Nr.136 42. Jahrgang Ausgabe A ne. 69 Bezugspreis: 23dhentlich 70 Bfennig. moni 8- Reichsmart soraus zahlbar. Unter Arensband für Deutschland, Danais. Gaar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Zuremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormoris" mit ber Sonntags beilage Bolf und Reit mit Giebe Jung und Aleingarten fomie ber Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenitimme erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adrese: Cozialbemotret Verlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltlae Ronpareille. Beile 70 fennia. Rellamegeile 4, Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Bort 20 Bfennig ( auläffia amei fettgebrudte Borte). jebes weitere Wort 10 Bfennig. Stellengefuche bas erfte Bort 10 Bfennia, iebes weitere Bort 5 Pfennig. Borte über 15 Buch ftaben zählen für awet Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Bfennig. Anzeigen für bie nächste Stuminer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Saup gefchäft. Berlin GB 68, Linden. Brake 3. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr radim. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönhoff 292-293 Berlag: Donboff 2506-2507 Sonnabend, den 21. März 1925 Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenste.3 Poftichedkonto: Werlin 37536Bankkonto: Direktion der Diekonts- Sefellschaft, Tepofitenkaffe Lindenstraße 8 Ein Ruf an das Deutsche Volk! Otto Braun für Republik, Frieden und soziale Demokratie. Wählerinnen und Wähler! Der Bräsidentschaftskandidat Genoffe Otto Braun, Republik: das ist die Fortführung der Arbeit Friedrich Eberts. || Ministerpräsident a. D. wendet sich an die Wählerinnen und Hier ist ein starkes Befenntis zum neuen deutschen Staat. Wähler mit folgender Rundgebung: Nicht nur zu seinem formalen Aufbau, sondern zu den großen Idealen, von denen Staat und Verfassung des neuen Deutsch land getragen find. Otto Braun, und Millionen Deutscher mit ihm, empfinden die Demokratie nicht als ein leeres formales ftaatsrechtliches Prinzip. Sie ist uns Weg und Einleitung zur Verwirklichung großer gesellschaftlicher Ideale: Gerechtig feit zwischen den einzelnen wie zwischen dem einzelnen und dem Staat, der Arbeit ihr Recht, Frieden zwischen den Völfern! Die Republik- das ist für uns Glaube und Herzens sache, die Gewähr einer besseren Zukunft. Do ist nichts von Kompromiß, nichts von den Berlegenheiten, den halben Ehrlichkeiten und den ganzen Unehrlichkeiten, die Herrn Jarres und fein Programm auszeichnen. Bierzig Millionen erwachsener Deutscher haben ein Recht, mich zu hören. Nur zu wenigen fönnte ich sprechen. Darum wende ich mich an alle durch das gedruckte Wort. Für den zweiten Präsidenten der deutschen Republif ist nur ein Programm möglich: Fortjehung des Werkes, das mein verewigter Freund, Reichspräsident Friedrich Ebert, begonnen hat. Als Oberhaupt der deutschen Republit war Ebert von anerfannter Unparteiligtelt Das hat ihn nicht gehindert, fich mit den Massen des werftätigen Boltes, denen er entflommte, unlöslich verbunden zu fühlen und den Ideen freu zu bleiben, für die er Zeit feines Lebens gefämpft hatte. Er hat die demokratische Republit, die allen, Männer und Frauen, gleiche staatsbürgerliche Rechte verleiht, als die einzige Staatsform ettannt, in der das deutsche Bolt nou) leben fann. Seine Erkenntnis hat sich gegen alle Anfeindungen durchgefeht. Aber nech bedarf die Republit an allen Stellen, besonders an ihrer Spitze, des Schußes durch überzeugte Republikaner. Wir dürfen den Sieg nicht denen gönnen, die gestern noch im Kampf gegen die Republik standen, und die heute noch nur wider willig, nur mit halbem Herzen fich zu ihr bekennen. Die Republik hat die alten Farben deutscher Freiheit und Einhelf Schwarz- Rot- Gold wieder zu Ehren gebracht. Wir mollen diese Farben als die der Nation wert und heilig halten: wer fie beschimpft, beschimpft die Nation. Die Bergangenheit wollen wir nicht schmähen. Doch find wir verpflichtet, aus ihren schweren Fehlern zu lernen. Unsere Zeit verträgt tein Herrenregiment! Der mündige Staatsbürger hat auch als wirtschaftlich tätiges Glied des Bolles ein Recht, auf achtungsvolle Behandlung und menschen. würdiges Dasein. Nach vieljährigen harten Entbehrungen ist der Drang der werktätigen Maijen, teilzunehmen an allen Kulturgütern der Menschheit, doppelt verständlich und berechtigt. Verständlich und berechtigt ist auch der Ruf der durch wahldemagogische Versprechungen belrogenen Spater nach fozialer Gerechtigkeit. Unsere Zeit verträgt auch fein Spielen mit verhängnisvollen 3deen aus der Zeit der deutschen Zerriffenheit. Nicht Rüdwärts revidierung der Verfassung zur alten Bundesstaaterei, sondern Entmidlang zur Einheitsrepublit fei unser Ziel Nur in straffer ftaatlicher Zusammenfaffung tann Bolt und Wirtschaft wieder gefunden und erstarten. Die Reinheit des öffentlichen Lebens, an der cs unter allen Staatsformen leider viel gefehlt hat, fann nur hergeftellt werden durch die Befestigung der politischen und wirtschaftlichen Verhältniffe und durch jene öffentliche Kontrolle, die das System der Demokratie gewährleistet. Sie wird nicht erreicht durch Berleumdungsfeldzüge, die einige großkapitalistische Konzerne finanzieren, um ihre Alleinherrschaft aufzurichten. Reinheit des öffentlichen Lebens und echte Demokratie sind mit der Herrschaft großtapitalistischer Konzerne über Staat und Bolt nicht vereinbar. funft entgegen. Das ist der große Gegensaß zwischen Otto Braun und Jarres, zwischen uns und dem Rechtsblod. In der Kund gebung Otto Brauns spricht das Deutschland, mit feinem Willen zu Aufstieg und Freiheit, mit seinen Zukunfts idealen, die an die besten Traditionen deutschen Geisteslebens anfnüpfen. Das Programm des Rechtsblocks ist der Stillstand und die Rückkehr zu überwundenen Formen des staatlichen Lebens und der gesellschaftlichen Beziehungen. Unser Pro gramm heißt weiterbauen auf der Vergangenheit, aus ihren Fehlern lernend das Programm des Rechtsblocks, in den Fehlern der Bergangenheit beharren. S Dieser Gegensatz zwischen dem neuen Deutschland und dem alten Deutschland symbolisiert sich in der Flaggenfrage. Schwarz Rot Gold- das neue Deutschland. Otto Braun schließt: wir wollen diese Farben als die der Nation wert und heilig halten"- Jarres aber begnügt sich mit der Versicherung, sie achten zu wollen. Nicht Achtung aber ist es, was der Präsident der deutschen Republit den Farben der Nation entgegenbringen soller soll sie im Herzen tragen als das Symbol der Nation, ihrer Einheit und ihrer Ehre! Schwarz- Weiß- Rot- das Symbol unserer Vergangenheit. Das Symbol der Vergangenheit will Jarres mert und heilig halten, ohne das Symbol unferer Gegenwart und Zukunft mit dem Wollen und dem Herzen zu umfassen, ohne den Weg aus der Vergangenheit zum neuen Deutschland zu suchen und zu finden. Wir aber lernen aus den Fehlern der Vergangenheit, um vprwärts zu gehen zu besseren Zeiten. Borwärts mit dem neuen Deutschland zu besseren Zeiten! Borwärts zu den großen Idealen der Demokratie und der sozialen Gerechtigkeit! Das ist das Programm Otto Brauns, ist unser Programm, ist das Programm des neuen Deutschland. Bormarts mit Otto Braun! Jarres erledigt sich selbst. I Dokumente zur Versackungspolitik. Jarres in der Philharmonie( März 1925). Der Gedanke einer Preisgabe der Rheinlande hat zu feinem Zeitpuntt auch nur im entferntesten Bereich meiner politischen Erwägungen gelegen." II. B Aus einem Rund'chreiben Jarres'( September 1923). Ich fürchte, daß es bei den weiteren Berhandlungen ähnlich wie bei den Friedensverhandlungen zu einem schwäch lichen Nachgeben, ja vielleicht zur Annahme von Dittatbedingungen unter Brotest tommen wird. Die Eituation bliebe dann völlig ungeklärt und Deutschland vertraglich gefesselt der Laune des neuen Siegers überantwortet. Ein folcher Abschluß mürde das Schlimmste sein, was Deutschland treffen tönnte. Seine Einigteit als Staat würde auch äußerlich zerfallen. Diese nationale Belastungs. probe würde bas Reichsgefüge nicht aushalten. Ich fürchte mit Grund, daß Bayern und andere Landestelle nicht mitmachen und sich vom Reiche lossagen würden. Aber auch das besetzte Gebiet würde in folcher Kapitulation in geschict genährter Empfindlichkeit ein Im stichlassen finden und in die Arme des Feindes getrieben werden. Die Lösung würde eine schwächliche sein und im besten Falle unter faulen Bedingungen, beren Konsequenzen sich erst allmählich, aber dann um so drückender geltend machen würden, eine Ueber tleisterung des französisch deutschen Gegensages bedeuten, die weit mehr als das besetzte Gebiet vom unbefeßten Deutschland trennen würde als mativer Form auffordern. aus dem Einbruchs. gebiet und Ganttionsgebiet abzurüden und im Rheinlande die durch den Friedensvertrag gewährleisteten ver fassungsmäßigen Zustände wiederherzustellen, d. h. seinerseits den Friedensvertrag zu erfüllen; anderenfalls merde Deutschland zu feinem Bedauern genötigt sein, den Friedensvertrag Frantreich und Belgien gegen. über für aufgelöst zu erklären. Der dann eingetretene Kriegszustand wird vermutlich( 1) nur formeller Natur sein und bei unserer Behre losigkeit afute Formen nicht annehmen. 2 eptere fönnen vor. aussichtlich nur(!) in weiterer Befehung deutschen Gebietes bestehen, die wir auch in Rauf nehmen müßten und bie zweifellos den europäischen Konflitt be. fchleunigen würden, ohne deffen Hilfe meines Erachtens endgültig eine Befreiung des Rheinlandes nicht denkbar ist. Eine folche Löfung würde ja das offupierte Gebiet zunächst von uns trennen. Diese Trennung würde jedoch die unbedingt notwendige Klar. heit bligartig schaffen; sie würde vom befeßten wie vom unbelegten Gebiete als aufgezwungener Gewaltaft aufgenommen und getragen werden; die Einheit des Reiches im unbefeßten Ge biet würde ermöglicht, ja meines Erachtens unter dem Druce des Auslandes gefestigt werden, und das Band zwischen beseztem und unbefeßtem Gebiet würde nur äußerlich zerrissen, inner. lich aber gefestigt sein. Und der weiteren Zukunft, die sich für Deutschland entwickelt muß, fönnten wir mit weit größerem Ber trauen entgegensehen. Ein Abschnitt des großen Kampfes würde nicht mit Erfolg, aber mit Ehren beendet sein, und die Kräfte für den weiter notwendigen Kampf blieben ge lammelt und geeint Werfen Sie mir bitte nicht vor, dlefe Lösung dränge auf den Revancheweg und fei Utopie. Nein, sie ist die einzig folgezichtige und frei von Selbsttäuschung und Rebel." III. Das alles find Grundfähe Friedrich Eberts, zu denen auch ich mig bekenne. Auch nach außen bedarf unser Volf, wie der verstorbene Reichspräsident klar erkannte, zu feinem Wiederaufffieg des Friedens. Hätte er jenen unheilvollen Stimmungen nachgegeben, die nach dem Ruhrkampf deutsches Land in voreiliger Verzweiflung schon vereine flare, zunächst brutal erscheinende Abschneidung. loren gaben und von feiner späteren Zurüderoberung träumten, Deshalb will mir die lettere Lösung nach wie vor als die einzig dann ginge jetzt Deutschland tödlich verstümmelt einer dunklen Zurichtige erscheinen. Kurz[ fizziert, denke ich mir diese wie folgt: Stresemann mag seine Berständigungspolitik mit Nachdruck fortsetzen. Dabei muß er sich im flaren sein, daß die Entscheidung balb fallen muß. Wir wollen mit ihm hoffen, daß diese Bolitit zu dem von ihm flar umriffenen Ziel einer die Ehre unseres Volkes und die deutsche Staatshoheit im Rheinlande sichernden Berständigung führen wird. Nach der gestrigen Rede Poincarés ist in dieser Beziehung allerdings nicht viel zu hoffen. Sieht der Reichskanzler nach kurzer Zeit, daß der Feind nicht will, oder geht gar der Fran zose troß dieser Berständigungsgeneigtheit zu weiteren traffen Gewaitmaßnahmen über( z. B. Ausführung der Ordonnanz über die Belegung höherer Verwaltungsstellen, weitere Besetzung deutschen Gebietes, Einführung rheinischer Währung usw), so muß die Reichs regierung fich zu einem endgültig flärenden Schritte entschließen. Sie muß, geftigt auf ihre wiederholte Erklärung, zu Verständigungen bereit zu fein, und unter Hinweis auf ihre noch immer unbeantwortete. Memorandumnote vom Juni d. 3. sowie jekt mit dem Feinde zu brechen. auf die zwischenzeitlich auch amtlich durch England feierlich erflärte Berlegung des Friebensvertrages durch den franzöfifch- belgischen Wir gingen in ben Rampf mit der Annahme, daß ein Rechtsbruch Einbrud, ben Feinb meiner Meinung nach in ultt. bes Gegners erfolgt ist. Wir gehen heute wieder alle möglichen Erinnert euch, von wem und mit welchen Wassen von der giftigen Berleumdung angefangen bis zum Mord aus dem Hinterhalt- Ebert und feine Mitarbeiter wegen ihrer Friedenspolitik bekämpft wurden! Heute sind diese kritiker und gehäffigen Gegner genötigt, genau dieselbe Politit zu treiben. Erkennt, deutsche Wählerinnen und Wähler, wie ihr durch monarchistische und übernationalistische Irreführung betrogen worden feld! Gegen sie rufe ich euch zum Kampf, nicht für meine perfon, fondern für die Zukunft unferes arbeitenden und leidenden Bolkes. für die großen Jdeen, denen Friedrich Ebert gehuldigt hat! Es lebe die Republik! Berlin, 20. März 1925. Otto Braun. Hier ist ein Mann und fein Programm. Die Stepublit bas ist Programm genug. Die Republit: das heißt Fortführung ber Arbeit am neuen Staat, an der Be freiung unb am Bieberaufstieg bes deutschen Bolfes. Die Aus einer Rede von Jarres( September 1923). Benn ich richtig verstanden habe, dann ist der Herr Reichs. tanzler und die Mehrheit der Borredner der Meinung, daß der Biderſtand aufgegeben und an eine Aufnahme der Ber. handlungen herangetreten werden muß. Ich bin anderer uffaffung. Wir müssen bekennen, daß wir den Widerstand nicht weiterführen fönnen, weil er sich jetzt gegen uns selbst wendet. Bir dürfen uns aber nicht mit bem feind in aus. fichtslofe Berhandlungen einlaffen. Es ist das einzig richtige, Wege, nur nicht den furaefte«. Setzt, mo wir das Zeugnis der ganzen Welt und besonders das Zeugnis von England haben. ist es das richtige, wenn wir sagen können: Fußend auf unserem Rechtsstandpunkt, fordern wir nochmals von den Fron- zcsen in ultimativer Form unter Darlegung der von uns zu machenden Zugeständnisse die Räu- müng des Ruhrgebiet«». Wenn der Franzose darauf nicht eingeht, dann halten wir auch unsererseits uns nicht mehr an den Vertrag gebunden. Sie können mir entgegenhalten, daß die» den Kriegszustand bedeuten würde. Aber ich glaub«, daß es nicht zu einem offenen Kriegszustand kommen wird, höchsten» zu einem latenten Kriegs» zustand. Es wird aber zu einem klaren und unzweideutigen Schnitt zwischen besetztem und unbesetztem Gebiet kommen. darüber bin ich mir völlig im klaren. Aber dieser Schnitt wird doch kommen, auch wenn wir die Bedingungen der Franzosen annehmen. Im Endessekt sehe ich in dem einen wie in dem anderen Fall die gleiche Lösung. Dan» möchte ich den klaren Schnitt machen. Gewiß wird dies sür das besetzte Gebiet die furchtbarsten Folgen haben. Aber es ist die einzig richtige Lösung, wenn ich mir alles klar und logisch durchdenke." * Armer I a r r e s! Der Schatten des Reichskanzlers a. D. M i ch a« l i s, der den Aufruf für ihn mitunterzeichnete. umschwebt ihn. Ein branchbarer Mann auf engerem Gebiet, beginnt er sofort in den Schlingen der eigenen jzilflostgkeit zu zappeln, sobald er den Boden der Politik betritt. Strese- mann, gegen den er damals kämpfte und der ihn jetzt vor- schiebt, ist gegen ihn noch„em Titan'.(Schiebt ihn Stresemann vielleicht eben deshalb vor?) Mit seiner„Dersackungspolitil" — wer kann die Berechtigung dieses Ausdrucks jetzt noch be- streiten?— hat er sich e l e n d blamiert. Gestellt, leugnet er und riskiert, den Ruf zu verlieren, den er bisher noch be- saß, nämlich den, ein Charakter zu sein. Und doch ist's nur Verlegenheit, nichts anderes! Rur die Hilfslosigkeit des Dilettanten, der auf einmal den Meister spielen soll! Was nun? Eigentlich müßte 5)err Jarres nach solchen Feststellungen von seiner Kandidatur zurücktreten. Diel- leicht will er es sogar. Man wird es ihm nicht erlauben. Und «enn es dann die Ironie der Weltgeschichte wollt«, daß er sogar vielleicht Reichspräsident würde— armer Iarres! Armer Iarres? Armes Deutschland! Bus Sem Wege zum Geftänünis. IarreS-Rede in Breslau. Vresluu. 20. März.(Eigener Drahtderlcht.) Dr. Iarres hielt heute nachmittag vor«inertv Publikum, von dem die Arbeiter schon durch die gewählte Zstt der Versammlung ausgeschlossen waren, sew« zweit« Kandidalenred«, in tet er schon erheblich mehr au» sich herausging, als in Bettin. Die äußere Ausmachung «».sprach dem von unserer Press« schon veröffentlichten deutschnatio» valen Rezept. Unter den Klängen ein«» Morsches bettat Iarres den Saal, wie»in Darttekünstler, dann folgte die Abstngung eines evangelischen Choral« durch di« ganz« Versammlung im Stehen und dann empfahl der örtliche Vorsitzende d:s deutschnatio- rmlen Parteiverein» den Kandidaten des.Reichsblock«", wodurch dessen überparteilicher Charakter«indzutig geklärt war. „ Iarres erklär.«, für ihn gelt« da» Wort:.Dich lebt« still und harmlos", fern von der Politik. Er zweifle auch jetzt noch, ob er soviel Vertrauen seiner Wähler verdiene. wie ihm entgegengebracht werde Leider könne er in Ostdeutsch- fand vor dem Wahltag nur dies««in« Versammlung abhalten, gleich- zeitig auch für Ostpreußen und Oberschlesien. Nach einigen Lätzen über Außenpolitik, d,e nichts besagten, sprach 3arte» über seine Rhsinlandpolitik offener als in Berlin. Er häkle dort den starken Weg gehen wollen, während ander« zum gleichen Ziel der Erhaltung des Rheinlandes und des Ruhrgebietes beim Reich und bei Preußen andere Wege marschierten. Er gebe zu, daß man>>b«r die Weg« öoten öes Jrühlings oüer: Oer Gelehrtenstreit und üke Straßentinüer. Von Bruno P. Schliephock«. Frühlingsansang ist immer schon ein schweres Problem gewesen. Die Gelehrten waren sich nicht einig und mußten schließlich dem vor- nehmsten Rechenkünstler vertrauen: dem Sterngucker. So wurde Frühlingsanfang mit feierlicher Wichtigkeit auf den?1. März fest- genagelt. Aber leider respektiert dieser übermütige Götterjüngling den Sterngucker wenig: denn unser winterlicher Freund, das Stern- bild de» Orions war noch nicht vom Abendhimmel verschwunden, und schon flöteten di« Amseln und schlugen die Finten, daß es einem in- wendig ganz sonderbar zumute wird. An diesem verirrten Frühling soll natürlich der Wettermacher schuld sein. Der flucht in allen Windarten und schwört Rache: ober die gräulichen Nebe'tücher, die er immer gerade Sonntag» früh vor unsere Fenster hängt, können un» doch nicht mehr erschrecken. Der Botaniker lacht über den Streit um Frühlingsansang. Er meint, man müsse nicht zu sehr aus Aeuherliche» sehen, sondern auch mal aus das Innenleben der Pflonzen schauen: wenn Blumen und Bäume wieder anfangen, in ihren ganz kleinen Röhrchen Saft au» der Erde zu pumpen, dann— ja dann fängt eben auch der Frühling an. Aber— o weh— da kommt er schon mit seinem intimsten Kollegen in Konflikt, d. i. der vogelkundig«. Der behauptet, die Schwalben kämen frühestens 7. April aus dem Süden, und da» erst könne da» maßgebende Anzeichen für den Frühling sein. Wem ist da zu glauben? Denn was nützen uns die trcckenen Zahlen der Sterngucker! Wir wollen etwas Handgreifliche». Darum will ich dir meine Entdeckung verraten. Meine Hypothese ist sehr kurz: Frühling ist. wenn an allen Straßenrändern faustgroße Löcher«nt- stehen, die weder von Katzen, noch Hunden, sondern von kurz- und langhaarigen fröhlich lärmenden Zweibeinern herstammen. Dos sind die Löcher für die Trudeln, Kugeln, Murmeln oder wie diese Appo- rate sonst noch heißen Einen anderen Beweis hast du noch in den anderen runden, hüpfenden Dingern, Kreisel genannt, die einem jetzt so oft zwischen die Füße tanzen. Wenn dich dann nicht gleich der leibhaftige Frühling au» irgendeinem Kinderaug' angeschaut hätte. würdest du sicher geschimpft haben. Oder tust du es trotzdem?— Run. dann mottest du im ganzen Lohr vergeben» auf Frühling und Freud«. Denn der Frühling kommt nicht zu dir, du mußt zu ihm gehen. Ein Maulwurf hott In seinem Loch ein Lerchenlied erklingen. und spricht: wie sinnlos ist« dach, zu jubel» med zu singen. verschiedener Meinung sein könnte, aber es sei n i ch t anständig, darüber nachträglich zu streiten, wenn man dem gleichen Ziele zustrebe. Der Ruhrkampi habe zwar nicht zu Erfolgen geführt, aber dach vielen„ethischen Werten Achtung verschafft", lieber den Anteil der Arbeiterschaft an diesem Kampf und über den schmäh- liehen Lohn, den sie dafür erhielt, sowie über die Bereicherung der Ruhrindustriellen ging der Redner st l l l s ch w e i- g e n d hinweg, es sei denn, daß er die Ruhrmillionen der Thyssen und Dozier unter die„ethischen Werte" rechnet! Er verteidigt« die Annahm« des Londoner Pakts, wobei er sie aber nicht als Er- füllungspolitik, sondern als Befreiungspolittt bezeichnen wollte. Die Richträumung von Köln ottstoß« gegen den Geist des Londoner Dettroges. WirtschostspolUisch verlang i« Iarres freies Spiel für Deutschfand auf dem Weltmarkt. Zu gleich« Zeit erklärte er sich aber als An- häng« eines besonderen Schutzes der deutschen llmdwittschastllchen Produkklon. /luf öer Suche nach Jarreseln. Ebert soN für Iarres zeuge«. Die Propauandazentrale des Iarres-Blocks, die mit dem Gelde der Schwerindustrie arbeitet, besitzt ein« eigene Ab- teilung für die Bearbeitung der Arbeiterschaft in den Be- trieben. Diese Abteilung verbreitet„T a t t i s ch e R i cd t- l i n i e n", die für die„nationalen" Vertrauensmänner in den Betrieben stimmt, sowie eine Anzahl von Flugblättern, die auf die Arbeiter wirken sollen. Die Richtlinien und die Flugblätter gehen von der An- nähme aus, daß die Arbeiterschaft mit Stolz und Hochachtung auf Friedrich Ebert, den ersten Reichspräsidenten, der aus ihren Reihen hervorgegangen ist, zurückblickt. Die Taktik des Rechtsblocks geht dahin, durch Komplimente an die Adresse Eberls die Gefühle der Arbeiterschaft zu schonen, um sie dann für Iarres einwickeln zu können. Das ist auch ein Beitrag zum Kapitel: Ehrlichkeit im Rechtsblock. Dem Spießbürger gegenüber Verleumdung gegen Ebert, dem Arbeiter gegenüber Lob auf den eben Verleumdeten! In den„Taktischen Richtlinien" heißt es: .Vor allem muß daraus hingewiesen werden, daß Zarre« im guten Einoernehmen mit Ebert stand, weil I a r r«» den Partei- mann vom Staatsoberhaupt zu unterscheiden verstand." Die Hochachtung der Arbeiterschaft für Ebert soll von den dummschlauen Agitatoren des Rechtsblocks für Iarres ausgenutzt werden. Die Absicht hat gerade noch gefehlt, um das Bild des verlogenen Wahlfeldzugs der Rechten zu runden. Die Leute der Iarres-Propaganda müssen die Arvelterschast im übrigen für sehr dumm halten. Sie bieten ihr ein Flug- blatt für Iarres, in dem es heißt: .Die» Ziel erreichen wir ab« nur, wenn der Arbelt in Deutschland gebührende Ehre und gebührenden Lohn geflchett wird." Das sagen die Leute der schwerindustriellen Unternehmer! Nach ihrer Ansicht gebührt der Arbeit keine Ehre: daher das Geschrei nach dem Dürgerblock, um sie von Regierung und Verwaltung auszuschließen, daher.. die hämische und dumme Ueberyeblichkest gegenüber dem „Sattler Ebert". Was den L o h n anbelangt, so meint das hinter Iarres stehend« Unternehmertum, daß der Arbeit immer der gering st- mögliche Lohn gebührt. Vom Zehnstundentag wollen wir gar nicht reden. Dar Kandidat der Unternehmer wird keineArbeiter- stimme erhalten. Die Arbeiter stimmen alle für Otto Braun. knüppel-kunze für Iarres. Herrn v. Killinger, dem Freunde d« Erzberg«.Mördor, hat sich«in weiterer Kronzeug« für den Dttlegenheitskandidaien des Rechtsblocks. Herrn Obttbürgermeisfar Dr. Iarres. zugesellt. Knüppel-Kunze hat seine Pattei am Donnerstagabend im kleinen Sprechzimmer der Berliner Stadtverordneten versammelt. Jack LeuSon gegen Tierüressur. In der Vorred« zu seinem letzten Roman.Michael", der mit zu seinen besten Tiettchiiderungen gehört, gibt Jack London nach- stehend« Verurteilung der Tierdressuren, die noch ziemlich ausnahm»- los als ein berechtigtes Vergnügen des schaulustigen Publikums in der ganzen Welt gelien. Es heißt da: Sehr früh in meinem Leben erhielt ich, wahrscheinlich aus Arund der maßlosen Neugier, mit der ich geboren war, Abscheu vor Vor- ktellung»numm«n mit dressierten Tieren. Mein, Neugier zerstört« diese Form de» Vergnügens für mich, denn ich fühlt« mich versucht, Untersuchungen hinter den Kulissen anzustellen, um zu erfahren, wie di« Vorstellungsnummer zustand« kam. Und was ich hinter der ausgezeichneten Vorstellung und der blendenden Darstellung fand, war«in Abgrund von so sürchtttlicher Grausamkeit, daß ich über- zeugt bin,«« gibt keinen einzigen normalen Menschen, der, wenn «r nur ein einziges Mol sich darüber klar geworden ist, jemals«in vergnügen daran finden kann, Zuschauer bei einer Lorsührung dressiert« Tier« zu sein. Ich bin keineswegs ein altes Weib. Von Ktttikern und alten W»ib«n werde ich ats«ine Art primitiven Tiers betrachtet, das sich an bluttriefenden Gewalttaten und Schrecken erfreut. Lassen sie mich nun dem Ruf, den ich hinsichtlich diese» Punkte» im Urteil von Durchschnittslcuten erhalten Hab« und den ich daher nach Gebühr wert«, hinzufügen, daß ich wirklich in meinem Leben durch«ine sehr hart« Schul« gegangen bin und mehr gesehen habe, als Hinz und Kunz an Unmenschlichkeit und Grausamkeit sieht. Angefangen von Schifsbruch und Gefängnis, Armenquartier und Wüst«, ivchafott und Aussätzigenasyl bis Schlachtfeld und Militärhospital. Ich Hab« fürchterliche Todeskatostrophen und Verstümmelungen gesehen. Ich Hab« Geistesschwache hängen sehen, weil sie eben w» Geisttsschwoche nicht di« Mittel für einen Anwalt besaßen. Ich habe starke Männer in Mark und Bein zerschmettert gesehen und ander« Männer durch Mißhandlung zu unheilbarem und schreiendem Wohnsinn getrieben. Ich Hab« alt und sung, ja sogar kleine Kinder, au» reinem Hunger sterben sehen. Ich habe Männer und Frauen mit Peitschen und Keulen und Fäusten schlagen sehen und habe die Nilpferdpeilsch« so häufig aus die nackten KSrp« von N«q«buttch«n scdlaaen sehen, daß jeder Schlag die Haut in einem richtigen Krei» abschält«. Und doch muß ich zum Schluß hinzufügen, daß ich niemal» so entsetzt und er- schütter» über die Grausamkeit der Welt worden bin. als wie unter einem frohen, lachenden und applaudierenden Publikum, wenn di« Vorstellung dressierter Tiere in der Arena stattfand. In Wirklichkeit würden wir alle Blut und bitiere Tränen weinen, wenn wir die unvermeidliche Grausamkeit und Brutalität kennen lernten, auf der die Welt der dressiertsn Tiere beruht und besteht. Aber nicht«In Zehntel eines Pro.zentts von un» würde sich«wer Organisation zur Verhütung von Grausamkeiten gegen die Titt« anschließen. Das ist«in« Schwäche der menschlichen Natur. Und�doch steht sür die vg g Prvz. von un», wenn wir uns nicht bemühen unsere«igen« Schwäch« zu üderwinden, ein anderer Weg offen. Wir brauchen gar nicht an Vereinsbeiträg« oder Kassierer zu denken, wir brauchen überhaupt an nickte zu denken, ausqe- nommen, wenn ein« Vorführung dresstetter Tiere in einem Vattetö oder an einer Vergnügungsstätte gezeigt wird. In diesem Fall« können wir ohne weiteres unser« Mißbilligung einer solchen Bor- Dorr zähl:« man fünf deutsch« Männer beieinander Da» Ergebn:» dieser wichtigen Beratung liest man im„Lokal-Anzeiger" und anderen schwerindustricllcn Blattchen in Gestalt eines..Aufrufes de- Deutschsozialen Partei, Landesverband Groß-Berlin". Heil! Iarres wird dort als der Mann gepriesen, der.entschlossen sst, mit jeder pazisistischen Charakterlosigkeit und internationalen Würdelosigkeit zu brechen".(Siehe da» Garantieangebot an die Entente!) Knüppel au» dem Sack! Nur eines fehtt bei besagtem schönen Aufruf: Der Name des Häuptling« dieser menschheiisbesreicnden Innung wird schamhaft verschwiegen. Aber wenn auch der.Lokal-Anzeiger" schweigt. warum sollen w t r nicht reden. Hat das Volk nicht ein Recht darauf, zu erfahren, mit wessen Hilf« der große Mann des Rechtsblocks ins Reichspräsidentenpalais einziehen will? Knüppel-Kunz« aus dem Sack! Der nicht ernst genommene Luüenüorff. Em neuer Dolchstoß von hinten.— Der Knabe Ludendorff und der böse(Heist Hitler. Die Rechtspresse beginnt, sich von dem Schreck über die Kandidatur Ludendorff zu erholen. Sie fängt zu stammeln an und macht sich stark. Zuerst die Hugcnberg- Presse. Für die ist der Fall auch am klarsten. Es geht nicht um Gefühlsduselei sür sie, sondern um die materiellen Interessen ihrer Besitzer. Also erwidert sie: Ludendorsf kann uns nichts. Sie gibt ihn schon von vornherein einen Tritt: Eine ernst« Gefährdung der sür'Dr. Iarrr« zur Ler- fügung stehenden Stimmenzahl ist aber ausgeschlossen. zumal auch die weitesten Kreis« der deutschvölkischen Jugendbewegung nicht hinter Ludendorsf, sondern hinter Dr. Iarres stehen. Es wird ein Ausruf der nationalen Studentenoer- bände für Dr. Iarres verbreitet werden, den auch die deutsch- völkische Studentenbewegung unterzeichnet hat. obwohl Luden- dorfs ihr Protektor sst. Von einer Spaltung de» Reichsblocks durch die Kandidatur Ludendorsf tonn gar keine Rede sein. Die höchstzahl dtt Stimmen, die aus Ludendorsf absplittern können, wird etwa 100 000 betragen. So zu lesen in der Nachtausgabe des„Tag". Der Loebeli-Ausschuß läßt eine Mitteilung verbreiten, in der er erklärt, er wäre nicht bestürzt. Im übrigen lobt er die Mulle, Gräfe und R e v e n t l o w, die für Iarres eingetreten sind. Nun kann es diesen treu deutschen Helden nicht fehlen, die Mittel der Industrie werden ihnen nach Verdienst fließen. Im Reichstag wurde die Tatsache viel belacht, daß der Graf Reventlow beim Reichswahlleiter olle Minen springen ließ, um die Anerkennung der Kandidatur Ludendorsf zu oerhindern. Schon wieder«in Dolch« stoß von hinten! Der Loebell-Ausschuß läßt es auch nicht an dem so be- liebten Dolchstoß sehlen. Am Schluß seiner Mitteilung heißt es: Die Kandidatur Ludendorsf wird nach Ansicht de» Reichsblock« nirgends ernst genommen. Im Grunde genommen ist es aber der Rechten bei der Kandidatur Ludendorff nicht ganz wohl. Wie es bei ihr aussieht, offenbart die„Deutsche Tageszeitung. Di« bekommt plötzlich für olles Verständnis. Kommunistische Kandidatur:-laß doch dem Kind die Boulette. Kand idairr Marx und H e l l p a ch, zwar nicht zu entschuldigen, aber immerhin zu erklären. Kandidatur Held: schlimm genug. aber auch noch zu erklären. Aber, aber: Wenn aber nun auch noch Herr Adolf Hitler kpnunt,. und als Antiinorrist pur sang di« antünarxistssche Front dadurch schwächt, daß er Ludendorfs als Zählkandidaten miß» braucht, so gibt es dafür««der«ine Entschuldigung. noch eine Erl l ä r u n g. Alles ist für die Deutschnationalen zu ertragen, sogar Herrn Dehler hätten sie ertragen— nur die Kandidatur Ludendorsf nicht. Im übrigen ist diese Stimme sehr ehrend für Luden- flihrung gegenüber ausdrücken, indem wir un» von unseren Plätzen erheben und das Lokal verlassen, um die Bein« zu strecken und draußen frische Lust zu schnappen und zurückkommen, wenn die Nummer vorbei ist, um uns über den Rest des Programms zu freuen. Dies, nur dies ist alle», was wir zu tun haben, um«in für allemal von den Vorführungen dressierter Tier« an allen Dergnügungs- stätten befreit zu iverden. Zeiqt der Direktion, daß solch« Vor- lührungen nicht gern gesehen sind! Und am selben Tag und im leiben Augenblick wird die Direktion aufhören, dem Publikum solche Nummern vorzusetzen. Die Aufstndung eine» neuen Riesenhirsches. Im Februar ist bei den Boggerarbeiten für den neuen Datteln-Weseler Stichkanol etn gewaltiger Schädel eines völlig neuen Riesenhirsches gefunden worden, der bestimmungsgemäß an das Mulsum der Geologi- schcn Landeeanstali in Betiin abgelisfett worden ist. Es sst ein Fund von allergrößter Bedeutung, auch infolge der Begleitumstände. Das Geweihhorn de» Schädels zeigt«inen ganz neuen Typus, die 75 Zentimeter breiten, mit fchanfelförmigen Augensproffen versehenen Schaufeln sind weit zuruckgebogen, fast eingerollt. Di« Auslodung erreicht die bedeutend« Länge von rund zwei Metern. Augenscheinlich ist da» gesamt« Skelett vorhanden, woraus zahlreiche Sch-nkelknochsn hinweisen, die sänttlich ausgeschla- gen sind(zur Herausnabme des Markes). Don allergrößtem Interesse ist aber der Fund der Wurfspeerspitze von 42 Zentimeter Länge aus Mammut-Elfenbein mit der Blutrinno, mit welcher der Riestnhirsch erlegt worden ist. Andere Knochenrest« zeigen noch da» Vorhanden- sein von dre« Mammutercmploren, darunter ein Stoßzahl von zwei Meter Läng«. Die Fundstätte ist diluvialer Kies mit Schnecken, die ein sichere» geologisches Alter(Hohe der letzten Eiszeit) erkennen lassen: der Fund der Speerspitze(Auriguacien) stimmt hiermit genau überetn. Studentische Rowdies. Da» Anschlagbrett der Vereinigung sozialistischer Studenten an der Technischen Hochschule in Charlotten- bürg ist dieser Tage aus dtt Wand herausgerissen und enrfernt morven. Die Anbringung der Anschlagtafel war, wie die aller ahn- lichen, seinerzeit natürlich vom Rektor der Hochschule genehmigt worden. Der Vorstand der Studentenschaft gibt bekannt, daß di« Stttdentenschast aufs schärssl««in derartige? unstudentisches Dar- gehen mißbilligt:„Es sst«ine- Akademikers unwürdig, mit Mittel» der Straße� gegen volitisch Andersdenkend-, die noch dazu Kommili- tonen sind, vorzugehen." Leicht gesagt. Aber mit was für Mitteln sollen dumm« Jungen kämpfen, denen geistige Waffen nicht zur Deriünunq stehen? Solang« die völkisch« Agitation hvtenkreuzlttiicker Professoren sich an ren Hochschulen der deusschen Republik ungestört breit machen darf, wird es auch studentische Rowdies geben. wuhwir.-sSbrnngen. Sonnfag, den K., 10 Uhr vonnilfag». ti»b«« iv!ss«n'ck>'Iüicht Führungen durch Tireklorialbeanite im Neuen Museum fttegoplische PortrStkunlt)— Dr. Wolf— und im K a i f« r- F r i» d l ch- Museum(«ltnIedeUändl'che Malerei)—> Dr. Bange— statt, ftulafe- karten zu 60 Pf. sind»er Beginn«m Eingang dtt genannten Museen in lulchrSntttt Anzahl«rhälutch.— A» SV. Mär» fallen die Führungen wegen der Wahlen au», ürorff, der sich vom bösen Hitler«Hbraachen läßt! Do�u muß er nod) manches von der„Deutschen Tageszeitung" einstecken:„Sondermurst, KegeMub-Politik. oerstänkerie Parleiverhältnisse. Bezirksvereinsmeierei. politische Torheit". Die Deutschnationalen gehen doch etwas zu hart mit ihren „großen Männern" um. Nun gar noch die„Pommersche Tagespost". Die schreibt in fetter Schlagzeile:„We r sein Vaterland liebt— w ä h l t I a r r e s". Sie meinen: wer nicht Jarres wählt, liebt sein Vaterland nicht. Also:„wer Ludendorff wählt, liebt sein Vaterland nicht!" Armer Ludendorff.« Lieber Zaires als Sraun!� Kommunistischer Verrat. öremen. 20. Mörz. sEigener DrcchLbericht.) In einer Bremer Gewerkschaftsversammlung, die sich mit der Reichs- Präsidentenwahl beschäftigt«, oerriet durch«in« Distusfions- rede ein fvmmuri istischer Funktionär die Taktk der KPD. zur R«ichspr-isi>>?ntenv>ahl. Die Kommunistische Partei betrachtet Thäl- monln lediglich als Zähl- und verlegenheitskandidatea für den ersten Wahlgong. Im zweiten Wahlgvng würden sich die Rom- mmusten unter allen Umständen gegen den Sozial- demokroten Otto Braun wenden und ihre Anhänger auf- löchern, lieber den Monarchisten Jarres zu wählen. Diese Taktik stellt in der Tat die notwendige Ergänzung zu der orbeiteroerröterischen Haltung de? Kamniunisten im Reichstag und im Preußischen Landtag dar. öapern für Helü. München. 20. März.(Eigener Drahtbericht.) Di« Leirung des Bayerischen Bauernbundes hat sich am Donnerstag ent- fchlolfen. den Mitgliedern und Anhängern zur Wahl des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held zu raten, und zwar in seiner Eigen- schalt als bayerischer Heimatskandidat. Wörtlich heißt«s in dem Auirvs der Parteileitung:.Wenn wir trotzdem di« Wahl Heids wollen, dann geschieht es, weil wir im Reichsintere sie alle zur Wahl- urne zu bringen wünschen, um durch Ausübung der Wohl das Gegen- gewicht der Stimmen der Linken zu verringern. Wer es aber gar nicht übers Herz bringen sollte, unser« Parole zu folgen, für den ist nach dem veränderten Gesetz zur Wahl des Reichspräsidenten die Möglichkeit gegeben, einer beliebigen Person die Stimme zu geben. Denn es fst zulässig, daß der Wähler seine Stimme auch für ein« andere Person als die vorgeschlagmen Kandidaten abgibt." Frankreich onü öle präfiöentemvahl. Paris. 20. März.(Eigener Drahtbericht.) Die Kampagne für die Wahl des Reichspräsidenten wird in Frankreich mit gefpannrefter A-simerksamkeit verfolgt, da man von dem Ausgang der Wahl«in- Zweweutigen Aufschluß darüber erwartet, ob die Mehrheit de» deutschen Volke» hinter den republikanisch- demokratischen Partelen steht oder, wie die Imierpvlilische Entwickln« Deutschlands im Ausland vielfach gedeutet wird, tat- sächlich ins reaktionär- nationalistische Loger abge- schwenkt Ist. Da» Interesse an der Bewertung dieser Frage ist hier um so stärker, als die gesamte Richtung der französischen Politik von dem Ergebnis der Wahl zweifellos sehr stark beeinflußt werden wild. So sehr man es hier bedauert Hot, daß die Parteien der Linken sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen vermocht und damit noch der hiesigen Auffassung ihr« beste Ehanc« au? der Hand gegeben haben, so steht man doch andererseits in dem Umstand, daß die Rechte den Kampf mit herabgelassenem visier zu sichren gezwungen ist. und daß deren Kandidat. Jarres, es mit: Rücksicht auf die Stimmung der Wählerschast nicht wagt. gfsen gegen die Republik Srellvng zu nehinen. ein sehr günstige» Symptnn. Sa schreibt dt« �nsormatzg«": „Wann es den Parteien der Linken gelfing«. aus dieser Situation Kapital zu schlagen, und hie DoppqlzüngiAkeitderRechts- Parteien für immer zu diskreditieren, so wurden sie der Sache des Frieden» einen unschätzbaren Dienst erweisen" die dritte Steuernoweroröaung fällt. Ein Erfolg der Sozialdemokratie. Der Reichstag hat gestern wiedirum eine Answer- tungsdebatte erlebt, und zwar feine wichtigste. Denn sie endete mit dem Beschluß, daß dieArtikellundllder Dritten Steuer na tverordnung. sowie die zur Durchführung. Ergänzung und Aenderung erlaffenen Bor- sck,riften am 3 0. Juni außer Kraft treten. Endlich ist damit die Aufwertungsfrage ein Stück vorwärts gebracht. Und zwar durch den unermüdlichen Druck derSozial- demokratie. Diesen Beschlüssen war«ine außerordentlich i n t« r- essant« Debatte voraufgegangen. Man hörte eins Re> gierungserklärung aus dem Munde des greisen Iustizministers Dr. Frenke». Sie war umfangreicher als die früheren, denn sie bestand statt aus zwei aus drei Sätzen. Inhalts- reicher aber ist sie nicht geworden. Die Reichsregierung will den Entwurf ihres Aufwertungsgefetzes im Laufe der nächsten Woche vorlegen und in einer Kundgebung ausführlich er- läutern. Zweifelt noch jemand daran, daß ein Entwurf, der so pfleglicher Behandlung bedarf, der die Kritik im Parlament scheuen muß, nur einen neuen Betrugsversuch an den Sparern darstellt? Aber warum soll man nicht vor der Präsidentenwahl aufwertungs freundlich und nachher wieder aufwertungs feindlich sein? Die gestrige Debatte lieferte bereits die Bestätigung für dieses Mißtrauen. Denn Herr H e r g t. der di« Beschlüsse der Regierung kennt, hielt es für notwendig, sie von vornherein als unzulänglich zu kritisieren und die Verantwortung dafür der R e g i e r u n g zu überlassen. Im übrigen war Herr Hergt wieder einmal in seiner eigenen Schlinge gefangen. Im Auswertungsausschuß war trotz des heftigsten Einspruchs der Regierung ein deutschnationaler Antrag mit Hilfe der Linksparteien angenommen worden, durch den eine Warnung gegen Eintragung neuer Hypotheken an Stelle solcher, die mit Popiermark gelöscht worden sind, ausgesprochen werden soll. Jetzt bekämpfte auf Befehl der kapitalistischen Wirtschaftsorganisationen, dem sich auch die Regierung stigte, Herr Hergt seinen eigenen Antrag, den er noch zwei Tage vorher mit Zähnen und Klauen verteidigt hatte. Es scheint, als ob diese schlangenmäßigc Wandlungsfähigkeit die einzige bei den Deutfchnationalen nock) übriggebliebene Charakter- eigenfchast ist. �. Es war der Vorsicht besserer Teil, daß Herr Hergt es vor- zog, auf die ihm voraufgegangene eindrucksvolle Rede des Genossen Keil nicht zu antworten. Selbst er, die personifi- zierte Schlange, scheint zu fühlen, daß der Versuch, ehrlich zu erscheinen, ihn in noch schlechterem Licht erscheinen läßt, als verlegenes Schweigen. Herrn Hergt folgte Dr. Best. Diese Reihenfolge war kein Zufall. Ihr war ein erbittertes Ringen zwischen Best und Hergt voraufgegangen, weil Dr. Best unter allen Umständen bekunden wollte, daß er d e n UmsallvonHergtnichtmitmache. Seine Rede fand deshalb das stärkste Interesse des ganze» Sauses, Wiederum sprach Best nur für sich ganz allein, diesmal aber ent- fchiedener als füngst. Er schleuderte seine Angriffe nicht nur gegen den Volksparteiler Wunderlich, dem er vorwarf, noch nie einem Antrag für Auswertung zugestimmt zu haben. Er richtete sie auch gegen die eigene Partei und insbesondere gegen Hergt persönlich. Und als er mit erhobener Stimme er- klärte, daß e r unter keinen Umständen an der Verzögerung der Regelung der Aufwertungsfrage schuld sei, da fühlte jeder- mann den sachlich tief begründeten Vorwurf gegenüber der deutfchnationalen Fraktion, der Best zwar angehört, in der er aber v e r e i n s a m t ist. Die Konsequenzen dieser Stellung- nähme werden sich nicht lange vermeiden lassen. Ueber den Ausgang dieser Verhandlungen herrschte bei den Regierungsparteien und der Reichsregierung noch weniger Zufriedenheit als bei den früheren Aufwermngsdebatten. Deutlich konnte man beobachten, daß die Vertreter des Justiz- Ministeriums den deutschnationalen Regierungsmitgliedern und Parteiführern heftige Vorwürfe machten wegen ihrer vorschriftswidrigen Abstimmung bei der Aufhebung der Dritten Steuernotverordnung. Die Gerechtigkeit gebietet jedoch die Feststellung, daß diese Vorwürfe unbegründet sind. Herr Hergt glaubte besonders schlau zu sein und wurde nur das Opfer seiner Dummheit. Er rechnete damit, daß sein wie immer, so auch diesmal nicht ernst gemeinter Antrag. die Dritte Steuernotoerordnung am 3 0. Juni außer Kraft treten zu lassen, statt am 31. Mai, wie es die Sozialdemokratie beantragte, ebensowenig eine Mehrheit finden würde wie der sozialdemokratische Antrag. Indem die Sozialdemokratie so- fort für den deutschnationalen Antrag stimmte, durchkreuzte sie dieses Manöver und e r z w a n g die Annahm« des deutsch- nationalen Antrages! Wahrt Euer Wahlrecht! Zeder ist wahlberechligk. der am ZS. M ä r z 20 Z a h r e alt wird. Die Ausübung des Wahlrechts ist abhängig von der Eintragung in die Wählerliste. Die Wählerlisten liegen nur bis wontag. de« 23. Zlärz, zur Einsicht ans. Montag ist üer letzte Termin! Seine Stimme darf durch Säumigkeil dem Kandidaten des werttäligen Volke». O l t o v r a u«. verloren gehen. Seht öle Wählerliften ein! „Dentfthe Werke" in Sapern. Teilweiser Verkauf. München, 20, März.(Eigener Drahtbericht.) Die bayerische Regterung hat durch ihre Unterhändler am Mittwoch in Berlin mit den zuständigen Stellen der Deutschen Werte und des Reichs über die Fortführung der bayerischen Betriebe der Deutschen Werke verhandelt. Das Ergebnis der Verhandlungen ist folgendes: Die Betriebe I n g o l st a d t und Arnberg werden in der Form selbständiger Gesellschaften, als deren Aftionäre zunächst nur der bayerisch« Staat und die Deutschen Wert« auftreten, fortgeführt: das Werk Ingolstadt als De u t l ch e. S p i n ne re ima fch i n««- W'G-> dos Werk Amberg als Deubsch« Präzisions wer kz«ua-A.-G. Die äugen blicklich stilliegenben Werke Dachau wnb R«ich«rtsh ose» soipi« dos vor der Stillegung stehend« Werk Münch«» iverden so rasch als möglich an die Prioatinduftrie verkauft, da sie sich in ihrer jetzigen Form angeblich als absolut unrentabel erwiesen haben. Der" Erlös aus diesen Werken dient den Werken Ingolstadt und Amberg als Behiebskredii, wozu noch der bayerisch« Staat einen besonderen Kredit von 2 Millionen Mark gewährt. Di« Re- gierung Hot dem Landtag darüber eine gesondert« Borlage unter- breitet. Wer hat Rausch ermoröet! sensationelle Erkläruug in dem Kommuuistenprozest. Leipzig. 20. März.(MTV.) 3n dem Prozeß gegen die hannoverschen Kommunisten machte heule der hauplzeuge und gleich. zellig Angeklagte bei einem anderen Prozeß, p sl ü ge r. Angaben über die Ermordung des Friseur» Bausch und erklärte, daß an diesem Morde auch der Angeklagte Mayer beleillg» sel« soll. Meiler machte er Angaben über wossenb« stände der kam. munislischen Partei und gleichzeitig über die Verbindung Ar«» mann», des hauplangeklagten im Ischekaprozeß. mit drn lötern in Hannover. Die Verteidigung beantragte deshalb zur Klärung dieser Sachen wettere Z0 Zeuge« zu laden. Der Prozeß wurde aus unbestimmte Zeit vertagt. das öeutsch-belgische tzanöelsprovisorium. Di« deutsch-belgischen Handelsvertragsver- Handlungen sind in diesen Tagen zum Abschluß gelangt. Allerdings find einzeln« Punkt« des Abkommens noch ungeklärt, so z. B. vi« Abmachungen über die Kündigungsfrist. In der Hauptsach« handelt e» sich um ein« Uebergangsregetung von einem Jahr, in dessen Verlauf aus beiden Seiten ein« Differenzierung der Waren stattfindet. Dem Provisorium folgt aber sofort das Defini ti- vum, da» die Meistbegünstigung vorsehen wird. Ungeklärt bleibt einstweilen noch die wichtig« Frag«, wann der Bertrag in Kraft tritt. Di« deutschen Unterhänvler haben näm- lich aus Grund der beabsichtigten deutschen Zollsätze oerhandett. Ob aber der Reichstag dies« beabsichtigten Zollsätze annehmen wird, ist noch zweifelhast. Für das Schicksal des Abkommens ist es jedenfalls von Wichtigkeit, wann>mv wie der Reichstag d!« Zoll- Novelle erledigt._ Kulturkampf in Frankreich. Wüste Prügelszeuen in der Pariser Kammer. Die im vergangenen Herbst eingeleiteten Kampagnen der notiv. nalistisch'klerikalen Minderheit gegen die Regierung Herriot wezen der beabsichtigten Aushebung der kulturellen Sonder- rechte E I s a ß> L o t h r i n q e n s ist, nach einer Pause von wenigen Wochen, mit besonderer Heftigkeit auss neue entbrannt. Erzbeschöslichc Manifeste, Schulstreiks im Elsaß und maßlose Presse- Polemiken kennzeichnen diesen Kampf, der natürlich viel weniger einen religiösen als einen politischen Charakter trägt und mit fanatischer Leideiischaftlichkeit geführt wird. Roch ist bisher die Regierung Herriot bestrebt gewesen, durch maßvolle Antworten und Zieqeständmfle die Wellen der Erregung zu glätten, aber die andere Seite scheint es darauf abgesehen zu haben, die Ding« auf die Spitze zu treiben, und wenn erst aus beiden Sellen der Kampf mll derselben Rücksichtslostakell geführt wird wie einst bei der Durch- sührung der Trennungsgesetze von Kirch« und Staat, dann sind die mnenpolitischen Folge»«cht abzusehen. Eine Gesährdung des ! Kabinetts Herriot kommt allerbinas einstweilen um so wenige» in Frag«, als zu der sonst festen Mehrhett von 100 Stimmen die 20 kommunistischen Stimmen diesmal hinzukommen, die den Liebes- dienst für die Reaktion kaum so weit treiben können, daß sie Seite on Seite mit den Millerand, Maginot und Costelnau für den kulturellen Rückschritt offen eintreten. Einstweilen finden die Gegensätze ihren fast täglichen Wieder- chlag in wüsten Szenen in der Deputiertonkammer. Gestern cheint es wieder sehr arg gewesen zu sein. In Beantwortung einer Interpellation aus den Reihen der Mehrheit über die. Agitation der Erzbifchöfe hielt Herriot eine Rede, in der er gegenüber den Vorwürfen der Minderheit behauptete, seine Regierung sei in religiösen Fragen durchaus liberal. Cr legte sodann scharfe Ver- wahrung ein gegen eine am 10. Februar gehaltene Red« des Papstes, der feine Kulturpolitik als„weder großzügig, noch fron- zöstsch" bezeichnet hatte. Im weiteren Verlaufe seiner Ausfuhruu- gen erregte Herriots Ausspruch, daß er die Größe des Christentums anerkenne, aber von einein„Christentum der Bankiers" nichts wissen wolle, ungeheuren Lärm. Es kam zu Zusammenstößen, sodann zu einem Handgemenge, die Sitzung mußte unter- brachen werden. Die Zusammenstöße sollen von noch nie dagewesener Heftigkeit gewesen sein. Man schlug sich mit Fäusten— und warf sich sogar die Abstimmungsuraen an den Kopf. Präsident P a i n l e o e verließ den Sitzungssaal. Nach Wiederaufnahme wurde ein adliger Abgeordneter, Mar- iiu is de l a Ferronays, der Herriot hartnäckig unterbrach, ausgeschlossen. Er weigerte sich, den Saal zu verlassen. Daraufhin erschien aus Befehl des Präsidenten ein Oberst mit fünf Mann. Di« Rechte rtcs:„Es lebe die Arnieel" Der Ausgeschlossen« ging aus den Obersten zu, drückte ihm die Hände(!) und verließ mtt ihm den Saal, während seine Freunde die.Marseillaise" anstimmten. Erst dann tonnte Herriot seine Rede fortsetzen und begründete seinen Ausspruch über das„Christentum der Bankiers" mll dein engen Zusammengehen zwischen den Spitzen des Klerus und den Spitzen der Handelswell und der Hochfinanz, die ihre Agitation finanzierten. Schließlich nahm die Kammer eine vertrauensref«. lution mit 325 gegen 251 Stimmen an. Für ausreichenüen Mieterschutz. Sozialdemokratischer Autrag im Reichstag. Die sozialdemokratische R e i ch« ta g s fra ktion hm angesichts der Bestrebungen der Rechtsparteien auf Abbau de» Wohnungrechts und der Verewigung der Wohnungsnot einen Antrag eingebracht, die Reichsregierung zu ersuchen, dem Reichstag umgehend eine Gesetzesvorlag« zu unterbreiten, die folgende Materien neu ordnet: 1. Nach Artikel 155 der Reichsveriasfuna ist ein Rahmengesetz zn schaffen, da» die Rechte de» Reichs, der Länder und der Gemeinde» in der Wohnung»- und Siedlungswirtschaft abgrenzt. II. Die gebundene Wohnangswlrkschafl einschließlich Reichsmieten. und MieterschuKgefeh wird unter Abweisung jeder Lockerung so lange aufrechterhalten, bis ein neues Wohnrecht auf Grund de» Artikels 155 der Reichsoerfasiung geschaffen ist. III. wohnullgsprogramm. 1. Zur planmäßigen Linderung der Wohnungsnot fst,«in Wohaungsprogramm auszustellen, das die bestehende Wohnungsnot befcitigt und den zuwachsenden Wohnungsbedars in spatesten? 7 Jahren befriedigt Die Länder und Gemeinden sind verpflichte?. im Rohmen des Reichswabnunasprogramm»«in««och restzusetzende Mindest zahl von Kleinwohnungen für die minderbemittelte Bevölkerung und kinderreichen Foolllie» jn erbauen. 2. Die Mittel zur Durchführung des Wohnungsprogramme» find durch eine Mohnungsbauni'gabe von allen Gebäuden und G«Kaude- teilen in Höhe von 20 vom Hundert der Friedensmiet«(wo di« Friedensmiete nicht festgestellt werden kann, nach dem Nutzungswert. der Gebäude des Friedensstandes) zu erheben. Nicht zahlungsfähige Mieter(Erwerbslose. Kleinrentner. Schwerkriegsbeschädigte usw.) bleiben von der Wohnungsbau- abgab« befreit. Die Wohnungsbauabgabe ist ausschließlich zum Wohnungsneu- bau und zur Erhaltung des alten Wohnraumes sicherzustellen, vi« Wohnungsmiete darf als Steuerqoelle für Reich. Länder und Gemeinden nicht benutzt werden. Die Wohnungsbauabgabe wird von den Gemeinden erhoben. 20 vom Hundert des Ertrages fließen in einen Reichsau»- gleichsfonds zur Verwendung in besonder» bedürftigen Bezirken und zur verbilllgung der Bauausführung und der Baustoff- erzeugung. S. Es sind Richtlinien für die Verwendung der Wohnungsbau- abgab« durch das Reich, die Länder und Gemeinden aufzustellen. 4. Die Landesversichernngsanstalken und sonstigen sozialen Der- waltungsbehörden hoben die angesammellsn Mittel hypothekarisch «sichert für den Kleinwohnungsbau qegen niedrige Zinsen zur Ver ügung zu stellen. Die Kosten des Wohnungsbaues, die durch die Wohnungsbauabgabe nicht gedeckt werden können, sind durch Zu- fchüste des Reichs zu decken. 5. Die Mieten iu den Altwohnungen dürfen nur insoweit gesteigert werden, sowell die Erhaltting der Gebäude, die Deckung der Betriebskosten und die Berzinsung der aufgewerteten Hypotheken und des im Grundstück angelegten eigenen Kapitals nach Maßgabe der Entwertung sie bedingt. Die Mieten der Reuwohnungen, die mll Hilfe öffentlicher Mittel errichtet werden, dürfen nicht wesentlich höher werden als die Mieten der Altwohnungen. Zur Sicherung dieses Zieles hat das Reich die Weitergabe der Mittel für den Wohnungsbau davon abhängig zu machen, daß die Darlehen und Hypotheken zu geringem Zins oder einem niedrigen Amortisationssatz und in Höh- von etwa 55 bis 90 voin Hundert der Baukosten gewährt wird. V. Bon den Mitteln, die den Ländern verbleiben, haben diese einen bestimmten Hundertsatz für die Instandhaltung der Alt- Wohnungen und zur Sanierung verfallener Wohnviertel zu ver- wenden. 7. Di« verbilllgung de» Wohnungsbaues muß durch Lerell- stellung von billigem Bauland, durch behördliche Erleichterungen bei der Baugenehmigung, durch Förderung der Rattonalisterung de? Baugewerbes, durch planvolle Verteilung der Bauaufträge über das ganze Baujahr, und vor allem ober durch nachdrückliche Bekämpfung übersetzter Sau- und Baustosfpreise besonder» gefördert«erde». Gemeinwirtschaftliche Betriebe des Bau- und Baustoffgewerbe» sind au, öffentlichen Mitteln zu unterstützen. IV. Mit Hilfe der Wohnungsbauabgab« dürfen Wohnungsdaute» nur gefördert werden: I. wenn di« kosten der Sauaussührung einschließlich der Bau- stofse der Festsetzung oder Kontrolle einer öfsentlich-rechttichen Stelle unterstehen: 2. wenn die Bauten dauernd im Eigentum SssenUlch-rechklicher oder gemeinnütziger Stellen verbleiben. Aus besonderen Gründen können die Bauten im Prioateiaen- tum errichtet werden und verbleiben, wenn durch geeignet« Maß- nahmen verhindert wird, daß der Bauherr— Eigentümer— aus der Vermietung oder dem Verkauf einen ungerechtfertigten Ge- winn erzielt._ ver Sarmat-Untersnchuugsausschvß des Reichstags Hat sich bi* nach Öfter» oortogt. ßt tritt erst wieder am 15. April lafaamn. Gewerkschaftsbewegung Nachklänge zum Eisenbahnerstreik. Bie porauszusehen mar, gehen einzelne Dienststellenvorstände relp. Amtsporstände dazu über, die Biedereinstellung der ftreifenden Eisenbahner zu hintertreiben. Man geht no wetter, indem man die Neueinstellung mit eintägiger Rundi. gungsfrist unterschriftlich vornehmen läßt. Diese Maßnahmen tehen im fraffen Widerspruch mit der Berbindlichkeitserklärung und auch mit dem Telegrammbriefe, den bie Reichsbahngesellschaft durch die Eisenbahndirettion Berlin für sämtliche Ausbesserungswerte, Kemter, Bauabteilungen, Direttionsbureaus, Dienststellen bes Be 3irts ufm. am 19. März 1925 herausgegeben hat. In diesem Telegrammbriefe heißt es u. a., daß Maßregelungen infolge bes Streits nicht stattfinden. Die infolge bes Streifs ausgeschiedenen Arbeiter sind bis spätestens 31. März 1925 in thr altes Dienstverhältnis wieder einzulegen. Die fich zur Biederaufnahme der Arbeit gemeldeten Arbeiter find zunächst für Meneinstellung zu vermerfen. Schließlich fommt doch alles fo, wie es die Gemerthaften ( er meint Gemertschaftsführer) wünschen,(!!) nur etwas später. So war es mit der Sachwerterfaffung, mit der Stabilisierung, mit dem Dames- Gutachten usw."( Dr. Firmann vom Butab). In Wirklichkeit sagte der Redner: Schließlich werden die Borschläge der Gewerkschaften durch geführt, nur ins fapitalistische verzerrt So war es mit der Sachwerterfaffung, mit der Stabilisierung, mit dem Dames Gutachten ufw." Man vergleiche, was das Boffchemistenblatt daraus gemacht hat. Diese Fälschung dient dann als Springbreit zu einem langen Kom mentar über die Berruchtheit der Gemertschaften. Was Wunder, wenn schließlich auch die gläubigften Nachbeter Mostaus nur noch mit müber, dumpfer, ftumpfer Lethargie" die verschiedenen Barolen über sich ergehen lassen und die Maffen sich vertrümeln. Konflikt im Fuhrgewerbe. Die Arbeitnehmer des Schmer und Leidhifuhrwertsgewerbes haben durch ihre Organisation, den Deutschen Berkehrsbund, der Fuhrherren- Innung den Manteltarifvertrag zum 31. März 1925 gefündigt. Die geforderten geringen Verbesserungen in der Urlaubs gewährung, Zuschuhzahlung bei Krankheiten und Betriebsunfällen 3ur Arbeitsteiftung tonnen fie fofort zugefchlechter Ronjuntiur den Arbeitnehmern aufoftropierten Bestimmung, § 616 des BGB., sowie Beseitigung einer im März 1924 infolge lessen werden, soweit es nach Entscheidung des monach Heberarbeit bis zu 3 Stunden in der Woche im Wochenlohn mts erforderlich ist. Teno und Unternehmerleute find als einbegriffen ift, lehnte der Innungsvorstand rundweg ab. Trogdem bald zurückzuziehen. Den nicht fofort einzustellenden Arbeitern ist im Tarifvertrag die achtstündige Rettoarbeitszeit vorgesehen ift, ift zu eröffnen, daß fie die Aufforderung zum Eintritt in die Beschäfti von einem großen Teil der Fuhrherren die vorerwähnte Bestimmung, gung abzuwarten haben. Bon Arbeitern, die sich nicht bis fpate die nur in besonderen Fallen Anwendung finden sollte, mig. ſtens Montag den 23. März 1925, mittags 12 Uhr, zur braucht worden, indem generell die 51stündige Bochenarbeitszeit tederaufnahme der Arbeit gemeldet haben, wird angenommen, daß verlangt worden ist. fie auf eine Beschäftigung verzichten. Die Einstellung gilt als NeuSchwindel über einen angeblichen Sieg der Ronmimiſten bei der Agfa Ireptom an In ihrer befannten Gewiffenhaftigkeit geht fie fogar so weit, daß fie genaue 3ahlen über die abgegebenen Stimmen nennt. Bir stellen hierzu feft: In der Agfa- Treptow hat eine Wahl überhaupt nicht stattgefunden, meil nur eine freigemerthaftliche Liste eine gereicht wurde. Bon den 11 gewählten Betriebsratsmitgliedern zählen sich fünf zur SPD. Die Rote Fahne" gt sich 10 Mut glieder, der SPD. 1 zu. Kommentar überflüssig. Bruch einer Vereinbarung. Die Klage eines Zimmermädchens im Hotel Bristol gegen ihre Arbeitgeberin, die Hotelbetriebsgesellschaft, endete mit einem Bergleich, wonach die Klägerin, die entlassen war, unter Ge währleistung ihrer alten Rechte wieder eingestellt werden follte. Das Mädchen hatte bisher ein Revier, das heißt, fie mußte eine bestimmte Anzahl von Fremdenzimmern in Ordnung halten. Als sie nach dem Vergleich wieder im Revier erschien und ihre Arbeit eben angefangen hatte, erschien die ihr nicht wohlgesite Inspettrice und ordnete an, daß das Mädchen anstatt der Arbeiten im Revier die Arbeiten einer Fliegen. den zu verrichten habe. Das sind Scheuer- und Buzarbeiten in den verschiedensten Teilen des Hauses, die sonst von den zulekt eins miebereingestellte Klägerin auch einen materiellen Shaben gestellten Mädchen verrichtet werden. Als Fliegende hätte die gehabt, denn ihr wären die Trinkgelber entgangen, die sie im Revier von den Gäften erhalten hätte. Das war alfo teine iedereinstellung mit den alten Rechten. Aus diesem Grunde weigerte sich das Mädchen, die ihr von der Inspettrice zuge wiesenen Arbeiten zu verrichten, worauf sie vom Direktor sofort wieder entlassen wurde. Das Mädchen flagte aufs neue beim Gewerbegericht und bie Hotelbetriebsgesellschaft märe höchstwahrscheinlich zur Wiederein. Beit Die Streiftage werben nicht bezahlt und als Dienft einstellung unter Anrechnung ber früheren Dienft Regel mar ber Rutscher von morgens 5 bis abends 8, jogar bis 10 ftellung auf Grund des früheren Bergleichs bzw. zur Entschädigung zeit nicht angerechnet. Die noch nicht wieder eingestellten Kollegen und andere Eisen. bahner werben ersucht, fich unter feinen Umständen von an deren Maßnahmen der Amtsvorstände und Dienststellenvorstände einfulfen zu laffen, weil diese im Widerspruch mit der Berbindlich feitserklärung und Durchführung des Telegrammbriefes ftehen. Be zeichnend ist, daß man Betriebstäte und Funktio näre des DEB. von der Wiedereinstellung grund jaglich ausschaltet. Ein Beweis, daß man es in erster Linie auf die Zerschlagung der örtlichen Leitungen abgesehen hat. Man steht aus dem Vorgehen der örtlichen Instanzen, baß diefe Leute absolut nichts gelernt haben aus diefer Streitbewegung. Man sieht ferner, daß der Machifigel und die Bormiertheit dieser Beamten, die ja felbft Knechte der Berwaltung sind, ihre Arbeitsbrüder als Menschen zweiter Klaffe betrachten. Hierüber wird in der nächsten Zeit noch ein ernftes Wort in aller Defferitlichkeit geredet werden. Wer die Berhältnisse im Fuhrwertsgewerbe tennt, weiß, daß die Arbeitszeit in her Borkriegszeit un beschränkt mar. In der und 11 Uhr im Dienst, auch mußte bes Sonntags bis mittags ge. arbeitet werden. Infolge dieses Zustandes betamen die Kinder ihren Baier nur Sonntags nachmittags mal zu Gesicht, denn morgens beim Beggang fchliefen fie noch und abends bei der Heimkehr waren fie bereits wieder im Bett. Eine im Beruf übliche Redewendung, wonach die fleineren Kinder, wenn fie des Sonntags den Bater mal erblickten, an die Mutter die Frage richteten: Bas ift benn das für ein Dntel", legt Bergnis für diesen Zustand ab. Nachdem in der Nachkriegszeit das den Fuhrherren natür nicht in den Kram. Mehr und mehr die Arbeitszeit durch Gelen und Tarifvertrag geregelt wurde, paßte versucht man in den Betrieben, wo die Rutscher glauben eine Organisation nicht zu benötigen, diese Schwäche auszumuzen, um die unbeschränkte Arbeitszeit wieder einzuführen. Dieses Bastreben werden die organisierten Rutscher durch. Preuzen. An alle Berufskollegen ergeht die Aufforderung, durch Anschluß an die Organisation, den Deutschen Verkehrsbund, ein. zutreten für die achtstündige Arbeitszeit und, wenn es fein muß, dafür zu tämpfen Die Funktionäre der Branche, die sich am 18. ds. Mis. mit der ablehnenden Haltung der Arbeitgeberorganisation zu den berechtigten Forderungen beschäftigten, waren empört über diesen Herrenstandpunkt. Die Arbeitnehmer find entschlossen, wenn die Arbeitgeber auch beim Schlichtungsausschuß der, um eine friedliche Berständigung zu erreichen, zunächst angerufen ist ein Entgegenkommen -W Achtung! Gemaßregelte Eisenbahner! Sämtliche noch nicht wieder eingeftelte Elfenbahner haben sich wach wie vor in ihren bisherigen Streiftotalen, soweit diese noch bestehen, zur Kontrolle zu melden, um in den Genuß der Gemaßregeltenunterfügung zu kommen. Bo feine Streitiotale mehr bestehen, haben sich die gemaßregel- eigen follten, die berechtigten Forderungen mit allen Mitteln fen Kollegen felbstverständlich auf dem Ortsbureau des Deutfchen Ellenbahnerverbandes, Bethanienufer 10 1 Tr., zur Kontrolle zu melden. Die gemaßregelten Kollegen von Berlin I( Martgrafendamm) haben sich nach wie vor auf dem Ortsbureau des DEB. zur Konfrolle zu melden. Die Ortsverwaltung des DEB. Junktionärtonferenz Am Montag, den 23. März, abends 6½ hr, findet in den Andreas- Festfälen, Andreasfir. 21, eine sunt Honartonferenz des Deutschen Eisenbahnerverbanbes, Ortsgruppe Berlin, statt. Die Kollegen werden ersucht, allesamt zu dieser Funkfionärfonferenz zu erscheinen. Die Ortsverwaltung des DEB. Kommunistische Berichterstattung. Das Berliner Bollchemistenblatt farm in feiner geftrigen Nummer feinen Lefern eine Sensation auftischen. Es war einem fommunistischen Augen und Ohrenzeugen" gelungen, der öffent lichen Rundgebung der freigemerschaftlichen Spizenorganisationen am Mittwoch beizumohnen, über die die gesamte Breffe am Mitt woch und Donnerstag berichtete. Auf diesem nicht mehr ungewöhm Hidgen Wege gelang es der Roten Fahne bereits am Freitag, aus bem Zusammenhang herausgeriffene, außerdem oft noch verfäschte Säße der Redner- beileibe nicht einen Bericht zu veröffentlichen. Diese zwar verspätete, aber umso ungenauere Berichterstattung" fei an folgendem Beispiel beleuchtet. Das Blatt zitiert folgenden Sat: durchzufegen. Dänische Scharfmacher gegen Arbeiterregierung. 100 00 Arbeiter ausgesperrt. Kopenhagen, 20. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Unternehmer haben eine Aufforderung der Arbeiterregierung, die Aus perrung aufzuheben und die Verhandlungen mit den Gemertfchaften wieder aufzunehmen, abgelehnt. Sie haben weiter durch ein Schreiben an die Gewerkschaften angekündigt, daß die jetzt 50 000 Arbeiter umfassende Aussperrung morgen oder übermorgen auf 100 000 Arbeiter ausgedehnt wird. Wie kommunistische Siege aussehen. Auf unsere Feststellung, daß die Rote Fahne" und die KPD. da, wo sie Siege nicht erringen fönnen, diese vorlügen, wie in den Chemischen Fabriten Runheim und Schering A.-G., ant mortet die Rote Fahne" mit Berlegenheitsgeftammel. Sie beftätigt, daß der revolutionäre Kämpfer Borgsdorf megen fetnes arbeiterschädigenden Verhaltens aus dem Ver. band der Fabritarbeiter ausgeschlossen wurde und daß er unter Berschweigung diefes Umstandes sich die Mitgliedschaft im DMV. erschlichen hat. Der DMV. hat daraus die Konsequenzen gezogen. Auf unsere Feststellung, daß bei Schering teine Betriebsrats: wohl stattgefunden hat, ligt sich die„ Rote Fahne" mit einem angeb lichen Irrtum heraus. Sie fügt aber gleich einen neuen Gestalt von zwei unternehmerfreundlichen Mitgliedern des verurteilt morden, wenn ihr nicht zwei rettende Engel" in Betriebsrats beigesprungen wären. Diese gaben nämlich als Beugen an, ihnen sei bei der Einladung zur Betriebsratssitzung nicht mitgeteilt morden, daß der Einspruch der Entlassenen auf der Tages. ordnung stände und sie seien deshalb bei der Abstimmung über biefen Fall nicht zugegen gewesen. Durch die Angaben dieser Beupen galt also die Berlegung einer Formvorschrift als erwiesen. Die Klägerin wurde abgewiesen. Sie ist nun aus ihrer Stellung fachliche Begründung ihrer Klage geprüft zu werden bei der Hotelbetriebsgesellschaft endgültig entfernt, ohne daß die gleich sie die in der ersten Gerichtsverhandlung getroffene Ber braucht. So ist also die Hotelbetriebsgesellschaft, obeinbarung verlegt hat, ais Siegerin" aus dem Rechtsstreit, in dem sie sachlich im Unrecht war, hervorgegangen. " Achtung, 2. Butab- Seuberturfus! Montag, 23. März, abends 74 Uhr, be. ginnt im Sörfaal des Orga- Instituts für Arbeltswiffenfdaft und Bindolebnik, Berlin N. 7, Friedrichstr. 154, eine neue unter der Leitung von Serrn Kraus ftehende Butab- Bortragsreihe, die den Titel„ Tanlor, Ford und was weiter? führt. Sörerlarien für diefe Bortragsreihe, die acht Doppelstunden umfaßt, finb zum Breife von a 8 M. von der Ortsverwaltung Berlin des Burbes der technischen Angestellten und Beamten, 29B. 40, Werftftr. 7( Fernruf: Moabit 7810, Rimmer Rogat), erhältlich. Bestellungen auf Sörerkarten müffen umgehend aufgegeben werden, weil einmal der Bortrag nur für eine begrenzte Teilnehmerzahl gebacht ist, und meil zum anderen der Rurfus bereits in ben nächsten Tagen( 23. Mära) beginnt. Bir empfehlen insbesondere ben Rollegen, die den 1. Butab- Sonderturfus befuchien, fish rechtzeitig eine Sürerkorte 312 fichern. Der diesmalige Behrgang ist für den 23., 26. und 30. März und für den 2, 6., 9., 16. und 20. April d. J. vorgesehen. Butab- Ortsverwaltung Berlin: Deutscher Berkehrsbunb. Betriebsräte, Arbeiterräte, Betriebsobleute ans den Branchen: Einzelhardei, Textilgroßhandel, Leberwirtschaft, Bekleidungs induftie, Lebensmittelgroßhandel, Rellerarbeiter aus den Wein-, Essig, Spiri tuofen- und Mineralmafferfabriten, Sabat unb Rigarettenhandel und industrie, Eisen, Röhren-, Stahlgroßhandel, Glas- Export usw., Chemifter Großhandel und Industrie, Berbandsstoffe ufw., Dung- und Fouragehandel, Budhandel, Buchdruckereien, Buchbindereien, Papier und Pappen- Engroshandel; Rohlen. handel, Rohproduktion und Altpapier, Blag- und Nusholzhandel: Bollversamme Yung Montag, den 23. Mäta, abends 7% Uhr, Engelufer 24-25, Aufgang B part., Biomer. 4. Rigaretten industrie. Am Mittwoch, den 25. März, nadm. 126 Uhr, findet in Rosenthaler Sof. Rofenthaler Str. 11-12, eine außerordentliche Gigung fämtlicher Betriebsräte und Bertrauensleute statt. Erscheinen aller it unbe dingt, erforderlich. Der Kartellvorstanb. Berantwortlich für Bolitik: Erast Reuter: Mirtschaft: Arthur Sateraus: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R.$. Differ; 2ofales und Gonftiges: Frig Karftabt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderel und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin SB 68 Lindenstraße 3. Sierzu 3 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". Komet Freilauf ES GIBT KEINEN BESSERENI BESONDERS BILLIGE ANGEBOTE Strumpfwaren Strümpfe dem. Doppels., Hochterse u. Naht 1. Damen, pz Seldengriff, feina: 95 PL. Strümpfen, ba, reinwollen. Kaschmir, s Doppelsohle. Hochterse na Strümpfe für Damen, Kunstseide, in modernen Strassenfarben ps. Paumwolle, feinfarb., pa2.95 Herren- Socken Feret. Splize u. Ferse 55P Herren- Socken- Mako, m. Langss relien, 25 Haferl- Socken Pains Wolle, in sehr guten qas reine 35 Farbe....... 1.Seidenflor- Socken 150 in modernen Schottenmustern, besonders preiswert Herren- Kleidung Sakkoanzilge dose o Gummimäntel gate Gammier., 360° 4800 Sportanzüge erstklassige Verarbeitung well gearbeitet 1900 2800 Lodenmäntel Pacer 2600 3500 Fabrikat.. Mengenabgabe vorbehalten Kleiderstoffe Seidenstoffe Seidenfrotté gestreift, doppeltbr it, waschbar..... Meter 70 27° schwere Qualit, in groesem Farbensort, Xir. 185 Kunstseide Reinw.Rockstoffe360 Kunstseidentriko: 390 in 390 Crêpe marocain 50 Crêpe marocain bedraekt, aparte Master......... Meter Barchent für Hemden. 140 cm breit, schwarz Baumwollstoffe Meter 78 Musselin Baumwolle, es. 80 cin breit.... Bedruckter Crepon medeine Master Fingerhut Silber 55. Nähgarnituren echt... Meter 110 Trikotagen Büstenhalter Marko Pundolf, felze gewirkt, 75 cm fang 95 t Damen- Hemdchen echt Mako, weiss, foin 45 Damen- Hemdhosen weiss, fein ge- 695 Herren- Unterjacken Armator. Herren- Hemden und- Hosen, wollgen. 75 wirkt, halib. Qual. gebleicht u.makof.95 u.makofaroig, alleGroes.c Jacke u. Beinkl, Baumw.. Herren- Garnituren alle Gr Damen- Hemdhosen.Prinzeßröcke 490 Kunstselde, relche Farbenauswahl. 90 Herren- Artikel gestreift, Kragen...... Perkal- Oberhemden mit 390 Herren- Nachthemden 4 Meter 95 Selbstbinder in Pf. Alpakasliber, 1 Fingerhut, 1 Nadelhül é Sarnrollen, zusammensch b.fd Handtasche Taschentücher Damen- Schirme 4Damen- Schirme- 8" 433405 1, Linontücher weiss, mit Ripekante, Dis. Linontücher weiss, mit farbiger Kante,%, Dte. 15 Batisttücher Beke, 38t. m. Karton m. Hohisaum u. gest. 75, 95PT. m.Langette n. gestickter 9513 Batisttücher mit Hohlsears und farbiger te Kinder- Tücher... *** Dizel stick 10 Rit runder Kraoke.. TIETT N 50 Leipziger Swaße Alexanderplatz Frankfurter Ailee * in gediegener in schönen Dessins.... 90 280125 Herren- Haarhüte in vielen Farben..... 8 Schürzen Wiener Formans Water and bunt Cretonne Jumperform aus hunt Cretonne und Water Jumperform water and bunt Cretonne... mit halbem Aru, aus 175 25 Kleiderschürzen gutem Water 575 193 EinzelneKinder- Schürzen bunt, is We sse Servierschürzen stekerci$ 35 Nr. 136 42. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 21. März 1925 Kampf dem Elendiviertel! India' 184 Die Entschlossenheit und Handlungstraft der amerikanischen Gewerkschaften auf allen Gebieten wirtschaftlicher För Derung ihrer Mitglieder hat etwas Borbildliches. Der Gedanke der Ronsumgenossenschaft hat drüben einen fruchtbaren Boden gefunden, und wenn sich jetzt vier der bedeutendsten Gewerkschaften Don New York zu einem genossenschaftlichen Bauunter ehmen zusammengeschloffen haben, so ist damit von Arbeiterfeite in einer auch für europäische Verhältnisse sehr lehr= reichen Weise der Feldzug gegen den allen Großstädten anhaftenden Schandfleck der„ Slums", der elendesten Wohnquartiere, eröffnet worden. Niederlegung der Elendsquartiere. In Deutschland hat man von städtischer und privater Seite aus die Schaffung neuer, gesunder Wohnviertel meistens mit einer Aufteilung des Peripheriegeländes der betreffenden Städte unterAommen. Sicherlich ist in diesen neuen Arbeiter- und Mittelstandssiedlungen, wie hier fürzlich ausführlich dargelegt, häufig nicht übermäßig sorgfältig und feineswegs immer mit gutem Material gebaut worden, eine Erscheinung, die an fich noch nicht gegen die Vorstadtsiedlung spricht. Auf alle Fälle aber ist es ihr Nachteil, daß ihre Bewohner selbst unter günstigen Berkehrsverhältnissen durch eine Fahrtstunde oder mehr von den im Stadtinnern gelegenen Arbeitsstellen und von Theatern, Konzertsälen, Mujeen und billigen Großgeschäften trennt. In New Vort, wo der fatastrophale Mangel on Baugelände auf der schmalen Halbinsel Manhattan das Woh nungsproblem dauernd aufgerollt hält, hat man jetzt einen inter= effanten Versuch zu feiner Lösung unternommen. Die oben erwähnten Gewertschaften wollen nämlich den Neubau von Jonnigen und luftigen Wohnhäusern mit der Niederlegung von Elendsvierteln verbinden. So ergibt es sich denn, daß im Herzen New Yorks, wo bitterfte Armut, Laster und Berbrechen nebeneinander wohnen, plötzlich Bauland in beträchtlichem Ausmaß vorhanden ist. Dort unten im südöstlichen New York, wo die Grant Street mit ihren schmalen, dunklen Nebengassen ein düsteres Bild von der Weltmetropole gibt, ein Bild, von dem der eilige Reisende im Glanz der Bolfenkrazer und Vergnügungsviertel wenig ahnt, dort werden num Backsteinhäuser in große Höfe herum entstehen. In jener Gegend find jetzt noch 81% des Baugeländes bebaut, 11% mehr als die amerikanische Bauordnung gestattet. Die neuen Wohnhäuser sollen 30% weniger Boden deden und trotzdem noch für allerlei in diesem Viertel sonst nicht sehr bekannten Komfort Raum haben, Bäder, Waffertoiletten, mehrere Treppenaufgänge, 3enfralheizung und Warmwasserversorgung. Es ist wahr, man legt drüben nicht allzuviel Wert auf besondere architektonische Reize dieser Häuser. Es find schmucklose, glattwandige Steinfästen von höchster Nüchternheit, die immerhin durch die Art ihrer monumentalen Aneinanderreihung wirken fönnen. Aber wesentlicher als die Befriedigung des Formen-| 2] Anthony John. Roman von Jerome K. Jerome. Die Frau gab teine Antwort, wußte, daß der Vorwurf gerechtfertigt sei. Anthony Johns Bater war ein guter Mann, nüchtern und gütig in feiner jammernden mürrifchen Art. Ihre Familie, und auch sie selbst, hatten die Heirat für ein Glück gehalten. Sie war in Dienst gewesen, verachtet von ihren Freundinnen, die in Fabriken und Geschäften ihren Lebensunterhalt verdienten. Er hingegen war ein halber Herr, obwohl es heute schwer fiel, dies zu glauben. Die Strong'nth'arms waren früher reiche Bauern gewesen. Es hieß, Mitglieder der Familie lebten in Wohlstand in den Kolonien, und auch heute noch hofften Mann und Frau, daß irgendein entfernter Berwandter ihnen ein Vermögen hinterLassen werde. Anderenfalls ewiger Kampf gegen den Hunger. Der Mann hatte sich eine eigene Mechanikerwerkstatt eingerichtet. Es gab für derlei Werkstätten Arbeit genug in Millsborough, aber John Strong'nth'arm gehörte zu jenen Unfeligen, die stets den falschen Weg einschlagen. Er war eine Art Erfinder; einige feiner Ideen waren äußerst ein träglich gewesen, für andere Leute. ,, Räme ich doch zu meinem Recht. Widerführe mir Gerechtigkeit! Wäre ich nicht betrogen und beraubt worden!" Mit diesen Worten wurde der kleine Anthony John bald vertraut; er hörte sie gesprochen von einer schrillen schwachen Stimme, die meist in einem Hustenanfall erstickte, jah geballte Hände in vergeblichem Flehen emporgehoben zu jemandem, den der Bater durch die Decke der dunklen unordentlichen Werkstatt zu sehen schien. In dieser Werkstatt lagen die Dinge fast alle auf dem Fußboden, und der Vater suchte unentwegt nach etwas, das er nicht finden fonnte. Ein findischer guter Mensch. Hätte er über ein gesichertes Einkommen verfügt, fo würde eine Frau ihn geliebt, mit seiner Schwäche Nachsicht empfunden haben. Aber bei den Armen darf es feine Schwäche geben. Sie fönnen sich diesen Lurus nicht leisten. Instinktiv wußte das Kind ,, wie sehr die Mutter den träumerisch blickenden, stets von, Alengsten geplagten Mann verachtete. Trozdem war es der Bater, den er zuerst lieben lernte, wenn gleich es von der Mutter Antwort auf seine Fragen und Erfüllung seiner Wünsche erwartete. Die unordentliche Werf statt mit dem lodernden Herd war Anthony Johns Kinderzimmer. Seinem Gefichtsausdruck nach zu urteilen, befriedigte es ihn ungemein, wenn der Vater ein Werkzeug fortlegte und gefühls ist hier die Ausnüßung der freien Flächen. Spielplätze, Planschwiesen, Sandhaufen für die Kleinen, gärtnerische Anlagen für die Großen garantieren jedem Einwohner die nötigen Kubikmeter Luft und Sonne. Und dies alles inmitten des finsteren New York! Ein New Yorker Elendsquartier. es schon im nächsten Augenblick nicht mehr zu finden vermochte. Das Kind beobachtete eine Weile den fluchenden Mann, dann fprang es von seinem Sig, reichte dem Bater das Gesuchte. Allmählich gewöhnte sich der Mann daran, pon Anthony John Hilfe zu erwarten. ,, Sahst du nicht zufällig, wohin ich gestern das fleine Nickelrad legte?" fragte der Bater. Und John, der Mann, arbeitete weiter, während Anthony, das Kind, eine Minute später das gesuchte Rad herbeibrachte. Einmal mar der Vater den ganzen Nachmittag fort gewesen; als er am Abend die Werk statt betrat, blieb er stehen, starrte staunend vor sich hin. Der große Tisch war abgestaubt worden, alle Werkzeuge lagen der Reihe nach geordnet darauf. Er verharrte noch immer wie gebannt, als sich leise die Tür öffnete und ein fleines grinsendes Geficht hereinlugte. Der Mann brach in Tränen aus, suchte dann voller Beschämung vergeblich nach einem Taschentuch. Das Kind steckte ihm reine Holzwolle in die Hand und lachte. Jahre hindurch wußte das Kind nicht, daß die Welt auch noch etwas anderes sei, als dunkle Gassen und stintende Slums. In der Nähe der Wohnung befand sich der Marktplag, wo Männer brüllten und fluchten, Frauen freischten und feilschten, Kälber blökten und Schweine quieften. Etwas weiter entfernt war ein zertrampelter Rafen mit verrußten Sträuchern, umgeben von rauchspeienden Schloten. Bisweilen, an jenen Tagen, da der Vater das Schicksal mehr verfluchte denn sonst, und noch häufiger als gewöhnlich die geballten Fäuste zur Werkstattdecke emporstreďte, verschwand die Mutter auf viele Stunden, tehrte mit allerlei guten Dingen zurück, die in braunes Papier verpackt waren. Und am Abend wurde jemand, der in weiter Ferne lebte, gesegnet und gepriesen. Das Kind fragte sich, wer wohl dieser Jemand fei; war es etwa der Unbekannte, oberhalb der Werkstattdecke, dessen Gerechtigkeit der Bater so oft anrief? Aber nein, das war unmöglich, ist doch dieser Unbekannte oberhalb der Werkstattdecke anscheinend stocktaub; die Mutter hingegen fehrt nie mit leeren Händen zurück. Eines Abends erschollen in der Gasse Gesang und der Klang eines Tamburins Der fleine Anthony öffnete die Werfftatttür und spähte hinaus. Etwa ein halbes Dugend Männer und Frauen standen auf dem Bürgerffeig, und eine Frau hielt eine Rede. Sie sprach von einem Herrn, den sie Gott nannte. Er wohnte sehr weit fort und sehr hoch oben. Alle guten Dinge famen von ihm. Sie erzählte auch noch anderes, redete über die Herrlichkeit und die Macht dieses | Billigere Wohnungen. Aber damit nicht genug. Die Dollarmillion, die von den Gewertfchaften zunächst für die Errichtung eines Musterhäuserblocks der geschilderten Art bereitgestellt ist, wird den Gewerkschaftsmitgliedern nicht nur neue, gefunde Wohnungen schaffen, sondern ihnen diese Wohnungen obendrein noch erheblich billiger machen als die stickigen Löcher in den Slums". Siebzig Prozent der in Groß- New York lebenden Familien haben ein Jahreseinkommen unter 2500 Dollars, eine Summe, die unter Zugrundelegung der Preisverhältnisse nicht fehr viel mehr bedeutet als 2500 Mart in Deutschland. Man rechnet, daß die Miete nicht ein Fünftel des Einkommens überfteigen foll. Jene flebzig Prozent dürften danach nicht mehr als 500 Dollars Jahresmiete ausgeben. Tatsächlich fosten aber Dreibis Bierzimmerwohnungen felbft in den billigsten Vierteln New Ports 700 bis 1000 Dollars Miete, Zahlen, die sich übrigens alle Auswanderungsluftigen genau betrachten sollten. Es ist nun lediglich mehr ein Problem der Geldaufbringung und der Bautechnik, mittlere Wohnungen zu schaffen, die monatlich nicht mehr als zehn Dollar pro Zimmer Miete tosten und für den Unternehmer dennoch sechs bis acht Prozent Zinsen abwerfen. Die Geldaufbringung ist so großen und starten Organisationen wie ein paar zusammengefchloffenen Gewerkschaften nicht schwierig, und was die Bautechnik angeht, so entwickelt sich zurzeit im Lande des Standards, im Lande Des millionenfach über alle Landstraßen laufenden Typenautos, ein Standardbauen, eine Technit des Montagehauses, dessen Einzelteile in Maffenproduffion fabriziert und an Ort und Stelle lediglich aufeinander montiert werden, eine Bauweise, die zu einer starten Ber ringerung der Kosten führen fann, daß es New Porter Bauleitern gelang, mit den wirklichen Baufosten 100 000 Dollar unter dem Boranschlag zu bleiben. Selbstverständlich fann diese Bauweise nicht auf ein einzelnes Haus angewandt werden. Nach den neuen Richtlinien werden drüben ganze Häuserblods auf einmal in gleicher Ausführung und in gleicher Höhe errichtet. In der Berbindung einer genossenschaftlichen Baud grundlage mit dem System höchst gesteigerter Große fabritation- selbstverständlich unter der einheitlichen Leitung eines baumeisterlichen Willens geben die New Yorker Gewert schaften ein Beispiel, das große Organisationen auch bei uns überall da beachten sollten, wo Stadt oder Kommune der Bürde finanzieller, technischer und gedanklicher Probleme des Nachkriegsbau wesens nicht gewachsen sind. Kriegsopfer! Rundgebung am Montag, 23. März, abends 7, Uhr, in den Milafalen, Schönhauser Allee 130: Für eine beffere Renten versorgung! Für die Ausgestaltung der bestehenden Fürsorge Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer u. Striegerhinterbliebenen. Herrn, erklärte, alle müßten ihn fürchten und lieben. Dem Pleinen Anthony fiel ein, daß er die Tür offen gelassen habe, und er eilte zurüd. Etwas später zogen die Leute wieder weiter. Das Kind hörte sie singen: ,, Gelobt sei Gott, von dem der Segen kommt, Lobfinget ihm, Ihr Wesen dieser Erde." Der Rest des Liedes ging im Getrommel des Tamburins unter. Es ist also Gott, den die Mutter so häufig aufsucht und von dem sie immer mit guten Dingen beladen heimtommt. hat sie Anthony doch auch erklärt, er könne nicht mitgehen, meil es ein weiter und steiler Weg sei. Vielleicht im nächsten Jahr, wenn seine Beine stärker find. Anthony verschwieg der Mutter gegenüber seine Entdeckung. Frau Plumberry unterschied zwei Arten von Kindern: jene, die sprechen und niemals zuhören, und jene, die zuhören und ihre Gedanken für sich behalten. Eines Tages jedoch, als die Mutter ihren einzigen Hut aus der Umhüllung hervorholte und ihn vor dem halb= blinden Spiegel auffeßte, zupfte sie der Knabe am Aermel. Sie wandte sich um. Er hatte die Strümpfe heruntergelassen, zeigte feine träftigen Beine. Es war charakteristisch für ihn, daß er fogar als Kind niemals Worte vergeudete. ,, Fühl fie an," war alles, was er fagte. Die Mutter erinnerte sich ihres Versprechens. Es war ein schöner Tag, soweit man dies im Rauch von Millsborough sehen fonnte. Sie gebot ihm, seinen besten Anzug anzulegen, und sie zogen zusammen aus. Sie staunte über die Aufregung des Knaben, die ihr unbe gründet vorkam. Der Weg war tatsächlich weit, aber das Kind schten es nicht zu merfen. Sie ließen Millboroughs Lärm und Rauch hinter sich, gelangten allmählich in eine wundervolle Gegend. Das Kind hätte am liebsten die Landschaft umarmt, so schön war sie. Die Frau plauderte hin und wieder, der Knabe jedoch hörte sie nicht. Am Ende der Wanderung schritten sie durch ein offenes Tor. Und plötzlich trafen sie Gott, der im Garten spazierte. Die Mutter schien äußerst verwirrt, ftammelte Entschuldigungen, wiederholte sich immer wieder. Sie riß dem Knaben die Müße vom Kopf und tnidste unentwegt, sant dabei fast auf die Knie. Gott war ein sehr alter Herr in Gamaschen und Jagdrod. Er trug Badenbart und Schnurrbart, stützte sich beim Gehen auf einen Stod. Er ftreichelte Anthonys Kopf und gab ihm einen Schilling. Die Mutter nannte er Nelly" und verlich seiner Hoffnung Ausdrud, ihr Mann möge bald Arbeit finden. Dann sagte er, daß sie ja den Weg kenne, lüftete die Mütze und verschwand. ( Fortsegung folgt.) Die Mahlsdorfer Totschlagsaffäre. Drei Jahre Gefängnis für Cieved. Die Beweisaufnahme in der Mahlsdorfer Totschlagsaffäre hat nichts Positives ergeben. Die Staatsanwaltschaft hätte sich wahrlich ben Ausmarsch der 20 Zeugen ersparen fönnen. Die Polizei hatte in der Sache eigentlich leichte Arbeit. Sie kam durch die Aussagen des Zeugen Kalinowiti, ber am verhängnisvollen Abend den Liebed und den Beyer turz vor dem Ereignis in einem lebhaften Gespräch über das Schießen beobachtet hatte, recht bald auf Liebecks Spur. Berhaftet, leugnete er aber mit aller Entschiedenheit seine Täterschaft. Er bestritt nicht, am fraglichen Abend mit Beyer zusammengewesen zu sein, wollte jedoch sich bereits vor 6 Uhr von ihm getrennt haben. Er brach erst unter der Wucht der Zeugenaussagen, der Feststellungen des Schriftfachverständigen und der Gleichartigkeit der bei ihm gefundenen Sicherheitsnadeln mit der bei der Beiche aufgefundenen, zufammen. Er erflärte, den Beyer unbeabsich. tigterschoffen zu haben. Er sei am fraglichen Abend mit dem Jungen zusammengetroffen, um ihn zu einer nationalsozia listischen lebung mitzunehmen. Durch eine Unterhaltung über das Schicßen angeregt, habe nun der 14jährige Günther den Bunsch geäußert, faine Runft zu zeigen, mit verbundenen Augen ein vorher gewähltes Ziel zu treffen. Als der erste Schuß perjagte, habe dann der Junge, dessen Augen bereits mit einem Taschentuch berbunden waren, bent Angellagien den Revolver übergeben, damit er nach der Ursache des Versagens forsche. In dem Augenblick, als er dann dem Beyer die Waffe zurückgab, habe er plöglich einen Krampf am Bein empfunden. Als er nach dem linterfchentel griff, fei der Schuß losgegangen. Um nicht in den Berdacht der Taterschaft zu fommen, habe er versucht, einen fommunistischen Feinemord vorzutauschen. Diese Schilderung hielt der Angeklagte auch in der Gerichts. verhandlung aufrecht. Er machte einen sehr ruhigen und intelligenten Einbrud, ift äußerst beweglich und lebhaft. Seine Entwicklung ist die eines psychopathischen Shantasten. Bon flein auf neigte er zum Bagabondieren und Renommieren. Da erftemal brannte er als 12jähriger Junge zum Bater auf den Kriegsschauplatz durch, hinterher wiederholte er dieses Spiel zu unzähligen Maien, wurde wegen Landfireicherei und unbefugter Grenzüberschreitung immer wieder fefigenommen. Er war voll abenteuerlicher Pläne, mußte aus der Schule genommen werden, fonnte auf teiner Lehrstelle dauernd bleiben und fand endlich eine Betätigung im Coolschen Reisebureau, no es mit einer Beruntreuung endete. Jebesmal, wenn er von Hause durchbrannie, fand der Bater bei ihm merkwürbig mit Elempeln versehene Schriftftücke mit fingierten Unterschriften des Staatsanwalts, it folchen eines Chefs der Schwarzen Sanb", mit roter Tinte geschriebene Haftbefehle und dergleichen mehr. Gelt feinem 17. Jahre begann er fich attio in nationalsozialistischen Sereijen 3 betätigen, lef stets in Hitler- Uniform mit unzähligen Abzeichen und riesengroßem Hakenkreuz gej hmückt umber, nahm an militä rischen Ucbungen teil, trug sich mit dem Gebanken, als Spiel der Kommunistischen Bartel beizutreten, führte sogar im Auftrage jeines vöifijchen Borgefegien entsprechende Unterhandlungen mrit Rommunisten in leitender Stellung, verteilte gefälschte Mitgliedstarten der nationalfozialen Organisation usw. Seine Bekanntschaft mit dem jungen Beyer hatte gemeinsame nationale Bestrebungen zur Unterlage. Er versprach dem Jungen, ihn bem Sturmtrupp zuzuführen. Und gerade an demselben Abend, als das geschehen foute, erichoß er ihn. Am nächsten Morgen be abfichtigte er, fich nach Nürnberg zu den Hitler Iruppen zu be geben. Die Beugen bestätigten feine außerordentliche Sucht zur Renonmisteret und auch seine Borliebe auf Menschen zu ichtegen Unaufgeklärt blieb, was er furg vor der Begegnung mit Beger ber Toilette getan hat, in der er sich nach Aussagen der Zeugen inertwürdig lange aufgehalten haben foil. Es bestand der Berdacht, daß er den später an der Leiche des Getöteten aufgefundenen Bettel bereits hier fertiggeftelt hatte. Man fornte bem Staatsanwelt schon nachfühlen, wenn er in seinem Plädoyer die Ansicht äußerte, es fei nicht einfach von der Hand zu weisen, daß der Angeklagte nicht nur in fahrlässiger Beile den 14jährigen Beyer getötet habe. Beweise für das Gegenteil tönnten jedoch nicht erbracht werden. Er beantragte gegen den Angeklagten zwei Jahre Gefängnis. Das Gericht ging darüber hinaus und verurteilte Liebed wegen fahr läffiger Tötung zu drei Jahren Gefängnis unter Anrechnung von neun Monaten Untersuchungshaft. Nur einige furze Betrachtungen zu dem Fall: Er sollte für die Eltern eine Warnung sein. Der Vater des Jungen gab ihm selbst eine Waffe in die Hand als Schutz gegen einen eventuellen Einbruch. Er glaubte, daß sein Verbot, nicht mit der Waffe zu spielen, von Birtung jein würde. Er hatte aber roeder Ahnung von dem Umgang des Jungen noch davon, daß er hinter seinem Rüden eine zweite Bajje befaß. Der Fall follte auch als Warnung für die rechts und lintsraditale Jugend dienen. Schuß waffen besigen die eigentümliche Eigenschaft, von selbst los zu gehen. Das gemeingefährliche Treiben diefer unreifen Jungens joilte schließ lich einmal aufhören. Aufgabe der Erwachsenen müßte es sein, hier Ordnung zu schaffen. Das Gericht fonnte sich anscheinend nicht gemisfer schwerer Bedenten erwehren. Die Kaltblütigkeit des Ange flagten bei seiner Inszenierung des fommunistischen Fememords" und bei der Herbeischaffung von Alibibeweisen sprach von einer er schütternden se elischen Roheit. Eine andere Frage ist es, ob das Gefängnis für diesen schweren Psychopathen diejenige Er ziehungsanstalt ist, aus der er als brauchbarer Mensch in die Gefellschaft zurückkehren wird. Daß er bei seiner unbedingten Ge meingefährlichkeit für längere Zeit isoliert werden mußte, unterliegt teinem Broeifel. Aus Angst vor der Gardinenpredigt. Einen Mordsrausch hatte sich der Postschaffner Wilhelm 2. am 29. November, bem Tage der Gehaltszahlung, zugelegt. Nachdem er am Nachmittag auf dem Bahnpostamt 3 am Stettiner Bahnhof fein Gehalt abgehoben hatte, unternahm er eine Bierreise, die bis zum nächsten Morgen dauerte. Was mit ihm paffiert war, mußte er nicht mehr, als er am nächsten Morgen in einem 2bsteige. quartier erwachte. Jebenfalls war das Gelb bis auf ben legten Pfennig weg. Nach Hause traute er sich aus Angst vor ben Vorwürfen feiner Frau richt. In seiner Trumfenheit perfiel er auf die Ibee, zum Bostamt zurückzugehen und auf den Namen eines Bostassistenten, von dem er wußte, daß er erst int Laufe des späteren Bormittags mit dem Bahnzuge, wieder in Berlin eintreffe, dessen Gehalt abzuheben. Das gelang ihm auch und L. ging befriedigt nach Hause. Unsanft wurde er nach einigen Stunden von dem Postinfpettor aufgewedt und nach dem Gelde gefragt. Da fam ihm erft zum Bewußtsein, was' er angerichtet hatte. Schöffengericht mitte ließ dem alten Beamten gegenüber, der bisher unbestraft war und sich im Dienst einwandsfrei geführt hatte, mit Rücksicht auf deffen Reue größte Milde walten und erkannte auf brei Wochen Gefängnis, wofür er Bewährungsfrist erhielt. Außerdem nahm das Gericht auch Abstand, ihm die Fähig feit zur Bekleidung öffentlicher Aemter abzusprechen. C Das Seifenfacheffe in der ,, Neuen Welt". Gestern nachmittag wurde in sämtlichen Räumen der Neuen Welt" wie alljährlich die große Seifenfachmesse im Beis sein der Vertreter der Behörden und der Preise eröffnet. Die Meffe, die sich immer mehr zu ihren Gunsten entfaltet, gibt einen guten Ueberblick über die Seifenindustrie. Ausgestellt sind: Geifen jeber Art, Parfümerien, Kerzen, Buz- und Scheuermittel, Beleuchtungsartffel, Gummiwaren, überhaupt sämtliche Artifel zur Toilettenpflege. Auch die Christbaumschmuckindustrie ist neben der der Korbwaren vertreten. Es würbe zu weit führen, wollte man hier all bie mannigfachen Dinge nennen, die dort ausgestellt find. Anerkannt muß werden, daß die Beranstalter der Messe, der Schuß verband beutscher Seifenhändler und die Einkaufszentrale der Seifenhändler Groß- Berlin G. m. b. S., mit dieser Ausstellung wieder etwas Gutes geschaffen haben. Die Messe, die allerdings nur für Interessenten zugänglich ist, bleibt am Sonnabend von 3 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends und/ am Sonntag von 2 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends geöffnet. Um aber auch den Hausfrauen den Besuch der sehenswerten Messe zu ermöglichen, findet heute vor mittag ab 11 Uhr ein Frauentag statt. Nach dem Rundgang wird Dr. Berget einen Vortrag über„ Die Seife" halten. Der Eintritt ist frei. Jugendweihen der Groß- Berliner Arbeiterschaft Morgen, Sonntag, den 22. März, vormittags 11 Uhr Berlin, Großes Schauspielhaus, Karlstraße Friedenau, Aula des Realgymnasiums, Homulhfirahe Cantwig, Aula des Realgymnafiums, Kaulbachstraße Treptow, Aula des Realgymnasiums. Neue Krugallee6 Pantow, Aula des Lyzeums, Görschstraße Mitwirkende: Reformler'e Gefangsgemeinschaft Roseberry d'Arguto Männerchore:„ Oberipree"„ Liedertafel Berlin- Welt" Gemischter Ceer Tempelhof"* Männerdjor Pankow SPD." Orgelspiel Mufit Gesang Spredchor Weiheredner: Arthur Crispien, M. d. R. Carl Bonit, Reffor, Dr. Richard Cohmana Otto Meier, 2. d. C. Mag Kreuziger Eintrittskarten sind erhältlich. Amtsmißbrauch. Der eifersüchtige Kriminalbeamte. Cine böse Euppe hatte sich der Kriminalbetriebsaffiftent Albert egat von der Bolitischen Abteilung des Polizeipräsidiums eingebrodt, der sich gestern vor dem Schöffengericht Mitte wegen unberechtigter Festnahme und Bedrohung im Amte zu verantworten hatte. Gegen Demagogie und Gewiffenlosigkeit. Aus unseren Wählerversammlungen. In der Wählerversammlung des Bezirks Tiergarten sprach Genosse Lempert. Im Wahlkampfe um den Reichspräsidenten, so führte er aus, hat die Sozialdemokratie, gerabe wie der Gämann das Unkraut, die politische Trägheit und Einfalt großer Teile des Volkes zu bekämpfen. Nicht ohne Absicht ist das deutsche Volk früher geleitet und gegängelt worden. Es galt für das wilhelminische Deutschland stets, seine Herrschaft zu sichern und zu festigen. Der unterste Stand, das Proletariat, sollte ausgebeutet werden zu Nuk und Frommen der Herrschenden. Kapitalismus und Militarismus waren die Grundlagen, auf denen der Krieg gedeihen fonnte, der schließlich unter Führung der Generale und der Konservativen zur Staatstatastrophe führte. Die Sozialdemokraten retteten das Staatsschiff vor dem Untergang.„ Staatsverbrecher sollen wir dechalb sein. Und wenn vorher die politische Kurzfichtigkeit und Unfähigkeit der regierenden Kaste den Zusammenbrudh herbeiführte, Ichloffen sie sich nachher von der Mitarbeit des Wiederaufbaus aus, ja mit Demagogie und Gewissenlosigkeit schufen fie die Giftatmosphäre, der die Besten der Republit zum Opfer fielen. Rach all dem Geschrei der Rechtsparteien sieht man jetzt ihre prat tische Außenpolitik, die dieselben Grundsätze verfolgt. wie sie bisher von der Sozialdemokratie angegeben wurden. Um jo starter werfen fie innenpolitisch das Ruder nach rechts. Hier sollen den Unbemittelten die Reparationslast en aufgepackt werden. Wenn jest ter der Präsidentenwahl unter cinem Nebelschwaden von Berleumdungen die schwerindustriell- agrarischen Rechtsparteien die sozialistischen Staatsmänner verdächtigen, fo wollen sie damit mit der Person auch die Partei treffen. Was unfer Genosse Ebert auf seinem Bosten geleistet hat, erfannte zur Schande des deutschen Wolfes das Ausland früher als Deutschland felbft. Der Kampfgegen einen sozialdemokratischen Reichspräsidenten geht gegen die Republit. Deshalb ist die Präsidentenwahl eine Wahl zwischen Monarchie oder Republit. Die Entscheidung fann für jeden arbeitenden Bolfsgenossen nicht schwer fein: Unser Genoffe Ebert mahnt noch aus seinem Grabe heraus: Gebt mir einen würdigen Nachfolger. Darum wählt Otto Braun.( Starter Beifall.) Bohnsdorf. In Bohnsdorf sprach die Genoffin Erna Rreffe in einer Frauenversammlung. Sie fennzeichnete zunächst die Politik der bürgerlichen Parteien. Die Deutschnationalen versprachen in der Aufmertung ihren Wählern alles, hielten aber nichts; fie möchten jetzt unter die ganze Aufwertung einen dicken Strich ziehen. Als durch den Tod des Reichspräsidenten bic Neumahl unerwartet nötig wurde, Wählern ihr wahres Gesicht zu verbergen. Die Sozialdemokratie wat stets bemüht, in der Sozialpolitik die Interessen der arbeitenden Klaffen zu vert nfs wurde bel i ders von der Rednerin auf die Gefährdung der politischen Gleichberechtigung der Frauen hingewiesen. Das deutsche Belf muß alle Kräfte aufbieten, um den Wegbereiter der Monarchie, Herrn Jarres, aus dem Felde zu schlagen. Wir haben daher die Pflicht, dafür zu sorgen, daß auch die Frauen den Schuh der Republit sicherstellen, indem sie einen ganzen Mann wählen. Es gibt feinen würdigeren Nachfolger des verstorbenen Reichspräsidenten als den Genossen Otto Braun. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Es sprach noch der Genosse Mohr in der Diskussion. Er unterstrich noch einmal die Ausführungen der Referentin und forderte die Anwesenden auf: Wer gegen Monarchie, gegen Bürgerkrieg ist, der wähle den kandidaten der Sozialbemotratie. Begat war in dem Hause Berleberger Straße 14, in dem er wohnt, am 8. Oftober abends eingefehrt und hatte zunächst mit dem Wirt Karten gespielt. In demselben Lokal war auch eine 36jährige Bureaubeamtin Frau B. zugegen, die an diesem Tage ihren Geburtstag für sich allein feierte. Wegat war in einer Spielpause an die Dame herangetreten und hatte ihre Bekanntschaft zu machen gezogen die Rechtsparteien schnell die Zollvorlage zurück, um den sucht. Der Wirt hatte ihn aber wieder zum Spiel zurückgeholt. Bu seinem Merger mußte er dann bemerken, daß ein anderer Gast flih an den Lisg der Dame gesetzt hatte und mit dieser in eifriger Unterhaltung blieb. Der fremde Gast begleitete dann die Dame auch nach Hause. Darüber war Begat noch mehr erboßt. Er ging dem Baar nach und stellte den Begleiter an der Leffingbrücke mit den Worten jest: Ich bin Kriminalbeamter, wo wollen Sie mit der Dame hin?" Als er auf diese Frage eine abweisende Ant wort bekam, daß ihn das nichts anginge, zog er den Revolver- und erflärte, er müsse den Mann wegen Mädchenhandels fest nehmen. Die angebotenen Ausmeise, aus denen hervorging, daß es sich um einen Eisenbahninspektor Sch. handelte, der in demselben Hause mit Wegat wohnte, wies ber Kriminalbeamte für ungenügend zurüd und zwang Sh. mit norgehaltenem Revolver, ihm zur Bache zu folgen. Der Dame bedeutete er, daß sie nach Hause geben fönne, da er nur mit dem Herrn zu tun habe. Sie ließ fich aber nicht abweisen und ging mit. Begat wollte ben eft. genommenen zunächst zum Polizeiami Tiergarten bringen. Dieser wandte sich jedoch unterwegs an zwei Schupobeamte und bat um ihre Begleitung zur nächsten Polizeimadhe, was bleje auch taten. Auf der Polizeimadje mußte der Eisenbahninspektor Stunde warten; dann fam Wegat mit dem Wachthabenden aus einem Nebenzimmer heraus und bedeutete ihm, die Sache wäre er. lebigt, er könne gehen. Eine Vernehmung über die angebliche Straftat fand überhaupt nicht statt. Der Eisenbahninspektor erstattete daraufhin Anzeige. Der An geflagte blieb dabei, daß der Eisenbahninjpettor ihm verdächtig vorgefommen sel, da er Aehnlichkeit mit einem Mädchenhändler, den er vor 11 Jahren in Petersburg fennen lernte, hatte. Festgestellt wurde, daß der Angeklagte mit diesem Dezernat, überhaupt mit dem Mädchenhandelsdezernat, gar nichts zu tun hatte. Die Zeugen waren übereinstimmend der Meinung, daß Wegat angetrunken gewesen sei. Der Angeklagte selbst aber wollte nicht angeheitert gewesen sein. Das Gericht war der Ueberzeugung, daß Wegat nur aus persönlichem Intereffe an der Zeugin B. zu seinem unberech tigten Vorgehen sich hatte hinreißen lassen. Es wurde ihm aber als Milderungsgrund angerechnet, daß er reichlich 2ltohol getrunken hatte und nicht die Folgen feiner Handlungsweise flar übersehen hatte und nicht die Folgen seiner Handlungsweise flar übersehen fonnte. Deshalb wurde auf die Mindeststrafe von 3 Monaten Gefängnis erfannt. Ein Kindesmord. Wegen Ermordung ihres neugeborenen Kindes murde von der Neuköllner Kriminalpolizet die Aufwärterin Meta R. verhaftet. Im Januar d. J. zog, wie wir damals mitteilten, aus dem Hause Rosenstraße 8/9 zu Neukölln eine Frau aus, die hier unter deni Namen Böhlke gewohnt hatte. Als man nun den Kochherd zu einer Ausbesserung nachsah, entdeckte man in einem Feuerloch hinter Lumpen die Leiche eines neugeborenen Knaben. Die Mörderin konnte nur die bisherige Mieterin sein. Die Nach Diefem war ein Stück eines Strumpfes in den Hals gesteckt worden. forschungen der Kriminalpolizei ergaben, daß sich hinter der Frau Böhlke die Aufwärterin Meta K. versteckt hatte, die auch wegen Betruges fteckbrieflich gesucht wurde. Endlich gelang es den Kriminalbeamten, sie in der Ravenéstraße bei einer Freundin, die ihr Unterschlupf gegeben hatte, zu ermitteln und festzunehmen. Sie behauptete erst, das Kind sei vor Kälte umgekommen. Nachdem man ihr aber den Fund des Strumpfes vorgehalten hatte, bekannte sie, es umgebracht zu haben. Der Vater sei der Ehemann einer Freundin, die sie einmal in Zehdenick besucht habe. Dieser habe ihr versprochen, für sie und das Kind zu sorgen, sich aber nicht mehr um sie gefümmert. Es wurde festgestellt, daß schon vor drei Jahren ein Kind der St. kurz nach der Geburt gestorben ist. Die Tobes. urfache konnte damals nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 21. März. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Sprachunterricht: Direktor Julius Glück: Esperanto". 4.30 bis 6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Baurat Steiner: Die Berliner Feuerwehr auf der Brandstelle 7-7.55 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Hochschulkurse). 7 Uhr abends: Dr. Franz Leppmann: Deutsche Lviik von Hölderlin bis Werfel". 4. Vortrag. Von Heine bis Nietscho". 7 35 Uhr abends: Dr. Gustav Leithäuser: Ueber die Empfangstechnik der drahtlosen Telegraphie und TelepLonie". 8.30 Uhr abends: Zum 240. Geburtstage Joh. Seb. Bachs Dirigent: Otto Uraok. 1. Aus der H- Moll- Suite: a) Sarabande, b) Polonäse, c) Badenèrie( Orchester). 2. a) Rezitativ und Arie Fünfzig Taler bares Geld", b) Rezitativ und Arie„ Es nehme zehntausend Dukaten"( beide aus der weltlichen Kantate Mer han en neue Oberkeet")( Theodor Heß v. d. Wyk. Baẞ). 3. Konzert E- Dur( Kurt Vogel. Violine). 4. Der zufriedengestellte Aeolus( Theodor Heß v. d. Wyk). 5. Chaconne( Kurt Vogel). 6. Suite in D- Dur( Ouvertüre. Air. Gavotte, Bourrée und Gigue) ( Orchester). Das Orchester besteht aus Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Tanzmusik. Die Spritfchieber Hermann und Heinrich Weber, fowie Dr. Santrop, die von der Tichechoslowakei ausgeliefert find, find Freitag nachmittag 5 Uhr 20 mit dem Prager Schnellzuge in Berlin eingetroffen. Ordner der Profetari'chen Feierffunden. Sonntag, den 22. März 1925 pünktlich vorm. 9 Uhr im Großen Schauspielhaus zum Drbnerdienst. Bordefpredung der Jugendweihe Canfwlh, Kaulbachstr.( 22. März) heute, nachm. 1,5 ur portselbst. Borbesprechung der Jugendweihe Treptow, Neue Krugallee 6( 22. März) heute, nachm. 5 Uhr. bortselbst. Das Bolfsbildungsomt Reinidendorf veranstaltet am Sonntag, den 22. März, abends 7%, br, in der Aula der Humboldtschule Segel einen Boltslieder abend, ausgeführt vom Voltschor Tegel", Dirigent Hans Fride, unter Mitwirtung von Dr. Heinz Schall( Lieder zur Lante). Eintrittskarten an der Abendkasse. Die Sturmkatastrophe in Amerika. New York, 20. März.( WTB.) Nach den letzten Nachrichten aus dem Tornado gebiet wurden 15 Drifchaften in Illinois von bem Sturme heimgesucht, je 5 in Indiana, Missouri und Kentucky, eine in Tennessee. Die Gesamtzahl der Toten nach den legten Zusammenstellungen ist 848, fie verteilt sich wie folgt: 11inois 695, Indiana 89. Missouri und Tennessee je 27, Ren. tudy 10. Berlegt wurden 2909 Personen, piele davon schwer. In Murphysboro, wo 469 umfamen, fino 8000 Menschen obdachlos, es wurden 50 Häuferblods zerstört und der Sachschaden wird auf 3 Millionen Dollar geschäzt. Der Gesamtschaden in Illinois foll 6 Millionen Dollar betragen. Viele Einwohner entgingen dem Tode 76263 WA Lousiana MISSOURI B Chicago ILLINOIS INDIANA StLouis O O Poplar Bluff Cairo Little Rock 0 ARKANSAS inciner KENTUCKY TENNESSEE PENNS WESTང ་ ་ བ ཞ ་ ་ ་ NORTH GEORGIA CAROLIN SOUTH CAROLINA TLANTISCH Übersichtskarte von der Wirbelsturmkatastrophe in den Ver. Staaten. in wunderbarer Weise. Ein Banfier in De Gota fühlte das Bante gebäude einstürzen und troch in das Geldgewölbe. Ein Mann hielt feine Frau fest, als unter furchtbarem Zischen drei Wände ihres Heims davonflogen. Eine andere im Bett liegende Frau blieb dadurch unterlegt, daß die herabfallenden Dachbalten sich quer über die Bettpfeften legten. Vielfach wurden Automobile zerstört, deren Infassen unverlegt blieben. Chitago, 20. März.(( WTB.) Nach weiteren Nachrichten ist die Bahl der vollständig zerstörten fleinen Ortschaften in dem Birbal ſturmgebiet noch größer als bisher gemeldet. In Murphysboro bat ber Sturm brei Quadratmeilen im Geschäfts- und Wohnbezirk zerstört. Die Kraft des Sturmes war so groß. daß elf Lokomotiven pernichtet wurden. Da befürchtet wird, daß Krankheiten, besonders Tetanus, ausbrechen könnten, hat das Rote Kreuz schon 600 Tuben Antitetanus- Scrum angefordert, welche mittels Flugzeug in den Diftritt Murphysboro gebracht werden sollen. In dem Tornadogebiet von Illinois werden besondere Bor fehrungen gegen die Möglichkeit des Ausbruchs der Best getroffen. Der Stellvertreter des Reichspräsidenten, Simons, hat anläẞ. lich der Unwetterkatastrophe in den Vereinigten Staaten von Amerita an den Präsidenten Coolidge folgendes Zele gramm gerichtet:„ Die Nachrichten von der furchtbaren Kata. strophe, die über weite Teile der Bereinigten Staaten herein gebrochen ist und viele Menschenleben vernichtet hat, weden in ganz Deutschland tiefgefühltes Beiled. Es ist mir ein aufrichtiges Be dürfnis, Ihnen, Herr Präsident und dem amerikanischen Bolte meine herzlichste Anteilnahme auszusprechen. gez. Simon s, Steliver. freter des Reichspräsidenten." Aus den Bezirken. 15. Bezirk Treptow. وس In der letzten Bezirksversammlung widmete der Borsteher, Gen. 3. Strieber, bem verstorbenen teichspräsidenten, der jahrelang Bürger Treptoms war, einen warm empfundenen Nachruf. Bis auf Moskau waren alle Fraktionen vertreten. Die Kommunisten erschienen nach der Ansprache des Gen. Strieder mit einem Mann. Genoffe Bürgermeister Grunow wies auf den Zustand der Wuhlheide hin und stellte eine Besichtigung der Buhlheide durch die Bezirkskörperschaften in Aussicht. Die Berfammlung ftimmte den Ausführungen zu und verlangte von den Zentralförperschaften schnellste Ergreifung von Maßnahmen zur Erhaltung der Wuhlheide. Der Abschluß eines Vertrages mit der Allgemeinen Berliner Omnibusaktiengesellschaft wegen Aufhebung der Fluchtlinien der Straße 1 und der Eichenstraße im Ortsteil Treptow löfte eine Debatte aus. Die Genossen Emil Lübke und Otto Schneider beantragen, daß die Gesellschaft die Umpflafte⚫rung der Eichenstraße übernimmt und zur Unterhaltung der Straßen herangezogen wird. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Bet der Beschlußfaffung zur Abänderung des Bebauungsplanes für das Gelände zwischen der Brizer Straße, der Köllnischen Straße, der Spindlersfelder Eisenbahn und der Grünauer Straße in Nieder föneweide verfucht ein Bürgerlicher Obstruktion zu treiben mit der Begründung, die Vorlage müsse zurückgestellt werden, weil es ihm nicht möglich war, der Baudeputationssizung, in der die Vorlage beraten wurde, beizuwohnen!! Unter allgemeinen Heiterteit wurde der Antrag abgelehnt. Die Versammlung erklärt sich mit der Anschüttung und Berbreiterung der Kiefholzstraße zwischen Teltowlanal und Rigdorfer Straße einverstanden. Genosse Schnei der ersucht das Bezirksamt dringend, dafür einzutreten, daß während der Erneuerungsarbeiten an der Marggraffbrücke auf jeden Fall cine Fußgängernotbrüde errichtet wird. Ferner bittet er, bei der Straßenbahndirektion vorstellig zu werden, damit im Falle der Sperrung der Marggrafenbrüde von der Straßenbahndirektion cin Straßenbahnpendelverkehr eingerichtet wird. Auch mit dieser Anregung ist die Bersammlung einverstanden. 16. Bezirk Köpeniď. STADT BEILAGE RK DES VORWARTS Kommunales Leben in einem Westbezirk durch die Bezirksversammlung gutgeheißen wurde, der wird sich der Großzügigkeit der betreffenden Stellen nicht verschließen tönnen. Aber leider wird auch hier der Rotstift des Herrn Rämmierers wüten und vieles, vielmehr als der Bezirk wird vertragen fönnen, muß zurückgestellt werden. Borbildlich dagegen ist die Politik des Bezirks in bezug auf ihre Gärten und Parks, Der 12. Berliner Verwaltungsbezirt, der aus den| die Straße, beffer ausgebaut werden. Wer das Straßen- und Ortschaften Stegliz, Lantwis, Lichterfelde und Brückenbauprogramm des Bezirksamts gefehen hat, welches auch Süden de besteht, also aus drei früher völlig selbständigen Ge meinden, stellt der Verwaltung Aufgaben, deren Lösungen oft schwierig sind. Sie sind es vor allem aus dem Grunde, weil die völlig rechtsgerichtete Mehrheit der Bezirksverordnetenversammlung und der Deputationen sich häufig genug in ihren Beschlüssen von feinlichen Rirchturmsintereffen leiten läßt und fort schrittlichen, besonders auch zentralistischen Bestrebungen feindlich gegenüber steht. Die tommunale Arbeit wird weiter dadurch erschwert, daß ber Stadt Berlin leider weder die genügenden Mittel für die dringenden Bauaufgaben der Bezirke noch für die Verbesserungen im Wohlfahrtswesen zur Verfügung stehen. Troydem hat das Bezirks. amt den Mut nicht finten lassen und sich Aufgaben gestellt, beren endgültige Lösung sowohl dem Bezirk 12 als auch der Stadt Berlin, als Ganzes gesehen, ein bedeutend einheitlicheres Aussehen verleihen wird. Da ist vor allem der Berkehr. Wohl kaum ist ein Berliner Bezirk so gut mit ben verschiedenen Zentren der Stadt verbunden, wie der Bezir? 12. Sowohl Boisbamer Blayz wie 300, sowohl Bankow wie der Friebrichshain, sowohl Mariendorf wie die verschiedenen Bahnhöfe in Lichterfelde find direkt vom Rathaus oder Bahnhof Steglitz aus mit der Straßenbahn erreichbar. Ein Autobus führt von dort zum Stettiner Bahnhof und weitere Linien werden noch in diesem Jahre fertiggestellt werden. Dazu kommt die Wannseebahn und die elektrische Borortbahn. Diese beiden Stränge haben im Bezirk 4 Bahnhöfe. Auf dem Bahnhof Lichterfelbe- Ost halten auch Fernzilge, allerdings nur Bersonenzüge. Ebenso auf dem etwas weniger bekannten Bahnhof Lichterfelde- Sud. In 15 Minuten ist man in Steglig, in 20 Minuten in Lichterfelbe Dom Potsdamer Bahnhof aus. Das Bezirksamt hat trotzdem Berhandlungen eingeleitet, um 2antwig und Steglig beffer miteinander zu verbinden, etwa durch die Vittoria Straße, um die früheren Kreisbahnen, die schmalspurig sind und deren tleine Wagen stets unmäßig überfüllt sind, durch Vollbahnen zu erfezen, um die Linie 40 weiter durch den Bezirt auf Behlendorf zu zuleiten, um auch nach dort bessere Verbindungen zu schaffen und endlich um die Untergrundbahn bis in das Herz des Bezirks ev. bis an beffen Grenze zu führen. Auch follte der sogenannte Lauen besonders deshalb, weil bort bie Bautätigkeit in ungeahnter Weise aufblüht. Im Bezirk Steglik werden etwa 1500 neue Wohnungen Welche rückständigen Kulturträger im Bezirksparlament die beutschnationalen Vertreter und ihre Freunde, die Kommunisten, find, ergibt sich bei Prüfung der Bedarfsnachweisung des Bezirts für das Etatsjahr 1925, die bekanntlich von den Genannten in Bausch und Bogen abgelehnt wurde. Wir greifen aus vielem nur die Forderungen auf bent Gebiete der Schulen heraus: Da wird gefordert: Für den Neubau des Lyzeums Friedrichshagen 2. Baurate 750 000 9., Neuburger Ortsteil mit dem Friedhof dann nicht ganz vergessen werben, bau der Dorotheenschule( Lyzeum) sowie Berufsschule in Kópénid 1478 000 m., Erweiterungsbau der 1. Gemeindeschule in Röpenid 150 000 M., Erweiterungsbau der 4. und 5. Gemeindeschule in Kōpcnid 304 000 m., Neubau einer Schule für die Ortsteile Wilhelms. hagen- heffenwinkel 300 000 M., Neubau einer Turnhalle in Rahnsdorf 90 000 m., Anlage eines Zeichen- und Schulfaales im Dachgeschoß der 1. Gemeindeschule in Friedrichshagen 17 000 M., Errichtung einer 2. Klasse und Schaffung der Lehrerwohnung im Schulgebäude in Müggelheim 30 000 M., Ausbau des Schulhauses in Rahnsdorf zur Errichtung weiterer Klaffen 35 000 m. Daß diese Erforderniffe dringend notwendig sind, wird in allen Kreifen der Bürgerschaft anerkannt, zumal der Often gegenüber dem Westen gerade auf dem Gebiete der Schule bisher fehr vernachläffigt worden ist, felbst wenn man die großartigen Anlagen auf dem Gebiete der Schulgartenpflege in den westlichen Teilen Berlins ganz außer Betracht läßt. Das alles aber bedeutet für die Los- von- Berlin" Schreier vom Schlage der Deutschnationalen Stein und Mier und ihren urteilslosen Nachbetern nichts, dern Kultur und Bildung bedeutet ihnen nichts, Demagogie aber alles. Die Bürgerschaft des Bezirks follte aber bei den kommenden Wah len den Schildbürgerstreich ihrer bürgerlichen und fommunift fchen Bertreter nicht vergessen und sich dessen erinnern, wenn im Berliner Stadtparlament für unseren Bezirk bei der Bedarfsmittelverteilung so gut wie nichts herausspringt; denn die Vertreter in ihrer Mehrheit haben ja neben allen anderen Forderungen auch die notwendigsten Kulturforderungen mit abgelehnt. 18. Bezirk Weißenfee. = Als Borsteher Genosse Thiele die Bezirtsverorbnebender fonumlung mit einer ehrenden Gedentrede für den verstorbenen Reichspräsidenten eröffnete, erhoben sich alle Anwesenden mit Ausnahme der drei Kommunisten und zwei USB.- Beute von den Plätzen. In einer er letzten Bezirksverordnetenversammlun gen wurden gegen den Bürgermeister, Genossen Pfantuch, und gegen den unbefoldeten Stadtrat. Genossen Roßkopf, von rechts: und linksradikaler Seite scharfe Berbächtigungen ausgesprochen. Mit Zustimmung der beiden Angegriffenen wurde Angegriffenen wurde ein Unter uchungsausschuß eingefeßt. Dieser Ausschuß, in dem alle Parteien vertreten waren, hatte num inzwischen das vorliegende Material" gefichtet und geprüft. Der Berichterstatter des Untersuchungsausschusses, Herr Bohm von der Deutschen Bolks partei gab in der gestrigen Eizung bekannt, daß alle Ver dächtigungen gegen unsere Genossen aus der Luft ge= griffen worden sind. Gegen die gewissenhafte Ar= beit der Angegriffenen sei nicht das geringste auszusehen. Die Berdächtigungen entpuppten sich als Dredspriger einiger Berärgerten. Genosse Pfantuch wird gegen die Berleumder gerichtlich vorgehen. Nachdem diese Angelegenheit erlebigt war, stimmte die Bezirksverordnetenversammlung einem von der Bauverwaltung vorgelegten Brejeft über Bildung von Heims flättengebieten zu. Die in Aussicht genommenen Flächen befinden sich in unmittelbarer Nähe der bebauten Ortsteile. teilweise mit Mitteln aus der Hauszinssteuer im Bezirk erstellt. An 10 Goldmillionen follen als Hypotheken zuni Bezirk Steglitz in Jahre 1925 fließen. Außer dem schon genannten Viertel ist es haupt. fächlich der Ortsteil Lankwiß, der sich großer Beliebtheit erfreut. Doch auch in Lichterfelde werden einige große Blocks bebaut. Brivatgesellschaften wie Elbe und Ludwig und Lerche und Nippert, fowohl wie auch Siedlungsgenossenschaften und die Berliner Straßenbahn wetteifern miteinander, die Wohnungslosen unterzubringen. Leider wird dies, soweit wenigstens Privatgesellschaften in Frage kommen, mur solche Wohnungslosen betreffen, die im glücklichen Besize von recht großen Gelbmitteln sind. Man fragt sich unwillkürlich, ob hier nicht ein anderer Weg hätte beschritten werden können, ber auch ber minderbemittelten Klaffe endlich einmal Wohnungen geschafft hätte. Nämlich der Bau eigener Häuser durch die Stadt. Leiber aber haben die Anregungen unserer Genossen weber im Stadtparlament noch in den Bezirkspartamenten den geringsten Erfolg gehabt. Soviel aber scheint schon heute festzustehen, daß trop bes Wohnungsbaues nur sehr wenig Wohnungssuchende von den Listen der Wohnungsämter verfdywinden werden, und daß bie besonders von den Hausbefizern unserer westlichen Bezirke so start befämpfte 3wangswirtschaft, uns wohl noch einige Jahre treu bleiben wird. Wird viel gebaut, und wächst der Verkehr, so muß natürlich auch das Hauptverkehrsmittel, Die städtischen Wälder. Neben einem umfangreichen Grundbesig an landwirtschaft ich nußbar gemachten Flächen besitzt die Stadt Berlin auch einen großen und wertvollen Waldbestand. Den ersten Anstoß zum Erwerb eigenen Grundbesizes außerhalb der Weichbildgrenze gab das fanitäre Bedürfnis, die Abwässer aus den bewohnten Teilen der Großstadt hinauszuführen. Mit dem Antauf von Gütern tamen neben Feldern und Wiesen auch Waldbestände in ben Befiz der Stadt. Die ersten Erwerbungen liegen bis zum Jahre 1875 zurüd; heute verfügt Berlin über einen Waldbestand von 21 173 eftar. Damit ist die Reichshauptstadt zur zweitwaldreichsten Stadt Deutschlands ge: worden. Die erste Stelle nimmt in dieser Beziehung die Stadt Görlig ein. Die Oberförsterei Oberspree hat mit ihren 3976 hektar den umfangreichsten Bestand. Dann folgen Oberförsterei Grune wald mit 3967 Hettar und Bante mit 3628 Hektar. Buch hat 3183 Heftar, Tegel 2169 Hettar und Spandau 1907 Hetzer. fowie auf ihre Sportpläge. Die Stadt Berlin hat in dankenswerter Weise hier absolut nicht fleinlich gehandelt und den Ankauf großer Grünflächen, vor allem des prachtvollen Schloßparts in Lichterfelde ermöglicht, der dem Publikum vielleicht schon in diesem Jahre teilweise zur Benutzung frei gegeben werden wird, wenn auch von fostspieligen gärtnerischen Anlagen vorläufig abgefehen werden dürfte. Auch der Grünftreifen am Teltowfanal, der beliebteste Spaziergang im Bezirt, nähert sich immer mehr feiner Bollendung, das heißt seinem Zusammenhange und wird vielleicht in wenigen Jahren eine der schönsten Erholungsstätten in ganz Groß- Berlin darstellen. Sportpläge auszubauen, dazu gehört viel Geld und da dies mangelt, so werden wir auf den Sportplatz in Lichterfelde wohl noch etwas warten müffen. Dagegen ist der Sportplatz an der Ringstraße ein vorbildliches Unternehmen und wird auch von Groß- Berliner Bereinen gern zu ihren Veranstaltungen gewählt. Der Einfluß der Bezirke auf das Schulwefen Die ist ja natürlich sehr gering. Weltliche Schulen wie in anderen Be zirken fonnten naturgemäß hier im Westen bei der überwiegend bürgerlichen Gesellschaft nicht erreicht werben. Ja auch alle Anträge unserer Genoffen, den Kindern, die vom Religionsunterricht befreit find, besonderen Lebenskunde- oder religionstundlichen Unterricht au erteilen, sind stets mit überwiegender Mehrheit abgelehnt worden. Irgendwelches Berständnis dafür, daß Eltern ihre Kinder nicht im Dogma einer christlichen oder der jüdischen Religion erziehen lassen, sondern sie in bezug auf die Weltanschauung völlig auf eigene Füße stellen wollen, ist selbstverständlich bei den bürgerlichen Parteien, die hier die Macht haben, nicht zu erwarten. Trotzdem werden die Bestrebungen nach dieser Richtung hin von unseren Genoffen fleißig fortgesetzt. Auch die Wohlfahrtsbestrebungen find, wie bereits erwähnt, durch ben Gelbmanget fehr start behindert. Immerhin wird soviel geleistet wie es möglich ist. Bu bea dauern ist es allerdings, daß besonders die Kinder- und Säuglings. horte, die Trinkerfürsorge und ein Teil der Lungenfürsorge in den Händen privater, meist christlicher Vereine liegt. Hier sollte es unser Bestreben sein, mehr und mehr die Ueberführung dieser Institute in die Hand der Stadt anzustreben. Kann doch dann ein wesentlich unpersönlicherer Gebrauch von denselben gemacht werden, und wenn auch die Stadt einigen Einfluß auf die Belegung der Institute sich vorbehält, so bleibt doch noch reichlich viel der Willkür der privaten Leiter überlassen. Endlich feien noch die Arbeitsnachweise für männliche und weibliche Arbeitnehmer erwähnt. Besonders auch der Nachweis für Hausangestellte. Dieser hat vor allem die Aufgabe, nach und nach die privaten gewerbsmäßigen Stellenpermittlerinnen überflüssig, zu machen und die stets wachsende Benutzung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie der Rückgang der privaten Vermittlungstätigkeit zeigen, daß auch hier das gesteckte Ziel in absehbarer Zeit erreicht werden dürfte. So wird im 12. Berwaltungsbezirt von feiten der fommunalen Behörden und der Bürger meitausschauend daran gearbeitet, die sich ursprünglich widersprechenden Forderungen der einzelnen Glieder zu einem Ganzen zu verschmelzen, das sich seinerseits wieder würdig in den Rahmen von Groß- Berlin einreiht. Schneller würde dies Biel freilich erreicht werden, wenn der Einfluß unserer Genossen in den städtischen Körperschaften größer wäre als dies jetzt der Fall ist. Stadtrat S. 2. Hermes- Steglitz. Hierzu teilt mun der Magistrat mit: 3wed eines öffentlichen Aus bietungsverfahrens ist es regelmäßig, dem Höchstbietenden, falls nicht Bebenten gegen feine Berfon vorliegen, den Zuschlag zu erteilen. Im Dorliegenden Falle hat die Beret das höchste Angebot mit 161 500 m. abgegeben, während die Firma Hähnel u. Diez nur 122 000 m. an geboten hatte. Der legtgenannten Firma wurde dann nochmals Gelegenheit gegeben, ein neues, höheres Angebot abzugeben, der Beret aber wurde diese Gelegenheit nicht geboten. fondern fie wurde mit dem Bescheide abgefunden, daß die Firma H. u. D. den Vorzug erhalten sollte. Dieses Verfahren entspricht nicht dem bei öffentlichen Berdingungen üblichen Verfahren. Daß diese Ausschaltung der Berek auch zum Schaben der Stadt ausschlagen würde, erhellt aus folgenden Tatsachen: Schon im Jahre 1924 bewarb sich die Berek um das Anschlagwesen in Wilmersdorf. Sie bot damals 90 100 r., 5. u. D. boten 91 000 M. und erhielten den Zuschlag. Zur gleichen Belt war die Beret vertraglich verpflichtet, für die bisher von the bewirtschafteten Anschlagbetriebe in Berlin( I bis VI), Charlotten burg, Schöneberg, Lichtenberg( Stadt) und Neukölln eine Jahres pacht von rund 750 000 Goldmart an die Stadthauptfaffe zu ente werben, lebiglich auf Grund der Bestimmungen ihres Gesellschaftsvertrages, für das Berwaltungsjahr 1924 statt 750 000( sotomart 1 260 000 Goldmark Bacht an die Stadt abgeführt, also 68 Proz. mehr als sie vertraglich verpflichtet war, und daneben noch Referven und Bermögensobjekte geschaffen in Höhe von rund 500 000 Goldder Der Holzbestand wird von den städtischen Forstbeamten als be friedigend bezeichnet. Die über 100 Jahre alten Bestände, die in einem Normalwalde mit etwa 16 Proz. vertreten fein würden, berichten. Sie hat aber, ohne dazu seitens der Stadt oedranat zu deden allein 20 Proz. des gesamten Holzbodens. Große Gefahren bringt die Großstadt bem ganzen Waldgebiet in der Absaugung des Bodenwassers durch die Schiffahrtskanäle und die Wasserwerke. Auch Rauchvergiftung und Waldbrände bringen in den städtischen Forsten oft großen Schaden. Die Stiefer vertörpert Die Stiefer verkörpert den Charakterbaum der Mart"; auf ihr beruht die under. Der 3. Kreis Wedding veranstaltete türzlich im großen Bha Zukunftsziel geht aber dahin, Mischungen von Laub- und Nadel erteilt, so hätte es automatisch statt 90 100 auch 151 368 Goldmart russaal eine Märzfeier, verbunden mit Fahmenweihe. Die gut be fuchte Veranstaltung bot ein frohes, farbenfreudiges Bild, sowohl im Saale als auch auf der Bühne, vor der sich die Bannerträger mit ihren Abteilungsbannern aufgepflanzt hatten. Die Festvide an Stelle des verhinderten Gen. Löbe hielt der Bezirksverordnete 2 em= pert. Er feierte die Freiheitskämpfer von 1848, bie Opfer des Sozialistengesezes und die standhaften, nie wankenden Kerntruppen der SPD., die in den vergangenen Jahren treu zur deutschen Republik und treu zu den Ideen der internationalen Arbeiterbewegung gestanden haben. Tief ergriffen lauschte die Bersammlung dann den Rezitationen Heinrich Wittes, der mit Kraft und Begeisterung Revolutionsgedichte Freifigraths und Rothenfelders zum Bortrag brachte, die den Höhepunkt der Feier, bie Enthüllung der Fahne, würdig vorbereiteten. Besonders fei noch des Meineckeschen Sängerchors gedacht, der, wie schon so oft, auch diesmal unsere Feier durch seine aDrbietungen verschönt. Mit dem gemeinsamen Gefang Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" schloß die würdig verlaufene Feier. holz herbeizuführen, wobei die Stiefer auch ferner den Ton anzu geben hätte. Das Bestreben der Forstverwaltung ist ferner auf eine reichlichere Anpflanzung von Unterholz gerichtet. Damit wird nicht nur die Schönheit des Waldes erhöht, men bietet auch dem Wild urd der Polizeiruppe" des Waldes, den Insekten jagenden Bögeln neue Zufluchtsstätten. An dem Berliner Bürger ist es, die Arbeit der Forstleute durch gutes Beispiel und Belehrung anderer zu unterstützen. PP Beanstandete Anschlagfäulenpacht. Die Bergebung ber ausgeschriebenen Anschlagsäulenpacht im Bezirk Berlin- Wilmersdorf an die Firma Hähnel 1. Diez durch das Bezirksamt bzw. Bezirksversammlung ist vom Oberbürgermeister Böß beanstandet worden. Diese Beanstandung ist in Rechtsblättern Gegenstand einer Beurteilung geworden, die sich mit dem Eingreifen des Oberbürgermeisters nicht einverstanden erklärte. Bacht aus dem Anschlagwefen erhalten. Der gleiche Vorgang dürfte fich im Jahre 1925 wieberholen, ba bie Stadt bei der Bewirtschaftung durch die Beret neben ber vertraglich vereinbarten Bacht laut Ge ſellschaftsvertrag den gesamten erzielten Reingewinn der Gesellschaft erhält. Bei dieser Sachlage war es nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht des Oberbürgermeisters und des Magistrats, den die Interessen der Stadt und des Bezirks Wilmersdorf schädigenden Be= schluß des Bezirksamts Wilmersdorf zu beanstanden. Er war dazu um so mehr verpflichtet, als die Berliner Stadtverordnetenversammlung bereits am 3. März 1921 den Beschluß gefaßt hatte, daß das Anschlagwesen nicht neu zur Berpachtung gelangen, sondern, sobald bie darüber bestehenden Berträge ablaufen, in den Eigenbetrieb übernommen werden soll." Jubiläen. Ein 75jähriger! Seute, Freitag, ben 20. Mära, begeht der Genosse Alphons An den Sanratty, Antlamer Str. 51, feinen.75. Geburtstag. Parteizeranstaltungen der Abteilungen nimmt er noch tegen Anfeil. Das Arbeiterkulturkartell Groß- Berlin Parteinachrichten für Groß- Berlin Bereits im Sommer des verfloffenen Jahres traten Vertreter| lichen und bedeutsamen Angelegenheiten; er beschließt größere Ber jener Arbeiterorganisationen, die sich auch zur Lösung kultureller anstaltungen, deren Träger das Kulturfartell ist. Die Beweglichkeit Aufgaben verpflichtet fühlen, zusammen und erwogen, ob sich nicht und Arbeitsfähigkeit dieses Ausschusses ist dadurch gewährleistet, eine Zentralisation der proletarischen Kulturarbeit in Groß- Berlin daß er aus nicht mehr als 30 Mitgliedern besteht. Alle Borbe erreichen lasse. Unabhängig voneinander veranstalten bisher noch ratungen und laufenden Geschäfte werden durch einen aus fünf immer die einzelnen Organisationen Lehrkurse, Vorträge, Theater- ledigt. Dessen Vorsitzender ist zugleich der Vorsitzende des Arbeiter aufführungen, Konzert und Gesangsabende, Feste. Häufig freilich fulturfartells. Dazu wurde bis auf meiteres aus dem Bestande läßt das wissenschaftliche oder fünstlerische Niveau dieser Beran des geschäftsführenden Ausschusses heraus noch ein vorläufiger Gestaltungen vieles zu wünschen übrig; schon deren Borbereitungen schäftsführer bestimmt. verraten zuweilen mangelnde Sachkenntnis und Erfahrung; auf die Durchführung drückt die finanzielle Leistungsunfähigkeit. Die gerade Berlin zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen und künstlerischen Kräfte wurden nicht ausgenügt; es fehlte die überlegene Disposition, beren es bedurft hätte, um die geistig regsamen Teile der Berliner Arbeiterschaft fortlaufend mit dem geistigen Leben in Berührung zu bringen. Die Organisationsvertreter waren der Auffassung, daß diese Unzuträglichkeiten abgestellt, daß die ganze kulturelle Betätigung innerhalb der werftätigen Bevölkerung Berlins mit neuen frucht baren Impulsen belebt werden könnte. Letzten Endes bewegen sich die kulturellen Bestrebungen aller Arbeiterorganisationen dem gleichen Biele zu; sollte es nicht möglich sein, sie in einem vereinheitlichenden Gebilde zu sammeln, ihnen von einer gemeinsamen Etelle aus nachdrückliche Förderung zuteil werden zu lassen? War nicht damit eine Boraussetzung geschaffen, auf deren Basis die ganze Rulturarbeit großzügiger, weitausschauender, umfassender, wirkungsvoller zu vollziehen war? Welches sind nun die Aufgaben des Kulturfartells? Sie gehen grundsäglich nach zwei Richtungen: Sie sind einmal beratender und wegweisender, zum anderen durchführender 2rt. Die einzelnen Arbeiterorganisationen werden in den Grenzen ihres Bereichs nach wie vor selbständige kulturelle Veranstaltungen ins Wert seizen wollen; hier gibt das Kartell Ratschläge, vermittelt Kräfte, damit mit Sicherheit Gediegenes geboten werden kann. Es fommt darauf an, daß die Organisationen sich dazu entschließen, sich in allen Fällen an das Kartell zu wenden. Das Kartell wird es darüber hinaus von sich aus nicht an befruchtenden Anregungen fehlen laffen. Daneben soll aber das Kartell selbst große, gemeinfame, vorbildliche Beranstaltungen organisieren. Es wird darüber beratschlagen, wie das Arbeiterschulungs, Kursus- und Vortragswefen, das heute unter lähmender Zersplitterung leidet, zusammengefaßt werden fann; als Kern für das, was sich gestalten wird, bietet sich naturgemäß die muftergültige Berliner Gewerkschaftsschule. Bu erwägen wird ferner sein, wie sich die Arbeiterbiblio. thefen im Interesse der allgemeinen Boltsvorbildung noch besser ausnüßen lassen. Das Kartell wird auch Ueberlegungen darüber anzustellen haben, welche Wirkungsmöglichkeiten es auf dem Ge biet der Musik- und Gesangspflege hat, wie die proletarischen Feier ftunden weiter auszubauen und fortzuentwickeln sind, und ob nicht noch manches getan werden kann, um, Hand in Hand mit der Boltsbühne, das gute Theater recht volkstümlich zu machen. Jedenfalls ist das Arbeiterkulturfartell von dem Bewußtsein erfüllt, im Dienste einer gewichtigen Kulturaufgabe zu stehen; es ist auch willens, diese Aufgabe zu löfen. Dabei weiß es freilich, daß nichts überstürzt und willkürlich konstruiert werden darf, sondern daß das, was die Gewähr langer Dauer und tiefgreifender Wirkung in fich tragen foll, allmählich wachsen und reifen muß. An den erwähnten Borbesprechungen beteiligten sich die Berfiner Gewerkschaftskommission, der AfA- Bund, der Berliner Bezirksbildungsausschuß der SPD., die Boltsbühne, der Arbeiterfänger. bund, das Arbeitersportkartell, die Kinderfreunde und noch einige fleinere Kulturverbände. Den Verhandlungen lag ein Entwurf zugrunde, der die Errichtung eines Groß- Berliner Arbeiterkulturfartells vorschlug. Das Kartell war als eine Art Dach organisation gedacht, an die die beteiligten Verbände einen Teil ihrer tulturellen Aufgaben abtreten, mit der schon bestehende ousgesprochen fulturelle Berbindungen aufs engste zusammen, oder in die sie sich, wo es die Natur der Sache erlaubt, eingliedern follten. Es zeigte sich eine erfreuliche Einmütigkeit der Auffassungen in allen Stadien der Berhandlungen. Die Zweckmäßigkeit der neuen Gründung wurde allseitig bejaht. Von feiner Seite wurden Erlich ist das Arbeiterkulturkartell darauf angewiesen, daß es von Schwernisse in den Weg gelegt, schließlich wurde die Zustimmung zu diesem Kartell gegeben. Sein organisatorischer Aufbau ist folgen. ber: Die beteiligten Organisationen sind nach dem Berhältnis ihrer Stärfe in einem großen Kulturausschuß vereinigt. Der große Kulturausschuß entscheidet in allen finanziellen, grundfäß Die Berliner Arbeiterorganisationen haben durch ihre Stellung. nahme in dieser Frage an den Tag gelegt, daß fie volles Berständnis für die Notwendigkeit der neuen Gründung haben. Natür der werktätigen Bevölkerung unterstützt wird. Durch seine Lei ftungen hofft es, diese Unterstützung zu gewinnen und sich inner. halb der Berliner Arbeiterschaft einen aufnahmefähigen Boden zu Ernst Nidisch.. schaffen. Die„ Auslese der Begabten". Zur Umgestaltung der Alt- Berliner Realschulen. Zum 1. April wird die Lehrverfassung der Realschulen von AltBerlin umgestaltet und denen der übrigen Realschulen in Breußen, auch in den früheren Vororten Berlins, angeglichen. In der Stadt, verordnetenversammlung haben unsere Genossen diefer Umgestaltung leider widersprochen, und im„ Borwärts"( 1. Beilage vom 25. Festung des ersten Sonderzuges Antiang findet, die Einrichtung der bruar) wird fie vom Genossen Dr.Erich Witte als„ Beseitigung einer feit 40 Jahren bestehenden fortschrittlichen Einrichtung" beflagt. Hiergegen möchte ich folgendes bemerken: morgens verlassen und gegen 12 Uhr abends wieder in Berlin eintreffen. Die Fahrzeit des Zuges wird so beschleunigt, daß der Aufenthalt in Dresden 9% Stunder betragen fann und ungefähr 6 Stunden für den Aufenthalt in der Sächsischen Schweiz zu er möglichen find. Der Sonderzug wird 3. und 4. Klaffe führen. Die Fahrpreisermäßigung beträgt 33% Proz. Die Zahl der mit dem Zuge zu befördernden Personen wird etwa 400 betragen. Die Reichsbahndireftion Berlin beabsichtigt, falls die Einrich Sonderzüge weiter auszubauen und evtl. die Fahrt auch auf zwei Tage auszudehnen( alfo Beginn am Sonnabend mittag, Rückfahrt am Sonntagabend). Als wirksame Ziele der Sonderzüge für die Berliner Bevölkerung werden Hamburg mit feinen Hafen anlagen, Dresden durch die Nähe der Sächsisch en Schweiz und in näherer Umgebung von Berlin das Spreewaldgebiet angesehen. Das Gebiet der Oft see bei Swinemünde und Rügen wird bereits schon jetzt mit Sonntagsrückfahrkarten bedient. Es ist anzunehmen, daß die Berliner eine so ausgezeichnete Be legenheit, über Sonntag billig nach Dresden, Hamburg und anderen Städten zu fahren, freudig ergreifen werden. Das Eigentümliche der Alt- Berliner Realschulen ift, daß sie mit einer Fremdsprache erst in der Quarta, nicht bereits in der Gerta, wie alle übrigen Realschulen und alle sonstigen höheren Schulen, beginnen. Dadurch sollte erreicht werden, daß begabte" Ballsschüler nach dem 6. Schuljahr auf diese höhere Schule übergehen fonnten, ohne Kenntniffe in einer Fremdsprache nachholen zu müssen. Man geht dabei von der Voraussetzung aus, daß zur Er ringung einer höheren Schulbildung, die mit dem Erlernen einer fremben Sprache beginnt, eine besondere Begabung gehört, die der Durchschnitt der Boltsschüler nicht hat, der sich daher mit der geringeren Bolfsschulbildung begnügen muß als ob nicht immer die wirtschaftliche Lage der Eltern dafür maßgebend war. was für eine Schulbildung die Kinder genießen sollten. Gedantenlos iprechenlegung von zwei wöchentlichen Turnstunden errechnet. Die dritte -sehr viele unserer Genossen das bürgerlich- liberale Schlagwort von der Auslese der Begabten" in der Schule und ihrem Aufstieg in die höhere Schule nach, als ob die ganz gewöhnliche nor male Begabung eines Kindes nicht vollkommen ausreicht, eine höhere Schulbildung zu erwerben, wofern nur die Verhältnisse der Eltern die wirtschaftlichen Opfer, die leider hierfür notwendig sind, geftatte. Wir Sozialdemokraten sollten uns hüten, so zu tun, als ob bie Boltsmaffen zu dumm und unbegabt für höhere Schulbildung und Erwerbung von Sprachkenntnissen sind, die daher nur wenigen Bevorzugten zuteil werden dürfe, unser Ziel muß vielmehr sein, die sogenannte höhere Schulbildung zur allgemeinen Volksbildung zu machen. Nachdem wir die allgemeine vierjährige Grundschule erreicht haben, muß unmittelbar an diese die sogenannte höhere Schule anschließen, die sofort mit einer Fremdsprache beginnt, und in die alle Schüler, die die Grundschule mit Erfolg besucht haben, Aufnahme finden müssen, ohne daß eine Auslese der sogenannten Geeigneten erfolgt, während die Masse mit dem amtlichen Stempel der Dummheit für ein ganzes Leben versehen weiter die Volts schule besuchen muß. Wir müffen also darauf hinarveiten, den Befuch der Realschule, die sich unmittelbar an die Grundschule anschließt, wirtschaftlich so zu erleichtern, daß fein normal begabtes Kind da von ausgeschlossen wird. In der allzu kurzen Aera Paulsens haben mir Staffelung des Schulgeldes für die höheren Schulen erreicht, sowie eine weitherzige Handhabung bei der Gewährung freier Lernmittel, wodurch es auch Arbeitern möglich wird, ihre Rinder auf die höhere Schule zu schicken. Der nächste Schritt muß die Gewährung von Unterhaltsbeihilfen für Kinder unbemittelter und finderreicher Familien sein. Wir sollten die Realschule, die sich in ihrer Neugestaltung unmittelbar an die Grundschule anschließt, nicht als einen Rüfschritt hinstellen, sondern die Arbeiterbevölkerung auftlären, daß sie in dieser Schule die naturgemäße höhere Schule in unmittelbarem Anschluß an die Grundschule findet. Wenn die Arbeiter in Massen ihre Rinder nach vierjährigem Besuch der Volksschule, also nach Voll. endung der Grundschule, dahin überführen, so wird die gegenwärtige Schritt tommen, für die Realschule volle Schulgeldfreiheit zu er reichen, wodurch sie erst zur wirklichen Volksschule werden wird. Boltsschule mit ihrer niederen Bildung für die Dummen, das ist fürs Bolt, veröden und von selbst absterben. Dazu muß dann noch der Dr. Bruno Borchardt. Sonntagsausflüge nach Dresden. Seit einiger Zeit sind von verschiedenen Städten aus, 3. B. tottbus, Stettin u. a. mit großem Erfolge Sonntagsausflüge nach Berlin unternommen worden, für die von der Reichsbahn Sonder züge zur Verfügung gestellt wurden. Nunmehr beabsichtigt auch die Berliner Reichsbahndirektion, die Berliner mit Sonderzügen zu ermäßigten Fahrpreisen über Sonntag in sehenswerte Städte des Reiches zu befördern. Zunächst ist vorgesehen, Anfang Mai den ersten Sonderzug nach Dresden mit Anschluß nach der Sächsischen Schweiz verkehren zu lassen. Der Sonderzug soll Berlin 6.30 Uhr Neubau und Aufstockung von Turnhallen. Die Zahl der Zurnhallen reichte schon seit längerer Zeit nicht mehr für den Turnhallenunterricht nach neuzeitlichen Gesichtspunkten aus. Der Bedarf an Turnhallen wurde bisher unter ZugrundeDurch Turnstunde wurde eingeführt, ohne daß die Anzahl der Turnhallen entsprechend vermehrt wurde. Daher müssen zwei, drei und mehr Klassen, oft verschiedener Stufen und verschiedenen Geschlechts, gleichzeitig die Turnhalle benutzen, wodurch der Wert einer Turnstunde start herabgemindert wird. In verschiedenen Bezirken ist die Zahl der Turnhallen aber so gering, daß fie als völlig unzureichend be zeichnet werden muß; so verfügt z. B. der Bezirk Spandau bei 365 Schulflaffen nur über sechs Turnhallen, wobei die Fach- und Berufsschulen nicht mit berücksichtigt find. Einführung der vierien Turn- und Spielstunde bei den höheren Lehranstalten und der fünften Turn- und Spielstunde bei den Volksschulen ist die Neubefchaffung von Turnhallenraum noch dringlicher geworden. Der Städtebund, die Reichsschulkonferenz, der Reichsausschuß für Leibesübungen und zuletzt die Stadtverordnetenver fammlung durch ihre Entschließung vom 19. Januar 1925 haben sich dafür eingesetzt, daß auch in Deutschland. wie es bereits in anderen Ländern geschehen ist, die tägliche Turnstunde eingeführt wird. In der vorgenannten Entschließung der Stadtverordnetenversammlung ist der richtigen Erkenntnis Ausdruck gegeben, daß mit einer Vermehrung der Turnstunden auch eine solche der llebungsstätten erfolgen muß. Die Deputation für Schulwesen hat nun zunächst die unten aufgeführten Turnhallen- Bauvorhaben als besonders dring. lich bezeichnet und dabei die mit der geringsten Zahl von Turnhallen ausgestatteten Bezirke besonders bedacht. Mit dem Beginn der Bauten aber bis zur Verabschiedung des Haushalts 1925 zu warten, würde ihre Fertigstellung bis zum Winter, wo sie der ungünstigen Witterung megen viel häufiger in Anspruch genommen werden, in Frage stellen. Da die einzelnen Bauvorhaben noch nicht vollständig ausgearbeitet sind, fann die genaue Summe für jede einzelne Turnhalle noch nicht angegeben werden. Der Magistrat hat daher die Stadtverordnetenversammlung ersucht, zuzustimmen: in Alt- Berlin der Aufstockung von fünf Turnhallen bei denjengen Ge meindeschulen, die von je drei Schulen benutzt werden, für rund 250 000 m., im Bezirk Spandau der Errichtung von drei neuen Turnhallen für rund 300 000 m., im Bezirf Schöneberg dem Neubau einer Turnhalle für rund 170 000 m., im Bezirk Neukölln der Errichtung von drei neuen Turnhallen für rund 225 000 M., im Bezirk Weißensee dem Neubau einer Turnhalle für rund 190 000 m., im Bezirt Pantom dem Neubau einer Turnhalle in Buchholz für rund 65 000 m., zusammen 1 200 000 m. 3 Ueberalterte Berliner Brüden. für diese Berlin 68. 68, Lindenstraße 3, a ffets an 2. Hof, 2 Trep. rechts, an richten. Oeffentliche Wählerversammlungen heute, Sonnabend, den 21. März, abends 7, Ahr, in Biesdorf Dorfstraße, Ede Bahnhofstraße. Redner: Adolf Hoffmann. Morgen, Sonntag, den 22. März, nachm. 4 Uhr, in Malchow bei weißensee, Gaſthof Gerice. Redner: Ed. Zachert, M.d.L. 9. Kreis Bilmersdorf. Der Rest der Handzettel und die Plakate für die Berfammlung am 25. März find bei Aroiß zu haben. 11. Kreis Schöneberg- Friedenau. Kulturfartell: Sonntag, den 22. Mära, Führung durch das Berliner Aquarium( Leiter Herr Dr. Stolp). Treffpuntt vormittags 9 Uhr Eingang Kurfürstenstraße. 14. Kreis Reukölln. Abteilungsleiter: Heute Material abholen von 5-7 Uhe im Parteibureau. 14. Areis. Sämtliche Ordner treffen fich Sonntag mittag pünktlich 12 Uhr bei Schröder, Steinmeftr. 52. 17. Areis Lichtenberg. Die Jugendweihen der Weltlichen Schulen Lichten bergs finden Sonntag, den 22., und Sonntag, den 29. März, in der Gaftfarten für ErAula des Reformrealgymnasiums, Bartaue, fiatt. wachsene 60 Pf., Rinder 30 Pf., find in den Weltlichen Schulen und an der Tageskaffe noch zu haben. Die Abteilungsleiter wollen heute abend das Wahlmaterial von der Borwärtsspedition Wartenbergstraße abholen. 20. Areis Reinidendorf. Die Genoffen und Genoffinnen werden aufgefordert, bie heute 8 Uhr in Glienide bei Sermsdorf im Lotal Barth, Wilhelm. ftraße 5-7, ftattfindende öffentliche Bersammlung zu besuchen. Treffpunit 7.20 Bahnhof Hermsdorf, Nordausgang. Heute, Sonnabend, den 21. März: 21. Abt. Die Bezirksführer holen heute ihre Flugblätter von Kroll ab. Die Genoffen treffen fich Gonntag früh in ihren Sahlabenblokalen zur Flugblattverbreitung. 26. Abt. Sonnabend nachmittag und Sonntag vormittag ab 9 Uhr FlugBezirks blattverbreitung von Wichmann, Weißenburger Str. 1, aus. führer, aur öffentlichen Versammlung am Dienstag bei Büttner einladen! 35. Abt. 6 Uhr Funktionärtonferenz bei Peter, Schreinerstr. 36. 38. Abt. Die Bezirke holen am Sonntag Dormittag 9 Uhr die Flugblättter ab: 183-187 und 195 bei Mogwiz, Barnimstr. 13; 153-199 und 161 bei Gohite, Friedrichsberger Str. 22; 160, 189a und 189b und c bei Müller, Petersburger Blag. 154 und 156 Flugblattverbreitung heute, Sonnabend, nachmittags 5% Uhr. 43. Abt. Ab nachmittags 5 Uhr holen die Bezirksführer das Material bei Wolff ab. Sonntag Flugblattverbreitung non ben bekannten Lokalen aus. Die Genossen der 42. Abteilung werden erfucht, am Sonnabend bei Bolf, Gräfeftraße, die Handzettel für die öffentliche Bersammlung bei Rabe abzuholen. 48. Abt. Die Genoffen treffen sich zur Flugblattverbreitung entweder heute abenb 6 Uhr oder Sonntag vormittag 9 Uhr bei Eichholz, Cuvryftr. 23. 70. Abt. Bilmersdorf. Abends 7 Uhr Abholung der Flugblätter pon Rroiß Holsteinische Str. 60. 81. Abt. Friebenau. Sonnabend von 6 Uhr abends ab und Sonntag von pormittags 9 Uhr ab Flugblattverbreitung. Treffpunkt bei Alabe, Hand. jernstraße 60-61. 84. Abt. Lantwig. 6 Uhr Flugblattausgabe bei Lehmann, Raiser- Wilhelm Straße 29-31. 97. Abt. Reutölln. Ab nachmittags 5 Uhr Abholung der Wählerin" von der Genoffin Blank. 101. Abt. Treptow. Au einer Extra- Flugblattverbreitung müssen sämtliche Cenoffen heute nachmittag 5 Uhr in der Vorwärtsspedition erscheinen. Sonntag vormittag, wie gewöhnlich um 9 Uhr, von den bekannten Be zirksstellen aus. 108. Abt. Treffpunkt zur Flugblattverbreitung abends 6 Uhr: Dammvorstadt bei Eichler, Raiser- Wilhelm- Str. 16; Rich und Altstadt bei Schlag, Rieger Straße 6; Röllnische Borstadt bei Raschte, Rudower Str. 21. 117. Abt. Bidtenberg. 6 Uhr Flugblattausgabe bei Krüger, Türrschmidtstr. 33, und Alese, Rupprecht, Ede Eitelstraße. 120. Abt. Friedrichsfelde. Die Flugblätter find beim Abteilungsleiter abzu holen. Treffpunkte zur Flugblattverbreitung am Sonntag: 1. Abt. Bormittags 9 Uhr im Lokal 8fchiefing, Aderftr. 1 2. Abt. Bormittags 9 Uhr im Lokal Geeländer, Scharrenstr. 22. 4. Abt. 9 Uhr bei Lötschert, Neue Friedrichstr. 108. 5. Abt. 9 Uhr bei Mathia, Linienftr. 29. 8. Abt. 9 Uhr in folgenden Lobalen: Abt. 8a bei Ridert, Steinmetstr. 36a; 26t. 8b bei Mener, Ligomftr. 7. 9. Abt. 9 Uhr bei Hübner, Bilsnader Str. 34. Ausgabe von Werbematerial und Abrechnung der Bezirtsführer. 12. Abt. Bormittags 814 Uhr bei Schmidt, Wiclefftr. 17. 13. Abt. Nachmittags von 1-4 Uhr rechnen die Bezirksführer beim Genoffen Drener, Bilhelmshavener Str. 29, ab. 31. Abt. Bormittags 9 Uhr von den bekannten Stellen aus. 37. Abt. Bormittags 9 Uhr bei Pfeiffer, Sausburgstr. 2, Flugblattver breitung. Um 10 Uhr Funktionärsigung ebenda. 41. Abt. Treffpunkt vormittags 9 Uhr: Simon, Belle- Alliance- Str. 30; Schuffer, Chamissoplas 4; Luke, Bergmannstr. 90; Mende, Gneisenau ftraße 6. 44. Abt. Nachmittags 3 Uhr Familienabend im Gewerkschaftshaus, Gaal L Beginn 6 Uhr. Charlottenburg. 51. Abt. Vormittags 9 Uhr in den bekannten Lokalen. 52. Abt. Bormittags 9 Uhr bei Bade, Kaiserin- Augusta- Allee 52. 56. st. 9 Uhr in den befannten Lokalen. 58. Abt. 9 Uhr bei Hin richsen, Bayreuther Str. 25a. Die 79. Abt. Schöneberg. Pünktlich 9 Uhr in den Rahlabenblokalen. Bezirksführer holen heute abend 6 Uhr bei Groß, Sedanstr. 17, die Flugblätter und sonstiges Wahlmaterial ab. 82. Abt. Steglig. Die Jugendweihe findet vormittags 11 Uhr in Lankwig statt. Karten bei den Bezirksführern. 83. b. Lichterfelbe. Bormittags 11 Uhr Jugendweihe in der Aula des Lankwiher Realgymnasiums, Kaulbachstraße. Rarten bei den Bezirks. filhrern. 84. Abt. Lankwiz. Die Genoffen beteiligen fich zahlreich an der Jugendweihe Dormittags 11 Uhr in Lankmik, Aula des Realgymnafiums, Raulbachstraße. Reukölln. 91. Abt. Flugblattverbreitung. Bezirke 40 und 50 von Lüddecke, Bezirke 37, 42, und 48 von Stahmann aus; die übrigen Bezirke von Röfter aus. 94. Abt. Vormittags 9 Uhr in den bekannten Lokalen. Die Bezirksführer können von 8 Uhr ab bie Flugblätter bei Günther, Schillerpromenade, 11, abholen. Lichtenberg. 114. Abt. Bormittags 9 Uhr bei Schwarzer, Gabriel- MagEtraße 17. 115. Abt. Bormittags 9 Uhr in den bekannten Zahlabend Iotalen. 116. Abt. Bormittags 9 Uhr bei Mähne, Borhagener Str. 54, Flugblattverbreitung und wichtige Besprechung. 8./130, bt. Banlow. Bormittags 9 Uhr an den bekannten Stellen. 134. Abt. Buch. Vormittags 9 Uhr bei Göpfert Treffpunkt zur Flugblattver breitung. leiters, Räuſchstraße. 140. bt. Borsigwalbe. Bormittags 9 Uhr in der Wohnung des Abteilungss 141. Abt. Rofenthal. Bormittags 9 Uhr vom Lotal Frische, Niederftr. 5, aus Flugblattverbreitung, zu gleicher Zeit im felben Lotal Funktionärsikung. Jungforliften Gruppenberg: Bormittags Beteiligung an der Flugblattverbreitung. Abends 7 Uhr Literaturabend im Jugendheim Rubens ftraße im Mufilzimmer. ㄓ 13. Abt. Wegen ber am 25. März stattfindenden Rundgebung im Sportpalaft ist die Abteilungsversammlung am Montag, den 23. März, int Artushof. Die Bezirksführer haben hierzu einzulaben. Bortrag des Genoffen Ruben. 22. Abt. Bezirksführer und Hausfaffierer rechnen sämtliche Marken Montag, den 23. März, 6 Uhr, beim Raffieret, Genossen Schmidt, Tegeler Str. 31, ab. 83. Abt. Lichterfelde. Die Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 25. März, fällt wegen der Rundgebung im Sportpalaft am gleichen Tage aus. Alle Genoffen beteiligen fich Freitag, den 27. März, 7 Uhr, an der öffent lichen Versammlung in der Oberrealschule, Ringstraße. Sonntag, den 22. März, Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Jugendveranstaltungen. Achtung, Mitglieder! Es tönnen unzusch diejenigen Mitglieber( Burschen und Mäbel) bet unferer Frühlingsfeier mitwirken, bie som nächsten Montag ab regelmäßig bie Broben befuchen. Wir lönnen aber noch Geigen., Gitarren, Leuten und Flötenspieler gebrauchen. Für diese findet eine Extraübung hente, Sonnabend, van 6-7 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3 ftatt. Dann üben beibe Gruppen( Mufiftorps und Gesangchor) gemeinsam am tommenben Montag. Werbebezirk Neukölln: Seute, Sonnabend, den 21. März, abends 18 Uhr, Genoffen treffen fich ½ Stunde früher. im Seim Canner Straße, Werbebezirksmitgliederversammlung. Die Briger Morgen, Sonntag, den 22. März: Bichterfelbe: Jugendheim Albrechtstraße, Goethe- Abend. Friebenau: Be fuch des Verkehrs- und Baumuseums. Treffpunkt 10 Uhr Ringbahnhof Wil mersdorf- Friedenau. Sübweft: Fahrt Birkenwerder- Bernau. Treffpunit 7. Uhr Blücherplak. sich an der Jugendweihe heute vormittag 11 Uhr in der Aula des Lankwizer Werbebesirt Teltowlanal: Alle Jugendgenoffinnen und genoffen beteiligen Realgymnasiums, Raulbachstraße. Arbeitersport. Die im Zuge der Linfstraße über den Landwehrfanal führende Augusta Brücke ist nach Beendigung der Reparaturarbeiten, die eine mehrmonatige Sperrung nötig machten, jeizt wieder für den Wagenverkehr freigegeben worden, sie darf aber nur noch von Fahrzeugen bis zu 6 Tonnen Gewicht benutzt werden. Die Straßenbahn fann daher nicht mehr über die Brüde verkehren und die Linien Nr. 43 und 79 müssen auch weiter um gelentt werden. Ob und wann die Augufta- Brüde für die Straßenbahn wieder benutzbar werden wird, hängt von den Untersuchungen ab, die von der Baudeputation des Bezirksamts Kreuzberg zurzeit über die Tragfähigkeit der vor nahezu 60 Jahren erbauten Brücke angestellt werden. Auch bei mehreren anderen Berliner Brüden haben sich, wie wir hören, Alterserscheinungen gezeigt, die den Bauschaften bie Schläger treuzen. Bei den Damen spielt Freie Turnerschaft Schöne behörden und den Verkehrsunternehmungen Schwierigkeiten madjen. Men. Sodey. Gonntag, den 22. März, finden bie Entscheidungsfpiele ber MGR. Soder auf dem Plak Schönhauser Allee flatt. Es werden fich gegenüberstehen: Freie Turnerschaft Schönhols 1- Fichte Weft 1. Beide Mann fchaften find in ben Kreifen der Berliner Arbeiterfchaft bekannt als fpielſtark. Spielbeginn: 4 Uhr. Borher werden die Damen- und die 2. Männermannlottenburg 2 ins Treffen schiden. Eintritt frei holz Charlottenburg, während die 2. Mannschaften Lichtenberg II 2- Chaz Nr. 136+ 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Abrechnung mit den Kommunisten. Die dritte Stenernotverordnung für den 30. Juni aufgehoben. Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Lesung des Notetats. Abg. Dittmann( Soz.): gibt folgende Erklärung ab: Die sozialdemokratische Fraktion ist nicht in der Lage, dem vorläufigen Haushaltentwurf vo 1925 ihre Zustimmung zu geben. Der Nofetat nimmt die Sätze eines Haushaltentwurfs voraus, der in Einnahmen und Ausgaben den berechtigten Wünschen bes werftätigen Boltes widerspricht. Unser Betfuch, eine fofortige Erleichterung für die Cohn- und Gehaltsempfänger durch weitere Befreiung der geringsten Sinkommen von der Cohnsteuer noch in diesem Entwurf zu ermöglichen, wurde abgelehnt. Statt deffen trifft die Regierung Borbereitungen, um durch Ermäßigung aller Kapital. euern Erhöhung der Verbrauchssteuern und Einführung von Cebensmittelzöllen die Caffenverteilung noch ungerechter zu gestalten. Unwiderlegt find unfere Beschwerden über die gefehlose Her715 Millionen Mark an ob mit Rücksicht auf die Wahl noch geeignete Frisuren vor. genommen werden sollen, bevor die Borlage an die Deffentlichkeit tommt. Wir verstehen die Zurückhaltung der Regierung und ihre Besorgnisse vor der Wirkung ihrer Absichten. Aber ist es zulässig, daß sie aus Angst vor den Gläubigern und Sparern breite Boltsschichten noch länger im Unflaren und Spannung halten will? In die Absichten der Regierung fäßt es tief bliden, daß Abg. Hergt gestern noch jagte, manche Punkte der Regierungsvorlage würden den Wünschen der Deutschnationalen nicht entsprechen und es müßte durch Berbesserungen nachgeholfen werden. Damit werden Sie keinen denkenden Menschen täuschen können. Wenn es wäre, jo hätten sie nicht bis jest warten brauchen, sondern für die den Deutschnationalen mit ihrem Wahlverfprechen ernst gewesen Grundlage des Best schen Gefebentwurfs eintreten fönnen. Aber gerade dieser Gefeßentwurf, an den die Gläubiger und Sparer fo viele Hoffnungen gefnüpft haben, hat lange Monate gebraucht, ehe er in der eigenen Fraktion des Herrn Best die Unterinduftrietten, die in dem Gloft enthalten feln wird, während Die politischen Reichsfeinde die Ansprüche der Sparer und Gläubiger auf Aufwertung, die Forderungen der Auslandsdeutschen und der Ruhropfer, der Rentenbezieher und Gehaltsempfänger zum größten Teile wieder unerfüllt geblieben sind. Die Gefamfpolitik des Rabinets Cuther richtet fich je länger je mehr gegen die Interessen der werftätigen Bevölkerung, ist auf Minderung ihrer Rechte und ihres Einfluffes gerichtet und tommt ihren Ansprüchen auf Kürzung der Arbeitszeit und Befferung der Lebenslage in feiner Weise entgegen. Aus allen diesen Gründen lehnt die sozialdemokratische Frattion den Mofetat ab Abg. v. Graefe( Dvolk.) stimmt nur mit großen Bedenken bem Notetat zu Abg. Koch- Mefer( Dem.) erkennt die Notwendigkeit des Not. etats an und stimmt ihm zu. Der Rofetat wird darauf in dritter Cefung endgültig gegen Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Das tommunistische Mitrauensvotum wird in einfather Abstimmung gegen Sozialdemokraten und kommunisten abgelehnt Die Entschließung über die Wahrung der Interessen des Reiches bei der Umstellung der Deutschen Werte wird angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Gesezentwurfs über die Berlängerung der Fristen der Dritten Steuernotverordnung. In bezug auf die Aufwertung, die am 31. März d. S. ablaufen Jollten, bis zum 30. Juni d. J. Abg. Dr. Schetter( 3tr.) berichtet über die Verhandlungen des Aufwertungsausschusses. Die Fristverlängerung fei notwendig ge worden, meil das neue Aufwertungsgesetz nicht vor dem 1. April erledigt werden fönne, Der Ausschuß hat der Borlage noch folgende Bestimmung eingefügt: Der Wiederherstellung eines gelöschten Rechts zum Zwecke der Aufwertung steht der öffentliche Glaube des Grundbuchs insoweit nicht entgegen, als ein nach der Löschung eingetragenes Recht nach dem 1. April 1925 begründet worden ist." Reichsjuftizminister Dr. Frenfen: Namens der Reichsregierung habe ich folgende Erklärung ab zugeben: Das Reichskabinett hat hinsichtlich des Aufwertungsgesetzes inzwischen entscheidende Beschlüsse gelakt Der Gefeh entwurf wird noch vor der Reichspräsidentenwahl im Caufe der nächsten Woche den gefehgebenden Körperschaften vorgelegt werden. Die Reichsregierung wird von sich aus in allernächster Zeit cine eingehende Darlegung der wichtigen und grundlegenden Bestimmungen des Entwurfs der Oeffentlichkeit unterbreiten." Staatssekretär Joel: Bir haben schon im Ausschuß darauf hingewiesen, daß die Befiimunung des Art. S den Kreditverkehr lahmlegen würde und sich tatsächlich als Kreditsperre auswirken würde. Inzwischen haben die wirtschaftlichen Refforts des Reiches dem Justizministerium gegenüber diese Bedenken noch vertieft und das Reichsbank. direktorium hat eingehend zu der Lage Stellung genommen. Wir müffen gegen die Einfügung dieses Artikels die allerschwersten Bedenten erheben, weil diefe Maßnahme für das in- und aus ländische Kreditgeschäft geradezu ruinos wirft. Die Aufnahme neuer Realtrebite würde durch die Zerstörung des öffent lichen Glaubens des Grundbuchs, auf den der gesamte Realkredit fich gründet, unterbunden werden, meil sich feine Kreditgeber finden werden, welche die Gefahr Laufen wollen, aus ihrer nach der jezigen Beschaffenheit des Grundbuchrechts gesichert erscheinenden Bofition herausgedrängt zu werden." Hiernach kann die Reichsregierung den Artikel 3 unter teinen Umständen annehmen. Wenn der Gedanke verfolgt werden soll, so wird er jedenfalls aus diesem Gefeß herausgelassen werden müssen, er könnte nur durch ein neues Gesez geregelt werden. Ich bitte deshalb, den Artikel 3 zu erneuter Prüfung an den Ausschuß zurück zuvermeisen. Bon der demokratischen Frattion ist folgende Entfchließung beantragt worden: Der Reichstag bedauert, daß die Reichsregierung ihrem Verprechen, den Gefehentwurf über die Aufwertung bis Anfang März vorzulegen, bis heute noch nicht nachgekommen ist und dadurch der Zustand schwerer Unsicherheit und Beunruhigung für weite Kreise des Boltes verursacht werden kann. Abg. Keil( Soz.): von der Rechten haben einen Erzreaftionär als Randidaten für den Posten des Reichspräsidenten aufgestellt. Aus einem riesigen Korruptionsfonds werden die Propagandafoffen für seine Wahl bestritten. Nur der schärfste Abwehrlampf hiergegen sichert die Wahl des Republikaners Otto Braun Freiwillige Beiträge zur erfolgreichen Durch führung diefes Kampfes in Berlin fenden alle Republi laner auf Pofffchedionto 48 743 an leg Pagels, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, ein. schriften zur Unterstützung gefunden hat.( hört, hört! bei den Soz.) Vorige Boche endlich ist es Herrn Beft gelungen, ganze 16 feiner Frattionsgenoffen zum Unterschreiben zu gewinnen. Unter ihnen befindet sich aber nicht ein einziges führendes Mitglied der deutschnafionalen Fraflion. ( Hört! hört! bei ben Goz.) Bir haben beantragt, den Gesezentwurf sofort an den Aufwertungsausschuß zu überweisen und in der Dorigen Woche seine Beratung verlangt. Leider haben mir dabei Poine Unterstützung gefunden. Dagegen hat der Ausschuß gestern nach der Regierungserflärung gegen die Stimmen der Sozialdemo nach der Regierungserflärung gegen die Stimmen der Sozialdemotraten beschlossen, fich bis auf meiteres zu vertagen. ( Hört, hört! bei den Soz.) Alle diese Vorgänge find für uns neue Gründe, um die sofortige Aufhebung der Dritten Steuernotverordnung zu verlangen. Bir halten mit aller Bestimmtheit daran feft, daß die Frisiverlängerung nur bis zum 31. Mai beschlossen wird. Bir wollen verhüten, daß das Gefeß noch über dieses Datum hinaus verschleppt wird. Wir wollen auch der Beunruhigung vorbeugen, die mit einer weiteren Verlängerung verbunden sein tönnie. Die bisherige Behandlung der Aufmertungsfrage hat große Beunruhigung unter den Gläubigern und Sparern hervorgerufen und auch politische Folgen interessanter Art gehabt. Die größte Organisation der Gläubiger und Sparer, der Hypothekengläubiger- und Sparerschutzverband, der bisher den Baricien der Rechten unbedingt ergeben war, hat beschlossen, bei der Prâsi dentenwahl Gewehr bei Fuß zu stehen, also Stimment haltung zu üben, und sich für den zweiten Wahigang alles vorzubehalten. Aus diesem Beschluß ergibt sich, daß das Bertrauen in die Rechtsparteien erschüttert ist. Welche Erregung wird erst eintreten, wenn die Gläubiger erfahren, daß die Regierung als Marimum der Aufwerfung eine Erhöhung von 15 auf 25 Prozent vornehmen will.( hört, hört! bei den Goz.) Das bedeutet, daß im wesentlichen alles aus der Dritten Rotverord nung beim aften gelassen werden soll. Heute, ton In bustrie und Handel wieder rasch gefunden, wo die Goldbilanzen starte stille Reserven aufweisen, wo die Attiengesellschaften hohe Dividenden zahlen, wo der Großgrundbesitz gute Gehäfte macht, werden die Gläubiger entsetzt sein, daß der Maximal fag von 15 auf 25 Broz. erhöht werden soll. Mit Hohngelächter werden die Gläubiger und Sparer auf die Wahlversprechungen der rechtsgerichteten Parteien zurückgreifen, von denen mir ganze Berge voller Entrüffungen zugesandt werden. Ich lege ein deutschnationales Bahlflugblatt auf den Tisch des Hauses nieder. Auf der Vorderseite sind eine Reihe von Schuldverschreibungen abgedruckt, mit der Unterschrift Wählt deutschnational, wir jorgen für die Aufwertung". ( Stürmisches Gelächter im Haufe.) Aus dem Tert der Rückseite einige Säße. Da heißt es: Wohl alle Barteien reden von der Aufwertung, aber nur eine Partei meint es einst damit: die deutschnationale Bolfspartei.( Stürmische Heller feit.) Noch weiter:„ Der Bater der Dritten Steuernotverordnung ist der Finanzdiktator Dr. Luther".( hört, hört! bei den So3.) Die Spareintagen find zu mehr als 85 Bro3. tonftsziert worden, Die Sozialdemokratische Fraktion hat einen Zusagantrag ge- der Rest wurde den Schuldnern geschenkt. Die Deutschnationalen stellt, wonach die Fristen in Art. 1 und 2 des Gesezentwurfes nur erheben die Forderung nach dem Antrag von Hergt und Stei. bis zum 31. mai verlängert werden sollen. Dasselbe gilt für das niger auf Aufhebung der Dritten Steuernotverordnung. 3um Infrafttreten des Gesetzes und für alle infolge dieser Veränderung Schluß wird gesagt: Die Deutschnationalen feien entschloijen, alle erlassenen Borschriften. Wir verlangen seine Einfügung als gekräfte für ihren Antrag einzusetzen. Deshalb hätten sie beschlossen, Der auf eine sichere Stelle der Reichsliste den Vorfämpfer der fegliche Bestimmungen in das Fristverlängerungsgefez. Der Justizminister hat in feiner Erklärung heute das wesentlich wieder Aufwertung, Oberlandesgerichtsrat Beft, zu sehen und auch den holt, was gestern im Ausschuß mitgeteilt worden ist. Die Regierung Abgeordneten Steiniger wieder in ben Reichstag zu bringen. will also in der nächsten Woche den Inhalt der Beschlüsse des Aas allen diesen Gründen wühlt deutschnational( Große Heiter Kabinetts der Deffentlichkeit bekanntgeben. Wir sehen dieser Kund- teit.) Heute pfeift es bei den Deutschnationalen aus einem anderen gebung mit Spannung entgegen. Was ihre Erfiärung Loche. Am 28. Februar hat in der Kreuzzeitung" der Führer der anbelangt, daß der Gesezentwurf schon in der nächsten Woche den Deutschnationalen, Graf Westarp, einen Artitel veröffentlicht, in dem gefeßgebenden Körperschaften vorgelegt werden wird, so mag sie er ertlärt, der Abgeordnete Best sei nicht in die deutschnationale schon verzeihen, daß mir bem Frattion gewählt morden, um dort seine Forderungen durchzufezen, fondern fein großes Berfrauen enigegenbringen. Schon einmal, por fechs Bochen, hat ble Regierung uns das Gesez binnen drei Wochen versprochen; uns it bis heute feine Vorlage zugegangen. Uns mill es scheinen, als um sich in der Fraktion mit den Hausbeßhern, den Landwirken und der Industrie auseinanderzufchen. Bor Zijche las mons anders Sonnabend, 21. März 1925 ( Sehr richtig! bei den Goz.) Da wurde gefagt, Herr Best merde gewählt, um seine Forderungen durchzusehen. Wir wissen weiter von den Auseinandersegungen zwischen Herrn Beft und Stei. niger auf der einen Seite und den Vertretern des Kapitals in der deuffcnationalen Fraflion. Sie haben zu dem Ergebnis geführt, daß diese beiden dem ge= waltigen Uebergewicht des Großbejizes erliegen. Die Spizenförperschaften der Wirtschaft, die Geldgeber der Deutsch nationalen, haben eben in deren Fraktion ein viel gewichti geres Wort als die Vertreter der Gläubiger und Sparer. Diese tommen jetzt immer mehr zu der Ueberzeugung, daß an ihnen ein grandioser Wahlbefrug riesen Wahlbetrug aufzudecken und um klarheit zu schaffen, verübt worden ist.( Stürmisches Schr wahr! bei den Soz.) Um darum haben wir unseren Antrag gestellt und erwarten dessen An nahme.( Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Höllein( Komm.): Wenn Herr Abg. Reil sich hier gegen die Deutschnationalen mendet, muß ich ihm fagen, daß feine Partei ja doch nur Ludenbüßer der Rechten ist. Wir sind mit bers Deutschnationalen nie gegangen, wenn es fh darum handelte, das Broletariat auszubeuten.( 3urufe bei den Son: Preußen!). Wir Kommunisten lehnen es ab, die demagogische Bolitik mitzumachen, auf Rosten der Arbeiter eine Aufwertung herbeizuführen. Sozialdemokratie ist der geborene Zuhälter der Bourgeoisie.( Hei terfeit bei den Soz. Beifall bei den Kommunisten.) Die Abg. Hergt( Dnat.): Ich weiß nicht, weshalb die Regierung. nicht meiner bringenden Bitte entsprechend, heute hier die not wendigsten Erklärungen abgegeben hat. Die Berzögerung hat vict leicht das eine Gute, daß die in den nächsten Tagen zu erwartende Erklärung etwas ausführlicher die Dinge behandeln wird, die das ganze Bolf lebhaft beschäftigen.( 3uruf: Befonders die Spetulanten!) Der Redner bespricht dann den Artikel 3 der Ausschußbeschlüsse imb fritisiert die Auskunft des Reichsbantdirettoriums, das schon immer zu einseitig gewisse Wirtschaftsintereffen im Auge zu haben schen. Es häffe doch auch einige herzliche marme Worfe für den anderen Teil der Wirtschaft finden sollen. Dem Antrag auf Zurüdverweisung an den Ausschuß stimmt der Redner zu, damit dort in ausführlicher Beratung ein tragbares Kompromiß erzielt werben fönne. Der 31. Mai scheint in den Augen der Sozialdemokratn irgend eine agitatorische Bedeutung zu haben. Wir wollten mit unferer Aufhebungsfrist bis zum 30. Juni nicht bloß auf die Regierung, sondern auch auf die anderen Parteien einen Drud aus üben, um ihnen Gelegenheit zu geben, zu zeigen, daß es ihnen mit der Sache auch wirklich ernst ist. Staatssekretär Joel betont fodann, daß verfassungsmäßig nicht der Reichstag eine vom Reichspräsidenten erlassene Berordnung außer Kraft feßen tann, sondern nur der Reichspräsident felbft, nach einem entsprechenden Befchluß des Reichstages. Abg. Koch- Weser( Dem.) bemundert die schlangenmenschenartige Fähigteit, mit der Abg, Hergt versucht habe, sich aus der Schlinge zu befreien, in die feine Partei geraten sei. Er erklärt sodann: Die Bedenken gegen den Artikel 3 teilen mir und werden für die Zurüd verweisung stimmen. Die Berantwortung trägt die Regierung, imb mit ihr die Parteien, die in der Regierung vertreten find und dadurch zum Teil in einen noch nie dagewefenen ungeheuerlichen und peinlichen Gegensatz fehen zu ihren zügellofen Wahlversprechungen und ihrer verantwortungslosen und unfachlichen Opposition. Diese Berantwortlichkeit festzustellen, ist der Zwed unferes Antrages. Abg. Dr. Wunderlich( D. Bp.) ist durchaus der Meinung, daß im Interesse der fleinen Sparer etwas geschehen muß. Er erklärt: Eine so tiefgehende Aenderung unferer Grundrechte darf aber nicht übers Knie gebrochen werden. Die taktischen Manöver zwischen rechts und links und links und rechts mirten auf uns unbeteiligte Zuschauer allmählich langweilig. Die gestellten Anträge lehnen wir ab: We find für ruhige, fachliche Arbeit. Abg. Best( Dnat.) führt aus: Wer die Aufwertung wirklich will, muß auch wünschen, daß fie praftisch mirklich durchgeführt werden fann. Der Eintragung von oufzumertenden Hypothefen von zweifelhafter Grimblage muß vorgebeugt werden. Den zu Unrecht auf einen geringen Bruchteil ihres Rechts beschränften Gläubigern muß anderseits vom Geschgeber auch geholfen werden. Gegen die Uebers weifung an den Ausschuß fönne er nichts machen. Der Abg. Dr. 2ufwertung zugestimmt.( hört! hört! links. Wunderlich habe im Ausschuß nie einem Anfrage zugunsten der Unerhört b. d. Balkspartei.) Ich werde meine Stimme nachdrüdlich auch weiter für eine gerechte Aufwertung erheben. Bei den Deutschnationalen bleibt es nach dieser Rebe ganz stilt. In das betretene Schweigen hinein ruft eil höhnisch: Stürmischer Beifall bel den Deuffchnationalen! Worüber das Haus mit schaffender Heiterfeit quittiert.) Abg. Dr. Wunderlich( D. Bp.) weist die vom Abg. Beft aufgestellte Behauptung zurüd. Er habe sich an dem Spiel und Widerspiel im Ausschuß allerdings nicht beteiligt; das sei aber fein Bemeis gegen feine Aufwertuns freundlichroit. Damit schließt die Aussprache. Ein fozialdemokratischer Antrag, die Friften nur bis zum 31. mai zu verlängern, wird abgelehnt und die Borlage in zweiter und dritter Lesung gegen die Kommunisten angenommen. Artifel 3 der Ausschußbe schlüsse wird an den Ausschuß zurücverwiesen. Die bemoe fratische Entschließung wird abgelehnt. Es folgt die Beratung über die Vorgänge in Halle und die Anträge auf Sicherung der Wahlfreiheit. Abg. Koenen( Komm.): Die Reichsregierung hat sich bisher um die Sicherung der Wahlfreiheit herumgedrückt. Der Bornang in alle geschah gerabe am fünften Jahrestage des Rapp Putsches, als die Regierung ausreißen mußte. Der Meuchel. mord in Halle wird ein blutiges Fanal fein. Die Reichsverfaffung sichert die Wahlfreiheit zu. In Halle hat man sie aber im Blut erfäuft. Das Verbot für ausländische Redner besteht seit 1920 nicht mehr. Das Verbot in Halle war also rechtsungültig, wie Severing anerkennen mußte. Es ist das System der Braun und Severing, tos die Schupo ausgebildet und Männer mie Grüß ner und Runge großgezogen hat.( Lärm bei den Sozialdemo traten.) Aber das„ Berliner Lageblatt hat die Frechheit zu schreiben:„ Die Kommun fien schicken auf die Polizei". Das Blut von Halle werden die Gevering, Grüßner, Runge nicht mehr von fich abwischen können. Abg. Crispien( Soz.) mendet fich zunächt gegen ble Unterstellung des Abg. Soenen, daß Die Debatte über die Hallefchen Borgänge verfchleppt worden jei. Vielmehr hätten sich die Sozialbeimotraten im Aeltestenrat dafür eingesetzt, daß die»ngelegenhett sofort znr Sprache gebrocht werde, wenn die Regierung sich dazu würde äußern tonnen, d. h. am Freitag, womit sich der Nertreter der Kommunistischen Partei ausdrücklich einverstanden erklärt habe.(Sehr richtig! und chort, HSrtI) Zur sache selbst: Zeder Mensch, der mit uns menschlich fühl». dürfte nicht nur die Tote« und verletzten von Halle nnd Berlin be klagen, sondern aoch tiefes Mitgefühl mit den betroffenen Loge hörigen empfinden. Minister Severing Hot am Donnerstag im Landtag erklärt, daß eine besondere Kommission nach hall« geschickt worden stt. die eine einwandfreie Untersuchung vornehmen soll. Er Hai ferner deutlich erklärt, daß er das polizeilich« Redeverbot gegen die ausländischen Kommunisten nicht deckt, er hat den Polizeipräsidenten Runge entlassen und die Säuberung der Polizei von ungeeigneten Elementen versprochen. Uebriaen» haben die beiden geheimnisvollen ausländischen Kommunisten, von denen ich annehme, daß sie mehr Turteslaver als Engländer nnd Franzose« sind, sich ungehindert in Preußen und Deutschland bewegen können und sie sind noch noch den halleschen Vorgängen in Magdeburg. Breslau und Dresden ausgetreten. (Lärm bei den Kommunisten.) Auch nach unserer Ucberzeugung hätte in Halle«in Blutoer- sieben oermieden werden können, wenn die verantwortlichen Polizeibcamten nicht den Kopf verloren hätten. Wir billigen unter keinen Umständen, daß Polizeibeamte in«ine Masse von Menschen hineinschieben: aber es liegt kein Grund vor. auf Grund dieser Er- «ignisie allgemeine Schlußsolgerungen zu ziehen. Selbst die „Rote Fahne hat am Tage nach dem Neuköllner Vorfall geschrieben. daß die uniformierten Polizeibeamten sich mustergültig benommen hätten. Das beweist doch wohl, daß das System Severing nicht so beschaffen ist. wie es K o e n e n darzustellen versuchte. In Halle scheinen sich auch Provokateure unter die versammluagsbesncher gemischt zu haben, denn es sind doch drei»erschiedenartlg« Geschosse gefunden worden. « wir wisse« ja. daß die ganze kommunistisch« Bewegung mii Spitzeln und Provokateuren durchseucht Ist. die ja durch die all- gemeine Taktik der Sommunistea geradezu gezüchtet werden. Ost genug(zu den Kommunisten gewendet) geben Sie Ihre eigenen Parteigenossen, wenn sie der bürgerlichen Klassenjustiz in die Hände gefallen siird, treulos als Spitzel preis. Nicht nur N« u m a n n und Botzenhardt. ich kenne persönlich verschiedene kam- munistisch« Führer aus Württemberg, die mir unter vier Augen ihr herz ausgeschüttet und gesagt haben: hätten wir nicht die Ge- fangen««, dann besähen wir gar kein Agitationsmittel gegen die «ozialdemotrati«".(hört, hört! bei den Soz. Lärm bei den Komm.) Was haben nun die verantwortlichen Kommunisten in halle getan, um dos Blutvergießen ihrerseits zu oerhindern? Ihr Vertrauensmann Hertel, der seitdem nicht mehr aufsindbar ist. hatte vor der Bersammlung ein Protokoll unterschrieben. wonach er von dem Redeverbot gegen die Turtestaner und von der Absicht der Polizei, einzuschreiten, salls dieses Verbot nicht befolgt würde, Kenntnis genommen hatte. Daraus kann man eriehen, daß es diesen Bolfchewistea gar nicht darum zu tun ist, Ardetlerdlul zu sparen, sondern daß sie sich freuen, wenn tlebellerleiche» aas dem Schlochtseld bleiben and sie damit ihre zusammenbrechende Bewegung immer wieder avssrischen können.(Lärm bei den Komm.) Ich kenne diese bolschewistische Bewegung viel gründlicher, als manch ein Rooemberbolschewist, der heute die Führung an sich ge- rissen hat— es kommt den kommunistischen Führern gar nicht darauf an, Zusammenstöße zu vermeiden, vielmehr schreibt die„Boke Fahne Tag für Tag: Zawohl, wir wollen Zusammenstöße, wir wollen au» dem Blutvergießen Aailationsstoss gewinnen für unsere Bewegung. Ebenso wie die Rede von Ä o e n« n ist das, was täglich in der »Roten Fahne"' geschrieben wird, so plump und so maßlos roh übertrügen, daß ich gar nicht begreisen kann, wie ein Mensch. dgr noch nicht reis rst für«in Irrenhaus,«in« solche Zeitung lese« kann. Ist nicht gar in der.Roten Fahne" vom IS. Mörz allen Ernste» behaup/et worden, die sozialdemokratischen Partei. rühre? hatten dos Blutvergießen von Holle planmäßig veranstaltet. «eis sie fürchteten, daß Thälmann zu viel Stimmen bekommen würbe und weil sie daher so viel wie irgend möglich kommunistische Wähler tokschießeu lassen möchten,(«-chavende Heiterkeit. Unruh« bei de« to«unll»lfie».) Auch der Hallesche �Klassenkampf" bringt«ine fette ueberschrist:.Proletariermord, um Thälmann» Wahl zu verhindern."(Große heilerkell.) Darauf nur nebenbei «in« Bemerkung: Man schreibt von den.Barmat-Sozialisten" und schickt dann einen.Barmat-Kommunlsten" vor, um diese Sache zu oetteidigen.(Andauernde stürmische Heiterkeit.) Gegenüber den Angriffen K o e n« n s auf die.sozialistische Republik" Deutschland stellt Genosse C r i s p i« n zunächst fest, daß jedes Kind wissen müßte, daß die deutsche Republik wirtschaftlich und politisch vom Kapitalismus beherrscht wird und daß daher die ganze Entrüstung der Dolschewiften gegen die Sozioldemo- kratie heuchlerisch ist. Der Redner bringt sodann Beispiele dafür, wie die Arbeiter- schast in der bolschewistischen Republik Sowjetrußland behandelt wird. E» sind gegenwärtig in Rußland fast 2 Millionen Arbeiter erwerbslos. Trotzdem werden die in den Fabri- ken beschäftigen Arbeiter so systematisch angetrieben, daß sie von ihre» Fabriken nur als Kasernen sprechen. Die roten Ge- «erkschosten sind Organe der Behörden. Bis vor kurzem wur- den russisch« Arbeiter, bei denen auch nur ein sozialistisches Flugblatt gefunden wurde, glatt erschossen, jetzt schickt man sie in die Gefängnisse, Eiswüsten und Seuchengebiete. Die russisch« Erziehung wird von den Bolschcwlstci, auf Deutsch- land übertragen mtt dem Resultat, daß hier die politischen Kämpfe verrohen müssen, weil diese bolschewsstische Arbeiterschaft Menschenleben nicht achtet und A n st a n d gegen politische Gegner auf Grund ihrer Erziehung nicht kennen lernt. Wer jemals Demonstrationen des sogenannten Roten Frontkämpferbunde's in Berlin gesehen hat. dem tut das herz weh, wenn« steht, wie Kinder, die kaum oder überhaupt noch nicht der Schul« entwachsen sind, durch die Straßen als Klassen- tämpfer gegen dte Bourgeoisie und gegen die Sozialdeniotratie ge- führt werden.(Zuruf: als Kuaelfang.) Die Führer aber, die diesen traurigen Mut besitzen, Kinder der Gefahr von Zusammenstößen auszusetzen, sitzen, wenn irgend etwas passiert ist, inkognito in irgend «wm Kurort oder sonstwo und suchen dort sozialdemokratischen Schutz und hilf« noch,(hört! hört!) Der Redner geht dann aus die Behandlung der S o z i a l i st e n in den russischen Gefängnissen ausfuhrlich ein. auf die vielen Fäll« von Hungerstreiks, Selbstmorden und erinnert an die von Siaowje« angeordnete Erschießung von tO un- fchuldigen Alenschen, die aus dem Gefängnis herausgeholt wurden, als Vergeltung für da» Attentat auf Uritzki. Unter allg«uieii«ei Bewegung de? Hauses erzählt Erispien von seinem Erlebnis mtt dem omeritottischen sozialistischen Ehepaar Schwarz da» zu gleicher Zeit wie Dittmann und er nach M os k a u gereist war. um den Anschluß seiwr Partei an die Dritte Jnternationat« zu vollziehen. Plötzlich seien die beiden Schwarz' in Moskau verschwunden. Bon ihm. Crispien, befragt, gab Sinow- jew zunächst die erlogene Antwort, sie seien verreist dann wurde zugegeben, sie hätten Stubenarrest, dann wurde ihnen bei ihrer«igen«, Abreise versichert, sie würden freigelassen. Erst mehrere Wochen später tauchte Schwarz in Berlin, vor Alter nicht wieder zu erkennen, allein auf- Seine Frau, die von ihm getrennt. in einem SrsSagni, saß. tu dessen hos jede Rächt Bleaschea er schössen wurden, nwc in ten Hungerstreik getreten, gm zu«zwingen. daß sie voe ein Gericht gestellt würden. Erst al, sie an den Folgen des Hungerstreiks im Sterben lag. wnrden sie an die Grenze abgeschoben und die Frau, eine Mutter von acht hindern, ist in Revol gestorben.(Lebhoste Pfuirvse bei den Sozialdemokraken, groß« cSrw bei de» hammuoistev.) Erisptai fährt fort? Es ist ein- Pflicht und eine Rotweudigtett. das deutsch« Proletariat von solchen gewissenlosen Men- scheu, die sich Arbeiterführer nennen und mit klassenbewußtem Proletariat nichts gemein haben, zu reinigen, damil wir endlich unsere Anfaab« in der Arbeiterbewegung erfüllen können.(Braoo! und Händeklatschen bei den Sozialdemokraten.) Wir sind täglich bemüht, uns der Opfer der kommunistischen Führer anzunehmen, ober so rasch können wir nicht ar° b e i t« n, wie die KPD. der deutschen Klassenjustiz neu« Opfer liefern. Ich bedauere es auf dos tiefste, daß man gegen die kommunistische Bewegung in Deutschland mit Unterdrückungsmahnahmeu vorgeht, weil solche Maßnahmen der Bewegung immer nur über ihre innere Krise hinweghelfen und weil man ihr damit nur Gelegenheit gibt, agitatorische Schlagwort« in die Massen zu werfen. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten) Die kommunistische Bewegung bringt sich vielmehr selber um. Zhre ganze wahastnaige Revolntioasromantlk bricht zusammen. Sie steht vor ihren Anhängern als diejenige, die Versprechungen gegeben hat, dienichteinzulösen sind. Weil aber die kommu- nistischen Führer ihren eigenen Betrug vor den betrogenen Massen nicht eingestehen wollen, deshalb diese persönlichen B e s ch i m p f u n- gen, diese Verhetzung der Aermstey der Arbeiter gegen die Sozialdeinokrati«. Aber auch das Hot keine Wirkung mehr. Zum Glück lacht man ja in den meisten Arbeiterversommlungen die Kommunisten heute aus. Schließlich ein paar Worte zu den kommunistischen Anträgen. Wir können sie nicht mehr ernst nehmen als die Kommunisten selbst. Die„Rote Fahne" Hai sie selbst als„E n t- larvungsanträge" bezeichnet. Nun, ich glaube, daß die Eni- larvung der Bolschewisten durch meine Rede so gründlich erfolgt ist, daß dies« Amräge ihren Zweck erfüllt haben.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Was gemacht werden kann, sagt unser Antrag und wir werden uns deshalb darauf beschränken, für unseren Antrag zu stimmen. Im übrigen tonn ick) Ihnen noch einmal sagen: Schonen Sie die Sommuoifien vor Verfolgungen und Unterdrückung! wir Sozialdemokraten sind stark genug, mit dieser Bewegung ebenso serlig zu werden, wie mit der bürgerlichen Reaktion.(Lebbaster Bei- fall und Händeklatschen bei den Sozialdemokraten, andauernder Lärm bei den Kommunisten.) Nach einer bedeutungslosen Rede des Innenministers Schiele vertagt das Haus die Weiterberatung aus Sonnabend, vor- mittag 11 Uhr. Aus der Tagesordnung stehen außerdem kleine Borlagen.' Neueölamage öes Rechtsblocks. Neuwahl in Preuhe» am ZI. März. 'Nachdem in der ersten Sitzung de» Landtags sich die Be- schlußunfähigteit herausgestellt hatte— es waren ISä Abgeordnete anwesend—, beantragt dann in der sofort anberaumten neuen Sitzung Abg. wiackler(Dmtt.) die sofortige Besprechung de» Antrags über die Befugnisse eines Geschäftsministeriums. Man müsse endlich wissen, was ein solches Ministerium alles tun darf.— Der Ankrag scheitert, da w>d?riocuch erhoben wird. hieraus wird die Aussprache über die Vorgänge in Halle fortgesetzt. Dos hau» leert sich. Abg. herrmann- Breslau(Dem.) erklärt, die rasche Besprechung der Dorgänge sei sehr zu begrüßen, damit einer Legendenbil- d u n g entgegengetreten werde. Wenn bei diesen Vorgängen die verantwortlichen Stellen gefehlt hätten, so müßt« streng gegen sie voroeganyen werden. Seine Partei habe das Der- trauen zu Minister Sevenng. daß das geschehe. Abg. Ladendorss(WLg.) erklärt, die Beran st alter in Halle HSV« sich den«inudnanae» d« Pokhes«HP_ sie verantwortlich für die Borgänge.(Zurufe ba de» Komm.) Abg. Stock(Natsoz.) sieht in den Vorgängen m hall« die Wirkungen der maßlosen gewissenlosen Hetze der Kommmnsteu nno bezeichnet den Pazifismus als naturwidrig._ Abg. Schmetier(Komm.): Das Snstem S««ring Runge hat hi« auf allen Sellen trotz der gelegentlichen Seitenhieb« de» Rationa»" sozialisten Stock begessterte Verteidig« gesunden: sie alle haben sich als Hüter der Gesetzlichkeit, der Ordnung, der Ruh« bekcmnt. vo» Maregky und heidenreich bis Wäntig und Drescher. Do bleibt die Gesetzlichkell bei der entsetzlichen Bluttat in Halle? Da» System Severing hat auch den Trick des Bielefelder Abkommens auf dem Gewissen, das geschlossen wurde, um die Knechtung und Entrechtung des arbeitenden Volkes in Deutschland mll aller Beguem lichkeit vorbereiten zu können, das über den mitteldeutschen Ausstand von 192! zur Inflation von 1923 führt«, die diese Knechtung krönte und den Sieg des Kapitalismus entschied. Der llrantrog Pieck wird gegen die Antragsteller abgelehnt. Den Urantrog des Zentrums über die Neuordnung de» höhnen Schulwesens hat der Unterrichstausschuß in folgender Fassung angenommen:»Das Staatsministerium wolle die Aus- führung der Neuordnung des höheren Schulwesens für das besetzte und besetzt gewesene Gebiet durch entsprechende Uebergangsmoß- nahmen erleichtern." Dazu liegt ein gemeinsamer Urantrag der sämtlichen Parteien mit Ausnahme der Nationalsozialisten und Kommunisten folgenden Inhalts vor:„Das Staatsministerium zu ersuchen, bei der Durchführung der Schulreform im besetzten und besetzt gewesenen Gebier festzuhalten: a) an den bisherigen Vor- schrist-n über die K l a s s e n st ä r l e. b) an der bisherigen Pflicht- ll u n d e n z a h l der Lehrkräfte, c) an der Einrechnung des wohl- freien Unterrichts in die Pfüchtilunden.iahl. Weiter sind an be- sonders geschädigten Schulen Förderiurse einzurichten." Bon den Abgg. Frau Dr. wegscheid«(Soz.) und wild«maan (Z.) wird dieser Antrag empfohlen. Die Anträge werden daraus angenommen. Das Haus nimmt sodann den Bericht des Untern cht Ausschusses über die Uronträge und Großen Anfragen betr. die Auflösung der Seminare, Unterbringung der Lehrerbildner usw. entgegen. Nach einer kurzen Bemerkung des Kultusministers Dr. Becker werden die Ausschuhanträge angenommen. Es folgt die zweite Beratung der Anträge der Sozialdemokroten. Kommunisten, Deutschnattonalen und Deutschen Dolkspartei über den Abbau von Wahlbeamten. Einstellung des Personalabbau» usw.— Eine Debatte findet nicht statt. Ueber den Antrag Hirsch(Soz.). wonach«klärt werden soll, daß«in Abbau auch bei den Wahlbeomten nur nntn d« Voraussetzung des Z Zl d« Preußischen Personal- obbauverordaung zulässig ist. wird auf Antrag Ebersbach(Dnot.) namentlich abgestimmt. Dabei stellt sich die B e s ch l u ß u n f ä h i g k e i t des Hauses heraus: es sind nur 1K9 Stimmen abgegeben worden. Präsident Bartels: Das Haus ist nicht beschlußfähig. Ich hebe damit die Sitzung auf und setz« die nächste Sitzung an aas Dienstag. den ZI. März.(In der allgemeinen Ausreguna, die sich des ganzen Hauses bemächtigt, geht die Verkündigung der Tagesordnung unter.) « D« Aellestearnt trat, wie vorgesehen, nach Schluß der Plenar- fitzung zusammen. Die Sitzung wurde vom caadlagspräsidenteu Barleis«öffnet. Da sich auf Antrag niemand zum wort meldete, ging der Aeltestearat wieder an,«iaan. der. ohne daß in sachliche Beratungen eingetreten ward«. «in �luflSsun�santrag. Die Fraktion d« Deutschnattonalen Volksparlei hat Im Preußischen Landtag einen Antrag eingebracht, der besagt: v« Landtag wolle beichlichrn. sich mit sofortig« Wirkung auszulösen und die Neuwahl aus den 2 6. Aprtl festzusetzen. Schwarzer Tag für Röthardt. Weitere Zeugen über Eberts Treptow-Rede. Maler Bndalf Budde-Berlin,«in Vertrauensmann der USPD. bei der Firma Schive.rßkossss und später Geschäftsführer der „Freiheit", schildert« die Vorbereitungen zum Streit. Er habe vor dem Bersammlungsraum der Streikleituno im Gewerk- s ch a f t s h a u s Posten gestanden, als Krüninalbeamte erschienen. Er habe die Beamten jedoch irritiert und auf eine falsche Fährt« gelenkt, so daß die Streitleitung entkommen tonnte. Im Lause der weiteren Vernehmung des Zeugen Budde erklärt« dieser, daß auch er an der Besprechung in der Küche in Treptow teilgenommen Hobe, in der das bekannte Flugblatt ver- saßt wurde. Ob auch E b« r t an dieser Sitzung teilgenommen hat und an welchem Tage sie stottfand, vermochte der Zeug« nicht onzu- geben. Budde war auch Teilnehmer der Treptower Stretkversamm- lung. Er stand unmittelbar neben Ebert. Bezüglich des Streiks habe Ebert gesagt, daß die Brüder in andere» Staaten nicht streikten. Vors.: hat Herr Ebert ausgefordert, den Gestellungsbe- fehlen keine Folge zu leisten? Zeuge: Nein, das konnte auch seiner ganzen Einstellung nach niemand von ihm erwarten. In den Betrieben selbstverständlich war man der Anstchk, man solle den Einziehungsbesehlen nicht nach- kommen Der Trick von Herrn Ebert war ia überhaupt, sich auf nichts festzulegen. Redakteur Vlax Fechn«°L«lin, der früher Werkzeugmacher war, jetzt Redakteur der„Gemeinde", erklärt«, Ebert habe m der Trep- tower Versammlung gesagt, daß die Partei für etwa Eingezogene eintreten««de. Er. der Zeuge, habe aus dem Heimwege seinem Schwiegervater gesagt, daß man mit dieser Redensart gar nichts ansangen könne. Dann wurde noch der Tischler Wilhelm Eiml« vernommen, der 1918 der USPD. angehört« und Parteibezirkssühi er war. Die allge- meine Stimmung war damals: Es muß Sch luß gemacht wer- den mit dem Krieg. In Treptow habe der verstorbene Reichs- Präsident gesagt, die Partei werde jede Möglichkei ergreifen, dem Lande Frieden zu bringen ohne Annexionen und Kontributionen. Im Laus« der weiteren Verhandlung fragte der Vorsitzende den Zeugen Etmler: Sie waren als Zeuge in den Dittmann- Prozeß verwickelt. Damals hoben Sie als Zeuge gesogt, daß der Vorredner, also Herr Ebert, ein« Schilderung des Streiks gegeben bat. heitt« sagen Sie kein Wort davon. Zeug«: Ich wurde hier in erster Instanz aus diese Stell« meiner ehemaligen Aussogen auch bereits Hingemiejen. tonnt« aber bei der Schnelligkeit den Sinn nicht begreifen. Ich gebe zu. daß Ebert vielleicht auch flüchtig vom Streit gesprochen hat. Vors.: Sie haben damals auch gelogt, daß von den Forderungen des Tages gesprochen wurde. Dazu waren die Redner ja auch da. Zeuge: Daran«rinner« ich mich nicht mehr, ober möglicherweise bot Herr Ebert üb« Ursachen und Wirkungen des Streits doch gesprochen. Von Gestellungsbefehlen habe ich nichts gewußt. Der Generolstaatsanwatt beantragt« die Ladung eines Zeugen Brück««, der früher in den Ago-Werten in Johannisthal beschäftigt gewesen ist, und der dem Ortzel bestätigen soll, daß« während d«« Streit» gearbeitet und deshalb nicht an d« Treptower Ver. sammlung teilgenommen babe. In der Nachmittogssitzung wurde zunächst der Zeuge Gustav Schars, ehemaliger Dreher, jetzt Angestellter einer Genossenschall in Werneuchen, vernommen. Ebert, so erklärte der Zeug«, sprach im Same der sieben Punkte. Er konnte ja auch nicht anders, nachdem « in die Streikleitung gegangen war. Selbstverständlich mußte man damals im Rahmen des Möglichen vorsichtig sprechen. Eberl vertrat die Ansicht, daß die Slreiksordervage« gerecht waren. Vors.: hat Ebert nicht vom Streitabbruch gesprochen? Zeuge: Da» kam gor nicht in Frage. Vors.: Sie meinen also, daß Herr Ebert von dem Streik nicht abgemahnk Hab«. Zeuge: Nein, er stellte sich auf unseren Boden. Vors.: haben Sie Rufe gehört, wie«Verräter� oder so? Zeuge; Das bab ich nicht gehört. Vors.: Hot zum Schluß der Reichspräsident nicht gesagt, daß Sie sich ruhig verhalten sollten? Zeuge: An die einzelnen Wort« erinnere ich mich nicht mehr. Dann kam Dittmann, der in etwas schärferem Tone sprach, aber bald verhaftet wurde. Vors.: Nach der Bersammlung bildete sich ein De man- strationszug. Zeuge: Ja. die Arbeiter waren sich damals ihrer Kraft bewußt. Das spricht auch dagegen, daß wir ausgefordert worden sind, still nach Hause zu gehen. Es wurde geschossen und die Arbeiter blieben noch zusammen. Vors.: Ist durch den Eintnftder SPD. die Zahl d« Streitenden vergrößert worden? Zeug«: Nach meiner Ansicht sch denn am Donnerstag war die Streikzohl am höchsten. R.-A. Dr. Laetgebrune: haben Sie damals mll Nehrhellsozia- listen gesprochen, ab sie für den Streit wären, nachdem die Führer dafür stimmten? Zeug«: Die mehrheitssozialistischen Arbeiter waren damals für den Streik. An die Aussage knüpfte sich noch ein« länger« Debatte, da im Gegenlaß zu den anderen Zeugen Scharf behauptete, daß Ebert nicht von der Terrasse der Wiese gesprochen hatte, sondern unter der Meng« gestanden hätte. Vors.: vie waren früher Unabhängiger, gehören Sie heut« noch zur SPD.? Zeuge(nach einigem Zögern): Nein. Daran schloß sich die Vernehmung des Redaktsurs Franz Lehn- hoff. Der Zeug« schilderte ausführlich sein« umfangreiche Totigkeir für das„Berliner Taoeblott". dem er von 1913 bis 1917 als Re- dokteur, von da ab als Mitarbeiter angehört«. Lehnhofs bekund« weiter, daß er den Streik laufend beobachtet und journalistisch be- arbeitet Hab«. Ebert sei ihm aus dem Parlament, sowie au« Bersammlung«« bekannt gewesen, fern« habe er ihn aus dem Parteitag in Jena tagelang gehört. Auch im Parlament Hab« er ihn häusig.ju hören Gelegenheit gehabt. In den Streiktagen Hobe er mehrer« kleiner« Versammlungen mllgemacht und die Forderungen genau kennengelernt. In allen Dersommlunaen kam eine ö u ß« r st scharf« Stimmung zum Ausdruck. Der Friede von Brest. Litowsk spielt« die Hauptrolle, und man wollte auch die Lebenshaltung der Arbeiter verbessern. Am Tag« der Treptower Versammlung war der verschärfte Belagerungszustand verhängt worden, wöbet bekanntgegeben worden war, daß es Hort auf bar: geben würde. Die Arbeiter waren entrüstet und änderten Wall ras» Namen, der bekanntlich die Verhandlungen abgelehnt hatte, in nicht schmeichelbnster Weis« ob. Die Arbeiter waren verbissen und offensichtlich z u allem entschlossen. Sie hotten den Eindruck, daß dos Militär und die Potizeibeaullen mit ihnen fraterni- sieren würden. Di« Stimmung der Soldaten zu erkunden, war nicht möglich, da man leicht in jalschen Verdacht geraten konnte. An den vorhergehenden Tagen bearbeiteten Spartatusleute die Arbeiter auf den Straßen. Die Leute zeigten sich über die russischen Berhältnisse besonders gut orientiert. In Treptow stand ich ungefähr 30 meter von Ebert entfernt. Er machte einen niedergeschlagenen Eindruck. Seine Rede mar stets ge tragen von Selbstgefühl und dem Gefühl, daß er glaubte, daß er sprach. In seiner Ansprache ging Ebert davon aus, daß die Soldaten an der Front in noch größerer Not feien, als alle die Leute daheim, und daß die Heimat alles fün müffe, ihnen die besten Waffen zu liefern. Er jagte wörtlich: Euere Arbeitsfollegen in Frankreich und England verlieren feine Stunde, um ihren Brüdern an der Front zu helfen." Borf: Haben Sie vielleicht diese Worte andersmo gelesen oder gehört? Jeuge: Das halte ich für ausgefchloffen. Borf: Auf der Reichstonferenz der SPD. in Dresden 1917 hat nämlich Herr Ebert etmas ganz Aehnliches gesagt. Jeuge: Diefe Worte sprach Ebert mit erhobener Stimme, weil sich schon starter Widerspruch bemerkbar machte. Politische Aeuße: rungen revolutionärer Art hat Ebert nach dieser Richtung hin nicht getan. Ich hörte z. B. von Rußland kein Wort, obwohl doch die Streifenden die Zuziehung der Arbeiter aller Länder zweifellos eine russische Forderung zu den Friedensverhandlungen verlangten. zu den Friedensverhandlungen verlangten. Borf.: Aber er sprach doch von Frieden ohne Annegion und Kontribution. Jeuge: In der Form auch nicht. Ebert mahnie dann zur Ruhe und prägte das Wort: altet ruhig aus, eure Forderungen find gerecht, eure Arbeitsbrüder da und dort stehen zu euch." Ich hatte den Eindrud, als wollte Ebert sich einen guten Abgang sichern. Borf.: Sie meinen also, es war dies ein Wort, wie es in Streit versammlungen gang und gebe ist? Zeuge: Gewiß, Ebert tat ja alles, um den Streif zu unterminieren Die Arbeiter hatten auch dieses Gefühl. Keine Katze konnte das Gefühl haben, daß die Rede Eberts etwa die Aufforderung war, weiterzuftreiken. Im Gegenteil, aus seinen Worten klang die Aufforderung: Nur schnell hinein in die Betriebe. Behnhoff schilderte daim, wie dem verstorbenen Reichspräsidenten ein 3 ettel zugestedt worden sei, auf dem seiner Ansicht nach die Warnung stand, daß Polizeibeamte fämen. Die Aeußerung: Stellungsbefehle brauchen nicht befolgt zu wer ben hat er nicht getan. Hätte Ebert damals in die Fanfare geftoßen, fo wäre der Funte ins Pulverfaß geflogen und ich weiß nicht, was damals in Berlin passiert wäre. Im Laufe der Nachmittagsverhandlung befundete dann Zeuge Lehnhoff weiter: Die Leute in Treptow waren zu allem entfchloffen und warteten nur auf ein Signal. Hätte Ebert den Kampfruf gegeben, fo wäre die Bewegung anstatt abzuflauen viel weiter gediehen. Ich habe die Streitbewegung fo aufgefaßt, dak die Arbeiter, auch die ruhigen Elemente, den Krieg beenden woll'en. Borf.: Haben Sie mit Führern der Sozialdemokratie damals über die Dinge gesprochen? Jeuge: Weber damals noch später. Ich sah dann noch die Verhaftung Dittmanns," ber dagegen protestierte. Be merkenswerterweise machte nicht ein Mensch den Versuch, Ditt mann zu befreien. Ich hatte den Eindrud, als seien die Leute durch Eberts Rede sehr deprimiert gewesen. Dorf.: Stehen Sie zu der Familie Ebert in Beziehungen? Zenge: Ich habe den Sohn des Reichspräsidenten auf der Pressetribüne des Reidstages tennen gelernt und mit ihm nur follegial perfehrt. Wir sind gute Rollegen, aber ein Freundfchaftsverhältnis besteht zwischen uns nicht. R... Dr. Bindewald: Sollte das Wort Eberts Haltet ruhig aus" sich auf den Streif beziehen? Jeuge: Es fonnte auch durchaus allgemein gedeutet merden. R.-A. Dr. Martin: Haben Sie nach Ihrer ersten Aussage mirtfchaftliche Nachteile gehabt? " Jeuge: Ich habe im Berliner Tageblatt" eine Auseinander jehung gehabt, meil Herr Chefredakteur Wolf die Bemerkung brachte, daß ich nach kurzer Zeit aus der Redaktion ausgeschieden sei Das war eine Infamie. Erst später wurde diese Notiz abgeändert. R.- 2. Cuetgebrune: Sind Sie öffentlich angegriffen worden? Zeuge: Es war mir nicht angenehm, in einer Reihe mit Sprig und Gobert genannt zu werden. R.-A. Dr. Cuetgebrune: Ist man nicht nach Ihrer Aussage von Ihnen abgerückt. Ich stelle die Frage wegen der Widersprüche der heutigen und früheren Aussage. Zeuge( erregt): Ich bitte bemerken zu dürfen, daß ich durch fein Mittel mich zu einer Aenderung meiner Aussage hätte bewegen laffen. Auf eine Frage des Vorsitzenden erklärt der Zeuge, er habe längere Zeit vor dem Prozeß einmal mit R.-A. Dr. Landsberg gesprochen und sich bereit erflärt, eine e idesstattliche Ber ficherung abzugeben, daß Ebert tein Bort davon gesprochen habe, die Arbeiter sollten den Stellungsbefehlen teine Folge leisteten. Ich habe auch, so erklärte der Zeuge, weiter über meine frühere Aussage mit Dr. Landsberg vor der jezigen Verhandlung im Februar d. J. gesprochen. Die Staatsanwaltschaft stellte den Antrag, die Abgg. Silberschmidt, Grahmann, Schlice und Giebel zu laden, die über die Gigung der Gewerkschaftskommission am 31. Januarr aussagen follen, daß die Konferenz mit allen gegen drei Stimmen sich gegen funft der Parteifunktionäre am 31. Januar in Berlin sollen die ben Streit ausgesprochen habe. Zur Aussage über die ZusammenFeldmann, Regierungspräsident König in Arnsberg, Landtagsab Zeugen Wels, Staatsminister a. D. Keil, der Reichstagsabgeordnete geordneter Eberle und Polizeipräsident Joergiebel in Köln geladen werden. Das Gericht beschloß ferner, zum fommenden Dienstag Pfarrer koch zu laden, der darüber aussagen foll, in welcher Weise er mit Syrig zusammengekommen ist. genoffen zusammengefommen ist, was der Zeuge Berg vorher beftritten hatte, au verlesen. Der Zeuge Sänger gab an, baß er mehrere Stunden in der Untersuchungshaft zufällig mit Berg aufammen gewesen sei. Durch eine Reihe weiterer Fragen, unter Hinzuziehung der Aften, stellte R. 2. Dr. Wolf fest, daß der Beuge Berg bem Untersuchungsrichter Aussagen feiner Mitgefangenen weitergegeben hat, was er ebenfalls vorher bestritten hatte. Es sam bann zu kleineren zufammenstößen zwischen dem Berjitenden und mehreren Rechtsanwälten, die sämtlich Wert der auf legien, den Biberspruch in den 3eugenaussagen bes Berg festzustellen. Der Vorsitzende glaubte femen Widerspruch zu sehen, worauf R. 2. Dr. Wolf mit erhobener Stimme fagie: Wenn dies fein Widerspruch ist, dann gibt es keinen Widerspruch. R.-A. Dr. Herzfeld machte ben Zwischenruf: Uner hört" und veranlaßte dadurch den Borfizenden, ihm einen Verweis zu er teilen, unter Androhung schärferer Maßnahmen. R.-A. Dr. Wolf fragte darauf den Zeugen: Sie waren als Notstandsarbeiter beschäftigt, geschah das auf Empfehlung der Polizei? " Jeuge: Das ist lächerlich. Er erhielt für diese Antwort vom Borsigenden einen scharfen Verweis. R.-A. Dr. Wolf betonte, dağ man sich in späteren Sizungen noch eingehend mit diesem 3eugen beschäftigen müsse. Im meiteren Verlauf der Verhandlung fam es wiederum zu Auseinandersetzungen wegen ber Fragenstellung der verschiedenen Berteidiger, die sämtlich die Glaubwürdigkeit des Zeugen Berg in Zweifel stellten. Auch der Angeklagte Margies bemühte sich, durch spisfindige Fragen bie Glaubwürdigfeit des Zeugen Berg zu erschüttern. Berg hatte behauptet, daß Hanf mit Boege und Margies in seine Wohnung gegangen seien. Boege und Margies bestritten, jemals mit Hanf gesprochen zu haben. Im weiteren Verlauf der Fragestellung des Vorsitzenden weigerte sich Hanf, Aussage über Berg zu machen und begründete dies damit, daß er sich damit selbst belasten würde. R.-A. Dr. Wolf stellte zum Schluß fest, daß er sich mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln gegen die Bereidigung des Zeugen Berg wehren werde. Das Gericht befchloß auch. von einer Bereidigung dieses Zeugen abzusehen. Die Sigung wurde hierauf auf Montag früh 9½ Uhr vertagt. Der heutige Sonnabend bleibt ſigungsfrei wegen dienstlicher Verhinderung eines Beifikers des Staatsgerichtshofes. Aus der Partei. Siegesaussichten der belgischen Arbeiterpartei. Hierauf wurde die Verhandlung auf Sonnabend früh Schein der Einigkeit herrscht bei ihnen in zahlreichen Kreisen Zwie9% Uhr vertagt. Skoblewski weiter belastet. Er war schon im Herbst in Deutschland. zu seiner Ueberraschung in einem Koffer die Sachen des Hermann" gebracht. Das Gericht fährt in der weiteren 3eugenvernehmung, Eines schönen Tages hätten ihm dann seine Schwiegereltern fort. Der folgende 3cuge, Kriminalaffiftent Wolfer aus Nürnberg, gibt an, er hatte von einem gewissen Albrecht" erfahren, daß es Pommunistische Jugendorganisationen in Der Ifcheta gäbe. Er habe auch eine Mitgliedstarte mit der Aufschrift Ticheta- Gruppe, Nürnberg- Ort, Stommunistische Jugend" gefchen. Bai einer Haussuchung bei dem Gruppenleiter Schellhorn habe man einen genauen Organisationsplan der Kommunistischen Jugend als Ticheta vorgefunden. Nach einer furzen Taufe teilte der Borfigende mit, daß das Ge richt sich schlüssig geworben fei, die 3augin Br e che macher zu vereidigen, die Zeugen jeder und Bollweiler begegen nicht zu nereibigen. Hierauf erfolgte die Vernehmung des Kriminaloberwachtmeisters Schlofier aus Stuttgart, auf den gleichfalls ein Anschlag geplant war. Er befundete, daß er gleich nach der ersten Festnahme des Ange: flagten König im Dezember 1923 gewarnt worden sei. Der Zeuge schilderte dann die Vorgänge, die zu der Verhaftung Szons führten, als dieser Schlotter zusammen mit König beobachten wollte. Als der Zeuge Karl Seewald vernommen werden soll, erhebt -. Dr. Wolf Einwendung dagegen, daß der Präsident immer wieder Beweismittel verwende, die der Verteidigung noch nicht zugängig gemacht worden seien. Der Vorsitzende bricht hierauf die Bernehmung dieses Zeugen ab, um der Verteidigung erst Gelegenheit zu geben, in die betreffenden Aften einzusehen. Der nächste Zeuge, der Kriminalbeante Ravel, dem seinerzeit bie Beobachtung des Angeflagten Suke übertragen war, schilderte dann die Bernehmung der Angeklagten ute und Stoblewsti. Zepterer hätte zuerst angegeben, jeine Papiere lägen auf der Ruffifchen Botschaft und die Reisetasche, die Stoblewski dem Hufe übergeben hatte, sei leer gewesen. Der von der Polizei beschlagnahmte Koffer Stoblemffis murde dann auf den Gerichtstisch gesetzt und sein Inhalt ausgebreitet. Gr enthielt Wäschestüde, Wolfachen, einen Mantel und u. a. auch einen Byjama. Diesen Schlafanzug erkannte der Angeklagte Stoblewiti auf Befragen auch ausdrüdlich als sein Eigentum an. Diese Fest stellung ist deshalb nicht ohne Bedeutung, weil Neumann bei ber Schilderung der wirflichen Tätigkeit helmuths" alias Stoblasti ausdrücklich darauf hingewiefen hatte, daß er, Neumann, als er in einer michtigen Angelegenheit Helmuth" auffuchen mußte, diefen -den angeblichen harmlojen Mechaniter Stoblemiti in jeinem Zimmer in der Russischen Botschaft zu Berlin mit einem Pyjama bekleidet auf dem Befte fihend angetroffen habe. Die Nachmittagssigung begann mit der Bernehmung der Chefrau Tänzer. Die Beugin gab zunächst an, daß sie den Angeklagten Stoblemffi mir unter dem Namen, er mann" fenne. Er hat im Februar 1924 bei ihr gewohnt. Sie hat ihn aber bereits im Herbst 1923 bei ihren Eltern, dem Ehepaar Hoffmana teunengelernt, wo Stoblemiti damals ein Zimmer gemietet hatte. Sodann beftätigte die Beugin die Aussagen, die ihr Mann am Vormittag getan hat. Stoblewitt habe bei ihr etwa vier Tage gewohnt und auch den Befuch der Schipowa empfangen. Ihr Mann habe sich dann über die 11 nordentlichkeit im Zimmer beschwert und Stoblemsti gefündigt. Eines Tages hat der Bater der Frau Tänzer die Sachen des Hermann" in deren Bohnung gebracht. Als nächste Zeugin wurde die 65jährige Marie Krosser vernommen. Sie antwortete auf die Frage, ob fie Stoblemiti tenne, mit einem ganz bestimmten" Ja". Die Heugin wohnt in demselben Hause, wie das Ehepaar Hoffmann. Sie hat Stoblemsti in einer grauwollenen Jade auf der Treppe gesehen. Der Vorfizende Hierauf wurde der Zeuge Tänzer aus Karlshorst, der Schwieger veranlaßt hierauf, daß aus den Sachen des Stoblemski diese Jacke john der legten Quartiermirtin Stoblewskis, Frau Hoffmann, Der norgezeigt wird, welche die Zeugin mit Bestimmtheit als die fragBei der Bernehmung der letzteren war bekanntlich festliche Jade erkennt. Nach ihrer Meinung fand die Begegnung Anfang gestellt worden, daß Stoblewifi auch bei ihrem Schwiegerfohn eine Dezember 1923 ftatt. Die Zenginnen Tänzer und Kroffer werden joZeitlang gewohnt hatte. dann nachträglich vereidigt. nommen. Borf.: Herr Tänzer, fennen Sie den Angeklagten Stoblemsti? ( Stoblewiti erhebt sich.) Jeuge: Ja. Borf.: Moher tennen Sie ihn? Jeuge: Bon meinen Schwiegereltern, dem Ehepaar Hoffmann, her. Er hat dort unter dem Namen„ ermann" gewohnt. Borf.: Wann ist er dort eingezogen? Zeuge: 3m Herbst 1923. Weiter gab der Zeuge Tänzer an, daß Skoblemsti, den er bis dahin nur von Besuchen in der Wohnung seiner Schwieger eltern Hoffmann fennengelernt habe, ipäter auch bei ihm gemohnt habe, allerdings nur etwa 4 bis 5 Tage lang. Er, der Beuge, habe nämlich seinen Mieter zum Ausziehen aufgefordert, weil das von ihm bewohnte Zimmer einmal nach einem Besuch der Schipowa bei Steblewsti alias Hermann sich in einem un glaublich unordentlichen Zustande befunden habe. RICK PETERSUNION www. 277777 Extra- Prima FahrradReifen Söchste Qualität daher preísmert Die Zeugin Frl. Herzberg, eine Bekannte der Frau Hoffmann, hat am Geburtstage derselben im April 1923 oder 1924 in der Wohnung einen geftreiften ni am a liegen sehen. Auf ihre Frage, mem Dieses Kleidungsstück gehöre, wurde ihr geantwortet, es sei Eigen tum des Herrn hermann", der bei Hoffmann wohne, oder gewohnt habe. Sonst weiß die Zeugin feine weiteren genauen Angaben zu machen. Der Generalrat der Arbeiterpartei hielt Heerschau über die Wahltampflage. Die Delegierten aller Wahlkreise berichteten ausnahmslos über erfolgreichste Kampagne und günstigste Aussich ten. Bei den Katholiten macht die anfängliche überschwängliche Hoffnung einer wachsenden Beunruhigung Blaz. Unter äußerein tracht. Ihre Hoffnung, mit Hilfe der Kommunist en, die nunmehr in 11 Bahlfreifen ihre Kandidaten aufgestellt haben, hier und dort ein Mandat zu gewinnen, verflüchtigt sich immer mehr, da die Arbeiter von ben kommunistischen Spaltera nirgends etwas wiffen wollen. Andererfeits werden die Katholiken wahrscheinlich an bie extrem flämische Frontpartei verschiebene Size abgeben müffen. Bon einem Wahlkampf der Liberalen ist faum etwas zu mèrfen. Sie rechnen felbst mit erheblichen Verlusten, Alle Vorzeichen sprechen für einen beträchtlichen Arbeiterfieg am 5. April. Geschäftliche Mitteilungen. Durch den überraschenden Auffchwung, sen der Bekleidungsverizieb des Westens während feines erft halbjährigen Bestehen genommen hat, hat sich bas bisherige Geschäftslotal als su flein ermiesen. Die neuen, bebeutend er meiterten Geschäftsräume befinden fich jest Botsdamer Straße 132, eine Treppe, amischen Botsbamer Blag und Eichhornstraße. Siehe heutiges Inferat. Vorträge, Vereine und Versammlungen. feibung aus Teilnahme an der Beerdigung unieres Rameraden Bruschke bei Lindner. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftstelle: Berlin G. 14. Gebeftianfte. 37/38, Sef 2 Samarabicjatt Cidhwalbe: Gonnahend, den 21. März, naomitions 3 Uhr, treffen fich alle attinen Rameraden in Reichsbanner. Trauerfeier um 5 Uhr im Krematorium Baumschulenweg. Der Zurn- und Sportabend fällt an diesem Tage aus. Kameradschaft Tiergarten: Uebungsstunde in der Surnhalle Alt- Doabit. Rameradschaft PetershagenFrehersborf: Sonntag, den 22. März, nachmittags 1.02 Uhr am Bahnhof Fre dersdorf, Antreten zur Fahrt nach Biesdorf. Rückfahrt frühzeitig. Samerabschaft Sichtenberg nebst Untergruppen. Sonntag, den 22. Mäz, nach Sonnabend, ben 21. März, abends 6½ Uhr Jugendliche, 8 Uhr Erwachsene, mittags 1½ Uhr, Antreten der Rameraden am Bahnhof Lichtenberg- Friedrichs Dienstag, be felde. Alle Rameraben, auch die nicht aktiven, sind verpflichtet, zu erscheinen. Dienstag, den 24. März, abends 7 Uhr, Saafschuh in der Knabenmittelschule, Ramerabscheft Friedrichshain: Montag, den 23. März, abends 7½ Uhr, Turnabend der Jugendgruppe in der Turnhalle Edertstraße. Kamerabschaft Kreuzberg: Montag, den 23. Märs, Jugendmannschaft I, abends 8 Uhr Bersammlung in den Blücherfälen, Blücherftr. 61; Jungmannschaft abends 7 Uhr, in der Turnhalle Fürbringerftr. 33. Ramerabschaft Bebbing: Moning, ben 23. März, abends 7 Uhr, Surnabend in der Gothen burger Str. 2. 15. Ramerabschaft( Riederfchöneweibe): Die Ortsgruppe Baum schulenmeg begeht am heutigen Sonnabend, abends 8 Uhr, in den Kontordia Festfälen, Am Treptower Bart, ihr einjähriges Gründungsfeit. Die Kamera den der Ortsgruppe der Romeradschaft, werden hierzu freundlichst eingelobex und werden gebeten, euch Fahnen zu dieser Beranstaltung mitzubringen. Sandsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Sonnabend, der 21. März, abends 8 Uhr, in fämtlichen Räumen des Dresdener Kasinos, Dresdener Str. 96, Feier des 33. Stiftungsfeftes, verbunden mit Bannerweihe, Landsleute fomie Gäfte find willkommen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr Bappelallee 15, Bortrag des Herrn A. Dombey: Schule und Beltanschauung". Harmonium: Berliner Relteverein, Bezirksverein des Deutschen Rältesereins. Monatsperfammlung am Donnerstag, den 26. März, abends 8 Uhr, im Grashofzimmer des Bereinshauses Deutscher Ingenieure, Berlin, Sommerstr. 4a. Auf der Tagesordnung steht u. a. Borirag des Herrn Oberregierungsbaurats Sauberheimer vom Eisenbahnzentralamt: Ueber die Milchverforgung der Großstädte als Transportproblem". Ru diefer Sigung find die Mitglieder des Vereins Deutscher Ingenieure und der Deutschen Maschinentechnischen Gesellschaft eingeladen. Der Borsigende: C. Itentit. Altlandsberg.( Gud), Aus der Ouvertüre au„ Bilhelm Tell"( Rofin). Gäste willkommen. Im Laufe der Nachmittagsverhandlung machte der Striminal 180 Damen tönnen 1000 Mark verdienen. betriebsassistent Groß nähere Angaben über die Ermittlungen in bezug auf Stoblemiti und Hute. Rechtsanwalt Dr. Wolf stellte dann fest, daß der Zeuge Sänger, der aus der Haft vorgeführt wird, durch den Staatsanwalt Brettler aus Mannheim im Frühjahr für nicht zeugnisfähig erklärt worden sei. Borf.: Sänger, ist das richtig? Beuge: Ja. Es wird dann festgestellt, daß der Zeuge megen Bergebens gegen das Sprengstoffgeies zu 2 Jahren Buchthaus perurteilt worden ist, aber Berufung eingelegt hat. Der Zeuge gibt an, daß er in Mannheim in einer Bersammlung, der auch ans"( der Angeklagte Neumann) beigewohnt hat, den Ticheta Walter" fennengelernt habe, der der Meinung Ausbrud gegeben habe, man müffe, um eine Tscheka- Gruppe zu finanzieren, T fich durch Raubzüge Geld verfchaffen. 11. a. sollte er, der Zeuge, einen Straßenbahnschaffner mit vorgehaltenem Revolver zwingen, ihm die Geldtasche abzuliefern. Sänger gibt dann an, er fei nicht darauf eingegangen und habe überhaupt den Einbrud gehabt, daß der chefa- Walter" nurseine eige. nen 3 mede verfolgte. Reichsanwalt Neumann stellte hierzu fest, daß dieser Tscheta- Walter", den zu ermitteln bisher nicht gelungen und der auch unter dem Namen Rügener befannt sei, in Wirtlichkeit einer heiße. Zu dem gleichen Fragentomplex werden dann die aus der Haft vorgeführten Zeugen Hanf, Seewald und Berg bernommen, die im wesentlichen die gleichen Befundungen machen. Der legte Beuge gibt unter anderem an, mar qusmann, ein bekannter jüddeutscher Kommunist, habe einmal gejagt, es müßten Einbrüche verübt werden, um die Partei zu finanzieren. Sie kennen das fieghafte Haarwaschmittel Laparen. Das Wort Lavaren wird ausgesprochen Lapar ehn und nicht Lavah ren! Da hiergegen oft gesündigt wird, will ich das richtig ausge sprochene Bort durch Beröffentlichung von 3meizeilern befami niachen. Ich suche also folche etwa in der Art: Nie wieder wird Dein Haar ausgeh'n, Wenn Du es wäschst mit Lavaren. Weniger schätze ich Verse, die mit Gewalt gereimt sind, wie z. B.: Ach, find jest meine Haare scheen, Seit ich sie wasch' mit Lavaren. Ich nehme von jeder Dame nur einen einzigen Bers an Schlußtermin der Einsendungen ist der 15. Mai. Ich taufe von den Bersen diejenigen an, welche mir am besten gefallen und am besten ausdrüden, wie Lavaren wirkt. Ich zahle für 10 Berje je 25. 250 m., für die nächsten 20 je 10 M. 200 9, dann für 50 je 5 20. 250 D. und für 100 je 3 M. 300 207., aufammen also 1000 Dt. Die Entscheidung über den Ankauf und die Bersendung der Beträge erfolgt am 1. Juni 1925. Die nicht ange. fauften Berse sende ich zurüd, füge aber als Entschädigung für gehabte Mühe diesen zrei Badungen Lavaren bei. Nur die Berbraucherinnen follen fich.beteiligen, diese wiffen meine genaue Anschrift non den Badungen her, die sie an ihrem Ort in den Drogerien und auch Apotheten fauften. 21so an diese meine Anschrift find die Berse zu richten und zwar auf Bostlarten; auf denen außer dem einzigen Bers nichts meiter als die Anschrift der Einfenderin steht. Wer also nicht einmal meiß, mo ich mohne, brauchte auch tein Lavaren und braucht sich nicht erst mit Dichten. Rechtsanwalt Dr. Wolf beantragte eine Stelle aus den 2ften, ans ber hervorgabe, baß der Seuge iz Gefängnis mit Barteiend Anbichten a bemühen Saner Killick Jonnabend Billion Mengenabgabe vorbehalten Schuhwaren Pumps R.- Chevreau, spitze Form. für 5.90 Lederhausschuhe Damen, 3.95 in verschiedenen Farben Lackschuhe mit Spange für Damen, Gr. 36/39 9.50 Spangenschuhe für Damen mit Schiebeschnalle, R. Chevreau 6.90 Liscretformen in reicher Auswahl 2.95 bis 4.90 Linonformen moderne Fassons. 0.75 Stangenreiher in verschied. Farben ca. 30-32 cm ig., Stiel 0.65 Schürzen Knaben- Schürzen mit 2 Taschen, drei Größen Mädchenhänger Damenwäsche Untertaille mit Stickerel... 0.68 Damenhemd mit Hohl0.68 saumgarn. 1.25 m. und Hohls. Damenhemd m Stickerel Beinkleid Knieform mit Stickereigarnierung. Prinzeßrock mit Stickerel Liserethut mit fescher, breiter Bandgarnierung. 4,90 1.95 Strumpfwaren Damenstrümpte feinfädig, Ferse u Spitze verstärkt, 0.48 Damenstrümpfe feinfädig, 0.70 0.38 gute Qualit., Ferse u. Spitze verst. Herren- Socken 1.75 3.50 graumeliert, Fuß ohne Naht.. Herren- Socken farbig, graumeliert .0.48 Liserethut mit reicher Bandgarnierung Gardinen 0.85 Scheibengardinen Meter 0.39 Tüllgardinen Meter 0.85 mit Bindeband u. Tasche Gr. 40 1.10 Jede weitere Größe 15 Pig. mehr Küchenschürzen aus praktischen Stoffen. Wiener Schürzen hell oder dunkel gemustert... UllsteinSchnittmuster in allen 5 Geschäften 1.25 Etamin volle Breite kariert oder gestreift Künstlergardinen engl. Tüll, 3 telig. • Meter 0.75 3.75 1.95 Halbstores Etamin..... 1.95 4.90 Tagalpicot- Hut hübsche Form, mit Bandgarnitur. 690 Handarbeiten vorgezeichnet Küchenkante Nachttischdecke vorgezeichnet Verkauf nicht an Wiederverkäufer Wirkwaren Einsatzhemden für Herren, drei Größen 2.95 farbig: 2.95 Herren- Hemden makoHerren- Hosen makofarbig, 3 Größen, sehr haltbare Qualität 2.95 Schlupfhosen für Damen farbig mit angerauhtem Futter. 1.85 3Größen, Doppelbrust, gute Qualit Klein. Dreispitz Liseretkopf, Crêpe Marocain Rand und Bandgarnitur 8 Meter 1.25 mit Einsatz und Spitze garniert, 0.95 Mittendecke dazu passend.2 25 Tischläuter dazu passend.. 2.75 Wolle 2 Knäuel à 5 Gramm 0.35 690 Kleine Form Cagalpicot- Kopf m Crêpe Marocain Rand, fesch garniest Berufskleidung Monteur- Jacke od. Hose aus blanem Haustuch. Malerkittel Rohnessel Aerzte- Mantel gute Qualität. aus festem weißen Köper. Herrenartikel Herren- Nachthemden mit farbigem Besatz und Tasche 4.90 Herren- Oberhemden gefütterte Faltenbrust, 2 Kragen 5.90 Herren- Kragen Mako, Ober- und Unterkrag. 4fach, Stehumlegeform 0.95 Selbstbinder breite Form, 875 modernes Block- Karo. 1.25 Regenschirm Halbseide mit fester Kante, Toppform 8od 12tlg. 8.50 neuartige Griffe. Herren- Hilfe moderne Form.. Haar- Hüte für Herren, neue. Farben u. Formen 4.25 7.90 Seifen 2Palma- Oberschalseite 5 Doppelrlegel Kernseife 2.70 garantiert rein 0.70 4.60 garantiert rein 0.98 .7.90 2 Ptd. Wachskernseite 1.15 Anknöpf- Anzug Knaben blau od. gemustert, für 2-6 Jahre 8.50 garantiert rein. 3 Pakete Blitzblank à 1 Pfund • JANDORE .0.25 Schokolade Lobeck- Carola 100 Gramm- Tafel 0.20 Belle- Alliance- Str. Gr. Frankfurter Str. Brunnenstr. Kottbusser Damm Wilmersdorfer Str. Zum Frühjahrsputz WM Das Universal- Putz- und Scheuermittel! FELKENDORF& SUNLICHT GESELLSCHAFT A- G. Warum zerbrechen Sie sich den Kopf KONFI TIONSHAUS SILBERPFENNICS TEILZAHLUNG GUSTAT ilberpfennig wie Sie Ihre notwendige Kleidung beschaffen? In diesem Hause ist Ihnen Gelegenheit geboten, Ihren Bedarf an: 1 DamenHerren Garderobe Kindervon einfachster bis zur vornehmsten Ausführung zu billigsten Preisen und bequemsten Zahlungsbedingungen zu decken. Teilzahlung gestattet Riesen- Auswah!! Geringe Anzahlung! direkt am Wedding plata Müllerstr. 182 183 Untergrundbahnstation Reinickendorfer Sitate Nr. 136 42. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Preissturz am Getreidemarkt. In den letzten Tagen trat ein außerordentlich startes Sin. ten der Getreidepreise an der Berliner Börse ein. Ihren Ausgangspunkt hatte diese Bewegung von parallel verlaufenden Erscheinungen an den amerikanischen Börsen, insbesondere in Chicago. Dieser Platz hat die unbestrittene Führung auf den Getreide- Weltmärkten an sich geriffen. Seine Haltung ist maßGetreide- Weltmärkten an sich geriffen. Seine Haltung ist maß gebend für die Stimmung an allen anderen Märkten der Erde. Die internationale Spekulation. Etwa feit Dezember vorigen Jahres war in Chicago ein ftän diges Ansteigen der Getreidenotierungen zu verzeichnen. Zu Beginn des laufenden Jahres war Weizen dort bereits bis auf 176 Cents je Bushel gestiegen. In steiler Kurve ging die Notierung sprungweise weiter in die Höhe, um zu Ende Januar einen Höchst stand von 204 Cents zu erreichen. Roggen war in der gleichen Zeit von 153 auf 180 Cents gestiegen. Wie stets in solchen Fällen, suchte man die Ursache hierfür mit einer un genügenden Welternte zu erklären. Das stimmt wohl nicht ganz. Denn beispielsweise war die Weizenernte in Argentinien durchaus nicht so schlecht, wie die menschenfreundlichen Hauffespekulanten in Chicago fie gern gehabt hätten. Und in der Tat mußten gelegentliche Rückschläge in der Preisaufwärtsbewegung in Chicago, die sich öfter bemerkbar machten, denen aber bis auf die letzten Ereignisse nie eine längere Dauer beschieden war, zumeist auf stärkere Angebote aus Argentinien zurückgeführt werden. Auf der anderen Seite läßt sich aber auch nicht leugnen, daß in den meisten anderen Produktionsgebieten der Erde die letzte Ernte viel, um nicht zu sagen alles zu wünschen übrig ließ. So namentlich in Nordafrika, in vielen Ländern Asiens und ganz befonders auch in Ost- und Südosteuropa. Ganz besonders galt das für Rußland, das noch immer das große Fragezeichen in der Weltwirtschaft bildet. Dort konnte man geradezu von einer völligen Mißernte reden. Das tann man schon aus dem Umstande erkennen, daß im vorangegangenen Erntejahre, also 1923/24, die Sowjetrepublik bedeutende Mengen an Roggen und auch anderem Getreide auf den europäischen Märkten verkaufen fonnte, während in diesem Jahre ihre Agenten lediglich als Käufer auftraten und gewaltige Mengen von Getreide aller Art wie auch von Mehl namentlich in Amerika auftauften. Diese russischen Anschaffungen waren es auch, die den amerikanischen Börsen eine sehr zuver lässige Stütze boten und es ihnen ermöglichten, die Getreidepreise unerhört in die Höhe zu treiben. Die Lage am deutschen Getreidemarkt. Wenn vorhin gesagt worden ist, daß der Chicagoer Markt die Führung im Weltgetreidehandel besigt, so darf dabei allerdings nicht außer acht gelassen werden, daß gerade Deutschland im vergangenen Jahre und noch bis vor kurzem eine gewiffe Selb ständigkeit bewahren fonnte. Zwei Momente waren es vornehmlich, die dem deutschen Markt zu dieser Widerstandsfähigkeit gegenüber ausländischen Einflüssen befähigten. Zunächst verfügte die Reichsgetreidestelle und verfügt noch heute über nennens werte Bestände an Brotgetreide. Diese sind in erster Linie als eine Motstandsreserve gedacht und dementsprechend auf über ganz Deutschland verbreitete Läger verteilt. Ihr Befiz befähigt aber auch die Reichsgetreidestelle und somit indirekt die Reichsregierung, jeder zeit in die Preisentwicklung einzugreifen und durch stärkeres Angebot zu verhindern, daß die Getreidenotierungen eine unberech tigte und unerwünschte Höhe erreichen. Ob die Reichsgetreideftelle von diesem ihrem Besiz immer den richtigen Gebrauch gemacht hat, bleibe dahingestellt. Sie hat bei der letzten Hauffebewegung ficherlich zu spät mit preisdrückenden Abgaben eingegriffen. Jedenfalls zeigte fich, daß schon die Möglichkeit eines Eingreifens start dämpfend einwirfte. Ferner spielte der außerordentlich schlechte Geschäftsgang der Mühlenindustrie eine große Rolle. Es ist bekannt, daß im vorigen Jahre ungewöhnlich große Mengen ausländischen Mehles nach Deutschland eingeführt wurden, und zwar nicht nur amerikanifores Mehl, sondern zur Zeit der Frankenbaiffe auch französische über das besetzte Gebiet. Diese Borräte, die nach und nach ganz Deutschland überschwemmten, erschwerten den deutschen Mühlen derart das Geschäft, daß Betriebseinschränkungen an der Tansordnung waren, und daß einzelne Mühlen nur zu einem Biertel ihrer normalen Leistungsfähigkeit beschäftigt blieben. Hierdurch wurde nicht nur eine große Arbeitslosigkeit unter den Mühlenarbeitern hervorgerufen( der zuständige Verband hat gegen die Mehleinfuhr wiederholt protestiert), sondern die Mühlen waren auch nicht in der Lage, Mahlgetreide im üblichen Umfang aufzu taufen, ein Moment, das natürlich gleichfalls den Getreidemarkt recht ungünstig beeinflußte, Roggen noch weit über Vorkriegszeit. So tam es, daß bis in die allerletzte Zeit hinein die deutschen Getreidepreise sich unter Weltmaritshöhe bewegten. Im merhin folgten auch die deutschen Börsen wenigstens in großen Bügen der Weltmartistenbenz, so daß allein im Laufe des Januar in Berlin Weizen von 285 auf 316 Mt. und Roggen von 275 auf 311 Mt. je Tonne stieg. Erst als zu Beginn der vergangenen Woche der rapide Zusammenbruch der amerikanischen Preise einsetzte und die deutschen Preise nicht im gleichen Tempo und in gleichem Maße dem Sturz folgten, ging die Angleichung vor sich. So fei erwähnt, daß sich die letzten Notierungen wie folgt stellten: Chicago Weizen 164(-40 Cents gegenüber dem Höchststand von Ende Januar), Roggen 120(-60 Cents); Berlin Weizen 268 (-48 M.), Roggen 227(-84 M.). Ausdrücklich muß aber darauf hingewiesen werden, daß auch die jeßigen gefunkenen Getreidepreise beträchtlich über den vor dem Kriege üblichen Notierun gen liegen. Stellte sich doch im Durchschnitt des legten Frie bensjahres 1913 Weizen auf 195,60 m. und Roggen auf 165 m. je Tonne! Und daß mithin dieser Grund den Agrariern feineriet Veranlassung geben kann, nun wieder mit ihren Hochschuh zollwünschen an die Deffentlichkeit zu treten. Gerade die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, wie gefährlich eine ungehemmte hochschußzollpolitit für die deutschen Berbraucher wäre. Denn ohne die Notstandsreserve der Reichsgetreidestelle und bei voller Kauffraft der Mühlen wäre der deutsche Markt zweifellos genötigt gewefen, alle von Chicago diftierten Schwantungen und Bewegungen, mögen sie auch noch so unberechtigt und eraltiert sein, prompt mitzumachen. Bären dann noch zu den amerikanischen Spizenpreisen och schuß 3 ölle nach dem Wunsche des Landbundes gekommen, so fann man sich ein ungefähres Bild machen von den phantastisch hohen Brotpreisen, die wir dann erlebt hätten. Eine verkrachte Landbund- A.- G. der Landwirtschaft des Ostens an der Versorgung des Westens mit Es ist noch in frischer Erinnerung, daß sich an dem Wettbewerb Kartoffeln im Spätherbst v. 3. die Reichslandbund- A... B. Hirschberg in größtem Ausmaße beteiligt hat. Den Landwirten, großen und fleinen, in den Gebirgstreifen des Riefen- und fergebirges, aber auch weit darüber hinaus, wurden vom September bis Ende November die Kartoffeln förmlich aus den Händen gerissen. Hunderte von Waggons rollten nach dem Westen und Südwesten, nach Bayern, insbesondere nach München, deffen Güterbahnhöfe dem Ansturm der Tausende von Waggons Kartoffeln, die wöchentlich aus Schlesien, der Mark und Bommern antamen, sehr bald nicht mehr gewachsen waren; schon nach kurzer Zeit waren die Güterbahnhöfe Münchens vollständig verstopft mit Kartoffelwaggons, der Handel konnte die alsbald verfaulende Ware nicht mehr aufnehmen und so tam es zwischen Lieferanten und Händlern infolge der Hals über Kopf erfolgten Abladungen zu lang wierigen, zum Teil heute noch nicht abgemidelten Prozessen. Zu den Leidtragenden gehört auch die unter großggrarischer Leitung stehende Reichslandbund- A.- G. Hirschberg; deffen Direk tor von Kudzinski war die treibende Kraft dieses Kartoffelgeschäfts, dessen Folge die Entblößung der Gebirgs= freise von Kartoffeln gerade zur Zeit der Eindeckung des Winterbedarfs gewesen ist. Tausende von Haushaltungen im Gebirge haben nur einen geringen Teil des Winterbedarfs- noch dazu zu Preisen, die 1,50 bis 2, M. über den Preisen von Berlin und Breslau lagen eindeden können, derweilen in München die eindeden können, derweilen in München die heimischen Kartoffeln verfaulten. Sonnabend, 21. März 1925 liner Zentrale des Reichslandbundes, die eine solche Sanierung vorschlagen unter der Bedingung, daß auch die anderen Gläubiger 20 Pro3. ihrer Forderungen nach. lassen. Für die Spekulationsverluste der Herren Großagrarier vom Borstande sollen also auch die anderen Mitglieder, die Bauern und fleineren Landwirte, mit auftommen. So verlangt es die landauf landab gepriesene Interessensolidarität von Groß und Kleingrundbesizer. Die ungesunde Brund Lage der Gesellschaft wurde u. a. bargelegt an dem Beispiel ber hohen Spesen und Berwaltungskosten, die durchfchnittlich 25 bis 27 Pro3. des Umfaßes betrugen. Hier müßte bis zur endgültigen Rechnungslegung noch einmal gründlich nachgeprüft werden, wie diese hohen Spesen zusammengekommen find. 0 find bekanntlich der Zentrale des Reichslandbundes Die einzelnen Kreisorganisationen der Reichslandbundgesellschaft tributpflichtig, der genau so wie sein Vorgänger, der Bund der Verkaufsstellen den Hauptteil der Kosten seiner politischen der Landwirte, aus den Kali Rabatten und den Abgaben Betätigung bestreitet. Diese wirtschaftspolitische Be tätigung des Reichslandbundes, die sich von Jahr zu Jahr zu einer immer drückender gewordenen Konkurrenz des Kleinhandels und Handwerks auf dem Lande ausgewachsen hat, bildet heute geradezu das finanzielle Rüdgrat der politischen Betätigung des Reichslandbundes, deffen Borgänger, der Bund der Landwirte, in seiner offiziellen Korrespondenz ja schon offen seinerzeit zuges standen hat, daß die Kosten der bei meitem wichtigsten Aufgabe des Bundes Staatspermattung gabe des Bundes Einfluß auf Gefeßgebung und Beiträgen allein nicht zu bestreiten wären". Die große Don unseren armseligen Masse der Mitglieder des Reichslandbundes hat ja gar keine Ahnung und wird darüber gefliffentlich auch im unflaren gehalten, welche ungeheuren Summen, Millionenbeträge, sie durch ihre Beteiligung an den Ein- und Verkaufsgeschäften des Bundes zur Förderung der politischen Ziele der Großagrarier beisteuert. Curt Bürger, Hain i. R. Die Industrie- und Handelskammer zu Berlin veranstaltete am letzten Donnerstag für die Presse einen Vortragsabend, der Referate über die wichtigsten Fragen des Börsenverkehrs und über die Stellung des Einzelhandels innerhalb der Tätigkeit der Industries und Handelskammer brachte. Herr Richard Bohl berichtete über Wertpapieren und über die bisher darüber getroffenen Verdie bevorstehende Wiedereinführung des 3eithandels in einbarungen. Man erwartet von ihm eine Erleichterung in der Abwicklung des Börsenverkehrs und Anregungen für den GeldDeutschland eine größere Rolle spielen als vor dem Kriege. Herr markt. Der Effektenterminhandel würde in der nächsten Zeit für Leopold Badt gab einen Ueberblick über die Geschichte des Zeit handels in Getreide und über seine Entwicklung in den letzten Monaten. Das handelsrechtliche Lieferungsgeschäft für Getreibe ist seit Anfang Dezember v. J. wieder eingeführt und hat sich seitdem fräftig entwickelt. In beiden Referaten wurde lebhaft gegen die Annahme, daß der Terminhandel nur der Spefulation Don Mugen sei, Stellung genommen. Der Bizepräsident der Handelsfammer Dr. Gelp de erstattete sodann zu dem Thema„ Goldricht über die Braris der Zulassungsstelle der Berliner Börse bei der Be umstellung und Börsenverkehr einen ausführlichen Behandlung der auf Goldmartbafis umgestellten Unternehmungen und deren Wertpapiere. Schließlich schilderte Herr Heinrich Grün feld die Rolle des Einzelhandels innerhalb der Berliner Handelsfammer und hab dabei hervor, daß der Kammer 10 000 Cinzelhandelsfirmen angeschlossen sind. Er würdigte eingehend die 105 Mitgliedern besteht, von denen 29 Mitglieder der HandelsTätigkeit des Einzelhandelsausschusses bei der Kammer, der aus tammer selbst sind. Keine öffentlichen Kredite bei Auslandsaufträgen deutscher Werften. Bon unterrichteter Seite wird mitgeteilt: Der Auftrag zum Bau von fünf Motorschiffen, den die Deutsche Werft in Hamburg von einer englischen Reederei erhalten hat, ist Gegenstand lebhafter Erörterungen in der in- und ausländischen Presse. Dabei find mannigfache Irrtümer hervorgetreten. Eine inländische Zeitung hat sogar einen Zusammenhang zwischen diesem Auftrag und den Krediten der produktiven Erwerbslosenfür= forge hergestellt, die deutschen Reedereien zur Erhaltung ihres geben worden sind. Davon fann feine Rebe fein. Die bezeich Schiffsbestandes und zur Beschäftigung der Werftarbeiterschaft geihre eigenen Schiffsbauten zu und irgendeine Cricichterung für deutsche Schiffslieferungen nach dem Ausland findet dabei- im Gegensatz zu den Förderungsmaßnahmen anderer Länder nicht statt. Der englische Auftrag an die Deutsche Werft, der im Rahmen der sonst England gegenüber durchaus passiven deutschen Handelsbilanz besonders aufgefallen ist, beruht offenbar darauf, daß es sich um einen von der Deutschen Werft besonders vervolltomm. neten Schiffstyp handelt. In der am Sonnabend, den 14. d. M., stattgehabten Generalversammlung der Reichslandbund- A.- G. wurde zum erstenmal den Aktionären reiner Wein eingeschänft über die Höhe der Berluste im abgelaufenen Geschäftsjahre. Sie beziffern sich auf 450 000 m., wovon über 200 000 m. auf das famose Kartoffelneten Strebite fließen ausschließlich deutschen Reedereien für geschäft entfallen. Die Verluste sind in Wirklichkeit aber noch viel größer, da die Grundstücke der Gesellschaft, wie fast allseitig hervorgehoben wurde, weit über Wert eingesetzt worden sind. Von der Aufstellung einer ordnungsgemäßen Bilanz pro 1924 hat der Vorstand daher vorerst und flugerweise Abstand genommen; fie ift bis 30. Juni vertagt worden. Die Aufstellung einer Bilang nach dem jezigen Status hätte nämlich die fofortige Anmeldung des Konturfes zur Folge gehabt. Der Borstand rechnet mit einer weiteren 3 usammenlegung des Aftien tapitals um mehr als die Hälfte: die Haupt gläubiger, die das bisherige Defizit gedeckt haben, sind das in dem Unternehmen eine besondere Gruppe bildende Konsortium der Großgrundbesizer und die Ber. I land die Baccaratichen Produite verbreiten. industrie. Wie- verlautet. hat die befannie Teutsche Porzellanfal rit Deutsch- französische Interessengemeinschaft in der PorzellanRosenthal Selb mit der französischen Striftallfabrik Baccarat einen Intereffengemeinschaftsvertrag geicloffen. Die Firma Baccarat foll in Frankreich die Rofenthalschen, die Firma Rosenthal in Deutsche Mit dem Frühjahrswetter NEU! SALAMANDER FUSSARZT FOR EMPFINDLICHE FUSSE wünscht sich ein jeder neue Frühjahrs- Schuhe Unsere neuen Salamander Schuh- Modelle befriedigen den verwöhntesten Geschmack bei bester Passform und Preiswürdigkeit. MARKE SALAMANDER AMAND DAS MEISTERSTUCK DER SCHUHFABRIKATION Theater Lichtfpiele nfw. Staats- Theater Opernhaus T: La Traviata Opernhaus am Königsplatz 7: Die Bohème Schauspielhaus 7% U.: Peer Gynt Schiller Theater 7% U: Fuhrmann Henschel Volksbühne 7 Schluck u.Jau Deutsch. Theater 7 Uhr Die hellige Johanna Kammerspiele 71 Uhr Sechs Personen suchen einen Autor Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 8 Unr Der Krampus Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Wir lassen uns schelden Komödienhaus 8 Uhr: Heimliche Brautfahrt Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau SCALA 8 Unr VARIETE. REVUE Sonntags 8300. ermäß. Preise! Das volle Programm Residenz- Th. HerrnfeldTägl. 8 Uhr: Der Störenfriede a. Theater 88. Lustsp. v. R.Benedix im Intiinen Theater Adele Sandrock Blowstraße 6 Mertina Kestner Lachstürme! Max Zilger Wer ist Rose- Theater der Vater? 3 U.: 1001 Nacht 734: Graupenmüller Herrnfeldia de 1.3 A. Komiſche Oper 8 Ubr Direktion: James Klein 8 Chr Unsere Revue: Das hat die Welt noch nicht gesehn mit über 250 Mitwirkenden Die Sensation des Berliner Theaterlebens! Sonntag 3%, Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. 1 Kind frei zu halben Preisen ( 50 Pf. ois 6 Mk.) Vorverkauf ununterbrochen! VOLKEKRAFT Ausstellung Spiel- Sport- Turnen Wandern Berlin 14. bis 29. März 1925 im Landes- Ausstellungs: gebäude( am Lehrter Bahnhof) t Moabit 4-10. Mitglieder der Gaortvereine mil Ausweis zahlen halbe Raffenpreife. 1 Geöffnet 10 bis 10 Uhr 2b 4 Uhr: Promenaden- Konzert Leute Festabend d. D.Turnerschaft Apollo- Theater 8 U Dir: James Klein 8U Die Nächic von Paris Gr. Ausstattungsoperette in 3 Akten unter Verwendung Oftenbach scher Muse Ueber 100 Mitwirkende Preise 2 bis 10 Mk. Vorverk. ununterbr. geöffnet Wer sich nicht durch Reklame beeinflussen, sondern nur aufmerksam machen läßt und etwas von Zigaretten versteht, wird aus der einzigartigen Arbeitsleistung, die eine Karmitri Zigarette bedeutet, großen Genus gewinnen HAR MITRI Berliner Konzerthaus Mauerstraße 82 ( Clou") Mauerstraße 82 Täglich geöffnet Vier- Uhr- Kaffee Gesellschaftsabend/ Tanz Ausschank von Triumphator Lessing- Theater Theater d. Westens Tägi. 8 Uhr Tägl. 73 Uhr Das Märchen Berlins gr. Operaft.- Erfolg Der Graf v Arth. Schnitzler Spira, v. Maellendorf V. Cauliostro Kleines Th. Milowitsch, Uri, Tägl. 8 Uhr. Die Großfürstin Arno, Hell Tha la- Th. 8 Uhr: und der Zimmerkeliner Das Dreimäderlhaus Leopold. Konstantin Sonnt. nachm, 4 U. Georg Alexander Casino- Theater Hänsel u. Gretel Lotbringer Str. 37 Tägl. 8 Uhr Neu! Wieder Neu! ein neuer Schlager! Täglich& Uhr: Trianon- Th. Der Oberschieber Yoshiwara Arnold Korff Erich Kaiser- Titz Blanche Dergan Dazu das bente Programm! Marga Schelz Martin Loewe Volkstüml. Preise! Haller- Revue WALHALLA 1925 Th.i.Admiralspalast Letzter Monat! 31. Woche a. Rosental. Tor Internationale VARIETEAllabendi. 8, U. REVUE Die größte Revue d. Welt: ..Noch and Noch Sonntag nachm Uhr: Die gange Vorstellung zu kleinen Preisen Verschied.Konstkräfte Den für Berlin! Antang 8 Uhr Platzpr..40 Pf.an Circus Usch Tägl.7%, Stgs. a. 30. Central Theater Neu! Gastsp. 7 Uhr: Die des versunk. Glocke schwedischen Deats Opernhaus Circusdirektors 7. Lohengrin W. Adelson Metropol- Theater Tägl. 7 Uhr: sein Freiheitsdress. Be Nur noch kurze Zeit Gräfin Mariza Am Nordpoil 18 lastige Eisbären 18 Neues Theat. amZbo rutschen in die Tägt. 8 Uhr Täglich 8 Uhr: Wasser- Manege! Dia Deiße Weste Hagenbecks Ceylon- Elefanten!! h. in Kommand. Str. Har noch kurze Zeit 19 USCHI Uhr: Manegeschauspiel Operette von Lady Hamilton Jean Gilbert Soptas halbe Preise mit Uschi Elleat, am. Fritz Schulz, Eleianten, Eisbären Gertrude Berliner Zum Die lastigen Schluß: Vagabunden Theater d. Westens Berl. Operngastsp Reichshallen Theater Allabendl 8 U. u. Sonntags nachm. 3Ubr Stettiner Sänger New! Sport- Müller Neu! Rachm. haibe Preise, valles Pro r Dönhoff- Brett'i: Das Lenz- Programm! Ant. 7%, U. Sonnt. 5%, U. WINTER BORTEN 5 Novitäten Spielplan. Sonnt. 3 halbe Preise. Rauchen gestattet Theater am Kottbusser Tor. Tägl. 8 Uhr und Sonntag nachm. Uhr Elite- Sänger. Fabelhaftes März Programm! Humor über Humor Volkstümliche Preise Auf Teilzahlung Möbel in allen Holzarten Komplette Speise-, Herrenund Schlafzimmer Küchen weiß und lasiert Glogau Kottbuser Straße 28 direkt an der Hochbahn Sonntag, 22 März Wie sehen bloß Ihre Hände aus? Nehmen Sie doch Rokona! Nachm. 3 Uhr: Der Eine milde, aber Evangelimann Dautsch. Künstlertheat. 8 Uhr: Riquette" Operatie von Oscar Strans Lustspielhaus 3 Uhr Guido Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbagerdavi * Uhr: Der blonde Traum Wallner Theat. 18 Ubr: Romeo u. Julia wirkungsvolle Paste an Stelle von Seife, Sand, Blitzblank, Bimsteinpulver usw. zum Reinigen und Putzen im Haushalt, Werkstatt u Sport, sowie zur Hautpflege. ges geach Die schwarze Hand Kokona Plakat aushängt. Die Pfunddose kostet 50 Pf. und wird gegen 80 Pf.. ein Postpaket 6 Dosen gegen 3 Mk. postfrei u. Nachfahmegeb, ubersandt. Originalkisten 50 Dosen frachtfr deutsche Vollbahnstation Wiederverkäufer Rabatt. Keine Probedose umsonst gegen dieses Inserat ethältlich, wo dis Große Geschenke und Riesenreklame belasten diesen billigen Gebrauchsartikel nicht. G. m. Helenenwerk: Berlin, Magdeburger Str. 6 Kurfürst 6366 Pilz norr 6 TellerS Ganz Inatürlich natürlich ist der Geschmack der Blumenkohl-, Grünkern, Krebs-, Ochsenschwanz-, Pilz-, Tomaten- und Spargelsuppen, welche Ihnen die Knorr Suppenwarst bietet. Sie werden durch nichts an Konserven erinnert, sondern haben eine liebliche, aromatische und nahrhafte Suppe vor sich, die äußerst billig ist; bedenken Sie: * Stück= 6 Teller= 35 Pfennig. Was ist RE Bekanntmachung über den Aufruf und die Einziehung der Rentenbankscheine zu 50Rentenmarkmit dem Ausfertigungsdatum 1. November 1923 Mit Genehmigung der Reichsregierung rufen wir hierdurch gemäß§ 21 der Durchführungsbestimmungen vom 31. Januar 1925 zum Gesetz über die Liquidierung des Umlaufs an Rentenbankscheinen( R. G. Bl. II S. 29) die Rentenbankscheine zu 50 Rentenmark mit dem Ausfertigungsdatum 1. November 1923 zur Einziehung auf. Die aufgerufenen Scheine können bei den öffentlichen Kassen noch bis 31. Mai 1925 in Zahlung gegeben, bei den Kassen der Reichsbank aber bis 30. September 1925 gegen andere Rentenbankscheine oder gegen gesetzliche Zahlungsmittel umgetauscht werden. Mit Ablauf des 30. September 1925 werden die aufgerufenen Rentenbankscheine kraftlos und es erlischt damit auch die Umtausch- und Einlösungspflicht der Deutschen Rentenmark. Berlin, 20. März 1925. Deutsche Rentenbank Lipp Kißler Auf Teilzahlung bei bequemer An- und Abzahlung Herren Ange Sport und Manschester- Anzüge Cutaway, Smoking, Einsegnungsangige, Windjacken, Hosen. Tatilenund Regenmäntel Wäsche for Herren und Damen, Bettwäsche Damen Kostüme, Mäntel. Regenmentel, WindJacken, Kleider, Röcke, Blusen, StrickJacken und-Westen, Seidenjumper Läuferstofie, Gar Teppiche dinen, Stores.Beltdecken, Steppdecken usw. HEINRICH GEORG Andreasstraße 28, I em Andreesplatz MARKE Outings Raba teklomemarken of 5 Jahren Newe Schöneberg Schönhauser Straße 9,1 Hauptstraße 157, I Gutlaufen Schokoladen deutscher Schäferhund, wolfsfarbig, mit Batent- Dreffurhals. band, gegen BelohConrod Müllerland 6493 Nachoduung. Melduna: Uhstraße 26 45 Spezionat Wikenditz leipzig Bonbon/ Stangen/ Negerküsse Oster Artikel in großer Auswahl Paul Grindel, Dircksenstraße 47 nahe Bahnhof Borse. Bekleidungsvertrieb des Westens Inh. Max Pitzela in den neuen, bedeutend erweiterten Räumen jetzt Potsdamer Str. 132 DamenKleider cine Trp. zwischen Petsdamer Platz und Eichhornstraße. HerrenPaletots Gesellschaftskleider Ulster Kostüme Mǎntel Pelze usw. Anzüge Smoking- und Gesellschaftsanzüge Gummimäntel vom Einfachsten bis zum Elegantesten. 19. Abteilung Den Mitgliedern die traurige Nach richt, daß am 18. März unser Genoffe Ewald Rexhausen Spanheimftr. 1, geftorben ist Um ftilles Beileid wird gebeten Die Abtellungsleitung. Einäfcherung am 23. 5. M, abends 7 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße Nach langem fchmeren Belden verstarb am 18. Mära mein lieber, guter Mann, unser herzensguter Bater. Sohn. Schmieger- und Großvater, Bruber und Schwager Ewald Rexhausen Spanheimftraße 1 88/15 im tez von 55 Jahren Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Die Trauerfeier fintet am Montag, Den 29. März, abends 7 Uhr, im Arematorium Gerichtstraße statt. Allgemeine Ortskrankenkasse Berlin- Pankow. Borstandsbeschluß vom 27. Februar 1925. 819 Abf. 1 erhält folgenden Wortiqut: Die Barleistungen der Kaffe werden nach einem Grundlphn bemeffen Als iolcher gut bez nach der verfchiedenen Bahnhöhe frufenmeife feftgefegte burch fchnittliche Sagesentgelt der staffermit glieder bis 9,- iz ben Ralendertag. Sur Feltfegung des Grundlohnes werden Die Raffenmitglieder in die vom Raffennorftand beschlossenen und vom Ober versicherungsamt genehmigten Stufen eist geteilt. Stufe A alle ohne Entgelt Befchäft Lehrlinge 1 Raffenmitgl u ein. Tagesverd bis 0,902 einichließlich Raffenmitgl Tageenb. üb. 0,90 1,50 " 6789 10 1,50-2,50 2.50-3,50 8,50-450 20 4,50-5,50 550-550 6,50-7,50 7,50 8.50 L 8.50 902 Siernach wirb bez Grundlohn bis auf meiteres feftgelegt: Für Stufe Für Stufe A 1 1 auf 0.70 907. 6 auf 5-9. 1.20 6, " $ 4 9 10 8,-3.8, Sat 8 19 Abf. 6 fautet bez legte Gag: Der Grundlohn bazf 9,- M. nicht übersteigen. Borstehender Beschluß tritt mit best 1. April 1923 in Kraft. Berlin- Pankow, den 27. Februar 1925. Der Borstand der Allgemeinen Ortstrantentaffe Berlin- Bankow. Gütig, Borfigender. Genehmigt Charlottenburg, den 10. ära 1925, Oberoerficherungsamt Beilin. Im Auftrage: D. ftez Ausfertigung Nr. B. K. II. 107/25. Die Raffenbelträge betragen gemäß§ 47 ber Gagungen in Stufe A file jeden Kalendertag 4 Pf. 1 6 " 15 9 19 3 13 10 Sco Borftehenber Befchluß wird hiermit ver öffentlicht. 110/3 Berlin- Pankow, den 20 März 1925. Der Vorstand der ligemeinen Dristrantentaffe Beriin- Pantow. ( ürig, Borfikender Erfolg Baben Inserate Vorwärts Teilzahlung ohne Preisaufschlag gestattet! Metallbetten Ware kann gegen Ausweis sofort mitgenommen werden. Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr.Sahl Thor Sonnabend 21. März 1925 Unterhaltung und Wissen Eine italienische Strafkolonie. Bon Orazio Chum. Unter Italiens strahlendem Himmel, den fruchtbaren Gestaben Toskanas nahe, erhebt sich aus den tiefblauen Fluten des Mittelmeeres der einstige Berbannungsort Napoleons: die Insel Elba. Inmitten der Schönheit der Natur aber, die sie umgibt, trägt Elba auf ihren an Erzen reichen Felsen eine Stätte höchsten menschlichen Jammers: über der Meeresbucht von Bortolongone, hinter verfallenden Mauern eines alten spanischen Kastells, verbirgt sich eine italienische Straffolonie. Italien, das die Todesstrafe abgeschafft hat, unterhält hier das Bagno der zu lebenslänglicher Haft verurteilten Galeerensträflinge. Ein Grab lebender Menschen. Bor furzem nun berichteten italienische Zeitungen, daß einem Herrn Commendatore Cominetti pon dem Justizministerium in Rom eine bronzene Gedenkmünze verliehen worden jei als Anerkennung für eine der Etraftolonie in Bortolongone gemachte Schenkung. Herr Cominetti hatte nämlich durch freiwillige Spenden einen Fonds zum Antauf eines finematographischen Apparates gesammelt, den er mit einigen Films belehrenden und patriotischen Juhalts für die Gefangenen von Bortolongone der Berwaltung schenkte. Herr Cominetti, der in Turin ansässig ist, berichtet über den Anlaß zu dieser Stiftung folgendes: Während des Krieges hatte ein italienisches Kriegsgericht einen Soldaten in Innsbrud namens Go betti in contumaciam der Desertion und Fahnenflucht beschuldigt und zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Dieser junge Mensch, der sich in Gefangenschaft befand, fehrte nach Beendigung des Krieges ahnungslos in das fleine heimatliche Dorf zurück, wo er mit Schreden die über ihn verhängte Berurteilung und Strafe erfuhr. Entfeßt juchte er ins Ausland zu entfliehen, aber an der Grenze wurde er verhaftet und von dort zur Verbüßung seiner Strafe nach Bortolongone verbracht. Gobetti, ein vollkommen harmloser, unerfahrener Bauer, fast ein Kind, war absolut unfähig, fich gegen die ihn zu Unrecht betroffene Berurteilung zur Wehr zu sehen; obwohl er in der Lage gewesen wäre, für seine Unschuld Beweise und Zeugen zu erbringen, unternahm er nichts, um sich seiner Einterferung zu widerjezzen und seiner Schuldlosigkeit Geltung zu verschaffen. Ein Bruder des Armen bemühte sich nun, Herrn Cominetti für die Sache zu interessieren und nach schwierigen und endlosen Berhandlungen gee lang es ihm, das Berfahren wieder aufnehmen zu lassen und durch Entscheidung des höchsten Militärgerichts wurde die Berurteilung Gobettis ridgängig gemacht. Herrn Cominetti wurde es durch be fondere Bergünstigung ermöglicht, die Erlaubnis zum Besuche der Straffolonie Bortolongone zu erhalten, um dem unschuldigen Sträfling die Nachricht seiner Freilassung zu überbringen. Die uner wartete Runde überwältigte den jungen Menschen derart, daß ihn ein hohes Fieber von 40 Grad befiel und er erst am folgenden Tage inftande mar, in Begleitung feines Beschützers das Bagno zu ver laffen. Indes hatten die seelischen Erschütterungen, die Kriegsge fangenschaft in der Fremde und danach die Leiden seiner Haft in Bortolongone zu schwer auf Gobettis Konstitution eingemirft.- Seine Freiheit fonnte er nicht lange genießen; er starb taum ein Jahr da nady im Krankenhaus zu San Giovanni. Killingers Jungmannen. S Beilage des Vorwärts O.KOESTER Patentlösung: In der Nacht vor dem Wahltag werden sämtliche republikanischen PräsidentschaftsDie Eindrücke, die der Besuch in Bortolongone bei Herrn Co. kandidaten gekillt. Dann kommt Jarres totficher durch." minetti hervorgerufen, waren derart tiefgehend, daß er beschloß. fich für das Los der dortigen Strafgefangenen einzufezen. Da, mie bereits ermähnt, in Italien die Todesstrafe nicht besteht, werden die von den Gerichten zu lebenslänglicher Haft Berurteilten nach den meist auf Inseln eingerichteten Straffolonien verbracht, je nachdem: zu Einzelhaft, zu Strafarbeit oder einfacher Internierung. Auffallenderweise werden die Internierten in Bortolongone ebenso wie auf der Insel Nisida nicht zur Arbeit gezwungen, im Gegenteil, erst durch jahrelanges Wohlverhalten können fie die Berechtigung zur Bebauung eines Stüd Landes oder als Handwerker die Auf nahme in die Anstaltswerkstätten erlangen, und da ein strenges Schweigegebot herrscht, verbringen viele der Sträflinge somit ihr elendes Leben in qualooller Untätigkeit. Die in den Belfen der Einzelhaft Lebenden suchen, um den Gebrauch der Sprache nicht zu Derlieren, hurch lautes Lesen die Zunge beweglich zu erhalten. Das Geschent des finematographischen Apparats foll nun den von der menschlichen Gesellschaft Ausgestoßenen in ihre trostlose, nuglofe Cristenz einen Strahl von Daseinsbewußtsein bringen und Erinnerungen an die für fie verlorene Welt und an das Treiben des Lebens zurückrufen. Allerdings mag es fraglich erscheinen, ob damit nicht für manchen der Unglücklichen das Los um so schmerz licher, um so qualpoller gestaltet wird. Ich bin ein echter Kommunard. 3] " Bon Ilja Ehrenburg. ( Aus dem Russischen überfest von Hersto.) Louis Rour fah, daß die Republit" in Kalefchen und Equipagen davonfuhr. Er fragte die anderen Blusenmänner, was statt der Republik geblieben sei, fie antworteten ihm:„ Die Pariser Kommune," und Louis verstand, daß die Kommune nicht weit von der Straße der schwarzen Witwe lebe. Doch die Stutzer und die Frauen, die Paris verfassen hatten, wollten die schönste aller Städte nicht vergeffen. Sie wollten fie nicht den Maurern, Zimmerleuten und Schmieden überlassen. Und wieder zerstörten Kanonenkugeln die Bauten, aber diesmal schickten die Kugeln nicht die bösen Preußen, sondern die guten Stammgäste des Café England und der anderen Cafés. Und Louis begriff, daß er auf seinen Blaz auf dem Fort St. Vincennes zurückkehren müsse. Run war Frau Monaut, die Inhaberin des Gemüselabens wat, nicht nur eine gute Frau, sondern auch eine gute Katholikin. Sie wollte den Sohn eines jener Gottesleugner, den Mörbet des Erz bischofs von Paris, nicht in ihrem Haus behalten. Da nahm Louis Rour feine Pfeife zwischen die Zähne und seinen Sohn Baul auf die Schultern und ging zum Fort St. Vincennes. Er schleppte die Angeln zu den Kanonen, und Baul spielte in der Nähe mit den leeren Patronen. Nachts schlief der Kleine in der Hütte des Wächters des Bumpenhauses. Der Wächter schenkte Baul eine ganz neue Lon pfeife, genau wie die, welche sein Bater rauchte, und ein Stückchen Seife. Sobold es Paul zu langweilig wurde zuzusehen, wie die Kanonen die Kugeln ausspudten, nahm er seine Pfeife und machte Seifenblasen. Die Seifenblasen waren von verschiedener Farbe, blau, rosa und lifa. Sie glichen den Luftballons, die die Stuger und sorglofen Frauen in den Tuileriengärten den geputzten Knaben fauften. Freilich, die Seifenblasen des Maurerfohnes lebten nur einen Augenblic lang, während die bunten Luftballons der Rinder aus den Bierteln der Einsäischen Felder einen ganzen Tag lebten, doch die einen wie die anderen waren herrlich und die einen wie die anderen starben sehr schnell. Wenn Paul die Seifenblasen aus seiner Tonpfeife pustete, vergaß er den Mund aufzufperren und auf ein Etüd Brot zu warten. Go oft er zu den Leuten, die man kommunarden" nannte, herankam, preßte er mit ernster Miene die Pfeife zwischen die Zähne, genau wie fein Vater Louis Rour. Und die Männer vergaßen einen Augenblid die Ranone und sagten lustig Baul: Du bist ein echter Romununard." Bekannten wiedererkannt hätte. Die Begegnung war erschütterud. Die Entlaffung Gobettis aus dem Zuchthaus hat selbstverständ- I bem gealterten Gefangenen von Bortolongone niemals den einstigen lich bei allen Sträflingen die Sehnsucht nach Freiheit neu entfacht und bei einzelnen die Möglichkeit einer Revision ihrer Verurteilung und die Hoffnung auf Freiheit neu aufleben lassen. Bon dem düsteren Hintergrund der sich hier erbarmungslos rächenden menschlichen Gesellschaft hebt sich versöhnend die Gestalt warmblutigem Mitleid und barmherziger nächstenliebe, beschränkt er eines bem Buchthaus zugeteilten Franziskaners ab. Beseelt vont fein Borrecht der Ansprache nicht auf die katholischen Formeln, jondern er spricht den Sträflingen auch von Dingen, die sie von dem Gedanken ihrer verzweifelten Hoffnungslosigkeit ablenfen. Ja, er fterbende Saite der Heiterkeit im Herzen der Unglücklichen zu rühren. Ungeachtet des mit schweren Strafen drohenden Verbots, weiß er zumeilen in den weiten Aermeln seiner Franziskanerkutte diesem oder jenem eine Ergänzung zur fargen Gefängnistost zuzufchmuggeln -belohnt durch ein Aufleuchten un stummen dankbaren Blid des Empfängers. Auch unter den in Einzelhaft sitzenden Schwerverbrechern, deren Straftaten in Italien als Senfation sehr bekannt sind, soll einer, ein Mörder, noch andauernd seine Unschuld beteuern. Bei seinem Rundgang hatte Cominetti auch ein unerwartetes Er lebnis: Bor Jahren hatte er in Turin einen eleganten jungen Schweizer E. getannt, einen anständigen, gebildeten Mann, der sich für vermögend ausgab und den auch Cominetti in sein Haus aufgewagt fogar, gelegentlich durch einen fleinen Scherz an die er nominen hatte. Er verließ dann Turin und Cominetti verlor ihn aus den Augen. Einige Monate darauf wurde der junge Mensch aus den Augen. Einige Monate darauf wurde der junge Mensch als feindlicher Spion verhaftet und wegen Hilfeleistung bei der Bere fentung des Panzerschiffes Benedetto Brin" in Taranto zu lebens länglichem Kerter verurteilt. 2n einer trockenen Brotfruste fauend, faß der Beklagenswerte in der Zelle. Auf seinen Zügen hatte das furchtbare Schicksal fo tiefe Furchen gezogen, daß märe Cominetti nicht durch den befannten Namen aufmerksam geworden er in Die Blusenmänner hatten wenige Kanonen, wenige Rugeln und fie waren nur wenige. Die Leute, die Paris verlassen hatten und jetzt in Bersailles, der ehemaligen föniglichen Residenz, wohnten, fchickten jeden Tag neue Soldaten, Söhne jener armseligen und beschränkten Bauern Frankreichs, und neue Kanonen, die ste von den bösen Breußen erhalten hatten. Immer näher tamen sie den Bällen von Paris. Biele Farts maren schon in ihrer Hand, und niemand tam mehr, um die gefallenen Kanoniere, die zusammen mit Louis Roug das Fort von St. Vincennes verteidigten, abzulösen. Der Maurer schleppte selbst die Kugeln herbei, lub selbst und feuerte auch felbst, nur zwei unverwundet gebliebene Blufenmänner halfen ihm. In der ehemaligen Residenz der Könige Frankreichs herrschte eitel Freude. Die schnell aus Holz aufgebauten Cafés fonnten nicht die Menge derer fassen, die rubinrote Liköre trinken wollten. Die Alebte in den veilchenblauen Goutanen sangen laute Danfgebete, ihre steifen Schnurrbärte streichend, unterhielten sich die Generäle fröhlich mit den angekommenen preußischen Offizieren. Und die tahlen Lakaten rüsteten schon das Gepäck ihrer Herren für die Rückfehr nach Paris, der schönsten aller Städte. Der prächtige Bart von Berfallles, erstanden auf den Knochen von 20 000 Arbeitern, die Tag und Nacht die Erde umgruben, Bäume abschlugen, Sümpfe trod neten, um die von dem Sohne des Königs geftellte Frist nicht zu überschreiten, war zur Feier des Sieges mit Fahnen geschmüdt. Am Tage bliefen die tupfernen Trompeter ihre Baden auf, die steinernen Tritonen von neun großen und vierzig fleinen Fontänen vergossen Tränen der Heuchelei, und in der Nacht, da in dem blutleeren Baris teine Lichter auf den Boulevards glänzten, strahlten zwischen dem Laub der Bäume helleuchtende Inschriften auf. Der Leutnant der Nationalarmee, François d'Emognant, über. reichte seiner Braut Gabrielle de Bonnivette einen Strauß garter Lilien als Zeichen des Adels und der Unschuld seiner Gefühle. Die Lilien standen in einer goldenen, mit Saphiren verzierten Base. Sie war bei einem Juwelier aus der Friedenstraße in Paris getauft, der es verstanden hatte, seine Kostbarkeiten am ersten Tage des Aufruhrs nach Versailles in Sicherheit zu bringen. Der Strauß sollte auch ein Zeichen des Sieges sein. François d'Emognant war für einen Tag von der Pariser Front gekommen. Er erzählte feiner Braut, daß die Aufständischen geschlagen feien. Morgen würden seine Soldaten das Fort St. Vincennes stürmen und in Paris einziehen. Bann wird die Saison in der Oper beginnen?" fragte Gabrielle. Und dann begann ein Liebesgezwitscher, das so natürlich hit amischen einem helbenmütigen Bräutigam, ber von der Front kommt Zu den schwierigften Broblemen unserer Kultur zählt unbeftritten die Frage des Strafvollzugs. und einer liebevollen Braut, die für ihn einen atlasseidenen Labatbeutel stict. In einem besonders zärtlichen Augenblick, als er seine Braut mit der Hand eines tapferen Kriegers an sich preßte, jagte François:" Meine Liebe, bu meißt gar nicht, wie grausam diese Kommunarben sind. Durch meinen Feldstecher fonnte ich sehen. daß auf dem Fort St. Vincennes ein fleiner Junge mit der Kanone schießt. Und dent dir, dieser 3merg- Nero raucht schon eine Pfeife." Ihr werdet sie doch alle töten?" flüsterte Gabrielle und ihre Brust bebte heftig unter der Hand des Kriegers. François d'Emogant wußte, mas er fagte. Am nächsten Tage betam sein Regiment ben Befehl, das Fort au stürmen. Louis Roug auf die Soldaten. Da ließ François d'Emognant die Mit zwei noch unvermundet gebliebenen Blusenmännern feuerte weiße Flagge aufziehen, und Louis Roug, der einmal gehört hatte, daß die weiße Flagge Waffenftillstand bebeute, hörte auf zu schießen. Er dachte, daß die Seldaten Mitleid mit der schönsten aller Städte hätten und Frieden mit der Bariser Kommune schließen wollten. Lächelnd, thre Pfelfen rauchend, warteten die drei Männer auf die Soldaten. Der fleine Baul, der keine Gelfe zu Geifenblasen mehr hatte, hielt die Pfeife im Mund und lächelte auch. Als die Soldaten dicht an das Fort herangekommen waren, befahl François d'Emo gnant einen feiner beften Schüßen aus den Savoner Bergen, die drei Aufrührer zu erschießen. Den fleinen Kommunarden wollte er lebendig fangen und ihn seiner Braut zeigen. Die Savoyarden maren gute Schüßen, beim Einzug in das Fort sahen die Soldaten drei Männer mit Pfeifen nicht weit von der Kanone liegen. Die Soldaten hatten schon piele Tote gesehen und zeigten fein Erstaunen. Nur als sie den fleinen Knaben mit der Pfeife auf der Kanone erblickten, murben fie boch vermirrt, befreuzigten sich und riefen Gott und den Leufel an " Du efelhafte Bange, moher fommst denn du?" Ich bin ein echter Kommunarb," antwortete lächelnd Paul Rour. Sie wollten ihn mit den Bajonetten erstechen, der Korporal ver. hinderte es nach dem Befehl des Hauptmanns François d'Egmonant und ließ den leinen Kommunarden nach einem der elf Sammellager, darin die gefangenen Kommunarden zusammengepfercht waren, bringen. Wie viele von uns er wohl erschossen haben mag, dieser fleine Engel?" brummmten die Soldaten und stleßen den Knaben mit bon Kolben. Der fleine Baul, der nie jemand getötet, sondern nur bunte Seifenfugeln aus feiner Tonpfeife geblasen hatte, verstand nicht, warum diefe Deute ihn so fräntten und mißhandelten. ( Schluß folgt) Preisangebot Unser Am6 6000000 Jugendlicher Jugendliches GabardineRips Kleid Kostüm mit Tuch- Melton alle Modefarben Tressengarnitur Mantel 19.75 24.75 39.75 BerlinSchoneberg Hauptftr.149 KLEINE ANZEIGEN Jedes Wort 0,10 Goldmark. Fettgedrucktes Wort 0,20 Goldmark( zulässig 2 fett gedruckte Worte). Stellengesuche das 1 Wort( fett) 0,10 Goldmark, jed.weitere 0,05 Goldmark. Worte mit mehr als 15 Buchstab. zähl doppelt. Eine Goldmark= 1 Dollar geteilt durch 4,20 Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis spätestens 4% Uhr nachmittags in der Haupt- Expedition des Vorwärts, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Dieselbe istwochentags von morgens 9 Uhr bis nachmittags 5Ubr ununterbrochen geöffnet. Verkäufe Fescher GabardineMantel 29.75 Aus unserer Wohlfeilen Wohlfeilen- Abteilung: Kleider Reinwoll. Kleider teilweise mit Tressengarnitur von 575 Trikot Kleider Kunstseide Gabard. Kleider mit langem Arm von Rips- Kleider moderne Madharten . von an 390 an 1250 an von 1950 an Mäntel Donegal Tuch Gabardine Rips Burburry Imprägnierte • Von 975 an ..von 1975 an ... Von ..von Zur Konfirmation Regenmäntel Woll- Kleider 850 schwarz und farbig Samt- Kleider. von Von Kasacks an 1975 an Musseline Muster hübsche 195 an Von Kunstseide..... pon .... von 295 an Röcke Perkal hübsche Streifen. von 325 an Sportfasson.. Von 195 an Reinw. Cheviot von 315 an Schotten. Streif.von 495 an Gabardine marin. von schwarz a 1075 an Lederol Von . von Von 2450 an 2975 an 2850 an 14.50 an Kostüme 1950 an Donegal ..... von 1250 an 1975 al Cheviot Gabardine.. von ... von an 2975 an Unterröcke Zephir gestreift.... von 195 an Satin mit Plissé..... von 395 an Kunstseide..... von 475 an Unterkleider seide von Kunst395 an LINDEMANNAC BerlinNordosten Ecke Berlin Turmfir. Ottostr Landsberger Allee 29 Moabit nur im 10.in 4 Verschiedenes Schönfelder, Vermietungen 32/17 Teilzahlung. Beamte, Raufleute, An- 1 Monats- Garderobenhaus verkauft Bichtig für jedermann! Täglich wer Klaviere 175.- bis 1800.-, allerbegeftellte taufen ihre Herrengarderobe spottbillig erstklassige Jadettanzüge, Geh- ben verkauft: Kleiderschränke, Bertitos quemste Zahlungsweise. Albrecht, Ora und Belzwaren fertig und nach Maß rodanzüge, Cutawayanzüge, Frad und 18, Bettstellen, fomplett. 16, Metall- nienstraße dreiund sechzig. enorm billig, bei fleiner Anzahlung Smoking- Anzüge, Schwedenmäntel, bettstellen mit Auflegematragen 22 Biano, Flügel ab Fabrit 100.-, Mo Frettchen Deditation. Teichter und spielend Teilzahlung ohne Preis- Flurschränke Waschtoiletten 18. Chaife natsraten; Abzahlung. Valetots. Konzertpiano, gebraucht, Sermannstraße 176. Größte Auswahl in Anzügen, Ulftern, erhöhung. Gesellschafts- Anzüge werden longues 18. Kommoden 15. Bücher 500.-; Uebungsflavier 175.-; Harmo Gummimänteln usw. Leihhaus Friedrich verliehen. Weingarten, Prinzen- spinden. Echreibtische 36, Trumeaus 29, nium 250.- Oranienstraße 166, nach ftraße 2, am Belleallianceplag. ftraße 83 II. Büfetts 75, fünfzig Standuhren, Fabrikschluß III. Etage. Monatsanzüge, Sommerpaletots, Ge- Gelegenheitskäufe! Herrenanzüge! Garantie, von 98.- an, Rücheneinrichfellschaftsanzüge, torpulente Figuren, Serrenhofen! Betten! Gardinenlager! tungen 48, Speisezimmer, Herrenzimmer, Fahrräder Tausche 2- Zimmer- Wohnung mit allem staunend billig. Naß, nur Gormann- Prachtteppiche! Steppdecken! Diwan Schlafzimmer 225, Rlubgarnituren 175, Rubehör in Berlin- Oberschöneweide Straße 25/26, früher Muladstraße, und beden! Belzwaren! Bequemste Teil. Lederklubfeffel 65. Riefenauswahl über Radreparaturen fachgemäß, preiswür gegen 4- Rimmer- Wohnung in Schöne Mariannenstraße 26. Alles tatsächlich spot big. Schlawe, Weinmeisterstraße vier.* zahlung bei Spottpreisen.( Reine Lom- 500 Rimmer. berg, Charlottenburg, Wilmersdorf, Kredithaus zu Ladenpreisen. Damen hauser Allee 115( Nordring). bardware.) Pfandleihhaus, Schön- billig. Stargardts Möbel- und LomRennmaschinen, Triumphrenner, Goe- Friedenau, Gteglig bardspeicher. Prenzlauer Straße fechs.ride, gegen Ruzahlung. und Herrengarderoben. Damen- und Brennabor. Brachtmodelle. Offerten an Aaron, Starnbergerstr. 5. Herrenschuhe, Wäsche, Betten, Belze, Monatsanzüge, Paletots, Gesellschafts- Möbel wirklich auffallend billig auf Schneidige Bielefelder Rennmaschinen Schlawe, Weinmeisterstraße Gardinen, Steppbeden in bequemer Ab- anzüge staunend billig nur bei Raß, allerbequemfte Teilzahlung Mietgesuche fchlagszahlung. Raufhaus Hirschberg Rastanienallee 84, Hochbahn Danziger- Möbelhaus Humboldt, Butbufer Str. 14. rier. ſtraße. Straßenbahn: Brunnenstraße, Ede RiGutzahlender junger Maler sucht ge. Co.. Turmstraße 57. 1. Etage. Damentahmen, Tourenrahmen, Rennräumiges Beerzimmer, am liebsten bei acner Straße. 3 Minuten vom Bahnhof rahmen, außerordentlich preiswürdig, armer älterer Frau. Angebote erbitte Monatsgarderobe taufen Sie billig in Möbel Gesundbrunnen. Schlawe, Weinmeisterstraße vier. Lomidis Leihhaus. Prinzenftraße 105; C. S. 7545 Rudolf Mosse, SchiffbauerMöbel- Safemann, Neue Schönhauser Anzüge, Fracanziige, Smokinganzüge, Plüschsofas, Moquettesofas, LederBrennaborräder, Goerideräder, Bit- bamm. 1. Auswahl Straße Taillenmäntel, Baletots, Cutaways, garnituren, Gobelingarnituren, Salonvier toriaräder, Preisabbau, Schlawe, WeinEtagen. Gonderangebot in Speiſe- meisterstraße vier. unglaublich billigen Breifen. Elfaffer Sportpelze, Gehpelze, Füchse aller Art. garnituren, Baneelsofas mit Säulen, simmer, fomplett. 350, 480, 650, 720, Gelegenheitsfäufe in neuer Garderobe. Ruhbetten, Schlaffeffel, Bettruhebetten, 950 bis 1200. Serrenzimmer, tomplett, Brennaborräder, Görideräder, BittoTeilzahlung. Gardinen, Stores, Bett. Klubfeffel, Damensessel, Schreibfeffel, Raumann- Nähmaschinen für Sausgebeden, Kilchbeden, Steppdecen, Diwan Auflagematragen, Stahlmatragen. Wir 560. 440, 520, 680, 1400 bis 2100. Schlaf- maräder allerbilligſt. meisterstraße vier. brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re- beden, Teppiche Bettwäsche. Geringe übernehmen Aufarbeitungen von Bolster- immer, tomplett, 410, 520, 650, 750, Rülchen, tomplett, 63, paratur- Berfitatt für alle Sniteme Anzahlung. bequeme Abzahlung. Möbel- möbeln, Klappbettstellen, Rinderbett 950 bis 3200. Emil Salbarth 6. m. b. S., Friedrich haus Luisenstadt, Röpenickerstraße 77/78. ftellen, Garten:: Laube:: Baikon 85, 146; 210 bis 350. Golange der BorMetallbettstellen fehr Biblos" Buchbinderei- Gef. m. b. S., große Wilhelmstraße 28, sucht Beschneider auf Straße 55a. Merkur 6268. Ede Brüdenstraße. billig. Taufende Empfehlungen. Möbel- rat reicht: Büfette, Schränke, Ausziehtische, Schreibtische, Lederftühle, Klub- Gemüsesamen, Düngemittel, Baum- Atford an Dreimessermaschine und Ge . haus Kamerling, Rastanienallee 56. Leihhaus Rosenthalertor, Linienmöbel, Ruhebetten, Standuhren, Rauch- pfähle, Vogelfutter. Samenhandlung hilfen perfekt an Dedenmachmaschine. Bekleidungsstücke. Wäsche usw. ftraße 203/204, Ede Rofenthalerstraße. Metallbetten Mark 15., 17., 20.- tische, Galons, Wohnzimmer. Ständig Sauermann, Charlottenburg, Berliner. Dertauft: Füchse 8.- Wolfsaiegen Doppelbetten 34.-, Rinderbetten 18.- Gelegenheitstäufe in beeren Möbeln. trake 107. Breislisten frei.. 5845 Bettenverkauf! Neue Betten 17.50, 12.- Belziaden Stuntsfragen. Sämt. Auflagen 6.- 10.- 18.- Chaife. Speichereien: Lothringer Str. 24-26. 10 000 Pfirsich a 2 Mart, Obstbäume, 22.501 Brachtvolle 27.50, 35.-! Spott liche Belzarten. Spottbillige Sommer. longues 12. 18. 22. Teilzahlung. Bolsterkeller, Arautstraße 2, bildschöne Rier- und Beerensträucher, Alleebäume, billig! Reine Lombardwaren! Leih- preife. Anzüge 17. Winter ter fen- Berlin Gipsstraße 7. Chaiselongues, Rastenruhebett, Auflege- Rosen billigst! Gaatkartoffeln und haus Brunnenstraße 47. fationell billia. Reine Lombardware. Ankleideschränke 110.-, englische Bett- matraße, Feldbetten, Metalbetten, Bohnen. J. G. Thölfen, Rehlendorf bei Auf Abzahlung. Serrengarderobe, Bfanbleibhaus, Reinickendorferftr. 105, ftellen 45., Einzelmöbel. Zahlungs. Rorbgarnituren. Reelste Arbeit. 32/18 Siebenwalde. Fernruf 9. Damengarderobe, Gummimäntel, Gar- Nettelbedplag. Füchse 8.- Blauwolfs. erleichterung. Stein, Anklamerstraße 20. dinen, Stores, Bettwäsche, Inlette, siegen 12.-, fämtliche Belzarten Spott- Teilzahlung. Möbel jeder Art. Ge Steppdecken, Möbel, Küchen, Korb- preise. Anzüge 18.- Ulfter 15.-. Fe- ringe Anzahlung, bequeme Abzahlung. möbel. Wilhelm Peters Nachf.. Neu- derbetten 9. Anzahlung geftattet. Möbelhaus Luisenstadt, Röpenider Zölln, Friedelstraße 32. Reine Lombardwaren. Iftraße 77/78. Ecke Brückenstraße. Sühnerfutter Rentner 12. Mais Rentner 13.-, Weizen Rentner 14.Safer Zentner 11.50. Refert, Spree Straße 34. Teppich Schrager verkauft Teppiche zu ftraße fechs, fein Laden. Schlawe, WeinKaufgesuche Musikinstrumente Bianos preiswert. Klaviermacher Lint. Brunnenstraße 35. Fahrräder kauft Linienstraße 19 Arbeitsmarkt Stellenangebote Tüchtige selbständig arbeitende Näherin für sani äre Artikel. Leibbinden. Umschläge etc. eegen gute Bezahlung gesucht. M. Pech A.G., Berlin W 35 Weineu. Spirituosen Ausnahmeangebot! Solange Vorrat reicht, daher Angebot vollständig freibleibend! Lieferung in Groß- Berlin frei Haus! 1. Mosel-, Rhein- und Pfalzweine pro Flasche Mark 1921er Jahrgang laut Preisliste 3.10-4.50 2. Mosel- u. Rheinweine, 1922er.. 1.35-1.95 Es handelt sich um besonders edle Weine, und zwar Wachs ümer Oricinal- Ke ter- Abfüllungen! 3. Piesporter Goldtröpfchen 1922er.. 1.45 1.45 Abgabe nur in geschlossenen Kisten à 50 Flaschen 4. Malaga, feiner alter 5. Malaga, golden, 4jährig 2,30 6. Portwein, extra feiner alter 2.45 ( Original- Abiüllung) Sämtliche Preise verstehen sich exklusive Glas u Steuer Bei Abnahme großer Quantitäten Sonder- Vergünstigungen! Deutscher Weinbrand 3.95 Sämtliche Edel- Liköre 3.95 einschlie lich Glas und städtischer Getränkesteuer. 9 • Jedes Quantum wird abgegeben! E. Niebuhr Wein- und Spirituosen- Großhandlung Berlin 0.84, Frankfurter Allee 381 Kein offenes Ladengeschäft. Kontor 1 Treppe. Kantinen, Betriebsräten usw. Extra- Rabatte! Fernruf: Alexander 8332. Telegr.- Adi esse: Mosellikör Berlin. Geschäftszeit: Von 8 Uhr vormittags bis 7%, Uhr abends. Versand nach auswärts nur gegen Voreinsendung des Bet: ages auf mein Postscheckkonto Berlin NW. 7, Nr. 103 854 oder Bankkonto Commerz- und Privatbank, Depositen- Kasse T, Frankfurter Allee 30, Berlin 0. 34. Weißweine f. Bowlenzwecke geeig. pr. Fl. 0.95 M. Obstschaumweine • Deutsche Schaumweine Kurpfalz Rießling Kurpfalz Kabinet pr. Fl. 1.45 M. pr. Fl. 3.75 M. 99 99 99 4.75 M. 5.75 M. Die Preise verstehen s ch inkl. Glas, exkl. Steuer. Kurpfalz Edelgewächse, Zigarrenabgabe von 100 Stück zu Fabrikpreisen von 5.25 Mk. an\ bis 20.- Mark) pro 100 Stück