Nr.132 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 67 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatli 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Buremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat, Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. Jung und Aleingarten" fomie der Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint wochentäglich zweimal Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: -Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille. Reklamegeile Beile 70 Bfennig. 4, Reichsmart. Aleine Anzeigen" bas fettgebrudte Bort 20 Pfennig ( aufäffia zwei fettgedruckte Borte). jebes weitere Wort 10 Vienna. Stellengefuche bas erste oct 10 Pfennig, fedes weitere Bort 5 Pfennig. Borte über 15 Buth ftaben zählen für amei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Summer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, LindenStraße 3, abgegeben werben. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönboff 292-295 Berlag: Dönhoff 2500-2507 Donnerstag, den 19. März 1925 „ Der Feind steht rechts!" Eine Killinger- Debatte im Reichstag. 110 Im Reichstag tam es gestern abend zu stürmischen Aus- Anstandes angesichts des Mordes, der geschehen war. Sie( zu einandersetzungen. Der Justizetat wurde beraten. Ein An- den Natsoz.) beschweren sich über diese Gesetzgebung. Diese Gesetz trag der Kommunisten, das Gesetz zum Schuh der gebung ist damals ich möchte doch bitten, sich das ins Gebächtnis Republit aufzuheben, den Staatsgerichtshof zu beseitigen zurüdzurufen, weil es sich zum Teil um verfassungsändernde und die von ihm Berurteilten freizulassen, wurde in seinen Gefehe gehandelt hat, mit qualifizierter Mehrheit beKommunisten, in seinem dritten Teil gegen die Stimmen der mendig war, und ich sage Ihnen: so lange folche Reben hier beiden ersten Teilen gegen Deutschnationale, Völkische und schlossen worden. Schon das beweift, daß diese Gefeßgebung not Kommunisten abgelehnt. Beim folgenden Etattitel„ Reichs- gehalten werden, wie die des Herrn Schröder, ist der Beweis ge gericht und Stansgerichtshof" unternahm der Nationalsozialist liefert, daß sie heute noch notwendig ist.( Stürmischer BeiSchröder Mecklenburg einen neuen Borstoß in der fall linfs.) Richtung des kommunistischen Antrags. Er erreichte damit nur, daß denjenigen, die heute unter der Wifingfahne für Jarres marschierten, noch einmal die Maske abgerissen wurde. Wir lassen den Bericht folgen. = Schröder- Mecklenburg( Natsoz.): Der Staatsgerichtshof ist aus gemeiner Angst und aus ge meinem Haß eingerichtet worden.( Stürmische Entrüstung links und beim Zentrum.) Damals sprach ein Reichskanzler, während der Feind an unseren Grenzen stand, das Wort:„ Der Feind steht nicht an den Grenzen, sondern rechts!"( Stürmische Rufe links. Rufe: Pfui! Lüge!) Der Staatsgerichtshof richtet sich gegen die Deutschnationalen und die Deutschvölkischen, aber niemals wurde hier die Sympathie für einen politischen Mord ausgesprochen. Wohl aber wurde von anderer Seite von der schwarzweißroten Mörderfahne gesprochen. Der Staatsgerichtshof ist ifür ein modernes Bolt uniragbar. Es ist ein Schandfled in der Geschichte, daß das deutsche Bolt sich das gefallen läßt. Bismard, der doch auch leidenschaftlich war, ist im Kampf gegen seine Gegner nie so weit gegangen.( Gelächter links.) Müller- Franken( Soz.): Der Vorredner hat gemeint, daß das deutsche Volf von der Gesetzgebung befreit werden müßte, die damals imter ganz beson deren Umständen erlassen worden ist. Er mag sich beruhigen, das deutsche Bolt hat den Befreiungsprozeß zunächst ganz anders an gefangen. Es hat am 7. Dezember angefangen, sich von der nationalsozialistischen Demagogie zu befreien, und das nächstemal wird es Ihnen noch ganz anders gehen! Bon der Geschichte scheint Herr Schröder nichts zu wiffen, weil er, um feine Ausdrücke zu wiederholen, ein Säugling ist. Ich kann Sie darauf verweisen, daß die Sozialdemokratische Partei unter dem Sozialistengese über tausend Jahre Gefängnis über fich hat ergehen lassen, ohne daß in einem einzigen Falle ein Führer der Sozialdemokratie: dbenic day bdal2 um Gnade gewinfelt hat, wie es Herr v. Killinger getan hat, wie mir das gestern aus dem Munde des Herrn Justizministers gehört haben. Bismard verfügte eine ganze Meile über hettographierte Strafanträge. Meine Freunde es figen noch welche aus älterer Zeit hier – haben unter der Auswirkung dieser heftographierten Strafanträge mehr als einmal zu leiben gehabt. Privilegien haben wir nicht verlangt, und das Republitschuhgesez ist damals gemacht worden, nachdem für die Republik Andre( 3.) wirft dem Abg. Schröder unglaubliche Leichtfertigkeit Andre( 3.) wirft dem Abg. Schröder unglaubliche Leichtfertigkeit vor. Dr. Wirth hat nicht gesagt:„ Der Feind steht nicht an den Grenzen, fondern rechts." Dr. Mirth hat seiner Entrüstung über den gemeinen Mord an Rathenau Ausdrud gegeben. Er hat nicht die Deutschnationalen oder eine andere Rechtspartei angegriffen, sondern gesagt, daß der Kampf denjenigen gelte, bie die Bergiftung in das Bolt hineingetragen hätten. Die Mörder standen aber nicht linfs, nicht in der Mitte, jondern rechts. ( Große Unruhe rechts. Der Abg. Quaah( Dntl.), der den Redner einen Berleumder nennt, wird zweimal zur Ordnung gerufen.) Stoeder( Komm.) hält die Entrüstung der Rechten für fünftlich. Die Rechtsorganisationen sind bisher vom Staatsgerichtshof mit Samthandschuhen angefaßt worden. Samthandschuhen angefaßt worden. Der Staatsgerichtshof ist aber eine Schande für die Republif, weil er nur die Arbeiter mit barbarifchen Strafen belegt. Schultz- Bromberg( Dnatl.) bebauert, beinahe weinend, daß mie der an die Rede Dr. Births erinnert wurde. Das Gefeh zum Schuße der Republif ist untragbar. Es ist ein Hohn auf die Kultur. Der Redner lehnt ben Stactsgerichtshof ab. Brodauf( Dem.): Als der Abg. Ka hier fagte, daß tathenau ermordet worden sei, fiel aus den Reihen der Nationlsozialisten der Ruf: Gott sei Dant Dittmann( 503.): Ein Wort nach links: Wenn der Staatsgerichtshof nur ein feitig nach links urteilt, so beflagen wir das. Aber er hätte dazu auch feine Gelegenheit, wenn nicht Sie( zu den Kommunisten) durch Ihre perrüdte Butschtaktit die Arbeiter vor den Staatsgerichts. hof treiben würden.( Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Woftfcheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diekonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße& Jarres enthüllt fich. Wegbereiter der Restauration. Nach endlosem Kuhhandel ist die Kandidatur des unpolitischen Oberbürgermeisters Dr. Jarres glücklich auftande gekommen. Das Eingreifen Stresemanns für ihn gegen Dr. Geßler hat diese Kandidatur sofort deutlich als das gekennzeichnet, was fie in Wirklichkeit ist: als die Kandidatur der Sowerindustrie, des Großunternehmertums, als die Kandidatur aller der Kreise, die die Reaktion. Beder der Mann noch fein Programm ist dazut freiheitlich- republikanische Entwicklung rückwärts revidieren wollen. Freilich Jarres ist nicht das letzte Wort der geschaffen. Aber die Deutsche Zeitung" nennt seine Zujgeschaffen. Aber die Deutsche Beitung" nennt seine Aufftellung mit Recht die erste Etappe zum Endsieg". und was für diese Kreise der Endfieg märe, darüber fann bei niemandem ein Zweifel bestehen. Dieser Endsieg wäre der 3erfall des Reiches, die Beremigung der europäischen Baltanisierung, die Wiederaufrichtung eines fleindeutschen monarchistischen Staatenbundes. Dr. Jarres hat gestern in der Berliner Philharmonie zum entwickelt. Es entspricht dem erstenmal sein Programm Mann und der Situation, in der sich die reaktionäre Bewegung in Deutschland befindet, menn dieses Programm voller Zweideutigkeit und Fußangeln ist. Befenninis zu Republif und Schwarz- Rot- Gold" überschreibt ein Spätabendblatt den Bericht über diese Programmrebe des volksparteilich- deutschnational völlischen Präsidentfchafiskandidaten! Und in der Tat, Herr Jarres erklärt, pflichtschuldigst „ Der Reichspräsident hat bei der Uebernahme seines Amtes einen Eid auf die Verfassung zu leisten. Ein deutscher Mann halt feinen G Eid, und für jeden Mann von Ehre ergibt sich aus diefem Cid die selbstverständliche Berpflichtung, die Verfassung vnd den Staat, nötigenfalls unter Anwendung der zu Gebote stehenden Machtmittel, zu schützen." Auf diesen Sazz allein tann sich die optimistische Ueberschrift über die Programmrede des Herrn Jarres stützen. Wir finden, daß in dieser pflichtschuldigen Verbeugung vor der Verfassung nur die eine Tatsache zum Ausdruck kommt, daß bei dem dem unzweifelhaften Willen der großen Mehrheit des Bolles, an seiner republikanischen Und ein Wort nach rechts: Sie bestreiten jeden Zusammenhang Verfassung festzuhalten, auch die soziale Reaktion der ver mit rechtsgerichteten Mörderorganisationen. Dazu nur eine Fest- bündeten Großagrarier und bayerischen Separatisten es gar ftellung: Der Protektor der Mörder Erzbergers und Rathenaus nicht wagen fann, ohne eine Verbeugung vor dieser Vervon killinger ist mitunterzeichner des Aufrufs der Rechtspar- faffung in den Wahlkampf zu gehen. Die wahre Gefeien für die Kandidatur des Herrn Dr. Jarres zur Reichspräsi- finnung dieser Kreise fommt aber zum Ausdruck, wenn Jarres dentschaft.( Große Bewegung im ganzen Hause.) sofort darauf forifährt: In allgemeiner Erregung erfolgte die Abstimmung über den Etat des Staatsgerichtshofs. Er wurde gegen die Stimmen der Deutschnationalen, Nationalsozialisten und Kommu niften angenommen. Heraus mit der Sprache! Sozialdemokratische Interpellation über die Zollvorlage. Die Rechtsregierung hat den A grariern 3ölle auf alle Lebensmittel versprochen. Sie hätte diese Absicht auch bereits längst ausgeführt, wenn nicht die Reichsprä fidentenwahl den den Rechtsparteien die Erwägung der zweite Blutzeuge von Mörderhand gefallen nahelegen würde, mit diesen, die Bolksinteressen fo außerordentlich schwer schädigenden Absichten vorläufig war, durch die Hand von Mördern, die Ihnen nahegestanden haben! Und da wagen Sie es, von Schande zu reden, statt an Ihre eigene hinterm Berge zu halten. Um sich die Möglichkeit für Schande zu denken?( Stürmischer Beifall links.) Herr Schröder die Durchführung der Zollwünsche der Agrarier für die Zeit nach der Präsidentenwahl zu sichern, Der hat sich darüber beschwert, daß ein Redner einmal hier von der Fahne des Kaiserreichs als der Mörderfahne gesprochen hat.( 3uruf gert die Regierung die sogenannte fleine 3011vor Fahne des Kaiserreichs als der Mörderfahne gesprochen hat.( Buruffage, die im Reichswirtschaftsrat längst verabschiedet ist. In rechis: Weis ist es gewesen!) Ich nehme an, daß dieser Ausdrud gefallen ist, mit Bezug darauf, daß an den Gräbern der RachenauMörder Kränze mit schwarzweißroten Schleifen niedergelegt worden find.( hört! hört! linfs.) Gie tönnen, wenn Sie die schwarz find.( Hört! hört! links.) Sie können, wenn Sie die schwarzheißrote Fahne hochhalten wollen, diefer Fahne einen besseren Dienst tun, als wenn Sie darauf verzichten, so vorzugehen. Es genügt ja schließlich doch, wenn Sie die Hafentreuzfahne benutzen! Herr Schröder hat darauf hingewiesen, daß damals der Reichs Fenzler Dr. Wirth hier den Satz ausgesprochen habe: „ Der Feind steht rechts", während der Feind am Rhein gestanden habe. Dr. Birth hat meiner Erinnerung nach vom Rhein damals überhaupt nicht ge sprochen.( Sehr richtig! links und in der Mitte.) Er hat das auch nicht notwendig gehabt, weil die Politik seiner Amtszeit immer darauf gerichtet war, Rhein und Ruhr zu befreien. Dr. Birth hat schließlich damals ein Recht gehabt, davon zu reden, daß der Feind rechts steht, wenn es zum zweitenmal vorkommt, daß ein Mann, der seine ganze Kraft und fein ganzes Leben in den Dienst der Republir stellte, aus dem Hinterhalt abgeschoffen wird, mie es damals Rathenau geschehen ist. Herr Schröder, Sie waren ja damals nicht in diesem Haufe; aber wenn Sie in diesem Hause gewesen wären, hätten Sie nicht ben Mut gehabt, die Rede zu halten, die Sie heute gehalten haben. ( Buruf von den Natsoz.: Das ist die Freiheit!) Nein, das war nicht eine Frage der Freiheit, fondern es war eine Frage des ihr erhält die Regierung das handelspolitische Rüstzeug für die recht schwierigen Berhandlungen zum Abschluß von Handelsverträgen mit dem Ausland. Gerade deshalb aber ist die Berzögerung dieser Borlage sehr schädlich. Daher hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion sich zur Einbringung der folgenden Interpellation veranlaßt gefehen: delsvertragsverhandlungen durch den unfertigen ZuZahlreichen maßgeblichen Berichten zufolge werden die Hanstand der deutschen Zollgefehgebung erschwert. Der Reichswirtfchaftsrat hat in eingehenden Beratungen eine Borlage, den jogenannten fleinen Zolltarif, fertiggestellt, der eine Ergänzung des gelfenden Tarifs bringen foll. Wir fragen die Reichsregierung, warum sie die Einbringung des fleinen Zolltarifs immer wieder hinauszögert? Jit es richtig, daß die Reichsregierung beabsichtigt, die Einbringung der Zollvorlage mit der Wiedereinführung der Getreide- und Fleischzölle zu vertoppeln, oder fich zu diefer Wiedereinführung, ja zu ihrer Erhöhunng auf die Säße des alten autonomen Tarifs ermächtigen zu laffen? Wie rechtfertigt die Reichsregierung die durch die Verzögerung der kleinen Zolltarifvorlage entstandene Behinderung unserer Handelsvertragsverhandlungen? Man wird auf die Beantwortung der Interpellation, in der die Regierung ihre Karten wird aufdecken müssen, gespannt sein dürfen. Nach dieser notwendigen Feststellung will ich aber fein Hehl aus meiner inneren Ueberzeugung machen, daß ich in der jetzigen Berfaffung nicht das Ideal erkennen fann. Ich halte fest an dem, was ich ais Reichsminister des Innern verant. mortlich gejagt habe, daß die Verfassung auf der Bahn organi scher Entwicklung weitergebildet werden muß." Damit enthüllt Jarres offen seine Absichten. Seine Bräsidentschaft, wenn sie zustande käme, soll dazu ausgenugt werden, die Berfaffung rückwärts zu revidieren. Rüdmärts revidiert werden sollen die schwachen Ansäge zum Einheitsstaat, die die Weimarer Verfassung gebracht hat. Bayerische Separatisten und hannoversche We1fen fönnen auf die Unterſtügung ihrer Pläne durch diesen Mann rechnen. In einer Zeit, in der die wirtschafliche Entwicklung im Innern ebenso wie der Konkurrenztampf unseres Landes auf dem Weltmarkt gegenüber großen und durch ihre Einheit mächtigen Staaten die entschlossene Busammenfassung aller wirtschaftlichen und politischen Kräfte erfordert, erhebt ein beschränktes Spießbürgertum die Parolen längst überlebter Krähwinkelei zur Forderung des politischen Tagestampfes. Die Arbeiterschaft wird gegenüber diesen sinnlosen und verderblichen Phantasien um so fester an dem großen Gedanken des nationalen Einheitsstaates aller Deutsch en festhalten; der allein Aufstieg und Weltgeltung für unser Volk bedeutet. Die ,, organische Entwic und ist der Ausfluß jener beim deutschen Bürgertum so verlung" des Herrn Jarres ist die Sch wäch ung des Reiches, hängnisvoll entwickelten un politischen romantischen Borliebe für eine überlebte Bergangenheit, die niemals wieder Wirklichkeit werden kann. Jarres versichert: „ Schwarz- Rot- Gold find die verfassungsmäßigen Farben des bestehenden Staates.. Aber dringend erscheint mir die Lösung des unleidlichen und unser Ansehen im Ausland herabsetzenden Flaggenstreits." Scheinheilig bedauert der Kandidat der Reaktion, daß der Flaggenstreitu parteiagitatorischen Zwecken mißbraucht" würde und er verlangt, daß man die Anhänglichkeit an die Farben Schwarz- Weiß- Rot achte. Niemand hat auf der Linten früher den Flaggenstreit heraufbeschworen. Erst seit dem Kapp Putsch sind die Farben Schwarz- Weiß- Rot. be mußf von den Mörderbanden Ehrhardts, der KillingerOrganisation und von deutschnationalen Demagogen zur Fahneder Rebellion gegen die freie Selbstbestimmung des Lölkes aeftempek! worden. Niemals würde es in Deutsch- land einen Flaggenstreit geben, der in der Tat unser Ansehen im Ausland herabsetzt, wenn alle Kreise, wenn namentlich diejenigen, die Iarres auf den Schild erheben, den Farben der Republik allezeit Achtung erwiesen hätten. Seine Behaup- tung, daß die Lösung dieses Streits die d r i n g e n d st e Frage sei, bedeutet leider nicht eine Aufforderung an die Rechtskreise, die widerliche Hetze gegen Schwarz-Rot-Gold ein- zustellen, sie bedeutet vielmehr die Ankündigung des Präsi- dentschaftskandidaten, den Kampf um die Abänderung der verfassungsmäßigen Farben aufzunehmen, wenn eine Mehr- heit ihn wählen würde. Will Dr. Iarres damit etwa für seine besondere politische Befähigung plädieren? Er beweist doch nur. daß er die Absicht hat, zu den blöden Ksopffechtern de»»Kampfes gegen den Marxismus" zu willen zu sein. Darum erklärt er auch: »wir bekämpfen den uadeukscheu Geist der Rovemberrevo- toflon." Deutlicher kann man nicht werden. Iarres will«in Fanal zu neuen schweren inneren Kämpfen geben. Er beschimpft damit nur das deutsche Volk selbst. das mit einer bewundernswerten Leistung in dem Augenblick, als es von seinen allen Führern verlassen wurde, als der alle Staat an seiner inneren Unzulänglichkeit zusammenbrach, au» eigener Kraft sich den Weg zu neuem politischen und wirtschaftlichen Aufstieg frei machte. Es fehlt nicht der Appell an die Sentimentalität des Spießbürgers. Iarres will den Kampf um die Präsident- schaft„mit anständigen Waffen" führen und verzichtet darauf, die persönliche Ehre seiner Gegner anzugreifen. Das wird ihm auch bei den republikanischen Kandidaten, die gegen ihn aufgestellt sind, nicht gut möglich sein. Im übrigen, kann Dr. Iarres bestreiten, daß die Kreise, die ihn auf den Schild erhoben haben, den Wahlkampf seit Monaten mit den schmutzigsten Verleumderkampagnen oorbe- reitet und organisiert haben? Kann er bestreiten, daß seine Kreise es gewesen sind, die Ebert in den Tod ge- trieben haben? Kann er bestreiten, daß die ganze söge- nannte Korruptionskampagne nicht dem edlen Zweck dient, unser öffentliches Leben zu reinigen, sondern daß die Be- schimpfungen und Verleumdungen der Sozialdemokratie, die die Hugenberg- und Stinnes-Presse im Auftrag der Schwerindustrie betreiben muß, nur die Bahn für politische Vormacht des Geldsacks freimachen soll? Was nützt uns der großmütige Verzicht auf unehrenhafte Waffen gegen Männer, gegen die der erbitterste Gegner nichts vorbringen kann, wenn gleichzeitig nicht gegen einzelne, sondern gegen ganze Dolkskreise mit bewußter Ver- logenheit der ekelhafte Kampf niedrigster Verleumdermethoden betrieben wird, wenn in deutschnationalen Versammlungen man sich nicht scheut, von„Preußengeist gegen Barmatgeist" zu reden? Bei seinen Gläubigen mag Herr Iarres damit Ein- druck erwecken, die Arbeiterschaft weiß zu genau, daß diese sentimentale Geste sehr billig ist. Sie versteht sehr genau, wie der„Kampf um die Reinheit des öffentlichen Lebens" zu verstehen ist, wenn er von Geldsackpatrioten finanziert wird. Iarres wehrt sich dagegen, daß man ihn persönlich als Versackungspolitiker.verleumdet". Niemand in Deutsch- lond hat Dr. Iarres.verleumdet". Kann Dr. Iarres leugnen, daß er Monate lang in der schwierigsten Situation des Reiches den aberwitzigen Gedanken propagiert hat, Deutschland müsse den Mut haben, auf Jahrzehnte auf das Rheinland zu verzichten: »Mr holen uns das Rheinland in zwanzig Zahreo mit de» LaZonetteu wieder." Stammt dieser Ausspruch nicht von Ihnen, Herr Dr. Iarres? Ist es eine Verleumdung, wenn man sagt, daß diese wahnsinnige Idee von dem Präsidentschaftskandidaten der sozialen Reaktion mit allen Mitteln propagiert worden ist? Wer mit solchen Mitteln die Rbeinlandftage lösen wollte, hat ltein Recht sich darüber zu beschweren, daß man ihm Un» s ä h i g k e i t für den Posten des Reichspräsidenten vorwirst. Die Lehre von öer Leere. Soazertumschou von Kurt Singer. Drei Beispiel« der Warnung und der Trauer: in einem Dom- konzert sitzen ca. 100 Zuhörer, in der Singakademie etwa 30. im Kammermusikhaus genau 7. Alles innerhalb einer einzigen Woche In einer Konzertzeit, die rachitisch und blutleer, dabei äußerlich ge- ichwollen scheint, ist auch die äußere Situation der Säle von bei- spielhafter Lehrkraft. Entweder Leere zum Frieren und ohne jede künstlerische Spannungsmoglichkeit. oder angestaunt mit belang. losen Frei-Gesichtern, oder Gefolgschaft des Startums und der Sen- sation. Hier ist dann das.Was" unwesentlicher als das.Wer"; große, herrliche Politik des Backfischtums, dem in der Musik viele erliegen(und auch erliegen sollen). Auch ohne Radio liefe der Kurs kaum anders. Aber sieben Konzerte an einem Abend, fünfzig in der Woche— wie dünkt es euch. Künstler, Agenten, Kritiker, um cme radikale Einschränkung der Veranstaltungen? Die zyklischen Abende werden schon aus finanziellen Gründen nicht zu hallen Irin, bis aus die repräsentativ großzügigen der Staatskapell« und Phltharmonie(Kleiber und Furtwängler). Die Unbekannten und die Götter mittlerer Größe sollten sich zusammentun und zu drill oder viert ihre Kunstabende oeranstallen. Gebt Gemeinschofts- kcnzert«, so ihr nicht Erdmann. Kreisler, Schnabel. Onegin heißt! Geteilt« Kosten, geteiltes Leid, gemeinschaftliche Preste. Für die Solisten größeren Formats wäre es ein leichtes und wäre es«in Akt sozialen Gefühls, in Berlin nicht mehr als ein- bis zweimal saisonweis auszutreten und dabei jedesmal«inen Unbekannten als Begleiter oder Mitspieler einzuführen. Auch ihre Säle sind ja schon »ur halbvoll: wäre doch ihre Seele ganz voll von Mitempfinden mit anderen, die sich plagen. Das gleiche gilt von den gar zu vielen Ensembleoereinigungen. Die ernste Musikkritik ist nicht mehr ini- stände, ruhigen Ohrs der Konzertmassenfabrikation zu folgen. Eine neue Saison ähnlicher Hypertrophie, und sie wird streiken. Künstler aller Schattierungen, vereinigt euch, schafft Gemeinschafts- a b e n d e, suchte neue Kräfte und Säfte, seid nicht engherzig und beachtet(ihr Lichtallen), daß das Einmalige Ereignis, das Ge» häufte vulgär werden kann. Ein Konzert mit dem Philharmonischen Orchester, mit einem Programm von zwei Sinfonien und einem Solistenstück, könnte durchaus und gut drei Dirigenten und einen Virtuosen beschäftigen. Vierfache Reklame, vierfach betriebener Billettoertauf, doppelte Probenarbeit— wie dünkt euch das? Zieh' endlich, Künstlerseele. aus der endlosen Leere der Säle, die Lehre' Die Stadt Berlin kann es sich leisten, aus ihrem ftunstfonds Geld freizumachen für die R a t h a u s k o n z e r t e. zu denen nur geladenes Publikum festlich strömt. Kammermusik muß kurz und kurzweilig sein, auch wenn sie tiefen Inhalt birgt. Die Gefahr des Leerlaufens ist sonst im kühnsten Werk nicht zu umgehen. Edmund Schröders Trio v-Moll ist zu lang geraten. Es laffen sich einige Episoden der Ecksätze fortdenken, ohne daß dos ganze, sehr formsicher, streng und wissend gezimmerte Opus leidet. Ein« herbe Stimmung herrscht vor, auch dos Gesungenste wird von einer inännlich- testen Gemütsatt geleitet. Die Interpretation durch Schubert. Leit, Schulz war großzügig und markant. Ein I Dieser Lorschlag des LersackungspoNMer» Iarres zeigt« nur, daß ihm jedes Augenmaß für die politischen Kräfteverhättnisse abging, daß er bereit war, Deutschland in ein aussichtloses, aberwitziges Abenteuer hineinzuführen. Für einen solchen Mann danken wir, für ihn dankt insbe- sondere das Rheinland, auf das sich Iarres glaubt berufen zu können. Wie wenig er dabei unbefangen zu denken vermag, zeigt feine Bemerkung, daß diese Politik gerade in„n a t i o- nalen Kreisen" Verständnis gefunden habe. Für ihn sind offenbar, wie für alle Deutschnationalen die Gegner seiner Politik keine„nationalen Kreise". Die„Zeit" überschreibt ihren gestrigen Aufruf für Iarres wieder„Für den Kandidaten des Reichs blocks". Dort heißt es, das den übrigen Kandidaten als„einziger Sammel- kandidat der Kandidat des Rechtsblocks, Dr. Karl Iarres" gegenüberstehe. Das ist er und das bleibt er, der Kandidat des Rechtsblocks, der Kandidat der Killinger und Westarp. Kein scheinheiligerer Satz konnte von ihm geprägt werden, als die Schlußworte seiner Rede: .Wir kämpfen gegen Kostengeist und Klassenhaß, für Staatswohl und nationalen Fortschritt. Der deutschen Z w i e» t rocht mitten ins Herz. Es lebe das einzige, untellbare deutsche Vaterland." Rein, im Gegenteil. Mit dieser Kandidatur vereinigt sich der Kastengeist der konservativen Junker mit dem Klassenhaß der Großunternehmer. Auf diese Kandi- datur setzen ihre Hoffnungen die Z e r s p l i t t e r e r der deutschen Einheit, bayerische und welfische Föderalisten. Für diese Kandidatur arbeiten die Banden des Herrn Killinger, arbeiten Stahlhelm und W e r w o l f, die be- rufsmäßigen Organisatoren des Bürgerkriegs und der deutschen Zwiettacht. Ihr gegenüber erhebt die Sozialdemokratte in diesem entscheidenden Kampfe die Fahne der nationalen Ein- heitsrepublik aller Deutschen. Sie bekennt sich zur freien Selbstbestimmung des Volkes und zum sozialen Auf- stieg der arbeiten Massen. Nicht Dr. Iarres, der Mann der Schwerindustrie und der Junker mit dem rückwärts gewandten Blick darf der Erwählte des Volkes fein, am Wahltag werden die Massen zeigen, daß sie vorwärts und in die Zukunft schauen! Unser Mann bleibt . März. 12 Uhr. UM die WäMeriisien ein! Die Listen liegen nur bis kommenden Montag aus. Die RegierungsbilÜung in Preußen. Versuch eines Veamtenkabinetts? Der Landtag wurde gestern um 2 Uhr zunächst vertagt und trat dann um 5 Uhr zu einer kurzen unwesentlichen Sitzung zusammen, da die Regierungsfrage auch bis zu diesem Termin noch nichtgeklärt war. Auf die heutige Tages� ordnung wurde von neuem als zweiter Punkt die Entgegen- nähme einer Regierungserklärung gefetzt. Wie der„Sozial- demokratische Pressedienst" meldet, rechnet man mit der Bil- dung eines Beamtenkabinetts, dem zwei sozial- demokratische Beamte angehören. Der Borstand des Z e n t r u m s berät darüber, ob M a r x die Wahl zum Mini- sterpräsidenten annehmen soll. -» Im Landtag berieten am Mittwoch abend die Vorstände der Reichs- und Landtagsfraktion des Zentrums üb« die Regi«ungs- bildung und nahmen dm Bericht des Ministerpräsidenten Marx «ntgegen. Entscheidend« Beschlüsse wurden, wie wir hören, nicht gefaßt: die Beratungen sollen am Donnerstag fort- gefetzt merdcn. Hamburger Senatswahl. Kommunistischer Klamauk. Hamburg. 18. März.(Eigener Drahtbericht.) In der Sitzung des Hamburgischen Landesparlaments am Mittwochabend stand als einziger Punkt die Neuwahl des Senats auf der Tages- ordnung. Vorher verlangte und erhielt aber ein kommunistijcher Abgeordneter das Wort zu einer Anfrage wegen der in Hunger- st r e i k befindlichen Feftungsgefangenen, die er an einen Ange- hörigen seiner eigenen Fraktion als Behördenmitglied richtete. Gleichzeitig brachten zwei kommunistische Abgeordnete zwei große P l a k a t st a n d a r t e n in den Saal. Der Aufforderung, diese Plakate zu entfernen, wurde nicht Folge geleistet, worauf die Ab- geordneten ausgeschlossen wurden. Darauf wurden von der allge- meinen Zuhörertribüne Zettel geworfen und Hochrufe aus die Gefangenen ausgebracht. Auf Anordnung des Präsidenten wurden die Zuhörertribünen geräumt. Nachdem eine Besprechung der An- frage abgelehnt war, versuchten nacheinander sechs Kommunisten noch das Wort zu nehmen. Die Sitzung wurde jedesmal unter- krochen und die betroffenen Abgeordneten ausgeschlossen. Der Pest der kommunistischen Fraktion brachte dann 5)ochrufe aus und wurde ebenfalls ausgeschlafen. Vier Abgeordnete, die den Saal nicht verließen, wurden durch Beamte der Kriminalpolizei aus dem Hause entfernt. Nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung wurde dann die Neuwahl des Senats vorgenommen. Die Deutschnationalen waren nicht erschienen, so daß die nach der Vereinbarung zwischen Sozial- d em o k ra t en. D em o kra t e n und D o l k s p a r t e i l e r n vor- gesehenen Kandidaten mit den Stimmen dieser Fraktion gewählt wurden. v Die Mitglieder der Bürgerschaft begaben sich dann in den großen Festsaäl des Rathauses, wo die Vereidigung der. neuen Mit? CÜgdcr des Senats erfolgte. Der Präsident der Bürgerschaft, Genosse ��7'Yielt dabei eine Anfprache.�m her'ir'allf' dt? Bedeutimg' de? hamburgischen Staates für die deutsche Wirtschaft hinwies und als eine der bedeutsamsten Ausgaben des neuen Senats ersprießliche Verhandlungen mit Preußen über die groß. hambnrgische Frage bezeichnete. Besonders herrliche Worte richtete er an den anwesenden Bürgermeister Stalten, der 1901 als erster und einziger Sozial- demokrat in die Bürgerschaft eintrat und jetzt wegen seines hohen Alters zurückgetreten ist. Dann leisteten die Senatoren den Eid auf die Reichs- und die Landesverfassung, wobei Bürgermeister Dr. Petersen für die Wahl dankte und treue Erfüllung des Amtes versprach. Dann wurde die Sitzung, ohne eine weitere Störung, geschlossen. Der Senat setzt sich jetzt aus 7 Sozialdemokraten(Krause, Stubbe, Grünwaldt. Eisenbart, Schönfelder, Neumann und Mendel): 4 Demorkraten.(Dr. Petersen, Dr. N ö l d e ck e, Dr. M a t t h a e i und Cohn) und 4 Volksparlei. lern.(Dr. Burchard. Dr. de Chapeau rouge, Dr. Schwamm und Behring) zusammen. Mann über Dorü. Wieder ein Ausschlust anS der KPD. Der ,,P of s j s ch« n Zeitung" wird aus Frankfurt gemeldet: „Die Kommunistische Partei in Frankfurt geht sehr streng gegen ihr« Mitglieder vor. Nun ist auch gegen den bekannten kommunisti- schen Rechtsanwalt Seckel ein Ausschlußverfahren eingeleitet worden, well«r seinen Pflichten als kommunistischer Verteidiger nicht mit der nötigen Energie nach- gekommen sein soll. Dr. Seckel führt« die Verteidigung in einer Reihe von Prozessen gegen Kommunisten, u. a. auch vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig. Diese Vorgänge innerhalb der Kommunistischen Partei deuten darauf hin, daß sich in ihr ein Zersetzungsprozeß jetzt vollzieht, der seit langem zu er- warten war."__ öarmat-�bbau. Zu den eifrigsten Rufern im Strell um die Reinigung des öffentlichen Lebens gehört die„Börsenzeitung". Morgens und abends führte sie den Kampf gegen die B a r m a t s und die von ihnen verursachte schröckliche Korruption. Jetzt sieht sie sich genötigt, folgendes zu schreiben: In Nr. 31 unserer Zeitung vom 20. Januar d. I. unter der Ileberschrist„B a r m a t und der Preußische Pressedienst, Aufklärung dringend nötig", haben wir erklärt, es sei uns versichert worden, daß auch dem Preußischen Presiedienst von feiten des Barmat-Konzerns Gelder zugeflossen seien. Der Preußische Pressedienst hat die Richtigkeit dieser Behauptung bestritten. Ties hat uns Veranlassung gegeben, inzwischen eigene Nach- s o r s ch u n g e n anzustellen. Diese haben zu dem Ergebnis ge- fuhrt, daß wir von der Unrichtigkell der uns seinerzell gewordenen Angabe überzeugt sind Wir bedauern, einer falschen Insor- mation auch nur in der bedingten Form, wie es geschehen ist. Raum gegeben zu haben, und erhallen die Angabe, dem Preußischen Presse- dienst seien Gelder von dem Parmat-Konzern zugeflossen, nicht aufrecht. Die.Börsenzeitung' und all die anderen Organe der schwer- industriellen Kreise werden noch manches zurücknehmen muffen. Wie schrieb doch kürzlich ein deutschnationales Blall:.Es ist zwar fraglich, ob gegen die Darmots strafrechtltch etwas herauskommen wird.. Das ist allerdings fraglich. Nicht fraglich ist nur. daß sie biszurPräsidentenwahl Hetzen müssen, denn bis dahin braucht man doch den Skandal! Golüströme für Killinger-�arres. Unerschöpfliche Mittel aus dem Korruptionsfonds. Das Millionengeschäft der Schwerindustrie trägt jetzt seine' Früchte für diejenigen Parteien, die es ermöglicht haben. Toujsnde und Abertausende von Mark sind bereits dem Rechtsblock zur Vor- bereitung der Präsidentenwahl zur Verfügung gestellt worden. Es beißt, daß die bisher eingegangenen Gelder an den Betrog von 2 Alillionen Mark heranreichen. Man sieht, die Schwerindustrie und Landwirtschaft läßt sich die Sache etwas kosten, um Herrn Jcrres schon im ersten Wahlgang durch das Ziel zu führen. Für die Erhöhung der Arb ei ter löhne besitzen diese Herr- schaften nie Geld, aber es fließt in Hülle und Fülle, wenn es sich darum yandell, auf Jahre hinaus ihre Besitzertnteressen zu sichern, und es wird gegeben in der Erwartung, daß es einst- mals in verdoppelter Auflage zurückfließt. Dos 700