Nr.138 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 70 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatita 3- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Buremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit mit„ Gied Jung und Aleingarten" fowie ber Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint wochentäglich zweimal Sonntags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe Sua ded 198 Vorwärts Berliner Dolksblaft vijo, da d 15 Pfennig Ents Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareilles seile 70 Bfennig. Reklamezeile 4, Reichsmart.„ Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 20 Pfennig ( auläffia zwei fettgedruckte Worte). fedes weitere Bort 10 Pfennig. Stellengefuche Das mettre Bott 5 Pfennig. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Rummier müssen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftvaße 3, abgegeben werben. Geöffnet von 9 Uhr früb bis 5 Uhr nachn. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin. SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönboff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 22. März 1925 Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Boftscheckkonto: Berlin 37536- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 9 edo mudo medioni soal Otto Braun, der Kandidat der 05 dnio z Ga Im Kampf gegen Dummheit und Verrat. Die erste Volfswahl eines deutschen Reichspräsidenten ist ein Ereignis, das noch nach Jahrhunderten von der Geschichte verzeichnet werden wird. Indes hat das Bewußtsein, attiver Teilnehmer zu sein an einem Vorgang von geschicht licher Größe, sicher noch lange nicht alle erfaßt, die berufen sind, am nächsten Sonntag an der Wahl des Staats: oberhaupts mitzuwirken. Auch in den Reihen deren, die uns nahestehen, mag es manchen geben, der noch fräftig an den Ohren genommen und geschüttelt werden muß, damit er erwacht und begreift, morum es geht. Aber das eigentliche Lager der Unpolitischen befindet sich doch auf der anderen Seite. Jarres, der Unpolitische. Noch vor hundert Jahren war dem deutschen Untertan jede politische Betätigung streng verboten. Ein preußisches Gesetz bedrohte einen jeden mit dem Zuchthaus, der an einer politischen Vereinigung teilnahm, gleichgültig, welche 3icle fie verfolgte, ja auch dann, wenn sich ihr Streben in der Richtung der Regierungspolitik felbft bewegte. Die Bolitit war eben die Domäne des Königs und seiner Minister, der Untertan hatte zu gehorchen und seinen Landesvater zu lieben. Reste dieses Systems blieben noch bis zum 9. November 1918 erhalten noch im Krieg wurde die große Bolitik von Wilhelm II. und feiner Umgebung gemacht, die Friedens refolution des Reichstags wurde als ein Aft der Unbot mäßigkeit betrachtet. Für die herrschenden Klassen blieb das Ideal des Staatsbürgers immer noch der Untertan, der national ist, sein Vaterland liebt und von Politik nichts versteht. Die Untertanen, die auf diese Weise gezüchtet wurden, geben das Material ab, mit dem der Reichs blod" am 29. März aufmarschieren wird. Seine ganze Agitation ist auf Untertanengesinnung eingestellt, die Reichspräsidentenwahl foll möglichst ganz aus der Sphäre des Politischen herausgehoben werden. Nur nichts von Politik!" ist die Losung. Daß Herr Jarres, der unglückliche Kandidat, sich sein Leben lang um Politik nicht sonderlich gekümmert hat, daß er ein gewöhnlicher Volksparteiler, wahrscheinlich ohne Mitgliedsbuch, ist und so über den Parteien steht", wird ihm noch) als ein Vorzug angerechnet. Herr Jarres ist fein Bolitifer, aber er ist ein nationaler Mann", er liebt sein Baterland. Muß ein solcher Mann nicht denen außerordentlich sympathisch sein, die von Politif auch nichts verstehen, ja, ist er nicht geradezu ihr gegebener Repräsentant? In welchem Lande der Welt ist es möglich, daß ein Mann, der in der Politif eine einjährige Probekandidatur absolvierte und bei der Prüfung mit Baufen und Trompeten durchfiel, für das höchste politische Amt im Staate kandidiert wird? Nur in Deutschland ist das möglich! Herr Jarres wird jetzt durchs Land geschleift und muß Kandidatenreden halten. Er entwickelt in diesen Reden einen Schwarzweißrotgoldenen Monarchorepublikanismus, der, mit nationalistischem Gewissenvorbehalten, Versöhnungspolitik betreibt. Und wenn man ihm vorhält, daß er als Reichs minister des Innern politischen Unsinn getrieben hat, hebt er den Schwurfinger in die Höhe und beteuert, daß er ,, e in nationaler Mann" sei. Wozu ganz trocken zu be: merten ist, daß das eine das andere nicht ausschließt. Das Nationale versteht sich von selbst. Es wird wohl von allen sieben Kandidaten keiner ein solcher Lump sein, das Ami des Reichspräsidenten zu erstreben in der Absicht, seinem Bolte tüchtig zu schaden. Man kann also nur auf politische Kinder Eindruck machen mit der Erklärung, dieser oder jener fei ein vaterlandsliebender Mann. Liebe schützt vor Torheit nicht manchmal verleitet sie sogar dazu. Und ein Staatsmann muß nicht nur sein Vaterland lieben, sondern er muß auch miffen, wie er ihm nützen fann. Herr Jarres war aus lauter Baterlandsliebe bereit, Rheinland und Ruhr für absehbare Zeit Frankreich zu überlassen. Seine rührende Unbeholfenheit macht ihn allen sympathisch, die es auch nicht besser verstehen. Kein Politifer das ist der richtige Mann! Aber evangelisch muß er sein! Besonders nationale Leute sind die Herrschaften vom Evangelischen Bund. Nach ihrer Ansicht ist das, was bem beutschen Baterland am meisten nottut, ein neuer Reli gionsfrieg. Die Protestanten müssen die ReichspräfiBentenmahl benutzen, um es den Katholiken ordentlich zu zeigen. Das Präsidium, ges D. Doebring u. Gen, erläßt in der Täglichen Rundschau" einen flammenden Aufruf, in dem es heißt: Besinnen wir uns nur! Rom war es, das vor vier. hundert Jahren, als das deutsche Bolt, innerlich ergriffen versammlung seine Einheit bekunden wollte, diesen Einheitswillen von dem durch Luther befreiten Evangelium, auf einer Nationaldurch diplomatisches Räntefpiel und Geld hintertrieb. Rom hat das deutsche Volk zerrissen, Rom ist auch heute der entschlossenste Gegner deutscher Einheit, Größe und Unabhängigkeit. Wir warnen mit heiligstem Ernst davor, unser deutsches Baterland zu einem Vasallenstaat des Papstes zu machen. Wir tun es zugleich aus schwerer Sorge um die Wahrung des tonfeffionellen Friedens in unserem zu zwei Dritteln dem Protestantismus angehörigen Volk. Ber dem inneren Frieden und dem äußeren Ansehen Deutschlands nicht nur mit dem Wort, sondern mit der Tat dienen will, der tue das Seine dafür, daß ein bewußt evangelischer Mann Reichspräsident wird. od Herr Jarres ist ein alter nationalliberaler Kulturfämpfer, der sich schon als Student mit tatholischen Akademifern herumpaufte, also für D. Doehring der gegebene Mann. Es ist schwer, angesichts solcher Borgänge ernst zu bleiben, aber es ist doch notwendig. Zunächst steht ja ein fatholischer Reichspräsident nicht zur Debatte. Aber grundfäßlich muß bemerft werden, daß es eine bodenlose Infamie ist, einen merkt werden, daß es eine bo denlose Infamie ist, einen Deutschen wegen seines Religionsbekenntnisjes für ungeeignet zu diesem Amt zu erklären. Die Befugnisse des ReichspräfiDenten sind in der Verfassung eng umgrenzt, und die Behauptung, daß ein Katholit als Reichspräsident Deutschland zum Basallenstaat des Papftes" machen könnte, ist eine Spekulation auf die Unmissenheit. Wo waren aber die Herren vom Evangelischen Bund fürzlich in Bayern, als das Kontordat abgeschlossen wurde? Haben sie dort mit der Sozialdemokratie zu verhindern versucht, daß Bayern zum Basallenstaat des Bapstes" gemacht miro oder haben sie sich nicht vielmehr darauf beschränkt, bei diefer Transaktion ihren Anteil sicherzustellen? Der Evangelische Bund will aus Anlaß der Präsidentenwahl die protestantischen Deutschen gegen die katholischen Deutschen heßen. Auch dies marschiert unter der„ nationalen" Fahne Schwarz- Weiß- Rot! Auch dies gehört zum Jarres- Blod. Will man übrigens einen Mann an der Spizze des Reiches haben, der in diesen Dingen unparteiisch ist, so nehme man Otto Braun! Der Politiker als Kandidat. Das deutsche Bolf würde noch heute zu 99 Prozent aus unpolitischen Menschen bestehen, wenn nicht die Sozial demokratie die große politische Schule für die Massen geworden wäre. Schon in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bemerkte ein unverdächtiger Zeuge, dere Kreuzzeitungsredakteur v. Wagener, in feinen Tagebüchern, er habe sozialdemokratische Arbeiter fenengelernt, die von politischen Dingen mehr wüßten, als die meisten Angehörigen der gebildeten" Schichten. Ohne diese politische Schulung der Arbeiter durch die Sozialdemokratie hätte sich Deutschland nach der Niederlage des Kaiserreichs im Weltkrieg zu einem Scherbenhaufen verwandelt. Die Arbeiterschaft, die Sozialdemokratie, hat in der schwersten Zeit deutscher Geschichte Deutschland den Mann an der Spike gegeben, den es brauchte, um alle Stürme zu überstehen und seine Einheit zu erhalten. Ein Sattlergeselle, der bei dem Drechsler Bebel in die politische Schule gegangen war, bewährte sich, wo alle Stügen des alten Regimes elend versagt hatten. Mit Eberts Programm geht ein Mann von gleicher Herkunft und gleicher Schulung, unfer Genoffe Otto Braun, in den Kampf. Der Politiker gegen den Unpolitischen! Zugleich der Kan didat der Arbeit gegen den Kandidaten des Kapitals! Diese Gleichung tommt nicht von ungefähr. Denn die Sozialdemokratie braucht politisch denkende Anhänger. Die politische Herrschaft der Kapitalstonzerne läßt sich aber nur auf die politische Unwiffenheit der Massen gründen. Die Unwiffenheit der Maffen, der Mangel an politischem Sinn, das ist der Feind, mit dem wir in diesen Tagen in er bittertem Ringen stehen. Bon einer kleinen Minderheit der Besigenden abgefehen, gehört die ganze Maffe des deutschen Boltes zu uns! Mit uns das Bolt, mit uns der Sieg!" Aber freilich, um diefen Sieg gilt es zu tambien! Arbeit. Zersplitterung ist Arbeiterverrat! Links von den bürgerlichen Parteien standen am 7. Dezember zehneinhalb Millionen Stimmen. Damals den Kommunisten 45 von 491 Reichstagsmandaten gevon waren aber 2,7 Millionen kommunistisch! Sie haben da bracht. Was könnten sie ihnen diesmal bringen? Da doch nur ein einziger Mann gewählt werden soll, nichts! Die Abgabe fommunistischer Stimmen hat nur einen Zwed: dem Arbeiterkandidaten dem Mann, der für drei Biertel der links von den bürgerlichen Parteien stehenden Arbeiter ihr Kandidat ist- Stimmen zu entziehen und damit dem Kandidaten des Kapitalsblods einen Dienst zu erweisen. Wer Thälmann wählt, wählt Jarres! Die KPD. bedurfte noch dieser Selbstenthüllung, um sich als Arbeiterpartei unmöglich zu machen. Unfähig, ihre eigemen Biele zu erreichen, die sie innerlich längst aufgegeben hat, ist sie nur noch der Hezhund des Großfapitals gegen die kämpfende Arbeiterpartei, gegen die Sozialdemo Pratie. hinter der Fahne Mostaus herläuft, gehört zu dem großen Heer Auch die kleine Minderheit der Arbeiter, die heute noch ber un politischen, das für Jarres marschiert. deutung der Wahl ist unbegrenzt. Ihren Ausfall wird man Die Macht des Reichspräsidenten ist begrenzt. Die Bebis in die legte Bude hinein spüren. Laßt den Bloc der Reichen siegen, der sich Reichsblod nennt, so werdet ihr bald merken, daß sich die ,, Herren im Hause" mehr denn je als die Herren der Lage fühlen! Das soll nicht sein! Das darf nicht sein! Da muß der lete Mann und dielegte Frau auf den Postent Gegen Dummheit und Berrat vorwärts für Otto Braun! pour un Jarres will enthüllen. Inzwischen bestätigt er unsere Angriffe. Rechtspresse geworden, daß sie einen fachlichen Angriff Persönliche Verleumdung ist so sehr zum Kampfmittel der überhaupt nur noch persönlich auffaffen fann. Gegen Dr. Jarres als Politik er und nicht gegen ihn als Menschen sind Angriffe erhoben worden. Die Rechtspresse hat also gar feine Veranlassung, darüber zu zetern, daß Jarres angeblich in den Schmuz gezogen" werden soll. Bei den Angriffen gegen ihn als PräsidentschaftskandidaMoment des Reiches die Ruhe und Besonnenheit an den Tag ten handelt es sich darum, ob er in einem gefahrvollen gelegt hat, die richtige Einschätzung der europäischen Kräfteverhältnisse bewiesen hat, die das Volk einem verantwortlichen Führer erwarten muß. Gar nichts anderes steht zur Debatte. Mit persönlichen oder moralischen Dingen hat das nicht das geringste zu tun. Sittliche Entrüftung über diese unsere Angriffe gegen Jarres fönnen die Verlegenheit des Rechtsblocks nicht verdecken. ופע Niemand wagt die Richtigkeit unserer Angriffe zu bezweifeln. Die einzige Antwort, die aus dem Lager des Herrn Jarres fommt, ist die Ankündigung in dem schwerindustriellen Hugenberg- Blatt, daß Jarres heute in Hamburg unter Benuzung eingehender Aufzeichnungen darlegen werde, vor welchen entscheidenden Fragen die auswärtige Politik und das Reichskabinett im Oftober 1923 standen". Er werde dabei Anschauungen aller an diesen Beratungen beteiligten Politifer" vortragen. Es wird sich dann erweisen, daß die sogenannte Versadungspolitit nicht etwa ein persönlicher Plan von Dr. Jarres, sondern nur ein Plan war, der in seinen Grundzügen auch in den Auffassungen der maßgebenden Bertreter von Rhein und Ruhr aus den Reihen des Zentrums, der Demokraten und der Sozialdemokratie wiederkehrt." Das läuft alfo auf die Melodie hinaus: Ich war ein Esel, aber andere waren es auch." Das mag eine Entschul bigung sein, beweist aber mur, daß jemand, der zu seiner sachlichen Verteidigung nichts anderes vorzubringen hat, für den höchsten Bosten im Reiche nicht in Frage tommen fann. Amusant ist nur, zu sehen, wie die Rechtsblockpresse sich mit dem fachlichen Problem abfindet. Das Organ Strefe manns gibt eine Darstellung der Verfachungsvorschläge, die indirekt wie eine Berteidigung der Jarresschen Pläne flingt. Jarres habe den Willen betont, den Zusammenhang zwischen dem Rheinland und dem Reiche zu wahren: Jmmerhin, es läßt fig über die Auffaffung streiten, ob dieser Weg der richtige ist oder der Weg, de« die Negierung damals gegangen ist.* Die Regierung ist damals unter dem Druck der Sozial-- demokratie und unter verantwortlicher Beteiligung Strese» m a n n s den anderen Weg gegangen. Das geschah im schärfsten Kampfe gegen nationalistische Phanta- st e n. Diese Phantasten rühren sich inzwischen und empfehlen Iarres gerade wegen seiner Phantastereien. Der.Lokal- onzeiger* rühmt ihn: „Es war eine Politik hoch st er nationaler Aktivität. die Dr. Zarres empfahl. Aus ihr sprach der feste Wille, die Dinge mcht aus dem Wege sich hinschleppender, und was die Erteichtenin- gen für Deutschland anlangt, inhaltloser und ergebnisarmer Per- Handlungen„versacken* zu lassen, sondern durch einen kühnen Schritt Deutschlands so auf die Spitze zu treiben, dah eben da- durch die Lösung„automatisch*(!) herbeigezwungen wurde.* Wie diese automatische Lösung aussah, darüber wird Iarres am besten selber Auskunft geben kennen. Er hat das damals its seinem schon erwähnten Schreiben offen aus- gesprochen: Immerhin ist es nicht ausgeschlossen, daß der französisch« Militarismus und Chauvinismus schon aus Prestigegründen weiter ins unbesetzte Deutschland dringt. Auch«ine gewisse Blockadeverhängung über Deutschland und«in Vor» dringen der Polen und Tschechoslowatxn ist nicht ausge» schlössen. Auch diese Folgen müßten wir in Kauf nehmen: sie wür- den zweifellos den europäischen Konflikt beschleunigen, ohne dessen Hilfe endgültig«ine Befreiung des Rheinlande» nicht denkbar ist. Die klaffende Wunde, mit der wir aus diesem Abwehrtampf herausgehen, wird tief schmerzlich sein; sie wird brennen, bis im gegebenen Augenblick das deutsche Volk in der Lage ist, in einiger Kraft wieder zu gewinnen, was ihm jetzt gewaltsam ge- nommen ist.* „Automatisch* wäre also auch nach Meinung von Jarres die Lösung auf Grund feiner Vorschläge nicht erfolgt. Vor-! oussetzung war die Trennung vom Rheinlande und die! gewaltsame Wiedervereinigung anläßlich eines euro- päischen Konfliktes. Wer solche Vorschläge empfohlen hat, mag subjektiv ein ehrlicher Patriot sein, objektiv aber hätte er Deutschland in ein hoffnungsloses Abenteuer hin- eingetrieben, das einzig sichere Ergebnis wäre der Verlust des Rheinlandes gewesen. Noch eine Frage: Gerade Dr. Jarres, der den Kreisen der Industrie nahesteht, müßte doch wissen, was von einer Speku- lation auf eine dauernde nationale Gesinnung der Industrie bei einer solchen Entwicklung zu halten wärel Jarres- Knappen. Die Verleumdung wird aufrechterhalte«! Die Verleumder, die aus amtlichen Akten den nieder- trächtigen Vorwurf herauslasen und veröffentlichten, der sozial» demokratische Reichspräsidentenkandidat Otto Braun habe sich an den Ruhrgeldern bereichert, fühlen sich durch unsere scharfe Kennzeichnung ihres Gebahrens getroffen, sehen sich aber nicht veranlaßt, vor der Reichspräsidenten- mahl ihre Verdächtigungen zurückzunehmen. Viel- mehr geht die Verleumdung jetzt von den Stresemann- und tugenberg-Blättern weiter in das ganze Reich, uird in der ormlsfetzung, daß nicht überall hin eine Berichtigung dringt, lassen sie die schleichende Niedertracht ..ritterlich* auf die Iarres-Wähler wirken. Freilich ist der Mwurf gegen den sozialdemokratischen Kandidaten so durch- sichtig, daß ihn auch ein Blinder mit dem Krückstock fühlen muß. Die demokratische„Berliner Morgenpost* wendet sich gegen diese Brunnenvergiftung mit der Feststellung, daß die Behauptungen über Otto Braun in der Iarres-Presse„wider besseres Wissen" erfolgt seien. Das Blatt fügt hinzu: Zur Widerlegung dieses schäbigen Wahlmanövers, bei dem das Blatt des A u ß« n m i n i st e r s S t r e s e in a n n die Füh- vmmammmmmmmmmmmammmmmmmmmmmmmmmKtmmmmmmmmmmmm Aastapschil. Ein spaßhafte Geschichte au« Böhmen. Bon Marcel Salzer. Mein Freund, der polizeiliche Sicherheitsmann, Pan Wenzel Zastapfchil in Prag, ein sehr ein pflichteifriger Beamter. Hot sich bei mir über eine niedertrechtliche Frechheit beklagt, was ihm passiert is. „Denkens Ihne,* Hot er g'sogt,„ich fang ich vorige Woche einen sehr berihmten erfolgreichen Einbrecher, mit Namen Nawrattel, g«> birtig aus Behmen. Ich holt ihm fest bei linken Handl, was ich ihm sicherhettshalber«in bissel einwärts dreht Hab', und wir zw?' beide spazieren so gemütlich Hand in Hand höheren Orte» ans V-Jzet- kommijsariat. Auf einmal sagt er leise zu mir, gonz leise:„Pan Aastapschil, Pan Iastapschill* „No, wo is,* sog ich,„son E' vielleicht klon» Lind, können? nit warten, bls mir do sind?* „Pan Zastapschll, im Gegenteil, ich hob ich nur gehorsamst«in Anlügen?*� „Was Wullens mich anliegen?* ' Sagt er:»Pan Zastapschll, ich möcht ich mir nur für zwei Kreizori a Stückt Hausbrot oder a Laberl kaufen. Ich hob ich Hunger wie das größte Viech!* '„Wie das größte Viech? No, so schau'n» mich an!* sag' ich,„ich hob ich auch schon seit volle zwei Stunden nix im Maul geseh'nl Dienst is Dienst! Lächerlich!* Weil mich aber der Kerl soviel angebetet Hot, hob ich total z'risssne Geduld bekommen. Hab ihm's Handl wieder auswärts dreht und g'sagt:„Alsdann, marsch, gehn's da hinein in Bäckerladen, ich werd' do warten, aber schnell, schnell! Dienst is Dienst! Lächerlich!* Ich wart' an Viertelstund, ich wart' an halbe Stund, ich wart' a brdoiertel Stund, er kummt nit— er kummt nit— er kumm nit— er kummt nit. Denk' ich mir:„Olsdonn— holst dir'n!" „Pan Bäckermeister!* sog ich,„bitt' schön, gebn's mir den Herrn her, was sich Hot um zwei Kreizäri Stückl Hausbrot oder Laberl kau st l* „3o,* sogt er.„Pan Zastapschll. der is ja hinaus gongen bei Hintertirll*— „Ieziz Maria— Josts, wann denn?t* „No. vor dreiviertel Stund, Herr Zastapschll!* „O du verfluxte Nawratill Haderlump, elendig«, Fratz, Miß- geburt— no wart!* Richtig, was will der liebe Herrgott, anderen Tag hob ich ihm schon bei Frackschößel! ,„A. grlß Ihne Gott, Herr Nawratil, da kommst her, sonst kriegst an« as Schädel, daß Plattfüß kriegst, Lump, du elendiglichel Ich wert dur geben auf Hintertirll Vorwärts, marschl* Wir kummen zu einem Bäckermeister wieder, joggt ntt der Lump, der elendig«, zu mir: nmg hat. genügen wenige Zeilen. Z« de« klnterzeichueru de» Dahl. aufruses für Zarres gehören Mking. Wcrwolf. Zungdo. Stahlhelm und ähnliche Bünde. Mitglieder dieser Bünde haben in der Zeit des paffwen Widerstandes das Gebäude des sozialdemokratischen Blattes in Münster vom Bötzen bis zum Dach demoliert, weil es vor dem aktiven Widerstand gewarnt hat. Zu diesem atllven Widerstand hatte kurz vorher Zarres in Elberfeld unverblümt ausgesordert. Die Schuldigen— von der Hugenberg-Presse wird bescheiden von zwei jungen Leuten gesprochen— die eine Bombe in die Dnickerei hin-in- geworfen hatten, sind zu schweren Zuchthausstrafen verurteilt worden und haben das verdient. Es war eine Ehrenpflicht des Reiches, diesem mutwillig und verbrecherisch zerstörten Betrieb Schaden». ersah zu leisten, keinen Pfennig von diesem Schadensersatz Hai. wie e» sich von selbst versteht. Otto Braun erhallen, der nur äußerlich. um einer Form zu genügen, seil vielen Zähren Ficmenträger ist. Auch nur ein Tell.des Schadens ist ersetzt worden Heute aber hat das Organ Stresemanns, der als Reich»- konzler vor dem aktiven Widerstand wegen seiner ungeheuren Gefahren für unser ganzes Volk gewarnt hatte, die Stirn, au, diesem Vorfall gegen Braun ehrenrührige Vorwürfe zu erheben Es muß eine sehr schlechte Sache sein, für die Strese- mann in diesem Falle kämpft. Aber schließlich muß er ja auf M a n» fred von Killittger, der von dem Reichspräsidenten Iarres seine Begnadigung erhofft, Rücksicht nehmenl Wir haben dieser treffenden Kennzeichnung nichts hinzu« zufügen und verzeichnen nur noch, daß die„Vossische Zeitung* über den angeblichen„Ruhrskandal* bemerkt:„Was hierbei die Bezeichnung Skandal verdient, kann nur das A t t e n» t a t fein. Es handelt sich also offenbar um einen Vorfall, derdieRechtsparieienangeht und an den sie also, von ihrem Standpunkt aus sehr zur Unzeit erinnern.* Jarres erledigt sich selbst. i. JarreS erklärt durch TU.(März IS2J5): Der„B orwärts* gäbt heute eine angebliche Aeußerung von Dr. Iarres wieber. wonach bieser gesagt habe:„Wir holen uns das Rheinland in 20 Iahren mit den Bajonetten wieder.* Dr. Iarres ermächtigt die„Telegrvphen-Union* zu der Erklärung, baß er eine derartige Aeußerung niemals getan hat. II. JarreS schreibt i« einem Brief(Herbst ISSS): „... Di« klafsmde Wunde, mit der wir ins diesem Abwehrtampf« hervorgehen, wird tief schmerzlich sein. Sie wird brennen, bls in dem g- gebenen Augenblicke das deuische Volk in der Lage ist, in eigener Kraft wieder zu gewinnen, was ihm fetzt gewaltsam ge- nommen ist* in. Iarres zu Breitscheid(Herbst ISSZ); „Was wollen Sie, wir müssen da» besetzte Gebiet vorübergehend preisgeben, um es in zehn oder zwanzig Jahren mit den Waffe« in der Hand wiederzuholen.* Worte und Taten. Die deutschnationale Aufwertungsdemagogie. Bei der Abstimmung über die Aufwertungsfrog« im Reichstage am letzten Freilag ist die Front der Regierungs- partes«,« zerbrach«»- Während di« bürgerlichen Mittelparteien gegen die Aushebung der Dritten Steuernotoer ordnung stimmten, haben die Deutschnationalen sich gezwungen gesehen, mit den Sozialdemokraten dafür zu stimmen. Sie stimmten also gegen die eigene Regierung. Bedeutet das nun aber, daß die Deutschnationalen ihre Obstruktion gegen die Aufwertung fallen ge- lassen haben? Da» ist nicht anzunehmen. Es handelt sich bei diesem Beschluß nur um«in« schöneGeste vor derPräsidenten- mahl, um nicht» weiter. Da» wird besonders deutlich, wenn man sich die Wandlung In der Haltung der Deutschnationalen vor und nach ihrem Regierungseintritt vergegenwärtigt. In einer soeben vom Vorstand „Hans Zastapschll, ich möcht mir nur für zipei Kreizari a Stück Hausbrot oder Labt kaufen, hobn's Gnade, ich hob ich Hunger, wie das größte Viech!* No, was sagen Sie, bitte, zu so was! Wie so manch« Menschen sind! ..Vitt' schön,* sog ich,„Herr Nawratil. bitte, gehn's hinein. Essen muh der Mensch. Ich wart' ich nochmal bei Vordertirl!* „Bei Vordertirl— Nawratil!" So sogg ich!— Denken tu ich mir aber:.Vordertirl!— Nix Vordertirl! Ich wart' bei Hintertirll Der Kerl glaubt, ich bin so dumm, wie ich ausschau? Hehel* Ich wort' a Viertelstund, er kummt ntt. ich wort a halbe Stund, er kummt nit, i wort dreiviertel Stund, er kummt nit— er kummt nit. Ich denke mir:„Olsdann holst danl* „Pan Bäckermeister,* sogg ich,„bitt* schön, gebn's mir den Herrn her, was sich kauft Hot, Laberl um zwei Kreizari l* „Io,* soggt er,„Pan Zastapschll, der is rausgongen bei Vorder- ttrll* „Ieziz Maria, wonn denn?* „Na. oor dreiviertel Stund, Herr Zastapschll!* „O du verfluxte Nawratil! Du Blutsau. du ausgeschämte! Du Hund. du. du Anarchist! No wart'!* A paar Tag drauf, hoste« not g'sehn, flxt es ntt wieder: Wer steht in Prag beim Hungerturm und frißt!— Der Nawratill Ich schleich mich zubi:„Serous, Nawratill* jogg ich, und schon dreh ich um ihn beide Handeln um: „No, wie geht's? Hast wieder Apatit? Ja? Na, jetzt sog schön Lebewohl zu Bäckerloden. Lump, du elendigliche. Jetzt kriegst os a paar Monat bessere Linsen, meine geliebte Freind. Vorwärts, marsch!* Wir kummen zu einem Bäckerladen wieder. Jetzt aber passen S' obacht, wie so manch« Menschen sind: .Bitt' schön, Herr Zastapschll!* fängt er wieder an. „Na. was denn denn, ha?* „Nur um zwei Kreizari möch« ich mir an Stückl Housbrot oder Laberl koufn,'s letztemal in mcl Leben, teierer Herr Zastapschll!* Dabei hat er herzlich geweint. Ich hob auch gleich ein paar Tränen lassen müssen. Mein Herz is welch wie Schmierkäss. „Du schlechte Kerl, du schlechte. Willst wieder Laberl zwischen dte Fieß nehmen und weglausen, und der alte, brave, ehrltch«, in Kraut gedienstet«— in Grinst verdaut«— im Daut vergrinst« (verfluchte deutsche Sprach!)— rm Dienst ergraut«(pfuch! Gott sei Dank!) Zastapschll i» wieder der Blamierte. NU da!* Da hab'n mir an Gspaß ghobt!„Wo hast die zwei Kreizari? Her damit! So? Und da bleibst bu stehen! Jetzt geh' ich hinein, Laberl kaufen. und du kannst draußen warten, du Lump, du«lending-elendinging- liche---!* vlusen« für Meere, kond«. Am 2t., abends 8 Uhr, fvriiht Professor Dr ttrumba» über.Die ftärbung der Meerestiere'.(Mit Lichtbildern.) Karten sind täglich und am Vortragsabend im Museum für Meereskunde, Georgenftr. 34—36, zu erhalten. der Sozlakdenwkratsschen Partei Deukschlanbs herausgegebenen Schrift von Hugo H e i m a n n: Worte und Taten in der Auf- werkungsfrage, was reden Deutschnational«, was tun S'o zialdemotraten? wird darüber«in« vorzügliche Dar. stellung geliefert. In dieser kleinen Schrift, die an Sparer. und Gläubiger auf Verlangen gratis abgegeben wird(Anforderungen sind zu richten an den Parteioorstand, Berlin, Lindenstr. 3), findet sich kurz und übersichtlich ein« treffliche Darstellung der hemmungs- losen Demagogie, der sich die Deutschnationalen in der Aufwertungs- frage schuldig gemocht haben Noch wichtiger aber ist die Schrift nach einer anderen Richtung hin. Sie enthätt ein« Schilderung der Stellungnahme der Sozialdemokratie und ltefert den attenmäßigen Beweis. wie die Sozialdemokratie sich Jahre hindurch bemüht hat. die In» flaticm zu bekämpfen Vergeblich, weil di« kapitalistischen Interessen stärker waren als ihr politischer Einfluß Sie schildert ferner das Bemühen der Sozialdemokraten, den entrechteten Sparern zu helfen. Wer dies« Darstellung llest, erkennt, daß di« heutige Hallung der Sozialdemokratie, die jetzt endlich zur Erschütterung der Dritten Steuernotoerordnung geführt hat, nicht parteipolitischen, sondern rein sachlichen Motiven entspringt. Auf der Stärk« der Sozialdemokratie, auf dem Wachsen ihres politischen Einflusses, besonders bei der bevor- stehenden Reichspräsidentenwahl beruht deshalb dos Schicksal der entrechteten Sparer. Thor üer betrübten. Oder: Kleine Torgen in grosser Zeit. Einige Mitglieder der volksparteilichen Reichstagsfraktton haben, wie die„Natkb. Korr.* berichtet, sich veranlaßt gesehen, an den Prä- stdenten des Reichstags, Lobe, folgendes Schreiben zu richten: „Die Unterzeichneten verließen aus dringenden Gründen die heutige Reichstagssitzung, nachdem Sie. sehr geehrter Herr Präsident, dem mitunterzeichneten Herrn Kolleg«, Becker versichert hatten, daß die namentliche Abstimmung über das Besoldungssperr- gesetz nicht vor AS Uhr stattfinden werde. Um-45 Uhr zurückgekehrt, war die Abstimmung berells de- endet; damit war uns die Möglichkeit zur Teilnahm« an der Ab- stimmung, auf die wir g r o ß e n W« r t gelegt hätten, genommen. Wir legen dagegen hiermit Verwahrung ein. Hochachtungsvoll Dickes, Haoemann, Dr. Pfeffer, Findeisen, Mende, Beythien, Klingspor, Dr. Becker, Hamkens, Dr. Eurtius.* Dazu ist zu bemerken: Als sich jener betrübende Dorfall er- eignete, präsidierte nicht LSbe, sondern Herr Bell. Die F r a t t i o n Lobes stimmte für Abstimmung am nächsten Tag. Die Rechts- Parteien setzten jedoch 1 o f o r t i g e Abstimmung durch. Etwaige Entschädigungsansprüche sind daher an die diesbezüglichen Fraktions- vorstände zu richten. �__ Warum nur Sarmat-GeschreN Auf zur Reinigung! Das deutsche Volk soll nicht zum Nachdenken kommen über die seiner Zell beabsichtigte Preisgabe des Rheinlande» durch Iarres. Zur Ablenkung schreit deshalb die Iarrerpresse nach der„Re I n lgu n g* des öffentlichen Lebens. Der Barmat- Geist hat's ihr angetan. Wenn Barmat schuldig sein sollte,— bisher ist nach drei Monaten Untersuchungshaft Anklage noch nicht erhoben — so wird er sicher schwer büßen müssen. Korruption auszurotten, sind die Gerichte da; Korruptionserschsinungen aufzudecken, ist ein« vornehme Aufgabe der Presse. Wer zur anständigen Presse zählen will, muß sick aber gegen jegliche Korruption roenden, sonst scheint sein Sittemvächterwm nicht ernst. Merkwürdig, daß dte Iarres-Presse den Vorgängen bei der Preußischen Pfandbriefanstalt sehr wenig Interesse entgegenbringt. Warum schrett sie hier nicht nach dem Staats- anwall? Begreiflich: Die Zitz ewttz e und Carlo witze sind Fleisch von ihrem Fleisch: da versagt der Reinigungsdrang. Was öerliner Sezession. Die Berliner Sezession hat gestern ihr« Frühjahrs- aus stellung eröffnet. Aquarelle, wenige Pastelle und Plastiken werden gezeigt. Nichts Ueberroschendes. nichts Ausrüttelndss, nichts im guten oder schlechten Sinne Ungewöhnliches. Keine Pfadfinder. nicht einmal Pfadjucher. Wanderer auf der Mittelstraße, die im Kunstgebiet mll Nichten eine goldene ist. Bemerkenswert als Zeichen der Zeit die stofsliche Vorliebe für südliche Landschaftsmottve. Bor einem Menschenaller, als die Sezession sich auftat, als der Freilicht- Impressionismus auf sanfte Farbennüancen fahndete, war es das milchige Holland. Heut« geht man nach Spanien, Italien, nach den leuchtenden Kanarischen Inseln. Denn das Gebot der Mode lautet: Wir wollen starke Getränke schlürfen, nicht nur alkoholisch, sondern auch koloristisch. Von den Alten ist der Präsident C o r i n t h mit einer in der Gesamtwtrkung sehr starken., Erinnerung an den Ball Mascotte*(37) und einem Blatt„Luzern*(42) in feinen Picassofarben, Dett- mann mit schmissigen„Pferden aus der Weide*(SL), Ury mit einem soliden Pastell„Raucher*(317) gut vertreten. Der Pariser Paul Signac, ehemals«in Führer der Pointtllisten, hat eine Kollektion von 12 Aquarellen(28S) geschickt, die wie kolorierte Zetch- nungen wirken. Unier den jüngeren Säulen der Sezession ragen Hegenbarth mit 6 Aquarellen»Alexanders Zug gegen die Per- scr*(135 bis 40) in schöner rhythmischer Fläch-nteilung lnament, lich 140), I a e ck e l mll der wuchtigen Komposition eines„Modells* (165) und W a s t« mll dem monumentalen, koloristisch raffinierten Kops einer„Sizilianerin*(320) und dem zeichnerisch" brillanten„Damen- bildnis(323) hervor. Heckendorf gibt in Bildern aus Lissabon und Tenerijfa(12S— 34) zu viel unverarbeitete Details, Kohl hoff <177» bis x) ist farbig ausfallend schwach. Josef B a t o sandte ein »»aar Aquarelle(5 bis 9) in der klaren, sauberen, trocken sachlichen Manier der neuesten Franzosen, Büttner ein geistreiches Blait „Der Dichter Klabund*(29), F i n e t t i suggestive Momenlbilder raschester Bewegung(namentlich 88- und b), der Münchcner Hüther drei eigenartige, dekorativ stark wirkende Studienköpfe (157—59). Hesterberg feine, zart hlnaehauchte, zuweilen etwas süßliche Bilder auf dem Süden(143—45). Otto Dir überrascht diesmal durch technisch vollendete, nicht kraftmeiernde und doch kraft- und blutvolle Arbeiten: am schönsten das Porträt seiner Frau(61) in herrlichem Farbenaufbau und die„Nächtliche Erscheinunq*(54). Di« Plastik ist schwach vertreten. Zierliche Statuetten(352 und ?.ö3) von L e d« r e r, Dorträtbüsten in Bronze(357 Ansorge, 355 Kerr, 860 Jacob Tiedtke) von Martin Müller,«tne vergoldete Holzgruppe„Duell*(366s) von M i l l i S t e g e r. deren monumental architetionischer Stil nur leider im Widerspruch zu der genrehaften Behandlung der Gesichter steht und zwei schöne Gipsköpfe(268 und 269) von Josef T h o r a k gehören zum Besseren. Der geschmackvoll ausgestattete Katalog bringt einige interessante Aufsätze. Darunter eine humoristische Plauderei„Corinth aquarcl, liert* von Charlotte Bcrend, der Gattin des Sezessionsprüsidemen. _ I oh n Schikowsti. Die nächste Tanzmatlne« der voNSblchne findet am 12. April, den, ersten Lsterfeirriag. im Theater am Bülowplat» statt. Dvonn« Georai, dl« bekannt« frühere Meisterschülerin der Wigman, tanzt zum erstenmal in Berlin ihr neues Programm. Karte« find bereit« « den Zahlstellen zu habe». sollte auch aus der vaterländischen Bewegung werden, wenn sie vor der Reichspräsidentenwahl noch von allen unsauberen Elementen gereinigt werden müßte! Auch mit den von dem Großadmiral von Tirpis ent wendeten und zur Rechtfertigungs- Publitation benugten Aften befaßt fich die Jarres- Bresse nicht. Dem früheren Reichsinnenminister unterstand das Reichsarchiv, in das diese Aften gehörten. Troßdem im Neichstage auf Barmat- Rufe von rechts als Echo des öfteren von linis her der Ruf Tirpitz" ertönte, verlangt die Jarres- Preise über die entwendeten Tirpiz- Alten weder Aufklärung noch gibt die Reichs. regierung eine folche. Das Rechtfertigungsbedürfnis des Herrn non Tirpig in allen Ehren- was wir aber nicht verstehen, ist, daß Herr Tirpis den Geldertrag seiner zum Teil aus entwendeten Aften zusammengestellten Bücher nicht einmal Wohltätigkeitsanstalten über. weist, wie das z. B. Sven Hedin mit dem Ertrage seiner Kriegsbücher an das Rote Kreuz getan hat. Die Jarres- Preffe untersucht so gerne alle Rorruptionserschei. nungen seit dem Tage der Revolution. Mit heiliger Scheu geht sie nur an dem Schieber Banthaus Grußer, Philipp. son& Co. vorbei, das in Berlin in der Boßstraße bis zum Jahre 1921 bestand und sich nach Auffassung des I. Staatsanwalts haupt fach ich mit Berbringung von Rapitalien Deutscher ins Ausland be. faßte. Deshalb maren Runden die sogenannten befferen Streife": Rapitalisten, Agrarier, Ariftofraten aller Art, also Leute, die sich ihr Bermögen erhalten und den Staat um die Steuern betrügen wollten. Die in der Boßstraße angesammelten Effetten wurden bei dem hol ländischen Stammhaus Grußer deponiert. Nachdem an der deutsch. holländischen Grenze eines Tages eine Tasche beschlagnahmt worden mar, in der die Stundenlifte des Schieber- Bantiers Grußer enthalten war, wurde dieser gerichtlich verfolgt. lilasion Es kracht im Jarres- Block! Stresemann unter Aufsicht gestellt? 4 Die Presse der Deutschnationalen hat der Außenpolitik der Regierung Luther- Stresemann Sie the in der ölferbundsfrage und in der Frage des sich e rungspaftes heftig widersprochen. Sie hat sich nicht nur materiell, fondern auch formell verhalten, als sei sie die Presse der Oppofition, nicht die der Regierungspartei. Man fonnte annehmen, daß es sich bei dieser Haltung um ein taftisches Manöver zu agitatorischen Zweden, um eine Teilung der Funktionen zwischen deutschnationalen Ministern und deutschnationaler Presse handele. # Diese Angriffe erreichen indessen eine Schärfe, die darauf schließen läßt, daß es sich nicht um ein taftisches Manöver, sondern um eine politische Attion gegen den Außenminister handelt. In der„ Deutschen Zeitung" veröffentlicht der deutschnationale Abg. von Freytagh Loring hopen einen Auffaß, der die Politit der Reichs regierung in der Frage des Eintritts in den Bölferbund und der Frage des Sicherungspattes auf das heftigste angreift. Er stellt fest, daß ein pofitives Ergebnis beiber Aktionen der Reichsregierung unerträglich ge wesen wäre, und schließt: Dr." Stresemann gescheitert sind. Wir wollen deshalb die „ Es ist ein Glück für uns, daß die Attionen des Herrn Unter den Konten waren solche mit Dednamen; aber diese Ded diplomatische Niederlage gern hinnehmen, obgleich fie ihren Schatten namen waren so deutlich gewählt, daß jedes Potsdamer Rind fofort auf uns alle wirft und obgleich fie leicht vorausgesehen und deshalb wußte, um wen es fich handelt, z. B. Cäcilie, Medlenburg, vermieden werden konnte. Aber wir fönnen uns bei diesem Gräfin von Ruppin, Graf von Utrecht, Eitel von Scheitern nicht beruhigen, uns nicht damit trösten, daß Friz usw. Die Staatsanwaltschaft drang so in die Bantgeheimnisse nun alles bis zum September vertagt ist. Wir müssen damit des Hohenzollernhauses ein. Nach ihren Ermittlungen fonnte Strafrechnen, daß das im Auswärtigen Amt in hohem Maße vorhandene bares aber nur dem verflossenen Brinzen Eitel Friedrich von Bedürfnis nach Betätigung neue Blüten treibt, daß es zu neuen Preußen nachgewiesen werden. Abgefaßt, gab Eitel Friedrich Verhandlungen führt, uns in neue Gefahren stürzt. vor der 9. Straffammer des Landgerichts I Berlin am 18. Mai 1921 Mag Frankreich sich selbst den Stopf zerbrechen über die zu, daß er Wertpapiere im Betrage von 337.000 mt. an die Grußer. Sicherungen, deren es bedarf. Wir sind nicht dazu da, ihm diefe Schieberbank gegeben hatte. Auf Frage teilte er mit, daß er durch Gorgen abzunehmen. Wir haben unsere eigenen Sorgen feinen inzwischen verstorbenen Bruder Joachim in Beziehung zu Und die erste unter thnen ist heute die Sicherungen zu schaffen diesem Schieber gefommen war. Der Staatsanwalt beantragte gegen eine Politit, deren Mißerfolge allein uns vor furchtbarffer 15.000 mt. Geldstrafe. Die Straffammer erkannte gegen Eitel Gefahr bewahrt haben." Friedrich auf 5000 m., im Nichtbeitreibungsfalle für je 13 M. auf einen Tag Gefängnis. Im Falle Barmat, gegen den bisher noch immer feine Anklage erhoben ist, versucht die Jarres- Bresse jedem einen Strid zu drehen, der Barmat je gesehen hat. Im Falle Grußer läßt sich Graf We starp auch nach der Berurteilung Eitel Friedrichs mit diesem bei der Weihe nationalistischer Bereinsfahnen photographieren und die " Deutsche Tageszeitung" bringt zum Entzüden ihres für Reinigung des öffentlichen Lebens schwärmenden Publikums das Bilb. Aber Schießlich ist ja auch ein Unterschied: Eitel Friedrich ist nicht burch die Revolution verdorben worden! Die Zihewis- Geschäfte. Im preußischen Untersuchungsausschuß für die Pfandbrief. anstalt wurde zuerst das Bestallungsschreiben des Bolfswohlfahrts. ministers für den Revisor Nisle verlesen, der mit der Aufgabe betraut wurde, bei der ständigen banttechnischen Rontrolle neben dem Staatskommiffar Fisher mitzuvirfen. Durch den Berichterstatter Riedet wurde festgestellt, baß erhebliche Aenderungen in den Büchern norgenommen wurden. Zeuge Nehring ist vom Direttor übers über ein Stonto Schönberger in Höhe von 100 000 mbart nicht unterrichtet worden. Ein Bertreter des zuständigen Ministeriums beft& tigt die Aussagen Nisles. Geheimrat von Schent gibt Ertlärungen über die Art der Arbeiten bes Bantausschusses ab. Da einige Zeugen noch nicht erschienen waren, wurde eine fleine Baufe eingelegt. Nach der Bause wurde ber Zeuge Harfe uernommen. Er hatte eine Forderung von insgesamt 84 000 Mart an Provisionen. Shm sind nicht weniger als 25% für den Weiterverfauf des Bureau haufes Börse zugefagt worden. Das wäre damals, wenn die Trans. aftion gelungen wären, ein Gewinn von mehreren hundert taufenb Mart gewefen. Ehdorf und Genoffen hatten gar feine Gewähr dafür, daß fie die Attien von Beckhoff bekommen würden, und zwar deshalb, weil Sequi zur Bedingung den gleich zeitigen Berkauf von Wohn- und Geschäftshäusern gemacht hatte. Borsitzender Leinert bemerkte, daß von Leilabtretungen bisher noch nicht die Rede gewesen sei. Nach Auffaffung namhafter Juristen, fei auf Grund des Bertrages Beckhoff gar nicht berech tigt gewesen, ohne die Zustimmung Sequis die Aftien des Bureau hauses Börse an Ehdorf und Genoffen abzutreten. Der Zeuge mirb dann noch über die Berwendung der Provisionen ver nommen. Auch die Bernehmung des Zeugen Böhler ergibt feine neuen Latsachen. Berichterstatter Riedel( Dem.) betonte, baß die Bilanz durch die Art ihrer Aufstellung für ben Zeugen günstig wirle, tropbem fie mit 2, Millionen abschließe, feien 3ins zahlungen an die Pfandbriefanstalt nicht gelei. ftet worden. Dem Borsigenden wird überlassen, den Termin der nächsten Sigung feftzufeten. Don Carlowit verhaftet. Der Untersuchungsrichter, ber von Cariowik wegen der Anschuldigung vorgeladen hatte, von den beim Bureauhaus Börse eingegangenen Gelbern 150 000 m. veruntreut zu haben, hat zon Carlowitz wegen Fluchtverdachts gestern in Haft ge nommen. Gegen die übrigen Beschuldigten ist ein Saftbefehl noch nicht beantragt worden, da fie einen festen Wohnsitz haben. Die Untersuchungshaft ift aber auf famtfiche bisher in der Sache ge nannte Personen ausgedehnt und sie soll sich dem Bernehmen nach auch noch auf weitere Beteiligte erftreden. Jum Magdeburger Prozeß. Redakteur Franz Lehnhoff schreibt uns: In der Sonnabend- Morgenausgabe ist im Magdeburger Prozeßbericht in meiner Aussage bezüglich einer Unterredung mit dem Rechtsanwalt Landsberg ein Mißverständnis enthalten. Die betreffende Frage des Borfienden, ob mir im Berlauf des Brozesses irgendwelche Nachrichten von beteiligter Seite zugetommen feten, habe ich verneint und erklärt: Mit dem Bureau der Rechts. anwälte Dr. Heine und Landsberg habe ich vor der ersten Ber. handlung in der Angelegenheit nur eine telephonische Unterredung gehabt, in der ich mich bereit erklärt habe, eine eidesstattliche Ber ficherung abzugeben, daß beri teine Aufforderung der Richtbefolgung von Stellungsbefehlen an die Arbeiter gerichtet hat. Später habe ich in den Bandelhallen des Reichstages über meine erste Beugenaussage eine Unterredung mit Herrn Landsberg gehabt, die von mir ausdrüdlich gewünscht worden ist. | Nach diesem scharf zugespitzten Angriff gegen Streje mann muß man annehmen, daß entweder in der deutsch nationalen Frattion sehr ernste Differenzen über die Frage des außenpolitischen Kurses bestehen, oder baß sich die deutschnationale Reichstagsfraktion im Konflikt mit dem Außenminister befindet und nicht nur mit ihm, sondern auch mit Luther, der Stresemanns Politit dedt. Es wird versichert, daß die deutschnationale Reichstagsfraktion einmütig sei, und daß der Angriff des Herrn von Freytagh Loring hopen der Stimmung der deutschnationalen Reichstags frattion entspreche. Man erzählte gestern im Reichstag, daß bie Deutsch nationalen en einer Frattionsligung am Freitag, die bis tief in die Nacht gedauert habe, ihre Einmütigteit in der Ablehnung der von Stresemann verfolgten Kredite für die Deutschen Werke. Die Volkspartei nerquidt Politit mit Geschäft! Die nom Reichstag einstimmig angenommene Entschließung über Streditgewährung an die Deutschen Werte fieht vor, daß die Strebine an bie Genehmigung des Haushaltsausiouffes bes Reichs tags gebunden find. Staatssetretär licher vom Reichsfinanzmini fterium ersuchte nun in der Sigung des Ausschusses pom Sonnabend imm die Genehmigung von zehn Millionen Mart, die insbesondere Den Werken in Kiel, Spandau und Haselhorst zur Verfügung gestellt werden sollen. Wegen der in Bayern liegenden Werte finden zurzeit Berhandlungen mit der bayerischen Regierung ftatt. Der Bertreter der Deutschen Volkspartei, Abg. Schmidt Hirsch. berg, ein Fabrifdirektor, erklärte für feine Bartei, daß sie zwar diese Krebite bewilligen wolle, um eine reifende Frucht nicht zu zerstören, aber es müßten gewiffe Borbehalte gemacht werden. Die Deutschen Werke dürften der Automobilindustrie teine Konkurrenz durch Preisunterbietung machen. Der Ausschuß genehmigte dann die Stredite, lediglich der Bertreter der Bayerischen Volkspartei erffärte, fich der Stimme enthalten zu müffen. Deutschnationale gegen Luther. Außenpolitit festgestellt hätten. Es wurde der wesen liche Inhalt einer Resolution wiedergegeben, die auf Antrag des Abgeordneten von Freytagh Loringhoven einstimmig beschlossen worden sein soll. In dieser Resolution wurden die schwersten Bebenten der deutschnationalen Fraktion gegen die politischen Aktionen Stresemanns gum Ausbrud gebracht, und damit gedroht, öffentlich gegen die Verträge Stellung zu nehmen und zu stimmen, die am Ende dieser Aktionen dem Reichstag vorgelegt werden fönnten. Die Resolution, die dem Reichstanzler und dem Außenminister notifiziert worden sei, verlange als Sicherung gegen Stresemann, daß die weiteren Berhandlungen unter der unmittelbaren Aufficht des Reichstanzlers und im ständigen Einpernehmen mit den deutsch nationalen Ber. trauensmännern im Rabinett geführt werden follten. 261 Wie weit diese Nachricht richtig ist, muß einstweilen dahingestellt bleiben. Tatsache ist, daß zwischen der Regierung und den Deutschnationalen ein schwerer Ronflitt besteht, und zwar nicht nur wegen der Außenpolitik sondern auch in von den Sozialdemokraten vor aller Welt als politische Aufder Aufwertungsfrage. Die Deutschnationalen, die wertungshochstapler entlarot find, wollen die Regierungsvorlage, fo wie sie ist, nicht schlucken. Luther aber glaubt, nicht weitergehen zu dürfen. Die Spannung zwischen der Regierung und der stärksten Regierungspartei ist so groß, daß sie in fürzester Frist eine Auslösung erfahren muß. Der Wähler soll freilich nicht mer. fen, daß die Einigkeit, die man in den Bersammlungen für Herrn Jarres martiert, nur eine Kulisse ist, hinter der lich die schwersten Konflikte verbergen. Stresemanns Vorschlag ist ergänzt. Neutermeldung über die London- Paris- Verhandlungen. London, 31. März.( Reuter.) 3wischen Paris und London findet über die Frage der französischen Sicherheit auch weiterhin ein reger Gedankenaustausch statt. Der französische Botschafter hatte noch vor seiner Abreise nach Paris mit dem Premierminister und dem Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Unterredun gen. Er wird in der Lage sein, seine Regierung über die neueste Einstellung der Britischen Regierung zu unterrichten. Es verlautet, daß zwar die Alliierten sich grundfäßlich darüber einig geworden seien, daß Deutschland seine Aufnahme in den Bölterbund nachsuchen solle, daß jedoch nichts Endgülti ges über den Zeitpunft, an dem ein solches Gesuch au stellen sei, festgelegt worden sei. Bu den Meldungen, die darauf hinweisen, daß die Alliierten die Abficht hätten, der deutschen Regierung auf ihr Memo randum eine Antwort zu erteilen, wird erflärt, daß diese Frage nicht zur Erörterung stehe. Wie Chamberlain fürzlich mitgeteilt habe, fei das deutsche Memorandum berartig ergänzt wor den, daß es nunmehr eine Antwort nicht mehr erfordere. wartenden Rüdwirtungen in der Privatwirtschaft Chenso sprach fich gegen die Borage Abg. Morath( Dt. Bp.) dus und erklärte, daß seine Fraktion nach wie vor auf ihrem Antrage einer grundsäglichen Neuregelung der Besoldung bestehen müsse. Der fozialdemokratische Antrag gehe thr nicht weit genug, denn es sei unerträglich, nur für die Beamten der Gruppen 1-6 eine Zulage zu gemähren, Der Abg. Schuldt( Dem.) machte dann die Mit teilung, er habe erfahren, daß in Besprechungen amischen ber Reidsregierung und der Reichsbahngesellschaft Arbeiterlöhne um 3 Pig. noch eine Erhöhung der Gehälter ber ron der Reichsbahn erflärt worden sei, weder die Erhöhung der unteren Beamten würden Anlaß zu einer Tariferhöhung bieten. Diese Bemerkung, die im Widerspruch mit den amtlichen Er tlärungen der Reichsbahn in der Deffentlichteit steht, gab den bürger. lichen Parteien Veranlassung, eine wiederholte Bertagung der Beratungen zu beantragen, ba angeblich der Reichsverkehrsminister und die Reichsbahn gehört werden müffen. So wurden denn die Berhandlungen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kom munisten bis auf weites vertagt. Brattisch bedeutet dies, daß die Reichsregierung und ihre Parteien ihr Ziel erreicht haben. Die Notstandsaftion für die Beamten der Gruppen 1-6, die von der Sozialdemokratie eingeleitet worden ist, muß als gescheitert angesehen werden. Abg. Schmidt- Hirschberg ist selbst Industrieller. Seine Stellung wird noch verständlicher, wenn man daran erinnert, daß ber nunmehr ausgeschiedene Leiter der Deutschyen Werte, nach dem Erfolg diefes Unternehmens auf der Automobilausstellung, vor den Reichsverband der Industrie gelaben wurde, um Aufschluß über die Breistaffulation der Deutschen Werte zu geben. Die Preis: faltulation mußte als rigtig anerkannt werden. Daraufhin find trohdem die Deutschen Werte ersucht worden, threeb Breise zu erhöhen, damit die deutsche Automobilindustrie nad Bon diesem Moment an feßte die eße gegen bie Deutschen Werte tommen fönne! Dieses Unsinnen wurde natürlich abgelehnt. ein. In diesem Zusammenhange gefehen, zeigt sich, daß die Deutsche Boltspartei nach wie vor bestrebt ist, die Entwicklung der Deutschen Werte zu unterbinden. Mittlerweile haben Sachverständige fich sehr günstig über die Deutschen Werte geäußert. Das gab dem Abg. Schmidt- Hirschberg Anlaß, die Qualität dieser Sach verständigen zu bemängeln und zu fordern, daß andere Sachverständige aus der Industrie gehört werden müßben! Mit anderen Worten: Die rädständige Konkurrenz der Deutschen Werte foll über bie weitere Entwicklung dieser Betriebe entscheiben. Wir fordern, daß das Finanzministerium sich nicht darauf einläßt, den Bod zum Gärtner zu machen und dieser Berquidung von Politit und Geschäft energisch Widerstand letstet. Reichsba Tariferhöhung der Reichsbahn. Erhöhung der Sondertarife. Die Ausschüsse und der Verwaltungsrat der Deutschen Reichs. durch die letzte Lohnerhöhung bedingte Mehrausgabe soll auf dem bahn- Gesellschaft haben in dieser Woche in Berlin getagt. Die Wege der Tariferhöhung wieder hereingeholt werden. In der Einzelerörterung der Dedungsfrage stimmte der Ber waltungsrat mit der Hauptverwaltung bahin überein, baß eine Erhöhung der Gütertarife der deutschen Wirtschaft erspart werden solle und daß eine allgemeine Er. höhung der Personentarife diesmal zu unterbleiben habe. Bielmehr foll der Ausgleich darin gefunden werden, daß die besonders start ermäßigten Sondertarife erhöht werden. Auch hierbei ist sozialen Bedürfnissen möglichst Rechnung getragen worden. So bleiben die bestehenden Tariferleichterungen für Fahrten von Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmern, hilfsbedürf tigen Stadtfindern und ähnliche Vergünstigungen des Personen. verfehrs vorläufig unberührt; vor allem aber werden die Arbeitermedhentarten von der Erhöhung nicht betroffen... Dagegen sollen die Tariffähe der Zeitkarten des allgemeinen Verkehrs erhöht werden, und zwar durchweg, also auch im Stadtund Vorortverkehr in Berlin und Hamburg. Beamtenfreundschaft des Rechtsblocks. Die Notstandsmaßnahme für die Gruppen 1-6 gescheitert In einer besonderen Sigung des Haushaltsausschusses des Reichs. tages wurde nochmals der sozialdemokratische Antrag auf Erhöhung des Zuschlags zu den Gehältern der Beamten der Gruppe 1-6 von 12% auf 20 Prozent verhandelt. Ministerialbirektor 20thholz erklärte namens der Regierung nochmals, daß diese nicht imstande sei, troß der augenblidlich günstigen Finanzlage des Reiches irgend etwas für die Beamten zu tun. Die Regierung wolle aber bie meitere Entmidlung des Besoldungsproblems mit Aufmertfamteit verfolgen( 1) Der Abg. Erfing ( 3tr.) Sprach sich gegen den Antrag aus im Hinblick auf die zu er nommen worden. Dr. Jartes ist heute abend in Hamburg eingetroffen und begab Hof- und Perfonalnachrichten. Die Telegraphen- Union teilt mii: fich, vom Bublikum völlig unbemerkt, in das Hotel „ Atlantic". Es tennt ihn feiner. Die Mörder Matteottis, Du mini, Rossi und Filtpelli find vom Generalfenator 3upelli, bem Borsitzenden der Unter fuchungstommission des Senats, im Gefängnis stundenlang ver. für Reichs: Kommt heute Sonntag alle zur Flugblattverbreitung fidentenwahr Jeder erscheine pünktlich in seiner Abteilung an bekannter Stelle! Gewerkschaftsbewegung Gewerkschaften und Präsidentenwahl. Die Gewerkschaften haben ihre Enthaltung gegenüber der politischen Betätigung, die fie vor dem Kriege zwangsweise beobachten mußten, seit dem Kriege aufgegeben und von der in der Republik ihnen gewährten Freiheit Gebrauch gemacht. Das will nicht heißen, daß die Gewerkschaften ihre Mitglieder festlegen auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bartei. Sie haben jedoch fonsequent die Klaffeninteressen ihrer Mitglieder auch in politischen Fragen wahrgenommen, ins besondere soweit diese Fragen durch die politischen Körperschaften entschieden werden. N So war es ganz unvermeidlich, daß die Gewerkschaften zu den Reichstagswahlen einen Aufruf erließen, für die Kandidaten der Sozialdemokratischen Partei einzutreten und zu stimmen. Die Sozialdemokratische Partei hat immer die Forde rungen der Gewerkschaften im Parlament vertreten, ohne deshalb den Versuch zu machen, sich in die inneren Angelegenheiten der Gewerkschaften einzumischen oder deren Taktik bestimmen zu wollen. Die Sozialdemokratische Partei als Ber tretung der Hand- und Kopfarbeiter in der kapitalistischen Gesellschaft und als Vorfämpferin des gesamten Broletariats für dessen Befreiung aus den fapitalistischen Fesseln fann gar nicht anders als für die wirtschaftlichen und politischen Forderungen der organisierten Arbeiterschaft einzutreten. fondere ob wir auf eine materielle und moralische Unterstützung der Generaltommission rechnen dürften. Mit Gruß bemokratischen Bartei, dem Kandidaten des schaffenden Boltes Otto Braun. Was dazwischen liegt, find bestenfalls Zähltandidaten oder Kandidaten der Zergez. Braun." splitterung. Rein Arbeiter wird ernsthaft glauben können, daß der Kandidat der Kommunisten auch nur die geringsten AusDas schrieb der immer weitsichtige Otto Braun wohlgemerkt in sichten hätte. Jeder muß wissen, daß die Stimmen, die für einer Zeit, als taum ein anderer an die Gründung einer Landden tommunistischen Kandidaten abgegeben werden, verarbeiterorganisation zu denken wagte. Freilich, es vergingen noch lorene Stimmen sind und damit dem Kandidatender einige Jahre, ehe wir zur Verwirklichung seines Planes, zur GrünSchwerindustrie und der Agrarier zugute dung des Deutschen Landarbeiterverbandes famen. Die Anregungen om men. Otto Brauns lagen aber vor und haben dazu beigetragen, die Dinge stärker zu beschleunigen, als fie vielleicht so beschleunigt worden wären. Wenn eine Arbeiterkategorie Veranlassung hat, das zu beachten und sich für die Wahl Otto Brauns zum Reichspräsidenten einzusetzen, sind es die Landarbeiter. Diese handgreifliche Tatsache müssen unsere Genossen und Genoffinnen in den nächsten Tagen ihren Kollegen und Kolleginnen in den Werkstätten und Bureaus, überall wo sich Gelegenheit bietet, aufklärend zu wirken, immer wieder einhämmern. Unermüdlich müssen alle eintreten für den Kandidatenbes werftätigen Boltes, für Otto Braun. jozed sid Otto Braun und die Landarbeiter. Bom Deutschen Landarbeiterverband wird uns geschrieben: In einer Notiz, die vor einigen Tagen durch die Presse ging, wurge gesagt, Otto Braun ist berjenige gewesen, der bereits um die Jahrhundertmende von Ostpreußen her die Anregung gab, eine Organisation der Landarbeiter ins Leben zu rufen. Es dürfte interessieren, die Einzelheiten dieser Anregung fennenzulernen. Wir finden sie in einem Schreiben, das er am 7. November 1901 an die damalige Generalkommission der Gewerkschaften Deutsch lands fandte. Es heißt in dem Schreiben: Nun habe ich noch eine Idee, mit der ich mich bereits längere „ Muin Beit eingehend beschäftige. Das ist die Organisation der land und forstwirtschaftlichen Arbeiter Ost preußens. Es besteht ja wohl der Berband der Land, Fabrik und Hilfs diesem Berband, der ja aud) vorwiegend gewerbliche Arbeiter zu arbeiter. Doch ist es nicht möglich, die eigentlichen Landarbeiter seinen Mitgliedern zählt, zuzuführen. Die Landarbeiter fönnen bestraft werden, wenn sie vom Koalitionsrecht Gebrauch machten, wenigstens in Preußen. Das Recht, fich zu vereinigen, haben sie aber und darauf baue ich meinen Organisationsplan auf. Wir gründen in Ostpreußen einen Landarbeiterverband, dem sich ja auch später, menn er fest und gekräftigt dafteht, die Landarbeiter Westpreußens, Bomunerns usw. anschließen können. Swed des Verbandes, die Auf flärung der Mitglieder und die gegenseitige Unterstützung derselben. Unter Unterſtügungen denke ich vorläufig nur an freien Rechts. schuh, der für die Landarbeiter sehr wesentlich ist. Aufklärung Es muß weiter darauf hingewiesen werden, daß Preußen, burch ein regelmäßig erscheinendes Organ. Streifen können die dessen Ministerpräsident Otto Braun damals war, den Ab- Landarbeiter im üblichen Sinne ja nicht, sie dürfen auch vereint baudes Achtstundentages nach dem Zusammenbruch Forderungen nicht stellen. Sie können aber beim Abschließen eines der Mart nicht mitgemacht hat. Soweit Preußen für die neuen Jahreskontrattes, die sie hier vorwiegend haben, auf vor neuen Jahreskontraktes, die sie hier vorwiegend haben, auf vor Staatsarbeiter zuständig ist, ist diesen der Achtstunden her im Berband vereinbarten Bedingungen bezüglich tag voll erhalten geblieben. Das muß ausdrücklich Lohn- und Arbeitszeit bestehen. Dadurch waren auch die Land festgestellt werden gegenüber den fommunistischen Berleum- arbeiter in der Lage, selbst etwas für die Hebung ihrer Lage durch bungsversuchen, als hätte die preußische Regierung unter Otto die Macht der Vereinigung zu tun. Braun den Achtstundentag beseitigt. Sein Eintreten für die Landarbeiter als preußischer Landwirtschafts minister hat ihn ja auch durch die Junker die Bezeichnung eingetragen, er fei ein Landwirtschaftsminister gegen die Landwirtschaft. So wie die Unternehmer in der Industrie sich selbst als die Industrie bezeichnen, so belieben es auch die Groß grundbefizer es so hinzustellen, als seien sie die Landwirt schaft. Es ist daher durchaus in der Ordnung, wenn die„ Rote Fahne" Otto Braun als den Minister gegen die Landarbeiter zu beschimpfen verfucht. Das wird freilich nicht hindern, daß Die gewerkschaftlich organisierten Hand- und Kopfarbeiter von Stadt und Land am nächsten Sonntag ihrer Stimme Otto Braun geben werden. Diese natürliche Arbeitsgemeinschaft zwischen den Gewerkschaften und der Partei wird sich auch bei der bevorstehenden Wahl des Reichspräsidenten be mähren. Die Sozialdemokratische Partei hat in Otto Braun nicht nur einen ihrer besten politischen Köpfe als Kandidaten aufgestellt, sondern auch einen erprobten Bortämpfer der wirtschaftlichen Arbeiterinteressen. Es auch mar insbesondere auf bem steinigen Boden Ostpreußens, der Hochburg der Junter, wo Otto Braun für die ausgebeutete und entrechtete 2 andarbeiterschaft seine ersten Kämpfe lieferte. Wenn die Landarbeiter heute endlich nicht nur ihre Gleichberechtigung errungen, sondern auch im Deutschen Landarbeiterverband eine starke Bertretung ihrer wirtschaftlichen Interessen sich geschaffen haben, so danken sie das zum guten Teile auch der Initiative von Otto Braun. die Weckung und Förderung des Solidaritätsgefühls unter den oft Welch günstige Wirkung die Verbreitung der Organisationsidee, elbilden Landarbeitern auf die ganze übrige Arbeiterbewegung aus üben würde, brauch ich Ihnen wohl nicht auszumalen. Ich darf nur daran erinnern, daß von den Gütern des Ostens die Industrie Mittelund Westdeutschlands ihre Lohnbrüder bezieht, und es liegt auf der Hand, daß die gewerkschaftlichen Verbände aller Branchen das lebhafteste Intereffe daran haben, daß der Organisationsgedanke bei den ostelbischen Landproletariern Eingang finde Schwierigkeiten bei feftem Wollen, 3ähigkeit und Vorsicht nicht Die Ausführung dieses Blanes ist schwierig, doch sind die unüberwindbar. Die Sache muß vorsichtig bis in alle Einzelheiten vorbereitet werden, die Organisation muß fertig dastehen, wenn die öffentliche Gründung erfolgt. Denn nur so wird sie in der Lage sein, den ersten wütenden Ansturm der agrarischen und behörd Das genügt jedoch nicht. Die Woche, die uns noch von lichen Meute abzuschlagen. Wir haben jetzt zirka 800 Bertrauensder Bahl trennt, muß ausgenugt werden. Der Kampf spielt piele Taufende stehen. Mit diesen fann die Sache bis zum Frühjahr, leute unter den Landarbeitern in der Provinz, hinter denen wieder fich in Wirklichkeit ab zwischen dem Kandidaten des Rechts= blods, dem Kandidaten der Schwerindustrie und der nötig grbraucht wird, vorbereitet werden. Doch genug. wo die Bestellungsarbeiten beginnen und jeder Mann auf dem Lande Meinen Junter, dem monarchistischen Berfadungs Plan fennen Sie nun und würden mich sehr verbinden, wenn Sie politifer Jarres und dem Kandidaten der Sozialmir freundlichst schreiben, mie Sie über denselben denten, insbe Nfsrael GEGR. 1815 BERLIN C SPANDAUERSTRASSE KÖNIGSTRASSE . Vorteilhafte Angebote: Damenkleidung Kleid Gabardine, m. Tresse gamiert 24.Kleid aus vorzügl. reinwoll. aus reinseid. Crêpe de Chine mit aparter Stickerei 39.Mantel aus vorzügl. ZwirnCovertcoat, m. Biesen garniert 29.Hut aus Liseret, mit Band 3.90 garniert... Hut aus Liseret mit Rips- 9.75 band, größere Form.. Hut aus Tagal- Picot mit 14.50 Reihern Kunstseid. Wäsche für Damen, Trikot in vielen Farben 3.90 Prinzeßröcke kunstseid. Trikot Schlüpfer kunstseid. Trikot, weite Form...... 3.50 Untertaillen kunsts. Trikot, lange Form mit Träger... 3.35 Damen- Hemden kunsts. 4.90 Trikot, mit Trägern Damen- Hemdhosen kunsts. 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Die Löhne für Böttcher, Hilfs- und Hofüber den bisherigen Löhnen während der tariflichen Zeit wirft fich arbeiter sind branchenweise in Grundlöhnen festgelegt. Gegen Die neue Vereinbarung derart aus, daß die Grundlöhne der Hofund Hilfsarbeiter mit 60 und 70 Pfennig pro Stunde be ginnen. Die Grundlöhne der Böttcher betragen von 85 Pfennig bis 1 Mart 6 Pfennig. Die Effigfabriken konnten sich dazu nicht entfchließen und gingen über 80 Pfennig Grundlohn nicht hinaus. Es Streit gilt nicht als Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses. Es murde ferner vereinbart, daß Maßregelungen nicht stattfinden; der find alle Arbeitnehmer wieder einzustellen, bzw. dürfen neue Arbeitsträfte bis zimm 20. April nicht eingestellt werden, sofern nicht die früheren Arbeitnehmer in Arbeit sind. Die Arbeit wird am Montag, den 23. März, wieder aufgenommen. nach ausgiebiger Disfuffion den Vorschlag des Schlichters an. Es Die Streifverfaminlung der Böttcher und Hilfsarbeiter nahm der Berliner Arbeitgeber im Böttchergewerbe zu veranlassen, ihren wurde in der Hauptfache betont, daß es gelungen ist, die Vereinigung in letzter Zeit durchaus tariffeindlichen Standpunkt aufzugeben. Damit ist der fechsmöchige Stampf im Berliner Böttchergewerbe( Gruppe Dr. Dingelden) been det Zum Münchener Brauerstreik. Hochschüler und Polizisten als Streifbrecher Bayern zwischen Arbeiterschaft und Unternehmern im Braugewerbe München, 21. März.( Eigener Drahtbericht.) Während in ganz eine Einigung erzielt werden konnte, führen die Münchener Brauereien im Auftrag des Industriellenverbandes ihren Kampf gegen ihre Arbeiter nach wie vor weiter. Der Annahme des Schiedspruches durch die Münchener Brauereiarbeiter segten die Unternehmer sowohl in der Frage der Arbeitszeit als auch in der Frage der Maßregelung die Forderung nach bedingungsloser Unterwerfung entgegen. Die Erregung der ausgesperrten meinden den Brauherren ihre Dienste leihen durch Anstellung von Brauereiarbeiter wird noch dadurch gesteigert, daß Stadt und GeSchülern der Hochschule Weiheftephan und von Lundespolizisten, die unter außerordentlich hoher Bezahlung Streitbrecherdienste leisten. ( Gewerkschaftliches siehe auch 3. Beilage.) Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: S. Steiner; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Friz Raritädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Verlagsanstalt Baul Singer u Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sieran Beilagen und Unterhaltung und Wissen". Nollendorf 1120, 1121, 1122 1097 M. Lammfromm& Vogel Potsdamer Str. 127 Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. Garten- u.Balkon- Möbel zu besonders billigen Preisen Elektr. 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Proficienter annehmen, daß dieser freie Raum zu allerhand geistreichen" Bemerkungen benutzt werden wird, wodurch der Zettel natürlich seine Gültigkeit verliert. Die Wahlzeit am 29. März ist festgesetzt von 9 Uhr morgens bis 6 Uhr abends. Der zweite Wahlgang. Wenn die Wahl am 29. März ergebnislos ausfällt, so soll be: fanntlich am 26. April zum zweitenmal gewählt werden. Hier liegt nun ein wesentlicher Unterschied gegenüber den Bestimmungen für die früheren Reichstagswahlen vor. Es gibt nämlich feine Slichwahl zwischen den Kandidaten, die die meisten Stimmen erhalten haben. Wenn im ersten Wahlgang feiner der Kan didaten mehr als die Hälfte der abzugebenden gültigen Stimmen erhält, fo hat ein zweiter Wahlgang zu erfolgen. Für den zweiten Wahlgang fönnen von den einzelnen Parteien wieder neue Kandidaten aufgestellt werden, so daß das aufregende Spiel vom 29. März dann noch einReichspräsidentenwahl Otto Braun Ministerpräsident a. D. und M. d. R., Berlin Dr. Heinrich Held Bayerischer Ministerpräsident, München Dr. Willi Hellpach Badischer Staatspräsident, Karlsruhe Dr. Karl Jarres Reichsminister a. D., Oberbürgermeister, Duisburg Erich Ludendorff General der Infanterie a. D., München Wilhelm Marx Ernst Thälmann Transportarbeiter und M. d. R., Hamburg OOOOO X Nach den in der Weimarer Verfassung festgelegten gesetzlichen Bestimmungen über die Wahl eines Reichspräsidenten bleibt nach verschiedensten Richtungen den Einzelheiten des Wahlganges ein ziemlich breiter Spielraum. Eine Wahl zum Reichspräsidenten hat Preußischer Ministerpräsident und M. d. R., Berlin die Republik Deutschland ja bekanntlich noch nicht vornehmen brauchen, weil der verstorbene Reichspräsident damals vom Reichstag mit überwältigender Majorität bestimmt worden ist. Jezt aber am 29. März wird zum erstenmal ein Präsident der deutschen Republik, und zwar auf 7 Jahre gewählt, und es galt Bestimmungen und Ausführungsgesetze darüber zu erlassen, in welchen Formen fich diese Wahl abspielen soll. Da handelte es sich zunächst um die Stimmzettel. Die Reichsregierung hatte ursprünglich den Standpunkt vertreten, daß die Herstellung der Stimmzettel den einzelnen Parteien überlassen werden solle. Man wollte nur von Regierungs wegen Ruperts für die Stimmzettel verteilen lassen. Die Reichs regierung hat jetzt aber bestimmt, daß auch die Stimmzettel amtlich von der Regierung hergestellt werden. Für die Parteien be deutet dieser Beschluß übrigens eine bedeutende petuniäre Erleichterung. Bei den letzten Reichstagswahlen hat nämlich die Herstellung und der Versand der Stimmzettel die Reichstasse mit der Summe von 105 000 m. belastet. Im allgemeinen ist zu sagen, daß sich die Wahl faft genau in denselben Formen abspielen wird wie die Reichstags- refp. Landtagswahlen. Die Wahlkreise bleiben diefelben, und die Städte und einzelnen Gemeinden haben die Bilicht, innerhalb ihres Territoriums Wahllofale zu bestimmen. Den Gemeinden steht es natürlich frei, die Wahllokale an andere Stellen der Stadt zu legen, als es bei den letzten Reichstags= wahlen der Fall war. Man kann aber wohl annehmen, daß sie aus Zweckmäßigkeitsgründen von dieser Erlaubnis keinen Gebrauch machen werden. Es gibt bei der Wahl am 29. März, ebenso wie bei Reichs- und Landtagswahlen, einen Reichswahlleiter. Zum Reichs: wahlleiter ist Professor Dr. Wagemann, Präsident des Statistischen Reichsamtes, ernannt worden. Er arbeitet zufammen mit einem Reichs mahlausschuß, der aus sechs Beisitzern besteht, für die außerdem noch sechs Stellvertreter ernannt sind. Außerdem gibt es ebenfalls gleich den Verhältnissen bei der Reichstagswahl ein Wahlprüfungsgericht, das als legte Instanz darüber zu entscheiden hat, ob die Wahlen in gesetzlich vorgeschriebener und gültiger Wetje vor sich gegangen ist. Es gibt ferner bei der Reichspräsidentenwahl, wie bereits mitgeteilt, einen amtlichen Stimmzettel, der in seinem Aeußeren dem Stimmzettel für Reichs- und Landtagswahlen durchaus gleicht. Nur ein Pleiner unterschied ist hier zu verzeichnen: der Stimmzettel für den Reichspräsidenten zählt alphabetisch die Namen der aufgestellten Kandidaten auf, hat aber hinter den einzelnen Namen feine Nummer. Dieser Wahlzettel, den wir im Bilde festhalten, trägt außer den Namen der Kandidaten unten noch einen weißen freien Raum, und hier fann nun derjenige Wähler, dem alle die vorgeschlagenen Kandidaten noch nicht passen, den Namen feines Da es bekanntlich thm angenehmen Standidaten hineinschreiben. immer Mitmenschen gibt, die da glauben, besonders wißig zu fein, wenn fie Unfug treiben, fann man mohl heute schon ohne weiteres Der allein gültige Stimmzettel mal beginnt. Ob die Reichsregierung für diesen zweiten Wahlgang auch ihrerseits andere Wahlbestimmungen und Berordnungen erlassen wird, steht noch dahin. Heute fann man nur sagen, daß die Wahlzeit geändert werden dürfte. Man plant die Wahlzeit am 26. April auf die Stunden von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags zu verlegen. Wann ist der Präsident gewählt? Wahl! Wahlgang zu beschließen. Derselbe Vorgang könnte sich auch übri gens ergeben, wenn der erste Wahlgang zwar eine Wahl gebracht hat, der Gewählte aber( doch das dürfte schwerlich vorkommen) die Wahl ablehnen sollte. Auch unter diesen Umständen müßte der Reichsminister des Innern an den Reichstag den Antrag stellen, einen zweiten Wahlgang zu beschließen. Als gewählt im zweiten Wahlgang gilt der Kandidat, der die meisten der avgegebenen gültigen Stimmen erhalten hat. Wahlberechtigung. Wahlberechtigt find alle 20jährigen männlichen und weiblichen Keichsangehörigen, auch die am 29. März 1905 für den 2. Wahlgang auch die am 26. April 1905 geborenen. Jeder Wähler hat cine Stimme. Alle Stimmen sind gleichwertig. Bählen fann nur, wer in eine Wählerlifte oder Wahltartei eingetragen ist oder einen Wahlschein hat. Ausgeschloffen von der Stimmabgabe sind Entmündigte, unter vorläufiger Vormundschaft oder wegen geistiger Gebrechen unter Pfleg schaft Stehende, auch infolge Richterspruch der bürgerlichen Ehrenrechte Verlustige. An der Stimmabgabe behindert sind in Heil- oder Pflegeanstalten untergebrachte Geistesfranfe oder-fchwache, Straf- und Untersuchungsgefangene; politische Schutzhaft ist kein Hindernis. Auslandsdeutsche, d. h. Reichsangehörige ohne Wohnsiz oder Aufenthalt in Deutschland, werden durch Verlegung ihres Wohnfizes ins Reich wahlberechtigt, auch wenn die Berlegung nach Ablauf der Einspruchsfrist gegen die Wählerliste erfolgt. Anstalten, deren Infassen infolge Krankheit oder Gebrechlichkeit einen Wahlraum außerhalb des Hauses nicht aufsuchen können( öffentliche oder private Krankenhäuser oder Kliniken, Lazarette, Entbindungs, Wöchnerinnen, Pfründner- Anstalten, Erholungsheime ufm.), werden zu eigenen Wahlbezirken gestaltet, wenn die Zahl der Wahlberechtigten das Wahlgeheimnis noch verbürgt. Solchen Wahlberechtigten wird, wenn sie in eine Wählerliste eingetragen sind, nad; Ablauf der Einspruchsfrist ein Wahlschein ausgestellt. Zu diesem Zwecke fordern die Gemeindebehörden ein Berzeichnis der Anstalts. infassen von der Anstaltsleitung ein und übersenden ihr die Wahl fcheine zur Aushändigung an die Wahlberechtigten. * Hört und liest man von den Propagandaplänen einiger Parteien aus Anlaß der Präsidentenwahl, so fühlt man heraus, daß ihnen so etwas vorschwebte, wie die berühmte amerikanische Wahlpropaganda. Bas bei uns geplant wird, hat aber mit amerikanischen Verhältnissen nur sehr bedingte Aehnlichkeit. Nur der LoebellAusschuß wollte seinen Kandidaten, den Herrn Dr. Jarres, in einem Extrazug oder zum mindesten in einem Salonwagen duró das Land fahren lassen. An allen möglichen Stätten und in allen möglichen Städten sollte dieser Zug halten. Herr Dr. Jarres sollte sich der erstaunten Menge zeigen, ein paar Worte sprechen und dem biederen Bürger, auf dessen Stimme er reflektiert, kräftig die Hand fdhütteln. Man hat aber wohlweislich von diesem Plan Abstand genommen. Andere Parteien wieder wollen dem Propagandafeldzug für ihren Kandidaten Lichtreklame, Radio und Film dienstbar machen. Die Sozialdemokratische Partei wird, wie sie es bei den Reichs und Landtagswahlen immer getan hat, es auch bei der Reichspräsidentenwahl halten. Sie wird das gute Wort ihrer Redner wirken lassen und die eindringliche Mohnung ihrer Flugblätter.. Die Sozialdemokratische Partei wird und kann nur immer wieder mit bestem Gewissen rufen: Wählt Otto Braun! Damit wählt ihr Republik, damit wählt ihr Freiheit, Kultur und Bölkerversöhnung: Frühlingsanfang. Wieder rieseln die Schneemassen in Wasserform zu Tal und die Erde schiebt ihre braune Ackerkrume durch die weiße Fläche, die sich da, wo der Wind sie höher trieb, noch zum verzweifelten Widerstande rüstet. Aber es dürfte vergebens sein, und Frühlingsanfang bietet uns das Bild einer begrünten Natur. Die Schneebecke hat die Saat vor den Folgen der einbrechenden Kältewelle geschützt; die Knospen der Büsche und Bäume sehen wie neu gewaschen aus und bekommen förmlich einen Schmerbauch; die Blättchen der Rank rosen sieht man sozusagen wachsen und was an winterharten Pflanzen fich zum Hervorbrechen in der Frühlingsluft gerüstet hat, tommt mit Macht hervor, grün, rot, frisch und gesund, zum anbeißen". Die ganze Armee der pflanzlichen Welt ist auf dem Marsche; sie singt ihr hehres Befreiungslied von der Erlösung aus Bann und Zwang. Weiter öffnet sich das Herz des Wanderers, der den Steinstraßen entronnen ist wie der erste Liebesrausch, so ist auch der Frühlingsrausch von ganz besonderer Art. Liegt in diesem stillen und doch so beredten Wirken der Natur, fich neu zu gestalten, nicht eine Nach Beendigung der Wahl, fei es nur am 29. März oder am 26. April, find alle bei der Wahl amtlich beteiligten Personen, die Wahlleiter usw., verpflichtet, nachdem die Auszählung der Stimmen erfolgt ist, das Resultat aus ihrem Kreise sofort telegraphisch oder telephonisch, jedenfalls auf dem schnellsten Wege dem Reichswahlausschuß zu übermitteln. Der Reichswahlausschuß prüft nun das eingegangene Material. Hat einer der Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als die Hälfte der cbgegebenen gültigen Stimmen erhalten, und ist der Wahlausschuß Mahnung an den Menschen, auch seinerseits den alten Krempel der Ansicht, daß der Wahlaft in geseglichen Formen vor sich ge gangen ist, fo fragt der Vorsitzende des Reichswahlausschusses den gewählten Kandidaten, ob er die Wahl annimmt. Sagt er ja, dann erfolgt zunächst eine Nachprüfung des inzwischen eingesandten aus führlichen Wahl- und Stimmenmaterials. Dieses wird eingehend geprüft und, wie bereits gesagt, von Wahlprüfungsgericht überprüft. Sind auch diese Instanzen der Ansicht, daß die Wahl den cesetzlichen Bestimmungen entsprochen hat, dann erfolgt eine Beröffentlichung des Wahlrefultates im Reichsanzeiger", und erst dann gilt der neue Reichspräsident als offiziell gewählt. Bringt aber der erste Wahlgang am 29. März insofern tein Resultat, als feiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten hat, dann teilt der Reichswahlleiter diefe Tatsache dem Reichsminister des Innern mit, und der Reichsminifter des Innern stellt beim Reichstag den Antrag, einen zweiten der Winterunluft über Bord zu werfen und mit neuem Mut, neuem Geist das Schiff zu zimmern, das ihn vorwärts tragen soll. Wen gelüftet es denn, die Weltgeschichte rückwärts zu dirigieren? Doch nur jene, die auch die schöpferische Natur nur mit dem Rechenftift in der Hand belauschen, die dem eigenen Ich alles, dem draußen Stehenden nichts zubilligen wollen. Da ist ein Blid in den sproffenden Frühling wie ein herzerfrischender Trunk: und ein trotz alledem!" entringt sich der Brust des modernen Kämpfers. Auferstehung! Natur gibt uns den Fingerzeig; wer sein Fleckchen Land gut betreut hat, sieht jedes Jahr es schöner und reicher werden und unser Bolt, so arbeitsfreudig wie fein zweites, so naturbegeistert wie wenig andere sollte seine Erde nicht gleichfalls schöner und reicher gestalten können? Ein politisch Lied" raunt uns aus Berg und Tal entgegen möge es sich zum machtvollen Gesange auswachsen,| fennen mußten, wie es um die Seifenfabrit" bestellt war. Ehe diese dem fein alter Zopf, tein neues Gelüft nach altem Machtgebrauch widerstehen kann! Strafrechtsreform und Sexualdelikte. Die Abteilung für Sexualreform des Instituts für Sexualwissenschaft hatte zum Einführungsabend in die Vortragsreihe über den Fragetompler Strafrechtsreform" eingeladen. Es war ein guter Gedanke, den Altmeister des Strafrechts Prof. Dr. Mitter= maier zu Wort kommen zu lassen. Seine rechtsphilosophischen Auseinandersegungen trugen den Stempel abgeflärter und humaner Wissenschaftlichkeit; Einzelheiten seiner praktischen Folgerungen stießen in mancher Hinsicht auf Widerspruch. Er leitete seinen anderthalbstündigen Vortrag mit einer Exkursion in das Problem der Sittlichkeit ein und definierte sie als gefchlechtliche Sitt lichfeit. Die Liebe, deren Element das Empfindungsleben des Menschen ist, war seit jeher Gegenstand der Betrachtung des Naturforschers, des Ethikers, des Psychologen, der Sexualforscher und der Juristen. Leßterer versucht durch Gefeße Ordnung in das Geschlechtsleben zu bringen. Er findet aber seine Schranfe in den Gesezen der Natur, er stößt auf eine weitere Schwierigkeit in der Gegenfäßlichkeit der Interessen des einzelnen und der Gemeinschaft. Hier entsteht die Frage: Was ist sittlich, was ist gefund? Fest steht jedoch das eine: Der einzelne hat sich der Gemeinschaft unterzuordnen. Und in dieser Hinsicht geht die Entwicklung dahin, dem einzelnen in bezug auf sich selbst immer größere Freiheit zu gewähren, andererseits aber die Gemeinschaft gegenüber Uebergriffen des einzelnen immer strenger zu schüßen. Trotz dieser gradlinigen Entwicklung, die in allen Ländern im großen und ganzen die gleiche ift, fommt es immer wieder zu Rückschlägen. Die Heuchelei des Gesetzgebers veranlaßt ihn, das zu verbieten, was er selbst zu tun fich nicht scheut. Die firchliche Tradition macht noch immer ihre unheilvolle Wirkung geltend. Das Strafrecht beruft sich oft auf ein nicht existierendes oder wenig berechtigtes Bolfsempfinden, wendet durch scharfes Anpacken Recht in Unrecht um und stiftet Unheil. Man vergißt, daß mit Strafe gegen die Leidenschaften nichts auszurichten sei. Diese Mängel der Heuchelei, der Tradition, des vorgetäuschten Bolfsempfindens und des Versuchs, mit Strafe gegen die Leiden schaften anzufämpfen, haften auch dem Entwurf zum neuen Straf gesetzbuch an. Broj. Mittermater ließ sich dann über verschiedene Einzelheiten des allgemeinen Teiles aus und meinte u. a., daß die Baragraphen des Entwurfes, die besonderes Gewicht auf die Ber fönlich felt des Täters, auf deffen Eigenart und Motive legen, auch den Sittlichkeitsverbrechern in Bufunft zugute kommen werden. Der Richter wird sich mit den neuesten Forschungen der inneren Sefretion, die in der Hauptsache das Sexualleben des Menschen bestimmen, vertraut machen müssen und dort, wo er heute ftraft, zu anderen Maßnahmen greifen. Dem Guten im Entwurf muß zum Siege verholfen, das Beraltete nach Möglichkeit den neuen Forderungen angepaßt werden. Grippe in Berliner Schulen. Teilweise Schließung von Klassen. Das Hauptgesundheitsamt teilt mit: In den letzten Wochen find in einer Anzahl von Schulklassen des Westens, or dens und des Dstens von Berlin gehäufte Erkrankungen an Grippe vorgelommen, die verschiedentlich zu lassen foliegungen Anlaß gegeben haben. Die Erkrankungen, deren Ausbruch wohl durch die ungleichmäßige Witterung der letzten Zeit gefördert worden ist, verlaufen bisher durchweg leicht, so daß die Kinder schon nach wenigen Tagen wieder schulfähig sind. Bisher find hauptsächlich höhere Schulen betroffen worden, während die Volksschulen zum größten Teil freigeblieben sind. Alles nur Attrappe. Vor dem erweiterten Schöffengericht mitte fand eine Berhand fung gegen einen berüchtigten Betrüger und Hochstapler statt. Der Kaufmann Georg Imiela mietete vor drei Jahren in Berlin ein Geschäftslokal, das er mit Klubfesseln und Teppichen auf das ele ganteste ausstattete. Er legte sich auch mehrere Telephonanschlüsse zu und begann dann in Berliner Lageszeitungen einen Inseratenfeld zug. Leute mit kleinen Ersparnissen und Beamte, die sich Nebenverdienst schaffen wollten, ftrömien ihm zu und gaben ihre Spar grofchen als fogenannte stille Teilhaber" feiner Firma„ Seifenfabrit des Nordens Jmiela". Für vorsichtige Bewerber hatte er in einem Reller einen sogenannten Fabrikationsbetrieb eingerichtet, der jedoch, role die Verhandlung ergab, nur 2ttrappe war Die Einleger jahen natürlich weder ihr Kapital wieder noch erhielten sie die verheißenen hohen Gewinne. Das Unternehmen brach zufammen, als durch eine Bertettung besonderer Umstände sämtliche ftillen Teilhaber", von denen jeder glaubte, daß er der Alleine beteiligte fei, im Geschäftslokal der Firma zusammentrafen und er 3] Anthony John. Roman von Jerome K. Jerome. Das Kind wartete in einem geräumigen fauberen Zimmer. Damen mit weißen Häubchen auf dem Kopf huschten ein und aus; eine von ihnen brachte ihm Milch und herrliche Speisen. Später kam dann die Mutter mit einem noch größeren Batet als gewöhnlich, und sie machten sich wieder auf den Weg. Als sie durchs Tor geschritten waren, brach das Kind das Schweigen, blickte sich zuerst vorsichtig um. Er sah nicht besonders herrlich aus," meinte Anthony. Wer?" fragte die Mutter. Gott." " 1 Die Mutter ließ das Bündel fallen. Zum Glück auf den Rajen. Was für einen Unsinn hat sich denn das Kind in den Kopf gesetzt!" rief sie. Wen meinst du?" " 3hn, beharrte Anthony. Bekommen wir nicht von ihm all diese guten Dinge?" und er wies auf das Paket. Die Mutter hob es auf. Wer sprach mit dir darüber?" Ich hörte sie reden," erklärte das Kind. Sie sagte, alle guten Dinge tämen von Gott. Ist das nicht wahr?" Die Mutter nahm ihn bei der Hand und sie schritten weiter. Sie schwieg eine Weile. Schließlich sagte sie: Das war nicht Gott, sondern Sir William Coomber. Ich diente früher bei ihm." Sie verstummte. Das Bündel schien schwer. ..Selbstverständlich ist es gewissermaßen Gott, der uns alle guten Dinge gibt," fuhr sie fort. Er erfüllt Sir Williams Herz mit Güte und Großmuf." Das Kind überlegte eine Weile. Betrügereien zur Aburteilung famen, war Imiela bereits wegen anderer raffinierter Kreditschwindeleien vor Gericht gestellt worden. Er verbüßt gegenwärtig eine längere Gefängnisstafe. Als rückfälliger Betrüger wurde vom Schöffengericht gegen ihn diesmal auf Zucht hausstrafe erkannt, er hatte insofern Glüd, als dadurch nur eine Ge famtstrafe von zwei Jahren Zuchthaus zustande kam, von der er bereits den größten Teil verbüßt hat. Jugendweihen der Groß- Berliner Arbeiterschaft heute, Sonntag, den 22. März, vormittags 11 Uhr Berlin, Großes Schauspielhaus, Karlstraße Friedenau, Aula des Realgymnasiums, Homuthstraße Cantwit, Aula des Realgymnasiums, Kaulbachstraße Treptow, Aula des Realgymnasiums. Neue Krugallee 6 Pantow, Aula des Enjeums, Görschstraße Mitwirkende: Reformierte Gefangsgemeinschaft Roseberry d'Arguto Männerchore: Oberfpree"..Ciedertafel Berlin- Welt" Männerchor Pantom SPD." ,, Gemischter Chor Tempelhof" Orgelspiel Mufit Gelang Sprechchor Weiheredner: Artur Crispien, M. d. R. Karl Bonig, Reffor Mag Kreuziger, Reffor Dr. Rich. Lohmann Otto Meier, Md.C. Eintrittskarten sind erhältlich. Ein Gaunerstreich. Kommen Sie mit in die Jrrenanffalt! Nicht ohne humoristischen Beigeschmack verlief eine Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Berlin- Charlottenburg, in welcher sich ein recht eigenartiges Kleeblatt wegen eines raffiniert ange legten Diebstahls zu verantworten hatte. Der in feinen Kreifen unter dem Namen der feiche Hans" bekannte Zuschneider Hans Gröner hatte gelegentlich einer ausgedehnten Bierfizung mit zwei gleichfalls jugendlichen Kom plicen einen recht abenteuerlichen Plan ausgeheckt. Er hatte aus gefundschaftet, daß der Inhaber eines Weißwarengeschäftes in der Windscheidstraße als etwas wunderlich galt. Er baute hierauf einen Plan, diefen für gemeingefährlich geistestrant zu erflären, ihn angeblich im Auftrage der Irrenanstalt Herzberge abzuholen und währenddessen sich aus seiner Wohnung fämtliche Wertsachen anzueignen. Mit den beiden Komplicen, dem Arbeiter Hermann Riemann und dem Maler August Schulze, fuhr er eines Tages mit einem gemieteten Kraftwagen vor dem Laden vor. Mit ernster Miene betrat er diesen, und in seiner Begleitung waren zwei Anstaltsbeamte", denn seine Komplicen machten einen solchen Eindruck, da sie zwei alte Militärröcke und eine Art Dienstmüße trugen. Da der wunderliche Ladeninhaber nicht zu Hause war, stellte sich Gröner dessen Ehefrau als Inspektor der Irren anstalt Herzberge vor, er zeigte gestempelte Ausweispapiere und auch einen gefälschten Schein des Wohlfahrtsamtes der Stadt Berlin", daß er beauftragt sei, den Ladeninhaber wegen Gemeingefährlichkeit nach Herzberge zu bringen. Erschreckt brach die Frau auf einem Sofa in Schreifrämpfen zusammen, als gerade der Mann nach Hause fam. Die beiden uniformierten„ Beamten" führten den total überraschten alten Mann in das Auto, fuhren mit ihm in den Grunewald und setzten ihn dort in der frischen Luft ab. Unterdeffen stellte der Haupttäter der Ehefrau eine Be scheinigung aus, daß er den Mann in Verwahrung genommen" hätte und benutzte dann die allgemeine Aufregung, um sich Schmud fachen und über 1000 m. Bargeld anzueignen. Das Kleeblatt blieb lange Zeit unauffindbar, bis Riemann einmal in einem Lokal den gelungenen Streich zum besten gab. In der Verhandlung verging den Angeklagten der Humor auch eift, als der Vorsitzende das Strafmaß pertündete. Groner er hielt 2% Jahre, Riemann und Schulze je 1% Jahre Gefängnis und allen Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre abgesprochen. Die Schande von Potsdam. In der legten Botsdamer Stadtverordnetenfißung brachte Genoffe Sch uch milzki den Antrag ein, dem städtischen Potsdamer Arbeiter, der an der Beisehungsfeierlichkeit des Reichspräsidenten teilgenommen hat, den Lohn, trozdem er die Arbeit versäumt hat, nicht vorenthalten zu wollen. Es handelt sich um 1,60 m. Der Finanzausschuß hat diese Forderung abgelehnt. Auch die Stadt verordneten sprachen sich aus prinzipiellen Gründen dagegen aus und lehnten den Antrag ab. 2. Es gab auch einen Onkel und eine Tante. Herr Joseph Newt, wohnhaft in Moor- End- Lane, Milsborough, war Frau Strong'nth'arms einziger überlebender Bruder. Seine Frau war älter als er. Sie hatte früher als Kellnerin gearbeitet, seit war älter als er. Sie hatte früher als Kellnerin gearbeitet, seit ihrer Heirat jedoch war sie befehrt". Mit den beiden war nicht viel Staat zu machen." Herr Newt war ein Hundeliebhaber und, seinen eigenen Worten zufolge, Atheist; ob aus Ueberzeugung, oder Widerspruchsgeist vermochten feine Freunde nicht zu entscheiden. Ueberzeugte junge Geistliche aller Sekten begannen ihre Laufbahn in Wilsborough mit dem Versuch, ihn zu befehren. Sie wurden dabei in den Anfangsstadien von Herrn Newts abwartender Haltung ermutigt. Seine Frau freilich hatte ihn längst dem Satan überlassen. Das einzige, was sie ihrer Meinung nach fun fonnte, war, ihm in dieser Welt so viel Behagen und Frieden wie möglich zu gönnen. In Anthonys Augen verlieh die unvermeidliche ewige Berdammnis, die den Ontel erwartete, dessen unscheinbarer Persönlichkeit ein gemisses Interesse und große Bedeutung. Das Kind hatte von der Hölle gehört, einem äußerst unangenehmen Ort, wohin die bösen Menschen nach ihrem Tode gelangen. Der Onkel jedoch mit den zwinkernden Augen und dem fröhlichen Lachen entsprach nicht seiner Borstellung von einem bösen Menschen. Tante. Ist der Onkel sehr, sehr böse?" fragte er einmal die ,, Nein, er ist nicht böse." erwiderte fie in objektivem Ton. „ Er ist beffer, als neun von zehn Männern." ,, Weshalb muß er dann in die Hölle kommen?" ,, Er muß nicht, wenn er nicht selbst will. Das ist ja gerettet werden." „ Sie gehören aber ihm, nicht wahr?" erkundigte er sich gerade das Schreckliche. Bollte er nur glauben, er könnte dann. ,, Dem anderen, Sir William?" Ja, aber Gott gab sie ihm." Dies erschien ein weitfchweifiges Vorgehen. Weshalb gibt Gott uns nichts?" fragte Anthony. Hat er uns nicht lieb?" Ich weiß es nicht," entgegnete die Frau. Frag nicht so viel." Der Heimweg war viel länger. Anthony protestierte nicht, als er früh ins Bett geschickt wurde. Er träumte, daß er gewaltige Weiten durchwandere und Gott fuche. Immer wieder permeinte er ihn in der Ferne zu sehen; fam er aber näher, fo war es Sir William Coomber, der ihm den Kopf streichelte und einen Schilling gab. ,, Was foll er glauben?" erfundigte sich Anthony John. Ich habe keine Zeit, dir das alles zu erklären," entgegnete die Tante, die eben mit dem Kochherd kämpfte. Er foll glauben, was ihm gesagt wird." Wer sagt es ihm?" Alle Leute und auch ich selbst sagte es ihm, bis ich dessen überdrüssig wurde. Frag nicht so viel; du bist schon ganz so wie er." Der Gedanke, daß der Onkel in die Hölle kommen werde, befümmerte Anthony John. Weshalb glaubt er denn nicht die Dinge, an die alle anderen Menschen glauben- um was Ein neuer Paßschieberprozeß. Wieder Beamte des Polizeiamtes Tiergarten. 1 Als Seitenstück zu dem großen Baßschiebungsprozeß, der eine Reihe von Polizeibeamten unter Anklage des Amtsmißbrauches und der Bestechung zur Aburteilung brachte, begann ein weiterer um fangreicher Beamtenbestechungsprozeß, in dem neben zahlreichen Personen( Ausländern), die sich falsche Pässe beschafft bzw. dieje vermittelt hatten, eine Reihe Polizeibeamte wiederum angeklagt sind. Die Anflage richtet sich gegen die Polizeiassistenten Gustav Heinze, Richard Krafti, Friedrich Wiemann und den Hauptwachtmeister Julius Mittschalt. Mitangeklagt sind fünfzehn Personen, ausschließlich Ausländer. Wie in dem ersten Prozeß war die Sache dadurch ins Rollen gekommen, daß an einer ausländischen Grenzstelle wiederholt Pässe angehalten wurden, die inhaltlich falsch beurkundet waren. Alle diese Pässe waren vom Polizeiamt Tiergarten ausgestellt worden. Als die Sache gegen Bierath und Genossen ins Rollen fam, haben die jetzigen Angeflagten ebenfalls Angst bekommen und in derselben Weise die Paßvorbescheinigung, durch die ihr pflichtwidriges Verhalten aufgedect worden war, beseitigt und durch Umschreibungen ersetzt. Es war nämlich in allen Fällen nachweisbar, daß die Paßstelle für die Ausstellung dieser Bässe örtlich unzuständig war. In einer ganzen Reihe von Fällen gelang es, derartige Umschreibungen aufzubeden, so daß gegen die schuldigen Beamten Antlage megen Interdrückung von Urkundenfälschung erhoben worden ist. Der erste Angeklagte, Polizeiassistent Heinze, widerrief bei Be ginn der Verhandlung, die bei der ersten polizeilichen Vernehmung gemachten Eingeständnisse. Er behauptete, daß man auf ihn, nachdem er sieben Tage festaehalten worden sei, einen polizeilichen Drud ausgeübt habe. Der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Liebegott fand es eigentümlich, daß ein Bolizeibeamter, der selbst zahllose Bernehmungen vorgenommen hätte, sich durch die Polizei eingefchüchtert fühlen könnte. Die Angeklagten berufen sich auf angeb liche Berfügungen des Regierungsrats Barthels, des damaligen Beiters des Fremdenamtes, über die Behandlung der Ausländer bei vorübergehendem Aufenthalt in Berlin, Im weiteren Verlauf der Beweisaufnahme wurde Regierungsrat Balter Barthels aus dem Untersuchungsgefängnis dem Schöffengericht mitte als Beuge vorgeführt. Er erklärte, daß von ihm keine Anweisung gegeben sei, Ausländern Personalausweise auszustellen, ohne daß die Beamten der zuständigen Meldeſtelle die Identität der Photographie und der eigenhändigen Unterschrift des Nachsuchenden festAllerdings sei die Tendenz dahin gegangen, gestellt hätten. möglichst entgegenfommend zu sein, aber die Beamten maren verpflichtet, sich zu vergewissern, daß es sich auch um die richtige Persönlichkeit handele. Deshalb war es Vorschrift, daß der erscheinen mußte. Machsuchende persönlich auf dem Revier Kriminalfommissar 2obbes, der die Bernehmung der angeklagten Polizeiassistenten vorgenommen hatte, bestritt ganz entschieden, daß irgendein Drud auf die Angeklagten ausgeübt worden sei, damit sie zugäben, was ihnen zur Last gelegt werde. Ein ehrendes Zeugnis für Albin Mohs. Aus Anlaß des Todes unseres Genoffen Albin Mohs hat der deutschnationale Schöneberger Bürgermeister Berndt folgendes Schreiben an die Witwe gerichtet: Hochperehrte gnädige Frau! Zu dem Ableben 3hres Gatten spreche ich Ihnen namens des Bezirksamts mein herzliches und aufrichtiges Beileid aus. Allzu früh hat schwere Krankheit den Nimmermüden aus seiner raftlosen Tätigkeit heimgerufen. Unſer Bezirksamt und damit die Stadtgemeinde Berlin schuldet Ihren verstorbenen Herrn Gemahl großen Dank für treue Dienste, die er in schwersten Zeiten der Gemeinde geleistet hat. Während des Krieges hat er sich in aufopfernder Weise ehrenamtlich für das allgemeine Wohl betätigt. Tag und Nacht hat er im Dienste der Aermsten der Armen gestanden und in uneigennützigster Weise sein eigenes Bohl zurückgesetzt, so daß er sich eine Krankheit zuzog. Auch in den schweren folgenden Jahren der Nachkriegs- und Inflations zeit hat er als Dezernent des Arbeits- und Wohlfahrtsamtes sich außerordentliche Verdienste für diese Gebiete, insbesondere um die Hinterbliebenen, Erwerbslosenfürsorge und Arbeitsbeschaffung erworben. Die neugeschaffene Sozial- und Kleinrentnerfürforge hat er in vorbildlicher Weise ausgebaut. Auch verdankt seiner Tätigkeit das Bezirksamt Schöneberg, daß die Wohlfahrtspflege und das Arbeitsamtwesen als geradezu mustergültig in Berlin und über dessen Grenzen hinaus gegolten haben. Mit einer großen Bescheidenheit verband er strenge Sachlichkeit. Er hatte für jedermann ein Herz und fann im wahren Sinne des Wortes ein Bater der Armen genannt werden. Auch als Vorgesetzter hat er sich bei seinen Beamten Achtung und Vertrauen in hohem Maße erworben. Der Name dieses gerechten und guten Menschen wird stets von unserem Bezirksamt und der Stadt Berfin in Ehren gehalten werden. Ich drücke Ihnen in aufrichtiger Anteilnahme die Hand. Mit ausgezeichneter Hochachtung Berndt. immer es fich auch handeln möge? An einem Abend, zwei Tage später, war die Tante in die Kirche gegangen; der Ontel rauchte neben dem Herdfeuer, und der alte Simon, der furzschwänzige Schäferhund, lag neben ihm, blickte ihn voller Liebe an. Liebe an. Es war der geeignete Augenblick für ein ver trauliches Gespräch. Anthony John legte die Hand in die schmuzige Tage des Onkels. Weshalb glaubst du nicht?" fragte er. Der Ontel wandte ihm die kleinen zwinkernden Augen Was glaube ich nicht?" zu. " 1 ,, Was alle Leute glauben." Der fleine Mann schüttelte den Kopf. ,, Laß dir das nicht einreden," erwiderte er. Die Leute glauben nicht um ein haar mehr, als ich; sie geben nur vor zu glauben, weil sie dadurch etwas zu profitieren vermeinen." Der kleine Mann griff nach dem Schürhaken und schürte leise das Feuer. Glaubten fie alles, was sie zu glauben vorgeben," fuhr er fort, so würde die Welt ganz anders ausfehen. Das sage ich ihnen immer, und sie tönnen mir darauf teine Antwort geben." Er legte den Schürhaken hin, wandte sich dem Knaben zu: Du wirst schon alles hören, mein Junge: liebe deinen Nächsten, wie dich selbst, tue anderen, was du willst, das sie dir tun, verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen." Dies lehrt ihr Gott. Sieht man sie diefe Lehre befolgen?" Der fleine Mann lachte heiter, gutmütig. Der alte Simon hat mehr Berstand, als diese Leute." Er beugte sich nieder, streichelte den zotigen Kopf, der auf seinen Knien lag. Der weiß, daß es feinen Sinn hätte mich anzuschauen, als ob er mich liebte, und dennoch nicht meinen Willen zu Ich werde glauben", fügte er hinzu ,,, wenn ich die anderen tun." Er stopfte seine Pfeife von neuem und entzündete fie. wirklich glauben sehe." Anthony John besuchte gern die baufällige Hütte in Moor- End- Lane. Die Mutter jedoch fürchtete die Folgen diefes Umgangs. Frau Plumberry hingegen behauptete, daß jene die am lautesten sprechen, nicht immer die gefährlichsten seien. ,, Der fleine Mann besigt genug gefunden Menschenverstand," meinte sie. ,, Und das, was Emily Newt nicht über den Himmel und ben fürzesten Weg dorthin weiß, ist, so weit ich es beurtellen kann, nicht wissenswert. Die beiden werden ihm nicht schaden, auch wenn sie ihm nicht besonders nüßen. Und zumindest bekommt er dort eine anständige Mahlzeit." ( Fortjeßung folgt.) aso Wählt Otto Braun! Ueber das Thema„ Sozialdemokratie und Präfi. dentenwahl sprach in Biesdorf vor einer überfüllten Berfammlung Genoffe Abolf offmann. Die Geschichte lehre, so führte er aus, daß jedem politischen Fortschritt ein Rückschritt nachfolge. So fei es bei der Revolution 1789 gewesen, das hätten wir nach 1848 erfahren, das sehen wir jetzt nach 1918. Trogdem fönnen wir sagen, daß die Revolution von 1918, die im übrigen feine Revolution, sondern ein 3usammenbruch war, uns doch viele Fortschritte gebracht hat. Wenn wir nicht das erreicht haben, was wir hätten erreichen fönnen, so liege das in erster Linie an der Uneinigkeit der Arbeiterschaft, der eine ge= schlossene Front des Unternehmertums gegenübersteht. Es liege aber auch an der falschen Erziehung der Jugend, die immer noch nicht im freiheitlichen Geiste erfolge. Wenn wir die Errungenschaften, die wir erreicht haben, behalten wollen, dann müssen wir mehr als bisher die Jugend zu uns hinüberziehen. Es gilt jezt, das Gebäude der Republik mit sozialem Inhalt zu erfüllen und das kann nur geschehen, wenn wir Otto Braun zum Brä sidenten wählen. In der nachfolgenden Diskussion brachten die Kommunisten ihre sattsam bekannten Argumente" gegen die SozialDemofarten vor. Bei der bekannten humoristischen Schlagfertigkeit des Genossen Adolf Hoffmann fiel ihm die Abfertigung nicht schwer. Er führte aus, daß die Aufstellung eines eigenen fommunistischen Kandidaten, der ja doch nur ein halkandidat" fei, der Reaktion diene. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die Versammlung, die der Partei und damit der Allgemeinheit sicher lich den gewünschten Erfolg bringt. 22 " Die schadhafte Lampe. Gestern gegen 7%, Uhr morgens wurden der 74 Jahre alte Schlächtermeister Leopold Dibeter und feine 62 Jahre alte Ehefrau Ima in ihrer Wohnung im Hause Neue Königstraße 92, durch Gas bergiftet und besinnungslos in ihren Betten liegend aufgefunden. Die alarmierte Feuerwehr fonnte das greife Ehepaar ins Leben zurückrufen. Das Gas war aus der schadhaften 2ampe im Nebenzimmer ausgeftrömt. Selbstmord in der Kaserne. Der 21jährige Funker Erich Borgmann von der Nachrichtenabteilung in Potsdam hat sich auf der Mannschaftsstube der Kaserne in der Nedliger Str. auf seinem Bett einen Schuß in die Herzgegend gejagt. Er benutzte dazu jeinen Dienstkarabiner. Die Veranlassung zu diesem Selbstmord ist in getränktem Ehrgefühl zu suchen. Borgmann hatte wegen einiger in angetrunkenem Zustande verübten Ungehörigkeiten eine längere Arreststrafe erlitten. Selbstmordverjuch auf den Schienen. Gegen 11 Uhr nachts warf sich der 22 Jahre alte Mechanifer Karl Jbang aus der Bornholmer Straße 91 auf dem Bahnhof Prenzlauer Allee vor einen einfahrenden Stadtbahnzug. Die Räder trennten ihm beide Beine oberhalb der Knie vom Körper, außerdem trug er llaffende Kopfwunden davon. Der Schwerberlegte wurde in besinnungslofem Zustande nach dem Krankenhaus am Friedrichshain transportiert. Das Motiv zu der Tat ist noch unbekannt, Straße 6, der zweite bei genügender Teilnahme in der Abteilung Norden, Grünthalerstraße 5. In diesen Kursen fönnen nur Tischlergehilfen aufgenommen werden, die am Schluß nach Ablegung der Prüfung ein Reifezeugnis als Wertmeister erhalten oder ihre Meisterprüfung machen wollen. Nähere Auskunft in der Schule Straßmannstraße 6, Hof, rechts, Zimmer 4, 6-8 Uhr abends( außer Sonnabends) oder Grünthalerstraße 5, Hof, links, letzte Tür, Zeichen saat 5, 7-8 Uhr abend. Einziehung von Rentenbankscheinen. Durch Bekanntmachung vom 20. März 1925 ruft die Deutsche Rentenbank die Rentenbankscheine zu 50 Rentenmart mit dem Ausfertigungsdatum 1. November 1923 aur Einziehung auf. Die aufgerufenen Scheine tönnen bei den öffentlichen Kaffen noch bis 31. Mai 1925 in Zahlung gegeben, bei den Kaffen der Reichsbant aber bis 30 September 1925 gegen andere Rentenbankscheine oder gegen gefeßliche Zahlungsmittel umgetauscht gerufenen Rentenbankscheine traftlos und es erlischt damit auch die werden. Mit Ablauf des 30. September 1925 werden die aufUmtausch- und Einlösungspflicht der Deutschen Rentenbank. haben die Bädermeister eine Mühle durch Drohung der KundschaftHandwerterterror wegen 5 Pfennigen. In Calbe( Saale) entziehung gezwungen, die feit Jahren betriebene Meblieferung an den dortigen Konfumverein aufzugeben. Das gleiche Mittel wurde mit Erfolg gegen eine Mühle in Bernburg ange verein Bernburg. beffen Lieferanten sich von den Bädermeistern in wandt. Jest bezieht der Verein fein Mehl durch den Konium Calbe nicht einschüchtern laffen. Die Ursache dieses terroristischen Vorgehens liegt in der Tatsache, daß die Konsumgenossenschaft Calbe gutes Brot um 5 Pfennige billiger abgibt als die Innungsmeister. Durch Startsfrom getötet. In den Bergmann Elettri. aitätswerten in Rofenthal war gestern abend der 35 Jahre alte Monteur Franz Grunad aus der Buttmannstr. 12 mit Arbeiten an der Starfstromleitung beschäftigt. Allem Anschein nach infolge eigener Unachtsamkeit tam er der Zeitung so nahe, daß er von dem Starkstrom auf der Stelle getötet wurde. unternahmen Frau Gebeimrat Simon und Dr. Cohnstamm, Durch eine Lawine verunglückte Berliner. Bon Davos aus beide aus Berlin, in Begleitung eines Stilehrers und eines egeführers eine Stitour. Am Nachmittag geriet die Bartie in eine Lawine. Während Frau Simon und der Stilehrer fich retten fonnten, wurden Dr. Cohnstamm und der Führer wurden von einer Rettungsexpedition geborgen. namens Guler bericüttet. Die Zeichen der Verunglüdten Jehn Soldaten bei einer Munitionserplosion verlegt. Nach einer Meldung aus Rageburg ereignete sich auf den Schießständen der Reichswehr im Hundebusch ein folgenschweres Eg plosionsunglüd. Soldaten waren damit beschäftigt, alte Munitionsreste zu vernichten. Anscheinend ist dabei eine Am trans- Sandgranate oder eine fleine mine explobiert. Durch Spreng Handgranate oder eine fleine mine explodiert. Durch Spreng Dritte Dentalschau im 300. Der Berband der Deutschen Dental Splitter wurden fünf Mann schwer. fünf Mann leicht verlegt. Fabrikanten E. B. eröffnete in den Räumen des Zoologischen Gar tens feine dritte Dentalschau. In seiner Begrüßungsansprache betonte der Vorsitzende des Verbandes, Zahnarzt Dr. Abrahamn, daß die Dentalschau nicht bloß dem Berbrauch, sondern hauptsächlich dazu dienen solle, Anregungen zu geben und die Leistungsfähigkeit des Ver bandes zu beweisen. Die Schau selbst gewährt einen interessanten Ueberblick auf die Errungenschaften diefer Industrie; man sieht u. a. moderne Zahnarztmöbel, neue Operationsstühle, beren sämtliche Teile auswedyselbar sind, medizinische Apparate, Artikel für die Zahnpflege, Fachliteratur ufm. In der Berliner Tischlerschule werden im fommenden Sommer semester( Beginn 1. April) wieder zwei neue Meisterfurfe eingerichtet, und zwar ein Rursus in der Hauptabteilung Straßmann Tobesurteile in Rußland wegen wirtschaftlicher Spionage. In Chartow find, wie aus Moskau gemeldet wird, vier In senteure wegen wirtschaftlicher Spionage zum Tode verurteilt worden. Ein Begnadigungsgesuch wurde abgelehnt. Das Urteil ist bereits vollstrect worden. Erdbeben in Kanada. Nach Meldungen aus New York wurde in Quebec ein Erbbeben verspürt, daß die Häuser start erschütterte. Der angerichtete Schaden ist unerheblich. Mord an einem Geldbriefträger. Nach einer Meldung aus Bebra wurde der Landbriefträger Schmidt vom Bostamt Rabolds haufen bei einer Bestellung durch den stellungslosen Elettromonteur Ambrofius aus Frantenberg ermordet und beraubt. Der Mörder murde verhaftet. A.Wertheim Leipziger Str. Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Wäschestoffe Wäschestofferkader 65 Pf. 80 cm, feinfäd. Madapolam Meler 85 Pf. 80 cm, f, LeibLouisianatuch Bettwäsch. 85Pf. Perkal hemden. u. Meter für Blusen und OberMeter Erdbeben in China. Nach einem in Shanghai eingetroffenen Telegramm der chinesischen Inlandmission zerstörte ein Erdbeben, in Westhunnan. Die Fremden sind in Sicherheit. dem ein verheerendes Feuer folgte, die Stadt Talifu IP 22. März, abends 7 ühr. veranstaltet die Freie GewertschaftsMärz- Feier der Freigewerkschaftlichen Jugend. Am Sonntag, den Jugend und die Jugendgruppe des 3entralverban des der Angestellten eine März Feier( Stimmen der Arbeiterdichter) in der Stadthalle, Klosterstraße, Programm: Musik Rezitationen Ansprache. Mitwirkende: Das gesamte Salonorchester Ansprache hält der Kollege Gottfwrcht. Borfizender der Ortsgruppe des Deutschen Musiker- Verbandes und erste rezitatorische Sträfte. Die Groß- Berlin des Zentralverbandes der Angestellten. Auch die erwachsene Stollegenschaft ist zu diesem Abend besonders herzlich eingeladen. Karten zum Preise von 30 Bf. find noch an der Abendkaffe zu haben. Arbeiter Abend. Montag, 23. März, 8 Uhr abends, Neukölln, Knabenmittelschule Donaustraße( Toller, Strind bera. Schönlant, Barthel u. a.; Szenen, Sprechchöre). Wanderscharen Jungschar Neukölln.( 50 Bi.) ,, Großstadt Arbeit Bereinigung für Kunstpflege. Mittwoch, den 25. März, 7½ Uhr, in der Aula Charlottenburg, Wiplebenstraße 34, nahe dem SophieCharlotte- Play: Lichtbildervortrag des Reisefchriftstellers Mar Nentwich: Eine anderung durch den Harz". Mitwirkung: ein Männerchor. Gäste willkommen. im Konzerthaus Lindener, Bantow, Breite Str. 34. Für eine beffere Kriegsopfer! Rundgebung am Dienstag, den 24. März, 7% Uhr, Rentenversorgung! Für die Ausgestaltung der bestehenden Fürsorge! Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinierbliebenen. Arbeiter- Sängerbund, Berlin. Alle Sänger, die an der Demonstration am Mittwoch im Sportpalast teilnehmen, treffen fich 7 Uhr abends am Eingang zum Sportpalast zur Teilnahme am Massenchor. Vereinsausweis oder Bundesfarte legitimiert. Sensationen. Im Mittelpunkt stehen die Darbietungen des Inders Das Märzprogramm des Wintergartens ist reich an erfreulichen 20 Rhama dieses Phänomen der Willenskraft! Er läßt sich lange Nadeln burdy beide Unterarme jagen, eine Sand an eine Bretterwand nageln usw. Und das alles ohne jeben Blutverlust. Doch damit nicht gemig! To Nhama schläfert vor unseren Augen mittels Sypnose cine Schlange, einen Alligator und später sogar brei tampfeslustige Sähne ein Käte and wina man sollte fie ruhig ben weiblichen Breitbart nennen zeigt an harten Dingen ihre bewundernswerte Mustelkraft. Das fleine Mädchen" biegt Eisenstangen, zerreißt Ketten, trägt ungebeure Steinlaften und ein von sechs Personen befebtes Stauffell. Sturzum: eine sehenswerte Nummer. Wiebergekehrt sind die ber breifache Salto mortale aft verdient alle Anerkennung. 3 Codona 3", Sochturnfünstler, die Klasse- Arbeit zeigen. Besonders In diesem Zusammenhang feien auch bie Drei Karreys" mit ihren gymnastischen Neuheiten genannt. Sie bringen wirklich Neuheiten und arbeiten so vortrefflich, daß der Beifallssturm nicht ausbleibt. Voltards Scherze im Sutladen lösen wegen ihrer grotesten Einfachheit oft wahre Bachfalven aus. Die musikalischen Impreffionen der Elfe von Dulong bringen farbenprächtige Bilder nach Entwürfen von Prof. Ernſt Stern. Auch eine Nummer, die sich fehen lassen tann. Schließlich feien nod) erwähnt Clarissa Elaerma in ihrem Zahnfraftalt und die Tanzfünftlerin Fiamette Sildegarde Ann Codee aber erscheint in diesem Rahmen wirklich als eine überflüffige Nummer! P Sport. Die Eröffnungsrennen der Radrennbaha Treptow verschoben! Bie die Direktion ber abrennbahn Ereptom mitteilt, find bie für Sonntag geplanten Eröffnungsrennen wegen der ungünstigen Bitterung berschoben worden! " ' Küsten- Segelflug- Wettbewerb 1925. Die Alademische Fliegergruppe der Technischen Hochschule Hannover hat ihr neues Segelflugzeug Phönig", die Darmstädter the altbekanntes Segelflugzeug Margarete gemeldet. Die Darmstädter erscheinen nunmehr mit zwei Maschinen. Desgleichen meldet der Flugtechnische Verein Stuttgart awei Segelflugzeuge an, darunter ber erfolgreiche Rote Teufel", welcher im Januar mit Erfolg an der Flugkonkurrena in Garmisch( Oberbayern) teilnahm. Extra- Preise Montag bis Mittwoch Kleiderstoffe Mako- Zephir 125 Woll- Musselin 210 gestreift, ca. 80 cm breit, Meter bedruckt.... Meter 2,65 Crêpe marocain130 Reinw. Stoffe 275 85 Pf. neue Streifen .... Meter Renforcé 80 cm, gate Qual. 95 Pf. Meter Madapolam elegante Warter 105 Makobatist für feine Damenwäsche... Meter 140 Louisianatuch bezüge.. Meler für Bett- 195 130 cm, f. 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Sübweft: Fahrt Pikuwerber- Bernau Treffpunkt 7 Uhr Blücherplas Berbebezitt Zeltowtanal: Alle Jugendgenossinnen und-genossen beteiligen sich an der Jugendmeihe heute normittag 11 Uhr in der Aula des Bantwizer Realgymnafiums, Raulbachitraße. Friebenan: Treffpunkt zur Flugblattverbreitung pünktlich 9 Uhr bei Se noffen Rubbed, Odenwalder Str. 26. b 11 Uhr steht jeder Sugendgenoffe aur Mitarbeit bei der Jugendweibe in Friedenau, Somuthstraße, im Realgymnasium zur Berfügung. Stegli II: 6 Uhr Bhf. Steglig Treffen zuz Seilnahme an der Märsfeler in der Stadthalle, Klosterstraße. Bormittags 48 Uhr am Bhf. Sehlendorf- Mitte Treffen aur Fahrt nach der Römerschanze. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 22. März. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin S. 14. Gebaftianfte. 37/38, Sof 2 Tr. Rameradschaft Rieberschöneweide: Das Tambourforps übt jeden Montag und Donnerstag bei Räthel, Brüdenstr. 15. Pfeifer wer ben noch aufgenommen. Wenn Instrumente im Befis, mitbringen. Uebungs Kameradschaft seit 7 bis 10 1hr abends. Bünktliches Erscheinen Pflicht. ftraße, wichtige Führerbesprechung, einschließlich Gruppenführer. Steglig: Montag, den 23. März, abends 8 Uhr, bei Lasch, Steglit, Ring Kamerab schaft Mitte: Dienstag, den 24. März, vormittags 11½ Uhr, findet die Beifegung unseres Kameraden Biermann, Wallner- Theater- Straße, auf dem Jüdifchen Friedhof in Weißenfee, Lothringer Straße, statt. Treffpunkt 10% Uhr am Eingang des Friedhofes. Bannerkleidung. Fahnen mitbringen. Starfe 23. März, abends 7 Uhr, Antreten zum Bersammlungsschutz bei Behrendt, Rameradschaft Kreuzberg, Abt. Südost: Montag, den Beteiligung erwünscht. Behlendorf: Berbebezirk Ofbahn: Abends 8 Uhr im Jugendheim Barkave 10, März feier. Vortrag: 1848 bis 1918". Rezitationen. Werbebezirk Reinidendorf: Rurfus in Tegel, daher fällt heute der Seim abend aus. Morgen, Montag, den 23. März, abends 7% Uhr: Gesangs- und Musikteilnehmer zur Frühlingsfeier: Morgen, Montag, 7 Uhr, gemeinsames Ueben im Jugendheim. Steglik I und II: Montag, den 23. März, Teilnahme am Berliner Chor. Treffpunti 48 Uht ont Untergrundbahnhof Leipziger Plas, Ede Röniggräger Straße. Sermsdorf: Jugendheim Ronnstraße, Diskussion: Arbeitsrecht". Jungjozialisten. Manteuffelstraße. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. a) Der Morgenstern. M. Prätorius ( 1571-1621), b) An den heiligen Geist, J. H. Franck( 1682)( Das Berliner Solisten quartett: Marg. Böhme- Heidenreich, Elsbeth Koll ( Sopran), Eugenie Franck, Trude Schmidt- Annaberg, Alt; Hannes Aulert, Walter Sommer. Tenor; Gustav Polzin, Max Spiegel, Baß; Dirig. Dr. A. Böhme. 2. Vortrag des Hrn. Dr. Artur Böhme:, Von kirohlicher Musik der letzten Jahrhunderte". 3. a) Ave verum corpus, W. A, Mozart( 1756-1791), b) Opferlied, L. v Beethoven( 1770-1827). c) Sanctus" und" Wohin soll ich mich wenden", aus der Deutschen Messe, Fr. Schubert( 1797-1828)( Das Berliner Solistenquartett). 10 Uhr vorm: Vortrag des Herrn Regierungsrat a. D. Dr. Schmidt: Die Totenbestattung ein Kulturbild*. 12-3.20 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Hochschulkurse). 12 Uhr mittags: Dr. phil. et Max Dessoir:„ Einführung in die Psychologie. 2. Vortrag. 12.35 Uhr nachm.: Dr. med. Arnoldi: Der Stoffhaus- richt der Bezirksleitung, Wahl der Bezirksleitung. 17. Bezirk( Lichtenberg): halt des Menschen". 2. Vortrag. Die Aufgaben des Magendarm kanals. 3 Uhr nachm.:( Abteilung Bildungskurse). Landwirt schaft. Dr. Karl Ludwigs: Pflanzenkrankheiten in der Landwirtschaft( Saatgutbeize) 3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: Märchen von Weisheit und Tiefe, von Manfred Kyber. 1. Auf freiem Felde. 2. Ratzepetz. 3. Hummelchen. Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7 Uhr abends: Vortrag des Herrn Chefredakteurs Heinrich Zimmermann:„ Der Mensch und das Tier 7.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Naturwissenschaft. Dr. Rudolf Wegner; Einführung in die Klimakunde". 4. Vortrag. Luftfeuchtigkeit und Niederschläge". 8 Uhr abends: Vortrag des Herrn Direktor Vogel: Das deutsche Saargebiet". 8.30 Uhr abends: Einführung zum SendeF Die Generalversammlung findet Montag, den 23. März, um 7 Uhr im spiel. 8.45 Uhr abends: Sendespielbühne. Abteilung Schauspiel Breußischen Landtag statt. Arbeitersport. Sportlartell, 9. Bezirk( Wilmersdorf). Montag, den 23. 5. M., 8 Uhr, Rarfelligung im Turnerheim. Rartellbeiträge mitbringen. Alle Bereine, außer Turner Bilmersdorf, find rüdständig. Erscheinen sämtlicher Bereins und Abteilungsdelegierten sowie Technifer unbedingt notwendig. Wichtige Tagesordnung. 238. Neptun 1894, e. V. Am 26. Mära findet eine Gigung der Sports genoffinnen in Bobal Dabertow, Lichtenberg, Gudrun, Ede Sagenstraße, statt. Beginn 8 Uhr. Erscheinen aller Sportsgenofsinnen ist Pflicht. Gäfte millkommen. Berliner Arbeiter- Schachklub. Abt. Friedenau- Steglig: Spielabend Diens. tags 8 Uhr bei Richter, Feldstr. 8; Sonntag vormittags 10-1 Uhr Freier Schachverkehr. Jugendabt. Steglig: Spielabend Montags 7--10 Uhr im Jugendheim Solfieinische Str. 3. Die Freien Schwimmer Neutölin veranstalten am Sonntag, den 22. März, nachmittags 3 Uhr, ihr Internes Winter- Schwimmfest in der Städtischen Badeanstalt Neukölln, Ganghoferstr. 3-5. Es foll hierbei gezeigt werden, was für erfprießliche Arbeit der Berein in den Wintermonaten für den ArbeiterSchwimmsport geleistet hat. Bei dieser Gelegenheit werden auch einige Totale Betttämpfe ausgetragen, au denen die Freien Schwimmer Norden, Freien Swimmer Charlottenburg und die Berliner Schwinn- Union 1913 Meldungen abgegeben haben. Guter Sport ist also gewährleistet. Briefkasten der Redaktion. 6. 8. 106. 1. Die Frage ift ftrittig. Boraussichtlich fa. 2. Sa. 3. 25. 1. Etma 10 M. 2. Nein. Der Betrag ermäßigt sich auf etma 5 m. 3. Einwilligung ist nicht erforderlich. Es muß aber ein Chefcheidungs rund vorliegen. Gegenseitige Abneigung bildet teinen Chefcheidungsgrund. Legen Sie Wert auf gute und reelle Bedienung so kaufen Sie Mef- Stoffe führend in der Mode, Qualitätswaren zu äußerst niedrigen Preisen Gabardine für Mäntel, aparte Farbenstellungen, mit eleg. Futterkaro- Abseiten, Luxusqualität..... 2850 2250 2080 Tuchhaus ME- Freitag Molkenmarkt 14 Ecke Molkenstraße Bitte auf den richtigen Eingang Nr. 14 zu achten. Leitung: Alfred Braun. Am Todestag Goethes: Fausts Tod und Entsühnung. aus dem vierten und fünften Akt von Goethes , Faust", II. Teil. Musik von Ferdinand Lassen. Faust: Ferdinand Gregori; Mephistopheles: Alfied Beierle; Philomon: Erwin Hopp; Baucis: Maria Peterson; Wanderer: Lothar Müthel; Lyceus, der Türmer: Alfred Braun. Die drei Gewaltigen: Raufebold, Habebald, Haltefest. Vier graue Weiber: Mangel, Schuld, Sorge, Not. Doktor Marianus. Drei Büßerinnen: Magna peccatrix, Mulier Samaritana, Maria Aegyptiaca. Eine Büßerin, sonst Gretchen genannt. Stimme der Mater gloriosa. Chor der Engel Chorus mysticus. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Uebertragung). Königswusterhausen, Sonntag, den 22. März. 11.30-12.50 Uhr vorm.: Konzert. Mitwirkende: Mary Fuchs vom Stadttheater Görlitz, Koloratursopran: Max Korbaneck, Violine; Werner Sebald. Flöte; Lotte Tuch am Ibach- Flügel. 1. Sonate für Flötensolo( E. Bach). 2. Drei Lieder für Koloratursopran: a) Eine Kerze soll brennen( Giordigiani). b) Auf dem Meere, c) Ach, wenn ich doch ein Bienchen wäre( Robert Franz) 8. Sonate A- Dur für Violine( Brahms). 4. Andante cantabile für Flöte( Holländer). 5. Zwei Lieder für Koloratursopran: a) Die Nachtigall( Alabieff), b) Variationen über ein Thema: Woher dieses Sehnen( Proch). 6. Rêverie für Violinsolo( Vieuxtemps). 12 Uhr mittags: Esperantoeinlage. Montag, den 23. März. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 6.10 Uhr abends: Tausend Worte Französisch. 6.45 Uhr abends: Ein 4.30-5.40 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berlin. Funkkapelle). Einführung zu der Uebertragung der Oper Mona Lisa 7 Uhr abends: VIII. Uebertragung aus der Staatsoper, Unter den Linden: Mona Lisa", Oper in zwei Akten mit einem Vor- und einem Nachspiel von Max v. Schillings. Dichtung von Beatrice Dovsky. Dirigent: Max v. Schillings. Regie: Höpfl. Personen: Fremder, Francesco: Cornelis Bronsgeest; Eine Frau, Fiordalisa, seine Gattin: Mafalda Salvatini; Giovanni di Salviati: Björn Talén; Mona Ginevra: Derothee Manski; Dianora, Francescos Töchterchen aus erster Ehe: Else Marherr- Wagner; Piccarda, Zofe der Mona Fiordalisa: Grete Mancke. Ort der Handlung: Florenz. Zeit: Ende des 15. Jahrhunderts.( Erste und letzte Szene in der Gegenwart). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). ( Maricubor): Dienstag, den 24. März, abends 7 Uhr, in der Schulaula Berein der Freidenfer für Feuerbestattung, e. B., Gau Berlin. 13. Bezirk Rönigstr. 32, Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Rimmerer, BeMittwoch, den 25. März, abends 7 Uhr, in Lichtenberg. Bartaue, Lichtbilderportrag: Wilhelm Busch, fein Leben und feine Werte". Bereinsangelegenbeiten. 20. Bezirk: Allen Zahlstelleninhabern zur Kenntnis, daß als Besirkstaffterer Genoffe Schönewer, Reinickendorf- Ost, Provinzftr., 48 III, gewählt ist. Ortsgruppe Rofenthal: Montag, den 23. März, 7½ Uhr, bei Schneider, Sauptstraße, Gruppenversammlung. 1. Wahl der GruppenLeitung. 2. Verschiedenes. Bollzähliges Erscheinen notwendig. Freireligiöse Gemeinde, Bezirk Lichtenberg. Dienstag, den 24. März, abends 7 Uhr, in der Mittelschule, Markiftr. 10-11, Vortrag: Religion und Sittlichkeit". Referent Dr. Bric. wod, den 25. März, abends 8 Uhr, in der Aula Georgenstr. 30, einen VorBollstraft- Bund, c. B. San. Rat Dr. Magnus Sirfhfeld hält Mitttrag über das Thema Was der Mann wissen muß" auf Grund schriftlicher Fragen aus dem Bublitum. Der Zutritt zu diesem Vortrag ist nur männ lichen Bersonen gestattet. Geschäftliche Mitteilungen. Im Zirkus Busch gibt zurzeit der schwedische Sirkusdirektor Abelson ein zeitlich beschränktes Gastspiel, and erregt mit feinen wundervoll durchgearbeiteten Freiheitsdreffuren allabendlich stürmischen Beifall. Auch Hagenbed ist mit Dreffuren vertreten, und feine 18 Eisbären verursachen immer ein Riesenhallo, wenn fie tolpatschig vergnügt die Rutschbahn hinunter in der Baffermanege landen. Sagenbeds Cenlon- Elefanten lassen uns die durch die Eisbären gewecie Vorstellung an Nordpol und Kälte wieder vergessen und bestätigen aufs neue ihren Ruf als überaus gelehrige Objekte der Dressur. Lady Hamilton, das prächtige Manegeschaustüd, wird auch nur noch kurze Reit auf dem Spielplan verbleiben. Für die Sonntagsnachmittagvorstellungen gelten auf fämtlichen Blägen nur halbe Breife. Wenn drei Deutsche zusammenkommen und über das Rauchen_debattieren, werden Sie die sonst feltene Einigkeit feststellen, daß fie mit ihrem Urteil über Josetti- Fabrikate" Juno"," Bera"," Eljen" darin einer Meinung sind, daß diefe Zigaretten eine wirkliche, stets gleichbleibende Qualitätsleistung darstellen, die jedem Raucher imponieren muß. Wer fänstlichen Rahnersah bedarf, wird den Sinweis geen entgegennehmen, daß in dem eigenen Laboratorium der Zahnpraris M. 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Wie berechtigt das Berlangen nach Ermäßigung der von den Massen zu tragenden Steuern ist, wird in folgendem an Hand der Zahlen dargestellt. Die Lage der Reichsfinanzen hat sich in dem Rechi.angsjahr 1924/25 günftiger geftaltet, als erwartet wurde. Der Ertrag an Steuern, Böllen und Abgaben ist ständig gestiegen. Er betrug in Millionen Mart in den Monaten: April Mai Juni Juli Aug. Sept. Dtt. Rob. Dez. Jan. 524 519 472 588 592 609 687 672 635 769 Sonntag, 22. März 1925 Jahres 1924 eingetretenen Lohnerhöhungen. Da die Lohnsteuer in| Erleichterung auf der einen Seite führt auf der andern Seite gleidhj Brozenten des Arbeitslohns erhoben wird, ist von einem höheren zeitig zu einer ungerechten Bevorzugung hochbesolbeter Arbeitnehmer. Arbeitslohn auch eine höhere Steuer zu zahlen. Das Steigen der Sondern man muß zum alten System ber Cobufteuerabzüge durch Löhne im vergangenen Jahre ist aber durch das Steigen der Breise feste Beträge zurückkehren, wie es vor der 2. Steuernotverordnung hervorgerufen worden. Die Löhne find zwar zahlenmäßig gefstiegen, bestand. Die zweite große Steuer der Massenbelastung ft aber ihre Rauftraft ist nur dieselbe geblieben, die Steigerung der Nominallöhne bedeutet teine Steigerung der Reallöhne. Während aber Löhne und Gehälter von Anfang bis Ende des vorigen Jahres durchschnittlich nur um ein Drittel gestiegen sind, hat sich der Ertrag der Lohnsteuer in derselben Zeit nahezu ver. doppelt. Denn bei der heutigen Form der Lohnsteuer wächst die Steuerbelastung stärker als der Lohn steigt. Dafür folgende Beispiele, die sich auf einen verheirateten Arbeiter mit 2 Kindern beziehen. Januar Nov. 1924 Dez. Bauarbeiter, gelernt Bohenlohn M. 26,66 41,00 Lohnsteuer% 3,8 5,0 Wochenlohn M. 23,58 angelernt. 34,52 3,5 Lohnsteuer% 4,6 Tertilarbeiter, gelernt.. Wochenlohn M. 20,69 29,31 Lohnsteuer% 2,9 angelerat. Bochenlohn M. 17,62 Lohnsteuer% 2,2 4,1 41,06 4,4 34,57 4,0 29,60 8,5 28,64 28,88 B angelernt . Wochenlohn R. 25,80 Lohnsteuer% 3,8 Wochenlohn M. 21,93 Lohnsteuer% 3,2 Budbruder, gelernt B 3,8 2,6 3,5 42,80 42,80 5,0 $ 6,23$ 6,23 4,7 4,1 4,5 Der Boranschlag schäßte das monatliche Steuerauftommen nur auf 437 Millionen Mart. Das tatsächliche Aufkommen ist in allen Monaten beträchtlich darüber hinausgegangen. Es ist im Januar fogar 75 Broz höher. Der geschäzten Einnahme für zwölf Monate von 5244 Millionen steht also eine tatsächliche Ein nahme in den ersten zehn Monaten bes Rechnungsjahres von 6081 Reichsbeamte, Gruppe II. Monatsgeb.. 109,00 170,18 178,75 8,0 4,7 Millionen Mart gegenüber. Die tatsächlichen Steuererträge werden III. Monatsgeh.. 115,00 184,18 193,25 also im gesamten Rechnungsjahre 1924/25 den geschätzten Ertrag Lohnsteuer% 4,0 5,1 4,8 um nahezu 40 Proz 2 Milliarden übersteigen. Bie aus dieser Uebersicht hervorgeht, ist die Cobaftenerbelaftung von Januar bis November 1924 mm mindestens 1 Prozent geftiegen. Der Rückgang der Belastung im Dezember ist die wirtung der Erhöhung des steuerfreien Lohnbetrags von 50 auf 60 Mart durch die Steuermilderungsverordnung des Reichspräfibenten. Aber der Bergleich mit der Belastung im Januar zeigt, daß die Belastung im Dezember immer noch mindeffens Prozent höher ift. Um die ½ Belastung durch die Lohnsteuer auf ein erträgliches Maß au fenfen, ift bas zwedmaßigste mittel: bie Erhöhung des ftenerfreien Betrags von 60 auf 100 m. monaffic. Diefe günftige Entwidlung der Reichsfinanzen ist das Ergebnis der ständig wachsenden Belaffung der Massen durch die Cohn- und Umsatzsteuer, fowie durch die Berbrauchsabgaben. Die Erträge der Massensteuern find start gestiegen, die Erträge der Besitzsteuern dagegen find gegenüber dem Boranschlag gesunten. Daher sind die Steuern der Massenbelastung, Lohnsteuer, Umfahsteuer, Beförderungssteuer, Zölle und Berbrauchssteuern, in immer größerem Umfange zum Hauptträger der Reichsfinanzen geworden. So erbrachten in den Monaten Bei der Mai April Juli in millionen Mart Lohnsteuer. 80 88 96 108 107 118 115 120 126 126 108 Umfassteuer. 156 135 134 161 139 145 197 153 140 201 156 Beförderungs Steuer 18 19 24 21 28 66 28 21 23 26 36 Zölle u. Ber brauchsst.. 95 95 94 116 127 124 129 142 158 175 125 Massenbelaft. 347 335 348 406 396 448 469 436 446 528 425 Durch die Massenbelastung wurde also im Januar 1925 über die Hälfte mehr als im April 1924 aufgebracht. Noch deutlicher aber tritt die gewaltige Steuerleistung der Maffen vor Augen, wenn man den Anfeil der Maffenbelaffung an dem Gesamtertrage aller Reichsfteuern errechnet. Dieser Anteil erreichte in den Monaten April Mai Juni Juli Aug. Sept. Dit. Rob. Dez. San. Durofanitt in Prozentex April/ Jan. 69 66 64 74 89 67 75 67 65 70 69 Selbst wenn dieser sozialdemokratische Antrag angenommen wird, ist das jährliche Steuerfreie Existenzminimum mit 1200 Mart - angesichts der Preissteigerungen niedriger als im Frie den, wo in Preußen z. B. alle Eintommen unter 900 Mart steuerfrei maren. Der Feuerfreie Lohnbetrag muß auch faächlich allen Arbeitern zugute tommen. die Umsatzsteuer. Auch ihr Ertrag steigt ständig. Bon Jammar 1924 mit 98 Millionen Mart stieg er auf 201 Millionen im Januar 1925. Die Umfahftener ist die größte Einnahmequelle des Reichs. Ihr Anteil an den Reichseinnahmen betrug in den einzelnen Monaten in Prozenten: Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Dlt. Nov. Dez. 1924 Jan. 1925 19,6 24,5 19,8 80 26 26,8 27,7 23,5 28.8 28,6 22,8 21,0 26,1 Die Umfaßsteuer bringt somit ein Biertel aller Reichseinnahmen, und zwar troß der zweimaligen Ermäßigung ihres Steuersatzes. Geit dem 1 Ottober 1924 beträgt die Umfassteuer 2 Broz. stats 2% Broz, und feit dem 1. Januar 1925 1% Braz Der Steuerfaß von 2 oder 1½ Broz. tönnte auf den ersten Blick niedrig erscheinen. Die Umsatzsteuer verteuert aber afle Baren dese halb so sehr, weil sie bei jedem Umfaß erhoben wird. Da die meisten Waren auf ihrem Wege vom Erzeuger zum Berbraucher durch mindestens fünf Hände gehen, wird die Umsatzsteuer auch mindestens fünfmal erhoben. So verkauft& B. der Landroirt Getreide an den Getreidehändler, diefer an den Müller, der Müller gibt das Mehl an den Mehlhändler, der Mehlhändler an den Bäcker und ber Bäder verlauft das Brot an den Berbraucher. Noch mehr Umsatzsteuer ist in einem ferfigen Anzug enthalten. Der Spinner, ber hierzu das Garn herstellt, verkauft dieses an den Garnhändler. Der Garnhändler verlauft es an den Weber, der Weber läßt es färben und appretteren und verkauft das Tuch dann an den Großhändler. Der Großhändler gibt die gleiche Ware an die Konfektionswerkstatt und von hier tauft der einzelne den fertigen Anzug. Hier waren also fieben Umfäße nötig, bis die fertige Bare vom ersten Erzeuger in die Hand des Verbrauchers gelangt. Die Umfaßfteuerdenkschrift der Reichsregierung muß daher feststellen, daß bei einem Steuerfaß von 2,5 Broz, das Brot mit 8,9 Proz, der fertige Stoff mit 7,6 Proz. belastet wird. Bei dem gegenwärtig auf 1,5 Proz ermäßigten Steuersatz beträgt also die Belaftung des Brotes immer nod 5,3 Proz. und die der Legfilien 4,6 Proz Diefe gewaltige Bertenerung durch die Umfabftener trägt immer der Berbraucher. Der Verbraucher fann die wahre Höhe der Steuer mur deshalb nicht übersehen, weil das Gefeß es verbietet, die Steuer offen in die Berechnung des Preises einzustellen. Dagegen darf der Verläufer die Umsatzsteuer voll in den Preis der Ware einrechnen. Das gelingt ihm auch meist. In Zeiten günstiger Wirtfchaftslage gelingt es ihm fogar, von dem Betrage der Umsatzsteuer noch einen besonderen Gewinn zu machen. Dann verteuert die Ilmfazsteuer die Ware nicht nur um so mehr, je teurer fie bereits vorher war, sondern fie reizt den Berfäufer an, noch feinen befonderen Gewinn davon zu machen. Die besondere Härte der Umsatzsteuer liegt darin, daß sie jeden Berbraucher nicht nur ohne Rücksicht auf seine Leistungsfähigkeit belaftet, sondern gerade den Leiftungsschwachen noch stärter belaffet als den Ceistungskräftigen. Der Großverbiener braucht mur einen Meinen Teil seines Einkommens zur Bestreitung seines täglichen Be darfs auszugeben, und fann den Reft zu Zweden vermenden, die oft nicht der Umsatzsteuer unterliegen. Der Cohn- und Gehaltsempfänger aber muß den allergrößten Teil seines Einkommens zur Beficeitung des täglichen Unterhalts ausgeben, er muß dafür Waren taufen, die alle mit ber hohen Umfahsteuer belastet find. Deshalb macht die Be laftung mit der Umsahsteuer in dem Haushalt eines Arbeiters einen viel größeren Betrag aus, als in dem Haushalt eines Wohlhabenden. Ebenso tritt durch die Umsatzsteuer eine erhöhte Belaffung der finderHier aber fiegt in der bisherigen Regelung der Lohnfteuer eine besondere Härte. Die Erhebung der Lohnsteuer an der Quelle hat es bisher mit sich gebracht, daß ein Arbeiter, der längere Zeit erwerbslos oder trant war, Lohnsteuer zahlen mußte, obgleich sein gefamtes Jahreseintommen nicht einmal den jetzt geltenden fteuer freien Lohnbetrag von 720 mart erreichte. Aber auch Kurzarbeiter und Saijonarbeiter, die im Jahre mehr als 720 Mart verdient haben, werden ungebührlich hoch beloftet, weil sie nicht in den vollen Genuß bes fteuerfreien Eriftenzminimums tommen. Wenn zum Beispiel ein lediger Arbeiter bei einem Wochenion von 30 Marf mur 30 ochen gearbeitet hat und somit 900 Mart im Jahre nerdient hat, hätte er bei einem jährlichen Steuerfreien Lohnbetrag unn 720 Mart nur 180 Mart zu verfteuern brauchen. her ba er nur 30 Wochen gearbeitet hat, ist ihm nur für 30 Wochen der fteuerfreie Lohnbetrag, also 30x15-450 Mart, angerechnet worden, so daß er batsächlich Jahresreichen Steuer oder 2 Prozent zu zahlen, mußte er 45 Mart oder 5 Prozent feines Einkommens als Steuer entrichten. Um diese Härte aus der Belt zu schaffen, hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion einen Antrag eingebracht, der fordert, daß der steuerfreie Bohnbetrag auch in den Fällen von Lohnausfail infolge Erwerbslofigteit, Krankheit, Kurzarbeit, Ausfpernung, Streif ufm., sowie bei den Saifongewerben voll gutgebracht wird. Die Reichseinnahmen merden also zu zwei Drittel bis drei Bierfel durch die Maffenbelaftung aufgebracht. Im Durchschnitt des Rech mingsjahres 1924/25 find aus den Massensteuern fast 70 Broz auf- Sohbeth 50 Mart verfieuern mußte. infbalt mur 18 Mart Sabres reichen Familien ein, denn der Familienvater mit 6 Kindern muß die getommen. Unter den Steuern der Maffenbelastung und überhaupt unter allen großen Steuern des Reichs hat die Lohnstener den größten Mehrertrag gebracht. Ihr wirtliches Auftommen hat in zehn Monaten bereits 1079 millionen erreicht, also den Boranschlag für 12 Monate um nahezu 50 Prog. überschritten. Der monatliche Ertrag der Lohnsteuer, der im Februar 1924 63,9 millionen betrug, erreichte in den Monaten Dezember 1924 und Januar 1925 je 126 Millionen Mart, hat sich also nahezu verdoppelt. Es betrug in den Monaten: Jan. Febr. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Dft. Rob. Dez. 1924 aller Steuern: der prozentuale Anteil der Sohnsteuer am Gesamtaufkommen 14,9 15,3 12,0 15,2 16,9 20,4 18,6 18,1 18,8 16,7 17,9 19,7 der prozentuale Anteil der Lohnsteuer am Gesamtaufkommen der Einkommensteuer: 45,3 49,1 44,2 43,0 45,3 64 57 61 66,5 45,8 68,2 86,3 Aus biefer Uebersicht geht hervor, daß der Anteil der Lohnftener an den Reichseinnahmen von Anfang bis Ende vorigen Jahres um nahezu 5 Broz, von rund 15 auf 20 Pro3. gestiegen ist noch stärker stieg der Anteil der Lohnsteuer an dem gesamten Ruffommen auts der Einkommensteuer. Während er im Januar nur 45 Broz betrug, machte er im Dezember 66 Proz. aus, ftieg also um mehr als 20 Proz Diese gewaltige Steigerung des Lohnsteuerauftommens mar mur möglich durch eine wachsende Belastung der Cohn- und Gehaltsempfänger durch die Lohnsteuer. Obgleich die Sätze der Lohnsteuer während des ganzen vergangenen Jahres unverändert geblieben find, ist die prozentuale Belastung des einzelnen dennoch geftiegen. Das liegt einmal an den im Laufe des Togal hervorragend Tabletten bewährt bei: Gicht, Hexenschuß, Rheuma, Nerven- und Ischias, Kopfschmerzen Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Fragen Sie Ihren Arzt. Jn allen Apothefen erhältlich. Best. 126% Lith, 0,46% Chinin, 74,3% Acid. acet. salic., ad 100 Amylum. Weitere Härten der heutigen Lohnsteuerbeloftung fiegen in einer nazureichenden Rüdfichtnahme auf finderreiche Familien und in einer ungerechten Bevorzugung ber hochbefofdeten Arbett nehmer. Schuld daran ist die Neuregelung des Lohnsteuerabzugs durch die 2. Steuernotverordnung vom 19. Dezember 1923. Das zeigt eine Gegenüberstellung ber prozentualen Belastung des Gesamtlohns vor und nach der Reuregelung durch die 2. Steuernotverordnung: Belastung in Prozenten. Bochett Lebig Berheiratet verb. 1 Rinb verb. 2 Rinb. peth. 4 Rind. Lohn vorher nachh. vorher nachh. vorher nachh. vorher nachh. vorher nachh. 25. 5,8 5,2 5,4 4,4 2,4 4.2 8,6 2,6 30 6,5 6,0 6,1 5,3 3,6 4,8 1,2 4,2 3,0 7,9 7,6 7,7 6,8 6,2 6,1 4,7 5,3 1,7 3,8 9,3 9,2 9,2 8,3 8,7 7,4 8,2 6,4 7,2 4,6 B 50 R 150 gebracht für die Leoigen und die finderlos Berheirateten einerseits, Wie biefe Tabelle zeigt, het die Stenregelung eine Ermäßigung für die Bielverdiener andererseits. Die Belastung der Familienväter aber ist erheblich gestiegen und vor allem die finderreichen Familien find durch die Neuregelung am ungünftigften geftellt worden. Wäh rend ein Familienpater mit zwei Rindern bei 30 Goldmart Wochen Lohn vorher nur 1,2 Prozent zu zahlen hatte, mußte er nach der Neuregelung 4,2 Prozent zahlen. Während er mit vier Kindern vor her überhaupt steuerfrei mar, zahlte er fünftig 3 Prozent. Während bei gleichem Einkommen der Familienvater mit zwei Kindern vorher nur ein Fünftel der Steuerlast des Ledigen zu tragen hatte, mußte er nachher halb so viel zahlen. Die lellenden Angestellten und Direttoren aber wurden begünstigt. Ein Familienvater mit zwei Direttoren aber wurden begünstigt. Ein Familienvater mit zwei Rindern und 25 Mart Wochenlohn, der vorher steuerfrei war, mußte hinfort 3,6 Prozent zahlen. Berdiente er aber 150 Mart wöchentlich, fo wurde feine Steuerbelastung von 8,2 Prozent auf 6,4 Prozent er. mäßigt. Diese Benachteiligung der finderreichen Familien bei gleichzeitiger Bevorzugung der hochbefoldeten Arbeitnehmer hat die Neuregelung burch die 2. Steuernotverordmmg mit sich gebracht, weil sie an Stelle der vorher auf fefte Marfbeträge lautenden Ermäßigungen für Frau und Rinder die Kürzung des Steuersatzes im je 1 Prozent für jeden Familienangehörigen einführte. Deshalb fann man diese Ungerech tigkeit nicht dadurch beseitigen, daß man für finderreiche Familien eine weitere Kürzung des Steuerfaßges forbert. Die damit erreichte durch die Umsatzsteuer verteuerte Ware ebenso teuer bezahlen, mie der ledige Verbraucher, der noch dazu bei gleichem Einkommen einen Teil seines Lohnes oder Gehalts der Umfaßfteuer entziehen kann. Der britte große Beftandteil der Massenbelaftung find die Zölle und Berbrauchssteuern. 163 23 1249 Ihr Ertrag erreichte seit dem 1. April 1924 im einzelnen( in Millio nen Mart): Tabat. Zuder Bier Branntwein Wein Sonstige gölle Steuern Zuf 282 416 179 110 76 Zölle und Berbrauchssteuern haben zu Beginn des vorigen Jahres infolge des start gejuntenen Berbrauchs nur sehr geringe Erträge geliefert, brachten dann aber gegen Ende des Jahres um fo mehr auf. Während ihr Auftommen im Januar 1924 mirr 40 Millionen Mart erreichte, betrug es im Dezember 158 Millio nen und im 3anuar 1925 sogar 175 Millionen, hat sich also innerhalb eines Jahres mehr als vervierfacht. Das geht auch aus dem Anteil hervor, den die Zölle und Verbrauchssteuern an den gejamten Reichseinnahmen im Laufe des vergangenen Jahres hatten. Diefer betrug in Prozenten: Jan. 8 Jan. 1925 1924 Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Oft. Nov. Dez. 15 18 18 18 19 20 21 20 19 21 25 23 nahmen, der im Januar 1924 nur 8 Broz. betrug, erreichte im Der Anteil der 3ölle und Berbrauchssteuern an den ReichseinDezember 25 Broz. und im Januar 1925 23 Bres, hat fich also verdreifacht. Im Durchschnitt des vergangenen Jahres machten die Zölle und Verbrauchssteuern rund ein Fünftel der Reichseinnahmen aus. Die Verbrauchssteuern wirfen noch unsozialer als die Umsatzfeuer, wenigstens soweit fie die lebensnotwendigen Bedürfnisse belaften. Sie spielen im Haushalt des Arbeiters eine viel größere Rolle als im Haushalt des Wohlhabenden. Der Arbeiter, der 80 Es gibt keine Fran bie jemals wieder etwas anderes zum Haarwaschen gebrauchte, wenn fie ein einziges Mal Lavaren verwendete. Jede einzige fagt, das schon bei dem erstenmal Waschen die Haare nicht mehr ger 3aufen, vom zweitenmal ab bleibt der Kamm frei von ausgefämmten Haaren. Lavaren forgt eben für hygienische Haarpflege, ist ein ernit. haftes, wissenschaftlich zusammengestelltes Mittel und fein Rosmeti fum, bei dem es meist nur auf den guten Geruch antommi. Troj. dem toftet eine Badung auch nur 30 Pf. ALTER WEINBRAND F JACOBL1880 E oder 90 Broz. feines Berdienstes für seinen täglichen Unterhalt ans geben muß, unterliegt mit einem viel höheren Anteil seines Eintommens der Berbrauchsbelastung als der Wohlhabende, der viel leicht mur 20 Proz. seines Einkommens zur Beschaffung dieser Dinge zu verwenden braucht. Die gewaltige Belastung durch die Verbrauchssteuern wird dem einzelnen ebenso wie bei der Umsatzsteuer deshalb nicht bewußt, weil die Steuern in den Verkaufspreis einge rechnet werden dürfen. Die Verbrauchssteuersäge betragen im einzelnen: Die Zuckersteuer soll 35 Proz. vom Großhandelspreis betragen. Da aber gegenwärtig nach unserer Meinung gefezwidrig nicht die jetzt geltende Notierung von 18 M. für den Zentner, sondern die Rotierung von Mitte Dezember 1923 mit 30 M. der Besteuerung zugrunde gelegt wird, ergibt sich bei einem Kleinhandelspreis von 32 Pf. das Pfund eine Belastung von 33 Pro 3. Hierzu kommt noch die Belastung durch die Umfassteuer, die auch etwa 4 Proz. des Kleinverkaufspreises beträgt. Von dem Preis von 32 Pf. für ein Pfund Zucker entfällt also nur 20 Pf. auf die Ware, dagegen 12 Pf. auf Steuern!! Noch höher ist die Belastung durch die Salzsteuer, denn diese beträgt 45 Pro z. des Großhandelspreises. Die Bierstener beträgt rund 10 Proz. des Flaschenbierpreises. Die Tabafsteuer belegt Zigarren- und Pfeifentabaf mit 20 Broz., Zigaretten und feinen Rauchtabak mit 40 Broz.. Die Leuchtmittelsteuer wird in Höhe von 20 Broz, die Zündwarensteuer in Höhe von 60 Proz. erhoben. So wird überall unmerklich dem Arbeiter der schwer verdiente Lohn durch die Steuer verkürzt. Nachdem sein Sohn bereits um die Lohnsteuer gekürzt ist, muß er sich noch eine meitere zweimalige Steuerbelastung gefallen laffen. Alle Waren, die er fauft, sind durch die Zölle und die Umsatzsteuer vorbelastet und viele Waren, die zwar nicht alle zu den unbedingten Lebensnotwendigkeiten gehören, aber doch zu seinem täglichen Bedarf zu rechnen sind, sind durch die Verbrauchssteuern verteuert. Die gleiche Wirkung wie die Verbrauchssteuern und die Umsatzstener hat die Beförderungssteuer, die vom Güterverfehr in Höhe von 7 Proz. erhoben wird und den Personenvertehr je nach der Wagentlaffe mit 10 bis 16 Broz. belastet. Da die Steuer auf den Gütertransport ebenso wie die Umjazsteuer in den Preis der Ware eingerechnet wird, wirkt auch fie als reine Maffenbelastung. Dasselbe gilt von der Steuer auf den Bersonenverkehr. Denn hier sind es gerade die unteren Wagenflaffen, die die Ueberschüsse liefern und auch die großen Steuer. Nur 20 Pfennig wöchentlich haben Sie aufzuwenden, wenn Sie sich und Ihrem Haar die Wohltat einer Kopfwäsche verschaffen wollen. Diesen geringen Betrag kann wohl jeder Einsichtige für die Haarpflege erübrigen. Verlangen Sie aber nicht einfach ein Kopfwaschpulver", sondern betonen Sie, daß Sie nur » Schaumpon mit dem schwarzen Kopf" zu erhalten wünschen, das altbekannte, an Ausgiebigkeit, Schaumentwicklung, belebender und reinigender Wirkung auf die Kopfhaut unübertroffene Mittel. Überall erhältlich. Alleiniger Hersteller: Hans Schwarzkopf, Berlin- Dahlem. Wichtig ist, daß Sie beim Einkauf den Zusatz „ mit dem schwarzen Kopf" besonders betonen. erträge aufbringen, während die oberen agentlaffen faum die Un, foften decken. Hierbei kommt noch hinzu, daß die Tarife um 50 Proz. gegenüber der Vorfriegszeit erhöht sind, um die Reparationslaften der Reichsbahn aufzubringen, die somit auch auf die Schultern der Massen abgewälzt werden. Zu dieser Belastung des Massenhaushalts durch die Reichssteuern tommt aber noch eine weitere Belastung durch die Steuern der Länder und Gemeinden. Während die Gemeinden infolge der Finanznot gezwungen sind, auch ihre Verbrauchssteuern außerordentlich start anzuspannen, hat das Reich die Länder gezwungen, die Mietssteuer zu erheben. Diese Steuer, die heute von den Ländern durchschnitt lich in Höhe von mindestens 20 Proz. der Friedensmiete erhoben wird, und einen Ertrag von etwa 1 Milliarde bringt, wirft om Post- Abonnenten D amit die regelmäßige Zustellung des „ Vorwärts" im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere Post- Abonnenten, das Abonnement für den kommenden Monat bei dem zuständigen Postamt fofort zu erneuern. Vorwärts- Verlag 6. m. b. H. aller unfozialften. Sie ist auch fulfurwidrig. Denn fie ift eine Steuer auf den Wohnungsverbrauch und führt zu den schwersten gesundheitlichen und fittlichen Schädigungen. Sie belastet den gering Befoldeten höher als den hoch Besoldeten, denn der Arbeiter muß einen verhältnismäßig größeren Teil seines Einkommens auf die Miete verwenden, als der Wohlhabende. Bermendet der Wohlhabende aber denselben Teil, so leiftet er fich damit einen Lurgus. Während also die Mietsteuer beim Arbeiter eine Steuer auf den notwendigen Berbrauch ist, ist sie bei dem Wohlhabenden beftenfalls eine Curussteuer. Diese Ungerechtigkeit verschärft sich noch bei finderreichen Familien, die gezwungen find, eine größere Wohnung zu halten, worauf die Mietssteuer aber feinerlei Rüdsicht nimmt. Ganz im Gegensatz zu der unerhört hohen Belastung des Massenhaushalts durch das deutsche Steuersystem steht die weitgehende Schonung der arbeitenden Bevölkerung im Ausland. Die Cohnsteuer in Desterreich belastet einen Arbeiter mit 40 m Wochenlohn mit mur 1 Broz, während er in Deutschland 5 Proz zahlen muß. Ein Angestellter mit 70 m. wöchentlichem Einkommen hat nur 2 Broz. zu zahlen, während er bei uns 7 Proz. zahlen muß. Dabei ist noch zu berüdsichtigen, daß das österreichische Gesez Ueberstundenbezüge gänzlich, und nebeneinkommen bis zu dem Betrage von 450 Goldmart jährlich steuerfrei läßt. In England ist bei einem Ledigen ein jährliches Einkommen von 2700 m, bei einem Verheirateten 4500 m. steuerfrei, so daß in England fast tein Arbeiter Einkommensteuer zu zahlen hat. Eine befondere Lohnstener besteht überhaupt nicht ber ble feinen W Bow tommen in England find auch nicht durch indirefte Steuern ſtarter belastet, denn es gibt weder Zölle auf notwendige Bedarfsartifel nod eine Umsatzsteuer Der Anteil der Massenbelaftung an den englischen Steuereinnahmen ist auch nur etwa halb so hoch wie der Anteil an den deutschen Steuereinnahmen. England hat es sogar zumege gebracht, seine indirekten Steuern gegenüber der Borkriegszeit zu ermäßigen Auch in Frankreich läßt die Einkommensteuer ein jährliches Existenzminimum von etwa 1400 m. steuerfrei. Ferner sind aber noch weitere 600 m. für die Ehefrau und für jedes Kind des Steuerpflichtigen steuerfrei, so daß ein Verheirateter mit jährlich 2000 M., ein Berheirateter mit 2 Kindern mit jährlich 3200 m. Eintommen teine Steuer zu zahlen braucht. Außerdem ist auch der Tarif der französischen Einkommensteuer viel sozialer gestaffelt als der deutsche. Er beginnt mit 2 Broz. und steigt bei den höchsten Einkommen bis 50 Broz. Der deutsche Tarif aber beginnt gleich mit dem hohen Sah von 10 Broz und soll nicht über 33 Proz. hinaus. gehen. Die Umjazsteuer ist ebenfalls in Frankreich mit 1,3 Broz. niedriger als in Deutschland. Selbst wo im Auslande höhere Säge für die Umsatzsteuer bestehen, ist die tatsächliche Belastung geringer. Denn die deutsche Umsatzsteuer wird von derselben Ware viel öfter erhoben, als etwa die russische, die fanadische und die österreichische Umsatzsteuer. Deutschland ist also schon heute das Land mit der schmer ften steuerlichen Belastung der Maffen und dem un sozialsten Steuersystem der Welt. Das Steuerprogramm der Redsregierung will diesen Zustand noch verschärfen. Obwohl das Sachverständigengutachten eine stärfere Belastung des Befizes verlangt, fennt die Rechtsregierung nur ein Ziel, den Abbau der Besitzsteuern. Das führt aber. zu schmeren Erschütterungen und gewaltigen fozialen Kämpfen. Die Gesundung der deutschen Mirt schaft ist abhängig von der Erhöhung der Lebenshaltung seiner breiten Massen. Die Rechtsregierung will fie weiter einschränken. Bir aber nehmen den Rampf für die Erhöhung der Lebenshaltung der Massen auf. Im Bunde mit den freien Gemertschaften, unterstützt von den Maffen der Lohn- und Gehaltsempfänger und gefördert von der Sympathie aller sozial Empfindenden, muß alles eingesetzt werden für die Durchfezung eines Steuersystems, das den sozialen Erfordernissen der Gegenwart Rechnung trägt. KATHREINERS MALEZKAFFEE Mr.& - feln fogenannter Gerstenfaffee", fondern wirk fiches Mala! Daher so bekömmlich und wohlschmeckend. -1 Pfund.unr 50 BigPorzellan, Glas, Wirtschaftsartikel Porzellan welss, mit kleinen Fehlern zu besonders billigen Preisen Speiseteller fach.. 38Pt, tiet 45Pt. Salatieren... 55PL. bis 90PL Abendbrotteller 20PL Beilageschalen 55Pf. Kompotteller.. 12PL Kaffeekannen 60, 75, 90Pt. 100 Terrinen 200 Saucieren 95. Teekannen......... 75, 90. 100 Kartoffelschüsseln.......... 135 Zuckerdosen 25,35 Tassen 10. Bratenplatten....... 55 bis 175 Milchtöpfe... 25,40,45,55. Massives Porzellan Extra billiges Glas Butterglocken gepresst......... 28Pt. 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Sportformea allerieinste Qualitäten Spezialität Trp. Grosse Weiten Nr. 13842. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts del Contag, 22. März 1925 Die Kreditnot des Mittelstandes. Grundschulvorlage.- Dreimalige Beschlußunfähigkeit. In der gestrigen Sigung des Reichstags, die Präsident Lobe um 11,20 Uhr eröffnet, wird zuerst der Entwurf eines Kabelpfandgeseges in dritter Lesung angenommen. Es folgt die zweite Lesung des Gefeßentwurfs über den Verkehr mit unedlen Metallen. Danach sollen die Vorschriften dieses Gesetzes nicht für den börsenmäßigen Terminhandel mit unedlen Metallen gelten. Der Berichterstatter Biener( Dnat.) bedauert, daß das Gesetz in den einzelnen Ländern verschiedenartig ausgeführt werde, insbe fondere würden die Kempnermeister oft als Rohproduktenhändler behandelt, wenn sie die bei ihrer Arbeit entstehenden Abfälle zu veräußern suchen. Die Vorlage wurde in zweiter und dritter Lesung angenommen. Ueber einen gemeinschaftlichen Antrag der Ausschüsse für den Reichshaushalt und für Volkswirtschaft, wonach die Reichsregierung ersucht wird, zur Milderung der Kreditnot der mittleständischen Gewerbe die Reichsbant zu veranlassen, 30 Millionen Mart der Freußischen Zentralgenossenschaftskaffe und der Genossenschaftscbteilung der Dresdener Bant als Darlehen auf ein Jahr baldigst zur Verfügung zu stellen mit der Maßgabe, die daraus zu ge währenden Kredite bis zu einem wesentlich billigeren als zu dem bisherigen Binsfag weiterzugeben. Sollte die Beschaffung der Summe auf diesem Wege nicht möglich sein, so sollen sie aus Mitteln der Reichspost zur Verfügung gestellt, Kredite daraus aber nur unter der Bedingung zu gewähren, daß die Arbeitsbedingungen zwischen den Kreditnehmern und ihren Arbeitsnehmern tarifvertraglich geregelt sind. In der Debatte weist der Abg. Kretzig( Soz.). darauf hin, daß der Mittelstand vornehmlich durch die Inflation ruiniert worden sei. Die hier ausgesprochenen Wünsche gingen noch nicht weit genug, aber es habe schon große Mühe gefoftet, auch nur das zu erreichen. Die Regierung habe den Reedern ohne weiteres 50 millionen zu einem ganz niedrigen Zinsfuß zur Verfügung zu stellen. Es müsse auch unmer wieder auf die 715 Millionen hingewiesen werden, die den Ruhrindustriellen ohne Zinsen gegeben wurden. Was bei den Großen möglich sei, müsse erst recht für die Kleinen durchgeführt werden. Die Sozialdemokratie stimme dem Ausschußantrag zu. Dieser wurde schließlich mit einem Abänderungsantrag Drewih ( Wirtschaftsp.) angenommen, wonach nur gewerbliche Kreditnehmer in Frage kommen sollen. Es folgt der Bericht des Ausschusses für die Entschädigungsgeseze und des Haushaltsausschusses über Anträge betreffend Aenderung der Entschädigungsgesetze. Die Ausschüsse empfehlen die Annahme folgender Entschließung: „ Die für Liquidation und Gewaltschäden nach den gesetzlichen Be stimmungen gewährten Entschädigungen haben sich als unzu reichend erwiesen. Die Notlage der Geschädigten erfordert dringend alsbaldige Abhilfe. Es sollen deshalb Mittel durch den Nachtragshaushalt bereitgestellt und auf Grund von Richtlinien, die der Ausschuß gebilligt hat, ausgefchüttet werden. Die Reichs, regierung wird ermächtigt, mit der Durchführung der Richtlinien fofort zu beginnen. Durch diese Maßnahmen soll der end= gültigen Regelung der Entschädigungsfrage nicht Dor gegriffen werden. Der Reichstag bedauert, daß mit Rücksicht auf Die finanzielle Lage des Reiches eine weitergehende Entschädigung nicht möglich ist. Er spricht die bestimmte Erwartung aus, daß die Reichsregierung mit allem Nachdruck den von ihr geltend gemachten Anspruch weiter verfolgt, die Entschädigung für das liquidierte deutsche Eigentum gemäß Teil 1, Abschn. 2 des Sachver. ständigen gutachtens in die durch Deutschland zu die durch Deutschland zu be wirkenden Jahresleistungen einzubeziehen." Ferner soll die Reichsregierung ersucht werden, nach Ablauf von sechs Monaten vom Beginn der ersten Auszahlungen auf Grund der Swischenaktion dem Ausschuß für die Entschädigungsgefeze eine lebersicht vorzulegen über die Anzahl der bearbeiteten Ent schädigungsfälle und die dabei ausgezahlten Beträge. Abg. Buchwitz( Soz.). demokratische Fraktion davon abgehalten, ihren von der Ausschußmehrheit abgelehnten Antrag und ihre Entschließung im Plenum des Reichstages erneut einzubringen. Wir stimmen dem Antrag des 22. Ausschusses zu, um jede Berzögerung des Infrafttreten der Zwischenlösung zu ver meiden. Der Ausschußantrag mird angenommen. Der fommunistische Antrag betreffend Sicherung der Wahlfreiheit wird gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Angenommen wird ein Antrag Müller- Franken( Soz., die Reichsregierung zu ersuchen, bei den Ländern dahin zu wirken, daß alle die Wahl freiheit einschränkenden Bestimmungen in Rüdficht auf die bevorstehende Wahl des Reichspräsidenten schleunigst aufgehoben und die verantwortlichen Beamten auf das nach drücklichste angewiesen werden, auf die unparteiische Durchführung diefer Anordnung zu achten. Es ist bemerkenswert, daß bei der Grosse Kundgebung zur Wahl des Reichspräsidenten für den Kandidaten OTTO BRAUN Mittwoch, 25. März, abends 8 Uhr im Sportpalast, Potsdamer Str. 72 Es sprechen die Reichstagsabgeordneten Aufhäuser, Adolf Hoffmann, Dittmann Dr. Hilferding( Reichsminister a.D.), Stampfer Severing( Preuß. Innenminister), Otto Wels Massenchöre, Rezitationen. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Parteigenossen, sorgt dafür, baß diese Rundgebung zu einer gewaltigen Demonstration wird für unseren Kandidaten OTTO BRAUN! Der Bezirksvorstand. Abstimmung über diese Anträge, also auch über ihre eigenen, im ganzen pier fommunistische Abgeordnete von der 43 Mann starfen Frattion anwesend waren. Daraus fann man schließen, welchen Wert die Kommunisten selbst ihren Anträgen und ihren Reden beimessen. Anträgen und ihren Reden beimeisen. Es folgt die Beratung des vom Ausschuß für Bildungswesen auf Grund von Anträgen aus dem Hause eingebrachten Gesezent wurf über den Lehrgang der Grundschule. Danach fönnen besonders leistungsfähige Schüler schon nach drei jährigem Besuch der Grundschule zur Aufnahmeprüfung für eine mittlere oder höhere Schule zugelassen werden. Der Abg. Runkel ( pt.) begründete den Ausschußantrag. Abg. Schred( Soz.) wandte fich mit großer Entschiedenheit gegen den Versuch, die Klaffen. scheidung bei den Schülern wieder einzuführen und für die Kinder bemittelter Eltern besondere Vorrechte zu schaffen. Er wies auf die Tatsache hin, daß der Staatsfefretär Genosse Heinrich Schulz, seit dem die Rechtsregierung am Ruder sei, nicht mehr über Erziehungs. fragen referieren dürfe, trotzdem er der eigentliche Schöpfer der Grundschule sei. Das fennzeichne den reaktionären Rurs der Regierung. Abg. Rheinländer( 3.) betont die Notwendigkeit, die Kinder aller Klassen im Sinne der Volksgemeinschaft zufammenarbeiten zu laffen. An den vier Jahren der Grundschule solle nicht gerüttelt werden. Die Hineinziehung der Borschule in die Grundschule lehnt der Redner ab. gibt dazu folgende Erklärung ab: Die Sozialdemokratische Fraktion bedauert ,, daß der von ihrer Seite im 22. Ausschuß gestellte Antrag: den durch Mehrheitsbeschluß des Unteraus. schusses gestrichenen§ 3 der Anlage 2 der Richtlinien wieder herzustellen, von den bürgerlichen Parteien abgelehnt worden ist. Die Abg. Dr. Runkel( D. Bp.) warnt davor, durch sachliche AbändeStreichung des§ 3 der Richtlinien bedeutet eine soziale Berrungsanträge die Verabschiedung der Vorlage zu verschleppen. Im schlechterung der Regierungsvorlage, weil die zu Namen der Regierungsparteien legt er selbst einen Abänderungsihrer Durchführung notwendigen Geldmittel den anderen sozial antrag vor, wonach beim llebergang der leistungsfähigen Schüler schlechtergestellten Friedenswertgruppen entzogen werden sollen. zur mittleren oder höheren Schule nach drei Grundschuljahren nicht Die Sozialdemokratische Fraktion bedauert dies um so mehr, als die Zustimmung, sondern nur die Anhörung des Grundschullehrers die bürgerlichen Parteien durch Ablehnung der Entschließung der erforderlich sein foil. Sozialdemokratischen Fraktion des 22. Ausschusses zu erkennen gegeben haben, daß sie bei einer zufünftigen eventuell weiteren Machentschädigung die Friedenswertgruppe bis 2000 Mart als abgegolten betrachtet missen mollen. Die Sozialdemokratische Fraktion erklärt, daß sie diese Bestrebungen scharf bekämpfen und von der Erfüllung dieser Forderung jede weitere Zustimmung eventuell späteren Nachentschädigungen abhängig machen wird. Nur die Tatsache, daß die große Not der von den Liquidations- und Gewaltschäden Betroffenen ein schnelles Eingreifen erforderlich macht, hat die SozialAbg. Rönneburg( Dem.) begründet eine Entschließung, die eine Vorlage fordert, nach der die Lebenshaltungs- und Bildungstoften für hochbegabte Kinder, die zur Ueberführung in eine höhere Schule geeignet sind, in vollem Umfange von Reich, Ländern und Gemeinden zu tragen sind, wenn diese Kinder infolge der sozialen und wirtschaftlichen Lage ihrer Eltern sonst nur Bolksschulbildung erhalten würden. Der Redner wendet sich gegen die Bestrebungen der Rechtsparteien, die die Grundschule zerschlagen wollen. Abg. Frau Lang- Brumann( Bayer. Bp.) hält auf Grund der guten Erfahrungen in Bayern an der vierjährigen Grundschule fest. D o whom Abg. Schneller( Komm.) wirft den bürgerlichen Parteien vor, fie pflanzten schon in die Seelen der Kinder den Gedanken des Klassenstaates. Abg. Pehold( Wirtsch. Bg.) stimmt dem Ausschußantrag zu. Er habe das Vertrauen, daß das Lehrpersonal die richtige Auslese treffen werde. Abg. Dr. Mumm( Dnatl.) erklärt, daß die Wünsche der Deutschnationalen gerade den unbemittelten Klassen zugute fommen sollen. Für die Bemittelten sei es gleichgültig, aber nicht für die unbe mittelten, ob die Schulpflicht um ein Jahr verlängert werde. Damit schließt die Aussprache. Abg. Frau Pfülf( Soz.) beantragt Zurüdverweisung an den Ausschuß. Zur Feststellung der Beschlußfähigteit muß Namens. aufruf erfolgen, da Sozialdemokraten und kommunisteu muß Namens. und ein Teil der Demofraten den Saal verlassen haben. Es werden nur 172 Karten abgegeben, das Haus ist also nicht beschlußfähig. Präsident& o be beraumt eine neue Sigung auf 3 Uhr an mit der Tagesordnung Kleine Vorlagen. Schluß gegen 3 Uhr. Präsident Löbe eröffnet die neue Sigung pldafoto furz nach 3 Uhr. Auf der Tagesordmmg steht zunächst der Aus schußbericht zu den Anträgen betr. Ausnahmetarife der Reichsbahn für Erz und Kohle. Der Ausschuß beantragt, die. Ausnahmetarife für den Eisenerzverfand aus den Bergbaugebieten an Sieg, Lahn, Dill, Oberhessen und benachbarten Gebieten sowie die Ausnahmetarife für den Brennstoffbezug der Gruben und Eisenhütten zu ermäßigen. Die Reichsregierung wird ferner ersucht, dem Reichstag von Vierteljahr zu Bierteljahr über die Betriebsverhältnisse, Berfehrsleistungen und Geschäftsergebnisse der Reichsbahn Bericht zu erstatten. Der Antrag wird nach furzer Aussprache angenommen. Es folgt die Beratung des Handelsabkommens mit Guatemala. Bei der Abstimmung bezweifelt Abg. Henning ( Dtsch.- pölf.) die Beschlußfähigkeit des Hauses. Da sich das Bureau nicht einigen kann, muß erneut namentliche Auszählung erfolgen. Es werden nur 207 Karten abgegeben, das Haus ist also beschlußunfähig. Präfident Cöbe beraumt zur Erledigung der Petition eine neue Sigung auf 3% Uhr an. Präsident Cöbe eröffnet die dritte Sihung furz nach 3% Uhr. Die Petitionen werden entsprechend den Ausschußbeschlüffen erledigt. Es folgt die zweite Beratung des Gesetz. Rechtsanwaltsgebühren in Armensachen. Der Aus entwurfes zur Aenderung des Gefeßes über die Erstattung von fchuß schlägt vor, daß ab 1. April an Stelle der vollen Gebühr bei einem Wert von 200 bis 500 m. einschließlich 12 M., von 500 bis 1000 M. 20 m. und von mehr als 1000 m. 35 m. treten. Abg. Dr. Levi( Soz.): Ein Staat, der 715 Millionen für die Gro Bindustriellen in bezug auf ben Rechtsschuh der Armen nachzukommen. Es geht aufwenden kann, muß in der Lage sein, auch seinen Berpflichtungen nicht an, daß die Nachteile auf einen einzigen Stand abgewälzt werden. Von der Regierung ist ja auch grundfäßlich die Verpflich tung zu diesem Rechtsschutz anerkannt worden. Wenn wir uns auf den Standpunkt der Armen stellen, so erinnern wir uns an das befannte Wort, das Armenrecht sei zwar umsonst, es sei aber auch danach. Bom Standpunkt des Anwalts kommen wir allerdings zu einer anderen Auffassung. Der Anwalt ist schon aus pinchologischen Gründen gezwungen, die Armensachen besonders genau und eingehend zu bearbeiten, damit die Armen nicht in die unwürdige Stellung fommen, als ob sie Almosen in Empfang zu nehmen hätten. Die Vorlage der Regierung ist ein Rüdfall in veraltete Rechtsanschauungen, der Staat muß sich seiner Verpflichtung gegenüber den Armen bewußt sein, das fommt aber in dem Gesetz entwurf der Regierung nicht zum Ausdrud, deshalb wird meine Fraktion dagegen stimmen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Meyer- Berlin( Dem.) wendet sich dagegen, daß eine solche Angelegenheit, bei der die Ansichten des Hauses weiter auseinander gehen als beim Handelsabkommen mit Guatemala, vor fast leerem Hause erörtert wird. Ein Regierungsvertreter erklärt, daß der Staat selbstvere ständlich den Rechtsschutz der Armen garantiere. Die einzelnen Paragraphen der Vorlage merden in zweiter und dritter Beratung angenommen. Vor der Schlußabstimmung bezweifelt Abg. Dittmann( Soz.) die Beschlußfähigkeit des Hauses. Es erfolgt nochmals Auszählung. Es werden 190 Karten abgegeben, das Haus ist also wieder beschlußunfähig. Präsident Löbe beraumt nunmehr die nächste Sizung auf Dienstag, den 31. März, nachmittags 3 Uhr, an mit der Tagesord nung: Unfallversicherung, Lehrgang der Grund. chule, Anträge über Junglehrer, fleine Borlagen. Schluß gegen 45 Uhr. Mufifaufträge Bettfedern Rupffedern p. Pfd. 6.50, 4.80, 3.40, 2.25 95 Pf. Schleißfedern p. Pfd. 10.90, 8.60, 6.70 5.75| Daunen p. Pfd. 18.50, 13.00 8.50 Fertige Betten Echt türkisch rot Inlett mit Halbdaunen Oberbett Unterbett Kissen. 39.90 • 32.50 13.85 Fertige Bettinlette Metallbettstellen Polsterbettstelle.... 11.50 Bogenbettstelle mit Zug. federmatratze 33 mm, schwarz und weiß 90x190 Daunendeckenfo sämtlich mit Ia weißen Daunen Daunensatin bunt, in verschiedenen Dessins 85.00 125.00 Reine Seide Rücks 21.75 Bettwäsche Hemdentuch- Bezüge Guter dichter Köperstout 16.75 12.85 Oberbett.. Kissen, passend Bettlaken, starkt. Wäsche4.75 stoff 5.75 1.75 2.45 Oberbett Unterbett Kissen. Satin in diversen Farben. Steppdecken Satin Oberseite in vielen Farben Satin doppelseitig, in div. Farben la Satin doppelseitig, Handarbeit. 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Da der Arbeitervertretern an einer freien Bereinbarung. sehr viel gelegen war, erklärten sie sich im Rahmen der Tariffommission bereit, alle aus den Anträgen vom 13. Februar d. 3. sich ergebende Streitpuntte zurückzustellen. Bom Mogiftrat wurde jedoch zur Vorbe. dingung für eine gütliche Regelung die Niederschlagung der feit Ende des vorigen Jahres geführten Eingruppierungsverhandlungen gemacht. Der Magistratsvertreter gab die Zusicherung, daß besondere Einzelfälle noch erledigt würden. Hierauf tam es zu folgender Ber. Auf die einzelnen Säße des Lohntarifes vom 23. November 1924 trift ab 1. März 1925 eine Erhöhung von 10 Pro3. ein. Alle übrigen Grundsäge und Ausführungsbestimmungen bleiben un einbarung: verändert bestehen. Französische Gewerkschaftstagung. Bon Dienstag bis Donnerstag fand in Paris eine Tagung des Bundesausschusses des franzöfifchen Gewerkschaftsbundes( CGT.) statt, an der außer den Vertretern der Fachverbände auch die Bertreter der Bezirksausschüffe teilnahmen. Aus dem Bericht des Sefretärs Lenoir ging hervor, daß der Gewerkschaftsbund sich von den Folgen der Spaltung, die Mostau im Jahre 1921 angeordnet hatte, vollständig erholt hat. Auch das Defizit des Tageblatts des Gemertschaftsbundes, Peuple", ist ganz wesentlich zurüd gegangen und beträgt gegenwärtig 25 000 Frant( 5000 mt.)) monat lich. Es muß hierzu bemerkt werden, daß in Frankreich nur wenig Blätter durch ihre regulären Einnahmen sich erhalten können. Die Arbeiterschaft hat deshalb immer große Opfer gebracht, um ihre Blätter am Leben zu erhalten. " Der Bundesausschuß befaßte sich in der Hauptsache mit inneren Organisationsfragen und mit Fragen der Sozialpolitik. Er bestimmte feine Bertreter in dem fürzlich gebildeten Reichswirtschaftsrat, befaßte fich mit dem Gesetz über die Sozialversicherung, das im Senat auf die lang Bank geschoben wird, und nahm Stellung zur Frage der ausländischen Arbeiter. höhere, sondern gegen niedrigere 2öhne, gegen die Lohnentwertung. Außerdem ist das Lohnsystem infolge der Familienzus schläge und Teuerungszuschläge unübersichtlich geworden. Der Bundes. vorstand hat deshalb vorgeschlagen, eine Erhebung vorzunehmen, um das ganze Lohnproblem wieder auf seine ursprüngliche Basis, dem Kampfum den Anteil an der Erzeugung zurückzuführen. Schließlich sei noch die große Debatte über die Einheit der Bewertschaften erwähnt. In Frankreich, wo die Kommunisten, gestützt auf eine starke fommunistische Partet, seinerzeit imftande waren, sämtliech Gewerkschaften zu zerreißen, und einen eigenen Gewerkschaftsbund zu schaffen, gehen die Kommunisten genau wie bei uns mit der Parole der„ Gewerkschaftseinheit" hausieren. Genau wie bei uns geschieht dies nur, weil der Zusammenbruch der tommunistischen Gewerkschaften und der Kommunistischen Partei bereits offenbar ist. Um an die„ Massen" wieder heranzukommen, versuchen die Kommunisten unter der Maste der Gewerkschaftseinheit wieder in die freien Gewerkschaften einzubringen. Sie schlagen vor, daß ebenso wie auf internationalem Gebiet ein Ginheits tongreß der beiden Gewerkschaftszentralen einberufen werden soll, um die Einheit herbeizuführen. Amsterdamer Internationale angeschlossen sind, immer betont, daß die Demgegenüber haben die französischen Gewerkschaften, die der örtlichen Organisationen ihre Tore weit offen halten, um alle auf zunehmen, die entsprechend den Bestimmungen und Beschlüssen der Gewerkschaften sich ihnen anschließen wollen. Die Tagung des Bundesausschusses hat diese Stellungnahme noch verschärft durch Annahme einer Entschließung, in der als Voraussetzung das vor behaltlose Berschwinden aller Zellen und Betriebsräte( in Frankreich gibt es feine gefeßlichen Betriebsräte, sondern ausschuß der französischen Gewerkschaften hatte schließlich in der einnur tommunistische Betriebszellen) ausgesprochen wird. Der Bundesstimmig angenommenen Resolution die Stellungnahme des Internationalen Bewertschaftsbundes zur Ruffenfrage aus brücklich gebilligt. Alles in allem zeigt auch diese Tagung einen er freulichen Fortschritt der Amsterdamer Gewerkschaften in Frankreich. Die Werksgemeinschaftler im Siemens- Konzern. Die Hafenfreuzler und gelben Sumpfpflanzen im SiemensKonzern find vor den Betriebsrätemahlen eifrig an der Arbeit. Bon einer sogenannten„ Deutschen Arbeitsgemeinschaft der Kaffenkampfnegner und der nicht gewerkschaftlich Organisierten im SiemensKonzern" wurde ein allerdings sehr dummes Flugblatt verbreitet. das Stimmung machen soll für die gelben Speichellecker, aber vorausfichtlich den entgegengefekten Erfolg haben dürfte. ten geschrieben wird, behauptet diese Arbeitsgemeinschaft organi Wie uns hierzu vom 3entralverband der AngestellHierter Unorganisierter, die nicht organisiert sein wollen, daß es die Absicht des Gefekgebers gewefen fel, den jetzt mehr als je notwendigen Zusammenschluk zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern" zu féaffen. Stur aus Berleben bat din ber engeber her frbeits geber nicht Siz und Stimme in der Angeftellten und Arbeiterver. tretung gegeben. Wenn die Arbeitgeber in ihren Intereffenvertretun In ihrem Nachrichtenblatt, das sie tostenlos vor den Werfen perteilen, versuchen besonders die Gelben die führenden freigewerkschaftlichen Kollegen in der gemeinsten Art zu beschimpfen und zu verdächtigen. Wir wollen für heute nur eine der geiben SumpfPflanzen anprangern. vereins namens Knoll, der im Kabelwerf beschäftigt war, sammelte Der Vorsitzende und Kassierer des Vaterländischen Arbeiterwährend der Arbeitszeit bei seinen Bundesbrüdern Gelder zur Anschaffung einer& ahne. Als tüchtiger Geschäftsmann wollte er auch feine Arbeitsbrüder mit Radio hörern versorgen. Nachdem er auch hierfür die notwendigen Summen einfassiert hatte, ist er aus dem Betrieb verschwunden. Die trauernden Hinterbliebenen warten noch heute auf die Vereinsfahne und auf die Radiohörer. der Kollegenschaft" durch ehrliche Arbeit in der Lage ist, die Das ist mir ein Fall unter vielen. Ob diefer wertvollere Teil Bertschätzung feiner Kameraden zu erringen, fann man billig bezweifeln. Bei den bevorstehenden Betriebsrätewahlen müssen die Angestellten wie die Arbeiter dafür sorgen, daß den feigen und hinterhältigen Knechtsfeelen des Kapitals ein für allemal die Lust vergeht, sich aus ihren Schlupfwinkeln wieder hervorzuwagen. Es geht abwärts. die Beteiligung der Arbeiter an der jüngsten kommunistiden Wir erhalten aus einer Reihe von Betrieben Nachrichten über Rundgebung und über die Haltung vieler Mitglieder der KPD So haben bei der Firma Schuchardt in der Rungestraße bei einer Belegschaft von mehr als 1000 im ganzen nur 40 Mann die Barole der KBD. befolgt. In dem Schwesterwert in der Köpenicker Strake haben sämtliche Revolutionare" gearbeitet. Bei der AES. in Friedenau, wo Monteure von mir u. Geneft befchäftigt find, Kollegen, die den Rummel nicht mitmachten, des Abends aber führten diefe die viertelstündige Arbeitsruhe durch, beschimpften die machten diefelben Monteure einige Veberstunden. Lorenz A.-G. ist der Betriebsrat is nie wffi beschäftigt. der fommunistischer Reichstagskandidat war. Am 19. März rief er während der Frühstückspause die Funktionäre des Betriebes zufammen und empfahl diefen, die von der KPD. angeordnete Arbeitswürde! Dementsprechend fiel auch die Demonstration am Nachrube nicht durchzuführen. da das zu viele Opfer toften mittag aus. Im ganzen beteiligten sich aus dem Betrieb 84 Perfenen an dem Demonstrationszug. So fehen diese Helben aus, wenn sie nicht nur mit dem Maul die Radikalen martieren sollen. Bel der Schiedsspruch im Bielefelder Metallarbeiterfreik, Bielefeld, 21. März.( Tul.) Gestern abend hat der Oberschlichter nach langen Berhandlungen im Metallarbeiterstreit in Bielefeld einen Spruch gefällt, der einen 10prozentigen Lohnausschlag und die 54ftündige Wochenarbeit, d. h. neun Stunden am Tage, bis Dienstag, den 24. März, nahegelegt worden. porsieht. Den Arbeitnehmerverbänden ist die Annahme des Spruches Achtung, Eisenbahner! Infolge des Wiederaufbaus der zerstörten Gebiete und auch der lange andauernden Hochkonjunktur ist die schon vor dem Kriege große Bahl ausländischer Arbeiter in Frankreich noch bedeutend gewachsen. Die Einstellung des Wiederaufbaues aus Mangel an Mitteln und das Zurückgehen der Konjunktur hat diese Ueberzahl ausländischer fucht be far einer gefahr für die einheimischen Arbeiter gemacht. Man sucht dieser Gefahr durch eine verschärfte Rontrolle, ber Einwanderung, und zwar im Einvernehmen mit der Regte gen den Arbeitnehmern bis heute noch nicht Siz und Stimme einge. anderen Kollegen find erst dann als gemaßregelt au rung durch Abschluß von Verträgen mit anderen Ländern zu be gegnen. räumt haben, so ist das natürlich auch nur auf ein Bersehen zurückzuführen. Die Mitteilung vom geftriaen Sonnabend, Morgenausgabe bes „ Vorwärts",„ Gemaßregelte Eifenbahner" bezieht sich nur auf die Ale Sollegen bon Berlin I, Martgrafendam.m. betrachten, wenn ihre Wiedereinstellung nicht bis zum 31. Mär erfolgt ift., Alles andere bezüglich Streiflotale, Melbungen im Ortsbureau, bleibt befteben. Die Drfsverwaltung des DEB. Deutscher Bekleidungsarbeiterverband, Filiale Berlin, Sebaftianftr. 37-38. Morgen, Montag, abend 7 Uhr Bersammlung für alle in der Serren, Anaben und Burschentonfettipu, Gummifonfettion, Uniformfieferung, Bhantafieweften, Sofenträgerbrande Arbeitertonfettion Beschäftig in fowie bec Pineider in ben Referia- eflaten. Landsbender G. 31. Tagesordnung: Bor welchen Wufgaben stehen wir?" Referent Rollege. Ietti.. Die Branchenfommiffion. Einen breiten Raum nahm die Lohnfrage ein. Infolge der Die organisierten Unorganisierten behaupten meiter, dak es die Entwertung des Franken haben sich bei der Festlegung von Löhnen Absicht des Gesetzgebers gewesen sei, die Ueberwachung der Tarifner. gewisse Prattifen herausgebildet, die teilweise erinnern an die Anträge, die von den Gewerkschaften abgeschloffen wurden. solchen Befänge der Inflation in Deutschland. Auch in Frankreich hat man triebsräten zu übertragen, die Gegner der Gewerkschaften find an Stelle der früheren einheitlichen Tariflöhne Soziallöhne einund die im übrigen nach dem von dem gleichen Gefehneber geschaffe geführt und die Grundlöhne entsprechend dem Steigen des Lebens. nen Recht ausgefchloffen bleiben von einer Snanspruchnahme der Bergünstigungen. Die folche Tarifverträge enthalten. Belcheiden" haltungsinder durch Teuerungszufläge erhöht. Dadurch ist nennen sich dieselben Schleppenträger des Unternehmertums der ber Stampf um hóhere Böhne vollständig ins intertreffen gemertnollere Teil unferer Rollegenschaft. Bezeichnend heißt es inition raten, und durch einen Stampf um ausreichenbeTeuerungs dem erwähnten Flugblatt: auflage erlegt worden. Die Arbeiterschaft ist somit auf dem Ges biete der Böhne ganz in die Defenfive geraten, fämpft nicht mehr um Die Tuch- Stoffe Ausstellung von H.& J. Friedlaender Spandauer Str. 23, Rathausstr. 1 muß jeder Interessent sehen! Erprobte Qualitäten à 5, 6, 8, 11, 12 M. 13, 14, 16 M. per Meter. Beste deutsche, echt englische Fabrikate. Berlins größte Schaufenster der Branche Wie ist es zu erklären, baß in weiten Angestelltenfreifen die Unluft, im Betriebsrat zu wirfen, allgemein ist und warum lehnen es gerade die wertvolleren Teile unferer Kollegenschaft ab, Marbate zum Betriebsrat anzunehmen? Sie beforgen. durch eine folche Tätigkeit zwangsläufig in einem gewissen Gegensatz zu ihren Dienststellen und den Direktionen zu geraten und dadurch in den Aufstiegsmöglichkeiten und Einkommensverhältnissen benachteiligt zu werden." Zu diesem durchaus gelungenen Selbstbildnis feiger Ciebediener braucht man faum etwas hinzufügen. Daß die Arbeitnehmer des Siemens- Konzern ausgerechnet diesem um die Gunst der Direktion zitternden Knechtsseelen mit ihrer Interessenvertretung betrauen werden, braucht man nicht anzunehmen. In richtiger Boraussicht der Dinge fagt deshalb das Flugblatt der organisierten Unorganisierten selbst, daß Listen Rentralverbanb ber Shaefteften. Fachgruppen Privatrerierung, Gosiel verfcherung. Behörben. Morgen, Montagabend 8 2hr in Saverlands eftfalen( Großer Saal), Meue Friebrimfte 83, gemeinsame italicserver fammlung mit der Tagesordnung: Die Machtbefugniffe des Reichspräbenten". Referent Banboerichtsrat Ruben. Erscheinen aller Mitglieder ift Pflicht. Rentralverband der Schuhmacher. Morgen, Montag, nachmittag 5½ uhr Branchenverfammlung ber Souisbinder im Saal 3 bes Gemertschaftshauses, Engelufer 25. Bericht über die Lohnverhandlungen. Deffentliche Berfammlung aller in ber minduftrie tätinen Arbeitnehmer am Montag, ben 23. März, abends 7 Uhr, im Großen Saal bes Gemert faftsbaules, Engelufer 24-25. Tagesordnung: 1. Det Sprum des Schlich tungsausfchuffes vom 17. März 1925. 2. Die neuen Löhne in der Jnduftrie. Achtung, Tapezierer! Montag vormittag 11 Uhr im Gemerfidhafishaus, Saal 1. Bersammlung der Bertrauensleute. Alle Betriebe, müffen vertreten fein Die Streitfeitung. Butab- Ortsverwaltung Berlin. Die Freitag- Sprechstunde( 27. mara) fatt in Anbetracht der am gleichen Tage stattfindenden Jahres General perfammlung der Ortsverwaltung aus. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Geite Hauptblatt.) ebbie Bir Der Freien Bewertschaften Sophien- Säle Sophienstraße 17-18 wieder gewohnte 3ahl von Mandaten werden. Norden 9296* Norden 12643 Säle frei! Kindme Schuh- ain Knaben- u.Mädchen- Stiefel mit Oesen und Agraffen, besonders kräftige Lederausführung, Gr. 31-35 5,75, Gr. 27-30... do. Agraffenstiefel, 36-39 6,90 4.90 la R.- Chevreau- Schnürstiefel m. 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Jm Berlag für Sozialwissenschaft, Berlin SW. 68, erscheint foeben ein Gedentheft für den verstorbenen Ge noffen Reichspräsident Ebert( Pr. M. 0,60). In dem Heft, das mit reichem in Kupfertiefdruck ausgeführten Bilderschmuck versehen ist, wird der Aufstieg des Genossen Ebert geschildert, der ihn in seinem Wirfen um das deutsche Volk und im besonderen um die deutsche Arbeiterschaft aus dem Geburtshaus in der engen Heidelberger Gaffe in das Haus des Reichspräsidenten in Berlin führte. Die Reden bei der Totenfeier Eberts sind zum Teil im Portlaut wiedergegeben, die Bilder beweisen die tiefe Trauer des gesamten Balfes und die Anteilnahme der Welt. Das EbertGedentheft ist gleichzeitig ein Gedentheft für die scharfen Kampf jahre der deutschen Republit. Die beigefügten Beußerungen Eberts find gerade in diesen Tagen des Kampfes um Eberts Nachfolger ein wertvolles Vermächtnis des Toten. Darteinachrichten Clusendungen für diese Rubrit find Berlin W. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Tres. rechts, zu richten 2. Kreis Tiergarten. Montag, den 23. März, 7% Uhr, erweiterte Rreisvor ftandssigung bei ritger, Butligftr. 10. 4. Recis Prenzlauer Berg. Montag, den 23. Mära, 7 Uhr, furze wichtige Sigung des engeren Rreisvorstandes mit den Abteilungsleitern bei Burg, Brenalaner Allee 189. Jebe Abteilung muß vertreten fein. 5. Kreis Friedrichshain. Die Abteilungsleiter werben gebeten, die Sand. zettel für die Wählerversammlung am Dienstag, den 24. März, nachmittags 5 Uhr, vom Lokal Rofin, Gubener Str. 19, abzuholen. 6. Streis Kreuzberg. Gaalfchuß der südöstlichen Abteilungen: Montag, ben 23. März, 6% Uhr, Schulaula Görliger Ufer 2. Bug Südoften: Montag 6% Uhr Schulaula Görliger Ufer 2 Saalschuh. 7. Areis Charlottenburg. Material abholen im Jugendheim Roftnenftr. 4. 11. Rreis Eöneberg- Friedenau. Die Abteilungen müssen mit den Bannern aur Einäscherung des verstorbenen Genoffen Mohs am Montag, den 23. März, naduritbags 8% Uhr, vor dem Krematorium in Wilmersdorf erfcheinen. Starte Beteiligung wird erwartet. 817 20. Kreis Reinidendorf. Alle Abteilungen besuchen die Montag, ben 28. März, abends 7% Uhr, in der Schule Wittenau, Oranienburger Str. 88, ftatt. findende öffentliche Wählerversammlung. Referent Genoffe Siebike. Segel, Tegelort, Seiligensee, Borsigwalde, Meinidendorf- West: Dienstag, ben 24. März, abends 7% Uhr, im Strandfchloß Tegel, öffentliche Wählerperfammlung. Referent Genoffe Sah. Waidmannsluft, Babars, Herms bori, Wittenau, Rosenthal, Reinidendorf- Dit: Dienstag, den 24. März, abends 7 Uhr, im Lokal Arlt, Waidmannsluft, Waidmannstraße( Nähe Bhf. Waidmannsluft), öffentliche Wählerversammlung. Referent Genoffe Aufhäuſer. Heute, Sonntag, den 22. März: 11. bt. Bormittags 9 Uhr Treffpunkt zur Flugblattverbreitung bei Berger. 18. Abt. Bormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung von Krüger, Suffitenftr. 34, dits. Dienstag 7 Uhr bek Döhring, Brünnenftr. 79, Sufammen funft aller Wahlleiter und Helfer. Materialausgabe. 34. bt. Vormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung von Rosin, Gubener Str. 19, und von Mide, Barfchauer. Str. 17, aus. Bezirksführer 8 Uhr bei Rofin. 57. bt, Charlottenburg. Ab 9 Uhr, Flugblattverbreitung: Gruppe 1 von Arndt, Rantfir. 51; Gruppe 2 von Thunad, Wielandstr. 4. aus. 78. Abt. Schöneberg. Treffpunkt aur Flugblattverbreitung in den bekannten Lokalen um 9 Uhr. Montag, den 23. März, 8 Uhr, Funktionär- und Wahhelferperfammlung im Botal Rönig. Feurig, Ede Bring- Georg- Straße. 86. 26. Mariendorf. Sonntagsspaziergang, durch Tempelhof- Mariendorf. Treffpunkt 2 Uhr im Restaurant Rue Linde", Friedrich- Karl-, Ede Werder. ftraße. Die Genoffen bringen, ihre Frauen mit. 111. Abt. Bohnsdorf. Heute vormittag 8½ Uhr Flugblattverbreitung von Senmann aus. £ ltenberg. 118. bt. Bormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung von den befannten Lotalen aus. Um. 10 Uhr bei Tempel, Gudrunftr. 7, furze Be fprechung der Gruppenführer. 119. Abt. Boemittags 10 Uhr Flugblattverbreitung von Mene, Rittergut, Ede Möllendorffstraße, aus. 125. Abt. Weißensee. Die Genoffen, beteiligen fich an der Bersammlung in Maichom. Abmarich um 3, Uhr vom Lokal„ Grüner Baum". Jangfozialisten. Gruppe Narben: Die Jungfoaialisten treffen fich Sonntag 6 Uhr vor der Stadthalle zur Teilnahme an der Märsfeler ber Geppert fchaftsjugend. Treffpunkt für die Generalversammlung am Mon nobend we file bie pünktlichen Mitglieder um 6 Uhr an der Nordfildbahn Bahnhof Webding Herren- u. Damen- StoffeGrößte Auswahl! Bekannt billige Preise! Ripse, Gabardine in allen Farben, 130 br. 8.50, 7.50 5.95 Buberry, Covercoat. 140 br., f. Mäntel u. Kost. 10.50, 7.95 5.25 Homespun u. Donegal. 140 br.. 4.25, 3.50 2.85 Mäntel- und Kleider- Selden äußerst billig! Gelegenheitskäufe in modern. Herren- Anzügen und Paletot- Stoffen 1. Geschäft: Warschauer Straße 79 Paul Karle Geschäft: Frankfurter Allee 49 Das Lotterielos. Bon B. Plume. In das Bureau des berühmten Rechtsanwalts Sugermann Sie werden sicher schon von ihm gehört haben fommt eines Tages, es ist mor gens gegen 9 Uhr, ein Mann hereingestürzt, mie foll ich sagen, vollständig aufgelöst. Ja, aufgelöst, bas ist der richtige Ausdruck. Er sinft auf dem ihm angebotenen Stuhl zufammen, ein Häuschen Unglüd. Der Rechtsanwalt Klugermann, der schon bie schwierigsten Progeffe glücklich geführt hat, weiß, wie man mit solchen aufgeregten Naturen umzugehen hat, und deshalb wartet er erft einmal ab. Nach einer ganzen Weile hat sich denn auch der Unglüdliche auf seinem Stuhl ein bißchen ge fammelt und schickt nun einen ganz verzweifelten Blid zu ihm hinüber. Nun, mein lieber Herr," beginnt der Dr. Klugermann, was führt Sie zu mir? Wie ist ihr Name, welches ist ihr Anliegen? Sie dürfen volles Bertrauen zu mir haben. Ich dente, wenn 3hr Fall auch noch so tompliziert ist, wir werden schon zu einer glücklichen Lösung fonumen." Ach, Herr Rechtsanwalt," fagt der Mann ,,, Sie find jehr freundlich, und wenn Sie mir helfen fönnten, ach!" und ein Hoffnungsstrahl huscht über bas verzweifelte. Gesicht. Morgen, Montag, den 23. März: 1. t. 7% Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Auguftstr. 68. Vortrag des Genoffen Dr. Freund:„ Die politische Lage und die Reichspräsidentenwehl". Gäste willkommen. 5. 6. 7 Uhr im Reichskasino, Neue Rönigstr. 26, öffentliche Frauenversammlung. Alle Genossen und Genoffinnen find eingelaben. 11. bt. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Berger. Sämtliche Bezirksführer und Wahlhelfer haben zu erfdjeinen. 13. bt. 7 Uhr Mitgliederversammlung im Artushof, Berleberger Straße. 21. Abt. 7 Uhr Funktionärversammlung bei Kroll, Utrechter Str. 21. 39. bt. 7% Uhr öffentliche Wählerversammlung im Allegandriner, Alexanbrinenstr. 37a. 42. Abt. Bezirksführer! Abrechnung wie bisher bei Höhlte, Bergmannstraße. 48. t. 7 Uhr Beteiligung an der öffentlichen Wählerversammlung im Alexandriner, Alerandrinenftr. 37a. Charlottenburg. 56. Abt. 7 Uhr Funktionärpersammlung bei Liersch, Rantftraße 62. 57. Abt. 7% Uhr Funktionärtonferena bei Grunert, Schlüterftraße 47. 69. Abt. Wilmersdorf. 7 Uhr Uhr Extramitgliederversammlung bei Andreas, Pfalzburger Straße 55. 70. bt. Wilmersdorf. 8 Uhr bei Rroik, Solfteinische Str. 60, Extrazahlabend. Referent Genosse Breitscheid jun. 79. bt. Göneberg. Pünktlich 8 Uhr im Lotal Groß, Sedanftr. 17, Rufammen funft aller Funktionäre und Funktionärinnen, Wahlhelfer und Wahl. helferinnen. Bortrag: Die Reichspräsidentenwahl". 81. Abt. Friebenau. Funktionär und Wahlhelfertonferenz um 8 Uhr bei Alabe, Bandjernftr. 60-61. 82. Abt. Stegli. Funktionärfonferens bei Thiel, Albrechtstr. 87. Rahlabend in den bekannten Lokalen. 1 Dienstag 85. Abt. Tempelhof. Die Genossen und Genoffinnen treffen fich um 46 hr zum Wahlumzug in der Linde, Berber, Ede Friedrich- Karl- Straße. Anfchließend öffentliche Versammlung im engem. 94. Abt. Neukölln. 7% Uhr Funktionärsigung bei Schröder, Steinmekſtr. 52. 128./130. bt. Pantom. 7 Uhr im Jugendheim Breite Straße, Sigung des Borstandes mit den Abteilungs- und Gruppenführern. Sungsozialisten. Gruppe Schöneberg: 7 Uhr Generalversammlung im Breuki fchen Landtag, Bring- Albrecht- Straße. Mitgliedstarten mitbringen. Die Ausweistarien werben auf dem Biteraturabend am Sonntag ausgegeben. Gruppe Rieberschönemeibe: Die Delegierten zur Generalversammlung freffen sto um 17 Uhr hf. Warschauer Straße. An Stelle des Licht. bilbervorfraas findet am Dienstag die Mitgliederversammlung statt. Gruppe Mitte: Treffpunkt zur Generalversammlung um 7 Uhr Sadefcher Markt. Gruppe Süden: 71 Uhr Seimabend Botsdamer Str. 27, Sof redits 4 Tr. Iints.- Gruppe Lichtenberg: Beteiligung an der Generalversammlung im Breußischen Landtag, Prinz- Albrecht- Straße. Mitglieds Batten und Ausweise mitbringen. Frauenveranstaltungen am Montag, den 23. März: 8. Abt. 8 Uhr bei Ridert, Steinmekftr. 36a, Frauenabend, Stellungnahme zur Abteilungswahl. 15. bt. 7% Uhr bei Obiglo, Stralsunder Str. 11, Bortrag der Genofsin Arensberg: Sygiene im Haufe". 22. Abt. 7% Uhr im Lokal Nadzen, Briffeler Str. 43, Bortrag der Genoffin Krüger über Glaube und Bernunft". 28. Abt. Die Genoffinnen beteiligen fich am Frauenabend der 22. Abteilung. 27. bt. 7% Uhr bei Bogdanowik. Sonnenburger Str. 1, Bortrag des Ge noffen Dr. Hobann: Sozialistische Erziehung". 30. 16% 7% Uhr bei Niebergall, Carmen- Snlva- Str. 22, Vortrag des Genossen Adolf Soffmann: Religion und Sozialdemokratie". 35. 26t. 7% Uhr bei Beter, Schreinerfte. 36. Bortrag der Genoffin Liesbeth Riedger: Erziehungsarbeit in der Familie". 36. st. 7 Uhr bei Busch, Tilsiter Str. 27, Bortrag der Genoffin Trapp: Sozialpolitik und Wahl". Sonntag frith Flugblattverbreitung. 38. t. 7 Uhr bei Bartusch, Friebenfir. 88, Frauenabend. 41. st. 7 Uhr bei Schult, Mariendorfer Str. 5, Boriraa der Genoffin Atreffe: Frauen und die Neichspräsidentenwahl". Gäste willkommen. 42. Abt. 71 Uhr bei Böhlle, Bergmannstr. 69, Bortrag des Genoffen. Gerber. 43. bt. 71 Uhr bei Wolf, Gräfeftr. 26, Vortrag des Genossen Gerhard Busch: Maffe Menfch". 57. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr im Lokal Arndt, Rantsfr. 51, Bortrag ber Genoffin Rähler, M. d. L.:" Breußenpoliti?". 74. Abt. Rehlendorf. 7 Uhr bei Schnorre, Botsdamer Str: 3, Bortrag bes Genoffen Sorlig: Die Aultureinrichtungen der Partei". Auch die männ lichen Geftoffen find milltommen. Neuron. 89. Abt. 7% Uhr bei Profe, Sanderftr. 10, Bortrag der. Gentoffin Todenhagen: Die Kulturibee im Sozialismus". 89./90. 96. Die Ge noffinnen beteiligen fich am Frauenabend bei Brofe, 92. 906t. 71 Uhr Salteret Abend bei Wolff, Raiser- Friebrid, Ede Roseggerstraße. 95. Abt. 714 Uhr bei Grieger, Leffingftr. 9, Bortrag des Genoffen Sauth. Gäste Zönnen mitgebracht werden. 101. bt. Treptow. 7 Uhr bef Dettinger, Riefholaftr. 34/35, Bortrag des Genoffen Schreiber: Die Präsidentenwahl". 102. t. Baumschulenweg. 7½ Uhr im Lofal Saß, Baumschulen str. 72, Seiterer Abend. Referent Genoffe Moret. 103. 5. Dbefchöneweibe. Der Frauenabend am Montag fält aus. Uebermorgen, Dienstag, den 24. März: 12. bt. 714 Uhr Funktionärverfammlung bei Schmidt, Wiclefftr. 17. 15. bt. 7 Uhr funktionärversammlung bei Obiglo, Stralfunder Gir. 11. Die Mitgliederversammlung am Mittwoch fällt qus, Bateiligung on ber Sportpalait- Rundgebung. 30. t. 7 Uhr wichtige Funktionärtigung bei Hoffmann, Lachener Str. 8. 73. bt. Smargen Donl 2hr im Reicherfaal ben Gemeindefdule Friedrichs baller Straße Mitgliederversammlung. Die Straßenfilhree laden ein. 74. bt. Rebleudorf. 8 Uhr bei midten außeronbentliche Mitgliederversamm Besonderen Einladungen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 79. Abt. Die Einäscherung des Genossen Mohs findet am Montag nach mittag 4 Uhr im Krematorium Wilmersdorf statt. Die Abteilung beteiligt sich geschlossen mit Banner an der Trauerfeier. 95. bt. Neukölln. Der langjährige Genoffe Otto Babe, Jägerstr. 7, ist verstorben. Die Einäscherung hat bereits stattgefunden. Am Donnerstag, den 19. März, verstarb nach langem Leiden im 58.Lebensjahre unser lieber Genoffe Albin Mohs Stadtrat beim Bezirisamt Schöneberg. Gein unermüdliches Wirken für Partei und Gemertschaft ein Menschenalter hindurch wird von uns niemals vergessen werden. 93/17 Sozialdemokratische Partei u. Besietsverordnetenfrat ion Schönebera- Friedenau. Einäscherung: Montag, 23. März, nachmittags 4 Uhr. im Krematorium Wilmersdorf. Statt Karten. Am Mittwoch. 18. Marz, nachm 4 Uhr, entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Tante, die Gastwirtin Ernestine Gonell im 70 Lebensjahr. 88/18 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Else Hempel. Einäscherung: Dienstag, 24.März, nachm. 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenwer, Kiefholzstr. 221. Am 18. März 1925 verstarb nach fchmerem, mit unendlicher Geduld er tragenem Leiden. meine über alles geliebte, treuforgende Mutti, meine gute Schwester und Schwägerin, Frau Gertrud Heyse geb. Puppe in 39. Lebensjahre Jm tie ften Schmers Hildegard Heyse Apotheter Max Rynarzewski und Frau Helene geb. Puppe Die Einäfcherung findet in aller Stille ftatt. Ordnersenaft der elksbühne Hiermit bie traurige Nachricht, daß unser Rollege der 46. Gruppe Ewald Rexhausen geftorben ist. Die Einäscherung findet am ton tag, den 23. März cr, abends 7 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße ftatt Um zahlreiche Beteiligung bittet 93/14 Der Vorstand. Danksagung Für die erwiesene Teilnahme u Kranzspenden beim Hinscheiben meineslieben unvergeßl. Sohnes, unferes guten Br. dere, Schwagers mo Onkels 88/16 Paul Zimmermann fagen wir allen lieben Freunden, Betannten und Kollegen unseren herzlichsten Dant. Frau Witwe Zimmermann webs! Kindern und Enkelkindern. Berlin O. 21. März. Am Sonntag, den 15. März, ver. schied durch das tragische Ereignis am Hermannplay unfer lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Schriftfeßer Wilhelm Baltrusch im 51 Lebensjahre. Berlin, Rossener Straße 40 Die traueraden Geschwister. Die Beerdigung findet am Diens tag, den 24. März er, nachhut. 2 Uhr. von der Leichenhalle bes neuen Zuifenftädtischen Friedhofs, Neuköln, Ser 709b mannstraße, aus ftatt. Der Schlächtermeister Philipp Grimm hat bie nachträgliche Genehmigung sur Errichtung der auf dem Grundstück Berlin Niederschönhausen, Ratower Straße Nr. 30 Bereits in Betrieb be findlichen Schlachthausanlage file Aleinvich beantragt. Eiwaige Einmendungen gegen diese Anlage find bet dem unterzeichnetest Stadtausschuß binnen 14 Tagen, som Tage nach der Veröffentlichung ab ge rechnet, fchriftlich in beppelter Ausferti. gung oder au Brotoloff anzubringen. Nach Ablauf dieser Frift können Ein wendungen nicht mehr erhoben werben. Beschreibung und Reichnungen der geplanten Anlage liegen in unferem Bu reau, Berlin 6. 2, Waisenstraße 27, 1 Treppe, Rimmer Str. 50, an der Ge fchäftslagen in der Reit von 8 bis 2 Uhr mährend der oben bezeichneten Frift Aur Einsicht aus. Zur mündlichen Erörterung der recht seitig erhobenen Einwendungen mird vor unserem Kommiffar. Stastinipettor Runde, auf Mittwoch, den 8. April 1925, vormittags 9 Uhr, ebenbafelbft ein Tep min anberaumt, zu dem der Unterneh met fowie die Widersprechenden unter Für die zahlreiche Betetftgung bei der der Eröffnung geladen werden, das Einäfcherung me nes Mannes age ich den auch bei ihrem Ausbleiben mit der ErMietern Türrschmidtstraße 18, so, meinen örterung der Einwendungen vorge Berm. u. Ber. und dem Gastwirtsperen sowie gangen wird. Serrn Werner für die troftr. Worte meinen Berlin, den 18. mars 1923. herzlichsten Dant Witwe Anna Herbold Dee Stadtaus chuß Berlin, 6% 1. nebst Kinderu. Schaciber. Gardinen Julius Krause hung mit wichtiger Tagesordnung. Erscheinen aller notwendig. Reine P 83. 95. Richterfelbe, Sandsetteinerbreitung. Dienstige abend 6 Uhr Abholung Sonderangebote bei Quanbt und Rerner. Am Freitag nach der öffentlichen Berfomm lung in der Oberrealschule Funktionär und Selfertonferenz bei Rattun, Gelegenh.- Käufe Bäfeftr. 7. 84. bd. Santmit, 8 Uhr Mitgliederverfammlung bei Lehmann, Raifer Wilhelm- Str. 29-31. Bortrag des Genoffen Litte über Die politische Lage unb bie Reichspräsidentenwahl". 108. b. Ripenid. 7 Uhr Rahlabende: Dammvorstadt bei Schulz, Bahnhof. ftcake 34: Rich und Altstadt bei Fiebig, Milogelheimer Str. 1; Röllnische Borstadt im Jugendheim Grünauer Str. 5, Rimmer 1. Jungfogtaliften. Gruppe Niederschöneweide: Der für Dienstag, den 24. März, festgelegte Lichtbildervortrag wird bis auf weiteres verschoben. Frauenveranstaltung am Dienstag, den 24. März: 94. Abt. Reukölln. 7% Uhr bei Günther, Schillerpromenade 11, Heiterer Abend. Bortragender Genoffe Safemann. Gäste willkommen. Lassen Sie den Mut nicht sinten, guter Mann, Sprechen Sie sich aus, und dann wollen wir sehen, wie Ihnen zu helfen ist," Ja, dann muß ich Ihnen alles von Anfang an erzählen. Ich bin nämlich der Bäckermeister Sauerteig, Adolf Sauerteig aus der Krautstraße. Was hab' ich für ein schönes ruhiges Leben gehabt bis jezt, und num steht bei uns alles Kopf, bloß um das dumme Los! Da hab' ich mich doch neulich überreden lassen von meiner lieben Frau und mir ein Los getauft, und richtig, wie bie Ziehung iſt, da hab' ich auch gewonnen! Nicht etwa das große Loß, nein, aber so ein paar schöne Hunderter ach, ich sage ja, es ist ein Unglüd!" ,, Aber das ist doch herrlich, darum würde Sie manch einer beneiden!" " Erst hab' ich mich auch so gefreut, aber dann fam das Malheur. Als ich mit dem Gelde nach Haufe tam, Gott, wie war ich froh und meine Frau und die Kinder. Ja bann fingen fie und b eben alle an zu wünschen. Ich hatte mir nun ja gedacht, ich wollte das Geld auf die Spartasse legen als Notgroschen für unsere alten Tage. Meine Minna, das ist meine Frau, meinte aber, das märe Unfinn, man weiß nicht, wie's alles noch tommen fann. Sie für ihren Teil möchte lieber eine neue schöne Küche haben, ihre wäre jetzt 30 Jahre alt und gefiele ihr lange nicht mehr. Und meine älteste Tochter Elfriede, die Verhei ratete, meinte, fie fäme nun endlich wohl zu dem neuen Schlafzimmer, das schon immer ihr Traum Persil das unübertroffene Wafchmittel in Resten Stores, Bettdecken Madras- and Künstlergardinen. Spezial- Gardinenwerkstatt Neukölln, Bergstr.67 am Ringbaunho gewesen wäre, und Trube, die mit dem Magistratsbeamten verlobt ist, legte mir ihre Wäscheaus. Steuer ans Herz. Ernst, der dumme Junge, wollte gern einen neuen ganz schiden Anzug haben; er hätte jetzt eine neue Braut, und die wäre furchtbar modern. Ich brauche ich brauche und ich und ich so ging es immer durcheinander. Jeder fam immer wieder mit neuen Wünschen, und einer überschrie den anderen, daß seines das Wichtigste wäre. Julegt habe ich nichts mehr gehört und ge sehen, ich war meiner Sinne nicht mehr mächtig. Da rüttelte mich meine Minna und schrie mich an: Aldoff, du fagft ja gar nichts! Mir scheint, Ich lerne dich von einer ganz neuen Seite fennen, du bist ein Geisfragen!"„ Das tommt mir auch so vor." meinte Elfriede so recht vornehm von oben herab. Jedenfalls, wenn Bater seinen Sinn nicht ändert, betrete ich dieses Haus nicht mehr!" Trude fing an zu weinen, und Ernst ging mit den Händen in den Hosentaschen im Zimmer auf und ab und pfiff sich eins. Seitdem ist eine entfegliche Stimmung bei uns zu Hause. Keiner spricht ein Wort mit mir, fogar feiner das Essen setzen sie mir schweigend por; · Pümmert sich um mich. Ich würde es ja gerne jebem recht machen, aber dazu müßte ich ja geradezu Millionär fein!" Aber, lieber Freund," rief der Rechtsanwalt Slugermann aus und flopfte bem guten Herrn Sauerteig jovial auf die Schulter, warum foll Persil Henkel Kastanien- Allee 40 gegründet 1884 gegründet 1884 Schlafzimmer kompl. von Spelsczimmer Herrenzimmer 99 400* 180M an 340 M. an Küchen+ Klubmöbel+ Nußbaum Einzelmöbel Zahlungserleichterung! nenne www Ihnen nicht zu helfen fein? 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Millionen von Kleinrentnern trauern ihren letzten Ersparniffen nach und suchen heute bei der Sozialdemokratie Schuß gegen die unglaubliche Einseitigkeit, mit der die Aufwertungsfrage sugunsten des Besizes behandelt wird. Ungeheuer schwer hat die Arbeiterschaft unter der Inflation gelitten; in den meisten Haushaltungen ist man heute noch weit von dem geringen Befig. stand entfernt, den eine deutsche Arbeiterfamilie vor dem Kriege ihr eigen nannte. Und die Zahl der Arbeitslosen, die im Berfolg der Inflations- und später der Stabilisierungskrise um Arbeit und Brot gebracht wurden, geht noch heute in die Hunderttausende. Die Reaktion will die alte wirtschaftspolitit mit neuen Mitteln fortseßen. Ihre Steuerpolitik läuft auf eine Privilegierung des Belizes und auf erneute und erhöhte Belastung der breiten Massen hinaus. Die Zollpolitit, die das Kabinett Luther begonnen hat, soll das Brot, das Fleisch und die Waren des täglichen Bedarfes über die Weltmarktpreise hinaus verteuein und das, obwohl schon heute das Preisniveau schon weit über den Vorfriegspreisen liegt, die Löhne mit der Preiserhöhung aber nicht Schritt gehalten haben. So weit gehen die Pläne der Reichsregierung, daß man fich scheute, sie der Deffentlichkeit zu unterbreiten, ehe die Präsidentschaftsmahl vollzogen war. Das tapitalistische Unternehmertum in der In dustrie sieht als Ziel ihrer Wirtschaftspolitik einzig und allein die tebrighaltung der Löhne an. Auf Kosten der breiten Massen soll die Exportfähigkeit der deutschen Industrie hergestellt werden. Es ist ein Verbrechen an der Wirtschaft, wenn man, an statt den inländischen Markt durch hohe Löhne zu stärken, noch heute in dem 2ohndruck das einzige Mittel der Wirtschaftsführung ficht. Die Unternehmer tun das. Und ihr Ber. trauensmann ist Sarres. Nicht genug mit der steuerlichen und sozialen Entrechtung der Arbeiterschaft strebt das Unternehmertum noch weiter. Die reichs. eigenen Werte sollen nach ihrem Willen an die Privat industrie verschleudert werden. Denn fie haben es gewagt, billiger zu produzieren, als es die Kartelle der Großindustrie erlauben. Anstatt eines Preisabbaues will man aber in Unternehmerkreisen die hochhaltung der Preise bei niedrigen Löhnen. Ihr Vertrauensmann ist Jarres. Wie zielficher und bewußt hat dagegen der Präsidentschaftskandidat der Sozialdemokratischen Partei, Otto Braun, bereits vor Jahren erkannt, daß der Landwirtschaft auf andere Weise, nämlich durch die Berbilligung ihrer Produktionsmittel geholfen werden müsse, damit die Berteuerung des Lebenshaushalts der breiten Massen vermieden wird. Ueberall hat er sich damals für die Steigerung der eigenen Nahrungsmittel. erzeugung eingesetzt. Von den Großlandwirten allerdings, die den Profit über alles stellen, wurde er genau so verhöhnt, wie heute die Bertreter der Wissenschaft, die es wagen, gegen die Ansichten des Landbundes aufzubegehren. Der konservative Professor Sering hat fich die nach einer Berbilligung des Stickstoffs für die Landwirtschaft zielenden Forderungen Otto Brauns zu eigen gemacht Ueberall wirken die Ideen, die Otto Braun vor Jahren propagiert hat, in den Kreisen der nicht intereſſierten Wirtschaftspolitiker aus. Die Interessenten aber verlangen Ho chichu 3011 Ihr Vertrauensmann ist I arres. Gewiß find die Rechte des Reichspräsidenten, durch die Berfaffung beschränkt. Aber der erste Beamte im Reich ist in vielen entscheidenden Fragen der letzte und maßgebliche Berater, wenn die Löfung einer Frage innerhalb des Kabinetts oder der Barteien unmöglich erscheint. Daher verlangt die Reaktion den Präfidentensiz für sich, um so die reaktionären Wirtschaftsziele fördern zu können. Und ihr Vertrauensmann ist Jarres. Die Arbeiterschaft, die bisher das Opfer der reattionären Wirtschaftspolitik gewesen ist, verlangt nach einem Mann, der die Nöte der Arbeitnehmer aus eigenem Leben und Erleben kennt und der mit diesem sozialen Empfinden den Weitblick in allen entscheidenden Fragen der Wirtschaftspolitik vereint. Ihn muß sie wählen, ihn zum ersten Beamten des Reiches beſtimmen, feiner Kandidatur zum Stege verhelfen. Dieser Mann, der Vertrauensmann der Arbeiterschaft ist Otto Braun! Darmstädter- und Nationalbank. Die Darmstädter und Nationalbant veröffentlicht foeben die Abschlußbilanz für das Jahr 1924. Gegenüber der Goldmarkbilanz ist bei ihr wie auch bei allen anderen Banten eine wesent fiche Ausdehnung des Geschäfts festzustellen. Diese Auss dehnung ist so groß, daß man die Frage aufwerfen muß, ob die fcharfe Reduktion des Aftienfapitals bei der Goldbilanz durch den Umfang der bei der Eröffnungsbilanz bereits übersehbaren Ge schäfte gerechtfertigt war. Einige Zahlen mögen die Ausdehnung veranschaulichen. In der Goldmarferöffnungsbilanz waren unter Gläubigern 194,9 Millionen Goldmart angegeben. Das Konto wuchs bis Ende 1924 auf mehr als das Dreifache, nämlich 669,1 Millionen Goldmart, an. Damit ist das Konto auf mehr als zwei Drittel des Vorkriegsstandes bei den damals noch getrennten Banten geftiegen. An Wechseln hatte die Bank Anfang 1924 255 002 Mart, Ende 1924 5,34 Millionen Goldmark begeben. Unter den Aktiven ist eine starke Zunahme der Vorschüsse auf Waren und warenperfchiffungen von 17 auf 41,9 millionen Mark zu verzeichnen. Dieses Konto erreicht nahezu den Vorkriegsstand. Seine Höhe er. Deffentl. Wähler- Bersammlungen straße 26. Montag, den 23. März, abends 71 Uhr: Berlin- Mitte: Frauenversammlung Reichstafino, Neue KönigKreuzberg: 39. u. 48. Abt. Alexandriner, Alexandrinenft. 37a. 42. u. 43. 2bt. Rabes Festsäle, Fichtestr. 29. 46. Abt. Schulaula Görlizer Ufer 2. 47. Abt. Behrendt, Manteuffelstr. 95. Spandau: Markthalle, Pichelsdorfer Straße. Tempelhof: Lyzeum, Germaniaſtraße. Johannisthal: Bürgergarten, Ede Parkstraße. Wittenau: Schulz, Oranienburger Str. 88. Redner: Robert Breuer, Dr Breitscheid, Gertrud Hanna, Kuttner, Lempert, Landa, Dr. Lohmann, Litke, Heinrich Schulz. Dienstag, den 24. März, abends 7 Uhr: wedding: 23. Abt. Hagenbeck, Müllerstraße, Ede Seestraße. Prenzlauer Berg: 26. u. 28. Abt. Büttner, Schwedter Str. 23. 31. Abt. Schulaula Schönfließer Str. 7. Friedenau: Bürgersaal, Rathaus, Lauterplay. Dahlem: Schilling, Königin- Luise- Straße. Adlershof, Wöllstein, Bismarckstr. 73. Mahlsdorf: Restaurant Nordstern, Inh. Kieplath. Mahlsdorf- Süd: Heidekrug, Inh. Dräger. Lichtenberg: Auli Mittelschule, Marktstraße. Waidmannslust: Arlt, Waidmannsstr. 14. Tegel: Strandschloß. Redner: Bartels, Karl Dressel, Ad. Hoffmann, Heinig, Kuttner, Landa, Lempert, Otto Meier, Nietisch, Stampfer, Wiffell. Tagesordnung in allen Versammlungen: Warum muß Otto Braun Reichspräsident werden?" klärt sich zu einem wesentlichen Teil daraus, daß die Nationalbank für Deutschland, die später in der Darmstädter aufgegangen ist, schr start in derartigen Finanzierungen des Warengeschäftes gearbeitet hat. Die Liquidität der Bank wird mit 61 Broz. berechnet. Nur ein Teil des Gewinnes wird von der Nationalbant ausgewiesen. Der Gewinn beträgt nach der Abschlußrechnung rund 76 Millionen Mart. Davon werden an Berwaltungskosten 1,7, an Steuern 5,1 Millionen Goldmark abgesetzt, so daß ein Rein geminn von 9,1 Millionen Mart verbleibt. 6 Millionen davon werden als Dividende in Höhe von 10 Prozent des Aktientapitals den Aktionären zugewandt, 360 000 M. gehen als Tantieme ar den Aufsichtsrat, 500 000 m. werden dem Pensionsfond für Becmte überwiesen. Dann verbleiben als Vortrag auf neue Rechnung noch 2,25 Millionen Mark, das find fast 4 Prozent des Aktienkapi tialgeschäft erzielten Gewinne enthalten, deren Höhe kann man nur tals. In den Gewinnziffern sind nicht die im Effekten- und Konforfchäzen an Hand der Tatsache, daß die eigenen Wertpapiere der Bant von 23,6 auf 17,9, alfo im 5,7 Millionen Mark niedriger ausgewiesen werden, als in der Geldmarkeröffnungsbilanz. Die Berminderung dieses Kontos dürfte nur zu einem kleinen Teil durch den Verkauf von Wertpapieren herbeigeführt sein, jedenfalls sind in ihm die Abschreibungen enthalten, die mit Hilfe des Gewinnes aus Effetten- und Konsortialgewinnen vorgenommen wurden. In dem Konto Eigene Wertpapiere steden nach wie vor starte stille Reserven, die im legien Geschäftsjahr noch verstärkt worden sind. Das düufte auch für das Konto Bankgebäude gelten; die mehr als 150 Bauten stehen in der neuen Bilanz ebenso wie in der Goldmarferöffnungsbilanz mit 25 Millionen Marf zu Buch, obwohl im letzten Jahre dafür noch erhebliche Aufwendungen gemacht worden sind. Im Geschäftsbericht finden sich die üblichen Betrachtungen über die allgemeine Wirtschaftslage, in denen manches richtige, aber auch vieles unrichtige gesagt wird. So sind die Zahlen über das Volkseinkommen und das Boltsvermögen sicherlich recht anfechtbar, ebenso wie die Ausführungen, die über die steuerliche und soziale Belastung der Wirtschaft gemacht werden. Interessant find aber die folgenden Mitteilungen, die zeigen, daß man sich in den Kreisen diefer Bank von einer Schu33011 politik für die deutsche Wirt schaft nichts verspricht: " Die Erhaltung der einmal geschaffenen Stabilisierung der Währung ist ohne eine Stabilisierung unserer gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse auf die Dauer nicht möglich. Die Gefundung muß in erster Linie ihren Audruck finden in der Um fehr von unserer in den letzten Jahren zu start auf ertensive Ausgestaltung bedachten Wirtschaftspolitik zu einer Jntenjivierung der Wirtschaft durch methodische Maßnahmen in ihrer Organisation und in ihren technischen und mateNicht Juno's Schönheit gilf der Preis, Sondern nur 01 der Qualität, wie jeder weiß. Sonntag, 22. März 1925 riellen Aufbau. Die deutsche Industrie muß dazu komunen, ihre Preise so zu stellen, daß sie auf dem Weltmarkt kon furrenzfähig ist und daß sie die stark geschwächte Konsumfraft des eigenen Landes, die das Rüdgrat unferer industrie len Produkinität bleibt, durch die Preisentwicklung in vollem Umfange auszunüßen vermag. Sie wird deshalb weiter nach ume fassenden technischen Berbesserungen und Umstellungen streben müssen, da durch zu weitgehenden Einfuhrverbote oder 3ollschuhmaßnahmen dieses Ziel nicht zu erreichen sein wird. Weiter wird ausgeführt, daß die Kapitalbildung innerhalb der deutschen Wirtschaft langsamer in Fluß komme als nach den hohen Einlageziffern der Banten es den Anschein habe. Denn bei den jezigen Bankeinlagen handele es sich wohl nicht um neuge bildete Kapitalien, sondern um die Konvertierung von in der Inflationszeit zurückgehaltenen Beständen an Noten und wertbeständigen Anlagen oder von im Auslande angelegten Kapitalien. Deren Nuzbarmadyung fei freilich zu begrüßen. Im übrigen sind die Einlagen größtenteils furzfristige fogenannte Bereitschaftsgelder". Eindringlich warnt die Bant vor einer Ueberschätzung der Vorteile, die man von Auslandskrediten erwartet:: füllung unserer kapitalarmen Reservoire lediglich die Wege Nichts wäre verhängnisvoller, als wenn man in der Aufpuntte des vergangenen Jahres fortgeholfen haben. weiterbeschreiten würde, die uns über die großen GefahrenDie Handels- und Zahlungsbilanz des Jahres 1924 zeigt ein außer ordentlich ungünstiges Ergebnis und endigt mit einer Bassivität von rund 23 Millionen Mart. Zwar haben ims auch hier die mit der Stabilisierung unserer Währung zusammenhängenden Rückflüsse von im Auslande gehaltenen Beständen an Noten und Devisen zum Ausgleich dieser Passivität geholfen, und mir find sogar mit der nach der Emission der Dames- Anleihe gleichzeitig einfegenden großen Kreditbewilligung des Auslandes an Deutschland noch in die Lage verfekt worden, unsere Devisenbestände außerordentlich zu erhöhen. Doch kann das nicht Darüber hinwegtäuschen, daß die Aufnahme von schäzungsweise rund 2 Milliarden Goldmark furzfristiger Auslandsfrebite im Jahre 1924 ein bedenklicher Faktor ist. Das erzieherische Moment, das in der Stabilisation unserer Währung liegt, muß erhöht werden durch Schaffung realer wirtschaftlicher Möglichkeiten zur Kapitalsbildung. Nur dann werden wir die ausländischen Kapital und Geldmärkte für langfristige Anleihen und Anlagen erobern, die allein angestrebt werden müssen. Wie weit die Vereinfachnug des Bantbetriebes fortgeschritten ist, zeigt die Tatsache, daß die Zahl der Angestellten von einem Höchststande von rund 29 000 auf 11 000 reduziert worden ist. Die Zahl der auswärtigen Filialen wurde von 186 auf 146 zufanumen gelegt. Großhandelspreije. Die auf den Stichtag des 18. März be rechnete Großhandelsinderziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 11. Mai( 136,3) um 2,3 Proz. auf 133,2 zurüdgegangen. Niedriger lagen vor allem die Preise für Getreide, Heringe, einige Textilrohstoffe und Nichteisenmetalle fowie für Benzin. Gestiegen find die Preise für Schmalz, Zuder, Milch, Baum mollgemebe und Zinn. Von den Hauptgruppen sind die Lebensmittel ron 134,5 auf 129,9 oder um 3,4 Proz., die Industriestoffe von 139,9 auf 139,4 oder um 0,4 Proz. zurückgegangen. Der Anteil der Löhne am Preise des Produktes. Die Zeitschrift Die Wirtschaftsfurve" bringt vierteljährlich Ermittlungen über die Softenelemente und den Anteil des Lohnes an dem Preise des Produftes für einzelne Warengruppen. Die Ergebnisse der letzten Mit teilungen über Spinnerei und Weberei sind besonders lehrreich. In der Spinnerei und Weberei, wo im übrigen der Lohnanteil im Verhältnis zu den Materialkosten an sich sehr gering ist( bei der Spinnerei weniger als 4 Prozent, bei der Weberei weniger als 7 Prozent der Gesamitosten), ging der Lohnanteil im November, und Dezember gegenüber Oktober zurüd. Im Oktober ers folgten größere Lohnerhöhungen, als es der Steigerung der Warenpreise entsprochen hätte. In den folgenden Monaten stiegen umgekehrt die Berkaufspreise mehr als die Löhne. Es wird bemerkt, daß, wenn man die Verhältnisse am Anfang und am Ende 1924 vergleicht, der Lohnanteil im Dezember um über 40 Prozent höher ist als im Ja nuar. Man muß sich aber dabei daran erinnern, daß im Januar 1924 der Abbau der damals noch ungeheuer hrhen Preise erst begonnen hatte und die Preise noch außerordentlich hoch standen, während die Löhne einen Tiefstand, der nur für eine sehr kurze Zeit zu ertragen war, aufwiesen. Der Anteil der Gehälter der technischen und kaufmännischen Angestellten an dem Warenpreis war aber auch Ende des Jahres 1924 nur sehr wenig höher als am Jahresanfang, worin fich neben den niedrigen Gehältern auch die Wirkung des Ange stellten abbaues zeigt. Die Ergebnisse der Erhebungen für die Möbelindustrie sind in der Hauptsache dieselben. Die Materialkosten erhöhten sich seit dem Kriege ſehr wesentlich zwischen 20 und 53 Prozent, dagegen bleibt die Lohnhöhe seit 1914 um 1,2 Prozent zurück. Dementsprechend hat sich auch der Anteil des Lohnes an dem Produkt vermindert. Im letzten Quartal 1924 mar auch in der Möbelindustrie ein Ansteigen des Lohnanteiles zu beobachten. Die Welterzeugung an Kunstseide. Selten hat ein Produkt sich so rapid eingebürgert wie die Kunstseide. Die Welterzeugung betrug 1910 8000 Tonnen im Jahre, 1912 9000 Tonnen, 1924 aber 62 797 Tonnen. An der Spize unter den Produktionsländern stehen die Bereinigten Staaten mit über 16 000, England und Deutschland mit je beinahe 11 000 Tonnen. Ihnen folgen Italien mit 8400 Tonnen, Frankreich mit 5600, Belgien mit 4000 Tonnen. Die Schweiz, Holland und Desterreich verfügen ebenfalls über eine namhafte Produktion an Kunstseide. Die Weltproduktion verteilt sich auf 79 Gesellschaften, die 95 Betriebe besitzen. In Fachkreisen wird angenommen, daß die Jahreserzeugung im lau fenden Jahre gegenüber 1924 um weitere 45 Prozent sich vermehren wird, abgesehen von der Möglichkeit neuer Produktions methoden und der Erweiterung der Betriebe, deren Wirkungen für die Erweiterung der Produktion erst in späterer Zeit eintreten fönnen. JOSETTI KON LINON Juno 3-3 Cigarette Manoli Uffiengesellschaft in Berlin. Das Unternehmen legt sein Attienkapital im Berhältnis 100: 1 auf 1250 000 Reichsmart zu sammen und erhöht es um 750 000 m. auf 2 Millionen Mart, um fich neue Betriebsmittel zu schaffen. Es wurden verschiedene neue Aufsichtsratswahlen vorgenommen, die eine Folge des inzwischen ja auch in der Deffentlichkeit bekanntgewordenen Aktienverkaufs sind. Ueber die Aussichten wurde ven Generaldirektor Schnur folgendes ausgeführt: Wir haben bereits in unserem Geschäftsbericht barauf hingewiesen, daß wir durch die Wiederaufnahme unferer Berbindungen im Orient zum Zwecke der gleichmäßigen Versorgung mit Rehtabafen einen Zustand wieder hergestellt haben, der bei der Manoli A.-G. bereits vor dem Kriege bestand. Es wird dann an einigen Beispielen die Wichtigkeit der direkten Tabakversorgung für die Fabrikation erläutert und festgestellt, daß die Nachfrage nach Manolifabrikaten sich von Tag zu Tag steigert. Wir vermissen Er läuterungen über die Situation in der Zigarettenin dustrie, die sich bekanntlich in der letzten Zeit sehr erheblich per ändert hat: Auf der einen Seite eine Reihe von Zigarettenfabriken, | die in drei Konzernen zusammengeschloffen sind, auf der anderen Seite die freien und unabhängigen Zigarettenfabriken, die gegen die Konzernfabriken einen sehr scharfen Kampf um ihre Eristenz führen. von einer mäßigen Preiserhöhung( 20 Broz.) gleich zu Beginn des Jahres( Februar) 1924, während dieses ganzen Jahres teine weiteren Tarifänderungen vorgenommen wurden. Der Dezember 1924 brachte schließlich weitere Annäherung der Verschleißverhältnisse an die Vortriegszeit dadurch, daß der Verlauf voi Importen ( ägyptische, türkische und englische Zigaretten jowie Havannazigarren) wieder aufgenommen wurde. Mit dem Verkauf englischer Pfeifentabake wurde bereits im Sommer begonnen. SCHEUER- PULVER Bom österreichischen Tabakmonopol. Für das Tabakmonopol bedeutet das Krijenjahr 1924 ein Jahr fortschreitender Kon folidierung. Der Verschleißerlös bis Ende November vorigen Jahres betrug 2,2 Billionen Kronen gegen 1,5 Billionen Kronen für den gleichen Zeitraum des Jahres 1923. Diese Entwicklung ist zum Teil auf eine weitere Steigerung des Zigaretten. absages von 2,6 milliarden auf 3,5 Milliarden Stück, teils aber auch auf eine beträchtliche Steigerung des Zigarrenkonsums von 135 Millionen auf 181 Millionen Stück zurückzuführen. Auch alle übrigen Fabritatgattungen hatten einen steigenden Absatz zu ver zeichnen. Lediglich die Zigarettentabate hatten in natürlicher Folge der starten Steigerung des Absatzes fertiger Zigaretten eine Absatzfenfung von 1,5 Mill. Kilogramm auf 1,2 mill. Kilogramm zu ver zeichnen. Auch die Preisbewegung hat sich beruhigt, da abgefehen HORTAXIN- WERKE, BERLIN NO. 55 für Fabrikanten und Großverbraucher, lose und gepackt, liefern eigenen Mahlwerken konkurrenzios billig aus **** In En der Morgenstunde von an ges gesch sehr gute Qua it, Gr. 5 Strickwesten zurückgesetzt 3. Herrenhemden wollgen. m. Doppelbrust 2.50 Sportwesten Herren u. Damen 3.60 Herrenunterhosen wollgemischt. 2.Strickwesten für Kinder. eine Wolle 3.50 Herren- Mützen Gr. 40 1.Handschuhe Schweden min paar 0.90 Damenmäntel moderne tesche Formen 8.50 Hemdenflanelle- Zephir 0.70 Gummimäntel Köper Battist, gute 12.50 Blusenflanelle in schönen Must. Mir. 0.70 Windjacken Damen tesche Form 9.Damenhemdhosen weißu.normalfarb 1.65 imit. Damen- Untertaillen weiß Trikot Damen- Schlüpfer schwere Qualitär Herren Taschentücher mit bunter Kante, gute Qualität Einsätzen. 4 Stück 0.70 1.80 0.25 0.50 a. von Gumm., auferpw.preisw. aus wasserdichten Stoften, t. 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So ist dieser neue Ufa- Film als der erste wahrhaft ernste und vor nehme Bersuch zu werten und zu würdigen, den mit Vorurteilen aller Art vollgestopften Menschen unserer Zeit den nachten Männerund Frauenleib in seiner edlen harmonischen Ausprägung zu zeigen. Gleichzeitig will er aber die Zuschauer durch sehr treffende leber legung darüber zwingen, wieweit er hinter diesen Idealen zurückge blieben ist. Will man aber dieses fühne Unternehmen, das doch immer so vorsichtig und dezent gestaltet worden ist, daß so leicht fein Muder heran tann, von Grund aus würdigen, so kann man nicht vorübergehen an den geschichtlichen Boraussetzungen, unter denen erst der Film, dessen Manuskript von Dr. Nitolas Kaufmann stammt, geworden ist. Alle diese Bilder stammen aus dem Jahre 1924, aber die Grundlagen dazu lieferten bereits vor 20-30 Jahren Männer und Frauen im zähen Kleinkampf, deren Namen heute niemand mehr kennt und die das muß heute gesagt werden Damals am erbittertsten von jenen Kritikern befämpft wurden, deren Nachfolger heute den Film entzückt loben. So stammt das Wort„ Kraft und Schönheit" von einer Zeitschrift, die bereits vor 20. Jahren predigte, was der Film heute auszuführen fish bemüht. Der im Film gezeignete dänische Gymnaftifer J. B. Müller& B. hat fein berühmt gewordenes Buch„ Mein System" gleichfalls vor 20 Jahren herausgebracht. Oberleutnant Reumann- Neurode ließ sein Buch über die Gymnastik der kleinsten Kinder bereits var 15 Jahren erscheinen, und die Bertreter der naturgemäßen Heilweise, die Freunde des Licht- Luft- Badewesens, die Bekämpferinnen des Unwefens in der Frauenkleidung, die Lebens-, die Ernährungs reformer, fie alle, in der Deffentlichkeit wenig beachtet und oft ver lacht, haben vor 25 bis 30 Jahren den Grund zu solcher Kraft und Schönheit gelegt. Was dieser neueste Kulturfilm der Ulja vor führt, ist eine glänzende Bestätigung aller dieser Lehren. Dennoc) muß gesagt werden, daß die Hersteller des Films nicht der Gefahr entgangen find, in der Stoffülle zu verfinken. " Man sieht Bilder, die hinreißend find deshalb, weil sie eine neue Lebensauffaffung, ein neues Ethos verkünden, und gleich daneben Bilder, die nichts weiter als schön im überkommenen Sinne find. Bielleicht war es ein Fehler, den Kreis der Mitarbeiter zu weit zu ziehen, und wahrscheinlich mußte man schließlich eine Menge Szenen. hinnehmen, weil man die" Autoritäten", die daran mitarbeiteten, nicht vor den Kopf stoßen wollte. So reiht sich Bild an Bild, aber die Durcharbeitung des Gedankens: Wie tommen wir zum organischen Aufbau von Kraft und Schönheit? permißt man. U. a. findet die degenerierende Wirkung von Alfo hol und Nikotin und die schönheitsfördernde Wirkung einer zwed mäßig aufgestellten Ernährung gar feine Berücksichtigung. Wohl das Schönste, um ein paar Einzelheiten herauszugreifen, find die Bilder aus der Schule Hedwig Hagemanns in Hamburg. Wie Diese nackten Mädchenleiber in die Natur hinein gegen den weiten Horizont gestellt sind, wie sie fich langsam emporreden und aufzufchwingen streben, das ist von unerhört zwingender Macht. Das rührende Evangelium des Wandervogels: Rein bleiben und reif werden! scheint hier zur Wirklichkeit geworden zu sein. Aus der felben Schule Hagemann fommt eine lebende Benus von entzückendem Ebenmaß. Man denkt dabei an das Gegenbeispiel jener Plastik, das der Franzose Galguière vor mehr denn 20 Jahren nach dem scheußlich verbildeten Körper der berühmt gewordenen Tänzerin Cleo de Mérode geformt hatte. Rührend auch eine Szene aus der Wanderung" der Tanzgruppe Mary Wigmans. Eine Zeitlupenaufnahme des deutschen Turners Rudolf Robs am Red enthüllt eine fo wunderbare harmonische Betätigung des Körpers, daß das Publikum mit Recht zum Beifall hingerissen wurde. Dann gab es Tänze aller Art, Borführungen rhythmischer Gymnaftit, Boltstänze aus aller Welt, bei denen aber merkwürdigerweise die in den lezten Jahren so fein zur Durchbildung gekommenen alten deutschen Volkstänze fehlten. Sportbilder mit prachtvollen Jüng lingsgestalten waren reichlich pertreten. Mussolini wird ganz überflüffigerweise zu Pferde gezeigt. Gerhart Hauptmann( chämig in einen Bademantel gehüllt. Altgriechische, altrömische und altger manische Bilder waren gut gestellt. Aber diese ganze funkelnde, Schimmernde Schau schöner Menschen gerät in die große Gefahr, init einem Miston zu enden. Man zeigt zum Schluß ohne jeglichen Zusammenhang eine Potsdamer Wachtparade, unzweifelhaft ein Symbol unfreiesten Menschentums, und während man zu Anfang verkündete: Zurück zum Helenentum, hieß es zum Schluß: Zurück zu Friedrich Ludwig Jahn. Man ließ einen Wald von Fahnen aufflattern, aber eine schwarzrotgoldene war nicht zu sehen, die Fahne, für die Friedrich Ludwig Jahn gekämpft und gelitten hat. Es ist tief bedauerlich, daß man zum Schluß dem Ungeist unserer Zeit so weit entgegenkam. Dennoch muß man das Wert als Ganzes um seiner selbst willen loben. Dem Regiffeur Wilhelm Brager und dem Verfasser Dr. med. Kaufmann gebührt Ehre und Dant. Jede sozialistische Kultur und Bildungsorganisas tion muß zwar diesen Film ihren Anhängern vorführen, aber -ebenso muß fie auch den gekennzeichneten Schluß unweigerlich fort. laffen. Romanschicksale. Tr. Das Schicksal eines jeden einigermaßen bekannten Romans ist es heute, verfilmt zu werden. Ja, etliche Berleger nehmen nur noch Romane an, die sich verfilmen lassen. Welchen schlechten Einfluß diejer Grundsatz auf die literarischen Erzeugnisse ausübt, weiß man ohne weiteres, und für den Film als solchen bedeutet der zugrunde liegende Roman meistens einen unnötigen Ballast an Figurenreichtum. Das bemerkt man u. a. auch bei Olga Wohlbrücks Athleten" ( Marmorhaus). Man sieht das Schieberehepaar, in dem schon weiblich ausgebeuteten Milieu der Neureichen, das in die ehemalige Wohnung des Fürsten Erasmus v. Hohened eingezogen ist. So töstlich auch die vornehme" Madame Stumper der für diese Rollen erprobten, porzüglichen 2ydia Bote china ist, so empfindet man bei dem weiteren Ausbau des Films diesen ganzen Auftakt doch für überflüssig. Ebenso Herrn Stumper, feinen an Dichteritis leidenden Neffen, feine Tochter und den gräßlichen Schwiegerjohn. Eie tauchen unter, ohne daß ihr Schidjal irgendwie interessant gestaltet wird. Um zu dem Ergebnis zu kommen, daß das junge Baar die Prinzessin Wanda zu einem Borkampf einladet, fann man weniger verschlungene Wege gehen. Bei diesem Borkampf sieht Banda Tom King, den sie einmal, als er auf der Straße über. BSP Konzern Luisen- Theater fallen wurde, in dem Hause ihres Vaters verband, als Meisterboger wieder. Tom King verliebt sich in Wanda und wird ihr Schicksal. Ihr alter Vater, der als verarmter Erfinder nur seiner Arbeit lebt, wirft die Tochter aus dem Hause, weil sie einen Boger heiraten will. Sie aber geht zu Tom King, heiratet ihn und wird unglück. lich, denn er ist wohl ein großer Borer, aber leider gar kein Cha rafter. Die Ehe bringt der Frau unerhörte Demütigungen. Als das Maß zum Ueberlaufen voll ist, erschießt sie nach einem Boz match ihren Beiniger. Ein Rechtsanwalt, der ihrem inzwischen verstorbenen Vater der beste Freund war, erzwingt durch seine glänzende Verteidigungsrede ihren Freispruch. Als Wanda den Borer heiratete, nahm sie dem Rechtsanwalt den Lebensinhalt, doch meiß man nun, daß für beide die Zukunft noch einmal licht werden wird. Die feineren seelischen Begründungen fehlen. Man muß sich mit gegebenen Tatfachen abfinden, doch wirken sie niemals un wahrscheinlich. Im Lert war war vorbildlich gut zurück haltend. Friedrich 3elnit muchs als Regiffeur weit über sich hinaus. Es entsteht sonst die Befürchtung beim Betrachten seiner Arbeiten, er möge noch einmal ganz und gar im Gesellschaftstitsch versinken. Diesmal jedoch schuf er einen wirklich guten Spiel film. Dem Photographen Alfred Hansen gab er bankbare Arbeit, die dieser mit Geschick und eigener Note föſte, wofür u. a. die Beleuchtungseffekte beim Borkampf den Beweis erbrachten. Asta Nielsen spielte die Prinzessin Wanda. Die große Schau spielerin feuerte alle an. Regisseur und Mitspieler. Syat man viele Vergleichsmöglichkeiten, dann sieht man es immer wieder, Asta Nielsen hat das Typische erfaßt, was wahre Filmschauspielkunst ist, sie versteht es, in unbeirrbarer Sicherheit das Wort durch die Beste zu ersetzen. Der galante Prinz". e. b. Als man am Freitag abend in der Alhambra diese jüngste Produktion der Westi genoß, wußte man nicht recht, ob man es mit einer monarchistischen Veranstaltung oder aber auch mit einer Ironisierung des Gottesgnadentums zu tun hätte. Bahrscheinlich war es aber den Veranstaltern weder mit dem einen noch mit dem anderen ernst, sie wollten wohl der Schaulust nur fürstliches Ge präge zeigen, militärische Aufzüge veranstalten und sonstiges höfifches Bimborium vorführen. Um aber diesen Stoff pikant zu machen und bie obligate Liebesgeschichte hineinzubringen, verfündigten fie fich gegen alle Erbfolgeordnungen und Ebenbürtigkeitsgefeße der Dynaſtien. Aber es schien, es gefiel dem Bublikum jowohl das eine wie das andere. Also: der Erbpring Nikola macht mit feiner Braut Chriftiane eine Mitteleerfahrt und entdeckt natürlich am Bosporus ein entzückendes Mädchen, das hinter Gitterstäben eingeschloffen ist. Das deutsche Schlager- Lustspiel 1925 Kammermuit mit Henny Porten Regie: Carl Froelich Uraufführung ab Dienstag, den 24. März PPP PRIMUS PALAST Primus-Palast Potsdamer Straße 19 Täglich 5, 7 und 9 Uhr Sonntags 3.30, 5.15, 7 und 9 Uhr T.A.M. Reichenberger Straße 34 Theater am Moritzplatz Beilage des Vorwärts Ein Waghalsiger, der zu ihr emportfettert, um fie zu befreien, mird angeschossen und fällt ins Meer. Der Pring fann ihn gerade noch retten, um von dem Sterbenden zu erfahren, daß dies holde Wefen entführt und vom Bascha gefangen gehalten wird. Mit Hilfe feines Faktotums Brid, der seinem Herrn ebenso treu ist wie seiner Flasche, gelingt es dem Prinzen, nach einem abenteuerlichen Stampf die schöne Anar aus dem Harem zu entführen. Er ist auf den ersten Blid unrettbar in sie verliebt, die ihm aufgedrungene Braut gero ins Hintertreffen, und zu allem Ueberfluß stirbt auch noch der Fürst, so daß der Prinz zum Antrit der Thronfolge heimtehren muß, Christiane verpflichtet den ihr den Hof machenden Kapitän, die orientalische Nebenbuhlerin unschädilich zu machen. Während eines Sturmes, in dem das Schiff untergeht, wird sie in ihrer Kabine eingeschlossen, aber unmittelbar vor dem Ertrinken noch von den heroisch sich bewährenden Brick gerettet. Rückkehr in die Heime. Intrigen Christianes mit den Hofbonzen, Entführung und Gefangennahme Anars. Die Schläue Brids entbedt und rettet fie. Feierliche Krönung mit vorgeschriebenem Boltsjubet und Trauung des Fürstenpaares in der Hofkirche. Als die Braut sich entschleiert, ist es natürlich Anar, während die andere in ihrem Brautkostüm vergebens den Brinzen erwartet. Der Regiffeur v. Turschansti bat in die fluge Begebenheit lebhaftes Tempo gebracht, aber die Massenszenen nicht recht bewältigt. Ganz hervorragend ist der Schiffsuntergang geschildert mit den hereinbrechenden Bogen und der von Sekunde zu Sekunde wachsenden Tobesnot der eingeschlossenen Anar. Das Beste am Film aber ist neben der wirklich liebreizenden Anar der Natalie Kowanto, die in ihrem feinen Oval wahre Schmachtaugen leuchten läßt, und dem mehr als jugendlichen Erbprinzen Cafeleins der urfidele, immer zu lösen Streichen aufgelegte, herrliche Grimasßen schneidende, aber auch im Ernst nie versagende Brick Nicolai Kollins. Die Bhotographie ist manchmal verschleiert, was offenbar orientalisch anmuten foll. Einige hübsche Meer- und Landschaftsbilder sind auf der Habenseite Ellinor Rix in Paris. zu buchen. Um Ellen Richter beim Flug um den Erdball" von Indien nach Europa zu begleiten, lud die uf21 in ihr Theater am Kurfürstendamm ein. Der zweite Teil des Films ift voller Spannung und Frische, und das Bublikum folgt mit äußerster Aufmertsamkeit der wirklich interessanten Reiferoute. Daß das Leben das Orients mal wieder mit bedenklich stimmender europäischer Oberflächlichkeit gefehen ist, sei nur nebenbei bemerkt. Die Manujfript: verantwortlichen wollten ja auch nur einen unterhaltsamen. Abenteurerfilm fchaffen, und das ist ihnen glänzend gelungen. Die Fahri geht über Indien, China, Japan, Amerika nach Paris, dem Ausgangspunkt. In Indien gibt's Abenteuer mancher 2Art zu bestehen. Der Bersicherungsagent muß notgedrungen mit einem Tempelkrokodil fämpfen, der Flugzeugführer und Ellionor werden in einem Zempel eingeschlossen, doch in Verkleidungen und unter Benugung von Elefanten als Reittiere erreichen fie schließlich die Eisenbahn und zu guter Letzt das bereitstehende Flugzeug. In China gibt's neue Abenteuer, und als in Amerika( wo nebenbei der Versicherungsagent beinahe hingerichtet worden wäre) die glänzenden Empfänge verrauscht sind, fann man zu guter Letzt Kurs auf Frankreich nehmen. Man landet, sehnsüchtig erwartet und doch unbemerkt, in Brest. Es stellt sich heraus, daß Turner nicht der Mörder ist, und zehn Minuten nach 12 Uhr ihre Schneiderin ließ fie etwas warten ift Ellionor in Paris, am Arme ihres Begleiters, der ihr Gatte werden wird. Reiz haben die echten Aufnahmen. Wenn man den amerikanischen Film„ Die Reise um die Erde" fennt und sieht den deutschen als Gegenstück, dann wirft der letztere direkt als erfreuliche Sensation, bei der der Beifall nicht verstimmt, weil er einer guten Arbeit gezollt wird. Recht geschickt und voller Geschmad find bie llebergänge von der Kulisse zur Wirklichkeit, Ellen Richter wird mohl bald wieder auf die Fahrt gehen, und das Publitum wird ihr, wenn auch nur bildlich, gerne folgen. e. b. Der Keren Hajeffod( Jüdisches Balästinawert) führte fürglich einem geladenen Kreise von Politikern und Vertretern der deutschen Preffe den neuesten Palästina Film vor, der das jüdische Aufbauwert dem europäischen Beschauer näher bringen soll. Der Film stellte das alte Palästina mit verödeten Landesteilen und seinen historischen Altertümern dem neuen jüdischen Palästina gegenüber, das sich bei ständig wachsender Einwanderung probuftiver jüdischer Elemente von Tag zu Tag entwickelt. Man fah neugeschaffene Städte, Stadtteile und landwirtschaftliche Kolonien und erhielt einen interessanten Ueberblick über die im Zusammenhang mit Landwirtschaft und Gartenkultur entstehenden Industrien. Die wertvollste Erkenntnis des Filmes mar, daß das Aufbaumert in allen seinen Schichten, von der landwirtschaftlichen Basis bis zum industriellen Oberbau und bis zur fulturellen Krönung, der neu geschaffenen hebräischen Universität, von jüdischen Arbeitern und landwirtschaftlichen Bionieren getragen wird. Die Phoebus- Film A.- G, hat das Manuftript Die Gustel von Blase wit" von Aldens für ihre neue Produktion erworben. Die Figur Schillers steht neben der ber Gustel von Blajewis firt im Vordergrund der Handlung. Der Tod im ewigen Eise", der jüngst im Filmpalast in Köln a. Nh. seine Uraufführung erlebte, hat eine bramatische Handlung aus der Gebirgswelt ber Hochalpen zum Inhalt. Er wird auch in Berlin aufgeführt. Die Uraufführung des Afa- Film Wetterleuchten" mit Wilbelut Dieterle, Ostar Marion, Lia Eibenschüß in den Hauptrollen, Regie: Rudolf Walther- Fein, findet am 27. März im Colosseum, Schönhauser Allee, statt. ,, Kennst du das Land?" So betitelt sich der neue Stul turfilm der Ufa, der in drei Zeilen die Schönheit des blauen Golfes von Neapel illuftriert. Im Theater am Nollenborsplay gelangt jest wieber ber Esfimofilm ,, Nanut" erneut zur Vorführung. Seit einigen Tagen wird in einem Kinotheater eines Boulevards ber Nibelungenfilm erfimals in Paris borgeführt. Der Film hat beim Bublifum großes Interesse gefunden, obwohl bie Presse ihn im allgemeinen totzuschweigen versucht. Die neue Deulig- Woche führt die Präsidententanbibaten ber vier größten Barteigruppen. Jarres ist natürlich besonders liebevoll behandelt: man sieht ihn u. a. am Staffectisch), im Garten mit Familie unb im Gefängnis zu Aachen. Wenn das nicht siebt.... Ankauf Verkauf Vermittlung von Kinos KINO- ZENTRALE BROCKHAUSEN Berlin SW 68, Friedrichstr. 287 nur durch Welt- Kino Mila Lichtspiele Noacks Lichtspiele Alt- Moabit Schönhauser Allee 130 Der große Ufa- Film Brunnenstraße 16 Lya de Putti Dämon des Meeres Quo vadis? Aschermittwoch Turm des Schweigens Im Namen des Kaisers Großer Sensationsfilm in 6 Akt. Auf der Bühne: 3 Weltstadt- Sensationen Großfilm 6 Akte mit mit Emil Jannings Eine Offizierstragödie in 8. Akten Hanna Ralph, Xenia Desni in 6 Dazu: Die Schuld Großes Sittendrama BSP Konzern Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus Tägi. 8 Uhr 6 Uhr: Aida Das Märchen Opernhaus am Königsplatz v Arth. Schnitzler 7 Uhr: Tiefland Spira, v. Moellendorf Schauspielhaus Heute nachm. 4Uhr: 7: Pr. v. Homburg Minnay.Barnhelm Schiller Theater B 2% Uhr: Paust. 1. Kleines Th. 7 Uhr: Napoleon Volksbühne 21 Uhr: Wer weint um Juckenack? Tägl. 8 Uhr: Die Großfürstin 72 Uhr: Segel am und der Zimmerkellner Horizont Deutsch. Theater 7% Uhr: Die heilige Johanna Nachm 2 Unr: Leopold. Konstantin Georg Alexander Sonnt. nachm. 4 U. Hänsel u. Gretel Alt- Heldelberg Trianon- Th. Kammerspiele 71 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft Nachm. 24, Uhr: Raub d. Sabinerinn. Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 8 Uhr: Der Diener zweier Herren Nachm. 3 Uhr: Die Büchse der Pandora Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Wir lassen uns scheiden Komödienhaus 8 Uhr: Heimliche Brautfahrt Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau Täglich 8 Uhr: Yoshiwara Arnold Korff Erich Kaiser- Titz Blanche Dergan Deatsch. Künstlertheat. 8 Uhr: ,, Riquette" Operette von Oscar Straus Lustspielhaus 8 Uhr: Guido Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbauerdamm 8 Uhr: Der blonde Traum Wallner- Theat. 3/28 Uhr: SCALA Romeo u. Julia 8 Uhr: VARIETE- Residenz- Th. REVUE Tägl. 8 Uhr: Der Störenfried Sonntags 30. Lustsp. v. R.Benedix ermäß. Preise! Das voile Programm METROPOL- THEATER GASTSPIEL DIREKTION WALTER BROMME PREMIÈRE Sonnabend, 28. März, präzise 7 Uhr Tausend süsse Beinchen Tausend süsse Vorverkaut 14 Tage vorher für jede Vorstellung ununterbrochen betitelt sich die Novität von Walter Bromme; Buch von Georg Okonkowsky und Will Steinberg. Unter den Darstellern sieht man nur Prominente, wie: Lea Seidl, Hilde Wörner, Ida Perry, Eduard Lichtenstein, Siegfried Arno, Ferry Sikla, Fritz Strehlen,- Wohl selten hat eine Operettenbühne so viele Stars zu einem Ensemble vereint. Die musikalische Einstudierung besorgt Kapellmeister Arthur Guttmann.- Die tausend süssen Beinchen, angezogen von Montedoro( dem künstlerischen Schöpfer der erfolgreichsten Pariser und Londoner Revuen), werden gedrillt von Ballettmeister Jansen- Jacobs. Regie führt Theo Stolzenberg. In den Bühnenbildern- ebenfalls von Montedoro- sieht man schöne Frauen, darunter eine Reihe Amerikanerinnen und Engländerinnen, in Masse,- Und der Clou des Ganzen, trotz der unerhörten Ausstattung: Friedenspreise! I. Rang- Fremden- Loge. 8.Orchester- Sessel 9.- u. 10.Promenoir....... 2.- I. Rang- Mittel- Loge... 8.Parkett.... 3.-, 4.- u. 5.Parkett- Faut.. 6.- u. 8.Première erhöhte Eintrittspreise. Keine Vorzugskarten! Vorverkauf 14 Tage vorher für jede Vorstellung ununterbrochen Keine crmässigten Vereinsbillette! Nur reguläre Kassenpreise für alle Kreise der Bevölkerung. Konz.- Dir. Hermann Wolff und Jules Sachs Sportpalast. Heute Sonntag, 8 Uhr: Don KOSAKEN Dir.: S. Jaroff. CHOR Teilweise neues Programm| Populäre Preise 1, 2, 3 M. Kart. b. Bote& Bock, Wertheim, Abendkasse Haller- Revue 1925 Adele Sandrock Th.1.Admiralspalast Mertina Kestner Max Zilger Komische Oper 8U. Dir: James Klein SU. Unsere Revue Das hat die Welt noch nicht gesehn! mit über 250 Mitwirkenden Die Sensation des Berliner Theaterlebens Sonntag 3%, Uhr Die große Revue! Jeder Erwachs. 1 Kind frei zu halben Preisen ( 50 Pf. bis 6 Mk.) Vorverkauf ununterbrochen! Apollo- Theater 8U Dir: James Klein SU. Die Nächte v. Paris Gr. Ausstattungsoperette Ueber 100 Mitwirkende Preise 2 bis 10 Mk. Vorverk. ununterbr. geöffnet URANIA Taubenstraße 48-49 Heute 5, 7 und 9 Uhr Täglich bis 29. März: MEXIKO das Land der Wunder and Unaufgeschlossenheiten Filmvortrag: Professor Dr. Alfons Goldschmidt Ab Letzte Woche 31% und 84 Uhr: Die größte Revue d. Welt: i..Noch und Noch" Heute nachm 3 Uhr: Die ganze Vorstellung zu kleinen Preisen Central Theater 3 Uhr: MORAL 7: Die vers. Glocke Deuts Opernhaus Zu ermä ig Preisen U.: Die Fledermaus Mig. 7: Der flieg. Holländer Metropol- Theater Letzte Tape! 7: 1 Gräfin Mariza Neues Th. am Zo. Tägl. 8 Uhr WIEN BERLIN WIEN Jagerstr.63 AMFANG 8 Uhi EINTRITT FREI ist Was Theater d. Westens Tägl. 7% Uhr Berlins gr. Operett.- Erfolg Der Graf Sonnabend u. Sonntag 1 M. V. Cagliostro Das lustigste Milowitsch, Uri, Arno, Hell Bitte ausschneiden! THEATER DES WESTENS Stadtbahnhof Zoo KANTSTRASSE 9 Vorzugskarte Der Graf von Cagliostro" Gr. Ausstattungsoperette in 3 Akt von Richard Bars. Musik von Kurt Zorlig Hauptdarsteller: Cordy Millowitsch, Siegfr. Arno, Arthur Hell Um weitesten Kreisen den Theaterbesuch einer guten Operette zu erleichtern, gewährt die Direktlon diese einmalige große Preisermäßigung zu .nebenstehenden Preisen. Untergrdbhf. Zoo. Geg. Vorl. dieses Ausschnitts zahlen Sie für Orch- Faut, statt 16 50 nur 5-> P.- Faut, LR statt 10.50 пиг 4.Park. u. I. Rg statt 8.50 11 Rang nur 3. stait 6.5 nur 2.50 III. 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Bernhard Strohmandel, Filialen: Spittelmarkt, Ecke Berlin$ 14, 72 Wallstraße. 72 Seydelstr, u. W, Nikolsburger ( Untergrundbahn Inselbrücke) Platz 2, Ede Trautenaustraße Commerz- und Privat- Bank Hamburg Aktiengesellschaft Berlin Programm Berlins Tha la Th. 55. Jahresbericht für das Geschäftsjahr 1924 Jede Hammer eine Attraktion Große Bier- Abteilung Heute Sonntag: Marienbad- Palast Film- u. Bühnenschau, Badstr.35-36 Luciano Albertini 8 Uhr: 7 Uhr: bleibender Gewinn sein. Das Dreimäderlhaus Wenn der Verlauf des Jahres 1924 auch gezeigt hat, daß 1924 and die, damit verbundenes Lohnerhöhungen sowie vor die Besserung der Wirtschaftslage Deutschlands sich nur allem aber durch die übermäßig hohen Steuern und soziale Casino- Theater allmählich vollziehen kann, so ist doch nicht zu verkennen. Abgaben sowie die bohen Frachten zum Teil wieder aufzeLothringer Str. 37 Tägl. 8 Uhr Kräfte und das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit in daß die zielbewußte Zusammenfassung der schaffenden beben. Die Kapitalknappheit beeluflußte naturgemäß besonders Neu! Wieder Neu! Deutschland beachtenswerte Fortschritte gemacht hat. Wie das Effektengeschäft. Zur Verschärfung der im Juni v. J. Gr.Nachmittags- Vorstellung ein neuer Schlager weit diese Fortschritte durch den im Dawes- Plan gemachten ihren Höhepunkt erreichenden Börsenkrisis trug das große Der Oberschieber Versuch, die jeweilige Leistungsfähigkeit Deutschlands unter Mißtrauen in die politische und wirtschaftliche Entwicklung Zugrundelegung bestimmter Richtlinien zu erfassen und Deutschlands in ganz besonderem Maße bei. Erst nach der Dazu das bante Programm! Willkürakte be! Eintreibung der Deutschland auferlegten Genehmigung des Dawes- Plans und unter dem Einfluß aus Marga Scholz Martin Loewe Zahlungen nach Möglichkeit auszuschalten. eine Förderung ländischer Effektenkäufe konnte sich eine allgemeine An Volkstüml. Preise erfahren werden. bleibt abzuwarten. Immerhin wird die wärtsbewegung der Kurse durchsetzen, die Ende des Jahres Erkenntnis der Tatsache, daß eine Weltwirtschaft unter zu erheblichen Kurssteigerungen, namentlich für die großen Philharmonie Ausschaltung von Deutschland eine Unmöglichkeit ist, ein Montanwerté, führte. Zur Belebung des Geschäftes trug neben der Herabsetzung der unerträglich hohen Börsen- UmFür die deutsche Wirtschaft hatte die Annahme des satzsteuer und der Hoffnung auf die Wiedereinführung des Dawes- Planes insofern eine Erleichterung gebracht. als die Effektentermingeschäftes namentlich das Bekanntwerden der Wie weit die Gojdum-. amerikanischen Banken in größerem Umfange Gelder nach Goldmark- Eröffnungsbilanzeu bei. Deutschland legten, um von den vorteilhafteren Zinssätzen stellungen der ungünstigen Wirtschaftslage Deutschlands zu profitieren. An der Anbahnung der Beziehungen zu den voll Rechnung tragen. können erst die Abschlüsse der komamerikanischen Banken kommt den deutschen Banken ein menden Jahre zeigen. Fast überall steben die immobilen. wesentlicher Anteil zu, der um so höher zu veranschlagen Anlagen in einem ungünstigen Verhältnis sowohl zu den ist, als die Tätigkeit unberufener. im Auslande als Vertreter Absatzmöglichkeiten für die Produktion als auch zu den öffentlicher und privater Körperschaften auftretender Ele- liquiden Mitteln. Die neuerdings hervorgetretenen Bestro mente die Neigung des Auslandes zu Geschäften mit uns bungen, die Schaffung der in den Bilanzen gestellten Re erheblich herabgemindert hatte. So erwünscht und unbe- serven, ohne die ein Unternehmen unmöglich bestehen kann. dingt notwendig die Auslandskredite für die Aufrechterhal- durch Strafandrohungen schärfster Art zu verhindern, ent tung der deutschen Wirtschaft waren, so darf man doch fernen sich so weit von den elementarsten wirtschaftlichem nicht die in der Kurzfristigkeit der Mehrzahl dieser Darlehen Grundsätzen, daß an einen Erfolg dieser Bestrebungen. der liegende Gefahr übersehen, und dies um so weniger, als die die geleistete mühevolle Arbeit vernichten würde, wohl nicht Exportaussichten für unsere, eines bedeutenden Teiles ihrer zu denken ist. in Der Mann auf dem Kometen Ab Diens ag: Lotte Neumann Die weiße Weste Pharus- Kino Müllerstraße 142 Th. in Kommand. Str. Das führende Theater des Weddings. Heut nachm. 3U: Der Weibsteufel, Drama v. schönherr Abends 8 Uhr: USCHI von Jean Gilbert mit Uschi Elleot, Fritz Schulz, Gertrude Berliner Theater d. Westens Berl. Operngastsp Heut nachm. 3 Uhr: Der Das große Familienprogramm Jugendliche habenZutritt Baby Peggy In: Mein kleiner Kapitän. Dazu: Der große Sensationserfolg: Dir bleibt die Luft weg! Trabrennen Konzert des Philharm. Orch. Dirigent: 0. Marienhagen WALHALLA a. Rosental. Tor Internationale VARIETE M VARIETE Absatzgebiete beraubten Industrie die Hoffnung auf eine Eine Zeit ang bildeten den Mittelpunkt des Börsen baldige Beseitigung der Passivität der Handelsbilanz noch geschäftes die Vorkriegsrenten im Zusammenhang mit Au REVUE nicht als berechtigt erscheinen lassen. wertungsbestrebungen. Es wäre im Interesse der Beruhi Hierbei ist auch die Lage der Landwirtschaft zu berück- gung der deutschen Wirtschaft dringend zu wünschen, daß Verschied.Kunstkräfte sichtigen, die unter dem Mangel an Betriebsmitteln und der in diesem Pankte bald völlige und endgültige Klarheit ein neu für Berlin! Unmöglichkeit, zu angemessenen Zinsen ausreichende Kre- tritt. Dies gilt für das gesamte Aufwertungsproblem. das Antang& Uhr dite zu erhalten, besonders schwer leidet. Dies kann auf einer baldigen, alle Zweifel ausschließenden gesetzlichen Platzpr.v.40 Pf.an die Dauer nicht ohne Rückwirkung auf die Ernteergebnisse Regelung bedarf. Das Geschäft in Sach- und Goldwer und damit auf die Gestaltung der Handelsbilanz bleiben. anlagen hat weiter Fortschritte gemacht. Die Zahl der an Wenn auch das Steigen der Getreidepreise die Gefahr einer der Berliner Börse notierten Gold- und Sachwertanleihen schweren Agrarkrisis abgewandt hat. so bleibt die Lösung und Goldpfandbriefe hat sich im Laufe des Jahres 1924 von der landwirtschaft'ichen Kreditfrage nach wie Vor von 40 auf 125 gesteigert. Die gesamte Emission an derartigen größter Bedeutung für die Gesamtwirtschaft. und es ist za Anleihen betrug im Jahre 1924 schätzungsweise 300 Millionen 18 Uhr Gastspiel hoffen, daß die an die Neuregelung der Rentenbank ge- Goldmark. Frida knüpften Erwartungen sich für die gesamte Landwirtschaft) Ueber das Geschäft im einzelnen berichten wir: und die mit ihr verbundenen Industrien, insbesondere auch Der Gesamtumisatz, betrug 51 225 172 163.13 M. gegenübe die Zuckeríndustrie, voll auswirken. einem Gesamtumsatz der Commerz- und Disconto- Bank und Die Notwendigkeit. die Wertbeständigkeit der deutschen der inzwischen mit thr vereinigten Institute VO Kammersänger? Zahlungsmittel zu sichern, veranlaßte die Reichsbank zu Ein- 43 557 570 776,30 M. im Jahre 1913. sowie 9 weitere schränkungsmaßregeln bei Hereinnahme von Wechsein and Unsere Filialen und Depositenkassen haben sich im all Internation. Attraktionen führte zu einer Steuerpolitik. deren Härte in der Ueber- gemeinen den Zeitverhältnissen entsprechend befriedigend gangszeit vielleicht unvermeidbar war, die aber anderer- entwickelt. Wir haben eine Anzahl Filialen. die eine hin seits die ohnehin ihrer liquiden Mittel fast gänzlich beraubte reichende Rentabilität nicht mehr versprachen. geschlossen. deutsche Wirtschaft vor die schwersten Anfgaben stellte. Es Insgesamt sind wir jetzt an 219 Plätzen, Deutschlands verzeigte sich, daß eigent'iche Anleihegelder, die in früherer treten. Mariendorf Weber Flessburg Evangelimann Sonntag, den 22. März Rose- Theater 3: Berlin wie es weint und lacht 73/4: Graupenmüller Indien, das Land der Träume HerrnfeldReisefilm mit indischer Musik 25. bis 28. März: Polarforscher Christian Leden: Unter d. Schatten d. Nordpols Vorverk.: Wertheim, Invalidendan u. Uraniakasse v. 10-1 u 5 Uhr ab nachmittags 21 Uhr Glivaer Lichtspiele Olivaer Platz 7 Der große deutsche Volksfilm: Aus der Jugendzeit. 80. Theater 80. Klingt ein Lied im Intimen Theater Bülowstraße 6 Lachstürme! Wer ist der Vater? Herrnfeldiade i.3 A. Ein Spiel v Liebe u Leid in 6 Akt. unt. Mitwirk. d. Gesangs- Quart. Widetzky Ab Dienstag: ZAZA, Das Mädel vom Varieté Reichshallen- Theater Circus Flora- Lichtspiele Allabendl 8 U. u. Sonntags nachm. 3 Uhr und GERMANIA Pracht säle Chausseestr. 110 Jeden Sonntag Zeit den Grundstock für die Kreditgewährung bildeten, nur An der steigenden Entwicklung unseres Remboursgeschäftes an den Seeplätzen gelegenca den Banken verwalteten Geldern handelte es sich vielfach Niederlassungen und Fi'ialen beteiligt. um Beträge, die nur ganz vorübergehend von der Wirtschaft Unser Akzeptkonto ist im Zusammenhang mit den BeKasseneröffn. 4 U. entbehrt werden konnten und nach kurzer Zeit wieder den strebungen, den Privatdiskontmarkt zu beleben. mäßig geBetrieben zugeführt werden mußten, oder um Gelder, die stiegen. Sänger es sich Nachdem Großer BALL ZOOLOGISCHER GARTEN Taglich sich in Form von Postscheckeinlagen, Betriebs- und Steuer- Reports und Lombards haben entsprechend der Zunahme einnahmen u. a. bel den zuständigen Stellen ansammelten. des Börsengeschäftes eine Steigerung erfahren. Die an die Geldgeber zu zahlenden hohen Zinsen legten Zinsen and Provisionen sind in einem Posten zusammen der gesamten deutschen Wirtschaft außerordentlich schwere geiaßt, da sich eine Scheidung infolge andersartiger BeLasten auf, während der Nutzen, welchen das Zinsgeschäft rechnung der Zinsen und Provisionen nicht mit der früheren den mit der Geldvermittlung an die verschiedenen Wirt- Genauigkeit durchführen läßt. schaftszweige sich befassenden Banken brachte, dem ge- Unsere dauernden Beteiligungen baben sich zufrieden. steigerten Risiko der Geschäfte keineswegs hinreichend stellend entwickelt. Konzert entsprach. Aber nicht nur die Höhe der Zinssätze, sondern Die außerordentlich hohen Ziffern des Unkostenkontos er. auch der im Vergleich zu der Nachfrage außerordentlich klären sich z. T. daraus, daß die durch die Deflation und Große Feh'betrag an flüssigen Mittein brachte die gesamte die Vereinfachung der Devisengesetzgebung ermöglichte Re Wirtschaft in eine bedrängte Lage. Kann auch der vielfach duzierung des Personals erst allmählich im Laufe des Jahres vertretenen Anschauung, als ob es lediglich eines ausrei hen- erfo'gen konnte. Am Jahresschluß beschäftigten wir insWochent. v.3-7U. Sonntags v.4-9 U₁ Steffiner Sänger Busch Der Boy von Flandern Aquarium den, billigen Kredites bedürfe, um den Vorkriegsabsatz im gesamt 10 260 kaufmännische und technische Angestellte. Neu! Sport- Müller Neu! Tägl.72, Stgs. a. 3 U. mit Jackie Coogan Hachm. halbe Preise, volles Progr Neu! Gastsp. Matrosen wider Willen Dönhoff- Brett'i: des schwedischen Das Lenz- Programm! 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Elefanten, Eisbären Zum Die lustigen Schluß: Vagabunden herabgese.st Camen Ulster 6-18 Plüsch Mäntel 22-69 Tuck- an el 12-25 Krimmer- 20-68 Affenbaut 21-36 Astrachat- 18-48 Neue Frühjahrs- Moden Kostüme 19 22 28 43 Tuch- Mattel 19 21 28 Donegal- Mäntel 8 12 Wollrips. 37 45 55 overcoat 9% 15 19 Lederol- Gummi-, 23% Wasserdichte Loden- u. Gummimäntel Spezialität: Extra- Welten für starke Damen Ex ra- Längen für grosse Damen Alexanderplatz Einzelverkauf aur I. Eteas. Max Mosczytz medias gesamten In- und Auslande zu erreichen, in dieser Allgemeinheit nicht Fermer ist zu berücksichtigen, daß die Verarmung Deutschzugestimmt werden. so läßt sich doch nicht verkennen, daß lands sich nicht nur in einer Einschränkung der Umsätze im häufig Aufträge, insbesondere auch seitens des Auslandes allgemeinen, sondern auch in einer Verkleinerung der eineinlaufende Bestellungen, mangels flüssiger Mittel nicht ent- zelnen Geschäfte bemerkbar macht. so daß der auf das eingegengenommen werden konnten. Die erste merkliche Ab- zelne Geschäft entfallende Unkostenkoeffizient weit höher ist hilfe brachte die Golddiskontbank. welche allerdings schon als früher. Dies gilt sowohl von den Wechsel- und Scheckallen an sie herantretenden Ansprüchen gerecht werden bei dem eine baldige Beseitigung der nur für den Ueber. gang notwendigen und erträglichen Kleinaktien unter 100 M. 3 M., 3,50 M. 1 4 M, Trotz der Wirkung, die der Zufluß an ausländischen Gel- erstrebt werden muß. Hierdurch sowohl als auch durch dieselben ff geriffen dern auf die Gestaltung der Zinsverhältnisse ausgeübt hat. technische Verbesserungen des Betriebes ist ein Rückgang à fd. 4,25, beffere kann von normalen Zuständen auf dem Geldmarkt so lange der Unkosten zu erwarten. Wir hoffen, den 5.25 M., fehr gatte nicht gesprochen werden, als für den Ankauf des vorliegen- Betrieb unserer Berliner Niederlassung in kürzester Zeit à 6,25, 1a.7.25., ver den Diskontmaterials fast ausschließlich die Reichsbank in wieder in der Behrenstraße konzentrieren zu können und fendet p. Nachnahme Frage kommt. Die Bestrebungen auf Wiederherstellung erwarten hiervon eine günstige Beeinflussung des UnkosteUmtausch geftattet. eines Privatdiskontmarktes haben erst am Ende des Be- kontos. Rudolf Gielisch, richtsjahres durch die Bereitstellung der öffentlichen Gelder Auf unser Aktienkapital von 42 000 000 RM. beantragen Neutrebbin Nr 80 für Rediskontierungszwecke praktisch greifbare Formen an- wir 8 Proz. Dividende zu verteilen und dementsprechend 464 635 RM. mit ( Oderhruch). Ob bei der Vergebung der öffentlichen( ielder den einschließlich des Vortrages von eine völlige Konzentration sich auf die Dauer durchführen 5 064 463.92 RM. ausgewiesenen Reingewinn wie folgt zu 4 Prez. auf 42 000 000 RM. genommen. Traueripendent bzw. ob den Interessen der Wirtschaft damit am besten verteilen: gedient ist, wird die Zukunft zeigen. jeder Art das Aktienkapital Die Besserung der Lage des Geldmarktes wird dadurch liefert preisweri gekennzeichnet daß die Zinssätze, die zu Reginn des Jahres in einen Reservefonds Paul Golletz. für Monatsgeld oft 3 Proz. pro Monat und darüber betragen. Gewinnanteil an den Aufsichtsrat vormals Robert Mayer im Dezember auf etwa 14 Proz. pro Jahr zurückgegangen 4 Proz. weitere Dividende Mariannenstr. 3. sind. Die darin legende Erleichterung für die Industrie Vortrag Amt Morinol. 10303 wurde durch die Stelgerung der Tebenshaltungskosten von Ab 10 Tfl. Engrosprs. einem Satz von 1.1 im Januar 1924 auf 1.22 im Dezember Garotti, Maugion Hamburg im März 1925. Trumpf usw Grßhlg. Bartel, Stralauerft.51 Berlin. VOB 1 680 000.- PM. 1 000 000.- RM. 239 828.92 RM. 1 680 000.- PM. 464 635. RM. 5 064 463.92 RM. Der Vorstand. Sonntag 22. März 1925 Unterhaltung und Wissen Vorfrühling. Lenzlich linde Winde ffreicheln über die erstarrten Wälder. Frühlingsahnen, Frühlingshoffen schlummert in den braunen Knoppen. Weiden blühen schon am Bache, warten auf die Sonnenstunde, die aus seinem dunklen Ange löst die schweren Bergesschatten. Ju dem falben Laub der Heden raschelt eine frühe Amsel, fingt auf herbstlich herben Dornen wundersam ihr Frühlingslied. Hans Heinrich Sträfner. Die Republik. Bon Björnstjerne Björnson. Die nachstehenben Ritate finb einer Rebe entnommen, die bez große Norweger vor 45 Jahren in Chriftiania gehalten hat. Ein zum Bewußtsein feiner Aufgabe gefommenes Bolt tann fie nicht länger dem Zufall überlassen; es will selbst regieren. Der Mensch, den man für das monarchische Erbe erzieht, ift von seiner früheften Kindheit an von Menschen umgeben, die ihn bewundern, ihm schmeicheln, ihm durch die Finger sehen, ihn ver leiten. Die Wahrheit wird zu einer höfisch lächelnden Begleiterin, die fich ungern des Prinzen Unzufriedenheit zuzieht. Das Leben mirb, wie für seinen Fuß, so für seine Anschauung zu einer platten Spielstube geebnet, voll von Luftgefährten und Süßigteiten. Einzelne Bersuche zur Stählung und Ausübung von Recht und Strenge werden in der Regel zu ebenso vielen Narrenspielen. Der Thronerbe sammelt um fich das Flüchtige, Glatte, bas Zweideutige, Brickelnde, Einnehmende oder die Budeltreue. Die urpäterlichen Borstellungen von Gottesgnadentum werben in bem jungen Herrn gehegt, und erhalten ihn in einem traum haften Zustand. Er hört das Echo der großen Rönigszeiten widerhollen, man erinnert ihn ständig an die gute alte Zeit", ihren Clauben an das Uebernatürliche, ihre volle Hingebung, ihre große Aufopferung, ihre Treue gegen das angestammte Herrscherhaus. Der Hof ist das große Treibhaus, von welchem die mythische Königsperehrung mieber in das neuzeitliche Bewußtsein verpflanzt mitb; denn vergebens fucht man sich zu verbergen, daß fie an vielen Stellen bereits im Berdunsten begriffen oder bereits ver schwunden ist. Als ein fruchtbarer Nährboden für das Gemächs merben die noch vorhandenen Trümmer von Standes und Klassen. norstellungen, die Eitelkeit und die Furcht des Reichtums angesehen; und die Staatskirche steht gern zu Diensten, die Saat zu bewässern. Wiſſen Bellage des Vorwärts Immer hereinspaziert, meine Herrschaften! Bateressen der Schroep ndustrie Auth Hier ist zu sehen Jarres, der Löwe von Duisburg, der stärkste Er stemmt die schwersten Jewichte, und die find nich von Pappe! Mann der Welt! Fühlen Sie mal dieje Masteln- alles prima Martin- Stahl! Borfig und Bögler haben fiebenjährige Jarantie übernommen. Stunden arbeiten jelehrt STEINERT Die Grundlage des Königtums verfinft- religiös, gesellschaft Seine Gegner, die Reichsbeamten, hat er beten und neun und uff die Reese balanciert er einen Kaiserthron mit was lich, wissenschaftlich. Bestehe fie in der Ehrfurcht vor dem blauen Blute mit Gottes Gnade; sei fie das Ergebnis einer Heffinnigen geschichtlichen Betrachtung; oder die dogmatische Festhaltung einer gemiffen Staatsform; fie versinft. Mas die Monarchie beschützt, das ist die Minderheit, welche noch bürgerliche Borrechte genießt, und besonders die, beren Bor recht erblich ist; denn beider Rechtsgrundlage ist gleich. Des Adels, des Reichtums, der Bureaufratie Minderheit soweit fie noch das Vorrecht der besonderen Bertretung in einem Oberhause genießen oder sonst wie mit der Regierung einen Bund zum Schuhe ihrer besonderen Interessen schließen tönnen fie find es, die der Förderung burd) das Königtum sicher find. Man beweise, daß das tu den Revolutionen Umgestürzte von den damaligen Geschlechtern hätte weiter ertragen werden tönnen -und wir wollen uns beugen. Aber fein Geschichtsschreiber, welcher in die Tiefe der fittlichen und wirtschaftlichen Leiden ein gedrungen ist, die jene Geschlechter bedrückten, fann zu behaupten wagen, daß die vereinigte Tyrannei des Königs, des Abels, der Kirche länger hätte ertragen werden fönnen. „ Ich bin ein echter Kommunard." fächette fle forglos. 4] Bon Ilja Ehrenburg. ( Aus dem Russischen überlegt von ersta) ( Schluß.) Die Soldaten der Rationalarmee führten ben gefangenen Auf rührer Paul Roug, der vier Jahre alt war, in das eroberte Paris. Noch fämpften die Blusenmänner in den nördlichen Bororten, doch die Bewohner der Elysäischen Felder, des Boulevards, des fiebenftrahligen Sternenplages feierten schon Freudenfeste. Es war im schönen Monat Mat, die Kastanienbäume in den breiten Boulevards blühten, an den Marmortischen der Cafés saßen die Stutzer und tranten rubinrote Litöre und die Frauen lächelten forglos. Als der zwerghafte Kommunard vorbeigeführt wurde, verlangten sie feine Auslieferung. Doch der Korporal dachte an den Befehl des Hauptmanns und beschütte Paul. Dafür lieferte man ihnen andere Gefangene aus- Frauen und Männer, die sie mit den eleganten Stöcken schlugen, bespien und mit den Bajonetten der Soldaten stachen. Baul Roug wurde in den Luxemburger Garten gebracht. Bor bem Balafte hatte man ein großes Stüd umzäunt. Dorthin wurden die gefangenen Insurgenten gejagt. Paul ging mit ernster Miene, feine Pfeife im Mund, zwischen ihnen. Er wollte einige weinende Frauen trösten und sagte: Ich fann bunte Seifenblasen machen. Mein Vater Louis Roug rauchte seine Pfeife und schoß aus der Ranone. Ich bin ein echter Stommunard." wahr, sie war die schönste Frau in Paris, und weil sie das wußte, In der Stadt erfundigte sich François d'Emognant bei einem ihm entgegenkommenden Soldaten seines Regimentes, wohin man den Gefangenen aus dem Fort St. Vincennes gebracht habe. Die Berlobten fuhren nach dem Luxemburger Garten. Bei dem Anblick der blühenden Kastanien, des Efeus auf der Fontäne Medici, der schwarzen Droffeln, die im Garten hüpften, erfüllte sich das Herz der reizenden Gabrielle mit schönen Gefühlen. Zärtlich drückte fie die Hand ihres Berlobten und flüsterte: Mein Geliebter, wie schön ift's doch zu leben!" Die Gefangenen erblickten die Treffen des Hauptmanns mit Schreden. Schon hatte man piele, einen nach dem anderen, zum Erschießen weggeholt und wieder glaubte jeder, daß seine letzte Stunde gekommen sei. Doch François d'Emognant fümmerte sich nicht um die Gefangenen, er suchte den fleinen Kommunarben. Als er den schlafenden Knaben fah, ermedte er ihn mit einem leichten Fußtritt. Der Junge erwachte und fing an zu meinen. Raum erblickte er aber das lächelnde Gesicht Gabrielles, bas so gar nicht den bedrückten Gesichtern der anderen Frauen glich, als er feine Pfeife in den Mund nahm, lähelte und sagte:„ Ich bin ein echter Kommunard." Gabrielle nickte befriedigt: Wirklich so ein kleiner. Ich glaube, ie werden als Mörder geboren. Man muß sie alle ausrotten, fogar die Neugeborenen. Jegt hast du ihn gesehen, nun fann er abgetan werden," fagte François und rief einen Soldaten. Gabrielle bat, noch ein wenig zu warten. Sie wollte den Reiz dieses leichten und forglofen Tages noch verlängern. Auf einem Jahrmarkt im Boulogner Bald hatte sie in einer Bude verschiedene Tonpfeifen gesehen, die sich an einer Schnur im Kreise brehten, und junge Burschen hatten auf diese Pfeifen geschossen. Gabrielle liebte Boltsfeste, obwohl sie aus einem vornehmen Adelsgeschlecht stammte. Dieses Jahrmarktvergnügen war ihr in Erinnerung geblieben und fie bat ihren Bräutigam: Ich will schießen lernen. Die Frau eines Geldoffiziers der Nationalarmee muß verstehen, ein Gewehr in den Händen zu halten. Erlaube mir, auf die Pfeife des Henters zu zielen." François d'Emognant hat seiner Braut nie einen Wunsch verweigert. Erft neulich hatte er ihr ein foftbares Berlenhalsband Er nahm das Gewehr eines Soldaten und gab es seiner Braut. Die Gefangenen sahen mit Schreden das Gewehr in der Hand des Mädchens und flüchteten in den hintersten Winkel. Nur Paul, die Pfeife im Mund, blieb ruhig stehen und lächelte. Gabrielle Die Frauen bachten an ihre verlassenen Kinder dort in der Borstadt St. Antoine, die wohl auch gerne Seifenblasen machten, und meinten bei Bauts Worten nur noch bitterlicher. Baul setzte sich ins Gras, dachte an die Seifenblasen, mie schön fie gewesen waren blau, rosa und lila. Doch der Weg vom Fort St. Vincennes nach dem Luxemburger Garten mar lang und schmer. Baul schlief balb ein, ohne die Pfeife aus seinen Händen zu lassen. Während er schlief, fuhr ein Landauer von zwei Pferden gezogen die Versailler Chauffee entlang. Im dem Wagen saß François d'Emognant. der seine Braut Gabrielle de Bonivette in das schöne Baris zurüdbradhte. Niemals hatte Gabrielle so reizend ausgesehen, wie an diesem aTge. Das feine Dval ihres Gesichts erinnerte angelchenft. Sollte er ihr dieses harmloje Vergnügen nicht gönnen? die Gemälde der alten italienischen Meister. Sie trug ein zitronen. farbenes Kleid mit Spigen, die im Riolter von Melcherinnes gearbeitet waren. Ein fleiner Sonnenschirm beschüßte ihr zartes Geficht vor den sentrecht fallenden Strahlen der Mailomme. Für | druff! Wat? Will feener vous jeehrte Publifum rin in die Bude? Sol id denn det janze Propajandajeld für den Kerl umjonft rausjeschmissen haben? Run geschieht das merkwürdige: baß die Mächtigen der Erde zur gleichen Zeit, da fie die öffentliche Meinung für fich zu ge winnen fuchen, bie Behauptung aufstellen, daß sie selbst etwas höheres als diefe feien; oder baß fie sie besser als jemand anderes B. als des Boltes Erwählte vertreten. Wir hören die Stimme Jakobs und sehen die Hände Esaus; die Behauptung gehört dem Mittelalter, das Popularitätsstreben der Neuzeit an. wollte die sich bewegende Tonpfeife treffen, zielte und rief dem Knaben zu: Lauf schnell, ich werde schießen." Baul blieb ruhig auf dem Blaze stehen, er hatte schon so oft gesehen, wie Leute aus den Gewehren schossen. Ungeduldig werdend feuerte Gabrielle. Sie schoß zum erstenmal, man fann ihr den Fehlschuß verzeihen. Meine Liebe", sagte François d'Emognant,„ Sie durchbohren viel besser die Herzen mit Pfeilen als die Tonpfeifen mit Kugeln. Sehen Sie, Sie haben das fleine Reptil getötet, doch die Pfeife ist heil geblieben." Gabrielle de Bonnivete gab teine Antwort. Sie schaute auf ben fleinen roten Fled, atmete tiefer, und sich an François lehnend, schlug fie vor, nach Hause zu fahren. Sie fühlte, daß sie der Lieb. tofungen ihres Bräutigams bedurfte. Paul Rour, der auf Erden vier Jahr lebte, dessen größte Freude es mar, Seifenblasen aus der Tonpfeife zu pusten, lag leblos am Boden. Reulich traf ich in Brüssel den alten Kommunarden Pierre Lotreque. Ich gewann seine Freundschaft und der einsame Alte schenfte mir sein einziges Gut, die Tonpfeife, womit der kleine Baul Nour vor fünfzig Jahren die Seifenblasen gemacht hatte. Pierre Lotreque war an jenem Maientag, als der fleine vierjährige Auf rührer von Gabrielle de Bonivette getötet wurde, unter den Gefangenen in der Hürde des Luxemburger Gartens. Fast alle, die mit ihm dort waren, wurden von den Versaillern erschossen. Bierre Lotreque blieb am Leben, weil einige Stuber daran dachten, daß jemand doch arbetten müsse, und das schöne Baris, das noch fchöner werden wollte, Maurer, Zimmerleute und Schmiede brauchen werde. Bierre Lotreque murde auf fünf Jahre verbannt. Er floh aus Cayenne nach Belgien und durch alle seine Irrfahrten hat er die Tonpfeife, die er bei der Leiche des fleinen Baul Roug fand, gerettet. Er gab sie mir, und erzählte, was ich hier aufgezeichnet habe. Ich berühre sie oft mit meinen Lippen, die trocken sind vor Cmpörung. Ich fühle die Spuren des letzten Atemzuges des fleinen unschuldigen Knaben und vielleicht auch die Spuren der Seifenblasen, die längst schon zerplatzt sind. Dieses Spielzeug des fleinen Bauf Rour, den die schönste aller Frauen der schönsten aller Städte erschossen hat, lehrt mich den großen Haß: Wenn ich mich zu thr nieberbeuge, dann gelobe ich feierlich, niemals beim Anblic einer weißen Flagge die Flinte wegzuwerfen wie der arme Louis Roug, und niemals gegen alle Freuden des Lebens ein Fort St. Vincennes zu übergeben, wenn dort noch drei tapfere Blufenmänner fämpfen und ein feines Kind Seifenblasen macht. Das Geheimnis des Flettner- Schiffes. Bon Billy Möbus. Das Flettner- Schiff hat nach seinen ersten erfolgreichen Brabe fahrten die Aufmerksamkeit der Deffentlichkeit erregt. Seine beiden Türme, die mit ihren 16 Metern Höhe wie zwei überlange Schorn steine aufragen, drehen sich geräuschlos und fast gespenstisch schneidet tommen. Wenn mun ein feststehender Spinber einer Strömung aus gesezt wird, so bildet sich natürlich alsbald ebenfalls die Grenzschicht, bie fich aber nach furzer Zeit in Wirbel auflöst und zerstört wird. Das Bild. ändert sich aber, wenn der Zylinder in Drehung versetzt das feltfame Schiff die Bogen. Es will nicht so redyt einleuchten, Schematische Darmie die Fahrt dieses Schiffes nur durch das Drehen der beiden Turme möglich wird. Es ist daher ein Berdienst, das sich Diplomingenieur deret vom aerodynamischen Institut in Göttingen durch die Herausgabe eines Büchleins*) ermorben hat, das die physikalischen stellung des Grundlagen des Ratorschiffes behandelt und zum ersten Male phyfi Magnuseffektes. falische Betrachtungen einer größeren Lejerzahl zugänglich macht, die bisher nur in engeren Fachkreisen bekannt waren. Bei der Fahrt eines Schiffes bildet sich in seinem Gefolge das Stielwasser, eine Schicht von Wasser, die sich deutlich von der übrigen Wasserfläche abhebt. Sie entsteht zu beiden Seiten des Schiffs förpers und verbreitert sich bis zu einem gewissen Grade nach hinten. Dieser Erscheinung widmete Professor Brandtl vom aerodynamischen Institut in Göttingen feine besondere Aufmerksamkeit. Er stellte fest, daß es sich hierbei um Wafferteilchen handelt, die in ihrer Be wegung verzogert sind und so um den von der Strömung umgebenen Störper herum eine deutlich abgegrenzte Schicht bilden. Diese Schicht nun, die heute als Brandtliche Grenzschicht" bezeichnet wird, ist von großem Einfluß auf den Berlauf der Strömung und den Widerstand, Windrichtung ben der umströmte Körper dem Wasser bietet. Wenn es nämlich gelingt, die Grenzschicht an den betr Körper zu feffeln, sie am Ablofen zu verhindern, so wird der Widerstand dieses Körpers gegen die Strömung auf ein Mindestmaß herabgedrückt. Vor allem wird bie Bildung von Wirbeln verhindert, die sich geradezu an ihm feftfougen und nur nach lleberwindung großer Hemmungen abströmen I Aderet, Das Rotorschiff und seine physikalischen Grund. lagen, Berlag Vandenhoed u. Ruprecht, Göttingen. wird. Dann wird die Reibung der Strömung erheblich herab gemindert, die Grenzschicht bleibt bestehen und der Berlauf der urfprünglichen Strömung wird nicht zerstört. Diefer Strömungsverlauf ist jedoch niemals so regelmäßig, daß nicht auf der einen Seite des umströmten Zylinders gegenüber der anderen ein geringer Ueberdruck herrschte, der sentrecht zur Richtung der Strömung wirft. Dieser geringe Drudunterschied wird durch die Drehung des Zylinders aufrecht erhalten. Die durch ihn er zeugte Kraft verbindet sich mit der in Richtung der Strömung an greifenden Kraft zu einer Mittelfraft, die beim Flettner- Schiff für die Fahrrichtung bestimmend ist. Diese Kraftwirtung war es, die der Physiler Magnus 1852 bei der Untersuchung der Wirkung der Drehung eines Geschosses auf seine Flugbahn feststellte und die man als Magnus- Effett bezeichnete. mittelkraft aur Voru Quertrieb aaron Windrichtung Quertrieb senkrecht zur Vortrieb in Richtung des Windes Das Drehen der beiden Türme auf dem Flettner- Schiff erzeugt aljo teine neuen Kräfte, sondern ermöglicht es nur durch Erhalten der Grenzschicht, daß bereits vorhandene Kräfte wirten tönnen. Diplomingenieur Aderet schildert in seinem Buche in anregender Form den Verlauf der Untersuchungen der drehenden 3yünder und stellt es als das Berdienst Flettners hin, diesen zunächst rein wissenschaftlichen Arbeiten des aerodynamischen Instituts in Göttingen den Eingang in die Praxis geschaffen zu haben. Dieses Verdienst fann um so mehr anerkannt werden, als die seltsame Magnus- Krajt über 70 Jahre befannt war, ohne fich praktisch auszuwirken. Seibit als 1912 der französische Physiker Lafay bei felbständigen Unterfuchungen von Kraftwirtungen auf Flugzeugflügel den Magnuss Effekt aufs neue bestätigt fand und auf die günstigen Wirfungert hinmies, erregte er faum irgendwelche Aufmerksamkeit. Fleitners Verdienst anerkennen heißt nicht, das der Aerodynamifer in Götlingen herabzusetzen oder zu verschweigen. Flettner hat den Mut gehabt, bem durch Jahrhunderte geheiligten Segel den Kampf an Augenblid, als feine eigenen Versuche mit Hilfe von besonderen Blächen die Segel zu ersehen, auf einem toten Bunft angelangt waren, die Bersuche in Göttingen zu seiner Kenntnis gelangten und ihm so den Weg eröffneten, der zu dem erstrebten Ziele führte. Durch die Drehung des Zylinders in der Pfeilrichtung kommt außer dem Vortrieb des Windes noch der Quertriebsagen. Es war eine besondere Gunst des Schicksals, daß in dem senkrecht zur Windrichtung zur Geltung. Beide Kräfte vereinigen sich zu der Mittelkraft, die in der Skizze durch die starke Linie dargestellt ist. Deutschland- Fahrt 1925 über 3000 km- durch Schnee und Eis- auf schlechten Straßen, von 100% sämtlicher Teilnehmer auf Dunlop Cord- Reifen 84% am Ziel! Höchste Auszeichnung- Große goldene Medaille DUNLOP siegt! Die Weltmarke bürgt für Qualität!!! Spittelmarkt Ecke Wallstraße Alexanderplats nahe Aschinger Königstr. 55 gegentiber Rathaus W Friedrichstr. 193a Ecke Leipziger Straße Leipziger Str. 113 Ecke Mauerstraße Linkstr. 1 Ecke Potsdamer Straße N Schönhauser Allee 81 am Bahnhof Nordring Friedrichstr. 106 Ecke Ziegelstraße Invalidenstr. 164 Ecke Brunnenstraße Invalidenstr. 117 am Stettiner Bahnhof Chausseestr. 72 nabe Millerstraße Frankfurter Allee 14 nahe Tietz ichels Qualitarn Crêpe de Chine hervorragende Qualität, alle Farben, ca. 100 ca. 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