast: Noch und Noch! Apollo Theater: Die Nächte von Baris. 22. Boltsbühne: 15. Safuntala. Ber weint um Judenad. Schiller- Theater: 15. Journalisten. 22. Fauft 1. Deutsches Theater: 22. Alt- Seidelberg. Rammerspiele: 22. Der Slaub der heater: 18. und 21. Minna von Barnhelm. 22. Safemanns Töchter. Gabinerinnen. Die Romödie: 22. Die Büde der Bandora. Lessing Dent fches Opernhaus: 15. und 22. Borstellung für die höheren Schulen: Figaros Großes Gdaufpielbaus: 15. und 22. Der Rigeunerbaron. Theater Sochzeit bes Bestens: 15. Der Evangelimann. Rentral Theater: 15. Der G'wiffens wurm. 22. Moral. Theater in ber Rommandantenftrake: 15. und 22. Die Frau ohne Ruß. Thrater am Kurfürstendamm: 15. Dr. Stieglia. Ricines Theater: 21. und 22. Sänfel und Gretel. Rose- Theater: 21. 101 Nacht. Calospart.Theater Steglig: 22. Schneeweißchen und Rofenrot. Teater: Galspiel des Serrnfeld Theaters: Ber ist der Bater? Schlskratke Rachmittagssstellungen. Berantwortlich für Bolitif: Ernst Reuter; Biftschaft: Arthur Sateruus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton:. 6. Döfter; Lotales und Sonstiges: Frig Raftädt; Anzeiger: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts.Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderel Achtung, Eisenbahner! 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