Nr.150 42. Jahrgang Ausgabe A nr. 76 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Euremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Boll und Beit" mit„ Gied lung und Aleingarten" fomie ber Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin* Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltiae Nonpareille aeile 70 Bfennig. Reflamezeile 4, Reichsmart. Aleine Anzeigen bas fettgebrudte Bort 20 Pfennig ( aufäffia zwei fettgedruckte Worte), febes weitere Wort 10 Bfennig. Stellengesuche das erste Mort 10 Pfennig. jebes weitere Wort 5 Pfennig. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig.. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftraße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönhoff 292-295 Verlag: Pönhoff 2506-2507 Sonntag, den 29. März 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Postscheckkonto: Berlin 37536- Bankkonto: Tirektion der Diekonto- Gefellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Feld eins: Otto Braun! Für Republik und Frieden! Für Demokratie und Sozialismus! Fort mit Jarres! – Hoch die Hoch die Sozialdemokratie! Ein großer Tag deutscher Geschichte! Das Bolt ist be rufen, sich selbst sein Oberhaupt zu wählen! Ein stolzer Tag! Aber auch ein gefährlicher Tag! Nur einmal hat bas alte Europa bisher etwas Aehnliches erlebt. Das war, als die französische Republit am 10. Dezember 1848 in diretter Wahl ihren Präsidenten wählte. Damals siegte Prinz Louis Napoleon mit 5,4 millio. nen Stimmen über den JuniSchlächter General Cavaignac, der 1,4 Millionen Stimmen erhielt. Durch Plebiszit und Staatsstreich machte sich Louis Napoleon später zum Kaiser und blieb es, bis er 1870 Krieg und perior, rone Heute find in Deutschland pierzig Millionen gleichberechtigter Deutscher, Männer und Frauen, zur Wahl aufgerufen. Die ganze Welt blickt auf sie. Die ganze Welt fragt, ob das deutsche Bolt diese Probe auf seine Reife im Jahre 1925 besser bestehen wird als das französische die Probe auf die feine im Jahre 1848. Das Beispiel steht flar vor uns: Durch Bolkswahl des Präsidenten zur Monarchie, durch Monarchie zu Krieg und Niederlage, durch die Niederlage zurüd zur Republit. Soll das auch unser Weg sein? Wir sind national genug, um darauf zu vertrauen, daß sich unser Bolt reifer zeigen wird als das französische vor 77 Jahren. Herr Jarres ist fein Prinz, tein Prätendent! Des= halb ist er nicht ungefährlich. Er ist der schwarzweißrot angestrichene Wegweiser, der zurück in die Bergangenheit weist. Für die Sozialdemokratie ist der heutige Tag Borbe.. reitung auf einen fünftigen, an dem die Mehrheit des deutschen Bolles auf ihrer Seite stehen und fie, ganz allein auf die eigene Kraft gestellt, der Deutschen Republit einen Präsidenten geben wird. Wir Dieser Tag ist, wir wissen es, heute noch nicht da. Man dente sich, die Sozialdemokratie verschwände eines Tages aus Deutschland- an demselben Tage läge auch die Republit am Boden. Man denke sich die Sozialdemokratie doppelt so start, wie sie am 7. Dezember war - in demselben Augenblid wäre schon der letzte Jarres Gardist in das letzte Mauseloch gefrochen. WSTEINGR Otto Braun spricht: Erkennt, wie ihr durch monarchistische und übernationalistische Jrreführung betrogen worden seid! Gegen sie rufe ich euch zum Kampf, nicht für meine Person, sondern für die Zukunft unseres arbeitenden und leidenden Volkes, für die großen Ideen, denen Friedrich Ebert gehuldigt hat! Es lebe die Republik! Die Frage, wer Präsident wird, ist von ungeheurer geschichtlicher Tragweite. Aber, von ihr abgesehen, ist auch schon die Frage, wie start die Sozialdemokratie ist, nicht weniger wichtig, nicht weniger entscheidend. Darum müssen wir am heutigen Tag Heerschau halten, nicht nur für uns selbst, son dern noch mehr für die andern. Die Stärke unseres Auf marsches soll ihnen zeigen, daß es Zeit für sie ist, alle Träume von der Aufrichtung ihres alten Herrentums zu Grabe zu tragen. Nach der Junischlacht von 1848 fonnte die Monarchie fiegen, weil die Arbeiterschaft abgefämpft und ausgeblutet war, und weil das vorwiegend agrarische Frankreich ein star fes, organisationsfähiges Pro letariat überhaupt nicht besaß. Die deutsche Sozialdemos fratie hat die deutsche Arbeiterschaft trotz allen Lok. fungen des Kommunismus, vor einer Junischlacht bewahrt. Und im Industriestaat Deutschland ist die Arbeiterschaft auf alle Fälle stärker als im Agrar= staat Frankreich von 1848. Diese gewaltige Masse der deutschen Arbeiter, Angestellten und Beamten hat, wenn sie nur will, die Kraft zu siegen mit dem Stimmgettelin der Hand! Mit dem Stimmzettel in der Hand treten mir heute. zum Kampfe an. Dreißig, vierzig Millionen Deutsche sollen heute Boltsgeschide be Das Bolt wird heute, wir vertrauen darauf, mit gewaltiger Mehrheit zeigen, daß es diesen Weg nicht zu gehen gewillt ist. Mit einem Sieg des Herrn Jarres am heutigen Tage| fönnten ihm näher sein, wenn nicht die sinnlosen Schädi-| stimmen und Weltgeschichte machen. Dreißig, vierzig Millio rechnen auch seine Anhänger nicht. Bei den Wahlen am gungen gewesen wären, die der Kommunismus der Arbeiter7. Dezember blieben die reafiionären Parteien in der bewegung bereitet hat. Minderheit. Was sie sich seitdem an Selbstentblößung geleistet haben, ist nicht geeignet, das Kräfteverhältnis zu ihren Gunsten zu verschieben. Darum rechnet die dunkle Gesellschaft, die mit den unerschöpflichen Geldern der Schwerindustrie und mit ebenso unerschöpflichen Mitteln verlogener Niedertracht den Wahltampf für Herrn Jarres geführt hat, jetzt schon mit einem zweiten Wahlgang. Sie erflärt einstweilen, daß sie auch in diesen zweiten Gang mit Herrn Jarres als ihrem Kandidaten einzutreten gedenkt. Trifft dieser Fall ein, dann muß dafür gesorgt werden, daß der Kandidat der Monarchisten und der Scharfmacher in dem zweiten Wahlgang entscheidend aufs Haupt ge fchlagen wird. Die Wahrscheinlichkeit eines zweiten Wahlgangs zu verschweigen, märe unnük. Kein Sozialdemokrat wird sich burch sie davon abhalten lassen, am heutigen Tage seine Pflicht zu erfüllen. Aber der Tag wird tommen! Morgen oder übermorgen werden wir die Ergebnisse der Wahl kennen, werden wir wissen, wie start wir sind. Dann werden wir unsere Entscheidungen treffen. Bis dahin wäre jedes Wort verfrüht, das über den klaren Grundgedanken hinausgeht: Die Reaktion muß unter allen Um ft änden geschlagen werden. Heute gilt es, die sozialdemokratische Stimmenzahl zu stärken, damit sie der absoluten Mehrheit aller abgegebenen Stimmen näher. so nahe wie möglich kommt. Die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen am heutigen Tage ist entscheidend für das, was weiter werden soll. Jede kommunistische Stimme ist für die Reaktion eine Hoffnung. Jede sozialdemokratische Stimme ist für sie ein Warnungszeichen. Die Deutsche Republik ruht auf den Schultern der sozialdemokratischen Bewegung. Die Stärke der sozialdemokra tischen Bewegung ist die Stärke der Republit. wieviel Mil nen Kreuze werden heute und morgen gezählt lionen davon werden in unserem Felde stehen? Das ist eine Frage des deutschen Schicksals und eine Frage des Welt schicksals! Der große Friedenspaft, der in Borbereitung ist vnd der den herrschenden Generationen All- Europas die Sicherheit geben soll, nicht auf den Schlachtfeldern verbluten zu müssen, fann nur dann Wert und Wirksamkeit erhalten, wenn Deutschland eine Republik ist, die von Republikanern regiert wird. Heute wird entschieden über Freiheit oder Knechtschaft, über Frieden oder Krieg! Vorwärts für die Freiheit! Vorwärts für den Frieden, für Demokratie und Sozialismus! Vorwärts, vorwärts mit Otto Braun! Die politische Krankheit. Jarres auf dem Rückzug. Die Rechtspreffe veröffentlicht Bulletins über den Gefund heitszustand von Jarres: Herr Jarres ist heiser, Herr Jarres fann nicht reden, Herr Jarres ist erfrantt, Berfchlimmerung des Zustandes von I arres. Diefe Meldungen sind, wie wir zuverlässig erfahren, Borbereitungen auf den Rücktritt Jarres' von der kan didatur im zweiten Wahlgang. Chamäleon. Der buntschillernde Wille des Jarres.Blocks. Es gibt ein Tier, das seine Hautfarbe in wenigen SeMmden der Farbe der Umgebung anzupassen versteht. Es blau im Blauen, grün im Grünen, und würde man es auf eine schwarzweißrote Fahne sehen, dann würde es schwarzmeißrot werden. So ergeht es der Farbe des Herrn Jarres. Sie Schillert, je nachdem sein Bild von Strefemännern oder SchieleLeuten oder den Leuten der Deutschen Zeitung" gemalt wird. Die Deutsche Zeitung" malt ihn patent- schwarzweißrot: Der morgige 29. März 1925 tann ein Wendepunkt werden, cin Datum von historischer Bedeutung der Tag, an dem sich das deutsche Bolt das Zeitalter der Losreißung von Ber failles eröffnet. Morgen steht der Wille zum endlichen Rein!" im entscheidenden Kampf mit der Politik der Erfüllung." Im Lager Stresemanns fieht man ihn in weniger fräf figer Nuance, in jenem Stresemannschen Schwarzweißrot, das Das Zeitalter des Sicherheitspatts decken soll. Herr Jarres in der Deutschen Zeitung" trägt eine andere Schußfärbung als Herr Jarres in der Zeit". Er Schillert wie der Wille des Jarres- Blocks schimmert. Es bleibt eine tiefsinnige Frage, die auch dem bekannten interessanten Tier gegenüber sich aufdrängt: wie sieht er nun eigentlich aus? „ Matin"-Lieferanten. Firma Jarres- Block. Bei der Dezemberwahl gab die 3eit", das Organ der Boltspartei, die Parole aus: Was den Franzosen ärgert, mußt du tun, drum wähle schwarzweißrot!" In diesem Stil hat sie sich gestern ein Zwecktelegramm aus Baris schicken laffen: Die Bariser Presse gegen Jarres, also wählt 3 arres. In diesem Telegramm stehen folgende Säge: Le Matin" stößt am lautesten ins Horn, um vor der deutschen Gefahr zu warnen, die ihm durch die Wahl Dr. Jarres gang besonders atut erscheint. Er veröffentlicht das Fatsi. mile eines Flugblattes, auf dem folgende Berse stehen: Meorgenrot, Morgenrot, wählt die Flagge Schwarz. eiß Rot, denn das macht den Franzmann tot Bählt am 29. März Dr. Jarres!" Wo hat sich der„ Matin" diefes Flugblatt bestellt?" Wo der Matin" das Flugblatt bestellt hat, wissen wir nicht, aber wer es geliefert hat, das wiffen wir, und mit uns das ganze Industriegebiet: der Reichs blod, der es in Zehntausenden von Exemplaren im Industriegebiet hat platatieren lassen. Matin"-Lieferanten! Dummheit oder Schurkerei? Der Reichsblock hat die Wahl. Die Deutschvöllischen von der Couleur Bulle Graefe, die zum Jarres Blod gehören, beschweren Mch bitter über die Propaganda des Rechtsblods gegen Ludendorff. Sie geben folgende Mitteilung aus: Auf den Straßen Berlins werden zurzeit Flugschriften ver tellt, die für Jarres Prapagandamachen. Auf der letzten Seite dieser Flugschriften befinden fich Karikaturen der Prä#dentschaftskandidaten, darunter auch eine unseres all verehrten Das geistige Deutschland. Bon Hans Bauer. Die Nationalisten haben für die Kultur gemeinhin nur insoweit eimas übrig, als sie sie als Mittel zum Zweck der Aufrechterhaltung ihrer fapitalistischen Untultur gerade noch gebrauchen können. Das Blatt für die Idioten der Reichshauptstadt, der Berliner Lokal Anzeiger", formulierte diese Auffassung zum Beispiel bei Gelegen beit der Gloffierung eines der republikanischen Präsidentschafts fandidaten, der als Kulturträger bezeichnet worden war, durch ein ironisches Nu, wenn schon! Nicht immer freilich ist man, vor allem unmittelber vor einer wesentlichen Wahl, so freimütig. Nicht gerade wohl, daß dem Rechtsblock der fulturelle Anstrich seiner Kandidaten siel Kopfzerbrechen bereitet haben dürfte, das er besser. an die Gewinnung der Finanziers für seinen Mann verschwendet hat, aber er fcheint gemeint zu haben, daß ein wenig geistige Tünche immerhin nicht schaden könne. Und da hat er nach dem Vorbild der republifanischen Parteien unter den Intellektuellen und jenen, die mit thnen verwechselt werden möchten, die Liste für einen Aufruf zirtufreren laffen. Was ist dabei herausgekommen? Zunächst einmal aus der Dunkelheit eine Anzahl Leute, die selbst der Loebell- Ausschuß allen falls der Berfon, aber nicht dem Namen nach kennen dürfte, den fie nicht haben. Etwa ein Abelsmarschall von Berg- Martiesen, ein Generalleutnant Schwarte, ein Geheimer Regierungsrat Schmaly, sin Dottor Finger Ein paar Namen sind geläufiger: Esche th, Bang, Doehring, Hochsch, Mumm, Stadler. Wir fennen diefe Beute als Forsträte, Brediger, Universitätsprofefforen und Deutsch nationale und erfahren mun hier die Neuigkeit, daß sie auch als Geistige anzusprechen find. Die Dichtung vertreten der wadere Baul Burg und Hans Johft. Blleben übrig ein paar Gelehrte: Euden, Bier, Willamowiz Moellendorff, Kahl. Das ist dann alles. Der Aufruf behauptet, die Geistigen Deutschlands erflärten sich hier für Jarres. Nein, liebe Herren, * e denken nicht daran, das zu tun. Euere Generals, Universitätsprofefforen, Geheime Medizinalrats, Ober- Rechnungsrats- Lifte beeht aus einer Reihe ausgemachter Mullen, aus ein paar Durch konittstöpfen und aus einigen gescheiten Männern von zweifellos großer Fachtüchtigkeit. Das geistige Deutschland hingegen, die beutsche Geiſtigkeit voll Ideen, voll Schöpfertum, voll explosiver Babendigkeit, voil Gestalterkraft, voll leidenschaftlicher Zielfehnsucht, bie haben, außer etwa in Mißfrebit, in den Jahrhunderten noch xie bei ah gestanden und werden es niemals tun. Generals Ludendorff. Diefe überaus gehäffige ka. Die Geschäftspraktiken der Nationalpost". ritatur ist eine unerhörte Herausforderung an Wie die Deutschnationalen die Arbeit einschäzen. alle Mitglieder der Deutschbölfifchen Freiheits. bewegung. Die deutschvölkische Reichsgeschäftsstelle ist sofort bei Wir haben bereits einmal auf die Geschäftspraktiken der„ Na dem Reichsblod vorstellig geworden, umgehend die Weiterverteilung tional post" hingewiesen. Der Verlag der Nationaípost" ver dieser Pamphlete abzubremsen und eine gründliche Untersuchte zu leugnen. Die standalösen Geschäftspraktiken der Na fuchung der Schuldfrage vorzunehmen, da die Folgen fonft tional post" find jedoch Tatsache: Wähle! Hast du schon gewählt? Die Wahl beginnt um 9 Uhr morgens und endet um 6 Uhr abends. Warte nicht bis zum Nachmittag, sondern gehe fofort wählen. Sofort! Das Kreuz ins erste Feld für Offo Braun! Auf deine Stimme kommt es an! unabsehbar werden könnten. Entweder handelt es sich hier um einen der dreistesten Schurkenstreiche oder aber um einen Grad von Dummheit, der nicht minder bestraft werden darf als Schurterei." Das sind doch noch echte deutsche Bundesbrüdertöne! Schurterei oder Dummheit nun kann der Rechtsblock ausBismarck mahnt.. wählen! Die Bildbeilage der Deutschen Allgemeinen Zeitung" veröffent licht Bismard- Worte zur höheren Ehre des Jarres- Blocks, darunter folgende: Jede Regierung ist beffer als eine in fich zwiespältige und gelähmte." Swiespältig in der Frage des Sicherheitspatts und der Aufwertung, gelähmt in der entschiedenen Vertretung Deutschlands nach außen, in der Beschleunigung des Abschlusses der Handels. verträge das ist der Rechtsblock. Bismard mahnt: Fort mit dem Rechtsblod, jede andere Regierung ist beffer! Die Sparer gegen Jarres. Wer kann noch Jarres wählen? Die Deutsche Aufwertungs- und Aufbau- Partei verbreitet eine Wahlfundgebung, gezeichnet von Hennig, gegen Jarres, in der es heißt: Jarres ist der Kandidat des großfapitalistischen Rechts. blockes! Dr. Jarres ist der Kandidat der Parteien, die dem Eparer alles versprachen und nichts hielten, der Randidat derjenigen, ble die durch die erwiesenermaßen vorfäßlich herbeigeführte Währungs schiebung dem deutschen Volke 200 Goldmilliarden Sparvermögen entwendet haben; er hat der Astcubung und er lavung des deutschen Bottes durch das Groh tapita. Borschub geleistet, und dazu die Gefeßzgebungsmaschine in Bang gesetzt. Dr. Jarres ist der Kandidat des vaterlandsliebenden" Stinnes, melcher drohte, die Regierung würde die Rheinlande abzuschreiben haben, wenn dieselbe nicht alle Geldforderungen der Ruhr- Großindustriellen erfülle. Dr. Jarres ift der Berfadungspolitiker, der felbft tie Rheinlande an die Franzosen preisgeben wollte, um sich die selben mit Waffengewalt des waffenlosen Deutschlands wieder. zuholen, und damit Deutschland zum Kriegsschauplatz für Franzosen, Tschechen, Polen usw. gemacht hätte. Dr. Jarres ist der Präsidentschaftskandidat der Kriegs. gewinnler, Inflationsgewinnler, Deflationsgewinnler, Reparations gewinnler ufw.!! Kann es überhaupt einen Sparer geben, der verblödet genug lift, einen Jarres zu wählen? Mein Friseur wählt Geßler. Heute fragte mich mein Friseur:" Was denken Sie über die Reichspräsidentenwahl?" Eine nicht sehr fernliegende Frage. Das liegt heute fo in der Luft wie sonst das Gespräch über Wetter und Preise. Aber immer hin, eine Frage, aus der man etwas machen fann, an die sich anfnüpfen läßt. Ich pflege in solchen Fällen sehr vorsichtig zu sein, menig zu fagen, aber desto vieljagender zu schweigen. Man muß sich Vertrauen erwerben, mill man etwas erfahren. Nach einiger Zeit glaubte ich so weit zu sein. Ich fragte leicht. hin, als sei es mir das Gleichgültigste von der Welt: Und wen wählen Sie am Sonntag?" und ich betomme eine Antwort: Geßler!" Ich bin erschlagen. Dieser Friseur machte doch einen ganz gutartigen, harmlosen Eindruck. Nun aber zeigt es sich: der Mann hat feine Muden. Der wählt nicht, wen ihm Parteigötter befchieden. Der hat seinen eigenen Kopf. Mit vollendeter Ruhe frage ich:" Ach, wie fommen Sie darauf?" " Er ist ein so freundlicher Herr, der Geßler", tommi's zurüd. „ Er ist nämlich mein Kunde, Alle vierzehn Tage tommt er zum Haareschneiden. So ganz schlicht zuen Hochbürsten, wiffen Sie? Rafieren tut er fich felbst, ja leider. Aber regelmäßig alle vierzehn Tage fommt er. Und ich habe mir schon gedacht, wenn er erft Reichspräsident ist, gehe ich in die Wilhelmstraße. Sonft ift's mit ja egal, wer Reichspräsident wird, aber den fenne ich doch nun gerade. Ja, den fennt er nun gerade. Und er wird ihn wählen. Und vielleicht wird er dann bald so eine Art Hoflieferant. Ich werde mir mal wieder einen anderen Friseur suchen müssen. Walter Fabian. „ Tausend füße Beinchen." So lautet der Titel der neuen Metropol"-Operette, der gleichzeitig auch den Inhalt des neuen Stüds wiedergibt. Man sieht wieder einmal Frauen, die nur mit ihrer Haarfrisur bekleidet sind und keine gefanglichen Ambitionen haben, sieht sie in unzähligen Muftern und Eremplaren wirklich hübsch tanzen, dazu die seidenen Umhüllungen legter Reuschheit. Rilles das in gut getönten Lichtern und Farben. Zwischen diesen fogenannten Kostümen sind ein paar Solisten eingetlemmt, Don benen Gifla und Arno die grotesten Humore von sich geben, die Frauen Börner und Seidel die besonderen Noten teffer bzw. graziöser Weiblichkeit vertreten, Liechtenstein lächelt und brüllt. winnen will, die Gräfin, die Ein Engländer, der die falsche Braut radebrechend geum den Mann zu fränten Mannequin wird o wie natürlich, o wie geistreich ist das alles! unter dem Bilderreichtum eines Empfangssalons und bes Moulin rouge pergißt man, daß man feinen Stoff zu vergessen hat. Sloff: mangel im Stüd und Stoffmangel in den Kleidern, fehlende literarische und fehlende leibliche Rückenbedung als Symbol der neuen Operette, zu der Brom me ansprechende, nicht glänzende, sehr anständige, nicht persönliche, guttlingende und rhythmnifierte, nicht gerade fchlagerhafte Tänze beigesteuert hat. Immerhin sind die Tänze das Beste. Also eine Revue; sie wird als solche ihren Berliner Erfolg haben, K, S. Es ist Tatsache, daß einzelne Redakteure der„ Nationalpost" ihr am 15. März fälliges Gehalt bis heute noch nicht erhalten haben, daß mit arbetter feit Dezember vorigen Jahres trotz wiederholter mündlicher und schriftlicher Mahmung bis heute noch teinen Pfennig bekommen haben. Es ist Tatsache, daß tagtäglich an der Kasse 10 bis 20. Berfonen in den unhöflichsten Formen abgewiesen werden bzw. ihnen vorgelogen wird, die Beträge feien bereits abgesandt. Es ist Tatsache, daß z. B. der frühere Roman der Zeitung einfach nicht bezahlt wurde, so daß erst eine Rlage bei Gericht wenigstens eine Teilzahlung gebracht hat. Einige Mitarbeiter, die gedroht haben, sie würden die Angelegenheit an die Deffentlichkeit bringen, haben Anzahlun gen erhalten, aber erst auf diese Drohung hin. Es ist Tatsache, daß Depeschenagenturen Lieferungen bereits eingestellt hatten, weil einfach nicht gezahlt wurde, und daß auch Angestellte, z. B. die Boten, bereits streiten mußten, um ihre Gehälter zu erhalten. Beschwerdebriefe an den Verlag oder an den Herausgeber, den deutschnationalen Abgeordneten Laperrenz, jind einfach erfolglos geblieben. 500 Und das trotz der wohlgefüllten Kaffen des Jarres- Blods! Wahlkampf an der Ruhr. sozialdemokratische Versammlungen in WestfalenNord. Eine Ansprache Severings. Bielefeld, 28. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Wahlbewegung im nördlichen Westfalen war recht lebhaft. Es fanden im Reichstagswahlkreis Westfalen- Nord 500 Bersammlungen der Sozialdemokratie statt, die alle durchweg einen guten Be fuch aufzuweisen hatten. In Bielefeld sprach gestern abend der preußische Innenminister Genosse Severing in der überfüllten Zentralhalle. Er führte u. a. aus: Republik gestorben. Er ist begraben worden mit Ehren, die ihm Am 28. Februar ist der erste Reichspräsident der deutschen bei Lebzeiten vorenthalten wurden. Der Wahltermin wurde von der Reichsregierung auf den 29. März festgelegt. Bei der Gegenüberstellung der beiden Daten glaubten manche Leute von einem furzen Wahlkampf sprechen zu dürfen. Das ist nicht zutreffend. Einmal weil wir am 26. April vielleicht noch einmal wählen müssen, dann aber vor allem aus dem Grunde, weil der Kampf von der gegnerischen Seite seit November 1923 so hartnädig und unritterlich geführt wird. Die Wahlkämpfe 1924 standen unter der. Barole: Fort mit Ebert, weg mit Severing! Den Gegnern ist ein, Mächtiger zu Hilfe gekommen, der Tod. Sie haben seit November 1923 auf die Beseitigung Eberts gedrängt, weil er nationa liftische tile Seibiporne nicht an maßgebender Stelle in die Reichsregierung hineinhaben wollte. Daher ihre Barole: Nie wieder ein Sozialdemokrat! Sie haben jedenfalls die Bedeutung der Reichspräsidentenwahl erfannt. Das fann man nicht von allen Arbeitern, nicht einmal von allen Sozialdemokratent fagen. Es geht am Sonntag um eine große Sache. Sorgen Sie dafür, daß die Bedeutung der Reichspräsidentenwahl erfannt wird., Der Präsident wirft pofifio mit. Er ernennt den Beldhstanzler und hat Einfluß auf die Berufung der übrigen Minister. Reichstanzler, Reffortminister und Präsident haben wichtige gefehgeberische Rechte, soweit man nämlich zum Erlaß den Urfitel 48 in Anspruch nimmt. Ich erinnere an die Zeit der Inflation, der Unruhe und des Hungers. Damals ist der Artikel 48 gebraucht worden mit oft sehr tiefen und einschneidenden Verordnungen. Die Not der Zeit zwang dazu. Stellen Sie sich einen Reichspräsidenten vor, der der Neigung der Regierung, mit dem Artifel 48 zu regieren, feinen Widerstand entgegensetzen würde. Benn ich die ganzen Borgänge schildern dürfte, ohne die Interessen des Reichs zu gefährden, fo würden Gie Rämpfe mit anderen und Konflikte mit sich selbst ausgefochten hat. erkennen, daß Genosse Ebert im November 1923 die härtesten Aber der Reichspräsident ernennt auch die Botschafter und Gefandten. Diese Boften find teine Ruheposten, wie sie in der Kaiserzeit aufgefaßt wurden. Besonders in den kritischen Zeiten Sophokles in Lichterfelde. Das ist ja so mundervoll: man fährt vom Potsdamer Bahnhof aus nur zwanzig Minuten mit der Schnellbahn und ist dann schon mitten drin in einer herrlichen Billenkolonie mit alten Bäumen, stillen Straßen und wenig Menschen. Weitere zehn Minuten Weg und nun ist es schon gar nichts Besonderes mehr: das altehrwürdige( jedenfalls so tuende) Schiller Gymnasium, ein Wald von Lorbeer auf der Treppe, durchhuscht von Jungen und Mädchen im schneeigen nachthemb Berzeihung: im weißen Gemande", und in der Aula solch Butritt verschafft.- Schüler spielen den Debi pus"; heute deutsch, sportpalastartige Fülle, daß nur das Bauberwort Presse" noch am Sonnabend griechisch, schon die technische Leistung ist erstaunlich. Aber auf der mächtigen Stufenbühne wird in vielfachem Scheinwerferlicht diefes ewig- herrliche Werf vom Nur- König, der zum: Nur- Menschen wird, auch mit so großer Liebe und Begeisterung dargestellt, daß bei den hartgefottenen Neunzehnhundertfünfundzwanzigern, die zwei Stunden lang geduldig auf den noch härteren Bänken ausharren, zum Schluß heiße Tränen der Rührung füteßen. Laffet die Lichterfelder zu mir fommen! Die Regie( Dr. A. 3ppel und Raimund Brezel) verstand fich auf Straffung, erfüllte die Massenszenen stets mit Leben, verHorst Sommer) war in seiner entfeßlich schweren Rolle zulänglich, Jotaste( 5) el ga Ed) ging sehr nahe in ihrem milden Web wert und nicht allein, weil sie technisch auch am besten war. Jour die Chöre gerade in diesem Falle mit das Wichtigste blieben Deredelte Rhabarbarei. Stürmisch, enthusiastisch flatschten Männer, Frauen und durften in der Schule nie Theater spielen. Im Großen und Ganzen Kinderhände Beifall. Und da tommt plötzlich der Gedante: Bir ist das auch nicht viel anders geworden. Dabei ist es doch so schön... -ergo. Ein Frin von Unruh- Abend findet ant 31. März, 8 Uhr, in der lieft aus ben Werten des Dichters. Die einleitenbe Rede hält Dr. Arno Berliner Sezession, Kurfürstendamm 232, fiatt. Rurt eliz Echirolauer. Gitarre, in der Singatademie feinen 1000. Abend mit einem reichen FeitMufit. Am 2. April feiert Sepp Summer, bet Ronzertfänger zur programm. Ein Beethoven- Jubiläum. Amt 1. April 1825 bat in Frankfurt a. M. unier Zeitung des Kapellmeifiers Karl Guhr die erste retchsdeutsche Aufführung von Beethovens IX Sinfonie stattgefunden. Sum Gedächtnis wird der Frankfurter Orchesterverein am 31. März und am 1. April eine Jubiläums aufführung des Wertes veranstalten. Expedition, o31ow, ist zu neuen wissenschaftlichen Ausgrabungen in Ausgrabungen in der Mongolei. Der Better ber foipjetrufftschen bie Mongolei abgereift. Die Sowietregierung hat 200 000 Stubel zur Berfügung gestellt. Automatische Stiefelpuher. In ben Straßen von New York hat eine unternehmungsluftige Firma foeben eine Anzahl von SchuhyuzEinwurf einer Münze öffnen sich zwei fußförmige Deffnungen, in bie maschinen aufgestellt, die vollkommen automatisch arbeiten. Nach dem man nur hineinzutreten hat. Meg anbere besorgt bie Maschine. Die ganze Operation bauert 40 Sehunben Flonfag früh„Vorwärts i Sfragcnhandel. von heute müssen die rechten Leute mit politischem Weitblick dort- hin gesondt werden. Man erkennt heute allmählich, daß E b e r t bei der Ernennung ein« glückliche i}and gehabt hat. Zwar ist in der Welt der Eindruck aus der Vorkriegs- und Kriegszeit nicht beseitigt, aber überall beginnen sich dpch neue Leime zu regen. Amerika zeigt Interesse, in England ist die Stimmung um» geschlagen, in Frankreich ist die Verbindung mit Kräften aus. genommen worden, die für«ine Friedenspolitik zwischen Deutsch- land und Frankreich eintreten. Dieser Kurs muß fortgesegt werden! Dann ging Seoering polemisch auf den Rechtsblock und be> sonders auf die Agitationsmethode des Rechtsblocks und der Kom- munisten über. Er sagte zum Schluß: wer rok wählt, muß Braun wählen. Braun ist der Kandidat der werktätigen Masten! Braun ist der entschiedenste Republikaner unter den Kandidaten, die ausgestellt sind. Mit Otto Braun für Republik und Demokratie! Die Ansprache Seoerings wurde mit Begeisterung entgegen- genommen. Die westfälischen Sozialdemokraten gehen am Sonntag mit guter Zuversicht zur Reichspräsidentenwahl. Unü üie Kommunisten! Bielefeld. 28. März.(Eigener Drahtbericht.) Wie weit die Kommunisten in der Organisation zurückgegangen sind, be- weist, daß sie im ganzen Bezirk fast kein« eigenen Bei» sammlungen veranstaltet haben. Eine Versammlung unter freiem Himmel, die in Bielefeld auf dem Schillerplatz stattfinden sollte und in der der Abgeordnete R e m m« l e sprechen sollte. konnte nicht durchgeführt werden, da nicht genügend Be- s u ch e r sich einfanden. Sie sind sehr klein geworden, die Kom- munisten. Sie erhallen cm Sonntag die Quittung für ihre arbeiterfeindliche Politik! der Rechtsblock am praager. Aachlich nichts einzuwenden— trotzdem Staatskrise. Mit welcher Gewissenlosigkeit der Rechts- block in Preußen die Ministertrise zu einer Staatskrise aus- zuweilen versucht und dadurch das Land, das dank der Energie des Ministeriums Braun-Severing über drei Jähre lang' vor Erschütterungen bewahrt blieb, in einen Zu- stend bedenklicher Unsicherheit stürzt, geht aus einer Beröfsentlichung des Preußischen Pressedienstes klar hervor. Es heißt da unter Bezugnahme auf das Borgehen des 5! a b i n e t t s Marx: Auch in srllherer Zeit ist nicht anders verfahren. So ging a m 24. Februar 1S24 der Landtag wegen Beschlußunfähigkeit aus- einander, die nächste Sitzung wurde von dem Präsidenten auf den !8. März anberaumt. In der Zwischenzell wurden vom Sländtgen Ausschuß mit Zustimmung der Deutschen Volksparlei sieben Rolverordnungen erledigt. Gewiß fall die Staats- regierllng Notverordnungen mit dem Ständigen Ausschuß nur ver- abschieden, wenn sie darauf rechnen kann, daß diese Verordnungen auch die Genehmigung des Landtags finden werden. Auch dies« Voraussetzung ist erfüllt. Es kann keinem Zweifel unter- llettn. daß die jetzt verabschiedeten Notverordnungen ihrem s a ch- lichen Jnhatle nach ouch'Vte Zustimmung d« r D p p o> sitionsparteien finden müsten Die Vertreter der Deut- scheu volkspartel haben ausdrücklich erklärt, sowohl Herr Dr. Leidig wie Herr Garuich. daß die Volkspartei gegen den fachlichen Inhalt der Rotverordnungen nichts einzuwenden habe, und auch die Ver- l eter der veutschnallonaleo volkspartel haben gegen den sachlichen Inhalt der Rotoerordnungen keine Einwendungen gemacht. E» ist deshalb nicht zweifelhaft, daß die fetzt erlastenen Notverordnungen von der großen Mehrheit des Landtags gebilligt werden— sofern nicht etwa eine unberechtigte Obstruktion getrieben werden wird. Die Veröffentlichung des Preußischen Pressedienstes reißt den Strauchritrern von Jarres-Block die Mast« vom Gesicht. Sachlich können sie gegen Mary und sein Verhallen nichts vor- bringen. Aber sie wünschen chn nicht, weil er kein Ver- treterdesGeldsactblocksist. Dadiechilfsgarde der KPD. nicht ausreicht, ihre Geldfackträum« zu erfüllen. rufen sie den Staotsgerichtshof zu Hilfe. Man wird wahr- scheinlich das Paradoxon erleben, daß sich der Staatsgerichts- hos den Plänen der vereinigten Schwerindustriellen und Groß- agrarier weniger entgegenkommend zeigt, als die' Kommu- nistische Partei._ Einig mit üem„Erbfeinö"'! T ie Verhandlungen der schwerindustriellen Internationale Part». 28. März.(MTV.) Di« Verhandlungen zwischen den Vertretern der deutscheaunddersraazösischeu Schwer- i a d u st r l e sind heute forlgesetzt worden mit dem Ziel, ans dem Gebiete des Eisen» die nolürüchen Beziehungen, die durch den Iriedcnsschlnh gestört worden sind, wiederherzustellen. Die Verhandlungen verlausen normal und werden unmittelbar nach Ostern in Köln sorlgesctzl werden. Die beiden deutschen Delegierten Zritz Thyssen und Direktor Bruha(Krupp-Konzern) haben heute abend pari» oerlosien. Die Unlerkommistion für das Saargebiet hat heule eine Sitzung abgehalten und wird in der uächstea Woche eine weitere Sitzung abhalten. Nichts Neues feit Ehamberlain.* Britische Mitteilung der Sicherheitsdebatte. London, 28. Marz.(MTB.) Der amtlich« englisch« F u n k d i e n sk tritt In einer Meldung den Gerüchten entgegen, daß hinsichtlich der Frage der Sicherhett in Europa die zur Veratung stehenden Vorschläge bereits ausgearbeitet feien oder daß die Haltung der in Frage kommenden Regierungen während der letzten Togo rov neuem fest umschrieben worden fei. Di« letzt« Rede Cyamberlains iei eine vollständige Darlegung alles dessen, was in London von den Lorschlägen Deutschlands und von der Stellung- nahm» ihnen gegenüber bekannt fei. und gebe die Stellung der englischen Regierung zu dem gesamten Sicherhettsproblem wieder. Seither habe sich nicht» ereignet, was Anlaß geben könnte zu vermuten, daß die darin«Mhaltenen Punkte bereit» ausgearbettet ieien. Es fei notig. bei einem Problem von so überragender Be- deutung, da» außerdem sehr verwickelt sei. langsam und vor- sichtig zu Werke zu gehen. Vorzeitig« Bericht« üb«r den ver- mutlichen Fortgang der Besprechungen seien von geringem Wert«. » Im Gegensatz berichtet WTB. au» Paris, die Verhandlungen seien soweit, daß man nur noch darüber berate, ob«in« oder mehrere Noten an Deutschland zu richten seien. Vattl Boncour reist nach Pole». Paris. 23. März.(WTB) Der sozialistiich« Ava. und Delegierte Frankreichs beim Völkerbund, Paul-Boncour, wird sich besonders auch auf Ersuchen der polnischen Liga für den Völlerbund End« kommender Doch« nach Pol« begeben und dort während der varlamentarischen Osterferien bleiben. Er wird, nach Havos, die nach seiner Meinung bestehende Notwendigkeit auseinandersetzen, das Schiedsgerichtsprotokoll vor dem Bölkerbund zu vir- leidigen, um nicht nur die Sicherheit Polens, sondern auch die Aus- rechterhaltung des Friedens in Europa zu gewährleisten. Rückzug üer Raüitsch-partei. Anerkennung der S.H.S.-Berfassung. Belgrad. 28. Mörz.(WTB.) Skupschttno. In der Debatte über die Bestätigung der bestrittenen Mandate erklärt« der Abg. Paul Raditj ch. Stellvertreter und Nesse des Vorsitzenden der kroatlichen Bauernpartei Stephon Radttsch, daß seine Partei die durch die Ver- sassung geschaffene Lage sowie die Dynastie Karageorgewitsch anerkenne. Schon tags zuvor hatte Abg. S ch u p e r i n von der- selben Partei jede Propaganda zugunsten des republikani- j ch e n Gedankens für u n z e i t m ä ß i g erklärt. Diese Erklärungen haben eine Entspannung herbeigeführt. Das Regierungsorgan „Reifch� sieht darin eine logische Folge der von dem Block Poschitsch- Ptibitschewitsch verfolgten Politik. Wenn man unter dieser Regienrngspolitik die maßlos brutale Verfolgung der Raditsch-Partei versteht, dürste das Regierungsblatt recht haben. Die Mehrheit hat 8 Mandat« der Raditsch-Partei annulliert.'. Di« Sitze der ihres Mondars verlustig erklärten Führer der Ra» ditsch-Portei werden ihre Stellvertreter einnehmen. 3 Abgeocd- nete befinden sich im Ausland, weitere Mandate werden noch ge- prüft._ Die Anmeldefristen für dl« Anfwerlung. Tai Gesetz über die Verlängerung der Fristen der Dritten Steuer- Notverordnung wird am 31. März verkündet werden. ES tritt mit der Berkündung in Kraft. ver neue Gefandke der Tschechoslowakei. Dr. Srofla. bat dem stellv. Reichspräsidenten sein Beglaubigungsschreiben überreicht, wo- bei sehr freundliche Reden gewechselt wurden. ver neu« deutsche Gesandle in Estland, Frank, hat dem Staatspräsidenten sein Beglaubigungsschreiben überreicht. Dabei gab er seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Beziebungen zwischen Deutschland und Estland durch den Abschluß verschiedener Verträge eine besondere Vertiefung erfahren hätten. Abbau der französischen Saarpropaganda. Das Saarbrückener französische Provogandablatt„Der Neue Saarkourier" stellt am 1. April sein E e s ch e i n e n ein, da die französische Bergwerks- direktion«in« weitere Finanzierung ablehnt. Die?arres-?nteressenten am Pranger. Vorsätzliche Schädigung des Fiskus um SSV bis Svv Millionen Goldmark durch die Ruhrindustrie.— Direktion der Ttiuues-Zecheu, des Mülheimer Bergwerks-BereinS und von Minister Achenbach unter Beschuldigung der Uuterschlagnug und deS Betruges. Die im Laufe der nächsten Woche erscheinende„Berg- a r b e i t e r- Z e i t u n g\ das offizielle Organ des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands, wird an leitender Stelle einen „M illionen-Betrüger, die man laufen läßt," betitelten Artikel des Vorsitzenden der Esiener Bezirksleitung, Edmund Graf, bringen, der auf Grund dokumentarischen und statistischen Materials schwere Anklagen gegen dieDirettionenderStinnes-Zechen, desMül- h e i m e r Bergwerksvereins und von M i n i st e r A ch e n b a ch u. a. enthält. Die in Frag« kommenden Zechen-- Verwaltungen werden beschuldigt, während des Krieges den Fiskus um erhebliche Summen betrogen zu haben. Der Sach- verhall ist nach den Ausführungen Edmund Grafs, die wir der„Bergarbeiter-Zeitung" wörtlich entnehmen, folgender: „In den Jahren ISIS utzd 1920 erstattete der Unterzeichnete gegen«ine Anzahl Grubenverwaltungen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Essen, Dortmund und Bochum. Die• in Frage kommenden Zechenverwaltungen wurden beschuldigt, wäh- rend des Krieges den Fiskus um erhebliche Summen betrogen zu haben. Um den Ansprüchen der Heeresverwaltung zu genügen, ging man im Jahre 1915 dazu über, K r i« g�sg«f a n g e n e i w der Industrie zu beschäftigen. Im Bereich des ehemaligen VN. Armeekorps stieg die Zahl der beschäftigten Gefangenen in der Industrie bis auf 170 000. Im Bergbau allein waren zeitweise bis 80 000 beschäftigt. Um nun zu oerhindern, daß einmal die Ge- songenen von dem Arbeitgeber als Lohndrücker benutzt wurden, zum anderen aber auch dieselben nicht umsonst beschäftigt werden sollten. damit nicht der Krieg für die Arbeitgeber ein gutes Geschäft ge- worden wäre, wurden von der Heeresverwaltung in Verbindung mit dem Reichskanzler und den in Frage kommenden Ministerien unter Hinzuziehung der Führer der Arbeiterorganisationen bestimmte Grundsätze und Richtlinien vereinbart. Diese Grundsätze und Richt- linien sagten kurz, daß der Gefangen« zu denselben Lohn- und Arbeltsbedingungen beschäftigt werden mußte, wie der f r« i e A r b e i t e r. Er mußte prozentual seinen Leistungen entsprechend bezahlt werden. Nur unter unterschriftlicher Anerkennung dieser Bedingungen durften Kriegsge- fangen« an die Arbeitgeber abgegeben werden. Der gesamte Lohn der Sriegsgesangeneu gehört« dem Fiskus und mußte monatlich mit ihm verrechnek werden. Den Gefangenen tonnte bis zu 25 Prozent de» verdienten Lohnes als Arbeitsbelohnung ausgezahlt werden, um seine Arbeitsfreudigkeit zu steigerlt, aber nur dann, wenn seine Lefftung nicht erheblich hinter der Leiswng der freien Arbeiter zurückblieb. Außerdem wurden Mindestlöhnc vereinbart, die unbe- dingt bezahll werden mußten und die für die Jahre 1915— 16 für im Schichtlohn arbeitende Gefangene 3.50 M. und für diejenigen, die im Gedinge beschäftigt waren, i M. betrugen. In den Jahren 1917 und 1918 hatte man diese Mindestlohne aus 4 M. bzw. 4,50 M. erhöht. Mit Ausnahm« einiger weniger Unternehmer haben alle anderen diese Bedingungen nicht eingehalten und den Fiskus um ganz erhebliche Summen betrogen. Man kann die Summe, um die der Fiskus im Bereiche des VII. Armeekorps durch die Industrie geschädigt wurde, aus ungefähr 250—300 Millionen Goldmark schätzen. Viele tausende Gefangene sind in den ersten iMi bis 2 Jahren mit 1,50 bis 2 M. entlohnt worden. In einzelnen Fällen, z. B. auf den Sttimes-Zechen, auch noch unter 1,50 M. vielfach hat die Heeresverwaltung an die Arbeitgeber noch Geld zuzahlen müssen. weil angeblich die Gefangenen noch nicht einmal soviel verdienten. ol» die Verpflegung kostete, obwohl die Lebensmittel von der Heeresverwaltung aus einem Zsittrallager geliefert wurden zu Preisen, die erheblich unter den Marktpreisen lagen. Ron all den schwebenden Berfohren ist es i n« i n e m Falle 192t cm Essener Landgericht zur Verhandlung gekommen. Di« An- geklagten(Betriebssührer) wurden damals mit einer geradezu komisch anmutenden Begründung von der Anklage der Urkunden- fälschung, des Betruges und der Unterschlagung freigesprochen. D i e eingelegten Revisionen wurden verworfen, weil die Frist um einen Tag überschritten war. Erwähnt sei bei dieser Selegenhett. daß der Freispruch wegen Urkunden- fälschung daraus zurückzuführen war, daß der al» Gutachter ver- nommene Bergrat K o e p e- Oberhausen auf Befragen des Staats- cnwotts unter Eid erklärte:.Schichtenzettel seien keine Urkunden, da könne drinstehen was wolle." Dos ist natürlich unzutrefsend. Schichtzettel sind Urkunden öfsenttich-rechitichen Charakters,«ie Herrn Koep« als Vorsitzenden einer Spruchkammer de» Berggewerbegerichts genau bekannt war. Bon allen anderen Fällen hörte man nicht» mehr. Wiederholl« An- fragen de» Unterzeichneten wurden damit beantwortet, daß die Sachen„noch ich webten". Vor«inigen Wochen kamen zwei Schreiben vom Oberstaatsanwalt in Müizster in Sachen Friedrich der Große(Herne) und Minister Achenbach(Brambauer). Beide de» gleichen Inhalts. In dem Schreiben betressend Achenbach heißt t$ wörtlich: „Der Oberstaatsanwalt. Münster, den 25. Januar 1925. Auf Ihr« Aazeige vom 22. August 1919 gegen die Verwallung der Zeche Minister Achenbach wegen Betrugs teile ich Ihnen mit, daß die in Frage kommenden Angestellten der genannten Zeche durch rechtskräftigen Beschluß mangels Beweises außer Verfolgung gesetzt sind." Also sasl viereinhalb Jahre hat die Staatsanwallschaft gebraucht. umfestzustellen, daß keine Beweise für die Beschuldigungen vor- banden sind. Selbstverständlich wurde gegen diesen Beschluß Einspruch bei dem Generalstaatsanwalt in Hamm erhoben. Urkundenfälschung, Betrug und Unterschlagung liegt vor, daran ändern auch alle Beschlüsse der in Frage kommenden Gerichts- behärden nichts. Gerade im Fall Achenbach läßt sich kinderleicht nachweisen, daß der Fiskus um erheblich« Summen betrogen war- den ist. Selbst der auch in diesem Fall als Gutachter in der Voruntersuchung tätig gewesene Berg rat Koepe-Oberhausen gibt zu. daß Lohnkürzungen vorge- nommen worden sind, und da der Lohn nicht den Kriegsgefangenen. sondern der Heeresverwaltung gehörte, war nicht der Kriegsge- fangene(dieser nur zu 25 Proz.), sondern der Fiskus in erster Liptyj- der Betrogene. An die vorgeschriebenen und durch Unterschrist flu-- erkannten Bedingungen kehrte man sich einfach-nicht. Beitn.-Vergleich de? Schichtenzettels mit den Abrechnungslisten, die allmonat- lich der Heeresverwallung geliefert werden mußten, kann man welter feststellen, daß die Verwaltung von Achenbach alle 900 Kriegsge- fangenen. die st« beschäftigt hatte, in den Abrechnungslisten als Schichtlöhnsr aufführte, obwohl sie ja die Mehrzahl davon im Akkord beschäftigt hatte. Der Heeresverwallung ist das auch aufgesollen. Sie hat mehreremale darauf hingewiesen, daß laut Bertrag die Gefangenen möglichst im Akkord beschäftigt werden sollen, was ja auch tatsächlich geschah. Nur schrieb man den Gefangenen mit wenig Ausnahmen auf der Abrechnung einen S ch i ch t l o h n an. Auf Achenbach läßt sich kinderleicht nachrechnen, daß die Leistung der Kriegsgefangenen um dos Doppelte bis Dreifache höher war, als es in der Entlohnung zum Ausdruck kam. Ein Vergleich der Leistung pro Mann und Schicht ergibt, daß die Kriegsgefangenen bis zu 91 Proz., gemessen an der Leistung der deutschen Bergarbeiter, geleistet hotten. Sie hätten also auch bei 91 Proz. Leistung 91 Proz. vom Lohn der deutschen Arbetter haben müssen. Sie erhielten aber nur in den Jahren.1915: 56 Proz., 1916: 46 Proz., 1917: 40 Proz., 1918: 35 Proz. Selbst Bärgrat Koepe, der in seinem Gutachten sich krampfhaft bemüht«, die Zechenver- woltungen reinzuwaschen, schätzt die Leistung der Gefangenen 1916/17 auf 50 Proz., 1918 auf 55—60 Proz. der Leistung der beut- schen Bergarbeiter. Dos ist viel zu niedrig, wie sich eein- wandfrei nachweisen läßt. Aber angenommen, diese Schätzung' wäre richtig, so läge immer noch eine erhebliche Schädigung der Heeresverwaltung vor. Es sind durchschnittlich rund 60 000 Kriegs- gesangene im Bergbau beschäftigt worden. Im Jahresbericht der preußischen Regierungs- und Gewcrberät« 1914— 18 sagte der Bergrol Mittelschulte(Hamm) in bezug auf die gefangenen Arbeiter:„Ihre Leistung kann aus etwa 65—75 Proz. eines normalen deutschen Bergmanns geschätzt werden." Sinn- gemäß sprechen sich noch«Ine ganze Reihe von Bergrevierbeomten so aus, auch Bergrat Koepe(Oberhausen), der Gutachter. Wörtlich sagte Herr Koepe in dem Bericht der Regierungs- und Gewerbe- täte auf Seite 1433: „Dann aber trat ein plötzlicher Rückgang ein(in der Förde- rung). Als nach Abschiebung aller Kriegsgefangenen bei Beginn der Revolution im illovember 1918 die Gesamtbelegschaft des Reviers binnen kurzem um niertausendsünshiindert verringert wurde, die sich bis zum größten Teil sehr gut eingearbeitet hatten." Wenn das richtig ist, was Koepe in seinem Bericht sagt— und daran ist gar nicht zu zweifeln—. dann kann die Leistung der Gefangenen im Durchschnitt nicht nur ein Drittel von der Leistung der freien Arbetter betragen haben, wie es in der Entlohnung zum Ausdruck gekommen ist. Ich stelle weiter fest, daß prominente Vertreter der Schwer- lndnstrle. die ich össentlich der Unterschlagung und de» Betruges beschuldigt habe, wie z. B. die Dlrekktoa der Skinnes-Zecheu, des Vlül- heimer Bergwerksvereins und von Minlster Achenbach, es nicht gewagt haben, klagbar gegen mich vorzugehen. Und solch« Darwürse läßt doch kein anständiger Mensch aus sich sitzen! gez. Edmund Prof. Das sind die Hintermänner derJarres-Kampagne, das sind die Leute, die sich als„R e i n i g e r d e s ö H e n t- lichen Lebens" anpreisen! Sie haben in der schwersten Stunde des Vaterlandes, mitten im Kriege, den Staat um Hunderte von Millionen betrogen. Das sind die Leute, denen Luther und Stresemann das 715-Millionen-Geschenk gegeben haben. Sie hoben in der Inflation das Volk betrogenund ausgenützt wie im Kriege den Staat. Der Mann ihres ZZertrauars aber heißt Jarres! Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Beilage.) Der Notschrei eines Straßenbahners. Von einem alten Straßenbahner wird uns geschrieben: Es ist teine Seltenheit, daß wir Straßenbahner bis zu 15 Stunden den Tag unterwegs find. Biel trägt hierzu bei, daß mir zweimal zur Arbeit müssen. Da sind die vielen Einsetmagen zu fahren und so müssen wir am Morgen zur Arbeit und am Abend noch einmal fahren. Auch ist es teine Seltenheit, daß mir um 9 oder 10 Uhr abends auf dem hof sind und um 5 oder 6 Uhr früh schon wieder vom Hof fahren müssen, sodaß wir nur 4 bis 5 Stunden. Ruhe haben. Sehr oft tommen die Einsehwagen mit 10 bis 15 Minuten Berspätung auf den Hof. Auf dem Bahnhof angekommen, beginnt das Abrechnen der Fahrscheine. Es sind 3 Sorten Fahrscheine abzurechnen und das viele Kleingeld aufzuzählen. Aber auch dann ist der Schaffner noch nicht fertig. Da sind oft Eintragungen in bas Meldebuch zu machen über Zusammenstöße, Unfälle, Ver. fpätungen, Abkürzungen und Fundsachen, jodaß man eine halbe Stunde auf dem Bahnhof zu tun hat, oft auch länger, besonders, menn megen eines Unfalls eine Bernehmung des Schaffners oder Fahrers stattfindet. Die Arbeiten vor Beginn und nach Abschluß der Arbeitszeit werden dem Schaffner aber nur mit 20 Broz, dem Fahrer mit 25 Broz als Arbeitszeit angerechnet und bezahlt. Ein besonderes Rapitel find die Pausen, die auf den Endhaltestellen vorgeschrieben sind. Sie stehen oft nur auf dem Bapier. Dies gilt besonders für Linien, welche durch die Leipziger Straße und über den Potsdamer Platz fahren Das Fahren ist dann nur noch ein Hezen. Es soll aus dem Wagen nicht das Abfahrtsfignal gegeben werden, sondern nur vom Hinterperron. Wenn diese BorSchrift genau beachtet werden soll. so ist bei überfülltem Wagen fein Borwärtskommen. Die Kontrolleure bringen jeden zur Mel dung, der gegen die Vorschriften verstößt. Alles wird gemeldet, aber baß mir nicht zu unseren Bauſer tommen, daß wir nicht Zeit haben, eine Stulle zu efsen, darum fümmert sich niemand. Allgemein heißt es bei uns, die Straßenbahner stehen mit einem Fuß im Gefängnis und mit einem im Sarg. Wir fordern, daß wir als Gleichberechtigte und als Menschen behandelt merden. Wir haben nichts dagegen, daß die Straßenbahngefell schaft Häuser baut, aber erst soll man uns als Menschen behandeln und anständig bezahlen. Mit Frau und einem Kinde erhalte i icht 58 mart für 2 Wochen. Der Stundenlohn wird je nicht mehr möchentlich, fondern Halbmonatlich, und vom| erzielt werben, fo bürfte es in diesem Gewerbe erneut zu ernften April ab monatlich ausgezahlt. Gibt es noch eine Firma in Romplikationen tommen. Die Spediteure täten jedenfalls besser Berlin, die ihrem Personal den Stundenlohn monatlich auszahlt? baran. wenn sie nicht den Scharfmachereien einzelner, besonders Für die unregelmäßige Arbeitszeit auf gedrängtem und oft über, dazu veranlagter Herren folgten, sondern wieder zu ihrer alten fülltem Bagen ist diese Bezahlung an fich nicht ausreichend und nicht entgegenfommenden Verhandlungstechnik zurückkehrten. Das dürfte den Leistungen entsprechend. Bir verlangen schließlich, daß man für beide Teile zum Nutzen des Gewerbes ausschlagen, Alle Gewerkschaftsmitglieder müssen sich der Pflicht ihres Wahlrechts bewußt sein, das in seiner gegenwärtigen Form nach jahrzehntelangen kämpfen erst durch die unermeßlichen Opfer des Weltkrieges möglich wurde. Alle Arbeiter, Angestellten und Beamten müssen heute zur Wahl gehen famt ihren wahlberechtigten Familienangehörigen, insbesondere auch den männlichen und weiblichen Jungwählern. Bei der großen Bedeutung der Wahl des Reichspräsidenten für die Aufrechterhaltung der Weimarer Verfassung, die Erhaltung der Republik müffen alle an die Wahlurne herantreten und Otto Braun wählen! uns endlich den Achtstundentag wiedergibt, sodaß wir frisch und gekräftigt unseren Dienst versehen können, und uns se bezahlt, daß mir dabei bestehen können. Die Straßenbahn hat es dazu! Scharfmacherei im Speditionsgewerbe. In einer Verhandlung mit den Vertretern des Verbandes Berliner Spediteure fonnte eine Einigung nicht erzielt werden, da die Bertreter der Spediteure miederum jegliche Lohnerhöhung ablehnten; die Forderung der Arbeitnehmer betrug 15 Broz. Erhöhung. Obgleich die Kommission der Arbeitnehmer sich bereit erflärte, über die Höhe der zu gewährenden Lohnzulagen mit sich reden zu lassen, mar ein Entgegenkommen nicht zu erzielen. Die Vertreter der Spediteure forderten vielmehr, daß die Kündigung des Lohn abfommens zurüdgezogen werden sollte und das bisherige Lohnubfommen auf weitere drei Monate gelten sollte. Inzwischen ist der Schlichtungsausschuß zur Leistung von Ber tragshilfe angerufen worden. Sollte hier eine Verständigung nicht Maschinistenstreik in der Heringsfischerei. Bei der Bisurgis" Heringsfischerei A.-G. Nordenham( Stinnes Konzern) find die Maschinisten wegen Lohndifferenzen und Nichtanerkennung der Organisation in den Streif getreten. Das Streif Vor Zuzug nach Nordenham wird gewarnt! lokal befindet sich bei Wahrenburg, Nordenham, Ludwigstr. 9, arbeiterfreundlichen Zeitungen werden um Abdrud gebeten. Zentralverband der Maschinisten und Heizer. Ortsverwaltung Bremerhaven. Alle Schon wieder Feierschichten. Duisburg, 28. März.( TU.) Auf der Zeche Westende murde heute auf sämtlichen Schachtanlagen eine Feierschicht eingelegt. Davon werden 2000 Bergleute betroffen. Die Machtprobe der dänischen Scharfmacher. Kopenhagen, 28. März.( Eigener Drahtbericht.) Um die drohende Lahmlegung des ganzen dänischen Wirtschaftslebens zu verhindern, hatte die Schiedsgerichtsfommission gestern mit dem Arbeitgeberverband und der Gewerkschaftszentrale bis in die Nacht hinein verhandelt und empfohlen, die für Montag an gefagte Bergrößerung der Aussperrung und des Gegenstreifs nicht Dorzunehmen, sondern zu freien Berhandlungen zu sammenzutreetn. Während die Gemertschaftszentrale mit allen gegen zwei Stimmen dem Borschlag des Schieds. richters beigetreten ist, hat der Arbeitgeberpor stand ihn verworfen. Damitsind seit heute abend 6 Uhr rund 150 000 Arbeiter ausgesperrt oder im Streit. Auch die Vers handlungen im Kopenhagener Baugewerbe haben die Arbeite geber zum Scheitern gebracht. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Birtschaft: Arthur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Döscher; Lotales und Sonstiges: Fris Rarftabt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierzu Beilagen und Unterhaltung und Wissen". Mantel aus vorzügl Mouliné in modernen Farben, wie Abbildung... 49.000006 Complet Kleid und Mantel aus verzüglichem Moulinė, in mod. Farben, 89.wie Abb.... 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März 1425 Präsidenteabavs in der Wilbelmstraße �eute wählt das deutsche Volk den Präsidenten der deutschen Republik. Die Zeit vor der Wahl war verholtnistnäßig kurz, um so heißer und heftiger war der Wahlkampf. Die Herrschaften von rechls und die Helden um Jarres und Ludendorsf hatten zwar mit wohltönenden Stimmen erklärt, dieser Wahlkampf m>i"c mit ritterlichen Wasfen geführt werden. Nun. wir haben wiederholt im.Vorwärts" feststellen müssen, was man auf der rechten Seite de? Hauses unter.ritterlich" versteht. Mit der Angst der Ver- zweiflung wollten die Jarres-Leute auch eine Wahlreklame mit amerikanischem Einschlag in Szene setzen. Die Präsidenten- wähl in Amerika gilt immerhin für uns als Vorbild. Vielleicht nur. weil wir in einem modernen demokratischen Staat zurzeit kein besseres haben. Wie es bei einer Präsidentenwahl in Amerita aus- sieht, darüber sollen»die folgenden Zellen berichte», die auf authen- tischer Information beruhen. ver Wahltag in Amerika. In Deutschland fanden bekanntlich vor der Revolution die Wahlen zum Reichstag oder Landtag immer nur wochentags statt. Der Sonntag durste nicht Wahltag sein, weil man dadurch angeb- lick, die Sonntagsruhe und die Sonntagsheiligung verletzte. Diese Gründe waren sehr scheinheiliger Natur. In Wahrheit wählte man den Wochentag als Wahltag in der stillen Hoffnung, daß dadurch ein großer Teil der Arbeller verhindert würde, an die Wahlurne zu gehen. In den Bereinigten Staaten liegen die Verhältnisse voll- ständig anders. Ein Gesetz bestimmt, daß in sämtlichen 45 Staaten Amerikas die Präsidentenwahl nur an einem Wochentag vorgenommen werden dürfe. Diese Bestimmung ist historisch zu erklären und datiert noch aus jener Zeit, als die Puritaner alle Macht in den Vereinigten Staaten hatten. Bekanntlich wählt das Volk in Amerika nicht, wie bei uns, den Präsidenten, sondern es wählt Wahlmänner,(und zwar entweder demokratische oder liberale) und diese Wahlmänner erwählen dann den neuen Präsidenten. Der Wahltag in Amerika ist also immer ein Wochentag. Aber das Gesetz bestimmt gleichzeitig, daß der wahllag ein allgemeiner und ässenllicher Feiertag ist. Alle Schulen, alle Behörden, alle Geschäfte, und vor allein alle Restaurants sind geschlossen. Die Wahl- zeit, ein wenig verschieden je nach den verschiedenen 48 Staaten. liegt im Durchschnitt v 0 n 6 b i s S II h r. Die Wahllokale, die bei uns bekanntlich sich meist in Restaurationen befinden, sind in Ame- »ika in Schulen, in Universitäten, in den Gebäuden der Feuerwehr, überhaupt in össentlichen Gebäuden, in Geschäften und zum Teil auch in Privatwohnungcn etabliert. Friedensrichter z. B. und andere Beamte der Vereinigten Staaten stellen ihre Wohnungen zu diesem Behufo zur Verfügung. Ilach 6 Uhr, d. h. also nach Beendigung der Wahl dürfen die Restaurants und Sossechäuscr VVÄHLT OTTOßRAUN �im Menü der Wahl. Der amerikanische Bürger will am Abend des Wahltages(wie es ja auch bei uns ist) so schnell wie möglich das Wahlresultot er- fahren. Alle Welt ist dann auf den Straßen. Auf der Broadway, der Hauptverkehrsader New Forts, wälzen sich in den Abend- stunden ungeheure Wenschenmengen über die Bürgersteige. Der Verkehr der Droschken, Automobile, Automobilomnibusse und Straßenbahnen wird dadurch in keiner Weise gestört oder aar unter- Krochen. Der Policeman und dos geschulte amerikanische Volt sorgen dafür, daß der Fahrdamm für die Gefährte frei bleibt. Die Wahlresultate werden meist durch Lichtbilder in Restaurants, Kaffee- Häusern und in Theatern und von den Dächern der großen Wolken- kiatzer und Geschäftshäuser durch Megaphone bekanntgegeben und in die Luft gebrüllt. Das Publikum verhält sich dabei natür- lich nicht ruhig, es brüllt und lärmt mit und die ganze Stadt scheint in einer einzigen großen Aufregung. Große Arbeit bei der Verkündung der Wahlresultate leisten aber die großen amerikanischen und vor allem die New Parker Zeitungen. Am bekanntesten ist nach dieser Richtung die.New Fork Times", die in einem Wolkenkratzer am Broadway ihre Bureaus hat. Hier gibt ReichspräsiSentenwahl Capitol in Washington bedingt sind. Hierfür nur ein Beispiel: wenn in Sa» Fran- zisko die Wahl beendet ist. wird lu New Jork immer noch gewählt. Es handelt sich hier um einen Unterschied von vier Stunden! Es kann unter diesen Umständen nicht wundernehmen, daß am Abend des Wahltages in den meisten Fällen das Resultat noch nicht voll- ständig vorliegt. Ja, es ist vorgekommen, daß erst nach fünf Tagen Diese Hand ist richtig geführt! einwandfrei festgestellt werden konnte, wer gewählt worden ist.?n den Vereinigten Staaten gibt es übrigens, das sei bei dieser Ge« lcgenheit angefügt, nur einen wahlgang. Bleibt er zweifelhaft und ist sein Resultat umstritten, so entscheidet das Parlament, wer zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt ist, wer in das Präsidentenhaus in Washington, das Sapitol. einziehen soll. In üen Lokalen herrscht, wie erwähnt, am Abend der Wahl ein tolles Treiben. Musikkapellen und Musikbanden spielen, die Menschen singen, und nicht selten gibt es Zeuerwerk oller Art, das nicht immer glimpflich Zuschauer zu verletzen, abläuft, d. h. wohlacmerkt: alle diese Dinge spielten sich vor der Trockenleguttg ab. Heute herrscht bekanntlich die Prohibition, Alkoholausschank ist verboten, aber trotz- dem wird auch heute noch feste gekneipt und nur in den kleineren amerikanischen Staaten ist es am Wahlabend stiller, als es früher war. Es kommt aber auch nicht selten an> Abend der Wahl, wenn die Wahl des Kandidaten feststeht, zu Demonstrationen und Umzügen, namentlich dann, wenn ein besonders populärer Mann ..durchs Ziel gegangen" ist. Als z. B. seinerzeit Wilson zum Piäsidentcn gewählt wurde, begaben sich die Studenten eine? kleinen Universitätsstadt, deren Rektor ein politischer Gegner von Wilfon war, in geschlossenem Zuge zum Rektor und verlangten. daß am nächsten Tage der Unterricht ausfalle. Der Rektor konnte natürlich nicht anders, als dieses Verlangen erfüllen. Daraufhin zogen die Studenten vor das Haus Wilsons, huldigten ihm, woraus Wilson eine Ansprache an die Studenten hielt.— Die Wahlkampagne in Amerika währt vier Monate. Und voraus geht die Vorkampagne. Es ist ja bekannt, daß die Kandidaten in den Vereinigten Staaten in Salonwagen oder in Sonderzügen durch das Land fahren, vom Fenster ihres Wagens zu den Wählern sprechen, den einzelnen die Hand drücken und durch Shakehands die einzelnen für ihre Wahl zu verpflichten hoffen. Dabei ereignen sich häustg genug originelle Szenen. Der demokratische Kandidat z. B. teilte in den Zeitungen seiner Partei mit, wann er seine Rund- -eise unternehmen und wo er überall zu einer genau angegebene» Stunde sprechen wird. Dissen Plan führt er natürlich pünktlich aus die Minute aus. Am nächsten Tage aber kommt in dieselben Städte und zu denselben Wählern, zu derselben Zeit der liberale Kandidat, spricht ebenfalls und erklärt frisch und frei, daß olles das, was der Gegner gestern gesagt, falsch sei. Man nennt dieses System in Amerika.Tlailing". Das Wort ist aus der Kriegstechnik der Amerikaner entnommen. Man versteht darunter die Spur� des Gegners verfolgen oder dem Gegner ständig einen auf die Spur setzen und Hetzen. Ander« Länder andere Sitten. Amerikanische Wahlmoden und Wahlmethoden werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach so leicht nicht in Deutschland einbürgern. Amerikanische Wahlreklame aber hat vor allem die größte Partei, die sozialdemokratische, nicht not- wendig. Ihre Parole, der heute alle Arbeitendeil in der Republik, die für einen zielbewußten sozialen Aufbau sind, folgen werden, lautet: wählt: Höhere Aprilmiete. 1nerklärliche Maßnahmen des Wohlfahrtsministers. Der Wohlfahrtsminister hat die gesetzliche Miete für den Monat April. 3. auf 76 Proz. der reinen Friedensmiete festgesetzt. Zur Begrünung wird noch weiter mitgeteilt: nun, daß sie gefälscht waren. Die Kriminalpolizei, die von diefer Feststellung benachrichtigt wurde, nahm die Ermittlungen auf und stellte bisher fest, daß Müller über zusammen 250 000 art gefälscht hat, für 90 000 m. lauteten auf eine einzige Firma. Bei dem Verhafteten fand man zwei Typentäften, die er zur Herftellung der Fälschungen, insbesondere der Firmenstempel, benutzt hatte. Die Unterschriften, die er sich verschafft hatte, zog er mit Bauspapier nach. Ein Buch mit Wechselformularen enthielt noch mulore waren schon herausgenommen und mit Fälschungen in den Berkehr gebracht. Die Stadtverordnetenversammlung hat in dieser Woche zwei und die ordentliche am Donnerstag um% 5 Uhr. Cigungen, eine außerordentliche am Dienstag um 6 Uhr Bon den 10 Proz., um die die Miete gegen die der Bormonate rhöht wird, werden 4 Broz. verwendet, um den Wohnungseinen Teil von bereits vorbereiteten Fälschungen. Andere For eubau, der befann ich aus den Mitteln der Hauszinssteuer cefpeist mi, neue Mittel zuzuwenden. Es wird also eine wesentliche Förderung des Neubus von Wohnungen damit erreicht wer en fönnen, jiber deren dringende Rotwendigkeit sich ja alle Boltsreief im flaren find. 6 Proz werden dem Hauswirt ge eben als Entgelt 1. für die Aufwertung der Hypoth een mit Rücksicht darauf, daß der Zinsenlauf der Hypotheken ant 1. Januar begonnen hat und 2. um den Hauswirten die Möglichkeit u geben, die befanntlich zum großen Teil jehr start verna affigten Häufer und Wohnungen in stand zu sehen und instand zu halten. Der Entschluß des Wohlfahrtsministeriums, die Miete gerabe in dem Augenblick zu erhöhen, wo der größte Teil der Lohn- und Behaltsempfänger fich infolge ber steigenden Preise in sehr be drängter Lage befindet, muß das größte Befremben erregen. Daß mit den 4 Proz, die angeblich durch die Hauszins. Steuer dem Bohnungsbau dienen sollen, eine ins Gewicht fallende Herstellung neuer Wohnungen röglich sein wird, ist wohl nicht mehr als ein frommer Wunsch des Wohlfahrtsministeriums, wie auch die optimistische Vermutung, daß die Hauswirte nun daran denken werden, die vernachlässigten Wohnungen instand zu feyzen. Heute chon ist bekanntlich die Zahl der Mieter sehr groß, die nicht einmal die zurzeit geltende Miete aufbringen önnen. Es ist also nicht recht einzusehen, was eigentlich das Ministerium zu der rosigen Anschauung der Lage der Mieterschaft bewogen hat. Die Proteste werden nicht lange auf fich warten laffen. Fahrpreisermäßigung für die Jugendpflege. Zur glatten Abmidlung des zu erwartenden starken Reife verkehrs auf den Berliner Bahnhöfen vor Ostern und Bfin 3 ſten fünnen auch in diesem Jahre die gemeinsamen Jugendfahrten in den Fernzügen, wie die Reichszentrale für Deutsche Berkehrswerbung mitteilt, nur unter folgenden Bedingungen zugelassen werden: Die Anträge zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung nach dem vorgeschriebenen Mufter für Donnerstag, Freitag und Sonnabend vor Ostern and Bfingsten sind bis spätestens Diens tag, den 7. April, and Dienstag, den 26. Mai, abends unter Angabe der Teilnehmerzahl und des Zuges bei dem Bahnhofsvorstand des Abgangsbahnhofs zu stellen. Stehen der Zu laffung der Fahrt Bedenten nicht entgegen, so versieht der Bahn hofsvorstand die Anträge mit Einverständnisvermert oder verweist ouf eine andere Beförderungsgelegenheit. Die Beförderungsscheine werden an den Fahrkartenausgaben nur auf Grund der vom Bahnhofsvorstand genehmigten Anträge ausgefertigt. Berspätet ge. ftellte Anträge müssen zurückgewiesen werden. Für die Anträge fomunen mur die Berliner Fernbahnhöfe Anhalter, Potsdamer, Hamburg- Lehrter, Stettiner und Görlizer Bahnhof, sowie die Stadtbahn- Fernbahnhöfe Schlesischer Beahnhof für die Fahrten von der Stadtbahn nach dem Osten und Charlottenburg für die Fahrten von der Stadtbahn nach dem Westen in Frage. Alle übrigen Bahnhöfe im Reichsbahndirektionsbezirk Berlin dür. fen Anträge auf Jugendfahrten im Fernverkehr für die obenbezeichneten Tage nicht entgegennehmen. Im Berliner Stabt, Ringund Vorortverkehr sind die Jugendfahrten wie an den übrigen Tagen zulässig, sofern nicht besonders betriebliche Gründe dagegen vorliegen. Für 1 Million Mark Wechsel gefälscht. Wegen Wechselfälschung in großem Umfange ist ein Kaufmann Siegfried Müller, der aus Wien stammt und seit mehreren Jahren in Berlin wohnte, verhaftet worden. Müller spekulierte in der Inflationszeit mit Devisen und Effekten. Nach der Stabi lifierung der Mart sah er, daß er sich mit seinen Geschäften verrechnet hatte. Um trok feiner großen Berluste zahlen zu können, fälschte er Wechsel und brachte sie in den Verkehr. Weil fie auf befannte große Firmen lauteten, so wurden fie angenom men, ohne daß die Empfänger fich erst erkundigten. Ms Müller jest wieder einmal Wechsel über 25 000 m. zu Geld machen wollte, irar ein Geschäftsmann doch so vorsichtig, nachzufragen, und erfuhr 9] Anthony John. Roman von Jerome K. Jerome. Einen Mann und einen Burschen, erklärte Frau Strong'nth'arm mit erstickter Stimme. Sie wagte ihrer naffen Augen wegen nicht aufzublicken. Würdest du gerne unser kleiner Schüler werden?" fragte das ältere Fräulein Warmington Anthony John. ,, Dante, nein," erwiderte dieser. Er rührte sich nicht, blidte aber immer zu dem Fräulein empor und bemerkte, wie das ältliche Geficht errötete und die hagere Gestalt leicht erzitterte. Guten Tag," fagte Fräulein Warmington und drückte auf die Klingel. ,, Ich hoffe, daß Sie eine paffende Schule finden werden." Frau Strong'nth'arm hätte gerne eine scharfe Antwort gegeben und hinter sich die Tür zugeschlagen. Aber forrette Manieren, einmal erlangt, werden zur zweiten Natur Des halb machte Frau Strong'nth'arm einen Knicks, entfchuldigte sich wegen der Belästigung, nahm Anthony John bei der Hand und verließ mit gejenttem Kopf das Haus. Auf der Straße jedoch erwachte in ihr das ursprüngliche Gefühl Sie nannte die Fräulein Warmington gemeine Snobs. Night, daß ihr etwas daran liege; Anthony John wird dennoch ein Herr werden. Und wenn er im Leben weitergekommen und reich ist, wird er auf der Straße an den Fräulein Warmington norübergehen, als ob fie Schmuß wären. Hoffentlich wird sie dies noch erleben. Dann wandte sich plöhlich ihr Rorn gegen Anthony John und sie forschte: Weshalb sagtest du, dante, nein, als sie dich fragte, ob du gerne in ihre Schule gingst? Sie hätte dich aufgenommen, wenn du ja gesagt haben würdeit." Ich wollte nicht," entgegnete Anthony. Sie ist nicht flug. Ich will lieber von jemand Rlugem lernen." Als die Strong'nth'arms in bessere Berhältnisse tamen, traten sie aus der Diffidentenkirche aus und in die anglikanische Kirche ein. War man arm, so hatte es feinerlei Bedeutung, melcher Religion man angehörte, Dissidenten oder Anglikaner, man setzte sich auf einen der freien Bläge ganz hinten, und niemand fümmerte fich darum. Aber Menschen, die Arbeiter anstellen und eines Tages vielleicht Herrschaften sein werden! Die Frage mußte von mehr als einent Gefichtspunkt aus ermogen werden. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 29. März. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Präludium, A. Böhme( Dr A. Böhme, Harmonium). 2. Ostern, Hugo Kaun( Charlotte Lindemann, von der Staatsoper, Berlin( Sopran). 3. Psalm 104 ( Ilse Fischer- Ramin( Rezitation). 4. Ansprache des Herrn Direktors Dr. Füllkrug. 5. Vaterunser. C. Krebs( Charlotte Lindemann). 6. Karfreitag, Wolf- Dietmar( Ilse Fischer- Ramin). 7. Mache mich selig, o Jesu, Albert Becker( Charlotte Lindemann), 12-12.55 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Hochschulkurse). 12 Uhr mittags: Prof. Dr. phil. et med. Max Dessoir: Einführung in die Psychologie". 5. Vortrag. 12.35 Uhr nachm.: Dr. med. Arnoldi: Der Stoffhaushalt des Menschen". 3: Vortrag.„ Stoffbewegung und Stoffumsetzungen im eigentlichen Körperinnern. 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Landwirtschaft. Dr. v. Wolf:" Der Getreidebau, I. Teil( Klima, Boden, Fruchtfolge)". 3.30 Uhr nachm.: Die Funkprinzessin erzählt: Musikermärchennovellen von Walter Möller. 1. Die himmlischen Preisrichter. 2. Leonore Nr. III. 3. Salzburger Spielzeug. Die haltungsmusik( Berliner Funkkapelle). Funkprinzessin: Adele Proesler). 4.30-6 Uhr abends: Unter7 Uhr abends: HansBredow- Schule. Abteilung Bildungskurse). Literatur und Kunst. Dr. James Simon:„ Der Humor in der Musik". 6. Vortrag. Der Humor bei Richard Strauß und anderen Zeitgenossen". 7.30 Uhr abends: Vortragsreihe: Berlin von Anno_dazumal". 6. Vortrag. Schriftsteller Georg Bamberger:„ Der Ursprung Alt- Berliner Redensarten". 8 Uhr abends: Vortrag des Herrn Präsidenten Dr. Paul Kaufmann:„ Das Rheinland, ein Spiegelbild deutscher Geschichte" 8.30 Uhr abends: Haydn- Mozart- Abend. Dirigent: Otto Urack. 1. Oxford- Sinfonie, Haydn, Allegro Adagio contabilo- Menuett- Presto( Orchester). 2. A- Dur- Konzert, Mozart ( Gabriele Wietrowetz, Violine). 3. Sinfonie Nr. 5 D- Dur, Haydn, Adagio Allegro assai Largo cantabile Menuette( Allegretto) Finale( Presto ma non troppo). Das Orchester besteht aus Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters. Nach dem Während der Pausen spielt die Berliner Funkkapelle. Außerdem Konzert: Verkündigung der Wahlresultate bis 2 Uhr nachts. Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 29. März. 11.30-12.50 Uhr vorm.: Konzert. Mitwirkende: Lotte Tuch am Ibach- Flügel; Paula Simon- Herlitz. Harmonium; Max Korbanek. Violine. 1. Frühlingssonate für Violine und Klavier, Beethoven. 2. a) Ave Maria( für Violine, Harmonium, Klavier) BachGounod, b) Air auf der G- Saite, J. S. Bach( Violinsolo). 3. a) P.ludium, J. S. Bach. b) Wiegenliedchen, P. Juon, c) Benedictus, 4. E. Rost( Harmoniumsolo). d. a) Liebesleid, Kreisler, b) Schön Rosmarin, Kreisler( Violine und Klavier). 5. a) Sonata, Scarlatti, b) Sarabande, Rameau, c, Angelus. S. Karg- Elert( Harmoniumsolo) 12 Uhr mittags: Esperanto einlage. Montag, den 30. März. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Technik: Ingenieur Joachim Boehmer: Der kritische Ingenieur"( Techn. Wochenplauderei). 7 Uhr abends: Tausend Worto Französisch. 7.30 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Naturwissenschaft: Oberingenieur Gramatzki: Moderne Astronomie". 6. Vortrag. Die Planeten Jupiter und Saturn". 8.30 Uhr abends: Konzert am Hofe Maria Theresias. 1. a) Toccata G- Dur, 1. Satz, J. S. Bach, b) Fuge aus dem Magnificat, J. H. Pachelbel, c) Tambourin, Rameau, d) Joyeuse. Rameau, e) Grobschmiedvariationen, Händel( Alice Ehlers, Cembalo). 2. a) Vo cercando, E. d'Astorga, b) Quando corpus morietur, Pergolesi( Marietta und Martha Amstad, Kammerduette). 3. a) Süße Stille( Arie mit obligater Flöte) Händel, b) Ritornerai fra poco, A. Hasse( Martha Amstad, Gesang, und Otto Brand, Flöte). 4. a) Quando lo stral, G. Paisiello, b) Ecco l'aurora, Perez ( Marietta und Martha Amstad, Kammerduette). 5. a) Nasconde l'usignol, Arie aus der Oper Deidamis"( mit obligater Flöte) Händel, b). La violette, A. Scarlatti( Marietta Amstad und Otto Brand). 6. Sonate G- Dur, Haydn( Louis v. Laar, Violine; Alice Ehlers, Cembalo). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk ( E. Nebermann). Herr Strong'nth'arms Angehörige waren stets Diffidenten gewesen; seine Frau hatte mehr als einmal bitter bemerkt, dies hätte ihnen wahrlich feinen großen Nußen gebracht. Sie felbft neigte zur Staatstirche hin, die ihr respektabler erschien, und da sie nun Geld genug hatten, um einen Kirchenstuhl zu mieten, setzte sie auch hier ihren Willen durch. Herrn Strong'nth'arm selbst war es einerlei. Neue Hoffnung lebte in seinem Herzen; er befaßte fich mit einer neuen Erfindung und Sonntag war der einzige Tag, an dem er Zeit und die Werkstatt für sich allein hatte. Anthony hätte am liebsten dem Vater geholfen, die Mutter jedoch erklärte, er müsse an die Zukunft denken. Ein fleiner fadellos sauberer Junge, der allfonntäglich mit seiner Mutter in der Kirche gesehen wird, ift gerade jene Art Knabe, die den Leuten gefällt, und der fie, wenn der rechte Zeitpunkt gekommen ist, gerne helfen. Auch erwies sich bei dem Problem von Anthonys Erziehung der Nußen der Staatsfirche. Frau Strong'nth'arm begab sich zum Pfarrer und klagte ihm ihr Leid. Der Pfarrer fand einen Ausweg; einer der älteren Schüler des Gymnasiums fuchte eine Abendbeschäftigung. Seine verwitwete Mutter, die von einer fleinen Pension gelebt hatte, war unlängst gestorben. Bermochte der Bursche nicht einen Nebenverdienst zu finden, so mußte er fein Studium aufgeben. Er war ein fuger, junger Mensch, der Pfarrer fonnte ihn empfehlen. Frau Strong'nth'arm war die verkörperte Dankbarkeit, und der Pfarrer freute sich, zwei Fliegen mit einem Schlag geholfen zu haben. Noch während er diesen Ausspruch tat, erfchien er dem Pfarrer unrichtig, aber er war es gewohnt, so viele Dinge zu sagen, die ihm nachher unrichtig vortamen. Noch am gleichen Abend wurde die Angelegenheit geregelt. Herr Emanuel Tetteridge verpflichtete sich, Anthony zwei Stunden täglich Unterricht zu erteilen; von nun an bezeichnete ihn Frau Strong'nth'arm als der Hauslehrer unseres fleinen Anthony". Herr Tetteridge war ein nervöser schweigfamer Jüngling. Störte ihn der Lärm der Wertstatt, so nahm er den fleinen Anthony in seine Stube mit, deren Wände mit Sprüchen austapeziert maren, mie etwa: Was Deine Hand etwa: ,, Bas tut, das tue aus aller Kraft". Anthonys Erziehung machte rafche Fortschritte; das Kind lernte eifrig. Zwischen den beiden entspann sich eine seltsame Freundfchaft, die auf gegenseitiger Achtung und Bewunderung begründet war. gründet war. Der junge Letteridge war ein fluger Mensch; der Pfarrer hatte wahrer gesprochen als er es selbst gemußt. Der Bursche verstand es, die Dinge so zu erklären, daß fie einfach und leicht zu behalten waren. Auch fonnte er Gedichte | Die Warenlotterie der Arbeiter- Wohlfahrt. Ein Landhaus für 50 Pfennig. Wie in vielen anderen Städten, so hat auch die Arbeiter- Wohlfahrt zur Unterhaltung bestehender und hauptsächlich zur Beschaffung neuer Kinder Ferienheime für unterernährte und erholungsbedürftige Berliner Kinder vom Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg die Genehmigung zu einer Warenlotterie erhalten. Der Umstand, daß diese Lotterie ohne gewerbsmäßige Lotterieunternehmer, d. h. in eigener Regie aufgezogen und die Lose ehrenamtlich verkauft werden, gestattete, bisher noch nicht dagemejene Riesengeminne auszuspielen. Der 1. Preis ist ein vollständig ausmöbliertes Landhaus von 5 3immern mit Küche, Bad und allen sonstigen Nebenräumen. Außerdem Morgen Garten um das Haus herum. Erbauer dieses Landhauses ist die Gehag, Inselstr. 6, unter ihrem Architekten Richard Linnefe. Je nach dem jezigen Wohnort oder der Geschäftsstelle des Gewinners wird das Haus, das dann innerhalb 6 Monaten bezogen werden fann, unter möglichster Berücksichtigung der Wünsche des Gewinners bezüglich der Lage schlüsselfertig erbaut. In unseren Annoncen ist die Ansicht des Landhauses und in einigen verschiedenen Losverkaufsstellen auf ein Modell im Maßstab 1:50 zu sehen. Aber nicht nur ein Landhaus, sondern noch eine ganze Wenge sehr wertvolle Gewinne, wie ganze Wohnungseinrich tungen, Klavier, Motor- und sonstige Fahrräder, Nähmaschinen, Wäsche, Sportartikel- und Haushaltungspakete, Gutscheine zum beliebigen Einkauf und eine Menge Erinnerungsgewinne gestatten ein Geminnsystem, wonach jedes dritte Los unter Garantie gewinnt. Auch die Erinnerungsgewinne sind in den Hauptausſtellungen bei Wertheim und in verschiedenen anderen Stellen zu fehen, so daß sich jedermann überzeugen tann. Diejenigen aber, die selbst bei diesen größten Gewinnmöglichkeiten leer ausgehen, was bei einem Kauf von 3 2osen mit aufeinanderfolgen. der Nummer aber ausgeschlossen ist, haben das Bewußtsein, mirklich und tatsächlich größte Not gelindert zu haben. Wer einmal in die bittenden und aber zugleich auch antiagenden Augen unterernährter Kinder geschaut hat, gibt gern, was er fann! Diese beiden Gründe, die Wohltätigkeit mit den unerreichten Gewinnmöglichkeiten, waren es, die in den anderen Städten den Losverkauf beschleunigten, so daß bereits in wenigen Tagen die Lose cusverkauft waren. Auch in Berlin ist die Nachfrage nach Losen, nachdem einmal das Gerücht durchgefickert war, so groß, daß auch hier mit einem schnellen Losverkauf zu rechnen ist. Die Firma Bertheim hat in Echaufenstern und in einem ihrer Häuser die Ge= winne ausgestellt und in liebenswürdiger Weise auch den Losverkauf an allen Rassen einschl. der Theaterfassen über nommen Aud, die sämtlichen Verkaufsstellen der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend haben sich in Erkenntnis, der Wolifahrt zu dienen, berett erklärt, an jedermann Lose abzugeben, während Ware nur an die Mitglieder abgegeben wird. Alle anderen Losverkaufsstellen, die aus der heutigen Anzeige erfichtlich find, üben den Losverfauf ebenfalls ehrenamtlich aus. Der schwarzweißrote Gesanglehrer. Mit der Ueberschrift Schwarzweißrote Hoffnungen brachten wir in Nr. 144 eine uns aus Elternfreifen zugegangene Beschwerde über einen Lehrer Tschiersch, der in der Borsigwalder Mäd. hen mittelschule Gesangunterricht und auch Geschichts. unterricht erteilt. Er hatte feinen Schülerinnen eine Umbich. tung des Liebes D Straßburg" gegeben, deren legte Strophe so lautet: Straßburg, o Straßburg, wir schwör'n bir's in den Tod, Bald weht auf deinen Zinnen die Flagge schwarzweißrot. Hierzu schickt uns Herr Tschiersch einen aufgeregten Brief. Er fpiidi von Berleumdern", die in so feiger und undeutscher Art Worin die Die Ehre eines Mannes anzugreifen belieben". Berleumdung bestehen fr11, fagt er nicht. Daß die Schülerinner durch feine Bermittlung die Umdichtung des Liedes erhalten haben, wird er gewiß nicht bestreiten wollen. Seinen Briei fdlich er nut einer Drohung gegen uns. Er soll froh icin menn wir uns nicht nochmals mit ihm beschäftigen müssen. Reichskonferenz des Arbeiterradioklubs. Zum ersten Male, seitdem das Radio bei uns Eingang gefun ben, hat es sich eine Arbeitervereinigung zur Aufgabe gemacht, mit ihren selbstgebauten Apparaten, Einzelteilen usw. um Rahmen einer Ausstellung, in den Sophien- Sälen, Sophienstraße. an die Deffentlichkeit zu treten. Die Ausstellung, die gestern eröffnet wurde, erfreut sich eines großen Zuspruches und liefert den Beweis, daß die Arbeiterschaft großes Interesse an dem Radiomesen hat. Besonders hervorzuheben ist eine tomplette Sendestation, die auf Wunsch vorgeführt wird. Der Besuch dieser Ausstellung ist jedem Radioamateur sehr zu empfehlen. Der Eintritt ist frei. machen, ganz gute Gedichte, die einen bisweilen zum Lachen reizien, manchmal jedoch Gefühle erweckten, die unverständlich waren und bei denen man fich groß und glühend vorfam. Auch verstand er es, Bilder zu zeichnen, Bilder von bezaubernden, nie gefehenen Dingen, die einen erschreckten, von drolligen Gefichtern und Dingen, die einen zum Weinen brachten. Er spielte auch auf einem schwarzen Ding, das einer Geige glich, aber besser war als eine Geige, und das er in einer schwarzen Schachtel aufbewahrte; wenn er darauf spielte, verlangte es einem zu tanzen, zu singen, zu brüllen. Anthony beneidete Tetteridge nicht um seine Klugheit; dies hätte ihrer Freundschaft den Todesstoß versetzt. Der Bursche vermochte niemals eine befriedigende Antwort zu geben, wenn Anthony fragte, was er werden wolle, was er aus all seiner Klugheit machen werde. Er habe noch keinen Entschluß gefaßt, sei seiner Sache nicht gewiß. Bisweilen wollte er Dichter, dann wieder Musiker oder Maler werden, oder aber sich der Politik zuwenden und als großer Staatsmann enden. ,, Was wirst du fun, wenn du aus der Schule fommst?" fragte Anthony. Sie hatten zusammen in der Stube des jungen Tetteridge gelernt, und nun war die Lektion zu Ende. Anthonys Augen hingen an dem Spruch über dem Waschtisch: ,, Eines auf einmal gut gemacht, hat schon manchen weitergebracht!" Der junge Tetteridge gab zu, daß es an der Beit sei, diese Frage ernftlich zu erwägen. Anthony saß auf seinen Händen, fchlenkerte mit den Beinen. Der junge Tetteridge schritt in der fleinen Stube auf und ab. ,, Siehst du," erklärte Anthony ,,, du gehörst nicht zu den Herrschaften." Der junge Tetteridge behauptete, daß er zwar zu den Herrschaften gehöre, aber fein besonderes Gewicht darauf lege. Sein Vater war in Indien Staatsbeamter gewesen, die Mutter fonnte, wenn sie es wollte, ihre Ahnen bis zu einem der berühmtesten irischen Könige verfolgen. Ich meine," erläuterte Anthony ,,, daß du deinen Lebensunterhalt verdienen mußt." Herr Tetteridge warf ein, daß er äußerst wenig brauche. Augenblicklich lebte er von zwölf Schillingen die Boche, die er aur verschiedene Art verdiente. ,, Wenn du aber heiratest und Kinder haft," meinte An( Fortsetzung folgt.) thony. Beöffnet ist die Ausstellung am Sonntag von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends und am Montag von 5 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends. Wahrscheinlich wird diese Radioausstellung auf bie ganze nächste Woche ausgedehnt werden. Neuordnung des Hundefangs. Der Tierschutzverein an Stelle des Unternehmers. Bom 1. April d. 3. ab übernimmt der Deutsche Tierschußberein an Stelle des Unternehmers Marschall den Hundefang im Polizeibezirk Berlin. Sämtliche Fang- und Findlingshunde müssen von diesem Tage ab zunächst im Tierhort des Tier. fchugvereins, Shidlerstraße 4, Fernsprecher Königstadt 2216, eingeliefert werden. Dorthin sind auch alle den Hundefang betreffenden Anfragen und Beschwerden von seiten des Publikums zu richten. Während der sogenannten Hundesperre bleibt es in dem Sperrbezirk bei den bisherigen Bestimmungen. Entgegen anderen Mitteilungen werden alle eingelieferten Fang- und Findlingshunde gemäß den viehseuchenpolizeilichen Anordnungen vom 16. Januar und 5. Februar d. 3. 48 Stunden nach ihrer Einliefe rung getötet. Nur ausnahmsweise fann unter bestimmten Bedingungen eine Zurückgabe der weggefangenen Hunde an den Eigentümer zugelassen werden. Eine Bersteigerung solcher Tiere findet nicht statt. Bei einem als tollwutverdächtig durch den Eigentümer aus Lichtenrade am 25. d. M. in der Tierärztlichen Hochschule ein. gelieferten Hunde ist die Tollwut sowohl klinisch als auch durch die Zerlegung des am 26. d. m. verendeten Tieres und durch die mitroftopische Untersuchung des Gehirns in dem Pathologischen Institut der Hochschule fest gestellt worden. Die weltlichen Schulen im Schwimmsport voran. Am Sonnabend früh fand im Stadtbad in der Gerichtstraße der Endkampf der von dem Ausschuß für Turnwesen und Leibesübungen der Stadt Berlin veranstalteten Betttämpfe im Schwimmen aller Berliner Gemeindeschulen statt. Die Borbereitung und Leitung der Veranstaltung hatte der Turnwart Anderson, der sich um die Förderung des Schwimmsports an den Schulen und der Leibesübungen überhaupt in der erst kurzen Zeit seiner Amtstätigkeit außer ordentliche Verdienste erworben hat. Die Ergebnisse dieses ersten Wettkampfes im Schwimmen der Berliner Schulen, dem der Magistratsoberschulrat Nydahl mit den Berliner Kreishulräten, zahlreiche Vertreter der städtischen Behörden, Rettoren und Lehrer, sowie Vertreter der Elternschaft und der Schwimmverbände beiwohnten, bedeuteten für die weltlichen Schulen einen großen Erfolg, bà ein bedeutender Teil der ausgeschriebenen Konfurrenzen von ihnen gewonnen wurde. Haben doch die weltlichen Schulen in richtiger Erkenntnis der erziehlichen und gesundheitlichen Bedeutung des Schwimmsportes, lange bevor die amtlichen Stellen in Berlin daran dachten, aus eigene Initiative ihren Jungen und Mädels die Freuden eines planmäßig betriebenen Schwimmunterridjtes zuteil werden lassen. Allen Schulen weit voraus war die weltliche Schule in der Gotenburger Straße am Gesundbrunnen ( 208. Gemeindeschule, Rektor Genosse Ried), die einen überlegenen Sieg in den beiden Hauptentscheidungen aller Wettkämpfe errang, den Sieg in der 8 × 25- Meter- Schulstaffel um die Blakette des Oberbürgermeisters von Berlin und den Sieg im Mannschafts. Stilschwimmen um den wertvollen und fünstlerischen Manderpreis der Berliner Schuldeputation. Unberechtigte Gasmeffermiete. Man schreibt uns: Bom 1. Oftober 1924 ab ist befanntlich die Gasmeffermiete wieder eingeführt worden. Die Attien- Gefell fchaft Berliner Städtische Gaswerke hat nun diefe Miete auch dann eingefordert, wenn in Häusern mit elektrischer Treppenbeleuchtung In dieser Woche die Gasmeffer ntele Jahre lang gar nicht benutzt wurden.| Die Aftien- Gesellschaft hatte genaue Kenntnis von der Ueberflüffig teit dieser Gasmesser, da sie ja tein Geld für Gasverbrauch erhob, und hätte sie daher längst abholen müffen. Sie verteidigt sich aber in der Antwort auf eine Beschwerde recht dürftig mit dem forma: listischen Einwand, daß es ja freistand, das Vertragsverhältnis durch Ründigung zu lösen. So werden die Gebühren ohne entsprechende Gegenleistung heutzutage aus allen Knopflöchern herausgeholt. Der Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin SPD. Berlin, Lindenstr. 3, 2. Sof, II veranstaltet eine Abendfeier für Frauen Dienstag, den 31. März, abends pünktlich 7, Uhr im Großen Saale des Lehrer- Bereinshauses, Alexanderplatz. Mitwirkende: Der Berliner Erd- Jugendchor( gegr 1920), Chormeister Alfred Göpel, Herr Armin Liebermann( Cello), Frl. Elly Brandenberg( klavier). 1. Frühlingslaube Mein Heimattal Wiegenlled Borttagsfolge . 2. Awei Goli für Cello mit Klavierbegleitung Andante Bolonäfe Tschirsch Bolksweise B. Berger Schumann Bopper 3. Ansprache der Reichstagsabgeordneten Marie Jucharz 4. Gebet aus der Oper Freischüg". Wanderlied Echolied 5. Zwei Goli für Cello mit Klavierbegleitung Romance Tarantelle 6. Buhköfen von Halwerstadt Es fing ein Rnab' ein Bögelein. Stedenpferd C. M Weber 8öllner Orlando di Laffo Beder Popper Grell Rüden F. Rüden Eintrittskarten zum Preise von 50 Pf. das Stüd sind noch zu haben im Frauensekretariat, Lindenstr. 3, 2 Hof, 2 Tr., Zimmer 1, und an der Abendkasse. Ladendiebinnen. Der Schrecken der Geschäftsinhaber war eine Bande von Baden. Liebinnen, die sich jetzt vor dem Schöffengericht mitte zu verant morten hatte. Das Haupt der Bonde war eine Frau Martha Ernst, unter ihrem Mädchennamen Cazmaret befannt. Die ehrenwerten Damen gingen folgendermaßen vor: eine von ihnen probierte in einem Geschäft ein Kleidungsstüd an, ble anberen standen um sie herum und gaben ihr Gutachten ab. Dieses Spiel Kleidungsstück verschwinden zu lassen. Dann verschwanden natürlich bauerte jo lange, bis sich eine Gelegenheit bot, das gewünschte auch die Damen. Vor Gericht stellte sich nunmehr zur allgemeinen lleberraschung heraus, daß es sich hierbei auch um drei Schwestern Niek handelte. Wenn eine vorgeladen wurde, fam ftets eine andere als die in Berdacht geratene Schwester zum Gericht, und bei Gegenüberstellung mußten die Zeugen zugeben, daß die Betreffende nicht als Diebin in Betracht tomme. Die Anruhrerin Dieser Gesellschaft aber, Frau Ernst, hatte, nachdem sie sich verheiratet hatte, auch ihren Ehemann eingeweiht, der dann aleichfalls mitmachte. In dem vorliegenden Falle hatten sie sich nicht allein wegen Diebstahls zu verantworten, sondern auch noch wegen Körperverletzung, weil sie eine Badeninhaberin, die den Diebstahl bemerft hatte, in die Fensterscheibe gestoßen hatter Die Ladnerin hatte | babei Berlegungen erfitten. Es ergab sich auf Grund ärztlicher Gutachten, daß sämtliche Angeklagten minderwertige Leute sind. und man gewährte ihnen mildernde Umstände. Martha Ernst erhielt drei Jahre, der Ehemann Friz Ernst 1 Jahr 9 Monate und eine der Geschwister Nieh zwei Jahre Gefängnis, Und wieder Raulsdorf! Am Freitag standen einige Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterjugend gegen 11 Uhr abends auf dem Bahnhof in Kaulsdorf, als ein zahlenmäßig weit stärkerer Trupp Hafenfreugler anmarschiert tam, der die Arbeiterjugend in unerhörter Weise provo zierte und vereinzelt jogar zu Zätlichkeiten überging. Die Polizei, die telephonisch herbeigerufen wurde, kam glücklich nach über einer halben Stunde an und tonnte einen der Haupttäter feststellen, der schon im Zuge saß, um nach Hause zu fahren. Als am anderen Tage Anzeige gegen einzelne befannte Satenkreuzler er stattet werden sollte, lehnte der diensttuende Kriminal. beamte in fchroffer Weise die Entgegennahme der Anzeige ab! Die Verhältnisse in Kaulsdorf, über die mir schon verschiedentlich berichteten, find unerträglich! Bor den Augen der Bolizei fönnen sich in Kaulsdorf schwerste Provokationen der Bevölkerung abspielen, die Polizei sieht und hört nichts! Den Bogel abgeschossen hat jedoch zweifellos der Kriminalkommissar en schle mit seinem Verhalten dieser Anzeige gegenüber! Wenn in Kauistorf nicht bald energisch durchgegriffen mird, tönnen die Organisatio nen der Arbeiterschaft teine Gewähr dafür übernehmen, daß die Bevölkerung ruhig bleibt und nicht zur Selbsthilfe greift! Völkischer Sturm auf unseren Propagandafilm. Der von unserer Partei auf dem Wittenbergplatz aufgeführte Propagandafilm für Otto Braun erfreute sich des regiten Intereffes. Biele hundert Personen hatten sich angesammelt, die mit großer Aufmerksamkeit den anschaulichen und wirkungsvollen Werbs bildern auf der Leinwand folgten. Gegen 10 Uhr hatten fich etwa 300 uniformierte atentreuzler mit mehrerer [ hwarzweißroten und Hatenkreuzfahnen auf dem Platz eingefunden, die Miene machten, die zum Schutz der Vorführung bereitstehenden 60 Mann Reichsbanner anzugreifen, um ten Wagen zu demolieren und den Film zu vernichten. Seltsamer weise gab der diensttuende Schupooffizier den Befehl, sofort die Darbietungen abzubrechen. Das geschah auch. Trozdem wagten es die Bölkischen, die Reichsbannerleuten tüdisch anzufallen; die Völkischen erlitten aber eine schlimme Abfuhr. Die Reichsbannerleute marschierten dann unter Hochrujen auf die Republik und unter dem Singen republikanischer Lieder in die innere Stadt zurück. Es befremdet aufs äußerste, daß die Polizei die erlaubte Wahlwerbetätigkeit der Sozialdemokratie nicht nur nicht mit allen Mitteln geschüßt, sondern sogar ihre Einstellung veranlaßt hat. * Böltischen fam es gestern abend gegen 49 Uhr vor dem Bet. 3u einem Zusammenstoß zwischen Reichsbannerleuten und die von ihrer Propagandafahrt zurückkamen, standen im„ Bor märts" Gebäude in der Lindenstraße. Die cichsbannerieute, Heldenjünglinge vorbeifuhren. Die Reichsbannerleute brachten bei wärts"-Gebäude, als plöglich drei Lastwagen schwarzweißroter dieser frechen Provokation ein hoch auf die Republit aus, das die Gegenseite mit nichtswürdigen Schmährufen auf die Republit be antwortete. Die 60 Republikaner, durch diese freche Provotation aufs höchfte gereizt, bewiesen den 300 Jarres- Leuten, daß sie nicht wahren. Die Stahlheimiter suchten ihr Heil in der Flucht. ruir willens, fondern auch imftande sind, die Ehre der Republit zu Ernst Bluhm, Nenkölln, Allerstraße 17, bittet Zeugen, die an der Betriebsrätedemonstration vom 13. Januar 1920 teilgenommen haben, um Adreffenangabe zur Durchführung eines Renten. verfahrens. Großer Verkauf EXTRA- PREISE Gardinen, Decken, Teppiche Gardinen Gardinenstoff 115 ca. 100 cm breit, Meter Spannstoff Würfelmuster ca 130 cm breit, Meter 175 ca. 115 cm breif, 145 Meter Rosenmuster Meter beste 185 Kariert Etamine 115 Zwirnwar. 175 150 cm breit Meter Meter Etamine- Halbstores 190 270 mit gewebten Einsäben.. Stück Halbstores gewebt Tull, für jede 365 Fensterbreite verwendbar. .Meter Gewebte Tüll- Halbstores 390 mit ausgebogtem Abschluß. .. Silick Etamine- Halbstores m.gewebt. 430 Einsatz und Volant. m.gewebt. Fries Stück m. Figur.- Fries, u. Klöppelspitze 625 Klöppeleinste 725 Meter m. Figur- Fries, u. Spite, Stuck. m. 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Tournay- Vorleger Perseus 22 M Autounfälle vor Gericht. Weil es an der nötigen Sorgfalt fehlte. Das bedauernswerte Autounglück, das am 6. mai vorigen Jahres in der Oranienstraße an der Kreuzung der Stalizer Straße den Tod einer Frau zur Folge hatte, beschäftigte in der Berufungsinstanz die Straffammer des Landgerichts I. Der Kaufmann Bruno Dammberg, dessen Auto den Tod verschuldet hatte, war vom Schöffengericht wegen fahrlässiger Tötung zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt worden. Der Staatsanwalt hatte jedoch wegen der geringen Strafe Berufung eingelegt, der sich der Angeklagte im umgekehrten Sinne angeschlossen hatte. Die Verhandlung ergab, daß der Angeklagte an dem verhängnisvollen Nachmittag in schneller Fahrt die Stalizer Straße in der Richtung zum Schlesischen Tor mit seinem Privatauto angefahren fam. Bei der Hochbahn fam eine Straßenbahn. Dammberg wollte noch schnell mit dem Auto vorbeikommen, erhöhte das Tempo und fuhr auf die linke Seite. In demselben Augenblic fuhr er gerade in eine Gruppe von drei Frauen, die über die Straße hinter der Straßenbahn gegangen waren, so daß sie das Auto nicht hatten jehen fönnen. Zwei Frauen wurden zur Seite geschleudert und kamen mit Hautabschlürfungen davon, die dritte jedoch geriet unter das Auto, das über ihren Körper hinwegging und sie sofort tötete. Nach der Bekundung von sachverständigen Augenzeugen hatte der Angeklagte bei der Lenkung des Autos alle Geistes gegen wart verloren und den Tod verschuldet. Die Straffammer war der Meinung, daß das Fußgängerpublikum einen besonderen Schuß erhalten müsse, und daß gegen derartige Ausschreitungen von Automobilisten, die die äußerste Sorgfalt an fo gefährlichen Straßenpunten außer Acht lassen, mit strengen Strafen nors lichen Straßenpunkten außer acht lassen, mit strengen Strafen vorberg auf ein Jahr Gefängnis erhöht. Der Zusammenstoß von zwei Automobilen beschäftigte ferner noch in der Berufungsinstanz die Straffammer des Landgerichts III. Ein Privatauto und eine Kraftdroschte waren auf der Rennbahn straße Grunewald zusammengestoßen. Die Infassen beider Wagen hatten erhebliche Berlegungen, darunter Rippenbrüche und Verstauchungen davongetragen. Das Schöffengericht Char. lottenburg hat sowohl den Kraftwagenführer Koeplin, den Lenker der Droschte, als auch den Kraftfahrer Berndt schuldig befunden und den ersteren zu einer Woche und den zweiten zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Beide Autoienfer entschuldigten sich damit, daß fie geglaubt hätten, der andere würde nach rechts ausweichen und infolgedessen fuhren beide Wagen auf: einander. Das Verschulden der beiden Angeklagten lag gleichmäßig darin, daß sie an der Unfallstelle, die an einer Wegkreuzung lag, und als unübersichtliche Stelle aufzufassen ist, die notwendige Sorgfalt außer acht gelassen hatten. Die Straftammer fam zu der Ueberzeugung, daß beide Angeklagte an dem Unglück Schuld tragen. Sie berücksichtigte jedoch, daß gleichzeitig auch be sondere unvorhergesehene Zufälle bei dem Unglück mitgespielt hatten. Deshalb wurde das Strafmaß erheblich herabgesetzt und von einer Freiheitsstrafe abgesehen. Koeplin erhielt 200 Mart, Berndt 500 mart Geldstrafe. Erhöhte Invalidenrenten. Die Postanstalten zahlen vom 1. April an vorläufig auf die 3. St. laufenden Rente'n aus der Juvalidenversicherung erhöhte Beträge aus, und zwar a) auf Invaliden-, Kranken- oder Altersrenten, die zuletzt neben den etwaigen Kinderzuschüssen mindestens 14 RM. betragen haben: monatlich 2 KM. mehr, b) auf Witwen( Witmer) oder SCHLEIF- PULVER HORTAXIN" für alle Industriezweige in ieder Körnung. Wirkung übertrifit italienischen Bimstein. Lieferung aus eigenen Mahlwerken, Lager Berlin Bitmentrantenrenten von mindestens 10 RM.: monatlich 2 R. mehr, c) auf Waisenrenten von mindestens 7 RM.: monatlich 1 RM. mehr für jede Waise. Die Quittungen der Empfänger solcher Renten müssen daher bereits für den Monat April über einen entsprechend höheren Betrag lauten. Der Generalsekretär Holzmanns verhaftet. Durch ihr auffälliges Verhalten machten sich zwei Männer verdächtig, die zusammen in der Bülowstraße wohnten. Der eine nannte fich Waldemar v. Baratoff- Brotufaft aus Tiflis, der andere Bonsarento. Die beiden Mieter, die miteinander sehr befreundet zu fein idienen, lebten immer zurüdgezogener und ärm. licher. Bulegt gingen fie faum noch auf die Straße. Das fiel der der Wirtin auf. Sie vermutete, daß die Leute etwas zu verbergen hätten und machte die Kriminalpolizei auf sie aufmerksam. Bei Baratoff ergab sich, daß sein Paß nicht in Ordnung war. Es stellte sich heraus, daß er gar nicht Baratoff hieß, sondern kammorowski, der zur Gesellschaft Holzmann- Kutister gehörte, jahrelang mit Holzmann zusammen ,, gearbeitet" und zuletzt dessen Generalsekretär war. Der Entlarvte gab bas denn auch zu, weil er wohl feinen anderen Ausweg mehr fah. Er wurde verhaftet und wird nach Verbüßung seiner Strafe wegen Baßvergehens dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Seinen Freund und Behnungsgenossen will er unter dem Namen Bonfarento fennengelernt haben. Luisenstädtisches Gymnasium und Realgymnasium. Vorbehaltlich der Genehmigung des Ministeriums hat sich die Stadt Berlin entschlossen, dem Luisenstädtischen Gymnasium, das bisher von Untertertia bis Untersekunda nur einen Ersagunterricht durchführte, nunmehr ein volles Realgymnasium von Untertertia bis zur Oberprima anzugliedern. Die Eröffnung einer vollrealgymnasialen Untertertia und Obersekunda wird bereits Beide Anstalten, zum Ostertermin dieses Jahres stattfinden. Gymnasium und Realgymnasium werden fünftig einen gemein famen Unterbau von Serta bis Quarta mit Latein als erste Fremdsprache haben. Anmeldungen nimmt der Direktor in seiner Sprechstunde, Gleimstraße 49, täglich 11% bis 12% Uhr entgegen. Ferdinand- Laffalle- 100- Jahrfeier. Der Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin be reitet eine in vornehm fünstlerisch- literarischem Rahmen gehaltene reitet eine in vornehm fünstlerisch- literarischem Rahmen gehaltene Feier zur 100. Wiederkehr des Geburtstages Ferdinand Lassalles und zwar am Freitag, den 10. April( Karfreitag), vormittags pünktlich 11 Uhr im Großen Schauspielhaus Karlstraße, vor. Fest portrag: Heinrich Ströbel. Mitwirkende: Karl Ebert, Heinrich Witte( Mitglieder des Staatstheaters). Der Sprech or für Proletarische Feierstunden unter Leitung hester, musikalische Leitung Dr. Heinz Unger. Eintritt 1 M. Karten sind zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses Berlin SW., Lindenstraße 3, Zimmer 8, Buchhandlung Vorwärts Lindenstraße, Bigarrengeschäft von Horsch im Gewerkschaftshaus. Engelufer, in allen Vorwärts"-Speditionen, bei den Abteilungs. führern und den Obleuten der Bildungsausschüsse. von Albert Florath, das Berliner Sinfonie Or Eröffnung des Personenschiffahrts- Verkehrs. Die Stern und Kreisschiffahrt" nimmt Dom 29. März ab den Sonntagsverfehr zwischen Wannsee und Potsdam und auf dem Tegeler See wieder auf. Die Dampfer fahren ab Wannsee von 11.50 bis 4.50 stündlich über Pfaueninsel nach Potsdam und von dort zurüd ab 10.20 bis 5.20 ebenfalls stündlich. Es sollen in diesem Jahr 15 Schiffe mehr in Betrieb gestellt. werden. lleber die weitere Ausgestaltung des Verkehrs wird demnächst berichtet. Freidenfer- Jugendweihe in Steglik am Sonntag, den 29. März, bormittags 10 Uhr, in der Festhalle des Baulsen- Realghinnasiums, Arndt- Ede Männerchor Weiherede: Genosse Dr. Krise. HORTAXIN- WERKE, BERLIN untorchefter. Cintritt 50 Pi Die Arbeiter- Samariter am Wahltag. Die Arbeiter- Samariter errichten am Wahltag, während der Wahlzeit, Wachen, um frante oder in der Bewegung behinderte Personen zum Wahllokal zu transportieren. Der Transport geschieht auf Anfordern bei den unterzeichneten Stellen unentgeltlich: Zena trale Schönhauser Allee 65, bei Zimmer, Telephon: Humboldt 434. Ferner: Schulstraße 12, bei Bellin, Telephon: Moabit 165, Putlizz straße 10, bei Krüger, Telephon: Moabit 1766, Bergmannstraße 69, bei Höhlke, Telephon: Morigplatz 13 125, Mariannenplay, LeibnizGymnasium, Telephon: Morigplak 7608, Rigaer Straße 95, bei Notroff, Telephon: Königstadt 854, Friedenstraße 88, bei Bartusch, Telephon Königstadt 2795, Bantom, Breite Straße, Türkisches Belt, Telephon: Pantow 266, Treptow, Beermann- Ecke Elsenstraße, Telephon: Morikplay 339, Neukölln, Weichselstraße, Ideal- Kasino, Telephon: Neukölln 406, Mariendorf, Chauffeestraße 19, bei Niendorf, Telephon: Südring 1548, Charlotten. burg. Kaiser- Friedrich- Straße 45b, bei Thelen, Telephon: Wil helm 3190, Schöneberg, Ebersstraße 66, bei Rosenthal, Telephon Stephan 2932, Reinidendorf Ost, Residenzstraße, Seebad, Reinickendorf- West, Scharnweberstraße 114, Volkshaus, Tegel, Berliner Straße 17, Telephon Tegel 202, Wittenau, Hauptstraße 56, bei Schulze, Telephon: Reinickendorf 50, Köpenid, Schönerlinder Straße 5, bei Stippefohl, Telephon: Köpenid 607, Adlershof, Sanitätsbarade, Stegliz, Birkbuschstraße 90, bei Schulze, Telephon: Steglig 3018. Der Amotläufer auf dem Bahnhof Westend. Der rasende Mensch, Mathias Klein, der mit seiner Selbstladepistole in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend auf dem Bahnhof Westend so großes Unheil angerichtet hat, erscheint in dem Bericht des Lokal Anzeigers" um der Sensation willen als fompletter fommunistischer Kurier mit fommunistischen Störungsplänen. Wir können dazu mits teilen, daß an amtlicher Stelle nichts davon bekannt ist, daß der Uebeltäter ein fommunistischer Kurier ist. Wie sollten auch Leute, die sich seit Wochen im Zustand chronischer Siegestrunkenheit befinden, die Fähigkeit befizen, irgendeine Sache noch nüchtern zu betrachten. Ein Sechzigjähriger. Genosse Otto Zern, Elbinger Straße 2, wird beute 60 Jahre. Seit den 90er Jahren der Partei angehörend, war er unermüdlich in den Kleinarbeiten innerhalb der Organisation, bis ihm vor zwei Jahren ein hartes Leiben hinderte, an allem teilzunehmen. Seine treue Lebensgefährtin, Liesbet Bern, tam in der Kommunalwahl nach 1918 ins Stadtparlament und waren sie sich gegenseitig ihrer zähen Arbeit bewußt und einig. Es begleiten ihn für sein ferneres Wohl ergehen unsere besten Wünsche. Charlottenburg, am Sonntag, ben 19. April, nachm. 2½ Uhr:„ Bon Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Staatliches Schiller- Theater, " morgens bis mitternachts von Kaiser. Sonntag, den 17. Mai, nachmittags 2% Uhr: Napoleon von Christ. Friedr. Grabbe. Preis der Karten einschließlich Gebühr für Kleiderablage und Theaterzettel 1 M. Starten für sämtliche Veranstaltungen find zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Berlin S., Lindenstr. 3, Zimmer 8. Buchhandlung„ Vorwärts", Bigarrengeschäft von Horsch int Gewerkschaftshaus, Engelufer, in allen Vorwärtsspeditionen, bei den Abteilungsführern und den Obleuten der Bildungsausschüsse. Fertige Herren- Anzüge u. Mäntel Ersatz für Maßarbeit zu staunend billigen Preisen auf Teilzahlung! Potsdamer Str. 33, Ecke Lützowstr. Gegen die üblen Folgen sitzender Lebensweise nehmen Sie zeitweise morgens ein Glas voll Hunyadi János ( Saxleliner's natürl. Bitterwasser) ouliné B heißt der entzückende Stoff, der augenblicklich höchste Mode ist und nach dem der Wunsch jeder Frau steht. Hier ist er, zu reizvollen Kleidungsstücken elegant verarbeitet und zu Preisen, die Ihren Wunsch leicht zur Wirklichkeit werden lassen. 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Beilage des Vorwärts Arbeitswissenschaft und Arbeiter Regierung vor einem Jahre dieſe Arbeitszeit einrühren wollte, Tatbestand beſtätigt. Bon Dr. Franzista Baumgarten. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen über den Prozeß, die Bedingungen und die Organisation der Arbeit, die von der modernen Arbeitswissenschaft( Arbeitsphysiologie und Psychologie) ausgeführt werden, breiten sich bisher sehr langsam außerhalb der Kreise der Fachleute aus. Das Bublifum intereffiert sich für diese Fragen nicht, da es die Wichtigkeit dieser Probleme entweder überhaupt nicht fennt oder unterschägt. Die Arbeitgebertreise ignorieren sie größtenteils absichtlich, da sie in ihnen einen Eingriff in ihr Alleinbestimmungsrecht im Betrieb sehen, während die Arbeiter ihnen noch ein gewisses Mißtrauen entgegenbringen. Dieses Mißtrauen mar eine Zeitlang nicht unberechtigt. Es war die Zeit, wo die vom Amerikaner Taylor begründete fogenannte wissenschaftliche Betriebsleitung" in einigen Be trieben Ameritas und Europas eingeführt wurde und, teilmeise durch Mißverstand und mangelhaftes Verfahren, fehr schlechte Wirkungen auf den Kräfteverbrauch der Arbeiter aus übte. Die franzöfifchen Arbeiter protestierten und verhinderten die meitere Anwendung des Taylor- Systems. Unabhängig von diesem Widerstand der Arbeiter haben auch viele namhafte Wissenschaftler Stellung gegen den Taylorismus genommen und auf die durch ihn bewirkten Schädigungen der Gesundheit der Arbeiter hingewiesen. Bir nennen hier nur die Namen von Prof. Imbert, Prof. Lahy, Prof. Jotenko, Dr. Sachs, Dr. Wallichs, den Russen Jermansti, die Amerikaner Edwards, Hobson, ferner die Untersuchungen der amerikanischen Kom miffion unter Leitung von R. Horie. Der Streit um den Wert und die Bedeutung des Taylo rismus hat nun zu dem Ergebnis geführt, daß das Taylor: System in seiner Urform als nicht anwendbar erfannt worden ist, daß er aber einen wichtigen Kern und eine für die ganze Bokswirtschaft wichtige Idee enthält, und zwar die, daß Die Arbeit in Fabrik und Betrieb, fowie im Bureau, Haushalt und in öffentlichen Inftitutionen gegenwärtig unter großer Kraftnergeudung ausgeführt wird und daß die Bemühungen eines jeden darauf gerichtet sein müssen, diese Bergendung der menschlichen Kräfte zu verhindern. Eine große Bewegung fowohl in Amerifa, mie in Europa sezie ein. Man begann nicht nur in den Betrieben, sondern auch in physiologischen, psychologischen, psychiatrischen und psychotechnischen Labora torien die Arbeit als solche und die berufliche Arbeit im befonderen zu untersuchen. Spezielle Institute in Amerita sowie in England, Frankreich, Belgien, Spanien, Italien, Rußland, Holland widmen sich nur der einen Aufgabe: Die vorteil haftesten Arbeitsbedingungen zu ermitteln, um die Menschen von der Ueberlastung zu befreien, Arbeitsfreude zu schaffen. Zwar werden diese systematischen missenschaftlichen Studien mur einige Jahre betrieben, aber man fann dennoch schon auf bestimmte Erfolge in dieser Beziehung hin meifen. Was die wichtigste Frage für die große Masse, den Acht stundentag betrifft, so wurde auf Grund rein wissen schaftlicher Untersuchungen bewiesen, daß eine Ueberschreitung Dieser Arbeitszeit für den Arbeitsertrag ungünstig ist. Der Faktor der Ermüdung, der sich nun einstellt, und der noch weder in seiner Natur, noch nach seiner Bedeutung völlig er. gründet ist, vernichtet die Leistung der Mehrarbeit, die quali fatin fintt, und erhöht die Zahl der Arbeitsunfälle, die in fozialer wie in betriebswissenschaftlicher Beziehung einen unermeßlichen Verlust darstellen. Aber mehr noch. Unter fuchungen haben gezeigt, daß es nicht genügt, die Arbeitszeit auf 8 Stunden täglich zu beschränken. Im Rahmen dieser 8 Stunden muß die Arbeitszeit auch richtig ver teilt werden. Die sogenannte ,, englische Arbeitszeit, welche in einer durchgehenden achtstündigen Arbeit mit einer Unterprotestierte die französische Medizinische Akademie und das Institut Lannelongue für soziale Hygiene in Paris. Der Sonntag, 29. März 1925 brechung von 20 bis 30 Minuten besteht, wurde von den Die Bersuche, die man mit solchen Pauseneinschaltungen Wissenschaftlern als schädlich abgemiesen. Als die französische während Des Krieges gemacht hat, haben diesen Die Untersuchungen über die physikalischen Bedingungen der Arbeit, wie Raum, Licht, Luft, entsprechende Temperatur, Kleidung, denen man be. fonders in England große Aufmerksamkeit schenkt( ein Institut zur Erforschung der Ermüdung in der Industriearbeit" untersuchte alle diese Fragen), lieferte Beweise dafür, wie hygienische Arbeitsbedingungen, bequeme Arbeitsverrichtungen die Leistung steigern. In allen Betrieben fast teine Leistungsminderung statt, während dieselbe in mit guter Ventilierung fand während des Sommerbetriebes schlecht gelüfteten Räumen über 13 Proz. ausmachte. Viel größere Zahlen der Steigerung der Leistung erhielt man beim Unterbringen der Arbeiter in großen luftigen Sälen bei Berminderung der Geräusche, Schaffung von SiggelegenZentral- Wahllokale. erhalten haben, melden fich zur Berrichtung von Wahlarbeiten im Alle Genoffen, die in ihrer Abteilung feine Arbeit zugewiesen 3entralwahllokal des Kreises an folgenden Stellen: mitte: 3schiefing, Aderstr. 1. Norden 2736. Tiergarten: Schmidt, Wiclefftr. 17. Hanja 663. Wedding: Schade, Kösliner Str. 9. Moabit 9781. Prenzlauer Berg: Klug, Danziger Str. 71. Humboldt 725. heiten usw. Kreuzberg: Krüger, Grimmstr. 1. Morigplaz 12702. Friedrichshain: Lojad, Beymeftr. 8. Alerander 2570. Charlottenbrg: Würzburger Hof, Spreeftr. 8. Spandau: Schlunke, Breite Str. 34. Spandau 1825. Wilmersdorf: Kroiß, Holsteinische Str. 60. Pfalzburg 1103. Zehlendorf: Schnorre, Botsdamer Str. 3. Zehlendorf 1486. Schöneberg: Will, Martin- Luther- Str. 69. Stephan 4049. Steglit: Raiserhallen, Düppelstr. 3. Steglitz 2000. Tempelhof: Niendorf, Mariendorf, Chauffeeftr. 19. Südr. 1548. Neukölln: Stahmann, Münchener Str. 42. Neukölln 1962. Treptow: Wende, Niederschöneweide, Hasselwerder Str. 12. Oberschöneweide 376. Köpenid: Babel, Freiheit 5. Köpenid 675. Lichtenberg: Seipfe, Kronprinzenstr. 47. Königstadt 851. Weißensee: Gallas, Lehderstr. 122. Weißensee 875. Paniow: Türkisches Zelt, Breite Str. 14. Pantom 266. Reinidendorf: Dölschner, Residenzftr. 53. Reinickendorf 3302. Zentral- Wahlleitung. Lindenstr. 3; Telephon: Dönhoff 5086, 5087, 5088. Wichtige BorDie Zentralwahlleitung befindet sich im Bezirkssekretariat, fommniffe, die allgemeines Intereffe haben, find dorthin zu melden. Samariter. Jur Unterstützung von alten und franken Wahlberechtigten hat der Arbeiter- Samariterbund in allen Stadtteilen Berlins Wachen eingerichtet. Die Zentralftelle befindet sich bei Zimmer, Schönhauser Allee 65( Telephon: Humboldt 434). Bei Bedarf von Samaritern ift diese Stelle anzurufen. Radfahrer. im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25. Auf telephonischen Anruf Der Arbeiterradfahrerbund Solidarität hat feine 3eutraffteile morigplatz 11 507 fichen den Abteilungen Radfahrer in genügender Anzahl zur Verfügung. Das Wahlresultat. Das Wahlrefultat der einzelnen Stimmbezirke wird in jeder Abteilung zusammengestellt und dann auf dem schnellsten Wege dem Bezirkskekretariat übermittelt. Teilrefultate und Resultate einzelner Abstimmungsbezirke find wertlos. Nur das Gesamtrejuitat lann bei der Beröffentlichung Berwendung finden. Gewissenhafte und schnelle Berichterstattung ist Pflicht jeder Abteilungsleitung. Der Bezirksvorstand. Leiter des letteren, Brof. Frois, mies darauf hin, daß es notwendig jei, sowohl mit Rücksicht auf die Ermüdung des Arbeiters, als auch auf den Ertrag der Leistung, nach einer Stunde der Arbeit eine Arbeitspause einzuschalten, die nach der Schwere der Arbeit 5 bis 20 Minuten dauern müsse. Diese eingeschalteten Bausen bedeuten eine Erholung, die, wenn sie zu rechter Beit eintritt, imftande ist, die Wirkung der Ermüdung fofort auszugleichen. Noch ein Problem ift von den Wissenschaftlern in Angriff genommen worden, und zwar das der Berufseignung. Die täglich zu beobachtende Tatsache, daß Menschen zu den einzelnen Berufen verschiedene Eignung aufweisen, rollte die Frage auf, auf welche Ursachen dies zurückzuführen sei. Welche Faktoren der förperlichen und geistigen Beschaffenheit des Menschen sind es, die diese Eignung verursachen? Aus den Feststellungen der Psychologen ging hervor, daß jeder Beruf ganz bestimmte Forderungen nicht nur an den Rörper, fondern auch an die geistigen Fähigkeiten( Aufmerkfamkeit, Gedächtnis, Intelligenz, Billen u. a. m.) stellt. Es wurde nun von den Psychologen versucht, einerseits alle Berufe zu analysieren, um festzustellen, welche Eigenschaften ein Beruf erfordert, anderseits auch Menschen durch psychologische Methoden zu prüfen, um festzustellen, ob der Betreffende sich für den in Frage tommenden Beruf eignet. Durch diese Art der Zuweisung des Menschen an die Berufe würde die Arbeitsfreude und Arbeitstüchtigkeit vermehrt werden. wohl diese Untersuchungen erst im Anfangsstadium ihrer EntWerftätigen in der Zukunft bieten, auf der Hand: Die Wahl widlung stehen, so liegen doch die Vorteile, die sie für jeden des Berufes wird nicht dem Zufall überlassen; auch der peinliche und verlustbringende Wechsel des Berufes wird vermieden. Aus diesen kurzen Darlegungen ergibt sich wohl schon, welche Bedeutung die zurzeit im Gange befindlichen wiffenfchaftlichen Untersuchungen für die gesamte Arbeiterklasse haben. Argumente wissenschaftlicher Art sind für sie insbesondere jetzt eine wirksame Waffe im Rampfe um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, denn Vorurteile und müffen gegenüber solchen positiven Tatsachen, wie es die Er= Eigendünkel der Arbeitgeber werden schließlich verstummen gebnisse der modernen wissenschaftlichen Forschung sind. Derartige Argumente haben auch einen höheren Wert als der Appell an Sittlichkeit und Gerechtigkeit, der in der Welt des Kapitalismus in der Regel mirtungslos verhallt. Wissenfchaftliche Feststellungen, daß eine Arbeit auch für den Arbeitnehmer ersprießlicher ist, wenn der Arbeiter feiner Arbeit beffer angepaßt, besser entlohnt, besser ernährt und von häuslichen Sorgen befreit ist, sind auch für die Unternehmerschaft nicht gleichgültig, insbesondere wenn diese Feststellungen durch eine gemeinsames geschlossenes Borgehen der Arbeiterschaft in allen Ländern unterstützt wird. Ohne daß man sich über die Wirkungen derartiger Argumente auf die große Maffe der Unternehmer besonderen Illusionen hingibt, muß man dennoch sagen, daß auch in diefen Kreisen( wie das Beispiel von Forb in Amerifa und Robert Bosch in Deutschland zeigt) derartige Gesichtspunkte immer mehr an Boden gewinnen. Es liegt nun im eigensten Interesse der Arbeiter, in die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung einzudringen, um im Kampfe um die Aufbefferung ihrer allgemeinen Lage neue wirkungsvolle Argumente zu gewinnen. BESONDERE OSTER- ANGEBOTE BESTE QUALITÄTEN Wollstoffe Wollrips Gute Qualität moderne 925 Frühjahrsfarb., 130 cm Rips mouliné Saisonneuheit. große 1180 Farbenauswahl. 130 cm Kasha weich., schmiegsam. Kaschmirgew., natur- u. einfarb., kariert, Bordüren Waschstoffe Kreppu. Voileap.Neuheit. Breite 70/100 cm M. 4.50, 3.80 Frotté und Frisko gekräuselte Qualitäten Br. 100/105 cm M. 7.80 7.-. 4.30, 3.30 145 2.x GROSSE AUSWAHL Seidenstoffe Crêpe asiatique Ramage- Muster. 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Am Sonnabend vormittag wurde die Berlesung des Be= weismaterials fortgesetzt. Eine Instruktion behandelte eingehend die Organisation einer„ proletarischen Teno". Reiner der Angeklagten gab zu, diese Urkunde zu fennen. Zum Beweise dafür, daß der Abgeordnete Eberlein 3erfegungsleiter" gewefen sei, wurde ein Rundschreiben von ihm verlesen. Dieses Schrift ftüd wurde bei einem Bezirtszerfetzungsmann gefunden. Derselbe zerriß es und wollte es wegwerfen. Restaurant Gewerkschaftshaus Engelufer 25 Fernsprecher: Moritzplatz 11 507 Engelufer 25 Bekanntgabe der Wahlresultate durch Rundfunk 2 Kapellen Gesangseinlagen Anerkannt gute Küche zu kleinen Preisen Ausschank von Schultheiß- Patzenhofer- Bier Achtung! Arbeiter und Angestellte des Tabatgewerbes. Achtung! Am Mittwoch. 1. April, nachm. 5 Uhr, findet in d. Gophiensälen, Sophienstr. 17/18, eine Große öffentliche Protestversammlung gegen die Erhöhung der Tabaksteuer statt. Tagesordnung: Die Erhöhung der Tabaffieuer und deren Folgen für die Arbeiterschaft. Referenten: Rollege K. Deichmann, Borsigender des Deutfchen Tabatarbeiter. Verbandes und Reichstagsabgeordneter W. Schlüter. Arbeiter und Angestellte, forgt für guten Befuch dieser Bersanunlung! Die Reichsregierung, fomie die einzelnen Fraktionen des Reichstages find zu dieser Bersammlung eingeladen. Deutscher Tabatarbeiter- Berband. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Deutscher Berkehrsbund. Bsrband der Buchbinder u. Papierverarbeiter. Zentralverband der Angestellten. Braufleute wählt Preisliste gratis! Ges. geschützt nur schrift nach von ihm herrühre, zumal Eberlein damals einen Dec. namen geführt habe. Bei dem Abgeordneten Strögel wurde ein Schrei ben gefunden, das sich mit den faschistischen Vereinigungen und der Schwarzen Reichswehr" befaßt. Der Vorsitzende verlas weiter eine Rede Brandiers aus der bereits erwähnten Schrift„ Die Lehren der deutschen Ereignisse", in der er sich über den 3wed des Eintritts der Stommunisten in die sächsische Regierung ausspricht. Die Berlesung ergibt nichts wesentlich Neues. Ein Referat des Abgeordneten Remmele betonte, daß die Wähler, wählt mur mich! u Ihr erhaltet außerd noch beim Vorzeig dies. Inserats 5 Rentenmark gutgefchrieben beim Einkau: von Herrengarderobe jeder Art Ich liefere elegante Herrengarderobe fertig u. nach Maß z. d billigsten Preisen u. gebe jedem ehrlichen Menschen gegen kleine Anzahlung dieWare sof mit. Ausw mitbr. Credithaus Gerber Alte Schönhauser Str. 33/34, 1 Treppe Ich bitte um desichtigung meines Stofflagers Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür Schokoladen Osterartikel gr. Auswahl bekannter Marten Unsere Schlager: „ Ede“ Milch 100 Gr 20" de" Speise.. 100 Gr. 17Ede" Speise 50 Gr. 9Kakao Bid. à 37Hart. 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April 1925 folgenden Wortlaut: Die Barleistungen der werden Grundlohn ATs Radio- Geräte Schokoladen noch einem hohn bemefen, Mis erftelaff Fabritate, ev. Sahlungserleichterg., liefert Domke, Berlin 9. Schließfach 124. Küchen in feinster Ausführung Entzückende Bauern- Küchen komplett 85 M. Moderne Anrichte Küchen komplett 125 M. 135.- 145.- 170.Große Umbau- Küche, 190 cm breit, komplett. 175 M. Eleg. Anrichte- Küche, schwere Ausführung, komplett 198 M. Küchen in größter Auswahl, einfachste bis feinste, zu sehr billigen Preisen. Sehenswerte Ausstel ung. Küchenmöbelfabrik BEROLINA Kommandantenstr. 57. Bonbon/ Stangen/ Negerküsse Oster Artikel in großer Auswahl Paul Grindel, Dircksenstraße 47 nahe Bahnhof Börse. Ungewitter Kautabak seit 1815Bestes Erzeugnis wohlschmeckend bekömmlich ausgiebig folcher der nach der verschiedenen Lohnböhe stufenweise feftgeschte durch fchnittliche Tagesentgelt der Raffenmit glieder bis 9. M. für den Kalender. tag. Sur Feftfezung des Grundlohnes werden die Kaffenmitglieder in folgende Lohnstufen eingeteilt: Stufe 1 Io n Tagesentgelt bis 1,50 M. Grund. einschließl der ohne Entgelt beschäftigten Lehrlinge 1,20 m. 2 Tagesentgelt n. 1,51-2,50 9. 2,-8 " " N 2,51-3,50 3, 3,51-4.50 4. " P " 19 " 4,51-5,50 " " 5,51-6,50 6." 6,51-7,50 7, " 39 7,51-8,50 8, " 9, über 8,50 M. § 15, Abf. 6, Yekter Gak erhält die Fassung: Der Grundlohn darf 9 Mark nicht übersteigen. Sm übrigen verweisen wir auf das den Serren Arbeitgebern zugegangene Rundschreiben. 110/9 Der Vorstand ber Ortskrankenkaffe der Klempner zn Berlin Hermann Ziegler, Borfigender. Betriebskrankenkasse der Stadt Berlin Laut Vorstandsbeschluß vom 23. März 1925 ist für freiwillige Mitglieder, LehrTinge u. ä. Bersicherungspflichtige ohne Arbeitsverdienst mit Wirkung vont 1. April 1925 ein 9 stufiges Lohnstufeninitem mit einem Höchftgrundlohn von 9 Mart festgefegt worden. 110/ S Auf die zu gemährenben höheren Raffenleistungen besteht vom 27. April 1925 ab Anfpruch. Berlin, den 27. März 1925. Der Barand. Bernhard Schwartz Schlafzimm. Berlin Wallstr. 13 Untergrdb. Spittelmarkt Ausgang Grünstrasse Besonders Eiche, 180 cm br., Ankleideschrank m. Facett.- Spiegel, 2 Betten mit Spiralböden, 2 Auflagen, 2 Nachttische mit Marmor, 1 Waschtoilette mit Marmor u. Spiegel au'satz, 2 Stühle 550 Mark günstiges Osterangebot Dessin Möbel P Gardinenstoff farbig gestreift 75 Etam- Garnitur bunt 3 teilig 590 Madras- Garnitur dunkelgrundig 1750 Full- Garnitur gewebt 3teilig 425 Full- Stores gewebt 390 Etam- Stores mit Handfiletries 79° Restposten von Gardinen- Meterware und Dekorationsstoffen, sowie einzelne Garnituren und Stores weit unter Anschaffungspreis eppichhaus Hundert Potsdamer Str. 100 Hausnummer 100 zwischen Hochbahnhof Bülowstraße und Kurfürstenstraße. Sonder- Angebot Pa. 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Freie Turnerschaft Neukölln- Britz Allen Turn- und Sportfreunden bie traurige Rachricht, daß uns unsere liebe Surngenoffin Charlotte Wagner ( 21 Jahre) ant 26 März durch den Tod entrissen wurde. Beerdigung Montag, 30. März, nachm. 4 Uhr, auf dem Kirchhof Rubower Str. Um rege Beteiligung erlucht Der Borstand. 3. A: Rosenbaum. Für die vielen Beweise herzlichez Tenahme bei der Beerdigung unferes lieben Bruders, Onkels und Schwagers Wilhelm Baltrusch fagen mit allen Freunden und Betannten, den Kollegen des ,, Lokal- Anzeigers", der Reichsdruderei, Mittler u. Sohn, Borchert und dem Gauvorstand sowie Herrn Bastor Franke für die trostreichen Worte om Sarge des teuren Enischlafe nen unseren besten Dant. Die trauernden Geschwister Unserem Genoffent Karl Liebelt und Frau die herzlichsten Glüdwünsche zur Hochzeit! Die Parteigenoffinnen u Genossen der 140. Abteilung Zeugen gesucht! 7476 die den am 6. Mai 1924 um 5 1hr nachmittags in ber Staliger Straße, nähe Hochbahnho, Oranienstr., stattgehabten Autounfall, bei dem eine Frau überfahren murde. beobachtet haben. Rachricht erbeten unter R. 42 an die Haupterpedition des Vorwärts". Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Südenbezirle( 8-10). Die Bertrauensleutetonferenz findet am 1 April nicht wie sonst im Gemertfchaftshaus, fondern diesmal in Ewalds Festfälen", Staliger Straße 126, ftatt. Der Kollege Lint, Arbeiterjekretär der Gemertschaftsiommission. hält einen Bor trag über: Unfallverhütung und Unfallperficherung. Es ist Blicht jedes einzelnen, bestimmi and pünktlich zu erscheinen. Dis Deisverwaltung. Auf Teilzahlung Möbel zur Ergänzung Sofas, Ruhebetten, Schränke, Vertikos, Bettstellen, Matratzen Waschkommoden, Flurgarderoben, Metallbettstellen Glogau Möbel- Spezialhaus Kottbuser Str. 28 direkt an der Hombahn Für den Schulbeginn! 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Die großen Unternehmerverbände gehen in ihrem Haß gegen die Arbeiterbewegung und ihre Forderunsen so weit, daß sie selbst die einfachsten Voraussetzungen des Wirtschaftens", die Wedung und Befriedigung der Nachfrage nicht sehen wollen. Daher ihre reaktionäre, gegen die Massen ge= richtete Steuerpolitik; daher auch die Schuzzollpolitik, die eine weitere Schwächung der Kauffähigkeit der großen Bolts massen bringen muß; daher das monopolistische Streben der Herrschaft über den Markt, anstatt des Willens, dem Markt zu dienen, ihn zu erschließen; daher die Verweigerung einer Aufwertung nach den Grundsätzen sozialer Gerechtigkeit. zelnen Werte nach dem Grundsatz der Rentabilitätsmöglichkeit eingesetzt. Dieser Wert ist natürlich erheblich niedriger als der wirkliche. Die Substanz ist vorhanden, ja sogar verbessert worden. Wenn aus der Tatsache, daß die Deutschen Werke vielfach im Wettbewerb mit niedrigeren Angeboten als die Privatindustrie auf den Markt getommen ist, was natürlich ihr gutes Recht ist, der Schluß gezogen iwerden soll, daß in den Deutschen Werken die kaufmännische Kallulation fehlt, weil sie mit Zuschüssen arbeitet, so ist das irreführend. Die Deutschen Werle kalkulieren ebenso wie die Privatindustrie haarscharf. Die Verwaltungsanträge, die mir ja schon behandelt haben, gelangten ohne Debatte zur Annahme. Aus dem internationalen Glühlampentrust. Der zu Anfang dieses Jahres erfolgte Zusammenschluß der internationalen Glühlampenindustrie ist inzwischen zu einer lüdenlosen Organisation ausgebaut worden, an der die Glühlampenhersteller der ganzen Welt beteiligt sind. Der 3wed des Zusammenschlusses ist der Austausch sämtlicher Erfahrungen in der Fabrikation, der gegenseitige Erwerb von Patenten und die Regelung und Erleichterung des Wettbewerbs. Zur Wahrnehmung der gemeinsamen Intereffen ist unter Beteiligung der gefamten Weltindustrie die Phoebus Att. Ges. in Genf gegründet, die nicht dem Zweck eigenen Erwerbes dient, sondern nur eine Berwaltungsstelle der zusammengeschlossenen Fabriken sein foll. Die Phoebus vermittelt den Austausch der Fabrikations methoden und den Erwerb der Patente. Zur Veräußerung der ers worbenen Patente ist jede Mitgliedsfabrik auf Verlangen einer anderen verpflichtet. Borsigender des Verwaltungsrates der Phoebus ist Dr. Meinhardt( von der Osram Gef); außer der Osram find jetzt auch die anderen in Betracht kommenden deutschen Unternehmungen der Konvention angeschlossen, nämlich die Berg mann Elektrizitätsmert e, die Jul. Bintsch Att.- Ges. und die Radium Aft.- Ges. in Wipperfürth. Mitglieder sind ferner: der amerikanische Glühlampentruſt, d. i. die International General Electric Co., die ihren Verwaltungssig übrigens in. Baris hat, die holländischen Firmen unter Führung von Philipps, die gesamte französische Industrie unter Führung der Compagnie des Lampes, fomie die englischen, skandinavischen, italienischen, japanischen Fabriken usw. Alle Fabriken, die Bedeutung haben, gehören der Konvention an. Rechtsblodpolitit ist Kampf gegen die Arbei terschaft. Dieser Kampf, den man unter der verschwommenen Parole Nieder mit dem Marrismus“ führt, ist getragen von dem zynischen Willen, die Aktionsfraft der Arbeiterorgani fationen zu zerstören, um die Arbeitskraft zum Spielball der Profitlaune des fapitalistischen Unternehmertums machen zu sonnen. 3erschlagung der Gewerkschaften, Zerstörung aller Einrichtungen, die eine gemeinwirtschaftliche Kontrolle der Produktion und Preise ermöglichen fönnten das sind die Ziele! Was die Arbeiterschaft 3. B. auf dem Gebiete des Genossenschaftswesens geleistet hat, würde durch eine den Verbrauchern feindliche Gesetz gebung ebenso zerstört werden, wie man jetzt die Deutschen Werke" in denjenigen Teilen, mit denen sie der Perivatindustrie eine ernst hafte Konkurrenz macht, dem Privatfapital auszuliefern sucht. Die Eisenbahnen sind internationalisiert ein Erfolg jener Auf die Preisbildung für die Fabritate und auf den Propaganda der Schwerindustriellen und Jarres- Freunde, sonstigen Geschäftsbetrieb ihrer Mitglieder soll die Organisation die vor menigen Jahren die müſteſte Heze gegen die Reichsbahn entsteinen Einfluß nehmen; sie will die Aussichten des Wettbe faltet und ihre Privatisierung gefordert haben. Jene nationalen" merbs für jedes Mitglied gleichartig gestalten, und namentlich den Kreise maren es, die hier das Unterpfand für Reparationszahlungen Lichtkonsum durch alle Mittel der Propaganda anregen. Die schfen und jetzt ihre Stellung im Aufsichtsrat der Reichsbahn dazu Internationale Glühlampentonvention ist ihrer Art und Ausdehnung ausnutzen, um die 2ohnforderungen der Arbeiterschaft zu Interessen einer Beltindustrie, wobei besonders ins Gewicht sowie ihrer Zweckbestimmung nach eine Auswirkung der gemeinsamen fällt, daß die Anregung zu dem Zusammenschluß von deutscher Seite ausgegangen ist. Allerdings sind gewisse Ansätze zu der jetzt zustande gekommenen Organisation schon früher vorhanden gemesen; namentlich bestand u. a. eine direkte Interessenahme der amerikanischen Industrie an englischen und französischen Firmen. Der jetzt vollendete Alisbau des internationaler Aufkommens und die Errichtung einer gemeinsamen Berwaltungsstelle, nämlich der Phoebus Att.- Gef. in Genf, gehen aber über die früheren Bindungen innerhalb der Industrie meit hinaus. bekämpfen! Ungeheuer viel hat die Arbeiterschaft gerade auf wirtschaftlichem Gebiete zu verlieren, wenn der reaktionäre Kurs noch verstärkt werden sollte. Der Kampf um die Präsidentschaft ist der Kampf um eine wichtige und gar nicht zu unterschätzende Machtposition. Daher: Gegen die Reaktion für Otto Braun! Privatindustrie gegen Deutsche Werke. Die Deutschen Berke hielten Freitag ihre Generalver fammlung ab. Der Vorfigende des Aufsichtsrats, Reichsminister a. D. Albert, benutzte in der Generalversammlung die Gelegenheit, um die in der Presse sehr scharf fritifierte Produktions- und Finanzumstellung des Unternehmens zu begründen und zu rechtfertigen. Er führte aus, daß das Reich mit Rücksicht auf das Automobilprogramm der Deutschen Werte die Mittel für die Weiterführung der Produktion vermeigerte, so daß der Verwaltung nichts anderes übrig blieb, als durch Abstoßen unrentabler Betriebe und dadurch, daß der Bersuch gemacht werden soll, das Privatfapital zur Mitwirkung heranzu ziehen, die Betriebsmittel fich zu beschaffen. Das Kern stud des Unternehmens ist das Automobilprogramm. Die scharfe Befehdung der Werte von seiten der Privatindustrie dürfte jetzt inildere Formen annehmen, nachdem auch in der Privatindustrie die Erkenntnis durchgedrungen ist, daß die Zukunft der Automobil industrie in der Herstellung des fleinen Automobils nach amerikanismem Muster und in der Anwendung amerikanischer Arbeitsmethoden liegt. Die heftige Pressefehbe hat große Werte des Unternehmens zerstört. Die Berwaltung hofft, daß jeßt Ruhe einkehrt, so daß cine ungestörte Entwicklung des Unternehmens möglich ist. Wenn es sich auch nicht lohnt, sich mit gewissen Presseerzeugnissen zu be fmäftigen, sei doch die Kritik der Presse schon einer Erwiderung wert. Es sei ein Geburtsfehler des Unternehmens gewesen, daß es nicht mit den nötigen Betriebsmitteln ausgestattet wurde. Zwar erhielt es etwa 80 Millionen Goldmart, doch mußte es 65 Millionen dem Reiche als Kaufpreis für Einrichtung, Waren usw. zurückerstatten. Bei der Bewertung der Waren, welche den Deutschen Werfen überlassen wurden, darf man nicht vergessen, daß es sich um Kriegs. handelt, aber noch damit ist die Qualität gekennzeichnet nicht einmal um die wertvollste; denn diese wurde durch das Reichs: verwertungsamt vermertet. Man hat darauf hingewiesen, daß es doch der privaten Rüstungsindustrie gelungen sei, sich schnell und erfolgreich unzustellen. Dabei ist aber eins vergessen worden, nämlich die Tatsache, daß die private Rüstungsindustrie aus ihren überreichen Verdiensten während der Kriegszeit sehr erhebliche Mittel als Reserven in die Nachkriegszeit mit hinübergenommen hat und daß ihnen eine fertige laufmännische Organisation in ihren Betrieben zur Verfügung steht. Nach dem Versailler Vertrag hätte Die gesamte Rüstungsindustrie zerstört werden müssen, und es war ein Entgegenkommen der Entente, daß sie die Umstellung gestaltete, und daß sie sich mit einer Kontrolle der umgestellten Betriebe be= gnügte, die natürlich für die Arbeiter der Deutschen Werke sehr hemmend ist, schon der Vorwurf des Verbrauchs der Substanz, der aus der Reichsmarferöffnungsbilanz hervorzugehen scheint, ist rollig unbegründet. Bet der Reichsmarferöffnungsbilanz werden die ein= maren Herr en und Damen Stoffe H.& J. Friedlaender Spandauer Straße 23, Rathausstraße 1 Erprobte Qualitäten à 5, 6, 8, 11, 12, 14, 16 Mk., pro Meter Beste deutsche, echtengüsche Fabrikate. Berlins größte Schaufenster der Branche! Preußen gegen Kreditmißwirtschaft der öffentlichen>>>> Bersicherungen. Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte ftellt infolge eines Beschlusses des Direktoriums größere I ang fristige Kredite nur gegen erststellige hypothetarische Sicherungen zur Verfügung. In einer Kleinen Anfrage eines preußischen Landtagsabgeordneten wurde hierzu ausgeführt, daß die grundsägliche Bereitwilligkeit der Reichsversicherungsanstalt zur Her gabe von Krediten an Gemeinden für Zwecke des Wohnungsbaues an der prinzipiellen Forderung des hypothefarisch gesicherten Pfandes scheiterte. In seiner Erwiderung schließt sich der Preußische Minister des Innern namens der Staatsregierung dem Bedauern an, daß die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte ebenso übrigens mie auch andere zur Versorgung des Kommunalkredits bestimmte Anftalten die Hergabe von Kredit an Gemeinden und Gemeindeverbände selbst bei Einschaltung der Landesbanken von der Forderung einer dinglichen, insbesondere hypothefarischen Sicherheit abhängig macht; der Minister teilt meiter mit, daß die Staatsregie charakters höchst unerwünschten Pragis wiederholt Schritte rung zur Beseitigung dieser troh ihres offenfundigen Uebergangs= getan hat. Wie vernünffig Unternehmer reden fönnen! Natürlich nur, menn ihnen Bernunft aufgezwungen mird. Das zeigt in einem flaffischen Beispiel der Spizenartikel der„ Bergwertszeitung vom 27. März. Dort führt der freiherrliche Dr. M. v. Bissing aus, daß die Transfermaßnahmen des Generalagenten für die Reparationszahlungen eine dauernde Beunruhigung des inländischen Kapitalmarkts und der deutschen Wirtschaft zur Folge haben müssen, wenn die 2% Milliardenleistungen ab 1928 tatsäch lich von Deutschland gezahlt werden. Es fann hier dahingestellt bleiben, inwieweit das richtig ist. Erstaunlich sind aber die Erkenntnisse, die Herr v. Bissing in dem Blatt der Schwerindustrie Prisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittse.kaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels per Zentner frei, Haus Berlin. Gerstengraupen, lose. 19,50- 24,75 Gerstengrütze, lose. 19,75-21,00 Haferflocken, lose 20,50- 21,00 Hafergrütze, lose.. 22,25-23,00 Roggenmehl 0/1.... 18,50- 20,00 Hartgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Weizengrieẞ Bohnen, weiße, erl Langbohnen. handverl. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni, Hartgrieß. Mehlnudeln. Eiernudeln Bruchreis Rangoon Reis 22,25-24,75 25,50 27,75 19,00-21,00 21,25-28,00 17,00- 22,00 20,00-21,50 27,00- 32,00 18,00-23,50 30,25-43,00 44,00-52,00 20,50-23,75 46,00- 58,50 25,50- 30,00 44,25-71,50 15,00-15,75 17,75-18,75 Tafelreis, glasi. Patna. 24,50-32,00 Tafelreis, Java. 32,75-39,75 Ringäpfel, amerik. 74.50- 79,00 Getr. Pilaumen 90/100 33,00- 40, 0 Pflaumen, entsteint.. 74,00-78,00 Cal. Pflaumen 40/50. 60,00-63,00 Rosineni Kist., Candia. 60,00- 72,00 Sultaninen Caraburnu. 70,00- 86,00 Korinthen, choice 49,00-68,00 Mandeln, süße Bari 195,00--207,00 Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer . 193,00--205,00 100,00-105,00 44,00- 47,00 Schwrz Pfeffer Singap. 95,00-105,00 Weißer Pfeffer. Rohkaffee Brasil 148,00-160,00 215,00-230,00 Rohkaffee Zentralam 240,00-315,00 Röstkaffee Brasil.. 270,00-310,00 Röstkaffe Zenetralam. 330,00-400,00 Röst etreide lose 21,00-23,00 Kakao, fettarm. 55,00-96,00 Kakao, leicht. entölt.. 100,00-120,00 Tee, Souchon, gepackt 380,00-405,00 Tee, indischer, gepackt 420,00-475,00 Inlandszucker bas mel. 31,50- 33,75 Inlandszucker Raffina. 32,50- 35,25 Zucker Würfel. 35,00-39,25 Kunsthonig 33,00-34,00 Zuckersirup hell i. Eim. 31,00-36,75 Speisesirup dunk.i.Eim 25,50- 28,00 Marmelade Einfr. Erdb. 84,00- 96,00 Marmelade Vierfrucht 35,00 40,00 Pflaumenmusi. Eimern 37,00- 52.00 Steinsalz, in Säcken 3,103,60 3,70-4,20 4,40-5,60 5,20- 5,80 Sonntag, 29. März 1925 vertreten darf, und die in diesem Blatt zu finden, aufs stärkste überrascht. Herr v. Bissing verbreitet sich nämlich über die Gefahren eines überreizten" Erports( natürlich nur als Folge der Reparationsleistungen) und meint, daß die dauernde Ausfuhr und. Produktionskosten( Dumping) auf das Kapital der deutschen Wirtschaft dieselbe zerstörende Wirkung ausüben würden, wie eine Inflation. In Inflationszeiten hätte man sich zu Tode verdient, jetzt aber produziere man sich zu Tode. Der überreizte Export gehe auf Kosten der Versorgung unseres Inlandsmarktes mit der Folge, daß die Fertigprodukte auf dem innerdeutschen Markt eine erhebliche Preissteigerung erleiden müßten. Dieser Berteuerung der Fertigprodukte stehe auf der an deren Seite eine dauernd sinkende Kaufkraft der Konsumenten gegen itber. Wenn man so etwas in dem führenden Blatt der Schmerindustrie zu lesen bekommt, dessen Haupttema die Schutzzollpropaganda ist, so faßt man sich zunächst an den Kopf. Diesen Thesen. gegen die Ueberreizung des Exports feh Itnämlich nur die Schlußfolgerung, daß der Export feinesfalls auf Kosten des Inlandsmarttes forciert werden dürfe, um ein Piadoyer gegen industrielle Schußzölle zu sein. Die Schwerinduſtrie weiß also um die Gefahren eines auf Kosten des Inlandsmarktes forcierten Exportes sehr genau Bescheid, sobald es ihren Interessen zu dienen scheint. Es ist nur schade, daß sie ihre Weisheit immer just dann vergessen hat, wenn sie der Volkswirtschaft einen Dienst damit leisten könnte. rechnete Großhandelsinderziffer des Statistischen Großhandelspreife. Die auf den Stichtag des 25. März be Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 18. März( 133,2) um 0,2 Proz. auf 132,9 zurüdgegangen. Niedriger lagen vor allem die Preise für Weizen, Gerste, Kartoffeln, Butter, Schmalz, Fleisch, Milch, einige Textilstoffe und Nichteisenmetalle sowie für Benzin. Höher lagen die Preise für Roggen, Hafer, Zuder, Sped, Baums wollgarn und Zinn. Von den Hauptgruppen haben die Lebensauf 139,1 oder um 0,2 Proz. nach gegeben. mittel bon 129,9 auf 129,6 und die Industrie stoffe von 139,4 Herabsetzung der Preise für Hausbrandsteinkohlen. Die Mits gliederversammlung der Ruhrkohle A.-G. befaßte sich mit der Er. ledigung laufender Angelegenheiten und ferner mit der Preis. frage. Es wurde eine Herabsetzung für eine Reihe von Sorten mit Wirkung vom 1. April ab beschlossen, und zwar handelt es sich in erster Linie um Sorten, die im Hausbrand Vers wendung finden. Die festgesetzten Preise sind Sommerpreise, wie sie das Syndikat auch früher gehabt hat. Erhöhung der Kalipreise. Der Reichsfalirat beschäftigte fich in seiner Sizung am 24. März mit dem Antrag des Deutschen Antrag des Synoitats ging dahin, die Preise vom 16. April ab um Kalisyndikats auf Erhöhung der Salipreise für das Inland. Der bereit erflärte, falls seinem Antrage entsprochen werden sollte, für durchschnittlich 5 Pro 3. zu erhöhen, wobei sich das Syndikat die Semmermonate weitgehende Rabatte und Kreditmöglichkeiten zu gewähren Der Reichstalirat beschloß dem Antrage des Syndikats entsprechend gegen die 4 Stimmen der Vertreter der Landwirtschaft. Stellungnahme des Herrn Reichswirtschaftsministers vor. Der Vertreter des Reichswirtschaftsministeriums behielt sich die Die Zunahme des Wechselverkehrs während der letzten Monate fonnte bereits an Hand von Großbankbilanzen festgestellt werden. Die Steuerstatistit ergibt nun, daß im Monat Februar zum ersten Male seit der Stabilisierung die Summe der angegebenen Wechsel den Durchschnitt des Jahres 1913 erreicht hat. In diesem Monat waren nämlich die Einnahmen aus dem Bechfelstempel etma viermal so groß wie im Monatsdurchschnitt 1913, Die Stempelgebühren haben sich gegen 1913 genau vervierfacht. Daraus geht hervor, daß im Februar ebensoviel Wechsel neu in den Verkehr gelangt sind wie in irgendeinem Borkriegsmonat- ein Zeichen der fortschreiten. den Ausbreitung des durch die Inflation vollkommen vernich Ein nicht unbeträchlicher Teil der teten Kreditverkehrs. neu heraustommenden Wechsel soll als Unterlage für Kredit ins Ausland gegangen sein. Amerikakredite für die Stinnes- Gruppe. Nachdem der Siemens Konzern einen großen Kredit in Amerika aufgenommen hat, hot jetzt auch die Montangruppe der Rhein Elbe Union, zu denen die Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft, der Deutsch- Lugemburgische Bergwerfs- und Hüttenverein und der Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation gehören, zunächst einen Banffre dit von 6 Millionen Dollar durch das Bankhaus Dillon Road u. Co. erhalten, der später durch eine langfristige 21 nleihe ersetzt werden soll. flation ist die Berger A.-G. gut hindurchgekommen. Ihre Arbeiten Julius Berger Tiefbau-.- G.. Berlin. Durch Krieg und Inim mestlichen Kriegsgebiet für die Heeresverwaltung und für die Nordsüdlinie der Berliner Hoch- und Untergrundbahn nach dem Kriege maren ein gutes Geschäft. Bei sehr vorsichtiger Bewertung der Anlagen fonnte sie in der Golderöffnungsbilanz ihr Aftienfapital auf 3,5 Millionen( 1913: 4 Mill.) feststellen. Das erste Ge schäftsjahr nach der Goldbilanz schließt mit einem großen Gewinn ab; auf 3,5 mill. Kapital ein Reingewinn von 1,3 mill. Mr. Das find fast 40 Proz. Bom Reingewinn sollen 551000 Mt. zu 26dafür in Betracht kommen und in der Goldbilanz mit 2,2 Millionen schreibungen verwandt werden. Auf die Maschinen und Gerate, bie verzeichnet sind, macht das den hohen Abschreibungssatz von 20 Proz. Da die Berger- 2.- G. gewöhnlich alle zu den einzelnen Bauten er forderlichen Maschinen und Geräte während der Bauzeit vollständig abschreibt, stedt in der Abschreibungsmethode eine systematische Bildung von stillen Reserven. Auf die Aktien, die im Verhältnis einen sehr hohen Kurs haben, zuletzt 141 Broz., perteilt die Gesellschaft 15 Proz. Dividende. An Tantiemen für den Aufsichtsrat, den Borstand und die leitenden Beamten werden 203 000 Mart verteilt, das sind auf den Kopf gute 10 000 Mt. Die Gesellfchaft hat 1924 den 4,2 Kilometer langen, zweigleisigen Tettutunnel bei Kronstadt und einen Teil der Eisenbahnneubauftrecke Angora Sivas in Auftrag bekommen und steht vor dem Abschluß neuer Millionengeschäfte. Fusion Deutsche Bank- Siegener Bauf. Die Deutsche Bank hat dem Vorschlag des Aufsichtsrats der Siegener Bant zugestimmt, die Siegener Bant mit der Deutschen Bank zu verschmelzen. Die Aktionäre der Siegener Bant erhalten im Austausch Aktien der Deutschen Bank. Damit tritt an Stelle der seit 1903 bereits be stehenden Interessengemeinschaft die volle Verschmelzung der beiden Banken. Die Siegener Bank ist eine Lokalbant mit einem AktienBratenschmalz i Tiers. 90,00-91,00 fapital von 800 000 Rentenmart. Siedesalz in Säcken 91,00- 92,10 89,50- 91,75 90, 0-92,00 65,00-66,10 Bratenschmalz i. Kübl. Purelard in Tierces. Purelard in Kisten... Speisetalg in Packung Speisetalg in Kübeln Margarine, Handelsm. I 66,00 desgl. II. 60,00-63,0 Margarine, Spezialm. I 80,00- 84 00 desgl. II. 69,00-71,00 Molkereibutterli. Fäss. 210,00-214,00 Molkereibutter, i. Pck 217,00-222,00 Molkereibutter Ila i. Fs. 197,00-2 2,00 Molkereibutter, i.Pck. 202,00-207,00 Auslandbutter in Fässr 214,00-220,00 Corned beef12/ 6 lbs p. K. 38,00-41,00 Ausl.Speck, geräuchert 95,00-101,00 Quadratkäse. 26,00-35,00 Tilsiter Käse, vollfett. 120,00-133,00 Echter Emmenthaler 165,00-175,00 Echter Edamer 40% 200 Ausl ungezucker. Condensmilch 48/16 Inl. gez.Condz-M.48/ 14 120,00-123,00 80,00-83,00 20,00-22,50 2,00- 25,0 Pfarrer Heumanns Heilmittel stets auch vorrätig im Alleindepot: Zions- Apotheke Homöopath. Zentral- Officin Berlin N. 31, Ankiamer Straße 39/40, an der Ecke Brunnenstr., 5 Min v. Rosen hal. Tor. Tel. Amt Humboldt 1022. Adler- Apotheke ( Paul und W. Sadée), Berlin- Friedenau, Rheinstr. 16. Tel.: Rheingau 2029, Friedrich Wilhelm Apotheke. Apotheker Georg Seelenbinder, Charlottenburg 2. Leibnizstraße 106. lelephon 121, Saiweizer- Apotheke. Apotheker Max Riedel. Berlin W8, Friedrichstr.173. 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März, 7 1hr, Sigung des Preis bildungsausschusses bei Reim, Urbanitr. 29. Bücherausgabe, RartenDie eingesammelten Bücherfrestarten find mit. ausgabe, Abrechnung. zubringen. 9. Kreis Wilmersdorf. Dienstag, den 31. März, abends 8 Uhr, erweiterte Kreisvorstandssigung bei Kroiß, Solsteinische Str. 60. Erscheinen Pflicht. Borbestellungen zu Fauft am Rarfreitag bei Charm, Auguftaftr. 6. 11. Areis Schöneberg- Friebenan. ie in den Abteilungen überzähligen Räfte melden sich im Rentralwahllobal Mill, Martin- Luther- Str. 69. 14. Kreis Rentälln. Freie Schulgemeinde! Dienstag, den 31: März, 7% Uhr, Turnhalle bes Raiser- Friedrich- Realgymnafiums, Bortrag mit Bor führungen des Genoffen Reichert: Spiel und Sport Einst und jest." Gesinnungsfreunde millkommen. 19. Areis Pantom. Montag, den 30. März, 6% Uhr, Funktionärfigung mit ben Bürgerbeputierten im Rathaus Bankom. Heute, Sonntag, den 29. März: 1. Abt. Gastwirtsgehilfen. Alle dienstfreien Gastmirisgehilfen müssen heute Don 9 Uhr ab im Lotal Stammer, Neue Promenade, als Bahlhelfer tätig fein. 4. Abt. Die Wahlhelfer treffen fich vorm. 8 Uhr bei Lötschert, Neue Friedrich ftraße 108. 10. bt. Alle Genoffen, bie noch nicht zur Wahlarbeit eingeteilt find, treffen fi non vormittags 8 Uhr ab bei Trümper, Flensburger Str. 3. 14. Abt. Wahllokal Bogen, Graun-, Ede Gleimstraße. 23. Abt. Alle Genoffen, die nicht eingeteilt find, treffen fich vormittags 49 Uhr bei Lemandomsti, Geeftr. 104. 34. Abt. Genoffen, die zur Wahlarbeit noch nicht eingeteilt finb, treffen fich bei Müde, Warschauer Str. 17. 35. bt. Die Genoffen treffen fich zur Wahlhilfe vorm. 8 Uhr bei Steumann, Samariterftr. 12. Dort werden abends die Wakefultate burch Rundfunt bekanntgegeben. 37. Abt. Wahllofal Pfeiffer, Sausburgstr. 2. Treffpunkt dort vormittags 8 Uhr. Charlottenburg. 53. Abt. Die Genoffen treffen fich im Schlepplokal Richter, Buttenstr. 24.- 57. Abt. Wahlarbeit ab vormittags 8 Uhr. 1. Gruppe bei Rapzinsti, Rrumme Str. 47; 2. Gruppe bei Thunad, Wielandstr. 4. 70. Abt. Bilmersdorf. Alle zur Wahlarbeit noch nicht eingeteilten Genoffen treffen fich vormittags 9 Uhr bei Rroiß, Solsteinische Str. 60. 95. Abt. Neukölln. Bormittags 10 Uhr treffen fich die Genossen und Ge noffinnen zur Wahlhilfe im Abteilungswahlbureau Sürtler, Brinz Sandjern- Straße 34. 106. Abt. Johannisthal. Die Genoffen werden ersucht, fich in folgenden Lo Balen zur Wahlarbeit einzufinden: Schreiner, Friedrichstr. 6, und Botha, Stubenrauchstraße. 119. Abt. bhtenberg. Abteilungsmahlbureau bei Mene, Rittergut, Ede Möllendorfstraße. Die Genoffen finden sich dort zur Wahlhilfe ein. Morgen, Montag, den 30. März: Jungfozialisten Mitte. Alle Mitglieder beteiligen fich am Chor der Arbeiter jugend. Die Gruppenabende sind jekt Freitags in der Gemeindeschule Gipsstraße 23a. Frauenveranstaltungen am Montag, den 30. März: 32./34. Abt. 7% Uhr bei Rofin, Gubener Str. 19, Vortrag des Genoffen Busch über Maffe Mensch"( von Toller). 250 Logal berborragend -Tabletten bewährt bei: Hexenschuß, Gicht, Rheuma, Nerven- und Ischias, Kopfschmerzen Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Barniäure aus. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken erhältlich. Best. 126% Lith, 0.45% Chinin, 74,3% Acid acet. salic., ad 100 Amylum. 38. 6. Brig. 7 Uhr, Jugendheim, Rathaus, Chouffeeftr. 48, 2. Bortrags abend bes Genoffen Bachamial über: ,, Erlebte und erlauschte Geschichte aus dem Leben." Gäfte willkommen. 101. 96t. Treptam. 7½ Uhr bei Dettinger, Riefholaftr. 34/35, Bortrag der Genoffin Todenhagen: Kultureinrichtungen der Partei." 102. Abt. Baumschulenweg. 7½ Uhr im Lokal Sak, Baumschulenstraße 72, Seiterer Abend". Referent: Genoffe Maret. 139. b. Tegel. 7% Uhr Jugendheim Bahnhofstr. 15, Bortrag des Genoffer Schreiber über: Seguelle Aufklärung des Rindes." Uebermorgen, Dienstag, den 31. März: 132. Abt. Blankenburg. 8 Uhr Elternverfammlung Christstraße. Thema: .Schulfrage." Referent: Genoffe Sennide. Frauenveranstaltung am Dienstag, den 31. März: 140. Abt. Borfigmalbe. 7 Uhr im Zobal Woitfchach, Ernststr. 1. Bortrag der Genoffin Kreffe: Bas erwarten die Frauen von der Sozialdemokratie?" " Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 8. Abt. Der Bezirksführer Genoffe Gufton Gör3( 38. Bezirk) ift cer storben. Einäscherung Dienstag nachmittag 4% Uhr im Arematorium Wilmersdorf. 13. bt. Am 26. März verstarb Genoffin Anna Laufd. Einäscherung Montag abenh 6 Uhr in der Gerichtstraße. 90. st. Renkölln. Genoffin Minna Raich, Fuldaftr. 13, ist am 25. März verstorben. Beerdigung Montag vormittag 11 Uhr auf dem Gemeindefriedhof Mariendorfer Weg. Jugendveranstaltungen. Alle Sänger unb Mufiler beteiligen fich regelmäßig an ben Broben aur Frühlingsfeier jeben Montag im Jugendheim Lindenstraße. * le Jugenbgenoffen ellen fich zur Wahlarbeit ben zuständigen Vortei abteilungen aur Berfügung. Heute, Sonntag, den 29. März: Fallenberg- Mt- Glienide: Führung durch Alt- Berlin. Treffpunkt 48 hr am Bahnhof Grünau. Beißensee: Jugendheim Rölde, Ede Charlotten burger Straße, Frühlings- Feier. Sichterfelde: Jugendheim Albrechtstraße, Sans- Reimann- Abend. Marienborf: Alte Schule, Dorfstr. 7, Schulent Taffungs- Feier( abends 6 Uhr). Friebrichshagen: Jugendheim Scharnweber Straße 105, Sermann- ins- Abend. Submeft: 8 Uhr Bahlhilfe bei Bucht, Binbenftr. 2. Werbebezirk Arensberg. Der Busch- Abend fält aus; das Heim bleibt gefchloffen. Die Genoffen begeben fich in die Barteilotale und vertreiben Rarten aur Frühlingsfeier. Berbebezirk Neuföln: Seimabend im Heim Schierkeftraße. Morgen, Montag, den 30. März, abends 7% Uhr: Montag, den 80. März, abends T½ Uhr, in der Aula des Friedrich Bilhelm- Gymnafiums, Rochftr. 18, allgemeine Funktionärtonferenz. Auch intereffierte Mitglieber haben Zutritt. Norben: Schule Buttbufer Str. 3, Bortrag: ,, Republikanische Behrmacht." Friedenau: Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Aussprache: Unsere Ofterfahrt." Frete Sochschule. Mittwoch, 1. April, 8 Uhr, Sophienfiule, Beinmeisterfiraße 16/17, Bersammlung. Referent: Dr. med., jut., phil., dent. Sammer. Sonntag, den Männerchor Friedenau- Steglig( M. d. D. S.-B.). 29. März, abends 6% Uhr, im Realgymnafuum Friedenau, Schwalbacher, Ede Somuthstraße, BoIfslieber Abend. Mitwirkende: Frau Margarete Ballotte( Lieder zur Laute), Frauendhor, Männerchor, gemischter Chor. Ein tritt 1 Mart. Saalöffnung 5% Uhr. Sport. Rennen zu Strausberg am Sonnabend, den 28. März. 1. Rennen. 1. Benelope( S. Echuller), 2. Ben trovato( Mannchen), 3. Laon( Vastag). Koto: 17: 10. Dret liefen. 2. Rennen. 1. Gebeimbund( St. Ebler), 2. Kürasfier( Ringleib), 3. Soto( Mannchen). Zoto: 25: 10. Plas: 13, 82: 10. Ferner liefen: Bal d'Aran, Zwirn. 3. Rennen. 1. Maimond( Mannchen), 2. Stürmer II( Billi Heuer), 3. Rrkutsk( Derfchug). Toto: 17: 10. Plat: 11, 16: 10. Ferner liefen: Thche, Anarchist II, Vordas. 4. Rennen. 1. Stig me quid( Willi Heuer), 2. Ma. Berthe( Rug), 3. Nordsee( Franzfe). Zoto: 51: 10. Plaz: 21, 29, 17:10. Ferner liesen: Sambur, Dro, Felicia, Stotif, Diamand. 5. Rennen. 1. Dctavio( Dertel), 2. Baftionetta( Dippelt), 3. Fanch ( Regal). Zoto: 16:10. Plaz: 13, 28: 10. Ferner liefen: Popaa, Centrifugal. 6. Rennen. 1. Coeur d'Almee( Mesa), 2. Ben trovato( Mannchen), 3. Miameidr( Walter Heuer). Toto: 16:10. Drei liefen. Weffer für Berlin und Umgegend. Bolfig, aber zunehmend aufheiternb Noch fühl. Nur um Mittag etwas warmer. Für Deutschland. West- und Mitteldeutschland wollig, aufbeiternd, fühl. Dit und Süddeutschland an fangs noch iroden, dann wollig und aufheiternd fühl Geschäftliche Mitteilungen. Saben Sie das heutige Inferat der Firma Teppich- Busch, Spandaues Str. 32, fchon gelesen? Wenn nicht, tun Sie es bitte fofort Jit Ihnen nicht auch schon aufgefallen, daß tros des enormen Angebotes auf dem Tabakmartt immer wieder die Jofelti- Bigaretten Juno", Bera", Eljen" bevorzugt werden? Diese Marten find Boltsgemeingut gemorden, bletben in der Qualität immer gleich wie nor 30 Jahren und damit behaupten fie ihren Ruf. Das belanate Damenkonfektionsgeschäft Max Moscans, Bandsberger Str. 59, eine Treppe, am Weganderplag, bringt neue Frühjahrsmorden in außer ordentlich reichhaltiger Ausmahl. Roftime, Bollripsmäntel, Copercoat- Baletots, Gummimäntel, Tudymäntel ufm. find in jeder Preislage am Lager. Die noch Dorhandene Winterfonfettion ist um 25 Bros. herabgefeßt. Das fett zirka 30 Jahren im Ruhrgebiet beftehende Ronfettions- Haus Silberpfennig mit feinen vielen Niederlaffungen hat im Oktober n. 3. auch in Berlin R., Millerstr. 188( Untergrundbahnstation Reinidendorfer Straße), eine Fale errichtet. 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März, abends 8 Uhr, Mit aliederversammlung im Raffee Gärtner am Bahnhof Bellevue. Bortrag und Regelung michtiger Angelegenheiten. Kamerabschaft Webbing. Montag, den 30. März, abends 7% Uhr, Eurnabend Gotenburger Str. 2. Kamerabschaft Brenzlauer Berg, 8. 8ug. Montag, ben 30. März, abends 8 Uhr, Restaurant Legen Sie Wert auf gute und reelle Bedienung Benfent, Brenzlauer ee 289, Rufammenkunft. Ramerabſchaft Wilmers bori. Der nächste Kameradschaftsabend am Mittwoch, den 1. April, abends 7% Uhr, findet ftatt in Salenfee, Johann Georg- Straße, Flora- Sale( meißer Gaal). Kameradschaft Charlottenburg. Montag, den 30. März, abends 8 Uhr. eftausschuß und sämtliche Suaführer und Roffierer Wilhelmshof AUT Abrechnung Kamerabschaft Mitte. Dienstag, ben 31. März, abends 7 Uhr, Antreten ber gesamten Ramerabfchaft auf dem Neuen Martt. Bolts- Feuerbestattungs- Berein Groß- Berlin. Montag, ben 30. Mära, abends 7 Uhr, in der Schulaula Sagelberger Str. 34, Diftriftversammlung. Tagesordnung: Bericht non der Generalversammlung. Die neuen Beiträge. Bereinsmitteilungen. Erscheinen aller Mitglieder ist Bflicht. Anhänger der Feuerbestattung milliommen. ichels Qualitäten Baumwoll Marocain bedruckt, elegante Kleiderware, fesche 290 Muster, doppeltbreit.. Bastseide gestreift doppeltbrett Bastseide naturfarbig, hell and dunkel, doppeltbreit. Panama einfarbig, Seide mit Kunstseide, schwarz, weiß und alle mo dernen Farben, ca. 100 cm 360 Billi Marocain bedra, Halbseida, moderne Muster, doppeltbreit. Panama in sich gemust., Kunstseide, für Kleider and Kasacks, in vielen Farben, doppeltbreit 490 Tafft- Streifen Kleidermare, doppeltbreit weiche 650 750 moderne Farbstellungen. 850 650 Wollstoff- Karo reine 8.50 Wolle, in eleg. 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Juli 1922, da der Verband seine Entlassung bzw. Nicht wieder einstellung beim Thalia- Theater veranlaßt habe. Die Bestimmung des Tarifvertrages unter Biffer 5 verstoße gegen die guten Gitten und der Verband sei unter Berufung auf diese Bestim mung imfittlich verfahren. 44 Bereits im Jahre 1868 wurde in Hamburg die Arbeiterschaft ber Maler, Lackierer und Bergolder", der erste Zentralverband im Malergewerbe gegründet. Er erreichte nur eine Lebensdauer von sechs Jahren. Bis zu seiner Auflösung im Jahre 1874 hatte er es nicht über 800 Mitglieder gebracht. Mit Rücksicht auf den Krieg 1870/71 und die ihm folgende Gründerperiode steckt in dieser Ziffer für die damalige Zeit immerhin eine große Leistung. Der Organisationsgedanke war einmal geweckt, so daß drei Jahre später die Malergehilfen in Berlin, Bremen und Hamburg einen Aufruf zur Gründung eines neuen Zentralverbandes ergehen ließen. Mit dem Erfolg, daß im Mai 1878 ein Kongreß in Leipzig zustande fam, der die Errichtung eines Verbandes der deutschen Maler, Lackierer und Vergolder teschloß, mit dem Sig in Leipzig, Der Musiker Verband murde denn auch durch Urteil jedoch schon im November desselben Jahres auf Grund des Sozia der 24. Zivilkammer des Landgerichts I in Berlin vom 3. Ottolistengesetzes aufgelöst wurde. Nachdem eine„ mildere Bragis" in ber 1924 verurteilt, legte jedoch gegen dieses Urteil Berufung der Handhabnug des Ausnahmegesezes eingetreten war, gingen die ein. Die Sache kam vor das Kammergericht. Der 5. Zivil. Malergehilfen erneut an die Schaffung einer Organisation. Un fenat des Rammergerichts in Berlin hat nach der mündlichen VerWeihnachten 1884 kamen die Vertreter der Gehilfen aus 15 Städten handlung vom 4. Februar 1925 unter Mitwirkung des Senats. Weihnachten 1884 famen die Bertreter der Gehilfen aus 15 Städten präsidenten Dr. Koenig sowie der Kammergerichtsräte v. Wehren in Dresden zusammen und beschlossen, einen Berband der und Goas Maler und verwandten Berufsgenossen Deutschdie Klage auf Koffen des Klägers abgewiesen. lands mit dem Siz in Hamburg zu bilden. Diesem Verbande, Nach den Entscheidungsgründen hat der Senat ich der am 1. April 1885 feine Tätigkeit aufnahm, war eine bessere der Auffassung des Vorderrichters, daß die Bestimmung des§ 5 Lebensfähigkeit beschieden, sodaß er jetzt auf sein 40 jähriges Be- des Tarifvertrages michtig sei, weil sie gegen die guten Sitten verstehen zurückbliden fann. Der Beitrag war recht niedrig bemessen: froße und daß der beklagte Verband fich dem Kläger aus auf 30 Pf. in den sechs Sommermonaten und auf 10 Pf. in den§ 826 BGB. Schadenersatzpflichtig gemacht habe, weil er durch Berufung auf diese Tarifbestimmung die Erneuerung des Vertrages Wintermonaten. Die erste Jahreseinnahme betrug 2637 M., von des Klägers mit dem Thalia- Theater vereitelt habe, nicht an der jedoch noch ein Bestand von 986 m. erübrigt wurde. Viel ge zuschließen vermocht. Eine Nichtigkeit dieser Bestimmung aus leistet konnte dabei nicht werden. Im folgenden Jahre wurden§ 138 BGB. würde, wie das Landgericht zutreffend ausdann schon während acht Monaten 30 Pf. Beitrag erhoben und für führt, nur dann anzunehmen sein, wenn ihre Anwendung im die weiteren 4 Monate 15 Pf. monatlich. Die im Wirtschaftstampfe mit Rücksicht auf die dabei verwandten Mittel Statut vorgesehene„ Einrichtung einer an sich unfittlich erschiene oder wenn der dem Gegner zu Unterstützungstaffe für reisende Mitglieder mußte gestrichen werden, da das preußische gefügte nachteil so erheblich wäre, daß dessen wirt fchaftliche Vernichtung dadurch herbeigeführt würde, oder Bersicherungsgesetz vom Jahre 1852 eine solche Kaffe nicht zuließ. aber endlich, wenn der dem Gegner erwachsende Nachteil zu dem Ein Puttkamer stand damals an der Stelle, an der Severing erstrebten Borteile in feinem Berhältnis stände. Das augenblicklich noch steht, weshalb der Verbandsvorstand zur Ver- Landgericht hält die zweite und dritte Alternative deshalb für gemeidung polizeilicher Schikanen genötigt war, bei Lohnbewegungen geben, weil nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme der Kläger seinen Mitgliedern zu empfehlen, zur Abhaltung des Zuzuges nach frog ständiger Bemühungen geraume Zeit hindurch eine verdienst Streiforten jede als„ Aufwieglung" auszulegende Handlung zu verbringende Dauertätigkeit, die feiner Ausbildung entsprochen hätte, meiden. Das waren noch herrliche Zeiten" für die Gewerkschaften. nicht habe finden tönner Diefer Schlußfolgerung fann aber nicht beigetreten werden." Der Maler das Organ des Berbandes, der aus Anlaß Das Rammergericht hielt auf Grund eidlicher Aussagen für deffen 40jährigen Bestehens im Festgewande erschien, veröffentlicht erwiesen, daß der Kläger die Möglichkeit hatte, bei dieser Gelegenheit Dokumente aus vergangenen eine andere Stellung als Orchestermusiker zu finden, da eine Tagen. Zunächst eine Werkstätten Ordnung des Meister Anzahl von Bühnen trotz der tariflichen Bestimmung Nichtverbandsrerbandes vom Jahre 1877, worin die Arbeitszeit für die Weiß mitglieder anstellten, Musiker in den Caféhaus-, Kino- und Ballbinder von morgens 6 bis abends 6 Uhr festgesetzt war, auf orchester beschäftigt wurden, und schließlich von den etwa 6000 Berliner Musifern nur etwa der dritte Teil im Deutschen Musiker10 Stunden ohne Baufen, für die Lackierer- Werkstätten von morgens 6 bis 7 Uhr abends. Ein Verbot des„ Correspondent". Verband organisiert war. Es sei offensichtlich nur des Verbandsorgans, ist vom 19. September 1888 datiert und stützte sich auf§ 13 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Befirebungen der Sozialdemokratie. Verboten wurde allerdings nur die Nr. 18 des 3. Jahrgangs, nachdem bereits die Nr. 14 wegen ,, berhezzender Schreibweise" verboten war. Das dritte Dokument betrifft das sächsische Vereins Juwel", unter dem das Bolizeiamt Chemnih die Auflösung des Unterstützungsfonds der dortigen Mitglieder verfügt hatte. Für die jüngere Generation ist es überaus lehrreich, das bei solchen Anlässen gebotene Material zur Geschichte der Gewerkschaften zu beachten. Mit Recht sagt„ Der Maler":" Die schwere Arbeit war nicht umsonst gewesen," so wenig die weitere Arbeit erfolglos bleiben wird. Das Tarifvertragsrecht der Gewerkschaften. Abgewiesene Schadenersatzklage. " der großen Arbeitslosigkeit im Mufifergewerbe zuzuschreiben, mein der Kläger trotz seiner Bemühungen teine Beschäftigung fand. Er habe aber auch außerhalb eines Orchesters fich als Musiker betätigen können, ohne seinen Beruf verändern zu müssen. Der Fall liegt daher ganz anders als der vom Reichs gericht in der Entscheidung RG3. Bd. 104 S. 327 behandelte Fall des Schauspielers Abel, von dem das Reichsgericht ausdrücklich festgestellt hat, daß er mit Rücksicht auf die gleichlautende Bestim mung des§ 5 des Tarifvertrages zwischen dem Deutschen Bühnenverein und der Genossenschaft der deutschen Bühnenangehörigen nach seinem Ausscheiden aus der Genossenschaft sich in Deutsch land und Deutsch Desterreich nicht mehr seinem Berufe entsprechend hätte betätigen und sein Brot nur im Auslande sber aber unter Aufgabe seines Berufes als Schauspieler der Sprechbühne nur als Filmschauspieler hätte suchen müssen. = T Die in der dortigen Entscheidung für einen SchauspieIer aufgestellten Grundsäge fönnen daher aus den oben anZwischen dem Deutschen Musiker Verband und dem geführten Gründen auf einen Orchestermusiter teiDeutschen Bühnenverein wurde am 1. März 1920 ein Tanesfalls in gleicher Weise zur Anwendung gebracht rifabtommen getroffen, das unter Ziffer 5 bestimmte: Bom Tage des Beginns der Wirksamkeit dieses Tarifvertrages ab dürfen die Mitglieder des Deutschen Bühnenvereins nur mitglieder des Deutschen Musiker- Verbandes an ihren Bühnen anwerden. „ Es fann aber auch dem beklagten Verbande nicht zum Vorwurf gemacht werden, daß der von ihm erstrebte Borteil in feinem Verhältnis zu den wirtschaftlichen Nachteilen habe daß sein Vorgehen in Ansehung sei. BeSonntag, 29. März 1925 nicht für gegeben erachtet werden. Die Klage mußte deshalb in Abänderung des angefochtenen Urteils abgewiesen werden." ( 5. 11. 9809. 24/62.) Arbeitsversäumnis eines Abgeordneten. Ein Prozeß mit politischem Einschlag wurde vor der Kammer 11 die Firma Siemens Schudert, in deren Betrieb er als Maler des Gewerbegerichts Berlin verhandelt. Als Kläger gegen beschäftigt war und auch dem Betriebsrat angehört, trat der tom= munistische Landtagsabgeordnete Sellheim auf. Die Firma hat ihn entlassen, weil er ohne Urlaub drei Tage der Arbeit ferngeblieben war, um eine Vortragsreise auszuführen. Sellheim flagte auf Grund des§ 96 BRG. um Fortzahlung seines Lohnes. Es war also grundfäßlich die Frage zu entscheiden, ob der Kläger durch sein Fernbleiben von der Arbeit einen berechtigten Grund zur Entlassung gegeben hatte. Die Firma fagt, selbstverständlich gewähre sie dem Kläger ohne weiteres die Zeit zur Teilnahme an Plenar- und Kommissionsfizungen des Landtages. Aber darüber hinaus müsse er, wenn er Urlaub beanspruche, nachweisen, daß er die Urlaubszeit für feine Tätigkeit als Abgeordneter benötige. Für den vorliegenden Fall habe der Kläger nur ein Schreiben des Vorfizenden der Kommunistischen Landtagsfraktion, Bied, beigebracht, welches nichts weiter besage, als daß der Kläger im Auftrage der Fraktion eine Reise machen müsse. Das sei für die Firma tein Abgeordnetenpflichten getan sei. Gegen eine Reise des Klägers in hinreichen der Nachweis dafür, daß die Reise in Ausübung der feinen Wahlkreis würde nichts eingewandt worden sein. Aber er sei nach Hamburg gereist. In einer nichtpreußischen Stadt könne er doch feine Aufgabe als preußischer Landtagsabgeordneter zu erfüllen haben. Demgegenüber vertrat der Kläger den Standpunkt: Er sei nicht verpflichtet, bei der Firma um Urlaub für die Ausübung seiner Abgeordnetentätigkeit nach zu suchen, noch weniger fönne verlangt werden, daß er der Firma nachweise, er übe in der fraglichen Zeit eine Abgeordnetentätigkeit aus. Es genüge, wenn er der Firma mitteile, daß er in Ausübung seiner Abgeord netentätigkeit der Arbeit fernbleibe. 4 Das Gericht wies die Widerflage der Firma( fest zustellen, daß die Entlassung berechtigt sei) a b und verurteilte fie der Forderung des Klägers entsprechend, den nach; der Entlassung fällig gewordenen Lohn zu zahlen. Da eine Urteilsbegründung nicht verfündet wurde, so wissen wir nicht, ob sich das Gericht den unserer Meinung nach zutreffenden Standpunkt des Klägers zu eigen gemacht hat, daß er den Nachweis, er habe wegen seiner Abgeordnetentätigkeit die Arbeit versäumat, nicht zu führen verpflichtet sei, oder ob das Gericht diesen Nachweis durch das Schreiben des Frattionsvorsitzenden Pied als erbracht ansieht. Ohne Zweifel ist es doch so: Dem Abgeordneten, der angibt, daß er wegen Ausübung seines Mandats die Arbeit versäumt, muß Glauben geschenkt werden, folange die Firma nicht nachweisen kann, daß die Arbeit aus Gründen versäumt ist, die mit der Tätigkeit des Atgeordneten in feinem Zusammenhang stehen. Achtung, Tapezierer! Morgen, Montag, vormittags 11 Uhr, im Gemertfchaftshaus, Gaal 1, Verfammlung aller Vertrauensmänner. Erscheinen aller Bertrauensmänner ist Pflicht! Achtung, Buchdruder! Morgen, Montag, um 7 Uhr abends, finden in allen Bezirken. die bekanntgegebenen Versammlungen statt. Der angezeigten Borträge wegen wird um zahlreichen Besuch derfelben gebeten. Der Gauvorstand. Zentralveband ber Schuhmacher. Morgen, Monbag, nachm. 5% Uhr, Sugendversammlung im Gaal 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. Branchenpesammlung der BalIfchuhmacher nachm. 5½ Uhr bei Böker, Weberstr. 17. Das Ergebnis der Lohnverhandlungen. Dienstag, den 31. März 1925. Rentralverband der Schuhmacher: Branchenversammlung der Maßschuhmacher, nachm. 7% Uhr, im Gaal 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. Die Berhandlungen beim Schlichtungsausschuß. SPD.- Holzarbeiter! Bersammlung morgen, Montag, 7 Uhr, in der Rönigsbant, Große Frankfurter Straße 117. Wichtige Tagesordnung. Der Werbeausschuß. Dienstag, den 31. März, nachmittags 5 Uhr, Rungestr. 30, Sof part., Ber Deutscher Holzarbeiterverband, Berwaltungsstelle Berlin. Jalousiearbeiter! fammlung fämtlicher in der Branche beschäftigten Kollegen. Stellungnahme zu unserer Lohnforderung. gemeine Mitgliederversammlung am Freitag, den 3. April, abends 6 Uhr, im Gaol 4 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. 1. Vortrag des Kollegen Bube: Die Elettrizitätsversorgung Deutschlands", mit Lichtbild- und Filmvorführungen. 2. Unsere Lohnbewegungen. Da die neuesten Errungenschaften der Technik auf dem Gebtete der Eletrizitätsversorgung gezeigt werden, ist es Pflicht eines feden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Zentralverband der Maschinisten und seizer, Gefchäftsstelle Groß- Berlin. Am Sonntag, den 5. April, Besichtigung der Technischen Hochschule, und zwar: Fernheizung, Maschinen- und Kesselhaus, chemische Ausstellung. Führer werden von der Technischen Hochschule gestellt. Treffpunkt der Kollegen am Sonntag, den 5. April, morgens 9% Uhr pünktlich, Charlottenburg, Am Anie, Ede Sardenbergstraße( Hochhaus). ſtellen und die an Theatern beschäftigten Mitglieder des Deut der von ihm angewandten Mittel unſittich geweten. 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Ein solches Vorgehen muß, da es eben feineswegs zu einer wirtschaftlichen Vernichtung des Gegners führt, noch als in den Grenzen des erlaub ten Wirtschaftstampfes sich haltend angesehen werden. Schließlich wird das Verhalten des Beklagten auch nicht da durch zu einem fittenwidrigen gestempelt, daß er, wie der Kläger behauptet die ihm von diesem nachträglich angebotenen Mitgliederbeiträge nicht mehr angenommen hat. Nach alledem können die Voraussetzungen des§ 826 BGB. Nicht in der Luxusausstattung, Sondern nur Norden 9296 Norden 12643 Mujifaufträge Säle frei! übergibt man nur dem Nachweis des Deutschen Musiker Verbandes Berlin O 27, Andreasstr. 21( Königstadt 4310). Geschäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbeſuch Herren- u. Damen- Stoffe Größte Auswahl! Bekannt billige Preise! Ripse, Gabardine in allen Farben, 130 br. 8.50, 7.50 5.95 Burberry, Covercoat, 140 br., f. Mäntel u. Kost. 10.50, 7.95 5.25 Homespun u. 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März 1925 Aus der Film- Welt Die Filme der Woche. „ Kammermusik". Primus- Palast. Eine Filmkomödie voll Feinheit und Wig, nur gelegentlich bis any Farce gesteigert, aber durchweg immer auf hohem Niveau, voll der heitersten fröhlichsten Laune, die ansteckt und den Zuschauern das feltene Gefühl völliger Ausbalanciertheit bereitet. Karl Froelich hat das Lustspiel, das ihm den Stoff lieferte, so in eine Bildhandlung umgefeßt, daß man sich überhaupt nicht vorstellen kann, daß diese Komödie in anderer Form exiftiere. Sehr luftig seht die Handlung ein mit den Kümmernissen eines Tenors, der ohne Engagement fich im Hause seines geheimrätlichen Schwiegervaters troß der allerglüd: lichsten Ehe unglücklich fühlt und alle Tenorfrantheilen durchmacht, weil fein Theater den verheirateten Tenor engagieren will. Seine fluge Frau weiß Rat. Sie gibt ihren Mann beim Agenten für geschieden aus, und sofort erhält er einen Gastspielruf in die fleine Residenz. Die Frau Herzogin läßt nur unverheiratete Tenöre engagieren, weil sie mit ihnen in einem besonderen Pavillon Kammermusiken zu veranstalten beliebt. Es entsteht nun das drolligste Durcheinander und ein aufs höchste belustigendes Spiel der Mißverständnisse, als Hilde, die Gattin des Tenors, zu einem Gastspiel erscheint und in der Loge gleich die Bekanntschaft des jungen Brinzen macht, der sich sofort in fie verliebt. Sie fommt zu ihrem Mann ins Hotel und gibt sich hier, als der Intendant erscheint, nat gedrungen für eine Chansonette aus, die ihrem Liebhaber gefolgt ist. Durch ihr entzückendes Spiel gewinnt sie, während der Galte betrübte Mienen dazu auffeßt, den Intendanten; der Tenor bekommt seinen Kontrakt und Hilde zieht mit Genehmigung ihrer Hoheit mit in den Pavillon als angebliche Schwester des Tenors. Es entwickeln sich die ergöglichsten Szenen zwischen den beiden Welten des Hofes und des Theaters, die noch gesteigert werden, als Parsifal, der Sprößling der Tenorfamilie, dazukommt und eines Abends mitten in die Feier lichkeit einer Kammermusit hineinstürmt und damit die Bombe zum Blazen bringt. Hoheit ist entsegt, der Brinz leidenschaftlich empört, der Intendant außer Fassung und die ganze Hofwelt darin einig, daß der Tenor seinen faux pas wieder gutmachen und die Geliebte heiraten soll. Die fluge Frau hat ihrem Tenor bewiesen, daß sie feine Philisterfrau ist, ihm zu einem Engagement verholfen und zu der Möglichkeit, fie nochmals heiraten zu dürfen. Henny Borten ist diese Frau, die nicht bloß flug, schön und anmutig ist, sondern auch über die reizendste Schelmerei verfügt und den unschuldsoollsten Engel spielen fann, während sie den Kopf voller Streiche hat. Sie wird zu den Bewunderern beider Geschlechter, die sie bereits zählt, in dieser neuen Rolle viele neue gewinnen. Die Darstellung dieser Rammermusit ist ein wirkliches Stammerspiel, jebe Rolle ist aufs beste besetzt, jeder Mitwirkende spielt im Ensemble. Ganz famos ift Ida üst als Herzogin im gefährlichen Alter, die aber mit der Welt noch nicht abgeschlossen hat und ihrer Nobleffe eine füße Schwärmerei einflicht. Der richtige Tenor, wie ihn fich jedes junge Mädchen vorstellt, ist Bananelli. Jakob Tiedtfe brilliert in der fleinen Rolle des geheimrätlichen Schwiegervaters. Fer dinand v. Alten stellt einen Intendanten hin, wie man ihn für die Komödie nur wünschen fann; feine Repräsentanz mit einem Stich ins Simplicissimushafte. Die Ausstattung hat Franz Schroedter dem Ganzen aufs stilvollste angepaßt, das geheim. rätliche Heim wie das fleine Residenztheater und der Pavillon( der übrigens in Potsdam zu finden ist) bieten ein stimmungsvolles Milieu für das heitere Spiel. „ Die weiße Schwester". Marmorhaus. D. Der amerikanische Durchschnittsfilm, der njere Filmhäuser verjeucht, fennt als Durchschnittstyp des amerikanischen Mädchens nur die Puppe mit dem füßen Munde und dem stereotypen Lächeln. Es gibt eine einzige Ausnahme: Lillian Gish, die die Seele das junge Mädchen auszudrücken vermag. Wir fennen sie von der ,, Gebrochenen Blüte" her. wo sie ein armes, mißhandeltes Mädchen darstellte, das, plöglich aus der Not und den Drangfalen herausgeriffen, wunderbar feelisch erblühte, um dann wie eine zu früh geschnittene Blume hinzuwelfen. In der Weißen Schwester" ist Lillian Gish wieder das junge Mädchen, diesmal in einem italte nischen Milieu und aristokratischer Herkunft, das ihr Schicksal erlebt und an ihm hinfiecht. Die wunderbare Menschlichkeit, die uns bei ihr früher ergriffen hatte, bewährt sie auch diesmal, und wenn auch in der Handlung und in dem Drum und Dran vieles ist, das uns nicht gefällt, Lillian Gish versöhnt uns mit allem, sie ergreift uns bis ins tieffte, zwingt un, ihr Schicksal mit zu erleben und ihr dankbar zu sein für die Fülle von Nuancen, die sie für jeden feelischen Ausdruck: für die erste auffeimende Liebe, für tiefes, inniges Gefühl, für zarte Hilfsbereitschaft, für den tränenlosen Schmerz und die innere Erstarrung, für die Hingabe an das religiös geweihte Wert hat. Vor allem aber ist sie unvergleichlich in der Wiedergabe der Hilflosigkeit, in der ihre Augen vergeblich nach Antwort fuchen, in der Gebrochenheit und tiefen Refigniertheit. Ihr zartes Körperchen scheint manchmal zu schwach, um dem Anprall der Erschütterungen standzuhalten, aber im Spiel der Augen und Hände meistert sie immer wieder das Schidsal. Der Regisseur Henry King umgibt ihre rührende Gestalt mit einer echt bramatifchen, auf Spannung und Sensation gestellten Filmhandlung, der schöne Landschaftsausschnitte aus Neapel und Umgegend, prachtige Milieuschilderungen aus dem Leben der vornehmen Welt und allerlei Einblide ins Kloster- und Boltsleben als Folie dienen. Die jugendliche Angela, Tochter eines reichen Fürsten, aber infolge seines plöhlichen Todes vermögenslose Waise, hat nur einen Trost im Leben: die Liebe zu dem Leutnant Severi. Aber sie wird aus ihrem Jugendparadies gerissen durch die Nachricht, daß ihr BerLobter in Afrifa mitjamt seiner Begleitmannschaft von wilden Stämmen getötet worden ist. In ihrer Berlaffenheit nimmt sie den Schleier bei den weißen Schwestern und widmet sich dem LiebesMarienbad- Palast Film- u. Bühnenschau, Badstr.35-35 Pharus- Lichtspiele Müllerstraße 142 Der neue Tarzan- Film: Die Königs- Grenadiere! Der Herr der Wildnis 7 Akte mit Elmo Lincolm Jugendliche haben Zutritt! BSP Kein Tendenzfilm! Ein Großfilm in 7 Akten! Jugendliche habenZutritt Anfang: Sonntags: 300 500 700 9.00 Wochentags: 800 700 900 Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Die Karawane mert der Nonnen an Kindern und Kranten. 2ber Severi ist durch einen Zufall gerettet, fommt zurüd, will die verlorene Braut gewaltfam befreien, lockt sie unter einem Vorwand zur sich, muß aber erfahren, daß sie für ihn verloren ist. da in ihr jede irdische Liebe abgestorben ist. Ein plöglicher Ausbruch des Besuvs, dessen Lava ausbrüche mir miterleben, bringt zum Schluß sehr bewegte Maffer fenen. Severi geht bei den Rettungsversuchen zugrunde; ihn und die weiße Schwester, die sich der Unglücklichen annimmt, feiert das dankbare Bolt in einer großen Prozession. Von den übrigen Darstellern ist Ronald Colman erwähnenswert, der den Leutnant Severi sympathisch verkörpert. Anna Christie". D. DON Zapfenstreich. Beilage des Vorwärts Das gute, Geschäft des einen läßt den anderen nicht ruhig schlafen, lo muß es schon sein, denn sonst könnte man fich das fcheinen det viclen Militärfilme nicht erklären. Ms Neuheit brachte die Alhambra am Kurfürstendamm jest Beszerfeins apfenstreich" heraus, der bei seinem Erscheinen auf de Bühne bamals so viel Staub aufwirbelte. Man hält sich ziemlich genau Auch im Zegt an das Drama, doch ist die Charakteristik des Beutnants von Lauffen eine andere. So entsteht nur eine Schilde tung des Militärstaates, doch nicht die des Klaffenstaates. Im Film ist Ber Leutnant bereit, den bunten Rod auszuziehen, weil er die durch ihn so schwer in ihrem Ruf geschädigte Wachtmeisterstochter Dieses amerikanische Kammerspiel nach dem Drama Liebt. Da tommt der Wachtmeister hinzu und erschießt seine Tochter. O'neill padt den deutschen Zuschauer, weil es mit den deutschen weil er sie wieder bei dem Leutnant trifft. Die Tat bleibt auch se Filmen, die die Bloßlegung der menschlichen Seele zum Gegen. Der Film wurde nicht monarchistisch, sondern realistisch gespielt. verständlich, ist jedoch nicht so anflagend wie im Bühnendrama. ftande haben, eine gewisse Verwandtschaft besitzt. Es wird nicht nur gebort, geritten und abgestürzt, und die Menschen dieses Films Conrad Wiene hatte zwar einmal den Ehrgeiz, mit militä suchen nicht den Anschein zu erwecken, als ob Amerika ein Bararischen Bildern zu prunken, die er als Schilderungen des Sergeandies wäre, in dem nur Dollarmillionäre Tag und Nacht in Abendten Helbig aus Hannover einflocht, jedoch machte er die Sache so fleidern und Fräcken herumfahren, sondern man ersieht aus dieser herzlich ungeschickt, daß jede Wirkung ausblieb. Owen Gorin Arbeit, daß es auch drüben die große soziale Frage und Not, wie war als Leutnant von Lauffen so recht der blutjunge Offizier, der Herzeleid gibt, und man sieht auch, daß wirkliche und gütige Künft- hilflos in die Situation hineinblickt. Er selbst hat michts Eigenes mit feinen großen Kinderaugen unschuldig, leichtsinnig oder völlig ler dort wie hier gerne ernite Probleme mit ihrem Können zu lösen bereit sind. Diese Geschichte von dem Seemann, der unter an sich, er ist nur dressiert. Harry Nestor war ein forretter bem dämonischen Zauber des Meeres seine Familie vergißt und Goefe( Wachtmeister Bolfhardt) und Friz Kampers( SerLeutnant von Höven, lebensechte Typen schufen ferner Bernhard seine Tochter als Dirne wiederfindet, spielt sich zwischen drei Pergeant Helbig). Clare Lotto war sympathisch als Klärchen und [ onen von erheblichem schauspielerischen Können ab, und die Lösung Plagge urfomisch als Bursche Michalek. des Schauspiels durch den starken jungen Seemann, der an die Tochter Anna Christie glaubt, troh ihrer Vergangenheit an ihr festhält und Vater und Tochter in ein neues, friedliches Dasein hinüberführt, erscheint glaubhaft und läßt den Zuschauer gerührt mitgehen. Blanche Sweet als Anna Christie hat nicht das übliche ausdruckslose Puppengesicht der amerikanischen Filmschau spielerinnen, sondern, ohne schön zu sein, eine bewegliche Tragit des Minenspiels. Georg Marion als Bater erinnert in seiner mehmütigen Berfommenheitsmaste an Nikolai Kolin und den zur früh verstorbenen Leonhard Hastel, und William Russel ais junger Seemann ist nicht nur ein Bild äußerer, sondern auch innerer Kraft. Auch das Beiprogramm des Rollendorftheaters ift nicht schlecht; das Luftspiel Ontel James Erben" zeigt poffierliche Tiere und niedliche Kinder. Nur sollte es nicht am Schluß, sondern vor Anna Chriftie" gespielt werden. PPP PRIMUS PALAST Henny Porten die Hauptdarstellerin des entzückenden Lustspiels Kammermusik auf vielfachen Wunsch nochmals persönlich anwesend Morgen 7 und 9 Uhr Primus- Palast Potsdamer Straße 19 Sichern Sie sich auf alle Fälle Plätze im Vorverkauf von 11-1 Uhr T.A.M. Theater am Moritzplatz Die Karawane Heute 330, 515, 7, 9 Uhr Morgen 5, 7 und 9 Uhr Konzern Jugendliche haben Zutritt Jugendliche haben Zutritt Welt- Kino Alt- Moabit Berlins größter Erfolg! Die Blumenfrau vom Potsdamer Platz f. h. c, Salambo. c. b. Salonibo ermedt die Erinnerung an Flauberts Tat, den RealisAber die wesentlichen Qualitäten seines Werkes liegen in der Kunst mus höchster Ausprägung auf den historischen Roman anzuwenden. des Bortes; was der Dafu- Film aus dem Vorbild schöpfen konnte, war nicht das Wesentliche, und so ließ diese historisch- antiquarische Wiedererwedung einer Episode aus der farthagischen Geschichte bei der Uraufführung in den Oswald Lichtspielen ziemlid) falt. Die Mischung von Raffinement und Barbarei fuchte der ungeyannie egiffeur mit Geſchic nachzubilden, seine Massenszenen durchpulile Leben, die Kampffzenen gaben wirkungsvolle Anschauung. Vor allem war der Marinrergang des gefangenen Söldnerführers Maths durch die Masse des ihn qualenben und schmähenden farthagischen Bolles außerordentlich gelungen. Aber der Kampf der von der Stadt Karthago nach dem ersten punischen Krieg um ihren Sold betrogenen Söldnertruppe mit der Stadt, her thr Feldherr Halmicar Barcas feine Hilfe leiht, um die Ehre seiner Tochter Salambo zu räden, ist doch eine zu entlegene und folgenlose Episode, um größeren Anteil zu erweden. Jenen feltsamen Duft aber, den die feusche, von Priestern gehütete Salambo in Flauberts Roman ausströnt, ver mag der Film nicht wiederzugeben. Mathos plögliche Entflammung fur die Prinzeffin, fein abenteuerlicher Raub des größten Heiligtums Karthagos, euies Schleters der Liebesgöttin, fein Eindringen in Das Schlafgemach Calambos und Salambos Gang zu ihm ins Lager, um den Schleier wiederzuholen, das alles ist zwar im Film getreu ins Bild gejetzt, aber es fehlt die Glut, der Rausch, das erotische Parfüm. Zudem ist die Darstellerin der Salambo, die Icanne be Balcac, allzu starr und bloß hoheitsvoll, um uns mitzuen! flammen. Gut in der Maste und ausbrudsvoll war Rolla MOT mann als Matho und Raphael Sievin als sein Stonkurrent Navarras. Dekameron- Nächte. Defameron oder Boccaccio, das bedeutet für diejenigen, die nicht alle merben, pifante Abenteuer oder gar Serrenabendgeschichten, jedenfalls etwas Leichtfertiges und Frivoles im Bereich der Erotik. Mer aber in diefer Hoffnung diesen Ufa- Film, der im TanenbienPalast vorgeführt murde, aufsucht, wird lebhaft enttäuscht sein, denn er sieht nichts als einen Drienifilm, der zum Teil aus) in Benedig spielt, das ja im Mittelalter ganz nach dem Orient hin gerichtet war. Er sieht weiter eine sehr moralische Geschichte, in der die Treue einer venizianischen, zu Unrecht befduldigten Frau herr lich an den Tag tommt, und auf der orientalischen Geile die Belohnung einer treuen Liebe, die durch alle Gefahren hindurch schließlich zum Ziele fommt. Beide Stoffe find dem göttlichen Erzähler Boccaccio entnommen und im Film zu einer Handlung verschmolzen. Die einzige pifante Szene, da die angeblich untreue Frau vor bem Dogenpalast allem Volk zur Strafe nadt gezeigt werden soll, verliert sich ins Duntle, weil gerade eine Sonnenfinsternis statifinder Der englische Regisseur Wilcog hat eine brave Leiftung vollbracht, ohne eigenes Gepräge. Auch die Bauten geben weber orientalische Märchenstimmung, noch venezianische Buntheit. Die Fabel ist folgende: Graf Riciardo, ein notorischer Frauenverjührer, macht fich anheischig, der treuen Gattin des Torello ihr Amulett zu rauben und damit ihrem Gatten ihre Untreue zu beweisen. Durch einen Trid gelingt es ihm zwar, das Amulett zu entwenden, aber die unschuldige Frau wird durch das bereits angebentate himmlische Verfahren von jedem Berdacht gereinigt. Der Berführer befommt seine wohlverdienten Prügel von Saladin, dem Sultanssohn, der nach Benedig kommt, um die geliebte Ataliel aus den Klauen des Riciardo zu befreien. Sehr ergöglich ist der Hof des alten Sultans dargestellt, fintemal 23 erner Rrauß als Papa Saladins ein fabelhaftes Grimassenspiel in Bewegung und so allerlei Humore ins Spiel bringt. Ein paar föstliche Naturbilder, ein flatschendes Unwetter bradien Abwechselung in die Szeneric. Barrymore war als Galabin wenig ausbrudsvoll. Dafür entwidelte 2yrton als Riciarbg cin Jehr lebendiges Spiel. Einen feinen Luftspielzug, der einmal auch in die Parodie überging, steuerte Hanna Ralph bei. Bart und anmutig war die Joy Dukes Ataliel. Theodora, das treu bcfundene Weib der Xenia Desni, ließ ganz falt. Flora- Lichtspiele Landsberger Allee 40/41 Dienstag bis Donnerstag: Die Liebe ist der Frauen Macht mit Fern Andra Die Bluthochzelt Ein Drama aus stürmischen Tagen mt Norma Talmadge Die Karawane Arme kleine Peggy Heute: Mila Lichtspiele Noadis Lichtspicic Schönhauser Allee 130 Opfer der großen Welt Großfilm in 7 Akten Große Bühnenschau Brunnenstraße 16 Die Karawane Jugendliche haben Zutritt T. Olivaer Sichtspiele Olivaer Platz 7 Der große Kulturfilm: Das große weiße Schweigen BSP Konzern SALAMANDER FUSSARZI für empfindliche Füsse. MARKE ANDER SALAM AF- BAMAND Stützung von Gelenku.Knöchel Federung der Lauffläche Ausarbeitung d. Ballens Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus Residenz- Th. Tägl. 8 Uhr: Einmal ist Tägi. 8 Uhr: keinmal 7% U.: Intermezzo Das Märchen Falkenstein Opernhaus am Königsplatz v Arth. Schnitzler 7½: Flieg.Holländer Spira, v. Moellendorf Haller- Revue Schauspielhaus 7: Pr. v. Homburg Kleines Th. Schiller Theater 21: Das Konzert 7% Uhr: Napoleon Volksbühne 1925 Tägl. 8 Uhr: Th.i.Admiralspalast Die Großfürstin 4 Letzte und der Zimmerkellner Sonntagsaufführang! 22 Uhr: Wer weint Leopold, Konstantin 3 und 8 Uhr: Die größte um Juckenack? Georg Alexander 71/ Uhr: Sakuntala Heute nachm. 4 U: Revue d. Welt: Deutsch. Theater Hänsel u. Gretel 7 Uhr: Trianon- Th. Die heilige Johanna Kammerspiele 7 Uhr: Sechs Personen suchen einen Autor Die Komödie Kurfürstendamm 206/207 8 Uhr: Der Krampus Theater i.d. Königgrätzer Str. 3 Uhr: Heimliche Brautfahrt Komödienhaus 8 Uhr: HAREM Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau SCALA 8 Uhr: VARIETE. Täglich 8 Uhr: Yoshiwara Arnold Korff Erich Kaiser- Titz 46 Hoch and Noch Heute nachm. 31 Uhr: Die ganze Vorstellung zu kleinen Preisen Nur 2 mal 1. und 2 April Blanche Dergan Karsavina Deutsch. Künstlertheat. 8 Uhr: ,, Riquette" Operette von Oscar Strans Lustspielhaus 8 Uhr: Guide Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbauerdamm Zum 25. Male: 8 Uhr: Der blonde Traum tanzt Central Theater 3 Uhr: MORAL 71: Die vers. Glocke Deuts.Opernhaus 7% U.: Carmen Mtg. 71% U: Entführung Metropol- Theater 8 Uhr: Tausend süße Beinchen Wallner Theat. Neues Theat. amZoo Tägl. 8 Uhr: 128 Uhr: Romeo u. Julia Die weiße Weste Rose- Theater Th. I. Kommand. Str. REVUE Berlin wie es Sonntags 830 U. ermäß. Preise! Nachm. 3, Uhr: 31: Mein Leopold weint und lacht halbe Kassenpreise 734: Graupenmüller Abends 8 Uhr: Thalia- Th. USCHI 8 Uhr: von. Jean Gilbert Das volle Programm Das Dreimäderlhaus mit Uschi Elliot, Komische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Ueber 200 mal Der Sensationserfolg d. Berliner Theaterlebens Die gewaltigste aller Revuen: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Ueber 250 Mitwirkende! Wiederauftreten: Br. Kastner, P. Westermeier Lotte Werkmeister, H. Gorina Spanische Tanztruppen Französ. Tanzpaare usw. Herabgesetzte Preise! Parkett 6 Mk. Sonntags 3'12 U. halbe Preise Jed.Erwachsene 1Kind frei! WIEN BERLIN W Jagerstr.63: AMFANG EINTRITT FREI Sonnabend u. Sonntag 1 M. Das lustigste 8 Programm Berlins Uhr Jede Nummer eine Attraktion Fritz Schulz, Gertrude Berliner Theater d. Westens Tägl. 8 Uhr Berlins gr. Operett.- Erfolg Der Graf v. Cagliostro Casino- Theater Lothringer Str. 37 Tägl.8 Uhr Das billigste Theater Berlins!! Reelle volkst. 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Wolff und Sachs Philharmonie, Donnerstag.2. u.Freitag, 3.April, 8 Uhr: Don KOSAKEN Dir.: S. Jaroff, CHOR Populäre Preise zu 1.50, 3u.4 M. Kart. b. Bote& Bock, Werth.Abdk. Apollo- Theater 8 U Dir: James Klein 8 U. Die Nächte v. Paris Gr. Ausstattungsoperette Ueber 100 Mitwirkende Preise 2 bis 10 Mk. Vorverk. ununterbr. geöffnet 12 WINT BARTEN Novitäten Spielplan. Sonnt. 3% halbe Prelse. Rauchen gestattet Reichshallen- Theater Allabendl. 8 U. u. Sonntags nachm.3 Uhr Steffiner Sänger Neu! Sport- Müller Neu! Nachm. halbe Preise, volles Progr. Dönhoff- Brett'l: Das Lenz- Programm! Anf. 7%, U., Sonnt. 5%, U. Große Bier- Abteilung Philharmonie Heute Sonntag: 7 U. Konzert des Philharm. Orch. Gr.Nachmittags- Vorstellung Dirig.: Prof. R.Hagel Heute Oas KE Magazin Preis 1 Mark überall erhältlich 20OLOGISCHER GARTEN Täglich Konzert Wochent. v.3-7U. Sonntags v.4-9 U. Herrnfeld8 U. Theater 8U. Im Intimen Theater Bülowstraße 6 Lachstürme! Wer ist der Vater? Herrnfeldiade i.3 A. 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Es war ursprünglich geplant, die Kandidaten zur Reichspräsi bentenwahl durch den Rundfunk zum deutschen Bolte sprechen zu laffen. Davon ist bekanntlich Abstand genommen worden. Indessen hatte Dr. Jarres auch für diese Rede bereits ein Manuskript fertigstellen laffen, das uns von gutunterrichteter Seite zur Verfügung gestellt wird. Obwohl die nachstehenden Ausführungen bem Brogramm und dem Wesen des Rechtsblocs durchaus entsprechen, geben wir sie nur unter Borbehalt wieder: " Deutsche Männer und Frauen! Politische Greise und Kinder! Ich bin ein Mann, ein ganzer Mann, ein deui. Icher Mann. Und da meine politischen Freunde der Ansicht sind, daß es so etwas in Deutschland so gut wie gar nicht gibt, haben fie mich ersucht, den höchsten Posten im Reiche zu befleiden. Ste jagten mir: 3mar find Sie fein Titan, Ihnen fehlt das Format, und Sie sind in weitesten Kreisen Deutschlands fast oder ganz unbefannt. Aber es genügt, daß wir in Millionen von Flugblättern die Runde verbreiten, daß Sie ein Mann sind, ein ganzer Mann, ein deutscher Mann und schon werden Millionen schwören, Sie feien der flir diesen Posten am besten geeignete Mann. Und siehe da! Ich selbst fange an, daran zu glauben warum solltet Ihr, deutsche Männer und Frauen, politische Greise und Kinder, daran zweifeln? Ich habe schon irgendwo ausgeführt, daß ich die Verfassung von Weimar achte. Viele wollen mir das nicht glauben. Aber wie sollte ich eine Berfaffung nicht achten, die die Stelle eines Reichs präsidenten geschaffen hat, um die ich werbe. Es wäre also Mangel an Selbstachtung, wenn ich eine solche Berfassung nicht achten und, wenigstens in diesem Punkte, nicht rückhaltlos verteidigen würde. Das soll natürlich nicht heißen, daß ich diese Berfassung nicht für verbesserungsfähig halte. Sollte ich durch ein Wunder gewählt werden, dann habe ich nichts dagegen, daß nach Ablauf von fieben Jahren das Staatsoberhaupt wieder unserem angestammten Herrscherhaus übertragen wird. Die herrlichen Zeiten, zu denen uns die Hohenzollern geführt haben, geben ihnen einen berechtigten Anspruch auf die Aufrollung dieser Frage.( Randbemerkung des Rebners: Die Zwischensendestelle München wird gebeten, den vorftehenden Sch unverständlich zu machen.) Db Boltstaisertum oder Gottesgnadentum, darüber mögen fich die Herren im Loebell- Ausfchuß unterhalten, aber bitte erst nach der Wahl. Sie haben ja somieso sieben Jahre Zeit, um zu einer Einigung zu gelangen, vielleicht gelingt es ihnen. F Als alter Burschenfchafter achte ich auch die Farben SchwarzRot- Gold, aber nur someit sie nicht als Symbol der Republik getragen werden. Schwarz- Rot- Gold demonstrativ als Farben der Republit zu zeigen, ist nichts anderes als ein niedriger Appell an parteipolitische Instinkte. Dagegen hänge ich mit allen Fasern meines Herzens an unseren alten, glorreichen, siegreichen, unbestegten Farben Schwarz- Weiß Rot, unter denen wir in der ganzen Welt nur Freunde und Bewunderer gewonnen haben. Diese Farben Schwarz- Weiß- Rot zu zeigen, ist feine Parteifache, ist feine Bolitit, ebensowenig wie der schwarzweißrote Kapp- Butsch etwas mit Politit zu tun hatte, ebensowenig mie die Mörder von Rathenau etwas mit Politit zu tun hatten.( Randbemerkung des Redners: Hier würde es fich empfehlen, um die Stimmung und die Gemütlich, feit zu heben, daß die Rundfunkkapelle das Flaggenlied oder Aehnliches spielt.) His DER Barxises Farres arres drt Grosse Forres enser Retter Wählr ARRES Alles ist da! Die vom Munde( der Arbeiter) abgesparten Millionen der Schwerindustrie sind da zur Erzeugung eines Riefenmeeres von Flugblättern, die dem armen irregeleiteten Bolte die Augen darüber öffnen follen, daß es nur bei den Rechtsparteien sein wahres Heil findet; A propos Rathenau. Mord! Man wirft mir vor, daß ich mich für die Präsidentschaft von Manfred von Killinger empfehlen lasse, der als Leiter der D. C. zu acht Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Aber erstens ist dieses Urteil vom Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik gefällt worden, und ich bin ein ent schiedener Gegner diefes Ausnahmegerichtes gegen treue deutsche Männer, zweitens hat Killinger seine acht Monate gar nicht ab gesessen, da er auf Begnadigung wartet, und drittens werde ich ihn begnadigen, sobald ich gemählt bin. Also fällt dieses Argument meiner Gegner aus dreierlei Gründen in sich zusammen. Daß ich durchaus jozial dente, dafür nur ein schlagender Beweis: Die Deutschsoziale Bartei hat sich für meine Randi datur eingesetzt. Und wenn so berufene und ehrenwerte Bertreter der Arbeiterklasse, wie Herr Kloth, Herr Geisler und Herr Gobert sich für meine Kandidatur aussprechen, und, um mich durchzubringen Hand in Hand mit so anerkannten Repräsentan ten des sozialen Empfindens gehen, wie es die Herren Bögler, von Borfig und der Führer der Hausbesitzer, Ladendorff, sind, dann ist wohl jeder Zweifel an meiner sozialen Gesinnung ein Merkmal von vollendeter Borniertheit. Sogar Kommunisten haben ja die Parole ausgegeben:„ Lieber Jarres, als Braun!" ein Beichen, daß die Berbekraft meines Namens bis weit in die Reihen des Proletariats reicht. Ein Wort zur Aufwertung: Ich bin für unbedingte Auf wertung, wenn möglich 100 Pro3. Aber man muß cuf die berech tigten Intereffen der Landwirtschaft und der Industrie Rücksicht nehmen, die ihre Hypothefen los geworden sind und denen man umso weniger zumuten tann, sie nachträglich wieder in Gold zurückzu zahlen, als ja deren Kassen bekanntlich durch ihre furchtbaren steuerlichen und sonstigen Reparationsopfer total leer sind. Diese Kassen gilt es zunächst aufzufüllen, dann ist der Weg für die Aufmertung frei! Darum her mit den Schußzöllen! Her mit den Behnstundentag! Auch die 715 Millionen Entschädigung für die Ruhrindustrie fönnen bei der Frage der Aufwertung schon des halb nicht in Betracht gezogen werden, als sie teils in Dividenden bereits abgeschüttet sind, teils dazu benutzt werden, meinen Wahlfeldzug zu finanzieren. Wir wollen feinen Klaffenhaß, wir wollen aber auch teinen tonfeffionellen Ha B. Deshalb nieder mit der Kandidatur Marg, die eine rein fonfeffionelle Angelegenheit ift! Ich trete ein für wahres Chriftentum, ohne Unterschied des Glanbens. Bas der Evangelische Bund verfündet, nämlich daß der Reichspräsident tein Katholif sein darf, gilt natürlich nur für den Gewählten, nicht für die Wähler, Jede katholische Stimme ist mir willkommen, Ich habe jogar mit meinem verehrten Gegenlandidaten Dr. Held erfolgversprechende Berhandlungen hierüber für den zweiten Wahigang angelnüpft. 2 H Frühlingsfefte werden gefeiert, musittapellen spielen, Caftautos für den Transport allzu schwer begeisterter Festteilnehmer nach den Wahllokalen find da( alles wird von Berlin aus bezahlt); Beilage des Vorwärts Ehrenjungfrauen und Kriegervereine find da, deren ehrwürdiges Anblid das Herz jedes echten Deutschen höher schlagen läßt: martige, echtdeutsche Worte werden gesprochen und entfachen die Flammen der Begeisterung: trümmerung der Reichseinheit erlebt hätten. Zum Glück habe ich das verhindert. Daher schreibt mit Recht die deutschnationale und die poltsparteiliche Breffe: Wer ein einiges, unteilbares Baterland will, der wähle Dr. Jarres." Im übrigen bin ich für weitestgehenden Föderalismus. Bayern soll selbstperständlich sein eigenes Seer, feine eigenen diplomatischen Vertretungen, eventuell fogar feine eigene Schriftfprache haben, und wenn Württemberg das gleiche Recht für sich in Anspruch nimmt, so will ich dies gern auf Grund des Artikels 48 der Verfassung anordnen, mit dem ich übrigens fomiefo ausgiebig zu regieren gebente. Auch Baden, Sachsen und Hessen sollen die Gegnungen des Föderalismus genießen, allerdings erst, nachdem sie staatsbejahende, bürgerliche Regierungen errichtet haben werden. Ich bin national. Ich gelobe, nicht zu ruhen und nicht zu raften, ehe nicht die Fahne Schwarz- Weiß- Not auf dem Straßburger Münster wieder weht. Und wenn das Stresemannsche Garantieangebot Annahme findet, dann rufe ich zu einer Boltsspende auf und lasse eine getreue Stopie des besagten Münsters in Rehl oder Difenburg errichten und werde mit Hilfe diefer Patentlösung meinem Gelöbnis treu bleiben. Deutsche Männer und Frauen, politische Greise und Kinder! Ich habe Ihnen mein Programm entwickelt. Ich fönnte noch tagelang mal so, mal so in diesem Sinne weiterreden, aber dann würdet Ihr die Abstimmung am Ende noch verpassen. Deshalb schließe ich im Namen der Deutschnationalen Boltspartei, der Deutschen Volks partei, der Deutschvölkischen Freiheitspartei( Bulle- Flügel), der Deutschsozialen Partei und der Wirtschaftspartei: Heraus aus dem Parteifumpf! Mieder mit den Parteien! Wählt mich, Jarres, den Mann, den ganzen Mann, den deutschen Mann!" Die Blumenkunst Japans. Benn der Frühling jegt wieder seinen Einzug hält, dann stehen auch mir voll Entzüden vor den lieblichen Wundern der Blumen welt. Aber unsere Blumenliebe steht noch an Bertiefung und Ber breitung welt hinter dem Kult zurück, den der Japaner den Kindern Floras widmet. Wir fönnen in dieser Hinsicht noch so manches von den Japanern lernen, die wohl überhaupt die größten Blumenverchrer der Welt find. besonders wenn wir in die Feinheiten ihres Geschmacks und ihrer Auffassung nom Blumenleben eindringen. Einen Blick in diese dem Fremden fower zugängliche und verständliche Blumenkunft und Blumenfultur Japans läßt uns der Wiener Botanifer Professor Hans Molisch, der dieses Gebiet an Ort und Stelle studiert hat, in einem Auffaz ber Gartenfchönheit" tun. K 11/1 HOCH DEN ERLOSER RHEINLAND!!! auch der Präsidentschaftskandidat ift da. Aber der ist ein so unbedeutendes und mit fo vielen Schönheitsfehlern behaftetes Kerlchen, daß des Sängers Höflichkeit am besten von ihm schweigt.. tige Bemunderung des einzelnen schönen Blütenzweiges auf das feinste ausgebildet. Sogar der nichtblühende Zweig, so der Föhrenund Bambussproß, spielt in der Kunst der japanischen Blumenanordnung eine große Rolle. Die Blumenverehrung Japans erhält ihren besonderen Charakter dadurch, daß sie augenscheinlich aus religiösen Borstellungen entsproffen ist. Die Lehren Buddhas, die nicht bloß das Leben des Tiers, sondern alles Gewordene und Gewachsene für heilig erklärten, machten auch die Blumen zum Gegenstand frommer Berehrung, die vor den Altären aufgestellt wurden und deren Pflege die Priester übernahmen. So ist denn auch die Kunst der Blumenanordnung zuerst von Brieſtern geübt worden, und später war es eine Lieblingsbeschäftigung der bedeutendsten Geister, der Gelehrten und Dichter, den Blüten und Smeigen ihre höchste Schönheit zu entlocken. Auch heute noch ist Japan das einzige Land, in in einem Bambusrohr oder Korb als hohe Kunst an Schulen gelehrt dem die Anordnung von Blütenzweigen in einer Base oder Schaie, wird, und diese Blumenschulen, die jest größtenteils von Mädchen und Frauen besucht werden, pflegen eine jahrhundertealte leberlieferung. Es gibt eine ganze Wissenschaft der Blumenanordnung, in der die verschiedensten Richtungen vertreten sind und zahllofe Regeln und Gesetze aufgestellt wurden. Ein Wort auch an die Juden: Wenn sogar mein hochverehrter Mitbewerber Ludendorff einst einen Aufruf an seine libben Jidden in Paulen" richten durfte, warum sollte ich mich nicht an meine lieben jüdischen Mitbürger in Deutschland wenden dürfen und ihnen fagen: Tretet ein in den Verband deutschnationaler Juden, left alle den in der Hauptsache pon Juden redigierten„ ofaf An zeiger" nur so fönnt Ihr eventuell dem Pogrom entgehen. Notürlich find auch petuniäre Opfer hierzu erforderlich: Spenden find zu richten an den Wahlfonds Jarres.( Randbemerkung des Das ganze Jahr hindurch hat der Japaner feine Lieblinge, denen Redners: Jetzt sind die Zwischenstationen München und Stuttgart er Pflege und Verehrung widmet. Schon um Neujahr herum werunbedingt auszuschalten. fanft pafftert was da unten) Ich bin den von den Blumenhändlern zwergige Pflaumenbäume angeboten, ein Breuße und mit ein Breuße fein!( Hierzu ie gehörige die thre Blüten eben entfalten, und wenn dann Ende März unge Mufit.) Schon mein verehrter Freund und Gönner Hergt hat wäh- zählte Kirschbäume ihr Hochzeitsfleid anlegen und mit ihren reizenrend des Kapp- Puisches das treffende Wort gesprochen: Lieber ein den Bliten ganz Japan in einen Barabiesgarten verwandeln, dann tleines monarchistisches Preußen als ein großes republikanisches wandert das blumenliebende Rolt ins Freie und schwelgt im Natur Reich, das doch nicht zusammenzuhalten ist!" le sehr dieses Wort penuß. Da Sapan teine Wiesen und daher auch nicht den bunten richtig war, das sollte sich erst am Ende des Ruhrkampfes bewahr. Biefenflor befigt, haben die Bewohner Nippons schon frühzeitig heiten, wo wir durch die von den Sozialdemokraten, Demofraten die mit Blüten geschmückten Baumameige als Blumenschmud per und Zentrumsleuten propagierte Bersadungspolitik beinahe die 3er. I wendet und statt des im Westen üblichen Blumenstraußes die andäch. Eine Grundregel ist es, nur Blumen zu verwenden, die der betreffenden Jahreszeit angehören. Wer als Zierde in Nippon Blüten benußen würde, die nicht in diesem Monat blühen, der würde so beurteilt werden wie bet uns jemand, ber im falten Winter mit dein Strohhut spazieren geht. Auch der Standort der Pflanze wird bet dem Arrangement berücksichtigt, und es ist von entscheidender Be deutung, ob sie auf einem Feis oder im Waffer wächst. Seltene, dem Bolfe weniger bekannte Gemächse werden nicht benutzt, da in der genauesten Kenntnis der Pflanzen das Geheimnis des Genusses und der rechten Würdigung gesucht wird. Der Künstler steht zu den Blumen, die er arrangiert, in engster seelischer Bestehung. Bei Festlichkeiten und freudigen Ereignissen dürfen nur Blumen vermendet werden, die Glück bringen. Ueberhaupt spielt der Aberglaube eine Rolle, und alle giftigen Pflanzen gelten für unheilbringend. Die mystische Bertiefung in das Blumenwesen sieht in den Farben und Formen Sinnbilder der großen Grundgcjeße des Da feins. So gilt die Oberseite eines Blattes als männlich, die Unter feite als weiblich; rot und purpur find männlic), blau, weiß und gelb weibliche Farben. Der höchste Rang wird der meißen Slume eingeräumt; bei einzelnen Arten wird tie eine Farbe höher geschätzt als die andere usw. Molisch schildert den Besuch einer Blumenschule, deren als Blumenkünftler hochangefehener Letter Entaba bas Sonnen feiner Schülerinnen ihm vorführte. Jede hatte ihre bestimmte Aufgabe zu lösen, und zwar ein individuelles Arrangement mit einem bestimmten Behälter und bestimmten Bflanzen durchzuführen. Es dauerte bis zu 1% Stunden, bevor jebe Shülerin ihr Thema beendet hatte. Als ihre Stunfimerte schließlich in vollendeter Bierlich feit daftanden, verneigten sich alle ehrfurchtsvoll nor ihren Blumen ftüden. Diefe respektvolle Berbeugung vor den Blumen überrascht den Europäer," sagt der Berfaller, menn ihm das Berhältnis des japanischen Rolfes zur Natur und befenders zur Pflanzenwelt night befannt ist. Die Bilanze ist dem Japaner belebtes und bejcettes Cbjeft, und erfst von diesem Standpuntt aus wird die Liebe, die mun der Pflanze im Lande der aufgehenden Sonne entgegenbringt, recht verständlich, und man fann es begreifen, wenn der Sapaner, sobald der Kirschbaum sich im Frühling mit Tausenden von Blüten schmüdt, in seiner Begeisterung sogar ein Gedicht macht und es auf einem Zweig befestigt." Briefmarken. Bon Mar Prels. Der nüchterne spricht:„ Unbegreiflich, vollkommen unver ständlich, wie ein erwachsener Mensch diese lächerliche Briefmarken mode mitmachen kann. Farbige Zettelchen sammeln, die durch die Schwärze eines Poststempels entstellt sind, aussäßig gewordene graphische Symbole. Ganze Säge es ist zu toll, als ob nicht die cine Marke so aussähe wie die andere! Und dafür Geld an= legen! Also, bitte, da hat mir neulich ein Händler erzählt... Der andere hört nicht mehr, was der Briefmarkenhändler dem Nüchternen erzählt hat. Er spielt mit dem Gedanken: Postwertzeichen Schicksalswertzeichen. Jede halbe Minute fniden feine Halswirbel höflich zustimmend vor der breit ausströmenden Entrüstung des Nüchternen ein. Das geschieht bloß aus Artiglett, denn er hört nur auf die Geschichte, die ihm in skizzierender Eile feine Erinnerung erzählt: die Komödie und die Tragödie. Die Komödie. Der arme Mann und die arme Frau ärgerten sich sehr, das fie nicht reich waren. Besonders die arme Frau ärgerte sich; denn fie mollte einen neuen Hut haben. Der arme Mann dachte eigentlich mur an die Miete und an die Steuer und an die Versicherungsprämie und an das tägliche Brot. P: Die arme Frau sagte: Natürlich, du wirst es nie zu etwas bringen. Wenn man so wie du in den Tag hineinträumt. 44 Jch? Aber ich bitte dich, Liebste, du tust mir Unrecht. Laufe ich mir nicht die Hacken ab? Ich habe halt Pech... Pech.. nichts weiter als Bech." Sieh da! Pech hast du? Wie oft habe ich dir nicht gesagt, in sollst zu deinem reichen Schulfreunde gehen? Herrgott nod mal, menn ich einen Bankdirektor zum Schulfreund hätte! Ha, felber mär ich schon Bankdirektor! Aber, du hast ja teine Zeit tu mußt ja Briefmarken sammeln. Der arme Mann ließ sich bei seinem Jugendfreunde, dem Banfdirektor, melden. Der umarmte ihn, gar nicht, als ob er Bankdirettor wäre, nein, geradezu kameradschaftlich. ,, Na, wie geht's denn immer, mein Lieber? Freut mich, freut mich, daß du so gut aussiehst. Du sollst ja eine ganz reizende Frau haben. Kinderchen? Nein? Na, nur Geduld, wird schon! Wie? Ach, du! zu teuer! Sieh mal, ich tausche gleich mit dir. Bitte dich, diese Verantwortung! Diese Last! Man ist auch nicht auf Rofen gebettet. Glaub's mir. Ja, ja, das Leben ist schwer, sehr schmer, na, nur Mut, alter Junge, alles wird, alles! Wir müssen einander bald wiedersehen. Grüß mir deine nette Frau! Min heute furchtbar besetzt. Na noch' n Wunsch? Sprich dich ous!" Der arme Mann fühlte nur: aus diesem furchtbaren Zu fammenbruch mußt du irgend etwas retten. Der da soll nicht glauben, daß ich als Bettier gekommen bin. Er sah eine wunder schöne seltene Briefmarke auf dem Tisch des Bankdirektors liegen. Die schnitt ihm eine verstempelte Grimaffe. Zögernd sagte der arme Mann:„ Ja, weißt du, ich bin nämlich Briefmarkensammler Der Direktor reichte ihm die Marke. Aber mit Bergnügen, und tomme bald wieder. Und grüß deine liebe Frau!" „ Sieh nur die schöne Marke, die er mir geschenkt hat," fagte der arme Mann zu Hause zu seiner Frau. Na, und Geld? Stellung? Protektion? Briefmarken bringt er! Briefmarken! Es ist, um verrückt zu werden. Wenn ich hingegangen wäre! Ich hätte dir etwas Besseres heimgebracht." „ Berfuch's doch," sagte der arme Mann zerfnirscht und Nebte bie feltene Marte in sein Album. " Tags darauf ließ sich die arme Frau bei dem Bankdirektor melden. Er fragte:„ Gnädige Frau, was verschafft mir die Ehre?" Und als sie nach einer halben Stunde fortging, fagte er: Also morgen um sechs. Ach ja, bring' doch deinem Mann eine Briefmarke mit." Daheim warf sie die Briefmarke auf den Tisch und sagte:„ Du haft recht! Aus dem Direktor ist wirklich nicht mehr als eine Briefmarfe herauszuholen." Uns Und tags darauf faufte sie sich einen neuen Hut. Strümpfe. Und eine Stridjade. und mancherlei anderes Schöne. Der arme Mann bemerkte es gar nicht. Er lebte Briefmarken in sein Album. Tragödie. Der Schüler hatte hohes Fieber. Der Arzt sagte:„ Gegen Abend wird er ausgelitten haben." Alle im Krankenzimmer beugten den Rücken vor der großen Majestät, die schon vor dem Hause wartete. In allen Gesichtern fror starr das Entsetzen. Schmerz zeichnete Striemen in das Antlig des Schülers. Nur die Mutter lächelte. Lächelte hold. beamte 1,1 Proz. Im Jahre 1923 dagegen wollten werden Lehrer 2 Proz., Technifer 24 Proz., Beamte 1,9 Proz., Kaufleute Berblüffend wirft es, wie rasch 12 Proz., Bankbeamte 40 Proz anzupassen wußten. Ist es nicht bezeichnend, daß vor fünf Jahren die jungen Menschen den veränderten Wirtschaftsverhältnissen sich noch von je hundert Knaben nur einer Bankbeamter werden wollte, im Inflationsjahr 1923 dagegen 40? Hört man obendrein, daß von 50 Knaben, die den Bankberuf erwählt hatten, sich nur drei für Rechnen interessierten, während ihre Neigungen sie zu ganz anderen Fächern zogen, so kann man dieser smarten Jugend Anerkennung nicht versagen. Dazu stimmt es auch ganz, daß 1918 der Beamtenberuf und die Staatstrippe als Versorgungsanstalt von fast hundert nur einer noch Beamter werden wollte. Bei den Mädchen cinem Drittel der Befragten gewählt ward, während 1923 von je war es nicht viel anders. Schiller ist nicht mehr zeitgemäß. Seine Jünglinge, die mit tausend Masten in den Ozean schifften" find ausgestorben. Der junge Mann von 1925 liest nicht den Werther, sondern Fords Lebensgeschichte. Woher kommt das Wort„ Grippe"? Wahrscheinlich ist„ Grippe" das ruffische" chrip( otá)" und bedeutet Heiferfeit. Wie man den in „ Spanische Grippe" gegeben hat, so hat man die Krankheit, da sie neuerer Zeit häufig gewordenen Formen vorübergehend den Namen mehrfach, am stärksten 1782, von Rußland aus zu uns fam, damals auch als„ Russische Grippe" bezeichnet. Schon zu jener Zeit ging, Der Schüler erwachte. Die Mutter neigte sich über seinen wie aus Streichers Aufzeichnungen über Schillers Flucht zu ersehen dampfenden Mund: „ Liebling, weißt du auch, was du morgen bekommst?" Das Kind machte große, gierige Augen. 4 „ Eine echte Mauritius!" sagte langsam und hell die Mutter. „ Aber, Mutter es gibt doch nur drei oder vier Erem zweifelte das Kind. Warte nur ab... Du wirst schon sehen!" machte sich die Mutter sehr wichtig. plare Selig lächelnd fiel der Knabe in das Fieber zurüd, seine Hände hielten beglückt eine Hoffnung; so lange, bis er drüben war, wo es lauter echte Mauritius gibt. Der Nüchterne schlug auf den Tisch und spektakelte:„ Also, bitte, ist das nicht bezeichnend? Und das hat mir der Händler selbst erzählt!" Der andere gab sich einen Rud und seufzte höflich: Ja, ja, dieses Briefmarkenfammeln..." Wandlungen des jugendlichen Berufsideals. Der jungen Men ichen Zukunftstraum ward vor Zeiten durch große Vorbilder, fühne Taten und gewaltige Leistungen vergangener Geschlechter bestimmt. Der wollte fremde Länder und Städte erforschen, jener ein berühmter Staatsmann oder Feldherr werden. Wenn Hans in den fanadischen Urmäldern als Trapper sein Glück zu versuchen gedachte, je wollte Kunz zum mindesten den Gaurijantar als erster Europäer besteigen. Die Jugend unserer Tage ist entschieden praktischer geworden. Ihre Berufswünsche streben nicht mehr einem romantischen Ideal zu, sie werden von der Wirtschaftslage und den Anschauungen welt der Jugendlichen vermitteln die Fragebogen einer Berliner der Umgebung bestimmt. Interessante Einblicke in die VorstellungsPrüfungskommission für die Begabtenschulen. Die Schüler, 13- bis 14jährige Knaben und Mädchen, müssen bei der Aufnahme in die Schule der Begabten verschiedene Fragen beantworten, darunter auch die, welchen Beruf sie für erstrebenswert halten. Die Brüfungs fommission hat dieses Material gesammelt und für die wissenschaft sorgfältigen Untersuchung festzustellen versucht, welche Veränderungen liche Bermertung freigegeben. Franziska Baumgarten hat in einer das Berufsideal der Jugendlichen innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren( 1918/19 und 1923) erfahren hat. Im Jahre 1918/19 münschten von einigen hundert Knaben zu werden: Lehrer 28 Broz, Technifer 19 Proz., Beamte 26 Proz., Kaufleute 11 Proz., Bankist, der Name Influenza nebenher, den sich jeder Kenner des Latei nischen oder Italienischen als Ansteckung" deuten kann. Schon bei dem Dichter Oswald von Wolfenstein steht, wie mir Prof. Franz Harders auf knappen Raume äußerst aufschlußreichem, jetzt in der fünften Auflage in der Haude- und Spenerschen Buchhandlung in Berlin erschienenen Büchlein Werden und Wandern unserer Wörter" entnehmen, um 1419 das deutsche„ influz" für Ansteckung. Aehnlich findet sich als beinahe wörtliche Uebersetzung das deutsche Fluß" neben dem griechischen Rheuma. Noch fester hat sich bei uns das griechische Katarrh"( Herabfluß) erhalten; es steckt mohrscheinlich, so unfenntlich es dabei geworden ist, fogar in unserem Kater", einem Wort, das, in dieser Bedeutung selbst ganz jung, zum erstenmal 1850 bezeugt ist. Nerven" werden schon etwa 300 v. Chr. in unserem Sinn mit dem betreffenden griechischen Wort bezeichnet; dagegen heißt das jetzt soviel gebrauchte Wort„ nervös" noch bei Leffing kraftvoll und findet sich in der gegenwärtigen Bedeutung zuerst knapp vor hundert Jahren bei Immermann. Aber selbst Wörter, die, und zwar mit vollem Recht, von jedem als gut deutsch angesehen werden, wie Wahnsinn, Wahnwig, fönnen uns irreführen. Sie haben mit" Wahn" nichts zu tun; der erste Bestandteil ist pielmehr das alte wan ermangelnd; fie bedeuten also ohne Sinn, ohne Wih, d. h. Berstand. Wie eine Nadel den Darm passiert. Der Darm des Menschen verfügt über zwei vom Gehirn unabhängig arbeitende Nervengeflechte. Das eine( Auerbachsche) regelt die groben Bemegungen, welche den Inhalt in der Richtung vom Magen zum Mastdarm weiterbefördern. Das zweite( Meißnersche) versorgt die sehr dünne innere Muskelschicht und befähigt diese zu einer wichtigen Leistung. Unter dem Einfluß dieses Nervengeflechts erschlafft nämlich bei Be rührung eines jpizen Gegenstandes, beispielsweise einer Nadelspize, die kleine berührte Stelle, während gleichzeitig die Muskulatur um die Nadelspizze herum sich zu einem festen Wulst zusammenzieht. Dieser Musfelring hält die Nadelspize fest, und der weitergleitende Darminhalt dreht nun um diesen festen Punkt herum die Nadel um, so daß sie mit dem stumpfen Ende nach vorn weiterwandert und fchließlich, ohne Schaden angerichtet zu haben, den Darm wieder verläßt. In dem Meißnerschen Nervengeflecht befizen wir also, wie Professor Pütter in seiner Einführung in die Physiologie, die führt, ein unabhängig vom Zentralnervensystem arbeitendes Schutzorgan. Dies fei zum Trofte aller Mütter mitgeteilt, die geneigt find, die schrecklichsten Folgen zu erwarten, wenn eines ihrer Kinder einmal eine Nadel verschluckt hat. unter dem Titel„ Stufen des Lebens" soeben erschienen ist, ausWir haben uns vergrössert.. Strumpf Abteilung Ganz neue Aufmachung. Alle Mode- Neuheiten Die Erweiterung unseres Hauptgeschäfts am Dönhoffplatz, LeipzigerEcke Jerusalemer Strasse ist beendet. Sie finden in diesem grössten Schuh- Spezialgeschäft Berlins in übersichtlicher Anordnung: FOLGENDE ABTEILUNGEN Unsere Räume haben in solchem Masse an Ausdehnung gewonnen, dass selbst bei starkem Verkehr jedem unserer Kunden eine angenehme und individuelle Bedienung gewährleistet ist. MIT TAGESLICHT Damen Abteilung Unerreichte Auswahl in Luxus- u. 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