c. 156 42. Jahrg. Ausgabe A nr. so Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 3, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Vorwärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Giedlung und Kleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" 50 Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltiae Ronpareille aeile 70 Bfennia. Reflamezcile 4,- Reichsmart. Kleine Anzeigen das fettgedrudte Wort 20 Biennia ( auläffa zwei fettaedruckte Worte), jebes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengesuche das erfte Wort 10 Pfennig, jedes weitere Wort 5 Biennia. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden ftraße 3. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nacim Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Tönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 2. April 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenste. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Reichstag und Magdeburger Prozeß. Rechtsblock und Handelspolitik. Keine Abgeordneten mehr als Zengen. Der Reichstag hat am Mittwoch ohne Debatte und| mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Völkischen und der Deutschnationalen die Genehmigung zur weiteren Ver= nehmung von Reichstagsabgeordneten als Zeugen im Magdeburger Prozeß verjagt. Dem Beschluß des Plenums war eine mehrstündige Ausfprache im Geschäftsordnugsausschuß vorangegangen. Der Berichterstatter Abg. Dr. Bell( 3tr.) verwies bei dieser Gelegenheit darauf, daß das Plenum bereits in feiner Sigung vom 19. März eine Beschränkung der Bernehmung ron Abgeordneten als Zeugen auf das äußerst notwendige Maß verlangt habe. Das jezt angegebene Bemeisihema über die Bernehmung der Abgenorneten Silberschmidt, Graßmann, Giebel und Schlicke, die über das Berhalten der General fommission der Gewerkschaften beim Januarstreit 1918 ausfagen sollen, habe mit dem Beweisthema des Magdeburger Prozesses gar nichts zu tun. Deshalb beantrage er, die nachgesuchte Genehmigung zur Vernehmung der genannten Abgeordneten als Zeugen zu versagen. Der Vorsitzende des Geschäftsordnungsausschusses Abg. Dittmann, gab darauf eine eingehende Darstellung des Sachverhalts und des bisherigen Prozeßverlaufs, wobei er ausführte: Das Magdeburger Urteil erster Instanz liegt längst im Papier forb der Geschichte, und das zu erwartende Urteil zweiter Instanz ist völlig gleichgültig für das geschichtliche Urteil über Ebert. Man hat geglaubt, die Sozialdemokratie mit dem Urteil treffen zu können. Die Präsidentenwahl vom 29. März hat gezeigt, wie falsch das war. Die Wähler sind über den Prozeß längst zur Tagesordnung übergegangen und der Sozialdemokratie ist es op 11tommen gleichgültig, ob das Magdeburger Gericht in seinem Urteil Ebert und alle Sozialdemokraten als Landesverräter bezeichnet oder nicht. Ein Interesse an dem neuen Urteil hat nur die deutsche Suftiz selbst, die sich von der Schädigung, die ihr das Urteil erster Instanz zugefügt, zu rehabilitieren hat. Das Magdeburger Gericht zeigt dafür aber fein Berständnis. Ueber die Einstellung des Vorfizenden gegen die Sozialdemokratie besteht nach meinen bestimmten Eindrücken gar kein Zweifel und der zum Referenten bestimmte Richter, der das Urteil zu machen hat, notiert mit wahrer Bollust jeden Dredspriker gegen die Sozialdemokratie, während er für die gegenteiligen Bekundungen offenbar fein Ohr hat. Den uferlosesten Beweisanträgen der Verteidigung wird stattgegeben und die Bernehmung immer neuer Zeugen befchlossen. Es sind zwei Kategorien von Zeugen, die die Berteidigung dort aufmarschieren läßt. Einmal Zeugen wie Sprig, Gobert, Ifidor Kreil ist ja noch nicht erschienen-, und ähnliche Ehrenmänner, die angebliche Aeußerungen von Ebert und anderen Sozialdemokraten aus den Januartagen von 1918 befunden und ferner Leute, die früher einmal in der Sozialdemokratie waren und entmeder von ihr abgestoßen worden oder selber von ihr gegangen find. Bon diesen Zeugen wird nun alles Mögliche und Unmögliche befundet. Daß dadurch die objektive Wahrheit nicht festgestellt wer den kann, liegt auf der Hand. Um analoge Fälle heranzuziehen: Wenn etwa Herr Quaaz oder Geisler, die aus der Volkspartei ausgeschieden sind, über Herrn Strefemann oder Herrn Scholz gehört werden, oder wenn die Herren von Graefe, Bulle und Henning, die in Unfrieden von den Deutschnationalen geschieden sind, über diese urteilen, so wird fein Mensch darin objektive Wahrheiten sehen. Das Gericht hat offenbar gar keine Ahnung von all den vielen poli tischen und persönlichen Imponderabilien, die bei der Beurteilung der Aussagen solcher Zeugen in Frage tommen. Es zeigt tagtäglich, daß ihm die Borgänge, die Personen und die Situationen, um die es fich handelt, frem sind. Daher hat es feinen Ueberblid über die notwendige Abgrenzung der Beweiserhebung. Die Verteidigung aber fommt mit immer neuen Beweisanträgen, durch die das Gericht über all die Fragen urteilen muß, über die der parlamentarische Unterfuchungsausschuß des Reichstages in sechs jähriger Arbeit durch Vernehmung von Sachverständigen aus allen Logern Klarheit zu schaffen versucht hat. Was in Magdeburg ge trieben wird, ist ein Mißbrauch der Rechtspflege. Die Staatsanwaltschaft ist genötigt, um die Gegenbeweise zu führen, die Bernehmung immer weiterer Abgeordneter als Beugen zu beantragen. Bisher find schon 11 Abgeordnete ver nommen worden, jetzt sollen noch 4 Abgeordnete vernommen werden. Würde dem Antrag stattgegeben, so würde der Reichstag bereits in Fraktionsstärte als Zeuge aufmarschieren. Aber damit würde noch kein Ende sein. Die Verteidigung hat neue Beweisanträge ge ftellt über eine Reihe hochpolitischer und gemerischaftlicher Fragen. Nach mir gewordener Mitteilung wird die Staatsanwaltschaft gezwungen fein, zum Gegenbeweis zu beantragen, die gesamten Frationsvorstände des Zentrums und der Fort fchrittler aus dem Jahre 1917 sowie die damaligen Gewert aftsipigen von Deutschland und Desterreichs als Zeugen zu Laden, In Kürze würden dann bald 30 oder mehr Abgeordnete nach Magdeburg als Zeugen zitiert sein. Das ganze Gerichtsverfahren in Magdeburg ift grober Unfug und hat gar nichts mehr zu tun mit dem ursprünglichen Beweisthema. Deshalb muß die Genchmigung zur weiteren Bernehmung von Abgeordneten als Zeugen verfagt werden, auch für diejenigen Abgeordneten, die schon ver nommen find, weil sie einfach lahmgelegt werden in ihrer parlamentarischen und politischen Tätigkeit, wenn sie wochenlang jeden Augenblic gewärtig sein müssen, wieder nach Magdeburg als Zeuge zitiert zu werden. Mag das Magdeburger Gericht den Angeflagten ruhig freisprechen, mag es Ebert und alle Sozialdemokraten als Landesverräter erflären, aber es sollte endlich dem Skandal ein Ende gemacht werden, daß wegen einer Bagatelle dem Reiche so ungeheure Kosten aufgebürdet werden. Hat die Verteidigung doch u. a. beantragt, daß das ganze Gericht und eine Anzahl Zeugen nach Raffel fahren sollen, um den erkrankten Abg. Scheidemann dort nochmals als 3euge zu vernehmen, auf den jetzt nach Eberts Tode die ganze Hetze von der Verteidigung übergeleitet werden soll. Wir werden dann ein fliegendes Gericht bekommen, nachdem wir ja schon einen fliegenden Staatsanwalt haben, der im Flugzeuge von Ort zu Ort fliegt. Im Ausschuß erklärten sich nur die deutsch nationalen Mitglieder für die weitere Auslieferung von Abgeerdneten an die deutsch nationale Inquision in Magdeburg, so daß der ablehnende Beschluß mit 14 gegen 6 Stimmen gefaßt wurde. Das gleiche geschah im Plenum. Nur von den Bölkischen fanden die deutschnationalen Mannen Gefolgschaft. Der Antrag des Ausschusses wurde in dieser Fassung angenommen: Reichstags Silberschmidt, Graßmann, Schlicke und 1. Die Genehmigung zur Bernehmung der Mitglieder des Giebel wird versagt, da das Interesse des Reichstags an der Ausübung der parlamentarischen Pflichten seiner Mitglieder das Interesse der Rechtsordnung in der Feststellung des im Ersuchungsschreiben des Landgerichts Magdeburg angegebenen Beweisthemas überwiegt. 2. Nachdem fämtliche Abgeordnete, deren 3eugenvernehmung in der Strafsache gegen Rothardt genehmigt worden war, auss führüch vernommen worden sind, wird die Genehmigung zu meiteren Zeugenvernehmungen dieser Abgeordneten der fagt und die Stellungnahme zu etwaigen weiteren Anträgen auf deren Zeugenvernehmungen zu bestimmten Zeitpunkten über präzise Beweisfragen vorbehalten. Wir sind nicht einmal mehr neugierig auf die neuen Anträge, die Quetgebrune und Genossen jetzt noch in Magdeburg produzieren werden. Der ohne Debatte erfolgte Beschluß des Reichstages ist ein deutliches Warnungssignal an das Gericht, um seines eigenen Ansehens willen den Bogen nicht zu überspannen. Die schwebenden Verhandlungen. Das preußische Provisorium. Demokraten traten gestern im Reichstag zu einer Besprechung Vertreter der Sozialdemokratie, des Zentrums und der zusammen, die heute vormittag unter Hinzuziehung von Bertretern der preußischen Landtagsfraktionen fortgesetzt werden sollen. Die demokratische wie auch die Zentrumspresse bringt die Zuversicht zum Ausdrud, daß es gelingen werde, die Schwierigkeiten zu beseitigen und Marg im zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl gegen Jarres oder einen anderen Kandidaten der Rechten durchzubringen. Heute vormittag versammelt sich der Parteiausschuß des Zentrums, um 2 Uhr nachmittag der demokra tische Parteivorstand, um 3 Uhr der sozialdemofratische Parteiausschuß. Die Volkspartei hält an Jarres fest. Deutschnationalen Winzerfreunde. Die Demagogie der Deutschnationalen bricht immer mehr zusammen. Ihre Aufwertungspro paganda ist durch den Entwurf der Reichsregierung ein für allemal Lügen gestraft, ihr Kampf gegen die Erfüllungspoli tik endete mit der fünfzigprozentigen Unterzeichnung des Dames- Bertrages und schlug dann sogar in eine wirksame Unterstützung der internationalen Abrüstungsvorschläge um! Im deutsch- siamesischen Handelsvertrag akzeptierten die Deutschnationalen ein Gefeß, das sie selbst als eine Schädigung der Würde und des Ansehens des Deutschen Reiches bezeichnet hatten. Gestern brachten sie im Reichstagsausschuß den deutsch spanischen Handelsvertrag zu Fall, dessen Annahme von der Rechtsregierung selbst empfohlen worden war. Sie haben damit gegen die Regierung jelbst gestimmt, die sie selbst geschaffen haben und der nichts anderes übrig bleiben wird, als die parlamentarische Konse quenz des Rücktritts zu ziehen, wenn sich die Abstimmung im Reichstag wiederholt. I Dieser letzte Borfall wird aller Wahrscheinlichkeit nach die gleiche Erledigung finden wie der Dawes- Blan und das Abtommen mit Siam: Die Deutschnationalen werden im letzten Augenblick umfallen und aus Neinschreiern zu kleinlauten Jasagern werden. Sie haben darin schon einige Üebung. Und es lohnie nicht, ihren politischen Clownsprüngen besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden, zeigte nicht der gestrige Zusammenstoß im Reichstag wieder einmal, in wie grenzenlos frivoler Weise die Demagogie der Deutschnationalen und ihrer schwerindustriellen Helfershelfer mit den Lebensinteressen des deutschen Boltes spielt. -Deutschland, dessen Außenhandel durch Krieg, Inflation und verfehlter Preispolitik der Unternehmer auf das schwerste gelitten hat, bedarf das ist die Einsicht aller verantwortlichen Kreise außerhalb des Reichslandbundes des Weltmarktes. Es muß feinen Waren export, der in den beiden ersten Monaten dieses Jahres nicht viel mehr als die Hälfte der Wareneinfuhr aus dem Ausland betrug, steigern. Dem steht die Tatsache gegenüber, daß eine Reihe von Fremdstaaten sich aus den verschiedensten Gründen mit Schutzöllen umgeben hat. Schutzölle aber hindern und das ist ihr 3med die Einfuhr fremder Haren. Die Kundgebungen der industriellen Unternehmerverbände zur Außenhandelspolitik der letzten Jahre enthalten samt und sonders die unbestreitbar richtige Behauptung, daß die Wiederbelebung des deutschen Außenhandels unmöglich fei, wenn nicht die gegen Deutsche land gerichteten Schuß- und Sonderzölle hin fällig würden. Das aber zu erreichen, gibt es nur ein Mittel: Die Hanschranken abzubauen, weil ohne einen Handelsvertrag jeder delsverträge. Sie zwingen den Bertragsgegner, seine ZollStaat es in der Gewalt hat, die Einfuhrschikanen anderer Länder zu erwidern. Erhält z. B. Spanien seine Benach teiligung deutscher Baren aufrecht, so fönnen wir die Einfuhr spenischer Früchte und Weine verhindern. Der Schaden, den unsere Industrie durch Absatzschwierigkeiten erleidet, rächt sich dann am fpanischen Handel, Wein- und Gartenbau, der in Deutschland einen fauffräftigen Kunden verliert. Der Staat, der nicht irgendwie durch den Warenverkehr von der übrigen Weltwirtschaft abhängt, muß erst noch gefunden werden. Selbst die Bolschewisten ziehen in Zeiten der Not das ameritanische Getreide den Sowjetparadiesäpfein vor. Handelsverträge öffnen den Weltmarft, schaffen der Industrie Abfah, der eigenen Arbeiterschaft Arbeit, erschließen dem eigenen Bolle da sie eine rigorose Länder und Weltteile. Sie verbinden die vielen Bolkswirt Schußzollpolitik unmöglich machen die Erzeugniffe fremder schaften zu einem großen weltwirtschaftlichen Genot- füge füge deffen innerer Zusammenhalt eine ökonomische Notwendigkeit ist und das, durch Staatsverträge gefestigt, nicht leicht durch imperialistische Willkür oder eigenbrötlerische Interessenpoliti? auseinandergerissen werden kann. stand der Deutschen Volkspartei hat in seiner gestrigen Sigung Bon zuständiger Seite wird mitgeteilt: Der Parteivor entsprechend seiner bisherigen haltung einmütig beschlossen, dem Reichsblock die Kandidatur Dr. Jarres für den not wendig gewordenen zweiten Wahlgang vorzuschlagen. = Die preußische Landtagsfraktion der Wirtschaftspartei hat sich bereit erklärt, das Provisorium Höp Per Aschoff in Preußen zu stüßen, ohne an Severing, einem etwaigen zweiten sozialdemokratischen Minister und dem bisher besonders heftig befehdeten Wohlfahrtsminister irtfiefer meiter Anstoß zu nehmen. Es hat sich alfo auf diese Weise in Preußen eine sogenannte„ neue Lage" her ausgebildet, die jedoch ebensomenig lange haften fann wie die jetzige provisorische Lösung der Regierungsfrage und die Existenz dieses Landtags überhaupt. 3 Darum, weil die Handelsverträge für die Arbeiterschaft Don Borteil find, ist die Sozialbemokratie seit der Caprivi- 3eit vor 30 Jahren umentwegt für sie eingetreten. Es war ihre besondere Pflicht im Dbrigteitsitaat, mo der Feudalismus der Großagrariertaste genug Macht hatte, um jede positive Außenhandelspolitik zu durchkreuzen und mo jede Sabotage der Handelsverträge den schußsöllnerischen Bestrebungen der Großlandwirtschaft und dem Brotwucher Borschub geleistet hätte. Der Magistrat der Stadt Potsdam wird vom Regierungspräsi Auch heute hat sich an dieser grundsäglichen Einstellung benten angewiesen werden, gegen die Entscheidung des Be der Sozialdemokratie nichts geändert. Wohl aber zeigt die itsausschusses in der Klage der Botsdamer Stadtver: ordnetenversammlung gegen den Botsdamer Magiftrat beim Oberallgemeine verfaffungsmäßige und politische Konstellation ein anderes Gesicht. Zur Bekämpfung der Sozialdemokratie verwaltungsgericht Berufung einzulegen. beträchtlichen Teil der verarbeitenden Industrie zusammen hat sich Großlandwirtschaft und Schwerindustrie mit einem gefchloffen. Der Rechts blod, der jeht im Reich regiert, hat die Aufgaben der Handelspolitik zu lösen. Die Kräfte aber, von denen er getragen wird, st reben in handelspolitifchen Fragen auseinander! Der Landbund ist auf seine Brotwucherparole so sehr eingeschworen, daß er alle HandelsAuswärtiger Ausschuß. Die für heute vormittag vorgesehene Sigung des Auswärtiger Ausschusses des Reichstags, in der die Sicherheitsfrage behandelt werden sollte, ist ab gefagt worden. Scapa Flow. Der Bertreter der englischen Admiralität erflärte am Mittwoch im Unterhaus, daß von den in Scapa Flow verfenften deutschen Kriegsschiffen bereits 11 wieder gehoben sind. verträge, die Zollherabsetzungen für Deutschland bringen, ablehnt. Die Industrie hat jedoch zu einem großen Teil an niedrigen Einfuhrzöllen ein Interesse. Der Großlandwirtschaft ist es gleichgültig, wenn große Produktionsanlagen ungenutzt bleiben, weil es am Auslandsabsatz fehlt. Die Banten, denen an der Dividende etwas liegt, dem Handel, der große Umsatzziffern erstrebt, den Aktionären, die von den gewerblichen Unternehmen anständige Erträge anständige Erträge erwarten und langen ihnen allen ist die Handelspolitik ebenso wenig gleichgültig wie denjenigen Unternehmern, die von einem offenen Weltmarft eine Steigerungsfähigkeit ihrer Produktion erwarten, und den großen Arbeitermassen, die von einem handelsvertragslosen Zustand Teuerung und Arbeitslosigkeit zu gewärtigen haben. per So liegt das auch beim deutsch- spanischen Handelsvertrag. Die Großagrier haben von ihm nichts zu fürchten, da er sich mit den Zöllen auf wichtige Lebensmittel überhaupt nicht befaßt. Aber ihre Feindschaft gegen je de Durchbrechung des deutschen Zolltarifs wird nur noch übertroffen von ihrem Bedürfnis nach politischer Demagogie. Der deutsch- spanische Vertrag legt nämlich dem Deutschen Reiche eine Herabfegung der Weinzölle auf. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um Süd- und Verschnittweine, wie sie in Deutschland nicht gebaut werden. Tut nichts. Man will eben um jeden Preis die Stimmen der deutschen Winzer für den Reichslandbund einfangen. Daher das Geschrei um die Notlage des Winzerstandes, dem wenn er bedroht ist nicht durch Zollschutz, fondern durch andere Maßnahmen geholfen werden muß. Unter tätiger Mitwirkung der Sozialdemokratie wurde denn cuch eine umfassende Hilfsaktion für den Winzerstand eingeleitet. In ihrem verlogenen Liebeswerben um die Winzer haben die Deutschnationalen selbstverständlich Bundesbrüder gefunden in den Kommunisten, die gestern zusammen mit den Schirmherren des Rechtsblods gegen den Antrag gestimmt haben. Anders laufen die Interessen der Industrie und der überwiegenden Mehrheit der Arbeiterschaft. Bringt doch der deutsch- spanische Vertrag der deutschen Warenausfuhr weitestgehende Erleichterungen. Die 3ollfäge, die Spanien auf deutsche Waren erhebt, werden 3. T, bis auf ein Drittel und darunter ermäßigt. Kein Wunder, daß die Spikenorganisationen der deutschen Unternehmer ebenso wie eine große 3ahl untergeordneter Berbände der Industrie und des Handels sich mit größtem Nachdruck für den Vertrag eingesetzt haben. So flafft der Riß im Rechtsblod, dessen Notwendigfeit der Reichskanzler Luther feinerzeit damit begründet hat, daß mit der Sozialdemokratie handelspolitische Fragen nicht zu lösen" feien. Würde jegt die Sozialdemokratie getreu ihrer Tradition für die Handelsverträge stimmen, so würde sie den Riß der Pleistern. Sie würde den Deutschnationalen die Berantwor tung für die Politik abnehmen, die die deutschnationale Regie rung treibt. Sie würde dem Rechtsblock, der jetzt in allen Fugen fracht, zur Lebensfähigkeit verhelfen, indem sie die notwendige Auseinanderiebung der Bürgerparteien unter einander über die zweckmäßige Regierungsform vertagt, bis mit dem Problem der Handelspolitik die Üneinigkeit des Feindes verschwunden ist. Daher enthielten sich die fozialdemokratischen Bertreter im Reichstagsausschuß Der Stimme. Wünscht die Industrie bie Mit fie im parlamentarischen Staat die Regierungspolitik danach zu richten und die Partei, auf deren Hilfe sie angewiesen ist, zur Regierung beranzuziehen. Das paßt den Margiftentötern natürlich nicht. Dann müssen sie eben sehen, wie sie mit ihrer Blamage fertig werden. Dem Bolte werben bald die Augen aufgehen. Jedenfalls werden wir auf diesem Gebiete noch allerlei Späße erleben. Denn der deutsch- spanische Bertrag ist ja mur der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Verträgen, über die jetzt verhandelt wird, z. B. mit Frankreich, Italien, Konzert- Dämmerung. Musikumschau von Surf Singer. Den Zyklus der Philharmonischen Konzerte beendete Furt wängler mit der Neunten Sinfonie von Beethoven. Diese letzte hemnische Aussprache eines Uebermenschen, dieses mufitgewordene ) ing- und Entwidlungswunder eines Genies, das sich aus Leiden emporschwingt zu einer freudvollen Bejahung des Lebens und zu einem alarmierenden Ruf an die große Menschenverbrüderung, dieses durch kein Formgefeh mehr in fich gefesselte Bekenntnis darf nur ein Dirigent in den Konzertsaal verpflanzen, wenn er es fo mit Hand, Herz und Kopf beherrscht, wie Furtwängler. Auch ein Kapellmeister dieses seltenen Formats darf es nur in Stunden der Feier und Weihe. Daß solche Leistung ohne Hilfe der Partitur möglich und notwendig ist, bewies dieses legte Konzert. Da es zum Besten des Pensionsfonds der Philharmoniker stattfand, so waren die Orchestermusiker, die ja für das Durchschnittsgelingen aller Konzerte in der Philharmonie viel wesentlicher verantwortlich find als alle möglichen Dirigenten, mit besonderer Hingabe und legter Einstellung an den von ihnen hochverehrten Furtwängler tätig. Wir wollen dabei gar nicht unterlassen, die außerordentlichen Dehnungen des Tempos im Andante, besonders aber das epische Beitmaß auf Roften des dramatischen Schwunges im ersten Satz persönlich zu beanstanden. Sicher ist, daß Furtwängler aus seiner Natur heraus gerade ein Beethovensches Bert absolut richtig und dennoch schön dirigiert. Aber gegen gewisse Traditionen, von der die durch Nifisch geschaffene wohl die vollendetste ist, läßt sich in Gefühlsdingen nicht ankämpfen. Das Allegro taftierte Furtwängler fast durchweg in Achteln, und ich tagiere, daß die Gesamtaufführung zehn Minuten länger als üblich dauerte. Davon abgesehen: Die Interpretation einer Beethovenschen Sinfonie ist bei ihm ein Att der herrlichsten Aufopferung, ein weihevoller Aft, der uns erschüttert. Die Klage, daß in den philharmonischen Konzerten zu wenig Neues gespielt wird, will nicht verftummen. Sie ist berechtigt, schon von dem Gesichtspunkt aus, daß diese Abende die zentralen musikalischen Ereignisse Berlins darstellen. Man wird es sich doch überlegen, ob die sehr überflüssige Einrichtung der folistischen Mit wirtung nicht allmählich abgebaut wird, um Beit für Besseres zu gewinnen. Zeit: das ist's, woran es den Philharmonitern und Furtwängler fehlt. Es läßt sich bei der Doppelstellung, die Furt wängler in Leipzig und in Berlin hat, nicht einrichten, daß er mehrere Tage dafür verwendet, um neue Mufit so einzuftudieren, mie es seinem Verantwortungsgefühl gemäß wäre. Die Forderung an die maßgebenden Instanzen muß daher lauten, Furtwängler für immer und ganz nach Berlin zu ziehen. Dann erft wird er die Möglichkeit haben, das zu geben, was er bei feinem fporadischen Birten in Berlin nur herrlich andeuten fann. Bo ein Wille ist, ist ein Weg. uns Ueber Furtwänglers Art zu dirigieren läßt sich taum mehr Neues sagen. Es ist das in feiner Art Bollendung. Bei Erich Kleiber, der die fönnerische Farbe so oft wechselt, muß immer wieder von der Technit gesprochen werden. Da ist es denn dem Referenten eine liebe Pflicht, die außerordentliche Leistung des Dirigenten im letzten Konzert der Staatstapelle laut zu preifen | Polen, Belgien. Und bei allen Berträgen handelt es sich letzten| Gefängnis, 500 m. Geldstrafe, Lermer zu 1 Jahr Gefängnis Endes um das Gleiche: Dem deutschen Bolte mehr Arbeit und mehr Brot zu sichern. Es gereicht den Kommunisten zu hoher Ehre, daß sie im zynischen Willen, die breiten Volksmassen Hunger und Elend preiszugeben, auch jezt wieder Seite an Seite mit den Deutschnationalen fämpfen. Kein Aprilscherz! Ein preußischer Minister Mitglied der Akademie von Sowjetrußland. Der amtliche preußische Pressedienst meldet: Der Breußische Kultusminister Dr. Beder ist von der Atademie von Rußland in Leningrad zum Rorrespondierenden Mitglied ernannt worden. Dr. Becker ist Demokrat. Er ist Kultusminister von Preußen und gehört als solcher jenem Kabinett an, das von den preußi. ichen Kommunisten, wenn es nach ihnen ginge, täglich dreimal gestürzt würde. Und die Akademie von Sowjetrußland ernennt diesen Dr. Becker zum Korrespondierenden Mitglied? Eine nette Ohrfeige für die Art der Politit, die die KPD. betreibt! Man darf neugierig darauf sein, was die fommunistische Presse zu dieser offiziellen Ehrung eines preußischen Ministers durch Sowjetrußland fagen wird. und 50 M. Geldstrafe, Aigner zu 8 Monaten Gefängnis und 50 M Geldstrafe, Lazarus zu 8 Monaten Gefängnis und 30 M. Geldstrafe, Scheurer zu 6 Monaten Gefängnis, Farwig zu 2 Jahren Gefängnis und 100 M. Geldstrafe, Engelbrecht zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis und 100 m. Geldstrafe. Bei den Angeklagten Brehme, Strobel, Lermer und Aigner gilt die Strafe durch die, erlittene Untersuchungshaft als verbüßt. Den Angeklagten Schrödel und Farwig werden 1 Jahr 3 Monate refp. 1 Jahr 4 Monate auf die Untersuchungshaft angerechnet. Die Geldstrafe gilt bei allen Angeflagten als verbüßt. Putsch- Pöhner begnadigt. ist aus der Festungshaft in Landsberg a. Lech entlassen worden München, 1. April( WIB.) Oberlandesgerichtsrat Pöhner und bereits in München eingetroffen. Wie verlautet, wurde Pöhner Bewährungsfrist zugebilligt. Der badische Kommunistenprozeß. vom Zuchthaus für die Angeklagten. Leipzig, 1. April.( Eigener Drahtbericht.) Im badischen Kommunistenprozeß wurde am Mittwoch abend Staatsgerichtshof folgendes Urteil gefällt: Alle Angeflagten werden wegen Berbrechens gegen§ 7 des Republitschutzgesetzes und wegen Sprengstoffvergehen verurteilt, und zwar Ostertag zu 2 Jahren Suchthaus und 200 M. Geldstrafe, Siegmund, Büchler, Weber und Bauer zu je 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis und je 150 M. Geldstrafe, Jander, Rimmler und Kuhlen zu je 3 Jahren Zuchthaus und je 300 M. Geldstrafe, Breisch zu 1 Jahr 9 Monaten Buchthaus und 200 M. Geldstrafe. Allen Angeklagten werden 5 Monate bis 1 Jahr und die Geldstrafe auf die erlittene Untersuchungshaft angerechnet. Revision der bayerischenVolksgerichtsurteile! Buchthaus und 200 M. Geldstrafe, Lammer zu 1 Jahr 6 Monaten Der sozialdemokratische Antrag vom Rechtsausschuß angenommen. Der Rechtsausschuß des Reichstags beschäftigte sich am Mittwoch mit dem von der sozialdemokratischen Reichs tagsfrattion eingebrachten Gefeßentwurf über die Wiederauf. nahme des Verfahrens gegen Urteile der bayerischen Volksgerichte. Der Vertreter der Sozialdemokratie verwahrte sich ausdrücklich dagegen, daß dieser Gefeßentwurf lediglich als eine Lex Fechenbach angesehen werde. Es handle sich vielmehr um die Berwirklichung eines Rechtsgebantens, der in jedem modernen Straf. prozeßrecht verwirklicht sei. Der bayerische Gesandte v. Breger legte gegen den Gesetzentwurf aus verfassungsrechtlichen Bedenten Berwahrung ein, nachdem Staatsfefretär Joel vom Reichsjuftiz ministerium die Erklärung abgegeben hatte, daß nach Artikel 7 der Reichsverfassung ein solcher Gesezentwurf zweifellos durch den Reichstag beschlossen werden könne. In der Abstimmung wurde der Gefeßentwurf mit unwesentlichen Wenderungen gegen die wirtschaftspartei angenommen. Die endgültige Abstimmung im Ausschuß soll am Freitag stattfinden. Kommunisten und Hitler- Putsch. Aufreizende Urteile. Die Kredite der Angestelltenversicherung. H Die Regierung leitet eine Nachprüfung ein. Im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags erklärte Ministe rialdirektor Griefer am Mittwoch im Namen des Reichsarbeitss ministers, daß die Dentschrift des AfA Bundes über das Kreditwefen der Reichsversicherung für An gestellte, soweit darin dem Arbeitsministerium der Vorwurf gemacht wird, seine Pflicht als Aufsichtsinstanz versäumt zu haben, nicht zutreffe. Er gab dann im einzelnen eine Reihe von Erlaffen und Ermittlungen bekannt, die das Reichsarbeitsministerium inrebitverteilung, das Kreditgebaren und das Vermittler zwiſchen veranlaßt hat, um die notwendige klärung über die wefen herbeizuführen. Danach find auch Maßnahmen getroffen, fünftig überhaupt private Geldvermittler auszuschalten. Dem Industrie und Handelstag, dem Deutschen Städtetag usw. find ents sprechende Rundschreiben zugegangen. Gen. Aufhäuser gab feiner Befriedigung darüber Ausdrud, daß das Reichsarbeitsministerium nunmehr die vom AfA- Bund verlangte und in einem AnLeipzig, 1. April.( Eigener Drahtbericht.) Vor dem 4. Straf trag der sozialdemokratischen Fraktion gleichfalls geforderte Nachsen at des Reichsgerichts begann am Mittwoch ein größerer Hoch prüfung über das Kreditwesen der Angestelltenversicherung ein verratsprozeß gegen bayerische Kommunisten. Es sind geleitet hat. Die Erklärung des Reichsarbeitsministers behaupte angeflagt der Gewerkschaftsbeamte Heinrich Farwig aus nicht, daß das in der Denkschrift des AfA- Bundes enthaltene, die Berlin, der Cisenbahnschlosser Johann Schröbel und sieben Reichsversicherungsanstalt belastende Material unzutreffenb Genossen aus Nürnberg, Regensburg, Würzburg und um fei; man müsse im Gegenteil aus der Erklärung entnehmen, daß die Regierung als Aufsichtsinstanz den größten Wert darauf lege, gebung. Den Angeschuldigten wird zur Last gelegt, im Oktober fi felbst von einer Mitverantwortung der Mikstände in der 1923( aljo turz vor dem Hiller- Putsch!) bei einer Zusammenkunft Reichsversicherungsanstalt zu entlasten. Einer Anregung des in Nürnberg Gewaltmaßnahmen beraten zu haben, um Gen. Soch, die Erklärung des Reichsarbeitsministeriums dem Ausdie damals im Gange befindliche Reichserefutive gegen Sachsen schuß im Wortlaut schriftlich zuzustellen, foll entsprochen werden. lahmzulegen. In erster Linie follten Lokomotiven unbrauchbar Der Abg. Thiel( DVB.) versuchte, die Erklärung des Reichsgemacht und die Weichen zerstört werden, damit die Züge der Reids. arbeitsministeriums dahin umzubeuten, als wären damit die fachwehr und der faschistischen Truppen entgleisten. Das Gericht verlichen Vorwürfe gegen die Angestelltenversicherung entfräftet. urteilte alle Angeklagten wegen Bergehen nach§ 7 bes Republifschußgefehes, und zwar Schrödel zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis und 100 M. Geldstrafe, Brehms zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis und 100 m. Geldstrafe, Strobel zu 6 Monaten Kleiber ist ein Forte und ein Presto- Dirigent. Die Leidenschaft und dramatische Berve, die er in" Macbeth" von Strauß auf das Orchester überströmen ließ, wirfte so elementar wie jelten. Wo eine Rantilene schwingt wie im Beginn der Genoveva- Ouvertüre", da wird die Leistung blasfer. Wo der Intellett dominiert, da be tommt Kleibers Dirigieren einen genialen Zug. Das war bei den fünf Orchesterstücken Opus 16 von Schöneberg der Fall. Schon daß er sie einem fonservativen Publikum porfezte, bedeutet Mut aus dem Gefühl historischer Berantwortung heraus. Diese unerhört schweren fünf Stücke stellen dem Orchester wie dem Kapellmeister außerordentliche Aufgaben. Es handelt sich um Impressionen, die einen pöllig neuen Orchesterstil zuwege bringen, gegen jeden einen völlig neuen Orchesterstil zuwege bringen, gegen jeden nielodischen, im alten Sinne fantablen Charafter faft abfichtlich anrennen, dabei aber eine Farbstimmung erzeugen und eine rhyth mische Kontrapunktit schaffen, die bisher noch nicht da war. Wer Bei das Partiturbild anschaut, wird wissen, was ich meine. Beethoven waren gewiß schon die Instrumente selbständig, aber es gab innerhalb der Einzelsysteme grundierende Elemente, Füllstimmen, bedeutungslose Mitteltönungen. Bei Schönberg ist alles solistisch. Abstrafte, reine Gefühlsmufit eines Mufiters, der einen einzelnen Ton zum Motiv innerhalb einer Entwicklungsreihe werden läßt, den er durch alle möglichen und denkbaren Stufen der Farbmischung hindurchführt. Dafür dürfte das letzte der fünf Stücke das genialfte Paradigma sein. Kleiber mufizierte hier aus dem Bollen heraus, das heißt mit letter Anspannung und mit vollster Infenfität eines die Chönheit der Partitur schauenden Auges. Gegen eine Anzahl 3ischer und gegen die entsegte Stummheit des Begen eine Anzahl 3ischer und gegen die entsegte Stummheit des halben Hauses behielt er recht. Er fei bedankt. Das Neue grüßen wir, wo und in welcher Aufmachung wir es treffen. Der Chordirigent Rosebern d'Arguto macht seit einigen Jahren viel, ein wenig zu viel von sich reden. Liest man eines seiner Programme, so strahlt sein flangvoller Name mindestens zwanzigmal ins Auge des Beschauers. Er ist Komponist, Laryngologe, Stimmphyfiologe, Chorerzieher, Schriftsteller, Tenor, Bearbeiter alter Gefänge. Diese Vielseitigkeit ist gewiß begrüßens wert, aber weder d'Arguto noch seine Gesangsgemeinschaft haben es nötig, so start in die Atmosphäre der Reklamefüchtigkeit hinein getragen zu werden. Der Chor setzt sich aus Kinder-, Frauenund Männerstimmen zusammen, deren naturhaftes und unverbilbetes Klingen außerordentlich wohltätig wirkt. Die Disziplin rührt von dem energischen und funftbetonten Willen des Leiters her, und es ist nicht nur erfreulich, daß sich hier um einen zentralen ethischen Willen herum eine wirkliche Gemeinschaft zusammengebildet, sondern es ist auch erstaunlich, wie sicher diese vielen Eleven des Gesanges intonieren und wie gut sie aussprechen. In Volksliedern kommt dieses Positive der Leistung besonders gut zum Ausdrud. Ein Quartett in Bierteltönen erwies fich als eine mufitalische Unmög lichkeit, weil nicht ständig, sondern nur ab und zu unsauber ge fungen wurde, weil also nicht alle vier Singenden Viertelton- Treff " Symphonische Reigengefänge und„ Absolute ficherheit haben. Gesangsphantasie das sind schöne Namen für Chorgefänge ohne Tert. Sie flingen gerade in ihrer bequemen und oft findlichen Bujammenstellung gut. D'Arguto fizt bei diesen Vorführungen, die Hand an der Denterstirn, mitten im Chor, der auch ohne Dirigent rhythmisch sicher bleibt. Plöglich springt er auf und dirigiert, an scheinend immer an derselben Stelle, 3ft das Genie oder Eitelteit? Er fand aber in den darauf folgenden Ausführungen des Regierungs vertreters feine Bestätigung für seine Annahme. Es wurde in Aus ficht genommen, die Dentschrift des AfA- Bundes nach Abschluß der nunmehr schwebenden Ermittlungen des Arbeitsministeriums im Ausschuß zum Gegenstand eingehender Erörterungen zu machen. In einer unbedeutenden„ Dnégin"-Aufführung des Deutschen Opernhauses wirtte Berta Maltin als eine außerordentliche, das Wesen der russischen Träumerin Tatjana zu innerft treffende Rünftlerin, die in Spiel und Gesang ihre Rolle voll ausfüllte. Das Frankfurter Streichquartett( Liebrecht, Cahén, Fruth, Bogner) steht am Beginn feiner Laufbahn, die eine glückliche Entwidlung nehmen dürfte. Die jungen Leute spielen aus einem tonzentrierten Willen heraus mit einer wertvollen Präzision, die ein besonderes Formgefühl verrät. Dennoch dürfte noch manches zu fördern sein, besonders nach der Seite der Sinnlichkeit und der Kultur des gesanglichen. Es ist aber so etwas unverfälscht Musikantisches und Borwärtstreibendes in dem Spiel Liebrechts und feiner Genossen, daß man sich auf weitere Abende freuen darf. Margarita mirimanowa spielte trotz einer Unpäßlichkeit, die zu leichter Ohnmacht führte, ein anspruchsvolles Programm. Mit guter Fingertechnik verbindet sie ein tiefes Empfinden; fleine Salonftücke flingen besonders delitat. Günther Homann müßte sich, um ein ganzer Künstler zu werden, nach beiden Bolen des Ausdrucks hin vollenden. Sein Piano ist ausdruckslos, fein Forte brutal. Sehr fein und geschickt brachte er die Suite Opus 87 Don Walter Niemann, einen Nachtlang romantischer Musikwelt, zur Erstaufführung. Alfred Guffmann: Neue Bolfs- Musif- Kulfur.( Arbeiter. jugendverlag, Berlin 1925.) Dieses Büchlein zeigt der mufifalischen Bildungsarbeit in der Arbeiterjugend gute und gangbare Wege, ohne sich dabei unflar zu sein über Hindernisse und Gefahren, bie solcher Arbeit allenthalben drohen. Erschöpfend wird hier von einem mit den Einsichten des Wissenschaftlers ausgerüsteten erfahrenen Prattiter und Künstler der Weg in ein neues Sein gefunden: aus der flug abwägenden Betrachtung des Vergangenen einmal, dann auch aus dem fritischen Mustern des Jezigen, und nicht zuleht aus dem Nachfühlen all der Strebungen und Notwendigkeiten, die unsere Beit erfüllen. Nirgends verliert sich der Verfasser im Schwärmen nach himmelblauen Möglichkeiten, fondern er behält immer den harten, steinigen Boden der Tatsachen und Wirklichkeiten unter den Füßen. Daß er trotzdem sehr wirksam und sehr energisch vorwärts führt, sei ihm besonders dankbar nachgerühmt. Praktische Winke und zahlreiche Hinweise auf musikalische Materialien machen das Heftchen- das mit einer wahrhaften Kunst volkstümlicher Fassungs. art geschrieben ist für jede Hand brauchbar und wertvoll. S. 3. Das Bauhaus in Dessau. Ein Beschluß des Dessauer Gemeinde. rats billigt die Angliederung des bisherigen Weimarer Bau. hauses an die Deffauer Kunstgewerbe- und Handwerkerschule unter Oberleitung von Prof. Walter Gropius und bestimmt als höchft. grenze der jährlichen Unterstützung der Stadt für die Anstalt 100 000 Mart. Gleichzeitig ist der bisherige Leiter der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule, der Bildhauer Richard Kiefer, in den Ruhestand getreten. Deutsches Schulwefen. Was ist Deutschland?" Bitte, bitte. hauen Sie mich nicht, herr Lehrer: mein Vater sagt, Deutschland ist eine Republif!" ( Aus achen lints") Manda v Kreibig mit ihrer Tangfrubbe gibt am Sonntag, den 5. d. M., mittags 12 Ubr, eine Tanz- Minee im Theater Die komödie" am Kurfürstendamm. Die mitwilende Kapelle ist die Jazz- Band Bineapel Das Programm enthält nur eigene Zänze. Segen Versklavung, gegen Versailles! Nach den Alldeutschen die Konservativen. Der engere Vorstand der Deutschkonservativen Partei, ein Gebilde, das für sich den Anspruch erhebt, die Elite der Deutschnationalen darzustellen, trat gestern zu einer Sitzung zusammen, in der u. a. folgende Forderungen aufge» gestellt wurden: Widerruf der S ch u l d l ü g e. Beseitigung des Berfailler Diktates und der darüber hinausgehenden Bindungen. Tlicht nachlassender Kamps gegen die Versklavung( Sicherheilspakt. Dawes-Gesehe usw.). Anerkennung der sittlichen Rechtsgrundlagen In Gesetzgebung und Verwaltung. Auch der Gesehgeber darf nicht gegen Treu und Glauben verstoßen(Aufwertung usw.). In der Sitzung wurde, wie die.Kmizzeitung* versickert, von allen Seiten mit Nachdruck betont, ,chaß die Konservativen nur solche Politiker unterstützen können und dürfen, die die Sicherheit bieten, daß sie die vorstehenden Forderungen und Ziele, unbeirrt von Augenblicksrücksichten und Augenblickserfolgen, tatkräftig durchzuführen gewillt sind". Das bedeutet, daß die Kerntruppe der Deutschnationalen nicht nur«inen entscheidenden Vorstoß gegen den schon längst fälligen Außenminister Stresemann unternommen hat, sondern daß sie dem Kabinett Luther als solchem und damit auch den deutschnationalen Kabinettsmitgliedern Schiele, S ch l i e b e n und Neuhaus ein offizielles Miß- trauensvotum ausgesprochen hat. Widerruf der S ch u l d l ü g e: Hat auch nur einer der deutschnattonalen Minister es gewagt, den Mund in der Schuldfrage aufzumachen? Von der Schuldlüge ist zu Zeiten des Kabinetts Marx von offizieller Seite mehr gesprochen worden als heute. Das Rechtsblocktabinett ver- meidet es geradezu ängstlich, die Schuldfrage auch nur zu be- rühren. Beseifigung desVersaillerDiktats, Kampf gegen die Versklavung: Du lieber Gott, das Kabinett Luther ist weit davon entfernt, auch nur an eine Revision zu denken! Im Gegenteil, es ist aus freien Stücken an die Entente mit dem Vorschlag herangetreten, die Abtretung von Elsaß-Lothringen, Eupen und M a l m e d y in einem neuen Patt feierlich zu bestätigen. Es konnte in den sozialpolitischen Debatten nicht ängstlich genug daran erinnern, daß man die kommenden Lasten als dem„Versklaoungspatt", aus dem„zweiten Versailles" berücksichtigen müsse. Wenn so die Vorbereitung zur Beseitigung des Dersailler Vertrags und der Kampf gegen die Versklavung aussieht, dann war Marx ein Riese an Energie im Vergleich zu den Luther, Schiele, Schlleben und Neuhaus! Treuttnd Glauben in der Gesetzgebung, Treu und Glauben in der A u f w« r t u n g s f r a g e? Die Konier- vattve Partei hat einen guten Witz gemacht, wenn sie das ernstlich von dem Rechtsblockkabinett Luther, dem Vater der Abwertung, und von der. deutschnattonalen Reichstagsfraktion, der wackeren Mörderin ihres eigenen Kindes, verlangt. Also: schärfstes Mißtrauensvotum dem Rechtsblockministerium. Nach dem Alldeutschen Ver- band die Deutschkonservative und nicht nur die Deutschkon- servattoe Partei. Denn auch der O st markenausschuß der Deutschnationalen wendet sich in einer scharfen Entschließung gegen den Sicherheitspokt. Kurz vor dem ersten Wablgang hat man den deutschnaimnalen Sturm auf das Kabinett Luther zum Stehen gebracht. Drei Tag« nach der Präsidentenwahl bricht die Rebellion von neuem aus. Sie frißt sich immer näher an das Herz des Rechtsblocks heran. Schöne Aussichten für den Rechtsblock! Rette Aussichten für den zweiten Wahlgangl Sehr verständlich, wenn man einen Linksblock zum Teufel wünscht! Dasöeutsthe�ngebotunüüieTlchechoflowakei Eine Rede des Senators Heller. Prag. 1. April.(Eigener Drahtbericht.) In der Sitzung des Auswärtigen Ausschusses der Tschechoslowakei sprach in der Debatte, in der die Uebereinstimmung aller Parteien de» Hause« mit der Politik des Dr. B e n e s ch zutage trat, auch der deutsche Sozialdemokrat Dr. Heller, der sich über das A n g e> bot Deutschlands wie folgt äußerte: »Der Schritt Deutschlands ist ein wichtiger Fortschritt auf dem Wege zum wirklichen Frieden. Wir würden aber lieber sehen, daß das, was Deutschland will, im Rahmen des Völkerbundes verwirklicht wird, was den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund voraussetzt. Der Verzicht aas Elsaß-Lothringen, der diesmal im Gegensatz zu dem erzwungenen Verzicht im Versailler Vertrag, ein freiwilliger ist, bedeutet einen hohen Grad von SelbstenlSuße- rung und bildet ein unwiderlegliches Zeugnis für den entschiedenen Friedenswillen Deutschlaad». Auch daß Deutschland darauf ver- zichtet, das ungeheure Unrecht, das Ihm an seinen ö st> l i ch e n Grenzen zugesügt wurde, im Wege der Gewatt wieder gutzumachen, zeigt, daß der Einfluß der demokrattschen und republi- konischen Parteien in Deutschland so groß geworden ist, daß so« gar die derzett am Ruder befindliche konservative Regierung diesem nachgeben mutz. Es wäre sehr ungerecht, diesen Schritt Deutschlands, der den endgültigen Verzicht auf«ine Million deutscher Bürger bedeutet, nicht in seiner vollen Tragweite zu würdigen. Seit dem End« des Krieges hat noch kein Staat dem Frieden der Welt einen so großen Dienst geleistet wie Deutschland durch sein Angebot. Der Herr Minister Benesch hat behauptet, dag in den letzten sechs Jahren niemals ein Streit zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland bestand. Dem muß ich widersprechen. Das Eintreten der Tschechoslowakei bei der Lösung der oberschlesischen Frage zugunsten Polens hat auf die Ve- Ziehungen zu Deutschland ungemein schlecht eingewirkt. Ich bezeichne dieses Eingreifen als einen schweren politischen Fehler. Wir wünschen den Frieden mtt Polen und den Abschluß eines Handels- rertrages, sprechen uns aber mit aller Enlschledenheil gegen den Abschluß eines politischen vertrage» aus. der uns in Konflikt mit Deutschland oder Rußland bringen könnte, da mit allen beiden Staaten wir sonst keinerlei Streitpunkte haben. Wir protestieren auch dagegen, daß der Herr Minister Benesch das Verhältnis Zu Polen vom slawischen Standpunkt aus beurteilt, was mit Rücksicht auf die großen nationalen Minderheiten der beiden Staaten einen Rückfall aus der so gern betonten Real- polittk in eine Politik atavistischer Gefühle bedeutet. Im großen ganzen wünschen wir, daß Deutschland der Eintritt in den Völkerbund in kürzester Zelt ermöglicht werde." Senesch über üie deutschen Vorschläge. Bedingungen und Borbehalte. Prag, 1. April.(WTB.) Außenminister B e n e s ch gab heute im Außenausschutz des Senats in Anknüpfung an die deutschen Bor. schlage zur Sicherheitssrage eine ausführliche Darlegung seiner Politik, wobei er u. a. ausführte: Unseren Informatwnen zufolge wurde der Sinn der beut- schen Vorschläge dahin bestätigt, daß Deutschland im Westen definitiv die Bestimmungen und den Status quo des Versailler Vertrags anerkennt, bezüglich der Ostgrenze jedoch sich auf den- selben Standpunkt stellt, den alle französischen Regierungen vor dem Krieg« hinsichtlich Elsatz-Lothringrns einnahmen, das heißt, Deutfch- laich hat den Versailler Vertrag unterzeichnet, es wird also den Vertrag einhalten und seinetwegen— auch was die Ostgrenze betrifft— niemals einen kriegerischen Konflikt hervorrufen. Benesch schilderte dann seine Besprechungen mtt E h a m b« r- lain, dem gegenüber er trotz seiner Dorliebe für das Genfer Proto- koll eine Prüfung der deutschen Vorschläge nicht grundsätzlich ab- gelehnt habe, und erklärte, weitere verpflichtende Schritte Hab« er aber von folgenden Bedingungen abhängig gemacht: 1. Kenntnis des genauen Wortlauts eines derartigen Paktes und der vorgeschlagenen Schiedsverträge. 2. Richtantastung der in den Friedensverträgen der Tschechoslowakei garantierten Rechte. 2. Eintritt Deutschlands in den Volkerbund als notwendige Er. gänzung des Garantiepaktes, der notwendigerweise unter der Aegide des Völkerbundes zu weiteren Garantiepattsn und schließlich zu den Prinzipien des Genfer Protokolls führen wsrde. Herriot stimme, sagte Benesch weiter, mtt dem Standpunkt und den Vorbehallen der Tschechoslowakei zu den deutschen vor- schlagen vollkommen überein. Herriot vertret«. wie er, Benesch, die Ansicht, daß der Versuch vielleicht als ernsthaft und aufrichtig aufzu- fasten sei, da angenommen werden könne, daß auch in Deutschland die Mehrheit des Volkes nach zehn Iahren schwerer kriegerischer und politischer Kämpfe das Bedürfnis nach Ruhe und Frieden empfind«. Die endgültige Regelung der Friedensgarantien setz«, so erklärte Benesch weiter, auch die Teilnahme Rußlands voraus. Jedenfalls bedeute der heutige Stand der Dinge trotz der Beiseite- schiebung des Genfer Protokolls einen gewissen Fortschritt in der internationalen Lage, unter der Bedingung freilich, daß es zum Abschluß des fraglichen Paktes komme. Man würde damit in eine Periode der Stabilisierung des Friedens und der Friedensverträgs eintreten. Dies würde auch eine Aenderung in der Stellung Deutschlands bedeuten, das von diesem Tage an in normalen Beziehungen zu den übrigen Mächten treten würde und moralisch und politisch eine gleichberechtigte und gleichwertige Stellung hätte. Die tschechoslowakische Republik habe während der letzten 6 Jahre mit Deutschland nicht einen einzigen, auch nicht den kleinsten Streit g«° habt. Der Abschluß des Paktes und eventuell auch de» Schieds- Vertrages würde einen weiteren Schritt zu einem gut nachbarlichen und freundschaftlichen Verhältnis bedeuten. Krise öer Diktatur. Auf dem kommunistischen Olymp. Aus Moskau wird uns geschrieben: Nach dem Tode Lenins ging die Macht in Rußland be- kanntlich in die Hände des Triumvirats Kamenew, Sinowjew und Stalin über. Viele sagten schon damals voraus, daß in dem Augenblick, wo T r o tz k i beseitigt sei, der Kampf zwischen Stalin und Sinowjew einsetzen würde. Jetzt ist Trotzki be- seitigt, und die Prophezeiung beginnt sich zu verwirklichen: zwischen Stalin und Sinowjew herrscht offene Feind» schaff, und der Kampf zwischen ihnen steht unmittelbar bevor. JSs kenn jetzt schon als Tatsache bezeichnet werden, daß die Selbstherrschaft des Direktoriums nicht mehr existiert. Dies dürfte von keinem der den herrschenden Kreisen nahestehenden Kommunisten mehr bestritten werden. AeußerNch hat sich scheinbar nichts geändert, denn weder Sinowjew noch Stalin find verhaftet oder deportiert, oder auch nur»erkrankt", sie nehmen vielmehr gemeinsam an allen Sitzungen des Poli- tischen Bureaus teil. Aber tatsächlich fit der Bund der drei solidarischen Mitglieder des Politischen Bureaus, die gemein- fam den Parteiapparat in Händen hielten und die felbstherr- liche Gewalt im Lande repräsentierten, zerfallen. Jeder von ihnen kann als Kandidat zum Selbstherrscher in einer an- deren Kombination in die Erscheinung treten. In diesem Sinne hat bei uns bereits ein neuer„Kampf um die Macht" eingefetzt, der im gewissen Sinne eine neue geschichtliche Periode einleitet. Die bisherige Periode war ausgefüllt mit dem Kampf um Lenins Erbe, der unvermeidlich in einen Kampf gegen Trotzki ausmünden mußte. Als Lenin, vom Schlaganfall gelähmt, sich in einen lebenden Leichnam verwandelte, war Trotzki fein natürlicher Nachfolger, der von Lenin selbst als solcher anerkannt wurde. Wer sollte es sonst sein? Etwa Sinowjew, der von niemand geliebt und geachtet wird? Oder Kamenew, der von niemand anders eingeschätzt wird, als daß er ein guter, zweitrangiger Schauspieler ist? Oder gar Stalin, den Lenin in seiner Denk- schrift über die nationale Frage so heftig gegeißell hat, daß alle, die von diesem Dokument Kenntnis hatten, sagten:»Na, wenn Jljitsch gesund wird, ist es mit Stalin zu Ende!" Die drei genannten Mitglieder des Politischen Bureaus, von denen keiner auch nur daran zu denken wagte, sich mit Trvtzki zu messen, schlössen sich zu einem Triumvirat zusammen, das zuerst zum Zweck der Selbstverteidigung und dann zu Angriffszweckcn das Monopol des„Leninismus" sich aneignete. Gemeinsam vermochten sie fast die gesamte Parteibureaukratie um sich zu sammeln und den Sieg davonzutragen. Darin bestand die»Leninisierung" der ruffischen kommunffttschen Partei. Als jedoch der volle Sieg errungen war, der dank der un- sinnigen Taktik Trotzkis, der fein« Anhänger verriet und sich dadurch selbst isolierte, verhältnismäßig leicht war, wurde es klar, daß die Ziele der einzelnen Mitglieder des Trium- virats keineswegs die gleichen waren. Sinowiew und Kamenew wollten die völlige Beseitigung Trotzkis selbst um den Preis seiner Ausschließung aus der Partei. Stalin jedoch wollte Trotzki nur isolieren, ohne ihn endgültig von der Leitung der Regierungsgoschäste fortzudrängen. Diese Haltung Stalins verstärkte besonders die Unversöhnlichkeit Sinowjewe, da dieser befürchtete, daß Stalin darauf ausgehe, Trotzki als künftigen Bundesgenossen in der Reserve zu halten. Im allgemeinen kann man sagen, daß«ine neue Krise in der Kommunistischen Partei heraufzieht. Bor- läufig ist die Lage noch ungetlärt. Di« Parteibureaukraten nerschicdenenVstanges spüren instinktiv den kommenden Kampf, sie sehen aber noch nicht, nach welcher»Plattform" sie sich orientieren sollen. Keine der kämpfenden Gruppen wagt es. eine„Diskussion" zu eröffnen. Hierzu kommt noch die Not» Wendigkeit, die anwacksende Welle der bäuerlichen Opposition zursickzudämmen und sich für den Kampf gegen die Mißernte zu rüsten. Es ist offensichtlich, daß die gegnerischen Gruppen in der Kartei den Kampf fürchten und ihn vertagen wollen. Entgegen allen Traditionen ist der ordentliche Partei- kongreß vom Frühjahr auf den Herbst ver- tagt worden. So weist alles darauf hin, daß die Partei- krise sich noch einige Zeit in verhüllter Form fortentwickeln wird. Es ist hierbei charakteristisch, daß man am wenigsten etwas über die Meinungsverschiedenheiten und die U r s ch c n der Differenzen zwischen Stalin und Sinowjew hört: der Kampf zwischen ihnen erscheint als vollkommen natürlich und im voraus bestimmt. Im allgemeinen ist man der Auffassung, daß die Hauptursache der Differenzen auf die verschiedenartige Einschätzung der Notwendigkeit eines Kom- promiffes mit der Bauernschaft zurückzufiihren sei. Wir glauben jedoch, daß Stalin— vielleicht noch nicht voll- kommen bewußt, aber immerhin im Einklang mit der Stim- mung breiter Parteikreise— tatsächlich danach strebt, die Kommunistische Internationale zu» b an- d i g e n ihre für die russische Außenpolitik schädliche Propaganda auf ein Minimum zu beschränken, und eine Er- Weiterung des»Ncp", d. h. der Neuen Wirtschaftspolitik, auf dem Boden einer engeren Verbindung mit der kapitalistischen Welt vorzubereiten. Hierbei tritt Stalin als Vertreter des russischen Parteiapparates im Kampfe gegen den Apparat der Kommunistischen Internationale hervor. Der Kampf der einzelnen Eliauen ist hier mit dem Kampf der einzelnen Bureaukratten verflochten, aber in Verbindung damit ent- faltet sich auch allmählich der Kampf der einzelnen polittschen Richtungen miteinander.__ Meinungsaustausch über üen Garantiepakt. Parts. 1. April.(Eigener Drahtbericht.) Der»Paris Soir" will wissen, daß die Antwort der Alliierten auf die deutschen Garantie- vorschlage, deren Entwurf augenblicklich Gegenstand der in London flesührten diplomatischen Verhandlungen bildet, auch einen Frage- bogen entHallen wird, der alle diejenigen Punkte auszählt, über die man namentlich in Paris ergänzende Mitteilungen von der deutschen Regierung zu erhalten wünscht. Di« gleiche Quelle erklärt, daß darin u. o. auch die genaue Frage gestellt wird, welche Ga- rantien Deutschland für die Sicherheit der osteuropäischen Staaten zu bieten gedenke. Der.Temps" will darüber hinaus wisien. daß in dem� deutschen Angebot vom Februar Belgien überhaupt nicht erwähnt war und deshalb die alliierte Antwort auch über diesen Punkt von Berlin bindende Ausschlüsie verlang». Insbesondere wird eine Erklärung darüber erwartet, ob Deutschland bereit ist, die Abtretung der Kreise Eupen und Malmedy in die Garanticklausel einzusügen. Meinungsverschiedenheiten sollen zwischen London und Paris noch immer darüber bestehen, ob der Abschluß eines Garantievertrage» mtt Deutschland von dessen Ein- tritt in den Dölkerbund abhängig gemacht werden soll. Englanü gegen Militärkontrolle. Amtliche Erklärung im Oberhaus. Loadou. 1. April.(MTB.) Auf Anfrage erklärte Lord Newton im Oberhaus, daß, als er im Jahre 1921 in Berlin war, ihm mitgeteill worden wäre, daß die Arbeit der Interalliierten Kommission so gut wie vollendet sei. Wenn dies der Fall gewesen wäre, was sei denn in den letzten vier Iahren geschehen? Anscheinend hätten die Deutschen durch ihr eigenes Verhalten die Beibehaltung dieser Kontrolle ganz u n- nötig verlängert. Wenn sie oernünstig genug oewesen wären, den Forderungen der Kommission nachzukommen, so hätte diese schon vor 2 Iahren sich auflösen können. Der deutsche Widerstand habe der französischen und einem Teil der englischen Press«, der noch französischer sei als die französische Presse selbst, die Ge- legenheit geboten, zu behaupten, daß Millionen von be- wasfneten Hunnen unter der Erde oder in der Luft verborgen seien, die bereit wären, jeden Augenblick sich über die Welt zu werfen und alles in Asche zu legen. Es sei von den deutschen Behörden töricht gewesen, die Bestimmungen des Der- trag» zu umgehen,„aber", so fuhr Lord Newton fort,„würden wir schließlich nicht dasselbe getan haben? Würden wir nicht in jeder Weüc Obstruktion üben und die Hoffnung nähren, eines Tages unsere frühere Stellung wieder zu erlangen? Lord Newton erklärte weiter, es falle nicht sehr ins Ge- w i ch t, ob die Deutschen friedlich oder kriegerisch seien. Die höchsten militärischen Autoritäten erklärten, dah die Deutschen nicht ln der Lage seien, irgendeine Feindseligkeit auszuführen. Dies müßte allen genügen und die kontrollkommisNonen müßte» so bald mie möglich verschwinden. Man höre von Abrüstung reden, aber die einzigen, die abgerüstet hätten, seien die vormals feindlichen Staaken, wäh- rend die anderen Länder oder einige von ihnen größer« Leere auf- reckt erhieUca als vor dem Kriege. Trotzdem würden diese Kom» Missionen aufrecht erhalten auf Kosten dieser dank erat» t e n, ehemals feindlichen Regierungen. Wenn diese Kommissionen von ihren eigenen Regierungen bezahtt werden müßten, wären sie von selbst seit langem verschwunden. Wahrhett sei, daß immer, wenn ein vormals feindliches Land Zeichen von Erholung aufweise, seine Nachbarn olle bis zu den Zähnen bewaffnet, Besorgnis vorgäben und erklärten, dies Land werde einen neuen Krieg beginnen und sofortige Dor> sichtsmaßregeln in Gestalt von Kontrollkommissionen und mUitäri- scher Besetzung forderten. Wie werde dies alles enden? Weaa wir die sronzösische» Auffassungen von Sicherheit oerherrschen lassen. so würden diese Kommissionen ewig sein und alle von dieser zum Zweck einer Verlängerung der Dauer der militärischen Besetzung verwandt werden. Diese Kontrollkommissionen täten nichts Gute», weit davon entfernt, den Revanchegeist zu beseitigen, verschärften sie thn und erhielten eine Srlegsatmosphäre ausrecht, die alle vernichten wollten. Einer der wirksamsten Schritte, um eine bester« Stimmung in ganz Europa wiederherzustellen, würde sein, diesen Kontrollkommissionen bald ein Ende zu bereiten. Aktive Kolonialpolitik! Stimmt es» Herr Stresemann? London, 1. April.(Eigener Drahtbericht.) In eingeweihten Kreisen Londons geht das Gerücht, daß die deutsche Regierung in London wegen der Wiedererwerbung von Kolonial- besitz sondiere. Die deutschen Wünsche sollen auf den portugiesischen Kolonialbesitz von Angola und Mozambique gehe», lieber diese Koionialgebiete haben bereits im Jahre 1898 zwischen England und Deutschland Dertragsverhandlungen stattgefunden. Der damals in Aussicht genommene Vertrag ist im Jahre 1912 schließlich endgültig gescheitert. Deutschland wünsche zu erfahren, ob die englische Re- gierung bereit sei, aus der Basis der Verhandlungen von 1898 erneut zu diskutieren. Gewerkschaftsbewegung Ein schwerer Konflikt in der Metallindustrie. Um Arbeitszeit, Urlaub und Lohn. In der Berliner Metallindustrie spißt sich ein ernster Kampf zu. Die Ursache diejes Konfliktes liegt in dem Ablauf des Rahmentarifvertrages, welcher am 28. August 1922 zwischen dem Deutschen Metallarbeiterverband und dem Berband Berliner Metallindustriellen abgeschlossen wurde. Durch diesen Rahmenvertrag find die Arbeitszeit, die Lohnzahlung, der Urlaub, die Affordarbeit und sonstige wichtige Bestimmungen geregelt. nünftigen Lohn sichern, dann stärkt die Front ber organisierten Metallarbeiter: hinein in den Deutschen Metallarbeiterverband! Nur dann wird es dem Verband Berliner Metallindustriellen nicht gelingen, euch alle Errungenschaften wieder zu entreißen. Zum Tapeziererstreik. Ein Rundschreiben der Scharfmacher. Der Zentralfireifleitung der Tapezierer fiel ein Rundschreiben der Scharfmacher im Tapezierergewerbe vom 30. März in die Hände, das so recht der Geist dieser rückständigen Innungskrauter ctmet. Nach den verlogenen Behauptungen, daß die Arbeit in einer Die Funktionäre des Metallfartells, die in den Betrieben des Lohn- und Arbeitsverhältnissen" wieder aufgenommen und der größeren Anzahl von Betrieben bedingungslos unter den alten BBMI. beschäftigt sind, haben in einer Versammlung beschlossen, cbenso phantasievollen Behauptung von dem„ prächtig offenbarten diesen Rahmenvertrag zum 1. April 1925 zu fündigen, Solidaritätsgefühl der Arbeitgeberschaft", wird auf die große Trom und erflärten sich bereit, mit der Arbeitgeberorganisation auf der mel geschlagen und von der Gesundung der deutschen Wirtschaft", Grundlage des Bertrages vom 28. August 1922 erneut zu verhandeln. ciner frevelhaften Kraftprobe"," Erhaltung der eigenen Eristenz Bekanntlich wurde nach dem Streif im Januar 1924 ein Baijus in und Wahrung der Autorität" geschwafelt, um die wackelnde Unterbezug auf die Arbeitszeit aufgenommen, nach welchem die Arbeitnehmerfront zu halten. Dann werden folgende Parolen ausgegeben: geber das Recht hatten, je nach der Eigenart oder den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Betriebes für den Betrieb, oder für Gruppen von Arbeitnehmern Ueberstunden anzuordnen, und zwar pro Tag eine halbe bis eine Stunde. Die Arbeitnehmerorganisation verlangte in den neuen Verhandlungen, daß auch für die neunie Arbeitsstunde mit dem Betriebsrat über die Notwendigkeit der Ueberstunden verhandelt werden müßte, da Arbeitgeber wie Arbeitnehmer gemeinsam zu entscheiden haben. Die Arbeitgeber lehnten grundsäglich ab, hier irgend welche Zugeständnisse zu machen. Zweimal wurde wegen dieses Bassus verhandelt und nach wie vor beharrten die Unternehmer auf ihrem Herren- im- Haufe- Standpunkt. Der Tarifvertrag läuft ver. traglich am 1. April ab. Beide Kontrahenten haben aber in früheren Berhandlungen ein weiteres Abkommen abgeschlossen, aus dem her. corgeht, daß die Lohnwoche in der Berliner Metallindustrie immer mit der ersten Schicht am Montag beginnt. In Konse quenz dieses Beschlusses wurde vereinbart, daß alle Verträge, welche am Anfang oder in der Mitte der Lohnwoche ablaufen, bis zum Ende der Lohnwoche Gültigteit haben. Infolgedeffen hat auch der Rahmentarifvertrag noch Gültigkeit bis zum 5. April. Ab 5. April fallen dann die Bestimmungen über die Arbeitszeit fort. Aber eine sehr wichtige Bestimmung müssen die Berliner Metall1. Unterlassung aller Einzelverhandlungen mit den eigenen Arbeitnehmern. 2. Scharfe Ablehnung aller Forderungen auf Lohnerhöhungen und veränderter Arbeitsbedingungen. 3. Unterlassung von Neueinstellungen Arbeits. williger aus fremden Betrieben. 4. Kollegiale Hilfsleistung durch Uebernahme dringendster Arbeiten. Bermittlungsstelle hierfür ist das Bureau der Tapezierer- 3wangsinnung Groß- Berlin. Unterzeichnet ist dieses Angstprodukt von den Obermeistern Holzamer, Muth und Weriger und dem Vorsitzenden des Arbeitgeberschußverbandes Herrn Mag Ball Dazu schreibt uns die Generaftreifleitung: Wir verweisen auf die geftrige Notiz, welche zur Feststellung genügt, daß feine Leichtfertigkeit der Arbeiterorganisation besteht, sondern die starre Ablehnung jeder Verhandlung zur Anerkennung der Organisation zwingt. Zur Feststellung der Betriebe, wo unter alten Bedingungen die Arbeit aufgenommen worden ist, braucht feine Zeit versäumt zu werden, da es keinen Betrieb gibt, wo die Arbeit aufgenommen wurde, außer einigen Kleinmeistern, die sich zu Streifbruch verleiten ließen, um ihre elende Lage etwas aufzubessern. Die ungelernten Arbeiter in der Matragenfabrikation haben schon so viel Schaden angerichtet, daß die Herren sich genötigt fahen, erneut ihren gelernten Arbeitern um Arbeitsaufnahme zu schreiben. Mit Genugtuung nimmt die Streifleitung täglich Nachrichten der größeren Betriebe entgegen, in denen von den Unternehmern die baldige Beendigung des Streifs, an dem sie tein Intereffe haben, gewünscht wird. Dies Ziel wird nicht gemeldet haben, hat dies unverzüglich zu erfolgen. Auskunff über alle Fragen erteilt das Bureau des Zentralverbandes der Schuhmacher, Engelufer 24. Beilegung des bayerischen Holzarbeiterkampfes. München, 1. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Lohnstreitig feiten im bayerischen Holzgewerbe sind durch Vermittlung des Landesschlichters beigelegt worden. Er unterbreitete den Parteien einen Vorschlag, der durch die Annahme sämtlicher Vertragsparteien rechtswirtsan ist. Der Durchschnittslohn des Facharbeiters über 22 Jahre beträgt jetzt in Ortsklasse II ab 20. März 78 Pf., ab 25. April 82 Pf. Die Sonderzulage für München von 4 Pf. pro Stunde bleibt bestehen. Diese Lohnregelung gilt bis zum 22. Mai. Die Arbeit ist in sämtlichen bestreitten Betrieben Bayerns wieder aufgenommen worden. Einigung in der Seeschiffahrt. unter dem Borsiz des vom Reichsarbeitsministerium gesteliten Bremen, 1. April.( WTB.) Der von der Schlichtungskommission Schlichters Dr. Völkers- Bremen am 28. März in Hamburg gefällte Schiedsspruch ist von den Parteien angenommen worden. Danach wird die Heuer für den Vollmatrosen von 84 auf 89 m. monatlich erhöht. Die Heuerfäße der Schiffsoffiziere und Mannschaften werden entsprechend erhöht. Lohnstreit in der Rheinschiffahrt. Duisburg, 1. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeitnehmer zahlreiche zum Teil weitgehende Aenderungen, dabei u. a. aud in der Rheinschiffahrt haben zum 1. April den Tarif gefündigt und eine 20 prozentige Lohnerhöhung gefordert. Bon Arbettgeberseite sind die Forderungen mit Rücksicht auf die schwierige Lage der Rheinschiffahrt abgelehnt worden. Die Arbeitgeber beantragen die Berlängerung des gesamten, jegt gültigen Tarifs, auf ein volies Jahr. In den hiesigen Hafenbetrieben wurde in der vergangenen Boche ein Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses gefällt, der cine 8 prozentige Lohnerhöhung vorsah. Dieser Schiedsspruch ist jetzt von den Arbeitgebern ebenfalls a bgelehnt worden. Lohnverhandlungen im oberschlesischen Bergbau. Wie der Industriefurier" meldet, sind die Verhandlungen im oberschlesischen Bergbau über die von den Bergarbeitern geforderte 20prozentige Lohnerhöhung gescheitert. Die Arbeitnehmervertreter werden das Schiedsgericht anrufen. arbeiter beachten, und zwar die Bestimmung über Urlaub. Diese fofort erreicht, wenn die Arbeitgeber ihrer Kommission, die bis. Trog der vielen Neueinstellungen von„ nationalgesinnten" besagt, mer am 1. Oftober in einem Betrieb beschäftigt war und am 1. April des folgenden Jahres das 20. Lebensjahr vollendet hat und sich an diesem Tage noch im Betrieb befindet, hat vom letteren Tage ab Anspruch auf Urlaub. Mithin haben alle Arbeiterinnen und Arbeiter, bei denen die Vorausschungen des oben angeführten Sages zutreffen, die während dieser Zeit fich ohne Unterbrechung in einem Betrieb befunden haben, ihren UrlaubsanSpruch bei ihrem Arbeitgeber geltend zu machen. Die Urlaubsperiode beginnt mit dem 1. April. Die Funktionäre sowie die Mitglieder, die einer Organisation angehören, die dem Metallfartell angeschlossen ist, werden aufgefordert, die Stellungnahme ihres Arbeitgebers in bezug auf Urlaub umgehend dem Deutschen Metallarbeiterverband mitzuteilen. Mit Ablauf des Rahmentarifvertrages ist auch der Ablauf des Lohnvertrages verbunden, welcher für die Hilfsarbeiter und arbeiterinnen beftand. Der Arbeitgeberverband lehnt es ab, für diese Kategorie von Arbeitern einen besseren Tarifvertrag abzuschließen. Dieser Konflikt wird noch gesteigert durch einen Streif ber Kupferschmiede, soweit sie in den Betrieben des Bere bandes Berliner Metallindustrieller beschäftigt find. Auch hier lehnte der NBMI. es ab, dieser Kategorie von Arbeitern irgendwelche Lohn erhöhungen zu bewilligen. Aus dem oben Gesagten fönnen die Arbeiter der Berliner Metallindustrie ersehen, daß das Feuer unter der Oberfläche glimmt, fid) immer mehr ausdehnt und in fürzester Zeit sich zu einem lodernden Brande entfachen wird. berufen, nachdrücklich verständlich machen, mit uns zu verhandeln. her sich gescheut hat, eine Bersammlung einzu: Die Parolen der Scharfmacher zeigen übrigens, daß sie weder mit der Organisation noch mit Arbeitnehmern der Betriebe ver bandeln wollen. Wo also die frevelhafte Kraftprobe" stedt, ist handgreiflich. Streik der Maßschuhmacher. Die Berliner Maßschuhmacher stellten an ihre Arbeitgeber die Forderung, die im bisherigen Tarifvertrag vorgesehenen Stüd zeiten so zu erhöhen, daß sie im Einklang stehen zu der tatsächlich aufgewendeten Arbeitszeit der einzelnen Stüdarbeiten; ferner den Stundenlohn für männliche Arbeiter von 89% auf 115 Bf. zu erhöhen. In drei Verhandlungen machten die Arbeitgeber feinerlei Angebote. Auf Anrufung des Schlichtungsausschusses fällte dieser am 30. März einen Schiedsspruch, wonach der bisherige Tarifvertrag unverändert ein Jahr weiter bestehen und der Stundenlohn für die Zeit vom 30. März bis 27. Juni auf 97 Pf. erhöht werden foll. Diesen Schiedsspruch lehnten die Maßschuhmacher in ihrer Bersammlung am 31. März ab, da die Höhe des Lohnes ungenügend und die Dauer des Zusaßvertrages zu lang ist. Die Versammlung beschloß, an den alten Forderungen fest zu halten und am 1. April in allen Betrieben in den Streit zu treten. Den Arbeitern, die bei Meistern beschäftigt sind, welche nicht dem Berein Berliner Maßschuhmachermeister angehören, ist die Weiter arbeit gestattet, wenn der Arbeitgeber unterschriftlich an. ertennt, daß er vorbehaltlos den geforderten Stundenlohn von 115 Bf. a nerfennt unter Berechnung der bisherigen Stüdzeit. Betriebsratswahl in der Affumulatorenfabrik Oberschöneweide. Borjahr 478 Stimmen erhielt, erhielt 770 Stimmen und erhält Arbeitskräften, errangen die freien Gewerkschaften einen glänzenden Sieg. Die Liste der freien Gewerkschaften, die im 9 Size im Arbeiterrat. Die sogenannten„ Baterländischen" beGewerkschaftler in Umlauf brachten, nur 217 Stimmen und famen trog aller Lügen und Verleumdungen, die sie gegen die awei Size. Bei den Angestellten wurde nur eine völkischdeutschnationale Liste aufgestellt, weil durch den Terror gegen die freiheitlich gesinnten Angestellien es feiner wagte, auf einer freigewerkschaftlichen Liste zu kandidieren. tag, den 2. April, stattfindenden Betriebsratswahl haben famtliche Karl Jazinski, Petersburger Straße 47. Zu der heute, Donnerstranfe Kollegen zu erscheinen. Stimmabgabe dringend erforderlich. Die Lohnffreifigfeifen im bayerischen Braugewerbe wurde durch Bermittlung des Landesschlichters für Bayern rechts des Rheins beigelegt. Die Arbeit ist in sämtlichen bestreiften Betrieben Bayerns wieder aufgenommen worden. Deutscher Wertmeisterverband, Ortsverein Neulonn L Die Monatsverfammlung findet Freitag 8 Uhr in den Baffage- Festfälen, Bergstr. 151-152, ftatt. Sichtbildervortrag:„ Amerika und wir". Die Damen der Herren Kollegen find herzlich willkommen. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lotales und Sonstiges: rig Karstäbt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlaasanftalt Baul Einger u. Co. Berlin S 68 Lindenstroke 3. Hierzu 2 Beilagen ,,, Unterhaltung und Wissen" und Frauenstimme". Der Streit hat gestern in vollem Umfange eingefeßt. Sofern Sophien- Säle Sophienstraße 17-18 Berliner Metallarbeiter! Wollt ihr euch eine vernünftige Arbeitszeit, euren Anspruch auf Urlaub und einen ver. noch einzelne Heimarbeiter sich in ihren zuständigen Streiflotalen Norden 9295* Norden 12643 Säle frei! A.Wertheim Billige Lebensmittel Leipziger Str. Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Backartikel Weizenmehl..... Pfund 21 Pf. Weizenmehl I.... Pfund 25 Pf. Amerikanisch. Mehl Pfund 28 Pf. Auszugmehl feinst., halbgr., Pfd. 30 Pf. Auszugmehl feinst., griffig, Pfd. 32 Pf. Auszugmehl extraf., griff., Pfd. 35 Pf. Maispuder Pfund 25 Pf. Weizenpuder.... Pfund 48 Pf. Kartoffelmehl.... Pfund 25 Pf. Mandeln süß u. bitter. Pfund 250 320 Orangeat Zitronat... • Pfund 160 Pfund 360 Sultaninen Pfund 65 Pf. 72 Pf. 80 Pf. Korinthen Pfund 65 Pf. 78 Pf. Rosinen... Pfund 45 Pf. 60 Pf. MandelersatzMandelio Pfd. 65 Pf. Beutel 8Pf. Backpulver Hülsenfrüchte Fische ohne Kopf 8 Bratschollen.... Pfund 10Pf. Dorsche( Ostsee).. Pfund 12 Pf. Grüne Heringe. .. Pfund 14 Pf. Kabeljau ganze Fische Pfund 22 Pf. Zander. Pfund 90 Pt. Karpfen lebende. Pfund von 150 Hechte lebende. Pfund von 160 • . Geflügel an an Enten holländische:.. Pfund 125 Brathühner feinste frische, Pfund 145 Suppenhühner feinste frische, Pfd. 155 Rehkeulen..... Pfund 240 Gänsepökelkeulen Pom Plund 95 Pi Wurstwaren Delikateß- Sülze... Pfund 50Pf. Hausmacherleberwurst Piund 116 Fleischwurst( Thüringer Art) Pfd. 116 Jagdwurst Pfund 120 Mettwurst Westf.( grobe).. Pfund 120 Brühpolnische Pfund 125 Filetwurst.. .. Pfund 130 Fetter Speck deutsche Magerer Speck Ware Schinkenspeck.. Pfund 155 Salami-, Zervelatwurst Fund 160 Westf. Plockwurst... Pfund 170 Pommersche Teewurst Pfund 175 Nußschinken ca. 2 Pfd. schwer, Pid. 175 Tafelbutter Kleine Erbsen... Pfund 17 Pf. Viktoria- Erbsen Pfd.20, 25, 28 Pf. Spalt- Erbsen gelb, Pfund 20, 28 Pf. Grüne Erbsen.. Pfund 22, 28 Pf. Erbsen glasiert, gelb Pfd. 28, 35, 42 Pf. Linsen große.... Pfund 30Pf. Thüringer Linsen Pfund 48, 55 Pt. Weiße Bohnen.. Pfund 24, 27 Pf. Margarine( Spezialmarke). Pfand- Paket 34 Pt. B Pid. Holst. 130 Donnerstag bis Sonnabend Soweit Vorrat Leicht verderbliche Artikel können nicht zugesandt werden Räucherwaren Bücklinge große.... Pfund 28 Pi. Sprotten( Ostsee).... Pfund 38 Pf. Schellfische Pfund 45 Pf. Flundern Ahlbecker... Pfund 48 Pf. Sprotten. Kiste 58 Pf. Gemüse Weißkohl dänischer • Pfund 7 Pf. Pfund Wirsing- u. Rotkohl Hollander 15 Pi. Schwarzwurzeln.. Pfund 20Pf. Porree... ... Bund 20 Pf. Zwiebeln neue Aegypter 2 Pfund 35 Pf. Junger Spinat... Pfund 35 Pf. Junger Salat großer Kopf, Pfd. 35 Pf. Junge Radieschen gr. Bund 25 Pí. Junger Rhabarber Pfund 40Pf. Grüne Gurken Stück von 90 PL Blumenkohl Kopf von 35 Pf. .. Käse an an Camembert( 80aueria) Schachtel 24Pi. Camembert vollfest Gouda dänischer Schachtel 26 u. 38P . . Pfund 68Pi. Stangenlimburger Allg., Pfund 70Pf. Emmenthaler o. Rinde, Schacht. 80Pf. Tilsiter..... Pfund 80 u. 95Pf. Steppenkäse..... Pfund 90Pf. Edamer... Pfund 90Pf. u. 105 Steinbuscher.. Pfund 85Pf. u. 125 42 Pland- Paket 90 Pt. und 105 Prund Frisches Fleisch Kaibskamm u. Brust Pla. 60PL Kalbsrücken..... ... Pfund 70Pt. Kalbskeule ganz und gefeilt 80PL Hammelvorderfleisch 70 PL Hammelrücken... Pfund 75PL Schweinebauch mit Bellage 80PL Schweinerücken und Blai 85Pf. Schweineschinken Pfund 90PL Liesen Pfand 80Pt. Gehacktes Fleisch Pfund 65Pt. Primafettes Ochsenfielsch gefroren 44 Ptund Plund Rinderkammu. Brust Pid.58Pf. Rinderherzen.... Pland 32PE. Obst und Südfrüchte Blut- Apfelsinen Dtz. 55, 75,95 Pf. Zitronen Dtz. 40 Pf. Italienische Feigen. Pfund 25 Pf. Boskoop Reinetten. Pfund 35 Pf. Oster- Artikel Dessert-, Marzipan- u. Schokoladen- Eier und Hasen, Konfitüren in reizend. Osterpackungen in allen Preislagen! Nr. T56 ♦ 42. Jahrgang !♦ Seilage öes vorwärts Vonnerstag, 2. ftpril 1H2S Proteste gegen öie erhöhte WriSmiete. Wie wir bereits mitgeteilt haben, ist die gesetzliche Miete für April d. I. gegenüber der Miete für die Monate Oktober 1924 bis Marz 192S um nicht weniger als 10 Proz.(von 66 auf 76 Proz.) erhöht worden. An dem Abzug von 4 Proz. für die Fälle, in denen der Mieter die sogenannten Schönheitsreparaturen übernommen hat, ist nichts geändert worden. Die so plötzlich eingetretene starke Miet- «rhöhung hat die Mleterschaft um so unangenehmer überrascht, als die Bekanntgabe erst wenige Tage vor dem Zahlungstermin erfolgte, so daß sich viele Mieter gar nicht auf die erhöhte Zahlung einrichten konnten. Besonders hart werden von der Mieterhöhung die ärmsten Beoölkerungeschichten betroffen, die schon ohnehin die Miete taumnochausbringentonnten. Zahlreiche Sozialrentner, Kleinrentner, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Arbeitslose usw. haben ohnehin die größte Mühe, neben den laufenden Mietzins- taten noch die aufgelaufenen Rückstände zu tilgen. Diele dieser Aermsten sehen jetzt jede Aussicht schwinden, vor der Exmission be» wahrt zu werden, wenn nicht noch der Reichstag Einsehen genug hat, den sozialdemokratischen Antrag anzunehmen, der einen Teil der Hauszins st euer zu Mietbeihilsen für zahlungsschwach« und zahlungsunfähige Mieter verwendet wissen will. Erregung öer Mieter. Zur Beruhigung der Mieter hat der Amtliche Preußische Pressedienst eine B e g r ü n d u n g der Mieterhöhung verbreitet, die durch- aus nicht geeignet ist. diese Wirkung auszulösen und die auch von der t'eiknnz des Reichsbundes deutscher Mieter nicht als stichhaltig ange- j f.'-en wird. Zunächst wird amtlich mitgeteilt, daß 4 Proz. der Miet- erböhung im Wege der Erhöhung der Hauszinssteuer von SV0 auf 700 Proz. der Grundvermogenssteuer weggesteuert werden sollen. damit sie dem so dringend nötigen Wohnungsneubau zugeführt werden sollen. Run hat aber der Vermieter nicht etwa die 4 Proz. der Friedensmiete an Hauszinssteuer mehr zu zahlen, sondern da die Hauszinssteuer auf der Grundvermögenssteuer ausgebaut ist und diese wieder nach dem Nutzungswert des Grundstücks oeranlagt wird, so verbleiben dem Vermieter vielfach allein aus der Hauszins. simcr erheblich« Ueberichüsse, die sich nach der Steigerung der Haus- zinssteuer auf 26 bis 28 Proz. der Friedenemtete in der gesetz- l i ch e n M i e t e bis auf S bis 10 Proz. der Friedensmiete belaufen. Bei der großen Wohnungsnot einerseits, die eine restlos« Derwcn- düng der für Hauszinssteuer von den Mietern gezahlten Be- träge für den Wvhnungsneubau erfordert, und bei der großen Rot- läge der Mieter anderseits, die durch die steigende Teuerung der Lebenshaltung noch verschärft wird, ist es unerträglich, daß ein T'Il der Hauszinrsteuer als Zwifchengetvinn in den Händen der Hausbesitzer verbleibt. Noch nicht die Hälfte für Neubauzwecke. Außerdem ist es unrichtig, daß dl« Hauszinssteuer zur Per- stärkung der Reubautätigkeit erhöht werden mußt«. Richtig ist vielmehr, daß der größte Teil der Hauszinssteuer bisher nicht zu R n'banzweckea, sondern zur valanzteruoq de» haushall« des Staate, und der Länder verwendet wurde. Nicht einmal die Hälft« des Auf- kommen« an Hauszinssteuer ist in Preußen dem Neubau zugeführt worden. Solange also große Reserven der Hauszinssteuer für fiskalische Zwecke verwendet werden, und zwar nur, um den Besitz und die steuerkräftigeren Dolksteile vor weiteren Belastungen zu' schonen, solange muß«ine Erhöhung der hauszinssteuer von der Mieterschaft, mindestens von den breiten Muffen der erwerbstätigen Bevölkerung, abgelehnt werden. Nicht vergessen darf dabei werden, daß der damalig« Reichsfinanzminister, jcstigs Reichskanzler Dr. Luther, der genial« Erfinder der unsozialsten aller Steuern, der Mietzinssteuer, es mit Hilfe dieser die arbeitende Bevölkerring außerordentlich schwer belastenden Steuer verstanden bat, im Reichshaushalt für 1924 einen Ueberfchuß von rund 2 Milliarden Goldmark zu erzielen, der die Zahlung des Ge- schenke- von 715 Goldmillionen an die— Ruhrindustrie ermöglicht bat. Unter diesen Umständen muß nicht nur die Notwendigkeit einer Erhöhung der Hauszinssteuer, sondern sogar ihre verechtlgung überhaupt bestritten werden. Di« sozialdemokratische Reichstags- fraktion hat dementsprechend dl« völlig« Beseitigung der Hauszins- steucr(richtiger: Mietzinssteuer) und ihre Ersetzung durch eine sozial gestallete Wohnungsbauabgabe gefordert, von welcher die zahlungs- schwachen Mieter freigelassen werden sollen und deren Ertrag restlos dem Wohnungsneubau zugeführt werden soll. Die amtliche Begründung erklärt dann weiter, daß die 6 Proz. Mehrmiete, die der Hausbesitzer für sich erhalte, notwendig seien. wegen der am 1. Januar 1925 durch die Aufwertung der Hypotheken erfolgten teilweisen Wiederherstellung des Ziasenöienftes und wegen der Notwendigkeil umfangreicher Reparaturen, für welche die jetzige Miete nicht ausreiche. Auch diese beiden Begründungen werden vom Reichsbund deutscher Mieter nicht als stichhallig ange- sehen. Der weitaus größte Tell der Hypotheken wird durch die Dritt« Steuernotoerordnung überhaupt nicht aufgewertet, weil das Forderungsrecht der Hypothekengläubiger am 1. Januar 1924 nicht mehr bestand, sondern die in Papiermart zurückgezahlte Hypothek im Grundbuch bereits gelöscht war. W o aber Hypothekenzinsen wieder zu zcchlen sind, da wird dem Hausbesitzer die Hauszins- st euer um die Zinsbeträge ermäßigt. Es war also vollkommen überflüssig und bedeutet ein glattes Geschenk au den hausbesih, wenn Ihm wegen des geringfügigen und anderweit bereits gedeckten Wiederauflebens der Zinsverpflichtungen eine höhere Miete bewilligt wird.— Nicht viel anders verhält es sich mit den Reparaturen. Die fortgesetzten Steigerungen des Reparaturanteils, der in der Miete enthalten ist, haben bisher die säumigen Hausbesitzer keineswegs oer- anlaßt, die notwendigen Reparaturen auszuführen, und so wird es auch in Zukunft bleiben. Das wichtige(wenn auch unrichtige, aber erfolgreich«) Argument, daß infolge der Nicdrighaltung der Miet« Häuser und Wohnungen verfallen mühten, läßt sich der Hausbesitz nicht nehmen. Er unkerläßt deswegen geflissentlich die Reparaturen. um damit der Regierung zu beweisen, daß die verhaßte Mleierschuh. gesetzgebung fallen müsse. Die glatte Sabotage dieser Gesetz- gebung durch den Hausbesitz wird eben leider heutzutage von den zuständigen Behörden nicht gebrochen, sondern man weicht vor dem aufbegehrenden Hausbesitz immer mehr zurück. Offenbar müssen hier die Mieter unter Führung ihrer Organisation mit anderen Mitteln al» bisher eingreifen. «> Ganz spontan hat die Protestbewegung der Mieter eingesetzt. Schon am 50. März, unmittelbar nach der Bekanntgabe der neuen Derordnung, hat derMieterbundMartendors in einer Mit- gliederversammlung eine Protestentschließung gefaßt, am 51. März hat sich eine Vertreterversammlung des Berliner Mieter- b u n d e s diesem Vorgehen angeschlossen. Der Vorstand des R e i ch s- bundes deutscher Mieter tritt am 4. April in Berlin zu- sammen und wird gleichfalls zu der neuen Sachlage Stellung nehmen. Die Tatsache, daß die Hausrente jetzt über den Betrag von 1914 hinaus erhöbt worden Ist, wird bei den Beschlußfassungen ge- bührend berücksichtigt werden. •• • Vrotest der Deleglerken der Mekerverel... Die zum Verdandstag am 51. März im Alten Askanier oer- sammelten Delegierten der Mietervereine Groß- Berlins protestierten nachdrücklich gegen die ad 1. AprU oerfügte starte und plötzliche Erhöhung der gesetzlichen Miete um 10 Proz. Die darin enthaltenen 4 Proz. für den Wohnungsbau können aus der jetzigen Hauszinssteuer entnommen werden, wenn der Anteil für den allgemeinen Finanzbedarf um diesen Betrag gekürzt wird, wie das fett jeher von uns gefordert worden ist. Die 6 Proz. als Entgelt für die Zinszahlung der aufgewerteten Hypo- theken für den Hauseigentümer sind ebenso unberechtigt, da die Haus- zinssteuer bekanntlich um den Betrag der Hypothekenzinsen gekürzt wird. Der Hausbesitzer erhall diese Beträge also vom 1. April ab doppell. Für Reparaturen aber werden im Durchschnttt nicht einmal die heutigen Reparaturgelder verbraucht. So stellt sich denn diese Mietzinserhöhung als das dar, was sie wirklich ist: zu 4prozenttger Friedensmiete die unsozialste Belasturig zu Steuerzwecken, um den Besitz und die hohen Einkommen zu schonen, zu 6 Proz. ein Geschenk an den revoltierenden Hausbesttz, der außerdem yuch noch von den 4 Proz. Hauszinssteuer in den meisten Fällen einen Gewinn erzielt. Durch diese Verordnung werden die Mieter in Preußen(bei 3,3 Milliarden Mark Friedensmiete) mit jährlich 330 Millionen Mark mehr belastet, eine Belastung des Volkes, die früher die schwersten parlamentarischen Kämpfe ausgelöst hätte, augenblicklich aber einfach durch Beschlüsse des preußischen Kabinetts und des ständigen Aus- schusses des Landtages dem Volk auferlegt wird, weil es sich um diese Dingd nicht hinreichend kümmert und wohlweislich zur reckiten Zeil immer für wichtigere politische Dinge abgelenkt ist. Was aber das Schlimmst« ist, eine Gesundung unseres Miet- und Wohnungs- wesens wird durch eine solche Politik, die nur an die Finanzen denkt, auch wenn der Mensch darunter leidet, geradezu aufs schwerste ge- fährdet. Die Delegierten als Vertreter der Groß-Berliner Mieter- schuft warnen die maßgebenden Behörden, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und die Mieter, die heute schon olriiach nicht wissen, wie sie die Mittel für die künftige Mietezahlung beschaffen sollen. die ohnehin schon aus ein Minimum herabgeminderte Lebenshaltung noch weiter einzuschränken und sc Leben und Gesundheit ihrer Ange- hörigen zu gesährden, zur Verzweiflung zu treiben. Zion im Völkerbunö. Entdeck ungen des Grafen- Reventlow. Wohin ist der Nationalsozialismus gekommen! Konnte mdn früher die verschwommenen Ideologen der völkischen Erneuerung als Phantasten, nnreise Psychopathen oder spekulierende Bösartige bezeichnen, so ist man im Völkizismus heute auf dem Standpunkt angelangt, wo das Minderwärtig« zum Absoluten, die Idiotie zum Programm wird. Sie sind Narren geworden, die teutonischen Barden um Graefe und Wulle und je grotesker sie sich gebärden, je possenhafter sie unsinnige Formlierungen einem zujammenschmcl- zenden Publikum als gegebenes vorschwindeln, desto klarer kristallisiert sich eine» für den Ausmerksamen heraus: Die Verschiebung der völkischen Bewegung vom politischen auf das psychiatrische Gleis. Diese Bismarckfeier einer Protestkundgebung gegen Sicherheitspakt und Völkerbund, den die Berliner Völkischen im Krieger- vereinshaus in der Chausseestraße veranstalletcn, war eine Angelegenheit unbändigen Gelächters, eine Clownerie von zwerchfellerschütterndem Ausmaß, für die die Herren Kube und Neventtow verantwortlich zeichneten. Natürlich war die übliche schwarzweißrote Siegertranzdekora- tion mit schmetternden Fanfaren aufgestellt. Nur wackelten die behakenkreuzten Kulissen bedenklich, die Schmierentheatralik hatte wirklich Kleinstadtformat. Als der rassegeprüftc Oberlehrer Kube die alten Bismarckelchen zu rezitieren begann, löste sich die so stür- wisch begonnene staatlich« Neugeburt In wohltätiges Schnarchen aus, und während sich der brave Kube am Rednerpult die arischen Be- lange aus dem Hals redete, absolvierte seine Hörerschaft geschlyisscn die erste Runde des üblichen Nachtschlafes. Kein Wunder, daß der Beifall zum Schluß sehr stürmisch war. Der nur dürftig gefüllte Saal war mit einigen schwarzweißroten Fahnen.verziert", denen der Mottenfraß bildlich und tatsächlich aus allen Nähten sah. Kurz nach acht Uhr begann die Kapelle des Herrn Robert Kauita ist (ein bedenklich arisch komponierter Name!) ihre Stahlhe/mweisen aus den Blechen zu lasten. Das animierte Publikum santz höllisch mit oder half mit sämtlichen ihm zur Dersiigung stehenden Glied- flohen den Takt zu den patriotischen Gesängen schlagen. Dann lackten die Gesamtkampftruppen ein, wackere Knaben mit 20 Fah- nen. auf jeden dritten Mann ein monarchistische« Laken. Dann hielt das M. d. R. Herr Graf E. zu Reventlow eine.Protestrede", die von geradezu grotesker Unlogik war. Der erste Saß schlug dem zweiten in» Gesicht und so ging es im kinodramatischeu Norrentanz von einem Unsinn, von einer Inkonsequenz in die andere. Eine Rede, würdig, die besten Nummern unserer Ditzblattgazetten zu zieren. Einige Kraftstellen aus dieser Revue der Konstisionea: (Stark ironisch.) Stresemann ist einer der.größten" Männer Deutschlands. Er hat uns den Silberstreifen der Dawes- Bersklavung gebracht.(Stürmische Pfuirufe.) Wir müssen heraus aus dem Erfüllungsirrssnn! Der Sicherheitspakt ist ein B e r t a u f der deutschen Volksseele.(Die teutsche Bierseele will keine Sicherheit. Die will kochen. Der Bericht- erstatter.) Der Bölkerbund ist eine jüdische Institution. Ich kann Ihnen das beweisen! Hören Sie(große Spannung): Ein Essener Rabbiner hat kürzlich geschrieben(Pfuirufe): Der Völker- b u n d sei der erste Schritt zum Berge von Zion.(Siehe Iesaja: Und sse werden ihre Schwerter umwantdeln in Pflug- scharen...(I!) Große Empörung, Rufe: So eSne Gemeinheit!) 12] Anthony Zohn. Roman von Zerome fi. Jerome. Am folgenden Nachmittag jedoch sah er aus dem Heim- weg voller Freude, daß Penlove und Mowbray, die die vierte Klasse besuchten, in einen kleinen Hain einbogen, der zu einem Penwoe war der Knabe, der Anchonys Mutter eine Scheuerfrau genannt hatte. Der junge Mowbray gehörte den„vornehmen" Kreisen an, sein Vater war einer der ersten Rechtsanwälte von Millsborough: er war ein stiller freund- Ijchcr Bursche mit sanften Augen und rosigen Wangen. Anthony folgte den beiden. Als sie den Saum des Hains er- reicht hatten, hegann er zu laufen und Holle sie ein. Es war kein guter Tag zum Baden: ein kalter Ostwind weht« und die drei waren allein Die Knaben oernahmen hinter sich Schritte. wandten sich um. „Kommst du mit schwimmen?" fragte der junge Mowbray freundlich. „Heute nicht, entgegnete Anthony.„5ch mochte mit Penlove reden. Es wird nicht lange dauern." Penlove blickte ihn erstaunt an. Anthony war größer, als er vor den Ferien gewesen.„Was gibt's?" erkundigte er sich. „Im vorigen Schuljahr nanntest du meine Mutter eine Scheuerfrau." sprach Anchony.„Sie übernimmt tatsächlich Scheuerarbeit, wenn sie keine andere Beschäftigung hat und ich bewundere sie deshalb. Sie tut es nur meinetwegen. Du aber wolltest sie beschimpfen, nicht wahr?" „Und wenn dies meine Absicht� gewesen wäre?" Der junge Penlove ahnte, was kommen würde. Aber trotz der zwei Jahre Unterschied zu seinen Gunsten war er des Ausgangs nicht gewiß. „Du sollst sagen, daß es dir leid tut und daß du es nie wehr tun wirft", sprach Anthony. Es blieb nichts anderes übrig: der junge Penlove gürtete feine Lenden, das heißt, er zog den Gürtel um etliche Löcher zusammen. Der junge Mowbray stellte sich ans andere Ende des Haines, um Wache zu halten. Es war ein kurzer Kampf, sehr zur Erleichterung des jungtm Mowbray, dem derartige Dinge immer den Magen umdrehten. Penlove war von allem Anfang an geschlagen. Nach der dritten Runde hob er die Aand und erklärte sich für besiegt. Anthony half ihm auf die Beine, lehnte ihn, da er bemerkte, daß es ihn schwindle, gegen täten Baum. „Du brauchst nicht zu sagen, daß es dir leid tut," sprach er. „Nur laß künftighin mich und meine Mutter in Ruhe. Mehr verlange ich nicht." Er streckte ihm die Hand hin. Der junge Mowbray war hinzugetreten.„Gib ihm die Hand, riet er Penlove.„Du warst im Unrecht. Zeig deinen Mut, indem du es zugibst." Penlove schüttelte Anthony die Hand.„Es tut mir leid. Wir haben uns abscheulich gegen dich benommen. Laß dir nichts mehr gefallen. Die Geschichte des Kampfes wurde allgemein bekannt. Penlove mußte für fein entstelltes Aeußere«ine Erklärung geben und tat dies völlig wahrheitsgetreu. Er empfand für Anthony ehrlich« Achtung. Und dieses Gefühl wurde von der ganzen dritten Klaffe geteilt, einzig und allein die Wahl des Ortes und der Zeit wurde Anthony verübelt. Der Kampf hätte dem alten Brauch gemäß an einem Freitag Nachmittag hinter dem Pavillon stattfinden sollen. Aber dieser Fehler konnte und mußte gutgemacht werden. Penlove hatte vielleicht Anthonys Leistung übertrieben geschildert, um die eigene Niederlage zu entschuldigen. Norcop, ein kräffiger Junge und der Stolz der Unterquarta würde möglicherweise anderer Ansicht sein. Zwei Tage später wurde Anthony auf dem Heimweg vom jungen Mowbray eingeholt. „Du wirst am übernächsten Freitag gegen Norcop kämpfen müssen," teilt« er Anthony mit.„Gelingt es dir, ihn zu besiegen, so ist alles in Ordnung und man wird dich in Ruhe lassen. Ich wollte dich rechtzeitig davon benachrichtigen." Mowbray lebte in der„Priory", einem alten geor» gianischen. von einem großen Garten umgebenen Haus am anderen Ende der Stadt. Er hatte, um Anthony zu sprechen, einen großen Umweg gemacht. „Es ist sehr freundlich von dir," sagte Anthony. „Ich hoffe, daß du Sietzer bleibst," sprach Mowbray. „Ich bin Sozialist. Halte Klassenunterschiede für einen Unsinn. Ich finde, daß alle Menschen gleich sind, und auch meine Schwester ist dieser Ansicht." Anthony hörte nicht recht zu. Sein Geist war mit dem kommenden Kampf beschäftigt.. „Harry Norcop ist ziemlich gut, nicht�vahr?" lraqte er. „Ja, deshalb wählten sie ihn. Das Ganze ist ein Blödsinn. Auf diese Art regeln Wölfe ihre Angelegenheiten. Und alle wenden sich von dem Wolf ab, der am Boden liegt, machen die Sache noch ärger für den armen Kerl. Wir sind nicht um ein Haar besser. Wirst du am Freitag geschlagen, so«erden sie dich ärger verfolgen denn je. Das Ganze ist völlig sinnlos." Anthony schaute ibn an: derartige Reden hatte er noch nie gehört. Der junge Mowbray errötete.„Ich möchte wissen, ob wir Freunde werden könnten", fragte er.„Ich kann dich gut leiden: was du Penlove über dein» Mutter sagtest und oaß du sie bewunderst, gefiel mir. Ich habe unter den Knaben keinen Freund. Sie halten mich für einen langwelligen Narren." „Das tue ich nicht", entgegnete Anthony.„Ich finde dich sehr interessant. Und wäre furchtbar gern dein Freund." Mowbray errötete abermals, diesmal vor Freude.„Ich will dich nicht länger aufhalten. Hoffe, daß du siegen wirst." Anthony überließ dem Zufall stets so wenig wie möglich. Während der folgenden Woche verbrachte er seine ganze freie Zeit in Herrn Dobbs Gesellschaft, der ihm gegenüber nicht nur die Pflichten des Lehrers, sondern auch des Trainers übernahm. Am, folgenden Freitag betrat Anthony mit einem Gefühl freudiger Erwartung den Ring. „Du darfft keinen Zorn empfinden," hatte ihm Herr Dobbs als letzten Rat mitgegeben.„Nichts benimmt einem so sehr den Atem, wie Zorn. Geh los, als liebtest du deinen Gegner und kämpftest fiir die Ehre Gottes." Später erklärte der Chor der öffentlichen Meinung, es sei ein schöner Kamf gewesen, Norcop hätte sein möglichstes getan, er sei nickst zu tadeln. Strvng'nth'arm aber sei fiir seine Jahre und sein Gewicht der beste Boxer, den die Schule von St. Aldys feit Menstyengedenken hervorgebracht habe. Die Klassenordner schüttelten Anthony die Hand, die jüngeren Schüler umringten ihn, suchten seine Gunst zu gewinnen. Von einem Ausgestoßenen verwandelte er sich im Verlauf einer halben Stunde in den Führer seiner Klasse. Eine seltsame Art, Ehren und Zuneigung zu erringen. Anthony merkte sich dies. Das Prinzip, daß man niemals Kräfte sparen dürft«, be- folgte er auch bei den Spielen. Er tauschte den Unterricht im Fußball und Kricket gegen Doxunterricht. Kricket liebte er nicht, man war dabei allzu sehr von anderen abhängig. Aber Fußball gefiel ihm: das Manövrieren, die Finten, das schein- bare Nachgeben vor dem plötzlichen Ansturm behagten ihm. Er liebte über alles das wilde Getümmel, da er sich gehen lasien und alle Kraft ausgeben konnte. Doch spielte er nicht um des Spieles willen. Der Sport bedeutete für ihn den kürzesten Weg zur Beliebtheit. Hier gab es keine Klassenunterschiede. Man schloß mit Leuten Freundschaft, die einem später von Nutzen sein konnten. Man weiß ja nie. (Fortsetzung folgt.) Achtzig Opfer öes weferunglücks. Fahrlässigkeit? Hannover, i. UprN.(VTV.) Nach elner ZMtteNung de, Znfanleriesührers beträgt die Zahl der bei dem Weserunglück am Zt. März Ertrunkenen so Mann, und zwar von der 14. Kompagnie des Znfanterieregiments Nr. IS in Detmold 34 Mann(Unter- ofsiziere und Mannschaften), von der 16. Kompagnie des Infanterie- rcgimcnts Nr. IS in Detmold 44 Manu(Unteroffiziere und Mannschaften), von der Kraflsahrableilung Nr. 6 in Minden 1 Leutnant. vom Pionierbataillon Nr. 6 in Minden 1 Mann, von den ver- mihteu sind bisher als Leichen geborgen nur der Oberschühe Simon Gibbert vom Infanterieregiment Nr. IS und der Schühe Alfred Nollmann von der 16. Kompagnie des Infanterieregiments Nr. IS. Das am schwersten betroffene Reichswehrregiment 18 in Detmold gibt zu dem Unglück an der Weser folgenden Bericht heraus: „Das Bataillon hatte gestern vormittag an einer größeren Uebung gemeinsam mit den Truppen der Standorte Hameln, Bücke- dura, Minden und Osnabrück in der Gegend von Veltheim an der Westrübung teilgenommen. Im Verlaufe dieser Uebung sollte das Bataillon auf einer von den Pionieren gebauten Fähre über die Weser übergesetzt werden. Diese Fähre hatte schon mehrmals den Fluß überquert und u. a. auch«inen schweren Lastkraftwagen übergesetzt, so daß an ihrer richtigen Bauart und Haltbarkeit mcht zu zweifeln war. Sie wurde von vier Pontons getragen. Um 9 Uhr 49 Minuten vormittags sollten die 14. und zwei Züge der 16. Kompagnie des hiesigen Bataillons, im ganzen etwa 129 Mann, vom Süd- ans Nordufer übergesetzt werden. Aus bisher nicht geklärten Ursachen füllte sich eins der Pontons mit Wasser, so daß die Fähre an diesem Ende unter den Wasser- spiegel sank. Warnende Zurufe der Pionieroffiziere kamen zu spät. Nach wenigen Sekunden füllten sich alle Pontons mit Wasser. Die ganze Fähre mit allen darauf befindlichen Offizieren und Mann- schaften sank. Ein großer Teil konnte s ch�v immend das Ufer erreichen. Auf sofort vom Ufer abstoßenden Pontons konnte ein Teil der mit den Wellen ringenden Mannschaften aufgenommen werden. Alle in der Nähe Befindlichen beteiligten sich zum Teil unter Einsetzung des eigenen Lebens an dem Rettungswerk. Wenn man auch die Hoffnung nicht aufgeben darf, daß sich etliche von den Vermißten noch einfinden werden, so ist doch leider damit zu rechnen, daß ein großer Teil der Vermißten den Tod in den Wellen gefunden hat. Da übrigens die Rekruten glücklicherweise mit leeren Tor- nistern ausgerüstet waren, konnten sich viele retten. Ueber die Ursachen des Unglücks kann Bestimmtes noch nicht gesagt werden. Die Fähre war vorschriftsmäßig gebaut, hatte sich auch bereits bei mehreren Ueberquerungen als haltbar und sicher erwiesen und trug nicht die zulässige Höchstbelastung. Es hätten nach den Vorschriften auf derselben Fähre noch etwa 39 Mann übergesetzt werden können.' An der Unfallstelle traf am gestrigen Mittwoch der Chef der Heeresleitung General v. S e e ck t ein, der sich an Ort und Stelle über den Hergang der Katastrophe und über die Bergungs- arbeiten Bericht erstatten ließ. Beide Weserufer zwischen Veltheim und Minden sind von Menschenmassen bevölkert, die den Arbeiten der Reichswehr und der Wasserschutzbeamten folgen und sich zum Teil selbst an der Suche nach Leichen beteiligen. Am heutigen Donnerstag soll die Liste der Vermißten veröffentlicht werden. Die Namen der vermißten. Wie die Telegraphen-Union beim Jnfanteriefühver Nr. 6 in Hannover erfährt, sind bei dem Weferunglück 89 Tot« zu beklagen. Die Vermißtenliste weist folgende Namen auf: 14. Kompagnie Infanterieregiment 18. Detmold: 1. Unterfeldwebel Heinrich Rohm aus Schwelm i. W., 2. Unteroffizier Paul Fischer aus Bad Salzufflen. 3. Gefreiter Adolf Duestersiek aus Bahrenstrop, 4. Oberschütze Simon Gibbert aus Briedl, 5.. Obcrschütze Alfred Kuechler ou? Marburg a.'fr Lahn, S. Schütze Gustav Rohmann aus Hern« i. W., 7. Schütze Gottlieb Ottenhausen aus Ottenhausen i. d. L„ 8. Schütze Thomas Ahrens aus Essen, 9. Schütze Hans Obermeier aus Elberfeld. 19. Schütze Paul Ritterbusch aus Unterwüsten, 11. Schütze Alfred Brotsieck aus Gelsenkirchen, 12. Schütze Ernst Seyffert aus Gelsen» kirchen, 13. Schütze Fritz Schrey aus Hamm i. W., 14. Schütze Willy Evertsixrg aus Uhlhoven, 15. Schütze Waller Pfeiffer aus Han» nover, 16. Schütze Alfred Engelhardt aus Westerode, 17. Schütze Alfred Ledik aus Köln, 18. Schütze Hermann Krufchke au» Ham- bürg. 19. Schütze Franz Raecker aus Bochum, 29. Schütze Wilhelm Leibbrand aus Weihmünster, 21. Schütze Franz Riese aus Düsseldorf, 22. Schütze Fritz Kappen aus Oerlinghausen, 23. Schütze Heinrich Käselau aus Neustadt i. Holst. 24. Schütze Edwin Elch aus Bochum, 25. Schütz« Rothinann aus Schedewitz, 26. Schütze Friedrich Refche aus Bielefeld, 27. Schütze Hermann Oesterreich aus Marten, 28. Schütze Heinrich Fischer aus Osterfeld, 29. Schütze Artur Hoppe aus Könitz. 39. Schütze Hermann Topp aus Mossenberg, 31. Schütze Wilhelm Markthak« aus Pabstorf, 32. Schütze Heinrich Dill ovs Waldeck, 33. Schütze Bernhard Graul aus Berlin, 34. Schütze Adolf Figge aus Dortmund. 16. Kompagnie I.-R. 18, Detmold: 35. Feld» webel Ernst Korff aus Detmold, 36. Unterfeldwebel Kammarm aus Ennigloh, 37. Unteroffizier Friedrich Krückemeyer aus Neesen, Kreis Linden, 38. Unteroffizier Ernst Middendorf aus Hemmerde, Kreis Hamm, 39. Unteroffizier Wilhelm Rathert aus Küstenhausen. Kreis Minden. 49. Gefreiter Fritz Subing aus Bremen. 41. Gefreit«? Hermann Becker aus Wanne, 42. Schütze Erich Windmann au» Hoerste i. Lippe, 43. Schütz« WUhelm Zimmermann aus Holthausen. 44. Schütze Gustav Toedtmann aus Oberbauerschaft, 45. Schütz« Hermann Cordsmeyer aus Schoetmar i. Lippe, 46. Schütze Karl Gronemeyer aus Eilshausen. 47. Schütze Wilhelm Auer aas Eime b. Benteln, 48. Schütze Ludwig Habenicht(Heimatort unbekannt, 49. Schütze Hans Schwarz aus Mühlheim a. d. Ruhr, 59. Schütze Heinrich Nowak aus Wülfinghausen, 51. Schütze Heinrich Wieden» brück aus Dingden b. Borken. 52. Schütze Rudolf Geradt aus Meng b. Magdela i. Th., 53. Schütze Wilhelm Duda aus Horst Emscher. 54. Schütze Alfred Nollmann aus Werne, Kreis Bochum, 55. Schütze Hans Heigener aus Düsseldorf, 56, Schütz« Otto Everisbufch au» Hannover, 57. Schütze Heinz Hoffmann aus Essen, 58. Schütze Karl Sobisch aus Hern« i. West?., 59. Schütz« Georg Kaes aus Mayen. Kreis Koblenz, 69. Schütze Heinrich Mündt aus Lichtenhagen, Kreis Minden, 61. Schütze Hermann Hirsch aus Weimar, 62. Schütze Friedrich Erkelenz aus Essen, 63. Schütze Johann Behrens aus Alten» boegge b. Hamm, 64. Schütze Heineich Lüdeck« aus Billerbeck i. Lipp«. 65. Schütz« Adolf Brügqcmonn aus Hagen, 66. Schütz« Wilhelm Hoener aus Lemgo i. Lippe. 67. Schütze Georg Rey aus Berlin- Grunewald, 68. Schütze Fritz Lange aus Hefsisch-Oldendorf, 69. Schütze Walter Lohoff aus Ostedde b. Derne. 79. Schütz« Rudolf Rodeman aus Odenstedt b. Alfred a. d. Leine, 71. Schütze Matthias Haabioa aus Metternich i. Rheinland, 72. Schütze Friedrich Hermann aus Harderode, 73. Schütze Joief Drcwmak aus Kaiserau b. Kamen, 74. Schütze Emil Wetzer aus Göttinnen, 75. Schütze Wilhelm Hilde« brand aus Hellen b, Arolsen, 76. Schütze Hans Jordan II aus Han» nover, 77. Schütze Karl Maertens aus Wallbeck, 78. Schütze Helmuih Wocbbeking aus St. Andreaebern. Krafffahrabteiluna VI. MünsHr? 79. Leutnant Rösch, Münster. Pionierbataillon VI, Minden i. W., 89. Pionier Zacka von der 1. Komp.(Heimatort unbekannt). Von den Bermißten sind bisher als Leiche geborgen nur der Oberschätze Simon Gibbert, 14. Komp. I.-R. 18. * Trotz dieser Darstellungen hat man den Eindruck, daß bei der Bemessung und Verteilung der Tragfähigkeit der Fähr« die größte Fahrlässigkeit obgewaltet hat. Unter sachkundiger Aussicht, die die Strömung an jener Stelle natürlich auch in Rechnung zu ziehen hatte, konnte ein Unglück von so ungeheuren Ausmaßen sich schwerlich ereignen. Die Untersuchung, die sich besonders auch auf die Aufsichtführenden zu erstrecken hat, muß diese Frage ungesäumt klären. Aber ich kann Ihnen noch mehr saaen: Hinter den Kulissen de« Völkerbundes steht der Oberregisseur Zionistenführer W e i z m a n n mit seinen zionistischen Heerscharen.(U n g e h e u- res Gelächter.) Graf Reoentlow: Meine Herrschaften! Ich muß Sie dringend ersuchen, nicht zu lochen. Der Mann i st e r n st zu nehmen. (Hört, hört!) Stresemann sei oiet zu naiv, ttm diese finsteren Zusammenhänge zu wissen.(Schweinerei und Sehr richtig!) Die Völkischen rasjelteo nicht mit dem Säbel, aber die deutsch(nationale)(Luther)- Regierung rassele mit dem Säbel unserer Feinde.(!) Man müsse Frank- reichs Vernichtungswillen brechen. Die schleichende Pest des internationalen jüdischen Kapitals ginge um.(Heilsrufe und Hände- klatschen.) Durch das Judentum sei alles zerfressen. Das wäre sehr schlimm.(Bravo!) Die Sozialdemokraten, sagte der witzige völkische (Clown, sind natürlich»Gefangene des Iudenkapitals.(Rufe: Bar- mate, Judeuknechte.) Dann: Das alte Deutschland kommt nicht wieder, wird niemals wiederkommen kön- nen, denn was gewesen ist, ist endgültig vorbei! Käme es wieder, so wäre das ein großes Unglück für unser Volk.(Unruhe.) Elsaß-Lothringen ha de man baden- los schlecht regiert, darum habe die Bevölkerung die Fron- zosen mit Begeisterung empfangen.(Unruhe.) Politik kann nur mit Juden gemacht werden.(!!!)(Unruhe. Sie wollen mll Juden in Beziehungen treten?) Wenn man nicht völlig auf Außenpolitik verzichten will, muß man das. Di� Juden sitzen ja überall in der Regierung.(Totenstille.) Dann ließ der Graf eine Resolution annehmen, die besagt, daß der Sicherheitspakt dem Geiste der Weimarer Verfassung zuwiderliefe!(Beifall.) Zum Schluß sagte Kube: Geben Sie Geld in unsere leeren Parteikasien.(Hier machte sich eine gewisse Unruhe geltend.) Kurz noch 11 Uhr ging man nach Haufe, in dem Gefühl, einige Stunden in ungetrübter Heiterkeit verlebt zu haben. »Liebe auf üen ersten blick. � Die Tragödie elner Frau. J)er Mann säuft, mißhandelt und beschimpft in trunkenem Zu- stände iUifa rohsste sein Weib, bis sie schließlich in tödlicher Angst zur Waffe greift und ihn niederknallt. Das war es, was ohne jeden Vorwurf gegen den Mann, bald im Tone der Ergebenheit in chr Schicksal, bald mit einer von'Tränen erstickten Stimme die Zljährige schöne Ellen Holz ihren Richtern erzählte. Di« Frau hatte sich ihr Schicksal gewählt, trotz Warnung ihres ersten Mannes und der Kameraden ihres zweiten. Ihrem ersten Manne, namens Daniel, erklärte sie kurzerhand, jegliche ehelichen Be- Ziehungen mit ihm abbrechen zu müssen, nachdem sie im Jahre 1919 in Touvoggen, wo sie zu Besuch bei ihren Verwandten weilte, den Hauptmann Erich Holz erst wenige Male ge- sprachen hatte. Auf den ersten Blick gewannen beide einander lieb und waren auch beide sich ohne weiteres darüber einig, daß sie die Ehescheidungsklage einreichen müssen. Sie nahm die Schuld des Ehebruches auf sich, die Frau des Geliebten hingegen beantragte Ehescheidung wegen körperlicher Mißhandlung und �Trunkenheit des Mannes. Der Hauptmann gab seinen Dienst auf itzyd zog zu Frau Daniel nach Berlin. Hier gründeten sie zusammen eih Detektiobureau. Im Jahre 1922 erlangte der Hauptmann endlich die Scheidung und nun konnten beide die Ehe eingehen. Es dauerte jedptti nicht lanae, und die Frau Holz wurde gewahr, daß sie einen schlechten Tausch gemacht habe. Der schöne imposante Mann, der sich Mich vor der Heirat bereits dem Trunk hingegeben hatte, ent- puppta sich nun als ganz gemeine r Kerl. In nüchternem Zustarche war er ein zärtlicher Gatte und Liebhaber. Er konnte aber vierzig bis fünfzig Schnäpse hinunterschlucken, scheute selbst vor Haar- wasser«nd Spiritus nicht zurück, raste und tobte hinterher wie«in Wahnsinniger, zerriß sich selbst die Wäsche am Leibe, riß der Frau die ZUeioer vom Leibe, vernichtete unter Umständen Ihre sämttiche Garderobe, schlug sie m i t E is e n st ü ck e n. bearbeilete sie mit Füßen, traklierte sie mit der Reilpeilsche, belegte sie mit den.ge» menisten'Schimpfworten, selbst in Gegenwart Fremder. Hinterher küßte er i.h r die Hände, sie küßte i h m seine und tröstete ihn: er könne ja nichts für seinen krankhaften Zustand. Lossen aber konnte die Frau von dem Mann nicht. So ging es in beständigen Mißhand- Dingen und Versöhnungen bis zum Frühjahr 1924. Da kam au» Brasilien der Bruder des Mannes zu Besuch nach Berlin, ebenso ein Säufer wie er. Neun Tage lang dauerte unaufhörlich das Zechen. AI» dann der Bruder zur Rückreise rüstete, sagte er dem Hauptmann: »Du gehstmitdeinerFrau wie«inSchurkeum. Komm heraus in die Welt und zeige, was du kannst.' Die Frau redete dem Manne zu. gab ihm 16 999 Goldmark bar. 4999 m Waren— die letzten 3999 M., die sie noch besaß, preßte er ihr noch ab. Er begoß die Frau und Schwiegermutter zum Abschied mit Kaffee, versetzte der Frau auch einige Messerstiche und fuhr davon. Es vergingen aber nur wenige Wochen, da war der Mann wieder da. Er hatte sich in Amerika nur solange aufgehalten, als der Dampfer im Hafen gelegen hatte und war mit 19 M. in der Tasche zurückgekehrt Groß war das freudige Wiedersehen. Doch bald ging die Qual von neuem los. Eines frühen Morgens fand sie ihn im Herrenzimmer var. mit einem fremden Mann aus ganzer Flasche Rum trinkend. Cr ließ sich zu Bett bringen. Sie gab ihm Verona!, damit er ja seinen lliausch verschlafe. Zum Unglück vergaß sie ober das Telephon aus dem Zimmer jtu nehmen. Als er dann am nächsten Morgen von einem Anruf zu früh geweckt wurde, begann er sofort wieder zu toben. schlug auf seine Frau ein. bearbeitete ihren Leib erneut mit Füßen, versetzte ihr Schläge ins Gesicht und auf den Nacken. Sie flüchtete vor ihm, taumelte von seinen Schlägen gegen die Wand, gerade an die Steve, wo Waffen hingen, riß einen Revolver herunter, und als er. trotz ihrer Warnung, auf ihren Kopf das Telephon niedersausen lassen wollte, knallten die Schüsse. Von ein«m Leibschuh getroffen sank der Mann zu Baden. Nun ge- bürdete sich die Frau wie eine Wahnsinnige, rief den Arzt, über- schüttete den Mann mit Zärtlichkeiten, die dieser liebevoll erwiderte, jagte mit ihm nach der Eharitä, wartete hier in Begleitung des Schupomannes vier Stunden, bis der Mann operiert war, und gab einen halben Liter ibres Blutes hin, damit er am Leben bleib«. Es nützte aber nichts. Der Mann starb. Sein Organismus hatte durch den Alkoholkonsum seine Widerstandsfähigkeit eingebüßt. Ellen Holz hatte sich vor dem Schwurgericht des Landgerichts I wegen vorsätzlichen Totschlages zu verantworten. Die Richter ver. richteten auf die Leumundszeugen und sprachen die Angeklagte frei- sie habe in Notwehr gehandelt. Kleinkknobesttzer und LnftbarkeitSsteoer. Der Berein der Lichtbildtheaterbesitzer Groß. Berlin und der Provinz Brandenburg hatte für gestern nachmittag die Vertreter der Berliner Press« zu einer Kon- serenz gebeten, um hier seine Klagen gegen die zu hohe Lustbar. keitssteuer des Berliner Magistrats vorzutragen. Die Luftbarkeits- stcuer hat zuerst SS Proz.. dann 18 Proz. und schließlich 15 Proz. betragen. Die Lichtbildtheaterbesitzer haben bean- tragt, die Steuer auf 12Z4 Proz. herabzusetzen, was aber vom Berliner Magistrat abgelehnt worden ist. Das Plenum der Stadtverordnetenversammlung wird sich nun mit dieser Frage zu beschäftigen haben. In der gestrigen Sitzung wurde mit- geteilt, daß selbst der Steueraueschuß de» Magistrats ein« Herab- setzung der Steuer beantragt habe. Um zu einem Resultat zu kommen, wie«» mit den Einnahmen der Licktbildtheoter stehe, baben Berliner Bezirksämter 39 Kinotheater auf ihre Unkosten und Sinnahmen hin siepriift Ueber das Ergebnis fft ein« List« ange- kertigt worden, die gestern in der Konferenz vorgelegt wurde. Diese Liste ergibt allerdings, daß in den allermeisten Fällen, und vor allem die keinen und kleinsten Äinotheater unter der Steuer seufzen. Man muß hierbei bedenken, daß im Verein der Lichtbild- theaterbesitzer zum allergrößten Tell Inhaber von kleinen Kino- fhfattrn sind. die. weil sie herzlich wenig einbringen, häusig den Besitzer wechseln, und daß sie in scharfen Gegensatz gesetzt werden müssen zu jenen Kinos, die großen Konzernen gehören. Dielleicht berücksichtigt die Berliner Stadtverordnetenversammlung, wenn sie sich mit dem Antrag auf Herabsetzung der Lustbarkeitssteuer zu be- ichästtgen hat, diesen Umstand und richtet die Steuer danach«in. Erwähnt sei nur noch, daß sich aus der Liste, die gestern vorgelegt wurde, ergibt, daß von 39 Kinotheatern, deren Bücher von Be- amten des Magistrats geprüft worden sind, vier vorhanden sind, die Verluste von 21 399, 7238, 667 und 29 564 M. haben. Kolonialwarenmesse. Die große Reihe der Berliner Mesien wird zurzeit in dem ällesten Messelokal Berlins in der N e u e n Welt in der Hasenheide fortgesetzt. Diesmal sind es die Kolonialwarenhändler, die durch den Verband Berliner Kaufleute der Kolonialwarenbronch« und verwandter Organisationen«ine Kolonialwarenmesse\)u. sammengebracht haben. Die Veranstaltung segelt nicht unter den Fittichen des Messeamtes der Stadt Berlin, sie ist aber trotzdem von den veranstaltenden Handlei orgtmisationen zu einer geschlossenen und übersichtlichen Schau jener Dinge geworden, die die Hausfrau bei ihrem„Kaufmann' zu erstehen pflegt. Der Kaufmannsladen- gcruch zieht einem um die Rase, wenn man an den Stapeln von Konserven aller Art, den prallgefüllten, hochgetürmten Kaffeesäcken. den Schinkenbergen, den Nudölinagazinen, den Butter-, Margarine- und Schmälzfässern vorübergeht. Die Eröffnung der Messe, die auch dem Publikum offensteht, fand vor einem großen Kreis von geladenen Vertretern der Behörden und der Presse statt, wobei viel Nützliches und für den reellen Kleinkaufmann Maßgebliches geredet wurde. Es wird hosfentlick bei den Teilhabern dieser Bran-de. die mit das letzte und wichtigst« Derteilungswerk der Lebensmittel zu fördern haben, auf fruchtbaren Boden fallen. Die Messe bleibt bis zum 3. April geöffnet. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag,, den 2. April. AnBer dem üblichen Taiaresprograrara: 4 30—6 ühr abends: Dnterhaltnnjrsmusilc'Berliner Fnnldrapenei. 8.40 Uhr abends; Hans-Bredow-Schule.(Abteilnner Bildungskurse) Technik: Dr. Albert Neuburger;»Künstliche Edelsteine". 7.10 Uhr abends; Rechtsanwalt jur. Th. Ticbauer:»Die Entwicklung der internationalen Rechtsprechung". 1. Vortrag.»Deutschland und die internationale Scniedsgeuchtsbarkeit". 7 60 Uhr abends: Hans-Bredow-Schule.(Abteilung Hochsohulkurse). Dr. K. Th. PreuB. Professor an der ünivorsitSt Berlin:»Glaube und Mystik in der Völkerkunde". 1. Vortrag.»Die Einstellung des Forschers unter den Naturvölkern". 8.30 Ühr abends: Aus lalien. 1. a) Se tu m'ami, Arietta(Wenn du mich liebst) G. B. Pergolese, b) Ri- dente In calma(Der Sylphe des Friedens) Morart, c) H cacciatore del bosco(del Conrone Popolari) Raccolte e traferitte da Leone Sinigagüa, dl La serenata, Tosti(Eva Goldhach. Sopran). 2. a) Zwei Capricci, Scarlatti. b> Katienfuge. Scarlatti(Tbeophil Demetrieson, Klavier). 3. a) Marenariello. Gambaidella, b) Manna mia, che ro sape. Nntile. o) Tema a Snrriento, de Curtis, d) Canta pe' me, de Curtis(Eugen Transky. Tenorl. 4. a) Cnnsone N'apoletana»Voea. voca*(Treibe. Sobifflein) Lebriola, b) Tiri- tomljp(Nuova Cansone popolarei, o) Ay-ay-ay(Celebre Canglo Creoula)(Eva 5. Fogli volanti, op. 18, Sgambati (Theophü Dometriscn). 6. a) Teresenella, de Litzo, b) Maria Mari, Capun, c) Gore engrato, Carolli, d) Taratella sineern, de Cresoenzo. Am Flügel: Dr R. E. Lapini). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tageanachricbten. Zeitansage. Wetterdienst. Snortnach richten, Theater- und Füradieust. 16.38— 12 Uhr abends: Tanznnisik. Protest öer Sozialrentner. Gegen die Unzulänglichkeit der Rentenneuregelung. Der Zentralverband der Arbeitsinvoliden und Witwen, der es als«in« semer Hauptaufgaben ansieht, auf eine durchgreifende Erhöhung der Renten hinzuwirken, oer« anstatt in diesen Tagen in ganz Deutschland große Der- sammlungen zum Protest gegen die neuest« Re» gelung der Renten. Die erste Versammlung für Berlin, die gestern bei Allem in der Hasenheld« stattfand, war gut besticht. Gauleiter R o h d e gab in seinem Referat eine Schilderung der Notlag« der aus ihr« karge Rente angewiesenen Arbeitsinvaliden und ihrer Hinter» bliebenen, und übt« scharfe Kritik an den Beschlüsien des Reichs» tage», die den enttäuschten Arbeitsrnvaliden eine so bescheidene Aus» besferung chrer Renten bringen. Vorher seien die Arbeiisinroliden von den rechtsstehenden Parteien mnschmeichelt worden, im Reihs» tag aber seien dann nur die linksstehenden Parteien und besonders die Sozialdemokratische Partei für eine vernünftige und gerechte Renten. erhöung eingetreten. Der Redner rief»amen» des Zentraioerdmrdes die Rentner� zum Protest gegen die beschl-sserte Regelung auf, die kein« endgültige sein dürfe. Den 4 Millionen Rentner Deutschlands müsse es möglich sein, dafür zu sorgen, daß mit der sozialpolitischen Reaktion nun endlich Schluß gemacht wird. Rohde mahnte, sich dem Zentral. verband anzuschließen, der jetzt in Deutschland bereits 200 000 Mit. glieder hat. An das Referat knüpfte sich eine lebhafte Diskussion. Folgen»« »cm Referenten vorgelegte Resolution wurde mit allen gegen eine Stimme angenommen:»Die Versammlung der Invaliden und Witwen protestiert gegen die jetzt beschlossene geringe Renten- erhöhung von 2 Mark pro Monat. Di« Begründung der Reich»- regierong. daß keine Mittel vorhanden seien, wir» zurückgewiesen. Den Arbeitsinvaliden ist bekannt, daß dieselbe Rcichsregierun« weit über 799 Millionen für die Sroßindustri. eilen übrig hatte. Msa den Industriellen Millionen, den Rentnern Bettelpfennige! Die Arbeitsinvaliden vev- langen, daß dl« jetzige Regelung der Rentensätze keine endgültig, bleibt. Sie erwarten, daß baldigst eine neue Regelung Platz greift, die den Rentnern das gibt, worauf sie Anspruch herbem Gleich. zeitig erinnert die Versammlung daran, daß auch die Fürsorgelessttm. gen der Stadt Berlin für Sozialrentner nicht ausreichend sind, gaitt Reichsgesetz soll ein Sozialrentner den Lebensunterhalt haben. Die Versammlung erwartet vom Magistrat und Stadtver. ordnetenversammlung eine Erhöhung des Berliner Richtsatzes, die den TeuerungsverhälMiflen Berlins entspricht. Zugleich erklärt die Versammlung, daß nur durch Zusammenschluß im Zentroloerbond der Arbeilsinoaliden die Interessen der Iiwull, den gefördert werden können, und begrüßt den Ausbau der Otfsnl. salion'. Weitere P r ot e st v« rsam m l u n g e n»er Rentner veranstaltet der Zentralverband am Donneretag, 2. April«n 2 Uhr im Gewerkschaftshaus. Engelufer 25. um 3 Uhr In den Prackt- sälen des Ostens, Frankfurter Allee 48. um 4U. Uhr in der Stadt- hall«, Klosterstraße, am Freitag, den 9. April, um Z Uhr in der Schulaula, Turmstraße 86, um 5 Uhr in den Phvruzsälen Müller» straße 142. um 5 Uhr im Swinemünder Geselllchastshau,' Swine- münder Straße 41._ rnttfeS bet � bn Sophi-nsch-l-.—w- Regierungsdireffor Hoppe, der bisherige Chef der Berliner Kri minalpolizei, ber jetzt wegen Erreichung des Dienstalters aus seinem Amt scheidet, verabschiedete sich gestern im Konferenzsaal des Bolizeipräsidiums von seinen langjährigen Mitarbeitern in den Abteilungen der Exekutive und des Innendienstes. Wenn nicht, so führte Regterungsdirektor Hoppe u. a. aus, alle Zeichen trügen, so steht die Berliner Kriminalpolizei an einem Wendepunft, am Vorabend großer Ereignisse. Das Morgenrot einer neuen Zeit fündigt sich an. Er hoffe, daß die Kriminalpolizei einem neuen Leben entgegengeführt werde. Der Scheidende war Gegen stand herzlicher Abschiedsovationen der versammelten Beamtenschaft. Abendliche Deffnung der Bibliothek des Reichspatentamts. Seit langen Jahren besteht in technischen Kreisen der Wunsch, daß die größte deutsche technische Bibliothet des Reichspatentamis in Berlin auch in den Abendstunden den Benutzern zugänglich sein möchte. Tom 1. April d. 3. an wird nun bis auf weiteras die Auslegehalle des Reichspatentamts an allen Werktagen mit Ausnahme des Sonnabends in den Abendstunden von 6 bis 9 Uhr als Lesesaal für das Publikum geöffnet sein. Ein Postraub auf dem Poftamt 41, Alte Leipziger Straße 15, wurde Dienstag abend furz vor Schluß des Poftamtes dadurch aus geführt, daß ein junger Mann den Beamten beschäftigte, durch einen tühnen Griff in den Schalterraum 4380 m. an sich riß und mit diefer Summe versuche, zu entkommen. Der Bostbeamte sowie auch Publikum nahmen die Verfolgung des jungen Mannes auf. Es gelang, ihn an der Oberwasser- und Kur ftraße feftzunehmen und der Polizei zu übergeben, nachdem das Geld dem verfolgenden Beamten wieder ausgehändigt worden war. $ Bezirksbildungsaus, chuß Groß- Berlin. Am Freitag, ben 10. April( Kar freitag), abends 7 Uhr, im Thalia Theater Faust( I. Teil) unter Mite wirkung von Biof. Gregori als Fauft, Lotte Frant als Gretchen, Direktor Kirchner: Mephisto, Bruno Rahn: Wagner. Karten zum Einheitspreis von 1 M. Bestellungen bis spätestens 5. April bei den Dbleuten der Bildungsansschüsse und den Vorwärts"-Speditionen. Am Freitag, den 10. April ( Starfreitag), vorm. 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus Lassalle Feier. Karten zum Preise von 1 M. zu baben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, Buchhandlung Vorwärts", in sämtlichen Vorwarts Speditionen, bei den Mitgliedern der Bildungsausschüsse und den Abteilungsführern. Doppellonzert der Schuhpolizel. Am Freitag, den 3. April, veranstaltet Bie Bezirksgruppe Groß- Berlin des Verbandes reugischer alizeibeamten E. B. ein großes Doppelfonzert, ausgeführt von der Gesamtlabelle der Schuhpolizei, im Clou Mauerstr. 82, berbunden mit Tanz. Es findet eine fostenlose Berlosung bon fleinen Präsenten statt, darunter folgende Hauptgewinne: zwei Herren fahrräder, zwei Damenfahrräder, eine Nähmaschine, zwei tomplette Radio. anlagen. Jeder Inhaber einer Eintrittskarte der Bezirksgruppe ist beregtigt, an der Berlosung teilzunehmen. Eintrittskarten zum Preise von 1 M. einichl Steuer find an der Staffe von 5 Uhr ab zu haben. Beginn: 7 Ubr. Der Reinertrag soll für die notleidenden Kinder verwendet werden. Eine Brieifafche verloren! Inhalt: 1 Verbandsbuch Deutscher Ber febrsbund 154 069, 1 Legitimationstarte zur örtlichen Generalversammlung, 1 Betriebsratsausweis 1924( Stempel Deutscher Verkehrsbund), 1 Mit gliebsfarte vom PGD.), 1 Funktionärausweis vom PGD.), 2 Karten zur Jugendweibe am 29. tarz in Pantow, 4 M. bares Geld. Berlierer Baul Briese, Bantow, Florajtr. 25 III. Parteinachrichten Cinfendungen für diese Rubrik find Berlin 68. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an das Bezirksjekretariat, 2. Sof, 2 Trev. rechts, au richten Bezirksvorstand. Wichtige Sihung Sonnabend, den 4. April, abends 6 Uhr, im Konferenzraum der Borwärts"-Redaktion, Lindenstraße 3. Alle Kreise müssen vertreten sein. 3. Kreis Wedding. Freitag, ben 3. April, 7 Uhr, Sigung des erweiterten Rreisvorstandes an bekannter Stelle. 5. Areis Friedrichshain. Freitag, den 3. April, 7% Uhr, erweiterte Borfbandsligung bei Rofin, Gubener Str. 19. Rum gemütlichen Beifammenfein der männlichen Varteigenoffen am Sonnabend, ben 4. April, in Schmidts feftfälen, oberer Saal, Fruchtftr. 36a, find noch einige Rarlen an ber Raffe zu haben. Einen Teil der Billetts haben noch bie Abteilungsleitungen in Sänden. Alle bereits verkauften Rarten milffen am Freitag in der Borstandsfkung abgerechnet werden. Alle bis bahin nicht abgerechneten Rarten gelten als verlauft. 7. Areis Charlottenburg. Montag, ben 6. April, 7% Uhr, erweiterte Sigung im Rimmer 1 bes Rathauses. Bon jeder Abteilung milffen amei Mit alieber des feftausfchufles anwefend fein. 11. Kreis Schöneberg. Freitag, den 3. April, 8 Uhr, erweiterte Rreispot. standsfihung bei Rönig, Feurig, Ede Bring- Georg- Straße. Stellungnahme zur Maifeier. 17. Kreis Bichtenberg. Freie Schulgemeinde: Freitag, ben 8. b. M., 7½ Uhr, in der Aula des Cäcilien- Engeums, Rathausstraße, Bortrag des Genoffen Dr. Sodann über Das proletarische Rind". Alle Eltern, Lehrer und Freunde der Schule find herzlichst eingeladen. Eintritt frei. Heute, Donnerstag, den 2. April: 44. t. 7 Uhr Abrechnung ber Bezirkstaffierer bei Schmolinsky, Raunnnftraße 41. Das gefamie Martenmaterial mitbringen. 48. Abt. 7% Uhr bei Eichhola, Cuornstraße, Funktionär- und Bezirksführer. hung. 52. Abt. Charlottenburg. Die Genoffen beteiligen fidh am Sonnabend und Sonntag an der Fahnenweihe des Reidjsbanners Charlottenburg. Rarten bei Billiner, Raiferin- Augusta- Alice 81. Sunglozialisten. Gruppe Friedrichshain: 7 Uhr im Jugendheim Tiffiter Straße 4, Balitische Arbeitsgemeinfchaft". Gruppe Neukölln: 8 Uhr Rogatftr. 11-12, Arbeitsgemeinschaft( Abschlußabend). Wer an ber Fahrt nach Jena teilnimmt, bann das Fahrgelb( 5. M.) am Gruppenabenb ab liefern und das Rähere über die Abfahrt am Donnerstag, ben 9. April, erfahren. Frauenveranstaltungen heute, Donnerstag, den 2. April: 15. Areis Treptow. 8 Uhr Aunttionärinnenkonferens in der Schule Rieber. Ichoneweide, Berliner Str. 31. 136. Abt. Reinidenbotf.Of. 7 Uhr im Seebod, Residensstr. 40, Vortrag des Genoffen Bahle über Bolfsfülrjorge". Morgen, Freitag, den 3. April: 28. t. 7% Uhr bei Benseritt, Brenzlauer Allee 239, Gigung aller Partei. funttonäre und Betriebsvertrauensleute. 30. 161. Bünktlich 8 Uhr Funktionärtonferens bet Soffmann, Enchener Straße 8. Stellungnahme zur Neuwahl ber Abteilungsleitung 36. Abt. 7 Uhr bei Busch, Tilfiter Str. 27, Funktionärkonferens. Tages ordnung: Stellungnahme aur Neuwahl der Abteilungsleitung. 48. bt. 7 Uhr Sihung der Rommunalen Rommission im total Röhler, Giffiner Sir, 87a. Bartrag des Genoffen Rachow: Craiebliche Aufgaben der Wohlfahrtspflege und ihre psychologischen Grundlagen" Schöneberg. 77. Abt. 7% Uhr Funktiondrigung bei Jürgens, Barbaroffe ftraße 5a. -78. t. 8 Uhr funktionärfikung bei Sönig, Feurig, Ede Bring- Georg- Straße. 79. Abt. Bünktlich 8 Uhr im Sotal Gros, Gedan ftraße 17, Funktionärßigung. 81. bt. Friebenau. 8 Uhr erweiterte Borstandsfhung bei Alabe, Sandfern ftraße 60-61 85. Abt. Tempelhof. 8 Uhr in der Linde" Friebrich- Rarl-, Ede Berberstraße, aroke Funktionärversammlung. Die Bezirksführer Taben alle Funk Honäre ein. 101. Wbt. Treptow. 7% Uhr Borstandsfihung mit den Bezirksführern in der Borwärtsspedition. Alles in Bänden ber Genoffen befindliche Wahlmaterial ift bis abends 7 Uhr bort abguliefern. 114. Abt. Bid tenberg. T½ Uhr bei Schwarzer, Gabriel- Mag- Str. 17, Funk tionär und Borfandsfihung. Abt. 124a Mahlsdorf- Güb. 8 Uhr Funktionärfihung bei Diez. Junefozialisten. Gruppe Echöneberg: Pünktlich 8 Uhr, Feurigfte. 7, Bortrag bes Genoffen Ofterroth über Die junafosialistische Bewegung". Frauenveranstaltung morgen, Freitag, den 3. April: 88. Abt. Salenfee. 7% Uhr bei Alingebein, Jobann- Georg- Str. 15, Sicht bilbervortrag: Seelische Triebſtörungen". Referent Genoffe Sáreiber. Dorträge. Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefdäftstelle: Berlin 5 14. Sebaftianfte. 37/38. Sef 3 22. Ramerabidaft Steglig: Donnerstag, den 2. April, abends 8 be, widtige Besprechung in ber Turnhalle. Attive und Baffive müssen erfcheinen Sport in ber Turnhalle wie immer. Kameradschaft Rehlendorf: Freitag, den 8. April, abends 8 Uhr, Danad Sufammenkunft mit organi fatorifchen Besprechungen. Ramerabschaft Friedrichshain: Gonnabend, ben 4. April, abends 6% Uhr, Treffen der ganzen Ramerabfchaft Hochbahn War Idhauer Brüde. Sämtliche Fahnen find milzubringen. Gauveranstaltung! Ramerabfiaft Schöneberg- Friebenan: Sonntag, den 5. April, vorm. 11½ Uhr, trifft fich die Kamerabfchaft am Bahnhof Eversstraße zur Fahnenweihe in Charlottenburg. Reichsbund ber Reicgsbeschädigtex und Kriegerhinterbliebenen, Deissereix etik( Gefchäftsfielle: Clifenftr. 6, Donnerstags von 7- Uhr abends). Freitag, den 8. April, abends 8 Uhr, foricht Bundesfetretär Noa im brechtsbol ber michtige Fragen der Berforgung und Fürforge. Landsmannschaft bez Schleswig- Saffeiner zu Berlin.( Segr. 25. März 1892). Donnerstag, den 2. April, abends 8 Uhr, im Restaurant Jacob Effer, Röpenider Straße 70a, Rudolf- Tarmo- Abend: Plattdeutsch". Bortragender Johs. Maak aus Demmin. Aufnahme neuer Mitglieder. Bericht vom 33. Stiftungsfeit und Bannerweihe. Aus der Seimat. Landsleute fowie Freunde der platt. deutschen Sprache finb milltourmen. Berliner Mieterverein, e. B., Berlin B. 85, Botsdamer Str. 56. Obleuteversammlung am 2. April, abends 7% Uhr, in der Geschäftsstelle Berlin 2. 33, Botsdamer Str. 56, Gartenhaus 2 Etage. -Drts. Donnerstag 28 Uhr bei Bollschläger, Adalbertstr. 21, 8ufammenkunft aller Arbeiter Rabio- Klub. Bezirk Kreuzberg II, Gruppe Rottbufer Tor: Jeben Radiofreunde. Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willtommen. gruppe Reuenhagen: Donnerstag, den 2. April, abends 8 Uhr, SufammenAusstellung lönnen dort abgeholt werden. Die Marten zur Reichskonferenz tunft aller Radiofreunde bei Anaul, Niederheide. Die Apparate von der müffen abgerechnet werden. Bund der Auslandsdeutschen. Die monatlichen Bersammlungen der Abteilun gen England, Frankreich, Belgien und sonstige Sänder findet am Donners tag, den 2. April, abends 8 Uhr, in der Aula des Friedrich- Wilhelm- Gymna fiums, Rocyfte. 13, ftatt. Wichtige Mitteilungen über die neue Entschädigung. Nur Mitglieder haben Zutritt. Bereinigung beutscher Tedelfreunde, e. B., Sik Berlin. Bereinslokal: Bakenhofer, Friedrichstr. 71. Sigung am 3. April, abends 8 Uhr. Bortrag: heute". Roftenlose Begutachtung von Tedeln. Die Innologischen Organisationen, ihre Entstehung und Fortentwidlung bis Gäste find willkommen. Gefellschaft für Geschlechtskunde. Am Freitag, den 3. April, abends 8 Uhr, freicht in der Aula Georgenstr. 30-31 Gan. Rat Dr. Magnus Sirschfeld über Die feruelle Wahrheit"." Eintritt 1 M., Gewerkschaften die Sälfte. Jugendveranstaltungen. Atung, Selangs- und Mufitteilnehmer an der Frühlingsfeier! Seute, Donnerstag, abends 8 Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3, gemeinfames Ueben. Alle müssen erscheinen. Die B.- B.- Sigung findet erst am Sonnabend, den 4. April, nachmittags 5 Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3 statt. Achtung, Abteilungskaffierer! Morgen von 5-7 Uhr Abrechnen der Beitragsmarten, Ausgabe der Arbeiter Jugend" und Jugend voran" für April. Achtung, Abteilungsleiter! Die Mai- Brogramme müffen abgeliefert werden. Achtung, Bücherkreismitglieber! Das 2. Buch„ Sühne“ ist erschienen. Heute, Donnerstag, den 2. April, abends 7% Uhr, Abteilungsmitgliederversammlungen: Schule Sbfenftr. 17. Rordring: Jugendheim Greifenhagener Str. 21. Schönhauser Barstadt: Senefelber Biertel: Jugendheim Oberberger Str. 57. Baltenplay: Jugendheim Eberinstr. 12. Friedenau: Jugendheim Offenbacher Straße 5a. Rehlendorf: Südsaule, Wilhelmstraße. Gesundbrunnen: Rote Schule, Gothenburger Str. 2. Jahresmitgliederversammlung: Sübwefter: Jahresmitgliederversammlung in der Suristischen Sprechstunde, eindenstr. 3. Ofterwanderung am 12. und 13. April nach Freienwalbe a. b.D. Donnerstag Anzahlung des Fahrgeldes und Quartiergeld. Anzahlen legter Tag 6. April. Auskunft bei Otto Schurmacher, Wilhelmftr. 138 E Werbebezirk Often: Freitag, ben 8. April, abends 7 Uhr, im Jugendheim Zilfiter Str. 4, Elternversammlung. Thema: Bas follen unsere schulentlassenen Rinder beginnen?" Referentin Genoffin Dr. S. Wegscheiber. Abteilung Beißenfee: Gonnabend, ben 4. April, abends 7% Uhr, im Albrechtshof, Beißenfee, Parkstr. 16, Frühlingsfeier. Alle Schulentlassenen, Eltern und Jugendgenossen anderer Abteilungen find. herzlichst eingeladen. Beginn 8 Uhr. G70k Arbeitersport. Luzern- Sport im 17. Berwaltungsbezirt. Am Donnerstag, den 2. April, abends 8 Uhr, findet im Lokal von Geipte, Aronprinzen-, Ede Edywarnweber. ftraße, die fällige Monatsfisung ftatt. Tagesordnung: Reichsbanner und Arbeitersport". Referent Genoffe Bildung. Das Reichsbanner ift einge Taben. Alle Sportsgenoffen, die fich der Arbeitsgemeinschaft angefchloffen haben, müssen erscheinen. Sportsgenoffen, die auf dem Boden der Luzerner Internationale ftehen und nicht in Lichtenberg wohnen, find ebenfalls eingeTaden: ebenso Interessenten aus sozialistischen Organisationen( Kinderfreunde, GAZ., Jungfozialisten, AGB.). Freie Schwimmer Charlottenburg 04, e. B. Am Freitag, den 3. April, abends 7 Uhr, findet eine außerordentliche Mitgliederversammlung bei Gelig, Grün, Ede Rirschstraße, ftatt. Am Mittwoch, den 8. April, abends 7 Uhr, findet bort die Quartalsversammlung statt. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Freie Zurnerschaft Wilmersdorf. Seute abend 7% Uhr Zusammenturnex der 1. und 2. Abteilung( Männer, Sugendliche, Frauen und Jungmädchen) in Salenfee, Turnhalle Joachim- Friedrich- Straße. Anschließend Borturnerfizung, Turnplag. 258. Neptun" 1894, e. B. Am Sonnabend. den 4. April, findet unsere Monatsverfammlung im Lokal non Daberkom, Gudrun-, Ede Sagenstraße, ftatt. Beginn 8 Üht. Das Erscheinen aller Mitglieder ist Bflicht. Gär willkommen. Sport. Rennen zu Mariendorf am Mittwoch, den 1. April. 1. Rennen. 1. Allene( Sauß jr.), 2. Blaumeise( G. Lautenberger), 8. Febernelle( F. Schmidt). Toto: 28: 10. Blag: 15, 20, 26: 10. Ferner liefen: Peter Harvester, Clärchen M., Dompfaff I, Lady Bosworth, Baron Klatawah, Manzanares, Harlefin, Sturm, Cuba, Alvater, Karneval, Alpenfer. 2 Rennen 1. Starbella( Ch. Mills), 2. Dichtung( B.Lautenberger), 3. Altmeister( Großmann). Toto: 13: 10. Plat: 11, 14: 10. Ferner liefen: Haraldus B., Lafette, Kinolönigin. 3. Rennen. 1. Ballaft( G. Lautenberger), 2. Edinhard( E. Treuhers) 3. Gladiator I( M. Ningius). Toto: 75: 10. Blag: 16, 12, 17: 10Ferner liefen: Amon, Inventur, Mac Gregor, Maitönigin I. 4. Rennen. 1. Agworthy J.( M. Ningius), 2. Interpellant ( Ch. Mills), 3. Martha III( 2. Beiß). Toto: 68:10. Blat: 22, 18, 35:10. Ferner liefen: Bechfadel, Erdmann, Prinzessin Etawah, Bring Magowan, Sybill, Pedra, Hetman, Natter. 5. Rennen. 1. Altgold( Elias), 2. Fürst( Benns), a. Lubmill I ( B. Rösler). Toto: 34: 10. Fistus, Beinminze, Heiderose B., Stapellan, Zeitgeist, Harry B. Blat: 13, 17, 24: 10, Ferner liefen: 6. Rennen. 1. Sudan( Ch. Mills), 2. Stapellmeister( E. Treuberg 3. Dawson Batts( Jaug jr.). Toto: 31: 10. Blaz: 11, 11, 12: 10. Ferner liefen: Friedrich Rer, Königsadler, Kapitän Halle, Kammerfänger, Alpengeier, Paula A 7. Rennen. 1. Koranna( F. Schmidt), 2. Dui bibe( 3. Mills), 3. Marcel( Ed. Mills). Toto: 76: 10. Blat: 21, 19, 20: 10. Ferner liefen: Kittyschor, Gaffenmädel, Clematis blau, Feuerwehr, Carleta 8. Rennen. 1. Cadiac Arworthy( Jauß jr.), 2. Prinzeß Bertha ( H. Mills), 3 Nachtfalter( H. Grube). Toto: 94: 10. Blaz: 25, 16, 18: 10. Ferner liefen: Handfeft, Othello IV, in I, Selbepring I, Fafner J., Mädel, Ebonit, Della. Engros: J. F. Rauch Aktiengesellschaft Berlin N 4 Osterwein JAT Santa Lucia Käuflich in Feinkost, Kolonial- und Drogenhandlungen. DER TABAK- FACHMANN WARNT: Nur die Verwendung naturreiner Tabake und bester Manipulation sichert eine dauernde Bekömmlichkelt der Cigaretten. Deshalb soll man sich ängstlich vor Fabrikaten hüten, die keine Sicherheit bezüglich der verwendeten Tabake und ihrer guten Behandlung geben. Die Cigarettenfabrikation ist eine viel wichtigere Vertrauenssache, als allgemein angenommen wird. CUPREX einzig und allein Act schnell u. sicher Ungeziefer aller Art samt Brut Nisseler) bei Mensch und Tier. Zo haben in Apotheken und Drogerien, REEMTSMA A.-G. CIGARETTENFABRIK ALTONA- BAHRENFELD Nigrin Die reine Terpentinojware Extra Für das Leder bleibt Nigrin stets die beste Medizin! Glänzt rasch und haltbar weil nur aus reinem Terpentinal hergestellt. 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Braftbent Love eröffnete die geftrige Reichstagsfizung mit folgender Ansprache: Die erschütternde Nachricht von bem furcht baren Unglüdsfall, bez fo viele Angehörige der deutschen Reichswehr betroffen hat, hat sich leider bewahrheitet. Ueber 70 Personen find bei der Ausführung ihrer Uebungsaufgaben mit ihrem Offizier in den Fluten der Weser ertrunten, und es besteht geringe Hoffnung, baß von ben 78 Bermißien noch jemand ge rettet werden könnte. Mit der Reichswehr trauert die deutsche Boltsvertretung um bie vielen noch fo jungen Opfer ihres Soldaten berufs unb fpricht den Angehörigen, ben Kameraben und der Heeresleitung ihre tiefe Teilnahme aus.( Das Haus hat sich von den Plägen erhoben.) Reichswehrminifter Dr. Geßler bantt bem Bräsidenten für ben Musbrud ber Teilnahme unb ebenso dem Reichstag, der sich dieser Teilnahme angeschlossen habe. Die Ratastrophe an der Befer stehe beifpiellos ba, vor allem durch die Zahl der Opfer. Er fei noch nicht in der Lage, heute eine verantwortliche Erflärung über die Urfachen des Unglüds abzugeben, die erst festgestellt werden müßten burch eine Untersuchung, zu ber er den Chef des Bionierwefens abgeordnet habe, unb bann aber auch durch eine gerichtliche Untersuchung. Der Minister bringt dann einen vorläufigen Bericht über bie Ratastrophe zur Kenntnis und teilt mit, daß wahrscheinlich ein Offizier und 78 Mann ertrunken feien. Die Aussicht auf Rettung fei gering. Verftärft werde bie Trauer noch burch einen neuen Unfall, ber sich gestern bei der Marine ereignet habe, wobei 2 Heizer und 2 Arbeiter ihr Leben eingebüßt haben und ebensoviel Berfonen verwundet find. Der Minister stellt auch hierüber einen bafbigen amtlichen Bericht in Musficht. Eltern befähigter Kinder aus allgemeinen Mitteln unterstützt werben sollen. Sie haben diesen Anirag im Ausschuß abgelehnt. ( hört! hört! b. d. Soz.) Bo bleibt hier Ihr soziales Emp finden? Sie haben heute Gelegenheit, unserm Antrag zuzu ftimmen, wir werden fehen, ob Sie es fich inzwischen ambers über. legt haben.( Belbhafter Beifall b. d. So.) Ministerialrat Dr. Refiner vom Breußischen Kultusministerium befürwortet eine Einigung in der Grundschulfrage. Man follte weitere Beunruhigung von der Grundschule fernhalten, damit ihre fernere Entwicklung gesichert werde. Es fei auf die Dauer unerträglich, wenn die Grundschule alljährlich zu Ostern be. unruhigt werde. Die Grundschule fei auf vier Jahre feftgelegt und müffe auch so bleiben. Das Preußische Kultusministerium habe sich mit besonderer Liebe diefer Frage angenommen. Der Unterrichts ausschuß des Preußischen Bandtags habe alle Anträge auf Schaffung von besonderen Begabtenflaffen und auf Zulassung zu den mittleren und höheren Schulen nach dreijähriger Grundschule abgelehnt. ( hört! hört! links.) Besondere Einrichtungen zugunsten begabter Schüler feien allgemein nicht möglich. Der Rebner erhebt Bedenten gegen die von ben Regierungsparteien bes Reichstags beabsichtigte Regelung der Grundschule. Abg. Neubauer( Romm.) fordert u. a. Unentgeltlichkeit der Schmittel. Frau Pfülf( S03.): Die Erfahrungen ber Lehrer und auch meine eigenen gehen dahin, daß die Entscheidung über die weitere Schulbildung nach vier Jahren Schulbefuch eigentlich unmöglich ist. Sie wollen eine Aus. lefe unter den Kindern vornehmen, das muß aber für das Bolt die Bräfident Cobe dankt dem Hause für die Trauerfurbgebung. fchwersten Folgen haben. Ist nicht die Kluft zwischen hand. Auf der Tagesordnung steht dann der Bericht des Geschäfts- und Geistesarbeitern ohnehin schon groß genug?( Sehr ordnungsausfchuffes über die Anträge des Landgerichts wahr! bei den Sozialdemokraten.) Diese Scheidung wirkt schon jest Magdeburg auf Erteilung der Genehmigung zur Berfo verderblich für unser Bolf, daß jeder, der mit dem Bolf fühlt, fie nehmung mehrerer Reichstagsabgeordneter im nicht mitmachen fann. Auch nach 6 Jahren gemeinsamen Unter Rothardt- Prozeß. Der Beschluß des Reichstags ift an anderer Stelle richts für die Scheidung noch verfrüht. Bir find gern bereit, am Auf bau der Schule mitzuarbeiten, um dem ganzen Bolle Gelegenheit zu geben, nach 8 bis 9 Jahren Schulbesuch sich über die weitere Arbeit zu entscheiden. Meil soviel nationales Berständnis bei Ihnen aber nicht besteht, deshalb wünschen wir zunächst nur die fechsjährige Grundschule. Bas Sie mit Ihren Anträgen wollen, ist bie Rlaffenscheidung schon unter den Rindern aufrechtzuerhalten. Für pädagogische Gefichtspunkte haben Sie fein Ber ständnis. Benn Sie die Grundschule nicht auf 6 Jahre erhöhen Derzeichnet. Darauf wird die zweite Lesung bes Gefeßentwurfs, betr. ben Lehrgang der Grundschule, fortgefekt. Abg. Selffert( Bolt. Vereings.) hält es für erforderlich, daß bie befferbegabten Schüler bie Schule in einem fürzeren Zeitraum burchlaufen. Abg. Fleißner Soz.): . Die gu biefem Gefehentwurf eingebrachten Anträge haben die Abficht, bas Grumbschulgesetz zu verschlechtern. Es wird zwar der Anschein zu erweden verfucht, daß es fich um harmlose Be einträchtigungen des Prinzips handele und daß eine Gefahr für die Grundschule durch diese Vorbehalte nicht bestehe. Wir müssen uns babei vergegenwärtigen, welche 2bfichten ursprünglich bestanden hoben. Deutschnationale unb Deutsche Bolts. partet hatten bem Ausschuß einen gleidylautenden Antrag über mittelt in der Abficht, viel weiter zu gehen, als die Vorlage zum Musbrud bringt. Diefer Antrag bebeutete eine glatte Durch brechung der wichtigsten Beftimmungen über die Grundschule. Ich fann nicht annehmen, daß diese Absicht nicht mehr besteht.( Sehr wahr b. b. Goz.) Das Bestehen diefer Absicht ist aber sehr wichtig, menn es sich um die Durchführung der Ausnahmen handelt. In hrer Wirtung wirde fie eine völlige Zertrümmerung des Prinzips der Grundschule bedeuten. Es fommt babei auch noch in Frage, was der jest gestellte Abänderungsantrag verlangt, daß nämlich die wichtigste Bestimmung herausgenommen wird, monach die Auftimmung des Lehrers bei der Berfürzung der Schul. zeit in der Grundschule nicht mehr noiwendig ist, sondern daß er nur noch angehört werden soll. Das Hft lediglich eine schöne Geste, die nichts zu bedeuten hat. Wenn die Lehrer nicht ausgefaltet werden follen, warum wird nicht der Beschluß des Austhules aufrecht erhalten, baß die Zustimmung des Lehrers erforderlich it? Gerade diese Rustimmung ist außerordentlich wichtig, denn die Lehrer an der Grundschule müssen am besten wiffen, welche Schüler schon nach 3 Jahren die Grundschule verlassen tönnen. Ich muß beshalb bringend darun bitten, dieser Abänderung des Antrags auf feinen Fall zuzustimmen. Würde sie angenommen, dann hätte die Rechte ihre Absicht erreicht. Zur Beurteilung der Situation muß ich noch auf folgendes hinweisen. Bei der Schaffung des Grumbfchulgesetzes im Jahre 1920 herrschte vollständige Einigung barüber, daß feine Bestrebungen zugelaffen werden follen, wie sie jetzt in die Erscheinung treten. Es bestanden damals fogar weitergehende Abfichten, die Dauer der Grundschule nicht auf 4, sondern auf 6 Jahre zu bemessen. Damals wollen, dann darf der Lehrgang wenigstens nicht zurüd. geschraubt werden. Wir beantragen nunmehr, daß alle kinder die nach ärztlichem Zeugnis zu schwach für die Grundschule find, in feinem Falle unter 4 Jahren in die höhere Schule auf genommen werden dürfen. Immer wieder hören wir die Klagen, daß es für die leitenden Stellungen so wenig elastische und tüchtige Menschen gibt. Dann müssen Sie aber verhindern, daß in die höheren Schulen Kinder fommen, bie nicht die Begabung dafür haben. Das schlimme Mort muß aufhören: Benn bu nicht lernft, fannst bu Schreiner oder Echufter werden." eine freiere und aufstrebende Bildung, eine organische und geschlossene Bildung geben.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemo traten.) Wir wollen endlich den Rindern des Cehrganges der Grundschule von mindestens vier Jahrestlaffen Der fozialdemofrafische Antrag, der jede Bertürzung der Daner für unitatthaft erklärt, wird abgelehnt, ebenfalls der Antrag auf für unſtatthaft erklärt, wird abgelehnt, ebenfalls der Antrag auf Einführung von sechs Jahresflaffen. Der grundlegende§ 1 des Grundschulgefeges wird darauf gegen Sozialdemotraten, Kommunisten und Demo Grundschule umfaßt vier Jahrestlassen( Stufen). Im Einzelfalle traten in folgender Faffung angenommen:„ Der Lehraang der fönnen besonders leistungsfähige Schulkinder nach Anhören des Grundschullehrers unter Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde schon nach dreijähriger Grundschulpflichtzeit zur Aufnahme in eine mittlere oder höhere Schule zugelassen werden. Frau Abg. Pfälf( S03.): Wir haben den Antrag geftellt, für die Kinder, die nach ihrer Lebenslage jeßt nicht aus der Bolfsschule in die höhere Schule übertreten fönnen, die Mittel dafür zu bewilligen, aber nicht allein für den Schulbesuch, sondern auch für den Lebensunterhalt. Wenn es Ihnen ernst damit ist, die Begabten für den Staat zu retten, dann müssen Sie mit uns dafür sorgen, daß die begabten Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit haben, die mittleren und höheren Schulen zu besuchen, auch wenn sie mittellos find. I m Ausschuß ist unser Antrag abgelehnt worden, wir stellen Donnerstag, 2. April 1925 Nach§ 2 foll das Gefez amt 1. April 1925 in Kraft treten. Abg. Frau Pfif( Soz.) beantragt, als Termin des Infrafttretens Den 1. April 1926 festzulegen. Abg. Neubauer( Komm.) verlangt ebenfalls Hinausschiebung des Infrafttretens des Gefeßes, da es schultechnisch nicht möglich fei, das Gefeß in einigen Tagen einzuführen. Angenommen wird schließlich der Antrag der Regie. fündung in Kraft tritt. rungsparteien, wonach das Gesetz mit dem Lage der BerDann ist die zweite Lesung der Borlage beendet. Darauf wird der Gesetzentwurf wegen der Bereinbarung über Die Erteilung von Rheinschifferpatenten in zweiter und dritter Lesung angenommen. über die Berfagung der Genehmigung von Strafverfolgungen gegen Nach einer Geschäftsordnungsbebatte merben die Abstimmungen die Abgg. Renzler( Komm.) und v. Graefe( Bölt.) auf Donnerstag vertagt. Donnerstag 1 Uhr: Abstimmungen, Licht( pielwesen, Grundschulgesetz, Amnestievorlage. Schluß gegen ½8 Uhr. Landtag und Wahlbeamte. Das Gesez endlich angenommen. 12 Uhr 20 min. und gedachte, während sich die Mitglieder des Bräsident Bartels eröffnete die gestrige Landtagsfizung um Hauses von den Plätzen erhoben, des Unglüds bei der Reichswehr; er werde dem Reichswehrminister und den Angehörigen das Beileid des Hauses übermitteln. Der Landtag überwies sodann ohne Aussprache der Ausschußberatung ben Urantrag auf Aufhebung des Beschlusses des Staats gerichtshofes, der dem Abg. Obuch feine Tätigkeit als Ber teidiger unterfagt. Ferner den Antrag, 20 millionen zur Förderung des Wohnungsbaues für finderreiche Familien zur Verfügung zu stellen, sowie den fommunistischen Antrag auf Beseitigung der Uebelftände in der Strafanstalt( Festung) Gollnow in Pommern. Der fommunistische Antrag über die Aufhebung Beamten, Angestellten und Arbeiter wird dem Ausschußantrag entder Personalabbauverordnung und Wiedereinstellung der abgebauten prechend abgelehnt. Die namentliche Abstimmung über den fozialdemokratischen Antrag hinsichtlich des Abbaues der Wahlbeamten foll um 3 Uhr stattfinden. Das Haus tritt hierauf ein in die zweite Beratung ber Novelle, die eine höhere Besteuerung des Banderlagerbetriebes vorsieht. Nach längerer Aussprache wird die Vorlage in zweiter Lefung angenommen und auch in britter verabschiedet. Die Steuer be tägt danach für jede Woche der Dauer des Wanderlagerbetriebes in Orten mit mehr als 100 000 Einwohnern 60 Goldmart, in solchen mit mehr als 50 000 bis 100 000 Einwohnern 50 Goldmart, in folchen mit mehr als 10 000 bis 50 000 Einwohnern 40 Goldmar und in Orten bis zu 10 000 Einwohnern 30 Goldmart. Die Vorlage megen Bereitstellung weiterer Geldmittel für die Regelung der Hochwaffer, Deich und Vorflutver hältnisse an der oberen und mittleren Oder hat der Ausschuß mit der Aenderung zur Annahme empfohlen, daß statt 3,2 Millionen 3,7 millionen bewilligt werden sollen. Zur Durchführung der im Befeh vom 12. August 1903 vorgesehene Schußbauten usw. sind im ganzen noch etwa 10 Millionen Goldmark erforderlich; das Reich beteiligt sich an der Oberregulierung nicht. Die Ausschußvorschläge merden nach längerer Debatte in britter Lesung einstimmig angenommen. Der Abbau von Wahlbeamten. demokratischen Antrag betr. den Abbau von Bahlbeamten vor. Der Das Haus himant die namentliche Abstimmung über den sozial. Antrag fordert insbesondere schleunigste Borlegung eines Gefeßz ordnung bahin erläutert wird, daß ein Abbau auch bei den Wahlentwurfes, durch den der§ 48 der Preußischen Personalabbauver beamten nur unter den Vorauslegungen des§ 21 bes genannten Gesetzes zulässig ift. Der Ausschuß hatte die Annahme empfohlen. Die namentliche Abstimmung ergibt diesmal die Annahme mit 212 gegen 41 Stimmen der Kommuniffen. Die Parteien der Rechten haben sich an der Abffimmung nicht befelligt, in der Erwartung, daß auch die Kommunisten Sabotage üben und so das Haus beschlußunfähig werden würde. Sie haben sich diesmal getäuscht. Die übrigen Anträge des Ausschuffes betr. die Einstellung des Personalabbaues in Breußen, Aufhebung der Be fotbungssperre ufm. gelangen ebenfalls zur Annahme. Der Antrag der Deutschnationalen betr. das staatliche Gymnafium in Reutölln geht auf Antrag der Abg. Frau Dr. Wegscheider( Soz.) an den Hauptausschuß. Das Haus trat hierauf ein in die zweite Beratung der Novelle zum Schuhpolizeibeamtengeset. war fein Berlangen auf eine fürzere Dauer zu verzeichnen, es be ihn im Bienum noch einmal. Wir wissen, daß schon früher machen, um die bestehenden gefeßlichen Bestimmungen dem Reichs Runtel hat sich damals entschieden für die Grundschule einge feit und es geradezu als eine Erlösung bezeichnet, daß der Schulftoff auf 4 Jahre verteilt werde. Die jeßigen Bersuche, das Grundschulgesetz zu ändern, find auf großen Widerspruch gerade bel den Lehrern gestoßen. Es muß außerordentlich wunbernehmen, daß hier ein Scherlmann die Verschlechterungen unterfidigt. Es scheint, daß er hier dem Einfluß der Parteien mehr unterliegt, als bem der Baba gogen und Lehrer. Es ist kein Zweifel, daß jede einzelne Ausnahme am Wesen, und am Prinzip der Grundschule rifleft, daß fie bie jozialen, ethischen und padagogischen Grundgebanten des Gefeßes zu burdfbrechen fucht. Die Grundschule ist die wichtigste Grundlage für die Weiterbildung zur Einheitsschule. Aber vielleicht wollen Sie gerabe bas verhindern, um überhaupt das Brinzip ber Brundschule zu erschüttern. Hier heißt es: wehrt den Anfängen! ( Sehr wahr b. b. Soz.) Gerabe bas 4. Schuljahr ist bas wichtigste. Eigentlich besteht erst nach 6 Jahren bie Möglichkeit, bie wichtige Entscheidung für ben weiteren Sayulbefuch zu treffen.( Sehr wahr b. d. Soz.) Bir werben baher auch gegen jebe wie inaner geartete Berschlechterung bes Brundschulgefeges fämpfen. Wenn heute Bestrebungen im Gange find, bie auf eine Berschandelung der Grundchule hinauslaufen, fo find in der Hauptsache Standes und Berufsintereffen die Urfache.( Sehr wahr b. b. Soz.) Ich weife auf folgenden Vorgang hin. Schon felt Monaten liegt dem Husschuß ein fog. Antrag vor, wonach die unbemittelten aus unteren dafür gehen aber Hunderte und Taufende andere Begabte zugrunde. Wenn Sie( nach rechts) einen Augenblick Zeit für fulturelle Fragen hätten, dann würben Sie dieser Forderung größere Aufmer? samkeit schenten, als Sie es jeßt hn.( Sehr wahr! bei ben Sozialdemo. traten.) Es sind zu mir tinder gekommen, die mit 12 Jahren schon in die Textilfabriken gehen müssen und tränenden Auges gesagt haben, daß fie nicht weiter lernen fönnen. Ich will hoffen, daß Sie endlich zurückkehren zu gefunden fozialen Motiven und für unseren Antrag stimmen. Es muß endlich Wirklichkeit werden, was in ber Berfalfung von Weimar enthalten ist.( Lebhafter Betfall bei den Sozialdemokraten.) Richtung. Abg. Rönneburg( Dem.) verlangt eine Borlage in gleicher bie bemokratische Entschließung find zu allgemein gehalten und Abg. Dr. Schrelber( 8tr.): Der fozialdemokratische Antrag und ohne materiellen Unterbau. 3ch tann ihnen baher nicht au immen, bin aber bereit, auf eine Ausgestaltung ber Erziehungsbeihilfe hinzumirten. die Abg. Hörnle( Komm.) wirft den Rechtsparteien Demagogie vor. sozialdemokratischen und demokratischen Anträge ab. Abgeordnete Frau Scheldel( Dnat.) und Runkel( D2p.) lehnen Ein Untrag der Abg. Fran pfülf( Soz.), die Welterberatung zu vertagen, bis die finanziellen Unterlagen vorliegen, wird abgelehnt. Ein Antrag der Abg. Frau Pfaff( Soz.), die Roften für befonders leiftungsfähige Schultinder dem Staat zu übertragen, befonders leiftungsfähige Schulkinder dem Staat zu übertragen, wird ebenfalls abgelehnt. Die Novelle bringt eine Reihe Aenderungen, die sich nötig rahmengefeß anzupassen. Im Ausschuß war man allgemein der Ansicht, daß das grundlegende Gefeß selbst durch ein neues Gejes geändert werden muß, da die bestehenden Bestimmungen allzu große Mängel aufweisen. Abg. Bord( Dnat.) berichtete über die Ausschußbeschlüsse. Abg. Mardwald( Soz.) fordert eine grundsägliche Neuregelung der gesamten Versorgung der Schußpolizeibeamten. Rach weiteren Ausführungen der Abgg. Bord( Dnat.), Mehenthin( D. Bp.) und Kasper( Komm.) wird die Beratung abgebrochen. Nächste Sizung: Donnerstag 12 Uhr: Gemeinsame Be ratung der vom Staatsministerium mit Gefegestraft erlassenen Ber urbnungen betr. die Berlängerung der Wahlbauer der Provinzial Landtage und Kreistage, betr. die Berlängerung der Gültigkeitsdauer des vorläufigen Grundvermögenssteuergesetzes, betr. Neuregelung der Gewerbesteuer. Schluß 6 Uhr. Geschäftliche Mitteilungen. Die C. S. Knart A.-G., bet Suppen- Anorr, die Berstellerin bes bekann fnb, bringt wieder mal eine Neuheit heraus, die ihrem Namen Chre macht. Ochfenfchwang, Bila, Spargel, Tomaten Es handelt sich um die Stnort Suppenwart Blumenkohl, Grünlern, Krebs, bie ohne alle 8utaten, nur mit Baffer aufgetocht, eine träftige, wohiidmedende Suppe ergibt, bie jede den ihrer Bezeichnung entsprechenden Eigengefchmat hat. Wer ein Freund son eine andere Rnore Suppenwurst au tochen; er wird ber Martenore" treu guter Suppe ift, ber mache einmal eine Woche leng ben Bersuch, jeben Tag ten Anorr Safermehls, mit dem Generationen von Kindern aufgezogen worden bleiben. Henko-> Henkel Wafch und Bleich Soda Wenk Heakel Weih- and spart Seife und Seifenpulver! Mitverwendung von Henko bei der Walche verbilligt das Walchen. Vorzügliches Einweichmittel Haki aufbewahr Wirtschaft Der Aufstieg der Gewerkschaftsbank. a Die den freien Gewerkschaften gehörige„ Bank der beiter, Angestellten und Beamten 21. G.", die am 31. Mai vorigen Jahres aus der Deutschen Kapitalverwertungs Gesellschaft" hervorging, erstattet soeben ihren ersten Tätigkeitsbericht. Sie führt darin aus: lichkeit gaben, einen ersten Anfang mit der Erfüllung ihrer Aufgaben| Das Aftienfapital selbst macht 750 000 t.( 750 Aften à Nominat zu machen. Sie fonnte, soweit die gebotene Rücksicht auf eine un- 1000 Mt.) aus. erläßliche Liquidität das gestattete, im Wege der furzfristigen Kredit Die vorgenommene Neuwahl führte zur einstimmigen gewährung an Konjumgenoffenschaften, soziale Wiederernennung des bisherigen Aufsichtsrates. Bau- und Siedlungsgenossenschaften, Kommu In einer der Generalversammlung folgenden fonftituierenden Sizung Arnalperbänden, soziale Versicherungsanstalten und des Aufsichtsrats wurde zum Borsigenden Genosse Theodor Betbergleichen dazu beitragen, daß das von der Arbeitnehmerschaft zufammengetragene Geld den fozialen Intereffen derselben Bevöl- part, Borfizender des ADGB., und Genoffe Siegfried Aufferungsschichten zugute tam. Hierin erblickt die Verwaltung über- häuser, Borsitzender der AfA., zum stellvertretenden Vorsitzenden haupt ihre vornehmlichste Aufgabe. Sie glaubt damit eine Lücke ausgewählt. füllen zu können, die notwendigerweise bestehen mußte, solange ein Finanzinstitut fehlte, das auf Grund enger Verbindung mit den erwähnten Institutionen und ihrem Mitgliederkreise besser als jedes andere in der Lage ist, Möglichkeit, Notwendigkeit, vor allem aber auch Sicherung derartiger Kredite zu übersehen. Daß gerade die Frage der Sicherheit in jedem einzelnen Falle einer besonders gründlichen Prüfung unterzogen wird, ist nicht nur im Interesse der Geldgeber und Attionäre, sondern legten Endes auch im Interesse der Kreditnehmer felbft gelegen. れ Das entscheidende Moment für die gesamte Wirtschaftsentwidlung im Jahre 1924 ist die unmittelbar vorangegangene Hemmung der Geldentwertung, der tatsächliche Lauf der Dinge hat alle die ge= täuscht, die der Auffassung waren, daß das Aufhören der Inflation die Iarlegung der wirklichen wirtschaftlichen Verhält nisse und Kräfte im unmittelbaren Gefolge haben müsse. Tatsächlich stand noch fast das ganze erfte Biertel des Jahres unter den Nach mirtungen der legten Inflationsperiode. Auf der einen Seite ließ die schnelle Aufwärtsbewegung der Breise sich nicht mit einem Ruck abstellen, auf der anderen Seite fonnten weite Kreise nicht nur der Konsumenten, sondern auch der Wirtschaft selbst nicht mit der gebotenen Schnelligkit das richtige Augenmaß für die plötzlich verkleinerten Zahlen finden. Dazu fam der Optimismus vieler, die glaubten, nachdem erst eine gewisse Be ständigkeit der Währung da war, fei auch wieder eine Basis für die Gesundung innerlich bereits zum Absterben verurteilter Unternehmen da. Das alles bewirkte zunächst eine vorübergehende Wirtschaftsbelebung, der erst gegen die Mitte des Jahres eine um so schlimmere Enttäuschung folgte. Die Gesundungstrise, wie sie nunmehr landläufig genannt wird, fezte mit voller Bucht ein, das Wirtschaftsleben schleppte und stockte allenthalben, die Zahl der Konkurse, Betriebseinstellungen und Verkleinerungen schwoll an und damit stieg die Arbeitslosigkeit. Bis zum Schlusse des Jahres fonnte eine wirklich durchgreifende Aenderung nicht er zielt werden, wenn sich auch, nachdem erst durch die Regelung der großen außenpolitischen Probleme ein gewiffer Boden für sichere Berhältnisse geschaffen worden war, fleine Anfäge zur Befierung geltend machten. Klar ist jedenfalls, daß die krise, an deren Ende ein Wiedererstarten der deutschen Wirtschaft stehen möge, noch längst nicht abgeschlossen ist, sondern noch eine geraume Zeit und voraussichtlich eine nicht geringe Anzahl von Opfern erfordern wird. Die Verwaltung ist sich darüber klar, daß die Betonung gerade der vorerwähnten Aufgabe für sie das Aufgeben mancher Berdienstmöglichkeiten bedingt, die anderen Bankgeschäften zur Verfügung stehen, sie ist aber der Ueberzeugung, daß für sie weniger die Erwirtschaftung großer Gewinne, als die Förderung sozialer 3 mede Bielsein muß. Die in der beigefügten Bilanz unter Gläubiger und auf der anderen Seite unter Schuldner ausgewiesenen Bahlen geben einen Ueberblick über die per 31. Dezember 1924 bestehenden Möglichkeiten und ihre Ausnugung im Sinne vorstehender Erläuterungen. Die Borsicht, mit der bei der Kreditgewährung vorgegangen worden ist, hat Berluste vermeiden lassen, troßdem ist für alle Fälle unter dem Posten Gläubiger ein angemessener Betrag in Reserve gestellt worden. Das Bestreben eines größeren Teiles unserer Kundschaft, einen Teil der Geldeingänge in sicheren Papieren als besondere Reserve anzulegen, gab uns Gelegenheit, uns in Effettengeschäften zu betätigen. In Frage kamen dabei in erster Linie feftverzinsliche Papiere mit befter Deckung. Wir glauben, daß bei weiterem folgerichtigen Zusammenarbeiten auch für die Zukunft auf diesem Gebiete gute Möglichkeiten gegeben sind. 18 Der in der Bilanz unter Eigene Wertpapiere" ausgewiesene Betrag beruht auf einer vorsichtigen Bewertung und hält sich nicht unwesentlich unter dem Börsenturs vom 31. Dezember 1924. Einen weiteren Teil der verfügbaren Gelder hat die Bank in erftflaffigen, jederzeit rebistontierbaren Handels- Wechseln angelegt, während der Rest im Interesse der Liquidität als Guthaben bei Bantinftitutionen gehalten wurde. Die Kosten der Einrichtung der Bant, die infolge des Bestrebens, der Bant bie neuesten technischen Errungenschaften zu nuge zu machen, nicht unbeträchtlich maren, find über Handlungs. unfosten bis auf 1 Mart abgebucht worden. Ein besonders von unserem Gesichtspunkt aus wichtiges Er gebnis hat aber bereits das Jahr 1924 gezeitigt. Während der Zeit her stetig fortschreitenden Geldentwertung war das Kräfte nerhältnis zwischen allen jenen öffentlichen und pri paten Institutionen, die hinsichtlich ihrer Finanzierung auf regelmäßig wiederkehrende Beiträge gestellt sind, zu der prinaten Wirtschaft mehr und mehr zu ungunsten der ersteren perschoben worden. Sie alle hatten nicht, wie die private Wirtschaft, die Möglichkeit, die aufkommenden Gelder mit der gebotenen Schnelligteit aufzunehmen und durch wertbeständige Anlage zu erhalten, so daß sie nach dem Verlust des früheren Verrechnung. Aus der Gewinn und Verlustrechnung per 31. Demögens auch keine Wege des Wiederaufbaus vor sich faben. Darin trat mit der Befestigung der Währung eine entscheibende Bendung ein. Durch fie trat wieder die nicht zu unterschäzende Kraft in die Erscheinung, die jeder Institution innewohnt, ber regel mäßige, wenn auch, im einzelnen gesehen, fleine Beiträge eines großen Kreises gesichert sind. Reich und Staat als Steuerempfänger, soziale und fulturelle Verbände fanden wieder Boden und konnten den Anfang machen mit dem langsamen Aufbau ihrer wirtschaftlichen Stellung. Diele Tatsache mußte sowohl für die Deutsche Kapitalpermer. hungs- Gesellschaft m. b. S. als auch für die Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten, A.G. von ausschlaggebender Beseutung sein. Nicht mir ihre Gründer, die Gewerkschaften, fon dern auch die darüber hinaus für fie nach dem Gründungsgedanken in erster Linie in Frage fommenden Kunden gehören ben teht bezeichneten Kreisen an. Durch die, an den Borfriegsverhältnissen gemeffen, freilidh sehr bescheidene Rapitalfammlung ist die Bank in den Besitz von gemissen Mitteln gekommen, die ihr hie Mög. Die gestern abgehaltene Generalversammlung der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.G. genehmigte einstimmig die Bilanz und die Gewinn- und Verlust. 3ember 1924 ergibt sich ein Rohgewinn von 229 061,40 mt. Nach Abzug der Handlungsunfoften verbleibt ein Reingewinn 89 505,02 m. und stellen sich, verglichen mit den in den bis jetzt von 139 556,38 M. Die Handlungsunfosten selbst betragen peröffentlichten Geschäftsberichten der privaten Bankinstitute gemachten Angaben, erfreulich niedrig. Von dem Reingewinn werden 75 000 ME. dem geseglichen Reservefonds und 25 000 Mart einem Spezialrefervefonds 3überwiesen. 2056,38 Mart werden auf neue Rechnung vorgetragen. Die Dividende beträgt 10 Broz. und erfordert rund 37 500 ML. In der Bilanz selbst werden aufgeführt: Kaffe und fremde Gelbforten mit 153 104,37 m., Wechsel mit 262 343,39 Mr., Noftro. guthaben bei Banten und Bantfirmen 5073 718.33 Mt., Schuldner mit 4 441 027,97 m., eigene Wertpapiere mit 376 690,25 t. Auf der Baffisfeite werden die Gläubiger mit 9 417 324,93 Mart angegeben( bavon 5 473 026.25 Mt. an laufender Rechnung). GROSSER Anton und Alfred Lehmann A.-G. Angesichts der Tatsache, daß in der Textilindustrie dauernd erklärt wird, es set unmöglich, eine era bjegung der Breise vorzunehmen, ist es interHerabsehung effant, an der Hand des Geschäftsberichts eines der größten Stoffe herstellenden Unternehmungen Groß- Berlins festzustellen, was es mit dieser Behauptung auf sich hat. Die Gesellschaft erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 1924 einen Reingewinn von etwa 650 000 m., aus dem sie eine Dividende von 12 Broz. zur Ausschüttung bringt. Die Bilanz der Gesellschaft ist äußerst liquide und enthält erhebliche stille Reserven. Nach den Mitteilungen über den Geschäftsgang, die in der Generalversammlung gemacht wurden, liegen aus dem Auslande und Inlande Aufträge vor, die der Geseilschaft bis ins dritte Quartal Beschäftigung gewähr leisten. Von den unsicheren Verhältnissen der Textilindustrie ist die Gesellschaft verschont geblieben. Sie erwartet auch für das laufende Geschäftsjahr ein gutes Resultat. Diese Darlegungen zeigen, daß es der Teriilmduftrie, besonders derjenigen, die die Stoffe zur Verarbeitung liefern, sehr wohl möglich ist, durch Preisherabsetzungen die Umfäge und damit die Produktion zu steigern. Wetter für Berlin und Umgegend. Teils heiter, teils wollig ohne erbebFür Deutschland.' Im Norden ftrichweise leichter Regen, überall mild. liche Niederschläge, fortdauernd febr mild bei mäßigen weitlichen Winden. Für 2 Mark 50 Pfennig ein zu jeder Zeit passendes Geschenk für die Hausfrau! 15 Päckchen der bewährten Oetker- Fabrikate, darunter die neu herausgebrachten Feinkost- Puddingpulver sind zusammen mit einem Rezeptbuch in einer hübsch ausgestatteten Auswahi- Packung vereinigt und bilden ein nutzliches und praktisches Geschenk für jeden Haushalt! In allen einschlägigen Geschäften zu haben. 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Eine Aufregung jagt die andere und so läßt, was eben noch die Gemüter erregte, in furzer Zeit nur noch die Verschwommenheit eines Traumbildes zurüd. So geht es mit Ereignissen, so mit Namen. Das tiefere Schürfen der Vorkriegsjahre hat einen mehr dem Tagleben weichen müssen. Doch wir haben wahrlich nicht soviel Kulturgut, daß mir perSchwenderisch damit umgehen fönnte, und gerade wir Jüngeren sollten einmal wieder bei den Alten in die Lehre gehen, um ihre Gründlichkeit und den tiefen Ernst ihrer Lebensauffassung uns zu eigen zu machen. Einer von ihnen war Franz Diederich, der am 2. April 60 Jahre alt geworden wäre, hätte ihn nicht schon vor 4 Jahren der Tod ereilt. Franz Diederich war seit Kriegsbeginn Redakteur des„ Bormärts", vorher arbeitete er als Redakteur in den Parteiblättern von Dresden, Bremen und Dorimund. Mehrere Jahre Gefängnis für jeine politische Betätigung blieben ihm nicht erspart. Doch uns intereffiert vor allem der Dichter und der Wissenschaftler, der mit Finer wahrhaft rührenden Gründlichkeit und Liebe Anthologien gerausgab. Seine Gedichtfammlung revolutionärer Lyrif Ban unten auf", die in zwei Bände geteilt die soziale und repolu. tionäre Dichtung von 1789 bis 1848, und im zweiten Band ihre neuzeitliche Nachfolgerin umfpannt, fann ohne Hebertreibung als bahnbrechendes Standardwert auf diesem Gebiet bezeichnet werden. Wie abgewogen und durchdacht ist jeder Sah in seinem Geleitwort. Nur einiges barumter möge für ihn, den Berstorbenen, felber zeugen, „ Dichter, die den Pulsschlag threr Seit gegen Sterben und Vergeben feiten, sind die Großkraftbewahrer der Geschichte". Oder mwieviel fonzentriertes Nachdenken und welcher dichterische Schwung in der Einleitung zu seinem Marg Brevier.„ Schöpfergeister sprengen bie räumliche und zeitliche Enge menschlichen Einzellebens. Sie bewegen sich mit Weltschritten und haben als Lebensfeld unter sich den Ader gedehnter Zeiträume. Säend, in weitem Bogen, treist ihre Riesenhand." Doch Franz Diederich war nicht nur Wiederbeleber, er hat unter anderem des Achtundvierzigers Glaßbrenner Unterm Brennglas" wieder der neuen Epoche geschenkt, sondern auch felber ein Dichter. General Ludendorff. Wiſſen wie er sich seinen früheren Anhängern jeht darstellt. ( Diese Karikatur stammt aus einem Flugblatt des Jarres Blods, gegen das die Berliner Böltische Freiheitspartei" feier lich protestierte). Beilage des Vorwärts seiner theologischen Studien in Halle sich praktisch und theoretisch mit Optif beschäftigt hatte, richtete sich in seinem Pfarrhaus eine Bertstait ein und arbeitete zunächst Mikroskope, die er ganz allein berftellte. Da er für diese Instrumente einen guten Abjag fand, so fom er auf den Gedanken, die damals nur durch Breffen und Handschleifen hergestellten Brillengläser auf Maschinen herzustellen. Er erfand eine Brillenschleifmaschine, auf der er gleichzeitig eine größere Anzahl Brillengläser schleifen fonnte und für die er ein fönigliches Patent erhielt. Diese Erfindung bedeutet für die Brillenindustrie dasselbe, wie für die Textilindustrie die Erfindung der mechanischen Webstühle und Spinnmaschinen. Der fleine Betrieb im Pfarrhause zu Rathenow fand bald die Anerkennung nemhafter Gelehrter; es wurden auch einfache optische Instrumente, wie Fernrohre und Mikroskope gebaut, und Dunder fabrizierte fogar Brillenfaffungen und Futterale, obwohl er die Herstellung dieser Teile nirgends gesehen hatte. An den Arbeiten beteiligte sich auch der andere Geistliche in Rathenow, Wagener, schieb aber nach dem Kriege von 1806 wieder aus. Nun arbeitete Dunder raftlos in den schwierigen Zeiten weiter und brachte das Geschäft nach den Freiheitsfriegen wieder in die Höhe, erfranite aber 1820 an einem Nervenfieber, dem geistige Umnachtung folgte. Sein Sohn Eduard Dunder erbaute 1834 das erste eigene Fabrikgebäude, und als 1840 sein Neffe Friedrich Emil Busch in den Betrieb eintrat, begann ein rascher Aufschwung. Der Betrieb wurde bedeutend erweitert und auf die ganze optische Industrie ausgedehnt. 1872 murde die Firma in die Emi- Busch- Aktiengesellschaft umgewandelt; sie beschäf.int heute über 1200 Arbeiter, und die Größe ihres Absatzgebietes beweist schon die eine Tatsache, daß von einem neuen Typ Operngläser alle 5 Minuten ein Glas fertiggestellt wird. Da in der Rathenower Werkstätte viele tüchtige Arbeiter herangezogen wurden, so machten sich manche unter ihnen felbständig, und feit 1850 entstand in Rathenom eine ganze Anzahl optischer Berl Stätten, die sich fast durchweg mit der Herstellung von Brillen und Brillengläsern befaßten. Heute steht Rathenom im Mittelpunkt der gefamten deutschen Brillenindustrie, und so hat dies einst so stille Städtchen durch die Gründung Dunders vor 125 Jahren eine Weltbedeutung erlangt. Seine foziale Sprie und vor allem ſeine Naturfyrit in den eine tiefe Dichter- und Gelehrtennatur. Seine niederdeutsche Heimat täglich unterfucht und gefunden, daß bei verschiedener Suftbruch she Worpsweder Stimmungen“ und„ Die weite Heide" zeugen von feiner Dichternatur. zu Was ist von diesem reichen Schaffen geblieben? Bon unten auf" ist in einem zusammengedrängten Bande das leßtemal 1920 erschienen. Statt sein von ihm selbst so liebes Wert erweitern und der neuesten Dichtung und legtem Geschehen ihr Recht geben 3 fönnen, mußte er es blutenden Herzens zusammenstreichen. Es ist eine Ehrenpflicht, Bon unten auf" wieder in vollständigem und fchönem Gewande herauszugeben und nach des Dichters Intentionen zu erweitern, denn all diese Gedichte sind wirklich dichterisch zu gab ihm ihre besten Kräfte. über vier Jahre der tahle Rasen im Stahnsdorfer Friedhof, boch Nun bedt ihn, ber ein so großer Naturfreund gewesen, schon fein geistiges Leben, solange es uns noch Starkes zu sagen hat, müssen wir uns erhalten. Das ist furchtbringende Bilicht und Dant barfeit zugleich. Bruno Schönlant. 125 Jahre deutsche Brillen- Industrie. die beiben Brebiger Joh. Heinr. Aug. Dunder und Sam. Chr. 125 Jahre maren am 1. April feit dem Tage verfioffen, an dem Wagener in Rathenow eine optische Schleifanstalt begrün beten und bamit die deutsche Brillenindustrie schufen, die heute ein fo wichtiger 3weig unferes Wirtschaftslebens ist auf bieles inter effante Jubiläum meist Karl Rabide in einem Auffah der Wochen fdrift.Die Umschau hin femmengestellt. Bo find feine Gedichtbändchen Die Hämmer dröhnen", mo seine starke Naturfyrik? Bergriffen, verweht. Nur der Arbeiterjugendverlag gab türzlich ein Bändchen Gedichte Jungfreudig Bolt" heraus und erfüllte damit eine ihn ende Dantespflicht, denn stets mar Franz Diederich ein Junger geblieben, auch mit grauent Haar. Die Jugendbewegung hat thm viel zu danken, er trat für fie 1908 in Dresden mit aller Wärme cin, als noch viele Ermachsene ihr mißtrauisch gegenüberstanden. Auch den Bildungsbestrebungen widmete er sein reiches und anstellten feit dem 16. Jahrhundert Brillen her, die gepresie und von regendes Wissen. Wenn höchstes Glück der Menschenkinder die Persönlichkeit ist, so ist Franz Diaberich dieses Bild in reichem Maße teilhaftig gemorden. Ich habe ihn nicht oft gesehen und gesprochen, doch ich empfand immer eine stille Liebe für biefen Mann. Und jezt, als ich beim Blättern in vergilbten Zeitungen und Zeitschriften in einem Nefrolog von W. Reimer das Wort von dem„ Gottvatergesicht fand, das er den Zügen des älteren Diederich gab, mußte ich leis lächeln und ihm doch recht geben. Er war feine überschwängliche, er war Auf der Schwelle des Lebens. 3] Bon Eugen Tschirikow. ( Autorisierte Ueberfegung von Adele Lampert) Au! Es tut meh, Tante!. Du haft eine Stecknadel!" Sie schwiegen ein Beilchen. " Wo ist Mama?" " Sie ist nicht wohl... Sie ist sehr müde. Geh schlafen.... Ich werde dich ausziehen. Und füffen?" Banja hatte es gern, wenn beim Schlafengehen die Mutter zu ihm tam, ihn füßte, den Rücken streichelte und fest die Decke unter die Füße stopfte. Heute merde ich dich küssen..." „ Und Mama?" Mama tommt schon von morgen ab.. " So schlau!... Ich will, Mama soll Ich sag's thr. Bielleicht kommt fie auch " Und was macht fie? Warum hat sie sich dort verschlossen?... Ich weiß, ich weiß! Wirst mich nicht anführen! Ich habe durch den Spalt gesehen: Sie betet dort zu Gott! Gewiß ist Aljoscha Prant?" Ja, trant. Schr frank..." „ Er wird nicht sterben, Tante?" So Gott will, wird er gesund... Komm!... Es ist Zeit, Liebling... Hörst, es schlägt schon neun?" Weißt du's nicht, hat Mama mir ein neues Pferdchen gebracht? Sie hat versprochen und warum ist unsere Njanja fort? Meinetwegen. Sie ist bös, fie hat auf Aljoscha geschimpft..." Mama tam diesmal nicht, Wanja zu füffen. Und er hat darauf gewartet.... Wie früher brannte in der Ede das rote Licht des Heiligenlämpchens. Wie lebendig ist es: es rührt sich, und zittert auf dem Heiligenbild.... Die Wanja nannte das Lämpchen Gottesauge". Heute brennen überall Lämpchen, in Aljoschas Zimmer und im Saal auch.... Aljoscha hat es nie getan, und jetzt hat mans auf einmal auch bei ihm angestedt.... Er wird böse fein, wenn er nach Hause fommt.. Tante zog Wanja aus, gab ihm einen Ruß und befreuzigte ihn. Streichele den Rücken!... Und die Dede?... Sted fie unter bie Füßchent" 50?" Seit Erfindung der Brille und bei ihrer allmählichen Einbürge rung handelte es sich um ein rein praktisch betriebenes Handwert, denn die wissenschaftliche Grundlage fehlte. Die Brillenmacherzünfte der Hand geschliffene Gläser in Leder- und Metallfassungen maren und von herumziehenden Hausterern neben allerlei Rürnberger Tand" verfauft wurden. Die Brillen wurden ausprobiert", und bre Auswahl mar willkürlich in das Guldünken des einzelnen gelegt. So blieb es bis ppr 125 Jahren, als die beiden Pfarrer den Grund stein für die Entwicklung der Brillenindustrie und damit der wissen. chafilichen Optit legten. Die Geiflichen hatten in jenen trüben Beiten ber napoleonischen Kriege ein geringes Gehalt, das nicht hin und nicht her reichte, und fahen sich daher gezwungen, nebenbei Geld zu verdienen. Der Prediger Dunder in Rathenow, der während " Und Mama? Sag ihr, sie soll das schwarze Band vom Hut abnehmen.... Wie eine alte Frau.. Nachts ging jemand in den Zimmern umher. Die Tante schlief im Kinderzimmer: fie wälzte fich hin und her und seufzte immer, und dort, in Aljoschas Zimmer, meinte jemand und flüsterte.. Gewiß ist es die Mama... warum schläft fie nidji? Mutterchen!" rief Wanja leise. Er wiederholte es noch einmal. Benn Mutterchen nach drei Malen nicht kommt, braucht man nicht mehr zu warten. Mut- ter- chen." Sie wird nicht tommen.... So bang ist's zu Mut.... So ftill ringsum und jemand geht vorsichtig, schleicht hin, wie auf Fußspizen.. Bam! Das Herz erzitterte: die Uhr hat geschlagen und so sonderbar geschlagen, wie eine Kirchenglocke. Die Uhr, die ist, als ob sie lebendig wäre... Es hämmert wie in der Schmiede im Dorf... Es flopft, es flopft, und dann bam! 2ffs ob sie wüßte, wieviel Zeit sie abgetlopft hat, und sagt es den Menschen... Boher weiß fie es? Wer hat die Uhr erfunden? Aljoscha hatte eine Uhr mit Deckeln... Man drückte auf den Knopf Aljoscha schläft jetzt gewiß nicht: wenn und sie sprangen auf.. Und man trant ist, ist's so heiß, und man hat immer Durst... Mama gewiß stöhnt er... Wenn man frant ist, stöhnt man. Gott fann allés betet zu Gott. Damit Aljoscha gesund wird. machen. Man muß nur zu ihm beten und er fdjidt gleich einen weißen Engel und der macht alles... 44 Banja richtete fich im Bettchen auf, fragte sich und fah nach dem Gottesauge. Gott blickt Wanja an. Es ist nicht Gott selbst, sondern Jesus Christus... Gott felbst ist alt, und Jesus Chriftus ist jung... Christus ist jung... Er ist gut, besser als Gott felbft. Er hat Kinder gern. Njanja sagte, daß, wenn er Gaffenbuben und Mädchen begegnet, er sie in die Arme nahm und auf seinen Schoß feste... Er ist sehr gut... Jefus Christus! Mach, daß Aljoscha gesund wird... Lieber Lieber Jesus Christus! Sag deinem Papa, er foll auf Aljoscha nicht böse sein... Aljoscha ist ein sehr guter Junge!... Manja befreuzte sich mehrmals, und machte tiefe Berbeugungen. Das letztemal geriet er mit dem Kopf gerade in die Kissen hinein und tat ganz ruhig: Tante regte sich. Auf einmal sieht sie, wie er betet!... Banja guckte mit einem Auge auf Tantes Bett und betet in Gedanken weiter: Mjoscha soll gesund werden, und die anderen sollen trant werden. Bom Wetterfinn. Wenn das Weiter sich ändert, fühlt gar mancher, der sich aus dem Krieg eine Wunde mitgebracht oder mit Rheina behaftet ist, die Vorzeichen dieses Umschwungs gar deutlich rungsvorgängen und Körperempfinden tommt, barüber ist man sich durch Schmerzen. Woher aber dieser Zusammenhang zwischen Witte= noch nicht flar geworden. In einem Auffah der Umfchau" unter fucht Dr. Pfaff diese Beziehungen. Er hat ein ganzes Jahr lang den Einfluß des Wetters auf Rheumatiker und Kriegsverlegte bogSchmerzen auftraten. Bei Barometerständen von 745 bis 750 Wiimetern, die mit dem Auftreten einer westlichen Depreffton verReaktionen aus; fie ftellten sich aber fofort ein, fobalb der dauernde bunden waren umd einige Tage anhielten, blieben die erwarteten Bustand der Wetterlage beendet war. Auch bei ausgesprochenen Hochbrudlagen blieben bie Schmerzempfindungen aus. Dagegen zeigten fich die Reaktionen sofort, wenn bei hohem Luftdrud Regen einirat. Aus den Beobachtungen ergab sich, daß die förperlichen Empfin bungen feineswegs durch Luftfchwantungen hervorgerufen werden. Much die Temperatur- und Feuchtigkeitsschmanfungen dürften nicht für das Auftreten ber Sdymerzerscheinungen verantwortlich gemacht bei Rheumatikern mitbestimmend war. Buffallender Beise stellten werben, wenn auch freilich der Feuchtigkeitsgrad der Luft namentlich sich die Störungen ein, wenn ein Gewitter zu erwarten war, und fn lag ber Gebante nahe, die Schwantungen der elettrichen 2ettfähigkeit der Atmosphäre als Reizurface an zunehmen. Stets machten sich die förperlichen Realtionen por ben Ginjehen des Regens und Gewitters bemeribar. Zu ähnlichen Ergebnissen ist der Schweizer Arzt Huber gekommen, der solche Ber fonen für seine Verfuche auswählte, die besonders start den Ausbruch des Föhmindes vorausfühlten. Huber kommt zu folgendem Resultat: Die Körperleitfähigkeit von Personen, die nicht mit Wetterfinn behaftet sind, ändert sich in demselben Sinne wie die Luftleitfähigteit; fie steigt und fällt mit dieser. Bei den mit dem Wetterfinn behojieten Berfonen aber ändert sich die Körperleitfähigkeit umgefehrt mie bie der Atmosphäre, d. h. fie nimmt eb, wenn die luftelektrische Beitfähigkeit wächst, fie wächst, wenn diese abnimmt. Der Widerstand, den die den Körper durchfließenden Ströme zu überwinden haben, nimmt also zu, wann der Widerstand der die Luft durchfließenden elettromagnetischen Ströme abnimmt." Danach würde also der Wetterfinn in einer eigenartigen Beziehung der Leitfähigkeit des Störpers zu der luftelettrischen Leitfähigkeit bestehen. I und sterben... Aljofcha hat ihnen nichts getan, und sie haben ihn im Gefängnis eingesperrt... Und sie sollen sterben. Sie haben's verdient... Angenehm, bequem mar es, fo zu beten, den Kopf in den Kissen. . „ Lieber Jesus Christus! Gib, baß ich bald groß werde und auch recht start bin... Stärfer als des Hausmanns Wasita. Und fehr mutig, wie ein Held.. Dann werd ich ihnen was geben. Sei gut zu Mama, und zu mir, und zu Aljosa, laß Papa in dein Himmelreich, und fie. fie sollen in die Hölle... Mit dem Teufel zusammen miffen sie dort leben... Im Feuer sollen sie sich quälen und nicht zu trinfen bekommen. " Lange betete Banja... Er erfann für sie alie Qualen und Unannehmlichkeiten der Hölle, von denen ihm die Njanja erzählt hatte... So schlief er ein, den Kopf ins Kissen gebohrt... Und er träumte einen prächtigen Traum: er stand am Tor, und ein großer zottiger Teufel führte sie in die Hölle. Ihre Hände waren mit Striden gebunden, und an den Füßen flirren Ketten, wie bei Buchthäuslern, und der Teufel geht mit einem langen Stod hinterher und schreit, sie sollen schneller gehen. Wanja bekam Angst vor dem zottigen Teufel und versteckte sich hinter dem Torflügel, aber der zottige Teufel rief ihm zu:" Fürchte nicht! Dir geschieht nichts!" Dann trat er wieder vors Tor und fragte: " Wohin damit?" " In die Hölle! Gott hat befohlen, sie in die Hölle zu tun," rief der zottige Teufel, sich umwendend Banja zu.. Aha! Hab dit's doch gesagt, Wasika!. Wer hat recht?... Jeht siehst du's." IV. Polizei kam und brachte Aljoschas Schließforb. Zwei PolizeiLeute waren es: ein hoher, und der andere ein einfacher Schuhmann. Wanja gudte durch den Türspalt, und in feinen fleinen Augen blitte ein großer Haß. Wieder sind sie da! Was wollen sie noch? Und er hatte Angst und doch Luft, ihnen zuzurufen, fie sollen sich fortscheren. fortscheren... Die Mama spricht mit ihnen... Irgendein Papier haben sie ihr gegeben und lassen sie schreiben. Mamas Hand zitiert, und die Lippen bewegen sich... Und sie sagen über Aljoscha: Mäsche laut Verzeichnis, Bücher, Ueberzieher, Jackett.. Mama mintte mit der Hand und drehte sich um zur Wand. Als sie fort waren, blieb sie neben Aljoshes Sorb stehen und[ ah lange auf ihn nieder, dann tniete sie neben denselben und legte den Kopf auf den Deckel... " Und weinte, ed ( Fortjegung folgt.) Theater Lichtfpicle nfw. Staats- Theater Opernhaus 7 Uhr: Aida Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: Tiefland Schauspielhaus 7% Uhr: Sintflut Schiller- Theater Ph: Charleys Tante Gr.Volksoper in Theat. d Westens 7 Uhr: Freischütz Volksbähne 7: Schneid. Wibbel Deutsch. Theater 72 Uhr: Oskar Wilde Kammerspiele 7 Uhr: Zum ersten Male Sie selber nennt sich Helsinge Komödie in 3 Akten von Wilh. Stücklen Regie: A. E. Liche Bühnenbiider; Hermana Krekan Die Komödie Rattadam 206/201 8 Uhr: Der Diener zweler Herren Theater 1.d. Rexiggrätzer Str. 8 Uhr: Heimliche Brautfahrt Komödienhaus & Uhr: HAREM Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Bessau SCALE 8 Uhr: VARIETE. REVUE Lessing- Theater Tägi.& Uhr: Das weite Land v.Arth. Schnitzler Arnold Korif Jalins Falkenstein Olga Limburg Trianon- Th. Täglich& Uhr: Yoshiwara Sanden Erich Kaiser- Titz Blanche Dergan Kleines Th. Tägi.& Uhr: Leop. Konstantin Die Großfürstin and der Zimmerkellner Hans Mierendorff als Liesegang Margarethe Kupfer als Tonis Mutter Li Dagover als Toni Seldewitz Jandorf's Strumpf- Abteilungen unerreicht in Auswahl und Preiswürdigkeit Einige Beispiele: Damen- Strümpfe feinfidis. Ferse u. Spitze verstärkt, primaSeidenflor, breiter Doppelrand, Doppelsohle, Hochferse, schwai z, farb. 0.58 1.65 Damen- Strümpfe rand,-Sohle, schwarz, grau, mode pr. Kunstseide, klares Gewebe, Flor. 2.15 Herren- Socken graumeliert oder farbig HEUTE URAUFFÜHRUNG DER DEMÜTIGE UND DIE SÄNGERIN TERRA FILM NACH DEM BEKANNTEN ROMAN DER BERLINER JLLUSTRIRTEN ZEITUNG VON FELIX HOLLAENDER MANUSKRIPT: MAX GLASS UND E. A. DUPONT REGIE: E. A. DUPONT PHOTOGRAPHIE: W. BRANDES ARCHITEKT: O. F. WERNDORFF AUFNAHMELEITUNG: HANS HOFMANN LIL DAGOVER HANS MIERENDORFF MARG. KUPFER E. LEITHOFF LOUIS RALPH ARNOLD KORFF HARRY HALM OLGA LIMBURG PAUL BILDT 7 UND 9 UHR UFA- THEATER Admiralspalast TAUENTZIENPALAST Letzter Tanzabend & Unr: Karsavina fanzt Central Theater 7% Uhr: Die versunk. Glocke Deuts Opernhaus T: Orpheus In der Unterwelt Metropol- Theater 8 Uhri Tausend süße Beinchen Neues Theat. amZoo Tägi. 8 Uhr: Die weiße Weste Th. in Hommand. Str. Tägilch 3 Uhr: USCHI von Jean Gilbert Sig Bachm 31 Uhr. Mein Leopold ( Keine Freise) Theater d. Westens Barl Operngasisp. Sonnt. Bachm. Uhr: Martha mit Mizzi Fink Residenz- Th. Tägt. 8 Uhr BUNBURG Vetto, Ehser, Kassner Deatsch. Künstertheat. 8 Uhr; ,, Riquette" Operette von Oscar Straus Lustspielhaus 8 Uhr: Guide Thieischer D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiehaverdamm 8 Uhr. Der blonde Traum Wallner Theat. 18 Uhr: Romeo u Julia VORVERKAUF 11-1 UHR 7UND 915 UHR UFA- THEATER Damen- Strümpfe ferbig schwarz. 0.48 Herren- Socken schwarz mit farbig unferlegt. Jacquardmuster. ... 0.95 Herren- Socken Seldenfor mit farbigem Längsstrelfen. 1.25 Belle- Alliance- Str.* Gr. Frankfurter Str.+ Brunnenstr. Kottbusser Damm* Wilmersdorfer Str. WALHALLA Rose- Theater 7 Uhr: THEATER Graupenmiller Weinbergsweg, Thalia- Th. Rosenthaler Tor. 8 Uhr: Täglich 7% Uhr Ber blonde Engel EnsembleGastspiel Hermfelddes im Intimen Theater Metropol- 1. Theater 80. Theaters Blowstraße 6 Per große Suhlager Lachstarme! Gräfin Wer ist Mariza Original Besetzung der Vater? Herrnfeldiade i.3 A. Casino- Theater Letterteger Str. 37 Tägl.8 Uhr Ausstattung Bes hilligste Theater Barlins Roelle volkst. 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VORVERKAUF 12-2 UHR Ehren- und Freikarten in beiden Theatern ungültig Ab morgen! Ufa- Theater Tauentzienpalast Wochentags: 5, 7, 9 Uhr Sonntags: 3, 5, 7, 9 Uhr Ufa- Theater Turmstrasse Wochentags: 788 u. 915 Uhr, Sonntags 430, 700, 915 Uhr Arnold Kor als intendant Eberhard Leithon als Demütiger and Kapellmeister Olga Limburg als Trude Wessely scheint vielen Rauchern die richtige Antwort auf die vorgesehene Erhöhung der Tabaksteuer von 20 auf 70 Proz. Nach statistischen Veröffentlichungen hofft man auf 7 Millionen Mark pro Monat von den deutschen Rauchern, das bedeutet anderwärts eine Ausgabe von 7 Millionen Mark monatlich an das Ausland für eingeführte Tabake. Der beste Protest gegen diese unsinnige Ausgabe ist und bleibt die, Putschtabletto". Sie erhält die Gesundheit und den Geldbeutel des Rauchers in Ordnung. Mit dem Gebrauch der Putschtablette hört das Rauchbedürfnis auf. Sohon nach Genuß einer einzigen Tablette hört das Rauchen auf. Nichtraucher die ihre Freunde gerne weniger rauchen sehen würden, schenken ihnen Putschtabletten meistens unter dem Vorwand, es seien Hustentabletten. Putschtabletten schmecken wie Pfefferminztabletten. Hausfrauen die ihren Gatten in dieser Hinsicht sparFast Jeder Raucher raucht zuviel. samer wünschen, machen es ebenso. Hervorragende deutsche und amerikanische Aerzte haben neuerdings festgestellt, daß die in erschreckendem Maße um sich greifende Arterienverkalkung hauptsächlich auf das übermäßige Rauchen zurückzuführen ist. Mit Putschtabletten", der genialen Erfindung des deutschen Arates Dr. med. Rascher, hat man es nun in der Hand, sich den Rauchgenuß einzuschränken oder ganz abzugewöhnen. Zu einer vollständigen Abgewöhnungskur sind 8 Schachteln notwendig. Zum Einschränken genügt eine einzige Schachtel. Die Schachtel mit 20 Tabletten kostet frei Haus nur 1,20 Mark. Putschtabletten sind garantieri unschädlich. Sie sind gesetzlich geschützt und von hervorragenden Aerzten bestens empfohlen. Bestellen Sie sofort gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Betrages direkt bei der ,, Putsch" G. m. b. H., Stuttgart, Urbanstraße 31 c. Ich Putsche! CIRCUS BUSCH Tägl. 7%, Stgs. auch 3 Uhr: DIE ERSTE GROSSE CIRCUS- REVUE Hajd usch Kusch 3uBusch 20 lustige Bilder aus 20 Alt- und Nex- Berlin von Adolf Steinmann Heinrich Bötel der 72 jährige Ritter vom hohen ,, C" Besonders hervorzuheben: Auf dem Alexanderplatz Auf dem Mars Das Fest der Venus Auf der Circuskuppel Gr. Gala- Vorstellung Im Circus Busch in Anwesenheit Sr. Maj. Mers L Clowns 100 In der Manege In der Manege 100 Die Venus zu Pferde Der Kongreh der Denkmäler Alt- Berlin an der Fischerbrücke An der Jannowitzbrücke Auf zur Banmblüte nach Werder! Circus unter Wasser! Das lustige Tenfelsrad in der Wasser- Manege! Alles rutscht und alles kracht! Alles schwimmt und alles lacht! Parole: Heuch usch Kusch Busch Theater am Kottbusser Ter. Tagl. 8 Uhr und Sonntag nachm. 3 Ubr Elite- Sänger. Kolossales April- Programm! salager auf Schlager. Volkstümliche Preise WINTER PORTEN Enrico Rastelli im Rahmen ds unerreicht April- Spielpl. Ste 3 halbe Preise. Rauchen gestattet