Nr. 16242. Jahrg. Ausgabe Afr. 83 Bezugsvreis: hentlich 70 Bfennia. monatlich 8, Seichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Dansig. Saar- und Memelgebiet, Desterreich. Litauen. Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Giedlung und Kleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Wiffen" und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreife: Die einfpaltiae Ronpareille. zeile 70 Pfennig. Reflamezeile 4, Reichsmart. Kleine Anzeigen das fettaedruckte Wort 20 Pfennig ( zuläffia zwei fettgedruckte Worte). iebes weitere Wort 10 Biennig. Stellengesuche das er erfte Wort 10 Bfennia jedes weitere Work 5 Pfennig. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 30 Pfennig. 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Von der Funktion die wir meinen, wird er nichts wissen wollen, aber das hat auch nichts zu besagen. Auch die KappRegierung hatte eine bedeutsame Funktion: sie demonstrierte die Hohlheit, die Torheit und Unfähigkeit des rechtsradi tolen Putschismus. Das war ihre Funktion, und von der wollten die Herren von der Kapp- Regierung auch nichts wissen. Sie meinten nämlich, es wäre ihre Funktion, zu regieren. So geht es dem Loebell- Ausschuß: er meint, er müsse der deutschen Republik einen Präsidenten geben, und in der Tat offenbart er die tatsächliche Regierungsunfähig feit des Rechtsblods. So fezt er sinnvoll fort, was die Kapp- Regierung begann. Sie erledigte den rechtsradikalen Butschismus, und der Loebell- Ausschuß erledigt das Vorurteil, daß allein der Rechtsblod regieren fönne, indem er zeigt, daß diefem Rechtsblock alle Eigenschaften abgehen, die zum Regieren notwendig sind. Loebell- Ausschuß würde troß seiner Unfähigkeit noch bis zum Sonntag mit seinem neuen Kandidaten, mit Herrn Jarres herauskommen. Wir haben uns getäuscht, wie wir aus der Mitteilung des Reichsblocks erfahren. Wo bleibt Jarres? Jarres ist zunächst bis Mittwoch wieder in die Ecke gestellt worden. Jarres ist wieder Edenbesen. Der Loebell- Ausschuß hat gestern abgestimmt. Ne un Stimmen waren für Hindenburg, drei Stimmen waren für Jarres. Drei Stimmen von zwölf für Jarres, drei Stimmen für den ganzen Mann, den deutschen Mann, den Mann schlechthin! Drei Stimmen von zwölf für den Erwählten des deutschen Volkes, für den Mann, den jeder Deutsche wählen muß! Unsere Shadenfreude fängt an fich in Mitleid zu verwandeln, in Mitleid mit den Toren, die noch dem Loebell- Ausschuß nachfolgen und noch für den Dreistimmen- Jarres stimmen werden, wenn er am Mittwoch aber mals hervorgezogen werden sollte. Nun find sie also schon wieder in Hannover! Bor drei Tagen haben sie eine Deputation zu Hindenburg geschickt mit dem Notschrei: Heiliger Hindenburg, hilf! Nun find sie schon wieder hingefahren. Trog aller Die Kapp- Regierung war immerhin in einer günstigeren bestimmten Erklärungen, die Hindenburg bisher agegeben Lage als der Loebell- Ausschuß. Sie machte ihr flägliches hat. Trotz der Broklamationen Hindenburgs für Jarres. Experiment. Dann war Schluß, und was für ein Schluß! Sie sind wirklich von allen guten Geistern verlassen. Sie hätten Der unglückliche Loebell- Ausschuß jedoch muß sich zweimal es immer noch in der Hand gehabt, sich wenigstens eine anproduzieren. Das ist sein Verhängnis. Dummheiten, und ständige Niederlage zu verschaffen. Eine zweite Jarres- Niedervor allem politischen Dummheiten, sind ja bekanntlich dazu da, lage, aber doch immerhin eine anständige! Statt dessen wollen daß sie gemacht werden. Es gibt faum eine politische Dumm sie sich nun eine Hindenburg Niederlage zuziehen. heit, die nicht gemacht wird. Daß man dieselben Dummheiten Db fie wirklich meinen, es wäre eindrucksvoller, mit Hinden jedoch kurz hintereinander zweimal machen muß, das ist burg zu unteerliegen als mit Jarres? Wir denken an die weisen feine Vorschrift. Das ist sogar mehr, als erlaubt ist. Das schadet Ratschläge, die aus den Kreifen des Loebell- Ausschusses Herrn dem Renommee, und mehr noch, es provoziert Schlüsse auf Ludendorff erteilt wurden, als er die Niederlagen die politischen Fähigkeiten. Es war schon ein Fluch des Bertandidatur Hitlers annahm. Die Leute, die sich jetzt bemühen, hängnisses, daß der Loebell- Ausschuß die Dummheiten der Hindenburg eine Ludendorff- Niederlage zu Rapp- Regierung wiederholte, daß er mun aber seine eigenen schaffen, hatten wahrhaftig feinen Anlaß, sich Ludendorff Dummheiten von gestern getreulich topiert- das muß von gegenüber als überlegene Bolitifer zu fühlen! Rechts wegen tödlich sein. Vor dem ersten Wahlgang ist es im Loebell- Ausschuß durcheinander gegangen wie nun eben wie in der KappRegierung. Jarres vor Jarres zurück, Jarres wieder vor Jarres wieder zurüd, so haben sie ererziert, bis sie schließlich an Jarres hängen blieben. Dann bekamen sie es mit dem Siegesparorismus leider etwas vorzeitig. Dafür pacte fie fehr pünktlich noch mitten in der Wahinacht ein ausgewachsener Kazenjammer. Nun wußten sie nicht mehr, ob sie Jungen oder Mädchen waren, ob sie Herrn Jarres die deutsche Männertreue halten müßten, oder ob sie es besser mit einem anderen versuchen sollten. 3unächst dachten sie nach. Dann hofften sie, die Sozialdemokratie werde schon dafür sorgen, das keine geschlossene Front der Republikaner zustande fäme. Im nächsten Stadium verfielen fie auf die Idee, es einmal mit inden burg zu versuchen. Zuei deutschnationale Reichstagsabgeordnete fuhren nad: Hannover. Inzwischen verhandelten die republikanischen Parteien, furz und entschlossen. Sie stellten die Einheitsfront gegen den Rechtsblod her, fie nominierten Marr. In cebell- Ausschuß aber liefer je felbft in diefer Situation durcheinander wie die Gänse, wenns donnert. Bo bleibt Jarres? So fragten sich die Jarres Wähler am Montag, Dienstag und Mittwoch. Wo bleibt Jarres? fo fragten fie lauter und dringender am Donnerstag und Freitag. Bo bleibt Jarres? Wir nehmen an, daß fie es heute flehend geschrien haben, so wie die„ Kreuzzeitung" feit Freitag morgen geschrien hat: so nehmt doch um Gottesmillen Jarres, damit wir wenigstens einen haben! Ja, wo bleibt Jarres? Wenn der Loebell- Ausschuß nicht von allen guten Geistern verlassen wäre, dann hätte er sich nach der Nominierung von Marg zusammengerissen. Als eine Selbstverständlichkeit mußte man erwarten, daß die Nominierung von Marg der Zerfahrenheit, der Kopflosigkeit, dem inneren Streit im Loebell- Ausschuß ein Ende machen würde. Man mußte erwarten, daß nun Schlag auf Schlagdie Nominierung von Jarres erfolgen würde. Das war doch eine politische und tattische Selbstverständlichkeit, eine Notwendigkeit, die ein politisches Kind einsehen mußte. Aber trotz aller Erfahrungen haben wir Den Loebell- Ausschuß überschätzt. Er spielt weiter RappRegierung. Zur Stunde, da wir dies schreiben, spät abends am Sonnabend, hatten wir immer noch angenommen, der Der= Hindenburg soll also die Einigkeit im Loebell- Ausschuß retten, und Herr Jarres soll verschwinden. Herr Jarres war zwar der deutscheste Mann". Er hat zwar den berühmten Siegeszug durch Deutschland" hinter sich. Aber vor Hinden burg erblaßt sein Stern. Nun ist es zu Ende. Er war drei Wochen berühmt in der Rechtspresse. Noch gestern morgen hat die Rechtspresse mitgeteilt, daß er geruht habe, in Berlin einzutreffen. Nun ist es aus. Abschied von Jarres: ,, Aus, aus du fleine Kerze..." Hindenburg hat jetzt die Ehre, vom Loebell- Ausschuß favorisiert zu werden. Es geht wie in der Kapp- Regierung. Herr Kapp lief in seinen Aengsten als Ditiator von Deutschland umber, aufgeregt, verzweifelnd, hilflos: Wo ist Schnitzler? Ohne Schnitzler kann ich nicht regieren!" Also laufen die Herrschaften vom Loebell- Ausschuß durcheinander, händeringend: Wo ist Hindenburg, nur Hindenburg fann uns noch retten!" " Ben die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit Blindheit! Nur zu mit Hindenburg! Wir glauben nicht, daß Hindenburg so unflug sein wird wie Ludendorff. Aber wenn die Herrschaften vom Loebell- Ausschuß es wollen, wenn Hindenburg es selbst will nur zu! Dann werden sie eine Entscheidung provozieren, und eine Niederlage für sich heraufbeschwören, an deren Bedeutung fie noch nicht gedacht zu haben scheinen. Nochmals: nur zu mit Hindenburg! -Die Komödie des Loebell- Ausschusses geht zu Ende. Er hat dem deutschen Volk drastischen Anschauungsunter richt erteilt. Denn die Kreise, aus denen er sich zusammensetzt, find die Kreise, die nach der Macht in Deutschland streben. Die Herrschaften, die nicht einmal die politischen und tattischen Notwendigkeiten eines Präsidentschaftswahltampfes abzumägen und zu überschauen verstehen, wollen Deutsch land regieren! Sie reden von der Unfähigkeit der republikanischen Regierungen! Wer wird sich von ihnen regieren lassen wollen? Die republikanischen Parteien, Zentrum, Demokraten, Sozialdemokraten, sind politische Parteien. Sie verstehen zu verhandeln, fie verstehen zu regieren. Sie haben würde gezeigt im ersten Wahlgang. Sie haben bei der Aufstellung ihres Kandidaten für den zweiten Wahlgang die Rücksicht auf die fünftige Stellung und die Würde des Repräsentanten des deutschen Boltes niemals aus den Augen verloren. Die Kreise aber, die im Rechtsblock versammelt sind, die Spießbürger aus dem Reichsbürgerrat, die Stahlhelmleute und die Killingersche Traditionskompagnie aus der Zeit der KappRegierung, dies Sammelfurium von Gruppen und Grüppchen, von Bünden und Organisationchen von Bünden und Organisatiönchen das hat keine Ahnung von politischen Notwendigkeiten, das versteht nicht einmal, bei Kandidatenverhandlungen das Geficht nach außen zu wahren. Die fortgesetzte Kapp- Regierung! Die Kapp- Regierung hat ihre Funktion erfüllt. Der Rechtsputschismus ist in Deutschland unmöglich geworden. Der Loebell- Ausschuß wird bald seine Schuldigkeit getan haben. Wer hat noch Luft, diefen Leuten zu folgen, wer hat noch Lust, ihnen zu Machtpofitionen und zur Regierung zu verhelfen? Fort mit dieser Verförperung von erbarmungswürdiger Unfähigkeit! Fort mit dem Spuf des Rechtsblods! Mit Marg gegen den Rechtsblod für ein politisches Volk gibt es feine andere Entscheidung! Eine Loebell- Deputation bei Hindenburg. Nachdem der Coebell- Ausschuß mit 9 Stimmen für Hindenburg und nur 3 Stimmen für 3acres befchloffen hat, in erster Cinie eine kandidatur Hindenburg zu betreiben, ist eine Deputation nach Hannover gefandt worden. Die Deputation ist am Sonnabend abend in Hannover eingetroffen. Der Verlegenheitsbericht des Loebell- Ausschusses. Verhandlungen des Reichsblocks führten zu dem ein mütigen Bom Reichsblod wurde gestern abend mitgeteilt: Die heutigen Entschluß, mit aller Kraft den Kampf gegen die von der Weimarer Koalition aufgeftellte Kandidatur Marr geschloffen aufzunehmen. Die endgültige Brotlamation des Reichsblods wird am Mittwoch erfolgen, da maßgebende Organe einiger Parteien erst am Dienstag ihre Beschlüsse fassen fönnen. Marx über seine Mission. Rede vor dem Volksblock. In der gestrigen Besprechung der Bertreter der im Volks. blod vereinigten Parteien erklärte sich Reichskanzler a. D. ilhelm Marg zur Annahme der Reichspräsidentfchaftskandidatur mit folgenden Ausführungen dan end bereit: Mein Entschluß, mich für die Wahl des Reichspräsidenten zur Berfügung zu stellen, ist mir nicht leicht geworden. Die hohen Aufgaben, mit denen das deutsche Volt in der Reichsverfassung den Reichspräsidenten betraut hat, erfordert vom Inhaber dieses Amtes Höchstes Verantwortungsgefühl und treueste Pflichterfüllung. Ich dante den deutschen Männern und Frauen, die zu mir das Vertrauen haben, daß ich meine ganze Kraft ohne Rücksicht auf meine Person und irgend eine Partei für das Wohl von Volt und Reich deutsche Volt als seinen Vertrauensmann zum hohen Amt des einzusehen bereit bin. Die höchste Pflicht des Mannes, den das Reichspräsidenten beruft, ist der Schulz und die Wahrung der Verfassung, aus der ihm seine Rechte und Pflichten erwachsen. In freiem Ent fchluffe, zu dem sich das deutsche Volt aus dem Zusammenbruch in traftvoller Selbsthilfe aufgerafft hat, bekannte sich bas deutsche Volk zum Voltsstaate, zur Republit Aufgabe des Staatsoberhauptes muß es sein, diesen Willen des Volkes zu achten und zu sichern. Auf diesen Grundfesten der Verfassung soll sich in Frei heit und gegenseitiger Dubung unser nationales, wirtschaftliches und tulburelles Leben entfalten. Unser aller Streben muß darauf gerichtet sein, das öffentliche Leben rein zu halten und vor Zerjezung seiner inneren Kräfte zu bewehren. Je ernster dieses Streben das ganze Bolt in all seinen Schichten beseelt. um so sicherer wird es zu erkennen vermögen, was der Gefundung und dem Wiederaufstieg bienen will, aber umso entschiedener wird es auch alle unfauteren Machenschaften von sich weisen, die nicht Reagang, sondern eunruhigung und Verhegung bezwecken. Solange ich politisch tätig bin, ist es immer mein Ziel und Streben gewesen, unser so tief zerrissenes Boll zu gemeinsamer Arbeit am Wohle des deutsche Bolt nicht nur im Kriege, sondern auch im Frieden als Baterlandes zusammenzuführen. Mein Glaube, daß sich das eine unlösliche Schicksalsgemeinschaft einmal erkennen, fühlen und betätigen wird, ist so unerschütterlich wie mein Vertrauen auf Deutschlands Zukunft. Diesem Ziele werden wir näher kommen, je mehr es uns gelingt, unfer ganzes öffentliches Leben mit wahrhaft demokratischer Gefinnung und sozialem Geiffe zu durchdringen. Fühlen wir uns alle wirklich innerlich mit einander verbunden als ein Bolt, dem in seiner tausendjährigen Geschichte Glück und Leid in reichstem Maße zuteil geworden ist und das sich jekt wieder einmal aus tiefer Not zu neuer Geltung und Größe emporringen muß, dann werden wir uns auch über alle politischen, wirtschaftlichen und fo. ialen Gegenfäße fowie über alle Unterschiebe des Glaubens und Der Weltanschauung hinaus gern und freudig die Hände reichen. Mein ganzes Leben hindurch habe ich mich um die Wahrung und Pflege der hohen Güter christlicher und deutscher Kultur bemüht. Gerade in dieser Arbeit wuchs in mir die Erkenntnis, wie reich und vielgestaltig das tulturelle Leben unseres Volkes ist, wie aus den ftarten Kräften der Ueberlieferung gefundes, neues Leben treibt, wie fehr jede echte Ueberzeugung Achtung verdient und daß ein ruhiges Bufammenleben nur verbürgt werden tann, wenn der Staat die Semissenfreiheit feiner Bürger gewährleistet und wenn das Volks leben von gegenseitiger Rücksichinahme und Duldsamkeit erfüllt ist. In diesem Geiste zu wirken, wird mir stets eine der vornehmsten Pflichten sein. Wir brauchen diesen inneren Frieden. vor allem shalb, weil wir immer noch vor der schweren Aufgabe, stehen, den äußeren Frieden sichern zu müssen. Wie ich Ziel und Wege der deutschen Außenpolitit jehe, barüber habe ich durch meine Arbeit im Dienste des Reiches volle Klarheit geschaffen. Das deutsche Volf will die Verständigung im Geiste der Gerechtigkeit und wahrhafter Weltbefriedung, ein Ziel, das nur erreicht werden kann, wenn das Recht der Völker auf Freiheit und Selbstbestimmung gewahrt bleibt. Darum müssen wir alles baran felen, daß der Bevölkerung der noch befetten Ge. biete die endliche Freiheit wird und daß allen unseren Boltsgenossen das Recht der staatlichen Selbstbestimmung zugestanden wird, das andere Bölfer für sich in Anspruch nehmen. Reichstanzler a. D. Dr. Birth wird nach den Osterfeiertagen in den verschiedensten Städten Deutschlands Wahlversammtungen für Dr. Marg abhaften. Er beabsichtigt u. a. in Berlin, Hamburg, Kiel, Königsberg, Leipzig, Dresden, Chemnitz, 3midau, München, Karlsruhe und Stuttgart zu sprechen. Auch der Präsi beatschaftskandidat Dr. Marr wird auf einer Rundreise durch Deutschland den wesentlichen Teil aller größeren Städte besuchen und mit turzen Programmerflärungen vor die Deffentlichkeit treten. Eine Erklärung Dr. Simons. Er wußte von nichts. Bon zuständiger Seite wird WTB. mitgeteilt: Der Stellvertreter des Reichspräsidenten hat von dem am 3. April im Reichstag erörterten Vorschlag, ihn noch jetzt als Gammelfandidaten für die Wahl des Reichspräsidenten aufzuftellen, ebenso wenig Kenntnis gehabt wie seinerzeit von der Abficht der Parteien des Reichstags, thm die Stellvertretung zu übertragen, und später von dem Vorschlag, ihn schon im ersten Wahlgang als Gammelfandidaten zu proflamieren. Er kandidiert überhaupt nicht. Einer Berlängerung feiner Stellvertretungsperiode. durch verfaffungsänderndes Reichsgefeh würde er aus denselben Gründen widersprochen haben, aus denen er im Frühling 1922 dem ver torbenen Reichspräsidenten eindringlich abgeraten hat, sich durch den Reichstag statt durch Boltswahl in seiner Stellung beftätigen zu faffen. Die Erklärung bestätigt unsere schon gestern geäußerte Auffaffung, daß Herr Dr. Simons ohne sein Wiffen und gegen feinen Willen zu einer Intrige gegen die Einigung des Linksblods benugt worden ist. Im übrigen ist bekannt, daß der verftorbene Reichspräsident mit Dr. Simons gleicher Ansicht war, baß auch er die Ausschreibung der Bolts wahl bringend forderte, schließlich aber dem Druck der Regierung und des Reichstags nachgab, der ihn dann mit erbrüdender Mehrheit feinem Amte bestätigte. Grada Endgültiges Wahlergebnis. Sozialdemokratie: 7800 215. islo Hi e Der Reichswahlausschuß hat gestern vormittag 11 hr eine Sigung abgehalten, in der das endgültige Wahlergebnis npm 29. März festgestellt wurde. Es ergaben fich nur ganz un mefentliche Veränderungen der bereits bekannten und veröffentlichten Bablen. Bemerkenswert ist nur, daß sich die Stimmenzahl für die Sozialbemotratie auf 7800 215 erhöht hat. Das Herz. Bon Armin L. Begnet. Mis ich ein Kind war, schien mir jedes Ding auf Erden ein Spielzeug. Ich freute mich, es zerbrechen zu können; denn ein echtes Kind zerstört sein Eigentum. Und auch Gott dünfte mir ein Spielzeug, das ich zerbrach. Doch als ich älter wurde, schien mir die Welt ein Spiel der Trauer und ich schenkte meine Liebe einem Rinde, in dessen Augen idy die verlorene Fröhlichkeit wiedersuchte. Ich gab ihm alles, was ich befaß, Früchte und bunte Dinge, und als ich ihm nichts mehr zu geben mußte, da schentte ich ihm auch mein Herz. Halte es feft in deinen fleinen Händen," sagte ich, es ist das Befte und Leßte, das ich dir zu geben habe." Und das Kind nahm des Herz und lief damit in den Tag. Gegen abend aber tam es wieder zu mir gefprungen und brachte mir dasselbe blatüberströmt zurüd. Ich habe es über die Straße gerollt," sagte es mit einem ächeln, ba ist der Wagen darüber gefahren... Gich nur bie Sieh fchönen großen, roten Tropfen, die daraus hervorkommen!" Ich aber wußte nicht, was ich fagen sollte. Und doch: Rinder find roh, und ein echtes Kind zerstört sein Eigentum; was wollte „ Du lachst ja nicht," sagte das Kind wieder, fieh nur die fchönen, großen Tropfen." ich nur? के Und ich lächelte: Ach ja. die schönen. roten Tropfen!" Ohne Arme geboren! großen Zum 75. Geburtstag des Fußfünftlers Unthan. Am 5. April 1850 erzählten sich die Marktbesucher in Königsberg. L.. Br., bom Lehrer Unthan fei ein Sohn ohne Arme geboren worden. Die Bauern trugen die Neuigkeit über Band und am wächsten Tage mar fie schon über ganz Ostpreußen verbreitet. Spater ist der Name diefes Kindes weltbefannt geworden. leber seinen Werdegang erzählt Unthan selbst in dem Wert van Würg:„ Der Bille fiegt"( Berlag Otto Cisner), dem wir einige Angaben entnehmen. Als ich ein Jahr alt war, hielt man mir ein Licht vor. Ich griff mit den Füßen danach und habe diese Tätigkeit feitdem auf elles Erreichbare ausgedehnt. Die verständigen Eltern unterstützten mich darin, indem sie meine Füße unbekleidet ließen. Im zweiten Sebensjahre fchob ich bereits alles mit den Füßen in den Mund, um zu prüfen, ob es eßbar wäre; feit Ablauf des zweiten Jahres effe ich ohne jebe Hilfe. Im gleichen Alter versuchte ich mich zu waschen: es gelang. Bon da ab hieß es einfady: Du mußt! und auch in innerer Drang zur Selbständigkeit trieb mich von einem Berjuch zum anderen. Frühzeitig fehte auch mein Lerneifer ein. Während meine Geichwister vam Bater unterrichtet wurden, faß ich gewöhnlich unter Das Kabinett Braun. Der Interfraktionelle Ausschuß des Landtags hielt am Sonnabend eine furze Sigung über die Geschäftslage ab. Es herrschte unter den Frattionen volle Einmütigteit in der Beurteilung der Lage. Am 28. April soll sich das Kabinett Braun dem Bandtag vorstellen; es wird sich voraussichtlich nur in der Spitze von dem Kabinett Marg unterscheiden. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, verabschiedete sich der bisherige preußische Ministerpräsident Marg am Sonnriums. Er dankte ihnen herzlich für die freundliche Unterstützung abend vormittag von den Beamten des Preußischen Staatsministe während seiner, infolge der politischen Lage, nur furzen Amtstätigteit. Er als after preußischer Beamter habe gern in diesem Wirtungstreise gearbeitet und werde selbstverständlich stets merde selbstverständlich stets mit Preußens Geschick verbunden bleiben. Als er sein Amt angetreten habe, habe er in dem gleichen Kreise seinem Be dauern über das Ausscheiden Brauns Ausdrud gegeben, den er mit einer gewissen Wehmut scheiden sehe. Um so großer sei seine Freude, daß er den Ministerpräsidentenposten gerade an Braun wieder über laffen könne, der sich so außerordentlich bewährt habe. Kurz darauf leitete Ministerpräsident Braun die bereits vor Tagen anberaumte Staatsministerialfizung, in der laufende Geschäfte erledigt wurden. Die Lohnsteuer in Oesterreich. Bier bis sechsmal so niedrig wie in Deutschland. grenze bei der Lohnsteuer von 15 auf 24 m. wöchentlich zu erhöhen, Während vor kurzem der sozialdemokratische Antrag, die Freiim Steuerausschuß des Reichstags infolge des Widerstandes der Rechtsregierung und der bürgerlichen Barteien vertagt worden ist, ist es den österreichischen Sozialdemokraten gelungen, eine weitere Ermäßigung der Lohnsteuer durchzufeßen. Das ist um fo beacht licher, als die öfterreichische Lohnsteuer bei weitem teine so hohen Steuerfäße aufweist wie die deutsche. Denn während der deutsche Tarif sofort mit 10 Broz. beginnt, fängt der österreichische mit einem Steuerfaß von 1 Proz. an und steigt nur bis zu 4 Broz. Trotzdem bestand schon bei der österreichischen Lohnsteuer seit dem März vorigen Jahres eine wöchentliche Freigrenze von 16 M., während bei unserer Lohnsteuer erst. seit dem Dezember 15 m. wöchentlich fteuerfrei bleiben. Nunmehr ist vom 1. April ab das österreichische Existenzminis mum abermals erhöht worden, und zwar von 16 auf 18 m. ftaltet worden. Unterlagen schon bisher alle Arbeiter mit einem wöchentlich. Daneben. ist aber vor allem der Tarif günstiger geBochenlohn bis zu 40 m. nur einem Steuerabzug von 1 Pro3. fo ist diese Grenze jegt bis auf einen Wochenlohn von 45 m. ausge dehnt worden. Während bisher bei einem Einkommen bis zu unterliegen fünftig auch diejenigen Angestellten und Beamten mit 62 m. in der Woche eine zweiprozentige Steuer zu zahlen war, einem Einkommen bis zu 65 m. wöchentlich nur diesem geringen Steuerfaß. Damit hat die österreichische Lohnsteuerbelastung im Vergleich zur deutschen eine weitere Erleichterung erfahren. Der ohnehin schon große Unterschied ist noch verschärft worden. Das ergibt sich aus folgender Gegenüberstellung: Bei einem Wochen beträgt die Steuer in Brozenten in Desterreich in Deutschland ohne Rüdicht auf für Verheirate ben Familienſtand für Ledige mit 2 Kindern 2,5 1,75 8,5 Tohn von Reichsmart 289889 20 30 40 50 70 1 1 B 4.4 6 4900 5,3 5,5 60big head rese 7,5 8 Aus dieser Gegenüberstellung ergibt sich, daß in Defterreich nur die wenigsten Arbeiter mehr als 1 Proz. Steuern zu zahlen haben. Auch der größte Teil der Angestellten wird nicht höher als mit zwei Prozent belastet. In Deutschland dagegen ist gerade die Be Steuerlast, in Desterreich. Dabei muß man noch bedenken, daß die laftung der Arbeiter vier. bis fechsmal so hoch als die entsprechende österreichische Lohnsteuer Ueberffundenbezüge gänzlich und Nebeneinkommen bis zu dem Betrage von 450 m. jährlich ste u erfrei fäßt. dem Tisch und lauschte begierig den Unterweisungen. In dieser Beit habe ich die ersten Schreibversuche mit den Füßen gemacht. Wie erstaunt waren eines Tages Eltern und Geschwister, als ich mich vor fie hinfeßte und tabellos zu schreiben begann. Seit dem sechsten Jahre schrieb ich alle Auffäße der Schultlasse. Jahrelang pugte ich die Schuhe der Eltern und Geschwister und lernte regelrecht Schwimmunterricht. Mit sechs Jahren fonnte ich mich allein ausarbeiten. Mit vier Jahren fiel ich ins Wasser und erhielt daraufhin fleiben, mit zwölf Jahren mich allein antleiden. Damit waren die ersten Bedingungen zur Unabhängigkeit erfüllt; ich war zum Menfchen geworden!" Der armloje Unthan hat bis zur Obersekunda das Gymnasium befucht. Als die Mittel der Eltern ausgingen, wandte er sich der Mufit als Brotstudium zu. Auf der Geige und später auch auf der tünstlerisch, bezeichnet worden ist. Da die fog. befferen KonzertTrompete brachte er es zu einer Fertigkeit, die von der Kritit als war er gezwungen, zum Barieté zu gehen. veranstaltungen an Unthans Spiel mit den Füßen Anstoß nahmen, Wer ihn beim Waschen, Rafieren, Nägelfeilen, Bleistiftspiken, Uhraufziehen und regulieren, Geigen, Trompeten, Kartenspielen, Rorkenziehen und Schießen gefehen hat, stand zunächst immer wie por etwas unbegreiflichem. Angeflogen sind ihm alle diese Fertig. feiten auch nicht. Mit unermüdlicher Geduld hat er gegrübelt und im verfchloffenen Raum, um nicht ausgelacht zu werden, geprobt, bis alles flappte. Geduld und wieder Geduld war sein Leitstern. Durch eigene tieine Erfindungen hat er sich schließlich sogar die Schreibmaschine fußgerecht umgearbeitet. Unthan hat die ganze Welt bereist und überall die verdiente Anerkennung gefunden. Auf alle Fälle bildet sein Leben eine der intereffantesten Verförperungen des Gazes: Der Bille fiegt! 4 Staatstheater:„ Die Sündflut" von Eraft Barlach. Als Drama wird dieses Mysterium vom Dichter ausgegeben. Aber es ist für die Bühne vollkommen verloren, es ist wirklich nur ein nachdent. liches Spiel über ein Geistesproblem. Elf Bilder werden von Jürgen Fehling, dem Regisseur, über die Bühne gerollt. Doch innerhalb solcher Beweglichkeit bleibt alles stehen in erstaunlicher Starrheit. Die Sündflut weil Gott fich rächte, als die Welt, sein eigenes Werf, ihm allzu mißraten schien. Merkwürdig, daß BarIa ch, der sonst durchaus nicht zur Schwermut neigt, das leber leben des biblischen Noah aus diesem Untergange als eine Tragik anficht. Beil Barlach fo fchwer eingestimmt ist, drückt er auch das wenige, was sich ereignet, in düsterfte Abgründe. Zunächst zeigt er die barbarische Urwelt, in der Noah als ein gottesgläubiger Patriarch lebt. Sein Nachbar ist Calan, ein fräftiger Feind des Belttyrannen, der dem allzu fronnnen Noah mit Lästerungen an den Leib rückt. Doch Noah ist weder zu befehren noch zu erschrecken. Er glaubt und glaubt, und als Gott dann die Sündflut aufsteigen läßt, befehrt sich auch Calan von seiner Ungläubigkeit zur Gläu tigkeit. Man sollte meinen, diese Gedantenänderung müßte Noah aufjubeln lassen. Ein jubelnder Himmelsgefang und Sonnentantus, etwa ein solcher, wie ihn der heilige Franzistus einmal gesungen hat, wäre hier am Plaze gewesen. Aber es erschallt aus dem Herzen Barlachs nur die Trauerlitanei. Sie erschallt melodiös, im Morte durchaus pathetisch, aber das Pathos gewinnt, weil es wirtlich, nur aus der Einbildung und nicht aus der Literaturgeschichte strömt. Der Erfolg unserer österreichischer Genossen ist um so höher einzuschäzen, als die Regierung zunächst nur beabsichtigt hatte, die österreichische Einfommen- und Körperschaftssteuer zu ermäßigen, während den Arbeitern die Weiterzahlung der bisherigen Steuern zugemutet werden sollte. In diesem Sinne hatte die Regierung versucht, auch die Finanzfontrolleure des Bölferbundes zu beein flussen. Der grundsägliche Erfolg des sozialdemokratischen Borstoßes in Desterreich liegt also darin, daß die Regierung nicht nur gegen ihren Willen, sondern auch gegen die Gutheißung der Finanzton trolle zur Herabsehung der Lohnsteuer gezwungen wurde. 1 Aufwertung um 80 Prozent! Aber nur für die Fürsten. Weimar, 4. April.( Eigener Drahtbericht.) Der thüringische Landtag befaßte sich am Sonnabend mit der Rentenaufmer tung der Fürstinwitwe von Schwarzburg- Sondershausen und der Brinzessin Thekla von Schwarzburg. Die bürgerlichen Parteien des Landtages stimmten einer Aufwertung der Rente um 80 Praz. zu, so daß die jährliche Rente ab 1. Des zember 1923 für die Fürstinwitwe 38 000 m. und für die Prinzessin Thekla 12 000 m. im Jahre beträgt. Werbt die Nichtwähler! Ein Aufruf des deutschen Republikanischen Reichsbundes. Bom Deutschen Republikanischen Reichsbund wird uns geschrieben: Der Kampf um die Wahl des Reichspräsidenten wird zum zweiten Male entbrennen. Die überparteilidhen republikanischen Organisationen Reichsbanner Schwarz Rot- Gold" „ Deutscher Republitanischer Reichsbund" müssen das große Heer der nicht wähler vom 29. März erfaffen. Die Reserve muß unbedingt zu einer republikanischen gemacht werden. Alle Wähler, die im ersten Wahlgang der Republik ihre Stimme vorenthalten haben, müssen jetzt mobilsiert werden, um der Deutschen Republif einen Präsidenten an die Spitze zu ftellen, der überzeugter Republikaner ist. Reine einzige Stimme darf ihm verloren gehen! Die beiden republikanischen Großorganisationen werden vereint schlagen. Sie bedürfen der Hilfe und Unterstügung aller republitanischen Männer und Frauen, aller angeschlossenen republikanischen Organi fationen( Jugend- und Fachorganisationen usw.). Die auf dem Aufbietung aller Kräfte dem Gegner der Staatsform, dem Boden der Berfassung stehenden Gewerkschaften sind verpflichtet, mit fchwarzweißroten Rechtsblod und seinem Anhange, durch den republikanischen Boltsblod eine vernichtendé Niederlage. beizubringen. Der DRRB. Berlin ist bereit, insbesondere in Bezirken und Kreisstädten, eine rege Versammlungstätigkeit zu ent falten und Aufklärungsarbeit zu übernehmen. Er bittet die Re publitaner in Stadt und Band, die Vorstände oder Vertrauensleute republikanischer Vereine und Verbände sofort zu melden, wo irgend welche republikanischen Kundgebungen usw. veranstaltet werden fellen.( Eventuelle Lichtbildervorträge über Berfassung, Farben oder sonstige Belange der Republit.) Die Geschäftsstelle Berlin gibt die bei ihm nicht zuständigen Meldungen fofort an den Reichsvorstand oder an dessen Unter organe schnellstens zur Bearbeitung weiter. init Für den Bezirts Nord- Oft- Deutschland find die Melbungen u richten an: Deutscher Republitanischer Reichsbund, Berlin 23. 10, Bendlerstr. 12( Tel.: Kurfürst 5865) emisi Für die übrigen Bezirke: DRRB. Reichsvorstand, Frankfurt am Main, Lenauftr. 38( Tel.: Römer 6135). Schnelle Benachrichtigung ist erforderlich, um Lokal- und Re ferentenfrage schnellstens regeln zu fönnen. Deutscher Republikanischer Reichsbund. Der Reichsporstand: Dr. Konrad Haenisch, Staatsminister a. D.. Dr. Hugo Preuß, Reichsminister a. D. Dr. Luppe, Oberbürgermeister. Alles andere als eine ftellenweis ergreifende Rhetorit verjagt Das Regieproblem war einfach zu lösen. Aber der Regisseur fonnte nicht die dramatische Ohnmacht des Dichters forrigieren. So standen jich im Bild gegenüber die glückliche Urwelt und die hernady von der Gündflut überschwemmte. All das muß zyklopisch aufgebaut werden, entweder in der mystischen Dunkelheit oder in der blen denden Sonne liegen. Und es wirkt doch, fo ingenios auch das Bühnenbild von Rochus Gliese gemalt wurde, durchaus arm, beinahe armselig. Soviel Naivität, mag fie fich auch hochgetragen geben, macht ungeduldig. Es fptelten aber famose Schauspieler: gegeneinander Herr George als Noah und Herr Steinrüd als Gottesleugner. Der Dichter will, daß Noah oft vor Freude und Schmerz und Frömmigkeit atemlos bleibt. George ist beinahe ein M. H. Meister solchen moralischen Aſthmas. Der„ Hamlet" der Boltsbühne. Wenn ein ernftes Theater sich an ein Wert wie Shatespeares Hamlet" macht, so ist die erste Borbedingung, daß es einen Darsteller für die Titelrolle haben muß. Die Boltsbühne hat feinen Hamlet. Karl Ludwig Ach a t ift er nicht. Gerhard Ritters Rönig und Aribert Wäschers ist ein braver, sympathischer Schauspieler, aber ein Hamlet von Linie Bolonius bieten Originelles und Einprägſames. Ueber die fehr langwierige und leider ermüdende Aufführung und Baul Güni thers Regie wird am Montag noch zu sprechen sein. Dgr. Guatemala, das Aegypten der Neuen Welt. In der Nähe von Guatemala in merito hat man neuerdings eine Stadt entdeckt, die anscheinend von den Manas, einer bedeutenden indischen Rasse erbaut wurde. Diese Mayas bewohnten das Gebiet Jahrhunderte, tevor die Spanier nach Merito tamen und hinterließen riesenhafte Tempel und Kathedralen, die von einem hohen Niveau der Zivilisation Zeugnis ablegen. Die Archäologen glauben, daß nicht nur hier, sondern auch im ganzen Zentralamerita unter der Ober fläche der Erde die Ueberreste einer vergessenen Zivilisation be graben liegen, deren Bedeutung mit den ägyptischen Ausgrabungen Schritt halten dürfte. Der Berliner Schubert- Chor veranstaltet heute nachmittag 4 Uhr in der Bhilharmonie ein Konzert. Das Programm bringt Werte von Franz Schubert und zwar A- cappella-- Core und solche mit Begleitung von vier Hörnern, Drgel und Altſtimme. Der Schöneberger Männerchor Freundschaft, M. d. DASB., veranstaltet am 1 Citerfeiertag, abends 7 Uhr, im Bürgerfaal des neuen Rathauses Schöneberg, unter Mitwirkung des Berliner Vokal- Terzeits einen Liedetabend Eine Tagung der Gemeinschaftsschulen. Am 9. und 10. April findet die erite Zusammenkunft der Freunde und Mitarbeiter der Gemeinschaftsichulen Deutschlands in der Aula des Kaiser Friedrich- Realgymnasiums in Berline Reutöln, Kaiser- Friedrich- Straße 208-210, ftatt. Die Verhandlungen finden von 9-10 und von 3-6%, Uhr statt. Eintritt für Lebrer 2 M., frantierten Postkarte für Rüdantwort an Henner Friedag, Berlin GD. 36, für Eltern frei. Begen Bobnung wende man fich unter Beifügung einer Beermannstr. 4 II, mit Vorschlägen zur Sagung an Dr. Karsen, Berlin Tempelhof, Berliner Str. 56. mit dem Erscheinen des sechsten Bandes das umfangreiche Nachlagwert Jum 100. Geburtstag Ferdinand Caffalles am 11. April d. g. gelangt ( Deutsche Berlagsanstalt, Stuttgart, und Julius Springer, Berlin), des großen Vollstribuns zum Abschluß. Nach abenteuerlichen Schidsalen, denen bie lange verloren geglaubten wertvollen Schriften ausgelegt waren, gelang es Professor Gustav Maher fie aufzufinden und herauszugeben. Handelspolitische Fortschritte. Deutsch belgisches Handelsabkommen. Abänderung der 26 prozentigen Exportabgabe. Die internationalen Wirtschaftsbeziehungen tommen mur außerordentlich schleppend wicder in Fluß. Der Mangel an einem für Verhandlungszwecke ausreichenden Zolltarif, die starrfinnige Opposition der Deutschnationalen gegen jede aktive Handelspolitik und die gerade nicht immer glückliche Tätigkeit der deutschen Unterhändler haben den Abschluß von Handelsverträgen bisher start aufgehalten. Trozdem find in den letzten Tagen einige Fortschritte auf diesem Gebiet zu verzeichnen. So ist am Freitag ein Handelsabkommen mit Belgien abgeflossen worden, das allerdings erst mit der Ratifizierung in Kraft treten soll. Diese wird von Belgien aber erst erfolgen, wenn die geplante deutsche Zolltarifnovelle Geltung erhalten hat. Bis dahin fann es noch gute Weile haben. Immerhin fchließt das Abkommen einen gegenseitigen Zollfrieg aus und legt den Grund für geregelte Handelsbeziehungen. Sie bringt für Deutschland wie für Belgien die meist begün st i gung auf den verschiedensten Gebieten des persönlichen und geschäftlichen Verkehrs, insbesondere für die Behandlung der Ein- und Ausfuhr. Für die Dauer eines halben, bei einzelnen Beren eines ganzen Jahres, haben beide Staaten eine Reihe von bestimmten Waren von der Meistbegünstigung noch aus gefchloffen. Das gilt aber nur für die erwähnte Uebergangsfrist, nach deren Ablauf automatisch die Meistbegünstigung eintritt. Damit ist der Boden für einen geregelten Warenaustausch zwischen Deutschland und Belgien ohne gegenseitige wirkliche Benachteiligung gelegt. Von großer handelspolitischer Wichtigkeit ist die Abänderung der 26 prozentigen Exportabgabe, die bisher von England auf die Einfuhr deutscher Ware erhoben wird, weil die englische Regierung sich auf diese Weise ihren Anteil an den Reparationszahlungen Jeder aus Deutschland nach England eingeführten Ware zu norweg sichern will. Bisher war es so, daß die 26 Broz von zahlen waren. Das brachte den deutschen Exporteuren starte Benachteiligungen, und insbesondere wurden die dabei notmendigen Kontrollmaßnahmen als eine lästige Schitane des deutschen Handels nach England empfunden. Jetzt ist zwi. schen Deutschland, England und den Organen der Reparations Eberwachung ein Abkommen geschlossen worden, nach dem die 26prozentige Abgabe nicht mehr von der einzelnen Ware erhoben, sondern als monatliche Bauschale nach den Ergebnissen der Handelsstatistit an England abgeführt wird. Diese Rege lung wurde schon seit langem angestrebt, hat aber erst jetzt rechtliche Geltung erhalten. Die Abänderung der 26prozentigen Abgabe war nur möglich, nachdem der Dawes plan die internationale Entspannung erleichtert hatte. 9 Die Erfolge der Rechtsblodregierung auf dem Gebiete der Außenhandelspolitik sind im Verhältnis zu den zahlreichen feit langem schwebenden Verhandlungen bisher außerordentlich dürftig. Das ist tein Wunder bei der 3 erfahrenheit, die im Lager der Deutschnationalen und der Deutschen Bolts partei in der Behandlung dieser Fragen herrscht. Die Ablehmung des deutsch- Spanischen Handelsvertrages, die in den Kreifen der Industrie auf ständig wachsenden Widerstand stößt und überall scharf verurteilt wird, durch den zuständigen Reichstegsausschusses ist nur ein Zeichen der geradezu beängstigenden Sifloligleit, mit der die Gelbgeber der Rechtsparteien den handelspolitischen Fragen gegenüberstehen. Strafanträge im Tscheka- Prozeß. Todesstrafe für fünf Angeklagte beantragt. Im Ticheta- Prozeß ftellte der Reichsanwalt am Ende feines Plädoyers die Strafanfräge. Er beantragte Todesstrafe gegen Neumann, Stoblemiti, poege, Margies und S30 n. gegen die übrigen Angeflagten langjährige Zuchthaus- und Gefängnisstrafen.( Bericht siehe 3. Beilage.) Das will Richter sein! Ein deutschnationales Ausschußmitglied. Im preußischen Untersuchungsausschuß hat sich bisher der deutsch nationale Abgeordnete Kaufhold ganz besonders durch die Unfachlichkeit seiner Fragestellung ausgezeichnet, die von dem volksparteilichen Borfizenden Dr. Leidig ständig gerügt merden mußte. Jezt ist der Zweck der Uebung flar: Für Herrn Kaufhold und seine. Parteigenossen war der Ausschuß nur ein Mittel, um eine Hebbroschüre gegen die Sozialdemokratie( gegen welches Honorar?) in die Welt setzen zu tönnen. Da aber alle Suggestivfragen des Herrn Raufhold ihren 3wed verfehlt haben, so muß er bei seiner Berichterstattung" zu noch gröberen Mitteln greifen: Herr Kaufhold schreibt in seiner Broschüre einfach das Gegenteil deffen, was im Ausschuß zutage getreten ist und fest. gestellt wurde. Alle Widerlegungen der deutschnationalen Agitationslügen verschweigt er oder verschleiert fie so, daß der unfundige Leser nicht daraus flug werden kann. So schreibt Herr Kaufhold 3. B.:„ Der preußische Handels. minister Siering hat sich auch für die Zulassung der Bremer Privatbank als Devisenbank eingefeht." Kein Wort von der einwandfreien Feststellung des Ausschusses, daß dieser( im übrigen als völlig einwandfrei geflärte) Schritt ein Jahr früher geschah, ehe von einer Beziehung Barmats zu dieser Bant überhaupt die Rede war. Ueber das sogenannte„ Gutachten der Bochumer Handelsfammer hat der Ausschuß festgestellt, daß es sich in Wirklichkeit um einen anonymen Schmähbrief handelte, den seltsamer weise die Handelskammer weiter verbreitete. Selbst der volkspartei. liche Vorsitzende Dr. Leidig hat dies Berhalten der Handelsfammer für ffandalös erklärt. Besonders wurde festges stellt, daß die Handelskammer für den Inhalt der Gudelei jede Berantwortung abgelehnt und daß sich bis heute noch fein Mensch gefunden hat, der für den Inhalt die Berantwortung übernehmen will. Trogdem versieht Herr Kaufhold dieses wörtlich von ihm zitierte Schreiben mit der fetten Ueberschrift: Die Bochumer Handelstammer über Barmat" und leitet die Wiedergabe mit den Worten ein:„ Bon besonderer Seite ging der Bochumer Handelskammer folgender Bericht zu ufw." Anonym ist also für Herrn Kaufhold„ besondere Seite". Dieses find nur beliebige Beispiele. Die ganze Broschüre ist nach der gleichen Methode geschrieben. Wo Herr Kaufhold für seine Behauptungen alle Beweise weggeschwommen sind, da behilft er sich mit neuen Berdächtigungen. Herr Kaufhold hat an den Sizungen des Untersuchungsaus schuffes ziemlich regelmäßig teilgenommen. Außerdem existieren die gedruckten Protokolle. Seine falsche und irreführende Darstellung ist aljo mider besseres iffen abgefaßt. Und nun überlege man sich, daß dieser Mann dazu berufen sein soll, um als Rihter on der Feststellung des Untersuchungsergebnisses mitzumirten. Das ist aller Höhepunkte Höhepunkt, Gegen Militarismus und Brudermord! Ein Aufruf der Gewerkschaften. Arbeiter, Angestellte!. Demonstriert am 1. Mai mit eurer ganzen Macht und bis zum letzten Mann für die Forderungen des Weltproletariats! Noch immer haben wir den Kampf zu führen gegen die Reattion, bie, nachdem sie dem Proletariat im Weltkrieg Gesundheit und Leben geraubt hat, ihm nun das wichtigste und notwendigste vorenthält: Arbeit und Frieden! die Kafernen voll find! Genossen! Demonstriert am 1. Mai in Millionen und Millionen für den Achtunden tag, für Abrüstung, gegen Krieg und Militarismus! Der Vorstand des Internationalen Gewerkschaftsbundes. Deutsche Arbeiter und Angestellte! Der Internationale Gewerkschaftsbund richtet an bie Arbeiter der ganzen Welt den Ruf, am 1. Mai durch machtvolle Demonstrationen einzutreten für den Achtstundentag und den Bölkerfrieden. Der Krieg wurde von der besigenden Riaffe gemacht und für die besigende Klasse geführt, von den Besigenden wird der Auch wir richten diesen Appell an euch! Achtstundentag bekämpft und in ihrem Interesse sabotiert. weimal in den letzten Jahren lebte in der Welt die Hoffnung Shr steht mitten im Kampf um den Achtstundertag. Ihr auf, daß dem Trauerspiel, das der Kapitalismus Tag für Tag leidet mehr als die Arbeiter anderer Länder an den Folgen aufführt, ein Ende gemacht werden würde. Das erstemal, als des unfeligen Weltkrieges. Ihr habt doppelte Gründe dafür, die Washingtoner Arbeitsfonferenz den Acht am 1. Mai zu demonstrieren für eure alten Forderungen. stundentag als internationale Maßregel festlegte. Das zweiteDer 1. Mai 1925 muß wieder ein Tag ders mal, als Macdonald in Genf fein erlösendes Borteerschau der Arbeit werden. Die würdigste Die Rundgebung am Weltfeiertag der Arbeit ist die Arbeitsruhe. Die gegen den Militarismus in die Welt fandte. fapitalistische Reaktion hat die Durchführung beider Losungen Ob die Proklamierung der Arbeitsruhe ohne ernste Schädl zu verhindern gewußt; die Arbeitszeit wird weiter verlängert; gung der Beteiligten möglich und zweckmäßig ist, ist von den die Kriegsrüstungen werden weiter fortgesetzt. Es ist Beit, Drisausschüffen des ADGB und den AfA daß die Arbeiter und Angestellten endlich die Regierungen Ortstartellen im Einvernehmen mit den angeschlossenen zwingen, den Achtstundentag und die Abrüstung Gewerkschaften zu prüfen und zu entscheiden. Auch wo von der durchzuführen. Es ist Zeit, daß die Arbeitnehmer ihre Augen Arbeitsruhe abgefehen werden muß, haben die Drtsausschüffe öffnen und ihre wirtschaftlichen und politischen Rechte fordern! des ADGB. und des Af- Bundes durch Veranstaltung von Es ist Beit, daß die Arbeiter und Angestellten ihren Bersammlungen für die Durchführung der Demonstration au Bleichmut aufgeben und den Befihenden zurufen: Es ist sorgen. 3medmäßiges Hand- in- hand- Arbeiten ist dabei er Gruppe fapitalistischer Nutznießer, die nur an ihren eigenen Maidemonstration. Tretet ein für den Achtstunden genug! Wir wollen nicht länger von einer fleinen forderlich. Gewerkschaftsmitglieder! Beteiligt euch vollzählig an der Vorteil und ihren eigenen Profit denken, beherrscht werden! tag, für den Völkerfrieden und für den Ausbau der Sozialpolitit. Macht auch in diesem Jahr die Maifeier zu einer wir Wir wollen nicht länger die Beute einer Raste sein, die im Interesse ihres eigenen Wohlbefindens und ihres eigenen Clücks das Wohlbefinden und Glück des Proletariers und seiner Familie zerstört! Wir wollen frei sein vom fapitalistischen Joch, das auf uns drücken wird, solange die Arbeitszeit lang und Der preußische Untersuchungsausschuß zur Klärung der Kredit affäre der Staatsbank nahm gestern mit 15 Stimmen gegen Deutsch nationale, Boltspartei und Kommunisten einen Antrag des Abg. Kuttner( S03.) an, in dem der Ausschuß jede Ber antwortung für die Broschüre des deutschnationalen Ausschuß mitgliedes aufhold ablehnte. Das Verhalten der Bolts partei ift um so auffallender, als felbft der vollsparteiliche Bor verantwortlich sei, wenn Kaufhold als Mitglied des figende des Ausschusses, Dr. Leidig, zugeben mußte, daß es un= ausschusses eine derartige Broschüre veröffentliche. In der Gache stimmt also die Bolfspartei hier mit der Auffaffung der Sozialdemokraten überein, fie stimmt trotzdem aus partei politischen Gründen gegen den fpzialdemokratischen Antrag. Sofieht die Ueberparteilichkeit der Bolks. partei aus! famen Kundgebung für die Republik. Die Bundesvorstände des Allgemeinen Deutschen Gewerf. fchaftsbundes und des Allgemeinen freien Angestelltenbundes einer Sintsregierung die Republik und die Verfassung in ficherem Schuge stehen. Condon, 4. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Einigung der deutschen Republikaner auf Marg hat in England den allerbesten Eindruck gemacht. Dieses Kompromis wird besonders begrüßt, weil Marr sich in England seit der Londoner Konferenz eines großen Ansehens erfreut und nach englischer Auffassung Die angesehenſte konservative Zeitschrift Englands„ Spektator" die Gewähr für eine Fortführung des Kuries Ebert gibt. nennt Marr einen Mann mit größter politischer Erfahrung und größtem politischen Verantwortungsbewußtfein.„ Daily Telegraph" und Limes" bezeichnen gleichzeitig die Wahl Brauns zum Minister präsidenten als ein symbolisches Ereignis. So und durch die bevor stehende Wahl eines Republikaners zum Reichspräsidenten sai die vereinigte Rechte einigermaßen außer Fassung geraten. Die MorEs wurde dann der auf dem rechten Flügel des Zentrums ning Bost" nennt die Einheitsfandidatur Marg einen äußerst schwestehende 2bg. Bapen vernomunen. Von Papen war auf Borren Schlag für den Ehrgeiz der deutschen Nationalisten. Die bevor fchlag des Abg. Lange- Hegermann dies Monate Lang luffichtsrat berstehende Wahl eines Republikaners zum Reichspräsidenten werd zum Barmat Ronzern gehörenden Preußischen Hypotheten über allen Zweifel deutlich zeigen, daß eine außerordentlich große Aftienbant, hat aber feine Tantiemen bezogen und ist Anfang Januar und außerdem im a chien begriffene Mehrheit Des 1925, als er befürchten mußte, daß sein Name in die Deffentlich deutschen Boltes für die Republif ist. feit fam, ausgeschieden. Von Bapen ist ferner Aufsichtsrat der zum Michael Konzern in Beziehung stehenden Hannoverschen Bodentreditanstalt und bezieht als solcher Lantiemen. Auf die Frage des Abg. Kuttner, ob es ihm befannt sei. daß in den Büchern der Merkur- Bant eine 3ahlung für ihn im Betrage von 2000 m. rerbucht worden ist, über die Lange- Hegermann quittiert hat, vermeist Bapen auf seine beeibete Aussage, daß er aus feinem Barmat. Unternehmen je einen Pfennig Geld erhalten habe. Der Ausschuß nimmt einen Eventualantrag Dr. Deerburg( Dnat.) an, falls durch den Staatsanwalt die Buchung von 2000 m. für v. Papen in der Merkur- Bank bestätigt würde, den Abg Lange- Hegermann darüber zu vernehmen, ob er von der Merkur- Bant einmal 2000 m. für Herrn n. Papen erhalten und Quittung über den Empfang geleistet habe. Es folgt die Bernehmung des Landrats v. 2ossow, seinerzeit ftellvertretender Direktor der Reichsfettstelle. Zeuge hat bei einer Brivatreise nach Dresden die sächsische Fettstelle vor Barmat gewarnt. Darauf erfolgte eine amtliche Rückfrage des damaligen fächsischen Ministers Schwarz, in welchem Intereffe Lossom gewarnt habe, da er bod nicht in amtlichem Auftrage gehandelt habe. Darüber fann sich Herr v. Lossom heute noch nicht beruhigen und der preußische Ausschuß zur Untersuchung der Kreditaffäre ist dafür da, die Klagen dieser getränkten Unschuld entgegenzunehmen. Der Ausschuß nahm zum Schluß einen, Antrag Lüdemann, Dr. Waentig und Kuttner( S03.) an, in dem gefordert wird, daß Außenminister Dr. Sticsemann und Ministerpräsident a. D. Frei berr v. Reibniz als Zeugen darüber vernommen werden, ob Stresemann einein Bertreter des Barmat- on3erns, als dieser eine Reise nach London machte, eine amtliche Einführung an die englishe Regierung mitgegeben hat. Nächste Sizung am 27. April. Die Kandidatur Marx. Echo des Auslands. Paris, 4. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Einigung der deutschen Linksparteien auf die gemeinsame Kandidatur wird hier mit größter Befriedigung aufgenommen. Man sieht daran, genau wie in der Wahl Otto Brauns zum preußischen Ministerpräsidenten, einen Beweis nicht nur für die Entschiedenheit, mit der die deutsche Demokratie den Trennungsstrich gegen die Rechte gezogen hat, sondern vor allem auch ein sicheres Unterpfand dafür, daß die Hoffnung der Rechten auf die Präsidentschaft der deutschen Republit als endgültig gescheitert betrachtet werden kann. man hält den Sieg des deutschen Bottsblocks für sicher und knüpft an ihn die Hoffnung, daß der Sieg der Linken am 26. April eine gründliche Umkehr der deutschen Gesamtpolitik zur Folge haben werde. Man ist daran hier um so mehr interessiert, als Frankreich den von der Regierung Luther- Stresemann mit ihrem Garantieangebot vorgezeichneten Weg zur Lösung des Sicherheitsproblems betreten möchte und daran nur gehindert wird durch das Miß= trauen, mit dem man den Absichten und auch den Bersprechungen einer deutschen Rechtsregierung gegenübersteht. Selbst der„ Temps" fann nicht umhin, von einer Feftigung. des republitanischen Regimes in Deutschland zu sprechen. ratie die Anerkennung nicht versagen fönnen, daß fie diesmal Er erflärt, man werde insbesondere der deutschen Sozialdemo ein hohes Maß von Einsicht in die Notwendigkeiten der politischen Lage bewiesen und den Interessen der Republit das Inter effe der eigenen Partei hintan aeſtellt habe, indem sie ihren Kan didaten Braun zugunsten von Marr zurückzog. Marr habe wiederholt Beweise für seine Treue zur Weimarer Verfassung gegeben und durch den Kampf, den er seit der Unterzeichnung des Londoner Abtommens gegen die Koalition von Deutschnationalen und Volks. partei geführt habe, gezeigt, daß nach seiner Auffaffung nur unter Prag, 4. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Boltsblockfandibatur Marg wird hier von der äußersten Rechten bis zur äußersten Linten begrüßt. In den Kreisen, die dem Außenminister nahestehen, wird die Gammeltandidatur Marg vor allem deshalb willtommen geheißen, weil sie dem deutschen Garantieangebot einte neue Stüze biete. Das Angebot eines republikanischen Deutschlands würde ganz anders behandelt werden als das Angebot eines Jarres- Deutschlands. äußert man fich wie folgt: Die deutschen Sozialdemokraten in der fchechoslowakischen Republik haben mit Freude und Begeis sterung das Ergebnis vom 29. März aufgenommen, und zwar nicht nur wegen der darin zum Ausbrud gelangten Stärke der deutschen Sozialdemokratie, sondern auch, weil es fich zeigte, daß die Mehrheit des deuschen Bolkes sich schon im ersten Wahlgang für Republik und Demokratie entschied. So gern man es in der hiesigen Sozialdemokratie auch gesehen hätte, wenn im zweiten Wahlgange ein Sozialdemokrat Träger der republikanischen Sammelfandidatur geworden wäre, so sehr hat man Verständnis dafür, daß mit Rücksicht auf die allgemeine Lage in Deutschland die deutsche Sozialdemokratie sich mit den republikanisch- demokratischen Parteien des Bürgertums auf die Kandidatur Marr geeinigt hat. Im Interesse der deutschen Republit und im Intereffe der Forderung und Aufrechterhaltung der Befriedurig Europas wünscht man, daß am 26. April Dr. Marg gewählt wird. Die Genf, 4. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Schweizer Presse begrüßt die Aufstellung der Kandidatur Marg als einen Sieg der republikanischen 3bee. Die Basler Nachrichten- schreiben: 3weifellos rückt Marg an die Stelle des ersten Favoriten. Aussichten für einen Sieg des Reichsblocs find in dem Augenblid hinfällig geworden, wo die drei republikanischen Parteten geschlossen auf den Blan traten." Der Genfer Travail" fagt:„ Die deutsche Sozialdemokratie hat mit 7% millionen Stimmen über 2 Millionen Wähler mehr als Zentrum und Demokraten zusammen. Wir verftehen, daß den deutschen Genossen der Verzicht auf eine eigene Kandidatur deshalb hart antommt. Wir verstehen aber auch, daß die Notwendigkeit, eine republikanische Einheitsfront zu schaffen, diesen Verzicht bedingt und rechtfertigt."- Die Basler Nationalztg." schreibt:„ Die Kandidatur Marg durchkreuzt alle Intrigen der Rechten, die gemeinsame Sammelfandidatur der Weimarer Koalition zu verhindern." Kopenhagen, 4. April.( Eigener Drahtbericht.) Socialdemo fraten" schreibt zur Sammelfandidatur Mary:„ Es ist zu begrüßen, daß sich die republikanischen Parteien auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt haben. Es muß anerkannt werden, daß die deutsche Sozialdemokratie wieder, wie so oft, persönliche und Parteirücksichten in den Hintergrund treten läßt, um der großen ge meinsamen Sache der deutschen Republit zu dienen." Das Hauptorgon der bürgerlichen Linfen schreibt: Mit größter 3ufriedenheit erfährt Deutschlands Umwelt, daß Marr ausgestellt worden ist. Marx als der Deutschen Republic Oberhaupt wird ein Gewinn von hohem Wert für die ganze europäische Situa tion sein. Er wird sicher die Verständigungspolttit fortsetzen, die er als Reichstanzler in Verbindung mit Herriot und Macdonald auf der Londoner Konferenz begonnen hat." Ekstrabladet", das Organ der Radikalen Partei, jagt: Die Sozial nicht aus Liebe zu Marg und feiner Partei, sondern weil eine 3er. demokraten haben ihre Stimme dem Zentrumskandidaten zugejagt, splitterung der republikanischen Reihen zu einer Katastrophe für die deutsche Republik führen fönnte. Es ist flug patriotisch, daß sich alle republikanischen Barteien zu dem 3med vereinen, die Wahl eines Monarchisten zu verhindern, eines alldeutschen und reaktionären Militaristen, wie es Sarres ist." und Die dänischen Rechtsblätter bringen feine Kommentare. Nur will nationaltidende" von zuverlässiger deutscher Quelle wissen, daß die Deutschnationalen noch immer daran dächten, Geßler aufzustellen. Gewerkschaftsbewegung Die Bedeutung des 26. April. Wir wollen, daß das schwarzweißrote Banner wieder glorreich über Deutschland rauscht, und wir glauben daran, daß es gelingen wird, es jetzt zu hiffen. Wir wissen nicht, wieviele Wähler dem Zentrum rechts, den Sozialdemokraten links davonlaufen werden... („ Berliner Lokal- Anzeiger" vom 4 April, Abendausgabe.) Als vor vier Jahren der gewaltsame Versuch gemacht wurde, die schwarzweißrote Fahne über Deutsch land wieder aufzurichten, da erhob sich die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft wie ein Mann, um für die Republik einzustehen. Nur dem Generalstreit der Arbeiterschaft ist es zu danken, daß der Kapp- Putsch zusammenbrach. Aus dieser Niederlage hat die Reaktion etwas gelernt. Sie hat seitdem hartnäckig den Versuch gemacht, mit legalen Mitteln sich der Republit zu bemächtigen. Das Ziel ist das gleiche geblieben. Die Reaktion will die schwarzweißrote Flagge über Deutschland hissen und die Republit beseitigen. Sie will mit der Monarchie die unbeschränkte Herrschaft des Rapitals aufrichten und die Arbeiterschaft in das alte Hörigkeitsverhältnis des Dreiklassensystems hinabdrücken. Das ist der Sinn der Reichspräsidentenwahl am 26. April. fozialistische. Es handelte fich damals genau so um eine| haltet und eure Pflicht tut als Gemertschaftler, als Sozialdemo Roalitionsregierung der drei republikanischen Parteien, wie fraten, als Klaffentämpfer. Mann für Mann für die kan es sich am 26. April darum handeln wird, dem Koalitions didaten der Liste Amsterdam! tandidaten der republikanischen Parteien gegen den KandiDer Werbeausschuß. daten der Schwarz- Weiß- Roten zum Siege zu verhelfen. Die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter wissen am beften, wie sie unter der Monarchie bevormundet und getnechtet worden sind. Während die Unternehmer die Klinke der Gesetzgebung in der Hand hatten und in ihren Organi sationen und Tagungen der Regierung die Politik vorschrieben, die diese zu machen hatte, war es den Gemertschaften nicht gestattet, sich mit politischen Fragen zu befassen und zu versuchen, die Politik des Deutschen Reiches zu bestimmen oder zu beeinflussen. Die einzigen Regierungsvertreter", die den Tagungen der Gewerkschaften beiwohnten, waren die Bertreter der Polizei. Wenn diese Republik teine oder noch feine Arbeiter republit ist, so sind es doch die Arbeiter, in erster Linie die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter, die ihre Träger find. Sie zur sozialistischen Republik zu machen, ist unser Biel. Dafür zu sorgen, daß die schwarzweißrote Fahne der Monarchie für immer in Deutschland heruntergeholt wird, ist die Aufgabe des 26. April. Die Arbeiterschaft wird sie bis zum legten Mann und zur letzten Frau erfüllen. Holzarbeiter! Am Dienstag nachmittag von 4% bis 7 Uhr finden die Bahlen der Delegierten zum Verbandstag und zum Bewertschaftstongres statt. Die Wichtigkeit dieser Tagungen erfordert es, daß jedes Mitglied von seinem Stimmrecht Gebrauch macht. Diese Wahl wird und fann nicht entscheiden zwischen Sozialismus und bürgerlicher Gesellschaft, sondern zwischen Republit und Monarchie. Die gewerkschaftlich orga nisierte Arbeiterschaft, die am 29. März restlos für den Kandi- Bor zwei Jahren war es den Kommunisten durch die schwache daten der Sozialdemokratie eingetreten ist, hat die Entschei- ahlbeteiligung und durch die Einwirkungen der Inflation bung in ber Hand, ob am 26. April der Kandidat der gelungen, die Mehrheit der Mandate zum Verbandstag zu erobern. Monarchisten, der Schwerindustriellen und der Junker, oder Das darf ihnen nicht wieder gelingen! Die Komob der Vertrauensmann der republikanischen Parteien zum fammengehauen worden, insbesondere auch im Holzarbeiterverband, munisten sind seitdem überall wegen ihrer Zerstörungsarbeit zuReichspräsidenten gewählt wird. Berlin. Dieser Erfolg der Gewerkschaftseinheit muß jetzt vo11bei den diesjährigen Wahlen zur Generalversammlung der Bahlstelle der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale und endet werden durch die Wahl der Kandidaten, die auf dem Boden damit auf dem Boden der gewertschaftlichen Arbeit stehen. Diese Kandidaten sind auf dem Stimmzettel unter den Nummern 1 bis 16 aufgeführt. Am Dienstag gehe alfo jeder zur Wahl und sorge dafür, daß auch seine Kollegen im Betriebe ein gleiches tun. Der Reichspräsident, wer er auch sei, tann nicht fozialisieren und auf Grund des 48 die fapitalistische Gesellendet schaftsordnung beseitigen. Er kann aber der monarchistischen schaftsordnung beseitigen. Er fann aber der monarchistischen Reaktion Vorschub leisten, er tann zur Niederhaltung der Arbeiterschaft helfen, ſofern er ein monarchistischer Bertrauensmann der Schwerindustrie und der Junker ist. Er kann die Stabilität der Republit sichern, dem Willen der republikanischen Mehrheit Achtung verschaffen und die Demokratie schüßen, sofern er ein Republikaner und Vertrauensmann der republikanischen Parteien ist. Am 26. April wird und kann es sich also nur darum handeln, ob der Bertrauensmann der Monarchisten, Schwerindustriellen und Junker oder der Vertrauensmann Vertrauensmann der republikanischen Parteien Reichspräsident wird. Wenn die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft der Tattit der Kommunisten folgen würde, dann ist die Wahl des monarchistischen Vertrauensmannes der Schwerindustriellen und Junker gesichert. Als die Arbeiterschaft während des Kapp- Butsches sich mit allen Mitteln einsetzte für die Er haltung der Republit, da war weder die damalige Regierung noch die republikanische Mehrheit des Reichstags eine Wählt die Kollegen der Richtung Amsterdam, die Nummern 1 bis 16 und für den Gewerkschaftstongreß den Kollegen Frei gang! Die letzten Tage bis zur Wahl sind zu einer intensiven Agitation zu benutzen, damit sich die Gesundung der Gewertschaftsbewegung auch dieses Mal wieder ausdrückt in einer Niederlage der Beauftragten der KPD., die sich unter dem harmlosen Namen Oppofition" verbergen. Die Wahlhandlung vollzieht sich so, daß die nicht zu wählenden Borschläge, also die Nummern 17 bis 32, auf dem offiziellen Stimmzettel, welcher am Eingange des Wahllotals ausgehändigt wird, durchzu streichen sind. 1 bis 16 sind stehen zu lassen Kollegen! Wir erwarten von euch, daß ihr Treue um Treue Unternehmersolidarität gegen Achtſtundentag. Der Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller im Kampf. WIB. teilt mit: In der Ausschußfizung des Gesamtver bandes Deutscher Metallindustrieller am 2. April wurde über die Entwicklung und den jezigen Stand des Straits, der am 21. Februar in der Bielefelder Metallindustrie ausbrach und der am 23. Februar zu einer völligen Stillegung der Bielefelder Werte führte, Bericht erstattet. Der Ausschuß nahm mit Bedauern davon Kenntnis, daß die Arbeiterschaft es abgelehnt gleiche Arbeitszeit wie bisher aufrecht erhalten wollte, eine Arbeits hat, den Einigungsvorschlag des Schlichters anzunehmen, der die zeit, die übrigens fast in der gesamten übrigen Metallindustrie üblich und durchgeführt sei. Der Ausschuß erklärte sich mit der Bielefelder Metallindustrie solidarisch und beschloß, fie in ihrem Kampfe mit allen Mitteln zu unterstüßen. Der erweiterte Borstand wurde ermächtigt, je nach Lage der Sache selbständig alle weiteren Beschlüsse zur tatkräftigen Unterstützung der Bielefelder Metallindustrie zu faffen, falls die Bewegung nicht in allernächster Zeit beendet werden sollte." Seit sechs Wochen stehen in Bielefeld 20 000 Metallarbeiter im Rompf um den gesetzlichen Achtstundentag. Ruhig, aber un erschüttert und entschlossen nehmen fie Entbehrungen auf fich, um den Achtstundentag, der heute der Normalarbeitstag in der ganzen Welt ist, wieder zurückzuholen. Da tritt der berüchtigte Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller auf den Kampfplan. Er lügt bewußt, wenn er fagt, daß fast in der gesamten übrigen Metallindustrie der Achtstundentag befettigt ift. In der ganzen Welt herrscht in der Metallindustrie der Achtstundentag, und auch in Deutschland sind noch lange nicht alle Blütenträume der Scharfmacher gereift. Im übrigen werden die Metallarbeiter auf diese unverschämte Herausforderung die entsprechende Antwort zu geben haben. Tariffähige Organisationen der Bankangeftellten. Wie der Allgemeine Berband der Deutschen Banfangestellten ministerium sich dahin entschieden, daß dem Deutschnationalen bekanntgibt, hat der Unparteiische Ausschuß im Reichsarbeitsfür das deutsche Bankwesen gestattet sein foll, dagegen der Ge Handlungsgehilfenverband die Teilnahme am Reichstarifvertrage wertschaftsbund der Angestellten und der band weiblicher Bureau angestellten für eine bernunmehr den Termin zur Fortsetzung der Schlichtungsverhandlungen artige Teilnahme nicht in Frage foinme. auf Dienstag, den 7. April, angefeßt. BerDer Schlichter hat Die Urabstimmung unter den Banfangestellten hat mithin ergeben, daß der erstgenannten Organisation auch Banfangestellte angehören. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 3. Beilage.) Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Arthur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Eglorn; Feuilleton: Dr. John Schitowsti; Lotales und Sonstiges: Frik Ratstädt; Anzeigen Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlaasanstalt Taul Einger u Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierzu Beilagen und Unterhaltung und Wiffen. Muſitaufträge S übergibt man nur dem Nachweis des Deutschen Musiker Verbandes Berlin O 27, Andreasstr. 21( Königstadt 4310). Geschäftszeit 9-5, Conntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbefuch Nfsrael GEGR. 1815 BERLIN C- SPANDAUERSTRASSE KÖNIGSTRASSE • Vorteilhafte Angebote: Damenkleidung Voll- Voile, bestickt Bluse Jumperform a weißem 2.90 Kasak aus bedruckt. Musselin mit Knöpfen garniert. 3.75 Bluse vorzüglich, weißer Opal, 6.90 halsfrei od. geschlossen Kleid vorzüglich. reinwollen. 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Auch überraschen manche große Städte durch die geschlossene Schönheit ihres Stadtbildes, wie Breslau oder München, um nur einige deutsche Beispiele zu nennen. Man saugt die Stadt mit dem ersten Eindruck in sich auf und behält für immer eine Erinnerung, die den Begriff des Veitrauten in sich birgt. Dazu kann Berlin, die unübersehbare Städteebene, für alle Zeiten.des heiligen römischen Reiches Streu- sandbüchse", gar nicht zählen. Der gute alte Kreuzberg, hergestellt am Ort seines.Rogens", gibt nur einen schwachen Aussallpuntt zur Blickbewältigung der Millionengemeinschaft, und hätten wir selbst einen Eiffelturm, er käme kaum zur Wirkung. Aber ließe sich die Reichshauptstadt künstlerisch mit beträchtlichen Höhenschwankungen beleben, dann erhielte man Stadtbilde von überraschend schöner und teilweise sogar großartiger Wirkung— denn es ist alles da. was ein« Stadt an Monumentalem braucht, und man müßte es nur so zusammenfügen können, daß es einheitliche Wirkung erreichte. Da dies für immer und ewig unmöglich ist, so müssen wir uns schon damit begnügen, Schönheiten und Kostbarkeiten für das geistig« Luge zusammenzusuchen, und es dem Berliner überlasten, an den Entdeckungen feine Freud« zu haben und mit ihnen Ersprießliches anzufangen— fei es auch nur, daß er den fremden Nörgler ob» fertigt, der an Berlin überhaupt kein gutes Haar lasten will, oder daß er seinen Kindern Anschauungsunterricht in Heimatkunde gibt. Wer hat es denn schon so recht gewußt oder bedacht, daß Berlin eine TormstaW. im besten Sinne eine stolz« Stadt ragender Türm« ist? Geht mit, wandern wir einmal— ihr werdet überrascht sein, in eurer wieder- auflebenden Weltstadt höhere Regionen zu finden, die aller Be- achtung wert sind, auch wenn sie selbst unnahbar über den staub- geborenen Pflastertreter hinwegzusehen scheinen. Fangen wir an im Herzen der Stadt, wir treffen sofort auf einen sieben Freund und zugleich aus einen der Türme, die dazu am meisten beitragen, Berlin Rang und Reiz einer T u r m st a d t zu verleihen. Freilich in dem Sinn« ist es nicht die Berühmtheit als Turmstadt, daß hier Wunderwerke an Höhe zu sehen sind: die höchste Spitze von 120 Meter bleibt hinter dem Ulmer Münster von l6<1 Meter Höhe um ein Beträgliches zurück, auch Hamburger Türme, so Ct. Nikolai mit 143 Meter, sind im Durchschnitt höher als Berliner Türme— mit anderen Städten dagegen wie München(Frauenkirche S9 Meter) kann Berlin sehr wohl den Wettstreit aufnehmen. Was hier aber überrascht und den besonderen Charakter gibt, das ist die Vielheit der Türme, die an Zahl von keiner anderen Stadt der Welt erreicht werden dürfte. Der Ralhausturm. Warum hat ihm eigenllich dos Volk noch keinen Namen ge- geben? Er hätte es längst verdient, denn er besitzt alle Eigenschaften dafür, er ist eine Persönlichkeit und ein so ausgesprochener Charakter, daß nian weit umher laufen muß, zum mindesten nach Italien, um einen Vetter von ihm ausfindig zu machen. Trotzdem er mit seinen achtzig Metern schon ein sehr stattlicher Bursche ist, könnt« er noch weit gewaltiger in die Höhe wachsen, verzichtete er seinen braven Berlinern zuliebe auf eine eigentliche Spitze. Aber er braucht für seine Besucher eine geräumige Plattform und außerdem duldet er es noch, daß man in ihm mit dem Fahrstuhl bequem in die Höhe fährt— aus jeden Fall hat er es verstanden, sich bei seinen Bürgern mehr beliebt zu mache» als das rote Haus, das er bekrönt. Türme der Altstadt. Fahren wir hinauf und halten wir uns in Gesellschaft seiner Kollegen, die hier ein ganz prächtiges und greifbar deutliches Aus- sehen gewinnen! Da ist vor allem der 91 Meter hohe Turm von St. Marien, Berlins schönster und ehrwürdigsterr Turm, einer der wertvollsten deutschen Kirchenkrönungen überhaupt. Da ist der an- nähernd gleich Hohe Doppelturm von J>t. Nikolai, eine gewaltige Wand, aus der sich zwei fast überhohe Spitzen entwickeln. In ihrer nächsten Nähe grüßt das Kleinod der parochialkirche. gleich St. Sophien im augeersreuenden grünen Patinagewande— und mitten unter dem altehrwürdiaen schwingt sich der neu« Stadthaus- türm empor,«in Monumentalwert von prachtvollster Anlage, nur leider in einen Winkel gebaut und von den Straßen aus kaum zu überblicken. Aber wo haben wir nur schon dies Motiv des hoch- ragenden säulengetragenen Kuppelturms gesehen? Die Gontardschea Türme. veukschlands schönster Platz ist der Gendarmenmarkl. Dort stehen die beiden Dome, der deutsche und der französische,«inander in der Turmanlage gleich wie ein Ei dem anderen.(Nur die beiden kleinen Kirchen, die an die Türme angebaut sind, tragen verschiedenen Charakter. Die Gonlardschen Türme sind Berlins eigentliches Mahrzeichen. Sie bildeten einst für das Aug« den Mittelpunkt— einen- Punkt wohlgefälliger Ruhe, wie noch aus alten Kupferstichen zu erkennen ist. Damals waren sie freilich noch nicht von einem Emporkömmling bedroht und geschädigt, damals benahm noch nicht das Monstrum des Doms dem Lustgarten Behaglichkeit und Freude. Der Dom. Aber heute beherrscht die Domkuppel mit den vier Türmen dasHerz der Stadt. Es sind gewaltige Maße— 119 Meter geht es bis zur Engel-Wetterfahne, aber die höhe kommt nicht zur Geltung, denn die Masse drückt, beengt und vermag von keiner Seite gesehen, erhebend zu wirken. Kostenpunkt 10 Millionen Goldmark. Einzige Wirkung: Verschwenderische Pracht. Historischer Sinn: Denkmal Wilhelm II. Wie anders bauten die schlichte« Bürger, ehe das Kaiserreich begann! Die Petrikirche. Sieht man den Vacksteinbau der Petrikirche näher an. so merkt man, daß so gut wie gar nichts daran ist— außer einer zielbewußten in die höhe gehenden Linienführung. Die aber ist bestimmend im Stadtbild. Der Turm, 97 Meter hoch, gebietet weithin dem Straßenbild. in seinen fast überschlanken gotische» Formen verbreitet er Inmitten der City ein Stück Romantik. Jeder freut sich an der durchbrochenen Spitze, die für sich 33 Meter hoch ist. jeder läßt sich eine Münsterspitze vortäuschen— es ist Eisen- konstruktion, was die Zeit weiß wie Stein patiniert hat, und es ist schön und edel. Die Schinkelschen Türme. lind mit diesem Stück Kunst kommen wir zu dem,«a« in den Regionen Berliner Luft echte Romantik atmet— zu den Schinkelschen Kirchen. Da stnd die abgehackten Werderschen Türme. Kreu- zung zwischen englischer und französischer Minjaturkathedrale und einem Dichterarchitcktenherzen, da ist das Moabiter Minarett— wie weitherzig war man nicht in damaliger Zeit—, da steht in- niitten einer Geschäftsstraße die köstliche Basilika von St. Zakob. Diese Türme ragen nicht in die Höhe, ober sie neigen sich nieder zu menschlichen Seelen. Es war eine Zeit, die innerlich war, es gab noch keinen deutschen Kaiser. Der Turm von St. Georg. Wir staunen wieder vom Rathausturm nieder(wie wäre es. wenn man ihn den roten Bären nennt?) und da sehen wir dos eutürmige Berlin, am nächsten dabei den Turm, der fast ein« Gewaltherrschaft über ungezählte Straßenzüge ausübt, leider ohne künstlerisch restlos zu befriedigen, so hübsche Einzelheiten die Kirche an sich aufzuweisen hat. Es ist der Turmriese von St. Georg, 105 Meier hoch, etwas byzanthinisch geraten, wie so vieles in der Zeit von 1888 bis 1918. Und damit kommen wir in eine All- gemeinheit, dos sich kurz etwa in folgende Formeln bringen läßt: ein anständiger Berliner Kirchturm hatte in tadellosem Ziegelbau und in gothifchem Stil ausgesührt zu sein und die Mindesthöhe von 99 Metern— eine als sehr respektabel betrachtete Höhe— zu erreichen. Damit wurde Berlin zur Stadt der Türme. Und damit wurde manchmal eine günstige, zuweilen eine prachtvolle Belebung der nüchternen Straßen erreicht, so im Schöneberger Westen mit den 90-Meter-Riesen der Luther-, Mathias und Apostel-Paulus- Kirche, nirgends aber so trefflich wie in Moabit,' wo vor ollem ein Turm mit spitzer Nadel den Himmel förmlich zu stürmen scheint. - Es ist gleichgültig, welcher Bestimmung das meist kleine, den Türmen beigegebene Hau? zu dienen hat— man freut sich der Beseelung des Stadtbilde» und man lernt daran Kunstgeschichte. Man wird auch später einmal schöne Prosantürme bauen, vor allem Rathaustürme, die berufen sind, eine Stadt zu beherrschen. Weitere Rathavstürme. Heute stehen sie schon im Ansatz da, einige gelungen, wie Schöneberg und Neukölln, andere mißlungen wie Charlottenburg und Friedenau. Aber dem Turm der Gemeinde wird die Zukunft gehören— so wie heute immer noch Berlins stolzester Turm der seines alten Rathauses ist. Der Turm der Tauenhienstraße. Wir wollen nicht Abschied von den luftigen Gegenden nehmen. ohne noch den ungeheuren, 195 Meter hohen Flaschenhals der Anthony John. Roman von Jerome S. Zerome. Es war ganz dunkel geworden. Der Pfarrer stieß gegen einen kleinen Tisch, der krachend umfiel. Anthony fand Streich. Hölzer und entzündete das Gas. Der Pfarrer streckte ihm eine gepolsterte Hand hin.„Wegen Ihres Onkels ist die Sache in Ordnung. Besprechen Sie die Einzelheiten mit Herrn Grant." Anthony dankte ihm und schickte sich zum Gehen an. Der ehrwürdige Herr Sheepskin hielt ihn zurück.„Beurteilen Sie mich nicht allzu streng," bat er lächelnd.„Wenigstens nickst, «l)e Sie«in wenig länger gelebt haben. Irgend etwas ver- anlaßt« mich Ihnen gegenüber unbedacht zu reden. Fallen Ihnen meine Worte wieder einmal ein, so denken Sie darüber nach. Vielleicht haben sie mehr Wert, als meine gewöhnlichen Predigten."' Die Tante schien durch Anthonys Nachricht getröstet.„Es würde mich gar nicht wundern," meinte sie,„wenn er trotz allem durchrutschte. Jedensalls haben wir unser möglichstes getan." Der alte Simon war in den Eisenbahnwagen zurückgekehrt. Es war, als wüßte er, daß alles vorüber sei. Er lebte noch eine Zeitlang, doch hatte er alle Freude verloren. Eines Morgen fanden sie ihn tot. Zwischen Anthony und dem jungen Mowbray entspann sich eine innige Freundschaft. Dies war hauptsächlich Edward Mowbray zuzuschreiben, doch fühlte sich auch Anchony von Edwards Güte und Sanftmut angezogen. Mowbrays Vater empfand ebenfalls Zuneigung für Anthony, und er wurde ein häufiger Gast in der Priory. Herr Mowbray war ein gut aussetzender Mann von fünf- öig Jähren. Es hieß, daß er mehr Sinn für Belustigungen, 9ls für seinen Beruf habe. Er ritt bei den Hetzjagden mit und war einer der besten Schützen der Umgebung. Er war Witwer. Das Gerücht munkelte von einer unglücklichen Ehe, zumindest was die Frau anbelangt hatte, von Vernachlässigung und Untreue. Doch konnte dies nicht recht auf Wahrheit deruhen, denn Herr Mowbray sprach mit großer Zärtlichkeit und cht sogar mit Tränen in den Augen von seiner Frau. Ihr Bi'd. von Orchardson gemalt, hing im Speisezimmer gegenüber von Herrn Mowbrays Sesiel: ein anziehendes Gesicht, wenngleich nicht schön: die Stirn war zu hoch und zu schmal. Der ganze Reiz log in den Augen, die zu sprechen schieneu. Verstummte das Geplauder, so hob Herr Mowbray bisweilen sein Glas und trank dem Bild zu. Er hatte eine Vorliebe für guten alten Portwein, und viele seiner Freunde teilten diesen Geschmack. Es gab in der Familie nur zwei Kinder, Edward und die um einige Jahre ältere Elisabeth. Sie hatte die anziehenden Augen-der Mutter, doch war ihr Gesicht weniger auffallend. Antlsony hatte sie zuerst etwas gefürchtet: er wurde von ihr kaum beachtet. Elisabeth galt allgemein für exzentrisch, weil sie keinen Sinn für Sport und Zerstreuungen besaß. Darin standen beide Kinder im Gegen- satz zum Vater. Durch Edward und dessen Schwester wurde Anthony in die Politik eingeführt: die beiden waren glühende Reformer. Sie träumten von einer Welt, in der es keine Armen mehr geben wird, und glaubten, dies könnte, wenigstens was England betraf, noch zu ihren Lebzeiten erreicht werfen. Edward war von den beiden der ungeduldigere. Er erwartete die Rettung von der Revolution, Betty hingegen, die früher seiner Ansicht gewesen war, wies auf die französische Revo- lutwn hin, und behauptete, heutzutage könne alles vermittels der Wahlurne erreicht werden. Es würden sich Führer erheben, weise, edle Menschen, und die Massen würden für sie stimmen. Gesetze müßten eingebracht werden, die Selbst- süchtigen und die Bösen gezwungen werden, sich zu ändern. Die baufälligen Häuser sind abzutragen und an ihrer Stelle schöne Gebäude zu errichten, damit jeder anständig leben könne und auch die Armen die Bedeutung des Wortes„Heim" verstehen lernen. Für alle muß Arbeit gefunden werden, auf daß nicht mehr das furchtbare Gespenst der Erwerbslosigkeit die Menschenleben bedrche. Dies sei gar nicht schwer. In einer vernunftgemäß eingerichteten Welt gibt es Arbeit genug. Die Löhne müssen den Familien Behagen und Erholung er- möglichen. Die Kinder sollen so erzogen werden, daß der Klassenunterschied verschwindet. Bor allem aber bedarf man der Führer: sind diese reich und mächtig.-umso besser. Es müssen Menschen sein, die für das Recht kämpfen und nicht eher das Schwert in die Scheide stecken, bis sie für die Massen Gerechtigkeit errungen habeiu Dieses Glaubensbekenntnis legt« Elisabeth ab, während, sie über das Moor dahinwander- ten. Der starke Wind hatte sie veranlaßt, den Hut abzu- nehmen und rötete ihre Wangen. Anthony fand, daß sie mit den blitzenden Augen unter den geraden Brauen sehr schön aussehe. Ganz in ihr Gespräch vertieft, waren sie vom Weg abgeirrt und an einen Bach gelangt. Das Wasier plätscherte über die Steine und Wurzeln. Edward nahm die Schwester in die Arme, um sie über den Bach zu tragen, blieb aber stehen, zweifelte an seiner Muskellrast. „Bei Anthony wirst du sicherer sein", meinte er und stellte sie nieder. „Wozu?" stagte sie„Es macht mir nichts, nasse FLfle zu bekommen." Aber Anthony hatte sie schon in die Arme gehoben. „Bin ich nicht zu schwer?" Anthony lachte und stieg mit ihr in den Bach. Er trug sie noch eine Strecke weiter, erklärte, der Boden sei sumpfig. Es tat ihm wohl, sie an die Brust drücken zu dürfen. Es war am Abend vor der Abreise des jungen Mowbray nach Oxford. Betty sollte ihn begleiten, um ihm beim Ein» richten semer Zimmer behilflich zu sein. Sie würden vor Anfang des Semesters noch ein paar Tage zusammen ver» bringen, und Betty wollte Oxford sehen. Anthony war gc- kommen, um von Edward Abschied ,zu nehmen. Herr Mow« bray befand sich�ei einem vom Bürgermeister gegebenen Diner, und die drei jungen Leute waren sich selbst überlassen. Betty war aus dem Zimmer gegangen, um einige Anord» mingen zu treffen-, feit dem Tod der alten Haushälterin führte sie die Wirtschaft. Die beiden Burschen saßen in der Biblis- thek. Der große Salon wurde nur benutzt, wenn Gäste da waren. „Komm biswellen her, wenn ich fort bin", bat Edward. „Betty hat wenig Freunde und sie plaudert gern mit dir." „Auch ich rede aern mit ihr", entgegnete Anthony.„Aber wäre es ganz schicklich?" „Blödsinn! Ihr seid doch beide nicht so. Außerdem steht man jetzt diesen Dingen anders gegenüber. Weshalb sollte es zwischen Mann und Frau keine Freundschaft geben?" Betty trat eben ein, und der Fall wurde ihr unterbreitet. „Ich würde unsere Plaudereien vermissen", meinte sie, wandte sich dann mit einem Lächeln an Anthony.„Wie alt sind Sie?" „Sechzehn", erwiderte er Sie war erstaunt.„Ich hielt Sie für älter." „Ich wurde sechzehn", beharrte er.„Die Leute Hollen mich immer für älter, als ich bin. Die Mutter stritt stets mit den Trambahnschaffnern, sie wollten nie glauben, daß ich drei und nicht fünf sei. Sie dachte ganz ernstlich daran, meinen Geburtsschein in meine Mütze zu nähen/ Er lachte. „Sie sind noch ein Knabe", meinte Betty.„Ich bin schon, fast neunzehn. Ja, kommen Sie mich manchmal besuchen." I (Fortsetzung folgt.) j Saifer- Wilhelm- Gedächtnis- Kirche, gleichfalls einem 10- Mionen-| Seugen fich zu einer Berurteilung des Angeklagten wegen Rüdfallu, zu erwähnen. Er wird berühmt bleiben durch die Anekdote, e sich mit dem Stern über dem Kreuz verbindet. Im Plan war technisches Hilfsmittel ein Sternchen verzeichnet. Und der ifer vermißte es hintennach. Die Leute, die den Tempel im zanthinischen Stil erbaut hatten, brachten oben das goldene Nonſtrum an. Berlin ist eine Stadt der Türme und man soll sich diese, soweit fie bön sind, mit Behagen ansehen. Kunst ist immer etwas Schönes d Architektur gehört zu dem Wenigen, was allen Menschen als Genuß zugänglich ist. Ist das Bolt erst durch die Ueberzeugungsaft jeines Kampfrechtes zum Siege gelangt, dann wird es auch ine Türme, bauen und dann wird auch Berlin sein Bolkshaus it dem Turm haben, der für ewige Zeiten das Wahrzeichen eines reien Boltes bilden wird. Der neue Bahnhof Friedrichstraße. betruges nicht entschließen. Landgerichtsdirektor Steinhaus bezeichnete St. als einen Schädling, dessen Rettenhandel in der Zeit der Kohlennot ganz besonders verwerflich gemesen war; deshalb wurde er wegen gewerbsmäßigen Schleichhandels und wegen Uebertretung der damaligen Berordnungen zu vier Monaten Gefängnis, somie 500 M. Geldstrafe verurteilt. Die Gefängnisstrafe wurde mit einer anderen Strafe, die St. gegenwärtig verbüßt und die auf zwei Monate Gefängnis lautet, zu einer Gesamtstrafe von fünf MoMonate Gefängnis lautet, zu einer Gesamtstrafe von fünf Monaten Gefängnis zusammengezogen. Die Schulgeldstaffelung. Ermäßigung nur auf Antrag. Die vom 1. April 1925 ab für die städtischen höheren Behr anstalten und Mittelschulen geltende Schulgelbftaffelung richtet sich nach dem Einkommen der Unterhaltspflichtigen im Kalenderjahr 1924 und ist die folgende: Bei einem fteuerpflichtigen Bu sablen find für das Jahreseinkommen 1924: 1. Sind 2. Kind 3. Kind 4, Rind uiw. Inter 2000 m. frei frei frei Bon 2000 m. an bis aus, fchließlich 4000 m.. Vou 4000 M. an bis zum Betrage d. Endgehalts d. Gruppe 13 u. KinderBeihilfen 9 frei a 8/4 % bol 8/4 Die Schulgeldermäßigung wird nur auf Antrag gewährt. Der Antrag ist auf dem in der Schule erhältlichen For mular zu stellen und nebst einem Einfommennachweis bis zum Wiederbeginn des Unterrichts nach den Osterferien der Schule ein zureichen. Gesuche, die verspätet eingehen, oder denen die Einfommensbescheinigung nicht beiliegt, fönnen für das Gommer. femefter 1925 nicht mehr berücksichtigt werden, Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 5. April, Bimmel- Bolle. Seine Milch der frommen Denfungsart. Um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen, verabreicht die Meierei C. Bolle an ihre Kunden zugleich mit der Milch ein wöchentlich erscheinendes Unterhaltungsblatt für die Hausfrauen und Kinder. Im Inhalte etwa den Blättern gleichen Schlages in der Provinzpreffe gleichwertig, scheint es sich außerdem zur Aufgabe gemacht zu haben, die Hohenzollernfrone neu aufzuladieren. Vom König Friedrich III., bekannt durch seine Herzensgüte, lesen wir da eine edle Tat". Eine der bekannten Geschichten. Ein fleiner Junge bettelt im Tiergarten Friedrichen an, ihm eine Börse abzukaufen. Der weist ihn turz ab. Der Junge aber läuft hinterher und bettelt: wenn er selber feine brauche, so sollte er doch wenigftens der( natürlich schönen") Mamfell eine laufen. Friedrich weist ihn abermals ab. Da vernimmt fein( natürlich scharfes") Ohr den Jammer:" Ach, nun haben wir diesen Mittag wieder nichts zu essen." Darauf friegt das arme Wurm natürlich ein Goldftüd, wofür er mit: Gott lohns Shnen!" dankt. Na, um die Sache hier furz zu machen: Adjutant besucht Mutter im Dachſtübchen, Feldwebelwitme mit jedhs lebendi gen, unmündigen Kindern; ärmliches Mittagbrot, aber fröhliche Gesichter; Kinder tommen ins Militärwaisenhaus, Mutter friegt 100 blante Taler jährlich und dankt tränenden Auges. Vorher hatte noch ein Engel Gottes in Friedrichs Herzen etwas gesagt. Hoffentlich ist niemandem der Bolle- Runden ob dieser rührenden Geschichte eine Zähre in den Milchtopf gerollt, wodurch doch nur die blaue Milch verwässert worden wäre. Milch der frommen Dentungsart durch Bimmel- Bolle verzichten Bir glauben, daß viele der Kunden auf diese Berzapfung von würden und daß sie wünschen, die Kosten für diese Kulturzeitschrift würden besser zur Aufbesserung der Löhne der Angestellten in der Meierei Bolle verwendet. Reichsbannerfackelzug in Charlottenburg. Anläßlich der heute stattfindenden Fahnenweihe ber Kameradschaft Charlottenburg bes Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold fand am Sonnabend ein Fadelzug statt. Neben der festgebenden Kameradschaft beteiligten sich Berliner Abteilungen tritt eines Tambourforps und einer Reichsbannerkapelle bewegte fich ein unabsehbarer Zug von Fadelträgern vom Sammelpunkt am Wilhelmsplay aus durch die Berliner, Cauer- und HelmholtzBahnhof Charlottenburg, wo die Fadeln zusammengeworfen wurden. traße durch das westliche Moabit zurück zum Stuttgarter Play am Den Zug begleitete eine riesige Menschenmenge; er fand begei. sternbe Ovation aus den Fenstern und von den Baltons herab. Gegenüber dem zügellofen Treiben der Hafenfreugler am vorigen Wahlsonntag in der Gegend der Kaiser Wilhelm- Gedächtnisfirche war die Reichsbannerdemonstration eine eindrucksvolle, würdige Rundgebung für die Republik und die Demokratie. Sie wickelte sich in musterhafter Ordnung und Disziplin ab. Die Fahnen meihe findet heute Sonntag um 2 Uhr im Hippodrom im Tiergarten, unweit des Bahnhofs 300, statt. Das Reichsbonner tritt um 1 Uhr am Wilhelmsplay an Nach Ueberwindung der größten Schwierigkeiten, die die Nach iegszeit und der Inflationswahnsinn dem notwendigen Werk hin Drnd in den Weg legten, ist nun endlich der Ausbau unter Dach nd Fach gebracht. Ein paar Kleinigkeiten fehlen zwar noch an der Bollendung. Ein paar Sperrgitter sind noch nicht errichtet, alle Gabel sind noch nicht verlegt, so daß von dem neuen Fernbahnsteig rläufig nur ein Gleis benutzt werden fann. Aber man überschaut Haute doch schon das Ganze und sieht, wie es wirft. Bekanntlich u den zuerst die Anlagen für den Stadtbahnverkehr fertiggestellt, Die Arbeiten auf den Fernbahnsteigen gestalteten sich außerordent. h schwierig, weil mitten in dem Chaos und Gewirr der Bauarbeiten ie fanjen Fernzüge abgefertigt werden mußten. Kurz vor der Jollendung des Garzen hatten sich hier Zustände herausgebildet, ie nicht ohne Gefahr für das Publikum waren. Die Post und die Gepäcker dition fonnten mit ihren Karren und Wagen mit den pielen Balte mandimal faum an Post und Gepädwagen heran und durch das auf nur fleinem Raum sich drängende Publikum hinaber und die Kameradschaften der westlichen Bororte daran. Unter Boran Surch. Jeht at er ist alles breit, bequem und auf das zweckmäßigste cugelegt. Der Umbau des Bahnhofs Friedrichstraße war aber jerner auch eine openbigkeit in dringendem Interesse der Bertehrssicherheit Nach dieser Richtung ist allerdings noch nicht die letzte Konsequenz ge wissermaßen gezogen, ist die letzte Hand an ein großzügiges Wert noch nicht gelegt worden. Zur Bergrößerung und Verbreiterung des Bahnhofs Friedrichstraße gehört natürlich auch die Verbreiterung des Bahnplanums zwischen Bahnhof Friedrichstraße un Charlottenburg. Diese Arbeiten aber, schwierig, weil hier zum Teil neue Brücken gebaut, Pfähle gerammi und Pfeiler aufgestellt werden müssen, Arbeiten, die aber auch gleich. zeitig mit viel Borlicht auszuühren sind, um die Viadukte und Bögen der Stadtbah vor zu großen Erschütte rungen zu bewahren, sind noch weit vom Ende entfernt. Man bekommt am besten einen Einbrud. von der Größe und Schwierigfeiten der Arbeiten, wenn man sich mal am Bahnhof Bellevue das Bahngelände anschaut. Der neue Bahnhof Friedrichstraße, ansprechend und wirkungsvoll mit seiner Front nach der Weidendammer Brücke, da, wo sich Wolfentrager in die Luft reden sollen, bringt auch endlich große und geräumige Flure por den Schaltern des Billettverkaufs und der Gepäcket pedition. Das Publitum braucht sich hier nicht mehr zu drängen und zu stoßen, und das Ganze macht iegt den imposanten Eindruck der Halle eines Bahnhofes mit Welt. verkehr. Endlich muß noch erwähnt werden, daß man auch dafür Sorge getragen hat, daß der llebergang von der Fernbahn zur Ringbahn und umgefehrt sich in dentbar einfachster und für das Publikum bequemfter Weise pollzieht. Manche Wünsche bleiben freilich immer noch unerfüllt. So find zum Beispiel die Bariefäle nicht gerade sehr passend für diesen Bahnhof. Aber die Raumverhältnisse gestatteten nun einmal nicht größere Ausdehnung, und es wäre wirklich ungerecht und falsch, fleinliche Kritik zu üben an einem großzügigen Werf. Der gefällige Kohlenlieferant. Mit Schmiergeldern und Betrügereien sollte nach der Anlage der Kaufmann Walter St. vorgegangen sein, der im Winter 1922/23 cinen großen Teil des Tiergartenviertels mit Kohlen beliefert hatte 3u jener Zelt herrschte noch eine große Kohlennot und St. befchäfs tigte sich damit, sein Schäfchen ins trodne zu bringen", indem er fich als der gefällige helfer in der Not aufspielte. Bu nächst setzte er sich mit den Portiersleuten in Verbindung, denen er reichliche Schmiergelder zahlte. Er wurde dann von den Bor tiersleuten den Hausbewohnern gegenüber als ein Bekannter ermähnt, der aus„ Gefälligkeit" Breßfehlen vermitteln fönne.. Natürlich wurde das Angebot mit Freuden angenommen. Unter den Abnehmern befanden sich bekannte Finanzleute und eine sehr betannte Schauspielerin. Die Kohlenpreise waren ziemlich gepfeffert", aber darauf fah man ja damals wenig. Allerdings mußte die Sache wohl einen Halen haben, denn die Abnehmer machten bald die Erfahrung, daß ihre Vorräte außerordentlich schnell zur Neige gingen. Inzwischen hatte sich St. mit seinem Fuhrmann entzweit und durch diesen fam es zur Anzeige, daß St. nur ein Drittel der in Rechnung gestellten Kohlenmenge lieferte, daß aber die geschmierten Bortierleute ein Auge zudrückten. Bei der Verhandlung vor dem Schöffengericht mitte bestritt der Angeklagte, daß er bewußt falsch geliefert habe. Er will nur die Kohlen für Händler vermittelt haben und die Schuldigen müßten alsdann die Händler fein. Während der Staatsanwalt ein Jahr Gefängnis beantragte, fonnte das Gericht mit Rücksicht auf die zweifelhaften 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Choralvorspiel: O Haupt voll Blut und Wunden", J. S. Bach( Fritz Ohrmann am Harmonium). 2. Vier Passionslieder: a) Von der Not Christi am Oelberg ( Barock). b) Da Jesu in den Garten ging( Kölner Gesangb. 1619), c) Vexilla regis( Gregorianischer Hymnus. Fortunatus. Anfang des 7. Jahrhunderts), d) Begegnung mit Maria- Magdalena( Spätgotisch, berg). 3, a) Spee( 1591-1635); Frommer Gesang von der Not um 1600)( Auguste Hartmann- Rauter. Am Flügel: Georg StolzenChristi am Oelberg, b) Novalis( 1771-1801); Es gibt so bange Zeiten, e Gehoben ist der Stein. d) Fern im Osten, e) Wenn ich ihn nur babe, f) Brentano( 1778-1842); Frühlingsschrei eines Knechtes aus der Tiefe,( Marg. Merrbach. Rezitation). 4. a) Canzone, Siegfried Karg- Elert, b) Choral, Paul Ertel( Fritz Ohrmann) 12.30-3 Uhr nachm: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Hochschulkurse). 12 30 Uhr nachm.: Dr. med. Arnoldi: Der Stoffhaushalt des Menschen". 4. Vortrag. Die Rolle der Atmung im Stoff haushalt 3 Uhr nachm.:( Abt. Bildungskurse) Landwirtschaft, Dr. v. Wolf: Der Getreidebau, II. Teil.( Bodenbearbeitung und Düngung), 3.30 Uhr nachm. Die Funkprinzessin erzählt: Osterund Frühlingsmärchen. 1, a) E. Böhmer: Der Osterhase. b) Der kleine April 2. Else Ury: Stumpfschwänzchen und Sammetfellchen. 8. H. Ch. Andersen: Das Schneeglöckchen.( Die Funkprinzessin: Adele Proesler). 4 30-5.40 Uhr abends: Unterhaltungsmusik ( Berliner Funkkapelle), 5.45 Uhr abends: Frau Dr. Philipsthal: Was ist Mah- Jongg?" 6 30 Uhr abends: Johannes- Passion. Für Solo- Metallindustrie, die schon seit langem bestrebt find, einen Nachwuchs stimmen, Chor und Orchester von Joh. Seb. Bach. Dirigent: Prof. Dr. Georg Schumann, Solisten: Violetta Schadow. Sopran; Eleanore Schloßhauer- Reynolds, Alt; Maximilian Willimsky. Tenor( Evangelist); Cornelis Bronsgeest, Bariton( Christus und Arien); Josef Maria Hauschild, Baß( Pilatus, Judas); Konzertmeister Ferry Roth. Violine; Max Schröder, Flöte; Hermann Lauke, Cello Alice Ehlers, Cembalo; Fritz Wenneis. Orgel. Das Berliner Funkorchester, der gemischte Chor der Singakademie. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeit ansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. Königswusterhausen, Sonntag, den 5. April. Lehrlingsausstellung bei Borfig. Die Firma Borsig in Tegel gehört zu denjenigen Betrieben der an Facharbeitern durch Wertschulen und Lehrlingswerkstätten zu er zielen. Um für diesen Gedanken zu werben und um die Lehrlinge und Eltern anzuspornen, peranstaltet sie auch in diesem Jahr eine Ausstellung von Erzeugnissen, die in den Lehrlingskursen hergestellt werden. Die Ausstellung, die gestern eröffnet wurde, gibt ein intereffantes Bild von der Auslese und Einschulung der Lehrlinge an Arbeitstisch und Maschine, Man sieht möglichst davon ab, unnüke Gegenstände den jungen Leuten in Arbeit zu geben, man hält viel mehr darauf, daß von vornherein produttive Tätigkeit geleistet wird und daß gebrauchsfertige Baren hergestellt werden. Der Erfolg 11.30-12.50 Uhr vorm.: Konzert. Mitwirkende: Künstlerkapelle ift benn auch, soweit sich das in der Ausstellung beobachten läßt, ein Dajos Béla.( Mit freundlicher Genehmigung der Odeon- Werke guter, wie denn überhaupt anerkannt werden muß, daß diese Art Berlin), 1. Frühlingsrauschen, Sinding. 2. Fantasie aus der Oper Der Heranziehung von Facharbeitern nicht nur im Interesse der ein" Der Troubadour, Verdi. 3. Iel hätt mein Herz dir nimmer- zelnen Unternehmer, sondern in dem der ganzen Bolkswirtschaft und mehr gegeben", Lied, Fred Gollnow, 4. Klaviersolo: Lonely little nicht zuletzt der Arbeiterschaft selbst liegt. Die Ausmelody" Gene Back und Dave Stamper( Mischa Spoliansky). 5. Zwei Violinsoli: a) Der Schwan, Saint- Saëns, b) Sehön Ros- tellung gibt davon Kunde, daß die Lehrlinge in verhältnismäßig marin, Fritz Kreisler( Dajos Béla), 6. Alt- Heidelberg, du feine, furzer Zeit zur Herstellung wichtiger. Metallarbeiten, insbesondere Studentenliederpotpourri, Oskar Klose. 7. Zur Liebe gehört auch von Maschinenteilen und zur Montage herangezogen werden fönnen. ein bißchen Musik, Lied und Foxtrott aus Madame Revue", Rud. So ist unter vielen anderen eine 20- PS- Kleinbahnlofomo Nelson. 8. Wohnst du denn bei deiner Alten? Lied and Shimmy tipe in allen ihren Teilen von Lehrlingen hergestellt und fertig aus Madame Revue", Rud. Nelson. 9. Der Wink mit dem Zaunpfahl, Micha Spoliansky and Rausschmeißer", James Alden. montiert worden. Zurzeit erhalten bei Borsig 373 Lehrlinge in den 1 Uhr nachm.; Esperantoeinlage. verschiedenen Berufen der Metallindustrie die fachliche Ausbildung Montag, den 6. April. nach den von der Wissenschaft erprobten Methoden. An die Eröff mung der Ausstellung schloß sich eine Prämiierung derjenigen LehrAußer dem üblichen Tagesprogramm: 430-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle).( inge, die sich durch besondere Leistungen hervorgetan haben. 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Technik: Ingenieur Joachim Boehmer:" Der kritische Ingenieur" Technische Wochenplauderei), 7 Uhr abends: Tausend Worte Französisch, 7.30 Uhr abends: Vortragsreihe: Yom Deutschtum in aller Welt 5. Vortrag. Geheimrat Hintiager: Auswanderung und Innensiedelung", 8 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule.( Abteilung Bildungskurse). Literatur und Kunst. Dr. Richard H. Stein: Einführung in die russische Musik. 1. Vortrag" Das russische Volkslied. 8.30 Uhr abends: Konzert. 1. Trio op. 1 Nr. 3, Beethoven( Das Trio: Professor Mayer- Mahr, Klavier), Alfred Wittenberg, Violine, Prof. Heinrich Grünfeld, Violincell), 2. a) Große Arie aus der Oper Puritani", Bellini, b) Arie aus der Oper Rigoletto", Verdi, c) Altitalienisches Lied. Paisiello( Hede v. Debizka( Sopran). 3. Trio op. 97( B- Dur) Beethoven( Das Trio: Prof. Mayer- Mahr, Alfred Wittenberg, Prof. Heinrich Grünfeld). Am Flügel: Otto Urack. Ansohließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Schachfunk( E. Nebermann). Ein feltfamer Unfall. Eine Frau Lösch aus der Zeltdorfer Straße 17 wurde gestern vormittag vor dem Hause Gleditschstr. 53 durch einen aus dem dritten Stockwert gefallenen eu erhaten Derlegt. Sie wurde nach der Rettungsstelle gebracht, wo der Arzt eine große flaffende, 5 Bentimeter breite Kopfwunde feststellte. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde Frau 2. in ihre Wohnung gebracht. Der Unfall ereignete fich dadurch, daß in dem genannien Hauje eine Frau W beim Fensterreinigen auf einer Stehleiter mit Dem Feuerhaken versuchte, die Gardinen abzunehmen. Dabei wurde es ihr schwindlig, sie hielt sich an der Gardine fest, und der Feuerhaten entglitt ihren Händen und traf unglücklicherweise die Dorübergehende Frau 2. Die Stadtverordnetenversammlung hat in dieser Woche teine Sizung am Donnerstag, aber eine außerordentliche Sigung am Dienstag um 6 Uhr. Jn allen Abteilungen äußerst günstige OsterAngebote 1Posten weisse reinwoll. extraschwere Jacken und Sportsweater für Jeden Sport geeignet, bedeutend unter Prels prima Mako, Herrensocken Weich., feines Material, Hochferse, Doppelsohle, In grau, lila, beige, braun, bleu Paar Pt. Damenstrümpfe prima starkes und feines Gewebe, Mako, Hochferse, Doppelsohle, in 35 grau, braun, sonnenbrand und beige........ Paar M. mit 2 Oberhemd Kragen u. unterlegter Brust, moderne Streifen.** 1895 Stok. 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Deshalb fonnte er in der Bezirksver. fammlung vom 7. Januar d. 3. auch nicht die Reichsfarben beSchimpfen. Diese Tattlosigkeit erlaubte sich sein deutschnationaler Gesinnungsgenoffe Stadtoberinspettor erzog, welcher im Char lottenburger Bezirksamt tätig ist und der Bezirksversammlung als Mitglied der deutschnationalen Partei angehört. BP Bezirksbildungsausschuß: Staatliches Schillertheater, Charlottenburg, Bismarditr., Sonntag, den 19. April, nachm. pünktlich 2 Ubr Bon morgens bis mitternachts von Kaifer, Karten einschließlich Theaterzettel und Kleiderablage 1 MI. Deutiches Opernbaus, Charlotten. burg, Bismarditr., Sonntag, den 3. Mai 1925, nadm. pünktlich 3% Ubr Bar und Bimmermann" bon Lorging. Preis pro tarte ein schließlich Gebühr für Kleiderablage 1.30 Mt. Karten für fämtliche Ber anstaltungen find zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschuß, Lindens ftraße 3, 2. Sof, 2 Treppen, Rimmer 8, Buchhandlung Vorwärts", in fämtl. Borwärts". Speditionen, bei den Mitgliedern der Bildungsausschüsse und den Abteilungsführern, Englisch und Franzöfifch. In den nächsten Tagen beginnen neue Unter richtsturse für Anfänger und Fortgeschrittene, für Kinder( Nachmittags. unterricht) und für Zachfene( Abendunterricht) bei( Senoffin e B, W 50, Spichernftr. 16, Gartenhaus 3 Tr.( Untergrundbahnhof Nürnberger Vlab). Anmeldungen am Montag, den. 6., und am Dienstag, den 7. April, von 4 bis 8 Uhr nachmittags. Die Anmeldung kann auch schriftlich erfolgen. Das Bergunglück bei Essen. Effen, 4 April.( TU) Bis 1 Uhr nachmittags waren 63 Ber. legte und 7 Tote geborgen. Ein Toter befindet sich noch unter dem Förderkorb im Sumpf des Schachtes. 47 Berlegte wurden ins Rrankenhaus gebracht. Die Namen der Toten find: Her mann Rowitsch, Lente, Jazbec, Roßlaret, Rarl Riepte und Heinrich Diehl zwei Tote fonnten noch nicht identifiziert werden. Die Nachmittagsschicht wird heute nicht einfahren. Das Bechentor ist von einer großen Menschenmenge um lagert. Effen, 4. April.( WTB.) Wie pon der Berwaltung der Beche Mathias Stinnes mitgeteilt wird, beträgt die Gesamtzahl der bei dem Grubenunglüd ums Leben gekommenen Bergleute neun, woven einer noch nicht geborgen werden tonnte, Wieder ist es eine Stinnes- 3eche, die schwere Opfer forderte. Man wird natürlich, wie bei der Ratastrophe auf Minister Stein", et flären, daß alle Vorschriften beobachtet wurden und daß ein unberechenbarer technischer Fehler das Unglüd verschuldet habe. Damit schafft man aber nicht die Tatsache aus der Welt, daß gerade auf den Stinnes- 3echen ein unerhörtes Antreibersystem herrscht, das naturnotwendig zu solchen Katastrophen führt. Es ist Pflicht der Regierung und des Parlaments, endlich die Forderungen der Bergarbeiterverbände bezüglich der Grubenkontrolle, die von der Sozialdemokratischen Fraftion des Preußischen Landtages in Form eines Antrages gekleidet worden sind, anzunehmen und durchzuführen. Und zwar auf dem schnellsten Wege! Nollendorf 1120, 1121, 1122 Ferdinand Lassalle (* 11. April 1825+31. August 1864) am Freitag, 10. April( Karfreitag), vorm. 11 Ahr im Großen Schauspielhaus", Karlstraße Duvertüre zu„ Egmont" Beogramm: • Don Beethoven Ansprache: Heinrich Ströbel( M. d. M.) Sinfonie Nr. 3 Es Dur( Eroica) op. 55 Bon Beethoven Aus ben Werfen Ferdinand Laffalles, gesprochen von Carl Ebert ( Mitglieb bes Staatstheaters) Toccata : son Joh. Bachelbel Der Sprechchor fir proletarische Feierstunden Künstlerische Leitung: Albert Florath. Einzeliprecher: Heinrich Witte( Mitglieb bes Staatstheaters) Gemeinsamer Schlußgefang: Marseillaise" Mufitalische Ceilung: Dr. Heinz Unger Das Berliner Sinfonie- Orchester. Willi Jäger( Orgel) Eintritt 1 Mart Zwei Arbeiter bei einem Dammrutsch getötet. Mannheim, 4. April.( WTB.) Heute mittag stürzte im hiesigen Luisenpart ein zu Aushebungsarbeiten zwecks Anlegung eines Sees aufgestellter Bagger infolge Dammrutsches in die Tiefe und be Arub zwei unter dem Bagger mit Reparaturarbeitern beschäftigte perheiratete Arbeiter unter sich. Die Leichen, die unter dem Bagger eingefchloffen find, fonnten bis jetzt nicht geborgen werden, licher Seite mitgeteilt wird, sind bis fegt 31 Opfer des Befer. Bisher 31 Opfer des Weferunglüds geborgen. Wie von amtunglüds geborgen. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlis B. 68, Sindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an bas Bezirkssekretariat. 2. Sef, 2 Trev. rechts, an richten 1. Kreis Mitte. Die Abteilungsleiter treffen fich Montag, ben 6. April, Bunt 7 Uhr, beim Genoffen Sidhiefing, Aderfte. 1. ameds Entgegennahme midtiger Mitteilungen. 2. Kreis Tiergarten, Montag, ben 6. April, 7 Uhr, Sinktionärkonferens im Artushof, Berleberger Str. 29, 4. Kreis Prenzlauer Berg, Dienstag, ben 7. April, 7 Ube, Sigung bes erweiterten Kreisvorstandes bei Klug, Danaiger Str, 71. Gunktionär. Tonferens 6 Uhr ebenda, 6. Kreis Kreuzberg. Montag, den 6. April, 7 br, bei Sabe, Fichte traße 29, Kommunale Konferenz. Bortrag bes Genoffen Stabtrat 2. Briebländer: Jugendwohlfahrt Bur Teilabme berpflichtet find alle auf tommunalem Gebiet ebenramtlich und beruflich tätigen mitalleber, fowle alle funktionäre. 7. Rreis Charlottenburg. Montag, ben 6. April, 7, eripeiterte Sibuna, Simmer bes Rathauses, Die Mitalieber bes Beltausfulles müllen anivefend fein, 9, Kreis Wilmersdorf. Montag, ben 6, April, abends 9 Whe, Sigung bes erweiterten Kreisvorstandes bei Rroiß, Solsteinische Str. 60. Reids präsidentenwahl. Jede Abteilung mu8 vertreten fein 11. Arcis Schöneberg/ Friedenau, Dienstag, ben 7. April, ube, Sigung ber Beitunastommiffion, Spedition Belaiger Str. 27. Ale Abteilungen müffen bertreten fein. M. Lammfromm& Vogel Potsdamer Str. 127. Treppenläufer und Teppichstoffe in Kokos, Haar, Velour, Linoleum und Triolin. Sorgfältige Ausführung. 12. Kreis teglis. Lichterfelbe, Lankwis, Montos. ben 6. April, sube, Kreisvorstandssitung an belannter Stelle, 18. Kreis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe, Lichtenrabe Montag, ben 6. April, 7% Uhr, Sibung des Bildungsausfouffes im Rathaus Marien borf, 8immer 26. Wichtige Tagesordnung. 14. Kreis Neukölln. Montag, den 6. April, 7% ubr, Sunktionärsibung in der Aula der Senabenmittelfchule, Donauftr. 119. 15. Areis, Dienstag, den 7. Abril, 7 Uhr, Kreisvorstandsnsung mit ben Abteilungsleitern bei Grahl, Niederschöneweide, Berliner Str. 129. A.Wertheim Leipziger Str. Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz 17. Kreis Sichtenberg. Montag, ben 6. April, 7 Uhr, Kreisfunktionärfon. rens Arbeitsamt, Schreiberbauer Str. Tagesordnung: Die Wahl des Reichspräsidenten". 20. Kreis Reinickendorf. Wegen ber Richard- Fischer- feier findet die Sibung des erweiterten reisvorstandes erft Dienstag, den 7. April, 7 1hr, im fleinen Sigungsfaal bes Rathaufes Wittenau statt. Jebe Abteilung mus bertreten fein. Die Mitglieder bes engeren Borstandes terben gebeten, bereits um 6 Uhr zu erscheinen, Arbeitsgemeinschaft ber Kinderfreunde Groß- Berlin, Dienstag, den 7. April, nachm, 8 Uhr, Befichtigung der Anabenfürforgeerziehungsanftalt Linden bof. Treffpunkt um 3 Uhr bor ber Anstalt( au erreichen Stadtbahn Lichtenberg- Friedrichsfelbe). Intereffierte Genoffen find eingeladen. Morgen, Montag, den 6. April: 1. 61, 7% 1hr Sunktionärtonferenz bei Buntle, Artillerieſte, 11. ant 8. Abt. Die Besirtsführersipuna findet nicht Montag, sondern Dienstag, den 7. April, 7 Uhr, bei Ridert, Steinmebftr. 36a, ftatt. Ru ber Mittwoch, den 8. April, 7% Ubr, stattfindenden Generalversammlung ( Neuwahl des Vorstandes) laben die Bezirtsführer schriftlich ein. 15, Abt. 7 Uhr Sibung der Parteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute bei Obiglo, Stralfunder Str. 11. 17, bt, 7 Uhr Funktionärtonferens bei Dofe, Nordhafen 6. 18. Abt, 7 Uhr Funktionärtonferens bei Müller, Uferftr. 12. 19. Abt, 7 Uhr Bunttionärtonferens bei Schrepel, Grünthalerstr. 18, 23. Abt. 7 Uhr Funktionärfisung bei Grunwald. Die Funktionäre müffen altes Babimaterial abliefern. 29. Abt. 7% Uhr wichtige Sigung ber Bezirksführer bei Burg. Prenzlauer Allee 189. 35. Abt. Funktionärkonferens mit Betriebsbertrauensleuten, Elternbeiräten und Referenten, abends 7% Uhr, bei Beter, Schreinerftr. 36. 38. 2001. 7% Uhr bei Bartusch, Friedenftr. 88. Sigung fämtlicher Sunt tionare. 39, Abt. Pünktlich 7 Uhr erweiterte Borftandsftpung in ber juristischen Sprechstunde, Linbenftr. 3. 40. 61, 7% Uhr bei Neufner Funktionärverfammlung, Tagesordnung: Stellungnahme zur Neumabl ber Abteilungsleitung. 41. Abt. 8 Uhr bei Schult, Mariendorfer Str. 5, Sigung fämtlicher Funk tionare. 45. Abt. 7 Uhr Funktionärlonferena bei Minnig, Laufiber. Str. 45. 132. Abt, Blankenburg. 8 Uhr bei Klug, Dorffir. 2. Sunitionärfonferens, Frauenveranstaltungen morgen, Montag, den 6. April: 74. Abt, 8chlendorf. 7% Uhr bei Midleb, Potsdamer Str. 25. Vortrag der Genoffin Tobenhagen: Die Aufgaben und die Biele der Arbeiterwohl fahrt". 81. Abt. Friebenan, 7½ Uhr bei Alabe, Sanbjerbfte, 60/61. Bortrag der Genoffin Geher: Grauenarbeit und Ehe". Uebermorgen, Dienstag, den 7. April: 5. Reels Friedrichshain. Abends 7% Uhr findet bei Nofin, Gubener Str. 19, eine Kreisvorstandesibung mit den Abteilungsleitern ftatt, 6. Kreis Kreuzberg, 8 Uhr erweiterte Streisvorstandssitung bei Schweifarbt, Röpenider Str. 166, Ede Büdlerstr. Hunyadi János Bestes natürliches Bitterwasser Mild, angenehm, verläßlich In allen Mineralwasserdepots, Apotheken, Drogerien erhältlich Der Riefenaufschwung lotterie in ber furgen Bett von nur einem ber Preußisch Süddeutschen KlaffenJahre ist ber befte Bemeis für die Güte und die Beliebtheit biefes staatlichen Unternehmens, das auf ein mehr als hundertjähriges Bestehen zurücbliden fann. Trogdem zu der bevorstehenden 25( 251.) Klaffenlotterie die Zahl der Lose auf 550 000 erhöht worben ist, hat fich die Nachfrage berart gesteigeit, baß mit einem abermaligen Ausverkauf der Lofe zu rechnen ist. Um jedermann die Möglichkeit der Spielbeteiligung zu bieten, ist ber Lospreis sehr gering bemeffen. Er beträgt in jeber ber 5 Klaffen für das Achtellos 3 M., für das Biertellos 6 m, für das halbe Los 12 M. und für das ganze Los 24 M. Ein ganzes Doppellos derselben Nummer in den beiden Abteilungen I und II foftet für alle 5 Klassen 240 M. Schon in der 1. Klaffe tönnen gewonnen werben: mit einem Achtellos für 3 M. netto 10.000 " Biertellos halben Bos ganzen Los P 12 24 20000 40 000 80.000 Wer fich an dieser größten und chancenreichften Klaffenlotterie noch beteiligen will, fäume daher nicht, lid fofort ein Los zu fichern. Ziehung 1 Klaffe bereits am 17. und 18. April 1925. Extra- Preise Montag bis Mittwoch Damen- Kleidung Cheviot- Kleid reine Wolle, mit farbiger Westen- und Ärmelgarnitur rein975 Nachmittagskleid 2250 Twill, m. reicher Tressengarn. u. Knöpfen Nachmittagskleid aus reinwoll. Musselin, aparte Muster 50 Frauenkleid Gabard., Kasakform, reiche Tressengarn. Covertcoat- Paletot jugendlich fesche Form. aus reinwollener 3375 31M 89M 95M ganz Reinseid. 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Lages orbnung: Reichspräsidentenwahl und Wahl des Abteilungsvorstandes. 16. Abt. 7 Uhr bei Döhling. Brunenstr. 79. Sigung aller Funktionäre. 22. Abt. 7 Uhr bei Radzah Sizung aller Funktionäre. 24. Abt. 7% Uhr Funktionärtonferenz im Schweizerhäuschen, Greifstalber Straße 80. 56. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr Funktionärversammlung bei Liersch, Ranb ftraße 62. 106. Abt. Johannisthal. 7% Funktionärsibung bei Gobin, Koonstr. 2. Stellungnahme aur Borstandswahl.) Die Mitgliederversammlung wird auf 8 Tage verlegt. 108. Abt. Röpenid. 7% Uhr Funktionärfißung bei Schula, Bahnhoffte. 34. Stellungnahme zur Neuwahl des Abteilungsvorstandes. 137. Abt. Reinickendorf- West. 7% Uhr Funktionärfitung im Boltshaus, Scharnweberstr. 114. Frauenveranstaltungen übermorgen, Dienstag, 7. April: 123. Abt. Kaulsdorf. 7% Uhr im Jugendheim, Schule, Adolfftr. 26. Bortrag der Genoffin Hoppe: Neuregelung der Krantenversicherung". * 6. Abt. Mittwoch, den 8. April, 7½ Uhr, Abteilungsversammlung bei Büttner, Schwebter Str. 23. Die Bezirksführer laden bazu ein. 19. Abt. Lichtenberg. Mittwoch, den 8. April, 7½ Uhr, Abteilungsberfamm lung. Genoffe Göring spricht über: Partei und Bräsidentenwahl". Die Straßenführer laben ein. SPD.- Polizeibeamte. Am Mittwoch, den 8. April, abends 7% the, findet in ber Juristischen Sprechstunde", Lindenftr. 3, 1. Sof, lints partr., eine Sigung des Werbeausschusses ftatt. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Die Einäfcherung des Genoffen Gottlieb Soffmann findet nicht Sonntag, Sondern Montag 24 Uhr im Krematorium Gerichtstraße statt. 49. Abt. Schwerhörigengruppe. Am 30. März berstarb der Leiter der Gruppe, Genoffe Guftab Galisch. Die Einäscherung findet Dienstag, den 7. April, nachmittags 4 Uhr, Krematorium Wilmersdorf, Berliner Str. 101/103, ftatt. Geschäftliche Mitteilungen. Die foll man Raffee zubereiten? Waffer aus der Leitung tilchtig ablaufen Waffen, dann Rochen. Fein gemahlenen Raffee in eine erwärmte Ranne tun amb mit springend fochendem Wasser überbrühen. Das ganze auf dem Serd ober in heißem Wasser 5 Minuten ziehen( nicht tochen) laffen. Abgestandenes und verkochtes Wasser schmeckt nicht. Achten Sie auf Ihre Kaffeemühle! Rur fein gemahlenes Bulver verbürgt völlige Ausnukung. Natürlich muß es guter Raffee fein. Solja- Raffee ist fold guter Raffee und überall zu haben. Die Zahnpraxis M. Müller, Ritterfte. 17, gibt bekannt, daß erforderlichen. falls auch während der Nacht Umarbeitungen und Reparaturen vorgenommen merden. Näheres im Inseratenteil. Rum Ofterfest wartet Sarotti mit einer Anzahl feinster Näschereien und Sukigkeiten auf. Garotti- Ostereier in allen Farben und Größen aus SchokoSabe und Marzipan, gefüllt und ungefüllt, und ebenso reizende Sarotti- Hafen gehören zum Osterfest. Herr en Damen Stoffe H.& J. 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Rieberschöneweibe: Einführungs- und Elternabend in der Turnhalle Rudower Straße. Musit, Rezitationen, Gesang, Ansprache, Sprechchorwert: Der Morgen". Berbebezirk Reiniden. borf: Abends 6 Uhr Schulentiaffungsfeier in der Aula des Real gymnasiums, Reinidendorf- Oft, Berner Straße. Jugendchor, Ansprache, Rezitationen, Mufit, Aufführung von Tollers Wandlung". Eintritt 40 Vf. Schul entlassene frei. Werbebegirl Tiergarten: Besichtigung des Westhafens. Treffpunkt vormittags 10 Uhr am Bahnhof Butligstraße.. Schöneberg: Werbenaomittag der Jugend, Jungsozialisten und Kinderfreunde im Jugendheim Rubens., Ede Sauptstraße. Ab 3 Uhr Tanz und Spiel auf dem Sportplag; abends Lichtbildervortrag: Unfere Osterfahrt".. 14 Südost- Abteilungen ( Röpenider, Reichenberger, Görliger Biertel): Abends Jugendfeier. Programm: Mufit, Rezitationen, Ansprache, Lieder zur Laute und Jugendspiel. Eintritt 30 Bf. Beginn 18 Uhr. Abteilung Nordring( Prenzlauer Vorstadt, Gene. felber Biertel): Besuch des Reichspostmuseums. Treffpunt% 10 Uhr Normaluhr Danziger Straße, Ede Pappelallee. Morgen, Montag, den 6. April, abends 7½ Uhr: Moabit I: Schule Waldenserstr. 21, Vortrag: Reichsjugendtag der SAJ. Webbing- Rorb: Funktionärversammlung bei Radzan. Cüboft( Görliger Biertel): Einführungsabend in der Schule Waldemarstr. 77. Friedenau: Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Aussprache: Leßte Borbereitungen". Herms borf: Mitgliederversammlung im Jugendheim Roonftraße. Vorträge, Vereine und Versammlungen. 99 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gef& äftstelle: Berlin S. 14, Gebaftianfte. 37/38. Sof 2£ 2. Ramerabschaft Mitte: Sonntag, ben 5. April, mittags 12 Uhr, Antreten der gesamten Rameradschaft auf dem Neuen Martt. Ramerabschaft Reinidendorf: Sonntag, den 5. April, nachmittags 12% Uhr, Treffen aller Rameraden am Bahnhof Jungfernheide zur Teilnahme an der Bannerweihe in Charlottenburg. Rameradschaft Behlendorf: Sonntag, den 5. April, vormittags 12 Uhr, Antreten am Bahnhof Mitte zur Fahrt nach Charlottenburg( Bannerweihe). Mittwoch, den 8. April, abends Uhr, bei Schnorre, Monatsversammlung. Ramerabschaft Wedding: Montag, den 6. April, abends 7% Uhr, Turnabend Gothenburger Str. 2.- Ramerabschaft Kreuzberg, Jungmannschaft III: Montag, den 6. April, abends 7% Uhr, Turnhalle fürbringerftr. 33. Rameradschaft Bantom: Montag, den 6. April, abends 7 Uhr, erweiterte Borstandssigung mit sämtlichen Untergruppenleitern und Nachrichtendienst bei Mener, Breite Str. 14( Türkisches Relt). Der Turnabend fällt infolge der Ferien aus. Ramerabschaft Petershagen- Fredersdorf: Montag, den 6. April, abends 8 Uhr, bei Seine, Petershogen, Bersammlung. Mitgliedskarte mitbringen. Kamerabschaft Lichtenberg, Untergruppe Rarls horft: Mittwoch, den 8. April, abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung bei Saus mann, Treskowallee 94. Rentralinitat e Erziehung und Unterricht. Die für Montag sormittag geplanten Berhandlungen der Gymnaftaltagung finden wegen der großen Teilnehmerzahl im Raiserfaal bes Rheingold, Bellevueftr. 20, ftatt. Die brigen Borträge finden, wie bereits gemeldet, im Blenarfaal bes ReichswirtschaftsDates, Bellevueftr. 15, ftatt. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und hinterbliebenen, Ortsgruppe Rorben 14. Die nächste Mitgliederversammlung findet am Montag, ben 6. b. M., abends 7% Uhr, in Büttners Festfälen, Schwedter Str. 23-24, ftatt. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen ist Pflicht. Arbeiter- Wintersportler( AB3.). Sämtliche Teilnehmer en der Osterfahrt in die Sächsische Schmeia treffen sich am Montag, den 6. April, abends 7 Uhr, im Lokal Runge, Ede Ohmstraße. Fahrgeld einzahlen. Touristenverein Die Raturfreunde", Rentrale Bien, Beşir! Schöneberg Friebenan. Die Mitgliederversammlung am Dienstag, ben 7. April, findet nicht im Jugendheim, fondern bei Alabe, Sandjernstr. 60-61, ftatt. Bericht von ber Gaukonferens. Diterfahrtbesprechung. Jeder Genoffe erfcheine inttlich 48 Uhr. Sport. Die heutigen Eröffnungsrennen in Treptow. In ben legten Tagen war auf der Rennbahn Treptow alles in fieberhafter Tätigkeit, um die legten Borbereitungen für die Premiere, die heute vor fich gehen soll, zu treffen. Die Bahn macht, nachdem Maler, Zimmerleute und Maurer ihre legten Arbeiten beendet haben, einen schmud en Eindrud und alles steht zum Empfang der Berliner Radsportgemeinde bereit. Die Fahrer haben in den legten Tagen fleißige Trainingsarbeit getan. Bie nicht anders zu erwarten, hat die glänzende Belegung der Treptower Eröffnungsrennen ein riesiges Intereffe bei den Radsportanhängern hervorgerufen und es dürfte mit einem Massenbesuch zu rechnen sein. Das Programm wird ein geleitet mit einigen Fliegerrennen, die durch die Meldung von vier Schweizern und einem Holländer ebenfalls internationalen Charakter tragen. Beginn der Rennen 3, Uhr nachmittags. Rennen zu Mariendorf am Sonnabend, den 4. April. 1. Rennen. 1. Ddeffa( 3. Lichtenfeld), 2. Baron Tregantle( Haase), 3. Musical Girl( B. Hedert). Toto: 39: 10. Blat: 18, 18, 19: 10. Ferner liefen: Nobelle I, Prinz Brilon, Coriolanus, Schneewolle, Flatter rose, Manila I, Eulenspiegel, Terrazzo, Torrero, Dolino. 2. Rennen. 1. Interpellant( E6. Mills), 2. Heidepring I( 3. Mins), 3. Tafna( M. Ringius). Loto: 12: 10. Plat: 10, 12, 16: 10. Ferner liefen: Elfchen, Flora Bingen, Adelei B., Pontresina. 3. Rennen. 1. Cuba( Röple), 2. Jeffries jr.( E. Berl), 3. Bring Rudud( Th. Repli). Toto: 38: 10. Blag: 16, 18, 17: 10. Ferner liefen: Stapellauf, Ballast, Sturm, Lu, Beinminze, Salome, Baron Batts fr., Barometer. 4. Rennent. 1. Bora( Ch. Mills), 2. Buchdruder( Großmann), 3. Rapellmeister( E. Treuhers). Toto: 27:10. Blaz: 10, 10:10. Ferner liefen: Lebenslust, Winnie, Alpengeier. 5. Rennen. 1. Aberglaube( J. Mills), 2. Manzanares( Ch. Mias), 3. Nachtfalter( H. Grube). Toto: 52: 10. Blaz: 24, 27, 19: 10. Ferner liefen: Silverius, Native Forbes, Othello IV, Della, Billy I, Hartstein. 6. Rennen. 1. Mary H.( J. Mills), 2. Marcel( Ed. Mins), 3. Alice Root( Ch. Mills). Toto: 70: 10. Blat: 22, 39: 10. Ferner liefen: Lord Ellerslie, Carleta. 7. Rennen. 1. Starbella( Ch. Mills), 2. Cotta( Herm. Schleusener), 3. Broschüre( J. Mills). Toto: 14:10. Blat: 13, 19, 18: 10. Ferner liefen: Etatshöjerin, Dunajec, Kapitain Halle, Dichtung, Kammersånger. 8. Rennen. 1. Baron Stlatawah( J. Mills), 2. Manzanares ( Th. Mills), 3. Ballonkönigin( W. Triphan). Toto: 197: 10. Blat: 46, 20, 17: 10. Ferner liefen: Blaumeise, Federnelle, Importation, Barmaid, 28ubtage, Clärchen M., Alpenfer, Albater, Dlley, Amorette, Allene. so kaufen Sie Berliner Anwaltverein. Dienstag, den 7. April, abends 8½ Uhr, im Ber einshaus Deutscher Ingenieure, Berlin, Sommerftr. 4a, Bereinsversammlung. Legen Sie Wert auf gute und reelle Bedienung Sagesordnung: Gigungspolizei und Anwalt. Referent Juftigcat Dr. Druder Leipzig, Borfihender des Deutschen Anwaltvereins. Rorreferent Rechtsanwalt Dr. Thiele- Berlin. Am gleichen Tage( 7. April) abends 7 Uhr findet in demfelben Saale eine Bersammlung der Mitglieder der Anwaltskammer zu Berlin flatt, in der die Wahl eines Borstandsmitgliedes für den verstorbenen Justizrat Mar Silberstein erfolgen foll. Geitens des Borstandes des BAB. with Juftizrat Schuhmacher in Borschlag gebracht. Bund der Finberreichen Familien Berlin- Webbing. Nächte MonatsverfammYung am tommenden Mittwoch, 8. April, abends T½ Uhr, in ber Goulaula Bielen, Ede Grenzstraße. Geschäftsstelle: N. 65, Millerftr. 134a. Gemeinde um Bubbha. Freitag( Rarfreitag), ben 10. April, abends 8 Uhr, im Grünen Soal( Meifterfaal), Röthener Str. 38, buddhistischer Bortrag der Serren Dr. Seins Bugner und Martin Steinle über das Thema BuddhaTebre- eine Bollendung". Arbeitersport. Urbetter- Gyazilartek Reuron. Am Montag, ben 6. April, ebenbs 8 1hr, finbet in der beal- Rlaufe, Maresch ftraße, die Kartelligung ftatt. Es ist unbe bingt notwendig, bak alle Rartellbelegierten erscheinen. Arbeiter- Sport- und Rulturtartell, 5. Bezirk( Friebrichshaina). Montag, ben Mef- Itoffe fabrend in der Mode, Qualitätswaren zu äußerst niedrigen Preisen Anzugstoffe in Kammgarn u. Chev., la Qual. Mk. 6.20, 7.80, 10.80, 15.80, 19.80 Damenstoffe in Gabardine, Bipse, Mouliné, 180 breit, Mk. 5.90, 8.40. 10.50 Molkenmarkt 14 Ecke Molkenstraße Bitte auf den richtigen Eingang Nr. 14, zu achten. Tuchhaus M- E- Freitag Fertige Herren- Anzüge u. Mäntel Ersatz für Maßarbelt zu staunend billigen Preisen auf Tellzahlung! 6. April, abends 8 Uhr, Borbogener Gir. 114, Kartellung Aussprache über Potsdamer Str. 33, Ecke Lützowstr. Fur rechten Zeit! APRIL sollen Ihnen diese, ganz besonders neften 3 Kleidungsstücke zeigen, wie modern, wie fesch, wie elegant und wie billig Sie sich bei uns zum Osterfest einkleiden können OSTERSONNTAG C& A BRENNINKMEYER Ihr größter Wunsch jugendl- schick, modern- elegant zu erscheinen, wird erfülh durch dieses reizende Hemdkleid mit der durch Plisseebahn betonten Linie. Guter Popeline, andersforb. Knopl. und Litzenschmuck nr 12 Jugendlich- tesch von vornehmem Gepräge in d. Form, höchst aparte Seitengarnitur: teils nach innen, seils nach auben genähte Bie sen. Ein vornehmer Mantel wie Sie ihn so gern tragen. Guter Rips, hoch zu schließen. nur. Flottes Kostüm das als guter Anzug Ihren ungeteilten Beifall findet in seiner vorteilhaft- schlan ken Form m. apart. Tressenund Fliegen Schmuck: Guter Gabardine, Jacke ganz auf halbseidenem Serge 22 32 50 50 50 50 Königstr. 33 Am Bahnhof Alexanderpl. Chausseestr. 113 Beim Stettiner Bahnhof Schrittliche Bestellungen können nicht können nicht berücksichtigt werden! Nr. 162 42. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Osterferien im Reichstag. Vertagt bis zum 28. April. Im weiteren Verlauf der gestrigen Reichstagssigung schlug Abg. Schuldt- Steglig( Dem.) eine weitergehende Entschließung zur Befoldungspolitif vor. Diese wird gegen die Stimmen der Demofraten, Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt, dagegen die vom Ausschuß vorgelegte angenommen. Darauf gab Präsident Löbe über das Gruben unglüd folgende Mitteilungen des preußischen Handelsministers bekannt: Eine Bier- Etagen Förderschale, die mit 70 Bergleuten befest war, ist, nachdem sie 400 Meter im Schacht mit normaler Geschwindigkeit von 10 Metern zurückgelegt hatt, aus bisher nicht geflärter Ursache plöglich auf eine Geschwindigkeit von 15 Meter gefommen und auf der Schachtsohle start aufgestoßen. Von der Befagung von 70 Mann find bisher geborgen 63, davon zum Teil leichten, aber auch einige mit fehr 2 Tote, 15 ganz Leichtverleßte, 46 weitere mit schweren Verlegungen. Die 7 fehlenden, die sich in der untersten Etage der Förderschale befanden, fonnten noch nicht geborgen werden, weil die Förderschale erst zerschnitten werden muß; fie müssen als tot gelten. Der Reichstagspräsident schloß Worte der Trauer um die Opfer und der Teilnahme für die Angehörigen an. Er verband damit die Aufforderung an die Aufsichtsbehörden, boch peinlichst die Befolgung der Unfallverhütungsvorschriften zu kontrollieren, damit es uns erspart bleibt, daß immer neue so schwere Unfälle die deutsche, Arbeiterschaft heimsuchen. Auf der Tagesordnung folgt dann die Weiterberatung der Anträge über Wohnungswesen und Mieterschuh. Abg. Dr. Steiniger( Dnat.) erwartet, daß die Regierung wenig ftens bis zum 30. April mit einer Vorlage fommen werde. Abg. Winnefeld( DVp.) erklärt, die Boltspartei wolle feines. wegs den Mieterschutz beseitigen.(!) Abg. Eichhorn( Komm.) begründet einen Antrag, der die fofortige Rüdgängigmachung der zum 1. April 1925 angeordneten Erhöhungen verlangt. Abg. Büll( Dem.): Die berechtigten Intereffen der Hausbesitzer müssen zwar gewahrt werden, aberes fann nicht zu gelassen werden, dah die Hausbesitzerorganisationen die Mieter weit über den Friedensstand steigern. Herabsinken der Sonderfürsorge auf das Niveau der Armen pflege führen würde. Ich möchte auf den Aufsatz in Nr. 966 der Frankfurter Zeitung" vom 28. Dezember 1924 hinweisen, in dem Ministerialrat Genosse Dr. Hans Maier, einer der Hauptverfechter des Gedankens der Einheitsfürsorge, folgendes ausführt: Sonntag, 5. April 1925 geschulter Kräfte gelegt wird. Auch hier müssen die Genossen in Verwaltungen und Parlamenten ihren Einfluß ausnutzen. Der Wohlfahrtsetat darf in dem Gesamtetat der Länder und Gemeinden nicht als etwas Nebensächliches, nicht als ein Bosten angesehen werden, der beliebig gekürzt oder gar gestrichen werden kann, je nachdem es die Balanzierung des Gesamtetats " Dentschriften des Städtetages und des Berbandes der Land- erfordert. Wir brauchen heute die Wohlfahrtspflege mehr als treise, die sich gleichfalls für eine Einheitsfürsorge einsetzten, beje, und unser Biel muß sein, sie so zu gestalten, daß durch sie tonten so start die finanziellen Gesichtspunkte und stellten die volkswirtschaftlich wertvolle aufbauende Arbeit geleistet werden angebliche Leistungsunfähigkeit der kommunalen Verbände so sehr kann. in den Vordergrund, daß der Widerspruch der beteiligten Berbände der Hilfsbedürftigen gegen eine Einheitsfürsorge verständlich wurde, die argwöhnten, daß diese zu einer Herabdrückung auf den Stand der alten Armenpflege führen fönne." Betriebsräte und Sozialversicherung. Die Betriebsräte haben in der Sozialversicherung nur ein sehr beschränktes Mitwirkungsrecht, das aber trozdem sehr wichtig ist. In erster Linie hat der Betriebsrat nach dem Betriebsrätegesez die Aufgabe, auf die Bekämpfung der Unfall- und Gefundheitsgefahr im Betriebe zu achten, die Gewerbeaufsichtssowie auf die Durchführung der gewerbepolizeilichen Bestimmungen beamten und sonstigen in Betracht kommenden Stellen bei dieser Be-.. Erwerbsfämpfung durch Anregungen, Beratung und Auskunft zu unterſtüzen und der Unfallverhütungsvorschriften hinzuwirken. Bekanntlich werden die Unfallverhütungsvorschriften von den Berufsgenossenschaften, die von den Arbeitgebern gebildet werden, erlassen. Nach dem Betriebsrätegesetz ist auch bei Unfällen ein vom Betriebsrat beſtimmtes Mitglied zu den Unfalluntersuchungen hinzuzuziehen. Damit bilden die Betriebsräte ein wichtiges Bindeglied zwischen den Berufsgenossenschaften und den einzelnen Betrieben, deffen Tätigkeit zur Erhaltung eines gefunden Arbeiterstammes der Betriebe sehr viel Wer die Vorbereitung der Reichsgrundsäge verfolgen fonnte, wird dies aus den dabei gemachten Erfahrungen bestätigen können. Jeder Versuch, auch für die nicht unter die Gundergruppen fallenden Hilfsbedürftigen Bestimmungen zu sichern follten, wie z. B. die Bestimmungen über die Erwerbs schaffen, die eine über den Notbedarf hinausgehende Fürsorge befähigung von Blinden, Taubstummen und Krüppeln, die Bestimmungen über die Leistungen der Wochenfürsorge, wurde von den Vertretungen der Kommunalverbände immer von neuem befämpft mit der Begründung, daß die daraus er wachsenden Lasten untragbar feien. Bei dieser Auffassung, vertreten von den Stellen, die schließlich die Fürsorge durchzuführen haben, mußte befürchtet werden, daß bei einer völligen Vereinheitlichung der Fürsorgebestimmungen die Fürsorge für fonenfreise auch nur unter engen finanziellen Gesichtspunkten die bisher nach reichsrechtlichen Vorschriften versorgten Berdurchgeführt werden würde. Wir müssen uns heute damit abfinden, daß das Reichsrecht sozialistischen Standpunit aus gefordert werden muß, und gegenwärtig nicht die Einheitsfurforge vorschreibt, die vom fönnen nur für die zufünftige Entwicklung der Wohlfahrtspflege im Sinne unferes Zieles zu wirken suchen. Darüber hinaus aber fönnen und müssen wir versuchen, die Gestaltung der Fürsorge in Ländern, Provinzen, Kreisen und Gemeinden zu beeinflussen und darauf hinzuwirken, daß die Möglichkeiten, die die Reichsgrundsäge auch in der Richtung einer sozial aus gestalteten Einheitsfürsorge eröffnen, ausgenugt werden. Die Reichsgrundsäße", heißt es in den Erläuterungen hierzu, hindern fein Land, für alle Hilfsbedürftigen eine gehobene Wohlfahrtspflege einzuführen. Ebensowenig schließen es die Grundfäße aus, daß ein Fürsorgeverband einzelnen oder allen Hilfsbedürftigen eine über die allgemeine hinausgehende Für Abg. Schirmer- Franken( Bayer. Bp.). Die Bayer. Bp. stimmt forge zuwendet, es sei denn, daß ihn landesrechtliche Borhem Ausschußantrag auf Nachprüfung der auf die Wohnungsschriften binden." Und eine Bestimmung im§ 17 der Reichs mirtschaft bezüglichen Gefeße zu. grundsäge befagt dann noch besonders, daß den Kleinrentnern alte oder durch geistige oder förperliche Gebrechen erwerbsunfähig gewordene Personen gleichgestellt werden können, die trotz wirtschaftlicher Lebensführung auf die öffentliche Für forge angewiesen sind. Abg. Butte( Wirtsch. Bag.): Wenn man den Hausbesitzern die notwendige Bewegungsfreiheit läßt, wird die Wohnungsfrage auch für die Mieter am besten gelöst werden. Damit schließt die Aussprache. Der Ausschußantrag wird angenommen. Er verlangt u. a bis spätestens 30. April 1925 die Vorlegung von Gesetzentwürfen zur Abänderung des Reichsmietengejekes, des Mieterschuhgesetzes und Wohnungsmangelgefehes. Um 14 Uhr vertagt sich das Haus auf Dienstag, den 28. April, 3 Uhr nachmittags. Die Wohlfahrtspflege. Aufgaben der Sozialdemokratie. Bon Dorothea Sirschfeld, Regierungsrat im Reichsarbeitsministerium. In Nr. 614 des„ Borwärts" vom 31. Dezember v. 3. hat Genosse Kleeis auf die neuen Grundfäße hingewiesen, die die Reichsregierung über Voraussetzung, Art und Maß der öffentlichen Fürsorge erlassen hat. Er hat dabei zum Aus brud gebracht, daß die Grundfäße nicht den Wünschen und Forderungen entsprechen, die vom sozialistischen Standpunkt aus an eine Neuregelung der Wohlfahrtspflege gestellt werden müssen, daß insbesondere eine Umgestaltung der Grundsäge in der Richtung ihrer stärkeren Bereinheitlichung zu fordern fei.. Die Verfasserin dieser Zeilen hat bei den Berhandlungen des Hauptausschusses für Arbeiterwohlfahrt in Hannover die Streitfrage: Einheitsfürsorge oder Gruppen: fürsorge" bereits eingehend behandelt und sich dabei auf den Standpunkt gestellt, daß grundsäglich an dem Gedanken einer einheitlichen, nur den Notstand berücksichtigenden Für forge festgehalten werden müsse. Das Ziel müsse sein eine Wohlfahrtspflege, an der nicht das Obium der alten Armenpflege haftet, an die sich jeder wenden kann, ganz gleich, aus welchem Grunde er in Not geraten ist, die jedem nach der individuellen Lage des Falles hilft, feine Kräfte fo anzu fpannen, daß er wieder unabhängig von fremder Hilfe wird, und den, der dazu nicht mehr in der Lage ist, angemessen versorgt. Es mußte aber und es muß auch jetzt darauf hingewiesen werden, daß eine Vereinheitlichung der Fürsorge in dem Zeit punkt, in dem ihre Neugestaltung erfolgte, zweifellos die Gefahr in sich barg, daß die Bereinheitlichung nicht zu einer sozialen Ausgestaltung der Armenpflege, sondern zu einem beitragen tann. Gebiete der Krantenversicherung. Wenn nämlich in einem Eine weitere wichtige Aufgabe haben die Betriebsräte auf dem Betriebe eine Betriebskrankenkasse errichtet werden soll, dann ist diese Errichtung abhängig von der Zustimmung des Betriebsrats. frankentasse auch nicht errichtet werden. Das ist ein sehr weitGibt der Betriebsrat seine Zustimmung nicht, so darf die Betriebsgehendes Recht, über deffen Tragweite fich die Betriebsräte sehr genau im Klaren sein müssen. Ein Betriebsrat, der seine Zustimmung fehr weitgehende Verantwortung, da ihn mit Recht die Anschuldizur Errichtung einer Betriebskrankenkasse gibt, übernimmt hier eine gungen der Betriebsmitglieder treffen würden, wenn sich nachträglich herausstellt, daß die neu errichtete Betriebskrantentasse nicht leistungsfähig ist und die einzelnen Betriebsmitglieder dadurch in Krankheitsfällen geschädigt werden. Gesundheitsschutz in gewerblichen Betrieben. " Im Verlag des Bezirksqusschusses Berlin- Brandenburg des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes( Berlin, Engelufer 24/25) Gesundheitsschuh ist soeben unter dem Titel was muß der Arbeiter vom gewerblichen Betrieben wiffen?" eine sehr inftruttive Broschüre erschienen, die die Arbeiterschaft über die auf dem erwähnten Gebiete bestehenden Gesetze und Berordnungen unterrichtet. Der erste Teil behandelt die Gewerbeaufsicht und den Gesundheitsschutz vom technischen Standpunkt aus, der zweite die medizinischen Aufgaben der Gewerbeaufsicht, wähdie nur 60 Pfennig foſtet, kann insbesondere den Gewerkschaftsrend der dritte Teil die Verwaltungen des Gewerbeaufsichtsdienstes und ihren Wirkungsfreis angibt. Die feine, gut ausgestattete Schrift, funktionären und Betriebsräten empfohlen werden. Getreidezölle und Verbrechertum. Ziemlich jeder Sechser(= 17 heutige Reichspfennig), um den das Getreide im Breise steigt, ruft auf je hunderttausend Einwohner einen Diebstahl mehr hervor", schrieb der berühmte Statiftifer Georg Mayr schon vor fast fünfzig Jahren auf Grund feiner Untersuchungen. Die Erklärung liegt auf der Hand. Teures Getreide, teures Brot, teures Brot, größere Not. Da nun die Genachtreidezölle das Betreibe verteuern, jo fönnte man auch ausrechnen, um wieviel Pfennig pro Tonne der Zoll erhöht werden soll, um einen Diebstahl mehr hervorzurufen. Genossen, die in den Verwaltungen und parlamentarischen Hier muß der Hebel angesetzt werden; hier müssen die Bertretunger der Länder, Provinzen, Kreise und Gemeinden Siz und Stimme haben, die in den Deputationen und Ausschüssen mitarbeiten, ihren Einfluß geltend machen und immer wieder darauf hinwirken, daß die Wohlfahrtspflege für alle Hilfsbedürftigen sich nicht in der Gewährung von Notbedarfs fägen( die vielfach noch nicht einmal den fümmerlichsten Notbedarf decken) erschöpfen darf, daß sie vielmehr, wo es nur immer durch Maßnahmen der Verhütung und Heilung möglich ist, aufbauend wirken muß. Was auf dem Gebiete der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenenfürsorge an vorbeu gender und aufbauender Fürsorge geleistet worden ist und nach den Bestimmungen der Reichsgrundsäge noch weiter geleistet werden soll, muß Bionierarbeit sein für die Wohlfahrtspflege überhaupt. Wie sich aus der Arbeitsfürsorge für Schwerfriegsbeschädigte und Unfallverlegte eine allgemeine Arbeitsfürsorge für Schwererwerbsbeschränkte entwidelt hat oder zu entwickeln im Begriff ist, so dürfen beispielsweise auch die Maßnahmen der Berufsfürsorge, her vorbeugenden Kinderheilfürsorge und dgl. nicht auf Kriegerwaisen beschränkt blei ben, sondern müssen auf alle hilfsbedürftigen Kinder ausgebehnt werden. Ebenso muß das, was an sozialen Bestimmungen für Klein und Sozialrentner getroffen worden ist, auch allen anderen zugute fommen, die nach einem Leben der Arbeit auf die öffentliche Fürsorge angewiesen sind. Bisher haben meines Wissens nur Preußen und Sachsen von der Ermächtigung Gebrauch gemacht, diese Gleichstellung der alten erwerbsunfähigen Personen mit den Kleinrentern allgemein vorzuschreiben. Was unter Ausnußung dieser Möglichkeiten bei Ländern und Fürsorgeverbänden irgendwie zu erreichen ist, sollte geschehen, um damit dem Ziel einer Einheitsfürsorge näher zu tommen. Die weitere Voraussetzung aber für eine wirtfame Durchführung der Grundsäge ist, daß Länder und Gemeinden die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen und die Arbeit fellst in die Hände gut ausgwählter, sozial denkender und Dies zeigt eine Untersuchung von Lujo Brentano. 3um Beispiel: Bismard erhöhte im Jahre 1887 die deutschen Getreideölle von 30 auf 50 m. pro Tonne. Die Getreidepreise stiegen in zwei Jahren von 145 auf 170 m. pro Tonne, die Zahl der jährlich verurteilten Diebe stieg( auf 100 000 erwadyjene Einwohner) von 259 auf 274, die Zahl der wegen Hehlerei verurteilten von 20,7 auf 21.7. Umgekehrt: Nachdem Bismards Nachfolger die Getreidezölle um 15 M. wieder ermäßigte und die Getreidepreise entsprechend fanten, fiel die Kriminalität von über 300 auf weniger als 270 auf 100 000 Einwohner. Brentano untersucht auch die Wirkung einer anderen Ursache, die ebenfalls die Zahl der Verbrechen beeinflußt: die Schwankungen der industriellen Konjunktur, der Arbeitslosigkeit, durch die oft die Wirkung einer etwaigen Brotverbilligung durchkreuzt werden tann. So entwirft Brentano folgendes Bild: Jahr 1897: Mittelgute Ronjunttur, Getreidepreis 152 M.; Zahl der Diebstähle( auf 100 000 Einwohner) 252. Jahr 1898: Gutes Jahr, aber erhöhte Getreidepreiſe, nämlich 166 M.; Zahl der Diebstähle gestiegen auf 256. Jahr 1899: Hochtonjunktur und start( auf 150 M.) gefuntene Getreidepreise; Zahl der Diebstähle finft auf 241. Jahr 1900: Langjamer Rüdgang der Konjunktur, aber niedere Getreibepreise; Bahl der Diebstähle bleibt 241.Jahr 1901: Krise in der Industrie und steigende Getreidepreise; Zahl der Diebstähle 257... ufm. Oster- Preise Daunen- Oberbett echt türkischrot. Inlett mit Aonopoldaunen. 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Dafür genügen nicht Hebammen und von der Stadt nötigenfalls zur Verfügung gestellte Wäschestücke. Auch die Umgebung muß für die Geburt geeignet sein, und hier ist das Elend der Geburten heute in der Zeit der schlimmsten Wohnungsnot größer denn je. Mit jeder Geburt leistet die Frau einen Dienst am Bolte. In jeder Geburt ist ein Stück Zukunft begründet. Da ist es unwürdig, daß sich solch ein Aft in engen, dunklen Räumen, in überfüllten Wohnungen und so oft versteckt vollziehen muß. Daß der Prozent fah der unehelichen Mütter, die an Kindbettfieber sterben, bedeutend höher ist als der der ehelichen Mütter, fennzeichnet zur Genige, daß das Kindbettfieber eine soziale Krankheit ist und wieviel foziales Elend gerade die uneheliche Geburt oft bedeutet. Darum verlangt die Sozialdemokratie seit Jahrzehnten tom= munale Wöchnerinnenheime, Entbindungsheime, in denen sich die Geburt zu vollziehen hat. Es ist statistisch ermiesen, daß die Zahlen der Todesfälle an Kindbettfieber bei den in Anstalten entbundenen Wöchnerinnen höchstens den fünften Teil der Zahlen der in den Wohnungn entbundenen Frauen betragen. Es genügt nicht, daß wohlhabende Frauen die Möglichkeit haben, aur Geburt eine Klinik aufzusuchen. Die Hygiene der Geburt muß für jede Frau eine Selbstverständlichkeit sein. Darum muß fich ie de Geburt in einem alien Ansprüchen der Wissenschaft entsprechenden Heime vollziehen, in dem auch bei sonstigen Komplikationen sofort die Möglichkeit des Eingreifens gegeben ist. Würden alle Frauen in solchen Anstalten entbunden, dann würden das beweist die Ein gutes Rezept für Jeden, der über Kopfjucken und Schuppenbildung zu klagen hat, lautet: Man nehme 1/2 Liter warmes Wasser, dazu ein Päckchen„ Schaumpon mit dem schwarzen Kopf" mit ,, Nadelholzteer- Zusatz", verfahre genau nach Gebrauchsanweisung und massiere beim Waschen leicht die Kopfhaut. ,, Schaumpon mit dem schwarzen Kopf" mit Teer- Zusatz bewirkt schon nach einmaligem Gebrauch ein Nachlassen der Schuppenbildung. Preis 20 Pfennig. Alleiniger Hersteller: Hans Schwarzkopf, Berlin- Dahlem. Wichtig ist, daß Sie beim Einkauf den Zusatz ,, mit dem schwarzen Kopf" besonders betonen. Statistit deutlich jährlich Tausende von Frauen vor dem Tode bewahrt. Daß aber jährlich noch Tausende von Frauen der sozialen Not zum Opfer fallen, daß jährlich noch Tausende von proletarischen Frauen einem vermeidbaren Tode geweiht sind, beweist die ganze Gewiffenlosigkeit der bürgerlichen Gesellschaft gegenüber den hohen Aufgaben, die die Frau dem Volte zu leiften hat. Man redet dort wohl immer von Bolt und Vaterland, man vergißt aber die wichtigsten Pflichten der Tat, weil diese Pflichten sozial sind. Und dennoch sind immer noch zahlreiche proletarische Frauen Mitläufer jener sozialen Reaktionäre. Nur wenn alle proletarijchen Frauen geschlossen hinter der Sozialdemokratie stehen, fann wie in Reich und Staat, so auch in den Gemeinden positive soziale Arbeit für die Wohlfahrt der Frau geleistet werden. Alkoholismus und Arbeiterschaft. " Der unvergeßliche Vorfämpfer der österreichischen Arbeiter bewegung Bittor Adler hat einmal folgendes Bekenntnis abgelegt:„ Mich haben nicht die Professoren zum Abstinenten gemacht, sondern nur jene Genossen, die mir Kummer gemacht haben und der Partei Schande". An diesen Ausspruch wird man erinnert, wenn man den Brief liest, mit dem Genosse Otto Bauer feinen Bericht zum österreichischen Arbeiterabftinentenbund begründete. Er schreibt in diesem Brief u. a.: Ich halte den Kampf gegen den Alkoholismus nicht deshalb für notwendig, weil er die Gesundheit des einzelnen schädigt, sondern deshalb, weil er der Arbeiterbewegung schädlich ist, indem er viele brave Arbeiter, die vortreffliche Vertrauensmänner sein könnten, demoralisiert, torrumpieri, verphilistert. Das Nikotin ist der Gesundheit des einzelnen auch schädlich; aber es macht niemand zum Lumpen und niemand zum Philister, jeder hat das Recht, feine eigene Gesundheit zu schädigen, wenn ihm ein Genuß soviel wert ist; aber niemand von uns hat das Recht, ein Laster zu fördern, das die Entwicklung der Arbeiterbewegung erschwert, indem es Tausende braver Genossen zur Erfüllung ihrer Aufgaben unfähig macht. Ich weiß, daß niemals die ganze Arbeiterschaft abftinent sein wird. Aber ich glaube, daß es der Bekämpfung der der Arbeiter. bewegung gefährlichen Erzesse des Alkoholismus innerhalb der Arbeiterschaft förderlich ist, wenn wenigstens ihre Vertrauensmänner durch ihre eigene Lebensführung beweisen, daß sie das Berharren bei den herkömmlichen Trinkgewohnheiten nicht als Betätigung einer Kraftnatur", sondern als eine der Arbeiterbewegung nicht nüßliche Charakterschwäche ansehen. Jeder, der für den geistigen und kulturellen Aufstieg der Arbeiter. tlaffe fämpfen will, wird diesen Aeußerungen des Genossen Bauer beipflichten müssen. Der 29. deutsche Krankenkassentag, die Jahresversammlung des Hauptverbandes deutscher Krankenkassen, findet vom 5. bis 7. Juli dieses Jahres in München statt. Der 29. deutsche Krankenkassentag dürfte die größte sozialpolitische Veranstaltung des Jahres werden. Man rechnet mit einem Besuch von 1500 bis 2000 Beteiligten aus allen Teilen Deutschlands. Der Hauptverband deutscher Krankentassen vertritt gegenwärtig die Interessen von rund 10 Millionen Versicherten. In Ausbildung von staatlich anerkannten Wohlfahrtspflegerinnen. der Wohlfahrtsschule der Stadt Köln beginnt im April d. J., einer Mitteilung des Amtlichen Preußischen Presse: dienstes zufolge, ein neuer Lehrgang zur Ausbildung von staatlich Das anerkannten Wohlfahrtspflegerinnen, und zwar für bie Hauptgebiete: Gesundheitsfürsorge, Jugendwohlfahrtspflege und fchaftliche Fürsorge. Anmeldungen sind schriftlich an Sekretariat der Schule, Köln, Rheinaustr. 3, zu richten. Auskünfte erteilt die Direktorin Dr. Amalie Lauer. An den Sozial. hygienischen Akademien in Berlin- Charlotten burg, Breslau und Düsseldorf wird der nächste dreimonatige sozialhygienische Lehrgang für Kreisarzt-, Kreisfommunal arzt-, Schul- und Fürsorgearztanwärter von Ende April bis Ende Juli d. J. abgehalten. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Anfragen sind an die Sekretariate in Berlin- Charlottenburg, Spandauer Berg 15/16, Breslau, Marstr. 4, Düsseldorf, Städtische Krankenanstalten, Bau I zu richten. " Eine neue volkstümliche Zeitschrift für gesundheitliche Lebens führung wird ab 1. Januar d. J. von der Verlagsgesellschaft deutscher Krankenkassen herausgebracht. Die Zeitschrift führt den Namen Gesundheit" und wird in Massen besonders unter den Bevölkerungsschichten verbreitet werden, die der Krankenversicherung unterstehen. Sie bringt Aufklärung über eine gesundheitsmäßige Lebensführung und wird systematisch Anregungen geben, wie durch gesundheitliche Lebensführung schwereren Krankheiten vorgebeugt werden kann. Dem neuen Unternehmen wäre die denkbar weiteste Berbreitung zu wünschen. Die Zeitschrift tostet im Jahresabonne ment 1,20 m. bei monatlichem Erscheinen. Schulversicherung. In der französischen Schweiz fucht man die fehlende Familienversicherung durch eine Schulversicherung auszugleichen. Man hat deshalb Schulflaffen eingeführt, um auch die Kinder zahlungsunfähiger Eltern ärztlich zu versorgen. Die meisten Kosten verursachen nach den vorliegenden Angaben die Arzthonorare. Die Gesamtkosten pro Schulkind schwankten zwischen 13 und 18 Franken pro Jahr. ontinental Regenmäntel Hüfe gummiert und impräg niert für Damen, Herren und Kinder. Vorbildlich in Schnitt und Sitz unter Verwendung bester Stoffe und Zutaten. In allen einschlägigen Go schäften erhältlich. So guf wie Confinental Reifen. 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Königs Aussagen gegenüber jei größte Borsicht geboten Nach der Mittagspause fuhr der Reichsanwalt in seinem Blädoyer fort. Es sei zweifelsfrei, daß im Oktober 1923 die Hundertfchaftsführerversammlung von König mitgemacht worden sei. Die KPD. habe nichts Eiligeres zu tun gehabt, auch als König als Spizel zu bezeichnen. Poege hat in dieser Sache keineswegs Spigeldienste geleistet. Wie ernst Boege die Angelegenheit genommen habe, bemeise ein Brief des Abgeordneten Obuch vom 30. Mai an den württembergischen Landtagsabgeordneten Müller, in dem es heißt, daß Boege eines besonderen Schußes bedürfe megen seiner Funktionärtätigkeit in der Partei. Poege hat dazu bei getragen, daß die Spur zu Stoblewsti und Hute aufgedeckt wurde. Wichtig ist ein Brief von ihm an seine Frau, in dem er sich rühmt, die Verräter der Arbeiterklasse zur Strecke gebracht zu haben. Die Terror- Gruppen sind nach Meinung des Reichsanwalts von der Kommunistischen Partei unterstützt, oder zum mindesten von derfelben angeregt worden. Diese Meinung begründet der Reichsanwalt mit einer Reihe von Ausführungen, die sich auf die Aussagen der Angeklagten während der Untersuchung und in der Hauptverhandlung beziehen. Sodann ergriff Landgerichtsrat Flögel, als zweiter Anklagevertreten, das Wort zu seinem Plädoyer. Mayer habe sich seit seinem 16. Lebensjahre mit der Politit befaßt und sich den fommunistischen Ideen verschrieben. Er tam 1922 nach Berlin, wo er in der Zentrale der Kommunistischen Partei eingestellt wurde. Aus seinen eigenen Angaben ergibt sich, daß er schon 1923 in den M.- Apparat eingetreten ist. Er hat auch nicht bestritten, daß ein solcher Apparat eriftierte. Der Boltsschullehrer Pfaff aus Bella- Mehlis war der Reichswaffenleiter. Der Brief an Halle, der im Landtag gefunden murde, beweist die hohe Funktionärstellung Mayers. Wie wichtig das Vorgehen im Landtag gewesen ist, welches nachher in der Presse so angegriffen wurde, beweist das schwere Belastungsmaterial, das de bei gefunden wurde. Der Angeflagte Neumann hat angegeben, daz er durch Kreß an den Mayer gewiesen worden sei. Mayer selbst hat erklärt, er wüßte nicht, was die Neumann- Gruppe mit Rausch vorgehabt hat. Er lehne den individuellen Terror ab. Diese Angaben hält der Landgerichtsrat für widerlegt. Nach der Tat hat Mayer Neumann Mitteilung gemacht, daß Rausch im Kranten haus liege. Der erschossene Rausch hat Mayer als den Anstifter der Tat bezeichnet. Die Anträge des Staatsanwalts. Hierauf ging der Anflagevertreter auf die einzelnen Punkte ein, aus denen hervorgehe, daß. Mayer genau gewußt habe, um was es sich bei Rausch gehandelt habe. Kuhls war gewerkschaftlicher Vertrauensmann, damals bei der Liebknecht- Gruppe, und überzeugter Kommunist. Ein Mann, der mie Ruhis, täglich zu Maner gefahren ist, fann unmöglich nicht gewußt haben, was die Neumann- Gruppe gewollt habe. Bier Wochen lang hat die Polizei arbeiten müssen, bis sie Kuhls endlich gefunden hat. Auch ist bei Kuhls eine Quittung über hundert Dollar gefunden morden. In dem bereits erwähnten Brief an all upp wird auch für Ruhls wegen seiner Tätigkeit ein besonderer Schuh empfohlen. Boege hat zwar ausgesagt, Kuhls hat gewußt, worum es sich han dele. Das hat sich aber nicht genau feststellen lassen, so baß bezüglich der Ermordung Rausch Kuhls nicht der Mittäterschaft überführt werden konnte. Huke ist durch Bermittlung Neumanns als Kurier in den Bellenapparat eingestellt worden. Es ist sein persönliches Bech, daß er gerade mit dem Angeklagten Helmuth" zusammen verhaftet worden ist. Damals hatte jedes Mitglied des Revolutions. fomitees einen persönlichen Kurier. Hufe hat früher zu gegeben, daß er für den M.- Apparat tätig gewesen sei. In der Hauptverhandlung hat er alles widerrufen und hat sein Protokoll noch am heutigen Vormittag als Schanddokument" bezeichnet. Aber es besteht taum ein 3weifel, welchen Befundungen Hufes die größere Wahrscheinlichkeit beizumessen sei. Hallupp nennt sich Literat und Mechaniter, war Mitglied der KPD. und hat vormie gend politische Tendenzbücher geschrieben. Er war der beste Freund Klemms. Neumann und der Abgeordnete Charpentier gingen bei ihm ein und aus. Das Bureau, das bei ihm eingerichtet Besondere Gelegenheit! Kleider- Frotté viele schöne Streifen, 100 cm breit... Außerordentlich billig! 1.45 Mtr. Reinseiden. Duchesse- Messal. Mtr. 3.90 schwere Qualität, doppeltbreit. wurde, war in Wirklichkeit ein Bureau des M.- Apparates. In seinem Schlafzimmer sind Schriftstücke gefunden worden, die die revolutionäre Tätigkeit der M.- Gruppe beweisen. Auch Szon hat bei Hallupp verkehrt. Der Angeklagte hat vor dem Untersuchungs richter Haller zugegeben, daß er während des Verbotes der KPD. ein Zimmer für illegale Arbeiten bereit gehalten habe. Außerdem war der Angeflagte im Besize einer Pistole 0,8, die unmöglich eine Theaterpistole gewesen sein tann. Der Angeklagte Infors mar Kurier der Zentrale. Auch bei ihm fann man sagen, wie bei den anderen Angeklagten, daß er im Banne der KPD. gewesen sei. Nach dem Mord an Rausch hat Neumann bei Intorf übernachtet, doch läßt sich nicht der Beweis erbringen, daß der Angeklagte um den Mord gewußt, hat. Auch ist in der Baßfälscher- Zentrale ein Baß auf den Namen Intorf ausgestellt worden, und zwar am 24. März. der ihn aber nicht mehr erreichte. Nach Wiederherstellung der für kurze Zeit unterbrochenen Deffentlichkeit erklärte der Reichsanwalt, daß die Mordabsicht bei Rausch erwiesen Sonntag, 5. April 1925 Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Selbstabbau des Reichsarbeitsministers? Wie aus Köln gemeldet wird, haben die für das Siegerländer Wirtschaftsgebiet zuständigen Regierungspräsidenten in Arnsberg und Koblenz mit Rücksicht auf die Not der Siegerländer Industrie auf Antrag der Hochofenwerke die Entscheidung gefällt, daß für die Siegerländer Hochofenwerke die zweigeteilte Schicht bis Hochofenwerke ergebe sich schon daraus, daß von 28 Hochöfen mur zum 1. Oftober 1925 bestehen bleibt. Die Notlage der 14 in Betrieb gehalten werden. Soweit die Meldung, die eine Ergänzung zu dem standalösen Entscheid des Oberbergamts ist, das für die oberschlesische Hüttenindustrie gleichfalls die zweigeteilte Schicht aufrecht erhält. Wir richten hiermit an den Reichsarbeitsminister die Frage, ob die Ber ordnung, die ab 1. April die Rückkehr zum Dreischichtensystem in der Schwerindustrie vorschreibt, zu Recht besteht, oder ob die Regierungspräsidenten, und Oberbergämter den Auftrag erhalten haben, diese Verordnung wieder aufzuheben. Wir fragen weiter, ob vor der Entscheidung der Regierungspräsidenten auch die Hauptinteressenten, die Arbeiter, gehört worden sind. Wir erwarten eine flare Antwort! Bom Internationalen Arbeitsamt. sei. Die Angeklagten haben unter dem Drud ihrer Partei gehandelt. Dafür feien anzuführen die Angaben Neumanns, den Helmut" für die Partei verpflichtet habe. In der Paßfälscherzentrale find die Originalantworten der auswärtigen Konsulate an die fommu nistische Reichstagsfraktion gefunden worden, was eine deutliche des Internationalen Arbeitsamts hat am Sonnabend seine Be Genf, 4. April.( Eigener Drahtbericht.) Der Berwaltungsrat Sprache spricht. Für fast alle Angeklagten find falsche Bässe ausratungen abgeschlossen. Die Rechnungslegung für 1924 murde gegestellt worden. Fünf Abgeordnete der Kommunistischen Partei nehmigt. Die Ausgaben erreichten die Höhe von 6723 886 Frank werden als Mitglieder der M.- Gruppe bezeichnet. Neumanns Frau bei einem Haushalt von 7 077 295 Frank. Die rückständigen stügung von der Partei erhalten. Sämtliche Angeklagten haben sich hiervon wurden 2571 795 Frant im Jahre 1924 gezahlt. Die hat in der ersten Zeit noch nach der Berhaftung Neumanns Unter 3ahlungen betrugen ohne die deutschen Beträge 3968 389 Frank. zuerst um Hilfe an die Partei gewandt. Neumann hat sich schuldig laufenden Beiträge betrugen 5857 436 Frant, so daß die Gesamtgemacht der Vorbereitung zum Hochverrat. Er ist ferner eines Ber- fumme der Beiträge sich auf 8 429 231 Frank belief. Auch der Hausgehens gegen§ 7 Absatz 4 des Republitschuhgesezes, eines Verbrechens gegen§ 3 Absaz 2 der Waffenverordnung und weiterhin Diese Summe bedeutet gegenüber dem Haushalt von 1925 in Höhe gehens gegen§ 7 Absatz 4 des Republitschußgefeßes, eines Berhaltsplan für 1926 in Höhe von 6 780 000 Frank wurde genehmigt. eines Verbrechens gegen§ 49 Absatz b des Strafgesetzbuchs schuldig. Nach einer längeren Begründung stellte der Reichsanwalt Sulaffung Meritos Don 7 087 000 Frant eine Ersparnis von 300 000 Frant. Wegen der folgende Strafanträge: Zulassung Meritos zum Arbeitsamts murde Direktor Thomas beauftragt, entsprechende Verhandlungen weiterzuführen. gegen Neumann wegen Mordes die Todesstrafe, ins- stündigen Arbeitszeit in der Handelsmarine auf die Der Antrag der französischen Regierung, die Frage der achtgesamt 7 Jahre Zuchthaus, wovon 6 Monate als verbüßt erachtet Tagesordnung der Internationalen Arbeitskonferenz im Jahre 1926 werden sollen, und 500 m. Geldstrafe, die ebenfalls als verbüßt zu sehen, wurde mit Stimmengleichheit, 12:12, abgelehnt. anzusehen sind, und dauernden Ehrverlust; Außer sämtlichen Arbeitervertretern stimmte auch der deutsche Regierungsvertreter für den französischen Antrag. Auf der Tagesordnung der nächsten Arbeitskonferenz am 19. Mai 1925 stelt außer ferner werden in zweiter Lesung Entwürfe internationaler Abdem Bericht des Direktors die Neuwahl des Verwaltungsrates; kommen über die Abschaffung der Nachtarbeit in Bäckereien, die Einlegung einer 24 stündigen Ruhepause in den Glasbrennereien und die Gleichstellung der ausländischen Arbeiter bei Unglücksfällen behandelt werden. Außerdem wird der Sozialversicherung vorgelegt werden, für die das ArbeitsArbeitskonferenz der Entwurf eines Abkommens über amt zurzeit ein Gutachten bei den verschiedenen Regierungen einholt. Ich beantrage: gegen Stoblewiti 15 Jahre Zuchthaus, dauernden Ehrver. luft, 500 m. Geldstrafe und Todesstrafe; gegen Poege Todesstrafe, 8 Jahre Zuchthaus, wovon 6 Monate als verbüßt angerechnet werden sollen, dauernden Ehrverluft und 500 m. Geldstrafe, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt angesehen werden sollen; gegen Margies Todesstrafe, 9 Jahre Zuchthaus, dauernden Ehrverlust und 500 m. Geldstrafe; gegen S30n Todesstrafe, 4 Jahre Zuchthaus, wovon 6 Monate als verbüßt erachtet werden, und dauernden Ehrverlust; gegen Meus 4 Jahre 6 Monate 3uchthaus, wovon 6 Monate als verbüßt angesehen werden, 400 m. Geldstrafe, fünf Jahre Ehrverlust; gegen Mörsner 3 Jahre 3uchthaus, wovon 6 Monate als verbüßt angesehen werden, 300 m. Geldstrafe, 5 Jahre Ehrverluff; gegen König 5 Jahre 6 Monate 3uchthaus, 500 m. Geldstrafe, 5 Jahre Ehrverlust; gegen Diener 5 Jahre 6 Monate 3uchthaus, fechs Monate werden als verbüßt angesehen, 500 m. Geldstrafe, 5 Jahre Ehrverlust; gegen Mayer 6 Jahre 6 Monate 3uchthaus, wovon 6 Monate als verbüßt erachtet werden, 600 m. Geldstrafe, 10 Jahre Ehrverlust; gegen Kuhls 3 Jahre Gefängnis, abzüglich 10 Monate, die als verbüßt erachtet werden, 300 m. Geldstrafe, die ebenfalls als verbüßt angesehen werden; gegen Hufe 3 Jahre 3uchthaus, wovon 6 Monate als verbüßt erachtet werden und 300 m. Geldstrafe; gegen Hallupp 2 Jahre Gefängnis, von denen 6 Monate verbüßt anzusehen find; gegen 3ntorf 1 Jahr 9 Monate Gefängnis, wovon ebenfalls 9 Monate als verbüßt erachtet werden; gegen den Ehemann Cesniffe 1 Jahr 9 Monate Gefängnis und 150 m. Geldstrafe. Außerdem beantragt der Reichsanwalt gegen Frau Cesniffe 10 Monate Gefängnis. Die Angeklagten nahmen die Strafanträge äußerlich vollkommen ruhig auf. Nochmals: Nachklang zum Böttcherstreik. Wir brachten in unserer Freitag- Morgenausgabe unter diefer Ueberschrift eine Notiz vom Böttcherverband. Wie uns nunmehr mitgeteilt wird, hat die Firma K. Kühne, Berlin, Brunnenstr. 111, durch ihren Rechtsbeistand Dr. E. Abrahamsohn beim Böttcherverband Protest gegen die Notiz eingelegt. Die Firma behauptet, daß der Böttcher, der 24 Jahre und länger beschäftigt war, seine Ertranfung auf eine andere Weise als durch seine Tätigkeit bei Kühne erhalten hat. Ferner behauptet Dr. Abrahamsohn, daß seine Auftrag geberin zur Einstellung der drei Böttcher nicht verpflichtet war, da aus betriebstechnischen Gründen die Wiedereinstellung nicht möglich iſt usw. Da ja ohnehin am fommenden Dienstag das Tarifschiedsgericht unter Herrn Gewerberat Körner tagt, bringen wir diese Berichtigung zur Kenntnis, behalten uns jedoch vor, nach der Tagung des Tariffchiedsgerichtes die Angelegenheit K. Kühne näher zu be= leuchten. Lohnerhöhung der Bäcker Rheinland- Westfalens. Dortmund, 4. April. Im Lohnstreit des Bädergewerbes in Rheinland und Westfalen wurde heute unter dem Vorsiz eines Vertreters des Reichs- und Staatskommissars folgender Schiedsspruch gefällt: 1. Die bisher bestehenden Tariflohnsäge werden ab 4. April um Ofterfest extra billige Preise Kleiderstoffe Masseline hübsche Muster 0.68 Mod. 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Durch die Auflösung des Sefesyndikats und durch die im Anschluß daran auftretende erbitterte Konkurrenz unter den einzelnen Firmen sind nach Angabe der Fabrikanten die Betriebe an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angekommen. Ein Versuch, für die einzelnen Bezirke Lohnabkom men zu treffen, war ergebnislos. .Palais des Offens", Warschauer Straße 36. Wie der Zentral verband der Hotel-, Restaurant- und Caféangestellten mitteilt, ist bas genannte Lofal für organisierte Gastwirtsangestellte ge sperrt. Der Unternehmer Feilstifter, der sein Vermögen im Charlottenburger Boltshaus erworben hat, gebärdet sich heute als ein ausgefprochener Arbeiterfeind. Als in feinem Lofol gestern Bettel verteilt wurden, die darauf aufmerksam machten, daß die be= chäftigten Angestellten nicht organisiert sind, wurden die Zettelverteiler überfallen und einem eine schwere Schädelverlegung beigebracht. Die organisierten Gastwirtsangestellten wurden als Strolche und rotes Gesindel" bezeichnet. Man schrie ihnen nach: Schießt die roten hunde tot!" werffchaftshaus, Gaal 4. Rontroufarte wird in ber Bersammlung abgestempelt. Baugewerkschaftsbund, Fachgruppe der Töpfer. Morgen, Montag, Ber fammlung im Gaal 4 bes Gewerkschaftshauses, pünktlich nachmittags 3 Uhr Der Stand des Streiks." Die Streiflegitimationen find vorzuzeigen und wer den zur Kontrolle abgestempelt. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt. Die Streifleitung. Deutscher Baugewerksbund, Fliesenleger. Morgen, Montag, abend 7 Uhr Versammlung in Haverlands Festfälen, Luifen- Gaal, Neue Friedrichstraße. Bericht von den Tarifverhandlungen. Erscheinen ist notwendig. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe der Fliesenleger. Zentralverband der Schuhmacher. Montag, den 6. April, abends 7 Uhr, Bezirksversammlungen in den bekannten Lotalen. Tagesordnung: Das Er gebnis der Schnverhandlungen. Abends 6% Uhr Branchenversammlung der Dienstag, den 7. April, führung des Schiedsspruches für die Schuhindustrie. nachmittags 5 Uhr, Betriebsräteverfammlung im Saal 3 des Gewerkschafts hauses, Engelufer. Tagesordnung: 1. Vortrag des Rollegen Fride. 2. Die Durchführung des Schiedsspruches für die Schuhindustrie. Nachmittags 5 Uhr Branchenverfammlung der Stepperei und Vorrichterei aller Betriebe, einschließ lich der Hausschuhfabriken, im Gaal 5 des Gewerkschaftshauses. Abends 6 Branchenversammlung der Schäftemacher im Gaal 2 des Gewerkschaftshauses. Tagesordnung: Der neue Lohntarif. Achtung, Tapezierer! Montag normittag 11 Uhr Stretversammlung im Gee streitt. Grund: Lohndifferenzen. Bei den Verhandlungen mit Bei Robert Abrahamsohn, Berlin NW, Turmstr. 70, wird gedem Betriebsleiter Jof. Ment magte es dieser, den Frauen, die Löhne zwischen 36 und 39 Pf. pro Stunde haben, 14 Tage nach dem Streif 1 Pf. Zulage anzubieten. Die Männer, die Löhne zwischen Buschneider im Saal 3 des Gewerkschaftshauses. Tagesordnung: Die Durch 60 und 70 Pf. haben, sollen vereinzelt nach Gutdünken des Betriebs= leiters 2 bis 5 Pf. erhalten. Kollegen und Kolleginnen werden gebeten, dem Betriebe fernzubleiben. Arbeiter, übt Solidarität! Achtung, Zimmerer! Die Streifleitung. Berbankstomeraben! Genbet Gure Bertrauensleute in die am Montag, den 6. April, abends 7 Uhr, bei Kraak, Abalbertstr. 21, stattfindende Vertrauens. männernersammlung. Alle Baustellen müssen unbedingt vertreten fein. Rentralverband der Zimmerer, Rahlstelle Berlin und Umgegend. Uhr Sophien- Säle Sophienstraße 17-18 Norden 12643 Säle frei! Norden 9296* A 31. März verschied nach kurzen, schwerem 2iben unser lieber Bater, Schwiegervater und Großvater, der ehemalige Gastwirt Gottlieb Hoffmann aus der Eminemür der Straße 47. Im Namen der Hinterbliebenen: Else Niemann geb. Hoffmann Spandau, Weißenburger Str. 44. Die Einäscherung findet am Mon tag, den 6. April, nachm. 14 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße ftait. Für die uns in so überaus reichem Maße ermiesene Teilnahme beim Tode meines Lieben unvergeßlichen Mannes und treuforgenden Baters, Hermann Röhl fagen wir auf diesem Wege, da es uns nicht möglich ist, jedem eingeinen zu danten, allen Freunden, Bekannten fowie den Sollegen der Fima Guttmann und ben Mielern des Hauses unseren tiefge fühlien Dant. Else Röhl und Sohn Werner, Pappelallee 12 13. Beilegung findet statt. Donnerstag vorimittaa 11 Uhr Garnisonfriedhof Hafenheide. Schwerhörige aufen und tragen die neue Sörlapfel mit Bergnügen. Genaueste Paßform in der Ohrmuschel durch vorherigen Gips abguß nach Anleitung. Kein Hörrohr, tein elettr. Apparat. Verlangen Sie Druc fachen gratis und franto. Allein- Bertreter in allen Streisstädten gesucht. Bewer bung unter Angabe bisheriger Tätigkeit. Mörkapsel- Gesellschaft m. b. 5. Breslau X, Matthiasstraße 26. Die Firma Müller& Melenberg Att. 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April 1925, vormittags 9.hr, in unserm Bureau, ein Termin anberaumt, zu dem die Unternehmerin fowie die Widersprechenden muter der Er öffnung geladen werden, daß auch bei ihrem Ausbleiben mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. 1.Berlin, den 2 April 1925, Schneider. Der Stadtausschuß Berlin, Abt. 1. Handwerker, Techniker Kaufleute! Lernt russisch! Sprechen, Handelskorrespondenz, literar. Ausdrucksform Russisches Institut der Fischer Vorbereitungsanstalt W 57, Zietenstr. 22 Lützow 921 Am Nollendorfplatz Honorarermäßigung für Gewerkschaftsmitglieder Damentaschen- Fabrit Autorinblad- Roffert. m. 2bf 10.95 Echt Saffian Auch Einzelverkauf! 9.50 Lederwarenfabrik Metzel Prinzenftr. 89, zwifch. Morigpl. u Ritterstr. AufTeilzahlung! Kinderwagen Sportwagen Kleine Anzahlung! Bequeme Abzahlung! CAMNITZER Schönhauser Allee 82, I am Hochbahnhof Nordring Auf Teilzahlung! MOBEL Kleine Anzahlung Bequeme Abzahlung CAMNITZER Schönhauser Allee 82, 1 am Hochbahnhof Nordring Am 2. 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Im Anschluß an solche deutschen Tage des Stahlhelms und anderer nationalistischer Verbände sind mit größter verbrecherischer Entschlossenheit jene Taten gegen Leben und Eigentum von Republikanern verübt worden, deren Urheber ihren widerwärtigen Instinkten völlig gefahrles nachgeben können, da sie mit einer befremdenden Ungeschicklichkeit und Kurz sichtigkeit der zur Strafverfolgung berufenen Behörden rechnen dürfen. Die Striegauer Festlichkeit wurde von der Breslauer Regierung nicht genehmigt. Das Ministerium, an das der Stahlhelm sich beschwerdeführend wandte, gestattete die Veranstaltung unter der Bedingung, daß im Festzuge politische, insbesondere Hakenkreuzfahnen nicht gezeigt werden dürften. Bevor aber das Ministerium diese Entscheidung traf, erklärte der Geschäftsführer der Stahlhelmgruppe Striegau, Koch, auf einem Stahlhelmtage in Waidenburg, der Umzug werde, ob er genehmigt werde oder nicht, unter allen Umständen stattfinden. Die Veranstaltung einer verbotenen De monstration hätte unbedingt zum Blutvergießen führen müssen. Das war den Stahlhelmern gleichgültig. Einige Tage vor dem 26. Oktober erzählte in dem schlesischen Städtchen Steinau, dessen Stahlhelmgruppe auch in Striegau antreten sollte, ein Stahlheimmann, die Roten würden in Striegau niedergeschlagen werden. Die Stahlhelmer hätten eine Menge Waffen. Verbote fämen für sie nicht in Betracht. In der letzten Stahlhelmversammlung in Steinau habe der Vorsitzende auf die Frage, ob Revolver nach Striegau mitgenommen werden sollten. erklärt, das könne jeder halten wie er wolle. Bon diesen Aeußerungen erhielt der Leiter der Striegauer Reichsbannergruppe, der Gencsse Stadtrat müller, Kenntnis. Da er wußte, daß Tausende von Stahlhelmern in Striegau erwartet wurden 5000 bis 6000 haben sich tatsächlich eingefunden und die Striegauer Reichsbannergruppe nur etwa 150 Mann start war, empfand er lebhafte Besorgnisse, zumal da er von der Striegauer Polizei ein energisches Vorgehen gegen etwaige Ausschreitungen von Stahlhelmern nicht erwarten tonnte. Sein 3weifel an dem Willen der Striegauer Polizei, gegen die Stahlhelmer einzu. schreiten, war durchaus begründet. Am Morgen des 26. Oftobers zog ein Stahlhelmerzug mit einem aten treuzwimpel durch die Striegauer Straßen. Reichsbannermitglieder machten zwei Polizeibeamte, darunter den Polizeiinspektor, auf den von dem Stahlhelm begangenen Verstoß gegen die Genehmigungsbedingungen aufmerksam. Die Beamten wiesen die Beschwerdeführer gungen aufmerksam. Die Beamten wiesen die Beschwerdeführer mit ungehörigen Rédensarten ab. In einer am 24. Oftober abgehaltenen Reichsbannerversammlung teilte Müller die ihm zugegangenen Nachrichten mit. Er ermahnte dabei die Anwesenden zu größter Zurückhaltung und drohte jedem, der nicht Disziplin halten würde, den Ausschluß aus der Organisation an. Um für den schlimmsten Fall wenigstens doch die Reichsbannergruppen der Striegau benachbarten Dörfer heranziehen zu können, erteilte er diesen die Weijung, am 26. Oktober in ihren Wohnorten zu bleiben, damit sie sich auf Befehl sofort nach Striegau begeben könnten. Am 26. Oftober früh erhielt Müller von einer Frau, die am Abend vorher bei einem Stahlheimkommers zur Bedienung gehört hatte, die Nachricht, daß einer der fremden Stahlhelmer unter dem Eindruck hegerischer Reden geäußert hatte, er jei gern bereit, den Genossen Lehrer Geburt, den zweiten Vorsitzenden des Striegauer Reichsbanners, durch einen Revolverschuß ins Jenseits zu befördern. Man solle ihm den Kerl nur zeigen; ihn kenne am Orte niemand, und nach der Tat werde er schon zu verschwinden wissen. Gleichzeitig gingen Müller Meldungen über provozierende Aeuße= rungen und einen die Erwartungen übertreffenden Andrang der Stahlhelmer zu. Müller und Geburt beſchloſſen darauf, zum Schutze der ihnen bedroht erscheinenden, von den Striegauer Genossen ge= schaffenen Einrichtungen, sowie des eigenen Lebens die Reichs bannermitgliedschaften aus acht bis neun länd lichen Ortschaften heranzuziehen. Durch ihr Eintreffen wurde die Zahl der in Striegau versammelten Reichsbannerleute auf etwa 300 verstärkt. Die Stahlheimer gaben die Zahl der Angehörigen des Reichsbanners freilich auf 800 bis 1000 Mann an. Aber selbst wenn diese Schäzung nicht unter dem Einflusse reichlich genossenen Alkohols erfolgt sein sollte, der bekanntlich die Fähigkeit verleiht, doppelt zu sehen, waren die Reichsbannerleute in hoff nungsloser Minderheit. Der Verlauf der Schlägerei. = T Die Republikaner werden verurteilt. Der Sieg war erfochten und der Zug bewegte sich weiter fort. Seine Spike erschien am Striegauer Ring. In der engen Zugangs straße drängten sich Tausende von Menschen. An der Mündung des Ringes wurden durch starten, nach unparteilichen Zeugenaussagen nicht planmäßig herbeigeführten Drud einzelne Menschen in den Bug hineingeschoben. Sie wurden von den Stahlhelmern unsanft hinausbefördert. Plöglich wirbelten Stöcke in der Luft und praffelten nieder. Ob die Stahlhelmer oder die Reichsbannerleute zu schlagen begonnen haben, läßt sich wieder nicht sagen. Da und dort bildeten sich kleinere oder größere Gruppen von Kämpfenden. Hier schlugen 20 Stahlhelmer 2 Reichsbannerleute nieder und bedeckten sie mit Hieben. Dort ließ ein Stahlhelmroh ling feinen Gummitnüppel auf den Kopf eines Jungen von 6 bis 7 Jahren niederfallen. An der Spike des Stahlhelmzuges riffen 15 bis 18 kavalleristen, die in die Menge hineinsprengten und mit den Plempen dreinschlugen. Andererseits warf ein Reichsbannermann in den Zug eine Wagendeichsel, wodurch ein Stahlhelmer einen Armbruch erlitt. Der Festzug hatte sich auf den am Südende der Stadt gelegenen Friedhof begeben wollen, um dort einen Kranz niederzulegen. In folge der Vorgänge auf dem Ringe wurde von der Ausführung dieser Absicht Abstand genommen. Als die Stahlhelmer bereits auf dem Rückwege zum Ausgangspunkte des Zuges sich befanden, drangen Reichsbannerleute und Publikum in größter But auf die letzten Gruppen ein und teilte derbe Schläge aus. Hier wurden auch Schüsse abgefeuert, ohne daß aufzuklären war, von welcher Seite. Fest steht, daß in einem früheren Stadium ein Stahlhelmmann seinen Revolver geladen hat, der ihm aber von einsichtigen Leuten aus dem Kreise der Zuschauer abgenommen wurde, und daß am Abend ein Stahlhelmmann erzählt hat, er miffe genau, daß Tausend feiner Kameraden mit Revolvern bewaffnet gewesen seien. Stahlhelm, Polizei und Staatsanwalt. feines Bezirks einen Befehl aus, worin sehr bezeichnende Beisungen Am 28. Oftober gab der schlesische Stahlhelm an die Gruppen erteilt wurden. Den Reichsbannerleuten, hieß es darin, müsse ein großer Prozeß gemacht werden. Alle Fälle der Körperverletzung von Stahlhelmern seien zu sammeln. Die Untersuchung sei in enger 3usammenarbeit mit Polizei und Staats. anwaltschaft zu führen. Namentlich müsse material gegen den Striegauer Landrat gesammelt werden. Striegau hat nämlich in der Person des Genossen Daubenthaler einen sozialdemokratischen Landrat. Er gehört zu den Männern, die in der Revolutionszeit von deutschnationalen Führern inbrünstig an gebetet wurden und deren Entfernung ihre früheren Verehrer jetzt mit den schofelsten Mitteln betreiben. Der Wunsch des Stahlhelms scheint in Striegau und Schweidnitz Befehl zu sein. Die Frage, ob der Genosse Daubenthaler es in irgend etwa an Voraussicht habe fehlen lassen und durch polizelliche Maßnahmen die Borfälle vom 26. Oktober hätte perhindern können, war für den Prozeß gegen die Reichsbannerleute belanglos, aber sie wurde merkwürdigerweise vot Gericht des Langen und Breiten erörtert. Der Stahlhelm hatte Glück. Die von ihm eingeleitete Strafsache gegen das Striegauer Reichsbanner wurde von einem Staatsanwalt bearbeitet, der der Führer der Deutsch= nationalen Partei in Schweidnih ist. Müller und Ge= und schließlich wurde gegen 37, größtenteils dem Reichsbanner anburt wurden verhaftet und sechs Wochen in Haft behalten. gehörige Männer und zwei Frauen, dagegen gegen tein mit glied des Stahlhelms die Anklage wegen Landfriedensbruchs erhoben. Vier der Angeklagten wurden der Rädelsführerschaft, die meisten anderen der Berübung von Gewalttätigkeiten geziehen. Die Stahlhelmer erschienen als Zeugen. Die meisten von ihnen zeigten deutlich, daß sie sich als Partei fühlten. Sie machten teine Aussagen, sondern Ausführungen, woran das Gericht sie nicht hinderte. Sie benannten weiter Zeugen, die prompt geladen wurden, Unter den Stahlhelmern befanden sich Männer, die die Pflicht zur Aussage der Wahrheit in schwerster Weise verletzten. fertig, seine Waldenburger Aeußerung, der Umzug werde auch dann Der Geschäftsführer der Striegauer Gruppe, Koch, befam es stattfinden, wenn er verboten bleibe, in Abrede zu stellen; dabei war sie an Ort und Stelle stenographisch aufgenommen worden. Derselbe Koch bekundete eidlich, an dem Deichselwurf habe sich neben mehreren anderen auch der Angeklagte Müller beteiligt. Demgegenüber bezeugte der durch den Wurf verletzte Stahlhelmmann selbst, daß die Deichsel von einem anderen Manne als Müller geschleudert worden sei, und daß Müller im Gegenteil das Verhalten dieses Mannes heftig getadelt habe. Zu bemerken ist dabei, daß Müller, dem Koch genau bekannt war, so daß von einem Irrtum Kochs nicht die Rede sein kann. Ein anderer Lokalführer des Stahlhelms, der Gerichtsaftuar Reith aus Steinau, bekundete eidlich, zwei Steinauer Polizeibeamte hätten ihm mitgeteilt, daß der Angeklagte Geburt sich gegen fie bei einem früheren Vorfall außerordentlich widerspenstig gezeigt habe. Die Beamten wurden verhört, und es ergab sich, daß der Vorwurf Beiths gegen Geburt unbegründet war, und daß sie dem Beith niemals etwas Gegenteiliges gesagt hatten. Der Stahlhelm hat keinen Anlaß, auf diese und andere Mitglieder, die eine ähnlich lage Auffassung von der Bedeutung des Eides gezeigt haben, stolz zu sein. Die zweifelhafte Wahrheitsliebe diefer Herren veranlaßte indessen die Schweibnizer Staats. anwaltschaft nicht nur zur Einleitung eines Meineidsverfahrens gegen fie, sondern sie ließ sich von ihnen sogar mit Informationen versehen. Gegen einen Entlastungszeugen schritt sie dagegen nod während der Verhandlung wegen Meineides ein, und der Staatsanwalt verkündete diese Maßnahme mit Worten und in einem Tone, als ob die Verlegung der Eidespflicht bereits festgestellt sei. am nächsten Augenblid wurden seine Behauptungen freilich in wesentlichen Punkten als unrichtig erwiesen. Der Feftzug war für Striegau ein Ereignis. Die ganze Be völkerung war auf den Beinen, um ihn anzusehen. Unter der Menge bewegten sich die wenigen hundert Reichsbannerleute. Am Feldschlößchen, am nördlichen Ende der Stadt, wurden die Stahlhelmer aufgestellt. Es kam zu Schimpfereien zwischen ihnen und den Reichsbannerleuten, Geburt, der sich dort befand, gab sich die größte, selbst von einem Stahlhelmmann anerkannte Mühe, die Streitenden aus: einanderzubringen und Zusammenstöße zu verhüten. Gleichwohl tam es zu Tätlich feiten, an denen sich vereinzelte Angehörige beider Organisationen beteiligten, ohne daß festzustellen ist, von welcher Seite die ersten Schläge gefallen sind. Plötzlich ging durch die Reihen der Liegniger Stahlhelmgruppe, die den Schluß des Zuges bildeten, der Ruf: Sie greifen an! Im nächsten Augenblid erfolgte das Kommando Kehrt!, das Infanterie sturm signal ertönte und 80 bis 100 Stahlheimer, lauter ausgesucht, fräftige Leute, stürzten fich auf die gänzlich leberraschten, dort noch anwesenden 20 bis 20 Reichsbannermitglieder, die in ungeheuerlicher Weise mißhandelt wurden. Stöde, Gummifnüppel, Meffer, Schlagringe wurden zum Schlagen verwendet. Die Rohlinge ließen auch dann nicht von ihren Opfern ab, wenn diese infolge des Uebermaßes von Schmerz in Ohnmacht gefallen waren. Sie schlugen er bar- Man tann nicht sagen, daß ihr von ihner verdrängter Kollege einmungslos weiter und feuerten sich durch rohe Zurufe wie Berreden muß das Alas!"," Schneidet ihm die Zunge' raus!", Macht eine Grube und schmeißt das Luder hinein" gegenseitig an. Ein Arzt, der später einem der Niedergehauenen seine Hilfe zufeil werden ließ, bekundete, der Rücken des Mannes habe einen jo entfehlichen Anblick geboten, wie er ihn in seiner ganzen Praxis noch nicht gehabt habe, nicht die kleinste Stelle jei unversehrt geblieben. Die Anflage wurde in der Hauptverhandlung nicht von dem deutschnationalen Verfasser der Anklageschrift, sondern vom Schweidniger Oberstaatsanwalt und einem anderen Mitarbeiter vertreten. seitiger hätte verfahren können. Die Indizien, tie der Oberstaats anwalt für seine harten Strafanträge verwendete, waren zum Teil von einer Schwäche, die Mitleid hervorrufen konnte. Die Ber teidigung hatte z. B. geltend gemacht, daß die Tätlichkeiten der Reichsbannerleute sich höchstens als Fälle von Körperverlegung darstellten, weil nicht eine zusammengerottete Menschenmenge Gewalttätigteiten begangen, sondern Schlägereien misgen Sonntag, 5. April 1925 einzelnen Personen stattgefunden hätten. Der Oberstaatsanwalt nahm darauf für die stürmenden Stahihelmer das gleiche Argument in Anspruch, gegen die Reichsbannerleute hielt er aber gleichwohl die Anklage quf Landfriedensbruch aufrecht. Auch der Oberstaatsanwalt fonnte nicht leugnen, daß der Hauptangeklagte Geburt in zahllosen Fällen Streitigkeiten geschlichtet hatte. Er glaubte aber, daß er sich nur ein Alibi verschaffen wollte! Immerhin gab der Oberstaatsanwalt zu, daß der Sturmangriff der Stahlhelmer auf die Reichsbannerleute nicht durch Notwehr entschuldigt ist. Die Unterlassung der Anklage gegen den Stahlhelm suchte er damit zu erflären, daß die Ermittlung der beteiligten Täter nicht möglich gewesen sei! Ein Verzeichnis der Mitglieder der Liegnizer Stahlhelmgruppe war also nicht zu beschaffen. Welche Hindernisse doch zeitweise den guten Willen der Staatsanwaltschaft lahmlegen! Die wüsten Ausschreitungen der Stahlhelmer werden infolge der Gunst, die ein freundliches Geschick ihnen gespendet hat, ungeahndet bleiben. Ter Oberstaatsanwalt hat aber in seiner Betrübnis hierüber einen Trost gefunden. Auch für die Untaten der Stahlhelmer, rief er aus, trägt die moralische Verantwortung der Mitangeklagte Mülier, den er beschuldigte, der Organisator des Landfriedensbruchs gewesen, zu sein! Glücklicherweise scheiterten aber die Bestrebungen der Staats anwaltschaft nicht stets an der Macht der Verhältnisse. Einige schmursichere Stahlhelmzeugen bezichtigten den von ihnen furchtbar zugerichteten Arbeitersamariter Lissel, daß er auf einen der Ihren einen Revolver angelegt und sie dadurch daß er auf einen der Ihren einen Revolver angelegt und sie dadurch zu Tätlichkeiten veranlaßt habe. Diese Beschuldigung war be stimmt unwahr. Nicht nur Lissel, sondern auch ein Zeuge, der in seiner Begleitung war, widerlegte sie. Gleichwohl ließ die Staatsanwaltschaft dem Lissel kurz vor der Hauptverhandlung einen Strafbefehl- wegen verbotenen Waffenbesiges zugehen. Das Urteil. Bon dem Gericht hätte man mit Fug und Recht Entrüstung über das von der Staatsanwaltschaft geübte Verfahren mit zweierlei Maß erwarten dürfen. Die Beweisaufnahme lieferte erdrückende Beweise für die Roheit und Niedertracht vieler Stahl helmer, und gleichwohl hatten ihre beamteten Freunde sie mit einer Anflage verschont. Das Gerechtigteitsgefühl hätte sich hier flagten Reichsbannerleuten zum Ausdruck fommen müssen. Statt gegen aufbäumen und in weitgehender Milde gegenüber den ange dessen hat das Schöffengericht gegen den Hauptangeklagten Müller die ungeheuerliche Strafe von zwei Jahren und gegen 23 andere Angeklagte Strafen von vier Monaten bis zu anderthalb Jahren Gefängnis festgesetzt, wobei es teilweise über die hohen Anträge des Staatsanwalts noch hinausging. urteilten ein Trost sein, daß es ehrenvoller ist, solche Strafen zu erleiden, als sie zu verhängen. Das Gericht hat sich über die in Schweidnik herrschende politische Atmosphäre nicht erheben fönnen. So liefert das Urteil einen neuen Beweis dafür, daß die reaktionären Anschauungen des größten Teiles der deutschen besigenden Klasse auf die Rechtsprechung abfärben. Man sollte die Themis tünftig, statt mit einer Binde, mit einem Stahlhelm vor den Augen darstellen. Das Wirtschaft Der Kampf um das Ruhrkohlensyndikat. Rheinisch Westfälische Kohlensyndikat murde 1893 durch die Initiative der Bergwerksbesitzer gebildet, uin den üblen Wirkungen einer Ueberproduktion und eines Ronkurrenzfampfes" vorzubeugen. Bei späteren Erneuerungen wurden eintretende Schwierigkeiten leicht überwunden. Das Kohlensyndikat war viele Jahre hindurch die am stärksten gefügte Berkaufs vereinigung des gesamten Unternehmerlagers und stand an Wirt schaftsmacht unerreicht da. Wenige Angaben beweisen dies. Im letzten vollen Vorfriegsjahr 1913 wurden in Deutschland( damaliger Gebietsumfang) 190,1 Millionen Tonnen Steinkohle gefördert, davon allein im Ruhrgebiet 114,5 Millionen Tonnen, gleich 60,2 Proz Noch größer war die Vormacht der dem westfälischen Syndikat unterstellten Produktion auf dem Rotsmartt. In Deutschland wurden 1913 31,5 Millionen Tonnen Zechenkoks produziert. Der Ruhrbergbau stellte davon allein 25,7 Millionen Tonnen, gleich 77,5 Proz. her. War das Kohlensyndikat zuerst zur Wahrung gemeinsamer Interessen der Bergwerksbefizer gegründet, so änderte sich seine 3wed bestimmung durch das von der verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung erlaffene Kohlenwirtschaftsgesez und der dazu geschaffenen Ausführungsbestimmungen. Danach haben sich die Besizer von Kohlenbergwerken eines jeden Bezirks zweds gemeinwirtschaftlicher Kontrolle zu Syndikaten zusammenzuschließen. Die Gesellschaftsverträge der Syndikate unterliegen der Genehmigung des Reichskohlenrates. Erfolgt fein freiwilliger Zusammenschluß, dann hat ihn der Reichswirt. fchaftsminister durch Verordnung herbeizuführen. Das Gefüge des seit 1919 nach den Bestimmungen des Kohlenwirtschaftsgesetzes bestandenen Syndikats für den Ruhrbergbau wurde durch die belgisch- französische Ruhrbesetzung gelodert. In der Note der belgisch- französischen Regierungen vom 10. Januar 1923, worin der Marsch in das Ruhrgebiet angekündigt wurde, waren folgende Ausführungen enthalten: Ab 11. Januar 1923 unterliegen die vom Kohlensyndikat aufgestellten oder ausgeführten Verteilungspläne für Kohle und Kofs der Genehmigung der Industriellen Ruhr fommission, die sie, wenn sie es für notwendig erachtet, abändern kann. Diese Plane haben insbesondere die vollständige Lieferung der vorgesehenen Mengen für die Länder der Entente und für die besetzten linksrheinischen Gebiete zu umfassen und müssen ausreichend sein, um die Bedürfnisse des unbesetzten Gebietes zu befriedigen. Unter diesen Berbehalten ändert sich im Grundsatz nichts an der allgemeinen, jetzt in Kraft befindlichen Berteilung der BrennStoffe. Falls Uebertretungen obiger Borschriften durch das Syndikat oder die Zechen festgestellt werden, oder falls die gelieferte Qualität zu wünschen übrig läßt, würden schwere Strafmaßnahmen ergriffen werden Das Kohlensyndikat entzog sich diesen Anordnungen durch seine in legler Stunde vorgenommene lebersiedlung nach Hamburg. Als dann der passive Widerstand aufgegeben wurde, wurde der Hüttenverkehr des Synditats in seiner alten Form von den Besaßungsmächten nicht gestattet. Sie gestatteten die Bildung einer neuen Bereinigung, aber vollständig losgelöst von den Berliner Stellen". Mit anderen Worten: Losgelöst vom Rohlenwirtschaftsgefes Damals übten die Bejazungsmächte im Gegen die Schutzollpläne. Spectator. 120 Milliarden Zigaretten im Jahre, sehen heute aber nur 30 Milliarden ab ein Beweis, wie sehr heute die Leistungsfähigkeit dieses Gewerbezweiges über die Absatzfähigkeit hnausgeht! Dom Berliner Arbeitsmarkt. Abfommens die Lage im Ruhrgebiet änderte, gingen die 3echens tarifs, noch immer hinauszögert. Infolgebeffen fehle den rufen der Fall war. Bemerkenswert ist noch, daß bei dem Aufstieg Ruhrgebiet eine Art höhere Gewalt aus. Dem 3wang nachgebend, I flanden. Es ist von den zuständigen Stellen dringend zu fordern,| wurde dann. ohne das Kohlenwirtschaftsgesetz und seine Aus- daß sie sich zu einer Tat entschließen, wenn in den nächsten Tagen führungsbestimmungen zu beachten, die Ruhrkohle A.-G., Ber- feine Einigung auf vernünftiger Grundlage erfolgt. einigung zum Absatz und Verkauf von Ruhitohle, gebildet. Der Reichsfohlenrat und der Reichswirtschaftsminister konnten zu dem Bertrag der Ruhrkohle 2.-G. teine Stellung nehmen, sondern mußten unter dem von der Besazung im Ruhrgebiet ausgeübten Zwang der Entwicklung freien Lauf lassen, bis sich die Verhältnisse Außenhandelsverbandes dagegen, daß die Regierung Mit großem Nachdrud wendet sich eine Entschließung des geändert hatten. Als sich dann nach dem Abschluß des Londoner die sog.„ kleine Zolltarifvorlage", ide provisorische Reform des Zollbefizer an die Schaffung eines neuen Syndikatsvertrages. Es fam deutschen Unterhändlern die notwendige, feste Berhandlungsaber feine volle Ginigung zustande. Mehrere Zechen mit 10 Pro3. grundlage bei den internationalen Wirtschaftsverhandlungen. Der Produktion blieben dem Syndikat fern. Ihr Anschluß wurde mit besonderer Schärfe protestiert der Berband gegen die Ab durch eine Verordnung des Reichswirtschaftsministers herbeigeführt. Die zum Beitritt gezwungenen Bechen gaben sich nicht zufrieden. ficht ber Regierung, Getreide zölle einzuführen. So heißt Sie wandten sich an hervorragende Juristen um Erstattung von Lebensmittelpreise müßte in handelspolitischer, wirt es in der Resolution weiter:„ Die fünstliche Steigerung der Rechtsgutachten. Diese Gutachten waren einfach vernichtend für das fchaftlicher und sozialer Beziehung die fchlimm. Ruhrsyndikat. Die Herren Anwälte Dr. Schwering und Dr. Ijay führten aus, daß sie den Synditatsvertrag wegen Ber. ften wirtungen auslösen. Die dadurch herbeigeführte Ber ftoßes gegen die guten Sitten für nichtig hielten. Er teuerung der gesamten Lebenshaltung würde die Löhne und Gesei ein Gemisch von Gesegesverlegungen von willtürlichen Bevor- hälter stark in die Höhe treiben und damit den wichtigsten Teil der zugungen einzelner mächtiger Mitglieder und von Benachteiligungen Produktionskosten in untragbarer Weise erhöhen. Neue Agrarder schwächeren Zechen. Es müsse„ als dem An standsgefühl zölle wären ohne Kompenſationszölle für die Industrie, insaller billig und gerecht Denkenden zu widerlaufend angesehen besondere auf Rohstoffe und Halbfabritate, nicht durchzusetzen. Inwerden, wenn diese Organisation der öffentlichen Kohlenwirtschaft dustrien, die eines Schußes gar nicht bedürfen, ihn sonst auch nie erdazu ausgenutzt wird, den einzelnen schon ohnehin mächtigen Unterhalten, dürften mit Zöllen beglüdt" werden. Die daraus fich er nehmungen Sondervorteile zu verschaffen, wenn zu diesem gebende Verbreiterung und Erhöhung des allgemeinen Bollniveaus müßte bei allen fartellfähigen Industrien, ebenso 3wed die gemeinwirtschaftlichen Pflichten bei der Gewährung von Selbstverbrauchsrechten und Bewilligung sonstiger Aus: überall da, wo die heimische Produktion hinter dem Inlandsbedarf nahmen völlig außer acht gelassen werden und wenn die mächtigsten zurückbleibt, zu einer solchen Steigerung der Inlandspreise führen, nahmen völlig außer acht gelassen werden und wenn die mächtigsten daß die deutschen Wtren auf dem Weltmarkte größtenteils fonMitglieder sich wechselseitig binden, Anträge anderer Mitglieder auf turrenzunfähig würden. Möglichste hebung der Erteilung der gleichen Ausnahmebewilligung blindlings abzulehnen". Ausfuhr und Attivierung ferer Handelsbilanz ist aber heute Durch dieses und noch andere Rechtsgutachten war das Urteil über Durch dieses und noch andere. Rechtsgutachten war das Urteil über für Deutschland eine Lebensnndigkeit. Nur durch Senfung der den Syndilatsvertrag gefällt, noch bevor der Reichsfohlenrat zu ihm Stellung genommen hatte. Auch die Mehrheit der Zechen Selbstkosten, nicht aber durch Verteuerungsmaßnahmen ist sie zu vertreter war sich flar, daß nach diesem Urteil der Syndicatsvertrag beit" für alle Zweige der Landwirtschaft und Industrie ist damit erreichen. Ein sogenannter Schuh ber nationalen Ar vom Herbst 1924 nicht zu halten war. Seitdem, also nun schon im unverträglich. Der deutsche Zolltarif sollte in der Hauptsache sechsten Monat, werden Verhandlungen über die Neubildung des Syndikats geführt. nur das Instrument sein, bei Verhandlungen eine Abtragung der Schutzzollmauern des Auslandes herbeizuführen, nicht aber der hebung des inländischen Preisniveaus dienen. Die Schwierigkeiten der Verhandlungen scheinen nicht nur allein in den gegenfäßlichen Interessen der reinen und Hüttenzechen zu liegen, sondern auch ein Tell Opposition gegen das Kohlenwirtschaftsgefeg darzustellen. Es soll wohl auch zum Ausdrud gebracht werden, daß troß gefeßlicher Bestimmungen fein vernünftiges Syndikat zustande tommt, wenn die Zechenherren nicht wollen. Bewundernswert ist die Langmut des Reichs fohlenrates und des Reichswirtschaftsministeriums. Wollen fie fich denn nicht bald ihrer gefeglichen Pflicht entfinnen und zum Handeln übergehen? Soll denn dieses monatelange Hin- und Hergezerre bis zur Komödie getrieben werden und dadurch der Abfah noch weiter zum Stoden tommen? Zwangssyndikat der Zigarettenfabriken? In der allgemeinen Arbeitsmarktlage Berlins ist auch in der auch auf das Baugewerbe zu, welches bisher noch nicht so von Berichtswoche ein weiterer Aufstieg zu verzeichnen. Dieses trifft der günstigen Gestaltung erfaßt wurde, als wie es bei anderen Beunterworfen ist, die Beschäftigungsmöglichkeit für männliche Andes Wirtschaftslebens, der auch heute noch mancherlei Hemmungen gehörige der geistigen Berufe fich zu beffern beginnt. Befanntlich wurden diese Personen besonders schwer in ihren Erwerbsmöglichkeiten durch die Ungunft der wirtschaftlichen Verhältnisse bebringungsmöglichkeiten. für weibliche Angehörige geistiger Berufe hindert. Verhältnismäßig günstig sind im allgemeinen die Unterau bezeichnen, sweit sie sich auf eine praktische Tätigkeit erstrecken und die betreffenden Personen im Besige einer staatlichen Anerken nung sind. Gebessert haben sich auch die Anforderungen an Arbeitskräfte zu Lohnarbeit wechselnder Art. Es waren 48 681 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen gegen 52 730 der Borwoche. Darunter befanden sich 37 132 ( 39 903) männliche und 11 549( 12 827) weibliche Bersonen. Unterftügung bezogen 21 400( 22 378) männliche und 4184( 4279) meibliche, insgesamt 25 584( 26 657) Personen. Die Zahl der zu gemeinnügigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 290 gegen 314 der Borwoche. Gewaltige Steigerung des Kaliabfahes. Ein Kennzeichen der Ueberwindung der Agrartrije in Deutschland ist die geradezu gewaltige Steigerung des 2b fakes von Kali, dis ohne eine starke Kauftraft der deutschen Landwirtschaft nicht denkbar wäre. Der Absatz des Deutschen Kalisyndikats im Monat März Abjaz des ersten Vierteljahres 1925 auf 5 119 922 1925 betrug 1439 591 Doppelzentner Reintali. Damit steigt der Doppelzentner Reinfali gegen 2 217 444 Doppelzentner Reintali im ersten Bierteljahr 1924. Es wurde also in den ersten der Bergleichszeit des Borjahres. Die Absatzsteigerung verteilt fich drei Monaten d. 3. mehr als doppelt soviel Rali verkauft wie in ziemlich gleichmäßig auf den deutschen und auf den ausländischen Markt. Das Frühjahrsgeschäft dürfte mit Ablauf des Monats Mars im wesentlichen erledigt sein. Das Kalisyndikat tritt nunmehr in das regelmäßig abfaßflauere zweite Kalendervierteljahr. Es darf jedoch angenommen werden, daß der vom Kalisyndikat der deutschen Landwirtschaft eingeräumten, am 16. April in Kraft tretenden Sommervergünstigungen auch für das zweite Vierteljahr einen gewissen Inlandabsag neben dem normalen laufenden Auslandsgeschäft fichern werden. zwischen der Deutsch- Atlantischen Telegraphengesellschaft und der Wiederherstellung des direkten Kabels Emden- New York. Commercial- Cable Company bzw. der Western Union Telegraph Company ist ein Bertrag abgeschlossen, auf Grund dessen die Wiederherstellung des Diretten Kabelverfehrs Berkehr auf der Strede zwischen New Yort und den Azoren dient zwischen Emden und New York erfolgen soll. Für den tische Telegraphengesellschaft ein Rabel zwischen Emben und den. das Kabel der Commercial- Coble- Co., während die Deutsch- AtlanAzoren übernimmt. Für die Vorrichtung auf den Azoren hat die portugiesische Regierung bereits die Genehmigung erteilt. Brojeftes eine Anleihe von rund 4 Millionen Dollar zur VerFirma Harriman New York hat für die Durchführung des fügung gestellt, die in 20 Jahren rückzahlbar ist. heftiger Konkurrenztampf ab. Die Zigarettenindustrie leidet unter In der deutschen Zigarettenindustrie spielt sich gegenwärtig ein starter steuerlicher Belastung, von der die fein und Mittel betriebe am schwersten betroffen werden, während die im Aus lande fundierten Konzerne infolge der Beherrschung des Rohstoffmarktes die Lasten leichter ertragen. Der Reichsverband der Zigarettenfabriken E. B., dem hauptsächlich die kleineren und mittleren sie über seine Klagen und Wünsche zu informieren. Herr Ritter, Betriebe angehören, hatte die Vertreter der Presse eingeladen, um der Geschäftsführer des Verbandes, gab ein Bild über die Entwicklung der Verhältnisse in der Zigarettenindustrie seit der Borfriegs Konturrenz die neuerdings zu starter Trustbildung übergeht, die zeit. Der Reichsverband sieht gegenüber der ausländisch orientierten einzige Rettung in der Bildung eines 3wangsfynditats, die in einer Eingabe an den Reichsminister der Finanzen gefordert wird gefordert: und begründet wird. In einer weiteren Eingabe an den Reichorat SCHEUER- PULVER Die Men täusche sich nicht über die Situation. Entbrennt im Ruhr gebiet ein Kampf aller gegen alle, dann werden die schwachen Werfeniedergerungen und von den wenigen Siegern auf genommen. Ein gutes halbes Dugend Konzerne würde ais Sieger daftehen, das Ruhrgebiet und dann auch im wesentlichen die deutsche Wirtschaft beherrschen. Die während des Konfurrenztampfes gefunfenen Kohlenpreise würden nach seiner Austragung umso schneller steigen, weil sich die wenigen Sieger zur Bahrung ihrer gemeinsamen Interessen vereinigen würden. Diese Entwicklung tann von niemand gewollt werden. Es muß entsprechend der Bestimmungen des Kohlenwirtschaftsgesetzes schneliflens Zeit vom 1. Januar 1924 bis zum 1. Januar 1925 bei SigarettenI. Tabaffteuerbeträge, die im Rahmen von Lieferungen aus der ein vernünftiges Synbitat gebildet werden. Keine Be- fabriken nachweislich durch Konturse oder Zahlungseinstellungen in vorzugung von mächtigen Konzernen darf es zum Nachteil anderer Berlust geraten sind oder sonstwie buchmäßig und durch Unterlagen geben, wie das im Vertrag vom September 1924 der Fall war. als uneinbringlich nachgewiesen werden, dürfen auf Antrag durch Sind Produktionseinschränkungen erforderlich. Dann müssen sie auch die Landesfinanzamter auf rückständige Tabatsteuerbeträge oder bei HORTAXIN- WERKE, BERLIN NO. 55 von den Hüttenzechen mit getragen werden und nicht wie neuen Bezügen von Tabatsteuerzeichen auf diese angerechnet werden. bisher im wesentlichen vpn ben reinen Zechen allein. Dergleichen Tabalsteuerbeträge erhoben oder berechnet werden, sind auf gleiche Zinsen und Mahngebühren, die bei der Eintreibung dieser Unstimmigkeiten werden auch von den Bergarbeitern nicht verWeise zurückzuvergüten oder zu streichen. Togal hervorragend -Tabletten bewährt bei: Gicht, Hexenschuß, Rheuma, Nerven- und Jschias, Kopfschmerzen Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnfäure aus. Fragen Sie Ihren Arzt.- 3n allen Apotheken erhältlich. Best. 126% Lith, 0.46% Chinin, 74,3%, Acid acet sallc., ad 100 Amylum. II. Denjenigen Zigarettenfabriten, die im Jahre 1923 feine Sechsmonatstrebite für Tabatsteuer in Anspruch genommen haben, werden die Beträge, die sie nachweislich im Jahre 1924 als Darlehn aufnehmen mußten, um Tabatsteuer zu zahlen, auf Antrag von den Landesfinanzämtern auf rückständige Tabafsteuern oder bei Bezug neuer Tabafsteuerzeichen auf diese verrechnet. Zinsen, die infolge der solcherart eingegangenen Schuld nach weislich entstanden oder bezahlt worden sind, find in gleicher Weise zu verrechnen. Sämtliche deutschen Zigarettenfabriken vermögen 30 000 r. beiter zu beschäftigen. Sie sind eingerichtet auf Produktion von für Fabrikanten und Großverbraucher, lose und gepackt, liefern aus eigenen Mahlwerken konkurrenzios billig Herren- u. Damen- Stoffe Größte Auswahl! Bekannt billige Preise! Ripse, Gabardine in allen Farben, 130 br. 8.50, 7.50 5 95 Burberry, Covercoat, 140 br., f. Mäntel u. Kost. 10.50, 7.95 5.25 Homespun u. 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Man lernte so nicht nur die fultischen Tänze, sondern auch die Musit dieser fernen Söhne des Buddha fennen, die aus seiner Ethit wieder ein regelrechtes religiöses System mit allem Wunder- und Aberglauben gebildet haben und sich u. a. rühmen können, die Erfinder der Gebetmühle zu sein. Die Mufit besteht aus den schweren dumpfen Tönen der außerordentlich langen, nach Art der Alpenhorner gebildeten Tuben und dem schrillen Klang der Becken. Der Film selbst gibt außer dem eigentlichen Bericht über die Expedition mannigfach orientalische Bilder aus dem Leben und den Sitten der Tibetaner, die auf dem viele tausend Meter hohen, fahlen, steinigen Hochplateau eine eigentümliche Kultur unter der Leitung einer Bristerherrschaft geschaffen haben. Besonders die Maskentänze erregten das Interesse. Der Filmbericht ist mit größter Eraktheit aufgenommen und voller Spannung. Es ist be wundernswert, wie er unter diesen schwierigen Verhältnissen be sonders in den hohen Lagen geschaffen werden tonnte. Die Reife erftredt fich von dem tropischen Urwald durch üppige Flußtäler und hohe Bässe bis nach Tibet, erreicht die höchste Stadt der Erde, Phari- Dzong, und geht dann auf die„ 2lmutter der Welt" los. Zuerst wird ein besonders konstruiertes Auto benut, dann kommen Elefanten und zum Schluß die Yat, die niedrigbeinige einheimische Rinderrasse, als Lastträger an die Reihe. Buleht tehnien. In verschiedenen Abständen werden die Lager zum Leber nachten und zur Broviantaufnahme immer näher an die Bergspige herangeschoben, sie gelangen in die Region des ewigen Eises; das Gis bildet hier förmliche Gebirge auf den Bergrücken mit ganz phantastischen Spizen und Türmen Manchmal ragen stelle Etswände Hunderte von Metern hoch. Die Luft wird immer dünner, die Arbeit immer schwieriger, aber die Expedition hat sich bis auf 8000 Meter emporgearbeitet. Nur noch 840 Meter fehlen bis zur höchsten Spize. 3wei junge Mitglieder der Expedition, Mallory und Irvine, wollen, mit Sauerstoffapparaten ausgerüstet, den aller letzten Borstoß unternehmen. Bon einem tieferen Lager aus folgt man ihrem magemutigen Bordringen mit wunderbar gelungenen telestopischen Fernaufnahmen, die fie gulegt nur noch als schwarze Bunfte zeigen. Dann bricht die Nacht herein, und von den betden fühnen Pionieren wurde nie etwas mehr gesehen und gehört. Die Expedition mußte umkehren. Wieder einmal war das letzte Ziel ihren Händen entglitten. Aber in diesem Jahre soll bereits eine neue Expedition vorgehen, um den Triumph des Menschen über den höchsten Berg zu erringen. Den Berunglüdten wird zur Erinnerung ein Denfmal errichtet, und dann nehmen wir Abschied von dem umbezwungenen Riefen, der wieder in feine Einfamteit verfintt, aus der ihn die Menschen zum ersten Male gewedt haben. Der Film bietet außer dem sportlichen und rein referierenben Teil sehr schone Stimmungsbilder aus dieser Welt des Schnees und Eises nuit ihren blendenden Effekten und seltsamen Formen und prachtvollen Aufnahmen des im Morgen wie Abendlicht erglühenden Gipfels. D. „ Der Demütige und die Sängerin". Tauenhienpalast UT. Turmstraße. Der Film erzielt feine Erfolge auf Roften des Wortes, des ge sprochenen und auch des geschriebenen. Die Praftifer müssen notgedrungen einen Roman perwässern, wenn sie ihn filmisch finnvoll gestalten wollen. Ganz auf den Geschmad von heute ist der Film„ Der Demütige und die Sängerin" zugeschnitten, der nach Felig Hollaenders Roman fehr frei bearbeitet wurde. Während der Bollrevision lernt der Fabritant Liesegang die Baritékünstlerin britter Güte, Frau von Bülow und ihre Tochter, tennen. Die Be fanntschaft wird im D- 3ug fortgefeßt, denn der Fabrifant, ein stahlharter Willensmensch, will die Tochter, ein blutjunges Ding, be figen. Die Mutter, mit 36 Jahren verschandelt, verlebt, belastet mit der Aussicht im Rinnstein zu trepieren, verfuppelt, als fie wieber ohne Engagement ist, die Tochter. Scheinbar geht der Fabrikant darauf ein, die vielversprechenbe Stimme der Kleinen ausbilden zu laffen. Gewaltfam fegt er sich in den Befiz des jungen Mädchens, läßt ihm wohl Gesangsunterricht erteilen, verhindert aber jeden Erfolg. Er heiratet das Mädel, um dann voll Brutalität zu sagen: Die Frau, die meinen Namen trägt, darf nie zur Bühne gehen." Als der Mann erfranft, wird er von Raimendi, einem Zufalls. befannten des Ehepaars, ber das Martyrium der Frau mitempfindet, vergiftet. Sie hatte vorher zu ihm gejagt:„ Er wird gefunden, und ich werde zugrunde gehen. Sie weiß, das wurde ungewollt der Anstoß zur Lat, darum wähnt fie fich eine Mörderin. Sie wird Sängerin, lernt das Räntefpiel hinter den Ruliffen, die fürsorgende Berehrung eines jungen Brinzen und in dem Kapellmeister, dem Demütigen, einen wahren Menschen tennen. Der Demütige fomponiert eine Oper Die Mörberin". Sie wird nur uraufgeführt, wenn die gefeierte Sängerin die Titelrolle übernimmt. Sie willigt ein, bricht aber zusammen und erzählt dem Rapellmeister ihre Ge fchichte, der fie mit ihrer Berufung zur Runft tröstet und beruhigt. Lil Dagover spielt die Sängerin. Anfangs als halbflügges Menschentinb mit Inappen Mitteln( wie Afta Nielsen), um sich fchließlich aufzureden zur göttlichen Selbstherrlichkeit der ganz großen Rünstlerin. Dil Dagover bringt zu dieser Rolle alles mit: ihr Talent, ihre Schönheit und ihre förperliche Geschmeidigkeit. Der Fabrikant Liesegang wurde durch Hans Mierenborff die personifizierte Gewalt. Eberhard Beithoff spielte ver tändnisinnig ben Demütigen, er war voller Hingebung, ohne durch Beichheit lächerlich zu werden. Margarete Rupfer war die von allen Jahrmärkten des Lebens wiebergefommene Artiftin, zu der man tein Vertrauen mehr hat, nur Mitleid bleibt für sie übrig. Sie wirkte oft erschütternd. Der Regisseur E. A. Dupont und der Photograph Werner Brandes lieferten eine gute Arbeit. Der Film ist fünstlerisch hochstehend, ja, er ist so durchdacht und feinsinnig ausgestaltet, daß man den Ausdrud gebrauchen möchte, er ist sogar tunstgewerblerisch gut. Ein Franzose und ein Nordländer. g. Nach langer Zeit läuft mal wieder, frei und offen, ein französischer Spielfilm. Er heißt„ Die Kinder vom Montmartre"( UT. Kurfürstendamm) und handelt notgedrungen auch von folchen. Ein kleines Mädel aus der Konfettion wäre beinahe, es spielt schon in einer Revue, im Großstadtleben verfunten, aber es findet noch rechtzeitig den Weg nach Hause. Und es betommt auch den braven Mechaniker, der sein Studium aufgeben mußte, meil seine Eltern früh starben, doch von einem Erfinder zur prattischen Ausprobung aller Neuheiten herangezogen wird. Damit der triminelle Einschlag nicht fehlt, wären die Bläne zu einem neuen Motor beinahe ge stohlen worden. Jedoch, Ende gut, alles gut, man ist der Moral des des Motors zu Tode, und der Gute stürzt aus vier Etagen Höhe Filmpublikums etwas schuldig. Der Böse tommt bei der Explosion ab und tommt mit geringen Verlegungen davon. Der Film ist also halb amerikanische Sentimentalität und halb internationaler Detek tivschlagerkitsch. Keine Behandlung eines Problems, sondern nur feichte Unterhaltung. Dolly Davis ift eine entzückende fleine näherin und Louis Allibert gefällt als braver Freund. melle forzane als große Tänzerin ist nur eine länglich ge ratene Holzpuppe, die stets ungelent in Haltung und Bewegung ist. In René Hervil, dem Regisseur, pulsiert Leben. Fabelhafte Typen hat er gesammelt an den Stätten des Vergnügens, wo alle after zu Hause sind. Seinen Photographen läßt er hauptsächlich gen find störend in ihrem fortwährenden Wechsel, man sieht sie mit Aufnahmen aus der Vogelperspektive arbeiten. Die Bildtönun gelb, lila, grün, rot, blau, braun. Das ist schließlich mehr Krampf weint und lacht, und dieses Paris hat seine Reize. als Stimmung. Doch der Regiffeur hat Paris erfaßt, Paris, wie es Frau des Mit bewährter Ruhe und Stimmung arbeiten die Nordländer, auch wenn sie an ein so unmögliches Manuftript geraten wie„ Der Sdrei aus der siete eluuna mbegun, then damm). heiraten. Der erste Sohn, den sie in ihrer Ehe gebiert, hat nicht Brefanäs wurde gezwungen, Mann zu ihren offiziellen Mann zum Bater. Ihr Los ist drückend, fie möchte ins Wasser, doch der Mann zwingt sie, ihr zweites Kind, fein Kind, Ertränkt sie sich, stirbt sie bei der Geburt? Darüber läßt der Film zur Welt zu bringen. Nach der Geburt des Kindes stirbt die Frau. volltommen im unflaren. Der Sohn des Richters ift ein Joiot. Der Bater umgiebt ihn mit Liebe, während er den ersten Sohn haßt, nach langer Abwesenheit nach Hause zurückkehrt. Der hartherzige was besonders fraß zutage tritt, als der gesunde, frische junge Mann Richter wird durch einen Steinwurf des Idioten getötet. Dieser warf den Stein, weil eine Stimme aus der Tiefe sagte, Vater mußy sterben". Der Richter wird in einer Moräne ermordet und er get tagtäglich in die Moräne, weil„ Stimmen aus der Tiefe ihn ort hin rufen". Alle diese Andeutungen follen wohl mystisch merken, sie sind aber durch und durch unklar. Doch auch in diesem Fil wird alles gut, und die fanfte Thora, die Adoptivtochter des Richters, bekommt den ältesten Sohn, den sie herzlich liebt. Sandbergs Regie erfaßt die Menschen in voller Natürlichkeit. Rarina Befl, die Hauptdarstellerin ift jung, eine bezaubernde nordische Schönheit. Die Bandschaft hat man sich wieder in reichstem Maße nußbar gePPP ALAST Henny Porten die Hauptdarstellerin des entzückenden Lustspiels Kammermusik des großen Erfolges wegen dritte Woche verlängert im Primus- Palast Potsdamer Straße 19 Sichern Sie sich auf alle Fälle Plätze im Vorverkauf von 11-1 Uhr Heute 330, 515, 7, 9 Uhr Morgen 5, 7 und 9 Uhr F Amerikas stärkster Filmerfolg Beilage des Vorwärts macht, felbft ohne menschliche Staffage ist sie von ungeheurer Tragit. Alles in allem hat man fogar bei einer Handlung ohne Begrün dung, das Empfinden, ie Leute im Norden find in ihrer Kunf durch und durch gesund. Hedda Gabler. Mozartjaal. e. b. Es hat Asta telsen gereizt, ihren großen Landsmann jen in den Film übeeßen zu lassen, um selber eine seiner problema tischen Rollen erförpern zu können. Gacler erforen jenes Drama des fünften Aftes, in dem die ganzen Sie hat sich dazu Hedda Borgänge ungeheuer tonzentriert sind. Die ganze Handlung spieit fich in einer höchst verdünnten Atmosphäre ab, und die Hauptperson Shedda Gabler felber ist zwar eine der merkwürdigsten Frauen gestalten biens, aber für einen Film im höchsten Maße ungeeignet. Das febe Geflecht physiologischer und psychologischer Zusammen hänge, das Jofen bloßlegt, laßt sich im film nicht fassen. Und jowo die Manuskriptbearbeiter wie der Regiffeur Dr. Franz Edstein haben nicht viel mehr getan, als das Ibsensche Drama hd nur die Borgänge auf Bracks Junggesellenabend und im Salon Sene für Szene, durch lange Titel unterbrochen, ins Bild zu setzen Diana, die bei Ibsen nur referiert werden, haben sie eingeschaltet. Die Kälte, die uns aus Jujens Problembrama anweht, fommt uns lichkeit Hedda Gablers bleibt uns trop der hohen Kunst Afta Nielfens aus dem Film noch viel eisiger entgegen, und die rätselvolle Persönfreind. A st a Nielsen beschränkt sich darauf, in diesem Film mit dem geringsten Aufwand gestaltend zu wirken. Mit einem Augenaufschlag, mit einem winzigen Zucken des Mundes, mit einer kleinen Bewegung der Hände weiß sie unendlich viel auszudrücken. Aber für einen ganzen Abend bleibt der Gesamtausdruck doch etwas monoton. Es ist immer der gleiche leidende, abweisende Zug, der schmalen Munde und den häufig gesenkten Augen unter der hohen fich uns aufdrängt, immer das gleiche, bleiche Gesicht mit dem inügenähnlichen Frisur, immer diefe uns heute geschmacklos dünkende Tracht der 70er Jahre mit den hohen Bolants und Rüschen. Natürich hat die Nielsen ihre großen Momente, wo sie uns plötzlich Blicke in die Abgründe dieser Frauenseele tun läßt, die lebensschen ist und doch das höchste vom Leben erwartet, ohne irgendeiner Lage tungen zu können, jucht fie es bei anderen, und da fie mum stattdelſen Efel und Schmutz findet, fegt sie mit einer ihrer berühmten Pistolen ihrem Leben ein Ziel, würdiger Partner war ihr 21 bert Steinrüd als Gerichtsrut das erste und lehte, das sie erreicht. Ein Gestalt. Dem Eilert Lövborg lieh Chamara einige feine Züge, Bratt, ganz forsche Männlichkeit, eine eindringliche und trafivoile ben stillen Gelehrten Teßmann glaubte Paul Morgan mit ganz überflüffigen Handbewegungen ausstatten zu müssen. Bemerkens Frida Richard. Auf die Ausstattung und Kostümierung im wert war die sorgsame Charakterzeichnung des Frl. Teßmann durch zeitgenössischen Stil der Entstehungszeit des Dramas war große Sorgfalt verwendet worden. Die Helden von Zabern. filme, in denen der gute alte Kasernenhofdrill und die BeDie überhandnehmende Seuche der patriotischen Militärgeisterung für die erhabenen Güter der Nation( Strammſtehen und Stiefelappell) Triumphe feiern, hat Dr. Mendel in der 1. Aprilnummer der Licht- Bild- Bühne" zu einer föstlichen Berfiflage an geregt. Endlich wieder mal ein Militärfilm aus der guten alten Zeit. Das Herz aller Patrioten schlägt höher. fchon wenn sie das Foyer des Kolosseums betreten, das fimmig in einen Kohlenteller und in ein Arefilotal umgewandelt wurde. In den Logen eine auserlejene Gesellschaft, an der Spize Erzellenz Budendorff und sämtliche Prin zen in großer Uniform; bie Gaalangestellten im Stahlhelm, mit Hakenkreuz und Gummitnüppeln. Schon vor Beginn begrüßten herzliche Dvationen die Inhaber der Herstellungsfirma, die Herren Blumenduft und Kettensprenger, die fürzlich zu Ehrenmitgliedern der Deutschpöllischen Partei ernannt wurden. Und dann rollte der Film ab. Seine Handlung, taftvoll antnüpfend an die bekannte Babern- Affäre, gibt inhaltlich die unvergeßlichen Heldentaten unserer braven Musketiere im Kampfe gegen die elfäffischen Wades wieder. Sie zeigt, wie trefflich die gepanzerte Faust um Sympathien im deutschen Elsaß zu werben verstand. Lebhafte Seil" rufe ertönten. als die erfrischende Behandlung eines auffäßig gewordenen Bäder. jungen im Kohlenfeller der Kaserne in Bildern gezeigt wurde, die alle bisherigen Sensationsfilme in den Schatten stellten. Geschickt waren in Bisionen Leutnant Brüsewiß, der Prinz von Arenberg und andere Kulturträger eingewoben. Reizend auch die Szene, wo ant glühenden Dfen Musketier Nebbich fünfhundert Kniebeugen macht, oder wo Füfilier Dowitz mit der Zahnbürste die Dielen scheuert. Die Mufit intonierte D welche Lust, Soldat zu fein!" und alles fang stehend mit. Tempi passati! Wann wird ein Netter tommen unserem Lande?.. Steinrüd bezauberte in der Rolle des Obersten Reuter, dem er all die weiche Liebenswürdigkeit und Bartheit gab, die die Rolfe erforderte. Conrad Beibt als Hauptmann strohte förmlich vor edler Männlichkeit, ebenso Wilhelm Benbow, dem jeber den preußis.hen Feldwebel glaubte. Enttäuscht hat lediglich der Bäderjunge Kurt Brenzels, da er das bißchen Militäruntersuchung im Rohlenteller nicht burchstand, vielmehr schon bei der vierzigsten Kolbenrunde zu Boden ging. Prächtig dagegen die Germania der Fern Andra. Ein Film, der deutsches Wesert auch im Auslande aufs herrlichste propagieren wird. Mehr davon! Und ein Bravo bem gefinnungstüchtigen Fabrikanten! Der Bildstreifen muß die Frau Mutter werden?" ist in Hamm von der Polizei beschlagnahmt worden, weil er angeblich von der Zensur verbotene Stellen enthält. Der Film behandelt an einzelnen Stellen die traurigen Folgen des Abtreibungsverbots. Das hat zur Folge, daß die westfälische Geistlichkeit ihre Schäflein gegen den Film mobil macht und in den ihr nahestehenden Blättern ein Zensurverbot fordert. Da das Filmgefeß ausdrücklich festlegt, daß einem Bildstreifen die Zulaffung wegen einer politisch- fozialen, religiös- ethischen oder Weltanschauungstendenz nicht versagt werden darf und es sich hier um eine soziale und politische Tendenz handelt, ist der Bildstreifen zu Recht zugelassen worden. Die Oberprüfftelle würde sich in Widerspruch zu dem Reichslichtspielgesetz ftellen, wenn fie die Zulassung widerriefe. Der Schicksalsweg einer Gefallenen: Anna Christie' sowie 66 mit Menschen und Tieren Onkel James Erben" Schauburg, Berlin W. 9, Königgrätzer Straße 121 Täglich 6 und 9 Uhr Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Theater Opernhaus 62 Uhr:, 4 Aida Tägi. 8 Uhr: Opernhaus Das weite Land am Königsplatz v.Arth. Schnitzler 6 Uhr: Walküre Arnold Korff Schauspielhaus Julius Falkenstein 7 Uhr: Sintflut Olga Limburg Schiller Theater 2Uhr: Flachsmann als Erzieher 72: Charleys Tante Gr.Volksoper im Theat. d Westens 72 Uhr: Fledermaus Volksbühne 22: Schneid.Wibbel 7 Uhr: HAMLET Deutsch. Theater 8 Uhr: Oskar Wilde Nachm. 22 Uhr: Alt- Heidelberg Kammerspiele 8 Uhr: Sie selber nennt sich Helsinge Nachm 22 Uhr: Raub.d. Sabinerinn. Montag 7/2 Uhr: Frühlings Erwachen Die Komödie Kurfürstendamm 206/207. 8 Uhr: Der Krampus Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Franziska Komödienhaus 8 Uhr: HAREM Berliner Theater 7.30 Uhr: Anneliese v. Dessau SCALA 8 Uhr: VARIETE. REVUE Sonntags 300. ermäß. Preise! Das volle Progran Philharmonie 72 Uhr: Konzert des Philharm. Orch., Dirig.: Prof. R.Hagel Komische Oper 8 U. Dir.: James Klein 8 U. Ueber 200 mal Der Sensationserfolg d. Berliner Theaterlebens Die gewaltigste aller Revuen: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Ueber 250 Mitwirkende! Wiederauftreten: Br. Hastner, P. Westermeier Lotte Werkmeister Spanische Tanztruppen Französ. Tanzpaare usw. Herabgesetzte Preise! Parkett 6 Mk. Sonntags 3'120. halbe Preise Jed.Erwachsene IKind frei! Apollo- Theater 8U Dir: James Klein 8 U. Die Nächte V. Paris Gr. Ausstattungsoperette Ueber 100 Mitwirkende Preise 2 bis 10 Mk. Vorverk. ununterbr. geöffnet Theater am Kottbusser Ter. Tägl 8 Uhr und Sonntag nachm, 8 Uhr Elife- Sänger. Kolossales April- Programm! Schlager auf Schlager, Volkstümliche Preise. Berliner Ulk- Trio Neukölln, Lahnstr.74/ 75 L TIEN BERLIN WIENE Eintritt frei! Jagerstr.63: Sonnabend u. Sonn8. Wh tag 1 M. Größtes Bier Kabarett Berlins! Jedea Sonntag: Gr.Nachmittags- Vorstellung Relchshallen Theater Allabendl. 3 U.u. Sonntags nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger Neu! Sport- Müller Neu! Machm, halbe Preise, volles Progr. Dönhoff- Brett'l: Das Biesen- Programm! Anf. 7% U., Sonnt. 5%, U. Urania, Taubenstr. 48-49 Heute 7 und 9 Uhr: Die liebe deutsche Kleinstadt Im Spiegel der Kunst. Vortrag von Dr. v. Leszel, mit Bildern, musikal und szenischen Einlagen. Mitwirkende: Ilse Taureck, Frida Koch, Josef Commer. Vorverk.: Wertheim, Invalidendank, u. Uraniakasse v 10-1 u. 4 Uhr ab. Der Demütige und die Sängerin nach dem Roman der Berliner Jilustrirten Zeltung YOR Felix Hollaender Regie: E. A. Dupont mit Lil Dagover Miarendorff, Kupfer, Lelthoff, Bild, Korff, Ralph, Limburg, Malm . a. m. Ufa- Theater Tauentzienpalast Wochentage: 5, 7, 8. Sonntags: 3, 5, 7, 9. Vorverkauf 11-1 Ubr Ufa- Theater Turmstraße Wochentags: 7; 9.15- Sonntags: 4.30, 7, 9.15. Vorverkauf 12-2 Uhr Ehren- und Prelkarten in belden Theatern angg 蛋 Rose- Theater Thalla- Th. 312: Berlin wie es 8 Uhr: weint und lacht Der blonde Engel 734: Graupenmüller! BSP Konzern Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Der große Erfolg Das Filmlustspiel: Krieg im Frieden T.A.M. Theater au Moritzplatz Der große Erfolg Das Filmlustspiel: Krieg im Frieden Welt- Kino Alt- Moabit Der große Erfolg Das Filmlustspiel: Krieg im Frieden Mila- Lichtspicle Schönhauser Allee 130 Die Karawane Jugendliche haben Zutritt! Noacks Lichtspiele Brunnenstraße 16 Arme kleine Peggy und Das Mädel vom Zirkus 12 WINT BARTEN Barice Rastelli im Rahmen des unerreicht April- Spielpl. Stg. 3 halbe Preise. Rauchen gestattet Den Lesern des ,, Vorwärts" Stz. 72-73 elm OsterGeschenk! Nur diese Woche! Thalia- Theater gewährt den Lesern dieses Blattes folgende ganz außergewöhnliche Vergünstigung: Starigrl 2778/4440 Der sensationelle Aprilerfolg heißt bei Presse u.Publikum Derblonde Engel Operette In 3 Akten von Richard Kessler mit teilweise autorisierter Benutzung eines Brentanoschen Stückes. Gesangstexte von Irene v. Sterndick und Arthur Rebner. Musik von Robert Winterberg. Hauptdarsteller{ Jda Vané, Marga Heinz, Grete Liebreich, Louis Kaliger, Alfred Lautner, E. Müller- Marten Ausschneiden An der Theaterkasse von 10-1 und ab 6%, Uhr gegen Originalkarten nebenstehenden Preisen amrutauschen. „ Vorwärts"-Gast- Karte inkl. Steuer statt nur 8.- 0.75 Gültig vom 5. April bis einschl. 14. April Trianon- Th. Casino- Theater Täglich 8 Uhr: Yoshiwara Lothringer Str. 37 Tägl. 8 Ubr Das billigste Theater Berlins! Reelle volkst. Preise Der große Erfolg Blanche Dergan Der Oberschieber Kaiser- Titz Pharus- Lichtspiele Kleines Th. Müllerstraße 142 Berlins größt. Erfolg Die Blumenfrau yom Potsdamer Platz Tägl. 8 Uhr: Leop. Konstantin in Die Großfarsfin und der Zimmerkellner Central Theater 3U: G'wissenswurm Wochentags: 500 700 900 71: Die vers. Glocke Anfang: Sonntags: 30 50 7.00 9.00 Deuts Opernhaus 6 U.: Die Meistersing ven Nürnberg. Mtg. 7% U.: Entführung Marienbad- Palast Metropol- Theater Film- u. Bühnenschau, Badstr.35-36 Die Blumenfran vom Potsdamer Platz 7 Akte mit Reinhold Schünzel, Erika Glässner, Rosa Valetti Anfang Sonntags 31 Uhr, Wochentags 5 Uhr 8 Uhr: Tausend süße Beinchen 1. u. 2. Feiert. nchm. 3, u. abends 8 Uhr: 1000 süße Beinchen Neues Theat. amZoo Letzte Vorstg.& U.: Die weiße Weste Th. in Kommand. Str. Heute 32 Uhr: Mein Leopold ( Kleine Preise) 6livaer Lichtspiele SCHI Olivaer Platz 7 3. bis 6. April: Der Heiratsschwindler mit Reinhold Schüntzel und Erika Glässner von Jean Gilbert Theater d. Westens Berl. Operngastsp. Heute nachm. 3 Uhr: Martha mit Mizzi Fink Residenz- Th. Tägl. 8 Uhr: Berliner Typen Berl. Humor Dazu das bante Programm! GERMANIAPracht säle Chausseestr. 110 Jeden Sonntag Deutsch. Künstlertheat. 8 Uhr: ,, Riquette" Operette von Oscar Straus Lustspielhaus 8 Uhr: Guida Thielscher D. wahre Jakob Operettenhaus am Schiffbanerdamm Tribune Bang- Balkon 8.- 1.50 Bang Loge.. 5.- 2.00 II. Parkett Fant, 5- 2.00 L. 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In vielen Arbeiterwohnungen hängt heute noch ein früher viel verbreitetes Bild, das den zur Ruhe ausgestreckten Arbeiterriesen darstellt, an dessen Gliedern das ganze Getriebe der Industrie, des Handels und der Landwirtschaft machtlos verebbt. Das Motto unter dem Bilde: Alle Räder stehen still, Wenn dein starker Arm es will, stammt von Herwegh. aber wer kennt noch den Dichter, der die bildliche Darstellung dieses Gedankens angeregt? In diesen Tagen, wo das Andenken Ferdinand Lassalles weit über Deutsch- lands Grenzen hinaus von der sozialdemokratischen Arbeiterschaft gefeiert wird, soll man den Dichter des berühmten Bundes- l i e d e s, das man in der ersten Zeit seiner Verbreitung allgemein die„Arbeitermarseillaise" nannte, nicht vergessen. Er stand an der Wiege der politischen Arbeiterbewegung und hat ihren Aufstieg mit leidenschaftlichem Interesse verfolgt.'Blutechter Republikaner, überzeugungstreuer Vorkämpfer der politischen Freiheit und der sozialen Gerechtigkeit von den ersten Tagen seines öffentlichen Wir- kens an. trotz Verfolgung. Verbannung. Schmähung. Einer der wenigen, die aus der Zeit der achtundvierziger Revolution ihre Ideale rein und unverfälscht ins kaiserliche Deutschland hinüber- gerettet hatten. So stark hing er an diesen Idealen, daß ihm vor dem aus„Blut und Eisen" gekitteten Bismarckreich graute. Ja, er wollte nicht einmal in diesem vom Militarismus und Gewaltgeist beherrschten Lande begraben sein. Auf seinen Wunsch begruben ihn die Freunde aus der Revolutionszeit, Freiligrath, Ludwig Pfau, Friedrich Stoltz« in freier republikanischer Erde in Liestal in der Schweiz, die dem aus der Heimat Verbannten fo manche Jahr« Zuflucht und Brot gewährt hatte. In der Zeit der finsteren preußisch-Sstemichischen Reaktion, die alle Freiheitshoffnungen des mündig gewordenen Volkes mit Aus- nahmegefetzen, Zensur und Polizei zu ersticken suchte, beginnt Her- tvegh seinen Weg als Journalist und politischer Dichter. Als Zwanzigjähriger muß er aus seiner württembergischen Heimat fluchten, um der angedrohten Einziehung zum Militärdienst zu ent- rinnen. Er arbeitet zunächst mit Wirth. dem pfälzischen Republi- kaner, der bekannt ist durch das.Hambacher Fest", die erste große republikanische Massendemonstration, bei der etwa 30 000 Menschen im Zeichen von Schwarz-Rot-Gold ihren Willen für eine einheit- liche, auf Frieden und Freiheit gegründete, großdeutsche Republik bekundeten. Für diese Ideen arbeitete Herwegh in radikalen Zei- tungen bis zum Erscheinen seiner„Lieder eines Lebend.i» g e n", die ihn berühmt machten. Es ist die Zeit, in der Heine» politische Gedichte, in der Freiligrath und Hosfmann von Fallers. leben die politischen Tendenzen des radikalen Bürgertums im Liede zum Ausdruck brachten. Herwegh wurde in diesen Kreisen mit ge- radezu stürmischer Begeisterung aufgenommen und erlebte Triumphe, wie ste selten einem Dichter zu Lebzeiten beschieden waren. Aber in seiner weiteren Entwicklung erkannte er die Schwächen des wortreichen Radikalismus der bürgerlichen Liberalen, die im Grunde sich mit gemäßigten Reformen, vor allem mit der Klein- staaterei und dem ererbten dynastischen Ballast abfanden. Des- weifln finden wir Herwegh in den Märztagen von l848 nicht auf der Seite der Paulskirchenmehrheit, die nie zur revolutionären Tat kam, sondern im Bunde mit dem idealgesinnten badischen Frei- scharenführer Friedrich Hecker. Als dieser, um den vom Frankfurter Vorparlament schon aufgegebenen republikanischen Ge- danken zu verwirklichen, in Baden und der Pfalz den Kampf gegen die Regierungen eröffnete, organisierte Herwegh in Paris aus den Hunderten von Ausgewiesenen und Verfolgten ein«„Deutsche Le- gion", die unter Führung von Corvin den badischen Freischaren zu Hilfe eilte. Bezeichnend Ist der Aufruf, den Herwegh an die deutschen Ra- dikalcn sandte, bevor die Legion den Rhein überschritt: Wir sind deutsche Demokraten, wollen alles für das Volk. Die Armeen der Fürsten umgeben euch von allen Seiten: schätzt euch glücklich, daß auch eine Armee der Freiheit in eurer Nähe steht... Wir erklären euch aber zugleich, daß wir u n- gerufen nicht kommen, daß es uns ferne liegt, gewalt- sam in Deutschland einzudringen, und daß, falls ihr unglücklicher- weife für Deutschland die vollständigste Staatsform der Freiheit: die Republik, noch nicht reif wähnt, wir weit entfernt sind, Wochenübersicht. Ludendorff. Häujjer und vreilensträker, die drei uugetrönleu Infolge des Aufgebots eines ungeheuren Zeugenapparates Könige der Wahlwoche. verwandelt flch der Magdeburger Ebert- Prozeh allmählig iu einen deuifchnationalea Parteitag. An der Loebell-vörfe herrscht starte vaiffestlmmnag. Zarres- werte werden nicht mehr notiert. In der Aufwerlungsfrage beweist die Rechtsregierung kleinen Sparer das zarteste Entgegenkommen. dem euch unsere Ueberzeugung aufzuzwingen, oder euch zu zwin> gen, freie Republikaner zu werden, wenn ihr Untertanen bleiben wollt.... Dieser heroische Versuch, die Republik durchzusetzen, scheiterte an der politischen Unreife des deutschen Spießbürgers. In den späteren Gedichten hat dann Herwegh seinen Groll über dieses traurige Versagen der deutschen Kleinbürger in bitterer Satire zum Ausdruck gebracht: Gestern war es, daß sie riefen: Barrikaden! Barrikaden! Und im Bußhenid vor dem Volke stand der Gott von Gottes Gnaden. Unnütz in den Staub zerronnen ist das letzte Heldenblut, Schneckcnsaft■?- der Rest zum Färben eines Purpurmantels gut: Die Cäsaren kommen wieder nach dem Idus dieses Märzen, Noch einmal sind wir belogen und der Himmel wollte scherzen. Verzweifelt zog er sich in den nächsten Jahren, von der Poli- zei verfolgt und wieder in der Verbannung lebend, von der prak- tischen Politik verfolgt und wieder in der Verbannung lebend, von der praktischen Politik zurück. Durch die Berührung mit Karl Marx und dessen Kreis, hatte er den Weg zur proletarischen Be- freiungsbewegung gefunden, zu der ihn sein von Jugend an fein ausgebildetes Mitgefühl für die Notleidenden und Enterbten der Gesellschaft trieb, aber auch sein politisches Programm, für das er /iuf öer Schwelle öes Lebens. 6, Don Eugen Tfchirikow. Mutorifierte Uebersetzung von Adele Lamper t.) Nun, dann werd' ich so, ohne Ladestock!... Das war genau dasselbe: statt zu schießen, genügte es zu sagen: dum»! und der Feind war mausetot. Auf wen schießt du? Gar auf Menschen? Was geht's dich an? Geh, sonst... t- drohte Wansa, nach der Köchin zielend. Räuber! Ein richtiger Räuber wächst da heran! Meinetwegen! Darf man denn einen lebendigen Menschen mit der Büchse?... Und die? Ach, du! Grad' wie der Druder! Geht denselben Weg... Galgenstrick! Und du bist dumm. 6. Tante, ich will zu Mama! Warte... man darf nicht. Wann denn? Wenn man dürfen wird.., Geht'« ihr besser? Resser. Und warum läßt du mich nicht herein? Sic schläft.. Man darf ste nicht wecken... Du sagst immer: sie schläft! Uild gestern, und heute... und immer... Und in der Küche unterhieU sich die Köchin mit einer Frau und sagte ihr, Wanjas Maina werde bald sterben... Wanja wurde still. Er glaubte weder der Tante noch der Köchin. Unrubigcn Herzens, mit angsterfüllten Augen, horchte er bald an der Küchentür, bald an der Tür nach Mamas Zimmer. In der Küche sagt nian, Mama würde Ostern nicht erleben,«nd was in Mamas Zimmer vorgeht— kann er nicht herausbekommen... Ganz still ist es dort. Die Uhr tickt, ab und zu geht jemand auf der Fußspitze einher, manch, nal scheint es, als ob jeinand seufzt. Mamas Stimme ist nicht zu hören, und Tante spricht im Flüsterton... Wenn er wenigstens Mamas Stimme hören könnte!... Liebes Mütterchen! Wie sehnt er sich nach seinem lieben Mutterchen! Gott straft sie... für die Kinder ihre.,.l Der Aellefte war ein richtiges Ungeheuer, und der Kleine, der Wanja, ist auch nicht besser: ein wahrer Räuber... Nette Kinderchen, das... Du darfst mich nicht Wanze nennen! Und was treibst du dich da an der Tür' rum? Horchen tust? Wanja verließ seinen Posten an der Tür und schlich sich leise durch den dunklen Gang zu Mamas Zimmer. Was ist das? Mama stöhnt? Ja'... Wanja drückt seine Wange an die verschlossene Tüe und lauschte dem Stöhnen Mamas. Und jeder stöhnende Laut hallte in seinem Herzen wieder, von den Wimpern fielen Tränen, und er flüsterte weinerlich: Mütterchen, stöhne nicht! Mutterchen, stöhne nicht! Einmal öffnete Tante die Tür und stieß dabei Wanja. Ach Wanja! Wozu... Mutterchen! Mein liebes Mutterchen! Ich will zu dir! Komm, mein Liebling..,— antwortete kaum hörbar die Mama. Tante nahm Wanja b«! der Hand und sie traten ein. Wie war doch jetzt die Mama! So— o mager... Sie sieht Mama gar nicht mehr ähnlich... Wayja küßte feine Mama und blickte dabei mit ängstlichen Blicken auf ihr Gesicht, auf die bleichen, ge- sprungenen Lippen, auf die spitze Nase, und die auf den Schläfen klebenden grauen Haarsträhnen... Die Hände mit langen— langen Fingern liegen aus der Brust, über der Bettdecke, und die Augen, groß und dunkel, sind eingefallen, und blicken, als ob es fremde, nicht Mütterchens Augen wären... Mama lächelte und schloß die Augen, und Tränen begannen zu rinnen, eine nach der andern... Eine Träne hing lange am grauen Härchen und oer- schwand dann... Es tut dir was weh? Mama nickte kaum merklich. Wirst du zu Ostern gesund? Wieder nickte die Mama, und lächelt«, ohne die festgcschlossenen Augen zu öffnen. Wenn doch schneller Ostern käme!... Darfft du denn nicht sprechen, Mütterchen� Ich darf nicht, Wanja,— flüstert« Mama und öffnete die Augen. Und in diesen Augen war etwas Furchtbare», was Wanja erschreckte... Maina betrachtete ihn unverwandt, und ihrem Blick fehlte das Gute, Liebe, das Wanja in ihnen zu sehen gewohnt war.-- Aljoscha ist gestorben... Aljoscha ist nicht mehr...— flüsterte Mama, und die grauen ichrecklichen Augen schlössen sich wieder... Wanja glitt vom Bett herab, und stand schweigend, mit ge- senkte,» Kops,,. Wanja, sagte leise die Tante, und legte die Hand auf seine Schulter. Wanja erhob die Augen. Sie wies mit dem Kopf nach der Tür und Wanja verstand: leise, auf den Fußspitzen ging er hinaus, und ebenso leise, auf den Fußspitze», kam er in sein Kinderzimmer. Man hatte also im Hofe die Wahrheit gesagt. Aljoscha würde' nicht mehr kommen... Astoscha würde nie mehr kommen... Niel Auch zu Ostein nicht... Wanja hob zaghaft den Blick zu Jesunr Christum und senkte ihn gleich wieder... Zum erstemnal teilte er Jesuin seine Gedanken über Aljoscha nicht mit... Er stand an der Wand, und riß kleine Tapetenstückchen ab, warf sie aus den Boden, und starr re finster aus die Wand... Dann erhob er noch- mal» die Augen auf Lesum Christum und flüsterte mit gesenktem Kopf: Ich will dich nicht mehr lieb haben... So kam scin erstes Zerwürfnis mit Iesum Christum. An diesem Tag wollte Wanja mit ihm nicht sprechen und sah nicht nach dem Gottesauge. Aber er fühlte es die ganze Zeit... Dort oben brannte das Länrpchen, glänzte die goldene Verzierung des Bildes, und das milde Gesicht Jesu blickte auf Wanja herab, und seine 5)and — segnete ihn. Alles war wie zuvor, aber etwas Unverstand- lichev. Unerwartetes war geschehen, was hätte auch nicht sein können» wenn er dort oben n'cht gewollt hätte... Wanja wollte dahin nicht blicken und vermied hartnäckig die ganze Ecke. Und als er schlafen ging, legte er sein Kljsen auf das andere Bettende. Was inachst öu, Wanja?— fragte die Tante. Dort ist Licht— in die Augen... läßt nicht schlafen... Wanja steckt» die Hond unters Kissen, fand dort Aljoscha« Bild. und hielt es fest... Er dachte an Aljoscha und mühte sich ab, sich zu erinnern, wie er auegesehen hat. Und konnte es durchaus nicht: Im Gedächtnis entstand jene Nacht, wo man. Ahoscha von zu Hause weggebracht hatte, und er sah die ganze Zeit Aljcscha am Tisch stehen, den Rücken zu Wanja gekehrt, und zwei Haarsträhnen hingen herab, und Aljolchu strich sie mit der Hand zurück... Dann er- innerte er sich, wie Aljoscha ihn geküßt und wie Aljoschas Träne auf ihn gefallen und neben dem Ohr gekitzelt hatte. Und wie dann, als Wanja die Augen öffnete, durch die Tür nur noch Aljoschas Rücken einen Augenblick zu sehen war... Wie hat Aljoscha ausgesehen? Wanja nahm unter dem Kissen Aljoschas Bild hervor und be- trachtete es lange... Hat keine Aehnlichkeit mit Aljoscha! Hier ist ein Eymmrsiast, mit kurzgeschorenem Haar, und lustigem Gesicht, und Aljoscha war Student, hatte langes Haar und war traurig. Nun. ganz egal: es ist doch Aljoscha! lFortsetzung folgt.) mr in der eben erwachenden Arbeiterbewegung Berständnis fand. So tam er mit Lassalle zusammen und erlebte mit seinem Bundeslied noch einmal einen gewaltigen Erfolg. Aber nach dem Tode Lassalles, der ihn noch zum Bevollmächtigten des All gemeinen Arbeitervereins in der Schweiz ernannt hatte, trat er bald aus dem Verein aus, angewidert durch die inneren Streitigfeiten in der Bundesleitung. Die letzten zehn Jahre seines Lebens verbrachte er meist wieder in der Heimat, aber unversöhnt mit der Lösung, die das preußischdeutsche Kaiserreich gebracht hatte. Der schwere Groll über das Neue tam in vielen Gedichten, besonders leidenschaftlich aber in der Rüderinnerung an die Märzgefallenen zum Ausdruck in den wuch tigen Strophen: Achtzehnhundertvierzig und acht, als du geruht von der nächtlichen Schlacht, waren es nicht Proletarierleichen, die du, Berlin, vor den zitternden, bleichen, barhaupt grüßenden Cäsar gebracht achtzehnhundertvierzig und acht? Achtzehnhundertfiebzig und drei Reich der Reichen, da stehst du, juchhet! Aber wir Armen, verkauft und verraten, denten der Proletariertaten. Noch sind nicht alle Märze vorbei, achtzehnhundertfiebzig und drei. Bergessen wir nicht einen der hervorragendsten republi. tanischen Dichter, die das Deutschland des 19. Jahrhunderts hervorgebracht hat! Die Entstehung des Bienenliedes". Aus Briefen Ferdinand Laffalles an Georg Herwegh. Laffalle und Herwegh standen seit dem Jahre 1860 in regel mäßigem Briefverfehr. In ihren gemeinsamen politischen Interessen hatten sie sich zunächst gefunden, später wurde eine enge Freund schaft daraus. In den folgenden Briefstellen ist Anregung zu Hermeghs berühmtem Bienenlied") und die Schilderung des Erfolges gegeben. Berlin, 14. April 1863. Da Sie aber schreiben, Teurer, daß Sie sich mir unbedingt zur Dispofition stellen in allem, was möglich ist, fo follen Sie hier die Aufgabe erhalten, die Ihnen sehr möglich ist: Ich bitte schnellstens um ein begeistertes und begeisterndes Gedicht auf das Auftreten des Arbeiterstandes in Leipzig.... Ein solches Gedicht von Ihnen, und wie Sie es zu machen wissen, wird famos wirken." Berlin, 3. Ottober 1863. So etwas habe ich selbst 1848 nicht erlebt, sowohl an Enthusiasmus mie an Massenhaftigkeit( im Rheinland)... Und von Stund' an begebe ich mich daran, Berlin zu cernieren. Schon dieser Tage wird mit der Sappe begonnen. Vor allem aber: Wo bleibt Ihr Hilfskorps, das geflügelte Gedicht? Nie tame es mehr zurecht als jetzt. Bülow schwärmt bereits bei dem Gedanken, es zu komponieren. Er will es sowohl einstimmig als vierstimmig als noch in anderen Formen tun. Aber Eile! Eile! Die Arbeiter wissen schon lange von diesem ihnen versprochenen Cadeau, mahnen mich in allen Briefen darum und ich weiß schon nicht, was ich ihnen antworten soll, ohne Sie anzuflagen. Gomie ich's habe, wird es im Sturm durch ein Zirkular verichidt und als Bundeslied in ganz Deutschland eingeführt, mit der Bestimmung, daß feine Sigung gehalten werden darf, die nicht mit der Absingung desselben beginnt." Berlin, 5. November 1863. Benn ich nicht so abgehegt wäre von Agitationen, Angriffen, Repliten, Beschwerden, Eingaben, Haussuchungen, Prozessen. fo hätte ich Ihnen schon lange für Ihr wahrhaft vortreffliches Gedicht gedankt. Sie übertreiben diesmal die Bescheidenheit. Das Bienenlied" ist das Bundeslied des Allgemeinen Deut Ichen Arbeitervereins: Bet' und arbeit ruft die Welt". Die Be zeichnung Bienenlied" ist folgender Strophe entnommen: Menschenbienen, die Natur Gab fie euch den Honig nur? Seht die Drohnen um euch her! Habt ihr feinen Stachel mehr? Es hat neufich( Montag) im Arbeiterverein den lautesten Enthusiasmus hervorgerufen und auf meine Aufforderung hat sich die ganze Versammlung zum Zeichen des Dankes für den Dichter erhoben." M. Injektionen in Pflanzen. Zur Heilung franter Fruchtbäume benutzt Professor Lipman von der Universität Kalifornien Injek tionen von Salzlösungen. Dadurch wird die natürliche Methode, Bäume mittels Düngemittel durch den Boden mit Nahrung zu versorgen, ersetzt durch direkte Ernährung und ärztliche Behandlung. Zunächst fand, wie die Umschau" mitteilt, die neue Methode Berwendung an Zitronenbäumen, die an Chlorose litten. Chlorose ist die Krankheit, die die Blätter gelb werden läßt und die Bäume am Tragen von Früchten verhindert. In Stämme von schon drei Jahre lang franken Bäumen wurden Löcher gebohrt, Glasröhren eingesetzt und diese sorgfältig mit einem Spezialwachs eingefittet. Daran wurden Behälter angebracht, die eine Lösung eines Eisenjaizes ( Ferrosulfat) enthielten. Die Stämme fogen dann die Lösung in sich auf. In drei Wochen waren die gelben Blätter wieder grün und die Aeste zeigten Fruchtansat. In anderen Fällen konnten Zitronenbäume durch Gabe von Kalksalzen vor Schaden an den Blättern bewahrt werden. Nach Professor Lipman eröffnet dieses Berfahren eine neue Aera der Ernährung von Pflanzen. Es fönnen ohne Berücksichtigung des Bodens dem Baum direkt die Nitrate, Phosphate, Kalzium- und Magnesiumsalze zugeführt werden, deren er zu seinem Wachstum bedarf. Solche direkte Injektion der Nahrungsstoffe ermöglicht es, die Störungen zu vermeiden, die durch die Verschiedenartigkeit der einzelnen chemischen Reaktionen des Bodens verursacht werden. Es ist weiterhin geplant, mit Lösungen zu arbeiten, die für schädliche Insekten giftig, für die Bäume aber harmlos find. Dadurch würden sich unter Umständen die Pflanzen selbst gegen Parasiten schützen. Das Märchen von der schrecklichen Polarnacht. Als wir noch die Schulbänke drückten, hörten wir mit angenehmem Grufeln von jenen seltsamen Ländern, in denen die Menschen mehrere Monate ohne Licht und Sonne leben müssen. In den Gegenden nahe den Polartreise( im 65. Breitegrad) steigt die Sonne von der Winterbis zur Frühlingssonnenwende nicht mehr über den Horizont empor. Mitte November schon beginnt die große Nacht", wie sie in Lefebüchern und Reiseschilderungen gern genannt wird. Kann es für die licht- und sonnenfrohen Bewohner der gemäßigten 3one Schlimmeres geben, als mehrere Monate im Dunkel verharren zu müffen? Ohne jede Möglichkeit der Bewegung an den fest umgrenzten, nur durch spärliche Lichter erhellten Kreis gebannt. Wie nieder drückend muß ein solches Leben sein! Wenn man dem Zeugnis neuerer Forscher Glauben schenken darf, so waren diese Schilderungen offenbar start übertrieben. So versichert wenigstens der ameri kanische Polarforscher Stefannson, der im Gegensatz zu so manchem Besucher der Arftis nicht einige Monate, sondern eine stattliche Zahl von Jahren an den Gestaden des Eismeeres verbrachte. In seinen lebendigen Schilderungen des nordischen Jägerlebens( er. schienen bei Brodhaus) gibt er ein völlig anderes Bild. In der Beit, da die Sonne nicht mehr aufging, war es an sieben Stunden des Tages hell genug, daß man im Freien lesen konnte. Die Sonne tam wohl nicht über den Horizont, aber man sah ihren Widerschein im Süden. Stefannson war auf ein eintöniges Leben in Nacht und Dunkel gefaßt. Er war nicht wenig verwundert, von den Eskimos zu hören, dies sei gerade die lustigste Beit des Jahres. In der Tat ist für jene Jägervölker der tiefe Winter die Zeit der Erholung und der Ferien. Auf Jagd und Fischfang gehen ist nicht möglich. Man macht deshalb weite Reisen, tanzt und singt und ist guter Dinge. Man erhebt sich morgens gegen zwei Uhr, ver. weilt bis fünf Uhr beim Frühstück, und noch vor Beginn der Morgendämmerung ist man unterwegs. Gegen Tagesmitte wird halt gemacht und vor Beginn der Dunkelheit ist alles in bester Erstaunlich ist es zu hören, die stodfinstere Winter nacht der gemäßigten Zone sei in den Polarländern unbekannt. Selbst in bewölkter Winternacht spenden die Sterne hinter den Wollen noch genug Licht, das der Schnee zurüdwirft. Einen Mann in dunkler Kleidung fann man bis auf 15 Meter sehen. Ordnung. Der größte Gutsbesitzer der Welt. In Auftralien gibt es eine Farm, die 150 000 Quadiattilometer groß ist, also faft fo groß wie ganz England. Der Eigentümer ist ein Sir Sidney Kidman, der fich also rühmen fann, der größte Gutsbejizer der Erde zu sein. Sein Biehbestand beläuft sich auf über 100 000 Stüd, das Kleinvieh, Schafe, Gänse usw. nicht mitgerechnet. 1 Woher stammt die Sonnenwärme? Die heutige Wissenschaft kennt für den Ursprung der Sonnenwärme nur eine ausreichende Quelle; es ist die im Innern der Atome aufgespeicherte Energie, die bei deren Zerfall oder Umwandlung in Freiheit gesetzt wird. Alle anderen uns befannien wärmeerzeugenden Prozesse reichen nicht aus, den durch die ungeheure Ausstrahlung bedingten Energieverlust der Sonne zu beheben. Dieser tönnte 3. B. nur für faum 1/100 Sekunde beglichen werden, wollte man den gesamten Kohlenvorrat der Erde, der auf 3 Billionen Tonnen geschätzt wird, in einem Augenblic verbrennen. Radium dauernd unterliegt, eine außerordentlich große, aus dem Dagegen wird bei dem selbstätigen Zerfall, dem das Element Innern des 2ítoms stammende Energiemenge frei. Während der Beit des Zerfalls von 100 Gramm Radium könnte man durch die hierbei auftretende Wärme 35 Liter Wasser zum Sieden bringen. 226 Gramm Radium würden eine Wärmemenge liefern, die eine Leistung von 612 Millionen PS entspräche, die also dem Gesamtbedarf der Menschheit an mechanischer Arbeit( rund 50 Minionen PS) um mehr als das Zehnfache übertreffen würde. Aus der Größe dieser Zahlen erhellt, daß wir es hier mit einer Energiequelle von unübertroffener Intensität zu tun haben, und es wird klar, daß die Sonne, sofern sie nur eine gewisse Menge Radium enthält( im Rubikmeter etwa 3,6 Gramm), durch dessen Zerfall ihren gesamten Wärmeverlust decken könnte. Möglicherweise gibt es auf der Sonne nder den Firsternen sogar noch radioaktivere Elemente als das Radium selbst. Wenigstens müssen wir jene aus dem Weltall zu uns hereinströmende Röntgenstrahlung, die sogenannte„ Heßsche Strahlung", solchen Elementen zuschreiben. Diese können also sehr wohl den maßgebenden Faktor im Wärmehaushalte spielen. Außerdem weist der amerikanische Astronom Eddington darauf hin, daß bei der Umwandlung von Wasserstoff in Helium, ein Vorgang, der nach unserem heutigen Wissen möglich sein muß, eine so große Wärmemenge frei wird, daß bereits eine Umlagerung von nur 10 Broz. des auf der Sonne vorhandenen Wasserstoffs in Helium genügen würde, um die gegenwärtige Strahlung der Sonne für eine Milliarde Jahre zu erhalten. Heuschredenöl. Beite Landstriche des tropischen Amerita und Afrita haben alljährlich unter entfeßlichen Heuschreckenplagen zu leiden, deren Abwehr große Geldsummen verschlingt. So hat z. B. die argentinische Regierung 1924 allei für glatte Stahlplatten 5 Millionen Dollar ausgegeben, um damit an den Landesgrenzen die heranziehenden, dicht über der Erde dahinfliegenden Heuschreckenschwärme aufzuhalten. Um den angerichteten Schaden und die Kosten der Bekämpfung wenigstens zum Teil zu decken, geht man jezt immer mehr dazu über, dic Heuschrecken in großen Massen zu fangen und einzusammeln. Wegen ihres außerordentlich hohen Feltund Delgehaltes find sie nämlich in verschiedener Weise technisch recht gut verwertbar. In Südafrika bereitet man aus den massenhaft eingesammelten Wanderheuschreden ein wertvolles Futtermehl, welches vor allem den Kühen sehr zuträglich ist und sie zur Produktion besonders fetthaltiger Milch anregt. Sehr merkwürdig erscheinen aber wohl die Versuche, aus den Wanderheuschrecken ein Del zu gewinnen, das als Schmieröl für Motore und Maschinen geeignet ist. Die Versuche haben zu günstigen Ergebnissen geführt; vor allem hat sich herausgestellt, daß dieses Heuschreckenöl noch bei Aus diesem Grunde sehr niedrigen Temperaturen flüffig bleibt. eignet es sich vor allem zum Delen der Flugzeugmotore usw., welche ja sehr oft der Wirkung tiefer Temperaturen ausgesetzt sind. Daß eine technische Verwertung der Wanderheuschrecke durchaus möglich ist, zeigt die Tatsache, daß während der Monate September und Oftober 1924 in der schwer heimgesuchten argentinischen Provinz Santa Fé über 4 Millionen Kilogramm Wanderheuschrecken eingesammelt wurden! An. manchen Tagen wurden allein 200 000 an Rohmaterial zur Delgewinnung würde Kilogramm eingeliefert es alfe durchaus nicht fehlen. Führt man die Verwertung dieser Schädlinge tonfequent durch, dann ließe sich ein bedeutender Teil des von ihnen angerichteten Schadens wieder gut machen. Kolumbus' Reifetoften. Ein italienischer Journalist hat in dem Archiv von Genua Einzelheiten über die Reise Kolumbus nachgelesen und veröffentlicht folgende Reiseauslagen: Der Führer der Expedition erhielt 1600 Lire jährlich, jeder der beiden Kapitäne 900 Lire. Der Sold der Besagung betrug 12% Lire pro Mann und Monat. Die Kosten für die Ausrüstung der Flotte beliefen sich auf 14 000 Lire, die Gesamtsumme der aufgewendeten Gelder bewegte sich in der Nähe von 36 000 Lire. Ostern slohs over for Tür der Ich bringe Frühjahrskleldung: Taillenkleid as guter Wascheelde in dernen Streifen oder Kare Taillenkleids på. Wollripe, entzückende Form 2475 M 39.Jackenkleid Rips moufiné auf SaldenRipamontio 59.serge gefüttert Jackenkleide Wollips, verschiedene Farben auf reiner Seide Mantel ats Mouliné hel Herrenforma M. M 89.M. 59.Ein großer Posten Herrenstoffreste auch für Jünglingsanzüge geeignet GUSTAV LEIPZIGER STRASSE 33-35 Mantel aus gutem Wollrips, ganz auf relner Seide M. 79.Kunstseidenes Unterkleid In reicher Farbenauswahl M. 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Ohne Mitglieds buch tein Zutritt. Montag, den 6. April, abbs.? Ahr, im Jugendfaal des Verbandshauses, Linienftr. 83/85: Bertrauensmännerfonferenz der Bau- und Geldschrankschlosser. Tagesordnung: Stellungnahme zum Schiedsspruch des Lohnvertrages. Jeder Betrieb muß vertreten sein. Die Rommiffionsmitglieder treffen sich um 5 Uhr in demselben Lotal. Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt. Dienstag, den 7. April, nachmittags 5 Uhr, in Dörings Feftiälen( früher Graumann), Naunynife. 27: Branchenversammlung der Metallschleifer, Galvaniseure, Kraher, Brenner, Hilfsarbeiter und-arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Distusfion. 3. Bericht vom Branchenfonds. 4. Neuwahl der Branchenkommiffion. 5. Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Alle Kolleginnen und Kollegen sind verpflichtet, unbedingt zu erscheinen. Wagen- u. Karofferiefunttionäre Dienstag, den 7. April, abends 6% Uhr, im Sigungsfaal des Berbandshauses, Linienstr. 83/85: Konferenz Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Lohnvertrag. 2. Diskussion. Alle Betriebe müssen vertreten sein. Mittwoch, den 8. April, abends 6 Uhr, im Arbeitslosenfaal des Berbandshauses, Linienftr. 83/85: Branchenversammlung der Bau- und Geldschrankschloffer. Tagesordnung: 1. Bericht von Den Lohnverhandlungen. 2. Stellung nahme dazu. Zu dieser Versammlung muß jeder Rollege erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Achtung! Arbeitslose und Krante Wegen der Feiertage bleiben die Bureaus am Freitag, den 10., Sonnabend, den 11 und Montag, den 13. April, gefchloffen. Unterſtügungen, die am Freitag, ben 10. April, fällig sind, werden ant M tt moch. den 8. April, die für Sonnabend, den 11. April, am Donnerstag, den 9. April, die für Montag, den 13. April, Dienstag, den 14. April, ausgezahlt. Krantenmeldungen werden auch fahrift fich mit Einsendung des Mitgliedsbuches entgegengenommen Die Orisverwaltung. Einzelne Hosen ( best. aus Kleid mit Jacke) in Mouliné und Rips Blusen u. 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