Abendausgabe Nr. 15142. Jahrgang. Ausgabe B Nr. 75 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-293 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlia Vorwärts Berliner Dolksblatt 5 Pfennig Montag 30. März 1925 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhe Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin Sm. 68, Lindenstraße& Fernsprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Die Republik muß siegen! Republikanische oder„ antimarristische" Sammelfandidatur? Das vorläufige amtliche Wahlergebnis aus dem ganzen Reich, das der Reichswahlleiter in den frühen Morgenstunden des Montag herausgab, bestätigt das politische Bild, das sich schon aus den ersten Teilergebnissen ergeben. hatte: = Niederlage des Jarres Blods, Vormarsch der Sozialdemokratie! Das eine ist so unbestreitbar wie das andere. Der JarresBlock ist hinter der erträumten und großsprecherisch vorausgefagten absoluten Mehrheit weit, weit zurüdgeblieben. Er hat gegen den 7. Dezember nicht gewonnen, sondern verloren. Die Sozialdemokratie aber ist am 29. März prozentual stärker als am 7. Dezember. Immerhin hat sich aber die alte Erfahrung bestätigt, daß die später einlaufenden Wahlresultate für die Rechte günstiger find als die früheren. Die zuerst gemeldeten Resultate stammen aus den großen Städten und Industriegebieten, dann rückt langsam das platte Land vor. In den Städten, vor allem in Berlin, gelang es der Sozialdemokratie, den Jarres- Block von der Spize wegzudrücken, das platte Land hat ihm aber doch wieder einen beträchtlichen Vorsprug verschafft. Jarres ist geschlagen aber wenn seine Gegner im zweiten Wahlgang getrennt marschieren, dann fiegt Jarres! Im zweiten Wahlgang gibt es feine Stich wah L Kandidaten können für ihn neu aufgestellt werden. Sieger ist, wer die relative Mehrheit hat, wer die Spize hält, auch wenn noch lange nicht die Hälfte aller Stimmen auf ihn gefallen ist. So wäre es denkbar, daß die monarchistische Minderheit der Republik den zweiten Präsidenten stellte! Berhindert kann das nur werden, wenn die Republifaner m zweiten Wahlgang vereint marschieren und vereint schlagen. Sozialdemokraten, Zentrum und Demokraten haben zufammen 13,2 Millionen Stimmen aufgebracht gegen 10,4 Millionen Stimmen des Jarres- Blods. Mit dem Häuflein um Ludendorff bringt es der Jarres- Bloc auf 10,7 millionen, und selbst die bayerischen Held- Wähler, die übrigens gar nicht daran denken, den Kandidaten des Evangelischen Bundes, Herrn Jarres, zu wählen, könnten die Ziffern des Rechts blods Rechtsblocks mur auf 11,7 Millionen steigern, das sind immer noch anderthalb Millionen Stimmen weniger, als die Weimarer Roalition sie aufgebracht hat. Dabei ist zu beachten, daß die Weimarer Koalition auch Diesmal noch knapp hinter der absoluten Mehrheit zurüdgeblieben ist. Es fehlen ihr dazu allerdings nur wenige zehn tausend Stimmen. Daraus fann mit einem hohen Grad von Wahrscheinlichkeit geschlossen werden, daß auch ein republikanischer Sammelfandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit nicht erreicht haben würde, daß also ein zweiter Wahlgang unter allen Umständen notwendig gewesen wäre. Jetzt gilt es, den Rechtsblock im zweiten Wahlgang entscheidend zu schlagen. Dazu ist die Bereinigung der republitanischen Barteien zum zweiten Wahlgang notwendig. Eine republikanische Sammelfandidatur ist unter den Umständen das, was die Reaktionäre am meisten fürchten. Verfuche, sie zu hintertreiben, sind schon im Gange, wie folgendes uns aus Bamberg zugegangene Privattelegramm beweist: In einer Beranstaltung der Bayerischen Volkspartei am Abend der Wahl teilte der Vorfigende der Reichstagsfraktion der Bayerischen Bolkspartei, Domtapitular Dr. Leicht, mit, daß die Partei im zweiten Wahlgang nicht für Dr. Jarres stimmen werde. Sie fei jedoch für eine andere Sammelfandidatur zu haben. Damit verkündet die Bayerische Bolkspartei durch den Mund ihres Führers, daß sie im zweiten Wahlgang feine eigene Kandidatur mehr aufstellen wird, und daß es ihr angenehm wäre, wenn fie für einen gemeinsamen bürgerlichen Kandidaten, am liebsten für einen aussichtsreichen Zentrumsmann, stimmen könnte. Das Gelingen dieses Planes setzt voraus, daß der JarresBlod, entgegen feinen feierlichen Schwüren, Herrn Jarres fallen läßt. Das wird ihm aber wahrscheinlich nicht schwer werden. Als Zentrumsmann, der der Bayerischen Volkspartei genehm wäre, fommt Stegerwald in Betracht, als bürgerlicher Sammelkandidat außerhalb des Bentrums Geßler. Auch wird neuerdings Fürst Haßfeld genannt, der Sohn des früheren deutschen Botschafters in London, der eine Beit lang Reichstommissar bei der Rheinlandkommission war. Jede dieser Sammelfandidaturen würde in den beteiligten Parteien auf die härtesten Widerstände stoßen und umfangreiche Wählerstreiks zur Folge haben. Zugleich würde eine allgemein- bürgerliche Sammlung gegen die Sozialdemo fratie die ganze politische Lage gründlich verändern. Es mürde einen Schlußtampf geben, in dem der Sozialdemokratie ganz neue Aussichten ermadhjen mürben, Ergebnis im Reich. Der Reichswahlleiter teilt folgendes vorläufiges amtliches Wahlergebnis mit: Brann. 7785678( 7880963) 1002278( 1131979) 1565136( 1917764) Held Hellpach. Jarres Ludendorff Marr Thälmann -> 10387593( 11825325) 4 284471 3883676 ( 4118190) 1869553( 2708345) Zersplittert 34152 . Berlin. Merseburg und Düsseldorf- Dit, den einzigen Wahlfreisen, in denen noch am. 7. Dezember die Kommunisten mehr Stimmen aufbrachten als die Sozialdemokratie, steht die Sozialdemokratie wieder an führender Stelle. In Hamburg, der Heimat Thälmanns, verloren die Kommunisten 22 673 Stimmen, die Sozialdemokratie aber gewann 37 000 Stimmen! Das Hamburger Beispiel zeigt d'en Weg zurüd zur Sozialdemokratie. leber 20 000 Hamburger Arbeiter, ein Viertel der kommunistischen Anhänger in Hamburg, hat sich in die große Frant der Arbeiter gegen die Reaktion wieder eingereiht. Wo steht die Kommunistische Partei?" Sie stand in diesem Wahlgang neben Jarres. Muß nicht jeder kommunistische Arbeiter erröten, daß man heute, wenn man die Stimmen der republikanischen Front gegen den Block der Reaktion be rechnet, man ganz selbstverständlich die Stimmen der Kom munisten neben den Stimmen von held und Ludendorff zum Block der Rechten hinzurechnet? Es ist so. Wassind die Zukunftsaussichtender KPD.? Das Wahlresultat zeigt: es geht unaufhaltsam abwärts. Bom 4. Mai zum 7. Dezember, vom. 7. Dezember zum 29. März. Abgegebene Stimmen. 1091866. Da Das ist nicht ein hin- und herschwanken um einen festen von erhielten: • Brann Held Hellpach. Jarres Ludendorff. 398518( 368364) 1355 121387( 115127) 328996( 372310) 4011 56634Marg ( 46 589) Thälmann...180724( 217231) Zersplittert 241 An die Einigung zwischen den Werwolf- Leuten und den bürgerlichen Demokraten und zwischen dem Evangelischen Bund und dem Zentrum glauben wir erst, wenn wir sie sehen! Zentrum und Demokraten würden sich in den Augen ihrer Anhänger aufs schwerste fompromittieren, wenn sie auch nur Miene machten, sich auf ein solches Experiment einzulassen. Ihre Kompromittierung wäre um so stärker, als die größte und auch in diesem Wahlkampf fiegreiche republikanische Partei, die Sozialdemokratie, offenkundig bereit ist, im entscheidenden Wahlgang dem republikanischen Gedanken zum Sieg zu verhelfen. Der Präsidentschaftswahlkampf geht um die Republik! Für die Verhandlungen, die der Kan didatenaufstellung zum zweiten Wahlgang vorangehen und die hoffentlich kurz sein werden, soll dieser Satz die Grundlage fein. Wer ist bereit, auf sie zu treten? Wer nicht? Die Antwort auf diese Frage muß rasch erfolgen. Wie immer aber auch sie ausfallen mag, die Tatsache steht fest: Die Sozialdemokratie hat sich abermals in schwerem Ringen als die eigentliche Staatspartei der Deutschen Republif bewährt. Mit verstärkter Kraft und vermehrtem Ansehen geht sie aus diesem Kampf hervor. Das gibt uns unerschütterliches Vertrauen in die Zukunft, komme, was da tommen mag! " Tatsachen. Ein Wort an die Kommuniften. Die kommunistischen Arbeiter werden sich heute fragen: wie haben mir abgeschnitten, wie stehen wir, was find unfere Zukunftsaussichten und was sollen wir nuntun? Die Rote Fahne" läßt ihnen nur erkennen, daß es schlecht für die Kommunisten gegangen ist, und daß die SPD. fich glänzend behauptet hat. Und doch rät sie den kommunistischen Arbeitern, die Bersplitterungstaktit fortzusehen. Bir raten ihnen, den Weg der Erkenntnis und der vernünftigen Ueberlegung zu betreten, den so viele von ihnen gestern schon gegangen sind. Wie steht die KPD.? Hier sind die Tatsachen. In den fünf großen industriellen Wahlkreisen Berlin, hamburg, Halle- Merseburg, Düsseldorf Dst und Westfalen- Süd hat sich gestern das Verhältnis so verschoben: SPD. KPD.. 29. März • 1 258 942 630 959 7. Dezember 1 178 239 837 085 Die Sozialdemokratie gewann 80 000 Stim men gleich 7 Broz ihrer Stimmenzahl vom 7. Dezember, die Rommunisten verloren 200 000 Stimmen gleich 25 Broz ihrer Stimmenzahl vom 7. Dezember, In Halles Barteilern, das ist ein stetiges. unaushaltsames Absterben. Eine Arbeiterpartei fann nicht Seite an Seite mit den schlimmsten Feinden des Volkes und der Arbeiterschaft gegen die Massenpartei der Arbeiterschaft und gegen ihre gewerkschaftlichen Organisationen tämpfen, ohne daß ihre Anhänger ihr den Rüden fehren. So geht es nicht! Das ist die Erkenntnis der 25 Proz tommunistischer Arbeiter, die sich gestern von der KPD. ab= gewandt haben. Wir hoffen, es sind nicht die schlechtesten gewesen! Aber so geht es auch nicht, daß ein Teil von ihnen nun berdrossen abseits steht; denn das läuft im Grunde mur wieder auf die verfehlte fommunistische Taftil hinaus. Was sollen die fommunistischen Arbeiter tun? Sie sollen dem Beispiel der 20 000 Hamburger Arbeiter folgen, die sich wieder in die Massenpartei der Arbeiterschaft eingereiht haben, in die Front der großen, mächtigen Sozialdemokratie, die im unaufhaltsamen Vorwärtsschreiten begriffen ist. Die Reaktion hat gestern eine erste Niederlage begriffen ist. Die Reaktion hat gestern eine erste Niederlage erlitten. Am 26. April muß sie entscheidend geschlagen werben. Dazu beizutragen, das ist die Pflicht aller kommunistischen Arbeiter! Die Enttäuschung der Kommunisten. Die Rote Fahne am Montag" schreibt über das Wahlergebnis: " Soweit die Wahlergebnisse vorliegen, ist es der Kommu= nistischen Partei nicht gelungen, ihre Wähler vom 7. Dezember diesmal an die Wahlurne zu bringen. Ein großer Teil der Anhänger der Kommunistischen Partei hat sich seiner Stimme enthalten. Der SPD. ist es vor allem wohl dank ihrer alten Wahlmaschinerie gelungen, ihre Anhängerschaft an die Wahlurne zu bringen. In den meisten Bezirken hat die SPD. zwar auch verloren, aber weniger als die anderen Parteien. h Das heißt: Niederlage der Kommunisten, Sieg der Sozialdemokratie! Was die Sozialdemokratie gewann. Der Rückgang des Bürgerblocks.- Zusammenbruch der Kommunisten. Der relative Suwachs an sozialdemokratischen Stimmen, der Stimmausfall bei den Jarres- Parteien und der Rückgang der tommunistischen Wähler kommt noch deutlicher zum Ausdruck, wenn man die prozentuale Berteilung der Stimmen auf die ein. zelnen Kandidaturen bei der gestrigen Präsidentschaftswahl und bei den Reichstagswahlen vom Dezember v. 3. vergleicht: Von den abgegebenen Stimmen entfielen auf: Otto Brann Held. Hellpah Jarres( einschl. Ludendorff) Marg Thälmann. Brozent Bräsidentschaftswahl Reichstagswahl am 7. Dez. 26,0 29,0 3,7 4,6 5,8 6,3 39,8 42,4 14,5 13,6 7,0 9,0 Die Kommunisten, die bei den Reichstagswahlen vom 4. Mai 1920 noch 12,6 Proz. der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen fonnten, haben für ihren Kandidaten gestern nur noch 7 Proz. der abgegebenen Stimmen sammeln fönnen. Diesem Bell. tommenen Zusammenbruch der Mostowiter steht ein ebenso starter Aufstieg der Sozialdemokratie gegenüber, die am 4. Mai v. J. auf ihre Liste 20,5 Proz. der Stimmen vereinigen fonnte, diesen Anteil im Dezember auf 26 und gestern auf 29 Bros. au geigern Dermagte Groß- Berlin. Weitere Einzelergebnisse. 14. Kreis. Neukölln Braun 68 968( 63 669), Held 167, Hellpadh 13 289( 12 196), Jarres 37 802( 43 788), Ludendorff 514, Marg 5904( 4570), Thälmann 30 310( 35 820). 39. Abt. Braun 7065( 6609), Held 27, Hellpadh 3808( 3710), Jarres 12 221( 13 201), Ludendorff 119, Marg 1629( 1406), Thälmann 1647( 2080). 43. Abt. Braun 10 310( 9597), Held 30, Hellpadh 2875( 2715), Jarres 7521( 8368), Ludendorff 76, Marg 971( 827), Thälmann 2655( 3364). Hermsdorf- Frohnau( 138. Abt.). Braun 1201( 1177), Held 7, Hellpadh 580( 519), Jarres 3153( 3193), Ludendorff 15, Marg 420 ( 370), Thälmann 454( 593). 3ersplittert 15. Friedrichsfelde( 120. Abt.) Braun 1715( 1602), Held 7, Hellpach 348( 303), Jarres 1679( 1929), Ludendorff 26, Marg 245( 203), Thäl mann 1385( 1645). 3ersplittert 29. Blankenburg( 132. Abt.). Braun 424( 414), Held 2, Hellpach 109( 98), Jarres 276( 318), Ludendorff 7, Marg 14( 11), Thälmann 113( 139). Lichtenberg( 118. Abt.). Braun 4513( 4337), Held 17, Hellpach 1261( 911), Jarres 4152( 4741), Ludendorff 71, Marg 704( 689), Thälmann 1933( 2511). 3ersplittert 54. Lichtenberg( 116.Abt.). Braun 4367( 4067), Seld 14. Hellpach 1046( 886), Jarres 3268( 3938), Ludendorff 40, Marr 516( 396), Thälmann 1574( 2012). Resultate aus dem Reich. Braun 1. Reichswahlkreis Ostpreußen. Braun Held Hellpach Jarres Ludendorff Marg. Thälmann Zersplittert 11. Reichswahlkreis Merseburg. 143 420( 135 078) 1468 33 180 334 696 8455 10 950 136 896 446 ( 49 700) ( 322 860) ( 31 425) ( 10 024) ( 163 617) Die Zahl der abgegebenen Stimmen beträgt 669 653. 12. Reichswahlkreis Thüringen. Braun Held Hellpach Jarres Ludendorff Marg Thälmann Hellpach Jarres Ludendorff 27. Reichswahlkreis Pfalz. Braun 87 477 ( 115, 43 109 ( 67 060) 19 774 ( 29 037) 90 083 ( 120 531) 3.679 ( 8 230) 38 835 ( 50 124) 23 585 418 ( 34 951) Held Hellpach Jarres Ludendorff Marg Thälmann Zersplitterf Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 306 960( 430 866). 28. Reichswahlkreis Dresden- Bauzen. 366 076( 371 560) 2048 88 106 ( 80 328) 396 067 ( 419 077) 5 081 17556 ( 15153) ( 15 338) 36 622 ( 64 669) 642 Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 912 234( 996 416). 33. Reichswahlkreis Heffen- Darmstadt. Braun Held Heilpach Jarres Ludendorff 210 534( 222 585) 1686 42553 ( 54 372) 188 271( 214 433) 3272 98 491 ( 99 205) 20 998 ( 33 694) 220 35. Reichswahlkreis Mecklenburg. 305 353( 316 039) 2 200 42 152 495 412 15 810 47294 ( 58 826) ( 476 159) ( 60 297) ( 51 198) 100 574( 147 938) Braun Held Hellpach Jarres Cndendorff Marg Thälmann 13. Reichswahlkreis Schleswig- Holstein. Braun Zersplittert 231 688( 232 382) Held Hellpach Jarres Ludendorff Marg Thälmann • 1.663 41 835 373 660 5428 10 306 37 144 ( 66 561) ( 369 560) ( 20 433) ( 8 186) ( 51 643) 15. Reichswahlfreis Osthannover. Braun. 142 763( 141 745) Mary Thälmann Zersplittert Held 30 927( Welfen: 123 886) 226 844( 208 415) 14455 ( 20 570) 2917 221 330 ( 165 025) Braun 32 735 ( 39 891) 3513 ( 22 199) 548 992( 511 521) Marg . 11 327 ( 62 248) Thälmann 7.284 14302 ( 6 747) ( 22425) 68 546 ( 80 373) 45 106 1728 ( 86 663) Braun 227 943( 237 572) Held 3771 265 739( 243 442) 1 205 Hellpach 22444 ( 37 633) Jarres 267 994 ( 291 223) 118 319( 114 342) 372 995( 382 464) 3 979( 26 273) 37 962( 31 789) 84 478( 105 155) 284 Ludendorff 6860 ( 13 639) Marg Thälmann 379 834 48712 ( 412 208) Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen: 959 493 20. Reichswahlfreis Köln- Aachen. ( 68 888) ( 1 031 994). Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen: 880 962( 913 175). 4. Reichswahlkreis Potsdam I. 288 300( 275 254) 1830 Braun Held Hellpach Jarres Ludendorff 58 938 394 970 5292( 25 756) 26 194( 22 525) 84 287( 109 790) ( 56 770) ( 408 801) 5 830 435 476 52 845 ( 464 462) ( 79 616) 155 076( 156 638) 1522 14 364 ( 26 860) 210 649 ( 182 997) 5 107 ( 54 562) 3589 ( 3 812) 14 499 ( 27 316) Held Hellpach Jarres Ludendorff Marr Thälmann zerspliffert Braun Held Hellpach Jarres Ludendorff Thälmann Marg zersplittert Braun Held Hellpach Jarres Ludendorff Marr 3. Reichswahlkreis Potsdam II. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 435 614( 504 304). 17. Reichswahlkreis Westfalen- Nord. Marg Thälmann 142 960( 140 048) 3 059 25659( 32 284) 141 797( 166 689) ( 5 243) Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 808 391( 907 264). Thälmann Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen: 860 499( 908 017). 5. Reichswahlkreis Frankfurt a. D. Held Hellpach Jarres Ludendorff Jarres Braun Held Hellpach Ludendorff Marg Thälmann Braun . Seld Hellpach Jarres Ludendorff Marg Thälmann 437 633 6684 ( 440 000) ( 26 542) ( 52 843) 21. Reichswahlkreis Coblenz- Trier. Braun 57 978 2576 11 464 100 199 3.990 282 740 12 413 ( 59 588) ( 17 451) ( 115 250) 25. Reichswahlfreis Niederbayern. 226 582( 234 148) 1 901 27641 ( 38 888) Marg Thälmann 51 267 23 277 ( 36 695) Braun Held 314 715( 306 991) Hellpach Jarres Ludendorff Marg Thälmann 7. Reichswahlkreis Breslau. 2 444 33 361( 43 955) 354 105( 381 083) 5437( 13 648) 167 245( 183 485) 18563( 29 368) Richard Strauß: Intermezzo. Staatsoper. Strauß hat mit den größten Mujitdramatikern die eine Eigenschaft gemeinsam: ein Rückbildungsalter, unmittelbar vor der Schwelle des Greisentums ihre Humore spielen zu lassen. Das gelang einem Bagner und Berdi mit den Meistersingern" und dem " Falstaff" in einem genial neuen Wurf, der den Stil all ihres früheren Schaffens einmalig verdrängte. Ihr Glüd, ihre historische Mission und Erfüllung war, daß Stoff und Klang, Komödie und musikalische Begründung zu Einklang tamen. In jüngeren Jahren haben Buccini und Wolff- Ferrari der Bühne wirkliche Musikkomödien geschenkt. Große Weltbürger segten sich mit den Niede rungen der Welt überlegen auseinander und entbürgerlichten Stoff oder Gesinnung. Dem Pathos setzte sich die Leichtheit des Aus drucks, dem gepanzerten Drama bas totett aufschwebende Singen entgegen. Richard Strauß ist selbst ein Rosenfavalier", wo die latente Heiterkeit des Milieus und der Stimmung am reinsten durchschimmert, fein Buffo- Komponist originalsten Schlags geworden. Sein Rüstzeug für die Erstürmung der frohen Komödien- Burg ist allzu schwer. Strauß ist nicht Weltbürger, sondern Bürger, nicht Italiener, sondern Deutscher, Bayer dazu. Eleganz( die er durchaus befigt) liegt ihm ferner als derbes Zupaden, für Lachen hat er mehr Empfindung, als für das Lächeln der Weisheit und des Alters( obgleich er selber nie lacht). Seine bürgerliche Komödie ist stofflich nicht nur eine Belange lofigkeit, sondern auch eine recht brutal lachende Geschmadlosigkeit. Bas geht uns diese Episode der Verwechslung in der Familiengeschichte des Hauses Strauß- Strausty( Storch- Stroh) an? Eine Domestica im grellen Rampenlicht, feifende Frau und kneifender Mann( der einmal nur, Gott Dant, dafür in Rage gerät), Bohn zimmergeheimnisse und Küchenzant wie gefährlich banal wird diese Geschichte in der grob- alltäglichen Diftion eines Mannes, für den die Sprache nicht dichtet und denkt. Die Frau, in ihrem Herzen gut und sorgsam, in der äußeren Form eine Xanthippe, wird gerade noch vor dem Aussprechen intimer Dinge gehindert; sonst stände ihre Seele schwarz- weiß und nackt vor uns. Echt bürgerlich, aber auch grenzenlos unpoetisch, so die Suppe des Hauses vor allen Leuten zu kochen; eine Komödie würde das erst, wenn der Stoff aus persönlichem Kleinkram herauswüchse zu allgemeinen seelischen Normen, Gebrechen, Konflikten. Ein Szenarium von schilderndem Stillstand, ein bunter Filmstreifen, nicht eine Dichtung von innerem Interesse, von disponierier, aufsteigender Entwicklung fam zustande. Der Brief eines Barmädchens Mieze Mayer tommt an Kapellmeister Storch statt an Stroh. Die Frau öffnet, ist verzweifelt, will fich scheiden lassen. Bis die Aufklärung erfolgt. In den Armen liegen fich beibe. Aber die Zäntereien werden an anderer Stelle wieder losgehen, bürgerlich- häuslicher Kriegsfreislauf ohne Ende. Wie fann man solchen Film fomponieren, wie fann man Dienst botengespräche, Robelbahn, Statszene, wie fann man Mieze Mayer und Christine Storch in Mufit seßen? Das ist das große Geheim nis, das ist auch die große Leistung von Richard Strauß. Keiner außer ihm in der ganzen mufitfulturellen Welt hat diese selbst herrliche, selbstverständliche Gewalt über das Orchester, teiner weiß, Zerpliftert ( 310 807) ( 22 887) 44 633 226 407 14 052 36 333 8715 10 104 7315 1414 ( 71 580) ( 272 472) ( 12 527) ( 156 403) ( 16 643) ( 23 968) Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 341 373( 561 650); einige kleine Bezirke fehlen noch. wie er, die Klangfarben so zu mischen, daß sie jedem kleinsten Einbrud Resonanz geben. Es ist eine Spannung, eine Konzentriertheit, eine Einheit und ein Schwung in dieser rezitativischen Musit, die einfach überrumpelt, blendet, blufft. Kleine Motive, leidende und lachende, zeichnen blitzschnell Mensch und Situation. Pausen, Einschnitte, Fermaten werden zu Handlungssymbolen, die Luft felber scheint eingefangen in einer Instrumentation, die nicht mehr Ehrgeiz hat, Ehrgeiz braucht, um große Einfälle zu beleuchten. Die kunst. gewerbliche Illustration das ist Kennzeichen dieser höchstentwickelten Fertigteit. Der ganze erste Aft lebt nur Zitaten und von der Konverfation gehobenster Klangdifferenzierung. Rauscht der Vorhang zu, so beginnt Strauß zu mujizieren. Diesmal aber wirkliche Mujit. Wenn Mann und Frau innerlich zerrissen scheinen, dann wühlt und tobt, geistert und denkt es in einer breit hinströmen den, treibend entwickelten Sinfonie, in der alle Straußschen Effekte der harmonischen und rhythmischen Verschiebungen reizvoll werden. Man horche auf den Ländler in der entzückenden Szene am Grundl see, man tafte der Melodie am Bette des Kindes nach, man erspüre Innerlichkeit und Versöhnungsakt das ist Strauß, der Einzige, Strauß, der Könner, der Sieger. Bom„ Rosenkavalier" über„ Alpensinfonie" und" Domestica" bis hierher: kein Aufstieg, nur eine farben tolle Verdeutlichung von Metiermeisterschaft, die eine Distel zur Rose, einen Kitsch zum Augenblicstunstwert modelt. Nicht im Sinne einer ewigen Kunst, aber im Geifte des zeitgeborenen, bürgerlichen Spiels von vorgestern ist dieses Intermezzo" zu werten. Ein Symbol des Geschmacks, der nicht der unsere ist, und auch nach der Verblüffung durch einen Herenmeister nicht werden kann. In einer glänzenden, von Holz flott inszenierten Aufführung der Staatsoper war Maria Sussa die souverän führende Trägerin der Hauptrolle, Scheidl in der Jugendmaste Strauß' der Gatte. Neben ihnen erwarben sich Genia Guszalewicz, Stieber- Walter, sowie das Statquartett Schühendorf, Henke, Fleischer, Helgers, und vor allem der ausgezeichnete Dirigent Széll ihre Verdienste um den Publitumserfolg der Oper. Kurt Singer. Held Hellpach Jarres Ludendorff Marg Thälmann Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 406 692( 458 180). Reichstag und zweiter Wahlgang. Der Heltestenrat des Reichstags wird voraussichtlich am Dienstag, eine Stunde vor der Plenarsizung, die auf 3 Uhr anberaumt ift, zusammentreten, um die Geschäftsdispositionen für die nächste Zeit zu treffen. In Aussicht genommen ist vorläufig, daß der Reichstag diese ganze Woche Plenarsigungen abhält und dann in die Osterferien geht, die sich aber diesmal nicht auf die üblichen zwei Wochen beschränken, sondern mit Rücksicht auf den zweiten Wahlgang für die Wahl des Reichspräsidenten bis zum Tage dieser Wahl erstrecken werden. Das besetzte Gebiet gegen Jarres. Ein Urteil über die Versackungspolitik. Mit besonderer Spannung sah man in ganz Deutschland dem Wählerspruch aus den noch besezten Gebieten von Rhein und Ruhr entgegen. Nicht nur weil der Name Jarres mit dem Gedanken der Bersadungspolitif auf das innigste verbunden ist, sondern auch, weil dieser am schwersten geprüfte Teil des deutschen Boltes am ehesten in der Lage ist, ein Urteil darüber zu fällen, ob die von den republikanischen Parteien angestrebte Berständigungspolitik bort als richtig und erfolgreich anerkannt oder ob der Sprung ins Duntle vorgezogen wird, den ein Sieg des Jarres- Block vor allem außenpolitisch bedeuten würde. Noch Tcülergebnisse aus fcnen Gegenden vor, deren Resultate bei jeder Wahl besonders spät einzutreffen pflegen. Aber, was bisher bekannt geworden ist, ist so einheitlich und zugleich so eindeutig, daß ein Zweifel an dem Willen der überwiegenden Mehrheit jener Bevölkerung, die am unmittelbarsten dem Druck fremder Befagungsmächte ausgefeßt ist, ausgeschlossen ist. Wenn z. B. 13139 wäre, wenn wir nicht wüßten, daß es einen Bernhard Shaw gibt ( ber übrigens bei Bennett achtungsvoll erwähnt wird). Das Publi fum war glüdlich, obwohl Herr Korff, der schücherne Mater, alles andere als schüchtern, sondern wie immer ein Ravalier von äußerst sicherem Auftreten und Adele Hartwig für ihre Rolle zu alt war. Dgr. " Jung Warum wir den Krieg verloren haben. Ein Leser sendet uns folgende humorvolle Schilderung eines von ihm erlauschten Eisenbahngesprächs: Rrrrrratternd und rrrrrasend fauft der D- Zug durch's Land. Richtung Wien! Dösen, Schlafen, Schnarchen! Einige lesen. „ Vorwärts"? Ja, ich. Mein Gegenüber liest den Bitterfeld! E biederer Szachse tritt ins Gubé. Wieder gefellen!" Dösen, Schnarchen! Mei Szachse aber fängt ein Gespräch mit dem Die Zeit rinnt es rrrrrattert und rrrrrast! Junggesellen" an. Ich höre: Arras, St. Quentin, Maubeuge"( sprich: Maubeuge). Aha, denke ich, Krieg! Der deutsche Spießer triegt nie die Nase poll! Es sei denn, daß geschossen wird!' ch war bei de Bioniere... Bioniere! denke ich, würde er doch lieber ja, da war' d ooch!" von Biomalz reden. ,, Ja, so een Bleedsinn, de Szachsen foll'n nim fo bapfer gewäfen finn, wie de Preisen! So'n Bleedfinn!" Der Junggeselle" beruhigt ihn. Natürlich sei das Blödsinn. Dasselbe set von den Desterreichern gesagt worden. Er war Desterreicher. Awer woll'n Se gloo'm, Ich lausche. Ueber die Zeitung hinweg. ' s is ooch e Rrund, daß mern Grieg verloren ha'm! So'n Bleedfinn!" Ich ging auf den Gang! Der D- Bug rrrrratterte, rrrrrastę! " Der aus der Schule verbannte Darwin. Die Entwicklungslehre Darwins ist in neuester Zeit in den Vereinigten Staaten heftigen Angriffen ausgesetzt gewesen, und verschiedentlich wurden schon Lehrer des Darwinismus von einzelnen Schulen wegen, Irreligiofität" entfernt. Jetzt aber ist im Staate Tennessee ein Gefeß erlassen worden, das überhaupt auf allen Hochschulen und Schulen des Landes die Verbreitung der Darwinschen Lehre verbietet. Das Gesetz erklärt, daß es jedem Lehrer auf irgendeiner Schule des Staates verboten ist, irgendeine Theorie zu lehren, die die biblische Schöpfungsgeschichte verleugnet und behauptet, daß der Mensch von einer niederen Art von Tieren abstamme." Wie der Gouverneur Bean dazu ausführte, soll dieses Gesez ein Protest sein gegen die irreligiöse Bewegung der sog. Wissenschaft, die die Wahrheit der Bibel verleugnet und dadurch gefährlich und verhängnisvoll einwirkt auf unsere Kinder, unsere Einrichtungen und unser Land". Theater für Engländer. Ein Moskauer Theater, dessen Darsteller griechische Dramen deutschen Zuschauern auf ruffisch vorspielen, das ist schon dagewefen. Eine deutsche Schauspielergesell schaft, die ein Londoner Stüd auf einer Berliner Bühne Engländern auf englisch vorspielt, so was hat es noch nicht gegeben. Bis gestern. Im neuen Theater am 300" brachte Sonntag mittag eine Bereinigung englisch sprechender Berliner Schauspieler, organisatorisch von Adele Hartwig, fünstlerisch von Arnold Korff geleitet, Arnold Bennetts ,, Das große Abenteuer" heraus. Ein in liebenswürdigem Wortschwall dahinp'ätscherndes seichtes Konversations." lud und Sau" in der Premierenbeseyung statt. stüd, dessen Handlung nichts Abenteuerliches enthält, dessen Maß an Unwahrscheinlichkeit, Fadheit und Mangel an Dramentechnik aber ans Abenteuerliche grenzt. Der berühmteste Maler Englands wird beim Tod seines Dieners irrtümlich für den Diener gehalten und dieser erhält als vermeintlicher Maler ein Ehrengrab in der Westminster- Abtei. Der berühmte Maler seinerseits tut nichts gegen das Mißverständnis, weil er äußerst schüchtern und weltfremd ist. Glaubhaft wird nicht die Weltfremdheit der Bühnenfigur, son dern die des Autors. Die zahlreiche Zuschauerschaft war aber be. glidt, was ein trauriges Zeichen für den englischen Geschmad In der Volfsbühne findet am Dienstag die 50. Aufführung von Das Alademische Orchester gibt am 31. d. M. in der Singafademie unter Leitung von Ernit Braetorius, ein Stonzert, in welchem Brofessor Stulentampff und der Pianist Helmut Baerwald Berke von Corelli, Bach, Mozart und Spohr zum Bortrag bringen werden. Der Reinertrag ist für ein Studienheim. Deutsche Gafipiele in Paris? Dem Sntranfgient" zufolge beabsichtigt der Unterrichtsminister Francois Albert, demnächst in der Großen Oper eine Reihe von Werten Mozars, Richard Strauß und Wagner s von deutschen Gastspielgruppen in deutscher Sprache aufführen zu lassen In ähnlicher Weise sollen russische Opern in ruffischer Sprache aufgeführt werden. Das Blatt protestiert gegen biefes Borhaben. Ser gesamle 23. Wahlkreis- Düsseldorf- eff einen Zuwachs der sozialdemokratischen Stimmen um etwa 10 000 aufweist, dem ein Rückgang nicht nur der fommunistischen Stimmen um nahezu 30 000, sondern auch ein Berlust des Jarres Blodes um 20 000 Stimmen gegenübersteht, so ist das ein flares Symptom für die Abneigung der Bevölkerung vor dem Abenteuer einer schwarzweißroten Regierungspolitik. In der Stadt Köln ge= minnt unsere Partei nach einem vorläufigen Gesamtergebnis etwa 3000 Stimmen, die Kommunisten verlieren über 10 000, das Zentrum und die Demokraten halten sich und der Rechtsblod verliert über 10 000 Stimmen! Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, daß die Kölnische Zeitung", das volksparteiliche Organ, mit allen Mitteln die Jarres- Kandidatur propagiert und durch Geschichtsklitterung die Verfackungspolitit nachträglich als viel harmlofer hinzustellen versuchte als sie einst ihre geistigen Bäter Jarres und Moldenhauer gedacht haben. Aehnlich ist das Bild in allen Städten und Gauen rhein abwärts, auf beiden Ufern des Stromes, in den besetzten und a. M., Mainz bis hinunter über Karlsruhe nach Freiin den benachbarten Gebieten, in Koblenz, Frankfurt burg i. B. Es zeigt sich also, daß gerade diejenige Bevölkerung, die im Gegensatz zu den schwarzweißroten Jarreseln pom Kurfürstendamm, von Bommern und Ostpreußen die Wacht am Rhein nicht mit dem Maul, sondern mit der Tat und dem Herzen hält, ihre Treue zum Deutschen Reiche durch Treue zu den republikanischen Parteien befundet. Und damit ist der Beweis dafür er Fracht, daß die wirklich nationalen Parteien nicht im Lager der Reaktion zu suchen sind, sondern in diesem ersten Wahlgang durch Otto Braun, Wilhelm Marg und Willy Hellspach vertreten waren. Kleine Wahlnotizen. Der ehemalige Kronprinz Friedrich Wilhelm erhielt in Berlin 2( zwei Stimmen). Hurra. In Bernsdorf in der Mark verlor die KPD. von ihren 93 Stimmen 64 und behielt 29. Die Sozialdemokratie gewann 27 Stimmen, der Jarres- Blod 30 Stimmen. Dreigliederung des Kommunismus: ein Drittel bleibt treu, ein Drittel geht zu Braun und ein Drittel zu Jarres! Wer ist Skoblewski? Ausschluß der Oeffentlichkeit im Tscheka Prozeß. Leipzig, 30. März.( BS.) Zu Beginn der Montagssigung brachte zunächst der Reichsanwalt einen Antrag ein, für die Bere handlung über den Ausschluß der Deffentlichkeit bereits die Deffentlichkeit auszuschließen. Rechtsanwalt Dr. Marschner betonte, daß die Verteidigung ss außerordentlich bedauere, daß über diese Frage ein Antrag auf Ausschluß der Deffentlichkeit eingebracht worden sei, da sie der Meinung sei, daß nichts zu verheimlichen sei. Einer Bitte des Rechtsanwalts Dr. Wolf, wenigstens die Stenographen zuzulassen, wurde nicht entsprochen und zunächst in nicht öffentlicher Gigung verhandelt. Nach Wiederherstellung der Deffentlichkeit trat das Gericht zunächst in die Bernehmung des Beugen Professor Rodel von der Universität in Leipzig als Sachverständigen über verschiedene Unterschriften ein. Es handelt sich dabei um die Unterschriften off" und Helmuth", die mit der Unterschrift Stoblewftis identisch fein sollen. Der Sachver. ständige hat den Angeklagten Stoblemffi mehrfach Schriftproben in Deutsch und Russisch machen lassen. Als weitere Schriftprobe- Tag außerdem noch ein Brief des Angeklagten an den Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld vor. Der Sachverständige jagte aus, daß der Angeflagte in russischer Schrift eine gewiffe Schwerfälligkeit gezeigt habe. Die verschiedenen Schriftproben ffimmen untereinander jämflich überein. Aus der Namensunterschrift Wolf" glaubte der Sachverständige keine Identität mit der Unterschrift Stoblem sfi schließen zu können. Bezüglich der Quittung Helmuth" glaubte der Zeuge ebenfalls feine Anhaltspunkte dafür zu haben, daß es sich um die Unterschrift Stoblewskis handele. Man wisse zwar nicht, wieweit ein Mensch imstande sei, seine Schrift zu verstellen, doch sei faum anzunehmen, daß der Angeklagte sämtliche Unterschriften habe so ändern können, daß sie derartig von der Schrift Stoblemffis abNachklänge vom Wahlsonntag. Die eigentümliche Haltung der Schupo im Westen. Einige Worte sind noch über die seltsame Haltung der Präzei mannschaften während der völkischen Standale an der Gedächtnis tiche am geftrigen Wahlsonntag nachzutragen. Wares richtig, daß die in genügender Stärke vertretene republikanische ( dies letztere ist immerhin nicht ganz ohne Wichtigkeit!) Polizei ge lassen zusah, wie völkische Burschen die republikanischen( man beachte den Gleichtlang!) Propagandaautos zu stürmen versuchten? Wäre es nicht vielmehr die unbedingte Pflicht der Sicherheits organe gewesen, den Erzessen des Gesindels mit allem Nachdruk von vornherein entgegenzutreten? War es richtig, daß man das 18jährige Mitglied des völkischen Jung ft ur mes Fritsch, der den Reichsbanner- Fahnenträger überfiel, ohne es namentlich festzustellen, laufen ließ? Wäre es nicht ange. brachter gewesen, den aggressiven Jüngling zur Abkühlung mit auf die Wache zu nehmen, zumal man ja Republikanern gegenüber sehr bald mit dem Inhaftieren bei der Hand war?! Wares richtig, daß die Polizei den Nationalspeta felisten gestattete, die und zu beschimpfen, daß sie ihnen gestattete, mit Hafenfreuzfahnen 30 Mann starte Reichsbannergruppe aufs schwerste zu provozieren vor den Republikanern herzuziehen? Wäre es vielmehr nicht rich tiger gewesen, wenn die Schußpolizei, wie sie nachher ja auch getan hat, die provozierenden Hafenkreuzler zurückgedrängt und abgeriegelt hätte? Als der kommunistische Rote Jungsturm anmarschierte, tat man das sogleich. Haben die die Republik aufs gemeinste beschimpfenden Hakenkreuzler in der Republik Reservatrechte? Ist nicht jener Beamte, der unweit des Romanischen Cases Posten gefaßt hatte und der beifällig nickte, als eine hysterische Jungfrau mit schwarzweißroter Gehirnverkleisterung Schwarz- rot- mist" rief, ein überaus seltsamer Hüter des republikanischen Staates? In Uebereinstimmung mit Vorstehendem wird uns weiter folgendes geschildert: Nachmittags gegen% 5 Uhr passierte ein Last: auto mit Anhänger, das mit Reichsbannerleuten besetzt war, die Ede an der Gedächtniskirche. Das nationa liftische Gesindel, das zu Tausenden angewachsen war, und Surfürstendamm und Tauenzienstraße schwarz bevölkerte und sich fortwährend in lauten Mißfallensäußerungen über die Republik ausließ, hielt das Auto an, fiel über die Insassen mit Stöden her und riß die Fahnen herunter. Augenzeugen dieses Vorfalls erfuchten eine Polizeistreife, gegen die Angreifer einzuschreiten, da die Schuld zweifelsohne auf feiten des Bublifums lag und die Reichsbannerleute sich durchaus forrett benommen hatten. Mit Achselzucken wurden die Augenzeugen abgewiesen und ihnen wört lich erklärt:„ Diese Sache geht uns absolut nichts an". Da die Angriffe auf die Reichsbannerleute in unerhörter Weise fortgingen, hielten es die Augenzeugen nochmals für angebracht, eine andere Polizeiftreife auf diese unerhörten Vorfälle aufmerksam zu machen. Diese Streife leistete der Aufforderung auch Folge und verhaftete einen der Schreier aus dem Publikum. Dann wurden zwei Reichsbannerleute mit Stöden der Nationalisten von den Schup obeamten vom Auto heruntergezogen, derart, daß ihnen die Krücken um den Hals gelegt wurden und sie geradezu in die Menge stürzten. Ein neuer Knäuel schlagender Menschen entstand. Nachdem nun etwas Ordnung geschaffen war, geschah das ungeheuerliche. Der Radaubruder, der feine Papiere bei sich führte, wurde gegen Namensnennung entlassen, während die beiden Reichsbannerleute in haft behalten wurden. Das Verhalten der Polizei war direkt dazu angetan, die Menschenmasse zu immer erneuten Angriffen zu verleiten. Wir wissen sehr wohl, daß die Schuh polizei im Rern gut republifanish ist. Um so mehr muß, im eigensten Interesse der Beamten selbst, gegen Elemente( und fie find glücklicherweise nicht allzu zahlreich) in ihren Reihen Front gemacht werden, die den Republikaner immer wieder mit Mißtrauen erfüllen und den guten Ruf unserer Polizei bistre bitteren müffen. In Potsdam haben die Jarres- Parteien bei allen Anftrengum gen einen erheblichen Stimmen abfall gegenüber den De3emberwahlen nicht aufzuhalten vermocht, und ihr Verlust ist zum Teil den republifanischen Parteien, vor allem aber der Sozial demokratie, zugute gekommen. Im Dezember vereinigten die Barteien, die diesmal für Jarres eintraten, auf sich 22 790 Stimmen, gestern brachten sie es nur auf 21 697. Die Stimmenzahl der Sozial demokratie wuchs dagegen von 8940 auf 9217. Insgesamt haben die republikanischen Barteien 12 496 Stimmen in Potsdam auf gebracht; Ludendorff, erwarb sich nur 308 Stimmen, Held erlangte 61, und die Kommunisten mußten sich mit 999 gegenüber 1437 Der Angeklagte Neumann gab sodann zu, daß eine Quittung begnügen. Alle Agitation, alle Beschimpfungen der Soüber 1000 Dollars, die bei den Schriftproben liegt, von„ helialdemokratie und selbst der trefflich organisierte Schlepper muth" Stoblemsti unterschrieben worden war, mäh- dienst der Jarresleute haben, obwohl die Wahlbeteiligung ziemlich rend der Text von ihm stamme. widhjen. Der Reichsanwalt stellte fest, daß die Aussage des Sachverständigen wohl dahin zu verstehen sei, daß die Möglichkeit bestehe, daß Stoblemffis Schrift mit den Unterschriften Helmuths" und Wolfs" identisch seien. Wegen der Prüfung der Wahrheit der Aussage Neumanns, daß der Text der fraglichen Quittung von ihm ftamme, beantragte der Reichsanwalt, daß der Angeklagte Neumann vor dem Gericht noch einmal eine Schriftprobe abliefere. Diese Schriftprobe ergab nach Meinung des Sachverständigen, daß kein Zweifel bestehe, daß der Text tatsächlich von dem Angeklagten herrühre. Der Sachverständige wurde sodann entlassen und zweds Weiterverhandlung über die Frage des Ausschlusses der Deffentlichkeit wiederum die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Um 410 Uhr verkündete der Präsident, daß im Interesse der Staatssicherheit die Deffent lichkeit ausgeschlossen werde. Hierauf wurde der Zuschauer raum geräumt, auch die Pressevertreter mußten den Gaal verlassen. Wie wir erfahren, ist mit Wiederherstellung der Deffent. lichkeit im Licheka- Prozeß nicht vor Donnerstag dieser Woche zu rechnen. Meuchelmord! Folgen der nationalistischen Verhekung. Warschau, 30. März.( WTB.) Baginsti und ieczr fiemi, zwei fommunistische Offiziere, die sich verschiedener ter reristischer Verbrechen schuldig gemacht hatten und deshalb zum Tode verurteilt, später aber zum lebenslänglichen Rerfer begnadigt worden waren, sollten auf Intervention der Stegierung der Käte union gegen zwei in Rußland eingeferkerte Polen, einen Priester und einen peinischen Sonjularbeaurten, ausgetauscht werden. Sie „ Kurjer Boranny" meldet, näherte sich der Eisenbahnzug mit den beiden Kommunisten bereits der russischen Grenzstelle, wo der Austausch stattfinden sollte, als plöglich einer der den Transport begleitenden polnischen Bolizisten einige Revolverschüsse auf die beiden Kommunisten abgab. Baginsti wurde auf der Stelle ge tötet, Wieczrtiemih soll tötlich verlegt sein. Der Polizist übergab dann dem Führer der polnischen Estorte feinen Revolver mit dem Bemerfen, er glaube eine patriotische Tat, vollbracht zu haben. Der Zug wurde zur polnischen Grenzstation zurücgeleitet. " Kurjer Poranny" führt die verbrecherische Tat des Bolizisten auf die Hege zurück, die in der letzten Zeit von der nationalsozialistischen Presse gegen die Auslieferung der beiden Kommunisten geführt worben ist. qut war, den Berlust nicht verhindert. Unter anderem wurden in Potsdam auch für Kaiser Wilhelm, Hindenburg und den Kronprin zen Stimmen abgegeben. Man ist in den sogenannten„ nationalen" reisen von dem Ergebnis start enttäuscht, denn es geht mit ihnen immer rückwärts. Der Wahlverlauf ist nirgends gestört worden. Eine schwarzweißrofe Fahne mit Trauerflor wehte gestern vom Balkon der dritten Etage des Hauses Königin Elisabeth- Str. 14 in Charlottenburg. Wahrscheinlich wollte der Besizer der Fahne schon am Vormittag seiner Trauer über den Reinfall Jarres' Ausbruc geben. Mord und Selbstmord. Schwere Bluffat eines Sechzigjährigen. Aus noch unbekannten Gründen erschlug der 60 Jahre alte Kellner Keithan Schneeberger in der Marienburger Str. 37 feine wirtschafterin, die 34jährige Käthe Fuchs und tötete sich dann selbst mit Leuchtgas. Schneeberger bewohnt feit längerer Zeit im britten Stock des Borderhauses eine eigene Wohnung. Seine Wirtschafterin wohnte bei ihrer Mutter in der Teupiger Straße. Am Mittwoch voriger Woche wurde der alte Mann auf der Straße angefahren und erlitt eine Fußverlegung, die ihn an das Bett fesselte. Weil er infolgedessen hilflos war, 30g Frau Fuchs auf einige Zeit zu ihm. Seit dem Mittwoch haben die Angehörigen der Frau nichts mehr von ihr gehört. Gestern gingen Verwandte von ihr nach der Marienburger Straße, um sich nach ihr umzusehen. Sie fanden feinen Einlaß. Auch die Hausbe wohner erinnerten sich nicht, Schneeberger und seine Haushälterin feit Tagen gesehen zu haben. Man benachrichtigte die Polizei. Die Wohnung wurde durch einen Schloffer geöffnet und man fand beide Bersonen tot auf. Ein hinzugezogener Arzt stellte fest, daß bei Frau Fuchs der Tod durch Erschlagen und Erdrosseln eingetreten war. Der Schädel, das Gesicht und das Genic wiesen stark blutunterlaufene Stellen auf. Der Zipfel der Bettdecke war ihr als Knebel tief in den Hals hineingestoßen worden. Schnee berger hatte sich mit Leuchtgas vergiftet. Der ganze Befund läßt darauf schließen, daß der Mann mit seiner Wirtschafterin in Streit geraten ist, fie im 3orn erschlagen hat und sich selbst das Leben nahm. Die Leichen wurden beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Großfeuer tam nachmittags auf Westend, Kirschen Allee 1, Ede Spandauer Chaussee und Akazien allee, in einem ausgedehnten, von zahlreichen Mietern bewohnten Hause mit mehreren Ausgängen aus noch nicht ermittelter Urfache zum Ausbruch und verursachte den Charlottenburger Feuerwehren viel Arbeit. Als die ersten Löschzuge bort eintrafen, hatten die Flammen schon eine folche Ausdehnung erlangt, daß unverzüg lich von mehreren Seiten mit vier Schlauchleitungen vorgegangen merden mußte, um die Flammen, die reiche Nahrung an dem Inhalt der Bodenverschläge und dem Dachgebält gefunden hat.en, einzuschränken. Es gelang, den Brand auf den mittleren Teil zu beschränken. Trogdem ist der Schaden erheblich. Die Hausbewohner vermuten Brandstiftung. Der Mann mit der Höllenmaschine. Ein Anschlag mit einer Höllenmaschine war auf ein Konfektionsgeschäft in der Invalidenstraße geplant. Sein Urheber war ein 24jähriger Kaufmann Hans Rohrbach, der zuIcht angeblich bei seinen fünftigen Schwiegereltern in Reppen gewohnt hat, von dort nach Berlin gekommen war und sich hier ohne Stettiner Bahnhof und in seiner Umgebung herum und suchte Beschäftigung aufhielt. Rohrbach lungerte seit einiger Zeit auf dem jemanden, der ihm bei einem Attentat auf das Ronfel tionsgeschäft an die Hand gehen sollte. Nachdem er einen Helfer gefunden hatte, machte er sich eine Höllenmaschine zurecht. Der junge Mann, den er zur Mittäterschaft angestiftet hatte, sollte diese Maschine in das Geschäft hineinbringen. Biel Schaden hätte sie aber nicht anrichten können. Die Explosion hätte aber ohne jedoch zu Ohren von Beamten des Raubdezernats. Als nun Rohr 3weifel große Aufregung verursacht, und Rohrbach wollte die Berwirrung benutzen, um im Trüben zu fischen. Der Plan kam bach mit seiner Höllenmaschine tam und vor dem Geschäft auf den elfer wartete, wurde er festgenommen und seine Maschine beschlagnahmt. Das Raubdezernat vermutete nun, daß der Berhaftete vor einiger Zeit bereits in einem Ueberfall angeftiftet habe, der einem Strumpfwarengeschäft in der Potsdamer Straße gelten sollte, einem Geschäft, in dem die Inhaberin zuweilen allein anwesend ist. Hier sollten zwei Mann mit Handgranaten eindringen und Vermutung erwies sich als richtig. Die beiden Angestifteten wurden unter Umständen auch von Schußwaffen Gebrauch machen. Die ermittelt, und Rohrbach gab schließlich auch selbst zu, die Ueberfälle geplant und die beiden zur Mithilfe angestiftet zu haben. Er selbst hatte einen Mantel vertauft, um sich einen Revolver reits eine längere Gefängnisstrafe verbüßt. Es besteht der Veranschaffen zu können. Rohrbach hat wegen Erpressung bedacht, daß er auch noch weitere Anschläge ausgeführt hat. Das Ende einer freundschaftlichen Balgerei. Durch einen unglücklichen Schlag hat in der vergangenen Nacht der 22 jährige Bruno Prill aus der Landsberger Str. 12 seinen ehemaligen Schulkameraden, den Tischler Paul Jrling aus der Friedrichsberger Straße, um das Leben gebracht. Die Beiden trafen sich gestern abend nach längerer Zeit wieder, frischten ihre alte Betanntschaft auf und besuchten mehrere Lokale. Gegen 11 Uhr abends wollten sie sich in der Friedenstraße nach Schülerart, wie sie es früher getan hatten, wieder einmal etwas balgen. Hierbei teilten sie sich gegenseitig auch hiebe aus. Plötzlich brach Jrfing, von einem unglücklichen Schlage feines Freundes schwer getroffen, tot zusammen. Prill versuchte, ihn ins Leben zurückzurufen, hatte damit aber keinen Erfolg. Schutzpolizeibeamte des 98. Reviers, die dazu tamen, nahmen ihn vor läufig fest und brachten ihn nach der Wache. Die Leiche Irlings wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhaus gebracht. Beschossen wurde gestern nachmittag gegen 3% Uhr ein Personenzug auf der Strausberger Strecke zwischen der Eisenbahnbrüde an der Tresckow- Allee und Bude 4. Das Geschoß zertrümmerte eine Scheibe, traf aber glücklicherweise feinen Reisenden. Der Vorfall perursachte in dem stark befekten Zuge lebhafte Aufregung. Reiſende, die alsbald vernommen wurden, befunden, daß der Schuß von Reichsbannerleuten abgegeben worden sei, die auf drei Lastautos von Karlshorft nach Friedrichsfelde fuhren. Die Reichskonferenz des Arbeiter- Radioklubs. Gestern tagte im Gemertschaftshaus Berlin die erste Reichs. tonferenz des Arbeiter- Radiotimbs. Aus allen Teilen des Reiches maren Delegierte erschienen. Im Anfang der Tagesordnung wurde ein Begrüßungsschreiben der österreichischen Funtfreunde mit einge, der bie Beweggründe behandelte, die zur Gründung bes großem Beifall aufgenommen. Der Bericht des Funtfreundes Arbeiter Radioklubs führten, fanden allgemeine Zustimmung. Es murde ein Manifest an das internationale Proletariat, unter besonderer Berücksichtigung der Fragen des befeßten Gebiets, angenommen. In diesem Manifest mirb verlangt, daß die Funtfreunde des befeßten Gebiets, die von der Besagungs behörde wegen Empfangs des Rundfunts bestraft worden find, sofort freigelassen und daß die schwebenden Verfahren niedergeschlagen werden. Eine dreigliedrige Kommission, die die internationalen Ber bindungen aufnehmen soll, wurde gewählt und hat ihre Arbeit sofort aufgenommen. Im Laufe der Versammlung zeigte sich, daß Einmütigkeit und Gefchloffenheit auch in technischer Beziehung besteht. Es wurde sehr eingehend die Frage der Notwendigkeit, dem Arbeiter in technischer Beziehung die Grundlagen der Radiotechnik flarzumachen, umrissen. Es wurde in der Versammlung bekanntgegeben, daß bei einer gestern bei Herrn Staatssekretär Bredow stattgefundenen Besprechung von diesem die Zusicherung gegeben wurde, daß der Arbeiter- Radioklub in allernächster Zeit die Berechtigung zur Erteilung der Audionver fuchserlaubnis erhalten wird. Bei Wahl der Reichsleitung wurden Hoffmann- Schmargendorf( 2. Borfizender der Allgemeinen Bostgewerkschaft) und Kieffig- Berlin als Vorfigende gewählt. Im Verlauf der Konferenz wurde besonders die mangelnde idiologische Unterstützung der Arbeiterorganisationen hervorgehoben, die bis heute noch nicht die Wichtigkeit des Rundfunks und ihre Ausnußung erfannt zu haben scheinen und besonders einen Aufruf an alle Arbeiter- Kulturorganisationen angenommen. Unter dem Hinweis, daß die neugewählte Reichsleitung sich mit aller Kraft dem Ausbau der für das gesamte Proletariat so wichtigen Organisation widme, schloß der neugewählte Borsigende die Konferenz. Unser Genosse Otto Schulze, Schliemannstr. 21, früher Magiftratshiffsarbeiter, geb. am 10. Januar 1854, feiert am heutigen Tage mit seiner Gaitin Agnes, geb. Welsch, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Achtung, Künstler! Die Deputation für Kunst und Boltsbildung des Berwaltungsbezirts Köpenid veranstaltet vom 5. April d. 3. ab in der Aula der Körnerstraße zu Köbenid eine Sunst ausstellung. Bu gelassen zur Ausstellung sind Werke der Maleret, der Plastik, der Graphir und des Kunstgewerbes nur von Berufstünstlern. Künstler, die Angabe der Art und Zahl der Werke, die fie ausstellen wollen, mit Stunftsich an dieser Ausstellung beteiligen wollen, werden gebelen, sich unter maler Riemschneider, Grünau, Wilhelmstr. 11a, durch den auch alle näheren Bedingungen zu erfahren sind, in Verbindung zu sehen. der Schloßbraueret, Schöneberg. Hauptstr. 120. Für eine beffere Renten bersorgung! Für die Ausgestaltung der bestehenden Fürsorge! Reichsbund der Striegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen. Kriegsopfer! Kundgebung am Montag, den 30. März, 7%, Ubr, in Zum Tode verurteilt. Das Frankfurter Schwurgericht hat nach viertägiger Verhandlung auf Grund eines Indizienbeweises den 40jährigen Landwirt Friedrich Michelsen aus Hahn bei Funkstädt wegen Mordes und Diebstahls zum Tode und zu 1½ Jahren Gefängnis verurteilt. Die Geschworenen haben und zu 1½ Jahren Gefängnis verurteilt. Die Geschworenen haben ihren Spruch einstimmig gefällt. Deutscher Dampfer gestrandet. Der Hamburger Dampfer Ravinia", der nach Rotterdam mit Stüdgut auslief, ist bei Norderney gestrandet. Die Versuche, ihn abzubringen, waren bislang vergeblich. Groß- Berliner Parteinachrichten. Jungjozialisten. Seute abend 48 Uhr: Jugendheim( Diskuffionsaimuter) Arbeitsgemeinschaft. Dr. Grelling: Deutschland und die öftlichen Bänder. Gewerkschaftsbewegung Die Berliner Buchbinder 1924. Die Ortsverwaltung Berlin des Berbandes der Buchbinder und Papierverarbeiter veröffentlicht ihren Geschäftsbericht für das Jahr 1924. Die Arbeitslosigkeit im graphischen Gewerbe war nach dem Ende der Inflation außerordentlich groß. Nicht weniger als 5447 Mitglieder des Verbandes waren im Januar des Berichtsjahres ohne Arbeit. Die Zahl der arbeitsLesen Mitglieder hat sich bis Mitte des Jahres auf 1090 und bis Ende des Jahres auf 311 ermäßigt. Während der besseren Konjunktur des Jahres bestand ein besonderer Mangel an Spezialfräften och fonjunttur war am Schluß des Berichtsjahres in den Großbuchbindereien und in den Karton nagenbetrieben Gut beschäftigt waren die Buchdrucke reien, die Chromo- und Photographie, die Galanterie und die Holzrahmenbranche. die Löhne wirfte sich natürlich auch in diesem Berbande aus. Befchleunigung. 4. Das mit dem Rechtskraftatteft verfehene Urteil genügt. 5. Die Berichtigung der Steuerkarte erfolgt durch das Finanzamt. 6. Rein. 2. 51. Rein. Es tommt höchstens Aufwertung in Frage. 3. 8. 1863. Berufung ist zulässig. In der Berufungsinstanz müssen Sie aber durch einen Anwalt vertreten sein, Sie selbst tönnen die Berufung nicht einlegen. Nach unserer Ansicht kommt nur eine Minderung( Serabſchung) W. D. 9. 1. Der Unterhaltssag für uneheliche des Kaufpreises in Frage. Rinder beträgt zurzeit 33 Mart monatlich. 2. Der Unterhalt ist bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres zu gewähren. 3. Weitere Verpflichtungen beftehen zunächst nicht. A. S. Spandan. Es handelt sich nur um einen AufDifferenzen im Rheinischen Braunkohleurevier. Köln, 29. März.( WTB.) Die Forderung der Gewerkschaften auf Erhöhung der jezigen Schichtlöhne vom 14. April ab um 15 Broz. wurde vom Arbeitgeberverband als unannehmbar abgelehnt, da Schichtlöhne im Rheinischen Braunkohlenrevier nicht bestehen. Der Verband sei aber bereit, über eine Neuregelung der Stundenlöhne im Einklang mit der Lohnregelung in der Kölner Metall- und chemischen Industrie, sowie der Schichtlohnregelung im Ruhrbezirk zu verhandeln, so daß eine Neuregelung der Löhne ab 14. April in Wirkfamfeit treten könnte unter der Bedingung, daß die Frage der Bezahlung der Deputatskohle mit Wirkung vom 14. April ab neu ge= regelt und die Nichtbezahlung der zehnten Durchstehstunde tariflich fäule, bei der der Bruſtteil nad, außen gewölbt, der Lendenteil nach innen festgelegt wird. Da hierüber und über andere Forderungen eine Einigung nicht erzielt wurde, ist der Reichskommissar Mehlich als Schlichter angerufen und ersucht worden, den Verhandlungstermin schleunigst anzusetzen. Proteststreit auf der Lothringer Unglückszeche. eingetreten. Baris, 28. März.( Eigéner Drahtbericht.) Die gesamte Beleg schaft der Beche Saar- et- Moselle bei Merlenbach ist wegen des durch Der von den Unternehmern allgemein betriebene Druck auf die Fahrlässigkeit der Grubenverwaltung verursachten schweren Un Nur schwer gelang es dem Verband, die ständig steigende Teuerung glüds in einen 24ftündigen schweren Proteft streit durch einigermaßen ausgleichende Lohnerhöhungen wettzuSaarbürden, 30. März.( WTB.) Sämtliche Bergarbeiterorgani machen. In den reinen Buchbindereien und Geschäfts- sationen des oftlothringischen Reviers haben beschlossen, am 30. März, buchfabriken betrug der Lohn Ende 1923 etwa 52 Pf. die Stunde, fonnte aber bis zum Jahresschluß auf 76 Bf. gesteigert werden. Mit dem„ Verband Deutscher Buchbindereibefizer" ift in freier Vereinbarung ein Manteltarifvertrag abgeschlossen morden, der bis zum 30. Juni 1925 gilt und bei dem u. a. Verbesserungen für die Affordarbeiter erreicht wurden. Mit dem„ Arbeitgeberverband der papierverarbeitenden Industrie"( Api) konnte nur unter Zuhilfenahme des Schlichtungsausschusses ein Rahmentarifvertrag abgeschlossen werden. Die Agitation in der Buchbinderbranche gestaltete sich in folge der von Moskau betriebenen Spaltung recht schwierig. Zu Beginn des Jahres waren ganze Betriebe verloren gegangen, mit einem anderen Teil bestanden keine Verbindungen mehr. Die Position des alten Verbandes hat sich aber im Berichtsjahre außer ordentlich gebessert und gefestigt. Auf die Mitwirkung jedes einzelnen Berbandsmitgliedes wird es ankommen, wenn die Spaltungserfcheinungen in nächster Zeit beseitigt werden sollen. Aehnlich waren die Verhältnisse in der Etui- und Karton branche. In der Wellpappenindustrie waren die Lohnver handlungen wenig erfolgreich. Die Fluktuation in dieser Branche ist außerordentlich groß. Im Oktober fonnte ein Lohn für Männer von 60 Pf. und für Frauen von 36% Pf. vereinbart werden. In der Etuibranche wurde vom Vorjahre der Lohn mit 52 Pf. übernommen. Ein Schiedsspruch des Reichsarbeitsministeriums gab den Unternehmern das Recht, Arbeitszeitverlängerungen ohne Zuschlag bis zu 6 Stunden anzuordnen. Ein Streit, der dagegen geführt wurde, mußte nach drei Wochen ergebnislos abgebrochen werden. Nach Wiederaufnahme der Arbeit wurde allerdings eine Vereinbarung getroffen, wonach Lohnzulagen von 6 bis 18 Proz. zu zahlen waren. Nach einigen weiteren Lohnbewegungen fonnte im November ein Lohnabkommen abgeschlossen werden, das den Männerlohn auf 75 Bf. und den FrauenJohn auf 47% Bf. festsetzte. Das im November abgelaufene Ar= beitszeitablommen wurde bis zum Ende des Jahres 1924 verlängert mit der Bestimmung, daß für die ersten fünf lleberstunden ein 3uschlag von 20 Pro3. zu zahlen war. In der Kartonnagenindustrie waren die Berhandlungen und Differenzen am umfangreichsten. Neben einer ganzen Reihe von Lohnverhandlungen fonnten im Mai bei den zentralen Mantel- und Lohntarifperhandlungen die von den Unternehmern beabsichtigten Verschlechterungen abgewehrt wer den. Es wurden sogar noch eine Reihe Verbesserungen durch gesetzt, die die Staffelung der Löhne und die Zuschläge betrafen. Nach einigen geringen Zulagen im Laufe der Zeit wurde dann im November ein Lohn von 75 resp. 47% Pf. in der Spize festgelegt. Der Attord zuschlag auf die Grundpreise betrug am Schluß des Jahres 25 Broz. Troß aller Schwierigkeiten, die in der Luguspapier branche zu überwinden waren, gelang es, die Lohn- und Arbeitsbedingungen einigermaßen den wirtschaftlichen Verhältnissen anzupassen. In der Chromo- und Photobranche wurde örtlich ein Lohntarif abgeschlossen, der bis zum 31. Mai 1925 Gültigkeit hat. Die Verbesserung der Lohnverhältnisse mußte zum Teil unter Zuhilfenahme des Schlichtungsausschusses durchgesezt werden. Für die Galanterie und mappenbranche be trug der Lohn am Schluß des Jahres 1923 40 Pf., am Ende 1924 dagegen 75 Pf. Zusammenfassend fann gesagt werden, daß der Buchbinderver band trop der Schwierigkeiten, die ihm von den Unternehmern sowohl als auch von der fommunistischen Sonderorganisation gemacht wurden, das Berichtsjahr nicht nur gut überstanden hat, sondern daß er sich in steter erfreulicher Aufwärts. entwidlung befindet. An die AfA- Betriebsräte Berlins! Mit dem 1. Mai verlieren die vom Ortskartell Berlin des AfA- Bundes ausgestellten, mit dem Jahresstempel 1924 versehenen Betriebs- und Angestelltenratsausweise ihre Gültig feit. Die Ausweise derjenigen AfA- Angestellten und Betriebsratsmitglieder, deren Amtsperiode über den 1. Mai hinausreicht, also vielleicht bis zum Herbst 1925 läuft, haben ihre Karten im Bureau des Ortskartells Berlin des AfA- Bundes, SD. 16, Engelufer 24/25, Gemertschaftshaus, Aufgang A, 4. Stod, wochentags in der Zeit von 9 bis 3 und Sonnabends in der Zeit von 9 bis 1 Uhr zur 11 m stempelung vorzulegen. Bom 1. Mai ab tönnen als Legitimationen zum Eintritt in Bersammlungen usw. Karten mit dem Jahresstempel 1924 nicht mehr benutzt worden. Bei Vorweis werden diese dann einbehalten. Allgemeiner freier Angestelltenbund, Drtskartell Berlin. Flatau. Reichshallen Theater Allabendi 8 U. u. Sonntags nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Neu! Sport- Müller Neu! Bachm. halbe Preise, volles Progr. Dönhoff- Brett'i: Das Lenz Programm! Anf. 7%, U., Sonnt. 5%, U. WINT DORTEN Reichelt. dem Tage der Beisetzung der Opfer des Merlenbacher Gruben: unglüds, eine 24stündige Arbeitsruhe eintreten zu lassen. Moskau und Amsterdam. Antwort auf Umwegen. WTB. meldet: Der von Mostau, 28. März. Gestern abend reifte eine Delegation des Alfruffischen Gewerfiaftsrates nach Lon. don ab, um dort mit einer Abordnung(?) des Generalrats des britischen Trade- Union- Kongresses über die Frage einer gemeinfamen Aftion zur Wiederherstellung der Einheit der internationaler Gewerkschaftsbewegung in Berhandlungen zu treten. Tomski geführten russischen Delegation gehören Gleboff, Abiloff, Michailoff, Lepfe und Tschernnichewa an. Tomsti richtete an die Menge, die fich bei seiner Abreise auf dem Bahnhof versammelt hatte, eine Ansprache, in der er der festen Ueberzeugung Ausdrud gab, daß es den englischen und russischen Gewerkschaften ge= lingen werde, die Einheit der Gewerkschaftsbewegungen sicherzustellen. Die Sowjetgewertschaften hätten es für unmöglich gehalten, eine Entscheidung über den Vorschlag des Amsterdamer Internationalen den britischen Brudergewerkschaften besprochen zu haben. werkschaftsbundes zu treffen, ohne die Frage vorher mit * Ge= Kein Wunder, wenn bei solcher Art und Weise der Beant wortung, die Antwort die einer Ausrede recht ähnlich sieht etwas lange dauert. Im übrigen wird durch die an sich nichtssagende Antwort nach Amsterdam die russische Taftit erneut bestätigt. Dem englischen Arbeiter zeigt man das große aufnahmefähige Rußland, das seiner Arbeitslosigkeit auf viele Jahre hin aus ein Ende machen könne. Deutschland dagegen ist das Land, aus dem ihm Konkurrenz ersteht. Hier seht das Moskauer Teilen ein, der Versuch zu herrschen. Doch man merkt die Absicht. Abgewürgter Generalftreik. Im Mährisch Ostrau Karminer Gebiet herrscht Teuerung. Die Kommunisten wollen ihr Allheilmittel dagegen angewandt wissen, den Generalstreit. Die Bergarbeiter, Metallarbeiter und Chemiter sollen ftreiten, bis die Teuerung verschwunden ist. Eine freige werffchaftliche Revierkonferenz der Bergarbeiter beschloß jedoch, der Parole des Internationalen Allgewerkschaftsbundes" nicht zu folgen. Die Berbände der Bergarbeiter und der Metall. arbeiter fordern die Arbeiterschaft auf, die bestehenden Kollet, tivverträge nicht zu brechen. Damit ist der große Generalstreit abgemürgi", bevor er noch begonnen hat. Den Kommunisten in der Tschechoslowakei schwimmen so die letzten Felle fort. Gegen die Unterbietung der Konkurrenz. Sydney, 28. März.( WTB.) In australischen Arbeitertreisen hat sich eine scharfe Opposition gegen den Bau von zwei australischen Kreuzern im Auslande bemerkbar gemacht. Der Rat der Ge. wertschaften hat eine Entschließung angenommen, in der nachdrücklich dagegen Einspruch erhoben wird, auf billigen Arbeitsmärtten fremder Länder Millionen für die Herstellung gewiffer unnüger Gegenstände auszugeben, und in der für weitere derartige Vorgänge hohe Besteuerung gefordert wird. Der Schiedsspruch für das rheinisch- westfälische Transport- und Speditionsgewerbe vom 24. März ist vom Reichsarbeitsministeriim für verbindlich erklärt worden. In Saarbrücken legten die Zeitungsfeber die Arbeit nieder. Angeblich ohne die zu Dienstag anberaumten Verhandlungen über ihre Forderungen abzuwarten. Gefordert wird außer Lohnerhöhung die Abschaffung der Ueberstunden und der Sonntagsarbeit. Die Landarbeiter in Kongreßpolen wollen heute in 10 Kreisen wegen Lohnstreitigkeiten den Streit aufnehmen. Briefkasten der Redaktion. $. R. Der Lommunistische Landtagsabgeordnete Artur Golfe ist nicht mit Ruth Fischer verheiratet gewefen. R. B. 31. Das Gesuch ift an das Polizeipräsidium zu richten. 6c. schieben. 1. Cine frist besteht nicht. Die Erklärung ist dem Standesbeamten gegenüber abzugeben. 2. Der Widerruf der Schenkung tann nicht mehr er folgen, wenn feit der Rechtstraft des Chefcheidungsurteils ein Jahr verstrichen ift. falls nach Widerruf die Serausgabe der Geschente abgelehnt wird, muß Klage erhoben werden. 8. Die Räumungsflage ift girlässig. Die Dauer bes Berfahrens richtet sich nach der Geschäftslage des Gerichts. Bitten Sie um Die 1. Klasse beginnt! Sichern Sie sich sofort ein Los der Preußischen Staats- Lotterie Auch im Freistaat Sachsen und Hamburg erlaubt 550 000 Lose and 195000 Gewinne in 5 Klassen 1. Klasse Ziehung 17. u. 18. April Größte Gewinne auf ein Doppellos aut ein ganzes Los 2 Millionen 1 Million Sprechmaschinen] Gelegenheitskauf! Riesenposten! 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Hierzu gehören in erster Linie zehn Stück Hauptölmaschinen mit einer Leistung von je 3800 PS. und fünfzehn Spezial- Dieseldynamos mit Delmotoren von je 135 PS. Diese Hauptölmaschinen sind ausgeführt nach Bauart Burmeister& Wain, für die die AEG. zurzeit die einzige Lizenznehmerin der Deutschen Delmaschinen- Gesellschaft ist, die die ausschließliche Lizenz für Deutschland hat. Sämtliche Hilfsmaschinen für Schiff und Hauptmaschine erhalten durchweg elektrischen Antrieb, was für die AEG. neben den üblichen elektrischen Einrichtungen umfangreiche Lieferungen an elektrisch angetriebenen Deckswinden, Ankerwinden, Rudermaschinen, Pumpen usw. einschließt. Die Minimar AG. Berlin verdoppelt ihr Kapital. In der Goldmarkeröffnungsbilanz war es mit 2,44 Millionen ausgewiesen. Nach der Neuemission wird es 4,82 Millionen betragen. Sie beschäftigt in ihren Neuruppiner und Pankower Betrieben 660 Arbeiter und Angestellte. Der Umiah in den neun Monaten des neuen Geschäftsjahres war beträchtlich; er betrug fast 4 Millionen Mart. Die Beteiligungen mit 460 000 m. betreffen nur Betriebe der Feuerlöschindustrie: Minimar- Schaumlöschverfahren Aft.- Gei. ( 50 Proz.), Minimar AG. für Westdeutschland- Köln( 100 Proz.). Minimar AG. für Süddeutschland- Stuttgart( 98 Proz.) und" Iffa" AG. für Feuerberhütung, Feuerschutz und Ausrüstung 100 Proz. Reparationsaufträge für Waggonfabriken. Die Waggonbauaufträge auf Reparationskonto für Frankreich, auf welche die schlecht beschäftigte deutsche Waggonindustrie wartete, find mit 3300 Stüd für die Paris- Mittelmeer- Linien vergeben worden. 1800 Waggon find den Bocktalwerken in Neuwied, 1500 der Bahnbedarfs AG. Darmstadt in Auftrag gegeben worden. Das deutsch- italienische Wirtschaftsprovisorium, das bisher in Geltung war, ist um drei Monate verlängert worden, um inzwischen die Vorbereitungen zu einem endgültigen Handelsvertrag fortsezen zu tönnen. Gründung der albanischen Staatsbant. Die albanische Regierung hat mit einer englisch- holländisch- belgisch- italienischen Bankben gruppe Gründungsvertrag der albanischen Staatsbant in Tirana abgeschlossen. Es merden fünf Filialen, barunter eine in Sfutari und eine in Durazzo errichtet. Das Kapis tal der Bank beträgt 12 Millionen Goldfranken. Die Goldeinheit erhält den Namen Let. Im Parlament ist die Mehrheit für die Annahme des Gründungsvertrages. Außerdem hat eine englische Bankgruppe die Konzession für eine Privatbank erhalten. Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter: Wirtschaft: Arthur Seternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frih Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Rosodont Rosodonf A ROSODONT S AHA.Bergmann Waldheim, Sa Herfteller des beliebten Wahlgeruchs, Maienzauber Gute Bücher Theater am Kottbusser Tor. Tägl. 8 Uhr und Sonntag nacbm. C Ubr Eilte- Sänger. Fabelhaftes März Programm! Humor über Humor Volkstümliche Preise 5 000 usw Lospreis: f. d. 1. Klasse 3, 6, 12, 24 RM für alle 5 Klassen 1, 15, 1, 30, 1/2 60. 120 empfiehlt und versendet auch unter Nachnahme Porto and amtliche Gewinnliste 25 Pf. besonders Otto Gehrle Staatl. LotterieEinnehmer Berlin 0.27, Andreasstr. 5, Ecke Schles. Bahnh. Postscheckkonto 96651 Vollkommenste Wiedergabe Platten wieder billig! 30 cm 1,90 M. Schulz& Gundlach Berlin C., Münzstr. 18 Möbel Möbel wirklich auffallend billig auf allerbequemite Teilzahlung nur im Möbelhaus Humboldt, Butbufer Str. 14. gener Straße. 3 Minuten vom Bahnhof Gesundbrunnen. 30 bis 70% billiger! Straßenbahn: Brunnenstraße, Ede RiBerlangen Sie bitte sofort ſpeſenfrete Zusendung meines Ratalogs. 6. Ragoczy's Universitäts- Buchh. Freiburg i. Br. 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