Nr. 160 42. Jahrg. Ausgabe A nr. 82 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich B. Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Suremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Boll und Reit" mit„ Gied Jung und Aleingarten" fomie ber Beilage Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags cinmal. Telegramm- Adresse: + Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltige Nonpareille, geile 70 Pfennig. Reklamegrile 4 Reichsmart. Kleine Anzeigen" das fettgedrudie Wort 20 Breunig ( zuläffia zwei fettgedruckte Borte), febes weitere Wort 10 Pfennig. Stellengesuche das erfte Wort 10 Pfennig. febes meitere Wort 5 Bfennig. Borte über 15 Buchftaben zählen für amci Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 Pfennig. Anzeigen für die nächste Summer milffen bis 4 Uhr nachmittags int Sauptgeschäft. Berlin SW 63, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 4. April 1925 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 37536 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenfaffe Lindenstraße 3 Marx gegen Jarres. Gemeinsame Kampfkandidatur der Sozialdemokraten, des Zentrums und der Demokraten gegen den Rechtsblock. Zwischen den Beauftragten der Sozialdemokratischen| Partel, der Zentrumspartei und der Deutschen Demokratischen Partei fanden gestern abend im Reichstag in Anwesenheit des früheren Reichskanzlers Marg neue Berhandlungen statt. Nach einem gründlichen Gedankenaustaus und einer umfaffenden Programmdarlegung des Herrn Marg befchloffen fie einstimmig( die deutschen demokratischen Bertreter unter Borbehalt der Zustimmung ihres Parteiausschusses, der am Sonntag zusammenfritt), Herrn Reichskanzler a. D. Wilhelm Marg zur Wahl als Reichspräsidenten vorzuschlagen. Im Anschluß an die abschließenden Verhandlungen zur Aufstellung der Kandidatur Marg haben 20 Bertreter der drei republikanischen Parteien noch am Freitagabend den Antrag zur Aufstellung von Marg an den Reichswahl leiter gerichtet. Diesem Antrag ist ein Schreiben des Reichsfanzlers a. D. Marg beigegeben, in dem er sich zur Annahme der kandidatur bereit erklärt. Otte Braun zum preußischen Ministerpräsidenten wiedergewählt. Wilhelm Marr als gemeinsamer Kampffandidat gegen Jarres aufgestellt und ein Weg, ein Ziel: Nieder mit dem Rechtsturs! Marr gegen Jarres! So. wird der Kampfruf Tauten. Denn die Einigung der Parteien der Beimarer Koalition bedeutet für den Rechtsblock den Zwang, an Jarres festzuhalten. Jarres ist wieder in Berlin. Der Loebell- Ausschuß wird nicht umhin können, ihn abermals als Kandidaten zu proflamieren. Der Beschluß unserer Partei, die Einigung mit Zentrum und Demokraten auf die Kandidatur Mary zu vollziehen, auch er ist aus dem Willen geboren: Nieder mit dem RechtsDie Deutsche Sozialdemokratie hat im ersten Wahlgang einen weithin leuchtenden moralischen Erfolg erzielt. Jezt gilt es, ihn zum praktischen Erfolg umzuwerten. furs! Das ist zunächst dadurch geschehen, daß Otto Braun gestern zum preußischen Ministerpräsidenten gewählt wurde. Für wie lange?" rief man auf der Rechten zurüd. Darauf ist zu antworten: Die Ministerpräsidentschaft Brauns wird jedenfalls länger dauern als dieser Landtag." Setzt die reaktionär- kommunistische Garde ihr staatszerrüttendes Spiel fort, dann gibt es nur eins: 2andtagsauflösung! Parole: Nieder mit dem Rechtturs! Der zweite praktische Erfolg wird bei der Entscheidung am 26. April zu ernten sein. Es gilt, diese Entscheidung zu einem Berdift des Volfes gegen den Rechtskurs zu gestalten. Die Sozialdemokratische Partei hat sich nach ruhiger Heberlegung zur Zurückziehung ihres eigenen Kandidaten entfchloffen, weil es nach ihrer Ueberzeugung leichter sein wird, mit einem gemeinsamen republikanischen Kandidaten den Gegner, den Kandidaten der Monarchisten, Herrn Jarres aus dem Felde zu schlagen. Sie wollte nicht das Risito laufen, daß Braun etwa glänzender Zweiter, Herr Jarres aber für sieben Jahre Präsident der Deutschen Republik wurde. Bolitik treiben heißt ein Ziel mit den Mitteln verfolgen, die Erfolg versprechen. Das Ziel ist: Nieder mit dem Rechtsfurs! Das erfolgversprechende Mittel ist Aufstellung eines republikanischen Sammelkandidaten. Es gibt Parteigenossen, und es sind gewiß nicht die schlechtesten, denen der Berzicht der Partei auf die eigene Kandidatur im zweiten Wahlgang sehr schmerzlich ist. Aber er ist erfolgt. Er ist erfolgt in der Absicht, den Sieg der niederträchtigen Feinde der Republik und der Arbeiter klasse zu verhindern. Jetzt gilt es, mit demselben prachtvollen Schwung, den unsere Bewegung im ersten Wahlgang beseelte, den angestrebten Erfolg zu erreichen. Das Bolt soll am 26. April den Schiele, Schlieben, Reuhaus und Kanig, den Jarres, Loebell, Borsig, Bögler und Killinger deutlich sagen, daß es nicht von ihnen regiert zu werden wünscht. Es soll den ungezogenen Kindern im preußischen Landtag zu verstehen geben, daß es nicht mehr mit sich spielen fäßt und eine Störung der durch die Wahl Brauns wiederhergestellten republikanischen Ordnung nicht gestatten mird. Zwei Lager werden am 26. April einander gegenüber Stehen: Auf der einen Seite die Arbeitgeberperbände famt ihren gelben Anhang, auf der anderen die freien, chrift lichen und Hirsch- Dunderschen Gewerkschaften. Auf der einen Seite die nationalen Offizierver bände, auf den anderen Seite die Organisationen der Mannschaften. Auf der einen Seite die Hausbesikervereine, auf der anderen Seite die Mietervereine. anderen Seite die Organisationen der Konsumenten. Auf der einen Seite der Reichslandbund, auf der woolf, auf der anderen Seite Reichsbanner Schmar 3 Auf der einen Seite Stahlhelm, Wifing, WerRot- Gold. Auf der einen Seite Deutschnationale und Bolksparteiler mit den ihnen anhängenden Splitterparteien, auf der anderen Seite Sozialdemokratie, Zentrum und Demokraten. Auf der einen Seite Jarres, auf der anderen Seite Marr Stehen aber die Dinge so, dann fann es für den Mann und für die Frau aus den breiten Maffen des Volkes überhaupt feine Frage mehr geben, auf welcher Seite sie mitzu fämpfen haben! Luther greift ein! Der Kampf wird nicht leicht werden, gewiß! Wohl hatten die Parteien, die sich jetzt auf Marr geeinigt haben, im ersten Bahlgang vor dem Jarres- Block einen Vorsprung von rund 1% Millionen Stimmen. Aber der Jarres- Block bekommt von Ludendorff immer noch eine gute Biertelmillion dazu- und dann sind noch die Reserven von rund 11 Millioneit Wählerinnen und Wähler da, die dem ersten Wahlgang ferngeblieben sind. Um sie wird sich jetzt ein heißer Kampf entspinnen. Soll der Sieg über den Rechtsturs gewonnen werden, wählt haben, am 26. April an die Urne, um den Gegner von dann müssen der letzte Mann und die leßte Frou, die am 29. März sozialdemokratisch, demokratisch oder Zentrum geJarres, also Marr zu wählen, und es muß alles getan werden, um das schlafende Heer der Nichtwähler zum Kampi gegen den Rechtskurs zu wecken. In eine einigermaßen schwierige Lage fommt die BaneHerz zieht sie nach rechts, aber Jarres ist der Kandidat des rische Volkspartei mit ihrer einen Million Stimmen. Ihr Evangelischen Bundes! Ihre Sorgen find nicht die unseren. Wahlgang 3 arres treu. Diese Schildhalter der. äußersten Die Kommunisten bleiben natürlich auch im zweiten Reaktion, als die sie sich im Reichstag und im Landtag bewährt haben, fönnen nun einmal nicht anders. Sie haben trotz ihrer Die drüben haben sie verstanden. Nieder mit dem Rechtsturs!", ist die Parole. großen Berluste den Arbeiterkandidaten Otto Braun im ersten Die drüben haben sie verstanden. Wahlgang immer noch um 1.8 Millionen Stimmen bringen fönnen und haben damit das Ihre dazu beigetragen, daß diese Arbeiterkandidatur in ihrer Aussicht auf den ganzen Sieg gefchädigt wurde. Jezt schreien sie wie üblich über„ SPD.schaften möglichst viel Stimmen wegzunehmen und den Siez. Verrat" und tun alles, um dem Kandidaten der Ge werfGewerk. der Arbeitgeberverbände und der Sozialreaktion nach Kräften zu fördern. Als Otto Braun zum Ministerpräsidenten gewählt war und die Einigungskonferenz der drei Barteien unmittelbar bevorstand, berief der Kanzler der Rechtsregierung, Herr Barteien zu sich. Er beschwor sie, unter Berufung auf eine Luther, in fliegender Haft die Führer der bürgerlichen Anregung des Abg. Leicht von der Bayerischen Bolkspartei, Wolfsleben zu verschärfen drohe", zu vermeiden und einen einen zweiten Wahlgang, der ,, die trennenden Momente im gemeinsamen Kandidaten aufzustellen. Als folchen empfahl er den stellvertretenden Reichspräsidenten Dr. Simons. Und zwar sollte Simons nicht in der Volkswahl, fondern nach Annahme eines verfassungsändernden Gesetzes durch den Reichstag gewählt werden. trieben wurde etwas gewußt? Wir halten das für ausgeHat Herr Simon von dem Spiel, das hier mit ihm geschlossen. mit der Sozialdemokratie in Verhandlungen standen, sich nicht Selbstverständlich fonnten Zentrum und Demofraten, die hinter dem Rücken der Sozialdemokratie, auf einen bürgerlichen Sammelkandidaten einigen. Es gab also eine zweite Konferenz mit Hinzuziehung Von der Sozialdemokratie. einem verfassungsändernden Gefeß, das die Volkswahl ausschaiten follte( das man aber nicht ohne Sozialdemokratie hätte machen fönnen), war nun nicht mehr die Rede. Wohl aber schlug Herr Luther nochmals Herrn Simons als Einheitskandidaten vorDon den Deutschnationalen bis zu den Sozialdemokraten! Stunde später war die Kandidatur Mart gegen den Die Unterhaltung war furz und ergebnislos. Eine Rechtsblod proflamiert. Müssen die Angst haben! Auch ihre Sorgen sind allen Göttern sei es gedankt! nicht die unferen. Mögen sie sich blamieren, wie sie fönnen, Die Sozialdemokratie hat sich mit Zentrum und dende Niederlage zu bereiten. Demokraten geeinigt, um dem Rechtskurs eine entscheiJegt fordert es die Ehre der Partei, daß jeder Genosse und jede Genoffin ihre Pflicht tun! Republit oder Monarchie! Anerkennung der Sozialdemokratie als der großen Staatspartei der Re turses! Das heißt: Anerkennung der Arbeiter und der Maffen publif oder parteiisches Regiment zugunsten des Rechtsdes„ niederen" Bolles überhaupt als gleich berechtigter Staatsbürger oder Aufrichtung des alten Herrenregiments! Nationalismus oder Friedenspolitif! Zwei Lager! Ueber dem einen meht die Fahne unserer Partei. Bo unsere Fahne weht, da müssen wir fämpfen! Wo unsere Fahne weht, da muß der Sieg sein! unsere Fahne weht, da muß der Sieg sein! Nieder mit dem Rechtsturs! Borwärts und durch! Die zweite Niederlage. Der Zusammenbruch der Krisenmacher in Preußen. Jetzt auf einmal hegt die Rechtsregierung die zärtliche Die Wiederwahl Otto Brauns im Preußischen LandSorge, daß die trennenden Momente im Bolfsleben nicht tag war für den Block der Deutschnationalen und der Deutverschärft werden dürfen! Nachdem man uns im ersten Wahl- fchen Volkspartei die Besiegelung ihrer Niederlage in Preußen. gang mit der Provokationskandidatur Jarres gekommen Sie haben Krise um Krise heraufbeschworen, sie haben im war! Nachdem man monatelang zur Vorbereitung die Sozial- Bunde mit den Kommunisten monatelang verhindert, daß demokratie mit Rotfübeln übergossen hatte! Nachdem man die in Preußen geordnete Regierungsverhältnisse herbeigeführt Magdeburger Bagatelle zu einem Monate dauern würden alles, um sich gegen den Willen der Wähler in die den Sensationsprozeß aufgezogen hatte, um den ersten Mann Preußenregierung einzuschleichen. Diese Versuche sind zu des deutschen Volkes, den verstorbenen, zu Tode geheizten Strich durch die Rechnung gemacht, die Wahl von Dito Braun Ende. Das Wahlergebnis vom 29. März hat ihnen einen Reichspräsidenten als ,, Landesverräter" abzustenipeln! Jezt auf einmal diese zärtliche Sorge, jezt auf einmal, nachdem ftellt die Lage wieder her, die sie zu verändern wünschten. sich herausgestellt hat, daß hinter der Rechtsregierung nur eine Minderheit des Volkes steht und daß die Republikaner mur zusammenhalten müssen, um zu siegen! Vorwärts und durch! Der in letzter Stunde unternommene Versuch der Rechtsregierung, unter Verzicht auf den Stresemonn- Schüßling Jarres die Einigung her brei Parteien zu hintertreiben. zeigt, wie richtig die Sozialdemokratie handelle, als sie diese Ginigung vollzog. Im letzten Augenblid meinten sie noch, durch ein Obſtruktionsmanöver ihre endgültige Niederlage zu verschleiern. Auch das mißlang. Das„ Berliner Tageblatt" schreibt über dieses Manöver: Man hatte nämlich erwartet, daß ein zweiter Wahlgang notwendig werden sollte und dafür die Parole ausgegeben, daß die Deutschnationalen und vermutlich auch die Deutsche Volkspartei, diefe menigstens zu einem Teile, den Saol verlassen und das Haus beschlußunfähig machen sollten. Damit wollte man erreichen, ben empörten Bählern draußen wenig. frens einigermaßen das Gesicht zu wahren, indem man die Wiederwahl Brauns bis Ostern verzögerte. Denn man jah mit Recht poraus, daß draußen im Lande die deutschnationale Wählerschaft einigermaßen erstaunt sein wird zu sehen, daß nach einem wüsten, monatelangen Kampf derselbe Ministerprä. sident wiederkehrt, den man unter so großem Zantam gestürzt hatte. Aber aus dem Manöver wurde nichts; Braun war gewählt." Die Wut des enttäuschten Rechtsblocks ist grenzenlos. Seine Presse macht aus ihren Gefühlen fein Hehl. Die " Deutsche Tageszeitung" schreibt: Otto Braun im ersten Wahlgang gewählt! Nach allem Borangegangenen natürlich feine Ueberraschung. Aber aus erregten Rufen bei der SPD: nun wird aufgelöft! in feiner ganzen Bedeutung gefennzeichnet. Die Genossen haben es jetzt in der Hand, den Zeitpunkt einer eventuellen Neuwahl zu bestimmen. Sie haben es in der Hand, nach Bertagung des Landtags willkürlich zu schalten und zu walten." Die„ Deutsche Tageszeitmg" fürchtet die LandtagsaufLösung? Hat fie Angst vor den Folgen? Hat sie nicht selbst die Landtagsauflösung gefordert? Im übrigen tobt die Rechtspresse ihren 3orn gegen Demokraten und 3entrum aus, denen sie zugemutet hatte, der Rechten zur Preußenregierung zu verhelfen. Es besteht da eine gewisse Arbeitsteilung. Deutsche Tages zeitung" und Deutsche Zeitung" schlagen auf das Zentrum los, der Lokal- Anzeiger" auf die Demofraten. Der Rechtsblock wird beim Wiederzusammentritt des Landtags neue Sabotageversuche unternehmen. Diese Ber juche werden ein rasches Ende finden. Mit Recht schreibt die Bossische Zeitung": Eine Ohrfeige für Verleumder. Spieker antwortet der ,, Nationalpost". Herr Karl Spieter, Ministerialdirektor z. D., teilt mit: Die Berliner Nationalpost", das offizielle Organ der Deutschnationalen, die gegenwärtig die Hauptstüge der deutschen Reichsregierung sind, fündigt am Freitag größere Enthüllungen" an, die meine Tätigkeit als Chef der Abstimmungspropaganda in Oberschlesien" betreffen. Ich habe schon einmal zu durchsichtigen parteipolitischen Zwecken die niedrigsten Angriffe wegen meiner Tätigkeit in Oberschlesien schweigend über mich ergehen lassen, weil ich als attiver politischer Beamter nicht in der Lage war, der gegen mich losgelassenen Meute so entgegenzutreten, wie es mir heute möglich ist. Ich habe mich damals auf die Führung eines Beleidi. gungsprozesses beschränken müssen, der damit endete, daß der zusammengebrochene Beklagte sich als das unschuldige Opfer eines gemeinen Schurtenstreichs hinstellte und reuig alle gegen mich erhobenen Beschuldigungen aurud nahm. Während der Berhandlungen um die Bildung der Reichsregierung nach den Dezemberwahlen des vorigen Jahres wurde mir bereits von gutmeinender Seite mitgeteilt, daß ich wegen meiner politischen Einstellung neuer, angeblich tödlicher" Angriffe mich zu gewärtigen habe. Nach dem Tode des Reichspräsidenten Ebert wurde ich erneut von einer anderen befreundeten Seite, deren politische Verbindungen im Lager der Rechten wurzeln, dringend gewarnt, mich für die Kandidatur Marg einzufeßen, weil sonst gegen mich fyftematisch vorbereitete persönliche Angriffe erfolgen würden. Die Kandidatur Marg für die Reichspräsidentenwahl scheint gesichert, und prompt erfolgt heute früh in der Nationalpost" die Ankündigung der Angriffe, die mir jeit langem angedroht find. Weil der politische Gegner nicht mit fachlichen Argumenten unterzufriegen ift, wird er nach erprobtem Muster mit dem schon bewiesenen Talent in einen Standal" verwickelt, der ihn gefechtsunfähig machen in einen Standal" verwickelt, der ihn gefechtsunfähig machen foll. Daß ausgerechnet die Presse, die nationale Gesinnung in Erb. pacht genommen hat, meine Tätigkeit in Oberschlesien zum Kampf gegen mich für geeignet hält, fann für alle, die meine oberschlesische Tätigkeit fennenzulernen Gelegenheit hatten, nur als Beweis jeden Tätigkeit fennenzulernen Gelegenheit hatten, nur als Beweis jeden Mangels an nationaler Gesinnung dieser Bresse angesehen werden. frattion und der deutschnationalen und vaterländischen Berbände in Schlesien, die in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit mir schwere Jahre im Abstimmungsgebiet durchlebt haben, ob auch sie den Mut haben, die Wiederaufnahme des Kampfes gegen mich wegen meiner oberschlesischen Tätigkeit als national zu bezeichnen. Jeder, der weiß, welche Aufgaben mir in Oferschlesien oblagen und die feigen Burschen, die hinter diesen Angriffen gegen mich stehen, miffen es ganz genau, weiß allerdings auch, daß meine Arbeit in Oberschlesien, die unter dem Druck des Friedensvertrags, einer feindlichen Bejagung und der ständigen Wachsamkeit von hunderten Berleumdern, und Ehrabschneidern Schlupfwinkel bietet, in denen polnischer Spizel und Insurgenten getan werden mußte, unschwer fie fich um so sicherer fühlen, als sie die Gewißheit haben dürfen, daß der Angegriffene nicht das Wohl von Hunderttausenden Deut. scher, die dem Vaterlande entrissen worden sind, aufs Spiel setzen scher, die dem Vaterlande entrissen worden sind, aufs Spiel setzen wird. Die Rücksichtnahme auf den verlorenen Teil Oberschlesiens wird mich aber nicht bewegen, den Schmugfinten, deren einzige geistige Waffe der Standal ist, etwas zu ersparen, was ihnen zukommt. Die Herriot- Krise vorläufig beigelegt. Doch bleibt die Lage kritisch. Als der Nationale Block vor Jahresfrist politisch abgewirtschaftet hatte, hinterließ er seinem Nachfolger in der Regierung, dem Linksblod, eine troft lose finanzielle Lage. Dennoch sabotiert die Opposition die Bemühungen der Linksmehrheit, durch radikale Maßnahmen dieser Schwierigkeiten Herr zu werden. Zunächst ver suchte sie durch Obstruktion, die Verabschiedung des Etats in der Deputiertenfammer ins Uferlofe zu verschleppen, und als ihr dies mißlungen war, setzte sie ihre Hoffnungen auf den Senat, in dem die Mehrheitsverhältnisse weniger flar find und wo sich alle möglichen Intriganten als Regierungsfreunde ausgeben, aber immer wieder außer der Reihe tanzen. Einer von diesen unsicheren Kantonisten, der Senator Henry Bérenger, verstand es, als Generalberichterstat ter für den Etat alle von der Kammer beschlossenen einschnei denden Maßnahmen, die sich vor allem gegen das Großkapital richten, entweder so auszuhöhlen oder gänzlich zu streichen, mit dem Erfolg, daß das zum erstenmal feit Jahren in ein mirtliches. Gleichgewicht gebrachte Budget nur noch durch inflationistische Maßnahmen hätte wiederhergestellt werden können. Während nun ein Teil der Regierungsmehrheit und der Regierung selbst, darunter der Finanzminister Clementel, zu Kompromissen, wenn nicht gar zur Kapitulation vor diesen Treibereien großfapitalistischer Interessentenfreise neigten, stellten die Sozialisten der Regierung in ultimativer Form das Berlangen, festzubleiben. Da Herriot mit der sozialistischen Unterstügung steht und fällt und da außerdem die große Mehrheit der radikalen Deputierten auf Kampf gegen den Senat und das Großfapital eingestellt ist, so fiel die Entscheidung der Mehrheit der Regierung zugunsten einer Sanierung des Budgets durch eine Rapitalabgabe nach der Art des deutschen Reichsnotopfers, doch follte diese Absicht einstweilen geheim bleiben, teils aus politischen Zuverlässigkeitsgründen, teils aber auch, um nicht neue Nahrung den von den nationalistischen Großbanken gefliffentlich verbreiteten ungünstigen Gerüchten über die Ges teilte jedoch der Finanzminister Clementel am Donnersbag nachmittag im Senat die Absichten des Kabinetts dennoc mit, daß sich Herriot gezwungen fah, von dieſem eigenartigen Mitarbeiter abzurüden. " Man ist also heute zum Ausgangspunkt der Bra fibententrife zurüdgetehrt und hat sie damit abge schloffen. Das Spiel mit der Ministerpräsidentenwahl, das durch die Sabotage der Rechtsparteien drei Monate lang... betrieben, werden Sabotage der Rechtsparteien drei Monate lang betrieben werden mußte, ist zu Ende. Eine Neuwahl des Ministerpräsidenten in Preußen wird sobald nicht mehr erforder- Sch frage aber die Mitglieder der deutschnationalen Reichstagsfährdung des französischen Kredits zu geben. Seltsamerweije lich werden, denn wenn die Rechte ihre bisherige Tattit fort setzen sollte, die Weimarer Koalition und die Regierung an fach licher Arbeit zu hindern, dann wird von dem Mittel der Auf lösung des Landtages Gebrauch gemacht werden." Die gewiffenlose Krisenmacherei des Rechtsblods in PreuBen ist zu Ende. Das Bolt hat sie deutlich genug verurteilt! Das Schweidnitzer Urteil. Ein neuer Beitrag zur deutschen Rechtspflege. Schweidnih, 3. April.( Eigener Drahtbericht.) Der Schweld Schweidnih, 3. April.( Eigener Drahtbericht.) Der Schweld. nitzer Prozeß gegen das Striegauer Reichsbanner ist am Freitag beendet worden. Das Urteil spricht 15 2ngeflagte frei. Der Hauptangeklagte Stadtrat müller wird zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht hält ihn des schweren Landfriedensbruches und der Rädelsfüh. rerschaft überführt Unter Zubilligung mildernder Umstände wird ihm die Untersuchungshaft von 6 Wochen angerechnet. Angeflagter Lehrer Geburt wird freigesprochen. Die von der Ber teidigung beantragte Entschädigung für die von Geburt erlittene Untersuchungshaft wird abgelehnt. Der vierte Hauptargetlagte Haensel wird ebenfalls freigesprochen. Die anderen Angeflagten er halten Gefängnisstrafen von 4 Monaten bis zu einem Jahr. Bei 5 Angeklagten befürwortet das Gericht Strafauslegung. Die Tatsache, daß das Gericht über das vom Staatsanwalt beantragte Strafmaß bei einer ganzen Reihe von Angeklagten hinausging, zeigt die politische Einseitigkeit des Prozesses. Allerdings war bei ber Zusammensetzung des Gerichts, dem bekanntlich als Schöffin die Borsitzende des hiesigen Königin Quise.Bundes und als einer der Richter eine erst vor wenigen Wochen aus dem Stahlhelm" ausgeschiedene Persönlichkeit angehörten, von vorn herein Objektivität nicht zu erwarten. Rauschgifte der Nachkriegszeit. Negeraufstand in Südwest. London, 3. April.( Eigener Drahtbericht.) Die füdafrikanifche Regierung, die das mandat des Bölferbundes über die ehemalige deutsche Solonie Südwestafrifa inne hat, teilt mit, daß dort ein allgemeiner Aufstand der schwarzen Bevolterung ausgebrochen fel, mit dem Ziel der Selbständig teit Südwestafritas. Die Eingeborenen haben bereits an den Völkerbund nach Genf telegraphiert und verlangen feine Intervention zugunsten ihrer vollkommenen Unabhängigkeit. Die füdafrikanische Regierung hat alle verfügbaren Streiffräfte, insbesondere auch die Luftfahrzeuge, nach Südwestafrika dirigiert, um den Aufauch die Luftfahrzeuge, nach Südwestafrika dirigiert, um den Auffland niederzufchlagen. ist verloren. Immer wieder wird er die Injektion erneuern und bald eine ungeheure Dosis vertragen, die den Gesunden töten würde. Der Morphinist ist schon an feinem erschreckend greisenhaften Aus fehen zu erkennen. Die feruelle Potenz läßt bald nach und ver schwindet schließlich vollständig. Der, chronische Morphinist wird willensschwach, verliert jedes altruistische Gefühl, vernachlässigt seinen Beruf und seine Angehörigen, lebt nur feinem Gistrausch. Ent ziehungsturen find häufig ergebnislos. Man wendete früher das Rofain als Entziehungsmittel für den Morphinisten an. Der Batient verlor seine Freude am Morphium und wurde dafür Rotainist. Der heutige Kokaingenuß wird nicht so sehr durch Injektion, als durch Schnupfen erzielt. Nur ein Teil des weißen Bulvers wird von der Schleimhaut aufgesaugt, ein Teil bleibt ungelöst, wird bei der nächsten Schnupfenerfrankung reforbiert und die ungeheure der nächsten Schnupfenerfranfung reforbiert und die ungeheure Dofis führt manchmal raschen Tod herbei. Die Krankheitssymptome find ähnlich denen bei Morphiumgenuß. Rörperlicher Verfall, be fonders Geschwüre in der Nase, die endlich die Nasenscheidewand fonders Geschwüre in der Nafe, die endlich die Rafenscheidewand burchlöchern. Zu den geistigen Erscheinungen der Teilnahmslosigkeit und dem Egoismus gegenüber den Mitmenschen fommt noch ein anderes Moment: das Auftreten perperfer Neigungen, besonders bei dazu prädestinierten Individuen. Uns droht aus Amerita ein neues Rauschmittel. Der Bortragende nennt es mit Absicht nicht. Denn nur zu bald wird es auch bei uns Eingang gefunden haben, wird seine schredlichen Wirkungen entfalten. Die entseglichen Folgen der Narkotika haben Amerita zu energifchen Bestimmungen bewogen. Bei uns fehlt noch jegliches Eingreifen in dieser Richtung. Hier sollte der Staat für die Gesamtheit begreifen forgen, unterstützt von jedem einzelnen, der mitarbeiten will gegen die Dämonen der Rauschgifte. Die Nachwirtungen des großen Stahlbades" zeigen fich auf jebem Gebiet. Nicht nur volkswirtschaftliche und allgemein- foziale Schäden find es, sondern ihnen stellt sich gleichbedeutend der gestei gerte Genuß von Rauschgiften in den weitesten Kreisen an die Seite. Einen umfassenden Ueberblick über die Ausbreitung der Rauschmittel feuche gab nun jüngst in der Wiener Urania Universitätsprofeffor Dr. Alexander Bilcz in außerordentlich flarer und verständlicher Weise. Es ist bemerkenswert, daß der Alkoholgenuß in den Kriegsjahren auf ein unbedeutendes Minimum fant. So gibt die Staliftit an, daß Berlin 1913 noch 12 Proz. alkoholische Geistestrante aufwies, mährend im Jahre 1916 nur mehr 3 Proz. zu verzeichnen waren. Doch mit dem Umfturzjahr steigt von neuem die Prozentziffer der chronischen Alkoholiter, ja wird beinahe höher, als sie es früher war. Es ergibt sich nun die Frage, woran der chronische Alkoholiter zu erfemmen ist. Wo setzt der Mißbrauch ein, wo hört der Gebrauch auf? Intelligenzproben ergaben die Antwort. Man ließ Rüchterne und leicht Alkoholisierte einfache Rechenaufgaben lösen. Bei den Altoholikern war eine deutlich herabgeminderte Leistungsfähigkeit zu fonstatieren, die sogar noch drei bis vier Tage an dauerte. Und doch ist dieser Versuch nur von geringer praktischer Bedeutung, ebenso wie von mäßigem Alkoholkonsum auch nicht als non Unschädlichkeit für den Organismus gesprochen werden fann. Chronischer Alkoholismus fäßt sich nicht nach dem Quantum beurteilen, sondern nach der Wirtung. An fich selbst tann man Teicht erkennen, ob man bereits chronischer Altoholifer ist. Man is gewöhnt, allabendlich ein Glas Bier zu trinken. Einmal nun seit man aus. Man bringt die Nacht schlecht zu, faum daß man ein Auge fchließen fonnte. Diese Erscheinungen sind die Anfangsstadien des chronischen Alkoholikers, die ersten Anzeichen der Entziehungserscheinungen. Es ist die höchste Zeit, mit dem Trinken aufzuhören. Oder man wird bald das Opfer fürchterlicher Beinigungen, der Tierhalluzinationen. Der Alkoholiter fieht im Säuferwahnsinn um sich die verschiedensten Tiergestalten. Biele Jahre vor Ausbruch des Delirium tremens hat er nun diese Borstellungen in feinen Träumen. Außerdem noch eine andere Art des Traumes: Er steht wiederholt Ueberschwemmungen und Wolkenbrüche. Bielleicht Symbole seiner täglichen Beschäftigung. Der Atoholismus ist nicht nur ein individuell hygienisches, sondern auch ein soziales Problem. Hier bewahrheitet sich wieder einmal das biblische Wort: Und die Sünden der Väter werden gerächt bis ins britte und vierte Geschlecht." Denn der dauernde Alkoholiker zeugt häufig minderwertige, zur Fallsucht neigende Nachkommen. Mehr als der Alkohol leisten dem Menschen, der sich betäuben will, zwei Gifte einen großen, bedeutenden Dienst phium und Kotain. Gewöhnlich wird der an großen Schmer zen Leidende durch die ihm zuerst vom Arzt verabreichte Dosis Morphinist. Beim normalen Menschen wird die Injektion wohl die Schmerzen aufheben, doch treten dafür Kopfschmerz und Erbrechen ein. Der pathologisch Veranlagte verliert jede Schmerzempfindung, aber außerdem steigert sich sein Wohlbefinden, wohl auch die geistigen Leiftungen. Wer einmal diefe Morphiumeuphorie" gekostet hat, Mor Otto Deigner, Bien. Das Denkmal der Arbeit. Am 4 April 1905 wurde der Bildhauer Constantin Meunier durch einen Herzschlag seinem Schaffen entrissen, das in seiner Gesamtheit ein großartiges Denkmal der Arbeit darstellt. nicht nur die vier gewaltigen Reliefs, die er im letzten Jahrzehnt seines Lebens zu einem Denkmal der Arbeit gestaltete, fondern alle seine plastischen Werke verherrlichen die Arbeit, und er ist der erste gewesen, der dem Arbeiter eine Monumentalität verlieh, die man vorher in dem schlichten Schaffen des Autags nicht gesehen hatte. Er selbst hat die Not des Lebens, die bittere Mühe im Kampf ums Brot ganz durchgekostet, bevor er sich zu einer folchen Berklärung in seiner Plastik durchrang. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, das jüngste von sechs Rindern, in der Jugend schwächlich und frant, litt er viel, und sein Freund Verhaeren schrieb von ihm: Bis zu feinem 15. Jahre hat er alle Abende geweint". Sein älterer Bruder, ein vortrefflicher Kupferstecher, wies ihm den ersten Weg zur Kunst, und es wurde der heißeste Wunsch des Knaben, bei dem berühmten Bildhauer Frailin lernen zu dürfen. Da er fein Geld hatte, um die Stunden zu bezahlen, so verdingte er sich bei dem Meister als Atelierdiener und begnügte sich, ihm in den wenigen freien Minuten, die ihm blieben, bei der Arbeit zu beobachten. Doch die Begeisterung erstickte allmählich dabei, und er wandte sich zunächst der Maleret zu, in der Offenbar hegten die offenen und geheimen Gegner Herriots die Hoffnung, diesen Einzelrücktritt in eine allge meine Rabinettstrise zu verwandeln. Doch hat die Schnelligkeit, mit der Herriot die Lücke ausgefüllt hat, und zwar durch den auch in der Mitte des Senats einflußreichen Senator de Monzie, dieser Gefahr vorgebeugt. Nach diese Wahl schon deshalb als besonders glücklich, weil de Moneinem Drahtbericht unseres Pariser Mitarbeiters gilt fogar zie, der in der Frage der Botschaft beim Vatifan eine von der Regierung abweichende Stellung einnahm, somit aus einem gefährlichen Gegner in eine Stüße der Regierung verwandelt wurde. Unser Berichterstatter spricht sogar von einem Sieg der Linken als bisheriges Fazit der Krife, fügt allerdings hinzu, daß die Lage der Regierung im Hinblick auf die un gebeuren finanziellen Schwierigkeiten, die es schnell zu meistern gilt, ernst bleibt und daß ähnliche Ueberraschungen wie am Donnerstag auch in nächster Beit nicht ausge Ichloffen find. Wenn es nun wahr ist, wie ,, Europa Pres" meldet, daß am geftrigen Lage Loucheur, der betannt lich die Nachfolgerfchaft Clementels cbgelehnt hat, zu Herriot gegangen ist, um ihm die Opposition feiner 42töpfigen Gruppe der radifalen Linten gegen die Steuerpläne der Regierung anzumelden, so wäre dies allerdings schon jetzt ein bebentliches Zeichen: denn die radikale Linke, die burch den Handelsminister Rainaldy in der Regierung vertreten ist, bildet in der Kammer das Zunglein an der Wage. Geht sie zur Oppofition über, dann verfügt das Kartell der Linken nur noch über eine Mehrheit von höchstens zehn Stimmen. Damit wäre wohl das Schicksal Herriots besiegelt. er an dem Franzosen Millet und dem belgischen Armeleutemater de Group hohe Vorbilder fand. Im belgischen Hüttenbezirt, in der Brorinage, erhielt er die Anregung für sein Schaffen, und so hat er zunächst die unheimliche Großartigteit biefes fchwarzen Landes" gemalt, erlebte in der Arbeit des Bergmannes, in den Gestalten ber Steinfohlengruben und Hochöfen das Heldenlied des Schaffens, tas damals Zola im Germinal" dichtete. Die Schönheit, die sit in der Haltung und im Ausdruck des arbeitenden Menschen offenbart, eroberte er sich zuerst mit Stift und Pinsel, bevor er es magte, sie mit Modellholz und Meißel zu gestalten. Erft als reifer Mann fehrte er zu seiner Jugendliebe, der Blastit, zurück, und in den zwei Jahrzehnten, die ihm noch geblieben, hat er ein Werk geschaffen, das als das monumentale Denimal der Arbeit" fortlebt. Gleich fein erstes Wert, der Hammermeister" pon 1886, zeigt seinen plastischen Stil fast ausgereift, und in einem weiteren Läuterungsprozeß stieg er nun zu immer größerer Einfach heit der Linie, zu immer stärterer Betonung des Wesentlichen empor. Die fleinen Bronzen, in denen er feine Eindrüde fejihielt, haben eine Größe und Innerlichkeit, die der Kunst eine neue Welt, eine neue Anschauung erschlossen. Eine Denkschrift der Reichsregierung über die Einheitskurzfchrift. Der Bildungsausschuß des Reichstages befchäftigte fich mit der Frage der Einheitsfurzschrift. Der Berhandlung lag ein deutschnationaler Antrag zugrunde, der auch von der Deutschen Volks. partei unterstützt wurde und der die Regierung ersucht, im Einver nehmen mit den Ländern die zur Einführung der Einheitskurz schrift getroffenen Maßnahmen so lange auszufezen ,, bis der für bie Brüfung des Syſtems eingefegte Länderausschuß das Cinheits. fyftem geprüft und gegebenenfalls geändert habe. Staatssekretär Schulz fündigte eine Denkschrift über die Einheitskurzschrift an und bat, die Abstimmung bis zum Borliegen dieser Prüfung zu ver tagen. Ein dahingehender Antrag wurde mit Stimmenmehrheit abgelehnt und der Antrag auf Ausfegung der Maßnahmen an.. genommen. Litauische Bolfsschulforgen. Die litauische Zeitung„ Lietuvos Sinios", das Organ der voltssozialistischen Partei, zeichnet ein ergreifendes Bild von Kinderelend in Litauen. Eine Statistit der Boltsschulen des Kreises Tauroggen hat nach dieser Zeitung folgendes ergeben: 14 Proz. der Schüler besuchen die Schule, ohne am Morgen ein Frühstüd zu befommen, 37 Broz. haben feit Abendessen, 28 Pro3. effen überhaupt nur einmal am Tage, 50 Broz. effen niemals Fleisch, obwohl diefes in Litauen fast dreimal billiger ist als in Westeuropa. Eterspeisen bekommen täglich mur 2 Proz der Schüler. Ueber 90 Broz. der Kinder erwiesen sich als unterernährt und blutarm. Die Zahl der Boltsschüler fintt in allen Kreisen, da die schlecht ernährten Kinder wenig Lust zum Schulbesuch zeigen. Tanjmalinee. Jutta lamt bringt am 19. Abril im Theater am Kurfürstendamm mit ihrer Tanzgruppe ein teilweise neues Brogramm zur Aufführung. Beginn 12 Uhr. Konzert des rheinischen Madrigalchors. Auf Beranlassung des Ar beiter- Sängerbundes, Gau Berlin, gibt der rheinische Madrigalchor, aus Duisbung am 7., abends 7, Uhr, in der Garnisonlirche ein Stonzert. Eintrittskarten zu 1 M. auch am Eingang. Die Gewerkschaften bei Dr. Simons. Alarmruf gegen die Steuer- und Wirtschaftspolitik des. Rechtsblocks. Stürmische Landtagsfitung. Der stellvertretende Reichspräsident Dr. Simons hat im Die Notverordnungen an den Hauptausschuß. Laufe des Freitag Bertreter der Hirsch- Dunderschen, der Christlichen und der Freien Gewertschaften empfangen, um sich über die Stimmung innerhalb der Arbeitnehmerschaft zu informieren. Bom ADGB. waren Graßmann, Hermann Müller, Spliedt und Eggert, vom AFA- Bund Aufhäuser er schienen. Einleitend gab Graßmann ein sehr deutliches Bild über die Stimmung in den Kreisen der Lohn- und Gehaltsempfänger. Benn auch seit Einführung der festen Währung eine gewisse Ent. spannung eingetreten sei, so befänden sich doch selbst die in Arbeit stehenden Arbeitnehmer in einer sozialen Bedrängnis. In zahlreichen Judustrien entspreche die Kauffraft des Lohnes nicht dem Vorfriegsstand. Schuld daran sei das Beharren der deutschen Industrie auf den aus der Inflationszeit gewohnten Kaltulationsmethoden. Bolkswirtschaftlich gefünder und politisch flüger sei es, auch den breiten Schichten Ersparnisse zu ermöglichen. Die Summe dieser Ersparnisse sei der Produktionsbelebung günftiger. Dieser wün fchenswerte Zustand ließe sich aber nur herbeiführen, wenn der Lohndrosselung Einhalt geboten werde. Die Belastung der breiten Masse mit direkten Steuern sei um fo unerträglicher, als die Vermögenssteuer abgebaut werde. Hierzu trete die scharfe indirekte Belastung durch Umsatzsteuer und 3ölle. Sie werde noch verschärft durch Lohnsteuerzuschläge. Obschon die sozialen Lasten gewachsen seien, führten verschiedene Erscheinungen der letzten Zeit zu dem Schluß, daß die Regierung dem Drän gen der Unternehmer auf Abbau der Sozialpolitik teinen Widerstand entgegensege. Der Antrag der Deutschen Bolkspartei auf Bekämpfung der Leberegelfeuche in Oberheffen wird in einer vom Landwirtschaftsausschuß vorgeschlagenen Fassung angenommen. Vertagung bis zum 28. April. Der Landtag nahm nach der Wahl des Ministerpräsidenten eine| daß aus technischen Gründen die Neuwahl am 26. April nicht mög Reihe von Eingabenberichten entgegen. lich ist.( Lachen rechts.) Bedauerlich ist, daß die Deutsche Boltspartei den Weg er Deutschnationalen im Ständigen Ausschuß mitgegangen ist. Hätte das Staatsministerium anders gehandelt, welche Borwürfe wären dann von der Rechten gegen die Stillegung der Staatsmaschine erhoben worden! Die Berordnungen werden wir genehmigen, aber nur als not verordnungen. Die Hauszinssteuer darf in der neuen Form nur vorübergehend sein; die endgültige Regelung fann freilich nur im Reich erfolgen. Der Finanzminister ist ja berufen, an ihr tüchtig mitzuarbeiten. Aus der Steuerpofifif der Rechtsregierung im Reiche wird wohl Aehnl.ches herauskommen, wie in der Auswertungsfrage, in der die Deutschnationalen eine schamlofe Demagogie getrieben haben. Wie werden die Herren der Opposition dastehen, wenn das Urteil des Staatsgerichtshofs gegen fte ausfällt? Der Antrag des Hauptausschusses zu den Anträgen und An fragen über die Notlage der Küstenfischerei und auf Förderung der Herings- und Rüftenfischerei geht dahin, das Staatsministerium zu ersuchen, langfristige Amortisationsdarlehen zu mäßigem Zinssatz zum Wiederaufbau der Heringsfischereiflotte zu gewähren sowie der Küstenfischerei erhöhten Schuß zu verschaffen. Bon einem tommunistischen Redner wird die Forderung der Gewährung zinslofer Darlehen erhoben und gegen den Aus Schußvorschlag, daß bei Abschluß von Handelsverträgen die Belange der Küstenfischerei und der Fischindustrie berücksichtigt werden, polemistert. Abg. Herold( 3tr.) wendet sich gegen die Rechte. Das JunkerDie Ausschußanträge werden unverändert angenommen. tum erhebt wieder Anspruch auf Borrechte in einer Form, die sich Die Uranträge und Großen Anfragen betr. die Haffkrankheit als Beleidigung des Boltes darstellt.( Wiederholter Beifall.) Wenn am Frischen Haff sollen nach dem Antrag des Hauptausschusses das Volk hungert, haben die Junker positive Mitarbeit zur durch die Annahme des Antrages der Demokraten in folgender Abhilfe zu leisten.( Lärm rechts. Ruf: Sie verhindern das ja!) Fassung erledigt werden: Das Staatsministerium ist zu ersuchen, Eind die Beziehungen der Deutschnationalen zu den Kommu 1. beim Landtage als einmalige Ausgabe den Betrag von zunächst nisten näher oder zu uns?( Lärm.) Wenn Herr v. d. Osten 25 000 m. zur Durchführung einer planmäßigen Untersuchung durch seine Politit nach den Weisungen des heiligen Stuhls einhierfür besonders abgeordnete Sachverständige jeder der in Berichten will, dann fönnen wir in alle Zukunft in vollster Harmonie tracht kommenden Wissenschaften anzufordern; 2. zur Linderung der zusammengehen.( Große Heiterkeit.) Die positive Mitarbeit haben bei den Fischern eingetretenen Not ausreichende Mittel auch unter wir bis jetzt bei den Deutschnationalen vermißt. Die Sentrums bei den Fischern eingetretenen Not ausreichende Mittel auch unter Ueberschreitung des Haushalts zur Verfügung zu stellen. partei hat seit Jahren die Volksgemeinschaft erstrebt.( Buruf rechts: Auf sozialistischer Basis!) Zur Boltsgemeinschaft gehören auch die Sozialdemokraten.( 3uruf rechts: Jllufion!) Der Schluß der Rede wird von dem betäubenden Lärm der Rechten übertönt. Das 3entrum läßt der Rede demonstrativen Beifall folgen. Von den Kommunisten werden zur Linderung der Not der Haffischer 500 000 M. als fofortige erstmalige Ausgabe und baneben monatliche Entschädigungen gefordert, die von den schuldigen Industrieunternehmungen zu zahlen feien. Die Ausschußanträge werden unverändert angenommen. Hierauf setzt das Haus die gemeinsame Beratung der am März 1925 mit Gefeßestraft erlassenen 28. Notverordnungen Genosse Spliedt erläuterte eingehend, daß die Berichte der Unternehmer über die unerträgliche soziale Belastung der Produktion teineswegs den Tatsachen entsprächen. Er schilderte die volkswirtschaftliche Gefahr einer weiteren Mietsfleigerung. Genoffe Eggert behandelte den verhängnisvollen Ein. fluß der Industrie und der Landwirtschaft auf das Zustande fommen der Handelsverträge und schilderte die bedenkliche Aus- fort. wirkung der internationalen Vertruflung an der Hand von Abg. Pied( Remm.) legt Verwahrung ein gegen die BerBeispielen. Genosse Aufhäuser schilderte die Lage der Anordnungen, die auf ungefeßmäßigem Wege dem Bolte aufgestellten, die unter der Deflationskrise besonders zu leiden haben, gezwungen worden seien. Nicht die Demokratie, sondern die Ditta tur der Bourgeoisie zeige sich hier. Die Regierung sei der Schie und begründete die beschleunigte Schaffung der Arbeitslosen bung" der Weimarer Koalition zu Hilfe gekommen, um fo reaktio versicherung. Die Lohnsteuer fei in den letzten Monaten autonäre Bestimmungen zur Durchführung zu bringen. Jeht wolle man matisch immer weiter gestiegen. Eine Sentung der Lohnsteuer und die Entscheidung des Landtages wieder umgehen oder doch bis nach die Herauffeßung der Grenze für das steuerfreie Einkommen müsse der Reichspräsidentenwahl verschieben durch Ueberweisung der Ber fofort erfolgen. Die Schaffung des endgültigen Reichswirtschaftsordnungen an den Hauptausschuß. rates müsse sofort erfolgen. Deutschnationale Fernwirkung. Nach der Ablehnung des Handelsvertrages. Rom, 3. April.( WTB.) Der Umstand, daß der Reichstag ( Reichstagsfommiffion) den Handelsvertrag mit Spanien abgelehnt hat, benutzt die„ Agenzia di Roma", um vor dem Abschlusse eines Handelsvertrages mit Deutschland zu warnen, da diesem ein ähnliches Schicksal blühen könnte und alsdann die ganze Arbeit umsonst geleistet worden wäre. Dazu komme, daß die ganze Konzession an Italien auf der Grundlage der Spanien gewährten Meist begünstigungsklausel beruhe, so daß diese Konzession an Italien in der Luft hänge. Die Handelskammer. Bremen fandte an den Reichsaußen minister anläßlich der Ablehmmg des deutsch- Spanischen Handels. verlages burch den handelspolitischen Ausschuß des Reichstags folgen des Protesttelegramm: „ Die Wirtschaftstreife Bremens find durch die Ablehnung des deutsch spanischen Handelsveriages start beunruhigt Sie er roarten, daß die Reichsregierung die Annahme des Abfonumens im Reichstagsplenum nachdrücklich betreibt. Eine Nichtratifizierung bringt für Handel, Schiffahrt und Industrie ichmere Gefahren; mmvermeidliche Folge wäre eine Ber. mehrung der Arbeitslosigkeit, während die Ratifizierung der deutschen Volkswirtschaft im ganzen außerordentlich förderlich sein würde. Handelstammer Bremen." Jmmer langsam voran. Aus dem Auswertungsausschuß des Reichstags. Der Aufwertungsausschuß des Reichstages behandelte die Ent schließung des Abg. Keil( S03.), worin die Reichsregierung ersucht werden soll, zum Zwecke der Beschaffung von Mitteln für die Auf wertung der offentlichen Anleihen dem Reichstag einen Gesezentwurf vorzulegen, durch den die Bermögen, die in der Kriegs- und Nach friegszeit neu entstanden sind, einen Zuwachs erfahren oder sich nicht wesentlich vermindert haben, einer Sonderbesteuerung unterworfen werden, wobei die Vermögen, die eine bestimmte Größe nicht übersteigen, freizulaffen find. Hierzu beantragte Abg. Eniminger( Baŋr. Bp.), daß die Regierung alsbald eine Dentschrift vorlegen möge über die Durchführbarkeit der in der dritten Steuernotverordnung vorgefehenen Inflationssteuern und über die im Antrag Steil genannten ermögens, Ausgleichssteuer und Ver. mögens Zuwachssteuer. Im übrigen solle der Antrag Keil Dem Steuerausschuß überwiesen werben. Abg. Hergt( Dnat.) wollte den Keilschen Antrag gemeinschaft lich mit dem Steuerausschuß beraten. Des Weiteren beantragte er die Einführung einer Steuer auf einen etwaigen Inflations gewinn bei Grundstücksveräußerungen. Im Verlauf der Aussprache gab ein Bertreter des Reichsfinanzministeriums die Erklärung ab, daß die Vorarbeiten für eine Dentschrift über die im Antrag Reil vorgesehenen Inflations feuern bereits erledigt feien, und daß daher die Dent. schrift in allerfürzester Zeit dem Reichstag zugeleitet werden fönne. In der bestimmten Erwartung, daß diese Dentschrift unmittel bar nach wiederzufammentritt des Reichstags dem Aufwertungsausschusse vorliegen werde, beschloß der Ausschuß, die endgültige Entscheidung über ein die Inflationsgewinne beffeuerndes Gefeh in der ersten Sigung nach Offern zu treffen. Urteilsrevision in Bayern. Ein sozialdemokratischer Erfolg. Der Rechtsausschuß des Reichstags nahm die endgültige Abstimmung über den sozialdemokratischen Antrag auf Erlaß eines Gesetzes über die Wiederaufnahme des Berfahrens gegen Urteile der Bayerischen Bolts. gerichte vor. Gegen das Gefeß stimmten die Deutsch nationalen, die Wirtschaftspartei und die Bayerische Bolfspartei, so daß der Entwurf mit fiebzehn gegen neun Stimmen angenommen wurde. Im Leipziger Tichefa- Prozeß ist gestern endlich die Beweis. aufnahme geschlossen worden. Heute sollen Blädoyers des Reichs anwalts und der Berteidiger beginnen. Dem Schluß der Beweis anwalts und der Berteidiger beginnen. Dem Schluß der Beweis aufnahme gingen noch endlose Debatten zwischen Berteidigung und aufnahme gingen noch endlose Debatten zwischen Berteidigung und Reichsanwalt über neue Beweisanträge voraus. Diese wurden aber vom Gericht ausnahmslos abgelehnt. Abg. Riedel( Dem.) bezeichnet die Opposition gegen die NotDerordnung als fachlich völlig ungerechtfertigt. Die Ob struktion habe bereits bei dem Protest gegen die Nichträumung Kölns in verderblicher Weise eingesetzt; sie habe die Berabschiedung wichtiger Gesetze durch Beschlußunfähigmachung des Landtags selbst verursacht. So habe der Ständige Ausschuß die Aufgabe löfen müssen, über staatsnatwendige Entwürfe zu entscheiden.( An haltende Unterbrechungen rechts). Ein ungewöhnlicher Notftand habe vorgelegen.( Widerspruch rechts.) Da der Landtag nicht verfammelt war, mußten zur Behebung des Notstandes Regierung und Ständiger Ausschuß in Attion treten. Der frühere Finanzminister v. Richter habe bei gleichem Anlaß in gleicher Weise gehandelt; so feien seinerzeit nicht weniger als sieben Notverordnungen gemacht worden. Jetzt protestiere die Deutsche Volkspartei lediglich aus parteipolitischer Einstellung heraus. Typisch sei es gewesen, daß am Donnerstag der Vertreter des ostpreußischen Junkertums, Herr von der Osten, die kommunistischen Stimmen für seine Mehrheit in Anspruch genommen habe. Er habe auch Gottes Hilfe. angerufen; bis jetzt habe aber der Gott der Rechten bei den Kom munisten gefelfen. anhaltender Proteststurm der Rechten ein. Die Schluß Bei diesen Worten fetzt ein to fender, minutenlanger rufe mollen fein Ende nehmen. Bergeblich versucht Bizepräsident Garnich, der andauernd die Glocke schwingt, die Ruhe wieder herDer Redner fann nicht weitersprechen. Schließlich ver zustellen. läßt Bizepräsident Garnich seinen Platz. Die Sigung ist damit aufgeflogen. Die neue Situng. Die 3 Uhr 17 Minuten unterbrochene Sigung wird nach einer Viertelstunde wieder eröffnet. Bizepräsident Garnich teilt aus dem Stenogramm den Wortlaut der Aeußerung des Abg. Riedel mit. Danach hat der Redner wört. lich gejagt: Herr Abg. v. d. Offen hat im Ton ärgffer Blasphemie davon gefprochen, daß Sie mit Gottes Hilfe uns besiegen werden. Meine Herren, nicht so hoch! Bisher hat Ihr Gott immer auf der Seife gefeffen.( Heiterfeit links.) Mit der Kommunisten Hilfe haben Sie gefiegt!" Bizepräsident Garnich erflärt, er habe diese Aeußerungen nicht gehört, da er ein Gespräch geführt habe; sonst hätte er den Redner sofort unterbrochen. Hierauf fezt bei der Linken, besonders bei den Demokraten und Sozialdemokraten erneuter großer Lärm ein. 3urufe: Warum?! Unerhört! Die weiteren Worte des Bizepräsidenten Garnich gehen in dem großen Lärm unter. Er erklärt schließlich, daß es feine Pflicht sei, Ruhe herzustellen, und dem Redner wieder das Wort zu verschaffen. Er bitte, die Angelegenheit mit der Rüge als erledigt zu betrachten, und den Redner weitersprechen zu laffen. Abg. Riedel( Dem.) fetzt darauf seine Rede fort und erklärt: Wer sich in seinen religiösen Gefühlen durch meine Borte getroffen fühlt, follte zunächst auf feine eigenen Worte sehen. Sie ( nach rechts) haben die Hilfe Gottes gegen uns ange. rufen.( Großer Lärm rechts.) Die Rechte habe die Hilfe der Kommunisten immer in Anspruch genommen zum Zwede der ( Erneuter großer Lärm. Die Staatsverneinung. Deutschnationalen verlassen unter Protest den Saal) Abg. Ladendorff( W. Bg.) erklärt, die Arbeit des Ständigen Ausschusses sei nicht nötig gewesen. Es habe teine Notwendigkeit vorgelegen, das Plenum bei der Entschließung über die Notverordnungen auszuschalten. Wenn es zu Neuwahlen fommt, wir fürchten Sie nicht!( Lachen in der Mitte.) Abg. Gieseler( Bölt.) wendet sich, andauernd durch Zurufe aus der Mitte unterbrochen, mit großer Schärfe gegen die erlassenen fünf Notverordnungen, benen jede verfassungsmäßige Grundlage fchlt, und ferner gegen die sogenannten republikanischen Parteien, die sich als völlig unfähig erwiesen haben. Preußen zu regieren. Abg. Dr. Leidig( Bp.) erklärt, der Abg. Riedel scheine den Unterschied der früheren Situation, als Herr v. Richter in einem Kabinett saß, das von dem Vertrauen des Landtages getragen war, mit der neuerlichen nicht zu verstehen, wo ein Ministerium ohne Bertrauen lediglich die laufenden Geschäfte zu erledigen habe. Die Wahl Brauns wird neue harte Kämpfe in Preußen zur Folge haben. Wir stellen fest, daß Preußen ein Objekt geworden ist in der großen politischen Kombination des Zentrums auf dem Gebiete des Kampfes um die Präsidentenschaft. Das wird von weiten Kreifen verstanden; für weitere Aufklärung werden wir sorgen. Ich hoffe, daß unser der Sieg sein wird.( Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Herold( 3tr.) wendet sich gegen die Angriffe der Abgg. Leidig und Graef. Eine Behauptung, bezüglich der Beziehungen der Deutsch nationalen zu den kommunisten habe er nicht aufgestellt, sondern nur eine Frage an das Haus gerichtet. Für eine„ Boltsgemeinschaft" mit den Rechtsparteien allein sei das Zentrum nicht zu haben. Dem Juntertum habe er nur bestritten, daß sie von vornherein als Bevorrechtete gelten müßten. " Ministerpräsident Braun hat in einem Schreiben an den Landtagspräsidenten mitgeteilt, daß er die Wahl zum preußischen Ministerpräsidenten annimmt. immer fonsequent gewesen, nämlich in der Richtung auf das Ziel, Abg. Dr. von Campe( DBp.): Das Zentrum ist fatsächlich die Weimarer oalition zu erhalten. Man gestand uns ein Sozialistenreines" Kabinett zu, aber mit Severing als Fach fein Spiel mit Borten! Lachen links.) Ueber die Einzelheiten minister!( Große Heiterkeit rechts. Burufe lints: Bir treiben des Beamtentabinetts habe die Deutsche Boltspartei von Herrn Marg nichts erfahren fönnen. Herr Herold aber habe auf unsere lieben Brüder von der anderen Fakultät, die Sozialdemokraten", hingewiesen.( Heiterkeit.) Jetzt wisse man doch, jezt, nach der heutigen Wahl, wohin die Reise gehe. Unter einem Staatspräsidenten wäre eine fünfmal wiederholte Ministerpräsidentenmahl unmöglich. Das Zentrum hat alle Versuche, auf einer anderen Grundlage eine Regierung zu bilden, sabotiert.( Große Unruhe im Bentrum.) Abg. Herold( 3.): Ohne das Austreten der Deutschen Volkspartei bestände die Große Koalition wohl heute noch; die Dauerkrije ist also dirett auf diesen Austritt zurückzuführen. Abg. Schmelzer( 3.) polemisiert gegen Aeußerungen, die Ber treter der Deutschen Volkspartei mie Stendel und v. Campe einesteils gegen das Zentrum, andererseits gegen die Deutschnatio nalen getan haben, um die Infonsequenz der Deutschen Volkspartei in ihrer Stellungnahme vor und nach dem Auseinandergehen der Er verliest zu diesem Großen Koalition zu illuftrieren. 3wed eine Reihe von Wahlflugblättern. Damit schließt die Aussprache. Abg. Grzesinski( Soz.) gibt zur Erwähnung, nicht erst in die Einzelbesprechung einzutreten, sondern die 5 Verordnungen ohne Einzelberatung dem Hauptausschuß zu überweisen. Der Antrag findet Annahme mit den Stimmen der Fraktionen der Weimarer koalition und der Wirtschaftlichen Vereinigung. Angenom men wird ebenfalls der sozialdemokratische Antrag auf Ueberweisung der Notverordnungen an den Hauptausschuß. Das Haus vertagt sich hierauf auf den 28. April. Als erster Gegenstand steht die Entgegennahme der Regierungsertlärung auf der Tagesordnung. Ein Antrag der Kommunisten, morgen eine Sigung abzuhalten und über den Antrag auf Auflösung des Land. tags zu beraten, wurde abgelehnt. Dafür stimmten die Deutschnationalen, die Völtischen und die Kommunisten. Ab. Sizung bereits am 15. April abzuhalten. Dafür stimmten die ganze Rechte und die Kommunisten. Schluß 7 Uhr 10 Minuten. Man hat mir auch wiederholt Barmat!" zugerufen. Die Bir fung dieser Barole hat die Rechte zu erproben ja am Sonntag Belegenheit gehabt. Von dem dringlichen" Auflösungslehnung fand gleichfalls der deutschnationale Antrag, die nächste antrag der Deutschnationalen hört man nichts mehr: die Herren fürchten nichts so fehr als die Auflösung. Sie wiffen ganz genau, Der Magdeburger Prozeß vertagt. Nach acht Wochen beginnt die Sache von vorn. Gestern war in Magdeburg gewissermaßen ein„ fenfationeller" Tag. Ebert ist tot. Berleumdungen gegen ihn find deshalb zmedlos geworden, dafür kommen andere an die Reihe. Scheidemann ist jezt das nächfte Objett. Aber Scheidemann fann nicht erscheinen, nicht nur sein Berliner Hausarzt bekundet als Sachverständiger vor Gericht, daß eine Bernehmung unmöglich ist, auch der auf Wunsch der deutschnationalen Verteidiger geladene Direttor des Suben burger Krantenhauses, Prof. Dr. Schreiber Magdeburg, muß ein gleiches Urteil abgeben. . haben. Sicher fönnte man ein höchst sachverständiges Urteil erwarten. Geht es nach dem Willen der Berteidigung, dann tann der Prozeß in diesem Stile jahrelang dauern. Ueber die Ladung Scheidemanns entspinnt sich noch eine längere Debatte. Der Staatsanwalt besteht aber auf ihr. Schließlich kommt das Gericht nach zweieinhalbstündiger Be rafung zu dem Ergebnis, daß es auf die Vernehmung Scheide manns nicht verzichten tann. Da seine Wiederherstellung vor zwei Monaten nicht zu erwarten ist, muß Bertagung erfolgen. Bei der Wiederaufnahme werden wir die Freude erleben, daß alles, was in wochenlanger Arbeit vom Gericht zusammengetragen ist, noch einmal wieder durchgearbeit werden muß. Herr Lütgebrune beantragt, inzwischen die Welt- Selbstverständlich wird sich dann schließlich fein Mensch geschichte noch etwas eingehender zu untersuchen. Wenn es mehr um diesen Prozeß fümmern. Die Berleumbungen haben wahrscheinlich die ganze Geschichte der Sozial- burger Prozeß werden ben deutschnationalen Reinfall nach dem Wunsche dieser Herren ginge, würde das Gericht sich selbst zu Tode gejagt. Kein Barmat und kein Magd ebemokratie von ihrer Entstehung anzu untersuchen verhindern. Gewerkschaftsbewegung Montag Aussperrung der Metallarbeiter. worden. Bar sein, wie verbrecherisch das Treiben der Ausgehaltenen| bei Betriebsunfällen sowie in der Lohnhöhe selbst durchgesetzt von Moskau ist, die gerade den Augenblid mählen, in dem die Unternehmer einen hinterhältigen Angriff gegen die Metallarbeiter ausführen, um ihrerseits eine infame eße gegen die gewerk. fchaftlich organisierten Metallarbeiter zu tufzenieren. Damit muß die Metallarbeiterschaft Berlins jetzt endlich auf räumen! Die Holzarbeiter zu ihrem Verbandstag. Die vor kurzem durch Urmahlen neu zusammengesezte. Generalversammlung des Berliner Holzarbeiterverbandes nahm am Donnerstag abend Stellung zu den bevorstehenden Tagungen der Verbandskörperschaften. Am 18. und 19. d. M. findet in Berlin eine agung des Gaues Brandenburg statt, auf der etwa 36 000 Verbandsmitglieder durch Delegierte vertreten fein werden. Von der Generalversammlung wurde dem Gautag ein Antrag überwiesen, der verlangt, daß die Arbeiter derjenigen Provinzbetriebe, und Arbeitsbedingungen nicht schlechter gestellt sein sollen, als die die ihre Produkte ausschließlich nach Berlin liefern, in ihren LohnBerliner Holzarbeiter. Zu Delegierten wurden in geheimer Bahl gewählt: Freigang, Boese, Picht, Schloffer, Riose und Ehrlich. Bom Deutschen Metallarbeiterverband wird uns mitgeteilt: Gestern fanden wegen des Streits der Kupferschmiede mit dem Berband Berliner Metallindustrieller Berhandlungen statt. Diese führten zu feinem Ergebnis. Die Bertreter der Arbeitgeber ftellten sich auf den Standpunkt, daß, wenn der Verdienst der Kupferschmiede nicht hoch genug wäre, diese aus ihren Akkorden noch mehr herausholen könnten. Auf einer derartigen Grundlage war natürlia) die Fortführung einer Berhandlung nicht möglich. Die Bertreter der Arbeiter wiejen nach, daß die bestehenden Aklorde so faltuliert sind, daß keine Möglichkeit besteht, irgendeinen Mehrverdienst aus den zurzeit bestehenden Akkorden herauszuholen. Der Berband Berliner Metallindustrieller hat dem Deutschen Metallarbeiterverband mitgeteilt, daß, wenn bis heute vormittag 10 2hr die Erklärung nicht abgegeben worden ist, daß die ftreifenden Kupferschmiede am Montag die Arbeit wieder aufnehmen wollen, dann ab Montag in den vier Cotomotivfabriken, das find Borsig, AEG. Hennigsdorf. Schwarzkopff- Wildau Bei der Stellungnahme zum Verbandstag in Stutt und Orenstein u. Koppel und in der 2G.- Turbinen- gart betonte Bevollmächtigter Freigang, daß dieser Verbandsfabrik zirka 7800 Leute zur Entlassung fommen fag der erste sei, der nach den stabilisierten Verhältnissen stattfinde, müßten. und der deshalb von besonderer Bebeutung fei. Besonders wird der Vorstandsbericht und die Stellungnahme zur 2ohn und Ber Der Standpunkt der Arbeitgeber ist ein unhaltbarer. Ertragspolitik der Unternehmer Interesse haben. Daneben wird ift bewußt angelegt auf einen konflikt in der Ber- der Gewerkschaftskongres in Breslau und der Internationale Holz liner Metallindustrie. Anstatt zu versuchen, durch gütliche arbeiterkongreß behandelt werden; die Beratung der StatutenändeBerhandlungen die Differenzen aus der Welt zu schaffen, stellt man rungen und der eingelaufenen allgemeinen Anträge werden folgen. fich auf den Herrn- im- Hause- Standpunkt und sagt den streifenden Einen breiten Raum nahm die Behandlung der von der MitKupferschmieden: Jhr fönnt mehr verdienen, ihr müßt euch nur gliedschaft eingebrachten Anträge zum Verbandstag.ein. etwas mehr anstrengen." Auf der anderen Seite stellt man zu gleicher Ein Antrag, der betont, daß die Einigung der Amsterdamer und Zeit ein Ultimatum und sagt, wenn das Ultimatum bis zu einem der Moskauer Gemertschaftsinternationale nur auf dem von bestimmten Zeitpunkt nicht erfüllt ist, wird man dann den anderen Amsterdam eingeschlagenen Wege möglich ist, wurde Arbeitern die Hungerpeifiche zeigen, um auf diese Art und Weise auf mit großer Mehrheit angenommen. In einem ebenfalls angenommedie fireitenden Kupferschmiede einen Drud auszuüben. Es wird dem nen Antrag wird verlangt, daß die Streifunterstützung und verhältnisse erhöht werden. Die Kommunist en hatten, wie üblich, die Arbeitslojenunterstügung nach Maßgabe der KaffenAngelegenheiten behandelten und die meist der Charakter reiner eine ganze Anzahl von Anträgen eingebracht, die alle erdenklichen Agitationsanträge hatten. Dabei passierte ihnen das Mißgeschid, daß fie in einem Antrag die gewertschaftliche Einheitsfront forderten, in einem anderen aber die Santtionierung der Fraktionsbildung haben wollten. Die Generalversammlung gab sich Mühe, allen Anträgen Gerechtigkeit widerfahren zu laffen, konnte den fommunistischen Anträgen aber nicht bandstag vor, die zur notwendigen Umgestaltung der Erwerbslosen 3ustimmen. Genoffe Siegle legte eine Resolution an den Verfürsorge in eine Arbeitslosenversicherung im Sinne der Tagung der. freigewerffchaftlichen Spizenverbände Stellung nimmt. Die Generalversammlung stimmte dem zu. Am Schluß der ausgedehnten Bersammlung wurden die Vorschlagslisten für die Delegiertenwahlen zum Verbandstag festgelegt. Arbeitgeberverband nicht gelingen, die Arbeiter gegeneinander zu hehen, sondern die Streifenden und die Ausgesperrten werden a us dem Borgehen des BBM 3. ihre Schlußfolgerungen ziehen. * Die Unternehmer in der Berliner Metallindustrie stellen fich also auf den unversöhnlichen Scharfmacherstandpunft. Bir haben diesen Aussperrungsbeschluß vorausgesehen. Es juckt die Borsig und Genossen wieder einmal, die Arbeiter ihre Machi fühlen zu lassen. Sie rechnen demit, daß die bolfchewistische 3er ftörungsaktion noch heute so starf nachwirkt, um einen erfolgreichen Widerstand gegen die Unternehmer unniöglich zu machen. Es wird schließlich von den Metallarbeitern abhängen, ob die Rechnung der Herren im BBMI. stimmt. Es tann und darf nicht Aufgabe einer Zeitung sein, den gewerkschaftlichen Organisationen Verhaltungsmaßregeln über ihre Taktik zu geben. Darüber haben allein die Mitglieder und die Funktionäre der Organisationen zu bestimmen. Wir können aber wohl sagen, daß selbst die Herren vom BBMJ. sich niemals erlauben würden, in so rücksichtsloser Weise gegen die Arbeiter vorzugehen, wenn diese den bolsche mistischen 3erstörern nicht in fo großem Maße gefolgt mären. Gewiß hat inzwischen die große Mehrheit der Metallarbeiter den Bolschemisten den Laufpaß gegeben und der Rest nimmt die Barolen der Mostowiter mit großem Mißtrauen auf. Leider aber hat noch ein großer Teil der Metallarbeiter nicht die Konsequenz aus feiner Erkenntnis gezogen, d. h. noch nicht den Weg zur Organifation zurückgefunden. Das wissen die Unternehmer natürlich ganz genau, besser vielleicht noch als die Arbeiter selbst. Darauf beruht heute die Kraft der Unternehmer, von der sie rücksichtslos Gebrauch inachen. Darin liegt aber auch das Heil der Arbeiterschaft. Denn jetzt wird jeder begreifen, daß es nicht mit" radikalen" Redensarten getan ist und daß den Unternehmern nichts weniger imponiert als eine Arbeiterschaft, die unter Umständen wohl schimpft, aber versäumt hat, rechtzeitig ihre gewerkschaftliche Pflicht zu erfüllen. Es wird jedem Zum Tarifftreit in den Bauschlossereien. In dem Tarisstreit zwischen dem Schuhverband der Bauschlossereien und dem Deutschen Metallarbeiterverband ist nach voraufgegangenen Berhandlungen zwischen den Parteien ein Spruch des Schlichtungsausschusses ergangen, der die Arbeitszeitwünsche der Arbeiter teilweise unbefriedigt läßt. In der Jahres- Branchenversammlung am Freitag wurde die Beschlußfaffung über den neuen Vertrag für eine spätere Bersammlung vertagt. Einigung im Fuhrgewerbe. Nach schwierigen Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß und einem von diesem mit Zustimmung der Parteien eingesetzten Schiedsgericht, unter Borfiz des Schlichters Wissell und des Gewerberats Körner, sind die im Fuhrgewerbe bestehenden Diffe renzen beigelegt worden. Durch Schiedsspruch, welcher für beide Teile verbindlich ist, ist der Hauptstreitpunkt, Beseitigung der im Stunden pro Woche im Wochenlohn einbegriffen ist, durch Heraus alten Tarif vorgesehenen Bestimmung, daß Ueberarbeit bis zu drei streichen aus dem Vertrag zugunsten der Arbeitnehmer erledigt worden. Das gesteckte Ziel, die 48 stündige Wochenarbeitszeit zurüdzuerobern, ist damit erreicht. Des weiteren find Berbesserungen in puncto 3ahlung des Lohnes In einer überfüllten Bersammlung, die am Donnerstag im Dresdener Garten tagte, berichtete John vom Deutschen Verkehrs. bund über die Berhandlungen. Die Bersammelten gaben ihrer Befriedigung über den durch die Organisation erzielten Fortschritt in der Arbeitszeitfrage Ausdrud, monierten aber das geringe Entgegen. fommen des Innungsvorstandes zu den übrigen Forderungen, insbesondere der Lohnhöhe. Der neue Tarifvertrag nebst Lohnabkommen sind unter Vorzeigung des Verbandsbuches im Bureau des Deutschen Verkehrs. bundes, Engelufer 24/25, 3immer 3 oder 32, erhältlich. Der Seifenarbeiterstreik beendet. Auf Grund eines von den Parteien vereinbarten Schiedsgerichts unter Borsiz des Gemerberats Körner ist der Seifenarbeiterstreif beendet. Berband der Fabritarbeiter, Drisverwaltung Groß- Berlin, SD. 16, Engel- Ulfer 24/25. Eine kommunistische Mehrheit gebrochen. Bei der Firma C. Lorenz in Tempelhof, die ein schließlich der Angestellten etwa 2000 Beschäftigte hat, fand in dieser Während bisher ber Boche die Neuwahl des Betriebsrates statt. Betriebsrat sich ausschließlich aus Rommunisten zusammenfeßte, di, unter Leitung eines gewissen Wisniemsfi ihre Parteipolitik im Be. triebsrat trieben, ist es jetzt mit der Vorherrschaft der Kommunisten vorbei. Für die Liste der freien Gewerkschaften wurden 577, für die fommunistische Liste 919 Stimmen von der Arbeiterschaft abgegeben. Die Angestellten haben jedoch gefchloffen die Liste des AfA- Bundes gewählt. Der neue Betriebsrat wird nunmehr eine Mehrheit aus den Anhängern der praktischen, Gewerkschaftsarbeit haben; der Oberdemagoge isniemsfi nerliert feinen Borfizendenposten und wird sich, da es auch mit einem Reichstagsmandat nichts geworden ist, nach einer anderen Betätigung in der KPD. umsehen müssen. Für die Arbeiterschaft von Lorenz ist die Zeit der kommunistischen AlleinWisniewski- Leuten die Quittung dafür gegeben, daß dieser es herrschaft im Betriebe eine heilsame Lehre gewesen. Sie hat den versammlungen zu weisen, weil sie„ Betriebsfremde“ seien. magte, die Vertreter des Metallarbeiterverbandes aus den BetriebsEinigung in der Münsterschen Metallindustrie. Münster i. W., 3. April.( Mtb.) Im Lohnstreit in der Metall: industrie von Münster ist eine Berständigung erfolgt. Der Grundlohn wird vom 1. April ab um 10 Broz. erhöht, was für die Ortsflasse A eine Erhöhung des Stundenlohnes von 54 auf 59 f. bedeutet. Dockarbeiterftreik in Dünkirchen. Paris, 3. April.( Tul.) 600 Dodarbeiter haben in Düntirchen infolge Lohndifferenzen mit den Arbeitgebern die Arbeit niedergelegt. Sie beanspruchen eine tägliche Zulage von 2 Frant. Man fürchtet, daß die Bewegung fich weiter ausdehnen wird. Genosse Heinrich Barwig vom Deutschen Verkehrsbund teilt uns mit, daß er mit dem zu Gefängnis verurteilten Kommunisten Heinrich Farmig nicht identisch ist. Los von Moskau überall. Bei den Betriebsrätewahlen in den Bilsener Stoda- Werfen, der großen tschechischen Rüstungsfirma, brathten es bie tschechischen Sozialdemokraten zu 11 Mandaten, das find zmei mehr als bisher. Diese zwei Mandate haben die Kommu nisten verloren. Deutscher Solzarbeiter Berbond, erwaltungsstelle Berlin Salouftearbeiter! Bersammlung aller in der Jalouftebranche beschäftigten Kollegen. am Montag, den 6. April, nachmittags 51, Uhr, Rungefte. 30 Arbeitnehmer der Film- Jndustrie. Sonntag vormittag 10 Uhr im Alien Askanier, Anhaltstr. 11, Bollverfammlung aller Mitglieder der Deutschen Filmgewerkschaft. Berantwortlich für Bolitif: Ernft Renter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gemertschaftsbewegung: Friebr. Eslorn; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lokales und Sonstiges: gris Rarstöbt; Anzeigen Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwäris- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Verlagsanftalt Baul Einger u. Co.. Berlin S 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". Großer Frühjahrs- Verkauf Frühj.- Mäntel Kleiderröcke Jumper Kasak HerrenTuch, Donegal, Covercoat, ( gezwirnt) 50 395° 29° 1975 475 moderne wollene Schotten und in Covercoat... aus gutem baumwollenen Crêpe mit Handdruck, in modernen Farben..... aus gutem Wollmusselin, in schönen bunten Dessins, ca. 80 cm lang Halbschuhe 1650 in Braun, Rahmenarbeit? Eleg. Damen00 Halbschuhe 18° in Braun und Schwarz Damen390 975 mod. fahrungen und aparte gedruckte Master.... Jackenkleider 495039502950 Vollvollekleid Unterkleid Kasak 90 75 975 ans kunstseldenem Triket, in grossem Farbensortiment aus gutem Vollvoile, mit weissem Kragen und Bandgarnitur, in schöner bunter Ausmusterung Strümpfe 95 Hosenträger 175 Schlüpfer und farbig, mit kl. Fehlern SchweissSocken wollgemischt für Herren ******** Pt. tarbig, alle Grössen........ 45 95 Schillerhemd 590 Hemdhosen 345 PL weiss, fein gewirkt, alle Grössen........ 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Die Blüten der von Wald und Luch weiter. Rechts haben wir die Moosbruchheide, während sich fints eine Bucht des Havelländischen Luchs erstreckt. Auf dem feuchten Wiesengrund des Luchs, der häufig röllig unter Baffer steht, fehen wir die zahlreichen Blüten und Knofpen der Sumpfdotterblume. Ihre Knöpfchen find noch ge schlossen, sie werden von sparsamen Hausfrauen gesammelt und in Effig eingemacht, um als Kapernersatz verwandt zu werden. 3u den Sumpfdotterblumen kommen dann die Hahnenfußgewächse mit ihren gleichfalls gelben Blüten. Im Frühlingsanfang herrscht der gelbe Farbenton auf unseren Wiesen vor. Alle die anders gefärbten Blüten stellen sich erst nach und nach ein, bis im Borsommer bann das prächtige bunte Muster entstanden ist, das die verschiedenen Blüten in den farbigen Teppich des Biesenplans gewebt haben. Frühlingswald. Bir bleiben immer möglichst nahe am Waldrand. Ein schöner Mischwald von Birken, Rotbuchen und Kiefern ist es, von Hainbuchen und Haselgebüsch und manch anderem Strauchwert am Rande eingefaßt. Auch die Erle finden wir hier mie an den Luchgräben. Bir können uns taum ein Fließufer oder ein fumpfiges Waldgelände vorstellen, auf dem nicht die Erle wachsen würde. Sie verleiht ihrer Umgebung ein ernſtes, düsteres Aussehen und dämpft dadurch die sprudelnde Lebenslust, die sich im Frühling allenthalben regt. Auch das Moor nimmt durch die Erlen ein unheimlich scheinendes Gepräge an, besonders zur Zeit der Dämmerung. Alte Sagen- und Märchengestalten glauben mir dann aus dem feuchten Grunde aufsteigen zu sehen, und Erzählungen aus der früheren Zeit werden in uns wieder lebendig. Meisterhaft schildert Goethe eine solche Erlenbruchlandschaft mit all ihren verSonnabend, 4. April 1925 Erle hat jetzt ihren Blütenflor angetan. Die Staubblüten( männ lichen Blüten) stehen um eine gemeinsame herabhängende Spindel ( auf dem Bilde lints). Die Samenblüten( weiblichen Blüten, auf dem Bilde in der Mitte oben) werden nach der Bestäubung zu fleinen Zapfchen, die denen der Nadelbäume ähneln. Im Winter nach der Bestäubung verlassen die ungeflügelten Samennüßchen die 3äpfchen( auf dem Bilde rechts). Gleich der Hasel gehört auch die Erle zu den Windblütlern. Diese müssen zu einer Zeit blühen, in der stetige Winde vorherrschen, also im Frühlingsanjang. Außer dem haben die Pflanzen in dieser Jahreszeit noch keine Belaubung, die der Berbreitung des Blütenftaubes hinderlich sein könnte. Auch ist es bezeichnend für die Windblütler, daß die Blütenteile, die den männlichen Blütenstaub erzeugen, außerordentlich leicht beweglich mit dem übrigen Pflanzenkörper zusammenhängen. Der Bind fann daher die winzigen Staubtörnchen leicht davonführen. Im so zeitig blühen zu können, werden die Blüten im Herbst des vorhergehenden Jahres vorgebildet. Sie überwintern fertig, und ein etwas wärmerer Frühlingshauch bringt sie dann zur Entfaltung. Hafel und Erle sind die ersten, die uns in jedem Jahr das ewige Bunder vom Neuerstehen jungen Lebens vorführen. Die Erle,' wie iberhaupt die Bäume und Sträucher des heimatlichen Waldes, werden besonders eingehend und mit naturfrohen Worten geschildert in dem Berk des unvergeßlichen Curt Grottewig Unser Wald", das in der„ Borwärts".Buchhandlung und bei sämtlichen„ Borwärts" Speditionen zu haben ist. Unser Weg geht schließlich waldeinwärts zum Forsthaus Bredow. Gegenüber dem Forsthaus führt ein Weg am Westrand der Wiese zur Bahn; wir überschreiten diese und streben nun durch die noch junge Siedlung Brieselang zur Chauffee, die den Briefe lang gen Nordost durchzieht. Sobald wir dieses Waldgebiet erreicht haben, wandern wir auf einem der Quergestelle, p oder o, nach links und dann wieder auf einem der rechtwinklig schneidenden Gestellmege, L oder M, nach rechts bis zu dem breiten Faltenhagener Luchweg, dem wir gen Osten folgen. Der Brieselang ist ein Laubmaldgebiet, das sehr viele fumpfige Stellen aufweist. Auch hier treffen wir vielfach die Erle an, die an manchen Stellen unbetretbare Erlenbruchwälder bildet. Die Mücken, die im Sommer den Aufenthalt in dieser Gegend zur Qual machen, find noch nicht zu spüren. Außer an Mücken iit der Briefelang auch an anderen Insekten reich; wenn die Jahreszeit erst weiter vorgerückt sein wird, dann sind hier wieder die entomolo gifierenden Naturfreunde anzutreffen. ** Der Luchweg endet an der Chaussee, am Rande des Brieselang. Bor uns liegen die weiten Wiesen des Havelländischen Luchs, im Norden von dem Höhenrand des Glien begrenzt. Rechts in der Nähe der Alte Finfenfrug, von hochstämmigen alten Kastanien überragt. Wir folgen jezt der Straße gen Südwest über Forsthaus Finkenkrug zum Bahnhof Finkenkrug. Weglänge etwa 12 Kilometer. Erlen am Bach Hojel sind umscheinbar, wir müssen sie suchen; nichi im Schmud bunter Blumen prangen die Aefte, auch fein Duft entströmt den Blüten. Die Hasel gehört zu den Windblütlern; sie bedarf daher nicht der Lockmittel, die jene Pflanzen haben müssen, bei denen die Insekten die Befruchtung vermitteln, unscheinbar sind ihre Blüten; als grünlich- gelbe Käßchen hängen die männlichen Blüten lose beweglich an den Aesten. In ungeheuren Mengen bergen die Käßchen den Blütenstaub, der von dem Wind in leichte Wölfchen herausgestaubt wird. Die einzelnen Staubtörnchen find so leicht, daß sie der Wind zu tragen vermag und weithin entführt, bis das eine oder das andere das Glück hat, auf eine weibliche Narbe zu geraten. Die weiblichen Blüten drängen sich wohlversteckt in ihren Anolpenhüllen zusammen und steden nur zwei bünne rote Narben heraus. Wenn wir den Haselstrauch aufmerksam betrachten, dann merden wir bald die zierlichen roten Fadenbüschel finden, die darauf marten, daß ihnen der Wind die männlichen Staubförnchen zuweht. Wenn die Befruchtung geschehen ist, dann entsteht während des Sommers in der aus Deckblättern gebildeten Hülle die Frucht, die uns als Haselnuß wohbekannt ist. Bei dem nächsten Bahnüber gang überschreiten wir die Eisenbahn und wandern nun am Rande 14] Anthony John. Roman von Jerome K. Jerome. Im Spätherbst erfrankte der Onfel. Er fehrte eines Tages durchnäßt vom Moor heim und wurde von einem rheumatischen Fieber befallen. Es war sein Stolz, daß er niemals einen Ueberrod trug. Anthony fand ihn aufrecht im Bett sigend. Ein befreundeter Tischler hatte an der Decke eine Art Flaschenzug befestigt, an dem sich der Onkel hochziehen fonnic. Der alte Simon hielt bei ihm Wache, das Kinn auf Die Bettdede gelegt. Auch Simon hatte in den beiden vorher. gegangenen Wintern an Rheumatismus gelitten und schien feinen Freund zu verstehen. Sag es nicht der Tante," flüsterte der Onfel, sonst merben sie mich von allen Seiten umbeten, und ich werde keine Ruhe haben, aber ich fühle, daß es mit mir zu Ende geht. Ich hoffe, es wird mir gelingen, mich unbemerkt aus dem Staub zu machen." Anthony fragte, ob er etwas für ihn tun fönne. Er hatte den Onkel stets gern gehabt; ein geheimes Band bestand zwischen ihnen. Rümmere dich um den alten Sterl," bat der Onfel, falls ich früher sterben sollte" Er streckte den steifen Arm aus, legte ihn dem alten Simon auf den Kopf.„ Am Bierzehnten wird er neunzig Jahre alt, wenn wir annehmen, daß einem Menschenjahr sechs Hundejahre entsprechen. Und ich bin fünfundsechzig. Wir haben es beide ganz weit gebracht." Anthony zog einen Stuhl ans Bett und setzte sich zwischen bie beiden. Gibt es nichts, worüber du reben möchtest?", fragte er. Der alte Mann verstand ihn und schüttelte den Kopf. Ich habe unentwegt davon gehört und darüber gesprochen, meinte er. Und bin nie zu einem Ergebnis gelangt." Er schwieg eine Weile, rang mit seinen Schmerzen. Dann fuhr er fort:„ Selbstverständlich glaube ich an Gott. Es muß irgend jemand geben, der das Ganze managed. Aber das, was die Leute von ihm erzählen, fonnte ich nie hinunterschlucken. Es fäßt sich nicht mit dem Berstand vereinbaren." fürchtest du dich nicht?", fragte Anthony nach einer furzen Baufe. Weshalb follte ich Angst haben? Gott fennt mich. Erwartet nichts Außergewöhnliches von mir. Bin ich zu etwas gut, so wird er mir schon eine Anstellung finden. Wenn nicht... 2 Der alte Simon war näher gefommen. Mensch und Hund bidten einander in die Augen. 44 Blüte und Frucht der Erle meintlichen Schrecfnissen in seinem Erlkönig. Der Stamm der Erle ist dunkel, fast schwarz. Der Baum erhält dadurch ein finsteres Aussehen, das faum etwas von Fröhlichkeit aufkommen läßt. Das Holz der Erle ist bräunlichrot; hiernach wird der Baum auch Koterle genannt. Wenn wir einen Stapel Klafterholz fehen, dann können wir fofort das Erlenholz herausfinden. Auch die Ob es wohl dort Hunde gibt," spintisierte der alte Mann. Ich sehe nicht ein, weshalb es teine geben sollte. Wenn Gott Sinn für Liebe, Treue und Selbstlosigkeit hat, weshalb sollte er dich dann nicht brauchen fönnen, mein Alter?" Er lachte. Laß die Tante nicht wissen, daß ich das gesagt habe," warnte er Anthony. Sie macht sich ohnehin genug Sorgen um mich, das arme alte Mädchen." Die Tante hatte auf eine Befehrung auf dem Totenbett gehofft, doch fam das Ende ganz unerwartet in der Nacht. „ Er war fein schlechter Mensch," meinte sie weinend. Deshalb hoffte ich bis zum Ende, daß ihm die Wahrheit offenbart mürbe." Anthony versuchte sie zu trösten. Vielleicht erkannte er sie, da er allein war." Die Tante flammerte sich an diesen Gedanken. Auch das Begräbnis verursachte ihr neue Sorgen. Es war ihr gelungen, die ersehnte Stelle unter dem Weidenbaum zu erstehen. Sie hätte den Batten gerne dort, neben sich, liegen gehabt, doch waren seine Ansichten in der Gemeinde allzu bes kannt. Die Leute wollten den alten Mann nicht unter sich dulden. Auf dem großen Friedhof gab es für Seinesgleichen eine öde verlassene Ede. Wurde er aber dort begraben, so hieß dies, alle Hoffnung fahren lassen. Dorthin würde sich Gott niemals wagen. Anthony schlug vor, sich an die Anglikaner zu wenden. Er übernahm es, mit dem Pfarrer zu reden, cinem gütigen alten Herrn, der keine Fragen stellen würde. Er traf ihn in der Safristei. Es hatte eben eine Sigung des Kirchen vorstandes stattgefunden. Der ehrwürdige Herr Sheepskin war ein rundlicher blauäugiger Mann. Er hatte bereits von Anthonys Onkel gehört. Eine harte Ruß," hatte das allge meine Urteil gelautet. " Aber, wie ich höre," fügte der Pfarrer hinzu, war er ftets bereit, allen Ansichten zu lauschen. Vielleicht lag die Schuld bei uns. Wir gingen nicht auf die rechte Art vor." Irgend etwas trieb Anthonn, dem Pfarrer die Worte des Onfels zu mirderholen, die diefer zu ihm gesprochen hatte, da er noch ein kleines Kind gewefen, nämlich, wie anders die Belt aussehe, glaubten die Menschen tatsächlich das, was sie zu alauben vorgeben. Nachher bedauerte er es, denn der alte Bfarrer verharrte eine Weile stumm. Was erwiderten die Menichen darauf?", erkundigte er sich schließlich.„ Sagte er es Ihnen?" „ Er erklärte, daß er auf diese Frage niemals eine Antwort erhielt," entgegnete Anthony. Auch ich träumte einmal derlei Dinge." Es dunkelte in I Das Wiener Jugendhilfswerk. Bor wenigen Tagen brachten wir einen ausführlichen Artikel über„ Die Erholungspflege der Stadt Berlin". Wir sprachen von dem ungeheuren Elend, das heute noch sechsundeinhalb Jahre nach dem Kriegsende! unseren Kindern die Jugend raubt und wiesen demgegenüber auf die ungeheuerliche Tatsache hin, daß im Etatsjahr 1925 von der Finanzverwaltung der Stadt Berlin im Höchstfalle ganze 200 000 m. für die Kinderverschickung bewilligt werden sollen, obwohl dieses Gebaren selbst rein vom finanziellen Standpunkt aus gesehen, sehr turzsichtig ist. Liebe verzinst sich nicht bloß in Herzen. Im rechten Moment erscheint da das offizielle Jahrbuch 1924 vom Wiener Jugendhilfswerf. Wien, das, wie wir wissen, in vieler Beziehung vorbildlich ist, ist auch in bezug auf Erholungsfürsorge vor dem frisenhaften Zustande, der hier häufig und ja auch bei uns in Berlin besteht, dank dem Bijug" be= mahrt. Nach seinen Satzungen ist das Wiener Jugendhilfswerk cine Fürsorgeeinrichtung der Gemeinde Wien und der freiwilligen Jugendfürsorgeorganisationen. Aufgabe ist Organisation und Durchführung der Erholungsfürsorge für die gesundheitlich geschädigte oder gefährdete Wiener Jugend. Zur Erzielung dieses Zwedes dienen Zuwendungen an barem Gelde oder an Lebensmitteln durch P der Safristei, und vielleicht hatte der alte Mann völlig den jungen Anthony vergessen, der in den Schatten verschwand. Ganz für Christus leben, an nichts anderes denken. Fragt nicht: Was werden wir effen, was werden wir trinfen und womit werden wir uns befleiden?" Der Glaube ist eine gewaltige Seche." 17 Nun schien er sich plöglich an den Burschen zu erinnern, der in den Schatten saß. Die meisten von uns, Stron'nth'arm, sprach er, glauben, es genüge diese Lehre zu wiederholen, an Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach. Da beginnt ber rechten Stelle zu verkünden. Aber das stimmt nicht. die Schwierigkeit. Es ist leicht, mit gefalteten Händen zu beten. Aber das Kreuz auf sich nehmen, es mit schmerzendem Kopf und gebeugten Schultern tragen, das ist das Schwere." Er erhob sich, stieß den Sessel zurüd, der fnarrend über ben Holzboden glitt. " Sehen Sie," meinte er, es handelt sich ja nicht nur um einen selbst. Ein alleinstehender Mensch vermöchte es zu tun. Darin hat die fatholische Stirche recht. Aber auch bei ihr geht es nicht, wie es sollte. Die Welt bemächtigt sich unser. Der wievielte des Monats ist heute?", fragte er unvermittelt. es ist " Der fünfte Dezember," antwortete Anthonn. ,, Drei Wochen vor Weihnachten." Der alte Pfarrer schrift in dem fahlen Raum auf und ab. Wissen Sie, was Weihnachten für mich bedeutet? Wenn Sie älter sind, werden Sie es missen. Megger-, Bäder, Schusterrechnungen; unheimlich, wieviel Stiefel Kinder brauchen. Dazu kommen die Schulgelder, die Aerzteredmungen, die Weihnachtsgeschenke. Es ist eigentlich merkwürdig. Christi Geburtstag. Und id) fürchte das Fest. Worüber sprachen wir heute in der Safristei? Etwa darüber, wie man Jesus helfen, wie man das Evangelium verbreiten fönne? Nein, sondern über die Preise der Kirchenstühle. den Hilfsfonds für Pforrer, das Gehalt der Vitare, die Gasrechnung, den Fonds für die Zentralheizung und die Restauration der Kirche. Wie kann ich den Chrift predinen. den Ausgestoßenen, den Bettler, den Wanderer in der Wüste. den Diener der Armen, den Kreuzträger? Den Heiland, den ich zu Beginn meiner Laufbahn predigen wollte? Die Leute würden über mich lachen, sprechen: Seht, er wohnt in einem deräumigen Sous, hot vier Deinstboten und seine Söhne studieren en der Universität." Gott weiß, wie schwer es mir fällt, das Geld dofür herbeizuschaffen. Aber ich sollte ia gar nicht darauf bedacht fein. es zu hm. Ich müßte unter den Maffen leben, Chriftus nicht durch Worte, sondern durch Taten verkünden. ( Fortfegung folgt.) ausländische Hilfsaktionen, durch den Bund, durch die Länder, die| Gemeinde Wien oder andere Körperschaften und Einzelpersonen, zur Verfügung gestellte Heime oder andere Erholungsstätten usw. Die Durchführung des Jugendhilfswertes unterliegt einem Rura torium, einem Arbeitsausschuß und dem städtischen Jugendamt. Wie aus dem Bericht zu ersehen ist, hat die jug" in ihrem britten Geschäftsjahr sehr gut gearbeitet. Beratung der Organisatio. nen bei der Errichtung von Ferienheimen, Verleihung von Sach gütern, Prüfung der eingereichten 23 000 Anmeldescheine, Ausgabe der Kalaospende der amerikanischen Kinderhilfsaktion, Veranstaltung einer großen Rinderrettungswoche, Durchführung der Ferialspar einrichtung, Beranstaltung einer Reiselotterie, Einführung von Batenschaften für erholungsbedürftige Kinder und Eingreifen in die praktische Jugenbwanberbewegung. Außerdem hat die Geschäftsstelle eine Reihe von Ferienheimen im eigenen Betrieb geführt. Nach den Erfahrungen der Geschäftsstelle dürfte die Zeit nicht mehr fern sein, wo alle erholungsbedürftigen Kinder, die aufs Land tommen wollen, durch die Organisation der Wijug" Aufnahme finden werden. Als Gesamterfolg kann das Wiener Jugendhiffswert für den lehten Sommer 32 419 Stinber mit 1069 827 Berpflegtagen buchen. Rechnet man hierzu die 66 951 Schultinder, die privat aufs Land gefommen sind, die Zahl der privaten Kleinkinder und Jugendlichen, ferner Kinder und Jugendliche, die in den Monaten Ofteber bis April auf Erholung weilten, so ergibt sich, daß im Jahre 1924 minbestens 120 000 iener Kinder Land aufenthalt geneffen haben. " Biel trug zu diesem schönen Erfolg auch bei der Sozialdemokratische Erziehungs- und Schulverein " Freie Sufe Rinderfreunde", der 11 Ferientolonien und 8 Tageserholungsstätten unterhielt. Es fonnten alle Rinder, die für Ferienfolonien angemeldet worden waren, berücksichtigt werden, ja, es war sogar möglich, Kinder befreundeter Organisa tionen und Vereine noch mitzuübernehmen. Die psychischen und physischen Erfolge an den Kindern sind im höchsten Maße zufriedenstellend. Großes plant man nun wieder für 1925 in Wien! Ein Todesurteil. Der Mord an dem Briefmarkenhändler Hamburger. " Sie sprechen so fühl, als ginge es nicht um Ihren Stopf." Mein Leben ist sowieso verpfuscht, Herr Präsident, völlig ver pfuscht."" Daß Sie aber so runterfommen konnten, ist Ihre eigene Schuld."„ Nein, es sind die Verhältnisse." Dieses Zwiegespräch führte. gestern u. a. der Vorsitzende des„ Schwurgerichts" Land. gericht I und der 30jährige Otto Leeft, der angeklagt war, den Briefmarkenhändler Hamburger mit lleberlegung getötet zu haben. Es ging wirklich um Sein oder Nichtsein. Leest behauptete, die Tötung nicht beabsichtigt zu haben, sondern Opfer feiner But geworden zu sein. Der Angeklagte ist ein großer, träftiger Mensch mit intelligenten Zügen, scharfem Blid, energischem Kinn, hoher Stirn. Im Jahre 1919 tam er, nachdem er in seiner Heimat vergeblich eine Stellung zu finden versucht hatte, nach Berlin. Hier führte er sich schlecht ein. Der Krieg hatte auch seinen Charakter verdorben. Die erfte sittliche Entgleisung bildete die Abmanövrierung" einer Villa. Mit 30 000 m. von den 45 000 m., die er als Erlös beim Verkauf der Billa erhielt, wollte er sich eine Eristenz gründen. Das Geld lief ihm durch die Finger, eine Eristenz schuf er sich jedoch nicht. Dann fant er von Stufe zu Stufe. Es folgte Strafe auf Strafe. Er betätigte sich bald als Brieffaften marder, bald als Dieb bei seinem Bruder, der ihn bei der Erbschaftsteilung hintergangen haben soll, bald als Einbrecher. Im Jahre 1924 hatte er feine fünfte Strafe verbüßt und war in Herbergen gelandet. Er fam mit dem Briefmarkenhändler Hamburger zusammen, erledigte für ihn fleine Aufträge und will mit ihm wegen einer nicht gezahlten Provision von 20 m. wieder in Streit geraten sein. Am 25. Oftober war Leeft erneut ohne Geld. Er ging zu Hamburger und bat ihm um Erlaubnis, bei ihm übernachten zu dürfen. Nach einigem Zögern willigte dieser ein. Am nächsten Tage verkaufte Leest seine Brieftasche, um sich etwas zu effen faufen zu können, begab sich abends wieder zu Hamburger, der ihn anfangs abwies, dann aber doch zu übernachten nochmals gestattete. Am nächsten Morgen fam es dann zur Katastrophe. Leest will den Hamburger an dessen Schuld erinnert und ihn um 2 m. gebeten haben. Hamburger soll ihn auf einen weiteren Termin vertröstet und die An spielung gemacht haben, daß er von seiner Freundschaft noch nicht viel gehabt hätte. Da fei er in But geraten, habe vom Schrant einen Hund aus Zinnguß ergriffen und dem Hamburger damit von hinten einen Schlag auf den Schädel verletzt. Dann habe er den Leblosen auf das Bett gelegt, ihm einen Knebel tief in den Hals gedrückt und ihn an der Rehle gewürgt. Einem jungen Menschen, der in diesem Augenblick ins Zimmer trat, habe er gesagt, daß Hamburger zum Friseur gegangen sei. Dann habe er sich mit zwei Rartens voll Bäsche und Kleider, dreißig Silbermünzen und etwas Notgeld entfernt. Für die Sachen habe er 98 m. befommen. Drei Wochen später wurde er bei seiner Freundin verhaftet. Die Obduktion Hamburgers zeigte am Schädel faft gar feine Spuren von Berlegung. Der Tod war durch das Bürgen und durch den Knebel eingetreten. Erst nachdem Leest selbst von dem Schlage, den er gegen den Schädel des Getöteten geführt hatte, erzählte, stellte man fest, daß Haare bes Hamburger wirklich an dem Hunde fleben geblieben waren. Die Beweisaufnahme ergab wenig neue Anhaltspunkte. Die Frage Mord oder Totschlag blieb offen. Es schien nicht ausgeschlossen, daß Leeft mirflich in seiner Erregung über Hamburger, der ihm die paar Mart verweigert hatte, plötzlich gegen seinen Schädel den Schlag geführt und hinterher schon die weiteren Handlungen unternommen hatte, die den Tod seines Opfers verursachten. Das Gericht schenkte dem Angeklagten feinen Glauben, nahm an, daß er bereits mit ber Tötungsabficht zu Hamburger gekommen war und verurteilte ihn wegen Morbes zum Tode. Daß er den ersten Schlag mit einem zufällig gewählten Gegenstand perfekt hatte, schien dem Gericht nicht überzeugend. Für den Zuhörer blieb es jedoch unentschieden: Mord oder Totschlag? Man fonnte sich nicht des Einbruds erwehren, daß es sich hier um einen Menschen handele, den wirklich eine Berkettung von unglücklichen Verhältnissen zum Verhängnis geworden war. Wer weiß, ob er zum Mörder geworben wäre, wenn er bei irgend jemand eine moralische Stüße gefunden hätte. Schuldig gesprochen und doch straffrei. . Der 18jährige Lehrling W. hatte eines Morgens auf dem Gange zur Arbeitsstätte feine Brieftasche pergeffen und tein Fahrgeld bei sich. Nachdem er vergeblich einen Arbeitsfollegen um 15 Pfennig angesprochen hatte, hob er einen fort. geworfenen Fahrschein der Straßenbahn auf, bessen Umsteigeberechtigung noch nicht verfallen war. Der Vorgang war aber beobachtet worden, und man hatte dem Schaffner davon Mitteilung gemacht. Die Direttion erstattete daraufhin Betrugsanzeige. Der Angeflagte war auch geftändig und der Amtsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 10 art. Bor der Urteilsfällung fonnte Amtsgerichtsrat Herrenstatt noch feststellen, daß der Angeklagte zur Zeit der Tat noch jugendlich gewesen ist. so daß die Berurteilung nach dem Jugendgese stattfinden mußte. Der Richter sah daher den Fall als ganz besonders leicht an, da der Angeklagte dies mur begangen hatte, um pünktlich aur Arbeitsstelle zu tommen. Es sprach den Lehrling zwar des Betruges schuldig, von der Strafe wurde aber abgesehen und die Kosten der Staatstaffe auferlegt. Mögen fich die Jugendlichen, die die Fallen des Gefeßes nicht tennen, fich diesen Fall zur Warnung dienen lassen. Der Straßenbahn aber, deren Berwaltung doch jetzt modern" eingestellt ist, sei bas offene Befremden darüber ausgedrückt, daß fie für eine ameifellose a gatellfache, die mit einer sehr ernsten und eindringlichen Ermahnung des Sünders" im Direktionsbureau ihre Erledigung hätte finden können, den großen Gerichtsapparat in Bewegung gefeßzt hat. Das Verbrechen des Kollegen. Begünstigungsanflage gegen fieben Gerichtsbeamte. Schedewizz. Bom Standortkommando Minden wird um 4 Uhr nachmittags mitgeteilt, daß sich die Zahl der geborgenen Leichen auf 22 erhöht hat. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Sindenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2Trep. rechts, sn richten. Der Prozeß gegen sieben Beamte der Gerichtstasse des Amtsgerichts Berlin- Mitte, über dessen Beginn wir in der gestrigen Die Borunterfuchung gegen den Massenmörder Angerstein ist Abendausgabe berichteten, endete erst nach reichlich achtstündiger jetzt abgeschlossen. Von der Staatsanwaltschaft wird zurzeit die Verhandlung. Alle Angeklagten wurden beschuldigt, mehr oder Antlagefchrift ausgearbeitet. Angerstein wird sich nicht nur wegen minder dabei mitgewirkt zu haben, daß die Verbrechen des Ober- des achtfachen Mordes in Haiger zu verantworten haben, sondern es jetretärs Jlgner, seine gegen die Gerichtstasse unter Fäl- toerden auch noch frühere Straftaten von ihm, Versicherungsbetrug chung von Quittungen verübten Betrügereien usw. mit zur Berhandlung tommen. vorschriftswidrig nicht zur Strafperfolgung bei der zuständigen Stelle gemeldet wurden und Ilgner nur nach Dedung des entstandenen Schadens an ein anderes Gericht verfegt wurde. Der Hauptangeklagte Raffendirettor 3irte, der die Weitermeldung unterlassen hatte, brachte zu seiner Entschuldigung vor, daß er das Ansehen der Beamtenschaft nicht habe gefährden wollen und im übrigen die Wiederbeschaffung des Geldes für die Hauptfache gehalten habe. Oberrentmeister S30towsti erflärte, er habe die von Jigner gefälschten Quittungen nicht beiseite schaffen wollen, fondern sie gerade deshalb in Verwahrung genommen, weil er sie nicht verschwinden laffen wollte. Oberfekretär Bigalte, der Vorsigende des Beamtenausschusses, hat es für seine Pflicht gehalten, bei Entdeckung der Betrügereien Jlgners sich im Intereffe ber Beamtenschaft mit dem Kaffendirettor Zirte in Verbindung zu sehen. Er beftritt aber vor Gericht, daß er Zirke zur Unterbrückung der Anzeige zu bewegen versucht habe. 95 Bezirksverstand. Heute abend 6 Uhr wichtige Sigung im Konferenzzimmer der Jeber Kreis muß vertreten fein. Borwärts"-Redaktion. 2. Rreis Tiergarten. Sonntag, den 5. April, vormittags 10% Uhr, Sigung des Bildungsausschusses und der Maifeftkommission bei ritger, Butligfraße 10, 4. Kreis Prenzlauer Berg und 5. Kreis Friedrichshain. Sonntag, den 5. April, vormittags 9½ Uhr, Sigung der Bildungsausschüsse bei Goft, Aniprode, Ede Bardelebenfaße. Tagesordnung: Maifeier. 5. Areis Friedrichshain. Die Funktionäre treffen sich ½ Stunde vor Beginn der Kreisvorstandssitung bei Rosin, Gubener Str. 19. Nach längerer Beweisaufnahme beantragte der Staatsan walt, alle Angeklagten schuldig zu sprechen und wegen Be günftigung zu verurteilen Raffendirettor Birte zu 9 Monaten Gefängnis und Unfähigkeit zur Bekleidung eines öffentlichen Amtes auf 3 Jahre, Szotowsti und Bigalte au je 6 Monaten Gefängnis, ferner die minber beteiligten Angeklagten Oberinspektor Dierich zu 200 m. Geldstrafe, Sekretäre Riebach, Beyer und Hoeft zu je 100 m. Geldstrafe. Die Berteidigung machte geltend, daß Begünstigung" nur dann vorliegt, wenn die Absicht bestanden hat, den Täter der Bestrafung zu entziehen. Für Bigalte wurde betont, daß er als Borsigender des Beamtenauschus ses geradezu die Pflicht hatte, einzugreifen. An Ilgner 103, Abt, Dtersneweibe. 8 Uhr Funktionärsihung bei Imberg. habe er fein anderes Interesse gehabt als an jedem anderen Kollegen, für den er hätte eintreten müssen. 6. Streis Kreuzberg. Gonnbag, den 5. April, vormittags 10 Uhr, empfängt der Bildungsausschus Material bei Robinson, Mariannenplag 23. 7. Areis Chavlabbenburg. Alle Genessinnen, bie om Sonntag, den 5. April, an den Beranstaltungen des Reidsbanners teilnehmen, fönnen fdymarzrotgoldene Schleifen beziehen in der Ronfumgeoffenschaft, Rosinenftr. 4. Heute, Sonnabend, den 4. April: " Das Gerichte erfannte nur gegen 3irfe, Szotowski, Bigalte auf schuldig und verurteilte Birte zu 530 M. Geldstrafe, Szotomsti und Bigalfe, zu je 330 M. Geldstrafe. Dierich, Bayer, Kiebach, Hoeft wurden freigesprochen. Allen Angeflagten wurde als mildernd angerechnet, daß sie nicht aus unedlen Motiven gehandelt hätten. Bei Birte fiel erschwerend ins Gewicht, daß er Borgesetzter ist und die Anzeige weiterzumelden gehabt hätte. Aber auch gegen ihn wurde nicht auf Gefängnis erkannt. Auf Bigaltes Stellung im Beamtenausschuß ging die Urteilsbegründung nicht ein. 13. 6. 8 Uhr Borwärtsspedition Wilhelmshavener Str. 48, Defe- und Dis tuffionsabend unter Leitung bes Geneffen Dr. Adolf Peek. Thema:„ Bilbungsfragen in England und Defterreich". 46. Abt. Die Raffierer milffen mit dem Genoffen Urban Sonnabend abend von 6 Uhr ab und Sonntag vormittag ab 10 Uhr abrechnen. 86. Abt. Marienberf. 8 Uhr Funktionärversammlung im 8immer 26. 91. Abt. Reus. 7 Uhr Funktionärsigung bei Ramin, Mainger Str. 12. Morgen, Sonntag, den 5. April: 54. bt. Charlottenburg. Die Genoffen beteiligen fich an ber Bannerweihe des Reichsbanners. Treffpunkt 1 Uhr nachmittags am Wilhelmplak. Die Abteilungsversammlung am 8. April fällt aus und findet später statt. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation im Genoffe Gottlieb Soffmann ist im Alter von 75 Jahren Raifer- Wilhelm- Stift, Schulsiveße, verstorben. Den älteren Genoffen with fein fritheres Lobal in der Gminemünder Straße noch in Erinnerung fein. Genoffe Soffmann hat ber Bartei in der Reit des Sosialistengefeges unschäkbare Dienfie geleitet. Die Inflation hat ihn, wie viele andere, vollständig arm gemacht. Geine Einäfcherung findet Gonntag nadmittag 4 Uhr im Reematorium Gerichttvake statt. Es wäre erwünscht, wenn alle feine Rampfgenoffen aus früherer Reit fich dort aur angegebenen Stunde einfinden würden. Jugendveranstaltungen. Niedrigere Milchpreise. Das langsame Nachgeben der Butterpreise ermöglicht eine weitere Senkung der Milchpreise. Die Richtpreise für Milch betragen vom Sonnabend, den 4. April 1925 ab, für einen Liter Vollmilch ab Laden des Kleinhändlers 30 Lindenite. 3. Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Unsere Gagungen. 3. Referat: für einen Liter Bollmilch ab Berliner Kuhställe 33 Pf. Der Preis für Magermilch bleibt unverändert auf 8 3 f. je Liter bestehen. Die Trauerfeier für die Weseropfer. Detmold, 3. April. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung Lippes und der angrenzenden preußischen Gebiete fand am gestrigen Freitag in Detmold die Trauerfeier für die 80 Todes opfer der Fährkatastrophe von Beltheim statt. Die Häuser der Stadt, sowie die öffentlichen Gebäude, hatten zum Zeichen der Trauer halbmast geflaggt und das Rathaus war mit schwarzem Trauerflor drapiert worden. Die Trauerfeier fand um 2 Uhr in der Exerzierhalle der Kaserne II statt, die man zu diesem Zwed mit Trauerschmuck versehen hatte. In der Mitte der Halle war ein schwarzer Podest errichtet worden, auf dem die Särge des OberSchüßen Simon Gibbert, des Schüßen Nollmann und des Gefreiten Suling standen. Dahinter hatte man einen schlichten Altar errichtet. Nach dem Gedächtnisreden des fatholischen und des evangelischen Geistlichen formierten sich die zahlreichen Abordnungen der durch das Unglück betroffenen Reichswehrformationen und nahmen auf dem Ererzierplatz Aufstellung zu einem riefigen Trauerzuge. Die drei Särge wurden von je sechs Soldaten auf die Wagen getragen, und der Trauerzug setzte sich unter den Klängen eines Chorals in Bewegung. An der Spize ging der Bischof von Baderborn in großem Ornat. Dann folgte eine Reichswehrtompagnie mit einem beriltenen Offigier an der Spize. Hinter dem Wagen mit den drei Särgen schritten Reichswehrininister Geßler und General v. See of t. Dann folgten die Angehörigen der Berunglückten. Dem 3uge schloß fich eine unübersehbare Menschenmenge an. Der Zug nahm dann feinen Weg zu dem Ehrenfriedhof für die im Weltfriege Gefallenen, wo die Beerdigung des Oberschützen Simon Gibbert stattfand. Neben feinem Grabe wurden die beiden anderen Särge aufgestellt. An: offenen Grabe ergriff sodann der Reichswehrminister Dr. Geßler das Wort, der ben toten Kameraben namens der deutschen Wehr macht und der Reichsregierung die Abschiebsgrüße nachrief. Nach weiteren Ansprachen fandte eine Ehrentompagnie drei Salven über das Grab der gestorbenen Kameraden. Darauf löfte sich der ungeheure Trauerzug, der bei seinem 1½stündigen Anmarsch von einer großen Menschenmenge begleitet wurde, auf. Weitere Opfer geborgen. Bon amtlicher militärischer Stelle wird mitgeteilt: Heute bis fommandos durchgeführten Beigungsarbeiten außer den schon ge 9 Uhr vormittags wurden bei den von Fischern und Tauchermeldeten zwei Solbaten und dem gestern gefundenen Gefreiten Friß Suling von der 16. Rompagnie aus Bremen noch folgende sieben Leichen geborgen: Bon der 16. Kompagnie des Infanterie regiments 18 der Schüße Wiedenbrüd aus Diengben bei Borfen, der Schüße Friebrich Ertelenz aus Effen a. b. Ruhr, der Schüße Rudolf Rodemann aus Odenstadt bei Alfeld, Echüße Matthias a abieg aus Metternich im Rheinland, der Schüße Wilhelm Hildebrand aus Helfen bei Arolsen und der Schüße Infanterieregiments 18 der Schüße Herbert Rothemann aus Hans Jordan II aus Hannover, und von der 14. Kompagnie des Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 4. April. Außer dem üblichen Tagesprogramm: " Borikenbenkonferens heute, Sonnabend, abends 7% Uhr, im Jugendheim Unsere Gruppenarbeit im Sommer".( M. Westphal.) Ohne Mitgliedsbuch und Ausweis fein Bufritt. Bezirksverftenbshigung heute, Sonnabend, nachmittags 5 Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3. Bon nadiehenden Abteilungen muß der Berichtsbogen für das 3. Quartal ( Oktober- Dezember) unbedingt auf der Vorständekonferenz am Sonnabend, den 4. April, abgeliefert werden: Adlershof, Buch, Faltensee, Friedenau, Fried richsfelde, Gesundbrunnen, Lichtenberg- Nord, Lichterfelbe, Moabit II, Neukölln L Neukölln V, Neu- Lichtenberg, Niederschönhausen, Nordost I, Pankow, Prenzlauer Borstadt, Often( Stralauer Biertel), Meinidendorf- West, Schmargendorf, Schön hauser Borstadt, Senefelber- Biertel, Spandau, Staaten, Südost( Röpenider Bierten, Treptow, Wedding. Heute, Sonnabend, den 4. April: Webbing und Webbing- Norb: Frühlingsfeier abends 7 Uhr in der Aula der Realschule Lütticher Straße. Mufit, Regitationen, Ansprache, Reigentänze, Jugendspiel. Eintritt 40 Pf. Wriebenan: Sculentlassungsfeier abends 8 Uhr im Feftiaal der Berufsschule, Schöneberg, Frankenstr. 10. Marienbort: Tie Schule, Dorfitt. 7, Vorstandsfisung. Wallenberg- Alt- Glicnide: Lichtbildep Morboft II: Früh lingsfeier abends 8 Uhr im Altersheim Danziger Git. 62. Cintritt 30 20 Weißenfee: Abends 75 Uhr im Albrechtshef, Weißenfee, Barkite, 16, rilh Ingsfeier. Alle Sculentlaffenen, Eltern und Jugendgenoffen anderer Abteilungen find herzlichst eingeladen. Beginn 8 Uhr. Albrechtftr. 47. Rieber( neweibe: Einführungs- und Elternabend in ber Morgen, Sonntag, den 5. April: Webbing- Norb: Fahrt nach Bernau- Bogensee. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Wedding. Sabot( Reichenberger Biertel): Abends 7% Uhr Jugendfeier in ber Schule Reichenberger Str. 67-70. Salensee: Abends 6 Uhr Soulentlaffungsfeier in der Goule Joachim- Friedrich- Straße( Beichenfael). Stegfi 1: embs 6 hr Einführungsabend file Sayulentlaffene im Jugendheim quenballe Rubower Straße. Weusit, Regibationen, Gefang, Ansprache, Gyred ormert: Der Morgen" Beebebeairt Reividendorf: Abends 6 Uhr Schulentlassungsfeier in der Aula des Realgymnafams, Neinidendorf- Oft, Berner Straße. Jugendchor, Ansprache, Resitationen, Mufit, Aufführung von Tollers Wandlung". Eintritt 40 Bf. Gdulentlassene frei.esbebesiet Tiergarten: Besichtigung des Methafens. Treffpunkt vormittags 10 Uhr am Bahnhof Butikstraße. Chöneberg: Werbenachmittag der Jugend, Junafozialisten unb Rinberfreunbe im Jugendheim Rubens, Ede Sauptstraße. As 3 Uhr Tens und Spiel auf dem Sportplat; abends Lichtbildervortag: Unfere Ofterfahrt". Suboft- bteilungen( Rövenider, Relenberger, Görliher Biertel): Sonntag, den 5. April, abends, Jugendfeler. Programm: Mufit, Rezitationen, Ansprache, Lieder zur Baute und Jugendspiel. Eintritt 30 Bf. Beginn 18 Uhr. " Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefchäftstelle: Berlin G 14. Gebaftianftr. 87/88. Sof 2 St. Sonntag, ben 5. April, nachmittags 1 Uhr, antreten fämtlicher Rameraben in Bannerkleidung ohne Stöde ix olsidexburg, Wil beluplah, zur Bannerwehe der Chalovienburger Remesebhaft. Genus: fab. Namesobjaft Stergaben: Gonnabend, den 4. April, abends 7 Uhr, Antreten fämtlicher Kameraben in der Turnhalle Ait- Moabit aure Teilnahme am CharTottenburger adelzug. Sonntag, den 5. April, mittags 13% Uhr, Antreten fämtlicher Kameraben autre Tellnahme an der Fahnenweihe in Charlottenбися. Ramerabithalt Rexköln- Baik: Gonntag, ben 5. April, mitbage 12 Uhr, Abfahrt der gesamten Rameradschaft aur Fahnenweihe nach Charlottenburg 15. Kamerabiaft Riebernaelbe: Die Ramevom Mingbahnhof Neukölln. tabfbaft steht am Sonntag, den 5. April, mittags 12½ Uhr, am Ausgang des Bahnhofs Roologischer Garten, in Richtung der Station Tiergarten( gegen über bem Eingang zum Roologischen Garten), zur Beteiligung an ber Bennerweihe in Charlottenburg. Die Rundgebung ft als Auftalt des zwetten Wahltampfes gebecht und wird deshalb refilos und pinktliche Beteiligung fämtlicher Rameraben erwartet. Fahnen And mitzuführen. Männerchor Friedrichshain. Die Sangeebrüder treffen sich Gonnten vor mittag 9 Uhr zur Generalprobe in Lichtenberg, Partaue. Der Sozialdemokratife Mannenhez Friebzigabein veranstaltet am fommenben Sonntag, abends 6% Uhr, in der Aula des Reform- Realgymnasiums, Lich Flemming- Sornig( Klavier), der Herren Kammervirtuofen Johannes Lajomsti tenberg, Barbane, ein ribichrskonzert unter Mitwirtung von Frau Prof ( Bioline), Julins Berger( Cello). Der Chor hat bisher bereitwilight bei vielen Barteiveranstaltungen usw. mitgewirkt, und wird deshalb her ejus der Ber anstaltung den Parteigenoffen aufs wärmste empfohlen. Eintritt 75 f. Arbeitersport. 4. Bezirk bes 1. Rraises.... v. Gp.-B. Sonnabend, den 4. April, 7 Uhr, Sigung der Gruppen, Dezirts- und Bereinsturenwarte und Techniter in Schöne berg, Max, Ede rig- Reuter- Straße. Tagesordnung: Gruppeneinteilung und Wahlen der tenischen Funktionäre. Rarten für das Rartelfeit im Sportpalast am 5. April find noch im Sporthaus Fichte zu heben. Sonnabend, ben kurse). Sprachunterricht: Direktor Julius Glück: Esperanto". 3.35 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungs4 Uhr nachm.: Jugendbühne. Leitung: Alfred Braun. Wilhelm Tell". Schauspiel in fünf Aufzügen von Friedrich v. Schiller. Mitwirkende: Eduard v. Winterstein. Hedwig Pauly, Alfred Braun, Willi Eberhardt, Bruno Rahn. Wilhelm Krüger Karl Walter 6.48-7.55 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abt. Schott u. 8. Bildungskurse). 6.40 Uhr abends: Spiel und Sport: Hans Boetticher, ehemaliger Sportwart des Deutschen Reichsverbandes für Amateurboxen: Boxen als Sport". 7 Uhr abends: Abteilung Hochschulkurse: Dr. Franz Leppmann:„ Deutsche Lyrik von Hölderlin bis Werfel". 6. Vortrag Werfel und die Jüngsten". 7.35 Uhr abends: Prof. Dr. Gustav Leithäuser: Ueber die Empfangstechnik der drahtlosen Telegraphie und Telephonie". 8.38 Uhr abends: Der Wandsbecker Bote. 1. a) Mein Neujahrslied, Matthias Claudius. b) Täglich zu singen. Matthias Claudins, e) Von meinem akademiRezitation). 2. Streichquartett D- Dur op. 64, Haydn( Das Postschen Leben und Wandel, Matthias Claudius( Alfred Braun. Quartett: Max Post, 1. Violine; Willi Post, 2. Violine; Artur Post. Viola; Richard Post, Cello). 3. a) Bei dem Grabe meines Vaters, Matthias Claudius, b) An Frau Rebecca, Matthias Claudius, d) An meinen Sohn Johannes 1799, Matthias Claudius( Alfred unterhaltungsabend im Gewerkschaftshaus mit guten Darbietun Braun). 4. a) Menuett, Boccherini, a) Serenade, Langey, c) Deutsche, österreichische, steyrische, ungarische Volkslieder( Das PostQuartett). 5. a) Ein Lied nach dem Frieden, Matthias Olaudius, Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. b) Abendlied, Matthias Claudius( Alfred Braun) Anschließend: Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30 bis 12 Uhr abends: Tanzmusik. Tern und Sportsemix Nite, 10. Ränussabteilung. 4. April, 7 Uhr, Quartalsversammlung bei Mechler. Wichtige Tagesordnung. Reiner fehle. Wate. Montag, den 6. April, 26-7 Uhr, orechmung in der Geschäftsstelle. GefäHefährender Ausfchuk 7 2hr in der Geschäftsfelle. Diens tag, den 7. April, Rinderturnausschuß, Beinmeisterfte. 16-17. 4. Männerabt.: Borstandsfihung um 10 Uhr bei Gorgak. 16. Gruppe: Vorstandssigung um 10 Uhr bel Döring. Das 3. Werbefaft ber Turnerinnen findet am morgigen Sonntan, nach mittees von 8-6 Uhr, in der RentraIturnhalle Brinzenftr. 70 flatt. Saalöffnung 143 Uhr. Das Programm umfaßt alle Gebiete bes Frauenturnens und wird deher ein gebreider Besuch erwartet. Nach dem Turnen findet ein gen flatt. Arbeiter- Radfahrer- Bund Golidarität", Ortsgruppe Berlin. Touren für Sonntag, den 5. April. Gämtliche Abteilungen zum Kartell- allensportfelt im teutonn: Start file beide Abteilungen früh 9 Uhr Berkbergplak. Ortogruppe Sportpalast, Botsdamer Straße. Eintritt 1 M. Chart 1 Uhr an ben bekannten Stellen. 2. Begiet: Bezirksversammlung in Ablershof( Biege). Ortsgruppe Tegel: Sonnabend Unterbezirksverfammlung in Hermsdorf, Bellevue. Start 17 übe abends Gdieperfic. 64. Theater, Lichtspiele usw. ceg| Central Theater) Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 7 U.: Intermezzo Tägi. 8 Uhr. Opernhaus Das weite Land am Königsplatz 71: Die lustigen Weiber Schauspielhaus 7 Uhr: Sintflut ¡ v Arth. Schnitzler Arnold Korff Julius Falkenstein Olga Limburg 72 Uhr: Die versunk. Glocke Deutsch. Opernhaus 7/2 Die Zauberflöte Metropol- Theater 8 Uhr: Tausend süße Beinchen Heues Th. am Zoo Tägl. 8 Uhr Schiller Theater Trianon- Th. Die weiße Weste 72 U. Possenabend Alt- Berlin Täglich 8 Uhr: Th. in Kommand. Str. Zum 25. Male: Gr. Volksoper Yoshiwara SCHI im Theat. d Westens 7½ Uhr: Rigoletto Volksbühne 7 Uhr zum 1 Male: HAMLET Blanche Dergan Kaiser- Titz von Jean Gilbert Sig. nachm. 32 Unr Mein Leopold ( Keine Preise) Kleines Th. Theater d. Westens Tägl. 8 Uhr: Berl. Operngastsp Leop. Konstantin Sonnt. nachm. in Die Großfürstin Uhr: Martha Deutsch. Theater und der Zimmerkellner mit Mizzi Fink 8 Uhr: Oskar Wilde Kammerspiele * Uhr: Sie selber nennt sich Helsinge Die Komödie Karfürstendamm 206/207 8 Uhr: Der Diener zweier Herren Theater i.d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Franziska Komödlenhaus 8 Uhr: HAREM Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau SCALA 8 Uhr: VARIETE REVUE Songs 8800. ermas. Preise! Das volle Programm Deutsch. Künstlertbeat. 8 Uhr: ,, Riquette" Operette von Oscar Straus Lustspielhaus 8 Uhr: Guido Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbauerdamm 8 Uhr: Der blonde Traum Wallner- Theat. 128 Uhr: Romeo u. Julia Casino- Theater Residenz- Th. Lothringer Str. 37 Tägl.8 Uhr Tägl. 8 Uhr: BUNBURY von Das billigste Theater Berlins! Reelle volkst. Preise Der große Erfolg Der Oberschieber Berliner Typen Berl. Humer Oskar Wilde Dazu das bunte Programm Romische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Ueber 200 mal Der Sensationserfolg d. Berliner Theaterlebens Die gewaltigste aller Revuen: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Ueber 250 Mitwirkende: Wiederauftreten: Br. Kastner, P. Westermeier Lotte Werkmeister Spanische Tanztruppen Französ. Tanzpaare usw. Herabgesetzte Preise! Parkett 6 Mk. Sonntags 3'1& U. halbe Preise Jed.Erwachsene 1Kind frei! Inno 1219 roff FIM FRANKFVRTER MESSE 19.- 22.APRIL 1925 TECHNISCHE MESSE VRD STÄNDE IM FREIEN 17.- 22.APRIL 1925 Vertreter fur Gr Berlin: Gesciasftsste.le Kurt Battsek, Berlin C 2, Hinter dem Gießhaus 3!!!. Telegr Adresse: Hakafrank. Telephon: Merkur 5525. Ziehung 1. Klasse am 17, n. 18. April WALHALLA Theater Weinbergsweg 19-20, a. Rosenth. Tor Fahr- Verbindungen: Stadtbahn- Bahnhof Börse- Untergrundbahnhof Schönhauser Tor- Straßenbahn- Linien: 1, 8, 11, 86, 36, 40, 41, 44. 29, 68, 1 8. 99. 199. Der große Erfolg! Täglich 7 Uhr: Ensemble- Gastspiel des Metropol- Theaters mit dem größten Operetten- Schlager der Saison Gräfin Mariza Musik von Emmerich Kálmán in der Original. Besetzung und Ausstattung Lori Leux, Gustav Matzor, Elli Hoffmann Paul Morgan, Emil Guttmann, Inge Gleichen Max Hansen, Reinhold Pasch, Bozena Bradsky Regie: Emil Guttmann Musikalische Leitung: Hans Julias Salter Bisher über 200 Aufführungen! Preise der Plätze:' Kleiner als Friedenspreise!! Balkon-.75 Parkett 2.50 Orchester- Sessel 4 50 Garderobe 20 Pl. Programm 10 PL Sämtliche Vergünstigungen aufgehoben. Vorverkauf ununterbr. an der Theaterkasse Auf Teilzahlung! Herren- n.Damen- Garderobe fertig und nach Maß Herren- Anzüge Paletots Gummimäntel Damen- Mäntel Kostüme, Kleider Blusen, Röcke Bett-, Leibwäsche, Gardinen Kleinste Anzahlung! 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Lose empfiehlt u versendet auch unter Nachnahme die Staatliche Lotterie- Einnahme Max Dombrowsky Berlin S 14, Neue Jakobsir. 26 Fernruf Moritzpl. 14528- Postscheckkonto Berl. 141 594 H. Fürther Str. 3. Fernspr.: Uhland 524. Lodenmäntel Grünmelierter Strichloden, ohne Mufftaschen Form 2 M. 21.Grüner Strichloden, Raglanform, hochgeschlossen M. 29.Grüner guter Strichloden..... Form 2 M. 36.Olivfarbiger oder marengo Strichloden........ M. 39.Dunkelgrüner Strichloden, reine Wolle. M. 42.Olivfarbiger oder marengo Strichloden. ..... M. 54.Form 2 Olivfarbiger, bester Kamelhaarloden..... Form 2 M. 68, Lodenpelerinen in marengo und grün M. 46.-, 42.-, 32.-, 28.-, 24.* Windjacken aus haltbaren Stoffen M. 34.-, 29.-, 20.-, 18., 15., 13., 11.Alle Lodenmäntel, Pelerinen u. Windjacken sind wetterfest imprägniert. PEEK& CLOPPENBURG BERLIN C 19. CIRCUS BUSCH Tägl. 72, Sonntags auch 3 Uhr: DIE ERSTE GROUSE CIRCUS- REVUE Karch usch Kusch 3" Busch ! Circus unter Wasser! Das lustige Teufelsrad Berliner Wasserfreuden Sonntag nach- halbe Preise mittags 3 Uhr für Erwachsene und Kinder! ebenfalls: Die gr. Circus- Revue! Apollo- Theater 8U Dir: James Klein 8 U. Die Nächte v. Paris Gr. Ausstattungsoperette Ueber 100 Mitwirkende Preise 2 bis 10 Mk. Vorverk. ununterbr. geöffnet Berliner Konzerthaus Mauerstraße 82 ( Clou") Mauerstraße 82 Täglich geöffnet Vier- Uhr- Kaffee Gesellschaftsabend Tanz Ausschank von Triumphator Engros: G. M. B. H. GERTRAUDTEN- STRASSE 25-27 Steffiner Sänger Reichsmark, das Vorzugsaktienkapital In der Generalversammlung vom Reichshallen Theater 31. März 1925 ist das Stammaklenkapital Allabendl 8 U. u. Sonntags nachm. 3 Uhr im Verhältnis 4: 1 auf 20 Millionen auf 1 Million Reichsmark umgestellt Sport- Müller Neu! worden.. Nachm. halbe Preise, volles Progr Dönhoff- Brett'i: Neu! Die Dividende für das Geschäftsjahr 1923/24 ist auf Reichsmark 2,50 für je 100 M. des bisherigen StammaktienDas Riesen- Programm! kapitals( d. h. aut 10% des umgestellten Stammaktienkapitals) festgeAnf. 7%, U., Sonnt. 5% U. setzt worden. Einlösungsstellen sind: unsere Kasse in Berlin, sowie die Darmstädter und Nationalbank, Deutsche Bank, Trabrennen Mariendorf Commerz- und Privat- Bank, Dresdner Bank, Mitteldeutsche Kreditbank in Berlin, Breslau, Frankfurt a. M., Hamburg und München. In den Aufsichtsrat, aus dem seit der Sonnabend, den 4. April Ordentlichen Generalversammlung vom nachmittags 21 Uhr 20. März 1923 durch Tod die Herren Geheimrat Wilhelm Kopetzky. Konsul Leopoldo Lewin, sowie Herr Direktor Paul Mankiewitz ausgeschieden sind, Theater am Kottbusser Tor. sind seitdem die Herren Direktor Tägl. 8 Uhr und Sonntag nachm. 8 Uhr Elife- Sänger. Kolossales April- Programm! Schlager auf Schlager. Volkstümliche Preise. WINTO 5 J Fraenkel, Breslau, Direktor Dr.v.Stauß, Berlin, und Justizrat Dr Wilhelm Rothe, Berlin, gewählt worden. C. A. F. Kahlbaum In Aktiengesellschaft der Generalversammlung vom 31. März 1925 ist das Stammaktienkapital im Verhältnis 4: 1 auf 25 Millionen Reichsmark, das Vorzugsaktienkapital auf 1,5 Millionen Reichsmark umgestellt worden. Die Dividende für das Geschäftsjahr 1923/24 ist auf Reichsmark 2,50 für je 100 M des bisherigen Stammaktienkapitals( d. h. auf 10% des umgeGEHL stellten Stammaktienkapitais) festgeEnrico Rastelli im Rahmen des unerreicht April- Spielpl. Stg. 31 halbe Prelse. Rauchen gestattet setzt worden. Einlösungsstellen sind: unsere Kasse in Berlin, sowie die Deutsche Bank, Darmstädter und Nationalbank, Commerz- und Privat- Bank, Dresdner Bagk, Thalla- Th. Rose- Theater Mitteldeutsche Kreditbank 8 Uhr: 7 Uhr: In Berlin, Breslau, Frankfurt a. M., Hamburg und München Der blonde Engel Graupen müllerin den Aufsichtsrat, aus dem seit der HerrnfeldUta- Palast 8U. Theater 8 Uam Zoo im Intimen Theater 7 und 9 Uhr: Bülowstraße 6 Wege zu Kraft Lachstürme! Wer ist der Vater? Herrnfeldiade i.3 A.' J. F. Rauch Aktiengesellschaft Berlin N4 Osterwein und Schönheit Vorverkauf 11-2 Uhr. DULJATHA Santa Lucia Ordentlichen Generalversammlung vom 20. März 1923 durch Tod die Herren Geheimrat Wilhelm Kopetzky, Konsul Leopoldo Lewin, sowie Herr Direktor Paul Mankiewitz, ausgeschieden sind. sind seitdem die Herren Direktor J. Fraenkel, Breslau, Direktor Dr.v Stauß, Berlin, und lustizrat Dr. Wilhelm Rothe, Berlin, gewählt worden. Ostwerke Aktiengesellschaft Inferieren Weder gehen bringt ERFOLG: Käuflich in Feinkost-, Kolonial- und Drogenhandlungen. noch stehen tonnte ich und war gelähmt am ganz. Kör per. Nach Gebrauch von Reichel's Elec tricum tonnte ich bas Bett ver affen und fühle mich sehr wohl. Go und ähn lich schreiben viele bei Rheuma, Gicht, Ischias. Geschwulst, Nerven- und Ertäl tungsschmerzen Fl. 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Dezember 1924 AKTIVA Kasse, fremde Geldsorten, Zinsscheine und Guthaben bei Noten- und Abrechnungsbanken Wechsel • Nostroguthaben bel Banken und Bankfirmen Reports und Lombards gegen börsengäneige Wertpapiere Vorsch isse auf Waren und Warenverschiffungen Eigene Wertpapiere Konsortialbeteiligungen Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen Schuldner in lauf Rechnung Bankgebäude Sonstiger Grundbesitz Mobilien Pensionsfonds- Effekten RM 32 409 114 00 153 123 725,80 136 877 425,75 3 750 941,45 77 479 853,15 11 179 699,10 12 831 460,15 22 430 384,35 312 465 80,85 30 000 000,00 1 000 000,00 1,00 1 007 341 CO 794+55 748.60 RM 78 000 000,00 PASSIVA Aktienkapital Gesetzliche Rücklagen 22 000 000,00 Gläubiger Akzepte Pensionsfonds Reingewinn 684 774 651.45 431 219,40 1 000 000,00 8 349 877.75 794 5 5 748,60 Gewinn- und Verlust- Rechnung per 31. Dezember 1924 VERLUST Handlungs- Unkosten- Konto Abschreibungen Steuern a) Mob lien b) Bankgebäude c) Sonstiger Grundbesitz Reingewinn Provisions- Konto RM 61 176 047,20 3 960 473,45 450 617,10 2547 795,65 229 462.40 8 349 877.75 76 714 273 5 RM GEWINN Wechsel-, Zinsen-, Sorten- und Zinsschein- Kanto Effekten- und Konsortial- Konto Erträgnisse aus dauernden Beteiligungen bei anderen Banken Sonstige Einnahmen 33 979 364,65 42 195 468,15 539 440.75 76 714 273,55 Marken- Zigaretten kaufen Sie am billigsten Kaiser Wilhelm= Str. 32 Trp. 3 Möbelstoffe Tüllgardinen Mr. volle Br.Mr. 0.85 Bettdecken engl.Tull 3.95 Etamin Bettdecken in 4.95 m.Volant Künstlergardinen engl. 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Die Summe jetzt sich wie folgt zusammen: 1. an Landabgabe 2,70 m., 2. an Einkommensteuervorauszahlung 3,90 M., 3. an Reichsvermögenssteuer 4,85 m., 4. an Umfaßfteuervorauszahlung 4,85 R., 5. an Rentenbankgrundschuldzinjen 1,55 m., 6. an Breußischer Grundvermögenssteuer einschließlich Kommunalaufchlägen 9 M., insgesamt 26,85. In Nr. 11 des Organs vom 14. März 1925 wird dann weiter eusgeführt, daß durch eine durch den Landwirtschaftsverband nach Berlin geschickte Delegation ein weiterer Steuernachlaß von 2,96 MR. pro Heftar erzielt wurde. So mithin beträgt der Gesamtnadhlag für das Jahr 1924 pro Settar 29,81 m. oder pro Morgen 7,44 m. Es liegt die Frage nahe, mas bei einem derartig erheblichen Steuernachlaß nun pro Heftar denn eigentlich noch zu zahlen ist. Auch darüber gibt uns das Organ des Landwirtschaftsverbandes Ostpreußen Aufschluß. In Nr. 30 vom 26. Juli 1924 wird unter der Ueberschrift:„ Steuerliche Belastung der oftpreußischen Landwirt fchaft 1924" die steuerliche Belastung bei einem landwirtschaftlichen Grundstück mit mittlerem Boden wie folgt berechnet: 1. Ein fommensteuer 3,36 m., 2. Umfagsteuer 9 M., 3. Reichsvermögens. fteuer 4,20 m., 4. Rentenbankzinjen 4,32 m., 5. Preußische Grundvermögenssteuer 3,60 m., 6. 150 Broz. Kommunalzuschlag 5,40 m., insgesamt 29,88 m. pro eftar. www Nach dieser Berechnung, die wohlgemerkt in einem Arbeitgeberorgan veröffentlicht wird, verbleibt eine Gesamtsteuerbelastung für den Hettar von fage und schreibe 7 Pfennig oder von 70 m. für ein Gut in einer Größe von 4000 Morgen. Ein solcher Steuersatz entspricht ungefähr dem Lohnsteuerabzug von einem Jahreseinkommen von etwa 1600 m. im Jahre 1924. Das find geradezu fenfationelle Feststellungen. Feststellungen, die das Steuergeschrei der Landwirte als eine Unverschämtheit erscheinen lassen müssen. Jedenfalls machen sie durchaus glaubhaft, menn in einem Rundschreiben, das der Brandenburgisch e Sandbund unmittelbar vor der letzten landwirtschaftlichen Woche Berliner Geschäftsleuten zuleitete, folgendes ausgeführt wurde: 0 Sonnabend, 4. April 1925 Schonzeit nicht genügend ausgenugt hätten, der schwerste Borwurf gemacht werden muß. Es scheint, daß zwischen der geringen steuerlichen Belastung der Landwirtschaft und ihrer großen Kauftraft ein fachlicher Zusammen hang besteht. Was meint der Landbund zu diesen Mitteilungen der ihm angeschlossenen Organisationen? Was der Reichsland wirtschaftsminister, der feine Kenntnisse von der Mothat Aufträge, die für ein halbes Jahr volle Beschäftigung Tage der Landwirtschaft sonst fast ausschließlich aus Landbund informationen bezieht? Bir unfererseits möchten nicht so be leidigend fein, die Feststellungen der großagrarischen Berbände in ihrer Richtigkeit zu bezweifeln. Ein Privileg für die Rentenbank- Kreditanstalt? Interessante Ausführungen über die Möglichkeit der Unter. bringung von Pfandbriefen im Auslande machte der Verwaltungs. vertreter in der Generalversammlung der Breußischen Hypo. thefen Attien Bant. Er erklärte, daß es unmöglich fei, auf Mark lautende Pfandbriefe in den Bereinigten Staaten abzu. legen. Dort habe man mit der Emission von Industrieanleihen derartig schlechte Erfahrungen gemacht, daß man gegen deutsche Anleihen, ganz gleich in welcher Form fie auftauchen, ein gewiffes Mißtrauen habe. Es tomme noch hinzu, daß die Amerifaner noch immer nicht sicher find, ob nicht in Deutschland früher oder später wie in der Inflation eine neue Devisengefeßgebung auf fauche und damit ein neues Moment für die Entwertung deutscher Anleihen geschaffen werde.( Hier scheint doch ein Irrtum unterlaufen zu sein, denn die Entwertung ist nicht eine Folge der Devisengefeh gebung, sondern umgekehrt, die Devisengesetzgebung ist eine Folge der Entwertung gewesen. Red.) In Anbetracht dieses Entwertungs risitos sind ja auch die amerikanischen Stapitalbeschaffungen von den deutschen Unternehmungen sehr hoch bezahlt worden, bei kleine ren Anleihen nicht unter 10 Broz. des Kapitals, das nach Deutsche land herüber gefommen ist. Die einzige Möglichkeit, Pfandbriefe unterzubringen, wäre die Ausstellung auf Dollar und die Aus. leihung der Hypotheken ebenfalls in Dollarwährung. Die Regierung hat diesen Anregungen gegenüber sich, ohne daß die Gründe erfichilich find, a blehnend verhalten. Man nimmt an, daß die Ausgabe von Dollarpfandbriefen der Rentenbant Krebit. anft alt als Sonderrecht vorbehalten werden soll. Diese ein feitige Bevorzugung eines einzelnen Institutes, das taum in der Sage fein dürfte, die Kreditbedürfnisse des Erwerbszweiges, für ben es bestimmt ist, zu befriedigen, hat lebhaftes Befremben erregt. Und es fei zu erwarten und zu hoffen, daß die Regierungs stellen ihre Ansicht in dieser Beziehung revidieren und die Su laffung der Ausgabe von Dollarpfandbriefen geftatten werden. Aber selbst in diesem Falle wäre eine Unterbringung Don Dollarpfandbriefen nur dann möglich, wenn eine bindende Erklärung der Regierung vorliege, daß keinerlei neue Devisenverordnungen oder ähnliche Gesege über die Geschäfte in fremben Währungen auf die Berzinsung und Rückzahlung dieser Pfandbriefe fünftig angewandt werden sollten. Unseres Erachtens fann feine Regierung eine bindende Berpflichtung dieser Art eine gehen, solange für fie eine Mitkontrolle ihrer Währungspolitif durch den Transferfommissar besteht. Die Goldmarferöffnungs bilanz, die die Umstellung im Berhältnis von 15: 1 und die Gr. höhung auf 4 Millionen Reichsmart vorsieht, wurde einstimmig genehmigt. Die Lage der Maschinenindustrie. Generaldirektor Dr. Reuter machte in der Generalverjamm Baren zu den vorjährigen Tagungen schon an 100 000 Land lung in der Demag der Deutschen Maschinenia brit wirte nach Berlin gekommen, so wird diesmal die Teilnehmerzahlttien Gesellschaft folgende Ausführungen: eine noch weit größere fein, meil aus allen Teilen des Reiches die Elite der deutschen Landwirtschaft eintrifft, um für eine ganze Woche Aufenthalt in der Reichshauptstadt zu nehmen. Gruppen weise besuchten bie Agrarier im Februar 1924 die Berliner Gefchäfte und sorgten für aufriedene Gesichter der Geschäftsinhaber- und dies au einer Zeit, in welcher der Bauernstand für sehr kreditbedürftig galt. Um wieviel bedeutender muß der Berkaufserfolg jegt werden, nachdem der Landwirt wieder der ist, der durch den fortgesetzten Bertauf von Bodenerzeugnissen, Schlachivich und so weiter große Barimittel in den Händen hat und zurzeit am tauffräftigften anzutreten haben, abzunehmen. Generalbirettor Reuter wies in diesem fehen ist" DICK PETERSUNION www. Extra- Prima າ າ າ າ ນ ນ FahrradReifen Höchste Qualität daher preísmert Die Lage der Maschinenindustrie ist zurzeit fehr ungünstig, vor ist, die Einrichtungen zu schaffen, die notwendig wären, um die allem desmegen, weil fie infolge der Kapital- und Kreditnot gehindert Selbstkosten zu vermindern Der Maschinenbau ist gleich allen Gesetzgebung geworden, denn die Hauptposten in ihrer Rechnung anderen Industriezweigen immer mehr Objett der Wirtschaft und werden nicht von ihm, sondern von Stellen beeinflußt, ja geradezu diftiert, die weder die Verhältnisse des einzelnen Unternehmens be urteilen fönnen, noch in der Lage sind, den Beitern der Betriebe die Berantwortung gegenüber den Kreisen, deren Interessen sie zu ver Busammenhange besonders auf das Schlichtungsverfahren bei Festlegung von Löhnen und Gehältern hin, durch welches den Berwaltungen die Möglichkeit genommen würde, die für die vor Iregenden Verhältnisse tragbaren Säße zu bestimmen, das Schlichtungsverfahren trage auch den verschieben gelagerten Vermögensschichtungen der einzelnen Gesellschaften in feiner Weise Rechnung. Das führe entweder zu einer Minderung des Berant wortungsgefühls bei den Fabrikleitungen oder zu Schwierigteilen bei Weiterführung des Betriebes, bie nicht mehr überwunden werden fönnen und eines Tages zur Stillegung führen müssen. Generaldirettor Reuter plädiert für die Beseitigung dieser Swangswirt schaft" fo nennt er es. Er wandte fich dann natürlich gegen die hohen steuerlichen und anderen öffentlichen Laften, die in diesem ilmfange gar nicht nötig wären, wenn der Staat dem Beispiel der Industrie folgend, ebenfalls auf Sparsamfeit fehen würde. Bei den Steuern muß der Grundsatz der Gewinnoersteuerung, nicht der Umjagversteuerung ausschlaggebend sein, jonft müßte die Induftrie ichon aus Selbsterhaltung ihre Betriebe nach Möglichkeit verfleinern, während im Interesse der Selbstfoften eine Ber größerung der Produttion erstrebt werden müsse. Es müsse mehr ökonomisch und nicht, wie es jest geschehe, sozial. politisch gewirtschaftet werden. Sonst geraten wir in eine Lage, daß die Stellen, die die im Londoner Mokommen zugestandene Die„ Demag bemühe ich, ihre Betriebe zu verbessern und verbilligen, und habe auch mit Erfolg verjucht, die im Inland fehlende Arbeit aus dem Auslande hereinzuholen. Die Gesellschaft sichern und die Gesellschaft bürste ihre Aufgabe in der Wirtschaft auch dann noch erfüllen, wenn andere Unternehmungen der gleichen Art schon auf der Strede geblieben find. Erfreulicherweise erhielt Generaldirektor Reuter noch auf der Generalversammlung eine Abfuhr, die ihn hoffentlich veranlaffen wird, für die nädjjte Generalversammlung fich voltswirtschaftlich etwas gründlicher vorzubereiten. Das Mitglied des Betriebsrates, Bohrer Wilhelm ten hagen, wanbte fich nämlich gegen die Ausführungen des Generaldirektors, die das Schlichtungsverfahr betrafen. Der Herr Generaldirektor mußte sich erst von ihm je gen laffen, daß das Schlichtungsverfahren ausgletgenb wirte und gewirkt habe und viele Streifs serhindere. Gie Der Die Golddistontbant hat 408 000 Pfund Reir geminn. wurde, wie erinnerlich, im April 1924 auf Pfund- Efterling Grundlage, auf der fie auch rechnet, begründet und hat elben ihre erste Jahresabjiußbilang vorgelegt. Diefe erste Abschlußbilang dürfte wahrscheinlich auch die lente fein, weil mit der führung der Reichsmartwährung und ihrer fortdauernden Stabilität man einer Bant auf fremder Währungsbafts zur Berrittlung ausländischer Kredite nicht mehr bedarf, und weil heute die deutschen Brivatbanken zunehmend die Auslandstrebite vermitteln. Robgewinn der Goldbistontbant aus dem neun Monate umfaffenden Geschäftsjahr beträgt 492 336 Bfund. Gr fließt fast vollständig aus dem Auslandswechsel- und Schedgeschäft. Die Berwaltungstoften find minima!( der Goltbisfontbant dienen Räume und Berfonal der Reichsbant); fie betragen nur 23 004 Bfund. Auf die Anfertigung von Banknoten und Aftien fielen 6546 fund. 55 000 Bfund wurden als Reserve gegen eintretende Berluste ausgeschieden. Der verbleibende Reingewinn von 403 000 Bfund fällt zum größten Teil an die Reichsbant 379 433 Bfund), die famtliche Aktien der Golddistontbant befizt. 5 Bros des Reingewinns wurden dem gefeßlichen Refervefonds zugeführt. Der Rest des Reingewinns fällt nach dem Statut zur Hälfte an tas Reich( 4247 Band), 3400 fund werben als Tantiemen ausgeschüttet unb 847 funb auf neue Rechnung vorgetragen. Großhandelspreise. Die auf den Stidhfag des 1. April berechnete Großhandelsindegaiffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 25. März( 132,9) um 0,5 Broz. auf 132,3 3urid gegangen. Riebriger lagen vor allem die Breise für Gerfte, Butter, Schmalz, Fleisch, Sped, Milch, Kaffee, Rinds häute, einige Tertiirobstoffe und halbwaren, Benzin sowie für die meisten Richteisenmetalle. Ho her fagen die Preise für Roggen, Hafer, Baumwollgarn, Rohjute und Hant. Bon den Hauptgruppen haben die Lebensmittel von 129,6 auf 129,2 oder um 0,3 Broz., die Industrieftoffe von 139,1 auf 138,2 oder um 0,6 Proz. nachgegeben. Für den Durchschnitt ära ergibt sich ein Rückgang der Großhandelsindegiffer von 136,5 im Durchschnitt Februar auf 134,4 oder um 1,5 Proz Es geht auch ohne Dumping. Bertreter der Escherhoflowatei und der reichsdeutschen Porzellaninbustrie haben, wie aus Brag gemeldet wird, diefer Tage über die Festsetzung der Exportpreise beraten. Die deutsche Industrie beabsichtigte, ihre Preise um 10 bis 15 Broz. herabzufezen, um der Konkurrenz auf dem Weltmarti erfolgreich entgegentrefen zu fönnen. Es tam zu einer Einigung zwischen den Bertretern der beiden Industrien, in der beschlossen murde, eine Preisherabsehung nicht eintreten zu lassen. Keine Umwege! Unentbehrlich für Kraft umd Radfahrer, Wanderer u. Reise verkehr. 50 Karten, fünffarbig, Maßstab 1: 300000, pro Karte 75 Pfennig. Continental's Straßenkarte 50 zuverlässig wie Continental Reifen! 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Man müsse sich entschieden gegen die Behauptung menden, daß hier ein natürliches Recht der Kinder gewahrt werden soll. Es folle nur ein Vorrecht der Gesellschaft geschaffen werden. Qer Redner legt eine Entschließung vor, wonach in den Haushaltplan für 1925 ausreichende Mittel eingestellt werden sollen, um unbemittelten Schulkindern die Zulassung zur mittleren oder höheren Schule wirtschaftlich zu ermöglichen. Die 3ustimmung" des Grundschullehrers hätte unter allen Umständen in das Gesez aufgenommen werden müssen. Alle Lehrerverbände ohne Unterschied der Parteien hätten sich dafür ausgesprochen. Keine einige Stimme aus Lehrertreisen sei bisher für den Standpunkt der Rechten eingetreten. Der Redner fordert, daß das Reichsinnenministerium streng darüber wache, daß die Reichsvor schriften von den Ländern auch eingehalten werden. Leider sei es nicht gelungen, die Gefahren für die Grundschule abzuwenden. Die Sozialdemokratische Partei gebe aber den Kampf nicht auf und glaube bestimmt, daß die Grundschulfrage den Reichstag in furzer Zeit wieder beschäftigen werde. Ministerialdirektor Kästner vom preußischen Kultusministerium bringt für die preußische Unterrichtsverwaltung Bedenken gegen den vorliegenden Gesezentwurf vor. Es liege der preußischen Unterrichtsverwaltung fern, überflüffige Schwierigkeiten zu machen, aber sie sei überzeugt, daß die Ausführung des Gesetzes in seiner jetzigen Form auf große Schwierigteiten stoßen werde. Abg. Rönneburg( Dem.) beantragt angesichts der Ausführungen des Bertreters der preußischen Unterrichtsverwaltung, die ganze Materie an den Bildungsausschuß zur nochmaligen jorgfältigen Prüfung zurüdzuverweisen. Es be ftehe hier die Gefahr, daß der Reichstag gefeßliche Maßnahmen treffe, deren Auswirkungen sich noch nicht übersehen lassen. Der Antrag auf zurückverweisung wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, der Demokraten, der Kommu nisten und eines Teils der Bayerischen Volkspartei abgelehnt. Abg. Rheinländer( 3.) legt gegenüber den Ausführungen des Abg. Löwenstein nochmals den grundsäßlichen Standpunkt des Zentrums dar, daß die vierjährige Grundschule im Interesse des fozialen Ausgleichs erhalten bleiben müsse, daß aber jedes Kind das Recht haben müsse, seiner Begabung entsprechend in Ausnahme= fällen schon früher zur mittleren oder höheren Schule überzugehen. Benn die erste Fassung des Ausschußvorschlages, daß die 3u ftimmung der Grundschullehrer" erforderlich sei, umgeändert sei in die Fassung Anhören des Grundschullehrers", so habe eine juristische Schwierigkeit darin gelegen, daß die Gesamtheit der Grundschullehrer zustimmen follte. Abg. Dr. Löwenstein( S03.) beantragt die Entschließung: 3m Haushaltsplan für 1925 find ausreichende Mittel bereitzustellen, um unbemittelten Schultindern gemäß§ 1 des Gesetzes über den Lehrgang der Grundschule die Zulassung zur mittleren und höheren Schule wirtschaftlich zu ermöglichen. " Komet- Freilauf" ES GIBT KEINEN BESSEREN! | nline Abg. D. Mumm( Dnat.) beantragt die Ueberweisung dieses Antrages an den Haushaltsausschuß. Abg. Hoernle( Komm.) will nochinais vollkommen Marstellen, daß nicht die wirkliche Begabten Auslese gefördert werden soll, sondern daß die eigentliche Ursache dieses Gesetzes die sei, daß Die Kinder der begüterten und privilegierten Klassen, die Kinder, die eine gute Kinderstube genießen, die Privatunterricht haben fönnen, die gut genährt und gut gekleidet in die Schule gehen können, schneller auf die höhere Schule übergehen dürfen. Das Haus beschließt mit den Stimmen aller Rechtspar teien und des Zentrums den Schluß der Debatte. In der Einzelberatung über§ 1 bedauert Abg. Rönneburg ( Dem.) die Schweigsamkeit der Reichsregierung gegenüber den an sie gerichteten wichtigen Fragen. Die Reichsregierung müsse gegen Gesetzesverlegung einschreiten. Der Vertreter der preußischen Regierung habe sogar gegen die Annahme des Gesetzes schmere Bedenken geäußert und befürchtet von der Umordnung eine Unordnung. Ein Antrag auf Schluß der Aussprache wird angenommen. Abg. Dr. Cowenstein( S03.) beantragt die Herbeiholung des Innenministers Schiele, damit er sich darüber äußere, mie er sich die Ausführung des Gesetzes dente. Abg. Korach( Komm.) hält das Gesez für verfassungs. ändernd und daher die Anwesenheit des Ministers für unbedingt erforderlich. Der Antrag erübrigt sich bald, da inzwischen Minister Schiele im Saal erscheint. Der grundlegende§ 1 wird darauf angenommen. Abg. Schred( Soz.) bittet, den Innenminister zu fragen, ob er nicht das Wort ergreifen molle. Vizepräsident Graef- Thüringen erklärt, daß das nicht zu seinen Befugnissen gehöre. Wenn der Minister sprechen wolle, werde er sich schon selber melden. Nach§ 2 tritt das Gesetz mit dem Tage der Berfündung in Kraft. Abg. Dr. Löwenstein( Soz.) richtet erneut die Aufforderung an den Minister, sich zu der Vorlage zu äußern. Geheimrat Gürich weist darauf hin, daß mit den Ländern in Berbindung getreten wird, in welcher Weise die Be schlüsse des Reichstages zur Ausführung gelangen sollen. Die Re gierung müsse zunächst noch die Stellungnahme des Reichsrats abmarten. Abg. Schulh- Bromberg( Dnat.) wendet sich erregt gegen die Obstruktionsversuche der 2inten. Es sei unerhört, wie man hier die Verhandlungen zu verschleppen und die Minderheit der Mehrheit zu vergewaltigen versuche. Abg. Dr. Löwenstein( S03.) ist von den Ausführungen des Regierungsvertreters nicht befriedigt. Was habe die Reichsregierung insonderheit getan, um die einheitliche Durchführung seitens der Länder zu sichern? Abg. Rönneburg( Dem.) warnt vor unveränderter Annahme des§ 2, wonach das Gefetz mit dem Tage der Berfündung in Kraft treten soll. Es dürfe frühestens zum 1. April 1926 in Kraft treten. Der§ 2 wird unverändert angenommen. Die vom Ausschuß beschlossene Streichung des§ 3 wird vom Hause bestätigt. Der Rest des Gesetzes wird ohne Debatte angenommen. Die Entschließung der Sozialdemokraten wegen Bereitstellung Don Mitteln für unbemittelte Schultinder wird an den Haushaltsausschuß überwiesen. Die Schlußabstimmung über das Gesetz im ganzen wird auf Antrag Schulz- Bromberg( Dnat.) namentlich sein, aber auf Wunsch des Abg. Löbe( S03.) auf einige Zeit verschoben, da die sozialdemokratische Fraktion in einer Fraktionsfigung begriffen sei. Inzwischen hat das Haus die schon in einer früheren Sigung begonnene Beratung des Ausschußberichts über die Anträge zum Mieterschuh fortgesetzt. Der Ausschuß schlägt eine Entschließung vor, monach zunächst das Reichsarbeitsministerium um Material über die Entwidlung des Wohnungsmarktes und die Reichsregierung um GAS- PERLE SCHLEICH'S Ziehung 1. Klasse schon 17. u. 18. April Preuß. Staats- Lotterie 38 Millionen Rm. Höchstgewinn ant ein Doppellos: 2 Millionen Rm. 4 mal 500000 2 mal 300000 2 mai 200000 10 mal 100000 Lose: 48,1 24,12,146,83M. Lose Originallose empfiehlt St. Lotterie- Einnehmer Ritter P.Raddatz& Co Leipziger Straße 122-123. Postscheck- Konto Berlin 41 537 Metallbettenl Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür Korbmöbel Eigene Herstellung in gediegenen Ausführungen kauf. Sie bei gr. 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Rönneburg( Dem.), der die Meinung vertritt, daß dieses Gesetz eine Verfassungsänderung bedeute, stelt Bizepräsident Graef Thüringen fest, daß die für verfassungändernde Gesetze erforderliche 3 meidrittelmehrheit nicht erreicht, das Gesetz also nur mit einfacher Mehrheit angenommen fei. Schluß 7 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend 12 Uhr. Anträge für das besegte Gebiet; Mieterschuh; Junglehrerfrage. Briefkasten der Redaktion. 8. p. 27. 1. Die Rirchenaustrittserklärung muß entweder zu Brotokoll des Gerichtsschreibers erfolgen oder in öffentlich beglaubigter Form dem Amis gericht eingereicht werden. Sur öffentlichen Beglaubigung find die Notare zuständig. 2. Tauf- oder Ronfirmationsschein. Müller, Torfstraße. 1. Gie unterliegen nicht der Angestelltenversicherung. 2. Ein bestimmtes Reinigungsmittel Lönnen wir nicht empfehlen. A. R. 1. Ja. 2. Es muß Alage erhoben werden. Zuständig ist das Amtsgericht. P. S.. 8. Die Zulage wird nur Sozialrentnern gewährt. In Ihrem Falle tommt nur Armenfürsorge in Betracht. 6. M. 4. Darüber läßt sich zurzeit nichts Bestimmtes fagen. Geschäftliche Mitteilungen. 8opf ab!" heißt es in China. China wird modern. Mehr und mehr ner schwinden die uns aus illustrierten Zeitungen so mohlbekannten bezopften Ges ftalten. Auch in Deutschland fiel mancher alte Ropf dem vaftlofen Fortschritt zum Opfer. Und gerade die deutsche Hausfrauchmohl selbst zum bezopften Geschlecht gehörend ist es, melche mit weitem, offenem Blid stets das schnell und sicher erkennt, was ihr und ihrem Sausstand zum Borteil gereicht. Raum mar die heute allen Streifen wohlbekannte Margarine Rahma buttergleich" auf dem Markte: instinktiv fand die Sausfrau, daß damit endlich das Produkt in Erscheinung trat, melches als vollkommener Erfaz für die teuere Naturehutter zu gelten hat. Die Erfahrung bestätigte die Bermutung.. Sie läßt meiter den Schluß zu, daß Rahma buttergleich" in turzer Zeit in teineut Haushalte mehr fehlen wird. 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Die Völker haben mitunter ein sehr turzes Gedächtnis, und die ganze Fäulnis und innere Unfähigkeit des monarchischen Seitalters erscheint dem und jenem fogar als liebenswert, wenn sie durch die rosige Brille idealisierender Berklärung betrachtet werden. Es ist deshalb für die politische Aufklärung nicht bedeutungslos, menn der wirkliche Charafter der monarchischen Heroen ins rechte Licht gerückt wird. Der Wig, die Anekdote tann hier die geschichtliche Kenntnis wirkungsvoll unterstüßen und grelle Schlaglichter auf Gebiete werfen, die dem simplen„ Untertan" bisher verschlossen waren. Eine Zusammenstellung solcher Anekdoten, die sich allerdings mur auf die lezten Vertreter der Habsburger Dynastie be= ziehen, liefert das Büchlein von Fred Heller:" Der Franzl und andere", das im Berlag Paul Steegemann- Hannover erschienen ist. Mit Recht bemerkt der Verfasser in seiner Einleitung, es fehle auch jezt nicht an Bersuchen, das Bolt dem entthronten Kaiserhaus wieder näherzubringen. Aber das„ Gott erhalte" sei verfiungen. Die hundert Anekdoten find so ziemlich alles, mas Gott erhalten hat." Bir geben aus diesen Anekdoten einige der hübschesten wieder. Es mor unter Kaiser Franz. Auf dem Dach der Hofburg arbeiteten Ziegeldecker. Plöglich riß ein Strid, man hörte einen Schrei, und einer der Dachdeckergehilfen sauste in die Tiefe. Wissens' s", hieß es dann, wiejo dem das passiert ist? Aus Mangel an Anhänglichkeit ans Raiserhaus." * Der Leibarzt war zum Kaiser Franz, dem Musterbeispiel des Absolutismus, megen einer Kleinigkeit gerufen worden. Sich selbst mochte der gute Monarch nämlich sehr gut leiden. Der Medizinmann beruhigte ihn: haben eine ausgezeichnete Konstitution!" Unbesorgt Majeftät! Sie Da fährt der Kaiser im Bett hoch und schnaubt: Hinaus Konstitution sagt er!..." Als sich in Wien die Runde vom Tode des Kaisers Franz verbreitete, ftrömte viel Bolt in die Hofburg und meinte. Da fam der Obersthofmeister in den Burghof hinaus und suchte die Menge zu trösten. alten." Leute, ihr braucht nicht so meinen, es bleibt ja alles beim Sie schluchzten: Grad darum meinen mir!" Weiß Gott, woher Kaiser Ferdinand etwas von Adlerjagden gehört hatte er mollte eines Tages einen Adler schießen. Also menn der Kaiser befahl! Man inszenierte eine Adlerjagd. In Schönbrunn. Ein Gärtnerbursch mußte auf einen hohen dichten Baum steigen mit einem ausgestopften Adler, und den sollte er, selber gut gedeckt, in dem Augenblid losiaffen, da Se. Majestät geschossen hätte. Ferdinand rüdte mit seinem Gewehr an, erspähte richtig auch den Adler, schießt bum, und der Bogel plumpst instruktionsGemäß herunter. Der Raifer, unter dem Doppeladler aufgewachsen, doch noch nie vorher einem richtigen Adler von Angesicht zu Angesicht gegenüber, läßt sich mit lebhafteftem Waidmannsstolz seine Jagdbeute bringen. Sieht den Adler an und schüttelt enttäuscht das Haupt. In dem Moment bemerten auch schon ein paar Herren vom Hofftaat entsegt, daß an dem ausgestopften Tier eine Naht geplakt ist. Teufel, jetzt mußte der ganze Schwindel herauskommen! Blaß und bebend hängt man an den Lippen Sr. Majestāt. " Ah na", spricht er, mich werden nicht drankriegen. Das ist fa Adler; der Bogel hat ja nur ein'n Kopf!" Der Portier im Haufe der Schauspielerin Katharina Schrait ( der Geliebten Franz Josephs) wollte ein einziges Mal wenigstens am Abend ausgehen. Er nahm also feinen Neffen, einen zehnjahrigen Buben, vor und instruierte ihn: Baß auf, Franzl, so uma neune mird's dreimal nacheinander am Tor läuten. Da fommt a Offizier, dem machst auf. Er wird' n Kragen am Mantel auf s stellt haben und fein Wort reden. Du redſt auch nig, verstehst! euchst ihm voran bis zur Stiegen, und wenn er wieder zurüd tommt, dasselbe. Und nig reden! Daß d'rs merfft!" Auf der Schwelle des Lebens. Bon Eugen Tichirikow. 5] ( Autorisierte Ueberfegung von Abele Lampert) Geh meg! Hab dir gesagt, ich will nicht! Bart, ich sag's der mama!... Die Mutter liegt im Sterben, und er der Mama Grobian. Schimpf nicht, sag' ich dir!" Er fühlte sich beleidigt, und ihm war bang, daß Mama bald sterben wird. Und Wanja, die Nase ins Kissen gestedt, näßte es mit jeinem Speichel .. Reine Ruh' laßt ihr Galgenstride!... Oh, Gott, du barmherziger. Sei ihnen gnädig, den Berdammten!" flüsterte die Köchin und begann wieder zu schnarchen... Am Tage, wenn alle Banja vergaßen, spielte er im Kinderzimmer und sprach leise mit seinen Spielsachen, weil er seine Mama lieb hatte und sich bemühte, keinen Lärm zu machen. Die Zinnsoldaten waren Schuhleute. Er stellte sich auf den Boden und bewappnete sich mit einem blechernen Säbel. „ Wo ist Aljoscha" fragte er zornig. Im Gefängnis," antwortete er leise für die Schußleute. Wiſſen Der Bub versprach alles nach Vorschrift zu besorgen. Richtig, sobald es dreimal läutete, ging er zum Tor, öffnete, ein Offizier trat ein, mit hochgeschlagenem Kragen, sprach nichts, sondern folgte, mie er's gemöhnt war, der vorangetragenen Laterne. An der Treppe blieb der Knabe stehen, um den Offizier vorüberzulassen, hob das Licht und in diesem Augenblick erkannte er den Kaiser Franz Joseph. Der Bub erbebte in Ehrfurcht. Eine Sekunde lang mar er erstarrt. In der nächsten hatte er schon die Kappe vom Kopf gerissen und in strammster Haltung, die Laterne hoch vor sich, Htimmte er die Boltshymne an: Gott erhalte, Gott beschütze...!" " Das geknickte Doorn- Röschen. WAHLSIEG REPUBLIKANER V 00000 ク MOYN Hounce NA DEUTSCHLAND NACH DEUTSC Beilage des Vorwärts Weil der junge Kaiser oft so überraschend auftauchte, wurde er Kari der Blöhliche" genannt. Als Opfer eines dieser Ueberfälle geriet ihm gelegentlich ein Oberft in die Quere, der eben erst von der italienischen Front an gekommen mar. Warum fommen Sie erst jest?" rief ihn der Kaiser an. Der Oberst ertonnte den Obersten Kriegsherrn, schlug die Hacken zu jammen und sagte: Majestät, ich melde gehorsamst, wir haben bis gestern abend Majestät an der Front erwartet." Eine Boche lang war der Kaiser nicht mehr im Kriegsa ministerium zu sehen. Für einen Arzt war's mehr Ehre als Vergnügen, zu einem hohen Patienten gerufen zu werden. Einem bekannten Internisten passierte das. Klopft die Kaiserliche Hoheit ab und will nun das nötige noch von dem ganz leicht Erfrankten angegeben haben: Wie's mit dem Appetit ist, mit dem Schlaf, mit der Verdauung, mit. Jetzt hören S aber schon mit dem vielen Fragen auf," fährt der Erzherzog den Professor an. Der ist nur einen Augenblic lang perpler. Er erhebt sich, steckt das Stethoskop ein und sagt:„ Hoheit, da müssen Sie einen Tierarzt rufen. Nur ein Tierarzt heilt ohne Fragen an den Patienten." * Die Wiener haben im großen Krieg ihr hoch" geliefert, geflaggt und Siege gefeiert, zur selben Zeit aber erzählten sie sich hintenrum folgende Anekdoten, die eine ganze österreichische Kriegsgeschichte erfezzen. 1914. Der Kaiser fährt mit seinem Adjutanten, dem Grafen Paar, über die Mariahilferstraße. Alle Häuser haben Fahnen ausgehängt. " Was ist denn los?" fragt der Kaiser den Grafen Paar. Majestät, mir haben gefiegt." " Gefiegt? Hören S auf. Ist denn Krieg?" Jawohl, Majestät. " P Ah, das is g'scheidt! Sie sollen's denen Preußen nur recht ord'ntlich z'rückzahlen." 1915. Der Leibfriseur, der dem Kaiser auch die Hühneraugen schneidet, stochert eines Morgens so lange an Allerhöchstseinen Fußen herum, Johann, paden Sie die Koffer wieder aus, wir reifen daß der Monarch nervös wird. vorläufig nicht nach Deutschland." Während der Manöver nahm es Franz Joseph nicht so genau. Er ließ sich von einem frischgeadelten Baron aufs Schloß laden und lag dort mit seinem halben Stab zwei ganze Tage. Der Herr Baron zerriß sich. Er tat Unmöglichstes für die hohe Ehre. Bis zuletzt. Rasch erwischte er vor der offiziellen Minute noch den Adjutanten. " Wie waren Sie zufrieden, Herr Graf?" „ Bitte ich... also, • oh ja. Dem Baron begannen die Knie zu zittern. Nicht doch, nicht doch. Die reizenge Aufmerksamkeit entzückend am W. C. mein' ich, das„ Gott erhalte", beim Niedersehen. Genial, genial! Nur für mich nicht wahr, wo bei Boltshymne dod; Hab- acht- Stellung vorgeschrieben... Da bin ich halt nie.. Sie verstehen!.. Dem Grafen Paar, dem Flügeladjutanten des Kaisers Franz Joseph, legte man nahe, nunmehr, nach mehrmonatiger Kriegsdauer, den Kaiser zu bewegen, sich doch einmal an die Front zu begeben. Es sei wegen der Stimmung. Wenn die Soldaten einmal ordentlich Gelegenheit hätten, Hoch zu schreien, dann... Mja", machte Graf Baar, da werden wir wohl noch ein bisserl warten müssen; bis die Front näher an Wien ist." den Als Karl( der Lezte) auf den Thron gelangt war, ließ er sofort Striegsminister kommen. die Schlampereien haben jezt aufgehört. Von nun ab wird gefiegt!“ Exzellenz", fprach er feierlich,„ teilen Sie ihren Generalen mit, In seinen Anfärgen liebte es Kaiser Karl, unerwartet um 10 Uhr morgens im Kriegsministerium zu erscheinen, sich in eine dunkle Nische der Gänge zu drücken und jeden zu spät in den Dienst kommenden Offizier aus dem Hinterhalt mit der Frage zu überfallen: Warum fommen Sie erst jetzt?" aus dem Album und es sollte Aljoscha selbst sein. Aljoscha saß auch im Rasten, und als der schmurrbärtige Soldat da hineinkam, fing er an zu weinen und um Verzeihung zu bitten. Bitte. bei Banja ich kann nicht! foll's fein," fagte Aljoscha. P Was haben S' denn heut', Namratil!" ruft der Kaiser un gehalten aus. Bitt untertänigst um Gnade, Majestät," stottert der Pedikeur, ich bin halt so furchtbarlich deschparat, Majestät." ,, So, so. Warum denn auf einmal?" „ Bitt' untertänigst, mein Sohn, der was der älteste ist, ihm haben s' gestern g'mustert Zum Landsturm Wo ich ihm so nötig in G'schäft brauch'!" Das is ein Bech, lieber Rawratil," nidte der Kaiser. Warum aber gleich' n Kopf hängen lassen! Vielleicht is was zu machen." Der Friseur freudeftrahiend:„ Kaiserliche Majestät, Sie wollen S.?" Ich leider, versetzte der Oberste Kriegsherr, ich kann da nig tun. Aber haben' feinen Bekannten, der ein Feldwebel is?" 1916. Die öftererichischen Truppen samt Feldherrn waren beim Oberbefehl des preußischen Generalfeldmaijchaus Radenjen unterstellt worden. Damals zirkulierte das Kaisermort: Die Zentralmächte haben es gut; die Deutschen haben ihren Hindenburg, und wir unseren 1917. Madenſen!" Karl der Letzte teilte im Grunde den Hurrapessimismus des Volkes. Sie beide hatten ja den Krieg nicht gemacht. Man meldete ihm eines Tages, der deutsche Kaiser habe sich über das letzte Treffen der Desterreicher an der russischen Front gar nicht gefreut: die Bundesgenossen seien zu schlapp. " So, zu schlapp find wir ihm?" fuhr Kari auf.„ Wenn wir nicht schiapp wären, würden wir längst nicht mehr mittun." * In Bien, im schönen Kriegsjahr 1917, rotteten sich die Frauen zufammen und schrien:„ Unsere Kinder verhungern. Gebi's uns was zum effen." Die Erzherzogin Maria Josepha hörte verwundert von den Hungerfrawallen. Sie wurde sogar böse. Was wollen denn die Leute, sie haben doch die Brot- und Mehlkarte!" ,, Und du bist dumm, laß mich in Ruh'!" Wenn ihm Tante ein Stück Kuchen gab, teilte er es in zwei Teile: den einen aß er auf, das andere Stück legte er auf jenes Wie Banja will, so Fenster, was dem Bild näher war. Das ist für dich!... Wenn du ihn nachts nicht essen wirst, Da nahm Wanja Aljoscha aus dem Rasten, füßte ihn und legte also willst du ihn nicht ihn unter sein Kissen. Bielleicht läßt du ihn heraus, Wanja?" bat Aljoscha. " Ihn herauslassen? Gar nicht nötig! Ich richte ihn hin.... Jefus Chriftus, soll ich ihn hinrichten?" „ Ja, richte ihn hin!" antwortete Jesus Christus. „ Siehst du, Aljoscha? Hast du gehört, was Jesus Christus gesagt hat?" Unter dem Bett mar die Hölle. Man brauchte nur noch den Soldaten mit der Nadel durchstechen und unter das Bett werfen. Ein Teufel war auch schon dort: ein kleines Aeffchen, das früher am Fädchen hüpfte, war in einen Teufel verwandelt und saß mit weit ausgefpreizten Beinchen neben dem Bettfuß... „ Geh in die Hölle!... Zum Teufel.... Und ihr alle! alle! alle!" ... Früh morgens gudte Wanja aus dem Bettchen hinaus aufs Fensterbrett. Er will nicht! flüsterte er, und stieg aus dem Bettchen, um die zweite Hälfte zu holen, und im Bettchen liegend zu essen. Wanja roußte, daß Gott feinen Kuchen und fein Mittagbrot ißt, und feinen Tee trinkt, legte aber hartnäckig die eine Hälfte der Leckerbissen aufs Fenster, in der Ueberzeugung, Jefum Chriftum sei es angenehm zu fehen, wie er, Wanja, ihn liebt und was er für ein guter Junge ist. Wanja hatte noch ein Lieblingsspiel. Er hatte eine schöne Flinte, die Aljoscha ihm zum Geburtstag geschenkt hatte. Lange hatte er sie verloren geglaubt, und jetzt war sie gefunden: die neue Stöchin hatte die Dielen gewaschen, die Möbel fortgerüdt, und fie unter der Kommode vorgeholt. Eine ausgezeichnete Flinte. Gott sei Dant, daß fie gefunden war. Mit Hahn, mit Bajonett, schießt mit nem Ladestod, taut, wie eine richtige Flinte. Wanja war überzeugt, daß jener mit dem Schnurrbart seine Flinte mitgenommen wollen wir seh'n!... seh'n!... " So!? Im Gefängnis? Laßt ihn gleich heraus, hört ihr's?" berga Banja, daß Mama immer noch krant sei, daß sie sich nicht hatte, als man damals in seinen Spielsachen framte... Na, jeßt Nein, wir tun es nicht..." 3um legtenmal frag' ich euch! Laßt ihr ihn heraus?" „ Nein!" Nein? Nein.... Da habt ihr! Da! Da! Da!" Und unter den Säbelhieben fielen die Soldaten nach allen Seiten. Einer von den Soldaten, mit schwarzem Schnurrbart, hatte es Banja besonders angetan: es war derselbe mit dem Schnurrbart, der Aljoscha fortgebracht hatte. Diesen Soldaten hob Banja vom Fußboden auf und jaß über ihn besonders zu Gericht. Romm mal her!... Aha!... Jns Gefängnis mit ihm!..." In dem fchwarzen Spielzeuglaften war das Gefängnis und da hinein wurde der Schuft mit dem Schnurrbart geworfen. „ Gefällt's dir?" fragte Banja und guďte zu ihm ins Fenster. „ Du langweilft dich? Aha! Und Aljoscha amüsiert sich wohl, denkst du. Bart', ich werd' dir noch die Augen ausstechen!... Und wenn du nicht stille bist, friegst du auch mit dem Federmesser." Im alten Photographiealbum war ein Bild Mjoschas, mo er noch als Gymnasienschüler abgebildet war. Banja nahm dies Bild Banja scharrte mit dem Fuß die auf dem Fußboden verstreuten Soldaten zusammen und schmiß sie unters Bett. In diesen Spielen erholt habe und daß Aljoscha nicht zurückkehrte. Für eine Zeitlang war der Kummer vergessen und es schien, als ob alles wieder gut wäre. Aljoscha zu Hause, unter dem Kissen, Mama gesund, die Feinde bestraft und in die Hölle geworfen. Nachdem er sich so fattgespielt hatte, ging Banja schlafen und blickte dankbar auf das Gottesauge vor Jesus Christus... Jezt hatte Wanja mit ihm bide Freundschaft geschlossen, unterhielt sich alle Augenblicke und beriet fich mit ihm. Mama wird gesund? Ja?" „ Sie wird gesund. Und Aljoscha?" „ Er wird kommen. Wann? Zu Ostern? Wenn du auferstehen wirft?" 3u Ostern...." Manchmal überraschte ihn die Röchin bei solchen Gesprächen. ,, Mit mem redest du da?" Geht dich nichts an!" Was nennst du da Chrifti Namen? Ist nicht gut...." „ Geht dich nichts an! Ich spreche nicht mit dir!" Gottloser Bube!" ... Wanja nahm die Büchse, stellte sich am Fenster auf, und wartete Alles war fertig: der Hahn gespannt, der Ladestod drin, nur noch zielen, und bums!... Wanja stand und wartete mit pochendem Herzen auf einen Schuhmann... Aber vor lauter Aufregung war es nicht so leicht, sie zu unterscheiden, und so mußte er nach allen Leuten mit blanken Knöpfen schießen. So wie solche Anöpfe fommen zielt er, und bums! Fertig!... Einer ist schon da! Banja führte eine Rechnung über bie getöteten Feinde, jedesmai, wenn er nach ihnen schoß, nahm er einen Sinnsoldaten, und legte ihn bei Seite. Manchmal hatte er viel Glüd: auf dem Fensterbrett lagen beieinander fünf Jedesmal, fedis Tote menn Banja fich zu dieser Jagd anschickte, sprach er zu Jefum Christum: www Hilf mir, lieber Jesus Christus... Cut? Gut. Aber recht viel! Laß das Schießen sein! Hörst! Tante erlaubt nicht, die Mutter Fortsegung folgt.) erichrict 214/1 Billiger Oster- Verkauf Preise und Sport Kostüme aus Stoffent in englischen 1950 Gabardinetom 4950 . Herzenform. Gleümpfe Goden Damen- Strümpfe Saumwol Bear 75 58% fein gemirit, . Damen- Strümpfe Seidene 95. Bane.. Damen- Girümpfe Bear. 1.45 State Herren- Soden feinfarbig 55. Bact. Herren- Goden 1.93 145 * moderne 95. 1.93 115 Streifen und Razos... Baar 1.45 Herren- Goden be Baar Kafals Basch muſſes 285 line mit langem 8.75 Kunftfeide 295 Batit aber mit Stide. ret.. 5.98, 3.75 Gleg. Rafat's 975 6.1mer.Raneibe ob. Ratscain 16.30, 12.50 Kleider Gabardine fejde arm, a. zineblay and fat. big. 19.50, 16.50 Rips niseke SETHER 89.50, 29.50 Kunstfeide mit Bati? ober a bern Ausführungen 12.50, 2.50 1250 2450 750 Die große Mode! Seid. 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