Nr.126 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 64 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 8 Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied Tung und Kleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfvaltige Nonpareille geile 70 Pfennig. Reklamezeile 4 Reichsmart. Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 20 Pfennig ( zulässia zwei fettgedruckte Worte). febes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengesuche das erite. Wort 10 Bfennig, jedes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buch. ftaben zählen für zwei Bonte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummet milffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindena ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönboff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 15. März 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 37536 Bankkonto: Direktion der Diekonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Braun oder Jarres! Jarres, Kandidat von Werwolf, Stahlhelm, Wifing, Borsig und Vögler. Ein sechster Kandidat: Held, Bayerische Volkspartei. Bon heufe in zwei Wochen werden die erwachsenen Männer und Frauen Deutschlands an die Urne schreiten, um ein neues Staatsoberhaupt zu wählen. Das alte Europa erlebt ein solches Schauspiel zum erstenmal, ein Schaufpiel, daß uns zum Bewußtsein bringt, welche ungeheuren Umwälzungen als Folge des Weltkrieges eingetreten find. Das letzte Jahrhundert preußischer Monarchie zeigt zur guten Hälfte Persönlichkeiten auf dem Thron, die nicht mehr Herren ihrer geistigen Funktionen waren. Die zweitgrößte deutsche Monarchie, Bayern, hatte ähnliche Erscheinungen zu verzeichnen. Jetzt hängt es nicht mehr vom Zufall der Geburt, fendern von der Reife des Bolfsurteils ab, wer an die Spitze des Staatswesens gestellt wird. Das ist auf alle Fälle ein Fortschritt, er schüßt das deutsche Volt vor der Gefahr, von Berrückten in Grund und Boden regiert zu werden. gültigkeit zeigt, leitet sie den Kampf um die Präsidentschaft auf eine ihrer durchaus würdigen Weise ein. Ein Aufruf für Jarres. Folgender Aufruf wird verbreitet: Zum ersten Male werden die deutschen Wähler und Wählerinnen am 29. März an die Wahlurne gerufen, um für sieben Jahre einen Reichspräsidenten zu wählen. An diesem historischen Tage müssen Die Wähler sollen nur den besten und würdigsten Mann berufen. clle Grenzen der Partei, der Konfession und des Standes fallen. Deshalb haben sich die Vertreter derjenigen Parteien, die faft die Mehrheit aller deutschen Wähler hinter sich wissen, gemeinsam mit Bertretern vaterländischer, wirtschaftlicher und fultureller, Verbände zum Reichsblock vereinigt. Sie haben sich nach reiflicher Er. wägung entschlossen, dem deutschen Volk für die Wahl zum Reichs. präsidenten Herrn Oberbürgermeister Dr. Jarres in Duisburg, vor maliger Reichsminister des Innern und Bizefanzler, zu empfehlen. Der Präsident, der aus der allgemeinen Volkswahl her Mann ist von großer Grichtung auf allen Gebieten des öffentlichen Dabei war für den Reichsblod maßgebend, daß Herr Dr. Jarres ein vorgeht, regiert nicht für Lebenszeit, sondern nur für sieben Lebens, ein lauterer Charafter, ein Mann des sozialen Fortschritts Jahre. Er fann auch in diefer Zeit auf Antrag von zwei und terndeutscher chrifflicher Gesinnung, bewährt als BorDritteln des Reichstags durch Boltsabstimmung wieder abfämpfer deutscher Freiheit für Rhein und Ruhr. Herr gefegt werden. Er steht nicht, wie der Monarch, über dem Dr. Jarres vereinigt in sich die Eigenschaften guter deutscher Gesetz, sondern er fann mit Zustimmung des Reichstags Art und leistet Gewähr für eine fachliche, gerechte Führung der stra rechtlich verfolgt und vor den Staatsgerichtshof gestellt Geschäfte, für die Reinheit der Verwaltung in ellen Dingen. werden. Es ist also Vorsorge dafür getroffen, daß sich der Er hat in schwerer Zeit seine Person rücksichtslos für Staat und Bolt Brä dent nicht in Art eines Friedrich Wilhelm IV. oder eingesetzt. Er hat als Staatsmann die Einheit des Reiches Wilhelm II. entfalten kann. Das alles ist ein Fortschritt. in vertrauensvoller gemeinsamer Arbeit mit den Regierungen aller Wie groß dieser Fortschritt ist, hängt aber nicht vom Wortlaut der Verfassung ab. Seele gibt der Verfassung erst das Bolt. Eine Demokratie ist genau so gut oder schlecht, wie das Bolt gut oder schlecht ist. Bon heute in zwei Wochen soll das Volk zeigen, daß es für die Selbstregierung reif ist. deutschen Länder gefestigt. Die vereinigten Parteien und Berbände fordern alle deutschen Frauen und Männer und die deutsche Jugend auf, für den Kandidaten des Reichsblods zu werben. Ueberall sind Wahlausschüsse zu bilden und Gelder zu sammeln. Bei stärkster Anspannung aller Kräfte fann der Sieg schon im ersten Wahlgang er rungen werden. Unsere Parole ist: Die Einheit der Deutschen, die Reinheit des öffentlichen Lebens, das Staatswohl über dem Parteigeist! Ein Weg ein Wille! Der Reichsblod: Staatsminister von Loebell. Die deutsche Sozialdemokratie ist die Schöpferin der Deutschen Republif. Sie hat in ihr das Fundament geschaffen, von dem aus der Aufstieg der werktätigen Massen auch zu sozialer Freiheit möglich werden soll. Sie hat der Deutschen Republik ihren ersten großen Präsiden ist der ehemalige preußische Minister des Innern, der zuHerr v. Loebell, der den Aufruf als erster zeichnet, ten gegeben. Sie präsentiert jetzt den deutschen Volksgerüdtrat, als der König von Preußen seinem Bolt das nossen als seinen Nachfolger ihren besten Mann.. Die Ehre der Partei und die Ehre der Republik sind unlöslich miteinander verbunden. Macht den 29. März zu einem Ehrentag für die Republik und die Partei! Blutiger Auftakt in Halle. Leider ist der Kampf um die Präsidentschaft vorgestern in Halle durch eine blutige Tragödie eingeleitet worden. Sieben Tote liegen auf der Bahre, dugende Verletzte in den Krankenhäusern und dieses ganze entfeßliche Unglück ist die Folge einer unsinnig verfehlten Polizeimaßnahme. Dem Staat wäre wahrhaftig nicht der allergeringste Schaden geschehen, wenn man in der Kommunistenversammlung in Halle die ausländischen Redner hätte sprechen lassen dann wäre aber sieben wahrscheinlich ganz unschuldigen Menschen das Leben erhalten worden. In Halle hat eine veraltete, sinnlos gewordene Verordnung dazu herhalten müssen, in einer überfüllten, erregten Versammlung einen Konflikt zu provozieren, und eine öde Buchstabengerechtigkeit ist dann über Menschenleben hinweggeschritten. Ein solcher Borgang ist eine Schande für die Republik, und es muß dafür gesorgt werden, daß er sich nicht wiederholen tann. Das Vorgehen der kommunistischen Versammlungsleiter foll damit nicht ohne weiteres gerechtfertigt werden. Wir haben allen Grund zur Annahme, daß einer Beschwerde gegen das unsinnige Redeverbot ohne weiteres stattgegeben worden wäre Statt diese Beschwerde einzubringen, haben die Veranstalter versucht, ein Auftreten der Redner gegen das Berbot zu ertrogen. Auch sie haben dadurch Schuld auf fich geladen, aber es muß ohne weiteres zugeben werden, daß ihre Schu'd kleiner ist als die Schuld der Polizei. Indem die I arres Preise diesen Tatbestand verschiebt und gegen das unnüz vergoffene Blut die größte Gleich gleiche Wahlrecht versprach. Volk und würdigster Mann". Aber es hing an einem Haar, daß Jezt ist auf einmal Herr Jarres Deutschlands ,, bester Herr Stegerwald oder Herr Geßler als solcher empfohlen worden wäre. Noch vor einer Woche war für den ,, Tag" Jarres fein ,, weithin leuchtender Name". Nach der ,, Deutschen Zeitung" ist er nicht aus dem Holz geschnitzt, aus dem wir uns den Mann an der Spitze des Reiches ge: formt denken". Nach der Kreuz- Zeitung" war er nicht die Persönlichkeit, die schon historisch großes Format befigt". Nach dem Deutschen Tageblatt" war er ganz einfach ein Verlegenheitskandidat". Jezt auf einmal ist er Deutschlands ,, befter und würdigster Mann". Ift er berufen, die Einheit des Reiches zu wahren, er, der in hilflofer Verzweiflung Ruhr und Rhein den franzöfischen Annerionisten überlassen wollte. Die ,, Reinheit des öffentlichen Lebens" soll er herstellen? Da wird er verdammt viel zu tun haben gegen die Rechtsparteien, die mit ihren 3izewik, Carlowiß-, Mehring, Sprit- Weber, v. Braun- Affären usw. usw. bis über die Ohren im Schlamm der Korruption sizen. Kandidat des Reichsblocks" wird er genannt. Drud fehler oder Volksbetrug? Rechts block muß es doch heißen! Jarres, Kandidat von Wiking, Werwolf, Stahlhelm! Unterzeichnet ist der Jarres- Aufruf u. a. von folgenden Verbänden: Jungdeutschlandbund, Altherrenschaft des Hochschul. ringes Deutscher Art, Deutscher Offiziersbund, Rei helandbund, werwolf, Preußischer Verband der Haus- und Grundbesitzervereine, Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband, witing, Evangelischer Frauenbund, Bereinigte Baterländische Berbände, Stahlhelm, Deutscher Handwerkerbund, Nationalverband deutscher Offiziere. Dieser Kuddelmuddel von Interessenvertretungen des Besitzes und rechtsputschistischer Verbände empfiehlt dem deutschen Volt Herrn Jarres. Ist das nun eine Empfehlung? Oder eine Kennzeichnung? Oder eine Brand= martung? Jarres, Kandidat von Borsig und Vögler!> Nicht minder interessant als die unterzeichnenden Verbände sind die unterzeichnenden Personen. Für die Parteien zeichnen u. a. Graf Best arp( Dnat.), v. Ca mpe( D. Vp.), Bredt( Wirtschaftspartei). Da hört es auf. Selbst die sonst reichlich reaktionäre Bayerische Volkspartei macht da nicht mehr mit. Bon ,, Staatsmännern" des alten Regimes zeichnen neben Herrn v. Loebell mur Wallraf und Reichskanzler a. D. Michaelis. Dazwischen stehen aber breit und flar die Namen v. Borsig Berfin und Albert Bögler Dortmund. industrie, Arbeitgeberverbände, Herren im Werwolf, Wiling, Stahlhelm, Michaelis, Schwer. Hauſe alles für Jarres. Was kann da noch fehlen? Auch der alte Hindenburg hat in seiner Herzenseinfalt seinen Namen darunter gefeßt. Ludendorff fehlt. Er fann natürlich nicht die Behauptung unterschreiben, daß ein anderer als er der beste und würdigste Mann" ist. Er, der Einzige, Berkannte, steht düster mit verschränkten Armen im Hintergrund. Die Bayerische Volkspartei präsentiert Nr. 6: Heldt! Aus München wird gemeldet: billigte einstimmig die Haltung der Unterhändler der Partei bei den Der Landesausschuß der Bayerischen Boltspartet Verhandlungen in Berlin zwecks Aufstellung eines bürgerlichen Sammelkandidaten für das Ant des Reichspräsidenten. Er nahm mit Bedauern davon Kenntnis, daß in letzter Stunde die aussichtsreichen Berhandlungen scheiterten. Da die jetzt aufgestellten Kandidaten im Gegensatz zu dem Gedanken einer Sammelfandidatur ständen, fehe sich der Landesausschuß der Bayerischen Volkspartei nicht in der Lage, den Wählern der Partei einen der bereits bekannten Kandidaten zur Wahl zu empfehlen. Andererseits müsse auch Stimmenthaltung vermieden werden, da diese Verringerung der abgegebenen Stimmen einer Förderung der Kandidatur ausgesprochen links gerichteter Gegner der Bayerischen Volkspartei gleichkommen würde. Unter diesen Umständen beschloß der Landesausschuß der präsidenten Dr. Held aufzustellen. Die Zustimmungserklä Bayerischen Volkspartei einstimmig, für die Reichspräsidentenwahl am 29. März als Kandidaten den bayerischen Ministerrung des im Landesausschuß anwesenden Ministerpräsidentent Dr. Held wurde mit stürmischem, langandauerndem Beifall aufgenommen. Stahlhelm- Kandidaten Jarres für den ersten Wahlgang Der Beschluß der Bayerischen Volkspartei entzieht dem bund ist noch zu keinem Entschluß gelangt, doch ist auch von mehr als eine Million Stimmen. Der Bayerische Bauernbund ist noch zu keinem Entschluß gelangt, doch ist auch von ihm eine Unterstützung der Jarres- Randidatur nicht zu er warten. in ein so unsicheres Geschäft gesteckt! Noch nie haben die Borsig und Bögler ihr Geld in ein so unsicheres Geschäft gesteckt! Jarres oder Otto Braun! Die Rechtspresse ist sich darin einig, daß Otto Braun der stärkste Gegner des Herrn Jarres ist. Hinter Jarres stehen Stahlhelm, Wehrwolf, Wifing, Agrarier, Hausbesizer, Borsig und Bögler. Hinter Otto Braun steht die Deutsche Sozialdemokratie, stehen die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter, Angestellten und Beamten. Die Kreuz- Zeitung" schreibt: Jarres ist der Mann gegen die Sozialdemokratie.-Braun ist sein fchärffter Gegner. Die schärffte Gegnerschaft gegen den Kandidaten von Stahlhelm, Wehrwolf, Wiring, Agrariern, Hausbesitzern, Borsig und Bögler kommt alfo darin zum Ausdruck, daß wir mit aller Kraft und Hingebung, deren Sozialdemokraten nur jemals fähig gewesen sind, fämpfen für unseren Kandidaten, den fchärften Gegner des„ Berlegenheitsfandidaten Jarres": für Otto Braun! Weimarer Koalition in Hessen. Einigung auf der alten Basis. Darmstadt, 14. März.( Eca.) Nach monatelangen Bemühungen haben sich die Vertreter der Fraktionen des 3 entrums, der Demokraten und der Sozialdemokraten in Heffen auf die Bildung einer neuen Regierung auf der Basis der kleinen Koalition unter Beibehaltung der bisherigen Minister geeinigt. Die Wahl des Staatspräsidenten wird in der nächsten Woche stattfinden. in der jetzigen Borlage vollständig ausgeschaltet find. und nichts bekommen. Von den weiblichen Angestellten erhalten nach der jetzigen Borlage nur 3 Pro3. eine Zusatzsteigerung. Alle übrigen Frauen gehen vollständig leer aus. Alle sonstigen Wünsche der versicherten Angestellten in bezug auf die Erweiterung der Versicherungsgrenze und den Rechtsanspruch auf das Heilverfahren usw. werden überhaupt nicht genannt. Die Sozialdemokratische Partei hat demgegenüber die Ver= doppelung des Grundbetrages Don 30 auf 60 m. und ebenso die Berdoppelung des Witwen und Waisengeldes beantragt. Sie fordert, daß in Zukunft ein RechtsDie Rechtsparteien gegen die Angestellten. anspruch auf das heilverfahren besteht und verlangt die Eine Warnung zur rechten Zeit! Der Präsidentschaftswahlkampf fetzt in diesen Tagen mit aller Schärfe ein. Wie bei allen bisherigen Wahlkämpfen wird man auch dieses Mal um die Stimmen der großen Schicht der Privat. angestellten buhlen. An Bersprechungen werden es die Rechtsparteien auch diesmal wieder nicht fehlen lassen. Die Beratungen, die in diesen Tagen im Reichstag über die Ange. ftelltenversicherung stattgefunden haben und noch statt finden, werden auch dem letzten Angestellten aber die Augen öffnen und ihm das wahre Gesicht der deutschnationalen Angestelltenfreunde offenbaren. Nach dem geltenden Gefeß besteht das jährliche Ruhegeld aus Grundbetrag und Steigerungsbetrag. Der Grundbetrag ist für alle Gehaltsklassen auf 360 M., also monatlich 30 M., festgesetzt. Als Steigerungsbetrag werden 10 Broz. der Beiträge gewährt, die für die Zeit seit dem 1. November 1924 gültig entrichtet worden find. In der Praxis tommt gegenwärtig so gut wie fein Steigerungsbetrag in Frage. Hat der Ruhegeldempfänger Kinder unter 18 Jahren, fo erhöht sich das Ruhegeld für jedes Kind um jährlich 36 m., also um 3 M. monatlich. Die Witwen und die Witwerrente beträgt sechs Zehntel des Ruhegeldes, also 18 M. 15 M. ben Monat. des Erweiterung der Versicherungsgrenze auf 9000 M. Darüber hinaus wird eine Erhöhung der Steigerungs fäße für alle Klassen von A bis J gefordert. Die Angestellten sehen ihre Interessen nur durch die Sozialdemokratische Partei vertreten. Sie werden bei der Stimmabgabe für den fommenden Reichspräsidenten sich dieser Tatsachen zu er innern wissen. bandes: Wie die Rechtsregierung, mit dieser alldeutschen Mahalla im Rücken, Außenpolitik treiben will, ist ihre Sache.... ausgeschlossen! Frau v. Oheimb Frau v. Oheimb, die sich für Geßler gegen Jarres eingesetzt hatte, ist, wie parteioffiziös gemeldet wird, durch ihren Austritt nur ihrem Ausschluß zuvorgekommen. Die Versammlungsschlacht in Halle. Ein vorläufiger amtlicher Bericht. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Die bisherigen Ermittlungen über den blutigen Zusammenstoß in Halle anläßlich einer kommunistischen Wahlversammlung am 13. d. M. haben bisher ergeben: Sturm gegen Stresemann! Bort ergriffen. Auf Veranlafſnug des überwachenden Beamten Generalangriff der Alldeutschen. In der kommunistischen Wahlversammlung, die von cima 2000 Teilnehmern besucht war, hat ungeachtet eines vom Polizeipräsidenten der Versammlungsleitung rechtzeitig mitgeteilten Verbots des Auftretens ausländischer Redner ein englischer Redner das mies der leitende Polizeioffizier, nachdem er sich den Weg bis zur Rednertribüne gebahnt hatte, wiederholt den Versammlungsleiter Bugleich mit dem Aufruf des Rechtsblocks für Jarres er- und den Redner auf das ergangene Berbot hin. Um die beginnende ficheint folgender Aufruf des Altdeutschen Ber- Erregung der Versammlungsteilnehmer zu beruhigen, erklärte der Polizeioffizier, auf einem Tische stehend, mit lauter Stimme, daß die Bersammlung als solche nicht gestört, nur die behördliche Anordnung durchgeführt werden solle. In diesem Augenblicke sah der Polizeioffizier, daß ein Mann auf der Galerie einen Revolver gegen ihn richtete und losfchoß. Unmittelbar darauf fiel von der Galerie und aus dem Saal eine ganze Anzahl von Schüssen in so schneller Folge, daß die Beamten sich einer Maschinen pistole gegenüber glaubten. Als zu allem die Menge die Beamten aufs äußerste bedrängte, gaben nun auch diese zu ihrer Verteidigung in der Notmehr, ohne besonderen Befehl erhalten zu haben, Schüsse ab. Die Versammlungsteilnehmer verließen darauf panifartig den Saal. Seit einigen Tagen hat die Auslandspresse es aufgededt, daß der deutsche Außenminister es fertiggebracht hat, ungedrängt und aus freien Stüden unsere unverjährbaren Ansprüche auf die im Westen geraubten Gebiete Elsaß- Lothringen, Eupen und Malmedy durch ein unheilvolles Sicherheitsangebot" zu geund Malmedy burch ein unheilvolles Sicherheitsangebot" zu ge. fährden, dessen Annahme unsere deutschen Brüder endgültig den Feinden ausliefern würde. Jezt hat der Außenminister Dr. Stresemann selbst diese Gerüchte in vollem Umfange bestätigt; er hat sein Angebot in Betätigung einer heute angeblich verfemten Geheimdiplomatte den einden gemacht, ohne den Reichstag und anscheinend auch ohne das Reichsfabinett vorher befragt zu haben. Schon die erfte Anbeutung fold unerhörten Vorgehens hätte den Monat; die Waisenrente für jede Waise fünf Zehntel, also Das Direktorium der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte steht heute restlos unter dem Einfluß des Hauptausschusses für die foziale Versicherung der Privatangestellten, der sich aus Mitgliedern Deutschnationalen handlungsgehilfenver. bandes und feiner Unterverbände sowie Mitgliedern des Gewerf. einen Sturm der Entrüffung in ganz Deutschland schaftsbundes der Angestellten zusammenfeßt. Die Führung in diesem entfesseln müssen. Das ist, da die Deffentlichkeit durch innerpolitische Hauptausschuß in den Händen der Deutschnatio. Angelegenheiten ganz in Anspruch genommen war, leider nicht genalen. Die Hilferufe der notleidenden Angestellten und der beschehen. Deshalb wendet sich der Alldeutsche Verband an alle gründete Unmut derselben haben felbft diesen Hauptausschuß ge- ehrliebenden Deutschen mit der Forderung, laut die zwungen, dem Deutschen Reichstag eine Eingabe betr. Alenderung Stimme des völlischen Gewissens ertönen zu lassen und der Welt des Angestelltenversicherungsgefeges zu übermitteln. Die Ange zu zeigen, daß das deutsche Volk gewillt ist, seine Ehre und stellten sollten durch diese Eingabe beruhigt werden. Es wurden Würde zu wahren. Es muß ausgesprochen werden, daß, wer in ihnen Hoffnungen erwedt. Um so größer muß jetzt die Ent- durch Duldung jo verderblicher Vorschläge an der endgültigen täuschung fein. Im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages haben Preisgabe deutscher Boltsgenossen und an der dieselben Bertreter, bie die Eingabe des haupt ewigen Berstlavung deutschen Blutes mitwirkt, den ausfchuffes veranlaßten, gegen diese Eingabe ge.. ftimmt und im Ginvernehmen mit der Reichsregierung dem Plenum des Reichstags am Donnerstag, den 12. März, eine Bortage zur Annahme empfohlen, die jedem sozialen Empfinden und der großen Rot der Angestellten Sohn spricht. Mit Recht führte der Borsigende des Af- Bundes, Genosse Aufhäuser, aus, daß man über ein Jahr nach Beginn der Stabilisierung es wagt, dem Reichstage und damit den breiten Schichten der Angestellten eine Borlage zu unterbreiten, die weiter Hidits enthält als eine ganz bescheidenie Aufwertung der vier sberten Gehaltstlaffen Die Gehaltsttafson der soge nannten mittleren und nieberen Angestellten gehen voll tommen leer aus. Eine Erhöhung erhalten lediglich die Gehaltstlaffen F bis J, die auch bereits früher ein Einkommen von über 2000 m. im Jahre hatten. Nach der eigenen letzten Enquete der Ungestelltenversicherung wurde festgestellt, daß von den damaligen Versicherten ein Einkommen bis zu 2000 m. im Jahre 757 389, bas find 62,8 Proz., bezogen. Bon den weiblichen Angestellten steht feft, daß bis zu 2000 m. 514 612 Versicherte und über 2000 m. nur 16 129 Berficherte vorhanden waren. Das heißt also: zwei Drittel der männlichen Bersicherten fallen unter die Gehalts flaffen, die Glück. Bon E. Generic. Heute ist mir das Glück begegnet! Fluch der kommenden Geschlechter auf sich zieht. Denten wir daran, daß nicht einmal nach den furcht. baren Leiden des 30jährigen Krieges der Reichstag zu Regensburg sich zu einem Berzicht auf die deutsche Westmart mit ihren deutschen Menschen hergegeben hat! Menschen hergegeben hat! Der Alldeutsche Verband fordert von einen Mitgliedern, daß sie alle Kräfte daransetzen, unfere Deffent lichkeit über die Folgen eines solchen ungeheuerlichen Battes" auf. zuflären. Es muß and rat ein folcher Sturm der Entrüffung entfacht werden, daß tein Minister und fein Reichspräst bent es wagen, sich dem Willen des deutschen Boltes auf Bahrung feiner Ehre und Würde zu widersetzen. Die Worte„ tein Reichspräsident" erhalten ihre besondere Bedeutung durch den Umstand, daß Herr Jarres befanntlich der Kandidat Strefemanns ist. Bei dem geschilderten Borgang sind 7 Personen getötet worden, und zwar 6, darunter 2 Frauen, durch Schüsse, ein siebenter ist im Gedränge er drückt worden. Sechzehn Verwundete, unter diesen 8 mit Schußperlegungen, sind ärztlicher Behandlung zugeführt worden. Von den eingesetzten Schutzpolizeibeamten haben pier Siebberlegungen, zum Teil erheblicher Art, erlitten. Bon dem Regierungspräsidenten in Merseburg ist im Benehmen mit der Staatsanwaltschaft und den Gerichtsbehörden bereits ein Termin zur Einnahme des Augenscheins abgehalten. Hierbei sind unmittelbar neben dem Standort der Beamten zahlreiche Geschoßeinschläge festgestellt worden, auch haben sich im Saal und auf der Galerie Hülsen einer bei der Schutzpolizei nicht geführten Munition gefunden. Die Untersuchung zur vollständigen Aufklärung der höchst bedauerlichen Borfälle ist bei den drei genannten Stellen im Gange und wird mit größter Beschleunigung durchgeführt. Diese amtliche Darstellung bestätigt den ersten Eindruck, daß die Beamten unbegreiflich topflos gehandelt haben, als sie wahllos in eine Bersammlung von Tausenden hineinfchoffen. Wobei sich noch die Frage ergibt, wozu überhaupt Polizei in eine Wählerversammlung geschickt werden muß. Das Bereinsgefeß von 1908 geftaiset nur die Entsendung weier Beauftragter der Polizei. Warum wurde diese Sahl in Halle überschritten und dadurch die Erregung hervor gerufen und gesteigert? Ein deutsch- finnischer Schiedsvertrag ist im Auswärtigen Amt unterzeichnet worden. Der Bertrag fieht ein schiedliches Verfahren politischer Art handelt. Im ersten Fall hat das Schiedsgericht einen für alle Arten von Streitfällen vor. Dieses Verfahren ist jedoch em hundertmalerschiedenes, je nachdem es sich um Streitigkeiten rechtlicher oder endgültig bindenden Spruch zu fällen; Rechtsfragen werden einem Bergleichsverfahren überwiesen, das mit einem Bergleichsvorschlag endet. Ichweigt den alldeutschen Kriegsruf tot. Sie ist hundertmal Die Rechtspresse, mit Ausnahme der Deutschen Zeitung", bereit, auf Ehre, Würde und Boltsgenossen zu verzichten, menn es nur gelingt, Herrn Jarres, den Kandidaten der Großagrarier und der Schwerindustrie, ans Biel zu bringen. 3 In seltsamer Gestalt. Flüchtig wie ein scheues Reh und doch fragen, ist das wirklich Schnitzler, der Verfasser feinsinniger bratieje Spuren hinterlassend in Herz und Sinnen. " Ein halbes Brot bitte und ein viertel Pfund Butter Wie? 60 Pfennig? Ach nein, bitte Margarine meinte ich nur geben, Sie mir bitte von der mittleren Sorte und " Bergiß nicht ein wenig Buder, Liebes!" „ Ach ja! Geben Sie mir bitte auch ein viertel Pfund Zuder! Und, sieh einmal, Schaz, den schönen Harzer Käsel Sieht er nicht wundervoll aus? Meinst du nicht <<-? Und nach einem Blick des Einverständnisses mit dem„ Schatz wurde auch ein piertel Pfund Harzer Käse erstanden. Ein junges Chepärchen, dem man den Honigmond ansieht, macht diese kleinen Besorgungen mit unendlich wichtiger und glüd. licher Miene. Er", ein fleines, etwas verhuzeltes Männchen mit gutmütig- hilflos- treuen Kinderaugen, fie" etwas größer, überSchlant, mit mageren, edigen Schultern, die unter dem Tuche des dürftigen Mäntelchens scharf hervortreten. Es ist Freitag, Lohnzahl tag, Eintaufstag. Nachdem ich meine fleine Besorgung im nämlichen Geschäft erledigt, drängt es mich, die beiden Lebenstünstler am Ausgang zu erwarten, um ihnen noch einmal ins Auge zu sehen. Irrte ich mich auch nicht, als ich Befriedigung und Glüd in ihren 3ügen zu lesen vermeinte? So dürftig und doch glücklich? Er öffnet ihr galant die Tür, sie treten heraus mit ihren winzigen Baletchen im Arm. Vor dem benachbarten Bigarrenladen hemmt sie den Schritt: 34 " Weißt Du, Schäßchen, ich habe achtzehn Pfennige vom Raufmänn herausbekommen- da gehe ich schnell hinein und kaufe 3igaretten für mein Männchen. Dente einmal, Du Schlemmer, achtzehn Stück! Du sollst einmal einen guten Tag leben." Er nicht freudig. Was hat er doch für ein liebes, forgendes Frauchen! Strahlend steckt er das erworbene Gut in die Tasche, da wo sie am fiefften ist- fie ziehen los, Arm in Arm, dürftig befleidet, mit schlechtem Schuhwert, mit ihrer Butter, ihrem Harzer Käse, ihren Zigaretten und ihrem Glüd: Bolfsbühne: Segel am Horizont von Rudolph Leon hard. Gerade meil Rudolph Leonhard ein sehr ernster Dichter ist, der sich mit vielen Problemen und Gedanken herumschlägt, muß in feinen besonderen Kopf noch tiefer hineingeleuchtet werden. Heute werde nur gesagt, daß sein Schauspiel ungewöhnlich fejfelte, menig ftens zum Schluß, wo die Gesinnung und die visionäre Welt anschauung des Dichters schönen Ausdruck fanden. Die einzige Frauenrolle des Stüds wurde von Gerda Müller prächtig gefragen. Stürmischer Beifall, ein lärmender Erfolg, und sogar einige Widerspenstige übten ihre Pfeiferkünfte. M. H. „ Das Märchen von Arthur Schnitzler. Die Direktion des Leffing Theaters hat weder dem Autor noch dem Publifum einen Dienft erwiesen, als sie diefes Stück, das anfangs der 90er Jahre geschrieben wurde, aus seiner verdienten Bergessenheit hervorzog. Man mußte fich während der Aufführung fortgesetzt matischer Skizzen und psychologischer Novellen, der hier durch den Mund der handelnden Bersonen zu dem Publikum spricht. Grau und verstaubt flangen die Tiraden, wie aus weiter Ferne ertönten die philosophisch gefärbten Auseinandersetzungen, hohl und unwahrscheinlich erschienen die seelischen Konflikte, die von den hannicht uninteressante Thema der doppelten Moral des männlichen delnden Personen glaubhaft gemacht werden sollten. Das an sich Geschlechts und der Unfähigkeit des Mannes, sich der Frau gegen über von der alten überlieferten Moral freizumachen, wird in diesem Stüd in einer so hölzernen, unlebendigen Form behandelt, daß es bei dem Zuschauer nicht die geringste seelische Reaktion auslöst. Bielleicht hätte eine bessere Aufführung dennoch etwas mehr von dem Stud zu retten vermocht. Aber die Fülle der Talentlosigkeit auf der Bühne mußte nur noch den deprimierenden Eindruck verstärken. Selbst die Anfäge eines talentvollen Spiels bei Camilla Spira in der Rolle der Fanny fonnte über die Langeweile der Aufführung nicht hinweghelfen. Ein verlorener Abend. A. St. Die Stadt im Schlunde des Bullans. Eine verfehrte Welt, ein Einfall Jules Vernes, das ist der Eindruck, den der Besuch der fleinen Antilleninsel Saba beim Betrachten zurüclaffen wird. Das Inselchen, in der Breite von Jamaica, 10 Grad östlich dieser Insel gelegen, wurde gleichzeitig mit dem nahen St. Eustatius im Jahre 1634 von den Holländern tolonisiert. Die Muttersprache der heute etwa 450 Seelen zählenden Bevölkerung ist hingegen englisch, ihr tischen Inp; vielleicht Nachkommen jener fühnen Flibuſtier, die im Aussehen entspricht dem schlanken, blauäugigen, blonden, echt bri16. Jahrhundert unter eigener Flagge Krieg gegen das mächtige Spanien führten? Die etwa fünf Gebiertmetlen große Insel besteht durchweg aus fteilen Klippen, schroffen Felsgraten, und in der Mitte einem 1300 Fuß hohen, in hiftorischer Zeit nicht mehr tätig gewesenen Bultan Das Innere dieses Bullans ist der einzige ebene, zu einer Ansiedlung geeignete Fleck auf Saba, das übrigens auch teine Straßen oder auch nur fahrbaren Wege tennt. Dort im Schlunde des Bullans befindet sich dann auch der von den EinNamen„ Bottom"( Abgrund) führt. Steile Stufenpfade führen von wohnern stolz als Stadt bezeichnete Wohnplayz, der den passenden außen auf den Kraterrand und von diesem fast fentrecht hinab zur Stadt; wollen die Bewohner ins Freie, so müssen sie, wie die Fliegen in einer Tasse, an den Bänden in die Höhe flettern. Bielleicht war die Verborgenheit des Plazes für die ersten Ansiedler der Grund zur Niederlassung, dazu kommt die schmere Bugänglichkeit der Insel selbst, die feinen Hafen aufweist, dafür unter ihren Beamten aber einen Hafenmeister hat. Und nun das Seltfomste: die einzige Industrie der Infulaner ift der Bootsbau; alles Material: Holz auf der Insel mächst fein einziger Baum-, Eisenwert, Seile wird eingeführt. Die, übrigens im ganzen Antitenmeere befannten und geschätzten Boote merden drinnen im Bultan gebaut und dann mit Sebezeugen über den Rand an die Rüfte gebracht. Obwohl also die Leute recht guten Verdienst haben, ist doch ihr Leben auf der unwirtlichen Insel, die nicht ein. mal eine Wasserquelle enthält und auf Regenzifternen angewiesen ist, ein entbehrungsreiches. Immerhin, ein kleines Weltwunder. Wie die Windauer den Teufel sehen wollten. In dieser Zeit des Weltuntergangs" hatte sich in der lettischen Stadt Windau ( 15 000 Einwohner) eines Morgens eine große Menge Leute vor dem Stadtkrankenhaus eingefunden, um den Teufel zu sehen. Es eltuntergangs habe eine Ruh geschlachtet und in deren Haut, mit hatte sich nämlich folgendes Gerücht verbreitet: Ein Verkünder des Hörnern und Klauen, auf dem Kirchhof gewütet. Affs er dort gein das Krankenhaus gebracht, und hier jolle er nun dem Publikum fangen werden sollte, habe er Feuer gespien, weswegen auf ihn gefchoffen worden sei. In angeschossenem Zustand habe man ihn gezeigt werden. Vergebens sette das Personal des Krankenhaufes dem Bublifum auseinander, daß in dem Krankenhaus tein Teufel untergebracht set und daher auch nicht gezeigt werden könne. Die Menge achtete nicht darauf, ja, einige Neugierige erflommen jogar die Fensterbretter, um durch die Fenster den Teufel in seinem Bett 34 eripähen. Man meinte, wenn der Teufel wirklich nicht da fei, Dann würden doch die Menschen nicht davon reden und behaupten, werden, um Ordnung herzustellen, und erst gegen abend verlief fich daß er gezeigt werde. Schließlich mußte die Polizei gerufen die Menge. Sie glaubt aber auch heute noch steif und fest an den Teufel im Krankenhaus. Fünfter Autoren- Abend der Wolfsbühne. Für ihren 5. Autorentabend hat bie Boltsbühne Karl Bröger und Bruno Sönlant gewonnen. Sie lefen Montag, 8 Uhr. im Bürgersaal des Rathauses aus eigenen Dichtungen. Starten zum Preise von 50 Pf. am Saaleingang. Der 3. Dichterabend des Verbandes Deutscher Erzähler findet heute abend 7% Uhr im Reichstage statt. Georg Engel lieft aus feinen Werten: ,, Der Fahnenträger" und Hann Klüth". Begrüßung burch Josef Buchhorn. Ueber das Schaffen von Käthe Rofwik, ihre fünstlerische und soziale Bedeutung, spricht an Hand zahlreicher Lichtbilder Dr. Abolf Seilborn am Mittwoch, 8 Uhr, im ,, Bolfskraftbund"( Aula Georgenstraße). Der Berlag Bruno Caffirer, Derfflingerfit. 15, eröffnet am 16. in feiner graphischen Abteilung eine Ausstellung Aus der Wertstatt- bes Berlages. Die Ausstellung gibt Ginblid in die Entstehungsweise von Radierungen, Lithographien und Holzschnitten, in die Herstellungsformen des Muſtrierten Buches und Bergleichsmöglichkeiten zwischen Driginal und Reproduktion. bend Junge Dichter vor die Front!" Ein Franzöfifchet findet am 16., abends 8 Uhr, im Meisteriaal statt. Das Havemann- Quartett pielt Debussy und Ravel, Franz Konrad Hoefert spricht Barbusse, Baudelaire, Flaubert, France, Rimbaud, Nolland Roftand, Berlaine. Die Buchhandlung Dr. Hanns Preiß stellt im Vorraum die in deutscher Sprache erichieneneit Werte moderner franzöfifcher Dichter aus. Das Programmheft enthält Beiträge von Dujardin, Günther, Hammecher, Haß, Heine, v. Veltheim und Verlaine. Enfdedung einer uralten Stadt. Eine von dem bekannten Archäologen Harrington geleitete Expedition entdeckte bei Moapa im südlichen Nepada eine Stadt. die vor etwa 10 000 Jabren existiert haben muß. Die Stadt hat eine Ausdehnung von 9 km und liegt an einem Fluß zwischen den Städten St. Thomas und Overton. Sie entspricht der Epoche der bor indianischen Beit. Die zwischen Ruinen gefundenen Bfeile, Gegenstände aus gebrannter Erde, Körbe usw. laffen auf eine hohe Zivilisation schließen Der Minister für die Landarbeiter. Der Sachwalter von Millionen kleiner Bauern und Landarbeiter. Die Geister rüsten sich für den Kampf um die Besetzung des Reichspräsidentenpoftens. Es wird ein schwerer Kampf werden. Besonders der sozialdemokratische Kandidat Otto Braun wird start ins Bordertreffen geraten. Mit allen Mitteln wird das Bürgertum gegen ihn arbiten und versuchen, ihn beim Botte verächtlich zu machen, und ihn in seinem Ansehen herabzusehen. Das ver, pflichtet uns, den Wählern Otto Braun immer wieder so zu zeigen, wie er in Wirklichkeit ist. Otto Braun ist ein Mann, dem in erster Linie die Landatbeiter viel zu danten haben. Er war es, der bereits um die Jahrhundertwende von seiner Heimatproving Ostpreußen her die Anregung gab, eine Organisation für die Bandarbeiter ins Leben zu rufen, eine Organisation zu schaffen, deren hauptsächlichstes Ziel die Verbesserung der ländlichen Lohn- und Arbeitsverhältnisse sein foll. Die Gründung der Organisation tam. Es entstand der Deutsche Landarbeiter Berband. Otto Braun trat in die Reihen des Verbandes ein, um in Verbindung mit einigen anderen mutigen Männern feinen Teil für die Aufrüttelung und Aufklärung der Bandarbeiter zu leisten. Otto Braun, wir fennen ihn als einen mutigen Borfämpfer für die Rechte der Landarbeiter. Er war es, der als Landwirtschaftsminister in Preußen dafür eintrat, daß den Landarbeitern das ihnen verfassungsgemäß zustehende Koalitionsrecht auch in der Bragis gesichert wurde. Er war es, der landwirtschaftliche Spruchtammern zur Erledigung von Streitigkeiten aus dem ländlichen Arbeitsverhältnis schuf, er förderte die Tarifverträge in der Landwirtschaft, das Siedlungswesen, furzum alle Fragen, die der Landwirtschaft nuten Lonnten. Die Zusage des Völkerbunds. Antwort auf Stresemanns Antrag. Bei dem Reichsaußenminifter Dr. Stresemann ist am Sonnabend abend nach 8 Uhr ein Telegramm des General. fefretärs des Bölkerbundes eingegangen, das in Ueberfegung folgenden Wortlaut hat: Entsprechend den Instruktionen des Bölkerbundsrats habe ich die Ehre, Eurer Exzellenz mitzuteilen, daß der Rat die Note Eurer geprüft hat. Auf Grund dieser Prüfung hat der Rat ein Me moExzellenz vom 12. Dezember 1924 mit der größten Aufmerksamkeit randum über die Frage gebilligt und mich beauftragt, es Eurer Exzellenz unverzüglich mitzuteilen. Das Memorandum hat folgen den Wortlaut: Deutschland durch seinen Eintritt in den Bölferbund verpflichtet werde, auf die Neutralität zu verzichten. Der Rat hält es für angezeigt, in dieser Hinsicht darauf hinzu weisen, daß die Art und das Ausmaß der aftiven Teilnahme der Mitgliedstaaten zu den vom Völkerbund auf Grund der Sazung eingeleiteten militärischen Operationen notwendigerweise vers fchieden sind je nach der militärischen Lage der Staaten. Nach den Bestimmungen der Sagung ist der Rat verpflichtet, die Stärte der Land, See- und Luftstreitfräfte zu empfehlen, haben, die den Bundesverpflichtungen Achtung zu verschaffen be melche Bundesmitglieder zu der bewaffneten Macht beizutragen welchem Bunfte es imftande wäre, den Empfehlungen des Rates ftimmt ist. Deutschland würde selbst zu sagen haben, bis zu entfprechen. Der Bölkerbundsrat hat die Mitteilung der Deutschen Regierung Dom 12. Dezember 1924 über den Eintritt Deutschlands in den Böllerbund mit besonderer Aufmerksamkeit geprüft. Mit Beau Ge nuguung hat der Rat Kenntnis genommen von der in Regierung glaubt, daß die politische Entwicklung des letzten Jahres der Einleitung dieses Schreibens stehenden Erklärung, die, Deutsche die Möglichkeit des Eintritts Deutschlands in den Bölkerbund er öffnet hat" und ebenso von der Absicht, welche die Deutsche Re gierung in dem beigefügter Memorandum zum Ausdrud gebracht hat, ben alsbaldigen Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund zu erstreben. Die Deutsche Regierung hat bereits bei den zehn im Rate vertretenen Regierungen angefragt und hat von ihnen begründete Antworten erhalten. Der Rat, der nicht in der Lage, eine Erklärung abzugeben, die mit diesen Ant. sich aus den Bertretern derselben Regierungen zusammenfest, wäre worten im Widerspruch stehen. Es freuf ihn daher, zu hören, daß, abgesehen von einer Frage, die später erörtert wird, die der Deutschen Regierung zugegangenen Antworten ihr befriedigend erOtto Braun hat sich mit dieser Einstellung den Zorn der großagrarischen Kreise zugezogen. Trotzdem blieb er seinem Grundfcheinen. faz, ein Freund der Bandarbeiter zu sein, treu. Kennzeichnend find dafür seine Worte auf der zweiten Generalversammlung des Deut. fchen Bandarbeiter- Berbandes am 16. Februar 1920 in Berlin. Er fagte dort: Wenn man in agrat- fonfervativen Streifen für mich das Wort geprägt hat, ich fei ein Minister für die Landarbeiter, so nehme ich, wenn das auch von den Urhebern nicht jo gewollt war, es als Ehrentitel gern an.( Lebhafter Beifall.) Denn mir scheint es für einen Minister in der heutigen demokrati schen Zeit ehrenvoller, als Sachwalter von Millionen fleiner Bauern und Candarbeiter zu gelten, als fich zum willfährigen Wertzeug jener großagrarischen Ronservativen machen zu lassen, durch deren Herrschsucht, Unverstand und Eigennuz das deutsche Volk mit in dieses Unglüď hineingekommen ist.( Stürmischer Beifall.)" Otto Braun war aber nicht nur ein Minister für die Landarbeiter, er war auch ein Mensch, dem die Förderung der ge jamten Landwirtschaft Lebensziel war. Mit Otto Braun ist ein würdiger Nachfolger im Amt des Reichspräsidenten gefunden worden. Die Landarbeiter werden darum am 29. März ihre Stimmer bei der Reichspräsidentenwahl auf ihn vereinigen. Mit der Stimmabgabe für Otto Braun ehren sie gleichzeitig nochmals Friedrich Ebert, dessen Erbe damit einem getreuen Sachwalter übergeben wird. Der Staatsanwalt von Schneidemühl. Oder: Wie die Justiz das Staatsoberhaupt schütt. us Deutsch Krone wird uns folgender Borgang berichtet: Der Boftfchaffner des dortigen Reichspoftamtes, 3ant, überreichte einem Abonnenten des Reichsbanners" das Blatt mit beleidigenden Ausdrüden für das Reichs. banner" und die Republif. Er sagte u. a., bas Juden blatt dürfe man nicht halten und dadurch die Republit unter. stüßen. Beim Tode Friedrich Eberts übergab er das Organ mit den Borten:„ Gott sei Dant, daß der Hund trepiert ist!" und nannte den verstorbenen. Reichspräsidenten, auf die unglaubliche Roheit und die Strafwürdigkeit seiner Aeußerung aufmerksam gemacht, obendrein einen Lumpen. Daraufhin wurde gegen den Bostschaffner 3 ant beim Amtsgericht in Deutsch- Krone Strafantrag gestellt. Die Antwort war folgendes Schreiben: Der Oberstaatsanwalt Fernruf 380. 5.3.278/ 25. Schneidemühl, den 6. März 1925. Auf Ihre Anzeige vom 4. d. m. gegen den Postschaffner Bant meger Beleidigung: Ich habe das Berfahren eingestellt. In der Aeuße rung des Sant: Bas, Sie halten noch dieses Judenblatt und unterstützen die Republik?" ist lediglich eine Beleidi gung ber Beitung„ Das Reichsbanner" zu erblicken, die nur auf Strafantrag der Beleidigten verfolgt wird. Wenn Zant dann weiterhin über den verstorbenen Reichspräsidenten beleidigende Aeußerungen getan hat, so liegt darin lediglich die Beleidigung eines Bertorbenen, der zur Zeit der Beleidigung nicht mehr Reichspräsident war, also nicht mehr in feinem Amt als Reichspräsident beleidigt ist. Eine derartige Beleidigung tann nur unter gewissen Boraussetzungen und nur auf Strafantrag der Eltern, der Kinder oder der Ehegatten verfolgt werden. Mangels der erforderlichen Strafanträge muß ich es daher ablehnen, gegen den Beschuldigten einzuschreiten. Parchwiz. Diese Entscheidung des Oberstaatsanwalts ist das Böswilligste, was sich die Justizbehörden seit langer Zeit in ihrer Obstruktion gegen die Republif geleistet haben. Der Bostschaffner 3 ant hat durch seine erste Aeußerung nicht nur im Dienst die Republit beleidigt, sondern seine dienstliche Stellung auch dazu mißbraucht, gegen die Republik zu agitieren. Geradezu grotest ist tie Begründung des Oberstaatsanwalts im zweiten Fall. Er spricht vom verstorbenen Reichspräsidenten, behauptet aber im gleichen Atemzug, der Reichspräsident fönne nicht mehr beleidigt roerben, weil er gestorben ist! Die Persönlichkeit Friedrich Eberts ist zu groß, als daß die Gemeinheit eines Rohlings sie erreichte. Aber nicht die Person, sondern das Staatsoberhaupt und mit ihm die staatliche Autorität ist in diesem wie im ersten Fall angegriffen worden. Und deren Schutz ist Pflicht der Staatsanwaltschaft. Es ist selbstverständlich, daß ein Bost schaffner, der seinen Dienst dazu verwendet, gegen die Staatsordnung zu agitieren und den Repräsentanten des Staates verächtlich zu machen. eine unmögfiche Erscheinung ist. Aber ebenso selbstverständlich ist es auch, daß cin Oberstaatsanwalt, der den Staat vor den Angriffen übler Subjekte nicht zu schüßen weiß, nicht an seinem Blage ist Im übrigen gilt doch wohl auch in Schneidemühl das Gefeß zum Schuße der Republik? Oder ist es dem Oberstaatsanwalt nicht ein mal dem Namen nach befannt? Die Juftig kann auch anders Sölu, 14. März.( Mtb.) In der Sozialistischen Republik", dem Kölner Organ der Kommunistischen Partei, waren zurzeit drei Artikel erschienen, in denen das Reichsbanner SchwarzRot- Gold" und die Sozialdemokratische Partei heftig befehdet worden maren. Bom Reichsbanner hieß es, daß von ihm Mostrich 1 Der Rat nimmt Renntnis davon, daß die Deutsche Regierung in Ansehung der Voraussetzungen, unter denen Deutschland in den in Ansehung der Boraussetzungen, unter denen Deutschland in den Bölkerbund einzutreten münscht, auf jede Absicht verzichtet, für Deutschland besondere Bergünftigungen zu erlangen", daß sie aber erwartet, daß dieser Eintritt sich auf dem Fuße der Gleichberechtigung vollzicht. Der Rat stellt fest, daß die zehn befragten Regierungen über diese Voraussetzung völlig einig sind. Er felbft sieht in diesem Grundfaße der Gleichberechtigung, der für alle sowohl die gleichen Berpflichtungen als auch die gleichen Rechte zur Folge hat, eines der wesentlichsten Elemente des Bölkerbundes. Gleichzeitig glaubt er darauf hinweisen zu müssen, daß dieser Grundfah wichtige Folgen für die Sonderfrage hat, die von der Deutschen Regierung hinsichtlich des Artikels 16 der Sahung aufgeworfen wird. Deutschland verlangt allein für diesen Artikel eine Sonderstellung. Aber dieser Artikel ist für die Bundes verfaffung von grundlegender Bedeutung; denn er bestimmt zu einem wesentlichen Teile die Sicherungen, die allen Bun desmitgliedern zugute kommen, und die Berantwortlichkeit, die sie übernehmen. Die Deutsche Regierung lenft bei der Darlegung ihres Stand. punktes zu dieser Frage die Aufmerksamkeit auf die militärische Lage Deutschlands, die durch den Bertrag von Versailles geschaffen ist. Sie gibt der Befürchtung Ausdrud, daß, wenn die im Artikel 16 vorgesehenen Maßnahmen zu Feindieligteiten führen follten, Deutschland nicht im stande fei, fein Gebiet gegen einen militärischen Einfalt zu fügen. Die Deutsche Regierung fügt hinzu, daß es nach ihrer Ansicht nur einen Ausmeg aus der schwierigen Lage gibt, in der fie fich befinden würde:" Dem Deutschen Reiche muß für den Fall internationaler Ronflitte die Möglichkeit belaffen. merden, has Maß seiner attiven Teilnahme felbft zu bestimmen". Weiterhin ſpricht sich die Deutsche Regierung dagegen aus, daß Der Rat erinnert außerdem die Deutsche Regierung daran, daß ein Staat, der dem Bunde und dem Rate angehört, stets an den Entscheidungen teilnehmen würde, die fich auf die Anwendung der Grundfähe der Satzung beziehen. scheiden die Mitgliedstaaten selbst jeder für sich oder durch vor Was die wirtschaftlichen Maßnahmen anlangt, fo entherige Vereinbarungen über die praktischen Maßnahmen, die zur Durchführung der von ihnen übernommenen allgemeinen Berpflich tung zu ergreifen find. Jedoch laffen die Bestimmungen der Sagung es nicht zu, daß, wenn auf Grund des Artikels 16 eine entscheidet, ob er baran teilnehme muß. Der Rat glaubt feine Aftion eingeleitet wird, jeder Mitgliedstaat frei für sich darüber Meinung flar dahin aussprechen zu müssen, daß jeder Borbe halt in dieser Richtung geeignet wäre, die Grundlage des Böllerbundes zu untergraben, und daß er mit der Stellung eines Bundesmitgliedes unvereinbar wäre. Es erscheint dem Rat un möglich, daß ein Mitglied des Bundes und des Rates bei Operationen gegen einen Staat, der die Sagung verlegt hat, eine Stellung behält, die seinen Staatsangehörigen die Freiheit lassen würde, sich den durch die Sagung auferlegten. Verpflichtungen zu entziehen, Es ist faum nötig, da rauf hinzuweisen, daß andere Länder, deren Militärkräfte gleich falls durch die Bestimmungen der geltenden Verträge beschränkt worden sind, beim Eintritt in den Böllerbund die Verpflichtungen der Sagung ohne Vorbehalt angenommen haben.( Deutschöfterreich, Bulgarien, Türkei. Red.) Der Rat hofft, daß diese Bemerkungen dazu beitragen werden, die, Haltung seiner Mitglieder gegenüber den von der Deutschen Regierung aufgeworfenen Fragen ou erklären. Die allgemeinen Boraussetzungen für die Zulassung neuer Milglieder sind im Artikel 1 der Sagung bestimmt. Die Entscheidung Tung zu, bie bereits zu wiederholten Malen ihren Wunsch nach hierüber steht auf Grund dieses Artikels der BundesversammUniversalität des Völkerbundes Ausdruck gegeben hat. Nur durch aktive Mitarbeit als Mitgliedstaat an den Arbeiten des Böllerbundes fann ein Land den ihm gebührenden Einfluß auf die Entscheidungen des Bundes ausüben, Entscheidungen, die fiets weitfragende Folgen haben werden. Der Rat möchte schließlich Deutschland gegenüber den aufrichtigen Wunsch ausfprechen, es an feinen Arbeiten teilnehmen und fo für die Organisation des Friedens die Rolle spielen zu sehen, die seiner Stellung in' der Welt entspricht. Ich bitte Eure Exzellenz, die Versicherung meiner ausgezeich netsten Hochachtung, zu genehmigen DE Der Generalsekretär des Bölferbundes. Benesch Wölferbundssekretär? Prag. 14. März.( WTB.) Mie Lidove Noping"( Bolfsztg.) aus Genf erfahren haben will, soll Dr. Benesch Nachfelger Drau mends als Generalsekretär des Wölferbundes werden. farben glänzten. Das erweiterte Kölner Schöffengericht vermehr nach den Absichten der Reichsregierung in hohem Maße urteilte die perantwortliche Schriftleiterin des genannten. Blattes zu zwei Monaten Gefängnis. Deutschnationale Treue. Landbund und Aufwertung. In der Verhandlung des Aufwertungsausschusses des Reichstages vom 25. Juli 1924 hat der Präsident des Reich slandbundes Graf Raldreuth die Boraus segungen formuliert, unter denen die Landwirtschaft ihre Hypothefen aufmerten fann. Ein Teil diefer Bor bedingungen ist bereits erfüllt. Den Forderungen, die damals von den deutschnationalen Großagrariern gestellt murden, fei einmal gegenübergestellt, was inzwischen von ihnen erreicht wurde. Das sieht dann so aus: 1. Agrarzölle. Sie sind von den Ministern Ranig und Neuhaus zugefagt. 2. Ermäßigung der Steuerlaften. Diese hängt vom deutschnationalen Finanzminifter v. Schlieben ab, der sich mit seinen Borlagen bereits die weitgehende 3uftimmung der Deutschnationalen geholt hat. 3. Ermäßigubng der Frachtjähe. Die Reichsbahntarife werden von der Reichsbahngesellschaft festgefeßt, auf die deutschnationale Jutereffenten jegt einen starten Einfluß haben. 4. Gewährung ausreichenden Kredits. noch weiter enteignet werden durch den teueren Brotpreis. Sie dürfen auch noch weiter dafür sorgen, daß die Reichen noch reicher werden. Man verlangt eben und das ist echt deutschnationale Braris- Schutzölle als Borbedingung für die Aufwertung, lehni jedoch die Aufwertung ab, wenn man die Schutzzölle hat. Das Ganze nennt sich deutschnationale Treue. Stahlhelmzeugen für Reichsbanner. Die Wahrheit wider Willen. Prozeß gegen Reichsbannermitglieder brachten die letzten BerhandBreslau, 14. März.( Eigener Drahtbericht.) Im Schweidniger lungstage in immer neuen Zeugenausfagen eine Fülle von Beweisen dafür, daß der angreifende Teil bei den blutigen Zusammenstößen in Striegau die Stahlhelmleute gewesen sind, während die Reichsbannerleute lediglich Notwehr geübt haben. Der Be weisantrag der Verteidigung über die Gewalttätigteiten der Stahlhelmleute an anderen Drten, die gewisse Abwehrmaßnahmen des Reichsbanners vollauf rechtfertigten, wurde vom Gericht mit der Begründung abgelehnt, daß als wahr unterstellt werde, die Reichsbannerleute hätten an ein derartiges Verhalten des Stahlhelms geglaubt. Einige besonders charakteristische 3eugenaus fagen bestätigen fchwere Bedrohungen der örtlichen Reichsbannerführer durch Stahlhelmleute schon in den Tagen vor der De monstration. So wurde zuverlässig befundet, daß auf den Reichs. bannerführer Hauptlehrer Geburt einer der Stahlhelmleute, dessen agitatorische Tätigkeit festgestellt worden war, die Borte münzte: dem merde er schon, wenn er ihn zu sehen bedomme, mit ein paar blauen Bohnen aus seinem Revolver ein solches Wirten abgewöhnen! Unter den Kreuz- und Querfragen der Verteidiger Otto Lands. berg, Bandmann und Bärenfprung ist übrigens ein Teil der Stahlheimzeugen wider Willen zu Entlastungszeugen 5. Aufwertung der öffentlichen Anleihen. für die angeflagten Reichsbannerleute geworden. Für sechs AngeZuständig dafür ist Herr v. Schlieben, der jett, unterstügt tlagte laffen fich alle Behauptungen der Antlage über ihr Berhalten während des Zusammenstoßes bereits jetzt aus Aussagen der Stahlvon Hergt, die Aufwertung ablehnt. Bernehmungen über die Vorgänge am Sammelplaß des Stahlhelms, helmzeugen widerlegen. Der Sonnabend brachte ausführliche wo dessen zahlenmäßige Ueberlegenheit ganz besonders herportrat und wo angeblich troßdem Reichsbannerleute angegriffen haben sollen. Die Zeugenaussagen haben auch diese Behauptung erschüttert. Die Zeugenvernehmung wird voraussichtlich noch eine ganze Reihe von Berhandlungstagen in Anspruch nehmen. Der Ausbau des landwirtschaftlichen Kreditmesens und die Nuzbarmachung der bei der deutschen Rentenbank verfügbaren Ueberschüsse wurde durch die Treibereien der deutschnationalen Großagrarier selbst, die durchaus auf der Schaffung der landwirt schaftlichen Zentralbant bestehen, verzögert. Man sieht, die Forderungen der Agrarier sind zu einem wesentlichen Teil bereits erfüllt. Wo sie nicht erfüllt sind, liegt es an dem Bersagen der deutsch nationalen Polititer an denjenigen Stellen, auf die fie feit der Bil dung der Rechtsblodregierung großen oder sogar entscheidenden Einfluß haben. Besonders intereffant ist der Widerspruch von Raldreuth mit der Politik v. Schliebens. Interessant ist auch, daß ein wesentlicher Teil der von den Agrariern verlangten Borauslegungen ihnen bereits zu gestanden ist, ohne daß bisher auch nur ein Wort zu hören gewesen wäre, welche Gegenleistungen die Landwirt. schaft dafür in der Frage der Aufmertung aufbringen wird. Die Schuzzollpläne der Regierung z. B. hätten, wenn die Borbedingungen des Grafen Kaldreuth richtig formuliert gewesen find, doch mindestens Herrn v. Schlieben Anlaß geben müssen, festzustellen, ein wie hoher Teil des burch Schußzölle tünstlich gesteigerten Getreidepreises den hypothefen gläubigern der Landwirtschaft zugute tommen fann. Unferes Wissens ist eine derartige Feststellung jedoch nicht erfolgt. Die Landwirtschaft soll ihre Schutzölle ohne Gegen leistung friegen. Die fozialen Opfer der Inflation dürfen viel Faschistenpanama. den Faschisten vor, daß sie Bolitif und Geschäft innig verknüpfen. Rom, 14. März.( Kammer. Eca.) Der Kommunist Maffi warf Die unbedeutendsten Persönlichkeiten feien mit Hilfe des Faschismus zu macht und Reichtum aufgeftiegen. Der Bruder Mussofinis, Arnaldo Mussolini, habe sich ein Palais im Berte von mehreren Millionen fchenten laffen. Die Wahlen würden bemeisen, daß der Faschismus auf die Unterſtüigung der liberalen Bourgeoisie nicht verzichten kann. Die Maßnahmen gegen die Breffe verfolgten bloß den Zwed, der Regierung gewiffe Dotumente in die Hände zu spielen. Maffi wurde von den Faschisten bent brohte ihm mit dem Ausschluß. Mafft erklärte, er fei jederzeit andauernd bedroht und aufs heftigste infultiert Der Präfi bereit, die volle Berantwortung für feine Behauptungen zu übernehmen. Gewerkschaftsbewegung Die Reichsbahnverwaltung gegen den Schiedsspruch. Einem Bericht im„ Berliner Tageblatt" zufolge besteht auch bei der Reichsbahnverwaltung feine Neigung, den Schiedsspruch anzunchmen. Sie macht dagegen gelten, daß sie die vorgesehene Er höhung der Grundlöhne in der Höchstaltersstufe um drei Pfen nige nicht tragen fönne, und daß ihr auch die Wiedereinstellung der streifenden Arbeiter, nicht möglich fet. Ein erneuter, wenn auch nicht mehr notwendiger Beweis dafür, daß man in der hohen Reichsbahnverwaltung wohl mit Zahlen aber nicht mit den Menschen zu rechnen versteht, auf die der Betrieb sich stüßt. Ob die Arbeiter die niedrigen Löhne ertragen können, das scheint den für die Personal verhältnisse maßgebenden Stellen, die ihr Amt in plumper Scharfmachermanier ausüben, überhaupt nicht in Frage zu kommen. Das ist aber der Punkt, auf den es nun einmal ankommt. Nicht eine Silbe war bisher von der Reichsbahnverwaltung zu vernehmen, nicht die leiseste Geste, die darauf schließen ließen, daß man für die Lage der Arbeiter einiges Verständnis und einigen guten Willen habe. Einer derart eingestellten Personalverwaltung wird es nie. mals möglich fein, zumal nicht mit solchen Praktiken, sich einen zufriedenen arbeitsfreudigen Arbeiterstamm zu schaffen und die 700 000 Arbeiter, deren Eristenz samt der ihrer Frauen und Kinder von der Lohnpolitik der Reichsbahnverwaltung abhängt, davor qu bewahren, um ihr Existenzminimum zu fämpfen. Ueberaus bezeichnend ist, daß man jetzt noch obendrein den Arbeitern mit Maßregelung droht, in einer Situation, in der cine sich ihrer Verantwortung und des Ernstes der Sachlage bewußte Verwaltung heilfroh sein müßte, wenn die Arbeiter den Dienst ohne allzu große Verbitterung wieder aufnehmen. Am Mittwoch dürfte die Berbindlich feits erflä. rung des Schiedsspruches erfolgen und damit wohl auch die Be wegung ihren einstweiligen Abschluß finden. Ist auch der materielle Vorteil der Arbeiter aus dem Schiedsfpruche nur recht winzig, der moralische Erfolg ist auf ihrer spruche nur recht winzig, der moraltfche Erfolg ist auf ihrer Rückgang der Erwerbslosigkeit. zufammengetreten. Sie waren fich darin einig, den Schiedsfpruch ihren Vorständen, die am Montag, den 16. März, zuIn der Zeit von Mitte bis Ende Februar hat sich die Zahl der fammentreten, zur weiteren Begutachtung und Beschluh Hauptunterstützungsempfänger in der Erwerbslosenfürsorge von fassung zu unterbreiten. Sie haben ihren Funktionären die vorläufige Anweisung erteilt, eine Verbreiterung 576 000 auf 541 000 d. h. um rund 6 Pro3. vermin. dert. Im einzelnen hat sich die Zahl der männlichen Hauptdes& ampfes unter allen Umständen zu vermei. den und die Ausständigen anzuweisen, mit Gewehr bei Fuß die unterstügungsempfänger Don 536 000 auf 501 000, Vorstände abzu die der weiblichen von 40 000 auf 39 000 gefentt. Die Zahl endgültigen Beschlüsse der Borstände abzv. der Zuschlagsempfänger( unterſtüßungsberechtigten Angehörigen von Hauptunterstützungsempfängern) ist von 797 000 auf 753 000 zurüdwarten. Heute Sonnfag, 15. März, von vormiffags 9 bis nachmittags 1 Uhr Konsumgenossenschafts- Bertreterwahlen Konsumgenossenschaftsmitglieder! Parteigenossen! Jedes Mitglied erfülle seine Pflicht, heute im BahTotal seiner Berfaufsstelle rechtzeitig zu erscheinen und feine Stimme abzugeben für die Liste Genossenschaftsaufbau! Säubert das Genossenschaftsparlament durch eure Silmmabgabe von den Schädlingen, den mit Cüge und Berleumdung arbeitenden Mostauer Söldnern; macht damit die Bahn frei für weiteren Auffieg unteres gemeinwirtschaftlichen, dem Wohle der Allgemeinheit dienenden Unternehmens. Der Ausschuß der Fraklion Genossenschaftsaufbau( SPD.) Zum Eisenbahnerstreik in Berlin. gegangen. Paul Umbreit 25 Jahre Redakteur. 25 Jahre an hervorragender Stelle zu stehen ist nicht vielen vergönnt. Am wenigsten in der Arbeiterbewegung, denn da wehen die Stürme zu ſtart. Paul 11 m breit war es vergönnt; am 16 März 1900 wurde er Redakteur des Korrespondenzblaites der Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands und noch heute hat er den Posten inne Eigentlich Ledarf es nur diefer wenigen Worte, um Um breit und sein Wer in ihrer vollen Bedeutung vor uns aufstehen zu lassen. Das„ Korrespondenzblatt" wurde 1891 von Karl Legier gegründet. Es erschien in bescheidenstem Umfang, unregelmäßig und brachte zunächst nur fleine Mitteilungen aus dem Verbandsleben. Mit der Zeit wurde es zwar umfangreicher, es nahm auch häufig Stellung zu den verschiedensten Fragen, aber erst nach dem ein Redakteur angestellt wurde, bekam es den Charakter, der es sehr rasch zum führenden Blatt der deutschen. Gemertschaften machte. Dieser Redakteur, war Paul Umbreit Es war ein sehr glüdlicher Griff, den die Generalkommission damols machte, der beste, den sie machen fonnte. Mit außerordent lichem Fleiß und feltenem Geschick hat Umbreit sich an seine Auf gabe herangemacht und erfüllt sie bis auf den heutigen Tag. In innigfter Fühlung mit Legien, mit dem er eng befreunder war, ist Umbreit mitbestimmend geworden für das Werden und für den Geist der deutschen Gewerkschaften. Soweit es ein einzelner vermag, hat er der Gewerkschaftsbewegung feinen Stempel aufgedrückt und es muß gesagt werden, daß die Gewerkschaften froh sein tönnen, daß ein Baul Umbreit bei ihnen einer der Richtunggebenden wurde. Immer bereit, zu lernen, immer das Neue geschickt mit dem Alten verbindend, ist er während der 25 Jahre ein zuverlässiger Wegweiser geSeite, die moralische Niederlage auf Seite der Belongt und zum Ausdrud gebracht, daß die Eisenbahner be. wefen. Einer der Alten und doch einer der Jüngsten. Befonders hat waltung. Der gefällte Schiedsspruch im Einsenbahnertonflitt hat unter den Streifenden helte Empörung ausgelöst. Trotzdem verhält sich ein Teil der Eisenbahner noch abwartend. Einmütigkeit besteht darüber, daß weitere Schritte erst nach Stellung nahme der Haupt oorstände erfolgen dürfen. In den Streifversammlungen wird in Refolutionen Streiferweiterung ver fich Umbreit hervorgetan auf dem Gebiete der Sozialpolitit. reit sind, einen längeren Kampf zu führen. Die„ Rote Fahne Was er im„ Korrespondenzblatt" und auch in besonderen Schriften Der Prozentrechner der Verwaltung war gestern bereits digen" zu suchen. In der Streitleitung ist beschlossen wor vom 14. März unternimmt bereits jetzt den Versuch, nach Schulsozialpolitisch geleistet hat, braucht an dieser Stelle im einzelnen von 2,3 auf 2,6 Broz. gekommen, da nicht erft hervorgehoben zu werden. Es ist allgemein bekannt. Als den, der Preffe nur solche Nachrichten zu übergeben, die von der etwas ganz Selbstverständliches ergab sich aus dieser Tätigkeit, daß Streitleiting stammen. Der Kampfaufruf, der in Taufenden von cr im Vorläufigen Reichswirtschaftsrat der Bor Exemplaren in den Betrieben verbreitet wurde, ist von der Streitigende des sozialpolitischen Ausschuffes wurde. leitung weder dem„ Borwärts" noch der„ Roten Fahne" übergeben Damit wurde die Basis für sein sozialpolitisches Birken noch verworden. Der Abdrud in der Roten Fahne" ist ohne wissen der Streifleitung erfolgt. Die Streiffeitung stellt seine Roften ausfüllen. Die Arbeiterbewegung kann Männer wie Möge Paul Umbreit noch lange Jahre in gewohnter Weise fest daß der Bor wärts" die Eisenbahner und die Streifleitung ihn nicht entbehren. weitgehend unterstützt hat. Ueber die Haltung vieler Revolutionäre" wird nach dem Kampf mit aller Deutlichkeit gespreden werden müssen. Im Kampfe felbft sollte jede Bolemik unterbleiben. Das gilt nicht nur für die Streifenden und ihre Beitung. fondern auch für die Rote Fahne". auch die Güterbodenarbeiter in Hannover rund 11 000 gestiegen sei. die Arbeit niedergelegt haben, womit die Zahl der Streifenden auf In Berlin haben die gesuchten Streifbrecher sich offenbar nicht gefunden, sodaß die Technische Nothilfe eingesetzt wurde, die felbft zur Schneebeseitigung herangezogen wurde. Es find ins gejant 359 Nothelfer in Berlin eingesetzt worden, deren Tätigkeit für die Eisenbahn sicherlich nicht billiger sein wird, als die der geschulten Arbeiter, wenn man ihnen die geforderten sechs Pfennige Lohnerhöhung zugestanden hätte. Reichsgewerkschaft und Eisenbahnerverband. Die wichtigste und dringlichste Schlußfolgerung haben die Eisenbahner in Franffurt a. M. gezogen. Am Freitag haben diese beiden Organisationen ihren 3usammenschlug beschlossen und eine Kommiffion eingelegt, um diesen Beschluß burchzuführen. Hoffentlich wird die von den Berwaltungsinstanzen der beiden Verbände beschlossene Vereinigung in allen Bezirken voll ständig durchgeführt. Den Eisenbahnern tann nur eine festgefügte einheitliche Organisation mit eiserner Disziplin helfen. Gewehr bei Fuß. Bom Deutschen Eisenbahnerverband find wir ermächtigt, folgen. des zu verbreiten: Die Tarifiontrahenten des Deutschen Eisenbahnerverbandes find heute, am 14. März, zur Besprechung der gegenwärtigen Lage " Die Streifleitung. Die Arbeitszeit im rheinischen Braunkohlenbergbau. Berlin, 14. März( WTB.) Der Schiedsspruch über die Regelung der Arbeitszeit im rheinischen Braunkohlenbergbau ist vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt werden. Das Reichs arbeitsministerium hält die norgeschlagene. Regelung um fo cher für tragbar, als die Arbeitnehmer fich zu Zugeständnissen in der Frage der Durchführung des Schiedsspruches bereit erflärt haben. Die Tatsache, daß bei anderen Bergbaurevieren langere Arbeitszeiten bestehen und zurzeit wirtschaftlich notwendig find, fonnte die herab fegung der Arbeits- und Schichtzeit im rheinischen Braunkohlenrevier nicht ausschließen. Das Reichsarbeitsministerium steht auf dem Standpunkt, daß jedes Bergbaurevier in dieser Hinsicht für sich allein zu beurteilen ist. Damit tritt an Stelle der 3 wölfftundenschicht die Behnstundenschicht bei meunstündiger Arbeitszeit. Der Schiedsspruch wurde am 27. Februar von der Schlichtungsfammer unter dem Staatsfommiffar Mehlich gefällt. breitert. Alfred Wenzel. Genoffe Alfred Wenzel, Borsitzender der Zahlstelle Berlin des Steinarbeiterverbandes, verstarb gestern nach mehrwöchigem schmeren Zeiden. Der Berstorbene, von Beruf Steinmetz, war 1882 in Dresden geboren und trat mit 21 Jahren seiner gewerkschaftlichen Organisation bei. Nachdem er eine Reihe von Jahren ehrenamtlich die verschiedensten Aemter befleidet hatte, wurde er im Jahre 1920 zum Vorsitzenden der Zahlstelle Berlin gewählt. Auch in der Parteibewegung hat Genosse Wenzel stets seine volle Pflicht erfüllt. Die Berliner Steinarbeiter verlieren in dem Berstorbenen einen hingebungsvollen Berfechter ihrer Intereffen, der bis zum letzten Augenblid feine Aufgaben erfüllte. Die Einäscherung erfolot am Mittwoch nachmittag 5 Uhr im Krematorium in der Gerichtstraße. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Beilage.) Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Arthur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: A. S. Döscher; Lotales und Sonstiges: Fris Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderel und Berlaasanstalt Baul Ginger u Co. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierzu 4 Beilagen,„ Unterhaltung und Bifen“ und„ Blid in die Bücherwelt". Nsrael GEGR. 1815 BERLIN C- SPANDAUERSTRASSE KÖNIGSTRASSE Sakko- Anzug in hübschen StreifenHerren- Kleidung zu besonders billigen Preisen Fertige Kleidung Sport- Anzüge aus gutem Homespun oder Loden- 48.- 68.Blaue Sakko- Anzüge aus gutem 98.- 115.Twill Sakko- Anzüge in hübschen Streifen, wie Abbildung Ulster stoffe. und ge Herren- Wäsche Farbiges Oberhemd Perkal, m. Kragen 3.90 u. Klappmansch. Weißes Oberhemd mit Pikee- Einsatz und festen Manschetten, gewasch. u. geplättet 5.50 Nachthemd mit farbig. Besatz 4.60 98.- 135.- Sportkragen welß Pikee oder Make 0.25 Schlafanzug gestreift Zephir, m. Besatz. 6.90 u. Verschnürung Reinseid. 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Seitage öes Vorwärts Sonntag, IS. März 1625 2edes Land, jede Eememde hat Ihre eigene Einstellung zur Presse, und an der Art, wie ein Mensch Zeitung liest, vermag man viel inneres Wesen und äußere Zugehörigkeit zu erkennen. Anders- reo ist das Studium der Zeitungslcicr lebhafter, denn zuweilen— wie es in den romanischen Ländern der Fall ist— gehört die Straße der Presse und die Presse der Straße. Die Presse sucht zu herrschen. um Herrschastsrechte zu werben, sich diese zu sichern, und so kommt es, daß sie fast wie ei» lebendes Wesen in die Leidenschaftlichkeit der Menschen hineinflattert. Bei uns ist das ganz anders, der Erobe- rungsicldzuz verfolgt verborgene Taktik: an die Stelle lauten Zei- tungsstroßenkampses treten Umschmeichelungen des Publikums mit den unzähligen Möglichen Konzessionen an den„guten" Geschmack. und wenn die Sensation nicht Hilst, dann werben die besonderen .Leistungen" einer Zeitung— von der Versicherung des Abonnenten bis zur künstlerischen Veranstaltung. Das ist Geschmackssache für beide weiten. Die Arbeiterpresse hat sich immer davon zurück- gehalten und ihre einzige Tüchtigkeit darin erblickt, Gediegenes zu leisten. Im übrigen tut man sehr gut daran, nicht immer:„bei uns Wie Herlin Zeitung lieft. Die fluchtigen Leser. km kühlen Norden" zu sagen, denn die Abgeklärtheit der äußeren Formen ist nicht ausschließlich Charaktereigentümlichkeit, sonder» auch eine Folge von Zucht und Erziehung, die eine besorgte Polizei- behörde der Straße hat angedeihcn lassen. Es war fa gar nicht so lange her. daß man aus der Straße überhaupt Zeitungen feilhalten darf, und die Stimme dürfte den Verkäufern noch immer polizeilich eingeschnürt sein. Ganz in, Gegensatz zum Süden und Westen.... Vielleicht hat das Vorzüge, aber es ist nicht gänzlich ohne Einfluß darauf, wie der Berliner Zeitung liest. �uf öer Straße. Stellen wir uns an einer Stelle, wo�in gutes Zeitungsgeschäft vor sich geht. Zeitung ist etwas, was man ganz persönlich einkauft. Da kommt ein gut angezogener Mann, deutet, ohne etwas zu sprechen, auf die und die Zeitung, legt das Geld hin und steckt sie in die innere Manteltasche, den Mantel wieder peinlichst zumachend. Dann winkt er ein Auto, ubd erst.wenn er darin sitzt, wird die Zeitung in ihrer ganzen Größe entfaltet. Das gehört also zum vor- nehnren Ton: die Straße ist nicht zur Bekundung von Lebensregungen da. Anders der Mann, dem man den Geschästsmann ohne weiteres ansieht. Er steckt den Kops zugleich in die Zeitung, aber nur ganz flüchtig. Dann scheint er etwas zu überlegen, um sich raschen Schrittes zu entfernen: Zelt ist Geld. Es kommt einer, den nian zu dem Tyo„Künstler" zählen könnte. Cr nimint die Zeitung, fleckt sie ein. holt sie wieder hervor, und das geschieht einige Aialc, bis er in unbestimmte Richtung entichwindet. Dann sieht man einen Käufer, der muß geistig zum Zeitungsfach selbst gehören— denn sogleich entfallet er fie und droht den Zugang zum Verkauf zu sperren.„Kleine" Menschen aus dem Volke, Arbeitsmcnschen, aus dem Heimweg von den täglichen Mühen bcgristen, nehmen die Zeitung und stecken sie fast teilnahmslos ein. Das ist etwas für zu Hause, wenn man zur Ruhe gekommen ist. Und es bleibt fast die einzige geistige Kost, denn die. Müdigkeit gestattet nicht, noch nach irgendeinem Buch zu greisen, und darum ist die Aufgabe der Arbeiterpresse besonders ernst und verantwortungsvoll. Wir nehmen Abschied oom Straßenverkauf und begeben uns in ein Lokal, um dort Zsitungsleser zu beobachten. ?m Lokal. Wir sind beinahe etwas enttäuscht, denn die Zeitung hängt sehr friedlich und noch in blendendem Weiß an der Wand, und es dauert lange, bis jemand danach greift. Ist es die Hast der Großstadt cdcr Berliner Charoktcrzug, daß man sich nur flüchtig mit dem Gedruckten beschäftigt? Der Berliner scheint nicht sonderlich neu- gierig zu sein, er hat die Ruhe weg. Map hat seine vorgefaßte Meinung, uird mag diese auch noch so falsch sein, man halt daran fest. Für Verleumdungen und Verhetzungen ist Berlin der denkbarst günstige VZucherboden, das wird reichlich ausgenützt, bis ciu Gerücht wieder den Weg in das Nichts zurückfindet, dein es dunst- artig entstiegen ist. Unterhält man sich mit Arbeitern, die in dem bescheidenen Stammlokal sehr anregende und sehr vernünsiige Unter- Halter sein können, über die und die Frage, so erkennt man, daß sie sich sehr wohl mit der Presse beschäftigen— Leser der Arbeiter- Zeitungen kennen ihr Blatt genau, sie zeigen sich auch gut über die einzelnen Mitarbeiternamen unterrichtet und vor ollem: sie sind dankbar für alles, was ihnen aus der Seele spricht. Aber gerade an ihnen erkennt man das Grundgesetz Berliner Zeitungsleser: der Berliner liest seine Zeitung daheim, und in der Oeisentiichkeit zeigt er ebenso wenig Neigung dafür, wie er sie zu Hause stark besitzt—, wobei uns allerdings das Lokal auch darüber belehrt hat, daß es sehr viele Leute gibt, die für das Lesen einer Zeitung nicht in Be- tracht kommen, ein bedauerlicher Umstand, denn an diese Leute wagt sich der Agitations.zug politischer Verleumder am liebsten her- an, um bei ihnen auch das beste Gehör zu finden. Zu Haufe. In der Familie des Arbeiters und Mittelständlers hat die Zeitung ihren Ehrenplatz. Wir kennen das Heim des Berliner Ar- baters, das. soweit nicht Tragödien des Berufs zerstörend wirken, trotz der Einjachhcst an freundlicher Aufmachung kaum zu überbieten ist. Der„Vorwärts" hängt oft in einem Fächer, der alle Nummern der Woche aufbewahrt und fo für das Lesen jederzeit zugänglich macht. Aber man beschränkt sich nicht allein auf die Zeitung, auch die Zeitf ch r i f t hat sich durchgesetzt, ganz besonders regelmäßig findet nian die„F r a u e n w c l t". Daneben trifft man immer auch das einschlägige Gewerkschaflsblatt. Berliner' Volkskreife ver- langen etwas von ihrer Zeitung, aber sie sind auch dankbar für das Gebotene. Auf dieser Grundlage, und nur aus ihr, war eine Eni- Wicklung der Arbeiterpresse möglich, die auch äußerlich längst bürgerliche Blätter zu übertreffen beginnt, während der innere Wert ganz ungleicy höher einzuschätzen ist. In diesen Volkskreisen, die das eigentliche Volk von Berlin darstellen, ist man weniger auf Rätsellösen bedacht, aber man liest gerne unterrichtende Artikel, man liebt„Volk und Zeit" und selbst die Dichter, die sonst vom Leser gern vernachlässigt werden, dürfen auf Verständnis und, wenn sie gute Arbeiten bringen, auch auf ehrliche Anerkennung rechnen. �luch Zeitungsleser. Und dann gibt es noch eine Art von Lesern, die Gedrucktes förmlich verschlingen. Das sind die Menschen der Weltleidenschast, die ausländische Rennplätze besser kennen als heimatliche Bücher und Schriften über wirtschaftliche und geistige Fragen. Wir empfinden es mit Mitleid, sehen wir darunter gerade Angehörige der arbeiten- den Klassen— und stellen wir ihnen andere Leser gegenüber, dann Die richtigen Leser. empfinden wir Schmerz. Das sind auch Menschen, die eine Zeitung ohne eigentlichen Text lesen, aber sie müssen zu ihr greifen- es find die Arbeitslosen. In schwarzen Massen drängen sie sich zu- sammen, um ein Blatt mit Stellenangeboten zu erhaschen, und alles andere spiegelt sich aus diesem Lesen wieder als Freude und Zuver ficht. Dann mochte man die glänzend ausgemachten Magazine lpid Unterhaltungsblätter vergessen, die von den gleichen Unternehmern herausgegeben werden und die so gar nichts von den ungeheuren sozialen Nöten zu wissen scheinen. Will man Wirklichkeit der Zeit erkennen, dann sehe man in die Gesichter von Menschen, die Zertung lesen. Es ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, und dies ist wahrhaftig manchmgl alles mehr als erfreulich. Es ließe sich noch manches sagen und schildern: vom Zeitungs- fanatiker, der im Tase Berge vor sich aufgeschichtet hat, bis zu den Insassen eines Krankenhauses, denen eine Zeiwng unendlich viel zu sagen hat, oder bis zu den Armen, denen in Freiheitsentziehung auch die Zeitung verwehrt ist— immer ist es ein Gesellschaftsbild, und wir, die um eine Gesellfchaftserneuerung kämpfen, müssen auch für unsere Zeitungen und Zeitschriften werben. Es gibt und gilt noch viel zu erobern, trage jeder von uns dazu bei, es ist wertvolle Kulturarbeit. Tödlicher Autounsall eines Berliners. Der Berliner Saufmaim Martin L a b a s ch i n aus der Konstanzer Straße 2 ist, im Auto von einer Geschäftsreise aus Dresden kommend, be« Elste-r- werda tödlich verunglückt. Das Auto fuhr infolge der Glätte gegen einen Baum und überschlug sich. Labaschin wurde hinausgeschleudcrt und getötet. Der Chauffeur und ein Begleiter haben /»«nen Nerverchoc erlitten, sind aber unverletzt. Der Apfel der Elisabeth Hoff. 46] von Wilhelm hegeler. Ryseck verhielt sich sehr still und log hingestreckt in einer grenzenlosen Schwäche zwischen dem Gestern, das ungreifbar fern, und dem Morgen, das unfaßbar öde vor ihm lag. Er erinnerte sich an die letzten Monate, oder waren es nicht vielmehr Jahre gewesen?... in San Franziska, wie zu- nehmende Müdigkeit und Angst ihn bedrückt hatten, daß er sich kaum noch ausrecht halten konnte, wie er dem Tod zu ent- fliehen versucht hatte, zurück ins Leben, hinüber in die Heimat... erinnerte sich seiner Wünsche und Hoffnungen und guten Absichten, die ihm sämtlich fehlgeschlagen waren... er- innertc sich an Elisabeth, ohne daß bei dem Gedanken an sie eine deutliche Vorstellung oder irgend etwas, wqs sein Herz liebkoste, aufgetaucht wäre... nur der eine bittere Gedanke, daß sie nicht bei ihm, sondern bei ihrem Mann war, und daß an seinem Bett ein fremdes und ihm gleichgültiges Wesen gesessen hatte. Immer zahlreicher kamen die Erinnerungen, in deren trockenen Staubspuren er nichts mehr von dem er- kannte, was er einst geliebt hatte. Elisabeth... Elisabech... was war ihm noch Elisabeth!... dses Spielzeug seiner leeren Sonntage, der Rauschtrank seiner langen Abende, von dem nichts als ein öilterer Nachgeschmack übrig geblieben war. Mochte sie doch bleiben, wo sie war, und glücklich werden mit ihrem Mann, wenn sie konnte. Was ging sie ihn noch an? Er war vor dem Tod geflohen zu ihr, und gerade bei ihr hatte )er Tod ihn ereilt. Wenn er ihn doch ereilt hätte! Er emp- and es a's einen boshaften Schelmenstreich vom Tod, ihn, chon gefaßt und'wieder freigegeben zu haben. Warum? Warum? Um zu leben, wie er nicht länger hatte leben können. Er hörte das Murmein des Wasserstrahls im Brunnen durch die stille Nacht. Es klang wohl anders und war doch im Grunde nichts anderes als das aus hunderttausend Stimmen gemischte Brausen der großen Stadt, nichts anderes als tO teilnabmlose Antwort des Lebens auf den verzweifelten Ruf des Einsamen. Als Margret ihn begrüßte, hatte er nicht wie sonst das leise beglückte Lächeln in seinem Blick, sondern sah sie nur mit trocken fragender Auftnerksamkeil an, und wenn sie ihm später Nahrung reichte, öffneten seine Lippen sich widerwillig, und wie einem quälenden Zwang entzog er so rasch wie möglich feinen Kopf ihrer stützenden Hand. Und seitdem traf sie thn nicht anders als reglos mit abweisenden Augen liegen, indes der. Gram auf feiner blassen Stirn und um seinen Mund die alten Furchen wieder suchte und noch vertiefte. Elisabeth, welche die ersten Tage, wenn di� Schwester schlief, sie bei der Pflege abgelöst Halle, erschien' am Abend wieder in der Tür. um sich nach seinem Befinden zu erkun- digen. Margret winkte ihr einzutreten, da sie sah, daß Ryseck schlief. Die beiden Schwestern traten an sein Bett. Er mochte von dem Geräusch erwacht sein, schlug die Augen auf und er- kannte trotz dem Zwielicht Elisabech. Aber was er von ihr sah, war ihm nicht minder fremd als das blasse Erinnerungs- bild von ihr. Sie mußte ihre ganze Kraft zusammennehmen, um nicht durch ihre eigene Erschütterung chn zu erregen, und fragte mit einer Stimme, die der Zwang tonlos gemacht hatte, wie's ihm gehe? Während ei' mühsam die Augen erhob, hatte er das Ge- fühl, als richte die eine dieser beiden Gestalten aus dem Licht- ichein eines fremden Lebens irgendeine gleichgülttge Frage an ihn.„Ausgezeichnet!" murmelte er und schloß die Augen. Margret winkte der Schwester, ins Nebenzimmer zu kom- inen, und sagte ihr, daß sie sich entschlossen habe, nun da die Gefahr vorüber sei, die weitere Pflege der am Ort befindlichen Gemeindeschwester zu überlassen. Nachdem Margret noch vor wenigen Tagen um eine Verlängerung des Urlaubs gebeten und sie erhalten hatte, war Elisabeth des Glaubens gewesen, sie würde die Pflege bis zu Ende durchführen. Sie bat sie, wenigstens noch einige Tage zu bleiben. Margret erklärte indes, sie halte es nicht für praktisch, das Entgegenkommen ihres Chefs länger als unbedingt nötig auszunützen. Was sie hier etwa nützen könnte, stände in keinem Verhältnis zu dem, was sie dort Gefahr laufe zu verlieren. „Praktisch.." wiederholte Elisabech und sah die Schwester an, sah ihr blasses, von den Nachtwachen angegriffc- ncs und auch so verhärmtes Gesicht, und eine Ahnung des wahren Grundes kain sie an. Aber sie war so sehr von ihrer eigenen Sorge umfangen, daß das kurze Licht ihr Dunkel nicht durchdrang. Als es Zeit zum Abendessen war, ging Margret in die Gaststube zu ihrer Schwester, zu den Kindern, zu Hoff, der schweigsam und wie ein Fremder an dem gemeinsamen Tisch saß. Dann packte sie chre wenigen Sachen und wollte sich entkleiden, als ihr einkiel, daß sie noch einmal nach ihren, Kranken sehen müsse. Das letzte Mal! Morgen würde er von ihrem Anblick befreit sein. Rnseck schlief. Noch immer durchschnitten die tiefen Fallen seine Siirn. und seine Lippen waren wie in einem schmerz» lichen Krampf aufeinandergepreßt. Auf dem Nachttifch lag zwischen Mcdizinflaschen und Gläsern der Apfel. Margret nahm ihn und ließ ihn aus der Hand in den Schoß fallen, hob ihn auf und ließ ihn wieder fallen. Mit diesem Spiel hatte sie den wankenden Blick aus trüber Ferne wieder zu sich gelockt, zu sich und zum Leben zurück. Aber er wollte die Gabe nicht aus chrer Hand. Was nützte die schimmerndpe Gabe, wenn die gebende Hand nicht beglückte! Still! dachte sie. Es ist ja bald überstanden. Sie wollte alles vergessen. Ver- � gessen auch ihr erstes Begegnen, wie er erzählt chatte, daß er eines Apfels wegen herübergekommen wäre, und den Blick, den sie seitdem so oft gefühlt hatte, das Dunkel dieser Augen, so zärllich und beutelüstern und voll unergründlicher Traurig- keit. Vergesstn würde sie das alles, nur einmal noch wollte sie daran denken, und wie ein verbotenes Glück rief sie die alten Bilder wieder in sich wach, versank darin mit geschlossenen Augen, während sie den Apfel in der Hand hielt. Nach einer Weile wachte Ryseck auf, aus einem toten- ähnlichen Schlaf. Aus einem schweren, schwarzen Traum fuhr er auf, wußte zuerst nicht, wo er war, noch wer an seinem Bett saß, fühlte nur mit freudigem Erschrecken, wie die klammernde Angst sich löste, während er sich immer mehr ver- gewisserte, daß die helle Gestalt im schwachen Licht nicht ein Traum, sondern Wirklichkeit sei, nahm mit demselben Wohl- gesühl, mit dem ein Erstickender die ersten frischen Luftzüge einatmet, das Bild der Schläferin in sich auf, über deren Züge ein unbestimmtes, halb suchendes, halb schon beglücktes Lächeln schwebte, und dachte, er wußte nicht warum, daß sein Freund HeMorn ein hoffnungslos unglücklicher Narr gewesen sei. Nun verzog ein kleiner Schmerz das friedlich geglättete Gesicht, und im selben Augenblick glaubte sich Ryseck zu erinnern, daß er geträumt fjatte, schon gestorben zu sein und sehr tief unter einer erdrückenden Last von Erde zu liegen, während er doch zugleich über sich die Schritte von vorübergehenden Menschen vernahm. Gleich darauf hob Margret mit einem verwun- derten Blick den KOpi- Während ihrer beider Blicke sich be- gegneten, lächelte er sie an und sagte: „Elisabeth! Nein—" er besann sich einey Augenblick— „Margret." Und wiederholte„Margret!— Geben Sie mir!" Sie ließ lächelnd den Apfel auf die Bettdecke falle'-. „Und Ihre Hand!" Er hielt ihre Rechte in seiner. „Wie Sie Ihrer Schwester gleichen!" „Aber ich bin ganz anders als sie." «Glauben Sie. daß ich durchkomme?", «Sie sind ja schon überm Berg." �Fortsetzung folgtH Der Blinde. An einem trüben Spätnachmittag erlebte ich es. T Es war ein Blinder. Er stand an der Straßenkreuzung, hilflos, und rief einem Bor Beamten. Da die Menge Partei gegen die Polizisten ergriffen hatte, überschreitenden zu: Kann man rübergehen?" Dann ging er. Tastend, wie trunten. Auf dem Trottoir setzte er seinen Spürweg fort. Strich, von der grauenvollen Dede ewiger Finsternis geplagt, an der faltigen Mauer entlang und stieß mit dem Kopf heftig an die Eisengitter des Briefkastens. Und dann schrie er leise auf. Inmitten des entseelten Rhythmus erhizter Großstadttechnit. Der Blinde taftete an den schmerzenden Kopf, tastete in der angsterfüllten Verwirrung nächtiger Gefühle und fand ihn nicht. Ein unsäglich rührendes Bild. Und wiederum frächzte er mühsam: Rann man rübergehen?" Weiter schritt der Blinde, Schritt für Schritt, weiter in die ewige Nacht hinein. Am Straßenrand stand ein Mütterchen. Folgte dem Blinden mit tiefen, mitleidsvollen Augen und meinte. Ja, weinte. Der Blinde aber sah es nicht. Sah sie nicht, jene rieselnde Träne der Erlösung. Selbst sie schenkte ihm das harte Schicksal nicht. Und wie geisterhaft flang es von fern: .Kann man rübergehen?" Um den Potsdamer Platz. Eine neues Verkehrsprojekt. Namhafte Fachleute, der Regierungsdirektor Mosle, mehrere Oberbauräte aus dem städtischen Tiefbauamt und Vertreter der Groß Berliner Presse besichtigten fürzlich ein neues Berkehrsprojekt für den Potsdamer Platz, dessen Modell Dr. Paul Mahlberg in der Deutschen Gesellschaft zur Schau gestellt hatte. Das Projeft geht von dem Gedanken aus, den Play in Straßenhöhe für den Wagenverfehr vorzubehalten und ihn von den Fußgängern mit Hilfe brüdenartiger Bauten überqueren zu lassen. Das Projekt geht von dem Gedanken aus, den Platz in Straßenhöhe für den Wagenverkehr vorzubehalten und ihn von den Fußgängern durch brückenartige Bauten überqueren zu lassen. Zunächst eine Blagerweiterung: die beiden Schinkelschen Wachthäuschen, die Schinkel felbst schon im Jahre 1808 in den Tiergarten versetzen wollte, sollen entfernt merden. In den Botsdamer Play münden fünf große Hauptverkehrsstraßen und zwei Rebenstraßen ein. Sieben Bürgersteigzungen schieben sich bis an den Rand des Platzes vor, von sieben Stellen aus muß das lebensgefährliche Wagnis ber lleberquerung unternommen werden. Ein fiebenfacher Menschenstrom ergießt sich auf den Play, um den riesenhaften Wagenverkehr in Abständen stocken zu lassen. Der Mann auf dem Berkehrsturm regelt mit roten und grünen Lichtern dieses schwer flüffige Getriebe. Nach der( sicherlich überholten) Statistik des Jahres 1912 überqueren täglich 175 000 Fußgänger den Potsdamer Play, dazu fommen noch in Fahrzeugen mindestens 25 000 Personen, insgesamt also täglich 200 000 Menschen! Jeder Fußgänger und Jeder Fußgänger und jeber Wagen muß nach dem heutigen System etwa eine halbe Minute marten. 24 000 täglich passierende Wagen verlieren damit jährlich 72 000 Stunden, 200 000 Fußgänger jährlich 600 000 Stunden Wartezeit. Müßte man diese verlorene Zeit bezahlen, so wäre Jahr um Jahr etwa eine Million Mart aufzubringen. Für diese Summen könnte man zweifellos den Mahlbergschen Plan verwirklichen. Also: Dr. Mahlberg läßt von den fieben Bürgersteigzungen aus Estala toren das find ewiglaufende, gededte Treppen, im Bintel von 30 Grab auf und absteigen, von denen aus die Fußgänger über freben Brüden auf eine erhöhte Mittelplattform gelangen, die den Mittelpunkt des plages in ausreichender Ausdehnung überdacht; oben suchen sie sich dann zum gleichen Abstieg diejenige Brücke und Treppe zu der Straße, zu der sie wollen. Um diese Mittelplattform gerum freifen unten in paufenlosem, rechtsgerichtetem Lauf die Fahr. zeuge, um dann in ihre Zielstraße abzubiegen. Die Mittelplattform spuckt und speit felbft einen großen Menschenstrom, denn unter ihr foll der Untergrundbahnhof sein, der für drei neue den Potsdamer Platz freuzende Linien nötig wird und dessen Berlegung gerade an diefen Mittelpunkt glücklich gewählt erscheint. So meit der Mahibergersche Plan, dessen flarer Aufbau einleuchtend ist. Die Herren Tiefbauräte gingen dem Plan aber mit technischen und statistischen Bedenken energisch zu Leibe, obwohl fie feine Eigen art und theoretische Geschicklichkeit anerkannten. Erstens: die Straßenbahn. Wäre nur der Zug von der Königgräger Straße nordwärts und umgefehrt, so tönnte man ihn, ohne Weichenstellung in den Kreislauf hineinnehmen. Aber der noch viel gewaltigere Best- Ost- Zug von und zur Leipziger Straße! Man fann ihn auf absehbare Zeit noch nicht, wie Mahlberg es gern möchte, in die Jäger und Französische Straße ableiten, denn da wären, nach dem Westen zu, noch gewaltige Durchbrüche notwendig. Zweitens: Erjah der Straßenbahn durch Autobusse. Da brauchte man die doppelte Wagenzahl und würde, wie in London, die Straßen erst recht verstopfen. Der Regierungsdirektor Mosle hat wohl recht, daß mir alle Gedanken und alles verfügbare Geld auf Jahre hinaus zum groß zügigen Ausbau der Untergrundbahn verwenden müffen; bis jetzt bewältigt sie ja nur 13 Pro3. des Gesamtverkehrs, gegen 60 Broz. in New York. Go wird also der interessante Plan fürs erste nicht Utopie aber Theorie bleiben müssen. Die stadtarchitektonischen Bedenken, die Dr. Werner Hegemann, der Bater der denkwürdigen Städtebau ausstellung des Jahres 1908, fo temperamentvoll zur Geltung bradate, mirde man später schon zu berücksichtigen wiffen. Der Abschluß einer Demonstration. Bor dem Großen Schöffengericht Lichtenberg hatten sich die ret Arbeiter Karl Schobinsky, Ludwig Boediker und Ostar Miez zu verantworten. Ihnen wurde Zusammenrottung, Aufruhr und Landfriedensbruch zur Last gelegt. Am 28. September vorigen Jahres, und zwar an einem Sonntag, hatte die Kommunistische Vartei im Nordosten Berlins wieder einmal eine Kundgebung und Bersammlung veranstaltet. Nach Schluß gingen zahlreiche Teil: nehmer die Greifswalder. Straße entlang, dem Bahnhof Weißenfee zu. Unter ihnen waren auch die beiden Arbeiter Schobinsky und Mieß. Alle hatten sich zu einem Zug zusammengetan und gingen unter Absingung einiger Lieder in größter Ordnung die Straße entlung. Die Bolizei befand sich an jenem Tage in erhöhter Alarm bereitschaft. An der Ecke der Ostseestraße stellten sich den um züglern mehrere Bolizeibeamte entgegen, die die Menge aufforder, ten, auseinander zu gehen. Die ersten des Buges sollten auch der Weifung nachgekommen sein; die übrigen jedoch fehrten sich angeblich nicht daran, sondern versuchten die Schupoleute einzu ichließen und an ihren Funktionen zu hindern. Tatsache ist auch, wie durch Zeugen erwiefen, daß die Schußpolizisten von ihren Gummifnüppeln regften Gebrauch machten, manchmal auch, ohne daß sie Beranlassung dazu hatten. Der Arbeiter Boediter, der völlig unbeteiligt an der ganzen Sache und nur nach Weißensee gekommen war, um bei einem Fabritanten in dessen Privatwohnung um Ar. beit vorzusprechen, wurde von einem Schußpolizisten angehalten, Ankauf Verkauf nur durch Die Genossenschaftsmitglieder mögen aus diefen Dingen ihre Lehre ziehen und am heutigen Wahltage dazu beitragen, daß das Berliner Genoffenschaftsparlament von der kommunistischen Lügenbrut gefäubert wird. angeblich, well er an dem Zuge teilgenommen und einen Beamten| Fraktion der Kommunisten beteiligten fich ganze 10 an der Abffim mit einem Stod mißhandelt haben sollte. Schobinsky und Mieg, mung 17, d. h. zwei Drittel, hatten fein Interesse daran, den bie auch wegen Zuwiderhandlungen festgenommen werden sollten, Genossenschaften eine Steuermilderung zu verschaffen, die auch tatversuchten sich der Feststellung durch die Flucht zu entziehen. Dabei sächlich abgelehnt wurde. sprang einer der Arbeiter auf eine Straßenbahn, verfolgt von einem holte ein Polizist den Arbeiter unter vorgehaltenem Revolver her: unter. In der Verhandlung behaupteten die Angeklagten, sich nicht strafbar gemacht zu haben. Sie brachten auch Zeugen bei, die abet gegenüber den Polizeibeamten, die eidlich vernommen wurden, faum als Entlastungsbeweis dienen fonnten. Der Staatsanwalt beantragte in seinem Plädoyer gegen Schobinsky und Mietz je ein Jahr Gefägnis und gegen Boedifer ein Jahr sechs Monate Ge fängnis, außerdem sofortige Berhaftung sämtlicher Angeklagten. Das Gericht ging erheblich" herunter und erkannte gegen Schobinjfy und Mietz auf je sechs Monate Gefängnis und gegen Boebiter auf neun Monate Gefängnis, trotzdem alle drei bisher noch unbestraft waren. Zur Wahl des Reichspräsidenten ist der schmähliche Verleumdungsfeldzug gegen die republikanische Bevölkerung nunmehr durch die Monarchisten und Kommunisten auf der ganzen Linie in strupelloser Weise eröffnet. Die Sozialdemokratische Partei muß diesem verbrecherischen Treiben wiederum mit größter Energie entgegentreten. Freiwillige Beiträge zur erfolgreichen Führung diefes Kampfes durch die SPD. in Berlin fende deshalb jeder, der es irgend tann, schnell und reichlich an die Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Berlin S. 14, Wallftraße 65, oder auf Poflichedtonto nr. 48 743 an Alex Pagels, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. KPD. und Konsumgenossenschaft. Neue Sowjeflügen. fampf um die Bertretersize in der Generalversammlung der BetDie Eisenstirnigkeit der kommunistischen Berleumder im Wahlliner Konsumgenossenschaft läßt sich erneut an einem besonders traffen Beispiel beleuchten. In Nr. 57 der Roten Fahne" wird wiederum die Behauptung aufgestellt, das Borstandsmitglied des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine, Bästlein, sei für eine Erhöhung der Umfaßsteuer auf 2% Broz. eingetreten und zum Beweis dafür wird aus der Drucksache 2866 der ersten Wahlperiode des Reichstages wörtlich ein Passus angeführt. Bei Durchsicht der angeführten Drucksache findet man nun, daß der Bassus nicht enthalten ist, also auf freier Erfindung beruht. Das angebliche Dokument" ist eine gemeine fälschung. Die sonstigen Behauptungen des Lügenblattes verdienen die gleiche Bewertung. Zum Ueberfluß jei darauf vermiesen, daß die Konsum genossenschaftliche Rundschau fast in jeder Nummer sich gegen die umsagsteuer gewandt hat und im befonderen für Freistellung der Genossenschaften eingetreten ist. Auch die Berliner Genossenschaft Brotest gegen die ungerechte Umfahsteuer erhoben. Wie in ber hat in ihrer Generalversammlung am 26. Oftober 1921 schärfsten Bragis bie Kommunisten genossenschaftsfreundliche An träge in den Bartamenten unterstüßen, darüber belehrt das Resultat der Abstimmung am 22. Februar im preußischen Landtag über die Bewerbesteuerpflicht der Genossenschaften; von der 27 Mann starten Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 15. März. Böhme). 2. Adagio E- Dur, Haydn( Das Wendel- Quartett( Kammer9 Uhr vorm. Morgenfeier. 1. Harmoniumvorspiel( Dr. A. musiker Karl Wendel, 1. Violine; Erich Bader, 2. Violine; Hermann Wilke, Viola; Kammermusiker Walter Rühle, Violoncello). 3. Die Bergpredigt, 1. Teil( Ev. Matth. 5-6, 18)( Johannes Schulzke, Bibelsprecher). 4. Cavatine aus dem Quartett op. 130, Beethoven ( Das Wendel- Quartett). 5. Die Bergpredigt, 2. Teil( Ev. Matth. 6, 19- K. 7)( Johannes Schulzke). 6. Adagio, Günter Raphael( Das Wendel- Quartett). 12-12.55 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule. ( Abteilung Hochschulkurse). 12 Uhr mittags: Dr. phil. et med. Max Dessoir: Einführung in die Psychologie". 1. Vortrag. 12.35 Uhr nachm.: Dr. med. Arnoldí: Der Stoffhaushalt des Menschen". 1. Vortrag. Zur Einführung". 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Landwirtschaft. Dr. Friedrich Merkel: Oeffentliche Maßnahmen auf dem Gebiet. Schwedische Märchen der Gegenwart, von Anna Wahlenberg. des Saatbaues". 3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: II. Folge: 1. Der Müller Jan und die Quellenjungfrauen. 2 Der seltsame Mönch.( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4.30 bis 6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Literatur und Kunst. Dr. Richard H. Stein: Spanische Musik". 2. Vortrag. Spanische Tänze". 7.30 Uhr abends: Vortragsreihe: Neues Land. 3. Vortrag, Geh. Reg.- Rat Professor Dr. A. Miethe: .Gold aus Quecksilber". Uhr abends: Dr. Johannes Räuscher: Jugoslawien, Land und Leute". 8.30 Uhr abends: Tänze. Dirigent: Dr. Wilhelm Buschkötter. Musik aus dem Ballett Don Juan", Gluck. 2. Deutsche Tänze, Mozart. 3. Mödlinger Tänze, Beethoven. 4. Deutsche Tänze, Schubert. 5. Hofballtänze, Lanner. 6. Grubenlichter, Ziehrer. 7. Siesta, Waldteufel. 8. Transaktionen, Josef Strauß. 9. Rosen aus dem Süden, Josef Strauß. Das Orchester besteht aus Mitgliedern der ehemaligen Großen Volksoper. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theaterdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Uebertragung). Königswusterhausen, Sonntag, den 15. März. 11.30-12.50 Uhr nachm.: Konzert. Mitwirkende: Susanne Landsberg- Hollaender, Sopran; Korbanek- Trio: Lotte Tuch am IbachFlügel; Max Korbanek, Violine; Paul Wohlgezogen, Cello. 2. Adagio aus dem Cellokonzert D- Dur, Haydn. 3. a) Mädchen1. Trio Nr. 3 B- Dur, Mozart, Allegro assai Adagio Rondo. lied, Brahms, b) Ständchen, Brahms, c) Wiegenlied. Brahms, d) Der Schmied. Brahms. 4. a) Adagio- Romanze, Gustav Hollaender, b) Menuett, Beethoven. 5. a) Arie: Amor und Psyche, aus„ Die toten Augen", d'Albert, b) Arie: Endlich allein, aus„ Die verkaufte Braut", Smetana. 12 Uhr mittags: Esperantoeinlage. Montag, den 16. März. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 6.40 Uhr abends: Tausend Worte Französisch. 7.15 Uhr abends: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). Einführung zum Sendespiel. 7.30 Uhr abends: Sendespielbühne. Abteilung Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest. XII. Veranstaltung. Die Zauberflöte, Oper in zwei Abteilungen. Text von Emanuel Schikaneder. Musik von W. A. Mozart. Für den Rundfunk bearbeitet von C. Bronsgeest. Dirigent: Georg Szell. Sarastro: Dirk Magré; Tamino: Richard Taaber; Sprecher und Hansa; Pamina, ihre Tochter: Emmy Bettendorf; Papageno: Priester: Alfred Borchardt; Die Königin der Nacht: Ethel Cornelis Bronsgeest; Papagena: Hedwig Jungkurt; Monostatos: Gerhard Witting; Drei Damen der Königin, drei Knaben: Jungkurt, Lindemann, Conrad. Geharnischte Männer, Priester, Sklaven, Gefolge. Ort der Handlung: Im Morgenland. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Vermittlung von Kinos KINO- ZENTRALE BROCKHAUSEN Berlin SW 68, Friedrichstr. 207 Schachfunk( E. Nebermann). Der Ueberfall auf die Tante. Ein durch Zufall vereitelter Plan. Am 25. Januar abends gegen 10 Uhr wurde die Konditoreibefizerin 2. in ihrer Villa in der Albrechtstraße in Tempelhof überfallen. Dem Täter gelang es jedoch, zu entkommen. Bet dent Kampf, der sich im Dunkel abspielte, hatte die Ueberfallene in ihrer Angst dem Angreifer eine tiefe Bißwunde in den Finger zugefügt. Dieser Biß wurde zum Verräter und zu aller Ueberraschung wurde als Täter der Neffe der Frau L., der 20jährige Feinmechaniker Georg Dobrin ermittelt. Vor dem Schöffengericht Tempelhos hatte er sich jetzt wegen schweren Einbruchdiebstahls und Körperverlegung in lebensgefährdender Weise zu verantwroten. www Dobrin gab die Tat zunächst zu. Es war aber aus ihm sehr wenig herauszubekommen und Landgerichtsdirektor Sachs hatte große Mühe, die Einzelheiten aus dem Angeflagten herauszuziehen. Daß es sich um einen ernstlichen und von langer Hand vorbereiteten Plan handelte, ging schon daraus hervor, daß Dobrin den kleinen Pinscherhund seiner Tante an allen Bieren gefesselt und dann unter die Dede ins Bett gepackt hatte. Im Schlafzimmer hatte er die Kommode durchwühlt und eine Haarspange, die wertlos war, die er aber für wertvoll hielt, eingesteckt. Zu seinem Schreden war die Tante früher, als er erwartet hatte, heimgekehrt. Er versteckte sich, nachdem er das Licht ausgeschaltet hatte, hinter de Ofen im Herrenzimmer. Frau L. muß nun die Sache nicht ganz richtig vorgekommen fein, denn sie öffnete die Tür des Herrenzimmers. Kaum hatte sie einige Schritte hineingetan, als sie von hinten gepackt wurde. Zuerft glaubte sie, daß ihr Mann zurückgekommen sei; dann aber merkte fie, daß es ein Fremder war. Sie wurde zu Boden geworfen und es legte sich ihr eine Hand auf den Mund, so daß sie nur einen furzen Schrei ausstoßen konnte. Geistesgegenwärtig fonnte fie jedoch mit Füßen und Armen gegen die Tür stoßen, so daß Hilfe herbeifam. Der Unbekannte riß sich von ihr los und verschwand lautlos, indem er zum Fenster hinaussprang. An diese Einzelheiten will sich der Angeklagte heute nicht mehr erinnern tönnen. Von mehreren Aerzten wurde er als ein nervöser, erblich belasteter und mit einem gewissen Grad von Schwachsinn behafteter Mensch bezeichnet. Die überfallene Tante glaubt nicht, daß ihr der Angeflagte habe ein Leib antun wollen; sie hat auch wegen der Rörperverlegung feinen Strafantrag gestellt. Das Schöffengericht verurteilte Dobrin zu 6 Monaten Gefängnis, gab ihm aber Bewährungsfrist für die Strafzeit, falls er sich der Aufsicht des Jugendamtes unterstelle. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Neue Straßennamen in Groß- Berlin. Schneeglödchen- und Maiglöckchenstraße. Eine ganze Reihe moderner Straßen sind jetzt mit Namen belegt und vom Polizeipräsidenten bestätigt worden. Die meisten der Namen sind nichtssagend, meil den Taufpaten offenbar nichts Besseres einfiel als ein paar deutsche Städte und die Namen einiger Industrieller. Eine Bebelstraße findet sich auch diesmal nicht darunter. dafür aber eine Walter- Fler- Straße, wobei sich die Bes wohner dieser Straße verwundert fragen mögen, mer wohl Walter leg gewesen sein mag. Auf das Gebiet zarter Lyrik und duftiger Frühlingspoesie begibt sich dagegen das Bezirksamt Prenzlauer Berg. Hier gibt's jetzt neben einem Syringenplay auch eine Schneeglodchen und eine Maiglödhenstraße aljo eine" bufte" Gegend. Die Namen der neuen Straßen find: die in der Siedlung der gemeinnügigen Baugesellschaft Berlin- Heerstraße gelegene Straße 37 als Soldauer Allee, die ebenda gelegene Straße 38 als Rurländer Allee, Straße 39 als Marienburger Allee, Straße 51 als Bogenallee, die Berlängerung des Saatwinkler Dammes zwischen Mäderizweg und Gartenfelder Straße als Saatwinkler amm, die Berlängerung der Gartenfelder Straße zwischen Hafeorfter Brüde und Hohenzollerntanal als Gartenfelder Straße, die Privat ftraße zwischen Mannheimer Straße und Bärstraße in der Siedlung am Fehrbelliner Plaz als Walter- Fler- Straße und deren Berlänge Cordesstraße, die im Ortsbezirk Lichterfelde gelegene Straße 77 rung vom Tunnel zur Bahnhofstraße bis zum Königsweg als als An der Schäferei", die im Ortsbezirk Steglig gelegene Straße 65d als„ Am Elsenbruch", die in Mariendorf gelegenen Straßen 130 als Daimlerstraße, Straße 72 als Friz- Werner- Straße, Straße 94 als Wilhelm- von- Siemens- Straße, Straße 93 als linterlegenen Plaz als Adolf- Scheidt- Play, die in Tempelhof gelegene türkheimer Straße, den in Tempelhof am Hohenzollerntorso geStraße 25 als Theodor- Frante- Straße, den daran grenzenden Bart als Franfepart, die Verlängerung von der Stubenrauchstraße von ber Massantebrüde in Rudom bis zur Johannisthaler Grenze ais Straße als Regattastraße, die Verlängerung dieser Straße von dem Stubenrauchstraße, die nach dem Sportdenkmal zu Grünau führende Knid ab als Sportpromenade, die in Frohnau gelegene Straße 187 als Wahnfriedstraße, den im Bezirk Prenzlauer Berg gelegenen Blaz H1 Abt. XIII als Syringenplay, die im Bezirk Prenzlauer Berg gelegene Straße 17B als Schneeglöckchenstraße, die ebenda gelegenen Straßen 21B als Sigridstraße, Straße 26A als Mai glöckchenstraße, Straße 26C als Chanenstraße, Straße 26D als Oleanderstraße und 26E als Chrysanthemenstraße. Knei KATHREINERS MALZKAFFEE Nr. 8 als reiner, wohlschmeckender Staffee- Bufat feit Jahrzehnten bewährt. Millionen trinken ihn jedoch ohne Bohnenkaffee! 1 Pfund nur 50 Pfg. Um 30 Pfennige. Zweifache Niederlage eines hartnädigen Staatsanwalts. Spielzeugs zu fördern. Nur zu vielen Eltern fehlt noch die Einsicht, daß ein Kind im Spiel an seiner Entwicklung arbeitet. Das Spiel des Kindes ist eine sehr ernste Sache, und die Auswahl des Spielzeuges für die Kinder legt uns Erwachsenen eine Berantwor tung auf, deren Schwere manchen Eltern noch niemals flar geworden ist. In der Werffreude" wurde den Kindern gutes Spielzeug( d. h. Spielzeug, das einem rechten Erzieher als gut gelten kann) in großer Menge zur Verfügung gestellt. Die Kinder durften auswählen, was Fingerzeig fonnte ihnen noch manches andere sein, was sie da sahen. felber trafen, war den zuschauenden Eltern ein Fingerzeig. Ein Berlin feine Brieftasche gestohlen morden sei und bittet unter Schil derung seiner Berlegenheit um ein Darlehn, das er natürlich nie zurückzahlt. 20 000 Eier gestohlen. Mit welchen Bagatellen sich die Gerichte beschäftigen müssen, zeigte wieder einmal der Fall des Bahnarbeiters N., mit dem sich, und zwar wegen eines Objektes von 30 Pfennigen, zweimal das Bericht beschäftigen mußte, das zweimal zu einem Freispruch fam, Da nun aber mit diesen Freisprüchen die Gerichtskosten von dem Staatgetragen werden, der sie wieder von seinen Bürgern in Form ihnen gefiel, und damit spielen, wie sie wollten. Die Wahl, die ie Die Diebe haben es also nicht auf Wagen und Pierde, sondern ron Steuern erhebt, so täte in diesem Fall der Justizminister gut, fich den merkwürdigen Herrn Staatsanwalt einmal vorzunehmen, der wegen einer solchen Bagatelle den großen Juftizapparat zweimal in Bewegung setzt. Man hatte bei N. bei einer Haussuchung, die aus politischen Gründen erfolgt war, drei Notizbücher gefunden, die aus dem Bestande der Eisenbahndirektion stammten und feiner Tätigkeit auf dem Güterbahnhof Lichtenberg das Recht, von dem Materialienverwalter Bleistifte und Notizbücher für den dienstlichen Gebrauch zu verlangen. Die Staatsanwaltschaft nahm nun eine Entwendung diefer drei Notizbücher an. Während der Schöffengericht zur Freisprechung gelangte, hielt es der StaatsUnterschlagung umgewandelt, weil der Angeklagte die nicht verbrauchten Notizbücher nicht zurückgegeben hatte. Obwohl das Schöfefngericht zur Freisprechung gelangte, hielt es der Staatsanwalt wegen dieser Bagatellfache für nötig, auch noch die Berufungsstraftammer in Anspruch zu nehmen und es wurden hier noch neue Zeugen beigebracht. Die Anflage wurde jedoch zum drittenmal umgeändert und jetzt sollte der Fall als Betrug aufgefaßt werden, weil der Angeklagte die neuen Notizbücher unter der falschen Vorspiegelung, daß die alten ver braucht feien ,, fich hatte geben lassen. Der Berteidiger beantragte die Freisprechung des unbestraften Angeklagten, der lange Jahre bei der Eisenbahn tätig ist und sich nie etwas im Dienst hätte zuschulden fommen lassen. Es fönne feine Rede sein von einer widerrechtlichen Entwendung. Das Gericht begründete die erneute Freisprechung damit, daß dem Angeklagten jedenfalls irgendeine böse Absicht bei der Mitnahme der Bücher gefehlt habe. Stiheil im Grunewald. Das städtische Jugendamt teilt mit: Der für den heutigen ersten Sneefonntag in Aussicht genommene zweite Märkische intersporttag in Budow i.M., gemeinfam veranstaltet vom Jugendamt der Stadt Berlin und dem Norddeutschen Stiverbande, fann wegen der Kürze der Zeit nicht mehr durchgeführt werden. Tie Beranstaltung fällt ans. Dagegen findet nachmittags 21 Uhr ein Eröffnungs- und lebungsfpringen des Norddeutichen Stiverbandes auf der neuen Sprungfange bei Ontel Zoms ütte im Grunewald statt, fofern die SchneeTage noch dazu ausreicht.( Am nächsten erreichbar von Dahlem und Zehlendorf- Mitte). Die Robelbahn im Freibad Wannsee ist, solange Schnee liegt, in vollem Betriebe. Die Gastwirtschaft des Freibades forgt für Erfrischungen. Außerdem ist Gelegenheit geboten, die Garderobe zu wechseln. 99 Dem spielenden Kinde! Der Spielnachmittag für Kinder, den die gemein nügige Gesellschaft Bertfreude" am Freitag veranstaltete, fand eine unerwartete Beteiligung. Die von der Werffreude" her gegebenen Räume füllten sich rasch mit einer so großen Schar von Rindern und Eltern, daß schließlich eine freie Bewegung faum noch möglich blieb. Es wird erwogen, die Beranstaltung in einem großen Saal zu wiederholen. Der 3wed dieses Spielnachmittags war, in der Elternschaft das Berständnis für die Wichtigteit guten Deffentl. Wähler- Bersammlungen Gs vergeht faum noch ein Tag, an dem nicht ein Wagen von der Die Fuhrwerksdiebstähle sind jest wieder an der Tagesordnung. Straße weg verschwindet und später leer wiedergefunden wird. der Dorotheenstraße ein Einspänner der Firma Leo Adam in der auf die Ladung abgesehen. So wurde am Freitagvormittag in Pappelallee 25 geftoblen und später mit dem ganz abgetriebenen Bferde in der Mathieustraße wiedergefunden. Die Ladung, 20 000 Gier in langen isten, war berschwunden. Dieb muß fie sogleich verlauft haben. Der Montag, den 16. März 1925, abends 7½½ Uhr: laß des reichlichen Schneefalls heute zu erwartenden starten UusKöpenid: Aula Körner- Schule, Lindenstraße. Autobusverkehr Grunewald und Gastwirtsmeffe. Dem aus Artflüglerverkehr wird die allgemeine Berliner Omnibus- AktienDienstag, den 17. März 1925, abends 7/2 Uhr: nach Bichelsdorf und Cladow verstärkt. gesellschaft dadurch Rechmung tragen, daß sie den Betrieb ihrer Linien Bon 9 Uhr vorm. Kreuzberg: Blücherfäle, Blücherstr. 61. bis 10 Uhr abends findet ein Berkehr der Kraftomnibusse nach Spandau: Bismarcksäle, Feldstr. 52. Pichelsdorf statt, dazwischen werden Wagen nach Cladom durch Schöneberg: Schloßbrauerei, Hauptstr. 122. geführt. Auch von Köpenid nach Müggelheim verfehren die Neukölln: Schultheiß( Wintergarten), Hasenheide 22. Kraftomnibusse ab 10 Uhr vorm. wie nach Cladow in geringen AbStänden. Wannsee: Reichsadler, Königstr. 26. Anläßlich der heutigen Eröffnung der Gastwirtsmesse in der Automobilhalle am Kaiserdamm sowie während der Lichtenberg: Aula Parkaue( a. d. Möllendorffftraße). ganzen Dauer der Messe unterhält die Allgemeine Berliner OmniReinidendorf- Oft: Kaftanienwäldchen, Schönholz 14. bus- Attiengesellschaft einen Berlehr mit Kraftfonderwagen. Sie fahren vom Alexanderplatz von 9,20 vorm. bis 6,50 abends und zurüd von 10,10 vorm. bis 7,30 abends. Tagesordnung in allen Versammlungen; Sozialdemokratie u. Reichspräsidentenwahl Baltung ber Berliner Stadtbibliothel teilt mis:£ te FücherRedner: Crispien, Dr. Freund, Künstler, Dr. Löwenstein, Reuter, Stampfer, Stelling. mit teinem zu spielen. Bielleicht hatte die leitende Hand der Eltern Sier liefen Kinder von einem Spielzeug zum anderen und wußten Rinder, denen beim beharrlichen Spiel die ganze Umgebung mit fie niemals recht zu eigenem Spiel tommen lassen. Dort saßen ihren durcheinander tribbelnden Kindern ins Nichts entschwand. Was predigte dieses Bild den Zuschauern? Eltern( auch Großeltern, Tanten, Ontel usw.) tor einem spielenden Rinde sollt ihr Scheu und Ehrfurcht haben! Wie Abgeordnete mit Theaterkarten geneppt werden. Schließung Bücherausleiheftelle der Turmstraße. Die Tie ausleibe bei der 12. Boltsbücheret in der Turmstr. 86 wird vom 1. April 1925 ab zur Reorganisation auf einige Monate für das Publitum geschloffen. Die Rüdgabe der entliehenen Bücher hat bis spätestens Ende April: Montags, Die Tuch- Stoffe Ausstellung TOR H.& J. Friedlaender Spandauer Str. 23, Rathausstr. 1 muß Jeder Interessent sehen! Erprobte Qualitäten à 5, 6, 8, 11, 12 M. 13. 14, 16 M. per dieter. Beste deutsche, echt englische Fabrikate. Berlins größte Schaufenster der Branche SCHLEIF- PULVER Ein Theatertarten und Unterstügungsschwindler treibt jeit einiger Zeit sein Unwesen. Er fragt zum Schein von einer hohen Amtsstelle aus und unter dem Namen eines Beamten, namentlich bei Abgeordneten an, ob sie Bebarfan Dpern farten hätten. Er. habe, wie er fagt, Karten zur Staatsoper zu einem Borzugspreise zur Verfügung, jei jedoch verhindert, sie jelbst zu benutzen. Wenn das Angebot angenommen wird, so will er einen Boten schiden, um das Geld zur Beschaffung der Karten holen zu lassen, In Wirklichkeit spiel er selbst den Boten, nimnit das Geld in Empfang, läßt aber nichts mehr von sich hören, weil er über feine Karte verfügt. Der Betrüger ist ein 34 Jahre alter Kaufmann Heinz Hübner, der zugleich auch den Unterstützungs fchwindel betreibt. In der Maske eines Geschäftsmannes fucht HORTAXIN- WERKE, BERLIN er Leute auf, flagt ihnen sein Leid, daß ihm auf dem Bahnhof in HORTAXIN" für alle Industriezweige in ieder Körnung. Wirkung übertrifft italienischen Bimstein. Lieferung aus eigenen Mahlwerken, Lager Berlin A.Wertheim BERLIN LEIPZIGERSTR. KÖNIGSTR. ROSENTHALER STR. MORITZPLATZ Früfijafirs- Modenschiau Diese Woche EXTRA- PREISE Cheviotkleid reine Wolle Nachmittagskleid Goldsticker. 1475 reinwoll. Rips 29M weiß garn. 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Kragen Servierkleid aus schwarzem Zanella Unterröcke Unterrock aus 575 gestreiftem 265 Zephir mit Plissee- Ansat Unterrock ausgemust. Salin 450 farbig, plissierter Ansab a.Kunstseid. Unterrock Trikots mit 775 plissiertem Ansatz, tarbig Unterkleid aus Kunst- 750. selden- Trikots, farbig. Kinderkleider Baumw. Kinderkleid Musselin 325 60-100, Länge 60 cm. Kittelkleidchen 375 reinw. Popelinem. Sticker. Kinderkleid reinwoll. Cheviot 490 Lg. 55-100 cm, Lg. 55 cm Kinderkleid uter reinw. 1375 Popeline, garniert. 60 cm Kinderkleidseiden- 15 25 trikot, 60-100, 60 cm. Kindermantelov.coat- 5 90 art. Stoff, Lg. 60-100, 60 cm ( Jede weit. Größe m. mäß. Steigerung.) Backfischkleid 1675 Kunstseidetrik. Schürze 54 Rips- Mouliné- Kostüm Jacke mit 79 M Seidenfutter Donnerstags nnd Sonnabends bon 4 bis 7 Uhr nadimittage, Dienstags und Freitags von 12 bis 3 hr nachmittags zu erfolgen. Mittwochs ist die Bibliothek geschlossen. Die Berliner Gesundheitswoche, eine Veranstaltung der Arbeitss gemeinschaft von Reichsversicherungsträgern Groß- Berlins und des Hauptgejundheitsamts der Stadt Berlin, wird( wie schon gemeldet) in den Tagen des 16. bis 21. März stattfinden. In Schulaulen und in einzelnen Großbetrieben werden Aerzte in gemeinverständlichen Borträgen wichtige Fragen der Voltsgesundheits pflege behandeln, die Tuberkuloje, die Geschlechtskrankheiten und die Schädigung der Bolksgesundheit durch die Großstadt. Auch durch den Rundfung wird man sich mit Vorträgen an die Bevölkerung wenden. Das Konzert des gemischten Chors der Schutzpolizei, das am Freitag im Orpheum stattfand, zeugte von dem ernsten Streben dieser erst um vorigen Jahre gegründeten noch pungen Bereinigung. Der Chor hatte sich mit seinen Darbietungen aus Bauberflöte",„ Cosi fan tutte" und Freischüß" feine leichte Aufgabe gestellt, aber er lofte fie nicht schlecht. Die Pflege der Musik ist dem Chor nicht nur Selbstzmed, sondern er will nach hinreichender Schulung sich mit feinen Konzerten auch in den Dienjt der Wohltätigkeit stellen. Er folgt damit dem Beispiel des Sinfonieorchesters der Schutzpolizei, das wiederholt ber Wohltätigkeitsveranstaltungen mitgewirkt hat. Der diesjährige Reichsarbeiterjugendtag findet bekanntlich am 8. und 9. August in Hamburg statt. Es ist der vierte. den der Verband der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands nach dem Kriege veranstaltet. In Weimar war der erfte. Dann folgte Bielefeld. Hier hatten sich 10 000 Teilnehmer eingefunden. 3mei Jahre später, in Nürnberg, zählte die Arbeiterjugend 50 000. Und in diesem Jahr soll nun Hamburg zeigen, daß die Teilnehmerzahl von Nürnberg noch übertroffen merden kann. Das Festabzeichen ist jetzt fertiggestellt und ist zum Preise von 1 Mart vom Hauptvorstand des Verbandes der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands, SW. 68, Lindenstraße 3, zu beziehen. Das hübsche Abzeichen zeigt im roten Grunde das Berbandsschiff, das mit pollen Segeln in die Zukunft fteuert. Das Segel trägt im übrigen das Hamburger Stadtwappen. Durch fünstlerische Inizialen wird auf den 4. Deutschen Arbeiterjugendtag" hingewiesen. Das„ Casino- Theater" in der Lothringer Straße bringt bei genauer Erfenninis seiner einfachen Mittel Gutes heraus. o uberarbeitete der Direttor Hans Berg Karl Schülers Komödie„ Der Oberschieber". Es wird die Stuationskomit weiblich aus. genugt, es werden Menschen auf die Bühne gesteilt, die vom Leben hart, sehr hart angefaßt wurden, aber ihre Gutmütigkeit bewahrten und tomisch wirten, med der Wiensch eben in irgendeiner Hinsicht fomisch ist. Anertennenswerterweise wird man nie verlogen senitmental pder trampfhaft gewollt luftig( was viele Spielleiter oft nicht umgehen tonnen, wenn fie volkstümlich werden wollen). Sobald man beim Oberschieber lacht, hat man seine Gründe dazu. Und ein Grund zu der allervergnüg lichsten Stimmung roar die prachtige Margarele cha up als Frau Zuckermann. Kleidung, Bewegungen, Sprache, Figur, es paßte eben Logal = hervorragend Tabletten bewährt bei: Hexenschuß, Nerven und Kopfschmerzen Gicht, Rheuma, Ischias, ogal stillt die Schmerzen und fäeidet die Harnfäure aus. Fragen Sie Ihren Arzt. Ju allen Apotheten erhältlich. Best 126% Lith. 0,46% Chinin, 743% Acid acet salic.. ad 100 Amylum. hre alles zu dieser neppen fönnenden, liebebedürftigen, nicht altern wollenden Wirtin Zur blauen Rose". Feine Typen stellten überdies noch dar: Edith Lizet eine fesse Kellnerin, Hans Berg als gerade nicht aufgeweckter Kriminabeamter, Ewald Fister, der als Kalizki unschuldig daran ist, daß er nicht im Zuchthaus fizzt, und Emmy Bond. eine heruntergekommene Zettelverteilerin, die sehr menschlich wirkte. Führungen im Botanischen Garten im Sommer 1925( Eingang Königin- Luise- Straße). I. Führungsreihen. Jede Reihe monatlich einmal vom März bis September, nach Wahl Montags oder Dien 3 tag 3, 5% bis 7 Uhr( im September von 4% bis 6 Uhr). 1. Reihe, Montag, 23. März. 20. April, 18. Mai, 15. Juni, 10. August, 7. September Professor Dr. Graebner. 2. Reihe, Dienstag 24. März, 21. April, 19. Mai, 16. Juni, 11. August,& September Professor Dr. Krause. 3. Reihe, Montag, 30. M, 27. April, 25. Mai, 22. Juni, 17. August, 14. September Dr. Burret. 4. Reihe, Dienstag, 31. März, 28. April, 26. Mai, 23. Juni, 18 August, 15. September Dr. Melchior. 5. Reihe, Montag, 6. April, 4. Mai, 8. Juni, 29. Juni, 24. Auguft, 21. September Dr. Marfgraf. II. Einzelführungen. 1. Statieen und andere Suffulenten. Mon tag, 11. Mai, 5 bis 6% Uhr. Dr. Baupel.( Wird eventuell am 18. Mai wiederholt.) 2. Gewächshäuser( Tropische und subtropische Vegetation). Donnerstag, 9. April, Donnerstag, 7. Mai, Donnerstag, 3. September, 5 bis 6% Uhr. Profeffor Dr. Mildbraed. Eintrittskarten für eine Führungsreise sind zum Preise von 2 Mr., für Einzelführungen zum Preise bon 50 Pf.( einschl. Eintrittsgeld für den Garten) erhältlich bei ben Pfört nern des Gartens. Für die Einzelführungen fönnen Karten nur in beschränkter Zahl ausgegeben werden. Kinder unter 14 Jahren werden nicht zugelassen. Französisch, Englisch, Spanisch für Erwachsene. Anfang April beginnen in der Sprachenschule für Profetarier neue Abendfurse für Französisch. Englisch und Spanisch. Es werden Kurse für Anfärger und Kurse für Teilnehmer mit Vorkenntnissen eingerichtet. Der Unterricht findet wöchentlich einmal abends( 2 Stunden) statt und wird von Akademikern erteilt. Anmeldungen: Für das Zentrum Berlins am Mtitwoch, den 18. b. M., und Donnerstag, ben 19. b. M., abends von 6 bis 8 Uhr in der Gemeindeschule Gipsstr. 23a ( nahe Bahnhof Börse und Meranderplaß); für den Westen an den gleichen Tagen( abends) telephonisa: Pfalzburg 5111 uro für Neukölln am Dienstag, den 17. b. M., abends von 6 bis 8 Uhr im Lyzeum Richardplay 14( nahe Ringbahnhof Neukölln). Hinrichtung des Aachener Mädchenmörders. Am Sonnabend früh 7 Uhr wurde der Aachener Mädchenmôrder Nikolaus Künzler auf dem Hofe des Kölner Strafgefängnisses mittels Fallbeil einzige Gouillotine der Rheinprovinz-durch den Scharfrichter Gröpler aus Magdeburg enthauptet. die Ein Stapellauf auf der Werft der Deutschen Werte. Gestern lief auf der Werft Kiel der Deutschen Werke Aktiengesellschaft ein ist für die Deutsche Dampfschiffahrtsgesellschaft Hansa" in Bremen größeres Motorfrachtschiff glücklich von Stapel. Der Neubau bestimmt, die das Schiff in ihren Innendienst einzustellen beabsichtigt. Das Schiff hat eine Tragfähigkeit von 11 380 Tonnen und verorängt bollgeladen etwa 17 000 Tonnen. Es ist zirka 148 Meter lang, hat 18,35 Meter Breite und 8,4 Meter Tiefgang. Die Motorenanlage besteht aus zwei Viertattmotoren, Typ Deutsche Werke Stiel, von je rund 1800 effektiven Pferdestärken. Mit dieser Maschinenleistung läuft das Schiff etwa 12 Seemeilen. Etwa Ende Juni d. I. wird der Neubau voraussichtlich fertiggestellt sein und der Hansa"-Linie übergeben werden können. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 15. März: Werbebezirk Prenzlauer Berg. Abends 7% Uhr im Jugendheint Danziger Straße 62, Bortrag:„ Einführung in die Kunst." Werbebezirk Reinickendorf. Abends 8 Uhr im Jugendheim Seebad", Residensstr. 46, Karl- Mart- Feier". Abteilung Niederschöneweide. Abends 7 Uhr im Jugendheim Oberschöne weide, Laufener Sir. 2, Seiterer Abend. Mujit, Lautengesang, Rezitationen. Aufführung eines luftigen Glaßbrenner- Gesprächs. Faltenberg- Alt- Glienice. Rofen Museum für Meerestunde. Treffpunkt 49 Uhr Bahnhof Grünau. thaler Borstadt. Besuch der Gräber im Friedrichshain. Treffpunkt 9½ Uhr am Rosenthaler Plaz. Stralaner Biertel. Jugendheim, Schule Naglerstr. 3, abends 7 Uhr, Revolutionsfeier. Morgen, Montag, den 16. März, abends 7% Uhr: Uebungsabend des Gesangschors am Montag, den 16. März, abends 7 Uhr, int Jugendheim Lindenstr. 3. Wir ersuchen darum, daß unbedingt mehr Mädchen sich für die Teilnahme am Chor intereffteren. Achtung, Mädel! Freitag, den 20. d. M., abends pünktlich 7½ Uhr, Mädchen- Konferenz im Jugendheim Lindenstr. 3. Bortrag: Reife eindrüde aus Amerika." Referentin: Genoffin Adele Schreiber. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, den 15. März. nach mittags 3½ Uhr, im großen Saal der Philharmonie viertes Fest- Norben. Schule Putbuser Str. 3, Vortrag:„ Ethik." Hermsdorf. Schule fonzert. Tänze nach moderner Musif", ausgeführt vom Roonstraße, Diskussion:„ Gewerkschafen." Ballett der Staatsoper. Künstlerische Leitung: Herr Ballettmeister Tervis unter Mitwirkung von Elisabeth Grube( Prima Ballerina), Dorothea Albu erste Charaktertänzerin). Harald Kreutbera( erster Solotänzer) und vier Tänzerinnen vom Ballett der Staatsorer. Karten zum Preise von 120 M. noch an der Stasse zu haben. Ausstellung und Berkruf von Radierungen und Sol schnitten hervorragender Künstler( Sela Haffe. Wilhelm Oesterle, Helmut Krommer) im Bezirksbildumas ausschuß, Lindenstr. 3. Besichtigung und Verkauf in der Zeit von 10 bis 5 Uhr. Forstwanderung der Arbeitsgemeinschaft für Forstschutz und Nahr kunde, Berlin- Friedrichshagen. Am heutigen Sonntaa, den 15. b. M., wird unter Führung von Oberförster Mudra und Dr. Stachowis wieder eine Forstwanderung unternommen, auf der ein Vortrag über Fährtenfunde gehalten wird. Die Wanderung beginnt nachmittaas 2 Uhr an der Fähre in Friedrichshonen unb erbet gegen 4% Uhr in SchmetterTingshorst, wo eine sachverständige Führung durch die Schmetterlingssammlung stattfindet. Ein japanischer Dampfer mit 100 Personen unternega- gen Der japanische Dampfer Uwai- Maru" ist in einem Taifun auf der Höhe der Insel Kabashima untergegangen. Fünf Zerstörer haben fich zur Unoliidsitelle begeben. 100 Personen werden vermißt; sie find zweifellos untergegangen. Ein geringer Teil der Mannschaft fonnte gerettet werden. Schneeffürme im Schwarzwald. Seit Tagen herrschten im Schwarzwald fast ununterbrochen Schneestürme. Die Schneehöhe beträgt durchschnittlich 1.50 Meter, auf dem Feldberg 2 Meter. SCHUTZ- MARKE DETHOMPSON'S SEIFENS SCHUTZ- MAR Dr. Thompson's Seifenpulver macht die Wäsche blendend weiss. Muſitaufträge übergibt man nur em Nachweis des Deutfchen Musiker Verbandes Berlin O 27, Andreasstr. 21( Königstadt 4310). Gefchäitezeit 95, Sonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbefuch reicht weit! MARK Bei jedem einzelnen Stück wird sich dies bewahrheiten, und voller Freude werden Sie Ihre Ersparnisse feststellen. So z. B. kosten: Dieses Kasack- Kleid m. orientalischer Stickerei. Gold. Wolle u Seide, prima Rips, hochschlieb. 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Er persönlich habe die ersten Kriegskredite wider. fpruchsios bewilligt. Gegen die Bewilligung der Kredite habe er erst gestimmt, als die Eroberungstenbenz der Heeresleitung immer deutlicher zu Tage getreten sei. In längeren politischen Ausführungen schilderte der Zeuge dann die politischen Berhältnisse seit Beginn des Krieges, um dann schließlich auf den Munitionsarbeiterstreif zu tommen, über dessen Ausbreitung er eine ähnliche Darstellung gab, wie die übrigen Zeugen. Auch er wies darauf hin, daß seines Wissens von den militärischen Stellen cuf den Staatssekretär Wallraf ein Druck ausgeübt worden sei, daß Berhandlungen mit den Arbeitern abgelehnt werden sollten. Dittmann tam dann auf das bekannte Streitflugblatt zu sprechen, wobei er eine neue, sehr interessante Darstellung gab, Die im Gegensatz zu den Feststellungen steht, die in erster Instanz getroffen wurden. Im ersten Prozeß war im Urteil ausdrücklich betont worden, daß dieses Flugblatt in einer Sigung der Streit leitung vom 30. Januar in Gegenwart des verstorbenen Reichspräsidenten abgefaßt worden sei und daß Ebert diesem Flugblatt nicht widersprochen habe. Dittmann schilderte diese Angelegenheit nun ganz anders und zunächst betonte er, daß das erste Urteil zu Unrecht behaupte, daß die Notizen auf dem bei den Atten befind lichen Exemplar des Flugblattes von seiner Hand herrührten, obgleich dieses Flugblatt am 31. Januar bei seiner Berhaftung bei ihm beschlagnahmt worden sei. Vielmehr handele es sich um Notizen, die wahrscheinlich von dem damaligen Borsigenden der USPD., Hugo Haase, stammten. Im übrigen fönne er fich heute auf Grund verschiedener Tatsachen, die er sich in der Zwischenzeit vor Augen geführt habe, ganz bestimmt erinnern, daß er, Dittmann, dieses Flugblatt entgegen den Feststellungen im ersten Brozeß und entgegen der Darstellung Richard Müllers schon am Nach mittag des zweiten Streiftages, nämlich dem 28. Januar 1918, in Gegenwart anderer unabhängiger Abgeordneter, in Gewerkschaftshaus geschrieben habe, und zwar zur selben Zeit, als sich Ebert und Scheidemann im Reichsamt des Innern befanden, um Berhinolungen mit Staatssekretär Wallraf einzuleiten. Das Flugblatt curde dann verlesen, worauf Dittmann weiter befundete, daß an der Abfaffung diefes Blattes lediglich Unabhängige betei ligt gewesen seien. Sein 3med sei es gewesen, mangels eines richtig zu informieren. Am Abend des 29. Januar fei dann auch eigenen Organs der USB. die Streifenden über die Streillage das Flugblatt dem Abgeordneten els vorgelegt und dieser be fragt worden, ob nicht die Vorwärts Druckerei den Druck des Flugblatts übernehmen wolle, was Wels aber abgelehnt habe. Gum Beweise seiner Behauptungen verwies Dittmann noch auf das Buch Richard Müllers, wo auf Seite 106 des ersten Leils mit geteilt wird, das Flugblatt sei am 30. Januar verbreitet worden. Ist das richtig, dann fann es unmöglich am 30. Januar abends in der Treptower Küche erst entworfen worden fein. Weiter führte Dittmann aus: Im Jahre 1918, also im Ariege, hat bas ad hoc eingelegte außerordentliche Kriegsgericht, das ein Rache gericht mar und vom Obertommando den Befehl zur Berurteilung hatte, bei mir nur er. uch des Landesverrats angenommen und hat im Urteil ausdrücklich feitgestellt, daß fein Schaden für die Landesverteidigung eingetreten fel. Heute nach fieben Jahren versucht man bezüglich Eberts, Dollenbeten Landesverrat zu fonstruieren und behauptet alle möglichen Schädigungen der Landesverteidigung Der Borsitzende erwiderte darauf tein Wort. Nach Berlefung einiger Flugblätter der Unabhängigen aus ber Zeit vor dem Munitionsarbeiterstreit fündigte die Verteidigung an, fie molle nachweisen, daß die USP. auf den Streit vorbereitet gewesen sei, daß zwischen den beiben sozialdemokratischen Barteien schon vorher über den Streif verhandelt morden sei, und daß die SPD. ebenfalls von dem bevorstehenden Ausbruch des Streifs unterrichtet gewesen sei.( Was mag da mieder für ein 3euge ausge- tocht sein?! Reb. b. 23.") Auf die Frage eines Beisigers, welche Haltung der verstorbene Reichspräsident in der ersten Sigung der Streifleitung eingenommen habe, erklärte Dittmann, daß Ebert angedeutet habe, er sei nicht mit allen Forderungen der Streifenden einverstanden. Im übrigen hätte die Mehrheitssozialdemokratie in dieser Sigung nicht mehr das Wort ergreifen fönnen, weil die Besprechungen in Anbetracht des inzwischen erfolgten Berbotes des Oberfommandos vorzeitig abgebrochen worden seien. Die meitere Seugenvernehmung Dittmanns wurde dann unter brochen und dann zunächst Staatsfetretär a. D. Wallraf vernommen. Wallraf erzählte die Geschichte von dem Nichtempfang Der Arbeitervertreter wie in der ersten Berhandlung und fuhr dann fort: Im übrigen möchte ich bemerken, daß die gestrigen Befundun gen des Herrn Scheidemann, soweit ich sie aus der Zeitung entnommen habe, nicht der historischen Wahrheit entsprechen, wenn er fie tatsächlich so gemacht hat. Es ist nicht richtig, daß ich thn durch einen Diener empfangen ließ. er wurde vielmehr von Ministerialdirektor Dammann empfangen und weiter ist es nicht zutreffend, daß ich Giesberts hatte abweisen laffen. Bielmehr war Giesberts schon vorher bei mir im Zimmer. Ich hatte auch ausdrücklich vorher angeordnet, daß ich Abgeordnete empfangen werde." Borj.: Ist eine Anordnung des Oberbefehlshabers in den Marken an Sie ergangen, Sie sollten mit den Arbeitern nicht verhandeln? Jeuge: Bestimmt nicht, weder vom Oberfomando, noch von anderen militärischen Stellen ist irgendeine derartige Mitteilung an mich gelangt. Im Anschluß hieran tam es zu einer furzen Aussprache zwischen Wallraf und Scheidemann, wobei lekterer feststellte, daß sich zwischen den beiderseitigen Darstellungen ergebe. über die fraglichen Borgänge tein Widerspruch Ein Beisiger: Glaubte die Regierung in der Boge zu fein, zu unterdrüden? durch den Belagerungszustand und andere Maßnahmen den Streit Zeuge: Nach meiner Ueberzeugung ja. Staatsanwalt Doßmann: War für den weiteren Arbeitswillen der Arbeiterschaft ein gewaltsames Ende des Streits oder eine Bellegung durch Berständigung beffer? gelassen, dann wäre nach meiner Auffaffung die Bewegung noch Zeuge: Hätte fich die Regierung auf die Berhandlungen einviel größer geworden. Auf Befragen des Generalftaatsanwalts erklärte dann noch Bizefanzler v. Bayer im Hinblick auf eine Ausführung Ballrafs, daß seine damalige Erklärung im Reichstag, die sich gegen den Ein tritt der SPD. in die Streifleitung richtete, lediglich als Regie. rungsäußerung aufzufassen fet, die fich aber von feiner privaten Meinung unterschieben habe. Nachdem aber der Reichstanzler und Staatssekretär Ballraf nun einmal diefe Haltung gegenüber einem Streit eingenommen habe, habe er als Bizefanzler feine entgegengesetzte Stellung einnehmen tönnen. Nach der Mittagspause wurde dann wieder in der Bernehmung des Zeugen Diffmann fortgefahren, der nochmals die Auffassung vertrat, daß das Flugblatt für die ftreifenden Munitionsarbeiter schon am 29. Janaur hergestellt worden sei. Borj.: Mit den Abgeordneten in der Streifleitung haben Sie über das Flugblatt nicht gesprochen? Zenge: Nein, nur mit Herrn Bels, der an die Stelle von Braun getreten war. Hieran Inüpften sich von neuem längere Auseinandersetzungen, tage drehten. Dann schilderte Dittmann die Bersammlung im die sich immer wieder um die Vorgänge während der ersten Streit tomer Part. Er befundete, daß Ebert dort genau so gesprochen habe, wie er, Dittmann, es als Unabhängiger von ihm erwartet habe, nämlich maßvoll, und zwar au maßvoll An Einzelheiten, so z. B., ob Ebert ein Bettil hinaufgereicht morden sei, tönne er sich nicht erinnern. Auf jeden Fall halte er jedoch für ausgefchloffen, daß Ebert zur Nichtbefolgung der Gestellungs befehle aufgefordert habe. Eine solche Forderung hätte bei ben Unabhängigen unbedingt größtes Aufsehen erregt, um so mehr, als beren Wünsche lange nicht größtes Aufsehen erregt, um so mehr, als beren Bünsche lange nicht jo meit gingen. Ein neuer Kronzeuge. Ein Zeuge Uffeldt aus Nauen, ber im ersten Brozes nod nicht aufgetreten mar, befundet, daß er im September 1917 in Danzig einer Werftarbeiterversammlung beigewohnt habe, in der Scheidemann gesprochen und u. a. erklärt habe, dem Kriege müsse mit allen mitteln ein Ende gemacht merden. Wenn es nicht möglich sei, ihn durch Berhandlungen zu beenden, dann eben durch Streifs. Als der Beuge dann im Jahre 1918 von dem Streit erfahren habe, habe er fich gleich gedacht, da hat Scheidemann doch Recht gehabt". Borf.: Scheidemann hat also den Streit ultima ratio bezeichnet? Zeuge: Jamohl, er hat die Arbeiterschaft darauf hingewiesen, daß sie es in der Hand haben, ob Streit oder Friede sein soll. Generalstaatsanwalt: Hat er das Wort Streit gebraucht. Jeuge: Ich fann mich nicht auf den Wortlaut festlegen unt weiß nicht, ob er direff von Streit gesprochen bat, aber er hat die Arbeiter darauf hingewiesen, daß es in ihrer macht steht, den Krieg zu beendigen. Generalstaatsanwalt: Haben Sie fich als 3euge für diesen Prozeß angeboten? Jeuge: Samohl. Ich hatte die Aussage Scheidemanns im ersten Prozeß gelesen, daß er vor 1918 niemals etwas von einem Streit gemußt oder sich daran beteiligt, oder einen Streit propagiert habe. Darauf entfann ich mich der Borgänge in Danzig und sagte mir, das ist doch eine Schweinerei", worauf ich mich dann bei Rechtsanwalt Martin meldete, denn damals hat er tatsächlich die Arbeiter aufgefordert und ich weiß auch noch, daß die Arbeiter, die bei mir in der Nähe standen, sich über die Bropaganda Scheidemanns aufgehalten haben. Auf Antrag der Berteidigung wurde dann die Sigung unter brochen und auf Montag früh 9% Uhr vertagt. Zusammengebrochene Lügenbeutelei. " Bruhn und Rosenberg am Pranger. Die Geschäfte" der SPT. In der geftrigen Sitzung des Reichstagsuntersuchungsausschusses| gekommen sei und ihn gebeten habe, ihm die Aften über diesen Fall mußte Roenen zugeben, daß er nichts unternommen habe, zur Verfügung zu stellen. Er habe das getan und nach den Berum eine unerwünschte Berbindung politischer Persönlichkeiten durchsicherungen Biechotttas angenommen, daß er die Aften nur für Barmat zu verhindern. Darauf erfolgte die Bernehmung des Kaufmanns hartmig, der über die mysteriösen Abmachungen zwischen Barmat und einer fozialdemokratischen Stelle berichten foll. Kaufmann Hartwig fagt aus, daß es ihm lange Zeit nicht mögfich gewesen sei, mit dem Reiche ins Geschäft zu tommen, nach feinen günstigen Offerten bei Lieferung von Butter, Sped und Schmalz. Sein Bertreter Settfelb sei nach vielen Bemühungen mit einem Herrn Bucherpfennig zusamengetroffen, der in der Propagandaabteilung der SPD. in der Bellevuestraße beschäftigt fein will. Bucherpfennig habe gesagt, es müsse ein Betrag zu wohl tätigen Zweden hergegeben werden, wenn ein Geschäft zustande tommen soll Es wurde auch eine Offerte an Herrn Bucherpfennig geschrieben, in der eine besondere Bergütung von 15 Pf. für 1 Kilo zugesagt worden set. Ich erhielt dann am 6. Juli 1919 ein Empfehlungsschreiben von Herrn Krüger auf einem Briefbogen aus dem Bureau des Reichspräsidenten. Vom Reichswirtschaftsminister sei aber das Empfehlungsschreiben zurückgegeben worden. Ein Geschäft tam nicht zustande. Als der Beuge das Schreiben aus seines Aften herausfucht, eilt Herr Bruhn auf ihn zu und zeigt ihm das Attenzeichen. Der Seuge berichtet weiter, daß vor einiger Zeit ein Herr Biechottla von der Deutschen Wirtschaftsforrespondenz zu ihm Deutschen fich felbft benüßen wolle. Um jo erstaunter war er, als bald darauf ein Artikel in der Deutschen Tageszeitung mit ganz falschen Angaben erschien und auf die Mitteilungen des Herrn Bruhn zurüdgeführt wurde. Borfigender Sänger: Es ist sehr bedenklich, wenn ein Mitglied diefes Ausschuffes in folcher Belje an die Deffentlichteit geht. Abg. Robert Schmidt: Sämtliche Briefe, die an mich gerichtet waren, wurden vorher im Bureau geöffnet. Was ich gesehen habe, wurde von mir mit Sch. gezeichnet. Diefen Brief fann ich also nicht gesehen haben. Unbegreiflich ist mir, wie er mieder dem Abfender zurückgegeben werden fonnte. Dieser Herr Piechottfa hat nun in der Presse behauptet, ich habe dafür gesorgt, daß das Gefchäft zustandekomme. Das ist eine grobe unwahrhelt. Der Zeuge Hartwig stellt dazu fest, daß damals gar tein Geschäft mit den Reichsstellen zustandegetommen fel. Abg. Bruhn fagt, daß der Brief durch die Deutsche Wirtschaftsforrespondenz des Herrn Piechottta verbreitet und von einer Reihe von Blättern, auch von der Wahrheit", abgebrudt morben sei. 99 Zeuge Hartwig: Später ist ein Geschäft mit der Reichsfettstelle über 30 Wagnons Schmalz zustandegekommen, ohne Bermittlung des Herrn Bucherpfennig. Ich hatte aber bei dieser Gelegenheit soviel Scherereien bei der Lieferung, daß ich fein Geschäft mehr mit der Reichsfettstelle machen wollte. 2005 Sonntag, 15. März 1925 An Herrn Wucherpfennig oder an die Propaganda abteilung ist niemals auch nur ein Pfennig abgeführt worden. Ich habe das Gefühl, daß die Reichsstellen in der ersten Zeit die Firma Hecht. Pfeiffer u. Co., später aber Barmat bevorzugt haben. Der Beuge Pritschow erklärt hierzu, daß die Firma Hecht, Pfeiffer u. Co. mit den Reichsstellen überhaupt feine Geschäfte ge macht habe. Es wird beschlossen, zur Klarstellung der Art des Bureaus in der Bellevuestraße und der Person des Herrn Bucherpfennig, den Hettfeld, früher Bertreter der Firma Hartwig, hat den Herrn damals dort tätig gewesenen Fuhrmann zu vernehmen. Zeuge Bucherpfennig an einem Stammtisch fennengelernt. Es sei mit für ein Kilo an die Propagandaabteilung abgeführt werden follet. Herrn Bucherpfennig ein Abkommen getroffen worden, daß 15 Pf. Es sei aber nur ein Geschäft mit der Reichsfettstelle eingeleitet wor den. Ob es zustandegekommen sei, wisse er nicht. Er habe den Eindruck gehabt, daß zwei Drittel der Abgaben in die eigene Tasche fließen sollten, das letzte Drittel für allgemeine 3wede ver wendet werden sollte. Beuge nicht beteiligt. Er glaube, daß die angebliche Abführung der An der Veröffentlichung der Artikel über diese Sache set der Abgaben an die Propagandaabteilung" nur zur Berschleierung ge dient habe. Auf Befragen des Abg. Breitscheid fagt der Zeuge, er wiffe nicht, welche Stellung Herr Bucherpfennig in dem Bureau wärtige Amt gegangen. Ihm sei nicht mehr erinnerlich, ob Krüger der Bellevuestraße bekleidet habe; er sei damals auch ins Aus von den Abmachungen mit Bucherpfennig etwas gewußt habe. Es sei auch immer nur von einem Propagandafonds gesprochen worden, nicht davon, daß dieser Propagandafonds zur Sozialdemo fratischen Partei gehöre. Im weiteren Verlauf wird der frühere Leiter der Reichsfettgesagt hat und dessen Aussagen nichts wesentlich Neues ergaben. ftelle egermann vernommen, der gestern im Landtag ausEr bezeichnet Barmat als einen außerordentlich gewandten und geriebenen Kaufmann, dem gegenüber ein Vertragsgegner sehr aufpassen mußte. Barmat befiße eine große Intelligenz. Barmat habe io getan, als ob er sehr vertraut mit Minister Schmidt wäre, er habe sich auch seiner Beziehungen zu prominenten Führern der Sozialdemokratie gerühmt und fo getan, als brauche er nur auf den Knopf zu drücken, um seine Absichten zu erreichen. seinen Aeußerungen vor dem preußischen Untersuchungsausschußz Auf eine Frage des Abg. Freytagh Loringhoven nach über die angeblichen Beziehungen Barmats zum damaligen Außenminister Hermann Müller Franten teilt der Zeuge Beŋermann mit, daß sich seine Aeußerungen auf vertrauliche mitteilungen des Vertreters der Fettstelle in Rotterdam am 19. April 1920 gestübt hätten. Der Bericht in der Preffe war also ungenau. Rommel habe die Bermutung ausgesprochen, daß der geplante Abbau der deutschen Reichsstellen auf den Einfluß Barmats zurückzuführen sei, der durch gute Beziehungen zum Auswärtigen Amt Einsicht in einen Bericht über ihn erhalten habe. Abg. Hermann Müller- Franten erklärt hierzu, daß ein folcher Amt weder Herrn Barmat noch sonstwem gezeigt. Das Ganze beBericht beim Auswärtigen Umt gar nicht eingegangen fei. Er habe niemals irgendwelches vertrauliches Material aus dem Auswärtigen ruhe wahrscheinlich auf einem in Holland verbreitet gewefenen Klatsch. Deutschnationale Lügenbeutelei. Es fommt num zu einem stürmischen Zwischenfall. Bei der Ers örterung der Frage, ob Barmat im Reichswirtschaftsministerium be Dorzugt worden sei, nerfucht der Abg. Bruhn dem Zeugen, Abg. Barmat folle bevorzugt werden. Schmidt, zu unterstellen, daß er sich am Freitag dahin geäußert habe, bag nam feinen Anorbmmgen alle Lieferanten gleichmäßig behandelt Abg. Schmidt ftellt in großer Erregung feft, er habe ausgefagi baß nach merden sollten. Er verbitte sich eine solche Verbrehung seiner Aus jage durch den Abg. Bruhn. „ Sie Lügenbeutel!" ruft Robert Schmidt Bruhn zu Bruhu erwidert mit schreienber Stimme. Der Borsigende ersucht beibe Abgeordneten fich au mäßigen. Nachträglich weist der Borsigende den Ausbrud Lügenbeutel aufs scharffte zurüd, zur Ordnung fönne er den Abg. Schmidt nicht rufen, da er nicht als Abgeordneter, sondern als Zeuge geladen sei. Auf der anderen Seite müffe er als Vorsitzender feststellen, daß Abg. Schmidt fich am Freitag ganz eindeutig dahin ausgesprochen habe, es sollten alle Lieferungen gleichmäßig behandelt werden. Abg. Schmidt erklärt dazu noch, daß seine Erregung verständlich fel, denn nicht nur jeht, sondern ununterbrochen, wiederhole der Abg. Bruhn und fein Blatt, die Wahrheit", die verlegene Behauptung, daß er an dem Geschäftsabschluß, bei dem der Name Wucherpfennig genannt wurde, beteiligt gewesen sei. Firma Hartwig auf der einen Seite und Wucherpfennig und Krüger Der Zeuge Fuhrmann foll sich über den angeblich zwischen ber auf der anderen Seite abgefchloffenen Bertrag äußern. Der Zeuge mar 1919 Geschäftsführer des Zentralausschusses für soziale Aufflärung und hatte insbesondere die Aufgabe, unter den damals neugebildeten militärischen Formationen für die Republit zu wirken. Herr, Wucherpfennig sei ihm vorgefest gewesen, vorher oder nachher habe er ihn nicht gefannt. Die Räume des Zentralausschuffes in der Bellevueftraße lagen im Sozialdemokratischen Bureau für den Bezirk Groß- Berlin. Sie feien von der Reichsfartoffelftelle gemietet worden. Der Zentralausschuß für soziale Aufklärung habe ein Intereffe daran gehabt, daß die notleidende Bevölkerung mit Lebensmitteln versorgt würde. Nur aus diesem Grunde habe der Zeuge die Bemühungen unterstüßt, die Firma Hartwig in Berbindung mit den in Frage kommenden Reichsstellen zu bringen. Ob daraus etwas geworden sei, wisse er nicht. Irgendeinen persönlichen Borteil habe der Zeuge dabei nicht gehabt, ihm sei auch nicht betannt, daß bestimmte Abmachungen getroffen wurden. Eine Verbindung mit irgendeiner Partei habe nicht bestanden. Mif der Sozialdemokratie habe der Zentralausschuh gar nichts zn fun gehabt Auf Befragen des Abg. Breiffcheid erklärt der Zeuge, die von seinem Bureau verbreiteten Flugblätter feien nach seiner Erinnerung Sentralausschuß für soziale Aufklärung" unterzeichnet worden. Die Berbindung mit der Firma Hartwig wurde durch Wucherpfennig hergestellt. Der Zentralausschuß habe niemals auch nur einen Pfennig an die Sozialdemokratische Partei gezahlt, feine Ausgaben erstreckten sich auf Bezahlung der Angeftellten, der Flugblätter usw. Beuge Pagels, Kassierer des Bezirts Groß- Berlin der SPD., weiß nichts davon, daß irgendwelche Beträge aus abgeschlossenen Geschäftsverträgen an die Bartei abgeführt worden feien. Das Barteibureau in der Bellevueftraße habe mit dem Zentralousschuß nicht das mindeste zu tun gehabt. Die dortigen Räume seien gemietet worden, weil man sonst nichts anderes betam, als das Bureau 1919 dorthin verlegt wurde, habe es den Zentralausschuß bereits vorge funden. Zeuge Theodor Fischer, Parteisetretär des Berliner Bezirksver bandes der SPD., bestätigt diese Aussagen. So viel er wiffe, fei Wucherpfennig nicht Mitglied der Partei gewesen. Der Bezirksver band habe niemals Verträge abgeschlossen, durch die die Partei an den Erträgnissen von Geschäften beteiligt werden sollte. Wie wenig die Sozialdemokratie mit dem 3entralausschuß zu tun gehabt habe, gehe auch daraus hervor, daß dessen Flugblätter oft den. Auffaffungen der Partei widersprochen hätten. Der Zeuge Heffeld bemerkt zur Ergänzung seiner früheren Betundungen, daß er lediglich durch die enge räumliche Berbindung des Zentralausschusses mit dem Bezirksverband auc Auffaffung gefomunen fein önne, als of ouh noch eine andere Berbindung bestanden habe. Der Abg. Dr. Rosenberg blamiert sich zum Abschluß der Sitzung noch dadurch, daß er vom Borsigenden verlangt, der Zeuge Abg. Schmidt, folle zur Fragestellung noch einmal vernommen werden. Inter allgemeiner Heiterfeit belehrt ihn der Vorsitzende, daß die Vernehmung des Abg Schmidt gestern abend bereits abgeschloffen murde. Wenn Herr Rosenberg dagewesen wäre, hätte er jetzt nicht fein Berlangen stellen können. Nächste Sigung: Donnerstag, 10 Uhr vorm. Eine tolle Verdrehung. Es ist aus Raumgründen unmöglich, die täglichen Lügen und Berdrehungen der Rechtspresse über die Barmat- Untersuchungen einzeln aufzuführen und zu widerlegen. Man muß sich damit begnügen, befonders ellatante Beweise von Verlogenheit herauszugreifen und festzunageln. Die Deutsche Allgemeine Zeitung" ist nach jeder Sigung des Untersuchungsausschusses bemüht, in einem Stimmungs. bild einen tendenziösen Extraft der Verhandlungen herauszu fristallisieren. Ueber die geftrige Bernehmung Robert Schmidts heißt es: Durch Minister Schmidt hörte man später, daß Barmat feinerzeit den Hafenarbeiterstreif in Rotterdam durch ist Selbmittel unterstützt habe.( Daß dadurch deuffde Lebenss Zeuge nochmals erffart, es mürben mittel gefährdet wurden, ist offenbar ein Teil der Berdienste Barmats um Deutschland".) Es wäre interessant, wenn man festftellen könnte, ob Herr Barmat ähnlich diesem Liebesdienst auch in deutsche Wirtschaftskämpfe eingegriffen hat." Eine miderwärtigere Berdrehung längst flargestellter Tatsachen gar nicht denkbar: Die geldlichen Unterstügungen Barmats an die holländischen Hafenarbeiterverbände bildeten ja gerade die von den Streifenden gestellte Bedingung für die Freigabe der dem Verderben ausgefegten, für Deutschland bestimmten Lebensmittelsendungen( Wohlgemerkt: es handelte sich nicht um Barmat- Lieferungen.) Dieses Eingreifen hatte vollen Erfolg. Aber selbst aus dieser Tatsache, die unmöglich den Barmats zum Vorwurf gemacht werden könnte, extrahiert das Etinnes- Blatt eine böswillige Verdächtigung! Nebenbei bemerkt: In der gestrigen Sigung des Reichstags. ausschusses war fein Redakteur der Deutschen Allgemeinen Zei tung" anwesend. Dieser verlogene Bericht ist also entweder ein in der Redaktion selbst fabriziertes Stimmungsbild" oder er ftammt von einem rechtsstehenden Mitglied des Ausschusses. Bei der fanatischen Gehässigkeit der mit richterlichen Befugnissen(!) cusgestatteten reaktionären Abgeordneten halten wir das Leitere für wahrscheinlich. Durcheinander im Preußenausschuß. Ein bißchen von allem. Neue Vernehmung Bauers. Zwischen den Untersuchungsausschüssen des Reichstages und des Landtages ist neuerdings eine gewisse Rivalität entstanden, die zuweilen recht scharfe Formen annimmt. Gewiß verdient nicht alles, was im Reichstagsausschuß vor sich geht, das Lob einer unparteiischen, nur der Aufklärung wichtiger und fachlicher Fragen dienenden Unterfuchung. Aber das liegt schließlich daran, daß ein Bruhn und ein Rosenberg dort dieselben Rechte genießen, wie andere, anständige Mitglieder. Es mar geradezu wohltuend, wenn auch unparlamentarisch, daß Genosse Robert Schmidt, der mehr als ein Mens fchenalter selbstlos im Dienste der Arbeiterschaft gewirft hat und an deffen Integrität zu zweifeln eine Schamlofigfeit ist, gegen Verdächtigungen seiner eidlichen Aussage, ausgerechnet durch Herrn Bruhn, mit dem Ausruf: Gemeiner Lügenbeutel!" herausplaẞzte. Immerhin herrscht im Reichstagsausschuß Methode und Ordnung und dies verdankt man nicht zuletzt der energischen und imfichtigen Leitung des sozialdemokratischen Vorsitzenden Saen ger. Im Unterfuchungsausschuß des preußischen Landtages herrscht dagegen ein chronisches Durcheinander, an dem die Mitglieder der Rechtsparteien die Schuld tragen, die von Anfang an es barauf abgesehen haben, aus dem Untersuchungsausschuß einen Berdächtigungsausschuß zu machen, wobei die„ Belaftungs- Zeugen freien Spielraum erhalten sollen, die Verdächtigten aber sich taum mehren dürfen. An der Objektivität des volksparteilichen Vorsitzenden Dr. Leidig ist an sich nicht zu zweifeln, doch zeigt er fich gegenüber der planmäßigen Tintenfischtaftit der deutschnationalen Mitglieder offenfundig nicht gewachsen. Zwischenfälle. Der Vorsitzende Dr. Leidig ersucht den Zeugen um Auskunft darüber, ob in den Konten einer der Barmat- Banten sich ein onto für Abg. Bauer in Höhe von 263 000 Mart befindet. Zeuge Bauer: Ich möchte die Frage stellen, mer bas behaup. tet hat. Borf.: Es handelt sich um einen Beweisantrag, der hier im Ausschuß gestellt wurde. Zeuge Bauer: Ich habe niemals ein Konto bei einer Bar mat- Bant gehabt. Die Bücher müssen ergeben, daß ich mit teiner der Banken in Beziehung gestanden habe. Borf.: Haben Sie irgendwelche Vorteile, nachdem Sie das Empfehlungsschreiben gegeben hatten, gehabt? verdächtigende Aussagen der Zeugen gegen die Sozialdemokratie gemacht, Derbittet sich der Vorfizende Dr. Leidig solche Aeußerungen des Zeugen ganz energisch. Es entsteht darauf die, den Vorsitzenden u. a. zu der Bemerkung veranlaßt: Herr Abg. unter den einzelnen Gruppen des Ausschusses große inruhe. aufhold, das geht so nicht, wenn das so weitergeht, so hebe ich die Sigung auf. Beranlassung zu der Erregung gaben u. a. die mei teren Bekundungen des Zeugen Bauer, daß die Zeugen Beyermann, Schmon usw. die Vorgänge in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen würden, als es wirklich der Fall war. Es entsteht daraufhin eine stundenlange Geschäftsordnungsdebatte, in der die Deutschnationalen Kaufhold und könnede die Konfrontierung Bauers mit anderen Zeugen beantragen, während der Borsitzende vor den Konsequenzen solcher uferlösen Auseinandersetzungen warnt. Abg. Dr. Schwering( 3.) bemerft: Es ist bedauerlich, daß er ft ieht sich herausstellt, daß die Praxis des Ausschusses verkehrt ist. Als der Redner behauptet, die Berichterstattung der Presse der Rechtsparteien über den Ausschuß jei geradezu flandalös, entsteht große Erregung bei den Deutschnationalen. Die deutschnationalen Abgeordneten rufen: Das ist schamlos! Es herrscht anhaltende Unruhe. Abg. Kuttner( S03.) gibt zu, daß es reichlich spät ist, daß der Ausschuß endlich einfieht, daß das angewandte Berfahren unter erheblichen Mängeln gelitten hat. Es solle nochmals der Versuch gemacht werden, Ordnung in die Verhandlungen zu bringen, und zwar nach den Bestimmungen der Strafprozeßordnung. Der Ausschuß müsse sich darüber schlüssig werden, welche Gebiete er noch behandeln wolle. Es wurde in 25 Sigungen über einen Mann geredet, der in Untersuchungshaft fiße und der seit Wochen und Monaten teine Gelegenheit habe, fich gegen die gegen ihn er hobenen Vorwürfe zu verteidigen. Nach der Strafprozeßordnung habe das Strafverfahren zu beginnen mit der Vernehmung des Befchuldigten. Die Beugen müßten in seiner Anwesenheit gehört werden. Formal gebe es hier feinen Angeschuldigten. seine Brüder, in anderer Beziehung vielleicht noch die Herren Materiell fei angeschuldigt Julius Barmat und vielleicht in irgendwelcher Beziehung gestanden und ihm Empfehlungen der Seehandlung und schließlich diejenigen, die mit Barmat gegeben haben. Der Untersuchungsrichter habe erflärt, er werde sich mit äußerster Kraft dagegen wenden, daß Berfonen, die sich in Untersuchungshaft befinden, vor dem Ausschuß gehört merden, weil dadurch der Zweck der Untersuchungshaft vereiteli werde. Er habe sich gefügt, weil der Ausschuß nicht eine Gerichtsverhandlung kaputtmachen dürfte und die Staatsintereffen vorgehen. Jetzt, wo laut Ecklärung des Untersuchungsrichters der Haftbefehl auch noch wegen der Sache Höfle aufrechterhalten werde, die den preußischen Ausschuß nicht berühre, fei der Zeitpunkt gekommen, daß Barmat hier vernommen werde. Der Redner ftellt den Antrag, erneut mit dem Untersuchungsrichter in Verhand lung zu treten, daß Barmat vor dem Ausschuß seine Aussagen machen dürfe. Zeuge Bauer: Der im Lofal- Anzeiger" veröffentlichte Brief enthält unrichtige Behauptungen. Als ich Ende 1922 cus dem Schaẞministerium ausschied, fam ich eines Tages mit Barmat zusammen. Er fragte, ob ich mich für seine linterneh muungen intereffieren wolle. Er habe die Absicht, sich eine Bant zuzulegen, und er brauche Leute für den Aufsichtsrat. Ich entschied mich später, nicht in den Aufsichtsrat einzutreten. Als ich dann in den Aufsichtsrat einer anderen Bank eintrat, er? alteten die Beziehungen zu Barmat. Im August 1923 erschien im ontag morgen" ein Artikel, in dem ich heruntergemacht wurde. Ich sollte damit bei meiner eigenen Partei verdächtigt werden. Ich habe einmal Barmat 3000 Gulden zur Verwaltung übergeben, welche er verzinsen sollte. Später habe ich Geschäfte mit Barmat und Bekannten vermittelt, wofür mir 10 Proz. Provision angeboten wurden. Als ich Barmat ersuchte, die Beträge an mich zu zahlen, schickte er mir zunächst 3000 Gulden. Das war aber nicht die Summe, die ich erhaiten mußte, und es tam zu Differenzen mit Barmat. Wiedemann Am geftrigen Sonnabend ging es im Landtagsausschuß befind dort in bunter Reihenfolge min= beſtens ein halbes Duz end. Fragen durch Zeugenvernehmungen zur Sprache gefommen- oder vielmehr nur angeschnitten worden die teils die Barmat- Affäre, teils die Kutister- Affäre, teils aber auch überhaupt feine Affäre berühren. Komint da z. B. ein Ober regierungsrat Jedler, der lang und breit Angaben über den Berkauf der Margarinefabrik Haselhorst macht, die zwar aimächst sehr befremdend wirten mußten, von denen fh aber nachträglich herausstellt, daß sie auf völliger Unfenntnis der Materie beruhten. Aber warum soll da nicht einem Beamten, der fich beim Rechtsblock durch scheinbar sensationelle Aussagen emp. fehlen möchte, Gelegenheit gegeben werden, fich wichtig zu machen? Die Sache flärte sich durch Mitteilungen des früheren Reichsfonzlers Bauer ganz anders auf, als sie der Herr Oberregierungsrat fapiert hatte. Dann aber wurde die Bernehmung Bauers plötzlich wieder ab. gebrochen und der Breslauer Polizeipräsident Kleinböhmer über die Beschlagnahme eines Wertzeuglagers in Breslau ver. nommen, eine Sache, die wiederum mit der Kutister Affäre zusammenhängt! Dann wieder einmal zurück zur Barmat- Sache: der Ministeriaírat Egbring, früher Presseadjutant von Hermes, be richtet über Aussprachen, die er mit dem Abgeordneten Heilmann teils wegen Barmat- Beschwerden, beils wegen Abbaues der Reichs, ftelle für Dele und Fette gehabt habe. Diese Bernehmung ergibt nichts Wesentliches. Dann wird Generaldirektor Karesti über den von Heilmann mit geteilten Brief Stresemanns an den Sprit- Weber bernommen. Der Zeuge befundet daß der Inhalt des genannten Briefes ihm von Sprit- Weber angegeben worden sei, hen Brief selbst habe er nicht gesehen. Heilmann erklärt hierzu, daß er den Zeugen so verstanden hätte, als ob er Webers Brief gefehen hätte. Danach wird nochmals Reichskanzler a. D. Bauer bernommen. Wir geben hier, nachdem früher die Anfchuldigungen gegen Bauer ausführlich zur Sprache gebracht wurden, den Wortlaut des Berhandlungsberichts wieder: Bettfedern Fertige und Daunen Rupffedern 6.50, 4.80, 3.40, 2.25 Schleißfedern 10.90, 8,60, 6.70 95 Pt. 5.75 Daunen 18.50, 13.00 8.50 Bett- Inlette, BettAmejima del marmet Der Zeuge ertári hen Brief ber in dem Briefe ferner unrichtige 3ulage enthalten, die im Original nicht enthalten gewesen seien. Ich fonnte ouf den Brief nicht mehr antworten, da ich mehrlos dagegen war, weil ich Zeugen für die Unrichtigkeit der Behauptungen nicht auf: bringen konnte. Später, jo erflärt Beuge Bauer, habe ich Geschäfte gemacht, die mir aber große Berluste eintrugen. Jedenfalls tann ich betonen, daß ich von Herrn Barmat absolut feine Vorteile gehabt habe. Er hat mir mein Geld, die Provi fionen und Zinsen gezahlt, und zwar 5 Broz. pro Monat. Später habe ich alle Beziehungen zu Barmat gelöst. Zum Minister Her mes bin ich auf Ersuchen meines Parteifreundes Schwarz ge gangen, uni mich zu überzeugen, was denn an den Behauptungen, Barmat sei ein Schieber und dergl., sei. Hermes gab zunächst mehreremal ausweichende Antworten. Er erflärte zu nächst, daß feines Wiffens nichts Besonderes los sei. Später bin ich mit Barmat und Schwarz nochmals bei Hermes gewesen. Es wurden dann zwei Beamte der Fettstelle hinzugezogen, die erklärten, man sei mit Barmat sehr unzu. frieden wegen seiner Art der Lieferungen. Barmat wurde sehr erregt und wies die Beschuldigungen zurüd. Er mollte Zeugen benennen usw. Zeuge Bauer habe damais ben Borschlag gemacht, daß ce Untersuchung über die Ange legenheit angestellt me ben möge. Es wurde daraufhin das Bersprechen gegeben, die erhobenen Borwürfe fchriftlich zu firieren. Barmat hat dieses Schriftstid erhalten und daraufhin Einspruch erhoben. Es ergebe fich also ein wesentlich anderes Bild als das von einzelnen Zeugen hier entworfene. Auf Geschäfte vom Jahre 1919 babe Beuge Bauer feinen Einfluß gehabt. Der Lofal- Anzeiger" und die„ Deutsche Tageszeitung" lügen diese Berichte noch um. Die weitere Bernehmung des Zeugen Bauer geftaltet fich dann fehr erregt. Er erffäri, zum Vorsitzenden gewandt, mau wolle ihm hier die Möglichkeit bestreiten, Vorwürfe gegen Barmat richtigzustellen, die sich, nachdem er sich überzeugt habe, als unrichtig herausstellten. Die ideale Bettfüllung! Betten Monopoldaunen gres- rot inlatt mit guten Federn Oberbett.. Unterbett Kissen... 14.25 11.50 4.40 echt türkisch- rot lalett mit Halbdausen Oberbett.. ........ 39.90 echt chines, ges gesch 3-4 Pfd. zum Oberbett 8.50 per Pfd. 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Sein Fraktionsgenosse Kaufhold, der bereits einmal durch den Antrag auf Ladung David. johns eine ebenso leichtfertige wie nußlose Verschleppung ber Berhandlungen verschuldet hatte, beantragte unter vielen anderen ten 3eigner, weil irgendwo einmal gestanden haben foll, daß neuen Labungen diejenige des früheren fächsischen Ministerpräsiden Seigner die Partei vergeblich vor Barmat gewarnt haben fo11. absolutes misverständnis, das auf eine allgemein ge Wenn wir uns nicht täuschen, handelt es sich dabei um ein haltene Aeußerung Zeigners auf dem Berliner Bezirksparteitag im September 1923 zurückzuführen ist, die er auf Rückfrage des Parteivorstandes damals glatt zurücknahm. Selbstverständlich wurde auch diesem Tintenfischantrag stattgegeben. Die sozialdemo fprochen hätten, natürlich dem Vorwurf der Vertuschung aus tratischen Mitglieder des Ausschusses hätten sich, wenn sie widergefeßt.. die Dinge gediehen find, auch nur den Versuch zu unternehmen, Schließlich hat es auch gar feinen 3wed mehr, so wie etwas Ordnung und Berrunst in diesen Ausschuß hineinzubringen. Die Deutschnationalen und Kommunisten haben diese Körperschaft von Anfang an nur als cin Mittel zur Ber und ihr Streben geht dahin, dieses Instrument noch möglichst lange leumdung der Sozialdemo? ratic auigefaßt und benußt, ou verwenden. Aber der gesunde Menschenverstand der Bevölke rung wird schon von selbst gegen diese planmäßige, und dennoch plumpe und tonfuse Chrabschneiderei reagieren, zumal in demselben Maße, wie die Untersuchung ausschweist und ver fumpft, die gerichtliche Anklage gegen Barmat zufammenschrumpft. Im übrigen war es geradezu symbolisch, daß nach wochenlanger, wohlbegründeter Abwesenheit der Ehren- Stolt gestern mieder unter den Ausschußmitgliedern faß Warum foll er nicht? Benn sogar im Reichstagsausschuß der Wahrheit" Bruhn un entwegt sigen darf und sich untersteht, einen Robert Schmidt zu verdächtigen. Seit 1886 sehr preiswert! Bettfedern Lustig Aufpassen! Man irrt sich- Lustig nur Gundvierzig M enn Sie ert darauf legen irklich aren Marke Bettfederlustig. zu erhalten, dann Achten Sie auf die Turm- Ecke Prinzen- Str. Ecke Sebastian- Str Grösstes Spezialhaus Deutschlands für Bettfedern, Betten und Schlafzimmerbedarf Mangelnde Staatsaufsicht. Untersuchung des Standals der Landespfandbriefanstalt Im Ausschuß zur Untersuchung des Standals an der Bandespfandbriefanstalt murde gestern die mangelnde Staatsaufficht geprüft Ministerialdirektor Conte, der Bor. fizende des Verwaltungsrats, teilt mit, daß sich die Staatsaufsicht darauf beschränft, darauf zu achten, daß nach den gesetzlichen Be summungen und Sagungen verfahren wird. Der Berwaltungsrat hatte bis Ende 1924 teine Geschäftsrevision angeordnet. In der etften Zeit wurden auch keine Geschäftsberichte erstattet. Erst turz ror Weihnachten erhielt er Kenntnis vom Zipewis- Geschäft. 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Oberste Aufsichtsbehörde war das Ministerium, fein ausführendes Organ der Staats kommissar, in diesem Fall Geheimrat Fischer. Dieser erklärt, er habe sich als 3 wischeninstanz zwischen Ministerium und Anftalt aufgefaßt. Zu einem selbständigen Eingreifen habe er sich nicht für befugt gehalten. Nach seiner Ansicht habe eine alle amei Jahre vorzunehmende allgemeine Renision genügt, einen fachverständigen Einblick in die allgemeinen Bücher habe er nicht geni mmen. Bors Ceinert bemerkt, daß unter einer Revision, die alle zwei Johre vorzunehmen wäre, mohl taum eine Kontrolle laufender Geschäfte" zu verstehen sei. Geheimrat Fischer erklärt, hinsichtlich der Geschäftsführung fei er nie auf den Gedanken gekommen, daß irgend etwas Sahungswidriges geschehe. Auf die Frage, ob er, wenn er eine Kontrolle vorgenommen haben würde, wohl etmas zu beanstanden gehabt hätte, erwidert der Zeuge: Ich bin fest überzeugt, daß ich nichts gevielleicht alle vierzehn Tage Einblid in bie Ge Der Zeuge erfennt an, baß er wohl das Recht gehabt habe. ichäfte zu verlangen; er habe aber von dieser Befugnis feinen Gebrauch gemacht. Die nächste Sigung Mittwoch abend 7 Uhr. Pfarrer Heumanns Heilmittel stets auch vorrätig im Aleindepot: Zions- Apotheke Homöopath. Zentral- Officin Berlin N. 31, Anklamer Straße 39/40, an der Ecke Brunnenstr., 5 Min v. Rosen'hal, Tor. Tel. Amt Humboldt 1022. Adler- Apotheke ( Paul und W. Sadée), Berlin- Friedenau, Rheinstr. 16. Tel.: Rheingau 2029, Friedrich WilhelmApotheke. Apotheker Georg Seelenbinder. Charlottenburg 2, Leibnizstraße 106. lelephon 121, Schweizer- Apotheke. Apotheker Max Riedel Berlin W8, Friedrichstr.173. Heege's Apotheke. Berlin O. 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Beilage des Vorwärts Die Arbeitgeber als Wirtschaftspolitiker Sie wollen nichts hinzulernen. Preise und Löhne. Der Roggenpreis hat sich seit einem Jahre rund vet doppelt. Die Industrie hat in der legten Zeit eine ganze Reihe von Preiserhöhungen durchgesetzt und dort, wo der Markt ihr nicht foigen wollte, die Anerkennung der hohen Preise durch Produktionseinschränkungen erzwungen. Aber die Arbeitgeber denken nicht daran, auch aus der Preisgestaltung die notwendigen Konfequenzen in der Lohnpolitik zu ziehen. Fährt doch die Unternehmerresolution fort: Sm vorigen Jahre erregte eine Dentschrift der Vereini gung der Deutschen Arbeitgeberverbände in der Presse und in wissenschaftlichen Kreisen erhebliches Aufsehen. Zeichnete sich doch dieses Geistesprodukt der„ Elite des deutschen Volkes" dadurch aus, daß es nicht nur den einfachsten Tatsachen Gewalt antat, fendern auch längst als unrichtig erkannte Statistiken in höchst tendenzióser Weise gegen die Lohnforderungen der Arbeiterschaft in irreführender Weise darstellte. Es ist dreiriertel Jahr her, seit die Denkschrift erschien. Es gibt niemand in Deutschland, der aus dem Fortgang der wirtschaftlichen Entwicklung mittlerweile nicht neue Erkenntnisse gezogen hätte. Selbst die deutsch- Hinauftreiben der Löhne nicht rechtfertigen. Gegenüber Oktober ,, Auch aus der Preisentwidlung läßt sich ein weiteres nationalen Politiker und das will doch wirklich viel heißen! haben inzwischen zu einer ganzen Reihe von entscheidenden Fragen der Finanz- und Wirtschaftspolitik ihre Meinung geändert. Einzig und allein den deutschen Arbeitgeberverbänden ist es vorbehalten geblieben, unbeirrt von allen Tatsachen der wirtschaftlichen Entwicklung auf einem Standpunkt zu beharren, der längst als falsch erkannt worden ist. Um das ausdrücklich zu betonen, hat der große Ausschuß der Vereinigung der Arbeitgeberverbände in seiner Sizung vom 12. März seine Anficht in einer Entschließung niedergelegt, die einer Betrachtung mert ist, obwohl sie nur längst bekanntes wiederholt. Die Resolut tion beginnt: Wie sich schon äußerlich aus dem Steigen der Arbeitslofenzahl( seit Necember 1924 um 40 Broz.) ergibt, ift gegen wärtig die Lage der deutschen Wirtschaft überaus ungünstig. Der Innenmarkt ist in seiner Kauftraft außerordentlich geschwächt, wie fich auch u. a. am Ergebnis der Leipziger Messe zeigte, wo der Erfolg an der deutschen Preishöhe scheiterte. Die Ausfuhr hat immer noch erst nur etwa 50-60 Broz. des Vorkriegsausfuhrmertes und der Einfuhrüberschuß hat im Januar die unerhörte Höhe von 600 Millionen erreicht. Nicht nur auf dem Weltmarkte, von dem wir zum großen Teil verdrängt sind, sondern sogar im Inlandsmarkt gewinnt die ausländische Konkurrenz Boden und verschlechtert unsere Handelsbilanz. Während sonach die WirtSchafskurve immer mehr nach unten geht, ist die Lohnkurve fcit Juli vorigen Jahres ständig gestiegen und die Lohnbewegung nicht zum Stillstand gekommen. Auch jetzt wieder werden in großem Umfange weitere erhebliche Lohnforderungen geſtelit, cbwohl im Oktober und im Januar auf der ganzen Linie Lohn erhöhungen eingetreten sind." Also: die Arbeitslosigkeit steigt, weil die Industrie infolge überspannter Preise, trotz der niedrigen Löhne weder im Inland noch im Ausland ausreichenden Absatz findet. Eine Veranlaffung zu einem radikalen Preisabbau sieht die Arbeitgeber vereinigung darin nicht. Der Markt versagt, weil teine Kauffraft da ist. Also müßte man ihn aufnahmefähig machen. indem man die Kaufkraft durch höhere Löhne stärkt. Arbeitet doch die amerikanische Industrie mit Löhnen, die um ein vielfaches über den deutschen Löhnen liegen, billiger als die deutschen Unternehmungen. 336 ardist att jag sites& tod Die Unternehmer wollen keinen Absah. Weit gefehlt! Die Arbeitgeber wollen den Markt dadurch aufnahmefähig machen, daß sie die Kauftraft der breiten Maffen weiter fünstlich niedrig halten. Denn weiler in der Resolution-: so heißt es " Bei solcher Wirtschaftslage ist eine Erhöhung des gefamten Lohnniveaus untragbor und der Versuch, der Wirtschaft weitere Lohnerhöhungen aufzuzwingen, würde für die Gesamtheit unseres Volkes die schon jetzt vorhandenen Gefahren noch steigern. Bedeutet doch eine Lohnerhöhung von nur wenigen Prozenten für die gesamte Wirtschaft Summen, die in die underte von Millionen Reichsmart gehen. Solche Summen fönnen überdies bei der Geldknappheit der Betriebe nur mit erneuter Anspannung des Kredites, der schon jetzt weit über die Kräfte des Betriebes und der ganzen Wirtschaft beansprucht ist, gedeckt werden. Heute schon hat die Summe der von der Reichsbant gewährten Kredite den Betrag von 3 Milliarden Goldmark überschritten, und die Reichsbank legt sich deshalb erneut Zurüdhaltung in der Kreditfrage auf. Wenn die Reichsbank durch die Ermäßigung des Diskontsages der Wirtschaft eine gewisse Entlastung bringen wollte, so muß angesichts der immer noch gespannten Lage unferer Währung mit der Gefahr gerechnet werden, daß ein neueinsetzender starker Andrang nach Krediten eine ver fchärfte Kreditdroffelang nach sich zieht, um den Zahlungs. mittelumlauf, der schon jekt mit 4,4 milliarden Reichsmart über der durch Produktion und Umsch bedingten Grenze liegt, nicht meiter zu steigern Betriebseinschränkungen und Arbeitslosigkeit müffen dann die Folge weiterer Lohrerhöhungen sein." Die Arbeitgeber vereinigung verfchweigt gefliffentlich, daß der deutschen Wirtschaft ganz gewaltige Summen an Betriebskrediten aus dem Ausland zugeflossen find. Nimmt man selbst an, daß diese nicht ausreichen, so ist die Logik doch immerhin eigenartig. Eine Erhöhung der Löhne um mehrere Pfennige würde die Industrie gleich Hunderte von Millionen„ fosten", so sagen die Unternehmer. Also verweigern sie die Hunderte von Millionen. Und nachher wundern sie sich, daß die Arbeiterschaft troß ihres Hungers nach Waren aller Art nicht für Hunderte von Millionen Mark taufen fann, und daß die Fabriken dadurch zum Still liegen fommen. Das Milchmädchen der Fabel( von der die Milchmädchenrechnung ihren Namen hat) verdiente den Nobelpreis in Mathematit, wenn man sie mit den Syndici der Arbeitgebervereinigung vergleicht. Die Erfahrung ist der beste Lehrmeister. Millionen Menschen kennen Schaumpon mit dem schwarzen Kopf als ein an reinigender Wirkung unübertroffenes Haarpflegemittel, das sie nicht mehr missen wollen. Deshalb säumen Sie nicht und machen auch Sie sich die Erfahrung Anderer zu eigen, indem Sie zur Kopfwäsche nur noch das altbewährte ,, Schaumpon mit dem schwarzen Kopf" verwenden. Eine Auswahl der verschiedensten Sorten mit wirksamen Zusätzen ermöglicht es Ihnen, Ihr Haar nach Beschaffenheit und Farbe individuell zu behandeln. Alleiniger Hersteller: Hans Schwarzkopf, Berlin- Dahlem. Wichtig ist, daß Sie beim Einkauf den Zusatz mit dem schwarzen Kopf" besonders betonen. zeigt der die tatsächlichen Verhältnisse beſſer wie der amtliche Lebenshaltungsinder wiedergebende Großhandelsinder für Lebens- und Genuß mittel im ganzen nur eine Zunahme von 1,5 Proz. und der Inder für Fertigwaren nur von 3,8 Proz. Die Industrie ist an der Grenze ihrer Leistungsfähig feit angelangt. Für ihre Preiskalkulation sind durch die erheblich perringerte Nachfrage im Inlandsmarkt als Folge der Geldknappheit und durch die zunehmende Konkurrenz des Aus: landes die Grenzen gezogen. Es würde also jede Ueberschreitung der Preisgrenze zu einem Rückgang des Absages im Ausland und zu fortschreitender Verminderung der Inlandsfauftraft, zu neuen Betriebseinschränkungen und Arbeitslosigkeit führen. Eine Hebung der Inlandskaufkraft ist bei der heutigen Wirtschaftslage nicht durch Hinauftreiben des Nominallohnes mit gleichzeitig verlangter Arbeitszeitverkürzung, sondern nur durch größte Vorsicht in der Kalkulation und Sparfamteit im Konsum, durch höchste Arbeitsleistung mit Steigerung und Verbilligung der Produktion und die nur so zu ermöglichende Bildung neuen Kapitals zu erreichen. Schließlich führt das System furzfristiger ohn tarife und staatlichen Lohntarifzwangs zu der Gefahr der Wiedereinführung von Gleitpreisen und steht im Widerspruch mit dem Bestreben der Reichsregierung, durch ihre Wirt fchafts- und Handelspolitit Einfluß auf das inländische Preisniveau zu gewinnen. Aus diesen Gründen fühlt sich die deutsche Arbeitgeberschaft verpflichtet, die gesamte Deffentlichkeit, die verantwortlichen Streife der Gewerkschaften und die Reichsregierung auf die ernsten Folgen aufmerksam zu machen, die nach ihrer Ansicht eintreten müssen, wenn das bisherige System staatlichen Lohnzwanges und eines ununterbrochenen Hinaufschraubens der Löhne trok der fehlenden Wirtschaftsvoraussetzungen beibehalten wird." Sonntag, 15. März 1925 an Schiffsraum in der ganzen Welt vorhanden ist, finden doch fortlaufende Ergänzungen und Neubauten von Schiffen statt. So stellte die Hapag drei Neubauten mit insgesamt 22722 Brutto- Register- Tonnen in den Dienst und hat ferner zwei Schiffe mit zusammen 28 500 Tonnen im Bau, verfaufte im letzten Jahre hingegen nur mehrere fleine Schiffe mit insgesamt 15 157 Brutio= Register- Tonney. Ueber den Geschäftsabschluß der Hapag ist nicht viel zu sagen. Interessant ist nur, daß man am Schluß des Geschäftsjahres 1924 auf Schiffe feine Abschreibungen vorgenommen hat, weil man schon bei der Golderöffnungsbilanz die Schiffswerte niedrig genug eingesetzt hat. Man hat also damals stille Reserven auf Borrat gebildet, die jetzt der Abschlußbilanz zugute kommen. Die 242 Fahrzeuge mit 449 237 Register- Tonnen, von denen 76 Seeschiffe mit 409 693 Register- Tonnen find, stehen in der Bilanz mit 76,5 Millionen Mark zu Buche. Der ausgewiesene Reingewinn von 307-715 m. wird zu einem tellungen verwendet, während der Rest auf Neurechnung vor. Teil mit 113 734 M. zu Abschreibungen auf Wertpapiere und Rücks getragen wird. Eine Dividende kommt nicht zur Ausschüttung. tanische Dampffchiffahrt Gesellschaft einen recht Im Gegensatz dazu het die Hamburgisch Südameri stattlichen Reingewinn von 1 692 022 M. in ihrer Abschlußrechnung, aus dem sie ihren Aktionären 8 Proz. Dividende zuzuwenden vermag. Mit wesentlich größeren Hoffnungen scheint diese Gesellichaft die Aussichten des Auswandererverkehrs zu beurteilen... Sie schreibt nämlich: = " Die stetig wachsende Entwicklung der großen Republiken an der Ostküste Südamerikas läßt eine 3unahme des Berfehrs erhoffen, zumal die Schwierigkeiten der Einwanderung in Nordamerika eine gesteigerte Auswanderung nach Brasilien und Argentinien nach sich ziehen dürften. Mit Rücksicht hierauf hat die Gesellschaft zwei moderne Auswanderer Motorschiffe, die„ Monte Sarmiento" und die Monte Olivia" bauen lassen, von denen jene bereits in Dienst gestellt ist, und diese voraussichtlich im April d. I. ihre erste Reise antreten wird. Die verhältnismäßig großen Herstellungskosten( die Schiffe wurden bekanntlich auf der Werft von Blohm u. Boß gebaut) glaubt die Berwaltung, bei einer normalen Entwicklung der Delpreise durch rationelleren Betrieb kompensieren zu können. Da ferner im vergangenen Jahr durch Pool abmachungen und durch den Beitritt zu Konferenzen die Konturrenz der übrigen Schiffahrtsgefellschaften ge mildert worden sei, werde man vermutlich weiter. hin höhere Einnahmen und Ersparnisse erzielen. Man rechnet also damit, daß der 3wang zur Auswanderung ein großer fein und viele veranlassen wird, nach Südamerika zu gehen. Diese Einschäzung der Auswandererfonjunktur ist zugleich Nach dem Gesagten lohnt es faum, das verlogene Pathos dieser eine scharfe Kritik an der Wirtschafts- und Sozial. letzten Säße noch zu kennzeichnen. Wie bei Sparsamkeit im politik der Regierung. Niemand verläßt ohne weiteres feine Konsum der Inlandsmartt belebt werden soll, ist ein Arbeitsstätte und seinen Wirkungsfreis, wenn ihm in seinem Vaterlande die Möglichkeit zum Leben bleibt. Die Zahl der Eriſtenzen, Rätsel, dessen Lösung wir schon den Leuten überlassen müssen, die solchen Unsinn aussprechen. Sind aber die Voraussetzungen falsch, die nur aus Abenteurer- oder Reiselust ins Ausland gehen, ist so so sind es erst recht die Schlußfolgerungen, die die Arbeitgeber- gering, daß sie für die gesamte Beurteilung des Auswanderer. verbände ziehen. Trotzdem sind sie lehrreich, weil sie den reaffionären verkehrs feine entscheidende Rolle spielt. Aber die Hamburg- SüdKurs anzeigen, den das industrielle Unternehmertum in der Wirt- amerikanische Dampfschiffahrtsgesellschaft hat schon recht, wenn sie annimmt, daß der reaktionäre Kurs in der deutschen Wirtschafts fchafts- und Sorialpolitik verlangt. Kurzfristige Lohntarife werden urd Sozialpolitif recht viele vor die Frage stellen wird, ob sie nicht dann überflüssig sein, wenn zwischen Preisen und Löhnen. ein einigermaßen erträgliches Verhältnis hergestellt ist. Ein außerhalb der Landesgrenze Heimstatt und Arbeit suchen sollen. Niedrige Löhne bet hohen Lebensmittelpreisen, die noch durch ftaatlicher Lohntarifamang, fomeit man überhaupt von einem solchen heute reden fann, wo wirklich etwas wie Zwang Schutzölle künstlich gesteigert werden sollen, fönnen die Konjunktur ausgeübt wird, richtet er sich mehr gegen die Arbeitnehmer als gegen aber volkswirtschaftlich eine große Gefahr, da nach der großen Schiffahrtsgesellschaften nur begünstigen. Sie- bedeuten die Arbeitgeber- wurde ja erst durch die selbst herrliche Haltung der Unternehmer notwendig, die mit allen Mitteln danach. streben, die Löhne noch weiter unter das Eriftenzminimum herunter zu drücken. Es ist immerhin dankenswert, daß die Unternehmerverbände das Beugnis dieser geistigen Armut, das sie sich in der Resolution ausgestellt haben, nicht erst bescheiden hinter den Spiegel stedten, sondern jeßt damit heraus gekommen sind, wo die Arbeiterschaft politische Schlüsse daraus ziehen kann. Es fehlt gerabe noch, daß sie am Schluß ihres pathetischen Aufrufes der Arbeiterschaft zurufen: Wählt Jarres, den Vertrauensmann des Unternehmertums in Industrie und Landwirtschaft, zum Reichspräsidenten...! Anhaltende Befferung am Berliner Arbeitsmarkt. Die Entwicklung des Berliner Arbeitsmarktes bewegte Die Anforderungen haben sich für fast alle Berufsgruppen erhöht. sich in der letzten Woche weiterhin in aufsteigender Linie. Besonders start tritt wiederum ein Bedarf von jugendlichen und weiblichen Arbeitsfräften in Erscheinung, die erfahrungsgemäß bei der Einstellung für bestimmt begrenzte Be schäftigungen bevorzugt wurden und bei denen jetzt bei dem allgemein verhältnismäßig gutem Beschäftigungsgrad der Mangel an solchen Kräften desto fühlbarer wird. Gut aufnahmefähig für weibliche Kräfte zeigte sich besonders die met all industrie, das Buchbinder- und Bekleidungsgewerbe, das Gastwirtsgewerbe und nicht zuletzt die Landwirtschaft. Hier gestaltete sich besonders die Ueberweisung von jugendlichen Burschen, die alljährlich in großer Zahl im zwischenbezirklichen Ausgleich den landwirtschaft: lichen Bedarfsgebieten zugeführt werden, sehr schwierig. Gegenüber Land- bzw. Hauswirtschaftsstellen wird von weiblichen und jugendlichen Kräften im allgemeinen die Beschäftigung in Industrie, Das Verkehrsgewerbe, Handel und Gewerbe vorgezogen. insbesondere die Straßenbahn, hatte durch den in Angriff genom menen Ausbau des. Liniennezes großen Bedarf an geeigneten Arbeitskräften, die teilweise aus dem noch immer wenig Aussicht bietenden Angestelltenberuf dem Verkehrsgewerbe zugeführt wurden. Der Mangel an eingearbeiteten Facharbeitern, insbesondere für die Metallindustrie, greift mehr und mehr um sich. Es waren 55 691 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 56.406 der Vorwoche. Darunter befanden sich 42 850( 43 583) männliche und 12 841( 12 823) weibliche Personen. Unterstützung bezogen 23 894( 24 631) männliche und 4533( 4644) meibliche, insgesamt 28 427( 29 275) Personen. Die Zahl der zu gemeinnügigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 341 gegen 308 der Borwoche. Aus der deutschen Ueberseeschiffahrt. Die großen Schiffahrtsgesellschaften befassen sich in ihren Geschäftsberichten recht ausführlich mit der Lage des Passagier- und Frachtenverkehrs. Die Hamburg- Amerika Linie fiagt zwar darüber, daß manche Reisen für fie völlig unlohnend waren und daß die Beförderungspreise mit den Unkosten nicht Schritt hielten, ficht aber die Lage nach der Stabilisierung der Währung und nach dem Abschluß mehrerer Handelsverträge etwas freundlicher an. Dazu trägt auch bei, daß sich die Schiffahrtsinteressenten international zu verständigen suchen. Innerhalb der deutschen Gesel schaften ist im letzten Jahre insbesondere für die Fahrten nach dem Orient und nach Merito eine gewisse Regelung erfolgt. Dem Auswandererverkehr steht, wie die Hapag hervorhebt, in der amerikanischen Einwanderergefeggebung schweres Hindernis im Wege. Obwohl befanntlich ein Ueberfluß ein der Einwanderungsbeschränkung der Vereinigten Staaten und anderer Länder nur solche Arbeitskräfte Aussicht auf Lohnende Beschäftigung im Ausland finden, wie wir sie im Inland selbst brauchen: landlos gewordene Landwirte und Facharbeiter. An den letzteren besteht in verschiedenen In dustrien bereits jetzt ein empfindlicher Mangel. leeren Raum schweben, beweist schon die Tatsache, daß nach dem Kriege die Auswanderung von 3000 im Jahre 1919 auf 37 000 im Jahre 1922 zunahm, daß dann im schlimmsten Inflationsjahr 1928 die Zahl der deutschen Auswanderer bis auf 115 000 anstieg, um zunächst im Jahre 1924 auf schäzungsweise 60 000 zurückzugehen. Dieser Rückgang aber war wesentlich eine Folge der nordamerika. nischen Einwanderungssperre. Man wird also mit einem neuen Ansteigen der Auswanderung rechnen müſſen. Daß die Erwägungen der Schiffahrtsgesellschaften nicht im So find die Lage und Aussichten der deutschen Seeschiffahrt ein frübes Zeichen für die Beurteilung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Arbeitsmarktes. Verschärfung der Krise im Ruhrgebiet. Die Abfaktrise im rheinisch- westfälischen Kohlenberga bau hat sich, wie uns aus Effen gemeldet wird, bedeutend verschärft. Die Gruben legen weiter eierschichten ein. Troßdem ist es nicht möglich, die bei gefürzter Arbeitszeit ge förderte Kohle abzusetzen, so daß fie auf die alde gestürzt wer den muß. Die Haldenvorräte einschließlich der Vorräte in den Kohlen haldenlägern werden auf 9 Millionen Tonnen geschätzt. Angesichts dieser Absazkrise haben sich in Bergbaufreifen gewiffe Rämpfe entwidelf, die schließlich auf die Erledigung der ich wächeren konturrenten hinausgehen. Solche Kontur. renztämpfe werden immer auf dem Rüden der Arbeiter aus getragen. Es ist infolgedessen eine um sich greifende Arbeits. lofigkeit zu befürchten, wenn nicht eine plan volle und fyftematische Regelung erfolgt. Es wäre zu wünschen, daß der Reichskohlenrat Maßnahmen in die Wege leitet, um eine Statastrophe zu verhüten. Der Kampf gegen die Wohnungsnot in Bolen. Bei der in Deutschland noch immer herrschenden Wohnungsnot intereffieren auch bei uns die Maßnahmen, die der polnische Staat zur Be lebung der Bautätigkeit in Aussicht genommen hat. Für städtische Obligationen, die zu Bauzwecken ausgegeben werden, sollen Dom Staate Garantien bis zu einem Gesamtbetrage von 500 Millionen Zloty übernommen werden. Ein staatlicher Baufonds soll gebildet werden, dem erstens die Hälfte der ameri fanischen Anleihe also nach Erlangung der zweiten Anleiherate etwa 125 Millionen Zloty und zweitens die Einnahmen aus der geplanten staatlichen Mietsteuer überwiesen werden sollen. Die Es gibt keine Frau die jemals wieder etwas anderes zum Haarwaschen gebrauchte, wenn sie ein einziges Mal Lavaren verwendete. Jede einzige sagt, das schon bei dem erstenmal Waschen die Haare nicht mehr zerzausen, vom zweitenmal ab bleibt der Kamm frei von aus. gefämmten Haaren. Lavaren forgt eben für hygienische Haarpflege, ist ein ernst. haftes, wissenschaftlich zufammengestelltes Mittel und fein Kosmeti fum, bei dem es meist nur auf den guten Geruch antommt. Trozz dem fostet eine Badung auch nur 30 Pf. Mietsteuer soll in Höhe von 15 Proz. der Friedensmiete erhoben werden. Ferner sollen die unbebauten städtischen Grundstüde mit 2 Proz. vom Schäzungswert zugunsten des Baufonds be steuert werden. Aus den Mitteln des Baufonds soll vor allem der Bau von Ein- bis Dreizimmer- Wohnhäusern gefördert werden, die non staatlichen und städtischen Institutionen, jomie von Wohnungsgenossenschaften errichtet werden, in zweiter Linie die Herstellung folcher Wohnhäuser durch Privatpersonen und Attiengesellschaften, endlich nach Möglichkeit auch der Bau von Vier- bis Fünfzimmer häusern, die von Wohnungsgenossenschaften errichtet werden. Ferner wird eine Reihe von Steuererleichterungen geplant: Pfandbriefe der städtischen Kreditgesellschaften und der städtifchen, für Wohnungsbauzmede ausgegebenen Obligationen, sollen für 15 Jahre von den Stempelabgaben, sowie von der Kapital und Rentensteuer befreit merden. Bei Verpflichtungen, die sich auf die im Laufe der nächsten fünf Jahre zu bauenden Häufer beziehen, follen hypothekarische Eintragungen u. dgl. abgabenfrei erfolgen. Es wird auch beabsichtigt, die Einkünfte, die aus den in den nächsten fünf Jahren neugebauten Häusern bzw. Hausteilen erzicit werden, für 15 Jahre von der Einkommensteuer zu befreien. Die Kommunalsteuern für ankommende Ladungen der wichtigsten Baumaterialien sollen aufgehoben werden. Endlich sind steuerliche Erleichterungen für die Eigentumsübertragung der fertiggestellten Gebäude vorgesehen. Albert Rosenhain's besonders preiswerte Aktenmappen aus la Vollrindleder mit Krokodilnarbung Frei Heil! Eine zukünftige Gattin eines Reichs: bannerkameraden hat am 10. März gejund u. munt. das Licht der Welt erbltat Bapa und Opa heißen: Paul Schacht. Es gratulieren Die Verkehrsbündler. 937 Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv Kat. 30A frei Eisenmöbelfabr Suh! Thür Schokoladen Bonbon/ Stangen/ Negerküsse Oster Artikel. in großer Auswahl Paul Grindel, Dircksenstraße 47 nahe Bahnho: Börse. Küchene 2 Schlösser, Druckknöpfe und fester Handgriff Mk. 6.85 Dieselbe etwas größer 7.50 als Notenmappe.. Mk.. 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Der Zigarettenfabrik Garbáty in Berlin wird die Befugnis zugesprochen, die Verurteilung des Angeklagten Houdek auf seine Kosten in drei Berliner Tageszeitungen binnen sechs Monaten nach Rechtskraft einmal bekanntzumachen. Fahrräder und Nähmaschinen Auf Teilzahlung Zettha, Berlin Kredithaus ANDERS' am Bahnhof Wedding Reinickendorfer Straße 16 Auf Teilzahlung Anzüge schick und Herren- Paletots modern Damen- Garderobe Kostüme Kasaks Kleider Mäntel Knaben-, Mädchen-.Konfirmand.- Garderobe usw. ' Prima Qualitäten Solide Preise Größte Auswahl Niedrigste Anzahlung Riesen- MÖBEL- Auswahl Polsterwaren eigenes Fabrikat Spezialität: 1- bis 2- Zimmer Einrichtungen große Moderne Küchen Audah Korbmöbeln Auswahl in Erleichterte Zahlungsbedingungen! Kredithaus„ Anders" 15. Größtes Haus direkt am Nettelbeckplatz Reinickendorfer Str. 16 Pank- u. GerlohisLeichtmotorräder Oranienburger Strasse 65 Passende Einsegnungs- Geschenke Armband- Uhren Marken- Zigaretten Mein Schlager 14 karat. 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März 1925 Unterhaltung und Wissen Todbringer des Zukunftskrieges Wiederholt ift in Veröffentlichungen der letzten Zeit darauf hingewiesen worden, welche ungeheuren Fortschritte die Industrie der giftigen Gase seit dem Weltkrieg gemacht hat. Troßdem war es bis. her nicht möglich, sich ein in allen Einzelheiten zutreffendes Bild vom Stand der Dinge zu machen. Desto größere Bedeutung fommt daher den streng wiffenfchaftlichen Darlegungen zu, die Frau Dr. Gertrud Bofer, eine anerkannte Spezialistin der Giftgaschemie, die als Do. zentin und Leiterin des Laboratoriums für biologische Chemie der Universität Bern angehört, foeben in den Illustrated London News" veröffentlicht. Das Edgewood- Arsenal war noch im Jahre 1918 eine verhältnismäßig bedeutungslose und feineswegs großzügige Anlage. Erst feit Beendigung des Weltkrieges hat es sich zu einem Riefenwert entwickelt, das eine Fläche von nicht weniger als 1000 Morgen bedeckt und den enormen Kostenaufwand von 30 Millionen Dollar ver schlungen hat. Frau Dr. Wofer stattete dem Arsenal im Anschluß an cine Tagung der amerikanischen Gesellschaft für Chemie" einen Besuch ab und war hier Zeugin der furchtbaren Birkungen, die die zur Berwendung in einem fünftigen Krieg bestimmten Giftgase aus. zuüben vermögen. Zwei Flugzeuge freisten über der weiten Fläche und entwidelten, ehe fie niedergingen, um ihre Ladung an Gift. bomben abzuwerfen, dunkelgraue Wolfen, die sie selbst vollständig jeder Sicht entzogen. Andere Flugzeuge führten Manöver mit gas. geladenen Granaten und Schrapnells vor, die in einem Regen von Feuer, Bollen und weißlichem Rauch explodierten. Dann wurde ein Echüßengrabenkampf gezeigt, bei dem Gewehre mit Gasladung und Bhosphorbomben zur Berwendung gelangten. Schließlich gab es einen Sturmangriff zu sehen, bei dem als einzige Baffe Hand. granaten mit Gift- und Tränengasfüllung verwendet wurden. Bon den Soldaten, die diefe Manover zu bestreiten hatten, erlitten nicht wenige trotz aller getroffenen Schuhmaßnahmen mehr oder minder schwere Unfälle. Die amerikanischen Giftgase verbanken ihre furchtbare Wirkung nicht nur ihren chemischen, sondern auch ihren physikalischen Eigen Ichaften. Es ist ohne weiteres möglich, fie unter entsprechenden Trud- und Temperaturverhältniffen zu verflüssigen, ja fie können auch in feften Aggregarzustand übergeführt werden. Auf solche Werse fann inan große Mengen der giftigen Stoffe auf tleinsten Raum gu fammendrängen, so daß selbst schwächfte Kaliber mit ihnen geladen merden fönnen. Die Explosion des Gefchoffes öffnet dann dem ein gefchloffenen Gifte den Weg ins Freie; es dehnt sich aus und ver. wandelt sich aus dem feften oder flüffigen Zustand in den ursprüng lichen gasförmigen Zustand zurüd. Um fich eine Borstellung von den Dingen zu machen, die nach Erfindung des Lewifits einem neuen Krieg das Gepräge aufzu trüden drohen, ist es notwendig, fich vor Augen zu halten, daß 12 große Lewisitbomben, von einem Flugzeug abgeworfen, imftande find, in febr furzer Zeit buchstäblich das gesamte Leben in einer Stadt von der Größe von Chitago ober Berlin zu vernichten. Selbft der tiefste Keller oder sonstige Unterstand würde sich als uns zulängliche Zuflucht erweisen; benn das Lewift ft schwer, fintt au verlässig und rasch zu Boden, dringt in alle Hohlräume und würde zweifellos felbft affe unterirdischen Rohr- und Kanalleitungen burch fluten. Doch Amerita verfügt heute nicht nur über das Lewisit, fondern auch über Methoden, die es gestatten, biefes unerhört wirkende Giftgas anzuwenden, ohne auch nur einen einzigen Angehörigen des eigenen Voltes dabei zu gefährden. Im Batentbureau von Washington befindet sich ein fleines Instrument, das vielleicht den größten Triumph vertörpert, ben das technische Erfindergenie der Menschheit in den letzten zehn Jahren errungen hat. Dieses Instrument gestattet es, Luftfahrzeuge mit nahezu absoluter Pünktlich teit und Genauigkeit vom festen Boden aus über ganz große Ent fernungen hin zu steuern. Eine verhältnismäßig geringfügige Er weiterung der Apparatur genügt, um ein mit Giftgasbomben gewehrtes, ferngelenttes Flugzeug an einem beliebigen Ort zum auto. matischen Abwurf der mitgeführten Bomben zu bringen. Bersuche folcher Art sind bereits gemacht worden und sind in vollem Umfang gelungen. Der Krieg der Zufünft wird, wenn es nicht gelingen follte, ihn zu verhindern, zweifellos im Zeichen dieser unheimlichen Tod Karlchenbesuchteinen Tanzpalast Bon Karl Ettlinger, München. Die Reft faat, ich bin ein Depp. Nun, das ist nichts Neues, das haben mir schon mehr Leute versichert, und ich bin sogar stolz darauf, denn es ist ein Zeichen von Popularität, daß das fo viele Menschen miffen. Wäre ich ein Weiser, so hätte sich das gewiß lange nicht so schnell herumgesprochen, und überhaupt, was hätte ich von meiner Weisheit? Dann hätte mich vielleicht das Wohnungsamt in eine Tomme einquartiert wie Diogenes den Weisen, oder ich ware gar ver. filmt worden wie Nathan der Weise. Nein, da bin ich schon lieber ein Depp und genieße die Wohltaten des Sprichwortes: Mit viel Dummheit und wenig Berstand Kommt man durch das ganze Land! Bloß wie die Resi meine Deppizität begründete, das geht mir wider den Strich. Sie sagt nämlich:" Du bist ein solcher Depp. daß du nicht einmal Shimmy tanzen tannst! Also das finde ich ungerecht, denn ich bin überzeugt, nicht einmal die drei Beisen aus dem Morgenland haben Shimmy tanzen gefonnt, und der Weise vom Abendland, Oswald Spengler, tann's wahrscheinlich auch nicht! Aber meil ich doch in der Refi ihren schönen Augen fein Depp bleiben will, und weil ich überhaupt an Bildungserweiterung Leibe, habe ich mir gesagt:„ Gehft halt einmal in ein Tanglokal und schaugft dir die Shimmypansen an! Daß du eine Eleganz friegst und sich die Damen nach dir die Haareinlagen ausreißen." Gesagt, getan! Also wie ich in das Lotal gefommen bin, ba haben die Musiker gerade gerauft. Besonders ber eine, der hat ganz mild um sich geschlagen, bald auf die große Trommel, bald auf die fleine, dann wieder auf ein Holzbrett oder auf eine lode, und zwischendurch hat er mit einer Autohupe getutet, und es war über. haupt eine höchst zwangsjadenreife Angelegenheit. Und ich wolite Frieben stiften und bin zu dem Kapellmeister hinauf und habe gefragt:„ Soll ich ihn hinauswerfen, den Ladel? Aber da hätten fie beinahe mid hinausgeworfen, denn das war ja gar teine Rauferet, sondern das vielbemunderte Spiel der prets. gekrönten Jazzbandkapelle The Dran- lltangs Der Bestger des " Stresemanns Friedenstaube. GARANTIES VERTRAG STRESEMANN Beilage des Vorwärts Noah- Stresemann läßt eine Taube fliegen, aber die Viecher an Bord find sehr unzufrieden darüber! bringer stehen, bie ohne jebe menschliche Bemanmung imftande fein werben, millionenstadte in obe Leichenlammern und fruchtbare Ge filde in Wüsten zu verwandeln. Ein Forschungsinstitut für Wasserkraft. ber Bafferkräfte für unsere Wirtschaft befißt, ist es notwendig, ein Bei der außerordentlich großen Bedeutung, die die Ausnutzung großes Forschungsinstitut für Wasserkraft und Wasserbau zu schaffen, von dem einheuliche Gesichtspunkte für die Wasserbewirtschaftung aufgestellt werden. Das Programm eines solchen Institutes entwirft Dstar von Miller in den Naturwissenschaften" und teilt zugleich mit, daß bereits eine Reihe von Vorarbeiten für die Errichtung Balchensee ins Leben treten, weil hier die günstigsten Bor. einer solchen Anstalt geleistet worden sind. Das Institut wird ani bedingungen durch das große Walchenseewert geschaffen sind und Bayern als das wasserkraftreichfte Land Deutschlands dem Institut besonderes Intereffe entgegenbringt. Bayern allein hat ja 2 mit fionen PS an ausbaumürdigen Wasserkräften, die eine Jahresleiftung von 15 Milliarden PS Stunden ergeben, und der Bert der bayerischen Wafferfräfte entspricht einer jährlichen Kohlenersparris von 10 Millionen Tonnen. Die Wasserkräfte des übrigen Deutsch land dürften die gleiche Jahresarbeit ergeben, so daß wir für ganz Jahresarbeit von 30 milliarben PS- Stunden und auf eine jähr. Deutschland auf eine Leistung von etwa 4 Millionen PS, auf einte liche Kohlenertparnis von 20 mill. Tonnen tamen, Lotals erzählte mir, diefe herrliche Kapelle fei erst vorige Woche aus Amerika gekommen, und ich erwiderte:„ Das glaube ich, die sind ja jegt noch jeetrant! Und jetzt weiß ich auch, was ich tue, wenn mir das Geld ausgeht: ich leihe mir ein Klapier und eine Art und gründe damit ein Konservatorium!" Also das Spiel meiner Stapelle fiel meiner Ansicht nach unter den Glücksspielparagraphen, denn es war ganz und gar Glüdsfache, wie sie gespielt haben. Und das Auswendigspielen tann gar nicht fo schwer fei, denn jeder spielt was ihm gerade einfällt. Die Haupt fache ist, daß der Oberspinnete den richtigen Rhythmus macht, bum bum, und wem das nicht gefällt, der hat eben fein mufifalisches Ber. ständnis, der foll sich das Trommelfell herausnehmen laffen und fich zwei Filzpantoffeln ats Radiohörer an die Ohrmascheln hängen! Was aber ipielte Berzeihung.„ treierte diese mufifalische Irrenhaus- Dependance gerade? Einen Shimmy! Und ich flüsterte. andachtig zu mir: Jeßt paß auf, wie fie tanzen!" Und faßte zu nächst einen jungen Mann ins Auge, der mir ein sehr bedeutender Mensch schien, denn er trug eine Hornbrille, und die tragen die Säuglinge von Schwabing bekanntlich nur deshalb, damit man ihnen die Intelligenz von der Naje ablesen fann! Die Nase ift ja über. haupt ein sehr wichtiges Dentorgan, das Rhinozeros 3. B. hat ein Horn drauf, und bei den meisten Wunderkindern hat die Nase etmas bireft Durchbohrendes.( Mit dem Finger.) Also der junge Mann tanzte wunderschön, so etwa, als ob er dringend- mal hinaus müßte und es seiner Tänzerin nicht zu sagen wagte. D Gott, dachte ich, wenn ich seine Bewegungen jah, iegt häft er's gleich nicht mehr aus!" Und dabei hätte er ihr's doch ruhig lagen fönnen, denn seiner Tänzerin schien es genau jo zu geben! Jch fonnte es gar nicht mehr mit ansehen, ich habe so ein mitfühlendes Hers, und deshalb beschaute ich mir ein anderes Tänzerpaar. D weh! Denten schien es noch schlimmer zu ergehen. Denn gang offenfundig war dem Herrn der Hosenträger geplagt, und er machte jetzt die fatalften Berrenkungen, um nicht plöglich im Hemd dazustehen. Denn darauf ist nicht jedes Hemd vorbereitet. lind es war ja auch erst Dienstag. Um liebsten wäre ich hingegangen und hätte ihm ein Stück Bindfaden gebracht. Seine Partnerin hingegen. bie hatte offenbar zum Abendessen Salat gegessen, auf dem noch ein Laubfrosch faß. Denn wie man ohne Laubfrosch im Magen folche Wie wichtig es bei der Abnahme und allmählichen Erschöpfung unserer Kohlenlager ist ein folches dauerndes und nahezu fostenloses Gut der Nation zu gewinnen, versteht sich von selbst. Der Mensch hat ja bereits in uralten Zeiten versucht, die Wasserkraft für sich zu verwerten, und die Nachrichten über die frühesten Wasserkraft anlagen", bei denen das Waffer durch Holzrinnen zu den Schaufel hundert zurüd. Freilich, eine Ausmuzung im großen ist erst im rädern geleitet wurde, reichen in Deutschland bis ins pierte Jahr Laufe des letzten Jahrhunderts ins Auge gefaßt worden, nachbens man die Kraftmaschinen verbeffert hatte. Der gewaltige Aufschung in der Ausnüßung der Wasserkräfte beginnt mit der Einführung der Turbine, für die die deutschen Gelehrten Gegner und Euler bie theoretische Grundlage schufen. Der franzöfifche Ingenieur Four Schwarzwald, die ein Gefälle von 108 Metern ausnüßte und bei negron erbaute dann 1884 eine Turbine für St. Blasien im 2300 Umbrehungen 40 PS in der minute leistete. Die Maschine die fich jetzt im Deutschen Museum in München befindet, galt lange Seit als ein Wunderwert der Hydraulik. Seitdem man durch die befannten Kraftübertragungsversuche von Lauffen nach Frantfurt gelernt hat, die Mafferfräfte über ganze Brovinzen und Länder zu vertellen, find diele Kräfte fo wertool geworden, baß tein Merer Gefälle unb fein Rubitmeter Waffer verloren gehen barf. Um diese voüftändige Bewirtschaftung burchzuführen, sind aber noch grünb Durchführung aller diefer weitverzweigten Aufgaben wird das neue liche, praktische wie wissenschaftliche Forschungen nötig, und in der große Forschungsinstitut am Walchensee seinen Hauptzmed erbliden. unglückseligen Körperverdrehungen machen fönnte, wäre unper ftändlich. Mir famen die Tränen in die Augen, wie ich fie fo leiden fab. ein bißchen tat mir auch der Laubfrosch leid, dem mußte ja ganz schwindlig werden, und weil gerade ein Herr neben mir sagte: Dart das Baar tanzt fabelhaft!" blickte ich borthin. Es ist schon etwas Schreckliches, wenn man einen Floh m Rücken hat und darf sich nicht tragen. Nein, tatsächlich, Ungeziefer ist was Abscheuliches; das alte Sprichmort hat schon recht: Lieber einen Sperling in der Hand als eine Laus auf dem Dache!" EntJeglich, was der arme Tänzer ausstand! Ja, wenn der Floh noch wenigftens bei ihm geblieben märe! Aber weh!- jetzt Ichien ihn die Tänzerin zu haben, nein, jest hat er ihn wieder und, Donnerwetter, jest muß er Junge gefriegt haben! » Ich bin ein gefälliger Mensch, und deshalb nahm ich jetzt eine Gabel in die Hand, und wie das Paar an mir porübertanzte, fragte ich ihm damit den Budel. Aber follte man's für möglich halten, ftatt sich zu bedanken, fagte der Mensch zu mir, ich möchte mal mit ihm hinausgehen, und wie wir draußen sind, haut er mir eine Batsche, daß ich denke: Jezt bist du reis zum Kapellmeister von den Dran- lliangs"! " Mütend habe ich das Lotal verlassen und war überzeugt: Shimmy, das ist, wenn jeder anders tanzt!" Zu Hause habe ich meine Schuhe ausgezogen, und gerade mie ich in die Bantoffel, schlüpfen will, trete ich mit dem rechten Sagen in einen Reißnagel. Den hatte wahrscheinlich einer pon meinen Dackeln dorthin gelegt, damit ich ihn nicht übersehe. Es sind sehr ordnungsliebende Tiere. Himmidelft!!" brüllte ich und hopste wie beseffen herum. Denn was tue ich mit Nägeln in meiner Fußsohle? Ich bin boch fein Gebirgsschuh! Und wie ich fo por Schmerz bopfe, da tritt auf einmal die Resi hinter dem Wandschirm hervor und jauchzt: Mensch, bu fannst fa Shimmy! O, wie lieb von dir, daß du ihn gelernt haftl Und tch ftöhnte: Schap, was tue ich nicht dir zu Liebe! Refi, bir zu Liebe lerne ich fogar den aller neuesten Modetang, den Huppa- Huppa, den Huppa Huppa, nur warte damit, bis ich nicht nur einen, Reißnagel in der Sohle, sondern auch einen im Hirn habe!" | Eine politische Entführung vor 200 Jahren und hart, bie blibenden Augen verrieten jetzt nur zu deutlich die ſtützung der Zoologischen Geſellſchaft" in New York nor fich geht Von Paul Dobert. Entführungen aus politischen Gründen, deren fraffes modernes Beispiel jezt in der Aufhebung und Tötung des italienischen Soziafiften Matteotti vorliegt, haben auch schon früher stattgefunden. Ein interessantes Beispiel, mit gleichfalls tragischem Ausgang, ist in den Memoiren der Charlotte Clonton, Biscounteß Bunden, der Gar berobenmeisterin Karelinens, Brinzeffin von Wales, Gemahlin des Späteren Königs Georg II., ausführlich geschildert. 1716 war unter bem ersten König der hannoverschen Linie Georgt I. ein schottischer Aufstand zugunsten Jafob Stuarts niedergeschlagen worden, aber die Jalebiten" gaben ihre Hoffnungen nicht sogleich auf und fanden in den unwirtlichen Gegenden Schottlands Berstede genug, die fich zu Renzentrationspunkten von Verschwörungen eigneten, bis die Er hebung der Schotten für Karl Eduard, Jakobs III. Sohn, 1745/46 das Ende dieser Bewegung bratche. Die Niederlage bei Culloden niedrigste Stufe menschlicher Entwürdigung einen hoffnungslofen Blödsinn! Sie ward nach Verlauf von zehn langen Jahren in der Tat die Wahnsinnige, für welche ihre Feinde fie vor der Welt ausgegeben hatten. Als der Lord Grange 1745, furz vor dem Ausbruch der letzten Infurrektion, den Tod der Gattin erfuhr, nahm er von dieser Meldung mit Behagen Notz. Er schrieb u. a. an den Absender der Nachricht, daß es eine lächerliche unwahrheit wäre, wenn ich tun wollte, als ob ich mich darüber grämte". Mehr hat ihn noch der Brozeß geärgert, den der alte Anwalt der Lady, Mr. Hope, gegen ihn anstrengte, als man von ihrem Aufenthalte auf St. Kilda Meldung hatte: der Lord hatte 1150 Pfund Sterling„ rückständigen Jahrgehalt" zu zahlen, welches der Lady aber nicht mehr eingehändigt werden konnte. Sein Schiff ist eigens für seine Zwede tonstruiert. Es enthält in feinem Innern u. a. Wasserbehälter und Dunkelfammern zum Stu dium der Lichtquellen der phosphoreszierenden Fische und Mollusfen. An Bord befindet sich überdies auch ein im Tauchdienst ausgebildeter Gelehrter, der in Taucherrüstung 20 bis 30 Fuß unter Wasser seine Beobachtungen ausführen kann. Professor Beebe gedenkt drei Monate im Sargasso- Meer zu bleiben, um die unbefannte Fauna diefes legendären Seewaldes wissenschaftlich zu ergründen. Das Geheimnis des Sargasso- Meeres.hmerzhaft, baber fühlen fich die Kranken- mit Unrecht nicht be( April 1746) besiegelte die Aussichtslosigkeit der Stuart- Bewegung. Die ersten Ergebnisse der amerikanischen Forschungsexpedition. Zu den heimlichen Anhängern der Jafobiten gehörte auch Lord Grange, der mit Rechel Chiesley, der schönen, aber herrschsüchtigen Tochter eines Oberften, rermählt war. Zwanzig Jahre vertrugen fich die Eheleute, aber 1730 erfolgte eine Trennung, mit der sich die fchmer getränkte Gatlin nur widerwillig abfand. Sie hatte, da fie von den Stuart- Sympathien und den geheimen Machenschaften des Gemahls Kenntnis besaß fie felbft hielt zur hannoverschen Bartei eine Baffe in der Hand, die sie gegen den Gemahl zu gebrauchen auch entschlossen war. Dieser peinliche Zustand der persönlichen Unsicherheit bewog Zorb Grange, feine Gattin entführen und in der Einsamkeit der Berggegenden rerschwinden zu lassen. Sie follte nicht getötet, aber fo gefangen gehalten werden, daß sie mit niemand in der Welt in Berbindung treten fönnte. Durch gefällige Freunde gelangte der Graf zuin Ziel. Cine Schar Diener überfiel in der Nacht die Behaufung der Dame in Edinburg; man Enebelte die unglückliche Frau, padte sie in eine Sänfte und brachte sie so durch die Stadt. Draußen schlug man die Straße nach Linlithdow ein und fezte Lady Grange auf ein Pferd hinter einem Reiter, an den sie festgebunden wurde. Die fleine Truppe hielt sich am Tage verborgen, ritt des Nachts meiter, unter Borsichtsmaßregeln gegen Räuberbanden. die damals jene Gegenden unsicher machten. Gin Ende fand diese Reise zunächst in Wefter Bolmoise, wo man die Dame in die Obhut eines Gärtner paarts gab, das den Befeht, fie nicht aus dem in einen Turm ge legenen Zimmer zu lassen, aufs genaueste beachtete. Ende Sommer 1730 erschien der Reitertrupp wieder und nahm die Frau mit sich; es ging über Stirling, Glenco, dem Teich von St. Fillan( eine heilige Quelle, die im Rufe stand, Geistestrante zu heilen). Lochiel, bas Tal von Glonfinnern( wo später die Fahne Karl Eduards fich enifaltete) und das Land Glengarry an das Meer, über das man zur Injel Gestio überfeste. Dort war nur ein einziges Bauern haus, das hun die noch immer schöne, aber feelisch schon sehr mit genommene Lady auf Jahre aufnahm. Im Jahre 1734 folgte eine neue Berschleppung: auf die Infel St. Kilda, deren Einwohner sich hauptsächlich von den wilden Bögeln ernähren, die die Felfenklippen bevölkern. 3par gab es dort einen Geistlichen, der sich mit seiner Familie der Dame etwas annahm, aber doch nichts zu ihrer Be freiung unternehmen wollte, solange er dort amtierte. Später siedelte die Pfarrersfamilie nach Edinburg über und so gelangte die erste Nachricht von dem Aufenthalt der unglücklichen Frau an ihre Freunde. Ein Schiff wurde ausgerüstet, um sie zu holen, aber als es vor St. Kilda erschien hatte man bereits die Lady fortgeführt und in eine Höhle an der Küste von Stye eingesperrt. Durch förperliche Entbehrung und Beiden" heißt es in den Memoiren wurden nun Geist und Körper angegriffen und die Einfamtet vollendete das Mert bie Bernichtung des Berstandes. Wer hätte in dieser langen hageren Geftalt, diefem fchevachen taumelnben Schritt die stolze Bürde der einst so schönen Lady Grange wichererfannt! Die schwarzen Locken waren dünn und grau, die schöne Hand verfchrumpft Die amerikanische Forschungsexpedition, die unter der Leitung des Professors Beebe an Bord des für den Zweck eigens erbauten Holzschiffes Arcturus" vor noch nicht langer Zeit New York verlaffen hat, um die Geheimnisse des zwischen den kanarischen und westindischen Insein gelegenen Sargasso- Miceres wissenschaftlich zu erforschen, ist jetzt an ihrem Reiseziel angelommen. Die eingeleiteten Arbeiten haben bereits, wie aus New Yort den„ Times" ge tabelt wird, zu einigen interessanten Ergebnissen geführt. 38. und 60. Grad westlicher Länge hat die Expedition unendliche Zwischen dem 25. und 30. Grad nördlicher Breite und dem Mengen von schwimmenden Algen festgestellt, die von der Strömung losgerissen und in dem hier windstillen Teil des Meeres abgelagert, in folchen Mengen auftreten, daß man den Eindruck von schwimmen ben Tangwiesen erhält. Die Algen, die diese Wiesen bilden, gehören fast ausnahmslos der Gattung des Golffrauts an, dessen portugies fischer Name Sargaco diesem Teil des Atlantischen Ozeans den Namen Sargafio- Meer gegeben hat. Seit uralter Zeit ist dieses Sargasso- Meer berüchtigt, und die Seebären aller Rationen überboten sich seither in der Erzählung schreckhafter Geschichten von Schiffen, die hier, durch die Pflanzen in ihrer Bewegungsfreiheit gelähmt, jahrelang im Kreis herumgedreht wurden, bis sie im Zentrum der Tangwiefen ein elendes Ende fanden. Hier soll auch mit allerlei greulichem Gewürm zusammenhauſt. die berüchtigte Seeschlange ihr Heim haben, in dem sie angeblich Der Ursprung aller dieser Legenden und Mären ist unbekannt. Vielleicht sind fic auf die alten Phönizier zurückzuführen, die weit über die Säulen des Herkules in den Atlantit vorgedrungen sind. Als umfichtige Roufleute hatten die Phönizier ein Interesse daran, durch Aus ftreuung gruseliger Märchen fremden Wettbewerb abzuschreden. Später haben die Gefährten von Christoph Columbus durch die übertriebene Schilderung der ausgestandenen Gefahren ihrerseits dazu beigetragen, die Vorstellung eines von tüdischen Algen betelferten Meeres in der Erinnerung wachzuhalten. Wahr ist an der Sache nur das eine, daß die Karavellen des Columbus, als er fechs Wochen nach seiner Abreise von Cadig in das Sargasso- Meer geriet, 14 Tage lang Mühe hatten, sich einen Weg durch die üppig wuchernde Begetation zu bahnen. Die Legende des Sargasso- Meers wurde indessen schon im Jahre 1910 durch die von Gilbert Murray an Bord des Michaels- Sars" ausgeführte Forschungsreise erschüt tert. Die von der norwegischen Regierung ausgerüstete Expedition stellte damals einwandfrei fest, daß die Tangwiefen zwar die Schiff fahrt behindern, aber doch nicht imstande sind, die Fahrt eines großen Schiffes aufzuhalten. Abgesehen von allebem eröffnet sich jedoch in den Tangwiesen des Sargasso- Meeres dem Naturforscher, ein überaus fruchtbringen des Forschungsgebiet, da sie einer ganz besonders gearteten Fauna zum Leben verhelfen, die überraschende Funde verheißt. Das ist auch die Meinung Professor Beebes, dessen Expedition mit UnterZur Bekämpfung der Krebskrankheit. Die Franco- anglo- ameri fanische Liga zur Bekämpfung der Krebskrankheit gibt folgendes Merkblatt heraus:„ Der Krebs ist heilbar, wenn er nicht zu spät be handelt wird. Bedauerlicherweise ist der Krebs im Anfang nicht unruhigt. Man foll aber seinen Arzt ohne Zögern zu Rate ziehen, a) wenn man ein Knötchen oder eine kleine Wunde an der Zunge an den Lippen oder an der Mundschleimhaut spürt, ohne daß diese Erscheinung nach längstens einem Monat wieder pon selbst verschwin det; b) wenn sich ein Knoten von Fruchtfernhärte unter der Haut oder in der Brustdrüse bildet; c) wenn bei Frauen unregelmäßige Blutungen, auch geringe auftreten oder nach den Wechseljahren neue Blutungen fich zeigen; d) wenn fchleppende Magenbeschwerden, Abmagerung, Stuhlverstopfung oder blutige Abgänge, in den Jahren nach vierzig auftreten Der Arzt wird, wenn er nichts findet, Sie beruhigen, wenn er Verdacht hegt, die erforderlichen Untersuchungen Fall Ratschlag erteilen". Dornehmen, wenn er etwas Ernstes konstatiert, nach dem fontreten Dieses Merkblatt verdient auch bei uns allergrößte Beachtung. Allerdings ist zu einer Aengstlichkeit in der Bevölkerung fein Anlaß, aber eine möglichst frühzeitige Diagnose und eventuelle Behandlung aller Neubildungen ist ein Gebot der Borsicht. 400 Jahre Spinnrad. Das surrende Spinnrad, einst von Hoch und Niedrig als Hausgerät zum Spinnen von Flachs geschäßt, fiebt fich heute von der mit allen Errungenschaften der, modernen Technit ausgestatteten Spinnmaschine fast ganz in die Abgeschiedenheit länd licher Bezirke verdrängt, wo es allerdings in Verbindung mit der fchönen alten Spinnstubensitte sich noch hartnädig behauptet. Genau vier Jahrhunderte sind seit dem denkwürdigen Zeitpunkt verflossen, da das Spinnrad die Jahrtausende alte primitive Spindel aus dem Felde schlug. Es war im Jahre 1525, als der in Watenbüttel bei Braunschweig anfäffig gewesene Bildhauer, Steinmez und Gast wirt Hans Jürgen, der sich auf weiten Reisen allerlei Kenni nisse und Erfahrungen gesammelt hatte, sein Dorf mit einem selbst konstruierten Spinnrad überraschte, das, von geringfügigen Aende rungen abgesehen, sich bis auf den heutigen Tag seine ursprüngliche Form bewahrt hat. Die Vorteile des Spinnens mit dem Trittrade fielen so sehr in die Augen, daß sich die Erfindung Jürgens überall rasch einbürgerte. Bald spann alles mit dem Spinnrade, das sogar bei Hofe mit großer Freude begrüßt wurde, und in einer alteit Chronik ist zu lesen, daß dem Hans Jürgen von einem edeln Rath der Stadt Braunschweig für seine Erfindung ein flein filbern Spinnrad ist geschenket worden". Wie der Chronist weiter berichtet, hat der Erfinder über diese Ehrung groß Freud empfunden". Alls Bildhauer hat sich Jürgen, der 1560 gestorben ist, hauptsächlich als Verfertiger von Grabdenkmälern betätigt. So fchuf er u. a. ein in Stein gehauenes Epitaphium für den 1554 verstorbenen Braunschweigischen Bürgermeister Gerhard Paul. Die Erfindung des Spinnrades aber hat seinen Namen auf die Nachwelt gebracht. Bon Beitgenossen und Nachfahren ist das Lob des wackeren Mannes ge fungen worden, und in den dreißiger Jahren des vorigen Jahr hunderts unternahm es sogar ein musikbegabter braunschweigischer Adeliger, Hans Jüroen und seine Erfindung zum Mittelpunkt einer heute verschollenen Choro per zu machen, die damals verschiedent. lich im Braunschweiger Hoftheater zur Aufführung gekommen ist. Michels Qualifien billic Frühjahrs- Neuheiten Panama Seide m. Kunstseide, für Teeund Promenaden- Kleider, weiß us alle mod. Pareider, schwarz, 650 Farben, 100 cm Schotten in Taft und Rohseide, fesche Karos, dopDeltbreit 790 and 1080 Crêpe de Chine und Crêpe Georgette bedruckt, aparte neue Dessins, doppeltbreit... and Mouliné and Kasha die neuen eleg.Wollstoffe für Kleider u. 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Beilage des Vorwärts Die Dame aus der Botschaft. Und ihr schweigsamer Freund. Leipzig, 14. März.( BS.) Im Tscheta Prozeß wurde heute in der Vernehmung des Kriminalfommissars Heller fortgefahren. Der Zeuge berichtete u. a., daß man im Befihe Hufes eine Schreibtafel gefunden habe, auf der schon halb verwischt der Name Winkler, Möckernstraße, verzeichnet war. Da der früher vernommene Angeklagte Mayer bereits angegeben hatte, daß er mit einem gewissen Wintler" in Verbindung gestanden habe, nahm der Kommissar zunächst an, daß man es auch hier mit diefem zu tun hätte. Es stellte sich dann aber heraus, daß dieser Winkler in der Möckernstraße auf feinen Fall identisch sei mit Winkler alias Pfaff. Dagegen wurde festgestellt, daß bei diesem Winkler in der Möckernstraße eine Angestellte der Russischen Botschaft, Fräulein Schipowa, wohnte Nach ihren Angaben vor der Polizei hat sie Stobiewifi unter dem Namen„ Pawel" wenige Tage zuvor im Kaffee Gör 3 fennengelernt und sei mit ihm einige Male zusammen gewesen. Den Namen Skoblemsti zu kennen, bestritt sie energisch. Auch wo er wohne, wolle sie nicht wissen. Die Schipowa gab dem bekannt geworden wäre, wenn er dort auch nur etwa 14 Tage verfehrt hätte, erwidert Kriminalfommissar Heller, daß ihm nichts bekannt sei, daß Skoblewski in der Zentrale gewesen sei, da man nicht alle Personen, die dort aus- und eingingen, beobachten konnte. Auf das Ersuchen, die Quelle zu nennen, aus der er erfahren habe, daß die Russin Schipowa noch im Mai vorigen Jahres sich in Deutschland aufgehalten habe, verweigert der Beamte die Aussage, da diese unter sein Amtsgeheimnis falle. R.- 2. denen Quellen erfahren, daß Skoblewski in der Botschaft geDr. Rosenfeld: Sie sagen, Sie hätten aus zwei verschie wohnt habe. Haben diese Mitteilungen auf den Namen Stoblewiti gelautet, oder sind Sie dahin informiert worden, daß Helmuth" stellen. dort gewohnt habe? Borf.: Diese Frage wollen wir jetzt zurüd R.-A. Dr. Rofenfeld: Es ist mir bekannt geworden, daß man bei dieser Frage www die Deffentlichkeit ausschließen Sonntag, 15. März 1925 die erst nach der Urlaubsperiode einen Anspruch auf Urlaub haben würden. Die Ferien werden den Lohnarbeitern mit dem StundenIohn bezahlt, der mit ihnen vereinbart ist, also nicht nur mit dem tariflich festgelegten. Den Affordarbeitern muß der Durch= ichnittsverdienst der letzten vier Wochen bezahlt werden. Der leute systems in den Betrieben vor, die feinen Betriebsrat neue Manteltarif sieht auch die Anerkennung des Vertrauens haben. Auch diese Abmachung war bei den Verhandlungen heiß lassen. umstritten, die Unternehmer wollten nur das Betriebsrätegesetz gelten Alle anderen Bestimmungen des Manteltarifvertrags sind so gehalten, daß sich die Holzarbeiter damit sehen lassen können. Es ist mit den Arbeitgebern weiter vereinbart worden, daß der Vertrag nach beiderseitiger An.tahme für verbindlich erklärt werden foll. In dem gleichzeitig abgeschlossenen Lohnabkommen wurde will. Ich kann nicht verstehen, warum man jetzt plötzlich die Deffent- höher gestellt als das bisher der Fall war. Das Lohnabkommen der Spizenlohn auf 95 Pf. festgesetzt. Die Löhne für die Hilfsarbeiter und die Arbeiterinnen wurden prozentual lichkeit ausschließen will. Bors.( zum Zeugen gewendet): Diese gilt bis Ende Mai dieses Jahres, während der Manteltarif bis zum Frage könnten Sie ja wohl ruhig beantworten. Jeuge: Die Mitteilung lautete weder auf den Namen„ Helmuth" noch auf Sko15. Februar 1926 gilt. blewski, sondern auf Gorew. Dr. Rosenfeld: Welches sind denn die beiden verschiedenen Quellen? Jeuge: Darüber muß ich die Mit diesem Tarifabschluß ist die tariflose Zeit im Berliner Holzgewerbe beendet. Durch die Kraft der Organisation ist es gelungen, die Wünsche der Holzarbeiter sowohl auf den Tarifabschluß überhaupt, als auch auf seinen Inhalt hin zu erfüllen. Die FunktionärMost au zurüdreiſen wolle. Wie fich später herausſtellte, Parteigenossen! Ein Oppositionelles Bertriebsräte- komi- tonferenz nahi das Verhandlungsergebnis einstimmig an. Berlin aber erst im Mai vorigen Jahres verlassen. hat sie Bors.: Stoblewski, was sagen Sie dazu? Stoblemiti: Ich gebe feine Erklärung ab. Zeuge Heller: Nachdem ich erfahren hatte, daß die Schipowa Angestellte der Russischen Botschaft war, nahm ich an, daß auch Stoblewsti mit der Botschaft in Verbindung stehen müsse. Aus zwei ganz verschiedenen Quellen habe ich dann erfahren, daß Skoblewski tatsächlich in der Botschaft gewohnt habe. Hinter verschlossenen Türen! Der Reichsanwalt regt an, die Bernehmung des Zeugen Heller fee" ruft in einem Flugblatt die Berliner beiterschaft zu einer mächtigen Betriebsbemonftration am 18. März auf. Wir er'uchen unsere Parteiaenossen und-genoffinnen sowie die mit uns fympathisierende Arbeiterschaft, sich nicht an der von kommunisti cher Seite aufgezogenen Demonstration zu beteiligen. Der bankrotten KPD. leistet kein Klassenzu dieſem Bunt bis auf weiteres zurückzustellen. Auf den Einwurf kämpfer und kein aufgeklärter Arbeiter von R.-A. Rosenfeld, daß es sich doch wohl empfehlen dürfe, auch Heller, wie alle anderen Zeugen, in ununterbrochenem Zusammen hange aussagen zu lassen, erwidert der Vorsitzende, gewiffe Rüdfichten ließen es geboten erscheinen, daß der Zeuge einen bestimmten Abschnitt feiner Aussage hinter verfchloffenen Türen vortrage. Der Zeuge führt dann weiter aus, uke sei der Verbindungsmann, mit Helmuth" gewesen, und schildert weiter die Verhaftung dieser beiden. Bors: Hai Hute nicht gesagt, daß er tagtäglich mit bestimmten Persönlichkeiten zusammenkomme, denen er Briefe uim. bringe? Jeuge: Jawohl. Nach dem Angeflagten Stoblemiti befragt, gab Hufe dem Kommissar an, daß er von ihm nur den Namen " Aler" wisse, und daß er ihn erst wenige Tage vorher am Unter grundbahnhof Potsdamer Platz fennengelernt habe. Aler" habe ihn auch mit einer Dame befannt gemacht und in diesem Zu fammenhange erwähnte er die Uebergabe der dem Angeklagten Sto blemfti gehörenden Reisetasche und die Adresse in der Mödernstraße. Angell. Neumanu: Benn Hufe erklärt, daß er Stoblewski niht fenne, dann ist das eine unwahrheit. Borf. zum Zeugen: Sie haben auch den Angeklagten Mayer vernommen, welche Rolle spielte er dabei? Jeuge: Die Berjönlichkeit des Albert Mayer intereffierie mich in erheblichem Maße, besonders well Rausch ausgesagt hatte, Maner stehe hinter dem Ueberfall auf ihn. Ich erfuhr durch meine Ermittlungen, daß Mayer einen bestimmten Benzwagen benutzte, und daß er fich täglich in der Russischen Handelsdelegation in Berlin, Lindenstraße, aufhielt, mo er mit bestimmten Persönlichterten zusammenfam. Ich richtete damals einen lleberwachungsdienst ein und es gelang dann schließlich, in der Nähe der Russischen Delegation dieses Auto ausfindig zu machen und Maŋer zu verhaften. Bei der Durchsuchung seiner Taschen fand ich zirka 1600 Dollar, eine Anzahl von Papieren mit Namen, die mir zum Teil befannt vorfamen und auch einen Rassenblod. Mayer gab dann in großen Zügen Auskunft. Er hatte Papiere auf den Namen Teichmann bei sich, gab aber ohne weiteres an, daß diese Papiere falsch seien, und daß er in Wirklichkeit Alberi Mayer hieße. Es kommt dann die Rede auf den Zettel mit den Worten Lazarus Gift", der bei dem Angeklagten Mayer beschlagnahmt worden war. In der Hauptverhandlung hat Mayer angegeben, daß er fich diese Worte notiert habe, um sich zu erinnern, daß er sich bei dem Buchhändler namens Lazarus eine Sammlung revolutionärer Gedichte mit dem Titel ,, Gift imd Galle" bestellen wolle. Es wird festgestellt, daß Maner bei seiner polizeilichen Berneh muna hiervon nichts gesagt hat. R... Dr. Wolf erklärt diese Unterlassung damit, daß der Angeklagte bei jener Bernehmung sehr erregt gewesen sei, und auch fehr erschöpft. Der Zeuce Heller gibt in diesem Zusammenhange weiter an: Bei einer Besprechung, die er kurz nach dem Ableben Rauschs im Lazarus Krantenhaus mit Aerzten und Schwestern gehabt habe, fei ihm erklärt worden, daß der Verwundete unter feltsamen Umständen gestorben set. Un sich sei es ja auch durchaus denkbar gewesen, daß die Kom munisten den Rausch, für dessen Befinden sie lebhaftes Interesse befundet haben, durch Gift hätten erledigen wollen, um ihm ein für allemal zum Schweigen zu bringen. Es gelangten dann eine Reihe von Quittungen zur Verlejung, die in der Wohnung des Angeklagten Hallupps, in der das Bureau der militärischen Abteilung und das Sekretariatsbureau des Zentralrevolutionären Komitees untergebracht waren, beschlagnahnit uurden. Die Beträge wurden zum großen Teil für Berseßungs" Propaganda und Kurierdienste bezahlt. Es befindet sich aud; eine von einem gewissen Ernst" unterzeichnete Quittung dabei. Bors.( zu Neumann): Ist das der„ Ernst von der Baßfälscher: zentrale? Neumann: Das ist möglich, genau weiß ich es nicht Eine von Hufe geschriebene Quittung lautet auf den Namen Schipowski. Auf eine Frage des Vorfizenden, wer dieser Schipowsti sei, erwiderte Hute, daß er sich nicht mehr erinnern könne. erkannte aber die Quittung als von ihm geschrieben an. Der Vorfigende stellte dann fest, daß sich auf eine Quitting auf den Namen Gorewski und verschiedene russisch unterschriebene Quittungen onscheinend auf den Namen Gorew unter diesen Schriftftüden befinden. -Im Laufe der heutigen Nachmittagsverhandlung gab Rechtsanwalt Dr. Samter die Erklärung ab, die Polizei habe bei der Feschlagnahme in der Halluppschen Wohnung die geltenden Rechte gröblich mißachtet. Solange nicht das Gegenteil nachgewiesen fet. bleibe er bei der Behauptung, daß eine ganze Anzahl von Schrift tüden nach bekannten Spizelmethoden in das bei Hallupp gefun dene Paket zum Schaden der hier sitzenden Angeklagten hinein nebracht worden seien. Rechtsanwalt Dr. Wolf gab für seinen Mandanten Hallupp die Erklärung ab, daß dieser von dem Vorhandensein des Paketes nichts gewußt habe. Das gehe schon daraus hervor, daß dieses Batet offen auf einem Schemel liegend gefunden worden war. Gefolgschaft! Diese Demcuffration iff nicht zu Ehren der gefallenen Märzfämp er veranstaltet, sondern man will in Ermangelung einer zugträffigen Wahlparole zur Präsidentenwahl 3usammen ft öße provozieren. Unsere Genoffen befellinen fich am 18. März foweit als möglich an der Kundgebung des Reichsbanners. Treffpunkt: Senefelderplak, abends 7 Uhr. Der Bezirksvorstand. Aussage verweigern, aus demselben Grunde, den ich vorhin an gegeben habe. Dr. Rosenfeld bittet die Fragen, bei denen die Deffentlichkeit auszuschließen wäre, erst zu behandeln, nachdem der Berteidigung Gelegenheit gegeben worden sei, sich darüber schlüssig zu werden. Achtung, Zimmerer! Verbandskameraben! Unfere am Freitag veröffentlichte Ware nung vor einem Schwindler war bereits von Erfolg. Gonde, so nannte sich der Schtvindler, ist am gleichen Tage bei einem neuen Versuch, sich Geld zu erschwindeln, erkannt und der Polizei übergeben worden. Wir ersuchen alle Ber bandstameraden, uns den entstandenen Verlust unter Zeit. angabe mitzuteilen. Zentralverband der Zimmerer. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Zur Schulentlassung. Noch immer ist der Glaube verbreitet, daß der kaufmännische oder Angestelltenberuf leicht sei, feine großen Ansprüche stelle und ein ficheres Fortfommen ermögliche. In Wirklichkeit erfordert die faufmänische Tätigkeit, einerlei ob im Kaufhaus oder Bureau, ein Höchstmaß an Klarheit des Denfens, leichte Auffassungsgabe und peinlichste Sorgfalt. Diese Anforderungen werden im entscheidenden junge Mensch im fpäteren Leben seinen Blaz nicht ausfüllt und zur Moment oft außer acht gelassen und so ist es zu erklären, daß mancher Führung eines unbefriedigten Daseins verurteilt wird. Eine be achtenswerte Erscheinung bei der Berufswahl ist außerdem die heutige wirtschaftliche Lage. Der Angestelltenberuf weist eine beängsti gende Ueberfüllung auf. Kriegs- und Nachkriegszeit haben auch hier eine ruhige und ordentliche Entwicklung gefährdet und während der schweren Abbauperiode im Frühjahr 1924 fonnte fest gestellt werden, daß die Angestellten durch den Abbau mit ana schwersten betroffen würden und noch lange nachher, als sich die Wirtschaft unter dem Eindrud stabiler Währung erholte, arbeitslos blieben und noch heute zu Tausenden feine Beschäftigung finden. Staatsgerichtshofes eine Erflärung eingelaufen, die sich gegen die Bom Stuttgarter Polizeipräsidium ist beim Vorsitzenden des Sollte bei der Wahl im Elternhaus doch die Entscheidung für Behauptung wendet, daß das genannte Amt die Presse in unzuden Angestelltenberuf fallen, so darf unter feinen Umständen ver lässiger Beise über den Fall Neumann und Genossen informiert fäumt werden, vorher genaue Auskunft bei der maßgebenden habe und insbesondere der Auffassung entgegentritt, als ob Krimi Berufsorganisation, dem 3entralverband der Angestell nalobersekretär Koppenhöfer die in Frage kommenden Informa- ten, einzuholen. Nicht nur eingehende Berufsberatung, tionen den Blättern direkt oder mittelbar zugeleitet habe. Rausch als Spiel für die politische Polizei Auskunft. Der Beuge eller gibt dann nod über die Tätigkeit des Gegen 6 Uhr wurde dann die Berhandlung auf Montag früh 9 Uhr vertagt. Gewerkschaftsbewegung ( Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Lohn- und Mantelvertrag im Holzgewerbe. Ende der tariflojen Zeif. " sondern auch Behrstellen vermittlung wird oftenlos geboten, Der Verband wird in allen diefen Fragen ein guter Be rater sein und wird auch beim Abschluß von Lehrverträgen durch seinen Rat seine Unterstützung nicht vermissen lassen. In der Berufsorganisation findet das Lehrmädchen oder der Lehrling einen ficheren Schutz und eine eifrige Förderung seines Berufswissens. Eine gut ausgebaute örtliche Jugendgruppe und eine reichhaltig ausge stattete Jugendzeitschrift Die Jugendblätter des 3d." sorgen für eine gediegene Wissensvermittlung, Schulung und fröhliche Unterhaltung. Alle übrigen Ausfünfte können jederzeit beim Zentralverband der Angestellten eingeholt werden. Der Berbond besitzt in über 700 Orten Deutchlands Niederlassungen. Die Hauptgeschäftsstelle ist in Berlin ED. 26, Dranienstraße 40/41. Bcn diefer fann auf Wunsch die Adresse der örtlichen Geschäftsstelle mitgeteilt werden. Die Drisverwaltung Berlin des Deutschen Holzarbeiterverbandes hat mit den in den Vereinigten Berbänden" organisierten Holz industriellen Berlins einen Manteltarifvertrag und ein Lohnabkommen abgeschlossen. Nach anderhalbjähriger tarifloser Zeit bedeutet die Schaffung dieses Tarifwertes einen gierte zur örtlichen Generalversammlung. Morgen Montag abend 7 Ubr großen Erfolg für den Holzarbeiterverband. Als im vorigen Jahre die zentralen Berhandlungen, die zum Abschluß eines Reichsmanteltarifs führen sollten, daran scheiterten, daß die Arbeitgeberverbände im entscheidenden Augenblick auseinanderfielen, fonnten auch die Verhandlungen in Berlin, die einen Reichstarif zur Grundlage haben mußten, nicht zu Ende geführt werden. Die Vereinigten Berbände" stellten sich unter Führung des Obermeisters Baeth auf den Standpunkt, daß sie schließen könnten. Dagegen gelang es dem Holzarbeiterverband, mit ohne einen Manteltarif auch kein Lohnabkommen ab der Freien Bereinigung" der Holzindustriellen Lohnabkommen unter Dach und Fach zu bringen. Inzwischen feßten auch in vielen Betrieben Berlins Teil. streits ein, die den„ Vereinigten Verbänden" höchst unangenehm wurden. Unter ihrem Druck bequemte sich Herr Baeth, Ende Februar beim Schlichtungsausschuß zu beantragen, eine Entscheidung darüber herbeizuführen, ob die Holzarbeiter nicht gezwungen werden fönnten, die gefeßlich vorgeschriebene Arbeitszeit von 48 Stunden in der Woche innezuhalten. Der Schlichtungsausschuß follte auch darüber entfcheiden, daß die Unternehmer nur Löhne zu zahlen brauchten, die für das Gewerbe„ traabar" feien. Der Verband ließ sich natürlich auf ein derartiges Schlichtungsverfahren nicht ein, sondern forderte von den Arbeitgebern, daß sie zu direkten Verhandlungen mit dem Holzarbeiterverband zusammentreten sollten. Musikinstrumentenarbeiter. Bersammlung der Raftenmacher morgen Mon fag, 5 Uhr, im Reichenberger Sof. Umbaumacher, Berleimer, Fournierer ebens falls am Montag im gleichen Lotal.. Deutscher Bertchrabunb. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Achtung Dele Generalbersamml 12 ng im Gewerkschaftshaus. Gaal 4. Pünktliches und bestimmtes Erscheinen wird erivartet. Ohne Mitgliedsbuch und Deles giertenfarte fein Eintritt. Die Bezirksverwaltung. Deutscher Bekleidungsarbeiterverband. Filiale Berlin, Sebastianstr. 37/33. Morgen Montag abend 6% Uhr errent maßfchneider Verfamm Iung im Lehrerbereinshaus, Alexanderstr. 41. Dienstag, dett 17. ära, abends 6 Uhr. Bersammlung für die Damenmaßbrande und Ronfettionsänderinnen in der Schule Stochstr. 13. Tagesordnung in. beiden Bersammlungen: Befchlußfaffung über das Ergebnis der obn berhandlungen, Branchenangelegenheiten. Erscheinen ist flight! Nur Mitglieder obiger Brandien, fotoeit fie mit ihren Beiträgen nicht über vier Wochen im Rüdftande find, baben Zutritt. Die Versammlung für den Be sirf. 9. und Schöneberg fallt aus. Diefelbe findet am Montag, den 23. Mära, abends 7 Uhr, bei Rickert, Steinmeßitr. 36a, und für Char lottenburg am Montag, den 30. März, abends 7% Uhr, bei Thunad, te landfir. 4, ftatt. Alle in diefen Bezirken Beschäftigten haben die Pflicht, au erscheinen. Die Branchenleitung. Zentralverband der Schuhmacher. Morgen Montaa Branchenverfamm lung der Etepper, Stepperinnen, Wender, Wenderinnen, ablerinnen abends 6½ Uhr im Saal 5 des Gewerkschaftshauses. Engelufer 25; für die Ballfchuhmacher abends 7% br in den Residenzfestfälen, Landsberger Str. 31. Dienstag den 17. März. Prenderversammlung für die Fertiomacherei abends 5 Uhr bei Boeker, Weberstr. 17. Bersammlung der Betriebsräte abends 5 Uhr im Saal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. Mite woch den 18. mars. Branchenverfammlung der Maschinenarbeiter abends 5½ ühr im Saal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. Achtung Betriebsräte und Baubelegierte des Baugewertsbundes. poch, den 18. März, abends 7 Uhr. beginnt im Gewerffmaftshaus, Zimmer 53, FORiits ein 3eichenturfus für die Stuffatent Lehrlinge; besgleichen findet für die Raurerlebtlinge der Bauabenb statt. Bir er fuchert, die Lehrlinge zum Besuch des Sturfus anzuhalten. Deutscher Baugetvertsbund, Baugewerffchaft Berlin, AfA- Funktionäre der Metallindustrie. Donnerstag. ben 19. Mars. abends 7 Uhr, wichtige AfA- Funktionärberfammlung der Metallindustrie in dent Sophienfälen, Sophienstr. 17/18. 1. Neuwahlen der Betriebsräte. Referent: Kollege Aufbaufer. 2. Aufstellung unserer Gebaltsforderungen1. 3. Berschiedenes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung erwarten wir, daß f MetaIIfazteIL Günther, Range, Rothe. März- Feier! Das Ergebnis dieser Berhandlungen lag einer Funktionär Ponferenz der Holzarbeiter am Freitag zur Beschlußfassung vor! Die Arbeitszeit beträgt 46 Stunden. Den 1Inter nehmern ist die Mönlichkeit gegeben. bei normaler Beschäftigungssiffer des Betricbes nach vorheriger Verständigung mit der Betriebsvertretung die Arbeitszeit wöchentlich um zwei Stunden zu erhöhen. alle afunttionäre bestimmt erfcheinen. Für diese Ueberarbeitszeit muß ein 3uschlag von 5 Broz. gezahlt werden. Wie Bevollmächtigter Boese in der Versammlung er flärte, hatten die Organisationsvertreter tein Interesse daran, diesen Ueberstundenzuschlag höher festzusehen, weil sie in die Holzarbeiter das Vertrauen setzen. daß sie Ueberstunden grundsäglich Derweigern werden. Die Kalkulation der Affordpreise muß so vergenommen werden, daß bei einer durchschnittlichen Arbeitsleistung ein Mehrverdienst von 15 Pro3. erzielt wer den kann. Die Unternehmer wollten hier durchaus nur 10 Proz. bewilligen. Einen ganz besonderen Erfolg hatte der Holzarbeiterverband in der Festsetzung der Ferienbestimmungen. Die Höchstdauer der Ferien beträgt allerdings nach einer Beschäftigungsdauer von viereinhalb Jahren nur sieben Tage; in bezug auf die Siche rungen des Urlaubsanspruches geht jedoch der Manteltarif viel weiter als die Tarife and rer Arbeitnehmergruppen. So wird beispielsweise Arbeitern die aus Arbeitsmannel entlassen werden und die innerhalb eines Jahres in denselben Betrieb wieder in Am Spuning, ben 22. März, abenb3 7 Uhr, veranstaltet bie Freie Gewerkschafts- Jugend und die Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten eine März eier( Stimmen der Arbeiterdichter) in ber Stadthalle Klosterstraße. Munit Rezitationen Ansprache. Wit. wirkende: Das gesamte Salonordicster des Deutschen Musikerverbandes und crfte rezitatorische Kräfte. Die Ausprache hält der Kollege Gotthardt, Bornherber der Drtanruppe Berlin brs AdA. Aum bie erwachsene Roflegen. faft ist au biefem Abend besonders herzlich eingeladen. Karten zum Breife von 30 Vf. find zu haben: in der rcigcwertschaftlichen Jugendzentrale, Berlin SD. 16, Engelufer 24/25, Bimmer 7, und im Jugendsekretariat bes Zentralverbandes der Angeftelten, Berlin, Belle- Antance- Straße 7/10. . Wetter für Berlin und Umgerend. Zeitweise aufflarend. Einzelne leichte Re enfälle bei fchwachen westlichen Winden. Tagestemperaturen mehrere Brade über Null. Für Deutschland. Ziemlich mildes Better. Beitweise leidte Negenfälle. Im Süden und Often Nachtfröfte. Muf eine Frage Dr. Rosenfelds, ob Stoblewiti dem in der Arbeits treten, die frühere Arbeitszeit angerechnet. Einige weitere Sophien- Säle Sophienstraße 17-18 Zentrale in der Rosenthaler Straße beobachtenden Beamten nicht Paragraphen regeln die Urlaubsbestimmungen für solche Arbeiter, Norden 9296* Norden 12643 Säle frei! Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, au richten 1. Rreis Mitte. Gigung des engeren Rreisvorstandes am Montag, 16. März, abends 8 Uhr, bei Lötschert, Neue Friedrichstr. 108. Gigung des erweiterten Areisvorstandes Dienstag, den 17. März, 7% Uhr, bei Dobrohlaw, Swineminder Str. 11. Montag, den 16. März, 8 Uhr, int gleichen Lokal Gigung der Kommunalen Rommission. Jede Abteilung muß einen Vertreter entfenden. 3. Kreis Webbing. Sonntag, den 15. März( heute), nach. 5 Uhr, in den Pharus- Sälen, Müllerstr. 142. Märzgedenkfeier verbunden mit einer Fahnenweihe. Ansprache des Gen, Stelling. Montag, den 16. März, Uhr, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes an bekannter Stelle. Sigung der Zeitungstommiffion am Montag, den 16. Mära, 7% Uhr, bei Müller, Uferstr. 12. 5. Kreis Friedrichshain. Erweiterte Kreisvorstandsfikung am Dienstag, den 17. März, abends 7% Uhr, bei Rosin, Gubener Str. 19. Gämtliche Mit glieder des erweiterten Borstandes werden gebeten, pünktlich zu er scheinen. 7. Areis Charlottenburg. Dienstag, den 17. März, 7 Uhr, erweiterte Borstandssigung, Rimmer 1. 9. Kreis Wilmersdorf. Montag, den 16. März, abends 9 Uhr, erweiterte Kreisvorstandssigung bei Kroiß, Holsteinische Str. 60. Erscheinen Pflicht. 11. Kreis Schöneberg- Friebenau. Dienstag, den 17. März, Märzacdenkfeier, Mit verbunden mit Wahlfundgebung, Schloßbrauerei, Hauptstr. 124. wirkung des Männergesangvereins Freundschaft", der SAJ., musikaTifche Darbietungen. Rezitationen, Ansprache des Gen. Crisnien, M. D. R. 12, Kreis Steplig, 2antwik, Lichterfelde, Montag, den 16. März, im Rathaus Stenlik Fraktionsfikung. Sämtliche Stadt- und Bezirksverordnete, fowie Bürgerdeputierte müssen erscheinen. 13. Areis Tempelhof- Mariendorf. Montag, den 16. März, 7 Uhr, Fraktionsfigung im Rathaus, Rimmer 26. 17. Areis Lichtenberg. Montag, den 16. März, 8 Uhr, Gigung des Bildungsausschusses in der Bibliothek Weichselstr. 28. Jede Abteilung muß verfreten fein. 20. Kreis Reinidendorf. Die Mitglieder aller Abteilungen befuchen die am Dienstag, den 17. März, abends 7% Uhr, im Lokal Ramlow( Raftanienwäldchen), Schönholz 14( Nähe Bahnhof Reinickendorf- Schönholz), Endhaltestelle Straßenbahnlinie 36, stattfindende öffentliche Wahlversammlung. Referent: Genoffe Franz Künstler, M. d. R. Heute, Sonntag, den 15. März: 91. Abt. Neukölln. Die Wahlhelfer treffen fich vorm. 8% Uhr bei Mischke, Münchener Str. 23. 119. Abt. Sichtenberg. Die Genoffen treffen fich frith 10 Uhr bei Gieke, Möllendorfstraße, zur Wahlhilfe für die Ronfumwahlen. 136. Abt. Reinickendorf- Oft. Die Bezirksführer holen heute morgen 9 Uhr vom Genossen Kreutlein Sandzettel und Blafate für die am Dienstag, den 17. März ,, im Lokal Ramlow, Schönholz 14, stattfindende öffentliche Wahlversammlung ab. Alle Genoffinnen und Genoffen beteiligen fich an der Ronsumgenossenschaftswahl. Morgen, Montag, den 16. März: 11. Abt. 7% Uhr Funktionärtonferens bei Berger.. 21. Abt. Kommunale Rommission! 7% Uhr Vortrag bei Aroll, Utrechter Straße 21. 24. Abt. 7 Uhr außerordentliche Funktionärßigung bei Seidler, Winsstr. 44. 28. 9bt. 7 Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23. Gigung der Bezirksführer, Betriebsvertrauensleute und sonstiger Funktionäre. 41. Abt. 8 Uhr bei Gdnutit, Mariendorfer Str. 5, Funktionärsigung. 55. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr Funktionärsihung bei Reimer, Wilmers Dorfer Str. 21. 77. Abt. Schöneberg. 8 Uhr Borstandssigung beim Genoffen Rlawitter, ApoftelBaulus- Str. 7. 88. Abt. Marienborf. Abends 8 Uhr holen die Bezirksführer für die öffent liche Versammlung am 19. März die Sanbzettel bei Niendorf ab. Reukölln. 89. Abt. 7% Uhr bei Schulz, Sobrechtstr. 64, Borstands- und Funktionärsihung. 92. Abt. 8 Uhr bei Räderik, Innftr. 8, Borsbands und Funktionärkung. Alle Funktionäre müssen unbedingt erscheinen. Mittwoch, den 18. März, abends pünktlich 7% Uhr, in der Aula der Rnabenmittelschule, Donaustraße, öffentliche Abteilungsversammlung. Ge. noffe Landtagsabgeordneter Jürgensen Riel fpricht über Sozialdemokratie und Republik." Funktionäre, müssen einladen. 101, 6t. Treptow. 7 Uhr Gihung des Bildungsausfchuffes mit bem Borfanb bei Sosemann, Herfomerstr. 3. Jungfozialisten. 48 Uhr im Jugendheim( Distuffionszimmer). Sindenstr. 3, Arbeitsgemeinschaft Dr. Grelling. Thema: Der englische Amperialismus." Mitte. 8 Uhr Gemeindeschule Gipsstr. 23a, Fortsetzung der Arbeits. gemeinschaft über Boltswirtschaft". Frauenveranstaltungen am Montag, den 16. März: 2. Kreis Tiergarten. 7% Uhr bei Krüger, Butligstr. 16. Bortrag des Genoffen Miethke über Geschlechtsleiden". Die Funktionärinnen eine Stunde vor her daselbst. 7. Kreis Charlottenburg. 8 Uhr Sigug der Abteilungsleiterinnen im Wirz burger Hof", Spreeftr. 8. 8. Kreis Spandan. 7½ Uhr im Lofal Wind, Bichelsdorfer Str. 5, Bortrag der Genoffi Banten über ,, Erziehungsfragen". 3. Abt. 7 Uhr bei Krüger, Engelufer 23, Bortrag der Genoffin Streffe: Was erwarten die Frauen von der Sozialdemokratie?" 4. Abt. 7½ Uhr bei Schwarz, Blankenfelder Str. 10, Referent: Genosse Beer Loot. Literarischer Abend". 14. Abt. 7% Uhr bei Gillwald, Putbuser Str. 24, Vortrag der Genoffin Carmen Holz: Wirtschaft und Sozialismus." 24./25. Abt. 7 Uhr im Gesangsaal des Luzeums, Greifswalder Str. 25, Seiterer Abend". Vortragender: Herr Barthel 29. Abt. 7 Uhr im Sanna, M. d. L.: 31. Abt. 7% Uhr im Lotal Goldschmidt, Stolpische Straße 36, Bortrag des Genossen Schreiber:„ Die Gesundheit der Frau." Lokal Klug, Danziger Str. 71, Bortrag der Genoffin Sozialpolitik. 37. Abt. 7% Uhr bei Serasch. Eberinifr. 10, Bortrag des Genoffen Rosin über Wohnungsfragen". 39. Abt. 7 Uhr Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3. Bortrag des Gen. Gerhard Pusch über Maffe Mensch". 40. Abt. 7 Uhr Lokal Schmidt, Teltower Str. 18. Bortrag der Genoffin Marie Kunert, M. d. 2.: Lebenshaltung und Uebervölkerung." 44./45. Abt. 7% Uhr Lokal Nagel, Manteuffelfte. 47. Bortrag des Gen. Dr. Kurt Löwenstein: Erziehungsfragen und Kinderfreunde." 46./47. Abt. 7 Uhr Lotal Pflug, Muskauer Str. 1, Bortrag des Gen. Landgerichtsrat Ruben:„ Die Stellung der Frau im Staat." 48. Abt. 7% Uhr im graphischen Bereinshaus Alexandrinenstr. 44, Bortrag des Gen. Adolf Soffmann:„ Religion und Sozialdemokratie." 52. Abt. Der Frauenabend fällt aus. Die Genossinnen beteiligen sich am Kreisfrauenabend am 20. März im Würzburger Sof", Spreeftr. 8. 108, Abt. Köpenid. 7% Uhr in der Aula der Dorotheenschule, Vortrag der Genoffin Nemig. M. d. R.: Was ist, was will der Sozialismus?" 128/130. Abt. Pankow. 7 Uhr bei Mees, Berliner Str., Ede Lindenpromenade, Bortrag der Genoffin Schmik: Unsere Arbeit in der Kommune." Uebermorgen, Dienstag, den 17. März: 8. Abt. Begirlsführerfißung bei Ridert, Steinmekftr. 36a. 23. Apt. 7½ Uhr Bezirksfibrersizung bei Grunwald. Die Bezirksführer and deren Stellvertreter müffen erscheinen. 30. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferenz bei Soffmann, Shchener Str. 8. 33. Abt. 7½ Uhr Funktionärsibung bei Lojac, Behmestr. 3. Die Frauenfunktionäre besuchen den Frauenabend. 54. 2bt. Gharlottenburg. 8 1hr Lokal Bühnemann, Selmholtfir. 39, Funktionärsikuna. 82 Abt. Steglik. Alle Genossen treffen fidh 7% Uhr bei Thiel, Albrecht firaße 87, zum gemütlichen Beifammenfein. 111. Abt. Sibung der Bildungstommiffion fällt am Montag aus, ift dafür am Dienstag. Jungsozialisten Tempelhof. 7½ Jugendheim Germaniaftr. 6/7( Lhzeum) Bortragsabend. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 17. März: 20. Abt. 7% Ubr bei Jaferid, Schweden fir. 11s, Bortrag des Gen. Ulrich: Moderne Erziehunasprobleme." 21. Abt. 7½ Uhr bei Kroll, Utrechter Sbr. 21, Bortrag der Genoffin Todenhagen: Die Stulturidee im Sozialismus. 33. t. 7 1hr Schule Sohenlohestr. 10, Bortrag ber Genoffin Trapp fiber: ..Geimarbeiterinnenschus." Jungfozialistische Bereinigung Groß- Berlin. Sur Generalberfammlung am 23. März ift es notwendig, daß alle Gruppen bie Mbrethnung ber Junafozialistischen Blätter" und des Unkostenzufchuffes bis spätestens am 18. Mära beim Genossen Paul Sandelmann, Berlin O. 112, Weichsel ftoaße 9, vornehmen. Der Arbeitsausschuß. Berein ber Freibenker file geuerbestattung, 20. Bezirk Montag, Ben 16. März, abends 7 Uhr, im Lokal, ur legten Minute" am Bahnhof Schönhola Bezirks- Mitgliederversammlung für den gesamten 20. Berwaltungsbezirk. Tagesordnung: 1. Bortvag: Die christliche Kirche und die Frauen." Genosse Sachtleben. 3. Neuwahl der 2. Bericht von der Gau- Generalversammlung. Bezirksleitung. 4. Bereins- und Bezirtsangelegenheiten. Ueber Jugend und Bodenreform spricht heute abend im Sause des Christlichen Bereins junger Männer, Wilhelmsstr. 34, der bekannte Bodenreformer Dr. Damaichte. Beginn 6 Uhr. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen, Ortsgruppe Neukölln, Gefchäftsstelle Donauftr. 123. Diens tag, den 17. 5. M., 7 Uhr, Berliner Kindl- Brauerei, Hermannstr. 214/219, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Regierung, Reichstag Kriegsopfer." Arbeitersport. und die Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität", Ortsgruppe Berlin. Touren für Sonntag, den 15. März. 1. Abt. Pichelswerder. Start 1 Uhr Billowstr. 55. 2. Abt. 8 Uhr Römerschanze, 1 Uhr Wannsee, Reichsadler. Start Dieffenbachstraße 36. 3. Abt. Adlershof, Riege. Start 1½ Uhr Laufiger Plaz. 5. Abt. Johannisthal, Bota. Start 1 Uhr Landsberger Plaz. 6. Abt. Wittenau. Start 1 Uhr Kopenhagener Str. 26. 7. Abt. Alter Freund. Gtart 1 Uhr Rolonieftr. 147. 9. Abt. Johannisthal, Bota. Start 12% Uhr Schulstr. 114. 10. Abt. Anfahrt Schuizeljagd Adlershof. Start 1 Uhr Comeniusplag. 11. Abt. Eberswalde. Start 6 Uhr früh Hochstr. 13. Ortsgruppe Charlottenburg. 1 Uhr am Start Galvaniste. 13. Montag, 16. März, abends 7 Uhr, fünfundzwanzigstes Stiftungsfest. Ortsgruppe Neukölln. Start für beide Abteilungen 1 Uhr Herkberaplaz. Ortsgruppe Lichtenberg. 12 Uhr am Start Traveplak. Ortsgruppe Niederschönhausen. Glienice a. d. Nordbahn. Bark. Start Friedensplak, Ede 9 Uhr. Bismardfstraße. Start Ortsgruppe Baumschulenweg. Rangsdorf. 1 Uhr Bahnhof. Abends im Bereinslokal. Bundesgenossen! Der 15. März muß als Anfahrtstour gelten. Jeder Fahrwart ist verpflichtet, das Buch mitzuführen zur Selbsteintragung der Tourenteilnehmer, Siehe Bekanntmachung im ,, Arbeiter- Radfahrer" vom Januar. Freie Schwimmer Charlottenburg 04, E. V. Das am Sonntag, deh 15. März, in der Badeanstalt Dennewigstraße, neben der Hausdurchführung der Hochbahn, von der Abteilung Westen arrangierte Schwimmfest hat eine hervorragende Beſegung gefunden. Leipzig, Deffau, Brandenburg werden mit GroßBerlin um den Sieg in den Wettkämpfen fteiten. Im Wasserballspiel werden die Charlottenburger alles aufbieten müffen, um ehrenvoll gegen Leipzig und Die Deffau zu beftehen. Die Damen warten mit einem Kunstreigen auf. Rettungsvorführungen dürften auch den Laten des Schwimmfports manches Neue und für den Sommer Beherzigenswerte bringen. Springen und Tauchen vervollständigen das Programm. Der Eintritt beträgt 75 Pf. Der Beginn ist um 3 Uhr. Arbeiter- Schachnub, Abt. Friedrichsfelde, beranſtaltet am Montag, den 16. Mara, abends 7 Uhr, eine Bropagandaveranstaltung. verbunden mit theoretischem Bortrag und Simultanfpiel; im Lokal Daberkow, Lichtenberg. Gubrunstr. 1, am Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde. Großes Arbeiterfußballwettspiel in Neukölln. Aslania- Köpenid I. Mann fchaft gegen Rüstig- Vorwärts 1913 Neukölln. I. Mannschaft treffen fich zum fälligen Gesellschaftsspiel am Sonntag, den 15. Mara, auf dem Städten Jubiläumsplatz Neutoun, Grenzallee( nahe Cimbriaplay). Anfang um 3½ Uhr die I. Mannschaften. Borber die beiden II. Männermannschaften. Anfang um 1½ Uhr. Bahnstation Kaifer- Friedrich- Straße und Neukölln. 10 Mi nuten Gebzeit, Geschäftliche Mitteilungen. Sehenswert für jeden Intereffenten find die Schaufenster des Tuchgefchäfts $. n. Friedlaender, C. 2, Gandauer Str. 23 Eine enorme Auswahl neuester und befter Stoffe find dort ausgestellt. Die Firma besteht seit 34 Jahren und ist durch ihre Reellität überall bekannt. -W Briefkasten der Redaktion. 23. 9000. 1. Nein. 2. Bom 1. Januar 1925 ab mit 2 Bros. Nr. 7. Mein. H., Görlizer Bahnhof. 1., 4. und 5. Nein. 2. und 3. Ja. 6. und 7. Den Chefcheidungsrichter geht die Vermögensauseinanderlegung nichts an. Die Ehefrau muß, falls der Ehemann sich weigert, das eingebrachte Gut berauszugeben, eine besondere Klage gegen ihn anstrengen... 20. 1. Mit der Bollendung des 21. Lebensjahres. 2. Benn es volljährig, affo 21 Jahre alt ift. 3. Ja. Nollendorf 1120, 1121, 1122 Herren- Anzüge und-Mäntel Vorträge. Vereine und Verfammlungen. Lammfromm& Vogel Potsdamer Str. 127 nach Maß in vollendeter Paßform die besten fertigen Anzüge, Ersatz für Maß. Mk. 85, Mk. 65, Leon Sonnenschein Potsdamer Str. 331, Ecke Lützowstraße. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 20 Gefäftsftelie: Berlin G 14. Sebaftianfte. 37/38. Sof 2 Et. Kamerabschaft Lichtenberg nebft Untergruppen. Dienstag, ben 17. März, abends 7 Uhr, Saalschuk in der Barbane. Ramerabschaft Renkölln- Brig, 3. Bug. Mittwoch, ben 18. Mära, fällt das Turnen aus. 20.Rameradschaft Reinickendorf. Dienstag, den 17. März, abends 75 Uhr, im Lotal Ramlom, Raftanienmäßchen, Schönhola 14, Rahe Bahnhof ReinidendorfSchönholz. Treffen ber Kameraben famtlicher Untergruppen Gerade für WollwäscheAmsel M. Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. MOSLEM Persil Jumper, Westen, Strickkleider, all die modernen Sachen in ihren mannigfaltigen Arten und Farben, lassen sich hervorragend mit Persil waschen; sie werden prachtvoll im Aussehen und behalten die Form. Man wäscht Wollsachen natürlich immer handwarm. Sind wieder überall erhältlich PRO BLEM Sonntag 15. März 1925 133 Alus der Film- Welt Die Filme der Woche. Ein Sommernachtstraum." Jm UT- Nollendorfplatz. Dies ist der entzückendste Fastnachtsfilm, den man je gesehen hat, und zugleich der erste große Parodiefilm. Was der Regisseur Hans Neumann mit ans Behrendt zusammen hier alles auf die Palette gebracht hat, das ist unbeschreiblich. Eine Jazzband gibt den Ton an, und man fürchtet schon, es wird der reine Bierulf. Aber es bleibt nicht bei der lustigen Parodie auf den Krieg der Athener und Amazonen; über den Karnevalsipaß der Rüpelszenen, in denen die Spießer Theater spielen, erhebt sich das Spiel in eine phantastische herrliche Märchenwelt, in dem alle Geister losgelassen find, das Wunderbare Wirklichkeit wird und unter dem Septer Buds heillose Berwirrung von Geistern und Menschen gestiftet und schließlich alles zum guten Ende geführt wird. Das heiterste Kind der Shakespeareschen Laune hat hier im Film eine würdige Auferstehung gefunden. Wenn einige Längen beseitigt werden, und die an sich höchst witzigen Verse Klabunds beschnitten sind( der Kenner braucht sie nicht, und dem Nichtkenner sind sie zu viel), dann wird diese luftige und luftige Groteske in ihrer Art vollendet sein. Nicht den geringsten Anteil an dem Erfolg hat die Jazzband Eric Borchardt, die unter dem Zepter Hans Mays bald die füßen Weifen Mendelssohns zum Reigen der Elfen spielte, bald in aus gelaffenster Weise alte populäre Melodien und modernste Schlager als ultige Illustration zur Bilderschau zwerchfellerschütternd erklingen ließ und gelegentlich zur wahren Kagenmufit wurde. Ganz famos hebt das Spiel an mit den Kriegsvorbereitungen der Athener und Amazonen, die in burlesker Weise durch den Kakao gezogen werden. Die schöne Hippolyta( durch Ruth Weyher sehr charakteristisch verkörpert) fommt vor lauter Toilettenfragen zu spät zum Kampf, der zur Ergöglichkeit ausartet. Die etwas fom plizierte Handlung der verschiedenen Liebespaare braucht den literarisch nicht vorgebildeten Zuschauer nicht zu befümmern, im Märchenwald werden sie doch nur zur Staffage, zur sehr schönen Staffage durch Charlotte Ander und die Annen foff. denen Mattoni und Hans Albers sefundieren. Valesca Gert, ein höchst drolliger, zu allen Streichen aufgelegter Geist, inszeniert die Wechselspiele zwifchen der Geister- und Märchenwelt, zwischen den vornehmen Liebespaaren und den schauspielernden Handwerkern. Hier ist der Film auf seinem eigenften Gebiete, hier fann er alle die Wunder verüben, die auf der Bühne immer etwas Gemachtes haben. Phantastisch umgibt das alles der Wald, den der Mondschein belebt und eine ganze Sputmelt bevölkert. Der Streit zwischen Oberon und Titania wird durch die Tamara mit ihren wirklich geisterhaften Augen und Lori Leur, die schlanke EisenFönigin, versinnbildlicht. Dazwischen aber treibt das Volk der Faune und Nigen, der Elfen und Zwerge sein äffendes und geistern. des Spiel. Der Schluß des Films führt wieder in die Wirklichkeit zurüd; am Hofe Thefeus, den Theodor Beder glanzvoll reprä fentiert, geht unter der Mitwirkung von Werner Kraus, der als Bettel nicht alle Filmwirtungen herausholt, ilhelm Bendows und Ernst Gronaus die Moritat des Rüpelspiels als groteste Farce vor sich. Dann werden alle Berwicklungen gelöst D. und soundsoviel Liebespaare empfehlen sich als Berfobte... Die Blumenfrau vom Potsdamer Play." Primus- Palast und Alhambra. Was uns in der Literatur fehlt, der bodenständige, Jaftige Ber liner Roman, der wie der Barijer Roman in der franzöfifchen Epit das Erlebnis der Großstadt mit allen Eigenheiten ihrer Sonderfeele ausschöpft und der beste Bemeis einer veranterten Kultur ist, das scheint sich allmählich im deutschen Film anzubahnen. Schon im Heiratsschwindler" war es ersichtlich, daß einige unserer besten Filmdarsteller drauf und dran sind, die Mannigfaltigkeit des Ber liner Lebens mit seiner Mischung von Stepfis, Humor, Nüchternheit und Lebenslust in eine einheitliche fünstlerische Form zu gießen. Die Blumenfrau pom Potsdamer Plag" ist ein bewußter Schritt vorwärts auf diesem Wege, und man darf dem Regisseur und den Verfassern des Films( Jaap Speyer, Reichmann, Lersti, Schirotauer, Scheer) getrost das Kompliment machen, daß ihnen eine recht vergnügliche Angelegenheit gelungen ist. Auf die eigentliche Handlung, bei der Trude Mahnke, die Blumenfrau( Erita Bläßner) aus Eifersucht auf ihren Mann( Dieterle) einen fleinen Abstecher in das Palais der Friedrichstadt mit einem schneidigen jungen Juristen( Ralph A. Roberts) unternimmt, die zu einem Ehefcheidungsprozeß führt und sogar mit Scheidung der Ehe geendet hätte, wenn das Ehepaar Mahnte sich nicht so liebte, kommt es dabei am allerwenigsten an. Die pifante. Sauce vielmehr, die uns diesen Film so schmackhaft macht, ist die meisterhafte Erfassung des Ber liner Lebens und seiner Boltstypen. Wenn die Blumenfrau Rofa Baletti und Erifa Gläßner neben dem famojen Stiefelpuzer Schünzel, der mit seiner schnoddrigen Talmieleganz geradenwegs von einem Bogfampf im Sportpalast zu kommen scheint, und dessen derben Berliner Wize man ordentlich riecht, vor der Rotunde am Potsdamer Plak ihr Gewerbe betreiben, so ist jebe Geste lebenswahr und typisch. Wenn Roberts als chrift licher Paul Morgan mit föstlichem Humor als jüdischer Rechtsanwalt vor der Chefcheidungskammer auf Trennung der angeblich zerrütteten Ehe plädiert, während im Hintergrund das klagende Ehepaar und die Belastungszeugen Schünzel und Blandine Ebinger fich zusammenfinden, dann hat man nur den starken Eindruck:„ So ist das trop alledem so wundervolle Berliner Leben." Und man empfindet auch, daß bei allen diesen Vollnaturen- Schünzel, Baletti, Gläßner, Morgan, Dieterle und Roberts die Erkennt nis ihrer fünstlerischen Filmsendung zur Bloßlegung des Berliner Menschen sich herausarbeitet. So barf man getrost darüber hinweaalciten, daß diesem Film die Mängel aller deutschen Filme: zu lanaes Merweielen bei Gleichgültigkeiten und langfames Tempo anhaften. Aber man fann durchaus behaupten, daß jeder Berliner und jeder Michtberliner, der Berlin gern hat, sich in diesem Film gut und mit Recht amüsieren werden. f. h. c. " „ Die Karawane." Mozartjaal. Die Reflame für den neuen amerikanischen Film, den in Amerika fast jeder Mensch gesehen haben soll, fängt gut an: 3000 Mitwirkende waren über drei Monate in der Prärie des Staates Utah Ein Zehntel der noch lebenden Indianer wurde angeblich dazu auftätig, meilenweit von jeder Eisenbahn, um diesen Film herzustellen. geboten. 500 Bisons wurden für die Büffeljagd herangezogen. In der Tat: ein Riefenaufwand an Menschen und Material ist geleistet worden, aber der Eindruck geht weit über das hinaus, was damit sonst etwa erreicht wurde. Es ist ein Auswandererzug in diesem Film gestaltet, der im Jahre 1850 vom Staate New York aus quer durch die endlosen Prärien sich nach dem Westen bewegte, um in Oregon freies Land und eine neue Heimat zu finden. Es waren vorwiegend Deutsche, die nach den Hungerjahren und unter dem Druck der politischen Reaktion diefe Riefentarawane bildeten. Ihre Erlebnisse, ihre Schicksale sind der Inhalt des Films. Es ist ein Epos der Maffe, in die zwar die typifche amerikanische Liebesaffäre hineinfombiniert ist, das aber start und groß genug ist, um für sich allein genossen zu werden. Rivalitäten entstehen unter den Führern, Ungeduldige splittern ab, um in der Einöde zu verderben oder den Indianern in die Hände zu fallen. Aber der große Zug der 500 Blanwagen bewegt sich unaufhaltfam weiter. Im Frühling begann der Zug, es wird Sommer und Herbst, und als sie endlich Oregon erreichen, ist der Boden von Schnee bedeckt. Von wunderbarer Symbolik ist es, wie der alte Führer den Pflug vom Wagen holt und ihn in den braunen Boden stößt. Aber zuvor sind noch unend liche Mühsale und Schwierigkeiten zu überwinden. Mancher stirbt auf der Reise und wird begraben. Mancher wird in dem Planwagen geboren. Die ungeheuren Schwierigkeiten, die die Ueberschreitung der großen Flüsse bereiten, werden prachtvoll vorgeführt. Die Wagen werden gedichtet und von den schwimmenden Ochsen durch das Wasser gezogen. Ganze Herden von Rindvieh urd Pferden passieren gleich Der Oberkieker PRIMUS im DDD PALAST 000000000 wird es nach übereinstimmender Ansicht von Presse und Publikum bei unserem jetzigen erfolgreichen Schlager nicht leicht haben, den Verkehr und Andrang zu den Vorstellungen 5, 7 und 9 Uhr ( Sonntag 3.30, 5.15, 7 und 9 Uhr) zu regeln. Benutzen Sie deswegen den Vorverkauf von 11 bis 1 Uhr. Das Schicksal der Blumenfrau vom Potsdamer Platz" ist das Schicksal vieler junger Frauen, nur sind die meisten nicht so klug, im rechten Augenblick das rechte versöhnende Wort zu finden!! Versäumen Sie nicht, den Film nie versagenden Humors baldigst anzusehen! Primus- Palast Potsdamer Straße Es sprach der Scheich zum Emir: Mit fremden Marken geh' mir es will mir keine andere munden, Sondern nur die guten, dicken runden Joseffi Cigarettens Bellage des Vorwärts falls den Fluß ein wunderbarer Anblick. Dann fommt es zu Kämpfen mit den Indianern, die durch die Weißen selber verursacht werden. Außerordentlich packend ist ein nächtlicher Angriff und der Brand der Planwagen. Dann gibt es eine höchst effektvolle Jago auf Büffel und eine interessante Einkehr in einem Fort, bei welcher Gelegenheit allerlei bezeichnende Züge aus dem Leben der Belzjäger fällt noch ein großer Teil des Zuges ab; gerade ist in Kalifornien und Wildwest- Leute gezeigt werden. Kurz vor Erreichen des Ziefs das Gold entdeckt worden, die Nachricht schlägt zündend ein, Abenteuerfustige und Goldgierige setzen die Reije dahin fort. Der Kampf um das Mädchen, der zwischen zwei Rivalen ausgefochten wird, zwischen dem braven Guten und dem bösen Heimtüdischen, ganz nad) bewährter Schablone, wird in Kalifornien beendigt, und so wird uns auch noch die Goldwäscherei im Bilde vorgeführt. Der Regiffeur J. Cruze hat es verstanden, einen großen Zug in das Ganze zu tragen und, abgesehen von der Liebeshandlung, wirklich große Szenenbilder zu schaffen. Wohl noch nie gesehen worden ist der riesige Steppenbrand, mit dem sich Weiße und Indianer gegenseitig bekämpfen. Von den Darstellern wären Ogle, der einen tüchtigen alten deutschen Bauern spielt, und Warren Karrigan, als iunger deutscher Führer Willi Schmidt, der nur zum Schluß gar au geleckt und schauspielerhaft wirkt, ale als der böse Gegenspieler und der ganz famose Darsteller eines alten Belzhändlers zu nennen. Der Erfolg war groß. Amerikanische Wiederholungen. T. und Es gab einmal eine Zeit, da hielt man den amerikanischen Spielfilm für gut, man fagte, nur ihm gehüre die Zukunft heutzutage, da freut man sich, wenn die Amerikaner Aubekanntes in einer ansprechenden Form zu bringen. So sehen wir in Sonne im Herzen"( Theater am Roi: lendorfplatz) Mary Pickford in der Hauptrolle. Marg ist das fleine, quecksilberlebendige, natürliche Mädel. Das sind der großen Darstellerin große Rollen. Selbstverständlich sind sie alle, ohne daß feinere Unterschiede herausgearbeitet find, ganz gleich aufgefaßt. So gewinnt auch in diesem Film das echt findliche Waisenmädel Freunde auf Freunde, und sogar die verschrumpefte alte Tante bekommt durch Marys Zutun noch einen Mann. Las ist eine Angelegenheit, die in Deutschland Kindern Freude macht und in Amerika offenbar einem großen Filmpublikum. Sm selben Theater läuft Achtung!- Kurve!" Hans Brodnih brachte durch seinen Tert eine recht lebendige Note hinein und doch dauert die Sache ziemlich lange, bis endlich die Sensation fomint. Seien wir doch ehrlich, es ist doch nur um der Sensation willen dieser Film gedreht und nur um der Sensation willen sieht das Bubfifum sich derartige Filme an. Diesmal ist es ein Automobilremten, das durch Trickaufnahmen zur fabelhaften Sensation wird. Natürlich fiegt ein Wagenlenter, der überhaupt nicht fahren kann, aber die Zuschauer vergessen vor Aufregung beinahe zu atmen. Von einem Flieger sah man freilich schon einmal dasselbe 99 Eine Ueberfülle von faftiam bekannten Sensationen bietet der Film Vampyre der Rennbahn)( For im Balmenhaus"). Den Inhalt zu erzählen, ist nicht ratsam, man würde dieferhalb bei dem Leser nur in den Verdacht der Unwahrhaftigkeit geraten. Es ft auch ganz egal, wie der Film abgerollt wird, ob man am Anfang, in der Mitte oder am Ende beginnt. Also, es ereignen sich tolle Jagereien mit Pferden, Automobilen, Dampfern. Dann gibt's Wettfahrt zweier Dampfer, Sprung des Hauptdarstellers von einem Dampfer auf den anderen, Keffelerplosion, Schiffsuntergang, Fahrt auf einer Draisine, Sprung von der Draisine aus auf einen Expreßzug, Sprung von dem Expreßzug aus in ein fahrendes Automobil, Fahrt mit dem Automobil durch ein Haus, das ein Raub der Flammen wird. Um diese Sensationen schmackhaft zu machen, ereignen sich so nebenbei Mord, Totschlag, Entführungen, Menschen rettungen aus Flammen und Wasser en gros und en détail. lInd gespielt wird?! Wenn die Hauptdarstellerin mit der Nase[ hnuppert, dann weiß man, jegt fällt sie gleich in Ohnmacht. Die Männer rerhauen sich bloß und zwinkern mit den Augen. Ein, laut Text. elegantes Klubhaus sieht so aus, wie eine Berliner Konditoret, wenn sie im Sommer mit ihrem Laden auf die Straße zieht. Wes man säet, wird man ernten. So fand das sehr gute For Journal Nr. 1 nicht eine begeisterte Aufnahme, die es verdiente. Im Gegenteil, bei den Bildern von der Sonnenfinfternis, sagte das Publi fum:„ Ach, die Amerikaner fönnen uns viel vormachen". „ Der behexte Neptun." e. b. vera Dieser in den Ulfa- Lichtfpielen Tauengien- Palast aufefürhte Film ist eine Mischung von Wassersport und Liebeskomödie. Die Liebeskomödie ist glücklich durch drei Autoren Rudolf Presber, Willi Rath und Willy Agel faßt worden und dient als Antreibemittel, um die wirklich außerordentlich sehenswerten Wassersportbilder in eine Handlung einzugliedern. Wäre sie gestraffter und vermeilte fie nicht zu lange bet Episoden, so würde der Gesamteindruck noch gewinnen. Billy Agel versteht es als Regisseur, alles, was uns am Wassersport interessiert, wirtfam in Szene zu feyzen. Es sind schöne Bilder von Baddelbootfahrten und Segelregatten; die landschaftliche Einheit von Waffer, Wald und Wiesen tritt herrlich in die Erscheinung. Man bewundert die Kunst der Photographen, die alle diese Reize auf die Leinwand zauberten. Man erlebt wirklich die spannendsten Momente der Segelregatta, als ob man mit von der Partie wäre; Schwimmjefte und alle möglichen anderen Regatten gesellen sich dazu, so daß ein Film voller Naturfrische entsteht. Selbstverständlich fehlt es auch nicht an Wettfahrten zwischen Motor und Droschke. Auch Flugzeug und Auto, das zu Wasser und zu Lande tüchtig ist, treten in Funktion. Der Sportmäzen, der von feiner Wafferfurcht durch feine Liebe zu einer richtigen Wassernige furiert wird, ist von Baut Heidemann sehr nett durchgeführt; ein Hauptspaß ist sein Traum von den Abenteuern, die er in dem ihm verhaßten Element im Rampf mit allen möglichen Ungetümen besteht. Gute darstellerische Leistungen bieten ferner Julius Falkenstein und der urfibele Onfel aus Amerita: Harry Grunwald. Meisterin in allen Wassersportarten ist Erra Bognar, um die sich zugleich die ganze Handlung dreht. Ein paar gute Tricoufnahmen kamen dem Film wirksam zustatten. JOSETTI KON UNOM JUNO 38 VERA48 Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theate Opernhaus 6U: Flieg.Holländer Tägi. 8 Uhr Opernhaus Das Scärchen am Königsplatz 7: Fledermaus v Arthur Schnitzler Camilla Spira, Wasa, Tietz, Schauspielhaus Lettinger, v. Moellendorf, 7: Pr. v. Homburg Schiller Theater Riebertanz 2: D. Journalisten Kleines Th. 7 Uhr Napoleon Heute nachm. 4 U. Volksbühne Hänsel u. Gretel 2Uhr: Sakuntala Tägi. 8 Uhr: 7, U. 50. Aufführg: Die Großfürstin Schneider Wibbel Deutsch. Theater und der Zimmerkellner 8 Uhr: Leopold. Konstantin D.Kameliendame Georg Alexander Nachm 2, Unr: Alt- Heidelberg Trianon- Th. Kammerspiele 7 Uhr: Sechs Personen suchen einen Autor Nachm. 2 Uhr: Raub d. Sabinerinn. Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 8 Uhr: Täglich 8 Uhr: Yoshiwara Arnold Korff Erich Kaiser- Titz Blanche Dergan Der Krampus Haller- Revue Nachm. 3 Uhr: Die deutschen Kleinstädter Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Wir lassen uns scheiden Komödienhaus 8 Uhr: Heimliché Brautfahrt 1925 Th.i.Admiralspalast Letzter Monat! 30. Woche 3 und 8 Uhr: Die größte Revue d. Welt: GROSSES SCHAUSPIELHAUS Sonnabend, 21. März, pünktl. 9%, Uhr: Hofball bei Zille Uraufführung: „ Mein Milljöh“ Ein Zilleakt von Hans Brennert- Musik von Hans May Das gesamte Personal des Großen Schauspielhauses und Künstler Berliner Bühnen Ausstattung der Gesamträume: H. ZILLE Zillekostüm oder Gesellschaftstoilette BALL 11% 11%, BALL Karten von M. 12,50 bis M. 50,- eins- hließlich Wohlfahrtszuschlag: Theaterkasse Wertheim und Kasse les Großen Schauspielhauses Theater d. Westens Tägl. 7% Uhr Berlins gr. Operett.- Erfolg Der Graf Berliner Theater Nech und Noch" v. Cagliostro 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau SCALA 8 Uhr: VARIETE. Heute nachm 3% Uhr: Die ganze Milowitsch, Uri, Arno, Hell Sonntag, d. 15. März, 12 r Ballett- Matinee Vorstellung zu Karsawina kleinen Preisen Central Theater 3 U: G'wissenswurm 71/ Thalla- Th. 8 Uhr: REVUE Die vers. Glocke Das Dreimäderbaus mit 18 Deuts.Opernhaus 74% Uhr: Orpheus in der Unterwelt Gertrude Mtg. 7%; Boccaccio Hoffmann- Metropol- Theater Girls HerrnfeldTägi. 7 Uhr: 8. Theater 8 D. Sonntags 80 Gräfin Mariza im Intimen Theater ermäß. Preise! Unbeschreibliche Das volle Programm Th. in Kommand. Str. Lachstürme! Heu'e 32 Uhr: Wer ist der Vater? Die Frau ohne Kuß Residenz- Th.m. Molly Wessely Tägl. 8 Uhr: 8 Uhr: Die neue Gilbert- Operette Herrnfeldiade. i.3 A. Der Störenfried USCHI Lustsp. v.R.Benedix mit Uschi Elleot, Circus Adele Sandrock Gertrude Berliner Busch Mertina Kestner Max Zilger Theater des Westers Heute Sonntag! Berl. Operngastsp. 2X3+ 7%, Uhr Heute 3 Uhr: Der Das gr. Circus- Prog. lefanten Deutsch. Künstlertbeat. 8 Uhr: Riquette" Oparatie ven Oscar Stress Lustspielhaus 8 Uhr: Guida Thielschar D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbanerdamm 8 Uhr: Dir: Ewald Huth Enders, Maucher, Evangelimann Eisbaren Papsdorf, Kemper 18 Polarbären 18 Casino- Theater Rutsch der Luftgladiatoren! Cothringer Str. 37 Tagl.8 Uhr Luftequilibristen! Neu! Wieder Neu! Abends zum Schluß: ein neuer Schlager Lady Hamilton Der blonde Traum Der Oberschieber Ham, halbe Preise! Wallner Theat. 18 Uhr: Dazu das bunte Programm Zum Die lustigen Marga Scholz Martin Loewe Romeo u. Julia Volkstüml. Preise Schluß: Vagabunden Meineke'scher Männerchor Md. A.S B. Berlin 1900 Gan Berlin Chormeister: Musikdirektor P. A. Joseph Sonnabend, den 21. März 1925, im Saalban Friedrichshain Fest- Konzert anläßlich des 25 jährigen Jubiläums unter freundlicher Mitwirkung nachstehender Bundesvereine: Männerchor Harmonie Charlottenburg, Chormeister Max Schaarschmidt. Männerchor Heldenrös- C lein Siemensstadt Chormeister P. A. Joseph. Männerchor Moabit, Chormeister Karl Mengelberg. Männergesangverein Berliner Liederfreunde, Chormeister Alfred Göpel und der Berliner Schubert- Chor, Chormeister Jascha Horenstein. Nach dem Konzert: Gr. Fest- Ball Saaleröffnung 6%, Uhr. Anfang 7% Uhr. Eintritt inkl. Steuer und Ball Mk, 1.50 Pa Nach Nach Nord- Amerika Süd- Amerika u. Canada. Ham-( Brasilien, Argenti burg- New York ca. nien, Westküste), wöchentl. Abfahrt. Cuba- Mexico, Gemeins.Dienst mit Westindien, Afrika, United Ame- Ostasien usw.i.Ver rican Lines bindg. m.and.Linien Billige Beförderung, vorzügl. Verpflegung Eisenbahnfahrkarten zu Schalterpreisen. Zusam menstellbare Fahrscheinhefte für das In- und Ausland. Schlafwagenplätze, Bettkarten f. deutsche und für internationale Schlafwagen. Reisegepäck versicherung ohne Zeitverlust za günstigen Be dingungen, auch für Übersee. 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