Abendausgabe fir. 14942. Jahrgang Ausgabe B Nr. 74 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Pfennig Sonnabend 28. März 1925 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Vorwärts- Berlag GmbH. Berlin Sm. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Es geht um die Republik! Selbstentlarvung der„ Ueberparteilichen". Mit dem Schlagwort der ,, leberparteilichkeit" hat der Deutschnational- voltsparteiliche Rechtsblock seinen Wahlkampf für Jarres geführt. Aber, wie geht das zu? Just am Tage vor der Wahl wirft der Rechtsblod in ungeheuren Massen ein Flugblatt auf die Straße, das sich gegen eine überparteiliche Drganisation wendet, gegen das Reichsbanner SchwarzRot- Gold. Wenn der Reichsblod, der sich auf die beiden Rechtsparteien stüßt, überparteilich" ist, warum ist es nicht das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold, das für die Republit und ihre verfassungsmäßigen Farben eintritt und zwischen republikanischen Parteien feinen Unterschied macht? Im Reichsbanner sind Sozialdemokraten, Demokraten und Zentrumsleute vereinigt. Jeder, der auch außerhalb dieser Parteien steht, tann ihm beitreten, wenn er sich nur die Farben Schwarz- Rot- Gold gegen Schmähungen zu verteidigen. Jungdeutschlandbund, Altherrenschaft des Hochschulringes Deutscher schon die Kreuzzeitung" mit einem neuen Dolch st pß in Art, Deutscher Offiziersbund, Werwolf, wifing, Bereinigte vaterländische Verbände, Stahlhelm, Nationalverband deutscher Offiziere. Das also find die Organisationen, die unter der Reichs. präsidentschaft des Herrn Jarres berufen sein werden, an Stelle des Reichsbanners, die Republik zu schüßen und ihren Farben Achtung zu verschaffen. Das sind des Herrn Jarres Paladine! Boran der BitingFührer Killinger, der Beschüßer der Mörder Erzbergers, der Mann von der DC. der ganz verdöhringten Protestanten abrüden, da fällt ihm den Rücken. Sie versichert zwar, sie danke Gott dafür, daß er, die Kirche aus den Fessein des Staatseigentums erlöst und ihr Selbständigkeit und Freiheit gegeben hat!" Ach nein: der liebe Gott? War es nicht die Revolution und die verhaßte Sozialdemokratie, die diese Trennung vornahm? Sollte etwa gar- immer nach dem Begriff der " Kreuzzeitung" der liebe Gott die antideutsche und antichriftliche Sozialdemokratie" als sein Werkzeug benutzt haben? Dann müßte das Christentum doch auch diesem ertzeug dankbar fein, anstatt es zu beschimpfen! " Aber wie ist uns denn: Unmittelbar nach dem Dank an Gott für die Frelsehung der Rir beschwert sich die ,, Kreuzzeitung" darüber, daß auch die römisch- katholische Kirche freigeworden ist und ihre Einrichtungen felbft in rein evangelischen reifen ungeheuer steigern fonnte. Ja, hat denn der liebe Worauf es antommt, fagt das Blatt der wucherischen Gutsbesitzer am Schluß mit erfrischender Deutlichkeit: bereit erklärt, die Republit gegen monarchistischen Umsturz, politischer Säugling, doch als ein persönlich anständiger Gott das nicht auch gewollt? Herr Jarres gilt bei denen, die ihn kennen, zwar als ein Mensch. Aber wenn es auch im allgemeinen nicht richtig ist, daß die Politik den Charakter verdirbt die Sorte von Bolitik verdirbt ihn ganz gewiß. Benn Herr Jarres noch ein Mensch von natürlichen Empfindungen wäre, dann müßte es ihn doch felber vor der Verlogenheit, die ihn umgibt und die ihn zum Präsidenten machen will, ef ein! Ein Republikaner auf den Thron ist ein Wit Ein Monarchist als Reichspräsident ist ein Wit Das Deutsche Reich ist eine Republik Jarres ist Kandidat der Monarchisten Der Kandidat des Rechtsblocks, Herr Jarres, hat in seinen Reden erklärt, daß er entschloffen sei, als Reichs präsident die Verfassung der Republit zu schützen und die Farben Schwarz- Rot- Gold zu ehren. Dieses Bekenntnis würde auch ihm ermöglichen, dem Reichsbanner beizutreten, unter einer Pleinen Voraussetzung allerdings: es müßte e cht sein und aus ehrlicher Ueberzeugung tommen. Auf der Mannheimer Tagung des Reichsbanners im Herbst v. J. erklärte der damalige badische Staatspräsident, Dr. Röhler, ein Zentrumsmann: Die badische Staatsregierung betrachtet die Verteidigung der republikanischen Reichsverfassung nicht bloß als ihre juristische Pflicht, sondern als eine Sache ihres Herzens, ihrer Ueber zeugung. " Diese Erklärung löste donnernde Beifallsstürme aus. Niemand fragte: Wie steht Köhler zu wirtschaftlichen Fra gen?" oder„ Wie steht Köhler zu Kulturfragen?" Alles parteipolitisch Trennende, das vielleicht vorhanden war, verschwand hinter der einen Tatsache: Dieser Mann steht ehrlich zur Republik!" In Berlin und überall im Reiche hat das Reichsbanner in diesem Wahlkampf wie in den vorangegangenen alle republikanischen Veranstaltungen, ohne nach der parteipolitischen Herkunft der Veranstalter zu fragen, geschützt. Und vor der Wahl des Reichspräsidenten hat es sich um die Aufstellung eines überparteilichen, gemeinsamen republikanischen Kandi Daten bemüht. Das Reichsbanner ist überparteilich. Seine Ueberparteilichkeit findet ihre Grenze nur dort, wo die Gemeinsam feit der republikanischen Ueberzeugung auf hört. An dieser Grenze aber ist der Kampf zwischen ihm und dem sich überparteilich" nennenden Rechtsblock entbrannt. Wenn sich jetzt in legter Stunde der Rechtsblod mit einem Flugblatt, das von den infamsten Beschimpfungen strogt, gerade gegen das Reichsbanner wendet, so beweist er damit einmal, was es mit seiner„ leberparteilichfeit" auf sich hat, und zweitens, mem sein ganzer Haß und seine ganze Feindschaft gelten. Dieser Haß und diese Feindschaft gelten dem republitanischen Gebanten! Herr Jarres behauptet, er wolle als Reichspräsident die Republik schützen und ihre Farben achten. Aber der JarresBlock führt den Kampf gegen diejenige Organisation, die sich Die Aufgabe gefeßt hat, ihm dabei zu helfen! Der verstorbene Reichspräsident Ebert hat diese Hilfe zu schätzen gemußt und fich in mehr als einer Aeuße rung zum Reichsbanner und feinen Zielen bekannt. Für Herrn Jarres aber wird geworben mit dem Schlachtruf: Nieder mit dem Reichsbanner!" Bon wem will sich denn Herr Jarres bei seiner Aufgabe, die Republit zu schühen und ihren Farben Achtung zu verfchaffen, helfen laffen, menn nicht vom Reichsbanner? Bir wiffen es aus dem Aufruf, den der Rechtsblock für ihn erlassen hat. Da haben unterzeichnet: Reinheit des öffentlichen Lebens, die Schwerindustrie bezahlt alles! Schutz der Verfassung und der verfassungsmäßigen Farben, nieder das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold! Hoch Stahlhelm, hoch Wehrwolf, hoch Wiking, heraus die Fahnen Schwarz- Weiß- Rot! Einem Volt, das zu den gebildetften der Welt gehört, wagt man eine so verlogene Ritschfomödie vorzuführen, und hofft auf einen Erfolg. Wie müssen doch die Autoren und Regiffeure dieses Bolf verachten, das sie so innig zu lieben Dorgeben! Freilich, es flappt nicht immer alles. Es flappt nicht, wenn der Evangelische Bund die Katholiken für minderwertig erklärt, die man doch als Wähler braucht. Es flappt nicht, wenn Herr Wulle Herrn Jarres empfiehlt, weil er die unmittelbare Vorstufe zu Ludendorff ist. Es flappt auch nicht, wenn der unter hohem Hohenzollernprotektorat stehende Bund der Aufrechten" erklärt: " Wir müssen wählen, denn Herr Jarres ftellt für uns das erreichbar Beste dar. Wenn wir nicht wählen, dann wählen wir die Republik. " ,, Wenn wir nicht wählen, dann wählen wir die Republit." Weil wir die Republik nicht wählen, darum wählen wir Jarres! Wirklich ein Glück, daß es drüben wenigstens noch ein paar aufrichtige Menschen gibt! Aber auch der plötzliche, politisch ganz unnötige Angriff auf das Reichsbanner ist ein Zeichen dafür, daß es nicht flappt! Die politische Vorsicht gebietet, die Maste aufzubehal ten.„ Die Frage der Staatsform ist nicht afut!"" Es geht nicht um Monarchie oder Republik!"" Es geht um die Reinheit des öffentlichen Lebens!" Herr Jarres ist„ überpartellich". Er ist ein loyaler Mann! Er wird die bestehende Verfassung schützen! Bergebens! Die gifchende Wut gegen die Republik und alles was überparteilich republikanisch ist, läßt sich nicht zurüc Den Leuten von Stahlhelm, iting, dämmen. Wir freuen uns, daß der erwählte Kandidat Dr. Jarres evangelisch und preußisch ist. Denn wir Evangelischen bilden die große Mehrheit im Deutschen Reich, und feinem Staat verdankt Deutschland soviel wie Preußen. Damit das in Bayern, Baden und Württemberg nicht übersehen wird, drucken wir den Sah hier nach. Es fönnte doch sein, daß es dort Wähler gibt, die noch nicht den Vorzug begriffen haben, den jemand genießt, der glücklich ist, Protestant und Breuße gleichzeitig zu sein! Als Kulturkampftandidat ist der Duisburger Oberbürgermeister gerade noch rechtzeitig vorgestellt worden! Ludendorff als Historiker. Judenfreffer und Katholikenhaffer. Auch Ludendorff meldet sich zum Wort. Der große Führer im Weltkrieg, der Wilhelm II. absehen wollte, der alle schlappen Zivilregierungen während des Krieges megen ihrer politischen„ Unfähigkeit" bekämpfte, will noch am Tage vor der Wahl beweisen, wie tief sein durchdringender Geist die geschichtlichen und politischen Zusammenhänge durchschaut. Mas er Seinem" Bolte zu sagen hat, wird die Rechtspresse sicher verschweigen. Warum follen wir es nicht verkünden? Berkündet doch Ludendorff mit jedem Saze, den er von sich gibt, nur die grenzenlose Beschränktheit des preußischen Unteroffiziers, der glaubt, mit dem Militärftiefel alle Fragen lösen zu können. Wir geben Ludendorff am besten selber das Wort: " ,, Es wurde für die Deutschen eine schicksalsschmere Frage, ob -ihre Zukunft von Desterreich oder Preußen anderes tam nicht bestimmt und geleitet werden würde: Ja diese Frage nahm weltgeschichtlichen Charakter an, denn ihre Lösung war gleich. laufend, stellenweise aufs engste verquickt mit der Lösung der Fragen, die das immer sichtbar werdende Auftreten jener beiden Zersplitterung ist Arbeiterverrat! Arbeiterkandidat ist ehr wolf macht ja die ganze Wahl keinen Spaß, wenn Wer Thälmann wählt, wählt Jarres! nicht auf das Reichsbanner losgebrofchen wird! Das Ganze aber, ist das„ eine Geschichte, wie man Bräsi Wer Jarres wählt, wählt das Kapital! bent wird?" Nein, das ist eine Geschichte, wie man nicht Bräsident wird! So tief schäzen wir das deutsche Bolt nicht ein, daß wir glauben tönnten, aus einem solchen Sumpf der Berlogenheit fönnte der deutschen Republik ein Staatsoberhaupt aufsteigen. Herr Jarres wird nicht gewählt werden! Jetzt gilt es, dem Kandidaten gegen die Republik, und Killinger die sch är ffte und klarste Antwort entdem Kandidaten von Stahlhelm, Biting, Wehrwolf, Loebell gegenzuschleudern! Die aber heißt: Otto Braun! Jarres, der Protestant. Glücklich, evangelisch und preußisch! Jarres hat, wohl nicht infolge, aber trotz aller Begeiste rungstundgebungen der bestellten Jungbo- Zeute den Schnup fen( oder Grippe?) bekommen. Er fann schon nicht mehr reden und muß andere für sich sprechen laffen. Der fieghafle Eindruck feiner Oberbürgermeisterfigur fann nicht mehr auf politische Kinder und Greise wirken. Und ein Luetge. brune ift da, der ihm einen Kreisarzt ins Haus schicht, um den Krankheitsbefund festzustellen. Kurz: Der Killinger- Kandidat des Evangelischen Bundes ist start verschnupft! Auch ohne das Märzwetter wäre die Tatsache leicht verständlich. Seine Freunde leisten ihm gerade zu einen Bärendienst nach dem andern. Eben erst mußte er unter der Wucht der süddeutschen Eindrücke von dem Aufruf Otto Braun. dauernd erstarkenden, überstaatlichen, durch und durch politischen Mächte aufgeworfen hatte, die die Völker und Staaten des europäischen Kulturkreises in ihren Dienst zu zwingen erstreben. Diese beiden Mächte, die, nur geschärften Sinnen erkennbar, mit den ge schichtesten Rampfmitteln arbeiten und den Völkern gegenüber nur zuerst als„ international" erscheinen, sind das jüdische Bolt, das 1812 in Preußen Gleichberechtigung erhalten hatte, und der politische Katholizismus, geführt durch den Jesuitenorden, der 1814 durch Papst Pius VII. nach vierzigjährigem Verbot wiederhergestellt worden war, Religion für feine machtpolitischen Zmede misbrauchte und erhabene religiöse Empfindungen politifierte. Auf dem Wege zur Inneren Festigung des Reiches traf Bis nard auf die Gegenwirkung der beiden überstaatlichen Mächte. Der politische Katholizismus hatte schon die Niederlage Defterreichs 1866 als eigene, schwere Niederlage empfunden, er bachte aus Selbstfucht eben Großdeutsch". Bismard hat sich über diese Feindfchaft nie eines 3rrfums hingegeben, er drang gegen diele Macht, die in der Gestalt des Zentrums auftrat- heute im Zentrum und in der Bayerischen Volkspartei nicht vollends durch, da er von den Konservativen im Stich gelassen wurde, die den hier getriebenen Mißbrauch der Religion zu politischen Zweden nicht erkannten. Auch die andere überstaatliche Macht fämpfte offensichtlich und| den Sicherheitspatt sei die Verpflichtung der Entmilitarisierung des itorf und immer heftiger mit der Sozialdemokratie neben dem reifinn, geschickt die Haltung der Bureaukratie, der besitzenden laffen und der Arbeitermassen ausnutend, gegen das deutsche Bismard Deutschland, das eben selbständig bleiben und seinen Deutschen Charakter durchbilden wollte. Bismard hat jene Baricien erbittert bekämpft und bereut, daß er ihnen durch die Einührung des allgemeinen Wahlrechts Vorschub geleistet hat. Das inter diesen Parteien stehende jüdische Bolt erkannte Bismard nicht, sonst hätte er 3. B. nicht die deutsche Wirtschaft durch Einführung der Goldwährung einem jüdischen Machtmittel ausgeliefert. So vermochte er auch nicht das Uebel an der Wurzel anzufassen. Se mehr in Deutschland auf den meisten Gebieten jüdisch- unwahr fcftes, mammonistisches Denken Einfluß gewann, um so schwieriger gefaltete sich die Arbeit Bismards." " So sieht Ludendorff ganz im Geiste der Weifen von Jon" die unheimlichen Mächte des Ratholizismus und des Judentums gegen das Deutsche Reich immer stärker merden. Diese Mächte verhinderten, daß Deutschland seine Behrkraft vollständig ausnutzte und sie beileibe nicht dendorff find es gewesen, die Deutschland den Todesfrog gaben: Als darauf im Jahre 1917 ein Deutscher Sieg, der Sieg des ..leindeutschen Reiches" möglich wurde, da wirften wieder alle ihm feindlichen Mächte in den verschiedensten Formen, felbft nrter Preisgabe von Freunden, einmütig zusammen, um seinen Sieg v verhindern. So kam der Zusammenbruch, das Bismard- und Shenzollern- Reich wurde buchstäblich im vollsten Umfange Beute Der Sieger." Die Weisen von Zion" find es auch gewesen, die den fe flischen Gedanken eines schaffenden Großdeutschland aufgebracht haben: „ Wir Völlischen wissen genau, mer hinter dem„ Einheitsir at a t" und solchem Großdeutschen Staatengebilde" steht, und wissen, was das für uns zu bedeuten hat, nämlich: Un freiheit und Untergang aller deutschen Art. Niemand darf sich hierüber einer Täuschung hingeben: Der völkische Deutsche will feinen Einheitsstaat von Judas Gnaden, auch keine Neuauflage des Deutschen Bundes, auch nicht des„ Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation", das durch die Untreue der Fürsten aus der Geschichte geifrichen, nicht durch die Nachkommen dieser Fürsten, dazu als ein Mafallenstaat, wieder ins Leben gerufen werden fann." So malt sich die Weltgeschichte in dem Kopfe eines Candidaten für die Präsidentschaft der Deutschen Republif. Ber wundert sich noch, daß bei solcher Führung Deutschland dem Angriff der ganzen Welt nicht standhalten fonnte! Die Sicherheitsfrage. Stresemanns Erläuterungen. Gestern abend ist durch WTB. offiziös gemeldet worden, haß ein neues deutsches Memorandum in der Sicherheitsfrage von der Reichsregierung nicht überreicht norden sei. Dieses Dementi scheint sich indessen nur gegen die Form der durch die Presse verbreiteten Meldung zu richten, und zwar daß die Reichsregierung ein neues Memorandum überreicht habe. Wie die Londoner Times" heute meldet, hat die deutsche Regierung durch Herrn Stresemann ihre Paktvorschläge an die Westmächte näher erläutert. Die Times" schreibt: Die Vorschläge in ihrer ursprünglichen Form waren nach der Ansicht Chamberlains sehr flüssig und enthielten nur einige recht unflare Anspielungen auf besondere Schiedsgerichtsverträge. Hierdurch war indirekt die Frage der deutschen Dstgrenzen akut geworden. Damit wäre man in eine Sackgasse geraten, denn Frankreich hatte hierdurch die Möglichkeit, auf seine Bündnisse mit Bolen und der Tschechoslowakei zurückzugreifen. Stresemann hat nunmehr die Aufklärung gegeben, daß dieser Pakt völlig unabhängig von irgendwelchen Fragen der deutschen Dstgrenzen ist. Deutschland erneuere fein Angebot freiwillig. In Letzter Versuch. Von Ludwig Barta. I. Pfandleihanstalt. Ein großer Saal, in der Mitte eine braune Brettermand, viereckige Schlünde gähnen aus ihr. Menschen stauen sich daver; Hände reichen unablässig„ Effekten" hinein. Der eine Schlund frißt den Gegenstand; aus dem anderen fließt dir dafür Geld in die Hand: Als Mensch durch das Weltfapital entwertet, gibst du diesem deine Werte" hin und zahift ihm Zinjen Welche Gesichter!! Sie alle tommen aus der riesigen Presse, die auf der einen Seite die Aufschrift:„ Kapitalistische Weltordnung", auf der anderen:„ Nachkriegselend" trägt. Eines Dämons Krallentage hat ihre Gesichter zu Elendsfratzen geformt. Keine Menschengesichter nur bleiche Masken! leber. all find fie, wo gekrümmte Menschen in Massen auf irgendetwas" geduldig warten müssen! Fluch lastet auf ihnen... Stille! Der Juwelen- Saal! II. = durch Einfriff in den Bölferbund zum Werkzeuge der Entente machen zu lassen und den an uns begangenen Länderraub freiwillig gutzuheißen. Und wir wiffen, daß die Regierung unsere Stimme nicht überhört hat"... Was heißt das? Sagt Sagt Freytagh Loringhoven hier die Wahrheit? Siresemann als Außenminister den fremden Mächten, denen ec im Namen der deutschnationalen Regierung Sicherheitspafte mit endgültigem Verzicht auf Elfaß- Lothringen und Eupen Malmedy vorschlägt, eiwa die linwahrheit? die fremden Regierungen oder nur wieder einmal die Wähler angelogen werden? Man muß flarere Auskunft verlangen! Rheinlandes, der Deutschland schon durch Artikel 42 und 43 des Verfailler Bertrages zugestimmt habe, eingeschlossen. Nunmehr könnten die Verhandlungen ausschließlich in der Frage des Sicherheitspaltes zwischen Deutschland, England, Frankreich und Belgien geführt merden. Gegenwärtig sind Chamberlain und der französische Botfchafter de Fleuriau mit dieser Angelegenheit beschäftigt. Dieser hat definitive Instruktionen aus Paris erhalten. Chamberlain ist der Meinung, daß die Aufrechterhaltung der english französischen Entente der Schlüssel zu einer Berständigung mit Deutschland sein müsse. Sowohl die französische, wie auch die englische Diplomatie arbeitet deshalb an der Abfassung einer mohl erwogenen Erklärung über die Haltung ihrer Regierung zu dem deutschen Angeba. Diese Memoranden sind nahezu fertiggestellt. Sie sollen entweder gemeinsam oder einzeln von den beiden Uebereinkommen über die Ausfuhrabgabe. Regierungen an Deutschland mit gleichartigen Noten weitergegeben werden. Der neue Garantiepaft wird auf den Artikel 44 werden. des Versailler Friedensvertrages begründet werden, der von Chamberlain in seiner Unterhausrede erwähnt wurde. Nach diesem Paragraphen würden die Signatarmächte jede Berlegung der entParagraphen würden die Signatarmächte jede Berlegung der entmilitarisierten 3one durch Deutschland als eine feindselige Handlung betrachten. Der gegenwärtige Paft ist in den Rahmen des VerDer Abschluß diefes failler Friedensvertrages hineinzupaffen. Baktes wird zweifellos die Wege zum Abschluß von Schiedsgerichtsverträgen zwischen Deutschland und seinen Nachbarn einschließlich Frankreich ebnen, nach dem Borbild der zwischen Schweden und Deutschland abgeschlossenen Verträge. leber den weiteren Berlauf der Unterhandlungen unterrichtet folgende Meldung des Echo de Paris" aus London: Chamberlain hat gestern den französischen Botschafter de Fleuriau und im Anschluß daran den deutschen Botschafter Sihamer empfangen. Der deutsche Botschafter soll dem eng lischen Außenminister im Auftrage der Reichsregierung mitgeteilt heben, daß Deutschland die Unterzeichnung eines Garantiepaftes mit den Westmachten nicht von einer Revision der Offgrenzen abhängig mache. Dr. Sthamer soll nachdrücklich auf die Loyalität hingewiesen haben, von der die deutschen Vorschläge erfüllt seien. Beiterhin habe der deutsche Botschafter erklärt, daß Deutschland sich bereit erfläre, für den Fall der Unterzeichnung des Pattes die Verpflichtung betreffend die Entmilitarisierung heinlande( Art. 43, 44, 42 des Versailler Vertrages) zu erfüllen. Die englische Regierung erachte, daß sie ein ernſtes Unterpfand des guten Willens der deutschen Regierung erhalten habe und nunmehr die Möglichkeit vorliege, unverzüglich ju jammen mit dem Quai d'Orsay den Wortlaut der offiziellen Antwort auf das deutsche Memorandum auszuarbeiten. der ,, Echo de Paris" meldet weiter, daß Deutschland die Einsetzung einer unparteiischen Kommission anstrebe, der die Ueberwachung der Neutralisierung der Rheinlande übertragen werde. Deutschnationales Diktat. Stresemann muß sich fügen? Die Feststellung, daß die großspurigsten deutschnationalen Wahl versprechungen bis heute noch nicht zu einem Bruchteil erfüllt sind, daß fie vielmehr ins Gegenteil umgebogen wurden, so daß die Deutschnationalen gegen ihre eignen Anträge stimmten, diese Feststellung ist den Leuten furchtbar unangenehm. Deswegen muß jest der alldeuische Professor Freytagh- Loringhoven in die Bresche springen um nachzuweisen, warum die Fraktion Mampe bisher nichts oder das Gegenteil dessen tat, was sie vorher versprochen hatte. Ja wir sind doch nur zwei Monate in der Regierung, da fonnten wir doch noch nichts schaffen- wehflagt der Professor aus dem Vaterland! Freilich haben wir für einen Bertrag gestimmt, der nach unserer Meinung gegen Ehre und Würde des Deutschen Reiches verstieß, aber dieser Vertrag stammte noch aus der alten Regierung und ,, wir haben betont, daß uns in Zukunft solche Verträge nicht mehr vorgelegt werden dürfen. Vor allem aber haben mir unmißverständlich fundgetan, daß wir nicht gefonnen find, uns Eine Frau rückt vor. III. Sie ist zum Stelett abgemagert, das zerrissene Kleid schlottert um ihre Knochen, als hätte sie sonst nichts am Leibe. Hat sie viel leicht auch schon ihr legtes Hemd in den unerfättlichen Rachen des anderen Saales werfen müssen? Wie klein ist der Kopf dieses Weibes! Verdorrt wie eine Mumie. Bom Haar sind ein paar dünne, bleiche Strähnen übriggebliebent, als hätten quälende Gedanken ihren Kopf fahlgefegt. und auf dieſen thront ein winziger Schopf. Wie eine Nuß ist dieser Schopf auf ihren Hinterkopf gesteckt, als hätte sie sich ihre verlorene, nie zum Blühen gekommene Kindheit auf den Gipfel ihres Daseins gesteckt. Und wie leblos ist der dünne, leergeblutete Mund.... Welche Dede des Hungers in den erloschenen Augen!... Jetzt steht sie vor dem geöffneten Fenster. Losgelöst von denen, die vor und hinter ihr standen, offenbart fich ihr ganzes Elend. Die verirrte Kreatur im Dschungel der menschlichen Gesellschaft. . Ihre Hände, zwei dünne Stöcke, bewegen sich mit irrer Gebärde; sie öffnet die feuchte Handfläche und legt ihren Wertgegenstand vor den Schäzmeister hin, auf denselben Play, wo soeben noch die mundervolle Platinuhr im Glanze der Brillanten funfelte: ein Flüsternd nur wird hier gesprochen. Hinter einer braunen rundes, flaches, schwarzes Etwas, das auf einer Seite eine helle Scheibe trug, und ganz leise sprach: tick Band aus Holz und Glas herrscht: Dämon Gold! Doch kaum hatte der Schätzmeister ihr Jumel mit den Augen gestreift, schob er es mit verachtungsvoller Geste zurück aufs Pult. Für die Frau hatte er fein Wort... Wenige stehen vor dem Schalter. Hinter dem Glas flopft es melodisch, als würde ein Märchenvogel mit seinem Silberschnabel an edlem Krystall picken.... Gold, Silber, Edelsteine verschwinden in dem Schlund Der Schahmeister ist dieser blaue Bogel des Glüdes. Er wirft Ringe, Ketten, Ohrgehänge in die Messingschale feiner Bage daher der Märchenton des Geräusches. Dann flüstert er durchs Fenster Zahlen. Bitte!" fagen Bürger und Bürgersfrau. Mehr!" ein anderer. Die Hälfte genügt!" Zwei, die dort standen, hatten eine Weltanschauung. Ein Dandy im prachtvollen Pelz und ein Dienstmann mit roter Kappe und Meffingschild. Der Pelz hielt überlegen seine Weltanschauung in der fein behandschuhten Hand: Eine mit Brillanten besäte Platinuhr. Der Dienstmann sprach seine Weltanschauung laut aus: „ Die Reichen haben alles, aber wir leben von ihnen. Der Pelz kommt ans Fenster. Wie göttliche Offenbarung öffnet sich seine geballte Hand und die Erlösung strahlt im Glanze des Bunders: die Platinuhr. IV. tad, tid tad... Das dürre Weib erbebte taum merflich; mie ein elektrischer Schlag durchzuckte es ihren Körper; ihr Nervenmerk ward zur An tenne, getroffen von einer Welle aus der Unendlichkeit:- Lot! Die stumme Menschensäule geriet in Bewegung... der minzige Schopf ging mit ihr... und ganz lautlos schritten fie dahin, ins Leere... ins Nichts. Der fahlgewordene Kattun umschlotterte die abgemagerten Anie der Frau fie schwebte lautlos dahin, wie ein Samenförnchen im Winde, wie ein Staubsplitterchen im Strome der Elektronen, wie ein franfer Burm im Didicht des Waldes... Wie etwas ganz Nebensächliches bewegte sie sich vorwärts in her Einsamfeit ihres Berschwindens, im millionenfachen Gewimmel der Welt... " Sweihundertfünfzig!" flüsterte der Schäßmeister. Bitte!" sagte die Bürgersfrau. " Und weiter ging die Tour. Verständigung zwischen Berlin und London. London, 28. März.( WEB) Der diplomatische Bericht. erstatter des Daily Telegraph" schreibt: In Berlin sei ein Uebereinkommen zwischen dem Reichsfinanzminister, dem britischen Schahamt und den Generalagenten für die Reparationszahlungen hinsichtlich der 26prozentigen Reparationsabgabe erzielt worden. Der Text des Uebereinkommens fei gestern in London eingetroffen, und es werde angenommen, daß die britische Regierung dem UeberDer Berichteinkommen ihre 3uftimmung erteilen werde. erstatter erwartet, daß hierdurch die Katifizierung des deutsch- englischen Handelsvertrags erleichtert werden wird. Aus der luxemburgischen Kammer. Wahl eines sozialistischen Präsidenten. Curemburg, 28. März.( Tul.) Die luxemburgische Kammer wählte mit 21 Stimmen den sozialistischen Abgeordneten Blum aum Bräsidenten und den Diffidenten outsch zum Bizepräsidenten. Bet sämtlichen Wahlen zum Bureau der Kammer hatte die katholische Partei der Rechten geschlossen 22 weiße Bettel abgegeben. Mit 25 Stimmen bei 22 flerifalen Enthaliungen wurde die Wahl angenommen. Die Aufwertung erledigt. Sie schweigen wie das Grab. Die Rechtspreffe folgt der ausgegebenen Parole. Heute morgen findet man in der deutschnationalen und volksparteilichen Prese über die Auswertung nicht eine Zeile. Einen Tag nach Beröffentlichung des famosen Gefehentwurfes der deutschnationalen Regierung zur Berewigung des Inflationsbetruges an den Sparern und Hypothekengläubigern ist das Problem für die Rechtspreffe erledigt. Heilige Eide haben die Deutschnationalen im De3ember 1924 in der großen Bersammlung der Sparer und Hypothekengläubiger im Rheingold geschworen, daß sie eine hundertprozentige Aufwertung sofort durchführen werden, wenn man ihre Abgeordneten in den Reichstag schickt. Monatelang besteht die deutschnationale Regierung. Unter dem Drud der Sozialdemokratie ift endlich ein Gesehentwurf erschienen, aber er ist auch danach. ein deutschnationales Blatt wagt es mehr, mit einer Silbe diesen lächerlichen Entwurf zu erwähnen. Das Ende ift tläglich und der Lohn für die Berlogenheit der Deutschnationalen wird nicht ausbleiben. Auch die Börse... ihr Gepräge gab, wirfte auch heute noch. Am Anleihemarkt ist man ich noch nicht darüber flar, auf welcher Grundlage nunmehr die Bewertung der Staatsanleihen erfolgen soll, so daß hier bei Beginn des Verkehrs eine erhebliche Unsicherheit herrschte. In Kriegsanleihe ging zunächst nur wenig Material um, der Kurs mit etwa 0,690 bis 0,695 zu hören. Etwas höher wurden Schutzgebietsanleihen umgesetzt, und zwar mit 3% bis 3%. 23er K- Schätze eröffneten zum gestrigen Schlußfurs von 0,50, 3½ Pro3. Preuß. Konsols zu 8,32. Vorkriegspfandbriefe lagen vollkommen vernachlässigt. Die Neuregelung der Aufwertungsfrage, die der Börje gestern War es Johanna Schandl, die lungenfranfe Frau des Inva liden, die sich aus dem dritten Stod in die Tiefe stürzte? War es die Unbekannte, deren Kopf von der Lokomotive zermalmt wurde, dort, wo auf dem großen Damm die Tafel mahnt: Achtung auf den Zug?" Wer warst du, Unbekannte, unter meinen vielen unglücklichen Schwestern? Belebungsaktion im Berein Berliner Künstler. Der aus den stärksten Kräften bestehende Kern des Vereins Berliner Künstler, etwa 60 an der Zahl, hat sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, um zur Hebung des Ansehens des Vereins Berliner Künstler, etwa 60 an der Bahl, hat sich zu einer ArbeitsgeVereins neben der Großen Berliner Ausstellung eine Sonderausmeinschaft zusammengeschlossen, um zur Hebung des Ansehens des stellung in eigenen Räumen zu veranstalten. Die Leitung dieser Ausstellung haben übernommen: Hans Baluschet, Dettmann, D. H. Engel, Lindstrott, Hauschild und Bastanier. Der größte Tempel in Gefahr. Der große Tempel von Karnat, dessen Ruinen ein Gebiet von 40 Heftar bedecken und taher wohl die größten der Welt sind, ist durch das Eindringen des Nilwassers schwer gefährdet. Schon bald nach der Entdeckung dieser vieltausendjährigen Ruinen befürchteten die Archäologen einen baldigen Zusammenbruch der noch siehenden Bauten. Seitdem find die Grundmauern immer mehr vom Wasser unterspült worden, und es ist jetzt eine besondere Kommission von Sachverständigen nach Lugor abgegangen, um den Zustand zu untersuchen und sofortige Gegenmaßregeln einzuleiten. Erffaufführungen der Woche. Sonnf. Staatsoper: Intermezzo". Dienst. De ittiches Theater: Dstar Bilde".- Mittw. Staatstheater:„ Sündflut". 2effingtheater: Das weite Land". Residenztheater:" Sunburn". Thalia theater: Der blonde Engel. Donnerst. S am merspiele: Sie selber nennt sich Helsinge". Freit. Theater i. d. Königgraterstr.: Franziska". Boltsbühne:„ Hamlet". Sonnab. Urania- Borfräge. Mont.( 9 Uhr), Dienst., Mittw.( 5 u. 8), Domterst., Freit.( 5). Sonnab.( 8), Sonnt.( 6, u. 8): Merilo- film". Mont.( 7), Dienst.( 7 11. 9), Mittw.( 9). Donneret., Freit.( 7 u. 9), Sonnab.( 7), Sonnt.( 7 u. 9): Die liebe deutsche Kleinstadt im Spiegel der Kunst". Mittw.( 7): Die römische saifer residenz Trier". Sonnab.( 5 u. 9), Connt.( 5): New York und die New Yorter". Bolfsbühne. Die Erstauführung der Neueinstudierung von Shakespeares Hamlet" in der Bolfsbühne, heater am Bülowplat. findet am Sonnabend, den 4. April, abends 7 Ubr, start. Das Berliner Sinfonie- Dichefier veranstaltet morgen, abends 8 Uhr, im Blüthner Saal einen Solisten- Abend, ausgeführt von den Solisten des Drchesters unter Mitwirkung des Berliner Botal- Terzett. Am Flügel: Kurt Große. Eintritt: 1.- Mark. Die Kunsthandlung Bermann 1. Bermanu eröffnet am 1. April eine Wer mar jene, die sich dort davonschlich? Hier stehen Namen Ausstellung von Aquarellen, Zeichnungen und neuer Graphit von Wilhelm in der Zeitung: Bitte sehr, wieviel wünscht der Herr?" 3weitausend!" „ Bitte sehr!" Mar es Maria Früh, die Arbeitslose, die ihrem Leben durch Der Inder wirft sich so vor dem göttlichen Buddha aufs Geficht. Leuchtgas ein Ende machte? Wagner. Der Schweizer Dichter Heinrich Federer hat für seinen letzten Roman Bapst und Kaiser auf dem Dorfe" den Gottfried- Keller- Preis, 6000 Fran fen, der Martin- Boomer- Stiftung in Zürich erhalten. Der Parlamentskonflikt in Oldenburg. Warnung vor einer Beamten" regierung. Aus Oldenburg wird uns geschrieben: Bluttaten Tobsüchtiger. Ein Beamter tot, Arbeiter und Fahrgäste verwundet. Zwei fast gleichartige Bluttaten ereigneten sich gestern auf Ber- gerichtet, daß er von den Beamten als Polizeigefangener nach dem Staatskrankenhaus gebracht werden mußte. Hier wurde er als ein 26 Jahre alter Mechaniker Mathias Klein aus der Luisenstraße 16 zu Charlottenburg festgestellt. Auch Reich mußte nach dem Krankenhaus gebracht werden, ebenso zum Verbinden fünf von den leichter kommissar Naud vom 2. Kriminalbezirk des Polizeiamts CharlottenBerlegten. Die weitere Untersuchung der Vorgänge leitet Kriminalburg, der auch Mitteilungen zur Aufklärung entgegennimmt. Wie schon furz gemeldet, ist es im Freistaat Oldenburg zu einem parlamentarischen Konflikt ganz eigener Art gekommen. Die Mehrheit des Landtags hat am Mittwoch der Regierung ein offenes Mißtrauensvotum erteilt, mit dem ausgeliner Bahnhöfen. Auf dem Bahnhof Westend schoß der sprochenen Zweck, diese Regierung zum Abgang zu zwingen und und eine andere an ihre Stelle zu setzen. Das Kabinett, dem dieser Entscheid unangenehm war, hat daraufhin den Landtag für auf gelöst erflärt. lleber die Berechtigung der Regierung zur AufLösung des Landtags gehen die Meinungen auseinander; ein Antrag des Demokratenführers Tangen bezweckt, eine Entscheidung der höchsten Berwaltungsstellen des Reichs darüber herbeizu führen. Andererseits wird der Schritt des Landeskabinetts durch die beiden Rechtsparteien Volksparteiler und Deutschnationale gebilligt; noch mehr: diese Fraktionen haben die Regierung zu ihrem Lun angeregt bzw. diese darin bestärkt. Um die in der deutschen Parlamentsgeschichte wahrhaftig nicht alltägliche Sache voll begreifen zu können, bedarf es einer Stizzierung der Ereignisse, die zu diesem Zwischenfall führten. 26jährige Mechaniker Matthies klein wie ein Toller um sich, tötete einen Eisenbahnsekretär und verletzte mehrere Arbeiter und Fahrgäste zum Teil schwer. Er entfloh, wurde verfolgt, von der erregten Menge gelyncht und dann verhaftet. Klein joll angeblich nach den bei ihm gefundenen Papieren Funktionär der KPD. fein. In dem zweiten Falle stach ein Fahrgast auf dem Hochbahnhof prinzenstraße einen Beamten der Hochbahn nieder. Auch hier konnte der Täter verhaftet werden. diesen schweren Bluttaten folgende Meldungen vor: 3m einzelnen liegen zu Auf dem Bahnhof Westend. Einen furchtbaren Auftritt gab es in der vergangenen Nacht auf dem Bahnhof West end. Um 12 Uhr 51 lief dort der letzte Stadtbahnzug ein. Bevor er auf einen toten Strang, abgestellt wurde, sah ihn, wie das bei den Nachtzügen immer geschieht, ein Bor nun bald zwei Jahren, im Juni 1923, drängte die Mehrheit Rangierer mit anderen Beamten auf etwa eingeschlafene Fahrgäste des Landtags auf Neuwahlen. Die damalige aus Sozialdemokra- nach. So fand ein Rangierer einen Mann, der in einem Abteil ten, Demokraten, Zentrum bestehende Koalitionsregierung hielt aus 3. Klasse schlief. Gemütlich rief er ihn an mit den Worten:„ Na, außenpolitischen Gründen den Zeitpunkt für eine Wahlbewegung alter Kollege, steh man auf. Wir sind zu Ende." Sofort aber erhob nicht für geeignet, und da ihre diesbezügliche Ansicht im Parlament sich jetzt der Schläfer, borte auf den Rangierer ein und weigerte feine ausreichende Unterſtügung fand, trat fie zurück und ließ von fich hartnäckig, das Abteil zu verlassen. Auch den Zugbegleiter, den der Rangierer jett herbeiholte, empfing er mit Borhieben. den bisherigen Koalitionsparteien für die Zeit der Wahlbewegung mehrere Beamte, die nun noch hinzufamen, holten endlich den eine Beamtenregierung einsetzen. Diese aus den drei ober- Widerspenstigen heraus. Dieser beschwerte sich jetzt bei dem Fahr ften Geheimräten des Landes bestehende Regierung sollte die dienstleiter, dem Eisenbahnsekretär Hermann 3 a strom aus der Wahlen, ausschreiben, diese überwachen und dann die Regierungs- Garde- du- Corps- Straße 8 in Charlottenburg, beschimpfte ihn und gewalt dem neuen Landtage wieder übergeben. Das heißt, sobald lief ihm nach in seinen Dienstraum. Als Zastrom ihn nicht vom dieser es forderte, also zur Bildung einer neuen parlamentarischen Leibe halten fonnte und an den Fernsprecher ging, um Hilfe herbeiRegierung sich bereit erklären würde. Gesagt, aber nicht getan. Schüsse ab und traf den Dienstleiter so schwer, daß er tot zusammen zurufen, zog der Wüterich eine Selbstlade pistole, gab mehrere Die Wahlen wurden vollzogen, doch über die neue Regierungskoa- brach. Dann schoß er blindlings auf die herbeieilenden Beamten lition tam es wider Erwarten zu feiner Berständigung zwischen und lief hierauf die Treppe hinunter, nach dem Bahnsteig C wieder den Parteien. Gegen die vorherige fleine Koalition zeigte jeßt hinauf und diesen entlang und sprang wieder in ein Abteil eines bedas mehr nach rechts gegangene Zentrum eine Abneigung; es for: reits abgestellten Zuges hinein. Hier lud er die leergeschossene derte die Einbeziehung der Volksparteiler. Diese stellten Pistole wieder. Beamte und Fahrgäste des letzten Zuges fetten schwerwiegende Bedingungen und schließlich scheiterten die wieder ihm nach, um ihn aus dem Zuge wieder herauszuholen. Jetzt schoß holt herbeigeführten Verhandlungen an Personenfragen. Trieber wieder von neuem, verlegten den Arbeiter Wilhelm Reich, der feder war hierbei nicht zuletzt der mangelnde gute Wille der B.offs= Am Bahnhof Westend Nr. 4 wohnt, schwer am Kopf und Hals, so partei, die als lediglich kritisch tätige Bartei außerhalb der Koa- daß er zu Boden stürzte, und mehrere Fahrgäste leichter. Publikum lition bessere Geschäfte für ihre agitatorischen Zwecke sich versprach! empörter Fahrgäste, deren sich eine große Aufregung bemächtigt und Beamte holten ihn endlich aus dem Wagen heraus, und die Auf diese Weise schleifte der unbefriedigende, den parlamen- hatte, fielen über ihn her, um ihn zu lynchen. Schutzpolizeibeamte, tarischen Gedanken diskreditierende Zustand über ein Jahr hin. Bis die auf die Schüsse herbeigeeilt waren, fonnten ihn nur mit Mühe zum Jufi vorigen Jahres. An diesem Zeitpunkt erklärte der amtieaus den Händen der Leute befreien. Wären sie nicht dazugekommen, rende Ministerpräsident von Finch in einem Schreiben an die fo hätte man ihn ficher totgeschlagen. Er war bereits so übel zu Fraktionsführer namens der Regierung, daß infolge der ergebnislofen Koalitionsverhandlungen das Ministerium seine Stellung fortan anders auffaffe, als dies bislang der Fall gewesen sei. Eine von ihm seinerzeit abgegebene feierliche Erklärung, sofort zurück zutreten, wenn eine Landtagsmehrheit es fordere, habe jetzt ihre Bedeutung verloren und in Zukunft werde die Regierung sich lediglich nach den Grundsäzen der Verfassung richten und nach diesen handeln. Diese Kundgebung war ein Fehdehandschuh gegenüber den früheren Koalitionsparteien. Lief doch ihr Zwed Darauf hinaus, das Zustandekommen eines parlamentarischen Ministeriums noch mehr zu erschweren bzw. dieses ganz unmöglich zu machen. Mit dem vorstehend dargelegten Standpunkt feßte fich das Beamtenfabinettt durchaus ins Unrecht Denn von einer Zeitdauer war bei Einsegung der drei mit den höchsten Würden des Landes ausgestatteten Geheimräten feineswegs die Rede ge= toefen. Die sozialdemokratische Fraktion war deshalb auch nicht geneigt, ohne Protest sich dergleichen Dinge bieten zu lassen; sie stellte das Ministerium in einer Aussprache, mit dem Ergebnis, daß diefes jeẞt loyal aussehende, beruhigende Erklärungen abgab. Damit war die Angelegenheit in forrefter Weise vorderhand erledigt. Wenn man nun geglaubt hatte, daß der Schritt des Minister Fräsidenten den Fraktionen eine ernste Mahnung und Lehre sein würde, so sah man sich in dieser Annahme bald getäuscht. Unsere Fraktion war stets bereit, zur Bildung einer neuen, aus den politischen Parteien bestehenden Staatsregierung beizutragen, die anderen beiden Parteien aber, das Zentrum und die Demotraten, famen vor ewigen Winkelzügen, vor Rivalitäts streitereien und Personenfragen zu feiner Einigung, und so unterblieb sowohl die Bildung einer fleinen wie einer großen Roalition. Hinten herum war dazu noch die Deutsche Volkspartei in ihrer Weise tätig, indem sie die Regierung gegen die früheren Koalitionsparteien aufputschte. Alle Mahnungen der sozialdemofratischen Fraktion verhallten ungenügt. Nach langem Hin und Her famen nun in diesen Tagen Demokraten und 3entrum überein, gemeinsam eine Regierung unter Hinzuziehung eines Be amien zu bilden und dann eventuell mit wechselnden Mehrheiten zu regieren. Unsere Fraftion, die diesem Beginnen steptisch zusah, behielt sich alle Entscheidungen vor. Die Vertreter des Zentrums und der Demokraten begaben sich ins Ministerium, um dieses zur Niederlegung seiner Aemter aufzufordern, dieses lehnte jedoch das Ansinnen ab und forderte eine Entscheidung des Landtages. Das heißt, es stellte die Bertrauensfrage. Die sozialdemofratische Fraktion fonnte der so handelnden Regierung fein Vertrauen aussprechen, zumal das Kabinett auch in der einen und anderen Frage in letzter Zeit einen Kurs gesteuert hatte, der feineswegs lintsorientiert war. Es fam zur Abstimmung, mit dem Ergebnis, daß die drei Koalitionsparteien von früher gemeinsam das Kabinett zu Falle brachten. Dieses glaubt sich nun berechtigt, als angebliche parlamentarische Regierung dem Mißtrauensvotum mit der Auflösung des Landtages begegnen zu fönnen, in welcher Auffassung es Boltsparteile: und Deutschnationale als reaktionäre Sekundanten hinter sich hat. Die. Angelegenheit, die für alle Parteien des Landtages nicht schmeichelhaft ist, wird nun zu einer juristischen Frage. Doch von welchem Standpunkte man auch die Dinge immer betrachtet, völlig flar erscheint, daß die durch das Vertrauen der Koalitionsparteien von vor zwei Jahren bestellte Beamtenregierung weder parlamentarisch loyal noch persönlich fair gehandelt hat. Wegen Spionage für Sowjetrußland verurteilte das Pra: ger Schwurgericht nach achttägiger geheimer Berhandlung fünf ehemalige russische Offiziere zu Kerterstrafen von 8 Monaten bis 5 Jahren und drei Frauen zu 8 bis 9 Monaten. Tschechische Kommunisten nach Turkestan. 300 Tschecho flowaken reisen von Moskau nach Turkestan, um sich dort anzu fiebeln; fie führen landwirtschaftliche Maschinen und Geräte mit f: ch. Polnisch- ruffischer Gefangenenaustausch. Polen und Somjet ßland werden Gefangene custauschen, darunter Baginsti und Bieczorfiewicz, die in Bolen auf Munitionslager Dynamitgitentate verübt hatten und zum Tode verurteilt worden waren. Noch einmal: Wählt Otto Braun! In vierzig öffentlichen Versammlungen der Sozialdemokratischen Partei wurde gestern in Berlin und den Vororten von unseren Genossen und Genoffinnen auf das beweiskräftigste und eindringlichste betont, daß im Intereffe der Republik, der Freiheit und der Bölferversöhnung nur unser Genosse Otto Braun gewählt werden dürfe. Alle Versammlungen waren überfüllt, und überall mar die Stimmung begeistert. Es fehlte nicht an bezeichnenden Zwischenfällen. So tagten gestern in Zehlendorf zusammen mit unseren Genossen die Kommunisten in demselben Haus. Ihre Versammlung war von ganzen 27 Personen besucht. Auch unfer Werbefilm fand gestern wieder an mehreren Stellen ein vieltausendköpfiges Publikum. Die Arbeiter- Samariter am Wahltag. Wahlzeit, Wachen, um franke oder in der Bewegung behinderte Die Arbeiter- Samariter errichten am Wahltag, während der Bersonen zum Wahllokal zu transportieren. Der Transport geschieht auf Anfordern bei den unterzeichneten Stellen unentgeltlich: 3en trale Schönhauser Allee 65, bei Zimmer, Telephon: Humboldt 434. Ferner: Schulstraße 12, bei Bellin, Telephon: Moabit 165, Butlistraße 10, bei Krüger, Telephon: Moabit 1766, Bergmannstraße 69, bei Höhlte, Telephon: Morigplak 13 125, Mariannenplay, Leibniz Gymnasium, Telephon: Morigplag 7608, Rigaer Straße 95, bei Telephon Königstadt 2795, Pankow, Breite Straße, Türkisches Notroff, Telephon: Königstadt 854, Friedenstraße 88, bei Bartusch, Belt, Telephon: Pankow 266, Treptow, Beermann Ede Elfenstraße, Telephon: Moritzplatz 339, Neukölln, Weichselstraße, Ideal- Kasino, Telephon: Neukölln 406, Mariendorf, Chauffeestraße 19, bei Niendorf, Telephon: Südring 1548, Charlotten burg. Kaiser- Friedrich- Straße 45b, bei Thelen, Telephon: Wit helm 3190, Schöneberg, Ebersstraße 66, bei Rosenthal, Tele phon: Stephan 2932, Reinickendorf: Ost, Residenzstraße, Seebad, Reinickendorf- West, Scharnweberstraße 114, Boltshaus, Tegel, Berliner Straße 17, Telephon: Tegel 202, Wittenau, HauptStraße 56, bei Schulze, Telephon: Reinickendorf 50, Köpenid, Schönerlinder Straße 5, bei Stippekohl, Telephon: Köpenick 607, Adlershof, Sanitätsbarade, Steglit, Birkbuschstraße 90, bei Schulze, Telephon: Steglik 3018. Ein Arzt zu Zuchthaus verurteilt. Ein mehrtägiger Meineidsprozeß sand durch die Verurteilung des Angfelagten zu schweren Zuchthausstrafen seinen Abschluß. Angeklagt waren der Arzt Dr. Koch und eine Frau Gühloff. Dr. K. hatte sich wegen Anstiftung und Frau G. wegen Meineides zu verantworten. Das Schwurgericht verurteilte Frau Gühloff wegen Meineides in zwei Fällen zu einer 3uchthausstrafe von ein Jahr ein Monat, sowie ein Jahr Ehrverlust. Den praftischen Arzt Dr. Frizz Koch wegen Anstistung zum Meineid zu lust. Dr. Koch wurden zwei Monate, Frau Gühloff sechs Wochen zwei Jahren 3uchthaus und drei Jahren Ehrver Untersuchungshaft angerechnet. Ein Haftbefehl gegen Frau Gühloff wurde nicht erlassen. Nach Verkündung des Urteils erklärte Frau Gühloff, daß sie unschuldig verurteilt sei. Dr. Koch ließ sich still schweigend in die Haft abführen. Dürfen Kohlen in der Wohnung lagern? Ein Potsdamer Hauswirt flagt vor dem Potsdamer Schöffengericht gegen seinen Mieter auf Räumung der Wohnung, meil diefer seinen Vorrat an Heizmaterial nicht im Keller, sondern in einem Verschlag in der Küche aufbewahrt hat. Der Mieter ließ in Abständen je nach Bedarf Bentner Kohlen in einen Verschlag ausschütten. Der Hauswirt erblickte in dem Gepolter eine Gefährdung der Wohnung". Die als Zeugen vernommenen Mitbewohner hielten sich durch das immer brei Jugendweihen der Groß- Berliner Arbeiterschaft. Sonntag, den 29. März Charlottenburg: Schiller- Theater, Grolmannfir.( vorm. 11 Uhr). Friedrichshagen: Aula der König- Friedrich- Schule, Schulstraße ( bormittag 10 Uhr). Brogramm: Männerchore.- Harmoniumvorfrag.- Mufit- Trio. Weiheredner: Dr. Cohmann, Lehrer Wilhelm Schmüdet. Gast- und Kindertarten sind zu haben, * Zu der tollen Schießerei auf dem Bahnhof Westend wird noch folgendes mitgeteilt: 3ur genauen Feststellung der Vorgänge, die so schwere Folgen hatten, hat Kriminalkomissar Naud auf dem Polizeiamt Charlottenburg heute vormittag bereits eine Reihe von Zeugen vernommen. Wie weiter festgestellt wurde, wohnte der verhaftete Täter, der Mechaniker Mathias Klein, nicht in Berlin, sondern in Köln- Deutz in der Luisenstr. 16. Er stammt aus Borr. Wie er nach Berlin gekommen ist und was er hier getrieben hat, weiß man noch nicht. Klein ist noch nicht vernehmungsfähig. Die Ber legten wurden zunächst alle nach dem Krankenhaus Westend gebracht. Bei dreien von ihnen erwiesen sich die Verlegungen nachträglich auch so schwer, daß sie im Krankenhause bleiben mußten. Es find das der Eisenbahnjekretär Karl Page aus der Calvinstraße 30, der Rangieraufseher August Kanschte aus der Borfigstraße 89 zu Seegefeld und der Lokomotivführer Georg Höhne Arm- und Brustschüsse erlitten. Zwei leichter Verletzte fonnten auf aus der Sophie Charlotten- Str. 79 zu Charlottenburg. Sie haben ihren Wunsch in ihre Wohnungen entlassen werden, nachdem sie einen Verband erhalten hatten. Klein wurde von Westend als Polizeigefangener nach dem Staatskrankenhause gebracht. Hochbahnhof Prinzenstraße. S½ Uhr auf dem Hochbahnof Brinzenstraße ab. Hier wollte der Eine zweite Schreckensszene spielte sich gestern abend um start angetrunkene, 44 Jahre alte Klempner Droenert aus der Reinickendorfer Straße 72, ohne seine Fahrkarte lochen zu lassen, durch die Sperre gehen. Als der diensttuende Beamte ihn zurückhalten wollte, stieß er ihn beiseite, und es gelang ihm, den in diesem Augenblic einfahrenden Hochbahnzug zu besteigen. Da er hier das Publikum belästigte, wurde er von dem Zugbegleiter mit Gewalt herausgeholt. Auf dem Bahnsteig benahm er sich derart unanständig, daß zwei Beamte ihn entfernen wollten. Jetzt og der Betrunkene ein Messer aus der Tasche und brachte Stiche am Kopfe, am Gesicht, am Mund und an den Händen dem Kontrolleur Kollatschat aus der Warschauer Straße 84 mehrere bei, so daß dieser blutüberströmt zusammenbrach. Man schaffte den Schwerverletzten nach dem Urbanfrankenhaus, wo die Aerzte an feinem Aufkommen zweifeln. Der Täter ist nach einer gründlichen Tracht Prügel festgenommen worden. Ausschütten der Kohlen nicht beläftigt und das Mietsschöffengericht wies die Klage des Hauswirtes ab, da angenommen wurde, daß durch das Aufbewahren der Kohlen in einer Wohnung diese nicht gefährdet wird. Wann kommt die Friedrich- Ebert- Straße? auch heute noch Heute vor einem Monat ging Friedrich Ebert dahin. Die Zeit läuft schnell, aber die Berliner bürgerlichen Stadtverordneten lassen sich Zeit, denn noch immer nicht hat des Reiches Hauptstadt einen Plak oder eine Straße, die an den ersten Präsidenten der Republik erinnern. Kommt der Berliner, der auch heute noch geneigt ist, alles andere ein wenig verächtlich als Provinz zu bezeichnen, wirklich einmal in die Provinzstädte, so fann er sein Wunder erleben. Dort arbeitet man schneller als in Berlin! Dort findet man Plätze, die den Namen" Berfassungsplay"," Freiheitsplay"," Republikplay" tragen, und Straßen, die ebenso heißen. Dort Rathenaustraße, Erzbergerstraße heißen. In Berlin findet man Straßen, die Bebelstraße, Liebknechtstraße, gibt es nichts dergleichen. In Berlin gibt es wunderliche und unverständliche Geduld aller Republikaner ein Dugend Kaiser Wilhelm- Straßen. Es gibt Straßen mit dynastischen Bandwurmnamen, wie Kaiferin- Augufta- BittoriaStraße oder den Kaiser- Fran- Josefs- Grenadier- Blaz. Es gibt Kaiserallee, Kaiserdamm, Kaiſertorso, Kaiserplak, Kaiserweg, Kaiserstraße, es gibt Königschaussee, Königsdamm, Königsgraben, Königsplay, Königspromenade, Königstraße, Königsweg. Es gibt Hohenzollernstraße, play, torso, damm. Die ganzen ge- und verflüchteten Dynastien haben sich in den Berliner Straßennamen erhalten: Habsburg, Hohenstaufen, Zähringen, Bettin. Prinzenstraßen gibt es zahllos wie Sand am Meer: Brinz- Adalbert- Straße, Brinz- AlbertStraße, Prinz- Albrecht- Straße, Brinz- August- Wilhelm- Straße. Prinz- August- Wilhelm- von- Württemberg- Straße und so fort, das ganze Alphabet herunter. Es gibt auch ganz schlichte Prinzen- und Brinzessinnenstraßen, Fürstendamm, Kurfürstendamm, Landgrafenstraße. Es gibt General- Wonna- Straße, General- Bape- Straße, General- Barby- Straße, aber niemand weiß, was diese Generäle geleistet haben. Merkwürdigerweise aber gibt es feine Leutnants" Unteroffizier" oder" Feldwebelstraße". Und es fehlt auch ein Spießbürgerplat", eine Nachtwächterallee" und ein„ Untertanentorjo". Eines Tages wird ja auch wohl in Berlin nach Friedrich Ebert zu der Ansicht kommen, daß der Name dieses Mannes zu schade ist, eine Straße oder ein Platz benannt werden. Aber fast fönnte man tinischen Straßennamen aufzutauchen. Es wird dann andere Mög um in dem Gemimmel dieser greulichen und unerträglichen byzanlichkeiten geben, den Mann und sein Werk zu ehren und beide km Herzen des Volkes lebendig zu erhalten. Fener in der Kindl- Brauerei. Dieser Ruf alarmierte die FeuerStellmacherei an der Jägerstraße nahe der Hasenheide. Die Gefahr wehr gestern abend spät. Es brannten dort Nutzhölzer in der fonnte bald beseitigt werden. 3meigrößere Kellerbrände beschäftigten die Wehr in der Manteuffelstr. 121 und Schildhornstraße 6, wo Späne, Hausgerät und Brennmaterialien brannten. Heute früh um 6½ Uhr tam in der Simonsapotheke an der Ecke der Spandauer und Probst straße Feuer aus, das Kartons ufm. erfaßte, aber auf seinen Herd beschränkt werden konnte. Die Ordner der Proletarischen Feierstunde treffen sich zur Sugendweihe am 29. März im Großen Schauspielhaus vormittags 9 Uhr. Ein raffischer Abend, veranstaltet von der Arbeiterjugend, Bezirk Dsten, findet heute abend 7 1hr in der Schulaula, Ifflandstraße, statt. Mite wirkende: Jugendchore, Mandolinenorchester, außerdem Gesangs und Klavierdarbietungen und Rezitationen. Neue Tornado- Katastrophe in Amerika. New York, 28. März.( WTB.) Aus Buenos Aires wird gemeldet, daß ein Tornado große Gebietsteile des Staates Santa Fé, Argentinien, verwüstet hat. Viele Einwohner haben ihr Leben eingebüßt, der Sachschaden ist sehr bedeutend. Unwetter in Italien. In Rom gingen mehrere Gemitter mit Hagelschlag nieder. Aus Majorca wird ein fatastrophaler Sturm gemeldet, der ungeheuren Schaden anrichtete. Der deutsche Dampfer Christine wurde ans Land geworfen, Gewerkschaftsbewegung Ein Vorfrieden der Musiker. In der Tarifftreitfache zwischen dem Deutschen Musiker verband und dem Deutschen Bühnenverein ist am Mittwoch ein Friedensvorvertrag" abgeschlossen worden, nach dem die vom Deutschen Musikerverband über sämtliche deutsche Bühnen und Bühnendienst verrichtende Orchester ausge sprochene Generalsperre und die verhängten Streifs, sowie auch die Gegenmaßnahmen des Deutschen Bühnenvereins fofort aufge hoben werden. Die aus Anlaß diefer Kampfmaßnahmen erfolgten Entlassungen oder Aussperrungen werden in folgender Werse be= fettigt: Die streifenden Musiker sind alsbald zu den bisherigen Bedingungen wieder einzustellen, soweit nicht Berträge mit neueingestellten Mufilern dem entgegenstehen. In diesem Falle ist der Deutsche Bühnenverein verpflichtet, sich dafür einzusehen, daß die Hindernisse, melche einer Wiedereinstellung entgegenstehen, nach Möglichkeit aus dem Wege geräumt werden. Die zwischen den Barteien bestehenden Tarifftreitigkeiten sollen in einer Berhandlung vor dem Schlichter am 6. April erledigt werden. ** Der Deutsche Musikerverband hat mit dem Berband der Russischen Kunsttätigen eine Vereinbarung getroffen, die den Uebertritt von Mitgliedern des Deutschen Musikerverbandes nach Rußland und von Mitgliedern des Russischen Verbandes, Abteilung Mufiler, nach Deutschland regelt. Das Abkommen regeit weiter die mujttberufliche Beschäftigung der Mitglieder der beiden Verbände in Rußland bzw. Deutschland. Die Uebertritts bestimmungen decken sich in ihrem Wortlaut mit der Bereinbarung der in der internationalen Mufiterorganisation zusammengeschlossenen Musikerverbände. Es ist weiter vereinbart worden, daß parteipolitische und religiöje Anschauungen für die Mitgliedschaft in den Berbänden nicht maßgebend find. Die Berbände verpflichteten sich gegenseitig, jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten des anderen Berbandes zu unterlassen. Die Bereinbarung bedarf noch der Zustimmung des Hauptvorstandes und des Beirats des DMV. Tagung der Filmgewerkschaft. Die Deutsche Filmgewerkschaft hielt fürzlich in Berlin ihren Berbandstag ab, der sich u. a. mit dem Geschäfts- und Rassenbericht, der Beratung de. Statuten und mit Anträgen der Ortsgruppen beschäftigte. Beschlossen wurde, mit dem Berband des Kunsttätigen Rußlands" in ein Karteliver hältnis zu treten, beffen Auswirkungen sich bei der aufstrebenden Sinoindustrie in Rußland bemerkbar machen werden. In seinem Geschäftsbericht hob Degener hervor, daß fich in letzter Beit die Geschäfte derartig vermehrt haben, daß eine Hilfstraft eingestellt werden mußte. Es entwickelte sich ein reger schriftlicher Verkehr zwischen den Ortsgruppen und der Zentrale. Cine über Sachfen, Schlesien, Ost- und Westpreußen, Bommern und Mecklenburg auf schriftlichem Wege erfolgte Agitation hatte amar nicht den gewünschten schnellen Erfolg; fie bewies aber, daß bas Interesse an der Deutschen Filmgewerkschaft im Reich zunimmt. Die Zeitung soll durch die Aufnahme technischer und sozial wissenschaftlicher Artikel ausgestaltet werden, wozu die Ortsgruppe Berlin eine Breffefommiffion bestellen wird. Zur Wahrnehmung der Interessen der Mitglieder wandte sich der Verband mit Eingaben und Borschlägen an die Behörden, um besonders bei den Eicherheitsvorschriften und der Vorführerschule in Düsseldorf mit mirten zu tönnen. Der Kassenbericht fonnte, wenn auch nicht glänzend, so boch als sehr befriedigend bezeichnet werden. Bei der Statutenberatungen wurde u. a. auch eine Neueinteilung der Beitragsklassen dergestalt vorgenommen, daß die 1. Klasse 20 Bf Beitrag, die 6. Klasse dagegen 1 M. bezahlt. Das Sterbe gelb der Unterstüßungstaffe ist ohne Beitragserhöhung auf 200 m. erhöht worden. Die eingelaufenen Anträge wurden dem Hauptvorstand und dem Ausschuß überwiesen. Zu Borsitzenden wurden Degener und Hende, und Worzeche als Beisiger gewählt. Einigungsbestrebungen in Jugoslawien. Ueber Amsterdam zur Einigkeit. Als Austlang eines Streites in der Kommunistischen Bartei ist im Lager der kommunistischen Gewerkschaften in Jugoslawien, die fich neutral" nennen, jeit einem Jahre ein Streit ausgebrochen. Wie sich ein Teil der Kommunisten in der Partei gegen die Mostauer Politif wendet, so treten auch die einfichtsvolleren Elemente der fommunistischen Gewerkschaften immer entschiedener gegen die Einmischung Mostaus in die Gewerkschaften auf. Der Kampf in der Partei hat bereits zur Spaltung geführt, und die getrennten Lager greifen sich schroff und erbittert an. In den kommunistischen Gemertschaften ist die überwiegende Mehrheit antikommunistisch gesinnt. Deshalb haben sie aber cuch immer mehr unter den Angriffen der kommunistischen Bellen" zu leiden, die die unbedingte Unterwerfung der Gemertschaften anstreben. Gleichzeitig mit diesem Gesundungsprozeß in den Gewerkschaften reift auch der Wille zur Einigung mit den Amsterdamer Gemertschaften. So wurde auf Wunsch der neutralen" Gewerkschaftsleitung am 6. März eine Besprechung mit den Bertretern der Amsterdamer Landesgewertschaftskommiffion abgehalten. Um den Einigungsgedanken zu fördern, haben die Neutralen" die gemeinsame Maifeier vorgeschlagen. Darauf hin hat die jugoslamische Gewerkschaftstommiffion eine prinzipielle Er flärung abgegeben, in welcher die Gründe der Spaltung ange führt werden und der Weg gezeigt wird, den die Gewerkschaften einzuschlagen haben, wenn fie erfolgreich sein wollen. Die Be megung muß ihren Klassen charakter als Arbeiterbewegung wahren, sie muß demokratisch und international sein." Die Politit der Komintern und ihres Organs, der sogenannten Roten Gewerkschafts Internationale" in Moskau wird der urteilt und jegliche Verbindung mit der Komintern abge Schokoladen Bonbon/ Stangen/ Negerküsse Oster Artikel in großer Auswahl Paul Grindel, Dircksenstraße 47 nahe Bahnhof Börse. LZHAUSER von 500 Mk. an, Schuppen, Hallen, Ge ragen elc. liefert preis wert kurzirising Holzhausbau Littmann 54. Lalbringerstrasss 91/93 1000 Strickwesten Sport acken etc alier Art. Bleyle's Kinder- Kleidung zu Originalpreisen. Billigste Quelle für Kenner u. auserlesenen Geschmack Berliner ElektrikerGenossenschaft angeschl. dem Verb. sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Fernsprecher: Norden 1198 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4 Tel. Pfalzburg 9831 Herstellung elektr. Licht-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller elektrischer Bedarfsartikel Ausführung sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit Gelegenheit Reste f. Wintermäntel n. Kostüme: Sealplasch, Samt, Krimmer. 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Alle Gewerkschaftsmitglieder stimmen morgen für den Wahrer des Achtstundentages Otto Braun. Zur Urabstimmung im Bankgewerbe. Weil das Bäderdugend tommunistischer Bankangestellter schlotternde Angst hat, in geheimer Abstimmung seine Organisationszugehörigkeit zu bekennen, fareit die" Rote Fahne", die Traditionen der deutschen Gewerkschaften seien geschändet. Bewerkschaften! Die Kommunisten als Berfechter der Traditionen der deutschen Das Unzulängliche hier wird's Ereignis. Im übrigen schwindelt das Blait so einfältig, daß man beinahe Mitleid haben fönnte. Es phantafiert von einem faschistischen Borstoß der gelben Gewerkschaften und des Luther- Kabinetts", gegen den alle organisierten und klassenbewußten Proletarier sofort Steilung nehmen müßten und wirft uns- mangelndes Verantwortlichkeitsgefühl vor. Wir verordnen: falte Umschlage. N Berichterstattung. Unsere Leser kennen aus dem Vorwärts" vom legten Sonntag den Verlauf der Tagung des Ausschusses des französischen Gemerthaftsbundes vom 10. bis 18. März. Heute bringt nun die„ Rote Fahne" in einem scheinbaren Telegramm vom 24. März aus Paris einen Bericht über diese Tagung, der weiter nichts enthält als die gefälschte Wiedergabe einer Bemerkung von Jouhaur und der zwei einzigen Vertreter, die gegen die angenommene Entschließung Weufthe et Morselle( und nicht Elsaß, zu dem dieses Departement zur Einheit stimmten. Es find dies die Bertreter des Departements gar nicht gehört) und Wienne. Diese beiden Bertreter traten aber nicht für den Vorschlag der roten Gewerkschaften" ein, weil ein berartiger Vorschlag gar nicht vorlag. Sie verlangten, daß, menit ein solcher Borschlag gemacht werden sollte, man sich auf Verhandlungen einlassen musse. daß es wohl das Recht der Engländer jei, eine andere Auffassung Die gefälschte Aeußerung von Jouhaur lautet in Wirklichkeit, zu vertreten, daß sie sich aber außerhalb der Internationale stellen würden, wenn sie über den Kopf hinweg einen internationalen Stongreß ein berufen würden. Das Bolschewistenblatt fälscht diese Aeußerung dahin, duß ein Eintreten für den internationalen Kongreß den Ausschluß nad; sich ziehen würde. Zu einer so dummen Fälschung braucht das Blatt acht Lage. Ein Jubilar. Der Vorsitzende des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Alwin Brandes, fann auf eine 25jährige Tätigkeit als Angestellter feines Verbandes zurückblicken. Er wurde im März 1900 von der Verwaltungsstelle in Magdeburg angestellt und wirfte hier ununterbrochen, bis er in der Nachkriegszeit als Borfizender des Berbandes neben Robert Dißmann- Stuttgart berufen wurde. Auch in der Parteibewegung in Magdeburg war Brandes hervorragend tätig. Mit der Metallarbeiter Zeitung" hoffen wir, daß der im 59. Lebensjahre stehende Jubilar seiner Organisation no.h recht lange erhalten bleibt. Garbath hat keinen Betriebsrat. Die bekannte Zigarettenfirma Garbaty hatte ein Betriebsrats mitglied entlassen, ohne die im BRG. vorgeschriebene 3u= stimmung des Betriebsrats einzuholen. Als der Entlassene beim Gewerbegericht auf Weiterzahlung seines Lohnes flagte, antwortete die Firma mit einer Gegenflage, in der sie beantragte, daß der Kläger nicht Mitglied des Be. triebsrats jei, da ein solcher in ihrem Betriebe überhaupt nicht bestehe. Die Firma stügte ihre Gegenflage auf eine buch stabengemäße Auslegung des§ 16 BRG., welcher sagt:" Befinden sich unter den Arbeitnehmern sowohl Arbeiter wie Angestellte, fo muß jede Gruppe... im Betriebsrat vertreten sein." Da sich die Angestellten an der Betriebsratswahl nicht beteiligt haben, sondern nur die Arbeiter, so sei wohl ein Arbeiterrat, aber fein Betriebsrat zustandegekommen. M... Der Kläger berief sich dagegen auf§ 1 BRG., welcher sagt: I find in allen Betrieben... Betriebsräte zu errichten" und auf§ 6, in dem es heißt:... find in allen Betrieben, in deren Betriebsräten Arbeiter und Angestellte vertreten find, Arbeiterräte und Angestelltenräte zu errichten." Hiernach seien finngemäß die Gruppenräte erst aus dem Betriebsrat zu bilden, der auch dann zu Recht bestehe, menn nur eine Gruppe in demselben vertreten sei. In vorliegendem Falle sei die Wahl der Bestimmungen des BRG. entsprechend ausgeschrieben und auch den Angestellten Gelegenheit gegeben, fich an der Wahl zu beteiligen. Trotzdem hätten die Angestellten teine Bertreter ihrer Gruppe gewählt. Schlafzimmer! Resonders Elche, prima Arbeit, kompl. mit Federboden- Auflage, echtem Marmor, Stühle, Handtuchhalt. 160 cm 180 cm gr. 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Das Ergebnis der Abstimmung an den einzelnen Ver bandsorten muß dem Hauptvorstande bis spätestens am 2. Mai übermittelt werden. Betriebswahlen bei den Rheinischen Stahlwerken. Nach einer T.- Meldung aus Meiderich erzielten die Freien Gemertschaften bei den Betriebsrätewahlen 1847 Stimmen und damit 7 Size, die Christlichen 1079 Stimmen oder 4 Size, die Hirsch- Dunckerschen 546 Stimmen und 2 Size, während die Union 4 Size mit 1279 Stimmen erhielt. Bei den Wahlen zum Angestelltenrat wurden für die Gewerkschaftsliste 484 Stimmen( 8 Size) und für die Werksliste 164 Stimmen( 3 Size) abgegeben. wurde am Donnerstag vom Schlichtungsamt ein Schiedsspruch ge 3m Lohnstreit des Rheinisch- Westfälischen Brauereiverbandes fällt, der ab 27. März eine Erhöhung von 6,8 Proz.( Spizenlohn 85 Pf.) Dorsieht. Diese Löhne sollen mindestens bis 30. Juni 1925 gelten. Die Erklärungsfrist läuft bis 31. März 1925. Groß- Berliner Parteinachrichten. 6. bt. Rentralwahllokal der Abteilung ist Dobrohlam, Swinemünder Straße 11. Telephon: Humboldt 5228. Die Wahlleiter und Helfer treffen fich dort frith 8 Uhr. 7. Not. Die Wahlhelfer treffen sich Sonntag frülh 8 Uhr bei Dams, Schlegel ftoaße 9. 13. Abt. Die Genossen treffen sich Sonntag frith 8 Uhr bei Liebsch, Birken, Ede Wilhelmshavener Straße. 38. Abt. Wahlbureau: Lokal Bartusch, Friedenste. 88. Telephon: Rönigstabt 2795. 45. Abt. Wahlbureau: Bertsch, Wiener Str. 38. Die Genoffen erscheinen Sonntag frilh 8 Uhr zur Wahlhilfe bei Frante, Glogauer Str. 29; Bertsch, Biener Str. 38; Sebestreit, Reichenberger Str. 124; Minnig, Baufiger Straße 45. 46. 5t. Wahlbureau der Abteilung bei Walentyn, Görliger Str. 72. Die Mitglieder wollen fich Sonntag von 8 Uhr ab bort melden. 54. Abt. Charlottenburg. Wahlbureau: Jugendheim Rosinenstr. 4. Telephon: Wilhelm 1284. Treffpunkt zur Wahlhilfe dort früh 8 Uhr. 74. Abt. Zehlendorf. Genossen und Genoffinnen, die noch nicht zur Wahlarbeit eingeteilt sind, treffen sich Sonntag frith 8 Uhr im Wahlbureau der Abteilung, Schwarzer Adler, Botsdamer Gir. 25( Midley). Telephon: Rehlendorf 3919. 92. Abt. Rentolin. Heute, Sonnabend, ab 5 Uhr, von Wolff, Raiser- Friedrich Straße 173, lehte Flugblattverbreitung. Siemand darf sich ausschließen. Morgen, Sonntag, ab 84 Uhr dreffen sich die Genossen, insbesondere diejenigen von 31, 44, 45 und 55, bei Wolff, Abteilungswahllobal, zur Wahl arbeit. 104. Abt. Ricberschöneweibe. Sonntag früh 6 Uhr Treffpunkt aller Genoffen Röllnische Str. 64. Wichtige Wahlarbeit. 8entralwahllokal der Abteilung bei Thiele, Berliner Str. 38. Die Belanntgabe der Wahresultate findet 7 Uhr und später aus dem Reiche durch Radio bei Wende, Saffelwerder, Ede Fennstraße, statt. alle. Riquette. Theater der Woche. Bom 29. März bis 6. April 1925. 1 Boltsbühne: 29. und 3. Gafuntala. 30., 1. und 2. Schneider Bibbel. 31. Schlud und Jan. 4. und 5. Hamlet. 6. Oftern. Opernhaus: 29., 1. und 4. Intermezzo. 30. Entführung aus dem Gerail. 31. Meistersinger 2. und 5. Aida. 3. liegender Holländer. 6. Tosca. Stroll- Opez: 29. Fliegender Holländer. 30. Troubadour. 31. Fledermaus. 1. Bar und Zimmermann. 2. Tiefland. 3. Traviata. 4. Lustige Weiber. 5. Waltüre. 6. Bajazzi. Josefs. legende. Schauspielhaus: 29. und 31. Prinz von Homburg. 30. Faust I. 1., 2. und 5. Sintflut. 3. siel Lärm unt nichts. 4. Wallensteins Tod. 6. Beer Gynt. Sariller- Theater: 29. und 31. Napoleon. 30. und 6. Fuhrmann Senschel. 1., 2. und 5. Charleys Tante. 3. Randida. 4. Poffenabend Alt Berlin. Deutsches Theater: 30., 1., 3. und 6. Die heilige Johanna. 31., 2., 4. und 5. Oscar Wilde. Rammerspiele: 30. und 31. Die Stilgen der Gefellschaft. 1., 3. und 6. Sechs Personen fuchen einen Autor. 2., 4. und 5. Gie felber nennt Selfinge. Die Komödie: 30., 31., 2., 4. und 6. Der Diener ameier Serren. 1., 3. und 5. Der Svampus. Leffing- Theater: 29. bis 31. Das Märchen. Ab 1. Das weite Land. Theater in der Königgräger Straße: Heimliche Brautfahrt. Deutsches Opernhaus: 29. Carmen. 30. Entführung aus dent Sevail. 1. Sax und Zimmermann. 2. Orpheus in der Unter celt. 3. Götterdämmerung. 4. Die Zauberflöte. 5. Die Meistersinger von Sturnberg. 6. Die Entführung aus dem Gerail. Großes Schauspielhaus: An Theater des Westens: Der Graf von Cagliostro. Senaiffance- Theater: Serbstliche Geigen. Die Tribüne: Ueberfahrt. Deutsches Künstler- Theater: Deffau. Komödienhaus: Harem. Berliner Theater: Anneliese von Reues Theater am Roo: Die weiße Wefte. Trianon- Theater: Polhiwara. Residenz- Theater: 29. bis 31. Einmal ist keinmal. Ab 1. Bunburn. Zentral- Theater: Die perfuntene Gloce. Theater in ber Komman Bustspielbans: Der wahre Jalob. bantenstraße: Ufchi. Komische Oper: Das hat die Welt noch nicht gefehn! Metropol- Theater: 1000 füße Beinchen. Operetienhaus: Der blonde Traum. Thalia- Theater: 29. bis 31. Das Drei mäderlhaus. Ab 1. Der blonde Engel. Theater am Kurfürstendamm: PhiTheater: Romeo und Julia. Kleines Theater: Die Großfürstin und der Zimmerkellner. Wallner Goethe- Bühne: Gastspiel Ferdinand Bonn: Musit. Walhalla Theater: Varieté- Borstellung. Rose- Theater: Graupen fulae. Rafino- Theater: Der Oberschieber. Intimes Theater: Gostspiel bes Herrnfeld Theaters: Wer ist der Bater? Drei alte Schachteln. Schloßpark- Theater Steglig: Theater im Abmiralspalast: Noch und Noch! Theater: Die Nächte von Paris. ApolloRachmittagsvorstellungen. Bollsbühne: 29. Wer weit uz Judenad. 5. Schneider Wibbel. Kroll- Oper: 29. Journalisten. Schiller Deutsches Theater: 5. Alt- Heidelberg. Kammerspiele: 5. Der Naub der Gabinerinnen. Die Komödie: 5. Die Büchse der Pandora. Deutsches Opernhaus: 29. und 30. Borstellung für die höheren Schulen: Figaros Sochzeit. 5. 12 Uhr: Ronzert 5. Mein Leopold.- Komische Oper: 29. und 5. Das hat die Welt noch nicht Theater in der Kommandantenfiraße: 29. und gefchn! Rose- Theater: 29. und 5. Berlin wie es weint und Iccht. Schloß vart- Theater Steglih: 29. Tanzgalispiel Dorothea Knospe. 5. Die Prinzessin Phi. heaters 29. Das Konzert. 5. Machsmann als Erzieher. Elisabeth- Regiments- Stapelle. und der Schweinehirt. verantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gemertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: K. S. Difcher; Lotales und Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. und Berlaasanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin GW. 68, Lindenstraße 3. Unsere Geschäftsräume befinden sich Königgrátzerstr Leipzigerstr Jetzt Berlin W.9. Potsdamerste KRK 14 Bellevue- Str. 14. Krupp Registrier Kassen GESELLSCHAFT MBH STAMMHAUS FRIED KRUPP AG ESSEN Gardinen Sonderangebote Gelegenh- Kacie in Resten Stores, Bettdecken Madras- and Künstlergardinen. Spezial- Gardinenwerkstatt Neukolla, Bergstr.67 am Ringbahnhot. Dezimalwagen Tafelwag., Gewichte, Billigste Preise. 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