Nr.128 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 65 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 3- Reichsmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Gonntags. beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. Iung und Aleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich aweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfvaltiae Nonpareille geile 70 Pfennig. Reflamezeile 4.- Reichsmart. Aleine Anzeigen" bas fettgedrudte Wort 20 Bfennig ( auläffia zwei fettgedrudte Worte). febes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengefuche bas erfte Bort 10 Bfennia. jedes weitere Bort 5 Bfennig. Worte über 15 Bud staben aählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgefchäft. Berlin SB 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Dienstag, den 17. März 1925 An die Partei! Der Kampf um die Reichspräsidentschaft ist eröffnet. Genosse Otto Braun ist unser Kandidat. Die Feinde der Republik zu schlagen, ist unser Ziel. Kot tut zum Schutz der Republik eine starte Sozialdemokratie. Darum soll die Partei am 29. März ihre Kräfte scigen. Ungewiß ist der Ausgang. dieses Kampfes Gewiß ist, daß jede für unseren Kandidaten abgegebene Stimme als flarites, entschiedensies Bekenntnis zur Republit politisch ins Gewicht fällt. Der verstorbene Reichspräsident, Genoffe Ebert, hat fein Amt in vorbildlich unparteiischer Weise geführt. Nichts anderes erwarten und verlangen wir von seinem Nachfolger. Darum hat der Parteivorstand einstimmig zum Kandidaten den Genossen Otto Braun bestimmt, in dem er den Geeignetsten und Würdigsten erblidt, das große Erbe zu übernehmen. Wie Ebert, ist auch Otto Braun ein echter Sohn des Bolkes, der sich durch eigene Kraft aus der Werkstatt zu führenden Stellen im Statut emporgearbeitet und in ihnen sein können glänzend bewährt hat. Im Kampfe gegen die Rechtlosigkeit im Obrigkeitsflaat trug er ehrenvolle Wunden davon. Als einer der wenigen Vertreter des arbeitenden Bolles sirlit er im preußischen Dreiflaffenparlament für die Gleichberechtigung aller Staatsbürger im Geist der Demokratle und des Sozialismus. Er ist einer von denen, die der Frau das gleiche Rechi ais Staatsbürgerin erobert haben. Die Candarbeiter hat er von den Fesseln der Gesinbeordnung beftelt. Demokratisches Freiheitsftreben, soziales Mitgefühl, unlösliche Verbundenheit mit deu Maffen des werftätigen Volfes fennzeichnen fein Wesen und Wirken. Us Ministerpräsident des Freistaats Preußen hat er in dreieinhalbjähriger Regierungszelt Entscheidendes dazu beigetragen, das deutfche Bolt vor schwersten inneren Erfüllerungen zu bewahren und die Einheit der Deutschen Republik zu erhalten. Er hat dafür den Dank und die Anerkennung aller Parteien erworben, die mit ihm zusammen gearbeitet haben. Bir dürfen darauf vertrauen, daß die Kandidatur des Genossen Otto Braun bis weit über den Kreis unserer Battel hinaus werbend wirken wird. Für fie gilt es jetzt alle Kraft einzusehen, auf daß der 29. März ein Ehrentag für die Sache des arbeitenden Boltes werde! Es gilt, im Bolf Verständnis dafür zu erweden, daß ein Monarchijf und Kandidat monarchistischer Parteien nicht Oberhaupt eires republikanischen Staatswesens werden darf. Vorwärts- Verlag G.m. b.H., Berlin SW. 68, Lindenste. 3 Postscheckkonto: Berlin 37536 Bankkonto: Tireftion der Diskonta- Gesellschaft, Tepofitenkaffe Lindenstraße 3 Zeugnis für Otto Brauns Wirken. Es fann Zeiten geben, in denen ein Landwirtschaftsminifter im Gegensatz zur Mehrzahl der Landwirte steht. Dieser Gegensag mag fich aus allgemeinen volfswirtschaftlichen Erwägungen ergeben. Kurzsichtige, engstirnige Belange"-Fanatifer wollen dann die Wege nicht gehen, die von einem solchen Landwirtschaftsminister vorgeschlagen werden. Ist der Minifter außerdem noch Sozialdemokrat, dann wehe ihm. Der Blätterwald der landwirtschaftlichen Belange" rauscht fürchterlich in seinem Zorn. Bohl dem, der über eiserne Nerven berfügt und sich nicht mürbe machen läßt. Otto Braun ver fügte über diese Nerven. Er ging seine Bege weiter. Er blieb auch als Landwirtschaftsminister in den Bahnen, die er als richtig für die deutsche Landwirtschaft empfand. 17 Otto Braun und der Wiederaufstieg Deutschlands. Hinter dem Kandidaten der Rechtsparteien steht die gesamte Das Wort vom Minister gegen die Landwirtschaft" fiel Macht des Großagrariertums und der Schwerindustrie, zu einer Zeit, als Otto Braun noch preußischer Landwirtder Leute, deren wirtschaftliches Programm sich in der Ber- schaftsminister mar. Geprägt wurde es in den Kreisen um den teuerung der Lebensmittel, der Niederhaltung Reichsland bund, die erst fürzlich wieder in Berlin ihre von Cohnen und Gehältern, der Berlängerung große Frühjahrsparade abhielten. der Arbeitszeit erschöpft.. Um diefes Programm zu verwirklichen, haben sie in der Reichsregierung alle ihre angeblichen nationalen Ziele" preisgegeben. Gläubiger und Sparer haben fie mit ihrem Auswertungsversprechen in schamiofer Weise geprellt. Dafür haben sie sich von der Regierung ohne Nachprüfung und Kontrolle 715 millionen Goldmart als Entschädigung für den Suhrkampf bezahlen laffen. Zu nichts anderem ist der Staat für fie da, als dazu, ihre maßlofen Machiansprüche zu befriedigen. Zu diefem Ziel bedienen fie fich ihrer getauften preffe, die beauftragt ist, gegen ihre einzig gefährliche Gegnerin, die Sozial demokratie, täglich das Gift der Berleumdung in das Bolf zu fireuen. Hilfe finden sie bei einer Partei, die sich eine Arbeiderparfel zu nennen wagt. Die kommunistische partei, die der Rechtsregierung im Reich in den Sattel geholfen hat und die in Preußen alles fut, um den Machtkampf der Rechten gegen die Sozialdemotrafie erfolgreich zu gestalten, hat auch zu diesem Wahlkampf im Jnteresse der Reaktion einen 3ersplitterungsfandidaten aufgestellt. Sie hat das gelan, obwohl sie weiß, daß die Stimmen, die sie dem Sie hat das gefan, obwohl sie weiß, daß die Stimmen, die sie dem fozialdemokratischen Arbeiterkandidaten zu entziehen versucht, nur den Feinden der Arbeiterklasse und der Republik zugute kommen können. Jm Kampf gegen diese Miedertradht gilt es, die höchste Kraft zu enffalten. Es gilt zu verhindern, daß das Erbe Friedrich Cbecis in unwürdige Hände gerät. Die Feinde der Republik geben sich der Hoffnung hin, im ersten Wahlgang den Sieg erringen zu fönnen. Das foll ihnen nun und nimmer gelingen! eine 3erfplitterung, telue Wahl. müdigkeit, alle Wählerinnen und Wähler am 29. März an die Urne für Otto Braun! Als Die Komit der Weltgeschichte will es nun, daß heute die Kreise, die ihn damals ablehnten seinen Bebantengängen unbewußt zustimmen. Braun Landwirtschaftsminister und preußischer Ministerpräsi dent war, gab er am 1. November 1920 eine Denkschrift zur Frage der Boltsernährung heraus. In dieser Denkschrift legte er bar, daß Deutschland vom Bezuge auslän dischen Getreides unabhängig gemacht werden müßte. Das fönne nur gefchehen durch vermehrte Anwendung fünstlichen Düngers. Braun erkannte an, daß es den Landwirlen schwer fein wird. die Gelder für das Mehr an Dünger aufzubringen. Aus diesem Grunde schlug er folgende Regelung vor: Das Reich übernimmt die Bewirtschaftung aller erzeugten stickstoff- und phosphorsäurehaltigen Düngemittel. Es gibt dic vom Erzeuger erworbenen Mengen an die landwirtschaft. Mit ungeheuren Mitteln ausgerüffet, ziehen unsere Gegner in den Kampf. Nur die höchste Opferwilligkeit und Kampsbereitschaftlichen Organisationen und die Handelsverbände ab, unserer Genoflen vermag ihnen ein Gegengewicht zu bieten. Genoffinnen und Genossen! Bedenkt, daß es um eine Eulicheidung von weltgeschichtlicher Bedeutung geht! Bedenkt, daß es darum geht, in fchwerem Ringen die fielgende Kraft der Republik und des arbeitenden Boltes zu erproben! Nur durch Opfer zum Ziel! Nur durch Kampf zum Sieg! Der Parteivorstand. Killinger empfiehlt Jarres. Empfiehlt auch Jarres Killinger? Unter den Unterschriften, die den Aufruf für Herrn Jarres| Kapitänleutnant v. Rillinger einer der Hauptan zieren, findet man auch den Namen v. Killinger und als geflagten. Er wurde die Organisation, die er vertritt, ist der Wikingbund angegeben. Wer ist Killinger, und was ist der Wikingbund? Der Wikingbnd ist nichts anderes als die Nachfolge der Organisation Consul. Als die Brigade Chr. hardt nach dem Kapp- Butsch gesprengt wurde, sammelten fich ihre Reste vornehmlich in Bayern, aber auch in Oberschesien und Schleswig- Holstein unter dem Dednamen D.C. Nach dem Erzberger- und dem Rathenaumord wurde lettere aufgelöst, aber die meisten Mitglieder fanden sich wieder im Wilingbund ausammensammen und setzten bis heute ihre umstürzlerische Tätigkeit fort. = = Der Name Killinger ist ein Programm. Gerade durch die Person des Killinger ist die D.C. untrennbar ver bunden mit dem Erzberger Mord und zu mindest mit dem Rathenau- Mord. Die Mörder Erzbergers, Schulz und Lillessen waren die in timsten Mitarbeiter des früheren Kapitän Ieutnants von Rillinger. Killinger war es, der die beiden Mörder nach der Tat in München empfing, beherbergte und ins Ausland beförderte. Er wurde baher der Beihilfe am Morde angeklagt, jedoch vom Schwurgericht in Offenburg freigesprochen. Acht Toge später wurde gewissermaßen als Quittung für diesen standalösen Freispruch, Walther Rathenau von anderen D.C.- Levien niedergemehelt. Gewisse Berdachtsmomente führten sogar dazu, daß die Polizei zunächst unter vielen anderen Consul- Leuten auch Killinger verhaftete. Die Rathenau- Mörder gehörten bekanntlich fast alle der D.C an und die beiden Haupttäter Kern und Fischer erschossen sich auf der Burg Saaled mit Hochrufen auf Ehrhardt Indessen fonnte in diesem Falle Killinger nichts Strafbares nach gewiefen werden. am 25. Oftober 1924 zu acht Monaten Gefängnis verurteilt, indem der Gerichtshof über die allerdings standalös milden Anträge des Reichsanwaltes erheblich hinausging. In der Urteilsbegründung befinden sich folgende für das Wesen der D. C. und ihrer Führer kennzeichnenden Stellen: Die Tatsache ist festzustellen, daß die beiden Erzberger- Mörder Schulz und Tilleffen unter der Leitung des Angeklagten von Killinger in der Abteilung B der D. C. tätig gewefen find. Hoffmann, Kauthe, Killinger und Müller sind nach Ansicht des Gerichts die Gründer der D. C. gewesen.... Es ist fest gestellt, daß die beiden Erzberger Mörber und ein Mörder des Reichsministers Rathenau Mitglieder der O. C. waren und daß die Fäden des Scheidemann Attentats ebenfalls zu der D. C. nach München führten. Wenn auch der Vorwurf einer Mörderzentrale" fachlich unberechtigt gewesen ist, fo hat doch die D. C. sicherlich die Atmosphäre geschaffen, in der die ErzbergerMörder fich entwideln fonnten." Auf die an sich milde Strafe von acht Monaten Gefängnis gegen Killinger wurden zwei Monate Untersuchungshaft angerechnet. Daher hat Killinger feine Stra'e mit dem heutigen Tage noch nicht vollständig verbüßt. Wie fommt er alfo dazu, feinen Namen unter den Aufruf des Loebell- Aus: fhuffes zu feyzen? Hat er etwa feine 3ustim. mungserflärung aus dem Gefängnis heraus mitgeteilt? Ober hat er die Strafe noch gar nicht angetreten? Aber gleiviel: die Hauptsache bleibt, daß der Name Killinger unter denen steht, die dem deutschen Volke die Kan didatur Jarres empfehlen. Indeffen didatur Jarres empfehlen. Damit bleibt der Name Jarres ebenso mit dem Namen Killin ger verbunden wie der Name Rillinger mit den Namen Schulz, Lillessen, Fischer und kern. Ob er es will oder nicht: Herr Jarres ist und bleibt der Randidat der D. C.! Damit aber nicht genug: in dem vor wenigen Monaten por dem Staatsgerichtshof zum Schuße der Republif verhan delten Geheimbu ndprozeß gegen bie D. C. mar von denen die weitere Berteilung an die Landwirtschaft übernom men wird. Die Bezahlung wird in der Weise geregelt, daß das Reich den landwirtschaftlichen Organisationen und den Handelsver bänden 3 weidrittel des Wertes stundet. Dafür gewähren diese dem Landwirt einen Kredit in Höhe von Zweidrittel des Rechnungsbetrages der abgenommenen Düngemittel. Das lehte Drit tel hat der Landwirt bei der Abnahme in bar zu zahlen; die Zahlung der geftandeten Zweidrittel geschieht in Form von Getreide aus der nächstjährigen Ernte." Diefer weitausschauende Plan Brauns wurde abge= lehnt. Er roch zu starf nach Sozialisierung. Wäre er angenommen worden, dann hätte die deutsch.e Landwirtschaft die Krise nach der Stabili= fierung nicht über sich ergehen laffen brau chen. Mit der Annahme dieses Planes wäre noch mehr er= zielt worden. Das gesamte deutsche Wirtschaftsleben hätte eine Festigung erfahren können und die Elendsjahre würden dem deutschen Bolte erspart worden sein. Was fagen nun heute landwirtschaftliche Kreise zur Versorgung der Landwirtschaft mit fünftlichem Dünger? Im Rahmen der Landwirtschaftswoche im Februar 1925 tagte die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft. Die Mehrzahl der Teilnehmer der Reichslandbundmoche fanden sich bei dieser Gelegenheit in einem kleinen Kreise zusammen, um hier über Fachfragen zu beraten. So auch die Düngerabteilung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft. Ihr Vortragsthema futete Betriebswirtschaftliche Grenzen der Kunstdüngeranwendung". Die Einleitung übernahm Dr. E. Bierei, Gr. Dobritsch. Wohl niemals ist beffer der Wert der Borschläge Brauns dargelegt worden wie in diesem Referat. Folgende wörtliche Zitierungen beweisen dies: " Nicht über die Frage, ob wir fünftlichen Dünger faufen sollen, zerbrechen wir uns den Kopf, sondern darüber, woo her das Geld zu wellmarfimäßigem 3insfuß der ist 4 und nicht 20 Broz. genommen werden soll, um den Kunstdünger bezahlen zu fönnen. Die Sorge, den fünftlichen Dünger im notwendigen Um fange gar nicht laufen zu können, ist viel größer als selbst das Gespenst der Steuern. Denn die letzteren fönnen womöglich gefturbet werden; wenn aber auch der fünftliche Dünger nicht in dem notwendigen Umfange wird angeschafft werden können, so ist niemand da, der den entstandenen Ernteausfall stundet. Die Folge bavon ist, daß im nächsten Jahre der Naturalaufwand je Morgen noch geringer fein wird. Damit ist man zur Ertensivität übergegangen, ohne daß man es wollie, und trotzdem man weiß, daß man dadurch feinem Berhängnis entgegengeht und feinen Grund und Boden entwertet, denn man lebt ja von der Substanz An den Stickstoji fnüpft sich meine Hoffnung auf die fünftige Eristenz der deutschen Landwirtschaft. Freilich muß der Preis des Stickstoffs troß seiner relativen Billigfeit von heute ein noch niedrigerer werden. Sollte es aber zutreffen, was mir von der andern Seite versichert wird, daß die allgemeine Wirtschaftslage gegenwärtig eine Herabfegung der Düngemittelpreise nicht möglich macht, fo würde mir der Aufwand an öffentlichen Mitteln für den gea nannten Zweck als höchst produktive Ausgabe er- scheinen....." Der Bericht verzeichnet am Schlüsse dieser Rede lebhaften Beifall. Die anwesenden Landwirte unterstrichen also diese Ausfuhrungen und damit wieder indirekt die Vorschläge Brauns, die für sie allerdings auch im Gedächtnis schon längst erledigt waren. Der sozialdemokratische Minister„gegen die Landwirt- lchaft" kann für sich also die Genugtuung in Anspruch nehmen, daß heute sein Vorschlag von den Leuten aufgenommen wird, die ihn vor mehreren Iahren noch aufs schärfste bekämpften. Es sind die gleichen Herrschaften, die sonst, wenig- stens in Worten, soviel auf die Fähigkeiten des einzelnen geben und die Verleihung der Aemter und Würden von diesen Fähig- keiten abhängig machen. Sie müssen jetzt also mit uns für die Kandidatur Braun zur Reichspräsidentenschaft eintreten, wenn ihren Worten nicht nur die Bedeutung von Phrasen beizu- messen wäre. Ein Arbeiter, ein Mann, der als Proletarier groß gezogen wurde und schließlich aus sich selbst machte, was er heute ist, hat den geborenen„Fachleuten" schon vor mehr als drei Iahren den Weg zur Gesundung gewiesen. Auf ihn ist die Sozialdemo- kratie stolzer und auf ihn muß dieWahldesgesomten Volkes fallen, wenn seine Fähigkeiten, feine Energie und sein Wille, für das ganze Volk das Beste zu schaffen, in diesem Wahlkampf ausschlaggebend sind. Einen solchen Mann braucht die Deutsche Republlk, u m wieder aufzubauen, was die geborenen Fachmänner leichtfertig vernichtet haben oder vernichten ließen. Unsere Varole heißt deshalb: „W ählt Otto Braun! Wer ihn wählt, stimmt für den Wiederaufstieg Deutsch- lands, für eine gerechte Vertretung der Arbeitnehmer- i nt e re ssen I Schön ist anders- als Jarres. Die Reklame der„Pommerschen Tagespost" für Herrn Iarres ist unbezahlbar. Sie eröffnet den Wahlkampf mit einem Leitartikel, der— Ueberfchrist und erster Satz hinter- einander— beginnt: .Zarres auf den Schild erhoben. Schön tst wahrhaftig anders!" Und diesem Stoßseufzer folgt wahrhastig die Auffor- derung, Iarres zu wählen. Herr Iarres wird selbst sagen: Schön ist anders! Mit Verleumdung für Iarres. Sie können es nicht anders. Die Presie der Rechtne ist vor Monaten darauf eingestellt worden, den Präsidentschaftswahlkampf mit der Waffe der lRerleumdung und der Skandalmacherei zu betreiben. Sie hat damit etwas zu zeitig angefangen, denn nun fällt die Wahl in eine Zeit, in der schon der Spießbürger zu merken beginnt, daß es sich bei dem Skandalfeldzug gegen die Sozial- demokratie um ein politisches Verleumdungsmanöver im größten Stile handelt. Sie kann aber nicht mehr anders, und so setzt sie den Der- leumdungsfeldzug fort. Der„Tag" des Herrn Hug-nberg schreibt von den Schmutztübeln des„Vorwärts". Das ist etwas dreist von jener Presse, die mit Behagen im Schmutz wühlt und Schmutz erfindet, um Sensation zu machen und zu ver- ieumden. In der„Deutschen Zeitung bezeichnet ein gewisser Herr Professor Max Pomtow den Genossen Hermann Müller als„ein Darmat". den Genosien Wels als„ein Oberbarmat", und von Otto Braun schreibt er: „Außerdem ist seine Weste bi« heut«— und wir ermatten es auch in Zukunft— weiß, frei»an jedem Kot- ipritzer des Barmat-Sumpfes." Man fühlt das Bedauern, daß die Schmutzspritzer der Verleumder nicht auch Otto Braun erreicht haben. Von den verlogenen Ueberschriften, mit denen die Rechtspresse die Berichte der Untersuchungsausschüsse versieht— besonders diejenigen Sitzungen, in denen die Verleumder Lügen ge- straft werdeit— soll in diesem Zusammenhang nicht gesprochen werden. Der Feldzug der Lüge und der Verleumdung diskreditiert den Mann, für den er geführt wird. Die Rechtspresse kämpft nach der Parole:„mit Verleumdung für Iarres." Herr Iarres nimmt diese Kampagne hin. Uns scheint, ein Mann, der so für sich werben läßt, hat weder die Würde noch die Qualitäten, die der künftige Repräsentant des deutschen Volkes besitzen muß. Schwerinüuftrie uod Kultur. Der„Tag", das von Herrn Hugenberq gekaufte Organ, be. schöftigt sich mit den Kandidaten der Linken. Er prägt folgenden Satz: „Die Dossische Ztg." beschränkt sich auf die Feststelluon, daß Herr Hellpach ein Exponent deutscher Kultur sei. Nun, wenn schon!" Das ist echt. Exponent deutscher Kultur? Nu wenn schon'. Was will das sagen gegen einen Schwerindustriellen und In- flationsgewinner, was gegen den Mann, bellen größte Stärke es ist, daß die Schwerindustrie seine Wahlkampagne bezahlt. Was geht überhaupt die Schwerindustrie und ihr« Presse die deutsche Kultur an.... 5raye an Strefemann. Tie ReichSfahne im Auslande. Der Vorstand der Deutsch-republikanischen Vereinigung in Brasilien. Sektion Rio de Janeiro, hat am 9 Februai fv> gendes Schreiben an das AuswärtigeAmtinBerlin gerichtet: Im Auftrage unserer Mitglied« richten wir an Sie die höfliche An f r a g e: Ist es wahr, daß Sie den amtlichen Vertretern der Deutschen Republik erlaubt haben, bei allgemeinen Veranstaltungen für alle Deutschen offiziell trilzunehmen, wenn von den Veranstaltern es ausdrücklich abgelehnt wird, das Hoheitszeichen der Deutschen Repu- bllk, die schwarzrotgoldene Reichsfahne, zu zeigen und nur die schwarzweißrote? Unsere deutsch-republikanische Vereinigung steht auf dem Stand- punkt der Weimarer Verfassung und kann es nicht glauben, daß, wie h!« geflissentlich verbreitet wird,«in so hohes Amt wie das Ihre, dessen Aufgabe es doch ist, die Verfassung der Republik und deren Hoheitszeichen zu schützen, eine solche Erlaubnis erteilt hat. Damit würde die Sabetierung der Republik, wie sie das reaktionäre Deutschtum im Ausland praktiziert, nicht nur gutheißen, sondern sogar dazu ermuntert Das kann doch nicht im Pflichtbereich des Auswärtigen Amtes der Deutschen Republik liegen. Wir können das deshalb, wie schon gesagt, nicht glauben und bitten um eine gefällige Beantwortung unserer höflichen Anfrage, für die wir im voraus bestens danken. Wir sind gespannt, welche Antwort Herr Stresemann auf diese Anfrage erteilen wird. Das Reichsbanner in Süöüeutjchlanö. Demonstratiou in Stuttgart. Stuttgart. IS. März. fDgener Drahtbericht.) Gleichzeitig mit einer großen Reichsbanner-Kundgebung in Karlsruhe fand die erste große Demonstration des Reichsbanners für Würt- temberg am Sonntag in Stuttgart statt. Sie bestand in einer Bannerweihe in der Liederhalle und einer Feier am Grabe Fer. dmand Freiligraths. Der größte Saal der Stadt war am Sonnabend überfüllt. Es sprachen bei der Bannerweihe Bundespräsident Hörfing. Professor Lauer-Ludwigsburg lZentr.), Dr. Fischer(Dem.) und Retchstagsprästdent Löbe über die Notwendigkeit des Ausbaues der Die Kurden. Von Dr. Artasches Abeghian. Kurdistan, das wilde Gebirgsland zwischen dem armenischen Hochland im Norden und der Tiefebene von Mesopotamien im Süden, steht in hellem Aufnihr. An der Spitze des Ausstände» steht der Scheich Said, das Oberhaupt der Nakhschibendi-Derwische. Der Aufruhr hat in verhältnismäßig kurzer Zeit das ganz« Gebiet von Türkifch-Kurdistan mit den Zentren Diarbetir, Kharput, Hekkiari, Arghana, Guendsch und namentlich Dersim, der Hochburg des Kurdentums, in seinen Bannkreis gezogen. Unmittelbar an- grenzend liegt das persische Kurdistan und das Mossulgebiet: auch diese Gebiete haben vorwiegend kurdische Bevölkerung. Die Gesamt- zahl der Kurden in den genannten Ländern beträgt etwa 2 bis 2!� Millionen. Dem europäischen Leser der Berichte über die letzten Ereignisse fallt vielleicht auf, daß die Wiedererwähnung des Kudennamens nicht mehr von dem der Armenier begleitet wird. Der kurdische Name galt als Symbol der Raubsucht, des Mordes und des Nomadentums. der Feindseligkeit gegenüber oller Kultur, der Armenier ober— der friedliche Lauer und der Vertreter christlich- europäischer Kultur im mohammedanischen Orient— als das ewige Opfer des Kurden und als Objekt seiner Vernichtungstätigkeit. Denn nachdem infalge jahrhundertelanger Dauer des Kampfes der Kurden gegen die Armenier, der nichts anderes als die Folge der Politik der türkischen Sultane war, das armenische Volk in Türkisch- Armenien, seiner historischen Heimat, teils vernichtet, teils ver- trieben war. wenden nun die Kurden ihre Waffen gegen die türkische Regierung selbst. Was aber auch der Grund der gegen- wärtigen kurdischen Bewegung sein mag: ob nationalkurdische Un- ebhängigkeitsbestrebungen,' ab" die Restauration des Kalifats oder mislänoisch« Intrigen, auf alle Fälle hat der jetzige Kurdenaufstand sa große Ausmaße und einen sa ernsten Charakter angenommen, daß seine Bekämpfung keineswegs eine leichte Aufgabe für die türkische Regierung darstellt. Wer sind nun die Kurden, dieser ewig unruhige Volksstamm des nahen Ostens? Di« historische Vergangenhett des kurdischen Volkes liegt im Dunkel: denn es kennt überhaupt kein Schrifttum und kein« zuverlässige Uenerlieferung. Doch es gilt als wahrschein- lich, daß die heutigen Kurden die Nachfolger der In den vorder- asiatischen Keilinschristen erwähnten Kurdaha oder Gudu und der von dem griechischen Historiker Tenophan erwähnten Karduchen sind. Auch diese waren ein räuberisches Barbarenvolk. Ein selb- ständiges politische» Leben haben die Kurden im Laufe der Ge- sckichte nie gehabt; es hat niemals einen kurdischen Staat gegeben. Imm-rhin haben seit uralten Zeiten bis in unsere Tage in den Bergen Kurdistans halb selbständige Fürstentümer der Kurden- stamme bestanden. Erst verbältnismäßig spät, im 17. Jahrhundert, ging Kurdistan vom Persischen Reich an die Türken über. Die Abhängigkeit der Kurdenstämme von der türkischen Herrschaft ist aber mehr nominell ols tatsächlich gewesen; dieser Zustand hat bis zur Neuzeit gedauert. Das Bond der türkifch-kurdischen Zu- sammengchörigkeit ist In den letzten Jahren viel loser geworden, namentlich nachdem die Kcmalisten das Kalifat und Scheriat(das mohammedanische religiöse Gesetz) abgeschafft und auch den gemein« samen Feind— das armenische Volkstum in der Türkei— gemeinsam ausgerottet hatten. Die Kurden sind arischer Abstammung, nah« oerwandt den iranischen Völkern, besonders den Persern; die heutigen persischen Nomadenstämme der Luren und der Bachtiaren stehen ihrer Sprache und ihrem Bolkswesen nach den Kurden sehr nahe. Auch die kurdische Sprache ist dem Persischen verwandt; der Wortschatz des Kurdischen stammt in hohem Maße aus dem Persischen. Die Kurden besitzen jedoch keine einheitliche Sprache, die von allen kurdischen Stämmen oerstanden wird. Sie haben überhaupt keine Literatursprach«, wie sie auch kein Schrifttum besitzen. Schulen, Presse, Kulturleben— das alles sind dem Kurdentum vollständig fremd« Begriffe. Die der Zahl nach sehr vereinzelten Gebildeten bedienen sich der persischen oder der türkischen Sprache. Dagegen ist die mündliche Volkspoesie der Kurden sehr reichhaltig und mannigfaltig; sie kennt allerlei Märchen, Sagen, Erzählungen, Balladen, Liebespoeme und Volksexen. Ihrer Lebensweise nach zerfallen die Kurden in zwei Haupt- gruppcn: die her Aschirets und die der Rajas. Die A s ch i r e t s sind die kriegerischen Nomadenstämme der Gebirge; sie beschäftigen sich ausschließlich mit Viehzucht, stehen einander sehr feindlich gegenüber und befinden sich in ständigem Kriegszustand. Auch die Blutlache ist bis heute bei Ihnen üblich. Ieder Aschiret steht unter dem Obhut seines Scheichs oder Stammesfürsten, dessen Macht und Herrschaft über seine Untertanen unbegrenzt und erblich ist. Die Waffe und das Pferd find die untrennbaren Gefährten der Aschirets. Sie sind räuberiich und lieben keine friedliche Arbeit. Ihrer Anschauung nach sind die christlichen wie die kurdischen Najas(Ackerbauern) nur dazu da, um ihnen Frondienst zu leisten oder von ihnen regelmäßig beraubt zu werden. Raub und Mordtat gelten eben bei den kurdischen Nomaden als Tugenden Die Angehörigen der kurdischen Aschirets haben ein hübsches Gesicht, graue Augen, hohen Wuchs und schlanke Gestalt; sie baben meistens auch blondes Haar, besitzen feine Hände und gute Manieren. Sie lieben Lieder, Musik und Tanz. Die Stellung der Frau ist bei ihnen viel freier als bei den anderen mohammedanischen Völkern. Die Lebensweise der R a j a o. der seßhaften kurdischen Bauern. unterscheidet sich nicht wesentlich von der de» Bauernstandes anderer benachbarter Volksstämme. Arbeitssam und friedlich, gelten die kurdischen Najas in den Augen der Aschirets als Angehörige eines niedrigen Standes, sind verachtet und ständiger Ausbeutung aus- gesetzt. Ieder Aschiret ist im Besitz einer Anzahl kurdischer oder christ- licher Rajas, die das ganze Jahr hindurch arbeiten müssen, um ihren Fronherren das müßige Leben leicht und bequem zu machen. Kurz, das Verhältnis zwischen Rajas und Aschirets ist das der Leibeigenen und ihrer Fronherren So steht also bei den Kurden tiefes Mittel- alter nach in seiner vollen Macht und Herrschast. f-- Ein„Rönkgen"— ein neues Maß. Die Röntgenstrahlen wer- den dazu benutzt, bösartige Geschwülste zu vernichten und es kommt dabei sehr viel auf die richtige Dosierung an. Nun war es bisher schwer möglich,«ine bestimmte Dosis, die in einem Röntgeninstitut angewandt war, in einem anderen herz'.iliellen, weil ein genaves einheitliches Maß fehlte. Au» diesem Grunde wurde von der Republik. Genosse Löbe wies darauf hin, daß bis zur Stunde die Rechtsparteien nicht gewagt haben, einen offenen An- Hänger der Monarchie als Präsidenten für die bevorstehenden Wahlen zu präsentieren, keinen Feldherrn, keinen General, keinen Prinzen. keinen von denen, die sie uns fünf iZahre lang angekündigt haben. wagen sie der Volksabstimmung zu uulerwersen. Nach zweiwöchigem getrennten Marschieren würden die Republikaner im zweiten Wahlgange auch den verkappten Gegner der Republik vereint schlagen. In einem langen Zuge, in dem 30 württembergische Ortsgruppen vertreten waren, marschierte das Reichsbanner am Sonntagvormittag zum Grabe Freiligraths auf dem Usf-Friedhose in Sannstatt, um dem toten Dichter des Liedes Schwarz-Rot-Gold eine Huldigung zu bereiten. Reichstagsprästdent Löbe hielt am Grabe eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß die Republikaner jetzt die Totenwacht übernehmen für die Vorkämpfer des republikanischen Deutschland, daß das Reichsbanner an den Geburts- und Wirkungsstätten der Pioniere für ein freie» Groß-Deutschland von Fritz Reuter und Immanuel Kant über Weimar bis zu den Gräbern von Uhlond und Frelligrach sein Banner auspflanzen würde. Die gewaltige Demon- strntion zeigte das Anwachsen des Reischbanners im Bezirk der ton- servativen Regierungsbazille. Grosse republikanische Kundgebung i« Karlsruhe. Karlsruhe, 16. März.(WTD.) Hier fand gestern eine vom Gau Baden des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold veranstaltete republikanische Kundgebung statt. Um die Mittags- stunde bewegte sich ein Festzug von rund 8000 Teilnehmern aus Baden und der Pfalz mit Musikkapellen durch die Stadt. Daran anschließend folgte im dicht gefüllten großen Fe st Hollen- s a a 1 der Festakt, dem Mitglieder der Staatsregierung, der Land- tagspräsident und der Präsident des Reichsbanners H a r s i n g beiwohnten. Gauführer Dr. Kraus- Mannheim hieß die Bersamm- lung herzlich willkommen und gedachte, während man sich von den Sitzen erhob, des verstorbenen Reichspräsidenten. Er schloß mit dem Gelöbnis unentwegten Kampfes für das Werk Ebcrts. Dann sprach der badische Staatspräsident Dr. Hellpach. Er übe» brachte Grüße der badischen Staatsregierung und feiert« die Farben Schwarz-Roi-Gold als das alte Symbol der deutschen Nation. Es gehe heute darum, ob die Republik nur eine äußere Hülle sein solle, in der der alte Obrigkeitsstaat sich wieder ausbaue, ader ob die Republik der wirkliche wahrhaft« Auedruck eines in Demokratie sich selbst sein Schicksal bestimmenden Volkes sein solle. Dabei dürste der großdeutsche Gedanke nicht vergessen werden. Hieraus nahm General Deimling da» Wort. Er bekannte sich nach Abwehr der Angriffe aus Ofsizierstreisen gegen seine Person als begeisterter Anhänger des Reichsbanners und knüpfte daran die Haffnung, daß die Macht des Reichsbanners nicht ohne Elnwirkung auf die republikanischen Parteien im Reichstag bleiben werde. Dann sprach der badische Finanzminister Köhler, der betonte, daß ein„Valkedeutschland" unser nationales Streben sein müsse. Zum Schluß sprach noch der Bundespräsident Horssng, der im Hinblick auf die bevorstehende Reichspräsidenienwahi vor Wahl- müdigkeit«n ersten Wahlgange warnte. Den Höhepunkt der Feier bildete eine Bannerweihe mit einem vom Bundespräsidenten Hörsing ausgebrachten und begeistert aufgenommenen Hoch auf die deutsche Republik. Den Abschluß des Festes bildete eine Feit- Vorstellung der., Meistersinger" im Landestheater. Herr Friedrich Hussong, Angestellter der Schwerindustrie— Ab- teilung für politische Lyrik in Prosa und ironische Weltbetrach- tung—, schreibt im„Lokal-Anzeiger"«inen Artikel über das Thema:„Der„Vorwärts" stellt fest, daß nach dem Stimm- ergebnis der Reichstagswahlen die Kandidatur Iarres mindestens 700 000 Stimmen mehr für sich habe als die ganzen Splitter- kandidaturen der Weimarer Koalition zusammen."— Herr Hussong ist zu oberflächlich, um die Wahlstatistit selber vcrzunehmsn, er verlaßt sich aus den„Dorwärts". Er ist aber auch zu oberflächlich. den„Vorwärts" zu lesen, denn der„Vorwärts hat auf Grund seiner wahlstatistischen Berechnung da» Gegenteil von dem festgestellt, wo» Herr Hussong behauptet. Herr Huisong kann mcbfi' rechnen noch lesen, aber das braucht er ja nicht, dazu sind die Syndizi da. Sein Beruf ist. ein amüsantes Kerlchcn zu sein und den Spießbürger zu ergötzen. Dazu reicht es! Deutschen Röntgen-Gcsellschast eine Kommission zur Standard!- sierung der Röntgen st rahlenmessung eingesetzt und diese hat nun eine neue Maßeinheit geschaffen, oie den Namen „ein Röntgen" erhalten hat. Bei der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin ist ein N o r m a l d o s i m« t e r aufgestellt. Dieses wird dauernd überwacht und mit diesem Instrument sind andere Meßinstrumente geeicht, die an verschiedene Eichstellcn im Deutschen Reiche verteilt sind. Auf diese Weise ist jetzt jeder Röntgenarzt in der Lage, die Rörrtgenstrahlendofis, die er verwendet, ganz genau zu messen. Die Forschungsanfial« für Psychiatrie in München, die van Kraeplin ins Leben gerufen wurde, war während der Inflationszeit schwer gefährdet, ist aber jetzt durch die Angliedertmg an die Kaiser- Wilhelm�esellschaft in ihrem Fortvestand gesichert und wird von der bayerischen wie von der Reichsregicnmg unterstützt. Es soll für das Institut ein eigenes Heim geschaffen werden. Außerdem soll eine chemische Abteilung für Stoffwechseluntersuchungen eingerichtet werden. Der um die Gründung der Anstalt hochverdiente ameritani- sche Gelehrte James Loeb hat oie Mittel zu einer Wissenschaft- lichen Forschunaereise nach Amerika gegeben, und der Vorstand der Anstalt, Pros. Plaut, wird diese Reise demnächst antreten, besonders, um die Wirkung der Syphilis bei Negern und Indianern zu studieren. Frauenfag Im japanischen Parlament. Ein buntes Bild von farbenprächtigen Kimonos belebte kürzlich an einem Sitzungstage die Tribünen des Abgcardnetenhaufes in Tokio. Zahlreiche Frauen und jung« M Alchen waren in ihrer festlichen Tracht erschienen, um den Verhandlungen beizuwohnen. Mädchen verteilten an die Abgeord- neten Handzettel und lustige Fähnchen und baten sie. für ihre Rechte «inzutreten. Es wurden nämlich drei Gesetze verhandelt, die sich mit den japanischen Frauenrechten beschäftigen. Der eine Antrag forderte Stimmrecht für die Frauen, ein anderer verlangte Aushebung der Bestimmung, die den Frauen die Teilnahme an politischen Der- fammlungcn verbietet, und das dritte Gesetz forderte für die Frauen dieselbe höhere Schulbildung, wie für die Männer. Da diese An- träge nur von einer Minderheit gestellt wurden, war ihre sofortig« Annahme ausgeschloffen, aber die Frauen demonstrierten für Rechte. Lenderzl?hvns»beimf u n q und Unterricht veranstaltet vom tl bi« Sa Mai in Berlin ein« Tagunq. aus der die gesamten sZiogen dcS llanderzlebungehrm» in B-rträaen und Aussprachen behandelt werden sollen. Programm durch die Geschäftsstelle. Vorlesvvg Sinzkey. Der deutschöfterreichlsch« D'chter sZranz Karl Ki>»key tritt aus Einladung deS Oekterreichisch-Deutichen BollSbundeS am A>. März als Vorleser auS eigenen Dichtungen zum eriienmol vor das Berliner Publikum. Die öffentliche«otlesting findet Freitag. 8 Mr, im KünitlerhauS(Bellevuefir.) statt. Kurt Dalier Soldlibmldt spricht aus Einiaduna der Kulturgemeinichait .Ville»nd Weg' am tg. abend» S Nbr. in der Aula der Auquita- Tchulc. Ccke EGbolz» und PallaSstraste, über:„Wege nnd Kiele der neuen Dichtung' und liest am 31.. abends 8 Uhr. im L»ceum-.Club. Lnbowplab 8. auS eigenen Werken. BorauSgebt eine Auguste- Hauschner-Gedenlseier. Mißbrauch des Parlaments. Gegen die deutschnationalen Skandalfabrikanten. Der Landtagsausschuß zur Untersuchung der Kreditgewährung der Saehandlung beschäftigte sich gestern mit der Zurkenntnisnahme unwesentlicher Aften, die sich auf die Wohnungsangelegenheiten Kutisters und Barmats und den Beleidigungsprozeß Barmat- Heinemann beziehen. Es wird befchloffen, die Davidfohn, Baumeister noch einmal zu hören, obwohl bereits festgestellt wurde, daß beide nichts auszusagen haben. Der Vorsitzende Dr. Leidig muß zwar zugeben, daß dieser Beschluß ebenso grober Unfug ist wie das Herumtramen in den Privatprozessen Barmats, aber er steht ben schwarzweißroten Standalfabrikanten machtlos gegenüber und fann es nicht mehr verhindern, daß sich der Ausschuß, der unter seiner Leitung steht, um jedes Ansehen gebracht hat. Er hat es nicht verstanden, die Deutschnational- Boltsparteilich Kommunistische G. m. b. H. zum Mißbrauch parla mentarischer Untersuchungsausschüsse zu zwingen, die Gesetze des Anstandes und der parlamentarischen Würde zu achten, und daran fönnen auch seine nachträglichen schüchternen Korrekturverfuche nichts mehr ändern, nachdem die Sigung am Sonnabend mit einem unbeschreiblichen Durch ein ander endete. Das Gefühl der Empörung und der Beschämung in bürgerlichen Kreisen geht so weit, daß das Zentrum sich genötigt sieht, die Stellung der parlamentarischen Unter fuchungsausschüsse im Rahmen des öffentlichen Rechts zu erörtern. Der Zentrumsabg. Dr. Schwering, der am Sonnabend allen anständigen Mitgliedern des Ausschusses aus dem Herzen sprach, als er die unmögliche Geschäftsführung und die beispiellose Strupellosigkeit der rechts- und links bolfchemistischen Sippschaft mit scharfen Worten geißelte, nennt in der ,, Germania" die Art, wie hier die parlamenta rische Tribüne vor aller Deffentlichkeit den Klopffechterkunft. ftücken einer gewissenlosen Bande ausgeliefert wird, einen Standal, ber im Auslande die Meinung hervorrufen müffe ,,, daß fein Land in der Welt bis in feine Wurzel vergifteter, daß keine Atmosphäre moralisch verpesteter sein könnte, als die des deutschen Volkes nach zehn unerhört schweren Jahren der Drangfal": „ Man darf es schon heute offen aussprechen, daß nicht die Standale das Standalösefte find, sondern die Art, mie die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse im allgemeinen zu arbeiten gezwungen sind." Man tann dem Abg. Schwering nur beipflichten, wenn er weiter darauf hinweist, daß eine Reihe von Persönlichkeiten, die durch die von manchen Stellen beliebte parlamentarische Untersuchung" in alle möglichen Berdachte geraten sind, feine Gelegenheit hatten, sich durch Gegenüberstellung zu rechtfertigen, und im Zusammenhang damit sagt: Ist es nicht bezeichnend für den am meisten genannten aller parlamentarischen Untersuchungsausschüsse. den fogenannten Barmatausschuß, daß der Mann, um den sich alles dreht, den man in jedem ordentlichen Gerichtsverfahren vermutlich zuerst vernehmen würde, Sulius Barmat, überhaupt noch nicht ein einziges Mal vernommen worden ist!" unhaltbar ift es aber, wenn Abg. Schmering aus diesen einer nur zu gerechten Empörung entspringenden Ragen und Anflagen den Schluß zieht, bas ganze Gytem ber parlamentarischen Untersuchungsausschüsse fei falsch und sei von Grund auf reformbedürftig. Daß die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse auch so, wie sie heute sind, ihren Aufgaben gerecht werben tönnen, beweist der Untersuchungsausschuß des Reichstags und ber Landtagsuntersuchungsausfuß zur Klärung her Geschäftsführung der Landespfandbriefanstalt. In beiden Fällen fteht allerdings die Untersuchung unter der Leitung eines Borfizenden, deffen Energie und Dispositionsfähigkeit start genug sind, um Würde und Objektivität von pornherein gegen gewiffenlose Angriffe zu schügen, eine Aufgabe, der gerecht zu werden bei der Anmefentheit eines Bruhn im Reichstagsausschuß bedeutend schwieriger ist als im Landtag. Benn Abg. Schwering den parlamentarischen Unterfuchungsausschüssen gegenüber lobend non ben ordent lichen Gerichten spricht, so muß doch darauf hingewiesen cerben, daß vor noch nicht langer Zeit das Urteil des Magdeburger Gerichts in erster Instanz, einen Sturm der Entrüftung hervorrief, der die Uebelfeiten, welche die Schamlosigkeiten der rechts und linfsbolfchemistischen Sandaleure hervorrufen, um ein Beträchtliches übertraf. War das Gericht in Magdeburg etwa in der Lage, den Prozeß geordnet durchzuführen? Bermochte es auch nur die Bürde und das Ansehen de richterlichen Forums vor der Sintflut des deutschnationalen Berleumderwillens zu bewahren? Hat es nicht vielmehr den Anschein, daß hier eine juristische Instanz dem Trommelfeuer der Standaleure nicht unversehrt stand zuhalten vermochte? lefen habe. Er fönne beshalb für seinen Jphalt nicht verantwortlich gemacht werden. Bestimmt wisse rund erkläre das ausdrücklich, daß ich ihm weder als Staatsbeamter noch als Privatmann Informationen erteilt hätte, durch die er geschäftliche Borteile haben fonnte. bezahlt. daß ich ihm etwa 5000 Goldmart zur Berwaltung Julius Barmat erkennt an, daß ich ihm die 600 Dema- Attien übergeben hätte, die monatlich verzinst werden sollten und schließlich, daß ich auf Grund eines Vergleichs nur mein eingezahltes Gelb, eine 10prozentige Provision für Vermittlung eines Geschäfts und die Binfen erhalten hätte. Durch diese Erklärungen sind die verleumderischen Behauptun gen des Amerima- Briefes in allen wesentlichen Punkten wider rufen. 2. Bei der im Briefe des Rechtsanwalts Bahn erwähnten Provision handelt es sich um folgendes: Boften Drahtschrott, den sie gern verlaufen wollte. Ein mir persön Die Amerima- Amsterdam besaß im Ausland einen größeren lich bekannter Fabrikant aus dem befesten Gebiet fuchte, wie mir befannt war, folchen Schrott. Durch meine Vermittlung verfaufte die Amerima den Schrott an den vorerwähnten Fabritanten. Julius Barmat sicherte mir dafür eine Provision von 10 Broz. ber Kauf fumme zu. Da ich bei dem Geschäft als Beauftragter des mir befreundeten Fabritanten gehandelt hatte, machte ich demselben noch am Tage des Vertragsabschlusses von dem Provisionsversprechen Mitteilung und habe den Provisionsbetrag, ben die Amerima mir zahlte, an den Fabritanten abgeführt. des Fabrikanten, die diese meine Sachbarstellung bestätigt, habe ich Quittung über diesen Betrag und eine schriftliche Bescheinigung dem Untersuchungsausschuß vorgelegt. 3. Ich habe nicht ertlärt, ich hätte später Geschäfte gemacht, bie mir aber große Berlufte eintrugen. Gefagt habe ich vielmehr, daß der Käufer des Drahtschrotts große Berlufte erlitten habe. Minister Hermes gegangen bin, um mich für Barmat zu verwenden. 4. Habe ich erklärt, daß ich im August- September 1920 nicht zu Beraniaßt wurde ich dazu von dem damaligen fächsischen Wirtschaftsminister Schwarz, der wissen wollte, ob und welche Borwürfe von Reichsstellen gegen Barmat erhoben würden. ist. Sein Ausschluß aus der Stadtverordnetenfraktion ist daher baid zu erwarten. Wie lächerlich sich die kommunistischen Reinigungsdiktatoren sor der Arbeiterschaft zu machen verstehen, geht aber noch besser aus der Bloch hervor. Sie war bis zum Hallenfer Parteitag der USP. in tragikomischen Geschichte der Kommunistin Emmy der Redaktion des unabhängigen Frankfurter Bolfsrecht" in verschiedenen Artikeln gegen die 21 Punkte Moskaus aufgetreten. Mit ihrem damaligen Verlobten Driech fuhr fie nach Halle, wo sie zufammen mit Driech zur KPD. überging. Später wurde Orfech wegen parteiwidrigen Verhaltens von der Frankfurter KPD. aus. geschlossen, erreichte durch Protest seine Wiedereinreihung in die buch vor die Füße. Nun geschah das Unglaubliche! Die Bartel. Partei und warf dann selbst der Organisationsleitung das Mitglieds laffen, einen parteiamtlichen Scheidungsbefeh!! Darin leitung überfandte Frau Bloch- Orsech, die sich inzwischen hatte trauen teilte ihr die Parteileitung mit, daß sie sich wegen der Gefahr des Berrats fommunistischer Geheimnisse an ihren Mann umgehend von diesem scheiden lassen müsse. Da sie aber offenbar nicht mehr zu den überzeugten Mitgliedern" gehörte, lehnte sie bieles unerhörte Anfinnen ab. Sie fügte sich der trengsten Disziplin" nicht, weil sie ber fozialverräterischen Ansicht mar, daß ein Parteigötterfollegium in ihre ehelichen Verhältniffe nichts hineinzureden habe. Prompt erhielt sie darauf von der KPD. tei von ihr scheide", um gegen Berrätereien geschützt zu sein. Bezirfsleitung einen Brief mit der Mitteilung, daß sich die Par= Und so etwas will ernst genommen werden. Herr Schwarz hat diesen Sachverhalt in einem Briefe vom 6. März d. J. bestätigt. Auch dieser Brief hat dem Ausschuß vor. gelegen. Als ich an der Hand notariell beglaubigter Urkunden den Nachbarkeit, an der die Neutralen ganz besonders intereffiert sind, in liche Verhalten Barmats aufgestellten Behauptungen unzutreffend weis führen wollte, daß die von einigen Zeugen über das gefchäft feien, hat der Borfikende des Untersuchungsausschuffes das nicht zu gelaffen. Dies Berhaften veranlaßte mich zu der Feststellung, daß Aussagen solcher Zeugen, die die Sozialdemokratie verdächtigen, schrankenlos zugelaffen würden, ihre Biberlegung aber perhindert Mit vorzüglichster Hochachtung Bauer. werde. Von der Barmat- Untersuchung. Dr. Rühe aus der Haft entlaffen. Das Mitglied des Staatsbankdirektoriums, Finanzrat Rühe, ist aus der Haft entlassen worden. Eine Meldung, daß auch Henry Barmat aus der Haft entlassen worden sei, hat sich als unrichtig erwiesen. Die Staatsanwaltschaft scheint demnach ihren Berbacht gegen Dr. Rühe nicht für ftichhaltig anzusehen. Wird die Deffentlichkeit nun bald erfahren, ob sie ihren Berdacht gegen die Brüder Barmat für stichhaltig ansieht, und welches Delift bei ihnen in Frage fommit? Sonderbesteuerung der Bergarbeiter. Steuernachzahlung für die Bergarbeiter- 700 Millionen für die Grubenherren. Die deutsche Frage in Genf. Erklärungen des schwedischen Außenminifters. Genf. 16. März.( Eigener Drahtbericht.) Der schwedische Außenminister unden erklärte unserem Bertreter am Sonntag u. a. folgendes: Die Ablehnung des Protokolls durch England war vorauszusehen. Die Ablehnung des Protokolls durch England war veränderter Form doch noch einmal zur Geltung fommt. Ich bin überzeugt, daß der Grundfah der obligatorischen Schiedsgerichts. bilden wird. Der Rat hat sich mit dem deutschen Garantieangebot, Zukunft die Grundlagen des internationalen politischen Rechts bilden wird. Der Rat hat sich mit dem deutschen Garantieangebot, für das er nicht zuständig ist, nicht beschäftigt. Aber er hat erneut die Einladung zum Eintritt ausgesprochen. Deutschland fann jederzeit auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung und unter Gewährung eines ständigen Ratssiges eintreten. Ich glaube auch, daß die Antwort des Rates auf das deutsche Memorandum die Bedenken gegen den Artikel 16 zerstreuen wird, da er die Teilnahme an eventuellen militärischen Sanktionen nur entsprechend den milltärischen Kräfteverhältnissen verlangt. Im übrigen weiß man doch auch in Deutschland, daß eine aussichtsreiche Diskussion über Einzelheiten des Völkerbundpattes erst dann eröffnet werden fann, wenn Deutschland Mitglied ist. Ich erinnere in diesem Zusammenhange daran, daß Deutschland 1919 in Bersailles bereit war, bebingungslos dem Bölferbund beizutreten. Celder mies man es damals zurück. Aber es ist doch auffällig, daß damals Deutschland unter weit schwierigeren Berhältniffen wie heute denselben Artikel 16 annehmen wollte, den es heute beanstandet. Man follie in Deutschland nicht verkennen, daß die Ratsarbeit in der Saar- und Danzig- Frage doch gefördert wurde. In der Saar- Frage wurden zwei Hauptforderungen zwar nicht de jure, aber de facto erfüllt: Zurückziehung des franzöfifchen Militärs, Jahre erfolgen wird. Der Rat hat die Regierungskommiffion außer Wechsel in der Befehung der Regierungsfommiffion, der nach einem bem angewiesen, ganz besonders den Wünschen des arbeltenden Saarvoltes entgegenzufammen. In der Danziger Frage wird die Cinfegung einer ftändigen Technischen Kommiffion viel dazu beltragen, die Reibungsflächen zu verringern. Schweben wird in diesen Fragen wie in allen anderen die öfferbundspoliti? im Geiste Brantings forflegen. Konferenz Herriot- Chamberlan Aussprache über die schwebenden Fragen. Die Finanzamter bes Ruhrgebietes fub feit einiger 3eit dazu übergegangen, von ben Bergar bettern ber ehemaligen Micumgehen bie Nadzahlung der ohnsteuer zu verlangen, die ihnen mährend der Beit des Regiebetriebes nicht abgezogen worden ist. Es werden Nachzahlungen non 20-30 mart gefordert, die entweder neben dem gewöhnlichen Steuerabzug einbehalten oder in drei Raten entrichtet werden follen. Dieses Borgehen der Finanzämter stellt eine brutale Rüdsichtslojig. feit denselben Männern gegenüber bar, für die man sich in Paris, 16. März.( Eigener Drahtbericht.) Herriot, ber der Zeit des Ruhrkampfes nicht genug begeistern fonnte. Die am Montagnormittag längere Zeit mit dem Präsidenten der Kam Bergleute, die den größten Teil der Laften der Reparations mer Bainlevé fonferierte und sich von Briand Bericht über die proving getragen haben, follen jetzt für die Zeit Steuer nach Genfer Verhandlungen erstatten ließ, hat am Montagnachmittag den zahlen, in der sie gerade am meisten unter dem Druck der englischen Außenminister Chamberlain empfangen, um mit Gegner litten, ihm den Meinungsaustausch über die schwebenden internationalen Bie anders verfährt man mit den Gruben herren Fragen fortzusetzen. Nach privaten Informationen hat die Aus. und Großindustriellen. Ihnen hat man zunächst sprache folgende Fragen zum Gegenstand gehabt: 1. Brotokoll von alle Steuerleistungen gestundet und dann auf Genf und die Möglichkeit seiner Modifikation. 2. Die Frage eines die 700 millionen Entfäbigung angerechnet". Garantievertrags im Zusammenhang mit den von England befür3um Dant dafür weigern sich jetzt die ehemaligen Regie- worteten deutschen Vorschlägen. 3. Die Frage der Entwaffnung Bechen für die Zeit der Belegung die Gewerbesteuer Deutschlands, der Militärkontrolle und der Bedingungen für die zu zahlen, so daß einzelne Gemeinden des Ruhrgebietes in Räumung von Köln. 4. Die von der Regierung in Washington in große Not tommen. Dieses verschiedene Berfahren Aussicht genommene neue Abrüftungskonferenz. Die Unterredung der Steuerbehörden gegenüber den Industriellen und gegen hat etwa eine Stunde gebauert. Sturz darauf hat Herriot den über den Arbeitern paßt ganz in die Steuerpolitif ber Bürger- tschechoslomatischen Außenminister Benesch empfangen. blockregierung, deren Hauptziel Steuerermäßigungen ugunsten der Befigenden, Steuererhöhun gen zum Schaden der Maffen ift " # Die Angreifer find in beiden Fällen die. England wünscht Teutschlands Eintritt. felben. Es ist jene deutschnationale Berleumbergesellschaft, Condon, 16. März.( Eigener Drahtbericht.) Ein großer Teil die es als zwecklos aufgegeben hat, die Sozialdemokratie auf Das Borgehen der Finanzämter muß umso sonderbarer der Breffe diskutiert neuerdings im Zusammenhang mit der Ant fachlicher Grundlage zu befämpfen, und die deshalb zur erscheinen, als sie bereits einmal den gleichen Bersuch gegen wort an Deutschland und dem Batt die Frage des Eintritts lehten Ausflucht der politischen Desperados über den Regie Eisenbahnern gemacht haben.eutschlands in den Bölterbund. Uebereinstimmend est legten Ausflucht der politischen Desperados hierauf hat das Reichsfinanzminifterium auf die Feststellung, daß Deutschlands Eintritt erwünscht, ja notwendig greift, zur 2üge und zur Berleumdung. Ihre Tribüne ist der Gerichtssaal, das Parlament, die Bresse. Und Eingreifen des Deutschen Eisenbahner- Berbandes in einem fei. Dem steht die ebenso einmütige Feststellung gegenüber, daß hier liegt die Wurzel des Uebels. Wenn die Deffentlichkeit Erlaß vom 16. Januar 1925 Regie Arbeiter und und die vom Volk bestellten Vertreter der Deffentlichkeit diesem Regie Beamte von der Nachzahlung der Steuer befreit. gewiffenlosen Treiben nicht mit der nötigen Objektivität und Trotzdem versuchten jetzt die Finanzämter, von den Berg mit dem nötigen Mut entgegentreten, werden alle Reform leistungen zu erpressen. Es muß daher verlangt werden, daß mit dem nötigen Mut entgegentreten, werden alle Reform arbeitern, deren Berhältniffe genau so liegen, diefelben Steuer versuche nichts nüßen. Mit dem Worte von der Reinigung bas Finanzministerium die Folgerungen aus seinem ersten des öffentlichen Lebens ist in den letzten Monaten Erlaß zieht und auch die Bergarbeiter von der Nachzahlung von den Rechtsparteien ebensoviel Mißbrauch getrieben morden wie mit dem Christentum. Denkbar ist diese der Steuern befreit, deren Härte und Unbilligkeit mit Recht Reinigung nur, wenn man jene Kreise, die das Wort Moral starte Erbitterung hervorrufen müssen. Eine entsprechende zwar auf den Lippen führen, in der Tat aber ihren Kampf Eingabe an das Reichsfinanzministerium ist von der Sozta lmit den unmoralichsten Waffen führen zwingt, die Gesetze demokratischen Reichstagsfrattion gemacht des primitivsten Anstandes zu beachten. Eine Zuschrift von Gustav Bauer. Wir erhalten folgende Zufchrift: worden. Sie muß sich scheiden lassen! Die tommunistische Zentrale reinigt Chen. An die Redaktion des Vorwärts", Berlin, Lindenstraße 3. Der Bericht über die Verhandlungen des Untersuchungsaus Aus Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Die Reinigungs. fchuffes des Preußischen Landtages betr. die Staatsbankfredite am aftion in der Frankfurter PD. ist nunmehr so weit vorgeschritten, 14. d. M. gibt meine Aussage völlig entstellt wieder und erwähnt die baß drei kommunistische Stadtverordnete, Frau Bindernagel, wichtigsten Erklärungen überhaupt nicht. Ich würde beshalb Fischer und Füller, thre Mandate niedergelegt fehr dankbar fein, menn Sie den folgenden Zeilen Aufnahme ge- haben. Sie dokumentieren damit, daß fie das einfachste Gebot mensch wahren würden. 1. Der Bericht verschweigt, daß ich eine wichtige Bufchrift des licher Anstandspflicht, das sie durch Erheben von den Sigen bei der furzen Ehrung des verstorbenen Reichspräsidenten im Stadtparlament Rechtsanwalts Bahn an mich zum Vortrag gebracht habe. In Dieser Buschrift erklärt Julius Barmat durch feinen Berteidiger erfüllt haben, felbft als einen Verstoß gegen fommunistische Partel. Rechtsanwalt Walter Bahn, daß er den mich verbätigen grundfäße betrachten. Der pierte der Gemaßregelten, ma hr, wird den Amerima Brief vom 27. September 1923 nicht voraussichtlich überhaupt nicht auf fein Mandat verzichten, weil ihm unterzeichnet und vor der Absendung nicht ge. I die kommunistische Parteiwirtschaft schon längst überbrüffig geworden | von einer Ausnahmestellung im Hinblick auf Artikel 16 teine Rede fein tönne. Der„ Manchester Guardian" schreibt, die an Deutschland gefandte Note des Bölferbundes gehe in der Anerkennung der Icheinlichkeit einer Böllerbundsaktion im Sinne des Artikels 16 b deutschen Schwierigkeiten so weit als möglich. Da teine Bahr steht, bevor Ersatz für das Protokoll gefunden set, so feien Deutsch lands Befürchtungen übertrieben. Deutschland würde gut fun, nu mehr feinen Eintritt anzusagen. Deutschlands Intereffen wäre innerhalb des Bölkerbundes besser gedient, als wenn es außerhalb verbleibe und die furchtbare Lüde in der internationalen Friedens, maschinerie offenhalte. Coolidges Abrüstungskonferenz. Auch Deutschland soll eingeladen werden. Condon, 16. März.( Eigener Drahtbericht.) Daily Telegraph" läßt fid) aus eingeweihten Kreisen Washingtons melben, daß auch Deutschland zu der neuen, von Präsident Coolidge geplanten Abrüstungskonferenz in Washington eingeladen werde. Coolidge habe sich bereits endgültig für die Einberufung der Konferenz entschieben. Er werde deshalb in der allernächsten Zeit offizielle Noten nach Paris, London, Rom und Tokio senden. London, 16. März.( Eigener Drahtbericht.) Die britische Regierung läßt offiziös mitteilen, daß sie an der neuen Abrüstungsfonferenz teilnehmen werde und daß sie das Prinzip der Abrüstung uneingeschränkt anerkenne. Sie erwarte durch diese Konferenz eine wirksame Durchführung der Abrüftung. Gewerkschaftsbewegung Die Eisenbahner lehnen ab. Der Schiedsspruch des vom Reichsarbeitsminister ernannten Schlichters vom 13. März 1925 wird von den Vorständen der vertragichließenden Organisationen aus folgenden Gründen abgelehnt: 1. Die Cohnzulage trägt den Erfordernissen der Lebenshaltung nicht genügend Rechnung und ist angesichts der vom Perfonal verlangten Arbeitsleistung zu gering. Bindungen über die bisher im Tarifvertrag vorgesehenen Fristen hinaus fönnen nicht anerkannt werden. . 2. In der Arbeitszeitfrage ist der Schiedsspruch unannehmbar, weil er nicht nur teine positive Berbesserung der Arbeitszeit enthält, sondern auch entgegen dem bisherigen Rechtszustand eine unerträgliche Bindung bis zum 31. Oktober 1925 feftfeht. Die Vorstände find jedoch bereit, in neuen Berhandlungen unter Mitwirkung des Reichsarbeitsministers eine erträgliche Regelung zu suchen. Eine weitere Berbreiterung des Kampfes fowle Wiederaufnahme der Arbeit darf nur auf 2nweisung der Organisationsleitungen erfolgen. Deutscher Eisenbahnerverband. Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner. Allgemeiner Eisenbahnerverband. * Der Schiedsspruch hat eine ungeheure Enttäuschung in den Reihen der Eisenbahner hervorgerufen. Darüber fann sich fein Mensch mit fünf gefunden Sinnen täuschen: die steigende Er. bitterung muß eines Tages zur Explosion führen. Kampf auch in der Reichspost? Am Freitag fand im Gemertschaftshaus eine vom Deutschen Berkehrsbund, Abteilung Post und Telegraphie, Reichs und Staatsbetriebe einberufene fombinierte Funktionärver Nach der Entgegennahme des Jahresberichtes lammlung statt. wurde die Sektionsleitung in der bisherigen Beseßung wieder. gewählt. Zu den Lohnverhandlungen wurde in reger Distussion Stellung genommen. Stürmische Entrüftung entfesselte die Mitteilung, das der Berhandlungstermin für die Festsetzung der Löhne der Postund Telegraphenarbeiter wieder vom Donnerstag den 12. auf Dienstag den 17. März vertagt fei. Es entstand die Auffassung, daß die Reichspost sowie auch das Reichsfinanzministerium es darauf antommen lassen wollen, ebenso wie die Reichsbahnverwaltung, einen Kampf heraufzubeschwören. Die versammelten Sunktionäre brachten eindeutig zum Ausdruck, daß sie gewillt sind, einem aufgezwungenen Kampf nicht auszuweichen uns erflären ihre vollste Sympathie mit den im Kampf befindlichen Eisenbahnern. Eine dahingehende Resolution fand einstimmige Annahme. Riefenaussperrung in Schweden. Stodholm, 16. März.( Elgener Drahlbericht). Die Berhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß, um eine Einigung zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern herbeizuführen, find heute vormittag ergebnislos abgebrochen worden. Damit wird die Aussperrung von etwa 130 000 rbeitern in Kraft treten. Der Kampf wird auf beiden Seiten mit großer Erbiferung geführt werden. Schon feit einem Jahre planen die schwedischen ArbeitgeberverIm Direktionsbezirk Dresden, der bis jetzt am längsten im bände eine allgemeine Cohnherabsehung. Sie beStreit stand, hat sich seit Sonnabend die Lage aufs äußerste verhaupten, daß die schwedischen Löhne die höchsten der Welt seien und fchärft. Die Zahl der streifenden Lohnempfänger und Hilfsbeam dadurch die Konkurrenzfähigkeit der schwedischen Industrie unterten ist auf über 11 000 angewachsen. Auch die fleinsten Dienst, binden. Nur eine allgemeine Cohnherablehung könne das Wirtstellen des Bezirks haben sich begeistert dem Kampf um die Auf- fhaftsleben Schwedens wieder heben. Auch den streng durchgeführten besserung der niedrigen Löhne und Gehälter angeschlossen. Der Acht stunden tag wollen fie abbauen. Nachtem eine ArbelterLandeszentralstreikleitung für Sachsen erscheint es als sehr zweifel regierung ans Ruder tam, hielten die Arbeitgeber den Zeitpunkt für getommen, ihre Pläne zu verwirklichen. Ende des vorigen Jahres haft, ob sie noch weiterhin die von den Beamtenmitgliedern wurden die Verträge gekündigt, und da eine Einigung nicht zustande wiederholt geforderte Einbeziehung in den Streit unberücksichtigt lassen kann. Auch aus anderen Teilen des Reichs, wie fam, follte am 20. Februar die Aussperrung beginnen. Die Regierung Hannover, Bremen, wird Berschärfung der Streifftimmung griff ein und ernannte eine Schlichtungstommiffion, an deren letzten Verhandlungen auch der Ministerpräsident und der Minister des Junern teilnahmen. Das Hauptobjett des Kampfes find die Cöhne, schon deshalb, weil in Schweden ein sehr strenges Arbeitszeitgesetz besteht, das den Achtstundentag vorschreibt. gemeldet. Zum Berliner Böttcherftreit. Am Sonntag nahm der Böttcherverband in einer Mitglieder versammlung im Gewerkschaftshaus zur Streiflage Stellung. Bor Gintritt in die Tagesordnung ehrte der Vorsitzende das Ableben des Reichspräsidenten Genossen Friedrich Ebert in warmen WorLeider macht sich das Reichsarbeitsministerium weder über die Erbitterung der Eisenbahner noch über die Absichten der Reichsbahn verwaltung ein rechtes Bild. Die Berwaltung, die sonst gar nicht mit dem Gelde spart, wenn es sich um 3ulagen für höhere Beamte handelt, hat sofort herausgerechnet, daß die Lohnzulage des Schiedsspruchs von 3 Pf. gleich 36 Millionen Mehrausgabe pro Jahr bedeute. Es fann sich in Wirklichkeit höchstens um 26 bis 30 Millionen handeln. Aber trotz dieser erbärmlichen Lohnzulage operiert man noch immer mit der Personentariferhöhung! Die Reichsbahn hat sich saniert- auf Kosten der Arten. Der Vorsitzende gedachte auch der letzten Haller Opfer beiter. hat nicht Herr Defer selbst festgestellt, daß heute eine und gab namens der Versammlung feine Entrüftung über das VorLokomotivreparatur, die vor dem Kriege etwa 108 Tage brauchte, gehen der Haller Polizei fund. in 30 bis 40 Tagen fertiggestellt wird und daß durch Serienherstellungen Ersparnisse von 30, 40 und mehr Pro. zent erzielt wurden? Auf wessen Kosten geht denn die sogenannte wissenschaftliche Betriebsführung? Doch nur auf Kosten der Ar. beiterschaft Aber trotzdem fein Entgegentommen in der Lohnfrage. Noch schlimmer liegen die Dinge bei der Arbeitszeit. Bisher monatliche Kündigung und jezt Bindung der Arbeitszeitbestimmungen bis zum 31. Oftober. Der Schiedsspruch ist nichts als Flid und Stückwert. Er Er schlichtet nichts, loft nichts. Er häuft nur den Konfliftsstoff. Hannover, 16. März.( Eigener Drahtbericht.) Seit Montag morgen 6 Uhr sind die Belegschaften der Eilgutabfertigung Bremen und des Güterbodens Bremen Hauptbahnhof in den Streit getreten. Die Güterbodenarbeiter Hannover Nord streifen ebenfalls seit Sonnabend nachmittag. Die Er regung der Belegschaften über den Schiedsspruch und die von der fache. Obwohl die Wirtschaftslage der Eisenbahner durch Erhöhung um 3 f. nicht wesentlich gebessert wird, würden sie sich dennoch das mit abgefunden haben, wenn nicht bei dieser Lohnregelung gleich 30. Juni 1925 erneute Lohnforderungen von der Organisation nicht gestellt werden dürfen. In der Streifversammlung, die Montag um 11 Uhr im Gewerffchaftshaus stattfand ging es außerordentlich lebhaft zu. Die Gruppen der Hof- und Hilfsarbeiter brachten mit aller Deutlichkeit zum Ausdrud, daß auch ihre Löhne unter allen Umständen durch Tarif zu regeln find. Nach fast dreistündiger Diskussion lehnte die Streif: versammlung fast einstimmig den Entwurf ab. Die Lehren der letzten Grubenkatastrophe. Bochum, 16. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeiter und Angestelltengruppe der Arbeitskammer für den Ruhrbergbau hat sich anläßlich des lingluds auf Beche Minister Stein" mit den technischen Sicherheitsfragen im Bergbau beschäftigt. Das Ergebnis der Tagung wurde in einer Entschlichung niedergelegt, in der folgende gejegliche Regelungen gefordert werden: Die Einstellung von Grubentontrolleuren aus den Reihen der praktisch tätigen Arbeiter. Diese Grubentontrolleure müssen mindestens eine zehnjährige Hauerbzw. Steigertätigkeit befigen. Sie sind von den Arbeiter: organisationen den Oberbergämtern zu benennen und auf Grund einer fachlichen Prüfung auf fünf Jahre bestellbar. Die Grubenkontrolleure müssen das Recht haben, ohne Befragen irgendeiner Stelle in den einzelnen vom Oberbergamt zugewiesenen Schachtanlagen anzufahren und zu kontrollieren. Durch gejegliche Maßnahmen ist insbesondere zu regeln: 1. daß die Steiger nicht zu anderen Arbeiten als zur Ausübung des Aufsichtsdienstes innerhalb thres Geschäftskreises herangezogen werden dürfen; 2. daß die Steiger nicht wegen Unterschreitens der Sollförderung nach beendeter Schichtzeit wieder in die Grube geschickt werden dürfen; 3. daß im Bergbau alle Prämienarten verboten werden, weil sie Beranlaffung geben, die Befolgung der bergbaupolizeilichen Vorschriften außer Acht zu lassen; 4. daß insbesondere die Bor. gefeßten der Steiger in Fällen, in denen sie durch Anordnungen in den Geschäftskreis des Steigers selbständig eingreifen, die Berantwortung allein zu tragen haben und daß daneben nicht auch noch der Steiger gefeßlich zur Berantwortung gezogen werden tann; 5. daß jede Behinderung in der bergpolizeilichen Aufsichtstätigkeit des Steigers mit einer Geliftrafe oder, wenn Menschenleben dadurch zu Schaden gefommen find, mit einer entsprechenden Freiheitsftrafe geahndet wird. Die Einheit marschiert. Ceipzig, 16. März.( Eigener Drabtbericht) Am 14. März fanden in Leipzig die Urwahlen der Beiniger zur Ortsverwaltung des Buchbinderverbandes statt. Für die Amsterdamer Richtung winden 2129 Stimmen, für die fommunistische Liste trosz wüster Hege nur 617 Stimmen oder 22 Proz. der Stimmen abgegeben. Achtung, Zimmerer! Bei der A.G. für Haus- und Fabrik bau, Berlin, Deflauer Str. 38, wird in Neukölln auf der Bauftelle Biaraitraße wegen Loundifferenzen gestreift. Ein Gemüsehändler Joief Kolodziej, Neukölln, Kaiser- Friedrich- Str. 99/100, beriut mit seinen beiden öbnen die Arbeit fertig zu stellen. Kameraden, die Baustelle ist gesperrt. Achtung, Töpfer! Bersammlung am Freitag, den 20. März, abends 6 Uhr, in den Resibenz- Festfalen. Landsberger Str. 81. Der Deutsche Dis Baugewerksbund und feine Bedeutung." Referent Rirchner. Etuffion. Stellungnahme zur Lohnforderung zum 1. April. Anders und Richtorganisierte sind eingelaben. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe ber Töpfer. AfA- Funktionäre der Metallindustrie. Der Schlichter von Groß- Berlin hatte die Parteien am Ende der fünften Streifmoche zu einer Aussprache geladen. In einer ben Barteien ein Entwurf( Manteltarif und Lohnablommen) be- ftellung unserer Schaftsforderungen Beiber Bitinleit der Engeseibung anfchließenden Verhandlung unter Borsiz des Schlichters wurde von sprochen, der bis zum Dienstag( heute) mittag von beiden Parteien anzunehmen oder abzulehnen ist. 3 Donnerstag, ben 19. Mara, abends 7 Uhr, wichtige AfA- Funktionärer fammlung ter Metallintuftric in den Cophien- Sälen, Cophienstr. 17-18. 1. Reuwahlen ber Betriebstäte. Referent Rollege Aufhäuser, 2. Auf. erwarten wir, bag alle 21 Funtionäre be stimmt erfcheinen. Af Metallfartell: Günther, Zange, Rothe. Achtung Tapezierer! Seute, Dienstag, vormittags 11 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Kollegen unbebingte Rotwendigkeit. Die Streilleitung. Die Distuffionsrebner lehnten den Entwurf ganz entschi den ab. Insbesondere die geplante Fassung der Arbeitszeit, fowie die Aufftellung der Löhne fanden nicht den leiseften Anfang. Es tam zum Gaal 4, Gizeitversammlung. Anwesenheit aller Kolleginnen und Ausdruck, daß man gerade im schweren Böttcherhandwrrf unter allen Umständen an der 48stündigen Arbeitszeit festhalten müsse. Ganz abgesehen davon, daß mit einem Teil der Berliner Arbeitgeber im Böttchergewerbe die 48- Stundenwoche tariflich vereinbart ist, müsse die neunte Stunde mit dem üblichen Zuschlag von 25 Broz. belegt werden. In der Lohnfrage liegt es genau so. Ein großer Teil Firmen zahlt bereits den tariflich abgeschloffenen Stundenlohn von 1.10 M. für Böttcher. Auch vor dem Streit zahlten in Lohn sowie in Afford ein Teil der bestreiflen Firmen 1,10 m. pro Stunde. Die Frage der Hilfs- und Hofarbeiter wurde von den Diskussionsrednern besonders gelegt werden, um alsdann in regelmäßigen Lohnabkommen einen Anhalt zu haben. Ebenso wurde die vorgeschlagene Tarifdauer ( Lohnabloinmen bis zum Dezember d. J.) als vollkommen unmöglich ihrer am Montag stattfindenden Versammlung den Entwurf abzulehnen. Unterkommission Charlottenburg. Am Montag, den 23. März, abends 8.Uhr, im Edenpalaft, Raifer- Friedrich- Str. 24, Berfammlung fämtlicher Go wertschaftspenoffen. Vortrag des Rollegen 8ippel. Erscheinen sämtlicher Kollegen Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert. Achtung, Eisenbahner! Heute abenb 7 Uhr findet in der Neuen Thilhar. monic, Röpenider Str. 96-97, eine Funktionärjigung der Eisen bahnaufbefferungswerte ftatt. Die Kollegen- Funktionäre werden ersucht, restlos in diefer Sigung zu erscheinen. Die Ortsverwaltung des Deutschen Eisenbahnerverbandes. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. 9. Döscher; Cotales und Sonstiges: Frig Ratstäbt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin, Drud: Borwärts. Buchdruderet und Verlagsanstalt Paul Singer u Co. Berlin E 68 Pindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen unb Unterhaltung und Billen". zeitig den Eisenbahnern auferlegt werden sollte, daß vor dem bezeichnet. Den ftreifenden. Kollegen wurde bringen geraten, in Sophien- Säle Sophienstraße 17.18 TIETZ Leipziger Strasse Versandabtellung Leipziger Strasse: N Schriftl. Bestellungen werden prompt erledigt. Bei Aufträgen nach auswärts vergüten wir für je 25 M. je 80 Pf. für Norden 9296* Norden 12643 Säle frei! Billige Bücher * Alexanderplatz Frankfurier Allee Porto bzw. Verpackung Rest- Auflagen Wohlfeile Klassiker 120 Klarer Druck. Mit Einleitungen bekannter Schriftsteller wie R. v. Gottschall, Klaar, Stern, Fischer a. a. ersatz- Einbände.... ....... Jeder Band LeinenChamisso, Sämtliche Werke. Lessing. Sämtl. 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Was mir das Sternenlicht Harold der letzte Siebsenkönig. erzählt. Eine populäre Himmels- His orischer Roman von Bulwer. 05 19 244 Seit Leinen bd. Früher 4,00 nar Der talsche 150 Neu- Ausgaben 7 Antiquarische Werke Klassische Bücher klarer Druck, holzfreies PaNeue ****** ebunden 33 in elegant. Geschenkbänden, pier. Jeder Band in Moiré mit Kop.- Goldschnitt... Auerbach, Berthold. Bar- Heine, Buch der Lieder. 350 S. füssele. Schwarzwaldroman. Kügelgen, Jugenderinnerungen 243 Seiten eines alten Mannes. 472 Seiten Bern. Max.. Roman deutsche Lagerlöf, Jerusalem. Lyrik. 304 Seiten Im in 2 Tellen( In Dalarne Brachvogel, Friedemann Bach. Heiligen Lande). 466 Seiten Roman, 518 Seiten Scheffel, Vict. v.. Ekkehard. Eckermann, Gespräche mit Historische Erzählung aus dem Goethe in den letzten Jahren 10. Jahrhundert. 388 Seiten seines Lebens. 526 Seiten Scott, Ivanhoe. Roman. 352 S. Flaubert. Madame Bovary. Sienkiewicz. Quo vadis. Roman. 442 Seiten Historischer Roman. 396 Seiten François, Luise Richard Wagner an Mathilde Wesendonk, Tagebuchblätter u. Briefe. 874 Seiten Wallace, Ben Hur Erzählung in 1 Band. 876 Seiten aus der Zeit Christi. 432 Seiten Jacobsen, Frau Marie Grubbe. Wilde, Oscar. Das Bildnis des Roman. 279 Seiten Dorian Gray. Roman. 294 Seiten Jacobsen, Niels Lyhne. Roman. Wilde. Erzählungen und Mär825 Seiten chen. 316 Seiten letzte Reckenburgerin. 340 Seiten Goethe, Faust. V.. Die Roman. Teil 1 und 2 Dieselben Bände in prächtigen, modern ausgestatteten Ganz- 550 lederbänden mit Kopi- Goldscheitt. jeder Band Lucretia Borgia. Geschicht- Ninon de Lenclos. Die MeArnim, Werke, he: ausgegeben von Jugenderinnerungen von kunde 10 S. mit 14 Abb.. Geb. 95Pf. W. Alexis, Historische Romane: Alfred Schier, kritisch durch- C. Fr. v. Kloden. Lebensbilder des Brler. gesehene n. erläuterte Ausg. 8 Halb- 85 Meisters der heimatlichen Natur- und Berliner Geschichten und Der Werwelt, 364 S. leinenhände. Früher 6,00..jetzt Geschichtskunde. 1922. 150Seiten. 95 Pf. Bilder mit 163 Bildern von Heinrich Waldemar, 562 S Jeder Band weh. Zille, eingel v. Max Lieber- 700 Ch. Dickens, Die Pickwickier Goethe, Gedichte. Ergan- mann. Eleg. Leinenband... zungsband: enth. Elegien 538 Seiten- Klein Dorrit 544 Seiten. Epistein- Heinrich Zschokke, 159 Das Jeder Band gebunden... Epigramme Xenien Aus fremden Abenteuer der Neujahrsnacht- Das blaue Sprachen und andere Dichtungen usw. Wander- Walpurgisnacht- 95Ptd.Kaisers Nerov. H Sienkiewicz. 280 Quo vadis? Roman aus der Zeit 587Seiten starker, hübscher Halb- 95P.rathan Fock. 224 Beiten Gebrind Walter Scott, Romane: Quentin Buch der guten Wuze, herausgegeb, von Briefmarken- Katalog Die einsame Träne. Das Durward, 346 Selen-Kenilworth 150 PaulMorganu. K Robitschek, 200 1524. Europa von Hugo Michel. 356 Seiten. Jeder Band gebunden Dumas. Vollständ. deutsche Ausg. 450 Gemälden mit Text v. A. v. Mer en 470 Seiten. Gebanden start 3.00 45Pf. mit Bild. v. Paul Simmel. 160 Seit. Napoleon. Von Emil Ludwig. 68 Seiten starker eleganter Ganzieinenband mit Kopt oldschnitt Ein geist volles Buch. Napoleon al Vorbild 1409 and Warnung unserer Tage.... leinnband. nur Fortsetzung des Sciun, Verknajs Volls: Aus. 6: 0 Seit. Halbleinenhd lieber Roman nach den Tagebuchautzeichnungen Bischof Burkharts. a. Eleganter Geschenkband... von Harry Sheff. 618 Seiten. 450 einer Favoritin. He ausgeg. von Alx Lady Hamilton. Die Momo ren 784 Seiten. Elex. Geschenkhand. moiren einer viel begehrten Frau. Her 656 Seiten. Eleg. Geschenkband.. ausgegeben v. Eug. de Mirecourt 450 Im schönen Land Tirol und Salzkammergut. 190 Ansichten ne photogr. Original- Autnahmen rnd roth. Gebunden. Foliotormat... zu besonders Sdiuh, Strumpf, Stoff, Kleid. Handschuhe igen Preisen 150 Nr. 72» ♦ 42. Jahrgang 1. Heitage öes vorwärts Vkenstag, 17. MSrz 7425 Don Zeit zu Zeit scheinen w Bertln, so auch in diesen Togen. Bekanntmachungen über den Verkauf von Heringen, der auf Deron- lassung der Stodtoerwaltung zu dilligen Preisen stattfindet. Es han- delt sich dann um sogenannt«..grüne Heringe', d. h. um frische ungesalzen« oder höchstens leicht übergesalzene Tiere, die sofort nach dem Fang« aus dem schnellsten Wege dem Verbrauch zugeführt werden. Rückgang ües Heringskonsums. Trotz der angewandten Bemühungen und ösfenMchen Werdun» gen ist die Kauflust de» Publikums nicht so groß, wie e» der Hering feinein Werte nach verdient. Es scheint überhaupt, als ob der Benutz von Heringen allgemein sehr zurückgeht. Welch« Gründe dabei be- sthmnend sind, ist nicht ohne weiteres zu sogen. Vielleicht ist in den Iahren des Krieges und der Inflation, wo der Hering ziemlich selten und vergleichsweise sehr teuer war,«ine Entwöhnung der großen Masisn«ingetreten. Auch jetzt noch schreckt der Preis leicht den Sauser ab. Denn sowohl für frische Hering« als auch für die ein- zelnen zubereiteten Arten wird wesentlich mehr gefordert als vor dem Krieg«. Wenn auch die Preisstelgerung durch verschiedene Fat- lorcn— höher« Fanguntosten, Kohl«ntosten. Frachtsätze, Umsatz- steuern usw.— zu erklären ist, so bleibt es doch sehr bedauerlich, daß man dem Hering nicht die alt« Ausmerksamkeit tm Volke mehr widmet, einmal wogen seine« hervorragend en Nährwertes, und dann, weil er gewöhnlich in so großen Mengen vorhanden m, daß er ein wirkliche» Volksnah rungsmittel darstellt. Oer 5ang See TUtea. Gefangen wird er in sämtlichen Teilen der Nord, und Ostsee, wo er in verschisdenen Rassen vorkommt. Di« au der norwegische v Küste und bei den Shetlaudioselu gefangenen sind die grötzteu-, die an der holländischen und englischen Osttust« sind etwas klemer, aber sehr wohlschmeckend: der Ostseehering ist der kleinste. Unsere deutsch« Heringssischerei, die den alten umfangr«ichen holländischen, fiandina- vischen und englischen Fischereien Aejjenuber immer zu kämpfen hatte, tst durch den Krieg schwer aefchodigt worden. Aber auch hier hat sicher Will« und deiuscher Flcitz wieder aufgebaut, und wir können einen beträchtlichen Teil unsere» Heringsbedarf» im Inland« wieder selbst decken. Da» Erscheinen der heringsschwärm«. von denen manchmal die Zeitung frohe Sunde gibt, ist rn seinem Wesen, noch immer ungeklärt. Man weiß nicht, ob e» sich um Wanderungen zum Zwecke des Wllaichens oder nur zum Wechsel de« Ernähnmgsge- bietes handelt oder ob e» nur gowiffermatzen ein Aus. und Absteigen der Henngsinasien bedeutet. Jedenfalls steht fest, daß an den Zügen nicht nur die geschlechtsreisen, sondern Tier« aller Altersklassen be» teiligt stiiK. Dächer kommt es auch, datz stets Heringe aller Grögcn zu- tete Fischtonserven, bei denen die des Kopfe» und der Ein vu*« f i» ts CK.ama— f' m. fCtti*...%*.V___ r.r.; � v______ Die Form, in welcher der Hering in das Binnenland kommt, ist meist der in Tonnen geschichtete Salzhering. Es gibt hier natürlich die verschiedensten Sorten, je nachdem, ob der junge Fetthering, der prall» gefüllte Bollhering oder der trocken« Hohlhering genommen ist. Auch ie Herkunst und Grütze spricht entscheidend mit. Eine besondere Zubereitung erfahrt der Salzhering durch das Einlegen und Säueru, das mit den ganzen Fischen geschehen kann zu sauren Heringen und mit den geteilte» und dann ausgerollten zu Rollmöpsen. Der Methoden und Rezepte dafür sind unzählige und jede Einlegerei sowohl als jede Hausfrau versteht es,«ine besondere Note in dies beliebte Gericht zu bringen. Auch in geräucherter Form erscheinen die Hering« im Hmchel. Am beliebtesten sind die Bücklinge. Ihren Namen haben diese von einem Holländer mit Namen Beutels, der vor einem halbe» Zahrhmid�rl besondere Arten des Einlegens einführte und damit den Grundstein zu Hollands ausländischem Ftschhandel legte. Die heit«m beliebtes und vielseitig verwendetes Nahrui�smittel. Eine ander« Art sind die RSucherheringe, zu denen gewähnlich die grötzten und schönsten holländischen Sorten, die sogenannten Lachshering«. tiia Hertagsstaaä /o der Markthalle. und sind wegen ihres D> Sommer zur Zell der neuen ickes überaus beliebt, namentlich im rtoffeln. Ihr Nährwert ist wegen der tiere ist gleichbedeutend mit Raubbau. Die kleinen jungen Heringe werden, wenn sie nicht frisch zur Ernährung dienen, zu sogenannten ..Russischen Sardinen" verarbeitet. Auch.deutsche" und.norwegische" Sardiaea kommen in den handelt Es find das alles ähnlüh zuberei- Zarthert des Fleisches und wegen ihres Fettgehaltes sehr hoch. Noch vollendetem Wacystum nennt man die Fisch«.Fetlheringe", von welcher Sorte Holland die meisten zu liefern nnstande ist. Die aus der Ostsee stammenden kleineren Fettheringe werden als Delikateßheringe bezeichnet. vie Verarbeitung. Sind die Tiere geschlechtsreif geworden, so sammelt sich in den weiblichen bekanntlich der„Rogen", der aus der Masse der zahllosen Eier besteht, und in den männlichen der eine dicke weißliche Masse bil- dende Same, welcher den irreführenden Nomen.Milch" hat. Diese nigfaltig. Kalt als saure Heringe, Rollmöpse, eingelegte Bratheringe, In Majonäse oder als Heringssalat, warm als gebratene oder gebacken« Hering« oder als Beimengung zu Klopsen, zu Sätzen oder zu Kar- tofseln. Alle Zubereitungsarten sind mit verschiedenen Abwandlungen möglich, so bah die Hausfrau selbst bei wiederholtem Borsetzen von Heringsgerichten um die Abwechslung nicht verlegen zu werden braucht. Der Houptwert �des Herings liegt in ferner großen Stährkrast. Sein Gehalt an Etweitzstoffen ist ziemlich hoch. Der grüne He» ring enthält IS Proz. für den Körper verwertbar« Eiweiß«, also etwa ebensoviel wi« Hammelsleisch.. Bückling« haben sogar über 20 Proz. ausnutzbar« Protein« in sich, etwas mehr als Rindfleisch und Schweinefleisch. Der Fettgehalt ist je nach Art, Alter und Herkunft der Tiere und nach der Dervrbei» tung verschieden und schwankt zwischen 7— 15 Proz.. sodaß er also unser« mageren Fleischsorten bei weitem übertrifft und sich aus dem Durch- schnitt der fetteren Flerscharten hält, wichtig ist sein Gehalt an Vi- taminen, diesen für Wachstum und Fortbestand des Lebens unent- b ehrlichen Stoffen. Am meisten davon haben die fettreichen Sorten, z. B. die Bückling«. Auch der Gehalt tn Phosphorsalzen, an denen bekanntlich alle Fische sehr reich sind, erhöht seinen Wert für die menschliche Nahrung. Man sieht, der Hering wird zu Unrecht etwa» stiefmütterlich behandelt. Was ihm an Vornehmheit fehlt, ersetzt er durch inneren Wert. Es lohnt sich auch, das Wichtigste über ihn zu erfahren. Denn es reicht nicht, nur zu wissen, daß er in saurem Zu- stand ein vorzügliches Katermittel ist. Der Apfel der Elisabeth Hoff. 47] Bon Wilhelm hegeler. „Ja— aber ich war schon mal unterm Berg. Ganz tief unten. Was für ein sonderbares Gefühl das ist, mit knapper Not dem Tod entgangen zu sein. Das Leben, was mm vor einem liegt, ist eigentlich ein Geschestk, ein ganz neues Leben." Und vielleicht ist wirklich etwas in mir gestorben, dachte er. Er konnte nicht aufhören, sie anzusehen und sich an ihrem Anblick zu laben. Es war, als wenn aus diesem lächelnden und ernsten Gesicht ihn das Leben mit neuer Verheißung an- blickte. � „Ich habe Ihnen noch gar nicht gedankt, daß Sie nnch gepflegt haben— als mein guter Engel." ___ erden Sie nur recht bald wieder gesund" Sie hob den Apfel auf und ließ ihn aus der Hand rollen. „Erinnern Sie sich? In Ihrem Fieber suchten Sie immer den Apfel..Wissen Sie noch?" „Ich glaube" Er sah mit still beglückter Aufmerksamkeit dem Spiel zu, bis Ihm die Augen zusielen. Margret ging leise hinüber. Bis tief in die Nacht hinein faß sie am offenen Fenster ihres Zimmers, die Hände im Schoß, ganz in sich versunken und ganz aus sich verloren, als wäre sie nicht mehr sie, sondern das Gefäß eines unaufhörlich in ihr quillenden und ihr ent- strömenden Gefühls, dem die Nacht antwortete mit dem dunstigen Glänzen der Sterne, dem weichen sich Auf- und trotzigen Kinde zuredet, dieselben Worte wiederholt«: zu bleiben, zu bleiben. Dann legte sie sich nieder, mit dem aus tiefftem Innern kommenden und dennoch ungläubigen Wunsch, bis in den späten Morgen hinein zu schlafen. Aber als es hell wurde, erhob sie sich und kleidete sich an. ihr blasies Gesicht nur mit einem widerwilligen Blick tm Spiegel streifend. Sie wußte, daß sie kleinlich und armselig und grenzenlos töricht war, ober sie konnte den Widerstand in sich nicht überwinden. Da« kleine Frauchen von Krankenschwester, das nun bei Ryseck«schien, stellte sich noch tauber, al» e» war. und trotz J allen Fragen nach Margrets Verbleib konnte« keine klare Antwort aus ihr herausbekommen. Erst der Arzt sagte ihm, daß sie abgereist sei Mit«hier wilden Bewegung stieß Ryseck die Bettdecke von sich und wollte aus dem Bett springen. Ohne im geringsten die Ruh« zu verlieren, drückte der Arzt ihn in die Kissen zurück, indem er ihn fragte, ob er sich vielleicht einen Bluterguß zuziehen wolle, der ihn verflucht schnell ins Jenseits befördern könnte. .Wie konnte sie abreisen! »Herrgott, sie steht im Berufsleben und hat mehr zu tun, als an Ihrem Bett zu sitzen. Wenn Sie sich für das Fräulein interessieren, dann setzen Sie sich doch postalisch mit ihr in Verbindung." Ryseck entwarf einen langen Brief, aber als er sich zum Schreiben anschickte, merkt« er erst, wie wenig ihm seine Hand ehorchle. Kaum daß er in zitternder Kinderschrist einige eilen zustande brachte, die er telegraphisch befördern ließ: Margret habe ihm das Leben gerettet, sie sei jetzt auch für sein Leben verantwortliche Er könne sich sein neues Leben nicht mehr obne sie, seinen guten Engel, denken.' Er bäte sie herzlich und dringend, so schnell wie möglich zurückzukommen. Er berechnete die Zeit bis zur Antwort noch Stunden, aber es verging der Tag und die Nacht und wieder ein Tag. Die Schwester muht« ihn immer von neuem zur Geduld mahnen. Geduld schien ihr Liqblingswort zu sein, und Ryseck machte es sich endlich zu«igen. Während die Stunden, einer der anderen gleich, sich reihten, begann«, i die lauten Stimmen in seinem Lünern, ihres Hadems müde, zu schweigen, und stillere stiegen aus der Tiefe auf. Sie waren auch der Nachklang von Elisabeths Besuch, die ihm von Margret«zählte, vor allem sich aber über ihr Verhältnis zu ihrem Manne aussprach. Erst durch den Arzt hatte sie den wahren Grund seiner rätselhaften Sülle und Entfremdung erfahren. Nun richteten alle Bor- würfe, die sie gegen ihn erhoben hatte, sich gegen sie selbst. Ihre Gleichgültigkeit, ihr Leichtsinn waren schuld daran, daß fem Zustand ihr so lange oerborgen geblieben war. Nicht der leiseste Vorwurf gegen den Freund sprach aus ihren Worten. ab« Ryseck fühlte ihre tiefe Derzagtheit und Not. und daß euch sie nichts anderes wußte, als in Geduld zu hoffen, daß der stumm Verschlossene sie den Weg zu ihm finden ließe. Endlich kam Margrets Antwort. Als aber Ryseck hastig den Brief aufgerissen hatte, mußte« in einem Anfall von Schwäche die Hand auf die Brust pressen, wo sein Herz zum Zerspringen schlug. Doch in die Angst vor der Entscheidung mischte sich zugleich lächelndes Erstaunen, daß sein Herz noch so stürmisch schlug. Margret schrieb, es sei ihr nicht leicht geworden, abzureisen. Sie hätte es getan in der Ueberzeugung, daß sie zu seiner westeren Pflege nicht unbedingt nötig sei. Hinter das Wort Engel habe der Telegraphenbeamte ein Fragezeichen gesetzt. vielleicht wegen undeutlicher Schrift, vielleicht auch irgendeiner anderen Erwägung. Sic selbst wisse, daß die guten Engel am Krankenbett sich im Alltag nur allzu häufig als recht irdische Geschöpft entpuppten. Gem wolle sie ihn wiedersehen. aber erst nach sein« Wiederherstellung. 15. Es war die Stunde zwischen Nacht und Morgen. Graue Dämmerung bedeckte die Landschaft und ließ die Häuser, die Bäume, den Wagen, der mit erhobener Deichsel auf der Straße stand, als substanzlose Schatten erscheinen. Selbst der Fall des Wasserstrahls im Brunnenttog klang matt und gedämpft, als begleitete das Wasser seinen Schlaf mit diesem eintönigen Murmeln. In dieses Zwielicht trat aus der Tür des Gasthauses«in Mann, welcher der Kälte wegen den Rockkragen hochgeschlagen, den Hut in die Stirn gezogen und die Hände in die Rock- taschen o«graben hatte. Auch seine Erscheinung wirkte schatten- tiOft und unbestimmt. Sein Schritt war ein drängendes Zögern, ein gehemmtes Vorwärtsstürmen. Obwohl seine Augen offen waren, schienen sie doch eh« die eines Träum«« oder tief Nachdenklichen, und sein Blick war nach innen ge- kehrt, als wäre er auf der Suche nach sich selbst. Dieser Mann, der sich selbst suchte, war Professor Hoff. Ihn hatte an diesem Morgen die Unruhe so früh aus dem Bett getrieben, ein un» geduldiger. Drang aus einem Ueberschuß vor Kraft, erwachter Lebenshunger des Genesenen imd das Vorgefühl einer Ent- fcheidung. Außerdem aber erfüllte ihn noch eine ganz besondere Un- ruh«. Er hatte sich in der Tat verloren und war auf der Such« nach sich. Er hatte eine Umwandlung erlebt, durch nicht ton- trollierbare Vorgänge seines Innern war er ein anderer ge- worden. Und dieser andere suhlte, dachte, urteilte nicht mehr auf die alte Weise. Wohl schlug sein Erinnerungsvermögen zu d« Vergangenheit eine Brücke, aber wenn er dann vor seinem Vorgänger stand, ergriff ihn mir verlegene Ratlosigkeit. ja geradezu etwas wie Unwille und Scham. Wie war das zu erklären? Er mußte sich darüber Rechenschaft ablegen. (Fortsetzung folgt.) Allgemeine Flugblattverbreitung zur Reichspräsidentenwahl am Sonntag, den 22. März 1925, vormittags 9 Uhr! Auf zum Rodeln! Tun haben wir Winters Anfang im Monat März. Riesige Schneemassen mit leichtem Frost zaubern uns die alten Märchenbilder der Kinderzeit wieder vor Augen. Wer wollte nicht in diese unerwartet eingetroffene Märchenwelt hinauswandern? Die Schulen laffen den Unterricht ausfallen, und statt auf der Schulbant fizen die Abc- Schüßen nun auf dem Rodelschlitten. Draußen färben fich die typischen großstädtischen Blaßgesichter mit prächtigem Rot. Am Waldrand wird wohl gar ein Schneemann erbaut, und dann folgt eine luftige Schneeballschlacht, die sicher nicht eher ihr Ende findet, als bis selbst alle lustigen Wandergesellen selbst wie Schneemänner aussehen. Doch nun tommt das Hauptvergnügen an die Reihe, das Rodeln. Schnell sitzt alles auf und fährt bergab. Plötzlich pardauz liegt schon der erste Schlitten mit den Kufen nach oben, und die ungeschickten Fahrer frabbeln aus dem tiefen Schnee heraus. Glücklicherweise sigen auf dem nächsten Schlitten geübte Rodler, die geschickt ausweichen und so eine all gemeine Rarombolage verhindern. Aber zur rechten Freude an Diesem Sport gehören unbedingt einige Vorfenntnisse, trotzdem die Technit des Rodelns sehr einfach ist. Wer rodeln will, foll vorher wiffen: Wie beherrsche ich den Rodelschlitten? Der Anfänger achte vor allem darauf, daß das Hauptgewicht während der Fahrt auf das hintere Ende des Schlittens gelegt wird. Der Körper wird zu diesem Zweck weit nach hinten zurückgebeugt. Die Beine werden nach außen gespreizt, die Füße also nicht auf die Kufen aufgelegt. Die Knie sind leicht federnd zu halten. Soll die Fahrt verlangsamt oder ganz gebremst werden, so setzt man beide Füße mit ganzer Sohle neben dem Schlitten in den Schnee, indem man gleichzeitig den zurüdgelegten Körper in die gewöhnliche Sighaltung bringt. Bei startem Einfeßen der Füße fann der Schlitten fast augenblicklich zum Stehen gebracht werden. Nicht minder wichtig wie das Bremsen ist das Steuern, um anderen Fahrern ausweichen und Kurven nehmen zu können. Das Steuern geschieht am besten durch Einsegen des betreffenden Fußes auf die Laufbahn, nach dessen Seite der Schlitten gelenkt werden soll. Auch die Schnur kann wirksam zum Lenten benutzt werden. Der geübte Fahrer tann auch die Füße auf die Kufen stellen und durch entsprechenden Druck und Neigen des Körpers nach der zu lenkenden Seite in voller Fahrt Kurven nehmen. Im letteren Falle faffen bie Hände an die hinteren Sigleisten und stützen den seitgebeugten Körper. Das Lenten kann also auf die verschiedenste Art geschehen und macht das Rodeln erst zum eigentlichen Sport. Die Kleiderfrage sollte beim Rodeln ebenfalls Beachtung finden. Derbe Stiefel mit wasserdichter Sohle sind eine gesundheit. liche Voraussetzung; empfehlenswert sind auch Wickelgamaschen und ein glatter Sportanzug. Unsere Damenwelt, die dem Rodelsport ebenso eifrig nachgeht wie die Männer, sollte gleich wie beim Turnen und bei der Leichtathletik sich der Hosenkleidung bedienen, da man in Röden feinen eigentlichen Sport ausüben tann. Der Rodelsport gehört nicht nur gesundheitlich zu den besten Sportarten, sondern bringt uns auch neben vieler Freude die schön ften Erinnerungen an die prächtige Winterlandschaft. Nüzet die Zeit und wandert mit dem Rodelschlitten hinaus, denn gar bald fann sich die ganze Freude in Waffer auflösen. Sieg der Liste Aufbau. Weitere Ergebnisse der Konfumgenoffenschaftswahlen. Bisher liegen die Wahlergebnisse aus 188 von 176 Walk hezirken vor. In fast allen Wahlbezirken ist eine erhebliche Steigerung der Wahlbeteiligung festzustellen; der größere Zeil des Stimmenzuwachies entfällt auf die Liste Genossenschaftsaufbau. Gewählt sind bisher: 321 Genoffenschaftsaufbautandidaten, 94 Kommunisten und 1 USP. Das endgültige Wahlergebnis, welches wir in einigen Tagen veröffentlichen werden, dürfte fein: 390 bis 400 Genossenschaftsaufbau vertreter, 130 bis 140 SPD. Das bedeutet einen überwältigenden Sieg der Liste Genossenschaftsaufbau. Polizeiliches Verbot der Märzgefallenen- Feier. Der Bolizeipräsident, Abteilung Ia, Berlin, gez. Degle, teilt dem Reichbanner Schwarz- Rot- Gold, Gau Berlin, unter dem 16. März 1925 folgendes mit: wendig, eine einzelne Episode aus dem Freundschaftsverhältnis zweier erwachsener Menschen zum Gegenstand peinlicher Untersuchungen zu machen? Nun was ist schließlich von der ganzen Sache übrig geblieben? Offenbar doch nur die acht Atten bände. der Nähe des 300 gelegene Lofal ber Sammelpuntt homo., Folgen solch eines Tuns gewarnt zu werden. Und war es not fegueller reife. Der Betrieb gab nicht nur den Bewohnern bes Hauses, sondern auch der Nachbarschaft Veranlaffung, sich bei der Kriminalpolizei zu beschweren. Am Sonnabend abend fam eine unverhoffte Kontrolle. Die Türen waren jedoch verfchloffen und die Beamten mußten sich den Zugang mit Gewalt verschaffen. Es ergab fich, daß die Räume wegen leberfüllung hatten geschlossen werden müssen. Es waren etwa 500 Personen anwesend, darunter viele Transvestiten und auch zugendliche, die in diese Kreise hineingezogen worden waren. Nachdem alle Transvestiten und Jugendlichen festgestellt worden waren, wurde das Lofal geräumt und polizeilich gefchloffen. Zwei Freunde. Eine Potsdamer Sensation vor dem Schöffengericht. Auf der Anflagebant des Schöffengerichts Schöneberg flßen der 20jährige Schriftsteller Werner A. und der gleichaltrige Kaufmann Alexander F. Gegenstand der Beweisaufnahme der§ 175. Ein Fall gleich tausend anderen. Es verlohnt sich nicht darüber zu berichten, wenn er nicht als Epilog der Potsdamer Sensation vom Februar v. 3. öffentliches Intereffe beanspruchte. Wie erinnerlich. brachte ein Berliner Blättchen eines Tages die sensationelle Nach richt, ein Dr. A. habe einen jungen Menschen namens F. mit Hilfe eines telephonischen Ferngespräches hypnotisch geblendet. Den hypnotischen Gegenfünften des Herrn H. sei es gelungen, dem llnglüdlichen das Augenlicht wieder zugeben. Die Staatsanwaltschaft trat in Aftion und nach Abschluß der acht Monate langen Untersuchung es find acht Altenbände zusammengetragen mußte die Sache niedergeschlagen werden. Allerdings hat die Staatsanwaltschaft Beschwerde ein gelegt. 311 Die Gerichtsverhandlung gewährte nun Einblide in diese dunkle Angelegenheit und frug zur Rehabilisierung des Dr. A. bei. Die beiden Angeklagten Dr. A. und Alexander F. waren Schul fameraden, kamen durch den Krieg auf Jahre auseinander, fanden Alexander ich aber schließlich wieder und wurden bald Freunde. Fs. Triebleben führte nervösen Störungen, dauernden Depressionszuständen und Selbstmord gedanken. Durch ein Gespräch angeregt, vertraute er sich eines Tages feinem ehemaligen Schulfameraden alt, der ſeit langem egualpathologische Studien trieb. Der versuchte, ihn erinnerlich frei zu machen, führte ihn der Jugendbewegung zu und machte ihn mit Freuds Binchoanalyse bekannt. Diefe Bemühungen Dr. As. waren von teilweisem Erfolg getrönt. F. bezeichnete ihn in der Gerichtsverhandlung zu wiederholten Malen als seinen Retter. Gine zufällige Episode aus der Freundschaft der beiden Angeflagten ist aber nun Gegenstand der Gerichtsverhandlung geworden. Als F. wieder einmal scelisch zusammengebrochen war, eilte er aus München zu seinem Freunde A. nach Marburg und hier soll es zu Handlungen gefommen feien, die Inhalt der Anklage wurden Bie tamen aber diese zur Kenntnis der Staatsanwaltschaft? F. ver tehrte auch im Hause der Eltern des Dr. A. Auf Anraten des letzteren übergaben sie dem F. ihr Bermögen zur Verwaltung. Ein Diefer vertraute es feinem jüngeren Bruder Kurt an. schwerer Hysteriter und verlogener Aufschneider, eine Hochstapler. natur, brachte der Kurt F. das ganze Bermögen in drei Wochen durch. Bom älteren Bruder zur Rede gestellt, erlitt nun auch er einen schweren seelischen Zusammenbruch und verlor die Gesichtsfunktion ganz so wie Hysteriter eingebildete Geschwüre oder Lähmungen erleiden fönnen. Er flüchtete fich in die Krankheit, um nicht zur Verantwortung gezogen zu werden. Go sagte der ältere Bruder vor Gericht aus. Dr. A. nahm sich auch des jüngeren F. an, versuchte ihn zur Einsicht 34 bringen. Als ber Kranke lah, daß alle feine Schwindeleien erhielt plöhlich sein Sehvermögen wieder. Als der Angeklagte F. nichts mehr halfen, brach er aufs neue seelisch zusammen und aus den Zeitungen den Sachverhalt erfuhr und annehmen mußte, daß Dr. A.. den Preisenachrichten gemäß. mit seinem Bruder feruelle Erlebnisse gehabt hätte, schrieb er an feine Mutter einen entrüsteten Brief, in dem er ausführlich von dem Einfluß sprach. den Dr. A. auf ihn ausgeübt hätte. Er beschuldigte unter anderm eingeführt hätte. Das Erscheinen dieses Briefes in der Zeitung den Dr. A., daß er ihn in vertierte Kreise der Jugendbewegung veranlaßte den Staatsanwalt, den F. als Zeugen zu laden, dessen Aussagen in ihrer juristischen Konstruktion den§ 175 ergeben. In der Gerichtsverhandlung schwächte der Angeklagte feine Aussagen ab und erhob energisch Brotest gegen die juristische Ronstruftion des Staatsanwalts. Dr. A. bestritt selbst die Handlungen, die F. gab. Sanitätsrat Dr. Maonus Hirschfeld ließ sich ausführlich über die feruelle Natur der Menschen aus. Das Gericht sprach beide Angeklagten frei. Swei Bemerkungen erscheinen angebracht. War es zulässig, daß ein Zeuge zur Selbst. bezichtigung veranlaßt wird, ohne vorher vor den strafrechtlichen Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 17. März. Auf Grund von Artikel 123 Abs. 2 der Reichsverfassung verbiete ich hiermit die für den 18. März d. 3. vergesehenen öffentlichen Rundgebungen des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold und die öffent liche Betriebsrätedemonstration der Kommunistischen Partei Deutsch lands, die beide am Abend des 18. März 1925 im Berliner Friedrichs bain ftattfinden sollen. Diese Rundgebungen bieten in ihrem geit lichen und örtlichen Zusammenhang eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Gründe: Zwischen dem Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold und der KPD., insbesondere dem Roten Front fämpferbund und dem Roten Jungiturm, die an der Lommunistischen Außer dem üblichen Tagesprogramm: Demonstration teilnehmen werden, besteht eine erbitterte Feindschaft, 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). zumal es nach dem Willen der KPD. die hauptsächlichste Aufgabe von Bund und Jungsturm ist, das Reichsbanner niederzukämpfen. Diese geschichte"( in französischer Sprache). 7 Uhr abends: SanitätätsLiteratur und Kunst. Professor Colson: Französische LiteraturGegnerschaft hat in letzter Zeit mehrmals, so vor kurzem vor dem rat Dr. Paul Frank:„ Die Gesundheitswoche". 730 Uhr abends: Sportpalast und in der Lindenstraße in Berlin, sowie in 3epernid, Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Handel: Dr. Röntgental und auch in anderen Orben Breußens und des Reiches Kurt Magnus: Was muß man von den Steuern wissen?" 8 Uhr zu 3. T. blutigen Zusammenstößen geführt, durch welche die öffent abends: Theaterfunk( Th. Kappstein). 8.30 Uhr abends: Abendkonzert liche Sicherheit schwer bedroht wurde, so daß die Schußpolizei ein. 1. a) Abendempfindung, Mozart, b) Traumbild, Mozart, c) An schreiten mußte. Die Gefahr eines solchen blutigen Zusammenftoßes Chloe. Mozart( Rose Walter, Sopran). 2. a) O Isis und Osiris, großer Menschenmassen aufeinander ist in dem hier in Frage fom aus der Oper Die Zauberflöte, Mozart, b) In diesen heil'gen menden Falle um so größer, als beide Organisationen fich für ihre Halévy, d) Trinklied aus der Oper Die lustigen Weiber von Hallen, Mozart, c) Cavatine BUS der Oper„ Die Jüdin", öffentliche Kundgebung ben gleichen Ort und fast die gleiche Beit Windsor", Nicolai, d) Im tiefen Keller, Trinklied( Hermann Horner, auserlehen haben und die Schußpolizei mit Rücksicht auf die noch von der Berliner Staatsoper, Baß). 8. a) Ballade C- Moll, Chopin, rricht geflärten Borgänge in Halle voraussichtlich bei einem Einfchrei. b) Walzer Cis- Moll, Chopin, c) Walzer Ges- Dur, Chopin( Alexander auf feiten der Kommunisten lebhaften Widerstand finden László, Klavier). 4. a) Nacht und Träume, Schubert, b) Der Jüng würde. Dadurch würde die Gefährdung der öffentlichen Sicherheitling an der Quelle, Schubert, c) Der Nußbaum, Schumann, nur noch erhöht werden. d) Mondnacht, Schumann( Rose Walter). 5. a) Ansprache des Landgrafen aus der Oper Tannhänser", Wagner, b) Gebet aus der Oper Lohengrin", Wagner( Hermann Horner). 6. Sonate mit dem Trauermarsch( B- Moll) Chopin( Alexander László). Am Flügel: Otto Urack. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der nenesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Vortragsreihe: Die Hauptfragen des deutschen Presserechts". 3. Vortrag. MinisterialReform des Reichspressegesetzes". II. Teil: rat Dr. Haentzschel: Der verantwortliche Redakteur und die Warum ist Träger der strafrechtlichen Sonderverantwortung der Redakteur?" ten Ein nettes Lokal. In der Kurfürstenstraße 75 bestand bis vor kurzem bas Land grafen- Rafino", ein anständiger einwandfreier Betrieb, der sich wegen Mangels an Gästen nicht aufrechterhalten fonnte. Ein neuer Unternehmer ließ die Räume renovieren und eröffnete vor 14 Tagen das Geschäft wieder unter dem Namen" Ban Palais". Seinen Cha rafter hatte es aber von Grund aus geändert. Bald wurde das in Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker. 1924: 13 500 Besucher. Geständnis aus Reue und dennoch Zuchthaus. Wegen Meineides hatte sich vor dem Schwurgericht des Landgerichts III unter Borsiz von Landgerichtsdirettor Siegert bas 21jährige Hausmädchen Hedwig 5. zu verantworten. Die Angeflagte mar bei einem Landwirt Klodow in Schönefeld im Kreise Barnim in Dienst. Eines Tages war fie auf einem Tanzvergnügen und wurde von einem Herrn nach Hause begleitet. Unterwegs wurde das Baar von dem Neffen ihres Dienstherrn angefallen. Es tam zu einer Schlägerei, aus der fich ein Strafprozeß entwidelte. Sie wurde als fie folle fagen, daß fie von nichts wisse. Das tat fie Beugin geladen. Ihr Dienst herrgab ihr jedoch den Rat, auch. Hinterher faßte sie die Reue. Sie machte wenige Tage darauf ihrem Stiefvater ein Geständnis. Dieser wandte sich sofort an die Staatsanwaltschaft, um die Sache noch rechtzeitig gutzumachen. Dem Staatsanwalt gab das Geständnis Anlaß, Berufung einzulegen. Sn dem neuen Termin vor dem Landgericht bekannte Hedwig H. auch ihre Schuld und machte jetzt unter Eid eine wahrheitsgemäße Anzeige. Die Folge war die Anflage wegen Meineides. Staatsanwaltschaftsrat Steiner wollte der Angeklagten mildernde Umstände zubilligen, da fie durch ihre Reue gewissermaßen ihr falsches Zeugnis widerrufen habe. Das Schwurgericht war jedoch der Ansicht, daß ein glatter Meineid vorliege und daß das Gesez in diesem Falle Milderungsgründe nicht lenne. Die Strafe lautete daher auf den Min best saß von einem Jahr Zuchthaus. Von einer Verhaftung wurde abgesehen; außerdem stellte das Gericht bem Berteidiger in Aussicht, eine Milderung der Strafe im Gnadenwege marm zu befürworten. Ist das nicht der Gipfel des Widersinns, wenn ein Gesez die Richter angeblich verpflichtet, einen Menschen, der Reue zeigt und wieder gut machen will, erst recht hart zu bestrafen? Es scheint hier dringend notwen Big, daß dem Mädchen, die doch angestiftet worden ist, die Strafe ganz erfaffen wird. Oder soll man das deutsche Justiz nennen, das den Verführer freiläßt und die Verführte bestraft? Eröffnung der Berliner Gesundheitswoche. Im Festsaal des Berliner Rathauses murde gestern die Gesundheitswoche mit einer Sigung eröffnet, die von Vertretern der Behörden, des Reiches, des Staates und der Stadt und vieler Organifationen besucht war. Bürgermeister Scholt begrüßte es, daß die Stadt Berlin sich mit Reichsversicherungsträgern zum gemeinsamen Rampf gegen die Boltsfeuchen zusammengefunden habe. Richt der Bau von Krankenhäusern und Lungenheilstätten, sondern Dorbeugende Aufklärung über Gesundheitsgefahren sei das wirffamfte Mittel zur Sicherung der Volfs= gesundheit. Rommerzienrat D. Borsig, stellvertretender Borfizender der Arbeitsgemeinschaft von Reichsversicherungsträgern Groß- Berlins, mies auf die voltswirtschaftliche Bedeutung der Sozialversicherung hin. Aber wichtiger als ihre schadenausgleichenden Leistungen feien chadenperhütenbe maknahmen. Es folgten Referate von Minifterialrat Kruger( Breußisches Wohl fahrtsministerium), dem Berliner Stabimedizinalrat Brof. Dr v. Drigalsti, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. His( Charité) unb Prof. Dr. Seeberg über Großstadt und Boltsseuchen. Die Sozialdemokratie für die Schwerkriegsbeschädigten Der Reichstagsabgeordnete Genoffe Dittmann hat soeben für bie Sozialdemokratische Reichstagsfraktion den Antrag im Reichstag eingebracht, der Reichstag wolle beschließen: die Reichsregierung zu erfuchen, bei der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn- Gesell schaft darauf hinzuwirken, daß die angefündigte Befeiti. gung der Fahrtvergünstigungen für Schwer. triegsbeschädigte unterbleibt. Der Antrag wird hoffentlich durch die Bertreter des deutschen Boltes einstimmige Annahme finden. Die Schule auf der flädfischen Jnjel Scharfenberg im Tegeler See, die Aufbauschüler und Schüler höherer Schulen unter einem Dache vereinigt, tann zu Ostern nach Abgang der nach Unterfefunda verlegte Schüler der Gymnasien, Realgymnasien Abiturienten neue Schüler aufnehmen, und zwar tommen diesmal spüren, die legten vier Schuljahre in engerem Zusammenfein mit und Realschulen in Betracht; fie müssen den inneren Drang in fich den Lehrern und Kameraden draußen in der Natur bei freier gestaltetem Unterricht und bewußter Pflege der Entwidelung zur der Infelicule Scarfenberg bei Tegel Sprechzeit am besten SonnSelbständigkeit au berleben. Meldungen umgebend an den Leiter tags oder Sonnabend nachmittag. 30 000 mart für neue Straßenfchilder. Die bure bie neue Berkehrsordnung an verschiedenen Straßeneden erforderlich pe wordenen Tafeln, welche fennzeichnen, zu welcher Verkehrellafie die Straße gehört, ob zur erften oder zweiten Klaffe, ob fte Einbahnstraße ist, oder daß die Einfahrt in die fogenannte EinbahnStraße verboten wird, fowie die Schilder für die Barfpläge er forbern 80 000 902. Der Magistrat hat die Stadtverordneten bersammlung ersucht, den Betrag zu bewilligen. Unterfuchungsgefängnis Moabit förperlich volltommen au Rufisfer lebensgefährlich erfranft. Jwan Rutisfer ist im iammengebrochen. Sein Blutbrud foll 205 betragen, alio fast das Doppelte eines gefunden Menschen. Angesichts des Bestehens einer Lebensgefahr haben die Verteidiger bei der Staatsanwaltschaft die fofortige Haftentlassung Kutisters beantragt. .Das Schidial der Wuhlheide" lautet das Thema einer öffentlichen Brotestberiammlung heute Dienstag, den 17. März. abends 8 Uhr, in Oberschöneweide, Mörners Blumen garten. Das Referat bat der Bürgermeister des 15. Verwaltungsbezirks, Gruno, übernommen. Alle Einwohner von Oberschöneweide und der benachbarten Ortsteile, denen die Erhaltung der Wuhlheibe am Herzen liegt, müssen an diefer Beriammlung teilnehmen. Herr Oberbürgermeister 5ß und Herr Gartendirektor Brodersen sind zur Versammlung eingeladen. 3000 m. verloren! Einen schweren Berlust erlitt am Eonnabend, ben 14. Mara, abends gegen 7-7, Uhr, von der Greifswalder Straße bis Bahnhof Gesundbrunnen eine Familie Thurau aus Bepernid, Solo. Turmftr. 22. burau batte fein in Bepe nid gelegenes Grundstück für ungefähr 3000 m. verfauft, das Gelb in Beitungspapier gemidelt und dann die Stadtbahn benutzt. An der Straßenbabnhaltestelle am Bahnhof Gesundbrunnen wurde das wertbode Batet vermißt. Der ehrliche Firber wird gebeten, das Geld gegen bobe Belohnung abzugeben, da der VerHerer mittellos baitebt und vom 1. April ab wobnunglos ist. Wildunger Helenenquelle Schritten und Nachweis billigster Bezugsquellen durch die Kurverwaltung Bad Wildungen. Cine große Effenffche Rundgebung gegen bas Ronforbat findet am Dienstag, den 17. März, abends 7, Ubr, im Lehrervereinsbaus, Alexander blat, statt, Sebner zu dem Thema Boltserziehung oder trendienst? find der Lehrerführer Jobannes Tews, Profeffor Baul Deftret, Reichstagsabgeordnete Koni Biülf, Pfarrer leier. a. Jeder Intereffierte ist zu dieser von Parteipolitik völlig freien Versammlung eingeladen. Jm heufigen Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orcheffers( Dirigent Prof. R. Ragel gelangen zur Auffäbrung: Sinfonie Nr. 17 C- Dur( Sabbn). Eine fleine Nachtmufil( Mozart), Sinfonte Nr. 6, Bastorale( Beethoven). Für die Gesellschaft für Geschlechtsfunde spricht( nur für Damen) am Rittwoch, den 18. März, 7, br, der Frauenarzt Dr. med. A. Sandefer zum Thema Die nervöse Frau im Mommien. ymnalium, Bormser Straße 11, Wittenbergplag. Eintritts. farten 1 und 2 M. " Englischer Sprachzirfel( für Anfänger) für Berlin N und SO noch MelMungen erbeten. Neue Italienif- und Spanishtur fe für Anfänger beginnen im April. Anmeldungen bei Gen. Initower, Berlin W 57, Kurfürstenstraße 21/22 Einen Opernabend veranstaltet das Boltsbildungsamt prenz. fauer Berg am Freitag, dem 20. März, abends 7,80 1hr, im Saal. bau Friedrichshain 16-23. Mitwirkende: Soliiten Anni rind( Sopran), Rarimilian Willimsti( Tenor), Stammerfänger Otto Gorit( Bag), Konzertmeister Roth( Bioline). Drchefter unter Leitung von Fris 8 weig; famtlich von der Großen Boltsovert. Eintrittstarten je 1 Mart im Bolls. Blidungsamt, Danziger Str. 64, und an ber Abendkaffe. Parteinachrichten Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68. Sindenstraße 2. für Groß- Berlin flets en bas Bezirksfelretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, an richten Die Wählerin ist infolge technischer Schwierigkeiten erft Freitag, den 20. März. in den Speditionen zu haben. Achtung, Abteilungsleiter! Für die Fahnewshe find Fahnen preiswert in jeber Größe in waferer Bertriebsstelle, Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 r. redis, Rimmer 11( Jugendfeiretariat), zu haben. Geöffnet von 9-5 Uhr, Mittwochs unb Fritags sox -7 Uhr. 5. Kreis Friedrichshain. Atung. Funktionärinnen! Seute, Dienstag, 7 Uhr bei Rofin, Gubener Str. 19, Lurge Sigung. Bünktliches Erscheinen Pflicht, da um 7% Uhr Preisvorstandssigung ist. Alle Abteilungen müffen Det treten fein. 7. Kreis Charlottenburg. Seute, Dienstag, 7½ Uhr im Türfifchen Selt, Bet. liner Gir, 58, Elternabend der Freien Schulgemeinde. Rarten zu 25 und 50 Vf. am Saaleingang. 3. Kreis Bilmersdorf. Der für Mittwoch, ben 18. Mära, angefekte Frauenabend findet megen ber öffentlichen Bolfsverfammlung erft Freitag, den 20. Mära, 71 Uhr, bei Shlenfeldt, Uhlandstr. 74, fiat. Thema: Breußen. politik und Reichspräsidentenmahl. Referentin Gen. Luife Rähler, M. d. 2. 11. Rreis Echöneberg. Mittwoch, ben 18. Mära, 8 Uhr, bei Bill, Martin Luther- Str. 69, Kreisfunktionärsikung. Stellungnahme zur Bräsidenten wahl. 17. Areis Sidhtenberg. Fraktion ber sosialdemokratifden Elternbeiräte: Wich tige Sigung am Mittwoch, den 18. Mära. 7 Uhr, in der Bibliother Beichfelftr. 28. Alle Elternbeiräte und Lehrer milffen erscheinen. 20. Rreis Reinidenbort. Mittwoch, den 18. März, 7½ Uhr, im gofal Rug, altes Dorf Lübars, Platanenstraße, öffentliche Bählerverfammlung. Die Genossen und Genoffinnen aller Abteilungen werden aufgefordert, fich au beteiligen. Heute, Dienstag, den 17. März: St. bt. Friebenau. Alle Genoffen und Genoffinnen beteiligen fich an der Wählertundgebung und Märzgebentfeier in der Schloßbrauerei Schöneberg, Sauptstraße, heute 7% Uhr. Sosialistischer Seminarabend am Mitte moch fällt aus. Die Funktionäre beteiligen fich an der Kreisfunktionär. versammlung bei Will, Schöneberg. Martin- Luther- Str. 69. Morgen, Mittwoch, den 18. März: 3. Abt. 7 Uhr äußerst wichtige Funktionärsizung( auch der Funktisnärinnen) bei Krüger, Engelufer 23. 5. 6. 7 Uhr Sahl und Diskutierabend bei Sufenbach, Berleberger Straße 64. Thema: Die politische Lage 18. bt. 7 Uhr Funktionärfonferens bel Müller, Uferftr. 12. 2. bt. 7 Uhr wichtige Gruppenversammlungen: Gruppe Rhuge bei Balen tin, Arautftr. 36a; Gruppe Meister im Bereinshaus, Markusftr. 89; Gruppe Teuert bei Rromphardt, Grüner Beg 49; Gruppe Wartmann bei Biehle, Sönigsberger Str. 5. Die Beairtsführer laben ein. 49. bt. 7 Uhr bei Reufner, Sagelberger Str. 20a, Funktionärverfammlung. 19. Abt. Schweihörige. 7 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3, 2. Sof, 8 r. 82. Abt. Steglig. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Schellhafe, AhornStroke. Referent Landtagsabgeordneter Gaillat. 89. bt. Rentölin. 7% Uhr Rahlabende: 1. bis 5. Bezirk bei Brofe. Gandez. ſtraße 10; 6., 11., 12. Begirl bei Gläfer, Bannierstr. 24; 7. bis 10., 18. und 19. Bezirk bei Schula. Sobrechtstr. 64. 6t, 140a Wittenau. 8 Uhr Rahlabend bei Richard Schula am Bahnhof. Bortrag über Das banerische Konkordat". Referent Genoffe Lindhorst. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 18. März: 28. Abt. Der angefekte Frauenabend fällt aus. Die Genoffinnen beteiligen fich an der Märafeier des Rreises. 54. bt. Charlottenburg 7½ Uhr in Lofal Otto Fifther, Cauerstr. 21, Bortrag der Genoffin Burm M. b. R.: Der 18. Mära". EBurberg. 77./78. t. 8 Uhr bei König, Feurig., Ede Bring- Georg- Straße, Bortrag des Genoffen Adler über Die Frau in der Politit". Erscheinen aller Genoffinnen Bflicht. Gäfte finb eingelaben. 79. bt. 72 Uhr bei Groß, Sedanstr. 17, Bortrag der Genoffin Ellert: Rirchenpolitik und Sozialismus. Gäste will tommen. Theater, Lichtspiele usw. Herrnfeld8 U. Theater 8 U. Staats- Theater Residenz- Th. im Intimen Theater Tägi. 8 Uhr: Unbeschreibliche Lachsturme! Opernhaus 6% U.: Carmen Opernhaus Der Störenfried Wer ist am Königsplatz Lustsp. v. R.Benedix 7 U: Cosi fan tutte Vorträge. Vereine und Versammlungen. Lessing- Theater Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Tägi.& Uhr Das Cärchen Gefäftsteise Berlin G 14. Sebaftianfte. 37/38 Sol 2 St Gannorstand. Die Feier der Märzgefallenen am Mittwoch, den Arthur Schnitzler 18. März, findet infolge poltzeilichen Berbots nicht statt. Ramerabfchaft Lichtenberg nebft Untergrappen: Mitimod, den 18. Mars, findet Camilla Spira, Wasa, Tietz, Lettinger, v. Moellendorf, wie üblich unfer Turnobeno statt. Auch die Untergruppen haben restins baran Klubertazz teilzunehmen. Ramerabschaft Reinidendorf: Mittwoch, den 18. März. abends 7% Uhr, im gofal Rug, Siedelung bars, Platanenstraße, Treffen der Kleines Th. Rameraden fämtlicher Untergruppen. Fahrt bis Waidmannsluft. Tägi.& Uhr: Berliner Gefeßschaft für äffentliche Gesundheitspflege, e. B. Sigung am Die Großfürstin Dienstag, ben 17. März, abends 7 Uhr, im Sngienischen Institut der Universität, Dorotheenstr. 28a. Gäste willkommen. a. der Zimmerkellner Freie Hochschule. Mittwoch. ben 18. März, 8 Uhr, Sophien- Schule, Beinmeiſterſtr. 16-17, Bortrag von Dr. med., jur., phil., dent. Samt mer: Sand wert, Runst und Wissenschaft, ihre Bereinigung und ihre Gegenfäße". Leopold. Konstantin Silfsverein der Deutschen Juben. Am 18. b. M. findet um 7% Uhr abends Georg Alexander im Logenhaus, Aleiftstr. 10, die ordentliche Generalversammlung des Silfs vereins der Deutschen Juden ftatt. Dr. Simon wird über die Tätigkeit bes Trianon- Th. Silfsvereins im versloffenen Jahre berichten. Im Anschluß baran wird Dr. Baul Rathan über Das jüdische Problem" sprechen. Gäste willkommen. Deffenti. Wähler- Berjammlungen Täg ich 8 Uhr: Yoshiwara Arnold Korff Erich Kaiser- Titz Blanche Dergan heute, Dienstag, den 17. März 1925, abends 7/2 Uhr: Haller- Revue Kreuzberg: Blücher säle, Blücherstr. 61. Spandau: Bismardsäle, Feldstr. 52. Schöneberg: Schloßbrauerei, Hauptstr. 122. Neukölln: Schultheiß( Wintergarten), Hasenheide 22. Wannsee: Reichsadler, Königstr. 26. Lichtenberg: Aula Partaue( a. d. Möllendorffstraße). Reinidendorf- Oft: Kastanienwäldchen, Schönholz 14. Mittwoch, den 18. März 1925, abends 7 Wilmersdorf- Halensee: Florafäle in Halensee( Weißer Saal), Johann- Georg- Straße. Waidmannsluft- Lübars: Luz, Lübars, Platanenstraße. Tagesordnung in allen Versammlungen: Uhr: Sozialdemokratie u. Reichspräsidentenwahl Redner: Bartels, Crispien, Dr. Freund, Hirsch, Künstler, Dr. Löwenftein, Landa, Stampfer, Stelling. 1925 Th. i.Admiralspalast Letzter Monat! 30. Woche Allabend. 8, U.: Die größte Revue d. Welt: ..Noch and Noch" Sonntag nachm 31 Uhr: Die ganse Vorstellung zu halben Preisen Alle GARBÁTY Marken Central Theater 7 Uhr: Die versunk. Glocke Deuts Opernhaus 7 Uhr: Zar ond Zimmermann Metropol- Theater Tägi. 7, Uhr: Gräfin Mariza Das Fröbel- Oberlin- 3nftitut in Berlin, Wilhelmftr. 10, veranstaltet am 18. Neues Theat. amZoo Tägl. 8 Uhr 19. März eine Ausstellung fertiger Schülerinnen. arbeiten. Der Besuch von 10 bis 6 Uhr ist frei. und Die weiße Weste jetzt im begehrten Berein der Freibenter für Feuerbestattung, e. 8. 14. Bezirk( Rubow): Donnerstag, den 19. März, abends 7 Uhr, in Rubow, Restaurant Bedler, Bendaftr. 32, öffentliche Bersammlung. Tagesordnung: Der Beg nady Gol. Th. in Kommand. Str. 6. Bezir!( Kreuzberg): Freitag, den Täglich 8 Uhr: gatha". Referent Abolf Soffmann. 20. März, abends 7 Uhr, in den Sohenstaufen- Sälen, Rottbufer Damin 76, USCHI Mitgliederversammlung. Lichtbildervortrag des Genoffen Roth: Wilhelm Busch, sein Leben und Wirken". Gärtner, Ede Bühlischstraße, die fällige Bezirksversammlung statt. Der wich Operette von Jean Gilbert mut Uschi Elleot, Fritz Schulz, Gertrude Berliner Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur, z. B. 3m Rentralinftitut für Er ziehung und Unterricht, Botsdamer Str. 120, pirb am Freitag, den 20. März, abends 8 Uhr, Prof. Johannes M. Bermenen auf Berantajfung der Deut fchen Gesellschaft über Aufstieg oder Riebergang ber Menschheit fprechen. Arbeiter- Stenographenverein Am Stolze- Schrey", Bezirk Lichtenberg. Dienstag, den 24. März, abends 8 Uhr, findet im Lotal non White, D. 112, Casino- Theater tigen Tagesordnung wegen, u. a. Bortrag über Seguelle Brobleme müffen Lothringer Str. 37 Tägi. 8 Uhr alle Mitglieder erscheinen. Gäfte willkommen. Nachdem gemütliches Bei Neu! Wieder Neu! fammenfein. Der Schriftgenoffe" ist abzuholen, die Bibliothetsbücher find ein neuer Schlager! umzutauschen. Die Uebungsabende finden für 30 bis 60 Gilben“ Montage Der Oberschieber und für über 60 Silben" Schreibende Mittwochs son 8-10 Uhr im Jugend heim Barlaue 10 statt. Interessenten find au allen Beranstaltungen ein. Dazu das bunte Programm! gelaben. Arbeiter Radioffub, Gruppe Sübeft. Seute Gigung bei Deffin, Röpenider Volkstüml. Preise! Straße. Gäste willtommen. Geschäftliche Mitteilungen. Marga Scholz Martiu Loewe Philharmonie 8 Unr Haydn- MozartEs liegt im Intereffe ber vielgeplagten Sausfran, sich davon zu überzeugen, Beethoven- Abend bak fie Reit, Geld und Arbeit fpart und dabei den Mittagstisch verbeffern und des Philharm. Orch. abwechfungsreicher gestalten bann, wenn sie sich der neuen Knorr- Suppent Dirig. Prot R.Hagel murft bedient. Eine Anorr- Suppenmurit- 7 Gorten: Blumenkohl, Grünfern, Krebs, Ochsenfchwana, Bila, Spargel, Tomaten ergibt nur mit Wasser auf Sinf.17Haydn, Pastogefocht 6 Teller träftige, wohlschmeckende Suppe, wie man fie beffer im Saus rale Sinf. Beethov halt nicht herstellen kann. Reine Hausfrau follte verfäumen, ben Verfuch au machen, bei dem fie nichts ristiert, da eine Anorr- Guppenmurit in den ein- Circus schlägigen Geschäfen nur 35 Pfennig toftet. Heber die ganze Welt find Dunlop Cord- Reifen, welche in neun Fabriten Busch in ben verschiedensten Erdteilen hergestellt werden, verbreitet. Eigene Spinne reien, Bebereien und Rautschukplantagen liefern die Rohprodukte, die neuesten Tägl.7, Stgs. a. 3 U. Maschinen und vollkommensten Einrichtungen stehen zur Verfügung, sie er Nur noch kurze Zeit möglichen die Herstellung eines Fabritates, das Gewähr für vollendete Technit und fachgemäße Ronftruttion, baher größte Leiftung bietet. Ueber 42 000 en Hagenbecks Tierpark tragen mit bei zur Feftigung des Wahrspruchs Dunlop, die Beltmarte, bürgt den jeder sehen muß! fchen, die Bevölkerungszahl einer mittleren Stadt, werden beschäftigt, fie alle fitr Qualität". 3 Tropfen Kaol Metall- Oel Politur besser als Putzwasser Adele Sandrock der Vater? Theater d. Westens Schauspielhaus Mertina Kestner Herrnfeldiade. 1.3 A. Max Zilger 7 Uhr: Candida Schiller Theater 7% Von morgens bis mitternachts Deutsch: Künstlertheat. Volksbühne 7 Uhr Segel am Horizont Deutsch. Theater 71, Uhr: & Uhr: ,, Riquette" Operette von Oscar Strans Lustspielhaus 8 Uhr Gaido Thiaischer hie heilige Johanna D. wahre Jakob Kammerspiele 71 Uhr Sechs Personen suchen einen Autor Die Komödie Karfarstendamm 206/207 8 Uhr: Operettenbaus am Schiffbauerdam 8 Uhr: Der blorde Traum Wallner- Theat. 18 Uhr: Romeo u. Julla Der Krampus Rose- Theater eater 1. d. Königgrätzer Str. 73: Berlin wie es 8 Uhr: Wir lassen welat und lacht uns scheiden Komödienhaus 8 Uhr. Heimliche Brautfahrt Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessru SCALA 8 Uhr: VARIETE. REVUE mit 18 GertrudeHoffmannGirls Thalia- Th. 8 Uhr: Das Dreimaderthaus WALHALLA a. Rosental. Tor Internationale VARIETEREVUE Verschied.Konstkräfte nen für Berin! An ang 8 Uhr Platzpr.v.40 Pf.an Tägl. 73 Uhr Berlins gr. Operett.- Erfolg Der Graf Inferieren v. Cagliostro bringt ERFOLG! AAA Milowisch, Uri, Arno, Hell Apollo- Theater 8U Dir: James klein 8 U Die Nächte von Paris Gr. 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Daß der Sport fchon zurzeit ber alten Bölfer in gebührenber weise gewürdigt wurde, bemeist die geschichtliche. Ueberlieferung. Homer preift in feinen Gefängen die Rampfspiele der Helben, wie fie ihre Kräfte im Ringen, Boren, Speer- und Distuswerfen maßen, wie sie Freude hatten an Wettspielen bes Bogenschießens und Laufens. Nicht unterwähnt feien die strengen Grundsäge der Spartaner, die die Ertüchtigung ihrer Jugend in der Erziehung durch Gymnastik gefördert sahen, auch nicht der Zug der Behn tausend", von denen Xenophon berichtet, sie hätten trog der größten förperlichen Anstrengung bei der Raft ihre Erholung stets in der sportlichen Betätigung gesucht, und verfolgen wir weiterhin die alte und neue Geschichte, immer werden wir finden, daß dem Sport auf Grund feines erzieherischen und gesundheitsfördernden Einfluffes auf Geist und Körper größter Wert beigelegt wurde. Und auch in unferer Zeit, im Zeitalter der Großstäble und Maschinen, wo die Menschen mehr denn je bei ihrer täglichen Arbeit am Raume gebunden sind und die durch den Staub des Großstadtgetriebes ver. unreinigte Luft einatmen müffen, unterschätzt man den Wert der Sportlichen Betätigung nicht, vielmehr sucht man gerade burch fie sportlichen Betätigung nicht, vielmehr sucht man gerade burch fie bie Schäden, die die Gefundheit des Körpers infolge Mangel an Sonne, Licht und reiner Luft erfährt, wettzumachen und die Störper. fräfte zu mehren, um somit den großen Anforderungen, bie der heutige Cristenziampi an einen feben stellt, vollauf gerecht zu werden. Bon Startget beträgt pre Mannschaft 30 31. Die Teilnehmer am Einzellauf und dem Propagandalauf find frei. Die Mannschaften und Einzelläufer find bis zum 20. März bei der Leichtathletikvereinigung des 1 Kreises, A. Hoffmann, Köpenid, Kaiser- Wilhelm- Str. 3, unter Beifügung des Startgeldes anzumelden. Unpaddeln der Arbeiter- Sanufahrer. Mit bem ersten Grün an den Bäumen und Sträuchern rüstet fich auch ber Ranufahrer zu neuen Fahrten. Nichts Schöneres gibt es, als einsam auf weitem Gewässer des melodische Plätschern der Wellen zu hören und den Flug der Möven zu sehen. Der Ranufport hat in den letzten Jahren erheblich an Ausbreitung gewonnen. Für Arbeiter und Angestellte, die den Kanusport betreiben, fann es nur von Vorteil fein, wenn fie fich einer Kanuvereinigung anschließen. Kanuvereine gibt es ja in Menge." Neutral" nennen sie sich, doch wie ist es in Birtlichkeit? Für einen Arbeiter fann es deshalb keinen Zweifel geben, er muß sich, das ist Pflicht, einer Arbeiter Ranuver einigung anschließen. Mitglieder in beschränkter Sahl nimmt noch auf die Frete Kanubereinigung Schweiffterne. Anschrift Kurt Schünemann, Neukölln, Kaiser- Friedrich- Str. 166. Das Anpaddeln der Freien Kanuvereinigung Schweiffterne findet am Sonntag, den 5. April, statt. Näheres wird noch bekanntgegeben. fahrerbunds Solidarität, Ortsgruppe Berlin. Ausscheidungskämpfe. 1. Bahnennen. Einzelwettfahren über 1, 2 und 10 Kilometer. Ausschreibung der Bahn- und Straßenrennen des Arbeiterrabtuppenfahrerbunds Olympia. Radrennbahn. Blögensee, am 22. März, früh 5. April. Einzelwettfahren über 10 und 20 Kilometer sowie 50- kilo8 Uhr. Meldelifte bereits geschlossen. 2. Straßenrennen am meter- Mannschaftsfahren( 6 Fahrer eine Mannschaft). Meldeschluß Einzelweltfahren. Mannschaftsstafette über 6 Kilometer( 6 Fahrer 24. April. 3. Straßenrennen am 19. April. 50- Kilometereine Mannschaft, 6mal 1 Kilometer). Meldeschluß 7. April. Beide Straßenrennen Rennstrede: Schönwalde- Groß- Schönebeck. Sammelstart früh 7 Uhr Schönwalde bei Klöpfer. Startgeld 1 M. Offen nur für Bundesmitglieder. Meldungen an D. Hantel, Neukölln, Lichtenrader Str. 31. glieder des deutschen Arbeiterschachbundes und die der Schachinter. nationale angeschlossenen Berbände, ferner alle übrigen Schach spieler, deren Arganisation die der Sentralfommiffion für Arbeiter [ port und Rörperpflege ist. Diese Veranstaltung wird in Form internationaler Länderfämpfe und nationaler Dlaffentämpfe aus. getragen. Die Meldungen find bis 31. März zu richten an die Bezirks. bzw. Kreisleitungen oder an den Vorsitzenden der Schach internationale Kurt Spiegel, Chemniz, Uferstr. 37, oder an die internationale Kurt Spiegel, Chemniz, Uferstr. 37, oder an die Geschäftsstelle des Deutschen Arbeiter- Schachbundes, Chemniß, 3widauer Str. 152, unter genauer Angabe der Verbandszugehörig teit usw. Die Ausstattung der lebenben Partien joll betr. Kostümierung im Stil der großen französischen Revolution 1789 gehalten sein. Wenn der Feftjubel verflungen fein wird, fommt als froher und idealer Abschluß des ganzen das schöne Wandern an bie Reihe. Wer seine Ferien in die Festtage verlegen oder sich noch einige Tage freiniachen kann, verfäume nicht diefe günstige Gelegen. heit, und richte fich schon jetzt darauf ein. Fast vor den Toren der Stabt beginnt der Taunus mit seinen geschichtlichen Ueberreften aus der Römerzeit. Anderen wird der Spessart mit seinem uralten Waldbestand, der prächtige Odenwald ober die tuppen reiche Rhön mit ihrer Wassertuppe anziehen. Wer etwas mehr Beif und Geld anwenden kann, wird den Schwarzwald auf suchen und dabei Alt- Heidelberg mit berühren. Eine große Anziehungskraft wird aber zweifellos wieder ber Rhein mit feinen Der Sport ist stets der beste Arzt und Verhüter von Kranta inz aus werden die Rheinschnelldampfer die Teilnehmer an den heiten gewesen und wird es immer bleiben. Sein Wert Itegt in alten Burgen, Ruinen und Weinbergen vorbei nach Koblenz bringen, Ruzen, ben der Körper wie der ganze Organismus wahrlich eine Fahrt, die insbesondere der Großstädter nie mehr durch ihn hat; denn es gibt fein anderes Mittel in dem großen vergißt. Die Naturfreunde" werden einen kleinen billigen Führer Arzneischrank der Welt, das besser und länger die Frische bes herausgeben, der außer einer Rhein- Relieffarte eine UmgebungsKörpers wie die Elastizität der Mustulatur erhält als eben der farte von Frankfurt a. M. im Maßstab von 1: 300 000 enthalten Sport. Oft genug macht man die Beobachtung, daß schmalbrüftige, wird. Lestere umfaßt alles zwischen Koblenz, Würzburg, Heidel schwache Menschen mit biaiser Gefichtsfarbe unter der Einwirtung berg, also auch Taunus, Rhon, Spessart ,, Dbenwald, Rhein und Sportlicher Uebungen in nicht langem, Beitraume breitbrüftig und start werden, daß die anfangs trüben Geifter jetzt freudig und lebensmutig in die Welt hineinsehen und auf ihr Lebensziel mit größerer Energie hinstreben als zuvor. Jeber tennt das Gefühl des wie Neugeborenfein", wenn sein der Kleidung entledigter und nur mit einem leichten Gewande umgebener Körper durch angestrengte und dabei zweckmäßige Mustelarbeit in Schweiß gebadet und durch diesen innerlichen Reinigungsaft von einem großen Teil nicht mehr brauchbarer, fondern geradezu läftiger Stoffe und nicht feiten von latenten Strantheitsteimen befreit iff. Bon dieser Absonderung, bie burch die sportliche Betätigung und besonders noch im Freien durch Licht und Sonne in erhöhtem Maße gefördert wird, und die mit unferem Leben und Beltumlauf unzertremmlich verbunden ist, ist Gesundheit und langes Leben abhängig. Durch fie fühlt sich der Mensch freter, Geist und Störper leben auf, der Wille zur Ausführung einer Sache oird fefter umb stärker role überhaupt det Mensch in seinem Wesen sich ändert, zielberouter unb charakterfefter. mird. Diefe Aenderung wird jeber, der sich auch mir ein wenig mit Sport gleich welcher Art beschäftigt hat, an sich selbst wahr. genommen haben und wird den Nutzen. Den sein Körper aus der Sportlichen Betätigung profitiert, wohl hoch genug einzufchägen wissen, wenn er sich der Borte unseres Altmeisters Goethe erinnert: Ich fühle junges, heil'ges Lebensglüc Reuglühend mir durch Nero' und Adern rinnen." Internationale Arbeiter- Olympiade. Das 1. Internationale Arbeitersportfest im Jull b. 3. in Frank furt a. M. dürfte nach den bisherigen Voranmeldungen bas größte aller bisherigen berartigen Veranstaltungen merden. Man rechnet mit einer Besucherzahl von 250.000 auswärtigen Gästen und Teil nehmern, so daß efma 150 Ertrozüge notwendig sein werden, um die Massen nach Frankfurt zu bringen. Die deutsche Eisenbahnver waltung hat also eine nicht leichte Aufgabe, zumal auch die Teil nehmershares aus dem Ausland mit übernommen werden müssen. 130 000 Festteilnehmer sollen in Privatquartieren bei 100 000 Familien in Frankfurt a. M. und Offenbach a. M. unterge. bracht werben. Für affenquartiere tommen 100 Schulen und 70 Turnhallen in Betracht. Zur weiteren Unterbringung ist beabfichigt, viele große Belte zu einem 20thleten do rf ober einer Sportlerstadt zu vereinigen. Aus vorstehendem geht wohl flar hervor, daß alle Bereine fofort genaue Listen der Teilnehmer aufstellen müssen. Aber auch die sozialistische Arbeiter fchaft, die Beuge diefer gewaltigen Rundgebung sein will, wird bringend gebeten, zweds Teilnahme fich fofort bei einem der Ar beitersportvereine zu melden. Wer erst im letzten Augenblic seine Teilnahme meldet, muß mit dem vorlieb nehmen, was übrig bleibt und darf sich nachher nicht beschweren. Die Bielseitigkeit diefer großen Arbeitersportschau geht auch dars aus hervor, baß 14 u sf cffe gebildet find, die sich mit den ver fchiedenen Berwaltungsgebieten beschäftigen, und zwar: Finanz, Bresse und Werbung, Ausstellungen, Berfehr, Empfang, Wohnungs beforgung, Berpflegung, Ordnungsdienst, Festlichkeiten, Festzug und Ausfamidung, Sanitätswesen, Gerätebeschaffung, Bauten und Ban derungen. Jeder dieser 14 Ausschüsse hat meitere Unterausschiffe, von denen 70 mit zufammen 500 Mitgliedern schon längere Zeit tätig ind. Alle Berwaltungsausschüsse zusammen werden etwa 10 000 Hilfskräfte brauchen. An etwa 200 Stellen werden Ein. richtungen geschaffen, um die Berpflegung insbesondere der in Maffenquartieren untergebrachten Festteilnehmer sicherzustellen. Eine Veranstaltung von noch nie bagewefener Größe wird das Gröffnungsfest in der Festhalle der Stadt Frankfurt auf dem Meisegelände sein. Ein besonderes Festspiel wird von dem Dichter Auerbach geschrieben. Zu den vielen Beranstaltungen tommt nun auch ein ofnm visher Schach metttampf. Eingeladen hierzu find alle mit Erschöpfte Nerven, thre Kräftigung und Wiederauffrischung. Für alle Borgänge und alles harmonische Zu fammenarbeiten der Organe im menschlichen Rörper find die Nerven von der allergrößten Be beutung. Arbeit wie Genuß, bie bodh beide bas Menschenleben regieren und gestalten, verlangen Kraft und Leistung der Nerven. Frische des Geistes und des Körpers, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit, ein frohes Gemüt, selbst ein guter Appetit das alles find Folge und Aeuße rung wahrhaft gesunder Nerven. Ihre Gesundheit aber hängt eng zusammen mit der Ernährung des Rörpers. Nervengesundheit ist lekten Endes die Lösung eines Ernährungsgeheimnisses. Lahn. An alle Bereine set aber nochmals die Mahnung gerichtet, fofort an die Arbeit zu gehen und die Teilnehmerliften aufzustellen. nur dann kann das große Feft zur Zufriedenheit aller ausfallen. Neuorganisation der Arbeitersportkartelle. Die Arbeitersportverbände Deutschlands haben fich in der Zentrallommission für Arbeitersport und Rörperpflege", der die Borsigenden aller Zentralverbände angehören, eine gemeinsame aupistelle geschaffen. Diese Zentralfommission vertritt nicht nur die Interessen des Arbeitersports im Inland gegenüber den Behörden usw., sondern ist auch gleichzeitig die internationale Bertretung des deutschen Arbeitersports in bet Luzerner Sportinternationale". Im weiteren unter ftehen dieser Bentraltommission aber auch die örtlichen Arbeiterjporttartelle, bie die sehr wichtige Aufgabe haben, die Arbeitersportvereine der einzelnen Ortschaften zu gemeinsamer Berbetätigkeit und harmonischer Zusammenarbeit zusammenzus faffen. Diese örtlichen Arbeltersportfartelle find in der Nachkriegs. zeit vielfach durch die Aufnahme aller möglichen Vereine, die der Sentralfommission nicht angehören, teilweise zu den Leibesübungen gar feine Beziehung haben, zu Universal" fartellen geworben, in Senen eine praktische Arbeit unmöglich war. Es dürfte daher all. gemein begrüßt werden, daß die Bentraltommission nunmehr eine Reuorganisation vorschreibt, die die örtlichen Kartelle mieber arbeitsfähig machen foll. Dem Arbeitersporttartell dürfer in Butunft nur folche Vereine angehören, die durch ihren Berband der 3entralfommission angefolojien sind. Für alle anderen Vereine foll ein befonderes Startell unter dem Namen: artell für Arbeiterbildung und Geselligkeit" geschaffen werden. Beide Kartelle bilden eine Arbeitsgemeinschaft, die unter Wahrung der Selbständigkeit beider Teile in allen gemein famen Fragen eine Berständigung gewährleiſten fou. Die Bentralfommission wird die Intereffen dieses zweiten Rartells fo lange mit pertreten, bis ein eigenes Reichstartell daffir geschaffen ist. Für Das Startell für Arbeiterbildung und Gefelligkeit" tommen in Frage: Arbeiter- Gefang, Mufit, Theater, Stenographer, Sprachbereine und Vereine geselliger Art. In beiden Kartellen dürfen politische Vereine nicht aufgenommen werden. Die Reu organisation foll in allen örtlichen Startellen bis Ende dieses Jahres durchgeführt sein. Nach dem 1. Januar 1926 dürfen den ArbeiterSporitariellen nur noch der Zentraltommiffion angeschloffene Ber eine angehören. Frühjahrswaldlauf am 29. März. In dem Bericht( in Nr. 116) über die Konferenz der Kreisvertreter des A.- T.- und Sp.-B. fann durch die Mitteilung über die Aufnahmemöglichkeit des FSB. in die bestehende Wassersportsparte die Auffaffung erwedt werden, daß der FSB. im ATB. aufgehen mill. Die dem ASB. angehörenden Arbeiterfegler Deutschlands stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, als selbständige Arbeiierfportorganisation auch ohne den Stempel von Leipzig die auf ihrem Baben stehenden Arbeiterfegler zu erfassen, sich der 3. anzuschließen und fich als Arbeitersportler zu betrachten. Jugendwerbefet bes rbeiter- Radfahrer- Bundes Galibarität, Drtegruppe 2ndenwalbe. Am Sonnabend veranstaltete die Ortsgruppe 2udenwalde ein Jugendwerbefeit. Die brei Reigenmannschaften ber Jugend zeigten im Reigenfahren gute Leiftungen, und war hieraus au ersehen, daß die Soffnun gen, die man auf die Jugend fest, soll erfüllt werben fönnen. Großen An tlang fanben auch die gemischten Helgen der Jugend, bie torrett gefahren thuthen. Befonbers die Mabel taten fich hervor. Sugern- Sport Steffenberg. Am Donnerstag, den 2. Apell, referiert in obat pen Geipte. Aronprinzen, Ede Echarnweberstraße, Genoffe Bilbung über Relchebanne Gdata Rot- Gold und Arbeitersport". Wegen der wich figen Tagesordnung ist bas Erscheinen aller auf dem Boden der 253. ftehenben Bichtenberger Blicht. Das Reichsbanner" ist au dieser Sigung eingeladen. Interessenten Don, fosialistischen Organisationen fowie die Luzern- Sporfler, die außerhalb Bichtenbergs mohnen, werden gebeten, dort zu erscheinen. Bezirksfportfartell Brenalaner Berg. Sikung aller Bereinsdelegierten bes fake$ 2. Rartells am Mittwoch, den 18. Mära, abends 8 Uhr, bei Berner, Genefelder-. Touristenverein Die Raturftenube", Sentrale Bien, Bezirk Friedrichshain. Am Dienstag, den 17. Märg, abends 8 Uhr, findet im Jugendheim Eberinftraße 12, Gartenhaus, ein öffentlicher Lichtbildervortrag: Jm Bechfel, des Jahres" tatt. Alle Naturfreunde und Freunde unferer Bewegung find hera Tid willlommen. Werbetreis Rorben: Der 2. Bortragsabend von Dr. Klose finbet umständehalber bereits am Donnerstag, ben 19. Mära, statt. Beginn pünktlich 8 Uhr. Gine Franca unb Jungmäbchenabteilung bes Sura unb Sportaereins 310 Fichte im Bezirk( Mitte). Cublich wird im Rentrum Berlins den Frauen mb Jungmädchen Gelegenheit gegeben, Turnen und Sport in einem Arbeiter Surverein betreiben. Die 16. tauen und Jungmaben as feiluna beginnt ihren Turn- und Sportbetrieb am fret as, dan 20. Märs, abends 8 Uhr, in der Surnhalle Steinftr. 81-84( Cingang Gormannftrage. Frauen und Jungmashen, erfpeint sahlreich! Gäste aus Schweiter. abteilungen und Bereinen willfommen. Turn unb Sportverein Fite. Mind, Sen 18. Märs, 7 Uhr, in her Gefchäftsstelle. Verwaltungsfommiffionszung. Jebe Gruppe nennt auf ber Sisung ihren Bestristansbelegierten file ben Besittstag bes 4. Bezirks can 22. März vormitfeas 9 br, bei Linthe, Groß- Bichterfelde, Sur Gerichts Laube", Ringftr. 86. Die 5. Mannezabteilung feiert am Sonniog, bett 22. Mara, ihr 30jähriges Bestehen burd ein Edanturnen in der Gormann ftraße 4, nachmittags von 2-5 Uhr und einem Feittommers in ben Sophien Sälen. Chemalige Mitglieder find befonders eingeladen. Jugendausfangfung am Freitag, ben 20. Mära, 7 Uhr, bei Ottmann, Dresdener Str. 105. Der Melbefahluk für das Musterriegenturnen ist der 23. Mära. Alle Abteifungen miten ihre Uebungsgruppen bis dahin in dreimaliger Abschrift ein reiden. Fie jede Riege ift ein Rampfrichter mit au melben. Erftmalige Rufammenkunft derselben am Freitag, ben 27. Mära in der Eurenhalle Reichen berger Str. 181. Arbeiter- Sport- nub Rulturfartell Sidhtenberg, 17. Verwaltungsbezirk. Das Raziellfoolfpoelfeft findet nicht am 22. Mära. fondern am 8. prf! bei zahlreich zu erscheinen. Am Mittwoch, den 18. Mära, findet bei Begener. Tempels, Friedrichsfelde, Brinzenftraße, statt. Die Bereine werden aufgefordert. Frankfurter Auee, die fällige Delegiertennzung ftatt. Sede Organisation muk pertreten fein. Bereine, die die Beiträge( 10 Pf. jährlich für Mitglieder über 14 Jahre) und Fragebogen noch nicht abgegeben haben, müffen dieses au Gigung erledigen. Rubecserein Berwärts", Berlin. Am Sonntag, ben 22. Mära, nachmittags 5 hr, findet im Bootshaus ein Vortrag des Heren Dr. Graag über„ Radi Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch 7 1hr Gigung bes Rinderturnausfduffes in der Schule Gipsftr. 23a, Turnabteilungen im Süboften ber Freien Zurnerschaft Groß- Berlin: TurnTurnhalle Glogauer Straße: Frauen bon 8-10 Uhr, Knaben Dienstags von 6-8 Uhr, Freitags von 6-7 Uhr. Donnerstags von 8-10 Uhr, Mädchen bis 14 Jahre an den gleichen Tagen und junge Mäbchen. Montags und von 6-8 the. Den Auftatt der Leichtathletikjaison im Freien wird der Früh jahrswaldlauf der Leichtathletikvereinigung bringen. Die Laufstrecke ist diesmal nach to penid verlegt worden. Der Verein Eiche- Ropes nic hat die Borbereitungen übernommen und wird aus für die Drganisation des Laufes felbft forgen. Eine Aenderung und einen Borkil wird der Bauf dadurch bringen, daß sich auf dem Giche- Sportplay in Köpenid zugleich Start und Ziel befinden. Ausschreitultur flatt. bung: Beginn nachmittags 2% Uhr. a) Sportler, Turner, a) Sportler, Turner, Wassersportler, Fußballer: 5000- meter- Mannschaftslauf( 4 Mann bilden eine Mannschaft, von denen 3 geschlossen das Biel erreichenhalle Forfler, Ede Reichenberger Straße: Männer und Jugendliche Dienstags müssen). b) Meltere Sportler, Turner, Fußballer und Waffersport Ier fiber 30 Jahre: 3000- meter- Mannschaftslauf mit Einzelwertung ( 3 Mann eine Mannschaft). c) Jugendliche Sportler, Turner, Fuß baller und Wassersportler, Jahrg. 07/10: 3000- Meter- Mannschafts lauf( 4 Mann eine Mannschaft, wovon 3 das Ziel gefchloffen paffieren müffen). d) Sportlerinnen und Turnerinnen, Bassersportlerinnen: 1000- meter- Propagandalauf. Außerdem Propagandalauf der Ver eine. Der Lauf findet statt.vom Eiche- Sportplatz und führt durch die Kämmereiheibe an der Müggelspree entlang bis zum Müggelfee und zurück auf dem Müggelschlöschenweg zum Eiche- Sportplag. Das Quälende Sorgen, törperliche und geistige Ueberanstrengung, Schlaflosigkeit und manch anberer Rummer des irdischen Lebens reizen und erschöpfen die Nerven vor der Zeit. Nervöse Beschwerden aller Art stellen sich ein. Mattigkeitsgefühl, Arbeitsunluft, Aufgeregtheit und Reizbar feit, Appetittosigkeit, Berbauungsstörungen und berlei lebel mehr folgen fich und wechseln sich ab. Balb macht sich ihr zerstörender Einfluß auf das Neukere geltend. Das Geficht erhält eine nervöse Brägung, feldende Büge, den Ausbrud des Gequältjeins, die unvermeiblichen Dorzeitigen Alterserscheinungen. Will man nun etwas Energisches tun, dann follte man mit einer Nerven Nähr- und Auffrifungsmethode ganze Arbeit Gebrauche Ata Seitnahme famtlicher Bereine bes Beairs Often wurde am Sonntag im Austragung ber Bezirksklubmeisterschaft im Regelfpost. Unter vollzähliger Freien Reglerbund die Bezirksthomeisterschaft cusgetragen. Folgende Klubs fonnten fi einen Blak in der A- Gruppe fichern Bezirksmeisterklub Alter Stamm 1918 mit plus 44 Sols; Sechs Kalte+14 Solg: Often 1922 minus 11 Sola; Blid bid minus 29 Sola und Lufige Neun 09 minus 40 Sol. In det Meifterfchaftstiege placierten fich: Windeifen( ha) mit+24; Sellmer ( blershof)+ 22; Grahlmann( Alter Samm)+ 18: Pothge( Often 22)+ 17 ber tot ben an den Start. unb Sanghans( After Stamm) mit+ 17 Sola. Am foirmenben Sonning geht machen, und das geschieht durch richtige Ber wendung pon Biomalz mit Lecithin, einer Nerven- Nahrung von denkbar größter Boll fommenheit. Biomalz mit Lecithin ist durch deuts sches Reichspatent gefeilich geschützt, und feine Erfindung ermöglicht bie völlige Aufnahme des Lecithinstoffes in die Säfte, die die Nerven ere nähren, zu gleicher Zeit mit dem Einfeßen der fräftigenden Wirkung des Biomatzes auf ben gefamten Körper. Biomalz mit Lecithin ist in langen Stoffwechfelverfuchen in der chemischen Abteilung bes Rudolf- Birchow Krankenhauses forgfältig untersucht und hat sich mehrere Jahre hindurch in der ärztlichen Braris bewährt. Es hat feine Feuerprobe in jeber Prüfung überAta Das Artemi stanben und ist wissenschaftlich unanfechtbar. Es ift restlos verdaulich. Das steigende Kraftgefühl, das frischere Aussehen, die Anzeichen der Berjüngung legen Zeugnis bavon ab, wie tiefgreifend der Nervennährstoff auf das Wohlbefinden des ganzen Körpers zu wirken vermag. 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Borf.: War das bestimmt am 29. Januar? Jeuge: Sicher, denn an dem Tage war ja auch der„ Borwärts" verboten worden. Borf.: Wer zeigte Ihnen den Entwurf des Flugblattes? Jeuge: Ich nehme an, daß es Dittmann war. Borf.: Was wurde in der Sigung des Parteiausschusses am 30. Januar beschlossen? Jeuge: Wir waren einstimmig der Ansicht, daß eine Ausbreitung des Streifs ein Unglück für das Land wäre. Borf.: Wenn ich mir die Forderungen der Streifenden in dem Flugblatt ansehe, so muß ich sagen, daß sie mit den Interessen der Landesverteidigung nicht vereinbar waren. Zenge: Wir haben diese Forderung nicht zu der unseren gemacht, im Gegenteil, die Forderung, daß die Arbeiter zu deat Friedensverhandlungen zugezogen werden sollten, bedeutete ja nichts anderes als die Ersehung der Regierung durch eine Ar= beiterregierung. Das lehnten wir ab. Wir wünschten nur, daß die Ernährung besser würde und wünschten, daß die Regierung durch eine Geste, die nichts kostete, sich dazu verpflichtete. R.-A. Dr. Luetgebrune: Offenbar waren diese Forderungen der Streifenden mehr gegen die Oberste Heeresleitung als gegen die Regierung gerichtet. Jeuge: In diesem Sinne fann ich Ihrer Auffassung nicht zustimmen Die Aufstellung der Forderungen hatte den Sinn, eine Negativität der Partei zu vermeiden. Eine Negativität der SPD. in dieser Zeit hätte ihre Abdankung und ihre vollständige Einflußlosigkeit auf die Massen bedeutet. Deshalb mußte sich die Partei die Forderungen der Streifenden zu eigen machen. Borf.: Sie haben auch an einer Streiffizung am 31. Januar teilgenommen? Jeuge: Ja, eigentlich wollten wir nicht mehr hingehen, aber mir hatten gehört, daß die Streifenden das Ausfahren der Straßen bohnwagen verhindern wollten. Das hätte in Berlin Blut gegeben. Ich saß in der Streifleitung, und ein Vertreter aus Spandau er tlärte mir, daß die Bewegung zu Ende gehen müsse. Ich sollte einen Antrag auf Streifabbruch einbringen. Diese Erklärung wollten unsere politischen Gegner benutzen, um uns als Verräter im ganzen Lande zu bekämpfen. So erklärte ich, daß der ganze Streit, der ein Wahnsinn gewesen, in sich zusammenbrechen müsse. Borf.: Es sind in diefer Sigung stenographische Auf zeichnungen gemacht worden. D Don Der Zeuge schildert dann die Spaltung der Arbeiterschaft und den wachsenden Einfluß der Spartalisten. In die Rüftungsindustrie waren viele fleinbürgerliche Elemente eingedrun gen, die start pendelten. Als nun die Streitbewegung fam, riet der " Borwärts" mit feinem Wort ab. Auf die Spartafiften legten wir damals feinen allzugroßen Wert, aber bedeutungsvoll wurde jede Bewegung, hinter der die SPD. und die USPD. standen. n Der Zeuge Henninger äußerte sich dann ausführlich über die Ausdehnung des Streiks und ist der Meinung, daß am Anfang der Bewegung 40 000 Mann, zum Schluß rund 500 000 Mann gestreift hätten. Die Zahlen, mit denen Minister Drews operierte, feien bes Auslandes wegen viel geringer genannt worden. Borf.: Danach haben alfo alle Zahlen über den Streit nicht gestimmt?" Jeuge: " Der Streif in Danzig gewiß. Weiter möchte ich betonen, daß der SPD. dorthin entjandt worden ist. der Streit in Danzig erst ausgebrochen ist, nachdem ein Bertreter der SPD. dorthin entjandi worden ist."- Generalstaatsanwalt Herrn Buschif zu fragen. Storb: Zu dieser Aussage bitte ich, Herrn Herrmann Müller und Beuge( fortfahrend): Ich versuchte politische Bedeutung zu nehmen. Das Streifbureau wurde dann verdurch meine Informationen an die Breffe dem Streit seine große boten und geschloffen, die Streiffeitung untersagt. Die Streifverfammlungen waren von Polizeipräsident v. Oppen verboten und die Leute wußten nicht, wo sie sich hinbegeben sollten, um sich zu informieren." Der Zeuge schildert dann weiter, die Ber: haftung des Abgeordneten Dittmann im Treptower Part. 2 „ Ich war der Auffassung, daß bei Diffmann Candesverrat vorliege. Ein alter friegsgerichtsrat verfuchte mir das auszureden, aber ich drang durch." Borj: Das intereffiert uns alle nicht." Jeuge:„ Einige Lage später wurde cin Wachtmeister Limian in Moabit erschossen. In der Menge wurde Herr Scheidemann beobachtet. Ich bedauerte nur, daß Herr Scheidemann nicht durch die Polizei eingeliefert wurde, denn sonst wäre er wegen Landesverrats ebenfalls angeflagt worden. Daraufhin wurde der Belagerungszustand verschärft. Der Streif ging zwei Tage später zu Ende, da die Streifenden fein Geld mehr hatten und die Gemertschaften nicht zahlten." Borf.:„ Es bestand im Oberfommando die Absicht, Herrn Ebert nach dem Streit einzuziehen."-Jeuge: Jawohl, die Sache ging aber nicht durch meine Hand, bas Auswärtige Amt stellte sich außerdem auf den Standpuntt, daß aus politischen Gründen von einer Leistung der Heeresdienstpflicht des Abgeordneten Ebert unbedingt abgesehen werden müffe." Rechtsanwalt Dr. Bindewald: wußte die Polizei, daß im Treptower Parf Ebert geiprochen hatte?" Jeuge: Nein. von Ebert und Braun war damals überhaupt nicht die Rede. Hätten wir gewußt, daß Ebert in Treptow fprechen wollte, so wäre er ebenfalls verhaftet und wegen Bandesverrats verurteilt worden. Bir fonnten ja die Herren auch stets nur in flagranti faffen." Hierauf trat die Mittagspause ein. Nach der Mittagspause wurde der Reichstagsabgeordnete Otto Braun 3zuge: Die aber vernichtet wurden. Wir wollten uns unferen politischen Gegnern nicht Worte in den Mund legen lassen, die wir nicht gesprochen. Ich möchte noch ein Wort sagen über den Cintritt der Sozialdemokratie in die Reichsregierung. Ich persön lich war der Meinung, daß nach dem Telegramm Ludendorffs diejenigen die Suppe auslöffeln müßten, die sie sich eingebrodt ndi hetten. Ich sagte zu Ebert: Willst Du uns nun auch noch in die tonfursmasse der Hohenzollern werfen?" Ebert aber antwortete, wie er es auch später im Parteivorstand tat:" Es handelt eine Genehmigung des Reichstages zur Aussage nicht vorliege, doch fich hier nicht um die Sohenzollern, sondern um Deutfcheinigten si bie Brozeßbeteiligten dahin, die Genehmigung nachträge die allgemeine Lage bei Beginn des Streifs ein und schildert, daß er lich einzuholen. Gehr teise, kaum verständlich, geht der Zeuge auf mit Scheidemann und Ebert nur auf eindringlichen Wunsch des Parteivorstandes in die Streilleitung gegangen jei. land und um das deutsche Bolt." Ich habe mich als Zeuge gemeldet auch wegen der Ausfage des Zeugen Lehnhoff über Eberts Rede im Treptower Part. Lehnhoff sagte einleitend, er habe an zahlreichen Ebert- Bersamm lungen teilgenommen. Ebert hat jedoch in den Jahren 1910 bis 1918 nur viermal in Berlin gesprochen, und diese Bersammlungen maren nicht immer bürgerlichen Journalisten zugängig. Ebert war der Mann der Organisation, er sprach nur lehr felten. Ich betone das, weil der Zeuge so präzise ausgesagt hat. R.-A. Bindewald: Ist es richtig, daß am 31. Juli Hermann Müller nach Baris gefahren ist? Zeuge Wels: Gewiß, wir taten clles, um die Kriegsgefahr zu bannen. Müllers Aufgabe war, durch die französische Arbeiterschaft auf die französische Regierung zu brücken, die ihrerseits auf Rußland wirken sollte. R.-A. Bindewald: Mar es nicht Müllers Aufgabe, die Frage der Kriegskredite zu flären? Zeuge: Darüber sprach ich bereits vorhin ausführlich. M.-A. Bindewald: Scheidemann erflärt in seinem Buch, daß er nur besorgt war, wie die Reise Müllers ausgefallen sein würde. Davon mußte die Einstellung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion abhängen. Wels: Eine solche Behauptung muß Scheidemann allein verantworten. Ich sage Ihnen als, Teilnehmer der entscheidenden Sizung, daß die Haltung der Fraktion in der Kriegskreditfrage absolut feststand. Ein Beisiger: Hat der Parteivorstand, bevor er in die Streitleitung eintrat, sich überlegt, daß dadurch der Streik verbreitert würde? Jeuge: Wir wollten damit den Streif beenden. Glauben Sie, daß in einem solchen Augenblick, in dem die Streitwelle zusammenschlug, man solche Erwägungen anstellen fann? Ein Beisiher: In welchen Maßnahmen des Barteiausschusses fahen Sie eine Abkürzung des Streifs? Zeuge: Dadurch, daß wir alle Arbeiter in die Hand zu bekommen suchten, ihnen rieten, sich dem Streil der Radikalen zu widersetzen und die Arbeit schnellstens auf zunehmen. Als nächster Zeuge wurde Regierungsrat Henninger, der zur Zeit des Januarstreits als Chef der Berliner Politischen Bolizei bem Oberkommando in dem Marten zugeteilt war, vernommen. Der Zeuge hatte in dieser Zeit unmittelbar Fühlung mit dem Berfiner Polizeipräsidium und dem Ministerium des Innern. Der Zeuge führte aus, daß einige Zeit vor dem Ausbruch des Streits sozialdemo tratische Abordnungen aus allen friegführenden Ländern auf einer Ronferenz in Stockholm das fogenannte Bimmerwalder manifest bef bloffen, wonach die Arbeiterschaft versuchen sollte, den Krieg durch Massenstreits zu beenden. Kurz darauf machte sich in Deuts land eine star? bolschewistische Propaganda bemerkbar. Es wurde beschlossen, im Falle eines Streits 10% der ftreifenden Rüftungsarbeiter zum Heere einzuziehen und die Betriebe zu mili. tarifleren. Am 21. Januar trafen die ersten Berichte über den öfterteichischen Streit ein. Da der Vorwäras" bei dieser Gelegenheit die Vorschriften der Zensur verlegte, wurde er am 22. Januar verboten. Am nächsten Tage wurde jedoch das Wieder erfoeinen des Borwärts gestattet, der sofort einen Bericht barüber veröffentlichte, daß Ebert und einige andere sozialdemotratif he Abgeordnete bei der Regierung vorstellig geworden feien, un das Berbot rückgängig zu machen. In nationalen Kreisen vernommen. Nach seiner Beraibigung stellte der Borsigende fest, daß Es fam weniger darauf an, mit den Streifenden zu verhandeln, Erleichterungen schaffen fonnten. Ich habe mit Scheidemann an als mit den amtlichen Stellen, die den Ausständigen wirtschaftliche einer Sigung der Streifleitung teilgenommen, wo wir nicht gerade freundlich empfangen wurden. Auf Einzelheiten fann ich mich nicht befinnen. Borf.: Wissen Sie, ob SPD.- Bertreter auf eine pariZeuge: Das lag in der Linie unserer Absichten, denn wir waren tätische Zusammenfegung der Streifleitung gedrungen haben? überzeugt, daß der Streif für die Arbeiter genau fo ein großes Unglüd sei, wie für das ganze Land. Ich selbst stand Bors.: Bissen Sie, wer im Parteivorstand die Redner für den dem Streif innerlich vollkommen fremd und ablehnend gegenüber. 31. Januar bestimmte. Jeuge: Nein, es lag uns im Gegenteil Generalflaatsanwalt: Wenn Sie gehört hätten, daß die Unabhängigen daran, die unruhigen Elemente in unsere Hand zu bekommen. nur einen dreitägigen Demonstrationsstreit machen wollten, wären nimmermehr, aber das fonnte auch niemand vorauslagen, ob der Sie dann ebenfalls in die Streifieitung eingetreten? 3euge: Streit dann nach drei Tagen auch zu Ende gewesen wäre. Dr. Cuetgebrune: Ist es richtig, daß Eberts Bestreben immer dahin ging. die gespaltene Bartei zu e'nen?- Zenge: Nein, so ist das nicht richtig, denn wenn wir unsere Linie einhalten wollten, so fonnten wir die Einigung nicht sobald wieder durchführen. In den Arbeiter. maffen war das Einigungsbestreben immer lebendig, und man mußte den Eindruck vermeiden, daß man sich in eine Intransigenz verrannt auch versucht, bie abgerissenen internationalen Beziehun R.-A. Dr. Luetgebrune: Der Reichspräsident hat doch aber hätte. gen wieder neu zu knüpfen. Zeuge: Nur soweit, als dadurch nicht das Ziel, die Landesverteidigung zu einem glücklichen Ende zu führen, berührt wurde. Borf.: Kannten Sie die Einstellung des Reichspräsidenten zum Eintritt in die Reichsregierung nach dem Kriege? Jeuge: Ebert setzte sich mit seiner ganzen Berson dafür ein, während ich steptisch war. Hierauf wurde vernommen. Reichspoftminister a. D. Giesberts R.-U. Der Zeuge wurde über den Berhandlungsverju vernommen, den die Deputation der Streifenden unter Führung Scheidemanns bei Staatssekretär Wallraf unternommen hat. Ich habe, so erklärte der Zeuge, Wallraf geroarnt, die Deputatlon, ungehört wegzufchiden, aber der Staat fefretär meinte fich etwas zu vergeben, wenn er die Arbeiter empfinge. Herr Scheide mann bat mich, den Empfang doch zu vermitteln, und ich riet Wallraf, er solle den Arbeitern erklären, daß er über die politischen Forderungen nicht verhandeln fönne, fie aber ersuchen solle, die Arbeit für das Baterland baldigst wieder aufzunehmen. Ich selbst erbot mich, mit den Leuten hierüber zu sprechen. Leider habe ich nichts erreicht. Borf.: Haben Sie mit dem verstorbenen Reichs: präsidenten über Fragen der Landesverteidigung gesprochen? Zeuge: Wiederholt. Als 1917 die Friedensrefolution zur Debatte legenheit in aller Ruhe und Würde zu erledigen, ohne die Landesverteidigung herabzusehen. Auch als ich hörte, daß die Mehrheitsfozialisten in die Steelfieitung eingetreten jelen, war ich selbst überzeugt, daß die Aktion fchnell erledigt fein würde. Das habe ich dem Kriegsminister von Stein mitgeteilt. Borf: Konnte nicht ein Umschwung der Stimmung bei der SPD. nach den Verhandlungen bet Brest- Litowst eingetrten fein? 3euge: Das halte ich für aus. geschlossen. Im übrigen jage ich Ihnen als alter Abelleiführet, daß der wahre Führer auch Bewegungen zu leiten hat, die nicht nach feinem Herzen sind, die aus Dummheit oder so entstanden sind. Der nächste Zeuge, Landtagsabg. Artur Richter, mar 1918 bei der Firma Goerz unabhängiger Bertrauensmann. Der Streif war ihm am 28. Januar völlig überraschend gekommen. Es wurden überall Kommissionen gebildet, die den Parteivorstand der SPD. bitten sollten, in die Streifleitung einzutreten. Ich weiß. daß das große Mühe fostete, den Bartelvorstand zum Eintritt zu bewegen, da Ebert erklärte, der Streif jei gegen den Willen des Barteivorstandes entfacht worden. Es tam zu einem Zusammenfroß zwischen Ebert und mir, weil ich anders eingestellt war, und man legte mir darauf nahe, den Gaal zu verlassen. wurde von Herrn Ebert betont, daß sie die aufgestellten polilijchen Es forderungen nicht akzeptieren tonnten. Der Parteworstand könne ich nur unter der Bedingung an die Spize stellen, wenn durch Verhandlungen über die wirtschaftlichen Forderungen mit den Behörden die Bewegung schnellstens beendet wurde. Ich tann bestätigen, daß Herr Ebert fich gegen alles gewandt hat, daß man aber die wirtschaftlichen Forderungen als Verhandlungsbasis betrachtet hai. R.- 2. Bindewald: Diese Aussage des Jeugen steht mit der in der ersten Berhandlung im Widerspruch. Bors: Rach dem Buch des Herrn Brammer haben Sie mörtlich gesagt, der Herr Reichspräsident habe erklärt, daß er nicht die politischen, sondern nur die wirtschaftlichen Forderungen vertreten werde. 3cuge Wels: Ich verwahre mich dagegen, daß es heißen fönnte, wir Sozial demokraten hätten uns auch nur der wirtschaftlichen Forderungen megen an die Spitze des Streifs gestellt. Wels gegen Henninger. Hierauf wurde der Zeuge Weis nochmals, und zwar auf Grund der Aussage des Regierungsrats Dr. Henninger über die Zimmer walder Konferenz gehört. 3euge: In Kienthal fand im Früh jahr 1917. eine Konferenz statt, an der fein Mehrheitssozialiſt teil. nahm. Sinowiew, der jeggie Mostauer Machthaber, nannte bie SPD. Kaisersozialisten", die jede Kriegspolitif mitmachen. Dann tam die Stockholmer Konferenz( Beuge Henninger einfallend: Sehr richtig, aber.) Beuge Wels: Lassen Sie mich reden, Sie haben doch vorhin so lange geredet. Bors: Ich bitte auf allen Seiten um Mäßigung. Wals: Das Ziel von Zimmer wald und Kienthal war die Aufrichtung des Bolsgewis. mus statt des Sozialismus, aber dagegen hatte man in England, Deutschland und Franfreich einen sehr guten Instinkt. Zeuge Henninger: In der Konferenz waren sozialistische Kunda gebungen zur Beendigung des Strieges befchloffen worden. Als ber Streif losbrach, fragten wir uns, was die SPD. machen werde. ( Sehr erregt.) Sie hat den Streit gefordert. Voss. Das war die Ansicht des Oberfominandos. Zeuge Henninger: Jawohl und das Beuge Wels: lieber die Psychologie der Massen gab es gewaltige war auch die Ansicht der Parteien bis zu den Freisinnigen. Unterschiede zwischen dem Oberkommando und uns. Henninger: Die Hirsch Dunderschen und chriftlichen Gewerkschaften haben vor dem Streit gewarnt.-Wels: Sie hatten damals in Berlin wenig 3 fordern. Ich hätte gewünscht, daß Sie... ich bitte um Bertratie so gut unterrichtet, daß Herren vom rechten Flügel der SPD. zeihung, ich bin ein bißchen temperamentvoll.( Heiterfeit.) Seuge Henninger: Ich war über die Vorgänge in der Sozialdemo tamen, um sich über Parteigenossen zu erfundigen. Wels: Sie mußten ja die Berantwortung für Ihre Spigel tragen. Hen ninger: Die trage ich auch, die Sozialdemokratie nahm den Mund auch immer sehr voll.-Wels( erregt): Die Sozialdemokratie ist mindestens so glaubwürdig wie Sie. 40 000 oder 250 000? Streifs 40000 ober 250000 ann gestreift haben. Das Gericht versuchte dann festzustellen, ob am ersten Tage des Wels: fleine Arbeitergruppen gehandelt hätte. Staatsanwalt Doßmann: Ein Mann, wie Ebert, hätte nicht nachgegeben, wenn es sich um Bartei gewesen? Benn der sozialdemokratische Parteisekretär Gehl am 29. Januar in Königsberg für den Streit gesprochen hätte, wäre das im Sinne der Wels: Dann hätte die Partei den Mann abgefchüttelt. Hieran schloß sich die Bernehmung des Bolizeirates Henning rom Polizeipräsidium Berlin, der berichtete, daß die Aften über den Streit später verbrannt worden seten. Der Streif, so ertiärte der Zeuge, ist damals fünftlich in die Arbeiterschaft getragen worden zu rein politischen Gründen. Bir nahmen an, daß die USPD. die Stocholmer Beschlüsse zur Ausführung bringen wollte. Der Zeuge gab ferner an, daß nach den ihm zugänglich ge. wesenen Berichten die SPD. aus parteitaftischen Grün. den in die Streifleitung eingetreten sei. Es habe sich für die SPD. wahrscheinlich darum gehandelt, sich von der USPD. nicht völlig in ihrem Einfluß ausschalten zu laffen. Die ö ch st za hl der Strettenben habe nach den Schäzungen des Polizeipräsidiums 185000 be. tragen. Die von anderen Zeugen angegebene 3 ahl von 500000 hält der Zeuge für sehr übertrieben. Der größte Teil der Rüstungsarbeiter gehörte damals zur USẞD.- R... Dr. Cuelgebrune: Wie sind die von Ihnen angegebenen Schäzungen entstanden? 3euge: Unsere Beamten haben bei den Großindustriellen angefragt. Die Ergebnisse wurden dann zusammengezählt. Staatsanwalt Doßmann: In erster Jn. stanz haben Sie ausgefagt, daß die höchstzahl von 185000 bereits am Vormittag des zweiten Streit. tages erreicht war. Zeuge: Darauf fann ich mich nicht mehrentsinnen. Der Zeuge gibt weiter an, daß in den Streiftagen unter der Arbeiterschaft die Parole verbreitet war, Stellungsbefehle brauchten nicht mehr befolgt zu werden. Fabrikdirektor Eugen Ernst aus Berlin erklärt zu dem Munitionsarbeiterstreit, daß man in nationalgesinnten Streifen der Ansicht gewesen sei, daß durch das Eintreten Cberts und Scheidemanns in die Bewegung der Streif vergrößert vorden sei. Er, der Zeuge habe den Streit damals infam und landesverräterisch genannt, da wenige Wochen früher ein Flugblatt DIE ALTBEKANNTEN WEINBRANDMARKEN Edelstück Goldstück Meisterstud .,i?ür das gleiche Wahlrecht" im Dezember 1917 verlesen worden sei, das Eberls Namen getragen habe und in dem zu Masiendemon- strationen aufgefordert worden sei. Generalsiaatsanmalt Starb: Kannte» Sie die Motive der mehrheitssozialiltischen Führer für den Eintritt in den Streik?— Zeuge: Nein, i ch vermutete aber...— Generalsiaalsanwalt: Ihre Vermutungen interessieren mich nicht. Als lehter Zeuge wurde dann noch der frühere sozialdcmo- fTnüfri-ä Eewerkichaftler Klolh, jetzt Redakteur der .N a t i o n a l p o st", vernommen. Bereits Anfang Januar erfuhr ich, daß Streiks drohten und es gingen auch Gerüchte, daß die deutsche USP. einen Demonslrationssireik machen werde. Dann schilderte der Zeuge die Konferenz, in der Legten die Krünoe mitteilte, aus denen ein Zusammenarbeiten mit den christlichen und gelben Gewerkschaften bei Streiks nickt möglich fei. Zeuge behauptet, die Berechtigung des Streiks fei anerkannt worden und der Vorsitzende Cohen habe festgestellt, daß erst durch den Eintritt der SPD. die Bewegung eine große Bedeutung erhasten hatte. Dlndewald: �at Ihnen, cherr Zeuge, der ftcrr Cohen nicht fidler Vorwürfe gemacht, daß Sie alle diese Dinge aus der G�werkschaftskonferenz bekanntgegeben hoben?— Zeuge: Iawoh!. Cohen hat mir sogar gesagt, ich mühte mich wie ein Lump fühlen, daß ich über diese Angelegenheiten überhaupt ein Wort habe verlauten lassen. Ich habe ibm darauf geantmortZl: Ich fühle mich genau so ehrlich wie du, aber die geschichtliche Wahr. hrit muß an den Tag kommen. Das Gericht beschloß hierauf, den Zeugen noch einmal zu Dienstag nachmittag zu laden und ihm den früheren Reichskanzler V a ii e r gegenüberzustellen, der am Dienstag nachmittag geladen werden soll. chierauf wurde die Verhandlung auf Dienstag vormittag 9!1 Uhr vertagt._____ S Tscheka-prozeß. Nicht vereidigte Zeuge«. Der 24. Derhandlungstag beginnt mit dem Aufruf einer Anzahl von Zeugen, und dann schließt Kriminalkommissar Hever-Verlin sein« Zeugenaussage ob. Von Ncumanns Verteidiger, R.-A. Dr. G o l d st e i n, befragt, welchen Eindruck er von dar Glaub- Würdigkeit Rauschs erlangt hätte, erwidert« Heller. Rausch habe, was ja bei seinem Zustand nicht wester verwunderlich ge> xuesen sei, in Einzelheiten geschwankt und sei auch von einer gewissen Neigung zur P h o n f a st i k nicht ganz frei gewesen. Im ganzen jedoch habe er sich mit Klarheit und Bestimmtheit ausgedrückt und insbesondere sei er unzweideutig dabei ge- blieben, daß die auf ihn abgegebenen Schüsse von dem Zlusrus: .So. Dn Aas. das Ist für Votsdams- beglcitet worden seien. R.-A. Dr. Marsckner will die Möglichkeit erörtert wissen, ob denn P o e g e vtelletcht jenen Ausruf getan haben könnte. Hierzu erklärt Reumaan: Unter der Voraussetzung, daß diese Aeußerung tatsächlich gefallen ist, was ich nach wie vor bestreite, kann nur ich sie getan haben. Als einer der beiden Verteidiger C k o b- lewskis kommt sodann R.-A. Dr. Kurt Rosenseld noch einmal auf rie Frage zu sprechen, wer die beide« vertraulichen Quellen gewesen sind, aus denen Kriminalkommissar Heller erfahren haben will. erstens, daß die Schipowa erst im Mal!9Z4 nach Rußland zurück- Bereist ist. und zweitens, daß„H« l m u t h" in der nissischen Bot- ftaaft wohnte. Der Verteidiger richtet hierzu an den Zeugen die giag«. ob die Quell«, aus der er wisse, daß Fräulein Schipowa erst später abgereist sei. ein« der beiden anderen Quellen wäre, aus denen er erfuhr, daß« l m u t h" in der Botschaft wohnte. Der Zeuge oerweigert hierauf die Aussage. Vors.: lieber diese Frag« werden Sie wohl aussagen können. Zeuge: Eine dar beide« Ou«ä«n ist dieselbe. Dr. Rosenfeld: Die Verteidigung hat ein Intsresfa diese Quelle nachzuprüfen. Unter diesen Gesichtspunkten scheint hier, wo es sich lim ein« so schwere Anklage handest. der Fall gegeben zu sein, daß die Quelle genannt werden kann. Vielleicht äußert sich der Herr Kommissar darüber, ob er erst bei seiner Behörde deswegen nachfrage« muß. äeng«: Meine Behörde hat sich berests auf den Standpunkt daß die beiden Quellen nicht zu nennen sind. � Dr. Rosenfeld: Ich bin damst einverstanden, daß der Herr «5euge nach Berlin zurückkehrt unter der Voraussetzung, daß er zu diesem Punkt noch einmal vernommen mird. Hierauf wurde Kriminalkommissar Heller vorläufig entlassen und Kriminalkommissar Palm vernommen. Der Zeuge gibt au, daß Rausch, als er einmal verhaftet worden sei, bei seiner Per- nehmung sich bereit erklärt habe, Angaben über Waffen- a a f k ä u f e zu machen. Der Zeuge schildert dann weiter die Fest- »ahme der Angeklagten Mayer und Kuhls vor der russiichen Handelsdelegation in der Lindenstraßs. Der Angeklagte Mayer habe bei ssiner Festnahme den Pelz aufgerissen und den Revolver ziehen wollen. Es kam darauf zum Kamps und später wurde sestgestellt, daß eine Kugel stn Lauf und die Pistole entsichert war. Vors.: Nun, Herr Mayer, wie ist denn das? Akayer: Das ist nicht wahr. Zeuge: Mayer, Sie werden mich doch nicht als Lügner hinstellen. Älayer: Die Waffe kann ja später geladen worden sein. Zeuge Palm: Ich stehe hier unter meinem Cid. Mayer lzum Zeugen): Habe ich bei meiner Verhaftung nicht sehr stark im Gesicht geblutet? Zeug«: Ja, das ist richtig. Ws Mayer den Revolver ziehen wollte, haben die Beamten ihm die Waffe mit Gewalt fort- gerissen und es ist möglich, daß er dabei oerletzt worden ist. R.>A. Dr. Wolf erblickt einen Widerspruch darin, daß der Zeuge zwar gesehen haben will, daß Mayer nach der Tasche griff und den Revolver zog. nicht aber, welcher Beamte den Angeklagten t n s Gesicht geschlagen habe. Palm bekundet hierzu, daß in dem Augenblick, als Mayer den Revolver ziehen wollte, sich sofort ein wirrer Knäuel von Händen und Füßen gebildet habe, so daß es ihm unmöglich gewesen wäre, Einzel- betten zu beobachten. Aus diesem Punkt entsvinnt sich dann eine längere Aueelnonderjetzung zwischen Dr. W o t s und dem Zeugen Palm, in deren Verlaus der Zeuge nachdrücklich betont, daß er persönlich Mayer überhaupt nicht angefaßt habe. Er habe ihm aber empörte Vorhaltungen gemacht, wie er denn bei seiner Festnahm« zur Waffe greisen konme und aus Famllienväler schießen wollte. «osou an Drl und Stelle habe rnan auch jcstgcsteM, daß die Waffe entsichert war. Es wird hierauf ein Fräulein K n o a k. die Braut des Hallupp, vernommen. Hallupp ersuchte seine Braut, Aussogen zu machen. Fräulein Knaak gab zunächst an, daß sie zwei Jahre lang im Frauengefängnis im Berliner Polizeipräsi- biurn angestellt war, und zwar scksn. bevor sie mit Hall«?? verlobt war Hallupp habe das wahrscheinlich auch gewußt. Der Vorsitzende stellt fest, daß die Zeugin angegeben habe, daß sie öitsrs in der Halliipvschen Wohnung aewesen sei und daß dort regeimäß'g bestimmte Personen verkehrt hätten, u. a. auck ein gewisser„F r i tz" (der Abgeordnete C b a r p e n t i e r), serner R e u m a n n, den sie unter dem Rnmen„Hans" gekannt habe. Den Angeklagten Sko- blewski will sie nie gesehen haben. Der Reichsanwast wünschte die Feststellung, ob die Zeugin heute noch mit Hallupp verlobt sei und ob sie auch heute noch die ernstliche Absicht habe, mit ihm eine Che einzugehen. Die Zeugin bejahte das. Am eine Frage vom Reichsanwalt Neumann gibt die Zeugin an, daß sie Strafanstasts- aufscherin war, und zwar im ganzen zwei Jahre, erst in Moabit und dann im Polizeipräsidium. Augenblicklich sei sie ohne Beruf. Vors.: Sie sollen bei Hallupp auch«inen Otto Klemm gesehen haben.— Zeugin: Ja. Die Zeugin gibt weiter an, daß es öfters voikam, daß verschnürte Pakete in den Zimmern herumlagen. Es sei möglich, daß sie dos bei Hallupp im Schlafzimmer gefundene Paket gesehen habe, könne darüber aber nichts Bestimmtes aus- sagen. Reichsanwast Reumann: Sie waren zu jener Zeit, als Sie mit Hallupp schon oerlobt waren, noch beim Gefängnis angestellt. Wußten Sie damals, daß die KPD. verboten war? Zeugin: Nein. Reichsanwast Reumann: Wußten Sie auch nicht, daß Ihr Per- kobter Kommunist war, und wußten Sie auch nicht, was das für Leute waren, die bei ihm verkehrten? Zenz-n: Nein, danach habe ich nie gefragt. Hierauf wird Frau Marie Heiß,«ine Nichte des Angeklagte» I n t o r f, vernommen, die ibrem Onkel zu der betreffenden Zeit die Wirifckzaft führte und nach Neumanns Angaben ihm und ..Helmi'th" meistens die Tür geöffnet haben soll. Die Zeugin er- kennt N e u m a n n wieder, will ibn aber nur unier dem Namen „.H o n s" gekonnt haben. Bei der Gegenüberstellung mit Skoblewski erkennt Frau Heiß diesen jedcch nicht wieÄer und bekundet, daß sie Skoblewski nicht gesehen habe. Es erging dann ein Gerichtsbeschluß dahin, die beiden Zeu- ginnen nicht zu vereidigen. Der Vorsitzend« gina zur Vernehmuna des nächsten Zeugen. Adolf Himmel, über. Der Zeug«, der Mitglied der Ortsgruppe Baden-Baden der Kommunistischen Partei war, war an einem Sprengskoffdiebslahl bcieiligk, der im Auftroge des Kampfleiters Hartman» verübt wurde. R.-A. Wolf: Warum hat man Sie zum Kampsteiter vorge- schlagen?— Zeuge: well man keinen Dümmere« fand. R-A Wals: Wer war damals der O r t s v o r s I h« n d« der Partei?— Zeuge: Damals war soeinsSauereiindsr Partei, daß man nicht wußte, wer der Vorsitzend« war. Vors.: Es fall Ihnen dann die Führung der Tscheka übertragen worden sein.— Zeuge: Jawohl. Heber den Zweck dieser Tsckeka will der Zeuge die Auffastimg gehabt haben, daß man un- liebsame Elemente aus der Partei entfernen wollte. Der Zeug? Himmel führt weiter aus: In der Baden-Baden-r Parteiorganisation hat einmal ein von Stuttgart versetzter Genosse namens A r m a d u r den Dorscklag gemacht, den General v. Geeckt bei einem Badener Kuraufenthalt umzubringen. Armadur hat ausdrücklich hinzugefügt, hier bietet sich die Gelegen- fielt zu eins? revolutionären Hondlung, die für die Arbeiterschaft des ganzen Landes Baden höchst ehrenvoll wäre. Nach der Mittaaspause wurde der Zeuge Emil Hübbe. der si.h zurzeit in Karlsruhe in Untersuchungshaft befindet, vernommen. Der Zeuge gehört feit Oktober 1923 der KPD. an. und zwar der Ortsgruppe Baden-Baden. Der Leiter dieser Gruppe sei ein ge- wister Halter gewesen, während H a r t m a n n Kamp'leitsr aar, lieber sein» Stellung in der Partei verweigert Hübbe die Aussage. Früher hat der Zeiige angegeben, daß er im Auftrage des Kampf- leiters Hartman» sich mit der militärischen Organisation befaßt habe. Er soll auck beauftragt gewesen sein, in Mann, hcjm«ine Tscheka-Gruppe zu gründen. Der Zeug« gibt an, Harkmann habe ihm gesagt, daß seine Gruppe zur Beobachtung von Parteimitgliedern gegründet wäre, und Haller, der gleichfalls zugegen war, bemerkte, daß sei der geeignete Postgn für ihn. den Zeugen. Man habe ihm gesagt, die Bezeichnung Tscheka bedeute die Beobachtung von Svitzeln in der Partei sowie Ausfindig» machung von geheimen Woffenlagsrn von rechts. Haller habe ihm erklart, daß für Verräter eoentuell Todesstrafe in Betracht kommen könne. Es folgt« dann die Vernehmung des Schuhmachers Mekhke. bei dem der Angeklagte N e u m a n n eine Zeitlang lang illegal wohnte. Er gibt an, Neumann sei überaus nervös gewesen, und es kam mit- unter zu ziemlich heftigen Auseinandersetzungen zwischen ihnen. Einmal Hab« Neumann ihn auch an der Kehle gepackt. Neumann Hobe ihm auch einmal erklärt, er wolle einen politische« Prozeß inszenieren. Landgenchtsrat Flöget: Was wollten Sie vorhin mit dem politischen Prozeß sagen, von dam Neumann gesprochen hatte.— Renmann: Ich entsinne mich nicht, etwa? Derartiges femals zu Miethk« geiagt zu haben. Wenn er damit sagen will, daß ich mich ihm gegenüber dahin geäußert habe, ich wolle einen Prozeß in der Form, wie er sich hier obspiev, provozieren, so muß ich sagen, daß ich nie etwa» Derartiges zu Miethke gefogt habe. Noch einmal darüber befragt, was Neumann mit dem politischen Prozeß gemeint habe, wiederholt der Zeuge, daß Neu- mann vor Weihnachten 19ZZ gesagt habe, er wolle einen politischen Prozeß inszenieren. Neumann gibt hierzu die Erklärung ab, daß er Miethke gegenüber eine solche Aeußerung nie getan habe, dagegen Hab« er ihm erklärt, er werde, da er unter dem Ver. dacht der Spitzelei stehe, ein Parkeigericht zusammcnberusen. um die Frage zu klären, wer diese Verleumdung gegen ihn aufgebracht Hobe. Don einem politischen Prozeß sei keine Rede gewesen. Nach einer kurzen Pause verkündete der Vorsitzende, daß die Vereidigung der Zeugen Himmel und Hübbe vom Ge- richt abgelehnt wird. Hieraus wurde die Verhandlung kurz nach XG Uhr auf Dienstag früh v Uhr vertagt. Wirtfehaft Z�eichslanöbunü unö proöuktionspoUtik. Der von uns kürzlich ysrösfenstichte Aufsatz„Ein ver- gessenes Produktionsprogramm" ist dem Reichsland- bund sehr unangenehm aus die Nerven gefallen. Das laßt eine Ab- wehrnotiz erkennen, die in Nr. 19 seiner Zeitschrift„R c t ch s l a« d- bund" abgedruckt ist. Eingeleitet wird die Notiz mit einer Reihe der beim Reichs- landbund üblichen bombastischen Redensarten, wie„gemimte Naivität",„überraschend töricht",„Unversrorenheiten",„Hauptschuld der Sozialdemokratie an der bisherigen Verhinderung der Durchführung des �Programms". Die Redensarten sollen uns nicht beschäftigen, weil das bedeuten würde, Lächerlichkeiten ernst zu nehmen. W>is jedoch interessiert, sind die folgenden Ausführungen: ..Nichts Ist verlogener als der hämische Vermerk, das land- wirtschaftliche Erzeugungsprogramm sei so stark in Vergesse n- h e i t geraten, daß heute kein Landwirt mehr davon spreche. Aus dem der Veröffentlichung des Programms folgenden Hannover- schen Rcichslandbundtag war die große Rede unseres Dr Roeslcke zum Produktionsprogramm Mittel- und Höhepunkt der ganzen Tagung. Auf dem nachstjährlgen(Frankfurter) Reichzlandbanülag haben"das Erzeugungsprogramm und die mit so viel Torheit und Verbistenheit immer neu bereiteten Schwierigkeiten gleichfalls breitesten Raum eingenommen. Der vorjährige Bres- lauer Rcichslandbundtag hat in der Entschließung, die als Dr. Roesickes letzter wirtschaftspolitischer Wille zu bezeichnen war. die ganze Ausgabenreihe des Produktionsprogramms von höchsten Gesichtspunkten aus wiederum behandelt. Die Reden der beiden Retchslandbundpräsidenten Grafen von Kalckreuth und Hepp auf dem diesiährigen Rcichslandbundtag waren lediglich der vorläufige Abschluß einer Entwicklung, die jedem zeigt wie leb- hast die Absicht, Deutschlands Ernährung aus deutscher Scholle zu decken, nach wie vor aller deutschen Landwirt« Denken erfüllt. Die Entschließungen der Landbünde atmen ohne Ausnahme den alten guten Geist des Produktion s- Programms. Jede Auegabe jedes Landbundblattes ist be- herrscht vom Ruf nach der Nahrungssreiheit." Der Reichslandbund Hot recht. Wenn man sich die vielen Reden der Landbundführer ansieht, kann sehr schwer behauptet werden. die Landwirte hätten nichts für das �Hilfswerk-Produkttonspro- gromm" getan. Aber machen es denn nur schön geformt«, rheto- risch einwandfrei« Reden? Wir sin» der Meinung, sie machen es nicht. Wenn es den Herren Großlondwirten wirtlich ernst um das �ilsswert-Produktionsprogromm" ist, dann muß man vor allen Dingen Taten sehen, dann muß man wahr- nehmen, daß etwas für die Verwirklichung der Pläne geschieht. Das oermissen wir. wir hören nichts von der Aus- f o r d e r u n g an die Landwirte, intensivste Bodenbear- b e i t u n g und planmäßige Bodenverbesserung zu betreiben, der„Verallgemeinerung der Verwendung zweckmäßiger Maschinen und Geräte" anzustreben und zu einer zweckentsprechen- den und oerstäriten Düngung überzugehen. Wir sehen nicht» von durchgreifendem Ausbau des landwirtschaftlichen Schulwesens, von wirksamster Anleitung und Aufklärung und von dem Bemühen, zur Verbilligung und Erleichterung der Rao- rungsmitteloersorgung unmittelbar« Verbindungen zwischen Er- zeugern und Verbrauchern zu fördern. Statt dessen sehen wir ab«? die vielen langen Zeitungsartikel und hören die langatmigsten Reden der vondbundführcr, mtt denen dem Volke und der Oeffentlichkest unmer wieder beigebracht«erden soll, daß dt« Landwirtschaft Agrarzölle und eine Rentenbant-Kreditanstalt mit starkem und tonangebendem Einfluß der Großlandwirtschaft zö- braucht. Ist das ehrliche weitschauende Produktionspolitik? Nein, ha» ist krasseste I n t« r e s s e n p o l i t i k. das ist ein« erbärmliche Geschäftsmacherei. das ist der Versuch, auf Kosten der Mgsmsinhcit sich besonder« Vorteil« zu schaffen. Man bemüht sich in der Abwehrnotiz des Reichslandbundc?, nachzuweisen, daß das �Ufewerk-Produktionsprogramm" wegen des Umlageorfahrens, der Prsiskrisi« und der zerrütteten Währung nicht durchgeführt werden konnte. Daß diese Ding« die Durchführung erschwerten, soll nicht bestritten werden. Wir können aber nicht onerkennsn. daß chretwegen überhaupt nichts getan werden konnte. Unrlogeverfohrerr, zerrüttete Dah- ning und Preiskrisie gehören schon seit langem der Vergangen- h e i t an. Die Landwirtschaft hat seit Monaten«ine gute Kon- j U n k t u r. Die Preise fü, ihr« hauptsächlichsten Produkte stehen weit über dem Vorkriegspreise. Wenn guter Wille dagewesen wäre, hätte sich unter solchen Umständen bestimmt wenigstene etwas durchführen lassen.. Nach unserer Auffasiung täte der Reichslcmdbund besser, wenn er anstatt durch Entrüstungsnotizen durch Taten beweisen wollte, daß«r den Vorwurf, nicht genug für die Hebung der landwiri- schaftlichen Produktion gewirkt zu haben, nicht auf sitzen lassen will. Heute jedenfalls hört man in seinen Reihen von einem Produktions- willen nur dann, wenn er politische Forderungen stellen will. Ihm geht eben erfolgreich« Interessenpolitit vor der Produktion. 5usion wnerhalb öes Stinnes-Konzerns. Die Bestrebungen des Stinnes-Konzerns, die zum Teil recht will- kürlich zusammengekauften Unternehmungen mueinander" zu ver- schmelzen und ihre Produktion technisch aneinanderzureihen, dauern fort. So sollen jetzt im Stinnes-Riebeck- Konzern, der durch � die Transaktion im Mai 1S2ö gebildet wurde, die am Qel- geschäfi interessierten Gesellschaften zusammengeschlossen werden. In den Aussichtsratssitzungen der Aktiengesellschaft für Petroleumindustrie(Api) und der Oleawerke Aktiengesellschaft für Mincralölindustrie wurde beschlossen, den auf den 24. April einzuberufenden Generalversammlungen die V e r e i n i> gung der beiden Gesellschaften vorzuschlagen, und zwar mit Wirkung vom 1. Januar 1924, wobei die Oleawerke Aktien'escll- fchaft für Mineralölindustrie zur Trägerin der Fusion bestimmt wurde uuter gleichzeitiger Aufnahme der Interessen der Hugo Stin- ncs-Riebcck-Oel-Handc!s-G. m. b. H. Das beste Küchenhilfsmittel ist und bleibt Nicht überwürzen! Wenige Tropfen genügen, da sehr auSgiebig. — Man verlange ausdrücklich Maogi's Würze.-- MAGGI* Würze! 4 Die Dleawerte Aftiengesellschaft für Mineralölinduftrle wird unter Aenberung der Firma in ugo Stinnes Riebed Del Attiengesellschaft zu diesem Zwed ihr Kapita! bis zu 11 Millionen Mart erhöhen. Den Aktionären der Aktiengesellschaft für Betrofeumindustrie wird im Wege der Fusion angeboten werden, nom. 60 Km. 231.Aftien gegen nom. 40 m. neue Dleaaftien einzutauschen, mit Rüdficht darauf, daß die Oleaaftien fast vollständig dem Berkehr entzogen find, und die Entwicklung der Gesellschaft in einheitlicher Weise in Händen des Stinnes- Riebed- Ronzerns liegt, haben sich die Groß aftionäre des Konzerns bereit gefunden, durch das der Gesellschaft naheftehende Bantentonsortium den Attionären der Aftiengesell. schaft für Petroleumindustrie den freiwilligen Umtausch ihrer Attien, und zwar im Verhältnis von nom. 30 000 Papiermart gleich 600 Rm. Upiaftien zu nem. 400 Km. Riebed- Montan- Aktien, inft. Dividende für das Geschäftsjahr 1924/25 anzubieten. Die Hugo Stinnes- Riebed Montan- und Deimerle 2ftiengesell. faft zu Salle a. d. S. behält einen maßgeblichen Einfluß auf die zusammengefaßte Delgesellschaft, deren Sig von Halle nach Berlin verlegt wird. Das bisherige Aufsichtsratsmitglied, Her mann Borelli, tritt als Borstzender des Verstandes mit dem Titel Generaldirektor in die Leitung der Gesellschaft über. Sorgen des Einzelhandels. haben sollte, als die Sorgen der Produzenten. Diefe find in ihren Organisationen so start, daß fie in der Lage sind, auch ohne Unte ftügung des Einzelhandels ihre Interessen zu vertreten. Mit welcher Rücksichtslosigkeit fie bas tun, das hat ja der Einzelhandel in ber Inflationszeit und während der Stabilisierungskrise am eigenen Leibe gespürt. Die Berringerung der Umfäge unter denen der Einzelhandel gerabe jetzt so start leidet, follten ihm zeigen, wo feine Interessen liegen, nämlich beim Konfum. Es kann nicht seine Aufgabe fein, durch Unterstützung fuzzöllnerischer Bestrebungen die Warenpreise zu verteuern und damit die Rauftrast der Massen herabzusetzen, die letzten Endes zur Umfagverringerung führen muß. Wenn sich unsere Geldbecke noch weiter verkürzen wird, dann famn dieser Mangel an Geld teilweise durch einen vergrößerten und schnelleren Umfaz behoben werden. Der Einzelhandel müßte alfo billigen Breifen das Wort reben. Sehr bedenklich ist auch die Stellung des Verbandes im Rapitel Sozialpolitit". Er wünscht eine Durchbrechung der Sonn= tagsruhebestimmungen. Welche Vorteile er sich davon verspricht, ist unerfindlich. Denn der Käufer hat sich doch derart an die Sonntagsruhe gewöhnt, daß er sich fast allgemein mit der Dedung des Bedarfes auf die freien Wochentage beschränkt. Die zwischen den Zeilen herauszulesende Befämpfung des Achtstundentages ist auch nicht der Umfagförderung dienlich. Beschränkt men ben großen Der Verband Deutscher waren- und Raufhäufer massen die freie Zeit, dann bedeutet das eine Einengung der Ent. umfaßt die großen Waren und Raushäuser Deutschlands und zahl stehung von Kulturbedürfnissen. Diese aber sind ein fterler Beweis reiche Einzelhandelsgeschäfte. Seine Organisation hat auch für die für die Kauftätigkeit weiter Kreise. Daß sich der Bericht gegen die Verbraucher erhebliches Interesse. Der Jahresbericht, den der Ber- Höhe der sozialpolitischen Belastung der deutschen Wirtschaft band für das Jahr 1924 herausgibt, enthält ein Rapitel über die Karwendet, ist sehr furzsichtig schon deswegen, weil die Mittel für tellgefe gebung, in dem ausgeführt wird, daß die umfang Arante, Schwache und Arbeitsunfähige ja doch auf irgend einem reiche Tätigkeit des Rartellgerichts biefem nur felten Gelegenheit Bege von der Allgemeinheit aufgebracht werden müssen, die Wirt geboten hat, in feichen Fragen eine Entscheidung zu treffen die die schaft um diese Belastung also ja boch nicht herumtommt. Der ganze Wirtschaft in ihrer Gesamtheit betreffen. Er stellt fest, baß in Bericht zeigt, daß die Organisation in vielen Angelegenheiten sehr Entscheidungen, die nach der Kartellverordnung über die Berhängung rüdschrittliche Ansichten vertritt, Ansichten, wie sie dem Don Sperren und Bontotts getroffen sind, der Schuß gegen Rar Einzelhandel geradezu schädlich find, wenn er sich auf die Aufgabe, tellübergriffe sowohl den Außenseitern als auch den Abnehmern zu die ihm durch seine in der Gesamtwirtschaft zugewiefene Stellung gesichert ist. Diese Feststellung ist deswegen so bedeuffam, well fie befinnt: Die bestmögliche Bersorgung der großen Berbrauchermassen zeigt, daß nun nach dem Fallen der Zwangswirtschaft die Unter- mit Ware und die Anregung des Konjums. nehmer dort, wo sie es im Profitinteresse für erwünscht halten, aus eigener Machtwolffommenheit Schranken zur Behinderung der freien Betätigung im Wirtschaftsleben aufzurichten versuchen, um damit höhere Preise durchzusehen, deren Wirkungen legten Endes die Kon fumenten zu tragen haben. Aus den Einzelheiten im Kapitel Kartelle und Ronventionen ist festzustellen, daß es dem Verbande in Ber. handlungen mit einer Reihe von Kartellen gelungen ist, bessere Lieferungs- und Zahlungsbedingungen zu erzielen. Sehr zutreffend bemertt der Bericht, daß in der Frage des un lauteren Bett. bewerbs bei der Bekämpfung von Auswüden auf dem Gebiete der Reklame erheblich über das Ziel hinausgeschossen ist. So ist behauptet worden, daß ganze Warengruppen nicht in dem Inpenture ausverkauf hineinbezogen werden dürfen. Bir lönnen den Schlußausführungen zu diesem Rapitel nur zustimmen. Seit Einführung der Zwangswirtschaft" so wird hier geschrieben als Behelis. mittel während des Rrieges fonnte man sich nicht genug bamit tun, nach Freiheit des Erwerbs und des Handels zu rufen. Jegt, wo man sie hat, soll sie durch Angehörige dieser Kreise ohne burch Schlagenben Grund wieder eingeschränkt werden." Man will also hier Erscheinungen, die sich aus dem Wettbewerb selbst ergeben, mit Hilfe des Gesezes gegen unlauteren Wettbewerb bekämpfen Berwunderlich ist die Stellung, die der Bericht in der 3011 frage einnimmt. Die Organisation münscht den mäßigen Guzzoll Bir meinen, baß der Einzelhandel andere Sorgen 22/ 074307CING Beit außerordentlich. Andauernd werden Berhandlungen über die Die Kartellbildung in bee Schwerindustrie feftigt fich in Tester Gründung neuer Kartelle geführt. Inzwischen ist auch ein Schritt zum Ausbau des michtigsten bereits bestehenden Berbandes, der Robstahlgemeinschaft, erfciat. Das Synbifat fonnte nach den bisherigen Bestimmungen mit Wirfung vom 1. Movember 1925 gefündigt werden. Jekt wurde beschlossen, das Syndikat zunächst bis zum 31. Dezember 1926 zu verlängern und man hofft, demnächst die Gültigkeit des Kartells auf volle fünf Jahre festlenen zu können. Kartellpolitik auf lange Sicht gefchaffen.- Im April bleibt die Schon mit dem Dorliegenden Beschluß ist die Grundlage für eine Roheisenerzeugung um 15 Broz. eingeschränkt. einer Eigung des Außenhandelsausschusses des Deutschen Die Handelskammern verlangen die fleine Zollvorlage. In Industrie und Handelstages wurde nach einem Referat bes früheren Reichswirtschaftsministers Hamm festgestellt, daß die deutsche Berhandlungsführung bei den Wirtschaftsverhand Lungen aufs fchwerfte unter dem Mangel eines genügenden handelspolitischen Rüstzeugs leiden müssen und daß es daher dringlich geboten fei, alsbald als Berhandlungsgrundlage fest. zustellen, welche autonomen 3ollfäße in Deutschland vor wendige bezeichnet, auf Grund der im Reichswirtschaftsrat aufs läufig gelten sollen. Einmütig wurde als das zurzeit sachlich Not eingehenbite norbereiteten fogenannten Leinen Bollvorlage endlich diejenigen handelspolitischen Maßnahmen zu treffen, die Die zurzeit notwendig sind und besonders angesichts der Handelsbilanz nicht ohne schweren Schaden verschoben werden können. Reichsregierung will bekanntlich die sogenannte fleine Zollvorlage nicht einbringen, ehe sie auch über die grarsölle Riarheit gefchaffen hat. Da baş der Regierung nicht gelingt, hat sie die Ber lage bisher hinausgeichoben. rednete Großhandelsindegaiffer des Statistischen ReichsGroßhandelspreise. Die auf den Stichtag des 11. Mära be amis ift gegenüber dem Stande vom 5. März( 186,7) um 0,8 Pres. auf 186,8 Anridgegangen. Niedriger lagen vor allem die Breije für Moggen, Gerfte, Kartoffeln, Sped, Stafas, Treibriemenleder, Sowingflabs und einige Nichteisenmetalle. Gestiegen find die Breise für eigen. Hafer. Butter, Schmals. 3uder, Jute und die meisten Textilhalbstoffe. Von den Hauptgruppen haben die Lebensmittel von 185,0 auf 184,5 oder um 0,4 Broz. nachgegeben. Die Industriestoffe blieben mit 189,0( Boxpoche 189,7) nahezu unverändert. Eine Dollaranleihe für Reichswerte. Die zu dem Reichstonzern der Bereinigten Industrieunternehmungen 2.-G.( Bia g) gehörigen langfristige Anleihe über fünf Millionen Dollar abgeElettrowerfe A.-G. hat mit einem amerikanischen Banthaus eine loffen. Als Sicherheit dient eine erste hypothet auf ben Grundbesig der Elettromerte. Die Anleihe ist mit einem Zinsjuß von 6% Proz. ausgestattet. Man erwartet einen Ausgabefurs, der zwischen 86 und 88 roz. liegt. Rechnet man davon noch die Banten pisvision ab, so dürfte demnach der tatsächliche Zinsfuß, den die Elettromerte zu zahlen haben, rund 8 Bros. betragen. Gründung des Röhrenfonditats. Nachdem der Robstahlverband soeben auf die Dauer von zunächst zwei Jahren sichergestellt wurde, ist auch die Einigung zwischen den Röhrenwerfen über eine Syndikat wurde sofort für sieben Jahre gebildet; es nimmt seine Verbandsbildung der Röhrenindustrie zustande gefommen. Das Latigkeit am 1. April auf und errichtet eine Bertaufsstelle unter der Firma: Röhrenverband G. m. b. H. Düsseldorf, Stahlhof. Ehrenvorsigender des Verbandes ist August Thyssen. KAFFEE TEE. 102 Molja Mifchungen mit 20,40& 50% Kaffee DAS MEISTERSTUCK SALAMANDER SCHUHFABRIKATION FUSSARZT FÜR EMPFINDLICHE FUSSE A.F.-B. 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Nach dem Muster der sozialdemokratischen Regierung Dänemarts hat bie Rammerfrattice der Holländischen Sozialdemokrati. fchen Bartei einen Antrag auf Abrüstung eingebracht, der die Herablegung des jährlichen Refrutentontingents von 19 500 auf 3000 für das Heer und 100 Mann für die Marine fowie die Berminderung der Dienstzeit auf vier Monate vorsieht. Die Taftit der italienischen Partei. In den sozialistischen Kreisen Italiens ftanden in der letzten Beit zwei Probleme im Vordergrund der politischen Diskussion: die Frage des Berbleibens im Oppofitionsblod des Aventin", der die Rammer boyfoitiert, und die Frage des Verhaltens gegenüber möglichen Neuwahlen. Der Parteivorstand und die Barlamentsfraktion der fozialistischen Partei haben in einer gemeinsamen Sigung bie Lage beraten und einen Beschluß gefaßt, der die Notwendigkeit betont, an der Einheit der Opposition festzuhalten und erklärt, daß die Rückkehr in die Rammer gegenwärtig nicht in Betracht gezogen merden könne. Unmittelbar darauf hat eine Tagung des Barteirates der magimalistischen Partei ftattgefunden, die sich mit den felben Fragen beschäftigte. Bei der entscheidenden Abstimmung blieb ein Antrag Lazari, der den Austritt der Partei aus dem Oppo fitionsblod verlangt, mit 2832 Stimmen in der Minderheit. An genommen wurde mit 14 332 Stimmen ein Antrag Nenni, der für Verbleiben im Oppositionsblod eintritt und erklärt, die Partei sei war für allgemeine Wahlenthaltung, werde aber, wenn es die onderen Oppositionsparteien beschließen, an den Wahlen teilnehmen und zwar, wenn nötig, im Wahlbündnis mit der übrigen Opposition. Jugendveranstaltungen. Uebungsabend zur Frühlingsfeier und zu Bolfstängen Beute, Dienstag, abends 7 Uhr, im Jugendheim Einbenstr. 3. Der Einführungsfurfus beginnt am Montag, den 23. b. M., abends punit. 7 Uhr, in der Schule Neukölln, Thomasstr. 20. Heute, Dienstag, den 17. März, abends 7% Uhr: Wedding- Norb: Schule Müllerstr. 48. Bortrag: Begetarismus". NordBrenzlauer To: stadt: Schule Danziger S. 28, Bortrag: Aus der Geschichte aft II: Jugendheim Danziger Str. 62, Bortrag: Aberglauben im Bolte": der Berliner Arbeiterbewegung". Rofenthaler Borstadt: Schule Gipsstr. 23a, 84000 Hände sorgen für Vervollkommnung der DUNLOP Qualität 1 Bortrag: Märarevolufion von 1848 Schönhauser Bortabt: Schule Sofes Schöneberg I: Jugendheim Rubens, ftraße 17, Bortrag: Märgrevolution. Ede Hauptstraße, Märzfeier mit der Partei in der Schloßbrauerei. Treff punkt 8 Uhr bort. Sd Bneberg II: Jugendheim Frankenstr. 10, Bortrag: Rundfunkwesen". Reutöllu III: Jugendheim Rogatstr. 53, Bortrag: Die Revolution von 1848". Reutönn IV: Lofal Rum Bärwinkel", Steinbod ftraße, Vortrag:„ Geschichte Rigdorfs". Reukölln V: Jugendheim Schierke ftraße 44, Vortrag:„ Die feguelle Frage". Reinidendorf- Oft: Seebad Rest denaftraße. naturwissenschaftlicher Bortrag. Bankow: Jugendheim Breite Straße 32, Revolutionsfeier. Spandau: Jugendheim Neuendorfer Str. 37, Distuffion: Unser Reichsjugendtag". Werbebeair? Often: Abends 18 Uhr im Sugendheim Tilfiter Str. 4, Bor 3. Abend der Arbeitsgemeinschaft über trag: ad heit und Sexualität". Rörperkultur. Werbebezirk Teltowlanal: Unfer Werbebezirkschor beteiligt fich heute abend an der Beranstaltung der freien Schulgemeinde Charlottenburg im Türkischen Belt, Berliner Str. 53. Alle Mitglieder müffen erscheinen. Briefkasten der Redaktion. 28. 2. 3. Alle Reichstags- Sandbücher enthalten die Bezeichnung: „ Diffident". Wetter für Ber'in und Umgegend. Meift wolfig, tagsüber etwas milder; leichte Niederschläge, meist als Schnee. Für Deutschland. In Norddeutschland vorübergehend etwas milder. Ueberall strichtweise leichte Niederschläge, meist als Schnee. Übler Mundgeruch wirft ab Itoßend. Häßlich gefärbte Zähne entstellen das schönste Antlig. Beide Schönheitsfehler werden sofort in voll tommen unschädlicher Weise beseitigt durch die Zahnpaste Chlorodout. 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Ich bekomme täglich viele Füße zu sehen, und wenn auch die meisten zur Feler der Besichtigung frisch gewaschen sind, so sieht man es ihnen doch an, daß ihnen das vorher lange nicht widerfahren ist. Wenn dann die mißhandelten Füße zu Hühneraugen- Plantagen werden, wenn diese liebenswürdigen Gebilde auf und zwischen den Zenen und aut den Sohlen wachsen wie die Spargel im Mai, wenn Sie nur noch mühselig humpeln können, dann kommen Sie endlich zu mir. Mehr Fußpflege, meine sehr geehrten Herrschaften, damit Sie einen elastischen Gang behalten, wenn Sie ein Herr sind, und einen grazios schwebenden, wenn Sie das Glück haben, dem schöneren Geschlechte anzugehören. Kukirelen Sie! Kukirolen heißt, richtige Fußpflege mit den richtigen Mitteln treiben! Nehmen Sie vor allen Dingen jeden Abend das wohltuende Kukirol Fußbad. Es löst die abgestorbene Haut, die sonst durch den Schweiß verwest und den niederträchtigen Geruch verursacht Es kräftigt Nerven, Sehnen und Gelenke und Sie haben in kurzer Zeit das Gefühl, als hätten Sie Sprungfedern eingesetzt bekommen. Und jeden Morgen pudern Sie Ihre Füße mit Kukirol- Streupuder. Bei dieser Behandlung bleiben sie auch trocken und warm, denn wer an kalten Füßen und als Folge davon an chronischem Schnupfen leidet, hat stets Schweißfüße. Sie sparen auch viel Strümpfe und Schuhwerk, wenn Sie etwas Kukirol- Streupuder in Ihre Strümpfe und Schu e hineinstreuen, denn der Schweiß zerfrißt diese Und gegen die Hühneraugen, wie gesagt, das vielmillionenfach bewährte Kukirol- Hühneraugen- Pflaster. Kaufen Sie zur Fußpflege vor allen Dingen keine unbekannten Präparate, sondern achten Sie auf den Namen Kukirol und auf die Schutzmarke Hahnenkopf mit Fuß. Die ganze Kukirol- Kur( also alle drei Präparate zusammen in einer Sonderpackung vereinigt) kostet nur 2 Mark und ist in allen Apotheken und Drogerien zu haben. Die 3 Präparate werden selbstverständlich aber auch einzeln abgegeben. Verlangen Sie noch heute unser neues, wichtiges Büchlein, betitelt Kukirolen Sie. Dieses gibt Ihnen wichtige Auiklärungen aber die Notwendigkeit der Fußpflege und enthält u. a. auch einige Photographien unserer Fabrik. Kukirol- Fabrik, Groß- Salze( Bad Elmen). Dienstag 17. März 1925 Unterhaltung und Wissen Anfänge britischer Industrie. Bon Hugo Poezich. Wenn die jetzige fonfervative Regierung in England, wie es thre Absicht ist, zum Schutzzoll übergeht, so würde sie mit einem feit Jahrhunderten bet den Briten feststehenden Prinzip, dem des Freihandels, brechen. Schon in den frühesten Zeiten waren die englischen Herricher bemüht, dem Handel nach innen und nach außen die Wege zu ebnen. Rohprodukte, wie Eisen, Zinn, Wolle murden ausgeführt, Fertigwaren hereingeführt. Aber bald schte das Eeltreben ein, die Waren im Lande selbst herzustellen. Kunstgeübte Arbeiter aus anderen Staaten wurden herangezogen, Vertriebenen und Flüchtlingen eine Heimstätte gewährt. Ein Chroniſt des 11. Jahrhunderts erzählt, wie bereits zu seiner Zeit die meisten Kirchen, Klöster, Schlösser und Paläste von Europa mit englischem Blei eingederft waren, welches, aus den Krondomänen von Cornwall und Devonshire geholt, den töniglichen Schatz mit Gold und Eilber füllte. Heinrich von Huntington versichert, daß in England mehr Silber zirfuliere, als in Deutschland, weil die Deutschen alle Produkte, die sie von dort ausführten, mit Edelmetall bezahlten. Die Charta mercatoria Rönig Eduard I. vom Jahre 1303 sicherte den Kaufleuten von Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, Navarra, Lombardei, Florenz, Flandern usw. den freien Großverfehr in allen Hafenplätzen und Städten Englands zu, allwo Fremde, gleich den Eingeborenen, Großhandel zu treiben berechtigt sein follen. In Streitfällen zwischen In- und Ausländern sollte die halbe Anzahl der Jurymen( Schiedsmänner) aus Fremden bestehen. Außer den deutschen Hanseaten waren es hauptsächlich Niederländer, Benetianer und andere Italiener, die Handelsgewinn auf den britischen Eilanden suchten, die neben kaufmännischen Fattoreien auch industrielle Unternehmen gründeten. Es find das die eigentlichen Pflanzstätten und Musterschulen für die erst später und langfam fich entfaltende Fabrittätigteit Englands geworden. Im Jahre 1100 mies Wilhelm Rufus Flüchtlingen, die von der flantrischen Küste famen, Wohnsize in Cumberland an, wo sie bald durch neue Zuzüge ihrer Landsleute verstärkt wurden. Als diese die eifersüchtige Unzufriedenheit der Eingeborenen erregten, Deranlaßte fie Heinrich I. nach Herfordshire auszuwandern. Die fleißigen Kolonisten dehnten sich immer weiter nach Südwesten des Landes ans; ihre gewerblichen Niederlassungen in Bristol und den Nachbar. orten wurden zu blühenden Mittelpunkten industrieller Betriebsamteit. Weberei, Töpferei, Zimmerei, die Fabrikation von Sammet waren, Spizen, Uhren und anderes mehr wurden durch ste teils neu eingeführt, teils verbessert. Die Flachs- und Leinenindustrie von Irland dankt ihren Ursprung den dort angesiedelten flämischen Webern. Eduard III. schickte um die Mitte des 14. Jahrhunderts eigene 2igenten nach Flandern, um dessen beste Handwerker durch lockende Versprechungen zur Einwanderung zu bewegen.„ Sie sollten fo wurde ihnen gejagt, ihre Mägen hier mit fettem Rind- und Hammelfleisch bis zur Ueberfättigung füllen. Ihre Betten sollten gut und ihre Schlafgenossen noch besser sein, da die besten Männer in England fich nicht weigern würden, ihre Töchter solchen Einwanderern zu geben und, welche große Schönheiten die Weiber Englands feien, wäre wohl in aller Welt befannt." Und die Ein geladenen famen gern und in großer Anzahl. Die Protestantenverfolgungen in den Niederlanden unter Herzog Albo, und in Frankreich unter der Herrschaft der Guffen brachten netterdings Scharen der bestgeschulten Arbeiter nach England, wo, im 16. und 17. Jahrhundert, fente fortgeschrittene Kunstindustrie, durch welche sich damals schon Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland und die Niederlande auszeichneten, nicht anzutreffen war. Feine Tuche, Gammet, Seide, Spizen, Geschmeide, Hüte, Glas, Papier, felbft Eisen und Stahlwaren wurden Dom Ausland importiert. Frankreichs mühsam erworbene Gewerbeindustrie erlitt durch die starke Abwanderung seiner besten Arbeitsfräfte unendlichen Schaden. Waren doch von Tours allein 36 000 Seidenarbeiter ausgewandert.( Uebrigens ging ein großer Teil der französischen Emigranten auch nach Deutschland.) 720 Fabrirſtätten mit nahezu 8000 Webstühlen wurden geschlossen. In Lothringen, wo nahezu 400 Färbereien bestanden, waren im Jahre 1698 deren nur mehr 54 im Gange. Die fobrifreichsten Städte, wie Lyon, Rouen, antes verloren bis zur Hälfte ihrer Einwohner. Die Eingewanderten brachten wenig Geld, aber gute Sitten und technische Kenntnisse mit. Englische Mildtätigkeit unterstützte fie, man gab gern und reichlich für die Glaubensgenoffen, die um ihrer religiösen Ueberzeugung Gedali. Bon J. Babel. ( Aus dem Russischen überseht von Hans Ruoff) An Sabbatvorabenden leide ich stets unter der drückenden Last trauriger Erinnerungen. An solchen Abenden wallte einstmals der gelbliche Vollbart meines Großvaters auf die dicen Folianten IbnEfras herab, während meine alte Großmutter, mit dem Spitzenüberwurf bekleidet, sich mit ihren fnotigen Fingern an den Sabbatferzen zu schaffen machte und wehmütig lächelnd seufzte. Mein Kinderherz schaukelte an jenen Abenden wie eine Schaluppe auf verzauberten Wellen. O du meine dahingeschwundene Talmudfindfeit! O bu brüdende Last trauriger Erinnerungen! An solch einem Abend irre ich durch die Straßen Shitomirs und fuche nach dem ersten, schüchtern aufblinkenden Stern. An der uralten Synagoge, an ihren gelben, gleichgültig dreinblickenden Mauern verfaufen alte Juden Kreide, Waschblau und Lampendochte es find greise Männer mit Prophetenbärten, zerlumpten Kleidern und eingefallener Bruft Bor mir liegt der Basar, der tote Basar. Tot ist der üppige Geist des Ueberfluffes: stumme Schlösser hängen an den Verkaufsftänden, und das Granitpflaster ist wie das tahle Haupt eines Toten. Der erste schüchterne Stern flimmert unftät am Himmel Erft später, furz vor Sonnenuntergang, hatte ich Guid. In mitten der Reihen verfchloffener und verriegelter Buden verstedt, fand ich den Laden Gedalis. Didens, wo weilte an jenem Tage dein majestätischer, wohlwollender Schatten? Du hättest in diesem Trödelladen vergoldete Pantoffeln, Schiffstaue, einen uralten Rompaß und einen ausgeftopften Adler, ein Winchesterjagdgewehr mit der eingravierten Jahreszahl 1810 und ein fchadhaftes Kochgeschirr fehen können. In der rosa Leere des Abends schritt rings um seine Schätze herum der alte Gedali der kleine Ladenbefizerr mit der rauchgrauen Brille und dem grünen, bis zum Boden herabreichenden Rod. Er rieb sich seine weißen fleinen Hände, zupfte an seinem grauen Bart und lauschte aufmerksam, mit geneigtem Haupt der ftummen Sprache all der vielen Dinge, die fich bei ihm zufammen. gefunden hatten, Dieser Laden sieht wie die Spielzeugfchachtel eines mißbegierigen und selbstbewußten Knaben aus, aus dem einmal ein Botanikprofeffor hervorgehen wird. In diesem Laden tannft du sowohl cillen vertrieben worden waren. Das Parlament bewilligte eben. Bellage des Vorwärts falls erhebliche Summen, namentlich zur Erbauung und Erhaltung Aus den Lebenserinnerungen Naunyns. bon Schulen und Kirchen. Unter den Eingewanderten waren alle Etände vertreten: Handwerksleute und Künstler, Arbeiter und Gelehrte, Priester und Aerzte. Sie drangen nach und nach in alle Berufe ein, vermischten sich mit den Eingeborenen des Landes und ihre Nachkommen dürften heute längst zu„ Vollblutergländern" geworden sein. Das Blatt wendet sich. Artikel, die England früher aus Frankreich, den Niederlanden und Deutschland bezogen hatte, führte es jetzt selbst aus. Kastorhüte, die früher einen wichtigen Ausfuhrartitel aus Frankreich bildeten, wurden nun in den südlichen VorSchlieben und die Sozialrentner. mart 715 mill Und es sprach der Herr v. Schlieben: 3ch bedaure, meine Lieben! Alles friegten die da drüben Und für euch ist nig geblieben!" 0. 兑 städten Londons fabriziert und gingen von dort aus, als neueſte Modeartifel, nach Barts. Ja, wie ein englischer Schriftsteller an führt, waren felbst die Kardinale in Rom genötigt, dieses ausschließliche Hugonottenerzeugnis zu teueren Preisen zu taufen. In Richmond wurde von einem Franzosen die erste Ralitodruderei ge gründet. Bapier, dessen bessere Sorten stets von Frankreich impor. fiert werden mußten, wurde mun in gleich vorzüglicher Qualität in London, Kent, Glasgow und anderen Orten hergestellt. Bon den einheimischen Zunftgenossen wurden die ihnen überlegenen fremden Lehrmeister und deren Erfolge nicht immer gern gesehen. Die Städtechroniken sowie die Parlamentsberichte weisen manchen erneuten Verfuch auf, die Arbeitsfreiheit der Eingewanderten, set es auf gefeßlichem Wege oder durch brutale Gewalttätigkeiten einzuschränken. Eine im Jahre 1570 entdeckte Berschwörung gegen die Ausländer" in Norwich, wo sich etwa 4000 folcher niedergelassen hatten, brachte drei der Anstifter aufs Hochgericht. Die große Hospitalität, die England stets gegen Flüchtlinge geübt, ist im ganzen jedoch niemals ernstlich gefährdet worden. Und sie hat reichliche Wiedervergeltung gefunden in der hochent mickelten Industrie Englands, das für einige Jahrhunderte die Bertstätte der Welt" gewesen ist. einen Knopf als auch einen toten Schmetterling finden,- und fein Memer Inhaber heißt Gedali. Alle haben den Basar verlassen, nur Gedali ist geblieben. Und er schlängelt sich durch das Labyrinth von Globussen, Lobenschädeln und toten Blumen, schwingt den Wedel aus bunten Hahnenfedern über seiner Spielzeugschachtel und bläft den Staub von den toten Blumen fort. Und schon sitzen wir auf Bierfäffern. Gedali widelt sich seinen schmalen Bart um den Finger und widelt ihn wieder los. Sein 3ylinder schwebt über uns wie ein kleiner schwarzer Turm. Warme Luft strömt an uns vorüber. Der Himmel wechselt alle Augenblicke seine Farbe. Jetzt ficht es aus, als flösse dort oben zartrotes Blut aus einer umgeworfenen Flasche. Schwacher Verwesungsgeruch umgibt mich. ,, Gut, laßt uns zu der Revolution" ja" fagen, follen wir aber etwa zum Sabbat" nein" fagen?" so beginnt Gedali und die Blide feiner, rauchgrauen Augen fangen mich wie ein Seidenfaffo ein. Ich schreie der Revolution ein Ja" entgegen, ein„ Ja“ schreie ich ihr entgegen, sie aber versterkt sich vor mir und antwortet nur mit Schießerei 4 In geschlossene Augen fann fein Sonnenstrahl dringen," antworte ich dem Alten, aber wir werden dir die geschlossenen Augen aufreißen, Gedali, wir werden sie dir aufreißen „ Der Pole hat mir die Augen geschlossen," flüsterte der Alte kaum vernehmbar,„ ber Bole, diefer schlimme Hund. Er padt den Juden und rauft ihm den Bart aus, der Köter. Und jetzt wird er geprügelt, der schlimme Hund. Das ist vortrefflich, das ist Revolution! Und dann fagt derfelbe, der den Polen geprügelt hat, zu mir:„ Du muß dein Grammophon hergeben, Gedali, er muß regiftriert und nationalisiert werden. Ich liebe die Musit, Bani, antworte ich der Revolution. Du weißt nicht, was du liebst, Gedali," fagt die Revolution„ ich werde auf dich schießen, und dann wirst du es schon erfahren; ich fann nicht umhin, auf dich zu schießen, Gedali, denn ich bin die Revolution..." Gie fann nicht umhin, auf dich zu schießen, Gedali", sage ich zu dem Alten, ihn in seiner Rede unterbrechend, denn so ist nun einmal die Revolution Die „ Der Pole aber, lieber Herr, schoß, weil er die Konterrevolution ist; ihr aber schießt darum, weil ihr die Revolution seid. Revolution aber ist ein Bergnügen. Und das Vergüngen fieht nicht gern Waisenfinder in seinem Haufe. Ein guter Mensch handelt auch gut. gut. Die Revolution ist das gute Werf guter Menschen. Gute Menschen töten aber nicht. Folglich wird die Revolution von schlechten Menschen gemacht. Die Polen aber find auch schlechte Die Lebenserinnerungen des berühmten Aliniters Naunyn find eine Fundgrube anregender Reminisaenzen. Go erzählt Naunyn aus feiner Rönigsberger Brofefforenzeit in den fiebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts folgendes: „ Es tonfultierten auch zahlreiche Patienten des benachbarten Rußland. Unter den jungen Mädchen, die uns von den russischen Eltern wegen allerhand oft recht geringer Beschwerden gebracht rourden, fielen mir einzelne aus besserer Familie auf, die nur wider Willen als frant zu gelten schienen. Eine solche mußte, ich weiß nicht mehr weswegen, chloroformiert werden. In der Narkose be gann fie allerhand höchst bedenkliches Zeug zu schwagen, das auf Vorbereitungen zu einem Attentat gegen den Kaiser von Rußland gedeutet werden konnte. Wir machten ihr im Vertrauen Mitteilung hiervon und rieten thr, sich in Rußland nicht chloroformieren zu laffen. Sie wurde verwirrt, faßte sich aber schnell und lachte folcher Unsinn!" Ich habe an diese Szene denken müssen, als ich etwa zwei Jahre später ihren Namen als den einer wegen. Beteiligung an einem schweren Attentat gegen irgendeinen hohen Beamten Angeklagten las. | Außer diesen Nervösen" aber famen viele schwere und schmerste Fälle aus allerhand Gebieten der Pathologie. Von ihnen wurden piele in die Klinik aufgenommen; die leichteren Fälle passierten Königsberg schon mit der Absicht, nur die Diagnose stellen zu lassen und einen Badeort aufzusuchen. Russischem Brauch treu, liebten sic es, Konzilien" zwischen Bertretern der verschiedenen Disziplinen zu peranstalten. Drei, auch vier Don uns Universitätsprofefforen mußten zu einem solchen Ronzilium" zusammentreten. Es gab schon damals dort in Königsberg Leute, die mit der Vermittlung dieser Angelegenheiten ihr Brot verdienten, doch ging es dabei durch aus ehrlich zu. Jene Kranten tamen schon mit der Adresse des für fie geeigneten Professors an, der Einfluß jener Schlepper" war in dieser Richtung sehr gering, und Bezahlung, Gratifikationen irgendwelcher Art haben sie von uns nie erhalten. Wir hielten in Bewußtsein der Gefahr, die das mit sich bringen tann, darauf, daß wir absolut reine Hände behielten; die häßlichen Borfommnisse später in Berlin haben gezeigt, wie angebracht das war. Wir sind damals gelegentlich zwei bis drei Stunden hintereinander aus einem der minderwertigen jüdischen Gasthäuser in der Vorstadt in das andere herumgezogen. Die Honorare für solche Ronsultationen be trugen, als ich hinfam und bis etwa 1876, sechs Mart für jeden Kranten und jeden der Konsiliare. Dann haben wir uns auf neun Mart und schließlich auf zehn Mart gesteigert. Es läßt sich darüber streiten, ob dieser ganze Geschäftsbetrieb„ Dornehm" war. Indessen ging es faum anders wir hätten, wenn wir diese Zugereisten hätten abweisen wollen, uns die reichste Quelle für unser Rianten material der Klinit verschlossen, Stadt und Provinz lieferte damals noch zu wenig." An anderer Stelle erzählt Naunyn: „ Es dauerte gar nicht lange, so tam ich als Reftor in ernsten Konflikt mit den neuen Anschauungen und Strebungen im Schoße der Studentenschaft. Diesmal handelte es sich um den Antisemitis. mus, der in jenen Jahren zum erstenmal an den deutschen Universi täten sich hervorbrängte. Seine Träger waren die an den meisten deutschen Universitäten bereits begründeten Bereine deutscher Studenten. Auch hier in Königsberg sollte jezt ein solcher be gründet werden, dessen Statuten mur chriftliche Studierende zuließen. Ich versagte ihm wegen dieser antisemitischen Tendenz vor fäufig die Bestätigung. Als ich aber dann die Sache zur definitiven spo Regelung dem Senat. vorlegte, ließ man mich hier völlig in Stich und bestätigte die Statuten.. Bon den schwarzen Juden in Abeffynien. Ror etma 20 Jahren hörte man zum erstenmal von ihnen. Dr. Jafob Feitlovitsch hatte sie mieber entdeckt und die Runde von ihnen in Europa verbreitet. Damals maren viele geneigt, die Nachricht für eine Senfationsmeldung zu halten. Nun ist Dr. Feitlovitsch wieder 15 Monate bei den Falaschas so heißen die abessynischen Juden gewesen und berichtet in amerikanischen Blättern über seine Studien. Die Fa lafchas sind der arbeitsamste Bevölkerungsteil des Landes. Ein Teil betreibt Landwirtschaft, ein Teil obliegt dem Handwerk, viele dienen in der abessynischen Armee. Sie leben in abgeschlossenen Dörfern. Ihre Stellung hat sich in den letzten Jahren gebeffert. Die schwarzen Juden weisen die Merkmale der taufafischen( weißen) Rasse auf. Wenn sie auch dunkel sind, so sind sie doch keine Neger. Ihre Ge fichtszüge find ausgesprochen semitisch; sie sind nur etwas dunkler als die Juden in Indien. Es besteht teinerlei Berwandschaft zwischen ihnen und den Negerjuden in Amerifa. Menschen. Wer wird nun Gedali fagen, wo die Revolution und wo die Konterrevolution ist? Ich habe einftmals den Talmud studiert, ich liebe die Kommentare Rasches und die Lieder des Maimonides. Es gibt außer mir auch noch andere verständige Beute in Shitomir. Und alle mir gelehrten Leute werfen uns mit dem Gesicht zu Boden und schreien einstimmig: Wehe uns, wo ist die erlösende Revolution? Der Alte verstummbe. Und wir erblickten den ersten schüchternen Stern, der an der Milchstraße aufblinkte. " Der Sabbat bricht an," fagte Gedali mit gewichtiger Miene, die Juden müffen in die Synagoge." 128 23 Pani Genosse," sagte er, fich erhebend, und sein 3ylinder schwankte wie ein kleiner Turm auf seinem Kopfe, bringen Sie doch nur einige menige gute Menschen nach Shitomir mit. Ach, in unferer Stadt herrscht ein solcher Mangel an ihnen, ein solcher Mangel! Bringen Sie gute Menschen mit, und wir werden ihnen gern alle Grammophone abliefern. Wir sind keine ungebildeten Menschen. Die Internationale wir wissen, was die Internationale ist. Auch ich will eine Internationale der guten Menschen, ich will, daß jede Seele registriert und ihr eine Tagesration erster Kategorie gegeben: werde. Hier, Seele, genteße bitte, habe dein Bergnügen am Leben Die Internationale, ja, Pani Genoffe, wiffen Sie denn nicht, mit was fie gegessen wird?. „ Sie wird mit Pulver gegessen," antwortete ich dem Alten. ,, und mit dem besten Blut gewürzt Und schon war der junge Sabbat aus der Finsternis aufgeftiegen und hatte sich in seinen Stuhl gefeßt. Gebali," sagte ich, heute ist Freitag, und der Abend ist bereits angebrochen. Wo kann ich einen ungefäuerten jüdischen Schmalzfladen, ein jüdisches Glas Tee und ein bißchen von dem abgesetzten Gotte in diesem Glas Tee finden?" „ Das gibt es nicht mehr," antwortete Gedali, indem er ein Schloß vor seinen Spielzeugfasten hängbe, das gibt es nicht mehr. nebenan tft eine Schantwirtschaft, und gute Menschen haben sie einst geführt, aber dort wird bereits nicht mehr gegessen und ge trunken, sondern geweint Und er knöpfte die drei Horntnöpfe feines grünen Rodes zu. Er stäubte sich mit dem Feverwedel ab, goß sich etwas Waffer au die weichen Handflächen und entfernte fich winzigflein, einfam und traumverloren, mit feinem hohen Zylinder und dem großen Gebetbuch unter dem Arm. Der Sabbat war angebrochen. Gedafi der Gründer der unerfüllbaren Internationale ging in die. Synagoge und betete. 33, Afor! HORRMEYER Endlich wieder die ich meinediese – oder keine!!-Constantin Nr. 25 für ZHg. Verkäufe Teppiche, Diwanbecken, Tischdecken, Bettvorlegez, Läuferstoffe, prachtvolle Auswahl, extra billige Gelegenheiten. Wilder. Boisdainerftraße 109 Raumann- Nähmaschinen für Sausge brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Te paratur- Werkstatt für alle Enfteme Emil Salbarth Gm. b. S.. Friedrichftraße 55a. Mertur 6268. Bekleidungsstücke. Wäsche usw. Teilzahlung. Beamte, Raufleute, Angeftellte faufen ihre Herrengarderobe und Belzwaren fertig und nach Mak enorm billig, bei fleiner Anzahlung und Spielend Teichter Abzahlung. Größte Auswahl in Anzügen, Ulftern, Gummimanteln ufm. 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